Nr. 212 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 108 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monaffid B, Reichsmart zahlbar. voraus Unter Kreuzband für Deutschland. Danzia. Saar- und Memelgebiet, Defterreich. Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied. Luna und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Conntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin' Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreise: Die einfpaltiae Nonpareille. Beile 80 Bfennia. Reflamezeile 5,- Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläffia zwei fettaedruckte Worter. lebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, tebes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buchftaben aäblen für zwei Wor Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Der Gesetzentwurf des Zentrums wurde in namentlicher Abstimmung mit 282 gegen 105 Stimmen bei einer Enthaltung ab. gelehnt. In einfacher Abstimmung wurde der demokratische Anirag gegen die Antragsteller und die Wirtschaftliche Bereinigung abgelehnt. Bei der namentlichen Abstimmung über die Enteignungsoorlage wurden 142 Stimmen der Sozialdemkraten and der kommunisten dafür, 236 Stimmen dagegen abgegeben. 7 demokratische Abgeordnete verließen den Saal, weil sie nicht gegen das Boltsbegehren flimmen wollten. Der Volksbegehrens Sefehentwurf ist demnach vom Reichstag abgelehnt worden. Nach der Ablehnung des Gesetzes erklärte Präsident Cobe: „ Nachdem alle Teile des Gefehentwurfs abgelehnt worden find, findet eine drille Cefang nicht statt. Der Reichstag reicht der Reichscegierung den Gefehentwurf zuzüd, damit sie ohne Berzug, wie es in der Berfassung vorgeschrieben ist, den Boltsentscheid pornimmt." * Die Bahn für den Volksentscheid ist frei. An einem Sonntag im Juni wird das Bolt endgültig darüber zu be= stimmen haben, ob das Recht des Bolfes über die Habgier der deutschen Fürstenhäuser triumphieren soll, oder ob zur Freude der Monarchisten und aller Gegner der Republik die ehemaligen deutschen Fürsten sich auf Kosten des notleidenden Deutschen Volkes bereichern follen. Der Reichstag hat noch einmal seine Unfähigkeit, die Fürstenfrage einer gerechten Lösung zuzuführen, dokumen tiert. Die bürgerlichen Parteien des Reichstages überlassen dem Bolt die Entscheidung. Ihre gesetzgeberische Arbeit hat in vielen Monaten nicht vermocht, den Ansprüchen der Fürsten ein gerechtes Gesetz entgegenzustellen. Gelingt es nicht, den Bollsentscheid zum Siege zu führen, so wäre die Bahn frei für die Ansprüche der deutschen Fürsten und die Urteile deutscher Gerichte, die den Fürfien gewaltige Vermögenswerte zugesprochen haben, auf die das Volk, aber nicht die Fürsten von Rechts wegen Anspruch haben. Der Reichstag hat den Uebermut und die maßlosen Ansprüche der Fürsten geduldet, Die alles Gerechtigkeitsgefühl beleidigen. Nun gilt es den Kampf! In fürzester Frist hat das Volk die Entscheidung zu fällen. Die wenigen Wochen, bie bis zum Tage des Bolfsentscheids bleiben, müssen einen Werbefeldzug gegen die Fürstenansprüche sehen, der den großartigen Werbefeldzug des Volksbegehrens in Schatten stellt. den Eine große Entscheidung ist zu fällen unter schweren Bebingungen. Zur Durchführung des Boltsbegehrens genügten vier Millionen Stimmen 12% Millionen Stimmen sind. aufgebracht worden. Ein großer Erfolg! Zum Siege des Boltsentscheids gehören 20 Millionen Stimmen, 7% Millionen Stimmen mehr, als beim Boltsbegehren abgegeben wurden. Die Sozialdemokratische Partei geht zuversichtlich in diesen Kampf. Die Haltung des Reichstags in den letzten Monaten hat dem Bolle eingehämmert, daß es selbst das Rechtschaffen muß, das es gegen die Fürsten fordert. Biele, die beim Boltsbegehren noch zögernd beiseite standen, werden beim Bolfsentscheid ihre Stimme für die Sache des Bolkes und der Gerechtigkeit in die Wagschale werfen. Es ist eine große politische Entscheidung, die an einem Sonntag im Juni durch das Bolt getroffen werden muß. Sie fällt in eine Zeit der stärksten politischen Spannung. Die Regierung Luther, die dem Volksbegehren feindlich gegenüberstand, und ihre Unluft, die Fürstenfrage einer gerechten Lösung zuzuführen, nur zu deutlich gezeigt hat, hat in den legten Tagen Erregung und Erbitterung des Boltes auf das höchste gesteigert. Sie hat in einer unverantwortlichen Kundgebung die 12% Millionen Unterzeichner des Volksbegehrens, den politisch aktivsten Teil des deutschen Bolles, gefchmäht. Sie hat durch ihre schwarzweißrote Flaggenverordnung Entrüstung und Erbitterung bei allen Republikanern hervor gerufen. Sie hat im Bolf das Gefühl erzeugt, daß der Führer Dieser Regierung im Lager der schwarzweißroten Monarchisten, im Lager der Gegner der Republik steht. Der Sieg des Volksbegehrens war ein Urteilsjpruch des Boltes gegen den Monarchismus in Deutschland. Der Kampf um den Boltsentscheid wird heute erst recht ein Kampf im alle politischen Tendenzen sein, die damit verknüpft sind. Der Kampf um den Volfsentscheid wird geführt im 3eichen von Schwarz- Rot- Gold. Es gilt, den monarchistischen, den schwarzweißroten Tendenzen den starken Willen der Mehrheit des Volkes zur Republik entgegenzustellen. Der Kampfruf des Genossen Scheidemann in feiner Reichstagsrede in der letzten Debatte des Deutschen Reichstags über die Fürstenabfindung ist der Kampfruf der Millionen für den Volksentscheid: für die deutsche Republit, gegen die Fürsten, gegen die Fürsten, gegen die Butschisten! Die Sozialdemokratie führt den Kampf. Sie wird im Barlament mit aller Schärfe bis zur äußersten Konsequenz dem Attentat des Reichskanzlers Luther gegen Schwarz- Rot- Gold entgegentreten und die antirepublikanischen Bestrebungen befämpfen, die der schwarzweißroten Flaggenverordnung des Reichskanzlers zugrunde liegen. Sie ruft außerhalb des Parlaments das Bolt auf, sich durch das demokratische Mittel des Volfsenischeids selbst das Recht zu schaffen, das das Parlament ihm versagt hat. Auf zum Kampf um den Bollsentscheid, für Schwarz- Rot Gold, für die Republik! Sozialdemokratischer Mißtrauensantrag. Die von der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstag eingebrachte Interpellation hat folgenden Wortlaut: Jft die Reichsregierung bereit, Auskunft über die Beweg. gründe zu geben, die den Reichskanzler zur Gegenzeichnung des Flaggenerlaffes veranlaßt haben? Hält die Reichsregierung den Erlaß mit dem Sinn der Reichsverfassung für vereinbar? Fürchtet sie nicht, daß der Erlaß. staff zur Versöhnung beizutragen, die Gegenfäße innerhalb des deutschen Boltes vertiefen wird? Jst ihr endlich bewußt, daß das Hissen der Flagge des Kaiserreiches die fremden Regierungen zu Schlußfolgerungen veranlassen kann, die der auswärtigen Politik des Reiches abträglich fein würde?" Im Anschluß an die Interpellation hat die Fraktion folgendes Mißtrauensvotum gegen Reichskanz ler Luther, den Vertreter der Verordnung, eingebracht: ,, Der Reichstag mißbilligt die Verordnung vom 6. Mai dieses Jahres über das Hissen der Flaggen auf den Gebäuden der deutschen Missionen im Ausland und spricht dem Reichstanzler, der die Verordnung gegengezeichnet hat, das mißtrauen aus." Die demokratische Fraktion wird, wie offiziös ge= meldet wird, für den demokratischen Antrag stimmen, wäh rend die Haltung des Zentrums von der vom Parteivorstand für Montag einberufenen Sigung abhängt. Die Interpellation wird auf Beschluß des Aeltestenrats am Dienstag im Reichstag zur Verhandlung kommen. Scheidemann rechnet ab. Gegen Fürstenforderungen und Monarchisten.- Rampfanfage au Luther. Gen. Scheidemann führte in seiner gestrigen Reichstagsrede aus: Der Bericht aus dem Ausschuß hat gezeigt, daß wir vollständig recht hatten mit unserer Auffassung, daß eine Ausschußberatung feinen 3wed habe, dadurch ist der Tag der Entscheidung nur weiter hinausgezögert worden. Wir haben der Ausschußberatung nur deshalb nicht widersprochen, weil große Fraffionen fie gewünscht hatten. Nachdem meine Freunde Rosenfeld und Saenger zu dieser Frage schon ausführlich gesprochen haben, nehme ich noch einmal das Wort, um das, was von dem Grafen Ich muß zunächst feststellen, daß die ganze häßliche Tonart von der We starp verzerrt worden ist, wieder ins rechte Licht zu bringen. rechten Seite in den Kampf hineingetragen worden ist.( Unruhe rechts.) Um die Fürsten herauszuftreichen, ist der Versuch gemacht worden, uns herunterzureißen und uns zu verleumden. Die rechte Seite sollte doch endlich diese unehrliche Politik aufgeben. Wenn wir uns in gleicher Weise verhalten wollten, wie schlecht würden Sie und das ganze Kaiserreich dabei fortkommen! Wenn auch einige schlechte Elemente bei uns find, so fönnen Sie nicht die ganze Partei für sie verantwortlich machen. Weil es einige schlechte lichkeit und der ganze Richterstand schlecht? Eine Bartei, eine Geistliche gibt und einige schlechte Richter, ist dann die ganze GeistFraktion, deren Vorsitzender lange Zeit der Freiherr v. Hammerstein gewesen ist, sollte doch von Korruption schweigen!( Sehr Der Generalrat friedensbereit. Antwort au Baldwin im ,, British Worker". London, 6. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Ministerpräsident hat feit Ausbruch des Generalftreits zu verschiedenen Malen und zuleht am Mittwoch nachmittag im Unterhaus betont, daß die Regierung vor dem Generalffreif nicht fapitulieren werde; daß die Regierung vor dem Generalstreit nicht fapitulieren werde; Wiederaufnahme der Verhandlungen jei erst nach Abbruch des Streifs möglich. In dem am Donnerstag abend zum zweiten Male erschienenen offiziellen Streitblatt der Gewerfidhaften antwortet der Generalrat der Regierung, daß er jederzeit bereit sei, die Verhandlungen für einen ehrenhaften Friedensfchluß aufzunehmen. Der Generairat ftelle hierfür keinerlei Bor bedingungen. Es fei jedoch selbstverständlich, daß ohne vorherige Kenntnis des von der Regierung geplanten weiteren Borgehens der Generalrat der Aufforderung Baldwins, den Generalftreit zu beenden, nicht nachkommen fönne. Der Generalrat betont nochmals, daß er die Berantwortung für den Abbruch der Verhandlungen nicht frage. Der Strelt habe seine Ursache in der Weigerung der Regierung gehabt, eine Zurückziehung der Ausfperrung der Bergarbeiter zu veranlaffen, weiter in der herausfordernden Stellungnahme der Regierung zugunften der Bergbauunternehmer und schließlich in dem Abbruch der Verhandlungen zu einem Zeitpunkt, wo der Generalrat bestrebt war, eine Formel für eine friedliche Regelung des Konflikts zu finden. Irgendwelche einleitenden Besprechungen mit dem 3wed, eine Basis für die Wiederaufnahme der Verhandlungen und den Abbruch des Generalftreits zu finden, fönnten ausschließlich in einer freien und ungezwungenen Atmosphäre, aber nicht unter dem Drud eines Ultimatums der Regierung stattfinden. Die Regierung fordert Unterwerfung! London, 6. Mai.( Eigener Drahlbericht.) Das Unter. haus hat sich auch am Mittwoch mit dem Generalftreit befaßt, ohne daß die Debaite zu einem pofitiven Ergebnis führte. Die Regierung wurde von den Arbeiterführern wiederholt aufgefordert, aus wirtfchaftlichen Gründen in den Streif einzugreifen und durch neue Verhandlungen den Berfuch zu feiner Beilegung zu machen. Das hat der Ministerpräsident abgelehnt, er will nicht früher verhandeln, bis der Generalstreit bedingungslos abgebrochen ist. 86 Militär soll den Streif brechen! London, 6. Mai.( WTB.) Das Unterhaus hat mit 291 gegen Stimmen einen Abänderungsantrag der Arbeiterpartei zu dem Beschluß abgelehnt, der der Regierung geftattet, die bewaffnete Macht zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Dienff3weige zu verwenden. Eine Niederlage des Streikbruchs. Zivilkommissar erbittet Gewerkschaftshilfe. London, 6. Mai.( Eigener Drahlbericht.) Das wichtigste und bezeichnendste Ereignis des Tages ist eine Teilniederlage der Regierung: Jn Newcastle on Tyne ist die von der Technischen Nothilfe durchgeführte Lebensmittelverforgung völlig zufammengebrochen. Der Zivilfommisjar, Sir Wood, ein früherer Minister, ist darauf an die Gewerkfchaften herangetreten und hat sie aufgefordert, die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung zu übernehmen. Die Regierung hat sich dagegen verpflichtet, die Technische Nolhilfe und die Truppen aus dem Bezirk Newcastle zurüdzuziehen. ( Weitere Meldungen auf der dritten Seite.) richtig! bei ben Sozialdemokraten.) Die Berteidiger eines Ratfer retchs, dessen auswärtige Politit von Herrn v. Holstein ge macht worden ist, der fich als ein ganz gewöhnlicher Börsenschieber entpuppie, follten doch über Korruption nicht reden.( Sehr mahr! bei den Sozialdemokraten.) Graf Westarp hat von einem Raub gesprochen, der an den Fürffen verübt werden solle. Richtig ist aber, daß wir das Volt fchüßen wollen vor dem Raub, den die Fürsten an ihm verüben wollent( Beifall lints.) Die So ft das Boff nicht nur belogen, fondern um jebe Möglich feit der Herbeiführung des Friedens gebracht worden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es steht fest, daß Wilhelm II. jahrzehntelang durch seine to richten Reden die ganze Welt gegen Deutschland aufgebracht hat. Ich empfehle Ihnen als Lettüre über diese Zeit seiner Regierungs. tätigkeit das Buch des Freiherrn von 3edlig: 12 Jahre am Kaiserhof". Berlogenheit, Korruption und hündische Buchrufscherei waren das Merkmal des taiserlichen Hoses. Wilhelms Macht schien finnigen Einstellung tommen, dieser Mann, der einmal gegenüber unbegrenzt; es herrschte ein rein persönliches und mirliches Regiment. Diefer Mann mußte ja geradezu zu feiner größenwahn freifenden Straßenbahnern fchrieb, es müßten von ihnen, mindestens 500 Mann zur Strede gebracht werden!( Hört! hört!) Das mar ein Held? Sen Sohn lag tranf in Potsdam; er fuhr zwar mit seiner Gemahlin hinaus, aber er blieb vor dem Schloß stehen, weil er nicht angestedt werden wollte. Und sein Sohn war an Dungeneutzündung erkrankt!( hört! hört!) Diefer Mann, für den das Bolt jetzt bluten soll, hat von demselben Bolte als von einem 2umpenpad gerebet. bie das preußische Abgeordnetenhaus beherrschten, trotzdem hinter ihnen weniger Stimmen standen als hinter den 11 Sozialdemofraten. Das mar Terrorismus! Erst jezt wieder beim Boltsbegehren zeigte es sich, welcher Terror in den oft elbischen Gefilden verübt worden ist.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo fraten.) Diese Herren, haben sich als treue Triariez Seiner Majestät aufgespielt und getan, als ob sie ihr Leben für den König hingeben wollten. Aber am 9. November 1918 wollten fie doch lieber republi fanisch leben, als monarchistisch sterben. Es gab damals gar nicht war, fie haben ihn aber nicht geschüßt, weil man sie nicht ge genug maufelöcher, in die fie spurlos zu verschwinden frachteten.( Leb hafte Heiterkeit.) Oberst Bauer berichtet, daß der Kaiser im Großen Hauptquartier ständig von 500 Offizieren umgeben rufen habe. Uns Sozialdemokraten braucht man in der Stunde der Not nicht erst zu rufen. Das hat auch 1918 der jezige Reichspräsident erfonnt, als er eine merkwürdige Borliebe für uns Novemberver brecher" an ben Tag legte. Der Graf Weftarp will jetzt die Fürstenforderungen zur Parole Im Kampfe für die Monarchie machen. Bir afzeptieren das! Aber wir werden in diesem Kampfe deutlicher werden als je zuvor, Wir werden dem deutschen Volfe fagen, was es heißt: Republik oder Monarchie. ( Graf Bestarp fordert bei diesen Worten die deutschmantonalen Abgeordneten auf, den Sizungsfaal zu verlassen. Die Lisle be gleitet den Auszug der Deutschnationalen mit minutenlangar ftürmie es während bes Krieges bis in den Herbst 1918 hinein be. mifchen Zurufen.) fie sich bei den Hohenzollern ereignet hat, der Republik anhängen, Könnten Sie auch nur einen einzigen Fall von Korruption, wie wie würden Sie schreien! Ich begnüge mich mit der Anführung eines einzigen Beispieles, den Erwerb des fogenannten Akademieviertels in Berlin. Der preußische Staat mar gezwungen, Grundstüde im Akademieviertel zu erwerben. Hohenzollern verfauften sie dem Staate für 13 Gold. millionen. Später stellte es sich aber heraus, daß diese Grundstüde gar nicht den Hohenzollern, sondern dem Staate selbst gehört hatten. Alle Verfuche, die gemacht worden find, um diefe 13 millionen an den Staat zurückzuführen, find nicht gelungen. Und der Breußische Landtag, in dem Sie( zu den Deutsch nationalen) geherrscht haben, hat diese schandbare Handlung der Hohenzollern noch gutgeheißen! Es ist uns gesagt worden, wir müßten den Hohenzollern gegenüber doch auch Dankbarkeit begleitet zeugen. Was für eine Fülle von Material bietet sich aber dar, aus dem hervorgeht, daß die Hohenzollern nicht die Spur von Dant barkeit zu beanspruchen haben. Ich empfehle Ihnen zur Leftüre die Hohenzollernlegende Ihres Barteigenoffen Mar Maurenbreder. Es tann noch sehr viel hinzugefügt werden, was Maurenbrecher bei der Abfaffung seines Buches noch nicht wiffen fonnte.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Mein Freund Rosenfeld hat baran erinnert, wie schwer die Belastung der Hohenzollern mit der Schuld an dem Aus. bruch des Krieges ist. Wir haben nichts von der Erklärung zurüdzunehmen, die wir am ersten Tage des Krieges abgegeben haben. Die Alleinschuld Deutschlands am Kriege lehnen wir ab, mir lehnen aber auch die unfinige Behauptung ab, des Deutschland das allein unschuldige Land gewesen sei. Das deutsche Bolt hat ficherlich nicht den Krieg gewollt. Aber wenn wir vom deuffchen Bolle reden, dann muß die Persönlichkeit Wilhelm II. ausdrücklich davon ausgenommen werden. Wenn die Frage gestellt wird: Saben die damals einflußreichen Männer alles getan, um den Kriegsausbruch zu verhüten? dann sagen wir nein, und an der Svike dieser Männer ſtand der Mann, um den es sich jeht handelt. ( Beifall bei den Sozialdemokraten. worden. Die Haager Konferenz, die von Rußland angeregt worden war, um die Rüftungen einzuschränken und den Frieden zu sichern, ist von Wilhelm II. höchst unwillig aufgenommen Er schrieb damals, er wolle die Konferenz zwar mit machen, aber auf die Beschliffe pfeife ich".( hört, hört! fints.) Diefe Majestät hat noch ein anderes Bort gebraucht, ich will es hier im Reichstage nicht erwähnen. Nur soviel will ich fagen, daß das Wort fich auf reißen und beißen reimt.( Lebhafte Heiterfeit.) Das Bündnis mit England hat Wilhelm II. hintertrieben, frotzdem es imffande gewesen wäre, den Wefffrien unmöglich zu machen. Wilhelm II. hat damals den schändlichsten Landes verraf betrieben, der nur möglich war!( Unruhe rechts, Beifall bei den Sozialdemokraten.) Als der Bertreter des Deutschen Reiches in Wien, Herr von Ifferfty, dem Auswärtigen Amt mitteilte, daß Defterreich den Krieg mit Serbien vorbereitete. schrieb Wilhelm: Jeht oder nie! Der deutsche Botschafter in Wien warnte vor unüberlegten Schriften. Wilhelm II. antmortete: Er schreibt Unfinn, wer hat ihn dann ermächfiot, wer hat ihn beauftragt, für den Frieden in wirken?"( Hört, hört! fints.) Ich erinnere an andere Dinge, die im Namen der taiserlichen Regierung getan wurden. Herr Michaelis, der frömmfte Reichstanzler, ben das Reich besaß, hat ganz zielbewußt die Friedensrefolution zerfchlagen, die der Reichstaa im Juli 1917 befchloffen hatte. Später, als der Bapft fich bemüht hatte, den Frieden zu vermitteln, nachdem wir uns viele Stunden lang überlegt hatten, mie eine Flare Antwort über Belgiens Herausgabe formultert werden tonne, murde uns gefaat, daß in England Dinge vorgehen, die eine solche Antwort unmöglich machten. Wir sind damals belogen und betrogen worden. Es tam eine Antwort heraus, die nicht gehauen und nicht geftochen war. Aber neben dieser offiziellen Antwort wurde von der faiserlichen Regierung noch eine geheime Antwort gereben, die auf das brüstefte die Friedensverfuche des Papstes zurüdmies. Abg. Scheidemam fortfahrend: Graf Westarp hat eine sehr feine Nafe. Er verläßt uns gerade in dem Augenblid, wo ich an fangen will, mich besonders mit ihm zu beschäftigen.( Heiterfeit.) Er hat zwei Beschuldigungen gegen uns vorgebracht, bie des No. pemberverbrechens und die andere, daß wir mit der Enteignung der Fürstenvermögen den Bolfchemismus förderten Gegen die erfte Beschuldigung will ich Wilhelm II. felber als Zeugen nennen. Während des Krieges sagte er dem Nuntius Baccelli, als diefer in der Miffion der Babfinote zu ihm fam: Die Sozialdemofrofie hat die Bedeufung dieses Problems für den Frieben richtig erkannt; als erste hat sie den Mut gehabt, sich in den Dienst des Friedens zu stellen. Das bleibt ein dauerndes Verdienst der So3ialdemokratie." Ein anderer Senge ist der Prinz Mar von Baden. Bir werden das Bolf daran erinnern, welchen herrlichen Zeiten uns die Monarchie entgegengeführt hat. Wir werden es daran erinnern, logen und betrogen worden ist, wie ihm die alten Machthaber bis zuletzt die Rechtsgleichheit verweigert haben. Monarchistische Gefinnung, d. h. Pufschismus, Ermordung der Republikaner, Aitentate, Fememorde, das ist der Weg, deu die politik der vechten Seite geht. Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Kampf um den Boltsentscheid wird leichter sein, wenn nicht nur um die Fürstenforde rungen, sondern um mehr, um Sein oder Nichtsein der Republil getämpft wird. Es at nur eine faule Ausrede, daß jekt zwei Flaggen gezeigt werden tömen. Im Auslande wird man dazu nur sagen, das stellt das zerfallene Deutschland dar, das alte und das neue Deutschland, und biefem alten Deutschland hat die Regierung Luther die alte Flagge wiedergegeben. Alle Morde und Butsche sind unter dem Zeichen der schwarzweißroten Fahne begangen worden. und nun hat der Reichspräsident und der Reichskanzler eine Verordnung herausgegeben, die jeden Republikaner aufs fieffte empören muß.( Sehr richtig fints.) Die Welt hat sich noch nicht beruhigt über den Vertrag mit Rußland, weil ein Zeitpunkt zu seinem Abschluß gewählt worden war, der zu Mißverständnissen Anlaß geben forte. Nun wird durch die Flaggenverordnung neues Mißtrauen gegen uns hervorgerufen. Die Regierung scheint von allen guten Geistern verlaffen zu sein. Herr Dr. Luther hat einmal gesagt, daß Als diefer am 9. November zur Ueberzeugung fam, daß das alte er fein Bolititer fei. Hier hat er ben glänzendsten Beweis bafür geRegime nicht mehr zu halten sei, fagte er dem Sinne nach in einer efert. Die Verordnung ist ein Schlag für alle Republic Unterrebung, an der mein Freund Ebert, der jetzige Minifteramer, die in der schwarzrotgoldenen Fahne das Zeichen für die präsident Braun, ich und ein paar andere teilnahmen, meine fedliche Entwicklung des Volfes fehen.( Sehr wahr! lints.) Herren, wenn noch jemand imftande ist, diefen faiserlichen BankrottChegen die Warnungen der sozialdemokratischen Partei, der laden zu übernehmen, dann sind Sie es; nur Sie sind noch imftande, Demokraten und des Zentrums hat die Regierung doch ihre BerDeutschland vor dem Untergang, vor dem Auseinanderfallen zu ardnung veröffentlicht und den schlimmsten Hezern gegen die retten.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Bir haben dann Republik damit Konzeffionen gemacht. fefort das getan, was zu tun notwendig war. Run zu dem davongelaufenen Grafen estarp felbft. Vor dem Kriege ift Graf Weftarp jeden Tag mit dem Säbel an der Seite im Reichs tag erschienen. Jedesmal, wenn er das Wort nahm, hat er non Eroberungen gesprochen und daß er bereit fei, den leßten Tropfen Blut für den Kaifer zu vergießen.( Heiterfeit.) Nach dem Urteil eines fonfervativen Mannes aus diesem Hause war es die Politik der vom Grafen Mestarp geführten Konservativen, die die Ser. mürbung und den Zusammenbruch des Reiches her beigeführt hat. Lüge und Terrorismus, fagt Graf Bestarp, follen die Kampfesmittel der Republikaner sein? Wer hat denn im Kriege jeden Tag neue Siege angezeigt? Etwa wir? Haben mir etwa die Heeresleitung und den General Ludendorff unterstügt bis zum letzten Tage? Das waren die Konservativen, die fich nach dem Bu fammenbruch geschämt hatten. unter dem alten Ramen aufzutreten und einen neuen Namen angenommen haben.( Sehr richtig! bef den Sozialdemokraten.) Sie reden von Lug und Trug. Schließlich maren wir es mohl, die in der Nachkriegszeit die Inflation heraufbeschworen, die die Aufmertung versprochen haben, die zu 50 Prozentbem Dawes Abtommen zugestimmt haben und mir bis zu bem Augenblid in der Regierung geblieben find, bis zu bent fie sich an den Zöllen und Steuern bereichert hatten. Sie reden von Lug und Trug. Sie, die Sie Cug and Trug ju einem polififchen Syftem gemacht haben.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Sie reben aber auch von Terror! Wer hat benn das deutsche Bolt fange Belt terrorisiert? Wer hat dem Balfe bas gleiche Bahlrecht vorenthalten. Es waren die über 200 Ronfervativen, Unwahrscheinlichtetten fönnen und müssen aus unseren Spielen Zur Reform des Kasperletheaters beaußenbleiben. Jum 50. Todestage Franz v. Poccis. Das Rafperletheater hat von jeher auf das Gemit bes Rinbes einen starten und nachhaltigen Einbrud gemacht, genau wie die Märchen, die durch mündliche Ueberlieferungen von Generation zu Generation in den Winterabenden am warmen Rachelofen von Müttern und Großmüttern und alten Großpapas den Kindern er zählt wurden, Hans Sachs war mit der erste Dichter, der diese Spiele für die kleinen Kinder in feinen Schwänten für die großen Kinder" verarbeitete. