Nr. 19743. Jahrg. Ausgabe A nr. 100 Bezugspreis: 33dentlich 70 Bfennig monattia B. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuaband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich. Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Gieb. lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen" und Frauenbeilage Frauenftimme ericheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adrese: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille teile 80 Pfennig. Reklamezeile 5. Reichsmart...Aleine Anzeigen bas fettgedrudte Wort 25 Brennis ( zuläffa zwei fettaedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erfte Wort 15 Bfennig, fedes meitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennia. Anzeigen für die nächte Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden traße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8% Ubr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Mittwoch, den 28. April 1926 Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedkonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65: Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstr. 3. Der Reichstag zum Volksentscheid. Hente Beginn der Beratung. Morgen voraussichtlich Entscheidung. Dem Reichstag ist gestern der Entwurf eines Gesetzes| Bedürftigen zu sorgen und einen angemessenen Teil seiner Einüber Enteignung der Fürstenvermögen" zugegangen. Der nahmen zu sozialen Zwecken, wie sie in dem Entwurfe aufgeführt Weltestenrat hat beschlossen, ihn nach dem Duellgesetz und sind, zu verwenden. Daß der Staat, wie dies der Entwurf will, einigen fleineren Vorlagen auf die Tagesordnung der durch die Fortnahme von Privateigentum instandgesetzt wird, in heutigen Sigung zu sehen. Die Beratung wird also erhöhtem Maße zum Wohle der Allgemeinheit im Laufe des heutigen Nachmittags beginnen und vor- tätig zu werden, fann als ein selbständiger, dem Wohle der tätig zu werden, fann als ein selbständiger, dem Wohle der aussichtlich morgen abgeschloffen werden. Allgemeinheit dienender Zweck nicht angesehen werden. Eine andere Auffassung würde zur Auflösung des Begriffs des Privateigentums führen und mit der Verfassung, die ausdrücklich das Privateigentum gewährleistet, in Widerspruch stehen. Die erste Lesung bringt nur Reden, feine Abstimmung. Erst bei der zweiten Lesung, die sich der ersten unmittelbar anschließt, wird abgestimmt. Da Anträge auf Verweisung an den Ausschuß von feiner Seite gestellt werden, wird sich das Schicksal des Entwurfs schon in der zweiten Lesung entscheiden- das heißt, er wird ab gelehnt werden. Damit wird der Weg zum Bolts entscheid frei. Die Vorlage. Die denkwürdige Vorlage an den Reichstag trägt die Nummer 2229 und umfaßt fünf Seiten. Auf der ersten Seite teilt das Reichsministerium mit, daß das Bolksbegehren 12 523 939 Unterschriften erhalten hat, also zustande gekommen 12 523 939 Unterschriften erhalten hat, also zustande gekommen ist. Entsprechend Artikel 73 Absatz 3, Saß 3 der Verfassung werde also der Antrag, der nach Auffassung der Regierung Derfaffungsändernd sei, dem Reichstag unterbreitet. Es folgen 4 Anlagen. Anlage 1 enthält den Gesetzentwurf. Anlage 2 bringt die Bekanntmachung des Reichs wahlleiters über das endgültige Ergebnis des Bolksbegehrens. Anlage 3 ist die schon bekannte famose„ Darlegung", in der fich die Reichsregierung gegen den Antrag erklärt. Anlage 4 fich die Reichsregierung gegen den Antrag erklärt. Anlage 4 fchließlich bringt eine gutachtliche Aeußerung der Reichsregierung über die Verfassungsmäßigkeit des Entwurfes, die verneint wird. Warum verfassungsändernd? Das Gutachten über die Verfassungsmäßigkeit des Gesetz entwurfes bildet das weitaus umfangreichste Schriftstück der Borlage. Es geht davon aus, daß nach Artikel 153 Absatz 1 der Reichsverfassung das Eigentum gewährleistet ist. Wegnahme ist nur zulässig im Fall einer Enteignung. Diese dürfe sich aber nach der Auffassung eines Teils der Rechtslehrer nur gegen bestimmte Sachen, nicht gegen bestimmte Perfonen richten. Nach dieser Auffassung, die jedoch durch reichsgerichtliche Entscheidungen nicht bestätigt wird, würde es sich in diesem Fall gar nicht um eine Enteignung" im Sinn der Verfassung, sondern um eine Konfistation" handeln. " " Eine Enteignung sei nach Artikel 153 Absatz 2 nur zuläffig zum Wohl der Allgemeinheit. Es folgt eine Auseinandersetzung über diesen Begriff: Dieser Begriff wird im Anschluß an die historische Entwicklung des Enteignungsrechtes in Theorie und Praxis jetzt allgemein, insbesondere auch vom Reichsgericht, dahin ausgelegt, daß die Enteignung zur Durchführung eines bestimmten, dem Wohle der Allgemeinheit dienenden Zwede notwendig sein muß. Weiter ist man allgemein der Ansicht, daß die bloße finanzielle Bereicherung der Allgemein heit durch die Ueberführung von Privatbesig in die öffentliche Hand noch nicht eine Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit darstellt. Bur Stützung dieser Auffassung wird das schon oft zitierte Urteil des Reichsgerichts vom 29. September 1920 über den lippischen Streitfall herangezogen, ebenso die reichsgerichtliche Entscheidung vom 4. November 1925 über die Verfassungsmäßigkeit der Aufwertungsgesetze. Das Reichsgericht lehnte es zunächst ab, in der Aufwertung eine Enteignung zu erblicken, führte aber dann weiter allgemein aus, daß die Aufwertung zum Wohl der Allgemeinheit" erfolge, das in diesem Fall auf dem Gebiete der allgemeinen Wirtschaft liege". Auch aus dieser Entscheidung zieht die Reichsregierung den Schluß, daß die Enteignung nicht Gelbitzwed, nicht bloße Vermögensverschiebung" sein dürfe, sondern einen Zwed verfolgen müffe, der über diesen Erfolg hinausgehe. Nun sollen aber die enteigneten Vermögen bekanntlich zu gemeinnügigen Zweden verwandt werden: für Ermerbslofe, Kriegsopfer, Kleinrentner, Schaffung von Siedlungsland usw. Ist das nicht ein über die bloße ,, Bermögensverschiebung hinausgehender. dem Allgemeinwohle dienender 3wed? Mit diesem Einwurf seßt sich das Gutachten folgender maßen auseinander: Es gehört zu den allgemeinen Aufgaben des Gicates, nach Maßgabe seiner Mittel die ihm gegenüber seinen Bürgern obliegenden Pflichten zu erfüllen, namentlich auch für die Die Fragen, die hier aufgeworfen sind, werden uns noch oft beschäftigen. Einstweilen sei nur festgestellt, daß nach den Entscheidungen des Reichsgerichts und dem Gutachten der Regierung Enteignungen, die zum Zweck der Herbeiführung einer besseren Wirtschaftsordnung vorgenommen merden, verfassungsmäßig zuläffig sind und durch einfaches Gesez beschlossen werden können. Die Fürstenenteignung aber ist nach der Meinung der Regierung verfassungsändernd. Das heißt, die unterzeichnung vorlegen, wenn es nicht mit verfassungs Regierung wird das Gesez dem Reichspräsidenten nicht zur ändernder Mehrheit, von mehr als der Hälfte aller Stimm berechtigten angenommen wird. Stimmberechtigt waren bei der Reichspräsidentenwahl 39 421 617 Männer und Frauen. Man spricht ab und zu darüber, der Reichspräsident werde das Gefeß auch dann nicht verkünden, wenn es vom Bolt mit verfassungsändernder Mehrheit angenommen werde. werde dann lieber zurücktreten". Aber der Reichspräsident fann sich durch Rücktritt nicht seiner Pflicht entziehen, und täte er das, so würde die Pflicht, das Gesetz zu verkünden, auf den stellvertretenden Reichspräsidenten übergehen. Ein Antrag der Demokraten. Er Die Demokraten wollen heute zum Enteignungsgefeß einen Abänderungsantrag einbringen, demzufolge die Länder das Recht erhalten sollen, den früheren fürstlichen Familien eine Abfindungssumme zu zahlen. Der Demokratische Zeitungsdienst" meint, wenn dieser Antrag im Reichstag mit einfacher Mehrheit angenommen werde, könnte er mit zum Volfsentscheid gestellt werden. Das ist aber nicht richtig. Nach§ 3 des Gesetzes über den Boltsentscheid vom 27. Juni 1921 ist Gegenstand des Volks= entscheids... das begehrte und ein vom Reichstag beschloffenes abweichendes Gesez." Der demokratische. Antrag fann also nur dann mit zum Bolfsentscheid tommen, wenn im Reichstag ein Gesez zustande kommt, das diesen Antrag mit enthält. Es wäre also notwendig, daß der Enteignungsentwurf mit dem demokratischen Abänderungsantrag vom Reichstag angenommen würde. Für eine solche Annahme besteht aber keine Aussicht. Und das Fürstenkompromis? Das sogenannte Fürstentompromiß, mit dem sich der Rechtsausschuß abquält, ist noch unendlich weit davon entfernt, vom Ausschuß, geschweige denn vom Reichstag angenommen zu werden. Es besteht faum eine Aussicht dafür, daß vor dem Volfsentscheid etwas daraus wird. Nimmt das Bolf den Enteignungsentwurf mit verfassungsändernder Mehrheit an, dann hat der Reichstag das Ausführungsgefeß zu ihm zu beschließen. Andernfalls würden die Bestrebungen, im Reichstag selbst etwas zustande zu bringen, beanspruchen, ist aber faum denkbar. Es ist kaum denkbar, wiederaufleben. Daß die Fürsten alles erhalten, was sie daß die bürgerlichen Parteien den traurigen Mut finden fönnten, mit einem solchen die Wähler aufs tieffte erbitternden Ergebnis in neue Wahlen hineinzugehen. Um den Sieg! Es läßt sich also voraussehen, daß der Reichstag morgen den Enteignungsentwurf ablehnen wird und daß er zunächst auch fein von ihm abweichendes Gesetz beschließen wird. Dann ist mit der Ansegung des Boltsentfcheids binnen furzer Frist zu rechnen. Wir glauben nicht, daß die Regierung und die bürgerlichen Parteien an einer Hinauszögerung des Termins ein Interesse haben. Biel eher ist mit der Ansehung des Boltsentscheids in fürzester Frist zu rechnen, da die Regierung den Wunsch haben wird, für die Agitation so wenig Zeit wie möglich zu laffen. Der Kampf muß also sehr rasch aus dem Reichstag heraus in das Bolf hineingetragen werden. Am Abstimmungstag müssen nicht nur die zwölfeinhalb Millionen zur Stelle sein, die unterschrieben haben, sondern noch liebeneinhalb millionen mehr! Dann haben wir den Sieg! Der deutsch- russische Vertrag. Telegrammwechsel Stresemann- Tschitscherin. Auslandsbedenken. Tschitscherin." Nachdem der Auswärtige Ausschuß des Reichstages. am| Don Rapallo lebt in diesem Bertrage weiter und übt seinen Dienstag die Aussprache über die deutsch- russischen Vertrags- wohltuenden Einfluß auf die allgemeine Lage aus. verhandlungen zu Ende geführt hatte, besprach er Fragen, die mit der Studienkommission für die Umgestaltung des Bölferbundsrats in Zusammenhang stehen. Schließlich behandelte er die Entwaffnungsfrage und die der Freigabe des deutschen Eigentums in den Bereinigten Staaten. Hieran schlossen sich Besprechungen über verschiedene Eingaben wegen Amnestie, Entschädigungsansprüche und Fürsorge für die Optanten aus Polen. Deutsch- russische Glückwunschtelegramme. Unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung wurden folgende Depeschen gewechselt: I. Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß ich soeben mit dem Herrn Botschafter Krestinski die Abmachungen unterzeichnet habe, deren Grundlage wir im vorigen Jahre erörterten. Ich bin der festen Zuversicht, daß der geschlossene Bertrag dem 3wede gerecht werden wird, dem zu dienen er beſtimmit iſt: auf der durch den Rapallo Bertrag geschaffenen Grundlage des freundschaftlichen und friedlichen Zusammen. mirtens beider Völker an der Befestigung des Belt friedens mitzuarbeiten. II. Stresemann." Ich danke Ihnen aufs wärmste für die freudige Mitteilung über die Unterzeichnung unseres neuen Bertrages. Ich freue mich feststellen zu können, daß die Besprechungen, die ich im vorigen Jahre mit dem Reichstanzler und mit Ihnen gehabt habe, zu einem positipen und hocherfreulichen Ergebnis geführt haben. Wir fassen unseren Vertrag auf als ein Berkzeug des Friedens, das zu der Befestigung des Weltfriedens beitragen soll. Der Geist Die Bekanntgabe des Wortlauts des deutsch- russischen Ver trages hat in politischen Kreisen des Auslandes einen sehr ver fchiedenen Widerhall erweckt. Besonders in Paris erblickt man darin einen Sieg der russischen Diplomatie, den diese gegen den Bölkerbund auszunüßen bestrebt sein werde. Der " Temps" spricht von einem Rüdversicherungsvertrag, den Deutschland im Hinblick auf Locarno abgeschlossen habe. Der Verfuch, die Neutralitätsklausel des deutsch- russischen Vertrages mit den Verpflichtungen Deutschlands als Vöikerbundsmitglied aufrichtig zu vereinen, bedeute Feuer und Wasser verheiraten zu wollen. Aber auch in Genf, am Siß des Völkerbundes, scheint man gewiffe Besorgnisse zu hegen. Das geht aus einer durch TB. verbreiteten Auslaffung der Schweizerischen Depeschenagentur" hervor, die offenbar vom Bölkerbundssekretariat inspiriert wurde. Danach werden in diplomatischen Kreisen Genfs ernsthaftefte Bedenken doppelter Art laut. Einmal weil durch den deutsch- russischen Vertrag zu allen übrigen Sonderabkommen( fleine Entente, Locarno- Berträge, russisch- türkischer worden sei, wodurch eine Tendenz gefördert sei, die dem Böllerbund gefährlich werden könnte. Andererseits werde ernsthaft bezweifelt, baß, fein Widerspruch zwischen der Neutralitätstlaufel und den Artifeln 16 und 17 des Bölferbundsstatuts bestehe. Theoretisch feien zwar beide miteinander vereinbar, prattisch laufe dies auf eine Lahmlegung des Bölferbundes im Ernstfalle hinaus. Troßdem, so schließt die Genfer offiziöse Auslassung, glaube man jedoch nicht, daß Deutschlands Aufnahme durch den Russenvertrag in Frage gestellt sei, Berirag) schon wieder ein Sonderbündnis geschlossen Spaltung der Aufwertungsorganisationen. näherung zu verzeichnen insofern, als Frontreich nach einem Zwei Gefeßentwürfe zum Volksbegehren. neueren Borschlag geneigt ist, auf den deutschen Export von Maschinen, von vornherein bie mindest zölle anzuwenden. Auch das Bedürfnis Deutschlands, im Falle einer weiteren Franteninflation Schuhmaßnahmen gegen eine etwaige Schleuderausfuhr Frankreichs treffen zu können, wird grundsäglich anerkannt. Damit ist eins der wichtigsten Bedenten beseitigt, das bisher von den deutschen Schuß 30nern gegen den Abschluß eines Handelsvertrages mit Frankreich geltend gemacht wurde, solange der Frank die Tendenz zur Verfchlechterung zeigt. Es wird nun darauf ankommen, daß die außerordentlich umDie Aufwertungsorganisationen, die bis vor vier Tagen gemeinsam verhandelt haben, haben sich gespalten. Der Hypothetengläubiger- und Sparerbund( Dr. Best) und die Reichsarbeitsgemeinschaft der Aufwertungs, Geschädigtenund Mieterorganisationen gehen nun getrennt vor. Dr. Best und Mieterorganisationen gehen nun getrennt vor. Dr. Best hat als Vertrauensmann des Sparerbundes bereits einen Antrag auf 3ulassung eines Boltsbegehrens für einen Gefeßentwurf über die Ablösung öffentlicher Anfangreichen Berhandlungen über die einzelnen 3ollpofitionen mit leihen und die Umwertung von Hypotheken und anderen größter Energie zu Ende geführt werden, nachdem das Bedürfnis Ansprüchen beim Reichsinnenministerium ein nach vertraglicher Regelung der Handelsbeziehungen auf beiden Seiten sich immer mehr durchgesetzt hat. Insbesondere die Arbeiterschaft beider Länder hat bei einem vertraglofen Zustand, der den internationalen Warenverkehr hemmt, nur zu verlieren. Es ist dringend zu wünschen, daß der Bertrag nun auch zustande tommt und der deutschen Wirtschaft diejenige Erleichterung bringt, die von einer Besserung der Exportverhältnisse erwartet werden kann. gereicht. Die Reichsarbeitsgemeinschaft legte gestern der Breffe einen eigenen Gesezentwurf für ein Boltsbegehren vor, der im mefentlichen folgenden Wortlaut hat: Kleiner Rückgang der Arbeitslosigkeit. Arbeit für drei von 100 Arbeitslosen. Die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge ist von 1942 000 am 1. April 1926 auf 1 884 003 am 15. April 1926, das ist um 3 Pro3. zurüdgegangen. Jm einzelnen hat sich die Zahl der männlichen Hauptunterſtühungs. empfänger von 1 623 000 auf 1561 000 verringert, während die Zahl der weiblichen Hauptunterstützungsempfänger weiterhin eine geringe Zunahme von 319 000 auf 323 000 zeigt. Die Zahl der Zuschlagsempfänger( unterstüßten Familienangehörigen von Hauptunterstühungsempfängern) ift von 2 091 000 auf 1977 000 zurüdgegangen. zu beachten ist dabei, daß in der ersten Hälfte des April die durch das Rundschreiben des Reichsarbeitsministers vom 30. März 1926 eingeführte Berringerung der Unterstüßungshöchstdauer und Wiedereinbeziehung der Ausgesteuerfen in die Erwerbslosenfürsorge wirksam geworden iff, was naturgemäß den ziffernmäßigen Rüdgang in der Zahl der unterflüßten Erwerbslosen abschwächen mußte. Seit dem Höchst stande der Erwerbslosigkeit am 15. Je. bruar 1926- iff die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger über. haupt von 2 059 000 auf 1884 000, die Zahl der männDie Internationale Wirtschaftskonferenz. lien Hauptunterftüßungsempfänger allein von 1773 000 auf Allgemeine Aussprache. 1561 000 3 urudgegangen, während die Zahl der weiblichen Hauptunterstüßungsempfänger fich von 235 000 auf 323 000 erhöht hat. Die Zahl der Zuschlagsempfänger ist im gleichen Zeitraum von 2361 000 auf 1978 000 zurückgegangen. Der Gefeßentwurf sieht in seinem§ 2 die Wiederher stellung der dinglich gesicherten Ansprüche( Hypothefen, Grundschulden usw.), die vor dem 1. Januar 1924 begründet find, vor. Er ermöglicht bei Berarmung der Schuldner Nachlaß. Cbenso sollen die nichtdinglichen Ansprüche wieder her gestellt werden. Bei Ansprüchen aus Spareinlagen ist eine Biederherstellung nach dem Wert der geleisteten Zahlungen beabfichtigt, für Obligationen ist das Verhältnis zwischen dem Genf, 27. April,( Eigener Drahtbericht.) Die vorbereitende sonstigen Vermögen des Unternehmens und den Obligationen ent- Wirtschaftskonferenz, die seit Montag in Genf an einem Programm scheidend. Ansprüche aus Reigsbantnoten oder aus Moten für die große Weltwirtschaftskonferenz arbeitet, brachte eine große anderer Rotenbanten follen wiederhergestellt Aussprache über die allgemeinen Wirtschaftsfragen und über die werden, soweit es die Goldreserven der betreffenden Banten ge- Arbeitsmethoden, die man befolgen will. Im Namen der deutschen statten. Außerdem fieht der zweite Titel mit gewissen Einschrän- Reichsregierung erflärte Staatssetretär von Trendelen kungen die Wiederherstellung der Rechte der frühe burg: lleber die Ursachen der Wirtschaftsnot beständen kaum mehr ren Grundstüdseigentümer nor, soweit sie ihre Grund. Meinungsverschiedenheiten. Sie seien in der Ueberindustriali ſtude in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1923 ver. fierung vieler Länder und auf der anderen Seite in der ge fauft haben. Der dritte Titel beschäftigt sich mit der wieder funkenen Kauftraft der Bölfer zu suchen. Eine Zurüd herstellung der Schulden des Reiches, der Ländämmung der Industrie sei nicht möglich. Darum müsse eine Lösung Die Rückzahlung der wiederhergestellten Beträge erfolgt nach den felben Grundsägen, wie sie in dem Auswertungsgesetz angegeben find. Bis zur Rückzahlung sind die Beträge entsprechend zu verzinfen. Die Zinsen fließen einer besonderen Stelle zu, werden für zinsen. Die Zinsen fließen einer besonderen Stelle zu, merden für foziale 3mede verwandt und am 1. Januar 1936 an die Aufwer einem allgemeinen Abbau der Zölle begegnet werden. In der/ tember sei aber für den Bölferbund eine Frage auf Leben der, der Gemeinden und Gemeindeverbände. tungsberechtigten ausgeschüttet. Die im Reichsmieterschutzgesetz vorJahre verlängert werden." gesehene Beibehaltung der gesetzlichen Miete foll um zehn Bon dem Bestschen Entwurf iſt im allgemeinen bisher nur bekannt, daß er eine fünfzigprozentige Aufwertung fordert. Die Reichsarbeitsgemeinschaft erklärt eine fünfzigprozentige Aufwertung für ebenso verfehlt wie eine fünfundzwanzigprozentige Aufwertung. Sie fordert nicht Aufwertung sondern Wiederherstellung. Deutsch- französische Verhandlungen. Die Aussichten für einen Handelsvertrag. In den deutsch- franzöfifchen Wirtschaftsverhandlungen ist eine Baufe eingetreten, da der französische Verhandlungsführer als Delegierter auf der Weltmirtschaftskonferenz in Genf meilt. Am 10. Mai merden die Beratungen wieder aufgenommen, die jetzt schon eineinhalb Jahre andauern, ohne bisher das erwünschte Ergebnis