Nr. 204 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 104 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic B, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburs 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Gied lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Die Anzeigenpreise: infpaltige Nonpareille. seile 80 Pfennig. Reklamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 25 Bfennts ( auläffia amei fettgedruckte Worte), Jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Bfennig, fedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Borbe. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für bie nächste Summer milen bis 4 Uhr nachmittags im Bauptgeschäft, Berlin SW 68, LinbenAraße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Montag, den 3. Mai 1926 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bottiche fonts: Berlin 37 536- Banffonts: Ban! ber Arbeiter, Angestellten unb Beamten, Ballr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Devoktentasse Lindenstr. 3. Riesenkampf in England. Der Bergbau liegt still.- Vor dem Generalstreik.- Letzte Einigungsversuche. Condon, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der außerordentliche Gewerkschaftstongreß, der von 1500 Delegierten als Vertreter von 200 Gewerkschaften befchict war, beschloß am Sonnabend den Generalstreit für Montag mitternacht, falls bis dahin keine Einigung in der Kohlenkrise erfolgt. Inzwischen hatten die Bergarbeiter auf allen. Gruben die Arbeit eingestellt. Dem Beschluß des Kongreffes ging folgende Entwicklung voraus: Am Sonnabend früh beschloß die Bergarbeiterkonferenz, die Führung des Kampfes dem Gewerkschaftskongreß zu überlassen. Er beschloß, nachdem er die Reden von Bromley, Herbert Smith und Macdonald angehört hatte, den Kampf der Bergarbeiter durch eine Proklamation des Generalftreits zu unterstützen und, zum erstenmal in der Geschichte der britischen Arbeiterbewegung, die gejamte Vollmacht zur Führung des Kampfes in die Hände des Generalrats der Gewerkschaften zu legen. Die Generalstreitentschließung wurde mit überwältigender Majorität gefaßt. Für den Generalffreit stimmten die Vertreter von 3 653 000 Arbeitern, dagegen die Delegierten von rund 50 000 Arbeitern. Der Generalrat erteilte nach dem Beschluß des Kongreffes für den Fall des Generalstreit's fofort die notwendigen Anweisungen. Aus ihnen ergibt sich, daß die Berkehrsorgane, einschließlich Eisenbahnen, Viehtransport, Hafen- und Kanalverkehr, Druderei gewerbe einschließlich fämtlicher Tageszeitungen, Eisen- und Stahlindustrie, Metall- und chemische Industrie, Bauarbeiter mit Ausnahme der mit Spitalarbeiten beschäftigten Arbeiter, auf Anordnung des Generalrates am Montag um Mitternacht die Arbeit einstellen sollen. Alle mit fanitären Arbeiten beschäftigten Arbeitergruppen follen ihre Arbeit fortsetzen, ebenso haben die Gewerkschaften der Lebensmittelbranche Anweisung, die ungestörte Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu sichern. Insbesondere soll die volle Bersorgung der Spitäler gesichert werden. Der Generalrat warnt am Schluß seiner Proflamation vor der zu erwartenden Tätigkeit von Lodspikeln und anderen Personen, die die Arbeiter durch gewalttätige Mittel zur Arbeit zwingen wollen. Die Regierung hat noch am Sonnabend den Ausnahmezustand verhängt und sofort Truppen nach den 3ndustriegebieten in Südwales, Lancashire und Schottland entfandt. Es soll sich hierbei lediglich um Sicherheitsmaßnahmen mit dem Zwed handeln, die Polizei bei der Aufrechterhaltung der Ordnung zu unterſtüßen sowie das Leben der Staatsbürger und deren Eigentum zu schützen. Ein außerordentlich ernſtes Gefahrenmoment für den Fall des Generalftreits liegt in der geplanten Einfeßung der Technischen Nothilfe durch die Regierung. Die Gewerkschaften haben bereits von sich aus alle Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Betriebe und Transporte getroffen. Ein letzter Einigungsversuch. London, 2. mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Generalrat der Gewerkschaften, dem durch die Außerordentliche Gewerkschaftskonferenz am Sonnabend die Führung des Arbeitskampfes übertragen worden ist, hatte am Sonnabend in der Nacht noch eine Besprechung mit dem Ministerpräsidenten Diese Besprechung wurde nach 5% stündiger Dauer am Sonntag um 2 Uhr früh vertagt und am Sonntag abend auf Einladung Baldwins wieder aufgenommen, nach furzer Zeit jedoch wieder vertagt und in später Nachtstunde am Sonntag neuerdings einberufen. alten Bedingungen ermöglicht würde. Das Blatt fündigt die Fort-| stand geschaffen würde, der den Frieden im Bergbau sichert, jehung der Besprechungen für heute mittag an. Die Sunday das heißt, der einerseits den Zechenbefizern eine Rapital. Times" berichten, das Baldwin morgen im Unterhause eine ausführ- rente, andererseits den Bergarbeitern austömmliche liche Darlegung des Bergbaukonflikts und der Gründe zum Abbruch Lohn- und Arbeisbedingungen gewährt. der Berhandlungen geben werde. In der Geschichte der Arbeiterbewegung hat die englische Arbeiterschaft mehr als einmal mit 3ähigkeit und Entfchloffenheit die opfervolle Aufgabe des Borkämpfers der Arbeiterklasse der ganzen Welt zu erfüllen gehabt. Wir erinnern nur an die Kämpfe der englischen Arbeiter um das Roalitions- und Streitrecht, um das Recht des Streifpoftenstehens, um den gesetzlichen Arbeiterschutz usw. Der Kampf, der jetzt in England nach langen, ungemein zähe geführten Berhandlungen aufflammt, der in der Geschichte der Lohnkämpfe an Ausdehnung nicht seinesgleichen haben wird, ist - um es mit einem Wort zu sagen ein Kampf um die Rosten der notwendigen technischen Entwicklung, der sogenannten Rationalisierung. Es ist noch in Erinnerung, daß im Juli des Vorjahres der Kampf im englischen Bergbau und sein hinübergreifen auf die gesamte englische Industrie nur dadurch vermieden oder vielmehr verschoben wurde, daß die englische Regierung sich bereit erklärte, bis zum 1. Mai 1926 an die Bechenbefizer staatliche Zuschüsse zu zahlen, damit die Löhne und Arbeitszeit der Bergarbeiter in der bisherigen Höhe bestehen bleiben. Es wurde damals außerdem von der Regierung befchloffen, eine Kommission einzusetzen zur Untersuchung der wirtschaftlichen Lage des englischen Bergbaues. Diese Rommission sollte praktische Vorschläge ausarbeiten, damit ab 1. Mai, d. h. mit Fortfall der staatlichen Zuschüsse, ein 3uDer Bericht der Kohlenkommission geht darauf hinaus, die Löhne der Bergarbeiter um 11 Broz. zu reduzie= ren, daß heißt, diese Löhne auf den Stand von 1921 zurüdzuführen, wo sie sich zwanzig Prozent über dem Stand der Löhne von 1914 befanden. Die Unternehmer hatten von der Kommission eine Berlängerung der Arbeitszeit und eine Beseiti gung des nationalen Lohnabkommens verlangt. Dieses nationale Lohnabkommen besteht darin, daß für alle Bergbaureviere ein einheitlicher Minimalohn festgesetzt wird, zu dem in den verschiedenen Distrikten noch Buschläge kommen. Dieser Minimallohn wird auch dort gezahlt, und zwar aus einer gemeinsamen Kasse, wo die Bechen mit einer Unterbilang arbeiten. Die Kohlenkommission hat diese beiden Vorschläge der Unternehmer abgelehnt. Sie hat auch die Vorschläge der Bergarbeiter abgelehnt, die die Sozialisierung des Bergbaues und die Beseitigung der Bergregale forderten, das heißt einer Abgabe von 55 Pf. pro Tonne geförderter Kohle an die Grundbefizer, die nicht immer identisch find mit den eigentlichen Zechenbefizern. Dagegen hat die Kohlenkommission eine Reihe von Vorschlägen zur Rationalisierung des Kohlenberg baues in England gemacht. baues in England gemacht. Diese Vorschläge, wenn fie durchgeführt werden, find freilich auf lange Sicht ge= Der deutsch- russische Vertrag. Stresemann im Rundfunk. Der Reichsaußenminifter führte am Sonnabend abend im Ber I erwachenden Mißtrauen, zu dem ein Grund nicht vorhanden ist. liner Rundfunk über den deutsch- russischen Vertrag u. a. fol. Er liegt nicht im Vertrag, weil der Vertrag mit den Satzungen des gendes aus: Der Vertrag ist eher eine Selbstverständlichkeit, als eine Sensation. Zwischen Deutschland und Rußland besteht eine jahr hundertelange traditionelle Freundschaft. Die beiden Staaten und vordem Preußen und Rußland haben seit der Zeit Friedrichs des Großen bis zum Weltkriege die Waffen nicht gegeneinander gekehrt. Durch den Vertrag von Rapallo erklärten Deutschland und Rußland trotz des Weltkrieges und seiner Erschütterungen, daß sie wieder auf die alte Grundlage guter Beziehungen zueinander treten wollten. Um den Berliner Vertrag zu diskreditieren, munkeln einige Leute von Geheimabkommen, die mit ihm verbunden seien. Das war früher Unfinn und ist jetzt Unsinn. Die deutsche Politit ging eine bestimmte Linie, sie hat das Ziel verfolgt, aus der Gewalt des Vertrages von Versailles zu einem Nebeneinanderleben mit den Mächten des Versailler Friedens zu kommen. Sie hat versucht, die Verständigung mit diesen Mächten In welcher Richtung fich die Haltung der Gewerkschaftsvertreter auf dem Wege des Friedens und auf dem möglicher späterer Freundbei diesen Besprechungen bewegt, fann aus dem Leitartikel des schaft, statt auf dem Wege neuer Gewalt und der Revanche herbeizuführen. Deshalb hat die deutsche Regierung jene Politik mit " Daily Herald" vom Montag früh geschloffen werden. Das geführt, die vom Ruhreinbruch und der Santtionspolitik zu der Blatt stellt fest, daß für die Regierung noch immer eine Möglichkeit Londoner Konferenz, zum Dawes Abkommen und zu Locarno führte. bestehe, den Generalstreit zu verhindern und fordert den MinisterRußland hat seinerzeit diese deutsche Politit mit Mißtrauen präsidenten auf, eine Konferenz zwischen Vertretern des Generalrats angesehen. So unberechtigt, wie dieses Mißtrauen war, so under Gewerkschaften, Bergarbeiter, Bergbauunternehmer und der Re- berechtigt sind heute die Aufregungen in der öffentlichen Meinung gierung einzuberufen, die den Bericht der Kohlenkommission zur verschiedener Mächte. Man stellt die Frage, ob die Leiter der Grundlage haben müßte. Die Regierung müffe jedoch gleichzeitig die heutigen deutschen Regierungspolitik das Werk von Locarno Truppenverschiebungen und ihre Vorbereitungen zwecks Einfehung aufgeben oder zerstören wollten. Es gibt keine unsinnigere Frage der Technischen Nothilfe einstellen, da die gesamte Lebensmittelverforgung der Bevölkerung von den Gewerkschaften selbst vollkommen gesichert sei. Die Arbeit im Bergbau ruht in ganz Großbritannien. Die Bergarbeiter haben überall die Weisungen des Bergarbeiterverbandes befolgt. Es ist aus den bei dem Generalrat der Gewerkschaften am Sonntag abend eingelaufenen Nachrichten aus allen Teilen des Landes in den vom Generalftreit betroffenen Gewerkschaften volltommen klar, daß die Arbeiter der Generalftreitparole Folge leiffen werden. als diese. Der Name der deutschen Staatsmänner, welche die LocarnoPolitit inaugurierten, ist mit diesem Werk mindestens so ffart verbunden, wie der Name irgend eines anderen Staatsmannes auf der Gegenseite. Die Initiative zu dieser Politik ist von Berlin aus gegangen und nicht von irgend einer anderen Macht inspiriert. Locarno und der Berliner Vertrag find nicht Gegenfähe, sondern gehören zufammen. Beide zusammen aber geben auch Europa die Gewähr friedlicher Entwicklung. Wenn jetzt ein gewisser Bölferbundes und dem Locarno- Bertrag durchaus übereinstimmt. Man mußte schon zu Fälschungen des Tertes greifen, um einen anderen Eindruck hervorrufen zu wollen, oder man muß sich auf den Standpunkt stellen, daß Deutschland nicht dieselben Rechte hat Was soll die Kritit, die beanstandet, daß Deutschland selbst entscheiden wolle, ob im gegebenen Fall ein Staat Angreifer sei oder nicht. Dieses freie Entscheidungsrecht ist seit Bestehen des Bölferbundes stets als zweifelloser Grundfah anerkannt worden. Dieses Recht besteht für alle im Völkerbund vertretenen Nationen, also selbstverständlich auch für Deutschland. Jede Nation hat gewiffenhaft zu prüfen, ob sie das folgenschwere Berdiff ausfprechen fann, einen Staat als Angreifer zu bezeichnen. Niemand wird Deutschland zumuten, daß es anders als nach Wissen und Gewissen diese Entscheidung seinerseits trifft. Unsere Politik war das System friedlicher Abmachungen auf ganz Europa zu erftreden. mit nahezu allen unseren Nachbarstaaten haben wir weitgehende Berhandlungen mit ihnen darüber. Welch eine andere europäische Schiedsverträge abgeschlossen oder stehen in fortgeschrittenen Broßmacht fann ein gleiches Bekenntnis zur Schiedsidee aufweisen? Diese Idee ist' Basis unserer Friedenspolitit. Darüber hinaus ist Diese Idee ist Basis unserer Friedenspolitik. Darüber hinaus ist Deutschland traft seiner geographischen Lage der gegebene große Mittier und die Brüde zwischen Ost und West. Man vergesse auch das eine nicht: gegenüber der früheren völlig aggressiven Haltung Rußlands gegenüber dem Bölkerbund ist die Hinnahme der deutschen Erklärung über friedensichernde Tendenz des Völkerbundes auch ein Stück politischer Entwidlung und fann Grundlage fünftiger Entwicklung sein. Wir haben ein ganz bestimmtes Ziel europäischer Entwicklung vor Augen. Wir verfolgen es gradlinig und ohne Schwanken. Wir wissen, daß wir machtpolitit nicht treiben tönnen, aber wir wollen in der Politit der Friedenssicherung unseren eigenen Weg gehen. Wer guten Willens in der Welt dasselbe Ziel verfolgt, fann und muß uns unterstützen. Er möge mur Berständnis dafür aufbringen, daß neben dem Wunsch der Friedenssicherung für alle Bölter, dieser Weg ge London, 2. Mai.