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Rafperletheater ziemlich in Bergessenheit geraten und führte ein fümmerliches Dasein in den madeligen und mindigen Leinwandbuben auf den Jahrmärkten der Dörfer. Man mag zu Franz von Bocci, dem Zeichner, Musiker und Dichter, der am 7. März 1807 in München geboren murde und dort am 7. Mai 1876 ſtarb, tünstlerisch stehen wie man will, das eine positive Verdienst hat seinen Namen der Nachwelt erhalten, daß er es war, der das alte Rafperletheater wieder aus der Berfentung herausnahm und mitten in die große und fleine Kinderfchar hinein ftelte. Daß seine Kasperlespiele, wie auch seine anderen Dichtungen, jo feine Jäger und Studentenlieder Büdlinge vor Königshofen machen, ist selbstverständlich, wenn man sich erinnert, daß er Hof musilintendant, Oberstfämmerer am bayerischen Hofe war. Selbst. perständlich find alle Prinzessinnen und Brinzen in seinen Kasperle. spielen wundervolle Leute, während das Bolt ziemlich schlecht dabei megfontmt. Maler, Schauspieler und Sänger nahmen sich in der Folgezeit des Kasperletheaters mit viel Liebe an, und es fei nur erinnert an den großen Erfolg, die der Baden- Badener Künstler Ico Puhonny mit seinen Spielen zu verzeichnen hatte. Bei dem starten und nachhaltigen Eindruck, den bas Kasperle theater gerade auf unsere Jugend auszuüben vermag, erscheint es als eine Notwendigkeit, daß auch wir Sozialisten ernstlich daran denten müssen, wie mir das alte Stafperletheater mit seinen verTogenen Prinzen und Krieg verherrlichenden Tendenzen bekämpfen und ihm ein anderes, feine edlen Prinzen und arme Aschenpuddel tennendes Kasperletheater entgegenfeßen tönnen, indem mir unferer Sugend in dichterischer Form, aber dennoch ausgestattet mit der ganzen Primitivität der alten Marionettenspiele vorlegen, die in ganzen Primitivität der alten Marionettenspiele vorlegen, die in unferer Jugend den Reim legen für Pazifismus gegen Kriegshege, für Menfchenliebe gegen Menschenhaß und ihnen Achtung einflößen für pofitive produttive Arbeit. Es ist erfreulich, daß in diesem Sinne die Kinderbeilage des Borwäris, Der Kinderfreund", Arbeiten zu einem solchen mo bernen Kasperletheater- Spielplan in seinen Spalten aufnimmt. Auch der Fürchtemacher Gottfeibeinns" und der„ Bfui Teufel, den noch tein Mensch leibhaftig gesehen hat, wie alle mystisch- metaphysischen " Es erscheint eine Bagatelle neben den großen Tagesfragen, auch ant diese Reform des Rafperletheaters heranzugehen und body ist es teine Kleinigkeit, fondern sogar ziemlich bedeutsam, fich für die Erziehung unserer Rinderwelt in einem neuen Geifte einzufezen Man stelle sich nur vor, mie die Unterhaltungsabende unserer Ar beiterjugend, bie Spielnachmittage unserer Kinderfreunde, ja selbst die geselligen Sufammenfünfte der Erwachsenen unserer Barter und Gemertschaften burch irgendein gutes Kasperletheater belebt und abwechslungsreich gestaltet werden fönnen. Bor mir liegt das Buch des Sefretariats der sozialistischen Jugendinternationale ein nebenbei sehr gut ausgestattetes Heft über die Jugendbewegung aller Länder, in diesem Hefte finde ich ein sehr hübsches Bild der Dresdener Arbeiterjungend, die auf öffentlichem Martt ein felbstgefertigtes Rafperletheater aufgeschlagen hat, um die Dorfbevölkerung mit munterem Spiele zu unterhalten. man nehme einmal an, daß alle Gruppen unserer Arbeiterjugend solche Kasperletheater in Rudfäden mit auf die Banderung nehmen, auf öffentlichen Märtten Kasperlespiele im modernen Geiste auf führen, so würde dies eine Propagandamöglichkeit für unsere Welt auffaffung bedeuten, bie nicht zu unterschäzen wäre. Es wäre schon des Schweißes der Edelsten unserer Arbeiter bichter wert, folche guten Stafperlefpiele niederzuschreiben, wie es ebenso ein Berdienst märe für schriftfterlerisch begabte Genoffen, Märchendichtungen und Weihnachtsspiele zu schreiben, bamit mir nicht alljährlich in großen und feinen Theatern die üb. lichen verlogenen Märchen mit Prinz und Prinzeffin vorgefest be kommen. Mar Ed Troll Die Regierung sagt, daß die diplomatischen Vertreter im Aus lande Die Neuregelung verlangt hätten. Warum haben fie das ver. langt? Beil sie zum großen Teil gar teine Berührung mit der großen Maffe der Deutschen, die im Auslande leben, haben, sondern nur mit einer fleinen Clique. Mußte fich Dr. Cufher nicht sagen, daß er mehr Rücksicht auf die 60 Millionen Deutschen zu nehmen hätte, als auf die paar Meniden, die ihm in dieser Frage in den Ohren gelegen haben? Häfte der Reichsaußenminifier nicht die Pflicht gehabt, den diplomatischen Bertretern Raljon beizubringen?( Bebh. Beifall bei den Goz.) Die Anhänger ber( chwarzweißroten Fahne hätten sich schon langit mit der fache abfinden müssen, daß bie Nationalversammlung Schwarz Rot Gold als die Farbe des Reichs beffimunt hat, und daß die Farben, die das Reich überall zeigen muß, nicht Die schwarzmeißrote Fahne, die nun einmal zur Fahne ber Butfiften, gemorben ist.( Sehr tig bei den Goz.) Dem Reichstanzler gen mir: er soll die ger meglaffen von solchen Dingen, men er fie fich nicht dabei verbrennen will. Die neue Berordnung einen Sturm der Entrüstung im ganzen Lande gemedt. Auf einen einfachen Warmruf sind gestern abend 20 000 Menschar gum Proteft gegen diese Berordnung aufmarschiert. Eine Chrur Harnads. Bei einer Besichtigung der Reichsforschungsinftitue durch eine große Anzahl von Mitgliedern bes Reichstags und Belehrten feterte Prof. Schreiber( Münster) den Präfibenten der Gesellschaft, Abolf Harnad, der gerabe feinen 75. Ge burtstag gefeiert hat. Er Bennzeichnete ihn als internationalen Kulturpolititer, der bie Wieberannäherung der Nationen außer. ordentlich gefördert habe. wie irrtümlich verbreitet wurde, die Aufführung der Alraune" in Sein Berbot der Alzaune". Der Polizeipräsident hat nicht, Trianon- Theater Deboten. Er hat nur darauf gedrungen, daß alle anstößigen tertlichen Stellen gestrichen werden und die vom Bolizei. prafidium allgemein gegebenen Borschriften über Bekleidung ujm. innegehalten werden. Ein neues Buch von Niffi. Der frühere italienische Minister präsident Francesco ti wird demnächst in verschiedenen Sprachen ein neues Mert ter dem Titel Bolschewismus, afgismus und Demokratie" veröffentlichen. Die beutche Ausgabe wird im Berlag von Franz Hanfstängt in Müngen erscheinen. Dieses Buch ist in Italien bereits unter dem Titel: Schriftsteller Gobetti, der hürzlich im Egil in Barls gestorben ist, Die Freiheit" befannt geworden. Der befannte Berleger und durfte das Bert nicht i feinem Berlag herausbringen. Es er. fchien ohne Berlagsangabes Köln verbietet die Walkenkrahet. Die Stadtverwaltung von Röin hat sich jetzt endgültig gegen die weitere Baubewilligung von Boffenfragern ausgesprochen. Der Bau eines zehnstöckigen Waren haufes, der vor längerer Se Ichon bewilligt war, wird bavon aller dings nicht mehr berührt. Der Beschluß gegen die Wolkentrazer ist non der Erwägung getragen, daß weitere Wolfenfragerbauten im Stadtinnern die harmonisch- überragende Stellung des Kölner Doms im Gesamtbild ungünstig beenfluffen würden. Eine Stadt mit Einhelfszt. Die Stadtverwaltung von Durban in Südafrika hat ben Slagen über ben unzuverläffigen Gang ber Um den Panzerfreuzer Bofemfin". Der Bolizeipräsident teilt städtischen und privaten Uhren, die in Durban, wie anderswo auch, mit: Eine Berliner Abendzeitung meldete, daß am Mittwoch vor zu vielerlei Unzuträglichkeiten ab Ausreden geführt haben, furger mittag im Bolizeipräfibhum eine Besprechung der beteiligten Be hand ein Ende gemacht. Auf Staatstoften ist ein amerikanischer hörben ftattgefunden habe, in der fiber bas Schidjal des bolfchemifti. Ingenieur angestellt worden, der familiche in Durban befindliche fchen Hezfilms beraten wurde. Eine solche Besprechung hat nicht Uhren zu elektrifizieren hat. Reben ben städtischen und amtlichen stattgefunden, und es ist auch von teiner Seite eine Anregung zuhren werben auch die Uhren im Privathaushalt von der Stadt einer solchen Besprechung ergangen. Im übrigen fehlt für ein Ber- ohne Kosten für den Befizer eletrifiziert und dafür ein allgemeiner bot des Films jede rechtliche Unterlage. Nachdem die Filmoberprüf- fleiner Steuerzuschlag von allen. Einwohnern erhoben. ftelle den Bilbstreifen genehmigt hat, fame eine Berbot nur in Frage, wenn die öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung gestört würde. Eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes fagt fedoch baß eine Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung erst dann an genommen werben kann, memt die Bolizet mit ihren Machtmitteln nicht in der Lage ist, die Störung zu verhindern. Das ist hier beftimmt nicht der Fall. Es find die erforderlichen Bortehrungen ge troffen worben, um Störungen unter allen Umständen zu verhindern. Bravo! Aubert Baffermann endlich wieder in Berlin mehrere Monate auftreten Ulbert Baffermann wieder in Berlin. In der nächsten Spielzeit wird und zwar an ber Saltenberg- Bagne, Citerarische Totengräber. Im füdamerikanischen State Beru ist ein Gesetz gegen den Handel mit anstößigen Büchern erlaffen worben. Berfasser und Berleger solcher Bücher follen eine Gelbstrafe in Höhe des fünfzehnhundertfachen Betrages des Bertaufs preises bezahlen. Können oder wollen sie das nicht, so werden fie vier Monate lang als Totengraber beschäftigt. Ohne Zweifel maren es solche literarischen Totengraber, mit denen einjt Hamlet eine so geistreiche Unterhaltung gelogen hat. Ein Andersen- Back in Kopenhagen. Der Kopenhagener Stadtverwaltung gotten stehen, zu einem Andersen- Baru gestalten, der dem Anbenten des legt ein Vorfilag bor, ein großes Gebiet, auf dem gegenwärtig Lauben Märchendichters geweiht fein foll E In den nächsten Togen werben wir noch größere Rundgebungen für die Flagge der Republik erleben Wir werden eine Interpellation einbringen, und diese Frage nicht nur so nebenbei behandeln, fondern fie fo gründlich wie nur möglich erledigen, und wir werden dann deutlich mit der Regierung reden. Das eine aber will ich schon jetzt sagen: eine Regierung, ein Reichskanzler, der das verantworten tann, was jetzt geschehen ist, wird von uns bekämpft werden bis zum Heußersten, ein Reichskanzler, der Schindluder treibt mit dem, was den Republikanern heilig ist, wird von uns nicht geduldet werden.( Lebh. Beifall bei den Soz.) Die Reaktion will die Monarchie wieder herstellen, dazu soll ihr die Republil die Mittel liefern. Die Fürstenforderungen sollen ihnen das Geld geben, damit die Monarchisten den Kampf gegen die Republik führen fönnen Wir werden in diesem Stampfe dem Bolle zeigen und beweisen, daß die Monarchie nicht nur das Unglück Deutschlands war, sondern daß jeder Bersuch, die Monarchie wieder aufzurichten, zu neuem Unglück führen muß. Die Republit auf demokratischer Grundlage ift bie einzige Möglichkeit, um das Deutsche Reich zu retten. Wir fehnen uns nach dem Tage der Abrechnung, je schneller er tommt, desto besser. Wir werden fämpfen für die Republit. gegen die Fürsten, gegen die Butfiften.( Stürmischer Beifall und Händeflatschen bei den Soz) Falscher Alarm. Emige Berfiner Blätter haben die Melbung verbreitet, das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold wolle ein Bolfs begehren über die Flaggenfrage in die Bege leiten. Mie vom Reichsbanner mitgeteilt wird, liegt ihm das fern. Tatsächlich Kein Nachlassen in England. Ausdehnung des Streiks am dritten Tage. Ebenso wichtig ist für die Arbeiterfache die Zurüdweisung der Regierungsbehauptung, daß der Streif politischen Charakter habe. Auch das besorgt der„ British Worker" ausführlich und gründlich. V. Sch. Condon, 6. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der dritte| der Gewerkschaften, daß sie den Kampf nicht wollten, sondern daß Tag des Streifs hat feine Berringerung, sondern eher eine Aus- er ihnen von der Regierung teils bewußt, teils aus Tölpelhaftigkeit dehnung der Bewegung gebracht, nämlich die Arbeitsniederlegung aufgezwungen sei, wird in wirksamer Form dargelegt. Für ber Seeleute von Liverpool und der Mietautofahrer von London. die öffentliche Meinung find diese Fragen überaus wichtig, denn Eine Rückkehr von Streifenden zur Arbeit ist nirgends vor abgesehen von der Arbeiterschaft, die davon überzeugt ist, daß sie gekommen, sondern es scheint bei gewissen Arbeiterkategorien, die einen Abwehrkampf führt, beginnen jetzt auch die Liberalen bisher vom Generalrat zum Streit nicht aufgerufen waren, die und auch die gemäßigten Konservativen die Haltung der Regierung zu kritisieren. Neigung hervorzutreten, sich der Bewegung anzuschließen. Die Gegenmaßnahmen der Regierung und der Unternehmer haben nur magere Ergebnisse. Die Zahl der Personenzüge hat sich etwas erhöht, desgleichen die Zahl der Londoner Untergrundbahnzüge und Autobuffe, Bor allem blüht ein wilder Personenverkehr mit Fahrzeugen aller Art, der sich eines starten Zuspruches erfreut und insbesondere von den in den Vororten wohnenden und in der inneren Stadt beschäftigten Engestellten und Beamten, die bisher nicht zum Streit aufgerufen wurden, benutzt wird. Das fann man ihnen bei den großen Entfernungen gar nicht verdenken, folange fie nicht von ihren Gewerkschaften zum Streift aufgerufen sind. Die Benutzung dieser Verkehrsmittel bedeutet jedoch keinen Mangel an Sympathie mit den Streifenden und kein Einverständnis mit der Regierung. Die Solidaritätsbewegung. Der neueste Pressebericht des Internationalen Gewerks fchaftsbundes schreibt: Die Arbeiterschaft der ganzen Welt hat das größte 3nteresse daran, die englischen Arbeiter in ihrem Rampfe zu unterstützen. Die britische Regierung hat bis jetzt nichts getan, als daß sie aus den Steuergeldern der Arbeiter ihren eigenen Bergherren Subventionen zahlte und damit die Existenzmöglichkeiten der Arbeiter des Kontinents herabdrückte. Es ist u. a. zweifellos die durch die Subventionen ermöglichte Konkurrenz der britischen tinent Tausende von Bergarbeitern brotlos wurden und zahlreiche Gruben geflossen werden mußten. Der Kampf der englischen Bergarbeiter ist eine Angelegenheit aller! ist eine derartige Boltsabstimmung ja auch vollständig über. Dertehr lahmzulegen. Und das ist über alles Erwarten ge Bergherren, die dazu beigetragen hat, daß auf dem Kon flüssig, da die Flaggenfrage durch die Berfaffung im Sinne Schwarz- Rot- Gold geregelt ist und es nicht Aufgabe des Reichsbanners ist, die Verfaffung zu ändern, sondern fie zu schützen. Das kommunistische Mißtrauensvotum. Heute wird im Reichstag das tommunistische Mißtrauensvotum zur Abstimmung tommen. Die sozialdemo. fratische Reichstagsfraktion hat beschlossen, sich bei dieser Abstimmung der Stimme zu enthalten. Sie mird den Kampf gegen Suther mit der größten Entschiedenheit führen, um unter ihrer Führung Luther zu beseitigen. Diesem Swed dient ihre Inter pellation und ihr Mißtrauensvotum gegen Luther, die am Dienstag Luther reift ab. beraten werden. Reichstanzler Dr. Luther ist heute abend 10.5 Uhr vom Bots. damer Bahnhof nach Darmstadt abgereist, um dort der Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates beizu wohnen. Ja, die Ehrlichkeit! Grütte- Lehder und die„ Tägliche Rundschau". In der Zäglichen Rundschau", dem teils deutsch nationalen," teils voltsparteilichen. Blatt, las man gestern abend folgenden erstaunlichen Bericht über die Bernehmung von Grütte- Lehder im Femeuntersuchungsausschuß: " Der Femeuntersuchungsausschuß des Preußischen Landtags behandelte am Mittwoch in öffentlicher Sigung den Fall Grütte Lehder". Im Gerichtsverfahren hatte Robert Brütte- Lehder Iwere Anschuldigungen gegen die nöllischen Abge orbiteten Rube und Bulle erhoben und behauptet, diese Ab gebronefen hatten ihn zur Erschießung des Dammers, der an rechtsradifalen Organisationen Berrat begangen haben follte, ermutigt Machdem der Seuge auf Befragen durch den Abg. Dr. Störner ( Bolt.) erklärt hat, baß er nie Don einer Mitschuld nöllischer Abgeordneter an Fememorden gefprochen habe, wird feine Bernehmung für vorläufig beenbet erklärt Jeder Leser muß annehmen: Grütte- Lehder hat anders ausgefagt als im Gerichtsverfahren, er hat alles zurüdgenommen. Ein ehrlicher Bericht! Zugleich murde aber gestern abend folgendes Schreiben des voltijden Landtags abgeordneten Körner an den Vorsitzenden des Femeuntersuchungsausschusses veröffentlicht: 1. Meine Parteifreunde beantragen burch mich größte Be. schleunigung der Untersuchung in Sachen Grütte- Behber und fofortige Bernehmung der von ihm belgulbigten deutschpolkischen Abgeordneten. Es ist nicht angängig. daß die maßlose Heße einer gewiffen Breffe, gegen die Strafantrag gestellt ist, auf Grund der aus den Fingern gesogenen Bhantaftereien des Robert Grütte- Behder unge hindert die politische Atmosphäre weiter vergiftet und infolge der Aussage dieses als Mörder gerichtlich bestraften Minderjährigen die Ehre von Mitgliedern des Hauses weiter perunglimpft wird. Ich halte es für eine felbstverständliche Ehrenpflicht des Aus fchuffes, baß er die Aussagen Brütte- Lehders weiter nicht ins Land gehen läßt, ohne daß den Angegriffenen Gelegenheit zu ihrer Rechtfertigung gegeben wird Es kommt der Streifleitung vor allem darauf an, den Güter. lungen. Ausnahmen werden nur in der Lebensmittelversorgung gemacht. Indessen scheint es hier noch an einheitlichen Direktiven zu fehlen. Kohlentransporte werden jedenfalls überall strengstens unter bunden, zumal ja die ganze Aktion aus der Solidarität mit den Berg arbeitern entsprungen ist. Ein Nachlassen der Bewegung magt nicht einmal die Regierung zu behaupten, die sonst jeden Einzelfall in der Berkehrsquote durch Rundfunk und Flugblätter hinauspofaunen läßt. Ueberhaupt scheint es, daß die Freiwilligen und Arbeitslosen, die sich für die Technische Nothilfe haben anwerben lassen, gerade dazu genügen, um die Biederaufnahme eines minimalen Bersonenverfehrs zu bewältigen. Aus der Zahl der freiwilligen Meldungen, die die Regierung selbst bekanntgegeben hat, ist zu erkennen, daß sie mit ihren Aufrufen wenig Antlang findet: Was bedeutet 3. B. die offiziell bekanntgegebene Ziffer von 10 000 Freiwilligen im„ nordlichen Bezirt", der etwa 7 Millionen Einwohner zählt. Diese Tatsache hat wesentlich dazu beigetragen, die Stimmung der Streifenden zu heben. PO Eine Tatsache hat wesentlich dazu beigetragen, die Kampf. stimmung der Arbeiter zu heben und dem Solidaritätsgefühl größere innere Feftigkeit zu verleihen: das Erscheinen der von der Streifleitung offiziell kontrollierten, in der Druckerei des„ Daily Herald in Millionenauflage hergestellten Streitzeitung The British Borter". Das sehr gut redigierte Blatt enthält nicht nur zahlreiche Streifnachrichten, sondern auch wertvolle redaktio. nelle Betrachtungen der Lage. Es war ein Fehler, daß die Buch. brudergewertschaft erst nach 36 Stunden beschloß, eine Ausnahme für das Personal des„ Daily Herald" zu geftatten, mährend die offizielle Regierungszeitung, die British Gazette. fofort mit Streit brechern hergestellt und fofort auf den Straßen verkauft werden tonnte. Jebenfalls ist der Fehler wieder gutgemacht und der British Worker findet großen Antlang bei der Bevölkerung. Das erstemal in der Weltgeschichte haben die Gemertschaften eines Landes ihrer Landeszentrale in der Führung eines Kampfes um berechtigte Forderungen einer Berufs gruppe weitestgehende Bollmachten erteilt. Der zentralen nationalen Führung muß die vereinigte internationale Hilfe zur Seite gehen, moralisch und finanziell Dies ist die Voraussetzung des Sieges der englischen Arbeiter, der bei einmütiger Hilfeleistung eine Kräftigung der Bewegung aller Länder bedeuten wird. Aus diesem Grunde hat sich der Internationale Gewerks schaftsbund an alle angeschloffenen und befreundeten Organisationen und Länder gewandt und sie aufgefordert, im Hinblick auf die zu erwartenden Komplitationen sofort alle Maßnahmen zu treffen, um, sobald es nötig wird, moralische und finanzielle Hilfe leisten zu können. * Genf, 6. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Borstand des Schweizerischen Gewertschaftsbundes hat auf Freitag eine Sigung einberufen, um zu dem englischen Generalftreit Stellung zu nehmen. Gewerkschaftskommissien und Sozialdemokratische Partei des Kantons Genf haben eine Geldsammlung eingeleitet gur Unterstützung des englischen Generalstreifs. Brüssel, 6. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Hafenarbeiter Don Antwerpen haben beschlossen, jede Verfrachtung von Kohle nach England einzustellen. Wien, 6 Mal.( Eigener Drahtbericht.) Die Gemerschaftstommiffion hat befchloffen, dem Borstand eine Generalnollmacht zu erteilen, um einer fofort einzuberufenden Konferenz der Gemertschaftsvorstände einen geeigneten Vorschlag zur materiellen Unterstügung der im Rampf stehenden englischen Arbeiter zu unterAuch die zweite Nummer dieses Blattes legt größtes Gewicht auf bie ausführliche Schilderung der Entstehung des Streits. Die Kriegsschuldfrage" spielt eine entscheidende Rolle. Der Standpuntt| breiten. In dieser Borlage bittet die Reichsregierung zunächst den Haus haltsausschus, sie auf Grund von§ 2 des Etatsgefeges zu ermäch tigen, zugunsten der Deutschen Reichsbahngesellschaft eine Garantie in Höhe von 150 bis 200 millionen Reichsmart zu übernehmen. Im Jahre 1925 habe die Deutsche Reichsbahngefell. schaft wegen der auf dem deutschen Kapitalmarkt herrschenden Berhältnisse die Mittel zur Bestreitung ihrer außerordentlichen Ausgaben aus ihren Betriebseinnahmen entnommen. Nachdem die Berkehrseinnahme in den letzten Monaten aber start zurüdgegangen, und die Aufnahme von Kapital im Inlande möglich geworden sei, folle für die Beschaffung der Mittel für Neuanlagen der normale Beg der Gelbbeschaffung eingeschlagen werden. Es erscheine not wendig, für die dringendsten Anlagebedürfnisse noch einen Betrag von 150 bis 200 Millionen Mark aufzunehmen. Man habe sich nach langer Prüfung entschloffen, diese Mittel durch die Ausgabe von siebenprozentigen Borzugs= aftien zu beschaffen in dem Maße, wie der deutsche Markt zur Aufnahme solcher Papiere fähig ist. Boraussetzung für die Ausgabe der Vorzugsattien sei indeffen, daß dem Erwerber die Borzugs bipibende garantiert wird. Da die Borzugsattie an sich fclche Sicherheit nicht biete, werde die Deutsche Reichsbahngesellschaft bei der Begebung dieser Attien eine Unterstügung durch das Reich in Form einer Dividendengarantie erfahren müssen. Ohne folche Garantie würde den Borzugsaftien insbe2. Ich bitte, bet tommenden Bernehmungen des Robert Grütte Lehder den gerichtlichen Sachverständigen Herrn Geheimen Medi3inalrat Dr. Stormer hinzuzuziehen, ba begründete Annahme besondere die Mündelsicherheit fehlen. fteht, daß Grütte- Behber ein pathologischer Lügner i ft. Ferner bitte ich, nach Abschluß der Vernehmungen GrütteLehders Herrn Geheimrat Dr. Stormer über feine Wahrnehmungen als Sachverständigen zu hören." Wenn die Lesen der Läglichen Rundschau" diefes Schreiben lesen, werden fie fragen: Aus den Fingern gefogene Phantastereien, Berunglimpfung der Ehre von Abge ordneten, Notwendigkeit der Rechtfertigung ja warum denn?" Und pathologischer Lügner" meil er nie von einer Mitschuld völlischer Abgeordneter an Fememorden gesprochen hai? Ja, die Ehrlichkeit! Da ferner damit zu rechnen sei, daß die Deutsche Reichsbahn auch fünftig genötigt sein werde, sich durch Begebung von Vorzugs. attien Rapital zu beschaffen, und da voraussichtlich die wirtschaft. es sich, die Ermächtigung der Reichsregierung gleich auch auf fünflichen Verhältnisse sich nicht wesentlich ändern werden, empfehle tige Emiffionen von Borzugsaffien im Rahmen von drei der zu bildenden Gruppen zu erftreden. nahme einer Garantie von 200 millionen Mark erteilen, Die Frage, ob es zweckmäßig oder notwendig ist, die Reichs bahn bei der Beschaffung von Mitteln für Neuanlagen von Reichs wegen zu unterſtüßen, foll ganz dahingeftellt bleiben. Hier handelt es fich mur um die Form der Borlage, die vollkommen neu artig ist. Unter Umgehung des Plenums des Reichstages soll Reich Reichsbahn Reichstag. der Haushaltsausschuß auf Grund von§ 2 Des Etatsgefeges nicht Das Finanzministerium verfucht die Budgetrechte des nur für die Gegenwart die Ermächtigung zur leber Reichstage zu beschränken. Bir hatten am Donnerstag über den einstimmig gefaßten Befendern unter Ausschaltung des Parlaments über schluß des Reichshaushaltsausschusses berichtet, durch den der Ausbaupt wünscht die Regierung die Ausdehnung dieser Ermächti ichuß abgelehnt hat, neue Garantie. bzw. Streditvorlagen bes Reichs gung gleich auch auf Emissionen von Vorzugsaktien, die in Zukunft finanzministariums zu beraten, bepor das Finanzministerium die erfolgen werden. Am Schluß der Vorlage werden einige Boraus wiederholt verlangten genauen Uebersichten über die bisher über ichungen aufgeführt, unter denen die Regierung in Zukunft weitere nommenen Garantien des Reiches, Art und Höhe ihrer Inanspruch Garantien übernehmen will. Das Parlament aber, und zwar so nahme, Höhe der gewährten Qrebite usin. bem Ausschuß unter mohl Plenum wie Haushaltsausschuß, haben bamit nichts zu tun, breitet habe. Wie recht der Ausschuß mit diesem Beschluß hatte, denn die Entscheidung liegt bei der Regierung wie notwendig es war, zu brechen mit dem bisherigen System, ins Duntle hinein immer neue Garantien zu übernehmen oder neue Kredite zu bewilligen, dafür ist ein schlagender Beweis die Tatsache, haß bereits mieber eine neue Garantienorlage des Finanzminifteriums eingegangen ift. Diese Borlage bedeutet daher nicht mehr und nicht weniger als den ersten Schritt auf dem Wege, den der Reichsfinanzminister Dr. Reinhold zur Einschränkung der Budgetrechte des Reichstages zu gehen beabsichtigt. Daß die sozialdemokratische Frattion allen jolchen Bestrebungen schroff entgegensteht, ist ihm bekannt Völkerbund im September. 1. Punkt: Aufnahme Deutschlands. Genf, 6. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Das Sekretariat des Bölferbundes hat die Tagesordnung zur 7. Bölferbundsversamm lung, die auf den 6. September einberufen ist, veröffentlicht. Hauptpuntle find Aufnahme Deutschlands in den Bökerbund und Reorganisation des Bölterbund rates. In einem An hang zur Tagesorbmung wird die Entschließung der Märzverfamm. lung im Wortlaut wiedergegeben, in der dem Bedauern über bas Scheitern der Versammlung Ausdrud gegeben und der unsch ausgesprochen wurde, daß die Aufnahme Deutschlands in September vollzogen werden möge. Neuer Krieg in Marokko! Die Verhandlungen abgebrochen. Baris, 6. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Friedens. verhandlungen mit dem Rif find, wie vom Quai d'Orson mitgeteilt wird, abgebrochen worden. In der am Donnerstag vormittag abgehaltenen Sigung der Friedenskonferenz sollen die Bertreter des Rif erklärt haben, daß fie zur Auslieferung von 50 franzöfifchen Gefangenen nur bereit sind, falls auch ebenso viele gefangene Riftabylen ausgeliefert werden. In den übrigen Punkten häffen die Rifkabylen jedes weitere Zugeständnis abgelehnt, woraufhin der Vorsitzende der Konferenz, General Simon, den Abbruch der Verhandlungen verkündete. Die Feindfeligkeiten follen nunmehr in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag um 12 Uhr wieder aufgenommen werden. Beim Schmuggeln des Antifaschistenblattes verunglückt. Opfer ihrer Ueberzeugung. Turin, 6. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Wie die Gazette. del Popolo" aus Domodossola an der Schweizer Grenze meldet, wurden fünf italienische Arbeiter, die das Pariser Emigrantenblatt„ Corriere degli Italiani" heimlich nach Italien bringen wollten, auf dem Fußmarsch von Brieg Opfer eines Touristenunfalls. Sie gerieten in eine Lawine. Vier fonnten sich retten - der fünfte mutbe getötet. Die vier Geretteten nahmen die Beiche wieber auf Schweizer Gebiet mit, mußten aber bie Beitungspatete an ber Unglüdsftelle liegen laffen. Alsozialistisch gegen allnational. Klaffenscheidung in der Tschechoslowakei. Prag, 6. Mai.