eines langfristigen Vertrages mit Frankreich gezeitigt zu haben. Kam es zunächst darauf an, eine Formel zu finden, die den burch aus verschieden gearteten Borbedingungen eines 3olltarifes amischen Deutschland und Frankreich Rechnung trug, fo gehen jegt die Berhandlungen über die 3511e im einzelnen. Nach dem Schlußprotokoll vom 19. Dezember vorigen Jahres war vorgesehen, daß der geplante deutsch- französische Bertrag für eine Uebergangszeit von 14 Monaten noch nicht die allgemeine gegenseitige Meistbegünstigung enthalten follte. Man wehrte sich in Frankreich gegen die Anwendung der Mindest tarife für eine Reihe von Gütern, die für einen deutschen Erport nach Frankreich von entscheidender Wichtigkeit sind, barunter auch für Maschinen. Hier ist nun eine wichtige AnWenn die Arbeitslosenziffer sinkt. Bon Rose. Es ist eine Tatsache: die Zahl der Arbeitslosen fängt an zu finten. Die Statistik weist nach, daß in Groß- Berlin jeßt 561 Mens schen weniger Arbeitslosenunterstügung beziehen als in der Borwoche. Und ehe das hier gedrudt sein wird, ist die Zahl derjenigen, die Arbeit gefunden haben, sicher auf 632 oder gar 639 geffiegen. Das ist ganz toloffal! Eine viertel Million Menschen hat zwar noch immer nichts zu tun und muß hungern, aber es eröffnen sich Perspektiven. Wir bekommen Luft! Die Börse ist freundlich, sehr freundlich, die Haltung feft, die Kurse steigen. Man deckt sich ein. Dazu werden noch die Steuern abgebaut. Die Regierung drückt auf Barenpreise und Diskont und Binsfäße. Und langsam, aber sicher wird es Frühling. Die Budifer strecken die Nase hoch und ins Freie, und die Gartenlokalitäten haben sich auf neu bemalt. Bald wird man sagen können, daß es eine Luft zu leben sei. Jegt fann man das ja zwar noch nicht. Aber das kommt noch: die Arbeitslosenziffer fintt. Gewissermaßen. Und das, wissen Sie, ist ein Barometer. Für die Wirtschaft. Gestern sind schon Onnrohrgehänge und Armbanduhren billiger Gestern sind schon Onyrohrgehänge und Armbanduhren billiger gemerden. Um fieben Prozent. Von wegen der Lurussteuer. Man fagt, daß auch die Autos einen fleinen Preisabbau planen. Der Brotpreis freilich bleibt vorläufig noch derselbe. Aber das ist ja nicht die Hauptfache. Kühne Kurven fann man jezt überall sehen, in Zeitungen und Zeitschriften. Der Höchststand ist überschritten. Die Strife haben mir hinter uns. Es geht ordentlich ein Seufzer der Erleichterung durch die viergespaltene Drudzeile: unsere Arbeitslosen werden weniger, Nimmt der Krebs zu? Mir hören jetzt so viel von Krebserkrankungen, daß mir unwill. türlich geneigt find, an eine 3ahme dieser furchtbaren Mensch heitsgeißel in der legten Zeit zu enten. Es ist aber auch sehr wohl möglich, daß durch die bessere Erkennung der Krankheit und Fest: stellung der Todesursachen nur mehr Fälle als früher befannt werden. Namentlich in den Bereinigten Staaten, wo die Zunahme der Ziffern der Krebssterblichkeit besonders groß ist, glaubt man an eine tatsächliche Zunahme der Krankheit. Der hervorragende Sta tiftifer Dublin hat es nun unternommen, diese uns so viel beschäf. tigende Frage an dem großen Versichertenbestand der amerikanischen Metropolitan Life Insurance Company zu prüfen, und in einer Besprechung feiner Ergebnisse nennt Sanitätsrat Prinzing in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift diese Statiftit ein Muster, beispiel dafür, mie solche Berechnungen methodisch richtig ausgeführt merden müffen Genf, 27. April.( WIB.) Das Journal de Genève" veröffent Sorge um die Septembertagung. Ein englischer Vorschlag für den Völkerbundsrat. licht die zufchrift einer englischen Persönlichkeit, die, wie das Blatt angibt, in Bölkerbundsangelegenheiten gut unterrichtet ist. Die Buschrift geht davon aus, daß Deutschland nicht in den Böllerbund eintreten werde, wenn Nenderungen im Rate vorgenommen werden. durch Verbilligung. der Produktion, Stärtung der Verbrauchstraft Die deutsch russischen Berhandlungen seien eine Warnung. im Zoll- und Handelsvertragswesen mit dem sich daraus ergebenden zur Umbildung des Rates in einem abträglichen Sinne oder die und Erzeugung neuer Absatzgebiete gesucht werden. Dem Birrwarr die besagen wolle, Deutschland werde im September feinen Bersuch verderblichen nationalen Konkurrenztampf fönnte mit einer Ber- Erhebung von Staaten untergeordneter Bedeutung zum Range einer einheitlichung des Zolltariffystems und der Zollstatistik sowie mit Großmacht zulassen. Der Eintritt Deutschlands im Sepder Ergebnisse der Brüsseler Finanzkonferenz beffer sich selbst helfen. werden konnte, so müsse er im September unbedingt handeln, wenn Währungsfrage laffe man die einzelnen Länder auf der Grundlage und Tod. Wenn fie im März vom Völkerbunde noch vertagt Zwischen der französischen Auffaffung, welche eine Besserung einzig er nicht zugrundegehen wolle. Beim Eintritt Deutschlands in den durch privatwirtschaftliche Kartellverständigunng sehe, die hauptsäch Böllerbund könne der Völkerbund den Austritt von zwei oder selbst fich auf eine Beseitigung der Zölle und Handelsbeschränkung hinaus mehreven Staaten untergeordneter Bedeutung wohl verschmersehe, müsse eine brauchbare Kombination gesucht und gefunden zen. Zur Befriedigung der Wünsche Spaniens und Brafiliens schlägt dann die englische Persönlichkeit vor, die nächste Bölkerbundsver Von den übrigen Rednern betonte der Engländer Layton, fammlung folle beschließen, daß nicht ständige RatsmitHerausgeber des Londoner„ Economist" und einer der beiden glieder beim Ablauf ihrer Mandate sofort für weitere Experten über die österreichische Wirtschaftslage, ein fyftema drei Jahre in den Rat wiedergewählt werden tönnen, tisches, methodisches Vorgehen der Konferenz durch Einsetzung wenn sie bei der Wiederwahl eine qualifizierte Mehrheit von zwei Drittel oder drei Biertel der Stimmen ervon drei Unterausschüffen: einen für die 3011, den zweiten für die Produktions und den dritten für die Arhalten. Auf diese Weise tönne jeder Staat, wenn er das Vertrauen beitsfragen. Der Franzose Beyerimhoff mies in ziemlich der Versammlung habe, auf unbestimmte Zeit und, ununterbrochen lebhafter Bolemit gegen Layton darauf hin, daß man mit gründ vertreten sein. Die Entscheidung darüber müsse aber von Fall zu lichen profeffionalen Studien viel zu langsam vorwärtstommen Fall immer wieder der Bersammlung selbst überlassen wer würde. Was not tue, seien rasch zu verwirklichende praktische den In der Zuschrift wird schließlich der Vorschlag gemacht, im Sanierungsvorschläge. September die nichtständigen Ratsfige von sechs auf fiebent au erhöhen und der liebenten nichtständigen Ratssitz China zuzuweifen, während Belgien ausfcheiben und feinen Blag Boten überlassen soll. Der Rat bestünde dann im Falle der Auf nahme Deutschlands aus fünf ständigen und sieben nichtständigen Ratsmitgliedern. werden. Besonders entschieden für den Abbau der Zölle und den Frei handel, d. h. für die Interessen der Konsumenten und der Arbeiter flaffe, traten der englische Genosse Shaw, der Schwabe Derne und Frau Freundlich aus Bien ein Der Ausschluß der Deffentlichtelt von den Bes ratungen der Konferenz begann schon am zweiten Tag lächerlich zu werden. Die zahlreichen Delegierten und Sefretäre teilen den vor der Glastür des Gigungsfaales martenden Journalisten den wesent. lichen Inhalt der Reben und die Namen der Redner doch mit. Wäre es ba nicht sowohl für die Sachverständigen wie für die Journalisten einfacher, vorteilhafter und würdiger, wenn wenigstens die allgemeinen Beratungen öffentlich abgehalten würden? Das Hygiene- Komitee des Bölferbundes hat unter dem Bor fi bon Madsen Dänemark ſeine 6. Tagung begonnen. Es handelt Völkerbundsversammlung und um die laufenden Arbeiten der sich um Beschlüffe zur Durchführung der Entschließungen der legten Sygiene- Abteilung, ben Nachrichtendienst für die Epidemien, den Austausch von Sanitätspersonal, fowie einige Sonderenqueten, die im Laufe der nächsten Zeit durchgeführt werden sollen. gekommen. Leider beging Resi Langer den Fehler, die Gedichte durch die Art ihres Bortrages modernisieren zu wollen und raubte so durch übermäßige Pointierung vielen der fleinen Sächelchen ihren Schmelz. Alice Ehlers am Cembalo teils in Solovorträgen, teils gemeinsam mit Prof. Emil Prinz, der Flötenfompofitionen ron Quantsch, Friedrich II. und Mozart spielte, versenkte sich dafür um so liebevoller in die ferne Zeit. Gut flangen auch die Lieder, die Elife von Gatapul ebenfalls zu Cembalobegleitung fang. Tes. Dublin wählte für seine Berechnungen aus den Versicherten der großen amerikanischen Gesellschaft die zahlreichste Gruppe der Arbeiterschaft aus, die nur fleine wöchentliche Beiträge von 5 Cents aufmärts zahlen. Die durchschnittliche Ziffer der in dieser Gruppe Versicherten war in den 12 Jahren 1911-1922, die er in Betracht zieht, 10,75 millionen, davon etwa sechs Siebentel Weiße und ein Siebentel Farbige. Die Gesamtzahl der Krebssterbefälle belief sich auf 90 175. Danach betrug die rohe Sterbeziffer 69,8 auf 100 000 Lebende. Da aber unter den Bersicherten die höheren Altersklassen viel spärlicher vertreten sind, wurden Standardziffern unter ZuWiederherstellung von Schinkels Grabmal. Die schöne Grabgrundelegung der in England aufgefundenen Altersgliederung bestätte Schinkels auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin war rechnet. Danach ergab sich für die ganze Veriode das Verhältnis im Herbst 1922 von ruchloser Hand zerstört und der bronzenen Bevon 87 Todesfällen auf 100 000 Lebende. Auch bei der Gesellschaft frönung beraubt worden. Aus Mitteln des Ministeriums für Wiſſenergab sich eine Zunahme der Krebssterblichkeit, und zwar von 82,6 schaft, Kunst und Boltsbildunng ist jetzt die Grabstätte wieder her im Jahre 1911 auf 88,7 1922. Die durchschnittliche jährliche Zunahme gestellt worden, die Krönung wiederum in Bronzeguß, wobei aber wurde mit 0,60 berechnet. Diese Zunahme ist nun viel fleiner die Form etwas abgeändert wurde. Das auf einen Entwurf von als diejenige, die sich aus der amtlichen Todesurfachen- Statistik der Schinkel selbst zurückgehende Afroterion mit einem männlichen Bereinigten Staaten ergibt; fie ift beim männlichen Geschlecht größer Genius, den August Kiẞ modelliert hat man hatte es vom Grab. war am Grabmale Schinfels als als beim weiblichen. Im ganzen hat das männliche Geschlecht eine mal Hermbstädts übernommen beträchtliche Zunahme; beim weiblichen Geschlecht ist sie bei ben Rückseite verwendet worden. Jetzt wurde es zur Borderseite geWeißen gering, die farbigen Frauen haben fogar eine ganz fleine nommen und in die Rückseite statt des Genius ein Pflanzenstück ein. Abnahme. gefügt. Der weibliche Genius, der ehemals an der Vorderseite angebracht, mar, wurde weggelaffen, weil er zum Ornament schlecht paßte. Was die einzelnen Arten des Krebses anbetrifft, so zeigte der Krebs des Darms und Bauchfells bei beiden Geschlechtern eine er hebliche Zunahme, der Krebs des Magens, der Leber, Gallenblase, Speiseröhre zeigte nur beim männlichen Geschlecht Zunahme. Der Krebs der Mundhöhle, Lippe, Zunge, Riefer und der Haut ist weniger häufig geworben. Der Krebs der Gebärmutter zeigt bei den weißen Frauen, der der Brustdrüse bei den Weißen und Far. bigen eine fleine Zunahme. Troßdem muß man daran zweifeln", fagt Brinzing, ob daraus auf eine tatsächliche Zunahme des Krebfes geschlossen werden kann. Die Zunahme zeigt sich am meisten in den höchsten Altersklassen und bei ben Krebsarten, die der Untersuchung Diagnosestellung und durch eine Zunahme der ärztlichen Behandlung am wenigsten zugänglich sind, so daß sie sich durch eine beffere Diagnosestellung und durch eine Zunahme der ärztlichen Behandlung bei älteren, Bersonen erklären läßt. Nach den neueren Untersuchungen von Peller über die Krebssterblichkeit in Wien, London und Paris und nach denen Heibergs über die Krebssterblichkeit in Kopenhagen ist eine Zunahme des Krebses in diesen Städten sicher auszuschließen. Man wird dies auch auf die Arbeiterschaft in den Vereinigten Staaten übertragen, dürfen." Rototo- Runft im Rundfunt. Es ist ein fonderbares Gefühl zu denten, daß die zierliche Kammerfunft des Rototo, die den Rundfuntteilnehmern diesmal aus Stopfhörern und Lautsprechern ent gegentlang, nun gleichzeitig ein Millionenpublikum hatte, das, statt im ferzenhellen Festsaal, am elektrisch beleuchteten Abendbrottisch, in der Rüche, irgendwo in einer bequemen Ede lauschte. Bird man bart noch die Eigenart diefer Stunft zu erfassen vermocht haben? Wahrscheinlich taum, denn die an Klangfülle gewöhnten Ohren haben wohl meist das Gefühl für die zarten Klänge des Cembalo verloren, dessen Charakter in der Uebermittlung sehr gut zum Aus brud tam. Hier wäre wieder nötig gewesen, durch einführende Worte das Verständnis für die Darbietungen zu erfüllen. Auch ben Borträgen von Reft Langer, die Dichtungen von Chriftian Günther bis Goethe sprach, mare folche Einleitung gewiß zugute Nr. 115 sendet uns das Stadtschultheizenamt heilbronn a. N. jetzt „ Das Mietertittchen von Heilbronn." Zu unserem Artikel in folgende Berichtigung: In einem Artikel des Vorwärts von 10. März 1926 Mieterkittchen von Heilbronn" wurde ausgeführt, daß die Stadtgemeinde für auffässige Mieter Strafbaracen zu bauen gedente und hierfür bereits 120 000 m. bewilligt habe. Der Artikel übt an dieser vermeintlichen„ Mieterreform" Kritik und macht der Stadtverwaltung den Vorwurf unverständiger und einseitiger Einftellung gegen die Mieter. Es handelt sich dabei um folgende Angelegenheit: In Heilbronn haben sich, wie wohl auch anderwärts, in letzter Zeit die Fälle gehäuft, in denen Mietern im Mietauf hebungsflageverfahren vor dem Amtsgericht der Mieterschutz nicht zugebilligt wurde und deshalb der Hausbefizer zur Durchführung der Räumung schreiten fonnte. Solche Mietparteien gehören allerdings nicht immer zu den angenehmsten Mietern, aber im Falle der Obdachlosigkeit hat auch bei unguten Mietern", denen der Mieterschutz vom Gericht versagt wird, die Stadtgemeinde in gewiffem Um fang eine Fürsorgepflicht. Um nun solchen obdachlos gewordenen mietern wieder eine Unterkunft gewähren zu können, infolange, bis lie eine neue Wohnung gefunden haben, plant die Stadtgemeinde die Erstellung einer Wohnbarade, für deren Rosten 20 000 m., nicht 120 000 m., aufgewendet werden sollen. Es handelt sich also bei der Maßnahme nicht um Wohnungsfürsorge, sondern um Obdachlosigkeitsverhütung, die von den Betroffenen gerne angenommen wird. Rechtsrat Dr. Schmid." Das Berliner Philharmonische Orchester unter Leitung von Wilhelm Furtwängler, wird auch dieses Jahr eine größere Tournee unternehmen, bie die Künstler durch eine Reihe deutscher Städte, sowie durch die Tschechoslowakei, Defterreich Ungarn und die Schweiz führen wird. " Die Sunflaus ftellung Der Einrm, Potsdamer Str. 134 a, zeigt im Mat Negerplaftiken von Afrika und Speere von der Süblee. Die s ftellung ift täglich von 10-8, Sonntags bon 11-2 Uhr geöffnet. Wilhelm Bock. Dem Achtzigjährigen zum Gruß. Auf achtzig Jahre eines an Kämpfen überreichen Lebens blidt heute, am 28. April, der Alterspräsident des gegenwärtigen Reichstags, Genosse Wilhelm Bod- Gotha, zurüd. Von diesen acht Jahrzehnten gehören volle sechs der Betätigung in der politischen und gewerkschaftlichen Bemegung der Arbeiterklasse. Wilhelm Bod, noch immer rühriges Mitglied der sozial demokratischen Frattion, ist nicht nur nach den Lebensjahren das älteste Mitglied des Reichstags. Er ist sicher auch an Wahljahren einer der ältesten, wenn nicht der älteste Abgeordnete im Parlament des Deutschen Reiches. Seit er im Jahre 1884 zum ersten Male den Wahlkreis Gotha für die Sozialdemokratie eroberte, gehört er, mit nur furzen Unterbrechungen, durch mehr als vierzig Jahre dem gesetzgebenden Hause an. Und heute noch ist er von beneidenswerter geistiger und förperlicher Frische und von beispielgebender Pflichttreue. Aus Großbreitenbach im Thüringer Lande gebürtig, hat Wilhelm Bod in Arnstadt das Schuhmacherhandwerk erlernt. 1864 ging er, nach Beendigung der Lehrzeit, auf die Wanderfchaft, arbeitete in mehreren Städten Mitteldeutschlands und fam 1868 nach Hamburg, wo die sozialdemokratische Bewegung schon früh Boden gefaßt hatte. Dort schloß er sich dem Arbeiter schon früh Boden gefaßt hatte. Dort schloß er sich dem Arbeiter bildungsverein an, in dem er ein eifriges Mitglied wurde. Indes zog er sich bald wieder in die thüringische Heimat zurüd, wo er sich endgültig in Gotha niederließ. Veralteter Mieterschutz. Die Verhandlungen im Wohnungsausschuß.. 3u welcher Borniertheit sich fleinlicher Hausbefizeregoismus versteigen fann, bemies im Wohnungsausschuß des Reichstags der Abg. Lude( Wirtsch. Bg.). Nach§ 7 des Mieterschußgefeges besteht das Mietschoffengericht aus Richter und Beifizer. Begtere merden den Borschlagslisten der Hausbefizer und Mieter entnommen. Der Abgeordnete beantragte eine Bestimmung aufzunehmen, daß die heranzuziehenden Richter zur Hälfte den Hausbesigern entnommen werden sollen. Lächerlichkeit tötet sonst. Herr Lude ist auch gegen Lächerlichkeit immun. Er blieb allein auf weiter Flur. Um die Verschärfung des§ 3 des Mieterschutzes Klage megen Zahlungsverzug des Mieters milbern, beantragten die Regierungsparteien zu§ 10 einen Susa, daß bei Eingang der Klage der Gerichtsschreiber der Fürsorgebe hörde Anzeige machen soll. Damit soll das Fürsorgeamt in die Lage perfekt fein, zu prüfen, ob nicht der Berzug des Mieters durch Unterstügung der Wohlfahrtsbehörde ausgeräumt werden fann. Bon sozialdemokratischer Seite wurde darauf hins gewiesen, daß der Hinweis allein nicht genüge, sondern auch die fLicht der Fürsorgebehörde hinzutreten müsse, zu prüfen, ob die Unterstützung zu gewähren sei. Das führte zu Ergänzungsanträgen des Abg. Steiniger und des Abg. Höllein. etwas u Er mußte aber zugeben, daß dieses Gutachten für fein Gericht bindend sei. Die übrigen Unträge bat er wegen den sich daraus ergebenden Konsequenzen abzulehnen. Bon fozialdemokratischer Seite wurde geltend gemacht, daß, wenn schon 3weifel beständen, die gefeßliche Regelung zwingend notwendig fei, und machten eine Reihe Gründe auch für die beantragten anderen Abfäße geltend. Es fand aber nur der erste Saz eine Mehrheit, während die beiden anderen Säge abgelehnt wurden. In Das Gemeindebestimmungsrecht. Ein Zentrumsantrag im Reichshaushaltsausschuß. In der fortgeführten Aussprache erflärte Genosse Dr. Moses, die Debatte bilde einen trefflichen Epilog zu der eben abgelaufenen Reichsgesundheitswoche. Da habe man sich mit Erfolg bemüht, in dieser Woche das ganze deutsche Bolt aufzurufen, mehr als bisher den Problemen der Boltsgesundheit, der Hygiene, des vernunftgemäßen Lebens sein Augenmerk zuzuwenden: Hunderten von Abbildungen seien die furchtbaren Wirkungen der Geschlechtskrankheiten, der Tuberkulose und des Alkoholismus dar gestellt worden, und einen Tag nach dem Ablauf dieser Reid, s gesundheitswoche spricht man fich gegen das Gemeindebe Ministerialdirektor Wöls mies daraufhin, daß§ 6 der reichs. stimmungsrecht aus! Der Minister Külz habe erklärt, die rechtlichen Grundsäge für die Wohlfahrtspflege den Bohl. Bekämpfung des Alkoholmißbrauches sei in erster Linie Aufgabe fahrtsbehörden eine Unterstügung netleibenber Mieter der Boltserziehung und nicht der Gefeßgebung. In Konsequenz zur Pflicht macht. Leider feien die Landesbehörden nur menig dieser Auffaffung müßte man dann aber auch das Gesetz zur Bediesen Grundsägen gefolgt. Dort wo es geschehen sei, jeien 95 Broz. fämpfung der Geschlechtskrankheiten zurückziehen. mo Welches miffender Klagen durch Unterstügung der Mieter gegenstandslos geworden. Schaftliche medizinische Werk man immer zur Hand nehmen möge, Dem Mieter müsse ein Obdach gesichert sein. Schließlich wurde nach immer stoße man auf den Alkoholismus als Quelle und Verbreiter einer großen Zahl von Erfranfungen, insbesondere des Herzens, Ablehnung des Antrages Höllein folgender 3ufas zu§ 10 an. der Verdauungsorgane, gar nicht von den psychischen Erkrankungen genommen: zu reden. In melcher Weise der Alkoholismus auf die Tuberkulose wirke, dafür gibt den besten Beweis der Bericht aus Amerifa in der Münchener