( EP.) Dach der„ Daily Mail" soll sich die Disfuffion auch auf die Frage einer Berlängerung der Staatssubsidien um 14 Tage erstreckt haben, wobei den Bergleaten während der weiteren Verhandlungen die Fortjehung der Arbeit unter den ist, so liegt das nicht an diesem Bertrag, sondern nur an dem wieder kennzeichnet ist durch die Lebensintereffen Deutschlands. Umschwung der Stimmung bemerkbar stellt und ihre Wirkung würde sich erst allmählich geltend machen. Der englische Kohlenbergbau befindet sich noch in einem Zustande außerordentlicher 3ersplitterung, die ein direktes Hemmnis für die technische Entwicklung ist. Es gibt in England rund 2500 Zechen, die in 1400 Unternehmungen zufammengefaßt sind. Bon diesen 1400 Unternehmungen befchäftigen mur rund ein Drittel mehr als 500 Berfonen. Rund die Hälfte beschäftigt weniger als je 100 Personen. Es ist ohne weiteres einleuchtend, daß bei einer solchen 3er splitterung der Abbau der Kohle in den Kleinbetrieben noch mit meist primitiven Mitteln betrieben wird und gegenüber den technisch entwickelten Großbetrieben nicht konkurrenz fähig ist. Die englischen Rechenbefizer wehren sich gegen die Zufammenlegung der Bechen, die erste Borausfehung für eine Steigerung des Ertrages. Durch diese Rückständigkeit ist die Konkurrenzfähigkeit des englischen Kohlenbergbaues auf dem Weltmarkt um fo mehr ins Hintertreffen gekommen, als die unter ungemein günstigeren natürlichen Verhältnissen orbeitende Kohlenproduktion der Vereinigten Staaten feit 1914 fich nicht unwesentlich gefteigert hat und gleichzeitig die Ausnutzung der Wasserkräfte in allen Ländern, die Entwicklung der Wärmetechnik und der Elektrizitätsindustrie, wie auch die Förderung des Kohlenbergbaues, besonders in über: feeischen Ländern, die von England beliefert wurden, große Fortschritte gemacht haben. Dadurch ist die englische Kohlenausfuhr von 88 Millionen Tonnen im Durchschnitt in den Jahren 1899 und 1913 auf 69 Millionen Tonnen im Jahre 1925 zurückgegangen, obwohl für die zweite Hälfte des Jahres 1925 die Regierung durch Zahlung der Zuschüsse dem englischen Kohlenbergbau es ermöglicht hatte, unter dem Selbstkostenpreis Kohlen auszuführen. Während vor dem Kriege die Kohlenförderung pro Kopf der beschäftigten Personen in Deutschland und England fast gleich groß war, betrug sie im Jahre 1925 in Deutschland 234, in Eng land 217 Tonnen. In den Bereinigten Staaten beträgt die Förderung pro Kopf mehr als das Dreifache. machen. Sie sucht nicht Abfahmärkte im Inlande, sondern im Auslande. Zentrumsnöte. Der Zwiespalt bei der Fürstenabfindung. Die Telegraphen- Union meldet: 7 „ Die Zentrumsfraktion beschloß, in den Rechtsausschuß für die Fürstenabfindung ein Vorstandsmitglied der Fraftion zu entfenden, und zwar Herrn v. Guérard, da die Lage der Fürftenabfindung nicht mehr in erster Linie eine juristische Frage, sondern eine politische Frage ist." " Dieselben Ursachen, die zu einer Einengung der Ausfuhr der englischen Kohle geführt haben, engen auch die Ausfuhr der Fertigindustrie ein. Wie die deutschen Unternehmer durch eine Verlängerung der Arbeitszeit und insbesondere durch eine Herabdrückung der Löhne versucht haben und noch verfuchen, die ausländischen Märkte zurückzuerobern unter Bernachlässigung des größten und ausgiebigften Absatzgebietes, Nach der katastrophalen Entgleifung des Herrn Staatsanwalts nämlich des Inlandes, so wollen jetzt die englischen Zechen- Schulte mit seinem Affront gegen die Begehrlichkeit der Massen", befizer durch Herabsetzung der Löhne und Hinauffezung der und angesichts des hoffnungslosen Durcheinander in allen bürgerlichen Arbeitszeit den amerikanischen Vorsprung einholen. Parteien, verfucht man zu spät zu retten, was nicht mehr Dagegen wehren sich die Bergarbeiter. Wenn die ge- au retten ift. Die Führerlosigkeit des Zentrums ist nie fa famte englische Arbeiterschaft die Bergarbeiter in diefem Kampfe rüchaltlos unterstüßt, fo gefchieht das in der Er- fehr in die Erscheinung getreten, wie bei dem Kampf um die Fürsten wägung, daß das, was den Zechenbefizern heute bei den Bergarbeitern glüden tönnte, morgen mit der Arbeiterschaft der anderen Industrien versucht werden würde. Es ist alfo der Kampf um die Kosten der Rationalifie rung, es ist der Kampf um die Rationalifierung felbst, der jegt in England zum Austrag kommt. Diefen Kampf hat auch die deutsche Arbeiterschaft zu führen. Und deshalb sieht sie in den englischen Bergarbeitern und in der englischen Arbeiterschaft Borkämpfer. Der Ausgang des englischen Riesenkampfes wird auch von einschneidender Bedeutung für die Lebens- und Kampfbedingungen der deut fchen Arbeiterschaft sein. Thälmanns Gelöbnis. Mit Lumpen will er nicht arbeiten. Heute abfindung. Zum Schutz der Wahrheit. Genoffe Saenger gegen den Vertreter Bayerns. Der Reichstagsabgeordnete Genoffe Saeng er bittet uns um Berbreitung folgender Mitteilung: Der Herr Vertreter des Landes Bayern hat gegent mich in der letzten Reichstagsfizung die Bürde Bayerns in Attacke gefeßt, weil ich über das Bayern der letzten Jahre die Wahrheit gejagt habe. Er hat dafür nur den Applaus der Bayerischen Bolksa partei und der Deutschnationalen erhalten. Aus Gründen der Loyalität habe ich eine fofortige Erwiderung unterlaffen, da ber bayerische Vertreter fofort nach seiner Erklärung den Reichstag vers laffen hat. Ich werde daher die nächste Gelegenheit benutzen, im Reichstag eingehend die unantastbare Richtigkeit meiner Behauptungen nachzuweisen. Ich werde das gründlich tun, denn es ist mir doch, etwas zu anmaßend, daß eine Regierung glaubt, einen Abgeordneten belehren zu müssen, deren eigener Ministerpräsident felbst das klassische Work von der„ ll n ordnungszeile ersten Ranges" geprägt hat." Der Rechtskurs der KPD. vollzieht sich unter der angeblichen Führung von Ernst Thälmann. Früher war er für Ruth Fischer und Artadi Maslow, der Renommierproletarier, der mann mit der schwieligen Faust, der mit ihm zusammen das Brandlersche Verräterpad zum Tempel hinausjagte. liquidiert er praktisch den Kommunismus und führt ihn in den Abschluß der Weltwirtschaftsberatungen. „ Sumpf des Reformismus". Iwan Kaz, ein Freund aus Diefe wenigen Zahlen zeigen mit aller Deutlichkeit den früheren Tagen, ist ihm darüber bitter gram geworden und rächt sich kommiffionen der vorbereitenden Wirtschaftskonferenz find am Genf, 30. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeiten der drei Kern des Problems. Die englischen Zechenbefizer wollen sich in seinem Hannoverschen Oppositionsblatt durch massive Angriffe. konkurrenzfähig erhalten durch eine Verlängerung der Ar- Daß Thälmann mit Noste zusammen an einer Maifeier teil- Freitag in einer Vormittags- und einer Nachmittagsfizung zu Ende beitszeit und einer gleichzeitigen Herabfehung der Löhne. nimmt, ist allerdings erschütternd. Noch schöner aber ist ein Thäls geführt und daran anschließend in einer vertraulichen Sizung der Sie wollen mit Arbeiterinochen gegen Waschi- mannscher Brief, den Kas veröffentlicht. Er stammt aus dem Früh Ronferenz genehmigt worden. Kaß nen fämpfen. Sie haben die beispiellofe Konjunktur der Jahr 1925. Damals war Ray noch nicht der verrückte Anarchift Kriegs- und Nachkriegszeit und des Ruhrkampfes ungenüßt und der Abschaum der Menschheit, fondern affizieller Ver. verstreichen lassen. Jezt befinden sie sich in einer Sackgasse. treter der KPD. beim Heiligen Stuhl in Mostau. Auf den ersten Blick ist man überrascht, daß die großen Standhaft fämpfte er für die Beibehaltung des linken Sturjes, Und Zechen nicht die kleinen auftaufen, zufammenlegen und Ernst Thälmann sicherte ihm Unterstützung zu. Er schrieb ihm( für eventuell ftillegen, so wie das in Deutschland geschehen ist und das Deutsch ist Thälmann selbst verantwortlich): gegenwärtig mit brutaler Rücksichtslosigkeit noch geschieht. Aber in England ist die Bertruftung der Schwerindustrie bei weitem nicht so entwickelt wie in Deutschland. In England sind es noch die fleinen, konkurrenzunfähigen Zechen, die sozu= sagen den großen und ertragreichen Zechen eine besonders hohe Sapitafrente fichern. Dieses Durchschleifen lebensunfähiger, technisch rückständiger Betriebe ist ein Rennzeichen der hori zontalen Kartellierung, die wir besonders auch in Deutschland in verschiedenen Industriezweigen fennen. Die englische Arbeiterschaft hat mit ihrem auf die un mittelbar prattischen Realitäten gestellten Sinn deutlich erfannt, welche Tragweite der Kampf der Bergarbeiter gegen Lohnabbau und Arbeitszeitverlängerung hat. Die gesamte europäische Industrie wird gezwungen, sich dem amerikanischen Schrittmacher anzupassen. Das Geheimnis der ame rifanischen Industrieenimidlung der letzten fünfzehn Jahre besteht in der fortgefeßten und fast parallelen Steigerung der Produktivität und der Kauftraft der einheimischen Bevölkerung. Die europäische Induftrie bewegt sich noch in den Gedankengängen des neunzehnten Jahrhunderts, d. h., fie sucht die Steigerung der Produktivität durch eine Steigerung der Ausfuhr mettzuDas mondäne Volksstück. 46 Mit sicherem Blid, einiger Erfindungsgabe und einigem Humor haben die Herren Rudolf Schanzer und M. Wehlich aus der erzielten Bühnenerfahrung drei Afte einer Komödie zulominengestellt, die am Sonnnabend im Theater am Kurfürstendamm das dort übliche Bublifum zu heller Begeisterung entfachte. The Luftspiel Rebhuhn oder die neue Fasade" ist nicht geschrieben, sondern handwerksmäßig verfertigt. Aus der Tätigkeit der Schanzer und Wehlifch hat sich im Laufe der Jahre eine Art faufmännischer Statistit herausgebildet, die ihnen angibt, welche Cioffe, welche Figuren, und welche Tricks auf eine zahlungsfräftige Zuschauerfchaft wirken und welche nicht. So baben sie beschlaffen, das Genre des alten Bolfsstückes wieder mal zu verwenden, bas mit gutem Recht endgültig verstorben war. Allerdings haben fie ihr Volksftück nach den Bedürfnissen des Kurfürstendamms auf gearbeitet. Der Leitgedanke ist dabei gar nicht uninteressant. Das Luftspiel schildert den verzweifelten Kampf eines bitterarmen Keris aus den Tiefen des Daseins, der um jeden Preis hochkommen will. Er steigt als Fassadenfletterer in eine elegante Wohnung ein, und zwar gerade in dem Augenblic, wo sich der Inhaber, ein Erfinder, der vor der Pleite steht, erschießen will. Faffadenfletterer Rebhuhn erfaßt im Augenblick die Sachlage und benutzt Erfinder nebst Erfindung als Sprungbrett für seine ehrgeizigen Pläne. Er gibt sich als reichen Onkel aus Amerika aus und bringt durch seine Unver frorenheit eine fapitalfräftige Aftiengesellschaft zusammen. Unter ftügt wird er bei seiner Hochstapelei durch die mitleiderregende Harm losigkeit der Kapitalisten. Biel schlimmer als die unwahrscheinliche Dummheit der Bühnenfiguren ist der Schuß Bemüt", den die Boffenfabrikanten in ihre Komödie geben. Nebenher geht im" Rebhuhn" nach der Melodie: Ueb' immer Treu und Redlichkeit" eine aufs gute Herz berechnete Liebesepisode von magenumdrehender Süßlichkeit. Lieber Iwan. Anbel fende ich Euch ein Memorandum, welches in je ein Eremplar abgeschickt ist an den Genossen Stalin, Sinowiew, außerdem ans Sefretariat des Effi... Hier ver fuchen die Rechten mit Bestimmtheit einen neuen Laden aufzumachen und habe ich außeerordentlich wertvolles Material ge fchnappt, was Euch und der Delegation auch nüblich fein wird. Es kommt ferner hinzu, daß hier versucht wird, mit anonymen Briefen führende Persönlichkeiten zu desavouteren. Sowohl in Hamburg über mich, wie auch über Dengel in Nieder rhein, was mir foeben mitgeteilt wird, find Bemeife dafür. Reine, aber auch teine Konzessionen, sonst heißt es auch für mich mit Cumpen, die die Partel zerschlagen wollen, nicht für die Repolution, fondern für die Evolution, arbeite ich nicht zufammen. haltet Guch gefund und grüßt alle von Eurem immer derfelbe bleibenden Leddy". Teddy Thälmann hat inzwischen gelernt nicht nur mit rechten Lumpen in feiner eigenen Partei zu arbeiten. Er ist sogar froh und stolz, wenn er mal mit fostaldemokratifden Sumpen arbeiten darf. daß ihr Berichterstatter in Mostau aus Rußland ausgewiefen mor Auswellung aus der Sowjetunion. Die Daily News" meldet, den fei, nachdem er wegen Spionage für bie Daily News" zehn Wechen im Gefängnis gefeffen babe. gespielt und obendrein in Gogolscher Kasernenluft. So weit sind wir endlich vom militärischen Drill entfernt, daß wir uns über diefe Kafernenhofblüten und Unteroffizierailüren wieder amüsieren können. Tert von eßter und Steinberg, 3dee" von einem anderen Ungenannten. Wie sollten auch Operettenfabriken neue Ideen haben? Aber mit Wih, Geschmeidigkeit, Routine find die drei Afte hin gelegt, ganz ohne Tränen und ohne Opernwünsche. Der Komponist Bromme hat auch teine Einfälle. Schlemiht. Dennoch wurde er dick und rund, wiegt sich in den Er Er war darin immer ein folgen der durchgefallensten Operetten. aus weiter Hand, feine Bromme- Girls ebenfalls. Ein göttlicher Seine Schlager find alle Einfall aber war, Silde Bärner wieder für sich zu entdecken und für sie eine Bombenrolle schreiben zu laffen. Sie ist Tanzftar, zurücgelehrt aus Amerika, die eine Senfation braucht, um in Europa Furore zu machen. Sie läßt sich in Erwartung von einer halben Million Schmiergeld für einen Militärbrüdeberger in die Stajerne schicken. Man kann sich denken, was sich da tut, wenn Hilde in Hofen gesteckt, unter der Dusche gebrauft, wenn sie in einem wanzigen, minzigen Bett schlafen, menn fie Gaubohnen effen muß. Sie führt alle an der Nafe herum. Bulegt wird auch noch der Liebhaber uni formiert, der Drückeberger für ein Weib gehalten, der unschuldige Vater des gleichen Namens erhält 25 hintendrauf. Durch diefes schon vergessene Milieu schreitet die Wörner mit vollendeter An mut, die gefärbt ist von Berliner Schnoddrigkeit. Sie hat Herz und Mund auf dem rechten Fleck und bezaubert das Bublifum. Sie ist das Glück der Brommef.hen Operette, Hans Julius Salter diris giert das aufdringliche, fchlecht bedachte Orchester virtuos. Hugo Iint erfekt Alexanderfche Verlegenheit durch Nervefität, Karl Meier, Bob Schöngart, Friz Lion find die luftigen Tras banten um die glückhaft auferstandene Hilde Wörner herum. Zum Kugeln. R. G. Spaßmacher und heute auch verantwortlich für die Revue Berbotene Rer- Revue im Residenz- Theater. Eugen Rer, Tänzer, Sänger, Das Stück steht und fällt mit dem Titeldarsteller. Es ist Paul Mizi metelta und der pfiffigen Soubrette Carola Loose und Küffe". Er pachtet das Residenz- Theater, um mit der Operettendiva Gräb auf den beweglichen Leib geschrieben. Er hat die in ihn geben Schwanttollegen Karin und Wolfgang Mütter und noch fepten Hoffnungen nicht betrogen. Aus der papieren konstruierten einigen gut gewählten Tanz- und Jugkräften Geld in die Maitaffe Figur geftaltet er ein Stück Leben. Er befigt das verkniffene Auge zu verdienen. Jetzt fommt es nur darauf an, daß der Maigott des Spizbuben, die Frechheit des Abenteurers, ber fein Spiel nie ihnen viele fühle Abende liefert, und das Haus wird glücklich und verloren gibt und die ungeschlachte Sprache und Mimit, die ebenso voll fein. gut aus der Kaschemme wie aus hinterwäldlerischen Ländern stammen fann. Neben ihm fonnten sich Arribert Wäscher( ein beängstigend echter schwerer Junge), Paul Morgan( der jübelnde Bankier), Hilde Hildebrand( eine stramm erotische Banfierstochter) und Lotte Stein( eine grotest überspiste Spießergattin) halten. Dr. Brud ließ dem Stück eine forgfame Regie angedeihen, die einer befferen Sache würdig gewesen wäre. Ernst Degner, " Donnerwetter gang famos!"