( TB.) Im Senat brachten tschechische Agrarier, tschechisch- tathalische Boltspartel, tschechische Gewerbepartei und deutsche Agrarier den Antrag ein, den Initiativantrag Donat be treffend die Einführung fester landwirtschaftlicher Zälle im abgetürzten Berfahren durchzuberaten. Nach stürmischer Ber handlung murde der Antrag mit 74 gegen 57 Stimunen ange. nommen. Dafür stimunten sämtliche Parteien mit Ausnahma der tschechischen und der deutschen Sozialdemokraten, ber tschechischen Sozialisten( Beneschpartei) und der Kommunisten. Gewerkschaftsbewegung Geichsbahndirektion und Unfallverhütung. 2. Jeder Arbeiter und Beamte muß mit einem Gashelm und nicht mit einem sogenannten Maulforb versehen sein. 3. Vor der Frühstücks- und Mittagspause ist mindestens eine Viertelstunde für das Reinigen der Hände und Ablegen der Arbeitskleidung zu gewähren. 4. Farben, z. B. grün- chromgelb oder bleihaltige, dürfen nicht beim Sprißverfahren Verwendung finden, desgleichen sollte auf dem schnellsten Wege eine Untersuchung nitrozelluloser Farben stattfinden. Bom Einheitsverband der Eisenbahner wird uns geschrieben: Wir hatten fürzlich auf das Sprißverfahren in den Eisenbahn- Ausbesserungswerten Berlins hingewiesen, u. a. auch auf die ungenägenden und nicht einwandfreien Respiratoren. Die daraufAlle Gefeße und Berordnungen der gefeßgebenden Körper folgende Erwiderung der Direktion bestätigte unsere Angaben und einige Tage später erging an sämtliche Werkleitungen des Bezirkschaften nüzen nichts, wenn es nicht gelingt, die Reich sahn direktion und ihre Dienststellen zu zwingen, sich an Ort und cine Verfügung mit der Aufforderung, möglichst schnell Stelle von der Notwendigkeit dieser Maßnahmen zu überzeugen Bericht zu erstatten, ob die notwendigen Schuhmaßnahmen und sie durchzuführen. und Schußvorrichtungen bereits getroffen sind oder in absehbarer Zeit durchgeführt werden. Wir forderte eine nach§ 10 des Bleimeißgefeßes vorgeschriebene forgfältige Untersuchung der Arbeiter, um im Anfangsstadium Liegenden Bleierkrankungen frühzeitig genug Einhalt bieten zu för.en. Was ist nun inzwischen geschehen? Im Wert Tempelhof bedient man sich der sogenannten Frischluftatmer, eine Maste, die Mund und Nase schließen soll, damit die inneren Organe( Lunge, Magen usw.) vor dem Eindringen gefährlicher Farbnebel und -dämpfe geschüßt werden. Dieser Respirator wird durch einen angebrachten Luftschlauch unter Druck gejetzt. Nach unserer Information ist das für die Atmungsorgane nicht angenehm. Außerdem ist zu sagen, daß der gesetzlich geschützte Frischluftatmer feinen eigentlichen Zwed nicht erfüllt. Die Arbeiter fönnen ein Lied davon singen. Bezeichnend ist, wie die Firma Karl Schümann, Hamburg, ihre gefeßlich geschüßte Gasmaske selbst beurteilt. Sie schreibt:„ Die Anwendung von Farbsprißverfahren verbilligt die Konservierung der Eisenbahnfahrzeuge ganz wesentlich infolge der Schnellig keit der auszuführenden Arbeiten." Unter anderem gibt die Firma jedoch zu, daß das Sprizen der Forben großen Nachteil hat, weil gefundheitsichädliche Farbnebel und dämpfe entstehen und von der Lunge ferngehalten werden müssen. Also, man kennt sehr wohl die ungeheuer schädigenden Folgen dieses unfinnigen Sprigverfahrens an. Trotzdem wird dieses Verfahren weiter geübt, wohl lediglich deswegen, weil die hierfür erforderlichen umfangreichen Einrichtungen( Anstreichräume, Entlüf tungen usw.) in ihrem Anschaffungspreis so unverhältnismäßig teuer und im Betrieb so fostspielig sind, daß dadurch die erhofften Vorteile und Ersparnisse des Sprißverfahrens in Frage gestellt werden. Nun ist es endlich heraus! Um möglichst sehr viele Eisenbahnwagen schnell fertigzustellen und um die Profitrate der Profithungrigen nicht zu schmälern, wird das Sprihverfahren durchgeführt, trotzdem die nach ihm hergestellten Wagen nach zwei Jahren erneut besprigt werden müssen, während die mit der Hand bearbeiteten Wagen noch nach 12 Jahren ansehnlich und gebrauchsfähig sind. Die Arbeiter mögen sehen, wie sie bei eintretenden Berufskrankheiten mit ihrer Familie fertig werden. Die gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Untersuchung wird seit unserer Kritik erfreulicherweise durchgeführt. Aber mie? Innerhalb einer halben Stunde soll der für das Werk Grunewald vorgesehene untersuchende Arzt 60 bis 80 Mann abfertigen.( Sollte der Arzt auch im Gedinge arbeiten?) Wie wäre es, wenn diese Aerzte einmal selbst mit dem Spritzverfahren beauftragt werden würden! Die nächste Untersuchung würde zweifellos eine sachgemäßere und gründlichere werden. Erfreulicherweise beschäftigt man sich nunmehr auch in der breiten Deffentlichkeit mit der gewerblichen Bleivergiftung, den Respiratoren, die ja nur ein Notbehelf für ganz fur3. dauernde Arbeiten sind. Dr. Ludwig Teleky, Leiter der Westdeutschen sozialhygienischen Akademie, schreibt u. a.:„ Die gemerbliche Bleivergiftung ist eine chronische Berciftung, hervor. gerufen vor allem durch die Einatmung von Bleistaub und Bleidämpfen. Zwei Milligramm tägliche Aufnahme im Magen( in die Lunge genügt eine kleinere Dosis) und mehrere Monat fortgesetzt genügen, um die Erkrankung zu erzeugen. Boran ist nun der Werkmeister Helbing( Werf Tempelhof) gestorben? Wahrscheinlich an dem bekannten Uebel Magenkrebs". Ohne auf weitere Einzelheiten einzugehen, seien hier die Schuhforderungen der mit diesen Arbeiten beschäftigten Arbeiterschaft aufgeführt: 1. Gesprit darf nur in geschlossenen Räumen werden, die mit den modernsten Absaugevorrichtungen bereits versehen sind. Internationale Unternehmersolidarität. Im Namen der Reichsverfassung! Der ehemalige Geschäftsführer der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. Tänzler, fühlt sich berufen, die ihm gegebene Mußezeit mit guten Ratschlägen an die Unternehmer auszufüllen. Er kommentiert in einem Leitartikel eines deutschnationalen Blattes den englischen Generalstreit. Zunächst erinnert er an die große Aussperrung in Schweden im Jahre 1909, die Gewerkschaften mit dem Generalstreit beantworteten. Die... Kampf endete mit einer Niederlage der Unternehmen. Dr. Tänzer übersieht geflisfentlich, daß dieser Streit lediglich die Antwort auf die Aussperrung war und deshalb mit der 3 urüdnahme der Aussperrung seinen Zwed erreicht hatte, um von einem Mißerfolg dieses angeblich ersten Generalstreits zu sprechen, der infolge mangelnder internationaler Solidarität gescheitert sei. Nur die deutschen Gewerkschaften hätten eine Million schwedische Kronen geschickt. Tatsächlich war der schwedische Kampf bei weitem nicht der erste Generalstreit. Ganz abgesehen von den politischen Streits und den Streits der amerikanischen Gewerkschaften in den achtziger Jahren um den Achtstundentag, ist vor allem der zu demselben Zweck im Jahre 1906 in Frankreich proklamierte Generalstreit zu er wähnen. Seit dem Kriege ist dem als Abwehr gegen den Kapp: Butsch ausgerufenen Generalstreit wieder in Frankreich im Jahre 1919 zur Unterstützung der Eisenbahner ein Generalstreik voraus: gegangen. Ebenso wenig stimmen die Angaben Tänzlers bezüglich der Unterstützung der schwedischen Arbeiter. Insgesamt erhielten die schwedischen Gewerkschaften damals 2273 000 schwedische Kronen, davon allerdings eine Million aus Deutschland allein. Bemerkenswert sind die Schlußfolgerungen Tänzlers. Er schreibt: „ Der Generalstreik wird aber interessante Einblicke darüber geben, wie weit der Gedanke der internationalen Soli darität inzwischen gediehen ist. Es wird sich zeigen müssen, wie weit die Gewerkschaften der übrigen Industrieländer ihre englischen Kollegen zu unterstüßen bereit sind und schließlich auch, wieweit fommunistische und( 1) bolschewiftische Einflüffe(!) sich bei Ausbruch und Durchführung des Streifs geltend machen und festzustellen sind. Ist dies der Fall, dann werden auch die Arbeitgeber vor die Frage gestellt, ob sie ihre jetzt lediglich auf gegenseitige Information(?) gefteilte Berbindung mit der Arbeitgeberschaft der übrigen Industrieländer durch gemein same solidarische Maßnahmen verstärken müssen. Maa der englische Generalstreit zu Ende gehen, wann und wie er will, wird dem englischen Nationalvermögen außerordentlichen Schaden zufügen. Er stellt einen Angriff auf die Gesamtheit des Boltes, auf Staat und Ordnung dar, den niederzuwerfen Pflicht des einzelnen und der Gesamtheit ist, aus welchem Anlaß er auch aufgenommen sein mag. Jeder Deutsche hat die fittliche Pflicht, seine geistigen und förperlichen Kräfte so zu betätigen, wie es das Wohl der Gesamtbeit erfordert", bestimmt Art. 163 unserer Reichsverfassung. Ein Generalstreif widerspricht dem Wortlaut und dem Sinn einer solchen Bestimmung. er Wir wissen nicht, ob Tänzler der englischen Regierung( Gott sdüße England!) bereits feine Dienste als Streifbrecher angeboten hat. Am guten Willen fehlt es ihm dazu offenbar nicht. Man steht ordentlich, wie er bei dem Gedanken zittert, die englische Arbeiterschaft könnte schließlich die Absichten der Unternehmer auf einen Generalabbau der Löhne und eine Berlängerung der Arbeitszeit abwehren. In seinem Feuereifer ruft er sogar die deutsche Reichsverfassung an. Freilich legt er fie nach seiner Art aus. Länger und billiger im Dienst eines rückständigen, zur Wirtschaftsführung unfähigen Unternehmertums schuften, das bedeutet nach Tänzler das Wohl der Gesamtheit". Und einen Mann, der gegen die eng= lische Arbeiterschaft eine derartig fühne Auslegung der deutschen Reichsverfassung ins Feld zu führen weiß, hat die Vereinigung aufs Altenteil gefeßt! Hoffentlich engagieren ihn jetzt die englischen Employers. Der Bäckerstreit im Beamtenwirtschaftsverein. Unter dem Vorwand, infolge baulicher Veränderungen könne vorübergehend der Bedarf an Gebäck im eigenen Betrieb nicht gedeckt werden, hat der Beamtenwirtschaftsverein verschiedene Bäcke reien in Freude versezt, indem er ihren Umsatz durch Bestellungen für sich wesentlich hob. Die Bädergesellen in den so gehobenen Be trieben waren ob dieses Arbeitszuwachses verwundert und miz trauisch, da ihnen der Bäckerstreit im Beamtenwirtschaftsverein nicht unbekannt ist. Die Ursache diefes plöglichen Geschäftsaufschwungs hatten sie bald erkannt. Sie denken aber nicht daran, auf diese Art sich selbst zu bekämpfen. Trotzdem ist auch gestern aus Unfenntnis der Sachlage in verschiedenen Betrieben auf diese Art Streifarbeit geleistet worden. Sie dürfte jedoch für heute schon wieder unterbunden sein. Die in den Betrieben in Arbeit Stehenden denken so wenig wie die Arbeitslosen daran, diesen ihren Kollegen, welche sich gegen die Rücksichtslosgkeit der Leitung des Beamtenwirtschaftsvereins wehren, in den Rücken zu fallen. Es besteht allerdings die Möglichkeit, daß verschiedene Großbäckerei Inhaber entgegen der Stellung ihrer Arbeiter Lieferungen an die bestreifte Firma machen. Dies hätte allerdings zur Folge, daß auch diese Bäckereien gesperrt werden müßten. 21s besonders günstige Gegend zur Linderung der Schmerzen scheint die Berwaltung des Beamtenwirtschaftsvereins Weißenfee einzuschätzen, da dort mehreren Betrieben Lieferungen angeboten wurSoweit bekannt, haben ihre„ ehrenvollen" Aufträge nicht überall Entgegenkommen gefunden. den. Daß der Beamtenwirtschaftsverein eifrigst bestrebt ist, seine 2 ngestellte des christlichen Verbandes der Bäcker ge,, baulichen Veränderungen" zu beheben, zeigt die Tatsache, daß der laden wurde, der dieser Ladung auch gefolgt ist. Mit welchem Resultat, ist den Streifenden noch nicht bekannt. Es wird sich jedoch bald zeigen müssen, ob auch die christlichen Bäcker Solidarität üben werden. Ende des Streiks in Differdingen. Curemburg, 6. Mai.( WTB.) Die streifenden Hochofenarbeiter in Differdingen haben die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem ihnen eine Lohnaufbesserung von insgesamt 3,50 Franken pro Tag gewährt wurde. Die Sparkaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9-3 1hr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Zentralverband der Maschinisten und seizer. Seute, Freitag, 6 Uhr, im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Generalversammlung. Ge= Diskussion. fchäftsbericht vom 1. Quartal. Kaffenbericht vom 1. Quartal. Die Ortsverwaltung. Diskussion. Verschiedenes. Fahrstuhlführer und Elektrowagenführer aller Berliner Melanbetriebe! Morgen, Connabend, 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25( Aufgang B, parterre. Simmer 4), Bersammlung aller Fahrstuhl- und Elektrowagenführer. Alle Rollegen haben pünktlich und bestimmt au erfcheinen. Betriebsräte und Verbandskunktionärel Macht auf diese Bersammlung aufmerkfam! Deutscher Verkehrcbund, Sektion 5. Jugendgruppe bes 8b. Seuse, Freitag, 7% Uhr. finden folgende Beranstaltungen statt: Often: Jugendheim Große Frankfurter Str. 16( 3immer 6). Gruppenbesprechung. Südost: Jugendheim Reichenberger Str. 66. Vortrag: wed und Ziele der Jugendbewegung". Südwest: Jugendheim Belle- AllianceGruppenbesprechung. Spandan: Jugendheim Lindenufer 1. Strake 7/10. Alle Abteilungen beteiligen fidh am Sonntag an Treffen im Stadtwald. Der Maitreffahrt der Jugendgruppe nach dem Flakensee bei Woltersdorfez Echleuse. Freie Gewerkschaftsjugend. His Seute, Freitag, 7% Uhr, tagen die Gruppen: Sermannplak: Jugendheim Sanderstr. 11, Ede Sobrechtstraße. Heimbesprechung. Aussprache über Betriebs- und Berufsschulverhältnisse. Wedding: Jugendheim Gerichtftraße 65/69. Heimbesprechung. Unsere Forderungen am 1. Mai. Ober. schönemeibe: Jugendheim Laufenerstr. 2. Beimbesprechung. Berantwortlich für Bolitik: Richard Bernstein: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: K.$. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginaer u. Co. Berlin EW 68 Lindenstrake 3. Sierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". A.WERTHEIM Billige Lebensmittel Leipziger Platz Königstraße Rosenthaler Straße Wurstwaren Sülze..... Pfund, 40Pf. Schweinskopf.. Pfund 68 Pf. Rot- u. Landleberwurst 1.15 Polnische Wurst Pfund 1,35 Grobe Mettwurst Pfund 1,35 Speck tett u. mager, Pfd. 1.45 Braunschweiger. Pfund 1.50 Jagdwurst..... Pfund 1.50 Hildesheimer u. Filetw. 1,60 Zervelat u. Salami Pfund 1,80 Rosenthaler Sir, Königstr. Moritzplatz: Dampf- u. Speckwurst p. 1.05 Schinken- u. Teewurst 1.70 Wild u. Geflügel Tauben...... Sflick 0.95 Suppenhähne... Pfund 1.10 Suppenhühner Pfund 1.45 .. Hirsch- Keulen 1.45 Tück. 1.10 Plund Pfund Wildschwein Bauch Pfund 0.85 Blätter Rücken und Pfund 1.15 Keulen Pid. 1.45 Teigwaren Makkaroni Bruch, Pfund 0.40 Makkaroni Stangen, Pfund 0.44 Eier- Makkaroni Bruch 0.48 Eier- Makkaroni Stangen 0.68 Pfund Pfund Spaghetti.... Pfund 0.44 Eier- Spaghetti.. Pfund 0.68 ..Pfund 0.68 Schnittnudeln m. Elzusa 0.42 Eier- Schnitt- Nudeln Pid. 0.62 Konserven Dose 1/1 sehr 5 Pid.Pfund Dose h Junge Erbsen mittelfein 0.75 Preiselbeeren Eim. 2.10 0.78 tein, 1/1 Dose 1.10 ein 1.35 Pfefferlinge 0.90 Gemischtes Gemüse tein 1.30 Rote Rüben... 0.50 Apfelmus 0.63 Heidelbeeren 0.85 Mirabellen, Reineclauden 1.10 Kirschen sus, ohne Steine 1.20 Ananas Hawal in Scheiben 1,80 Gewürzgurken 4 Ltr.- Dose 2.00 Portugiesische Oelsardinen 1. Banddose 0.70 Klubdose 0.48 Heringe i. Tomaten kalif. 1.40 Gulasch... 1 Pfund- Dose 0.63 Rindfleisch a. frisch. Fleisch 1.20 Konfitüren 2 Pund- Elmer Johannis Pflaumen 0.90 beeren Erdbeeren Orangen 1.20 Aprikosen 1 Pfd.-Gl. 2 Pfund- Dose 1,00 0.60 Moritzplatz Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat. Leicht verderbl. Artikel können nicht zugesandt werden Frisches Fleisch Suppenfleisch . Pfand 70 Pf. Schmorfleisch mit Knochen.... Pfund 90 Pf. Kalbskamm u. Brust.. Pfund 70 Pl. Kalbsnierenbraten.... Pfund 75 PL. Schweinebauch und Rücken m. Beilage. Pfund 1M Schweinekamm u. Blatt. Pland 110 Gehacktes Pfd. 70 Pl. Rückenfett u. 85 Pt. Rinderkamm u. Brust defr., Pfd. 54 PL Plund Rösterei Gebrannter Kaffee gene Konsum- Misch..Pfund 2.30 Haushalt- Misch., Pfund 2.60 Sonder- Mischung Pfund 3.00 . Olympia- Mischung Ptd. 3.40 Globus- Mischung Pfund 3.80 Globus- Mischung Pfund 3.80 Residenz- Misch..Pfund 4.20 Backwaren Streuselkuchen Stück 0.40 Mandelkränze... Stück 0.60 Bienenstich.... Stück 0.55 Apfelstrudel Stück 0.55 Fische Kabeljau ohne Kopf, ganze Fische... Pfand 15 Pf. Bratflundern Pfand 15 a 22 Pf. Schellfische ohne Kopf, ganze Fische, Pfand 25 Pt. Rotbarse ohne Kopf....... Pland 22 Pl. Zander gefroren Pfund 60 Pf. Lebende Aale starke......... Plund 160 Käse u. Butter Dänische Butter lose u. mlt Napi/ Pfd. 0.98 Romatour... Stück 0.20 Stangen- Limburger Ptd. 0.45 Dän, Gouda Allgäuer 0.55 Naturbutter Pfd.- Paket 0.80 Stangenkäse Tafelbutter Pfund 1.80 Edameru. Holländer Ptd. 0.78 Kokosfett Tilsiter... Pfund 0.65 1.20 1 Pfund- Tafel 0.68 Bierkäse u. Steinbusch. 0.95 Margarine.... Plund 0.56 Schweizer pid: 1.05 1.60 bay 1.60 Liesenschmalz Liesenschmalz Plund 0.88 dän. Pfd. Pid. . Räucherwaren Lachsheringe... Stück 0.13 Schellfische geräuch., Pid. 0.38 Seelachs in Sicken, ge- 0.42 räuchert, Pfund Gemüse Junger Spinat Junger Spinat.. Plund 0.05 Radieschen.... Bund 0.05 Rhabarber... 2 Pfund 0.15 Salat Kopf 0.10. 0.15 Malta- Kartoffeln 3 Pfd. 0.25 geräuchert, In • Aale Pfd, 2.10 2.45 Bund 0.58 Vollbücklinge... Pfund 0.65 Lachs Stücken, Pid. 1.10 u. 1.40 u. Obst Grüne Gurken Stck. v. 0.40 an Zitronen..... Dutzend 0.35 Apfelsinen D. 0.90, 0.70 0.50 Blut- Orangen Ds. 0.60 0.80 Zwiebeln neue ägypt., Pfd. 0.14 Wein Preise für Flasche einschließlich Berliner Getränkesteuer, ohne Glas Maitrank aus Traubenwein 1,00 1923 Forster Straße 1924 Obermosel kerniger Bowlenwein 0.65 1924Wellensteiner Berg 0.72 0.90 1922 feinblumiger Pfälzer 1.20 Saarburger 1.75 pikanter Saarwein 1.20 1921 Oppenheimer Krötenbrunnen kräftig... 1.75 1921 Piesporter feiner 1918 Médoc lieblicher, alter 1.25 Mosel suffiger Tischmosel 1923 Alsheim. Goldberg blumiger Rheinhesse 1924 Nitteler Leiterchen Riesling sprisig, blumig 100 Alter Malaga golden oder 150 Feiner Fruchtwein Johannisbeer-, Stachelbeer-, Kirsch- und 0.90 Heidelbeer wein, Cyder Bordeaux dunkel Schokolade Tafel, 500 Gr. 0.45 Zwiebackschokolad.pr. 112 Boa- Lie Tafel- Getränk Fruchtschaumwein vorzügliche Qualitet, einschließlich Flasche 1.15 Schmelzschokolade Sandgebäck.... Pfund 1.00 5 Tafeln à 40 Gramm 0.75 Teegebäck..... Pfund 1.40 Verkauf: Drogen- Abteilung Ausschank: Erfrischungsraum In allen Geschäften Wein vom Faß Exirapreisen Nr. 21243.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Maßnahmen nach dem Bauunfall am Großkraftwerk. Erregte Stadtverordnetenfihung. Beschlüsse unter dem Widerstand der Bürgerlichen. | Freitag, 7. Mai 1926 nachweise in Verbindung mit den Betriebsräten bezogen werden und die Zahlung von tariflichen Löhnen nebst entsprechenden Gefahrenzulagen erfolgen. Gleichfalls soll den Arbeitern der Proteststreittag bezahlt werden. Die Versammlung ersuchte ferner den Oberbürgermeister als Dirigenten der Baupolizei, bafür zu sorgen, daß diese in Verbindung mit den Betriebsräten und den Bautontrolleuren alle vorhandenen und ent notwendige Bahl von Bautontrolleuren neben der Baupolizei auf dem Bau anwesend ist. Einstimmig angenommen werden lediglich die Absätze des Ausschußbeschlusses, die genügende Schußrüstungen und eine Unterſtügung der Hinterbliebenen verlangen. die ihre Kinder in den Lob mitnahm, hatte unsere Frak Der Selbstmord einer Frau Engel in Schöneberg, tion zu einer Anfrage veranlaßt. Bürgermeister Scholz gab an Hand der Aften eine eingehende Darstellung der Borgänge bei den Unterstüßungsgesuchen der Frau Engel und be tonte, daß die Wohlfahrtspflege alles getan habe, um die Frau zu unterstüßen. Gerade im Monat April habe die Frau teinen Antrag cuf Unterſtügung gestellt. Eine längere Debatte entspann sich dann am Ende der Sigung noch einmal um die Frage des Umbaus bes Opernhauses, die ein Antrag des Zentrums hervorrief. Die Lehren des entfeßlichen Ba u unfalls am Großfraft einfach Hungerlöhne und wir als Stadtverordnete fönnen es nicht mert Rummelsburg scheinen an den bürgerlichen Fraktionen verantworten, daß städtische Bauten unter folchen Verhältnissen entstehenden Mißstände bekämpft und daß Tag und Nacht die der Berliner Stadtverordnetenversammlung ziemlich spurlos vorüberstehen. Genoffe Krause bat um die Annahme der Ausschußbeschlüsse. gegangen zu sein. Gestern war über die Maßnahmen zu be Die Deutschnationalen nahmen zu dem ganzen Unglüd auf ihre Art Stellung, in dem sie durch einen ihrer Arbeitervertreter eine schließen, die der Ausschuß vorschlug, um eine Wiederholung Anfrage des Inhalts einbringen ließen, ob dem Magistrat befolcher Unfälle zu verhüten. Die Bürgerlichen wehrten tannt fei, daß auf dem Bau Arbeiter Borgesezte angegriffen sich gegen die meiſten dieser Borschläge, auch gegen die Forderung, haben.( 1)( Bfuirufe und Entrüstung auf der Linken.) Der Oberdaß nicht länger als acht Stunden gearbeitet werden soll. bürgermeister antwortete den Anfragern sofort, daß ihm von solchen Der sozialdemokratische Redner, unser Genosse Krause, legte noch Angriffen nichts betannt jei! Im übrigen feien auf der Bau einmal die Notwendigkeit der vom Ausschuß empfohlenen Maß stelle die fanitären Mängel beseitigt worden. Dem Dem nahmen dar. Nachdrücklich betonte er das von den Unternehmern Stadtmedizinalrat ist die Kontrolle dieses Baues sowie aller anderen bestrittene Recht der Stadtverordnetenversamm. städtischen Baustellen aufgetragen worden. Es sind in Rummelsburg lung, zum Schuße der Arbeiter über solche Dinge auch dann jetzt brei Rrantenwagen zur ständigen Berfügung gestellt, mitzureden, wena Bauarbeiten der Stadt an private Firmen ver die Sanitätsstuben sind vermehrt, neben den Sanitätern geben worden sind. Große Erregung der Linksparteien und der ist ständig ein Arzt im Dienst. Bezüglich der Arbeitszeit und ift ständig ein Arzt im Dienst. Bezüglich der Arbeitszeit und Tribünenbesucher entstand bei den Ausführungen des deutsch der Ueberstunden ist der Magistrat mit den Firmen übereinnationalen Redners, eines Arbeiters Klein, an dem die gekommen, daß die Arbeit nicht mehr so forciert zu werden braucht. Den infolge der Wirtschaftslage gefumtenen Elektrizitätsbebarf glaube Unternehmer ihre Freude gehabt haben werden. Die die Stadt mit den vorhandenen Elektrizitätserzeugungsanlagen Abstimmung ergab die Annahme der Ausschußvor deden zu können. Demzufolge fönnten Ueberstunden in Zukunft nach schläge, großenteils unter dem Widerstand der Bürgerlichen, die Möglichkeit vermieden werhen. Der Oberbürgermeister verliest eine Lamit ihre Arbeiterfeindlichkeit aufs neue befundeten. Nur in Liste von Löhnen und betont babei, baß er eine Gefahren. einigen Bunften wurde Einstimmigkeit erreicht. zulage für nötig halte.- Stadtverordneter Repichläger ( Roman.) bestätigt die Ausführungen des fozialdemokratischen Redners. Er verliest Lohntüten aus Rummelsburg, nach denen In der gestern abgehaltenen Sigung der Stadtverordneten wurde an Stelle der ausgeschiedenen Stadtverordneten Genofsin Schmit Genoffe Hecht eingeführt. In Charlottenburg foll anfchließend an den Sportplatz Westend eine Freibadeanlage errichtet werden. Unter Berwendung eines vorhandenen Waffer beckens, das eine tägliche Wasserzuführung von der Wasserleitung erhalten und Abfluß nach der Spree befommen foll, fönne ein prächtiger Badestrand geschaffen werden. Es follen ferner Garderobenräume für 1200 Berfonen und die nötigen Wirtschafts. räume gebaut werden. Das Bezirksamt Charlottenburg hat 10 000 Mart bewilligt; die Stadtverordnetenverfammlung ermächtigte ben Magistrat einstimmig, die nötigen restlichen 50 000 Mart bazuzu Steuern, die das Freibad aus feinen Ueberschüssen zurückzahlen soll. Nach Erledigung einer ganzen Reihe fleinerer Borlagen erstattete Genoffe Cheminfti Bericht über die Berhandlungen des Sonderaus fchuffes zur Untersuchung der Unglüdsfälle beim Großkraftwerk in Rummelsburg. Die Beschlüsse des Ausschusses haben wir im Wortlaut im ,, Borwärts" bereits mitgeteilt. Genoffe Krause betonte, daß der Berband Berliner Metallindustrieller ber Stadtverordnetenversammlung das Recht bestreite, den Unternehmern vorzuschreiben, tarifliche Löhne zu zahlen.( hört! hört! links.)( Interessant ist, daß Vertreter des VBMI. vor Beginn der Sigung im Vorraum der Versammlung eifrig mit den Deutschnationalen verhandelt haben.) Wenn auch die Stadtverordnetenversammlung im allgemeinen nicht dazu da ist, gemert haftliche Arbeit zu ersehen, fo habe die Stadt Berlin nicht nur ein Intereffe, sondern sogar die Pflicht, darauf, hinzuwirken, daß Arbeiter, die auf städtischen Baustellen beschäftigt werden, auch nach bestehenden, tariflichen Abmachungen entlohnt werden. Dasselbe trifft natürlich auch zu auf die all. gemeinen Arbeitsverhältnisse, zu denen, auch die Arbeits zeit gehört. Es geht unter feinen Umständen an, daß die Arbeiter bis zur Erschöpfung zu leberstunden angehalten werden und das ganz besonders, wo es fich um fo gefährliche Arbeit handelt. Wir verlangen, daß die Forderungen der Streifenden erfüllt werden, denn sie sind nur gerecht und billig und wir verlangen weiter, daß den Arbeitern auch die 3eit Bezahlt wird, an der sie, unter dem unmittelbaren Eindrud des Unglücks, die Arbeit eingestellt hatten. Wir als Arbeiter haben Verständnis bafür, daß die Rummelsburger Belegschaft bei so fürchterlichen Un. glüdsfällen spontan die Arbeit niederlegten. Zu verlangen ist, daß ben Arbeitern folche Löhne gezahlt werden, daß sie nicht der Verfuchung erliegen, Ueberstunden zu machen, Pädagogen und Prügelstrafe. Eine Entschließung des Berliner Lehrervereins. Bar Frage der Prügelstrafe in der Schule hat der Berliner Behrerverein folgende Entschließung angenommen: Der Berliner Lehrerverein sieht in der törperlichen 8üchtigung ein Erziehungsmittel, das durch die neuen Erziehungsformen überwunden werden wird. Er fordert dazu Don den Behörden, daß fie die Schulklassen, weiter verkleinern ( 30 follte Höchstbefeßung fein) und für schwer erziehbare Kinder Fürsorgetlaffen einrichten; von ben Eltern, daß sie ihre Kinder von dieser Strafe ihrerseits entwöhnen, und von der gesamten Deffentlichkeit, daß sie mehr als bisher ihre Berantwortung der Jugend gegenüber durch Selbsterziehung bekunde. Solange diese Borausfegungen noch nicht erfüllt fint, fann der Berliner Lehrerverein ein Berbot der förperlichen Züchtigung nicht als wünschenswert und berechtigt ansehen. Gibt Arbeiter in 12 Arbeitstagen 143 Stunden gearbeitet haben! Das mache pro Tag 12 Stunden. Bei folcher Ueberlastung der Arbeiterschaft sei es fein Wunder, wenn Unglücksfälle vor tommen. Der deutschnationale Arbeiter Klein bemühte sich im Schweiße seines Angesichts, den Nachweis zu erbringen, daß die Unternehmer in Rummelsburg sehr nette Leute sind und nur die freien Gewerkschaften Unfrieden auf die Baustellen gebracht hätten. Der Unfinn, den der Mann vorbrachte, veranlaßte ble Linte bes Hauses zu lebhaften Broteften, woran sich auch die Tribüne Diese Erklärung des Berliner Lehrervereins läßt die gerade von beteiligte. Der Borsteher- Stellvertreter Degner( Romm.) mußte Erziehern zu fordernde Konsequenz vermissen. Zunächst mag es eine mehrmals eingreifen und Ruhe gebieten. Die Tribünenbefucher rein sprachliche Entgleisung sein, daß die törperliche Büchtigung feien Bäfte im Rathause, betonte er. Der deutschnationale Arbeiter überhaupt noch als ein„ Erziehungsmittel" bezeichnet wird. Dann Klein brachte es fertig, in aller Deffentlichkeit zu erflären, daß er aber stellt diese Ablehnung eines Berbotes der Prügelstrafe den Streifs nicht für das geeignete Mittel halte, Cohnaufbefferungen zu Lehrern selbst das schlimmste Armutszeugnis aus. erreichen.