Abendausgabe Nr. 21543. Jahrgang Ausgabe B Nr. 106 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Sel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Sonnabend 8. Mai 1926 Berlag und Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Eröffnung der Gesolei. Ansprache des Ministerpräsidenten Braun. Düffeldorf, 8. Mai.( WTB.) Heute mittag um 12 Uhr begannen die Feierlichkeiten zur Eröffnung der großen Düsseldorfer Ausstellung„ Gefolei"( Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen). Die Feier, die auch auf den Berliner Sender übertragen wurde, begann mit dem„ Alleluja" von Haendel, worauf Louise Dumont com Düsseldorfer Schauspielhaus ein Gedicht von Herold sprach. Es folgte die Aufführung der Meistersinger". Duverture und eine Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Lehr, nach welcher alle Anwesenden ein Hoch auf Deutschland ausbrachten und stehend die erste Strophe des Deutschland- Liedes sangen. Nach und stehend die erste Strophe des Deutschland- Liedes sangen. Nach der Begrüßungsrede des Oberbürgermeisters, der ein Glückwunsch telegramm des Reichspräsidenten Hindenburg zur Verlesung gebracht hatte, sprach Direktor Poensgen herzliche Worte des Willfommens. Nach einer weiteren Rede des Geheimrats Schloßmann ergriff der preußische Ministerpräsident Braun bas Wort. Er führte aus: Die Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, deren Pforten heute der Deffentlichkeit erschlossen werden sollen, ist ein Beweis dafür, daß die Stadt Düsseldorf ihrem alten Ausstellungsruf treu bleiben will, daß ihren leitenden Männern in der Kommunalverwaltung, in der Wissenschaft und in der Wirtschaft noch immer die alte rheinische Tattraft innewohnt. Die Preußische Staatsregierung begrüßt gerade diese Ausstellung um so herzlicher, als sie der Ansicht ist, daß ein zielbewußtes Wirken zum Besten der Erhaltung und Stärkung der Arbeitskraft, wie es die gesundheitliche und soziale Fürsorge in sich schließen, zu faum einer Zeit notwendiger war als in den gegenwärtigen Tagen der deutschen Wirtschaftskrise und allgemeinen Notlage. Bor furzer Zeit ist auf einer socialen Tagung des Westens das Bort geprägt worden, daß der Mensch vor die Dividende gesezt werden müsse. Diese Wortprägung bedeutet eine Kulturforderung, die hier vom industriellen und dicht bevölkerten Westen aus, wo die Wirtschaft wie das Volksleben immer lebbafter pulsierte, allüberall in Deutschland gehört werden sollte! Wie die Maschine in jedem Betrieb, damit er produktiv arbeiten kann, geölt und gepflegt werden muß, so gebührt in viel höherem Maße noch dem Menschen und seinem wertvollsten und heute meist einzigen But, feiner Gesundheit und Arbeitstraft, sorgsamste Beachtung und planmäßige Fürsorge. Fürsorge im Boltsstaat muß von der unbedingten Hochachtung vor der Persönlichkeit und Menschenwürde derjenigen, die zu betreuen sind, getragen sein! Sozialpolitik im modernen Sinne bedeutet in erster Linie möglichste Schadenverhütung und höchstprozentige Erhaltung der Lebenskraft und Arbeitsfähigkeit! Man hört jetzt so oft in Wirtschaftskreisen bewegliche Klage über zu hohe soziale Lasten, die zumeist in der Forderung nach Abbau unferer Sozialpolitit ausflingt. Diese Forderung geht fehl. Zuzugeben ist, daß die Lasten jetzt sehr drückend find und um so drückender werden, je schlechter es der Wirtschaft geht, die sie zu tragen hat. Aber in feiner Zeit sind auch die Anforderungen an die soziale Fürsorge stärker und berechtigter als in solcher Zeit wirtschaftlicher Depression! Es wäre furzsichtig, in solcher Zeit dem Abbau der sozialen Fürsorge das Wort zu reden. Denn auf die Dauer fann im Rahmen der Weltwirtschaft nur das Volk lebensmutig und konkurrenzfähig bleiben, das in allen jeinen Gliedern die Gedanken neuzeitlicher Gesundheitspflege und Fürsorgearbeit, die, wie ich glaube, einen Teil der so viel erörterten und überaus wichtigen Rationalisierung der Wirtschaft darstellen, bewußt und freudig bejaht. Die Internationale und der Streik. Gemeinschaftliche Tagung mit der Gewerkschaftsinternationale. = Die aus dieser Bejahung entstehenden notwendigen Kosten müffen, auch und vielleicht gerade von einem verarmten Bolt, nicht nur aus fulturellen und ideellen, sondern auch aus wirtschaftlichen und nüchtern berechnenden Gründen aufgewandt und getragen werden. Ich freue mich, in der heutigen Ausstellung jene Bejahung des Sozialen Gedantens erblicken zu dürfen! Eine neue Lutherei. Begangen durch das Reichsarbeitsministerium. Nach schweren Kämpfen gelang es der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, die Erhöhung der unzulänglichen Unterstübungsfäße für die Erwerbslosen durchzusehen. Die Anordnung über eine vorübergehende Erhöhung der Höchstsätze in der Erwerbslosenfürsorge vom 17. Dezember 1925 brachte die erste Erhöhung der Unterstützungssätze. Dem Reichsarbeitsministerium waren bereits diese Säße zu hoch. es fügte sich aber dem Beschlusse des Reichstags, befristete jedoch aus eigener Machtvollkommenheit die Erhöhung bis zum 1. Mai. Der Sachbearbeiter des Reichs des Reichsarbeitsblattes", daß die Unterstützungssätze eine Höhe erreicht haben, die wirtschafts- und sozialpolitisch nicht Höhe erreicht haben, die wirtschafts- und sozialpolitisch nicht unbedenklich ist. Deshalb sei die zeitliche Beschränkung dieser Sein Unter= hohen" Unterstützungssäge notwendig. nehmergewissen diftierte ihm den Saz in die Feder, daß es nicht Sache der Erwerbslosenfürsorge sein kann und fein darf, die Löhne höher zu treiben als sie nach der Lage der Wirtschaft bemessen werden können". Gesundheitspflege und foziale Fürsorge stehen in Wechselbeziehungen zu der Wirtschaftsarbeitsministeriums, Geheimrat Weigert, erflärte in Nr. 4 lage eines jeden Volkes. So ist auch der Krieg und seine Folgen, zu denen auch die traurige Wirtschaftsfrise gehört, unter der unsere Bevölkerung jetzt leben muß, nicht ohne fühlbaren Einfluß auf den Gesundheitszustand unseres Landes geblieben. Wenn gleichwohl heute die Gesamtsterblichkeit in Deutschland niedriger ist als im Jahre 1913 und wenn um das Jahr 1900 von unseren Säuglingen mehr als jeder fünfte im ersten Lebensjahre starb, während heute nur noch etwa jeder zehnte stirbt, so sind diese beiden Tatsachen ein Zeichen dafür, daß in der Nach friegszeit trotz der riesengroßen Schwierigkeiten, die der verlorene Krieg im Gefolge hatte, tüchtige und erfolgreiche Arbeit für die Gesundung unseres Volkes geleistet worden ist. Für diese Arbeit möchte ich als Leiter der preußischen Staatsgefchäfte auch bei dieser feierlichen Gelegenheit allen staatlichen und fommunalen Stellen und nicht in letzter Linie auch allen privaten Wohlfahrtsorganisationen den aufrichtigsten der Staatsregierung aussprechen! Mein herzlichster Dant richtet sich ebenso an die Führer der Wohlfahrtspflege wie an die in der anstrengenden und aufopfernden Kleinarbeit stehenden Männer und Frauen, die als Sozialbeamte und Wohlfahrtspflegerinnen in unmittelbarster Verbindung und Fühlung mit den der Hilfe und Fürsorge bedürftigen Volksgenossen zu treten berufen sind. Diese Sorge um die Tiefhaltung des deutschen Lohnniveaus veranlaßte damals Herrn Beigert zu dem ausdrücklichen Hinweis, daß die neu festgesetzten Unterstüßungssäge nur Höchstsäße sind, weshalb darauf zu achten ist, daß die zur Auszahlung tommenden Säge einen angemessenen Abstand von den vergleichbaren Löhnen aufweisen müssen. Nach diesem ersten Streich ging das Reichsarbeitsminifterium bei seiner zweiten Anordnung über eine vorübergehende Erhöhung der Höchstsätze in der Erwerbslosenfürsorge vom 27. Februar 1926 dazu über, die auf Grund eines voranraften lassen! Denn die Auswirkungen der glücklicherweise hinter höhung der Unterstüßungsfäße für die Kurz Die bisherigen Erfolge dürfen uns jedoch nicht ruhen und gegangenen Reichstagsbeschlusses vorgenommene weitere Eruns liegenden Inflationszeit und namentlich die gegenwärtige Bearbeiter außer Kraft zu setzen. Es fehlte auch sonst drängnis der Wirtschaft haben Entbehrungen, Hunger und Krankheit nicht an Sabotage bei der Durchführung dieser letzten Anordin die weitesten Volksfreise gebracht. nung. Wir erinnern nur an das unglaubliche Borgehen des oldenburgischen Ministeriums für soziale Fürsorge. Zur Linderung und Abwehr diefer bedauerlichen Nofftände find gesteigerte Fürsorgebereitschaft und vermehrte Hilfeleistung erforderlich. Dieser Volksfürsorge, Volksgesundung und Volfsertüchtigung neuen und zeitgemäßen Impuls zu geben, scheint mir Sinn und Zweck dieser Düsseldorfer Ausstellung zu fein! Bie im vergangenen Jahre die Kölner Jahrtausend. ausstellung der Rheinlande mit ihren unvergleichlichen Schäßen rheinischer Kultur und Geistigkeit großen Schichten der Bevölkerung unseres ganzen Vaterlandes Stunden seelischer Erhebung geboten hat und damit zu einer Boltsausstellung werden konnte, so möge auch die„ Große Ausstellung Düsseldorf 1926" zu einer Bolfsangelegenheit sich gestalten! Die Hoffnung, daß die baldige Verabschiedung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes mit der Willkür der Vermaltungsbureaufratie aufräumen und eine beffere Regelung der Unterstützung bringen würde, hat sich als trügerisch erwiesen. Wir haben es deshalb als eine vordringliche Aufgabe des Gesetzgebers bezeichnet, die notwendigen Aenderungen der Verordnung über die Erwerbslosenfürsorge vorzunehmen. Die Spizenverbände der Gewerkschaften haben Mitte März in einer gemeinsamen Eingabe an das Reichs arbeitsministerium die gleichen Forderungen erhoben und auf die immer noch ungenügenden Unterstützungsfäße hingewiesen. Dreierlei wurde als vordringlich bezeichnet: Aenderung des Unterstützungssystems durch Einführung von Lohnlassen unter Beibehaltung der Kurzarbeiterfürsorge, Beder Bedürftigteitsprüfung und Schaffung eines Rechtsanspruches auf Unterstützung und als letztes Verbesserung der Verfahrensvor= schriften. Indem ich der Ausstellung den reichsten Erfolg wünsche, bitte ich den anwesenden Herrn Oberpräsidenten der Rheinprovinz, als den von der preußischen Staatsregierung bestellten Ausstellungsfommissar, wie bisher bei den schwierigen Borbereitungen, so auch in den kommenden Monaten, dem gesamten Ausstellungsunterfeitigung nehmen unter Einschluß der zahllosen mit ihm in Verbindung stehen den Kongresse reges Interesse und tatkräftigste Unterstützung zuzu wenden. Möge die Gesolei" den weitesten Kreisen Aufklärung, Be lehrung und Anregung zu gesundheitsgemäßer Lebensführung, zur törperlichen und geistigen Ertüchtigung vermitteln. Dann wird sie, die ein Abglanz des verantwortungsbewußten Strebens der Wissenschaft und Wirtschaft und gleichzeitig ein fraftvolles Symbol für den unerschütterlichen Willen des deutschen Volkes zum Leben ist, dem sozialen Fortschritt und dem friedlichen Wiederaufbau unseres Vaterlandes wertvollste Dienste leisten! Der neue Marokkokrieg. Frankreich hofft auf den Friedenswillen. Paris, 8. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Dem Abbruch der Am Dienstag findet in Amsterdam eine gemein- Friedensverhandlungen mit Abd el Krim ist die sofortige jame Sigung der Bureaus der Sozialistischen Arbeiterinter- Wiederaufnahme der Kriegstätigkeit gefolgt. Von nationale und der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale über französischer und spanischer Seite werden die letzten Vorbereitungen die Unterstützung des englischen Streites statt. Eine Blamage der Lutherregierung. Ablehnung des deutsch- dänischen Handelsvertrages Im Handelspolitischen Ausschuß des Reichstages wurde heute der deutsch dänische Handelsvertrag mit 12 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Dies Ergebnis wurde dadurch herbeigeführt, daß die bürgerlichen Fraktionen es zur llebung gemacht haben, ihre jeweiligen Interessenten in den Handelspolitischen Ausfchuß zu schicken, so daß der Handelspolitische Ausschuß bei der Beratung des deutsch- dänischen Vertrages mehr einem Pferde züchterverein als einer politischen Körperschaft ähnlich sah. Trotz der Bemühungen der Regierungsvertreter stimmten Deutsch nationale und Böllische geschlossen, ferner Bertreter der Bolkspartei und der Bayerischen Bolkspartei, der Wirtschaftspartei und des Zentrums gegen den Bertrag. zur Offensive getroffen. Die französische Artillerie hat bereits die Beschießung der Stellungen der Rifkabylen begonnen. Auch im Lager der Aufständischen wird eine gesteigerte Tätigkeit becbachtet. In den französisch- spanischen Militärkreisen scheint man der Ansicht zu sein, daß die Offensive in unmittelbarer 3uder Ansicht zu sein, daß die Offensive in unmittelbarer 3u tunft zu einem Erfolge führen wird, da die Riffabylen 3eichen von Kriegsmüdigkeit an den Tag legen. Der franzöfifche Delegationschef, General Simon, hat infolgedessen der offnung Ausdrud gegeben, daß die Friedensverhand. lungen bald wieder aufgenommen werden können. Die franzöfifche öffentliche Meinung ist durch den Abbruch der Friedensverhandlungen unangenehm berührt worden. Obwohl man seit einigen Tagen diese Wendung der Ereignisse durchbliden ließ, hat man hier bis zum letzten Augenblick die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es doch möglich sein werde, dem Krieg in Maroffo ein Ende zu bereiten. Die von der Regierung beeinflußten Blätter suchen ihren Lesern klar zu machen, daß Frankreich und Spanien bis zum Aeußersten in ihren Ronzessionen gegangen seien und die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen auf 2bd el Krim falle, der nur die Absicht verfolgt habe, den Zeitpunft der französisch- spanischen Offensive hinauszuschieben. Die Sozialdemokraten stimmten geschlossen für den Bertrag, nachdem Genosse Hilferding darauf hingewiefen hatte, daß die Regierung in der äußeren Politif wie in der inneren inter nationalen Handelspolitik auf die Unterstübung der Sozial bemotratie angewiesen sei und handlungsunfähig werde, Der Reichsausschuß für soziale Angelegenheiten nahm den Gesetzwenn die Sozialdemokraten sich nur der Stimme enthielten. Hilferentmurf über Abänderung der Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht vom 13. Februar 1924, der einen Konflikt bing beantragte nach diesem Ergebnis die Bornahme einer zweiten zwischen Reichsrat und Reichstag ausräumen soll, gemäß der Regie Befung, die für die nächste Woche beschlossen wurde. rungsvorlage mit einigen Aenderungen an. Das Reichsarbeitsministerium will diese Gelegenheit zu dem heiß erstrebten Abbau der Erwerbslosen= unterstützung benutzen. Auf der am 19. und 20. April in Frankfurt a. M. stattgefundenen Länderkonferenz wurde die Einführung des Unterstützungssystems nach Lohnklassen gefordert, weil auch die Länder, wie sich jetzt herausstellt, in dieser Aenderung eine willkommene Gelegenheit zum Abbau der Unterstützung sehen. Diefem fauberen Plan steht der Reichstag im Wege. Man muß ihn deshalb ausschalten. Das Rezept dafür ist gefunden. Die Länderkonferenz hat es bereits ausgebrütet. Die„ rechtliche" Handhabe glaubt man im§ 10 der Er bestimmt, daß über Art, Höhe und Dauer der UnterVerordnung über Erwerbslosenfürsorge gefunden zu haben. stützung für die Erwerbslosen und Kurzarbeiter der Reichsarbeitsminister Anordnungen nach Benehmen mit dem Ver= waltungsrat des Reichsamts für Arbeitsvermittlung erläßt. Der Absatz 2 des§ 10 beſtimmt zwar, daß die Unterstützung nach Ortsklassen zu erfolgen hat und daß für die Einreihung der Orte in die Ortsklassen das Ortstlaffenverzeichnis für die Reichsbeamten maßgeblich ist. Ueber diese zwingenden Vorschriften will man sich jedoch mit einem fühnen Salto hinwegſetzen. Im Auslegen seid kühn und munter, legt ihr nicht aus, so legt was unter! Der Sachbearbeiter des Reichsarbeitsministeriums, Geheimrat Weigert, hatte allerdings bisher auch die Rechtsauffassung, daß die Einführung des Lohntlassensystems ohne gefeßliche Aenderung nicht möglich sei, angesichts der verlockenden Aussichten, auf diesem Wege zu einem Abbau der Erwerbs= losenunterstügung zu kommen, ist er bereit, sich der höheren Einsicht zu beugen. einfachung des gesamten Verfahrens ist selbst bei kühnster Die Aufhebung der Bedürftigkeitsprüfung und die VerRechtsverdrehung auf dem Verordnungswege nicht möglich, würde es sich dabei doch auch um Verbesserungen der Erwerb losenfürsorge handeln; man will deshalb schweren Herzens auf diese Aenderungen verzichten. Das Reichsarbeitsministerium hat durch seine legte Anordnung. entgegen der einmütigen Forderung des Ausschusses für Erwerbslosenfürsorge des Verwaltungsrats des Reichsamis für Arbeitsvermittlung, die gegenwärtigen UnterIstügungssäge nur bis zum 22. Mai verlängert. Daraus geht hervor, daß man den Reichstag ausschalten will und die Einführung des Lohnklassensystems auf dem Verordnungswege beabsichtigt. Denn die Regierung ist sich vollständig klar darüber, daß eine gesetzliche Neuregelung der aufgezeigten drei Fragen bis zu diesem Zeitpunkt nicht ab geschlossen ist, ganz abgesehen davon, daß die Einführung des neuen Unterstützungssystems rein verwaltungsmäßig einige Zeit erfordert. Die Unternehmer haben inzwischen dem Reichsarbeitsministerium eine bisher noch geheim gehaltene Dentschrift über die Mehrbelastung der Erwerbslosenfürsorge durch Einführung des Lohnklassensystems zugehen lassen. Von Mehrbelastung redet man, Abbau der Unterstützung meint man. Es ist ein freventliches Spiel, das hier mit den Arbeitslosen getrieben wird. Selbst die bescheidenen Beschlüsse des Unterausschusses des Reichswirtschaftsrate sollen unberücksichtigt bleiben. Das Reichsarbeitsministerium will das Lohnklassensystem seines Gesetzentwurfes über eine Arbeitslosenversicherung unter Ausschaltung der höchsten Lohnklassen einführen. Danach würde die Bemessung der Unterstützung in Klaffe I von einem Einheitslohn von 10 M., in Klasse II von einem Einheitslohn von 15 M., in Klaffe III von einem Einheitslohn von 25 M. und in Klaffe IV von einem Einheitslohn von 35 M. erfolgen; die Klasse V mit einem Einheitslohn von 40 m. foll ganz wegfallen. Die hier geplante Lohntlasseneinteilung deckt sich vollständig mit dem Arbeitgebervorschlag im Reichswirt schaftsrat. Das Reichsarbeitsministerium will als Hauptunterstützung 40 Proz. des Einheitslohnes und für jeden zu schlagberechtigten Angehörigen 5 Broz. bis zum Höchftfatz von 65 Broz; die Unternehmer fordern für Ledige 30 Proz. und für Berheiratete 40 Proz Der Plan des Reichsarbeitsministeriums läuft auf einen Abbau der Erwerbslosenunterstützung hinaus. Wir werden uns solchen Absichten mit aller Macht widersetzen. Das Reich hat nach der Verfassung die Pflicht, für den notwendigen Unterhalt der Erwerbslosen zu sorgen. Die gegenwärtigen Unterſtüßungsfäße werden diesem Erfordernis in feiner Weise gerecht. Das muß durch die Einführung des Lohnklassensystems geschehen. Voraussetzung dafür ist eine wesentliche Herauffezung der untersten Einheitslohnklasse und eine höhere Durchftaffelung der Lohntlassen, vor allen Dingen aber auch ein höherer Prozentsatz für die Errechnung der Unterſtügung. Dem Reichstag muß sofort Gelegenheit gegeben werden, zu dem gesamten Fragenfompler Stellung zu nehmen. Einer neuen lleberrumpelung im Stile des Herrn Hans Luther muß rechtzeitig vorgebeugt werden! Der gemilderte§ 218. Ein sozialdemokratischer Erfolg. Unter Führung der Sozialdemokratie und unter Mit wirkung der Volkspartei, der Demokraten und der Kommunisten hat der Reichstag gestern ein Wert der Mensch lichfeit getan, indem er den berüchtigten§ 218 des Strafgefehbuchs geändert und seine Strafbestimmungen wesentlich gemilbert hat. Bisher wurde eine Schwangere, die ihre Lei besfrucht vorsätzlich abtrieb oder im Mutterleib tötete, mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren und nur wenn mildernde Umstände vorhanden waren, mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten bestraft. Die gestern angenommenen Bestimmungen fauten dagegen: Eine Frau, die ihre Frucht im Mutterleibe oder durch Abtreibung tötet oder die Tötung