Nr. 218 43. Jahrg. Ausgabe A Nr. 111 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monattia B, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der Borwärts mit der Gonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. Lung und Aleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille Beile 80 Pfennig. Reflamezeile 5. Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Bfennts ( auläffia zwei fettgedruckte Worte). fedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 15 Bfennig, fedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Borte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Handlungs- und Entschlußfreiheit zu ver Beweis: die 121 Millionen Unterschriften für das Bolls zichten. begehren und die stürmische Bewegung, die eben jetzt durch das Volk geht! Für den Fall, daß es infolge der fozialdemokratischen Interpellation über die Flaggenfrage zu einer Regierungstrife fommt, ermächtigt die fozialdemokratische Frattion ihre Unterhändler grundfählich zu Berhandlungen über die Neubildung der Regierung. Das Reichsfabinett trat noch gestern abend 10 Uhr zu einer Sigung zusammen, die sich bis nach Mitternacht hinzog. * Geburt, und Tod liegen ja im menschlichen Leben nahe einander, und so fann man es als ein Symbol nehmen, daß das zweite Kabinett Luther gestern um 10 Uhr abends im Minifterium des Auswärtigen, wo der Herr des Hauses eben Geburtstag feierte, zu seiner vielleicht legten Sigung zufammentrat. Auch vor dieser Kabinettsfizung war es jedem, der politische Dinge mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt, vollkommen flar: Das zweite Kabinett Luther, das Kabinett der Mitte, ist tot. Und wenn auch alle Minister im Amte blieben oder miederernannt würden, so wäre dieses Kabinett hinfort eine andere Regierung, eine Rechtsregierung, die nur noch von Gnaden der Deutschnationalen leben kann. Die Sozialdemokratische Partei hat gegen das zweite Kabinett Luther eine Kampfansage erlassen, die sie nicht zurücknehmen und nicht abschwächen fann. Sie beantragt heute im Reichstag, dem Kanzler, der die schwarzweißrote Flaggenverordnung, verantwortlich gegengezeichnet hat, das Mißtrauen auszusprechen. Sie will Luthers Sturz, und sie würde nicht aufhören, ihn zu wollen, auch wenn ihrem ersten Stoß der Erfolg versagt bliebe. Gegen den fozialdemokratischen Angriff ist der Reichskanzler mehrlos, wenn er nicht bei einer Mehrheit Deckung findet, die min destens vom Zentrum bis zu den Deutschnationalen reicht. Im zweiten Kabinett Luther sizen neben Volksparteilern Demokraten und Zentrumsleute. Die Demokraten haben, soweit man sieht, teine Lust, in einem Kabinett zu bleiben, das von den Deutschnationalen abhängig ist. Das Zentrum mar freilich schon im ersten Luther- Kabinett mit Schiele, Schlieben und Neuhaus zusammen. Die Erfahrungen, die es dort machte, dürften es faum zu einer Wiederholung des Experiments ermutigen. Wie also weiter? Der Traum der Mitte ist ausgeträumt. Eine parlamentarische Rechtsregierung gibt es nicht ohne Zentrum. Sind wir also in eine Krise des parlamentarischen Systems geraten? Wir wären es, wenn nicht die Bereitwilligkeit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion bestände, im Fall eines Sturzes des Kabinetts Luther über die Bildung einer neuen Reichsregierung zu verhandeln. Durch das ganze Land geht der Ruf:„ Fort mit Luther! Her mit der republikanischen Regierung!" Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat diese beiden Parolen, die negative und die positive, die beide nicht Refultate parlamentarisch- taktischer Spekulationen sind, sondern aus der Tiefe des Boltes kommen, zu den ihren gemacht. Eine Regierung stürzen, hat nur dann einen Sinn, wenn der ernste, ehrliche Wille besteht, eine bessere an ihre Stelle zu setzen. Der Sinn dieser Krise fann auch nur sein, die politischen Zustände nicht noch weiter vom parlamentari schen System zu entfernen, als sie es ohnehin schon find, sondern vielmehr den Parlamentarismus zu neuem Leben und zu neuer Kraft zu erwecken. Mögen sich die Parteien der Mitte über den Ernst der Lage nicht täuschen! Die vielberedete Staatskrise" ist nicht ta, aber sie fann tommen, wenn das Parlament nicht die Kraft aufbringt, aus sich selbst heraus dem Lande eine fefte Führung zu geben. Deutschland ist eine Republik. Eine Republik ohne republikanische Regierung ist schon an sich eine gefährliche Sache. Aber eine Republif mit einer republifanisch gesinnten Boltsmehrheit und einer antirepublifanischen Regierung das ist etwas, was nicht geht, was früher oder später zu den schlimmsten Erschütterungen führen muß, mag man sie ,, Staatsfrife" oder anders nennen. Die beutsche Republit hat eine republikanisch gesinnte Boltsmehrheit. Die Monarchisten haben sicher nicht tas Recht, alle Stimmen, die im Frühjahr 1925 auf den populären Namen Hindenburg fielen, sich zuzurechnen. Und doch hat auch damals die Mehrheit gegen den Kandidaten der Rechten republitants geftimmt. Unt menn sich feit Das Parlament ist vom Volte gewählt und hat die Aufgabe, die Kräfte für eine Regierung zu stellen, wie sie das Bolk will. Urd mag auch das Ergebnis der Wahlen bei unserer deutschen Parteizersplitterung fein in allen Einzelheiten flares Bild ergeben, soviel ist klar, daß das Volk eine offene oder verkappte Rechts regierung nicht will. Das wiffen auch die von rechts. Und darum erstreben sie ihre Herrschaft nicht durch die Demokratie und den Parlamentarismus, sondern gegen sie. Im Bewußtsein dessen, daß fie nur eine Minderheit sind, erstreben sie ein Regiment der Gewalt. Sie wollen den trockenen Butsch mit Hilfe des Artikels 48. Sie träumen von einem Belagerungszustand, um den gefürchteten Bolts entscheid zu verhindern. Sie möchten Deutschland zu einer Monarchie machen mit einem vafanten Thron und einem Reichsverweser à la Horthy an der Spize. Dort, wo man jegt über die Frankenfälscher zu Gericht ſigt, und wo alle deutschen Butschiften und Meuchelmörder ihre fichere Zuflucht finden, ist ihr Musterland, aus dem sie sich ihre Vorbilder holen. Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion ist sich des Ernstes der Lage bewußt. Sie ist sich auch der Verant wortung bewußt, die sie übernimmt, indem sie gegen den Reichstanzler Luther vorstößt, um ihn zu Fall zu bringen. Der angestrebte positive Erfolg, an die Stelle des gegen wärtigen Kabinetts ein besseres zu setzen, fann freilich nur erreicht werden, wenn die Sozialdemokratie, die im Reichstag ja nur eine Minderheit ist, mit ihrem Berantwortungsbewußtsein und ihrer Auffassung von den Not wendigkeiten des politischen Augenblics nicht allein bleibt. Denn davon fann natürlich nicht die Rede sein, daß die Sozialdemokratie darum, weil sie eine innerlich morsche, unmöglich gewordene Regierung beseitigen will, nun verpflichtet Die Entscheidung liegt jetzt bei den Parteien, die Herrn Luther aus Anlaß der Flaggenverordnung die Gefolgschaft versagt haben. Von ihnen hängt es ab, ob die Bildung einer Regierung möglich ist, bei der das Symbol und der geistige Gehalt der Republik besser aufgehoben sind als bei der bisherigen. Was Deutschland im Kriege durch den Mangel an Entschlußkraft in der Mitte des Reichstags erlitten hat, steht in den Büchern der Geschichte und sollte als Warnung dienen. Es soll Leute geben, die aus Furcht vor dem Tode gestorben sind. So könnte es auch Parteien geben, die aus Furcht vor der Staatskrise in die Staatskrise hineinsteuern. Den richtigen Kurs zu finden, der an den Klippen vorbeiführt, dazu gehört vor allem eines- Mut! Die Haltung der Mittelparteien. Die Demokraten bleiben fest. In der Sizung des Gesamivorstandes der Demokratischen Partei wurde am Montag folgender Beschluß gefaßt:„ Der Parteivorstand billigt die entschiedene Haltung der Fraktion und fordert fie auf, dabei zu beharren." Anschließend trat die demokratische Reichstagsfraktion zusammen, um den Bericht des Borsitzenden Koch über seine Besprechungen bei dem Reichskanzler und mit dem Reichsjustizminister Dr. Marg entgegenzunehmen. In der Debatte wurde auch die Möglichkeit einer vorläufigen Suspendierung der Flaggenverordnung erörtert. Die Frattion hält an ihrer bisherigen Haltung fest. Beschluß des Zentrums. Der Reichsparteivorstand des 3entrums faßte am Montag folgenden Beschluß: Der Reichsparteivorstand des Zentrums bedauert in llebereinstimmung mit dem Beschluß der Reichstagsfraftion den Erlaß der Flaggenverordnung; er billigt die Haltung der Reichstagsfraktion und erwartet mit Vertrauen ihre weiteren Entschließungen. Kommisionskampf um die Ratssitze. Einverständnis über den Grundsatz der Einstimmigkeit. Genf, 10. Mai( Eigener Drahtbericht). Die Studienfommiffion für die Reorganisation des Böllerbundsrats trat am Montag zusammen. Sie wählte zum Präsidenten den schweige rischen Bundesrat Motta und zum Vizepräsidenten den Argentinier Le Breton. Auf Antrag von Lord Robert Cecil und Paul Boncour beschloß sie, die allgemeine Diskussion öffent 1ich zu führen. Als erster Redner sprach der Engländer Lord Robert Cecil, mobei er die Regelung der Wahl und wählbarkeit der nichtständigen Ratsmitglieder als die Hauptaufgabe der Kommission bezeichnete. Im besonderen hob er folgende Fragn hervor: 1. Auf welche Dauer sollen die nichtständigen Ratsmitglieder gewählt werden und sollen sie nach einer Amtsperiode sofort wieberwählbar sein? 2. Ist die Neu wahl aller Mitglieder zusammen vorzunehmen oder in Tell erneuerungswahlen? 3. Stann ein gewisses Berhält. niswahlsystem festgelegt werden für die Sicherung einer Ver tretung einzelner Ländergruppen? 4. Kann die Wiederwählbarkeit in Beziehung zu einer qualifizierten Stimmenmehr hett eingeführt werden? 