ttr. 195 ♦ 4Z. Jahrg. /lusgabe A Nr. 99 BeznnSvretS: fBüAtntnfi TO TBfntni«, monaM» ts— Zitickismart Miau««adldor. Untei Sieuabanb für StuMAlanA. Bawi«. Saar- unt Sirmelaebiet. Dtfientid), Litauen. Luiembur, 4,50 Rejchimart. für da« üdri» Ausland SM Reichsmark uro Monat. Der.voru>Srt»� mit der Sonntaa» beilaae»Volk und Rrir mit.Sied- tun« und Klcinoaitcn* sowie der Beilaae.Unterdaltuna und Kissen' und Krauenbcilaae.Frauenstimme' erscheint wochentZalich lweimal, «onirtaa» und M-ntaa» einmal. Telearamm-Adresset ifrat Betfli' Morgenausgabe Devlinev Volksblatt (iv pksnnig� Anzeigenvret�e- Die e i n s r a l t i 0« Nonoareille» »eil«»0 Dfennia. Reklame, eil« I.— Reichsmark...Kleine An,«ine«' da» fettaedriiikte Wort Li Ptcna,» tluISliia»wei settaedruekte Worte«. sedes weitere Wort 12 Piennin. Stcllcnacluche da» erkt» Wort Ii Pkennia. tedc» weiter» Wort 10 Dfennia. Worte über lS Llicli- Koben»iiblen für zwei Wort«. Arbeitsmarkt Keile 6» Dfennia. lamilienanieiaen für Abonnenten Seile 40 Dfennia. Anzeraen für die nichss« Rümmer müssen bis m Ilbr nachmittaa» im Aauolaefchäft. Berlin SW 08, Linden- üraiie 8, abaeaeben werden. Gedkfnet von 8M> Ubr früh bi» B Ubr nachm. Zentralorgan der öozialdemokratifcben Partei Deutfchlands Neüaktion und Verlag: Serlin EW. SS, llindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292—997. Vorwärts-Verlag G.m. b. h., öerlin CV. bS» Linöenstr.Z Dostscheikkonto! Berlin Z7 02«— Bantko»t»: Bank der Srbeiier. Anaestelten und Beamten. Kallstr. 60: Di»konto-Selelllchast. Dexofitenkasse Lindensir. Z. Der Jreunöfthastsverteag mit Rußland. Einmütige Billigung im Auswärtigen Ausschuß. �e? am 24. April in Berlin unterzeichnete Vertrag zwischen Deutschland und Rußland, der sogenannte„Berliner Bertrag" ist gestern abend der Presse zur Veröffentlichung Übergeben worden. Er hat folgenden Wortlaut: Die Deutsche Regierung und die Regierung der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiten, von dem Wunsche geleitet, alles zu tun, was zur Äufrcchterhaltung des allgemeinen Frie- d e n s beitragen kann, und in der Ileberzeugung, daß das Inter- esie des deutschen Volkes und der Völker der Union der Sozialisti- schen Sowjet-Republiken eine stetige vertrauensvolle Zusammen- arbeit erfordert, sind übereingekommen, die zwischen chnen be> stehenden freundschaftlichen Beziehungen durch einen besonderen Vertrag zu bekräftigen und haben zu diesem Zwecke zu Bevollmächtigten ernannt: Di« Deutsche Regierung: den Reichsminister des Auswärtigen Herrn Dr. Eustav Stresemann. die Regierung der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken: den außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken, 5icrrn Nikolai Nikolajewitsch K r e st i n s k i, die nach Austausch ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmochten nachstehende Bestimmungen vereinbart haben: Urlikel l. Die Grundlage der Beziehungen zwischen Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowset-Republiken bleibt der vertrag van Ropallo. Die Deutsche Regierung und die Regierung der Union der So- zlolislischen Soirjet-Repubsiken werden In sreundschasllicher Fühlung miteinander bleiben, nm über olle Ihre beiden Länder gemeinsam berührenden Fragen poliiischer und wirtschaslllcher Art eine Verständigung herbeizusühreo. Artikel 2. Sollte einer der verlragschließcnden Teile trotz friedliche n Verhallens von einer drillen vlacht oder von mehreren drillen Rlächleo angegriffen werden, so wird der andere vertragschließende Teil während der ganzen Dauer de» konslikle» Reu- trolltät beobachten. Artikel Z. Sollte aus Anlaß eine» Konslikle» der in Artikel 2 erwähnten Art oder auch zu einer Zeit, in der sich keiner der vertragschließenden Teile in kriegerischen Verwicklungen befindei, zwischen drillen Mächten eine Koalition zu dem Zwecke ge- schlössen werden, gegen einen der vertragschließenden Teile einen wirlschastlichen oder slnanzletlen Boykott zu verhängen, so wird sich der andere vertragschließende Teil einer solchen Koalition nicht anschließen. Zlrtikel 4. Dieser verlrag soll ralisizlerl und die Rotisitolionsurtunden sollen in Berlin ausgclauschf werden. Der Vertrag tritt mit dem Austausch der Ratisikalionsurkunden tn Kraft und gilt sür die Dauer von füns Jahren. Die beiden vertragschließenden Teile werden sich rechtzelllg vor Ablavs dieser Frist über die weitere Gestalkung ihrer polltischen Be- Ziehungen verständigen. Zu Urkund dessen haben die Bevollmächtiglen diesen Vertrag unterzeichnet. Ausgefertigt in doppelter Urschrifl in Versin am 24. April 1926. (gez.) Stresemann.(gez.) K re stt ns kl. Ein Notenwechsel. Ztrcsemann an ttrestinsti. Zugleich mit diesem Bertrag wird eine Note Stresemanns an Krestinski und die Antwort Krsstinskis an Stresemann veröffentlicht- Der deutsche Minister schreibt dem Vertreter Rußlands: Herr Botschafter! Mit Beziehung aus die Verhandlungen über den heute unter- zeichncien Vertrag zwischen der deutschen Regierung und der Re- giervng der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken beehre ich mich namens der deutschen Regierung folgendes festzustellen: l. Beide Regierungen sind bei den Verhandlungen über den Vertrag und bei dessen Unterzeichnung übereinstimmend von der Aus- fofsung ausgegangen, daß der von ihnen in Artikel 1 Absatz 2 de» Lertrage» festgelegte Grundsatz der Berständigung über alle die beiden Länder gemeinsam berührende» Fragen politischer und wirtschaftlicher Art wesentlich zu der Erhaltung des allgemeinen Friedens beitragen wird. Jedenfalls werden sich die beiden Re- gierungen bei ihren Ausernonderjetzungen von dem Gesichtspunkt der Notwendigkeit der Erhaltung de» allge- meinen Friedens leiten lassen. 2. Zn diesem Sinne haben die beiden Regierungen auch die grundsätzlichen Fragen erörtert, die mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zusammenhängen. Die deutsche Regierung ist überzeugt, daß die Zugehörigkeil Deutschlands zum Völkerbund kein Hindernis für die freundschafiliche Entwicklung der Be- Ziehungen zwischen Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjekrepubliten bilden kann. Der Völkerbund ist seiner grundlegenden Idee nach zur friedlichen und gerechten Aus- g l e i ch u n g inlernalionaler Gegensähe bestimmt. Die deutsche Regierung ist entschlossen, an der Verwirklichung dieser Idee nach Kräften mitzuarbeiten. Sollten dagegen, was die deutsche Re- gierung nichi annimml, im Rahmen des Völkerbundes irgendwann etwa Bestrebungen hervortreten, die, im w i d e r sp r u ch mit jener. grundlegenden Friedensidee, einseitig gegen die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gerichtet wären, so würde Deutsch- laod derartigen Beslrebungen mit allem Rachdruck entgegenwirken. Z. Die deutsche Regierung geht davon aus. daß diese grund- sähliche Einstellung der deutschen Politik gegenüber der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken auch nicht durch die loyale L«- obachtung der verpfllchtuagen beeinträchtigt werden kann, die sich sür Deutschland nach seinem Eintritt in den Völkerbund ans den Artikeln 16 und 17 der v ölkerbundsfahung über das Savklionsversahren ergeben würden. Räch diesen Artikeln käme ein Sanklionsversahren gegen die Union der Sozialistischen Sowjelrepubliken, abgesehen von weiteren Voraussehnngen. nur dann lu Betracht, wenn die Uniou der Sozialistischen Sowjelrepubliken einen Angriffskrieg gegen einen drillen Sinai erössnele. Dabei ist zu berück- sichiigen. daß die Frage, ob die Union der Soziallsiischen Sowjet- republiten bei einem bewaffneten Konflikt mit einem dritten Slaai der Angreifer ist, mit bindender Wirkung für Deutschland nur m i t dessen eigener Zustimmung entschieden werden könnte, und daß somit eine in dieser Hinsicht etwa von anderen Mächten gegen die Union der Sozialistischen Sowjetrepublikea erhobene, nach deutscher Ansicht nicht berechtigte Beschuldigung Deutschland nicht zwingen würde, an irgendwelchen aus Grund de» Artikel i6 einge- leileien Maßnahmen teilzunehmen, wegen der Frage, ob und in weichem Maße Deutschland im tontreten Falle überhaupt imstande sein würde, an einem Santtionsversahren ieilzunehmen. verweist die deuische Regierung aus die bei Gelegenheit der Unter- Zeichnung de» Vertragswerte» von Locarno an die deutsche Delegation gerichtete Rote vom 1. Dezember 1925 über die Auslegung des Artikels 16. 4. Ilm für die reibungslose Erledigung aller zwischen ihnen auftauchenden Fragen eine sichere Grundlage zu schassen, halten die beiden Regierungen es für zweckmäßig, alsbald in Erörterungen über den Abschluß eines allgemeinen Vertrags zur friedlichen Lösung der zwischen den beiden Teilen etwa entstehenden Konflikte einzu- treten, wobei insbesondere die Möglichkeiten des schieds- gerichtlichen Verfahrens und des Vergleichsoer- f a h r e n s berücksichtigt werden sollen. Genehmigen Sie, usw.(gez.) Stresemann. Krestinski an Stresemann. Auf diese Note des deutschen Außenministers antwortete der ZZertreter der Sowjetregierung: Herr Reichsminister! Indem ich den Empfang der Note bestätige, die Sie mit Beziehung auf die Verhandlungen über den heute unierzeich- neten Vertrag zwischen der Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und der deutschen Regierung an mich gerichtet haben, beehre ich mich darauf name«is der Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken folgendes, zu erwidern: 1.(Entspricht wörtlich Punkt 1 der deutschen Note. Siehe oben. Red. d.„Vorwärts".) 2. hinjichllich der grundsätzlichen Fragen, die mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zusammenhängen, nimmt die Union der Sozialistischen Sowjelrepubliken Akt von den Er- k l ä r u n g e a. die in den Ziffern 2 und 3 Ihrer Rote enthalten sind. das unzulängliche Jürstenkompromiß. Urteil eines Rechtslehrers: ein nnmögliches Unternehmen. Der Professor der Rechte an der Universität Münster I)r. zur. O. Bühl er veröffentlicht einen Sonderalidruck einer Arbeit mit dem Titel: Recht und Unrecht in der Frage der Fürstenabfindung, die in wesentlichen Teilen bereits in der„Kölnischen Zeitung" veröffentlicht worden ist. In Darlegungen historischer und rechtlicher Natur beweist Bühler, daß es ein unmögliches Unter- nehmen fei, aus den Massen des Fllrftenvermögens klar Privateigentum und Staatseigentum aus- zusondern. Das Fürstenkompromiß wäre deshalb in der. ganzen Anlage verfehlt. Das Gesetz könne eine wesentlich« Bereinfachung erfahren, wenn die maßgebende Bestiinmung dahin gefaßt würde, daß die Abfindung so zu bemessen sei, daß sie für jedes Mitglied der Fürstenhäuser eine Rente von mindestens.... Mark und höchstens.... Mark gewähr- leistet. Bühler ist ein Gegner der entschädigungs- losen Enteignung der Fürsten. Seine Absicht ist es, zu einer Gestaltung des Kompromisses beizutragen, mit der eine große Mehrheit des Volkes einverstanden sein werde und mit der es, wenn er bei einem Volksentscheid mit dem Enteignungsentwurf in Wahl gestellt werde, diesen schlagen würde. Die jetzt beabsichtigte Fassung des Kompromisses aber, so schließt er seine Darlegungen, würde nur zu einer sicheren und nicht unverdienten Niederlage des Kompromisses gegenüber dem Enteignungsgesetz führen. Diese Ansicht gründet Bühler vor allem auf eine ein- gehende Nochprüfung der Frage, was das w a h r s ch e i n- l i ch e E r g e bn i s des Kompromißentwurfs auf die Ab- findung der Hohenzollern sein wird. Er kommt zu folgendem Schluß: „Wir hoben nun wirklich eine groteske Lage. Die Be- kanntgabe des beabsichtigten Berglcichs. der den Hohenzollern 290000 Morgen Land, großen Besitz an Schlössern, dazu 30 Millionen Marl in bar zusprach, erregt einen Eni- rüstungsstunn auch in sehr weiten bürgerlichen Kreisen, löst den Ruf nach einem Reichsgesetz aus, das allein derartiges oerhindern könne: das Reichsgeseh kommt und gibt den hohenzollern— im ganzen noch erheblich mehr— nämlich zwar weniger an Schlössern. aber dafür eine höchst umfassende Rentenentschädigung. Sollte man etwas derartiges für möglich halten?... Und all dies, obwohl in- zwischen bekannt geworden ist, daß 12'/i Millionen Wähler sich sür den radikalen Volksentscheid ausgesprochen haben. Trotzdem werden unentwegt alle Künste der Parteiregie aufgeboten, um die sich regenden Stimmen de» Widerspruchs in den eigenen Reihen zu unterdrücken, trotzdem findet keine von den Regierungsparteien den Mut, Aenderung des Komproinlßentwurss zu verlangen— oder auch nur seine voraussichtlichen Folgen offen zu diskutieren. Wenn die Folgen dieser verblendeten Haltung sein sollten, daß derBoltsentjcheiddurchgeht— vielleicht sogar mit verfasiungeändernder Mehrheit— und daß wir damit eine Lö- sung bekommen, die kein rechtlich Denkender billigen kann, so wird man die Regierungsparteien des Reichstages von Schuld wirklich nicht freisprechen können." Wenn die deutschen Gerichte die Auseinandersetzung mit den entthronten Herrscherhäusern s o behandeln, um' Bühler zu zitieren,„als hätten sie mit dem Umsturz nichts zu tun. als stünde sie nicht im Zusammenhang mit der schwersten Katastrophe, die ein Volk je zu erdulden hatte, als gäbe es keine amtlichen Dokumente und sonstigen unanfechtbaren Zeugnisse, die allerschwerste Fehler unserer früheren Regierungen. namentlich in den Jahren vor dem Kriege ent- hüllten", wenn die Regierungsparteien in verblendeter Hol- tung den Schrei des Volkes nach Gerechtigkeit nicht verstehen, so muß das Volk sich durch den Volksentscheid selb st Recht schaffen. Das Volk muß dafür sorgen, daß das eintritt, was Bühler fürchtet, daß der Volksentscheid mit ver- fassungsändernder Mehrheit durchgeht. 8.(Entspracht wZrtNch Junft 4 der deutschen Note, der vom Schiedsgericht?- und Vergleichsverfahren handelt. Stehe oben. Red. des..Vorwärts'.) Genehmigen Sie, cherr Reichsminister, usw. gez. Krestinski. Beide Noten tragen das Datum des 24. April, an dem auch de? Vertrag selbst unterzeichnet wurde. Billigung üurch den Auswärtigen Ausschuß. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags beschäftigte sich gestern nachmittag unter Vorsitz des Abgeordneten ch« r g t (Dntl.) mit dem deutsch-russischen Vertrag, über den Reichs- minister des Aeußeren Dr. Stresemann nach Bekannt- gäbe seines Inhalts ausführlich sprach, chieran schloß sich eine längere Aussprache, an der sich die Abgeordneten Dr. Breit- scheid(Soz.):(Zraf R e o e n t l o ns(Deutschoölt.): S t o e k ker(Komm.); Lobe(Soz.): Dr. Hoetsch(Dntl.): Dr. Scholz sD. Dp.): Saas(Ztr.): Dr. Haas(Dem.): n. Frsytagh-Loringhoven(Dnatl.): Dr. Bredt (W. Bp) und Dr. Emminger(B. Dp.) beteiligten. Sämt liche Fraktionen sprachen sich übereinstimmend für die An- nähme des Vertrags aus. Da auf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung noch andere Beratungspunkte standen, die nicht erledigt werden konnten, wurde die Beratung auf heute vormittag vertagt. » Auch ohne besonderen Scharfsinn kann man erraten, daß die Billigung, die der Russenvertrag im Auswärtigen Aus- fchuß ollgemein gefunden hat, aus recht verschiedenen Gründen entsprang. Man darf ohne weiteres annehmen, daß es eine Ms h r h e i t gab, die den Vertrag billigte, weil er mit dein Pakt von Locarno vereinbar ist, und eine Minderheit, die ihn billigte, obwohl er das ist. Man kann sich auch denken, daß die Minderheit aus Deutschnationalen, Völkischen und Kommunisten bestanden haben dürste, und daß die Sozial- demokratie in diesem Fall zur Mehrheit gehörte. Der neue Vertrag ist auf die Annahme aufgebaut. daß Deutschland dem Völkerbund beitreten und daß der Patt von Locarno in Kraft treten wird. Deutschland oerspricht. als Völkerbundsmacht darüber wachen zu wollen, daß der Völkerbund als wirkliches Friedcnsinstrument mirkt und nicht als machtpolitisches Instrument gegen Ruß- land mißbraucht wird. Ein solches Wirten entspricht voll- kommen dem Geist und dem Zweck des Völkerbundes, und mit dem Versprechen, das es gibt, setzt sich Deutschland nicht in Gegensatz zu irgendeiner anderen Dölkerbundmacht. Schon ist die Rede davon, daß Rußland ähnliche Verträge wie den mit Deutschland auch mit anderen Ländern, zunächst mit Frankreich und Polen, abschließen will. Das wäre zn begrüßen, am erfreulichsten aber wäre es, wenn ein solcher Vertrag auch mit England geschlossen würde. Denn je mehr Verträge solcher Art Rußland schließt, desto mehr nähert es sich dem Völkerbund— bis zu dem Punkte, an dem sein formeller Beitritt zur selbstverständlichen Konsequenz wird. Der Dertragsahfchluß zerstört das bösartige Märchen. Deutschland habe sich in Locarno einem Bund gegen Rußland angeschlosien und sei einem„Äriegspakt" gegen die Sowjetunion beigetreten, von Grund aus. Abermals ist damit ein kommunistischer Schwindel gegen die Sozialdemokratie ent- lorvt. Die Sozialdemokratie legt allerdings das größte Gewicht darauf, den Frieden zwischen den Völkern der europäischen Kulturgemeinschaft dort am stärksten zu sichern, wo er nach alter geschichtlicher Erfahrung am meisten bedroht ist, nämlich im W e st e n. Sie wünscht aber Frieden und Freundscbait und unblutige Beilegung von Konflikten nach allen Seiten, und darum begrüßt sie ganz besonders freudig die grundsätzliche Bereitwilligkeit Rußland«, in Zukunft auch Schiedsverträge abzuschließen. Auch darin liegt eine bedeutsame Annäherung der Sowjetunion an den Gedanken de, Bölkerbundes. Jede deutsche Regierung, die diesem Gedanken aufrichtig dienen will, wird dabei die Unterstützung der Sozialdemokratie finden. Was ist der Gedanke des Völkerbundes? Daß Kon- flikte friedlich geschlichtet werden sollen, jede überstürzte Zuflucht zur Gewalt oermieden werde und jeder gewalttätige ötörer des Friedens bei allen anderen eine geschlossene Abwehr» front finde. Diesem Gedanken entspricht der Vertrag mit Rußland durchaus. Würde Rußland den Frieden gewalttätig stören, so würde der Bertrag an Deutschlands B e r- p f l i ch tu n a nichts ändern, gegen Rußland, wie gegen jede andere friedenstörende Macht Solidarität zu üben. Das kommt in der Note Strefemanns an Krestinski deutlich zum Ausdruck. Einem Staat, der auf Störung des Friedens aus- ginge, würde ein solcher Bertrag nichts nützen. Wenn man aber den Wunsch der Sowjetunion,„alles zu tun. was zur Auf rechterhaltungdesall gemeinen Friedens beitragen kann", ebenso ernst nimmt, wie den gleichen Wunsch der im V ö l k e r b>/ n d vertretenen Nationen. dann wird man eine feindliche Haltung Rußlands dem Dölker- bund gegenüber nicht mehr verstehen können. Man darf es allerdings als einen Fortschritt begrüßen, daß Rußland das grundsätzliche Bekenntnis Deutschlands zum Völkerbund zur Kenntnis nimmt, ohne etwas zu entgegnen. Darüber hinaus wird man hoffentlich auch in Rußland einsehen, daß es nicht gut möglich ist, mit Ratsmächten des Völkerbundes Friedens- und Freundschaftsverträge zu schließen, zugleich aber den Völkerbund selbst zu beschimpfen. Indes— Deutschland ist noch nicht Ratsmacht, ist noch nicht Mitglied des Völkerbundes. Der Pakt von Locarno ist noch nicht in Kraft. Der Vertrag mit Rußland, der als Nach wort zum Pakt von Locarno gedacht war, ist zu seinem Vor wort geworden. Und da sind wir allerdings der Meinung, daß dieses Vorwort nicht lange allein stehen bleiben darf. Die Soziakdenwkratie hat den neuen Vertrag gebilligt unter der Voraussetzung, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund erfolgt und der Pakt von Locarno in Kraft tritt. Es ist ein ernstes Interesse ganz Europas, daß die Hindernisse, die dem Abschluß der Wcstverträge im Wege standen, jetzt schleunigst fortgeräumt werden. Dann erst wird das richtige Gleichgewicht der Verträge hergestellt sein und Deutschland wird seine Mission als friedlicher Mittler zwischen Ost und West erfüllen können. Oer vertrag nnö öer Reichstag. Der neue Vertrag soll„ratssiziert" werden. Die Ra- tifizierung, d. h. die förnilich-feierliche Bestätigung erfolgt durch Unterschrift der beiden Staatsoberhäupter, also auf deutscher Seite durch Unterschrift des Reichs- Präsidenten. Eine ausdrückliche Billigung durch den Reichstag ist nicht in allen Fällen notwendig, sondern nach Artikei 45 der Reichsverfassung nur dort, wo es sich um Bündnisse oder solche Vertrage handelt, die sich auf Gegenstände der Reichs gesetzgebung beziehen. Der neue Vertrag ist kein Bündnisvertrag und bezieht sich nicht auf Gegenstände der Reichsoerfassung, so daß ein unbedingter verfassungsrechtlicher Zwang, ihn dem Reichstag vorzulegen, nicht besteht. Mit der Frage, ob er nicht doch dem Reichstag vorzulegen ifl. wird sich das Reichskabinett befassen. Der Artikel 45 der Verfassung enthält eine Lücke, deren Ausfüllung durch Ge» wohnheitsrecht dringend erwünscht ist. Denn theoretisch macht er es möglich, daß eine Minderhsitsregierung emen Vertrag schließt, den der Reichstag nicht billigt, über den die Regierung stürzt, der aber dennoch in Kraft tritt!' Allerdings wird kein fremder Staat an einem solchen Bertrag dann noch ein besonderes Interesse haben können— an seinem formalen Fortbestehen würde das aber nichts ändern! Dieser denkbare äußerste Fall besteht hier nicht, denn erstens ist der Vertrag v o r der Ratifizierung bekannt gegeben worden und zweitens ist sein» Billigung durch den llu-ichsrng gewiß, zumal sie im Auswärtigen Ausschuß schon erfolgt ist. Dennoch ist es der staatsrechtlichen Konsequenzen wegen vor. zuziehen, wenn eine Abstimmung im Reichstag vorgenommen. wird, bevor der Reichspräsident unterzeichnet. Auch bei Schiedsgerichtsverträgen ist bisher so oerfohren worden, obwohl auch sie nicht zu den Verträgen gehören, die der Artikel 45 der Verfassung besonders auszählt. Agrarfragen im Lanötag. Volksparteiler gegen Deutschnationale. In der gestrigen Sitzung des Landtags war de? Abg?