Nr. 20643. Jahrg. Ausgabe A nr. 105 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlid B- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburs 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied. lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abree: Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille Beile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 25 Bfennis ( auläffia awet fettgebrudte Wortel. jebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, febes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für amei Borte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenAraße 3, abgegeben werben. Geöffnet Don 8% Ubr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Dienstag, den 4. Mai 1926 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftscheatonto: Berlin 37 536 Banktonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Beginn des Generalstreiks in England. Gestern 12 Uhr nachts.- Letzte Vermittlungsversuche gescheitert. London, 4. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Auch die in den späten Abendsfunden wieder aufgenommenen Besprechungen zwischen der Regierung und den Vertretern des Generalrates der Gewerkschaften haben sich zerschlagen. Der Generalrat der Gewerkschaften verließ mit der Erefutive der Bergarbeiter das Unterhaus, um sich nach dem Hauptquartier der Gewerkschaften am Ecclestone Square zu begeben. Nach Abschluß der Unterhausverhandlungen spielten sich vor dem Parlamentsgebäude ein drudsvolle Szenen ab. Eine große Menge hatte sich versammelt und begrüßte die Arbeiterabgeordneten mit Hochrufen, während wohlbefannte fonservative Abgeordnete mit Pfuirufen empfangen wurden. Aus der Menge wurde das Lied der Arbeiterpartei " Die rote Fahne" angestimmt. Der Generalstreit hat um 12 Uhr nachts eingefeht. Die Arbeiterpartei hat ihre Berwaltungsgebäude und ihre gesamten Angestellten dem Generalrat auf die Streikdauer zur Verfügung gestellt. Die letzten Verhandlungen. Ueber die letzten Vermittlungsversuche, nach deren Scheitern der Generalstreit einsetzte, unterrichten die folgen den Telegramme: London, 3. Mai.( WTB.) Der Rat des kongresses der Arbeifergewerkschaften veröffentlicht nach Beprechungen mit den Führern der Bergleute und den Abgeordneten der Arbeiterpartei eine Berlautbarung, in der die Meinung ausgesprochen wird, die Grundlage eines friedlichen Abkommens werde gefunden werden können, wenn die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. die Regierung unter der Drohung des Generalftreifs nicht verhandeln fönne. Baldwin machte den Eindrud eines Mannes, der infolge Ueber. arbeitung am Ende feiner Kräfte steht. Seine maßlose Erregung über Borkommniffe fleinster Art, wie die Stillegung der " Daily Mail" durch die Arbeiter, werden in den Kreisen des Parlaments dahin gedeutet, daß der Ministerpräsident den Kopf verloren hat. Die Sigung des Unterhauses erreichle einen in der Geschichte des britischen Parlaments felten verzeichneten Höhepunkt, als der wegen seiner äußersten Mäßigung bekannte Führer der Eisenbahner, Thomas, im Namen der Arbeiterpartei die Affion der Gewerkschaften vertrat. Thomas betonte den absolut unpolitischen Charakter des Streifs und wies die Behauptung konservativer Kreise energisch zurüd, daß Moskau seine Hand im Spiele habe. Schlagend wies er den defensiven Charakter des Vorgehens der Gewerkschaften nach. Als Thomas geendet hatte, stand das gesamte Haus im Banne feines meisterhaften Plädoyers für den Frieden. Lloyd George, der darauf das Wort ergriff, hielt eine von dauerndem Beifall der Arbeiterpartei begleitete Rede, die eine starke moralische Stüßung des Standpunttes der Arbeiterpartei bedeutet. Er schloß mit dem Appell an die Regierung, noch in lehter Stunde vermittelnd einzugreifen. Baldwins Darstellung der Kampfentwicklung. London, 3. Mai.( WTB.) Als bei Sizungsbeginn die Partei führer im Unterhaus erschienen, wurden sie von ihren Frat tionen mit lautem Beifall empfangen. Baldwin wurde von den Konservativen durch Aufstehen von den Sitzen und Beifallsrufe beLondon, 3. Mai. Reuter meldet, nach Gerüchten, die Solidarität der deutschen Bergarbeiter. in den Wandelgängen des Unterhauses umlaufen, follen die Die Durchführung des Brüsseler Beschlusses vorbereitet. Führer der Arbeiterpartei eine Formel zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten im Bergarbeiterkonflikt gefunden haben. Wie aus Kreifen der Arbeiterpartei verlautet, würde die Regierung, falls Macdonald einen Berständigungsschrift unternähme, geneigt sein, die Berhandlungen wieder aufzunehmen. In diesem Falle würde die Arbeiterpartei die Zurüdziehung der Generalstreikorder befürworten. London, 3. Mai.( WIB.) Um 9% Uhr begannen die Besprechungen der Minister mit den Führern der Gewerkschaften. Kampfmaßnahmen. Für die Beseitigung der Ueberstunden. Bochum, 3. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Das offizielle Organ des Deutschen Bergarbeiterverbandes, Die Bergarbeiter 3eitung", veröffentlicht einen Aufruf, in dem es heißt: ,, Betreu dem Brüffeler Beschluß, daß für den Fall eines Kampfes in England zunächst internationale Maßnahmen getroffen werden, um den Tranasport von Kohle nach Großbritannien zu verhindern, wird der Bergarbeiterverband alles tun, was in seiner Kraft steht, diesem Beschluß Rechnung zu tragen. Er hat sich zu diesem Zwecke mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund und mit den anderen für diese Frage in Betracht kommenden Berbänden in Verbindung gefeßt und wird mit diesen die zu treffenden Maßnahmen beraten. Inzwischen müssen aber auch die deutschen Bergarbeiter das Ihrige tun, um den englischen Kameraden zu helfen, besonders wenn das, was von ihnen verlangt wird, in ihrem eigenen Interesse liegt. Im Interesse der deutschen Bergleute liegt die Beseitigung der Ueberschichten, London, 3. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Generalftreit, der erste in der Geschichte Großbritanniens, wird in der Nacht vom Montag zum Dienstag höchstwahrscheinlich wirklichkeit werden. Die Regierung hat im Laufe des Montags bereits einen Aufruf an die Bevölkerung gerichtet, fich den Notorganisationen zur Verfügung zu stellen. In London wurden ebenfalls auf Anordnung der Regierung Zidilpersonen für den Sicherheitsdienst eingestellt. Sämtliche Urlauber in der Armee wurden zurüd- die gegenwärtig in großem Umfange gemacht werden, trotzdem wir der Armee wurden zurück in den letzten Monaten dreiviertel Millionen und mehr Feier gerufen und die Truppen haben Weifung erhalten, sich marfch- schichten und Haldenbestände von 7 bis 8 Millionen Tonnen im bereit zu halten. Der Poſt dienst ist eingeschränkt, Ruhrgebiet hatten. Kameraden, wehrt euch gegen jeden Versuch, Paket- und Drucksachenfendungen find völlig eingestellt. Insgesamt euch Ueberschichten aufzuzwingen. Bergrößert nicht die Arbeitsfollen zur Beförderung der Briefpoft und verderblicher Nah- losigkeit und die Feierschichten im eigenen Lande und zugleich die rungsmittel mehr als 100 Flugzeuge zur Verfügung gestellt Schwierigkeiten der englischen Kameraden. Wartet im übrigen das werden. Außerdem hat die Regierung einen umfangreichen Auto Ergebnis der Berhandlungen der zuständigen Organisationen ab! part mit der Zentrale in London eingerichtet, der ausschließlich weist die Einmischung Unberufener in diese Fragen zurück für den Nahrungsmitteltransport dienen soll. und laßt euch von feiner Seite zu unbesonnenen Schritten hinreißen!" Der Generalrat der Gewerkschaften hat an die Mitglieder die dringende Weifung herausgegeben, feinen Anordnungen, die die Regierung durch Rundfunk ergehen läßt, Folge zu leiften und lediglich die durch die Gewerkschaften übermittelten Weijungen zu befolgen. Die große Unterhausdebatte. Eindrucksvolle Rede von Thomas. Condon, 3. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag wurde der Schwerpunkt der Ereignisse in das Unterhaus verlegt. Als Baldwin fam, bereiteten ihm die kon Konfervativen eine stürmische Dvation. Das Entscheidende seiner Ausführungen war die Wiederholung der Feststellung, daß Die KPD. entwickelt aus Anlaß des englischen Bergarbeiterstreiks unter der Ruhrarbeiterschaft eine lebhafte Propaganda. 1. a. wird ein vom sogenannten Zentralfomitee der Internatio: nalen Arbeiterhilfe erlassener Aufruf, der zur Unterstützung der englischen Arbeiterschaft dienen soll, veröffentlicht. Der Aufruf ist jedoch ohne Wissen und gegen den Willen der eng lischen Bergarbeiterorganisation und der Bergarbeiter. Internationale erlassen. Der Bergarbeiterverband ersucht, die Sam= me I listen der JAH. zurüdzumeifen und den Unterstützungsaufruf der deutschen gewerkschaftlichen Epigenorganisationen ab. zumarten grüßt. mit antworteten Die Oppositionsparteien ironischem Lachen, das die Konservativen mit erneutem Beifall quittierten. Hierbei fiel von tonservativer Seite die Bemerkung: „ Wir wollen feine Sowjets in unserem Lande". Ministerpräsident Baldwin erklärte: Es war unmöglch, jemals eine unangefochtene Aufstellung der von den Bergarbeitern bezogenen Löhne zu erhalten, da man sich von feiner Seite über die Zahlen einigen fonnte. Es waren zwei zu starrfinnige unlenkbare Massen, deren Vormarsch bei den Berhandlungen unwiderstehlichen Kräften glichen, die ein völlig unbewegliches Objekt zum Ziel ihres Angriffs genommen haben. Die französische Ruhrbesetzung hat die Schwierigkeiten in der Kohlenwirtschaft verschleiert. Als der Anreiz, den die Folgen der Ruhrbesetzung gegeben hatten, wegfiel, und das Ruhrgebiet an die Arbeit ging, um die verlorene Zeit wieder einzuholen und dabei die Arbeitszeit erhöhte, da nahm die Kohlenproduktion der Welt zu und die Breise auf dem Weltmarkt begannen rasch zu stürzen. Es haben mit den Arbeitern über die Kohlenkrise Berhandfungen stattgefunden, bevor eine geradezu despotische Macht in die Hand eines fleinen Erefufivausschusses in London gelegt worden ist. Dies ist eine Um tehrung des demokratischen Prinzips. Die Führer der Arbeiterpartei greifen die Grund. rage jeder Regierung und sind nahe daran, den Bürgerkrieg zu erklären, den es schon seit Jahrhunderten nicht mehr gab. nicht die Löhne find in Gefahr, sondern die Freiheit unserer Becfassung. Nie wird die Regelung einer Frage in der Industrie gelingen, bevor nicht ein anderer Geist Einzug hält, und bevor nicht besonders in der Art der Erörterungen und der Festlegung der Löhne eine Aenderung eintritt. Beide Teile waren bis zum lehten Augenblid zu stolz, um zu einer für die Oeffentlichkeit günftigen Regelung zu gelangen. Im allgemeinen wurde von beiden Seiten mehr gefordert, als sie selbst zu erlangen erwarteten oder erwarten konnten. Berhandelt wurde eigentlich gar nicht. Jeder lehnte es ab, weniger anzunehmen, als er forderte, und legte sich selbst feft. Das führte dazu, daß die Verhandlungen auf einen toten Punkt gelangten. Grubenbefizer und Bergarbeiter hätten allein unabhängig von einer Intervention der Regierung irgend einen Weg, ihre Angelegenheit zu regeln, finden müssen, wie es bei allen anderen großen Industrien des Landes der Fall ist. Letzten Freitag war die Lage so, daß die Vertreter der Bergarbeiter feine sofortige Lohnverkürzung oder Arbeitsverlängerung in Erwägung ziehen wollten. Das bedeutet, daß die Kohlenwirtschaft ohne weiterzahlung der Subsidien nicht hätte in Gang gehalten werden können. Die Regierung konnte sich nicht darauf einlassen, auf unbestimmte Zeit den Bergarbeitern ihre Löhne und den Bergwerksbesitzern ihre Einnahmen auf Kosten der Steuerzahler weiterzuzahlen. Die Berhandlungen brachen Freitag abend zusammen. Am Sonnabend erklärte der Generalrat des Gewerkschaftstongresses seine Bereitwilligkeit, die Lage mit ihm zu besprechen; er lud daher seinen Ausschuß ein, ihn an diesem Abend Er tat das troß der Generalstreits. aufzusuchen. drohung, über die er für den Augenblick hinwegsah. So besorgt war er, sogar im letzten Moment einen Ausweg aus der faſt unlösbaren Lage zu finden. Er zolle den Bemühungen, die alle machten, um eine Lösung zu finden, seine Anerkennung. Sie versuchten schließlich vom Gewerkschaftsrat im Namen der Bergarbeiter die Zuficherung zu erhalten, daß, wenn eine neue Frist von vierzehn Tagen gestellt würde, eine Lösung auf der Grundfrage des Berichts der Kohlenfommission gefunden werden könne. Wenn die Regierung diese Zusicherung erhalten hätte, hätte sie noch weitere vierzehn Tage auf Verhandlungen verwandt. Die Aussprache wurde am Sonntag abend wieder aufgenommen und ein neuer Versuch wurde unternommen, um diese Buficherung zu erhalten. In der Zwischenzeit hätte er hören müssen, daß in Borwegnahme des Generalstreits offene Rechtsbrüche vorgekommen seien. Das waren Handlungen, die mit der Freiheit der Presse nicht in Einklang standen. Die Regierung fand es daraufhin unmöglich, die Berhandlungen weiterzuführen. Sie fühlte sich herausgefordert von einer Körperschaft, die nicht imstande war, dem Ungehorsam gegen ihre eigenen An nrbmmgMt Euch alt zu tun. Er gewann am Sonntag abeich die Ueberzeugung, daß der Generalrat der Gewerkschaften nicht cherr der Lage sei. und daß es für chn und die Negierung nicht dos. Rechte fei. die Verhandlungen fortzusetzen, wenn ihm nicht die b e- dittgungslose Zurückziehung der Generalstreiks- o r d e r zugesichert werde. Die Regierung Hot die Scrgwerksdefihcr veranlaßt, die Verhandlungen ohne vor- b e h a l l e und auf einer gemeinsamen Bast» für ganz England . zu führe». sie hat sie veranlaßt, einen garantierten VIlndestlohnfaß für ganz England in Vorschlag zu bringen, der um«in Geringes höhere Lohnsätze als das Abkommen von 1321 ergeben hätte. Jedoch Hot die Weigerung der Vergarbei- t e r. diesen Vorschlag in Erwägung zu ziehen. Verhandlungen auf dieser Vasis unmöglich gemacht. Nach der Streitdrohung am Sonn» abend Hot die Regierung angeboten, daß die Kündigungen von Bergarbeitern vorläufig nicht in Kraft treten sollten. und daß die Zahlung der Regierungsbeihilfe noch wei- tere zwei Wochen fortgesetzt werden sollte, vorausgesetzt. daß der Generolrot der Gewerkschaften zusichern zu können glaub«. daß eine Einigung auf Grund des Berichtes der Kohlcnkommifsion orreicht werden könne. Es gibt heute in England kaum ein frohes Herz. Es sind nicht die Löhne, die in Gefahr sind, sondern die Freiheit der Verfassung. Er habe jedes Vertrauen auf den Charakter des Volkes, daß es durch dieses Wirrfal durchkommen würde. Er habe zwei Jahre long mit äußerster Anstrengung auf die Lösung der Krise hin- gearbeitet, und wenn im Augenblick auch alles zerstört scheine, so zerstöre da» weder meinen Glauben noch meinen Mut. Ich werde die Trümmer zusammenlesen und von neuem anfangen. Den Samen, den ich zwei Jahre hindurch in dos cherz der Menschen zu säen suchte, faßt im Lande Wurzel und in dieser Rnchtung ollein «erden wir nach vielem Leid durch das tiefe Wasser kommen zu dem besseren Lande, auf das wir hoffen,(stürmischer, lang- anhaltender Beifall.) Voldwin legte eine Botschaft des Königs vor, in welcher der Stand der Krise im Kohlenbergbau dargelegt wird; er beantragte, an den König eine Ergeben Heils- o d r e s s e zu richten, in welcher der Dank für die Botschaft ausgesprochen werde. Der Antrag Baldwins wurde mit SM gegen 108 Stimmen angenommen. Da Macdonald zu krank war, um für die Arbeiterpartei zu sprechen, antwortete der Führer der Eisenbahner Thomas zuerst. Er griff die Regierung an, weil sie Propaganda mit der voreiligen Ankündigung von Rolslandsmaßnahmen getrieben und unzeitig Anschläge herausgegeben habe. Was man auch über die beiden Seiten der Angelegenheit sagen könne, so fühlen doch all« Arbeiter, daß sie nichts verlangen, als was Vernunft und Gerechtigkeit forderten. Die Gewerkschaften hätten das Gefühl, daß sie ihre Pflicht täten, wenn sie die Bergarbeiter in ihren Forderungen unterstützten. Trotz allen Geredes glaube er nicht an eine Revolution.»Ich bin überzeugt, daß. wenn heute eine Abstimmung stattfindet über die Frage, wer«ine Revolution will, nicht zwei vom Hundert der Bevölketüng diese Frag« mit Ja teantworirfti werden.''Es"geht heute um etwas anderes, und wenn zum Schluß eine Revolution di« Folge sein würde, so wäre das nicht Kchnld derjenigen, die au» brüderlichem und menschlichem Gefühl heraus Ihre Pflicht zu erfülle» glauben, wenn sie zu letzten INittela greifen. Air wollen aber trotzdem auch in dieser Stunde den Kopf nicht verlieren. Wir werden in jedem Fall« unsere Mitarbeit nicht versagen, wenn es heißt, die Krise zu vermeiden, oder die folgen der Krise, follie e» zum Streik komme«. erlröglich zu machen. Tempelhofer Zelö. Von Lucia». Wenn die Menschen abgestumpft worden sind durch die langen Nöte und Unbilden des Winters, keine Hoffnung mehr hegen, an keine Glückseligkeit mehr glauben, so genügt ein leises Sprießen.aus grünen Knospen, um guf ihre verbitterten Mienen wieder ein Lächeln der Zuversicht zu zaubern. In den unsichtbaren Diesen der Natur regt es sich zu neuem Leben, und auch der Gleichgültigste und Hoffnungsloseste fühlt, daß wieder«ine neue Zukunft aus dem Erdenschoß emporsteigt. Es bedarf nicht der Zeitlupe und sonstiger Errungenschaften der Kinotechnik, um jenes ewig neue Blätter- wunder dem staunenden Auge vorzuführen. Da» Rind freut sich bereit» an der Blume, das junge Mädchen, das einen Fliederzweig abpflückt und an ihrem Kleid befestigt, ist von einer Art religiöser Andacht vor der Natur erfüllt. Nie ist der Mensch so mit dem un- bekannten schaffenden Geist verbunden wie im Mai. Zu keiner Jahreszeit wirkt das Alte und Ueberlebte gespenstischer ol» im Frühling. Hier, wo sich alles verjüngt, wo die Legende vom .Stillstand immer wieder durch überwältigende Schönheit widerlegt ivird, erstarrt die Vergangenheit zu grauenerregender Grimasse. Begib dich dorthin, wo di« Gespenster des Gewesenen ihre höchsten Triumphe feierten. Ueber dem Tempelhofer Feld ziehen di« weißen Lämmerwölkchen im Sonnenglanz. Schließe die Augen und ver- gegenwärtig« dir im Geist di« Vergangenheit. Frühjahreparade. Hunderttausende warten in Staub und Hitze, um den Aufmarsch der Uniformen zu genießen. Ein unnützes Gepränge phantastischer Maskenkostüm». Die Musik dröhnt. Der Pauker, der vor den Kürassieren«Inherreitet, ist ein Monstrum von annähernd drei Zent- nern. Auch ein Neger aus Kamerun ist unter den Musikern. Immer neue Uniformen, goldgestickt, altertümlich, kostbar. Di« Menge staunt immer wieder über die von ihr gezahlte Theaterpracht. Prinzen und Prinzessinnen fahren in Prachttaleschen, mit begeisterten Zu- rufen begrüßt. Die an den Lanzen der Ulanen befestigten Fähnchen flattern im Wind. Und dann kommt Cr, auf hohem Roß. den kurzen Arm geschickt verbergend, mit dem Blick des Zerschmetterers und dem nervösen Ausdruck de» Psychopathen. Di, Menge rast vor Begeisterung. Er wird uns herrlichen Zeiten entgegen führen. sein« Prachthusaren mit den Goldschabracken werden di« Feinde unter Trompetengeschmetter zu Paaren treiben. Ein Rausch von Mochtgesühl und Goldgier erfaßt die erregte Meng«. Immer neu« Musik, immer neue Betäubung mittels Tönen, Farben, Pferde. gewieher und Stallgerüchen. Der Schnurrbart des Imperator» ilt Hpchgesträubt wie die auf ihn gesetzt« Hoffnung seine» Volke». Sein Feldhsrrnauge träumt von im Krieg errafften Millionen und Milliarden. Di« Gespenster haben das Feld verlassen. Müde, von der Arheit abgehetzt« Menschen gehen über die staubigen Weg«, und wo sie einen grünen Zweig oder gar eine Blume erblicken, lächeln jie Dersemge muß blind, unzurechimngsfSHig und«m Narr sein. der nicht steht, daß die der Sohlenkrise zugrunde liegende»«irkschafikichea(fragen bleiben werden, gleichgüllig, welchen Ausgang der Streit aimml. Der Arbeiterpartei ist kein anderer Weg geblieben als der des Streiks. Diejenigen, die geneigt sind, eine derartige Lage zu begrüßen. sind eine unbedeutend« Minderheit. Sie hotten mit dieser Angelegenheit nichts zu tun. sie sind nicht um Rat ge- fragt worden, und man kann sie ignorieren. Roch gibt es einen Ausweg aus den Schwierigketten. Lloyd George als nächster Redner nannte di« Negierungspolitik in der Kohlenknse ebenfalls eine vollkommen falsch« und erklärte, die Verhandlungen hätten auf jeden Fall weitergeführt werden müssen. Di« Geltendmachung der gewerkschafllichen Macht- willel sei noch keine Bedrohung der Verfassung. Der Konservative Sir Robert Hörne wandte sich darauf in scharfen Worten gegen di« Generalstreik- drohung der Gewerkschaften. Er nannte es eine Ironie des Schick- fals, wenn heute der englische Bürger sein tägliches Brot nicht be- komme, weil er Bürger des freieften Landes der Erde fei. sondern dieses Brot der Gnade der Gewerkschaften verdanken müsse. Komme es zum Generalstreik, dann solle man in ihn nicht mtt heißem, sondern mit kühlem Kopfe hineingehen. Nach Horn« sprach Finanzminister Churchill über die Unmöglichkeit, die S u b s i d i e n an di« Kohlenindustrie weiter zu zahlen. Churchill wurde von der Regierungspartei immer wieder stürmisch begrüßt und von' der Opposition immer von neuem unterbrochen: Außer der Forderung für die Fortdauer der Subventionen ist der andere kontrollierende Faktor der Lage die furchtbare, dauernde und zerstörende Drohung eine, General. slrclks. um das Parlameul zu zwingen, etwas zu hin, na» es sonst nicht tun würde. Im Interesse des gesamten Lande» ist di« Regierung gezwungen. der Loge unbeirrt, mit fester Hand und entschlosien bis zum Ende gsgenüberzutreten und ihr« Pflicht zu tun. Kein« Tür ist geschlossen. Ver Gewerkschaftskongreß braucht nur die Herausforderung de» Generalstreiks zurückzuziehen, die Regierung würde dann unoerzüg- lich mit äußerster Geduld die mühselige Aufgabe der letzten Woche wieder ausnehmen. Trotz des starken Widerspruchs bei der Opposition, die zahlreiche Stellen der Rede Churchills entfachten, ist bemerkenswert, daß am Schluß der Rede Churchills Thomas sich erhob, um den Premiermiuistcr zu fragen, ob Churchill« Er- klärung bedeute, daß, weun die Geueralstreikankündiguug zurück- gezogen würde, die Regierung dafür sorgen werde, daß die Kündigungen der Grubenbesitzer zurückgezogen werden. Thomas fügte hinzu, er erwarte keine sofortig« Antwort. Beginn deS EisenbaHnerstreikS um Mitternacht. London. Z. Wal.(25123.) Die Eisenbahnergemertfchast ordnet« on. daß um Mitlernacht der gesamte Aug- acrkehr einzustellen ist. vi« Ordnung sei vollständig ausrecht zu erhalten.>~•......-r.,-. v<. Die Warnung vor Angstkäufen. London. Z. Mai.