Medizinischen Wochenschrift". Danach betrug die Abnahme der Tuberkulofefterblichkeit in Amerika in den Jahren 1914 bis 1917 nur 7,9 Pro3.. feit der Prohibition von 1919 bis 1923 aber 38,2 Proz. Aehnliche Erfahrungen, mie fie in allen Krankenhäusern in Amerifa gemacht und von den statistischen Gesundheitsämtern bestätigt worden sind, haben aud die Lebensversicherungen in Amerila gemacht. Und nicht nur auf die Tuberkulose, sondern auch auf die Verbreitung der Ge schlechtstrantheiten habe die Brohibition in Amerika diesen Einfluß ausgeübt. Auch auf die Einwirkung des Alkoholismus mit Bezug auf die Nachkommenschaft ging Redner noch furz ein und meinte am Schluß, solange die Gegner des Gemeindebestimmungs rechtes feinen besseren Vorschlag zur Bekämpfung des Alkoholismus zu machen müßten, müsse man darauf bestehen, dieses Gemeindebestimmungsrecht auch für Deutschland einzuführen. Es sei höchfte Zeit, daß sich die Gesetzgeber ihrer Pflicht bewußt werden, mehr als es bisher der Fall gewesen, für den Wiederaufbau unserer durch den Krieg zusammengebrochenen Bolfsgesundheit zu tun, und dazu sei in erster Reihe erforderlich eine starke Bekämpfung des Alkoholismus. Bon dort aus veröffentlichte er Anfang Oktober 1872 eine Einladung zur Beschidung eines Schuhmacherfongresses, der die Gründung einer Gemerfschaft der Schuhmacher vorbereiten follte. Die Einladung hatte Erfolg, die Internationale Schuhmachergewertschaft" wurde ins Leben gerufen, Wilhelm Bod murde ihr Borsigender uud menige Jahre darauf auch Redat teur des von ihm gegründeten Fachblattes„ Der Beder". Das Sozialistengesetz aber, die duftigste Blüte Bismardscher Staatsfunst", zerstörte sowohl die Bartei wie die Gemertschaften und ihre Organe. Auch der Beder" wurde verboten und unterdrückt. Aber bald darauf, nur einen Monat nach dem Berbot, erschien Bod bereits mit einem neuen Fachblatt Der Schuhmacher", auf dem Plan Das war fein Gemertfchaftsblatt, weil ja die Gewerkschaft nicht mehr eristierte. Aber es bildete in der fritischen Zeit ein Bindeglied zwischen den verstreut wohnenden Fachgenossen und den trok Bismard neu entstandenen örtlichen Fachpereinen. " So wirkte Bock im besten Sinne als Pionier der Gemertschaftsbewegung in seinem Berufe, aber nicht nur in diesem und nicht nur in der Gewerkschafts-. bewegung. Sobald er die ersten Schritte in der Arbeiterbewegung getan, gehörte er als einer der rührigsten unter den jungen Arbeitern jener Zeit auch zur Sozialdemokratie. Diese war freilich damals noch in zwei Lager gespalten, und die beiden Gruppen befehdeten fich aufs heftigste. Den La f falleanern standen die Eisenacher gegenüber. Jene mehr zentralistisch straff organisiert, diese mehr beweglich in der Organisationsform und großdeutsch- demokratisch in der Gesinnung. Wilhelm Bod gehörte zu den legteren. Aber der Bruderkampf war nicht fein Lebenselement. Und als endlich, 1875, die Einigung der beiden Bruderparteien angebahnt wurde, da war Bod einer der ersten, die diesem Streben mit ganzer Hingabe thre Dienste boten. In Gotha, dem Wirkungsgebiete Bods, trat der berühmte Einigungs tongreß zusammen, dem so viele mit schwellenden Hoffnungen entgegensahen. Wilhelm Bod hat diesen Einigungstongreß im Auftrage der Gothaer Genossen eröffnet und feine Berhandlungen geführt, bis nach Verständigung der beiden Fraktionen Hafenclener von den Lassalleanern und Geib pon den Eisenachern" als gleichberechtigte Borsigende mit der weiteren Leitung der Beratungen betraut wurden. Seit in Gotha die beiden Flügel zu einem Körper verfchmolzen wurden, galt die Arbeit der Partei und die ArbeitsPraft Wilhelm Bods nur dem Kampfe gegen die Klaffenfeinde. Das Boysen der sozialdemokratischen Bewegung in Thüringen und besonders in der engeren Gothaer Heimat ist lebendiger Zeuge von der unermüdlichen Wirksamkeit Wilhelm Bods, die das Sozialistengefeß mit seinen Schifanen verlachte und es mit der Eroberung des Wahlkreises Gotha für die Sozialdemokratie beantwortete. Auch im Gothaer Landtag der Borfriegszeit hat Bod als Vertreter seinen Mann gestanden. Die Spaltung der großen deutschen Sozialdemokratie Die Spaltung der großen deutschen Sozialdemokratie während des Krieges und in den Nachkriegsjahren fand Wilhelm Bod auf der Seite der Unabhängigen. Der Bruderstreit mit all seinen Begleiterscheinungen blieb auch diesem Alten nicht erspart, der oft mit Wehmut an den Gothaer Kongreß von 1875 gedacht haben mag. Die Entwicklung hat die beiden sozialdemokratischen Parteien wieder zusammengeführt. Es mird einer der schönsten Augenblide im Leben Wilhelm Bods gewesen sein, als er in Nürnberg 1922 als ältester Vertreter der Unabhängigen die neu vollzogene Einigung durch Handschlag mit dem Aeltesten der Sozialdemokraten, Wilhelm Pfannkuch, besiegeln und symbolisch untersteichen durfte. Der Einigungsmann von Gotha und der von Nürnberg blidt heute auf achtzig Jahre Kampf und Arbeit zurüd. Er begann in einer Welt, in der die Arbeiter zerstreut, unorganisiert, der Willkür des Unternehmertums widerstandslos ausgeliefert maren. Er sieht heute eine neue Welt, die zwar noch nicht fchladenfrei ist, aber für denkende und fämpfende Arbeiter doch ein ganz anderes Geficht trägt, als die der fedhziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Er erlebte mitfchaffend den wirt schaftlichen, fulturellen und politischen Aufstieg der Arbeiter flaffe, er wirfte mit an dem Neuten, Werdenden, an der Freilegung der Bahnen zu neuem Borwärtsdrängen. Möge dem Alten, der als lebender Zeuge aus einer Zeit des Ringens und Wachsens in diese Umwelt des Vollendens hinübersagt, noch manches Jahr geistiger und förperlicher Frische und vor allem die Freude beschert sein, die wieder geeinigte Sozialdemokratie zu ständig neuer Machtenfaltung fich entwideln zu sehen! Berufungsverhandlung gegen Düsterberg. In der Berufungsverhandlung in dem Beleidigungsprozeß des Regierungs präsidenten Grügner gegen den Stahlhelmführer Oberst leutnant a. D. Düsterberg erfannte das Gericht wie in ber ersten Instanz im Januar d. J. wieber auf 300 m. Geld. strafe. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf 600 M. Gegen das erstinstanzliche Urteil hatten sowohl der Regierungspräsident und der Staatsanwalt als auch Düfterberg Berufung eingelegt. In Udfchda erklärte General Simon bei Beginn der Friedens fonferenz den Rif- Vertretern, daß man die Gesamtheit der bereits überreichten Friedensbedingungen zu prüfen habe und legte sodann Art und Weise der Durchführung diefer Bedingungen bar. I Vor dem Eingang einer Klage, mit welcher die Aufhebung eines auf Wohnraum bezüglichen Mietverhältnisses auf Grund § 3 verlangt wird, hat der Gerichtsschreiber der Für. forgebehörde unter Angabe des rüdständigen Mietbetrages und unter Hinweis auf die Fürsorgepflicht gemäß den Reichs. grundsägen über Borauslegung, über Art und Maß der öffent lichen Fürsorge unverzüglich Mitteilung zu machen. § 12 des Mieterschußgefeßes sieht vor, daß die ftreitenden Barteien sich vor dem Mieischöffengericht auch durch Beauftragte Barteien sich vor dem Mieischöffengericht auch durch Beauftragte der Organisationen vertreten lassen fönnen. Die Gerichte haben nur den Parteien Schwierigkeiten bereitet, daß sie andere als Bor. standsmitglieder von Organisationen nicht als Vertreter zugelaffen und einzelne Bertreter als ungeeignet zurückgewiesen haben. Ein sozialdemokratischer Antrag will nun diese 3weifel ausräumen, jeden mit Vollmacht versehenen als er treter gelten lassen, die Zulässigkeit der Bertretung auch bei Klagen vor dem Einzelrichter sichern und die Prüfung der Eignung des Vertreters dem Gericht entziehen Sie stellten den Antrag, dem§ 12 folgenden Absatz anzufügen: Als Beauftragte im Sinne dieser Borschriften gelten alle mit Vertretungsausweis der Vereinigung versehene Personen. Abs. 1 findet auf alle Verhandlungen vor dem Amtsge. richt entsprechende Anwendung, die einen nach§ 15 MSchG. zu einer Verbindung mit einer Aufhebungsflage zulässigen An spruch zum Gegenstand haben. Die Fähigkeit zum geeigneten Vortrag oder mündlichen Ber handeln im Sinne des§ 157 Abs. 2 der 3PD. ist bei einem Be auftragten nach Abs. 2 Saz 1 zu vermuten und nur zu der. neinen, wenn besondere und im Einzelfalle zu begründende Um stände das Gegenteil ermeisen. Ministerialrat Brandes machte geltend, daß die Zweifel ausgeräumt worden seien durch die Gutachten des Kammergerichts, das dahin geht, daß auch andere als Vorstandsmitglieder der Mieter. oder Bermieterorganisationen bestellte Vertreter zuzulassen seien. Von einigen Abgeordneten des Zentrums ging am Schluß der Sizung noch folgende Entschließung ein: Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen, baldigst in eine Prüfung einzutreten über: 1. die berzeitigen Miß ft ände im Schantstättenmefen unter dem Gesichtspunkt der Volfsgesundheit, des Familienlebens und des Jugendschutes; * 2. bie mißstände bei Berleihung von Kons zeffionen; 3. ob zur Befämpfung dieser Mißstände eine stärfere Heranziehung von Gemeindeangehörigen diens lich ist. Die Berhandlungen werden Mittwoch fortgelegt. TCR Das Arbeitsgerichtsgesetz vor dem Reichstag. Die Begründung der Regierung. Aufhäuser über die Bedeutung der Vorlage. Der Reichstag hielt gestern feine erste Sigung nach den Osterferien ab. An Stelle des verstorbenen Abg. Fehrenbach ist Frau Bhilipp, Karlsruhe( 3tr.) eingetreten. Die Anleihedentschrift für 1925 wird ohne Beratung zur Renntnis genommen. Ein Gefeßentwurf zur Aenderung des§ 11 der Reichsabgabenordnung, monach die Einbringung des Abgrenzungsgesetzes bis zum 1. April 1926 hinausgeschoben werden soll, wird debattelos in allen drei Beratungen erledigt, ebenso das Gesetz über die Prüfung und Beglaubigung der Fieberthermometer. Es folgt die erste Beratung des Entwurfs eines Arbeitsgerichtsgesetzes. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns gibt zuerst einen Ueberblick über die bisherige Entwicklung des Arbeitsrechts und die Ausbreitung des Gewerbe- und Kaufmanns gerichtswesens. Nach dem vorliegenden Gefeßentwurf sollen Arbeitsgerichtsbehörden geschaffen werden, und zwar die Arbeits gerichte und das Reichsarbeitsgericht. Die Arbeitsgerichte sind unter Ausschluß der ordentlichen Ge richte ohne Rücksicht auf den Wert des Streitgegenstandes zuständig: 1. für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten zwischen Tarifvertragsparteien, 2 für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aus dem Arbeits- oder Lehrverhältnis und aus Berhandlungen über die Eingehung eines Arbeits- oder Lehrverhältnisses, 3. für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten zwischen wirtschaft. lichen Bereinigungen von Arbeitgebern oder von Arbeitnehmern und ihren Mitgliedern aus dem Vereinigungsverhältnis, 4. für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, und 5. in einer Reihe von Fällen des Betriebsrätegesezes. Vor den Arbeitsgerichten find als Prozeßbevollmächtigte oder Beiftände Rechtsanwälte oder Perfonen, die das Berhandeln vor Gericht gefchäftsmäßig betreiben, ausgefchloffen; zugelaffen find jedoch fahungsmäßige Vertreter und bevollmächtigte Angeftellte wirtschaft licher Bereinigungen von Arbeitgebern oder Arbeitnehmern, fowelt fie für die Bereinigung oder für Mitglieder der Vereinigung auftreten. Bor den Landarbeitsgerichten und vor dem Reichsarbeitsgericht müssen die Barteien sich durch Rechtsanwälte als Brozeßbevollmächtigte vertreten laffen. Die Borsitzenden und die stellvertretenden Vorsitzenden bestelt die Landesjustizverwaltung im Einvernehmen mit der obersten Landesbehörde, für die Sozialver. maltung im Einvernehmen mit der obersten Landesbehörde für die Sozialperwaltung. Sie foll nur Personen bestellen, die auf arbeits rechtlichem und sozialem Gebiete Kenntnisse und Erfahrungen be fißen und regelmäßig ordentliche Richter find. Andere Personen dürfen zu Borfizenden oder zu stellvertretenden Borsigenden nur bestellt werden, wenn sie nach ihrer Stellung im Erwerbsleben meder als Arbeitgeber noch als Arbeitnehmer anzusehen sind und Die Bei die Befähigung zum Richteramte haben. Die Bet fizer werden von der höheren Verwaltungsbehörde im Einvernehmen mit dem Präsidenten des Landgerichts auf die Dauer von drei Jahren berufen. Sie sind in angemesse nem Berhältnis aus den Borschlagstiften zu entnehmen, die von den in dem Gerichtsbezirke bestehenden wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer eingereicht werden. Abg. Aufhäuser( Soz) weist darauf hin, daß die Berfassung des Deutschen Reiches in ihrem Artikel 157 fagt, daß die Arbeitskraft unter dem besonderen Schuße des Reiches stehe und das Reich ein einheitliches Arbeitsrecht schaffe. Jest bietet sich dem Reichstag die Gelegenheit, zum Gesamtproblem des fünftig zu schaffenden einheitlichen Arbeitsrechts Stellung zu nehmen. Es wird sich bei der Beratung dieser Borlage auch zeigen müssen, wie weit der Reichstag gewillt ist, der Repu blit einen fozialen Gehalt zugeben. Der Reichstag müffe jeẞt feststellen, daß der alte Rechtsstandpunkt, der auf der Grundlage des römischen Rechts aufgebaut mar, monach der Arbeiter nur Objeft der Rechtsprechung ist, aufgegeben, und der arbeitende Menfch den Mittelpuntt der Rechtsprechung bildet und daß die Persönlichkeit des Arbeiters pollen Schutz gegen den Bucher mit seiner Arbeitskraft genießt. Bon besonderer Bedeutung ist die Tatsache, daß bei diesem Gefeßentwurf zur Anerkennung des positipen Arbeitsverhältnisses übergegangen wird. Es ist notwendig, daß jezt ein Arbeitsrecht geschaffen wird. daß den veränderten Verhältnissen im Zeitalter der Großindustrie Rechnung trägt.( Sehr richtig! bei den Soz.) Die Schöpfer der Verfassung sind davon ausgegangen, daß die fapitalistische Ent midlung für Millionen von arbeitenden Menschen das gleiche Schid. sal geschaffen hat und daß ihnen daher die entsprechende gleiche faziale Sicherung gegeben werden muß, und daß zur Durchführung des sozialen Rechts eine einheitliche Organisation geschaffen werden foll. Heute leiden mir noch unter einer unübersichtlichen. 3eriplitterung in Arbeitsnachweisen, Berliche rungswesen und Arbeitsrechtsprechung. Wenn in der Begründung der Borlage gefagt wird, daß zwischen Verwaltung und Arbeitsrecht feine Berbindung geschaffen werden kann, so muß diese Vereinheitlichung wenigstens bei der Arbeitsgerichtsbarkeit geschaffen werden. Weil wird in Deutschland noch fein neues Arbeitsrecht haben, fommt dem Arbeitsgerichtsgefeh die besondere Aufgabe zu, den Anfang zur Vereinheitlichung des Arbeitsrechts zu schaffen. Sehr richtig! b. d. Soz.) Es handelt sich hier ja nicht nur um Rechtsprechung, sondern auch um Rechtsfchöpfung, insbesondere bei der Auslegung der Streitigkeiten aus dem Tarifwesen. Die besondere Bedeutung der Borlage liegt darin, daß zum erstenmal den Beteiligten aus der Wirtschaft, den Tarifvertragsparteien, die große Aufgabe zugewiefers wird, aus der Braris beraus felbst das tommende Arbeitsrecht porzubereiten. Das Wesentliche an dieser Entwidlung ist, daß allmählich auch die gefehgebenden Körperschaften nicht mehr daran vorübergehen fönnen, daß das fünftige soziale Recht aufgebaut fein muß auf den großen Organisationen der Wirtschaft, der Arbeiter, Angestellten und Unternehmer. Hier wird zum ersten Male die Parteifähigkeit dieser Organisationen ausge sprochen. Im Reichswirtschaftsrat hat die Abteilung der Unter nehmer den Versuch unternommen, diefe. Entwicklung mieder rüdgängig zu machen, der Reichswirtschaftsrat hot dieſen Versuch zurüdgemiesen. Wir menden uns mit Entschiedenheit da gegen, daß Betriebsbelegschaften ben großen Organi fetionen gleichgestellt werden sollen, denn das würde nur zu einer Bevorzugung der sogenannten wirtschaftsfriedlichen von den Unternehmern ins Leben gerufenen Bereinigungen führen. Wir sind mit der Berücksichtigung des Betriebsrätsgefeßes einverstanden, aber mir mehren uns dagegen, daß man die selbstgeschaffenen großen Organisationen gleichftellt mit diesen wirtschaftsfrieblichen Bereini gungen.( Sehr richtig! bei den Soz.) Das Arbeitsrecht foll aber nicht nur einheitlich, es muß auch autonom sein, d. h., es soll aus dem fozialen Leben felbst her. auswachsen Es handelt sich doch hier um bas Recht des arbeitenden Menschen und das fann nur gefchaffen werden aus dem sozialen Leben her aus; durch die Beteiligten selbst, die durch ihre Rechtsprechung immer wieder das neue Recht schaffen sollen. Wenn aber der Rollettivgedanke maßgebend sein soll, dann passen die Arbeitsgerichte nicht in die Atmosphäre der ordentlichen Gerichte hinein. Der Selbst. ständigkeit der Arbeitsgerichtsbarkeit haben drei Intereffen. gruppen Widerstände entgegengesetzt. Die erste Gruppe umfaßt die züftigen Juristen, die zweite Gruppe des WiderStandes fommt aus den Ländern, die dritte aus den Kreisen der Unternehmer. Dem Reichstag erwächst jetzt die Aufgabe, die Loslösung des Arbeitsgerichtswesens von den ordentlichen Gerichten durchzusehen.( Sehr richtig! bei den Soz.) Gewerkschaftsbewegung Die Wiedervereinigung der Buchbinder. In der letzten Zeit wurden zwischen den Leitungen des alten Wir sehen es als einen Fortschritt an, daß der Kreis, der den Verbandes und des Oppositions- Verbandes Verhandlungen gepflogen, Arbeitsgerichten unterworfenen Bersonen weitergezogen werden joll die zu einem bestimmten Ergebnis geführt haben, um eine geschlossene als bisher. Wir fordern aber, daß auch die noch außenstehenden Wiedervereinigung der Berliner Kollegenschaft herbeizuführen. Berufsgruppen erfaßt werden, wie die Bureau angestellten, Eine Funktionärversammlung am 22. April stimmte die Eisenbahner, die ausangestellten. Aber auch die dem Bericht der Verhandlungskommission zu und empfahl der Mit Schiffsbesagungen, die Heimarbeiter und die Be- gliederversammlung, auf Grund des Verhandlungsberichts die amtendiensttuer müssen einbezogen werden. Das liegt schon Biebervereinigung herbeizuführen. im Interesse einer einheitlichen Rechtsprechung. Auch die Ange. stellten der sozialen Versicherungen müssen der Arbeitsgerichtsbarkeit unterstellt werden. Er genügt auch nicht, den kollektiven Gedanken anzuerkennen, es müssen auch solche Streitig leiten vor den Arbeitsgerichten verhandelt werden, die außerhalb der Tarifftreitigkeiten liegen, insbesondere aus dem Erfinder recht. Der Reichstag, der sich soviel mit dem Schuße des Eigentums beschäftigt hat, der so großen Wert darauflegt, daß den ehemaligen Fürsten möglichst viel Eigentum zufließen wird, muß dafür forgen, daß das Eigentumsrecht der Erfinder an ihren Erfindungen gesichert wird.