- ordnetenplatz des Dahls ah rtsministers Dr. Hirt siefer anläßlich seines 50. Bedurt-taqes mit einem Blumenstrauß geschmückt. Es spricht in Fortsetzung der zweiten Beratung dos Haus- Halts der Landwirtschafilichcu Verwaltung Abg. WUtich-Hessen(Soz.). Er betont«, daß di« Agrarkrise nicht besoirders aus der allgemeinen schweren Wcrtschafts» k ri s e herausgehoben werden dürfe. Die große Masse der Lohn- und Gehaltsempfänger müsse jetzt etwa•'» der Reichseinnahmen aufbringen. Das müsse der Landwirtschaft doch zu denken geben, daß si« ssch grundsätzlich umzustellen habe. Die kleinen Land- wirte und Bauern sändan, wie z. B- eine Rede des Abg. Gänger beweise, bei den Deutschnationalen keine Vertretung. Solange die Großiandwirtschaft noch Mittel zur Uitlerftützunz der Femeorganisationen habe, und große Teile der Schwor- zen Reichswehr auf ihren Gütern unterbringe, könne man nicht sage», daß der Großgrundbesstz notleidend fei, wie es die Klein- und Mittellandw'crtschaft tatsächlich sei. An dieser Rot trage di« mangelnde Kaufkraft der Massen einen großen Teil der Schuld. D!« Sozialdemokratie werde für die Großlaird- Wirtschaft nicht große Kreditmittel hergeben, die hinterher geschenkt würden...... Abg. MUberg(Dnat.) erklärt, di« Staotsregierung habe beim Schutz der Landwirtschaft versagt, wi« die groß« Einfuhr von Milch und Butter zeig«. Unerhört gestiegen fet auch der Import von Apfelsinen und Bananen, von Gemüse und Wein. Dadurch seien die Winzer ruiniert worden. Zölle nützten nichts, wenn sse durch Handelsverträge wieter unwirtlam gemacht würden. Der Redner bekämpft den Plan, die Einfuhr von Gefrierfleisch zu er- yöhen. Siedlung sei notwendig, sie müsse aber vernunftig geschehen. Bor allem dürste n»n keine Siedler ansetzen, die von der Land- Wirtschaft nichts verständen, vi« ausländischen Wanderorbciler seien nicht zn entbehren, weil die deutschen Arbeiter Landarbeit nickst annehmen.(Widerspruch b. d- Soz., lebhafter Beifall rechts.) Abg. Dr. Herme»(Ztr.) verweist auf die Beifcharfung der Notlage der Landwirtschaft. Einsichtige Kreise der deutschen Landwirtschaft seien sich durchaus darüber klar, daß die Erfüllung oller landwirtschaftlicher Wünsche bei unserer Sesamtlage unmöglich seien. Abg. Graf Stolbergallc-M«rseburg. Thüringen-Riederfachsen, Westsachsen, Magde- burg-Anhalt, Ruhrgebiet, Niederrhein und anderen Bezirken be- teiligten. Es wäre interessant, wenn man z. B. von der„Roten Fahne* erfahren könnte, ob es richtig ist, daß die offiziell« KPD. in Hannover noch über ganze achtzig zahlende Mitglieder verfügt Die Wurzel der neuen kommunistischen Opposition liegt in dem immer deutlicher werdenden rein tapitaltstischen Charakter der russischen Staatspolitik. Die Tat- fachen lassen sich eben auf die Dauer durch die schönst« Regie nicht verheimlichen. So wendet sich die prinzipielle Erklärung der linken Opposition gegen die russisch« Politik: „Rußland braucht bei den kapitalistischen Ländern Anleihen, ab« keine revolutionären Umtriebe, das wird ganz offen verkündet... Rußland will die alten Reformisten. die Sozialdemokraten für sich gewinnen und die sind bereit, wenn die Komintern ausgelost oder mst den Sozialdemokraten nerschmolzen wird.* Die Opposition lqendet sich dagegen, daß die Politik der KPD. dauernd von Rußland bestimmt wird. Denn der russisch« Einsluß erscheint ihnen verhängnisvoll. Er hat dazu geführt, daß die KPD. ihr revolutionäre» Ziel aufgegeben hat: „Unter dem Druck der Komintern wandelt sich die KPD. zu einer zweiten SPD. Für zwei sozialdemokratische Parteien aber ist in Deutschland kein Platz. Geh« die SPD. den jetzigen weg weiter, so bleibt nur Bereinigung ml« der SPD. oder versalt. Um die Sympathien der Arbertermassen der SPD. für die KPD. zu gewinnen, muß die KPD. ander« Politik machen wie die SPD. Macht sie dieselbe politU wie die SPD, was soll dann einen Arbeiter veranlassen, sich von der SPD. zv trennen und sich der SPD. zuzuwende«. Macht die KPD. die gleich« reformistische Politik wie die SPD., so übt im Gegenteil die SPD. die weitaus größere Anziehungskrost au», da sie diese Politik mit größerer Sousequeuz und Sachkunde betreiben kann. unbehindert durch Rückfälle in„revolutionäre Kinderkrankheiten*. die in der KPD. trotz heißen Bemühens von oben nicht ausrvttbar sind.*' In diesen Bemerkungen fft dos Schicksal der Kommunistischen Parteiorganisation durchaus zutreffend geschildert. Jeder aufmerksame Beobachter der Entwicklung der Kommnistischen Partei sieht an tausend Einzelzügen, wie sich dieses Schicksal für die Kom- wunistische Partei unaufhaltsam vorbereUet. Es wird künstlich die Entwicklung nur dadurch verschleppt daß die Parteizentral« der Pieck-Eberlein und Konsorten mit russischem Geld« einen de» zahlten Apparat aufrechterhalten kann, der auf jede Parole, sie mag noch so blödsinnig sein, auf Kommando einfchwenkt. Aber der schönste Zentrale-Apparot hält nicht ewig. Die Tatsachen sind doch stärker. Da» Hinterherlaufen hinter der Sozialdemokratie, das Ankläffen mit den Manieren eines kleinen, struppigen Köter«, der nicht beißen, sondern nur bellen kann, wirkt aus die Dauer nicht mal aus die eigenen Mit� g l i« d« r überzeugend. Was übrig bleibt ist der Rest unpolitischer Stimmungen derer, die aus Mangel an gewerkschaftlicher Schulung für die wirkliche Arbeit der Sozialdemokratie kein Berständnls ausbringen können. Und auch diese Stimmungen werden auf die Dauer dadurch überwunden, daß die Kommunistische Partei nir- gends etwas besseres an die Stelle zu setzen vermag. In ihren eigenen Reihen erzeugt d« Druck der objek- tioen Entwicklung nur den Kampf oller gegen all«. Di« .Rote Fahne' mag noch so oft feststellen, daß die Zersetzung de« Kommunismus Konsolidierung bedeutet. Eine bessere Konsoli- Gerung der Kommunistischen Bewegung, als wie wir sie jetzt beobachten, kann sich ihr ärgster Gegner nicht wünschen. Um den öeutsch-polnilcben Handelsvertrag. Einigung über de« Wiederanfang der Berhandlungen. Am Montag suchte der Hondetsrat der polnischen Gesandtschaft in Berlin den Direktor der Zollabteilung im Reichsfinanzministerium auf und erklärte: diepolnischeDelegationwünscheZoll» ermäßigungen, Hab« di« Vorschläge der deutschen Delegation geprüft und ihrerseits Gegenvorschläge ausgearbeitet. Sie sei bereit. de Verhandlungen über di« gegenseitigen Forderungen auf- zunehmen. Daraufhin wurde vereinbart, die Verhandlungen am 29. Mai inBerlinzu beginnen. Seginn de? Marokkoverhandlungen. Auch Spanien verzichtet auf die Borbedingungen. pari», 2« April.(Eigener Drahtberichi.) Au» Oudjda wird gemeldet, daß die n e u e I n st r u l t i o n der spanischen Dele- gation einer Eröffnung der offiziellen Friedensverhandlungen im Rif n i ch t im Wege stehen. Di« Tagesordnung dieser Kon- fsr«nz ist nach dem ergebnislosen Verlauf d» Vorverhandlungen stark belastet. Reben Fragen militärischer Natur, wie Austausch der Knegsgesangenen. Vorrücken der französtsch-sponlfchen Front um 7 Kilometer an gewissen strolegisch wichtigen Punkten. Entwaffnung der Stämme und Schaffung emer gemischten Miliz sollen auch rein politische Probleme zur Diskussion kom- men Di» Franzosen und Spanier beabsichtigen auch in den offiziellen Verhandlungen wieder die Anerkennung d« Souveränität des Sultan» und die Verbannung Abb«l Krim« zu. verlangen Außerdem soll da» Problem der Organisation der Rif- Verwaltung, mit anderen Worten die von den Riskabilen gefordert« admintstratinc Autonomie erörtert werden. In den Kreisen der französischen Delegation hofft man angeblich, daß«m« Genf. 26. April.(WTB.) Der vom Dölkerbundsrat einbe- rufen« Ausschuh zur Vorbereimng der Weltwirtschoftskonferenz ist Montag vormittag zu seiner konstituierenden Sitzung zu- sommengetreten. Da der vom Völkerbundsrat ernannte Präsident Gustav Wor(Schweiz) durch Krankheit verhindert ist. hat man den belgischen Senator Theuni» zum Dizeoorsitzenden gewählt, der di« Beratungen tatsächlich leitet., Dem Ausschuß gehören 38 Mitglied« an. die 23 Staaten ver- treten, nämlich Deutschland, England. Frankreich, Italien, die Bereinigten Staaten, ferner Holland. Belgien, die Schweiz, Oesterreich, Polen, die Tschechoslowakei, Süd- slawien, Schweden, Spanien und Portugal, und schließlich Argen- tmien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Konoda. sowie Japan und Indien. Deutschland ist vertreten durch Staatssekretär Dr. T r e n- delenburg. Dr. Lammers, Mitglied des Reichsverband«» der deutschen Industrie, und Eggert, Vorstandsmitglied des Allge- meinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. England ist vertreten durch Sir Arthur Balfour, Layton, Pugh und Sir Lewellyn Smith. Frankreich durch I o u h a u x, Peyerimhoff, de Fonte- nelle und Serruys, Italien durch Lelloni, Pirelli und de Stefani, die Vereinigten Staaten durch Guilbert, Houston und Poung, ferner nehmen tell au» der Schweiz Leopold Duboi», au» Oesterreich Frau Freundlich, aus Holland Krolle und O u d e» g« e st, aus Belgien Theunis und Pamvels und aus Schweden Ander» 0er ne. Vizepräsident Theunis ließ zu Beginn der öffentlichen Sitzung eine Rede des Präsidenten Ador verlesen, in der unter Berufung auf die Beschlüsse der Dölkerbundsversommlung und des Lölkcrbundsrates im September 1925 di« Aufgaben der Kommission in großen Zügen umrissen werden. Für die Arbeiten des Aus- schusses werden zwei Gesichtspunkt« hervorgehoben. Eimnal der Wunsch nach Verringerung der Alöglichkeileu internatioualer Kon- slikte, die aus den widerstreitenden Wirtschaftsinter- essen und oft au» der falschen od« übertriebenen Auslegung dieserInteresfen entstehen können, ver Völkerbund dürfe sich nicht darauf beschränken, die TIlethoden zur Erledigung inlernotio- naler Konflikte zu verbessern, sondern müsse auch dl« Anlässe zu den Sooslikteu selbst ausschallea. In zweit« Linie dürfe man gegenüber den schweren Sorgen, die zurzeit auf dem Wirtschaftsleben vieler Länder lasten, nicht gleichgültig bleiben. Man müsse daher in einer internationalen Aussprach« nach den wirksamsten Mitteln zur Wieder- Herstellung de» allgemeinen Wohlstaade» suchen. Roch der Auf- fossung Adorz kann der Ausschuß eine Lösung der verschiedenen Problem« der gegenwärtigen Weltwirtschaftslage noch nicht finden. Seine Aufgab« fei vielmehr, seine Schlußfolgerungen in einem Bericht über da» program« der Weltwlrffchaflskouferenz, über ihre Zusammensetzung, über ihr« Geschäftsordnung und den Zeitpunkt der Anberaumung dieser Konferenz dem Rate vorzu- legen. Die Arbeiten des Ausschusses gelten daher der Prüfung der wesentlichen Probleme der Weltwirtschaft»- konferenz. Der Ausschuß müsse dabei zu Schlußfolgerungen kommen über die Art der Schwierigkeiten und über die Möglichkeiten, auf gewissen Gebieten durch ialernakionale Mittel regelnd ewzogreljea. wobei auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden müsse, den Apparat de» Völkerbunde»' zur Verwirk- lichung der Schlußfolgerungen des Ausschusses heranzuziehen. Mit dem Hinweis, daß die Arbeiten des Ausschusses noch keine ab- schließend«Bedeutung haben, wolle er keineswegs den Wert Einigung erzielt werden kann und noch im Lauf« dieser Woche ein Abschluß der allgemeinen Erörterungen möglich ist. Briand hofft auf den Friedensschluß in acht Tage«. pari», 26. April.(EP) Wie dos Mitglied der Kammer- kommission für äußere Angelegenheit«!� der s o z i o l i st i s ch« Ab- geordnet« Fontanier mitteilte, rechnet Ministerpräsident Briand mit einem, wenn auch nicht formellen, so doch tatsächlichen Friedens- schluß in Marokko innerhalb acht Tagen. Es beständen jedoch noch weitgehende Metnungsverschiedenheiten zwischen der französischen und der spanischen Delegation. Di« Spanier wollten die Franzosen zur Vollendung der Eroberung de» Rif» bewegen, und von ihnen sei auch die Forderung noch Entfernung Abd el Krims au» dem Rifgebiet ausgegangen. Der Ab- geordnete erklärte dazu, Frankreich wolle den Frieden, nicht weitere Eroberungen. Wenn Frankreich auch keinen Separatfrieden zu schließen gedenke, der sowohl Frankreich als Spanien schwächen würde, so werde es andererseits sich jedoch nicht zum Werkzeug der spanischen Eroberung,- ab sichten machen zu lassen. Regierungsumbildung in Italien! Fedcrzoui und Volpi sollen entfernt werden. Aus Rom wird dem„Corriere degli Italiam* gemeldet, daß in pcütischen Kreisen von einer Umbildung der Regierung die Red« ist. Dieses Gerücht hat nunmehr in einer Meldung der o s f i- z i ö s e n„Agenzia della Capitale* ein« Bestätigung erfahren. Da» nach soll Mussolini di« Absicht haben.neue Elemente* an di« Regierung heranzuziehen. DI« Freund« Farinacei», also die Extre- misten in der Faschistischen Partei, versichern, daß der erst«, der aus dem Kabinett entfernt werden soll, der Innenminister Federzoni sei. der zum Präsidenten der Deputiertenkammer„gewählt* werden soll, während der bisherige Kammerpräsident Casertano zum Vorsitzenden des Staatsrate» ernannt werden würde. Zum Minister de« Innern soll ein Freund Farinaccis, C i a n o, gemacht werden. der da» Vertrauen der Unentwegten de» Faschismu» besitzt Ander» seit» ist auch von einem Personenwechsel im Finanzministe- r i u m die Red«. Der bisherige Minister Volpi und mit ihm all« leitenden Beamten der Finanzverwoltung sind über die Finanzgeba- rung entsetzt, die ihnen von derFoichistischenPartei aufgezwungen wird. Die Miliz und die sonstigen faschistischen Einrichtungen auf Staatskosten verschlingen ungeheure Summen; die Tripolis» reise Mussolini» hat allein 39 Millionen Lire gekostet Auch die an sich foschistenfreundlichen Teil« der italienischen Großfinanz stim- men mit Volpi dahin überein. daß hierin ein Wandel geschaffen werden muß. Aber da da» Regime Mussolini» mit diesen großen Auegaben unlösbar verknüpft ist, wird allgemeinen angenommen. daß Volpi im Fmanzministerium durch«in« Kreatur des Duce er- jetzt werdtn wird. der Arbeiten des Ausschusses herabsetzen. Durch sein« methodisch« Untersuchung werde vielmehr nicht nur auf die einzelnen Probleme deutlicher hingewiesen werden, sondern man werde auf diesen! Wege auch am besten viele einheitliche Gesichtspunkte her- ausarbeiten können, die für den Erfolg der Wcltwirtschafts- konferenz selbst notwendig sind. Jouhaux trägt ein Programm See /trbeiter vor. Genf. 26. April.(Eigener Drahtbericht.) Am Montag noch- mittag um 4 Uhr wurde in nichtöffentlicher Sitzung di« ollgemeine Aussprache begonnen. Der Vorsitzende unterstrich nochmals, daß die Delegierten sich als in jeder Hinsicht unabhängige Sachverständige zu betrachten hätten. Der Engländer Smith wies aus di« großen Hindernisse hin. die in der Produktion und in den internationalen Kartellierungen den Bestrebungen der Konserenz im Wege stehen. Di« Hauptsache sei. Lösungen zu suchen, welch« praktisch realisierbar sind. Der französische Genosse I o u h a u x legt« ein kurz umrissen«» Programm der Arbeltnehmervertreter vor. Es stellt folgend« Progrommpunkt« auf: l. Die Siabtlisierung der Währungen unter Mit- Wirkung der staallichen Notenbanken. 2. Zur internationalen H and els p olttl k: ,) DieBe- kömpfung des Dumpings, d) die Zirkulation der Rohstoffe und der R a h r u n g s m i t t e l, c) Abbau der sich steigernden Schutzzölle der Länder, ä) die Handelspolitik und ihre Wirkung auf die Lebenshaltung der Arbeiterklasse, e) die Frag« der internationalen Organisation der Pro- d u k t i o n und des Marktes und ihre Wirkungen auf die internotio- nale Wirtschaftspolitik. Der wirtschaftliche Zusammen» schluß Europas, die Zusammenarbeit Europas mit den übrigen Teilen der Welt 3. Errichtung von internationalen Industriekartellen und Trusts und deren Kontrolle durch Vereinbarungen der Regie. r u n g e n des Völkerbundes, der gewerkschaftlichen und ollgemeinen Konsumentenorganisationen(Kontrolle des Waren. Marktes), der Arbeiterorganisationen und des inter. nationalen Arbeitsamtes(Kontrolle der Arbeitsbedingungen). Kontrolle der wichtigsten Produktions zw eige: Petroleum, Eisen, chemische Produkte. Kautschuk, Getreide. 4. Weitere Maßnahmen, die die Beschäftigung �e r Arbeiter und ihre Lebenshaltung sichern.(Kontrolle der Kredit- Politik, Vergebung öffentlicher Lieferungen, Beschäftigung ausländi- scher Arbeiter.) In der Debatte wies der Engländer Chatterman auf di« wirtschaftlichen Schwierigkeiten seines Landes hin. Der Nord» amekikaner Doung formuliert« die Ausgab« der Konferenz kurz dahin, daß dir Sovferenz vor der tranken Weltwirtschaft stehe, wie der Arzt vor seinem Patienten. Sie habe Heilung der Schäden zu suchen und Mittel zur Verhütung ihrer Wiederkehr. Ein französischer Redner behandelt« darauf eingehend die geschäftsordmmgsmäßige Seite der Beratungen und '{orderte die Einsetzung von Unterausschüssen für die Haupt- fragen. Am Schluß der heutigen Debatte wies der italienisch« I n d u st r i e l l« D i p e r« l l i auf di- Steigerung der Aufnahme. fähigkeit der Kolonien hin. Dienstag abend hofft man die allgemein« Aussprach«. für die noch sieben Redner eingeschrieben sind, beendigen und die Unterausschüsse einsetzen zu können. Ein Gesetz gegen die nnbeqnemen Toten. Rom. 26. April.(WTB.)„Popolo d'Jtolia* kündigt an, daß im nächsten Ministerrat der Minister des Innern einen Gesetz- entwurf vorlegen werde, wonach öffentlich« Plötze und Straßen nur nach Italienern und Ausländern benannt werden dürfen, die mindestens 10 Jahre tot sind. Auch dürfen Denkmäler nur für solche Personen errichtet werden, mit Ausnahme der könig- lichen Familie und besonders verdienstvoller Staatsmänner mit G«» nehmigung des Ministeriums. Die diesem Gesetz zuwiderlausenden bereits bestehenden Benennungen und Denkmäler sind binnen sechs Monaten zu entfernen.(Diese Maßnahme soll wohl verhindern. daß einzelne Städte Straßen nach Männern wie Bissolati, Awendola oder gar Matteotti benennen, die erklärte Gegner Mussolinis waren. Red. d..Vorwärts*.) Kämpfe in Nordweftchina. Berteidjguugserfolge der Nationalarmee« pari». 26. April(WTB.) Die Truppen der Mukden-Lrmee (Tschangtsolin) haben in Peking alle Regierungsämter besetzt. Sie wollen jedoch Wupeifu die Regierun g s bildung über» lasten. Wupeifu kann wegen der ernsten Unruhen In der Provinz H o n a n und wegen der Intrigen, die in Hankau gegen ihn geschmiedet werden, nicht nach Peking kommen. Die Mukden-Armee setzt ihren Feldzug nn Norden gegen die Kuomintschung» Armee fort, die hinter der großen Mauer wieder organi- s i e r t wird. London, 26. April.(WTB) Der Pekinger Bertchterstatter der „Daily Mail*, der im Panzerzug nach der Nankaufront 29 Meilen nordwestlich Peking fuhr, wo die chinesische Nationolarme« zahl- reich« Befestigungen errichtet hat, beschreibt einen Angriff de» Panzerzuges, der von zwei weißrussischen Osfizieren be- fehligt wurde, auf di« Stellungen der Nationaltruppen, bei dem der vorderste Wogen de» Panzerzuges zerstört wurde. Dem Korrespondenten zufolge sind bei Nankau täglich Kämpfe. Gerüchtweise vertautet daß Sowjetbotschafi« K a r a ch o n sein« Abreise au» Peking vorbereite. Lei heftigen Kämpfen brachten die Nationaltruppen den alliierten Streitkräften schwere ver- lust« bei. Di« alliierten Befehlshaber treffen die strengsten Maßnahmen. um Plünderungen in Peking zu verhindern. Zur Warnung wurden am Sonnabend einige hundert Personal öffentlich hingerichtet(?) Drohende Hungersnot.� London, 26. April(MTB.)