durch einen anderen zuläßt, wird mit Gefängnis bestraft. Ebenso wird ein anderer bestraft, der eine Frucht im Mutterleibe oder durch Abtreibung tötet. Der Versuch ist strafbar. Wer die im Abs. 2 bezeichnete Tat ohne Einwilligung der Schwangeren oder gewerbsmäßig begeht, wird mit Zuchthaus behundert Väter und Söhne. Die Frühjahrsausstellung der Arabemie ber Rünfte wurde heute mittag vor geladenem Bublifum eröffnet. In ihrem wichtigsten Teil eine lehrreiche Schau. Gedrängter Kurjus in der Geschichte der Malerei des 19. Jahrhunderts. Im schönen Saa 1 4 findet der Unterricht statt. Perlen französischer und deutscher Malerei sind die Lehrmeister. An der Spize Goya( 9), in dem noch Rokokotradition fraftvoll lebendig ist. Dann eine sehr weite Kluft, und am jenseitigen Ufer Franz Krüger( 10-12), Der Maler der Sachlichkeit, fühl, flar, intellektuell, ganz 19. Jahr Zeitalter der Berstandeskultur-, ganz Berlin poefielose Solidität und Nüchternheit. Diese Richtung gipfelnd in Menzel( 23-27), dem genialen Pedanten, der der Natur nachstellt, ihr auflavert, unbarmherzig und oft mit boshafter Freude ihr den Spiegel vorhält. Wilhelm Leibl( 13-18), mit der felben Freude am naturalistischen Detail, aber breiter in der Technik und raffinierter im foloristischen Effekt. Als Abschluß Trübner ( 35 und 36), der technische Virtuose, der Akrobat des Pinsels. Außenseiter: das Phänomen Ferdinand von Ransti( 28 und 29), bei Lebzeiten unbeachtet, funsthistorisch nicht rubrizieren, hans von Marees, der sehnsüchtig Suchende, heiß Ringende, mit bei Lebzeiten unbeachtet, funsthistorisch nicht zu rubrizieren, Sans Thomas( 32 und 33) zarte Boetennatur. In der französischen Reihe Daumier( 6 und 7), Realist im Stofflichen, Idealist in der monumentalen Bucht der Auffassung und Gestaltung; Courbet, akademisch unpersönlich( 4), eigenartig in vornehmer Farbigkeit( 5), in stillem Landschaftsbilde den zauberischen Duft ver. chwiegener Schönheit atmend( 2); Manet, der Bahnbrecher des Neuen, der Schöpfer des Impressionismus( 21) und der Freilichtmalerei( 20), der Erfinder moderner Technit, und doch mit seinen tiefften Wurzeln in der Tradition haftend( 19). Auf seinen Echultern fich erhebend: der eigenwillige Degas( 8), der dekorative Renoir ( 30 und 31), der geniale, perverse, Schmutz und Häßlichkeit zum reinen Kunstwert gestaltende Toulouse- Lautrec( 34), und, über alle hinausragend, der Fährmann zu den neuen Ufern moderner Flächenrythmit, Paul Cézanne( 1). Wiener, Stockholmer, Münchener, Dresdener, Karlsruher und Hamburger Museen, sowie eine Anzahl großer Privatsammlungen haben am Zustandekommen dieser einzigartigen Kollektion mitgewirkt. Man hat hier Gelegenheit, Meisterwerke tennen zu lernen, die dem großen Publikum sonst nicht zugänglich sind. Das Nebeneinander deutscher und französischer Meister in einem Raum bietet dem Kenner und dem Forscher überdies Vergleichsmöglichkeiten, die jo bald nicht wiederkehren dürften. Ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges. Daneben, in 11 Räumen, die übliche Eliteschau: Arbeiten von Mitgliedern der Akademie, von eingeladenen Malern und Bild hauern, freie Einsendungen Berliner und auswärtiger Künstler. Das gewohnte hohe Durchschnittsniveau, viel Vortreffliches, wenig Rieten. Alles flug und geschmackvoll arrangiert Im 1. Saal neben anderen Plastiken eine Sonderausstellung Friz Klimsch ( 815-337); gute Porträtbüsten( 337 Berhard Hauptmann), nament | straft. Ebenso wird bestraft, wer einer Schwangeren ein Mittel| ADGB., der mit ihm solidarisch ist, und gegen die soziala ie fich im kan oder Werkzeug zur Abtreibung der Frucht gewerbsmäßig verschafft. Demokratische Reichstagsfraktion, die sich im Kampf gegen Eind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnisstrafe nicht Luther befindet! Gegen die freigewählten Bertreter der englischen und unter drei Monaten ein. der deutschen Arbeiter geht der kommunistische Kampf mit allen Mitteln der Lüge und der Verleumdung. Je enster die Situation, je bedeutungsvoller die Entscheidung, desto fanatischer wird der kommunistische Versuch, Mißtrauen und Unfrieden zu säen und die geschlossenen Kampfreihen der Arbeiterschaft zu zerreißen. Die Zuchthausstrafe bleibt also nur für diejenigen bestehen, die aus der Abtreibung ein Gewerbe machen. Für die Schwangeren selbst ist aber die furchtbare Zuchthausdrohung gefallen und ebenso die Mindestgrenze für die Gefängnisstrafe. Es liegt jetzt also in der Hand des Richters, sofern nicht Be währungsfrist gegeben wird, die niedrigsten Gefängnisstrafen zu verhängen. = Das Ganze nennen sie:„ Einheitsfront des Proletariats!" Freiheit für die deutsche Luftfahrt. Abschluß der Pariser Verhandlungen. Am 6. Mai wurden in Paris die Verhandlungen über die deutsche Luftfahrt abgeschlossen. Ein neues Abkommen ist paraphiert. Sobald es in Kraft tritt, ist der deutschen Luftfahrt ihre Freiheit wiedergegeben. Seit genau fünf Jahren, seit dem Londoner Ultimatum, war der deutsche Flugzeugbau und der deutsche Luftverkehr weit über die Bestimmungen des Versailler Vertrages hinaus ein geschränkt. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hatte be antragt, daß die Schwangerschaftsunterbrechung bis zur Bollendung des dritten Monats überhaupt straffrei bleiben folle. Sie ging dabei feineswegs von der Anschauung aus, daß die Schwangerschaftsunterbrechung etwas Wünschenswertes und Löbliches fei, aber sie wollte dem Zwang der Not Rechnung tragen, der so viele Frauen zu Taten der Verzweiflung treibt, und sie wollte den bekannten, gar nicht weg zuleugnenden Unrechtszustand beseitigen, daß die Frauen der besseren Stände" durch die ihnen zur Verfügung stehenden reicheres Hilfsmittel straflos bleiben, während sich der Arm der Gerechtigkeit aus den Frauen des Proletariats seine Die Verhandlungen haben sechs Monate gedauert. Daß sie end Opfer wahllos herausholt. Dieses Ziel ist nicht erreicht worden. Aber erreicht wordenlich zum Abschluß gekommen sind, ist eine der Auswirkungen von Locarno; sie machte die Gegenseite bereit, von der Methode ist, eine ganz wesentliche Milderung der Strafbestimmungen, des Diftierens abzugehen. Auf der anderen Seite hatte Deutschdie lebhaft zu begrüßen ist. Bedauert werden muß, daß sich land, dank seiner Größe und seiner zentralen Lage, die Möglichkeit, eine Minderheit des Reichstags felbft der Notwendigkeit dieser den europäischen Berkehr zu unterbinden. Es erlaubte das UeberMilderung verschloß. Denn was im Interesse der unglücklichen fliegen deutschen Gebietes nicht, solange die Londoner Begriffs Frauen, die sich in den Schlingen des§ 218 verftridten, ge- bestimmungen galten. Diese Blockade zur Luft wirkte auf die fordert werden muß, das ist eine Umstellung des öffentlichen Dauer. Sie hatte eine propagandistische Wirkung, der sich schließzBewußtseins, die in die Justiz hinüberwirkt. Es ist jetzt lich die in der Botschafterkonferenz vertretenen Regierungen nicht humanen Richtern die Möglichkeit gegeben, das Gesetz so anentziehen konnten. zuwenden, daß das Unrecht, das es in sich trägt, auf ein Mindestmaß gemildert wird. Die Gefeßgebung ist der Justiz auf dem Weg der Menschlichkeit einen Schritt vorausgegangen. Möge die Justiz ihr auf ihm folgen! Und was tun sie? Kommuniften gegen das Proletariat. Die Arbeiterklasse Europas steht in bedeutungsvollen Kämpfen. Die Streiflage in England verschärft sich. Der Bundesausschuß des ADGB. erläßt einen Ruf zur tatfräftigen Hilfe. Schon springt der Funke auf Deutschland über: in Hamburg wird, entsprechend den gefaßten gewerfschaftlichen Beschlüssen die Bebunkerung englischer Schiffe verweigert. Um jegliche Luftrüstung Deutschlands zu verhindern, waren in London Begriffsbestimmungen ausgedacht worden, die zwischen Zivil- und Militärflugzeugen unterschieden. Aber diese Bauvorschriften liefen fast darauf hinaus, schlechte Flugzeuge als zivile zu erlauben, gute Flugzeuge als militärische zu verbieten. Jetzt ist jede Begrenzung des Baues von Handelsflugzeugen gefallen. Verboten bleibt allein die Herstellung von Militär- und bewaffneten Polizeiflugzeugen; der Bau von Jagdflugzeugen ist soweit gestattet, wie es für die Teilnahme an Wettbewerben der Reichsregierung erforderlich erscheint. Desgleichen ist der Bau von Luftschiffen unbegrenzt gestattet; die in internationalen Besitz übergegangenen allen werden zurückgegeben, die Halle in Friedrichshafen bleibt erhalten. Gewisse Beschränkungen bleiben für die ent militarisierte 3one im Besten bestehen. Nach der Auffassung der Gegenseite würde eine Ueberzahl von Flughäfen eine Bedrohung der Sicherheit ihrer Staaten darstellen. Daher ist deren Zahl auf vier und die Zahl der Verkehrslandepläge auf zwölf beschränkt wor subventioniert, nicht mehr als jährlich sechs Angehörige der Reichsmehr zu Fliegern ausgebildet werden. Auch ist der Bau führerloser Flugzeuge, der in der Zukunft einmal wichtig werden könnte, untersagt. Zugleich bricht in Deutschland ein politischer Konflikt von größter Tragweite aus. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat gegen den Kanzler der schwarzweißden. Die Sportfliegerausbildung darf mit öffentlichen Mitteln nicht roten Flaggenverordnung einen Mißtrauens antrag eingebracht, fie unternimmt einen wohlüberlegten Versuch, ihn von seinem Platz zu entfernen. Was macht die Rote Fahne" daraus? Der Bundesausschuß des ADGB. Iehnte jede wirksame Solidaritätsaktion für die englischen Brüder ab... fundete bie SPD. Fraktion dem Luther Rabinett durch Stimmenthaltung beim kommunistischen Mißtrauensvotum das Ver trauen. Angesichts diefer Tatsachen ruft die Kommunistische Partei für den 12. Mai überall im Reich die gesamte Arbeiterschaft zu Massendemonstrationen auf. Gestern erfuhren wir aus Sinowjews Munde, daß der Generalrat der englischen Gewerkschaften aus Arbeiterverrätern besteht. Heute wird verkündet, daß der Bundesausschuß des ADGB. den englischen Arbeitern die Solidarität verweigert und daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ,, dem Luther- Kabinett das Bertrauen befundete." Und darum: Heraus zu Massendemonstrationen!" Gegen wen? Gegen den Generalrat der englischen Gewerkschaften, der im schwersten Kampf für Arbeiterinteressen steht, gegen den lich die weiblichen von feiner, diskreter Charakteristik( 330, 336), die großen monumentalen Arbeiten meist weichlich und fraftlos. Start und wuchtig ein Stehender Jüngling" von de Fiori( 3immer 9, Nr. 298); interessant als Kompofition eine Gruppe bronzener Kühe ( 9, 360) von Emy Röder, zwei Tierbronzen von Mar Effer ( 2, 294 und 295); ein getönter Gips in prachtvoller rhythmischer Bewegung( 12, 312) von Oswald herzog; im Geist des Materials neuartig stilisierte Porzellanstatuetten( 1, 372 und 373) von Schliepstein; eine Porträtbüfte der Käthe Kollwitz( 3, 310) Terrakotta( 5, 363) der Renee Sintenis. von Tina Haim Wentscher und eine Ernst Toller- Büfte in Karl denten Max Liebermann( 3, 168, 170 u. a.), Slevogts Aus der Fülle der Gemälde seien neben Arbeiten des PräsiBildnis des Reichskanzlers Luther( 3, 231), farbig delikaten Malereien Drlits( 5, 199-202), und zwei Spätwerken Corinths( 3, 58 und 59) hervorgehoben: die grandiosen, in Farbe und Linie wahrhaft monumentalen Gemälde von Hofer( 6, 120 und 121), Kirchners„ Nackte Mädchen mit Kaze" ( 6, 151), Willy Jaedels„ Geschwister Wilke"( 3, 139), Pechund steins farbenglühendes Männerbildnis ( 6, 208 und 209), wuchtige Kompofitionen von " Sommernacht" SchmidtRottluff( 9, 236 und 237), Ba luichets Ravalier"," BettlerAugust Wilhelm Dreßlers( 2, 74-76), eigenartig in der Eisenwert"( 10, 37-39), drei fraftvolle Arbeiten grimmig humoristischen Zeichnung und den galligen Farben, Badende" von Defterle( 12, 196) und ein ergreifendes Stimmungsbild Arbeitsnachweis"( 9, 188) von Otto Nagel. allee" und " Die Ausstellung zeigt, in Gipfelleistungen, was heute in Deutsch land geschaffen wird. Bietet nach Jahren der Gärung ein Bild higen, zielficheren, flärenden Vorwärts- und Aufwärtsschreitens. Gibt die sichere Gewißheit, daß die Söhne das Erbe der Bäter erworben haben, um es zu besitzen. John Schifowsti. 土 Einheitsgymnaftif. Wer an dem Abend Ruth Allerhands im Klindworth Scharwenta Saal eine tänzerische oder auch nur gymnastisch vollendete Darstellung erwartete, sah sich enttäuscht. Was da auf dem Podium gezeigt wurde, war nicht Kunst, überhaupt nichts bühnenmäßig Eingestelltes, sondern nur eine Illustration zu den Ausführungen der Vortragenden. Ruth Allerband sprach am Podium flug und überzeugt von ihrem System, das fie„ feine System- Einheitsgymnaſtik" nennt. Aber ein System ist Fehler: fie verwechselt rein rhythmische Gymnastik mit Gymnastik es auch, fo gut wie andere. Ruth Allerhand begeht einen seltsamen schlechthin. Die eigentlich gymnastischen Systeme geben felbstver: tändlich eine Durchbildung des ganzen Körpers, die den Blutkreislauf Richtungen allerdings betonen in ihren Laienfurjen hauptsächlich die und die Körperhaltung beeinflußt. Die stark tänzerisch eingestellten Lockerung und damit die Möglichkeit zur willfürlichen Spannung und Entspannung des Körpers, bie im wesentlichen nur auf den Blutfreislauf günstig wirken, und feßen für ihre Ausbildungskurse ein mehr oder weniger hohes Maß von naturgegebenen Fähigkeiten reraus. Das also, was Ruth Allerhand zeigte, durfte sie gewiß mit Recht die Basis aller gymnastischen Systeme nennen; aber wenn auch nicht genau auf den gleichen llebungen aufgebaut alle nam haften Systeme haben sie ebenfalls. Natürlich ist es lobenswert, Die Ueberwachung des deutschen Flugwesens durch das inter. alliierte Garantiefomitee hört auf. Hinfort wird die Reichsregierung und der Reichstag felber darüber zu wachen haben, daß fein offener oder versteckter Bau von militärischen Flugzeugen stattfindet. Das Aufsichtsrecht des Völkerbundes ge mäß Art. 213 bleibt natürlich bestehen. Aber es ist feine dauernde Beaufsichtigung, sondern eine Stichprobenaufsicht, die vertragsgemäß nur in Gang tommt, wenn eine Ratsmacht eine begründete Klage beim Rate einreicht und dieser mit Mehrheit eine Untersuchung be. schließt. Wirtschaftlich wird sich die Befreiung der deutschen Luftfahrt nur allmählich bemerkbar machen. Es fehlt an Kapital und Der Abfagmöglichkeiten, um Flugzeuge in Serien zu bauen. Etaat tommt ja nicht, wie in anderen Ländern mit Riefenluftflotten, als Großabnehmer in Betracht. | daß Ruth Allerhand durch das Schlagwort„ Einheitsgymnastik" zu riner überaus starten Individualisierung ihrer Uebungen fommt, und, von den fleinsten Muskelpartien und einzelnen Gelenken ange fangen, den ganzen Körper nach den Gesehen seiner Mechanit durcharbeiten läßt. Daß sie erfolgreich arbeitet, erwies sich an ihren Tes. Schülerinnen. Theater i. d. Klosterstraße:„ Als ich noch im Flügelileide." Der Schwant, den Albert Kehm und Martin Frehse zufammengezimmert haben, ist durchaus eine luftige Angelegenheit, die zwar mit manchem blühenden Unsinn behaftet ist, aber immer in so nennen würde noch mehr gefallen, wenn es nicht von allen Seiten dick eingeeiner gefunden Atmosphäre bleibt. Das fröhliche Spiel es die Berfaffer mit Recht ist sogar bisweilen übermütig und zuckert wäre und nicht manche Stellen enthielte, deren ganzer Lärm nicht verhindern kann, daß durch sie das an sich flotte Spieltempo gehemmt wird. Herr Pirt, der Regisseur, muß hier unbedingt ( dick bürgerlich) und Schuld an allem sind ein paar Studenten und zusammenstreichen. Was nun passiert, passiert in einem Töchterheim die vielen, vielen herumquirlenden Backfische, die sich brünstig nach dem ersten Kuß sehnen. Das hat furchtbare Folgen: denn erstens wird Tante Gutbier als Benfionsinhaberin schauderhaft geärgert, und zweitens gibts zum Schluß fast ein halbes Dugend Verlobungen. dargestellt) ist natürlich auch dabei und erst recht Auguste( wahrhaft Der Lehrer des Töchterheims( von Oz Tollen wie nach Zeichnung eine Berle!), die durch die Darstellung vor Clare Reigbert wie eine Bombe wirkt. Ihr Humor bringt dem Stück vor allem den Lacherfolg. Marie Hofer, immer etwas überfpißt, Ger trud Kanit, voll echter Blut und lieber Schelmerei, Käte Kaßner, Maria Newes und dann die Herren Ingolf Kunze, Gerd Fride, Conrad Hoefert und Sarry Förster spielten mit soviel Laune und Könnertum, daß sie das oufs Beste unterhaltene Publikum zu starfem, ehrlich verdienten Beifall veranlaßten. A. J. und ihre Abenteuer". Erstaufführungen der Woche. Miffw. Städtische Oper: Tanz- Suite"; Der große Krug"; ,, Nußinader- Suite".- Sonnab. Komödie:" Theater". Urania- Borträge. Mont. bis Connt.( 5): Die Biene Maja Mont. u. Dienst., Donn. bis Sonnt. ( 5, 7): 2icht im Dften. Mont. bis Sonnt.( 5, 9): Sarl der XII.," ber imebilde Rapoleon". Mittw.( 5, 7), Tonn., Sonnab. 1. Sonnt.( 5. 8%): 16 000 ilometer mit dem Automobil durch Nordamerika. Jm Kronprinzen- Balais balt Dr. B. Daun, Dezernent für Kunst im Bolizei- Präsidium, am Sonntag, bem 9., vorm. 1,10 Uhr, Vortrag über die Berfe der Impressionisten und Expressionisten. ist bis zum Sonntag, den 16. Mai, verlängert. Am Himmelfahrtstage i Die Früh ahrs- Ausstellung der Berliner Sezeifion, Kurfürstendamm 232 die Ausstellung von 11-2 Uhr geöffnet. Kultusminister voraussichtlich die Ernennung von brei deutschen Dichtern als Mitglieder der neugegründete Sektion für Dichtkunst an der Breußischen fademie der Künste in Berlin tollziehen. Man nimmt an, daß die Aus wahl unter Gerhart Hauptmann. Arno Holz, Thomas Mann, Stefan George und Ludwig Fulda getroffen werden wird. Die Dichter- Ufademifer. In der nächsten Woche wird der preußische Ausdehnung des Streiks. Die Seeleute vor dem Anschluß. überall gewahrt. Die Ruhe wird V. Sch. London, 8. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Es ist jetzt möglich, über die Zahl der Streitenden an der Hand von zwei verschiedenen Dokumenten eine ungefähre Ueberficht zu gewinnen. Wenn man einerseits den letzten Jahresbericht des Generalrats der Gewerkschaften zur Hand nimmt, der genaue Angaben über die Stärke der einzelnen Berbände enthält, und anderseits die Liste der am Sonntag zum Streif aufgerufenen Verbände heranzieht, fo ergeben fich folgende Zahlen: Der Bergarbeiterband zählt 840 000 Mitglieder. Die verschiedenen Eisenbahner- und Transportarbeiterverbände 450 000, die Bau- und Holzarbeiter 350 000, die Metallarbeiter der Fertigindustrie 400 000, und der Schwerindustrie 150 000, die Werftarbeiter 120 000 und der Buchdruderverband 170 000. Insgesamt handelt es sich also um 2 480 000 21rbeiter der britischen großen Gewerkschaften. Von diesen ist ein geringer Teil für Notstandsarbeiten von der Teilnahme am Streit ausgenommen, die übrigen haben zu 95 Proz. die Streifparole befolgt. Außerdem haben zahlreiche andere Arbeitergruppen, die nicht aufgerufen waren, sich dem Streit angeschloffen. Alles in allem dürften alfo 2,4 bis 2,5 Millionen Arbeiter die Arbeit niedergelegt haben. Hinzu kommen seitdem jeden Tag Tausende, die durch Mangel an Rohstoffen zum Feiern gezwungen werden. Die Seeleute für den Streik.- Weitere Stillegungen? V. Sch. London, 8. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Gegenwärtig schweben in der Streifleitung Beratungen über die Frage einer Ausdehnung des Streifs, insbesondere handelt es fich darum, ob man die Seeleute aufrufen soll. Man hat es bisher vermieden, weil man der Meinung war, daß die Arbeitsniederlegung der Eisenbahner und Hafenarbeiter genüge, um den Verkehr stillzulegen. An fich ist das richtig. Aber die Seeleute drängen felbst überall zum Streit. Sie haben zum Teil fogar, 3. B. in Liverpool, die Streifparole nicht abgewartet. Das gilt auch für andere Gewerkschaften. Der Generalrat ist durch aus in der Lage, die Bewegung auszudehnen und er wird voraussichtlich von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Eine Ausdehnung des Streits auf die Textilarbeiter ist night ratsam, als unter der Wirkung der Kohlensperre die Werke selbst zum Stillstand kommen. Das ist, wie amtlich mitgeteilt wird, bei großen Baumwollspinnereien schon der Fall gewesen. Eine folche Arbeitseinstellung hat für die Gewerkschaften den Borteil, daß die neuen Arbeitslofen und Ausgesperrten der Stadtkaffe zur Last fallen und nicht von den Gewerkschaffen unterstützt zu werden brauchen. Der Elektrizitätsstreik in London begonnen. London, 8. Mai.