( Sehr richtig! bei den Soz.) Am 26. April tagte eine gutbesuchte Mitgliederversammlung, die nach eingehender Debatte folgenden Beschluß faßte: ,, Die Mitgliederversammlung... begrüßt das Vorgehen der begrüßt das Vorgehen der Berwaltung und stimmt der Berschmelzung der beiden Berliner Organisationen nach den Vereinbarungen der Berhandlungskommission z u. Kollegen, die Wiedervereinigung zu einer geschlossenen wuchtigen Die Mitgliederversammlung appelliert an alle Kolleginnen und Kundgebung zu machen Die Wiedervereinigung muß ein Signal werden für die gesamte Buchbinderei Arbeiterschaft Berlins und darüber hinaus, ein Mahnruf an alle un organifierten, dem Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter beizutreten und eine feste Abwehr. front gegen das freche Unternehmertum im graphischen Gewerbe zu schaffen." Die organisatorische Ueberleitung der Mitglieder des oppofitio. nellen Verbandes soll bereits in den nächsten Tagen durch die beiden beteiligten Organisationen erfolgen. Verbandstag der Werkmeister. Der sozialpolitische Tag. Der zweite Arbeitstag des Kongresses galt der Sozialpolitik. Dazu hielt Dr. Croner, der Leiter der sozialpolitischen Abteilung des Deutschen Wertmeisterverbandes, das grundlegende Referat. Besonders unterstrichen wurde die Wichtigkeit der beratenen Fragen noch dadurch, daß zu ihnen der auf dem Kongreß anwesende Bertreter des Reichsversicherungsamts für Angestellte Dr. Rotangel in feiner amtlichen Eigenschaft einige Erklärungen abgab. Das Referat Croners formulierte die folgenden Gesichtspunkte: Die Sozialversicherung ist nichts anderes als ein Teil des Arbeitseinkommens. Der Kampf gegen die Sozialver. sicherung ist ein Kampf um Gehaltskürzung. In der Krantenversicherung geht es in erster Linie um die Einkommensgrenze. Die Reubildung von Betriebsfranfenfassen ist von den Betriebsräten zu verhindern. Besonders scharf muß die neueste Leistung auf dem Gebiete der Zer splitterung, nämlich die Zerschlagung der bisher einheitlichen Knapp rungen des AFA- Bundes auf Erhöhung der Leistungen schaftstrantentaffe, verurteilt werden. In der Angestellten versicherung sind die alten Forde immer noch nicht erfüllt, obwohl der Etat der Reichsversicherungsanstalt die Mehrleistung auch ohne weitere Beitragsleistung zulassen wurde. Auf dem Gebiete der Wanderversicherung müssen die Ungerechtigkeiten beseitigt werden, von denen die vor 1923 berufsunfähig gewordenen Angestellten betroffen find. Ferner ift als weitere Erfazzeit die Zeit der Arbeitslosigkeit einzuführen, für die Beiträge nicht erhoben werden dürfen. Im heilverfahren, der wichtigsten Leistung der Versicherung, ist endlich der Rechtsanspruch zu gewähren. Nicht minder dringlich ist die Regelung des Wahlverfahrens in der Angestelltenversiche= rung. Die indirekte Wahl zum Verwaltungsrat, d. h. die VertrauensNeuerdings ist männer als Wahlkörper, muß beseitigt werden. amtlich versichert worden, daß diese Forderung erfüllt wird. In der Unfallversicherung erfuhren die Fragen des Verficherungsfreises, des Aufbaues der Berufsgenossenschaften, die Definition des Begriffs Betriebs unfall eingehende Kritit. Zum Kapitel Unfallverhütung ist zu fordern, daß mehr Nachdruck auf die 3m Aufbau der Gerichtsorganisationen vermiffen wir die große einheitliche Linie. Man hat zwar die Arbeitsgerichte nicht restlos in die ordentlichen Gerichte eingegliedert, oder man will sie in meitgehendem Maße daran angliedern. Dagegen wenden wir uns, insbesondere aber auch dagegen, daß man für die untersten Stufen der Gerichte nur ordentliche Richter zulaffen will. Es ist unerträglich, daß die Errichtung der untersten Instanzen in das Ermessen der Justizverwaltung gelegt werden soll. Der Reichswirtschaftsrat schlägt zwar vor, daß man den Landesjuftig behörden paritätische Beiräte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beigeben soll, das wäre aber dann annehmbar wenn diesen Bei räten ein entscheidendes Mitbestimmungsrecht Das Besoldungssperrgeset von hinten herum. eingeräumt wird. Die ordentlichen Gerichte find nicht geeignet, die Der Bersuch des Reichsfinanzministers, das Befol. ihnen durch die Borlage zugewiesenen sozialen Aufgaben zu erbungssperrgesez, das bei dem Widerstand der Mehrheit des Reichs füllen. Abgesehen von dem großen Mißtrauen, das in den weitesten tags nicht mehr verlängert werden konnte und deshalb Kreisen der Bevölkerung gegenüber den Gerichten herrscht, find doch von der Regierung fallengelaffen wurde, a uf illegalem Bege die ordentlichen Richter ganz einseitig in rein privatrechtlichen An wieder einzuführen, hat in der Beamtenschaft begreif schauungen erzogen worden. Wir haben unter den Richtern liche Erregung hervorgerufen. Der Entwurf des Reichs noch feine ausgebildeten Sozialjuristen. Wenn die finanzministers über einen Besoldungssperrvertrag, gelegt wird. Anerkennung der Tätigkeit der Vorsitzenden der Gewerbe und sowie die Antwort des preußischen Finanzministers, Raufmannsgerichte fein leeres Gerede sein soll, dann läge doch die beide in der Beamtenpresse veröffentlicht wurden, zeigen, daß nichts näher, als sie zu diesen Arbeitsgerichten zuzulassen.( Sehr der Reichsfinanzminister eine einseitige Festlegung richtig bei den Soz.) Die Schaffung eines Richtermonopols würde strebt. Das preußische Staatsministerium wird dem unterbreiteten die ganze Arbeitsgerichtsbarkeit illuforisch machen. Wir lönnen hier Bertragsentwurf nicht beitreten, denn der Finanzminister lehnt, wie einen gewissen Bergleich mit den Jugendgerichten ziehen, am Dienstag im Beamtenausschuß des preußischen Landtags ein bei denen es auch nicht auf die formale juristische Bildung ankommt, Regierungsvertreter mitteilte, jede einseitige Bindung der Länsondern auf die Menschenkenntnis des Richters. Der Richter beim der und Gemeinden durch das Reich ab. Arbeitsgericht muß das Arbeitsleben fennen, er muß Verständnis haben für das Streben der Menschen, die vor ihm erscheinen. Das Monopol für Berufsrichter würde von vornherein das ganze Fundament der Arbeitsgerichtsbarkeit lodern. Wir wenden uns auch gegen die Zulaffung der Rechtsanwälte zu den Arbeitsgerichten. Der Vorzug der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte besteht doch darin, daß sie schnell und billig urteilen. Die Zulaffung von Rechtsanwälten würde dazu führen, daß der fapitalfräftige Unternehmer schneller zu seinem Rechte fommt als der mittellose Arbeiter. an= In den Parlamenten wird der Versuch des Reichsfinanzministers, mit Hilfe eines Geheimvertrages das Besoldungssperr gefek praktisch wieder einzuführen, feinen Anflang finden. Mit der Veröffentlichung des Vertragsentwurfs dürfte dessen Schidial besiegelt sein. Betriebsrätewahlen in der AEG. Brunnenstraße. Bei der diesjährigen Wahl zum Betriebsrat standen fich in der Gruppe der Arbeiter eine Liste der freien Gewertschaften und eine solche der eher Midtung" gegenüber. Ergebnis Freie Gewerkschaften 4688 Stimmen, 16 Betriebsräte, 2 Ergänzungsmitglieder, Weher Union 1152 Stimmen, 3 Betriebsratsmitglieder, 1 Ergänzungsmitglied. Bei den angestellten lagen ebenfalls zwei Liften vor. Das Wahlergebnis war wie folgt: Freie Gewerffchaften( fa) 952 Stimmen, 4 Betriebsräte, ŏ Ergänzungsmitglieder. Deutschnationale Handlungsgehilfen 286 Stimmen, 1 Betriebsrat, 2 Ergänzungsmitglieder. Es dient auch nicht dem Ansehen der Rechtsanwälte, wenn sie bei der Stimmenabgabe und die Berteilung der Eige waren folgend: den Arbeitsgerichten wie bei den Zivilstreitigkeiten bald die Barte des Unternehmers, bald die des Arbeiters zu vertreten hätten, daß fie einmal die Argumente der Arbeitgeber, das andere Mal die Argumente der Arbeitnehmer vortragen sollen. Wir sind aber auch der Meinung, daß die Anwälte erst bei sich selbst dem sozialen Recht Geltung verschaffen sollten. Der Anwaltsverein hat es feinen Mitgliedern ausdrüdlich verboten, Tarifver träge mit den Angestellten abzuschließen, er hat feine Sagungen zu diesem Zwede geändert und sich auf diese Weise in den Dienst der sozialen Reaktion gestellt. Wenn die Anwälte nicht einmal für sich selbst den Tarifgedanken anerkennen, dann fönnen fie auch nicht als Vertreter in Streitigkeiten aus dem Tarifrecht zugelassen werden. Injere weiteren Bedenken werden wir im Ausschuß vorbringen, an den wir den Gefeßentwurf zu überweisen beantragen. Benn in dem Gutachten der Unternehmerabteilung des Reichswirtschaftsrates gesagt wird, daß die Schaffung einer besonderen Arbeitsgerichtsbarkeit den Bankerott des deutschen Rechts Staates bedeuten würde, so find wir der Auffaffung, daß die Auslieferung der Arbeitsgerichtsbarkeit an die ordentliche Justiz völlig unhaltbar ist. Das neue Arbeitsgerichtswesen wird nur dann gelingen, wenn in ihm der soziale Gedanke lebt. Das tommende Arbeitsrecht wird sozial sein oder es wird nicht sein.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) 811. 2 Abg. Hülfer( Dnat.) stimmt dem Grundgedanken der Vorlage Die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte hätten sich durchaus bewährt. Es wäre wünschenswert, daß die Arbeitsgerichte in engere Angliederung an die ordentliche Gerichtsbarfeit fämen. Abg. Gerig( 3.) weist darauf hin, daß die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte nicht dem Mißtrauen ausgesezt waren, das sonst in weiten Kreisen den ordentlichen Gerichten entgegengebracht wurde. Der vorliegende Entwurf sei eine brauchbare Grundlage für ein Gesetzgebungswert, durch das die erfolgreiche Arbeit der Gewerbeund Kaufmannsgerichte weiter ausgebaut werden könnte. Der Redner erklärt sein Einverständnis mit den Grundzügen des Entmurfs und beantragt seine Ueberweisung an den Sozialpolitischen Ausschuß. Abg. Thiel( D. Bp.) verlangt die Angliederung an die ordentlichen Gerichte und als Borsigende unabhängige, lebenslänglich angestellte Berufsrichter. Von der Verwaltung müßten die Arbeitsrichter ganz unabhängig sein. Heberall dort, wo jetzt Kaufmannsgerichte bestehen, müßten besondere Kaufmannsfammern bei den Arbeitsgerichten eingerichtet werden. Die Arbeitsgerichte dürften nicht zu einer Schwächung, sondern müßten zur Stärkung der ordentlichen Rechtspflege führen. Die von den Sozialdemokraten beabsichtigte Ausschaltung der Justiz zugunsten des Einflusses der Berwaltung fönnte die Volkspartei nicht mitmachen. Abg. Rädel( Komm.) erklärt: Das Gesetz diene in seiner jetzigen Gestalt nicht den Arbeiterinteressen. Das Gesetz müsse mit einem weitgehenden Strafrecht gegen solche Unternehmer ausgestaltet werden, die die Arbeitskraft der Arbeiter ausbeuten. Aba Lemmer( Dem.) betont, daß es besonders bei der untersten Instanz der Arbeitsgerichte darauf anfomme, den arbeitenden Menschen eine fchnelle Rechts. [ prechung zu verschaffen, das würde verhindert werden, wenn die Arbeitsgerichte, wie Abg. Thiel es verlange, in die ordentliche Gerichtsbarkeit eingegliedert würden. In der ersten Instanz dürfe weniger nach dem formalen Recht, es müffe mehr nach den Verhältnissen des sozialen Lebens geurteilt werden. Für die zweite Instanz wünscht der Redner eine Erweiterung des Richterfollegiums. Auch in der obersten Instanz müsse das Laienelement ausschlaggebend sein. Die Borschriften über die Berufung der Beisiger müssen eindeutiger gefaßt werden, damit nicht mißliebige Persönlichkeiten und Minderheitsorgani fationen ausgeschaltet werden fönnten. Damit ist die erste Beratung beendet. Der Gefeßzentwurf wird bem Sozia politischen Ausschuß überwiesen. Gegen 6% Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 2 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen neben einigen fleineren Borlagen das Duellgefeß und der Gefehentwurf über die Enteignung der Fürftenvermögen.( Boltsbegehren.) Die Wener Richtung hat gegenüber dem Vorjahre einen 3uwachs von drei Sigen zu verzeichnen, was sich daraus erklärt, daß eine Anzahl Wähler, welche im letzten Jahre für die fommus niftische Liste stimmte, bei der legten Wahl sich für die„ revolutionären" Weyer- Leute entschied, weil eine fommunistische Liste nicht mehr bestand. gen. An die Berliner Buchdrucker! Durchführung des faffächlichen Unfallschuhes Die Besprechung der Erwerbslosenfürsorge führte zu einer energischen Abrechnung mit dem Reichsarbeitsministerium. Dabei wurde Bezug genommen auf einen Artikel des Ministerialdirektors Weigert, der die gegenwärtige Höhe der Unterstützungssäge für wirtschaftlich und sozialpoli tisch nicht unbedentlich erklärt hat! Es scheint, daß das ganze Ministerium verweigert" ist, so daß man sich nicht wundern darf, wenn es den Erwerbslosen die notwendige Hilfe verweigert. Mit allen möglichen Mitteln hat man versucht, nach der durch den AfA- Bund erkämpften Einbeziehung der Angestellten in die Erwerbslosenfürsorge sie wieder durch Verwaltungsmaß nahmen von der Unterstüßung auszuschließen. Erst durch Einspruch des AfA- Bundes wurde diese Gejegesverlegung verhindert. Im Entwurf eines Arbeitslosenversicherungsgesetes hat das Reichsarbeitsministerium gezeigt, wie wenig es bereit ist, den berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer und befonders der Angestellten nachzugeben. Wieder soll eine Ausschließung der Arbeitnehmer mit einem Einkommen über 225 M. im Monat erfolgen. Viele Bestimmungen des Entwurfs sind abzulehnen. Go die über den Träger der Versicherung, über die Voraussegungen für die Unterstüßung, insbesondere über die Beibehaltung der Bedürftigkeitsprüfung und der Pflichtarbeit, über die Verlänge rung der Anwartschaftszeit und über die viel zu geringen Unterftügungsfäge, die für den Ledigen nicht mehr als 16 M. in der Woche betragen follen. Bei der Diskussion über die Sozialbelastung haben die deutschen Unternehmer ihr wahres Gesicht enthüllt. Die Vorgänge. in England zeigen, daß der Angriff der Unternehmer sich auf internationaler Bafis vollzieht. Die englischen Gewertschaftsfollegen dürfen der vollsten Sympathie der deutschen Berkmeister gewiß sein. Im Anschluß an das Referat erklärte der Vertreter des Reichsversicherungsamtes für Angestellte namens des Direktoriums, daß das Verlangen des AfA- Bundes, den arbeitslosen Versicherten ihre Anwartschaft für die Zeit der Erwerbslojigteit ohne irgendwelche Beitragsentrichtung aufrechtzuerhalten, von der Reichsversicherungsanstalt bei dem Reichsarbeitsministerium zur baldigen Verwirklichung empfohlen wurde. Weiter versuchte er, die Thesaurierungspolitik des RVA. zu verteidigen. Es wurde ihm aber an der Hand der eigenen Jahresberichte nachgewiesen, daß sich die Ansammlung von Versicherungstapitalien gegenwärtig fozial nicht rechtfertige. Bei tonfequenter Durchführung des Umlageverfahrens hätte die heutige hohe Beitragslast den Versicherten erspart werden tönnen. Besprechungen Baldwins in der Kohlenkrise. London, 27. April.( WTB.) Heute abend turz vor sieben Uhr sind Vertreter der Bergarbeiter und der Grubenbefizer zu einer Bon den Grubengemeinsamen Konferenz zusammengetreten. befizern wurde Baldwin die Zusicherung gegeben, daß sie feinerlei Einschränkungen und Vorbehalte hinsichtlich der Verhandlungsgegenstände zu verlangen beabsichtigen. Die Zahl der Arbeitslosen in England betrug am 19. April 990 600. Das bedeutet eine Verminderung um 27789 gegenüber der Vorwoche und um 206071 gegenüber dem ber Das erstemal feit langer Zeit erreicht gangenen Jahre. die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer nicht mehr Die sogenannten oppofitionellen Kollegen im Berein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer beflagen mit Wehmut, daß sie in Berlin feit langem ihren Einfluß völlig ver loren haben. In legter. Zeit sind die Kommunisten aber beson ders tätig, um sich wieder Geltung zu verschaffen. Dazu find ihnen die Delegiertenwahlen zum diesjährigen Verbandstag in Berlin eine willkommene Gelegenheit. In den etnzelnen Bezirken sind bereits alle Anstrengungen gemacht worden, um die kommunistischen Berschläge zur Annahme zu brin Dies ist den Kommunisten durch die Saumseligkeit der Kollegen unserer Richtung zu einem allerdings ganz geringen Teil auch gelungen. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß auch in der Generalversammlung more gen, Donnerstag, unter dem Deckmantel der„ Oppofition" fommunistische Borschläge für die Wahlen der Delegier ten zum Verbandstag gemacht werden. Daher ergeht an alle Generalversammlungsdelegierten der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung die dringende Aufforderung, vollzählig in der Es darf nicht Generalversammlung zu erscheinen. angehen, daß die Kommunisten auch nur teilweise über die praftische und daher einzig mögliche gewerkschaftliche Arbeit triumphieren fönnen. Alle oppofitionellen" Vorschläge gehen zweifelles von den Kommunisten aus. Darum muß es allen Anhängern der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung zur Pflicht gemacht werden, nur die Vorschläge unserer Richtung zu unter. ft üben. Die Annahme einer zweiten Delegiertenlifte in der Generalversammlung würde lediglich eine Stimmenzeriplitte rung herbeiführen. Das muß verhindert werden. Der Verbandstag hat zu große Aufgaben zu erfüllen als daß er sich in langen theoretischen Auseinandersehungen ergehen könnte. Troydem fann und wird selbstverständlich einer berechtigten Kritik an den Maßnahmen des Verbandes weitester Spielraum gelaffen. Die( Dtid. Krantent. Verband). Bortrag: Bom Wesen und Werden der Religion". vergangenen Jahre haben bewiesen, daß die Ausschaltung tommu nistischer Quertreiberei und Gewerkschaftszerstörung der Gesamtheit der deutschen Buchdrucker am forderlichsten gewesen ist. Deshalb darf sich fein Berliner Delegierter der Pflicht entziehen, in der morgigen Generalversammlung anwesend zu sein und einzig und allein für die Delegiertenliste der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung seine Stimme ab. zugeben! Erftarkung der Gewerkschaften in Mitteldeutschland. Halle, 27. April.( Eigener Bericht). Die freigewerkschaftlichen Organisationen im Bezirk Sachsen- Anhalt haben trop der fort gefeßten Wirtschaftstrife einen unberfennbaren Aufstieg genommen. In vielen Orteausschüssen, wo bisher die fommu nistische Gewertschafte oppofition vorherrschte und allein bestimmte, ist die Bewegung gesundet. Im Regierungsbezir! Magdeburg ist eine Zunahme von 13 242, im Regierungsbezirk Merseburg eine solche von 16 015 und im Freistaat Anhalt eine Zunahme von 1874 Mitgliedern zu verzeichnen. Das macht zusammen eine Stärkung der Gewer! saften in Mitteldeutschland um 81181 Mitglieder aus. eine Million. Freie Gewerkschaftsjugend. Seute, Mittwoch, abend 7% Uhr tagen die Gruppen: Neukölln I: Schöneberg: Jugendheim Bevaftr. 29, Sof. Cine Stunde der Gemeinschaft. Jugendheim Rubensstraße( Sportplak). Seiterer Abend. Südwesten: Jugend heim Bärwaldstr. 64. Bortrag: Arbeitspationalisierung und Arbeiterschaft". Norben: Jugendheim Linienftr. 83-85, 1. Portal, 2 Tr. Wir lesen Die Ge schichte der deutschen freien Gewerkschaften" von Karl Swing. Norbring: Jugendheim Eberswalder Str. 10. Lichtbildervortrag: Von der Pflanzenund Tierwelt Deutschlands". Charlottenburg: Jugendheim Berliner Str. 137 Jugendgruppe bes 3b. Seute, Mittwoch, abend 7 Uhr tagen Der 1. Mai." folgenbe Abteilungen: Lichtenberg: Jugendheim Gozlerstr. 61. Reukölln: Jugendheim Nogatftr. 53. Ausfpracheabend: Warum Gewerkschafts jugend?" Webbing- Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1( Ledigenheim). Bortrag: Die Bedeutung des 1. Mai". Charlottenburg: Jugendheim RosinenStraße 4. Vortrag: Die Bedeutung des 1. Mai". Schöneberg: Jugendheim Sauptfit. 16( Frankenlandzimmer). Lefeabend. Graphisches Gewerbe. Der Kämpfer" Nr. 4 ift erfchienen und ab heute früh 8 Uhr abzuholen bei Henning, Alexandrinenstr. 44. Wir bitten alle funktionäre, in den Betrieben für die Abholung diefer als Berbenummer herauskommenden Ausgabe besonders besorgt zu fein. Der graphische Werbeausschuß. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Berantwortlich für Bolitik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gemertfchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: 2. 3. Döscher: Lokales und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlagsanftalt Baul Ginaer u. Co. Berlin E 68 Lindenstraße 8. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wissen. Nr. 19743.Jahrgang Nicht verzagen! 1. Beilage des Vorwärts # Es gibt wenig Menschen in unserer Zeit der Entbehrung und wirtschaftlichen Elends, die sich mit innerer Selbstzucht Fritz Reuters " goldenen Humor" in jeder noch so mißlichen Lage des Lebens bewahren. Warum? Haben wir modernen Menschen wirklich so wenig Kraft einer charakterstarken Lebensbejahung? Gewiß, es ist unfäglich schwer, den widerlichen Alltagstampf zu kämpfen und trog dem mit frischem Mut das Leben zu meistern, ihm Werte, Freude, Befriedigung abzuringen. Bir armen gehetzten Menschen der Großstadt haben die Kunst, uns zu verinnerlichen, aus jeder noch so üblen, trügerischen Lage einen guten, lebensfrohen Kern zu schälen, im allgemeinen noch nicht gelernt. Aber einige können es doch. Zu Tausenden stehen täglich Arbeitsuchende, Erwerbslose am Arbeitsamt. Mitten unter ihnen ein junges, schmächtiges Mädchen an der weiblichen Abteilung. Sie trillert muntere Lieder vor sich hin. Mit erstauntem Blid, wie ein Wunder betrachten sie ihre Rol, leginnen. Soviel Frohsinn, trotzdem sie schon ein halbes Jahr lang vergeblich den Weg zum Arbeitsnachweis wanderte. Lächelnd antauf das Lager zu erhalten. Er fuhr dorthin mit Herrn Bronsti, Strieters Fattotum, der ein Schreiben des Präsidenten der Russis schen Handelsvertretung in der Tasche hatte, nach dem die Verkaufslizenzen erteilt worden wären. Linte wirft jezt Holzmann Betrug vor, da ihm vorgetäuscht worden sei, als bestehe bereits ein Kauf pertrag mit der Russischen Handelsvertretung. Kutister legt wieder der Staatsbank Telegramme aus Zürich vor, laut denen das Gejegt, je ein Telegramm geschickt zu haben. Kutister erklärt, Holzmann habe ihm eine Unmenge Provision abgenommen. Holzmann leugnet es ab. Als dann der Verkauf des Lagers an die Sowjet union endgültig fehlgeschlagen ist, erklärt Kutister, daß die Rufsen ein Flachslager als Gegenwert für das Hanauer Lager geben würden. Dieses Flachslager geht aber in Flammen auf, es bleibt von ihm nur die Asche, wie auch alle Kutisterschen Spekulationen zu Asche geworden sind. Wer hier der Betrüger war, Kutisker oder Holzmann, oder wer der größere von beiden war, läßt sich im Augen blid noch nicht sagen. Jedenfalls hat Kutister Holzmann nichts porzuwerfen. Die Verhandlung wird heute fortgesetzt. wortet fie, je mehr sie heute enttäuscht werde, desto größer werde Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin die Freude sein, wenn es ihr glückt, Berdienst zu erhalten".