( Rufe: So etwas sagt ein Arbeiter! Stürmischer Protest es denn unter ihnen so viele schlechte Pädagogen, bie nicht diejenigen ber Tribüne und der Linken; Bravo rechts!) Der Redner bringt moralischen und geistigen Eigenschaften befizen, die nötig sind, um einen Antrag ein, wonach die Baupolizei dafür sorgen solle, daß Rinder ohne Prügel zu beaufsichtigen und zu lehren? Wenn alle Unberufene non den Baustellen zu entfernen unsere Pädagogen erst warten wollten, bis die anderen in dieser feien, da sie die Unfallgefahren erhöhten.( Bei feiner Auffaffung Frage vorangegangen sind, dann wird die Brügelei in Schule und meint der Redner offenbar damit auch die Gewertschaftsvertreter, die Elternhaus in alle Ewigkeit fortgesetzt werden. Wer je das Glück zu Rontrollzwecken die Baustellen befuchen!) Am Shluß feiner Aus gehabt hat, in feiner Jugend durch einen ausgezeichneten Pädagogen führungen sucht Klein für die Unternehmer noch besonders etwas unterrichtet zu werden, der durch sein ganzes Wesen und fein Können herauszuholen, indem er um gut Wetter für sie bat. Stürmisches Gedie Schüler in seinen Bann zog, und damit ein Beispiel gab, wie lächter und Protestrufe war die Quitung der Linfen für diesen Auchmirklich zu unterrichten ist, der wird die Erklärung des Berliner Seine eigenen Parteigenoffen überließen Klein Lehrervereins tief bedauern. Es ist wirklich eine leichte, eine sehr Arbeitervertreter. feinem Schicksal, schüchtern flatschten zwei, drei Stadtverordnete in bequeme Methode, ben Stock zu nehmen, um eine„ Autorität", die die Hände. Nach einigen anderen Rednern fritisierte Repichläger vielleicht an sich gar nicht vorhanden ist, mühsam aufrecht zu erhalten. ( Romm.) noch einmal die Haltung der Unternehmer nach dem Un Die Angelegenheit hat aber auch eine tiefernste gesellschaftliche Be. glüd; fogar heute, am Tage ber Beerdigung der unbeutung Die Erziehung zur Republit, zur inneren Selbstverant glüdlichen Opfer haben diefe Herren alle Forderungen abgewortung, muß fchon in der Jugend beginnen. Die Erzieher, bie es lehnt. Wer hier noch den Unternehmern menschliches Gefühl nach fertig belommen, Kinder so zu leiten, daß diefe einfach folgen müffen, weil es ihnen als selbstverständlich erscheint und weil sie die innere fagen wolle, den verstehe er, Rebner, nicht. Stadtv. Schwarz Folgerichtigkeit ihres Handelns begreifen, tragen mit dazu bei, ( D. Bp.) erklärt die Zustimmung seiner Fraktion zu einem Teil der Ausschußbeschlüsse. Er betonte, daß seine Freunde ouch dem deutschdaß ein innerlich reifes und fiitlich hochstehendes Bolt sich entwickelt. nationalen Antrag zustimmen werden, da sie selbst Stadtverordnete Wenn in der Erklärung des Berliner Lehrervereins von den Eltern für unberufen halten, die Baustelle zu besuchen. für unberufen halten, die Baustelle zu befuchen. In der Abstim gefordert wird, daß diese damit beginnen mögen, die Kinder ber mung wird der deutschnationale Antrag abgelehnt. Ein weiterer Brügelstrafe zu entwöhnen, so zeigt gerade das, daß die Pädagogen, Abänderungsantrag der Rechtsparteien, Ueberftunden im Rahmen die ja boch die nötige Einsicht besigen sollten, ihrerseits die Ber der gefeßlichen Bestimmungen zuzulaffen, wird ebenfalls abgelehnt. pflichtung hätten, dem Elternhaufe ein gutes Beispiel zu geben. Im übrigen werden die Ausschußbeschlüsse mit den Stimmen der Wenn die Eltern erkennen, daß die Kinder in der Schufe ohne jede inten angenommen. Danach soll der Magistrat Anweisung Prügel zu guten Menschen erzogen werden, dann wirkte bas zweifel. fos auch auf viele Eltern erzieherisch zurück. Wir wollen hoffen, daß troß diefer lendenlahmen Ertlärung des Berliner Lehrervereins es doch noch zahlreiche Lehrer geben wird, die ihren Stolz darin fetzen, durch ihre ganze Persönlichkeit so auf die Kinder einwirten geben, daß nicht länger als 8 Stunden gearbeitet wird. Krantenwagen und ausreichender sanitärer Schuß sollen gewährt die wiederum zu Unfällen führen. Die jetzt gezahlten Löhne sind 1 werden, die Arbeiter sollen nur durch die städtischen Arbeits. 28] Yamile unter den Zedern. Bon Henri Bordeaux. ( Berechtigte Uebersetzung von 3. Kunde.) Aber am nächsten Tage wurde ich entschädigt. Sie setzte sich in meine Nähe, am Fuß eines der Mausoleen. Andere Frauen hatten sich in der Nähe niedergelassen, plauderten und scherzten. Aber ich achtete ihrer nicht. Sie selbst hing thren Gebanken nach und fümmerte fich nicht um sie. Die immer heißer herabbrennende Nachmittagssonne veranlaßte die Frauen, nachdem sie Umschau gehalten, ob kein Mann in der Nähe, ihre Schleier zurückzuschlagen. So war es mir möglich, fie ganz nach Wunsch zu betrachten, und ich lernte einen neuen Schmerz fennen: ich stellte fest, daß Liebe, gleich einem Bildhauer mit feinem und sicherem Meißel, der Schönheit eine noch höhere Bollendung verleihen kann. Es war Damile und es war eine andere Damile. Das Leben in der Abgeschloffenheit, das sich auf das Promenieren in den Gärten beschränkte, so wie sie es in Chrar und in Tripolis geführt hatte, vielleicht auch der Gebrauch gewisser orientalischer Haut pasten hatte die Ambrafarbe ihrer Wangen und Hände befeitigt, die früher der rauhen Luft des Libanons ausgesetzt waren; ihr Gesicht hatte den hellen Ton ihres Nadens und ihrer Arme angenommen. Ich beneidete diesen Fellah, der es gewagt hatte, ihre blendende Schönheit mit der vollen MondScheibe am nächtlichen Himmel zu vergleichen. Von ihren Augen, die blau waren wie das ruhige Meer, ging ein fremder Glanz aus. Alle diese Unterschiede geben gleichwohl fürchte ich fein richtiges Bild von der großen Veränderung, die mich überraschte. Wie soll ich mich verständlich machen? Das junge Mädchen von Bescherre hatte sich zur Frau entwickelt. Sie war nicht üppiger, stärker oder geschmeidiger geworden; dennoch wirkte sie substantieller, weil sie das ganze Gewicht ihres Glüdes zu tragen hatte, ätherischer, weil dieses Glück sie beschwingte. Sie hätte über unsere reifen Ernten schreiten fönnen, ohne die Halme zu beugen, und doch hätte ich gezweifelt, ob ich sie auf meinen fummermüden Armen tragen fonnte. Sie fog die Liebe in sich ein, wie schöne, sorgenlose Kinder bei ihren Spielen den gegenwärtigen Anblick und die Gesundheit in sich aufnehmen. Ihr Gesicht und ihr Körper maren das Befenntnis eines Glücks, das feine Grenzen fennt. Sie werden sich die Qual vorstellen können, die ich in meinem Bersted erlitt. Ich fluchte dieser Yamile und bemunderte fie. Ja, ich bewunderte sie, weil sie liebte und auch geliebt wurde, als ob dies ein den Menschen versagter Bu stand wäre; ich hatte ihn ja nicht kennen gelernt und sollte ihn niemals fennen lernen. Wie eine reine Quelle entsprang ein Gefühl der Ehrfurcht dieser wunderbaren Begegnung. Ihre Gefährtinnen empfanden diese Ehrfurcht nicht, die mich überwältigte und erquidte, denn ich hörte das Gespräch, welches sie in arabischer Sprache führten. Sie selbst nahm nicht daran teil, wie wenn diese heimatliche Sprache ihr fremd geworden wäre. Sie nedten die schöne Schweigsame und erlaubten sich Anspielungen, welche derb waren und sogar der Scham_entbehrten. Aber wie sie zu direkten, dreisten und immer übermütigeren Bemerkungen übergingen, erhob sich Damile plöß lich und drohte, heimkehren zu wollen, wenn sie damit nicht aufhörten oder das Gespräch nicht wechselten. Sie behielt in ihrem Liebesrausch eine chriftliche Scham, welche sie isolierte und ein Zeugnis für ihre Abstammung war. Die Liebe verändert den Charakter nicht, und wir bleiben, was wir sind, selbst wenn wir uns völlig hingeben. Ich war beglückt, als in diesem Ausbruch des Zornes ich die Vamile von einst wiedererkannte. miedererkannte. Bald darauf verhüllte sie sich mit ihrem Schleier und entfernte sich tatsächlich. Wie sie in der Richtung der Stadt verschwunden war, wurde ich Zeuge der schamlosesten und schlüpfrigsten Unterhaltung. Im Gebirge aufgewachsen, durch meine Leidenschaft geschützt, durch meine geistigen Befähigungen und meine Leftüre auf Edleres hingelenkt, war mir die Zügellosigkeit dieser Worte fremd, und daß sie aus Frauenmunde tamen, war für mich eine doppelt peinliche Ueberraschung. Es schien mir, als wenn diese Münder Kröten ausspien. Ich wurde zugleich über die Sitten des Harems unterrichtet. Aber eine nur zu menschliche Schwäche war schuld, daß der Efel mein Dhr nicht verfchloß. Ich nahm alle diese Gifte in mich auf. Allmählich taten fie ihre Wirkung. Die physische Eifersucht, welche sie mit ihren rohen Schilde rungen der Zärtlichkeiten Omars und Damiles hervorriefen, brachte mich zur Raserei bis zur Mordbegier. Beim Anhören dieser rein sinnlichen Geschöpfe wurde ich selbst wieder ein Wesen aus Fleisch und Blut. Mein Schmerz verlor feine Würde, seinen Adel. Er war bereit zur Rache und zum Berbrechen. Als diese Frauen sich entfernten, war ihr abscheuliches Bert getan; sie hatten mich verändert. Ich lehrte mit dem Entschluß nach El Mine zurück, Butros die Promenaden Yamiles zu verraten, was ich die zwei vorangegangenen Tage unterlassen hatte. Vielleicht wäre ich im letzten Moment noch vor diesem Berrat zurückgewichen. Aber Butros brauchte meine Entdeckung nicht. Am Abend erzählte er mir die feinige. Die Falten und die Wachtel. Adib Saade, unser Gastgeber, mußte in Geschäftsangelegenheiten nach Beirut reisen und überließ uns sein Haus in El Mine. Wir waren die Herren darin. An diesem Abend erflärte mir Butros: Morgen also geschieht es." Ich war wie vor den Kopf geschlagen, daß er eine solche Entscheidung getroffen hatte, ohne mich zu Rate zu ziehen und fragte in zweifelndem Ton: Geld." Morgen?" „ Ja," versetzte mein Kamerad ,,, morgen entführen wir meine Schwester. Alles ist vorgesehen: Ort, Stunde, Pferde, Er sprach kein Wort zu viel. Ich wollte genaueres wissen: ,, Der Ort? Ist es das Haus Omars?" ,, Dort wäre es unmöglich, das Haus ist bewacht. Aber Damile wird gegen Abend in einen vor dem Tor der Zitadellen gelegenen Friedhof geführt. Wir verbergen uns in einiger Entfernung mit unseren von Elias und Tanus gehaltenen Pferden. Der Posten ist bestochen. Und ebenso Rahil." Rahil?" ,, Das ist die Frau, die den Haushalt leitet, sie hat die Schlüffel, bezahlt die Rechnungen, hat für das Effen und die Wäsche zu sorgen. Sie zu gewinnen, war nicht leicht." Er brach in ein lautes Lachen aus, das mich empörte. Es war gleichwohl nur der für den Leiter dieses Unternehmens ganz natürliche Ausdruck der Freude, wenn er seinen Plan mittels einer Lift gelungen sieht; so freute sich Odysseus, wie er sich die Sache mit dem trojanischen Pferd ausgedacht hatte -falls mich meine flassischen Erinnerungen vom Gymnasium zu Antura nicht trügen. Ich konnte mich ruhig seinem Dr ganisationstalent anvertrauen. Hatte ich nicht den Beweis dadurch, daß er über die Spaziergänge Yamiles außerhalb des Stadtbereiches orientiert war, daß er den kleinen Friedhof tannte? ,, Hast du sie gesehen?" fragte ich und beneidete ihn fast um seinen Scharfsinn; ich fühlte wohl, daß ich jetzt gewünscht hätte, meine Entdeckung für mich zu behalten. " Wen? Rahil, sicher; und sogar im Hause Omars und 2 ohne Schleier." Ich spreche von Damile." ,, Damile? Nein, ich habe sie nicht gesehen oder wenigstens nicht erkannt, denn ich sah viele Frauen aus ihrem Hause gehen. Unterm Mandil gleicht ein Weib dem anderen." ( Fortseßung folgt.) zu können, daß diese mit Liebe und Luft zu ihnen tommen, ohne| Eventualantrag zu stellen, Bartels als Zeugen zu laden. Ms dann daß es nötig wäre, auch nur im entferntesten an die Brügelstrafe zu denken. Sicherlich wird das Werf des Lehrers durch unvernünftige Behandlung der Kinder im Elternhaus sehr erschwert. Aber alles das darf wirkliche Pädagogen niemals veranlassen, für die BrügelStrafe in irgendeiner Form einzutreten und sie als ein„ Erziehungsmittel" zu bezeichnen. Eilende Menschen. Es ist ein landläufiges Schlagwort geworden, in großen Städten von Weltstadtgetriebe" und" Weltstadthaft" zu reden. Interessant dürfte sein festzustellen, daß diese Eile der Leute, die niemals Zeit haben, gerade charaktergegenfäßlich in nordischen Ländern viel stärker ausgeprägt ist als in ,, temperamentvollen" füdlichen Städten. Voran geht mit dem Schnellzugstempo seiner„ eilenden" Bewohner New Yort und London. Der Weaner" liebt in feiner schönen blauen Donaustadt gemächliche Gemütlichkeit. Der Herr Chef fommt morgens um 10 Uhr ,, immer noch" rechtzeitig ins Bureau. Es eilt nicht, wenn man a halbes Stünderl später zum„ Jausengoulasch" erscheint, ebenso wartet der Ober mit seinem Schwarzen" famt den sechzehnerlei Zeitungen jederzeit auf den„ Stamm". Nur am letzten des Monats ,, eilt" es, um das behaglich wohlverdiente Gehalt abzuholen oder wenn ein tleines Mädel wartet; denn Vergnügungsfragen sind für die Wiener Lebenstünstler ,, eilige Angelegenheiten". Für Geschäftsdinge benötigt weder der einheimische Wiener, noch der Italiener oder der Bariser täglich wenig ein Auto. Um so unrichtiger ist bei uns in Berlin der alte Spruch: ,, Immer mit die Ruhe!" Der Norddeutsche hat nie Zeit. Ob der Angeder Stellenloſe iſt, der treppauf, treppab nach Verdienstmöglichkeiten jagt, sie alle müssen Künstler sein, die mit Schlangenmenschentalent und anpassungsfähiger Geschwindigkeit sich durch das Straßengewoge mit der Uhr in der Hand durchdrängeln. Der tiefere Grund diefer Haftpfychose liegt wohl darin unverhohlen tann es gefagt werden unverhohlen kann es gefagt werden daß man in Berlin mehr arbeitet, rücksichtsloser ausbeutet, strupelLos materialistischeren Sinn für's Geldverdienen besitzt als beim Maßtrug, beim Tiroler Landwein und Spumante.. stellte im Vorortverkehr jeden Tag mit der Bahn hereinhetzt, ob es Eilende Menschen" find Zeichen unserer Zeit, fie geben vom großen verängstigten Wettrennen nach Verdienst ein plastisches Bild. Eine Tötung auf Verlangen. Junge Menschen, die früh verwelften. Die siebzehnjährige Lotte K. war ein ebenso lebenslustiges mie leichtsinniges Ding. Heute ging fie mit einem Burschen, morgen mit einem anderen. Ihrem vorlegten Freunde sagte sie: Falls etwas ..passiert", nehme ich mir das Leben. Eines Tages war es nun passiert. Da fragte sie den Freund:" Was soll ich jetzt machen?" Und erhielt zur Antwort: Mach, was Du willst." So wußte sie feinen Rat. A unb bas t hefbentums" quf dem Gelbe ber Ehre. Darum der Hauptzwed dieser Zeilen möchte die Ausstellung, die doch mehr als vorbeugen will, in Zukunft fleißig besucht werden und ihren 3med an der Jugend erfüllen. Die proletarischen bisher Bertreter im Stadtparlament sollten die Schulaufsichtsbehörde veranlassen, auf diese Ausstellung empfehlend hinzuweisen. Das wäre durchaus im Sinne der Reichsverfassung, die verlangt, daß jeder Unterricht im Interesse der Völkerversöhnung zu erteilen sei. Fünf Personen verletzt. der Sachverständige Bücherrevisor Bachmann feststellt, daß laut den Büchern Holzmann für seine Bemühungen um das Hanauer Lager 350000 Mart und für andere 3wede 150 000 m. erhalten habe, erflärt Holzmann, daß er nicht mehr als einige tausend Mark bekommen hätte. Der Kassierer der Steinbank bestätigte aber, daß Holzmann öfters größere Summen bekommen habe. Da Holzmann in den lezten Tagen sehr erregt war und aus diesem Grunde fast unverständlich deutsch sprach, mußte ein Dolmetscher geladen werden. Dann marschieren Zeugen auf, die beDann marschieren Zeugen auf, die be- Straßenbahnzusammenstoß in der Warschauer Straße ftätigen, daß fie auf Blaus Veranlassung Gefälligkeitswechsel aus. gestellt haben, von denen immer wieder gesagt wurde, daß es sich um Depotwechsel handle. Daß aber Blau wußte, daß die Wechsel in die Staatsbant gingen, erhellt aus der Aussage des Direktors Werther, dem Blau während einer Eisenbahnfahrt gejagt haben foll:„ Ich freue mich schon, wenn die ersten Wechsel von der Staatsbanf eingeflagt werden. Die Unterschriften find gar nicht pollgültig. Einen Wechsel hat ja sogar das Tippfräulein unterschrieben." Nach Ansicht des Zeugen hatte aber die Staatsbanf und besonders Finanzrat Rühe fämtliche Wechsel als vollwertig angesehen und erst bei der Nachprüfung hat sich dann herausgestellt, daß sie nicht ordnungsmäßig ausgestellt waren. Um die Schönheitsreparaturen. Bei Ein schwerer Straßenbahnzusaminenstoß ereignete sich gestern abend gegen 6 Uhr an der Kreuzung Mühlenstraße und Warschauer Straße, in unmittelbarer Nähe des Stralauer Tores. Bei dem überaus starten Zusammenprall wurden fünf Pers fonen verlegt. Der Führer der Straßenbahnlinie 82 überfuhr infolge Ber= sagens der Bremse die Haltestelle. Im selben Augenblick treuzte an der Mühlenstraße ein Straßenbahnzug der Linie 4, dem der erste Wagen mit voller Wucht in die Flanke fuhr. Der Triebwagen wie auch der Anhänger wurden aus den Schienen geworfen. Der In Sämtliche Scheiben gingen in Trümmer. faffen bemächtigte sich eine Panif, doch wurden glücklicherweise nur fünf Personen leicht verlegt, und zwar der Kaufmann K. Strehweit aus der Blumenstr. 41, der Expedient Kurt Hartig aus der Wirbachstr. 41, der Tischler Eugen Görich aus der Frankfurter Allee und der Eisenbahner Billy Hagel, wohnhaft Kottbusser Damm 73, die sämtlich Kopfverlegungen und HautabſchürElter aus der Graegstr. 57 in Treptow, erlitt einen Nervenfchock. Die fungen davontrugen. Ein weiterer Fahrgast, die Ehefrau Anna Feuerwehr, die sofort alarmiert wurde, brachte die Berlegten nach der Rettungsstelle 9 in der Warschauer Straße, wo ihnen erste Hilfe zuteil wurde. Nach längeren Bemühungen gelang es den Feuerwehrmannschaften, die aus den Schienen geworfenen Wagen in die Schienen zurückzubringen. Durch den Vorfall entstand eine längere Berkehrsstörung. Der Zusammenstoß ist, wie gesagt, auf das Berlagen der Bremse zurückzuführen. Wegen Beschimpfung der Republik fefigenommen. Am 5. Mai gegen 10 Uhr abends wurde der 56 jährige Kaufmann Wilhelm Winter aus der Hannoverschen Straße vor dem Hause Stönigstraße 83 festgenommen, weil er gegenüber Reichsbannerleuten, die fich auf dem Wege zur Protestveranstaltung auf dem Gendarmenmarkt befanden, beleidigende Aeußerungen über die Republik machte. Winter wurde der Abteilung la zugeführt. In Berlin wird den Hauswirten niemand nachsagen wollen, daß sie sich durch besonderen Eifer auszeichnen, in ihren Mietwohnungen die nötigen Ausbesserungsarbeiten vornehmen zu lassen. Schon lange vor der Kriegszeit galt es den meisten Mietern als die Regel, daß während der Dauer des Mietverhältnisses der Hauswirt nichts machen ließ, und der menfchenunwürdige Zustand so vieler Wohnungen bestätigte das. Ausnahmen gab es, aber mer als " leiner Mieter einen jolmen Ausnahme- Hauswirt fand, der konnte von Glück fagen. Der Krieg und die Zeit nach ihm haben dann einen so weitgehenden Verzicht auf Ausbesserung der Häuser und Wohnungen gebracht, daß die Verwahrlesung manchmal zum vollständigen Berfall führte. Als es im Rahmen der Mietenregelung schließlich zu der Vereinbarung fam, daß der Mieter bei Uebernahme der sogenannten Schönheitsreparaturen einen um 4 Prozent geringeren Mietbetrag zu zahlen hat, begrüßte gemiß mancher Mieter das als einen erfreulichen Gewinn. Hauswirten, die schon dauernd sich von den Ausbesserungsarbeiten zu drücken gewußt hatten, machte es wirklich feinen Unterschied, ob man den höheren Mietbetrag zahlte oder nicht. Aber die Mieter, die den geringeren Mietbetrag zahlten, merkten bald, daß die Hauswirte nun plötzlich sehr viel Berständnis für die Notwendigkeit von Ausbefferungsarbeiten zu zeigen begannen. Die Wirte traten an diese Mieter heran, fragten mißbegierig nach der Verwendung der ersparten 4 Prozent und erinnerten an die übernommene Verpflichtung, die sogenannten Schönheitsreparaturen auf eigene Kosten der Mieter ausführen zu lassen. Jetzt wußten sie es ganz genau, daß eine Wohnung nicht auf die Dauer vernachläffigt werden darf, wenn sie in einigermaßen menschenwürdi gem Zustand erhalten bleiben soll. Die vielfachen Hausbefizer" ( wie man scherzhaft sagt) und namentlich die im Ausland wohnenden Spekulanten, die in der Inflationszeit bei uns scheckweise die Häuser erwarben, schicken ihren Mietern durch Druck vervielfältigte Mahnbriefe zu und fordern von ihnen die Ausbesserungsarbeiten. Ein solcher Mahnbrief, den eine Gesellfchaft den Mietern ihrer in Berlin in der Elsasser und der Lothringer Straße erworbenen zahlreichen Häuser zuschickt, fündigt fogar an, daß sie durch eine Besichtigung der Wohnräume sich überzeugen will, ob die Mieter ihrer Verpflichtung nachgefommen sind, und in welchem Zustand sich die Wohnungen befinden. Es scheint, daß man in der nächsten Zeit einen Generalangriff der Hausberg des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold begeht am Sonntag, wirte auf die Mieter zu erwarten hat, bei dem ein erbitterter Kampf um die Schönheitsreparaturen entbrennen wird. Sollen die Mieter, die sich auf jene Vereinbarung eingelaffen haben, jezt etwa auch diejenigen Schäden auf ihre Kosten beseitigen, die schon seit Kriegsausbruch bestanden haben und infolge der allgemeinen Häuser verwahrlosung fich bis zur Unerträglichkeit verschlimmert haben? Ja, das könnte den Hauswirten so passen! Nie wieder Krieg! Die Kommunistische Partei veranstaltete am Donnerstagabend fünf Kundgebungen unter dem Thema„ Der Streit in England und der Arbeitermord in Rummelsburg". Redner waren die Abgeord neten Rädel, Hörnle, Heckert, Rosenberg und Stetter. Die Berfammlungen waren zum Teil nur recht schwach besucht. Dem ADGB. wurde vorgeworfen, daß er es an aktiver Unterstützung des englischen Generalstreifs fehlen lasse. Man habe eine entscheidende Stunde ungenügt verstreichen lassen. In der Flaggenfrage sei schärfster Kampf gegen die Luther- Regierung, die sich mit Staatsstreichsplänen trage, geboten. An Seitenhieben gegen die SPD.