„Daily Telegraph* berichtet au» Peking, man schätz« die Zahl der Flüchtling« in Peking aus 289 999. Die Lebensmittel würden knapper. Der Sohn Tschangtsolin» mochte verschiedenen Mitgliedern des diplomatischen Korps offiziell« Besuche, ober nicht der russischen Bot- jchaft / GeweMhalkbewegung Rechte öer Reichsbahnbeamten. Ein Urteil de» Reichsgericht». Leipzig, 26. April.(2. S.)(Orahtbericht.) Mit der Rechtsnawr Ser Deutschen Reichsbahngesellschaft und der daraus folgenden Rechts- ftellimg der Reichsbahnbeamten befaßt sich ein Urteil des Reichs- gcrichts vom 19. März 19?k, das der Rechtsunsicherheit ein Ende machen wird, die bisher infolge der nichteinheitlichen Rechtsprechung in dieser Aroge bestanden hat. Ans Krund der Entstehungsgeschichte der Deutschen Rcichsbahngesellschast und der maßgebenden Gesetzes- hestiiiimungen gelangte das Reichsgericht zu solgendem Ergebnis: Der Betrieb der Reichseisenbahn und die damit in Vor- bindnng gebrachte Erfüllung der Reparationsoerpslich- t» n g e n � sind Angelegenheiten de» Reichs. Die Reichs- bahngesellschasl ist eine zur Besorgung dieser Angelegenheiten errichtete, mit eigener Rechtspersönlichkeit und mit den Rechten der Selbstoerwalkung nusgrstattete, aber in die Verfassung des Reichs eingeg�cherte und seiner Aus ficht unter- st e h e n d« ösfentlich-rechtliche Anstalt in der Form einer chandels- gessllschast. Die Stellen der Reichsbahngesellschoit sind mittel- bare 5ieich3be!)örbcn. Das Dienstverhiiltniz cher Reichsbahn- beamten siniz. mittelbare R? i 6) s b c a in t e n im ftaatsrecht- lichcn Sin�e und folglich hinsichtlich aller ihrer dieustlicheu Verrichtungen Beamte auch im Sinne des Strafgesetzbuches. Um die Höchstdauer der ErwerbSloseufürsorge. Am Mittwoch nachmittag tritt der VerwaltungSrat der iReichtarbeitSverwaltung zusammen, um zu der Frage der Verlagerung der bisherigen Höchstsätze der EiwerbSloien- und der K.irorg« Stellung z» nehmen. Wie wir erfahren, wird von der N.-gierung vorgeschlagen, die Geltung der fetzt be- stcheiiden ErwerbSloseniinterstiitznng um einen und der Kurzarbeiter- uuterstiitzung um zwei Monate zu verlängern. Danach muß also binnen MonaiSrrist die Entscheidung üöer die Zwischenlösung der ErweröStoieniürsorge fallen. Ter Abbau der Neichsbahuwerkstätten. den li�en Tagen hat die Reichsbahn neue Maßnahmen zum Abbau deij Eisenbahnwerkstärten getrosten. So sollen in Berlin, «rfrneid vrnühl und Eberswolde 1400 Werkstätlenorbeiter (■'00. 400 und 100) abgebaut werden. Der scharre Abbau in Gr�zsiädten wie Schneidcmühl zeigt, daß die Reichsbahnrerwaltung bc- hren Maßnahmen wenig psychologstch vorgeht. Die neue Steigerung des Werkstättenabboues wirkt sehr eigen- ortig in Anbetracht der Tatsache, daß in den Eisenbahnwerkslötten s-tzt mehr und mehr Rormalartikel Verwendung finden, die d e i d e r P r i v a t i n d u st r i c bestellt werden. Bisher haben die Ttzerkstötten diese Art'kel seihst verfertigt. Di« lür die Herstellung notwendigen Maschinen, sogar neue Maschinen, sind vor- ha n d e ii Die Qualitätsarbeiter unter dem abgebauten Werkstätkenperfonal dadeii drn einen Trost, daß sie im Laute der Zeil bei den neuen Werkstätten, wie sie z. B. in Schweidnitz und Plaue a. d. Havel errichte! werden, Beschäftigung erhalten. Die genannten neuen Werkstätten, die jetzt etwa 3000 Arbeiter iimsasscn, sollen beträchtlich erweitert werden, so daß in ihnen 10 000 bis 13 000 Arbeiter Bc- schäsiigung finden.___ Kommunistische Tclcgierte zum Jchuhmacher-lverbaudSiag Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß die Berliner Ö r t s- Verwaltung des Zentraloerbandes dqr Schuhmacher von den der K P D. angehörenden Mitgliedern beherrscht und verwaltet wird. An den Delegiertenwahlcn zum Verbandstage am 10. April hoben sich nach Mitteilung der Ortsverwaltung— nur 22, fi Pro,-, der Mitglieder beteiligt. Diese kaum mehr zu Übertrestende Gleichgültigke't von mehr als Dre'- viertel der M.tglieder macht den Kommunisten die Arbeit oußerordeniiich leicht. Die SPD.-Fraktion ist noch in einer so schwachen Minderheit, daß sie beschlossen hotte, sich zwar an den Wahlen zu beteiligen, jedoch weiße Stimmzettel abzugeben bzw. die Namen auf der einzigen und mit Kommunisten besetzten Kandidatenliste durchstreichen. Ihr Verlangen, bei der Ausstellung der Kandidaten berücksichtigt zu werden, war in einer früheren Ler- sammlimq abgelehnt worden, da die sich in ihrer Macht fühlenden KPD.-Mitglieder es ablehnten, die Ausstellung der Kandidaten„nach Parleirichtungen' vorzunehmen. Die Kommunisten sind nämlich „unparteiisch", wo sie die Mehrheit haben, und halten die„Ein- heitssront" hoch. An der Wahl beteiligten sich 873 Mitglieder, von denen 802 gültige Stimmen abgaben Davon entfielen aus den Borsitzenden Hartz 732 Stimmen, auf zwei weitere Kandidaten 301 und 339 Stimmen, womit diese drei Kandidaten von sechs gewählt sind. Die Stimmen der SPD.-Mitglieder zählen natürlich zu den ungültigen. Die alten Mitglieder müssen sich erst wieder darauf besinnen, sich zu zählen__ fleischern, eister, Schupo und Reichswehr. Trotzdem Taufende von arbeitslosen Fleischergesellen in Berlin vorhanden sind, beschäftigt der Fleischermeister Barte, Lankwitz, Ealendrcllistraße, Ecke Viktoriastrahe 48, einen in Dienst befino- lichcn Dchupobeomten und einen Reichswehrsolo aten. Wie wir ermittelt haben, heißt der Schupomonn Mündt und wohnt im Hause des Barte. Der Reichswehrsoldat kommt aus der in der Nähe liegenden Reichswehrkasernc. Es wäre äußerst interesiant, zu erfahren, wie sich die vorgesetzten Dienststellen der Schupo und Reichswehr zu der Nedenbeschästigung dieser beiden Beamten stellen. Scheinbar liegt bei dem Reichswehr- soldaten«ine Abkommandierung auf langer« Zeit vor, denn er wird täglich von Barte beschäftigt, während der Schupomann Mündt an den Schlachttagen beschäftigt ist. Den Fleischermcistern raten wir aber, sie sollten endlich einmal 'nnerhald ihrer Reihen dafür Sorge tragen, daß der Tarif ver- ag. den sie mit unserer Organisation abgeschlossen haben, in .'zug aus Arbeitszelt eingehalten wird und nicht Leute in die Be- triebe gezogen werden, deren Existenz durch den Staat gesichert ist. An die organisierte Arbeiterschaft als Konsumenten aber richten wir die Bitte, uns im Kampfe gegen reaktionär eingestellte Fleischer- meister zu unterstützen uno uns alle Fleischermeister namhast zu machen, die ihr Personal länger als 9 Stuttden beschästigen, Zentraloerband der Fleischer u. B. D. Schiedsspruch für die sächsische Texiilindustrie. Leipzig. 26. April.(Eigener Drahtbericht.) In dem Tarifstreit der w e st sä ch si s ch e n Textilindustrie wurde ein SchiedSipruch gefällt, wona-b die Lohnverträge mit den darin festgesetzten tarif« li»en Grundlöhnen bi» 31. Dezember 1926 verlängert werden. Die Regelung der Akkordstücklöbn« hat nach ß 8 de? ManteUaritS zu erfolge«; die beteiligten Parteien haben sich für Annahme over Ablehnung des Schiedsspruchs bis zum 27. April zu erklären. Tie KPT.-Schuhmacher-fnhrung in Köln gestürzt! ftöln, 26. April.(Eigener Drahtbericht.) In der Kölner Zahlstelle des Schuhmacheroerbandes �waren die Kommunisten lange Zeit führend tätig. Sie erregten aber in ihren eiegenartigen gewerkschastlichen Grundsätzen starken Ilinvillen unter deo organisierten Schuhmachern, so daß bei den Ren wählen zur Ortsoerwoltung ihre Kandidaten gegen eine SPD.- Mehrheit unterlagen. Auch die Wahl zum Ber- bandstog des Verbandes brachte der S P D.- R i ch t u n g einen vollen Erfolg. �_ �us dem Ruhrbergbau. Forderung von Ausglcichsmahaohmen angekündigt. Bochum, 26. April.(Eigener Drahtbericht.) In bergbau- industriellen Kreisen des Ruhrgebicts werden keine großen Er- Wartungen hinsichtlich einer Belebung der Geschäftslage im Fall eines englischen Bcrgarbeiterstreiks gehegt. Fast allgemein besteht auf Unternehmerseite die Ausfass ung, daß der K o n s l ik t im englischen Bergbau im letzten Augenblick durch rn Kompromiß hinsichtlich der Festsetzung der stantlichen Hilssmaß- nahmen in den besonders notleidenden Begbaudistrikten b e i a e- legt wird. Selbst wenn es zum Streikausbruch käme, würden dem deutschen Bergbau außer vorübergehenden voraussichtlich unwesent- lichen Stelgerungen de» Kohlencxports nach«inigen bisher in der Hauptsache von England belieferten Ländern keine Vorteile aus dem englischen Bergorbeiterstreik erwachsen, da dieser Streit mit der Fortsetzung der Subventionierung des englischen Bergbaues in der einen oder in der anderen Form enden dürfte.(Das ist auch die Aussassung des Bcrgarbeiterverbande». Die Red.) Wodurch die erschwerte Konkurrenzfähigkeit der deutschen Kohl« aus den Auslandsmärkten weiterbestehen bleibt. Mit größter Spannung sieht der deutsche Bergbau natürlich dem 1. Mai em» gegen, der Erklärung über Art und Umfing der weiteren Sui neutio- nierung des englischen Kohlenbergbaues bringen muß. Di« in- dustriellen Arbeitnehmer des Ruhrkohlenbergbaues sind sich darüber einig, daß im Falle weiierer staatlicher Unterstützung des englischen Bergbaues Ausgleichs niohnabmen für den deutschen Berg- bau getrossen werden müssen.—(Wenn der Staat die Bergwerke finanzieren soll, müßte er sie auch selber zu verwalten haben. Die Redaktion.)__ Zur Koplenkrise iu England. London. 26. April.(Eigener Drahtbericht.) Die.Kohlenkrise dauert unverändert an. Am Montag haben eine Reihe van Be- sprechungen zwischen dem Ministerpräsidenten und den Gewerk- schaften, zwischen dem Ministerpäsidenten und den Bergbauunter- nehmern sowie zwischen dem Industriellenkomitee, dem Generalrat der Gewerkschaften und der Bergarbeiter-Exekutive stattgesunden. Das Ehorakterisiikum der augenblicklichen Etappc der Verhandlungen ist eine Zurückbesinnung aus den Äohlenbiicht, der in den Ansein- andersetzungen über die zukünftige Art der Lohnregelung, über die Arbeitszeit und die Lohnhöhe vergessen worden zu sein schien. In einer Reihe weiterer Bezirke wurde am Montag von den Unter. nehmern das augenblickliche Bertragsverhältnis zum 1. Mai ge- kündigt. In jenen Bezirken. In denen die Unternehmer den Arbeits- oertrag nicht zu kündigen wünschen, geschieht diese Kündigung nun- mehr durch die Arbeiter, um im Fall« eines Streiks nicht durch die Forldauer des bisherigen Venragsverhättnisses über den 1. Mai hinaus den Unternehmern gegenüber gebunden zu sein. Der Berg- arbeiterverband hat für Mittwoch eine neue Dclegicrtenversammlung nach London einberufen._ verbanöstag üer Werkmeister. ver wirtschaftstag. Bremen, den 26. April. Der 27. Berbandstaq des Deutschen Werkmeister« Verbandes zeigte am Sonnabend bei seiner Eröffnung das übliche Bild, das heute die wichtigen Kongresse der Gewerkschaften angenommen haben. Ansprachen befreundeter Gäste und vieler Be- hövdenvertreter füllten den Vormittag aus. Die eigentlichen VerHand- lungen begannen mit der E r st a t t u n g de, Geschäfts» berichte?. Dabei ergab sich, daß der Verband in der Berichts- zeit allein an Stellenlosenunter st ü Hungen rund 1. 3 M i l l i a n e n M a r k zu leisten gehabt hat. Die gesamten Unterstützungen, die den Mitgliedern zuslossen, betrugen 2 953000 Mark. Dennoch hat der Verband es oerstanden, in Franken- Hausen in Thüringen ein imposantes Erholungsheim seinen Mitgliedern zur Verfügung zu stellen, das von Architekt M u- t h e s i u s gebaut ist. Dem Werkmeisterverband ist es gelungen, trotz allem seine offenen und stillen Reserven erheblich zu konsoli- tieren. Dem allgemeinen Geschäitsbericht folgten die Cpezialbericht- erstattungen der einzelnen wichtigen Abteilungen des Werkmeister- Verbandes. Neben der von Kroll- Düsseldorf gegebenen Bericht- erstattung über die Probleme der sachlichen Sozialpolitk fand auch der Bericht de« AfA-Borsitzenden Stähr- Berlin große Aufmerksamkeit. Der Berichterstatter der wirtschaftspolitischen Ab- t« i l u n g des Werkmeister-Berbandes, H e i n i g- Berlin, führt« unter anderem aus: Es ist viel zu wenig bekannt und beachtet, daß heute der Prioatdiskontsatz infolge des erstaunlich flüssigen Geld- Marktes in Deutschland sich in nichts mehr von den offiziellen Dis- k�ntfätzen der großen Weltstaaten unterscheidet. Der fehler- dafte Kreislaus der deutschen Gelowirtschaft beruht darin, daß seine Herren kein gemeinschaslliche» Arbeilsinkeresse. sondern nux Rcnteninteresse haben Die Auswirkung zeigt sich uberall. Am krassesten wohl bei dem Kredit über 300 Millionen, der schon seit Monaten mit der russischen Regierung vereinbart ist. sich aber trotz aller Bemühungen nicht in Waren gusträge umwandeln läßt, weil die Banken als kreditgebende Zwischeninftonzen Rußland für lang«Jahre zu hohen Zinslasten zwingen wollen. Das ist dasselbe Prinzip. das heute viele wirtschaftlich gesund« Unternehmungen vernichtet. während andere, die aus irgendwelchen Gründen mit dem Finanz- kapital im besieren Kontakt stehen, leben bleiben, obwohl sie häusü, bei ihrem geringen Produktionswert eigentlich den Abbau verdienen. Die Krankheit der deutschen Wirtschaft beruht darin, doß wir bei den Unternehmern eine Demokratie der Untüchtigen haben. Man rechnet jetzt mit rund 4000 Kartellen. Jei>e6 Mitglied dieser Preisbindungs-Organisation glaubt seine Exi- stenzberechtigung ollein schon durch seine Mitgliedschaft bewiesen zu haben. Viele dieser Kartelle sind aber nicht nur einfache Preis- vereinbarungen, sie benutzen ihre Macht in der skanda- löse st en Weise auch dann, wenn man von ihnen die ein- fachsten Formen de? Geschäftsverkehrs einzuhalten verlangt. So hat kürzlich ein Kartell sächsischer Ausrüstungsanstalten ein«ticke- reiimternehmen für ein ganzes Jahr boykottiert, wc>l dieses für verschmupt znrückgelieferte Ware gewagt halte— acht» und zwanzig Mark Entschädigung 3 u."® r' a""• Ein weiterer, sehr wichtiger Fehler unserer Wirtsuzan ist, daß sie mit rein finanziellen Konstruktionen, die sich anmaßend Kon- «nie nennen, überbelastet ist. Biel« der sogenannte" In- dustriekonzerne sind überhaupt keine organischen Produklions- syfieme, sie Neben mir zusammen, weil sich ans dem �lin- und Herschieben von Aktienpaketen zufällige � i r m e n g r u p p i e- r u n g e n ergeben haben. Das hat zur weiteren izolge gehabt, daß die Leitungsunkosten in der deutschen Tnduslne heute außerordentlich hoch sind. Jeder beliebige Inhaber eines Aktienpaketes verlangt, in den A u s s> ch t s rat auf- genommen zu werden und strebt danach, in den Vorstand der von ihm..beherrschten" Gesellschasten zu kommen. D'c wirtschnstsvolitilche Abteilimg des Deutschen Werkmeister- Verbandes hat iür 603 von den 890 an der Berline" Börse gehan- delten Aktiengesellschasten sestgestellt. daß sie wahrend der langst vergangenen zehn Jahre die Zahl ihrer Bor st and s m i t- g l I e d e r(Direktoren, ohne stellvertretende Direktoren) von 1 32 9 auf 1828 oermehrt hat. Nur ganz wenige Gesellschmien. so einige Betriebe im Schiffs- und im»antgewerbe. haben Direk- toren abgebaut. Di« Zahl der A u f fi ch t s r o t s m i t- glieder ist in den 603 erwähnten Unternehmunoen von 1916 bis 1925 von 3985 aus 5587 gestiegen. Hier Hot eoen-. falls fast kein Abbau, dafür ein ungeheuerlicher Slufbau der Auf- sichtsräte stattgefunden.._ Die erwähnten Aufsichtsräte erhalten heute lhre s e st en V e r- gü tun gen, auch dann, wenn die von ihnen.cheaussichtlgten Unternehmungen ohne U« b e r s ch ü s s e bleiben. In den erwähnten 603 Aktiengesellschaften sind 1925 insgesamt 10.4 Mil- Nonen Mark feste Veraülunqen an Aulsichlsröte gezahlt worden. obwohl ZSS vieler Unternehmungen überhaupl keine vwidende verteil« haben. Dabei ist zu beachten, daß üblicherweise bei Divi- dendenzahlung die Aiifsichtsröte neben der festen Dergiiwng noch ihre Sondertontieme erhalten..,„ r u Anaesichts dieser rein finanzkapitalistisch eingestellten Herrschaft der Aufsichtsräte hat die Börsenspekulation ein ganz onderes Ge- ficht erhalten, als man von früher her on ihr konnte. In den jüngst vergangenen drei Monaten sind allein die A-tien der Ge- sellschasten. die an der Berliner Börse sortlausend notiert oder aus Zeit gehandelt werden, im Kurswert von 3,7 auf 5,3 Millionen Mark hinauf gesteigert worden., Der Bericht der wirtschastspolitischen Abteilung des Werk- meiiterverbandes. der in seinen rechnerischen Unterlaaen dem ver- bandstaae schriftlich vorgelegt wurde, verlangt die größte Ausmerk- lamkeit der Oeiientlichkeit. Hier wird ans WerkmeiOerkreiien. die bisher allzu bescheiden zu den Veränderungen, die sich alle Tage vor ihren eigenen Augen abspielten, still verhalten und geschwiegen hoben, fachmännisch und dokumentarisch belegt aus- gesprochen, wie in Deutschland gewirtschajtet wird. Freie Gewerkschosisjugend. Seilt«. Siensta». rtenb 7'4 Uhr.■tonen die Pruown: e«nb.Vr(t« Mo»::Uio«nM>fiin Dietielmknertir. 5.$iofti(K»nsnotttofl:. RnriWltsrnuo.— geonNmeer Sil«: ZnoenbVfini TiltUer Str. 4 5. 1 It., Helte b»t_Srbnt.— etiM-nttTO! riuflrnbfiehn Dosstttr. 2°. 3?ol,sSin«abfnb.— Trtvtow:.inociiMvcim Rilbenbnichge. 5S'5I,»ottroo:..Sofionolif fntniebtb-ehr.nMn in bei Wirt- «4.1«*.—«ronbeu: Duotnbbcim Llndennset 1, Di-tufgon-odenb:..Vom Sandmerisoefellen»um LodotAaven*. Selior b« iterserbonb.»odenl«»«! Donner, ton.!9.«trril. obenb» 7'� Uhr. fm Sctol»tu« ffttebritfitttoft«(on der»oisen brücke),«ersommluno. Dt:'cht über b!« Sobnpfrtonblunaen. �_ «chtnno aimmewt! Die»oineraben be» Bezirk» 12 i refft n«14 Tont Be. ft« Vtzirle 12. LeSriinoe-rrsoaiinloito. Verbonbokon-eroben. tnoroen, SMiltoiocki, fhtbet unsere Lttitlinisuerlommluno im Deuxrkschattobou». Soal S rbcnb« 7 Ubr, ftatt. TUilittt dafür, dost leftlo, olle«omeraben ,u dieser Dtr»ommli-no er- sibeinen. flenlrolverbond der«fimmerrr. gohrstell« Bttlin u. Ilmo. Sattler.,»»vezierer. und Sorttfotilernerbonb. Geurrolutrsoniuilunq beute, SHemMo. obenb 7 Ubr hn(btroerlfthoflrtcus, Saal 4. Berich! rem Serba tTbofoo. Beschlusi über Lokolziischlöat. Di« vrimitruxtltuno. merGntr-ttrich für Biilli«:«ick-orb Bernstein! Wirtscho«!: Slrtnr Soternu,: Semetkschoflsbtwtaunn: Z. Steineri ßruill-Ion- 6. 9>. Dölcher- Sokole, rnb eoiuiiat, Rr.» ftarflübt; Un.teiorn: Ib. Elockc:«amtlich iu Berti». Let!oo: Birwiiris.B-tioo S. ra. b. 6. Berlin. Druck: l'ormott�Sudibvndcrrt unb SerlaoMitfloIt Bou« Sinotr u. Co. Berlin£59 W Sinbenstrobe 3. Ster»» 1 Beilooe nnb„Untcrbaltnna und willen*. Das Tempo miserer Zeit ▼erlangt ein schnelles Verkehrs« mittel, das Auto. Dieses wieder eine unbedingt zuverlässige Be« reitung. Größte Geschwindigkeit, wunderbare Elastizität und absolute Fahrtsichcrheit verbürgt der (Sntine BallOII-Reifen ,Wtt Conti fährt, weiß was er hat,' OfO enn man infolge Slebcrarbcitung, Krankheit, Nervosität das Bedürfnis nach einer gründlichen Kräftigung und Auffrischung verspürt, dann versuche man das wohlschmeckende Biomaj;. Es gibt wohl kein einfacheres, bequemeres und angenehmeres Mittel; keines erfreut sich einer gleich großen und uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Hebung des Kräftegefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fühlt sich geradezu verjüngt. Man verlange nur das echte Biomalz, nichts anderes angeblich.EbenfoguteS�. Achte genau auf das Etikett. Biomalz-Schotolade, je IVO-Gramm-Tafel 60 Pf. und Biomalz-Bonbons, bestes Linderungsmittel bei Äustcn und Heiserkeit, vorzüglicher Geschmack, je Beutel 30 Pf., Dose 5V Pf. Erhältlich in Apotheken, Drogcnhandlungen und ein- schlägigen Geschäften. Preis einer Dose Biomalz 1.90 M., mit Eisen(zur Stärkung für Blutarme und Bleichsüchiige) 2.20 M., mit. Kalt ertta(zur Stärkung für Lum�nleidende) 2.50 M., mit Lebertran 2.50 M.. mit Lecithin 5 M. Druck- schriften auf Wunsch umsonst und voftftei. Gebr. Patermann, Teltow-Berlin 10. Hr. 195 ♦ 43. Jahrgang I. Heilage öes Vorwärts dkettstag, 27. �pr!l 1926 Viele glauben, man habe ein Bild von der Aibeitslosigkeit gewonnen, wenn man die wöchentlich veröffentlichten Zahlen des Arbeitsamtes über die Arbeitslosigkeit liest. Gewiß, es spiegelt sich in diesen Zahlen der Umfang der Arbeitslosigkeit wider, aber was Arbeitslosigkeit und, was noch schlimmer ist, völlige Erwerbslosigkeit für diejenigen bedeutet, die davon betroffen werden, das sagen uns die Zahlen nicht. Dieser Einblick läßt sich schon eher auf den Arbeits- nachweisen gewinnen. Als im September lW hier an dieser Stelle über die Arbeitslosigkeit geschrieben wurde, betrug die Zahl der Arbeitslosen in Berlin 86 000. cheute sind es nach den amtlichen Feststellungen 248 000. Der Andrang auf den Arbeitsnachweisen ist größer und die Aussicht, eine Stelle zu bekommen, geringer. Runügang öurch öie Arbeitsnachweise. Berlin hat zwanzig Bezirksarbeitsnachweise, einen hauplarbeits- Nachweis, der in dem großen roten Gebäude in der G o r m a n n- st r o ß e untergebracht ist, und einen Bachwei» für die Melall- industrie in der Wusterhausener Straße. Auf diesem letzten sieht es gegenwärtig am traurigsten aus. Täglich wird der Nachweis, der sehr ungünstig im ersten Stock im Quergcbäude unter- gebracht ist. von etwa 2000 Personen aufgesucht. Eine wahre Völkerwanderung setzt schon morgens zwischen acht und neun Uhr ein. Jeder will der erst« sein, denn wer später kommt, muß wegen des großen Andranges auf der Treppe stehen bleiben und hört hier nicht, wenn die Stellen ausgerufen werden."