(DTB.) In einer amtlichen Bekanntmachung wird dos Publikum ersucht, die Bemühungen um die Sicherung einer gerechten Verteilung der Lebensmittel dadurch zu unterflützen. daß der Eiakaus von ungewöhnlich großen Mengen unterlassen wird. Ebenso werden die Kleinhändler um ihr« Mitwirkung bei der Sicherung einer gleichmäßigen Verteilung der Lebensmittel ersucht. für eine Sekunde. Aus dem ärmlichsten Deidenstumpf erraten sie das Geheimnis, daß dos Leben sich ewig verjüngt. Soll die Kessel- pauke des riesenhaften Kürassiers wiederum die Vernunft übertönen? Soll da, Volk noch mehr darben, damit ein schwatzhafter Monarch noch mehr prasien kann? Sollen sich die Spargroschen des Ar- beiter» wieder in lächerliche Goldtressen und Maskenabzeichen ver- wandeln? Sollen Prinzessinnen huldvollst ihre vom Volk be- .zahlten Pariser Frühzahrstoiletten zur Paradeschau darbieten? Sollen mit deutschem Geld ausgehaltcne Mätresien auslänbischer Prinzen wieder verächtlich vom Wogenkissen auf da, Volk blicken? Vorbei. Vorbei. Ueber da» Tempelhofer Feld zieht ein Flugzeug. Bielleicht war es vor wenigen Stunden über Oesterreich, vielleicht wird e» m wenigen Stunden über Skandinavien pder Polen sein. Di« Grenzen sind unsichtbar geworden, die Wett ist die Heimat aller. Noch führen, wenn es dunkel geworden'fft. di« Gespenster in Deutschland ihren fratzenhaften Reigen auf mit goldgestickten Uniformen, mtt Orden und Medaillen. Noch krächzen die Naben aus den Kirchhvfmauern Zuchthausurteile für Landesverrat. Aber wenn di« Sonn« aufgeht und der Flieder seine blühenden Arme reckt, fft der Spuk verslogen und der Mai verkündet, daß di« Menschheit zum Licht aufwart» schreitet. Die englischen Damen und der Generalstreik. Di« erste Seit« der „Woche" vom 1. Mai bringt ein« Abbildung, auf der hoch zu Rosse sitzende Damen der englischen Gesellschaft einen Demonstrationszug gegen den Streik begleiten. Trotz allem droht inzwischen doch der Eeneralstveik in ganz England auszubrechen. Bei Betrachtung des Bildes verblassen die hübschen Gesichter. denn die Gesinnung der Damen steht im krassen Widerspruch zu ihrer Schönheit. Wer London kennt, weiß auch von feinem Elend zu erzählen. Oskar Wild« hat da» Ostviertel mit Recht ol»„Die Blattern Londons" bezeichnet. Im letzten Sommer sah ich tausende von Menschen di«„Hunnenb rücke" belagern, so genannt, wett dort di« deutschen Dampfer ihre Ladung löschen, mn sich jede nur bietend« Lerdienstmöglichkei nicht entgehen zu lassen. Di« Arbettslosigkett nimmt in England seit Iahren trotz oller Maßnahmen der Re- gierung, dem herrschenden Elend abzuhelfen, tauin ab. An der bc. rühmten St.-Paul»kttche sah ich ein« Frau mit einem von Syphilis- gsschwüren zerfressenen Gesicht betteln, während einige Schritt« weiter in den seinen Gaststätten de« Strand, und der Northum berland- Avenue nach letzter Poriser Mode gekleidete Damen zum..Fünf» Uhr-Tee" tanzten. Die Welt bleibt in dieser Beziehung überall di« gleich«, doch hätten sich di« Ladys, welch« in französischen und englischen Bilder- galerien zu allen Erklärungen de» Führers so wunderbar„Ob yts, vtry vice inäe-ä" sagen, überlegen sollen, wie Menschen, die zu streiken gewillt sind, zumute sein muß. Ich möchte nicht di« Wort« aus holdem Frouenmund hören, wenn das edle Roh nach der Heimkehr vom Hydepark nicht sobald mit der nötigen Auftnerffamkett bedacht wird. Viele Menschen, deren karger Verdienst zum notwendigsten Lebensunterhalt nicht ausreicht, möchten oft gern einer Lrchy Pscrd sein. Da» hungrige Tier schartt die britisches Hetverkschastrn zum Sergbauproblem- Der Generolrot der englischen Gewerkschaften hat dem eng- tischen Ministerpräsidenten am Frcttag'in eingehender Form noch«" mals seine Stellungnahme zn der Lage im Bergbau übermrttctt- Ihr« Kenntnis fft zur Beurteilung des inzwischen zur Tatsache ge- wordenen Konfliktes äußerst wichtig, so daß es angebracht ist. die Ausfassung der Gewerkschaften in kurzen Zügen wiederzugeben. Der Generolrot der brttischen Gewerkschaften äußert sich iit seinen Darlegungen zu den Organisalionsvorschlägen der Sohlen- tommisston lm großen und ganzen günstig. Er weist auf dt« ver« derblich« internationale Wirkung der Kohlensubsidien hin, die z. B. dazu führten, daß im deutschen Ruhrgcbiet 66 000 Bergarbetter arbeitslos wurden und andere auf Kurzarbett gesetzt wurden.»Dabei hat der englische Kohlenexport im Vergleich zu 1326 unter der Wirkung der Subssdien um 88 000 Tonnen zu- genommen, während der Ausfuhrwert um nicht weniger als SS Willionen sank. Das Ergebnis der Suhfidien war also nur di« Bermögensoerringcmng der beiden Völker und die Weil- bewerbsfähigkeit dritter Länder durch die Herabsetzung der Kohlen- preise zu stärken." In der Stellungnahme der britischen Gewerkschaften heißt es wetter:„Zur Heilung der englischen Bergbaukrise ist es notwendig, daß die Regierung sich genaue Zahle» über die Erlragsfähigkeli der einzelnes Kohlengruben verschafft. Die Kohlengruben sollten auf Grund dieser Statistik in drei Gruppen eingeteilt werden:») erjragsfähig«, di« imstande wären, die gegenwärtigen Löhn« zu zahlen: d) nicht« r- tragsfähige, die die heutigen Löhne zahlen können, wenn sie reorganisiert werden: c) nicht e r t ra g s s ä h i g e. die aus natürlichen Gründen nicht imstande sind, die heutigen Löhne wetterzuzahlen. Für jede einzeln« Grub« muß die Zahl der Ar- bettenden und die Förderung mit Angabe des Verkaufs im In- lande und im Auslande festgestellt und für Gruppe b dos zur Re- organisotion notwendige Kapital angegeben werden. Dieses Ver- fahren ermögllcht, sich ein Urteil über di« Kosten der Reorgonisatian zu bilden. Ferner sollten gemeinsame Verkaufsstellen ein- gerichtet werden und die Gemeinden das Recht erhalten, Kohden im Kleinoerkauf abzusetzen, wo» den Preis an der Grube erhöhen könne, ohne den jfteinverkoufspreis zu steigern. Es müssen Kam- Missionen eingesetzt werden, die das Recht haben. Kohlen- gruben zusammenzulegen. Diese Kommissionen müssen Zwangsbefugnisse haben. Diese Zwongsbesugnisse sind erst anzu- wenden, wenn eine gewisse Zctt für freiwillige Zusammenschlüsse verstrichen fft. Um die Arbeitslosigkeit der Bergarbeiter zu bekämpfen. sollen die Bergarbeiter r e g i st r i e r t, die Anwerbungen von Berg- arbettern untersagt und kein« neuen Arbettsträst« über 18 Jahre eingestellt werden, bis die arbeitslosen Bergarbeiter Ar- bett gefunden haben. Auch bei der Reorganisation des Bergbaues wird eine Anzahl Gruben völlig unwirtschaftlich bleiben. Diese Gruben müssen geschlossen werden. Die dadurch stellungslos ge- wordenen Arbeiter müssen mit Regierungshilfs auf andere Ar- beiteplätze omgefiedell werden: die Arbeiter, für die eine andere Arbettsstätte nicht zu finden ist, müssen dauernd unterstützt werden. Der Gewerkschaftskongreß ist bereit, olle Bemühungen für die schleunige Herst« 11 ttrrg vttn Wohnungen für die nm- gefiedweh Bergarbeiter zu unterstützen.'- ; Di« Leitung des Bergarbeiterperbandes erklärt sich nach wie vor willig, oll« Borschläge der Regierung oder der Bergwerks- besitzer zu prüfen, die eine schnell« und wirksame Reor. ganisation des Bergbaues bezwecken." vestsch-rufsische Eisenbahularifverbandskonserenz. In Moskqu trat eine deuisch-russische Eilenbahntarifoerbandskanferenz zusammen. Wie mitgeteitt wird, hoben sich zur Teilnahme an den Verhandlungen der hiesige Reichsbahndirektionsprüsidcnt Müller und der Reichs- bahnrat Dr. Holtz nach Moskau begeben. mtt den Hufeit ungeduldig, fein Verlangen nach.Hafer auszudrücken. Nach Auffassung der Ladys dürfen Pferde scharren und wiehern. well ja der Futtcrmeister alsbald zur Erfüllung aller Wünsche zur Stell« fft. Bei den Arbeitern jedoch verstehen die englischen Damen den Streik— als den Ausdruck ihres höchsten Unwillens gegen Hunger und menschenunwürdige Lebensbedingungen nicht. Es sind eben nur Menschen und keine Rosse. A. Z. „Die Braut und da» scharlachrote Tier." Die jüngste Neuheit des„Intimen Theaters" erinnert zumeist nur im Titel än die sonst in dem Haust übliche Kost. Kurt Frieberger, dessen BiograftHi« uns im Theaterheft freigebig mitgeteilt wird, hat die Gestaltung eine» Problems vorgeschwebt. Da» junge Mädchen, da» vor der Bramnacht die Vergangenheit ihres künftigen Gatten er- forschen will, vor dem scharlachrolen Tier(der Sinnlichkeil) zurück- schreckt, scheint so etwas wie den Kampf um die erotffche Gleich- berechngung der Geschlechter führen zu wollen. Denn alz e» am anderen Morgen m der enfamen Jagdhütte von dem Jagd- und Liebesgeföhrten ihres Mannes, dem Jäger Teufel, einer Verkörperung des bloßen Trieblebens, erfährt, daß sie viele Vorgängerinnen in eben diesem Haust gehabt hat, will sie sich mtt dem Jäger rächen. Aber e» bleibt bei dem Vorhaben: prompt wird die Handlung umgebogen: der Mann erobert sie durch sein hohes Lied auf die eheliche Liebc (im Gegensatz zum scharlachroten Tier) zurück. Das Problem wird leider nicht herausgearbeitet, sondern geht in einem ausgeklügelten Fall und in einer popiernen Sprache unter. Di« Darstellung unter- strich noch die Schwächen. Nur der wild« Jäger war von Fleisch und Bein, Franz Pollandt gab einen wirtlich rassigen Kerl. Herr Frieberger, der einen Wiener Roimundprei» erhalten hat. wäre besser mtt einem anderen Werk« zu Wort« gekommen.— r. Bühne der Berliner Filmkuustsreunde nennt sich ein neues filmkulturunternehmen, dos am Sonnabend im Usa-Theoter am ursürstendamm aus der Taufe gehoben wurde. Dr. Krieger von der Kullurabtellung der' Ufa widmete dem neuen Unternehmen einige ermunternde Worte und gedachte dabei mit Dank und�Äner- kennung der Förderung de» Kulturfilms durch Männer wie Staats- sttretär Heinrich Schulz, die Bürgermeister Ackermann und Acker- knecht und die Professoren Pallat und Lampe. Die neu« Lichtbild- bühne will Spieliilm« mtt belehrender kultureller Richtung und Kulturfilme unterhaltender Art pflegen und dabei auch aus die berett» vorhandenen Filme, die leider zu schnell den Äugen ent- schwinden, zurückgreifen. Man hofft, dadurch dem Fllm neue Kreis« zu gewinnen, die ihm noch immer ablehnend oder gar feindlich gegenüberstehen. Hierauf wurde gewissermaßen zur Bekräftigüng des Gesagten und Versprochenen der Film Zur Chronik von Grieshuu» gegeben, wobei man merkwüwigerweis« vollkommen vergessen hatte, im Programm auch nur einmal zu erwähnen, daß dem Film die gleichnamig« Novelle Theodor Etorms zugrunde liegt und daß Thea von Harbou eben nur di« Bearbeitsrin ist. Der Film vermittelt bekanntlich, abgesehen von dem schwer tragischen Inhalt, eine Reihe prächtiger Heidevilder und das sehr anschaulich gemachte Leben und Treiben in einer Burg des Miiteloller?. Der 7. volksbühncvlag. der von Magdeburg verlegt werden mußte, findet nun definitiv vom 24. bis 27. Juni in Hamburg statt, \ Zalsche Rechnung. Gozialverficherung und Lohnniveau. Das Wirtschaftsprogramm des Reichsverbandes der dsulschen Industrie gab das n e u e S t i ch w o r t für den Unternehmerkampf gegen die Sozialoersicherung aus. Mit den falschen Zahlen über die unerträgliche Be- lostung der Wirtschaft durch die Sozialversicherung war nichts mehr zu machen. Generaldirektor Piatfchek Halle für das Lahr 1924 eine Belastung von 4,3 Milliarden Mark errechnet. Mir dieser Legende hatte die Denkschrift des Reichsarbeits» Ministeriums gründlich aufgeräumt. Sie wies nach, daß die Ausgaben für die gesamte Sozialoersicherung, also Kranken- Versicherung, Invalidenversicherung. Unfallversicherung. Knappschaftsversicherung und Angestelltenverficherung mit Einschluß der Erwerbslosenfürsorge nicht einmal die thälfte der von Piatfchek errechneten Summe ausmachten. Mit dem Brustton des Fachmannes Halle Piatschek erklärt, daß 2,6 Milliarden Mark für die Wirtschaft tragbar seien: die tatsächlichen Ausgaben mit Einschluß der Erwerbslosen» fursorge blieben um 6l)lZ bis 700 Millionen hinter dieser »umme zurück. Nach diesem fürchterlichen Reinsall verzickteten die Unter- nehmer nun keineswegs darauf, sich noch weiterhin als Rechenkünsller aufzuspielen. Sie wurden bei ihren Rechnun- gen für 1925 nur etwas vorsichtiger. Um so nach- drücklicher wurde das neue Stichwort aus der Denkschrift des Reichsoerbandes der deutschen Industrie aufgegriffen, wonach die Aufrechterhaltung einer weitgehenden sozialen Fürsorge nur möglich ist. wenn die Beiträge sich der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Wirtschaft anpassen und wenn die Leistungen an die Empfänger sich in solchen Grenzen halten. daß die Empfindung der eigenen Verantwortung des einzel» nen für sich und seine Familie nicht zerstört wird. Unter diesen grundlegenden Voraussetzungen ist der Reichsverband der deutschen Industrie für eine wirksame soziale Fürsorge. Eine solche Erklärung mutet wie ein schlechter Witz an, reicht sie doch nicht einmal an die Weishell Onkel Bräsigs Heran, daß die Armut von der PovertS herkomme. Die letzte ordentliche Mitgliederversammlung der Per» 'cinigung der deutschen Arbeitgeberverbände war wieder ein- mal eine Kampsansage an die Sozialpolitik. Nur die Arbeitgeberverbände, und hier wieder in erster Linie die Vereinigung, sind in der Lage, den von gewerkschaftlicher Seite auf dem Gebiete der Arbeitszeit, des Arbeitslohnes und der Sozialpolitik ohne Unterlaß erhobenen Forderungen mit der nöllgen Energie und Entschlossenheit entgegenzutreten. Also orakelt der Vorsitzende der Arbeitgebervereimgung, Herr v. Borsig. Ablehnen um jeden Preis ist feine Pa- role, selbst wenn die Vereinigung zu sozialpolllischen Forde- rungen der ArbeiMehmerseite«mmol mit gutem Gewisien „Ja" sagen kann. Denn selbst in diesen Fällen muß sich die Arbellgebervereinigung überlegen, ob sie nicht aus taktischen Gründen„Nein" sagen soll, weil jedes freiwillige Zugeständnis Ausgangspunkt...weitergehender Forderungen gemacht wird. So erstaunlich diese Weisheit ist, man muß für die vielleicht ungewollte Offenheit"dankbar sein. Wer sich aus taktischen Gründen für oerpflichtet hall, auch nach seiner Auf- fasiung berechtigte Forderungen abzulehnen, der kann ernst- lich doch nicht in Anspruch nehme», daß seinen Argumenten fachliche Bedeutung zukommt. Durch das Eingeständnis o. Borsigs find diese Argument« gleichzeitig als taktisch« Ma- növer enthüllt. In seinem Geschäftsbericht erklärte Dr. Tänzler es als Aufgabe der Arbeitgebervereinigung, die Grenze des Mög- lichen hinsichllich der Sozialpolitik und der sozialen Leistungen abzustecken. Und bekümmert stellt er fest, daß auf dem Ge- biete der sozialen Abgaben statt der durch die wirtschaftlichen Grundlagen gebotenen Verminderungen gerade 1925 auf großen Gebieten, besonders der Sozialversicherung. Mehr- belastungen von ganz erheblichem Ausmaße erfolgt sind. Aber Dr. Tänzler weiß die Unternehmer zu trösten. Der Ausgleich muß durch Lohnabbau gefunden werden. Selbstbewußt verkündet er deshalb,„daß für die nächste Zeit die Wirtschaft um Lohnkürzungen nicht herumkommen wird, die teilweise vorbereitet und in Angriff genommen sind". Aus diesen Worten klingt die ganze freche Anmaßung des deutschen Unternehmertums, das sich als Repräsentant der sogenannten„Wirtschaft" fühlt. Zum Lohnabbau soll dann noch der Abbau der Sozialversicherung kommen. Dieser Spezialkampf gegen die Sozialversicherung wird mit dem schwersten Geschütz in der Zeuschnä der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberoerbände„2)er Arbeitgeber" fortgeführt. Nach Auffassung der Unternehmer stand das Jahr 1925 im Zeichen eines über alle wirtschaftlichen Grundlagen hinaus- gehenden Ausbaues der Sozialversicherung. Auch diese Kritik zeigt wieder einmal, daß die Unter- nehmer den Sinn der Sozialversicherung noch gar nicht begriffen haben. So selbstverständlich es für jeden Unternehmer ist, daß mit den Fabrikanlagen, Ma- schinen, Werkzeugen und Rohstoffen, kurz mit all dem. was für ihn der Inbegriff der Wirtschast ist, pfleglich um- gegangen wird, so wenig soll dieser selbstverständliche Grund- satz gelten, wenn es sich um den wichtigsten Pro- duktionsfaktor, die Arbeitskraft, handelt. Und doch hängt das Gedeihen und der Aufftieg jeder Wirtschaft von der pfleglichen Behandlung der Arbeitskraft und der EM- Wicklung aller Fähigkeiten menschlichen Könnens ab. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe obliegt gerade der So- zialversicherung eine wichtige Funktion. Sie soll die Arbeits- kraft in allen Wechselfällen des Lebens leistungsfähig er- halten und die gefährdete Leistungsfähigkeit wieder herstellen. Für die Fälle der Arbeitsunfähigkeit und des Alters soll sie Vorsorge treffen. Es liegt auf der Hand, daß in diesem System organisierter Selbsthilfe der höchste Grad der Wirt- schaftlichkeit und Leistungsfähigkeit liegt, während die von den Unternehmern jetzt wieder in den Vordergrund gestellte individuelle Selbsthilfe das Gegenteil bedeutet. Den Unternehmern ist jedoch ernsthaft gar nicht um die individuelle Selbsthilfe zu tun. Das würde ja. zu Ende gedacht, erfordern, die Löhne und Gehälter zu erhöhen, damit individuelle Vor- sorge überhaupt möglich wird. In der Unternehmerforderung nach Abbau der Löhne und der Sozialversicherung e�hüllt sich die ganz« Verantwortungslosigkeit des deutschen Unternehmertums. Sieht man sich das gegenwärtig« System der deutschen Sozialversicherung an, so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß durch eine Vereinheitlichung erhebliche E in- fparungen zugunsten des Ausbaues der Leistungsfähig- keit gemacht werden könnten. Ja diesen Tagen haben drei aneickannle Fachmanns? auf dem Tebteie ber Sozsalversichs' rung, Regierungsrat I. Eckert und Oberregierungsrat K. Hartmann unter Mitwirkung von Dr. O. Paul im Berlage von Reimar Hobbing ein Handbuch der Reichsver- sicherung erscheinen lassen, das den dankenswerten Versuch unternimmt, durch das Labyrinth aller Zweige der Sozial- Versicherung zu führen. Von dem zu bewältigenden unge- heuren Stoff zeugen die 600 Seiten des Buches. Kommt darin aber nicht gleichzeitig der ganze Widersinn des gegen- wärtigen Syftelns mit feinem ungeheuren Aufwand von Ver- waltungskosten und dem Gegen- und Durcheinander der Ver- sicherungsbehörden bei den zahllosen und subtilen Versichc- rungsfällen zum Ausdruck? Und das alles spielt sich doch schließlich auf Kosten der Versicherten ab. Hier könnte durch jenes einheilliche Versicherungswesen, wie es der Artikel 161 der Reichsverfasiung verspricht, wirklich gespart werden. Von solchen Einsparungen wollen jedoch die Unternehmer nichts wissen. Die Beiträge für die Sozialoersicherung sind ö f f e n t- lich-rechtlicher Lohnsparzwang. Will man sich Klarheit verschaffen über die Bedeutung der Beiträge für die Sozialoersicherung, so muß man sie in Verbindung bringen mit dem Lohnniveau. Im Februar-Hest der„Gesellschaft" hat Wladimir Woytinski den Nachweis geführt, daß der Durchschnittsreallohn in Deutschland hinter anderen europSi- schen Staaten, wie Großbritannien. Dänemark, Holland, Norwegen, Schweden, erheblich zurückbleibt. Wenn die Unternehmer glauben, daß der Zeitpunkt ge- kommen sei. die Löhn« abzubauen, so wird sich auch diese Rechnung als falsch erweisen. Durch Stärkung ihrer poli- tischen, gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Organisation werden die deutschen Arbeitnehmer den von den Unternehmern angekündigten Kämpfen gewachsen sein. Gesanüter Maximilian Pfeiffer gestorben. Ein Verlust für das Zentrum. München. Z. Mal.(HJIB.) Der denkfche Gesandte In Wien. Dr. Maximilian Pfeiffer, ist heule abend«m 9 Ahr an herzlähmung gestorben. * Maximilian Pfeiffer ist nur 50 Jahre alt geworden. Er wurde am 21. Dezember 1875 zu Rheinzabern(Pfalz) ge- boren, studierte klassische Philologie und trat dann in die Bi- bliothekarslaufbahn ein. Er war Bibliothekar zunächst in Bam- berg, dann in München. Nach der Revolution schied er aus dem Staatsdienst aus. In Bamberg begann er sich politisch zu betätigen. Im Jahre 1907 wurde er für das Zentrum als Reichstagsabge- ordneter für Kronach-Lichtenfels gewählt. Cr gehörte dem Reichstag von 1907 bis 1918 an, der Nationalversammlung und dem Reichstag von 1920 bis 1924. Als zweiter Vorsitzender der Deutschen Gruppe der Jnter- parlamentarischen Union war er lebhast für die Union lite- rarifch tätig. Er begründete und führte das Generalsekre- tariat der deutschen Zentrumsoartei vom November 1918 bis Februar 1920 und gehörte dem Reichsausschuß des Zen- trums an. Anfang 1922 wurde Dr. Pfeiffer zum deutschen Gesandten in Wien ernannt. Bald danach veröffentlichte die„Neue Freie Presse" in Wim ein« Unterredung mit Dr. Pfeiffer, in der er erklärte:„Ich betrachte den Anschluß Deütschösterreichs an Deutschland selbstverständlich im Rohmen der für den Augenblick geltenden Bestimmungen als hauptsächliche Vor- belnngung für den Wiederaufbau Mitteleuropas, wobei ich allerdmgs der Meinung bin, daß das zeitliche Ausmaß der Durchführung des Anschlusses ganz von Oesterreich bestimmt werden muß. Eine Aufklärungsarbeit, die sich in der Richtung bewegt, die Welt von der inneren Notwendigkeit des Anschlusses zu überzeugen, sehe ich als einen Hauptteil der Ausgab« an. die mich in Wien erwartet." Vor einigen Wochen gingen Nachrichten von einer ernsten Erkrankung Pfeiffers durch die Presse, die er dementieren ließ. Pfeiffer hatte in ssiner politischen Tätigkeit viel« Freund«, und wohl nur sehr wenige Feinde. Sein pfälzischer Humor hat ihn manchmal die Lösung schwieriger Situationen finden lassen. Als Parlamentarier war er ein gern gehörter Redner, seine oft kunstvollen Reden fanden immer aufmerksame Zu- Hörer. Di« Zentrumspartei verliert in ihm einen führenden Politiker und einen guten Freund. Jürstenentwurf üer Regierung. Wiederholung einer Unzulänglichkeit. Die Reichsregierung hat dem Reichsrat am Montag den an- gekündigten Gesetzentwurf zur Fürstenabfindung vorgelegt. Dieser Entwurf stellt keine eigene Arbeit der Regierung dar. sondern ist nicht» andere» als das letzt« bürgerliche Absin- dungskompromiß, wie es im Recht»ousschufj zuletzt zur Debatte stand. Die einzige Aenderung besteht darin, daß die Regierung die von dem Rcchtsaüsschufj noch nicht angenommenen demokrati- schen Antröge und solche vom Zerrtrum in den Entwurf berücksichtigt hat. Dagegen ist der demokratisch« Abänderungsontrag und der Abänderungsvorschlag de» Zentrums nicht berücksichtigt worden. Die Regierung hofft, daß der Reichsrat den Abänderungsentwurf nicht nur mit Zweidrittelmehrheit, sondern sogar e i n st I m m i g verabschiedet. Bayern soll sich bereits zustimmend geäußert haben, und mit den zwei anderen Rechtsregierungen, deren Zu- stimmung vorläufig nicht zu erwarten ist. steht das Kabinett noch, in Verhandlungen. Der Reichsrat wird sich voraussichtlich im Mittwoch mit dem Entwurf befassen und ihn dann einer Kommission über- weisen, um ihn noch Ende der Woche zu verabschieden. Putschisten-Maifeier. Immer wieder Beteiligung von Reichswehrofstzieren. Die Rechtsputschisten halten ihre Zeit wieder für gekommen. Im Zeichen ihrer Putschvorbereitungcn stand eine„Maifeier", di« die Herrschosten in den Aütohollen am Kaiserdamm abhielten. Herr Dr. Stadler hielt di« Festred«. Nach einem Bericht der„SZossilchen Zpitung" haben an dieser sogenannten„Mqifeier" Reichswehr- offiziere teilgenommen. Selbstverständlich fehlte auch nicht ein Vertreter des notleidenden Hohenzollernhauses, der ehren- wert« Herr Eitel-Friedrich. Herr G e ß l e r ist bekanntlich in Urlaub gegangen. Vielleicht nimmt sein Vertreter, der Reichsinnen. minister Külz, Gelegenheit, diesen Angaben nachzugehen und fest- zustellen, welche Offiziere der Reichswehr es mit ihrem Eide ver- einbar halten, an Feiern der Putschisten teilzunehmen. Ehrhardt an der Arbeit. Der Kapp-Putschist und„Ehrenmann" Ehrhardt reist schon seit Wochen zur Besichtigung seiner Mannen durch Deutschland. Cr begann mit seiner Inspektion in Sachsen und ist im Augenblick in Norddeutschland. Wie alle„großen Männer" aus der Vor- kriegszeit reist auch Ehrhardt in Begleitung eines großen Stabes, und nicht etwa mit der Eisenbahn, sondern mit dem Automobil. Es fragt sich auch hier, wer die Gelder zu diesen Reisen aufbringt. Allem Anschein nach halten bestimmte Kreise der Industrie ihre Verbindungen zu Ehrhardt nach wie vor aufrecht. Di« Maral dieses Ehrenmannes, der es fertig brachte,«ine Frau hinter Schloß und Riegel zu bringen, kümmert sie scheinbar wenig: jeden. falls ist es ein beschämendes Zeichen für die Gesinnung t n gewissen deutschen Schichten, daß ein Ehrhardt heute nicht wir zu großen Ausgaben, sondern auch zur Inspektion einer gewissen Sorte von Volksgenossen noch in der Lage ist. Radikale Agrarier. Sie drohe» mit„Konflikten". Die„Deutsche Tageszeitung" bringt an auffallender Stelle mit besonderer Aufmachung folgenden Bersommlungsbericht: Mehrere hundert Landwirte des Landbundes ver. sammelten sich am 2. Mai in Groß-Schönebeck. um zu der kataftro- phalen Wirffchostsnot Stellung zu nehmen. In der Versammlung herrschte ein« gewallige Erregung über die Untätigkeit der Regle. ruog und die völlige vernachiiissigimg der Belange der Landwirt. ichai». Es wurde auf das schärfst« gefordert daß di« Regierung sofort alle geeigneten Maßnohmen ergreif«, die di« Rentabilität der Betriebe wieder herstellen können. Insbesondere wurde»in« Aenderung der Handelspolitik verlangt. Die Versammlung sandte folgendes Telegramm an den Reichskanzler: „Verlangen sofortige Maßnahmen, unsere Betriebe rentabel zu machen. Bermissen Schutz unserer schweren nationalen Arbeit. Auf Worte geben wir nichs mehr. Mollen binnen sechs Wochen entscheidende Taten sehen. Warnen dringend, da schwer« Konflikte unausbleiblich." 