Nr. 193 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 98 Bezugspreis: Bentlich 70 Bfennig, monatlia B.- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit ber Sonntags beilage Bolt und Reit mit Gied lung unb Aleingarten fowie bet Beilage Unterhaltung und Billen und Frauenbeilage Frauenstimme erideint wochentäglich aweimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abrene: -Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Chita ems mell Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise Die einfalttee Stormareille seile 80 Pfennig. Reklamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 25 Vfenate ( aufäffia zwei fettgebrudte Worte). iedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengefuche das erfte Wort weitere Wort 10 Biennia. Worte über 15 Buch ftaben zählen für awet Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Demgemäß hat der Reichsminifter des Innern eine entsprechende Borlage an den Reichstag gemacht, die Sonnabend nachmittag dorf eingegangen ist. Die Vorlage enthält einen Bericht, der das Zustandekommen des Boltsbegehrens feststellt. Dem Bericht find vier Anlagen beigefügt, nämlich der Gefehentwurf, eine Uebersicht über das Eintragungsergebnis, eine Darlegung der Reichsreglerung zu dem Gesetzentwurf und eine gutachtliche Aeußerung zu der Frage der Berfaffungsmäßigkeit diefes Entwurfs. Die Darlegung der Reichsregierung führt aus: Die entschädigungslose Enteignung des gesamten Vermögens der Fürsten, wie sie der Entwurf vorsieht, widerspricht den Grundfäßen, die in einem Rechtsstaate die Grundlage für jeden Gefehgebungsakt zu bilden haben. Die Reichsregierung vermag daher den Inhalt des Entwurfs nicht als brauchbare Unterlage für die Auseinandersetzung zwischen den Ländern und den ehemals regierenden Fürstenhäusern anzusehen und spricht sich auf das ent. fchiedenste gegen die Annahme des Entwurfs durch den Reichstag aus. Dagegen fann nach Ansicht der Reichsregierung eine ange messene Regelung der Auseinandersegungsfrage nach den Grundsäßen der zurzeit der Beratung des Rechtsausschusses des Reichstages unterliegenden Entwurfs eines Gesetzes über die ver mögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen den deutschen Ländern und den vormals regierenden Fürstenhäusern( sogenannter Rom promißentwurf) erfolgen. Die Regierung wird ihrerseits in Berfolg ihrer Erklärung vom 26. Januar 1926( Sten. Ber. des Reichstags G. 5146) das 3ustandekommen eines Rompromißentwurfs mit allen Mitteln fördern und hofft, daß auf diesem Wege für die Auseinandersetzung zwischen Fürsten und Ländern eine Rechtsgrundlage geschaffen wird, durch die sich der weitergehende Gefeßentwurf des Boltsbegehrens inhaltlich erübrigt. Der Artikel 73 der Reichsverfassung schreibt vor: Dem Bolksbegehren muß ein ausgearbeiteter Gesetzentwurf zu grunde liegen. Er ist von der Regierung unter Darlegung ihrer Stellungnahme dem Reichstag zu unterbreiten." Den Borschriften diefer Verfassungsbestimmung ist die Reichsregierung nachgefommen. In ihrer Stellungnahme wirft sie geschriebenes Recht und ungeschriebenes Recht durcheinander. Unter dem Gesichtspunkt des ungeschriebenen Rechts ist der Inhalt der Stellungnahme der Reichsregierung höchst es Unrecht. Was soll es heißen, daß das Voltsbegehrensgefeß den Grundfäßen widerspräche, die in einem Rechtsstaat die Grundlage für jeden Gefeßgebungsatt zu bilden haben? Diese Grundfäße sind niedergelegt in der Reichsverfassung, in diesem Falle in den Artikeln 73 und 153. Das Fürstenenteignungsgesetz entspricht diesen Grundsäßen. Was will also die Regierung mit ihrer Darlegung? Sie meint nicht die in der Reichsverfassung niedergelegten Grundsäge. Sie will nicht ein juristisches Urteil abgeben, sondern ein politisches und moralisches Werturteil, ein Wert urteil, das sich gegen die Unterzeichner des Boltsbegehrens richtet. Dasselbe Werturteil, das die Deutschnationalen in ihrer Agitation für die Fürsten fürzer und gröber, aber offener in die Worte gekleidet haben, das Volksbegehren bezwede Raub und Diebstah!! Die 12% Millionen Staatsbürger, die das Volksbegehren unterzeichnet haben nicht die schlechtesten Deutschen, schrieb ein Organ einer Regierungspartei müffen fich von der Reichsregierung sagen lassen, daß sie die Grundsätze des Rechtsstaates zerbrechen wollen. Das ist ein Schlag ins Geficht diejer Staatsbürger aus allen Parteien. Der oberste Grundsatz der Gesetzgebung eines Rechtsstaates, das mag die Regierung zur Notiz nehmen, ist Gerechtigteit! Die Reichsregierung aber schmäht die Staatsbürger, die nach Gerechtigkeit rufen und schont die Fürsten. War es Gerechtigkeit, was in der Inflationszeit vor sich gegangen ist? Entsprach der Prozeß der Enteignung von Millionen in der Inflation den Grundsätzen, die die Grundlagen eines Rechtsstaats bilden, entsprach diefen Grundfäßen die Schonung des Inflationserwerbs und Bermögens? Und entsprach etwa die Methode des Erwerbs der Fürstenvermögen den Grundsägen. die in einem Rechtsstaat die Grundlage jedes Gefeßgebungsattes bilden müssen? Ist es die Aufgabe eines Rechtsstaates, sich schützend vor Vermögen zu stellen, die wider geschriebenes und ungeschriebenes Recht erworben worden sind, wenn die Stimme des Boltes im Namen der Gerechtigkeit verlangt, sie dem Wohle der Allgemeinheit dienstbar zu machen? Wir wollen darüber mit der Reichsregierung nicht weiter rechten. Ihre Stellungnahme beweist, daß sie von dem Rechtsempfinden und dem Gerechtigkeitsgefühl der 12% Millionen Staatsbürger nicht der schlechtesten Deutschen! eine Welt trennt. Aber die politische Bedeutung dieser Stellung nahme und ihre Folgen bedürfen der Erörterung. Die Reichsregierung hat mit den Vertretern der deutschnationalen Reichstagsfraktion über das Fürstenkompromis verhandelt. Das Ergebnis dieser Berhandlungen ist nicht bekannt. Betannt sind folgende Tatsachen: Gestern morgen stimmten im Rechtsausschuß die Deutschnationalen für eine Reihe von Bestimmungen des Fürstentompromisses, das fie bisher eben falls als ,, Raub und Diebstahl" bezeichnet hatten. Die Deutsche Boltspartei fucht die Deutschnationalen in die Regierung eins zubeziehen. Gestern abend veröffentlichte Graf Bestarp, der neue Parteivorsitzende der Deutschnationalen, in der ,, Kreuz- Zeitung" einen Auffah, deffen offensichtliches Bestreben. es ist, trot Locarno eine Brücke zur Regierung LutherStresemann zu schlagen. Der Russenvertrag foll diese Brücke bilden. Zwischen den Zeilen liest man. Mart, Reinhold, Külz müssen hinaus. Und die andere Brüde, das erkennt man jetzt deutlich, soll der gemeinsame Kampf der Deutschnationalen mit der Reichsregierung gegen den Boltsentscheid jein! Westarp ruft zum Kampfe für die Fürsten gegen den Bolfsentscheid: des Boltsbegehrens zu„ erübrigen"? Oder glaubt fie das Kompromiß mit den Deutschnationalen zustande bringen zu fönnen, mit deren Hilfe fie die von ihr selbst geforderte Zweidrittelmehrheit niemals erreichen fann? Die Reichsregierung hat aus dem Ergebnis des Boltsbegehrens nichts gelernt. Sie steht dem Schrei nach Gerech tigkeit, der sich mit so elementarer Gewalt aus dem Bolte erhoben hat, mit talter Verständnislosigkeit gegenüber. Seite. an Seite mit Weftarp und den Seinen will sie den Kampf aufnehmen für die Fürsten, gegen das Bolt! Das heißt, den Wolfsentscheid zu einem Kampf um die Frage gestalten: Rechtsturs oder nicht. Die Tatsachen sprechen dafür, daß die Reichsregierung die Annäherung an die Deutschnationalen, den Rechtsturs will. Ihre Haltung vor dem Boltsbegehren und nach dem Boltsbegehren war eine ununterbrochene Kette von Unfähigkeitsbeweisen. Diese Kette endet mit einer Provokation der Anhänger des Bolksbegehrens. Ihr Fürstentompromiß ist am Scheitern. Nun geht sie in eine große Auseinandersegumg. Der Kampf um den Boltsentscheid beginnt. Das Bolt hat das Wort: für Gerechtigkeit gegen die Fürsten, für den Schutz des obersten Grundsages eines Rechtsstaates gegen reaktionäre und monarchische Gewalten.c Der Vertrag mit Rußland. Sein Verhältnis zum Locarno- Pakt. Von Rudolf Brettscheid. Amtlich meldet WIB.: Die Abmachungen mit der Sowjetregierung, über die bekanntlich seit längerer Zeit verhandelt worden ist, find im Laufe des heutigen Tages im Auswärtigen Amt unterzeichnet worden, und zwar auf deutscher Seite von dem Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann, auf ruffischer Seite von dem Botschafter Krestinsti. Der Wortlaut der Abmachungen wird voraussichtlich am nächsten Dienstag veröffentlicht werden. Der vielbesprochene deutsch- russische Vertrag ist am Sonnabend von dem Außenminister Stresemann und dem Berliner Botschafter der Sowjetunion unterzeichnet worden. Am Montag wird er Gegenstand der Diskussion im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages sein, und am Dienstag soll er, nachdem die übrigen Mächte von seinem Wortlaut in Kenntnis geseht sind, veröffentlicht werden. ,, Man nimmt an, daß der Abstimmungstag auf einen Sonntag Anfang Juni festgesetzt werden wird. Deshalb ist jetzt die wichtigste Aufgabe, mit der größten Kraft und Entschieden heit den Gegenstoß gegen das revolutionäre mit gemeinster Hehe und brufalstem Terrorismus verbundene Vorgehen der verbündeten Kommunisten und Sozialdemokraten zu führen. Die zwölfeinhaib Millionen Stimmen des Voltsbegehrens, zwei Millionen mehr als die Sozialdemokraten und Kommunisten bei der letzten Wahl erzielt haben, sind eine tiefernste Erscheinung. Diesem Erfolg bolichemistisch revolutionärer Heße und dieser Schlappe des Bürgertums muß nun endlich eine starte nationale Bewegung entgegengesezt Es ist gut, daß der Ungewißheit nun ein Ende bereitet werden. Es ist lebhaft zu begrüßen, wenn sich gemeinsame Seit der bekannten„ Times"-Meldung über die Ausschüsse verschiedener rechtsstehender Bar wird. teien und Verbände bilden, um sich für den Schutz des von schwebenden Verhandlungen waren allenthalben zum Teil recht Bolschewisten bedrohten Eigentums als der Grundlage unserer wilde Gerüchte über das Ziel der Besprechungen verbreitet. Gesellschaftsordnung mit kraftvoller Agitation einzusehen und der Vermutungen wurden angestellt, die man dann in Berlin geradezu fabelhaften Verwirrung entgegenzuwirken, die durch einen wieder als unbegründet bezeichnete, und es gab Erörterungen Lügenfeldzug ohnegleichen in den Köpfen der Maffen an hinüber und herüber, die die öffentliche Meinung beunruhigten gerichtet worden ist. Unſerer Partei liegt daneben und darüber und die schließlich eine Atmosphäre der Nervosität hinaus noch eine andere Aufgabe ob: wir wollen gerade jetzt mit in Europa schufen. Die Besorgnisse ließen sich wohl verstehen. besonderem Betennermut die Anhänglichkeit an die an Sowohl wegen des Zeitpunktes, zu dem der Abschluß des Bergestammten Dynastien und die geschichtliche Erinnerung trages angekündigt wurde, wie auch mit Rücksicht auf den vornehmlich auch an all dasjenige wachrufen, das Preußen und Eifer, mit dem gerade die Gegner der Locarno- Abmachungen Deutschland durch fünf Jahrhunderte hindurch dem Hohenzollern und des Völkerbundes in Deutschland von jeher den engeren hause zu verdanken hat, und wir wollen uns an das Gefühl für Anschluß an Rußland befürwortet haben. Wenn jegt, furze Anstand, Dankbarkeit und Treue wenden, die im deutschen Bolle Zeit nach der anti- englischen Osterrede Tschitscherins, troß allem, was geschehen, nicht erloschen sind und zu neuem Leben nach der brüsken, mit heftigen Angriffen gegen den Völkerentfacht werden müssen. Wir haben icht weniger denn je die Berbund gespickten Ablehnung der Beteiligung an der Entwaffanlaffung oder auch nur die Möglichkeit, den monarchischen nungskonferenz und nach dem Fiasto von Genf die deutsche Gedanken zurückzustellen. Es ist mir eine Genugtuung, daß es Regierung mit der Sowjetrepublik über einen Baft verhandelte, eine meiner ersten Aufgaben als Parteivorsitzender ist, für diesen so war es am Ende nicht verwunderlich, daß diejenigen, die Kampf alle Mann an Bord zu rufen." ihre Absichten nicht genauer fannten, die Befürchtung hegten, es könne das in Locarno Erreichte aufs Spiel gesezt werden. Kampfanfage der Deutsch nationalen gegen den Bolfsentscheid, im Namen des monarchischen Gedankens! Kampfanjage der Reichsregierung gegen den Bolts entscheid! Die Reichsregierung hat eine flare Front bezogen. Sie muß sich deffen gewiß sein, daß ihre Erklärung den Kampf um den Boltsentscheid erst recht zu einer überaus scharfen und erregten politischen Auseinandersetzung von großer Be deutung geftaltet. Sie muß sich ebenso flar darüber sein, daß sich die Auseinandersetzungen um das Fürstenkompromiß nunmehr auf einer anderen Ebene vollziehen werden. Die Sozialdemokratie vertritt das Enteignungsgefeß, das zum Voltsentscheid geht. Glaubt die Regierung, daß die Sozialdemofratie einem Kompromiß auftimmen tann, deffen 3wed nach ihren eigenen Erklärungen ist, den Gefeßentwurf Nun war es Don vornherein nicht allzu wahrscheinlich, daß Luther und Stresemann in vollem Bewußtsein einen Bruch mit ihrer bisherigen Bolitit vollziehen würden. Sie haben trok dem unerfreulichen Ausgang der letzten Völkerbundtagung die Anmeldung zum Völkerbund nicht zurückge30gen; fie entfenden zu der Kommission, die die Frage der Busammenfegung des Rates prüfen soll, den juristischen Direktor des Auswärtigen Amts und den deutschen Botschafter in Paris: es wäre hirnverbrannt, wenn sie gleichzeitig einen Schritt unternähmen, der nach ihrer eigenen Ueberzeugung von Genf und Locarno hinwegführen müßte. Aber es hätte ja schließlich die Möglichkeit bestanden, daß sie Abmachungen eingingen, die tatsächlich doch im Widerspruch zu früher übernommenen Berpflichtungen standen oder von den anderen Regierungen in diesem Sinne aufgefaßt und ausgelegt werden fonnten. Nach unserem Eindrud ist auch das erfreulicherweise nicht der Fall. Der Tert des Bertrages liegt uns natürlich nicht vor. Aber mas wir von ihm wiffen, berechtigt uns zu der Erklärung, daß er weder mit den Abfommen Don Locarno noch mit der Sagung des Bölter bundes in Widerspruch steht. Es ist ein Neutralitätspaft, das heißt die beiden Bartner verpflichten sich, an feinem Angriff, der von dritter Seite gegen einen von ihnen unternommen wird, teilzunehmen. In zwiejacher Beziehung wird diese Bindung indeffen einge schränkt. Einmal muß der Angriff trog friedlichen Berha.tens des Angegriffenen erfolgen, D. h. also unprovoziert sein, und sodann wird in der den Tert begleitenden deutschen Note ausdrücklich der Notwendigkeit logaler Beobachtung der Artikel 16 und 17 bes Bölferbundstatuts Erwähnung getan. Es find das bekanntlich jene Bestimmungen, die die Mitwirkung jedes Mit glieds der Organisation bei der Abwehr eines Angreifers for dern, der vom Bölferbund als folder festgestellt ist und der es ablehnt, sich des vorgesehenen Apparats zur friedlichen Beilegung von Streitfragen zu bedienen. Allerdings wird die deutsche Regierung darauf hinweisen, daß die Entscheidungen des Rates nur einstimmig, also nicht gegen das deutsche Botum gefällt werden können, und sie wird sich auf die einschränkende Interpretation berufen, die von den Bertretern der verschiedenen Regierungen in Locarno dem Artikel 16 gegeben worden ist. Eine solche Erklärung mag die Besorgnisse der Sowjetrepublik wegen der angeblich grundsäglich antirussischen Haltung des Bölkerbundes be schwichtigen. Aber sie steht jedenfalls nicht im Gegensatz zu dem Wortlaut und dem Sinn jenes Artikels. rührt, einer der Faden, die Rußland mit Sem europäischen Syftem zur Aufrechterhaltung des Friedens verbinden tönnen. Er bringt eigentlich nichts Neues. Er bestätigt Bekanntes und von uns Gemolltes. Doch er legt Moskau auf politische Ideen feft, die es vordem befämpft hat. Deshalb dürfen wir ihn begrüßen, und die Frage ist nur, welche Einstellung zu ihm die Deutschnationalen und vor allem die Kommunisten finden werden, die bisher einem Zusammengehen mit Rußland nur unter dem Gesichtspunft eines Bruchs mit dem Besten und, um mit dem Grafen Beftarp zu reden, einer Befreiung von den Bindungen von Locarno" das Wort geredet haben. Politik und Geschäft. Bezugslisten. Statt Grundsätze " Im Konfektionär", der bekannten Textilzeitschrift, fanden wir eine Buschrift zu dem Thema Politik und Ge fchäft", die allgemeines Interesse verdient. Bir entnehmen. ihr folgende Stellen: Neuerdings versendet eine große bürgerliche Partei an ihre Barteimitglieder eine gebrudte Spezialfifte namhafter Firmen und Lieferanten" mit der Bitte, bei Einfäufen die verzeichneten Firmen zu bevorzugen und sich auf die 2ifte zu beziehen. Diese enthält alphabetisch geord. net so ziemlich alle Branchen, auch Cafés und Baren häuser. Selbstverständlich fehlt auch nicht die Rubrik: Konfektion und Wäsche, Weiß, Woll- und Kurzwaren, Trikotagen. Die Lifte mendet sich an die Großberliner Mitglieder der Partei, enthält alfo Großberliner Firmen. Der Ursprung der Liste wie ihre Empfängerkategorie legen die Gewißheit nahe, daß hier wieder einmal von einer Partei der Versuch gemacht wird mit dem Motto: einmal von einer Bartei der Versuch gemacht wird mit dem Motto: ..Rauft nur bei" usw. das Bublifum bet feinen Ein. täufen parteipolitisch zu beeinflussen. Oder haben die Inhaber der in der Lifte aufgeführten Firmen Beiträge in die Parteitaffe gegeben und ihre Gelder gelten als Insertionshonorar, in welchem Falle die Liste der unbefugte Verfuch der Partei märe, der Bresse Inserate zu entziehen? Daß die ganze Liste nicht unparteiisch zusammengestellt ist, geht schon daraus her. daß&. B. unter der Rubit Ronfettion" ganze brei Kaufhäusern wieder erscheint. Drei Kaufhäuser, beidas ist die Ausbeute aus dem ganzen Groß- Berlin für diese Partei leibe aber nicht etwa die bekanntesten, und sechs Konfettionsfirmen, lifte! Wie man sieht, ist die Liste nicht sehr auswahlreich und dürffe schon wegen dieses Mangels selbst bei den verbohrtesten Anhängern der Partei nicht sehr beachtet werden. Auch eine Feststellung, daß Deutschland und Rußland jeweilig bemüht sein werden, sich über Fragen, die die beiden Staaten gemeinfam berühren, zu verständigen, fann taum als bedenklich angesehen werden. Eine ähnliche Uebereinkunft mar schon bisher in Geltung, und sie hat befanntlich Deutsch Tanh nicht daran gehindert, sein Verhältnis zu den Westmächten ohne Rücksicht auf die russischen Wünsche zu regeln.ds Firmen figurieren, wobei die eine gleichzeitig unter den Bliebe noch der Zeitpunkt, der in der Tat nicht gerabe günstig ist. Aber hier fann sich das deutsche Kabinett darauf berufen, daß der Termin mehr oder weniger ein Zu: fall ist. Die Verhandlungen laufen bereits seit mehr denn Jahresfrist. Nachdem das erste außerordentlich weitgehende, für Jahresfrist. Nachdem das erste außerordentlich weitgehende, für Deutschland unannehmbare Programm der Ruffen abgelehnt worden war, haben diese zunächst geschmollt und gegrollt. Bor furzem erst sind sie dann plöglich auf den Boden getreten, den das Auswärtige Amt von Anfang an als den einzig möglichen bezeichnet hatte, und ta mar es natürlich sehr schwer, daß jezt von deutscher Seite die Wiederaufnahme der Befprechungen abgelehnt wurde. Man ist in Mostau mit der Zeit anspruchslofer geworden. Man hat zulegt tein Bünd nis mehr gefordert und auch feinen unbedingten Neutralitätsvertrag. Man ist bereit, sich mit der Zugehörigkeit Deutschlands zum Bölferbund abzufinden und gegen die grundfägliche Anerkennung des Artitels 16 teinen Widerspruch mehr zu erheben. Man bequemt fich der deut Ichen Auffaffung an, nach ber ber Bölferbund ein Instrument bes Friedens ift, ja, man ist vielleicht sogar bereit, auch dem Syftem der Schiedsperträge Verständnis entgegenzubringen. Durfte Deutschland fich meigern, diesen Umschmung in der russischen Auffassung vertragsmäßig festzulegen? Sicher bringt das Abkommen unmittelbar der Sowjetrepublit den größeren Nutzen. Es beruhigt sie über die Abfichten Deutschlands und des Bölferbunds, und es legt eine meitere Brejche in die Mauer ihrer diplomatischen Isolierung. Aber die Jofierung war und ist ja zum guten Teile selbst ge mollt, und der Bertrag hat nicht nur den Vorteil, daß er unsere eigenen Beziehungen zu der Ditmacht außer Zweifel ftellt, fondern er ist, eben weil er an Locarno und Genf nicht Naturenteignung. Bon Paul Gutmann. In diesen Tagen, wo die beabsichtigte Enteignung der Fürsten soviel leidenschaftliche Erörterungen hervorruft, dürfte es erlaubt fein, einmal von dem Gegenteil zu sprechen, von der Enteignung des Boltes. Es gibt Dinge, die so sehr in der göttlichen Weltordnung begründet zu sein scheinen, daß diese Meisten sich eines durch fie erlittenen Unrechts gar nicht bewußt werden. Hierzu gehört die Tatsache, daß dem Großstädter fortgesezt ideale Schäße der Natur geraubt werden, deren er gerade mie fein anderer zu jeiner Lebensfreude bedarf. Wenn der Frühling ins Freie lodt, gemahren wir immer wieder, daß die schönsten Blähe der Umgebung nicht uns gehören, sondern ein paar Glücklichen, die uns davon fernhalten, daß wir höchstens, wie die armen Jungen vor dem Zeltzirkus, einmal einen Zipfel heben dürfen, um zu sehen, was die Bevorzugten da drinnen genießen. Einer der schönsten Seen um Berlin, der Wannsee, ist uns in seinen nächſtliegenden Teilen verrammelt. Gärten und Häuser sperren ihn ab, und man muß sich auf die Fußspizen stellen, um von den höher gelegenen Straßen durch die Gartenzäune einen Fernblid zu erhaschen. Wer in demokratischen Ländern, zum Bei spiel der Schweiz, gesehen hat, wie an den Geen überall der Ufer rand als ein felbftperständlicher Besiz des Bolles freigehalten wird, der muß über diese brutale Naturenteignung, wie sie der Berliner fich seit Menschengedenken hat gefallen laffen, empört fein. Man muß schon das eine oder andere Wirtshaus besuchen, um im Massengewühl in der Nähe des Sees zu sein. Oder aber das Freibad, diese Dase in der Wüste, gestattet einem auf beschränktem Raum unter Tausenden einen Genuß, deffen man lieber in stillem Bandeln teilhaftig werden möchte. Nur an den entferntesten Uferftreden tommt der Wandrer noch auf seine Kosten. Aber auch dort erlebt man lleberraschungen. Einer der schönsten Buntte in der Umgebung Berlins ist Cladom. Eine Uferpromenade, Don schattigen Bäumen eingefaßt, zieht sich am Landungsplah bahin und ermedt den Eindrud eines fernen Kurorts. Geht man aber, in den Anblick der anmutigen Seelandschaft verfunten, weiter, und fühlt sich endlich einmal als Kind der Natur, so wird man jählings aus seien Träumen aufgeschredt. Der Weg verengert sich. Eine von steinernen Pfeilern flantierte Gartenpforte scheint das Weitergehen am Ufer zu verhindern. Eine Tafel verkündet: Briva! eigentum. Durchgang ist den Fußgängern vom Eigentümer gestattet." Der halbe Genuß ist einem bereits verleidet. Wir fühlten uns unserer Stadtfeffeln entledigt, glaubten freie Kinder der Mutter Natur zu sein, und hier erfahren wir wieder, daß wir eigentlich Fremde find, Eindringlinge, daß Herr Lehmann oder Herr Schulze uns ausnahmsweise einmal freundlichst gestattet, die Aussicht zu genic en, die eigentlich ihm gehört, weil er sie fout Grundbuch, Bait foundfo, bezahlt hat. " Fremde Sachen- Fremde Gedanken! Ein Gutsbefizer und zwei Staatsanwälte. 義 Der beim Gutsbefizer Baul Haffe in Hasenwintel bei Brigwall tätig gewefene Unterfchweizer H. D. war vor einiger Zeit frant und erhielt von der Landkrantentaffe in Brigwalf Krankengeld in Höhe von 15,20 M. Da D. während seiner Krankheit den Stall betreten hatte, murde er bei der Krankenkaffe mit Erfolg denunziert, daß diese die Rüdzahlung des gewährten Krantengelbes forderte. Der Gutsbefizer Haffe murde gebeten, den Betrag vom 2ohn einzubehalten. Nach verschiedenen Wochen fragte die Kranfenfaffe, die inzwischen von dem durch Herrn Hasse vorgenommenen Abzug erfahren hatte, bei diesent an, mann auf die Rüdzahlung des Geldes gerechnet werden dürfe. Herr Hasse antwortete jedoch, er fönne das Geld nicht abführen, da der Unterschweizer bereits verzogen fei. Da in dieser Handlung fraglos eine Straftat, nämlich die der Täuschung der Krankenkasse in Brizwalt, vorliegt, wurde gegen den Gutsbesizer Haffe bei dem Oberstaatsanwalt in Neuruppin Strafantrag wegen lnterschlagung gestellt. Der Antrag wurde Imit einem Schreiben abgelehnt, in dem folgendes wörtlich gesagt wird: Es trifft zwar zu, daß der Beschuldigte den Lohnbetrag von Es trifft zwar zu, daß der z 15,20 m., den er in Abzug gebracht hatte, nicht an die Krantentaffe abgeführt hat. Es fehlt aber an jeder Möglichkeit eines ficheren Nach meises baffir, daß der Beschuldigte es vorfäß lich unterlaffen hat.( Trog seiner Auskunft an die Krankenfasse! D. Red. d.„ B.") Da mir die vorsägliche Unterschlagung ftrafbar ist, ist der Beschuldigte fomit einer strafbaren Handlung nicht zu überführen." Gegen diesen fast urtomischen Bescheid wurde Beschwerde bei dem Generalftaatsanwalt beim Rammergericht in Berlin erhoben und das Ersuchen zum Ausdrud gebracht, den Oberstaatsanwalt in Neuruppin angesichts der offen zutage liegenden vorfäßlichen Handlung anzuweisen, gegen Herrn Haffe bas Straf verfahren einzuleiten. Doch auch der Generalstaatsanwalt lehnte ein Einschreiten mit der Begründung ab: „ Der Tatbestand der Unterschlagung ist nicht gegeben, weil der Betrag von 15,20 m, den der Beschuldigte von dem Cohn einbehalten hat, für den Beschuldigten feine fremde Sache gewefen ift." der Landfrankenkasse in Briswalf einem Arbeiter ben Betrag von Also: der Gutsbesizer Haffe in Hasenwintel zieht im Auftrage 15,20 m. von seinem 2ohn ab und erklärt dann der Kasse, er verzogen sei und sich daher keine Möglichkeit mehr zum Abzug tönne den Betrag nicht abführen, weil der Arbeiter bereits biete. Der Oberstaatsanwalt in Neuruppin und der Generalstaats. anwalt beim Kammergericht in Berlin erklären, diese Handlung nicht verfolgen zu können, weil sie nicht vorfäßlich" fei und weil die 15,20 m., die dem Arbeiter gehörten, nicht als fremde Sache des Gutsbesigers angesehen werden! Der Einsender fügt diefer Mitteilung die Bemerfung an, daß sich die Listenfirmen wundern würden, wenn ihre nicht Juristische Spitfindigkeiten sind dazu gut, daß sie im gegebenen zu der Listenpartei gehörige Kundschaft aus der Tatsache der Liste den Schluß zöge, daß die Firmen Partei Augenblid angewandt werden. Aber der Laie, für den diese Spißgefchäfte fein wollen und andere als Parteifreunde gar findigkeiten eine frembe Gebantenwelt barftellen, fragt fich angesichts dieser Entscheidung der preußischen Strafbehörden, nicht zu Runden haben wollen?" ting sid s Leider teilt der Konfektionär nicht den Namen der mas mohl der Generalstaatsanwalt in Dresden getan Partei mit, die sich zum Agenten für bestimmte Gehätte, wenn er einen solchen Bescheid in den von ihm durchgestöberten fchäfte macht, wahrscheinlich gehen entsprechende Abgaben Atten des Oberstaatsanwalts 2s mus gefunden hätte! Noch dazu, an die font leere Barteifaffe. Bir tömmen aber die Mitteilung wenn er diese Entscheidung in der Ermittlung gegen einen Ar. ergänzen: Die Bartei, bie to offen Bolitit und Geschäft Reiter zutage, gefördert hätte, nicht gegen einen Guts befizer! verknüpft, ist die Deutschnationale Partei Siege cal findet wirklich nur fedys Ronfettionsgeschäfte und drei Kauf Sozialisten im Hungerstreik. häuser in Groß- Berlin, die sie empfehlen fann. Man sieht, wie weit ihre Einflußlosigkeit reicht. Der neue deutsche Gesandte in Bolivien, bisher Bortragender Regationsrat im Auswärtigen Amt, Dr. Mardwald, wird an fang Mai die Reise nach Bolivien antreten. Gandhi tommt nach Europa. Der Führer der indischen National bewegung. Gandhi. hat eine Einladung zur Teilnahme an der Internationalen Studentenkonferenz, die Anfang August in innland zufammentreten wird, angenommen. Gandhi teilte jedoch mit, er möchte feine Rede auf der Konferens halten. Eine Gemeinde, die solches zuläßt oder begünstigt, macht fich eines Bergehens an ihren Mitmenschen schuldig. Eine schöne Aus. ficht, ein erhabener Ruhepunkt, ist ein unerfeßlicher Gewinn an Freude, Lebenslust, Gesundheit. Es geht nicht an, einzelnen Menschen das Redyt zu geben, andere von dieser Freude aus egoistischen Motiven fernzuhalten. Bir lafen unlängst mit Schaudern, daß ein Befizer aus irgendwelchen Gründen das Recht herleiten wollte, das Gebiet des Großglodners dem Touristenverkehr zu verriegeln. Um wieviel empörender ist es noch, dem gehezten Großstädter die paar Fledchen Erde zu nehmen, die wegen ihrer Schönheit der Gesamtheit gehören. Schon ist der Grunewald faft verloren, schon schnüren Bauparzellen den Schlachtensee ein. Benn nicht endlich einmal der Boltswille durchbringt und, wie es in Bien geschehen ist, der Großstadt einen unverleglichen Naturgürtel sichert, so wird bald der letzte Rest von ursprünglicher Natur dem Berliner Bolt enteignet sein. Eine Rüdenteignung dürfte dann, wenn die Not erst ertannt fein wird, auf die größten Schmierig feiten stoßen. Die versäumten Gelegenheiten schreien ja gerade in Berlin zum Himmel. Die Ufer der Spree, die von der Natur gegebene Promenade, sind mit häßlichen Fabriken und Mietstafernen ein ähnlicher Frevel verbaut. Mit der weiteren Umgebung geschieht noch heutigen Tags ein ähnlicher Frevel. Wie lange noch wird das Berliner Volk sich diese fortschreitende Enteignung seiner Naturschäze gefallen laffen? | Jm Sozialistischen" Sowjetstaat. Die Auslandsvertretung der ruffischen Sozialdemokraten in Berlin hat aus ficherer Quelle die Nachricht erhalten, daß in dem Kaforga-( 3wangsat belts-) Gefängnis von Tobolff( Sibirien) vor mehreren Tagen die dort gefangenen 130 Sosialisten in den Hungerffreit gefceten find. Ein Gefangener foll bereits gefotben fein, ein zweiter im Sterben liegen. Die Hungernden fordern milderung des unmenfchtig strengen Regimes. humanere Behandlung und beffere Verpflegung. Von den Gefangenen haben viele bereits das berüchtigte Konzentrationslager von Solowegt mit einem 17fägigen Hungerstreit hinter fich Firgga Braun, Ludmilla Hell, Paul Bildt, Mathias Wies mann und Karin Evans gut bejezt, so daß diese Erstaufführung wirklich ein heiteres Wochenende wurde. Tes. Herrnfeld- Gastspiel im Luftspielhaus. Im Lustspielhaus er öffnete Anton Herrnfeld fein Gastspiel mit einer Erstauffüh rung. Er hat einen Traum geträumt und ihn flugs zu einem Schwant verarbeitet. Tutankhamen wird von der Oberwelt natürlich influſive feiner Majestät und der Gebeine der Frau bestürmit: er möchte doch dem Böllerbund fein Grab verkaufen. Gemahlin und der Tempeltänzerin, der feurigen Rachel. Und die beiben Weibspersenen haben auch etwas vom Frühling abgekriegt, der in der Obermelt sein Lüftchen wehen läßt. Mannstoll sind sie. Mit dem König wollen fie eine Nacht verleben. Aber Bustefuchen, der fühlt sich noch zu sehr versteinert. Und schließlich: man legt sich wieder für 500 Jahre hin und gewährt dem Böllerbund die Weltauktion. Das alles ist ganz ulfig; aber wenig erschütterno aufgezogen. So recht gelacht hat man nicht. Da waren die beiden Schwänte hausierer Jodele" und Die zweite Frau" schon vergnüglicher. Ein bißchen angestaubt, ein bißchen jentimental, amüsierten fie doch. Es wurde flott gespielt, das ganze Haus mar äußerst freigebig mit dem Beifall. Das Spiel von Anton Herrn leib und Ludwig Urbach sowie dem quietschigen Georg A. F. Bauffen verdient besonderes Lob. Ein Denkmal für Dr. Jamenhoff. In Warschau wurde am vergangenen Sonntag in Anwesenheit vieler Delegierter aus dem Auslande, darunter auch aus Amerifa, ein Denkmal des Erfinders des Esperantos, Dr. Zamenhoff, enthüllt. Die Mittel für das auf dem Grabe Dr. Zamenhoffs aufgestellte Denkmal find von Esperantisten aus der ganzen Welt aufgebracht worden. Das neueffe Wert von Gerhart Hauptmann, das moderne Schauspiel Dorothea Angermann", wurde von Mag Reinhardt zur Ur aufführnng erworben. Db das Berl zuerst am Biener Josephstädtischen Theater oder am Berliner Deutschen Theater herauskommen wird, ist noch nicht entschieden. Spielplanänderung. In der Dper am Rönigsplat wird heute wegen Erfrantung des Herrn Spilder statt„ Cosi fan tutte, ohème" ( Anfang 7%, Uhr) gegeben. Das Theater am Nollendorfplatz wurde von der Arbeitsgemeinschaft Reinhardt- Barnowski- Robert für die nachfte Spielzeit gepachtet. Friedrich Moest test Fasanenstr. 