5. Sollen die nichtständigen Ratssige vermehrt werden? Cecil erklärte, daß die notwendigen Verbesserungen ohne radikale oder revolutionäre Umgestaltun gen des Rates vorgenommen werden müßten. Der italienische Bertreter Scialoja führte aus, daß der Bölterbundsrat tein Ueberstaat sei und werden dürfe und barum auch an der Einstimmigkeit des Rates nicht gerührt werden dürfe. Sie sei bei zehn Mitgliedern oft nur schwer zu erreichen gewesen und bei 20 Mitgliedern wäre sie wohl oft nicht mehr her zustellen. Darum nüffe von einer Vermehrung der ständigen Ratssige ganz abgesehen werden. Auch die Erhöhung der nichtständigen Sige fönne nur in sehr geringer 3ahl in Frage kommen. Der Spanier Palacios will auch an der Einstimmigkeit des Rates festhalten, hält diese jedoch auch bei einer größeren 3ahl von Ratsmitgliedern für erreichbar. Guani( Paraguay) möchte prinzipiell eine Abschaffung der ständigen Ratsfige be fürmorten, body jet das gegenwärtig ausgefloffen Die Nachmittagssigung wurde mit einer längeren Rede von Paul Boncour eingeleitet. Er hält es für ausgeschlossen, durch neue Zusäße zum Wölferbundespatt zum Ziele zu kommen; dafür fehle vor allem die Zeit. Einer Aufhebung der ständigen Size tönne er persönlich zustimmen, doch müsse diese Frage gegenwärtig noch aus der Diskussion gelassen werden. Solange der Völkerbund kein Ueberstaat sei und keine eigene Wehrmacht besige, müsse er sich auf die großen Wehrmachte stützen können und solange seien die ständigen Ratssige gerechtfertigt und notwendig. Im Hinblick auf die Schaffung des neuen ständigen Sitzes für Deutschland trat Boncour für die Bermehrung der nichtständigen Ratssige ein, um das Verhältnis der nichtständigen zu den ständigen Sizzen beizubehalten und um endlich den alljährlich wiederkehrenden Wünschen gewisser außereuropäischer Länder nach einer Vertretung im Rate nachkommen zu können. Eine Erschwerung der Einstimmigkeit befürchtet Boncour aus einer fleinen Vermehrung der ständigen Ratssige nicht. mit Ausnahme gewisser Fälle wie der Feststellung eines flagranten Angriffes möchte er an der Einstimmigkeit der Beschlüsse des Völterbundes nicht rühren. Die Der folgende Redner, Matsuda, Japan, unterstützte im wesentlichen die Ausführungen der Vertreter Großbritanniens und Italiens. Der Schwede Sjöborn wies auf die wiederholten Beschlüsse der Bölkerbundsversammlung auf Einführung eines Wahlturnus bei den nichtständigen Mitgliedern hin. Frage, ob es sich hierbei um eine Angelegenheit grundsätzlicher Natur oder nur um eine Aenderung des Verfahrens handle, möge durch das Internationale Gericht im Haag entschieden werden. Im übrigen trat Sjöborn für die Beibehaltung des gegen wärtigen Zustandes ein. Lediglich der lezte Redner, der Vertreter Chinas, sprach sich für eine Vermehrung sowohl der ständigen wie der nichtständigen Size aus. Der Borsigende Motta schloß die Sigung mit der Feststellung, unter den bisherigen Rednern habe Uebereinstimmung darüber geherrscht, daß feine enderungen am Bölkerbundspatt vorgenommen sowie an der Einstimmigkeit der Ratsbeschlüsse nicht gerührt werden folle Ei» letzter LeimnngSversuch. Tie Zentrumsfroktion des Reichstages hat ihr« Beratung über die Flaggenfrage gestern abend nicht mit einer Beschlußfassung be- endet, sondern ihre endgültige Entscheidung auf morgen, Dienstag, nach der Reichskanzlerrede oertagt. Die Fraktion gedenkt nach dieser Rede, die Unterbrechung der Sitzung zu beantragen, um dem Reichskanzler noch Telegen- heit zu dem Versuch zu geben, eine B r ü ck c zu den Anschauungen des Zentrums und der Demokraten zu schlagen. Entscheidende Abstimmung Mittwoch abend. Wie das Nachrichtenbureau des VDZ. hört, wird die Flaggen- frag« im Reichstagsplenum am Dienstag noch nicht abgeschlossen werden, sondern sich bis zum Mittwochabend erstrecken. Die entscheidenden Abstimmungen finden also erst in den Abendstunden des Mittwochs statt. die deutjchnationalea«orten ab. Die deutschnationale Reichswgsfraktion, von deren Stellung- nähme das Schicksal des Kabinetts Luther abhängt, wird die Entscheidung über ihre Haltung zum Mißtrauensvotum gegen Luther erst nach der Rede des Reichskanzler» treffen. der veränüerte hinüenburg-örief. Der Entwurf des Hindenburg-Briefes, der den demokratischen Parteiführern vorgelegt wurde, um sie zu vernnlasien, auf ein Kompromiß einzugehen, sah ander» aus als das inzwischen ver» öffentlichte Schreiben. In dem Briefentwurf, wie er den Führern der Regierung»- Parteien vorgelegen hatte, wurde, wie der Sozialdemokratische Pressedienst mitteilt, nicht von dem„gegenwärtigen Staat', sondern von dem„neuen Staat' gesprochen. Außerdem war in dem dritten Absatz des Briefes auf die Nationalversammlung als die verfassunggebende Körperschaft Bezug genommen und von dem Reichspräsidenten gesagt worden, daß ihm nichts ferner liegt, als die durch die Verfassung von der Nationalver- s a m m l u n g bestimmten Nationalfarben zu ändern oder zu beseitigen. In der veröffentlichten Fassung ist durch die Streichung der Worte„von der Nationaloersammlung' und„zu ändern' eine wesentliche Einschränkung des Urtextes erfolgt. Der Demokratische Zeitungsdienst bestätigt diese Mitteilungen und fügt hinzu, der Reichskanzler habe diese Abschwächungen ver- anlaßt, um bei den rechtsstehenden Kreisen nicht anzustoßen. Der demokratische Vorsitzende Dr. Koch läßt entgegen anders- lautenden Meldungen erklären, daß er nie daran gedacht habe, dem Kompromiß zuzustimmen, auch nicht auf der Grundlage des Urtextes des Hindenburg-Briefes. Erregung im Zentrum. Stürmische Protestversammlung des Berliner Zentrums gegen die Alaggenverordnung. Die Berliner Zentrumspartei hatte zum Donners« tag abend ihre Parteifreunde zu einer großen öffentlichen Rund- gebung für Schwarzrotgold und gegen das Flaggenattentat der Luther-Regierung in die Stadthalle in der Klosterstroße aufgerufen. Der Saal war festlich in den Farben der Republik geschmückt. Di« überaus stark besucht« Versammlung, die zum Teil ungewöhn- lich stürmisch oerlief und«in beredtes Zeugnis für die leideö- schaflliche Erregung breitester Zentrumsschichten über das provoka- torische Borgehen der schwarzweißroten Intriganten ablegte, wurde von dem Vorsitzenden Kellermann, dem Führer des Berliner Zentrums, eröffnet. Wie wissen, sagt« Kellermann, was uns bevor- steht. Wir wisten auch, daß wir vor jenen Kreisen, die den Vorstoß gegen da» Banner der Freihett unternommen haben, auf der Hut fein müssen.(Stürmische Zurufe.) Den ersten Schritt können wei- tere folgen, die verhängnisvoll fein würden. In der Reichsregierung sitzen unsere Männer.(Zurufe: Leider, leider. Pfui. Was ist mit Marx?) Wir wollen mit dem Bewußtsein an die Erörterung dieser Fragen herantreten, der Partei und dem Batertand zu helfe». (Zurufe.) Als erster Redner sprach Reichstogsabgcordncter Domherr U l i tz k a, Ratibor. Wir verstehen die leidenschaftliche Erregung, in die die Massen geraten sind. Die Pläne der Regierung gingen ja vorerst noch viel weiter. Sämtliche Auslandskonsulate. ob in See- oder Binnenstädten, sollten die schwarzweißrote Flagge hissen. (Große Unruhe, hört, hört und Rufe: Skandal. Bedauerlich genug. daß das zwei Zentrumsminister gemacht habenl Unerhört!) Unsere Minister im Kabinett sind gleichsam überrumpelt worden.(Minuten- lange Unruhe.) Die Zentrumsfraktion traf der Erlaß wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Unsere Bestürzung und Mißbilligung war allgemein.(Zurufe.) Der Brief Hindenburgs ist immerhin von dem Willen zur Versöhnung getragen.(Großer Lärm. Rufe: Das ist Unsinn, ein Attentat gegen die Republik!) Der Reichspräsident hätte bei Erlaß der Verordnung auch Rücksicht auf die breiten Schichten der entschiedenen Schwarzrotgoldenen Republikaner nehmen.(Stürmisches sehr richtig!) Die Flaggenverordnung wurde gezeichnet und gegengezeichnet, ohne daß die Reichstag»- fraktionen auch nur befragt wurden.(Stürmischer Lärm, Pfuirufe.) Wir als Fraktion haben nichts mit der Verordnung zu tun. Unsere Partei steht fest und mit treuem Herzen zu Schwarzrotgold.(Stür- misch« Händeklatschen.) Was hat zu geschehen?(Stünnische minu- tenlange Rufe: Luther wegjagen� Reichstagsauflösung.) Gefühlsmäßig müßte man sagen: Weg mit einer solchen Regierung.(Minutenlanges Händeklatschen und Bravorufe.) Man kann jedoch nicht«her eine Regierung stürzen, als man weiß, woher die neue nehmen.(Großer Lärm. Pfuirufe und anhaltende Zurufe: Reichstagsauflösung.) Da» Zentrum wird all« tun, daß sich solche Vorkommnisse nicht wiederholen.(Lärm. Rufe: Verröter der Republik.) Ich selbst stehe ohne Vorbehalt hinter Schwarzrvtgold.(Bravo.) Rufe:(Hoch Wirth! Wirth hat Recht!) Dem Banner Schwarzrotgold unentwegte Treue mit Herz und Hand Unter diesem Zeiche» wollen wir kämpfen und siegen!(Stürmischer Beifall.) Reichstagsabgeordneter H o f m a n n- Ludwigshafen ging auf die geschichtlich« Bedeutung der republikansschen Freiheitsfarben«in. Schwarzweißrot ist die rechtsradikale Parteifcchn« geworden. Weniger der alte Hindenburg als die Firma Luther und Strefemann haben das Flaggenattentat veranlaßt.(Leidenschaftliche Erregung. Rufe: Nieder mit Stresemann.) Wir stehen geschlossen hinter Schwarzrotgold und lassen daran nicht rütteln. Ein Zurück gibt es nicht, und nicht um einen Millimeter. Nicht die schwarzweißrote völkische Kriegsfahne, sondern das schwarzrotgoldene Pannler des Volkes und des Friedens ist unsere Losung.(Stürmischer Beifall.) Der Abgeordnete Schönborn- Berlin wi« daraufhin, daß Luther eine Prämie auf Ungeschicklichkeit gebühre. Niemal» hätte Ebert einer solchen Verordnung zugestimmt. Er war ein Sohn d« Volk« und ein Politiker.(Stürmisches Händeklatschen.) Kellermann betont noch, daß man oll« daran setzen müsse, daß auch auf dem Meere wieder die schwarzrotgoldene Fahne wehe. (Minutenlager Beifall.) Das ist die Stimmung der gesamten Frak- tion.(Stürmische Unruhe, anhaltende Zurufe: Und was jagen Stegerwald und Marx!) Eine Entschließung, die von Zentrumsfraktion und-presse ent- schiedenste Ablehnung und unermüdlichen Kamps gegen den schwarz- weißroten Anschlag oerlangt und der schwarzrotgoldenen Fahne unverbrüchliche Treue gelobt, wurde einstimmig angenommen. die �ngefteUtenverbänüe zur Zlaggeaverorönung. Der Vorstand des AfA-vundes veröfsenkllcht soeben folgende Kundgebung: Der AsA-vundesvorstand erblickt in der Flaggenvrrordnung eine Mißachtung der Zeicheu des neuen deutschen Volksstaates, gegen die mit der übrigen republikanischen ve- völkerung auch die JJ rivalang«stellten entschieden Einspruch erheben müssen. Er richtet deshalb an die Parteien des Reichstages das dringende Ersuchen, unverzüglich alle politischen Voraussetzungen zu schaffen, die es ermöglichen, diese Verordnung sofort wieder außer Kraft zu sehen, eine entschiedene republl- konische Politik zu betreiben und soziale Gerechtigkeit zu üben. Gegen Sie Luther-Regkeroag. Zwei graste Kundgebungen des Reichsbanners. Der riesigen Demonstration auf dem Gendarmenmarkt folgten gestern auf den Ruf des Reichsbanners im proletarischen Norden und aus dem Kreuzberg zwei Kundgebungen von außer- ordentlicher Wucht, die wie Fansaren den Sturz der Luther-Regie- rung forderten. Dichtgedrängte leidenschaftlich erregte Massen, die doch im Bewußtsein ihrer Stärke und ihres Rechtes diszipliniert blieben. Schwarzrotgoldene Banner, Musik und der Massenschrill der vielen Tausende gab den Zugangsstraßcn und den Plätzen das Gepräge. Ueber allem lag politische Gewitterstimmung. Eine macht, volle Kundgebung war die Protestversammlung der Zügv Tier- garten, Wedding und Pankow des Reichsbanners Schwarz- Rot-Gold auf dem Brunnenplatz im Norden Berlins. Auch große Scharen von allen und jungen Arbeitern und Arbeiterinnen demonstrierten lebhaft gegen den unerhörten Flaagenraub. Als erster Redner sprach Nifska(Zentrum), der ein flammendes Ge- löbnis für die Fahne des Volksstaates Schwarzrotgold ablegte und dem Zwischenruf..Sturz dieser Luther-Regierung' zustimmte. Räch ihm sprach in temperamentvoller Weise, von stürmischem Beifall öfters unterbrochen, der demokratische Reichstagsabgeordnete Nuschke. Nach ihm sprach Genosse Georg Schmidt. der mit scharfen Worten den Sturz der Luther-Regierung forderte und zur Bereitschaft aufrief für eine neue Reichstags- und Reichs- Präsidentenwahl. Kommunistischen Zwischenrufern rief er treffend zu, daß sie ja an Hindenburgs Wahl schuld sind. Ein Reichsbanner- mann endete die Demonstration mit einem Gelöbnis, mit Gut und Blut für das Reichsbanner einzustehen und mit einem dreifachen begeistert aufgenommenen Hoch aus das Reichsbanner. Mit klin- gendem Spiel und Gesängen zogen die einzelnen Trupps nach ihren Bezirken zurück, von einer großen Masse begleitet, die mit ihnen demonstrierten. Als am Fuße des Denkmals auf dem Kreuzberg die Fackeln aufflammten, da standen die langen Reihen, Publikum und Reichsbanner, dichtgedrängt bis hinunter in die verschlungenen Pfade der Anlagen. Die Reichsbannersermationen der südöstlichen Bezirke waren mit klingendem Spiel anmarschiert.. Sie mußten zumeist auf den Wegen Aufstellung nehmen, der Platz war dicht- !