-»licht aus Arbeit ist sehr wenig vorhanden. An manchen Tagen..»en knapp zehn Stellen ausgerufen. Ein Anrecht auf diese Stellen haben die, die nm längsten ohne Arbeit sind. Da melden sich sehr viele, die seit August und Juli 1928 keine Arbeit haben. Man weiß schon, daß die große Mehrzahl der ausgerufenen Stellen nicht zu gebrauchen ist. Trotzdem wird hingegangen, denn es ist immerhin noch besser, einen kleinen, wenn auch schweren Verdienst zu haben als über- Haupt keinen. Aber wenn man hingeht, so hat man damit noch keineswegs die Stelle. Der Unternehmer ist ja nicht gezwungen, den ersten anzunehmen. Da werden die Papiere geprüst, nach den vor- hergehenden Arbeitsstellen wird gefragt, in vielen Fällen auch.Er- kundigungen" eingezogen, bis schließlich, wenn alles stch als ein- wandfrei erwiesen hat, mit einem..Wir wollen? versuchen" man eingestellt ist. Aus wie lange man in den Genuß der neuen Stelle bleibt, das ist eine Angelegenheit späterer Tage. Noch sind wir auf dem Arbeitsnachweis und hier bietet sich ein unerfreuliches Bild. Ein Schlosser erzählt, daß er schon 83 Wochen ohne Berdienst und Arbeit sei. Er habe das Unglück, bereits 60 Ihre alt zu fein, und deshalb sei es sehr schwer, etwas zu finden. Es ist ein trostloses Bild, das sich dem sehenden Auge darbietet. Einige sitzen auf den wenig vorhandenen Stühlen und Bänken und stieren teilnahmslos vor sich hin. Andere dis- kutieren über die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, und der größers Teil schweigt. Man läßt sich drängen und stoßen, stößt und drängt wieder, und geht mit ebenso wenig Hoffnung fort, wie man ge- kommen ist. Der Nebenraum ist Sie weibliche Abteilung. Hier dasselbe Bild. Diele, sehr viele junge Mädchen, und auch viele Frauen. Die Löhne in der Metallindustrie sind sür Arbeiterinnen erbärmlich schecht! Wochenlöhne von 10 bis 20 Mark sind die Regel. Trotzdem wird jede Arbeit angenommen. Aber es ist auch für die Arbeiterin heute keine Kleinigkeit mehr, Arbeit zu be- kommen. Man verlangt eingearbeitete Kräfte, und selbst wenn es sich um Traneportarbeiterinnen handelt, wird verlangt, daß sie geübt darin sind. Wie zum Hohn wird häufig noch hinzugefügt, daß die Arbeil nur.Aushilfe" ist und höchstens zwei bis drei Wochen dauert. In der Gormannstraßc ist der Nachweis für sämtliche Berufe außer der Metallindustrie. Hier sindet man Tischler, Maler, vtein- setzsr, Buchbinder, Sattler, Tapezierer, Lackierer, Korbmacher, Rohr- leger, Kutscher usw. Eine weibliche Abteilung für die Textilindustrie, iür Verkehrsarbeiterinnen, Hutmacherinnen und so fort. Ueberall dasselbe Drängen und Stoßen. Ein Schimmer Hoffnung, aber keinerlei Anzeichen, daß auch nur die geringsten Hoffnungen' in Er- süllung gehen werden. Ein Tischler erzählt: Kurz vor Weihnachten arbeitslos geworden. 14 Mark Unterstützung wöchentlich, monat- liche Miete 36 Mark. Zum Leben bleibt sehr wenig übrig. Man ist gezwungen, olles abzugrasen. Zuviel qezahlle Lohnsteuer wird zurückverlangt. Wenn man nicht noch Kinder hat, die verdienen, ist man aufgeschmissen. Die Wirtschaft läßt sich nicht mehr zu- sammenhalten. In der Abteilung sür Kutscher und Kraftwagen- sührer erörtert eine Gruppe das schwierige Problem, ob der Haus- wirt den Mieter auf die Ströhe setzen darf, wenn dieser seit Februar keine Miete gezahlt hat und schon über ein halbes Jahr arbeitslos ist. Daneben an dem einzigen Tisch, der in dem Raum ist. zwei Schachspieler. In dem anstoßenden Raum mehrere Spieler am Damenbrett. In der Abteilung sür Textilarbeiterinnen eine Frau mit einem kleinen Kinde an der Brust. Wir gehen durch andere Abteilungen. Doch das Bild ändert sich nicht. Einige stehen am Fenster oder mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt�und sehen sich mit Nachdenklichkeit das Leben und Treiben an. Sie wissen, daß das Drängen ja gar keinen Zweck hat. Man kommt ja doch nicht früher heran. Die Neulinge und solche, die von der Arbeitslosigkeit noch wenig bedrückt worden lind. erkennt man schon von weitem an ihrer Unruhe und der Hast, mit der sie den Saal betreten. Aussallend groß ist die Zahl der Zugendllchen. Sie nehmen das Los leichter. Man lacht und scherzt und würzt das Gespräch über die Arbeitslosigkeit mit bissigem Humor. Man erzählt sich, in welcher„Bude" man beschäftigt war. Einer sagt dem anderen, was hier los war und wie es in jener „Kiste" ist. Wir gehen die Treppen hinunter. Auf dem Hofe Frauen und Männer, junge Mädchen und Burschen: kommen und gehen, mit Hossrkungen und ohne Hoffnungen, zerlumpt oder mit dem letzten „guten" Ai�zug auf dem Leibe. Auf der Straße vor dem großen roten Gebäude eine endlose Kette wilder Händler, die, der eine mehr. der andere weniger, mit großem Geschrei ihre Ware zu einem„noch nie dagewesenen" Preise anbieten. Die Arbeitslosen eilen vorbei. Sie sind ohne Arbeit und Der- dienst. Der Magen ist leer und könnte ein paar warme Würstchen gut aufnehmen. Zlber auch die Taschen sind leer. Und ohne Geld wollen auch die wilden Händler nichts abgeben. In dieser krwita- listischen Prositwirtschast ist ja alles so eingerichtet, daß jedes Stück- chen Brot, das gegessen werden will, gekaust werden muß, ober es ist nicht so eingerichtet, daß jeder sich auch das Geld dazu verdienen kann. Die Geschädigten der Kirchstraße. Protestaktion gegen das Bezirksamt Tiergarten. Die Geschädigten der K i r ch st r a ß e hielten eine Versammlung ob, in der der Ausschuß der Geschädigten der Explosionskatostrophe einen Bericht gab über die von der Stadt Berlin bisher geleistete Hilfe und die noch nicht erfüllten Forderungen. Nach dem Bericht beziffert sich der G e s a m t s ch a d c n, der bei der Explosion in dem Seifcnladen Kirchstr. 9 angerichtet wurde, auf 96 000 Mark. Der Magistrat hat dem Bezirksamt Tiergarten 73 000 Mark bereits acht Tage nach der Katastrophe überwiesen. Hiervon sind bis jetzt 30 0 00 M a r k an die Geschädigten ausgezahlt worden. Der Ausschuß hätte sich die redlichst« Mühe gegeben, den Stadtrot K u h l m a n n vom Bezirksamt Tiergarten, der als Wohlfahrtsdezer- nent für die Angelegenheit zuständig ist. zu größeren Auszahlungen zu bewegen. Alle Vorstellungen hätten ober nichts genützt. Man er- halte stets die Antwort:„Meine Herren, Sie habe» nichts zu beanspruchen." In den Kreisen der Geschädigten sei man darüber auss tiefste empört, zudem viele ja nicht bloß den Verlust ihrer Wohnungseinrichtung zu beklagen haben, sondern auch An- gehörige der Katastrophe zum Opfer gefallen sind. So mancher ist verkrüppelt und ist Zeit seines Lebens erwerbslos. Einige Ge- schädigten schilderten, wie ihre Ansprüche vom Bezirksamt Tiergarten behandelt worden sind. Ein Geschädigter, der eine Schadenforderung von 3800 Mark hat. erhielt 333 Mark. Ein. anderer mit einer Fo»- derung von 14 000 Mark ganze 200 Mark. Bei der Festsetzung Schadenhöhe ist die vom Bezirksamt Tiergarten geschickte Komnzrssiyn in einer Weise vorgegangen, die den schärsstcn Widerspruch herpor- rufen müsse. Man hat sich bei Nachbarn, in einem Falle sogar bei einem 14jährigen Jungen, erkundigt, was in des Nachbars Wohnung vorhanden gewesen ist, ob die Möbel aus Eiche oder Nußbaum, wieviel Stühle und wie groß der Tisch usw. Viele Geschädigte hätten überhaupt noch nichts bekommen. Sie müsien sich mit dem Bezirksamt um die Höhe der Schadenforderung herumstreiten. In allen Fällen werden Erkundigungen eingezogen, ob schon eine Der- sicherungsgesellschast Schadenersatz geleistet habe. Eine R e s o l u- t i o n, die einstimmig angenommen wurde, hatte folgenden Wort- laut:„Die heute tagende Versammlung der Geschädigten der Kirch- straße erhebt schärfsten Protest gegen die Behandlung seitens des Bezirksamtes Tiergarten in der Ex- plosionsentschädigung. Sie erwartet in Kürze vollen materiellen Schadenersatz und ist gewillt, nötigenfalls mit ollen ihnen zu Gebote Damile unker den Zedern. 20s Von Henri Bordeaux. (Berechtigte Ucbersetzung von 3. Kunde.) Die Sonne zögerte, hinter die Hügel zu sinken, die uns den Ausblick auf dos Meer oersperrten. Sie überhauchte die ausgedörrte Erde mit einer rötlichen Färbung: nur der grüne Streifen des Flusses, der einer wandernden Oase glich, sowie Kiefern und Eichenhaine, unterbrachen diese Tönung. Ich wagte trotzdem nicht mehr, die Sonne zu beschwören, wie ich es ein paar Wochen vorher getan, wo ich sie anflehte, den Schnee des Libanon zu schmelzen, damit die Stunde der Vereinigung mit Bamile schneller heranrückte, heute konnte sie mit ihrem Untergang nur den Tod beschleunigen. Jamile war eine Verurteilte, welcher ihre Henker auflauerten. Um mich zur Rache aufzustacheln, wiederholte ich mir gewisse Details aus dem Bericht Buses Abdud. Gestern, als das junge Mädchen vor Mohammeds 5)ause vom Pferde gestiegen war und bemerkt hatte, daß die Blicke auf ihr ruhten, hatte sie den weißen Kefsije Omars genommen, um sich damit das Gesicht zu verschleiern. Mit dieser Geste entsagte sie ihrer Rasse, lieferte sie sich ihrem Schicksal aus: damit hatte sie sich einverstanden erklärt, fortan im Harem der Liebe zu einem Manns zu leben. Was wußte sie von diesem Manne? Sollte es doch einen geheimen Instinkt geben, der uns nicht täuscht und uns zu Wesen unserer Wahl führt, die uns völlig fremd sind und die uns gleichwohl mit einem Blicke fesseln? Das von dem alten Mann entworfene Bild meines Rivalen hatte meine Eifersucht in höchstem Maße erregt. Ich fühlte, daß Yamile nicht enttäuscht sein würde: im Unglück hätte sie vielleicht mein Mitleid geweckt. Dieser ritterliche, rücksichts- volle und schöne Omar, der, ehe er sie in sein Haus führte, dafür gesorgt hatte, daß sie dort die einzige Frau war, ganz wie ein christlicher Gatte das tat, dieser Omar, der ihr öffent- lich alle Ehre widerfahren ließ und seine Mutter zu ihrer Hüterin bestellte, würde ihren Erwartungen vollauf ent- sprechen. Ich erstickte die Tränen der Wut, die auf den Boden rinnen wollten, indem ich mir ihre Liebesfreuden ausmalte. Butros blickte gleichgültig, dem Einschlafen nahe, drein. Er zermarterte sich nicht mit unnützen Gedanken. Aber wie ein Jäger auf der Lauer spannte er trotz anscheinender Gleich- gültigkeit auf jeden Ton. Plötzlich legte sich seine Hand leise auf meine Schultern: „Achtung," flüsterte er. Der Weg war noch frei. Mit seinen Blicken lenkte er meine Augen in eine andere Richtung. Auf einer der Ter- rossen von Omars Palast erhob sich auf dem Hintergrund der verlöschenden Sonne eine Gruppe verschleierter Frauen ab und bald deutete die eine bald die andere auf ein Objekt, das sich unseren Blicken entzog. Ich wußte von Pusef Abdud, unserm Wirt, daß die alte Abla sich vor allen anderen zu dem zukünftigen Gemahl begeben hatte, um dort die Gattin zu empfangen und daß sie diese als Mutter oder Amme in das Brautgemach geleiten würde. Diese gestikulierenden Frauen schienen das golden«, jetzt den Bergsaum streifende Gestirn verdrängen zu wollen. Bald vernahmen wir eine näherkommende Musik. Klänge klagen- der Oboen, die den Baß der Trommler übertönten: dazwischen ließ sich ein Gesang vernehmen, eine monotone, schmachtende Melodie, die mich vollends aus meiner Fassung brachte. Jäh verschwand die Sonne, aber eine jener roten Dämmerungen, die wie Blut unseren Libanon färben, ersetzte sie. In dieser düsteren Umrahmung, die ich an einem späteren Tage noch einmal sehen sollte, kam der Zug, die Breite des Weges füllend, daher: Lanzenreiter auf tänzelnden Pferden ver- folgten einander, ließen ihre Pferde galoppieren oder ruck- artig halten: Mannschaft zu Fuß führte in der Kadenz eines langsamen Marsches, der von jähen Sprungbewegungen ab- gelöst wurde, den Säbeltanz mit Schildgeklirr aus. Junge Mädchen, paarweise aneinandergeschmiegt. kamen in leicht verhüllenden schwarzen Schleiern daher. Ich glaubte zuerst, daß sich Pamile unter ihnen befände. Meine Augen ver- suchten vergeblich das Geheimnis dieser Draperien und Ge- webe zu durchdringen, hinter denen ich sie erspähen wollte. Sie stießen laute Freudenrufe aus und ihr Schritt war von einem Rhythmus der Freude beschwingt. Sie glichen ein- ander so sehr, daß es unmöglich war, die eine von der andern zu unterscheiden. Und ich stieß mein Gewehr mit einer Bewegung von mir, bei der ich mich vergebens gefragt hätte, ob es ein Gefühl des Zornes oder der Erleichterung war. Butros hatte meine Unsicherheit bemerkt: „Roch nicht," sagte er, wie wenn er über die arabischen Sitten besser orientiert wäre. Einer der Lanzenreiter streifte uns in diesem Moment und es war ein Wunder, daß er uns nicht entdeckte. Elias, der hinter uns hielt, konnte nur mit Mühe die Pferde zügeln, deren Gestampf dumpf herüberklang. Gefahr umgab uns; aber alle unsere Gedanken waren auf unsere Jagd gerichtet. Und sie galt einem königlichen Wild. Endlich erschien Pamile, auch sie verschleiert, aber wie gut erkannte man sie! Wie hatte ich einen Augenblick glauben können, daß ich sie nicht herausfinden würde. Welchen Schimpf tat man da ihrer Schönheit an! Die anderen jungen Mädchen konnten neben ihr nur als Dienerinnen figuieren. Ein Fellah hatte sie besser gesehen, als ich, jener, der sie mit dem in der Nacht leuchtenden Monde verglich! Sie ritt die weiße Stute, welche Omar in Bescherre gezeigt hatte und deren Fell silbrig durch die hereinbrechende Dämmerung leuchtete. Sie selbst, schlank und kraftvoll, aufgerichtet und stolz, trug den„Isar", einen breiten, weißen Schal mit langen Fransen: sie glich in ihrer Umhüllung einer Statue, deren Ebenmäßigkeit die Drapierung nicht verhehlen konnte. Und der Schleier über ihrem Gesicht verbarg sie nicht mehr vor meinem Blicke: ich ahnte ihre Ambrawangen darunter, ihre meerfarbenen Augen, die ganze himmlisch schöne Blüte, die ich aufbrechen und sich entfalten sah. Dann suchte ich ihre Hände, welche die meinen an einem einzigen Abend er- wärmten. Da bemerkte ich. daß Butros das Gewehr angelegt hatte. Das Entsetzen, das ich empfand, war unsagbar. Mit einer raschen, mechanischen Geste lenkte ich seinen Gewehrlauf nach oben. Er wandte sich zu mir und suchte nach einer Erklärung. die er sofort fand: „Es ist richtig," sagte er,„sie gehört dir." Er vermutete also, daß ich ein Vorrecht zum Morden beanspruchte. Pamile war eine Abtrünnige ihres Glaubens und ihrer Rasse: aber mir hatte sie die Treue gebrochen. Mein Recht war es, die Strafe zu vollstrecken. Butros wollte meinem Anspruch weichen, Höfticherweise den Schuß abtreten, so wie man ein Eichkätzchcn oder eine Wachtel einem anderen überläßt. Leute, vom Schlage Butros, die hemmungslos, ohne Schranken auf ihr Ziel losgehen, sind zu beklagen oder zu beneiden. Aber ein Butros, der mordet, ist er nicht der Bruder einer Pamile, die liebt? Uebrigens hatte auch diese weder einen Skrupel, noch ein Zögern gekannt. In der vollen Glorie ihrer Liebo-kam sie, um sich mit ihrem Gatten zu vereinen. In-wenigen Augenblicken würde sie sich ihm hingegeben haben. Sollte ich dieses Verbrechen geschehen lassen? Butros hatte mir zu Recht eine Gunst bewilligt. Ich konnte Pamile nicht gestatten, die Schwelle der bräutlichen Kammer zu überschreiten. Das Blut kochte mir in den Adern und ich machte jetzt selbst mein Gewehr schußbereit. (Fortsetzung folgt.)' stehenden Mitteln ihre Rechte zu ergreifen. Wir erwarten von sämtlichen Fraktionen des Bezirksamtes Tiergarten, daß sie aus menschlichem Empfinden das Bezirksamt Tiergarten selbst veranlas. sen, die Sache schnellstens zu erledigen." Konferenz üer flrbeiterwohlfahrtsausfchüsse. Im Preußischen Landtag fand eine Konferenz der Arbeiterwohlfahrtsausschüsse für die Pro- vinz Brandenburg sowie der Delegierten der KreiS- tage u nd Kr e i s a u s schü sse und der Provinziallandtags- abgeordncten statt. Genossin Matschte eröffnet die Konferenz und betont die Notwendigkeit ihrer trinberusung. um über die Aus- gaben der Arbeiterwohlfahrt zu diskutieren, zumal oft. leider auch in den eigenen Reihen, die Arbeiterwohlfahrt nicht das rechte Ver- ltändnis findet. Darauf ergreift Genossin Iuchacz das Wort zu ihrem Referat„Die Grundlagen der amtlichen und der freien Wohl» iahrtspflege". Oft begegnet man der Sluffafsung. die Arbeiterwohl- fahrt, die eine von den Reichsstellen ansrkaimte private Wohliahrts- organisotion ist. sei nichts anderes als die kirchlichen Wohlfahrts- verbände, die auf Grund ihrer Weltanschauung Wohlfahrtspflege treiben. Nicht das kirchliche Prinzip der Wohllat des Reichen für den Armen, sondern eine freiere Solidarität von Mensch zu Mensch ist die Gnindlage für die Arbeiterwohlfahrt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, für die öffentliche, also amtliche Wohlfahrtspflege ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer und Helferinnen zu stellen, sie will nicht wie die kirchlichen Verbände eins Konkurrenzorgani- fation der öffentlichen Wohlfahrtspflege, sondern ihre Förderin sein und mit ihr Hond in Hand arbeiten. Die Grundlage für unsere Arbeit sind zwei Gesetze, das Reichsgesetz für Jugend- Wohlfahrt und die Fürsorgepflichtverordnung. Bei der Durchführung dieser beiden Gesetze finden unsere Genossinnen in den örtlichen Ausschüssen für Arbeiterwohlfahrt ein weites und dankbares Tätigkeitsgebiet. Unser Prinzip muß immer sein: Vor- beugen ist besser als Heilen. Durch diese Arbeit ist es auch möglich. für unsere Parteibewegung wertvolle Kräfte zu gewinnen. Die Arbesterwohlfahrt fft auch die beste staatsbürgerliche Schulung für unsere Frauen. Hier kann sich die Frau neue Arbeitsgebiete suchen. die zwar etwas verschieden von denen der Männer, aber ebenso wichtig sind. Genosse Fr et er-Kölau fordert in seinem Referat „Die praktische Wohlfahrtspflege in den ländlichen Bezirken" eine Dsremheitlichung der Fürsorgegesetzgebung. In dem heutigen Wirrwarr ist eine scharfe Trennung der Versicherungsgesetzgebung und der Fürsorgegesetzgebung oftmals nicht möglich. Er schildert die Zustände>n der Armenpflege auf dem Lande vor dem Kriege, wo arbeitsunfähige Menschen durchschnittlich nur Z— 5 Mark monatlich für ihren Lebensunterhalt erhielten. Auch heute noch liegt gerade in den Gutsbezirken und kleinen Orten manches im argen. Hier müssen die größeren Orte durch Ueberwachung helfend eingreifen. Aufgabe der Arbeiterwohlfahrt muß es fein, für die Errichtung von Gesundheitsämtern und Anstellung von Kreisärzten zu wirken. Genosse Freier betonte nach reger Diskussion, daß es notwendig sei, auch in den Körperschaften mitzuwirken, in denen wir keinen maßgebenden Einfluß hoben. In ihrem Schlußwort wies Genossin Iuchacz daraus hin. daß gerade aus unseren Kreisen junge Mädchen den Beruf der Fürsorgerin ergreifen müssen. Es ssk unsere Aufgabe, in der Arbeiterschaft dafür das erforderliche Der- ständnis zu wecken. Die Referentin ermunterte zum Schluß noch die Genossinnen, tatkräftig mitzuarbeiten. Die Aussprache hat gezeigt, wie notwendig eine solche Konse- rsnz gewesen ist. Viele Anregungen können verwertet werden, nicht nur zum Nutzen unserer Organisation, sondern der ganzen arbesten» den Bevölkerung._ Heute letzter Tag der Hygieue-AuSstcllung. Der erste der beiden L o l k s t a g e, um die die Hygiene-Messe und Ausstellung im Funkhaus auf allgemeinen Wunsch verlängert wurde, gestaltete sich zu einem großen Erfolg. Durch die Ermäßi- gung der Eintrittspreise auf S0 Pf. für Erwachsene und 20 Pf. für Jugendliche bis zu IS Jahren war eS auch weiteren Kreisen der Berliner Bevölkerung, in Sonderheit auch jenen Schülern, die die Ausstellung nicht in geschlossenen Führungen besichtigen konnten, möglich, die Darbietungen der Hygiene-AuS- stellung in Augenschein zu nehmen. Die lehrreiche Halle ist noch bis heute abend 10 Uhr zu den genannten Eintrittspreisen geöffnet. Die Untersuchung im stalle Jürgens. Im«eiteren Verlauf der Untersuchung gegen Landgericht». direktor Jürgens und feine Frau fand am gestrigen Montag tm vftfeebad Kolberg in der in der Parkstraße 12 gelegenen Pension Strehlow ein Lokaltermin statt, an dem außer dem Unter-' luchungsrichter, Landgerichtsrat Fuchs, auch Vertreter der Stargarder Staatsanwaltschaft sowie 18 Zeugen, darunter zahl- reiche Polizeibeamte, teilnahmen. Bekanntlich hatte Jürgens, ob- gleich er erst im Frühjahr eine Auslandsreise unternommen hatte. im August v. I. mit seiner Familie mehrere Wochen in dieser Pension zugebracht Hier soll sich dann der erste Einbruch ereignet haben, bei dem angeblich Schmuckstücke im Werte von einigen tausend Mark geraubt wurden und von dem der Verdacht besteht, daß er fingiert war, um von einer Reiseoersicherung die Entschädigungssumme herauszuholen. Das Ehepaar Jürgens wurde zu diesem Lokaltermin nicht vorgeführt, zumal der Gesnndheits- zustand der Frau Jürgens zurzeit keinen Transport gestattet. Nach dem letzten schweren Nervenzusammenbruch hat sie bei den weiteren Berhören wiederholt neue nervöse Anfälle gehabt. parleigenossen in der Freidenkerbewegung! Nach Abschluß der Reichsgeneralversammlung des Vereins der Freidenker für Feuerbestattung finden am Donnerstag, den 29. April, abends 1% Uhr, in allen Bezirken Berlins General- Versammlungen statt, in denen Bericht erstattet wird und die Neu. wählen der Bezirksleitungen stattfinden. Es ist ngtwendig, die Kulturorganisation kräftig zu unterstützen und sie nicht zum Tummelplatz parteipolitischer Natur werden zu lassen. Alle parte!