300 Bauern aus Groß-Schönebeck und Umgegend. Nach Schluß der Versammlung schlössen sich di« Teilnehmer zu einem Demonstrationszug zusammen und marschierten durch Groß-Schönebeck. Im Zuge sah man Landbund-, Iungland- bundfahnen und schwarze Fahnen mit der Ausschrift „B« r n k a st e l". Mit dem einmütigen Bekenntnis zur Einigkeit und einem „Hoch" auf den Landbund schloß di« Veranstaltung. Man sieht, die Herren vom Landbund lieben eine derbe Sprach«. In Bernkastel hat man bekanntlich ein Finanzamt kurzerhand in Brand gesteckt. Wahrscheinlich soll das markige Telegramm an den Reichskanzler durch das Plakat mit der Auffchrist „B« r n k a st« l" erläutert werden, damit im Zweifelsfall jedermann weiß, was unter„schweren Konflikten" zu verstehen ist. Wir wissen nicht, ob ein einziger dieser Demonstranten sich in einer solchen Rot befindet wie die Hunderttausende Arbeitslosen. die sich und ihr« Familien mit den geringen Unterstützungen erhalten müssen. Was würde die Zeutsch« Tageszeitung" sagen, wenn heute in Berlin ein staatliches Gebäude von Arbeitslosen in Brand gesteckt würde und wenn in anderen Orten Demonstrationsversammlungen stottsänden, die diese Heidentaten pressen sollten? Di«„Deussche Tageszeitung" würde noch dem Staatsanwalt und nach der Polizei rufen und beide würden zur Stell« fem. Die Agrarier denken immer noch, daß sie mit ihrem läuten Geschrei all« Welt ein- schüchtern können. Dabei ist diese Art von Agitation di« dankbar ungeeignetste, um bei der städtischen Bevölkerung Verständnis für. ländmirtschostliche Wünsch« zu fördern... Partei und Mandat. Eine grundsätzliche Entscheidung. Stuttgart. 3. Mai.(Eigener Drahtbericht.) De? württtm. bergisch« Staatsgerichtshof trat am Montag zum erstenmal zu einer Sitzung zusammen. Gegenstand der Beratung war die staatsrechtlich umstrittene Frage, ob ein A b gl« o r d n e t e r soin Mandat vertiert, wenn er nicht mehr Mitglied der Partei ist.«l» deren Vertreter er sein Mandat erhalten und ausgeübt hat. Die Bezirksleitung Württemberg der Kommunistischen Partei hotte im September 1S23 den Reichstagsobgeordneten Haller aus Schwenningsn angeblich wegen Unterfchlogung von Parteigeldeni au» der Partei ausgeschlossen. Haller. der sein Mandat weiter ausübt, protestierte gegen den Ausschluß. Em ge- richtliche» Verfahren wurde wegen Mangels an Beweisen eingestellt. Run hat die Kommunistische Partei»ine Ent- scheidung beim Staatsgerichtshof darüber veranlaßt, ob Haller im Besitz seine» Mandats verbleiben dürfe. Der Staatsgerichtshof bejahte die Frage mit der Begründung, daß der Ausschluß au» der Partei keinen Mondatsverlust zur Folge habe, sondern ein solcher Verlust nur durch den freiwilligen Austritt eines Mandsts- tröger» au» seiner Wählervereinigung eintrete. Gute Monarchisten nehmen gern daS Geld der Republik. lins wird geschrieben: Der Verein der Fremdenheimbesitzer im Riesen, und Iser» g e b i r g e tagte vor einigen Tagen im benachbarten Schreiberhgu. Obwohl der Verein nach seinen Satzungen und seinen Zwecken«nt- sprechend übcrpolitisch sein will, fand e, der Vorsitzende Grußenberg für gut. seiner Vorliebe für die verflossene Monorchie nachdrücklichst Ausdruck zu geben, indem er dafür gesorgt hotte, daß die Tagung völlig unter den Fahnen Schwarz-Weiß-Rot stattfand. Sogar die ausgegebenen Abzeichen, die Standarten und Wimpel mußten in den Farben der Monarchie prangen. Von einem Einspruch der Teilnehmer, die sich absolut nicht scheuen, Pension«- gelder auch von Republikanern anzunehmen, hat man nichts gehört. Am 4 d. M. findet nun im Hauptousschuß des preuß. Landtages die Besprechung über«inen Antrag zugunsten einer staatlichen Hilfsaktion für die notleidenden Besitzer der Fremden- Heime im Riesen- und Jsergebirge statt. Referent ist der Abgeordnete Landrat S ch m i l j a n- Löwenberg, der der demokratischen Fraktion angehört. Der Hauptrufer noch staatlicher Hilfe war der— obengenannte Berein mit seinem schworzweißroten Vorsitzenden. Wielonge noch läßt sich die Republik derartige unverschämte Verhöhnungen gefallen? Besteht nicht die groß« Gefahr, daß auch hier wieder Stoatsgelder zum Kampf gegen den republikanischen Staat verwandt werden? Wahlerfolg in Hamburg. Hamburg. 3. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag landen in Hamburg di« Wahlen der E l t e r n r ä t e der höheren, der Palt»- und Privatschulen statt. Die Wahlbeteiligung war nur gering. Da» vorläufige Ergebnis zeigt, daß die Zahl der s o z i o l d e m o- krottschen Elternräte bereits um 30 hoher sst als bei der letzten Wahl. Die Kommunisten haben eine geringe Zunahme zu ver- zeichnen, Deutsche Voltspartei und Demokraten haben zum Teil zugunsten der Deutschnatwnalen erheblich verloren. Gewerkschaftsbewegung vereins befürchtet. Bon feinem Privatbetrieb ist uns eine ähnliche scharfmacherische Haltung bekannt, wie von dem Vorstand dieser Genoffenschaft von Beamten, deren Mitglieder in der er drückenden Mehrheit mit den ideellen Forderungen des 1. Mai sympathisieren. Kein Privatunternehmer hat versucht, auf die Arbeiter durch die Drohung, fie für den materiellen Schaden haftbar zu machen, einzuwirken. Selbst die verbisfensten Scharfmacher der Metallindustrie haben nicht den Versuch unternommen, den 1. Mai als Kampfobjekt aufzugreifen. Ausgerechnet eine Genossenschaft greift zu diefem unqualifizier baren Mittel. Sturmzeichen in der ostpreußischen Landwirtschaft. 1. Mai sympathifieren. Bom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns geschrieben: Die empörenden Lohnverhältnisse in der ostpreußischen Landwirtschaft, über die fürzlich eingehend berichtet wurde, geben dem Deutschen Landarbeiterverband Beranfaffung, ein neues Schlich tungsverfahren anhängig zu machen. Vorher ersuchte die Organisation den Zentralverband der Landarbeiter um ein gemeinjames Zusammengehen. Der Zentralverband lehnte dies ab und einigte sich mit dem Landwirtschaftsverband dahin, daß die bisherigen Löhne für ein weiteres Jahr gelten sollen. Eine andere Haltung sei, so wurde erklärt, im Augenbiid nicht zu verantworten. Die Löhne betragen: Für einen Deputanten 28 Pf., für einen männlichen Hofgänger über 18 Jahre 14 Pf. und für einen solchen von 16 bis 18 Jahren 10 Pf. pro Stunde. Es verdeint eine dreitöpfige Familie einen Gesamtstundenlohn von 52 Pf. Die Lohnforderungen des Deutschen Landarbeiterverbandes stützten sich auf§ 2 Abs. 4 des Tarifvertrages. Danach find Alenderungen des Vertrages zulässig, wenn sich die wirtschaftlichen und betrieblichen Verhältnisse, unter denen der Vertrag zustande gekommen ist, geändert haben. Daß solche Aenderungen eingetreten find und deshalb eine Lohnerhöhung durchaus berechtigt ist, wurde mit folgenden Tatsachen nachgewiesen: 1. Die Ernte 1925 brachte gegenüber 1924 einen Mehr ertrag im Werte von 90 Millionen Mark oder 20 Proz 2. Die Preisschere hat sich nahezu geschlossen. Der Großhandelsinder für Industriestoffe ist von 165 im April 1924 auf 126 im April 1926 zurückgegangen. In der gleichen Zeit ist der Inder für Agrarprobufte von 100 auf 119 herauf. gegangen. 3. Die Steuerlast ist seit 1924 um mindestens 30 bis 40 Prog. ermäßigt worden. 4. Der 3insfaz für Schulden ist dauernd zurüdgegangen. 5. Der Lebenshaltungsinder ist seit dem Tarif. abschluß um einen höheren Prozentjag gestiegen als der Landarbeiterlohn. 6. Der Lohn der gewerblichen Arbeiter ist nach der Reichs. statistik seit April 1924 um 50 Broz. erhöht worden. Achtung, SPD.- Gemeinde- und Staatsarbeiter! Morgen, Mittwoch, 6% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25 ( Saal 1), wichtige Bersammlung aller SPD.- Gemeinde- und Staatsarbeiter. Stellungnahme zur Generalversammlung. Generalversamm lungsdelegierte und Bertrauensleute müssen unter allen Umständen anwesend sein. Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerkschaftsjugend. Seute, Dienstag, 7% Uhr, Werbeveranstaltung des Offkreises im Gruppe Lichtenberg: Wir beteiligen uns an Jugendheim Dieſtelmenerstr. 5. der Werbeveranstaltung des Ostkreises. Treptow: Jugendheim Wildenbruchftraße 53/54. Heimbesprechung. Disfuffion: Was bedeutet uns der 1. Mai?" Der Vorstand des Beamtenwirtschaftsvereins fühlt sich offenbar berufen, den Scharfmachern der Privatindustrie zu zeigen, wie man mit den Arbeitern umzuspringen hat. Den Mitgliedern des Beamtenwirtschaftsvereins ist aber zu empfehlen, einmal die Herren im Vorstande unter die kritische Lupe zu nehmen. Es ist hohe Zeit, daß mit dem reaktionären Hafenkreuzlertum dort einmal aufgeräumt fchaftstrife und Angestelltenbewegung". Referent: Bernhard Göring. Rauls wird. 3dA.- Bezirksversammlungen: Morgen, Mittmod, 8 Uhr: Neukölln: Bürgerfäle, Bergftr. 147. Wirtdorf: Restaurant Vech, Hönower Str. 5. Arbeiterbewegung und Runsterleben". Referent: Hans Krauß. Spandau: Restaurant Roter Adler, Botsdamer AnStrake. Gozialpolitische Abbaupläne des Reichsarbeitsministeriums eftellte! Geid auf der Sut!" Referent: Sans Gottfurcht. Prachtfäle, Chauffeeftr. 110. Gatire eine Waffe der Unterdrüldten". ReDonnerstag, 6. Mai, Uhr: Webbing- Gesundbrunnen: Germaniaferent: Erich Kuttner, M. d. L. Schönhauser Vorstadt: Schönhauser Festfäle, Schönhauser Allee 129. ,, Das neue Rußland( Ergebnisse einer Studienreise)". Referent: Dr. Frik Karfen. Süden- Südwesten: Restaurant Göbel, Tempelhofer Ufer 6. Im schönen Land Tirol". Referent: Erich Bredow. Lichtenbera: Weaners Vereinshaus, Frankfurter Allee 236. Die kulturellen Strö Norboften: Union mungen der Gegenwart". Referent: Dr. Walter Fabian. Festfäle. Greifswalder Str. 222. ,, Rönnen amerikanische Wirtschaftsformen auf SüdostenDeutschland übertragen werden?" Referent: Curt Swolingkn. Frauenerwerbsarbeit Treptow: Grünauer Garten, Grünauer Str. 14. eine Neugestaltung des sozialen Lebens". Refeentim: Gertrud Ellert Tempelhof: Restaurant Ringler, Berliner Str. 100. Echte und unechte Rebrechtshof( Schüßenfaal), Albrechtstr. 1a. Die Zukunft, die wird unfer fein". Eine Jugendfeier für jung und alt. Mufit, Resitation, Ansprache, Boltstänge. Weißensee: Restaurant Gallas, Lehderstraße Ede Berliner Allee. Sozialpolitischer Abbau oder Aufbau?" Referent: Bernhard Göring. Bezirke Botsdam und Tegel: Die Veranstaltungen werden in direkter Einlabuna bekanntgegeben. Nachlese der KPD. im Großkraftwerk Rummelsburg. Seit dem letzten gräßlichen Unglück auf dem Arbeitsgelände in Rummelsburg find jetzt endlich die erforderlichen Maßnahmen getroffen worden, um Leben und Gesundheit der Arbeiter zu schützen. Eine Ausnahme macht indeffen die Eisenfirma Jochu. Auf ihrer Arbeitsstelle herrschen noch immer Zustände, die jeder Befchreibung spotten. Die dort beschäftigten Arbeiter, leider zum größten Teil unorganisiert, arbeiten zu unglaublich niedrigen Löhnen. Jetzt haben sie aber eine Erhöhung der Löhne gefordert. Diese Forderung hat die Firma ab= gelehnt. Daraufhin wurden gestern vormittag Bersammlungent volution des Theaters". Referent: Redakteur Sans wehl. Gieglik: Alabgehalten, die jedoch nicht von den dort in Frage kommenden Organisationen, sondern von unverantwortlichen Drahtziehern geleitet wurden. Die bekannte Frau Rosenthal, fommunistischer Färbung, hat in einer Bersammlung geredet und die Unorganisierten dort zum Klaffenfampf" aufgefordert. Wenn die Eisenarbeiter ihre Forderung nicht durchsetzen können, dann sei es Pflicht aller Arbeiter, für die Eisenarbeiter einzutreten. Die Folge war, daß dann ein wilder Streit ausbrach, der jedoch gleich wieder zusammenbrach, da ein großer Teil der Arbeiter die Arbeit mittags wieder aufgenommen hat. Daß es überhaupt zu einem„ Streif" gekommen ist, dazu dürfte wohl ein ganz besonders nichtswürdiges Flugblatt der Ausgeschlossenen beigetragen haben. ,, Wie die Reichsbahn fich verteidigt." In der Notiz mit dieser lleberschrift in Nr. 203 des Vorverwaltung der Reichsbahn an Reichstagsabgeordnete, den Abbau bei der Reichsbahn betreffend. Am Schluß unserer fritischen würdigung diefes Schreibens war die Frage gestellt, weshalb das Schreiben nicht auch den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten zugestellt worden sei. Troß dieser mit reichhaltigem amtlichen Zahlen. material belegten Tatsachen lehnte es die Mehrheit der ostpreußischen Schlichtungstammer ab, eine Erwärts handelte es sich um ein Schreiben der Haupthöhung der Tariflöhne durch Schiedsspruch vorzuschlagen. Allgemein gehaltene Auskünfte der Handels- und Landwirtschaftstammern und sonstiger Stellen, die fich fein unparteiisches, fondern mur ein zugunsten der Landwirtschaft beeinflußtes Urteil bilden, galten der Schlichtungskammer mehr als alles amtliche Zahlen material. Selbst der Umstand, daß der Landwirtschaftsverband im wesentlichen alle zahlenmäßig nachgewiesenen Aenderungen der Lage zugeben mußte, veranlaßte die Schlichtungskammer nicht zu einem Entgegenkommen an die Landarbeiter. Der neue Schiedsspruch wird nicht zur Beruhigung der landwirtschaftlichen Arbeiter beitragen, sondern wahrscheinlich wie eine Brandfackel wirken. Schon lange gärt es unter der Oberfläche. Die Hofgänger fliehen in Maffen vom Lande und entblößen die Landwirtschaft von dem so notwendigen Nach wuchs, der durch den Geburtenausfall der Kriegsjahre sowieso erheblich eingeschränkt ist. Aber auch Familienväterfliehen aus dem festen Deputatverhältnis und suchen sich sonstige Beschäftigung, um mehr zu verdienen. So berichtet der Landwirtschaftsverband, daß auf dem Gute T. bei Königsberg von 13 Woh nungen nur 3 mit im Betriebe arbeitenden Landarbeitern be. sezt sind. Die übrigen Landarbeiter verrichten Arbeit außer halb der Landwirtschaft. Dabei hat noch jeder auf eine Lohnerhöhung am 1. April gehofft, besonders die Hofgänger. Nachdem sie hierin enttäuscht sind, wird erst recht eine Land flucht in nie dagewesenem Umfange einsehen. Und man fann es dem Landarbeiter nicht verübeln, daß er der Landwirtschaft den Rüden fehrt, wenn diese nicht gewillt ist, für lange und schwere Arbeit den zum einfachsten Leben notwendigen Lohn zu zahlen. Vielleicht führt stärkste Entblößung von Arbeitsfräften das Unternehmertum oder zum wenigsten die Schlichtungsbehörden, die bisher ihre Notwendigkeit nur durch willige Hilfeleistung für das Arbeitgebertum bewiesen haben, zur Besinnung. Ostpreußen ist ein Standalfall. Mit ganzem Nachdrud richten wir heirmit in aller Deffentlichkeit an die Reichsregierung die Frage, ob sie den Dingen weiter teilnahmslos zusehen und abwarten will, bis sich endlich eine neue Explosion in der oftpreußischen Landwirtschaft ereignet, oder ob sie nicht endlich ein fieht, daß hier ein Machtwort, dieses Mal aber im Inter esse der Landarbeiter, gesprochen werden muß. Der Beamtenwirtschaftsverein gegen die Maifeier. Wie alljährlich, beschlossen die Bäder des Beamtenwirtschaftsvereins, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern und teilten dies dem Vorstand des Beamtenwirtschaftsvereins durch den Betriebsrat mit. Darauf erließ der Borstand an den Betriebsrat ein Schreiben, in dem er mitteilte, daß die Stillegung des Betriebes am 1. Mai nicht zugelassen werden könne ,, da sie neben erheb= lichen ideellen Nachteilen(!) auch einen größeren materiellen Schaden verursachen würde". Der Borstand dekredierte alfo: Der Betrieb wird deshalb auch am Sonnabend, den 1. Mai aufrechterhalten, die Verteilungsstellen bleiben geöffnet, in der Zentrale wird gearbeitet mie an jedem Sonnabend. Wer unentschuldigt von der Arbeit fernbleibt, muß mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen rechnen. Für die wirtschaftlichen Schäden, die durch die Arbeitsver weigerung am 1. Mai entstehen, müssen die von der Arbeit fernbleibenden Arbeitnehmer auch zivilrechtlich in Anspruch genommen werden. Der Betriebsrat und der Arbeiterrat haben die Verpflichtung, gemeinsam mit uns für möglichste Wirtschaftlichkeit des Betriebes Sorge zu tragen und haften für den Schaden, welcher ums durch Handlungen zugefügt wird, die den Interessen der Genossenschaft entgegenstehen." Die Pressestelle der Hauptverwaltung der deutschen Reichsbahngesellschaft teilt uns hierzu mit, daß das erwähnte Schreiben á uch 15 fozialdemokratiiden Reichstagsabaeordneter zugegangen ist, die namentlich aufgeführt wurden. Damit ist diese Frage erledigt. Aus der Reiseartikelbranche. Die in dieser Branche Beschäftigten nahmen am Donnerstag in Bökers Festfälen zum Ablauf des Manteltarifs Stellung. Der Manteltarif war von den Unternehmern zum 30. April getün digt worden, um den Tarif in vielen Positionen zu verschlech tern. Die Unternehmer verlangen eine Verschlechterung der Feiertagsbezahlung, der Urlaubsbestimmungen, den Heimarbeiterzuschlags, des Lohnschlüssels, den Fortfall der tariflichen Regelung der Lehrlingsfragen u. a. mehr. Ebenso haben sie den Lohntarif zum 8. April gekündigt, um dadurch einen Drud auf die Manteltarifverhandlungen auszuüben. Die Bertragsparteien haben sich jedoch dahin verständigt, daß die Lohntarifverhandlungen erft. nach den Manteltarifverhandlungen stattfinden sollen und bis dahin die bisherigen Tariflöhne gelten. Die Tagesordnuna fämtlicher Bezirksverfammlungen wird eraänzt durch Berbands- und Bezirksangelegenheiten. Berschiedenes. Anschließend geselliges Beifammensein. Das Mitgliedsbuch ist auf Berlangen vorauweisen. Durch Mitglieder eingeführte Gäfte find willkommen. Parteinachrichten Stufendungen für diese Rubrit find Berlin B. 68 Sindenftraße 3, für Groß- Berlin flets an bas Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts. au richten 1. Kreis Mitte. Heute 8 Uhr Gikung des erweiterten Kreisvorstandes bei Richicfing, Aderftr. 1. 2. Kreis Tiergarten. Sämtliche Mailarten müffen bis Donnerstag. 6. Mai, beim Kreisbassierer Bauer, Stephanstr. 22, abgerechnet werden wegen der Steuer. 5. Kreis Friedrichshain. Eikung der Abteilungsobleute der Reitunastommiffion und der Agitationsobleute heute, Dienstag, 4. Mai, 7½ Uhr, bei Wittschuk. Petersburger Str. 5. Jede Abteilung muß vertreten fein. Mittwoch, 5. Mai, 6% Uhr, Bezirksversammlung im Rathaus Königstraße. Einlaßkarten beim Genoffen Fischer um 64 Uhr Eingang Spandauer Straße. Gigung des engeren Kreiesvorstandes mit den Abteilungsleitern am Donnerstag, 6. Mai. 7 Uhr, bei Rofin, Gubener Str. 19. 7. Kreis Charlottenburg. Deffentliche Elternversammlung heute, Dienstaa, 4. Mai, 8 Uhr, in der Aula der Hindenburg- Realschule, Guerideſtr. 32. Vortrag des Reichstagsabaeprdneten Dr. Kurt Löwenstein über:., Schule und Elternschaft". Wir bitten um rege Beteiligung. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. Die Abteilungen müssen bis zum Donners tag, 6. Mai, fämtliche Eintrittskarten Aur Maifeier bei dem Genossen Lazer abgerechnet haben. Bis dahin nicht abgerechnete Rarten achen zu Laften der Abteilung. 17. Rreis Lichtenberg. Mittwoch, 5. Mai, 7% Uhr, Kreisvorstandsfkung im Restaurant von Frik Albrecht, Borhagener Ede Neue Bahnhofftrane. Achtung, Bildungsausschuß! Donnerstag, 6. Mai, 8 Uhr, wichtige Sigung in der Bibliothek Weichselstr. 28. Achtung, Bezirksamt Brenzlauer Berg! Mittwoch, 5. Mai, 4 Uhr, im Gigungsfaal Danziger Str. 64. Bersammlung aller Parteioenoffen und Freunde. Tagesordnung: Wirtschaftslage und Sozialpolitit". Referent: R. Rinfiler, M. b. R. Regen Befuch erwartet Der Fraktionsvorstand. Heute, Dienstag, 4. mai: 51. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr wichtige Funktionärkung bei Lehmann, Rönigsweg 8. 80. Abt. Schöneberg. 