«drängt besetzt mit Publikum. Von den Demokraten sprach Abg. traf. Bergsträher. Für die Sozialdemokratie sprach der Abgeord- nete Genosse Unterleitner(München). Reicher Beifall und unzählig« Zurufe bewiesen den Rednern, daß sie den Erschienenen aus dem Herzen gesprochen hatten. In guter Ordnung rückten die Reichsbannerformationen wieder ab. Zu beiden Seiten eine unge- heure Mensthenmenge. Alle waren herbeigeeilt, um in Reih und Glied mit der Schutztruppe für die Farben der Republik zu streiten. Regierungsbilöung in Selgien. Genosse Brunei Ministerpräsident? Brüssel. 10. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der Parteiausschuß der Belgischen Arbeiterpartei stimmte am Montag dem Plane zu, den sozialistischen Kammerpräsidenten Brunei mit der Bildung der„Nationalen Regierung zur Rettung des Franken' zu betrauen. In dem neuen Kabinett werden ö Sozia- listen, 5 Katholiken und 2 Liberale sitzen. In der bisherigen Regierung waren die Sozialisten ebenfalls durch S Mitglieder vcr- treten. Die katholischen Minister sind voraussichtlich der frühere Außen- minister I a s p a r, der frühere Justiz- und Arbeitsminister Tschoffen als Finanzminister, der katholische Abgeordnet« von Ostend« B a e l» als Minister für die öffentlichen Arbeiten und der katholische General Helle baut als Wehrminister. Die Minister- kandidaten der Liberalen sind noch nicht bekannt, da die Entschei- dung der Liberalen Partei vorläufig noch aussteht. Aus alle Fälle wird die Bildung der neuen Regierung am Dienstag beschlossen werden. Außer den bisherigen sozialistischen Ministern gehört ihr auch der bisherige Ministerpräsident an. Dem Finanzministerium soll ein F i n a n z r a t angegliedert werden, dem die Dantier» Iadot und Franqui von der„Societö generale' und Cattier von der Ueberseebank, serner der frühere Minister Thcunis und der sozialistische Direktor der Arbeiterbant angehören sollen. Mexitanisthe Kinder- und Volkskunst. Offenbar hat die in Deutschland schon vor fünfzehn Iahren aufgetauchte Idee der Kunst desKindes nun auch in M e x i k o Wurzeln geschlagen. Ein Professor Ramos Martinez in der Haupt- stodt Mexiko hat Schüler im Alter von 7 bis 17 Jahren nach Lust und Laune malen und zeichnen lassen, vornehmlich Kinder der untersten Klasse, der„Indios, der Eingeborenen. Man sieht aus Photographien, wie die Kleinen hinausziehen mit Leinwand, Farben- tasten und Staffelei und andächtig in der Landschaft sitzen, die sie auf das Bild zu bannen sulhen. Die Ergebnisse dieser lobenswerten Tätigkeit sind dann zu einer Wanderaus st ellung vereinigt worden, die nun auch In Berlin gezeigt wird in der Akademie der bildenden Künste. Das ist aber nicht oll«. Man hat kunstgewerbliche Arbeiten mitgeschickt, die als„B o l k s k u n st' ausgegeben werden. Die Der- bindung bedeutet ein Programm: in den künstlerischen Versuchen der Eingeborenenkinder sieht man Symptome für die Empfindungs- well des Volkes überhaupt. Beides, Kinderkunst und Volkskunst, sollen sich zu einem Gesamtbegriff runden. Aber leider stimmt die Rechnung nicht. Oder nur soweit, als sie auch bei uns gestimmt hat. Eine organische Weiterentwicklung der schönen Keime, die im Kinder- aemüt erschlossen liegen, ist so gut wie gar nicht wahrzunehmen. Auf kinen verheißungsvollen Frühling folgt kein fruchtbarer Sommer uyd Herbst. Das Gesetz der Psychoanalyse, nack dem das rauhe praktische Leben die allermeisten kindlichen Wunschregungen kappt und in den Keller des Unterbewußtseins verbaut, scheint auch aus die künstlerischen Anlagen des Kind« anwendbar zu sein. Aber auch den Begriff„Kinderkunst' haben die Veranstalter der Ausstellung falsch gefaßt. Mit 14, IS Jahren ist bei dieser südlichen Rasse die Kindlichkeit vorüber. Gerade da», was uns Deutschen das Charakteristische und eigentlich Wertvoll« an den Erzeugnissen kind- licher Phantasie dünkt, fehlt hier fast ganz. Diese angeblich un- beeinflußten Naturkinder arbeiten schon in fast erschreckendem Maße mit Perspektive, mit Licht und Schatten— kurz mit all den Mitteln. von denen sich primitive Völker und wahre Kinder so glücklich frei- halten. Diese mexikanischen„Indios' müssen, wenn man von diesen Malereien auf ihre Wesensart schließen wollte, recht unprimittv sein— weit mehr Verstandes- als Gefühlsmenschen. Aber die Schuld liegt wohl weniger an den Künstlern als am Veranstalter der Ausstellung, der den Kern de» Problems„Kinder» kunst' gar nicht erfaßt hat. sondern offenbar mit den unseligen ästhetischen Begriffen der Kunstakademie es zu meistern suchte. Mit besonderem Stolz zeigt er eine Reihe Photographien von Gemälden, die in Paris und New Pork verkauft worden sind. Das ist kam- oromittierend. Muß man unbedingt die Erzeugnisse kindlicher Phantasie zu Marktware degradieren? Dollends vernichtend wirkt die sogenannte„Volkskunst'. Was da an gepreßten Lederartikeln, an Töpfereien, Holzschalen, Flechte- reien und Webereien ausgestellt ist, hat mit„Kunst' so gut wie gar nid#» zu tun, und erst recht nicht mit„Volk'. Das sind geringe Massenartikel, die in Kötzschenbroda genau so gut hergestellt sein könnten wie in Mexiko. Das geht herunter bis zu Reitpeitschen aus Schildpatt, zu Kämmen und Haarpfeilen aus demselben Material. Auch die Dinge, die man bei uns als.Reiseandenken' herstellt oder wenigstens vorgestern noch herstellte, und die aufgeschnittenen Riesen- eier aus Holz, in die winzige Figürchen hineinpraktiziert sind, dürfen nicht fehlen. Aber nicht etwa als abschreckende Beispiele wie in dem famosen Stuttgarter Museum unter dem Titel„Hausgreuel', sondern ganz ernsthaft und bieder unter der Schutzmarke„Volks- kunst'. Die Photographien der Staatspräsidenten von Mexiko und Deutschland haben sie in riesigem Ausmaß auf scheußlich grellbunte Teppiche projiziert. Ein paar Kopien au» Ton erinnern an die Blütezeit mexikani- scher Kunst. Bevor die spanischen Eroberer kamen und olles nieder- trampelten, was an ursprünglicher Kultur vorhanden war, stand die Plastik, namentlich aber die Töpferei in Mexiko ebenso wie in Peru und Bolivia auf derselben Höhe wie bei den ältesten Kulturvölkern Europas. Unsere Bölkerkundemuseen legen rühmliches Zeugnis da- von ab. Wo ist der künstlerisch« Genius jener Zeit geblieben? Ebenda, wo er sich bei uns hingeflüchtet hat: in jenem Keller d« Unterbewußtseins, in dem er als Erinnerung an ein goldenes Zeit- aller der Kunst fortlebt, an Zeiten, in denen es noch wirklich« Volkskunst auch bei uns in Deutschland gegeben hat. Wir wollen uns nicht überheben und etwa mit Verachtung auf die Mexikaner als ein kulturell minderwertiges Volk herabschauen. Nichts wäre ein» fältiger. Wir wollen nur wieder aufs neu« beherzigen, daß das Gift der kapitalistischen Zivilisation', dem selbst solche Herrlichkeiten wie das chinesische Porzellan und der japanische Farbenholzschnitt zum Opfer gefallen sind, die uralte Kultur Mexikos genau so ange- fressen hat wie» unsere eigene, die noch vor hundert Jahren, wenigstens auf dem Lande, stolz und stattlich und wahrhaft«igen- wüchsig, alfo eine.�Zolkkunst' war. HermannHieber. Zur Rolf Gärtner. Wie unsere Leser wissen, wurde der Rezitator RolfGärtner im vorigen Jahre vom„Staatsgerichtshof zum Schutze der Repu- blit' zu IS Monaten Gefängnis verurteilt, weil er an- läßlich einer Feier der Kommunistischen Partei in Württemberg Ge- dichte von John Henry Mackay, Erich Mühsam. H e r w e g h und Toller vorgetragen hatte. Es hatte einen horten Kampf gekostet, um das Reichsjustizministerium zu veranlassen, da» unerhörte Urteil aufzuheben. Rolf Gärtner selbst hatte es anfangs abgelehnt, von der im Frühjahr dieses Jahres erfolgten Vcqnadigung Gebrauch zu machen, weil ihm die Bedingungen, deren Befolgung die Voraussetzung für seine Freiheit sein sollte, unvereinbar mit seiner persönlichen Ehre erschienen. Daraufhitt hatte das Reichsjustiz- Ministerium dem von Freunden des Verurteilten gestellten Gnaden- gesuch die Empfehlung an den Reichspräsidenten verweigert. Schließ- lich gab man Rolf Gärtner aber doch die Freiheit wieder, nach. dem er ein Jahr im Gefängnis zugebracht hatte. Jetzt erfährt man, daß Rolf Gärtner schwer erkrankt ist. Das Jahr Gefängnis hat ihm fast das Leben gekostet! Der Schrift- steller Heinrich Eduard Jakob, der Gärtner im Krankenhaus besucht hat, teilt darüber mit:„In den drei Minuten, die ich, geleitet vom Arzt, an Gärtners Bett stand, hat er drei Tatsachen erzält. Er hat bereits während seiner Haft an einem Magengeschwür gelitten'. Er fft nicht ärztlich behandelt worden! Man hat ihm, trotz seiner dringenden Bitte. keineKrankento st gegeben! Dies« Dinge nicht zu verschweigen, habe ich chm schwören müssen: er wollte meine Hand nicht lassen, ehe ich es ihm versprach. Hoffentlich... kommt er davon. Was aber dann? Er wird vielleicht die Gefängnis- Verwaltung auf Entschädigung verklagen— aber wird er durch- dringen? Seine Existenz ist zerstört. Seine Arbeitssähigkeit(Vor- tragsreisen, Engagements) ist auf lange hinaus vernichtet. Wer hilft? Die Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen (Berlin W., Keithsttaße II) hat ein H i l f s k o n t o Rolf Gärtner errichtet.' Wir hoffen, daß die Aktion der Bühnengenossenschaft dem un- glücklichen Opfer unserer„Rechtspflege' die nötige materielle Hilfe bringt. Aber— da» möchten wir doch mit aller Entschiedenheit be- tonen: es kommt nicht allein auf das Geld an, das dem erkrankten Rolf Gärtner helfen soll, sondern-es gill auch dafür Sorge zu tragen. daß die für diese skandalöse Angelegenheit ver- antwortlichen Stellen zur Rechenschaft gezogen werden. Don der Akademie der Mflenschaftea. In der Gesamtsitzung der Berliner Akademie der Wissenschaften sprach Ulrich von Wila» mowitz-Moellendorff über Hellenismus und Rom. Den Namen Helle. nismus hat Droysen für die letzten drei Jahrhunderte v. Ehr. geprägt, zunächst im Gegensatz zu der ottischen Periode, die er ablöst. Grammatiker, welche die attisch« Sprache die der Hellenen gegenüberstellen, gaben zu dein Namen den Anlaß. Nach unten haben Griechen und Römer unter den Zeitgenossen des Augustus die Grenzscheide zweier Weltperioden empfunden. Die Einheit des Römischen