( Berliner Theater). Man fann es sich bequem machen und den Titel dieser Burleske als Generalapplaus hingeben für zwei lustige, durchweg luftige Stunden. Man hat ja in den letzten Jahren fa piel geheult in der Operette und über ihren Berfall, daß man diefen Schwant mit obligater Mufit schon wegen feiner gefunden Sache autheißen muß. Er wird im Balkan Jahres auf jene Art benutzt werden, die schüchterne Leute nicht Es ist mitzuteilen, daß in der Revue alle zwölf Monate des gut vertragen. Man füßt, man hält sich nicht ganz an die legitime Treue, man tanzt, schließlich finden fich die legitimen Baare wieder um ganz friedlich in die Arme. Also bescheidene Ausgelaffenheit auf der Bühne, obwohl es an einigen ausgezogenen Damen und einem in Unterhosen schlotternden Herrn nicht fehlt. Bescheiden auch das Orchester, das in einer Loge spielt, was ein geschickter Musiker fonnte. mit gutem Gedächtnis an fangbaren Revuefchlagern auftreiben M. H. Der Karifaturist Franz Jüffner starb am 1. Mal im Alter pon 62 Jahren in Wolfenbüttel. Er ist in weiteren Kreifen durch seine Karikaturen bekannt geworden, die er in einer Reihe von Wiß blättern peröffentlichte fchen der Auffassung der Arbeitnehmer und Arbeitgebervertreter eine In der Frage der internationalen arteffe ift awia Verständigung erzielt worden. Ueber die Lage einer Reihe von Industrien: Eisen, Kohle, Textilien, Werften, Petroleum, Maschinen, chemische Produkte und Zucker, sollen Untersuchungen ausgearbeitet werden. Letter Versuch des Marokkofriedens. Waffenstillstand verlängert. Friedensverhandlungen in Maroffo ist bisher nicht erfolgt. Paris, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.). Der Abbruch der Die franzöfifche Regierung hat ihre Vertreter angewiesen, noch einen lebten Beriuch, die Rifdelegierten zu Zugeftändniffen zu ver anlaffen, zu unternehmen. Der am 1. Mai abgelaufene Waffenilland ist deshalb bis zum 6. mai verlängert worden, um den Vertretern des Rifs die Möglichkeit zu geben, mit Abd el Srim Rüdfprache zu nehmen. Wie amtli mitgeteilt wird, müffen Antwort auf die franzöfifch- fpanischen Foorderungen geben und die Rifdelegierten spätestens am 6. Mal eine annehmbare die fich im Rif befindenden franzöfifchen und spanischen Gefangenen ausliefern. ultimatum gestellt worden, deffen Annahme jedoch infofern als Den Riffabylen ist also gewiffermaßen ein befristetes wenig wahrscheinlich erscheint, als Frankreich und Spanien ihre erhalten. Ein Teil der Rifdelegation hat bereits am Sonnabend die Forderungen bis jekt in unveränderter Form aufrecht Reise nach dem Hauptquartier Abd el Brims angetreten. Die Ber handlungen find inzwischen unterbrochen warden. Für wen? Mener- Försters Att Heidelberg", das bereits durch die Funkstunde feine unverwüftliche Entbehrlichkeit bewiesen hatte, wurde im Großen Schauspielhaus nun auch als Theaterstück geboten. Es war aber fein fonderlicher Segen über diefer Aufführung, die unter der durch den Raum bedingten Ber gröberung list. Was das farbige Bild durch das Waffenaufgebot bunter Müßen gewann, ging an der Intimität der Liebesszenen ver Kupfer( als Käthte) hatten den Bauber und den Schmelz der leren. Weber Alfred Braun( der Erbprinz), noch Marianna die Vertreter des monarchischen Prinzips: Ernst Dernburg als Jugend, der schließlich mit dem größten Kitsch verföhnt. Gut waren Staatsminister und Wilhelm Krüger als Kammerdiener Luh( eine ausgezeichnete Charge), Das bisherige Repertoireftück des Sirkus Reinhardt hieß für Dich"( webei man fich allerhand denken fonnte). Aber für wen ist diefes fentimentale Schmachtstück bestimmt? Offenbar doch nur für die Gegner der Fürstenenteignung, die unter dem Eindruck dieser Mitleiderregung zweifellos zu Anhängern werden. Denn wie will man diesen armen Opfern der Fürstenherrlichkeit, die meder nach Herzenswunsch lieben, noch fonft ihres Lebens froh fein fönnen, anders helfen, als indem man sie hindert, meiter ihr Menschenglück( für wen?) zu opfern. --f. Der Reichsausfchuß für fazlalistische Bildungsarbeit veranstaltet neben feinen Ferienreifen eine Reihe von Ferienkursen unter Leitung bewährter sozialistischer Lehrkräfte, die zugleich gute Bädagogen find, so daß fie mit den Hörern im engsten Gemeinschaftsleben die Summe ihrer Erfahrungen und ihres Wissens austauschen fönnen. Die Kurfe finden in fchöngelegenen See oder Gebirgsstädten statt, die den Teilnehmern die Möglichkeit zu förperlicher Erholung und Entspannung bieten. Die Hörer werden in geeigneten Heimen außerordentlich billig untergebracht und verpflegt. Außerdem ist eine Teilnehmergebühr von 5 M. zu zahlen, Bewerbugen für die Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. einzureichen, on Teilnahme an Kursen sind an den Reichsausschuß für sozialistische 3, Bedingungen enthält, gegen Einsendung von 10 Bf. in Briefmarken dem auch ein ausführliches Brogramm der Kurf, das die näheren au erhalten ift. der Broadcasting Company ist für Anfang Juni mit der allgemeinen Einführung des Bildfunkes in England. Nach einer Mitteilung Einführung des Bildfunkes im Rundfunkdienst zu rechnen. Die Ge fehr bringen, dessen Koften fich auf etwa 10 Bfund Sterling belaufen endet und wird einen normalifierten Bildfunkempfänger in den Vere fellschaft hat die Prüfung der eingereichten Bildfunkempfänger befollen. Für Schulen, Krankenhäuser, Wohltätigkeitsanftalten, ge meinnügige Vereine ufw. foll eine befondere Breisermäßigung ein. geführt werden. Die Ausstellung kunft von heute im Barenbaus Hermann Tie ( Alexanderpla) wird Montag nachmittaa 5 Uhr eröffnet. Bon Dienstag an tit die Ausstellung täglich von 9 bis 7 Uhrbet frelem Eintritt für bas Publikum zugänglich. Ellen Keys Hinterloffenfchaff. Der Testamentevollfireder Effen Seb Eigentum der Stiftung Strands Rubeheim für tärperlich arbeitende Frauen tellt mit, daß der gefamte Nachleh mit Ausnahme einiger Legate in das übergehen soll, Dieses geim ist im Jahre 1914 von Ellen Keh selbs gegründet worden Der 1. Mai im Reich. Ueberall sehr starke Beteiligung, Die Maifeiern der Sozialdemokratie und der freien GeDie Pläne der Putschisten. durch Lockspielprovokation. Putschvorbereitung werkschaften zeigten in diesem Jahr überall im Reich eine Der Aktivismus in den Vaterländischen Verbänden. überraschend starte Beteiligung der Arbeiterschaft, die angefichts der furchtbaren Wirtschaftsfrise, in der jeder Arbeiter gezwungen ist, seine Pfennige zusammenzuhalien, besonders hoch angeschlagen werden muß. Ueberall Riefenbeteiligung bei den Demonstrationszügen und Rundgebungen! In Ham burg waren weit über 100 000 Männer und Frauen im Stadtpark zur Maifeier versammelt, in München demonftrierten 20 000 bis 25 000 Arbeiter auf der Theresienwiefe, in Köln umfaßte der Demonstrationszug 20 000 Personen. In Königsberg beteiligten sich trotz der Drohung des Arbeitgeberverbandes, gegen feiernde Arbeiter mit Entlassungen vorzugehen, 25 000 Personen am Umzug. In Stuttgart 15 000 Teilnehmer bei der Feier, in Bremen 20 000 usw. An vielen Orten zeigte sich eine bemerkenswerte sympathische Haltung der übrigen Bevölterung gegenüber den Kundgebungen der Arbeiterschaft- ein Symptom für die verstärkte Anziehungskraft der deutschen Arbeiterbeme gung. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen find nirgends Störungen oder Zusammenstöße vorgekommen. Die putschistischen Organisationen spielen mit dem Gedanken Infolge dieses Drängens der Aktinisten herrscht innerhalb der eines gewaltsamen Umfturzes der Verfassung. Sie hoffen auf eine putschistischen Organisationen eine gewisse Spannung. Trotzdem hat Zeit der politischen Verwirrung, in der sie im trüben zu fischen das Berliner Wehrkartell seine Organisationsarbeit auf gedenken. Sie sind entschlossen, auch felbft politische Verwirrung diese Gedankengänge eingestellt. Es sind Sammelpläge für fünftlich zu schaffen, wenn sie nicht von selbst eintreten sollte. Hinter die putschistischen Organisationen an der Peripherie den putschistischen Organisationen steht eine Klaffe von Abenteurern Berlins bestimmt worden: Lichterfelde für den Winkingbund, Pots und entwurzelten Eristenzen, von politischen Desperados und pon dam für den Stahlhelm, Satrow für den Jungbo. Der Jungdo soll, reinen Soldateskaführern. Diese Klaffe fällt zahlenmäßig gegenüber wie die Butschisten sich das vorstellen, die Berbindung zu dem ber Gesamtbevölkerung nicht ins Gewicht, aber sie ist ein Herd der Berliner Bachregiment herstellen, dem für den Fall innerer Un Unruhe und der politischen Unstabilität. ruhen das Lager Döberig als Sammelplag zugewiesen ist. Die Boffische Zeitung" hat unlängst ausführliche Einzelheiten über die Organisation der putschistischen Verbände und ihren Zu fammenschluß in der Dachorganisation der Baterländischen Verbände peröffentlicht. Wir sind in der Lage, die Mitteilungen der Bossi schen Zeitung" zu ergängen. Es find Borbereitungen zur Aufnahme der Berbindung mit den Provinzorganisationen, namentlich dem Heimatbund unter der Lettung des Grafen Hardenberg, ge troffen worden. Graf Hardenberg, deffen Name neulich bei der Bers haftung von Fememördern wieder genannt wurde, hat sich der Deffentlichkeit gegenüber aus der Bewegung zurückgezogen, in Wahrheit aber ist er nach wie vor her Geldgeber für die Provinz Brandenburg und die treibende Straft in den putschistischen Organisationen. Im einzelnen liegen folgende Meldungen vor: München, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Auch in diesem Jahre murde die Maifeier in München von den Freien Gewerkschaften ver anstaltet. 40 gewerkschaftliche Organisationen und fast ebensoviele fozialistische Parteisektionen refienwiefe marschierte, mo fich etwa 20000 bis 25000 Die Geschäftsstelle der Baterländischen Verbände ist dem Wehrkartell funft, Berpflegung und Bewaffnung, soweit sie ers Demonstranten einfanden. Die Ausführungen der Referenten Dom Deutschen Verkehrsbund waren auf den kommenden Bolts. entscheid eingestellt. i Hamburg. 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Hamburg hat sich als einziges Land der Deutschen Republit den 1. Mai als Feiertag erhalten. An 21 Stellen der Stadt formierten sich um die Mittags zeit Züge, die alle eine bisher nicht dagewesene Beteiligung aufwiesen. Sie marschierten zur Festwiese im Hamburger Stadtpart, wo sich meit über 100000 Männer und Frauen zur Kundgebung perfammelten. Köln, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Beteiligung der Arbeiterschaft an den Maifeierveranstaltungen war in diesem Jahre bedeutend stärker als in den Vorjahren. Ueber 20000 Berlonen mit vielen Hunderten roten Fahnen beteiligten sich an dem Umzug. Im Anschluß an diesen Aufmarsch fand in den Riesenhallen der Kölner Meffe eine Maffenversammlung statt, in der Gen. Grum bach. Baris über die Forderungen der internationalen Arbeiter fchaft sprach. Auch aus A a chen, Bonn und Koblenz werden sehr start besuchte Maiperanstaltungen gemeldet. Bremen, 1, Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Maiumzug der Bremer Freien Gewerkschaften zeigte in diesem Jahre erheblich größere Beteiligung als früher. Der farbenfrohe Feftzug zählte rund 20000 Teilnehmer, worunter besonders start die Kinderfreunde und die politischen Jugendorganisationen vertreten waren. Stuttgart, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Maifeier nahm einen glänzenden Verlauf. Die 3 ahl der Feiernden betrug 15000. Bei der Rundgebung im Freilichttheater sprach Dr. Bepi über die notwendige Einigung der Arbeiterschaft. Die Kommunisten haben sich feit Jahren zum erstenmal beteiligt. Auch im Lande fanden starke Rundgebungen ftaft. Königsberg, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Maifeier hat auch in diesem Jahre troß der wirtschaftlichen Depreffisien und trog Drohung des oftpreußischen Arbeitgeberverbandes, jeden Feiernden zu entlaffen, eine ungeheure Zahl von Teilnehmern gehabt. Der Borbeimarsch des Demonstrationszuges dauerte eine Stunde. Etwa 25000 Menichen haben an ihm teilgenommen. Mannheim, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die diesjährigen Maifdemonftrationen der Mannheimer Sozialdemokratischen Bartel und der Freien Gewerkschaften verliefen eindrudsvoll und würdig. Der Zug am Nachmittag umfaßte gegen 8000 Berfonen. Der Maitundgebung im Luifenpart, in deren Mittelpunkt ein Sprechchorspiel Europa" von Alfred Auerbach stand, wohnten gegen 20000 Personen bei. Am Abend wurden im Rofen garten fünstlerische Darbietungen und im Nationaltheater als ges fchloffene Barftellung Die heilige Johanna" gegeben. Die Stams Kom munisten, die getrennt ihre Kundgebungen abhielten, brachten un. gefähr ein Drittel der Teilnehmer in ihrem Zuge zufammen. " Kiel, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Ein gewaltiger Demons strationszug der Arbeiterschaft wälzte fich am Sonnabend pormittag durch die Stadt. Der Einmarsch in die Waldwiese dauerte allein eine Stunde. Die Teilnehmerzahl an der Demonstration beträgt über 10000. Am Nachmittag veranstaltete der fazialistische Erziehungs perein einen großen Kinderumzug, wobei 5000 Kinder demonstrierten. Abends fanden in allen Stadtteilen Maifeiern statt, die einen guten Befuch zeigten. Bochum, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die von herrlichem Frühlingswetter begünstigten Mandemonstrationen im Ruhrgebiet haben trotz der Arbeitsfrife eine unerwartet große Beteiligung auf zuweisen. Die Breanstaltungen nahmen überall einen durchaus ruhigen Berlauf. In fast allen Städten fanden große Demonstrationszüge statt. So wird aus Effen, Dortmund, Bochum, Duisburg, Gelsenkirchen und anderen Orten von überaus einbrudsvollen Straßenfundgebungen berichtet. In den Maffen versammlungen behandelten die Redner naturgemäß die im rheinischwestfälischen Industriegebiet herrschende Wirtschaftskrise. Leipzig. 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Maifeier der Sozialdemokratischen Partei Leipzigs gestaltete sich zu einer machtvollen Rundgebung. Die eigentliche Feier fand auf dem Meßhallengelände statt. Als Redner war der Vorsitzende des ADGB. Genosse Leipart gewonnen worden. Leider kam es am Eingang des Festplates zu 3 usammenstößen mit den Kommunisten, die erst ihre Feier für sich veranstalten wollten, jedoch infolge schwacher Beteiligung sich in den Feftzug der Sozialdemokraten hineindrängten. Durch Umsicht der Ordner wurden größere Ausschrei tungen verhindert. Die Feier endete mit einem impofanten& a del 8ug nach dem Innern der Stadt. Braunschweig, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Maifeier fi in Braunschweig unter sehr großer Beteiligung glatt verlaufen. Die Maifeiern im Auslande. Maffenfeiern in Wien. Mien. 1. Mat.