8 Uhr Funktionärfikung bei Gürlich. fannten Stelle. Morgen, Mittwoch, 5. Mai: Die Versammlung stimmte dem Vorschlag der Verhandlungs fommission zu, die Beibehaltung der jetzigen Tarifpofitionen zu 103. Abt. Oberschöneweibe. 7% Uhr wichtige Funktionärsikung an der be. fordern, sowie die Neuaufnahme einiger früher schon bestandenen Bestimmungen. Die Verschlechterungsanträge der Unternehmer, die auf eine brutale Ausnutzung der ungünstigen wirtschaftlichen Berhältnisse hinauslaufen, löften bei den Versammelten die größte Entrüstung aus. Es bleibt abzuwarten, wie die Unternehmer bei den in Aussicht gestellten Verhandlungen ihre Abbauabsichten begründen und wie sie sich zu den Gegenvorschlägen der Arbeiter stellen werden. Schiedsspruch für die rheinisch- westfälischen Ziegeleien. 28. Abt. 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Bersammlung aller Eltern und Elternbeiräte der Abteilung. Wichtige Besprechung über die Elternbeiratswahlen. 58. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr im Sikunasfaal Ranteftr. 4, Dorn 4 Trv, Funktionärfikung. Alle Funktionäre haben au erscheinen, 74. Abt. Rehlendorf. 8 Uhr im Barteilofal wichtige Funktionärsikuna. scheinen aller Funktionäre dringend erforderlich. Er. 84. Abt. Lankwik. 8 Uhr bei Lehmann, Kaiser- Wilhelm- Str. 29/31. Funf tionärfikuna. Rein Funktionär darf fehlen. 108. Abt. Röpenid. 8 Uhr bei Raschke, Rudower Str. 21. mit den Bezirksführern. Vorstandsfikung 111. Abt. Bohnsborf. 8 Uhr bei Grok. Schulzendorfer Straße. Extrazahlabend. Bortvag: Unsere Schule und die bevorstehenden Elternbeiratswahlen". Alle Mitglieder müssen erscheinen. Alexandrinenſtr. 44. Bortrag: Die europäische Wirtschaftslage". Refe rent: Erwin Barth. Alle Genossen müssen unbedingt erscheinen. Effen, 3. Mai.( TU) Durch Schiedsspruch des Schlichters ist die Lohnvereinbarung vom 8. Mai 1925 mit Wirkung vom 19. April 1926 wieder in Kraft gesetzt. Diese Regelung foll bis auf 146. Abt. Reichsbruderei. Nachmittags 3% Uhr Berfammlung bei Hennig, weiteres laufen und dann erstmalig zum 31. Oftober 1926 gekündigt werden. Dieser Schiedsspruch ist von den Unternehmern abge= lehnt worden. Dagegen wurde der Schiedsspruch über den ein heitlichen Rahmentarifvertrag für Rheinland und Westfalen von den Unternehmern angenommen. Ueber 47000 Erwerbslose in Köln. Köln, 3. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In Köln ist die Wirt schaftslage immer noch fatastrophal. In der vergangenen Woche ist die Zahl der Erwerbsloien wiederum gestiegen. Sie beträgt sich ebenfalls vermehrt, und zwar von 27 953 auf 28051. Die Zahl gegenwärtig 47872. Die Zahl der Unterſtüßungsempfänger hat ber unterstügten Familienangehörigen ist jedoch um einige hundert gefallen. ist Ein französischer Eisenbahnerstreik mie WTB. aus Brest meldet- gestern vormittag im Departe ment Finistère ausgebrochen. Die Verwaltung forderte die Streikenden auf, die Arbeit bis morgen, Mittwoch, wieder aufzunehmen. Ein Gewerkschaftsministerium in Italien. Rom, 3. Mai.( WTB.) Der Ministerrat stimmte der bereits angekündigten Bildung eines Gewerkschaftsministeriums zu.( Ein Gewerkschaftsministerium" wie ich es auffaffe", sagt Mussolini. Er meint damit die Krönung des Ausnahmegesetzes gegen die Freien Gewerkschaften.) Die Bäcker ließen sich aber durch die Drohungen des Vorstandes nicht einschüchtern und feierten den 1. Mai in traditioneller Weise. Darauf sind bis jetzt zwei Arbeiter gekündigt worden. Es ist bekannt, daß der Konsumverein für Berlin und Umgegend in sämtlichen Betrieben und Verkaufsstellen am 1. Mai das Personal feiern ließ, ohne Rücksicht auf den materiellen Bei der Maifeier der Metallarbeiter im Walhalla- Garten hat und ohne Rücksicht auf die ideellen Nachteile", die der reaktionär als Festredner neben dem Genoffen 3ista auch der Vorsigende und scharfmacherisch eingestellte Borstand des Beamtenwirtschafts- des DMV. Genosse Brandes gesprochen. * Junasozialisten. Gruppe Süden: Dienstag, 4. Mai, 8 Uhr in der Juristi. schen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Boxtraa:„ Arbeitsrecht und Gewerfiften". Referent: Franz Levinsti. Gäste willkommen. Gruppe Tempelhof- Marienborf: Dienstag, 4. Mai, 8 Uhr, im Jugendheim Germaniaftr. 4/6. Wichtige Mitaliederversammlung. Bereinigung sozialdemokratischer Studenten. Heute, Dienstag, 4. Mai, 8 Uhr, im Sozialwiffenfchaftlchen Klub, Wilhelmftr. 48. Mitgliederversamm luna. Tagesordnung: Ferien- und Raffenbericht des Borstandes. Neuwahlen. Verschiedenes. Erscheinen aller Mitalieber unbedingt erforderlich. Frauenveranstaltungen: 20. Rreis Reinidendorf. Arbeiterwohlfahrt: Heute, Dienstag, 4. Mai, 7 Uhr, im Verwaltungsgebäude Reinidendorf- Oft, Hauptstraße, Zimmer 53. Sikung der Funktionärinnen. 4. Kreis Brenzlauer Bera. Arbeiterwohlfahrt: Heute, Dienstag, 4. Mai, 6½ Uhr, im Laden Esmarchftr. 10. Sikuna der Abteilungsleiterinnen für Wohlfahrt.( Berteilung der Spende.) 25. Abt. Mittwoch, 5. Mai, 7% Uhr, bei Baronffi, Basteurftr. 6. Later Rurfusabend. Einführung in den Sozialismus. Referentin: Minna Todenhagen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 13. Reis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Am Freitag, 30. April, verschied nach schwerer Operation unsere Genoffin Hanna Grapentin, bie hilfsbereite, tapfere und selbstlose Frau unferes alten Genossen Heinrich Grapentin. Einäfcherung am Donnerstag, 6. Mai, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Fehrbelliner Blak. Wir erwarten rege Beteiligung. 33, Abt. Am Donnerstag, 29. April, verstarb plöklich unfer langjähriger Einäfcherung am Mittwoch, 5. Mai, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung erwartet der Genoffe John Ladewig. Borſtand. Berantwortlich für Politit: Richard Bernstein: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: K. S. Döscher: Lokales Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlaasanstalt Baul Ginaer u. Co.. Berlin GW 68. Lindenstrake 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wissen". Ohne Fleisch doch kräftige Suppen und schmackhafte Gemüse zuzubereiten, ermöglicht auf einfache und sparsame Weise die altbewährte MAGGI Würze Omaggi warte Nr. 20643.Jahrgang Das Rummelsburger unglück. 1. Beilage des Vorwärts Beschlüffe des Stadtverordnetenausschusses. Nach der am Freitag vorgenommenen Besichtigung der Unglücksstelle in Rummelsburg durch den Oberbürgermeister und die Stadtverordneten hat gestern nachmittag der Stadtverord: netenausschuß noch einmal zu der ganzen Angelegenheit Stellung genommen. Nach längerer Beratung sind eine Reihe Beschlüsse gefaßt worden, die am Donnerstag der Stadtverordneten versammlung vorgelegt werden sollen. Es wurde beschlossen: 1. Sofort Anweisung zu geben, daß nicht länger als 8 Stunden gearbeitet wird. 2. Ausreichende Sanitätsmaßnahmen zu schaffen, im Beson deren die Schaffung eines Krankenwagens und Errichtung einer ftändigen Sanitätswache unter ärztlicher Leitung. 3. Genügende Schuhrüstungen, hergestellt durch Facharbeiter. 4. Unterstützung der Berunglückten und deren Familien. 5. Einstellung der Arbeitskräfte nur durch die zuständigen städtischen Arbeitsnachweise in Verbindung mit den Betriesräten. 6. Zahlung von tariflichen Löhnen nebst den entsprechenden Gefahrenzuschlägen. 7. Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Oberbürgermeister als Dirigenten der Baupolizei, diese anzuweisen, daß fie in Verbindung mit den Bautontrolleuren und den Betriebsräten mit der rücksichtslosesten Schärfe alle vorhandenen und entstehenden Mißstände befämpft. Anzuordnen ist, daß Tag und Nacht die notwendige Zahl der Baukontrolleure neben der Baupolizei den Bau bewachen. Die Beschlüsse 3, 4 und 6 wurden einstimmig, die übrigen mit Mehrheit gefaßt. Die Stadtverordnetenversammlung wird zweifellos den Beschlüssen beitreten. Die Kirche darf's! Ber Geld von einem vermeintlichen Schuldner fordert, muß den Beweis bringen, daß sein Anspruch berechtigt ist. Kann er das nicht, dann hat er das Nachsehen und muß obenein die ent standenen Kosten tragen. Was geschieht aber, wenn ein Disi dent, der längst mit der Kirche gebrochen und in vorgeschriebener Form seinen Austritt erklärt hat, noch mit einer unberechtigten Rirchensteuerforderung belästigt wird? Dann soll er den Beweis erbringen, daß er zur Zahlung der geforderten KirchenSteuer nicht verpflichtet ist, und die Kosten dieser Schererei will man ihm aufpaden! Die Kirche ist durch Gesetz bevorrechtet und darf daher ohne Sorge mitansehen, wie die Einforderung der als Kirchen steuer bezeichneten Beiträge ihrer Mitglieder in einer Weise betrieben wird, die mit den sonst im Geldverkehr üblichen Rechtsanschauungen schwer zu vereinen ist. Diese Dinge sind oft genug im Vorwärts" besprochen worden, und viele unserer Leser haben selber derartige Belästigungen erlebt. Nachdem wir erst vor furzem wieder mehrere Klagen über unberechtigte Kirchensteuerforderungen veröffentlicht hatten, sind uns inzwischen schon wieder einige Fälle gemeldet worden. Eine Diffidentin, die bereits seit dem Jahre 1906 aus der evangelischen Landeskirche ausgeschieden ist, er hielt noch im April 1926 vom Berliner Finanzamt Greifswalder Straße eine Veranlagung zur Kirchen steuer für 1925. Auf einem angeklebten Zettelchen machte die Berliner Stadtfynode( die, nebenbei bemerkt, nicht eine städtische, sondern eine firchliche Körper schaft ist) die fast spaßhaft flingende Mitteilung: Shre Beranlagung zur Kirchensteuer. fonnte erst jetzt durchgeführt werden." De tommt die Stadtfynode um volle 20 Jahre zu spät. In dem blinden Eifer, der geldbedürftigen Kirche zu ihren Steuern zu verhelfen, hat man irrtümlich fogar für die niemals getaufte und jeßt er wachsene Tochter der erwähnten Diffidentin eine Kirchenfreuerveranlagung geschickt. Immer wieder wird in solchen Schriftstüden gemahnt, Einspruch müsse unter Beibringungn von Beweismitteln binnen vier Wochen erhoben werden, aber die Verpflichtung für einstweilige Zahlung werde dadurch nicht aufgehalten. Wie kann man den Nachweis führen, daß man niemals Mitglied der Kirche war? Auch aus dem Gebiet des Berliner Finanzamtes Mühlenberg teilt uns ein in der Lychener Straße wohnender Dissident mit, daß er, der gleichfalls schon vor 20 Jahren aus der Kirche ausschied, noch jetzt im Jahre 1926 mit einer Kirchensteuerforderung belästigt wird. Er hat sogleich eine Mahnung erhalten, obwohl er nichts davon weiß, daß ihm vorher cine Veranlagung zugegangen wäre. Einen Dissidenten nach 20 Jahren noch für firchensteuerpflichtig zu halten, das ist doch eine Gipfelleistung! Ein Bewohner Niederschönhausens flagt, daß man ihn im dritten Jahr nach seiner Kirchenaustrittserklärung noch mit einer Kirchen 25] Yamile unter den Zedern. Bon Henri Bordeaux. ( Berechtigte Ueberfegung von J. Kunde.) In Tripolis. Am anderen Morgen brachen wir frühzeitig von Chrar auf, um Tripolis, unser Reiseziel, zu erreichen. Es war Zeit. Der durch unsere Anwesenheit beunruhigte Mudir schickte zu dem ängstlichen Dusuf Abdud, um ihn zu befragen. Butros, der an der Spize unserer fleinen Rarawane ritt, ließ sich von feiner Stute führen. Diese war ihres Weges sicher. Sie folgte einem ziemlich gut erkennbaren Pfad längs dem Nebenfluß des Nahr- el- Bared. Der mündete in den Hauptfluß und der Pfad begleitete nun diesen. Wir hatten nicht mehr die enge Schlucht des Höllentales, sondern einen breiten, mit Maul beerplantagen bewachsenen Grund vor uns. Nachdem wir eine letzte Hügelkette hinter uns hatten, entdeckten wir in geringer Tiefe unter uns, wie von einer Terraffe, die fruchtbare Ebene von Atta, die der Schlamm des Meeres umbrandete. steuerforderung heimgesucht habe. Er versichert, daß er bei der Personenstandsaufnahme ganz bestimmt sich als Dissident eingetragen habe. Man sieht, daß auch das feinen zuverläffigen Schuß gewährt. Vom Finanzamt Andreas ist ein in der Hohenlohestraße wohnender, vor 12 Jahren qus der Kirche ausge: schiedener Dissident jetzt zur Kirchensteuerzahlung aufgefordert worden. Er hat Recht, sich über solch eine Buchführung" zu wunhat es jogar in drei verschiedenen Jahren erlebt, daß dern. Ein Charlottenburger, der vor 18 Jahren ausgeschieden ist, nicht geschützt, daß er sich in die Personenstandsliste als Diffident man noch Kirchensteuern von ihm haben wollte. Auch ihn hat es eintrug. Geschützt ist nur die Kirche. Sie darf Kirchensteuern fordern, ohne daß sie nötig hat, sich hinreichend zu vergewissern, wer zur Zahlung verpflichtet ist und wer nicht. Das Gesetz gibt ihr das Vorrecht, daß ihre Steuern zusammen mit den anderen Steuern eingetrieben und die ihr zustehenden Beträge dann an sie abgeführt werden. Wenn Fehler gemacht werden, fönnen die Verteidiger der Kirche darauf hinweisen, daß die Schuld nicht die Kirche, sondern die Steuerverwaltung trifft. Nicht einmal zum Ersayder Unkosten, die bei dem Einspruch gegen eine unberechtigte Kirchensteuerforderung dem nicht steuerpflichtigen Diffidenten entstehen, fann die Kirche herangezogen werden, obwohl glieder bestand die eigentliche Ursache der meisten Mißgriffe der Mangel einer Buchführung über ihren Mitist. Wann wird diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende gemacht werden? Der Kutisker- Prozeß. Der Abenteurer Strieter. Die geldreiche Stein- Bank. Für den Kriminalpsychologen, vielleicht auch Psychopathologen, wird der Kutister- Prozeß, je weiter er fortschreitet, desto interessanter. Allein schon der Abschluß der Affäre mit dem Hanauer Lager spricht Bände. Eben hatte Kutister glücklich durch die raffiniert inszenierte Schein beschlagnahme des Hanauer Lagers dem Rumänen Descalesku die Möglichkeit gegeben, von dem Schein vertrag zurüdzutreten, eben erst war Michael auf Veranlassung Strieters und Holzmanns, die von Kutister inspiriert waren, sich als Treuhänder in bezug auf das Hanauer Lager gegenüber dem Rumänen aufgetreten, als er gegen denselben Michael einen Arrest herausbringt unter dem Vorwande, er habe ihm durch sein Dazwischentreten für 9 600 000 Goldmark geschädigt. falschen eidesstattlichen Versicherung Holzmanns und Und dieser Arrest wird dank der Strieters ermöglicht. Holzmann sagt, er habe geglaubt, die eidesstattliche Versicherung wäre allein für den häuslichen Ge brauch erforderlich gewesen. Er gibt zu, eine große Summe Geldes dafür erhalten zu haben. Kaum sind die Beziehungen zu dem Rumänen glücklich gelöst worden, als sich Holzmann bereits mit dem Direktor der Staatsbant, Hellwig, nach Baris begibt, um dort wieder mit dem Rumänen zu verhandeln. Natürlich erhält er dafür von Kutister neue Geldsummen. Kutiskers Verteidiger Dr. Pindar hat beantragt, Holzmann psychiatrisch untersuchen zu lassen. ist eine exotische Abenteurernatur. Er sträubt sich dagegen, daß der psychiatrische Sachverständige in diesem Etadium des Prozesses das Gutachten über ihn abgebe. Der Sachverständige spricht von frankhafter Steigerung des Gefühlslebens und gesteigerter Phantasietätigkeit, vor. einem Grenzzustand zwischen Gesunder und franker Binche. Der Dritte Strieter Endlich können nun die Zeugen aufmarschieren. Die erste Gruppe schildert, wie Grobe, der nichts besaß, Kutisker die Freundfchaftswechsel auf hohe Summen ausgestellt hat. Die zweite Gruppe von Zeugen bringt mand intereffante Einzel beit darüber, wie Kutister den Grieger in seinen Wechseln eingewickelt hat, so daß die Mechanische Treibriemenweberei schließlich ihm zugefallen ist. Es entbehrt nicht einer gewiffen Pifanterie, wie der Profuristin der Mechanischen Treibriemenweberei, Fräulein Bretsch, gewissermaßen mit Gewalt ihr Material über den Betrieb fortgenommen wurde, wie bei ihr durch den mit Herrn Kutister befreundeten Kriminalbeamten eine Haussuchung abgehalten wurde und wie ihr Herr v. Kohl selbst mit Verhaftung gedroht hat. Dieser dänische Bürger Baron Louis v. Kohl, der sich als Schrift ſteller bezeichnet und als Kutisters Privatsekretär fungierte, scheint überhaupt seines Prinzipals würdig gewesen zu sein. So erzählte zum Beispiel der Zeuge Hennetämper, ehemaliger Geschäftsführer der Westdeutschen Textil- A.- G. in Bremen, einer Tochtergesellschaft der Mechanischen Treibriemenweberei, wie der Baron ihn habe veranlassen wollen, schriftlich Ungünstiges über Grieger zu geben, das nicht ganz der Wahrheit entsprach: tut er's, so erfolgt Gehaltserhöhung, tut er's nicht, fliegt er hinaus. Rechtsanwalt Bahn hält dem Zeugen v. Kohl auch vor, daß er einmal Schecks auf Amerika unterschrieben habe, die feine Deckung hatten. Der Beuge bleibt vorläufig unvereidigt. Das Rätsel aber, wieso sich alle diese Grobe, Grieger und Blau von Kutister haben düpieren lassen, welche die Ohren spijte, wie wenn sie die Wichtigkeit ihres Auftrages begriffe. Die Fuchsstute wählte zwischen El- Mina, der Hafenstadt, und der oberen Stadt, Kubbe, die Straße, welche zur alten Stadt führt, ging über die Brücke des Kadischa, unseres heiligen Flusses, der durch Bescherre fließt und am Fuß der Zedern entspringt, betrat die Hauptstraße, an der die mit Waren wohlversehenen, von starkem Geschäftsverkehr belebten Fandaks" liegen und lenkte in eine schmale, auch von Menschen wimmelnde Gasse ein. Die Händler tamen ins Gedränge und rafften ihre Teppiche, Gewebe, Babuschen aus rotem Leder zusammen; denn alles breitete sich zu den Füßen unserer Pferde aus. Die Stute hielt vor einer Pforte, die unter einem vorspringenden Torbogen neben einem Brunnen lag. Hier löschte sie ihren Durst, wie wenn sie das so gewohnt gewesen wäre. ,, Gut," sagte Butros ,,, hier ist es." Wir durften jetzt nicht einfach umtehren, das hätte die Aufmertfamfeit auf uns gelenkt. Bir mußten unsere Kavalkade irgendwie erklären. Butros rief einen Händler heran, der, am Boden fauernd, mit beiden Händen seinen durcheinander geworfenen Basar zufammenlas. aus Atta?" Ist hier nicht das Haus des Abdul- Rajat- Bei- el- Osman Der Befragte nahm eine fniende Stellung ein, als bäte er um Entschuldigung, daß er feine Auskunft geben könne. Ich weiß es nicht, Herr." Wir hatten bereits einen Bolfsauflauf verursacht. Lun gern in den Städten des Orients nicht stets müßige Gaffer herum, die damit rechnen, daß die Erlebnisse anderer ihnen Berdienst oder zerstreuung verfchaffen? Ein langer Araber, der unter einem Burnus von Kamelfell von schmutzig weißer Farbe fast verschwand und einen grünen Turban, das Privileg aller Meffapilger, trug, trennte mit seinem Stab die Menge und gab uns mit wichtiger Miene Bescheid: Butros hielt plötzlich seine Stute an. Er betrachtete die Gegend mit den Augen des Landwirtes, und ihnen tat der Anblid dieser üppigen, wohlbewäfferten Kulturen wohl, der Anblick der schönen Gersten- und Haferfelder. Das Gebirge öffnete sich, um seine Flüsse herausschießen zu lassen, und die blühende, mit Ernten bedeckte Ebene sentte sich der Küste zu, die den Reichtum dieses fruchtbaren Bodens einzusaugen schien. Die Bedeutung des Seehandels trat mit ihrem Reiz plöglich in Erscheinung. Riesige Schafherden wurden von Hirten, Beduinen, die auf Kamelen ritten, vorwärts getrieben. Diese Tiere wiegten verächtlich, in rhythmischer Kadenz, ihre langen Köpfe. Die Herden waren ohne Zweifel bestimmt, auf Lastschiffen abtransportiert zu werden, um der Verpflegung Aegyptens oder Europas zu dienen; sie erfüllten einen Augenblick den Raum vor uns wie ein vorüberflutender Strom. Aber ich hatte fein Ohr für Butros bewundernde Ausrufe. Das Blau des Meeres gemahnte mich an die Augen Vamiles. Bei der Flußmündung stießen wir auf die große Straße, welche, dem Lauf der Küste folgend, in die unmittelbare Nähe Don Tripolis führt. Butros machte mir ein Beichen, daß nun unfere Schwierigkeiten begännen. Er streichelte Saima, I schroff ab: ,, Nein, Herr, das ist nicht sein Haus, sondern das von Omar- Bei- el- Hussein. Ich bin aus Atta und tenne ihn. Aber ich weiß, wo der wohnt, den du suchst, und werde dich gleich zu ihm führen. Er ergriff schon den Zügel Salmas. Butros wußte ihm für seine Dienstbeslissenheit feinen Dant und wies ihn Dienstag, 4. Mai 1926 löst in einem Satz die frühere Buchhalterin Kutisters, Fräulein George, die auch selbst auf Blaus Veranlassung für Kutister Gefälligkeitswechsel hatte unterschreiben müssen. Als sie gegenüber Blau ihre Zweifel in bezug auf diese Wechsel äußerte, meinte diefer: Keine Bank in Berlin hat Geld, nur die Stein- Bant." So jah sie aus. Fünf Selbstmorde innerhalb zweier Stunden. Die Statistik der Selbstmorde, in der wirtschaftliche und seelische Fall bereichert worden: Fünf Selbstmorde innerhalb nur zweier Nöte des Volkes furchtbar sich spiegeln, ist um einen grauenhaften Stunden. Infolge Arbeitslosigkeit vergiftete sich gestern nachWohnung in der Belziger Straße 48 in Schöneberg mit Leuchtgas. mittag gegen 1 Uhr der 45jährige Invalide Otto Rief in seiner Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Gegen 2 Uhr nachmittags des dritten Stocks des Hauses Schönholzer Straße 8 auf den Hof stürzte sich die 60jährige Ehefrau Diemer aus dem Flurfenster gerufener Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Zur gleichen hinab, wo sie mit zerschmetterten Gliedern liegen blieb. Ein hinzu58jährige Kaufmann Johannes Danner mit Leuchtgas. Auch Zeit vergiftete sich in seiner Wohnung Zehdenicker Straße 26 der hier waren Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg. Seine in Berlin wohnenden Angehörigen hatte er schriftlich benachrichtigt, und als Um 3 Uhr wurde in der elterlichen Wohnung in der GartenfeldGrund für seine Tat schlechten Geschäftsgang angegeben. straße 48 in Haselhorst die Hausangestellte Hildegard Gierte mit Leuchtgas vergiftet tot aufgefunden. Der Grund der Tat ift unbekannt. Kurze Zeit darauf erschoß sich in seiner Wohnung Brenzlauer Straße 42 der 36jährige Schneidermeister Walter Talch. Der Grund zu der Tat ist bisher noch unbekannt, dürfte versuchte sich im Schiffahrtkanal ein Mädchen zu ertränken, das aber in geschäftlichen Schwierigkeiten zu suchen sein. Weiterhin jedoch von Schupsbeamten im letzten Augenblick gerettet werden fonnte. Auch das Vorhaben einer Näherin im Norden Berlins, fich mit Leuchtgas zu vergiften, fonnte verhindert werden. Die Selbstmordkandidatin fand im Krankenhause Aufnahme. Der Lützow- Prozeß. In dem endlosen Lüzow- Prozeß ist nun endlich am Sonnabend der berüchtigte Fall Maschte zur Sprache gekommen, von dent diese ganze unerquickliche Gerichtsverhandlung seinen Anfang genommen hat. Wer weiß, ob nicht manche Prozeßwoche es ist dies bereits die zwölfte erspart geblieben wäre, wenn man diesent Fall als ersten vorgenommen hätte. Der für sein Alter nur gering