„ Das Borgefühl, daß ich Erfolg haben muß, läßt mich alle Sorgen gleichmütig ertragen..." Man sah es den Augen der Umstehenden an, daß sie im stillen diese kleine Heldin um ihren Lebens- und Kampfwillen beneideten. Zwei Tage später hat das Mädel zufällig Erfolg. Ein merkwürdiges Zusammentreffen. Mancher ist uns begegnet, der sein ganzes Leben lang ein sogenannter Pechvogel" war und der sich doch nicht vom Echicksal unterkriegen ließ. Seine Familie, seine Kinder gaben ihm Sonntag, den 2. Mai auf der Volkswiese in Treptow Maifest Spiel Sport Tanzaufführungen der Jugend/ Jugendfeiern Dichterfreis Ansprache Unterhaltung für Kinder Gemeinfamer Gesang/ Beginn nachm. 3 Uhr/ Teilnehmerfarte 20 Pf. Mittwoch, 28. April 1926 Der Sittlichkeitsverbrecher. Wie schützt sich die Gesellschaft? Der Fall des Schneiders Meßig hat bereits die Deffentlichkeit beschäftigt. M. war der Ansicht, daß ihm Unrecht geschehe, indem die Behörden seinem Wunsch, sich durch Entfernung bestimmter Drüsen von der Abartigkeit seines Trieblebens, das ihn immer wieder Wirklichkeit liegt aber der Fall M. nicht viel anders als mancher ins Gefängnis zurückführte, zu befreien, nicht willfahrten. In ähnliche Fall von zwangsmäßigen Sittlichkeitsverbrechern, die unfähig find, in ihrem Triebleben normale oder gesetzlich zulässige Wege zu wandeln, trotzdem sie selbst sich der Gemeingefährlichkeit ihres Treibens vollbewußt sind. Was M. von anderen Sittlichkeitsdelinquenten unterscheidet, ist aber, daß es sich hier um einen Menschen handelt, der auf geistigem Gebiete eine ungeheure Willenskraft aufzubringen imstande ist und sich ein Wissen angeeignet hat, wie es Leute seines Schlages unter ähnlichen Verhältnissen nur äußerst felten fertig bringen. Und das gelang ihm, trotzdem er sechzehn Jahre seines Lebens im Gefängnis und Zuchthaus verbracht hat. M. war gewissermaßen schon durch seine Geburt zum Sittlich teitsverbrecher vorbestimmt. Sein Vater, ein Viehhändler, war wegen Sittlichkeitsverbrechens bestraft, seine Mutter war Dirne, feine beiden Brüder starben als Sittlichkeitsverbrecher im Irrenhaus; er selbst, ein frühes Opfer segueller Attentate, verging sich als Bierzehnjähriger an einem kleinen Mädchen und fam in Fürsorge. Hier will er wieder von einer Frau verführt worden sein. Dann begann sein unstetes Leben, zwischen Flucht aus der Anstalt und Einlieferung dahin, zwischen Diebstahl und Gefängnis. In der Zeit vom Jahre 1909 bis 1925 erlitt er 17 Borstrafen, darunter zwei wegen Sittlich feitsverbrechens. Im April 1925 hatte er seine fünfjährige Zuchthausstrafe verbüßt, schlug sich redlich durchs Leben und wurde im eine innere Befriedigung, die selbst Unbill und Glend nicht brechen Parteigenossen, beteiligt Euch an der Feier der Jugend! August desselben Jahres abermals wegen eines Sittlichkeitsverfonnte. Doppelt notwendig haben wir in der Großstadt diese echt innere Freude, die uns nicht verzagen läßt, trotz alledem. Wenn es auch schwer fällt, um unserer selbst willen, damit wir nicht fleinmütig werden, damit wir trotz aller Schicksalsschläge Klaffenfämpfer bleiben. Zum ersten Mai. Die Berliner Arbeiterschaft begeht am 1. Mai den Weltfeiertag ber Arbeit. Dieser Tag ist ein Festtag für alle Arbeiterfamilien. Auch die Kinder müssen den Geist des 1. Mai erleben; dieser Tag muß ihnen als Festtag ins Bewußtsein gebracht werden. Darum muß es heißen: der 1. Mai schulfrei! Alle Arbeitereltern mögen dafür sorgen, daß ihre Kinder am 1. Mai nicht zur Schule zu gehen brauchen. Um das zu erreichen, ist weiter nichts not wendig, als daß dem Klassenlehrer ein Zettel mit folgendem Inhalt zugesandt wird: Bitte meinen Sohn( Touter) befreien. Berlin, den.. .... . ( Name) ( Unterschrift des Vaters oder der Mutter.) Arbeitereltern, forat dafür, daß ein Bettel dieses Inbalts fofort in die Hände der Klassenlehrer Eurer Kinder gelangt und daß möglichst viele Kinder am 1. Mai der Schule fernbleiben! Der Kutisker- Prozek. Das Hanauer Lager wird in der Geschichte des Schieber fums von 1923/24 gewissermaßen zum Symbol werden. Diese Reste von Regimentsbeständen aus der Kriegszeit, durch die Strie ter und Kutister, diese lebenden Verkörperungen des RaubDer Schneidergeselle als Arzt. Ein Schwindelgenie. Eine überraschende Aufklärung fanden Massenrezepte auf Narkotika, die in den verschiedensten Apotheken von Groß- Berlin erledigt worden waren. Sie waren ausgestellt von einem praktischen Arzt Dr. Klaeden". Die Häufung Dieses Namens machte die Beamten der Kriminalinspektion G bei ihren Kontrollen stugig. Sie gingen den Dingen auf den Grund und ermittelten in dem Aussteller der vielen Rezepte einen 38 Jahre alten aus Lübben gebürtigen Schneidergesellen Robert Klaeden, mit dem andere Dienststellen der Kriminalpolizei früher schon sehr oft zu tun hatten. Klaeden ist ein Schwindelgenie, der sich besonders in der Nach friegszeit, aber auch schon vor dem Kriege, auf verschiedenen Gebieten betätigte. Die Wirren der Revolution benutzte er, um den zur Teilnahme an der Maifeier am 1. Mai vom Unterricht zu„ Fliegeroffizier" zu spielen. Er ging in der Uniform eines Oberleutnants; mit vielen Ehrenzeichen geschmüdt, erzählte er von feinen Heldentaten und locte unter allen möglichen Vorspiegelungen zahlreichen Leuten mehr oder weniger große Summen ab. Dann ging er zur medizinischen Fakultät" über. Er sprach bet ver schiedenen Professoren vor und bat fie, da er approbierter Arzt sei, ihm bei der Beschaffung einer Stellung behilflich zu sein. Niemand aber fonnte ihm helfen. Endlich empfahl ihn vor einigen Monaten ein bekannter Arzt an einen ausländischen Professor, der in Charlottenburg ein Ambulatorium betreibt und zu seiner Unterſtügung einen in Deutschland approbierten Arzt brauchte. Klaeden wurde angenommen und arbeitete seitdem in dem Ambulatorium. Wenn er auch- ab und zu nicht alles ganz einwandfrei machte, so vermied er doch Mißgriffe, die einen begründeten Berdacht hätten crregen fönnen." Dr. Klaeden" aber benutte Gelegenheit und Zeit sehr eifrig für seine Tasche. Er ließ sich Rezeptblods drucken und verschrieb sich selbst und anderen große Mengen Narkotika und verfaufte sie zu teueren Preisen. Der Inhaber des Ambulatoriums war nicht wenig erstaunt, als die Kriminalbeamten feinen Assistenten festnahmen. Noch mehr aber erschraf die Frau des Schwindlers, die mit ihm noch in den Flitterwochen lebte. Sie hatte ihn erst vor 14 Tagen geheiratet, ohne im geringsten daran zu zweifeln, daß sie einen tüchtigen Mediziner zum Manne bekomme. In seinem Arbeitszimmer im Ambulatorium und in seiner Wohnung in der Chodowieckystraße fanden die Beamten eine ganze Anzahl Photographien, die den Schwindler als Corpsstudenten, als Offizier in Uniform und Waffen und als Arzt im Operationsfittel mit einem Totenkopf in der Hand darstellten. Um den Corpsstudenten glaubhaft zu machen, hatte sich der Verhaftete zuguterlegt noch einige Schmisse" beigebracht. rittertums der Nachkriegs- und Inflationszeit, sich sanieren und den Abgrund ihrer Verschuldung verschütten wollten, um auf diese Weise das Ufer der stabilisierten Markglückseligkeit zu erreichen, sollten ihnen zum Verhängnis werden. Strieter übereignete das Lager an Kutister. Dieser verpfändete es an die Staatsbant für 4 200 000 m. Jener, der eigentlich fein Eigentumsrecht mehr an dem Lager hat, versuchte es bei der Russischen Handelsgesellschaft an den Mann zu bringen. Kutister wieder versucht auch seinerseits an die Russische Handelsvertretung heranzukommen. Der Staatsbant stellt er aber die Sache so dar, als seien die Russen bereit, für das Hanauer Lager 12 Millionen Mart zu geben. Strieter und Kutister find überzeugt, daß irgendeine Auslandsregierung unbedingt auf diese Reſtbestände hineinfallen muß. Rumänien, Jugoslawien, Litauen, Rußland werden als Käufer in Betracht gezogen. Schließlich fuhr Holzmann in die Schweiz, um von der Firma Linke u. Co. 3 500 000 Franken 21] yamile unter den Zedern. Bon Henri Bordeaux. ( Berechtigte Uebersetzung von J. Kunde.) Sie bot sich mir dar. Ich weiß es gewiß, daß sie sich mir zum Tode darbot. Deutlich hörte ich hinter mir ein Pferdewiehern. Die Stute des Rajchid- el- Hame, die er mir als das beste Tier seines Stalles geliehen, bezeugte ihre Ungeduld. Damile, welche sie so oft bestiegen hatte, mußte fie gleich mir hören und sie wiederkennen. Ich hatte den Kopf ein wenig gehoben, um fie beffer ins Auge zu faffen. Man rühmte die Schärfe ihrer Augen; sie ahnte ohne Zweifel unsere Anwesenheit unter den Maulberbäumen. Unbeftreit bar war es: fie hielt ihr Pferd an und machte Front. Be wegungslos forderte fie uns heraus. Ich schilderte ihre Haltung, wie sie war und diese Haltung besagte: Was bedeutet der Tod dem, der liebt?" Ich sentte meine Waffe. Sie ritt weiter. Der Zug war vorüber. Butros empörte meine Unentschlossenheit: ,, Barum hast du nicht geschossen?" die Nacht floh, nahm Omar, der ritterliche, zärtlichste Gebieter Yamile ihren Schleier, alle ihre Schleier. Warum hatte ich die Eidvergessene nicht getötet? Was nügte es mir, wenn ich fie aus Tripolis nach der Brautnacht entführte? Und doch regte sich ein in seiner Tiefe erst später erkanntes Gefühl wilden Stolzes in mir, meil ich ihr Leben geschont hatte; es fam mir vor, als wenn mein Schmerz sich veredelt hätte und ihrer Liebe gleichwertig geworden wäre. Die Faltenbeize. Raschid- elhame bereitete uns einen üblen Empfang. Butros hatte die Vorgänge genau wiedergegeben. Er war von Zorn erfüllt wie ein übervoller Weinschlauch, den sein Inhalt zu sprengen droht. Wie er erfuhr, daß seine Tochter in die Ehe nach muselmanischem Gebrauch gewilligt hatte, und daß wir fie, blumengeschmückt und unter den Klängen der Musik, von weißen Schleiern verhüllt, nach dem Hause ihres Gatten ziehen sahen, da erhob er sich mit dem Ausdrud solchen Schmerzes, daß wir glaubten, er würde zum Zeichen feiner Trauer die abaje zerreißen. Die hohe Gestalt mit dem schwarzen Bart und den flammenden Augen glich jenen ProBlut zum Ruhme brechens verhaftet. Im Gefängnis stellte er den Antrag, daß an ihm ein operativer Eingriff vorgenommen werde, der ihn von Teinem frankhaften Triebe befreie. Bereits vor einigen Wochen sollte die Gerichtsverhandlung stattfinden. Ein epileptischer Anfall des Angeflagten bewirkte aber eine Bertagung. Gestern hatte M. sich vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte wegen Bornahme unzüchtiger Handlungen an unreifen Kindern zu verantworten. Auch die 18jährige H. mit der er, obgleich verheiratet, ein Verhältnis unterhielt, mar mitangeklagt. M. erklärte, daß er seine Taten in epileptischem Dämmerzustande begangen habe. Dem. Antrage seines Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Niemann, die Verhandlung zu vertagen, damit an dem Angeklagten ein operativer Eingriff vorgenommen werden fönne, gab das Gericht nicht statt. Der Sachverständige Dr. Dnrhen furth charakterisierte den Angeklagten als Hysteriter und epileptischen Psychopathen, dessen Triebleben zwar als fonftitutionell frant haft bezeichnet werden könne, auf den aber der§ 51 nicht zutreffe. Dr. Pranger, der in Vertretung von Dr. Magnus Hirschfeld erschienen war, glaubte, daß in die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten doch Zweifel zu sehen wären. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Zuchthaus. Das Gericht erkannte auf zwei Jahre Ge fängnis unter Anrechnung von acht Monaten Untersuchungshaft und auf 5 Jahre Ehrverlust. Die Angeklagte H. erhielt sechs Monate Gefängnis. Der Fall M. ist insofern von Interesse, als hier wieder die aktuelle Frage aufgeworfen wird, ob ein entsprechender operativer Eingriff den Sittlichkeitsverbrecher von seinem frankhaften Triebleben und die Gesellschaft von seiner Gemeingefährlichkeit zu befreien imftande wäre. Eins steht jedoch fest: das Gesetz gestattet nicht, zwangsmäßig derartig operative Eingriffe an Menschen por zunehmen; es stünde aber einem solchen nichts im Wege, wenn M, mährend feiner Strafverbüßung sich bereit erklärt, sich der Operation zu unterziehen. Nicht ganz verständlich erscheint es, mes halb seinem Wunsche nicht bereits während der Untersuchungshaft stattgegeben wurde. Hätte es sich um eine Blinddarmoperation ge handelt, so wäre ihrer Ausführung wohl keine Hindernisse in den Weg gelegt worden. Die Bedeutung dieses operativen Eingriffes soll aber noch besonders erörtert werden. 115 000 Besucher am Kaiserdamm. Das Berliner Messeamt meldet, daß die innerhalb der Reichsgesundheitswoche veran staltete Allgemeine Deutsche Hygienemesse und Ausstellung Berlin 1926 einschließlich der beiden noch hinzugefommenen Boltstage einen Gesamtbesuch von 115000 Berfonen zu verzeichnen hatte. Besonders bemerkenswert ist bei diesem Ausstellungserfolge auch noch die Tatsache, daß bis zum gestrigen letzten Tage auch in der Hygienemesse Verkäufe nach dem In- und Auslande in befriedigender Zahl abgeschlossen wurden. ,, Da sie schuldig ist, will ich sie lieber tot wissen." Ich erbebte, als ich diese Berurteilung hörte. Liefer be troffen als jener, hatte ich Mitleid; war ich von einer an deren, weniger entschlossenen und schon verweichlichten Art? Indessen bestürmte er wieder Butros: ,, Bringe sie mir her, und mit meiner Hand werde ich sie töten, da eure zögert, den Att der Gerechtigkeit zu vollziehen." ,, Im Gebiete von Atta ist es unmöglich," erklärte Butros. ,, Unsere Anwesenheit kann dort nicht verborgen bleiben. Ein Gewaltstreich würde dort die Niedermezelung aller Christen bedeuten. Aber in Tripolis..." In Tripolis...?" ,, Ja, Omar- Bei zieht im Herbst hinunter, um dort den Winter zu verbringen. In Tripolis gelingt es wohl, wenn man die Wächter des Harems überlisten fann... ,, Ich werde bis dahin warten," stimmte der Scheit zu. ,, Aber die Abtrünnige muß sterben." Ich wagte den Vorschlag: Omar, der Verführer ist schuldiger als sie. Ich biete dir sein Blut für ihres." ,, Nein, nein!" lautete die Antwort. Omar ist weder ant Ich hatte die nicht töten können, die ich liebte. Butros pheten des alten Testaments, die ohne ein Wimperzucken ihr feinem Glauben, noch an seiner Rasse zum Berräter geworden. hätte nicht .Dein Vater hat dir befohlen, sie lebendig zurückzubringen." worten: Und abermals pflichtete mir mein Freund bei. Es ist wahr. Aber ein Entfernung aus dem feindlichen Dorfe ist unmöglich. In Tripolis werden wir nach einigen Monaten einen Bersuch machen. Reiten wir rasch weg. Sie hat uns vielleicht gesehen und man wird uns nachhsetzen." Wir eilten zu Elias und den Pferden und ritten so rasch wie möglich zwischen den Felswänden des Flußtales dahin; die Nacht hatte die letzten Lichter der Dämmerung verscheucht. Aber unsere Flucht wurde nicht beunruhigt. Entweder vermochten sie unsere Fährte nicht zu verfolgen oder hatte Yamile Schweigen bewahrt. Während des Nachtrittes- ich überließ mich der Führung meines Tieres schwebte mir beständig das Bild der weißgekleideten Gattin vor Augen, die in der Bracht des Sonnenunterganges beim Klang der Musit sich zum Haufe ihres Gemahls begab. Während ich einem Diebe gleich durch nicht angetan mit dem ganzen Pomp eines in der geheiligten Amtstracht einherschreitenden Hohepriesters; mit dem Ephod, der Tunita, dem goldbestickten Gürtel, dem feinen Linnen, dem Hiazinth, dem Purpur und dem zweifach gefärbten Scharlach? So erschien er in all seiner Majestät wie ein Opferpriefter. Jähzornig begehrte er auf: Warum habt ihr sie nicht getötet, ehe sie besudelt wurde? Weshalb ließet ihr sie die Schwelle des Ungläubigen über schreiten? Ihr hattet sie vor dem Gewehr wie einen Schafal oder Wolf und schoßt sie nicht nieder? Ihr seid Feiglinge, unwürdig der ehrenvollen Aufgabe, die ich euch anvertraute: mein Haus zu rächen!" Das Verbrechen meiner Tochter fann nur hier gefühnt werden. Das Wasser vermag die Flecken von einem Kleide zu tilgen, aber nicht das Herz eines Sünders rein zu waschen. Er verließ uns. Butros war niedergeschlagen wie ein Soldat, der den Tadel seines Borgesetzten verdient hat, und mich entsegte eine solche Anwendung der väterlichen Macht. Wir hörten Schreie aus dem Zimmer nebenan. Ohne Zweifel fegte er die Mutter und die Schwester Damile rücksichtslos Don dem der Familie angetanen Schimpf in Kenntnis. Die Frauen schienen die Entflohene verteidigen zu wollen; aber ein Machtwort des Scheifs ließ fie schweigen. Butros stand in Gedanten verloren da; in mir medte das Bild der mit Omar vereinigten Damile das Begehren, töten. ,, Der Vater ist zornig," sagte Butros. Er hat recht. Das Bergehen muß hier gefühnt werden." ,, In Tripolis?" Sein Redefluß war noch gewaltiger wie sein Zorn. Butros brauchte nur ein Wort zu sagen, um sich zu entzu schuldigen. Ich war verantwortlich zu machen und mir ver dankte Damile ihr Leben. Aber Butros war eine zu folda Er lehnte tische Natur, um einen Kameraden zu verraten. es ab, feine Sache von der meinen zu trennen, und als ich Einspruch erheben wollte, zwang er mich, zu schweigen. Bater, du wolltest, daß wir sie lebend herbeischaffen." Wann?" " ,, lleberlaß das mir!" ( Forthegung folgt.) Post und Magistrat. Oberbürgermeister Böß zu 3 Mark Geldstrafe verurteilt. Nach sehr langer Beratung tam die 2. Straftammer des Landgerichts I unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Tolf in dem Postprozeß gegen die Stadt Berlin zu folgendem Urteil: Die Angeklagten Oberbürgermeister Böh und Stadtrat Wege merden wegen Bergehens gegen§ 2 und 2a des Postgesetzes zu ciner Gelbst rafe pon je 3 m. verurteilt. 3m Nichtbeitreis bungsjalle tritt an Stelle der erkannten Geldstrafe ein Tag Haft. Das Gericht ging davon aus, daß im Ortsverkehr die Verteilung Don Briefen durch eine besondere Berteilungsstelle des Magistrats zulässig fei und daß man gegen die bestehende Einrichtung nichts einwenden könne. Anders dagegen sei es mit den Sammellieferungen, bie auch an auswärtige Magistrate und Behörden gegangen sind. Diefe hielt das Gericht für unzulässig. Der postalische Weg des Briefes beginne bet dem Absender. Infolgedessen sei es unzulässig und bedeute einen Berstoß gegen das Postgefeß, wenn der Beförde rungsweg vom Absender bis zum Empfänger durch die Sammelstelle unterbrochen werde. Zulässig wäre die Beförderung von Fernbriefen durch die Sammeistelle nur dann, wenn es sich um Briefe handelt, die der Magistrat von seinen unfelbständigen Ab teilungen einsammelt und weiterbefördert. Die Bezirtsämter Jeien aber im Sinne des Gesetzes als selbständige Behörden zu betrachten. Die Stadt Berlin wird, wie wir hören, gegen das Urteil den Rechtsweg der Revision an das Reichsgericht beschreiten. Auch ein Feierabend"-Gespräch! Bartelveranstaltungen am Nachmittag und Abend des 1. Mai. Konzert, Gesang, Rezitationen, Ansprachen, turnerische Darbietungen, Tänze usw. mitte: Balhalla- Etablissement, Weinbergsweg 19/20. Tiergarten: Ulap, Alt- Moabit. Wedding: Bharusfäle, Müllerstr. 142. Prenzlauer Berg und Friedrichshain: Gaalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain. Kreuzberg: Bodbraueret, Fidicinstr. 