- genossischen Mitglieder der Freidenkerorganisation haben daher die Pflicht, an den Versammlungen teilzunehmen, um die ruhige Entwicklung der Organisation fördern zu helfen und zu verhindern, daß sie zu demagogischen Spielereien mißbraucht werde. Darum, Genossen, macht euch für diesen Tag frei und besucht die Versamm- lungen. Näheres im Anzeigenteil. Feuer in der Voksdamer Heiligengeistkirche. Gegen 6 Uhr abends brach in der Potsdamer Heiligengeistkirche ein Feuer im Turm aus. und zwar am Aufbau der Barockgalerie, unmittelbar an der Schallöffnung des Glockenstuhles. Gestern fand die Glackenweihe statt und man nimmt an. daß Handwerker, die am Gerüst beschäftigt sind, ein Streichholz oder eine Zigarette sortgeworsen Haben. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Bodenbelag und Flammen schlugen aus dem Turm heraus. Nennenswerter Schaden ist jedoch nicht entstanden. Abschied bei Daisy. Der weibliche Hungerchampion oerlieh gestern nach SStägiger Fastenkur die Stätte seines Wirkens. Es gab Lorbeerkränze, Blumen in Fülle und sogar— starken Sc such. Unter den Gästen war die sämtliche Hunaertollegenschaft— soweit sie in Freiheit ist! 24 Pfund ist sie glücklich losgeworden, ent- schieden zu viel für die schlechten Einnahmen. Nun geht es zur Er- holung ins„Krankenhaus" und dann in» neue„Engagement". E- ist kaum anzunehmen, daß sich bis dahin das verlorengegangene Interesse an derartigen.Lunstdarbietungen" gehauen haben wird. Daify will sich demnächst als Sprecherin zeigen. Jedenfalls ge- schmackvoller, als ein Krankenbett in eine Schaubude zu oerwandeln. Die Siadkverordvelenverfammlvng hat ihre näckste Sitzung am Donnerstag um 3/45 Uhr. Auf der Tagesordnung steht unter anderen die Abstimmung über den von den Sozialdemokraten und den Kommnni>'ten gemeinsam eingebrachten Antrag, zur Beteiligung an der Maifeier den Arbeitern. Angestellten und Beamten der Stadt den nötigen Urlaub zu gewähren. ArdeUer.Solwrkattell Groh-Yerllu. Prol-tarisch« F-irrNunde am Sonn. tag. den 2. Mai. vormittag» pünktlich 11'/, Ubr. im Kroßen SchauivielbauZ, Karlstraße..Seid um'chlungen Millionen.' Ouvertüre zu.Jvdigenie in AuliS' von(Sind mit dem Schlutzlatz"on Richard Wagner..ZSeltenfeieitag' von Kran, A-thenselder..Mailied' von Debmel. Prolog van Karl Bröger sgesprochen von Heinrich Witte. Mitglied de» StadttbeaterS). Sinfonie TX von Ludwig van Beclboven. Mitwirkend«: Der Svrechöor für Proletarische Kelerstunden(künstlerisch« Leitung Albert Kloratbj; Emmv von Stetten kSovran): Marie Schulz-Tornburg(Alt). Mitglied der Städtischen Over: Waldemar Henke /Tenor,, Mitglied der StaatSoper: Eduard Kandl /Baß). Mitglied der Städtischen Over: der Cbor der Städtischen Oper /Chor. direktor Lüddecke): das verstärkte Berliner Sinsonic-Lrchester(mustkalilche Leitung Kapellmeister Sascha Härenstem). Preis 1,20 M. Karten in allen bekannten Berkauisstellen._____ Schwere» Unwetter lrn vogtlaude. Durch die überraschend warmen Luftströmungen traten im Vogtlande stürmische Ostwinde von etwa IS bis 25 Sekundenmetern aui. Der angerichtete Schaden an Gebäuden und in den Wäldern ist erheblich. Viele Waldstücke bieten einen Anblick der Verwüstung. Starke, gesunde Bäume sind wie Streichhölzer geknickt, Garten- Häuser wurden fortgeschleudert und Zäune umgerissen. Die Rache eine» Elefanten hat in Ballore im Staate Madras in Indien den Tod von vier Personen veranlaßt. Der Elefant marschierte m einer Prozession mit. als er unter den Zu« schauern einen Knaben wiedererkannte, der ihm eine Woche vor« her, als sich das Tier in seinem Käfig befand, in den Rüssel gestochen hatte. Der Elefant ergriff daS Kind und z e r« trampelte eS. Die Zuschauer flstchtetm panikartig und traten dabei drei junge Frauen zu Tode. Nachdem der Elefant sich ge- rächt hatte, war er wieder sanft wie ein Lamm. Der ehemalige Kaiser von Sorea. Zy. ist in Söul, der Haupt- stadt Korea?, im Alter von S2 Jahren gestorben. Sein Erbe ist mit einer japanischen Prinzessin verheiratet und hat nach der Sitte des Landes drei Jahre zu trauern. «iifeiUnmgea filr Ölet« Rubrik fiud Verl'u 6«. tt. Sutbeaftias* 3. parteinachrichten sür Groß-Srrlin stet» ra bu BezMttetittartut 2. Hol. 2 Treu,«cht»,»» richte» Uutoflettbeltraa fiüd a» der Abendkaü � icnbtalTc 7. RuU abarlotte-burg. pteu und Pa/astlvw sten der Kbtdergrur rbergruvpeit 20 Pf. Jtaitcn Die E-schSfwfielle befindet bei dem Jtafflittr fftibin Nenningcr, ckharlottenburg 1, Brahcitr. 8—5, Ächnlgemeinde. Wilde im 4958. Ecldsenduttgcu und gesck dorthin zu leiten. Angelegenheiten sind nach Republikanischer«be»». Mittmo». den 88. Aprfl. abend, 7V4 Ubr, B — in Siitotia. Sorten, Wilhelmeau« U4.11S. Landtag-abgeordneter Erich tz ö ftirttn« sprich: Übet:»Fememorde und BotfeentMieifs'.@ SPD. Z!Zilmcr»dvrf. bei Ealla», Greifs. und Zugendpfleg«-. tii. Keei» Weißensee. Dienstag, 27. April, 7,4 Uhr, walder, Ecke Lehderstrake. Vortrag:»Wohlfahrts- Referent Stadtrat Schneider. heute. Dienstag, den 27. April: 47.»bt. 8 Uhr bei Krause, Marianncnrlah 88. ssunktionärlißting. »4.«bt. Reukoll». Parteiarnoffen. die sich gemeldet hoben zur Landaqitation treffen stch abend,» Uhr zu einer Sigunz bei Schröder. Stowmedstr. 58. UN.«bt. Treptow. W-rbemitgliederueisammlung 714 Uhr im Seiche n/aal der Schule Wlldenbruch/iraße. Vortrag:.Sozialdemokrati« und Polko-nischeid- Referent Erich Kuttner. R. d. L. Alle.LormSrW'�eser und Eympathi. sterende stni eingeladen. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 27. April. Außer dem üblichen Tagresprojrramni: 3.45 Uhr naohm.; Stunde mit Bächern. Bücher für die Beige. Zdarsty:.Das Wandern im Gebirge'. Josef Moriagi:.Karten- losen im Hochs-ebirge". Dr. Julius Kugy;.Aus dem Deben eines Berpstelgere". Guido Key:.Das Matterhorn''. Ludolf Rofchar:.Berner Oberland*. 4.88—6 Uhr nachm.: Konzert. An- schließend: Batscblägs fürs Haus. Theaterdienst. 6.35 Uhr abends: Dr. Zellner:»Heber Uenußmiitel und ihre VerfälschunRen, unter besonderer Berück sichtiguv? der alkoholiechen Getränke'1. 7 Uhr abends: Hans-Bredow-Scbule(Bildungsturse). Abteilung Sprachunterricht. Englisch(B. Herdman Pender). 7.30 Uhr abends: Einführung zu der Operette«Die Schöne vom Strande" am 28. April. 8 Uhr abends: Geh. Rat Prof. Dr. L. Heck:.Das Tier in der Kunst". 8.30 Uhr abends: Rokoko. 1. Tänze(Alice Ehlers, Cembalo). 2. Diehtuneen des deutschen Rokoko von Johann Christian Günther bis Wolfgang v. Goethe(Resi Langer, Rezitation). 3. a) Friedrich der Große: Adagio aus dem Flötenkonzert IV, b) Quantz: Presto aus dem Flötenkonzert G-Dur (Piof. Emil Prill, Flöte). 4. Lieder /Elise v. Oatonol, Sopran). 5. Telemann: a) Fantasie D-Moll, b) Fantasie C-Moll(Alice Ehlers). 6. Mozart: a) Andante, b) Menuett(Prot. Emil Prill). 7. Dichtungen des deutschen Rokoko von Johann Christian Günther bis Wolfgang v. Goethe(Resi Langer). 8. Lieder(Elise v. Catopol). 9. Mozart: Türkischer Marsch(Alice Ehlers). Am Cembalo: Alice Ehlers. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10 30— 12 Uhr abends: Tanzmusik(Kapelle Kennbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Königswusterhausen, Dienstag, den 27. April. 8—3.30 Uhr nachm.: 0. M- Alfleri und Frl. ran Eyseren: Spanisch für Anfänger. 8.30—4 Uhr nachm: Legaticusrat Dr. Südhof; Das Deutschtum in der Tschechoslowakei. 4—4.30 Uhr nachm.: Legationsrat Dr. Südhof: Das Deutschtum in Ost- und Südosteuropa. S—3.30 Uhr nachm.: Frau Hanna Richter: Das Kind in seiner Welt. 8.50 Uhr abends: Üeherttagong von Berlin. Mtgliederoersammlungea uab Zahlabenk: ora ZMttwoch. den 28. Zlpril: 3.«bt. 714 Uhr im Saal ä des D-w-rlschaft-haujes, Sngelhfer „Wege zur siijrderung des internationalen Eedankens"-So Nio-r?-. Neuwahl des Ädteilungsleiter«. Die Pegirksfithri Porsammlung e S.«bt. 7>.4 Uhr___________ Leleranenstr. 4. Tobrohlaw ... 84.85, Parträg: . Zlokerent Welheim Pegirksfithrer laden zu der Lahlalirn.de bei Tüttner, Echwedler Str. 25.«ldeochl. rzeeeranenur. s. �ohrahlaw. Swlnemllndor Str. 14. Peo.ig, Schwrdlev Straße 887. P-rdel-den. Rheinberger Htr. 4e.»»„,«Ar,„.r 7,«bt. 7H Uhr gahlabende bei Nube. e-treliß-r Str. 55; Tarn*,©chltger. (trage 9. Vortrag:.Verlin und seine Virsassmig*.«eierent Ewdtoor. aedneter Willi Ries«. Pelrau. Pflugstr. 1. T.ete. Bdyensir. 19. D>« Se. nassen vom Zahlatend Tüll, Brrgftraß«, nehmen am Sah labend b-u 5. Mh' im Rationalhof. Bälawstr. V. Vortrag:»Wirtschaftspolitik im Parteiprogramm". Referent Tr. von Ungern-Eternberg. 9.«bt. gnl, labend lind Piekutierabend IV, Uhr bei Faber, Stephanltr. II. Leiter Siezwart Fischer. Tie Vezir.'-filhrer rechnen die«prrlbeitrage ad» 19.«bt. Di« Abteilungsuorsammlung fallt»us. II.«bt. 7'4 Uhr Funktlonarntzung bei Schmtdk, Wtelefstr. 17. 14.«bt. 5 Uhr in der Schule Putbuss'.r e-tr. 3. Vortrag:.So�aldewu-Irat,» und Volksenlscheid". Referent Erich Fraenkrl.»Vorwärts.Leser und Eninpathisierrnde sind eingeladen.__.____ 15.«bt. 7-4 Uhr bei Solddach, Vineioplag 7. Bortrag: Rechtsprechung tn der deutschen Republik". Reserent Rechtsanwalt Dr. TickMier. 18.»bt. 7/4 Ubr bei Sachse. Lindower Str. 2«, Vortrag:»Die Sntwicklunz der Religion". Referent Wilhelm Rliethke.-,. ,, .«bt. Werbemitgliederversammlung 7t4 Uhr�bei Koonichk. 15, Vortrag:..Soziadetnakeatie und Bolkswttscheid. Rekerrnt«rtur Häusler. Gäste VÜlkommLll. Alle Genossen mststen dafür weroen. N.»bt. 7� Uhr im Schraderhaus. Malplaanetstr. 14— 16.«ortrag: recht und Hauszinssteuer". Referent L'aMrai Hermec.» 25.»bt. 7V6 Uhr im /leinen Saal des Saalbau Frudrichsbain, Dürtr-fl. �Sozialdemotratie und Volksentscheid« Referent Pastor Franse.»Vor» tnärts".Lejer und GLsie nnllkommen. «bt. 7!4 Uhr bei Beinlich. W-ißenburger kultur". Referent Sduard Zachort. M. d. L. 88.«bt. 7)4 Uhr bei Büttner. Schwedter Stn Sefeggebuna". Referent Mar Matthe,.„Vo»».»..» sisrende sine eingeladen. Freikarten zur Matfeler für arbei.slose ''" rsamr wart,.prior und Ivane nnarornan-n. � �. 88.«bt. 7'4' Ilhr bei Beinlich. TS-lbenburger Etr. 1, Vortrag:„Arbeiter. 5tr. 23, Vortrag:„Sozialvvll tisch« „Borwärts". Leser und Smiipalhi. alieder werden in der Leriammlung ausgeaeben. 39.«bt. Bezirke 884 bi-«87: 7H Uhr bei Saftm-vn, �-b-ner Str. 8. Per. trag:»Tie weltlich- Schule und die SI>-rndc>:-tswahlen.«efrnt.t otott- verordneter Gustav Haüicke.»Vorwärts.Leser und Sympa.hlsierende sind 31.«Ä� �7V4�Är� tzahladenpe lei Meißner, Schivelbelner Str. 84: Riß, Schinelbkiner Str. 22: Eoldschnndt. Etolpischo Str. SS.„, 32.«bt. 744 Uhr in S-lnnidts Gesellschaft-Haus, Fruchtflr. SSo,«orir-g. „Sozwldunokratie u>td Bolkdentscheid". Referent wwdto-rordn-ter Dr. S-eg. scicd Saweran. Gäste willkommen. Die Bezirlssührer laden ein.. 33. Abt. 7!.4 Uhr in der Schulaula Hohenlohestraßi, Vortrag:„Sozutldemo» kratie und Volksentscheid" Referent Franz von �tck-wer. 35.«bt. 714 Uhr in de- wchula �maritcrstr. 80, Vortrag.»Schule und Kirche". Re/erenr R-klor Max Kreuzmer. Dl- VeztrisMhrer laden ein. 3«.«bt. 714 Uhr Zahlabende bei Vu/ch. �Usiter l-tr. 27. WMschich. Pc.er». burger Str. 5: Lubotta. tzorndorser Straße. Scke Rrchthofimstraße.«chtiingl Um k>4 Uhr bei Busch. Tilsitcr Str. 27. Sitzung de-«bt-llmigsnorstanve- 37.«bt. ��44 �Udr �in dtt��Pahenhofor Brauerei, Landsberger Allee. Dortrog: »Toziald-mol-ati- und Bolloe,.ischeid". Referent Stadtverordne«r«bolph Hoffmann. Achtung! Di- Bezrrkssührer erscheinen berclt, um 7 Uhr ebenda zu einer wichtigen Dcsvrcchuna. ns. 38.«bt. 8 Uhr in Schmidts Ge ellschaitshan». Fruchtstr. 38»,»ortmg..Du» Zusiizslandale der lepten ZeU'. Referent R-cht-m,�U � S'egmmw Kallmann. Alle Mitglieder musseit erschcuren. Gaste und �orwar.s. 39. Abt.' ntUhTin der Iurisüschen Sprechitech«, »Eomjcl.Rußland". Reftrar.t Srcgor D-enftock. Achtung! Um t\» Uhr 48. Ab�°7l?M�b-?'�sn°r,�Hoge!l>erger Str. 20», Sitzung. Tagesordnung: 42.« t." COUf|"a�n"den �»/llchersölen, VIVcherilr.«. Lich«bM>«mn>rtmg: b�U'Ä�k�� �"�bei � W�ü 43. äbt"744 Ubr bei Rabe, Fichtestr. 2S,_V°rtr-g: �-»ialbemokraim �ond Volksentscheid". ..........|___ Uefercnt' O'ttö"Mlicr,'M7 d. S'. All- Mitglieder müssen 4». Abt'"£ic«bteilungsversammlung fällt aus. Dafür Besuch der Filp». 48.«b���br�ah"-b?nd�Aai>«be,iri W, 107» und d bei Sichholz. siiwrn- straste 23. Stadtbezirke lvSr und d und 109 bei Walentin. GSrllher Str.<2. Grsch-inen ist unbedingt erforderlich.._..... 47.«bt 7V, Uhr bei Rowack. Mantcuskelstr. 9. Vortrag de» Genossen Karl Li, de. SvmpathiNercitde und.V°ri»ärts".Les-r sind-Inzcladcit. Gharloltenbura. 52.«bt. 8 Uhr bei Vade. K-llerin-Aunusta�lllc« 52. wichtige K.inltwnärsiiillng.— 53.«bt. 7'4 Uhr b»>,Trlll-r,«»rlichingenstr.>. Vortrag:.T-zlgldemolratie und Volksentscheid". Rekerenl. r. 2ünlter Fadinn..Varwärts",Les«r und �ud eingeladen.—»4.«bt. 8 Uor FunUlonersitging d»i Sa'per. Gii-rnkestr. 1.�— 55� Abt. 7Jj_ Uhr�yahl astend. 8. Gruppe:<5 straße 45.— 6«.«bt. M Sah chd' S' K�i>pe:'Ggg-ri,' WaMi"»Ö"'9'. und 10. Gruppe: Vohne. Schl-tz. 714 Uhr bei Zoskowiach �ltzendvrMn W, Vortrag: 83. Äh Lichterleld«. b sihr in den Lichterfelder FestsZlcn. Zehlendorfer Vr. 5- ° S....... �«ollsentscheid". Referent Stadtrat»«llt stT.aKe 4S.— 0«. AP?. tinr nn �wuiPiau, .Srmcrbsldscnfiiisorge. und Arbeit-, eiige/eg". R-fennl S-Imu, Lehmann. — 57. Abt. 7 Vi Uhr bei Shunack. tLielandstr. 4. Dortrag:.V-utschland, Innenpolitik und der Vo/koenl/cheid". Referent Senat-prSsid-nt Dr. Feri- muth. Gäste herzlich» millkommen.«»-,»».. 77.«bt. Lchöneberg. 7>4 Ubr bei Will, Martin. Luther-Etr. 09, Vortrag. ..Faschlomus" Referent Diktor Schiff..,.» r 81. Abt. ssciedenan. 8 Uhr im Ratskeller Frikdonau. Se/ellschaftszimmor, Vortrag:»Die Schule, wie st- ist und wie st- fein fällte". Referent Dr. Kurt aftieiiBein, 9. 9. Ä.. . Abt. Lichterfelb«. 6 Uhr in„.. Bortrag:.Sozialdemokratie und vu4i,»a»»4n*iv»w. � ftüljM. Alle Parteiaenossen müssen- undedlngt erscheinen. Torwarts« lescr und Ennipathisterendc willkommeii.,-v—— e>»ii,.. 88.«bt. R-riead-ef.« Uhr stahi-h-nd. l.. 2.,.. V«»iick-R��' Kaiser. straste. Vortrag:»Die Vedeutung der Glternbeiratswahlen. Ve/orent Genosse Gerlgch. 3. bis 0. Bezirk: Riendari. Ghausseeftr. 11, Vortrag: .SohnnnqopNeg« und Wobnunasanfsicht" Referent Br«llirriiderg.«. bis 10 V-zirk: ssindcifcn, Friedenstr. e.«ortrag:»Sie Bedeutung der«Hern» beiratswahlcn". Referen! Rektor G-bdert.» 84.«bt. Lankwitz. Di« Mai/eier findet in der Zankmiber F-sihall- N-tt. Sin. Irit« 75 Pf. Karten stnd bei sämtlichen Sei»rkssiU,rcrn ,u Halen. S«. nassen, sorat fstr reae Beteilianng.. � 93.«bt. BenliOn. 714 Uhr pünktlich im Lokal Stnrm�cke. KaIf«r.Frl-d-:ch> Strasse>43, Vortragsabend. 1. Vortrag:.Erziehung und Sozialiom»,. Referent Studienrat strwin Marquordl. 2.»Die Praxi» per modernen Pädagogik". Referent Swdienrat Dr. gwctz. Diskulfion. Lcrfchlcd-nc,. »Vorwärts. Leser und Gäste willkommen. 134. Abt. Reiaiipenbors.vst. 714 Uhr im Lokal R-tikir. R-stdenzstrasse. Sck« Ponkoivcr Allee. Z!ortrag:..Das o.merik-nlfche Wirlfchaitswiinder und die Krise in Suropa". Referent Dilb-lm Laude..Vorwärts"�«?»- nv» Snmpaibistercnde stnd herzlichst eingeladen Iii. Abt.»ofenthal unb«i-dersch-ahaus-n West. Werb-mlt-liederv-es-mm'.unq im Lokal P-thon. Aiir/ürfteneck. 714 Uhr. Vortrag:.«-.ii-Id-mokeatle n»d Volksentscheid". Referent ftran, KoUe, M.d. R...Vorwärts".Lcs«r und Svatpathifierende stnd eingeladen. Di« Bezlrlsführer laden ein, * 1.«bt. Die Karten zur Maiseier stnd spätestens bi« Mittwach, 38.«pril, beim«aistcrer DittManu ab,»rechne,,......, 19.«bt. Am Donnerstag. 20. April. S>,1 Uhr. finbrt im grossen Phorus/aal. Müllersir. 142. die ordentlich« Krrisvetlomtzilun» de» V-vein» der ssvei- denkcr für sjcuerdcstattüna stait. Alle Genoslluiien und«rnosscn lou»e ennipalhtsterende, die. Mitglieder des Verein, stnd, müssea restlos tu scheinen. Iungiozlalisten. Gruppe Tiergarten: Di» stufammenkunkt heute Dienstag, 27. April, muss ausfallen. Der für diesen Abend anaesetzte Vortrag des Gr. Nossen Dr. Siegfried Brenfeld..Grzieduna und Pftchoanolnfe" findet am Dienstag. 18. Moi. statt.— Rontag, 8. Mai. a«wein/,ni« Veranstaltuna mit der SAtz.. Werbebezirk Vtoabir. Bortrag:»Ttuflrnd und Glternhaus". Rrfeesat Dr. Eirqfrird Vcrnjetd. abrnds 7>� Uhr. im StöMi/chrn Zugendarim. Vremrr Strasse, Ecke Wicle/strai;-.— Gruppe«Eitlen: Seutr Dicnetaa, 27. April, abend« 8 Uhr, in der Iurisiiichrn Sp.echstundr. Lindenstr. 3. heiterer literarischer Abcub.»FräHlicher Jammer." Ausgestaltet von Robert Keller.— Spielgemeiu- fchajt! Mittwoch, 88. April. 8 Uhr. im kicntraliuarndbeim, Lindenstr. 3. Drob« der Matfeier-Revuen. Donnerstag, 2S. April. 8Ä Udr. im Theatertunnel des Balhalla-Thoat-rs. W-inbergow-g, Generalprob» der Sulenfpieg-lszena Arauenveromsloltungeu: »4.»bt.«eulöllu. Mittwoch. 28. April, IM Uhr, bei Günther, Schill?». promenadc 11, Vortrag:„Die Frau im«Eher, cht*. Referent stlf««Zchriden. huder. Gäste willkommen. Weikerbericht der öffentlichen Dekterdlenststesse für Berlin.(Nachd». derb.) Wlmähtich zunehmende Beweikung, mit etwa» Ablüdluna. Strichtv-if« leicht« Genzittertegen. Für Leutisi iantz. In Ost» und Mitteldeutschland Geipiller, regen. Int Binnenland etwa» Abkühlung. Die vielseitige Verwendung van HAGGI* Würze Vorteilbaltefter Bezog In großen Originalflaschen zu Rift. 6.50. Achtung auf unversehrten Plombenverschluß. ist mancher Hausfrau noch unbekannt. Nicht nur Suppen aller Art, sondern auch Gemüsen, Soßen und Salaten verleiht ein kleiner Znsatz feinen, kräftigen Wohlgeschmack. Eine demonftration zu LVafser. Das Anfahren der Arbeiterwafferfahrver- e�ine an der Havel war das erste groh« Ereignis der jungen Taison auf den westlichen Gewässern. Nachdem vor 14 Tagen die Oberjpreevereins die«ommerschrzeit eröffnet hotten, machten ssch vorgestern 110 Borne von Zpandau-Tief- wcrber aus auf. um den offiziellen Anfang zu machen. Natürlich �»aben auch die Westenvereine ihre ersten Fahrten nach Winters«cheiden schon längst hinter sich: die Uebung aber, den programmäßigen Beginn der Saison durch eine geschlossene Auffahrt aller Boote vorzunehmen, ließ man vorgestern steigen. Als gegen 10 Uhr der Start ersolgte, konnten die Fahrwart« mit Befriedigung feststellen, daß ssch von den teilnehmenden Ber� einen kaum jemand ausgeschlossen holte. Unter Boransahrt der Paddelboot« von der„Pichelsdorfer Rudergefellschaft", des .Li. V. Collegia", der„Freien«ege!