( WIB.) Die Angestellten der Elektrizitätswerte von Fullham( London) haben Freitag nachmittag 2 Uhr die Arbeit niedergelegt. Die gesamte Stromversorgung einschließlich der Straßenbeleuchtung ist infolgedeffen eingestellt. „ Der Höhepunkt noch nicht erreicht." London, 8. Mai.( WIB.) Das am Freitag von dem Regie: rungsblatt The British Gazette" veröffentlichte amtliche Rommuniqué besagt u. a.: Reine ernsten Unruhen sind in irgendeinem Teile des Landes vorgekommen, aber wie zu erwarten war, wird die Lage gespannter und der Höhepunkt ist noch nicht erreicht. Die Führer der Eisenbahner- und Transportarbeitergewerkschaften haben Be fehle erlassen, das Aeußerste zu tun, um die Versorgung mit Lebensmitteln und Lebensnotwendigkeiten zu lähmen und stillzulegen. Einschüchterungsversuche seitens Ausschreitungen begehender Mengen wie auch seitens Streifpoften haben an vielen Orten stattgefunden und werden vielleicht bald an vielen anderen vorkommen. Die Regierung hat alle Behörden angewiesen, dieses verbrecherische Treiben zu unterdrücken und zu ver hindern. Es ist beabsitchigt, die Zahl der Hilfsschuleute in London sobald wie möglich auf 50 000 zu erhöhen. Ein organisierter Versuch wird unternommen, um das Volk auszuhungern und den Staat zu stürzen.(!) Asquith gegen den Streik. London, 8. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Lord Asquith veröffentlicht in der British Gazette eine Sundgebung, in der er sich gegen den Generalstreit wendet und behauptet, daß es die Kapitalisten und Plutofraten seien, die am wenigften unter dem Generalstreif litten; es sei die Masse des Belkes, für die die Begleiterscheinungen des Etreife Not und Entbehrungen brächten. Die Duldung des Generalstreifs bedeute, sich mit der Ersetzung der Demokratie durch die Diktatur abzufinden. Asquith schließt sich der Stellungnahme der Regierung an, wenn er zum Schluß betont, daß vor Wiederaufnahme von Berhandlungen die antisoziale Waffe des Generaistreits zurüdgezogen werden müßte. Offiziöser Kriegsbericht. London, 8. Mai.( WTB.) In Hull mußte die Polizei auf dem City Square mit erhobenen Knüppeln gegen streifende Arbeiter vorgehen. Streifposten zeigten sich gegenüber Freiwilligen feind selig, die sich in der City Hall eintragen ließen. Berittene Polizei mußte einschreiten, um die Menge von 3000 bis 4000 Mann zu zerstreuen. Polizeiverſtärkungen fäuberten den City Square und nahmen einige Berhaftungen vor. Marineleute wurden für den Schutz von Freiwilligen, die Lebensmittel löschten, aufgestellt. Andere Matrofenabteilungen wurden nach einem Dock zur Beschützung der für das Löschen anderer Schiffe bestimmter: Leute entfandt. Die Industrie ist in Hull so gut wie stillgelegt. Die Bevölkerung ist ruhig. In Lincoln arbeiten die Fabriken. In Derby sind die bekannten Rolls Royce Automobilwerke geschlossen. Man erwartet, daß auch noch andere Werke schließen müssen. In Sheffield ist die Lage schwierig. Alle Stahlarbeiter streifen. Obgleich die Gesamtzahl der streifenden Arbeiter weniger als 50 000 beträgt(?), handelt es sich hierbei um sogenannte Schlüsselindustrien, jo daß weitere Industriezweige in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Berschiedene Baumwollfabriten im Bezirk von Prestin haben heute ihre Betriebe geschlossen. Es wird erwartet, daß andere folgen werden. London, 8. Mai.( WTB.) Im Unterhause tamen verschiedene mit der Streiflage zusammenhängende Fragen zur Beratung. Der Sprecher teilte mit, daß die Angestellten der Hausdienste im Unterhause zurüdgezogen worden seien. Er versicherte jedoch vor dem Hause, er werde nicht zulaffen, daß das Haus durch eine Aktion irgendeiner Gruppe von Leuten daran verhindert werde, feine Arbeit fortzufchen. Wenn es sich als notwendig erweijen sollte, jo werde er das Haus ohne Druckerei und ohne elektrische Beleuchtung weiter tagen laffen. Zerstörte Hoffnungen. Die augenblickliche Herrschaft der„ Eisheiligen" bringt nicht nur dem Menschen persönliches Unbehagen, sondern erzeugt auch wirtschaftliche Nachteile und Verluste, die den einzelnen schwer genug treffen. Unter den Laubenkolonisten und Gartenbesitzern gibt es immer noch viele, die sich von den warmen Apriltagen verlocken ließen, auch empfindlichere Pflanzen dem Boden anzuvertrauen. Gut abgehärtete Gemüsepflanzen vertragen schon einen fleinen Kältepuff, aber Tomaten und Bohnen sind beim kleinsten Frost angriff erledigt oder doch sehr in der Entwicklung beeinträchtigt. Zwar heißt es von den Bohnen: Legst du sie im April, fommt sie, wann sie will legft du fie im Mai, tommt sie glei( gleich) aber natürlich fird frühzeitig gelegte Bohnen jetzt doch schon zu ganz ansehnlichen Pflanzen herangewachsen, deren Existenz bei den gegen wärtig herrschenden nächtlichen Temperaturen sehr gefährdet ist. Man fann wohl durch lleberdecken mit Papier oder von Heu einen Nachtschutz herstellen, aber längere Zeit hintereinander in Frost temperatur zu vegetieren, bekommt einer Bohne doch nicht recht. Schade um das Saatgut und um die aufgewandte Mühe! Noch ein anderer Verlust ist zu befürchten: die Blüte der Erdbeeren und des späten Obstes ist ebenfalls gegen Kälte nicht widerstandsfähig. Im allgemeinen fann man ja sagen, daß die diesjährige Obstblüte sich unter glücklichen Verhältnissen abgespielt hat, der so schädliche talte Regen fehlte gänzlich, und es wäre zu bedauern, wenn jetzt noch größere Schäden zu verzeinen wären. Die Erd beerfultur fehlt befanntlich auf der fleinsten Barzelle nicht; hoffent lich wird die Ernte nicht ganz in Frage gestellt sein. Wo der Frest im Biergarten schon Schaden angerichtet hat, wie beim Abfrieren der Triebe von vorzeitig ausgepflanzten Dahlien, ist ja ein Ersatz durch Triebe von vorzeitig ausgepflanzten Dahlien, ist ja ein Ersatz durch die späteren Triebe gegeben und nur die Zeit der Blüte hinaus geschoben. Daß als" Belebungsmittel" für die vom Frost angegrif fenen Pflanzen( namentlich junge Kohl- und Kohlrabipflanzen) Baltes Waffer sich bewährt hat, ist nicht allgemein bekannt. Da auf eine falte Nacht gewöhnlich ein heißer Tag folgt, so fallen schon früh die heißen Sonnenstrahlen auf das Land. Ueberbraust man nun die Pflänzchen, wenn die Temperatur den Gefrierpunkt überschritten hat, so führt man den Pflanzen Wasser zu, das sie vor dem Verbrennen durch die Sonnenstrahlen schützt. Der Frauenmord bei Strausberg. Bergewaltigt und erschossen. gestern abend, wie bereits furz mitgeteilt, dicht an der Chaussee und Ein Kapitalverbrechen, allem Anscheine nach ein Luftmord, wurde dem Walde zwischen der Schlagmühle und der Hegermühle bei Strausberg( nicht Hegermühle bei Eberswalde) verübt und furz darauf entdeckt. Gegen 6 Uhr abends sahen Leute, die die Chauffee entlang famen, liegende Frau beugte. Gie nahmen an, daß die Frau veraus einiger Entfernung, wie sich ein Mann über eine am Boden unglückt sei und beeilten sich, ihr zu Hilfe zu fommen. Der Mann aber ergriff, als er die Leute herankommen sah, die Flucht, rannte quer waldeinwärts davon und entfam. Man fand eine gut ge= fleidete etwa 30 bis 40 Jahre alte Frau mit graugemischtem Haar, die u. a. eine zitronengelbe Stridjade trug. Sie hatte eine SchußDerlegung im Rüden, Bürgemale om Halfe und Kragwunden an den Händen. Von einigen Fingern waren die Nägel abgebrochen. Die tödliche Kugel hatte den Körper durchschlagen. Der Zustand der Leiche, besonders die Abwehrstellung und die Zerfragung der Hände, beweisen, daß das Opfer, bevor es den Schuß erhielt, mit dem Mörder schwer gefämpft hat. Die Persönlichkeit der Er mordeten konnte noch nicht festgestellt werden. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Frau, die fich furze Zeit zur Erholung in der Gegend aufgehalten hat. Der noch unbekannte Mörder ist nach der Beschreibung, die die Leute von ihm geben, etwa 30 Jahre alt und bartlos. Er trug eine graue Militärjoppe ohne Gürtel und dunkelblaue Hose und Mühe. Es wurden sofort alle Maßnahmen getroffen, um seine Spuren zu verfolgen und seiner habhaft zu werden. Der Erkennungsdienst der Kriminalpolizei legte den Be fund photographisch fest. Daß es sich um einen Lustmord handelt, darauf deuten zwei andere Ueberfälle auf Frauen an jener Stelle hin. Am 1. Mai sprach fast an derselben Stelle ein Mann, auf den die Beschreibung des Mörders paßt, eine Frau aus Strausberg, die des Weges fam, an und versuchte sie zu vergewaltigen. Die Frau setzte sich zur Wehr, zerkragte dem Angreifer im Ringkampfe das Geficht, befreite sich von ihm, ergriff die Flucht und entfam. Erst gestern mittag um 1 Uhr murde ebenfalls an der Mordstelle eine Frau von einem Manne angefallen. Diefer entfloh, als fie um Hilfe rief. Während die Chauffee ein Stüd Weges auf der einen Seite noch mit Billen von Strausberg- Borstadt beseßt ist, ist sie an der Mordstelle, in der Nähe eines ziemlich tiefen Abhanges, noch unbebaut. Diese Stelle hielt der Luftmörder für am geeignetsten, seinen Opfern aufzulauern. Mitteilungen zur Aufklärung nimmt in Berlin die Mordkommission Inspektion A im Polizeipräsidium entgegen. ,, Bin ich ein Spielmann weltbekannt..." Die Jugendverse des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Auch der jezige Reichsbankpräsident ist mal jung gewesen. Er besaß damals eine poetische Ader und einen Freund, der Leopold Haffenkamp hieß und Musiker war. Dieser komponierte eine Operette„ Die zertanzten Schuhe", und der junge Studiofus Schacht schrieb den Tert zu einem Spielmannslied". War das damalige Dichtergenie auch nicht so groß wie das jeßige Finanzgenie, fo waren die Verse trotzdem ganz niedlich. Man las ba u. a.: Bin ich ein Bin ich ein Spielmann weltbekannt gern gesehen in Stadt und Land, ziehe ich in ein Städtchen ein, jubelt alles, groß und klein. Oder an anderer Stelle: Ja so tomm ich durch die Welt, mein Gepäck ist leicht bestellt. 