38 Mittwoch 7, Uhr Novellen von Mtenberg, wertihenko, Dauthendeh, Bresber u. a. Weekend" in den Kammerspielen. Unter Erich Engels Regie ist nun in den Kammerspielen die Sommerspielzeit eingezogen. Denn als deren Anfang darf man wohl die. Einstudierung von Noel Cowards Burleste Weekend" anfehen. Einen erzählbaren Inhalt hat diefes Stüd taum. Die Familie, in der jeber nach feinem Geschmad felig wird, hat sich über Sonntag Gäfte eingeladen, das heißt, jedes der vier Familienmitglieder glaubt eigentlich, daß nur sein Gaft fäme, bis am Ende vier Ber. fonen da sind, die unterzubringen und satt zu machen nur darum feine Rot macht, weil es in diesem Haufe nicht Sitte ist, sich über dergleichen aufzuregen. Zuerft ist jeder in feinen Gast verliebt. Die Mutter in den grünen Borerjüngling, die Tochter in den grauhaarigen Diplomaten, der Sohn in die nicht mehr ganz junge Badilich. Nachher findet allerdings ein fleiner Austausch statt, Schauspielerin und der Papa( platonisch) in den lodentöpfigen und schließlich sind alle Teile glüdlich, als sie sich bereits am Sonntagvormittag wieder trennen dürfen. Diese eine Richtigkeit wird in den Kammerspielen eine heitere, beifallumtofte Angelegenheit durch die ausgezeichneten Darsteller, die man bafür aufgeboten hat. Rosa Baletti spielt die nicht mehr gerade jugendliche Theatermutter, die auch im Leben stets auf ihr Stichwort wartet, mit der ihr eigenen tredenen Komit, die gerade in ihrer Zurüdhaltung fo Brausemetter sind ein so hübsches mie unerzogenes Ge unwiderstehlich die Lachmusteln reizt; Camilla Spira und Hans schwisterpaar, noll Temperament und Natürlichkeit, und Marschulen der Stadt in erhalten und angenommen. Der Maler Prof Johann Thorn- Pritter hat einen Ruf an die Werf Thorn- Brillers Gülstorff, der Schriftsteller David Bliß, ist der würdige Bater Göpfungen auf den Gebiete ber Bandmalerei, der Glasmalerei und bes dieser Familie. Auch die übrigen Rollen dieses Stüdes jind mit Rofaits find weithin bekannt. Alexander Laszlo, der Begründer der Farblichtmufit, gibt eine eine malige Aufführung am Mittwoch, abends 8 Uhr, in der Philharmonie. Bei biefem Anlaß kommt auch sein Farblichtflavier zur Vorführung. Hausmufit aus alter Zeit. 8ur musikalischen Erläuterung des im Berein der Freunde der Preußischen Staatsbibliothek am Dienstag 8 Uhr stattfindenden Bortrages des Brof. Jobanes Bolf tragen Frl. Theodora Staus und das Bruinier- Quartett zumeist unbekannte Berte aus fünf Jahr. hunderten vor. Nähere Auskunft über die Erwerbung der Mitgliedschaft ( Bahresbeitrag 12 M.) erteilt die Geschäftsstelle Berlin N. 7. Unter ben Linden 38. Steuerausschuß und Fürstenkompromis. Besprechung der Erklärungen des preußischen Finanz ministers. Der Landwirtschaftsetat Preußens. Zweite Beratung im Landtag. Im weiteren Berlauf der gestrigen Landtagssigung trat Abg. Roeingh( 3) für sofortige Annahme des deutschnationalen Antrags ein, der die Umwandlung der turzfristigen rebite für Dp mänenpächter in langfristige verlangt Die Abgg. Dr. Kaufhold( Dnat.) und Milberg( Dnat.) bringen Einzelwünsche vor. Abg. Peters- Hochdonn( Soz.) perlangt mehr Mittel für die Landgewinnungsarbeiten in Ehleswig- Holstein, wodurch auch der Arbeitslosigkeit gesteuert wird. Damit war die zweite Beratung des Domänenetats geschlossen. Die Abstimmung über die angefochtenen Titel und die vorliegen den Anträge findet am nächsten Mittwoch statt. Bei der Besprechung der Darlegungen des preußischen Finanzminifters fragte Genosse Dr. Rosenfeld, ob denn auch die Sicherheit gegeben sei, daß das Reichsjondergericht, welches später zu entscheiden habe, zu den Ergebnissen fommen mürde, die der Miniffer des näheren angegeben habe. Es scheine doch so, als ob man erhebliche 3meifel daran haben müsse, daß die Entscheidungen des Gerichts so ausfallen werden, wie der Minifter annehme. So habe er bei dem strittigen Landbesig ohne weiteres angenommen, daß die hier in Frage kommenden 248 000 Morgen je zur Hälfte an das Land und an die Hohenzollern fallen würden. Beruhe die vermutliche Halbierung auf bestimmten festen Unterlagen oder nur auf Schäßungen? Ferner müsse doch geprüft Es folgt die zweite Beratung des Landwirtschafts werden, ob denn auch nur wahrscheinlich sei, daß das Gericht bei der etats. Berichterstatter Abg. Milberg( Dnat.) betont, daß im diesNachprüfung der Fideikommißrente auf nur 8 Millionen entscheiden jährigen Landwirtschaftsetat ein mehr an Ausgaben für werde. Geschichtliche Darlegungen, die früher über die Entstehung Gehälter von 3,5 Millionen vorhanden sei, während die sa ch Dieser Rente gegeben jeien, hätten doch ergeben, daß recht zweifelhaftlichen Ausgaben eine wesentliche Minderung fei, inwieweit es sich um Privatrechtsteile handele. Ebenso sei doch fahren hätten. Die Lage der Landwirtschaft habe sich seit dem wohl feineswegs getlärt, ob und wie der Staat schablos gelegten Jahr ganz wesentlich verschlechtert; insbesondere sei die Behalten würde für jene Grundstücke im Afademie faftung durch Steuern so ungeheuer groß gewesen, daß da piertel in Berlin, die immer Eigentum des preußischen durch in vielen Fällen der Reinertrag glatt aufgezehrt Staates gewesen seien, irrtümlich aber für acht Millionen und für wurde. Der Hauptausschuß empfiehlt etma 300 000 Mart aus Erdie llebergabe von zwei Grundstüden von den Hohenzollern getauft sparnisgründen an diesem Etat zu streichen und legt dem Hause morden seien. Eben so wenig sei geflärt, ob das Reich und Preußen mehr als 50 Anträge vor, die die verschiedenen landwirtschaftlichen hinreichend geschüßt seien gegen Schadensersazansprüche Belange betreffen. der Hohenzollern megen ihres Auslandsver= mögens, das ihnen nach dem Kriege genommen worden sei. er wirtschaftsetat. Um 2 Uhr vertagt sich das Haus auf Montag 12 Uhr: LandSozialdemokratische Arbeit in Danzig. Da sich im Haufe taum 30 Abgeordnete befinden, beantragen die Abgg. Wachhorst de Bente( Dem.) und Milberg Der preußische Finanzminifter erwiderte, daß er nicht( Dnat.) Bertagung der Beratungen, um den michtigen Landwirt miffen tönne, wie das Reichssondergericht entfchaftsetat vor einem besser besetzten Hause zur Besprechung zu scheiden werde. Er fönne mur sagen, daß er als Richter jo bringen. entscheiden würde, wie er es als vermutliches Ergebnis der gericht lichen Nachprüfung in seinen ersten Ausführungen dargelegt habe. Eine Gewähr für feine Aufrechnung fönne er aber nicht übernehmen. Bei der Rente sei er zu der Annahme der 8 Millionen unter Be rüdfichtigung verschiedener Rechtsgutachten gelangt. Bei den Grund stücken des Akademieviertels werde das Gericht doch wohl sagen müffen, daß jene Grundstücke zu Unrecht vom Staate bezahlt worden seien und daß der Staat einen Bereicherungsanspruch gegen die Hohenzollern auf Herausgabe alles dessen, was sie mit dem zu Unrecht empfangenen Raufpreis später getauft hätten, habe. Bei der Aufteilung derjenigen Ländereien, deren Eigentum zweifelhaft sei, glaube er, daß die vermutlich an das Land bzw. an die Hohenzollern fallenden Massen fich die Wage halten würden. Es fönne aber auch fein, daß das Gericht eine andere Teilung vornehmen werde. Wegen des Schadensersatzanspruches für die Auslandsmerte fönne er im Augenblid eine Erflärung nicht abgeben, das werde später geschehen. Abg. Everling( Dnat.) fragte, warum derselbe Minister, der den Bergleich unterschrieben habe, nunmehr glaube, die Forderung nach einer anderen Regelung vertreten zu fönnen. Genoffe Landsberg richtete an den Minister die Frage, ob denn auch die preußische Regierung, auf deren Anträge es in dem Verfahren antomme, auch die Ansprüche wirtlich geltend machen werde, die aus dem unrechtmäßigen Uebergang Don Grundstücken des Akademieviertels an die Hohenzollern dem Staate erwachsen feien. Finanzminister Höpfer- Aschoff erwiderte, daß die Regierung ficherlich vor dem Sondergericht die preußischen An[ prüche in vollem Umfange geltend machen werde, insbesondere auch wegen der Grundstüde im Akademieviertel, für die doch zu Un recht ein Raufpreis an die Hohenzollern bezahlt morben sei. Auf die Frage des Abg. Everling, die doch wohl den Vorwurf eines illonalen Verhaltens enthalte, müffe er ermidern, daß die preu. Bifche Regierung zu dem Bergleich bereit gewesen sei, meil sie nicht mehr habe erreichen fönnen. Sie fet aber der Meinung gewefen, das burch den Vergleich die berechtigten Forderungen des Landes nicht erfüllt werden würden. Wenn die preußische Regierung jetzt bei veränderter Sachlage nicht versuchen mürbe, gerechte Forde rungen durchzulegen, so würde fie ihre Pflicht verlegen. Auf eine Frage des Abg. Neubauer nag ber Stellung der thüringischen Regierung zu den neuesten Rompromißvorschlägen er widerte Reichsjustizminister Marr, daß die thüringische Re gierung dem Reichsrat feine weiteren Wunle ge außert habe. Der sozialdemokratische Parteitag für den Freistaat Dan zig beschäftigte sich in Referat und Aussprache sehr eingehend mit der Tätigkeit unserer Boltstagsfrattion. Seit acht Monaten ist unsere Bartei in der Regierung vertreten. In dieser turzen Zeit war es ihr möglich, einige politische und wirtschaftliche Erleich terungen für die minderbemittelte Bevölkerung zu schaffen. Wenn in der Diskussion von einigen Rednern nicht völlige Zufriedenheit über diese Verbesserungen geäußert wurden, so konnte der Bericht erstatter mit Recht auf die Schwierigkeiten hinweisen, unter denen die Sozialdemokratie in einer Koalitionsregierung, in der fie die Minderheit ist, zu kämpfen hat. Ein Berdienst unserer Partei ist es, daß das gespannte Verhältnis Danzigs zu Polen gemilbert werden konnte. Die Mitgliederzahl zeigt nur eine unwesentliche Bunahme, was in Anbetracht dessen, daß von 36 000 Erwerbsfähigen 22 000 arbeitslos sind und daß über die Hälfte der Parteimitglieder in Landgemeinden wohnt, immerhin als befriedigend bezeichnet werden fann. Der Einfluß der Kommunisten wurde start zurüd500 Gemeindevertreter, in einigen ländlichen Orten besteht sogar gedrängt. In den Städten und Gemeinden zählt die Partei über eine fozialdemokratische Mehrheit. Cine Begrüßungsansprache des Vertreters der polnischen Bar tei, Genoffen Dr. Diamand, und ein Referat des Genossen Rudolf iffell über:" Wirtschaftskrise und Sozialdemokratie" fanden ftarte Beachtung und lebhaften Beifall Parlamentstrach in Wien. Neuer Kampf um den Mieterschuh. Wien, 24. April( Eigener Drahtbericht.) Nachdem auf Freitag der Mietengejezausiauß einberufen worden war, in dem die Chrift. ligiozialen ihren Gefeßentwurf auf mesentliche Einschränkung des Mieterichuzes durchpeitschen wollten, hatten bereits gestern die Sozialdemokraten mit einer höchft fachlichen Obstruktion ein gesezt. Am Sonnabend versuchten die Christlichsozialen, durch einen ! Demoralisierung des Dffigterforps gleichbedeutend sei. In dieser Atmosphäre sei es zu einer ungefunden Ein ftellung" gemisser politischer Kreise zum Marshall Pilsudski ge tommen. In sämtlichen bisherigen Mobilmachungsplänen Biljubiti stets als Oberbefehlshaber in einem fünftigen riege vore gesehen und seine Rückkehr in den aktiven Heeresdienst wäre eine feit Jahren offiziell anerkannte Notwendigkeit. Trogdem sei nichts geschehen, um diese Rüdfehr zu ermöglichen( der Kriegsminister meint damit die Neuorganisation, der Heeresleitung, mie sie von Pilsudski verlangt, von der Rechten aber abgelehnt wird). Auf diesem Hintergrunde fei mun der letzte Konflift ausgebrochen, der Pilsudski in eine Gegnerschaft zu den ehemals öfter= reichischen Offizieren und besonders zu den Generälen Stanislam Haller und Szeptŋdi gebracht habe. Dabei drückt der Minister sein Bedauern über die infolgedessen erfolgte Demiffion Szeptydis aus, rügt aber gleichzeitig dessen Auftreten gegen Pilsudski in der Presse als mit der Disziplin unvereinbar; für das gleiche Borgehen Pilsuditis, das von den beiden Generälen als eine Herausforderung empfunden wurde, spricht indessen der Minister eine Berurteilung nicht aus. Gleichzeitig wird bekannt, ehemals österreichischen Generälen Rozwadowski und Josef daß Zeligowski den beiden rangältesten Offzieren, den gleichfalls seriebung der Armee durch die Agitation Pilsudskis gerichtet Haller, die an den Staatspräsidenten einen Bericht über die haben, einen Bermeis erteilt hat. Die Rechtspresse ergeht sich in Entrüftungsausbrüchen über Zeligomsti und fordert seinen fo. fortigen Rüdiritt vom Boften des Kriegsministers. Der Marokkofrieden. Umftimmungsversuche an den Rifleuten. Udschda, 24. April.( Havas.) General Simon und der spanische Delegierte Lopez Olivan haben sich heute vormittag nach El Ajun begeben, wo sie mit dem Rifdelegierten As er Kan die offiziösen Besprechungen fortsezen. Man nimmt an, daß die beiden, da die letzten gestern den Rifdelegierten Scheddi und Naddu überbrachten Instruktionen Abd el Krims teine Nachgiebigkeit zeigten, As er kan noch zu bestimmen versuchen werden, die Lage richtiger zu beurteilen. Paris, 24. April.( Eigener Drahtbericht.) Der französische Generalgouverneur von Maroffo, Steeg, der sich einige Zeit in Baris aufgehalten hat, um die Friedensverhandlungen mit Abd el Krim vorzubereiten, hat Sonnabend feine Rückreise nach Marokko angetreten. Er beabsichtigt, seine Fahrt in Madrid auf 24 Stunden zu unterbrechen, um sich mit dem spanischen Diktator Primo de Rivera über die gegenwärtige Lage in Marokko zu unterhalten. Mussolinis Somalikrieg. Herrliche Siege über Naturmenschen. Rom, 24. April.( Stefani.) Die Italiener feßen die militärischen Bejig des Rogalgebietes ficherzustellen. Die Aufständischen hatten Operationen im nördlichen Somaliland fort, um den tatsächlichen fich in Eile, 20 Kilometer nördlich von Ipligh, zusammengezogen, murden aber am 19. April angegriffen und in die Flucht geschlagen. Die Dertlichkeit wurde von italienischen Rolonialtruppen befeßt. Der Stamm Omar Mahmud bot seine Untermerfung an, die ihm auch unter der Bedingung, daß er alle Waffen und alle für den Aufstand Berantwortlichen ausliefere und in die vollständige Belegung feines Gebietes durch die italienischen Truppen einmillige, zugestanden wurde. Die Landoperationen wurden wirlfam non dem Kriegsschiff Campania unterstüßt, das die Rüft.e bes truppen sind unbedeutend, während die Aufständischen zahl. reiche Zote hatten. Die italienischen Truppen werden nach Befestigung der Küste zur Besetzung des gesamten Rogalgebietes bis zur Grenze mit Abessinien und mit Britisch- Somaliland schreiten Rabbalandes beschoß Die Verluste der italienischen Kolonial Abg. v. Richthofen( Dem.) wies noch darauf hin, daß die Wünsche der thüringischen Regierung in vollem Umfange erfüllt seien. Bei der nunmehr erfolgenden Abstimmung über§ 3 murde ein fpzig allgemeinen Heberraschung, daß er jofort die Wahl des Be. herrschenden Anarchie bis in die legte Zeit hinein zuweilen er. Frist für die Anträge auf Einleitung eines Berfahrens von sechs Monaten auf ein Jahr verlängert wurde. Im übrigen wurde der Kompromißporschlag, der im einzelnen die Bestimmungen über die Stellung von Anträgen enthielt, mit dreizehn Stimmen aller bürgerlichen Parteien bei Stimmenthaltung der Sozialdemo. fraten gegen die tommunistischen Stimmen angenommen. Bei der Beratung des§ 4 verlangten die Kommunisten mit Rücksicht auf neue Anträge der Kompromißparteien Bertagung, die benn auch beschlossen wurde. Die neue Sigung des Rechtsausschusses findet am Dienstag vormittag 10 Uhr statt. Hochschullehrer und Verfassung. Ein Bekenntnis zur demokratisch- republikanischen Staatsordnung. und auf diese Weise endgültig alle Ursachen für Grenz 8mifchenfälle beseitigen, wie fie fich infolge der im Somaliland eignet haben. Kämpfe in der Cyrenaika. Gewalt streich die sozialdemokratische Obstruktion niederzuringen. Der chriftlichsoziale Ausschußobmann Dr. Rienböd ertlärte zur richterstatters über das Gefeß mit Stimmzetteln vornehmen laffen werde. Die Sozialdemokraten protestierten stürmisch dagegen Italien beabsichtigt keine militärischen Maßnahmen". und verlangten, daß zunächst noch die Geschäftsordnungsredner, die bereits am Freitag zum Wort gemeldet waren, zu scher Hauptstädte verbreitete sich heute früh eine Nachricht, nach Rom, 24. April.( Stefani.) On Finanzkreisen einiger ausländiBorte fommen müßten, da doch überhaupt noch nicht darüber abge melcher Italien militärische Maßnahmen auszuführen beftimmt fei, was verhandelt werden solle. Die Sozialdemokraten abfichtige. Es ist wohl überflüffig zu erflären, daß die Nach hatten nämlich am Freitag beantragt, daß außer diesem Entwurf richt ganz falsch ist und jeder Grundlage entbehrt. Die Regieauch alle übrigen Anträge zur Mietenfrage, u. a. auch der sozial- rung hat eine Untersuchung eingeleitet, um den Ursprung sowie die Demotratifche Antrag auf Schaffung eines& onds, mit beffen verantwortlichen Urheber dieser Nachricht zu ermitteln. Hilfe die baufälligen Häffer wiederhergestellt werden sollen, auf die Tagesordnung tommen. Da aber der Obmann Miene machte, die Abstimmung trozdem fogleich vorzunehmen, erhob sich in dem Ausschuß ein großer Sturm. Als der Obmann die Glode schwang, um zu erflären, daß er die Abstimmung vornehme, entriffen ihm Eine große Zahl von Hochschullehrern hat nach einer bie Sozialdemokraten die Glode, warfen sie an die Wand und Tagung in Weimar folgende Erklärung beschlossen: fahlugen mit den Fäusten und Atten auf die Tische " Die unterzeichneten Hochschullehrer sind am 23. und 24. April Es war ein derart großer Lärm, daß sich auf der Straße eine in Weimar zu einer zwanglosen Besprechung zufammengefommen, große Menschenmenge ansammelte, die, als sie hörte, um um über die Aufgaben der Hochschullehrer im öffent. was es sich handelte, für die Erhaltung des Mieterschutes demonlichen Leben und die Pflichten zu beraten, die der Ernst der firierte. Der Lärm wurde immer größer, so daß schließlich die Zeit den Hochschullehrern auferlegt. Es ist beabsichtigt, folche Sigung unterbrochen werden mußte. Der Dbmann gab durch die Tagungen zu wiederholen und ihnen einen möglichst breiten Raum Staatsforrespondenz einen Bericht aus, in dem er erklärte, daß zu geben. Willkommen ist dabei jeder Kollege, melcher unbeder chriftlichsoziale Abg. Schönsteiner mit 13 Stimmen zum Be schabet seiner mie immer gearteten politischen Grundüberzeugung- richterstatter über die Regierungsvorlage gewählt worden sei. gewillt ist, auf dem Boden der bestehenden demokra. Die sozialdemokratischen Abgeordneten begaben sich in die amtliche tif republikanischen Staatsordnung pofitio Staatsforrespondenz und erhoben gegen diesen unrichtigen Bericht mitzuarbeiten am Ausbau unseres Berfassungs- Cinspruch. Sie verlangten die amtliche Feststellung, daß eine Wahl wesens und an der Erziehung der heranwachsenden Genera- gar nicht vorgenommen wurde und daß die sozialdemokra tien zu staatsbürgerlichem Denten im Dienst der großen tischen Abg. Leuthner und Dr. Deutsch wiederholt das Wort zur deutschen Volksgemeinschaft." Abstimmung verlangt hätten, es ihnen aber vom Obmann nicht erteilt wurde. Inzwischen wurde mitgeteilt, daß die nächste Sigung aut fchriftlichem Bege befanntgegeben werden wird. Jedenfalls werden die Sozialdemokraten nicht dulden, daß die Bor- Rücktritt als Außenminister wegen angeblicher Ronflitte mit seinen lage auf diese Weise durchgepeitscht wird. Die Erflärung ist unterzeichnet von folgenden Bro fefforen:... Anschütz, Heidelberg; Aschoff, Freiburg; v. After, Gießen; Aubin, Halle; v. Blume, Tübingen; Baumgarten, Kiel; Dtto Beder, Berlin; v. Bortfiemicz, Berlin; Brentano, Brien; Jonas Cohn, Freiburg; Hans Delbrüd, Berlin; Deutschbein, Marburg; Graf zu Dohna, Heidelberg; Edert, Köln; Elze, Rostoc; Eberhard Grifebach, Jena; Göz, Leipzig: Grotjahn, Berlin; v. Harnad, Berlin; Harms, Kiel; Hartmann, Köln; Heinsheimer, Heidelberg; Hellpach, Heidelberg: Herkner, Berlin; Hermelingt, Marburg; Herrenberg, Leipzig; Hilpert, Göttingen; Hübner, Jena; Jahn, Halle; Raehler, Marburg; Kahl, Berlin; Keßler, Jena; Klingmüller, Greifswald: Roellreutter, Jena; Köhler, Weimar; Landsberg, Bonn; Lederer, Heidelberg; Lindemann, Köln; Log. München; Meyer, Berlin; Mommsen, Göttingen; Nernst, Berlin; Karl Neumann, Heidelberg: Radbruch. Kiel; Rademacher, Breslau; Reinde- Bloch, Breslau; Rumpf, Mannheim; Konrad Schmidt, Berlin; Rich. Schmidt, Leip. zig; Schnabel, Karlsruhe; Schäfer, Tübingen; Sinzheimer, Frant furt; Stählin, Berlin; Thomas, Heidelberg; Tönnies, Kiel; Wat decer, Königsberg; Waentig, Halle; Alfred Weber, Heidelberg; Webemener, Kiel; Weißbach, Berlin; Weinel, Jena; Wiedenfeld, Leipzig; Ziefurich, Breslau. 00.A Polens politische Generäle. Eine fenfationelle Interpellationsbeantwortung. Barschau, 23. April.( DE.) Der Hader zwischen Pilsudsti und feinen Gegnern in der Armee, der feit anderthalb Monaten fogar in Breffeangriffen feinen Ausdrud findet, und zu einer Interpellation der Rechten im Senat geführt hat, ist jest burch beren umfangreiche Beantwortung wieder zum Gegen stand einer äußerst erregten öffentlichen Diskussion geworden. Auf die Borgeschichte des Konflikts zurückgreifend, erklärt Wehrminister 3eligomsti, Bolen sei der einzige Staat in Europa, in welchem die Organisation der obersten Heeresbehörden noch immer nicht auf eine gefegliche Grundlage gestellt ist. Die Folge davon fei, daß dem Kriegsminister rein militärische Funktionen zufielen, fo daß nur ein aftiper General auf diesen Boften berufen werden förme; eine weitere Folge, daß sich in Polen der Inpus des | politifierenden Generals ausgebilbet habe, was mit einer Rom, 24. April,( BTB.) Die von dem Kolonialminister nach einer Inspektionsreise durch die Cyrenaika angeordnete militärische Attion zur Niederwerfung des Aufstandes im Süden des Gebietes ist mit Erfolg durchgeführt worden. Die italienifchen Truppenabteilungen, die am 14. April das Aufstandsgebiet er. reicht hatten, haben die Aufständischen nach wiederholten Gefechten zerstreut. Die Verluste der Italiener betragen 6 Tote und 28 Berwundete, die der Aufständischen 150 Tote, unter diesen befinden sich einige der Hauptführer. Litauen und Rußland. Unterbrechung der Verhandlungen. Kowno, 24. April.( DE.) Der Rücktritt des Prof. Rainys vom Amt des Außenministers steht im Zusammenhang mit der von ber päpstlichen Kurie verfügten firchlichen Neueinteilung Litauens, bei der Prof. Rainys, der Geistlicher ist, die Würde eines Bischof- Coadjutor der Diözese Bilfonischfi erhalten hat. Da das Bischofsamt mit dem Ministerposten nicht vereinbar ist, hatte Prof Rainys zwischen dem geistlichen und dem weltlichen Amt zu wählen und entschied sich für das erstere. Die Gerüchte über seinen Ministerfollegen im Zusammenhang mit den litauisch- russischen Berhandlungen find völlig unbegründet. Das Außenministeriumr wird vorläufig vom Ministerpräsidenten Bi ft ras verwaltet. Der indische Religionskrieg. Berbrecher benutzen die Feindschaft der Bekenntniffe. Kaltutta, 24. April.( WTB.) Bei den gestrigen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedanern wurden drei Mohammedaner und drei Hindus getötet und 60 Personen verwundet. Der Chef der Polizei erklärte in einem Interview, daß die Zusammenstöße nicht den Charakter eines Aufstandes gehabt hätten. Es handele sich vielmehr lebiglich um Gewaltatie verbrecherischer Elemente, die die Zeit der Erregung verlängert sehen möchten, um ihre eigennüßigen Pläne beffer verfolgen zu können. Wenn es sich wirklich um einen Aufstand gehandelt hätte, so würde die Aufgabe der Polizei leichter gewesen sein. Heute versuchten Mohanunebaner bas Befigtum eines Hindutaufmanns in Brand zu stecken, wur aber von der Polizei daran gehindert Gewerkschaftsbewegung Zum Berufsausbildungsgeseh. Son gewertschaftlicher Seite wird uns geschrieben: Die Ber. gerung in der Fertigstellung des Berufsausbildungsgesetzes hat ie Gewerkschaften wiederholt veranlaßt, Schritte zu einer BeIchleunigung des Verfahrens zu unternehmen. Die Erklärung des Arbeitsministers Dr. Brauns in der Reichstagsfizung vom 2. März d. 3., die eine baldige Berabschiedung des Entwurfs durch das Kabinett in Aussicht stellte, dürfte darauf zurückzuführen sein. Wir sind wohl unterrichtet davon, daß im Arbeitgeber lager sich im Laufe der Zeit eine ziemlich starke Abneigung gegen den Grundgedanken des Gesetzes eine paritätische Regelung aller Fragen der Berufsausbildung herbeizuführen, entwickelt hat. Die Veränderung der politischen Machtverhältnisse der letzten Jahre scheint den 1920 von maßgebenden Arbeit gebervertretern in der sogenannten Saffenbachschen Kommiffion eingenommenen Standpunkt, der dem des Gefeßzentwurfes entsprach, an verschiedenen Stellen wieder ins Wanten gebracht zu haben. Trohdem sind die Bearbeiter des Gesezes, dessen Grundgedanken der Vater des Entwurfs, Ministerialrat Dr. Scharfmacherei gegen die Maifeier. Die Deutsche Zeitung fühlt sich berufen, die Unternehmer gegen die Maifeiernden scharf zu machen. Das Blatt erwähnte in feiner Ausgabe 141b ein Urteil des Landgerichts Görlig, das vom Oberlandesgericht Breslau bestätigt sei, wonach ein Arbeiter, der am 1. Mai eigenmächtig der Arbeit fernbleibt, nicht nur gemäß§ 123 3iffer 3 RGD. fristlos entlassen, sondern auch für den dem Arbeitgeber entstandenen Schaden haftbar gemacht werden fönne. Das Urteil wird weder dem Datum nach, noch nach dem Aktenzeichen erwähnt, auch aus der Begründung nichts erwähnt. Es fann schon deshalb nicht allgemeine Geltung beanspruchen, weil als Entlaffungsgrund nach§ 123 3. 3 nur beharrliche Arbeitsverweigerung zur ristlosen Entlassung berechtigt. Unbeschadet deffen, erklärt die Deutsche Zeitung" in Nr. 144b, für Privatbetriebe gelte dies Urteil allgemein, so daß die Arbeitgeber maifeiernde Arbeiter nicht nur fristlos entlaffen, sondern fie auch für den ihnen dadurch entstandenen Schaden haftbar machen fie auch für den ihnen dadurch entstandenen Schaden haftbar machen tönnten. Diese Schleifsteindreherei nimmt das Blatt im Anschluß an die Bekanntgabe der Richtlinien des Reichskabinetts über die Feier des 1. Mai in Staatsbetrieben vor, wonach die Arbeitnehmer sich die Arbeitsruhe am 1. Mai auf die Ferienzeit anrechnen lassen oder aber soweit sie die Arbeitszeitversäumnis nicht nachholen können, auf den Lohn für diesen Tag verzichten müssen. tlagte hat auf seine Arbeit verzichtet, denn ihr Bertreter hat erklärt, wer nicht bis 6 Uhr morgens dableiben will, fann gehen. Nachdem der Kläger zur Arbeit hinbeordert war, durfte ihm nicht der Stuhl vor die Tür gesetzt werden. Nachdem der erste Kläger mit seinem Anspruch durch= gedrungen ist, werden noch 47 feiner Kollegen, die sich in der gleichen Lage befinden, feinem Beispiel folgen. Vor einem neuen Konflikt im Hotel Exzelsior. Nachdem der wilde Streit eines Teils der Kellner, der vor einiger Zeit im Hotel Eraelfior ausbrad, zufammengebrochen ist, beabsichtigt nunmehr der Zentralverband der Hotels, Restaurant und Café- Angestellten durch Anwendung gewerkichaftlicher Kampfmittel die Durchführung der Betriebsratswahl und Wiederherstellung der tariflichen Zustände zu erzwingen. Herr Kurt Elichner hat seit 1928 mit allen Mitteln die Wahl eines Betriebsrats verbindert. Eine am Sonntagnacht stattfindende Betriebsversammlung wird die notwendigen Beschlüsse fassen. Die Textilbarone in Bayern beim Lohnabban. Augsburg, 24. April.( WTB.) Die Ortsgruppen Süd- und Ostbayern des Verbandes füdbayerischer Textilarbeitgeber haben unter dem 24. April den bestehenden Tarifvertrag für die bayerische Textilindustrie auf den 8. Mai gefündigt und gleiche Schindler bereits vor nahezu drei Jahren in einer Zusammen solcher Blätter in seiner Absicht irre machen, am 1. Mai die zeitig einen Lobnabbau angekündigt, der für Zeitlohn Selbstverständlich läßt sich fein Arbeitnehmer durch die Heze Arbeit ruhen zu lassen. funft von Gewerkschaftsvertretern erörtert hat, bei ihrer ur fprünglichen Stellungnahme geblieben. Diese Fest stellung ist wichtig, um zu verstehen, daß die verschiedenen Arbeitgebergruppen für die leitende Idee des Entwurfs heute von den ministeriellen Fachbearbeitern gewissermaßen neu geworben werden müssen. Wir rechnen im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse damit, daß diese Arbeit Erfolg hat, da den Gewerkschaften nichts daran liegt, die Lehrlingsfrage zu einem ständigen Kampf. gegenstand zu machen. Dies würde sich aber von selbst in viel Stärterem Maße als heute in den nächsten Jahren ergeben, wenn die Starrföpfigkeit gewiffer Kreise des Handwerks und der Großindustrie ein Zustandekommen des Berufsausbildungsgefeges vereiteln oder auch nur start verschleppen würde, da in diesem Fall die Beit für uns arbeitet. Die in den Jahren 1928 bis 1932 einfegende Birkung des Geburtenausfalles der Kriegsjahre läßt den jugendlichen Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkte fnapp werden. Die Gewerkschaften würden ganz selbstverständlich diese Situation bemizen, um dann von sich aus diejenigen Regelungen zu treffen, die sonst nach dem Gesetz durch paritätisch zusammengesetzte Stellen zu er folgen hätten. laifeier in den Verkehrsbetrieben! ewertschaften und Betriebsvertretung haben mit der Direktion der Straßenbahn über die Feier am 1. Mai eingehende Beratungen gepflogen. Die Direktion hat zugestanden, genau wie im Vorjahr zu verfahren Es steht jedem Arbeitnehmer frei, fich am 1. Mai zum Zwecke der Maifeier freizustellen. Bon der Direktion werden dem einzelnen feine Schwierigkeiten gemacht werden. Die W.