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend fanden vor dem großen Rathausplatz gegenüber dem Parlamentsgebäude in Bien große Massenveranstaltungen statt. Am Nach mittag war von den Arbeitersportvereinen vor dem Rathaus ein großes Schauturnen veranstaltet worden. Der Abend brachte auf dem Sportplaß ein großes Runftfeuermert zur Feier des Mai. Zwischen der Geschäftsstelle der Baterländischen Verbände, geleitet von Oberst a. D. Friederichs und dem Berliner Behrtartell, deffen Gesamtführer Oberst a. D. Bud ist, bestehen in der Tat wesentliche Differenzen. Wie die in der Führerfrage. Der tiefere Grund aber ist ein politisch taktischer. ,, Boffische Zeitung" mitteilt, liegt der eine Grund dieser Differenzen Baterländischen Verbände den Vorwurf, daß sie sich zu sehr als reine erhebt gegen die Ergänzung der Reichsmehr betrachteten und sich zu sehr auf die ,, förperliche Ertüchtigung" der Jugend durch Sport und Kampf spiele und Pflege des nationalen Gedankens im Sinne der Reichs wehr beschränken. Demgegenüber will das Wehrkartell ein afficeres Vorgehen. Es versucht, Reichswehrstellen für den Attivismus zu gewinnen und in seinem Sinne zu beeinflussen. Die Gedankengänge des Attis vismus im Behrkartell merden vornehmlich durch den Führer des Wikingbundes, Herrn v. Sodenstern, vertreten, der augleich Redakteur ber Deutschen Zeitung" ist. Er und feine Freunde verlangen, daß in den Berhandlungen mit Reichswehr stellen, auf die sie drängen, ihnen die Zusicherung gegeben werbe, daß sie für den Fall von Unruhen als geschlossene Sonderformation in Berlin aufgestellt und unter eigenem Kommando, nicht unter der Kommandogewalt der Reichswehr eingesetzt werde. Herr v. Sodenstern ist schon seit längerer Zeit unzufrieden mit der Leitung der Baterländischen Ber. bände. Er agitiert eifrig dagegen, daß das Wehrkartell und die Baterländischen Verbände fich als Ergänzungsrefervoir der Reichs. mehr für den Fall der Bekämpfung innerer Unruhen betrachten. Seiner Meinung nach, find Wehrkartell und Baterländische Berbände eben nicht dazu da, um als Hilfsorgane der Reichswehr innere Un eben nicht dazu da, um als Hilfsorgane der Reichswehr innere un ruhen zu unterdrücken und sich für die Republit Sepering" tot schlagen zu lassen. Er will, daß die putschistischen Organisationen über Auseinandersetzungen zur Berteidigung der Republik falt hins weggehen sollen. Für ihn ist die Hauptsache das Weitertreiben jeder Attion, um ganze Arbeit" zu schaffen. Unter ganzer Arbeit versteht er gewaltsamen Umftura ber Berfaffung und Errichtung einer militärischen Dittatur. Er will daher, daß das Wehrkartell sich gegebenenfalls der Reichswehr nur 3ur Berfügung stellen dürfe. wenn es von der Reichswehr bestimmte innerpolitische Garanfien erhalte. Diese innecpolififchen Garantien follen im Sinne ber putfciftischen ganzen Arbeit liegen, alfo Abschaffung des parlamentarischen Systems, Absehung aller republikanischen Beamten, Errichtung der Diktatur. Berkehrs- und Arbeitsruhe in Paris. Paris, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Maifeier hat in Frankreich einen guten Berlauf genommen. Die Arbeits ruhe war in diesem Jahre größer als in den vorhergehenden Jahren. Nur das fahrende Personal der Eisenbahn mar voll. ständig auf feinem Poften. Von den 10 000 Straftbroschten mar feines ausgefahren. Alle größeren Fabriken der Umgebung hatten gefchlossen. Die meisten fints tehenden Blätter find nicht erfienen. Unterdrückung in Italien. Rom, 1. Mai.( WTB.) Im Ministerrat erstattete heute der Minister des Innern Bericht über die aus dem Lande eingegangenen Nachrichten von dem Verlauf des 1. Mai. Der Minister stellte fest, daß überall Ruhe herrscht, und daß im ganzen Lande in normaler Weise gearbeitet wird. In Rom hat die Polizei ungefähr zwanzig Rommus nisten verhaftet, die sich in einer Ortschaft der Umgebung Roms perfammelt hatten, um die Maifeier zu begehen. Sie hatten Unter ihnen unstüralerische Broschüren bei sich(!). befand sich der Abgeordnete von Turin Bendini. In mehreren Städten wurden fommunistische Flugs fchriften, bie zum Streit anfäßlich des 1. Mai aufforderten, be ihlagnahmt. In Foligno wurden einige fommunistische Maueranschläge verbreitet, die zum Streit aufforderten; es wurden a cht Berhaftungen vorgenommen. Gegen die tommunistischen Abgeordneten Bendini und Lojardo wurde in der Kammer das Auslieferungsper. fangen wegen Aufreizung zum Klassen haß eins gebracht. Tote und Verwundete in Warschau.- Provokationen der Kommuniften. Warschau, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Anläßlich der Mai feier fam es in Warschau zu blutigen 3ufammenstößen zwischen der demonftrierenden sozialdemokratischen und tommunistischen Arbeiterschaft. Dieser Zusammenstoß war von den Kommunisten planmäßig vorbereitet worden. Die Polizei erhielt schon am Bortage entsprechende Mitteilungen und schritt zur Berhaftung von 100 jungen Kommunisten. Der weitere Erfolg der fommunistischen Aktion war, daß die Polizei in höchster Alarm. bereitschaft gehalten wurde, um jederzeit einschreiten zu tönnen. Die sozialdemokratische Demonstration wurde, wie alljährlich, auf dem Theaterplatz abgehalten. Schon hier fam es zu den ersten Schlägereien, die sich aber zu einem regelrechten Gefecht entwidelten, als der sozialdemokratische Demonstrationszug sich durch die Hauptftraßen nach der Krakauer Vorstadt bewegte. Der Kampf wurde mit Stöden und Fäusten und schließlich mit Revolpern geführt. Anfänglich schritt die sozialdemokratische Miliz allein zur Abwehr; die Polizei griff erst in der Krakauer Vorstadt ein. Als fie erschien, wurde fie von den Kommunisten mit Steinen beworfen, fo daß die Beamten gezwungen waren, von ihren Tränengasgranaten, mit denen sie in Erwartung der 3ufammenstöße aus sollen für den Fall des Losschlagens Borsorge treffen für Unter Die im Berliner Behrkartell zusammengefchloffenen Berbände Die Bewaffnungsfrage macht den Butschisten noch einiges Kopfzerbrechen, weil sie den Zu griff der Polizei fürchten, wenn sie durch Beschaffung größerer Waffenmengen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Die Haupts bewaffnung der Butschisten besteht abgesehen von unerlaubten Militärwaffen- aus Kleinkaliberbüchsen, die von ihnen auf ihre Berwendbarkeit im Straßenlampf ausprobiert morden sind unb bie imftande sind, noch auf 200 Meter Entfernung einen Mann zu töten. Diese Kleinkaliberbüchsen haben das Aussehen und das Gewicht des 98er Gewehres. feinen Ausgang nehmen von der Niederwerfung fommunistischer Der Putsch selbst, auf den die Verbände fich porbereiten, folf Unruhen. Die Butschiften wollen für diesen Fall die Reichswehr zu ihrem Werkzeug machen und der Reichswehr ihre Bedingungen bittieren. Sie wissen freilich genau, daß die Kommunisten ihnen schwerlich den Gefallen tun werden, einen Initialputsch zu inszenieren. Die Aftivisten im Wehrkartell find für diesen Fall entschlossen, einen Linkspuffch zu provozieren. Sie hoffen, namhafte Großindustrielle im geeigneten Moment zu Riefenaussperrungen zu bewegen. Die Provokation der ausgesperr. ten und erbitterten Arbeiter durch Lockspihelmethoden wollen sie felbst übernehmen. Glückt die Provotation, so wollen sie zum Generalangriff gegen die Verfassung vorgehen. Die Gedankengänge der rechtsradikalen Attiviften find nicht neu. Sie decken sich im wesentlichen mit den perbrecherischen Absichten der Rechtsputschisten aus dem Herbst 1923. Schließlich sind es auch diefelben Leute, die heute wie damals an der Vorbereitung eines Butsches gegen die Berfaffung arbeiten. Ihre Pläne find bekannt. Daß sie beim Versuch einer Durch führung auf entschlossenen und überwältigenden Widerstand stoßen werden, darüber mögen fie fich flar fein. Daß jeder rechtsradikale Butschverfuch niedergeschlagen werden wird, daran ist fein Zweifel, Es ist jedoch die Pflicht aller Biffenden und aller Behörden ber Republik, dafür zu sorgen, daß diese verbrecherischen Pläne nicht zur Reife gelangen. gerüftet waren, Gebrauch zu machen. Es gelang schließlich, die Ruhe in der Krakauer Vorstadt wieder herzustellen. Bald aber fam es auf der neuen Welt und am Dreifreuzplab zu neuen minutenfangen Schießereien, durch die fünf Berfonen schwer verletzt wurden. Insgesamt wurden 4 Tote und 30 Berlebte als Opfer der fommunistischen Provofafion festgestellt. Auch an der Universität fam es zu einem kleinen Zusammenstoß, als fafciftische Studenten den Berfuch machten, fozialistische Arbeiter zu verprügeln. Der Erfolg war, daß die Studenten die Prügel erhielten und die Flucht ergreifen mußten. Es ist übrigens bemerkenswert, daß die polnischen Monarchisten sich am 1. Mai zum erstenmal feit Jahren wieder in die Deffentlichkeit gewagt und auf Plakaten zu Gegendemonftrationen aufriefen. Die Maidemonftrationen im Lande verliefen mit geringen Ausnahmen ruhig. In Neuhof kam es z. B. zu einem Busammenstoß mit der Polizei, als die Kommunisten das Rathaus ftürmen wollten. Die Polizei gab eine Salve ab, burch die eine Berfon getötet wurde. Aus Milna werben ebenfalls Schlägereien gmeldet, die aber feine ernsteren Folgen hatten. Sonntagsstille in Prag. Prag, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Matfeier gestaltete fich in Prag unter starter Beteiligung alfer Bevölkerungsschichten vollkommen ruhig. In dem Berkehr herrichte fast Sonntags. ruhe. Die Straßenbahn hatte ihren Betrieb pöllig eingestellt. Auch die Geschäfte waren durch weggefchloffen. Die Zeitungen batten ebenfalls ihre Erscheinen eingestellt. Auch aus der Pro Ding wird starte Beteiligung an den Maifeiern gemeldet. Ruhiger Verlauf in London. Condon, 1. Mai.( WTB.) Die Maifeiern sind vollkommen ruhig verlaufen. Die Arbeiterorganisationen veranstalteten einen großen Demonstrationszug nach dem Hydepart. Glänzender Verlauf in Brüffet, Brüffel, 1. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Maifeier in Brüffel nahm einen großartigen Berlauf, In den Fest reden wurde der Acht stundentag gefordert und gegen den Krieg, besonders gegen den Faschismus protestiert. Der Umzug, an deisen Spize Bandervelde marschierte, dauerte eine Stunde. Es ereigneten sich eine 3mischenfälle. Truppenparade in Moskau. Mostau, 1. Mai.( WTB.) An der hiesigen Maifeier nahmen über eine Million Berfonen tell. Der Demonstration ging über eine Million Personen teil. Der Demonstration ging eine Truppenparade voran, welche der Bolfskommissar für bas Kriegswesen Worofchilom in Gegenwart der Regierungsmit. glieder und des diplomatischen Korps abnahm. Riefendemonstration in Mexiko. Merito, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In der Stadt merito feierten 70 000 Arbeiter den 1. Mat. Alle Läden, Ge schäfte und Restaurants waren gefchloffen. Die Arbolter be fegten die Kathedrale. Während der Demonftration läuteten bie Gloden. Der Tog verlief ohne Störung Maikundgebungen der Gewerkschaften Maffenversammlungen in Berlin. An Die Arbeiterverbände hatten an 23 Stellen Bersammlungen mit diesem Thema am Vormittag einberufen, während die An gestelltenverbände eine gemeinsame Versammlung abhielten. Der Spize der Feiernden im Zentrum Berlins standen die Metallarbeiter samt den Kupferschmieden, die sämtliche Räume des BalDie halla- Theaters mit Garten und Vorplaz dicht besetzt hatten. Feftrede hielt Genosse Crispien. Er wies auf den schreienden Widerspruch hin, daß in einer Welt, die mit ihren geistigen und technischen Fortschritten prunkt, die Not des arbeitenden Boltes nicht gelindert werden kann. Im Garten sprach Genosse Bista. Wie in allen übrigen Veranstaltungen hatten sich auch hier die Arbeiterfänger in den Dienst der Feier gestellt, indem sie die weihe. volle und lampfentschlossene Stimmung vorbereiteten und der Maifestversammlung einen würdigen Abschluß gaben. Die Hasenheide bildete von jeher einen großen Sammel. punkt der Maiversammlungsteilnehmer. Die Bauarbeiter hielten ihre Maifeier im Orpheum" ab. Der große Saal, in dem der Vorsitzende Genosse Drügemüller über die Bedeutung des Tages sprach, war start überfüllt. Ebenso der Garten, in dem der 2. Borsigende Genosse Krause referieite. Insgesamt waren etwa 14000 Bauarbeiter, zum großen Teil mit Frauen und Kindern, erschienen. Die Reden wie auch die Dar bietungen des Meinedeschen Männerchors wurden mit großem Beifall aufgenommen. Nach dem Gesang der Internationale erfolgte der geschlossene Abmarsch. Ein unabsehbarer Zug mit zahlreichen Transparenten, roten Fahnen und Musikkapellen. In der Neuen Welt dasselbe Bild. Der große Saal und der Garten waren wie alljährlich von den Holzarbeitern belegt worden und beinahe beängstigend überfüllt. An der Kontrolle wurden etwa 10000 Mitglieder gezählt außer den Familienangehörigen. Das Referat hielt Genesse Dittmann. Musikalische und gefangliche Darbietungen brachte der Hegar- Chor und das Schäfer- Freitag- Blasorchester. Der Abmarsch erfolgte ebenfalls geschlossen. Im fleinen Saal der Neuen Welt waren die Sattler, Tapezierer und Portefeuiller versammelt. Ueber 2000 waren erschienen, so daß in dem fleinen Saal nicht alle Plaz fanden und ein Teil zu den Holzarbeitern gehen mußte. Das Referat hielt Genosse Dr. Kurt Löwenstein. Die Gesangseinlagen gab der Lichtenberger Männergesangverein. Die Gemeinde- und Staatsarbeiter miesen in der Bod brauerei einen äußerst starken Besuch auf. Der große Garten war schon längst überfüllt, als immer noch neue Züge mit Musikkapellen anrückten und nun auf der Straße AufVor den etwa 16 000 Maifeiernden stellung nehmen mußten. sprach Genosse Emil Barth. Der Arbeitersängerbund brachte packende Freiheitslieder zum Vortrag. Vor dem Gewertschaftshaus wogte eine große Menschenmenge, die zu der Veranstaltung des Verkehrsbundes feinen Einlaß mehr fand. Schon vor Beginn der Feier waren der große Saal und der Hof überfüllt. Nach dem Referat des Bevollmächtigten Genoffen Ortmann und dem gemeinsamen Gesang der Internationale formierten sich die Erschienenen zu einem imposanten Abmarschzug, der etwa 10 000 Mann start war. Der Zug war ein wogendes Fahnenmeer und bot einen erhebenden Anbiid gewert fchaftlichen Zusammenhaltes und Kampfwillens. Das Dresdner Rasino", in dem die Fabritarbeiter versammelt waren, wies ebenfalls einen sehr guten Besuch auf. Hier sprach der 1. Vorsitzende Genosse Reimann. Auch hier vollzog sich der Abmarsch in einem geschlossenen Zuge. Der 3entral verband der Steinarbeiter hatte seine Mitglieder in Haverlands Festsälen in der Neuen Friedrichstraße versammelt. Schon lange vor Beginn der Ver. anstaltung feßte ein starker Besuch ein, so daß sich der Saal als viel zu flein erwies. Die Festrede hielt der Landtagsabgeordnete Genosse Otto Meier, deffen auf geschichtliches Tatsachenmaterial aufgebautes Referat allgemeine Zustimmung fand. Die gesanglichen Darbietungen bestritt der Männergesangverein Weißensee". Jm Norden Berlins war wohl die größte Bersammlung die der Bekleidungs- und Teglilindustrie in den Germaniafestfälen. Hier sprach der Vorsitzende des Orts. ausschusses des ADGB., Genosse Sabath. Der Redner zeigte in einem Ueberblick über die von ihm mit erlebte Beit des gewert. schaftlichen Aufbaues, daß unsere reformistische Gewerkschaftsarbeit das Ausnahmegesetz famt den übelsten Auswüchsen im Arbeitsverhältnis überwunden hat und auch die heutigen Anschläge des Unternehmertums überwinden wird. Unter Führung des Uth. mannschen Chores wurde mit dem gemeinsamen Absingen der Internationale die Feier beendet. Höher noch im Norden hatten die Lederarbeiter und die Dachdecker ihre Beranstaltungen. Erstere in der Brinzenallee( Schmidts Fest. fäle), lettere im Swinemünder Gesellschaftshaus, wo der Jugendleiter des ADGB. Genosse Maschte die Feftrede hielt. Die Ber sammlung schloß mit einem Hoch auf die Einigkeit der Arbeiterschaft. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Nahrungs- und Genußmittelindustrie waren nach dem Moabiter Gesellschaftshaus zur Maifeier gezogen. Die Beteiligung war sehr groß, zumal die Brauereien ihre Betriebe geschlossen hatten, gleich der Konsum genossenschaft, deren Bäcker und Fleischer hier vertreten waren. Genosse Künstler würdigte die Forderungen der Arbeitnehmerschaft, deren Erfüllung heute unsere Demonstration gilt. Leider zwinge die Wirtschaftskrise noch allzu viele Arbeiter, noch Soldarität der deutschen Bergarbeiter. Bochum, 2. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der britische Bergarbeiterverband hat am Sonnabend den Verband der Berg arbeiter Deutschlands telegraphisch von dem Ausstand im englischen Kohlenbergbau benachrichtigt. Die Haltung des Verbandes der Bergarbeiter Deutsch lands zu diesem englischen Streit wird bestimmt durch die Brüsseler Entschließung des Erefutivausschusses der Bergarbeiter- Internationale, die nötigenfalls eine internationale Hilfsaktion zugunsten der streifenden englischen Bergarbeiter vorfieht. Bis am Sonntag abend lag beim Deutschen Bergarbeiter verband noch tein Antrag der in Frage kommenden Spizenorganisationen über die Durchführung einer derartigen Hilfsaktion vor. Was die Durchführung des Solidaritäts- Aktionsbeschluffes des Exekutivkomitees der Bergarbeiter- Internationale anbetrifft, so dürfte fich die geschäftsmäßige Entwicklung der Dinge wie folgt vollziehen: Zunächst wird der britische Bergarbeiterverband die Bergarbeiter- Internationale von der Lage benachrichtigen und um Durchführung einer Hilfsaktion erfuchen. Der Vorsitzende der Bergarbeiter Internationale wird dann unverzüglich den Ausführenden Ausschuß einberufen, der voraussichtlich beschließen wird, den angeschlossenen Landesorganisationen d'en Solidaritätsftreit zu empfehlen. Dann haben die nationalen Berarbeiterver bände über die Durchführung der Streitaktion zu beschließen. In über den 1. Mai hinaus, wie Wochen und Monate zuvor die Arbeit ruhen zu lassen. Brozentual wohl am stärksten mit war die Maifeierveranstaltung der Arbeiter des Graphischen Gewerbes. Die Buchdrucker hatten sich trotz der Drohungen der Unternehmer fyndizis in ihrem Beschluß nicht wankend machen lassen, den 1. Mai durch die Arbeitsruhe zu feiern. Von den vier Sammelplägen aus formierten sich die Teilnehmer unter Voranmarsch von Musikfapellen, die dem gemeinsamen Ziele, der Spielwiese im Friedrichs hain, zustrebten. Die Ordner sorgten dafür, daß die Anlagen des im herrlichsten Grün prangenden Platzes nicht beschädigt wurden. Von allen Bersammlungen war diese im Freien die schönste und auch der Beteiligung und ihrem Verlauf nach die wuchtigste und würdigste Maifeier von allen, die die Berliner Arbeiter des Graphischen Gewerbes bisher erlebt hatten. Die Redner des Tages waren die Genossen Brückner und Rosin. Am Friedrichshain fanden drei weitere Versammlungen statt. Die Tabatarbeiter waren im Märchenbrunnen" versammelt, wo der Genoffe Emil Dittmer die Festrede hielt und der Gemischte Chor Groß- Berlin mitwirkte, während der Zimmererverband seine Mitglieder im Saalbau Friedrichshain vollzählig versammelt hatte, vor denen die Referentin Frieda Rosenthal sprach. Im Böhmischen Brauhaus waren die Mitglieder des Einheitsverbandes der Eisenbahner Die Gewerkschaftsbewegung in Rumänien. Rumänien mit einer Einwohnerzahl von 20 Millionen weist trog der riesigen Industriegebiete in Siebenbürgen, dem Banat und der Bukowina nur zirka 30 000 Mitglieder der freigewerkschaftlichen Organisation auf. Die Reaktion der Regierung verhindert ihre Aus breitung. Die Gewerkschaften sind staatlichen Kontrollen unterstellt, und unter sogenannten Arbeiteroberinspettoraten macht die Regie rung die Arbeits- und Lebensfähigkeit dieser Verbände in jeder Hin ficht unmöglich. So hat z. B. vor einigen Wochen das Klausenburger Arbeiteroberinspektorat bei sämtlichen in Klausenburg domilizierenden Verbänden eine Untersuchung daraufhin abgehalten, ob sie sich im Rahmen ihrer Statuten betätigen. Fand man nichts anderes, wurden die Verbände zur Verantwortung gezogen, weshalb fie ihre Kongresse nicht abgehalten haben, die nach Bor schrift der Statuten doch alle zwei Jahre stattzufinden hätten. Dabei ist den Behörden nicht unbekannt, daß diese Kongresse vom Ministerium des Innern seinerzeit verboten worden sind. Wir sehen aus diesem Beispiel, daß die Schifanen sämtlicher Staatsautoritäten, angefangen von den Landeshauptmannschaften bis zu den Oberinspektoraten, nur darauf gemünzt sind, die Tätigkeit der freien Gewerkschaften zu unterbinden. Die Abhaltung der Kongresse wird ihnen verboten, trotzdem werden sie gerügt, weil sie die verbotenen Kongresse nicht abgehalten haben. Das ist in diesem Lande die„ Koalitions- und Versammlungsfreiheit". Im Gegensatz zu dieser Bevormundung und Schifanierung der freien Gewerkschaften genießen die gelben Gewertschaften den staatlichen Schutz und werden mit allen Mitteln gefördert, um die Arbeiter ihren Reihen zuzuführen. Die Regierung hat z. B. eine Arbeitsnachweiszentrale geschaffen, die im Widerspruch zu der gesetzlichen Bestimmung vom 30. September 1921 nicht paritätisch zusammengesezt ist. Nur Arbeiter, welche nachweisen können, daß fie feiner sozialgerichteten Partei angehören, werden in die Liste der Arbeitsuchenden aufgenommen. Im Jahre 1922 wurden von 45 228 Arbeitsgesuchen etwa 38 000 angenommen, die übrigen jedoch troßz Arbeitsmangel aus politischen Gründen zurückgewiesen. Im Jahre 1925 ist die Zahl der eingestellten„ nationalgesinnten Arbeiter im gleichen Verhältnis zu der Vergrößerung des Landes auf 120 000 gestiegen. Vor nicht allzulanger Zeit hat die Arbeitsnach weiszentrale einen Bericht herausgegeben, worin der Arbeiterschaft die Bedeutung dieser Institution in ihrem Intereffe zu erklären ver fucht wird. Die Schattenseiten, die diese Maßregelungs- und Unterbrücdungszentrale für die Arbeiter hat, wurden natürlich ver schwiegen. Die freigewerkschaftlichen Arbeiter blieben meist arbeits los und wurden durch allerlei Schifanen tyrannisiert. Wenn die frei. gewertschaftlichen Arbeiterführer der Arbeiterschaft zu ihrem Recht zur Maifeier eingefunden, denen Genosse Adolf Hoffmann die zu verhelfen fuchen, laufen fie Gefahr, in den Kerter ge worfen und Festrede hielt, und in einem kleineren Saal in stattlicher Zahl zusammengekommen. Genosse Rogur vom ADB. hob die Bedeutung des Achtstundentages hervor und mahnte zu festem Zusammenhalt und eifriger Mitarbeit an der Stärtung der Organisation. Die Neuköllner Liedertafel wirkte bei der Feier mit. Bei den Schuhmachern, die sich in Boekers Festfälen start versammelt hatten, referierte der Rommunist Gaebel. Im Zentrum Berlins hatten sich in den Sophiensälen, die Maschinisten und Heizer die Maler und Lackierer, Beifall sprach. Die Mitglieder beider Verbände bildeten zum zu denen ihr 2. Berbandsvorsitzender Genosse Klot unter startem Schluß einen Zug mit Musik, in dem verschiedene Banner und Transparente mitgeführt wurden. Unweit davon feierten die Böttcher im„ Rosenthaler Hof", wo Genosse Hildesheim die Festrede hielt und die„ Ost- Lyrania von 1849" fang. zu erwähnen sind noch die Feiern der Gärtner in Dörings Festsälen in der Naunynstraße, die der Filmgewerkschaft in den Blücherfestsälen, sowie die der Porzellanarbeiter und Glasarbeiter in der Staatlichen Porzellanmanufaktur in Charlottenburg. Bor den 600 Teilnehmern hielt Genosse Girbig eine fernige Festrede. Die AfA- Gewerkschaften hatten ihre feiernden Mitglieder nach dem Lehrervereinshaus am Alleranderplaß bestellt, dessen Räume fich iroz Abhaltung einer Parallelversammlung als zu flein erwiesen, um alle Besucher auf zunehmen. Treppen und Borhof waren dicht gefüllt, und bis auf die Straße standen die Massen. Es war eine Versammlung, wie sie in der Geschichte der Maifeiern der Angestellten noch nie zu verzeichnen gewesen ist. Ein Beweis, daß dieser Tag auch bei den Angestellten immer mehr an Bedeutung gewinnt. Saal und Bühne prangten im Fahnen und Blumenschmud. Der Berliner Männerchor brachte zunächst einige Kampflieder zu Gehör, Gertrud Ensoldt rezitierte und dann hielt Reichstagsabgeordneter Sollmann Köln die Festrede. In einer fein durchdachten, großangelegten und prächtigen Rede gab er dem Maigedanten des Proletariats beredten Ausdrud. Doch felbst diese Feierstunde benutzten die Kommunisten zu Schmährufen. Jugendliche, die aus der Rede Sollmanns wirklich etwas lernen fonnten, waren die Hauptschreier. Trotz der taftlosen Unterbrechungen aus den Reihen der fommunistischen Jugend ging Ge noffe Sollmann auf die Angriffe ein und fertigte fie in vornehmer Weise ab. Der stürmische Beifall am Schlusse seiner Festrede bewies dem Genoffen Sollmann, daß er der übergroßen Mehrzahl der Angestellten aus dem Herzen gesprochen hatte. Auch hier schloß der gemeinsame Gesang der Internationale die recht eindrucksvolle Feier. arbeitslos gemacht, die Beteiligung an der Maifeier erleichtert, so Hat die Krise auch manchem Arbeiter und Angestellten, den sie hat doch die gleiche Ursache auch manchen der in Arbeit Stehenden davon abgehalten. Dennoch war die Beteiligung derart start, daß die feiernde Arbeitnehmerschaft dem Straßenbild am Bormittag und mehr noch um die Mittagszeit sein demonstrativ feftliches Gepräge gab, das durch Bereitschaftszüge der Schupo noch betont wurde. Für die Vororte hatten die Unterausschüsse des ADGB. in Schöneberg, Spandau, Tempelhof und Wilmersdorf gemein fame Maiversammlungen für die Gewerkschaftsgenossen veranstaltet. Die Zahl der größeren Lotale nimmt mit der Ausbreitung der Lichtspieltheater mehr und mehr ab. die Auswahl ist schon recht gering geworden. Es bleibt daher für die Folgezeit zu überlegen, ob es nicht besser ist, die zahlreichen großen Bartanlagen Berlins für die Maiversammlungen der Gewerkschaften zu benutzen. Der schönste Saal fann feinen besseren Versammlungsplatz dazu bieten. Boraussetzung freilich ist, die selten am 1. Mai nicht gegeben ist, ein herrliches Frühlingswetter. diesem Falle wird der Ausführende Ausschuß der Bergarbeiter- InterStreit international durchgeführt, so wird er nach den Benationale die internationale Streifleitung übernehmen. Würde der ftimmungen der Brüsseler Entschließung nicht eher beendet werden, bis für sämtliche am Streit beteiligten Bergarbeiterorganisationen gesunde austömmliche Löhne und Arbeitsbedingungen erzielt werden. Ein internationaler Bergarbeiterstreik würde dann nach der bereits erfolgten Zusage des Präfidenten der Internationalen Transportarbeiter- Federation eine internationale Aktion der dieser Spigenorganisation angeschlossenen Trans. portarbeiterverbände( Eisenbahner, Seeleute, Haferarbeiter usw.) zur Unterbindung der Kohlenzufuhr nach England zur Folge haben. Voraussichtlich werden die deutschen Gewerkschaften in den ersten Tagen dieser Woche zu der durch den britischen Bergarbeiterstreit entstandenen Lage Stellung nehmen. Außerordentlicher Verbandstag der Glasarbeiter. Wie noch erinnerlich, hatten seinerzeit die Organisations leitungen des Glas, Porzellan- und Fabrikarbeiterverbandes be schlossen, innerhalb des Fabritarbeiterverbandes einen selbständigen Keramischen Bund zu gründen. Um diesen Beschluß durchzuführen, beruft der Verband der Glasarbeiter und arbeiterinnen Deutsch lands zum 7. Juni nach Görlig einen Verbandstag ein. Auf der Tagesordnung steht außer dem Rechenschaftsbericht nur die Berschmelzungsfrage, mit den üblichen 25 Stodhieben malträfiert zu werden. So erging es dem Sekretär Dan des Holzarbeiterverbandes, den man sechs Monate in Untersuchungshaft brachte; weshalb, weiß er nicht und wissen auch die nicht, die ihre Macht gegen ihn mißbrauchten. Und was hatte die Arbeiterschaft bei den vor kurzem stattgefundenen Gemeindewahlen zu leiden gehabt, wo sozusagen unbewußt die Front der Arbeiterschaft vereinigt war? Das Recht, das sie sich errungen haben, an den Gemeinde und Staatsver tretungen teilzunehmen, haben sie mit ihrem Blut erringen müffen und viele Genossen haben ihre Freiheit und einige auch ihr Leben dafür hingeben müssen. Auch dafür ein Beispiel. Der Lederarbeiter Genoffe Pintyi hatte den Auftrag, Propagandaflugzettel im Auftrage der Opposition von Großvardein in die Nebenstadt Salonza zu tragen. Er wurde von der Polizei angehalten und unter dem Borwand, daß er gegen die staatliche Sicherheit sich verfehlt habe, abgeführt und auf Befehl des Vorstehers des betreffenden Polizei reviers so lange geschlagen und gequält, bis er tot liegen blieb. Der Berband der Lederarbeiter hat die strengste Untersuchung dieses Falles gefordert und eingeleitet und verlangte von der Regierung die Bestrafung der schuldigen uniformierten Schurken. Mit dem Ergebnis, daß die Regierungskommission feststellte, der Genosse Bintyi habe sich aufgehängt. Rumänien ist ein Proletarierland, das speziell and be. völkerung hat. Es ist jedoch kaum möglich, die Zahl der freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter wesentlich zu erhöhen, solange nicht der Arbeiter aus der Untultur und Unwissenheit herausa geführt wird. Die schwierigste Aufgabe, die die Gewerkschaftsführer auch erkannt haben, ist die Zusammenfassung der verschiedenen Ge wertschaftsgruppen, ihre Zentraliſierung. Ulm Großes zu erreichen, ist es den Gewerkschaften unmöglich, ohne eine Bentralleitung zu leben, abgesehen von den sprad lichen Schwierigteiten, durch die die Arbeiterschaft so vielen Belästigungen ausgesezt ist. Da, wo die Lohnkämpfe der Arbeiterschaft durch das Streitgefeß geregelt sind, ist speziell in den Kleinstädten durch Zersplitterung das Durchlehen eines solchen Lohn fampfes unmöglich. Wenn wir uns einen Ueberblick machen wollen auf die Gruppierung der Gewerkschaften, so finden wir, allein was die Sprache anlangt, deutsche, rumänische und ungarische Gewerkschaften. Troßdem fie alle fich zu der freigewertschaftlichen Einheit bekennen, Rumänien an Rußland grenzt, von den Moskauern eine Art der fehlt diese Einheit noch. Zumal unter Berufung darauf, daß Propaganda getrieben wird, die der Arbeiterschaft nicht nur nicht weiterhilft, sondern der Regierung billige Vorwände liefert zur Unterdrückung der Arbeiterbewegung. Im allgemeinen ist die Lage in Rumänien wie in den anderen Balkanländern. So fonnten wir auf dem Gewerkschaftstongreß in Sofia beobachten, daß sich dasselbe Leid dort abspielt wie in Rumänien. Auch dort sind zwei Feinde. Sobald die organisierte Arbeiterschaft den Kampf mit dem Terror der Regierung aufge nommen hat, muß sie sich auch schon gegen die extremen Elemente wenden. Deshalb ist eine wirkliche Einheitsfront bitter notwendig, da nur durch eine zielbewußte Gewerkschaftspolitit etwas erreicht werden kann. Das eigentliche Gewerkschaftsleben Rumäniens beschränkt sich auf Siebenbürgen, weil dort noch bewußte Arbeiter sind, die aus der Arbeiterbewegung in Ungarn hervorgegangen find. Die Spitzenorganisationen haben sämtlich ihren Sig in Klausen. burg, von wo aus das Gewerkschaftsleben dirigiert wird. A. B. Freie Gewerkschaftsjugend. Die Photographien vom 4. Rurfus im Land Der Heimabend der Gruppe Moabit beim am Quenafce find eingetroffen fällt aus. Aus der Partei. „ Die Gesellschaft". Das neuefte( Mai-) Heft der wissenschaftlichen Zeitschrift der Bartzi enthält Beiträge zum Rüstungsproblem:„ Strieg, Abrüstung und Milizsystem" von Rudolf Hilferding;" Erſte Schritte zur Abrüftung von P. Beiland und Sozialdemokratische Ropenhagen; ferner die folgenden Aufsätze: Broletariat und Abrüstunsgpolitik in Dänemark" von Alfing Andersen. Bauerntum" von Wladimir Woytinsti; Arbeit und Rhythmus" von Prof. Ewald Sachsenberg;„ Sozialis. mus für unsere Generation?" von Egon Wertheimer. London; Ist Marr- Kritit parteifchädigend?" von Hendrit de man und eine von Karl Schröder geschriebene Antwort auf diesen Artikel. Außerdem enthält das Heft eine um faffende Bücherschau.„ Die Gesellschaft" erscheint als Monatsschrift und kostet vierteljährlich 4,50 m. Berantmortlich für Bolitit: Richard Bernstein: Wirtschaft: Artur Saternust Gewerkschaftsb: weauna: 3. Steiner: Feuilleton:.. Dicer: bales und Sonstiges; Krik Raritäbt: Anzeigen: Zb. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderel und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW 58, Lindenstraße& Sickan 1 Bellage. Nr. 20443. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Maifeier in Berlin. Montag, 3. Mai 1926 Ungestörter Verlauf in allen Stadtgegenden.- Riesige Beteiligung. Es war ein Wetter, wie man es sich für diesen Tag der großen Feier aller Arbeitenden Berlins nicht besser wünschen konnte. Ein prächtiger blauer Himmel und eine fast tropische Wärme breiteten sich über die Feiernden, als sie den Sammelplätzen zuströmten. So war es am Morgen und so blieb es bis zum Abend, als die großen Gärten ihre Gäste entließen. Kein Mißton störte die Feiern und man hatte stärker als je den Eindruck, daß das rote Berlin, das Berlin der sozialdemokratischen Arbeiter, das nun bald zwei Generationen hindurch für die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands der feste Bol gewesen ist, sich in der Tiefe neu gesammelt und gefestigt hat. Wer sich bei der Berliner Maifeier in den Versamm lungen und auf der Straße ganz der Stimmung und dem Gefühl der Massen hingab, mußte von feſtem Vertrauen für die Zukunft Im folgenden eine Auswahl der Berichte aus den einzelnen Bezirken. Charlottenburg. erfüllt werden. Die Charlottenburger Parteigenossen hatten den schön gelegenen Spandauer Bod" als Lokal für ihre Maifeier gewählt. Schon früh am Nachmittag war das Lokal gefüllt. Eine festlich gestimmte Menge folgte den musikalischen Darbietungen mit großem Interesse. Ein Orchester des Mufiterverbandes, der Männergesangverein Harmonie" und der Frauenchor Frohsinn", unter den Dirigenten Schaarschmidt und Eschrich, teilten sich in die Aufgabe, die Anwesenden der Würde des Festes entsprechend zu unterhalten. Be sonders die Jugend der" Harmonie", in einem hunderttöpfigen Kinderchor verein, erfreuten mit ihren gefanglichen Darbietungen und fand reichen, wiederholten Beifall. Das Bewußtsein, das erste mal bei einer Maifeier mitgewirkt zu haben, wird in diesen jungen Seelen noch lange nachwirken. Die Kinderfreunde" bemühten sich eifrig um die jüngsten Maifeiernden. Die Festrede hatte Genosse, Scheidemann übernommen. Der eigentliche Sinn der Maifeier, führte er aus, ist auf den Gedanken der Solidarität aller Bölfer in dem Kampf um den Schutz der Frauenarbeit, der Jugend, des Achtſtundentages, des Arbeiterschutzes im allgemeinen aufgebaut. Wir haben es seit der Revolution erlebt, daß diese Forderungen nicht leicht durchzusetzen sind. Es ist zwar verhältnismäßig einfach, eine Staatsform zu ändern; eine Umgestaltung der Wirtschaft aber geht nur langsam vor sich, auf jeden Fall niemals auf dem Wege der Diktatur, sondern nur durch die Demokratie. Besonders jetzt in der großen Krise zeigt es sich, daß die Wirtschaft der Unterbau des Staates ist. Will man Großes erreichen, so fann das nur mit einer großen Macht geschehen. Und so ist unser schlimmster Feind die Zersplitterung der Arbeiterschaft. Der Beg zum Sozialismus führt durch die Demokratie. Wenn wir das als richtig erkannt haben, so wollen wir dafür kämpfen bis zum letzten Blutstropfen. Geloben wir, schloß Genoffe Scheidemann feine mit großem Beifall aufgenommene Rede, daß wir, vereint mit allen Völkern der Welt, Tämpfen wollen für die Forderungen des ersten Mai, für den Sozialismus. Schöneberg. schon der große Kaffeebuddel auf dem Tisch und munter wird geschmaust. Alte Weisen, Frühlings Erwachen", Walzermelodien flingen durch die langen Tischreihen. Das Orchester des Musiker verbandes, meisterhaft geführt, mischt seine Melodien in das Rau. schen des jungen Grüns, in das Geflapper der Kaffeetassen. Der Berliner Schubert- Chor singt alte Volkslieder. Worte ernsten Besinnens spricht Genosse Dr. Klee: Nicht allein der Sang unserer Brüder hat uns hier zusammengeführt. Wir hängen in Treue zusammen, verknüpft durch ein großes Ziel für die Freiheit, für den Sozialismus zu kämpfen. Unser Wert wächst, was wir seit Jahr zehnten fordern, beginnt sich zu gestalten. Nicht Krieg, sondern ein großer Völkerbund kann staatliche Eigenarten wahren und friedliches Zusammenarbeiten sichern. Der Völkerbund muß werden, er wird, aber alles ist Arbeit. Unser höchstes Gut ist unsere Verbundenheit, unsere alte Kampfestreue. Unser Weg ist vorgezeichnet durch unsere großen Führer, wir schreiten auf ihm zum Ziel. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Worten stehen jung frohe Gestalten auf der Bühne. In hellen Kitteln die Jungen, in bunten, farbenfreudigen Kleidern die Mädel. Die Arbeiterjugend spielt eins ihrer Jugendspiele:" Spielmanns Schuld". Ein lustiges Stüd. Ein Schulmeisterlein sucht seine Braut, die mit wandern den Spielleuten mitgezogen ist, weil sie Sonne und Blumen braucht, weil ihr Herz sich nach frohen Liedern sehnt. Umrahmt wird das Spiel von frischen Volkstänzen. Es ist das Spiel der Sonne suchenden Jugend gegen die Mucker, gegen die Spießer, die nicht fingen und lachen können. Frisch und natürlich, ohne Bose, ohne Geste spielen sie alle, die doch morgen schon wieder in rauchige Fabriken, in stickige Bureaus müssen. Und gerade weil sie es müssen, lieben sie in ihrer Freizeit die Natur, suchen die Sonne und wollen jung sein. Die Freie Turnerschaft Neukölln- Briz zeigt mit einer Barrenriege sportlich gute Leistungen. Es war am Maientag, im Maiengrün; auch hier ein wahres Volksfest. Tiergarten-Moabit. Es ist unmöglich, über alle 50 von der Partei veranstalteten Maifeiern eingehend zu berichten. Zu erwähnen wäre, daß die Parteigenossen von Wilmersdorf eine stimmungsvolle Feier im Biftoriagarten veranstalteten, in der Genosse Dr. Löwenstein Sprach. Hier fand besonders die Vorführung unseres Filmes„ Die Schmiede" großen Beifall. An der Wiener Brücke versammelten sich zu einem imposanten Zuge die Maifeiernden aus Treptow, um unter Borantritt eines Reichsbanner- Tambourforps nach dem Vittoriagarten zu ziehen. Genosse Dr. Lohmann sprach vor einer vieltausendföpfigen Menge. Die Maifeier der Weißenseer Ge nossen fand in der Stadthalle statt Gesangsvorträge mechselten mit Aufführungen des Arbeiterturnvereins ab, und Genosse Dr. Weinberg hielt die Ansprache. In Tempels Festfälen feierte die arbeitende Bevölkerung von Friedrichsfelde den 1. Mai. Ein glänzendes Unterhaltungsprogramm und die Feſtrede des Genossen Künstler füllten den Abend. In Faltenberg war die Maiveranstaltung überfüllt. Der Festredner des Tages, Genoffe Kozur, fand bei der zum großen Teile ländlichen Bevölkerung lebhaften Beifall und Zustimmung. Die Kommuniften hatten ihre Anhänger Sonnabend mittag zu einer Rundgebung in den Lustgarten aufgerufen. Die Beschickung war die übliche der kommunistischen Demonstrationen. Troß des günstigen Wetters mies der Platz vor dem Schloß noch manche erhebliche Lücke auf. Abteilungen des roten Frontkämpferbundes mit Musikkapellen marschierten den einzelnen Zügen, in denen zahlreiche Fahnen, Plakate und Transparente getragen wurden, voran. Bom Museum, der Domtreppe und der Schloßfreiheit sprachen etwa 8 Redner zu den Anwesenden. Gegen 42 Uhr begann der Abmarsch. Polizei hatte die Umgebung gesichert, hielt sich aber sonst sehr zurüd. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. Maitag der Jugend. Die Berliner Arbeiterjugend hat am Sonntag ihre Scharen zum Maijugendtag nach der großen Spielwiese in Treptom zusammengerufen. In geschlossenen Zügen, mit wehenden Fahnen ziehen die einzelnen Abteilungen hinaus. In hellen Kitteln und bunten Kleidern eine Jugend, die sich selbst ihr Festkleid geschaffen hat. Draußen auf der Wiese ertönt zur Fiedel, zur Klampfe ein altes Volkslied. Ein anderer Kreis wieder tanzt. In buntem Die Kinderfreunde Reigen bewegen sich Jungen und Mädchen. spielen und tanzen mit ihren Schüßlingen Reigentänze. Ein buntes Tummeln, das nur beeinträchtigt wird durch das etwas zu fühle Wetter. Zum Programm schließen sich die Kreise zusammen, an acht Stellen zeigt die Jugend ihr Spiel, ihr Wollen. In einem Kreis wird ein Hans- Sachs- Spiel aufgeführt. Mit frischen Liedern und bunten Tänzen hat sich ein anderer Kreis von Jungen und Mädel zusammengefunden. Dort wieder wird" Spielmanns Schuld" aufgeführt. Und an einer anderen Stelle spricht einer der Jungen Gedichte. Jetzt schließt sich der Kreis, als ein Junger von unseren Wie sie als Maurer, als Schlosser zur Arbeiterdichtern spricht. Jugend sprachen, wie sie wachrüttelten mit ihren Gefängen der Beit, die Jugend um ihre Fahnen geschart zum Kampf gegen den Krieg. Das sind unsere Dichter. Ein altes Kampflied aus Hunderten von Rehlen beschließt diese Dantesworte. Reichstagsabgeordneter Genosse Künstler begrüßte die wuchtige Kundgebung, die ein Beweis dafür sei, daß aus der Jugend die wertvollen Kräfte für die Partei wachsen. In langen Reihen marschierte die Jugend zu-rüd in die Stadt. Maifeier im Großen Schauspielhaus. Im lap überall rote Fahnen. Orchester und Gebäude find damit bekleidet. Der erste Mai gehört dem Volt. Das Orchester spielt einen Walzer, auf der Wiese führen die Jungsozialisten einen Frühingstanz auf, drei Geigen versuchen geçen die Bläser im Orchester anzufämpfen. Auf dem Podium der Würfelbude geht eine Kasperlevorstellung für die Kleinsten in Szene. Die Pleitegeier, die sonst um die Gebäude des Ulaps schweben, sind heute verschwunden. Alle Tische sind besetzt, und selbst die kleinen Gipsputten auf der Terrasse scheinen zu lächeln. Jeder verbringt die Zeit, so gut er es fann. Man fühlt sich zwanglos befreit aus gewohnten Banden. An einigen Tischen unterhält man sich über wichtige Tagesfragen, und im großen Saale wird getanzt, Shimmy, For und Boston, während man fich auf der Wiese mit Boltstänzen begnügt. Dazwischen singt der Männerchor Heideröslein den„ Gesang der Völker" und den„ Sozialiſtenmarsch" und der Sportverein Moabit mit der Freien Turner. fchaft Westen zeigen am Barren Wege zur Kraft und Schönheit". Ein Hans- Sachs Spiel geht nun über die Bretter, die die Welt be deuten, Jungsozialisten find die Schauspieler. Man hört wenig, da das fleine Bublifum durch kräftiges Geschrei seine Eristenz befunden will. Im Orchester wird zur selben Zeit eine fleines Mädchen ausIn der Schloßbrauerei Hauptstraße hatten sich die geflingelt, das feine Eltern im Gedränge verloren hat. Man bildet Schöneberger Genossen zu einer würdigen Feier des 1. Mai, des eine einzige Familie. Allmählich ist es dunkler geworden, der Ulap Rampftages des Proletariats, versammelt. Um 4 Uhr stieg die befinnt sich auf seine feenhafte Beleuchtung und schaltet das elektrische besinnt sich auf seine feenhafte Beleuchtung und schaltet das elektrische Duverture des vielseitigen Programms und um 1 Uhr wichen die Licht ein, und im hinteren Musikpavillon geht eine Politische Ausdauerndsten nur sehr ungern der Macht der Polizeistunde. Die Revue" vor sich. Die Feinde ver Republik und des Proletariats Nachmittagsvorstellungen wickelten sich im dichtgefüllten Garten ab, werden mit Wiz und Schneid verhöhnt. Der Teufel trägt einen der mit festlichem Rot dekoriert war. Moltenbuhr und Bernstein, die Stahlhelm und Hakenkreuze, dazu ein schwarzweißrotes Gewand. der Majfeier ihren Sinn. Nur bei den einst Entrechteten, Feierlosen, Wenn irgendwo, so hat die IX. Sinfonie Beethovens bet beiden Beteranen des Bezirks, waren ebenfalls