3ft auch ewig leer der Beutel, auf der Welt ist alles eitel. Mit Humor und leichtem Sinn, schlag ich mich durchs Dasein hin." Seitdem Dr. Schacht aber nicht mehr mit dem Dasein zu kämpfen hat, ist ihm allem Anschein nach auch der Humor verloren gegangen. Kurz; als sein Jugendfreund Leopold Haffentamp, jetzt bescheidener Organist an der Kirche in Schlachtenfee, vor einem Jahre im Berlage Parhyfius das Spielmanslied" er Scheinen ließ, erwirkte fein ehemaliger Freund Reichsbantpräsident Dr. Schacht eine einstweilige Verfügung, laut der die Berbreitung des Walzers und deren Ankündigung in der Presse nicht gestattet sein sollte. Er bestritt Hassenkamps Urheberrecht auf den Text des Liedes. Am meisten hatte es ihm angetan, daß auf der Innenseite der Ausgabe zu lesen war: Dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht gewidmet." Deshalb schrieb er in einem Brief an Hassentamp: Es gehe nicht an, daß die Veric ihm, dem jezigen Reichsbankpräsidenten zugeschrieben würden; man bezeichne doch auch nicht Goethes Jugendverse als die des Geheimrats Erzellenz v. Goethe. Also Schacht und Goethe. Im geftrigen Gerichtstermin vor dem Landgericht III folte fündigen in der Jugend. Minister des Aeußern Dr. Strejemam hat bekanntlich in jungen Jahren eine Differtation über den Flaschenbierhandel geschrieben, Reichsbankpräsident Dr. Schacht ein frisch fröhliches Spielmannslied. Man sollte sich eigentlich seiner Jugend nicht schämen. Es ist eben der Humor verloren gegangen. Die Jugendherbergswoche. Beginn morgen nachmittag. Kundgebung am Sonntag, den 9. Mai, nachmittags 3 ühr, im Den Auftaft für die Jugendherbergswoche bildet die große Bolkspart Tempelhofer Feld an der Hasenheide, bei der Oberbürgermeister Böß die Ansprache halten wird. Die Zahl der Beranstaltungen in den einzelnen Berliner Bezirken ist sehr groß. zu der Kundgebung am Sonntag sammelt fich die Jugend in den einzelnen Bezirken und marschiert in großen Bügen nach dem Tempelhofer Feld. In Spandau findet nachmittags 3 Uhr im Stadtwald„ Am Bilz" ein Volkstanzfest mit Raspertheater usw. statt, mit anschließenden Volkstänzen usw. im Preußenpark und im Stadtin Wilmersdorf um die gleiche Zeit ein großer Werbeumzug parf. In 3 ehlendorf ist am Sonntag nachmittag 5 Uhr in der Südschule ein bunter Abend mit Lichtbildervortrag und Märchenspiel „ Die Zaubergeige". In Tempelhof ist am Sonntag nachmittag um 4 Uhr im Neuen Park Partfonzert, Bolfstänze, Gymnastit, Spiele usw., in Neukölln am Sonntag und Montag abends wunderbare", in Ireptom am Sonntag nachmittag Bolkstanz 7 Uhr im Kaiser- Friedrich- Realgymnasium von Kanßlers Jan, der und Spiel vor dem Lyzeum Baumschulenweg, auf dem KaiserWilhelm- Platz in Johannisthal, vor dem Filmpalast in Niederschönweide und auf dem Marktplaß in Oberschöneweide, in Friedrichse hagen Sonntag 4 Uhr im Kurpart Konzert des Gesangvereins Sängerfreude", in Lichtenberg im Stadion am Sonntag 2 Uhr Sportfeft. Auf dem Sportplay Friedrichsfelde um 9 Uhr und 11 Uhr auf dem Sportplay Lichtenberger Straße die gleiche Zeit Frühjahrssportfest, in Weißensee vormittags Jugendfußballspiel, am Montag nachmittag 5% Uhr auf der Blanschmiese am Weißensee Gesangskonzert, Vollstänze und Hans- Sachs Spiele, abend 7% Uhr im Reform- Realgymnasium Bunter Abend, in Bantow am Sonntag 12 Uhr bis 1 Uhr auf dem MarktBlaz Plazkonzert, am Montag abend in der 2. Gemeindeschule ein Werbeabend. Im weiteren Verlauf der Werbewoche ist am Himmelfahrtstage die Einweihung einer Jugendherberge in Lichterfelde, Albrecht ftraße 14a, mittags 12 Uhr und als Abschluß am Sonntag, den 16. Mai, nachmittags 2 Uhr die Einweihung eines besonders schönen Eigenheimes der Märkischen Jugendherbergen, der Jugendherberge " Spreeland" in Berfenbrück bei Fürstenwalde, vorgesehen. Ge naue Beranstaltungspläne für sämtliche Beranstaltungen sind bei der Rundgebung am Sonntag, bei den Begirtsjugendämtern und in der Hauptgeschäftsstelle Poststr. 17 III für 10 Pf. erhältlich. Reichsbanner- Rundgebung in der Flaggenfrage. Die Berliner Kreisvereine des Reichsbanners rufen ihre Mitglieder und die gesamte republitanische Bevölkerung für Mon tag und Dienstag zu großen offentlichen Bersammlungen, in denen führende Parlamentarier der republikanischen Parteien über die Flaggenfrage sprechen werden, auf. Die Versamm lungen finden statt: Montag, den 10. Mai, abends 8 Uhr, auf dem Brunnenplatz und im Biftoriaparf am Kreuzberg; Dienstag, den 11. Mai, abends 8 Uhr, auf dem Wittenbergplag und dem Arnswalder Platz und in Spandau in Seiz Festfälen, Schüßenstraße. Am morgigen Sonntag beteiligen sich die Berliner Reichsbanner. fameraden an den Veranstaltungen in der Umgebung von Berlin, um auch dort mit nötigem Nachdruck die Meinung der Republi. faner zum Ausdruck zu bringen. In erster Linie fommen dabei in Betracht die Fahnenweihen in Treuenbrießen, Straußberg, Oder. berg, Töpchin, Wildau. Die Kellertreppe hinabgeftürzt. Durch einen verhängnisvollen Irrtum fam in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend der Masseur und Heilgehilfe Friedrich Schulz, Münchener Str. 10, ums Leben. Schulz, der im Seitenflügel des Hauses wohnt, irrte sich in der Tür und stürzte in der Dunkelheit die dicht daneben liegende Kellertreppe hinunter. Hausbewohner entdeckten den Vorfall und riefen einen Arzt herbei, der jedoch nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststellen fonnte. Fabrikbrand. Zu einem großen Fabrikbrand wurde heute morgen um 46 Uhr die Feuerwehr nach der Köpenider Straße 41 gerufen, wo in der vierten Etage des Seitenflügels im Fabrikraum einer Elektrofirma Feuer ausgebrochen war. Das Feuer fand an den leicht brennbaren Gegenständen reiche Nahrung und griff auf die Dachkonstruktion über. Unter Leitung des Baurats Mäder wurde mit zwei C. Rohren gegen den Brandherd vorgegangen. Nach über weistündiger Tätigkeit war die Hauptgefahr beseitigt. Die Ents stehungsursache wird auf Kurzschluß zurüdgeführt. Die gemeinen Taschendiebe, die den armen Rentnern auf den Zahlstellen, besonders in Neukölln und Lichtenberg, oder in deren Nähe die soeben erhaltenen Renten stehlen, treiben troß besonderer Maßnahmen der Kriminalpolizei immer noch ihr Unwesen. In den letzten Tagen wurden wieder fünf Dicb= stähle dieser Art gemeldet. Revue im Norden. Auch im hohen Norden Berlins,' im Walhallatheater am Weinbergsweg, wird eine Revue Großstadtlichter" verzapft. Was ist der Revue tiefer Sinn? Aktuellste zote. Also eigentlich nicht mehr hochaktuell, denn wir beginnen ganz behutsam wieder ein biffel zu uns selbst zu kommen. Aber dieser löbliche Vorsatz fidert naturgemäß langsam durch und bis zum Norden tam er eben noch nicht. Dort blüht und gedeiht noch volkstümliche Erotit. Derb, did aufgetragen, damit alle brüllen tönnen. Der felige Tutankamon wird nach 3000jähriger Astese in das Sündenbabel Berlin verschleppt, allwo er sich erst in einen zarten Dichterling, dann in einen schmachtenden Bierrot verwandelt und so eigentlich die Circen bei der Gemütstifte" anpact. Die Seele vons janze ist aber ein tesser Berliner Chauffeur, im Neben. beruf zuhälter und Befizer eines nächtlichen Bergnügungsetabliffe. ments für Fremde". Seine Braut mit voller Bewegungsfreiheit affiftiert ihm getreulich, bis sie zum Schluß die rächende Nemefis nach Moabit entführt. Gespielt wurde stilecht", dem Milieu ange paßt durch Fischer, Köppe, Olly Stuven, Erich Bartels und Grete Therau. Man fühlt sich in die selig- unselige Inflationsepoche zurück. versetzt und ist heilfroh, daß man derartiges nur mehr ganz, ganz selten vorgefeßt friegt. Freireligiöse Gemeinde, Conniag vorm. 11 Uhr. Babpelallee 15, Bor nur deine Liebe, aus Boccaccio( Euppé). Gäste willkommen. trag des Herrn Dr. H. Haise: Die Zäbmung der Nornen. Harmonium: Hab ich Eine Schuhhundprüfung für deutsche Schäferhunde veranstaltet die Ver einigung der Schäferhundfreunde Sonntag. 9. Mai, 12 Uhr, in Schwarz Sommertheater, Lichtenberg, Möllendorfstr. 25/26. Frau Reichsbankpräfident Luise Schacht bestätigen, daß ihr damals Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin noch sehr junger Mann im Jahre 1901 dem Beklagten Haffentanip gesagt haben foll: ach damit, was du willst." Die Zeugin fonnte sich aber nur des Gegenteils entfinnen, nämlich, daß er die Berbreitung verboten habe. Sie fonnte sich nicht daran erinnern, daß in einer späteren Unterhaltung er das Urheberrecht gewiffer maßen doch seinem Jugendfreunde überlaffen hatte. Der Syndikus ftellte darauf den Antrag, daß dem Herrn Reichsbankpräsidenten der der Gewerkschaft der geistigen Arbeiter, Dr. Konrad Mendelssohn, Eid in der Sache zugeschoben werde. Das Gericht behielt sich die Entscheidung über den Antrag vor, Man sieht, große Menschen Morgen, Sonntag, den 9. Mai: Moabit 1: Fahrt nach Bapenberge. Treffpunkt 6 Uhr Turnt- Ede Bald. trake. Moabit II: Fahrt Ertner- 2Bdnik- Berfee. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Bellevue. Beften: Fahrt Lödnik. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Bankwik: Gruppenbefuch. Treffpunkt 3 Uhr vor ber Sellsarmee. Bülowfinge Reu- Lichtenberg: Fahrt nach dem Marfee. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Riet Rummelsburg. Lichtenberg- Mitte: Fahrt Roffen- Rönigswusterhaufen unb Teilnahme ant Werbebesirtstreffen am Bäker Sinterice. Treffpunkt 7 ühe Bahnhof Stralau Rummelsburg. Berbebeairt Neutöfn: Seute abend 48 Uhr im Getretariat Sedarftr. 3 Morgen, Sonntag, Treffpunkt aur Rund Berbebeairtsvorstandsfkung. burada 3 U Suternick Gewerkschaftsbewegung Bolschewistische Ratschläge. Wo aber bleibt die russische Hilfe? Wir haben aus Moskau direkt und indirekt seitenlange Aufrufe zur Unterstützung der englischen Arbeiter vorgesetzt befommen. Wenn man den mostomitischen Ratgebern glauben dürfte, dann müßte mindestens ein Generalweltstreit stattfinden und sämtliche Sassenbestände der Gewerkschaften außerhalb Eng lands der JAH. zur Verfügung gestellt werden. Green an die englischen Arbelter. Stellungnahme der American Federation of Labor. Washington, 8. Mai.