( Hauptwerfstatt, Uferstraße) hat einstimmig beschlossen, die Arbeit am 1. Mai ruben zu Laffen. Die Dienststellen werden von vorstehendem benachrichtigt. Wir erwarten von unseren Kollegen, sich reftios an der Feier zu beteiligen. Bei der Hochbahn haben sich die Kollegen der Technik ebenfalls für vollständige Arbeitsruhe ausgesprochen und dementsprechende Beschlüsse gefaßt, die auch restlos durchgeführt werden. Das Fahrpersonal wird im ähnlichen Sinne wie bei der Straßenbahn handeln. Wir sehen voraus, daß im Omnibusbetrieb ebenfalls dazu Stellung genommen wird, und sich die Kollegen für die Beteiligung an der Maifeier aussprechen werden. Filmkomparsen. 12 Stunden Nachtarbeit für 12 Mart. Die Albertini Filmgesellschaft hatte für Nachtaufnahmen, die sie in Staaten machen ließ, eine Anzahl Komparfen engagiert. Diese hatten an mehreren Tagen hintereinander von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens gegen ein Honorar von 12 M. pro Person an den Aufnahmen mitgewirkt. Dann wurde ihnen eines Morgens nach Schluß der Aufnahme gefagt, fie sollten am folgenden Tage schon um 5 Uhr nachmittags erscheinen. Die Simparlen tamen zur festgelegten Zeit. Sie glaubten, da die Aufnahme an diesem Tage drei Stunder früher begann, würde sie auch früher beendet werden, so daß fie noch mit dem legten Buge gegen 12 Uhr nach Berlin zurückkehren könnten. Aber der Hilfsregiffeur glaubte, über die Arbeitsbedingungen selbstherrlich entscheiden zu fönnen. Er bestimmte, daß die Aufnahme bis 5 oder 6 Uhr morgens dauern solle. Nun verlangten die Komparfen eine entsprechende Erhöhung des Honorars nach dem Tarif. Der Hilfsregiffeur aber erklärte fategorisch:„ Es wird für 12 M. bis 5 oder 6 Uhr gearbeitet. Wer nicht damit einverstanden ist, kann gehen." Einverstanden war natürlich niemand mit einem Honorar von 12 M. für 12 bis 13 Stunden Nachtarbeit. Die Komparsen versuchten, den Direktor zu sprechen; der war aber nicht zu erreichen. Schließlich wurden sie aus dem Atelier hinausgewiesen und mußten heimgehen, ohne einen Pfennig erhalten zu haben. Inzwischen hatte der Hilfs. regiffeur die für seine Aufnahme benötigten ,, Massen" unter den Einwohnern von Staaten gefunden. Die geschädigten Romparsen fuchien nun ihr Recht mit Hilfe ihrer Gewerkschaft, der Internationalen Artistenloge. Bunächst forderte einer von ihnen durch Klage beim Gewerbegericht sein Honorar von 12 M. Diese Forderung wurde zur Arbeit nach Staafen beordert. Da über eine Aenderung der ihm auch zugesprochen mit der Begründung: Der Kläger war Arbeitsbedingungen nichts gefagt war, fo mußte er annehmen, daß es hinsichtlich der Bezahlung und der Arbeitszeit so bleiben würde. mie es an den vorhergegangenen Tagen war. Es fonnte ihm nicht zugemutet werden, für dasfelbe Honorar viel länger zu arbeiten wie vorher. Der Kläger war be De Kollegen der Industriebahn nehmen noch dazu Stellung. reit, zu den bisherigen Bedingungen weiterzuarbeiten, aber die Be5 und Affordlohnarbeiter 8 Proz, bei der Baumwollweberei teilweise mehr betragen würde. Zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden demnächst über den Abschluß eines neuen Tarifvertrages Verbandlungen aufgenommen. Streifverbot für die Beamten der Schweiz? Basel, 24. April.( TU.) Der schweizerische Nationalrat beichloß bei der Behandlung des neuen Beamtengefeßes mit allen Stimmen der Bürgerlichen, daß dem Staatspersonal die Teil. nabme an einer Vereinigung verboten sei, die den Streit vorsieht. Aussperrungen in der norwegischen Industrie. Kopenhagen, 24. April.( TU.) Die bereits zu Anfang April ber Eisen, Bergwerf, Tertil und Schuhwarenvon den norwegischen Arbeitgebern angefündigte Aussperrung in industrie tritt heute in Kraft. Vermittlungsvorschlag des Schlichtungsrates, der eine LohnherWährend die Arbeitgeber den ablegung von etwa 17 Pro 3. festsetzte, angenommen hatten, verwarjen die Arbeitnehmer diesen Vorschlag. Außer den unmittelbar von dem Konflikt betroffenen 30 000 bis 35 000 Mann werden wahrscheinlich auch die Buchbinder und Buchdruder mit in den Konflikt hineingezogen werden, da auch in diesen Gemerben die Lohntarifverhandlungen gescheitert sind. Reine Regierungsanleihe an den englischen Bergbau. London, 24. April.( TU.) Die englische Regierung erflärt die Meldung von einer Regierungsanleihe an den Bergbau für unrichtig. Baldwin verhandelte heute längere Zeit mit dem Staatssekretär für den Bergbau. Bertreter der Grubenbefizer und der Arbeiter weilen im Rohlengebiet, wo sie mit den Bezirksverbänden die Lage besprechen. Macdonald äußerte sich sehr ernst über die Verschärfung der Krise. Nach seiner Ansicht ftreits tun, sonst würde auf ihr das Odium der Schuld laften. müsse die Regierung alles zur Bermeidung des Kohlenarbeiter. Berantmortiid) für Bolitik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. V. Döscher; Lokales und Sonstiges Krik Raritäbt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts Berlaa G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckergi und Berlaasan ftalt Baul Ginaer u. Co. Berlin G 68. Lindenstraße 3. Sierau 3 Beilagen, Unterhaltung und Biffen" und Aus ber Filmwelt". " Nifsrael Kleid aus bedruckt. Voll- Voile mit farbiger 25.Garnierung BERLIN C KÖNIGSTR. SPANDAUERSTR. Kleid aus Bastseide, mit Waschseide ver arbeitet... 17.50 2 Serien Kleiderstoffe 2 Serien Damenstrümpfe zu extra billigen Preisen Waschseide ( Kunstseide) aparte Muster.. PapillonSchotten& modern. Farben Mtr. 1.45 Woll- Rips in neuen Farben C130 cm....... Woll- Bordüren| bedruckt, letzte Neuheit, 110cm.. Mtr. 4.75 zu extra billigen Preisen Seidenflor mit Streifen, vorzügl. 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Sie arbeitet— lo kompliziert sie auch sem mag— sicherer, zuverlässiger als der Mensch, dessen Nerven- und Körperkröfte nur gewisie Belastungen aushalten. Auch auf dem Gebiete der staatlichen Tele phonie wird der mechanisch« Gedanke in absehbarer Zeit Alleinbeherrscher sein— ein« Ausdehnung der Betriebe, bei denen die Herstellung der Berbindung der Teilnehmer automatisch erfolgt, ist zu konstatieren. Immerhin wird es für die nächste Zeit noch Telephonistinnen geben— beamtete Damen, die von den Tausenden stellungslosen jungen Mädchen mit neidischen Blicken betrachtet werden, da sie dauernd„versorgt" sind. Daß nicht alles Gold ist. was glänzt, bewährt sich aber auch hier: verschieden« tragische Unfälle, bei denen zum Teil Selbstmordabsicht nicht ausgeschlossen erscheint, sowie die große Zahl der nervösen Erkrankungen, die etwa das Doppelte der Krankheitsfälle beim männlichen Personal beträgt, weisen daraus hin, daß dieser Berus schr hohe Anforderungen an körperlich« Gesundhell und Geistes- stärke stellt. Das Telephonfräulein, die Dam« vom Amt, ist von Schwankfabrikanten oft genug als liebenswürdig« Schwerenöterin aufgefaßt worden— sehen wir einmal leidenschaftslos zu. wie sich die Arbeit der„Dame am Schrank"— welcher Ausdruck wohl der passendste für diese Tätigkell ist— in Wirklichkeit abspielt. Die mechanische Arbeit. Stellen wir uns in Gedanken hinter den Stuhl, an den die Dame für 7 bis 8 Stunden gefesselt ist! Eine Lampe glüht auf, das Zeichen, daß ein Teilnehmer eine D«rbindung wünscht. Das Fräulein ergreist einen Lellungsstöpsel und führt ihn in die be« treffende Klinke(erste Handlung). Sie öffnet dann einen Hebel. wodurch die Derständigung mit dem Teilnehmer möglich wird (zweite Handlung), hieraus meldet sie sich mit dem jeweiligen Namen des Amtes und empfängt den Wunsch des Teilnehmers, woraus sie den geöffneten Hebel wieder sdpließt(dritte Handlung) und weiter durch Tastendrücken die Verständigung mit einer die Weiterverbindung herstellenden Beamtin herbeiführt(vierte Hand- lung). Einen welleren Stöpsel führt sie nun in die Klinke, die ihr von dieser Beamtin als frei angegeben würde(fünfle Handlung). Die Berbindung ist nun hergestillt: die erst« aufgeglühte Lampe ist erloschen— dagegen glüht ein« zweite auf, die dann durch ihr Er- löschen anzeigt, daß der gewünschte Teilnehmer sich gemeldet hat. Ist das Gespräch beendet und beide Teilnehmer hängen an, dann glühen beide Lampen wieder auf und die Beamtin weiß nun. daß sie die Berbindung wieder trennen muß. Das geschieht wie folgt: sie zieht den zu zwell benutzten Stöpsel aus der Klinke(sechste Handlung), drückt eine Taste(siebente Handlung), die durch sinnreiche Mechanik das Konto d�s Teilnehmers mit diesem Gesprä-b belastet. Dann zieht sie den zuerst benutzten Stöpsel aus der Klinke(achte andlung) und die Verbindung ist erledigt. Dieses ist der einfache lorgang einer glücklich zustande kommenden Verbindung. Wir wollen vock Fehloerbindungen usw. ganz absehen, auch auf die kam- pliziertere Automatenverbindung nicht eingehen, und nur noch kurz bemerken, daß auch bei dem ominösen„Besetzt"-Zeichen die ge- nannten mechanischen Handlungen sich ebenso abspielen, bis auf da» Drücken der Zähltaste. Die körperliche Arbeit wird noch erschwert, wenn die Beamtin, was wegen offenbaren Mangels an Beamtinnen von Zeit zu Zeit vorkommt, auch noch ein zweites benachbartes „System" mitbedienen muß. Bor allem aber möge man bedenken, daß diese Reihenfolge von Handlungen sich nicht in einem idyllischen Solo- spiel abrollt, sondern daß— wenn die erste Berbindung glücklich hergestellt ist, die Teilnehmer also ihre Sorgen mll einander aus- tauschen— schon eine Reih« von anderen Derbindungwünschenden sich gem«L>et haben, so daß unaufhörlich neu« Verbindungen ge- tätigt werden müsien und trotzdem die erste Verbindung beobachtet werden muß. Doch das führt uns bereits zu der Darstellung der Beanspruchung der geistigen Kraft. Die geistige Arbeit. Poetisch angehauchte Federn hoben das Auf- und Abfchweben der weißen Hände an dem„System" besungen, andere die Damen in ihren blauen Amtskilleln mit den Schwalben ver.qlichen, die auf einem Draht eng an einander sitzen— wir wollen lieber auf dem Boden der Wirklichkeit bleiben und gehen wohl nicht fehl, wenn wir di« geschilderte mechanisch« Arbeit als ein« solche bezeichnen, deren Kompliziertheit eine Konzentration aller verstandeskräste erfordert. Die gleichzeitige Beobachtung der Lampen, die so verschiedene Phasen der Berbindungsarbeit kennzeichnen das Streben, di« sich meldenden Teilnehmer in der richtigen Reihenfolge zu bedienen, um das so lästige und vom Publikum meist als persönliche Kränkung empfundene Warten auf ein Minimum zu reduzieren, ferner die Beobachtung der für den Verkehr mit dem Publikum gegebenen äußerst sormellen Vorfchristen, die oft einen unongenehm empfände- nen Aufenthalt in der Arbell oerurfochen, z. B. wenn der Teil- nehmer di« von der Beamtin richtig wiederHolle Nummer dauernd mißversteht— endlich auch die Beobachtung etwaiger Defekte oder Störungen, sowohl im Interesse der Teilnehmer, wie zum Schutze der eigenen Person(um kein««„Strom" zu erhallen)— alle diese Ver- standestätigkeit, di« blitzschnell aufeinander folgen, sind notur- gemäß Ursachen einer geistigen Abspannung, die durch das Be- wußtsein, ständig beobachtet und kontrolliert zu sein, noch gesteigert wird, während ihre Bekämpfung doch im Interesse der Post selbst liegt. Es wäre daher sehr zu begrüßen, wenn die Nachricht, daß man die Berechnung der Einzelgespräche wieder aufgeben wolle, sich bewahrheitete— die Aufgabe, diese Gespräche durch den geschilderten Tastendruck zur Anzeige zu bringen, übt insofern eine besonder« Be- lastung aus. da di« Beamtin aufpassen muß, ob das Gespräch auch wirNich zustandegekommen ist. Nicht geführte Gespräche werden nicht angerechnet— diese festzustellen erfordert bei lebhaftem Betrieb naturgemäß große Aufmerksamkeit. An Beschwerden über zuviel berechnete Gespräche fehlt es denn auch nicht. Daß der Verkehr mit dem Publikum nicht immer erfreulich ist, zeigt die Tatsache, daß Bestrafungen„aufgeregter" Teilnehmer, die sich zu Beschimpfungen hinreißen losten, vorkommen. Wenn diese Zeilen u. a. dazu dienten, das Publikum über den vorhandenen„guten Willen" der Beamtinnen aufzuklären, wäre letzteren ein willkommener Dienst geleistet. „Gespräche", d. h. Unterhaltungen, zwischen Publikum und Beamtin gibt es nicht— in ewiggleichbleiixnder, wahrlich nicht geistan- regender Weise vollzieht sich die Arbell, die der Mund zu leisten Hot. Auch diese Monotonie ist ein weiterer Faktor, der zur Ermüdung führt. Endlich liegt in der Verteilung der Arbeitsz«it auf die ver- schiedensten Stunden des Tages und der Nacht eine geistige Belastung. Das mag auf den ersten Blick sonderbar erscheinen, ist aber begreiflich, wenn man daran denkt, daß das junge Mädchen doch nicht allein Beamtin, sondern crud) noch— junges Mädchen ist. Früher war die Arbeilszeil aus 6 Stunden beschränkt, heule sind 7 bis 8 Stunden angeordnet, welche Zeltspanne bei den großen Eni- fernungen in Berlin für viele sich auf 1l> bis 1l Stunden verlängert. Andere Beamte haben ihren regelmäßigen, meist abwechflungs- reichen Dienst, sind namentlich im Sommer in der Lage, ihrer Familie zu leben, sich in der Natur von dem Aktenstaub zu befreien — die Telephoniftin hat meist beim Eintreffen in ihrem heim das Verlangen, zunächst sich auszuruhen. Dft wird sogar das Esten der Befriedigung dieser Wunsches geopfert.— Zu bedenken ist noch, daß die Luft in den Räumen, in denen mehrere hundert Damen arbeiten, trotz oller Hygieneforts hrille nicht«ine sehr gute sein kann. Setriebsorünuag. Daß in einem vielköpfigen Vcamtenkörper, dem ein« so wichtige öffentliche Leistung obliegt, eine gute Ordnung herrschen muß, ist selbstverständlich. Pünktlichkeit und angemessenes Betragen sind die Grundbedingungen für ein geordnetes Arbeiten. Um di«s zu er- reichen, dann aber auch, uni Beschwerden und unnötig« Redereien der Teilnehmer von den arbeitenden Damen fortzuleiten, hat mgn das System der„Aussichten" eingeführt: auf etwa 14 bis 20 Damen kommt eine„Aufsicht", die je nach der Betriebslage ihren Platz in- mitten ihrer Abteilung oder cun Ende derselben hat. Im letzteren Falle ist sie zumeist zur Ableistung ihres Dienstes zum Ilnchergehen genötigt. Das Mißliche, daß einstige Kollegen plötzlich zu„Vor- gesetzten" werden, liegt auf der Hand— aber eine Versetzung an ein anderes Amt ist bei den zurzeit herrschenden' Wohnungsoer- Hältnissen ausgeschlossen, und es hängt natürlich auch viel von dem Takt der Betreffenden ab, wie sich das weitere Lerhällnis gÄtaltet. Leobachtungen von belanglosen Verstößen, wie fehlerhaftes hängen des Sprechtrichters oder hängen des(Bubikopf)-Haares über dem Ohre oder nicht ganz vorschriftsmäßige Führung des Stöpsels in die Klinke zum Gegenstand einer„Meldung" zu machen, ist nicht unbedingt notwendig. Den„Aufsichten" stehen wieder andere höhere Aufsichtspersonen vor— vielleicht etwas zu viele, jedenfalls aber Hamile unter den Zedern. 19) Von Henri Bordeaux. (Berechtigte Uebersetzung von 2. Kunde.) „Auf niemand. Aber Ihr seid meine Gäste." In seinem hause konnte er uns schützen. Außerhalb desselben stand er n.cht mehr für uns ein. Sein Rat war: wir sollten uns ver- borgen halten; er wollte Nachrichten einholen. Dem stimmten wir zu. Die Heirat von Omar-Dei-el-hussein mußte für das Dorf ein Ereignis sein. Sie würde unter Abhaltung von Festlichkeiten vollzogen werden. Vielleicht ergab sich eine Möglichkeit, Uamile während dieser öffentlichen Deranstal- tungen zu entsühren. hinkend stampfte er dem Markte zu, der unter freiem Himmel abgehalten wurde und kehrte nach ein paar Stunden mit Früchten, Gemüsen und dem Viertel eines Lammes zu- rück. Außerdem haste er genaue Erkundigungen eingezogen. Auf dem Markte war von nichts anderem die Rede gewesen, als von einer Fremden, die gestern zu Pferd nach Chaar ge- bracht worden war und die man wie ein kostbares Objekt im Harem des würdigen Mohammed der Aufsicht der alten Abla übergeben hatte. Ein Fellah behauptete, daß er ihr Gesicht beim Licht einer Fackel, wie sie am Portal empfangen wurde. gesehen habe. Wie sie sich beobachtet fühlte, hätte sie sich mst den Keffije Omars, nach Art arabischer Frauen, verhüllt. Sie war von strahlender Schönheit wie der Mond in der Rächt. Der geringfügige Umstand, daß sie sich mit dem Schleier bedeckte, quälte mich. Er bewies mir zu deutlich die An- pastungsfähigkeit ihrer Liebe. Sie verzichtete auf das un- verhüllte Gesicht und das freie haar. Und ich zitterte bei dem Gedanken, daß ich ihr fortan begegnen konnte, ohne sie zu erkennen. Bistros, der ein vealcres Ziel verfolgte, er- kundigte sich nach den Bräuchen, mit denen eine musel- mannische Ehe volllogen würde. „Alle-, geschieht dem herkommen gemäß." erzählte der Ate.„Ein vom Kadi beauftragter Mema spricht in diesem Augenblick im Hause Mohammeds Gebete. Wenn Wah genügend angerufen worden ist, treten die Repräsentanten der beiden Familien mit gefalteten Händen vor ihn hin. bestätigen, daß das Brautpaar sich zu verheiraten wünscht und daß über die höhe der Mstgist ein Einverständnis erziell wurde." j„Beider Familien," brauste Butros in wildem Zorn auf. „Ich bin der einzige, der die Familie meiner Schwester verttitt." „Mohammed Bei-el-Pasin übernimmt die Stelle des Baters." „Ich werde ihn töten." Ohne ein Wort der Entgegnung warf sich Pusef-Abid zu Füßen seines Gastes und brach in lautes Jammern aus. „Warum dieses Gezeter? Steh auf!" „Ich weine über mich und über die Maroniten von Char, die man alle masiakrieren wird. Ich sehe wohl, daß Ihr zu unserem Verderben hierhergekommen seid." „Ich bin nur zu meinem Unglück hier. Erhebe dich. Um deinetwillen werde ich Mohammed verschonen. Ein anderes Opfer genügt mir. Fahre in deinen Mitteilungen fort." Der Alte fühUe sich nur ein wenig beruhigt; ober er versuchte seinen Bericht wieder aufzunehmen. „Nach der Erklärung der Verwandten wird der Vertrag sofort unterzeichnet und dem Kadi geschickt, damit er die The registriert." „Und dann?" „Dann ohne Zweifel wird«ine Festlichkeit mit Tänzen und Gesängen stattfinden. Auf dem Markt war das Beste bereits aufgekauft und ich sah die Musiker vorüberkommen. Omar läßt es an nichts fehlen; er sieht nicht auf t� Kosten." .Llber," nahm Butros seine Befragung Wiederaus,„sind denn die Brautleute bei Schließung der Ehe nicht anwesend?" „Rein, sie werden dazu nicht eingeladen. Aber heute abend wird die junge Frau, von Verwandten und Freunden geführt, zu ihrem Gasten gebracht." „Pamile hat hier weder Verwandte noch Freunde." „Man gibt ihr Stellvertreter. Infolge des ansteigenden Weges dauert es eine ganze Welle, ehe man von dem weißen Hause Mohammeds zu den Terrassen Omars kommt. Sie wird dahin reiten; Reitkunftstückc, Spiele mit Lanze und Säbel, werden sie bei Begleitung von Flöten und Tamburinen unterwegs zerstreuen. Das gibt ein schönes Schauspiel." Ein schönes Schauspiel, in der Tat! Würde ich imstande sein, seinen Anblick zu ertragen? Aber schon entwarf Butros einen Plan. „heute abend, sagst du. bei Sonnenuntergang? ,�a, Herr, diesen Abend. Der junge Mann hat die Zeremonie beschleunigt; sei es, daß er dies um der Sicherheit des Mädchens willen für rätlich hält; sei es, daß er es nicht erwarten kann, sie in seine Arme zu schließen." Butros hörte dem Geschwätzigen, der mich quälte, nicht länger zu. Sein Plan war gereift und zum drittenmal wie- derholte er: „heute abend, bei Sonnenuntergang." Nach meiner Vermutung sollte der Vorbeizug zwischen» dem weißen Hause Mohammeds und den Terrassen Omars erwartet werden, Pamile kam dann an uns, an unseren Ge- wehren vorüber. Aber ein günstiger Platz mußte ausfindig gemacht werden, um niemandes Argwohn zu erwecken. Die Spiele zu Ehren der Vermählung würden uns dabei begün- stigen. Das ganze Dorf war nach dem festlichen Hause geeilt. Die Beliebtheit Omars ermöglichte uns die Isolierung, aus der wir geschickt Nutzen ziehen wollten. Wir machten einen beträchtlichen Umweg, um unsere Pferde in einem kleinen Gehölz der Aufsicht Elias zu überlassen; dann schlichen wir uns an den Weg heran. Eine Brustwehr von Strauchwerk, die eine Maulbeerplantage umgab, gewährte uns Schutz. Wir lagerten uns auf dem von der Glut ausgedörrten Grase und erwarteten mit dem Gewehr in der Hand den Abend. Unse»e zwei Gewehre waren mit Kugeln geladen. Aber Butros und ich hasten kein Wort darüber gewechselt, welchen Gebrauch wir davon machen wollten, hatten wir nicht den gleichen Zweck und drängte sich uns der nicht geradezu auf? Mir klang es noch im Ohr, wie der Priester im Hause des hame den Tod Pamiles forderte, und ich hörte noch, wie der Familienrat, während die Frauen nebenan klagten und jam- werten, dieses Verlangen guthieß. Der für Pamile mir ge- währte Aufschub war mir nur zugebilligt worden in dem Falle, wenn sie selbst den Beweis erbrachte, daß sie das Opfer von Gewalt und Raub war. Und nun begab sie sich binnen kurzem aus freiem Willen, in Schleier gehüllt, von einem Brautgeleite eskortiert, sie, die Renegatin und Treulose, in das Haus, wo ein Gaste, der nicht ihrer Religion und ihrer Rasse angehörte, sie erwartete. Warum also noch zögern? Warum die Bollziehung der Strafe hinausschieben? Wir waren— Butros und ich— ausgezeichnete Schützen. Auf drei- bis vierhundert Meter wußten wir eine flüchttge Gazelle oder ein Eichhörnchen zur Strecke zu bringen. Nachdem der Gerechtigkeit Genüge geschehen, würden wir die Pferde be- steigen und in die Berge entkommen. Das Unerwartete der Tat gewährte uns einen Vorsprung. Und außerdem hatte Butros eine Gefahr nie zurückgehalten: für mich aber würde es eine Erlösung bedeuten.(Fortsetzung folgt.) " hinreichend. Daß der Chef eines Amts fich täglich von dem Be trieb überzeugt, ist selbstverständlich. 3ft er ein humaner Borge. fegter, so wird er Wünschen der Damen soweit als möglich entgegen fonmmen an dem eigentlichen Dienstaufbau, wird er selber nichts ändern können: zwingt die Poverté" unseres staatlichen Lebens zum Achtstundenarbeitstag bei einem so anstrengenden Dienstzweige, fo fann er ihn nicht auf 6 Stunden abkürzen, so wenig ihm auch die gefundheitlich bedenklichen Wirkungen einer solchen Unspannung von Geist und Körper verborgen bleiben werden. Hier hilft nur das Einschreiten der gefeßgebenden Faftoren, des Reichstages, umsagen wir ruhig: einen Ausnahmezustand herbeizuführen, der ja vielleicht mir turze Zeit andauern würde, der aber im Interesse der Gesundheit von Hunderttausenden von Mädchen geboten ist, die der Kraft, dereinst gesunde Kinder dem Staate zu geben, verlustig zu gehen drohen. Es wäre Aufgabe aller weiblichen Abgeordneten des Reichstags, für die Erleichterung des Loses der Telephonistinnen einzutreten: aus Gesprächen fann man leicht erfahren, daß deutschnationale Damen da, wo der Beamtenschuh" sie brüdi, ebenso radikal denfen wie die linksgerichteten, deren es in der Post glüdlicherweise eine ganze Anzahl gibt. Die Besoldung. Aber bielleicht ist die Bezahlung eine fo glänzende, bas bie fühlbaren Schäden des Berufs dadurch aufgewegen werden? Nun, die Bezahlung der Beamten in Gruppe IV, die für einen großen Teil der Damen in Betracht kommt, ist bekanntlich nicht so glänzend, als daß für besondere Erholungszwecke und Stärkungsmittel bedeutende Gelder zur Verfügung stehen könnten. Die Wohnung muß einiger maßen, standesgemäß" sein, die Toilette, das Schuhmert, Wäsche er fordert einen ziemlich starken Prozentsaz des Monatsgehalts. Die Extrabezahlung von Nachtdienst usw. ergibt nur einen fleinen Zu fchuß, der unter einer Mart bleibt. Im Hinblick auf die starke In. anspruchnahme des Körpers und des Geistes wäre eine erhöhte Be foldung wohl angebracht was nügt die für später mintende Ben fion, wenn die Gesundheit durch Ueberanstrengung gelitten hat. Ms im vorigen Jahre die Beamtengefeße revidiert murden, gab es ein großes Frohlocken unter den Damen am Schrant. Mann würde heiraten tonnen die neue Ordnung fah eine Abfindung vor, die non optimistischen Gemütern nach Maßgabe aller( auch in Helferin stellang) bei der Boft verlebten Jahre berechnet wurde. Dazu eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, während der man dank der Noblesse der Verwaltung werde spazieren gehen fönnen. Später hat sich dann herausgestellt, daß allein die Jahre seit der festen Anstellung für die Höhe der Abfindung maßgebend wären und daß eine Entbindung vom Dienst während der drei Monate mur dann gewährt würde, wenn man nach der Kündigung( die erst nach erfolgter Ber heiratung ftattfinden tonne) auf das weitere Gehalt verzichte. Man fieht, die Zukunftsaussichten sind also auch keine allzu glänzenden. * Bon der Verwaltung geschieht einiges, uin den Schäden ent gegenzuwirken, die der Beruf mit sich bringt. Allerdings sind dies fleine Mittel, die keine große Birfung haben. So die Abordnung der Damen während der Dienſtſtunden zu einer gymnastischen Uebung, die neben den beiden der Erholung resp. dem Essen dienen. den Pausen stattfindet. Da naturgemäß ein verhältnismäßig stilles Arbeiten auch dazu beiträgt, die geistige Anstrengung meniger befchwerlich zu gestalten, so finden auch Sprechübungen statt, die eine deutliche und doch leise Sprachtechnik zu erzeugen bestimmt find. Wenn trotzdem noch die eine oder andere höhere Aufsichtsperson mit der Bitte: Nicht so laut, meine Damen!" durch die Räume schreitet, so ist dies wohl mehr der Ausdrud einer von früher her stammenden Gewohnheit und Notwendigkeit der moderne Betrieb spielt fich verhältnismäßig ruhig ab. Wie bald wird der moderne Betrieb von dem modernsten abgelöst fein? Das Problem der Ausschaltung der menschlichen Tätigkeit bei der Herstellung der Berbindungen ist. wie schon anfangs bemerkt, bereits gelöft eine Frage der Zeit und der Finanzen ist die gänzliche Durchführung dieses neuen Triumphes menschlichen Erfindungsgeistes. Dann werden die Beamtinnen allmählich aussterben, sofern sie sich nicht in die Schreib. und Abrechnungsstuben zurückziehen, die das neue System wohl mehr als das bisherige in Anspruch nehmen wird. 4 Der Kutisker- Prozeß. Gefälschte Berichte. Das Londoner" Telegramm. Am Sonnabend gelangten die schwersten Belastungspunkte zur Erörterung. Es handelt sich um eine Reihe von Telegrammen, die teils dem Finanzrat Dr. Rühe vorgelegen haben, teils nicht, und die Zwed haben sollten, die Staatsbank zu täuschen, wie wenn Rutister beabsichtige, größere Summen zur Dedung seiner Schulben zur Verfügung zu stellen. Finanzrat Dr. Rühe drang Ende Dezember 1923 in Stutister. er möge für genügende Dedung sorgen. Kutister ftellte 500 000 Dollar in Aussicht, die er durch seinen Geschäftsfreund Dawndoff von der City- Bant aus London überwiesen erhalten würde. Anfang 1924 erinnerte ihn Dr. Rühe an sein Versprechen. Kutister erflärte ihm darauf, die City- Bant habe telegraphiert, daß fie die Ueberweisung nur auf Grund eines notariell beglaubigten Auftrages vollziehen wolle. Als das Geld noch immer nicht fam, legte Kutister dem Finanzrat Dr. Rühe schließlich ein Telegramm des Inhalts vor, daß die City- Bant an die Deutsche Bank 900 000 Dollar überwiesen habe. Das Geld fam aber noch immer nicht; es sei von dem Finanzamt mit Beschlag belegt, behauptete Kutister. Wie war es nun in Wirklichkeit? Bei Kutister wurde ein Bettel aufgefunden, dessen Inhalt sich mit dem ersten von ihm Dr. Rühe gegenüber erwähnten Telegramm deckt. Das Telegramm ift auch abgefchickt worden; jedoch nicht von der City- Bant in London, sondern durch Kutisters Angestellten Grisch as von einem Berliner Postamt, wie Kutisfer erzählt. Davydoff habe ihm das Telegramm gezeigt, und er habe eine Abschrift davon gemacht. Bischas follte mun den Tert ins englische übersehen und dem Kutister die Uebersehung per Brief zufenden. Er habe ihn aber falsch verstanden und die Ueberlegung ihm als Telegramm von einem Berliner Bostamt zugeschickt. Was das zweite Telegramm anbetrifft, das Kutister Dre Rühe vorgezeigt haben soll, so bestreitet er überhaupt diesen Umstand. Im Mai 1924 ftellte Kutisker dem Dr. Rühe wieder größere Geldsummen in Aussicht, die er von seinem Better Kufinstyn, der der reichste Tabathändler New Yorts sei und ein Bermögen von 50 Millionen Dollar befize, zu erhalten hoffe. Dann hieß es wieder, der Better sei in Berlin, und er fei gerade baran, mit ihm einen Bertrag zu schließen, auf Grund deffen er Tich an feinen Betrieben mit 4 Millionen Dollar beteiligen wolle. Das Geld blieb aber aus. Dr. Rühe drang auf Deckung. Da legte Kutister ihm ein Telegramm vor, daß fein Better an feinen Sohn nach New Dort gefchidt haben sollte. Darin hieß es u. a.: Habe Kutister 4 Millionen Dollar zugejagt. Er befindet fich in größter Berlegenheit. Das Telegramm war aber von Stutister abgefchidt morden, der Better habe ihn dazu ermächtigt. Bielleicht habe er vor ihm nur Ruhe haben wollen. Er, Kutister, habe aber jeden falls die Sache ernst genommen. Im Juni hieß es mieber, bas Gelb sei der Danziger Bant überwiesen. Diese befände fich aber in Geldschwierigkeiten. Er fei von seinem Better beauftragt. hie Angelegenheit zu ordnen und das Gelb teils bar, tells in Bechfeln Der Staatsbank zufommen zu lassen. Dann legte er schließlich im September dem Dr. Rühe ein Telegramm vor, das von einem Rechtsanwalt Sternfelder unterschrieben war, und in dem u. a. zu Icfen mar: Rate Frist zu gewähren, Sicherheit porhanden, 1 mil Iron Dollar stehen in Aussicht." Das Telegramm war aber in Birtlichkeit von einem Gefchäftsfreund Kutisters, Stern, abgefchidt morden. Stern, der flüchtig geworden ist, erflärte in ber Voruntersuchung, daß er das Telegramm auf Rutisters Beranlassung ab. વૃદ્ધ-0. | gefandt hätte. Stutister aber behauptet, daß er wegen diefer Aeußerung beim Untersuchungsrichter mie ein Tiger auf Stern los gegangen fei. In Wirklichkeit hätte Stern den Auftrag gehabt, 22 000 Dollar für ihn in Danzig einzufassieren, hätte aber das Geld unterschlagen und nun, um Rutister vor einem gerichtlichen Borgehen abzuhalten, vorgetäuscht, als verfuche er in Danzig für ihn Gelder flüssig zu machen. So wäre auch das Telegramm zu erflären. Der Rest der geftrigen Gerichtsverhandlung war dem Hanauer 2ager gewidmet, das in der Rutisfer- Sache eine so große Rolle spielt. Dieses Hanauer Lager, es sind Restbestände eines Eisen bahnregiments, war durch verschiedene Hände gegangen, bevor Kolonius einen Teil davon für 30 000 englische Pfund erwarb. Der amtliche Sachverständige soll den Lagerwert mit 1 700 000 m, im höchft falle begiffert haben. Rutister hält dem gegenüber, daß Höchftfalle Dr. Rühe durch einen speziellen Sachverständigen, Herrn Blodom, das Lage habe abtagieren laffen, und dieser es mit 8 bis 12 mil. lionen Goldmart veranschlagt habe. Die nächste Berhandlung findet am Montag 9% Uhr statt. Der Strafantrag gegen Heinrich Stlarz. Der Staatsanwalt beantragte gestern im Brozeß Stlarz im Falle Zilz( Betrug und Untreue) 9 Monate Gefängnis und 1000 m. Belbitrate, im Falle Koltermann( Betrug und Untreue) 6 Monate Gefängnis und 3000 mt. Geldstrafe, im Falle Staatsbant( Betrug und Untreue) 9 Monate Gefängnis und 10 000 m. Geldstrafe, im Falle Heiligendorf( Betrug) 5 Monate Gefängnis und 1000 m. Gelbftrafe, im Falle Heinz( Crpreffuna) 5 Monate Gefängnis, und im Falle Golbkreditbank( Betrug) 3 Monate Gefängnis. Aus ben Einzelstrafen bat der Staatsanwalt eine Gesamtstrafe von 2 Jahren Gefängnis und 15 000 m. Geldstrafe zu bilden, und dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer Don 3 Jahren abzusprechen. Das Urteil wird erst im Laufe der nächsten Woche pertündet werden. Die Kriegskinder. Sie verdoppela jeht die Zahl der Schulretrufen. Gin interessanter Borgang hat sich bei den eben beendeten Einschulungen gezeigt: Im Vergleich zum Vorjahre find fast noch einmal fo viel Rinder in die Schule gekommen. Das starte Anschwellen der Zahl der Abc- Schüßen findet seine einfache Erklärung darin, daß es sich um die Kinder handelt, die im Jahre 1919 oder höchstens im Frühjahr 1920 geboren wurden. Im Grunde genommen ist dieser Zugang nur als normal zu bezeichnen, wenn man bebenti, daß die Kriegsjahre die Geburten außerordentlich zurüdgehen ließen. Während im vorigen Jahre etwa 25 000 Kinder zur Einschulung famen, find es diese Ostern rund 50000 ge wefen. Besonders in ben fechs Berliner Innenbezirten mußten viele neue Schulflaffen eingerichtet werden. Dabei stellt sich heraus, daß berlin" über die Hälfte aller Großberliner Schultlassen hat. Das erflärt sich natürlicherweise allerdings auch daraus, daß die sechs Innenbezirke ungefähr die Hälfte aller Bewohner der Riefen stadt Berlin beherbergen " | befirahlung mit modernster Apparatur, una die Kinder an sonnen armen Tagen fünftlich bestrahlen zu fönnen. Große Freiflächen follen bem Spiel und Sport bienen. Wieder eine erfreulich wirkende Stätte, um Unterernährung und Tuberkulose vem jungen Nachwuchs fernzuhalten. Ein Beleidigungsprozeß. Er beschimpft und nimmt zurüd. Im Januar dieses Jahres fuhr der Reichstagsabgeordnete Ge noffe Scheidemann nach Görlig. In dem Rupee erster Alasje, das er auf Grund feiner Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter benugen durfte, befanden sich außer ihm noch vier Reisende, darunter auch der Kaufmann Paul Gerhard aus Tempelhof. 