entwickelte, zarte und blasse Junge, der selbst in der Hilfsschule nid; t mitkommen fonnte und deshalb nach 3offen gebracht worden mar, machte den Eindruck eines Knaben, dessen Aussagen jedenfalls nur mit Vorsicht aufgenommen werden dürften. Im Laufe der Verhand lung erklärte das Gericht auch, es nehme nicht an, der fleine Maschke sage bewußt etwas unwahres. Das Gericht wollte damit mehl gesagt haben, daß es ihm eine unbewußte Unwahrheit wohl outraue. Dieser Zeuge hatte insofern eine schwer belastende Aus lage gemacht, als er in der Voruntersuchung behauptet hatte, Lüzom hätte ihn veranlaßt, ihn unfittlich zu berühren. Die Demonstration, die der Junge im Gerichtssaal auf Lüzows Schoß vorführen mußte, rerursachte eine Spaltung unter den Sachverständigen. Die einen meinten, die Berührung sei in dieser Lage unmöglich, den anderen schien ihre Möglichkeit gegeben. Die Bernehmung der Mutter und des Kriminalkommissars Streve ergab, daß die ursprüngliche Aussage des Jungen eigentlich nicht von einer direkten unfittlichen Berührung bekundete, daß der Inhalt vielleicht aber durch die Ausfrager selbst in den Jungen hineinsuggeriert sein fonnte. Es bleibt nunmeh noch der Fall Weib. Dieferlegte und vielleicht schwerste Fall och der Fall Weiß. Dieser legte und vielleicht schwerste Fall tommt am 11. Mai zur Erörterung, Die Wohlfahrtspflege in Notstandszeiten. Die Not, die auf meiten Kreisen der unbemittelten Bevölkerung laftet, hat für die städtische Wohlfahrtspflege Berlins die Folge gehabt, daß ihre Ausgaben in dem jezt zu Ende gegangenen Rechnungsjahr 1925( Dom 1, April 1925 bis zum 30. März 1926 reichend) den Voranschlag um volle 4 Millionen Mart überschreiten mußten. Für viele Unterstützte mußten im Laufe des Jahres die Unterstützungsfäße erhöht werden, weil selbst die dürftigste Lebenshaltung von der fortschreitenden Ber= teuerung aller Lebensmittel und des sonstigen Bedarfs nicht verschont bleiben fonnte. Dazu fam, daß auch die Gesamtzahl der laufend unterstützten Fürsorgebedürftigen stieg, mas wiederum zu Mehrausgaben führte. Weiter hat auch die andauernd ungünstige Lage des Arbeitsmarktes und die weitreichende Arbeitslosigkeit die Inanspruchnahme der städtischen Wohlfahrtspflege gesteigert. Im ganzen Rechnungsjahr stellten sich die erforderlich gewordenen Mehrausgaben für Sozialrentner auf 256 100 m., für Kleinrentner auf 1 469 300 m., für sonstige Unter,, Unnötig. Ich brauche feinen Führer." ,, Du wirst es nicht finden. Es ist in der oberen Stadt." ,, Laß uns, fag ich; wir wollen erst später dahin." Und wir beeilten uns, unter den Verwünschungen der in ihren Geschäften gestörten Händler aus der engen Gasse zu tommen. Wir hatten alle Ursache, uns rasch zu entfernen, damit die neugierig auf uns gerichteten Blicke sich unsere Züge nicht genau einprägten, denn wir mußten zurückkehren und uns unauffällig in das abgelegene Haus einschmuggeln, um uns Vamiles zu bemächtigen. Aber meine Augen suchten hinter die Mauern zu dringen. Hinter dem Torbogen vermutete ich einen Gang; in diesem eine Pforte, welche ohne zweifel einen geräumigen, mit Marmor belegten Hof erschloß, in dessen Mitte sich ein Springbrunnen und an den Seiten Beete befanden. Die Gemächer des Balastes gingen auf den fühlen, blumengeschmückten Hof hinaus. Alle muselmanischen Häuser sind nach solchem Modell erbaut. Yamile lag um diese Abendstunde auf einem Diwan, in dem Patio, der mit Mosaiten geschmückt war; oder sie saß am Rand der Mastaba und warf lässig, wie jene, deren Glück erhaben über die Zeit ist, eine Jasminblüte in das fließende Wasser und verfolgte, als wäre es ein Abbild ihres Lebens, die langsam durch die zahllosen Mäanderlinien des Baffins mitgeführte Blume. So vergrößerte ich unablässig durch neue Frauen meinen Harem Don Chrar. Aber die Sehnsucht, sie selbst und nicht nur ihr Phantom zu erbliden, machte meine Lippen trocken wie lechzender Durst bei einem Ritt durch die Wüste. War ich, um diesen Durst zu löschen, bereit, dem fanatischen Butros bis zum Berbrechen Gefolgschaft zu leisten? Der Scheit Raschid- el- Hame hatte uns große Geldsummen eingehändigt es gibt feinen besseren Helfer als das Geld und einen Empfehlungsbrief an einen reichen Händler in Tripolis, der auch Maronit war und an den er Vieh verkauft hatte. Dieser Adib Saade empfing uns fürstlich in seinem Palast in El- Mina; das Haus vereinigte reizvoll europäische Bauart mit arabischen Kolonaden. Die Fenster meines Zimmers gewährten den Blick auf den Hafen. Lange Stunden sah ich dem Schiffsverkehr auf der Reede zu. Abends zeichneten sich die Masten scharf auf dem Gold des Sonnenunter ganges ab. Aber das Meer lockte mich nur, wenn es die Farbe von Damiles Augen annahm( Fortsetzung folgt.) 64 ftigte auf 2462 900 m., für Rriegsbeschädigte mb Striegerbinter bliebene auf 10 000 M.; das find zusammen 4 198 000 m. Trotz dieser leberschreitungen des Voranschlages ist noch viel Not unge= lindert geblieben. Der Magistrat beantragt jetzt bei der Stadt verordnetenversammlung die nachträgliche Zustimmung zu den Mehrausgaben. Es handelt sich nur noch um formelle Bewilligung. Das Geld ist längst aufgebraucht. " Freß- Richard, die Konfektionskanone". Für 10 000 Mark Hüte hatten Einbrecher in den Osterfeier tagen in dem Geschäft von Edard in Wilmersdorf erbeutet. Den Beamten blieb nicht verborgen, daß seit Ostern am Alexander= plaz und in der Grenadierstraße vieie Eckardt Hüte im Straßenhandel heimlich verkauft wurden. Es gelang ihnen jedoch nicht, an die Händler heranzukommen. Jetzt endlich aber wurde der Täter ermittelt, nachdem man auch zwei Händler erwischt hatte. Es ist ein Schlosser Richard Schönfisch, der schon seit drei Jahren von der Kriminalpolizei gesucht wurde. Schönfisch, ein Mann von 26 Jahren, mar feinem Einbrecher seinem wahren Namen nach befannt. Alle nannten ihn nur" FreßRichard", meil er eine Art Rekordeffer war und über einem guten Happen fogar Einbrüche versäumte oder auch die Konfet tionsfanone", weil er auch als Spezialeinbrecher auf diesem Gebiete den Reford hielt. Außer dem großen Huteinbruch fommen auf feine Rechnung noch eine ganze Reihe anderer, die in den letzten brei Jahren verübt wurden, ohne bisher aufgeklärt werden zu fönnen. Schönfisch wurde von den Beamten, die ihm ständig auf ber Spur maren, jezt endlich in einem Lotal in der Muladstraße beim Frühstück überrascht und ebenfalls festgenommen. Fünf Einbrüche fonnten ihm bereits nachgewiesen werden. In der Trunkenheit. Bused as Jugend auf Fahrt. Märkische Jugend- Herbergs- Werbewoche. In der Zeit vom 9. bis zum 16. Mai soll die diesjährige Jugendherbergsmode stattfinden. Es sollen Werbe tage werden, die die Mittel zusammenbringen sollen, um den Bau pon Jugendunterkunftsstellen in der Mark Branden burg zu fördern. Bekanntlich läßt sich die Organisation Deutsche Jugend herbergen nicht nur die Pflege des Wanderns unter der Jugend angelegen sein, sondern sie schafft durch ihre Zweigstellen auch erbergen an den schönsten Stellen des Landes, die der wandernden Jugend als Unterkunft und Stützpunkte für Wanderfahrten dienen. Der Zweigausschuß" Mark Brandenburg", zu dem Groß- Berlin gehört und dem auch der Verein Arbeiterjugend" an geschlossen ist, veranstaltete fürzlich eine Rundfahrt, bei der fünf der am schönsten gelegenen Herbergen besucht wurden. Von der schwimmenden Herberge an der Charlottenburger Brüde, die im vorigen Herbst auf den Namen des Oberbürgermeisters Böß ge tauft wurde, ging die Fahrt nach dem Werbellinsee. Hier In entsteht bei Altenhof die zurzeit größte märkische Herberge. idealer Gegend, mitten im Walde gelegen, mit großer natürlicher Spielwiese und einem herrlichen Badestrand ausgestattet, wird sie in etwa zwei Monaten someit fertig sein, daß 160 Wandervogel Nachtquartier finden fönnen. Hier wie auch in der Herberge beim Kloster Chorin stehen auch einige Räume für Altmanderer" zur Verfügung. Die Choriner Herberge ist auf den Grundmauern eines ehemaligen Gewächshauses, unmittelbar neben der befannten Klosterruine, entstanden. Die Mittel für den Bau brachten zu gleichen Teilen der Zweigausschuß, der Oberpräsident, das Ministe Ohne ersichtlichen Grund suchte der 25 Jahre alte Arbeiter rium für Volkswohlfahrt, die Stadt Berlin, der Kreis Angermünde Franz Lange aus der Ziethenstraße zu Neuföln in der Nacht und ein Darlehen aus der Hauszinssteuer auf. Schon älteren Da zu Sonntag in einem Lofal in der Brinz- Handjery tums ist die Herberge in dem landschaftlich hervorragenden Straße Streit anzufangen. Der Angetrunkene zog plöglich einen Repolper aus der Tasche, schoß auf den 53 Jahre alten Schmied altenberg. Dbmohl sie zu den fleinsten gehört, beherbergt Niedbalsti aus der Goethestraße und verletzte ihn durch einen fie doch alljährlich gegen 7000 Gäfte. In Freienwalde, dem Stedschuß am rechten Ellenbogen. Hierauf flüchtete märkischen Moorbab, hat die Stadt unter Beteiligung des Zweig Lange. Kurze Zeit darauf wurde der 32 Jahre alte Klempner ausschusses das Wohnhaus des verstorbenen märkischen Dichters 98 mit Karl 3eise angetauft und zu einem Heim umgestaltet. Eine Ringeisen vor dem Hause Steinmezstraße 9nbegreise Tochter des Dichters versieht hier das manchmal nicht leichte Stichverlegungen am Kopf und im Rücken aufgefunden. Auch ist von dem betrunkenen Amofläufer angefallen und niedergestochen Amt einer Herbergsmutter. Am Gamensee, einem der drei worden. Lange murde in seiner Wohnung verhaftet. Einen Seen des in landschaftlich reizvollster Lage gelegenen Gamengrundes, tödlichen Ausgang nahm ein Wirtshausstreit, der sich ist im vorigen Jahre eine einfache Unterkunftsstätte entstanden, die am Sonnabend um 5% Uhr in einem Lokal in der Buttmannstraße allein im Monat April von 1400 Gästen besucht wurde. zutrug Hier gerieten der Bauunternehmer Alfred Sydow cus der Reinickendorfer Straße 74 und der Juftigmachtmeister Hugo Roll vom Grünen Weg 11 miteinander in Streit. Im Berlaufe dieses Streites zog Roll seine Dienst pistole und gab auf Sydow einen Schuß ab, der ihn so schwer verlegte, daß er turze Zeit nach seiner Einlieferung in das jüdische Kranten haus star b. Der Revolverheld wurde von einem 12 Jahre alten Schüler verfolgt, der einen Schupobeamten auf ihn aufmerffam machte. Roll wurde festgenommen. Wie er behauptet, habe er in der Notwehr geschossen. Die ,, unparteiliche" Funkstunde. Der Arbeiterradioflub( Brenzlauer Berg) richtete, mie er uns schreibt, an die Berliner Funfftunde, Potsdamer Str. 4, das Er. suchen, die von ihm veranstaltete Berbevorführung am Sonnabend, ben 24. April, durch Rundfunk zu begrüßen, erhielt jedoch den Be scheid, daß die Funkstunde prinzipiell nicht mehr solche Veranstal tungen begrüßt. Die 250 Teilnehmer an dieser Werbeveranstaltung maren sehr empört, als am Sonnabendabend nach Bekanntgabe der Tagesnachrichten zwei andere Vereine durch Rundfunk be= grüßt wurden, und zwar der erste in Bosen und der zweite in Malmö. Hinzu kommt noch, daß der Herr Oberpostrat Thurn am 25. April 7.55 Uhr abends einen Vertrag hielt, in dem er ausdrücklich die Unparteilichkeit der Funtstunde hervorhob. Durch dieses Borgehen stellte der Arbeiterradioklub feft, daß von einer Unparteilichkeit der Funkstunde nicht die Rede sein fann, glaubt vielmehr, daß alle Veranstaltungen, die in dem Rufe stehen, von Arbeitern neranstaltet zu fein, von der Leitung der Funkstunde parteilich be= handelt werden. Maschineller Straßenbau in Berlin. In der Belle Alliance Straße arbeitet der erste Betonstraßenfertiger( Finisher, System Lakewood), den die AmbiWerte aus Amerifa herübergebracht haben. Dort find schon über 2000 solcher Maschinen in Benutzung, und man hat mit ihnen seit 10 Jahren etwa 60 000 Kilometer Straßen gebaut. Die Leistung der Maschine ist allerdings erstaunlich. Während bei Handarbeit 30 Meter pro Tag betoniert werden können bewältigt sie 250 Meter. Arbeitet auch noch der zu der Maschine gehörige amerikanische Betonmischer mit, fönnen 4-5 Arbeiter in 4 Tagen einen Kilometer fertigstellen, was eine Ersparnis von 12000-15 000 Mart pro Kilometer bedeutet. Die Maschine hat drei Arbeitsgänge, das Verteilen der Betonmassen, das Stampfen und das Glätten. Die Schie nen, auf denen der Finisher fährt, fassen bis 9 Meter Straßenbreite. Der Beton ist so fest, daß man schon wenige Minuten nach dem Stampfen die Fläche ohne Schaden betreten fann. Hoffentlich ist dieser erfreuliche Anfang der Mechanisierung im Straßenbau ein Anstoß zu weiteren Neuerungen. Die Arbeiter, die für die Be tonierung nicht mehr nötig sind, denn die Maschine bedient ein Mann, fönnen zur Heranschaffung von Material und zum Legen der Schienen benutzt werden. Nicht beiseite stehen, sondern mitkämpfen. Am Sonntag, den 2. Mai, veranstaltete der Kreisverein Friedrichshain" des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung einen gut gelungenen Werbeumzug. Die umliegenden Kreisvereine und die Jugendgruppe Charlottenburg des Reichsbanners hatten Fahnenabordnungen mit den Musikkapellen entsandt. Auch die Parteigenossen beteiligten sich mit Fahnen an der Veranstaltung. In vielen Straßen, besonders im Stralauer Vierel hatten die Anwohner schwarzrotgold geflaggt. Auf dem Rudolfplatz hielt Landtagsabgeordneter Richter( SPD.) eine kurze Ansprache. Er führte aus: Drei Worte müssen immer wieder hinausgerufen werden: Schüßt die Republik! Die Gegner versuchen, die Republit mit allen Mitteln zu bekämpfen und zu beseitigen. Ein großer Teil der Volksgenossen fei gefühlsmäßig Republikaner, glaube aber damit seine Pflicht getan zu haben. Republikaner sein heiße aber, sich als politisch denkender und handelnder Volksgenosse zu fühlen und zu betätigen. Nicht beiseite stehen, sondern mittämpfen ist Sinn und Geist der Republik. Beim kommenden Boltsentscheid sei es Pflicht eines jeden Mannes und jeder Frau, sich in die republikanische Kampffront einzureihen und alles zu tun, um die Millionen erforderlicher Stimmen zu gewinnen. Borwärts in den Kampf, zum Sieg gegen die Fürsten! Mit einem dreifachen Frei heil auf die deutsche Republik fand die Kundgebung ihren Abschluß. Bestätigung der Stadträte in Kreuzberg. Der Streit um die unbefoldeten Stadträte im Berwaltungs. begirl Kreuzberg, auf beren Bestätigung der Oberpräfident so lange marten ließ, ist nun endlich beigelegt. Der Oberpräsident hat jezt den von Deutschnationalen erhobenen Einspruch gegen die Wahl zurüdgewiesen und die Gewählten bestätigt, so daß fie in ber nächsten Sigung der Bezirksversammlung in ihr Amt eingeführt werden sollen. Fast fünf Monate hat es, gedauert, bis der Oberpräsident sich diesen Entschluß abringen fonnte. Da von den fechs Stadträten die Bürgerlichen nur einen bekommen( bisher hatten sie brei), so ist es dem Pfarrer Koch und seinen Deutic nationalen nachzufüblen, daß die Bestätigung bei ihnen leine bejonbere Freude auslöft. So schließt sich der Kranz der märkischen Jugendherbergen um die Großstadt Berlin. In den letzten vier Jahren sind unter tätigſter Mitwirkung des Jugendamtes der Stadt nicht weniger als 130 Serbergen entstanden und es sollen noch 100 solcher Jugend ftätten dazu kommen. Für die Benuzung ist die Mitgliedschaft in einem Verein, der dem Zweigausschuß angeschlossen ist, oder eine Einzelmitgliedschaft Voraussetzung. Die lettere fann man für den jährlichen Mindest beitrag von 3 Marf erwerben. Dafür bieten die Herbergen eine Nachtunterkunft für ganze 20 Pfennige und eine Berpflegung für einen Preis, wofür fie feine Hausfrau herstellen fann. Neben den Schlafsälen haben die Herbergen Rochgelegen heiten und Tagesräume, die künstlerisch ausgestattet sind und mit ihren Stilmöbeln, alten Defen und Beleuchtungsförpern der Bhantafie der jugendlichen Wanderer weitesten Spielraum laffen. Der Werbewoche ist der beste Erfolg zu wünschen. Die 7. Kinderlesehalle. In den neuen Räumen der 1. Boltsbücherei, Stallschreiberstr. 54, hat die Stadtbibliothel eine Kinderlesehalle eingerichtet. Sie wurde am Montag eröffnet. Kinder waren eingeladen und sangen in dem freundlichen, frisch angemalten Zimmer mit grazer Freude ihre Lieder und hörten die Märchen, die Fr. Gronau lae. Die Lelehalle birgt 70 Kinder und hat Platz für etwa 2000 Bände; der borgliglich ausgewählte Bestand beträgt 650 Bücher. Hoffentlich ist der Befuch fo rege, wie Raum, feine Ausstattung und die in ihm tätigen Sträfte lohnen. Die Voltsbücherei selbst soll im Herbst fertig gestellt werden. Genosse Wilhelm Abraham, Magstr. 14, feiert am 4. Mai den Tag der goldenen Hochzeit. Bis in sein hohes Alter bat er der Partei als Funktionär( Bezirksführer, Abteilungskassierer. Abteilungsleiter) gedient Auch heute noch hängt er mit Leib und Seele an der Partei. Auch seiner Gewerkschaft, deur Solzarbeiter berband, hat er in der Agitation vortreffliche Dienste geleistet. Dem Jubilar und feiner Gattin gelten unsere herzlichsten Wünsche. Der Wasserfall im Bifforiapart auf dem Kreuzberg ist mit dem 1. Mat. b. J. wieder in Betrieb genommen worden. Infolge Der erheblich eingeschränkten Mittel für die Betriebskosten ist es aurzeit nicht möglich, den Wasserfall täglich laufen zu laffen. Die Betriebszeiten sind vorläufig wie folgt festgelegt: Mai: Mittwochs, Sonnabends und Sonntags von 12-7 Uhr nachm. Im Juni und Juli: Mittwochs, Sonnabends und Sonntags bon 1-8 11br nachm. Im Auguft und September: Mittwochs, Sonnabends und Sonntags von 12-7 Uhr nachm. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche ihre Sigung am Donnerstag um 8/45 Uhr. Auf der Tagesordnung steht unter anderem schon die zweite Beratung einiger Kapitel des Stadthaushaltsplanes, bie vom Haushaltausschuß bereits durchberaten worden sind. | Wanderungen für erwerbslose Jugendliche. Die Tagesheime für die erwerbslosen Jugendlichen im Bezirk Neukölln sind in dieser Woche bis Donnerstag geschlossen. Alle Jugendlichen, männliche und weibliche, befinden sich auf einer Die männlichen Jugendlichen fünftägigen Wanderung. haben in der Rheinsberger und Stechliner Jugendherberge Standquartier bezogen und machen von dort Tageswanderungen in die herrliche Umgegend. Die weiblichen Jugendlichen sind in der Jugendherberge Fontanehaus in Klein- Köris untergebracht und erfreuen sich an den Schönheiten der Dubrowjoriten und der Teupizer Seenplatte. Ale an der Wanderung beteiligten Jugendlichen erhalten während derselben volle Verpflegung. Insgesamt werden täglich 220 bis 250 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren betreut und verpflegt. Verabfolgt mird täglich eine und zwei warme Mittagsmahlzeit und nachmittags Kakao Schrippen. Unter der Leitung pädagogisch geschulter Kräfte ist für Unterhaltung und Weiterbildung der Jugendlichen in jeder Beziehung Sorge getragen. Bildende und belehrende Borträge auf allen Wissensgebieten mechseln ab mit Theatervorstellungen, Konzerten. Filmvorträgen, Museumsführungen und sonstigen Veranftaltungen. Der förperlichen Ertüchtigung ist Rechnung getragen durch die Ausübung von Spiel und Sport, Wanderungen und gemeinsamen Badetagen. Erholungsbedürftige Jugendliche werden auf fechs Wochen in den städtischen Erholungsheimen Scheuen und 3offen untergebracht. Bis jetzt sind insgesamt 72 Jugendliche mit gutem Erfolg verfchidt morden. Gewichtszunahmen bis zu acht Pfund und Erweiterung des Bruftumfanges von zwei bis vier Zentimetern sowie bedeutende Hebung des Allgemeinbefindens konnten durchweg festgestellt werden. Auf Beschluß des Magistrats der Stadt Berlin wird die Notstandsaktion für die erwerbslosen Jugendlichen zunächst bis 31. Mai 1926 durchgeführt. 50 Proz. Fahrpreisermäßigung für Jugendfahrten. Die Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft hat beschlossen, die im vori. gen Jahr auf 33% Proz. herabgesezte Ermäßigung für Jugendfahrten ab 1. Mai wieder in altem Umfang zu gewähren. Von diesem Tage ab erhalten die anerkannten Jugendpflegeorganisationen wieder die 50 prozentige Ermäßi gung auf den Fahrpreis 4. Klasse. Im Einvernehmen mit dem Reichsministerium des Innern, den Länderregierungen und den Spißenorganisationen der Jugendpflege und Leibesübungen ist eine Neuregelung für die Ausgabe der Berechtigungsscheine befchloffen worden, die einen Mißbrauch der Fahrpreisermäßigung verhindern foll. Bis zur Durchführung diefer Neuregelung bleiben die alten 2 u smeistarten in Gültigkeit. Die Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege feilt mit: Einige Berliner Bahnhofsvorsteher haben den Jugendpflegeorganisationen die Gewährung von Fahrpreisermäßigung abge. lehnt mit der Bemerkung, daß die alten Berechtigungsscheine leine Gültigkeit mehr hätten. Die Beamten befinden sich im Irrtum. Laut Bekanntmachung der Reichsbahngesellschaft gelten die bisherigen Berechtigungsfarten bis auf weiteres fort bis neue Bekanntmachung ergangen ist. des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3, statt. Karten zum Breise von 50 Pfennig, sind im Bureau des Bezirksbildungsaus ichuffes, Lindenstr. 3; in der Dietzbuchhandlung. Lindenstr. 2; im Bigarrengeschäft Horsch. Engelufer 24 25; im Tabalbertrieb GEG, Inselstr. 6; beim Berband der Graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstr. 1, und in den Borwärtsexpeditionen erhältlich. Zusammenbruch eines rheinischen Bankhauses. Unterschlagungen der Inhaber.3 millionen Gesamtschuld. Bei dem in Westdeutschland weit bekannten Bankhaus Louis Hagen in Bonn, dessen Inhaber Louis David fürzlich geftorben ist, ist festgestellt worden, daß der Verstorbene und sein Neffe Otto David sämtliche Depots unterschlagen und verbraucht haben. Es handelt sich hierbei um Werte in Höhe von 300000 Reichsmart. Die Gesamtschuld des Bankhauses beläuft sich auf mindestens 3 Millionen Reichsmart, denen Außenstände im Gesamtbetrage von mur 150 000 Reichsmart gegenüberstehen. 3ahlreiche Kleinrentner haben ihre legten Bermögensreste verloren. Auch das Vermögen der israelitischen Gemeinde, deren Borsteher der Verstorbene war, ist verschwunden. Es wird allgemein angenommen, daß David feines natürlichen Todes gestorben ist, fendern durch Selbstmord endete. Der Bankier Otto David, der ins Ausland geflohen mar, wurde am Sonnabend in Zürich verhaftet. Die Auslieferungsverhandlungen sind eingeleitet. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Gymnastikfurfus heute, Dienstag, 7% Uhr, Jugendheim Lindenstr. 3. REGLERUSSERLEFESHUSET Wander- und Spielleiter! Donnerstag, 6. mai, 18 Uhr, im Reichensaal der Schule Rochftr. 13. Lichtbilbervortrag: Märkisches Wandern". Referent: Genoffe Willi Beiersdorf. Aussprache über Wandern und Spielen. Alle Gruppen milffen vertreten fein.. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Die Städtische Oper Charlottenburg veranstaltet anrSonnabend, den 8. Mai, 7 Uhr abends, eine Aufführung von Webers romantischer Oper" Der Abteilungsmitgliederversammlungen heute, Dienstag, 7% Uhr: reischüs". Karten zum Preise von 1,50 M. find noch in den bekannten Verlaufsstellen zu haben. Freie fozialistische Hochschule. Die Freie sozialistische Hochschule veranstaltet im Rahmen ihrer Vortragsreihe als letzten in diesem Semester einen Vortrag von Frau Professor Dr. Anna Siemsen, Jena, über: Proletarisches oder bürgerliches Bewußtsein in der Literatur". Der Vortrag findet am nächsten Sonnabend, den 8. Mai, abends 7 Uhr im großen Saal Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 4. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.45 Uhr nachm.: Stunde mit Büchern. Aus Klabunds Schriften. 5-6.30 Uhr nachm.: Konzert. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 7.30 Uhr abends: Dr. Rich. H. Stein: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper am Königsplatz am 5. Mai. 7.55 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abt. Volkswirtschaft. Dr. M. J. Bonn: Weltwirtschaftliche Neubildungen. 8.30 Uhr abends: Tanzrhythmen. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. Einleitende Worte: Alfred Schattmann. 1. Delibes: Aus der Suite Le roi s'amuse": a) Pavane, b) Passepied. 2. Gluck: Gavotte. 3. Mozart: a) Menuett aus der Oper Don Juan, b) Menuett aus der Es- Dur- Sinfonie. 4. Tschaikowsky: Polonase 6. R. Strauß: Rosenkavalierwalzer. 7. Neueste Tanzrhythmen: aus der Oper„ Eugen Onegin". 5. Lanner: Schönbrunner Walzer. a) Matschiche, b) Onestep, c) Foxtrot, d) Tango, e) Boston. ) Shimmy, g) Blues, h) Charleston. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 3-3.30 Uhr nachm: C. M. Alfieri und Fräulein van Eyseren: 3.30-4 Uhr nachm.: Ministerialrat Dr. Spanisch für Anfänger. Löffler: Einordnung der höheren Schule in das gesamte Schulder Hochschule", 4-4.30 Uhr nachm.: Ministerialrat Dr. Löffler: wesen. insbesondere ihr Zusammenhang mit der Volksschule und Die Lehrer an den höheren Schulen. 5-5.30 Uhr nachm.: Frl G. van Eyseren:„ Bilderbücher von Tieren und Pflanzen. 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Berlin. Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Str. 2. Wedding/ Nord: Schule Müllerstr. 48. Nordoft I: Jugendheim Neue Königstr. 21. Nordoft 11: Jugendheim Danziger Str. 62, Brenzlauer Borstadt: Schule Danziger Straße 23. Senefelder- Viertel: Schule Eberswalder Str. 10. Schöneberg I: Schöneberg II: Jugendheim HauptJugendheim Rubens Ede Hauptstraße. ftraße 15. Steglig 1: Jugendheim Albrechtstr. 47. Reutönn I( Reuter plag): Sugendheim Sander Ede Sobrechtstraße. Neukölln III( Serfurth plak): Jugendheim Schule Weissstraße. Treffen 28 Uhr auf dem Schulbe Neukölln IV( Körnerpark): Jugendheim Schierkeftr. 44.- Reinickendorf- Dit: ,, Seebad", Residenzstraße. Buchholz: Lokal von Roffed, Sauptstr. 71. Niederschönhausen: Schule Blankenburger Str. 69. Bankow: Jugendheim Breite Str. 32. * Schönhauser Borstadt I: Schule Jbfenstr. 17. Bortrag: Rörperfultur". Diten Fr.- B.: Jugendheim Rigaer Str. 103. Funktionärkung. Diten B.- B.: Augendbeim Cbertustr. 12. Funktionärsikuna. Saflenheide und Zuisenstadt: Jugendheim Bärwaldstr. 64. Vortrag: Bub und Mädel".- Suboft R.- B.: Beim Genossen Seldt, Reichenberger Str. 86, Funktionärfikuna. Südwest: Jugendheim Belle- Alliance- Blak 1, Literaturabend: Frühlingsinrit". CharLottenburg: Jugendheim Rosinenitr. 4. Aussprache über beide Maifeiern. Sport. " Fünf Trümpfe auf der Olympia- Radrennbahn. Der nächste Renntag der Diympia Rabrennbahn findet am Sonntag, den 9. Mai, ftatt und bringt wieder ein ganz vorzügliches Programm. Für die drei Dauerrennen des Tages sind der Matador der Diympia Rabrennbahn Balter Sawa II, unser deutscher Meister Karl Salbow, Karl ittig. Franz Krupiat und der französische Beltrefordmann Brunier, ber biermit zum ersten Male in Berlin an den Start geht, verpflichtet. Die Dauerrennen führen über 10 und 20 km jomie über eine Stunde. Fliegerrennen für Berufsfahrer vervollständigen das Pros gramm. Die Rennen beginnen um 4 Uhr. Geschäftliche Mitteilungen. Lachender Sonnenschein lodt fest alt und fung hinaus in pas faftige Grün. Bei den Wanderungen leiften Maggis leischbrühmiirfel, die mit bestem Fleischertrakt und feinften Gemüseauszügen aufs forgfältigfte hergestellt finb. vorzügliche Dienste. Nur durch Auflösen des Bürfels in 4 iter tochendem Waffer erhält man augenblidlich feinfte leischbrühe, die beint Vicnic im Walde munderbar erfrischt und ausgezeichnet mundet. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. perb.) Seiter bis wollig, troden, sehr rüht. Für Deutschland. Bon Nordaft nach Südwest fortfreitende weitere Abtühlung. Ueberall heiter bis wollig und troden 13 Arbeiter Sport Eine Mahnung! Tausende funger Menschen haben kürzlich die Schule verlassen. Sie werden damit der Kinderzeit entrissen und hineingezogen in den Strudel des Lebens. Der Spielplay, auf dem sie den freien Nach mittag perbringen durften, muß plöglich mit der Werkstatt, dem Fa briffaal, dem Bureau vertauscht werden. Damit wächst die Gefahr, daß der Körper des jungen Menschen, der von nun ab in die Be ruf sarbeit eingespannt ist, vernachlässigt wird, weil er von der Arbeit zu sehr ermüdet ist. Der berufstätige Mensch braucht gerade in seinen Entwidlungs jahren unbedingt einen Ausgleich für seine Atmungsorgane, die in ſtickiger Fabrifluft tagsüber zu leiden haben, für seine Muskeln, die vielfach untätig verfümmern müssen, für seinen Knochenbau, der an der Maschine allerlei Berfrümmungen ausgejezt ist. Eine ausgleichende sportliche Betätigung in der Freizeit ist daher für den schulentlassenen, ins Berufsleben eingetretenen jungen Menschen ganz besonders wichtig. Die Arbeiter Turn: und Sportvereine haben diese gesund heitsfördernde Aufgabe des Sports von jeher erkannt und ihren umfangreichen Turn, Spiel und Sportbetrieb dementsprechend ausgestaltet. Jeder, Junge oder Mädel, foll dadurch gleichzeitig die Möglichkeit haben, nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen die Leibesubungen zu pflegen. Eltern und Erzieher! Seid in den nächsten Wochen der euch anvertrauten Jugend Führer und Berater auf diesem Gebiete. Weist die Jugend, die aus der Schule ins Leben stürmt, hin auf die Arbeiter- Turn und Sportvereine, mo sich jedem Gelegenheit bietet, ganz wie es ihm zusagt, dem Sport zu huidigen und Jeinen Körper zu stählen und zu stärken. Keinen Sport gibt es, den der junge Arbeiter, die junge Arbeiterin nicht im Rahmen der Arbeitersport. bewegung pflegen fönnte. Ber dem Fußballsport huldigt, findet allerorten Arbeiter Fußballvereine;, wer gern schwimmt, rudert oder fegelt, hat überall die Gelegenheit, in Arbeiter- Schwimm. oder Bassersportvereinen sich an feinesgleichen anzuschließen. Für Turnen und leichtathletische Leibesübungen findet sich in jeder Stadt, nahe zu in jedem Drt reichlich Gelegenheit in einem Arbeiterverein. Die Stätte, wo der junge Arbeiter und die junge Arbeiterin Sport zur Pflege des Körpers und als Abwehr gegen die gesundheitsschädlichen Berufsgefahren treibt, ist, deffen möge sich jeder bewußt sein, ein Arbeiter Sportverein. Schwerathletikkämpfe. Im Moabiter Gesellschaftshaus fanden fürzlich die Meisterschaftsfämpfe des AUB., Gau 2 Mitteldeutschland, statt. Es ging um die Meisterschaften im Heben, Ringen und Boren. Im Ringen traf die hervorragende Ringermannschaft des SC. Beroling mit der Sportlichen Bereinigung 98, Guben", zusammen. Auf beiden Seiten wurde hart gefämpft, aber bald zeigte es fidh. daß Berolina die besseren Ringer in seinen Reihen hatte. Berolina fonnte schließlich mit einem Bunftsieg von 9: 5 über die Gubener triumphieren. Im eben murde der Sportklub Lichtenberg Friedrichsfelde mit 340,5 Bunften vor SC. Chemniß mit 303,3 Bunkten und SC. Forst mit 261,4 Punkten Meister und Sieger. Besondere Anerkennung verdient die Leistung des Schwergewicht lers Kehr, Lichtenberg, der beidarmig 200 Pfund riß und 269 Bfund frei umsetzte und stieß. Schließlich trafen bei den Borkämpfen der SC. Eichenfranz, Leipzig, und der SC. Lurich 02, Berlin, aufeinander. Die Leipziger lieferten gute Beweise ihres Könnens und zeigten sich als äußerst faire, aber auch als gewandte Borer. Die Lurich Leute, die schon in besserer Berfaffung in den Ring fliegen, mußten es sich gefallen laffen, von den Leipzigern mit 10: 6 geschlagen nach Hause geschickt zu werden. * Zu einem Klubkampf trafen sich die Sportliche Bereinigung Nordost und der SC. Armin in der Trainingshalle Christburger Straße. Sämtliche Kämpfe wurden durchweg flott geführt, und Nordost konnte wiederum, wie des öfteren, über gleichwertige Gegner erfolgreich bleiben. Bon den Nordost- Kämpfern zeigten Ropp, Stange und Krüger wieder Glanzleistungen. Armin hatte im Leichtgewicht in Schmidt und im Fliegengewicht in Müller einen erfolgreichen Bertreter. Die Gegner trennten sich mit 8: 4 Bunften für Nordost. An die Bereine des 1. Kreises. versuchte nämlich mit allen Mitteln, uns an den Maktabi anzufchließen und verhängte sogar einen Boykott gegen uns. Wir haben den Bontott mit Hilfe unserer arabischen Genossen überstanden und find Sieger geblieben. Nach faum zweijähriger Lätigkeit haben wir legt in folgenden Ortschaften unsere Bereine, welche alle den Namen Hapoel( d. h. der Arbeiter) tragen: Jerusalem, Tel- Amin, Haifa ( mit eigenem Sportplag), Afule, Tel- Josef( mit eigenem Sportplay), Sichron. Jakob, Gimath. Ada, Balfuria( mit eigenem Sportplan), Betach Tikwah, Jadzur( mit eigenem Sportplay), Merchawia und Daganiah. Diese Bereine beschäftigen sich zurzeit mit Turnen, Leichtathletik und Fußball, somie Handball für Arbeiterinnen. Bir find erst am Anfang unserer Arbeit und suchen jetzt Anschluß an die Arbeiter Sportinternationale, damit wir eine Basis für unseren Bestand haben." Gedächtnisschwäche bei der Roten Fahne". Die Leute in der Roten Fahne" finden es fomisch, daß zu dem Internationalen Arbeitersportfest in Wien im Juli d. 3. auch das Reichsbanner eingeladen ist. Die Ahnungslosen finden das so merkwürdig, daß sie sogar darüber schreiben und fragen, warum nicht auch der Rote Fronttämpferbund" dabei sein darf. Wir erlauben uns die Gegenfrage, wer denn in Desterreich die Roten Frontfämpfer einladen soll? Bekanntlich gibt es in der österreichischen Arbeiter Turnorganisation so menig Kommunisten, daß sie mit dem bloßen Auge faum erkennbar sind. Im übrigen sollte man auch in der Reten Fahne" wissen, daß die Mitgliedschaft im österreichischen Republikanischen Schußbund" gleichbedeutend ist mit der Mitglied fchaft im Arbeiter Turnbund und umgekehrt, Will die Rote Fahne im Ernst verlangen, daß sich der Republikanische Schußbund die deutschen tommunistischen Roten Frontfämpfer einlädt? " Jiu- Jitsu- Turnier im Bantamgewicht. " am Die Sportliche Vereinigung Nordost" Vereinigung Nordost" veranstaltete Sonnabend in ihrem Trainingsquartier in der Turnhalle Chrift burger Straße ein Jiu- Jitsu- Tunier im Bantamgewicht, offen für sämtliche Vereine des Arbeiterathletenbundes. Ron 31 gemeldeten Konkurrenten erschienen 25 Wettstreiter am Start, und zwar Mitglieder aus den Bereinen Sportliche Bereinigung Nordost", Jiu- Jitsu- Vereinigung Johannisthal( eine Zweigabteilung der Sportlichen Bereinigung Nordost""), der Jiu- Jitsu- Vereinigung Neukölln, Sportverein Saron( Brandenburg), und SC. Libertas". Wie vorauszusehen war, wurde mit einer ungewöhnlichen Härte getämpft und die Kämpfer arbeiteten mit allen Finessen, um den egner zur Aufgabe zu zwingen. 43 Baarungen maren zur Ermittlung des Endergebnisses nötig. Auf zwei großen Matten murde zu gleicher Zeit gerungen. Jeder Kampf ging über je zweimal fünf Minuten mit einer kurzen Bouse. Insgesamt verliefen 27 Kämpfe unentschieden. Besonders Mitglieder der Sportlichen Bereinigung Nordost" zeigten sich als famose Technifer und ihre lleberlegenheit brachte ihnen den verdienten ersten Play im Turnier. Die 3meigabteilung Johannisthal entfandte mehrere gute Kämpfer; aud) Reukölln hatte in seinen Reihen durchaus ernst zu nehmende Biu Jitfuer, die ihr Können miederholt unter Beweis stellten. Wolf( Nordost"), Zwiebler„ Nordost") und Günther( Johannisthal") lieferten mithin die technisch besten und spannendsten Rämpfe. Die Beran ſtaltung tann als ein voller Erfolg in der Jiu- Jitsu- Bewegung der Arbeitersportler gebucht werden. Ergebnisse: 1. Wolf( Mordoft), pier Siege in 17.20 min. 2. Günther( Je hannisthal), drei Siege in 20,00 Min. 3. Amiebler( Morboft), zwei Siege in 5,28 Min. 4. Finniger( Nordoft), awat Slege in 7.23 Min. 5. Lorena( Li bertas), awei Stege in 14,58 Min. Arbeitersport- Werbetage. Der Geschäftsführende Ausschuß des Kartellverbandes für Arbeiter port und Körperpflege bittet um Befanntgabe folgenden Aufrufs: Auf Beschluß der Reichstartell- Kon ferenz" im November 1925 in Leipzig finden in der Zeit vom 6. bis 13. Juni in ganz Deutschland die Werbetage der ArbeiterSportfortelle statt. Für Berlin ist in dieser Zeit die Turnund Sport- Berbewoche" der gesamten Arbeiter Sportlerschaft vorgesehen. Sämtliche Arbeiter- Sportfartelle in den 20 Berwaltungsbezirfen der Stadt sind schon in voller Tätigkeit, um in ihrem Bezirk die Arbeiter- Sportbewegung der Arbeiterschaft vorzuführen. Am Sonntag, den 13. Juni, finden dann die Bezirksveranstaltungen im Stadion Grunewald mit dem Reichs Arbeiter Sport tag" ihren Abschluß. Wir laden heute schon die Arbeiterschaft Groß- Berlins ein, sich die Beranstaltungen in den Bezirken anzu Massenaufmarsch an Kindern, Frauen und Männern jeglicher Sportart. Näheres hierüber wird noch bekanntgegeben. Wir bitten alle Arbeiterparteien und Gewerkschaften für den 13. Juni teine größeren Veranstaltungen zu treffen, um sich restlos an der Beranstaltung ihrer Arbeitsbrüder in den Sportorganisationen im Stadion Grunewald beteiligen zu können. # Um die Bundesfußballmeisterschaft. Sangfam neigen fich die Spiele um die höchste Ehre, die Bundes. meiterfchaft, ihrem Ende entgegen. Berlin, der 1. Kreis, hat auf feinem lekten Kreistag hefchloffen, nicht mehr an den Spielen teilzunehmen. Go blieben im Ostdeutschen Verband noch Bommern( 15. reis), Laufik ( 16, Kreis) und Ostpreußen( 12. Kreis) übrig. Nachdem Stettin- Nemig in Forst von Süden die gerade nicht fanfte Niederlage von 10: 1 erhielt, spielten am Sonntag wieder in Forst der Vertreter des 12. Kreifes Bonarth- Königs. berg und Forst- Süden um die Ostdeutsche Verbandsmeisterschaft. Bonarth, die noch pom vorigen Jahr aus dem Spiel gegen Stralau den Berlinern bekannt fein dürften, verloren unverdient nach Spielverlängerung mit 3: 2. Bis auc Pause führte Banarth noch mit 2: 1, trotzdem fie schon au Beginn des Spieles einen Spieler durch Unfall verloren, Kurz vor der Pause mußte noch ein Spieler ausfcheiden. Auch nach der Bause mar Bonarth ständig überlegen. Frit 4 Minuten vor Schluß errinat Forst den Ausaleich. Die Spielverlängerung brachte dann in der 5. minute das ficgreiche Tov für Gülden, Forst- Silden vertritt fomit den Ostdeutfchen Spielverband in den Meisterschaftsspielen. Der Mitteldeutsche Verband wird wieder durch den Bundesmeister Dresdener Sportverein 1910 vertreten, der beeits sein Vorrundenspiel gegen Bochum- Laen abfolviert hat. Mit 5: 3 unterlagen die Bochumer, denen es in den Spielen um die Nordwestdeutsche Meisterschaft aclana, die Bremer Wefer mit 9: 1 au fchlagen. Am 9. Mai treffen fich nun im zweiten Vorrunden fpiel in Nürn bera ber Bertreter Süddeutschlands Nürnberg- Schmeinau und Norft- Süden. Ob es den Forsten gefinat, die Nürnberger au schlagen, ist sehr fraglich. Die bann am 30. Mai mit dem Dresdener Sportverein in Dresden zum Endspiel um die Bundesfußballmeisterschaft. größere Chance hat zweifellos Nürnbera. Der Sieger diefes Spiels trifft fid Handball. Der pergangene Sonntag Todie viele Spaziergänger nach hem Friedrichs hain, auf deffen Sportplak bie intereffante Begegnung im Sandball: Leipzig Dit I gegen Sparta- Berlin I ftattfinden fallie. Um die Barrieren drängten fich viele Zuschauer, Beibe Mannschaften stellten sich pozählig dem Schiebsrichter. Gleich nach dem Anpfiff drüdte Sparta auf das Leipziger Tor. Säufige Forbefuche bringen jedoch nichts Rählbares ein. Die Mehrzahl der Schüsse, au hoch geworfen, landen im Aus. Auch die gute Deckung der Leipziger Verteidi guna verhindert den Erfolg, Leipzig zeigt aute Durchbrüche, deren einer in ber 22. Minute zum Tore führt, da die Sparta Berteidigung zu meit aufgerüdt ift. Nach der Baufe läkt das Tempo merklich nach. Sparta, fcheinbar fehr ermüdet, vernachläffiat jest das Stellungsspiel und verliert daher oft den Ball an den Geaner. Leipsia hat jekt mehr vom Spief, Während sie noch zweimal der übereifrigen Stürmer fomie unplazierte Bürfe verhindert, fa bak fie fich. zum Erfolge tommen, werden bei Sparta Tormöglichkeiten durch Abseitsstellung eigentlich unverdient, mit 0: 3 gefchlagen bekennen mußten. MSB.- Hoden. der Freien Turnerschaft Groß- Berlin- Norben II, 1. Mannschaft, gegen Fichte 10. Bon den für den geftrigen Sonntag angefesten Spielen faun nuz das Spiel 1. Mannschaft, zum Austrag, welches Wichte mit 0: 8 verlor. Wichte hat ickt piel junge Spieler eingestellt und dürfte nach intenfivem Training und ErTernung befferer Stødtechnik eine beachtenswerte Mannschaft abgeben. Bei Groß- Berlin fab man nicht das gewohnte füffige Spiel, Auch diefer Manne fchaft tut Auffrischung sehr not! In dem bedeutenbften Treffen des Tages: Fichte- Best gegen ATB. Bankow, aoa es die als Meister der Gruppe bezeichnete Fichte- Best- Mannschaft vor, nicht anzutreten. Dem Serienergebnis nach ist nun Grok- Berlin Spikenerster. Was nun? Auch der Sportverein Moabit zeigte dies unsportliche Benehmen und Tiek feinen angefesten Gegner Roland vergeblic marten. Nennt man das Propaganda für den Sodenfport? Die verfekten Bankower gaben dann einer Lichtenberger ASC.- Mannschaft ein Gesellschaftsfpiel und gewannen 6: 1. 3n einem vorher ftattgefundenen Freundfchaftstreffen AGC. II gegen Lichtenberg fombiniert fieate Lichtenberg mit 8: 1. Sodenspiel Freie Zurnerschaft Schönholz I gegen Leipzig- Dit 1 212( Salbzeit 1: 0). Am Sonntag ftanden fich in Schönhola obige Gegner im Freund fchaftsfpiel gegenüber. Es war ein gutes, schnelles Spiel, Bas Schönbola an Technit noraus hatte. machte Leipzia durch Eifer und Schnelligkeit wieder gut. Beim Stande von 2: 0 gelang es Leipsia, in furzen Abständen durch Teidyt finniges Spiel der Schönholzer Sintermannschaft 3 Tore nachzuholen, Borher fpielten Leipzig- Dft II gegen Schönhols II 3: 1. Leipzig- Oft Frauen gegen Schönholz Frauen 1: 3. Auch in diefen beiden Spielen wurde viel Gutes gezeigt. Arbeiter Rabfahrer- Bunb Solidarität“. Beranstaltung am 9. Mai. Der Bundesvorstand ruft om 9. Mai alle Mitglieder des Bundes zur Sternfahrt auf. Der Bezirk 21, Gau 9, veranstaltet aleichzeitig fein 5. Saalfporifeft in ben Weiträumen des Lofales Sanssouci. Niederfchönhaufen. Achtung, Rennfabrer! Montaa. 10. Mai, 7½ Uhr, im Bereinshaus Michaelfirchitr. 29s. Rufammenkunft aller Rennfahrer und des Bettfahrausichuffes. Die am Rafttiefem Grunde muk jeder Rennfahrer erscheinen. Genoffen, welche als Schieds. rennen startenden Teilnehmer werden nur in dieser Sikuna aufgestellt: ous richter fich betätigen wollen, find erwünscht. Neue Mitglieder tönnen fre biefer Rennfahrerfikung aufgenommen werden. Beitrag 1.80 m. pierteljährlich. Rufammenturnen aller Turn, und Sportgenofen über 35 3abre. Anc 8. mai findet das Altersriegenaufammenturnen in her Bäthestraße in Schöne bera ftatt. Nach dem Zurnen Sigung bei Gustav Benrich, Satel Ebershof". Berlin- Schönebeza, Chersite, 68. Tagesordnung: Altersriegenpartie". Bichelsberger Ruber- Gesellschaft 1914 C. B. Am 9. Mai, 3 Uhr, findet dis Bootshausweihe des pon den Mitgliedern erbauten Bootshaufes in Spanboy. Tiefwerdermen, statt, au der alle Genoffen heslich willkommen sind, ASC. Boran", Niederschönhausen. Freitag, 7. mai, steht Boran" in feiner Turnhalle. Niederschönhausen, Bismardfir, 11, einer B- Mannschaft der Sportlichen Bereinigung Nord- Ost im Gefellschaftstampf gegenüber. Rugleidh erfolgen drei Herausforderungen im Jiu- Jitfu, Beginn 8 Uhr. Eintritt frei. Nachbem findet eine öffentliche Uebungsflunde flatt. AGC. Bovan" beginnt jekt mit einem neuen Jiu- Jitfy- Saefus für Anfänger, Anmeldung Dienstag und Freitag 8-10 Uhr Turnhalle Bismarditzake. Freier Kanu- Verein Stralau. Nächste Bersammlung 5, Mai im Restaurant Saffmann. Markgrafendamm Ede Stralauer Allee. Aufnahme neuer Mitglicher Schriftliche Meldungen an A. Serrmann, Lichtenberg, Doffeftr. 12. Freie Turnerfchaft Lichtenberg- Friedrichsfelde. Die Vereins- Frauen- Uh beiluna turent jeben Mittwoch pan 8-10 Uhr in der Turnhalle des Jahn- Reat gymnasiums in ber Schreiberhauer Straße, Frauen und Mädchen über 25 Jahre, welche gewillt find, baran teilzunehmen, Yaben mie heralich ein. Touristenverein Die Naturfreunde"( Zentrale Wien). Wht. Brenzlauer Berg: Donnerstag. 6. Mai, 8 Uhr, im Jugendheim in der Schule Danziger Strake 28. Vortrag des Genossen Dr. Mar Schütte über Ferdinand Lassalle. Gäite heralidh miltammen. Mufitgemeinschaft des Werbebegirls Norden: Mittwoch. 5. Mai, 7% Uhr, Uebungsstunde beim Genossen Lehmann, GaydnStraße 21. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 5. Mai, in der Schule Weinmeister Strake. Funktionärversammlung. Rutritt nur gegen Borarigung des Funt tionärausmeises. Monatsprogramme mitbringen. Abt, Webbing: Dienstag. THAT 4. Mai, im Seim Lütticher Str. 48. Boltstanz und Bolkslied. Gäfte will Lommen, Abt. Friedenau: Dienstag, 4. Mai, im Seim Offenbacher Str. 50. Distuffionsabend: Warum 1, Mai?" Detsaruppe Berlin: Unser Mitalicb Friedel Wittmaat( Abt. Medding) ist am Mittwoch, 26. April, verstorben. Cinäfcherung Dienstag, 4, Mai, 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Sahlreiches Erfcheinen minfcht die Ortsgruppenleitung. Freie Schwimmer Charlottenburg 04 c. B. Die Fortfeßung der Quartals verfammlung findet nicht am Mittwoch. 5. Mai, fondern am Sonnabend, 8. Mai, 8 Uhr, bei Schellbach, Charlottenburg, Königin Elifabeth- Straße, ftatt. Beranſtaltungen zu treffen, um fich reftios an der Beranstaltung Vorträge, Vereine und Versammlungen. tellverbandes, die am Sportfest in Wien teilnehmen wollen, Achtung, Wienfahrer! Da die Anzahl der Mitglieder des Karsich als größer herausgestellt hat, als zuerst angenommen wurde, Alle Teilnehmer an dieser Fahri werden aufgefordert, fofert, fpäte. tann nun eine Reiseverbilligung durch Gesellschaftsfahrt eintreten. ſtens aber bis 9. Mai, Namen, Adresse und Vereinszugehörigkeit an die Geschäftsstelle des Kartellverbandes, Robert Dehlschläger, Berlin N. 65, Hochstädterstr. 