( WTB.) Der Präsident der ameritanischen Arbeiterföderation, Green, beabsichtigt, dem Exekutivausschuß die Frage der Unterstützung der ftreifenden Arbeiter in England vorzulegen. Green hat telegraphisch die englischen Streifführer wiffen lassen, daß man freudig bereit sei, den englischen Bergarbeitern in ihrem Kampf um angemessene Löhne jede mögliche Unterstügung zu leisten. Es wurde jedoch erklärt, daß über eine finanzielle Unterstützung durch den Exekutivausschuß abgestimmt werden müsse. Solidaritätsaktion der französischen Gewerkschaften. Aktive, moralische und materielle Unterstützung. Paris, 8. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Verwaltungsaus schuß des Allgemeinen Französischen Gewerkschaftsverbandes hat am Freitag eine Sigung abgehalten, um über die Maßnahmen zur Wirtschaft Zum Handelsvertrag mit Schweden. Am letzten Mittwoch haben, wie gemeldet, die seit einigen Wochen andauernden Verhandlungen zwischen Deutschland und Schweden zum Abschluß eines Handels- und Schiffahrts= vertrages geführt. Der Vertrag, der erst nach endgültiger ZuStimmung der Parlamente beider Länder in Kraft tritt und dessen Wortlaut bis zur erfolgten Billigung durch die Regierungen vorläufig noch nicht zur Veröffentlichung gelangt, bringt eine sehr ausführliche Regelung der Einreise, Niederlassungs, Er werbs- und Handelsrechte, der Besteuerungsgrundsätze, des Warenzeichenschutzes usw., die für fremde Berfonen, Schiffe und Unternehmungen in jedem der vertragschließenden Länder gelten sollen. Eigentümlich berührt bei diesen unerbetenen und unerwünschten Ratschlägen Moskaus, daß wir heute endlich die erste Nachricht aus Rußland erhalten, wonach russische und englische Hafenarbeiter und Seeleute, insgesamt 8000 Mann, in einen Solidaritätsstreif getreten sind. Wir wollen der offiziösen russischen Telegraphenagentur aufs Bort glauben. Was bedeutet aber für die Masse der ruffifchen Unterstüßung des englischen Generalstreits durch die franzöfifchen tragsabschluffes zwar recht erfreulich, aber doch nur von verhältnis Arbeiter ein Streif von 8000 Seeleuten und Hafenarbeitern? Wo ist der Generalstreit der russischen Seeleute und Hafenarbeiter, der Transport- und Bergar beiter? Die deutschen Bergarbeiterverbände haben angeordnet, das Berfahren von Ueberschichten einzustellen. Der Deutsche Verkehrsbund hat auf einer Reichskonferenz der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer beschlossen, die Verschiffung Don Rohlen nach England, das Bunkern englischer Schiffe zu verhindern und die Besetzung englischer Schiffe mit Streif bredern unmöglich zu machen. Der ADGB. und der AfA- Bund haben in einem gemeinsamen Beschluß die Organisierung Don Geldsammlungen zugunsten der englischen Arbeiter angeordnet. Alles das ist natürlich in den Augen der Vertreter Moskaus purer Berrat". Der Beschluß des ADGB. ist nach der Roten Fahne" eine Schmach für die deutsche Arbeiterschaft". Da lcbt sich die„ Rote Fahne" doch die russischen Arbeiter! Die haben... ja, was haben die bisher getan? Dagegen findet sie ein Interview unseres Genossen Oster. roth, aus dem sie einen Sah wiedergibt und durch Weglassung der Vordersätze den Sinn der Ausführungen in sein Gegenteil umfehrt. Man erinnert sich, daß in der„ Täglichen Rundschau" gefordert wurde, die deutschen Bergarbeiter müßten Ueberschichten fahren, man müßt soviel wie möglich Kohlen nach England liefern. Nachdem Osterroth die wirtschaftliche Lage des englischen Bergbaues geschildert hatte, führte er aus: ,, Liegt es im Interesse des deutschen Bergbaues, den englischen Rationalisierungsprozeß zu unterbinden durch Kohlenlieferungen, die gegenwärtig ganz rentabel sein können, zwangsläufig aber dazu führen müssen, daß nach einer etwaigen Niederlage der englischen Bergarbeiter weite Marktgebiete für den deut schen Bergbau verloren gehen, sei es durch englische Lohnkürzung oder durch Verlängerung der Arbeitszeit in England? Jede Arbeitszeitverlängerung in England und jede Lohnkürzung führt zur Ueberförderung an englischer Kohle und erschwert die deutsche Weltbewerbsfähigkeit." Es ist also ganz klar, daß Osterroth, wenn er dann weiter ausführt. daß wir uns nicht in den englischen Kampf einmischen sollen, bamit meint, mir follen feinerlei Streitbredertohle nach England liefern. Im übrigen wird man das Geschrei der Bolschemifien erst ernst nehmen tönnen, wenn aus England die Meldung vorliegt, daß aus Rußland so und so viele Millionen Pfund Sterling eingelaufen sind. Bis dahin ist ihr Geschrei weiter nichts als eine Hilfeleistung für die englische Regierung, die dem Streif gern ein bolſchemistisches Mäntelchen umhängen möchte. Die beutsche Arbeiterschaft lehnt es ab, für Moskau zu demonstrieren und Ratschläge von Leuten entgegenzunehmen, die in ihren Handlungen die praktische Solidarität vermissen lassen. Die internationale Solidaritätsaktion. Sie ist im besten Zug. Aus Amsterdam wird uns von der Internationalen Transportarbeiterföderation mitgeteilt: In einem Telephongespräch, das am Vormittag des 7. Mai statt fand, hat Cramp, der Vorsitzende der ITF. und Sekretär des Allgemeinen Englischen Eisenbahnerverbandes, die von Bevin und zu vor von Walkden empfangenen telegraphischen Mitteilungen be= stätigt und fategorisch den durch die bürgerliche Presse gehenden Nachrichten, daß der Streit hier und da abbrödele, widersprechen. Das Gegenteil entspricht der Wahrheit. Die Streitbewegung dehnt sich weiter aus und aller Wahrscheinlichkeit nach werden binnen kurzer Zeit auch die Arbeiter der elettrischen Kraftzen len die Arbeit niederlegen. Die Art und Weise, in der die von der ITF. erteilten Weisungen in den verschiedenen Ländern befolgt werden, hat, wie Cramp versichert, bei den englischen Arbeitern große Genugtuung ausgelöst. Ferner teilte Cramp mit, daß am 6. Mai beschlossen wurde, die Entscheidung, ob und für welche Transporte Arbeitserlaub nis zu gewähren ist, in die Hände der Eisenbahnverbände und der Transport and General Workers Union zu legen. Bisher war der Generalrat des englischen Gewerkschaftsbundes hierfür zuständig. Die Berichte aus Belgien und Holland über die Befolgung der von der ITF. gegebenen Weisungen lauten weiter günstig. Bon der Bezirksverwaltung Groß- hamburg des Deutschen Berkehrs. bundes wurde ein Schreiben empfangen, in dem mitgeteilt wird, daß sich die Hafenarbeiter und Seeleute verpflichten, die englische Arbeiterschaft in ihrem Kampfe zu unterstützen und durch Wahrung strengster Solidarität den fämpfenden Arbeitern zu einem vollständigen Siege zu verhelfen. Der Dänische Transport arbeiterverband teilte telegraphisch mit, daß er die dänische Gewerkschaftszentrale veranlaßt habe, in seinem Namen am 7. Mai die Unternehmerverbände zu verständigen, daß sich die dänischen Transportarbeiter vorbehalten, in einen Sympathie streit zugunsten der englischen Arbeiter zu treten.( In Dänemart muß jeder Streiferflärung eine furzfristige Mitteilung an die Unternehmerverbände voraufgehen.) Sämtliche skandinavischen Transportarbeitergewerffaaften haben sich bereit erklärt, die Lebensmittelausfuhr nach England zu unterbinden. Berliner Elektriker Genossenschaft angeschl. dem Verb.soz. Baubetriebe Berlin N. 24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 6525, 6526 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4. Tel.: Pfalzburg 9831 Ausstellungsräume und Lager: Alexanderstraße 39-40( Alexander Passage), Telephon: Königstadt 540 Herstellung elektr. Licht-, Kraft- und Signalanlagen. Verkauf aller elektr.Bedarfsartikel Ausführo. sämtl. Reparaturen Preis werte, gediegene Arbeit Abonnentensammler Zur Gewinnung von Abonnenten für politisches linksstehendes Wochenwitzblatt suchen wir sofort tüchtige erfahrene Reisende zum Besuch von Gastwirten, Konditoreien und Friseurgeschäften. Wir zahlen feste Tagesentschädigung und hohe ProVision. Es kommen nur Personen in Frage, die über eine ähnliche Tätigkeit Erfolge nac weisen können. Meldungen Montag und Dienstag von 10-12 Uhr bei J. H. W. Dietz Nachf., Berlin, Lindenstr. 3, 4. Hof 11 pezialehandl ur für Ischias Häft., Gesäl und Bain, wenn Erzil. festgestellt In 15 Tagen sin chwere Fälle reseitigt worden. Unantastbare Heer folge estätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. invalideastraße 106. 9-11. 1-4. Sonntag 10-12. Jacobs Arbeiterorganisationen zu beraten. Es wurden dabei die von den einzelnen Gewerkschaften der Bergarbeiter, Eisenbahner, Hafenarbeiter und Buchdrucker bereits gefaßten Beschlüsse gutgeheißen. Diese Beschlüsse haben zum Ziele, jede Ausfuhr nach England zu verhindern, die zur Berstär. tung des Widerstandes gegen die berechtigten Forderungen der englischen Arbeiter beitragen tönnte. Darüber hinaus find Vorkehrungen getroffen worden, um der englischen Arbeiterschaft eine bedeutende finanzielle Hilfe zu leisten, und zwar durch eine sofortige Geldüberweisung, die durch einen allgemeinen Aufruf an die französischen Arbeiterorganisationen zu einem freiwilligen Beitrag aufgebracht werden soll. Der Verwaltungsausschuß verfündet, daß die weittragende Bedeutung des englischen Konflikts der internatinalen Arbeiterschaft wachsame und aktive Soli. darität zur Pflicht mache. Tie Solidaritätsaktion in der Tschechoslowakei. Prag. 8. Mai.( WTB.) Die tschechoslowakische Gewerkschaftsvereinigung in Prag erließ an die Gewerkschaftsverbände, an die Arbeiter- und Beamtenschaft eiren Aufruf. Darin wird gefagt:„ Das Ergebnis des Kampfes in England wird auch für die Arbeiterschaft der anderen Staaten und Nationen wichtig sein. Am Plaße ist internationale Hilfe. Die tschechoslowakische Gewerkschaftsvereinigung hat bereits Maßnahmen zur Sicherstellung einer wirksamen moralischen und materiellen Hilfe getroffen. Sie hat aus ihren Mitteln bereits die erste Rate angewiesen und die angeschlossenen Verbände aufgefordert, weitere Unterstützungen zu ermöglichen." Ferner wird in dem Aufruf zu Sammlungen unter der Arbeiterschaft für diesen 3wed aufgefordert. Maßregelung solidarischer Hafenarbeiter. Amsterdam, 8. Mai.