3war besaß diefer lettere nur eine Fahrkarte zweiter Klasse, doch wegen Ueberfüllung war ihm ein Plaz in der ersten Klaffe angewiesen worden. Aber auch hier fand er es zu eng und schimpfte wie ein Rohrspaß auf die unerhörten Eisenbahnzustände von heute, die es gestatten, daß mehr als vier Personen in einem Rupee fahren". Der Biedermann hat offenbar teine Ahnung davon, daß die Arbeiter, wenn sie zu oder von der Arbeit fahren, in der Stadt- und Ringbahn Einer von den oft zu 20 in einem Abteil fahren müssen. mitreisenden hatte mum wohl gehört, daß Genoffe Scheidemann fich im Wagen befinde, er glaubte einen besonders gelungenen Big machent zu müssen und schlug dem unzufriedenen Tempelhofer Bürger vor, fich in das Rebenfupee zu begeben, in dem Scheidemann fahre. Boll Berachtung und Empörung erfcholl es aber aus dem Munde des mutigen Mannes: Bfui Teufel, biefer Rerl!" Genoffe Scheidemann füftete nun fein Intognito unb bat den Ghimpfhelden, felnen Ramen zu nennen. Das war aber gar nicht so leicht, denn erst als der Schaffner tam, bequemte fid) der Tempelhofer dazu, feine Legitimation vorzulegen. Genoffe Scheidemann erhob nun gegen den Kaufmann durch Genossen Rechtsanwalt Landsberg Brivatflage wegen Beleidigung. In dem Schriftfag hieß es u. a.: Es liegt im öffentlichen Interesse, einer Bermilderung Ein. halt zu tun, die fich in ber Sucht äußert, im öffentlichen Leben ftehende Männer lediglich aus Abneigung gegen ihre politischen Anfchauungen als verächtlich hinzustellen und in ordinärer Weise zu fchmähen." " Gestern hatte sich nun der Kaufmann Baul Gerhard vor dem Amtsgerichtsrat Amtsgericht Berlin- Tempelhof zu verantworten. Dr. Sachs bedeutete dem Angeklagten, daß, im Falle die Worte Pfui Teufel, dieser Kerl!" wirklich gefallen sein sollten, eine formale Beleidigung vorliegen würde, und schlug ihm deshalb vor, durch eine Entschuldigung die Sache zu erledigen. Er führte u. a. ous: Das Gericht fei der Anficht, daß die Ehre einer im öffentlichen Leben stehenden Berson besonders geschüßt werden müsse. Er würde auch beshalb nicht bie Anregung zum friedlichen Ausgleich maden, menn es sich um eine Berleumdung handelte. Da aber in diesem Falle nur eine formale Beleidigung ftattgefunden habe, fo sei das öffentliche Intereffe nicht so groß. Genoffe Landsberg als Rebenfläger meinte, der Angeflagte märe billiger weggelommen, menn er im Rupee nicht erflärt hätte: Jch habe nur gejagt, mas ich durfte." Der Borsigende blieb jedoch bei seiner Auficht, daß das Bort Kerl eine Beleidigung bedeute. Nach einigem Hin und Her erklärte der Kaufmann Baul Gerhard sich bereit, fein Be bauern über den von ihm gebrauchten beleidigenden Ausdruck autszusprechen und die Kosten des Verfahrens zu tragen. Die Rachitis und ihre Ursachen. 21 Im Rahmen der Reichsgesundheitswoche sprach in der nglenemeile am Stailerbamm Dr. Bendig( Arbeitsgemein fachen und ihre Folgen. Schon Horatius Flaccus ftellte 100 Jahre vor Chrifti das Auftreten der heute als englisch bezeichneten Kinder. frankheit bei den Römern feft. Insbesondere bie minderbemittelten werden von der Krankheit erfaßt( 90 Broz, der Kindererfrantungen in werttätigen und fleinbürgerlichen Kreisen find rachitisch). Ursache der Krankheit stellte der Redner Mangel an Luft und it, bumpfe, feuchte Wohnungen und fehlerhafte schlechte Ernährung feft. Der ideale Nährboden für die recht gefährliche Rachitis( Komplizierung durch Erkrankung der Luftmege und Lungen) find also die materiell fo elenden und hygienisch so inbistutablen Eristenzbedingungen der breiten Boltsmaffen. Ueber biefes wichtige Problem, das u. C. Den Kernpunft der Krankheitsbefämpfung auf jedem Gebiet darstellt, ist allerdings bei diesem Vortrag herzlich wenig gefagt morben. Bekanntlich führt die Rachitis in gewiffen Fällen auch zu Erkrankungen des Zentralnerven. fyftems bis zur geiftigen Minderwertigkeit und Berblödung. Wenn Dr. Bendig feinen Hörern eine Art papular- medizinischen Anfchauungsunterricht( physische Erscheinungen der Krankheit, Berlauf und Entwicklung burch Hervorrufen förperlicher Anormalitäten usw.) gab, ift bas legten Endes ein theoretisches Entgleiten in die nüchternen Details der falten Wissenschaft. Den meisten von uns jedoch ist es wichtiger, von der überragenden Bebeutung bes fozialen Elements bei der radifalen Befämpfung dieser Boltstrantheit zu hören. Der Verzweiflungsakt eines Arbeitslosen. Dem harmlos aussehenden, mit traurigen Augen in die Welt blidenben Mann fah niemand die fchwere Eat an, die ihm die Anflage zur Bast legte: Berfuchter schwerer Raub und Körperverlegung. Wenn auch das psychiatrische Gutachten sich nicht für den Ausschluß der freien Willensbestimmung aussprad), so blieb doch dunkel, was ber freien Willensbestimmung aussprad), so blieb doch dunkel, mas bamals in der Seele des Mannes vorgegangen fein muß. Arbeitschaft von Reichsversicherungsträgern) über die Rachitis, ihre Ur los, feinen Pfennig Gelb in der Tasche und noch bie Borwürfe feiner Frau in den Ohren, war ber 46jährige Klempner Baul Sdjuster, ein bisher völlig unbestrafter Mann, Tag und Nacht in ben Straßen Berlins herumgeirrt, ohne etwas zu effen und zu trinten, und ohne den Mut zu finden, sich mit dem mitgenommenen trinken, und ohne den Mut zu finden, sich mit dem mitgenommenen Süchenmesser das Leben zu nehmen. In diefer düsteren Verfaffung fam er in der Anhaltstraße an dem Geschäft von Töpfer vorbei, deffen Schaufenster verhängt waren Da fam ihm ein Gebante. Er ging in den Laden, ließ sich einige Gegenstände einpaden und trat bann plötzlich der Berkäuferin Dietrich mit dem Meffer in der Hand entgegen. Dem jungen Mädchen gelang es noch glüdlicher weise bis zur Tür zu laufen, um laut um Hilfe zu schreien. Der Räuber war ihr aber gefolgt und stach blindlings mit dem Meffer auf sie ein. Blutüberströmt stürzte das Opfer auf die Straße und Schuster, der ihr nachgelaufen mar, wurde hier festgenommen. Er ließ fich völlig widerstandslos abführen. Die blutende Verkäuferin wurde nach der Unfallstation gebracht, und dort stellte der Arzt feft. baß die Bebauernsmerte nicht nur Stiche in der Schulter und im Rüden hatte, fondern daß in der Schädelbede nod) die abge brochene Spizedes Meffers fledte. Das Mädchen ift awar völlig geheilt, jedoch leidet es infolge des Schredens immer noch an einer fo ftarten Nervenfchwäche, daß es vor Gericht den Anblick des Angeflagten nicht ertragen fonnte, der dann auch während der Bernehmung abgeführt werden mußte. Der Staatsanwalt jah, entgegen der Darstellung des Angeklagten, in dessen ganzem Borgehen etwas Blanmäßiges, wenn er auch zugab, baß er zu der Tat gebrängt worden sei, er beantragte 3 Jahre Gefängnis. Das Schöffengericht Mitte war zwar der gleichen Ansicht wie der Staatsanwalt, ab aber die an dem wehrlosen schwachen Mädchen verübte Tat als fo rob und faltblütig überlegt an, daß es bem Angeklagten milbernde Umstände nicht zubilligte und ihn zu 3 Jahren 6 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverluft verurteilte. Verhaftung eines Brandstifters. Ein großer Brand vernichtete in der Nacht zum 18. d. m. den Dachstuhl eines Hauses in der Wilhelminenhofstraße zu Oberschönemeibe. Gegen 1% Uhr nachts hörten Bewohner dieses Hauses ein Geräusch auf dem Boden und bald darauf sahen fie Rauch und Flammen aus dem Dach aufsteigen. Die Feuerwehr ftellte feft, daß der Brand in zwei Verschlägen angelegt worden war. Die Kriminalpolizei stieß bei ihren Nachforschungen auch auf einen 21 Jahre alten Kaufmann Ewald Rünzer, der im zweiten Stodwerf bes Borderhauses wohnt. K., ber schon längere Zeit ftellungs. los ist, wurde über drei Brände, die in dem Hause stattgefunden hatten, gründlich vernommen. Der erste ereignete fich bereits vor Weihnachten vorigen Jahres, der zweite im Februar dieses Jahres. R. leugnete trog verschiedener Berdachtsmomente in allen drei Fällen. Das Beweismaterial wurde aber schließlich so erdrückend, baß er ein Geständnis ablegen mußte.. handelte aus Eigennu. Um fich in seiner Stellungslosigkeit Geld zu verfchaffen, legte er vor Weihnachten den ersten Brand an und teilte ihn mehreren Borortzeitigen mit. Dafür erhielt er ein Meldehonorar. Im Februar miederholte er diesen bösartigen und gefährlichen Trid, indem er die Treppenläufer des Hauses anzündete. Dieses Feuer murde aber sogleid bemerkt und erstici, und mit dem Meldehonorar war es diesmal nichts. Um wieder Erfolg zu haben und noch mehr 3u erhalten als das erftemal, glaubte er eine etwas enja ionellere meldung bringen und deshalb einen größeren Brand anlegen zu müffen. So legte er zwei Brandherbe zu gleicher Zeit an. Der Erfolg entsprach feinen Ermaringen. Der Berhaftete murbe ins Untersuchungsgefängnis nach Moabit gebracht. Ein neues Tuberkuloseheim in Steglis. Draußen am Rande der Großstadt, wo die Häuferreihen sich lichten, um fleinen Grünflächen Blig zu gemähren, am fichten. berg, hat has Bezirtsamt Steglig ein Tubertulofeheim eröffnet. Inmitten herrlicher Anlagen eine sauber und mit Liebe eingerichtete Kurstätte, in ber bis zu 50 Rinder ben ganzen Tag fich aufhalten und verpflegt werben, um unter ärztlicher Kon trolle Linderung und Heilung ihrer Leiden zu finden. Das fleine Rurhaus ist vorzüglich und praktisch eingerichtet. Im Keller be findet sich bei guter Lüftung die Rieiderablage, eine Badeeinrich tung und eine fleine Rüche. Darüber die Schlaffale mit hellen, freundlichen Farben anmutig ausgestattet, und eine Höhensonnen Frühlingswanderung durch den Forst. Die von der Arbeitsgemeinschaft für Forstschuß und Naturfunde E. B., Berlin- Friedrichshagen, veranstaltete Frühlingswanderung führte von Rahnsdorf durch das Naturschutzgebiet der ung führte von Rahnsdorf durch bas Naturschutzgebiet der Krummen Laate nach Fahlenberg und über Müggelheim zurüd nach Friedrichshagen. Cine tattliche Teilnehmerschar hatte fich am Bahnhof Rahnsdorf versammelt, und bei schönem Sonnenschein, der bie Wanderer den ganzen Tag begleitete, ging es hinein in den frischen grünen Wald. Zu Beginn der Wanderung zeigte Herr Oberförster Mudra in einem Saatlamp ein- und zweijährige Kiefern und Laubhölzer und hielt einen furzen Bortrag über forstliche Pflanzenzucht. An verschiedenen Waldstellen sah man noch die Berheerungen des letzten Sturmms, dem in der näheren ümBeginne Deinen Tag mit ODOL Dein Mund und Deine Zähne müffen den ganzen Tag über tätig fein und werden noch dazu von zahlreichen Gefahren( Bakterien ufw.) bedroht. ODOL desinfiziert und erfrifcht den Mund und erhält die Zähne rein, gefund und fchön. Diefe heilsame und angenehme Wirkung des ODOL ift nicht nur für den Tag, fondern auch für die Nacht wertvoll, deshalb Tag fich aufhalten und verpflegt werben, um unter äraficher son. Befchließe auch Deinen Tag mit ODOL gebung von Friedrichshagen etwa 400 Festmeter zum Opfer gefallen find. Bei der Wanderung durch Rahnsdorf hatten die Führer Ge. legenheit, die in den gut gepflegten Gärten im Blütenschmud pran genden Zierbäume zu erflären. An der Krummen Laate hielt Dr. Stachomig einen längeren Vortrag über die Entstehung von Moor und Sumpf und erflärte die Ursachen der hier immer mehr fortschreitenden Berlandung, welcher auch der noch vorhandene See im Laufe der Zeit verfallen wird. In diesem abwechslungsreichen Waldteil lernten die Wanderer ausgesprochene Homoorpflanzen, wie den Bärlap( auch Schlangenmoos genannt, das tros des auf ihm ruhenden geseglichen Schuzes leider noch häufig von geldgierigen Händlern gesammelt und an Kranzbindereien verkauft wird), die Ruh oder Küchenschelle, die Moosbeere u, a. fennen. Es wird höchste Zeit, daß die Erklärung der Krummen Laale zum Natur schutzgebiet und die dazugehörige Polizeiperordnung herauskommt, Damit die Refte der sich hier noch vorfindenden eigenartigen Flora erhalten bleiben. Im Fischerhaus Fahlenberg, wo den Teilnehmern ein im Frühjahr 1920 dort niedergegangener selten schöner Meteor gezeigt werden konnte, wurde Raft gemacht. Auf dem Rüdmege ber Müggelheim wurden noch verschiedene forstwirtschaftliche Maß nahmen erläutert, über die eine angeregte Aussprache stattfand. | pflegte Stimme in dieser Arie zu Kunststüden zwingen mußte, die| ihr doch nur recht wenig befriedigend gelingen, mag die Gängerin felber missen. Ritolaus Lambinons füß fingende Bioline machte die Unvollkommenheit des menschlichen Organs hier noch fühlbarer. Aber trotzdem hatte nicht der ganze Mufitteil das gewohnte fünstlerische Niveau dieser Veranstaltungen. Eigentlich hielt der Tanzteil auch das gewohnte Niveau; nur, daß das leider noch immer fein fünftlerisches ist. Der Beifall für diese Unbedeutendheiten darf das Boltsbildungsamt nicht auf Irrwege leiten, wenn es feinen Titel mit Recht führen will. Dehmel, Ansprache, Sinfonie IX son udwig van Beethoven. Mitwirkende: bie Damen Emmy von Stetten( Sopran), Marie SchulzDornburg( lt), die Herren Baldemar Hente( Tenor), Eduard Kandl( Baßz), ( musikalische Leitung Rapelmeister Jascha Horenstein), ber Sprechchor für der Chor der Städtischen Dper, das verstärkte Berliner Sinfonie- Orchester Proletarische Feierfunden( fänstlerische Zeitung Albert Florath). Preis ber Karte 1,20 Mart. Marten find zu haben im Bureau des Bezirks. bildungsausschuffes, Lindenstr. 3, 2. of 2 Tr., Zimmer 8; Drtsausschus des ADGB., Engelufer 24/25; in den Bureaus der Berbände; 8entral verband der Angestellten, Belle Alliance- Str. 7-10; Sigarrengeschäft orich. Engelufer 24/25; Tabafvertrieb GES., Anjelftr. 6; bei den Bildungdobleuten der Streise und Abteilungen; in den Borwärts" Speditionen. Arbeiter- Sulfur- Kartell Groß- Berlin. Sonntag, den 2. Mat: 2ette proletarische Feierstunde im Großen Schauspielhaus. Beginn pünktlich 11, Uhr vormittags. Seid umflungen Millionen". Dehmel, Ansprache, 9. Sinfonie von Zubwig van Beethoven. An die Arbeiter ader Länder" von Whalt Whitman, Mailied" von Mitwirkende: die Damen Emmi von Stetten( Sopran), Marie Schulz. Dornburg( ellt), die Herren Baldemar Hente( Tenor). Eduard Stanbl( Bag), der Chor der Städtischen Dber, das verstärkte Berliner Sinfonie- Orchester ( mufi falifche Leitung Herr Kapellmeister Jascha Horenstein), der Sprechchor für Broletarische Seierstunden( tünstlerische Lettung Albert Floratb). Breis ber Starte 1,20 m. Karten find zu haben im Bureau des Bezirksbildungs ausschusses, Lindenstr. 3, 2. of II, Simmer 8, Drisausschuß des ADGB., Engelufer 24/25, in den Drisverwaltungen der Berbände, Bigarrengeschäft der ingeftelten, Belle Alliance- Str. 7-10, bei den Bildungsobleuten der Sorld, Engelufer 24/25, Tabafvertrieb GFG. Inselstr. 6, Bentralverband Streise und Abteilungen, in den Borwärts"-Speditionen. Die Maifeier der Sozialistischen Arbeiterjugend wird in diesem Jahre veranstaltet. Epiel und Sport, einige fleine Feiern und Vorlesungen der am Sonntag, den 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf der Bollsmiese in Treptow beiden Arbeiterdichter Mag Barthel und Bruno Schönlant aus ihren eigenen Berlen, werden die Stunden bes Rachmittags ausfülen. Am Abend findet eine Schlußfundgebung mit anschließendem Demonstrations. aus ftatt. Ueberführung der Leiche der Jurjewstaja nady Dorpat. Der Genoffe Pfarrer Bieler spricht am Sonntag, den 25. April, borm. 10 Uhr, im Rahmen einer religiösen Feierstunde in der Trinitatiskirche, Charlotten Der Zirtus der 10 000" marum er fidh so nennt, ist ohne burg, Karl- August- Blak, über das Thema Die Religion der Naturfreunde". weiteres nicht erklärlich hat an der Nürnberger Straße um gleichen Lage, abends 6 11hr, spricht Pfarrer Bleier in Neukölln, fein Belt aufgefchlagen. Jimmy Stalen zeigt Original- Combon- Philipp Melanchton- Kirche, Neulöln, Kranoldplat 16, mit dem gleichen Arbeit, und Alfred Reiffarth und Frau produzieren sich in einem in der Fürstin- Bismard Schule, Charlottenburg, Gybelstr. 2/4, statt. Eintritts. Die Maifeier findet am Sonntag, den 2. Mai, nagm. 4 Uhr, guten Doppel- Jodenatt. Auf dem Gebiete der Akrobatik wird night farten find beim Genossen Billy Schönherr, Steglit, Schönhauser Str. 14, mur sehr viel, sondern auch wirklich Neues geboten; denn sowohl die und den übrigen Funktionären, zu haben. zwei Albrechts wie die vier Effedras zeigen fein durchdachte Neuarbeiten, mährend die vier Artons äußerst gejdjidte handvoltigeure, die vier auffins tatsächlich lebende Bälle und die fieben Benzmain Bonaaman tollkühne arabische Springer und Byramidenbauer find. Gg. Corras Bauberalt verblüfft allgemein, und Fräulein Bendini zeigt seillaufende Affen und frei fletternde Hunde. Die Clowns find, was sonst felten porfommt, gut. Direttor Carl Reinich, ein Schulreiter von Ruf, führt zmei Schulpferde vor. Er reitet die tlaffische hohe Schule, die nicht auf Bluff, sondern auf Leistung sieht, eine jede Figur ift forrett burchgearbeitet. In der Freiheitsbressur zeigt er ein recht schönes Bierbematerial, bas erit ganz furze Zeit in Arbeit ift. Kosmetik für Ceib und Seele. Im Hörsaal der„ Urania"[ prach am Freitag abend der Potsdamer Sanitätsrat Dr. Guthmann über das Thema: Durch Wiffen zur Schönheit. Cine Kosmetit für Leib und Seele." Wer einen ästhetisch und psychologisch intereffant gesprochenen Effan erwartete, wurde recht enttäuscht. Der Herr Sanitätsrat gab aus feinem umfangreichen medizinischen Botularium Verschönerungsregeln zum besten, die für den unmittel bar am fosmetischen Aufbau" Interessierten recht verwendbar, für den Zuhörerfreis im ganzen doch recht belanglos maren. Bie Man den Haarwuchs fördert, die Farbe wechself, den Teint ver Schönt, ob faltes oder warmes Bad das Angebrachtere, Bubifopf Der Magistrat verkauft Siedlungsland. als Frauenhaartracht, Hautmittelchen der Dame", hygienische Be fleidung und ähnliche Dinge find immerhin Konverfationsleriton Bor mehr als einem Jahre übernahm der Magistrat unter Zuweisheiten, zu denen es nicht des Potsdamer Sanitätsrats bedarf. stimmung der Stadtverordneten bas Rittergut Brig, um das Das, was der Redner zulegt über Seelentosmetit" zum Schluß ousgedehnte Guisland für Siedlungszwede zu erschließen. feines Bortrages zu bieten hatte, mar sehr allgemeinplägig. Das Ungeheure Schwierigkeiten maren zu überwinden gegen die privateurasthenien Seelendisharmonien find, Bewegungen, theatralische fapitalistischen Interessenten, die hierin ein willkommenes Bereiche Gesten Gedanken produzieren, Grazie eine äußere ästhetische Form rungsobjekt erblickten, ehe die gemeinnügigen Siedlungsgesellschaffeefischer Bedingungen ist, find feine Neuigkeiten. Hübsch war allein ten Gehag" und" Degewo" einen Teil des Landes zum Bauen er die Definition, daß der entförperte Mensch als Nervensubstanz ein hielten. Als dann mit dem Bau begonnen wurde, fezte die vollständiges Fadenwert, gleichsam eine Filigranarbeit ist. Sonft Bureaufratie des die Baupolizei ausübenden Magiftrats ein, die immer wieder das Weiterbauen verhinderte. Wenn heute Sun aber war es ein sehr mäßiger Abend. Derte von Bohmungen bereits im Rohbau fertiggestellt sind, so ist es der Energie der Gehag" zu danten, die am meisten den Kampf gegen das Bauspefulanten und Baupolizeibureaukratentum zu führen hatte. Der Weiterbesiedlung des Landes dreht nun eine neue schwere Gefahr vom Magistrat felbft. Er beabsichtigt allen Ernftes, 160 Settar biefes Landes der Flughafen. Gesellschaft zur Errichtung eines Verfuchs hafens zu überlassen. Angeblich deswegen, weil auf dem Tempelhofer Feld feine Grasfläche zu erzielen fei, was von Sachverständigen bestritten wird. Es wird mit der Berschacherung dieses Landes der Großberliner Bevölkerung nicht nur wichtiges, in gefunder Gegend liegendes Siedlungsgelände entzogen, sondern durch das Geräusch der Flugzeuge ungeheure Unruhe in den vornehm lich von Arbeitern und Angestellten bewohnten Vorort Briz getragen. Es besteht ferner die Gefahr, daß dadurch dem Bah. nungsmuger in die Hände gearbeitet wird. Wenn man aber ichon glaubt, auf die Taschen und Nerven der Arbeiter und n gestellten feine Rüdsicht nehmen zu brauchen, so ist das Projekt des Magistrats geradezu ungeheuerlich, wenn man bedentt, daß in unmittelbarer Nähe zwei große moderne städtische Krantenhäuser werden müßte. Das fcheint auch dem Magiftrat einleuchtend zu fein. Er will aber nicht pon feinem Borhaben ablaffen, sondern unglaublicherweise in der Zeit der kommunalen Finanznot die Krantenhäuser abreißen und noch weiter hinaus, vielleicht an die Peripherie der Stadt legen laffen. Aus einer Aeußerung des Oberbürgermeisters ist das wenigstens zu schließen. Mit dieser Sache hat sich fürzlich eine gutbesuchte Mitgliederversammlung ber Sozialdemokratischen Partei in Brig beschäftigt und folgende nt iließung angenommen;" Die Mitglieder bes Bezirtsverbandeswehr fonnte den Bagen nach längeren Bemühungen bergen, Berlin SPD., 99. Abteilung( Briz- Budom) protestieren aufs Schärifte gegen die vom Magiftrat geplante Berschacherung von ungefähr 160 Hettor Siedlungsland des Ritterguts Brig an die Flughafengesellschaft zur Errichtung eines Bersuchshafens. Es wird der Bevölkerung Berlins nicht nur wichtiges, in gefunder Gegend liegendes Bauland entzogen, fendern bas durch den Flughafen. betrieb entstehende ungeheure Geräusch ist untragbar für die Patienten der in unmittelbarer Nähe ftehenden beiden städtischen Krankenhäuser. Die obengenannte Barteimitgliedschaft ersucht ba her die Stadiverordnetenfrattion und die Bezirksverordnetenfrat tion, alles aufzubieten, damit das genannte Gelände als Siedlungs. land erhalten bleibt." ftehen und auf die bert flegenden Kranken Rudficht genommen Alt- Wien Alt- Berlin. Das Bolfsbildungsamt Prenzlauer Berg per anstaltete diesmal unter dem Titel Alt Wien- It Berlin" einen Festabend im Saalbau Friedrichshain. Mit dem Berliner Sinfonieorchester brachte Jascha Horenstein Haydns G.Dur- Sinfonie, Beethovens Deutsche Tänze", später die Wild fchut- Ouvertüre und Tänze non Lanner, dem Walzer- Strauß and Joseph Strauß mit dem ihm eigenen Gefühl für Rhythmik und Dynamit. Der ausgezeichnete Flötist Alfred Lichtenstein spielte ein Flötentonzert von Quang Genia Guzalewicz von der Staatsoper Berlin fang Bieber der Alt- Berliner Komponisten Reichardt und Himmel, gunor bie bekannte Arie aus Mozarts Il ré paftore". Frau Gufzalewicz ist teine Koloraturjängerin. Meshalb sie das noch besonders bemeisen und ihre schöne und gemittag in& öneberg auf ber über die Gletſe ber Anhalter Gatte der im vergangenen Winter in ber Schweiz durch Selbstmord geendeten Sängerin der Berliner Staatsoper Jurjemitaja hat nachträglich den Wunsch geäußert, feine Frau in Dorpat beisezen zu lassen. Er hat deshalb an die Gemeindebehörden von Andermatt ein Schreiben gerichtet, in dem er um die Erlaubnis bittet, die fterblichen leberreste seiner Frau eghumieren und nach Dorpat überführen zu dürfen. Die Gemeinde hat diesem Beschluß entsprochen. Schon in den nächsten Tagen foll die Leiche ausgegraben und nach dem neuen Bestimmungsort übergeführt werden. Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Die alten Fahrpreisermäßigungstarten haben vorläufig noch Gültigkeit. Belifcheine, die bis Pfingsten benötigt werben, müssen umgehend beini Jugendfefzetariat unter Zahlung von 1 9. beftelt merben. Ein eigenartiger Unfall ereignete fid am Sonnabend nach Bahn fübrenben hölzernen Monumentenbrüde. Der Chauffeur einer Straftbroschle verlor auf der Brüde die Getvalt über feinen Wagen und fuhr gegen das hölzerne Brüdengeländer. Der Bagen burch brach zwar das Geländer, blieb aber mit den Hinterrädern am Geländer hängen und schwebte so zwischen Brücke und Eisenbahngleifen. Der Chauffeur tam mit bem Soreden babon, und es gelang ihm, fich mit Hilfe von Vorübergehenden aus feiner gefährlichen Sage Au befreien. Die inzwischen alarmierte Feuerhof Marienbort. Zur Unterschriftenfammlung für das Gemeindebeftimmungsrecht wird uns vom Arbeiter- bftinentenbund geschrieben: Da die Unter foriftensammlung in den lezten Wochen an Ausdehnung zu genommen hat, haben wir beschlossen, die Sammlung bis zum 2. Mai burchzuführen, um auch zu den Veranstaltungen am 1. und 2. Mai werbend wirten zu lönnen. Wir machen alle Sammler und Freunde unserer Sache hierdurch darauf aufmerksam. Wieder auf freien Juß gefeht wurde der fungertünstler Kurt Wahlmann, ber, wie wir mitteilten, wegen eines Drobbriefes in Saugbait genommen worden war. Er gibt die Drohungen zu, behauptet aber, baß er den Brief nur ge fahrieben babe, unt au zeigen, welche Folgen die Verbreitung bon unzutreffenden Nachrichten haben lönne. Einen neuen Sprengstoff hat er natürlich nicht erfunden. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Eonntag, ben 16. Mai, pünfflich 8 lbr nachmittags, im Schiller- beater Charlottenburg: Bieberbolung ber aufführung.Weet ni Breis ber Starte einfchlieblich Stieiderablage und Theatergettel 1.20. Nächste Dpernbotitellung am Sonn. abend, den 8. Mai, abends. Zur Aufführung gelangt die Oper Der reisch von Carl Maria non Beber. Die Streife merben gebeien, fore Starten bom Bureau abzuholen. Karten find in allen befannten Berlaufsstellen zu haben. Arbeiter- Sulfurferfell Groß- Berlin. Comming, ben 2. Mai, lette Broletarifde eierhunde im Großen Schauspielhaus, Starle ftrage. Beginn pünktlich 11%, br vormittags. Seid umilungen Weltenfeier fag von Franz Reihenfelder, Mailied von millionen Heute, Sonntag, 25. April: Südwesten: Das Jugendbeim Lindenstraße bleibt geschloffen. Montag int Jugendheim Funktionärverfammlung. Wichtige Tagesordnung. Stegli 1 Befichtigung bes Graiehungsheims in Ricinbeeren, Treffpunti ½1 Uhr BahnWerbebeste! Schöneberg: Abends 47 Uhr im Jugendheim Char Tattenburg, Rosinent. 4. Mädchenarbeitsgemeinschaft Beft". Bor. trag: Die Frau der Zukunft". Referentin: Genoffin Dara Fabian. Morgen, Montag, 26. April, abends 7% Uhr: Moabit 1: Gemeindeschule Balbenferftr. 20. Borirog: Ferdinand gal fallo". Friebenau: Jugendheim Schule Offenbacher Str. 5a. Vortrag: Al fohel unb Nikotin". Besten: Jugendbeim Sauptstr. 15. Bortrag: Die Bebeutung des 1. Dai". Fallenberg: Sugendheim Alt.Glienice, Ortsamts free( Räbe Rirche). Bortrag: Die Bebeutung bes 1. Mai filr bie Arbeiter. SED weft: Sugenbheim Lindenstraße. Funktionärversammlung. fchaft" Selmbolsslag: Smule Eberswalder Str. 10. Arbeitsgruppe, Werbebegirt Prenzlauer Berg I: Jugendheim Danziger Str. 62, Werbebezirksversandsgung. Beginn% 8 Uhr. Werbebeair! Teltowlanal: Gemeindefdale Stealis, Ringstraße. Funktionär tonferens. Tagesordnung: Unfere Gruppenarbeit nach der Offerwerbung. 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Sur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird vor unferem Rommiffar, Herrn Stadtober inspektor Senft, auf Mittwoch, den 12. Mai 1926, vormittags 9 Uhr. in unserem Bureau ein Termin anberaumt, zu dem die Unter nehmerin sowie die Widersprechenden unter der Eröffnung geladen werben, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 23 April 1926. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. I Schneider. Markthändler! Straßenverkäufer! Neuester Massenschlager spottbillig, federleicht, farbenprächtig. Jedermann kauft. Enormer Absatz! Größter Gewinn! Besichtigung u. Anleitung: Montag und Dienstag vormittags 10-12 Uhr und nachmittags 6-8 Uhr bel Gummi- ENGEL Potsdamer Straße 131, 1. Ca. 150 Parzellen DR.& M. an, direkt an Staatsforst, ca. 15 Minuten von Birkenwerder Verkäufer täglich ins Restaurant Altes Bergschloß“. Rieger, Berlin C., Gontardstr. 5. " HOFFNUNG 66 Bekleidungs- Industrie G. m. b. H. 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Die gegenwärtigen höheren Preise erklären sich neben dem Produktionsrüdgang aus aus der Abschwächung des Ron furrenzfampfes infolge der riesigen amerikanischen zusammenschlüsse in der Delindustrie, vornehmlich durch den Auflauf der kalifornischen Delfelder, wodurch die Ueberschwemmung des Weltmarkts mit falifornischem Del verhindert werden soll. Die Deldiplomatie arbeitet jetzt mit starken Mitteln gegen die russische Konturrenz. Der Delmagnat und Führer des Shell Trusts, Sir Deterding, entfaltet eine große Propaganda gegen das Del aus den gestohlenen" russischen Delgruben. Noch vor turzem batte er selber riesige Mengen russischen Rohöls gekauft. Troß des Preisrückgangs im vergangenen Jahr waren die Gewinne der Delfonzerne viel größer als vor einem Jahr. Die Reingewinne der Standard Oil von Indiana erhöhten sich um 30 Proz., andere Delkonzerne ver. mochten ihre Gewinne um 70 bis 120 Broz. zu steigern. Im allgemeinen wird angenommen, daß dank der höheren Preise diese Gewinne sich im laufenden Jahr noch erheblich höher stellen werden. In der Delpolitit geht es wieder lebhaft her, das Del spielt als bewegender Faktor der Weltpolitik wieder eine große Rolle. Zwei Länder haben in jüngster Zeit Gefeße zur Errichtung von Deleinfuhrmonopolen eingeführt: Frankreich und die Türkei, Zwischen England und der Türkei werden um den Besitz von Mossul neue Berhandlungen geführt, die sich ohne Zweifel auch auf die Ausbeutung der Delgruben um Mofful ausmirfen werden. Die im englischen Regierungsbefiz befindliche AngloBerfien- Delgesellschaft ist im Begriff, in Ceylon und Aegypten neue Delunternehmungen zu gründen, die der Delversorgung der englischen Kriegs- und Handelsflotte dienen sollen, und denen deshalb eine politische Bedeutung beigemessen wird. Der Konflikt zwischen den Bereinigten Staaten und Merito hat sich infolge des neuen merikanischen Delgesetzes sehr verschärft. 