- und Canoefahrer Charlotten- bürg", des„Spandauer Sportvereins" und der.Lianu- und Segel- abtsilung der FST."» denen sich die..Wanderpaddler Havel" an- schlössen, bewegte sich«ine schier unübersehbare Flotte von Booten oller Arten und Tvpen die Havel hinunter dem Gemünde bei Pichelswerder zu. In Kiellinie zu Zweien, geschmückt mit den Klubflaggen und den isportwimpeln, über denen ein langes rotes Band die grundsätzliche Einstellung der Bootsahrer noch einmal besonders betonte, zogen an die 70 Paddelboot« den offenen Havel. feen zu. um schließlich am Großen-Breiten-Horn ein Ziel zu finden. Die Ruderboote starteten etwas später; sie kamen dennoch srühzeitia genug an, um bei dem gemeinsamen Anlegen sein. Am Landungspi Nowoweser dabei zu sein. Am Landungsplast hatten sich inzwischen schon die Fahrzeug« des Nowoweser Bruderpereins eingefunden. Di« Fahrwart« konnten schließlich 14 0 Boote mustern, eine An- zahl, die bisher kaum eine bürgerliche Deranstaltung aus der Havel auszuweisen hatte. Auf dem Platz entwickelt« sich bald ein bunt- fröhliches Leben und Treiben. Um den großen Sparten- wimpel herum entstand im Umschen«ine Zeltstadt von den Ausmaßen einer Einfamilienhousfiedlung mittleren Formats und jeder streckte wohlig die Glieder nach der ersten größeren Resse. Am Strande reihte sich Boot an Boot und der immer mehr auskommend« Wind sorgte dafür, daß alle Hecksloggen in munterer Bewegung blieben. Biel bemerkt wurden die Flaggen des jungen„Ruder- Vereins Butab", die mit ihrem schrängen schwarzrot- goldenen Streifen im weißen Feld««ine bewußte, klare Gegen- Wirkung zu den vislen schwarzweißroten Monarchistentüchern auf dem Wasser ausüben. Während des Lagerns zog die Flott« des S e g l e t o e r e i»'s„S t ö ß e n f««", der dem„Freien Segler« bund" angeschlossen ist, bei seinem Ansegeln vorüber. Zn einer kurzen Ansprache betont« Genosse Szumann- Collegia die Werbewirkunq geschlossener Auffahrten für den Arbeiterwasserfahrsport. Er schloß mit der Ansforde- runz zur tatkräftigen Mitarbeit und mit einem Frei Heil für den Arbeitersport. Di« Rückfahrt gestaltet« sich etwas dramatisch. Die steife Brise war inzwischen zu einem kleinen Orkan angewachsen. Die kleinen Kanus hatten all« Mühe, von Land abzukommen und manch«in Paar mußte im Bootshaus das nasse Ruderhemd auf die Leine hängen. Abgesehen von einer Notlandung wegen zu starker Dosserübernahme ins Boot und einigen verlorenen Stau- raumklappen sind aber glücklicherweise keine Unfälle vorgekommen. Da, Erreicht« und die Leistungen unserer Wasserfahrvereine im Arbeiter-Turn- und Sportbund sind deshalb gegenüber den bürgerlichen Dereinen höher anzuschlagen, als «igen« Kraft— körperliche wie finanziell«— dos Vorhandene geschaffen hat. Es ist einfach nubt wahr, daß Wasserfahren ein „Luxussport" für Gutsituierte ist.' Die Abkehr von spießbürgerlichen ZZergnügungs- und Erholungsmethoden gibt auch dem Arbeiter. An- gestellten und Beamten die Mittel, ein« Sportart oernunftgemäß auszuüben, die den meisten Volksgenossen nur von den ehemaligen Kaiserregotten in Grünau her geläufig ist. fluf nach Wsen! Das Dellsporkfest im Zuli. - Da»?nternaiionaleArbeiter-Sport''estlnWien wird noch dem jetzt vorliegenden Programm«in Kultursest der Ardeiterschaft werden. Am Abend des 3. Juli werden mächtig« Feuer ringsum auf den Bergen die Gäste begrüßen. Ein Bolls- s« st am Kobenzl soll den ausländischen Genossen einen Einblick in den österreichischen Volkscharratter gewähren. Am 4. Juli findet vormittags ein S t a f« t t c n l a u k„Quer durch Wien" statt. Nachmittags wird in der Festhalle des Rathauses der Bürgermeister von Wen die Delegierten der Sportorganisationen empfangen. Auf der Hohen Warte leuchtet am Abend ein Ricsenseuerwerk auf. Der ö. und 6. Juli ist der Besichtigung Wiens, seiner reichen Kunstschätze und der vorbildlichen Wohnbauten der roten Gemeindeverwaltuirg vorbehalten. Ausslüge in die Umgebung Wiens füllen die beiden Tage au». Di» Radfahrer beginnen mst ihren Wettkämpfen schon am 6. Juli. Ein T a g d e r K i n d c r ist der 7. Juli. Tausende und ober Tausende frohe, klein« Turnersleute marschieren durch die Ringstraßen zum Festplatz, um dort zu zeigen, daß es uns um unsere Zukunft nicht bange, zu sein braucht. Abgeschlossen wird der Tag der Kinder mit einem Riesenkonzert auf dem Play vor der früheren Hosburg. Von den Ballonen, von denen in vergangenen Zeiten die Habsburger hochmütig über ihre„Untertanen" hinwegblickten, wird «in Bläserchor da» Fest der Arbeit grüßen und das Konzert er- öffnen. Dann fonniert ssch ein Fackelzug nach dem Plag vor der Karlskirche, wo Führer der Arbeitersportbewegung und der Arbeiter- schaft zu den Versammelten sprechen. Während de» Konzerts und des Fackelzuges flammen die Türme des Rotkaufes bis hinauf zum „Wann in Essen" in festlicher Beleuchtung auf und verkünden, daß Wien als sozialistische Großstadt das sozialistische Internationale vportsest feiert. Am S. Juli um 3 Uhr nachmittags ist der festliche Einzug dsr Rotionen auf dem Trabrennplag. Anschließend beginnen die Wettkämpfe aller Sparten. In dem prachluollen. neu- erbauten städtischen Amalienbad wird das internallona!« Wett- schwimmen und Wetsspringen durchgeführt. Die Wettkömpfe nehmen zwei Tage in Anspruch. Am 9. Juli abends finden in den großen Talen Wiens Festabende stall. Die Bundes! chul« Leipzig, die Mit 4S Scksülerinnen und Schülern zum Fest nach — ko---- j|— von �Oesterreich ausgetragen;«In Werbeschwimmen„Oi;tr durch Wien fornrnt, zeigt im Deutschen Dollstheater Ausschnitt« aus ihrem �......, Am 10. Juli nachmittag, 3 Uhr wird die Hauptprobe gen abgehalten. Um 4 W* wirb die Strommeisterschaft Arbeitsgebiet. Wien" schließt sich an. Sonderoorführungen der Gäste und Kreise. über den ganzen Tag verteilt, zeigen das weite Gebiet und die Biel- seitigkest der Leibesübungen. Der 11. Juli ist der Ha u p t s e stta g. In der Frühe sammeln sich die Festteilnehmer zum Festzug durch die Ringstraßen noch dem Festplotz. Der Zug soll das starke, wehrhast« Proletariat nersinnbildlichcn. und so werden mst den Turnern und Sportlern auch tausend« Mitglieder des Republikanischen Schutz- b u n d e s marschieren und mit ihnen vereinigt die Reichs- bannerleute aus Deutschland, die in einer Stärke von minde- stens 10000 am 11. ljiuli nach Wien kommen, um praktisch den Anschlußwillen sowie die feste Entschlossenheit zu bekunden, den re> publikanischen Gedanken bis auts äußerst« zu verteidigen Zehn- tausend Turner, viertausend Turnerinnen marschieren dann aus dem Festplatze zu den allgemeinen Freiübungen auf. Für jeden Festbefucher wird eine gestkort«(Festausweis) aus- gestellt, die jeden Einzelfahrer zu einer'Äprozeistigen Fahrpreis- erniäßiguna auf den österreichischen Bundesbahnen ermächtigen wird. Bei Gesellschastsressen, von 30 Personen angefangen bis zum sonderzug werden Ermäßigungen von 30 bis 40 Proz. erreicht werden. Das Bisinn für Deutsche ist aufgehoben, jeder aus Deutschland Einreisende braucht aber einen Paß. Der Festbestrag wurde für Teilnehmer, die auf kein Quartier reflektieren, mit 4 Schilling angesetzt, für solche, die Massen- oder Privatquartier in Anspruch nehmen, aus v Schilling(1 Schilling etwa 60 Pfennig). An alle, di« den Festbeitrag bezahle», wird das Festabzeichen, das Festbuch mst dem Führer und Plan von Wen verabfolgt; außerdem haben sie freien Eintritt auf dem Trabrennplatz und den Spiel- Plätzen._ Arbeitersport und 1. Mai. Di« Arbester-Turner, und-Sportler, die neben der Partei, der Gewerkjchaft und der Genossenschast den vierten Eckpfeiler der Arbesterbewegung bilden, haben die Pflicht, am 1. Mai, dem Wettfeiertag des Proletariats, sür die Forderungen der Arbeiterklasse einzutreten. Acht st undentag. Verbot der Nachtarbeit durch Frauen und Jugendliche, ausreichend« Lohn- und geordnete Ilrlaubsvcrhältniss« sind Forderungen, für die gerode der Sportler sich ganz besonders einsetzen muß. Di« Ueberanstrcngung des menschlichen Körpers durch eine Berufstätig- keit von täglich mehr als acht Stunden und die äußerst nachteiligen Wirkungen der Nachtarbest aus Frauen und Jugendlich«, die immer noch nicht überall beseitigt ist, haben zur Folg«, daß bei den Opfern dieser Arbeitszest weder Lust noch Zest vorhanden sein kann, um sich nach der Arbest der Pflege des Körpers durch sportlich« und turnerische Betätigung zu widmen. Ungenügende Entlohnung verhindert. daß dem Körper die zu seiner Erhallung notwendigen Nahrungsmittel zugeführt werden. Der Sportler muh in erster Linie bemüht sein, em« Arbester- klass« heranbilden zu Helsen, die, stark an Körper und Geist, imstande ist, die Forderungen de» Proletariats auf das Recht eines menschen- würdigen Daseins durchzusetzen. Darum laßt, ihr Arbestersportler, am 1. Mai Turnen und Sport einmal hintanstehen und tut eure Pflicht, indem ihr mst ollen anderen Klassengenossinnen und-Genossen an diesem Wettfei er tag der Arbeiterschast für deren internationale Forderungen eintretet. Arbeitersporlsest in Luch. Am letzten Sonntag veranstottete die A r b e i t e r s p o r t o« r- «inigung Berlin- Buch einen Werbefonntag. Di« Der- anstattung nahm ihren Anfang um 2 Uhr durch einen Propaganda- lauf durch Buch, unter Teilnahme der Turner. Turnerinnen und Fußballer und der Vereine Freie Turnerschaft Schönow und Sport- Vereinigung Sparta, Berlin. Eine anschließende Straßen- stasett« von 2000 Meter, die Buch mst vier Mannschaften stellte, folgte. Hieraus solgten zwei Handballspiele aus der stodli- schen Spielwiese, wo sich die beiden ersten und zweiten Mannschaften von Sparta und Schönow gegenüber standen. Die zweite Mannschait von Schönow gewann da» Spiel mit 3; 0. Danach traten die ersten Mannschasten an und trennten sich nach einem schönen und flotten Spiel mit dem Resultat 2: 1 für Schönow. Die Mannschaft von Schönow, in ihrer Gruppe Bezirksmeister, zeigte ein flottes Zuspiel. Sparta dagegen starte Unentschlossenheit im Schuß._ Sportler oder Artist? Wir werden von sportlicher Seit« auf folgende» hingewiesen.- Der Rummel, der mst dem Brustschwimmer R a d e in a cd e r go- macht wird, steigert sich ins Groteske...Weltrekorde, Abreise von Amerika. Empsana durch Vereine und Behörden. Festessen in den teuersten Hotel». Hindenburq. Audienz"— so füllte es spoltenlong die Eensatioysblätter. Der Wann, der einem Magdeburger bürg«. lichen Sportklub angehört, ist unzweifelhaft«in hervorragender Schwimmer. Neben feinen Weltrekorden hat er in Amerika auch große finanzielle Dorteile errungen. Das ganze ist nichts weiter als ein geschäftliches Unlernchme.i im Sinne der jetzt üblichen Rekord- macherei. Man versteht also nicht reckit, was die Behörden ver- pflichtet. Rademacher bei seiner Rückkehr einen so feierlichen Emp- fang zu bereiten. Der Empfang durch Hindenburg ist eine Privat- angclcgenheit de» Reichspräsidenteii, die nichts mit einer Vertretung der Reichsinteressen zu tun hat. Radcmacher ist von einem guten Sportler, der aber nur eben Brust schwimmen kann, zu einem Artisten geworden, sür den das Interesse nicht über das Bariete hinausgeht. Es ist der Oeifentlichkest noch nie eingefallen,-inen guten Jongleur oder Seiltänzer als Föderer des offiziellen Ansehens Deutschland» im Ausland zu betrachten. Di« kürzlich bc- endete Reis» unserer Gewerkschoflsoertreter und unserer Per- lamentarier nach Amerika hat drüben unendttch vlel mehr zur Hebung de» deutschen Ansehens beigetragen. Das war der bürg«. Ilchen Press« ober nicht so wichtig, als«in artistischer Rekord. Msisterschaslekämpse im Freien Keglerbund. Im Bezirk Süden de» FKBV.(Gau Berlin) fand kürzlich die Luslragung der Klub- Meisterschaften im Britzer Keglerklubhan» statt. In Gruppe A plazierten sich; Martendorf 1919(3477 Holz), s e l l i g k e i t(3470 H.). Sorgenfrei(3433 H.f. H i (3436 H.) und F r» n d s cha s s- Steglitz(3421 H).! standen 100 Kuaeln in die Vollen jur Derfüauna.— , ferner ffl e- Ohe Kante ___________._ 7____„.,...... Jedem Kegler stand«, 100 Kuaeln in die Bollen zur Verfügung.— Am Sonntag starteten die 20 Besten au» diesem Kampf um di« Bezirkseinzel- Meisterschaft mit je ISO Kugeln. Bezirkemeister wurde Richter (Freundschaft) mst 1069 Holz. In die Bszirkskampsringe schoben ferner K l« e m e i e r(Mdi. 1919) 1068 H., Schröder(Sorgenfrei) 1068 H., T s ch a r u t k e(Gesell.) 1059 H„ Büttner(Schieb' leise) 1040 H., L o h r k e(Hohe Kante) 1040 H„ Pauli(Sorgenfrei) 1039 H., S chi r m« r(Sorgenfrei) 1036 H. K r o n z(Lust 6) 1035 H, Taster(fzreundscha-t) 1033 H., Beckmann, Ersagm.(Gesell.) 1030 Holz. Rordivesidentsche Fußballmeisterschaft. Der dreimalige Fußball- bundesmeisi« des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, Dresdner Sport- verein 1910, verteidigte am Sonntag in Bochum seine Meisterschaft vor ungefähr 5000 bis 6000 Zuschauern gegen den nordwestdeutschen Meister, Freier Spielverein Lochum-Loer. Mit 5:3'Toren gewann Dresden das überaus scharfe Spiel. handballkrcismeiskerschaften in Bernau. 9fm da» Mite Vorrundenspiel Männer Dichte-Ziord 1. Bezirk aefltn Spandau 8. B«- f'rt statt, welche»(sichte mit 3:1 iZ: I) aewinne» konn�. Spandaus linkeue läufer ist eu empfehlen, stch das könrerlich« Spiel adtUgewöhnen. nur den Distipsin der isiSite-Leitt« ist e? n Dr-Mnfcn, da» nicht weitere* arsolate. Vllnktlich!h3 Uhr traten ssichte 9» und NeukSIln»um Turnerinnen- Entlcheidun«»sviel an. Räch 5 Minuten konnte Reilkölln junn ersten Tor« einsenden, welche» ffichte nach 10 Minuten durch einen ruhigen, nahe».! oerollten Ball ausgleichen konnte. Da bis Schluh de» Spiele» keine Eni- icheiduna ac fallen war. muhte da» Spiel vcrlänaert werden und könnt« Ficht« nach 13 Minuten dos steabrinaend« Tor errinaen. Durch die«rohe Kih? und den Sturm, welcher den Sand über den T.!a!> feate. waren die Spielerinnen sehe aelchwächl. Räch diesem Spiel traten die Männer. Fichte-Rord und Adlers- Hof. an. Adlershak konnte di» Kalh»eit durch den Saldlinken»wei Tore ein» senden. Roch dee Saufe konnte Adl-usoof noch noei Tone erringen, hon Nord troh uielor Schstss« nicht, entaeaeuiehen konnte, da der Torwart nm, Mr'ersbof da» Spiel wr Adler»h«t sewounen hatte. Da» Seaenstllck Haan war der Torwart von Rord. welcher mindesten» drei Tor« auf dem Sewislen hat. S» wurde ein gute» MiUelfeldlpiel ae»eiat. mir ist den Verteidigern von Rard tu ew.pfotlen, nicht hei federn Spiel hi, tut ftölite isaÄeurürfen, sondern stch erst den Eeaner an,usihen.— Sum Besuch wäre nur»u sagen, da» med- Berliner wie Bernauer aus dem Blähe waren. Da» Lockeo-Bros-agandaipial VonSow— ssichtel konnte Pankow mit 3: Z gemtunen. Auhballrcsulkate vom 25. Apnl.' Viel Staub wirbelte da» Meisterschaftsspiel zwischen Lichtenberg N7 und Stralau Im Bezirk Osten auf. Mit Wind und gegen Sonne eröffnete Stralau den stampf, der in der Hauptsache«in stampf gegen den von Wind auf- gewirbelten Staub werden sollte. Schon in der vierten Minute erzielt Stralau die erste Ecke, die aber Uber» Tor gelöpft wird.(Sine glänzende Gelegenheit zum Crfdlg vervaZt Lichtenberg« Kalblink». Einen Strafstoß kann Strgfau nicht irnoig verpaZ! Lichtenberg« Kalbltnl». Einen Strafttoh rann vtralou Nicht verwandeln. Gut spielt sich Lichtenberg durch, doch Stralau» Torwart kann mtt mel Glllik und Geschick dl« Gefahr besettigen. Auch Strolgu greift gut an, ."neu E'---' Ute zu Schuh llirioe- 'Nlckt doch ist der Torwart oon Lichtenberg ouf der Kut. Einen Einwurf für Stralau kann die Mitte mit gutem Schluh in der 13. Minute zum ersten Tor verwandeln. Jetzt wir« Lichtenberg zusehend» besser. Schutz auf Schutz hagelt out» Tor. doch hol Lichtenberg kern Glück. Sein sthrige, erledigt auch der sicrfe Wind, der alle ivchllsse doch Uber die Latte drückt und so Lichtenberg bci ihnen auch Schlutz. Lichtenberg vorlagt nun pollkommen. Die grötzora Auedauer bei Stralau verschalst ihnen den zweiten Erfolg. Auch einige gut« Läu'e des Lichtenberger Linkoautzen finden heim Annenswrm keinen Aittlang. Stralau wird immer gefährlicher. In der 33. Minute kann KaldNni»«tue islonke von recht» zum dritte» Tor einsenden. Der Schiedsrichter entscheidet aber.Absei:»". Bier Minuten svätor dasselbe Bild. Der Schlutzvftst trennt zwei sich gleichwertige Gegner. War Lickuenberg in der ersten Lältt« Vesser,(n glich Stralau noch der Paule au». E» zeigt sich wieder einmal, datz di« Mannschaft, die da» grdtzere Stehvermögen besitz:, unbedingt im Bartels ist. Roch etwa» zum Platz. Gibt ei im Oslbetirk wirklicki kein« besseren Platze? Tie Schiederichter, die beide vollauf ihre Pflicht erfüllten, waren«um gropen Teil kaum in der Lage, den Platz zu ttderfefien, ha man vor Staub aar nicht die Augen aufmachen konnte.— Porbee spielten die Iuaeodlichen von streuz- berg gegen Berliner Svort-Bereiu Z? und gewannen ebenfall* 2:1. Su einem lerlichen stwischeufall kam e» im Spiel der Schüler oon Lichteuberz I im Spiel der cejuiet von Lichleuverg i er Lichtenberg» fiel(a«nglücklich datz er Bezirkeleitung angeforderte..Proletarische dedauerli..........._ oegen Allstig-Peirwlrt». Sin Spieler sich den Arm brach. Der von der Bc�.--------.W_---- GesundbrltsSicnst� glbnzte durch Abwesenheit.— Werter» Re» s u l t» t«: Im Rorden worden Rordisko durch da* Spiel gegen Teutonia die Aussichten auf die Abtellungsmelsterfchaft genommeh. Ilneniichteden 2: 2 trennten sich die Gegner. Adler 12 gegen Wacker 2ll tz: 2. Licht« 21 gegen SchSneberg C: 0._ tauiUleoBfici«..Die girluificnnbf. Zeitralstesse Wien, vrtearnppe Beel:». Am Dienilaa. den!?. April, in d«r Aula der Walier-Ratbenau-Schule. Jltii» kölln. Boddinstvatze. Raturtreiinde-Werbeadenb. Liever zur Laute. Rkzitananen. Musik. VerVlichtbilb«? und SAaftenloiele. Beginn TH Uhr.(fintritt 40 Pf. - AM. WcWia»; Dienstaa. den 27. AvrL. im Seim Lsttticher Str.«». Lich». bildervortrag de» Genossen Bulan:..Der Spreewalb�. GSsi« willkommen.— Abt. Ltiedenau: Diensta«. den 27. Avril. im Keim Offendacher Str. s». Pae- trag: ,.Pon stonftantinovel bi* Berlin�. lWalzerlednlsse de» Genosien städer.) Eäd-i willkommen.- Abt. Prenzlairr! Berg: Dennersioa. den ZS. Apr,.. 3 Uhr, im lluaendbeim Drnziger Str. 23, Vortrag Uber Lebensrekorm.--' Mnsikoemcinichait de* Werbebezirk» Narben: Mittwoch, d«» 28. AnriP DU Vitt. beim Genossen Lrbmann. Gaizdvsir. TL, Uebunqsstnnd«. Alle Spieler haben z» erscheinen.— Abt. Rorbea: Di-nstaa. den i7. April, im Ke-M, gimmer o. Sckntle Sannenduroer Sir. 20. Licbtbildervortr««:..Grarisch« Blöcke al» Zlatur- benkmal".— Abt. Renkölln: Werbavei-in.smltung in der Aula Boddinstr. 34—03 T-ieuaraa. 27. April, bb» Uhr.«iuttitt 40 Bf. Prvgvamm: SSfcdit Sied« taz Baute. Bezitationon, Werdelichkbilder, Schatieaspiele. Trani»abteilui>g de, Arbetter-Tu»».»nd SportverelA» Weitzrnkee. Di« Saielftunien finden auf den Zenniorlätzen Schön». Ecke Rennbahn strotze, feden Mantaa von 4 b!» 3 Uhr und ieden Donnerstag von 8 b!» 10 Uhr vormittag» statt. Zreunde de» Arboiter-Teunissport» sind iederzeit herzlich willlomm-n. reanleattcilung der Lreicn Turnerschaft Lichteabera-Lriedrlchnteld». D-a Svielstuüden sinben auf den Trnnisplätzen Im Stadion L-chtenberg ieden Dtens-ag. Donnerstaa und Sonnabend in der Zeit von ö di» 8 Uhr statt. nrennde de» Ardeiter-Tenn'aipvit» sind feder-eit herzlich willkominen. SG.„Jung Birke», Pankow 00(Mitgl. d. AABD.l. Ilnseie Uebungsstunden sinhen miede? raee-'rnatzia in der Turnhalle Pankow. Vsllankstr. 131. Diensta» und Donnerstag 3—10 Uhr. Svortartrn: Keben. Rine.en. Aetistik. Arbeiter-Sainariter stolonne Berlin, e. B.. Geschäftsstelle R. 31. Schä»- holz«' Str. 20. Abt. streuzberg und Prenzlauer Peegi Donnerst««, 29. April. >�9 Uhr. Kmorland» sptzickäle. Reue Lriedrichsttatze. Tortrag von Dr. Ifcied- licks-..Knpnose und Suggestion». Berliner Sv»rrneec!o„PorwZvt*» tt>20. Junge Leute von 14—19 Iabren. hie linieresse gm Tusiballfpiel haben, können sich»weck» Gründuna einer Iiloend. abloiluna sed-n Aroitan'»■3 Übe oder b«'nt Unierzeichneien meAen. Sitzung Lreitoa» 1�3 Uhr Lokal Rasrnbera. Eldinaer. Ecke Lanaenbeckstvatze. Aueschreibung zu dem Svorifrstorf.Mitie. Svandaurr Sttatze. 7. Männer und alte Herren: Lllnfkamof: 100»Ms!tzr.Lauf. stirgelstotze». Weit- foruug. Dieluowerfe», Kocknoruiig aus dem Stand. Einzelkämpfe: ZOOV-Meter» Laus, Speerwerfen, 3 x?OO.Meter. Stafette, Schmedenstafotte(400, 30.1, 200. 1001. Alto Verre» über 33 Jahre: VOO-Meter-Lauf.— 2. Lrauru: Dreikamvk: tOO-Roter-Laul. stigelstotze». Weidfuniug. 4 x lOO.Metrr.Stafette. stleine Olnm- vii'che Staiette(200. 30. 70. 1001.~ 3. Jugend 08,09: Bierkamuf: lOO-Mete»- Couf. stiiaelsiotzen.©eitfrritna Dtskusweifrn. Ein>el kämpfe: IdOO-Meter-Lauf. 4:elO<1.Zl>!eter.Staeette. Dlr/iipilch« stafetii<300. 200. 2U0. lOO).— 4. Jugend 10kl: Sicrfanpf(sieh: llobraana 08 091. E-n»o!kän>ns-: inoil-äileter Lauf, 4 lOO Meier-Stafette... Eiartaeld für Eineellämpse: Männer'0 Vf., Trauen A Vf.. fingen« 20 lif.: Startoeld für Stafetten: Männer 1 M.. Jraurn 70 Bf., Jugend 50 Pi. Meldeschlutz: 7 llunl 1920. Meldungen sind«U Lichten an Willi Braatz. Berltn-stehtendars-Mitt«. Aarststr. 5. Beginn der Bor- kämpfe Ol; Ubr vormittag», de» Umzuges 1 Uhr. der Kmpti tanke S Uhr nachmittag». Arbeiter-Sport- ,»b stultnrkartell. 20. Bezirk. Nichtige Sitzung Dienstag. 92. Avrit. 