Reich« macht sich auf allen Lebensgebieten fühlbar; die Kultur des Kaiserreiches als Einheit zu erfassen, ist aber bisher nur ungenügend geleistet. In der gleichen Sitzung hat die Akadeinie zu wissenschastlichcn Zwecken eine Gesamtsumme von 40 500 M. be- willigt. Größere Summen davon entfallen auf die Fortführung der von der Akademie allein unternommenen oder unterstützten großen Unternehmungen wie z. B. des Biographischen Jahrbuchs, der Unternehmen„Das Tierreich' und„Das Pslanzenreich', für die Aegyptische und Orientalische Kommission, für die Kant-Au-oabe, kür die deutschen Dialektwörterbücher, für die jzerausgabe der Werke de» Mathematikers Kronecker. Neu ist eine Bewilligung für die Herausgabe der Werke Jean Pauls; damit löst die Akademie endlich eine Ehrenschuld der Literaturwissenschast an dem großen deutschen Prosaiker ein. Prof. Dr. Ludendorff wind eine Expedition des Slstrophysikalischen Observatoriums nach La Paz in Bolivien leiten: zur Beschaffung photographischer Platten dafür erhält er von der Akademie 2000 M. Prof. Dr. Baur in Berlin-Dahlem bekommt eine Unterstützung der Akademie für eine botanische Sammelreise nach Kleinasien. «»«mersäu-er Z«s. Schwarz ill von der S l S d t i s ch e n O p e r von Milte Mal bl« Ende Juni al» Gast verfiichtet worden. Er beginnt lein Gastspiel am 17. in„ToSea". La» grötzie Theater Wie italienisckie Blätter berichten, will Genua den Rubm sur sich gewinnen, da« größte Tbeate« der Welt zu besitzen. Der gewalttge Bau soll im Angesicht de« Meere« auf dem Tagliata-Ptatz errichtet werden. Die stattlich« Summe von 40 Millionen Lire, die er lostet, ist bereit« von einer Kapitalistengruppe. aufgebracht worden. Die Subventionspolitik des Reiches. Ein gefährliches System. Endlich hat sich die Reichsregierung unter dem Druck des Reichs tags dazu entschließen müffen, eine vollständige Ueber. Die Streiklage unverändert. licht über die vom Reiche durchgeführten Subventionen Ruhiger Verlauf des Wochenendes.- Vorverhandlungen mit den Grubenbesitzern. zu geben. Das Material hierüber ist dem Haushaltsausschuß des Reichstags vorgelegt worden, der angesichts der letzten Forderungen V. Sch. Condon, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Das viel-| Baldwin und die Regierungsverhältnisse in noch drastischeren Ausdrücken als das der Generalrat in seiner letzten Rundgebung ge( Kredite für die Flachs- und Leinenwirtschaft, Kredite für den Motor- fach gefürchtete Wochenende ist günstig und ruhig ver. pflug- und Traktorenbau, Uebernahme einer Reichsgarantie für die laufen. Die Befürchtung, daß als Folge der in England leider tan hat. Er schiebt Baldwin die ganze Schuld an dem Dividenden aus Reichsbahnvorzugsaftien), über die hier bereits ausnoch weit verbreiteten Trunkenheit am Sonnabend und Sonntag Streit zu. Diese Nummer des New Staatsman" ist für die Reführlich berichtet wurde, endlich einmal den Wunsch und das Be- stärkere Unruhen in Erscheinung treten würden, war unberechtigt. gierung ein schwerer Schlag und für die Sache der Gewerkschaften dürfnis hatte, klaren Wein über die bisherigen finanziellen Leistun. Das ist nirgends der Fali gewesen. Fast alle Arbeiterabgeordneten ein großer Borteil. Daß dieses Heft mit Hilfe von Streif gen des Reiches für private Zwede eingeschenkt zu erhalten. Das und Gewerkschaftsführer hielten in vielen Hunderten von Orten brechern erschienen ist, ist eine der vielen unerwarteten und lehrMaterial, das vertraulich war, ist in der bürgerlichen Bresse bereits massen verjammlungen ab, in denen fie Ansprachen an reichen Erscheinungen des Streifs. veröffentlicht worden. die Streifenden hielten, die mit Jubel begrüßt wurden. Sogar die arbeiterfeindlichen Organe müssen den must er gültig ruhigen erlauf und die Ueberfüllung der Versammlungen berichten und hervorheben. Die Uebersicht umfaßt nicht weniger als 19 Fälle, in denen Subventionen bereits gezahlt wurden, und 5 Fälle, in denen die Subventionierung nicht geplant ist. Unter den 19 Posten findet sich eine Anzahl, bei denen die vom Reich übernommenen Verpflichtungen relativ harmloser Natur find oder zeitlich weiter zurüdliegen. Darunter find etwa zu rechnen: Krebite an gemeinnüßige Bauge: noffenschaften nach dem Kriege( die Rückzahlung erfolgt auf Grund der Aufwertungsbestimmungen), Bürgschaften für die Balutafchulden süddeutscher Gemeinden und Biehzuchtverbände aus der Inflations. zeit, bürgschaftliche Beteiligung des Reiches an den fübdeutschen und ostpreußischen Wasser- und Elektrizitätsbauten, Kredite an die Gemeinden des befeßten Gebietes zur Hochhaltung von Bädern und privaten(!) Heilanstalten, Kredit an die Deutsche Beamatengenoffenschaftsbank und Kredit an die Stadt Memel. Die Gesamt fumme der hierfür in Anspruch genommenen Mittel wird 4.5 Millionen Mart taun übersteigen, wovon der weitaus größere Teil auf die Beteiligung des Reiches an den Kanalbauten und Elektrizitätswerken entfällt. Bei den folgenden Bosten ändert sich das Bild ganz erheblich. Hier erscheinen weit größere Millionenbeträge, die der Industrie und der Landwirtschaft sämtlich erst seit 1925 zuge floffen find oder noch in Kürze zugewandt werden sollen. Um eine größere Uebersichtlichkeit zu erzielen, ist hier eine fleine Tabelle. ge= geben, wobei zunächst unberücksichtigt bleibt, ob die Zustimmung des Haushaltsausschusses zur Gewährung der Kredite und lebernahme Haushaltsausschusses zur Gewährung der Kredite und Uebernahme der Bürgschaften bereits vorliegt oder noch nicht: Zuwendungen an die Landwirtschaft: 30 Millionen 1. Der Wingerfrebit( März 1925). 2. Der Roggenpreisstügungskredit( April 1926) 30 Zuwendungen, die Landwirtschaft und zugehörige Industrien gemeinfam erfahren: 8. Die Düngemittelfrebite( Dea.1925, Febr.1926) 30 Millionen 4. Der Flachs- und Leinenkredit( Mai 1926) 9 5. Der Motorpflug- u. Traktorenkredit( Mai 1926) 21 6. Der Kredit für die Kartoffelstärkeindustrie ( März 1926)... 7,5 . . 105 Millionen Zuwendungen an die gesamte Industrie. 7. Der Ruffenkrebit( Mara 1926) . Zuwendungen an Einzelfirmen. 8. Bullanwerte Stettin und Hamburg( Mai 1925) 7,5 mill. 9. Mannesntann- Neulag 10. Schichauwerft in Elbing im Freistaat Danzig( 1) 11. Rheinmetall A.-G. 12. Röhling- Konzern. 13. Junkers- Werte. 14. Stumm Konzern 15. Deutsch- Oberschlesische Industrie. 8,5 6,5 19,0 " 20,5 " 14,7 12,5 WOND Insgesamt also: 321,7 Millionen Reichs. mart teils bereits gezahlt, teils zur Zahlung vorgesehen ungerechnet den weiterhin geplanten Krebit an den Deutsch Oberschlesischen Eisentrust, den man auf mindestens 20 bis 30 Millionen Mark wird veranschlagen können! Und ungerechnet ferner diejenigen Beträge, die auf anderem Wege aus Reichsmitteln der„ notleidenden" Industrie und Landwirtschaft zugeleitet werden( wovon gleich noch zu sprechen sein wird). Das Ergebnis ist geradezu erschredend, felbft, wenn man zugesteht, daß es sich bei den angeführten Ziffern in einer Reihe von Fällen nicht um direkte Subventionen, sondern nur um die Bereitstellung von Mitteln zur Uebernahme von Ausfallbürg. schaften wenn Zahlungen nicht erfolgen, Wechsel nicht eingelöst werden usw. handelt. Die bisherige Subventionspolitik ber Regierung ist zu einer wirtschaftlichen und politischen Gefahr geworben Zu einer politischen Gefahr: denn durch die Zahlungen des Reiches, die ohne Befragung des Reichstages bisher vorgenommen oder wenigstens den Empfängern zugesagt wurden, ist das entscheidend wichtige Recht des Reichstags, das Recht der Ausgabebewilligung, weitgehend ausgehöhlt" worden. Allerdings sind nun, dank des Widerspruchs im Haushaltsausschuß, und auch namentlich des Vor fizenden des Ausschusses, die hier genannten Leistungen des Reiches, soweit sie bisher noch nicht etatsmäßig bewilligt, sondern nur einge leitet waren, bekannt gegeben worden. Aber sie enthalten ja noch nicht alle Boften! Unter welchen Gefichtspunkten die Auswahl der hier genannten„ Stüßungaftionen" durchgeführt wurden, ist nicht ganz flar ersichtlich. In der dem Haushaltsausschuß vorgelegten Liste fehlen nämlich: die Mittelstandstrebite ( aus Geldern der Reichspost gewährt), die erfitredite ( aus Mitteln der produttiven Erwerbslosenfürsorge stammend), der( in unferer Aufstellung enthaltene) Reichs kredit für die Roggenpreisstüßung,- es fehlen ferner die durch die Länder( zum Teil aus Reichs postmitteln) an die Privatwirtschaft gegebenen Rredite, für die das Reich eine Bürgschaft mit übernommen hat( 18 Millionen 3. B. an die Wirtschaft der Pfalz) es fehlen weiterhin Kredite an die Landwirtschaft( Düngemittel und Erntebergungs tredite) in Höhe von 125 Millionen, die das Reich aus eigenen Mitteln vorgeftredt hat, und weitere Summen in unbekannter Höhe, die durch Reichsbant, Rentenbant, Seehandlung, Reichs, freditgesellschaft und andere Reichs- und Staatsbanten sowohl an die Landwirtschaft als Kredite( und Zuschüsse zu Tilgungsfonds), als auch an die Industrie bei Stüßungsaftionen und -täufen( Stinnes- Liquidation! Giesche- Subvention!) geflossen find. Und endlich fehlen alle jene Beträge, die aus den im Etat regulär bewilligten Summen als sogenannte„ echte" Staatsausgaben in die Wirtschaft hinaus gefloffen find, und die doch heimliche Subventionierungen schlimmster Art bedeuten, wie etwa jene berüchtigte ,, Entschädigungszahlung" in Höhe von 722 Millionen an die Ruhrkampfhinterbliebenen in der Schwerindustrie, und wie andere Summen( z. B. aus den Fonds des Reichswehretats), die in Gestalt lukrativ bemessener Bergütungen für irgendwelche Leistungen und als Entschädigungen, Zuschüsse zu„ Studienzweden" usw. doch wieder in private Taschen fließen. Das ist, alles zufammengenommen, ein Bild, vor dem selbst dem hartgefottensten Kapitalisten die üblichen Phrafen von der Rost gängerei des Staates bei der Wirtschaft" im Halse stecken bleiben müffen. Das Gegenteil ist wahr. Die Regierung versucht dem Publikum eine ständige Besse. rung der Lage einzureden. Dabei ist dem amtlichen Organ ein Fehler unterlaufen. Unter der Sammelüberschrift:„ Arbeit bei Tag und Nacht" sollte eine Liste von Städten und Industrien veröffent licht werden, in denen die Wirtschaft angeblich normal weiter läuft. In dieser Liste steht eine Nachricht aus der Hafenstadt Hull, daß der gesamte Berkehr und Schiffahrtsverkehr lahmgelegt worden ist, weiter aus Sheffield, dem englischen Solingen die Nach richt, daß alle Arbeiter in den Betrieben stehen mit Ausnahme von 5000 Stahlarbeiter. Da aber diese 5000 Stahlarbeiter das Roh. material für die gesamte Sheffielder Industrie liefern, müssen auc die übrigen Arbeiter feiern. In Wirklichkeit ist die Lage unverändert und die meisten gemeldeten Fälle von Rückkehr zur Arbeit betreffen Arbeitertate gorien, die entgegen den gewerkschaftlichen Barolen in wilde Solidaritätsstreits eingetreten waren und nur mit Mühe von den Gewerkschaften zur Wiederaufnahme der Arbeit bewegt werden konnten. Der Londoner Bertehr hat sich nur wenig gebessert. Es verkehren etwas mehr Autobusse, weil ein