( WTB.) Eine Anzahl Arbeiter des Amsterdamer Hafenbetriebes, die sich auf Veranlassung des Zentralfür den im Königindod liegenden englischen Dampfer Bentham" zu verbandes der Transportarbeiter weigerten sich an Bunterarbeiten beteiligen, ist entlassen worden. Die Bunkerarbeiten wurden später mit neuem Personal fortgesetzt. Auch in Rußland beginnt die Solidaritätsaktion. Mostau, 8. Mai.( Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Der Selidaritäts te i Istreit der ruffischen Seeleute und Hafenarbeiter in den russischen Häfen ergriff alle Häfen am Schwarzen und Asow schen Meer. Auch die in Leningrad liegenden englischen Damp. fer, welche gerade gegenwärtig fast den ganzen ausländifchen Schiffs best and in den Sowjethäfen darstellen, wurden betroffen. Augenblicklich streifen 8000 Mann. In Mexiko werden keine englischen Schiffe bebunkert. In zollpolitischer Hinsicht sind die Ergebnisse des Ber mäßig geringer Bedeutung. Obwohl Schweden vor einigen Jahren den alten Handelsvertrag gelöst hat, weil es sich durch be. stimmte handelspolitische Maßnahmen Deutschlands( Einfuhrverbote) benachteiligt gefühlt hatte, bestand fein 3ollfrieg zwischen beiden Ländern, da beide ohne weiteres die wechselseitige Meistbegünst gung aufrechterhielten. In diesem Sinne bedeutet also der jetzige Vertragsabschluß nur eine Bestätigung des bisher geltenden Zustandes. Die Rückkehr zur Vertragsbasis ist natürlich zu begrüßen. Aber es muß auch weiterhin mit allem Nachdrud gefordert werden, daß in den noch schwebenden Handelsvertragsverhandlungen mit den wichtigen Nachbarländern, unseren größten Kunden von gestern und morgen, endlich einmal Ernst mit dem Abbau der Berhandlungszölle auf Vertragssäge gemacht wird. Die letzten Exportergebnisse haben gezeigt, daß die deutsche Fertigfabitatausfuhr in ihrer Preisgestaltung weitgehend tonturrenz fähig ist und das Ausland nicht mehr zu fürchten braucht. Wird in einer flugen Zollpolitik auch der Abbau der Rohstoffpreise weiter gefördert, so bedeutet das die Möglichkeit für die deutschen Exportindustrien, ihre Konkurrenzstellung im Auslande auf die Dauer erhalten zu fönnen, ohne den Inlandsmarkt durch Lohndruck und durch überhöhte Preise gleichzeitig auspressen zu müssen. Berschmelzung von Keffelfabriken. In jüngster Zeit haben nach der„ Kölnischen Beitung" eingehende Verhandlungen zwischen den maßgebenden Persönlichkeiten der Firmen DüsseldorfRatinger Röhrentesfelfabrif, vorm. Dürr u. Co. in Ratingen, Walter u. Co., A.-G., in Köln- Delbrüd, Jacques Bied beuf, G. m. b. H. in Düren, stattgefunden mit dem Ziel, die vorgenannten Gesellschaften in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Die Verhandlungen haben zu einer grundsäßlichen Uebereinstimmung geführt. Die neue Aktiengesellschaft soll mit einem Kapital von 4 Millionen Reichsmart ausgerüstet werden, an dem die vier genannten Gesellschaften durch Einbringen ihrer Betriebe gleichmäßig mit je einem Viertel beteiligt sind. Durch die Zusammenlegung der Verwaltungen, insbesondere der Konstruktionsbureaus und durch die Vereinheitlichung der Kesseltypen in Verbindung mit der Rationalisierung der Betriebe will man ganz erhebliche Ersparnisse erzielen. Fufion im Mansfeld- Konzern. 3um engen Interessenkreis des Mansfeld- Konzerns gehört die Halle- Pfännerschaft A.-G., Halle, die neben ihren Jahrhunderte alten Salinenbetrieben auch große Braunfohlenwerte besigt und insbesondere fich auf die Braun tohlenverwertung spezialisiert hat. Von der Halleschen Pfännerschaft besaß der Mansfeld- Konzern bisher etwa 80 Proz. des Attientapitals. Wie aus der Generalversammlung der Halleschen Pfänner schaft gemeldet wird, haben die Aufsichtsräte der beiden Gesellvorzuschlagen. Die Hallesche Pfännerschaft verfügt über ein Aftienfapital von 6,4 Millionen Mart. Von der Mansfeld- A.- G. wird die Aufnahme einer Drei Millionen Dollaranleihe ( 7 Proz.) gemeldet, deren Erlös der Verstärkung der Betriebsmitel dient und die durch die Fusion mit veranlaßt sein dürfte. Megifo, 8. Mai.( WTB.) Ein leitender Beamter des hiesigen Gewerkschaftsbundes, moneda, erklärte, da Anweisungen ergan gen seien, die die Ausfuhr von Kohlen und Keks nach England verbieten, werde der Gewerkschaftsbund die Befchaften beschlossen, der Generalversammlung die Fusion ihrer Werke fohlung englischer Schiffe in merikanischen Häfen nicht zulassen. Generalversammlung der Maschinisten und Heizer. Am Freitagabend hielt der Verband der Maschinisten und Heizer im Gewerkschaftshaus seine Quartalsgeneralversammlung für das erste Bierteljahr 1926 ab. Der 1. Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Berlin, Genosse Reinefeld, gab den Geschäftsbericht. Danach hat die Organisation gute Fortschritte gemacht. Immer mehr bricht sich in den Kreisen der Arbeiter die Erkenntnis Bahn, daß nur eine starte Organisation die Anschläge der Unternehmer gegen Lohn und Arbeitszeit abwehren kann. Aber noch stehen viele abseits und diese müssen herangeholt werden. Ven der Arbeitslosigkeit sind auch die Mitglieder der Organisation hart betroffen worden. Im Januar 1926 hatte die Zahlstelle noch 259 arbeitslose Mitglieder, im März wurden 434 gezählt und im April 454. Nach der gewerkschaftlichen Statistik sind 43,3 Broz. arbeitslos oder Kurzarbeiter, davon 28 Proz. völlig ohne Arbeit. Auf dem Gebiete der Arbeitslosenversiche rung ist ein weiterer Ausbau dringend notwendig. In der Lohnfrage gehen die Unternehmer sehr rigores vor. Ueberall wird versucht, den Lohn abzubauen. Wo im Akkord gearbeitet wird, find große Abzüge gemacht worden, besonders in der Metallindustrie. Das Bildungswesen macht guten Fortschritt. Die Schülerzahl in den Heizerkursen hat sich vermehrt; für Maschi nisten wird ein Kursus geplant. Mehr als bisher müsse getan werden, um den Gedanken zu vertiefen, daß in dem Zusammenschluß der Arbeiter auch ihre Stärfe liegt. Den Kassenbericht gab Ruck stuhl. Die Gesamteinnahme der Hauptkaffe betrug 23 558 m., die Ausgaben 11 236 M., so daß der Hauptkasse 12 321 m. verblieben. Die Lokalkaffe nahm 26 001 m. ein und verausgabte 10 780 m., so daß ein Bestand von 15 310 M. verblieb. Die Kredite der Golddiskontbank für die Landwirtschaft. Be fanntlich hat die Reichsbank im Januar mit der Rentenbankkreditanstalt die Gewährung von drei bis fünfjährigen Krediten an die Landwirtschaft vereinbart. Der 3wed dieser Kredite ist die Entlastung der Landwirtschaft von furzfristigen Schulden und deren Ueberführung in längerfristige. Wie wir einer Mitteilung der Rentenbankkreditanstalt entnehmen, sind von den vorläufig zur Verfügung gestellten 250 Millionen Mt. bisher 60 Millionen Mr. an Krediten ausgezahlt worden. Der Apparat funktioniert also sehr langsam. Die Schwierigkeiten sollen nach der Rentenbankdie Herbeischaffung der erforderlichen Unterlagen erschwert. treditanstalt an der Ueberlastung der Grundbuchämter liegen, die Theater der Woche. Vom 9. bis 17. Mai 1926. Boltsbühne: 9., 11., 13., 15., 17. Fauft. 10., 14. Judith. 12., 16. Der Raufmann von Venedig. Schauspielhaus: 9., 11., 13., 15. Medea. 10. Veer Gnnt. 12., 14., 16., 17. Serodes und Marianne. Kroll- Oper: 9. Aida. 10. Mona Lifa. 11. Freischük. 12. Soffmanns Erzählungen. 13. Carmen. 14. Der fliegende Holländer. 15. Der ferne Rlang. 16. Boris Godunow. 17. Cavalleria Rusticana. Bajazzi. Schiller Theater: 9. bis 15., 16. und 17. Antik- Bntik. Deutfces Theater: Unfere Rinder. Kammerspiele: Week- end. Die Komödie: Viktoria. Leffing- Theater: Der fröhliche Weinberg. Theater in ber Königgräger Straße: Dr. Schmidt. Städt. Oper Charlottenburg: 9. Götterdämmerung. 10.. 16. Die Jüdin. 11. Pique- Dame. 12. Nutnader- Suite. Tanz- Suite. Der große Rrua. Die Opernprobe. 13. Aida. 14. Der Barbier Don Sevilla. 15. Gefchloffene Borstellung. 17. Tosca. Großes Schauspielhaus: Alt- Heidelberg. Theater bes Westens: Gräfin Mariza. Renaissance- Theater: 10. bis 16. Fräulein Julie. Die Tribüne: Der Rubicon. Deutsches Künstler- Theater: Ein Walzertraum. Berliner Theater: Donnerwetter<-- gang famos! Neues Theater am 300: Der alte Deffauer. Trianon Theater: Alraune. Refibenz- Theater: Verbotene Rüffe. Rentral- Theater: Eva Bonheur. Theater in der Klosterstraße: 9., 11., 12., 13., 17. Als ich noch im Flügelbeide. 10. Ehre. 14.. 15., 16. Glüd im Winkel. Romische Oper: Berlin ohne Semb.-Metropol- Theater: Die Nacht der Nächte. Theater am Aurfürstendamm: Rebhuhn. Aleines Theater: Irrgarten der Liebe. Wallner- Theater: Der heilige Brunnen und Blanco Bosnets Erwedung. Nose- Theater: Lilli muß heiraten. Rafino Theater: Das Recht auf Arbeit. Theater am Schiffbaue damm: Die Freier. Schloßpert- Theater Stealis: 9., 10. Der blaue Seinrich. Ab 11. Dr. Klaus. Theater in der Lühowstraße: Spreewaldmädel. Wintergarten und Scala: Internationales Barieté. Rachmittagsvorstellungen. Boltsbühne: 9., 16. Don Quichotte. Schiller- Theater: 9., 16. Beer Gynt. Theater des Westens: 9., 13., 16. Gräfin Mariza. Rentral- Theater: 9., 16. Eva Bonheur. Die Diskussion wurde sehr lebhaft geführt, hielt sich aber wenig Romödienhaus: Der Garten Eden. an den Geschäfts- und Kassenbericht. Die fommunistischen Redner trugen politische Fragen hinein und verwischten damit das eigentliche Thema. Jugendgruppe des 3du. Unsere Jugendgruppe trifft sich morgen, Sonntag, zu einem Spieltreffen am Flatensee bei Weltersdorfer Schleuse. Die Abteilungen, die sich bereits morgens zu Wanderungen treffen, müffen um 1 Uhr mittags an Ort und Stelle sein. Fahnen und Wimpel sind mitzubringen. Darbietungen: Rezitationen, Jugendspiel, Bollstänze, Spiele. Korbmöbel! Sonderangebot! Besonders An Private zu Engrospreisen. 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