erschienen. Genosse Am Schluß wird er von den Arbeitern in die Enge getrieben. Man fann diese Welt des Emporflugs, der Menschheitsreinigung ver Hermann Schüßinger hielt die Festansprache. Er wies auf die fingt auf der Bühne die Internationale, während das Orchester an standen werden. Für den Bürger ist dieses Werk noch eine fünfthistorische, opfervolle Tradition des 1. Mai und die Symbolik der Terrasse die unvergeßlichen Traviate- Melodien spielt. Nun belerische Andacht, für den Proletarier ein Erlebnis zur Kraft, zur des sozialistischen Kampf- und Feiertages für eine glücklichere Bu- ginnt der Fackelzug. Aber alles hat etwas länger gebauert, als man Gelbstbesinnung, auch zum Gefühl des Rechts, voll und ganz teil. kunft der werftätigen Massen hin. Im Zeitpunkt schwerster wirt zuerst annahm. Das politische Kabarett hat in einem Nebensaale zuhaben an allen Wohltaten, die durch ein Genie vom Himmel zum bereits begonnen, Weinert reitet schon seine politischen Attacken, Rest Herzen der Erde gesenkt wurden. Die Allverbrüderung, tausendfach der 1. Mai des Jahres 1926. Ueberall find die Mächte des Rüdanger fingt ihr sprühenden Chansons, eine Chaplinmaste geistert gefälscht, tausendfach in ihr mörderisches Gegenteil verdreht, hier, in schritts an der Arbeit, um die Bofitionen der demokratischen Republit durch die Räume, als Genoffe Artur Crispien seine Ansprache der proletarischen Feierstunde bekommt sie ihre Urbedeutung zurück. zu unterhöhlen. Hiergegen wachen Auges in Front zu stehen, ist von der Terrasse beginnt. Alles drängt dorthin, die große Stille 3u dieser inneren Atmosphäre, die jeder spürt, gesellt sich nicht die tie heiligste Aufgabe des werttätigen Voltes. Borträge des Männerwird mur von dem Rollen der Stadtbahnzüge unterbrochen. Die äußere Klangschönheit in der Halle des Großen Schauspielhauses. chors Freundschaft", der unter großer Aufmerksamkeit sozialistische das Fest des Boltes begehen. Genoffe Crispien geht von dem Fest feit des Adogios werden ganz durchdringend fühlbar. Dafür fann Stimme füllt den weiten Raum, spricht zu den Tausenden, die heute Auch nicht die rhythmische Durchschlagekraft der Bläser, die UnirdischRampflieder zu Gehör brachte, ein imposanter Fackelzug in den Abendstunden, tonzertliche Darbietungen, Tanz und eine Schluß aus, von dem Gefühl der Gemeinsamkeit, das alle beseelt. Nicht der der dirigierende Horenstein natürlich nichts. Er führt mit Be ansprache des Genoffen Stadtrat Wendt sorgten dafür, daß auch Individualismus ist das Ideal, sondern Geschlossenheit und Einheit. fessenheit, mit unerhörter seelischer Anteilnahme, auch mit plastischer in den späten Abendstunden die proletarische Feiertagsstimmung auf Dies der Weg, der zur Freiheit, der zur Sonne führt. Begeisterte Durchbildung der Musik. Doch zwingt auch ihn die Größe des der Höhe blieb. Es war ein echtes Volksfest, über dem trotz allem Hochrufe zeugen für den Willen der Masse, unbeirrbar den Weg zu Raumes zu ungewöhnlichen Dingen. Aus Begeisterung wird eine die Devise stand:" Dem Volte gilts, wenn wir zu spielen Ende zu gehen. Der Garten liegt nun verödet da, eine Lampe ver- efstatische Hize, die dem Gefühl in der Musik ihre Ruhe nimmt, aus scheinen." löscht nach der anderen. Im Saale tanzt man. Freude ist in den der Leidenschaft resultiert ein Sich- Bäumen und Winden, eine UnMenschen, eine Freude, die nur aus dem Gefühl starter Gemeinschaft beherrschtheit der Bewegung, die nicht immer präzis die Musiker erstehen kann. anregt. Kämpfergeste und religiöse Geste wechseln miteinander. Die Wirkung wäre echter und größer, wenn das, was da aus Quartett und Chor zu uns flingt, ähnlich fämpferisch, hymnisch, religiös empfunden wäre. Aber hart im Raume stoßen sich die Sachen. Diejer Raum ist flangakustisch nicht zu retten. Man verausgabt sich ganz und erhält die Hälfte dessen zurüd, was man gegeben hat, den zehnten Teil dessen, was man ersehnt. Für eine große Stimmung troß dieser mechanischen Widerstände sorgte die Inbrunft des Dirigenten. Und feiertäglich war der Dank. Schönste Beethoven- Feier, schönste Arbeiterfeier: die weltliche Schwester der Missa solemnis, die IX. Sinfonie, als seltenes Gut bewahren und zu jedem 1. Mai in die Herzen der arbeitenden Welt zu führen. St. S. Kreuzberg. Die Genossen und Genofsinnen des 6. Bezirks Kreuzberg hatten sich im Garten der Bockbrauerei in der Fidicinstraße zur Maifeier versammelt. Ein reichhaltiges und gut ausgewähltes Programm forgte für die Unterhaltung. Das populäre Orchester unter der Führung Eugen Jäschtes und der Männerchor ,, Solidarität", geleitet von dem Chorführer Genossen Wilhelm John, bestritten den musikalischen Teil, die Freie Turnerschaft, Bezirt Süden, der Sportkluburich 02" und die Gruppe Hallesches Tor der Kinderfreunde brachten schöne furnerische Darbietungen. Die Festrede hielt die Genoffin Clare Bohm- Schuch. Sie fang das Hohelied der völkerverbrüdernden Internationale. Die Völker, so führte die Rednerin aus, wollen die Völkerversöhnung, nur die Fürsten und Fürstendiener haben sie nie gewollt. Ueberall, in Belgien, in Frankreich, in den zerstörten oder bereits wieder aufgebauten Gebieten herrscht nicht Haß gegen die einstigen Feinde", tein Zurüdgreifen in die einstige Vergangenheit, das alte Wunden wieder aufreißt, sondern der Wille zur Versöhnung; denn nie stand sich ja eigentlich Mensch gegen Mensch, Volt gegen Volt feindlich gegenüber. Aber der Chauvinismus, der den gegenseitigen Mord anfachte und immer wieder neu anfachen will, fann nur bekämpft werden durch den immer mächtiger werdenden Sozialismus, der einen Schuh wall aufrichtet gegen alle Feinde des Volkes. Und so ist uns gerade dieser 1. Mai von besonderer Bedeutung. Diesmal fämpfen wir nicht nur für die alten Ideale von 1890. Wir fämpfen auch für sie; aber wir wissen, daß die Abkehr von der Fürstenherrschaft der nächste Weg ift, dazu zu gelangen. Einmal hat das Volk schon seiner wahren Meinung Ausdrud gegeben. Lauter und machtvoller noch wird die Welt fie das zweitemal hören. Denn wir wollen eine neue Bufunft, ein neues Menschentum. Und wir werden siegen. Lauter Beifall lohnte der Rednerin, die auf dem Podium, weithin fichtbar, von den roten Fahnen des Sozialismus umwallt, das Betenntnis für alle ablegte: Wir werden siegen! Neukölln. Unter dem frischen, duftigen Maiengrün im Garten der Neuen Welt" fanden sich die Neuköllner Genoffen zu einem Boltsfest zusammen. In fleinen Trupps rüchten die Familien heran, ein freier Tisch ist bald gefunden, in wenigen Minuten steht auch Wedding. Der frohe sonnige Maientag hatte auch im Norden die Proletariermassen auf die Beine gebracht, den Gegnern eine Mahnung, ein Beweis, wie die Idee des Sozialismus immer wieder die Massen von neuem begeistert Der 3. Kreis, Wedding, hatte die Bharusfäle für seine Veranstaltung gewählt. Dreimal so groß hätten Garten und Räume sein müssen, um die zu fassen, die den 1. Mai festlich begehen wollten. Das Berliner Ulftrio mit heiteren, der Meineckesche Männerchor mit ernsten Darbietungen unterhielt die Menge aufs vortrefflichste. Die furzen, aber um so wirksameren Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Genoffen Dittmann fanden nachhaltigen Beifall. Ein besonderes Lob verdienen die Turnvorführungen, einer Knabenriege der freien Turnerschaft. und die Tanzvorführungen von Mädchen aus der weltlichen Schule in der Lütticher Straße. Jm äußeren Westen. Herrliches Frühlingswetter, heitere Menschen im blühenden Kinder tummeln sich in fröhlichen Spielen, die Mütter tauschen ihre Garten, hier draußen in Dahlem, ein richtiger Festtag! Die fleinen Freuden und Leiden aus, die Bäter floppen einen vergnügten Stat und so genießen sie allesamt aus vollen Zügen ihren Feiertag. Dann geht's zu Spiel und Tanz, die Jugend frohlockt und die Alten freuen sich mit ihnen. Allen Gram und alle Bitternis haben sie heute zu Hause gelaffen, heute sind sie freie, unbeschwerte Menschen in einer freien, schönen Welt. Der Tag soll ihnen durch Frohsinn neuen Mut und neue Kraft verleihen, durch harten, unerbittlichen Kampf den lange entbehrine Plaz an der Sonne zu menschen, aber nicht Arbeitsknechte. Menschen, die nach schwerem Menschen wollen sie sein, weiter nichts! ArbeitsSchaffen Atem schöpfen wollen und Kräfte sammeln zu neuem Tun. Die schlichte, stimmungsvolle Maifeier der SPD. Friedenau in Dahlem- Dorf, im Restaurant Schilling, wurde durch eine tief ein drucksvolle Ansprache des Genoffen endemann eingeleitet, Es folgte dann Gefang der Arbeiter- Jugend, Schauturnen der Freien Turnerschaft Friedenau und Beluftigungen aller Art, Ein Tag des Boltes voll Fröhlichkeit aus innerstem Herzen erringen. agogis Englische Eisenbahnstudienkommission in Berlin. Am Sonnabend trafen englische Eisenbahnbeamte, Mitglieder der Londoner tailway Students Association", studienhalber in Berlin ein. Die englische Studienkommission wird eine Reihe wichtiger Esenbahnanlagen und Verkerseinrichtungen der Reichsbahn besichtigen. Unter anderem werden das große Eisenbahnmart und die elektrischen Nordstrecken gezeigt werden. Auch ein ausbesserungswert Brandenburg- West, der Verschiebebahnhof WufterBesuch der Werkanlagen der Allgemeinen Elektrizitäts- Geſellſchaft ist beabsichtigt. Ab 6. Mai weilen die Gäfte in Dresden zur Besichtigung der psychotechnischen Bersuchsanstalt. Besuch der ausländischen Hoteliers. der Internationalen Hoteliervereinigung, darunter Bon Düsseldorf tommend trafen gestern nachmittag 340 Mitglieder begrüßte sie im Namen des Bürgermeisters Senator Dr. Apelt. größtenteils Amerikaner, in Bremen ein. Im Bremer Rathaussaal Der Präsident der amerikanischen Hoteliervereinigung sprach den Wunsch aus, daß die Beziehungen zwischen der alten Hansestadt Bremen und den Vereinigten Staaten weiter wachsen und zu einem engen Einvernehmen führen möchten. Er schloß mit einem Hoch auf Bremen und Deutschland. Gegen halb 9 Uhr abends verließen die Gäfte in einem, Sonderzuge Bremen, um ihre Reise nach Hamburg und nach Berlin fortzusetzen, Das Urteil im Sklarz- Prozeß. 1½ Jahre Gefängnis und 50 000 m. Geldstrafe. Das Urteil gegen Heinrich Stlarz wurde Sonnabend nachmittag gefällt. Stlarz wurde schuldig befunden des vollendeten und verfuchten Betruges in mehreren Fällen, der Untreue und er preffung in je einem Falle und zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, 50 000 Mark Geldstrafe oder weiteren 200 Tagen Gefängnis fowie zu 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte hat Berufung angekündigt. Wegen der Höhe des Strafmaßes erließ das Gericht gegen Heinrich Stlarz einen Hatibefehl, deffen Bollftredung aber durch die Stellung einer Sicherheits fumme von 20 000 Mart binnen acht Tagen abgewendet werden fann. Heinrich Stlarz wurde daraufhin aus dem bisherigen. Siderungsgewahrsam entlaffen. Eröffnung der britten Reichsgastwirtsmesse. In der Alten Autohalle am Kaiserdamm wurde gestern vormittag die vom Deutschen Gastwirtsverband und Berliner Messegmt veranstaltete 3. Reichsgastwirtsmeffe eröffnet. Zu dem Eins weihungsaft maren zahlreiche Ehrengäste erschienen, Bertreter der ſtädtischen Körperschaften und sonstigen Behörden fowie ber Hotelier und Gastwirteorganisationen. Stabtverordneter Schwarz er. innerte in seiner ersten Begrüßungsansprache baran, daß der Deutsche Gaftwirteverband eine der ersten Organisationen war, die den Be griff des Berliner Spezialmeffewesens in die Wirklichkeit hätten um fegen helfen. Viele Messen felen in Deutschland gekommen und gegangen. Die Berliner Meffegefellschaft aber fet geblieben und werbe bleiben, um im Namen der Reichshauptstabt und damit der erften Industrie und Handelsstadt des europäischen Kontinents ble Wirtschaft auf die Aufgabe hinzuweisen, ihre Leistungen in breitefter Deffentlichfelt zu zeigen, Ein Rundgang durch die Halle zeigte, daß sich die Reichs. gaftwirtsmesse bereits am Eröffnungstage in nahesu fertigem Be wande repräsentierte, Besonderes Intereffe erregten bie technischen Neuerungen für Gastwirtsbetriebe, die mefentliche Berbefferungen in wirtschaftlicher wie hygienischer Hinsicht bringen, fo moderne Gas, Brat- und Backöfen, in denen die erzeugte Sige gleichzeitig zur Barmwafferbereitung ausgenußt wird; moderne Bäschereianlagen, in denen ein Zentner Trockenwäsche binnen drei Stunden fchrant. Fertig gemacht wird, bygienisch emwandfreie Spülmaschinen, Milch, abfüller, Obftentferner ufw, ferner neuzeitliche Kühlanlagen und Eis. [ chränke. Daneben ist alles ausgestellt, mas das Gastwirts gewerbe für Küche und Keller, für Speise und Wohnräume benötigt. Der Befuch war bereits unmittelbar nach Freigabe der Ausstellungshalle für die Deffentlichkeit fehr lebhaft. Bon befonderer Anziehungskraft, nebenbei auch von besonderem Wert für bie effe felbft, bie bamit einen mehr lehrhaften Charatter erhält und fo wertvoller wirb, als eine einfache Barenschau, find diesmal die Sonderausstellun gen. In glücklicher Weise hat man allerlei zusammengebracht, was für den Gastwirt fowohl wie für den Laien außerordentlich intereffant ist. Studienreise dänischer Journalisten nach Berlin. Auf Einladung des Reichsverbandes der deutschen Presse und im Benehmen mit dem Auswärtigen Amt trifft am 2. Mai eine Studiengesellschaft dänischer Journalisten in Berlin ein. Die dänischen Journalisten, etwa 25 an der Zahl, werden in der Reichshauptstadt die Gäste des Reichsverbandes sein, und hier eine größere Anzahl von Besichtigungen industrieller und sonstiger Anlagen vornehmen. Auch Empfänge durch die Reichsregierung und andere Körperschaften sind vorgesehen. Am 5. Mai erfolgt u. a. eine Besichtigung des Flughafengeländes, auf bem Tempelhofer Gelde. Der Aufenthalt in Berlin ist auf acht Tage vorgesehen. Mit diesem Besuch der dänischen Journalisten, der in Berbindung der dänischen Breffeorganisation in die Wege geleitet worden ist, will der Reichs. verband eine Anbahnung ber internationalen ziehungen zwischen den Bertretern der Breffe erreichen. Das genaue Brogramm der Veranstaltung wird gegenwärtig noch aus gearbeitet. Warum versagt die Justiz! 