paar hundert Fret willige mehr in der Lenkung der schweren Wagen ausgebildet werden konnten. Alles Gerede vom Geschäftsgang wie gewöhn lich"( business as usual) hält gegenüber der von amtlichen Kreifen eingeräumten Tatsache nicht stand, daß der Streit der englischen Wirtschaft ungeheure Summen von Berlusten tostet über eine Milliarde Mart in der ersten Woche wird geschätzt- ganz ab gesehen von den öffentlichen Ausgaben für die Bezahlung von Freiwilligen usw. Das hält auf die Dauer fein Staat aus. Es ist unter solchen Umständen kein Wunder, wenn die Bürgerlichen sich anfangen zu fragen, ob das Ziel, das die Regierung verfünbet, auch erreichbar ist. Der Ton der British Gazette" ist natür. lich, wie immer, voll von Siegesgewißheit, was ganz auf den Einfluß von Baldwin zurückgeführt wird. Daß aber innerhalb der Regierung zwei Richtungen sehr heftig miteinander ringen, geht schon allein aus der Tatsache hervor, daß das Radioverbot gegen den Erzbischof von Canterbury, welches außerordentliche Erregung in den weitesten bürgerlichen Kreifen her vorgerufen hat, wieder rüd gängig gemacht worden ist Der Erzbischof fonnte am Sonntag in einer Kirche am Trafalgar Square predigen. Seine Predigt wurde durch Rundfunk übermittelt; sie war im großen und ganzen eine Wiederholung seines ersten Friedensappells. Die British Gazette hat jedoch am Montag früh feine Notiz von dieser Predigt genommen, ebenso wenig wie von einer Rundfunkrede Lord Greys. Der frühere britische Außen minister fagte, daß man eine politische Bewegung niederschlagen müsse, eine rein gewertschaftliche Bewegung aber, wie diesen Streit, burch Berhandlungen zu beenden suchen müsse. Es ist natürlich sehr schwer, die Stimmung der nicht un mittelbar am Streit beteiligten Boltsschichten zu erkennen. Es hat aber den Anschein, als ob fich bei den großen Massen des Bürgertums doch jetzt 3 weifel an der von der Regierung verbreiteten Berfion, der Streif sei politischen Charakters, bemerkbar machen. Als einzige Wochenschrift ist der New Staatsman" heute erschienen, der allerdings unabhängig und sehr labourfreundlich ist. Der außerordentlich scharf gehaltene Artikel wendet sich gegen Rechtskurs in Polen. Kabinett Witos ernannt.- Skrzynity ausgeschieden. Schärffte Opposition links. Warschau, 10. Mai.( WTB.) Dem Biaftenführer Mitos ist es nunmehr gelungen, gemeinsam mit der Rechten und der Nationalen Arbeiterpartei gegen die Opposition der Linten eine Regierung zu bilden. Viele Mitglieder des zurück getretenen Rabinetts Skrzynsty behalten ihre Portefeuilles. Außenministerium, Kriegsministerium und Innenministerium find neu besetzt worden. Graf Strzynfty hat die neuerlich angetragene Mitwirkung an der neuen Regierung abgelehnt. Dem pelnischen Gesandten in Bufarest, Bielowiejfti, ist angeblich der Borschlag gemacht worden, das Außenportefeuille zu übernehmen. Seine Antwort soll noch ausstehen. Das Kabinett, das vom Präfidenten der Republik Montag nachmittag bestätigt wurde, hat folgende Zusammensetzung: Borsiz: Witos, Innenministerium: Smulsti( Chriftl. Demokrat), Kriegsministerium: General Maloze wsti, Korps. fommandant von Warschau, Finanzministerium 3dziechowsti ( Nationaldemokrat), Außenministerium: Borläufiger Leiter: Mo. rasti( bisher Unterstaatssekretär), Unterrichtsministerium: Sta nislaus Grabiti( Nationaldemokrat), Justizministerium: Pie. chodi( Chrifti. Demokrat), Industrie und Handel: Dfiedi( Biaft), Eisenbahnen: Chondzynski( Nationale Arbeiterpartei), Landwirtschaft: Riernit( Piaft), Deffentliche Arbeiten: Mit der Lei tung betraut: Rybezynfti( Beamter), Minister für Agrarreform: Radwan( Parteilos), Minister für soziale Fürsorge: Mit der Leitung betraut: 3antomski( Beamter). Die vier Koalitionsparteien, auf die sich die neue Regierung Mitos stüßt, verfügen im Landtag nicht über die Mehrheit, doch dürfte das Kabinett auf die wohlwollende Neutralität der chriftlich- nationalen Monarchistengruppe rechnen fönnen. Rreifen der polnischen Linfen fündigt man schärffte Opposi tion an. In Bethlen Mitwisser und mitfchuldig. Raba belastet den Ministerpräsidenten. Budapest, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht). In der Montags. berhandlung des Fälschungsprozesses nannte der Angellagte Brivat fefretär des Prinzen Windischaräz, Raba, ausdrücklich den Minister. präsidenten Betblen als Mitschuldigen. Er erflärte, Bring Windischgrät habe ihm mitgeteilt, daß auch der Graf Teleti an Inoffizielle Verhandlungen mit den Grubenbesitzern. London, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Sicherem Bernehmen nach verhandelt die Regierung inoffiziell mit den Gruben= befizern, um fie zur Zurücknahme ihrer Ausfpertungsbeschlüsse zu veranlassen. Offiziell mwird von diesen Berhandlungen nichts bekanntgegeben, da die Regierung auf ihrem Standpunkt beharrt, daß erst der Generalstreit aufgehoben werden müsse, ehe die Verhandlungen eröffnet werden. Der Fortgang der Besprechungen mit den Grubenbefizern hängt sehr start davon ab, ob der rechte Flügel ber Konservativen den Gewerkschaften einen tödlichen Schlag versetzen möchte, oder der linke, der auf ein gütliches Abkommen abzielt, die Oberhand behält. Debatte über die Grundlage eines Friedensschluffes. London, 10. Mai.( Eigner Drahtbericht.) Lloyd George hielt am Montag im Unterhaus eine Rede, die von der gesamten Oppofition mit Beifall aufgenommen wurde und die Frage nach den möglichteiten eines Friedensschlusses wieder in den Bordergrund geschoben hat. Seine Auffassung, daß ein Frie densschluß auf der Basis der unter dem Borsiz des Erzbischofs von Canterbury von den Vertretern der Kirche gemachten Vorschläge möglich ist, wird bis tief in die führenden Gewertschaftskreise hinein geteilt. Auch der„ Manchester Guar dian", der seit einigen Tagen mit einer in Maschinenschrift ge= schriebenen Ausgabe erscheint, schließt sich im allgemeinen dieser Auffaffung an und warnt die Regierung vor der Vergiftung der gesamten politischen und sozialen Atmosphäre Großbritanniens, wenn die Regierung auf ihrer Formel, den Kampf bis zur Kapitu= lation der Gewerkschaften fortzuführen, besteht. Das Blatt rät zur Aufnahme inoffizieller Besprechungen. Die auf dem Umweg über Paris oder New York verbreiteten Nachrichten über Friedensaftionen des Prinzen von Wales und über die Ernennung Lord Readings als Unterhändler finden hier teine Bestätigung. Ein amtlicher Lagebericht. Condon, 10. Mai.( Reuter.) Bei Edinburg ereignete sich ein Bugzusammenstoß, wobei drei Personen getötet wurden. In der Nähe von New Castle entgleiste ein Zug. Es wurde ein Reisender verlegt. Wie heute abend amtlich mitgeteilt wird, verkehrten heute fast piertausend 3üge. Ein Fünftel des Personals der Eisenbahngesellschaften arbeitet. Die Lage im Lande ist im allgemeinen ruhig. Störungen der Ordnung sind selten. Jedoch scheint die Stimmung gereizter zu werden. Kein Papier für das Arbeiterblatt. London, 10. Mai.( WTB.) Im Unterhaus erklärte Churchill, es fei noiwendig geworden, borläufig alles Papier qu requirieren, das sich für die Herstellung der von der Regierung herausgegebenen Notzeitung eigne. Auf die Frage eines Arbeitermitgliedes, ob Churchill zusichern fönnte, daß die Belieferung des Gewertschaftsblattes The British Worter" mit Zeitungspapier fortdauern merde, erwiderte Churchill, ein vorläufiges Beliefe. rungsverbot sei gegen dieses Blatt ebenso wie gegen viele andere Blätter, darunter eine große Zahl Londoner Zeitungen, er. gangen. Möglicherweise tönnten die Gesuche jedes einzelnen Blattes nach Belieferung später erwogen werden, menn mehr Papier zur Verfügung stehe. den Fälschungen beteiligt sei und auch höhere Berfonen an der Aftion teilnahmen. Auf weitere Fragen des Vorsitzenden sagte er. Windischgrätz habe ausdrücklich gesagt, Graf Teleti nehme an der Altion nur teil, weil auch der Graf Bethlen davon wisse. Budapest, den 10. Mai.( WTB.) Der Angeklagte Pring. Windischgrät erflärte im Verhör, daß er die volle Berantwortung für alle Handlungen feines Sekretärs übernehme. Dieser habe stets nur auf Befehl gehandelt. Besondere Aufflärungen über die Frankfälschungsfache habe er ihm nie gegeben. Auf eine Frage des Vorsitzenden, ob Windischgrätz gegenüber Raba geäußert habe, daß Telefi der Mittelsmann zwischen der Aktion und dem Ministerpräsidenten Bethlen set, erwiderte Windischgräß, er habe eine solche Aeußerung in dieser Form nicht getan. Auf die Frage, ob die Regierung die Attion unterstützt habe, oder ob sie wenigstens eine Art Rückendeckung gebildet habe, verweigerte Windischgräß die Aussage.(!) Darauf erklärte Nadossy mit erhobener Stimme, er habe niemand irgendwelche Anhaltspunkte dafür gegeben, daß die Regierung von der Sache wiffe. Er habe auch stets gefagt, man folle niemals feinen Namen nennen, damit nicht die falsche Ansicht entstehe, die Regierung fenne und unterstütze den Plan. Außer gegenüber Baroß habe er niemand auf der Welt hierüber Mitteilungen gemacht. Kein Mitglied der Regierung habe davon gewußt. Das müsse er mit aller Entschiedenheit erflären. Der Marokkokrieg. Der Vormarsch der Verbündeten zum Stehen gekommen. Paris. 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der französisch- spanische Vormari in Marotto ist nach den legten Meldungen zum Still stand gekommen. Nach einem Vorrüden um 10 bis 12 Kilometer in Richtung auf den Dierlauf des Kert sind die französischen und spanischen Truppen auf heftigen Widerstand der Rifkabylen gestoßen, die ihre Posten in diefer Gegend bedeutend verstärkt haben. Zwischen der französischen und spanischen Heeresleitung werden augenblicklich Verhandlungen geführt, um die Verpflegung der in diesem Gebiete stehenden französischen Trupen von Selilla aus zu ermöglichen und dadurch die engipurige Bahn Fes- lbschda zu entlasten. Auf den anderen französischen Frontabschnitten dauern die Borbereitungen zur Dffensive an. Einen 100- millionen- Rüftungskredit hat Griechenland von Italien erhalten. Es soll die Millionen bei der italienischen Rüftungsindustrie wieder ausgeben. Gewerkschaftsbewegung Die Bolschewisten in der Isolierung. Unliebfame Freundschaft. Bährend die Gewerkschaften der Streifenden in England alles vermeiden, was ihren Gegnern irgendwie als Scheinbeweis zu dem Zwecke dienen könnte, den rein gewertschaftlichen Streit in einen politischen Streit umzufälschen, scheinen die Moskauer es direkt darcuf abzusehen, der englischen Regierung die ihr fehlenden Argumente zu liefern. Der englische Gewerkschaftskongreß, dem augenblicklich eine reichliche finanzielle Hilfe zur erfolgreichen Durchführung der Bewegung nur erwünscht sein könnte, mußte auf die Moskauer Gelder verzichten und verzichtet auf ähnliche Angebote finanzieller Unterstüßung, um auch nur den Schein zu vermeiden, als drehe es sich um eine politiche Aftion statt einer gewerkschaftlichen. 