- Führer fehlte es nicht. In den Ver sammlungen wurden zwei längere Resolutionen angenommen, die fich mit den Rummelsburger Unglüdsfällen und dem Streif der englischen Arbeiterschaft beschäftigten. Zu Zwischenfällen ist es, wie wir in später Abendstunde erfahren, bei Schluß der Versammlungen nicht gekommen. Republikanischer Tag in Strausberg. Der Drtsverein Straus den 9. Mai d. J., seine Bannerweihe. Von der Berliner Kamerad fcbaft ist bereits starte Teilnahme angekündigt worden. Als Festredner ist Ministerpräsident a. D. Reichstagsabgeordneter Stelling gewonnen Der Berliner städtische Etat mit seinen fast 700 Millionen Mart steht zurzeit im Vordergrund des Interesses der Berliner Kommunal politik. Deshalb bringt die Mainummer der sozialistischen Kommunalen Blätter für Groß- Berlin einen Auszug aus einem vom Stadtverordneten Dr. R. Lohmann vor den fozialdemokratischen Kommunalpolitikern Berlins gehaltenen Vortrag unter dem Titel„ Der Berliner Etat. In demselben schildert ein Renner der städtischen Finanzen die Nöte Berlins und gibt zugleich in treffender Weise ein Bild von der grundsätzlichen und taftischen Kommunalpolitik der Berliner Sozialdemokratie im Roten Haus. Der nachfolgende Artikel bringt den Schluß aus der lehrreichen Abhandlung des Stadtarztes Dr. Alfred Korach über:„ Die nächsten fommunalmedizinischen Aufgaben Berlins". Inzwischen hatte sie bereits neue Freundschaft geschlossen mit dem achtzehnjährigen Bäckergesellen Paul B.. einem phantastischen, haltlosen, leicht beeinflußbaren Burschen. Ihm gegenüber äußerte sie immer wieder Selbstmordgedanken, ohne dafür den Grund anzu geben. Sie meinte, fie sollten doch gemeinsam aus dem Leben scheiden. Halb ernsthafte, halb operettenhafte Vorbereitungen zum Selbstmord wurden sogar einmal getroffen. Dann aber erzählte sie dem Baul B., daß sie in anderen Umständen sei, und forderte ihn wieder auf, sich mit ihr gemeinsam das Leben zu nehmen. Er möge doch eine Pistole beforgen. Am 7. Juni v. J. sollte sich das Ereignis vollziehen. Zuerst dachten sie an den Friedhof, dann entschieden sie sich für die Laube der Eltern des B. Am nächsten Morgen fand der Bater des Burschen die K. auf dem Schaufelstuhl mit einer Schußwunde in der linken Schläfe tot auf. Ihre Hände lagen zu jammengefaltet auf dem Schoß, unter ihnen die Pistole. As B. aus der Zeitung erft las, daß gegen ihn Mordverdacht bestehe, stellte er sich der Polizei. Er erzählte, daß die K. sich selbst erschossen habe, ihm aber der Mut gefehlt habe, auch sich selbst das Leben zu nehmen. Gelegentlich der Maifeier veranstaltete der Kreis Tiergarten eine Aber bereits auf dem Polizeipräsidium wie auch später vor dem Antitriegsausstellung. Zu diesem Zwecke hatte er sich die Untersuchungsrichter bezichtigte er sich später auf zureden selbst der ständige internationale Ausstellung von Ernst Friedrich leihweise ver Tat, um fein Geständnis dann zu widerrufen. Nunmehr hatte sich schafft und sie durch eigene Stüde ergänzt. In chronologischer Folge Paul B. wegen Totschlags vor dem Landgericht III zu verant zeigt die Ausstellung Bilder von der Heimat, beginnend mit Zeitungsworten. Er blieb bei seiner Behauptung, nicht der Täter gewefen zu nachrichten, Depeschen, der Mobilmachungsorder bis zu den Verord fein. Eltern, Berwandte und Lehrherr schilderten ihn als schwäch- nungen über Brot, Fleisch, Fett-, Ei- usw. Karte. Dazu Photographien lichen, empjindsamen Jungen, der aufzuschneiden liebte, der immer von der Front, die das Brutale, Menschenunwürdige, Wahnsinnige des wieder auf ein bis zwei Tage die Lehrstelle verließ, um hinterher Krieges recht eindringlich vor Augen führen, die scheußlichen Nahum so fleißiger zu arbeiten. Der psychiatrische Sachverständige, tampfmittel, wie ein mit 3ähnen ähnlich einer Säge Professor Kreuzfeld aus der Charité, charakterisierte ihn als der Charité, charakterisierte ihn als versehenes Rajonett, den mit Nägeln und Eisenstücken gespickten Tot. Psychopathen mit dem Einschlag ins Phantastische. Die Schieß schläger. Am eindringlichsten aber wirten die Abbildungen fachverständigen waren uneinig darüber, ob der Schuß aus unmittel- ch wertriegsverlegter aus den Lazaretten, besonders die barer Nähe oder aus einer gewissen Entfernung abgegeben worden war. Manches sprad) für ihn als den Täter, anderes wieder ließ bie Ropf- und Gesichtsverletzungen, die eine so graufige Sprache. reden, Möglichkeit der Täterschaft des Mädchens zu. Denn sie allein hatte daß sie unmöglich ihre Wirkung verfehlen können. Die Ausstellung, die wie schon anfangs bemerkt ständig bei Grund, aus dem Leben zu scheiden. Das Gericht verurteilte ihn Ernst Friedrich, Parochialstraße, gegenüber dem Stadthaus, zu ſehen megen Tötung auf ernstliches Berlangen zu vier Jahren Ge- ist, sollte aus erzieherischen Gründen von allen pazifistischen und fängnis unter Anrechnung einer achtmonatigen Untersuchungshaft. sozialistischen Lehrern mit Schülern der Oberklassen, der Fort Der Angeflagte nahm das Urteil nicht an. bildungsschulen sowie Schülern der höheren Lehranstalten besucht werden. Keine noch so wahre Schilderung der grausamen Wirklich feit des Krieges tann sich messen mit der instruktiven, anschaulichen Darstellung, wie sie die Antikriegsausstellung gibt. Es ist eine alte pädagogische Erfahrung, daß unsere heranwachsende Jugend viel bamit gespielt werden. Die Serſtellung des Dunlop- Tennisballes iſt ſehr in cher den Gewaltideen zuneigt als dem Gedanken des Rechts, des Friedens und der Völferversöhnung und daher nationalistischen und chauvinistischen Beeinflussungen leicht unterliegt. Ihrer Phantasie schmeichelt die Poesie des Heldentodes" und der falsche Ruhm des Man hatte nicht den Eindruck, daß die Lösung des Rätsels jenes Abends endgültig gelungen war. Sollte B. nicht der Täter gemejen sein, so wird er am Urteil schwer zu tragen haben. Trost los waren aber die Einblicke, die man in das Leben der heutigen Großstadtjugend erhielt. Die Eltern des Paul B. denken gar nicht daran, wegen ihres schwer psychopathischen Jungen, der immer wieder durchbrennt, fich heilpädagogischen Rat zu holen. Die Eltern der Lotte R., die immer wieder außerhalb des Hauses nächtigt, laffen fie schließlich gewähren. Als dann das Unglüd mit ihr passiert war und sie nicht hoffen fonnte, bei ihren Elfern Berständnis zu finden, nimmt sie sich das Leben oder stiftet ihren neuen Freund dazu an, sie zu töten. Filmerplofion in einem Vorführraum. In dem Vorführraum des„ Welttheatertino" in der Großen Frankfurter Straße 121 explodierte gestern nachmittag gegen 5 Uhr fura vor Beginn der Vorstellung im Borführraum ein Film. Der Vorführer erlitt bierbei an beiden Händen Brandwunden, der Raum selbst mit seinen Regalen und übrigem Inventar brannte aus. Die Entstehungsursache ist darauf zurückzuführen, daß der Gehilfe des Vorführers, als er gerade einen Film einstellen wollte, mit dem Film zu nabe an die Projektionslampe geriet, In demselben Augenblid explodierte der Film. Es gelang dem Vorführer, den Film aus dem Apparat herauszureißen, doch stand wenige Augenblide später der Raum in Flammen. Die Feuerwehr, die furz darauf eintraf, fonnte den Brand nach längerer Zeit löschen. Der Kutisker- Prozeß. S Die Feindschaft Rutister Holzmann ist immer wieder Gegenstand von Auseinandersegungen im Gerichtssaal. Da erscheint z. B. Holzmanns Schwager, Dr. Walter Klopfer, derselbe, der Kutisters Bild an den Verlag Scherl verlauft hat, und der in Holzmanns Auftrag Kutister um Geld für seinen Schwager anging. Er will wissen, daß Holzmann bei den dedungslosen Ge fälligteitswechseln, die der Ruffe Clim für Autister besorgt hat, schuldlos ist, und daß Alexander Kutister der Hauptleiter der Bechselumtauschaffäre gemesen sein soll. Dagegen aber behauptet der Effektenreffortverwalter der Steinbant, Major a. D. Berner, daß er Holzmann für einen Erpresser gehalten habe und bereit gewesen sei, ihn alle Treppen hinunterzuwerfen. Bon Kutister wiffe er, daß Holzmann auch mit einer Ausweisung des Regierungsrats Bartel gedroht habe. Das gibt dem R.-A. Halpert Anlaß, den " Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 7. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau. 4.30 Uhr nachm.: Hans Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Gartenbau. Dr. F. Vaupel: Die besten Kakteen für. den Pflanzenfreund. 5-6.30 Uhr abends: Konzert. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung von Alt- Heidelberg" am 8. Mai. 7.25 Uhr abends: Prof. Pandit Tarachand Roy- Lahore: Rabindranath Tagore. 7.50 Uhr abends: Erdkunde. Dr. Adolf Marcuse: Einführung in die Astronomische Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Astronomische Erdkunde( Die Entwicklung unserer Kenntnisse über Gestalt und Größe der Erde). 8.30 Uhr abends: Kammermusik von Haydn bis Schönberg. 16. Abend. Das Havemann- Quartett: Prof. Gustav Havemann, 1. Violine; Georg Kniestädt, 2. Violine; Hans Mahlke, Bratsche; Adolf Steiner, Cello; Rudolf Schmidt, Flügel; Karl Reitz. Bratsche. 1. Bruckner( 1824-1896): Streichquartett für zwei Violinen, zwei Bratschen und Cello, Moderato( gemäßigt) Scherzo( schnell) Adagio( langsam) Finale( lebhaft bewegt). 2. César Frank( 1822-1890): Quintett F- Moll für Klavier, zwei Violinen, Bratsche und Cello. Molto moderato quasi lento Allegro - Allegro non troppo ma con fuoco. 9.30 Uhr abends: Rezitationen Else Heims. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Lento con molto sentimento Königswusterhausen, Freitag, den Z. Mai. 3-3.30 Uhr nachm.: O. M. Alfieri u. Frl. van Eyseren: Spanisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm: Studienrat Scheiffler: Der Henschke: Probleme der Organisation. 5-5.30 Uhr nachm; Dr. 44.30 Uhr nachm.: Frau Direktorin Hochfrequenzverstärker". Max Winkel: Fleisch".. 7.30-7.55 Uhr abends: Prof. Dr. Gins: Ueber Impfung( Zwiegespräch eines Arztes mit einer besorgten Mutter)". 7.55-8.20 Uhr abends: Dr. med. Kohlrausch: Hygiene heim Sport. 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Berlin Amundsens Polarluftschiff Norge ist nach glüdlicher Landung in Badsö( Nordnorwegen) nachmittags von dort entlang der Küste weiter nach Spizbergen geflogen. Geschäftliche Mitteilungen. Der neue Dunlop- Tennisball fft auf bem beften Bege, auch in Deutschland tämpfe in Cannes und Niaza damit ausgefochten wurden und die beiden der om häufioften herangezogene Turnierball zu werden. Nachdem die Riviera großen Brager Klubs sowie die Turnierleitung der internationalen Spiele in Bien und das Omanifationskomitee der Schweizerischen Hochschulmeisterschaften fich für diesen Ball entschloffen, wird auch das Pfingstturnier bes Berliner Lawn- Tennis- Klubs Rot- Weiß und die Turniere bes Berliner Schlittschuhflubs fowie des Tennisklubs Gelb- Weiß um nur einige der größten zu nennen. ftruttin in der Sauszeitung der Deutschen Dunlop Gummi Compagnie A- G Sanau a. M.( Dunlop- Zeitung Nr. 41. aefchildert. Wefferbericht der öffentlichen Wefterdienststelle für Berlin.( Rachdr. verb.) Etwas fühler, wieder stärkere Bewöllung und Neigung zu leichten Nieder schlägen. Für Deut chland Auch im Südoffen zunehmende Bemöllung und vielfach leichte Niederschläge. Keine Umwege! Unentbehrlich für Kraft und Radfahrer, Wanderer u. Reise verkehr. 54 Karten, fünffarbig. Maßstab 1: 300000, pro Karte 75 Pfennig Ontinental Straßenkarte So zuverlässig wie Continental- Reifen! Erhältlich im Buch- und Schreibwarenhandel, ferner in jeder Auto- und Fahrradhandlung Herausgeber: Continental Caoutchouc und Gutta Percha Co., Hannover fortschrittliche Krankenhauspflege. Die Gcsundheitsdeputation des Berliner Verwaltungsbezirks 5ireuzberg hat sich gegenwärtig mit einer bedeutungsvollen Personal- fiagc zu beschäftigen: Die Stelle des ärztlichen Direktors der Inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses Am Urban ist neu zu be- setzen. Eine Angelegenheit, die die Gesamtbevölkerung des Bezirks zu beschäftigen Hot. da jedennann von den persönlichen Eigenschaften, von der Berufsaussassung, von der allgemeinen sozialen Einstellung des ärzllichen Krankenhausleiters umnittelbar berührt werden kann. Durch die Reichsgesundheitswoche und die am 8. d. M. zu eröffnende große Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen(Ge-So-Lei) in Düsseldorf ist das öffentliche Interesse für Gesundheitspflege gegenwärtig stark angeregt. Es heitzt nun in der öffentlichen Ausschreibung des leitenden Postens für das Städtische Krankenhaus Am Urban: Gesucht werde ein erfahrener innerer Kliniker von wissenschaftlicher Bedeutung, der imstande ist, eine größere Innere Abteiluna nach den Anforderungen der modernen Medizin zu leiten, ihren wissenschaftlichen Ruhm aus der Höhe zu halten und daneben mit den sozial �hygienischen Airforderungen der offene Fürsorge oertraut ist. Die Deputation wird aber auch, daran ist bei ihrer Zusammensetzung gar nicht zu zweisel», darauf achten, daß für diesen Posten in einem Krankenhaus, das überwiegend, wo nicht ausschließlich von Leidenden der arbeitenden Stände belegt ist, eine Persönlichkeit gewählt werde, die nicht an dem in ärztlichen Kreisen heute leider nur zu oft überraschenderweife anzutreffenden Mangel ansozialpolitischem Verständ- nis und sozialem Gefühl krankt. Ein Mangel, den wir in erster Linie mit daraus zurückführen müssen, daß die wissenschaftliche Ausbildung der Mediziner sich ausschließlich auf die medizinische Wissenschaft beschränkt und daß der sunge Mediziner zu wenig mit dem Oel der Sozialpolitik gesalbt ist, wenn er von der Brust der Alm» mater in das praktische Leben hin- ausgelassen wird. Besonders bemerkenswert, unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, erscheinen uns die Ausführungen des außerordentlichen Unioersitäts- Professors Dr. Paul Lazarus(dirigirender Arzt des St. Marien- krankenhauses in Berlin) im„Jahrbuch der Bodenreform"'(18. Band 2. Heft), worin auf die tiefen Zusammenhänge zwischen Volkshygiene uich allgemeiner Bevölkcrungspolitik, insbesondere auch Volkswirt- schaft, und ganz besonders zwischen Volksgesundhcitspslege und Auf- gaben des Städtebaues, der sozialen Siedlungs- und Wohnungspolitik hingewiesen ist. Im Hinblick auf die bedeutungsvolle Eni- s ch e i d u n g. die der Bezirk Kreuzberg zu fällen haben wird, nahmen wir Gelegenheit, uns mit Profesior Lazarus über die Aufgaben eines Krankenhausleiters zu unterholten, und geben wir im folgenden einige seiner wettvollen Anregungen in freier Fassung wieder: Das wichtigste in der Kronkenpflege Ist Liebe und Sorgsamkett des Pflegepersonals für den Kranken. Der Leiter des Krankenhauses muß es sich angelegen sein lasten, sein Kronkenpflegepersonal mit echter Humanität zu durchdringen: Wird der Kranke in ein Kranken- haus eingeliefert, so darf er nicht anteilnahmslos wie ein Fremder in irgendein Bett gelegt und nunmehr bis zur nächsten Visite des Arztes feinem Schicksal überlassen bleiben, sondern er muß das Gc- 'kühl Häven, daß man sich sofott für sein Schicksal wie für das eines Familienangehöttaen interessiert. Bei kalter Witterung muß sein Bett angewärmt sein, und es muß Vorsorge getroffen werden, daß ihm aus-eben Fall sofort eine, gegen keinerlei etwa notwendige »W»_______....... W ist nach Möglichkeit zu beschleunigen. All dies ist erforderlich, um den Lebenswillen des Kranken zu erhalten bzw. zu stärken, eines der wichtigsten Momente bei jedem Krankheitsverlaufl Das Unpersönliche in der Kronkenhausbehandlung, das die Kranken ae- wöhnlich stark niederdrückt, muß durch warm« Anteilnahme des Pflegepersonals überwunden werden. Auch der Arzt muß hin- reichendes soziales Verständnis und menschliches Ein- fühlungsoermögen haben, um sich in die s o z i a l e L a g e des Kranken hineindenken zu können: denn feder Krankheitsfall erklätt sich zu einem guten Teil in seiner Besonderheit aus den sozialen Begleitumständen. Der Kranke leidet z. B. an Schlaflosig- keit. Sie ist nicht einfach zu beheben durch Verabreichung eines Betäubungsmittels. Sie entsteht aus Sorgen des Kronken irgend- welcher Art. Hier muß der Arzt zum Sozialberater werden, um dem Kranken den für die Heilung der Krankheit außer- ordentlich wichtigen Schlaf zu ermöglichen. Es zeigt sich, wie eng soziale Not und Krankheit auch im einzelnen Fall miteinander ver- banden sind und wie wichtig es stt, daß einer ärzllichen Krankenhaus- leitung Pflegepersonal und Assistenzärzte zur Verfügung stehen, die von dresen Zusammenhängen etwas wissen und davon durchdrungen sind, daß aus diesem Wege der Heilkunst praktische Erfolge erblühen. In schweren Krisen während des Krankheitsverlaufes kann nur ii»unterbrochene Hilfsbereitschaft des' Pflege- personal» das kostbare Leben retten: und auch hier kommt es auf die Stärke des Willens zum Leben beim Kranken an. Dieser Lebenswille aber erlahmt, wenn der 5kranke in schweren Stunden kühl seinem Schicksal überlassen bleibt. Ein Krankenhaus muß von aufopfernder Menschenliebe durchpulst sein. Der Dienst des Arztes am Kranken erschöpft sich nicht innerhalb der Mauern des Krankenhauses. Seine sorgende Anteilnahme am Geschick der seiner Obhut sich anvertrauenden Kranken muß auch die Verknüpfung ihrer Lebensfäden draußen im Wirtschastskampf ver- folgen, und so— wenn auch nur in vereinzetten Fällen— wird es ihm möglich fein, dem Kranken durch persönliche Fühlung- nähme mit seinem Arbeitgeber Erleichterungen zu ver- schaffen, durch welche sich sein Leben draußen ein wenig erfreulicher gestalten kann. Leitstern eines Krankenhausdirektors muß sein die Humanität.— Die Deputation für Gesundheitswesen des Verwaltungsbezirks .Kreuzberg, an deren Spitze unser Genosse Bürgermeister i. V. Bruns steht, wird sicher die vorliegenden zahlreichen Bewerbungen auch danach prüfen und ihre Entscheidung nicht unbeeinflußt lassen davon, inwieweit sie solchen Leitgedanken gerecht werden. Tuberkulose und Wohnungsbau. Unter der heutigen Wohnungsnot leiden ganz besonders schwer solche Familien, in denen Tuberkulose herrscht. Die Kranken siechen dahin, weil die Schäden der Wohnung ihren körperlichen Zustand aus das schwerste beeinträchtigen. Die gesunden Familienmitglieder werden von den kranken Mitbewohnern angesteckt, well es ihnen unmöglich ist, sich in den engen Räumen vor den bazillenstreuenden Familien- Mitgliedern genügend zu schützen. Es ist deshalb notwendig, daß bei dem Bau und der Zuweisung von neuen Wohnungen auf die Interessen der tuberkulösen Menschen und derjenigen gesunden Menschen, die von den Tuberkulösen mit Ansteckung bedroht werden, besondere Rücksicht genommen wird. In Berlin ist leider auf diesem Gebiete so gut wie gar nichts bisher geschehen. Anders liegen die Verhältnisse in Wien, wo man aus städtischen Mitteln trotz großer finanzieller Schwierigkeiten sehr gute Wohnstätten er- richtet hat, die teilweise tuberkulösen und tuberkulöse- bedrohten Familien zur Verfügung gestellt �werden. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von reichsdcutfchcn Städten, wo man aus diesem Gebiete recht ersprießliche Arbeit geleistet hat. In Dresden, Nürnberg, Karlsruhe, Bielefeld und Bunzlau hat man be- sondere Wohnungen für Tuberkulöse errichtet. In Chemnitz ist eine Vorstadtstedlung für lungenkranke Kriegsbeschädigte erbaut worden, die aus 11 Wohnungen verschiedener Größe besteht und durchweg mit besonders großen Fenstern versehen ist. Jede solche Wohnung hat auch ein besonderes Krankenzimmer mit Veranda und einem Hausgarten. In besonders verdienstlicher Weife ist die Stadt Gelsen- k i r ch e n vorgegangen. Sie hat besondere»Fürsorgewoh- n u ii g e n" gebaut, die kinderreichen Familien, in denen Tuber- kulojeerkrankungen vorliegen, vorbehalten sind. Es wurden zwei große Baublocks errichtet mit 40 Einfamilienhäusern und 8 zweistöckigen Häusern. Im ganzen sind 72 Wohnungen neu ge- schaffen worden. Die Einfamilienhäuser besitzen an ihrer Hinter- front geräumige, bedeckte Liegehallen, die für die Kranken bestimmt sind. Die Stockwerkwohmingen verfügen ebenfalls über geräumige Loggien, die als F r e i I oft-Lisa e r fk li m e gut ge- eignet sind. Aber auch die Dächer der Häuser haben eine solche Gestakt erhallen, daß sie für Luft» und Sonnenbäder zweck- dienlich benutzt werden können. Bei der Verteilung der Wohnungen wirkt das Getfenkirchener Stadtgesundheit s- a m t in entscheidender Weise mit. Alles in allem:— ein für Berlin nachahmenswertes Beispiel! Dr. mech Alfred K o r a ch. Mehr Grüuanlasien im Alt-Berliner Lste«. energisch Wandel geschaffen werden: gerade dieser dichtbevölkerte und von der Tuberkulose stark heimgesuchte Bezirk verlangt Licht und Luft. Aber der Osten ist schon von jeher stiefmütterlich be- handell worden. Plätze, wie die am O st b a h n h o s und am S ch l e- fischen Bahnhof mit ihrer T r o st l o s i g k e i t in Aussehen uiiö Form spotten allen Begriffen städtebaulicher Kultur. � Auch kleinere Flächen, wie der H e l s i n g s o r s e r Platz an der War- schauer Brücke, der K o m t u r e i p l a tz an der Königsberger Straße und die Weberwiese bedürfen dringend der Umqestallung, und die Auffrischung der Anlagen auf dem K ü st r i n e r P l a tz und dem StralauerPlatz würden das Straßenbild b.edeutend verbessern. Ferner besitzt der Osten zwei große Verkehrsstraßen, die Frank- f u r t e r Allee und der Straßenzug Warschauer und Petersburger Straße. Die Promenade in der Mille dieser Straßen ist trostlos versandet und bietet nur dem Wind freie Bahn zur Staubentwicklung, an der es mich sonst im Osten nicht schaffen werden. Kleinere Arbeiten zur Regulierung der Schulhöfe, zur Neupflanzung der Bäume in Stralau und zu Erneuerungen agell. Auch hier könnte die Anlage von Grünstreifen Abhilfe chafsen. Hier könnte weitere Arbeit für unsere Erwerbslosen ge. im Friedrichshain dürsten gleichfalls keine großen Schwierigkeste» machen, aber immerhin einigen Menschen Lohn und Brot geben. Nach einem Antrag des Haushaltsausschusses der Bezirksverfamin- lung Friedrichshain soll fernerhin der äußerste Zipfel von All« Stralau, der Schwanenberg, zu einem Volkspark um- gestattet werden. Das ist ein durchaus begrüßenswerter Beschluß, der vor allem den Müttern und kleineren Kindern dieses Teils des Bezirks im Sommer eine herrliche Aufenthallsstätte schaffen kann. Es ist nur zu wünschen, daß auch hier notwendige Arbeiten recht bald in Angriff genommen werden. Vom Vtagistrat aber muß verlangt werden, daß er das gute Wollen in der Arbeit des Bezirks, das unbedingt Anerkennung fordert, durch totkrästige Förde- rung besonders in finanzieller Hinsicht unterstützt. Serlin uaü Sie LanöwZrtsthafi. Die Berliner als Diehzüchker. Daß die Stadt Berlin eine der größten Grundbesitzerinnen, viel» leicht sogar die größte ist, dürfte den wenigsten Berlinern bekannt sein. Die Stadt verfügt ollein über 4 S G ü t e r mit einer landwirt- schaftlichen Bodenfläche von 23581 Hektar. Dazu kommt ein Wald gebiet von 21173 Hektar. Diese Wälder und Felder liegen in weitem Umkreise um die Riesenstadt. Wer auch an der Peripherie der Stadt, selbst bis weit hinein nach dem Zen» trum wird in gewissem Sinne landwirtschaftliche Kultur getrieben: Die 80000 Kleingärtner legen Zeugnis dafür ab. wie groß die Liebe des Großstädters für die eigene Scholle ist. Die Kleingärtner sind es auch, die für die Aufzucht der großen Mengen von Kleinvieh hauptsächlich in Betracht kommen. Außer de? liebevollen Bearbeitung de? dürftigen märkischen Bodens züchten lle teils als Liebhaber, teils aus Nützlichkeiisgründen allerhand Kleinvieri. namentlich Federvieh. So wurden bei der letzten Viehzählung Ende des Jahres 19 2 5 insgesamt 64985 oiehhaltende Haus, Haltungen festgestellt. Gegenüber Dezember 1922 bedeutet das freilich einen Rückgang von nahezu einem Viertel(24,3 Proz.). An Rindvieh hat die Zählung 23 215 Stück ergeben, ein Meljr gegen das Vorjahr um 3000 Stück. Die Zahl der Milchkühe ins- besondere ist sogar um 3421 Stück oder um 18,7 Proz. gestiegen. Hier wird es sich natürlich nicht um Kleingärtner, sondern um Molkereien handeln Die Zahl der Schafe dagegen ist um fast ein Viertel, von 5258 auf 4003, zurückgegangen. In der Schaf- zucht marschiert Pankow an der Spitze. Auch dos edle Borsten- t i e r hat erhebliche Verluste zu beklagen Die Zahl der Schweine betrug 20 913, das sind 3515 weniger als im Vorjahre. Im einzelnen hat der Bezirk Weißensee eine größere Zunahme zu verzeichnen, was zum Teil mif eine größere Schweinehaltung auf den städtischen Gütern zurückzuführen ist. Dabei mutz aber bemerkt werden, daß hier, wie bei allen Vieharten die aus den Schlacht- und Viehhöfen befindlichen Tiere unberück- s i ch t i g t geblieben sind. Auf den städtischen Gütern werden etwa 5000 Borstentiere in mustergültigen Ställen verpflegt, bis sie das für ihren Opfcttod vorgeschriebene Gewicht erreicht haben. Dann werden sie dem Schlachthaus auf dem Gut Hobrechtsfelde zngefühtt. Hier müssen ollwöchentlich neben 120 Schweineu auch 30� Rinder und 60— 100 Hammel ihr Laben lassen. Die in der Kriegs- und Inilarwnszett hohen Bestände an Ziegen sind stark zurückgegangen. Immerhin wurden im Dezember 19ZZ noch rund 22000 gezählt, über 11000 weniger als im Vorjahre. Während der entsetzlichen Milchknappheit, die für Berlin jahrelang wähtte, suchten viele kinderreiche Familien ihre Hilfe bei der Ziege. In noch höherem Maße ist die Z a h l der Kaninchen zurück» gegangen, nämlich von 138214 Ende 1921 auf 69 912 im Dezember 1925. Der„Stallhase" hat in den schweren Zeiten des Fleisch» mangels manchen Braten geliefert. Nun das Federvieh. An Hühnern(einschließlich Trut- und Perlhühnern), Gänsen und Enten wurden 57945 5 Stück festgestellt, gegen das Voriahr eine Ab- »ahme von 11 393 Stück. An der Spitze marschiert Lichtenberg mit 82 652 Stück: hier haben Mästereien und Händler erhebliche Be- stände untergebracht. Interessant ist, zu erfahren, daß in Berlin 3075 Bienenvölker vorhanden, und daß diese in der Zu» nähme begriffen sind. Gegen die letzte Zählung wurde eine Zu- nähme von 339 der honigsüßen Völkchen festgestellt. Hier hall Spandau die Spitze mit 514: es folgen Lichtenberg und Zehlendorf. Aber auch Alt-Verlin beherbergt 93 Bienenvölker. Der Vollständig- kell halber mag auch»och der Pferdebestand angegeben werden. Obwohl in den letzten Iahren in Berlin der Autobetrieb in ganz großem Ausmaß zugenommen hat. zahlle man dennoch nicht weniger denn 4 5 916 Pferde, eine Zunahme von 127 3 gegen das Darjahr.___ Jtenc Tennisplätze lm Frledrichshain. Einem vielseitigen Wunsch der Bevölkerung entgegenkommend, hat das V e z i r k s a m t Friedrichshain auf dem Sportgelände im NeUen Hain des Friedrichshains zwei Tennisplätze geschaffen, die durch ihre moderne Elnnchtung und schattige Lage ein bellebter Treffpunkt aller Tennisspottler des Nordostens zu werden versprechen. Die dies- jährige Spielzeit ist am 3. Mai eröffnet worden. Die Spielftunden werden stuiioenweise oder im Monats- oder Saison- »sei» 250000 PAAR SALAMANDER-SCHUHE -t* rriii,'»TtT-wir°—— r"—"1 n.««— m«™»» UNSERE MONATL. ARBEITSLEISTUNG Diese Zahl dokumentiert die Lci&tunasfohiQUgit der Soldmander- Schuhfabriken. 42 50 �Satornonder» Schuhe -Sind schdn, gut und preiswert schon in den Preislagens 46 50 4*»50 SALAMAN abonnement durch das Jugendamt, Abteilung Jugendpflege, 1 bezeichnungen eine berbe Surechtwelfung von unferer Sette gutelfMartusftr. 49, vergeben. Bereine erhalten bei Saifontarten beson hinsichtlich des in so vielen Berliner Straßennamen zum Ausdrud bere Ermäßigung. tommenden Byzantinismus, der nunmehr einer zeitgemäßeren Auf. faffung zu weichen habe. Aus den Bezirken. 2. Kreis- Tiergarten. 10. Bezirk Zehlendorf. Die letzte Bezirksversammlung Zehlendorf tagte am 28. April. Als neues Mitglied wurde Gen. Schnorre für den zum unbe In ber fehten Sigung der Bezirksversammlung gab das Bezirks- foldeten Stadtrat gewählten Gen. Holz eingeführt. Ueber einen früher amt zunächst eine Erklärung ab, die auf Beschwerden der durch das von der SPD. gestellten Antrag, die Stromgebühren füe Unglüd im Hause Kirchstraße 9 Betroffenen Bezug nahm. Wannsee herabzulegen, lag der Bericht des dazu ge Das Bezirksamt erflärte, daß alles mögliche getan fei, um berech mählten Ausschusses vor. Wannsee muß befanntlich für die Kilowatt. sigte Ansprüche zu befriedigen, und lediglich solche Ansprüche abge stunde 50 Pfennig an das Potsdamer Elektrizitätswert abführen, wiefen feien, die in feinem Verhältnis zu dem erlittenen Schaden ein unerhört hoher Preis gegenüber Berlin. Der nächste Punkt: standen. Ferner erklärte das Bezirksamt, daß bei dem neu zu Bericht des in der letzten Sigung gewählten Bertebrsaus eröffnenden Martt in der Claudiusstraße Vorsorge geschusses, wurde von der Tagesordnung abgesetzt und zweds troffen fei, daß die Anwohner nicht durch Gerüche und Schmuß be- einer eingehenden Brüfung an die Baudeputation zurückverwiesen. läftigt werden. Alsdann erfolgte der Bericht des Ausschusses, der sich Dann folgten verschiedene Wahlen zum Finanzamt. Bezirksver mit Misständen im Krankenhaus Moabit beschäftigt ordnete Genoffin Drescher wurde in den Verwaltungsausschuß hatta. Der Beschluß, den die bürgerliche Mehrheit des Aus- bes Jugendamtes gewählt; in den Schwesternausschuß Genoffin Ichuffes gefaßt hat, verdient, im Wortlaut wiedergegeben zu werden: Trojan. Die folgende Angelegenheit:„ Ausmeijuna des SchloßDie Versammlung ist der Ueberzeugung, daß ein Berschulden partes Klein- Glienicke und der östlich angrenzenden Waldflächen als einzelner Bersonen an den Mißständen im Krankenhaus Moabit Freiflächen," wurde nach vorausgegangener Debatte an die Baunicht festgestellt werden kann und daß ein Berderben von deputation zurüdverwiesen. Lebensmitteln aus ähnlichen Anläffen nicht wieder vorkommen wird." Mehr Widersprüche in einen Satz zu fassen, war auch nicht gut möglich. Aber noch origineller als der Beschluß war die Art der Bericht 6. Bezirk Kreuzberg. 