7Vo Ubr. Im Lokal von Cngalinajin, Borsigwalde, Schubert-, Ecke Evnstsiratze. Derliuer A'beste-.Schachtlub. Abt. Bchillervaek. ifreitag. 30. April.»M Ubr. Vortrag d;a PIcisterspieler,(tzrotlie. SiNiUltansplek. Gäste willkommon. stiud-riuruwarte de» 1. Bezirk«. Dir-siene: a pre-dd 61- die Treillbuiüwn zum stlndersvortkest in Kalbe findet in de» Gruppen statt. Zür die erst» Gruvve ach 20. fluni in Adlersbos um 12 Uhr niliia-'. Di« Bereine erscheinen mit Banne?, da aleichzeitta Platzwoibe stalisindot.!?Ut die«weite Grupr.e am 30. Mai in Rauen. D!« Vereine»reffen mtt Banner um IfO Uhr frl!S in islllslenwaid««tu. Dazu wird da» Tamdaurtorvs van Stpalau und Schöiieicha »inaeladen. ffiir di» 3. Sruvp« am 8. Juni in Triedrichefelde, Tn-skmvallee. Da» Itzahraeld für Kalb« mutz endauttio am 31. Hai au Wille, Rvhwer in Riederfchönewaide, Brltzer Str. 3. aasanbt werden, glir Kinder, unter 10 Kahren l« Uber 10 llabre 2.30 M. S» ist de, letzte Termin. 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Eschweiler Bergwerksvereins mit der Aci�ries Reunies de Burbach- Eich-Dudelonge(Arbed) in Luxemburg nehmen seit Iahren einen breiten Raum in der deutschen /mndelZpresse ein. Bon der Opposition wurden ferner ein» Reihe Prozesse gegen das luxem- burgische Unternehmen anhängig gemacht, deren Ausgang man mit Interesse entgegensehen kann. Nachdem der Eschwciler Bcrg- Werksverein(EBV.) seine Bilanz für das abgelausene Ge- schäftsjahr vorgelegt, fla-kert der Kampf der beiden Aktionärgruppen wieder von neuem auf. Es dürste in diesem Ausammenhang von Interesse sein, den in der Arbed vereinigten internationalen Kapital- komplex in seinem Werdegang zu verfolgen. Die Arbed, Vereinigte Stahlwerke Burbach-Eich-Düdelingen. wurde im Jahre 1!)1l aus der Bereinigung der Burbacher Hütte, der Düdelingcr Hochosengesellschaft und des Eicher Hüttenvereins Le Gallais Mep u. Eo. in Dommeldingen gebildet. Die so vereinigte Gesellschaft zählte zu den größten der deutschen Montaniirdustrie in der Borkriegszeit. Es kamen rasch noch weitere Angliederungen zustande und in, Jahre 1913 wurde mit dem EBV. eine enge Interessengemeinschaft abge- Ichlossen. Danach wurde den Eschweiler Aktionären eine s e lt e Rente auf die Dauer von 39 Jahren zugesichert, die in den ersten 8 Jahren 12 und ab 1929 bis 1924 14 Proz. betragen sollte. Im Jahre 1942 sollten die Aktionäre des EBV. das Recht hoben, die Einläsung ihrer Aktien zu 2ö9 Proz. zu verlangen. Zur Verstärkung der Betriebsmittel wurde vor einigen Wochen eine Auslandsanleihe von 19 Millionen Dollar aufgenommen, wovon 7,5 Millionen in New Port, je 1 Million Dollar in Holland und Luxemburg und 599 999 Dollar in der Schweiz zur Zeichnung aufgelegt wurden. Di« Anleih« wurde überall sofort überzeichnet. Nachdem Luxemburg aus dem deutschen Zollgebiet ausgeschieden und der Einfluß der deutschen Schwerindustrie in den lothringisch- luxemburgischen Gebieten fast vollständig verdrängt war. versuchte die Arbed den Interessengemeinschaftsvertrog mit dem EBV. zu ihren Gunsten abzuändern. Durch einen Prozeß wurde entschieden, daß, nachdem- bis dabin Papiermark gezahlt war, die D i v i- d,e n d e sür das Geschäftsjahr 1923/24 nicht in Papier, sondern in G o l d m o r k in der vertraglich gesicherten Höhe zu zahlen sei. ssür das Geschältsjahr 1924/25 wird ebenfalls eine Dividende von 14 Proz. vorgeschlagen. Gleichzeitig wird aber an die am 29. Mai stattfindende Generalversammlung der Zlntrag gerichtet, das auf Friedenshöhe umgestellte Aktienkapital f38 Millionen Mark) auf 69 Proz. herabzusetzen. Dadurch würde ein« G e- winnschmälerung um oben diesen Prozentsatz sür die Aktiv- näre eintreten. Die garantiert« Dividende würde tatsächlich nicht mehr 14. sondern 8.4 P r<> z. betragen. Da die überwiegende Mehrheit der Aktien de» EBV. sich in den Händen der Arbed be- findet, ist mit der Annahm« dieses Antrages in der Generalver- sammlung zu rechnen. Die Zlrbed brauchte also hinfort einen uni 49 Proz. verringerten Betrag an die freien, meisten» deutschen Aktionäre zu zahle». Und uni diese Summe geht der Kampf. Es ist nicht unsere Aufgabe, uns hier besonders für die Rechte der freien Aktionäre einzusetzen, viel wichtiger erscheint es uns, die Tatsache hervorzuheben, daß das franzöfifch-belgische Großkapital über die Arbed bis weit in die deutsche In- dustrie eindringt. Nachdem der bestimmende Einfluß des deutschen Kapitals bei der Arbed zurückgedrängt, nahmen französische und belgi- sche Finanzgruppen von dem Werk Besitz. Erster« standen unter Führung des Hüttengroßkonzerns Schneider u.. C i«., l e E r e u s o t und der Firma de Wendel in Lochringsn. Die Banque de Bruxelles hatte die Führung der belgischen Gruppe. Die von der Gelsenkirchner Bergwerks- gesellschaft in Luxeinbnvg verkauften Werke, Adols-Emil-Hütte usw., wurden von ausländischen Gruppen übernommen zu denen gehörten: Schneider u. Cie.. le Creusot, Arbed, Chatillon-Comentry. Blanzn, Senelle-Mau- beuge, Athus Grivegne« und die Banque de Bruxelles. Die ehemals luxemburgischen Werke von Gelsen- kirchen firmierten hinfort: SoriMä Mötallurque des T e r r e s Rouges. Die lothringischen Werk«(Deutlch-Oth) der Gelsenkirchner Bergwerks A.-G. bekamen den Namen Eocietö Miniere des Terres Ztouges und würben von der gleichen Gruppe übernommen. Diese beiden Unternehmungen werden heute vollständig von der Arbed beherrscht. Im Besitze von Terres Rouges befinden sich u. a. die Drahtwerkr in Eschweiler bei Aachen und der Aachener Hüttcnverein Rote Eibe So war die Arbed zu einem der maßgebensten Hüttenwerke Europas geworden. Durch Eschweiler im Besitze großer Kohlenmenacn und im Eigenbesiy von riesigen auf mehr als 199 Jahre bemcsienen Erzvorräten war die Rohstoffrage gelöst. In Brasilien wurden große Eisenwerke unter der Firma Companhia Siderurgica Belgo Maneirj) in Betrieb genommen und in Araentinien wurde die Firma Tolleres M e t ä l l u r g i c o s als Produktionsunternehmen errichtet. Das Eisenwerk Paul Würth et Co. in Luxemburg wurde in ge- meinsam befreundeten Finanzgruppen übernommen. Die Ver- kaufsorganisation des Konzerns„Holum eta" hat Niederlassungen u. a. in folgenden Städten: Pari», London, Brüssel, Rotterdam, Basel, Köln. Rom, Madrid, Wien, Kopenhagen. Stockholm. Oslo, (Tasab'anea. Rio de Janeiro, Soo Paolo, Buenos Aires usw. In Gent(Belgien) kontrolliert die Arbed die C l o u t e r i e u. T r e- silerie des Flandres, in Holland die Charbonnages d e Helchteren et Z o l d e r. Die Aufzählung dieser Unter- nehmungen mag genügen, um in der Tat die Arbed als eines der größten Montanunternehmen erscheinen zu lasten. Beschäftigt werden 64 999 Arbeiter und Angestellte. Die Produk- tionssähigkeit beträgt 2.9 Millionen Tonnen Roheisen und 2.8 Millionen Tonnen Rohstahl. 3 Millionen Tonnen Steinkohle. 1,5 Millionen Tonnen Koks usw. Was aber bei alledem nicht vergessen werden darf, ist die Interessengemeinschaft mit der deutschen Elektrizität-- und Kabelsirma gelten u. Guilleaume, Carlswert ?l.-G. Köln-Mühlheim. Durch den Krieg verlor dieses Werk feine Rohstoffgrundlage in dem Stahlwert Steinfort in Luxemburg. Als Ersatz kam eine Vereinbarung mit der Arbed zustande, wonach sich letztere verpflichtete dem Carlswerk Halb- und Fertigfabrikate zu liefern. Dafür erhielt die Gruppe Arbed-Terrc» Rouges die Hälfte de» Aktienkapitals von gelten u. Guilleaume. Somit wurde diesem ausländilchen Kapitalsblock ein wichtiges Kontrollrecht über große Gebiete der deutschen Fertigindustrie ausgeliefert. Westlich des Rheins ist die deutsche Montanindustrie fast vollständig in den Händen der in der Arbed vereinigten aus- ländischen Kapitalsgruppen. Und durch den Aktienbesitz von gelten u. Guilleaume greift die französisch-belgische Großindustrie weit über den Rhein hinüber. Außerdem kommt noch eine enge Verbindung mit der A l l g e m« i n e n E l e k t r i z i t ä t s- gesellschaft, Berlin, zustande, der die AEG. die ander« Hälfte des Aktienkapitals von Fetten u. Guilleaume im Besitz hat. Die große AEG. und das mächtige Hüttenunternehmen der Arbod mit ihren beiderseitigen nationalen und internationalen Aus- strahlungen in direkten Verbindungen! Wahrlich, es gibt in der Welt kein bester«» Destpiek, um die Internat so nalität des K ä p i! a ls erkennen zu lasten. Paul Ilfermann. GlänZenüer Abschluß im Mansfelükonzern. 10,7 Proz. Mehrleistung der Belegschaft. Der in diesem Jahre auf eine 759jährige Geschichte zurück- sehende Mansfeldkonzern war es, der im Jahre 1924 als erster Grohkonzern über seine schwierige Lage in der deutschen Oesfentlichkeit Alarm schlug und durch die Drohung mit der Ent- lastung der 17 999töpfigen Belegschaft seiner Kupferwerke Millionen- kredite, Steuerstundungen und erhebliche Frachtoergünstigungen sür seine westfälische Zeche Sachsen erzwang. Er schloß das Jahr 1924 tatsächlich mit einem Verlust von 2,7 Millionen, von dem 2.5 Mil- licnen durch eine Goldbilonzreserve gedeckt wurden. Der Abschluß für 1925 bringt neue große U Überraschungen. Es wurde nicht nur der Verlust von 1924 gedeckt, sondern auch noch ein Reingewinn erzielt von 3,95 Millionen Mark, aus dem auf 32,2 Millionen dividendenberechtigtes Kapital eine Dividende von 8 Proz. verteilt wird. Damit nicht genug. Die Abschreibun- gen find mit 1,92 Millionen(1,29 Millionen) um 59 Proz. gegen dos Vorjahr erhöht und die außerordentlich günstigen Betriebs- aebnisse oertrugen so wenig das klare Licht der Oefsentlichkeit, daß sämtliche vom Konzern gezahlten Steuern von den Betriebs«» gebnisten vorweg abgesetzt wurden. Da nach dem Geschäfts- bericht von 1924 4 Millionen Mark Steuern entrichtet wurden, kann nian annehmen, daß 1925 annähernd 12 Millionen oder fast das Dreifache des Gesamtertrags von 1924(4,55 Millionen) erzielt wurden. Dieses Ergebnis ist noch überraschender, wenn man die Haupterzeugungsziffern für die beiden letzten Jahre einander gegenübergestellt. 1924 1925 Kupferschiefer..... 735 000 728 000 Tonnen Gesamte Kupfererzeugung 22 899 23 899. Silber....... 91 381 90 433 Kilo Wenn man von der Erzeugung künstlicher Pflastersteine au, Schlacken absieht, die sich mit 24 Millionen gegen 13,9 Millionen gegen das Vorjahr fast oerdoppelt hat. so lassen die Ziffern der Houptprodukte eher einen Rückgang als eine Vermehrung erkennen. Nur die Kupferherstcllung ist um 1999 Tonnen erhöht. Einer besten- falls stabilen Mengenerzeugung steht also ein vielfach günstigeres Erträgnis gegenüber. Zkun ist zwar zu be- achten, daß das Jahr 1925 bsstere Kupserpreise brachte, was für den Konzern sehr wichtig ist. da drei Viertel seiner Belegschaft der Kupserschieferfördttung und Kupfererzeugung dienen. Auch sind die Zinsen gegenüber 1924 nicht unbeträchlich gesunken. Das Erfolgs- peheimnis ist aber damit nicht zu lösen. Es klärt sich ober, wenn man«ine andere Angabe des Geschäfteberichts zu Rate zieht. Die Kupferschieferförderung, die die größten Lohnsummen erfordert, wurde nämlich gegen dos Vorjahr mit einem Weniger von 16,7 Proz. an Belegschaft durchgeführt, während die Für- dcrung selbst fast dieselbe blieb(nur um'/>» Proz. gesunken). Aus der Arbeitskraft der Häuser wurde 1925 also über h* mehr herausgeholt als im Vorjahr, und das Werk verdankt seine günstigen Ergebnisse im wesenttichcn der Mehrleistung derselben Belegschaft, die man in den beiden Jahren durch Drohungen mit der Stillegung und Darlegungen über die schwierige Loge des Konzerns unter Druck hielt. Noch im Juni 1925, als das Geschäfts- ergebnis im wesentlichen schon zu übersehen sein mußte(im Juni mußten 599 Mann sür die Kupfererzeugung neu eingestellt werden!), wurde in der Generaloersammlung die Möglichkeit b e- zweifelt, eine Dividende auszuschütten. Während nun aber das Geschästsergebnis glänzend geworden ist, sind die S ch i cb t l ö h n e der Häuer nach dem Geschäftsbericht Ende 1925 nur aus 6.98 M. gegen 4,77 M. Ende 1924 erhöht, nachdem der Geschäftsbericht für 1924 der Belegschaft ausdrücklich für ihre..ruhige"' Haltung gedankt und ausdrücklich versprochen hat, daß der Konzern von sich aus sofort höhere Löhne zahlen werde, sobald sich die Loge des Konzerns gebest«» habe. Mo» sieht, die Loge des Konzerns ist glänzend geworden, die Schichtlöhne ober haben sich tiotz der nominellen Steigerung, die nur größer aussieht, weil die Löhne von 1924 ganz unerhört niedrig waren, den gestiegenen Preisen keineswegs angepaßt. Die Belegschaften werden deshalb gut daran tun. den Mansfeldkonzern an sein Versprechen von 1924 nachdrücklich zu erinnern._ Weniger Aufträge für Reparalionssachliefernugen nach Frankreich. Im März sind mit Frankreich 179 Verträge im Werte von 26,9 Millionen Mark üher Reparationssachlieferungen (außer sür Kohle und Farben) abgeschlossen worden. Gegenüber dem Vormonat, aus den 496 Lerträg« entfielen, bedeutet das einen erheblichen Rückgang. Das hat seinen Grund darin, daß bis gegen Ende de» Vormonats die große Masse der genehmigten Verträge Abschlüsse mit Kriegsgeschädigten betraf, und die von der französischen Regierung hierfür bisher zur Verfügung gestellten Mittel jetzt erschöpft sind. Das UMerstaatssekretariat der befreiten Gebiete hat am 29. März d. I. die Präsekturen angewiesen, keine neuen Verträge Kriegsgeschädigter mehr anzu- nehmen. Um die dem Unterstaatssekretariat bereits vor diesem Zeilpunkt vorgelegten und noch nicht genehmigten Verträge oder wenigstens einen Teil davon nach und noch der Genehmigung zuzv- sühren, werden ihm gegenwärtig allerdings noch weitere Mittel zur Verfügung gestellt. So ist die Anzahl der im Monat März ge- nehmigten Verträge Kriegsgc-schädigter weit geringer als in den Vor- monaten.— Einschließlich der Märzoerträge stellt sich der Wert sämtlicher seit dem Inkrastlreten des Sachoerständigenberichts ge- nehmigten Verträge dieser Art aus 247 Millionen Mark. Für B e l g i e n sind im Monat März 1926 234 Verträge über zusammen 19,2 Millionen Mark genehmigt worden. Hier liegt gegen- über dem Bormonat eine erhebliche Steigerung vor. Insgesamt sind mit Belgien seit dem Inkrasttrelen des Sachverständigenberichtes Reparationsverträge(äußre üb« Kohle und Farbstoffe) im Werte von 5.1,8 Millionen Mark genehmigt worden. Die Reichsbahnpolitik im Spiegel der privaten verkehrsunt«. nehmungen. Wenn die Reichsbahn ihre erheblichen Ueberschühe auf Kosten der Gehälter der kleineren und mittleren Angestellten der Beamten herauswirtschastet, so braucht hier nicht besonders hervorgehoben zu werden, daß sie mit dieser Lohnpolink bei den Kleinbahnunternehmungen sehr bereitwillige Nachahmer findet. Die zum Konzern der Mitteldeutschen Creditbank gehörige Deutsche Eisenbahn-Betriebs-Gesellschost. die 19 Meinbahnstrecken in der Hauptsache in Südweltdeutschlond betreibt, konnte im Jahre 1925 aus einem Aktienkapital von 8 995 999 M. einen Reingewmn von 459 237 M. herauswirtscholten. Hierin ist die Rückstellung von 68 594 M.. die nach der Bilanz 1925 vorgenommen wurde, nicht enthalten. Verteilt wird aus diesem Reingewinn eine Dividende von 6 Proz.. Auf Anregung von Aktionärseite, die Verwenungs- und Vorzugsaktien zu beseitigen, ging die Verwaltung nicht ein. An Verwettungeattien sind, ebwohl ein Teil davon säion verkauft ist, immer noch 12sj0 999 M. vorhanden bei einem Aktienkapital von 8995 999 M.(also zirka 15 Proz.). an Vorzugsaktien 5000 M. Nach den Mitteilungen in der Generalversammlung hat sich der Verkehr, der im Januar und Februar d. I. sehr zu wünschen übrig ließ, im März etwas gehoben. Er weist ungefähr die gleichen Zissern wie der März des Vorjahres auf. Dagegen sind die Einnahmen wegen der zahlreichen Ausnahmetarise erheblich geringer. 10 Proz. Dividende bei halber veschäsliquna! Noch den Mit- teilungen in der Generalversammlung der Nieoerlausitzer Kohlen- werte, die zum Konzern des böhmischen Kohlcnindustriellen Petschet gehören, betrögt die augenblickliche Beschäftigung 49 bis 5 9 Proz. von dem. was die Werte fördern könnten. Di« Bei- waltung erwartet in kurzer Zeit eine Besserung. Darauf deute die Entwicklung des Geldmarktes Es sei ein erfreuliches Zeichen des zunehmenden Veitrauens zwischen Händlern und Industriellen» daß der Warenwechsel wieder mehr in Aufnahme käme, da dadurch die Disposttionsmöglichteit erleichtert werde. Auf der anderen Seite werden erhebliche Summen gebunden dadurch, daß die Werke genötigt sind, große Warenmengen auf Lager zu nehmen. Die Bilanz per. 31. Dezember 1925 schließt bei einem Aktienkapital von 24 Millionen mit einem Reingewinn von 2 731 769 M., au» dem eine lOprozentige Dividende ,ur Verteilung gelangt. Die Bilanz zeig! nicht bloß eine erhebliche Flüssigkeit, sondern enthält auch bedeutende still« Reserven. hohe Dividenden au» der Bauindustrie. Die T i e s b a u- A.- G. Julius Berger Berlin verteilt für 1925 wie im Vorjahr eme Dividende von 15 Proz. Das Aktienkapital soll zur Verstärkung der B-lriebsmitt-l von 314 auf 5 Millionen erhöht werden. Au» der Bau st o f s industrie liegen zwei beachtliche Dioidendenerklä- rungen vor. Der größte PorUandzementherstellcr Nordwestdeutsch- land, die Wickingschen Portlandzement- und Wasser- kalkwerke Münster i. W., verteilen 19 Proz. Dividende gegen 4 Proz. im Vorjahre. Von der S ä ch s i s ch- T h ü r i n g i s ch e n Portlandzementsabrik Prüssing u. Co., Göschwitz a. d. S., wird nach Abschreibungen von 369 999 M. und einer Sonderreserve von 699 990 M. aus dem Reingewinn von 1,25 Mit- lionen eine Dividend« vrn 12 Proz. gemeldet. Im Vorjahr wurden 8 Proz. oerteilr._ Sozialiftische Arbeiterjugend Groß-öerlin. heule. Dienstag, den 27. April, abends 7!4 Ahr: «rmnastiNur!»» odcnd» TCi Udr im Iuncntlieim Lindengr. Z. Sclu»dbr»anri»:©iiulc(Solbcnfiutner Str. 2. Sottraa: ,.(1tt;e Seweik- schaklen--.— äBrtfcir.B-9Ui;b: Sdnilc äMilOnftr. 48. lO-Slmuttn-JteftMtt.— Ratdolt I: nuacntbeim Seat Rüniaftr. 21.(Slafibrcnrtr-mxnJ).— Roleuthalrr Sorfiobt: Öd-ule UlifojKlIititdx'ir, 19. Sortraa:„SJaj SKTittnlnftcnt*.— ScWniaaftt BotftuM I: Sdm:« SNcnftt. 17. Sortroa:..Bibel uitb SittliA- fcil''.— SBtiftfnfce II: G-mclnbesiduI- SBSclMttaR». Sortraa:„ffilm uab Sckmnbliterawr--.— SxnUautc SotfloM: Schule©aiuiqer Str. 2». Sor-rarr ..Statoo Sutunfiaftaat imb bie tznsel Utmia".— Bcncftlbot-Sictiel: S!ciniibhau» in der Seibeiftrabe. Sortroa„Sttobol unb Nikotin".— Rieber» Idiinbanien; Schale Vlankenbaraet Str. CS. Sotlcoa:„Sltbci:etiuRtnb unb scruell- ittaae". ffriettiiüatain; Mittwoch, den 28. Aorif. ctetrb» 714 Ubr. im SuaenMeim Dieftclntcacrftt. 6—7. Sichlbilbeivortraa:..Sinei» in bie SA3.!" Maifesi der Sozialistischen Arbeiterjugend Erosz-Verliusk Am Connia«. den t. Mai, ab aaifmi.la-r» 3 Ubr ans bet Bnlfamltle in Zrentow M a i s e ft. Spiel. Sport. TantonilSbennoen t:r Znqenb. Znaenb- leiern, Sichterkreil. Ilnterboltnn» säe Rtnbee. Ansprache,»enieinsanier Se. Inno,«nschsjebenb Dcmonfttotuinew«. Teilncbmerkatte 20 PI.— Dartet» aenoisen, bcteiliat Such ,e bireich an bei Slciet bet Znoenb. Srieftaften der Redaktion. #. R. 43. 1. unb 2. Nach RonkatserSssnana müssen Sie Ifjte Korbetunfl omnelben unb»uniichsi bie mcilete Snlwirkluna bet Sache abmatten. 3. Ja. 4. So kann unter UmstZnben uab stistlose Sntlassuna in graae kommen.— B.®. 113. Sut auf Antraa. Die Slnmelbrfrift ist bereit» perfttichen.— S. 88. 1. Rein. 2. Der Antraa kann schrlstlich ober- müniXich aeslellt werben. 8. 16 M. iiibtlich.—®. M. 4. 1. Wenn bie Steaietun« and bo» Minis-erium iich mit bet Ano«Ieae»beit bereit» bcfdmftia; haben, fo kommt nur noch eint Cinaabe an den Saabtaa in fftaae. 2. Die Rente wieb nach dem Sab. es- acbeitsoetbienft berechnet, ben der S erlebte möbtetib bea lebten Itobrco qebabt bat.—«. R. 84. In ben Schalen stnbet cm 1. Mai Untereicht fliatl, ober Sesachen non Eltern nnb Crjiebunqrtcrcrbtiaten auf Se'reiuna ibret Rinbet nom Unterricht an bfefem So«« ist tu entsprechen.— Mosel. 1. unb 2. Sie mit Isen sich an das Solüteireoiee menben. mc Sie ollee Räber« erfahren. 3. Der Stctierabtn« crfolt mis fltmbbn'iJi.— R. O. 50. Rein. Haf«rhell-Me!ilOdeKngSp?i! Olm wcltberOhmten Pforrmr diu zuverlässige, blatreln iges.de Abiührm Ittel Rbeum u. Sepo je x CaL 3, Jualp. 1, A!oef# Zu haben 1a allen Apotheken Mk- L— vieystag 27. BprUl926 -Unterhaltung unö ÄVissen Settage ües vorwärts Worte von Ellen kep. Die Liebe ist sittlich auch ohue gesetzNche Che. aber diese ist unsittlich ohne die Liebe.(�sssays.