3war ist es den amerikanischen Konzessionären gestattet, 100 000 Hettar Land mit nachgewiesenen Petroleumvorkommen und weitere 200 000 Hettar mit mutmaßlichen Vorkommen zu erwerben und die Konzeffion 50 Jahre lang zu behalten, dennoch ist das amerikanische Deltapital unzufrieden und betrachtet das neue Gesetz als einen Bruch des im Jahre 1922 zwischen den Bereinigten Staaten und Merito getroffenen Abkommens. Großes Aufsehen haben die französisch russischen Delverhandlungen erregt Rußland wünscht, größere Kredite zu erhalten und wäre dafür unter Umständen bereit, große Delfonzessionen zu gewähren, die von einer gemischten ruffisch- französischen Gesellschaft ausgebeutet werden sollten. Ja, es ist auch von der Gewährung eines Delausfuhrmonopols für diese Delgruppe die Rede. Aus den Gewinnen dieser Deltonzeffionen bzw. des Ausfuhrmonopols sollten dann die französischen Gläubiger Rußlands aus der Borkriegszeit befriedigt werden. Die Berhandlungen werden von französischer Seite durch eine Großbant geführt, die enge Beziehungen zum amerikanischen Deltapital hat, weshalb man annimmt, daß im Falle der Berwirklichung dieses Blanes der amerikanische Standard Oil Trust an der Ausbeutung beteiligt wird. Ohne die Zustimmung amerikanischer Finanzleute fann das franzöfifche Kapital die von Rußland gewünschten Kredite schwerlich aufbringen. Auch die Jagd nach überseeischen Delfeldern ist in ein neues Stadium eingetreten. In den Bereinigten Staaten wurden riesige Verschmelzungen von Delgesellschaften voll- lung der kalifornischen Konkurrenz zum Ziele. Auch hier ist zogen, deren hauptsächlichster Zweck der ist, die Konkurrenz des falifornischen Dels einzuschränken. In der Preisent. widlung für Del und Delprodukte sind wichtige Aenderungen eingetreten; nicht weniger bedeutend ist aber die Entwicklung auf dem Gebiet der technischen Ausbeutung und der Arbeiterfrage. Die Weltproduktion von Del und Delprodukten. In der Produktion der Vereinigten Staaten ist im laufenden Jahr ein auffallender Rüdgang eingetreten. Die tägliche Erzeugung der amerikanischen Delfelder lant von 2 150 000 Faß im September 1925 auf 1900 000 im Februar 1926, und feitdem hält der Rüdgang an. Im vergangenen Jahr war eine Steigerung der Beltproduktion bei beständigen und zum Teil rückläufigen Preisen zu verzeichnen. Die Welterzeugung von Rohol stieg von 1013 Millionen Faß auf 1064 Millionen. Bekanntlich liefern die Delgruben Der Bereinigten Staaten etwa brei Biertel der gesamten eltprobuttion. Die Erzeugung stieg bort von 714 auf 758 Millionen Faß. Ihr folgte die merikanische, die aber im Jahre 1925 fehr erheblich, von 140 auf 115 Millionen Faß, zurüdging. Die Erzeugung der übrigen Dellünder betrug 1925 190 Millionen Fez. Bei diesen Ländern war eine erhebliche Steigerung der Produktion zu verzeichnen, vor allem in Rußland, wo sich die Produktion von 45 auf 50 Millionen Faß erhöhte, und in Benezuela, wo die relative Produktionsfteigerung noch viel größer war: sie stieg von 8 auf 20 Millionen. Eine Reforberzeugung hat Rumänien zu verzeichnen, wo die Delgruben erheblich mehr als vor dem Krieg und um ein Biertel mehr als 1924 lieferten, nämlich 16,6 Millionen gegenüber 13,3 millionen 1924. Die Reihenfolge der Delländer in bezug auf die Mengen der Erzeugung ist die folgende: Rußland, Berfien, Holländisch- Indien, Benezuela, Rumänien. Allerdings ist die Ausbeutung der riesigen Delfelder Benezuelas und Berfiens noch taum in. Angriff genommen. Die Jagd nach den Del. felbern richtet sich heute auf die Delquellen Benezuelas, nachdem infolge der Schwierigkeiten der Ausbeutung in den letzten Jahren die Nachfrage nach venezuelischen Konzeffionen ziemlich ver. nachlässigt war. Die Delpolitit des neuen perfifchen Rönigs Rifa Khan steht noch nicht feft. Es scheint aber, daß die englischen Delintereffen wieder einen Vorsprung gegenüber den amerikanischen und ruffischen gewonnen haben. Auch im Gebiet von Hedjas befinden sich große Delgruben. Kürzlich hat eine anglo- sächsische Del. gruppe dem neuen Herrscher des Hedjas, Ibn Saud, den un entgeltichen Ausbau von großen Eisenbahnen zugesagt, wenn ihr dagegen die Ausbeutung der Delgruben überlassen würde. Die Aus beutung der mesopotamischen Delfelder hat noch faum begonnen. Der Vertrag der Turkish Petroleum Co. mit dem Irak( Meso potamien) hat zwar die Delfrage einstweilen gelöst, doch ist der poli. tische Konflikt um den Besitz von Mofful noch unerledigt. Die Benzinerzeugung ist im vergangenen Jahr ge friegen, wobei technische Neuerungen eine große Rolle spielten. Aus Rohöl tönnen heute 31,5 Broz. Benzin gewonnen werden, im vergangenen Jahr nur 27,3 Proa. Außerdem tann jetzt dant eines neuen Verfahrens auch aus Schwerölen Benzin gewonnen werden. Aus diesem Grunde stieg die Benzinerzeugung und auch die Er zeugung von schweren Delen. Der Verbrauch ist dank der außer ordentlichen Zunahme der Automobile, der Umstellung der DampfSchiffe auf Delheizung und infolge des amerikanischen Kohlenstreits auch für Heizzwede sehr erheblich gestiegen. Das falifornische Del hat seinen Platz weiter behauptet, ja verbessert; in Kalifornien wurden im Jahre 1925 232 Millionen Faß erzeugt. Der Grund für den starken Rückgang der Bereirigten Staaten in der letzten Zeit läßt fich noch nicht eindeutig bestimmen. Jedenfalls ist die Auto: mobilkonjunktur seit einigen Monaten in merklichem A 6flauen; vielleicht hat auch die Neuordnung auf den falifornischen Delfeldern zur Abnahme der Deferzeugung beigetragen. Preise und Getvinne. Mit dem Rückgang der Produktion im laufenden Jahr sind bie Preise für Rohol und Delprodukte gestiegen. Im vergangenen Jahr blieben die Preise beständig oder zeigten eine Tendenz nach abmärts. Die Konkurrenz auf dem Weltmarkt war heftig, in Europa besonders infolge der russischen Ausfuhr. Rußland hat seinen Play auf dem Weltmarkt zurüderobert; es führte im Jahre 1924/25 1338 000 Tonnen gegenüber nur 734 000 por bem Kriege aus, erDie Konzentration in der Delindustrie. In der amerikanischen Delindustrie wurden in der letzten Zeit fechs große Deltonzentrationen vorgenommen, welche fast sämtlich die Macht des Standard Oil Trusts vermehrt haben. So wurde die Doheny- Panamerican- Delgruppe eingeschmolzen, des weiteren die Delinteressen der früher englischen Inverforth- Gruppe mit ausgedehnten Delgruben in Kalifornien, Merito und Venezuela. In jüngster Zeit erwarb der Standard Oil Truft die Pacific Oil Co., die größte Delgesellschaft Kaliforniens. Durch diese Erwerbungen beherrscht Standard Oil bereits mehr als ein Fünftel der falifornischen Produktion. Der Truft ist ferner im Begriff, fich die kalifornische General Petroleum Co. anzugliedern. fich die kalifornische General Petroleum Co. anzugliedern. Eine andere Verschmelzung zweier Großfonzerne, der Associated Oil Co. von Kalifornien mit der Tidewater Oil Co. hat ebenfalls die RegeStandard Dil, menn auch nicht ausschlaggebend, beteiligt. Große Ersparniffe an Transporttosten werden durch diese Fujionen erreicht. Ihr Hauptzweck ist aber die Erzielung von höheren Preisen durch geregelte Produktionseinschränkung unter Ausschaltung des Bett Errichtung von Oelraffinerien. bewerbs. Ein neuer Zug in der Entwicklung ist die Errichtung von Delraffinerien in den verschiedenen Ländern, die bisher Delprodukte einführten und nunmehr das Rohöl selbst verarbeiten möchten. Bisher haben die großen Delfonzerne, vor allem Standard Dil, die Rohöl. Dorräte aufgetauft und felbft verarbeitet. Nur so ift es zu erflären, baß die Vereinigten Staaten frog ihrer gewaltigen Produktion mehr als die Hälfte des merikanischen Rohäls einzuführen pflegen. Bor allem gelang es jetzt in England durch Errichtung einer großen Anzahl von Delraffinerien sich auf die Berarbeitung von Rohol einzurichten, wofür die zunehmende Rohöleinfuhr und die gleichzeitig zunehmende Ausfuhr von Delproduften zeugt. Diese Entwicklung fehen wir auch in überseeischen Ländern, wo aber die Weltkonzerne bestrebt sind, die Raffinerien selbst zu betreiben, mie in Argen tinien, wo mit amerikanischem, in Mesopotamien, wo mit englischem Kapital große Raffinerien errichtet werden. In Australien sollen Raffinerien mit staatlicher Subvention gegründet werden. Die großen Delfonzerne verstärken ihre Versuche, sich die Märkte in den einzelnen Ländern durch Eroberung des Reinhandels zu sichern. Dafür ist bezeichnend der Kampf der großen Deltrusts in Belgien, wobei diese sich die Kundschaft der fleinen Händler durch verschiedene Bergünstigungen, vor allem durch unentgeltliche Verteilung ihrer Pumpen, zu sichern trachten. Arbeitsparende Maschinen bei der Rohölverarbeitung. Dank der Erfindung neuer Verfahren und technischer Berbesserungen arbeiten die meisten Raffinerien heute unter weitestgehender Anwendung maschineller Einrichtungen und Ausschaltung manueller Arbeit. Als Beispiel dafür, bis zu welchem Grade die menschliche Arbeitskraft ausgeschaltet und ihr Ersatz durch die Maschine bereits erreicht wurde, führt B. Mauthner im Wirtschaftsdienst die Errichtung einer Benzingewinnungsanlage aus Erdgas durch den Shell Trust im Signal Hill- Felde an. In dieser Anlage wird aus täglich 2 Millionen Kubikmeter Gas Benzin gewonnen und der Reft verkauft und verfeuert. Die ganze Anlage wird mit nur fünf Arbeitern betrieben. " A. H. Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage. Kredite und Krisenlösung. Ueber Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage in der Rheinproving berichtet neuerlich das Landesarbeits- und Berufsamt in Düsseldorf, das durch seine sorgfältigen Kommentare der Arbeitsmarktlage betannt ist. Es sei eine Berkennung der Wirtschaftslage, wenn man eine baldige durchgreifende Besserung des Arbeitsmarktes erwartet. Im Bergbau und in den bekannten notleidenden Industrien sinkt Die Feier der Arbeitsmarkt weiter, wenn auch ganz langfam. schichten mehren sich, in der Kleineisenindustrie sind wieder Betriebe zum Erliegen gekommen. Die angebotenen Arbeitsstellen find in vielen Fällen nur furzfristige Gelegenheits. arbeiten. In der Textil industrie ist die Kurzarbeit weit ver breitet. Die Kurzarbeiterunterstütung ist auf 6 Wochen befristet. Für zahlreiche Arbeiter ist diese Frist abgelaufen und sie scheiden, obwohl die Kurzarbeit andauert, aus der Unterstüßung aus. Die durch Monate hindurch fortgesetzte Kurzarbeit zeigt die ganze Schwäche der Lage, ganz abgesehen davon, daß der Wirkungsgrad der nur teilweise beschäftigten Betriebe schlecht ist. Hier wird der Ronkurrenstampf noch längere Zeit fortgehen, bis sich zeigt, welche Betriebe sich eine volle Beschäftigung sichern tönnen." Sehr beacht lich ist die Schärfe, mit der sich das Amt gegen die Hoffnung menbet, daß man durch weiteres Deffnen des Kreditventils die Beschäftigung beleben und die Krisis vor allem des Arbeits. martts beseitigen oder mildern könne. Die Hoffnung werde sich in weitem Umfange als trügerisch erweisen. Die Vorstellung von dem Kriditventil als Wirtschafts- und Arbeitsmarktregulator hat fich in der Oeffentlichkeit nach den Erfahrungen der legten Jahre so festgefeßt, daß fie gegenmärtig der Gesichtspunkt ist, unter dem ber Sonntag, 25. April 1926 Konjunkturablauf betrachtet wird. Wie so oft in den letzten Jahren setzen sich die wirtschaftlichen Anschauungen in der breiten Deffent. lichkeit erst dann durch, wenn die ihnen zugrunde liegenden Tatfachen ihre Blütezeit bereits hinter sich haben. Heute, wo man sich ängstlich hütet, die Wirtschaft künstlich aufzublasen, ist die Möglich feit, die Beschäftigung der Industrie und den Arbeitsmarkt durch Rredite über die durch die Absahmöglichkeiten und Kauftraft gezogenen Grenzen hinaus zu beleben, beschränkter als in den vergangenen Jahren. Von den Wirkungen der Ermäßigung des Reichsbankdisfonts merkt man in der industriellen Tätigkeit wenig." Die Herausstellung des Gesichtspunktes, daß die Gewäh rung von Krediten fein Weg zur Krisenlösung fein fann, erscheint uns im gegenwärtigen Augenblid besonders wichtig, wo die Neugewährung und zum mindesten Verlängerung besonders öffentlicher Kredite von Industrie, Landwirtschaft und Handwerk als eines der entscheidenden Mittel wenigftens zur Krisenhemmung angesehen wird. Alzusehr wird dabei immer wieder übersehen, daß, wo es sich um öffentliche Gelder handelt, bei der Kreditgewährung es sich nicht um eine Bermehrung, sondern nur um eine Berschiebung von Geldern handelt, die Marft taufkraft und damit Aufträge werden. Mit solchen Berschiebungen aus der öffentlichen Hand in Unternehmerhände kann die Gesamtheit der möglichen Aufträge nicht wachsen; im Gegenteil, die Kredite dienen vielfach zur Vertagung unvermeidlicher Wertverluste an der Substanz und zur Hochhaltung der Preise. Sie wirken also der reinigenden und preissenkenden Wirkung der Krise entgegen, ohne auf die Dauer für den Arbeitsmarkt irgendwelche Entlastung zu bringen. Giner anderen These des Rheinischen Arbeitsamts muß allerdings widersprochen werden. Im Gegensatz zu seiner Auffaffung ist die Schärfe und Dauer der Krise ganz zweifellos mit eine Folge der scharfen Kreditbedingungen der privaten Banken und ihrer Kartelle geroefen, und jedes Mittel, das die Kreditkonditionen der Bankenkartelle zu drosseln oder zu sprengen vermag, ist als Dazu gehören allerdings viel Krijenlösungsmittel zu begrüßen. wengiger, als man allgemein glaubt, Distontherabsehungen der Reichsbant, die heute ja nicht mehr die Lenferin, sondern die Ge fangene der Situation ist. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Bantenfartelle zum 1. April ihren Mitgliedern die Wechseldistontierung freigeben mußten, weil die Bankenfartelle durch das Ausbrechen von niede riger diskontierenden Mitgliedergruppen sonst aufgeflogen wären. Daß gute Warenwechsel heute vielfach unter 6 Prozent herein genommen werden und der Warenumschlag Infolgedessen viel billiger erfolgen tann als früher, ift zweifellos ein frisenlinderndes Moment, das auch für den Arbeitsmarkt gewisse günstige Folgen hat. Der Berliner Arbeitsmarkt. Keine Besserung. Die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt ist auch in der Berichtsmoche vorherrschend geblieben. Unverkennbar ist jedoch, daß in der legten Zeit nicht nur die vorher eingetretene Befferung zum Still stand gelangt ift, sondern der Arbeitsmarkt überhaupt zur Ber Schlechterung neigt. Die Zunahme der Arbeitsuchenden Dabei ist zu bemerken, daß der darüber hinausgehende Zugang duré beläuft sich in der Berichtswoche auf rund 700 Perfonen. erhöhte Anforderungen aus der Landwirtschaft, Gärtnereien und anderen Außenberufen ausgeglichen wurde. Auch im Gastwirts gewerbe macht sich allmählich ein gesteigerter Bebarf an Saisonpersonal bemerkbar, der jedoch dem Kräfteangebot bisher noch bet weitem nicht entspricht. Dagegen blieb die Entwicklung in den Industrien, namentlich in Metall- und Holzindustrie, im Spinnstoffgewerbe und in der Zellstoff: nud Papierherstellung und verarbei tung rüdläufig. In der Metallindustrie hat sich die Arbeitslosigkeit in der Berichtswoche allein um rund 1000 Personen erhöht. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, daß hier mit einer weiteren Verschlechterung zu rechnen ist. Der sonst um diese Zeit erfahrungsgemäß im Bekleidungsgewerbe einfegende Aufstieg entspricht nicht den Erwartungen. Auch im Baugewerbe find die Aussichten noch immer nicht günstig. Eine Belebung ist vorläufig in der Hauptfache nur bei den Malern in Erscheinung getreten, ganz abgesehen davon, daß überhaupt im gesamten Baugewerbe eine recht erheb liche Fluktuation stattfindet. Es waren 245 507 Berfonen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 244 883 der Borwoche. Darunter befanden sich 164 607( 165 078) männliche und 80 900( 79 805) weibliche Personen. Unterſtügung bezogen 133 698( 134 674) männliche und 56914 ( 56 235) weibliche, insgesamt 190 612( 190 909) Personen. Am 23. April 1926 waren bei Notstandsarbeiten beschäftigt 3885 Perfonen. Außerdem wurden bei anderen Arbeiten der Stadtgemeinde Berlin am 23. April d. J. 12 401 Personen beschäftigt. Die Zahl der zu gemeinnüßigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 54 gegen 45 der Bormoche. Preußische Pfandbriefbant- A.- G. Um die Majorität des Afilen fapitals dieser Gesellschaft tobten vor einigen Jahren zwischen der Roggenrentenbank und der Agrar und Commerzbant heftige Kämpfe, die ein Ende fanden, als die Majorität des letzteren Inftituts in die Hände der Roggenrentenbank überging. Die Pfandbriefbank erzielte 1925 bei einem Aftienfapital von 4 Millionen Marf einen Reingewinn von 1084 104 Mart, aus dem eine 9 prozentige Dividende zur Verteilung gelangt. In der Bilanz erscheinen Goldhypothekenpfandbriefe und die entsprechende Deckung durch Goldhypothefen mit 55 314 500 Mart. Das Institut verfügt über Darunter find flüssige Mittel in Höhe von 5503 773 Mart. 4 653 904 Mart Bankguthaben. In der Uebersicht, welche die Verwaltung in der Generalversammlung über das laufende Geschäftsjahr gab, bestätigte auch fie die Belebung des Pfandbriefmarktes im ersten Vierteljahr 1926. Die Bant erzielte in dieser Zeit den Refordumsatz von 20 Millionen Mart. Durch die inzwischen aufgetretene Konkurrenz der Kommunal- und Industrieanleihen, die einen schr erheblichen Teil des Geldmarktes in Anspruch nehmen, ist eine fleine Abschwächung im Absatz von Pfandbriefen eingetreten. 8- Millionen- Anleihe für Aschinger. Die bekannte Aschinger Gesellschaft, die im abgelaufenen Geschäftsjahr 1925 mit gutem Geihre Dividende wird wahrscheinlich winn gearbeitet hat nimmt eine Obliwieder 12 Prozent wie im Vorjahr betragen gationenanleihe in Höhe von 8 Millionen Mart auf. Die Mittel follen zum weiteren Ausbau der Fabrikation und der Gaststätten dienen. Der Ausgabeturs für die mit 8 Prozent verzinslichen Obligationen stellt sich auf 95% Prozent und ist damit für die Gefellſchaft relativ günftig; er ist höher als bei den anderen Industrieanleihen, die in den leßten Wochen zustande famen., Angesichts der Ueberfülle am Geldmarkt find die anlagefuchenden Banken also jent bereit, den Kreditnehmern günstigere als die noch vor wenigen Tagen gestellten Bedingungen zuzubilligen. Eine neue Industriepfandbriefbant in Baden. Auch Baden Industriepfandbriefbant den langfristigen Rapitalbedarf der mittfolgt dem Beispiel Sachsens und der Pfalz, durch Gründung einer leren und fleineren Unternehmungen zu befriedigen. Der badischen Staatsregierung liegt ein biesbezüglicher Gefeßentwurf bereits vor. Parteinachrichten Stufenbungen für biefe Rubrik find Berlin 68. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin muß ausfallen. Die flets an Das Begirisjettetariat 2. Hai, 2 Tres. redits, an richten 3. Areis Webbing. Maifeier am Sonnabend, 1. Mai, in ben Pharusfälen, Millerfte. 142. Eintritt 70 Pf. Alle Genoffen mit ihren Familien find herzlichst eingeladen. Feftrede: W. Dittmann. Dienstag, 27. April, 7 Uhr, Gigung der Abteilungsmietervertreter bei Kroll, Utredyter Str. 21. Jede Ab teilung muß unbedingt vertreten sein. Für Genoffinnen und Genossen, fowie Sympathisierende, die Mitglieder des Bereins der Freidenfer file Feuerbestattung find, findet am Donnerstag, 29. April, 6½ Uhr, im großen Pharusfaal, Müllerstr. 142, die ordentliche Kreisversammlung flatt. Bericht von der Reichsgeneralversammlung. Bericht von der Freigeistigen Woche. Wahl des Kreisvorstandes. Alle Mitglieder müffen pünktlich und reftlos erscheinen. Arbeiterwohlfahrt: Montag, 26. April, nachmittags 2 Uhr, Besichtigung des Erziehungsheims Lindenhof. Treffpunkt um 2 Uhr am Eingang des Heims. 4. Areis Brenzlauer Berg. Montag, 26. April, 7 Uhr, Sigung des engeren Rreisvorstandes mit den Abteilungsleitern bei Burg, Prenzlauer Allee 189. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, 26. April, 7 Uhr, Gigung des Rreisbilbungsausschusses bei Bieler, Dieffenbachftr. 76. 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, 27. April, 148 Uhr, erweiterte Bot ftandshigung im Rathaus, Zimmer 1. 9. Rreis Wilmersdorf. Mittwoch, 28. April, 8 Uhr, im Biktoriagarten, Wilhelmsaue 114/115. Republikanischer Abend. Referent: Sandtagsabge ordneter Erich Ruttner. Alle Genoffinnen und Genossen müssen erscheinen. 11. Areis Schöneberg. Arbeiterwohlfahrt: Montag, 26. April, 8 Uhr, bei Rönig, Feurig- Ede Brinz- Georg- Straße. Gikung mit den Wohlfahrts. pflegern, Kommissionsvorstehern und unseren Selfern. Sungjozialifen. Gruppe Tiergarten: Rusammenkunft am Dienstag, 27. April, Für diefen Abend angefekte Aussprache findet ant Dienstag, ben 18. Mai, ftaft. Alle Mitglieder beteiligen fich am Montag, 26. April, an der Generalversammlung im Breußischen Landbag. Mitaliedstarten und Gruppenbescheinigungen über Beitragszahlung nicht vergessen. Gruppe Nex föln 1: Sonntag, 25. April, frlih 6 Uhr, Treffpunkt ant Görliker Bahnhof. Fahrt nach der Dubrowforft. Gruppe Neukölln II: Sonntag. 25. Avril, abends 8 Uhr, im Jugendheim Ranner Ede Böhmische Straße. Luftiger Abend, ausaeftaltet von der Gemeinschaft Beigelt aus der Rütlifdule. Arbeiterjugend und Varteigenoffen willkommen! Frauenveranstaltungen am Montag, 26. April: 2. Kreis Ziergarten. 7½ Uhr bei Berger, Levekom Ede Jagowftraße. Frauenabend. Borttag: Familienhilfe in den Krankenkassen". Referent: Dr. Friedeberg. Gäfte willtommen. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 25. April. T 12. Arcis Steglig, Lichterfelbe, Lankwik. Montag, 8 Uhr, Areisvorstands fikung an bekannter Stelle. 13. Rreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichtenrade. Montag, 26. April, 7% Uhr, Fraktionsfigung in Tempelhof, Rommiffionssigungszimmer. Dienstag, 27. April, 7% Uhr, bei Niendorf, Chausseeste. 19, Kreisvorstands fizung. Bünktlich erscheinen, da Bimmer geräumt menden muß. 14. Areis Reukölln. Seute, Sonntag, nachmittag 4 Uhr große Reichsbannerfundgebung auf dem Sportplag Raiser- Friedrich Ede Innstraße. Die Genoffen werden ersucht, au flaggen. Montag, 26. April, 7 Uhr, Abteilungsstündchen. c) G. de Sylvat: Susie( Kapelle Gebrüder Steiner). Teiter: Befpredyung im Parteibureau. 15. Areis Treptow. Mittwoch, 28. April, 71 Uhr. in Niederschöneneide, Berliner Ede Fennstraße, bei Thiel, Kreisvorstanbslikuna. Abteilungs. Teiter fowie die Vertrauensleute der Partei im Bevein ber Freidenker filt Feuerbestattung find eingeladen. 16. reis Ripenid. Montag, 26. April, 7 Uhr, in Köpenid, bei gabel, Freiheit 5, Sigung des Kreisvorstandes. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, 26. April, 6 Uhr, Fraktionsfigung der Bezirks verordneten mit den Bürgerbrputierten im Rathaus. Alle müffen erfcheinen. Um 8 Uhr Gigung des engeren Streisvorstandes mit den Abteilungsleitern der Abteilungen 114 bis 119 im Rathaus, Simmere 25. Fraktion ber soz. Elternbeiräte und Lehrer: Freitag, 30. April, pünktlich 7 Uhr, findet in der Bibliothet, Weichselftr. 28, eine wichtige Sigung ftatt. Tagesordnung: Die Elternbeiratswahlen, Die Obleute der einzelnen Schulen müssen dazu alle fog. Elternbeiräte und Barteigenoffen, die schulpflichtige Rinder haben, einladen. Interessenten aller Schulen des 17. Bezitts er halten Auskunft über die Elternbeiratsmahlen bei Blattner, D 112, Crof fener Str. 8, linker Seitenflügel 4 Treppen. 18. Rreis Beißenfee. Montag, 26. April, 7% Uhr, bei Gallas, Rreisvorstands. hung. Die Bezirksführer bringen die Elternbeiratsliften mit. Die Elternbeiräte werden dringend gebeten, bestimmt au erscheinen. Montag, 26. April, 7 Uhr, int Rathaus, Rimmer 21, wichtige Fraktionsfihung. 20. Kreis Reinidendorf. Alle Genoffen und Genoffinnen, welche Mitglieder des Bereins der Freidenker für Feuerbestathing find, werden gebeten, fich bei den Abteilungsleitern der Partei zu melden. Morgen, Montag, 26. April: 38. t. 8 Uhr bei Bartusch, Friebenstr. 88. Funktionärfisung. Alle Genoffen milfsen erscheinen. Die Genoffinnen treffen fich um 6½ Uhr ebenda zu einer wichtigen Besprechung. 46. Abt. 7 Uhr bei Eichhols, Cusrnftr. 23, wichtige Funktionärsizung. Er fayeinen alle Funktionäre, besonders der Zeitungstommiffion, unbedingt erforderlich. Auf Wunsch treffen fich die Genoffen des Beveins der FreiDenker für Feuerbestattung bereits um 6½ Uhr zu einer wichtigen Be Sprechung. 77, Abt. Schöneberg. 7 Uhr 1. Arbeitsgemeinschaft über Berfaffungsrecht, Apostel- Paulus- Str. 7, 4 Treppen. 83. Abt. Lidhterfelbe. Alle Bezirksführer und sonstigen tätigen Genoen tref. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 11.30-12.50 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik. 1. a) Friedrich der Große: Armeemarsch Nr. 1 ( Hohenfriedberger), b) Gillet. La lettre de Manon. c) SchubertBertė: Potpourri aus der Operette Dreimäderlhaus"( Kapelle Gebrüder Steiner). 2. a) R. Radecke: Aus der Jugendzeit( bearb. von J. Mohr), b) A. de la Hale: Minnelied, c) A. v. Othegraven: Vogel, flieg' weiter, d) A. v. Othegraven: Schönstes Kind, zu deinen Füßen, e) Fr. Silcher: Die drei Röselein( Professor- FelixSchmidt- Quartett. Leitung: Willi Gneiẞ). 3. a) Tarenghi: Serenade, b) Liszt: Liebestraum. c) Boccherini: Menuett( Kapelle Gebrüder Steiner). 4. a) Fr. Silcher: Wohin mit der Freud'? b) W. Moldenhauer: Röschen( Flämisches Tanzliedchen), c) Fr Silcher: Abschied( Schwäbische Volksweise). d) Fr. Silcher: Nun leb' wohl, du kleine Gasse( Prof-Felix- Schmidt- Quartett). 5. a) Jos. Strauß: Dorfschwalben. Walzer, b) H. Steiner: Nur ein Viertel1.10-2.10 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden. 1. Eugène Goosens: Sonate für Violine und Klavier, op. 21. Allegro con anima Molto adagio Con brio( Francis Arányi, Violine, und Felix Petyrek, Klavier). 2. Hába: Variationen über ein Thema von Schumann( Felix Petyrek, Klavier). 3. Ernest Bloch: a) Zerknirschung, b) Improvisation, aus Baal Schem"( Francis Aranyi). 4. Petyrek: Konzertetüden nach J. B. Cramer( Der Komponist). 5. Karol Szymanowski: Romanze. op. 23( Francis Aranyi). Am Flügel: Felix Petyrek. 2.20 Uhr nachm.: Schachfunk( E. Nebermann). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Karl Müller: Fütterung der Schweine". 330 Uhr nachm.: Funkheinzelmann. Funkheinzelmann bei den Tieren von Hans Bodenstedt. Erzählt vom Funkheinzelmann. 4.30 Uhr nachm.: Miniaturdramen von M. Baring. 1. Königliche Ehefreuden. 2. Xantippe und Sokrates. Vorgetragen von Ida Orloff. 5-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7 Uhr abends: Regierungsrat Dr. Mario Krammer:„ Berlin im Wandel der Zeit( die Stadt unter Friedrich dem Großen). 7.25 Uhr abends: Dr. Franz Leppmann: .Aus der Weltliteratur( Cervantes Don Quichotte)". 7.55 Uhr abends: Oberpostrat Hermann Thurn: Aufgaben und Ziele des deutschen Rundfunks". 8.30 Uhr abends: Heiterer Abend. 1. Halvorsen: Marsch der Bojaren( Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman). 2. K. Zorlig: a) Ich hab' ein Herz voll Liebe zu verschenken, b) Johanna geht und niemals kehrt sie wieder, aus der Operette„ Der Graf von Cagliostro"( Edith Karin, 3. Fresco: Aus südlichen Sopran, und Artur Hell. Tenor). Sphären. Walzerintermezzo Lied- Kleiner Marsch. 4. Künnecke: a) Mädchenaugen, Mädchenwangen, b) Mein schönes Kind, sei nicht blind, aus der Operette„ Die hellblauen Schwestern"( Edith Karin und Artur Hell). 5. Becce: Souvenir de Capri( Berliner Funkkapelle). 6. R. Winterberg: a) Im Himmel wird darüber Buch geführt, b) Ich habe wieder mal nichts anzuzieh'n. fen fich 8 Uhr pünktlich bei Quandt, Hindenburodamin Ede Moltkestraße. Operette Die offizielle Frau", c) Kálmán: Ich möchte träumen, Wichtige Tagesordnung. Erscheinen unbedingt erforderlich. 101. bt. Treptow. 7 Uhr Vorstandsfihung in der Spedition Graekstr. 50. 132. Abt. Blankenburg. 7% Uhr bei Alug, Dorfffr. 2. Außewrdentliche Dat gliederversammlung. Tagesordnung: Unsere Maifeier. Alle Genoffen müfen erscheinen. Dienstag, 27. April: 1. Abt. Die Filmvorführung Unfer Ronfum findet um 7 Uhr in der Schulaula Friedrichstr. 126 flatt. Eintritt 30 Bf. Rarten find in ber 5. und 119. Abgabeftelle der RGB. zu haben. Achtung! Die Rarten zut abzurechnen. Daifeier find spätestens bis Mittwoch, 28. April, beim Raffieret Dittmann 7. Abt. Die 5. unb 119. Abgabestelle der RGB. veranstalten um 7 Uhr in der Goulaula Friedrichstr. 126, an Oranienburger Tor, eine Filmvorführung Unser Sonfum". Wie bitten um zahlreiche Beteiligung. 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr im Restaurantur Linde". Sigung bes engeren Borstandes. 101. Abt. Treptow. 7% Uhr im Zeichen faal der Schule Bildenbrachstraße. Mitglieder- Werbeversammlung. Vortrag: Sozialdemokratie und Bolts. entscheid". Referent: Erich Ruttner, M. d. 2. Alle Borwärtslefer und Sympathisierenden find eingeladen. Mittwoch, 28. April: 32. 206. 7 Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtftr. 36a. Mitglieder versammlung. Bortrag: Gozialdemokratie und Bolfsentscheid". Referent: Abolf Buſchid. Gäfte willfommen. Die Bezirksführer laben ein. 42. Abt. 7 Uhr in den Blücherfälen, Blücherftr. 61. Bichtbilbervortrag: Die deutsche Reichsverfassung". Unkostenbeitrag 20 f. Karten find bei den Bezirksführern zu haben. Bortragender: Wilhelm Richter. 141. Abt. Rofenthal and Rieberschönhausen- Beft. 7% Uhr im Lokal Barthon, Rurfürftened. Mitgliederversammlung. Bortrag: Sozialdemokratie und Boltsentscheid". Referent: Franz Rokle, M. d. R. Die Bezirksführer Laden alle Freunde und Befanitte bestimmt ein. Bernan und Umgegend. Gruppenkonferenz 8 2hr. Bortong bes Bastors Bruno Theel, Berlin. Gruppenangelegenheiten. Vokal: Hermann Modisch, Bernau, Raifernfrage. * 29. Abt. Bezirksführer, Freifarten zur Maifeier für Erwerbslele abholen bei Burg Brenzlauer Allee 189. 80. Abt. Schönebeg. Alle Abteilungsleiter mit fchulpflichtigen Rinbern werben dringend gebeten, die ausgefüllten Fragebogen bezüglich der Elternbeirats mahlen unbedingt bis Ende April an den Abteilungsleiter Karl Begner, Rubensftr. 29, zurüidzuliefern. Formulare sind noch bei dem Genannten au haben. Jungfozialisten. Montag, 26. April, 7 Uhr, im Breußischen Samb. ing. Bring- recht- Str. 5, Generalversammlung. Alle Mitglieder be teiligen fich baran. Am Saaleingang find Mitgliedstarte und Bescheinigang der Gruppenleitung vorzuzeigen, 6 Uhr ebenda Sigung des Arbeitsausfchuffes. aus der aus der Operette Gräfin Mariza"( Edith Karin und Artur Hell). 7. Lindemann: Hier Schlager, wer dort, Potpourri( Berliner Funkkapelle). Anschließend: Bekanntgabe derneuesten TagesWetterdienst, nachrichten, Zeitansage. Sportnachrichten. Theater und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik ( Funktanskapelle. Leitung: Konzertreister Franz v. Szpanowski). Montag, den 26. April. 