13. Bezirk- Tempelhof. Eine lange De Die letzte Bezirksversammlung bot äußerlich ein ziemlich trübes erstattung durch den Bezirksverordneten Kulte. Statt eines Be- Bild der Interesselosigkeit seitens der Bevölkerung: 4 Berichterstatter, den Verwaltungsdirektor des Krankenhauses los. Rührend wortete Stadtbaurat Bräuning folgende von uns geftellte An schilderte er, daß des Direktors Frau gestorben sei, und leitete aus frage: hat das Bezirksamt die Absicht, Räume in einem biefem gewiß fehr bedauerlichen Umstande her, daß er an den vor städtischen Gebäude, die von jeher als Wohnräume benutzt worden gekommenen Mißständen unschuldig sei. Genoffin Frankenthal find, zu Bureauzwecken zu verwenden, ohne, wie es die gefeßlichen unterzog diefe Art der Berichterstattung der entsprechenden Würdi- Bestimmungen vorschreiben, gleichwertigen Erfaßraum zu schaffen? gung und warnte vor der Annahme des Ausschußbeschlusses. Die Besteht insbesondere die Absicht, in diesen Räumen das Woh Deutschnationalen stellten daraufhin feft, daß die Rednerin einen nungsamt unterzubringen?" Bubitopf trage und daß wir einen Reinfall" erlliten hätten. Gegen Der Stadtbaurat hielt die Kritif unserer Genoffin Rirchner biese erschütternden Argumente ließ sich natürlich nichts weiter an- in ihrer Begründung der Anfrage für berechtigt. Er fonnte sich führen, und wir wollen gern zugeben, daß wir im Bezirk Tiergarten aber dahinter verschanzen, daß die Genehmigung vom Oberpräsi noch ebensooft Reinfälle erleben werden, wie wir im Kampf gegen benten bereits erfolgt sei da hat sich also die Wohnungstommiffion die reaktionäre Mehrheit für Recht und Gerechtigkeit eintreten brei Jahre lang bemüht, diese Wohnung für den Wachthabenden werden. Alsdann berichtete Genoffe Schlegel über den Haus der im Hause befindlichen Feuerwache frei zu bekommen. Jeßt, wo haltsausschus. Der Etat ift in fo wichtigen Boften gebie Wohnung frei ist, wird sie ohne Rücksicht auf die Schlagfertigkeit fürzt worden, daß versucht werden soll, beim Magistrat die Wieder- der Feuerwehr für Bureauzwede beschlagnahmt. einstellung einiger besonders wichtiger Ausgaben erneut zu bean batte entstand über den Antrag der Tempelhofer Elektrizitätsliefe tragen. Die in allen Bezirken gestellten kommunistischen Anträge rungsgesellschaft auf Genehmigung eines neuen Tarifs. Unsere wurden dem Haushaltsausschuß überwiesen. Genoffen lehnten das ab, weil die Gesellschaft bisher ihre Ber. tragspflichten verlegte, ferner sich weigert, für Klein. In der Bezirtsperfammlung Kreuzberg wurden abnehmer beffere Bedingungen zu schaffen, weil sie die neus oder wiedergewählten unbefoldeten Stadträte, die der mit den hohen Beiträgen der Kleinabnehmer die Werkkosten für die Oberpräsident endlich bestätigt hat, in ihr Amt eingeführt.( Wir Großabnehmer deckt und endlich, weil die Annahme des neuen Ber. haben hierüber schon im Morgenblatt vom Donnerstag berichtet.) trages eine Berteuerung des Wertes bei deffen llebernahme in Zur Kenntnisnahme legte das Bezirksamt eine Uebersicht über die ließ die Interessen der Kleinabnehmer außer acht und stimmte für städtische Regie bedeutete. Die bürgerliche Mehrheit Dom Magiftrat für nötig gehaltenen Ausgabetürzungen Annahme. Die durch unsere Benoffen seinerzeit beantragte des Bezirkshaushaltsplans vor. Hierzu forderte ein Speisung berjugendlichen Erwerbslosen wurde ein Dringlichkeitsantrag der Kommunisten, daß Wiedereinsetzung der gestrichenen Beträge angestrebt wird. Beschlossen wurde, daß der Haushaltsausschuß schleunigst Stellung nehmen soll. Eine Anfrage der Kommunisten rügte die Zustände in der Straße Am Tempel: hofer Berg, bie van Bewohnern der Gegend als Gerümpel. ablabestelle benutzt wird, aber von der Straßenreinigung aus gefchloffen bleibt. Stadtrat Brandt erwiderte, daß über diese Dinge fchon seit Jahrzehnten geftritten wird. Die Straße gilt immer noch als privater eg, aber die Anlieger entziehen sich der ihnen burch grundbuchliche Eintragung auferlegten Straßenreinigungspflicht aber verweigern bei lebernahme durch die städtische Straßen reinigung die Erstattung der Soften. Ein Dringlichkeitsantrag ber Bürgerlichen Vereinigung empfahl, das Bezirksamt möge beim Ma. giftrat Dorftellig merben, daß der Rummelplag an der Schillingbrüde enblich ausgehoben wird. Stadtrat Dittmer hielt den Antragstellern entgegen, baß leiber bie pri Daten Grundbefizer durch Bermietung unbebauter Grundbiefe Bustänbe begünstigen. Versuche des Bezirksamts, Rummel tüde an gutzablende Rummelplasunternehmer plage in Spielpläge umzuwandeln, find an übertriebenen Bachtforbe rungen der Grundbefizer gescheitert. Stadtrat Bruns ftellte feft, baß auch die Polizei nicht bie Macht zur Beseitigung der Rummelplätze hat und höchstens auf Beseitigung ärgster Auswüchse bringen tann. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. . 9. Bezirk-Wilmersdorf. geführt. Für die nächsten zwei Monate wurden 1200 m. bewilligt. Bukunftsmusik vom kommenden Untergrundbahnhof Tempelhof Berliner Straße bis zur Dorfstraße zu beseitigen, um eine Südring" flang durch die Vorlage, die Vorgärten in der Neuregelung vorzunehmen. Genoffe Müller feste fich dafür ein, den Gastwirten, die durch diese Regelung Schaden erleiden, auf Widerruf künstliche Borgärten zu gestatten. Unsere Borlage, den Angestellten und Arbeitern Freizeit zur Maifeier ohne Lohn- und Urlaubsfürzung zu gewähren, wurde abgelehnt. 3mei Anfragen der bürgerlichen Fraktion, die Straßenreinigung und Straßenbeschilderung auf dem Feld betreffend, wurden beantwortet, und dann folgte eine geheime Sigung. und dann folgte eine geheime Sigung. 19. Bezirk- Pantow. Redner ben hat, baß fein Barteifreund Dr. Stein ihm die Erlaubnis des Be girtsamtes zur Ausübung der nebenamtlichen Tätigkeit gegeben habe. Dr. Stein war Steuer- und Personaldezernent. Er hatte aber niemals das Recht, Fenten diese Erlaubnis zu geben. Redner vertritt die Auffaffung, daß diese Erteilung von Fenten fingiert ist, da Dr. Stein als erfahrener Beamter wußte, daß er dieses Recht nicht erteilen fonnte. Wenn Dr. Meißner diesen Dingen nicht nach gehen will, so ist es an der Zeit, daß eine höhere Behörde diese Angelegenheit in die Hand nimmt. mendet sich nun den Bertretern der bürgerlichen Fraktionen zu. Die Deutschnationale Ordnungspartei sagt in einem Flugblatt: Wir wollen Wahrheit und Klarheit, Ordnung, Sauberkeit und Ruhe! und ftüßt den Steuerhinterzieher Fenten. Der Lehrer Biernat ( D. Bp.) fagt der Sozialdemokratie den Kampf bis aufs Meffer an. Seine Partei rühmt sich, daß„ Bürgermeister Rubig nicht mehr die Geschicke Pantoms leitet, verdankt ihr in erster Beziehung die Deutsche Volkspartei." Das Flugblatt jagt dann: Wählt feine Partei, die euch mehr versprochen hat, als sie halten fonnte. Die Wähler 30gen den richtigen Schluß, die Fraktion Biernat ift drei Mann start eingezogen. Redner fragt, mit welchem Recht diese Beamten und Lehrer in der Bezirksversamm lung fc auftreten können. Was haben sie dazu beigetragen, ein solches Mandat ausüben zu fönnen? Wo waren sie, als die Sozial demokratie den Kampf gegen das Dreiflassenwahlrecht führte? Sie find auf den Krüden der Sozialdemokratie in diese Barlamente eingezogen, lassen sich die Freizeit zur Ausübung ihres Mandates gern gewähren, befämpfen aber mit den ich mußigsten Mitteln die Macht, die ihenn eine Zeit kommen wird, wo Beamte und Lehrer in überwiegender Bahl selbstverständlich der großen Kulturbewegung der Sozialdemofratie angehören werden. Bezirksverordneter Stober erklärte, als er auf seine befannte Beamtenfreundlichkeit hingewiesen wurde, die Wirtschaftspartei tritt für eine erstklassige Beamtenschaft ein. morsch und nicht flar ist, muß beseitigt werden. Mit dieser Auffaffung stellt sich Steber und ein Parteifreund hinter den erstklassiGen Beamten Fenten. Genoffe Rubig schließt mit der Aufforderung an Bürgermeister Dr. Meißner, sich zu entscheiden. Will er die Arbeitsfähigkeit der Bezirksversammlung wieder herstellen, so muß er reinen Tisch machen mit Stadtrat Fenten. Er darf nicht glauben, daß er mit dem§ 18 des Gesetzes vom 27. April 1920 regieren Pönnte. Gegen 11 Uhr gab der Barsteher die geschäftlichen Mitteilungen bekannt. Bei der Verlesung der Zuschrift des Bezirks. amtes an die Versammlung wegen der Einsetzung der von der Beairfsverfammlung gestrichenen Summe für die Diakonie ſetzte über diefes willkürliche Berfahren des Bürgermeisters Dr. Meisner ein folcher Tumult ein, daß der Vorsteher die Bersammlung schloß. Ein Verkehrsausschus; im Westen. Was In der Stadtbeilage Nr. 201 des Vorwärts" wurde darauf hingewiesen, daß der Stegliger Anzeiger" freudestrahlend verkündet hat, in Zehlendorf habe sich ein Berkehrsausschuß gebildet, fam wahrnehmen werde. Die Mehrheit des Bezirksamts Steglig ber mit benachbarten Bezirken die berechtigten Interessen" gemeinund fein Drgan wünschen wohl, daß diefe von ihnen in die Welt ge Damit nun der Stegliger Anzeiger" erfährt, was in Zehlendorf leßte Neuheit wahr wäre, um im Trüben beffer fischen zu können. vorgeht, jei folgendes festgestellt: Der Berkehrsausschuß besteht verhältniffe im 10. Bezirk sind wehl nahezu die schlech. zwar, aber nur für den Bezirk Zehlendorf, denn die Verkehrs. möglichkeiten prüfen, wodurch die Verkehrsverhältnisse im Bezirk teften in Groß Berlin. Der Verkehrsausschuß foll nun alle gebeifert werden können. Sodann werden die Vorschläge durch Das Bezirksamt Behlendorf dem Magistrat unters breitet. Es wäre doch auch ein Unfinn, wenn Zehlendorf fich Steglig fann ja auch nicht helfen, da es nicht mehr in Groß- Berlin mit dem Bezirksamt Steglig in Verbindung segen wollte, denn zu bestimmen hat, wie das Bezirksamt Zehlendorf. Es ist daher sa nicht wahr, daß von Sehlendorf eine Berbindung mit anderen. Bes Behlendorfer Bezirksversammlung hat sich mit dem Bericht des Aus 3irfen gesucht wird, um gegen den Magiftrat anzugehen. Am aller wenigften besteht diese Möglichkeit im Berkehrsausschuß. Die lente ausschuffes. Das Halten biffiger Hunde. Der Polizeipräsident hat nach Zuftimmung des Magistrats für den Ortspolizeibezirk Berlin eine Bolizeiverordnung erlassen, die mit Wirkung vom 8. Mai das Halten bissiger Hunde auf eingefriedigten Grundstüden allgemein regelt. Bissige Hunde sind auf solchen Grundstücken, sofern diese nicht bauernd verschlossen gehalten werden, an die Kette zu legen. Außerdem ist an außen sichtbarer Stelle eine Tafel mit der Auf schrift Achtung, billige hunde!" anzubringen. Die Ein friedigung der Grundstüde, auf denen biffige Hunde bei Tage frei. umherlaufen, muß so beschaffen sein, daß der Hund mit Personen außerhalb der Einfriedigung nicht in Berührung fommen fann. von der reichlich langen Tagesordnung, treßdem sie mit dem aus Die geftrige Bezirksverfammlung erlebigte feinen einzigen Buntt brücklichen Bermert einberufen worden war, baß zu den ersten Eintritt in bie Tagesordnung gab unfer Genoffe utiner eine 12 Buntten die Versammlung auf jeden Fall beschlußfähig ist. Borschusses befaßt, der auch dem" Steglizer Anzeiger bekannt fein wird. Hoffentlich hat der Anzeiger nun auch dementsprechend be Erklärung ab, daß dem Bürgermeister Dr. Meißner burch richtet. feint Berhalten in ber Steuerhinterziehungsangelegenheit des M. Flörte, Bezirksverordneter und Mitglied des Verkehrs Stadtrats Fenten die Frattion der SBD. die stärtste miß billigung ausgesprochen wird. Durch die sofortige Antwort des Herrn Bürgermeisters war die fachliche Debatte eröffnet, die fich bis gegen 11 Uhr hinzog. In unaufhörlicher Reihe traten die Redner der Linken an und ließen ihre Geißelhiebe auf den Auch im 9. Verwaltungsbezirt nimmt die Sorge für die große wieder anwesenden Stadtrat Fenten und den Bürgermeister mirtschaftliche Not, in die weite Bevölkerungsfreise durch die nicht Dr. Meißner niedersausen. Während der Bürgermeister zunächst enden wollende Wirtschaftskrise geraten sind, viel Zeit der Bezirks auf jeden einzelnen Rednet antwortete, verhielt sich die Rechte vollpäter in Anspruch. Um die von der Stadtverordnetenverfammlung tommen paffio und sorgte nur gelegentlich durch zwischenrufe für beschlossene Gewährung von Freibädern an die Erwerbslosen neue Belebung der Debatte. Den Reigen eröffnete Genoffe Gütig, wirtlich zu einer brauchbaren und nugbringenden Einrichtung aus der nech einmal der Versammlung das Materialbes Fenten zugeftalien, wurde auf den Antrag unserer Parteigenossen beschlossen, tandals unterbreitete. Er beschäftigte sich besonders mit dem für fostenlose Abgabe von Seife und Babewäsche bei diesen Bädern Bericht Fentens an den Bürgermeister über die Benugung der Bau zu forgen. Ferner wurde unserem Antrage ftaltgegeben, wonach polizeiatten auch für private Gutachten, wozu der Bürgermeister bas Bezirksamt durch Zurverfügungstellen von Räumen und Mitteln feststellte, daß er nur die Erlaubnis zur Benugung der Baupolizei bie Ausbefferung der Kleider und des Schuhwerks von Erwerbslosen aften gegeben hat; dann tamen einige Kommunisten zum Wort. durch beruflich fähige Erwerbslose ermöglichen soll. Der in Genoffe Mühlmann ließ fich von dem Bürgermeister bestätigen, Wilmersdorf bestehende Montessori- Kindergarten hat daß eine Besprechung mit Stadtrat Fenten in Gegenwart anderer zum diesjährigen Ostertermin eine Anzahl Rinber der Schulpflicht mitglieder des Bezirtsamts, mit Ausschluß der Sozialdemokraten, zuzuführen. Es ist der Wunsch der Eltern und Montessori- Freunde, stattgefunden hat. Der Stadtverordnete Fauft( Dnat.) unterstellte burch Errichtung einer Montefiori Brundtlaffe unseren Genossen eine bewußte Lüge, da er vom Montag gesprochen die Möglichkeit zu bieten, diese nach den 3deen ber hervorragenden habe, die Zusammenfunft aber an einem anderen Tage ftattfand. Aerztin und Pädagogin vorgebildeten Rinder weiter im Geifte dieser pädagogischen Richtung zu erziehen. Darum haben sich unsere Genoffen in der Schuldeputation- leiber erfolglos bemüht, die in zwischen errichtete Montessori- Grundklasse einer Grundschule anzugliebern. Unser neuerlicher Antrag in der Bezirksversammlung, bas Bezirksamt möge auf eine nachträgliche Angliederung dieser Jm vertürzten Verfahren! Verfuchsklasse fie ist nunmehr eine Familienschule an eine Allen Freunden, Kollegen, Genoffen Grundschule hinwirten, war zu unferer Genugtuung von Erfolg und Genoffinnen, insbesondere dem begleitet. Den vorjährigen Beschlüssen der Stadtverordneten Berliner Uthmann- Chor fagen für bie versammlung zufolge foll- mie in anderen Verwaltungsbezirten- vielen Aufmerksamkeiten anläßlich un auch in Wilmersdorf die Einführung der täglichen Turnierer goldenen Hochzeit den beften Dant. stunde angestrebt werden. Zu diesem Zwecke wird gemäß dem Beschluß der Bezirksversammlung zunächst verfuchsweise vom 1. April 22/8 1926 ab an einer Knabenvolts- und höheren Schule die tägliche Turnstunde eingeführt werden. Bei der Besprechung der Um. benennung von Straßennamen endlich, die durch die vielen Doppelbezeichnungen notwendig geworden ist, wurde ben Rechtsparteilern auf ihre Anzapfung bezüglich der wenigen neuen, nun endlich einmal den Charakter Berlins als Hauptstadt der deutschen Republit Rechnung tragenden Bläge und Straßen. Gutschein Nur gültig bis 15. Mai 1926. Schneiden Sie diefen Gutkhein bitte aus und liefern Sie ihn in der nächsten Apotheke oder Drogerie ab. 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Zunächst wies er darauf hin, daß Fenten angegeFamilie Wilhelm Abraham Magftraße 14 DER KLEINE BROCKHAUS Preis M. 23, Auch in Ratenzahlung Zu beziehen durch J. H.W. Dietz Nachf. G. m. b.H. Berlin SW. 68, Lindenstraße 2 ( Abteilung Sortiment) und sämtl. Vorwärts- Ausgabestellen Crfolg E haben Inserate tm Vorwärts Ausstellung deutscher Erfindungen in Berlin. Tausende brauch bare Erfindungen sind der Deffentlichkeit bisher unbekannt, weil den Erfindern in allen diesen Fällen die entsprechenden Beziehungen. zur Rußbarmachung ihrer Geiftesarbeit fehlen. Um diese güde in unserem Wirtschaftsleben ausfüllen zu helfen, findet vom 13. bis 20. Juni 1926 im Merfurhaus, Berlin, Rochstr. 6/7, täglich von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends eine Ausstellung deutscher Erfindungen" statt. Die Ausstellung verfolgt" ben 3wed, allen Erfindern die notwendigen Beziehungen zur Nußbarmachung ihrer Geistesarbeit zu schaffen und zugleich dem großen Publikum eine Fülle intereffanter Anregungen zu bieten. 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Bei der großen Bedeutung, die dieses Unternehmen als Einkaufszentrale des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine für die Verbrauchergenossenfchaften selbst und darüber hinaus für die Stellung der Konfum. vereine in der Volkswirtschaft hat, ist es con allgemeinem Interesse, die Einzelheiten des Geschäftsberichtes zu verfolgen und zu sehen, wie sich die kritische Wirtschaftsentwicklung des lezten Jahres in der Geschäftstätigkeit der Konsumvereine widerspiegelte. In dieser Zeit allgemeinen wirtschaftlichen Niederganges tonnte die GEG. ihren Umsatz von 168,5 Millionen Mart im Jahre 1924 auf jetzt 228,17 millionen Mark oder um 35,44 Proz. steigern. Er war damit fast um die Hälfte größer als im Jahre 1913. Die Wirtschaftskrise hat also den Aufstieg der Genossenschaften nicht gehemmt. Allerdings betont der Geschäftsbericht selbst: Wenn wir im ganzen über gute geschäftliche Erfolge im abgelaufenen Jahre berichten können, so dürften wir hiermit zu den Ausnahmen unter den Handels- und Industriebetrieben im Deutschen Reiche zählen. Und über das neue Geschäftsjahr: Die Aussichten für das neue Geschäftsjahr sind im allgemeinen wenig günstig. Wir dürfen aber hoffen, daß auch das neue Jahr ebenso wie das verflossene der Konsumgenossenschaft einen weiteren Aufschwung bringen wird." Nicht nur dem Werte, sondern auch der Menge nach ist in den letzten Jahren die von der GEG. an ihre Mitglieder vermittelte Ware über den Borkriegsstand hinausgewachsen. Wenn die Gesellschaft mit besonderer Genugtuung darauf verweist, daß bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage in Deutschland nur wenige Unternehmungen ein gleiches Resultat zu verzeichnen haben, so ist dem angesichts der vielen Klagen der Privatunternehmer durchaus zu auftimmen. An dem ganzen Warenverkehr der angeschlossenen Konsumvereine hatten die Waren der GE G. einen Anteil von 32,3 Proz. des Umfazes, also fast ein Drittel; in früheren Jahren war er etwas geringer. Die Entwicklung der Eigenproduktion. Es würde zu weit führen, die Tätigkeit der einzelnen Eigen produktionsbetriebe zu schildern und dabei auch die nachteiligen Wirkungen aufzuzeigen, die die Krije 3. B. im Tabatgewerbe auch für die Produktion der Genossenschaftsbetriebe hatte. Nicht nossenschaftliche Seifenfabrikation sehr scharf gegen die überall ist die Zunahme der Umsätze gleichmäßig. So hat die ge= übermächtige Konkurrenz der privaten 3ndustrie zu kämpfen. Es besteht kein Zweifel, daß auch hier die Genossen-schaftsbetriebe ihre Konturrenzfähigkeit auf die Dauer beweisen werden, besonders wenn es gelingt, aus den großzügigen Propagandamethoden der Konkurrenten sich dasjenige zu eigen zu machen, was im genossenschaftlichen Warenverkehr Erfolg verspricht. Eine scharfe und nur allzu begründete Kritik erfahren die Preisabbauparoler der Reichsregierung, die in schroffem Gegensatz zu der 3ollpolitik des Reiches stehen. Besonders bemängelt der Bericht, daß die Reichsregierung nicht genügend gegen die Preisforderungen der Syndikate und Kartelle eingeschritten ist. Eine starke Umfagvermehrung verzeichnet auch die Bankabteilung der GEG., bei der der Gesamtumsatz gegen das Vorjahr um die Hälfte gestiegen und damit um ein gutes Drittel höher ist als im letzten Borkriegsjahr. geber geht daraus hervor, daß Ende des letzten Jahres 4327 PerDie Bedeutung der Großeinkaufsgesellschaft als Arbeit. fonen, 729 mehr als Ende 1924. beschäftigt wurden. Davon arbeiteten in der Eigenproduktion 3068, im Handelsgeschäft 1259 Personen. Die Generalbilanz der Großeinkaufsgesellschaft sowohl wie die Gewinn- und Verlustrechnung spiegeln bis zu einem hohen Grade die innere Stärkung, die die Berbrauchergenossenschaften im lezten Jahre erfahren haben. Das Stammfapital der Großeinkaufsgesellschaft wurde auf 10 Millionen Mark heraufgesetzt, von denen rund 3 Millionen noch nicht eingezahlt sind. Das Stammkapital verzinst sich zunächst im letzten Jahre aus einem leberschuß von 2,46 Millionen Mart mit 5 Broz., das erforderte einen Betrag von 281 789 M.; außerdem bleibt zur Stärkung der Reserve ein Betrag von 2,18 Millionen Marf übrig. Entsprechend den gestiegenen Umsatzzahlen weisen Nach Ueberweisung des reinen Ueberschusses an die Reserven werden sich die letzteren auf rund 7,9 Millionen Mark stellen. Getreidemarkt nicht ausgeschaltet wird. Freitag, 7. Mai 1926 Demgegenüber steht aber die Tatsache, daß man von ihnen eine geschäftliche Beteiligung verlangt und ihnen so ein Kapitalrifito auferlegt, das sicherlich nicht gering ift. Es fommt hinzu, daß auch der Einfluß der Ber braucher auf die neue Gesellschaft im Hinblick auf die Majorität des Landbundes und seiner Freunde nur gering sein kann. Es muß abgewartet werden, ob unter diesen Umständen eine Anteilnahme der Verbraucher an der Getreidehandelsgesellschaft überhaupt möglich wird; die Entscheidung dürfte bei den Verbrauchern ebenso wie bei den übrigen Gruppen in den nächsten Tagen zu erwarten fein. Zu wenig Gefrierfleisch! Der Fachausschuß für Fleischversorgung, dem unter anderem auch große Verbraucherorganisationen angehören, schreibt: Der Preußische Landtag hat am 29. April beschlossen, die Reichsregierung zu ersuchen, daß fie im Interesse der deutschen Landwirtschaft das zollfreie Einfuhrkontingent für Gefrierfleisch nicht erhöht. Die gesamte Gefrierfleischeinfuhr im Jahre 1925 in Höhe von 123 000 Tonnen machte nur 44 Prozent des deutfchen Fleischverbrauchs aus. Troßdem sich das zollfreie Kontingent im Rahmen der bisherigen Einfuhr" halten sollte, find für das laufende Jahr vorläufig nur 102 000 Tonnen vom Reichsernährungsministerium bewilligt worden, was selbst bei gleichbleibendem Umfange der heimischen Erzeugung einen Anteil von 3 Prozent bedeutete. Dem Reichsernähtungsministerium und den Behauptungen der Landwirtschaft zufolge soll jedoch in diesem Jahre infolge der guten Vorjahrsernte mehr Fleisch aus heimischer Erzeugung geliefert werden. Der Anteil des Gefrierfleisches würde demnach, selbst bei einer bedeutenden Kontingentserhöhung, immer noch fleiner bleiben als im Vorjahre. Wenn daher im Zusammenhang mit der Gefrierfleischversorgung eine„ Katastrophe" zu befürchten ist, so nicht etwa in der„ Vieherzeugung", sondern in der Versorgung" derjenigen Bevölkerung, die für gleichwertige Fleischnahrung nicht 65 Prozent regierung diesem Wunsche nicht nachgeben wird, da er sich ausmehr bezahlen kann. Es ist zu erwarten, daß die Reichsgesprochen gegen die billige Fleischversorgung der ärmeren Bevölke rung richtet. Anhaltende Krise am fächsischen Arbeitsmarkt. Wenn die Waren der eigenen Produktionsbetriebe die gewaltige auch die wichtigsten Bilanzposten eine wesentliche Erhöhung auf. etwas gebessert hat, so z. B. in der Holzindustrie, so sind doch die Umsatzsteigerung der Zentrale nicht in vollem Umfange mitmachen tonnten, so dürfte das auch darauf zurückzuführen sein, daß das Jahr 1925 für die Produktionsbetriebe der GEG. noch immer ein Jahr des Aufbaues und Ausbaues gewesen ist, über dessen Fortschritt im einzelnen der Bericht an vielen Stellen Mitteilungen enthält. Einige wenige Zahlen aber lassen bereits erkennen, daß auch die Produktionsbetriebe in anhaltendem Aufstieg sich befinden. An Eigenfabrikaten lieferte die genossenschaftliche Eintaufszentrale 1913 rund für 10,1 Millionen Mart Ware, 1925 dagegen für 35,3 millionen Mark Ware, um rund 9 Millionen Mark mehr als im Vorjahre! Die Eigenfabrikate weifen also eine Steigerung, dem Umfaße nach auf das Dreifache und unter Berücksichtigung der Geldentwertung immer noch auf das reichlich Doppelte der Borkriegszeit auf. Das ist eine Entwicklung, die nicht nur jeden Genossenschaftsfreund mit Stolz erfüllen, sondern auch in weite Kreise die Ueberzeugung tragen wird, daß hier noch ein unge= heures fruchtbares Arbeitsfeld für die organisierte Berbraucherschaft ist. Wieviele gibt es, die noch immer darüber mäfeln, daß der Konjumverein seine Waren nicht wesentlich billiger verkauft als der Einzelhandel. Im Ausbau der Produktionsbetriebe aber zeigen sich die Früchte dieser Preispolitit. Ohne daß dem einzelnen auch das geringste Opfer zugemutet wird er zahlt im Konsum für Waren gleicher Qualität feinesfalls mehr, - denn eher weniger als beim Brivathändler, bildet sich in den örtlichen und zentralen Verbänden dasjenige Gemeinschaftskapital, das den Ausbau der eigenen Betriebe auf gemeinwirtschaftlicher Grundlage ermöglicht und eine wirtfame Ronkurrenz gegen das durch Kartelle ausgeübte Preisdiftat schafft. Welche Summen so auf die Dauer den organisierten Verbrauchern erspart werden, wenn durch einen planmäßigen Ausbau der Eigen produktion die Preiswillkür der Kartelle gebrochen oder mindestens gehemmt wird, das fann niemand berechnen, weil man ja nicht weiß, wie hoch theoretisch die Preise eines nur vom Privatfapital beherrschten Marktes hinaufgehen fönnen. Sicher ist, daß die Konfurrenz der Eigenproduktionsbetriebe schon heute einen wirf [ amen Faftor bei der Preisbildung darstellt. Die Verbraucher haben ein Interesse, daß dieser Faftor immer machtvoller gegenüber den Ansprüchen des privaten Kapitals wird. Genoffenschaften und Ueberfremdung. Manche Streitpunkte, die heute die Gemüter bewegen, würden fo auf zwanglose Weise von selbst verschwinden. Während sich die Hüter der nationalen Arbeit lebhaft besorgt darum zeigen, daß die deutsche 3undholz fabrikation dem schwedischen Trust pcllständig ausgeliefert wird, arbeiten in aller Stille die Zündholzfabriten Gröba und Lauenburg dahin, daß die organisierten Ber braucher von einer derartigen Verteuerung der Zündhölzer ver. schont bleiben. Diese Fabriken konnten ihren Absa um mehr ais 40 Proz.