2/3. Charlottenburg: Spandauer Bod. Spandau: Lotal, Karlslust, Hatenfelde. Cladom: Lotal Baumann. Wumersdorf: Vittoriagarten, Wilhelmsaue 114/115. Wannsee: Lotal 3um Reichsadler", Königstr. Friedenau: Restaurant Schilling, Am Untergrundbahnhof Dahlem- Dorf. Canfwig: Festhalle in Lantwig, Dillgesstr. Schöneberg: Schloßbrauerei, Hauptstr. Steglih- Lichterfelde: Lichterfelder Festfäle, Zehlendorfer Str. 5. Neukölln: Neue Welt, Hasenheide. Treptow: Lotal Nitschke, Am Treptower Part 26( Bittoria Garten). Oberschöneweide: Blumengarten, Ostendstr. Niederichöneweide: Gesellschaftshaus, Berliner Str. 81. Adlershof: Lotal Wölftein, Bismardstr. 73/75. Johannisthal: Bürgergarten, Barfstr. 2li- Glienice: Lofal Bohn, Grünauer Str. 55. Köpenid: Stadttheater. Friedrichshagen: Hotel ,, Bad Bellevue". Grünau: Werner, Copenider Str. Bohnsdorf: Lokal Schulze, Dorfplatz. Rahnsdorf: Waldschänke von Andrae, Wilhelmshagen. Lichtenberg: Lokal Schwarz, Möllendorfstr. 25/26. Friedrichsfelde: Lokal Tempel, Prinzenallee 30. Karlshorst: Waldschänke Sadowa. Biesdorf: Schillerfäle, Königstr. 120. Kaulsdorf: Saalneubau Eschrich, Ecke der Dorf- und Frankfurter Straße. " Kaulsdorf- Süd: Etablissement Sanssouci", Moltkestr. 1/2. Mahlsdorf: Lokal Anders, Am Bahnhof. Mahlsdorf- Süd: Lokal Heidelrug",( Befizer Dräger), Köpenicker Allee 99. Das Voltsbegehren, das die Fürstenenteignung fordert, hat weit über den Kreis der antragstellenden Barteien hinaus starte Beteiligung gefunden. Auch viele, die sonst nicht Gegner der Monarchie waren, schütteln den Kopf darüber, daß in dieser Beit allge meiner Not des deutschen Volkes die davongelaufenen Landespäter dreist noch die Auslieferung von Millionenvermögen fordern. Alte Leute, denen die infolge des Krieges über uns hereingebrochene Geldentwertung ihre am Munde abgedarbten Ersparnisse vernichtet hat, sollen ohne Widerspruch zusehen, wie man auf Kosten des Bolfes den ehemaligen Monarchen ihre ungeheuren Reichtümer hinterherwerfen will? Nein, es mar begreiflich, daß fie in Scharen sich an dem Boltsbegehren beteiligten, das folchen Plänen einen Riegel vorschieben foll. Den Schüßern der Fürsten ist bei diesem Ergebnis, das sie gewiß nicht erwartet hatten, ein böser Schred in die Knochen gefahren. Auch den Briger Pfarrer Andrea scheint die Sache so aufgeregt zu haben, daß er sich noch nicht beruhigen fann. Alten Leuten, die er regelmäßig zu einem Feierabend" um sich versammelt, hat er aus Anlaß des Boltsbegehrens vor kurzem noch sein Miß. fallen fundgetan. Wenn von diesen Zusammenfünften die Politif ferngehalten werden foll, muß man fich wundern, warum Der Pfarrer eine Erwähnung des Boltebegehrens für zulässig hält. Aber sein Herz war wohl so voll davon, daß der Mund überfließen mußte. Besonders scheint es ihn verdrossen zu haben, daß einige alte Leute sich sogar von einem Raufmann Löwenthal auf feinem Geschäftswagen zur Eintragungsstelle fahren ließen. Daß sie von diejem Manne fich hätten aufladen" laffen, barüber äußerte er feine mißbilligende Berwunderung. Nun, vielleicht wird der Jude Löwenthal"( o wurde er in dem Feierabend Gespräch genannt) sich einmal das Vergnügen machen, dem Christen Andreä auch ein paar alte Leute zur Kirche zu fahren. Nicht wahr, das wäre doch dem Herrn Pfarrer gewiß sehr lieb? Sicherlich hätte da niemand zu fürchten, von ihm abgefanzelt zu werden. Brauchen fönnte Pfarrer Andreä solche Hilfe, denn bei seinen Predigten sieht er immer wieder so viele, die nicht da sind. Unsere Briger Genossen aber versprechen ihm schon jekt, daß sie auch bei dem tommenden Boltsentscheid über die Fürstenenteignung alten und schwächten lichen Leuten den Weg zum Abstimmungslotal erleichtern merden. Die Beteiligung am Bolfsentscheid wird dann wieber einen schönen Stoff zu einem Feierabend"-Gespräch geben. Balti Warnung vor der französischen Fremdenlegion! Ueber den Eintritt in die französische Fremdenlegion erfäßt der Bolizeipräsident von Frankfurt a. M. folgende Warnung: Infolge der augenblicklich herrschenden starten Arbeitslosigkeit und zum Teil auch aus Abenteurerlust melden sich in der legten Beit piele Deutfdje, vorwiegend Jugendliche, freiwillig zur französischen Fremdenlegion. Vor diesem folgenschweren Schritt fann nicht eindringlich genug gewarnt werden. Die Schäden, die Die Angeworbenen in der französischen Fremdenlegion erleiden, sind groß. Nach Ableistung ihrer fünfjährigen Berpflichtung fommen die Fremdenlegionäre meist als frante und gebrochene Menschen in die Heimat zurück. Ein Fluchtversuch in der Fremdenlegion wird wird stets mit mindestens drei Jahren 3wangsarbeit bestraft. Diese Strafzeit muß zubem nach gedient werden. Die berufenen Bertreter der Jugend können sich ben Dant vieler Eltern erwerben, wenn sie in ihren Streifen auf die heranwachsende Jugend einwirten und diese schon jetzt vor unbefonnenen Schritten in dieser Hinsicht warnen. Wo bleibt die Wasserpolizei? Eifrigst sind die Behörden bemüht, durch Aufklärung und Hygiene den Gesundheitszustand der Bevölferung zu heben, leider aber werden diese lobenswerten Bestrebungen von einem Teil des Bublifums sabotiert. So bietet die Havel zwischen Spanbau und Gatow durch die vielen Hundeleichen, die teils auf dem Wasser herumschwimmen, teils am Rande des Wassers gelagert sind, einen efelerregenden Anblick. Es ist dringend Zeit, daß hier die Wasserpolizei eingreift und die Hundeleichen, die auf dieser furzen Strecke vorhanden sind, abholen läßt. Auch die zahlreichen Berfonen, die bei Beginn der wärmeren Jahreszeit ein frisches Bad nehmen wollen, werden durch die hervorgerufene Verunreinigung des Waffers in ihrer Gesundheit bedroht. Aerztliche Femegerichte. Wir waren schon öfter gezwungen, über die Tätigkeit der ärzt. lichen Ehrengerichte zu berichten, denn es stellt sich immer mehr heraus, daß die Ehrengerichte besser e megerichte genannt merden müßten. So wird jetzt wieder in der Nr. 15 des fattjam betannten Groß- Berliner Aerzteblattes turz über den Ausgang eines Ehrengerichtsverfahrens berichtet, das im Anschluß an den Aerztestreif im Jahre 1924 eingeleitet wurde und fich über ein Jahr hinzog. Als nämlich zu Beginn des Merzteftreits sich der Chefarzt der Berliner Krantenfasse auf Seiten der Kranten faffen stellte, erklärte ein Aerzieführer Herr Dr. I. habe vor eini gen Jahren während einer Vertretung in einem Borort auf Saffen rezept für Hunderte von Mark Himbeersaft, Zahnwasser usw. zu eigenem Gebrauch bezogen. Der Zweck des Unternehmens mar es, biejen Herrn als gemeinen Betrüger hinzustellen. Es wurde da mals fefort von der Kasse durch Prüfung der Rezepte festgestellt, Daß diese Angaben erfunden sind. Zu gleicher Beit eröffnete das Femegericht eine Untersuchung. Nach einiger Zeit erschien im Groß- Berliner Aerzteblatt von dem gleichen Herrn nochmals ein Artikel, daß die Sache gegen Dr. X. beim Ehrengericht weitergehe, und es habe sich noch mehr belastendes Material gefunden. Und mie hat jezt die ganze Sache geendet? Es soll ein Apothefer oder ein Apothekergehilfe am Stammtisch gesagt haben, der Dr. X. bezog auf Raffenrezept zum eigenen Gebrauch Himbeerwasser. Dieses Getratsch wurde von einem stanbestreuen Arzt pflichtfchuldigst und eifrigst dem erwähnten Aerzteführer übergeben, der es natürlich zur Berunglimpfung des Gegners veröffentlichte. In der AerzteFammerfigung vom 20. März 6rte nun der Bertreter des Ehrengerichts, der Geheime Sanatsat Dr. Kachler, zu dieser Angelegenheit: Wann der Apothefer raan die Wahrheit gejagt hat, mijfen wir nicht. Wir haben jedenfalls bei uns fonstatiert, daß er einmal gelogen hat. Bo, das ist nun nicht festzustellen." Das Wesentlichste bei der Angelegenheit aber ist, daß dem zu Unrecht Angefchuldigten durch seinen Freispruch jede Möglichkeit genommen ist, ein Berfahren zu seiner Rehabilitierung wegen dieser leicht. fertigen Berleumdung einzuleiten. Der ehrenwerte Denunziant fann aber durch dieses Ehrengericht" nicht gezwungen werden, feine Anschuldigung, die er in jehr präziser Form im Groß- Berliner Aerzteblait verbrachte, zu widerrufen; denn er ist ja nur falsch informiert worden bzw. der Zuträger hat gefniffen und es war ja durch diese Anzeige nur sein Bestreben, für die Reinheit des Aerztestandes" einzutreten. Dieses Urteil tann aber einen Kenner lichen Ehrengerichte noch nicht für ftandesunwürdig gehalten, daß der Verhältnisse nicht in Erstaunen sezen. Haben es doch die ärzt: Aerzte während des Aerzteftreits zahlungsunfähigen Kaffenpatien die notwendigste Hilfeleistung versagten. Das Werden der Welten" lautet das Thema des Vortrages, den Dir. Dr. Archenbold in der Treptow- Sternwarte am Mittwoch, 28. April, abends 8 Uhr, im Verein von Freunden der TreptowpSternwarte unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder hält. Gäste baben gegen Lösung einer Starte Zutritt. Arbeiter Kulturfarfell Groß- Berlin. Proletarische Feierstunde am Sonntag, den 2. Mat, vormittags pünktlich 11, Ubr, im Großen Schauspielhaus, Starlitrage. Seib untichlungen Millionen." Ouvertüre au obigente in Aulis" von Glud mit bem Schlußiak ron Richard Wagner. Seltenfeiertag" son Franz Rothenfelder. Mailied" von Dehmel. Prolog von Karl Bröger ( aefpromen von Heinrich Bitte, Mitglied des Stadttheaters). Sinfonie IX von Ludwig van Beethoven. Mitwirkende: Der Sprechchor für Broletarische seierstunden( fünstlerische Zeitung Albert Florath); Emmy von Stetten ( Sobran); Marie Schulz- Dornburg( Alt), Mitglied der Städtischen Oper; Baldemar Hente( Tenor), Mitglied der Staatsoper; Eduard Kandl( Bag), Mitglied der Städtischen Over; der Chor der Städtischen Over( Chor direktor Liddede); das verstärkte Berliner Sinfonie- Orchester( musikalische Zeitung Stapellmeister Bascha Horenstein). Preis 1,20 M. Karten in allen bekannten Berkaufsstellen. Das neue Rotorschiff. Robert Wie das Reichsmehrministerium mitteilt, ist auf Beranlassung der Marineleitung und mit Unterstützung der übrigen interessierten Reichsministerien durch die Hamburger Reederei M. Sloman jr. ein neues Rotor- Motorschiff Ba bara" gebaut worden. Das Schiff ist 90 Meter lang, 13,2 Meter breit, hat 5,8 Meter Tiefgang und 2800 Tonnen Tragfähngfeit. Die Motoren leisten 1060 PS. in 2 Einheiten und geben dem Schiff eine Geschwindigkeit von 10 Gefundenmetern. Als Hilfswindantrieb find außerdem drei Flettner Rotoren von je 17 Meter Höhe und 4 Meter Durchmesser angebracht. Das Schiff wird im Sommer als erster Rotorschiffsneubau der Welt in Dienst gestellt; ausgedehnte Probefahrten sollen alsdann unter fachmännischer Kontrolle stattfinden, um objektiv festzustellen, welchen wirtschaftlichen Wert die Flettner- Rotorerfindung für die Handelsschiffahrt hat. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 28. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Die 3.30 Uhr nachm.: Jugendbühne( Unterhaltungsstunde). Funkprinzessin erzählt: Von Blumen und Tieren. Die Funkkonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Fordy prinzessin: Gertrud Nube. 4.80-6 Uhr nachm.: NachmittagsKauffman. Anschließend Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 6.35 Uhr abends: Garten direktor Ludwig Lesser: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde( Besuch bei einér Blumenfreundin: Balkon- und Fensterblumen). 7 Uhr abends: Zahnarzt Dr. med. Ernst Wilczynski: Hohle Zähne( Zahnkaries, ihre Folgen und ihre Verhütung). 7.25 Uhr abends: Hans- Bredow- Sebule( HochAbteilung Rechtswissenschaft. Geh. Justizrat Prof. schulkurse). Weißensee: Stadthalle, Pistoriusstr. Faltenberg: Lokal Meier. Niederschönhausen: Schloß Schönhausen, Ede der Lindenund Kaiserin- Augufta- Straße. Blankenburg: Lotal Klug, Dorffir. 2. Buch: Lokal Göpfert, Am Bahnhof. Sarow: Sotal 3um Banfgrafen", Pantgrafenſtr. 3. Reinidendorf- Of: Lotal„ Schützenhaus", Residenzstr. 1. Reinidendorf- West: Hartmanns Brauerei, Scharnweberstr. 104. Tegel: Lofal Strandschloß". Rosenthal I: Lotal Manthen, Hauptstr. 1. Hermsdorf: Lokal ,, Altes Forsthaus", Auguste- Bittoria- Straße. Ansprachen halten: Clara Bohm- Schuch, Karl Bublih. Ulwin Brandes, Artur Crispien, Wilhelm Dittmann, Erich Fraenkel, Gustav Hädide, Artur Häußler, Hermann Harnisch, Alfred Henke, Mag Heydemann, Albert Horlig, Dr. Alfred Klee, Theodor Kohur, Franz Künler, Erich Kuttner, Wilhelm Canda, Karl Leid, Dr. Richard Cohmann, Dr. Kurt Löwenstein, Hermann Lüdemann, Offo Meier, Wiln Möbus, Dr. Julius Mofes, Dr. Oftrowski, Franz von Puffkamer, Waldemar von Puffkamer, Wilhelm Reimann, Artur Richter, Wilhelm Richter, Philipp Scheidemann, Georg Schmidt, Dr. Schüßinger, Dr. Siegfried Weinberg, Dr. Erich Witte. Vormittagsveranstaltungen der Partei. Wannsee: 10 Uhr im Reichsadler", Königstr. Rubow: 10 Uhr im Lokal Wedler, Bendaftr. 52. Köpenid: 9 Uhr Umzug mit Musit nach Neu- Heringsdorf. Bohnsdorf: 10 Uhr im Lotal Groß, Schulzendorfer Str. Friedrichshagen: 10 Uhr im Hotel Bab Bellevue". Blankenburg- Buchholz- Sarow: 11% Uhr im Lokal„ Zum Bantgrafen" Bankgrafenstr. 3. Redner: Mar Fechner, Karl Citfe, Hermann Cempert, Wilhelm Richter. Eichwalde: Die Genossen des Ortsvereins Eichwalde fahren vormittags 8,29 Uhr nach Wildau. Von dort gemeinsamer Demon ftrationszug nach Königswusterhausen. Abends 8 Uhr im Lofal Witte Maifeler des Ortsvereins. Eintritt frei. Fliegerkatastrophe beim Fliegerbegräbnis. anfäßlich des Begräbnisses eines polnischen Fliegerobersten, der Warschau, 27. April.( WTB.) Heute mittag ereignete sich hier großes und eigenartiges liegerunglüd. Als drei vor einigen Tagen bei einer Notlandung tödlich verunglückte, ein eeresflugzeuge, die dem Obersten die letzte Ehre erweisen wollten, in einer Höhe von ungefähr 500 Metern in enger Keilformation den Trauerzug überfliegen wollten, stieß das mittlere Flugzeug mit den Beobachter wurde töblich verwundet. Durch den Zu Tragflächen an das rechtsfliegende Flugzeug und brachte dieses zum Absturz. Der Führer dieses Flugzeuges war sofort tot. Der fammenstoß tam aber das Führerflugzeug ins Schwanken und Beobachter wurde tödlich verwundet. Durch den Zus prallte dadurch mit seinem linfen Begleitflugzeug zusammen, bessen Beobachter infolge diefes neuen Zusammenstoßes aus dem Apparat geschleudert wurde: er wurde später tot in einem Garten, einen halben Meter tief in die Erde gegraben aufgefunden. Die beiden Flugzeuge fonnten, obwohl sie schwer beschädigt waren, notlanden.. Der dänische Fieger in Schanghai. Der dänische Heerespilot, Oberleutnant Botved, der, wie zuletzt gemeldet, infolge Benzinmangels 82 Kilometer von danghai entfernt zu einer Notlandung gezwungen wurde, ist jegt, wie aus Kopenhagen gemeldet wird, in Shanghai eingetroffen. Von dort aus wird der Flug über Beting nach Tokio, dem Endziel des Ostafienfluges, fortgesezt werden. Beim Schaufeln erwürgt. Mehrere Knaben, darunter der 14 Jahre alte Sohn des Aderbürgers Gurtasch aus Neez bei Wildenbruch, vergnügten sich gestern in der Scheune mit Schaufeln an einem Seil. Um diefes fürger zu machen, stieg G. auf eine Leiter, wobei sich das Seil um den Hals legte. Blöglich stürzte der Knabe von der Reiter, wobei ihm durch den heftigen Rud das Seil den Hals zuschnürte. Als sein Vater herbeieilte und den Knaben befreite, war der Tod bereits eingetreten. Sturmschäden in Bayern. Der borgestern über einen großen Teil Bayerns hinweggegangene Orfan hat überall größere Verwüstungen angerichtet. In se ochel war das Unwetter von Hagelschlag begleitet, der die Obstbäume schwer mitnahm. Auch aus der Reichen Haller Gegend werden schwere Sturmschäden gemeldet. In Paisau wurden ganze Budenreihen der Maidult umgelegt und vier Perionen dabei verlegt. Jn Bamberg wurden zwei Personen von einer sturzenden Buche getroffen und trugen ebenfalls schwerere Verlegungen davon. Unwetter in aller Welt. Ein starfer Sturm herrschte von Sonntag auf Montag im Kanal. Mehrere Baffagierdampfer fonnten nicht abfähren und erlitten Verspätungen. Der Dienst von Oftende nach Dover mußte eingestellt werden. Durch einen Wirbelsturm wurden in Oklahama in den Vereinigten Staaten 14 Personen getötet und ein ungeheurer Schaden angerichtet. In Teras famen bei einer Sturmflut 11 Menschen ums Leben. Das deutsche Segelschiff Annemie" hat in der Nähe von Smyge bei Trelleborg Havarie erlitten. Das ganze Tafelwerk ging über Bord. Das Schiff mußte von einem Rettungsdampfer abgeichleppt werden. Der Biermastichoner Irene" ist " nad 139 tägiger Jrrfahrt in San Pedro eingetroffen. Die Mannschaft war dem Hungertod nabe. Duro anhaltende Gegenwinde und stürmisches Wetter war das Schiff Tausende von Meilen von seinem Kuts abgetrieben worden. Familienrecast: Persönliche Wirkungen der Ehe Gesetzliches Vorträge, Vereine und Versammlungen. Elegüterrecht Abweichungen durch Ehevertrag). 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Operette. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26, 37. Veranstaltung. Die Schöne vom Strande", Operette in drei Teilen von Viktor Hollaender. Dirigent: Dér Komponist. Martin Hallerstädt: Paul Harden; Hildegard. seine Frau: Erny Jolan; Waldemar Knauer, ihr Vater: Ferry Sikla; Mathilde, seine Frau: Bozena Bradsky: Fritzi Wendel: Irene Eden; Tobias Krack: Franz Groß; Boris Mensky: Robert Koppel. Ort: Berlin. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10 30-12 Uhr abends: Tanzmusik ( Funktanzkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski) Königswusterhausen, Mittwoch, den 28. April. 3-3.30 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Fortgeschrittené. 4-4.30 Uhr nachm.: Professor Dr. Sievers: Realismus und Historienmalerei. 5-5.30 Uhr nachm.: Frl. Anna von Gierke: Die Gesundheitsfürsorge in der Schule. 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Berlin.. " Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gef& ftstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 87/38. Saf? Er. Friedrich hain: Do., b. 29., abends 7 Uhr, Sportabend, Friedrichs hain, Bias 3. Aopenid: F., b. 60., bon 7--10 Uhr Antenent, Städt Sportplas. Matienstraße. Reinidendorf( Kreis): Fr., b. 30, abends 8 Uhr, bet Stamlom, am Bahnhof Gaönholz, Bollverf., Bortrag und wichtige Mittellungen. Bernau- Börnide: Do., d. 29., abends 8 Uhr, Ucbungsabend. Strausberg Fahrer, Belpredunal KAFFEE HAG für Sportsleute schont Herz und Nerven Parteinachrichten für Groß- Berlin analus Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 rep. rechts, an richten 3. Kreis Bedding: Für Genoffinnen und Genoffen, die Mitglieder des Vereins der Freidenfer für Feuerbestattung find, findet am Donnerstag, den 29. April, abends 6 Uhr, im großen Pharusiaal, erftr. 142, die ordentliche Kreisversammlung ftatt. Tagesordnung: Bericht non der Reichsgeneralversammlung. Bericht von der Freigeistigen Bode. Bahl des Rreisvorstandes. Es ist Ehrenpflicht, pünktlich und restlos zu er fcheinen. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Die Genoffinnen und Genoffen, die italieber Des Bereins der Freidenfer für Feuerbestattung sind, werden ersucht, refte Los in der Bersammlung am Donnerstag, pent 29. April, abends 7 Uhr, im Schweizeraarten zu erscheinen. 6. Kreis Kreuzberg. Arbeiterwohlfahrt: Donnerstag, den 29. April, abends 8 Uhr, Besprechung bei Wolf, Gräfeftr. 26. Intereffierte Bezirksverordnete find eingeladen. Genoffinnen und Genoffen, die Mitglieder des Bere eins der Freidenfer für Feuerbestattung find, werden erfydyt, an der Generalversammlung am Donnerstag, den 29. April. abends, 7 Uhr, in den Sohenstaufen- Sälen, Rottbuffer Damm 75, beftimmt teilzunehmen. 7. Kreis Charlottenburg. Achtung, Freidenfer! Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 29. April, abends 7½ Uhr, in Whlerts Festfälen, Ber WRIGLEY P.K. PFEFFERMINZ KAUBONBONS Originalgrösse finer Str. 8. que Genofinnen und Genoſſen des Vereins der Steines Päckchens WRIGLEY P. K.benter fitr Feuerbestattuna müssen erscheinen. 14. Kreis Renkölln. Alle Genoffinnen und Genoffen, die Mitglieber des Bereins der Freidenker für Feuerbeftathing find, find verpflichtet, am Donners tag, den 29. April, abends 7% Uhr, die Mitgliederversammlung in Aliems eftfälen, Sasenheide, zu befuchen. 18. Kreis Weißenfee. 7% Uhr bei Gallas, Lehderstraße, Bortrag des Ge Genoffinnen, und Genossen müssen erscheinen. Heute, Mittwoch, den 28. April: 24. t. 7 lbs im Mtersheim, Danziger Str. 62( Baraden), Abteilungs versammlung. Vortrag: Strafrecht und Sozialismus". Referent Rechtsanwalt Oborniker. Gäste tönnen eingeführt werden. 