23e. Im Rahmen eines Republikanischen Abends sprach fürzlich 2onbtagsabgeordneter Genosse rich Kuttner über deme mord und Bolfsentscheib". Aus feiner Erfahrung als Ber treter unserer Partei in den Ausschüssen des Landtages befonders im Fememordausschuß tam Genoffe Kuttner zu dem Ergebnis, baß nur durch das Bersagen der Justiz bie pielen Morbe an führende Republitaner und die Fememorde zu erflären sind. 2ls nach dem Morde an Walter Rathengu endlich die Regierung ein Schutz gefeß erließ, das besondere Strafen festlegte, als bie nationalistischen Berbände jahen, daß die Rechtsprechung den ihnen genehmen Gerichten entzogen wurde, war die Angst vor Strafe größer als der Heldenmut, Die Juftis hat in unzähligen Fällen den Beweis angetreten, daß sie sich mindestens fehr loyal gegenüber ben verruchten Mördern und Fememördern benommen hat. Im Mord prozeß Bannier hat der Angeklagte Stein für sich als Anwalt ben Abg. Dbuch bestimmt. Tropbent bat fich Rechtsanwalt Sacs bazwischengebrängt und die Berteidigung erschnorrt, Das Motin ift flar; Stein war nur Unteroffizier, er durfte nicht viel aussagen, ramit perhütet wird, daß Offizieren die Todesstrafe zuerkannt wird. In anderen Fällen hat die Anwaltskammer einen berartigen Anwalt aus ihren Reihen ausgeschloffen, hier schweigt sie noch. In der Art, wie gegen Republikaner, vor allem gegen den sächsischen Oberstaats. anwalt Asmus, vorgegangen wird, könnte man mit viel lückenlofe rem Material sicher mindestens 100 Staatsanmälten unb 300 Richtern den Prozeß machen. Welche Ungeheuerlich feiten sich des Reichsgericht leistet, beweist der Fall des schnarchenden Richters. Ein Arbeiter, der bei seiner Arbeit Schnarchtöne von sich geben würde, würde sofort entlassen werden. Das Urteil des Reichsgerichts ist daratteristisch für unsere heutige Rechtsprechung, Wir sagen darum: Nicht ein Richter hat geschnarcht, nein, der größte Teil aller Richter hat die neue Zeit in schnarchendem Zustand verbracht und weiß noch nicht, daß die Republift von ihren Richtern eine republikanische Rechtsprechung erwarten kann. Der Spritweber- Prozeß. Ich hatt' einen Kameraden.. Je länger der Spritweber.Prozeß währt, desto tiefere Abgründe von Beamtenbestechlichkeit und flittlicher Verwahrlosung offenbaren sich. Ein Fall folgt dem anderen und immer wieder figuriert Kriminalfommissar Peters als der nicht uneigennützige Schußenget, Peters aber behauptet, er sei weber Echuzengel gewesen, noch hätte er für seine Schußtätigkeit irgendwelche Vorteile erhalten. Man versteht taum diesen Menschen, wie er immer noch die Stirn befizt, seine Berfehlungen zu leugnen, in die Amtshandlungen ein. Ein greftes Licht auf den fütlichen Tiefk stand der Angeklagten Peters und Bener wirft die Aussage des Regierungsrats Fell. Peters war auf ihn nicht gut zu sprechen, da er wußte, daß Regierungsrat Fell gegen ihn Material fammelte. Nachdem er nun eines Tages mit Beyer sich an Rognat, Bier und Sett gütlich getan hatte, sagte er seinem Untergebenen: Jeßt suchst du den Fell auf und gibst ihm eins über den Kopf, daß er liegen bleibt." Sie begaben sich auf die Suche nach Fell, trafen ihn aber nicht im Restaurant, in dem sie ihn vermuteten. Eine nette Gesellschaft, diese Peters, Beyer und die Herrschaften vom Zoll- und Monopolamt. " Ein Unglücksfall im Lunapark. Bei der Eröffnungsvorstellung im Lunapart ereignete fich am Sonnabend abend ein Unglücksfall. Nach Schluß des Feuer Die merts traten als erfte Schaunummer die„ eun Argards" auf. Sie führten thre Produktionen auf einem Podium aus, das über dem Springbrunnen im Rondel vor dem See errichtet war. Artiſten wurden nur durch einen Scheinwerfer beleuchtet und konnten infolgedeffen ihre von zwei Sprungbrettern ausgeführten Sprünge und Saltos nicht genau abmessen. Der Artist Bruno Knappe Hintertopf auf einen der Spigen Steine, die den Springbrunnen uns stürzte bei einem doppelten Salto vom Bodium und schlug mit dem fäumen. Swei anwesende Aerzte stellten einen Schädelbruch fest. Der Artist wurde in das Krankenhaus Westend eingeliefert, wo er in bedenklichem Zustand daniederliegt. famerad bes Beters er ist nicht mehr, ba er bei seiner Aus. Da gab's einen Dr. Robert Stahn, ein früherer Regiments. Lieferung in Lissabon Selbstmord begangen hat auch ihn soll Beters mit dem Oberzollinspektor Reinide zusammengeführt haben. Dieser Stahn hatte für eine pier Firmen im ganzen 261 000 Liter Sprit zu ermäßigten Breisen bezogen. Notürlich ging er zum größten Teil an Weber. Als die Betriebe gefchloffen wurden, öffnete er neue und wieder bezog er 100 000 Liter. Beters behauptet, nie ein Berfahren gegen den Stahn, Ronzern eingestellt oder Bergütungen erhalten zu haben. Ueber die Bustände in den Betrieben berichtete der Arbeiter Michael: Wenn die Beamten famen und an ben Fäffern rogen, um felizu ftellen, ob ber Spiritus auch richtig vergallt sei, meinten fie: Das wird ja ein schönes Zeug werden der Spiritus roch nämlich nach Barfüm. Benn Faller abgerollt werden sollten, da gab Dr. Stahn feinem Arbeiter, der gleichzeitig auch den Geschäfts. führer" machte, eine halbe Bisitenkarte und meinte dazu: Berbefferungen im Straßenbahnverkehr. Bon heute ab wird die Benn ein Mann mit der anderen Hälfte tommt, soll er ihm die Linie 41 von Best- Reinidendorf, Berliner Straße, über Scharn Waffer ablaffen. Und dann der Fall Schwarz: Das war ein weberstraße, Seibelstraße, Berliner Straße bis Tegel, Hauptstraße Apotheker. Gegen ihn waren im Laufe eines Jahres etwa ein( Schleife Haupt, Trescow, Schlieperstraße) weitergeführt. Gleich Dugend Anzeigen eingelaufen. Was aus den Ermittlungen gezeitig wird die bisher betriebslose Strede vom Bahnhof Nieder. morden ist, darüber fann Peters nichts sagen. Einmal fam aber ichöneweide burch die Berliner Straße und Sedanstraße bis zum Bener in den Schwarzschen Betrieb, fand teine Bücher vor und Bahnhof Oberspreee wieder in Betrieb genommen, und zwar wird beruhigte sich damit. Als er dann in einigen Tagen wieber tam, bie Linie 91 vom Bahnhof Trepte über Treptower Chaussee, Neue lagen alle Bücher in befter Ordnung vor. Aber an fünf Dienststellen Strugallee und Bahnhof Baumschulenweg verlängert. Die Linie war eine anonymie Anzeige eingegangen, Laut ber Peters und Baner fährt bis in die Nähe des Freibades Adlershof. von einer Firma 350 000 m. Bapiergeld Schmiergelder bekommen hätten. Dann erschien beim Bollrat Bose eines Tages ein Chemiter namens Schlesinger. Der erzählte, Schwarz habe sich seiner Verbindung mit einem Mejor im Bolizeipräsidium gerühmt, die ihm 350 000 m. gekostet habe. Schlesinger und auch andere Zeugen bestätigen die Tatsache mit den Schmiergeldern. Ein eigentümliches Licht auf die Zustände wirft auch die Aussage des Regierungsunb ber beshalb unvereibet vernommen wird. Ihm hat der rats Bennide, gegen den mehrere Strafverfahren schweben Generalsekretär 281umenfeld mehreremal Anzeigen erstattet über verschiedene Firmen, bei denen Spritschiebungen vor sich gehen müßten. Die Ermittlungen verliefen aber ftets refultatios. Als Blumenfeld schließlich darauf bestand, selbst bei den Amtshand Lungen zugegen zu sein, erklärte die Kriminalpolizei, er mische fich Ueberfahren und getölet. Am Kurfürstendamm, Ede Augs burger Straße, ereignete fich gestern nachmittag ein tödlicher Bere fehrsunfall. Die Witwe Moser aus der Charlottenstraße 17 in Spandau wollte an der Straßenkreuzung den Fahrdamm über. hreiten, als in sehr schneller Fahrt ein Privettraftwagen nahte und festzuhreiten, Frau M. überfahr. Straßenpassanten und Schupobeamte bemühten fich fofort um die Schwerverlegte und brachten sie nach der Rettungs ftelle 7 am Kurfürstendamm. Hier fonnte der Arzt jedoch nur noch ben inzwischen eingetretenen Tob fefiftellen. Das Rundfunkprogramm. Montag, den 3. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frag. 5 Uhr nachm.: Novellen, Richard Wilde liest aus eigenen Werken, 5.30-6.30 Uhr nachm. Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle, Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst 7-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends Abt. Sprachunterricht. Französisch ( Prof. O. Colson). 7.30 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abt. Rechtswissenschaft. Geh. Justizrat Prof. Dr. Ed. Heilfron: Streifzüge durch das bürgerliche Recht( Das Familienrecht: Rechtsverhältnis zwischen Eltern und Kindern)". 8 Uhr abends: Prof. Dr. Adolf Kunterbunt, 1. a) Nelson: Entrée derMiB Dudelsack, a.d.gleichnamigen Marcuse: Der Sternenhimmel im Monat Mai. 8.30 Uhr abends: Operette, b) Reiterer: Entrée der Hanni. aus der Operette Frühlingsluft( Pepi Zampa, Sopran). 2. a) Teike: In Treue fest, Marseh, b) G. de Sylva: Susi( Henry Erichsen, Akkordeonvirtuose). 8. a) R. Thiele: Deutsche Liebe, b) E, Neumann: Das MeisterStück( Fritz Steidl, Humorist). 4. Hosh: Erinnerung an Prag, Fantasie( Karl Naumann, Cornet& piston). 5. a) S. Jones: Das Lied vom Aeffchen, aus der Operette Die Geisha", b) S. Ein winzig, kleines Kleckschen ,, aus der Operette Prinzessin Jones: Papageilied, aus der Operette Die Geisha", c) Gilbert: Qiala( Pepi Zampa). 6. H. Schmidt: Die Teufelszunge, Konzertpolka( Karl Naumann). 7. a) Fr. Steidl: Die Fliege im Glase, b) O. Fürst: Das Lachen( Fritz Steidl). 8. a) Philipp: Das Bergmadel und der Mond, Lied( Karl Naumann), 0. a) Hellström: Norwegischer Bauerntana, b) H. Erichsen: Potpourri über norAnschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, wegische Volkslieder( Henry Erichsen). Am Flügel: Ben Geysel. dienst. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und FilmKönigswusterhausen, Montag, den 3. Mai. London: Englisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Wie vor: 3-3.30 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann aus Englisch für Fortgeschrittene, 4-4.30 Uhr nachm. Hoffmann: Pflege der Instrumentalmusik. 5-8 30 Uhr nachm.: Frau Drewitz: Fertigstellung der Wäsche". 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Berlin. Theater, Lichtspiele usw.sbühners Tam 200- dimen Staats- Theater Th. in d. Klosterstr. Opernhaus am Königsplatz 7 U.; Rosenkavaller Schauspielhaus 8 U: Duell am Lido 8 Uhr: Schmetterlingsschlacht Schiller- Theater Deutsches Theater 8U.: Kyritz- Pyritz Norden 10334-38 Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: 8 Uhr: Unsere Kinder Pique- Dame Hammerspiele Abonn- Turnus IV Berliner Theater 6 Uhr: Donner8 Uhr: Volksbühnelenes Barnowsky- Bühne Th. Zoo Der alte Dessaner niseraz.str. Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 7 Uhr: & Uhr: Faust Marlborough Theater Königgrätz.Str. T.:Hasenheid.2110 Letzte Vorstelianges 8 Uhr: Operette in 3 Akten Charle Vespermann Falk, Kiper. Morgen 8 Uhr Straaten. Hainisch Mrs. Cheneys Ende Marlborough Preise 0.50 bis 6 M. Großes Schauspielhaus Täglich 81 Uhr: Alt- Heidelberg Gastspiel Alfred Braun Lessing- Tb. 8 Uhr: Gastspield burgs Bühnen Norden 10334-38 plate Heute und morgen 8 Uhr: wetter, ganz famos Die Nackten 19... kleiden... 66 D. fröbliche Weinberg SCALA Ab Mittwoch, 5. Mai Kleines Th. 8 Uhr Ein täglich: 5, 8 Uhr Week- end Heute 8 Uhr: ( Ueber'n Sonntag) Reiner Tisch Die Komödie spel von Lansdale sensationelles neues Programm! Theaterkasse: Lützow 7557 Bismarck 2414, 7516 81% Uhr 8: B: Lastspiel Denisches Künstl.- Theater 8 Uhr: Ein Walzertraum Homödierhaus Tel: Norden 6304 & Uhn Theat, d.Westens Der Garten Eden Tägi, 8 Uhr Gräfin Mariza Pr. 50 Pf bis 6 M. Keine Bons Sonnt. nchm.' 4 U. Gräfin Mariza Hib. Pr. Abendbes. Kurfürstendamm Casino- Theater Heute 7% Uhr: Gr. Prelsabbau! Die Tribune Tel: Wilhelm 5365 8 Uhr Der Rubikon 8 Unr: Trianon- Th Revue der Einakter U.a.: Hatzi Mad. Papillon Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr und Sonntags nachmittags& Uhr Stettiner Sänger D.wundervoll Programm Nachm, halbe Prelse. Velles Abendprogr Varieté! 117 ( Siehe Säulen. Plakate) Dönhoff- Brettl Konzert Tanz! Der gute KapitänKautabak isten Zigarren geschäften erhältlich C. 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Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbund bez Kriegsbeschädigten und Sinterbliebenen. Bezirk NW. Beatrisverfammlung 4. Mai, 8 Uhr, in den Sohenzollernfälen, Moabit, Bandelstraße, Marfchauer Str. 59,„ Die Stromquellen bes Bafflers", 2i'chtenberg: Dienstag, Scharnweber Ede Kronprinsenstraße: Sonnabend, 8. Mai, Stiftungs Arbeiter Radioklub Deutschlands B. Friedrichshain; Montag, fest der Gruppe. Charlottenburg: Dienstag, Bielandstr. 4. Brenzlauer Berg: Donnerstag, Ropenhagener Str. 9. Bortrag Fischer: Einführungsturfus. Rottbuffer Tor: Dannerstag, Adalbertstr. 21, Bastelabend. Webbing: Donnerstag, Valemalfer Str. 8, Vortrag Caag: Univerfalgerät mit Meganfchluk". Söneberga: Donnerstag, Gedan fraße 53, Brilfung der Belftungsfähigkeit eines Empfängers, G'udost: Donnerstag, Sorouer Ede Görliker, Strake, Borarbeiten für die Ausstellung. ginterfelbeft: zeltag. Lorenafte. 56. eu81In: Freitag. Bring Hanbjery Ede Lellingstrake. Wilmersdorf: retten. Auguftafte, 18: Mittwoch, 5. Maj, allgemeine mitcliebernerfammlung in Schinkels Festfälen. Beüdenfte 2, tedimifche und tulturelle Botträge der funtfreunde Soffmann Edmargendorf und Glass- wedding. Sport. Eröffnungstennen in Hoppegarten am Sonntag, den 2. Mat. tefeld( Williams); 2. Palamedes; 3. Tod und Leben. Loto: 13, 1, Rennen. 3900 Mart, 1600 Meter. 1. Hauptgeft. Altefelds Blaz: 14, 13. Ferner liefen: Rüdgrat, Petronius, Kili( 4)). 2. Rennent. 2800 Mart, 1000 Meter. 1. R. Haniels En gabin( Williams); 2. Athalberga; 3. Runkler. Toto: 58, Play: 15, 13, 13. Ferner Itefen: Blaue Blume( 4), Sallust, Stammher, Lob. lieb, Freia IV. Lydia, Alles neu, Mirabelle. 3. Rennen. 2800 Mart, 1800 Meter. 1. 2. und W. Stla. 23, Blaz: 15, 28. Ferner liefen: Immer Vorwärts( 4), Mumpit, refs Streitfrage( Huguenin): 2. Schneewittchen; 3. Dunst. Toto: Antilope. 4. Rennen. 5200 Mart, 1400 Meter. 1. Geft. Weils Rhein. wein( Tarras); 2, Indigo; 3. Corar. Toto: 21. 5. Rennen. 7800 Mart, 1600 Meter. 1. Geft. Weils Lauf 14, 14. Ferner lieefn: Cardinal II( 4), Bardes Bruder, Habicht, junge( Barga); 2. Gralsritter; 3. Caprivi. Toto: 125, Play: 23, Falsum( gef.). 6. Rennen. 3900 Mart, 1400 meter. 1. D. Bluenfeld und R. Samsons Troveaba( Haynes); 2. Ich dien; 3. Rom. Toto: 32, Plaz: 18, 19. Ferner liefen: Maifahrt( 4), Note, Turba. Frechdachs( Jentsch); 2. Himalaya; 3. Hochstapler. Toto: 106, Blaz: 7. Rennen. 2800 Mart, 2000 Meter. 41, 43, 45. Ferner liefen: Flamberg( 4), Räuberhauptmann, Bro 1. Alfons Testes metheus, Torquato, Firn, Obotrit, Oceana, Borussia. Bekleidungsstücke. Wäsche usw Rennmaschinen Linien trake 65. Sämtliche Fahrräder, Erstklaffige Marken, Getragene Serrengarderobe, tadellos Bequemfte Teilzahlung. Schachmann erbalten, Gelegenheitstäufe in Bela Linienstraße 05. waren. Große Auswahl. billige Breife. Reine Lombardware. Leibhaus Spiegel Kaufgesuche Chauffeeftraße 7. 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