3wede baldigst einen Termin anzuberaumen. Es ist also nicht richtig, daß das Reicharbeitsministerium, wie in der Preffe behauptet worden ist, beabsichtigt, den Reichstag bei der Neuregelung der Erwerbslofenunterstützung auszuschalten. Auch nicht beabsichtigte? Im übrigen befriedigt ums diese Lösung feineswegs. Denn solange der Reichstag nicht selbst bindende Beschlüsse faßt, hat es der Minister immer in der Hand, die Beschlüsse des Ausschusses, die ja nur Wünsche sind, zu sabotieren. Wir denken dabei besonders an die letzte Regelung. Im Reichsarbeitsminifterium bildet sich der nachgerade unerträgliche Brauch heraus, die wichtigsten Probleme zu verschleppen, um sie dann, wenn ihre Lösung unaufschiebbar geworden ist, im abgekürzten Berfahren zu erledigen. Das ist ein für den Reichstag unerträglicher Zustand. Die Kommunisten haben in Erfenntnis ihrer Bedeutungslosta feit ihren Anhängern empfohlen, zum Zeichen des Protestes geaem alles mögliche und unmögliche den Stimmzettel zu durchftreihen. Laffen wir ihnen dies fleine Bergnügen. Die nötige Aufklärung in den Betrieben dürfte dafür sorgen, daß dieses Bergnügen einem fleinen Kreis von Fanatikern überlassen bleibt. Der diesmaltge Verbandstag findet in Verbindung mit dem 60 jährigen Verbandsjubiläum in Berlin statt. Kollegen, sorgt also dafür, daß wir Ber liner diesem Verbandstag durch unsere Geschlossenheit einen guten Auftatt bereiten. Der Werbeausschuß der Richtung Amsterdam. Kundgebung der christlichen Internationale. Zugunsten der englischen Arbeiter. Köln, 10. Mai.( WTB.) Der Vorstand des Internationalen Bundes der Chriftlichen Gewerkschaften faßte in einer gemeinsamen Sigung am 9. Mai in Köln, an der Vertreter aus Deutschland, Anstatt diese notwendige Stellungnahme zu würdigen, versucht Partei- und Betriebsfunktionäre, Elternbeiräte der SPD. Holland, Belgien, der Schweiz und der Tschechoslowakei teilnahmen, Mostau sich unter allen Umständen einzu mischen und erklärt, jeder Widerstand gegen seine Einmischung müsse gebrochen werden. Das Erefutivkomitee der Kommunistischen Internationale, eine rein politische Organisation, im Berein mit dem Vollzugs bureau der Roten Gewerkschaftsinternationale haben sich mit einem Telegramm an die Eretutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale und den Internationalen Gewerffchaftsbund gewandt, um ihnen erneut die Mosfauer Einheitsparole zu präsentieren. Eine gemein fame Hilfsfampagne für die englischen Arbeiter soll organisiert werden, nachdem sie vom JGB. in enger Berbindung mit den Bergarbeiter und Transportarbeiterverbänden bereits organisiert ist, allerdings ohne Moskau. Heufe, abends 7, Uhr, Konferenz im Berliner Rathaus, Stadtverordnetenfißungssaal( Eingang Königstraße). Tagesordnung: 1. Schulpolitische Fragen der Gegenwart. Referent: Dr. Kurt 2. Die bevorstehenden ElternbeiratsLöwenstein, M. d. R./ wahlen. Referent: Lehrer Richard Schröter. Butritt haben außer den Funktionären alle an der Elternbeiratswahl interessierten Genossen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Bezirksvorstand eine Entschließung, die u. a. erklärt, daß die englischen Bergarbeiter fich in einem gerechten Abwehrkampf befinden, und das wachsende Anftürmen des Kapitals gegen die Lebensintereffen der Arbeiterschaft in allen Ländern sowie die antisozialistischen Bestrebungen verurteilt. Gleichzeitig bringt die Entschließung zum Ausdruck, daß alle Länder die Pflicht hätten, auf die berechtigten Intereffen der Arbeitnehmer Rüdsicht zu nehmen und durch Einrichtung wirksamer Einigungsund Schlichtungsinstanzen wirtschaftlichen Kämpfen vorzubeugen. Ueber die aus Anlaß des Kampfes in England zu ergreifenden praktischen Maßnahmen soll die dem Bunde angeschlossene Fachinternationale in Verbindung mit dem leitenden Ausschuß ge= gebenenfalls Beschluß fassen. Gesamtbetriebsratswahl im Siemens- Konzern. Die Solidarität der Saararbeiter. Troh PD.- Umfall ein Erfolg der freien Gewerkschaften. Saarbrüden, 10. Mai.( Mtb.) Unter Hinweis auf den Be Bei der Wahl des Gesamtbetriebsrats im, Siemens- Konzern schluß des Internationalen Gewerkschaftsbundes, den Kampf der engerhielten die freigemertschaftlichen Arbeiter 101( im Bor- lifchen Bergarbeiter nach Kräften zu unterstützen, werden die Mitjahre 97), die„ Unionisten" und sonstigen Unorganisierten erhielten glieder der freien Gewerkschaften des Saargebietes aufgefordert, diefen Befchluß zu unterstüßen und auf keinen Fall den Transport von 36( 48) Stimmen, die Gelben erhielten 6( 11) Stimmen. Bei den Angestellten erhielten die freigemertschaft. Rohlen aus dem Saargebiet nach England zuzulaffen. Die KPD. ruft ihre Anhänger in Berlin zu einer Demonstration am Mittwoch abend im Luftgarten auf, um den Borschlag der Komintern für gemeinsame Hilfskampagne für die britischen Arbeiter zu unterstüßen. Diese Demonstration fürliche Lifte 47( 44) Stimmen, die Liste des DHB. 24( 26) Stimmen. den Borschlag ist natürlich ebenso überflüffig als der Vorschlag felber, dessen Annahme, ganz abgesehen von allem, was ihr jonit im Wege steht, einem Bärendienst für den englischen Streif gleichfäme. Die Komintern, über deren politische Linie die Diskussion noch im eigenen Lager nicht abgeschlossen ist, sieht den Hauptgegner der englischen Streifenden nicht etwa in dem Unternehmertum und in der Regierung, sondern, wie üblich, in den rechten" Führern, d. h. all den Gewerkschaftsführern, die sich für die Ziele und die Taktik der Moskauer nicht ohne weiteres erwärmen fönnen. Da auch der Streit in England noch nicht den Beginn der Weltrevolution bedeutet, trägt man den Stellen, die man unaus gefeßt beschimpft, ein Bündnis on, auf das sie einstweilen noch und in diesem Falle schon aus rein taktischen Gründen im Interesse der Streifenden verzichten müssen, um fie 3 u entIarven". Als ob das alte üble Spiel durch ständige Biederholungen besser würde! Geradezu lächerlich aber ist die Behauptung, die russischen Arbeiter ständen mit ihrer Solidaritätsaktion an der Spize. Damit soll nicht gesagt sein gegen die russischen Arbeiter, zumal nicht sie es sind, die diese Aufschneiderei in die KPD.- Presse bringen. Es entbehrt nicht einer gewissen Tragif, daß der Scheck der russischen Gewerkschaften von den englischen Gewerkschaften zurüd gefchidi wurde. Die große Propaganda, die seinerzeit von Moskau mit dem englisch russischen Einheitstomitee geirieben wurde, ist noch in aller Erinnerung. Nun sind die englischen Gewerkschaften infolge der plumpen und aufdringlichen Heze der bolschemistischen Führer Mostaus gezwungen, die überwiesene Geldunterſtügung der russischen Gewerkschaften abzulehnen, um den Erfolg ihres Kampfes nicht aufs Spiel zu feßen. Das zeigt mit schreiender Deutlichkeit, was von den Aufschneidereien der Sinomjem und Losowski zu halten ist. Das zeigt aber nicht minder deutlich, in welche fürchterliche moralische so lierung die russische Arbeiterschaft durch die plumpe demagogische Taltik der Moskauer Diktatoren hineingeraten ist. Die Rote Fahne" regt sich darüber auf, daß wir es sonderbar finden, wenn aus Rußland in dem bekannten Ton Aufforde= rungen zum Generalstreit ergehen, während Moskau mur von einem Teilstreit von 8000 Seeleuten und Hafenarbeitern zu melden weiß. Die Rote Fahne" meint, daß die russischen Arbeiter es nicht nötig hätten, zu streifen:„ In Rußland haben die Arbeiter die Macht, dort gestalten sie ihr Leben und ihre Arbeit nach ihrem Willen." Wenn in Rußland von Staats wegen aus jede Ausfuhr von Lebensmitteln nach England, Bebunferung von eng lischen Schiffen usw. verboten wäre, warum müssen dann 8000 Hafenarbeiter und Seeleute streiten, um zu verhindern, daß von Rußland aus den englischen Kapitalisten Hilfe zuteil wird? Entweder sind diese 8000 Streifenden zu viel oder sie sind viel zu wenig. Mit der Aufforderung, am Mittwoch an einer fommunistischen Demonstration teilzunehmen, zur angeblichen Unterstützung des englischen Streifs, demastiert sich die KPD. vollends. Für sie ist auch dieser Riesenkampf gegen den Lohnabbau nur eine Gelegenheit zum bolichemistischen Klamaut. Wer den englischen Arbeitern wirtlich helfen will, der bleibt diesem bolschewiffischen Rummel fern. Die Neuregelung der Erwerbslosenunterstützung. Eine halbparlamentarische Behandlung Das Wolff- Bureau meldet: Der Reichsarbeitsminister hat dem Verwaltungsrat des Reichsamts für Arbeitsvermittlung und dem Reichsrat den Entwurf einer Anordnung über die Höchstfäße in der der Erwerbslofenfürsorge unter breitet, durch die an Stelle des gegenwärtigen Unterstützungssystems eine Abstufung der Unterstüßungsfäße nach dem Arbeitsent. gelt treten soll. Der Reichsarbeitsminister beabsichtigt, diesen Entwurf im Anschluß an die Besprechungen mit den wirtschaftlich Beteiligten und den Ländern im Sozialen Ausschuß des Reichs. tags zur Erörterung zu stellen und hat ihn dem Vorsitzenden dieses Ausschusses bereits am 7. Mai mit der Bitte übersandt, zu diefem Schutz EMS Marke Cnser Wasser( Kränchen) Bad Die Mandate verteilen fich wie folgt: Arbeiter: Freie Gemerkschaften 16( 14), die„ revolutionäre" Lifte 5( 7), die Gelben 1( 1). Angestellte: Freie Gewerkschaften 5( 5), DHB. 3( 3). Der Berrat der fommunistischen Gewerkschafter zeigt sich hier mit aller Deutlichkeit. Die unionistisch- revolutionär- unorganisierte Liste hätte im höchst fall 20 Stimmen bekommen dürfen. Um ober den zum Schein ausgeschlossenen und Führer der„ Opposition" nicht fallen zu lassen, hat man soviel Mann von den Kommunisten abtommandiert, um ihm ein Mandat im Gesamtbetriebsratsaus schuß zu sichern, wodurch für die KPD. ein Agitator freigestellt ist. die Gewerkschaftler werden sich diesen Berrat für die nächste Wahl merken. Den Zusammenbruch der gelben und der fommunistischen " Opposition" fann auch dieses Manöver nicht verschleiern. Generalversammlung der Fabrikarbeiter. Solidarität mit den englischen Arbeitern. Am Sonntag fand die Generalversammlung der Fabrifarbeiter statt, in der ber erste Bevollmächtigte, Genoffe Rüder, den Geschäftsbericht für das erste Vierteljahr 1926 gab. Aus dem Bericht war zu entnehmen, daß es der Bahlstellenleitung trotz der andauernden wirtschaftlichen Krise gelang, Vorstöße der Unternehmer auf Abbau der Löhne und sozialen Errungenschaften nicht nur abzuwehren, sondern in einigen Fällen noch Berbesse rungen durchzusetzen. Für 16 Industriegruppen bestehen noch Bohn- und Mantelverträge, von denen eine ganze Anzahl all gemeinverbindlich sind. Der Kaffenbericht weist in Einnahme und Ausgabe für die Hauptkasse 82 255,73 M., für die Lokaltasse 25 594,81 m. auf. stattete Genosse W. Reimann. Er trat sehr warm für die BeDen Bericht von der Tagung des Verbandsbeirats erschlüsse des Beirats ein in bezug auf die Gründung eines Kampffonds und der Verschmelzung mit den Verbänden der Glas- und Borzellanarbeiter zur Errichtung eines feramischen Bundes im Rahmen des Fabritarbeiterperbandes. In der Diskussion wurden die Tätigkeit der Ortsverwaltung und die Beschlüsse des Beirats gutgeheißen. Nachstehende, von der Ortsverwaltung vor gelegte Entschließung fand einstimmige Annahme: Die am 9. Mai 1926 tagende