30. bt. 7 Uhr Rahlabende: Bezirke 813 bis 815 bei Bohit, Endener Straße 108; Beairle 816 bis 819 bet Schröder, Bappelallee 34; Bezirfe 824 bis 827 bei Soffmann, Enchener Str. 8. Bortvag: Die weltliche Schule und die Elternbeiratswahlen". Referent Lehrer Gustav Hädide. 98cairle 847 bis 855 bei Silgenfeld. Carmen- Sylva- Ste. 5. Beaiete 856 bis 839 eingeladen. Achtung! Die Maifcierfarten müssen spätestens am Donnerstag, den 29. April, beim Genossen Lehmann abgerechnet fein. Bezirksführer find Kau- Bonbons- man kann sie bequem in der Westentasche tragen. der Diese aus den besten Rohmaterialien hergestellten einzigartigen Kau- Bonbons reinigen Mund und Zähne; sie verleihen bei Geitler, Stanzomifte. 10. Sympathifierende und„ Borwärts" Lefer dem Atem dauernd angenehmes Aroma, 79. abt. Edöneberg. Camtliche Desifefubver merben erfight, bie Rinder, Tiften zu Elternbeiratswahlen Genoffen Bauhoff, Gothenstr. 29, chauliefern. Morgen, Donnerstag, den 29. April: 29. Abt. Achtung, Bezirksführer! Die Maifeierfarten find beint Genossen Strahl abzurechnen. Frauenveranstaltungen: 68. bt. Salenfee. Donnerstag, den 29. April, abends 8 1hr, bet tingebeil, Johann- Benon- Straße, Vortrag: Bohlfahrtseinrichtungen für Wiener Rinder". Referentin Genoffin Goek. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 105. Abt. Adlershof. Unfer Genoffe Bernhard Rafper, Bismardite. 20, wirken appetitanregend und fördern die Verdauung. Von vielen Aerzten und Zahnärzten empfohlen! GF.8 ift am 25. April im 60. Lebensjahre verstorben. Eindscherung am Donners Päckchen- 4 Stück- 10 Pf. Ueberall erhältlich! tag, den 29. April, abends 6 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Bir bitten um recht rege Beteiligung. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Dee lekte Tag für die Anmeldungen zum Jnternationales Jugeubtag in Amsterdam ift Freitag ber 30, April Achtung, Abteilungstaffierer! Sente, Mittwoch, non 5-7 hr Abrechnung, Musaabe bes Mai ,, Jugend voran und der Arbeiter- Jugenb". Abteilungsleiter, holt die Rarien zum Maifeft ab! Heute, Mittwoch, den 28. April, abends 7% Uhr: WRIGLEY KAU- BONBONS P.K WRIGLEY P.K PFEFFERN KAUBENSONS Webbing: Schule Antonftraße. Bortrag: Bflichten in bet better fugend". Selmholaplan: Schule Eberswalder Str. 10. Boring: Der 1. Mai Norbring: Schule Scherenbergitz. 7. Bortrag: Die Bebeutung bes 1. Mai für die Arbeiterschaft". Dfien( Frankfurter Biertel): Jugend heim Rigaer Str. 103. Bortzan: Geschichte der Arbeiterjugendbewegung Werfauer Viertel: Jugendbeim Silfiter Str. 4. Ausfprache: afer Bons bern" Tempelhof: Enzcum, Germaniaftr. 4-6, Bortrag: Gemeinmitt Ichaft". Friedrichsfelbe: Schule Berliner, Cde Golokitraße, Bortag: D WRIGLEY AKTIEN GESELLSCHAFT, FRANKFURT A. M Berufsidrufweien". Raulsborf: Schule Adolfite. 25. Schn- inuten- Referate. Biotenberg- Mitte: Jugendheim Doffeftr. 22. Bortrag: Der 1 Mai". Lichtenberg- Rorb: Sugendheim Barkane 10. Bortrag: Bersailles Benua → Locarno" Buchola Lotal non Raffad. Bauptfte. 71. Borstandssitung. Wiebrichshain: Jugendheim Dieftelmenerstr. 6-7 Lichtbildervortrag: Sinein in die Arbeiterjugend" Rieberschöneweibe: Jugendheim Oberfchöneweide, Baufenerstr. 2. Märchen abend moderner Dichter mit Lichtbildern. Sport. Borkampfabend des Polizei- Sport- Vereins. Die Bogabteilung des Polizei- Sport Bereins Berlin neranstaltete am Montag zusammen mit dem Jüdischen Box= Klub Maccabi im Saalbau Friedrichshain einen größeren Kampfabend. Der Besuch mar gut und der zahlreich erschienenen Borgemeinde wurde guter Sport geboten Der Einleitungstampf im Jugendleichtgewicht brachte Ludwig( PSB., 122 Pfd.) gegen Buchbaum II( Maccabi, 121 Bfd.) in den Ring. Das Treffen endete unentschieden. Im Bantam gewicht fonnte Fuchs( Maccabi, 107 Pfd.) Onderta II( PSB.) in der zweiten Runde durch linten Saten to. schlagen. Der Fliegengewichtler Friedländer II ( Maccabi, 102 Bid.) punttete in drei Runden Schmidt( PSB., 99 Pfd.) glatt aus. Müller( PSV., 123 Pfd.) und Rybalsti ( Maccabi, 123 Pfd.) trennten sich unentschieden. Im Feder gewicht siegte der gute Techniter räter( PSB., 112 Pfd.) über den harten Maccabimann Sieg( 114 Bfd.) glatt nach Buntten. Onderta I( PEB., 109 Pfd.) tonnte trog technischer Ueberlegenheit fiber Guttmann( Maccabi, 110 Bfd.) im Bantamgewicht nur ein unentschieden herausholen. In den übrigen Kämpfen fiegte enner( Maccabi, 128 Pfd.) über Riemann II( PSV., 124 Pfd.) nach Buntten; Köhler( PSB.) über Meyerhardt ( Maccabi) in der ersten Runde durch to. Masta( PSB.) und Leminfohn( Maccabi) borten unentschieden. Schließlich vermochte Buchbaum( Maccabi. 142 Pfd.) im Schwergewicht über den unbe holfenen Schwarz( PSB., 159 Pfd.) nach Buntten zu siegen. Rennen zu Karlshorst am Dienstag, den 27. April. 1. Rennen 1. Hagewald( v. Metsch), 2. Märchenpring( Staudinger), 3. Dddrun( Schniker). Toto: 22:10. Blak: 10, 11, 11: 10. Tiefen: Parioli, Elfchen, Hartenftein, Gebeimbund. Ferner 2. Rennent. 1. Buccina( Quade), 2. Harma( st. Edler), 3. Livadia ( v. Borde). Zoto: 128: 10. lag: 14, 11, 11:10. Ferner liefen: Glüids. ftunde, Thu's nicht, Mutwillig, Lauf. 3. Rennen. 1. Pilatus( Bismart), 2. Herzog( B. Wolff), 3. Baltazar (*. Eichhorn). Toto: 63:10. Blab: 15, 12, 12:10. Gerner liefen: Tippel, Cisterne, Shaun Mboo, Bythunia, Cib. 4. Rennen. 1. Eleazar( aufer), 2. Diffels( R. Gdler), 3 Luna ( Rutulies). Toto: 16: 10, Blas: 12, 17: 10. Ferner liefen: Friedchen, Maipring, Humor. 5. Rennen. 1. Magnolie( Malter Heuer), 2. Dorn II( St. Edler), 3. Dioscur( Dert el). Zoto: 30: 10. Blaz: 19, 23:10. Ferner liefen Maimond, Teifi. 6. Rennen. 1. Mellaroja( o. Borde), 2. Trompeter( S. p. Befib.), 8. Credulite( r. Staudinger). Zoto: 48: 10, Plat: 26, 82:10. Bernar Liefen: Centrifugal, Propullor. 7. Rennen. 1. Brolpero( Thielemann), 2. Heliotrop( Dlejnil), 3. Mars( Staudinger). Toto: 22:10. Blab: 18, 27 10. Ferner Itejen: Konradin, Maros, Atlantic. Das Goldene Rab in Trepfom. Am fommenden Sonntag, 2. Dai, tartet be tennbahn reptom mit einem ihrer populariten Rennen Das Golbene ad auf 3 geht über eine Stunde und ist mie bisher den Dauerfahrern binter Potorführung reserviert. Das Rennen toird eine erfillasfige Befezung erhalten. Beft verpflichtet sind bisher die Deutschen a tall, emanom und der Franzose Miquel. Wit einem vierten ichweben noch die Berhandlungen. Das Programm entbält augerbem ein Dauerrennen über 25 km, ferner ein aupt. fahren über 4 unben, ein 20 Runden Buntelabren und ein Entschädigungsfahren für Berufsflieger. Wetterbericht der öffentlichen Wefterdienfiffelle für Berlin.( Macbr. verb.) Größtenteils beöltt und noch ziemlich fühl Strichmelie lette Gewitterregen. Für Deutschland. Fortdauer des filhlen, bemöltten, zu örtlichen Bewittern neigenden Wetters. Mieten Sie von uns StaubSis. Jauger Schranke Wasche Rollen orion Vampyr Waschmaschinen m فنوج 6 Monaten Jhr Eigentum Man verlange Jonder Prospekt! Beleuchtung Gaskocher Gasherde Körper jeder Art Bratu Backofen PRADDATZ& Co Berlin W.66, Leipzigerstr. 122-123 Land Radio G.m. N 39, Boyenstraße 42 Fabrik( a. d. Chausseestr.) b. H. 017, Am Schles. 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Darauf entwarf Genoffe Brandenburg ein anschauliches Bild von der Not der Landarbeiter= schaft. Er führte aus: Die Deutschnationalen haben vor diesem Hause erklärt: Wenn wir( also die Deutschnationalen) von der Not der Landwirtschaft reden, dann reden wir auch mit für die Landarbeiterschaft.( Buruf bei der Enat. Vp.: Das ist auch richtig!) Sehr falsch, denn es stehen die Taten Ihrer Anhänger draußen im Lande in einem schreienden Gegensatz zu den Worten, die Sie hier zum Ausdruck bringen. Ich will einige Beispiele geben. Man fann nicht anders, als mit der Entlohnungsfrage anfangen, und da ist es recht bezeichnend, daß gerade Ostpreußen, in dem doch Sie, die Deutschnationalen, in der Landwirtschaft dominieren, sich in jeg licher Beziehung stets schlecht gegenüber anderen Provinzen abhebt. Im Monat Dezember 1925 betrug der Monatslohn eines Deputanten, also eines verheirateten landwirtschaftlichen Arbeiters, also Naturallohn und Barlohn zusammengenommen, in der Brovinz Ost preu Ben 50,56 m.( hört! hört! bei den Soz.) ein Monatslohn und setzt sich zusammen aus einem Naturallohn von 39,24 M. ich muß hierzu sagen, daß dieser Naturallohn höchst anfechtbar in seiner Summierung ist, weil für den Landarbeiter sich dieser Wert nicht herausrechnen läßt, denn es sind Börsenwerte zugrunde gelegt und einem Barlohn von 11,22 m. Als nächste Provinz folgt Schlesien mit 55,74 m. Monatslohn. Das sind die beiden schlechtesten Provinzen. Es folgen dann in ziemlich er. heblichem Abstand Hessen Nassau, Pommern und Bran denburg, die mit etwa 69, 68, 70 M. Monatsverdienst für den verheirateten Landarbeiter dastehen. Es kommen dann HannoDer, Schleswig- Holstein und Previnz Sachsen mit 72 M. und einigen Groschen Monatsverdienst. Dem möchte ich gegenüberstellen den Bezirk Bielefeld, also Provinz West= falen, in dem der Lohn 92,16 M. beträgt, also nahezu die doppelte Summe dessen, was in Ostpreußen herauskommt. -w Bei den jugendlichen Arbeitern liegen die Lohnverhältnisse so, daß in Ostpreußen der Stundenlohn der männ lichen 15 bis 16jährigen 7,13 Pf., in Pommern 13,39 Pf., in Brandenburg 12,47 Pf., in Schlesien 13,50 Pf., in Bielefeld, also in Westfalen, 27 Pf. beträgt, somit nahezu das Vierfache dessen, was in Ostpreußen geleistet wird.( Hört! hört! bei den Soz.) Männliche Arbeiter über 20 Jahre, ledige Personen, beziehen in Ostpreußen 13,37, in Pommern 22, in Brandenburg 23, in Hannever dagegen 34, in Bielefeld 35 Pf., also nahezu das Dreifache der Summe. Man fönnte in diesem Zusammenhang einige Bergleiche zwischer: der Lohnhöhe der Landarbeiter und derjenigen der ungelernten Arbeiter in anderen Berufen anstellen. Während in Ostpreußen, im Kreise Königsberg, der Gesamtverdienst eines Land. arbeiters 28,65 Pf. pro Stunde beträgt, bezieht in demfelben Kreise ein ungelernter Bauarbeiter 63 Pf. Dasselbe Berhältnis besteht auch in den übrigen Provinzen, so daß man mit Fug und Recht sagen kann: das Zwei- und Dreifache des Candarbeiterlohnes wird erzielt in anderen Provinzen von ungelernten Arbeitern im Baufach. im Ziegeleiberuf, im Steinarbeiterberuf usw. Troh dieses Jammerlohnes waren im Verlauf des Kalenderjahres noch Cohnabbaubestrebungen zu verzeichnen.( Hört! hört! bei den Soz.) Es war das in Ostpreußen, in Schlesien, in der Provinz Brandenburg der Fall. Aber ich möchte ein anderes Bild aufmachen. Wir haben_im Laufe der letzten Monate in immer steigendem Maße feststellen. Deutschlands Getreidebilanz. Ausreichend Brotgetreide im Juland Futtermitteleinfuhr und Vichhaltung. Unter den Faktoren, die seit dem Oftober des Vorjahres die| besonders auffällig die außerordentliche Steigerung der Einfuhr in Entwicklung der deutschen Handelsbilanz beeinflussen, spielt den Monaten Juli, August und September bes Bordie reichliche Getreideernte des Jahres 1925 eine große Rolle. An jahres. Diese Zahlen zeigen, in wie großem Umfange der deutsche, Roggen und Weizen wurden 2,8 Millionen Tonnen mehr geerntet Getreide handel vor Infrafttreten der Getreideals im Jahre 1924, so daß im laufenden Erntejahr der Import- zölle Getreide auf dem Weltmarkt kaufte und sich verfpetubedarf beträchtlich kleiner ist als im Vorjahre. Wie unsere graphische Tierte. Beachtlich ist ferner die starte Verringerung des ImportDarstellung zeigt, läßt sich sogar mit einigem Optimismus annehmen, überschusses in den Monaten Dezember und Januar, in denen eine daß der Gesamtbedarf an Brotgetreide hinter dem des letzten Borkriegsjahres zurückbleiben wird. Eine solche Schäßung fann man naturgemäß nur mit Vorsicht betrachten. Immerhin ergibt ein Vergleich des laufenden mit dem vorhergehenden Erntejahr, daß zur Deckung des Vorjahrskonsums nur ein Einfuhrbedarf von 1½ Millionen Tonnen Weizen besteht, demgegenüber ein rechnerischer Exportüberschuß von 3irfa 1,6 Millionen Tonnen Roggen vorhanden ist. Mit der vorjährigen Getreideernte ist also hinsichtlich der Brotgetreideversorgung Deutschlands Zuschußbedarf an Getreide 19 13/14 u. 1924/ 25-1925/ 26 In 1000 dz 19 13/14 19/25 ☐ Ergänzung bis Ende des Wirtschaftsjahrs 26 805 7819 6785 4524 1925/26 40 700 Z 18 131 15221 12 088 tönne", vor allen Lingen im Dezember, Januar und Sebruar, daß Brotgetreide Futtergetreide in bei der Landarbeiterschaft vorgenommen werden, und zwar deshalb, weil diese Landarbeiter fich weigern, Jahresverträge oder Berträge, die eine vierteljährliche Kündigungsfrist vorsehen, zu unterschreiben. Die land wirtschaftlichen Unternehmer geben solche Verträge heraus. Sie bestehen auf dem Unterzeichnen folcher Berträge, um sich auf diese Weise von der Zahlung der Beiträge für die Erwerbslosenfürsorge drücken zu können.( Sehr richtig! bei den Sez.) Die Landarbeiter haben sich in ziemlich starkem Maße geweigert, derartige Berträge zu unterzeichnen und zur Strafe für diese Weigerung erfolgte glatt meg Entlassung.( Hört! hört! bei den Goz.) Dann einige Angaben darüber, in welchem Umfange derartige Entlassungen vor sich gingen und welche Personen als Entlassende hierbei in Frage famen. Es wird aus dem Bezirk Liegnitz berichtet: Es ist uns bekannt, daß allgemen versucht wird, durch Abschluß von Jahresarbeitsverträgen ohne Kündigungsfrist fich der Zahlung von Beiträgen zur Erwerbslosenfürsorge zu entziehen. Kündigungen sind erfolgt, weil Arbeiter Jahresverträge nicht unterschrieben, in denen feine Kündigungsdauer enthalten ist. Aus dem Kreife Sprottau in Schlesien wird berichtet: Der Rittergutbefizer und Vorsigende des landwirtschaft lichen Arbeitgebern rbandes von Diebitsch entließ am 1. Februar eine Familie, weil sie sich weigerte, einen solchen Vertrag zu unterschreiben. Am 9. Februar wurden zwei wei tere Familien aus dem gleichen Grunde von demesleben Arbeitgeber entlassen. Das Dominion Neithardt zwang die Landarbeiter dadurch zur Unterschrift unter den Jahresvertrag. indem ihnen gesagt wurde: Wer nicht unterschreibt, wird entlassen. Aus dem Kreise Striegau wird berichtet: In Gäbersdorf, Besizer Siegfried von Richthofen, find Kinder von der Gutsverwaltung aufgefordert, für die Eltern die Unterschrift unter die Verträge zu sehen, was auch geschehen ist. ( Hört! hört! bei den Soz.) In Häslicht, Eisdorf, Fehebeutel, Besizer von Daminis, ist ein unbeschriebenes Blatt Papier zur Unterschrift norgelegt worden mit der Erklärung: Wer nicht unter schreibt, ist entlassen.( Hört! hört! bei den Soz.) Wie es mit der Erwerbslosenunterstügung für diese Landarbeiter aussieht, darüber berichten einige Landesarbeitsämter, so das für Ostpreußen, indem es sagt, daß in den Kreisen Dar. fehmen und Rastenburg Zahlung der Unterstützung verweigert wird. Das Landesarbeitsamt für Pommern: Unterstützung wird nicht gezahlt in den Kreisen Bütom, Rummels. burg, Demmin, Rammin, ujedom und Wollin. Bezirk des Landesarbeitsamts Schlesien: In Oberschlesien werden Unterstützungsgefuche auf Erwerbslosenunterstützung von den Behörden größtenteils abgelehnt. Bezirk des Landesarbeitsamts für Sachsen- Anhalt: In den Kreisen Querfurt, Delißsch, Saaltreis, Sangerhausen, 3eiß wird die Zahlung von Unterstühung abgelehnt, wenn verher Beiträge nicht geleistet murden. Kreis Jerichow II, Bezirk Magdeburg: der Berwal tungsausschuß und das Arbeitsamt in Genthin lehnen Unterflüßungsanträge grundfäßlich ab unter Hinweis auf die Richtlinien des preußischen Wohlfahrtsministers. Um biefem Uebelstand entgegenzutreten, haben wir bereits im Hauptausschuß entsprechende Anträge geftelt. Wie groß der Umfang der Arbeitslosigkeit in Landarbeiterkreisen ist, dafür einige Angaben: Das Landesarbeitsamt für Ostpreußen berichtet aus dem Kreise Allenstein: Die Arbeitslosigkeit unter den Freiarbeitern ist eine fast voll. tommene. Kreis Lozen: Arbeitslosigkeit besteht vorwiegend unter den Freiarbeitern. Aus Pommern: Kreis Kolberg: Arbeitslose Landarbeiter etwa 350. Kreis Schlame: 200 arbeitslose Landarbeiter, vorwiegend Freiarbeiter. Kreis ledermünde: Starte Arbeitslosigkeit der Landarbeiter, besonders in der Pasemalter Deutschlands vor Einführung der Zölle menigstens statistisch das Ziel erreicht worden, den gesamten Bedarf aus dem heimischen Boden zu decken. Ganz anders liegen dagegen die Dinge beim Futtergetreide, für das auf unserer Darstellung sogar eine 3unahme des Importbedarfs um zirfa 300 000 Tonnen angenommen wird. Diese Zunahme, die die bis herigen Nachweise über den auswärtigen Handel als sehr wahr scheinlich erscheinen lassen, fand statt, obgleich ein sehr erheblicher Sie läßt darauf Teil des Roggenüberschusses verfüttert wurde. schließen, daß in sehr viel erheblicherem Umfange als im Vorjahre Schweine gemästet wurden. Tatsächlich wurden im Kalender jahr 1925 rund 1% Millionen Schweine mit einem Schlachtgewicht von zirka 1,6 Millionen Doppelzentner mehr geschlachtet als im Kalenderjahr 1924. Sie dürften einen Mehrverbrauch an Futtergetreide in Höhe von rund 1 Million Tonnen darstellen. Einen guten Einblid in die Tendenz zur verstärkten Schweinemäftung gewährte auch die letzte Biehzählung, die zeigte, daß sowohl die Zahl der Ferkel wie die Zahl der Sauen beträchtlich zugenommen hat. Tatsächlich scheint sich die start vermehrte Zucht auch am Schweinemarkt auszuwirken, auf dem die Preise in den letzten Monaten um rund 30 Proz. nachgegeben haben. Immerhin bleibt auch noch heute der Futtergetreidebedarf der deutschen Boltswirtschaft um mindestens die Hälfte hinter dem Vortriegsbedarf zurüd. Unsere zweite graphische Darstellung zeigt die monatliche Bewegung der Getreideaußenhandelsbilanz. Bergleicht man sie mit der Vorfriegszeit und dem Vorjahr, so ist Gegend. Die Arbeitslosigkeit ist auch unter den Deputatarbeitern eine beträchtliche. Bezirk des Landesarbeitsamtes für Schlesien: Kreis Breslau: Zahlen vom 31. Januar 1926: Berheiratete Landarbeiter 328, ledige Landarbeiter 99, ledige Landarbeiterinnen 75. Kreis Nimptsch: Arbeitslose Landarbeiter etwa 440. Bezirk des Landesarbeitsamtes für Berlin: Das Landesarbeitsamt Berlin berichtet, daß bei den Berliner Arbeitsnachweisen( Landwirtschaftliche Abteilung) durchschnittlich 300 Landarbeiter täglich vorstellig werden. In den Beherbergungsstationen sind vor einigen Tagen etwa 650 aus der Landwirtschaft stammende Bersonen gemeldet worden. Bezirk des Landesarbeitsamtes für Branden burg: Das Landesarbeitsamt berichtet, daß am 15. Februar 1926 bei den brandenburgischen Nachweisen( es fehlen 10) 1156 männliche und 480 weibliche landwirtschaftliche arbeitslose Arbeitskräfte gezählt wurden.( Hört, hört! bei den Sozialdemofreten.) Bezirk des Landesarbeitsamtes für Sachsen- Anhalt: Das Landesarbeits. amt in Magdeburg teilt mit, daß am 15. Januar 1926 arbeitslos waren: 2157 männliche Bandarbeiter, 867 weibliche Landarbeiter. ( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Bezirk des Landesarbeitsamtes für Schleswig- Holstein: Das Landesarbeitsamt für Schleswig- Holstein teilt mit, daß zu Beginn des Jahres 1926 gezählt Schleswig- Holstein teilt mit, daß zu Beginn des Jahres 1926 gezählt wurden: 4080 männliche und 213 weibliche arbeitslose Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft. So sind die Ziffern der arbeitslosen Land. arbeiter. Aber der ganze Jammer dieser Zahlen wird einem erst offenbar, wenn man dem die Tatsache gegenüberhält, daß über 80 000 ausländische Landarbeiter über Winter durchgehalten worden sind von deutschen landwirtschaftlichen Unternehmern.