( dem Werte nach 810 914 m.) auf 10 891 Kisten steigern. Hier hat genossenschaftliche Kraft, ohne erft lange an den Gesetzgeber zu appellieren, eine wirksame Abwehrmaßnahme gegen die Ueberfrembdung eines wichtigen Gemerbezweiges geschaffen * Alles in allem bietet der Abschluß der Großeinkaufsgesellschaft ein erfreuliches Bild der Erstar kung des Genossenschafts wesens, wie schon an Hand der Berichte einzelner Genossen schaftsverbände verzeichnet werden konnte nur daß hier die Erfolge der Genossenschaftstätigkeit im ganzen Reiche und damit der Aufstieg der großen Bewegung noch deutlicher erkennbar werden, an dessen Ende die genossenschaftliche Gemeinwirtschaft steht. Die Umbildung der Getreidehandelsgesellschaft. handelsgesellschaft gegründet, die die Aufgabe hat, Roggen Bekanntlich wurde kürzlich die Deutsche Getreide am deutschen Markt aufzukaufen, und dafür einen Reichskredit von 30 Millionen Mark erhielt. Diese Getreidehandelsgesellschaft arbeitet zurzeit mit einem 2ftientapital von 15 Millionen Marf, pon denen 9 Millionen die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirtschaft( Reichslandbund), 3,6 Millionen Mark das StickstoffEntsprechend der Bedingungen, die der Reichstagsausschuß an die fyndikat und 2,4 Millionen Mark das Kalisyndikat erhalten hat. Gewährung des Stügungskredites fnüpfte, follen noch weitere Streife an der Gesellschaft interessiert werden. Mat hat den Müllern den Handel und den Bäckern freigestellt, sich mit einem Betrage bis 24 Prozent des Grundfapitals, also von 3,6 Millionen Mark verantwortlich an dem Unternehmen zu beteiligen. Die Kapitalbeteiligung ist Baraussetzung für die Einflußnahme auf die Geschäftspolitik der Getreide handelsgesellschaft. Lediglich ein Vertreter der Berbraucher soll auch ohne Kapitalbeteiligung einen Siz in der neuen Gesellschaft haben. Wer als Vertreter der Verbraucher für diesen Sig ernannt werden soll, steht noch nicht fest. In den Besprechungen, die bisher stattgefunden haben und an denen auch Vertreter der Verbrauchergenossenschaften teilnahmen, konnte eine endgültige Einigung über die Umbildung der Gesellschaft noch nicht erzielt werden. Die Gründergruppe, in der der Landbund und seine Freunde den Ausschlag geben, lehnt es ab, dem Handel direkten Einfluß auf die Geschäfts führung der Gesellschaft selbst zu gewähren und will ihm lediglich eine Vertretung im Aufsichtsrat und im Kuratorium der Gesellschaft zubilligen. Unter diesen Umständen ist das Interesse des Handels an dem Geschäft natürlich gering, zumal auch seine Wünsche, den Auflauf von Weizen in die Stüßungsaktion einzubeziehen, feine Gegenliebe findet. Größere Geneigtheit zu einem Beitritt zeigten die Mühlenverbände. Eine Entscheidung ist aber auch bei ihnen noch nicht erfolgt. Die Vertreter der Konsumgenossenschaften haben sich ihre Stellungnahme noch vorbehalten. Sie haben natürlich ein Interesse daran, daß ihr Einfluß bei den Stüßungsaktionen am heißt es: Die Wirtschaftslage im Freistaat Sachsen läßt eine In dem Wochenbericht des Landesamts für Arbeitsvermittlung offnung auf Befferung der Arbeitsmarktlage noch nicht au. Wenn sich auch stellenweise die Vermittlungstätigkeit Hauptindustrien des Landes, Metall- und Textilindustrie nach wie vor nicht in der Lage, in größerem Umfang Arbeitskräfte auf. weitere Betriebseinschränkungen statt. In der Textilindustrie zunehmen, In der Metallindustrie fanden im Gegenteil herricht Kurzarbeit vor. Alle Anzeichen auf dem Arbeitsmarkt deuten darauf hin, daß man mit einer Verlängerung der Arbeitsmarttfrise zu rechnen hat. Der Großhandelsinder. Die auf den Stichtag des 5. Mai berechnete Großhandels inderziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem 28. April um 0,6 Proz. von 123,4 auf 122,6 zurückgegangen. Bon den Hauptgruppen haben die 2 grarerzeugnisse um 0,7 Broz. Breisbewegung der Textilroh- und Halbstoffe bewirkt. Im Durch auf 121,8 und die Industriestoffe um 0,4 Proz. auf 124,2 nachgegeben. Den Rückgang der Industriestoffe hat vor allem die schnitt April lagen die Agrarerzeugnisse( 121,5) infolae preise höher, dagegen die Industrieſtoffe( 124,9) niedriger als im der zu Anfang des Monats eingetretenen Steigerung der Getreides März. Die Gesamtinderziffer stellte sich im Durchschnitt April auf 122.7. des Reichsverbandes des Deutschen Ein- und Ausfuhrhandels, Anträge auf 3ollfreiheit für Margarinerohffoffe. Der Antrag pflanzliche und tierische Dele und Fette, foweit sie zur Herstellung von Margarine geeignet sind, in Zukunft von jedem 3oll zu be= freien, wird neuerdings in einer Eingabe der Vereinigung der freien deutschen Margarine- und Kunstspeisefettfabriken an das Reichsernährungsministerium nachdrücklichst unterſtüßt. Hierbei wird besonders darauf hingewiesen, daß tierische Dele und Fette ( in erster Linie Oleomargarin und Premier jus) für die Herstellung ven Qualitätsmargarine eine große Rolle spielen, da bei, ihrer Berwendung die Möglichkeit besteht, große Mengen Milch zur Margarinefabrikation mit zu verwenden. Gegenwärtig trägt Premier jus einen Zoll von 7 Reichsmart, Oleomargarin einen folchen von 6 Reichsmark auf den Doppelzentner. schaften im April 1926 zeigen mit 181 Neugründungen und Genossenschaftsbewegung im April. Die deutschen Genossen192 Auflösungen einen etwas stabileren Stand wie in den bisherigen Monaten des Jahres. Die Konkurse stellen mit 14 im April einen Rüdgang dar. Unter Geschäftsaufsicht famen zwei Genossenschaften. Es zeigt sich in letzter Zeit größeres Interesse für den Wiederaufbau der Wirtschaft auf genossenschaftlicher Grundlage. Die Selbsthilfe dringt immer mehr durch und das Verfehlte der staatlichen Sonderkredite wird anerkannt. Das Berschwinden des Namens Stinnes. Bei zahlreichen un ternehmungen des früheren Stinneskonzerns hat sich der Drang auszuschalten. So hat nun auch die bisher unter dem Name Hugo geltend gemacht, den Namen Stinnes in der Firmenbezeichnung Stinnes Riebed Del A.-G. zeichnende Firma den Namen Stinnes fallen gelassen und nennt sich von heute ab Deutsche Gasolin A.-G. Bis Freitag, den 14. Mai Große Reklame- Woche für Reichell's Margarine, Ueberalles und.Allerfeinste". Auf jedes halbe Pfd. 1 Rippe Schokolade Reichelt's Ueberalles" Pfd. 60 Pf. Die üblichen Bons werden ebenfalls verabfolgt Reichels Reichelt's ,, Allerfeinste" // Pfd. 50 Pl. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik stud Berlin B. 62. Studenftraße 3. für Groß- Berlin ffets an das Bezirksfefretariat, 2. Sot, 2 Trep. rechts, au richten Achtung. Parteigenossen! Von den Parteiabzeichen ist gegen märtig wieder ein Posten, Nadeln und Broschen, zum jetzt er mäßigten Preise von 50 Pf. pro Stüd in unserem Bureau gegen fofortige Bezahlung erhältlich. Die Kaffierer werden gebeten, die Bestellungen hierauf in den 3. A.: Aler Pagels. Abteilungen zu fammeln. Heute 5 Uhr Sihung des engeren Borstandes mit den Kreisleitern im Sekretariat, Linbeuftr. 3. Alle Kreife müssen unbedingt vertreten sein, * 3. Areis Bedding. Sonnabend, 8. Mai, pünlich 6 Uhr, Giguna bes et Bezirksverordneten meiterten Streisvorstandes an bekannter Stelle. fraktion Bedding: Sonnabend, 8. Mai, Fraktionsfihung abends. 4. Rccis. Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh: Sonnabend, 8. Mai, 8 Uhr, im Altersheim Danziger Str. 62( Barade), Teeabend der Arbeiterwohlfahrt zur Feier der Eröffnung der Erwerbshilfe des Bezirks. Alle in der Wohlfahrtspflege tätigen Genofsinnen und Genoffen find beralichst eingelaben. 5. Arcis Friedrichshain. bie Mathenower. Union fpielt in Bantom, Maximiliantvaße, gegen Bertha Steinfurth. Pantom 08 erhält den Befuch von Fichte- Gesundbrunnen in Ban Lom, Riffingenstraße. Einigfeit 25 fährt nach Eberswalde aum dortigen Sportnevein 22. Jn Borfiawalde, Neue Ernft. Ede Konradftraße, stehen fich Tegeler 3nt Südwestbezirk herrscht all. Ballspielflub und Siemenstadt gegenüber. gemeine Spielruhe. An Pflichtspielen find folgende Bereine beteiligt: Rnrik Eifengegen Bader 20 II in Aprik. Nauen gegen Amateure in Rauen. spalterei gegen Bittoria- Segermühle in Eisenspalterei. Joachimsthal 25 gegen Beginn der Spiele nach Brik in Joachimsthal. Bader 24 gegen Bittoria- Eberswalde in Lichterfelde. Sachfenhausen gegen Arminia 2 in Sachsenhausen. mittags 5 Uhr. Borher untere Mannschaften. Vormittags Jugend- und Schülerspiele auf fast allen Blägen. Sportverein Moabit. Am Sonntag, 9. Mai, findet auf dem Sportplak Tiergarten ein Vereins- Frühjahrssportfest statt. Es soll eine große Bropaganda für unseren Berein werben. Dev Dreikampf beginnt für Jugend und Kinder vormittags 9 Uhr, für Frauen und Männer nachmittags 1 Uhr. Beginn der Einzelfämpfe& Uhr. Einzeltämpfe unter anderem: Stabhochsprung. Diskus werfen, 5000- Meter- Lauf. 1000- meter- Lauf, 100- Meter- Lauf. Stafetten, Frainingsabende auf dem Sportplas Tiergarten: Montags ab 6 Uhr, Mittwochs Dienstag, 11. Mai, 75 Uhr, bei Krüger, Butligftr. 10, Berab 5 Uhr. fammlung der Leichtathleten( Männer und Jugend). Sport- und Kulturfartell Weißenfee, Freitag, 7. mai, 18 Uhr, im Lokal von Gallas, Lehberfir. 122, wichtige Kartellfikung. Großkampitag im Ringen. Freitag, 7. Mai, findet in den Sohenzollernfeftfälen, Charlottenburg. Berliner Str. 105, vom Sportflub Libertas 1896" ein Großkampftag im Ringen und Jiu- Jitsu statt. Anfang 7 Uhr. Eintritt 75 Bf. Arbeiter- Sportkartell Webbing. Montag. 10. Mai, 7½ Uhr, im Lebigenheim Schönstedtftr. 1 Berfammlung der Kartellvereine. Touristenverein Die Naturfreunde"( Rentrale Wien). Abt. Gefundbrunnen: Freitag, 7, Mai, 8 Uhr, im SchillerInzeum, Bank. Ede Böttcherstraße, MonatsEverfammlung. Sonntag, 9. Mai, Naturwissenschaftliche Wanderung: Tier- und Bflanzenwelt im Briefelang. Abfahrt 6,45 Uhr Bhf. Gesundbrunnen, 7,15 Uhr Photogemein Behrter Bhf. nach Finfenkrug. Führer: Genoffe Gottschar, fchaft: Montag, 10. Mai, 8 Uhr, im Jugendheim Ebertnstr. 12, Sof, Lichtbilbervortrag: Photographische Studien an der Offee" und Ausstellung: Motiv: Abt. Neukölln: Freitag, 7. Mai, 8 Uhr, im Bitten. Gäste willtommen, Beim Kopfftr. 55( Schule) Lichtbilbervortrag: Die Gächfifche Schweia". Cinfritt frei. Gäste willfommen. Vorher, 7-8 Uhr, im felben Raum Biederabend der Jugendgruppe. bt. Cibot: Freitag, 7. Mai, 8 Uhr, Seimabend im Jugendheim Reichenberger Gto. 66. Sonntag, 9. Mai, Abteilungstreffen Abt. Teptow: Freitag, 7. Mai, im Heim Elfenste. 3. Frikam Todnikfee. | Reuter- Abend.- Ortsgruppe Berfin: Montaa, 10. Mat, T½ 16r. im Schalle haus Weinmeisterstr. 16/17, erste Ausammenkunft aller Mitwirkenden zum dies jährigen Sonnenwendfeft am Ueberfee. Um rege Beteiligung von Einzel. vnb Chorfprechern wird gebeten. Abt. Webbing: Sonntag, 9. Mai, Wanderung Lehnik- Grabowsee. Treffpunkt 6 Uhr Bhf. Gesundbrunnen, Gäfte milftom men. Abt. Friedenau: Freitag, 7. Mai, im Heim Offenbacher Str. 5a Mit aliederversammlung. Wander- Paddler Savel". Gefchäftsstelle: M. Braune, Wolliner Str. 12. Freitag, 7. Mai, 8 Uhr, Sikung bei Fuhrmann, Graunstr. 1. Bootsunter funft: Seiligensee, Restaurant Tivoli. Bootsstände noch frei, sehr preiswert. Im Intereffe des Arbeitersports ist es sehr erwünscht, daß die Sportsgenoffen Der Havel, welche noch feinem Berein angehören, fich unferen Reihen an schließen. Arbeiter Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, 9. Mai, frith 5 Wh Sadmittags 1 Uhr nach Rahnsdorf, Lofar nach den Rauenschen Bergen. Waldschlößchen. Start Waldemarstraße Ede Mariannenplag. Gäste willkommen. Berliner Arbeiter- Schachklub. Fällige Obleutefikung am Sonnabend, 8. Mai, 8 Uhr, bei Ewald. Arbeiter Radfahrer- Bund„ Colibarität“. Touren für Sonntag. 9. Mai. Bundesgenossen, auf zur Beteiligung an den Sternfahrten folgender Bezirkez Bez. 1: Alle Abteilungen nach dem Werffee, Restaurant Hiller. Start 6 Uhr frith. Nachmittags 1 Uhr Hirschaarten, Wilhelmshof, Bülow. Start an ber bekannten Stellen. Mittwoch, 12. Mai, Werbeveranstaltungen in den Moteilungsbezirken. Start abends 6 Uhr. Beteiligung aller ift Bflicht. Bez. 2: Alle Ortsgruppen nach Groß- Beften. Gammelſtart ber Ortsgruppe Reutöln: 10 Uhr in Ragow. Start 7 Uhr: 1. Abt. Hersbergplan. 2. Abt. Bahnhof Hermannstraße. Ortsgr. Charlottenburg: Start 6 Uhr Galvaniftr. 13. Bez. 21: Alle Ortsgruppen nach Niederschönhausen, Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Sonnabend, 18 Uhr, Sigung Bereins Ipielausschuß Geschäftsstelle. SB. Sparta. Training am Dienstag im Stadion Lichtenberg. Am Donnerstag ab 6 Uhr im Stadion Friedrichshain. Am Sonnabend, 8. Mai. 7 Uhr, im Jugendheim Ebertnftr. 12 Vortrag über Mustelarbeit. Sonntag. 9. Mai, vormittags 9 Uhr, im Stadion Lichtenberg Fortfehung des Bortrags mit praktifchen 3llustrationen. Nachher Baden und Massage. Gäste überall Sämtliche Maifeierfarten müssen fpätestens bis herzlich willkommen. Unverkaufte Ratten werden Sonnabend, 8. Mai, abgerechnet werden. nach diesem Tage nicht mehr aurüdgenommen, 6. Kreis Arensberg. Achtung. Abteilungsleiter! Seute, Freitag, T½ Uhr, michtiges Material bei Bieler, Dieffenbachftr. 76, in Empfang nehmen. Sebe Abteilung muk unbedingt vertreten fein. Heute, Freitag, 7. mai: 23. 6. 7 Uhr bei Bertalla, Sohenlohefte. 5, Funktionärtonferens. Bortrag des Genossen Kräkig, M. d. N., über: Die Behandlung des Bolls begehrens im Reichstage". Die Obleute der Elternbeiräte nehmen an der Ronferenz teil. Achtung! Bereits um 6% Uhr ebenda Borstandssikung 38. Abt. 8 Uhr bei Schmidt, Fruchtftr. 36a, Elternverfammlung der Schulen dee Abteilung. Bortrag: Der Sinn der Grundschule". Referent: Genoffe Rektor Ravn. Rur Kreisfunktionärversammlung am Montag, 10. Mai, haben alle Funktionäre zu erscheinen. 99. Abt. Brig- Budow. 7% Uhr wichtige FunktionärЛihung bei Koplow, Ru bower Str. 58. Alle Funktionäre müffen unbedingt erscheinen. Morgen, Sonnabend, 8. mai: 21. Abt. 716 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21, wichtige Funktionärithung 25, bt. 7% Uhr bei Stästner, Elbinger Str. 24, Funktionärsikung Die SWD. Elternbeiratsmitglieder und die Obfeute müffen ebenfalls erfcheinen. 85. Abt. Tempelhof. Erweiterte Vorstandsfikung in der Linde", Werder Ede Friedrich- Karl- Straße, 8 Uhr. 86, 95t. Marieudorf. 8 Uhr bei Nienborf, Chauffecftr. 19, wichtige Funk tionärkung. Erscheinen unbedingt erforderlich. 52. Abt. Charlottenburg. 8 2hr bei Babe, Kaiferin- Augusta- Allee 52, Funk tionärfihung. 119, Abt. Lichtenberg. 7% Uhr bei Mene Funktionärfikuna. Alle Funktio wäre müssen wegen der Eltenbeiratswahl unbedingt erscheinen. * Junglozialisten. Gruppe Mitte: Der Grappenabend fällt aus. Dafite vollzählige Beteiligung an der Mitgliederversammlung des 1. Kreises der Partei. Gruppe Bankow: Heate, Freitag, pünktlich 8 Uhr: Das kommunistische Manifest"( Genoffe Haarpuder). Besprechung zur Bfinaftfahrt und des Mo natsprogramms. Gruppe Neukölln I: 8% Uhr im Jugendheim Nogatftr. 11/12 Arbeitsgemeinschaft. Kritische Bemerkungen über den Gang des Lebens. Bor tragender: Dr. Kurt Löwenstein. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kreis Mite: Sonntag, 9. Mai, madmittags 3 Uhr, im Bürgerfaal des Berliner Rathauses, Eingang Neue Königstrake, Ur- Berliner Rasperle- Spiel. Unkostenbeitran für Kinder und Er. Guvve Charlottenburg: Sonn madiene 10 Bf. Rarten an der Tageskaffe. ebend, 8. Mai, Treffen nachmittags pünktlich 3 Uhr im Heim. Besuch des Roologischen Gartens. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Freie Gosialistische Sochschule. Brof. Dr. Anna Giemfen fpricht morgen, Gonnabend, 7% Uhr, im Serrenhaussaal über Birgerliches und proletarisches Bewußtsein in der modernen Dichtung". Rarien find im Sekretariat erhältlich. Breis 50 Bf. Grwerbslofe 20 Bf. Auf dem Maifest verloren: Ein Fauftball und eine Rune. Es wird gebeten, bie Sachen im Gelretariat abzugeben. Abteilungsmitgliederversammlungen heute, Freitag, 7½ Uhr: Beikenfee I: Jugendhelm Roeldeftr. 157. Weißenfee II: 8. GemeindeBar fchule, Wörth ftrage. Ofen Fr. B.: Jugendheim Rigaer Str. 108. auer Biertel: Jugendheim gilfiter Str. 4. Gübelt R.- B.: Jugendheim Salensee: Braeft. 128. Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4. Shule Jeadint- Friedrich- Str. 25. Brik: Rathaus Chauffeestr. 48. Rea Reufola VI tan II( Bobbinslak): Jugendheim Beraftr. 29, Rimmer 19, ( Hersbergolak): Schule Serkbergplak( vor der Schule 18 Uhr Troffountt). R3pcaid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Johannisthal: Rathaus Rönigsplog. Moabit I: Schule Balbenferite. 20. Bortrag: ,, Bie flählen wir unferen Rörper?" Moabit II: Gemeindeschule am Stephansplak. Bortrag: Die Bebeutung des 1. Mai". Rosenthaler Borstadt: Schule Gipsitr. 23a. Boz trag: Menschen vor hunderttausend Jahren". Baltenplag: Jugendheim Diten Str. B.: Rigaer Str. 102. Bortrag: Entstehung des Bolfsliebes. Jugendheim Goklerftr. 61. Bortrag: Die Bedeutung bes 1. Mai file bie Arbeiterschaft". Schöneberg I: Jugendheim Rubens. Ede Sauptstraße. Bor trag: Karl Mart, fein Leben und fein Werk". Schöneberg: Jugendheim Hauptstr. 15. Bortrag: Boltswirtschaftliche Grundbeariffe". Neukolln I ( Reutezplak): Schule Rüfftraße( por ber Schule 18 Uhr Treffpunkt). Bor trag: Die fosialistische Jugendinternationale". Reutilla IV( Körnerpark): Jugendbeim Rogatite. 53. Frit- Reuter- Abend. Baumschulenweg: Jugendheim Ernstfte. 16. Bortrag: Bas mill die Arbeiterjugend?" Raulsborf: Schule Abolfitr. 25. 3chn- Minuten- Referate. Werbebegit! Zieroarten: Sonnabend, 8. mai, 18 Uhr, im 2otal non Ber. ger, Levekomftraße, Berbebegirlsfunktionärtonferens. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". " Gefchäftstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 z. Achtung, Strousbergfahrer! Sämtliche Ramerabfchaften werden ge beten, fich fofort nach Ankunft in Strausberg im Lokal Mennert au melden. Kreis Rieberbarnim- Oft. Sonntag, b. 9., Rufammenkunft fämtlicher Ortsgruppen bis spätestens 12 Uhr mittags in Strausberg. Sotel Schöne. Rexenhagen, Hoppegarten, Birkenstein. Sonntag, b. 9., Bflichtfahrt nach Strausberg. Soppegarten vomittags 9,52 Uhr, ab Neuenhagen 9,56 Uhr. Eichwalde. Bezirk Görliker Bahn. 8. und 9. Mai vormittags Berbetag Töpchin. Pflichtveranstaltung. Sonnabend 6 Uhr Abfahrt von Eichwalbe per Auto vom Lotal Lindner. Fabrpreis 1 M. Nachalaler Sonntag 10 Uhr normittags ab Bhf. Rönigswusterhaufen. Mitte. Sonntag, d. 9., Antreten 5 Uhr früh Neuer Markt. Autofahrt nach Treuenbriehen. Fahrtkosten 1,25 M. 23ebbing. Radfahrer am Sonntag. d. 9., treffen fich aur Fahrt nach Straus berg früh 5 Uhr Chriftiania. Ede Echulstraße bei Bonte. Charlottenburg. Go., 9. 8., 7% Uhr, Fadelaua ab Wilhelmshof. Sonntaa, b. 9., 2 Uhr, Ab marich aur Fahnenweihe Bhf. Beftend. Reblendorf. Sonntag. b. 8., Auto fahrt nach Strausbera. Gammeln 9 Uhr bei Schnorre. Abfahrt 10 Uhr. Atung! Sämtliche Festansichüffe taaen bis zur Bannerweihe jeben Di, abend 8 Uhr bei Edmorre. Wilmersdorf. Den Rameraben mirb ber Befuch ber Fahrenweihe der Ortsgruppe Wilbau der GPD. dringend empfehlen. Antreten sur Bahnfahrt Sonntag, d. 9., nadmittags 1½ Uhr. Bhf. 800. in Bannerfleidung mit Fahnen. Treptow( Kreis). Tambourkorps So., b. 8., 6 Uhr, Bahnfahrt Niederschöneweibe aur kehrt nach Tövchin.( Auto) Rameradschaft Sonning vormittag 6% Uhr ab Elfen- Ede Riefholaftraße. Baumschulenweg 6.45 Uhr ab Borgmann. Gdöneweide- Johannisthal 7 Uhr ab Bahn Schöne meibe. Ablershof 7.15 Uhr ab Bahnhof. Abfahrt erfolgt pünktlich. Schöne meide- Johannisthal. Co., b. 8., 8 Uhr, Monatsfikuno bei Räthel. Borstand und Gruppenführer eine Stunde früher. Paulow. Pflichtveranstaltung Go., f. 8. 6 Uhr Antreten mit Tambouctorps und ohnen aur Fahrt nach Oder. heza ner Auto. Das am 24. April abaefagte Bergnilgen finbet nunmehr am 15. Mai, 8 Uhr, bei Linder. Bantom, Breite Str. 54. ftatt. Rarten bei ben Funtionären zu haben. Röntgental. Co., d. 8., 9 Uhr, Mital. Berf. bei Bafener. Männerchor Neue fabemic- Modeftia 1837". Freitag, 14. Mai, 8 Uhr, unter der Leitung des Chormeisters Mar Riehm Bieberholungskonzert im Eaalban Friedrichshain. Das große Orchester steht an diesem Abend unter dez neriönlichen Beituna von Sohann Strauß aus Wien. Arbeitsgemeinschaft entitebener Republifaner. Sonnabend, 8. Mat. 8 Uhr, in Simburgs Bierhaus, Charlottenftr. 81, öffentliche Eikung des Arbeits custdryffes. Entschiedene Republikaner aller Barteien herzlich willkommen. Arbeitersport. Fußballspiele am 9. Mai. Am Sonntag findet im Often bas Entfcheidungsspiel um die Bezirksmeister. fchaft ftatt. Sertha 22, die am Tekten Sonntag unverdienterweise gegen Lichtenberg III ben traeren 20a, hat ben meister bes Oftens", Stralau, sum Ceaner. Gelinat es Bertha, die Strala ter au fchlagen, fo geht die Reife von neuem Loa. Das Spiel findet auf dem Sportplak in der Annaftitzake am Bahnhof Stralau- Rummelebur tatt und beginnt nachmittags 25 Uhr. Borher, 3,49 Uhr, treffen fich die Schiller von Stralau und Lichtenbera II, während um 2 Uhr die Jugendlichen von Weißenfee und Lichtenberg I fpielen. 3m Forben fpielen auf dem Sportplak in der Chriftianiaftroke Tentonia 09 und Abler 08. Nordiska hat auf dem Exersierplag in der Schönhauser Allee ben Arbeiter Sportverein 24 sum Geaner. Borwärts empfängt in Hennigsdorf 00 00 SUNLICH SEIFE Arminia I gegen Abler 12 I. Auf dem Ablersportplatz in der Chriftianion ftraße treffen fich am Sonnabend, 8. Mai, beide Mannschaften abends 16 Uhr in stärkster Aufstellung. Arminia als Meister ihrer Gruppe C milffen fich fehe ftreden, um Adler 12, die an vierter Stelle in Gruppe A flehen, zu schlagen.. Die Adler- 12- Beute dagegen werden, nachdem fie am vorigen Sonnabend Rowa mes als Meifter geschlagen haben, alles baran seken, nun auch hier wieder den Sieg an ihre Fahnen zu heften. SUNLICHT SEIFE 186 Der neue handliche Würfel für die grosse Wäsche! Die große Wäsche erfordert ein großes, ausgiebiges Stück. Wir bieten Ihnen dieses in unserem neuen handlichen Sunlicht- Würfel. Immer mehr bricht sich die Einsicht Bahn, daß nichts zur schonenden Reinigung der Wäsche so geeignet ist wie gute, reine Seife. Die Ihnen von Kindheit auf vertraute Sunlicht Seife macht die Wäsche schneeweiß, ohne sie im geringsten anzugreifen. Preis des großen Würfels 40 Pfg. SUNLICHT SUNLICHT $ 5 SEIFE SUNLICHT Sunlicht Gesellschaft A.G. SEIFE bringt Freude SECLID SETRE ins Haus! Mannheim- Rheinau Kleider machen Leute! 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Zwanzig, dreißig glitzernde Fische, die großen Brustflossen als starr ausgestreckte Flügel der Luft, dem frischen Meereswind entgegengebreitet. Nach längerem, immer schnurgerade vorwärts gehendem Fluge müde geworden, fallen dl« Fische wieder in ihr Element zurück. Aber meist nur für eine halbe, eine Viertelstunde. nur für so lange, um sich in der hilfreichen Welle neue Kraft, neuen Abstoß und Flugauftrieb für die federnde Schwanzflosse zu holen. Schon stiebt die ganz« Schar wie ein aufgegangenes Volk Feld. Hühner flüchtig davon. Sind wir so einmal mitten in den fliegenden Fischen darin. wird sich das Bild häufig wiederholen. Man freut sich immer wieder, ficht stets von neuem gern diese libellenhaft zarten und durchsichtigen, meist silbrigen, manchmal auch rosigen Flügel. Wie ein frohes, vergnügliches, nur zur Kurzweil des Lebens getriebenes Spiel schaut sich das für das unerfahrene Auge an. Für den Neu- angekommenen ist das nur ein Luft-, Licht» und Sonnenbad, das die munteren Wellenkinder über ihre blinken, glatten Leiber hinweg- rieseln lassen. In Wirklichkeit ist aber dieser ganze Flug nichts anderes, als ein atemloser Flucht-, Rettungs- und Verzweiflungsritt durch die Lüste. Denn dicht hinter den Daoonschwirrenden, in ihrer Angst und Seelennot zu halben Vögeln gewordenen Wasserbürgern preschen dicht an der Oberfläche in sausender Fahrt die dunklen und schweren Schatten großer Raubfische daher. Hart an den großen Schwanzflossen der Fliegenden bleiben sie. Wenn diese abgemattet ins Wasser zurücksinken müssen, packen die Räuber zu. Schon vor- her, der falsche Vogel hat noch nicht den Meeresspiegel erreicht. fangen sie den oder jenen mit eigenem scharfem, steil aufbäumen- dem Sprung noch in den Lüften ab und morden ihn hin, rasen wie der Satan, um die Spur nicht zu verlieren, hinter dem entsetzt weiterfliehenden Schwarme einher. Wenn die hochmögenden, mäch- tigen Thunfische in irgendeinem ihrer wohlbesetzten Reviere Treib- sagd abhalten, dann sprühen allenthalben die Fliegenden oerzweifelt in die Höhe, versuchen nach allen Seiten hin die verderbliche Kette der Jäger und Treiber zu durchbrechen. Befindet man sich im Fischerboote zufällig selbst in einer solchen Mecrtsgegend, so kann man gar nichts Besseres tun, als selbst an seinen Haken einen der Seefliegenden zu befestigen und damit auf die großen, starken und rauflustigen Gesellen zu kreuzen. Kommt man einem in die Nähe, so ist der Gierig« unserer Leine verfallen. Der Versuch ist der Mühe wert. Denn meist wird es sich um einen Fisch von zwei bis drei Zentnern handeln.•*.■•.»» Aber nicht nur die großen Räuber deS'Meeres, auch die Mm- fchen stellen den fliegenden Fischen wegen ihres zarten und wohl- schmeckenden Fleisches nach. Ja, auf der und jener Insel de« Stillen Ozeans hat sich der Fang des fliegenden Fisches zu einem ganzen Kult entwickelt und ausgebildet. Da muß der braun«, arme Kanake monatelang abgeschieden von seinen anderen Dorfgenossen, völlig abgeschieden besonders von allen Frauen und Mädchen, einsam dahinleben, muß fasten und sich kasteien, sich aller möglichen ver- lockenden Speisen und guten Gerichte wie ein Wüstenanachoret ent- halten. Erst dann, nach gründlichster Vorbereitung, ist die Aus- fahrt gestattet. In dunklen Nächten, wenn der Mond keine unlautere Konkurrenz macht, gleiten die Hochseekanus durch die schmale Riff- ausfahrt auf das freie Meer hinaus, das sich in endloser Schwärze breitet. Jedes Kanu hat am Bug«wen Mann stehen, der ein« schwelende, grell leuchtende Palmenstrohfackel dicht an den Wasser. spiegel niederhält. Wie«in Schwärm verwehter, umhersuchender und durcheinandertanzender Leuchrkäfer schauen die Fahrzeuge aus der Ferne sich an. Ist man aber selbst bei der Reise dabei, wird man ball» die fliegenden Fische, diesmal, ohne daß sie freßgierig« Seeräuber hinter der Schwanzflosse hätten, heranschwirren hören. Sie haben es eilig, können nicht rasch genug die so plötzlich auf das Meer heruntergefallenen Sonnen und Sterne begrüßen. Aber das vermeintliche Himmelslicht ist teils Blendwerk, das keine andere Bestimmung hat, als sie in Tod und Verderben zu locken. Mit dem Handnetz werden die armen Toren herausgefangen. Anderes Getier, das in den südlichen Meeren, den Heimatsregionen des fliegenden Fisches, lebt, wird von den Fackelhaltern weniger willkommen ge- heißen. So mancher Insulaner, den ich bei meinen Wanderungen sah, hatte tiefe und schwere Narben am Leibe, herrührend von einem hechtähnlichen Fisch, der auch nach der Fackel springt, einem Fische, dessen länglicher Kopf sich zu einem scharfen, spitzen Dolche verjüngt, der so ein nacktes Kanakenfell schon tüchtig beschädigen kann. Zort mit öen Kompromissen! So ist es recht! Nur gründlich ausgelehrt! Zu lange ward gelüstest und beraten. All dies Papier ist keinen yeller wert! Das Volk will reinen Tisch und rust nach Täte«. Schluh mit der Aücstendiener'Politit! Ehr wollen nicht» von feilem Snechlssinn wisse«. Hier Schwarzrotgold! Es mahnt die Republik! Zum voitsemjcheidl Fori mit oe« Sompromissea! Diese Fangart mV dem Lichte erklärt auch zur Genüge die Tatsache, warum nicht selten in der Nacht— nie am Tage— fliegende Fische auf das Deck der in den Tropenmeeren fahrenden Segelschiffe fallen. Sie schwirren den blendenden Schiffslaternen zu und bleiben, nicht inehr sähig, sich mit dem Schweife wieder von den Planken abzuschnellen, hilflos auf den Brettern liegen. Das Meer wogt und braust. Der Thun jagt, die fliegenden Fische fliehen. Der Große frißt den Kleinen. Oberstes Gesetz ist das des Mordes. Totschlag und Frevel, wohin wir sehen. Da unten in der unheimlichen Tiefe ist schier eine noch schlimmere Welt, als unser« gepriesene in der Sonne ist... Und dennoch, auch über dem Meere steht versöhnend der Regenbogen, die im Glanz« des scheidenden Tagesgestirns erschimmernde und zitternde See ist ein Sinnbild des Friedens, wie es schöner njcht gesehen werden kann. Der Silberslug der fliegenden Fisch« wird dem Unkundigen immer wieder ein holdes Spiel des Lebens sein. Ueber Raub, Mord, Totschlag und finstere Gewalttat zieht Urmutter Meer den schwarzen Vorhang, die schweren Schleier des Schwei- gens zu.... Der entfesselte Lenz. Von L. L o e s k e. Im wissenschaftlichen Stromgebiet her Botanik gibt es einen Nebenfluß! die Phaenologie(Erscheinungslehre: nicht zu verwechseln mit der philosophischen Phaenomenologie). Ihre Jünger notieren Jahr für Jahr die Daten, an denen die einzelnen Pslanzenarten sich belauben, wann sie blühen, ihre Früchte reifen, ihr Laub werfen usw. In diesein Frühjahre gab es viele Seitensprünge zu verzeichnen. Er überhaste sein übliches Tempo, ließ, gegen olle bewährten Regeln, Flieder und Kastanien noch während der Obstblüte sich ent- falten und nahm Temperaturen aus den Hundstagen vorweg. Dann aber ist er, aus Angst vor der eigenen Courage, ebenso plötzlich, dies- mal aber verfrüht, in die Eisheiligen zurück und damit wiederum aus dem Kalender heraus gefallen. Anständigerweise kann man eigentlich über den Frühling nichts mehr schreiben. Alle Frühlingsreime sind längst verreimt und neue nicht mehr zu finden. Und was die Prosa anbelangt, so haben wir das alljährliche Anhimmeln der Anemonen und Haselkätzchen, des grünen Schleiers, des ersten Zitronenfalters, der flötenden Amsel und des vom Hausdiener vor die Tür getragenen Restauration?