� Der Kopitalismu? ist im Innersten ebenso lebenzerstörend und ebenso feindlich gegen die Kultus des Individuums wie der Mili- lorismus, der ja in gleicher Weis« eine reich« Zdraftentwicklung fvr einzelne Persönlichkeiten ermöglicht, aber c>lcich,cliig die Mehrzahl zu ljcrbemnenschen herabdrückt. # Daß die Frauen nun zu bekennen wagen, daß si,«rotisch Sinne haben, während die Männer nun zu erfahren beginnen, daß sie erotisch Seele besitzen: daß die Frau Gefühle von dem Manne»er- langt und er von ihr Gedanken— das ist da» groß« Glückszeichen der Zeit. Die modernen, feinfühligen Jüngling« leiden wohl ebenso sehr wie ihre Schwestern darunter, nur als Geschlecht, nicht als Persönlichkeit und persönlich geliebt zu werden. s.Ueber Liebe und Eh«.*) m Nichts ist weiser als der Wille der heutigen Frau, das Leben mit eigenen Augen zu sehen, nicht— wie die Frauen früherer Zeiten— nur mit denen des Mannes. s.UeberLiebeuud The.') » Man hält die Mens che nnatur für gar zu einfach und wider. standssähig. wenn man annimmt, daß ein Lebensversuch den an- �---- j0|nje jjQ Scheidung freigäbe. Das deren ablösen würde, sowie ä* s». V WW cht hat. (.Heber Liebe und CHO * Kein Verhältnis zeigt bester als die The. wie Sitten und Ge» fühle den Gesetzen, in deren Hut sie sich ausgebildet haben, um Jahrhunderte voraneilen können. (.lieber Liebe und CliO • Jede Sittlichkeitspredigt an die Jugend, welch« nicht zugleich die Gesellschaft verurteilt, die die Unsittlichkeit begünstigt und die Verwirklichung der Jugendliebe unmöglich macht, ist mehr al» ein« Dummheit, ist ein verbrechen. (.U«ber Lieb« und E h O * Weil jede.Zelle", die mittelbar oder unmittelbar den Gesell- schastsorganismus ausbaut, eine männliche oder weiblich« ist, ist Li undenkbar, daß nicht eine höhere Organisation der Gesellschaft schließlich mit Notwendigkeit diesen ihren zweigeschlechtlichen Charak- lcr ausdrücken muß. So wie die Familie— der erste.Staat"—, muß sich auch der endliche Staat als eine Einheit des männlichen und des weiblichen Prinzips darstellen. (,U«ber Liebe und Eh O * Nach meiner Auffassung� des Wortes ist cs im Gegenteil die Liebe, die bei der relativen Schwächung des Triebes und durch die irnsenfchastflch« Klarheit über denselben gewinnen wird. Die 'Menschen werden dann nicht mehr den Trieb mit der Liebe ver- >. echseln, in der derselbe allerdings immer vorhanden ist, ober in der- selben Weise, wie z. B. die«kulpturen des Höhlenmenschen in l.'nen eines Michelangelo gegenwärtig sind. Der Mensch wird dann erst mit allen Kräften seines ganzen menschlichen Wesens lieben lönnen, wenn die Liebe nach dem schönen Wort des Amerikaners Tboreou.nicht nur«ine Glut, sondern ein Licht ist": er wird dann e�st einsehen, welchen Reichtum das Leben durch die Liebe erhalten tonn, wenn diese ein menschenwürdiges Glück wird, dadurch, daß sie ein künstlerisches Schassen ist, ein religiöser Kult und— schlicß- l ch— ein Ausdruck der vollzogenen Einheit der Liebenden in einem neuen Wesen, einem Wesen, das einstmals wirklich für das Leben wird danken können. (.D as Jahrhundert des Kinde s.") * Erst wenn man die Erziehung des Kindes auf die Gewißheit gründet, daß Fehler nicht versöhnt oder ausgelöst werden können, i andern immer ihre Folge haben müsien, aber gleichzeitig aus die Gewißheit, daß sie in einer sortgesetzten Evolution umgewandelt werden können, durch langsame Anpassung an die umgebenden Der- l ältnisse, erst dann wird die Erziehung anfangen Wissenschast, Kunst u werden. Man wird dann allen Wunderglauben in bezug aus die Wirkung plötzlicher Eingrifse aufgeben. Man wird itach dem Prinzip der Unzerstörbarkeit der Mat-ric auch aus psychologischem Gebiet l andein und niemals glauben, daß«in« Seelenanlagr ausgerottet, si ndern nur eines mm beiden: herabgedrückt oder zu einem höhere« Wert erhoben werden kann... (»Das Jahrhundert des Kindes/) • Die meisten modern Denkenden sprechen freilich gar viel von Persönlichkeit, verzweifeln aber, wenn ihre Kinder nicht ebenso sind wie alle anderen, wenn sie nicht fix und fertig bei ihrer Nach. tcmmenschast all« von der Gesellschaft verlangte Tugend vorweisen können! Und darum dressieren sie die Kinder, ihre Natur zurück. zuhalten— um sie dann als Erwachsene wieder loszulassen! Noch chnl man kaum, wie neue Menschen gebildet werden. Darum lammen noch immer im selben Kreislauf die alten Typen wieder: die tüchtigen Kerle, die süßen Mädchen, die ehrsamen Beamten usw. Vber neue Typen mit höheren Idealen. Wanderer auf ungekannten Wegen, Denker ungedachter Gedanken, söhig zu den.Verbrechen". die neue Bahnen brechen— die erstehen selten unter diesen Wohl- cizogenen.(.Das Jahrhundert des Kindes.") « Die körperliche Züchtigung hat den Charakter, den schon Eomenius treffend angab, wenn er den Erzieher, der zu diesem Mittel greift, mit einem Musiker vergleicht, der sein ungestimmtes Instrument mit Fäusten bearbeitet, anstatt Ohr und Hand zu l rauchen, um es zu stimmen! m„._. Auf all die unzähligen feinen Prozesse im Seelenleben des Kindes, aus die dunklen, zusammengesetzten Verlause, die bebenden. empfindlichen Gefühle wirken diese brutalen Eingriffe zerreißend. verwirrend und deshalb ohne alle seelisch erziehende Macht! Um wirNich zu erziehen, muß in erster L,nie nach den zwei. drei ersten Lebensjahren der bloße Gedanke an einen Schlag aus den Möglichkeiten der Erziehung ausgefoscht werden! Am besten ist cs. wenn die Ellern schon vor der Geburt des Kindes on b«. schließen, niemal» zu Schlägen zu greifen. Denn wenn sie mit dem bequemen Mittel ansangen, setzen si« es dann oft gegen ihren {.Chercn Vorsatz fort—. weil sie« rersaumt haben, wahrend de» Gebrauchs der bequemen Methode ihr« Intelligenz zu entwickeln. Mit einem Menschen, der dies nicht einsieht, lallt es mir eben. fr wenig ein. von Erziehung zu sprechen, wie es mir emsallen würde. mit einem Kannibalen von der Friedenssrage zu reden. CrDas Jahrhundert des Kindes.�) G Stell« an die Kräfte de» Kindes und an seine Selbstbeherrschung proportionell zu dem betreffenden Entwicklungsstadmm weder größere noch geringer« Ansprüche als an die Erwachsene«, aber Luthers Ciertanz. Solch Elertauz ist leiSer allemal Noch manchen Kompromiß enttvurf verliere«, 5ür öea Misten eine arge Qsal. Unü sicher stnü am Schluß üer Tanzerei Unü auch Herrn doktor Lucher macht Sie Nummer Die allermeisten Eier öoch entzwei. Des Lürsteokompromisses schweren Kummer. Ver Vorhang fällt: Das Volk hat keine Zeit, Er wirü bei seinem Dauerbalancierea Es will ein ernstes Stück, den volkseutscheiü! bring« auch den Freuden de» Kindes, seinem Geschmack, seiner Ar. bell, seiner Zell dieselb« Achtung entgegen wie der eines erwachsenen Menschen! Die Erziehung wird so eine unendlich viel einfachere und unendlich viel schwerere Kunst als die setzige Erziehung mit ihrem gckiinstellcn Dasein und ihrer doppellen Moral, einer für die Kinder und einer für die Erwachsenen, einer Moral, die oft streng für dos Kind und lax für die Erwachsenen ist, ebenso wie umgekehrt. Dadurch, daß man zu jeder Stunde das Kind so behandell und be- trachtet, wie man den erwachsenen Menschen behandell und be. trachtet, wird man die Erziehung sowohl von den brutalen Will- türlichkellen wie von den verhätschelnden Schutzmaßregeln befreien, die sie jetzt verunftallen. („Das Jahrhundert des Kinde»".) « In dem Kinde schlummert«n Gefühl, daß die Pflichten der Menschen sehr zusammengesetzt und von moralischer Natur sind: anstatt dessen lehrt man e», daß die vornehmst« Pflicht im bllnden Glauben besteht, in Gebeten, im Aussprechen gewksier Worte bei einem gew iien Anlaß, in dem Verzehren von Wein und Brot, das Gottes Fleisch und Blut vorstellen soll. Wir meinen, daß all dies keine«rnsthast« Sache ist, und dennoch ist die Einpflanzung dieser Lehren— die wir R�igionsunterricht nennen— das größte Verbrechen gegen das Kind, das man sich überhaupt denken kann! («Das Jahrhundert de» Kind«»".) Zrühjahrs-Zoologie. Von L. Loeske. Vom Barnim und vom Teltow, den diluvialen Hochgeländen, die Berlin einkreisen, ist durch Moaate Regenwasser in dos Spreetal Kiemen verbreitert(daher der Name Kiemenfuß) und sie sind un- unterbrochen, ohne die geringste Pause, in rhythmisch welliger Be. wegunq, die den Wogen eines Kornfelde» im Winde vergleichbar ist. Dies« Tier gehen nie zu Boden, ruhen sich niemal» aus und man sieht sie niemals fressen. Mit dem Wasser, das sie durch ihr« Kiemenfüße strudeln, nehmen sie dessen Sauerstoss und vermutlich auch mikroskopisch kleine Aigen als Nahrung auf. Bei vorsichtiger Behandlung kann man die zarten Tiere daheim einige Tage beob» achten und über eine Schöpsung der Natur staunen, die in dieser Weis« nicht ihresgleichen bei uns hat. Die braunen Grasfrösche sind, wie olle Froscharten, ins Wasier gegangen, um Hochzell zu machen. Während der männlich« Molch sich durch einen kammartigen Rückenschmuck und expressionistisch« Farben ein heroisches Aussehen gibt und der Stichling noch bunter erblüht, läuft der Grassrosch vor Liebe pslaumenblau an. Wo sie in Menge halben Leides aus dem Wasier schauen, gibt das im Derein mll dem Gequak« ein humoristisches Bild. Unglücklicher» weise sresien verliebte Frösche nicht, und es verspricht uns da» wachsende Gewimmel schwärzlicher Larven leider ein gesegnetes Mückenjahr. Wir winden uns. durch all diese Näsie, langsam au» dem Walde wieder heraus. Dabei erhaschen wir noch manches Bild. Dcm Stamm zu Stamm fliegende Spechte. Ein Rudel friedlich äsender Reh«. Das Gewimmel wiederecwachter Ameisenhaufen. Di« durch die Annäherung unserer Hände gereizten Tierchen bespritzen uns mll Ameisensäure. Was wollt ihr hier? scheinen si« zu rufen. Und sie behallen Recht. Denn bald darauf rasielt der Zug un» In unseren eigenen Ameisenhaufen zurück. Nauen, hallen die Gräben den Segen nicht, und überall glitzert ein Gemisch von Tümpeln, überschwemmten Fußwegen und imitierten Wollseen aus. die keine Karte nennt: ein Paradies für Frösche und Molcyfönger! Wandervögel brechen mitten im Marsch und mitten in der Strophe mit Dissonanzen ab. denn ein überschwemmter Weg hat beides gehemmt und das Hindernis muß erst genommen werden. Dos alle» sicht keinen echten Molchfänger on. Ihre weißen Kätscher an langen Stangen beleben die Waldlandschaft. Blecheimer tragen sie in den Händen, und wie der Bussard über dem Walde noch Beute kreist, so durchspähen und durchsieben die Wasierzoologen jeden Graben..«„, Unter dem zahllosen Kleingetier, das sie bergen, ist auch ein» der merkwürdigsten Geschöpfe unserer Fauna, der Kiemenfuß (vrancliipus). der zum Geschlecht der Sleinkrebs« gehört. Da die Tiere bis zwei Zentimeter long werden, so kam, man sie, z. B. in den Gräben des Brieselang, unschwer im Wasier dahmschweben sehen. Leicht kann man sie. obwohl sie durch einen Schlag des Schwanzendes bisweilen ruckweise davonschießen, mit Hilf« des Kät> schers in ein Glasgefäß mit Wasier befordern. Die rötlichen, fast völlig durchsichtigen Tierchen schwimmen stets auf dem Rücken. Di« Bei«, auf jeder Seite etwa ei» Dutzend, sind zu blättchenartigm Zwölstausend deutsche Gelehrte. Kürschners Deutscher Belehr. ten-Kalender. der im vorigen Jahre vom Literatur-Kalender ab- gezweigt wurde, ist in diesem 2. Jahrgang bereits auf den doppel- ten Umfang des Mutterunternehmens angewachsen. Gegenüber 6000 im Jahre 1925 umfaßt er»un über 12 000 Namen von Persönlichkeiten. die sich gelehrter Tätigkeit widmen, eine imponierende Heerschau deutscher wissenschaftlicher Arbeiter. Der einzelne Ar. tikel des von Dr. G. Lüdtke unter redaktioneller Leitung von Dr. Hans Iaeger bei Walter de Gruyter u. Co. in Berlin heraus- gegebenen Werkes enthält die Adresse, akademische Laufbahn und die wissenschaftlichen Arbeiten des Verzeichneten, die jetzt auch die wichtigsten Zeitschristenaussäge und Betträge zu Sammelwerken mit«in- schließen. Eine begrüßenswerte Neuerung ist das Verzeichnis der Gelehrten nach Fachgebieten. Es ist zu hoffen, daß alle, die um Auskunft ersucht werden, sich mehr und mehr der Bedeutung des grundlegenden Nachschlagewerkes bewußt werden, damit da« omi- nöse Zeichen(). das die Nichterfüllung des Fragebogens durch den Betreffenden angibt, in den folgenden Jahrgängen völlig ver- jchwindet. Wurst wlder Wurst. Al« Whistler auf der Münchener Groß«« Kunstausstellung einige seiner Werk« ausgestellt hatte, geschah es. daß die Jury, die seine Bedeutung noch nicht recht erkannt datte. ihn nur mit einer Medaille 2. Klasse auszeichnete. Der witzig« Meister antwortet« nach Ueberfendung der Medaille mit elnem kurzen Brief, indem er schrieb:.Ich erlaube mir, Ihnen meinen Dank Z Klasse abzustatten." Staats-Theater Opern haus 8 Uhr: lotcrxnczco Oparnbaiu am KÜBigaplatt V/,: Evanuelimann Scbaosplclbaas 8 Uhr: Paust. I. Schiller'Theater 8: Kyrlt*• Pyrltr StiisAi SM CharloRenbure 6'', Uhr Tristan und Isoide Abonn-Turnus III Dentsdies Theater Norden 10334—38 8 Uhr: Kammerspiele Norden 10334—38 7% Uhr: Weett-end (Ucber'n Sonntag) Die HÖmSdie Biimarck 2414. 7510 l'ti Uhr Viktoria Lessing-Tb. 8 Uhr: aastapteKSaltca bürgt Bfibnea 0. fröhliche �nabenWoche J+C Kleines Ib. Heute 8 Uhr: Keiner Tisch Utbpiii ,-» Lmntak Besidenz- neu. 8'/, Uhr: PlatooiJöieüebe lUfilUi'Thcaler S1/, Uhr r Kavalier Jack IlLUJIcaiiuiiilaiitiiistr. 8-/«Uhr: Kabarett d.Komiker Robitschek/Morgan uroiles Sehaospielbtos Ceauebcs KOnsll.-Tbeiier H Uhr EId Walzertrami] nLi.Kirfbsttgdiinin 8 Uhr: WeAn.Naria Vallner-Theater k Uhr Der delüzi Irenen Btanco Posnets Erweckung: Melroptl-Tbcit Oasisp. dtsTh.am KurfiUftcndamni. 8'/, Uhr Die Itaiiil her NZchte unV Triaüac-Th Seme her Eisalrter U.a: üaäi IflUL PflniSion ». blane Pyjama Voneig d es raltlt G 30 Pros.• des Kattenpreltcs Ubr Wgg- anil TzM-ieotZiiea mit Wasser' lAmea n-«Uni und 10 10 AHralUMitea HSS-BSMS? Central' Theater uhr: En BoDheor Ilka Grfininic zerUnrlTicaier Jnr4 Meaalinelle VaiüäUa fh.—*eiiuiem»i| Tägl 8V4 Unr: Des WM einer YerioreEefl Voiksst m. 0. uT Gssbg. SdiEiltilitlb »I A. rilany fh. in 4. Klosterftf. 8 Uhr; SdiBettuUEt�Utt Sasino- Theater Täglich« Uhr "-ar v» so. April Eins Na-.ht int Pahr»lukl u. das bunte Pro. r Ab Sonnabd, t.Mal 9. Reebliuf Arbeit Met'Wnjiiit- aus Haltbaren BukSki nstoffe«, S5K Hochgeschlossen, Größe 1— S U RilibN'Mlrismliiitise aus Homespunstoffe«, mit Ueberkragen, in Größe 0, von Md'liitntniiiijliit au« blauem Theviot, reich garniert, mit Ueberkragen, Größen 0- S..... «kla PM WMÄ."«.» 00 an w Größe 7-S. an» lZ« bunlelmel Stoffen, Sportform, teilweise«. Breeches, von Nlmheftn-Mze TpN-Mzöüi mod. ... Mnsteransw, Dessins. Preise«. Qualität u. Größe, A VOO beginnend in Größe 7— V mit...-*.« Kliadd-Wettn-Pelniid a. imprögniettem Sode«, mareug Kiidei-MDjDltei Kiiden-Seidlheihsst artige« Stoff«, in«röß, wdd-Hisd KW'«.»!« MiiDei-WliIlhmM L. K.' nur erdenNi-�en Ausführungen mareugo, von o.wasserd Tt. Gr. 7- S. von « Hofe« an» B Homespun- röße 1—0,. vo« 9 �00 00 an «u». alle« von an n 3M Z?« n(jr CHAU53C63TR.ZQ/30.(Jnferqrundbahn Sfeffiher Bahnhof Volks Tkiitn in iiliUM 8 Uhr: Sturmflut Morgen 8 Uhr: Sturmflut üh ne Tb.>« tdüftlmdiBB * Uhr Morsen 8 Uhr HarllMroatb MÜIGUMI Preisabbau auf alten Plätzen! Btniiilt....... HK.•,15 Loüe aad Terratec. Kk. 5.- SoBtttag rachm. 3«, Chr; ErmiSIgte Preist! Saisocsehlnji SO. Kprü 1926 SMP- Raachen gestattet:-W» Ibj.üoüeailsrfp!. Tägl. 8 Uhr: Der sils Dessauet Operette In 3 Akien CharK Vespermann Palk, Kiper. Godau, Straafen. Halnlsch Preise OJO bis 6 M. THeaUlMt t agi. 8 Uhr: Oräfin Jtariza Oper, v Kaiman Pr. SS Pf. bis 6 M Keine Bons EeTÜliE dir mÄ I TatWIiifn Aliaoendl. 8 Uhr: Guido Stöpsel Mbds: f'irttttt-78. >vL-rwtJ-4«.Onkel.- Futasll: id. Snnl 6 M Birunpr-UUnc TP euer ■aaisorar» irr. T.:Hasenheld.21K Uttb Varstillupi s Uhr. In-EigneyiEoile Uemottieiiiuiui fei.. Norden oJOt 8 Uhr Dg? Oartgo W Die Tr Ivane Tel. Wi heim WAS 8 Uhr Der Rubikon Kose-Thenter 8-,. Uhr: um map hclralca Circus Busch 7l- U.neuc Sclilager Es klappert die If II ÜlC von SMMI banuer Herr CiUder Tiere und das übr grolle OrcavPiogramm. lOtetae Somtaerpr! UP(.bii4l.f.Liigi IteliieJBon�� Reichshallen- Theater Abends ü Uhr und Sonntags nachmittags 3 l'hr Slattinur Skngar D.wundcrvoü Programm Wia. talli Mit. Itlle Maibnr " m-PIfate) Variete f — i i, ig 4� wns Ii � (Si*-he Söuien-___ Dönnoff-Brettl -Konzert! »uHebJte«.«Ina brdea.JKetaUbvttcn. •cttaaaa Su teilt b 1 1 1 lg au««ig. Oerflt wa'atbeltung snb 3Robecni|tenina (ialL folget«sabet TelljaHiung geftatttl. Mtsrield,� Neukölln, 6aju>nfttat« 30. Verein«*» Freidenker Für Feuerbestattung (Eingetragcocr Verela) Gao GroB-Berlln und Vororte Bezirk I bis 20 Nitglieöer-Versammlungen jlxben ffir ISmUld)« 30 JjHitf« twHtUli» mit ustm angegebener Sdgeeoibnung tn totgenten EoMlen statt: Inferieren bHnr» ERPOLQI vonoerslag, den 29. April, abend» 7'/, Uhr Dcjtit 1 aerUn.SRitJf, Nolenlhaiet Kol. Rastnlhalea SM u— u - T>eiaatten. ZZioablter D�elli�afiehaua ,. Dedb ng. PbamoMle. WtUlnlu 143 , 4 V:er.tlaue- Berg Sd'mei,ergat>..Ma ZiieblidiahaptZS , S y:redi!cheI>aw.PradiliNebe,Ohen«�tankl>»teaAllee , 8 Kreujb-rg. Habenstauieufaie. Kottdussei Damm 7 Chaileltenburg. Ablert« ssestlZIe. Berlin ei Str. 88 g Spanbau. Rotei Adler Piüebanier Straße 9 SS tlmersCor' ftu'!a.8nntnburget fettJU We UMaBbftt 11 3diöiieb«:a. UWantwSdnOe Colonnenftt 31—33 €>tlle=�anaef Täglich Kattbusscr Str. 6 8 Uhr Der neue Sclilager 3 Mir Venn Frauen streiken" und der große Solotmll» KsnnsnmUarlshont Dienstag, den 27. April nachmittags 3 Uhr Minor«Jagdrennen 1 Adolf Qoffmaoa Episoden und Zwischenrufe an» der Varlamenl». und Ministerzeit. Prei» t Metel. Porta 5 Psntnlg. Vorrätig in allen vorwärt»- Ansgabestellea. 13 Steglir 9l!bre0l. Aldrecht» Ecke Schlegstiaja 13 Maiieriborf. Gchulaula ftönialttele 1" a iffin. Erbt#?I IVSIe trübet' vsatstianaaaUl ffüt blt eitlen Beweise her»Iid>et Teilnahme beim Helmgang meine» l«»eblen Manne» tmb nnfert« auten " itere sogen wir allen Berta onblen. lannttn und Freunben. sowie bem Ecsangvereln. den Herren Nolleatn und BUlaeh eitern unteren hmiguen Seal. ■ Cst. Sehulj« n. RJahec. Danksagung Für bie vielen Beweise bergltcher Teil. nehme bei bei Einäscherung meine# lieben Staune», nufere« guten Soters[17915 Otto Meyer sagen wir allen Bermaubten unb ffeeunben Inpie den Aallegen. Partei- und Beedanb» lNtoffeU unb den Nietern der Häuser 13/14 unseren herzlichsten Donk Dort« MgHga neb» A Indern. 1« Read ll:em. Haseabeide ll«ml«de vurtl s Direktion JameaKiela S' J Die Neue Revue litt Ute Bmill Kcvut der Zukunft In 16 Bild. | Preise 1-7�0. leg« ad Und<1. Ttgeskassa tmaalerbrscbea ab II(Air peUffnct . Erbes FeftsNa l...______ 15 ZtieberlchZneweibe, llolcl Echdv«. ErOnaatc Sir 8 18 Aüpenick. Beltreitaurant, Hlrldtg arten 17 Llchlend-rg, Wegen er. Rranlturter Aller, Ecke MÜTeestr 18 Weistenlee. BaruINa�eNsäle 19 Ponlow, Schulhllla, Erunewttraße 30 Rewtckenbort.«aslanienwälbchen. SchSecholher Str. 14 Mittwoch, den 28. April 1926, abend» TV, Ahr »ejltf 10 äehlenbocs.Sannfeebafinbot Berliner Sit 8, Lokal Linden hol Sagceotbnung; I Bericht oon d. Relchs-Ecneralaei lammig. u krelgeistiaen«ach« 3 Dieiulfion 8 Bericht der Beztrkoleltungen u. Revisoren n. Reuwahl derselben 4. Berschiebettr« Mitgltedabuch mit Adresse verseben ist am Eingang der Aontrelle oocj ureigen.— Um zahlreiche« Erscheinen ersucht V«r aoaoerflnk. �UOUilNS äfttod arplgtr «s tn der da».VonrirU sctirbUUlt) S H ERLOCK- CES. m.b.H OPEL-NIEDER LA6E Alexonderstr 27««Tat. Kdnlgst. 9610-11 Abseits Haizschattt«m Ha«» Stella 3 «tage. tepp»■■» Daunen-Decken 1D.1L paicnt'VaunaN' Oaeteu faulen Sie besten« ab r-'— tDaniTc. TZ Hinte!. Filiale:»PtttUtsnichackt,. unb Westen, Jatulakucgu« Mutz 3. Ecke T l—m i«, att ßsslz. PtaUlabttog JnselbScke). 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Die««Beginnen unb«alltgen de» chan Metallardeller-Verdanbea leessen - Mal aus den nachstehen b per- Sammelp länen unb marschieren aemewia» zur V,: ammlung im Walhalla- Theater. t.««|Mt»eißensee. Antonplatz, um » Uhr morgen«. &, Anb, easpluh. umR/Ulhr mara »., Lichtenberg. Giirlel-. Ecke Oberstraße, um 8 Uhr morgens. tz» 3U. M Bezirk: Barichauerplatz,»m 8 Uhr maraena. ästagbcdiu'et. Ecke«Ott- ausser Damm. S Uhr morg » Michaelticchplatz. 8», Uhr » Schäneberg.«oiier* SBUbelm• Pia», TV, Uhr llsolemec Rieche. 8", Uhr laoagtrlplotz, 8»/, Uhr. nbijauolatz.» Uhr mar«. «harlattenbnrg.WUhZm» »I». 8 Uhr margena. Maadit. Rleln. Ziergarten. »'/> Uhr morgen«. Spanbau. BtrN». Lehrter Deutschen S fich am 1. zeichnete»< 4.. 7.«eztri: 8..8a tu U. 14. tt »Do! West. Scharnwebetftraße. Vi, Uhr mocgena Laapaldaplatz. 8V, Uht morg. Ütrsenlitala. 8»/, Übt rnotg. Schweben» Ecke«oloniesttatze. 8V, Uht morgen». -Seirede. 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