( Lebhafte Rufe links: hört, hört!) Den deutschen Arbeitern werden Lohnzulagen wegen angeblichen Richtfönnens versagt; aber viele Behntausende von Ausländern durchwintern zu lassen, dazu langt es! In einer ganzen Reihe von Provinzen haben wir Tausende und aber aber Tausende arbeitsloser deutscher Land Deutschlands Getreidebilanz 19 13/14 und 1924/25 1925/26 Brotgetreide, Futtergetreide und Mehl In 1000 dz 695 3750 1217 2121 1675 1983 1181 3572 31999 3224 3835 4724 84931 5856 5440 5453 6789 7495 Z ASONDJ FMAMJASONDJ FMAMJ JASONDJ FM 1913 1914 1924 192 5 1926 außerordentlich starke Weizenausfuhr den Imporibedarf beinahe ausglich. Unter allgemeineren Gesichtspuntten betrachtet, zeigt eine Untersuchung der deutschen Getreidebilanz mit großer Deutlichkeit, daß der Wiederaufbau des deutschen Biehbestandes noch nicht vollendet ist, daher die geringe Futtergetreibeeinfuhr, während die deutsche Brotgetreideernte mindestens im Verhältnis zum deutschen Konsum im Vorjahre einer reichlichen Borfriegsernte glich, obgleich bekanntlich die Echäzungen der statistischen Behörden noch immer den Eindruck erwecken, als sei dies nicht der Fall. Preußens Darlehn für Giesche. Eine amtliche Mitteilung bestätigt nunmehr den Abschluß der Berhandlungen zwischen dem preußischen Staat und der Bergwerfsgesellschaft Georg von Giesches Erben. Sie hatten das Ergebnis, daß Giesches Erben ein Regierungsdarlehn zu er mäßigten Zinsbedingungen für den Bau einer Zinthütte in DeutschOberschlesien erhalten. Das Ziel der preußischen Regierung, die Zinkerze aus den Deutsch- Bleischarley Feldern in einer deutschen Hütte verarbeiten lassen zu fönnen, ist auf diese Weise erreicht worden. Das Darlehn wird durch Pfänder gesichert. Außerdem erflärten die in der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Werke anwesenden Mitglieder von Giesche, daß ein der preußischen Regierung genehmes Mitglied in das Repräsentantenfollegium aufgenommen werden soll, worüber noch in einer ordentlichen Mitgliederversammlung Beschluß gefaßt werden muß. Der Arbeitsmarkt in der dritten Aprilwoche. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Reich hat sich nach den Berichten der Landesarbeitsämter für die dritte Aprilwoche faum verändert. Die Zahl der Erwerbslosen ist im allgemeinen weiter zurüdge. gangen, doch vollzieht sich der Rückgang sehr viel lang famer, so daß die Gesamtzahl um ein Vielfaches höher ist als im Borjahre. Im Steinkohlenbergbau, im Hüttenwesen und in der Maschinenindustrie überwiegen die Entlassungen; in den übrigen Berufsgruppen ist die Situation schwankend und örtlich verschieden. Die Aufnahmefähigkeit des Baugewerbes ist immer noch nicht sehr groß. In der Landwirtschaft ist Nachfrage nach Arbeitskräften vorhanden, jedoch zurückhaltender wie in früheren Jahren. Besonders schlecht gestaltet sich weiterhin die Lage der kaufmännischen Angestellten. Die Macht der Großkonsumenten. Die Osram Gesellschaft, die deutsche Vertreterin des internationalen Glühbirnentrusts, steht durch ihre Vertriebsgesellschaften in Verhandlungen mit verschiedenen Behörden Preußens und des Reichs, denen für Glühlampenlieferungen ein Preisnachlaß von nicht meniger als 40 Proz. gewährt werden soll. Für Massenlieferungen sind derartig hohe Sonderrabatte gegenüber dem gewöhnlichen Einzelverkaufspreis in der Tat nichts Ungewöhnliches. Die Preisvorteile, die beim Massenbezug vom Produzenten direkt„ herauszuholen" sind, haben in vielen Fällen bekanntlich zur Bildung von Einkaufsvereinigungen( oft in der Form von Genossenschaften, z. B. bei den Konsumvereinen GEG. und den Kolonialmarenhändlern) geführt. Die öffentlichen Organe freilich haben bisher, wohl mit Rücksicht auf den Handel, dessen Gewinnmöglichkeiten man nicht schmälern wollte, von ihrer Machtstellung als Großabnehmer zahl 3weifellos liegt in dem Vorgehen der öffentlichen Verwaltungen ein reicher Artikel nur verhältnismäßig geringen Gebrauch gemacht. Fortschritt, denn es ist gar nicht einzusehen, warum der Staat auf Kosten der Steuerzahler diejenigen Teile des Verteilungsapparates ( bes Handels), die unrationell arbeiten, bis in alle Ewigkeit mit durchschleppen soll. | arbeiter, während in derselben Zeit Ausländer beschäftigt werden. Und dabei wurden für 1926 wieder 130 000 Ausländer für die deutsche Landwirtschaft zugestanden, fontingentiert?( 3urufe.) Jawohl, ausdrücklich zugestanden! Wir wissen, daß die Reichs arbeitsverwaltung das Recht der Kontingentierung hat. Die Frage der Kontingentierung geben uns überhaupt ein recht interessantes Bild. Im landwirtschaftlichen Fachausschuß der Reichsarbeitsverwaltung haben gerade die Vertreter des Großgrundbesiges einem Abbau des Ausländerkontingents den stärksten Widerfpruch entgegengesetzt.( Hört, hört!) Die Vertreter der Landbünde, des Großgrundbefizes wollten die Reichsarbeitsverwaltung dazu veranlaffen, die Kontingentierungsziffer überhaupt fallen zu laffen; die landwirtschaftlichen Unternehmer erflärten: das System der Kontingentierung fei zu starr, sie wollten lieber aus freier Ent. ließung die Zahl der Ausländer her absetzen. Was zeigte fich aber in der Zukunft? Während bis dahin von 130 000 Ausländern die Rede war, während auch mitgeteilt worden war, daß feinesfalls ein höheres Kontingent als 130 000 zugestanden werden würde, wurden nach dieser Erklärung des Großgrundbesites rund 183 000 ausländische Arbeitskräfte angefordert. So fah die freie Wirtschaft auf diesem Gebiete aus, wie fie vom Großgrundbesitz angestrebt wurde! Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen richtete Genoffe Brandenburg an den Landwirtschaftsminister den Appell, mehr als bisher für die Interessen der Landarbeiter zu tun. Die Frei zügigkeit der Landarbeiter muffe unter allen Umständen gewahrt bleiben, dem Wohnungselend auf dem flachen Lande müsse abge. holfen werden. Die Anträge der Sozialdemokraten weisen den Weg, wie man den Landarbeitern helfen tönne.( Beifall bei den Soz.). Nach längerer Debatte schließt die allgemeine Aussprache. Das Haus vertagt sich um 27 Uhr auf Mittwoch 12 Uhr( die Abgabe der Reichsratsstimmen, Abstimmungen, Etat der Bergverwaltung). Mittwoch 28. April 1926 Unterhaltung und Wissen Fetzen. Skizze von A. Bonow. leber pommeriche Felder fegt der Oststurm... jagt brüllend um ein schwarzes Armendorf... zerschlägt die blinden Hüttenfenfter einer Gelähmten. Auf einem vereisten Tümpel freisen mir tintenbeschriebene, verwischte Papierfezzen entgegen Ich bleibe stehen und denke: tuft du's? Schon bücke ich mich, wie suggeriert. müssen auch dieses schmuzige Grau faffen. Tuft du es nicht? Die frierenden Hände Dann laufe ich meine Wanderung zu Ende. Trotz des Unwetters hat mich auch dieser Ausflug befriedigt. Mein Mantel flattert. Ach, wie stimmungsvoll ist es gewesen. Die Lungen sind so vollgepumpt und in den Wangen brennt das Blut. Ihr Stubenhocker mißt ja nicht, wie felig man durch die nüchternsten Felder laufen kann! Ein Abteil im Zuge allein. Und es geht in die Stadt zurüd. Fast will mich das Rollen und Knattern über Brücken und Weichen traurig stimmen. Aber ich will nicht traurig werden. Draußen war alles viel zu fraftvoll gewesen. Das soll für Tage der Pflichten ausreichen. Darum eher luftig, als gejammert. Und schon weiß ich, mie ich das mitgenommene Kraftvolle beschwinge. Schon ist das Kind der Fröhlichkeit gerettet. Ich sehe noch einmal und diesmal im Geiste ben vereisten Tümpel. Dabei fühle ich die gestohlenen Blätter in der Tasche knistern. Das läßt mich von neuem denken: eigentlich ist es gut, daß ich abermals meiner alten Leidenschaft frönte. Mag ich mich auch selbst auslachen, daß ich immer wieder Vorliebe für Gossenabfall zeige. Schließlich weiß niemand davon und geht es auch feinen anderen Menschen etwas an. Und ich fand bisher in dem fortgeworfenen oder schlecht zerrissenen Schutt von liederlichen Fäusten manch drolliges Wichtigsein. Zum Beispiel finde ich täglich, wenn ich etwas finden will und gerne finde, auf Zetteln: von Kindern: Baule ihst meschuhge. von Badfischen: Heinz sticht schon mit den blonden, füßen Rasenhaaren. von Hausfrauen: Bayerische Außenpolitik LOCARNO ( nach der neuen Rede des Ministerpräsidenten Held) AD VOLKERBUND VERSOHNUNGS POLITIK Bon soir Bellage des Vorwärts 10 Bfd. Kartoffeln. ½ Pfd. Knochen . • Pf. oder der Elefant im Porzellanladen. 1 Bd. Suppengrünes Nicht vergessen! 1 Havanna zum Sonntag für Karl. 8 vonden Damen der Gesellschaft: Charlottenstraße Nummer 17. Am besten spät abends. Gibt reelle Preise für Brillanten. non Bürgern: 1241 Sonntag hat sich Emma zum 19. ds. ein Paar Filztüffel ge wünscht. Sie friegt ein Geburtstagsherz Olle brumme nicht". Donnerstag Stat. Don Nörglern: Morgen wird an die richtige Stelle geschrieben. Dottor S. hat die Nacht durch getanzt und ich fonnte nicht schlafen. Da soll man seine Eingeweide mit Bertrauen hinbringen. Auch bellt der Arzthund nach Mitternacht. Aber was steht in den Fetzen des Tümpels? Es ist gen Mitternacht. * Der Schein der grünbeschirmten Arbeitslampe flammt auf. Ich hoffe von einem Gutsbefizer zu lesen. Denn dieses Spezialfach ist mir fremd geblieben. Und ich lese Blatt eins. Menschen, die unter grünen Sternen geboren werden, haben unendlich viel Wissen und Wollen. Manchmal lesen sie viel und flug in der Bibel und wissen gar so seltsam zu sprechen. So einer soll mein Vater gewesen sein, der sich nie um mich gefümmert hat und den selbst nie meine Mutter mit Namen genannt haben soll, als man mich zu..... dorf bei Stargard an das elende Taglicht hob und die Magd in den Armenfarg legte. Aber trotzdem hasse ich meinen Bater nicht und will ihn auch nicht töten. Ich weiß gar nicht mal, ob ich ferne von ihm bin oder nahe bei ihm meile. Ich weiß nur, daß ich nicht zu den Geburten unter den grünen Sternen gehöre, daß ich ein Schwächling bin und einen ganz anderen Schwerpunkt herumschleppe, daß dieser Schwer. punft mein Herz ist, das um Liebe bettelt, daß die Mädel vor mir fliehen und meine Häßlichkeit der einzige, große, wahre Feind meines Lebens ist. Blatt zwei Troßdem sage ich mir: da ist tein Lump, der nicht schon einmal gefüßt morden ist. Ich will den Feind bezwingen! Blatt bret. Seit einigen Wochen wohne ich bei einer mitleidigen Here, die mir aus lauter Mitleid mein Bettelgeld abnimmt und mich grinsend anschreit:„ Siehst du, es gibt keine dummen Menschen. Auch du bist nicht dumm. Magst du auch keine Arbeit verstehen, aber das Fechten hast du los!" Ja, in diesem Stalle hause ich. Dort liege ich nächstens auf Stroh und tobe stumm in die Fäuste:" Großer Gott, wenn du bist, laß mich ruhig verhungern, aber lege vor dem letzten Berzucken ein einziges Mal einen warmen Weibleib an mein Herz. Nicht, um die Niedrigkeit zu stillen. Nein, nur um einmal zu wissen, wie es ist, dieses Brennen von Mund zu Mund. Habe Erbarmen! Ich bin nicht Tier. Ich bin wohl ein Bettler, aber mehr ein Bettler der Liebe." Blatt pier. Gestern stand ich vor einer Schiffertneipe. Die Türe war offen. Ich sah in das verräucherte Lokal. Ein Weib trat heraus. Schön und dreift. Nur die Lippen waren noch nicht verdorben. Und dieser glutrote halbgeöffnete Mund ließ mich an reine Mädchen denken, die auch noch nicht gefüßt haben und heimlich weinen. Da heulte ich auf. Das Weib wollte mich mit Geld trösten. Ich lief davon. Blatt fünf. Ich kann den Feind nicht bezwingen und die Sehnsucht nicht mehr ertragen. Wohin ich auch ftarre, werben die einfachsten Mädchen ängstlich und reichen mir Bfennige. ihm verliebt anvertraut hat, beruhigt: Meine Häßlichkeit hat mich inzwischen ganz bezwungen. Ich| Besuch weilt und halblaut und ungeniert den jungen Mann, der sich sehe ein, daß ein verstümmelter Wurm fich selbst und am besten in der Einsamkeit auffressen soll. Ich will sterben und bete zum legtenmal: Großer Gott, du warst nicht da, als ich dich aus der Sehnsucht rief. Es war gut, daß du mich nicht erhörtest. Ich habe mich umsonst für das auf gerieben, was mir heiliges Fühlen werden sollte, und habe gelernt, daß selbst mein Wünschen um das Heilige, in dem der andere Bol, ein anderes Stück Menschenfleisch stillhalten soll, dieses Heilige mur beleidigen würde. Darum erhöre mich jetzt. Du mußt mich erhören. In diesem Falle mußt du es. Laß mich wenigstens in dem Scheiden von meinem Schatten, laß mich im Abschiednehmen meines Schattens von dieser positiven Welt so groß und start sein, als ich bisher so flein und schwach war." Ich bestieg einen fleinen Dampfer. Nebel brauten Grenzen. Blatt sechs. Noch mehrere Menschen fuhren durch die wellende Oberschicht. und irgend etwas machte den Schaufelfasten unsicher. Der Kapitän mit der roten Nase lachte gemütlich fragend: Ramu, wo ist das Ufer?" Mein Körper sprang von der harten Bant auf. Denn fern Nur tanzten Häuser... schiefe, blaffe, ſchemenhafte Häuser... hin und wieder war ein Dachrand zu sehen... und ein Fenster. Nur hin und wieder. Alles lag grau in grau. Schleier dichteten. ... „ Mein bester Stürmer, Sie dürfen nicht gleich Ihr Herz verlieren. Müssen die Weiber besser ziehen. Aber, schließlich besitzt nicht jeder eine Macht, wie ich sie besessen habe. Ich wußte den Leid tragenden immer die richtigen Anweisungen zu geben. Und denken Sie, selbst einem niedrigen Wesen stempelte ich meine Obrigkeit so auf, daß es mur felig zu sein hatte und wie das Grab zu schweigen. Es war ein verdammt bildschönes Weib gewesen: eine Magd auf dem Nachbargute meines Bruders und zu 5..... dorf bei Stargard." Der Urwaldsinn. Man hat schon oft darauf hingewiesen, daß die Menschheit mit dem Fortschreiten der Zivilisation immer mehr von der Schärfe ihrer Sinne eingebüßt hat und im allgemeinen festgestellt, daß die Sinne des Menschen um so schärfer find, je weniger er sich vom Naturzustande entfernt hat. Unter den heute lebenden Menschen dürfte wohl der afrikanische Eingeborene in bezug auf feine Ausbildung der Sinne an der Spike stehen. Ein englischer Großwildjäger, der viel mit Schwarzen von Innerajrita in Berührung ge tommen ist, schreibt ihnen einen besonderen Instinkt zu, den„ Urwald- Sinn.„ Es ist unmöglich," schreibt er, einen Eingeborenen im Urwald zu verlieren und ebenso unmöglich, die Mittel und Wege zu erkennen, mit denen er sich stets zurechtfindet. Meine Diener haben mir zu verschiedenen Zeiten erzählt, daß sie schon aus dem Gefühl der Sonne in ihrem Rücken die Himmelsrichtung genau wissen; sie brechen wohl auch Zweige ab, um sich gewisse Wege zu tennzeichnen und haben ein außerordentlich scharfes Gedächtnis für Gegenstände, Es gab teine positive Belt mehr. Ich sah im voraus, wie schön die sie gefehen haben und die der Weiße gar nicht von der Umes im unpofitiven Nichts mar. Endlich! Blatt fieben. Die positive Welt lebt doch noch. Ich habe mich umsonst über die Reeling geneigt. So ein Fausthelb von almender Barmherzigkeit hat mich erbarmungslos zurüdgeriffen. Blatt acht Selbst an einer einsamen Wasserstelle haben mich Kinder be lauscht und geschrien. Der nahende Uniformmann mollte den Auf gefischten ins Dingfeste bringen. Blatt neun. Ich bin ausgerückt. Rüde immer weiter aus. Das unpofitive Nichts des ersten Wassertages war zu schön. Blatt zehn. Abends fieben ihr brauft der Stolper Schnellzug an einem Birkenhang vorüber. Was mache ich nur mit meinen fogenannten Tagebuchblättern? Mit dieser Kritzelei? Unfinn! Ich will nichts mehr durchdenken. Der Wind fann darin lesen und das elende Tageslicht und der Regen und die Nacht. Meinetwegen so oder so. Nur fort mit mir und allem * Ich suche nie mehr Fetzen. Nie... nie mehr! Nicht einen Goffenabfall und nicht großes Zerknittertſein. Meine Leidenschaft ist an dem großen Fund des vereiſten Tümpels verblutet. Schon wochenlang tomme ich von dem Leztgelesenen nicht mehr los. Auch heute jagt es mich ruhelos aus dem Zimmer. Ich will mich zerstreuen und die fröhlichste Freundin aufsuchen. Lisa Wegener soll mir Operettenschlager vorspielen, sonst muß ich heulen heulen... heulen. Schon eile ich die Treppe hinab Leider ist Lisa Wegener nicht alleine. Aber sie ist gut und freundlich zu mir und fingt und spielt nach Wunsch und innigft von fich und ihrer fefchen Kunst begeistert. Indes verfolgen mich weiter die Feßen der oftsturmdurch brüllten pommerschen Felder-Nebenan plaudert Lisas Bruder mit dem allseitig geachteten, flugen, meißhaarigen Auslandsdeutschen Herrn&... der zu 8224 gebung zu unterscheiden vermag. Ich verband einem Diener die Augen und führte ihn im Kreise herum mohl einen halben Tageweg von unserem Lager fort. Bei Sonnenuntergang nahm ich ihm die Binde ab und fragte ihn, in welcher Richtung das Lager sich befände." Dort!" sagte er fofort und wies mit dem Arm nach einer Richtung. Als ich dann mit dem Kompaß verglich, fand ich, daß er sich auch nicht um einen halben Grad geirrt hatte. Der Urwaldjinn des afrikanischen Gingeborenen erstreckt sich auch darauf, daß. er die Beschaffenheit eines Bodens erkennt, auch wenn er noch nie darüber gegangen ist. Dieser Instinkt geht sogar so weit, daß die Eingeborenen fumpfige Gebiete oder rauhen steinigen Grund stets vermeiden, lange bevor sie tatsächlich in die Nähe gekommen sind, und sie haben auch einen untrüglichen Sinn für den Lauf der Flüsse. Gin interessantes Beispiel dafür begegnete mir eines Tages in Bortugiesisch- Ostafrita. Ich folgte den Ufern des Rovuma- Flusses, als mein Gewehrträger, ein Nanasamann, der, wie ich, in der Gegend ganz fremd war, plötzlich von dem Fluß abbog und landeinwärts ging. Bohin gehst du?" fragte ich. Das Waffer macht hier einen großen Bogen, Herr," sagte er, es ist besser, den Weg abzuschneiden. Dbgleich meine Karte feinen solchen Bogen des Flusses anzeigte, und auch keine Merkmale dafür zu sehen waren, gaben doch die Lat sachen seinem Instinkt recht, denn es zeigte sich, daß mir gegen 20 Kilemeter Umweg gemacht hätten, während wir so nur 3 o meter zurückzulegen hatten. Dieser Urwald- Sinn findet sich b afrikanischen Kindern ebenso ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Ein sechsjähriger Junge wird einen Weißen durch den jungfräulichen Urwald mit derselben Sicherheit des Richtungsgefühls führen, wie ein alter erfahrener Jäger. Die Frauen sind darin nicht weniger unfehlbar. Nur an der Küste, wo die Zivilisation fortgeschritten ist, beobachtet man immer wieder, wie die natürlichen Sinnesfräfte der Eingeborenen nachlassen, und dort beginnt auch der UrwaldSinn zu schwinden." 21. Kuriose Liebeswerbung. Bei einigen Tierarten, die so getrennt und vereinzelt leben, daß sie zur Zeit ihres Paarungstriebes nicht leicht auf eine zufällige Begegnung rechnen fönnen, hat sich ein eigenartiger Brauch herausgebildet. Um feine zufünftige beffere Hälfte auf seine Nähe aufmerksam zu machen, pflegt nämlich das Männchen in diesem Falle an irgendeiner vorspringenden Stelle ein Zeichen niederzulegen, wozu gewöhnlich in höchst prosaischer aber sehr praktischer Weise, wie z. B. beim wilden Pferd, die Lofung verwendet wird. Speziell das Nilpferd, das diesen Brauch ebenfalls übt hat es hierin zu einer ganz besonderen Gefchtlich teit gebracht, indem es seine Lofung zur befferen Sichtbarmachung für das zarte Geschlecht mit Hilfe des Schwanzes hoch auf die Bäume schleudert, eine Handlung, die merkwürdigerweise auch von gefangenen Tieren ausgeführt wird. Jmmer und nur Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Tb. Opernhaus 72 Uhr: TOSCA Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Mignon 8 Uhr: Gastspield Saltenburgs Bühnen Schauspielhaus D. fröhliche 8: Nathan d. Weise Schiller- Theater 8: Kyritz Pyritz Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: Die Jüdin Abonn- Turnus III Norden 10334-38 Weinberg Kleines Th. Heute 8 Uhr: Reiner Tisch Lustspiel von Lonsdale Großes Schauspielhaus Deutsches Theater Sur Dich 8 Uhr: Unsere Kinder CHARELERE Kammerspiele TÄGLICH 8,00 Norden 10334-38 73 Uhr: ROCOOL DO Central. Theater 8 Uhr: Rahma buttergleich Volksbühne Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr: 8 Uhr: MARGARINE WINTER ①GARTEN Sturmflut Marlborough Die letzten Tage Morgen 7 Uhr: Morgen 8 Uhr: FAUST Marlborough GROSSES SCHAUSPIELHAUS 30. April 7,30 Uhr Premiere Alt- Heidelberg von Wilhelm Meyer- Förster Gastspici Alfred Braun Damen: Marianne Kupfer, Baler, Schreck. Herren: Alfred Brann, Alten, Bauer, Bauan, Briese Dernburg, Kopp. Krüger, Martienssen, Paeschke, Vogt, Wallauer. Ausstattung: Ernst Stern, Regie Altred Braun. Musik( unter Benutzung von Studentenliedern) Oscar Stalla. Der Vorverkant bat begonnen. Komische Oper 84 Direktion James Klein 84 Die Neue Revue mit dem lustigen April Spielplan Rauchen gestattet! E Salsonschluß: 30. April! Rennen zu Grunewald Mittwoch, den 28. April nachmittags 3 Uhr Rose- Theater 81% Uhr: Lili mu heiraten Metropol Varieté Das Kabarett d. Funktreunde mit dem großen April- Progr. Die billigen Konsumpr. Eintr: 0,50 bis 3M. 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