10( Tel. Moabit 8034), einzusenden. Beachrichtigungen über Bestimmungen und Bedingungen, Fahrfesten usw. geschieht durch Dehlschläger. Der Vorsitzende des 1. Kreises im Arbeiter Turn- und Sport bund bittet uns um Aufnahme dieses Aufrufs: Nach den Be- fehen, insbesondere aber die Abschlußveranstaltung mit ihrem stimmungen des Reichsjugendwohlfahrtgeleges find in allen Orten, Gemeinden und Kreisen, wo Jugendämter bestehen, fogenannte Berwaltungsausschüsse zu bilden. In der Stadtgemeinde Groß- Berlin ist das bereits erfolgt. In allen 20 Ber waltungsbezirken sind aus den Reihen der Stadtperordneten sowie Bezirksverordneten unter Hinzuziehung von Bürgerdeputierten die Ausschüsse gebildet worden, deren vornehmste Aufgabe es ist, sich mehr denn je den Nöten der Jugend zu widmen. Die Zeit der entjeglichen Erwerbslosigkeit hat für die Jugend außerordentlich große Gefahren. Dem abzuhelfen, ist eine dringende Aufgabe der Gegenwart. Die Berwaltungsausschüsse, die sich meist in mehrere Unterausschüsse gliedern, sollen dazu beitragen, der Jugend Wege zu weisen, um wieder lebensfrohe Menschen aus ihnen zu machen. Auch die Arbeitersportler haben ein sehr großes und reges Interesse daran. Es würde sich überall empfehlen, nach dem Berliner Vorbild einen Unterausschuß für Leibesübungen zu bilden, dessen vornehmste Aufgabe es ist, sich mit der Verbreitung der Leibesübungen, Schaffung von Sportplägen, somie Erhaltung von Sportplägen und Anlegung von Freibädern und Badeanstalten zu beschäftigen. Bei allen den in Frage kommenden Orten, Städten und Kreisen haben wir als Arbeitersportler danach zu trachten, daß auch unsere Leute, sei es als Gemeindevertreter oder Bürgerdeputierte, in die Verwaltungsausschüsse hineinkommen, um der Jugend als Helfer und Berater zu dienen. Erst wenn wir die Gefahren, die der Jugend drohen, richtig erkannt und erfaßt haben und all die Not und das Unheil von der Jugend fernhalten, dann helfen wir der Jugend, und wir bessern die Welt. Arbeitersport in Palästina. Der Borfizende des Arbeiter Sportverbandes für Balafting, Genoffe Scharfstein in Haifa, dem durch Zufall eine Ausgabe der Wiener Arbeiter- Seitung" mit Nachrichten über ben internatio nalen Arbeitersport zu Geficht fam, schreibt dem Blatt über die Arbeitersportbewegung in Palästina: 2s in ben letzten Jahren eine starte Einwanderung von jungen jüdischen Arbeitspionieren nach Palästina begann, hat diese Einwanderung auch bebeutende Sportliche Kräfte mitgebracht. In den ersten Jahren, wo wir ein wahres Nomadenleben führten, war natürlich an eine sportliche Tätigkeit nicht zu denken. Mit der Zeit begann dann der Sport wieder eine Rolle zu spielen. Am 1. Mai 1924 gründeten wir in Haifa den ersten jüdischen Arbeiter Sportflub Hapoel. Es war uns pon vornherein flar, daß wir einen 2rbeiter Sportffub haben müssen und mit den anderen jüdischen Sportvereinen, melche bürgerlichen Weltorganisationen angehören, nichts Gemeinfames haben dürften. Es gelang uns, die Erefutive der allgemeinen jüdischen Organisation der Arbeiter Palästinas für unsere Bewegung zu interessieren, und wir wurden auch als ein ungeteilter Körper der Arbeiterorganisation anerkannt. Unser Beg war fein leichter und ist noch heute sehr schmer. Der bürgerliche Mattabi- Beltverband Eine Spreewald- Gesellschaftsfahrt. im oberen Laufe der Spree, steht jetzt im Schmud frischen Grüns Der Spreewald, jenes herrliche Wald und Wiesengebiet und der Blüte der Obstbäume. Der Touristenverein" Die Natur freunde", Gau Brandenburg, will es unternehmen, naturfreudige Großstädter in dieses landschaftliche Jdyll zu führen. Er veranstaltet deshalb für den 8. und 9. Mai eine Fahrt burch ben OberSpreewald, die am Sonnabend mittag beginnt und noch am selben Tage eine Rahnfahrt nach Burg einschließt. Am Sonntag pormittag sind die Teilnehmer dann Zuschauer des farbenschönen Kirchgangs der Wendinnen. Nach der Mittagsraft beginnt bie große, mehrstündige Rahnfahrt durch die Burger Raupen zum Hochwald. Lübbenau wird erreicht, von wo die Rüdfahrt an getreten wird. Näheres über diese Gesellschaftsfahrt und Teilnehmer. tarten 12,50 m für Eisenbahn- Hin und Rückfahrt, zweimaliger Rahnfahrt, Logis( Betten) mit Staffee und Mittagessen bei den Genoffen. Ginn, n. 20, Stettiner Str. 30; 2. Damnik, M. 65, Büberigftr. 58; R. Rifiner, S. 29, Gneisenauftr. 25 unb 23. Bulan, Ep. 86, Strulsstr. 1. Eröffnung der Leipziger Bundesfurnhalle. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftstelle: Berlin S. 14. Sebastianftr. 37/38, Sof 2 Tz. Bohnstorf. Di., b. 4., 8 Uhr, Berfammlung der Gruppenführer bei Rumm, Merkurftraße. Nowawes. Mi., d. 5., 8 Uhr, Ramepabfchaftsabend mit Damen. Bekanntgabe des eftprogramms der Banner weihe am 6. Juni, Ausgabe der Festplatetten, Sonntag, d. 9., Autofahrt nach Treuenbrieken. Bannerweihe, Mitte. Kameradschaftsverfammlungen: Di., 6. 4., 8 Uhr: Kamerabfchaft Artilleriefte. 11; Kamerabfchaft V Bartel frake 7: Ramerabschaft VI Bonenstr. 19, Mi., b. 5.: Ramerabfchaft III Stallmi. b. 5., 7 Uhr, Bollverfammlung Bbarusfäle( kleiner Saat). Erscheinen fchreiberstr. 29. Do., b. 6.: Kameradschaft IV Dirdfenstr. 1. Webbing: aller Mitglieder notwendia. Kameraden, die an der Autofahrt am Sonntag, d. 9., nach Strausberg teilnehmen und fich bisher noch nicht gemeldet haben, müssen ihre Melbuna fofort bei Müller, Uferstr. 12, abgeben. Die Blod- und Straßenführer geben die bei ihnen gegebenen Meldungen fofort bei Müller ab. Tempelbof. Mi., b. 5., 7% Uhr. Mital. Verf. im Birkenwäldchen Tempelhof, Manteuffelstrake, Bortrag. Reblendorf, Di., d. 4., 8 Uhr. Funktionäre und Ausschüsse bei Micklen, Botsdamer Straße. Typographia. Die Sänger merden ersucht. au der am Dienstaa, 4. Mai, ftattfindenben sehr wichtigen Uehungsstunde pünktlich und pollzählig zu er Scheinen. Die Sänger, welche bisher verfäumt baben, fich in die giften für Brandenburg einauzeichnen. werden hiermit bringend ermahnt, bies fchleunigft nachzubelen. Auch die Frauen erhalten Quartier. Songe ieber au comment eit bafile, bak, mir menigftens am 1, Bfingstfeiertag würdig vertreten find. Am 5. Mai, 7% Uhr, Bezirksübungsstunde im Gewerkschaftshaus. Erscheinen aDer Gänger Ehrenfache. Esperanto- Gesellschaft Charlottenburg. Sonnabend, 8. Mai, 8 Uhr, inc Eden Balast. Charlottenbura, Kaiser- Friedrich- Str. 34. Propagandafeft mit Ball, Alle Esperantofreunde find eingeladen. Karten zuz Theater, Tombola usw. 1.50 M. find an der Abendtaffe erhältlich. Longfellow English Debating Club, Bülowstr. 104. Mittwoch, 5., 8 Uhr: Dr. Ehrlich Mr. Gordon: For Vaccination Against Vaccination". TWIT Sind Sie ein Verbrecher? Sie glauben: nein? Mun, ich sage Ihnen, daß die Verbände des Beinhandels und Beinbaues Sie bafür halten, wenn Sie sich Ihre Bruchtmeine mit Biertahefen nach den Vorschriften des Das neue Beinbuch"( Berlag Friebr. Sauer, Gotha) Preis 25 Bf. in ben Drogerien erhältlich bereiten, meil fie bierburch ben Traubenfoften( Flasche 15 bis 25 f.). Hat doch selbst ein Beinschulprofeffor dem Reichsministerium des Innern erflärt, daß z. B. in berartig bereiteten Feigenmeinen felbft eine geübte Bunge den Feigengeschmack nicht herausschmaden lönne, Fruchtmeine aber müßten nach Früchten schmeden, sonst machen sie dem Weinbau zu große Konkurrenz Die Bundeschulmuftertiallen bes Arbeiter- Turnpeinen zu ähnlich werben und meil fie nur einen Bruchteil wie diese und Sportbundes eröffnen in den nächsten Tagen den Betrieb in der Turnhalle der Bundesschule in Leipzig. Der 10. Mai wird der denkwürdige Tag fein, an dem die Turnhalle ihrer für die Rörper pflege der Arbeiterschaft hochwichtigen Bestimmung übergeben wird. Im Beisein qller tufterflassen wird die Eröffnung in Form einer schlichten Feier por sich gehen. Die Klasse der Schwimmer und Turnspieler wird anschließend mit ihren llebungen ben Betrieb er öffnen Alfo: menn Sie fein Berbrecher sein mollen, dann lefen Sie auch erit pbiges Buch nicht! das dreifache. Die„ Aboag" 1925. 77 Millionen Fahrgäste.-10 Proz. Dividende. Die Allgemeine Berliner Omnibus- A.- G. hat auch im Jahre 1925 wieder eine prunghafte Erweiterung ihrer, Verkehrsdienste erfahren. Obwohl im Jahre 1925 nur zwei Stadtlinien und eine Vorortlinie hinzufamen, gegen vier bzw. fünf im Vorjahre, erhöhte sich die Zahl der Fahrgäste von 48,4 auf 77 Millionen( gegen 23,4 Millionen 1923); die Zahl der Wagenkilometer von 8,5 auf 14 Millionen( gegen 4,6 Millionen Kilometer 1923). Die Zahl der Angestellten ist von 1309 auf 1993 erhöht gegen 727 Angestellte im Jahre 1923. Die Inanspruchnahme und die Betriebsleistungen erfuhren in den letzten beiden Jahren also eine Steigerung auf über Das finanzielle Ergebnis ist entsprechend. Die merkwürdige Ankündigung vom Vorjahr, daß in absehbarer Zeit eine Erhöhung der Tarife nötig werde, war offensichtlich abwegig. Nach der Gewinnrechnung erhöhten sich die Betriebs einnahmen von 9,64 auf 14,98 Millionen Mark. Die Betriebs to sten sind mit 11,50 Millionen( einschließlich der Steuern) ausgewiesen gegen 7,04 Millionen im Vorjahre. Die schon im Vorjahr sehr beträchtlichen Abfchreibungen( 1924: 1,8 Millionen) find für 1925 noch auf 2,44 Millionen erhöht. Die Ueberschüsse müssen sehr bedeutend gewesen sein. Denn neue Mittel flossen der Gesellschaft nur aus der Begebung von 1,2 Millionen Vorzugsaftien, teilweise vielleicht auch aus der Erhöhung der Kreditoren von 0,50 auf 1,56 Millionen zu. Die Erhöhung der Posten Grundstücke( 6,10 gegen 4,46 Millionen) und Kraftwagen( 4,17 gegen 1,8 Millionen) übersteigt aber trotz vorheriger Abschreibungen von 2 Millionen auf diese Posten den Zufluß neuer Mittel ganz bedeutend. Als Reingewinn werden 1,05 mil lionen( gegen 775 697 m. 1924) ausgewiesen. Davon werden auf die Borzugsaktien 6 Proz., auf die Stammattien 10 Proz. Dividende verteilt. Die Gewinnpolitik, die mehr Gewinne verſtedt, als sie ausweist und den Gewinnstandpunkt auch da in den Vordergrund stellt, wo das Berkehrsintereffe ihn zurücktreten laffen sollte, verdiente eine Rorreftur. Es ist durchaus nicht einzusehen, daß neue Linien, die im Verkehrsinteresse erwünscht sind, bei einem so gut rentierenden Unternehmen unter dem Gewinninteresse leiden sollen. Der innere Betrieb der Aboag" erfährt infolge der Ausdehnung der Verfehrsdienste erhebliche Erweiterungen und Umstellungen. Die Befchaffung von 200 neuen Wagen erfordert den Neubau eines Betriebshofes, für dessen Errichtung an der Helmholzstraße im Westen der Stadt ein Grundstüd angekauft wurde. Die Wagenbaumerte G. m. b. 5., in der bekanntlich die Karosserien gebaut werden, werden nach Treptow, Eichenstraße umgefiedelt. Der Hibernia"-Abschluß. Stärkung der inneren Referven. Die preußische Bergwerksgesellschaft Hibernia" bringt dem. Staat für 1925 feine Dividende, aber sie schließt das Geschäftsjahr mit einem für die Zeit der schwersten aller bisherigen Kohlenfrisen beachtlichen Erfolg: bei einem um 25 Broz.( von 3,93 auf 4,87 Millionen) gesteigerten Betriebsüberschuß erhöht sie durch um 50 Proz Dermehrte Abschreibungen( von 3,27 auf 4,94 Millionen) die Widerstands- und Konkurrenzfraft der Hiberniazechen. Allerdings wurde dieser Stärkung der Widerstandstraft, offenbar mit Rücksicht auf die weitere Verschlechterung der Kohlenlage im Jahre 1926, auch die im Vorjahr noch erfolgte Verteilung der Dividende auf die 8 Millionen Vorzugsattien geopfert. Der Erfolg ist der Anwendung der beiden Hauptprinzipien rationeller Kohlenwirtschaft in Krisenzeiten zu danken: die Förderung auf die le ist ungsfähigsten 3echen zu tonzentrieren und die Verwertung der Kohlen in eigenen Betrieben duszubauen. So erfolgte im September 1925, nachdem die Förderung schon vorher weitgehend eingeschränkt worden war, die Stilllegung der Zeche Hibernia; ebenso ist die Förderung von„ General Blumenthol" beträchtlich zurückgeschraubt. Mit Ausnahme von Altstaden" ist infolgedessen die Tagesförderung auf den übrigen fünf Bechen bedeutend vergrößert. Die Kohlen roh förderung auf sämtlichen sieben Zechen stieg 1925 gegen 1924 von 4,63 auf 5,11 Millionen Tonnen. Der Abstand der Kohlenrohförderung gegenüber 1913 wurde von 25,5 auf 17,8 Proz. verringert. Die Rein förderung je Arbeitstag brachte für 1925 eine Erhöhung von 14 088 auf 15 459 Tonnen. Sie bleibt aber gegenüber 1913 noch um 3693 Tonnen zurüd. Im Gegensatz dazu hat die Kohleberwertung im eigenen Betrieb der Menge und dem Erfolg nach diejenige von 1913 über= schritten. Wenn auch der größte Teil der Förderung( 65,18 Prozent) noch verkauft wurde, so liegt die verarbeitete Kohlenmenge mit 993 000 doch höher als 1913. Die Rofserzeugung ist mit 774 000 gegen 714 000 um 60 000 Tonnen höher als 1913. Gegenüber 1924 mit 563 000 Tonnen beträgt die Steigerung 37,47 Proz. Die Britettherstellung ist gegen 1924 um 50 Pro3., gegen 1913 auf das 3weieinhalbfache erhöht. Die Krafterzeugung ist auf 61 Millionen Kilowattstunden gegen 53 Millionen 1924 und 55 Millionen 1913 gesteigert. Gewinnung und Absatz von Nebenerzeugnissen zeigen in den Gesamtziffern gegenüber 1913 teine bedeutende Erhöhung, jedoch ist eine bedeutende Berschiebung zu den hochwertigen Nebenerzeug nissen hin zu verzeichnen. So ist die Erzeugung von Rohbenzol mit 9044 Tonnen gegen 1913 mehr als verdoppelt, die von gereinig tem Benzol mit 6017 Tonnen fast verachtzehnfacht. Die fünf Biegeleien fonnten an den besseren Absatzbedingungen 1925 durch eine Vervierfachung der Ziegelproduktion auf 15,88 Millionen teilnehmen, eine 3iffer, die nur mit 1,4 Millionen Stück hinter der von 1913 zurückbleibt. Bilanz und Gewinnrechnung zeigen wie gesagt das Bestreben, die inneren Reserven zu stärken. Die Betriebswerte sind vielfach niedriger angesetzt als im Vorjahr, insbesondere Mobilien ( 12,8 gegen 15,0 Millionen) und Material- und Produktenbestände ( 3,2 gegen 5,2 Millionen). Beteiligungen bei anderen Gesellfchaften( 1,12 Millionen Zeche Deutscher Kronprinz) sind unverändert. Die Forderungen aus laufenden Geschäften sind mit 12,75 gegen 8,59 Millionen beträchtlich erhöht, was sich aus den schwierigen Zahlungsverhältnissen erklären dürfte. Darauf läßt auch die Berringerung der Bankguthaben und der neue Posten Wechselbestände schließen. Die Schulden aus dem laufenden Geschäft find gegen das Borjahr mit 9,20 millionen trotz der Erweiterung der Geschäfte niedriger. Ueber das neue Geschäftsjahr spricht sich der Geschäftsbericht ungünstig aus. Seit Beginn des Jahres waren in großem Umfang wieder Feierschichten notwendig. Gegenüber dem Dezember 1925 sei die Beschäftigung des Kohlensyn bitats gefunten: im Januar um 10 Proz., im Februar um 11 Proz., im März um 19 Proz. Scharfe Abfuhr. Zu den Angriffen der Gesfürel" gegen Rummelsburg. Der Borsigende des Aufsichtsrats, Oberbürgermeister Böß, nahm in der Aufsichtsratssigung der städtischen Berliner Elektrizitätsmerte 2.-G. am 27. April 1926 Veranlassung, auf die Ausführungen einzugehen, die die Gesellschaft für elektrische Unternehmungen( Gesfürel) in ihrem Geschäftsbericht über das Jahr 1925 zur Frage der Errichtung des Großfraftwerkes der Bewag in Rummelsburg macht. Er gab seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß die Gesfürel diese Angriffe in die Deffentlichkeit bringe, ohne den Sachverhalt zu kennen nder richtig wiederzugeben. Es müsse der Gesfürel bekannt sein, daß das neue Wert in Rummelsburg in erster Linie zur Erzeugung bes fehr start gestiegenen Bedarfs und zur Schaffung der in den legten Jahren völlig verschwundenen Reserven diene, und die Ziele| der städtischen Elektrizitätswerte nicht nur durch Vergrößerung oder Neuerrichtung von Fernkraftwerken erreicht werden können. Daß der Neubau reichlich dimensioniert sei, entspräche den Grundsägen wirt schaftlicher Geschäftsführung, wie sie z. B. auch von der Gesfürel selbst bei ihrem Wert Südwest gerade in letzter Zeit angewendet worden seien. Die Kritik, die die Gesfürel ausübe, werde in intereffanter Weise dadurch beleuchtet, daß ungefähr zur selben Zeit, in der ihr Geschäftsbericht mit den Angriffen auf Berlin erschienen sei, in dem sie das Zutreffen von Sicherheitsgründen gegen den Fernstrom bestreitet, in Berlin zwei große Störungen( Gewitter) in der Stromversorgung eingetreten feien, die nur auf der Fernstromversorgung beruhen. Wenn schließlich nach der Ansicht der Gesfürel das Rummelsburger Werf nicht die beste Möglichkeit der Stromversorgung darstellt, so sei es um so erstaunlicher, daß sie sich in letter Zeit besonders lebhaft um Strombezug aus einem solchen Wert von ungenügender Wirtschaftlichkeit bemüht habe. Der Auffichtsrat stimmte diesen Ausführungen zu und bedauerte mit dem Vorsitzenden, daß die Antipathie gegen jede Unternehmung der öffentlichen Hand die Gesfürel zu so völlig unbegründeten Angriffen geführt habe. Wir haben dieser weiteren Abfuhr für heute nichts hinzuzufügen. Das Schidial des Franken. Es hatte lange Zeit den Anschein, als sollte es wenigstens Belgien gelingen, seine Frankenwährung zu stabilisieren. Das Scheitern der geplanten Stabilisierungsanleihe in New York ist aber zum Ausgangspunkt für einen Sturz des belgischen Franken geworden, der in den letzten Tagen besonders heftig wurde. Gegenüber dem englischen Pfunde lautet die letzte Notiz 147,43 Franken. Damit hat der belgische Franken den französischen in der Abwärtsbewegung bis auf eine Differenz von 1 Frant eingeholt. Wie man das Schicksal der Frankenwährung einschätzt, zeigen zwei Meldungen aus Frankreich und Belgien. Nach der ersteren haben die franzöfifchen Wollwebereien ab 1. Mai die Goldfranfenrechnung über den Stand des Dollars eingeführt. In Luxemburg erwägt man, die vertraglichen wirtschafts- und finanzpolitischen Bindungen mit Belgien, die auch auf das luxemburgische Geld einwirken, zu revidieren. Beide Meldungen lassen erkennen, daß das Vertrauen in die Stabilisierung der Frankenwährungen zunehmend schwindet. Die Einführung der Goldrechnung durch die Industrie muß, nach den bei uns gemachten Erfahrungen, für den Verfall der Frankenwährung besonders gefährlich werden, wenn ihr nicht bald auch Goldsteuern und der Kampf um Goldlöhne in Frankreich und Belgien folgen. bau. Produktionseinschränkungen im westoberschlesischen KohlenbergDas Oberschlesische Steinkohlensyndikat in Gleiwik hat laut Fachblatt Industrie Kurier" mit Wirkung vom 1. Mai d. 3. einige Aenderungen in den Preisen eintreten lassen, mit der Bes gründung, daß die bestehende Abstaffelung der Preise den Markt verhältnissen nicht mehr entsprach. Es wurden ermäßigt die Preise für Griesflammtohle um 0,90 mt., für Kofstohle um 0,61 M., und dafür erhöht die Preise für Rätterklein um 0,87 mt. und für Staubfohle um 0,20 m. je Tonne. Ferner wurde eine Förder einschränkung von 15 Pro3. für Kohle und Briketts und 35 Pro 3. für Rots beschlossen. Es erscheint nach dem Fachblatt zweifelhaft, ob diese Einschränkung bei der gegenwärtigen Marktlage als ausreichend angesehen werden kann, da in lezter Zeit der Abfaz tatsächlich bereits um 25 bis 30 Proz. bei den meisten Verwaltungen hinter den Beteiligungsziffern zurüdgeblieben ist. Am Mittwoch, den 28. April 1926, verschied plöglich und unerwartet im blühenden Alter von 19 Jahren unser lieber Rollege, Herr Arno Krenzlin ma Wir betrauern in dem Dahingeschiebenen einen vortrefflichen gewiffenhaften Mitarbei er, dent wir ftets ein ehrenvolles Andenken bewahren werden. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. Mai, nachmittags 4 Uhr, vom Bartholomäuskirchhof, Beißensee, Falfenberger Beg, aus statt. Das Personal der Firma Herrmann Gerson Blöglich und unerwartet ist uns durch den unerbittlichen Tob der Bureaubote, Herr Arno Krenzlin entriffen worden. Seine Pflichttreue und sein gediegenes Befen sichern ihm stets ein ehrendes Andenken. Die Inhaber der Firma Herrmann Gerson Am 29. April, abends, verschied nach furzem, aber schwerem Leiden mein herzensguter lieber Mann, unfer lieber Schwiegerfohn, Schwager und Ontel John Ladewig im 46. Lebensjahr. Jm Namen der trauernden Hinter bliebenen: Ida Ladewig, geb. Schwind Trauerfeier am 5. Mai, nadm 4 Uhr, im Krematorium Baumschalenweg. Am Freitag, den 30. April, ver schied nach 10 wöchigem, schwerem Krantenlager unser treuer Mitarbeiter, Der Pader Wilhelm Schulz im Alter von 47 Jahren. Sein offenes und follegiales Wesen fichern ihm ein ehrendes Andenken. Geschäftsleitung und Personal ber Borwärts- Buchdruderei und Berlagsauftalt. Einäfcherung Donnerstag, 6. Mai, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Baumschutenweg, Riefholzstraße. Danksagung Für die herzliche Teilnahme bei ber Trauerfeier meines lieben Mannes und unseres guten Baters [ 1806b Hermann Ulbrich fagen wir allen Verwandten und Freun den, den Kollegen der Branche der Sigarettenmaschinenführer, der Ordnerchart der Boltsbühne, der Rolonie„ EinMöbelHasemann Neue Schönhauser Str. 1 Aufgestellt in vier Etagen 200 komplette Speise360, 480, 680, 900 Herren350, 480, 550, 680 Schlaf370, 480, 540, 750 Wohnzimmer Ledermöbel Küchen 75.Einzelmöbel jeder Art Stets Gelegenheitskäufe in besse- Möbeln ren Kataloge gratis famteit" und den Mietern bes Saufes Trauerfpenden Andreasftr. 67 unseren innigsten Dant. Hedwig Ulbrich und Kinder. Danksagung Für die herzliche Teilnahme bei ber Trauerfeier meines inniggeliebten Bräutigams Gustav Balitzky sage ich allen Borwärts- Kollegen und Rolleginnen meinen herzlichsten Dant 3da Lehnert als Braut. jeber Art Itefert preiswert Paul Golletz, Dormals Robert Meyer, Mariannenstr. 3. Amt MorigpL 10308 tellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung Bis vor kurzem noch war der westoberschlesische Steinkohlenbergbau der hauptsächliche Nuznießer des deutsch- polnischen 30llfriegs. Durch die Absperrung der polnischen Kohle vom deutschen Markt, die dieser brachte, glaubte man dieses Gebiet produktionsfähig halten zu können. Jetzt muß man zu weitgehenden Produktionsbeschänkungen schreiten. Diese sind in dem Abfazmangel der verarbeitenden Industrie begründet, der natürlich durch den Zollkrieg mit Polen noch verschärft wird. Es wäre zu begrüßen, wenn der oberschlesische Kohlenbergbau aus der Tatsache der Produktionseinschränkung im Bergbau die Erkenntnis ziehen würde, daß auch dieser Gewerbezweig an dem baldigen Abschluß eines Handelsvertrages mit Bolen interessiert ist. Die Norddeutschen Kabelwerte A.