- gartens sast. Und nun erst Werder! Die ein bis zwei Sonntage, Gipfelpunkt des Berliner Frühlings, wo so fielen obstweinselige Blütenträume reifen! Träume, die noch nicht ausgeträumt waren, als ihre wunschlos glückseligen Träger unter liebevoller Obhut von Bahnbeamten zu Dutzenden in Güterwagen wieder Heimwärts verfrachtet wurden.... Wer den Frühling draußen sucht, muß in die Tasche greifen, um Gebiete zu erreichen, wo ihm Autos und Motorräder nicht die Lungen verpesten und den Wald zerknattern. Hat er aber endlich einen schönen Waldsee erreicht, z. B. den Gomensee, dann sind es feine Augen, die daran glauben müssen. Denn an den schönen Ufern blühen nicht bloß Blumen, sondern auch Menschenleiber in Hülle und Fülle, meistens aber ahne Hülle. Leider sind es keine Nixen des Sees, und so wendet sich der Gast mit Grausen. Nun sind wir im Gamengrund. Hier endlich denken wir nicht mehr daran, daß Berlin einige Millionen Einwohner hat, denen wir alle wohlwollen, die wir ober am Sonntag entbehren können. Hier in diesem weiten Waldtol mit seinen dunklen Fichten und seinen verschlungenen Wegen verlieren sich die naturfrcudigen Wanderer, und jeder bat Raum, sich seinen Weg und sein Plätzchen zu suchen. An einem sonnig grünen Hang oder im Schatten der Fichten neben einem der moos- und flechtenbewachsenen erratischen Blöcke. Was der märkische Wald an Getier hat, das läßt sich hier belauschen. Selbst der Widehopf, der wintersüber in Afrika sich menschlichen Siedlungen gesellt, bei uns als Sommergast aber den Menschen scheut— weil die Wilden eben bessere Menschen sind. Der fußlange Vogel gibt mit den schwarz und weiß gebänderten Flügeln ein ailf- fälliges Flugbild. Seine Federkrone, rostrot mit schwarzen Spitzen, kann er nach Belieben aufrichten und niederlegen. Wenn er sie entfallet, meint man den Kopfschmuck eines Indianerhäuptlings vor sich zu sehen. Dann ruft er HupHupHup und entfleucht. Der Gamengrund hat seine Tücken. Wir haben uns seiner Ein- samkest hingegeben, aus den Weg nicht geachtet, und mit einem Male hilft uns weder die Sonne nock unsere Karte weiter. Denn die Zahlen aus den Gestellsteinen sind verändert worden, die Gc- stelle laufen überall hin, nur nicht nach Tiefensee, und das Unter- holz hindert uns, quer durch eine Richtung einzuhasten. Jetzt sehnen wir uns nach einem der vier Mllwnen Ureinwohner Verllns. um ihn nach dem Wege fragen zu können. Aber niemand ssl in Sicht. Alles planscht am Gamensee. Endlich, nach stundenlangem Irrweg und mehrere Pfund leichter strapaziert, landen wir auf der großen Chaussee, die uns wieder für eine Woche in die Arme der Zwist- sation zurückführt. ♦ Zur Biologie und Kulturgeschichte des Kochsalze». Di« Tatsache. daß die Kaliumsalze im Organismus unter Mitwirkung von Koch- salz weiter verarbeitet werden, erklärt die Beobachtung, daß kalium- reiche, d. h. pflanzliche Ernährung mit einem großen Verbrauch von Kochsalz verbunden ist. Bekannt sst die Kochsalzbegier der pslanzensressenden Haustiere(Kuh, Pferid), während Hund oder Katze keine Freund« gesalzener Nahrung sind. Parallel damit geht die in vielen Reisebeschreibungen wiederkehrend« Beobachtung, daß Salz bei wilden Völterstämmen, die eine vorwiegend vegetarische Lebensweise führen, einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt. Dagegen ist oft das Salz bei fleischessenden Jäger- und Nomaden- stammen so unbekannt, daß ihre Sprache nicht einmal ein Wort dafür kernst. Vor allem wollen die Eskimos nicht das geringste vom Salz wissen und betrachten den Europäer, der seine Speisen salzt, beinahe mit Ekel. Auch bei den Kullurnaticmen besteht ein Unterschied im Salzverbrauch zwischen ockerbauender Land- bevälkerung und den fleischessenden Stadtbewohnern. Einer franzö- fischen Statistik zufolg« wird auf dem Lande auf den Kopf der Bevölkerung dreimal soviel Salz verbraucht als in den Städten. Krapotkins Zlucht. Don Dr. Paul Bourfeind. Sellen haben die Droschkenkutscher in der Gegend des Militär- Hospitals, das in einem äußeren Stadtteil Petersburgs liegt, ein so gutes Geschäft gemacht als am 29. Juni(alten Stils) 1876 und an dem darauffolgenden Tage. Zwanzig Minuten im Umkreis war an beiden Tagen von 4 Uhr ab in dieser Gegend kein« Droschke zu be- kommen. Das Tor zu dem Gefangenenhospital gegenüber dem großen Bau des Misttärhospstals stand weit offen, aus einem in der Näh« gelegenen grauen Häuschen schwebten Geigenklänge herüber und über die Straße kam langsam eine Droschke angerollt. Man konnte durch das offene Tor in den Hof des Militärhospitals sehen. An feinem End« stand ein langes schmales Gebäude von Schilder- Häusern flankiert. Schildwachen schrstlen auf und ab davor. Auf den Türswfen saßen drei Hospitalsoldaten und ttäumten schläfrig in die helle Sonne. Ueber den Pfad, den Schildwachen in dem grünen Rasen ausgetreten hatten, ging in grünem Flanellrock, der so lang war. daß er den unteren Teil auf dem linken Arm trug wie Damen die Schlepp« eines ReitUeides, ein Patient langsam auf und ab die ganze Länge des Hofe« und trug den Hut in der Hand. Er schien dem Geigenspiel aus dem grauen Häuschen zu lauschen. Am gegen. übertiegenden Ende des Hofes schichteten einige Bauern Holz auf. Da brach das Geigenfpiel ab. Ein Dutzend schwerer Holztarren holperte durch die ausgefahrene Einfahrt zum anderen Ende des Hofes. Wieder tönte die Geige— ein- Mazurka von Kontzky— der Spaziergänger hatte im Auf- und Niederpendeln das Ende des Pfade» erreicht, da, dem offenen Tore zunächst lag. Auf einmal schleudert« er mit«iner Gewandtheit, die auf große Hebung schließen lleß, d«o überlangen grünen Flanellrock von sich, gerade als die Tchildwache nach einer anderen Richtung blickte und fünf bis sechs Schritte hinter dem Kranken Hall gemacht haste, und dann lief er dem offenen Tore zu. Di« Bauern am anderen End« des Hofe? schrien mit einem Male:.Er läuft fortl Hallet ihn! Fangt ihn!" Der fuhr da« Geschrei in die Bein«, sie rannte hinter dem Flüchtling her und stieß mit dem Bajonett nach ihm. Aber der hatte einen Vorsprung, kam glücklich durch das Tor und sprang in eine Droschke, die in der Nähe hielt, und in der ein Mann mst einer Milstärkappe saß. Ein blonder Dollbart umrahmte sein Gesicht. Am Tor des Hospstals, dem Platz gegenüber, wo der Wagen hiell, stand der Posten im Gespräch mit einem Zivilisten. Erst als der Wagen in«ine schmale Gasse eingebogen war, und der Offizier der Gesängniswache mit den Hospitalsoldaten auf die Straße stürzte, wurde er aufmerksam. Es war zu spät— weit und brest war keine Droschke sichtbar— Volk sammelle sich an. In kurzer Entfernung hiell ein Pserdebahnwagen. Der Offizier lief hin und bat ihn, die Pferde zur Verfolgung des Flüchtlings zu überlassen, aber man ver- weigerte sie ihm. Lebhaft« Ilnterhallung füllte die Straße, aus- geregte Gruppen standen umher. Neuhinzugekommene fragten, was geschehen sei. Man nannte den Namen des Flüchtlings: Fürst Krapotkin. Man erinnerte sich auf einmal der Einzelheiten, der Droschke, des Mannes mtt dem blonden Backenbart, der in ihr war- tend saß und raunte einander zu. daß sei der Großfürst Nikolaus, der Bruder Alexander II. gewesen. Er habe vor einiger Zell den Fürsten im Gefängnis besucht und sei nun gekommen, um ihn zu retten. Die Flucht am hellen Tage wäre auch sonst ein zu großes Wagnis gewesen. Don Krapotkin wußte man wenig mehr, als daß er ein Aufrührer sei, ein Sozialist, der wegen verbotener Agstation verhaftet worden sei. Da» Entweichen des Fürsten Krapotkin erregt« ungeheures Auf. sehen, nicht nur in Petersburg und Rußland, sondern in ganz West- europa. Der Zar war aufs höchste empört, er gab den Befehl: Krapotkin muß gefunden werden. Aber es gelang dem Flüchtling, über Finnland und Schweden nach England zu entkommen. 1872 hatte Krapotkin seine erste Reise ins Ausland unter. nommen und in Zürich die Internationale Arbeiterassoziation kennen- gelernt. Durch die Lektüre sozialistischer Zettungen kam er zum Studium der sozialistischen Bewegung. Eine neue Well tat sich vor ihm auf, die er nur kennen zu lernen glaubte, wenn er sich der Ar. beiterassoziätion anschloß und an dem Leben der Arbeiter teilnahm. Deshalb begab er sich von Zürich nach Genf, das damals einen Mittelpunkt der ttsternattonalen, sozialistischen Bewegung bildete. Ja der Freimaurerloge, dem Templ« Unique, sah er General- Versammlungen von mehr als 2000 Personen und lernte hier auch die von wenigen Vertretern des Mittelstandes, die sich der Bewegung angeschlossen hallen, geleitete Volkshochschule kennen. Zumeist waren es flüchtige Mitglieder der Pariser Kommune, die Unterricht in Geschichte, Physik und Maschinenkunde«rtellten. Er erkannte, daß die Arbeiter bei ihrem Streben nach Fortbildung und bei der Ausarbeitung ihrer Organssation der Unterstützung gebildeter Männer bedurften, die nicht von der Absicht geleitet wurden, aus ihrer Tätig- kett politisches Kapital zu schlagen. Bei der Teilnahme an den Sitzungen in der Freimaurerloge drängte sich ihn, die Ueberzeugung auf, daß er sein Wissen und seine Tatkraft in den Dienst derer stellen müsse, die ihrer am meisten bedursten. Zweifel an der Lauterkeit der Agitation trieben Krapotkin sehr bald in das Lager der Baku- nisten: in Neuchätel lernte er die Anfänge des Anarchismus kennen. Im Berkehr mtt den Uhrmachern des Jura und den Tuchmachern in Bervicrs nahm die Entwicklung der soziologischen Ideen Krapot- kin» jene Form an, die für ihn die entscheidende wurde. Er hat sie später w seinen Arbeiten nur klarer und konkreter ausgetaktet. Er sah voraus, daß die Vergesellschaftung der Produktion einen gewaltigen Umsturz bedingte, zumal die Mittelklasse im Besitz aller Hilfsmtttel des modernen Staates war. Aber er glaubte, daß die Idee einer Befreiung der Arbeiter vom herrschenden Lohnsystem sich unter den Mittelklassen selbst ausbreit«, indem an die Stelle der Rechtsforderung die der Opportunttät trete und entscheidend auf die Entwicklung einwirke. Wenn der unterdrückte Teil der Gesellschaft sich möglichst« Klarhett über seine Ziele und die zu ihnen führenden Mittel verschafie, so werde sich die Umformung der Gesellschaft und Wirtschaft unter dem Einsatz der geringsten Opfer und bei einem Minimum gegensettiger Erbitterung vollziehen. Erfüllt von diesen grundlegenden Ideen, aus denen sich das Regulativ für fein« praktische Einstellung ergab, kehrte Krapotkin nach Rußland zurück. Bei seiner Mcktehr fand er die nihilistische Bewegung in voller Entwicklung, die nicht politische Macht erstrebte. sondern die Ueberwindung der Klassen auf der Basis gegenseitiger helfender Liebe und die stärkste Bedrohung der allrussischen Tradi- tion bedeutet«: denn sie führte zur Befreiung des Individuums von der Knechtung durch Familie und Staat. (Schluß so-fet) TIETZ BILLIGE LEBENSMITTEL Frisches Fleisch Suppenfleisch................Pfund 65Pt. Fehlrippe und Brust......... Pfand 75PL Pa. Schmorfleisch ohne Knochen... Ptand 110 Pa. Rouladen........................ Pfand 120 Kalbskamm Pfd.68Pf.-rücken Prd. 74PL Kalbskeulen Pra. 80Pt- blatto Haxe, 80 Pt. Hammel- Vorderileisch 90pr.- rückenm.100 Schweinebauch ohne Bellage... Pfand 98Pt. Schweineschinken u.-blatt.Pfand 105 Eisbein 56P Rollkassler K130 Starke Liesen................ Pfand 88P1. Pa. ausgelassener Talg.. Pfand 56Pf. gepok, Pfd. Gefrierfleisch Pfund Pfund Ptd. Pa. Ochsenbrust............... Pfand 55Pt. Ochsenschmorfleisch ohne Knoch. 95Pf. Gehacktes............ Pland 88Pt. . Kn. Pa. Ochsensuppenfleisch P 65Pt. Pfand Frische Schweineköpfe mit Back48Pt. Pfund Frisch geschlachtete Suppenhühner Prand 145 Pland 740 .... Pfund von 10 Hirschrücken. Wildschwein. an Verkauf soweit Vorrat Mengenabgabe vorbehalten Käse u. Butter Wurstwaren Kolonialwaren Allgäuer Stangenkäse Prund 50Pt. Romatour allger, Prd. 50Pt. Edamer...... Pfand 75Pt. Steinbuscher Pfand 95P. Holländer vollfett, PM. 105 Bayr. 16 Schweizerkäse Pfund Molk.- Butter- 85Pf. Teebutter Prd- 8t. 92P. Tafelbutter- Pid.- St.98Pf. Dänische 160 Sülzwurst... Pfund 90Pf. Berl. Mettwurstera.95p. Fleischwurst..Pfund 100 Jagdwurst..... Pfand 120 Bierwurst..... Pfand 150 Mettwursta.Br.ArtPid. 150 Teewurst.... Pfand 17 Holst. Salami Pfand 170 Holst.Zervelat Pfund 170 Bruchreis.... Pfund 18Pf. Kartoffelmehl Pra. 17Pt. Tafelreis..... Prand 22PL Erbsen halb gisch. Ptd. 24PL Weizengriess Pfund 28Pt. Schnittnudeln Pta. 30Pf. Fadennudeln Pfund 36PT. Makkaroni... Pland 40P! Kalif. Backobst Pra. 45Pt. Deutscher Speck fett und mager................ Rindfleisch th, D... im eigenen Saft............ Dose .Pfund 140 Fische, Räucherwaren Unsere Fischhallen haben wir bedeutend vergrössert und neu ausgestaltet Seelachs im ganzen Kabliau im ganzen..... Pfund Schellfische..... Pfand *** Pfund 12PL Leb. Aale mittelstark, Pfund 160 Pf. Leb. Schleie Pfund 150 Hamburg.Makrelbücklinge Pfd. 24Pt. ***** Rotbars 120 Oelsardinen 48,60PL portugiesische........ Dose Gemüse und Obst Pfd. .Pfund Stek. Pf. Starker Rhabarber 10P Schwarzwurzeln. Malta- Kartoffeln 20P. Schlangengurken Svok 50th Kopfsalat Kopf 12r. Ital.Tomaten... Pfund 60, Radieschen.... 3 Bund 10PL Jamaika- Bananen P. 52P Frischer Braunschweiger Spargel and 20, 40, 60, 80P. 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Scheidemann( Soz.), dessen Ausführungen im Hauptblatt bereits mitgeteilt find. Abg. Scholz( D. Bp.) legt Verwahrung ein gegen einige Aeuße rungen des Vorredners, weil sie geeignet[ eien, die Gefühle eines großen Teils der Mitglieder dieses Hauses zu verlegen.( Beifall rechts, Gelächter links.) Es handle fich für die Volksportei nur um die Aufrechterhaltung des gleichen Rechts. Der völlische Gesetz entwurf fei unannehmbar, denn er enthalte Beschimpfungen eines Standes, der von höchfter wirtschaftlicher Bedeutung sei. Auf die Flaggenfrage will der Redner nicht eingehen, weil sie nicht zum Gegenstand der Beratung gehöre. Den Entwurf auf Enteignung der Fürstenvermögen lehnt er ab, well er dem Begriffe des Eigentums und den Grundsätzen des Rechtsstaates widerspreche. Abg. Münzenberg( Komm.) polemisiert gegen die Sozialdemo traten. Das Regierungsgutachten über den verfassungsändernden Charakter der Enteignungsvorlage fei nur ein politisches Manöver zur Erschwerung des Boltsentscheids. Abg. Dr. Bredt( Wirtsch. Vgg.) vermißt in der Reichsverfassung ebenso wie im Bürgerlichen Gefeßbuch Bestimmungen, nach denen eine wirtliche Auseinanderseßung zwischen Staats. vermögen und Privatvermögen der Fürsten möglich sei. Das mülfe jest nachgeholt werden, sonst komme der Kampf in dieser Frage nicht zu Ende. Abg. Graf v. Weslarp( Dnat.) lehnt den volfischen Antrag ab, weil er gegen den Begriff des Eigentums verstoße. Aus diesem Grunde würden die Deutschnationalen auch alle anderen Anträge zur Abfindungsfrage ablehnen. Gegenüber dem Abg. Scheide mann meinte der Redner, daß die Deutschnationalen nur Ver achtung für derartige Berleumdungen und Beleidigungen hätten. ( Burufe bei den Sozialdemokraten.) Nach einigen Bemerkungen des Abg. Dr. Frid( Bolt.) schließt bie Aussprache. In namentlicher Abstimmung wird der Gesezent. murf des Zentrums mit 282 gegen 105 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Für den Antrag haben außer dem Zentrum auch die Wirtschaftliche Bereinigung und die Demokraten gestimmt. In einfacher Abstimmung wird hierauf der demokratische Antrag gegen die Antragsteller und die Wirtschaftliche Bereini gung abgelehnt. Als nunmehr die namentliche Abstimmung über den Gesetz entwurf des Boltsbegehrens auf entschädigungslose Fürstenenteignung beginnt, verlassen die demofrafischen Abneordneten Korell, Lemmer, Schneider, Bergiträger, Brodauf. Ziegler und Rönneburg den Saal, meil sie nicht unter dem Drude des Fraktionszwanges gegen das Bollsbegehren stimmen wollen. Die Enteignungsvorlage wird in namenfficher Abffimmung mif 236 gegen 142 Stimmen der Sozialdemo fraten und der Kommunisten abgelehnt. Präsident Löbe: Nachdem alle Teile des Gefeßentwurfs abgelehnt worden sind, findet eine dritte Lesung nicht statt. Der Reichstag reicht der Reichsregierung den Gefeßzentwurf zurüd, damit sie ohne Berzug, wie es in der Berfaffung vorgeschrieben ist, den Boltsentscheid vornimmt.( Lebhafter Beifall bei ben Sozialdemokraten, Lachen rechts.) Bei der Abstimmung über den völkischen Gesehentwurf stimmen für die Enteignung der Banf- und Börsenfürsten" neben den Bōlfischen auch die Kommunisten.( Bei der Abstimmung über die Mufifaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin 027, Andreasftr. 21( Sönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbefuch Enteignung von Dftjuden und anderen Fremdstämmigen" bleiben die Kommunisten unter dem Gelächter der Rechten sizen. Ein Antrag der Bölkischen, den Bolfsentscheid über die Fürstenenteignung und des Abg. Dr. Everling( Dnat.) abgelehnt. für unzulässig zu erflären, wird gegen die Stimmen der Bölkischen Die Abstimmung über ein von den Kommunisten gegen die Regierung eingebrachtes Mißtrauensvotum wird in der Freitag fizung vorgenommen. fegung der Beratung über die Aenderung der Abtreibungspara. Um 5% Uhr vertagt sich das Haus auf Freitag 2 Uhr: Fort. graphen, Gemeindebestimmungsrecht. Achtung! 1. Kreis Mitte Achtung! Freitag, den 7. Mai, abends 7, Uhr: Werbeversammlungen in den Residenz- Festsälen, Landsberger Straße 31 Referent: Abolf Hoffmann über: Bolitische Hochstapler und die Spänen der Republi!". 3m Walhalla- Tunnel, Weinbergsweg, 7%, Uhr: „ Den Fürsten 2, Milliarden- Erwerbslose und Kriegsbeschädigte gehen zu Grunde". Ref: Franz Künstler, M. d. N. Borwärtsleser, Gesinnungsgenossen willkommen! Kulturetat im Landtag. Schule und Republik. Der Landtag begann gestern die zweite Beratung des Rultushaushalts, der für die allgemeine Besprechung in vier Gruppen eingeteilt ist. Die zur Besprechung tommende Gruppe umfaßt das Miniſtergehalt, die allgemeine Berwaltung, Lehrer. bildungs- und Volksschulwesen, Wohltätigkeitsanstalten, evangelische und katholische Kirche. Abg. Beuermann( D. Bp.) empfiehlt als Berichterstatter die Annahme dieses Etatsteils mit den vom Ausschuß beschlossenen Aenderungen. Der Ausschuß hat aus Ersparnisgründen gegen a cht Millionen Mart gestrichen. Der Ausschuß legte zum ersten Teil des Kultusetats elf Anträge vor, in denen er u. a. ver. langt: Einsetzung eines Ausschusses von 15 Mitgliedern zur Unterrichtung des Landtags über solche Fragen aus dem Gesamtgebiete des Kultusministeriums, die eine beschleunigte Klärung zwischen Staatsministerium und Boltsvertretung wünschenstoert erscheinen lassen; Einwirkung auf die Reichsregierung auf baldige Borlegung des Reichsschulgeleges; Regelung des Privatschulwesens; Entlastung der finderreichen Familien bei Erhöhung des Schul geldes; Wahrung von Interessen der Auslandsdeutschen, Unterbringung der Flüchtlingslehrer und Lehrerinnen usw. Als Berichterstatter für das Kapitel" Lehrerbildungswesen Der weist Abg. König- Swinemünde( Goz.) darauf, daß heute in Breußen 20 000 Junglehrer beschäftigungslos find. Für sie habe der Ausschuß u. a. die Etatmittel von einer auf fünf Millionen erhöht. Freitag, 7. Mai 1926 rettete, als die Monarchie zufammenbrach. Das Ziel einer pofitiven Arbeit des Ministeriums müsse sein, daß von Kiel bis Wien nur die schwarzrofgoldene Fahne wehe. Das Ministerium habe nichts dafür getan, im Sinne des Art. 148 der Verfassung zu wirken, der verlangt, daß der Schulunterricht im Geiste der Bölterverföhnung erteilt werde. Nach Ausführungen des Abg. Delze( Dnat.) bedauert Aba. Redner beflagt, daß der Minister in seiner Personalpolitik teine Dr. Linneborn( 3.), daß infolge der traurigen Finanzlage gerade Ruituraufgaben sich hätten Abstriche gefallen lassen müssen. Der rechte Parität den Ratholiten gegenüber walten lasse. Noch immer fei die richtige Toleranz zu vermissen im Verhältnis der einzelnen Ronfeffionen. Das Gemeinsame müsse mehr betont werden. Abg. Dr. Boelih( D. Bp.) warnt vor einer Zwangsrepublikanifierung der Jugend.( 1) Der Redner begrüßt die pädagogischen Akademien und verlangt baldige Borlegung des Reichsschul. gefeges. Auch die hochschulreform dürfe nicht verfanden. Abg. Kilian( Komm.) erklärt, die höheren Schulen und zum Teil auch die mittleren feien noch immer die Tummelpläge reaktionär eingestellter Oberlehrer. Die Berherrlichung der Monarchen, die man in den deutschen Lesebüchern nicht mehr so offen betreiben fönne, habe man jetzt in die fremdsprachigen Lehrbücher verlegt. Gefpart werde nur bei den Volksschulen. Von Schulpolitik für die breite Masse sei überhaupt feine Rede. Abg. Graue( Dem.) meint, die Kontorbatsverhand. lungen dürften erst dann zum Abschluß gebracht werden, wenn das Reichsschulgesetz verabschiedet ist. Ein fozialdemokratischer Pfarrer habe es heute sehr schwer. Man follte eigentlich die wenigen fozialdemokratifchen Pfarrer in Gold faffen, weil sie allein das verloren gegangene Bertrauen der breifen Maffe zur Kirche wieder feftigen tönnen.( Burufe rechts: Unglaublich!) Ich halte für meine Person, so betont der Redner, die Fürstenforderungen für tief unfittlich und ein Auftreten dagegen mit dem Neuen Testament für vereinbar. Zum Schluß verlangt der Rebner mehr Interesse für die kleinen Religionsgesellschaften. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Prelle( D.- hannov. P.) und Baczewski( Pole) vertagt sich das Haus gegen 6 Uhr. Nächste Sigung Freitag 12 Uhr: Weiterberatung, kleine Vorlagen. Die Autosteuer. Annahme im Steuerausschußt. Der Steuerausschuß des Reichstages führte am Donnerstag die Beratung des Gesezes über Aenderung des Kraftfahrzeugsteuergeseges in erster Lesung zu Ende, ohne daß wesentliche Aenderungen an der ursprünglichen Vorlage vorgenommen worden wären. Die Steuer für Krafträder foll nicht wie bisher von einer Pferdekraft zur anderen, sondern von einer halben zu einer halben Pferdekraft gestaffelt werden. Der Zuschlag zur Grundsteuer wird auf 25 Broz. bemessen. Entgegen dem bisherigen Berteilungsmodus soll die Steuer zu je zwei Achtel nach der Bevölkerungszahl und dem Gebietsumfang und zu drei Achtel nach dem örtlichen Aufkommen auf die einzelnen Länder verteilt werden. Die Steuer soll in der beschlossenen Form bis 31. Dezember 1927 erhoben werden, bis zu diesem Zeitpunkt soll eine Neuregelung der Kraftfahrzeugsteuer erfolgt jein. Ein Antrag, fämtliche jonst noch bestehenden Wege- und Brüdenbenutzungsgebühren aufzuheben, wird abgelehnt, dagegen zum Ause brud gebracht, daß über die Abschaffung dieser Gebühren mit den in Betracht kommenden Behörden in Verhandlungen eingetreten werben soll, um die baldige Befeitigung zu ermöglichen. Abg. Graue( Dem.) empfiehlt als Berichterstatfer für den Abwichtige, von fozialdemokratischer Seite beantragte Entschlie. schnitt" Geistliche Verwaltung" Ausschußanträge auf Neueinrichtung von Pfarrstellen in größeren Gemeinden. Eine allgemeine Besprechung des ersten Abschnittes eröffnet Abg. König- Swinemünde( Soz.). Er verlangt endliche Durchführung der in der Reichsverfaffuna aewährleisteten Trennung von Kirche und Staat auch hinsichtlich der Staatsleistungen für die Kirche Vereinheitlichung der Lehrerbildung im Reiche und das Reichsschulgesetz. Mit den 550 Millionen, die der preußische Kultusetat für Bildungszwecke aufwende, fel vom Ministerium schlecht gearbeitet worden. Nichts sei gegen die Berhegung der Schuljugend gegen die Republif getan; ein Beispiel für diese Berheßung sei der Mörder Grütte Lehdet. Nie habe es in Deutschland eine Regierung gegeben, die mit solchem Langmut zugesehen hat, wie die Feinde des Staates in der Schule gegen den Staat wirken. Das Ministerium könnte und sollte lieber positiv daran mitarbeiten, daß den Schülern nachgewiesen wird, wie es die Republik war, die das deutsche Bolt Der Ausschuß nahm zum Schluß einstimmig nachstehende Bung an: Die Reichsregierung wird erfucht, dem Reichstag bal bigst, spätestens bei der endgültigen Regelung der Kraftfahrzeugfteuer, einen Gesezentwurf vorzulegen, ber das Straßen- und egebaurecht reichsgeleglio regelt." Kamille für's Kaar Seit erdenklichen Zeiten schätzt man die anregende Wirkung der Kamille auf die Kopfhaut. Von der unpraktischen und zeitraubenden Verwendung reiner Kamillen ist man aber längst abgekommen, seitdem in dem bekannten Kopfwaschpulver Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" mit Ramillenzusatz ein Mittel von angenehmem, aromatischen Dust geboten ist, das die kräftigende Wirkung der Kamille mit durchgreifender Reinigungstraft verbindet und der Saar glänzendes, volles Aussehen verleiht. Das echte Fabrikat trägt ftets die weltbekannte Echuzmarle Schwarzer Kopf". 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