9. Kreis Bilmersdorf. 8 Uhr bei roths, Soffieinthe Str. 80. Bartzag: Erziehungsfragen und Elternbeiratswahlen". Referentin: Stadtverordnete Lisbeth Riedger. 4. Abt. Die Genoffinnen beteiligen fich refilos an dem Frauenabend der 5. Abt. im Rosenthaler Sof. 5. Abt. 716 Uhr im Rosenthaler Sof. Rofenthaler Str. 11/12. Botfrog: Frauenleiden". Referent: Dr. Mayer- Brodnik. 8. Abt. 8 Uhr Frauenleseabend bei Ridert, Steinmek ftr. 36a. Bortrag der Genoffin Mathilde Burm. 14. b. 7 Uhr bei Gottschall, Butbuffer Str. 24. Botirog: ,, Kulturfragen". Referent: Genoffe Lohmann. Gäfte millkommen. 27, Abt. 7 Uhr bei Bogdanowik, Sonnenburger Str. 1. Bortrag: Seim tultur". Referentin: Genoffin Gotthelf. Gäste willkommen. 32. Abt. 7% Uhr in der Schule Lange Str. 31, Zimmer 1. Bortvag: ,, Gozialistische Erziehung". Referent: Genoffe Sauch. Me Genofsinnen müssen erscheinen. Neumahlen. 34. bt. 7 Uhr bei Tiedke, Litauer Str. 5. Seitere Rezitationen, Lieder zur Baute. Bortragende: Life Albrecht und Theo Maret 41. Abt. 7 Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5. Bortzog det Genoffin Hedwig Schwarz. 42. Abt. 7% Uhr bei Söhlte, Bergmannstr. 69. Bortrag: Die Weber". Re. ferent: Baftor Frande. 45. bt. 7 Uhr bei Bogelsang, Glogauer Str. 17. Seiterer Abend. Bor. tragender: Heinz Barthel. Gäste willkommen. 47. Abt. 7 Uhr bei Lehmann, Muskauer Str. 1. Bortrag: Jugend und Sozialismus. Referent: Genosse Sainte. Reutöln. 91. Abt. 7% Uhr bei Lüddede, Rarlsgarten ftr. 12. Bortrag der Genoffin Stadtverordneten Agnes Fahrenwaldt. 96. Abt. 7% Uhr bei Lohann, Bipperstr. 18. Bortrag: Die Frau und der Sozialismus". Referent: Wilhelm Richter. 99. Abt. Brig. 18 Uhr im Jugendheim Chauffeeftr. 48. Bortrag der Genoffin Solz über Wirtschaftsfragen. Gäste herzlich willkommen. 103. Abt. Oberschöneweide. 7½ Uhr Seiterer Abend bei Imbeng. Bilhelminenhofstr. 34. Alten 139. Abt. Tegel. Deffentliche Frauenversammlung 8 Uhr im Krug", Hauptstraße. Bortrag mit Lichtbildern: Die Gefahren ber künft lichen Unterbrechung der Schwangerschaft". Bortragende: Frau Dr. WaLuza und Dr. Hausdorf. Alle Genoffinnen milffen refilos erscheinen. Gäste willkommen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, 27. April: 28. Abt. 8 Uhr bei Bartelt, Wörther Str. 19. Bertrag: Seimtultur". Re ferentin: Genoffin Gotthelf. Reukölln. 95. Abt. 7 Uhr bei Grieger, Leffingstr. 9. Bortrag ber Genoffin Meyer- Lugau. Erscheinen dringend erbeten. 97. t. 7 Uhr bei Rukki, Leineftr. 1. Bortrag: Die Wohlfahrtseinrichtungen der Stadt Wien". Referentin: Genoffin Gök. 102. Abt. Banmschulen weg. 7½ Uhr im Lokal Sak, Baufouienftz. 72. Bortrag: Körperkultur". Referentin: Lisa Albrecht. Mit praktischen Borführungen. Gäfte willkommen. 137. Abt. Reinickendorf- Weft. 7 Uhr im Bollshaus Earnwebertrake Bor trag: Bolfsentscheid und Sozialdemokratie". Referentin: Buise Rahler. 140. Abt. Borfigwalbe. 7½ Uhr im Lofal Woitschach, Ernststr. 1. Bartrog: Die Frau im Cherecht". Referentin: Che Scheibenhuber. Sente, Sonntag, 25. April, gehen mir nach der Rönigsbeibe. Homarich nach Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde Reutila. Gruppe Sergbergplak: mittags 1½ Uhr am Herzbergplak. # Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Genofie Franz Feist, Stralouer Gtr. 51a, der feit Beftehen des Blattes Vorwärtslefer war und vorher schon das Berliner Boltsblatt las, ift im 69. Lebensjahre gestorben. Einäscherung Montag, 26. April, im Arematorium Baumschulenweg. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Sebastianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Mitte. Di., d. 27., 7 Uhr, Lichtbildervortrag über„ Der deutsche Rhein", Rosenthaler Hof. Angehörige und eingeführte Gäste haben Rutritt. Sonntag, d. 2., 9½ Uhr, Generalappell Turnhalle kleine Frankfurter Straße( 5. Oberrealsdule). Sämtliche Mitglieder, auch paffive, müffen erZiergarten. Di., d. 27., fcheinen. Anschließend Ummarsch 4. Kamerabschaft. 8 Uhr, Bollversammlung im Artushof, Berleberger Straße. Raulsdorf. Drtsverein Raulsdorf: Di., d. 27., 8 Uhr, Gigung im Restaurant Jägerheim, Rauls. dorf- Süd. 20 in Jo Bereinigung der Freunde von Religion und Bältertrieben. Genoffe Bfarrer Bleier spricht am Sonntag, 25. April, abends 6 Uhr, in der Philipp- Melandton- Rirde, Rranoldstr. 16, über Die Religion der Naturfreunde", vormittags um 10 Uhr am gleichen Tage und mit gleichem Thema in der Trinitatisfird e Charlottenburg. Maifeier am 2. Mai, nachmittags 4 Uhr, in der FürstinBismard- Schule Charlottenburg. Rarten find u. a. auch beim Genoffen W. Schönherr, Steglis, Schönhauser Str. 14, zu haben. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i. 8. B. Groß- Berlin: 27. April, 7% Uhr, öffentliche Boltsversammlung Schulaula Infelftr. 2/5. Dr. Bartel spricht über Biochemische Heilungen bei Rrantheiten aller Art". Zutritt frei für jedermann. Bezirk Weißensee. Montag, 26. April, 7 Uhr, Lokal Gallag, Lehderstr. 122, Ede Greifswalder Straße. Bortrag über ,, Biochemie und Arbeiterschaft". Fragebeantwortung. Jeber hot Zutritt. Sumboldt- Hochschule. Deutschlands affische Runft behandelt Dr. CohnWiener in einem Sichtbildervortrag zugleich als eine Borbereitung für eine Pfingstreise nady Bamberg, Nürnberg, Rothenburg, Donnerstag 8 Uhr in der Kula Dorotheenftr. 12 Tennisabteilung des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Beißenfee. Montag, 26. April, von 4-8 Uhr, Spielen auf den Tennispläßen Schön. Ede Rennbahn ftraße. Anschließend 8 Uhr im Turnerheim auf der Rennbahn Abteilungsfigung. Freunde herzlich willkommen. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten die Fran. 4.30 Uhr nachm.: Novellen. Die Stunde der Sterne". Eine Brahms- BrucknerNovelle von R. Hohlbaum. Gelesen von Amandus Grohmann. 5.15-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman). Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 6.35--7.20 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). 6.35 Uhr abends: Abteilung Technik. Technische Wochenplauderei( Ing. Joachim Boehmer). 7 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Prof. O. Colson). 7.30 Uhr abends: Dr. Georg Zehden: Wann soll man in die deutschen Kurorte gehen?" 7.55 Uhr abends: HansBredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Kunstwissenschaft. Dr. Max Osborn:„ Meister der klassischen Malerei". Albrecht Dürer. 8.30 Uhr abends: Orchesterkonzert. Unter Mitwirkung von Theophil Demetriescu, Klavier. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 1. Haydn: Sinfonie mit dem Hornsignal( Auf dem Anstand) Nr. 31. D- Dur Allegro Adagio Menuett Finale ( Variationen)( Erstaufführung in Berlin. Bearb. des Akkompagne- mach ments von W. Buschkötter). 2. Mozart: Konzert D- Moll( K. V. 466) Allegro Romanza Prestissimo( Kadenzen von Busoni) ( Theophil Demetriescu). 3. Mozart: Ouvertüre aus der Oper„ Die Zauberflöte". 4. Beethoven: 8. Sinfonie. Allegro vivace e con brio Allegretto scherzando Allegro Tempo di Menuetto vivace( Berliner Funkorchester). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Königswusterhausen, Montag, den 26. April. 3-8.30 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann, London: Englisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann. London: Englisch für Fortgeschrittene. 44.30 Uhr nachm.: Rektor Hoffmann: Neuzeitliche Umstellung des Singunterrichtes. 5-5.30 Uhr nachm.: Frau Dr. Drewitz: Städtische Hauswäsche. 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Berlin. Brandenburgia, Gesellschaft für Seimatkande. Mittwoch, 28. April, 7 Uhr, fpright Dr. Franz Lederer im Vortragsfaal des Märkischen Museums. ilber ,, Berlin im Wandel der Reiten". Eintritt frei. Arbeiter- Ubftinenten- Bund, Ortsgruppe Berlin. Sonntag, 25. April, Fahrt Rahnsdorf. Treffpunkt Bahnhof Nahnsdorf 10 Uhr. Sportgeräte und Muffinstrumente mitbringen. Arbeiter- Rabio- Klub Deutschlands e. B. Berlin GO 36, Dranienftr. 182. 26. April, 26-8 Uhr, Eichung von Bellenmessern und Empfängern mit Gefundärtreis. 27. April Technischer Kursus in der Geschäftsstelle. 5. Mai Allgemeine Mitgliederversammlung in Schinkels Festfälen, Bridenstr, 2, Reukölln: 29. April, Brinz- Handjern- Ede Leffingftrage. Deffentlichere Bortragsabend. Referent: Reichsvorsitzender Soffmann. Ausstellung und Emp fangsversuche an felbstgebauten Apparaten. Eintritt frei. Gäste willkommen. Schöncherg: 29. April, Sedanstr. 53. Brüfung über bie Leistungsfähigkeit felbfgebauter Apparate. Friedrichshain: 26. April, Barschauer Str. 59. Rottbuffer Tor: 29. April, Adalbertstr. 21. Brenzlauer Berg: 29. April, Kopenhagener Str. 9. Südost: 29. April, Gorauer Ede Görler Straße. Webbing: 29. April, Basemalter Str. 3.- Charlottenburg: 27. April. Wieland fraße 4. Lichtenberg: 30. April, Sharnweber. Ede Aronprinzen ftrage. 2ichterfelbe: 30. April, Lorenaftr. 56 Bilmersdorf: 30. April, Augufta. firake 18. Jn allen Veranstaltungen Gäste milltommen. Berliner Bsychoanalytisches Inftitut. Dienstag, 27. Acil, 8 Uhr, beginnt mit einer breistündigen Boriragsreihe über usorudsformen des Unbemukim Berliner Binchoanalytischen Institut, Potsdamer Str. 29, Dr. Sanns Sachs ten in der Rultur der Gegenwart" und um 9 Uhr Frau Dr. Raven Hornen über Frigidität und andere nervöse Störungen im Gegualleben der Frau". KON LINON Es bedeutet etwas für eine Cigarette sich seif über 30 Jahren wirklicher Beliebtheit und freuer Anhängerschaft unter Kennern zu erfreuen. Verstandlich wird dies jedem Raucher, der die Marken: Juno 48 Eljen 58 einer Probe unterzieht. JOSETTI CIGARETTEN Sonntag 25. April 1926 Unterhaltung und Wissen Rekorde. Beilage des Vorwärts Liebe auf Capri. Bon Heinrich Lersch. „ Das ist ja alles Romantik!" sagte die Frau zu dem Dichter. So was gibts ja gar nicht mehr! Ein verliebter Dichter? Erstens hast du dein Buch zu schreiben, zweitens hast du für die Schönheit Italiens zu schwärmen, und wenn noch was von deinem großen Dichterherzen übrig bleibt, so gestattest du, daß sich deine Frau und deine Kinder darin teilen. Von Freunden nicht zu reden!" Der also abgefertigte Dichter stand ratlos vor seinem Beibe und behauptete seine Liebe. Ihr habt auch alle Tage andere Schmerzen," spottete das Weib. Heraus denn: mie sieht die beneidensmerte Schöne aus? Ist fie cine indische Prinzessin, eine Amerikanerin mit eigener Segeljacht, oder eine talglichtfressende Estimodame, die das Nordlicht ihrer Schlihaugen auf dich warf?" Der also Verspottete wand sich und sog aus einer Chiantiflasche füßeren Trost als von den Lippen seiner Frau. Wie schwer ihn diese Liebeseinsamkeit traf, das fann nur ich sagen, denn ich war ja selbst dieser verliebte Dichter. So suchte ich Trost und Mitgefühl bei den Männern und nahm meine beiden Jungens an der Hand. Stellte mich unter den großen Baum, der beim Hotel Paradiso steht, neben dem Garten Eden. Wir sahen sie kommen. Was mein begeistertes Herz nicht tun durfte, meine Jungens stürzten ihr entgegen, nahmen sie an der Hand und begleiteten fie. Gina!", riefen sie,„ Gina, mir gehen mit!" Ich folgte traurig nach, jah, mie fie in unser Haus hineinging, und ich fand nachher den großen Sad mit Holzkohle, den sie auf dem Kopf trug, in unserer Küche stehen. Eines Mittags fand ich einen ganzen Korb Orangen, an dem die Jungens fich gütlich taten. Boher kommt der Korb Orangen?" fragte ich. .Bina hat ihn gebracht," schrien die zwei und steckten mir finderkopfgroße Apfelsinen in die weiten Manteltaschen. -Ob nun rote Pomodoren, Liebesäpfel, honiggelbe Peperoni und dunkelschalige Melanjata auf dem Tische stehen wenn ich frage, moher sind die guten Früchte, so hör' ich immer mur: Gina hat sie gebracht!" Gina, du große Bringerin, warum soll ich dich nicht lieben! Einmal schmeckte mir die Arbeit nicht, obwohl es früher Morgen war, und der Tau noch im Lichte der jungen Sonne spiegelte. Ich ging reuelos am Studio vorbei, sah durch offene Fenster die einfame Schreibmaschine stehen und hatte gar kein Mitleid mit ihr. Durch die Gärten ging ich auf den Monte Salaro zu. Da sah ich ein Mädchen auf dem Weg zwischen den niedrigen Mauern, wahrhaftig, wie ein griechischer Rnabe schritt es aus. So breit in Schultern wie in Hüften. Ging in den Steinbruch und lud fich einen els broden auf den Kopf, so groß wie ein Wassercimer. Ich erschrat vor Zorn und Mitleid. Muß denn das junge Mädchen das Lasttier dieser Insel sein, dieser Insel, die feinen Schiebfarren und feinen Handwagen fennt, auf deren steinigen, steilen Begen der Fußgänger mit der leichten Laft des Müßig ganges genug zu tragen hat? Aber schon fam sie mir entgegen, stolz aufgerichtet, der schmere Stein schien ihre Stirne nicht mehr zu drüden als eine Königin fione. Sie lächelte zu meinem Gruß. Lange sah ich ihr nach, und im Nachsehen mußte ich an den Schmiedejungen denken, der mir so lange Jahre geholfen hatte, den Blasbalg ziehen. Mein Schmiedejunge sah wie ein Mädchen aus, und dieses Mädchen fah wie ein Schmiedejunge aus. Nord und Süd bindet das Kind zusammen, wie der Junge Süd und Nord zusammen in die dunkle Schniede holte. Sie ist Mann und Weib in eins, wie der Junge Weib und Mann war. Und wie das unergründliche Leben Gott und Welt in eins ist. Nun habe ich entdeckt, daß die fleißige Gina, ehe fie Boten dienste für die andern und die Fremden tut, Bausteine vom Monte Salaro zu der Baustelle in die Campagna schleppt. Und wenn sie Feierabend hat, damn trägt sie dem Bater, der das Häuschen baut, Kalf und Wasser zu. Trägt den Mörtel, den sie selber gemischt, Die schwankende Leiter hinan, trägt die Steine auf das Gerüft... Es ist Spätsommer geworden, und die Trauben reifen in den Gärten. Defter als sonst gehe ich jetzt der Arbeit aus dem Wege, in den fühlen Steingängen mich zu erfrischen. Niemand zu Haus meiß, mas das zu bedeuten hat, wenn ich frage, mer die Trauben gebracht habe, niemand meiß um meine Freude, menn fie fagen: ..Wer foll sie bringen? Gina bringt fie aus der Campagna, die über Grotta Azurra liegt." Gestern fagte meine Frau:„ Gina war hier und hat den Signor Enrico und seine Signora mit den Bambini eingeladen; ihr Campagnahäuschen ist fertig geworden, und es wird ein kleines Feft gefeiert." Nun ist auch das vorüber. Nachdem wir die Kinder ins Bett gebracht, fizen wir auf der Terrasse und hören immer noch die dunkle Ofarina zwischen den lustigen Mandolinen fingen. Immer noch tanzen sie auf dem freien Platz vor dem gefchmückten Häuschen. Durch die großen Feigenblätter scheint der Mond. Die Eltern ſizen mit ihren Nachbarn um den großen Tisch und trinken Wein aus Ischia. Ihre elf Kinder spielen und fingen, aber niemand tanzt so schön Tarantella wie Gina. Ich war froh, daß sie den Jüngling tanzte und ihre Freun dinnen umwarb. Hätte sie in dem uralten, ewig jungen Liebespiel els Mädchen den Jüngling mit ihren unschuldigen Augen loden müssen, ich wäre eifersüchtig geworden. Die große, milde Sternennacht zieht über den Berg dem Meer entgegen. Sommer- Sonntagsnacht, in wüsten Großstädten auf heulend in hungriger Leidenschaft. Hier steigt sie auf, erste Nacht des Paradieses, unbegreiflich still futend mit schimmernden Weiten reiner Klarheit, einsamen Lebens unerschöpflicher Born unbekannten Glücks. Gina tanzt ganz allein im Mondlicht noch, wenn die Brüder mit den Schwestern ins Haus gegangen sind, und die Eltern mit den Nachbarn noch ein Stüd Weges gehen. Sie tanat allein unter dem großen Sternenhimmel, vor den Delbänmen, den Weinreben, den Staftusfeigen, die wie Wüstengespenster über die Beinbergsmauer rogen. Sie tangt den Tanz des reifenden Weines in den Beeren, der Meereswellen im Mandlicht, den Tanz des fintenden Mondes, der bald die schwarze Pracht des Schweigens hinüberholt aus dem Weltall HETZLOGEN GEGEN DfE REPUBLIK. 714 Sh VI. TH JA BALKEN BIEGER KRIEGS PRESSE AMT دراد Ford TIRPITZ BIL 197 W .111 In Anbetracht des Riefenbedarfs an geeigneten Kräften haben die vereinigten deutschnationalen Korruptionszentralen eine große Lügentonturrenz ausgefchrieben. Dem Sieger winkt eine Dauerstellung im Hugenbergschen Preffeladen. VERFASSUNG Schon unter Wilhelms glorreicher Regierung war Michel Inhaber sämtlicher Weltrekorde im Dauerihlafen 1918 erwachte er vorübergehend. Nun schläft er schon wieder. offe Am Morgen früh wird Gina, die Seele aus Baum und Rante, aus Berg und Meer, wieder das Lasttier der Insel sein. Der Fremde wird erschrecken, wenn er sieht, was bem fiebzehnjährigen Kind zugemutet wird. Wenn diese schlanke Griechenschönheit den Koffer, Manneslaft, auf dem Kopf hinunter an die Marina trägt. Morgen wird auch die Barfe aus Napoli mit den Holzkohlen anlegen, und Gina wird die Körbe auf dem Kopf hinauf die felfigen Treppen tragen, in die Hotels, in die Häuser hinein. Den Faulheitsweltrekord hält der oftpreußische Fideikommißbefizer Joachim v. Kledersdorf auf Groß- Jauche. Er ist 60 Jahre alt und hat noch nie gearbeitet. VERSICHERUNGA ESCHWINDEL 1000 Jahre Zuchthaus für andere war das Ziel, das sich der Staatsanwalt Jürgens geffect hatte. Jetzt fitzt er selber in Moabit. ,, Ad multos annos. --Rhabarber. Von Dr. W. Wächter was dann im -Wie Körbe voll dunkler Rosen wird sie die Lasten dann tragen. Manchmal bin ich neidisch auf meine Freunde. Der blonde Maler liebt die Amerikanerin mit der Segelbarte, und er jegeitlichste Wirkung erzielt, wenn die einen Rhabarber, die anderen mit ihr über den Golf. Er steht breit und faul am Mast, der Kapitän, indes die stolze Milliardärstochter, sein flinker Leicht matrose, sich bemüht, ein freundliches Bort von ihm zu erhaschen. Sie hat ihm ein Schiff voll Leinwand gekauft in Napoli und wird ihm eine Segelbarte voll Farben anfahren lassen, daß er nie mehr in Not kommt. Denn bisher fehlte ihm das Papier zum Aquarel lieren. So arm war er. Der deutsche Handwerksbursche wurde von der Aegypterin ent führt. Er ist nun Herr über 1000 fflavische Fellachen geworden, und nur, weil er so schön Geige spielen formte. Die deutsche Baronin füßte den einbeinigen Zeichner auf der Piazetta, mun zeichnet er nur noch ihre schlanke Gestalt an alle meißen Hausmauern, der Narr, und fingt wie ein betrunkener Schmiedegeselle„ Aennchen von Tharau" durch die nächtlichen Straßen. Liebchen. Bahrlich, sie können alle prahlen, meine Freunde, mit ihren Wenn sie erzählen von den schönen Frauen, die sie geliebt, müßte ich, der Dichter, schamrot werden. Aber da verteidigt mich meine Frau. Was sind eure Damen gegen das Liebchen des Dichters? Keine fann sich mit Gina meffen. Bina ist stärfer als all eure Frauen zusammen. Gina hat das Haus ihres Baters vom Monte Salaro auf dem Kopf ganz allein himunter in die Campagna getragen!" Oho!" rief der Maler, das Mädchen möchte ich sehen, das mit einem Baterhaus auf dem Kopf spazieren geht." " Ja", verteidigte mich meine Frau weiter, er hat immer mur Frauen geliebt, die unerhörtes vollbrachten. In unserer Heimat Terstadt liebte er Christina, die hat bis zu ihrer Hochzeit 42000 Kinderanzüge genäht. Eine seiner Geliebten war Weberin, die hat in den 10 Jahren mehr als 6000 Meter Leinen gewebt, während seine ewige Braut jetzt noch an der Spinnmaschine steht und mehr an Fäden gesponnen hat, als es Meridiane um die Erde gibt. Geht, ihr armen Liebespfuscher, die ihr nur ein oder höchstens zwei Liebchen auf einmal lieben fönnt! Mein Dichter dagegen liebt alle jungen Mädchen zwischen 14 und 80 Jahren... all die starken und fleißigen Frauen zwischen dem Nord- und dem Südpol, die weißen und braunen und schwarzen. Dafür hat ihn auch das Schick. sal bestraft! Ich tenne nur noch eine einzige schwache und faule Frau, in die muß er sich bald verlieben; diese Frau, die liebe und verehre ich selber. Die ist stärker als Gina, die ihr Baterhaus auf dem Kopf tragen tann, die ist fleißiger als die Spinnerin. So verteidigte mich mein Beib, und niemand kann dagegen antommen. „ Wer ist denn die faule Frau, die fleißiger ist als alle andern, die schwache, die stärker ist als Gina?", frage ich neugierig. Da flopft sie sich stolz auf die Brust und sagt:„ Dies Weib hier, das muß mit Bienenfleiß den verrüdten Gedanken des Dichters nachlaufen und muß, dies schmache Beib, einen ewig verliebten Boeten ertragen." Wenn auf der Bühne hinter der Szene zehn oder zwanzig Siatiften eine aufgeregte Volksmenge darzustellen haben, dann sagen ste fortwäh.end: Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber. Buschauerraum flingt, wie wenn Hunderte murrten und Revolution machen wollten. Ein Schauspieler sagte mir einmal, daß dieselbe Wirkung erzielt würde, wenn man anstatt Rhabarber Herr Apothefer, Herr Apotheker sagen würde. Vielleicht wird die glück Herr Apotheker rufen, was auf einen Versuch ankäme. Jedenfalls gehören Apotheker und Rhabarber zweifellos zusammen; beide wirken selten revolutionär, sie sind harmloser Natur und doch eine Wohltat für die leidende Menschheit, der sogenannte Pferdekuren meist Ein solches ist die schlechter bekommen als milde Abführmittel. Rhabarberwurzel oder, botanisch richtiger ausgedrückt, der Wurzel stock des Rhabarbers, der seit mehreren Tausenden von Jahren als Abführmittel benutzt wird. Bereits im Jahre 2700 vor Christi Geburt findet der Khabarber nachweislich in China arzneiliche Bermendung, und auch die alten griechischen und römischen Schriftsteller fannten den Rhabarber als Abführmittel, und ihnen verdanken wir den heute noch gebräuchlichen Namen. Dioscorides nennt die Wurzel Rha oder Rheon und Rha barbarum, weil sie aus dem Lande der Barbaren tam oder, nach anderen Schriftstellern, weil die Wurzeln aus dem Indusgebiet und der Gegend des roten Meeres in den alten Hafenort Barbarife gebracht wurden. Es ist auch die Rede von Rha ponticum oder Radir pontica bei den Alten. Pontus ist das Schwarze Meer. Jedenfalls war man sich über die richtige Stammpflanze des Medizinalrhabarbers bis in die Neuzeit hinein im imflaren, obwohl die Handelsware schon Ende des 16. Jahrhunderts bereits durch Adolf Occo nach Deutschland gebracht worden sein soll. Der Handelsweg von China nach dem alten Griechenland führte fraglos über Indien, und erst viel später, erst als Westeuropa den Rhabarber fenen lernte, gelangten die Karamanen aus China über Sibirien nach Rußland, die Rhabarber mit sich führten. Man spricht aljo außer von chinesischem auch von russischem Rhabarber, ähnlich wie von chinesischem, russischem oder Karamanentee. Auch der Tee wird nicht in Rußland gebaut, sondern der Handel geht nur über Rußland. Wir wissen jetzt, daß die wilde Stammpflanze des Medizinalrhabarbers in 3entralasien und vielleicht auch näher an China zu Hause ist, aber da auch die nicht medizinisch verwendeten Rhabarberarten aus Asien stammen, fo hat es lange gedauert, bis man in den botanischen Gärten mit Sicherheit aus mitgebrachtem Samen oder Wurzelstöcken die richtige Pflanze aufziehen konnte. Das ist eigentlich erst in allerneuester Zeit gelungen, feitdem man Anbauversuche mit Medizinalrhabarber macht. Den Bemühungen Professor Tschirchs in Bern und Professor Roß' in München ist es gelungen, nachzuweisen, daß der echte Rhabarber in Deutsch land und der Schweiz sehr wohl fultiviert werden kann, und erst vor wenigen Monaten berichtete die Versuchsstation Happing bei Rosenheim, daß sie jetzt Rhabarberpflanzen in den Handel bringt, deren Wurzelstöcke völlig dem chinesischen Rhabarber gleichkommen, was Aussehen und Wirksamkeit anbelangt. Die Wirkung wurde auf Veranlassung des Apothekendirektors Kroeber, der sich mit der chemischen Untersuchung befaßte, im Schwabinger Krankenhaus 311 München ausprobiert. Die Folge davon ist, daß das in allerneuester Zeit erscheinende neue deutsche Arzneibuch wahrscheinlich den deut fchen Rhabarber aufnehmen wird. Ob dadurch der Anbau gefördert wird, ist zwar noch fraglich, denn dem Rhabarber geht es wie den meisten Arzneipflanzen, die wir sehr gut selbst anbauen können, die aber billiger aus dem Auslande bezogen werden, wo bie Wie notwendig es ist, bevor Arbeitslöhne nicht so hoch" sind. man an den Anbau geht, die richtigen Pflanzen einwandfrei fest zustellen und auszusuchen, lehrt der Rückgang der Rhabarberkultur in England, wo man lange Zeit eine ganz falsche, unmittsame Garte anbaute. In unseren Baubenfalonien, Schrebergärten und Heimgärten fehen mir jegt fich die ersten rötlichen Blätter des Speiferhabarbers entwickeln. Die Blattstiele dieser Pflanze werden seit einigen Jahr. zehnten überall in Deutschland als Kompott zubereitet, früher fannte man sie nur in England und man hat sich an sie genau jo gewöhnt wie an die Tomaten. Sie erfordern zwar ziemlich viel Buder, um die Säure, die in den Blattstielen enthalten ist, zu mildern, aber um diese Jahreszeit haben wir kein anderes frisches Rom pott, und bis die unreifen Stachelbeeren, die im Geschmad dem Rhabarber am ähnlichsten find, fommen, vergeht noch eine Weile. Ber Sinn für die Zweckmäßigkeit in der Natur hat, achte auf die Blätter des Rhabarbers. Sie bleiben in der Jugend und noch lange darüber hinaus nicht nöllig ausgebreitet, sondern die Blatthälften bilden eine Rinne, so daß das Regenwasser am Blattstiel, der auch rinnenförmig vertieft ist, herunter läuft und in den Boden zur Burzel dringen fann. Der Rhabarber hat feine seitlich verlaufenden Rebenmurzeln, so daß das ganze Wasser der Wurzel zugute kommt, mas sehr wesentlich ist, da der Rhabarber viel Wasser und viel Dünger gebraucht, morauf die Kleingärtner immer mieber aufmert. jam gemacht werden müssen. Die Wurzeln unseres Speise rhabarbers haben gar feine abführende Wirkung, wie manche glauben. Man foll die Pflanze alfo ihrer Burzeln nicht unnötig berauben, sondern sie zur Bermehrung benutzen. Wer das Bedürf nis hat, feiner Darmträgheit abzuhelfen, ist nach wie vor gezwungen, in die Apotheke zu laufen, und er mag dann an das Theater denken, menn er Rhabarber, Herr Apotheker!" ruft. Der Tempel. Cine Erinnerung aus früher Jugend von Ernff Wrede. In den Marschen liegen die Gehöfte meistens etwas vom Wege ab, so auch das Haus meines Vaters. Ich muß einen Steig aus blauem Meeresfande hinunterlaufen, wenn ich zum Tor gelangen will. Bin ich am Tor, fann ich den spizen Glodenturm des drei piertel Meile entfernten Marktfledens erblicken. Wenn die Sonne fcheint, fehe ich fogar das große Ziffernblatt der Uhr, fann jedoch nicht sehen, wie fpät es ist, wie fehr ich mich auch anstrenge. Mein Blick wird durch nichts aufgehalten: das Land ist so eben wie meine Schiefertafel, ganz von Gräben durchzogen, die im Herbst ganz voll Wasser sind und im Winter eine spiegelglatte Eisfläche abgeben. Die ganze weite fruchtbare Ebene ist ohne Bäume, nur in den Dörfern find die einzelnen Gehöfte meist von hohen Eschen oder Pappeln umgeben. Alle diese Bäume sind angepflanzt, teils um die Gebäude vor Wind und Wetter zu schützen, teils um die Einförmigkeit der weiten Ebene weniger fühlbar zu machen. Vom Wege ist die Hofstelle mit dem daranstoßenden Garten meist durch einen niedrigen Zaun aus Weißdorn getrennt. Um diesen Baun niedrig und auch mathematisch regelrecht zu halten, wird er alljährlich im Frühjahr mit der großen Zaunschere beschnitten. Unser Garten ist nach der Wegfeite hin nicht von einem Dornzaun, sondern von einem Snid begrenzt. Um einen Knid herzustellen, werden junge Eschen umgebogen, gefnidt, so daß die unteren Zweige wieder Wurzel schlagen, die oberen sich in die Luft erheben fönnen. Wegen des reichen Blätterwerfs und der gerade hier sich einfindenden und wuchernden Baunwinde fann man durch ein solches zwölf Fuß hohes Gehege nicht hindurchsehen. Die Zaunwinde scheint gerade einen solchen Knick zu lieben, weil sie darin dunkle unausgefüllte Räume und Kletterstöde genug vorfindet, denn sie liebt das Halbdunkel. Die fich über dem Blätterwerf öffnenden Blüten haben alle einen schönen bläulichen Schimmer, während die neugierigen, über dem Blättermert hervorlugenden dem Sonnenlicht begegnen und bavon weiß aussehen. Wenn die Mutter Gemüse aus dem Garten holt, nimmt fie mich bei der Hand und führt mich in dem fleinen Blumengarten umher, nennt jede Blume mit Namen, zeigt mir ihre schönen Formen und bedeutet mir, daß man Blumen, ob im Garten, ob auf dem Felde, nicht leichtsinnig abreißen dürfe, wie die meisten Kinder leiber täten, denn fie feien so, wie sie wüchsen, viel schöner, als wenn fie in Glaje stünden oder zu einem Strauße zusammengebunden im Knopf. loch steckten. Außerdem sei es feige, eine wehrlose Pflanze umzu bringen, fie finde schon sowieso ihren Tod früh genug. Ja, auch du, liebe Mutter, fandest den Tod früh genug, denn im nächsten Frühling, wo ich neun Jahre alt wurde, konntest du mich nicht mehr im Garten umherführen, sondern da lagst du in deinem schwarzen Brautkleide auf der Totenbahre und wurdest auf immer hinweggetragen. Es ist merkwürdig, daß alle meine damaligen Er lebnisse, auch wenn sie traurig waren, wie der Tod der Mutter, hier bei mir nur wie in einem flaren Spiegel abbildeten, dessen Beschaffenheit auch bei den grauenhaftesten Vorgängen unberührt bleibt. Bis dahin registrierte ich gewissermaßen nur alles, was an äußeren Vorgängen an meinem Auge vorbeizog, menn auch sehr deutlich und in flaren Umriffen, ohne sonderlich Freude oder Schmerz zu empfinden. Das Kind fondert die jubjettive Empfindung nicht von der objektiven Erfenninis, beide find ganz miteinander verschmolzen. Das sollte aber bald anders werden. Denn eines Tages, als ich einen Rundgang durch den Garten machte, tam ich an den Knid, breitete ich weiß nicht, wie es fam, das Blättermert mit den Händen auseinander und erblickte dort in einer dämmerigen Höhlung eine Baunwinde von nie gesehener Bracht, bläulich schimmernd in dem hindurchgleitenden Sonnenstrahl. Ich prallte zurück und wäre beinahe zur Erde getaumelt vor heiliger Scheu und innerer Er griffenheit. Ich wagte nicht noch einmal hineinzusehen in diesen halbbunklen heiligen Raum, wo es noch stiller zu sein schien als andersmo im Garten, in dem man doch auch nur die Vögel zwitschern hörte. Aber ich brauchte auch gar nicht wieder hinzusehen, denn das Bild war fo deutlich in meinem Innern ausgeprägt, daß es bis auf den heutigen Tag noch nicht gewichen ist. • Bon da ab war Kopf und Herz getrennt, ich begann eine gewisse Selbständigkeit zu fühlen, mein eigenes Urteil galt mir etwas, ich begegnete dem Urteil anderer mit Mißtrauen, selbst wo ich sie nicht verstand, weil ich erfahren hatte, daß die Wahrheit erlebt werden müffe, daß die mündliche Rede aber, wenn sie der Sache auch noch so genau angepaßt sei, die Wahrheit nie ganz geben fönne. Diese leberzeugung stand erst begrifflich flar vor meinem Geiste, ließ sich nicht in Borie auflösen und als Streitgegenstand behandeln, sondern lebte ein Leben ohne Erkenntnis, blieb instinktiv, wohl aber fühlte ich, daß die Fühlfäden der Seele feiner geworden waren und daß ich mich durch ein geheimnisvolles Etwas von den anderen