-G. in Neukölln haben im Jahre 1925 nach ihrem Geschäftsbericht zwei Drittel ihrer Beleg fchaft entlassen. und einzelne Abteilungen stillgelegt. Troßdem schließen sie ihre Bilanz bei einem Aktienkapital von 2,5 Millionen Marf mit einem Rein gewinn von 25 597 Mt. ab. Im laufenden Geschäftsjahr hat sich nach den Mitteilungen in gebessert. Die Gesellschaft war dadurch in der Lage, einen Teil der Generalversammlung der Geschäftsgang und auch die Liquidität der Rohmaterialien, die sie bisher nur gegen Akzeptkredite taufte, bar zu bezahlen, was natürlich eine Verbilligung bedeutet. Gleichzeitig fonnte sie Neueinstellungen vornehmen, welche die Belegschaft auf ein Halb des Bestandes zu Beginn des Jahres 1925 erhöhte. Die Neueinstellungen wären noch größer gewesen, wenn nicht in der Hauptsache die Abteilungen, bei denen die Einzelarbeit die Hauptrolle spielt, die Drähteabteilungen, die schlechtere Beschäftigung hatten. Konfordia Spinnerei und Weberei. Die Spinner und Weber zählen bekanntlich zu den Arbeitern, die am schlechtesten bezahlt werden. Das macht es verständlich, daß die Verwaltung der Konkordia Spinnerei und Weberei Bunzlau und Martlissa in der Generalversammlung erklären konnte, daß die Erhöhung der Unfoften gegenüber dem Vorjahr aus den Lohnerhöhungen zu erflären seien. Die Löhne seien um 20 Proz., der Lebenshaltunasinder Schlesiens nur um 4 Proz. im Jahre 1925 gestiegen. Wie schlecht müssen die Löhne vor den Erhöhungen gewesen sein. Dak die Löhne nicht das Ergebnis geschmälert haben, beweist die Tatsache, daß für das Tertilgewerbe das Wirtschaftsjahr 1925 dem Unternehmen bei einem Aktienkapital von 3,320 Millionen Mark einen Gewinn von 432 351 m. erbrachte, aus dem eine Dividende von 8 Proz. zur Verteilung gelangt. Die Gesellschaft hat 2 Mill. achtprozentige Schuldverschreibungen ausgegeben, die jetzt zu 92 Broz. aufgelegt werden. Der Ertrag dient zur Modernisierung der Betriebe. Antrag auf 3ollfreiheit für pflanzliche und fierische Dele und Fette. Beim Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat der Reichsverband des deutschen Ein- und Aus= fuhrhandels beantragt, alle pflanzlichen und tierischen Fette, soweit sie zur Herstellung von Margarine geeignet sind, in Zukunft von jedem Zoll befreien. In einer ausführlichen Darlegung wird der Nachweis geführt, daß für die völlige Aufhebung der Zölle auf diese Positionen ein dringendes wirtschaftliches Bedürfnis bzm. Billigkeitsgründe vorliegen. Weiter wird darauf hingewiesen, daß sich seit dem Inkrafttreten der kleinen Zolltarifnovelle die Verhältnisse, soweit die in erster Linie betroffene Margarineindustrie in Frage kommt, verschlechtert haben. Die befannten Abhängigkeitsverhältniffe in der Margarineindustrie, z. B., daß der deutsche Fabrikant gezwungen ist, seine Rohstoffe von Gruppen zu faufen, die zu gleicher Zeit Lieferant und Konkurrent find, sowie die Monopolbestrebungen der ausländischen Konzerne werden in diesem Antrag nochmals eingehend dargelegt. sing manis) ends an G Stein- s Holzboden V8 Bod verlieren niemals ihr schmuckes Aussehen, wenn sie wöchentlich einmal mit VIM gescheuert werden. Es macht so wenig Mühe: auf die gut angefeuchtete Stelle streut man etwas VIM, bürstet einigemale darüber und wäscht mit klarem Wasser nach. Die handliche Streudose beugt jeder Verschwendung vor. VIM ist säurefrei und greift kein Material an. Putzen Sie deshalb alles damit: Geschirr, Bestecke, Herd und Badeeinrichtung. Prächtig reinigt es nach schmutziger Arbeit Ihre Hände. Bei recht feuchter Anwendung und nur schwachem Druck auch gestrichene Türen. Treppen, Fenster sowie Glas und Porzellan. Preis 30 Pfg. VIM VIM Dienstag 4. Mai 1926 Unterhaltung und Wissen Fünf Fabeln. Bon Robert Louis Stevenson. Der Teufel und der Schaufwirt. Einstmals hielt sich der Teufel in einer Schenke auf, wo ihn feiner tannte; denn dort verkehrten nur Leute, deren Erziehung vernachlässigt worden war. Er führte Böses im Schilde und hatte eine Zeitlang jeden bei den Ohren. Aber schließlich beobachtete der Birt den Teufel verstohlen und ertappte ihn auf frischer Tat. Und der Wirt holte ein Tauende. „ Nun werde ich dich dreschen!" rief der Wirt. ,, Du hast keinen Grund, über mich aufgebracht zu sein," entgegnete der Teufel, es liegt in meiner Natur, Böses zu tun. „ Stimmt das?" fragte der Wirt. „ Tatsache, ich verfichere es dich," erwiderte der Teufel. Du fannst es wirklich nicht lassen, Böses zu tun?" fragte der Wirt nun. „ Nicht im mindesten," antwortete der Teufel. Es würde eine unnötige Grausamteit sein, ein Wefen mie mich zu verdreschen." „ Das würde es," jagte der Wirt. Und er machte eine Schlinge und knüpfte den Teufel auf. „ So!" sagte der Wirt. Die Saulquappe und der Frosch. „ Scham dich," sagte der Frosch. Damals, als ich eine Kaul. quappe mar, hatte ich feinen Schwanz." „ Das dachte ich mir!" rief die Kaulquappe. Du bist auch nie eine Raulquappe gewesen." Der Bürger und der Reisende. Sehen Sie sich um," sagte der Bürger. Das ist der größte Marktplatz der Welt." „ D, feineswegs," versicherte der Reisende. Run, vielleicht nicht der größte," fagte der Bürger, aber bei meitem der beste." ..Da haben Sie ficher Unrecht, entgegnete der Reisende. Ich fann Ihnen fagen. Und des Abends, in der Dämmerung, trugen fie den Fremden zu Grabe. Die vier Reformer. Vier Reformer begegneten einander unter einem Dornbusch. Alle waren einig, daß die Welt geändert werden müsse. Bir müffen das Eigentum abschaffen," sagte einer. Wir müssen die Ehe abschaffen," sagte der zweite. „ Wir müssen Gott abschaffen," sagte der dritte. vierte. Ich wünschte, wir fönnten die Arbeit abschaffen," sagte der Wir wollen doch nicht über die pratiische Politik hinaus. gehen," jagte der erste. " Zuerst müssen die Menschen auf ein gemeinsames Riveau ge bracht werden." Zuerst," sagte der zweite, muß den Geschlechtern die Freiheit gegeben werden." " Buerst," sagte der dritte, müffen wir heraustriegen, wie es zu machen ist." Buerst," sagte der erste, muß die Bibel abgeschafft werden." " Zuerst," sagte der zweite, müssen die Geseze abgeschafft merden. 3uerst," sagte der dritte, muß die ganze Menschheit abge fchafft werden." Buße Ein Mann traf einen weinenden Knaben. Barum weinst Du?" fragte er ihn. Ich meine über meine Sünden," sagte der Knave. ,, Du scheinst menig zu tun zu haben," entgegnete der Mann. Um folgenden Tage begegneten sie einander wieder. Und wieder meinte der Knabe. Warum weinst Du jekt?" fragte der Mann. „ Ich meine, weil ich nichts zu effen habe," sagte der Knabe. „ Ich dachte mir, daß es dahin kommen würde," erwiderte der Mann. Die Zukunft des deutschen Waldes Bon Karl Förster. Die folgenden Ausführungen des belannten Pflanzenzudriers entnehmen wir bem neuesten Seft der Gartenschönheit". Wir stehen im Beginn der größten Weltwende des Wald- und Gartenmejens, melche die Geschichte fennt. Es ist an der Zeit, immer größere Kreise, die diesen Dingen noch fern find, mit Ahnung und lebendigen Begriffen dieser neuen Entwicklung zu erfüllen. Unfer Gefühl meint ganz andere Gärten und Wälder, als wir haben. Hat run dieses Gefühl, das ganz andere und reichere Wälder fordert, recht oder hat es sich, wie bisher, forstwirtschaftlichen Notwendig feiten zu beugen? Sollen wir auf alle Zeit hinaus in diesen jahres geitiofen öden Kiefernwäldern unser Leben vertrauern oder werden hier dereinst ganz andere Wälder erstehen, hat der Romantiker oder Der Fachmann recht? Die Antwort auf diese Frage ist überraschend. Die Pioniere der modernen forstwirtschaftlichen Gestaltungsarbeit geben dem Baldromantiker recht auf Grund ihrer dreißigjährigen Waldarbeiten on armen Böden. Das Gefühl für Naturromantik erweist sich immer mehr als wefenseins mit der weißesten Voraussicht in die Gleichgewichtsbedingungen des großen Naturhaushaltes, was gleich bedeutend ist mit dem Wirtschaftshaushalte der Menschen. Alles, was im Sinne neuer Waldschönheit und Wirtschaftlichkeit zu sagen ist, wird durch Zahlen jener großen und prafiijchen For: chungspioniere bis ins fleinste belegt. Ich nenne vier Namen, die im deutschen Volke, dessen Sinn für große Künstlernamen etwas sehr auf Kosten des Sinnes für Naturgestalternamen eniwidelt ist, unbekannt sind: Möller, Wiebede, von Kalijch und von Keudell. Und doch wird von diesen vier Namen unserer deutschen Weit ein Schön heitszuwachs von einer Fülle und Bedeutung kommen, neben der uns die Bereicherung, die wir manchem überall genannten Künstler namen verdanten, verhältnismäßig flein und zeitlich erscheint. Bas foll nun aber plötzlich mit den deutschen Wäldern vorgehen? Bachsen denn überhaupt auf den Kieferböden ganz andere. Bälder, und sellen wir denn wirklich ohne übergroße wirtschaftliche Opfer aus dieser schrecklichen, allzu einseitigen Kiefern und Fichtenwaldperiode herauskommen? Die Zukunft gehört hauptsächlich dem Mischwalde, der vielartige Nadelhölzer und Laubholzer vereinigt. Sie gehört dem Dauerwalde, indem es feinerlei glatträfierte Kahlschläge breiter Räume mehr gibt, sondern nur die alljährliche Ausholzung einzelner passender Bäume durch die ganzen Bestände verteilt. Diese Wälder bestehen cus Bäumen der verschiedensten Alter, verjüngt durch wildwachsende Sämlinge. Solche genügend reichliche Berjüngung durch Sämlinge Beilage des Vorwärts Das große Tauziehen in England. ift im allgemeinen nur im Mischmalde möglich, weil hier die Aussichten für das Reimen und das erste Heranwachsen der Sämlinge von der Verschiedenheit des Jahresmetters genügend wechselreich begünftigt werden und der Boden nicht durch einseitige Beanspruchung verarmt. Die Zukunftswälder, soweit sie den Namen verdienen, gehören ferner dem Brinzip der örtlichen Raffenpflege und der Rassenverede lung, fie gehört der Ertüchtigung der Pflanze genau so wie die Zufunft der Gärten. Der alte große Irrtum, daß Veredlung und Berfeinerung in Wäldern und Gärten, auch in Menschenwesen, Pflanzen und Tieren irgendwie durch Verzärtelung und Einbuße an Natur fraft erkauft werden müsse, wird abgebaut merden durch eine Un zahl neuer Ergebnisse der Arbeit an der Steigerung der Organismen. Ueberall schlummern in den Organismen neben den Veredelungsmöglichkeiten unerwedt wartende Urkräfte und Widerstandsfähig. feiten, fomie vor allem auch Nachhaltigkeiten, welche die Lebenstraft der unbeeinflußten Natur unendlich übertreffen. Wenn man eine Goldramunfelpflanze aus den Wiesen, also einen Trollius der wilden europäischen Art, neben eine gartenveredelte Pflanze derselben Art in ein Wiesenbeet sezt und beide Pflanzen nach sechs Jahren mit den Erdmurzelballen herausgräbt, so fann noch ein Kind die wilde Pflanze tragen, während an der veredelten ein Mann schwer hebt. Es ist noch gar nicht so lange her, daß man mit der Wahllofigfeit bei der Auswahl des Waldfaatgutes gebrochen hat. Wir haben noch in Deutschland an ungezählten Stellen Sämlinge franzöfifcher Riefernrassen stehen, die nur ein Drittel der Büchsigkeit bestgemähl. ter lokaler Riefernsorten erreichen. Wir treten aljo ein in das Zeitalter der Entdeckung des genialen oder sonderlich begabten Individuums nicht nur in der Gartenpflanzenwelt, fendern auch im Baumreich der Wälder. Pioniere der Waldbaumzuchtarbeiten laffen schon jetzt unter Verwendung von hohen Feuerwehrleitern bestimmte Zmeige wegschneiden, um Bestäubungen zu lenken und Saaten von bestimmten 3meigen zu ernten. Gehe durch einen Wald und sieh' die geheimnisvollen Unterschiede von Baum zu Baum. Eine Eiche treibt früh, die andere spät, und eine blüht immer in Frostzeiten hineir, während die spätblühende diesen entrückt ist. Eine Eiche ist fahl, die andere schon belaubt, eine hat dunkelgrüne, glänzende Blätter, die andere zerfressenes und vermehltautes Laub. Jede Fichte hat ein anderes Gesichte und eine andere Geschichte heißt es irgendwo. Ein Baum wächst schlank ohne Seitenverzweigung empor, ohne daß ein Eingriff geschah, der andere ist unten ganz mit Seitenzweigen umgeben, unterschiede, die forstwirtschaft: lich ganz ungeheuer ins Gewicht fallen. Die Ergebnisse dieser Zuchtarbeit aus holzwirtschaftlichen Gründen werden aber ebenso auch unserer Freude am Einzelbaum zugute tommen, dessen Schönheit wiederum im Dauermischwalde sich am stärksten auswirkt. Das Wichtigste aber, was man von der Sendung des Dauermischwaldes moderner Struftur fagen tann, ist seine bodenveredelnde Kraft, die langsam, aber sicher wirtt, immer im Wachsen bleibt und richt durch große Kahlschläge zerstört oder auf zwei bis drei Jahr. zehnte unterbrochen wird. Im Walde der Zukunft gibt es kein Wegnehmen von weltem Laub oder welten Nadeln oder fleinem Reifig, fein Wegnehmen der alten Baumstümpfe und Burzeln. Ihr StehenLaffen ist in seiner großen Bedeutung für das bakterielle Leben des Dem Bodens menigstens in vielen Bodenarten erkannt worden. Waldboden wird sein natürliches Leben erhalten und der Stiftersche Ausdrud vom unberührten Schmelze der Fersten wird tatsächlich Aus dem New Leader" Finese als etwas erfannt, was zahlenmäßig größere Holzerträge bringt als banale Nußgmälder. Im Zukunftswalde kommt mun überall wieder im Innern des Waldes, an allen äußeren Waldrändern und auch allen Rändern der Waldwege, auch der schöne, Schatten vertragende Waldstrauch und Baldranker, und der beerentragende und nesterbergende Wacholder zu seinem Recht, und zwar zunächst nicht einmal aus romantischen Anwandlungen, sondern aus der Einsicht in den Haushalt des Waldes. Die Erkenntnis, daß mit Hilfe des Dauermischwaldes auf allen möglichen Böden, auch auf den heruntergewirtschafteten, allmählich wieder mit Vorteil fast alle Baumarten zu ziehen sind, hat zur Bor auslegung erfolgreiche und negative Erfahrungen von Generationen und Jahrzehnten, lange fühne und mühevolle, prattische Versuche. Eingehende Zahlenberichte über die Retabilitätsberechnungen der Dauerwalderträge und der Kahlschlagwalderträge führen zu weit. " Die Hummeln und der Klee. Als man seinerzeit Klee in Neufeeland angebaut hatte, gedieh er vortrefflich; er stand in schönster Blüte, die Landwirte freuten sich auf die Ernte und wiegten sich in der Hoffnung, im nächsten Jahre die eigene Saat verwenden zu fönnen, um nicht auf England angewiesen zu sein. Aber der schöne mußte sich das nicht zu erklären. rote Klee blieb taub und setzte feine Samen an; man war ratios und Es war damals noch wenig in der Welt bekannt, was der unglückliche deutsche Botanifer Konrad Sprengel geleistet hatte. Sein später fo berühmt gewordenes Buch Das entdeckte Geheimnis der Natur" und sein Verfasser waren fast und ihren Forschungen so oft passiert, wenn sie ihrer Zeit voraus ganz der Vergessenheit anheimgefallen, wie es bedeutenden Männern find. Man wußte daher nicht, daß eine große Anzahl von Pflan zen nur dann Samen ansetzt, wenn die Blüten von Insekten befucht werden, die beim Honigsuchen den Blütenstaub auf die Narbe bringen. Erst als der berühmte Darwin 1841 auf die große Bedeutung der Hummeln für die Befruchtung verschiedener Kulturpflanzen energisch hinwies, dämmerte es in den Köpfen der englischen Landwirte. Man brachte Hummeln nach Neuseeland, und der Klee fette Früchte und Samen an. Man hat Darwins Propaganda für die Hummeln oft für übertrieben gehalten, ja man hat die Bedeutung der Hummeln für die Blumenbefruchtung fogar geleugnet, so daß fich fürzlich der ameri tanische Forscher O. E. Plath veranlaßt gesehen hat, die Hummelfrage von neuem zu studieren. Er konnte Darwins Wort: Je mehr Hummeln, um so fruchtbarer der Klee" vollauf bestätigen, und niemand hat mehr das Recht, diese nüzlichen Tiere zu verunglimpfen und sie, wie es in dem bekannten Bürgerschen Hummellied geschieht. als bloße Lebemänner und Schwerenöter gelten zu lassen. Dr. W. Woher stammt die Farbe des Amethystes? Die herrliche blaye Farbe des Amethyst, der schon im Altertum als Amulett gegen die Trunfsucht empfohlen wurde, glaubte man bisher in Forschertreisen auf Mangan zurückzuführen, welches in fleinen Teilchen in dem Edelstein enthalten ist. Neuere Untersuchungen von Liesegang und Will aber haben ergeben, daß die herrliche Farbe von winzigen Berunreinigungen des Steins herrühren, und zwar sind als Ursache der Färbung Niederschläge von Eisen und Lithiumverbindung Bei dem Erhitzen des Steins auf 500 Graa festgestellt worden. feßen sich diese farbenspendenden Metallsalze um und der Edelstein wird farblos. Bei meiterer Steigerung der Temperatur leidet bas Gefüge des Amethyst, wodurch er eine milchige Trübung erhält. DEIN ZIEL in den Tagen vom 2.- 6. MAI Theater, Lichtspiele usw. Deutsches Künstl.- Theater 8 Uhr Ein Walzertraum Staats- Theater Lessing- Tb. Th.a.Kurfürstendamm Opernhaus am Königsplatz 8 U.: Ritter Blaubart Schauspielhaus 7 Uhr: Medea 8 Uhr: Gastspield Saltenburgs Bühnen Schiller Theater D. fröhliche 8U.: Nathan d. Weise: Städtische Oper Charlottenburg 8 Uhr: Das Rheingold Abonn- Turnus IV Weinberg Kleines Th. Sommerd. F.Lobe 8% Uhr: Irrgarten der Liebe Deutsches Theater Barnowsky- Bühnen Norden 10334-38 8 Uhr: Unsere Kinder Theater Königgrätz.Str. T.:Hasenheid.2110 8 Uhr: Tägl. 8 Uhr: Rebbahn od. Die neue Fassade Wallner- Theater 8 Uhr: Der heilige Brunnen Blanco Posnets Erweckung Metropol- Theat, Gastsp. des Th. am Kurfürstendamm. 8 Uhr: Die Nacht der Nächtel Central Theater 8 Uhr: Eva Bonheur Ilka Grüning Residenz- Theat. 84 U.: Verbotene Küsse Revue in 13 Bildern Nur noch 2 Aufführungen Eugen Rex, Metelka Mrs.Cheneys Ende Kammerspiele Donna Norden 10334-38 8 Uhr: Zum 1. Male Dr. Schmidt Die Nackten Komödienhaus kleiden 66 Tel.: Norden 6304 8 Uhr: Ab morgen täglich: Der Garten Eden Week- end Die Tribüne ( Ueber'n Sonntag) Pr75 Pf. bis 4 M Theat. d. Westens ragi. 8 Uhr: Gräfin Mariza Pr. 50 Pf. bis 6 M Keine Bons Tb. in d. Klosterstr. 8 Uhr: 5365 Schmetterlingsschlacht Tel: Wilhelm 5365 8 Uhr Die Komödie Der Rubikon Henes Th. am Zoo Tägl. 8 Uhr:: Bismarck 2414, 7516 Berliner Theater Der alte Dessauer 814 Uhr Viktoria SCALA 8 Uhr Ein 44 Uhr: DonnerCharlé Vespermann Mieten Sie von uns Beleuchtungs Körper jeder Art Wäscherollen in Gas Kocher 6 Monaten The Gasherde Eigentum man verlange WaschEidPJchránke Sonder Prospekt! Tische Brat- u. Backofen Staub Sauger Orion Tampyr COPRaddatz& Co Erfolg Berlin W 66 Leipzigerstrasse 122-123 seeeee Unseren Mitgliedern und Barteifunktionären Craft Blauf und Berta Blaut zu ihrer heutigen Silberhochzeit bie herzlichsten Gladwünsche. 105/9 97. Abt. Neukölln. 999** Geessee Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe zu Berlin Bekanntmachung Die 28. Abänderung der Raffenfagung tit vom Oberversicherungsamt Berlin ge nehmigt worden. Geändert ist ber§ 18 der Gagung, ber bestimmt: Als Grunblohn für die Bemessung ber Seiftungen und Beiträge derjenigen Klaffen Berficherter, für welche die Raffe errichtet ift, gilt ber auf den Kalendertag ent fallende durchschnittliche Tagesentgelt. Siernach ist als Grundlohn festgeftellt: 1. filr Lehrlinge aller Art und Bolontäre 2. für Arbeiterinnen, Scheuer und Reinmachefrauen 2-9. 8, TO 3. für weibliches und männ Deutscher Metallarbeiter- Verband liches Bureauperfonal( legteres bis zum 21. Jahre) und Wächter 5, Achtung! 4. Bezitt Achtung! 4 für alle im Baubetriebe als Die Bezirks- Bertrauensmänner- fowie männliches Bureauperfonal angelernte Arbeiter Beschäftigte fonferens für den 4. Bezirk findet erft über 21 Jahre am Mittwoch, den 12. Mai, statt. haben Inserate m Vorwärts Achtung! Betriebsräte wetter, ganz famos Operette in 3 Akten DER KLEINE BROCKHAUS Rose- Theater Falk, Kiper, Godau, Straaten, Hainisch 8 Uhr: Li u Preise 0.50 bis 6 M. heiraten Preis M. 23, Auch in Ratenzahlung Zu beziehen durch Casino- Theater J. H.W. Dietz Nachf. G.m.b.H. 8 Uhr Circus Gr. Preisabbau! Berlin SW. 68, Lindenstraße 2 Karten v. 50 Pf an Busch Tagl. 8 Uhr Men sensationelles Taglich, Uhr 8 neues Programm! Theaterkasse: Lützow 7557 Uhr: Trianon- Th Nnr noch bis 15. Mal gr gr. Das Recht ( Abteilung Sortiment) und sämtl. Vorwärts- Ausgabestellen Das Abschieds- Pro- auf Arbert Inferieren 50 pt. Preise& M. Billige Sommer Pf. t. Galerie Loge Keine Bons! Volksstück mit Ges. and Tanz Es klappert von die Mühle Sanssouci ist die offizielle Sommerd. M. Bing Labero mit den REICHS Zoo- Löwen Alraunc und das große v. Hans Heinz Ewers[ Circus- Programm! GASTWIRTS Volksbühne MESSE in der Mal- Programm bringt ERFOLG Der gute KapitänKautabak ist in den meisten Zigarrengeschäften erhältlich C. Böcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbagerdamm pezial8 Uhr: 8 Uhr: AUTOHALLE 1 Sturm flut Marlborough Kaiserdamm Veranstalter: Deutscher Gast wirts- Verband E.V. und Berliner Messe- Amt Von 10-8% Unr geöffnet Morgen 7 Uhr: Moreen 8 Uhr: FAUST Marlborough Ischias in Huft, Ges58 and Bein, wenn ehandl. Erzii. festgestellt far für ta 15 Tagen sind schwere Fälle heseitigt worden. Unantastbare Hejlerfolge Bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Invalidenstraße 106 9-11.4 Somnia 10-12 KrauseGroßes Schauspielhaus Pianos Täglich 81 Unr: Alt- Heidelberg Gastspiel Alfred Braun zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße Röhren. Komische Oper Pumpen Filter 81% Direktion James Klein 84 Die Neue Revue Berlin ohne Hemd Revue der Zukunft in 16 Bild. Preise 1-7,50. Logen and Rlabsessel 10, Tageskasse ununterbrochen ab 10 Uhr geöffnet Luna. 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Gemeinsame Versammlung aller Baurohrleger und Bauflempner. agesordnung: Bericht über unsere Lohnverhandlungen. KLEINE ANZEIGEN Die Bertrauensleute müffen bereits um Jedes Wort 12 Pf. Anzeigen, welche für die 5 Uhr anwesend sein. Die Ortsverwaltung. OPEL Fahrräder Die Weltmarke Nur MR. wöchentl Teilzahl Vorführg Kostenlas SHERLOCK- GES.m.b.H OPEL- NIEDERLAGE Alexanderstr. 279 Tel. Königst. 9610-12 Fettgedrucktes Wort 25 Pf. ( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche das 1. Wert( fettgedruckt) 15 Pf., jedes weitere Wert 10 Pf. Worte mit mehr als 15 Buchstaben Ehles für zwei Worte. nächste Hummer bestimmt sind, müssen bis spätestens 4 Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwäris, Lindenstraße 3, abgegaben werden.Bieselbe istwochentags von morgens 8 Uhr bis nach. 5 Uhr onanterbreches geöffnet. Verkäufe eppiche Brücken, Möbelstoffe Gardinen, Bettdecken Ricscnlager qualit aller Eine Aszahl Teppiche Diwan- und Tischdecken mit Fehlern Dtsch. 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