Generalversammlung des Berbandes der Fabritarbeiter Deutschlands, Zahlstelle Groß- Berlin, bewundert und begrüßt den gigantischen Kampf der englischen Gewerkschaften gegen das übermütige Unternehmertum. Sie versichert ihren englischen Brüdern und Schwestern ihre vollste ideelle und materielle Solidarität. Die Generalversammlung erwartet von der Amsterdamer Internationale und dem ADGB., daß sie alles tun, um diesem Riefenfampf zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Um bei etwaigen Geldfammlungen Zersplitterungen zu vermeiden, verpflichtet fie alle Mitglieder, nur auf folchen Listen zu zeichnen, die von Organisationen herausgegeben werden, die der Amsterdamer Internationale angeschlossen sind. An Stelle des aus der Ortsverwaltung ausgeschiedenen Genossen Melzer murbe Friz Freund gewählt. Rüder teilte noch mit, daß die Zahlstelle Berlin in diesem Jahre, und zwar am 23. Auguft auf ihr dreißigjähriges Bestehen zurückblicken kann. Es wurde beschlossen, diesen Tag durch ein geselliges Beisammen sein der Mitglieder festlich zu begehen. Buchdrucker! Nachdem die Stimmzettel für die Wahl der Delegierten zum diesjährigen Verbandstag in die Hände der Vertrauensleute gelangt find, findet nunmehr die Wahl in dieser Woche vom 9. bis 15. Mai in den Betrieben statt. Die Wahlbeteiligung muß diesmal eine lückenlofe sein, denn die Aufstellung der Kan. didatenliste der Amsterdamer Richtung erfolgte in der lezten Berliner Generalversammlung nahezu einstimmig und ohne jede Gegenliste. Ein erfreuliches Zeichen von Ueber windung politischer Phraſendrescherei und gegenseitiger Berhekuna in den Gewerkschaften! Der Stimmzettel enthält nach der Wahlordnung die Hälfte der Kandidaten mehr als wir Delegierte zu wählen haben: es müssen also zwölf von den 35 Kandidaten gestrichen werden. Um den Sinn der Urwahl nicht zu beeinträchtigen, sehen wir dies. mal davon ab, bestimmte Empfehlungen zu machen und überlassen es der Berliner Kollegenschaft, sich unter den 35 Randidaten der Amsterdamer Richtung die 23 Männer ihres Vertrauens auszuwählen. Die holländische Solidaritätsaktion. Amsterdam, 10. Mai( Eigener Drahtbericht). Der Niederländische Gewerkschaftsbund und die Sozialdemokratische Barter haben die Amsterdamer Arbeiterschaft zu einer großen Kundgebung am 11. Mai aufgerufen, um zu dem Generalftreir in England Stellung zu nehmen. Außer den bewilligten 60 000 Gulden soll unter den Bundesmitgliedern eine Unterstübungsatti on veranstaltet werden. indem Marken im Werte von 25 Cents. vertrieben werden. Die Mitglieder des Christlichen Transportarbeiterverbandes im Hafen von muiden haben sich mit den freigewerkschaftlichen Trans pertarbeitern solidarisch erklärt und ebenfalls das Löschen englischer Fischdampfer abgelehnt. Die Gemüseausfuhr nach England ist vollständig stillgelegt, so daß die Preise t Holland start zurüdgegangen sind. Der Gärtnerbund hat sich entschlossen, größere Mengen Gemüse nach Deutschland zu fenden. Die großen Erportschlächtereien in Dß haben wegen des englischen Streits ihre Betriebe still gelegt und die Herstellung Don Räucherschinken, die sonst in großen Mengen nach England ausgeführt werden, eingestellt. Die Folge ist, daß die Schweinepreise bereits erheblich zurüd gegangen find. Eine Wirkung des englischen Streiks in Nordschleswig. Apenrade, 10. Mai.( Mtb.) Die großen Schlächtereien in Hadersleben, Apenrade, Sonderburg, Gravenstein und Scherrebet haben ihre Betriebe eingestellt. Diese Maßnahme ist hervorgerufen durch die unflare Situation in England. Man weiß nicht, wie die dänischen Transportschiffe in England aufgenommen werden und ob eine Entladung durch freiwillge Arbeitsfräfte ge sichert ist. Bergarbeiterstreik in Neufüdwales. London, 10. Mai. T.-U.) In Neusüdwales( Australien) sind etwa 35 000 Bergarbeiter in den Streit getreten. Die Bremer Angestelltenkammer zur Sonntagsruhe. Bremen, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die amtliche An gestelltenkammer in Bremen hat am 6. Mai an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, in der sie gegen einen von der Wirtschaftlichen Bereinigung eingereichten Antrag wegen der Beseitigung der Bestimmungen für die Erhaltung der Sonntagsruhe Stellung nimmt. Der Vorschlag der Wirtschaftlichen Bereinigung geht dahin, daß Sonntagsarbeit an den Sonn- und Festtagen mit Ausnahme der ersten Feiertage für Gehilfen usw. bis zu vier Stunden zuzulassen ist. Hiergegen nimmt die Angestelltenkammer Bremens sehr entschieden Stellung, indem sie darauf hinweist, daß. das vorhandene Kaufbedürfnis durch die Aufrechterhaltung der Sonntagsruhe stets in vollem Umfange befriedigt werden konnte. Achtung Zimmerer! Wir sind gezwungen, die über die Firma Salüschen Spandau berhängte Sperre au faubeben. Es swingt uns hierzu ein von der genannten Firma erwirkter BeAnhörung auf Grund offenbar unvollständiger Angaben erwirkt ist, ledigung des Einspruches müssen wir uns dem Beschluß fügen und und gegen den wir bereits Einspruch erhoben baben. Bis zur Erledigung des Einspruches müssen wir uns dem Beschluß fügen und deshalb die Sperre aufheben. lug des Amtsgerichts Spanbau ber one unfere Zentralverband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin und Umgegend. Freie Gewerkschaftsjugend. Seute, Dienstag, abends 7 Uhr, tagen die Gruppe: Landsberger Blak: Jugendheim Diefielmenerstr. 5. Literarischer Abend. Frankfurter Ance werffchafisjugend im Reich" Lichtenberg: Jugendheim Doffeftr. 22. Bortrag; ( Friedrichshain 2): Jugendheim Tilfiter Str. 4-5, 1 Tr. Vortrag: ,, Die Ge,, Aus dem Leben unferer Führer". Treptow: Schule Wildenbruchstr. 53-54 ( Sortaimmer). Bortrag: Jugend und Beruf". Spandau: Jugendheim Lindenufer 1. Unterhaltungsabend. Jugendgruppe des 8b. Seute, Dienstag, abends pünktlich 8 Uhr, im Jugendheim des Ortsbureaus des Zentralverbandes, Belle- Alliance- Str. 7-10, erfammlung aller Jugendfunktionäre. Wir bitten um das Erscheinen aller Funktionäre. 7 Gewerkschaftsunterkommission XX( Reinidendorf). Am Mittwoch abend Uhr im Bellshaus Reinickendorf- West, Scharnweberstraße, müssen alle Delealerten der wichtigen Tagesordnung wegen pünktlich erscheinen. Mitgliedsbuch und Einladung legitimiert. J. A.: Der Obmann. Berantwortlich füle Bolitik: Ernit Renter; Wirtschaft: Artur Eaternus: Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eklorn: Feuilleton: R. S. Discher; Lokales und Sonstiges: Frik Raritädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderel und Berlagsanstalt Bank Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Bissen". verlängert Leben Emslanger muriatische kohlensaureThermen. Pasfillen/ Quellsalz Deutschlands einzige alkalisch Emsolith für die Zähne D- Zug- Stat. der Strecke Koblenz Man beachte stets die Schusmarke und meide Nachahmungen. Gießen Berlin( 17 km von Koblenz). Rheindampfer halten in Koblenz, Ober- u. Niederlahnstein. Jahrhunderten unerreicht Vielseitige Kurveranstaltungen. Sport: Tennis, Hockey, Schwimmen, Rudern, Segeln u. a., Motorboote, Jagd und Fischerei. Bergbahn, große herrliche Waldungen, Gesellschaftsfahrten in das Rhein-, Mosel- und Lahntal Taunus, Westerwald, Hunsrück, Eifel Vorzügliche Unterkunft für alle Ansprüche bei mäßigen Preisen. Zimme mit voller Verpflegung von RM. 5. an Kammern. Staatl. ärztl. diagnostische An- Druckschriften frei durch die Staat! stalt mit den neuzeitlichsten Einrichtungen. Natürliche kohlensaure Bäder. Weltbekannte Inhalatorien. Pneumatische bei allen Katarrhan- Luftwege, Mager, Trink, Bade-, Inhalations- u. Terrainkuren. Darm, Niere, Blase, Untertelb- Altbewahrt bei Asthma, Emphysem, Grippefolgen, Herz und gefasserkrankungen, Frauenleider Gicht und Rheumatismus Bade. u. Brunnendirektion, Bad Ems Nr. 21S � 4Z. Jahrgang Ich dkeastag,17.MakttSö tanischen Gewerkschasten beinahe ausnahmslos bisher rein wirtschaftlichen Kämpfen gewidmet, dagegen einen entschlossenen politischen oder kulturpolitischen Standpunkt nicht eingenommen. Seit Gompers Tode scheint sich eine Aenderung dieser Prinzipien durchzusetzen, die schon zu seinen Lebzeiten vielen Gewerkschaftlern drüben nicht mehr zusagten. Eine amerikanische Jugendbewegung. Ms ein besonderes Merkmal dieser Entwicklung darf man die Gründung von Jugendorganisationen ansehen, wie sie die„Trade Unions" jetzt in breiterem Matze vornehmen. Es handelt sich um Bereinigungen der Jugend ähnlich den Klubs der„Boy Scouts und „Camp Fire Girls". Der grundlegende Unterschied liegt im Geist dieser Klubs. Während„Boy Scouts" und„Comp Fire Girls" lcdlgllch Produkte dessen sind, was wir„Jugendpflege" nennen, nämlich Jugendbünde, die unter Leitung und Einslutz von Er- wachsenen stehen, scheint sich in den Jugendorganisationen der„Trade Unions" eine Art Jugendbewegung heranzubilden, eine Bewegung der Zugend. ihr eigenes Leben zu leben und sich selbst Zdeale und Führer zu geben.„Frecheil",„Selbstverwaltung" und„soziales Verantwortlichkeitsbcwuhtsein" sind die Leitworte der Arbeiter- jugendklubs, die jetzt entstanden sind und noch immer neu entstehen. Allein in New Jork haben sich bereits nicht weniger als siebzehn „Pioneer Aouch Clubs" gebildet,„PivnicrÄiaendklubs", hinler denen gegen hundert Gewerkschasten Grotz-Uew lsork» stehen. Den Anstoß zu dieser Jugendbewegung mutzten allerdings die Er- wachsenen geben. Man betrachtet den Zusammenschluß der Arbeiter- jugend als eine Folge der Tätigkeit einiger gewerkschaftlicher Bureaus in der Richtung aus Arbeitererziehung. Noch der Erfahrung der Gewerkschaften hatte die Arbeitererziehung in Amerika bisher einen starken Mangel auszuweisen. Sie erreichte nicht die Jugend, sondern blieb mit ihrem propagandistischen Wirkungskreis auf die Erwachsenen beschränkt. Diese Lücke soll jetzt durch die„Pioneer Zamile unter den Zedern. von Henri Bordeaux. (Berechtigte Ucbersetzung von I. Kunde.) Alle diese, in ihrer harmlosen Unterhaltung aufge» scheuchten Frauen flüchteten, nachdem sie mechanisch den Schleier über ihr Gesicht gezogen hatten, kreuz und quer an den Gräbern hin: sie liefen so rasch, als es ihre an solches Laufen nicht gewöhnten Beine vermochten: wie schwarze Schattenjjuschten sie mit Rufen der Angst zwischen den weißen Steinen dahin. Rur die. Dienerin Damiles geriet durch den kecken Streich Butros so außer Fassung, daß sie sich nicht�oom Fleck zu rühren vermochte. Sie ergriff erst eilig die Flucht, wie sie den wilden Elias auf sich zustürzen sah, welcher Tanus bei den Pferden gelassen hatte, um sich an der Entführung Uamiles zu beteiligen. Bald lag die Kampfstätte verlassen da: man sah nur Butros, die Pamile verfolgen: den Raubvogel und sein Opfer. Auch sie hatte den Schleier her- untergelassen, und das beeinträchtigte sie am Erkennen der ihr den Weg oerlegenden Hindernisse: sonst wäre der Kampf gar kein so ungleicher gewesen. Die Fliehende hatte alle die Gewandcheit wieder erlangt, die sie früher besaß, wenn sie in Bescherrc an unseren Jagden oder beim Klettern in den Bergen teilnahm. Aber vergeblich wandte sie alle