gleichen Alters unterschied. Erst nach meinen Universitätsjahren wurde mir flar, was ich eigentlich in meinem achten Lebensjahr erlebt hatte: ich war.in dem Tempel der Schönheit gewesen: dort hatte ich ihr Musterbild gesehen. Bliden wir um uns her, sehen wir faft nur mißlungene Bersuche, sowohl in der unorganischen als auch in der organischen Welt, so daß sich bei mir die Ueberzeugung festgelegt hat, daß die Natur mur deswegen unverdroffen meiterarbeitet, weil sie selbst fühlt, daß die meisten ihrer Werte Fehlgriffe find. Es ist in ihr ein beständiges Abwürgen und Abpladen mit der Bielheit, wovon die eine Erscheinung die andere behindert. Die Zaunwinde in ihrem dämmerigen Tempel war in allen ihren Teilen gelungen, weil ausnahmsweise alle Bedingungen erfüllt waren, die ein Gelingen bewirken fonnten. Um es ganz volkstümlich auszudrücken, müßte ich sagen: es hatte auge langi Infolge der lebendigen Anschauung des gelungenen Bildes in dem Tempel meiner frühesten Kindheit habe ich mich als reifer Dann immer mundern müssen, daß selbst sehr fluge Leute soviel fehlgehende Mutmaßungen über den eigentlichen Sinn des Schluffes im Fauft machten. Die Unzulänglichkeit, die das Ergebnis aller in bieser Dichtung dargestellten Gestalten und allen menschlichen Wesens ist, wird hier Ereignis, d. h. rollt sich hier vor unseren Augen auf, fintemalen Ereignis eigentlich Eräugnis geschrieben werben müßte, und wenn man mit Goethe in dem gelungenen Weibe d'e ganze finnliche und sittliche Schönheit sehen will, die uns heranzieht, fo dürfte auch dagegen nichts zu erinnern fein. Weltreisen nach Briefmarken. Das Briefmartenfammeln im großen Stil ist heute eine ebenso schwierige wie kostspielige Kunft. Es gibt Berufssammler, die um die ganze Welt nach Briefmarken reisen und allen großen Auftionen beiwohnen, die in den verschiedenen Erdteilen stattfinden. Besonders die amerikanischen Briefmarkensammler sind auf diesen Versteigerungen stets durch Agenten vertreten. Die Millionäre der Vereinigten Staaten, die dem Briefmarkensport huldigen, besolden besondere Sachverständige, die in ihrem Auftrag Europa bereisen und systematisch die Briefmarkenläden durchsuchen und auf den Auktionen bieten. Gerade die seltensten Marten, nach denen der Ehrgeiz des ernsthaften Sammlers geht, sind über der ganzen Welt an Stellen verborgen, zu denen man nur schwer Zutritt findet, und gerade in dem Aufstöbern dieser verstedten Schäße liegt ein großer Keiz. Wie viele vergilbte Briefumschläge und alte Postfachen liegen noch in den Familienarchiven, in den Schreibtischen betagter Leute. in den Geschäftsräumen seit langem bestehender Firmen. Wer sich Zutritt zu solchen verborgenen Quellen verschafft, der fann glänzende Beute machen. Bezeichnend für diese systematische Art des Briefmarfenjammelns war ein Vorfall, der sich jüngst bei einer Sizung der Englischen Philatelistischen Gesellschaft ereignete. Ein junger Sammler zeigte hier seinen außerordentlich reichhaltigen Besiz, und einer der Veteranen fragte ihn erstaunt, wie lange er daran gesammelt habe. Nur drei Jahre," lautete die Antwort. Ihnen das gelungen?" fragte der andere bewundernd. Ich habe ja nicht so viel in mehr als 20 Jahren zusammengebracht." Der junge Sammler vertraute ihm sein Geheimnis an. Er hatte die alten Jahrbücher des internationalen Handels durchforscht und dabei sein Augenmerk barauf gerichtet, in welchen Jahren der Handel zwischen Großbritannien und, einem bestimmten Land besonders blühte. Solch lebhafter Handelsverkehr mußte auch umfangreiche Postfendungen im Gefolge gehabt haben, und diese Postsendungen hatten natürlich viele Marten enthalten. Er wandte sich dann noch bestimmten Exportstädten, die in dieser Zeit mit dem Auslande befonders lebhaft verkehrt hatten, und hier wußte er sich Beziehungen zu den alteingesessenen Firmen zu verschaffen. Da gelang es ihm denn sehr häufig, alte, staubige, vergilbte Briefe aufzustöbern, die sehr wertvolle Postzeichen enthielten, und man überließ ihm gern diese Mafulatur" zu geringen Preisen. Auf diese Weise entdeckte er u. a. eine einzige Marke, die 10 000 Mart wert war. „ Wie ist Das Chamäleon der Fische. Der Fisch, der sich in den meisten Farben zeigt und dem man daher den Namen des Chamäleon der Aufenthalt, den diese hat, lassen sich bei ihr auch die verschiedensten Fische gegeben hat, ist unsere Bachforelle. Je nach dem Farben finden, so daß es so gut wie unmöglich ist, genaue Angaben über die Färbung der Bachforelle zu machen. Vom Schwärzlichen spielt sie ins Olivengrüne hinüber, sie hat an den Seiten schwarze, rote und weiße Punkte, sie schimmert goldig, glänzt wie Rupfer, läßt ein grünliches Gelb, ein weißliches Grau sehen und auch grellgelb, schwarzgrün, braun und violett fehlt bei der Färbung der Bachforelle nicht. Sie heißt daher auch noch Weiß, Schwarz, Silberund Goldforelle. Die Ansicht der Fischer ist, daß sich die Farbe der Forelle ausschließlich nach der Art des Waffers richtet, in dem sie fich aufhält, bech dürften auf die Färbung auch noch andere Um stände, wie Licht, Wärme, Art der Ernährung usw. einwirken. Ein giffiges Säugetier. Das einzige Gifttier unter den Säugetieren ist das australische Schnabeltier, das sich befanntlich auch da durch von den anderen Säugetieren unterscheidet, daß es Eier legt. Die Männchen der Schnabeltiere tragen nun an ihren beiden Hinter füßen Sporne, deren Spize aber nicht geschlossen, sondern offen ist und damit als Ausmündungsstelle eines feinen Kanals dient, der in eine mit eiweißreichem Giftstoff gefüllte Drüse führt. Wird das Tier angegriffen, se bohrt es den Dorn in den Körper des Gegners und vergiftet bamit, ähnlich wie es beim Schlangenbik geschieht, die Wunde Stadtgespräch 12 Beige echt BoxcalfSpangenschuh Komtess- Abeats 50 ist unsere RiesenAuswahl erlesener Modelle in blond, grau, beige. Blond Chevrette- Pumps mit Gummizug, im. Louis XV.- Absatz 13% 90 Braun echt ChevreauZugschuh moderne Form, halbboher Absatz Blond u. beige Chevreau- Spangenschuh Flechtvers. a. Blatt, echt Louis XV- Abs. 1090 50 ® 39 Das größte Schuh- Spezialhaus mit der größten Auswahl Groß- Berlins Nr. 19343. Jahrgang C aliadmaton: 6-2 3. Beilage des Vorwärts Sozialpsychologie Marxismus ejez fein Raum ift. Das neue Buch von Hendrik de Man. Bon Curt Geger. Bor genau zwei Jahren erschien das erste Heft der„ Gesell. schaft", der neuen wissenschaftlichen Zeitschrift der deutschen Sozial demokratie. An seiner Spize stand ein großzügiges Arbeitspro: gramm des wissenschaftlichen Sozialismus, entworfen vom Herausgeber, dem Genossen Rudolf Hilferding. Das Programm schloß mit den Worten, daß die Zeitschrift in einer Zeit, in ber die realen Aenderungen schneller vor sich gegangen sind, als die wissenschaftliche Erkenntnis, vicht mit dem Anspruch auftreten fönne und wolle, ein fertiges System der Erkenntnis aus dem neuen ungeheuren Erfahrungskomplex heimzubringen. Erst aus dem Ringen umsoziale Ertenntnis werde sich einheitliche Auffassung und die Ueberlegenheit bestimmter Forschungsmethoden ergeben können. Wir alle haben seit Kriegsbeginn so ungeheures erfahren, daß wir mindestens für eine Generation in der wissenschaftlichen Arbeit genug damit zu tun haben, unsere Erfahrungen und die Verände rungen der Welt zu sagen, zu beschreiben, zu ordnen und Lehren daraus abzuleiten. Die gewaltige Umwälzung bedingt geistige Unruhe und intellektuelles Unbehagen. Was wir an wissenschaftlichen Leistungen unter margiftischem Gefichtspunkt aus der Borkriegszeit befizen, sei es auf dem Gebiet der ökonomischen Funktionslehre, sei es auf dem Gebiet der Geschichte oder der Untersuchung politischer und sozialer Zusammen hänge, befriedigt das intellektuelle Unbehagen gegenüber der Fülle der neuen Erscheinungen längst nicht mehr. Wir müssen aufs neue beginnen, die veränderte Welt zu untersuchen, die Ereignisse nach ihrem Sinn zu fragen, ohne sie von vornherein in ein als absolute Wahrheit geglaubtes fertiges System der Erkenntnis zwingen zu wollen. Ein gut marristischer Gesichtspunkt; denn der Marrismus ist mehr als ein ftarres System des ökonomischen Determinismus, er ist eine geistige Bewegung, die mit der Veränderung der Welt und der Entwicklung der Wissenschaft vorwärtsschreitet. Er ist im wesentlichen die Methode realistischer Erkenntnis, deren Resultate immer wieder der Nachprüfung an dem Tatsachenmaterial bedürfen, das Geschichte und Gegenwart darbieten. Der wesentlichste Zug des wissenschaftlichen Marrismus ist nicht die start dogmatische Gebundenheit, sondern die Elastizität. Vor einigen Monaten veröffentlichte Genosse Hendrit de Man, ein Führer der belgischen Arbeiterbewegung, in seinen jüngeren Jahren Marrist strengster Schule aus wissenschaftlicher Ueberzeugung und heißem sozialistischen Wollen im Berlage von Eugen Diederichs ein Buch 3ur Psychologie des Sozia lismus". An der Spize dieses Buches steht der Schrei: Ich bin nicht mehr Margist." Grund genug, das Buch näher zu betrachten, um des Sozialismus willen, um des Margismus willen, um der Person des Genossen de Man willen. Das Buch ist ein Ergebnis des intellektuellen Unbehagens der Sozialisten in der gründlich veränderten Welt zugleich aber auch ein Ausfluß von startem politischen Wollen, das tieffter fittlicher Ueberzeugung entspringt. Es ist nicht nur reine Lehre, sondern zwed bestimmte Lehre, die dem Sozialismus und der Arbeiterbe. wegung dienen will: pragmatische Wissenschaft. Es trägt sie nicht der Hochmut des Glaubens an die absolute Wahrheit der eigenen Auffassung, sondern das Bewußtsein ihrer Verwurzelung in Ge fnung und 3wedbestimmung. Das Programm des Buches ist in folgenden Sägen umriffen: .. Neben der wissenschaftlichen Sorge um die Erkenntnis der Wirklichkeit gebietet auch die praktische Sorge um die geistige Einheit und Fruchtbarkeit der Arbeiter bewegung, daß sie sich eine Lehre gibt, die fie in den Stand setzt, sich selbst besser zu verstehen und jeden ihrer Teilzwecke durch die Beziehung auf einen Gesamtsinn zu beleben. Ich denke dabei vor allem an die Ueberwindung von zwei Hindernissen, die dem heute im Wege stehen: die drohende Entfremdung der Gewerkschafts- und Genoffen chaftsbewegung von dem Gesinnungsinhalt des Sozialis mus und die Schwierigkeit des Wiederaufbaus der Internationale.. Wie die Wirtschaftsform als ökonomische Kategorie im Mittelpunkte der alten Lehre stand, wird der Mensch als beseeltes Wesen in dem der neuen Lehre stehen. Das Schwergewicht der Aufgaben des Theoretikers wird fich verlegen von der Analyse der Mehrwertbildung auf das Studium der Wirklichkeit des Betriebslebens, der Einrichtungen, die sich die Arbeiterschaft geschaffen, der Veränderungen der sozialen Umgebung, die sie sich erkämpft, der Umwandlung der fittlichen und rechtlichen Borstellungen, die sich in ihrem Kampf und durch ihren Kampf in ihr vollziehen; und die Frage nach dem Wesen der rechtlichen Ordnung der Zukunft wird die neue Wissen schaft durch die Forschung des Werdens dieser Ordnung im Emp. findungsleben der Menschen von heute zu beantworten suchen. Damit ist die Willensrichtung des Buches bestimmt: Auf dem Sinn beharren, um die Welt sich zu bilden, wobei der Sinn des Sozialismus als zeitgebundene Gestalt eines ewigen Dranges nach fittlicher Gesellschaftsordnung erkannt wird. Der Lehre wird die Aufgabe zugewiesen, der Sinnverwirklichung zu dienen:„ Das höchfte, was der wissenschaftliche Sozialismus sein fann, ist soziales Wissen im Dienste des sozialen Gewissens." Es ist nicht der reine Erkenntnistrieb, der de Man bestimmt, sondern das soziali stische Wollen. So ist das Buch ein feuriges tatfrohes Be fenntnis zum Sozialismus, und die Anschauungen sind fest verantert im eigenen Gewissen fie fommen nicht aus der fristallklaren, 26. April bis 1. Mai Die Bezeichnung aber eistalten Sphäre der reinen Bernunft, in der für das SittenMan muß deswegen nicht aufhören, Marrist zu sein, und die positiven Leistungen des Buches werden manchem Marristen den Farador flingenden Ausruf entlocken, daß dies Buch, das mit dem Bekenntnis beginnt:„ Ich bin fein Marrist mehr", im Grunde genommen ein gut marristisches Buch sei. Aber das wäre schließlich ein Streit um Worte. Worauf es ankommt, ist das: Hält man das Arbeitsprogramm Hilferdings und das Programm des Buches von de Man nebeneinander, so findet man, daß sie von der gleichen Beit bedingt sind, daß die willensmäßigen Grundanschauungen sehr ähnlich sind, daß die praktische Problemstellung im wesentlichen die gleiche ist. Man könnte sagen, daß das Buch von de Man, so sehr es nach Geschlossenheit der Lehre strebt, eine wertvolle Teilarbeit arbeit, die bedeutend wirklichkeitsnäher ist, als fast alle Arbeiten zur Ausführung des Hilferdingschen Programmes jei. Eine Teilaus marristischem Kreise der neuesten Zeit, die sich mit dem von de Man angefaßten Problemen beschäftigt haben. In dieser Wirklichkeitsnähe liegt die große pofitive Leistung des Buches. Es vermittelt sehr wertvolle Beschreibungen und Erkenntnisse der Arbeiter psychologie, der geistigen und stimmungsmäßigen Haltung der Arbeiterschaft im sozialen Kampfe, im Verhältnis zum Staat und zur bürgerlichen Kultur, es untersucht die Rückwirkung der Orga nisation auf den Kampf der Arbeiterschaft. Der Ausgangspunkt ist dabei die Arbeiterbewegung selbst. Nicht nur die Arbeiterbewegung in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Die eigene Erfahrung des Verfassers wird der wissen schaftlichen Erkenntnis nußbar gemacht. Mit offenem unvorein genommenen Blick werden die großen Unterschiede der Arbeiterbewegung in den einzelnen Ländern dargelegt und untersucht, ohne den Bersuch zu machen, sie von vornherein in eine einzige theoretische Universalformel zu preffen, oder sie als zeitlich verschiedene Stadien einer aus einem Notwendigkeitsgefek heraus abrollenden Entwick lungsreihe zu erklären. Diese Ablehnung der Formel von vornherein ist eine notwendige Voraussetzung realistischer Erkenntnis. Es handelt sich dem Berfasser um die sozialistische Bewegung in der ganzen Welt, um den Intelligenzler- Sozialismus so gut wie um den Arbeiterſozialismus. Der Reichtum des Induktionsmaterials und der psychologischen Untersuchung, der dabei entfaltet wird, ist im Rahmen einer Besprechung nicht wiederzugeben. Die Methode ist im wesentlichen psychologisch. Die Erscheinungen der sozialistischen Bewegungen werden erklärt aus dem Zusammenstoß zwischen der Arbeiterschaft und ihren Organisationen als veränderlichem Realtionsfaltor mit der politischen, fozialen und fulturellen um gebung als anderem veränderlichen Reaktionsfattor. Es handelt sich nicht um einfache Kausalitätserklärungen nach den Vorstellungen eines strengen Determinismus, sondern durch psychologische Reaktion, teils Anpassung, teils fonträre Reaktion. Das ist nach modernen wissenschaftlichen Begriffen selbstverständlich, und begingt feine Grenze gegen den Marxismus. Wenn man nicht die Prätention befigt, die Tatsachen in ein starres System preffen zu wollen, das alle Erscheinungen aus einer Ursache ableitet, Bann man als Margist sowohl vom Standpunkt des Nationalökonomen aus als auch vom Standpunkt des Sozialpsychologen aus an die Erscheinungen herantreten, um sie zu beschreiben und zu erklären. Welche Stand punttswahl zweckmäßig ist, hängt davon ab, welcher Erscheinungs. fompler ins Auge gefaßt wird. Strebt man wie de man nach einer Lehre, die der Wiederaufrichtung der Internationale, der Einheit des wirtschaftlichen, politischen, fulturellen Kampfes der Arbeiter schaft und der sozialistischen Erziehung dienen foll, so ist die sozial pinchologische Untersuchung und Grundlegung eine unerläßliche Boraussetzung. Die Richtung der Sozialwissenschaft auf den befeelten Menschen ist teine persönliche Erfindung von de Man. Dem Beobachter zeigt fich ein interessanter Parallelismus. Nationalökonomie und Privat wirtschaftslehre haben erst in der neuesten Zeit den Arbeiter als Produktionsfattor entdeckt, während sie bisher ihre ganze Aufmert samfeit den materiellen und technischen Produktionsfaktoren zugewandt hatten. Aber sie sehen heute noch im Arbeiter nicht den beseelten Menschen von Fleisch und Blut mit seinen Bedürfnissen, sondern einen technischen Produktionsfaktor, dessen seelische Real tionen und Bedürfnisse sie vernachlässigen. Dem entspricht in der Sozialwissenschaft und auch im Marrismus ein Vorherrschen der ökonomischen Abstrahiermethode, die im wesentlichen den Menschen als nur vom ökonomischen Prinzip bewegt annimmt allenfalls noch von reiner, vernunftsgemäßer geschichtsphilosophischer Erkenntnis getrieben. Diese Einstellung war jo ausgeprägt, daß mancher darin das wahre Wesen des Marrismus gefehen hat. Es handelt sich bei der Vernachlässigung des Menschen um eine zeitgebundene Erscheinung, und es wäre sehr falsch, zu leugnen, daß die Erkenntnisse des Marrismus aus dieser Zeit nicht ebenso zeitgebunden gewesen wären. Die Richtung auf den befeelten Menschen ist, um den Fach ausdruck der Psychologie zu gebrauchen, die konträre Reaktion, der Rückschlag des lebenden Menschen von Fleisch und Blut, der sich nicht nur des ökonomischen Prinzips, sondern des Sittengefeßes der eigenen Brust bewußt ist, gegen die eistalte Atmosphäre der vorwiegend materiell technischen Anschauung, in der der Wille entweder erstarrt oder zur Raserei leerer Abstraktheit wird. * Die Beschreibung der Tatsachen der Arbeiterbewegung und der Bersuch, sie auf den Gesamtfinn des Sozialismus zu beziehen, wird von de Man als Kritit am Margismus, ja als Ueber windung des Margismus bezeichnet und empfunden. Mit außerordentlicher Schärfe richtet sich die Bolemit bei aller historischen Würdigung gegen den Margismus: Ich bin kein Marrist mehr!" Nun muß man schließlich jedem überlassen, mit welchem Namen er fich nennen, und zu welcher Schule er fich rechnen will. Aber gegen Sonntag, 25. April 1926 men richtet sich der Stoß? Wogegen polemisiert de man mit so großem Aufwand von Geist und glänzendem Stil? Die Antwort mag überraschend flingen: de Man macht im Namen der Wissenschaft von 1930 der Wissenschaft von 1850 den Prozeß. Den älteren Naturwissenschaften, deren Anschauungen nicht ohne Rückwirkungen auf die Geisteswissenschaft geblieben find, mit ihrem Glauben an ſtarre, gottersezende Notwendigkeitsgesetze. liche Grundanschauung lebt, ist von der Wissenschaft selbst um JahrDieser Prozeß ist nicht überflüffig. Was im Volte als wissenschaftzehnte überholt. Mag die Wissenschaft über die Anschauungen von 1850 lächeln wie über Klänge aus längstverschwundenen Tagen im Bolle sind sie Grundlage des Weltbildes. Gemeinsam mit diesen Anschauungen lebt in beträchtlichen Teilmassen der Arbeiterschaft ein vergröbertes Bild Margismus philosophischer Materialismus und rohester ökonomischer Determinismus. Gewiß ein Zerrbild des Marrismus, aber ein sehr lebendiges Zerrbild. Das Zerrbild zu zerschlagen ist eine höchst notwendige Funktion. Es hat vielen nicht nur Arbeitern die Orientierung in der veränderten Welt und den Sinn für die Wirklichkeit schwer genug gemacht. Der Stoß von de Man richtet sich gegen den schlagwortartigen Marrismus, gegen überalterte Ideen. Man denkt an die großen englischen disturber of old ideas 3erstörer alter Ideen an Shaw und Wells. des Daß de Man bei diesem Stoß das Kind mit dem Bade ausschüttet, hat seine guten Gründe Sachliche Gründe und persönliche Gründe. Die einen sind für die Zeiterkenntnis so erheblich wie die anderen. Niemand von uns, der nicht mit starrem geistigen Hochmut erfüllt ist, ist durch die gewaltige Umwälzung der Kriegsjahre und durch die stille Wandlung des wissenschaftlichen Sinnes in diesen Jahren hindurchgegangen, ohne starte intellektuelle Spannungen au empfinden und ohne zu fühlen, daß viele alte zeitgebundene Ideen wankend wurden. Nun war wohl nichts so zeitgebunden als die Heillehren und Säße, in denen sozialwissenschaftliche Erkenntnis nach marristischen Methoden in der Borkriegszeit zum Ausdruck aber wohl auch nichts so eindrucksvoll, so sehr evidente Wahrheit, von so gewaltiger Wirkung auf die Gesamtheit gefellschaftswissenschaftlichen Denkens. De Man hat als Marrist die Teillehren und Säge als absolute Wahrheit umfaßt. Gegenüber der festgeglaubten absoluten Wahrheit gibt es nur eine Befreiung im härtesten Kampfe. Die Sprengung einer Dentfessel, die zeitgebunden, aber auch persönlich bedingt war, ein unendliches Gefühl der wissenschaftlichen Befreiung von der Dentfessel des absoluten Glaubens, das ist die Grundlage des Aufschreis von de Man: Ich bin nicht mehr Margift." tam Das erflärt die Schärfe der Polemit. De man selbst sucht sie pragmatisch zu erklären. Er wolle dem Leser einen pinchologischen Stoß versehen, um ihn zum Nachdenken anzuregen. Das ist ihm allerdings glänzend gelungen. Sein Buch ist überaus anregend und aufregend. Es ist intereffant, zu sehen, wie überall in sozialistischen Kreisen darüber gesprochen wird, und wie affettbetont darüber gesprochen wird. Die Polemit, die psychologischer Stoß sein soll und persönlicher Befreiungskampf ist, geht natürlich nicht ohne Berzerrung ab, und die scharfe Betonung des Ich bin fein Marrist mehr verführt dazu, aus der fachlichen Auseinandersetzung eine Auseinandersehung um Namen zu machen. Es läßt sich nicht leugnen, daß der wahre wissenschaftliche Marrismus und ernsthafte Sozialwissenschaft überhaupt immer mehr identisch werden. Die Frage, ob die Bezeichnung Marrismus noch berechtigt ist und ob sie zweckmäßig ist, gehört nicht ins Gebiet der wissenschaftlichen Untersuchung. Es ist sehr töricht, wenn Sozialisten dies Buch unter dem Gesichtspunkt des Kampfes um Namen werten, und wenn sie aus dem Kampfe um Namen heraus rufen: Ein Buch nach dem Herzen der Unternehmer! Das von einem Buche voll so starken sozialiftischen Glaubens, das so überlegen den Prozeß im Namen des Sittengefeges gegen das Unternehmertum führt! Mit solchen Urteilen ist dem Sozialismus und dem Marrismus schlecht gedient. Sie zeugen nur von Mangel an wissenschaftlicher Denffreiheit. Der Sozialismus wird nicht erschüttert durch den Kampf um Schulnamen, um wissenschaftliche Formulierung und durch den Wechsel des Standpunktes bei wissenschaftlicher Beobachtung. Dies Buch ist ein 3eugnis von lebendigem Sozia tismus und eine Mahnung an den Margismus. Es ist mit seinem offenen Blick für die Tatsachen und Erscheinungen der sozialistischen Bewegung in der ganzen Welt wie fein anderes geeignet, die seltsame Anschauung zu zerstören, als ob der Sozialis mus am Boden liege, der Marrismus aber lebendig sei. Das Betenntnis von de Man„ Ich bin nicht mehr Marrist" deutet auf eine gewiffe Tragit des Marrismus. Wer möchte fie leugnen! Es ist eine Tatsache, daß die verschiedenen marristischen Schulen wohl großen wissenschaftlichen Stolz und Aggreffivität der Bolemit beibehalten haben, daß aber ihre positiven Leistungen auf dem Gebiet der Forschung gegenüber der veränderten Welt auf sich warten laffen. Barador zugespitzt tönnte man sagen: Die Marristen, die Marristen sein wollen, tun nichts, um ihre methodischen Erkenntnisse anzuwenden, und die Marristen, die diese Erkenntnisse anwenden, rufen laut: Wir wollen feine Marristen sein wie de Man. Wenn dann beide zusammen diskutieren, entsteht die Gefahr, daß der Kampf um die Schule und ihren Namen in den Mittelpunkt gerät. Wenn wir aber nach sozialer Erkenntnis ringen, wenn aus der Forschungsarbeit sich erst die Ueberlegenheit bestimmter Forschungsmethoden, eine Erneuerung der Geisteswissenschaften ergeben soll, dann ist die erste Voraussetzung geistige Freiheit und Toleranz und geistige Unbefangenheit, die ihren Blid zunächst auf die Tatsachen richtet. In der Republik der Geister hat die Diktatur nichts zu suchen. ustig- Tage „ Lustig' umfaßt die Begriffe: Fertige Betten Graurot Inlett mit granen Federn Oberbett Preiswürdigkeit Unterbett. Qualität, Auswahl Meine bisher. Ausstattungstage erhalten fortan die Bezeichnung Kissen Weiße Möbel Bettbezüge Daunendecken Metallbettstellen Kleiderschrank 45.00 Hemdentnoh. starklädig Oberbett 4.95 3.65 12.25 Kissen 1.65 10.90 3.95 Bettlaken Wäschestoff starkadig. 2.45 mit la weißen Ganeedaunen. 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Er erörterte auch das Problem der Arbeitsgemeinschaften und der Bet ebsdemofratie und betonte hierbei, daß die Geftaltung id Macht der Wirtschaft nicht allein ben Unternehmern über: lassen werden darf. Es gäbe insofern eine Schidjaisverbundenheit zwischen Arbeitern und Unternehmern, als beide Teile zum Aufbau unjeret heutigen Wirtschaft notwendig feien. Der Gedanke der Mitwirkung der Arbeiterschaft an der heutigen Geftaltung der Wirtschaft in Form der Betriebs. räte sei leider von Juristen durch ein umfangreiches Baragraphen mert erstidt worden. Der Vortrag fand lebhaften Beifall Bon einer Diskussion wurde Abstand genommen. 1 Der Borsigende der Reichsfeftionsleitung, Stetter, Berlin gab den Tätigkeitsbericht. Vor viereinhalb Jahren hat die erite Tagung der Reichssektion stattgefunden Die Schäden der Inflation auf die Sektion sind wieder ausgemerzt worden. In der legien Werbemoche fonnten über taufend neue Mitglieder gewonnen werden. Schwere Hemmungen hat die ohn und Tarifpolitit durch das Reichsfinanzministerium er. fahren. Die einzelnen Staaten haben sich oft dadurch in nachteiligster Weise für ihre Arbeiter beeinfluffen lassen. Die grundfäßliche Ein. Stellung des Reichsfinanzminifteriums zu den Arbeiterfragen ist auf die Daner unhaltbar. Sachfen hat als einziger Staat ab 1. April den Stundenlohn um zwei Biennige er höht. Für die Reichsarbeiter ist der Achtstundentag fast restlos beseitigt morden, während er in Preußen und anderen Staaten für die taatsarbeiter erhalten blieb. Scharf fritisierte der Redner das Reichswehrministerium, das fich mehrfach als ein Hort unfozialer Auffaffungen erwiesen habe. Dieses Mini fterium habe es auch abgelehnt, einen Hauptbetriebsrat bei sich 31 bilden. Das Reich verschleppe immer wieder die Frage der Er. richtung einer Ruhe und Hinterbliebenentaffe für Reichs- und Staatsarbeiter. Arbeiter, die vierzig Dienstjahre hinier fich hätten, müßten auf den Gnadenweg permiesen werden. In der Diskussion wurde die Kritif des Referenten am Reichs finanzministerium und am Reichswehrministerium nachdrüdlich unterſtügt. Anerkennung fand die Arbeit der Reichsfektionsleitung. Regierungsdirektor Dr. Bothe äußerte sich zur Bensions zuihutaffe und sagte die Unterftügung Breußens in der Beije zu, daß Breußen das Reich veranlassen werde, in dieser Frage endlich einmal Farbe zu befennen. Die arbeiterfeindliche Haltung der bayerischen Regierung wurde von dem Delegierten Bayerns gebrandmartt. Ein stimmige Annahme fand eine Entschließung, die in der Hal. tung der Reichsregierung allen jozialen Fragen gegenüber eine schwere Gefahr erblickt, den Eisenbahnern in ihrem Rampfe Sympathie ausspricht und die Wiederherstellung des 2hiftundentages in allen Reichs- und Staatsbetrieben und die Schaffung einer Ruhelohn- und Hinterbliebenenversorgungstaffe verlangt. Eine andere Entschließung verlangt vom Reichs. ministerium für die befesten Gebiete die anderweitige Unter bringung der abgebauten Arbeiter und, falls dies nicht möglich sei, die Zahlung einer Entschädigung, mie fie auch den Angestellten gewährt wird. Die ap@ Refolution gegen das Reichswehrminifterium hat folgenden Wortlaut: dem Bundesvorigenden, R. Sch mar, eröffnet. Bon Behörden und Berbänden waren Vertretungen anwesend, so unter anderem wurde das fächsische Wirtschaftsministerium durch Oberregierungsrat Dr. Grundmann, der ADGB. durch Graßmann, der Deutsche Landarbeiterverband durch Bernier vertreten. Am ersten Tage Mai- Beranstaltungen der Gewerkschaften Sonnabend, den 1. Mai, vormittags 10 Uhr. Die Berliner freien Gewerkschaften veranstalten zur Feier des 1. Mai folgende Bersammlungen: Baugewertsbund: Orpheum, Hasenheide( früher Happoldt). Bekleidungs- und Textilindustrie( Bekleidungsarbeiter, Friseure, Sutarbeiter, Textilarbeiter): Germaniajale, Chauffee ftraße 110. Böttcher: Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. Dadhdeder: Swinemünder Gesellschaftshaus, Swine münder Straße 42 ilowatei und Holland. Das internationale Romitee, beffen Siz in Paris ist, umfaßt 100 000@lasarbeiter, modon die Hälfte allein auf Deutschland fällt. Die Glasarbeiterverbände Ungarns, Finnlands, sowie eine Sonderorganisation in England haben ihren Beitritt angemeldet. Das Komitee beschloß, den jährlichen Beitrag um einen halben Dollarcent pro Mitglied zu erhöhen, um die Ausgabe der internationalen Berichte in drei Sprachen zu sichern und das Se tretariat mefentlich auszubauen. Eingehend wurde die stetig um sich greifende Einführung automatischer Maschinen diskutiert, welche internationale Ueberproduktion, Drohung allgemeiner Krise und zunehmende Arbeitslosigkeit zur Folge hätten Einstimmigkeit herrschte darüber, daß der geplanten Herabjegung der Arbeitszeit, sowie der Einführung mehrfacher Schichten stärkster Widerstand entgegenzufezen fei. Gegen die Auffassung der Unternehmer, daß Maschinenbetriebe die Sonntagsruhe unmöglich machten, wurde protestiert und die Hilfe des internationalen Arbeitsamies fowie der Regierung zur Sicherung der Sonntagsruhe an gerufen. Nach der Diskussion über Wanderfragen und Be rufstrantheiten der Glasarbeiter wurde festgestellt, daß in der fchechoslowakei über 20 Broz. der Glas arbeiter an grauem Star leiden, mährend 2 Proz. davon gänzlich erblindet find. Ein internationaler Kongreß der Glasarbeiter findet im Jahre 1927 in Paris statt. Einheitsverband der Eisenbahner: Böhmisches. Brauhaus, Landsberger Allee 11/13. Fabritarbeiterverband: Dresdener Rajino, Dresdener Str. 96. Filmgewerkschaft: Blücherfest jäle, Blücherstraße 61.t Gärtnerverband: Dörings Festsale, Naunynstraße 27. Gemeinde- und Staatsarbeiterverband: Gesamträume der Bodweniger als im Vorjahre. brauerei, Fidicinstraße. Graphische Industrie: Große Spielwiese im Friedrichs. bain, Eingang Werneuchener Straße. Holzarbeiterverband: Reue Belt, Hafenheide. Lederarbeiterverband: Schmidts Festfäle, Brinzenallee 33.. Maler und Cadierer: Sophiensäle, Sophienstraße. Maschinisten und Heizer: Sophiensale. Sophienstraße. Metallarbeiterverband und Kupferschmiede: Balhalla Theater. Weinbergsweg. Nahrungs- und Genußmittelindustrie( Fleischerverband, Lebens. mittel- und Getränfearbeiter, Hotel. Restaurant- und Café angestellten, Nahrungs- und Genußmittelarbeiter): Moa biter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24, Staatliche and Glasarbeiterverband: PorzellanarbeiterPorzellanmanufattur, Charlottenburg, Begeliftraße( am Bahnhof Tiergarten). Sattler und Tapezierer: Neue Belt, Hafenheide. Schuhmacherverband: Boeters Festsale. Weberstr. 17. Steinarbeiterverband: Haberlands Feiale, Neue FriedrichStraße 35. Tabakinduffrie: Brachtfäie Märchenbrunnen( früher Schweizergarten). Am Friedrichshain. Berkehrsbund: Gewertschaftshaus, Engelufer 24/25. 3immererverband: Sa aiban Friedrichshain Bersammlung aller Af- Gewerkschaften: Berliner Lehrer vereinshaus. Alexanderplat( Großer Saal). Rezi tation: Gerirub Enfoldt Referent: Reichsminister a. D. Wilhelm Solimann, M. d. R. Die Zahl der englischen Erwerbslojen betrug am 12. April 1024 000, das find 25 386 meniger als am 5. April, und 180 370 SPD.- Fleischer! Dienstag, 27. April. 7 Uhr, im Solal von Nöbring, Neue Friedrichstr. 1, äußerit wichtige Fraktionsfigung ber SPD. Rollegen im Zentralverband der Fleischer. Bollzähliges Erscheinen if unbedingt erforderlich. Ohne Barteiausweis tein Zutritt. Der Fraktionsvorstand. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeitez. Bezirk Renköln: Morgen, Montag, 7 Uhr, in der Mula ber Balter- Rathenau- Schule. Neukölln, Bobbin ftraße, Bezirksversammlung. Bezirk Lichtenberg: Dienstag, 27. Aprii, 6 Uhr. in der Schulaula der Knabenmittelfdule Lichtenberg, Marktstraße, Bezirks perfammlung. Neuwahl der Bezirksleitung. Wirtschaftskrise und 1. Mai: Referent: Rollege Scarlau( Sauptvorstand). Verbandsangelegenheiten. Berichiebenes. Rutritt baben nur Mitglieder. Die im 17. Berwaltungsbezirk wohnen. Legitimation: Mitgliedsausweis, Die Ortsverwaltung. Freie Gewerkschaftsjugend. Sente, Sonntag, nachmittag 2 Uhr Besichtigung der Fleischvernichtungsanftait in Rübnik bei Bernau. Treffen 1% Uhr vor der Anftali in Rübnis. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband. Morgen, Montag, 7 Uhr, in ben Residenz feftfälen, Landsberger Str. 51. Mitgliederversammlung für die Serren und Rnabentonfettion. Bortrag über die Ortskrantenlaffe Berlin und die Aus mirtung ihrer Einrichtungen auf die. Arbeiterschaft. Referent: Willn Falten. ftein. Mitteilungen und Verschiedenes. Nur Mitgleder, die mit ihren Beiträgen nicht über 4 Mochen im Rüldstande find, haben Rutritt. Die Branchenkommision.. Achtung, Baudelegierte des Bangewerksbundes! Morgen, Montaa. zwischen 4 und 6 Uhr, tönnen die in der Baudelegiertenversammlung angefündigten Flugblätter aur Berbreitung auf ben Baustellen im Bureau Engelufer 24/25, Rimmer 53, abgeholt werden. Jebe Baustelle muk vertreten fein. Denticher Bangewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Berband ber Maler. Dienstag, 27. April. 7½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Gaal 5, Berfammlung der Betriebsräte und Bertrauensleute.. Bahl der Delegierten und des Obmannes in den Borstand. Stellungnahme zum Tarifvertbag Bir erwarten, daß die Rollegen vünktlich und zahlreich erDie Drisverwaltung. feinen. Jeber Betrieb muß vertreten fein. Achtung, SPD.- Betriebsvertrauensleute! Der Rämpfer" Str. 4 ift fertiggestellt und im Bureau 2inbenstr. 3, 2. Sof und Kleinbetriebe werden ersucht, bas Raterial abzuholen. Unterausschuß Schöneberg: Schloßbrauerei Schöneberg, 2 Treppen, fofort in Empfang an nehmen. Defonders bie Bertreter der MittelHauptstraße 122. Unterausschuß Spandau: Neue Welt in Spanban Unterausschuß Tempelhof: Graßls Gesellschaftshaus, Mariendorf, Chauffeestraße 305. Die Gewerkschaftsmitglieder, die in diesen Bezirten wohnen, nehmen an den Bezirks- Maifeiern teil Mitgliedsbuch legitimiert. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Der 1. Mai und die Gewerkschaften." Arbeiter, Angeftelte, forgt für Maffenbesuch dieser Versamm. Macht fie zu wichtigen Rundgebungen gegen die Reaktion! Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund Ortsausschuß Berlin Die am 24. und 25. April in Hannover tagende Reichstonferenz der Reichsfettion der Reichs, und Staatsarbeiter beschäftigte fich u. a. auch mit der Behandlung der Arbeiter in den Betrieben, Berwal tungen und sonstigen Arbeitsplägen des Reichswehrministeriums. Die Konferenz stellt mit Bedauern fest, daß zahlreiche Beamte und Offiziere nicht das notwendige Maß von Berständnis als Leiter einer Dienststelle ihren Arbeitern gegenüber besigen Sie weist die dem fungen! militärischen Drill sehr nahekommende Behandlung der Arbeiter mit Entrüstung zurüd und erwartet vom Reichswehrministerium, daß es die Dienststellenleiter auf dem Berwaltungswege dazu anhält, daß sich alle Borgesezten als Arbeitgebervertreter befleißigen, auch den Arbeitern im Bereiche ihres Ressorts eine mehr zivile Be handlung zuteil werden zu lassen. Die Konferenz beauftragt den Berbandsvorstand, nichts unverfucht zu laffen, um diesem unwürdigen Zustand ein Ende zu bereiten." Die Berhandlungen werden heute fortgesetzt. Er Allgemeiner freier Angestellfenbund Ortskartell Berlin. wurden Referate über den Geschäftsverlauf des Bundes, über Zeitungswesen, über 2ohn und Tarifmejen und über Rechtsschutz gehalten. Aus dem Geschäftsbericht ging hervor, daß der Schweizerbund sich im Gegensatz zu vielen anderen Deutscher Werkmeisterverbandstag. Gemertschaften in gleichbleibender Stärte erhalten hat, Bremen, 24. April.( TU) Der vom 24. bis 26. April hier die er bald nach der Kriegsbeendigung durch unermüdliche Agitation erreicht hatte. Die Finanzen des Verbandes murden vom stattfindende Deutsche Berkmeisterverbandstag wurde am Sonn- Bundesvorsitzenden als erfreulich gut hingestellt. Der Referent abend vom 1. Berbandsvorsitzenden Buschmann eröffnet. betonte, daß der Berband feine Konsumentenpolitit treibe, fondern streifte auch die unerschütterliche freigemerfidhaft daß sein Ziel weitsichtige Produzentenpolitit fei. Misliche Einstellung des Verbandes, das Verhältnis zum Deutschen Bertreter des Reichsarbeitsministers und zugleich als Vertreter des Lanbarbeiterverband, bie Fortschritte in der Lohnbewegung und den Bremer Senats sprach Staatsrat Dr. Bölfers Bremen und Rampf mit den Gegenorganisationen, darunter hauptsächlich die bemerkte, daß heute Reich und Länder Anregungen der Berufschriftliche Gewerkschaft. gemerffchaften fomeit als möglich entgegenzufommen trachteten. Der 1. Borfizende des Af- Bundes, Aufhäuser. Berlin, bezeichnete den Geschäftsbericht des Verbandes als den Spiegel der großen Not der Arbeitnehmer. Den Jahres- und Geschäftsbericht gab der 1. Berbandsvorsitzende, der darauf hinwies, daß im Verbande 140 000 ertmeister organisiert seien. Gin Delegierter des Saargebietes gab der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß das Saargebiet später wieber ganz an Deutsch land fallen merbe. Im übrigen schreite auch dort die deutsche Werk meiſterbewegung gut vorwärts. Am Sonntag follen Sterbefallenangelegenheiten erörtert werden. Am Montag wird die Tagung mit einer Hauptversammlung des Brandversicherungsvereins geSchloffen Tagung des Schweizerbundes. Leipzig, 24. April. Am 22. April begann die fagungsmäßige diesjährige Bundesgeneralversammlung des Allgemeinen Gaweizerbundes, der die wichtigste und maßgebenste gemertschaftliche Ber tretung des Berufsschweizerstandes bildet. Die Tagung, zu der sich aus allen Gegenden des Deutschen Reiches eine große Anzahl Delegierte eingefunden hatten, murde mit begrüßenden Borten von RM oe.a $ Im Redaktionsbericht betonte der Referent, daß auch die Berbandszeitung in der abgelaufenen Berichtszeit wieder größer ausgestaltet werden konnte. Im Lohn und Tarifwefen wurde ganz besonders herporgehoben, daß die Löhne der Schweizer äußerst niedrig sind und zum größten Teil meit unter den Löhnen der Industriearbeiter stehen. Dabei muß berüdsichtigt werden, unter welchen Boraus fegungen der Berufsschweizer für diesen geringen Lohn arbeiten muß. Sonn- und Feiertags an seine Dienststelle gebunden, mitunter verpflichtet, des Nachts Wachen usw. auszuführen. Hinzukommen die äußerst schlechten Wohnungsverhältnisse. Weiter murde hervorgehoben, daß in den verschiedensten Fällen die staatlichen Schlichtungsinstanzen versagt und wenig Intereffe für die äußerst schlechte wirtschaftliche Lage der gesamten Landarbeiterschaft haben. Internationale Tagung der Glasarbeiter. Brüffel, 24. April.( Eigener Drahtbericht) Das Internationale Komitee der Glasarbeiter tagte am Donnerstag und Freitag in Brüssel. Bertreten waren Deutschland durch Girbirg( Berlin), ferner Belgien, rantreich, England, Tschecho= Sport. Rennen zu Karlshorft am Sonnabend, den 24. April. 1. Rennen. 1. Sambur( Hr. Schniker), 2. Parioli( v. Borle) 5. Riebertalb( n. Herder). Toto: 52: 10. Blag: 17, 18, 16: 10. Ferner Itefen: Drbensritter, Sebenswonne, Ezernin, Revolutionär, Heliade, Adolphus. 2. Rennen 1. Stattliche( Kranzlein). 2. Dzema( Schulfer), 8. 2a cabe( K. Edler). Zoto: 57:10. Blaz: 17, 15, 18: 10. Ferner liefen: Miffa, Schwertlilie, Myron, Geron. Maas, liter, Arbela. 3. Rennen. 1. Rheinland( Rufulies). 2. Eleazar( Balter Hener), 3. Hilarius( Haufer). Toto: 32: 10. Drei liefen. 4. Rennen. 1. Balette( Schniker), 2. Leander( Freeie), 8. Borta, Bestfalica( Leutn Ray). Toto: 36:10. Blag: 17, 20: 10. Ferner liefen: Stummer Teufel, Shaun Aboo, Landdroft. 5. Rennen. 1. Balamon( Bismark), 2. Nordsee( Bolt), 3. Narr ( Rate). Toto: 33:10. Blag: 15, 24, 19:10. Ferner liefen: Fichte, Rebich, Rappellopf, Rüstung, Barchemin, Bropulfor, Mamlafz. 6. Rennen. 1. Maipring( B. Wolff), 2. Gnadenfrist( Frangle), 3. Favilla( Maschen). Toto: 22:10. Blag: 12, 15, 18:10. Ferner liefen: Sippa, Laurin, Dtavin, Rasvidr. 7. Rennen. 1. Gerber( Strüger), 2. Sans Atout( R. Derichug), 3. Brometheus( Thielemann). Toto: 29: 10. Blaz: 15, 63, 15: 10. Ferner liefen: Ribelle, Karl Ferdinand, Beer Gynt, Bingolf, Kreuth, Gapajus, Chinmnacht, Chalzit, Imperator, Ratibor. 6 Deutschland- Frankreich am Sonntag in Treptow. Der seit langem an nun am Sonntag in gekündigte Stampi Deutschland Frankreich wird Das Intereffe für dieses Rennen repfom aur Abwidlung fommen. rennens Bittig, Beig. Miquel und Parisot febr beliebte ist in Radsportfreisen ein sehr großes, da alle vier Teilnehmer des Hauptdag sämtliche Stonfurrenten Spezialisten der Treptower Bahn sind. Es ist Fahrer in Berlin find.. Das Rennen erhält seinen Hauptreia ferner dadurch, fomohl nach der Papierform als auch nach den bisherigen Trainings. leistungen sehr schwer, den Sieger für dieses Rennen zu bestimmen, da alle vier Teilnehmer die gleichen Chancen baben. Bir glauben dennoch, daß bas 15- Kilometer. fowohl wie bas 25- Stilometer- Rennen Parisot ober Miquel als Sieger fehen wird, da beide Fahrer über einen sehr schnellen Antritt verfügen, währenddem wir für das Hauptrennen bes Tages über 50 Stilometer den Frankurter Jean Weiß mit Rüdsicht auf seine bies Sieger tippen. Alle Zeilnehmer bor allen Dingen Bittig jährigen Siege in Dresden, Frantjurt und Mains als voraussichtlichen jedoch in diesem Rennen unsere Berechnung über den Hausen werfen. Reben den Dauerrennen versprechen auch die Fliegerrennen intereffanten Sport zu bringen, da die Elite unserer Berliner Amateure an den Ablauf tommt. Der Beginn der Rennen ist auf 3%, Uhr nachmittags jeftgejezt. fönnen Wetterbericht der öffentlichen Wefterdienststelle für Berlin.( Nachbr. verb.) Barmer, zunehmende Bewöltung, meist noch troden. Für Deutschland. Weitbeutschland wärmer und troden. Süddeutschland Strichregen. Dftdeutsch land Gewitter. Mujifaufträge Bank der Arbeiter, Angestellten u. Beamten 2 Berlin S14, Wallstraße 65/ Hamburg 1, Besenbinderhof 57/59 Postscheckkonto Berlin 3898 Sparkasse: SPARKASSE zu 5 Spareinlagen von 1 Mark an zu 6% zu 7 Kassenstunden: 9-3 und 5-7 Uhr Postscheckkonto Hamburg 32530 Proz. mit täglicer Kündigung Proz. mit monatlicher Kündigung Proz. mit vierteljährl. Kündigung Sonnabends: 9-1 Uhr r übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufilerverbandes, Berlin 027, Andreasstr. 21( Königstadt 4310, 4048) Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bi 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbefu Weitere Annahmestellen: Berlin SO: Zigarrengeschäft v. Horsch, Engelufer 24/ 25, Gewerkschaftshaus. Berlin N: Zigarrengeschäft von Tietz, Invalidenstr. 124, a. Stettiner Bahnh. Berlin NO: Zigarrengeschäft v. Seidler, Belforter Str 11. Berlin Neukölln: Zigarrengeschäft v. Hein, Thüringer Str.37.- Zigarrengeschäft v. K. Heinrich, Münchener Str.19.- Zigarrengeschäft v.Gärtner, Wissmannstr.14.- Zigarrengeschäft von Nicolaisen, Herrfurthplatz 3. An den Kassen folgender Verbände: Zentralverband der Angestellten, SW61, Belle Alliance- Str 7/10. Zentralverband der Fleischer, O, Zorndorfer Str. 32 Verband der Lebensmittel- u. Getränkearbeiter, C. Mulackstr. 10. Bauhütte Berlin, W. Wilhelmstr. 106. 6666666 Un erem lieben Genossen Eugen Meier nebst Frau zur Silberhochzeit die herzlichsten Glüdwünſche! Die Genossen d. 37. Bezirks 91.Abt. Neukölln Nach langen, schweren Leiden entfchlief am 23. April unsere gute Mutter, Schwieger, Groß- und Ur großmutter, die Witwe Wilhelmine Seegert geb. 8ander im Alter von 88 Jahren. 21/19 Dies zeigt im Namen der Hinter bliebenen allen Freunden und Be tannten hiermit tiefbetrübt an Paul Panzéram und Frau Elise, geb. Geegert. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 27. April, nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhof in Alt- Glienice ftatt Danksagung. Allen Verwandten und Bekannten für die innige Teilnahme bei der Einäicherung meiner lieben Frau und unierer guten Mutter fagen wir hiermit unseren tiefgefühten Dant. 21 15] Otto Malze nebst Kindern. Der Aufbau Kontradiktorische Vortragsabende, veranstaltet von der Gesellschaft der Freunde der Sozialistischen Monatshefte 5. ABEND Montag, den 26. April pünktlich 8 Uhr, in Berlin, im Sitzungssaal des Reichswirtschaftsrats, Bellevuestr. 15. Die auswärtige Politik nach Genf Nach einem Referat des Genossen Ludwig Quessel ( M.d.R.) findet eine Aussprache zwischen Rednern aus den verschiedenen politischen Parteien und Anschauungskreisen statt. In der Rednerliste sind bis jetzt vorgemerkt: Reichsminister a. D. Dr. Hans Bell( M.d.R.), Maximilian Harden, Wilhelm Heile, Otto Lehmann- Rußbüldt, Prof Ludwig Quidde, Abg. Walter Stoecker( M.d.R.) und andere. 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Nach all den vielen Mittelmäßigkeiten, die der amerikanische Filmmarft uns herübersendet, endlich einmal ein Film von echt amerikanischem Gepräge, ein Film, wie ihn fein anderes Land her vorbringen fönnte, ein großes Stück Geschichte aus der fieberhaft schnellen Entwicklung dieses Erdteils. Ein hohes Lied auf die Kraft und den Sieg der Arbeit, strohend von Freude über die Segnungen der Technik und des Fortschritts, ein Film der Masse, in dem die ein Werk leisten. Wie der frühere Film„ Die Karawane" bie erste Durchquerung des nordamerikanischen Kontinents durch die kühnen Bioniere feierte, so preist dieser Film den Bau der ersten großen Eisenbahn, die vom Atlantischen bis zum Bazifischen Ozean reicht. Es ist die Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Abraham Lincoln ist Präsident, der fühnen Entschlusses seine Zustimmung zu bem großen Plan gibt und die Militärs, die die großen Mittel für ihre Zwede beanspruchen, energisch zurückweist. Nun strömen die Laufende herbei, wandernde Zeltstädte entstehen, die von beiden Seiten her immer weiter vorrüden. Der Rhythmus der unermüd lichen geduldigen Arbeit( nach der Melodie des Dantee Doodle) durchpuift den Film, der die verschiedenartigsten Typen der Arbeiter aufweist, die aus aller Herren Länder stammen und denen sich bereits auch die Chinesen zugesellen. Unermeßlich sind die Mühen und Strapazen. Bald bleibt der Proviant aus, bald wieder sind Kämpfe mit den Indianern zu bestehen, die gelegentlich zu hochdramatischen Kämpfen sich entwickeln. Rücksichtslos wird die verbrecherische Habgier der Grundbefizer aufgedeckt, die die Bahn durch ihr Gebiet lenten wollen und im Bunde mit den Indianern die eine andere Straße fuchenden Ingenieure mit dem Tode bedrohen. In dieses große Epos sind natürlich, entsprechend dem amerikanischen Gefchmad, die übliche Liebesgeschichte sowie der Kampf zwischen dem Guten und Bösen und eine Fülle von lustigen Episoden, die das Leben und Treiben der Arbeiter schildern, hineingewoben. Das große Drama muß sich widerspiegeln in dem fleinen Drama des Helben, eines jungen, frischen Burschen, dessen Bater schon die Idee Der Bahnführung hatte, der aus allen Fährnissen, Intrigen und Rämpfen heil hervorgeht und siegreich das große Werf durchführen hilft. Zum Schluß bekommt er natürlich die Braut, seine Jugendfreundin, nachdem ihr Berlobter als Schurke entlarvt ist. Die Regie führt John Ford, der eine ungeheure Menschenmenge vortrefflich disziplinierte und allen Schneid kühner Indianerritte fich entwickeln ließ. Von den Darstellern ist nicht viel zu sagen. Alles fügt sich zu einem prachtvollen Ensemblespiel zusammen, aber genannt werden foll doch George O'Brien, der den jungen Helden sehr sympathisch darstellt. Dem Film voraus geht ein Vorspiel, worin die Tragödie des Mannes dargestellt wird, der trotz aller Verkennung dem fühnen Gedanken der Bahnverbindung vorarbeitete. , Deutsche Herzen am Deutschen Rhein." ( Primus- Palaft.) D. Der Titel läßt Schlimmes ahnen, aber das Ganze verläuft harmloser. Das rheinländische Herz, das sonst wegen seiner Fröhlichfeit bekannt ist, gerät hier stellenweise ins entschieden Sentimentale. Die Franzosen werden mur nebenbei erwähnt, und selbst die Befreiungsfeier wird nicht einmal zu einem patriotischen Organismus. Hin und wieder stären allerbings goldene Worte den Ablauf des Films. Die Handlung weist darauf hin, daß deutsches Eigentum auch in Inflationszeiten nicht an Ausländer verschleudert werden soll. Hans Schütterhans verlauft feine Maschinenfabrit nicht für einen Dollarsched; seine Braut, ein prächtiges rheinisches Mädchen, bezahlt die Schulden, und dann kommt auch ein großer Auftrag von der Reichsbahn. Der böse Better muß beschämt abziehen, und ein steinharter Amerikaner entdeckt plötzlich seine weiche Seele und wird zum Wohltäter einer armen Familie. Am Schluß eitel Rührung und Begeisterung. Biele Situationen erscheinen überflüssig, man dehnt den Film, um unter allen Umständen die Befreiungsfeier noch mit zubekommen. Aber man arbeitet zu start auf Rührung hin. Eine alte, verlassene Mutter, die nach Jahren ihre verlorene Tochter wiederfindet, wirft auf das verhärteste Gemüt, besonders da sie Frieda Lehndorff ohne jebe Bose spielt. Erschütternd das Bild, wenn sie nach dem Tode des Sohnes einsam in der Stube hockt, zusammengefunten, in erfrorenem Schmerz. Die Darsteller und die Regie rettete, was an dem locker gefügten Manuskript zu retten ist. Durch ausgezeichnete Aufnahmen der Weinberge, der Schlösser und Bacherachs werden Lücken in der Handlung verdedt. Der Regiffeur Fred Sauer verlegt vor diese wirksame Naturkulisse einen Teil des Geschehens. Rein bildhaft gesehen sind diese schmalen, gothischen Gaffen, ausgezeichnet gegeben ist die Atmosphäre der verräucherten rheinischen Gaststuben und der fleinen Handwerterhäuser. Die Dar stellung ist ausgeglichen. Grete Reinwald spielt das rheinische Mädchen ohne Sentimentalität, gesund, heiter, voll blonder Kraft. Schlettom fann stellenweise nicht vergessen, daß er einmal den Hagen gespielt hat, er bleibt in manchen Szenen merkwürdig starr und Hans Albers unterliegt seit langer Zeit wieber einmal feiner Neigung, in betonte Salondämonie zu machen. Titel dieser Art aber, wie„ Deutsche Herzen am Deutschen Rhein" sollte eine Gesellschaft, die nicht ganz von Courths Mahlerschem Geist besessen ist, fünftig meiden. F. S. , Seine Söhne." ( Marmorhaus.) Rudolf Schildkraut steht uns noch lebendig vor Augen als Shylod in Shakespeares Staufmann von Benedig. Er gab ben gemarterten Juden mit einer Wucht und Kraft, die unver geßlich find. In die Klage des Vaters legte er all die Weichheit eines jüdischen Baters und seine Anklage schrie er hinaus, daß sie uns schmerzlich durchzuckte. In dem neuen Film, der Szenen aus dem New Yorker Judenviertel darstellt, ist er wieder der jüdische Bater, und wieder hat er Gelegenheit, all die sentimentalen und weichen Züge, den schmerzlichen Humor und den bitteren Schmerz und die Behmut hinreißend zu gestalten. Aber die Kraft und der Troß zuden nur ein paarmal in diesem Lear des Getto auf, der diesmal von seinen Söhnen sich verraten fühlt. Wie im jüdischen Bolen lebt David Cominsky mit seiner braven Frau mitten im New Yorter Einwandererviertel. Neben feinem Straßengeschäftchen ist das Talmudſtudium immer noch seine Lieblingsbeschäftigung. Mitten in der großen haftenden Stadt führt er das beschauliche Leben eines Gläubigen. Aber an seinen beiden Söhnen hat er feine Freude. verkauf ernähren, aber seine Liebhaberei ist der Borkampf, den der Der jüngere energische Sammy hilft zwar die Familie durch ZeitungsAlte verachtet. Der andere Sohn Morris, der auf Kosten der ganzen Familie studiert, ist zwar scheinheilig, aber als es eine gute Partie zu machen gilt, verleugnet er den Bater. Alle die Demütigungen und Leiden des gekränkten Vaters werden uns vor Augen geführt. Rührend ist es, wie der alte David im stürmischen Schneetreiben über faufen, und dann mantellos zurüdfommt. Ergreifend ist es, wie er, die Straße stolpert, um für seinen Lieblingssohn seinen Pelz zu verSohn ruft und seinen Segen wie jener Batriarch dem zweiten Sohne von schwerer Krankheit niedergestreckt, vergeblich nach demselben Schenken muß. Dieser durch einen glücklichen Filmmatch zu Ehren gekommen, bringt dem Baterherzen den Frieden wieder. Er schleppt den treulosen Bruder direkt von der Berlobung herbei und wirft ihn dem Vater zu Füßen. So endet dieser Milieufilm, in dem sich jüdische und amerikanische Sentimentalität aufs innigste vereinen. Schildkrauts große Kunst erhebt ihn über die bloße Milieufchilderung hinaus und gibt ihm menschliche Bedeutung. Auch die Nebenrollen waren gut bejezt. Aber gibt es für die Kraft und Originalität diefes Gestalters nicht noch größere Filmaufgaben? Beilage des Vorwärts ,, Madame Sans Gêne." ( Ufa- Palast am 300.) Auf seiner Reife durch die Weltliteratur ist der Film jetzt auch bei Sardous wißigem und pointenreichem Drama aus der Napoleonzeit Madame Sans Gene" angelangt. Da die historische Anekdote hierbei die Hauptrolle spielt, ist der Stoff an sich filmgerecht, wenn natürlich auch der Reiz des Dialoges in der Filmbearbeitung verloren gehen muß. Was das Drama mit zwei Worten sagen fann, muß der Film umständlicher verdeutlichen; aber man ist auch sonst einen Stich ins Burleste bekommen, Gloria Swanson unterstreicht vom Sardouschen Geist weit abgerüdt. Die ganze Handlung hat die Wäscherin von ehemals, die zur Herzogin geworden ist, bei Hof Anstoß erregt durch ihre Recheiten und erst Napoleon felber beweisen muß, daß sie eine Frau von Herz und Berstand ist. Sie will nicht nur drastisch sein, sondern gerät direkt ins Barodistische hinein, wenn sie die Ungeschicklichkeiten und die Etikettewidrigkeiten überBaris drehen lassen. Das Milieu ist also besonders in den kaiserlichen treibt. Die amerikanische Paramountgesellschaft hat den Film in und Dran der Möbel und Trachten ist sicher bis ins Kleinste richtig Schlössern mit großer Echtheit herausgekommen. Das ganze Drum getroffen. Ja, man ist in der Entfaltung des napoleonischen Glanzes bei Festen und Feuerwerken sogar allzu üppig geworden. Bor lauter Ueberfülle verschwinden zeitweise die Hauptpersonen. Vortrefflich find dagegen die Szenen geraten aus der Zeit, da Madame Sans Gêne noch ihre Wäscherei betrieb und dem damaligen Leutnant Napoleon feine Rechnung stundete, da sie mit ihrem Sergeanten Lefebre auf den Ball geht( der Galopp in Bauxhall zeigt wirkliche Tanzleidenschaft) und dem verwundeten Grafen Reipperg das Leben rettete. Gloria Swanson ist das Mädchen aus dem Volke mit dem Mutterwitz und gesunden Gefühl in Person, sie ist mit dem feden Näschen und dem gaminhaften Zuden des Mundes franzö fischer als eine Französin. Aber muß sie sich gar so tölpelhaft bei Hofe aufführen, nur um billige Lacherfolge zu erzielen? Von der übrigen Belegung ist nicht viel zu sagen: Drains Napoleon ist Das Heiraten ist solche Sache, namentlich, wenn der Verlobte ein Provinzfrämer, der Neipperg Wards zwar elegant und höfisch von dem Nebenbuhler bezichtigt wird, den Küstenverteidigungsplan genug, aber ohne Leben. Mit Komitermimit gibt Favieres den gestohlen zu haben. Aber es fommit alles ins Lot und die Re- intriganten Fouché. Ein faftiges Stück Natur liefert M. Guitty mit ihrer runden Waschfrau. giffeure Frant Urson und Baul Jribe benutzten das Durcheinander, um einen Film aufzuziehen, der jenseits aller Grenzen des mög lichen spielt. Man sieht darüber hinweg, daß von Filmvorgängern verwertbares Material entlehnt wurde. Man wird zu famos unter holten. Es ist kein Bierult, es ist echt amerikanischer Humbug mit Tempo vermischt. Mitunter wirft legteres allein. Zuweilen holt man nur photographisch Sondereffekte heraus, so, wenn bei einer allgenieinen Balgerei es plötzlich dunkel wird und man einzig einen Wirrwarr huschender Schatten erkennt. Lachsalven sind nicht zu unterdrücken, und Beifallsstürme auf offener Szene blieben nicht cus. Biola Dana war blaß im Spiel, das lag nicht an ihr, sondern an der Rolle. Raymond Griffith stand zu Recht im Mittelpunft. Der vergnüglich stimmende Raymond ist so gewandt mie eine Stage, so brollig tolpatschig wie ein Bär. Die Ufa- Wochenschau brachte Sensationen, Katastrophen und Interessantes aus aller Welt. „ Heiraten ist kein Kinderspiel." ( Tauenhien- Palast.) Panzerkreuzer Potemkin Der Aufstand der Matrosen vor Odessa im Juni 1905 Regie: S.M. Eisenstein Das gewaltigste russische Filmwerk URAUFFÜHRUNG ab Donnerstag, den 29. April Apollo Theater Friedrichstraße 218 ( Untergrundbahn Kochstraße) D. e. b. Qualen der Nacht." ( Richard- Oswald- Cichtspiele.) T. einem Broblem ausweicht, und dessen eigenes können bloß so weit Das Bublifum will nur Gesellschaftsfitsch, sagt jeder, der selbsh reicht, breitausgetretene Wege gehen zu dürfen. Dennoch, das Publikum interessiert sich auch für schwierige Fragen und verzwickte Lebensangelegenheiten. Das bewies der Beifall, den die„ Qualen der Nacht" fanden, obwohl der Regiffeur Kurt Bernhardt für Karl Budmayers Ideen nicht die richtige Lösung fand. Der Sohn des reichen Fabrikanten liebt ein Schreibmaschinenmädel. Das ist natürlich dem herrschsüchtigen, brutalen Vater nicht angenehm, und strophe Das Liebespaar verläßt das Haus, verjucht im Ausland als er aufgebracht den Sohn ohrfeigt, tommt die Familienfatafein Glüd. Dort wartet aber nichts als Unglüd auf die Beiden. Endlich bekommt er Arbeit als Kohlenschipper. Er märe förperlich verfommen, wenn nicht ein Arbeiter fich seiner angenommen hätte. Der nimmt die Beiden bei sich auf, fie führen ein idyllisches Leben, doch geht der junge Mann wieder heim zu seinem Vater, und die Liebe der jungen Frau ist zum Arbeiter hinübergewechselt. Das wird im Film, ebzwar es sehr gut möglich wäre, logisch gar nicht begründet. So wirkt der Schluß befremdend. Oder hat man die Entwidlung herausgeschnitten? Schauspielerisch ist der Film voll tommen falsch angelegt. Tiefftes Geelenerleben soll geschildert werden, da muß man im Mienenspiel knappste Mittel gebrauchen. Hier sieht man nur hohle Gesten. Auf der Bühne kann man durch Aufschrei, Stöhnen Wirkungen erzielen, der Film ist stumm, der aufgerissene Mund wirft unmotiviert, wenn nicht gar lächerlich. Die Einzige, die angängig spielte, war Claire Rommer. Thre Routine fonnte der Regisseur ihr nicht nehmen. Wilhelm Dieterle hette als Arbeiter, dank seiner Körperlichkeit, gute Momente. Er legt alle Rollen schwer an, das war diesmal sehr zutreffend, doch muß dieser Schauspieler im Film ftets zu einer gewissen Zu rüdhaltung gezwungen werden. Die Immer- feste- druff" Devise ist für ihn nicht angebracht. Der Film zeugt oft von sehr netten Beob achtungen, doch fehlte die Geschlossenheit. g. , Der Prinz und die Tänzerin." ( Gloria- Palast.) Wenn man das diesem Film zugrunde liegende Manuskript betrachtet, ringt man sich vielleicht zu der Ansicht durch, daß AltHeidelberg und Förster- Christel sehr ernst zu nehmende Arbeiten find. Also, die Tänzerin hat Talent zur großen Kolotte und der Prinz ist ein unverdorbenes Bürschchen. Die Tänzerin hat nicht nur viele Verehrer, fie hat auch eine lugiös eingerichtete Villa, doch menn Mutter Geburtstag hat, erscheint sie bei der alten Frau mit vielen Bateten bepackt als fleines, einfaches Mädel. Und auf dem Berded eines Omnibusses, auf der Fahrt zu Muttern, lernt der Prinz die Tänzerin fennen. Natürlich lieben sich beide sofort, er liebt zum ersten Male überhaupt und sie liebt zum ersten Male echt. Nach diversen, bildlich vorzüglich ausgenuzten Zwischenfällen, Familienidyllen, Ausflügen in Schneelandschaften, Tanzfzenen und einer unglücklichen Berlobung, fommt ein guter Abschluß, denn jeder hat, was er braucht, die Tänzerin einen Galan und der Prinz was für's Herz. Wer von all den prinzlichen Liebesgeschichten und den daraus entstehenden Ansprüchen der barin verwickelten, verdienstvollen Dämchen genug hat, wird durch den Titel schon abgeschreckt. Wer aber eine Unterhaltung auf jeden Fall sucht, fommt auf seine Kosten, denn Eichberg hatte bie Regie. Er führt alle oft ausgeprobten und noch neue, fein überlegte Bildwirtungen ins Treffen. Lucy Doraine ver. förperte die Hauptrolle mit großem Erfolge, wenn sie auch nicht nuancenreich genug spielte Ein Tanz in der Manier der Man Murray fand besonderen Beifall. Willi Fritsch blieb frets frisch und natürlich, selbst dann noch, wenn er schmachtend viele Szenen füllen mußte. Heinrich Gärtner forgte für eine lobensmerte Photographie. e. b. Preussengold Edelcigarette Phänomen Die Marke für Kenner 59 BAD- NAUHEIM Hessisches Staatsbad 45 Minuten von Frankfurt a. M. Ganzjährige Kurzelt Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Opernhaus 7 Uhr: Carmen Opernhaus am Königsplatz 2: Charleys Tante Lessing- Tb. 8 Uhr: Gastspield Saltenburgs Bühnen U: Così fan tutti D. fröhliche Schauspielhaus & U.: 8 Us Herodes und Weinberg Mariamne Schiller Theater 8: Kyritz Pyritz Kleines Th. Städtische Oper Heute& Uhr: Charlottenburg 7¼ Uhr: 8 Reiner Tisch Losispiel von Lonsdale Die Jüdin aues T. am to Abonn- Turnus II Deatsches Theater Norden 10334-38 8 Uhr: Unsere Kinder Kammerspiele Vorletzte Woche! Allabendl, 8 Uhr: Guido Thielscher in Stöpsel KleinaPreise: Parkett1-2M. Park.- Faut.3-4 M. Orchest.Fauteuil M. Sessel 6 M Ververvet nunterbrochen Norden 10334-38 Residenz- Theat. 7% Uhr: Week- end ( Ueber'n Sonntag) Die Komödie Bismarck 2414, 7516 * Unr Viktoria 8 Uhr: Platonische Liebe Thalia- Theater 8 Uhr: Ravalier Jack Th.i.d.Kommandantenstr. SUhr: Kabarett d.Komiker Robitschek/ Morgan Circus Busch Sonntag 2X 347, U. SCALA Nachmittags 8 Uhr Sprang- und ermanist. Preise 25 Pi. bis 2,75 f. Loge Abends kleine Sommerpr.! Volksbühne Barowsky- Bühnen Theater am Bülowplatz( Th. am Schiffbanerdamm 2U. Hamlet 8 8 Uhr: U. Sturmu Marlborough Morgen 7, Uhr: FAUST Großes Schauspielhaus Morgen 8 Uhr: Theater Königgrätz.Str. 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