Listen und Volten an: vielleicht war sie ermüdet, vielleicht wollte sie zu dem Posten der Zitadellen fliehen und seine Hilfe erbitten: sie wußte nicht, daß dieser mit Gold erkauft war. Schon hatte sich Butros bis auf einige Meter ihr genähert. Sie mußte seinen Atem im Nacken fühlen. Plötzlich blieb sie stehen und maß ihn mit dem Blick. Die Wucht seines Anlaufes ließ sie aufeinanderprallen: Brust gegen Brust, Gesicht gegen Gesicht, Mund gegen Mund. Ich sah ihn eine Sekunde zögern: dann packte er sie mit beiden Armen. Sie wehrte sich nicht, machte keine einzige Bewegung. Indem sie sich auslieferte, ergab sie sich in ihr Geschick und gewann ihre stolze Haltung wieder. Elias war rasch zu seinem Herrn geeilt und half sie an Händen und Füßen fesseln. Obwohl sie nicht schrie, wurde sie doch geknebelt. Im Moment der wildesten Erregung kam ich hinzu. Sie sah es und blickte micht an. Es war das erstemal seit jenem Abend, wo sie aus Bescherre floh. Ich tonnte ihren Blick nicht ertragen und schlug die Augen nieder. Wie ich sie wieder' hob, firierte sie mich immer noch: sie ließ keinen Borwurf laut werden und schien über meine Gegenwart nicht verwundert: sie flehte mich an. ihr einen Gefallen zu erweisen. Ich suchte diese stumme Bitte zu verstehen. Ihr Schleier war während des Kampfes heruntergeglitten. Ich hob ihn auf und legte ihn ihr wieder um. Ich sah zwei Tränen aus ihren Aitgen perlen. Sie dankte mir für meinen Liebesdienst. wie sie mir damals in Bescherre am Brunnen gedankt hatte; Pouch of America" ausgefüllt werden. Die Kinder sollen durch sie die sozialen Kräfte verstehen lernen und begreisen, was die Arbeiter- bewegung will und schafft. Dieses Ziel soll jedoch keineswegs durch trockene Propagandoarbsit erreicht werden. Jeder Formalismus und jedes starre Programm soll vermieden werden. Gelreu den modernen Richtlinien für Jugenderziehung will man die Entwicklung vielmehr der Zugend sechst überlassen. Die Kinder sollen chre Pro- gramme selbst gestalten. Der Geist der Verantwortlichkeit soll durch absolute Sechstverwaltung geweckt und gestählt werden. Die Mittel hierzu werden in einer zugleich die Gesundheit fördernden Klub- tätigkeit bestehen, die die Kinder selbst zu bestimmen haben. Eigenes Werk im eigenen Haus. Diese Jugendklubs lassen chren Mitgliedern also volle Bewegungsfreiheit. Die«inen widmen sich dem Sport, die anderen ent- werfen Pläne für Blockhäuser, die sie im kommenden Sommer in den„Camps" bauen wollen, wieder andere bilden Diskussionszirkel und setzen sich mit den Problemen der Presse, des Krieges und der industriellen Entwicklung auseinander, einige bereiten Besuche von Fabriken vor, bei denen die Klubmitglieder sich durch unmittelbare Anschauung ein Bich von den herrschenden Zuständen und Bedingun- gen machen können. Einer der neuen Klubs beschäftigt sich vor- wiegend mit allerlei Handwerk, seine Mitglieder verfertigen An- züge, hölzerne Tiere, Lampen, Boote usw. In einem New-Porker Stadtteil, der oft von Feuersbrünsten heimgesucht wird, üben sich die Arbeiterjungens theoretisch in der Verhinderung und Bekämpfung des Feuers, so etwa in der Welse, daß sie Fäll« von Uebertretung der Feuerschutzbestimmungen aussindig machen und zur Anzeige bringen. Wieder ein anderer Klub gibt eine Zeitung heraus, unter- nimmt Wanderungen— ein« Seltenheit in Amerika— und fördert das Ballspiel, während ein Jugendklub im Rew-Porker Brourviertel ein Thealerstück geschrieben hat und demnächst öffentlich zur Aus- führung bringt. Schließlich bahnen einige Klubs Beziehungen zu den Kindern anderer Rassen und Nationen in Amerika an. So ist ein Brooklyner Klub von chinesischen uud japanischen Kindern eingeladen worden und wird mit den Eigenarten des Fernen Ostens bekannt gemacht werden, vom Essen an gerechnet bis zur Musik. Andere Klubs treten in Beziehungen zu den Kindern der finnischen, italienischen und anderen Stadtviertel. Es ist selbstverständlich, daß in allen Klubs und„Eamps" dieser Art ein Gemeinschaftsleben von Zungeas und Mädchen erstrebt wird. Man hat hierbei die Er- fahrung gemacht, daß sich dieses Gemeinschaftsleben in den„Eamps", in diesen typisch amerikanischen sommerlichen Siedlungen oft primitivster Art, leichter und reibungsloser abwickelt als in den städtischen Klubs. Aus jeden Fall schätzt man die erzieherische Wirkung der abendlichen Diskussionen am Lagers euer sehr hoch ein, wenn sich die Jugend beiderlei Geschlechts mit ihren erwachsenen Freunden und Beratern über alle brennenden Probleme der Gegenwart unterhält, über Rassenvorurteile, Zustände in den Fabriken usw. » Die Führer dieser großen und vieloerheißenden Bewegung betonen die warmherzige Unterstützung, die ihnen aus den Kreisen von damals, wo sie meine Hände ergriff und sie an die Lippen führte. Ihre Dankbarkeit beruhigte nicht den in mir toben- den Aufruhr. Daß sie für immer meinem Rivalen entrissen, das war ein Grund zur Freude für mich. Konnte ich sie nicht retten, da sie wieder unserem Libanon angehörte? Aber wie sollte ich sie der Strafe, die ihrer wartete, entziehen? Butros hatte mit scheelen Blicken meine Zurückhaltung beobachtet und meine Geste des Mitleids oder des Einver- ständnisses mit ihr. Ich hatte bemerkt, daß er bei der Fesie- luna Pamile ohne Brutalität behandelte: war doch nicht alle Hoffnung verloren, dieses harte Kriegesherz zu erweichen? Aber treu seiner Pflicht, iqürde er nicht dulden, was eine Verzögerung bedeutete oder-hie Rückkehr mit dem Raube ge- fährdete. Unsere Diener Elias und Tanus führten die Pferde heran. Vor dem Sattel Salmas war ein Sitz hingerichtet worden, nach der Art, wie dies bei euren Reiterinnen üblich ist. Borsorglich und zugleich herrisch wies er ihr diesen Platz an. Er hatte sie vor sich, in seiner Gewalt, und würde den leisesten Versuch einer Flucht unterdrücken. Wenn sie sich ruhig zurückführen ließ, hatte sie keine rauhe Behandlung zu fürchten. Nun, sie leistete keinen Widerstand und schien wie leblos. Wir folgten einander so. daß Butros die Spitze hatte: ich folgte, dann die Diener. Die Fuchsstute war, obwohl sie eine doppelte Last zu tragen hatte, so feurig, daß die andern Pferde kaum mit ihr Schritt zu halten vermochten. Die Sonne war während dieser aufregenden Szene untergegangen: aber der Horizont war von einem roten Streifen umsäumt, der unfern Weg noch eine Weile erhellte. Kaum hatten wir die Hügel, welche'Tripolis beherrschen, erreicht: auf dem blutroten Hintergrund der Dämmerung hob sich die Stadt ab. Wir vermieden es, auf Menschen zu stoßen. Wir be- gegneten einer Beduinenkarawane: diese schien das gleiche Ziel zu verfolgen. Sie mochten wohl unsere Gefangene nicht bemerken: Pamile versuchte nicht, die Aufmerksamkeit der Ka- rawane auf sich zu lenken. Die Olivenhaine, durch die wir ritten, verbargen uns ziemlich vor Späherblicken. Die Rocht war hereingebrochen, als wir uns Zghorta näherten. Run konnten wir die Straße benützen. Butros trieb zur Eile: er hielt die Partie noch nicht für gewonnen und Omar mußte rasen vor Zorn. Ich fürchtete, daß dieser wilde Ritt für Pamile eine furcht- bare Anstrengung sei. „Löse den Knebel," schlug ich Butros vor. „Sie wird um Hilfe schreien," entgegnete er. „Rein."« Ich sagte das mit solcher Sicherheit, daß er, darob ver- wundert, nachgab und den Knebel entfernte, der den Mund der Gefangenen verschloß. Sie sprach kein Wort und ließ sich wie eine Tote transportieren. Als wir in das Kadischetal Erziehern zuteil wird, die keineswegs den Gewerkschaften angehören. Vorsitzende von Lehreroereinigungen, Universitätsprofesioren und andere Persönlichkeiten, die durchaus als Autzenseiter gelten, arbeiten in gegenseitigem Verständnis mit den eigentlichen Leitern der Jugendklubs zusammen, die aus den Reihen der gewerkschaftlich denkenden und gewerkschaftlich durchgebildeten Erzieher kommen. Roch steckt die ganz« Bewegung im Anfangsstadium und beginnt erst langsam, sich von New Pork aus über das Land auszubreiten. Aber schon hofft man, daß es bald möglich sein wird, sie zu einer über das ganze Riesengebiet der Bereinigten Staaten reicheirden Organisation auszugestalten. Die amerikanische Arbeiterbewegung würde damit für die Zukunft ganz gewaltig an Einfluß und Politik scher Stoßkraft gewinnen. Ei» neues Parteibanuer in Wildau. In W i l d a u bei Königswusterhousen hoben am Sonntag unsere Genossen ihr neues Banner in feierlicher und machtvoller Kund- gebung eingewiht. Wildau hat sich in den letzten Jahren in uner- müdlicher Arbeit im Gemeindeparlament einö sozialistische Mehrheit geschossen und auch die Einzeichnung in die Listen zum Volks- begehren haben 69 Proz. oller Stimmberechtigten vollzogen. Der Druck der Arbeitgeber ist dabei dort viel stärker als in den Städten. Die Häuser gehören fast ausschließlich den Schwortzkapsf-Werken und wird der Arbeiter gekündigt, so verliert er Wohnung und Arbeit. Zu ihrer Bannerweih'e mußten die Genossen sich auf dem Schulhaf versammeln, weil die Scharzkopss-Werke das ihr ge- hörende Restaurant für die Feier nicht freigab. Genosse Landtagspräsident Bartels hielt die Weihrede. Bald werden wir wieder die Werbetrommel rühren, um den Sieg des Volkes über die Fürsten vollständig zu machen. Der zweite Kampf gllt derSicherungderReichsfarben. Reichskanzler Lutber hat auf dem kästen Wege der Verordnung die Flaggenfrage erledigen wollen. Wir sagen: Em Reichskanzler, der in einer so wichtigen Frage gegen den größten Teil des Volkes entscheidet, hat zu verschwinden.!lnd wenn Herr v. H i n d e n b u r g sich sali- darisch erklären will, so wird dos deutsche Volk sich einen neuen Präsidenten wählen. Unsere Arbeit war gegen das Fürsten- und Umstürzlergeschlecht für dos Volk. Nach einem Umzug« durch den Ort setzte sich der Zug in Bewegung, um nach dem benachbarten Wu st erhausen zu ziehen, wo der eigentliche Festakt stattfand. Hier sprach Genosse Rcichstagspräsidcnt L ö b c: In der Zeit der erregten Fohnendebotten haben wir heute ein neues rotes Banner geweiht. Unter unserem alten Kampsbanner sammeln wir unsere Genossen, um für den Sozialismus, für den sozialistischen Volksstaat zu kämpfen. Die bürgerliche republikanische Staatssorm bringt nur staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Noch heute schasst der Arbeiter für eine geringe Entlohnung und der Profit seiner Arbeit kommt einzelnen zugute. Die Arbeiterklasse kann diese soziale Ungercchtig- keit nur im geschlossenen Kampfe beseitigen. Lebhafter Beisoll dankte dem Genossen Lobe für seine frischen Worte der Kampfbereitschaft. kamen, fühlten wir, wie die Kühle der Luft unsere Brust durchschauerte. Ich warf meinen Mantel ab. holte Butros ein und gab ihm den wollenen, warmen Burnus.„Für sie," sagte ich.„sie friert." Ohne ein Wort zu erwidern, legte er ihn seiner Schwester um: sie ließ alles ruhig geschehen. Sie mies ihn nicht zurück und dankte auch nicht, wie wenn sie völlig apathisch wäre. Ich hatte gehofft, den Klang ihrer Stimme zu vernehmen. Es hat wenig Zweck, daß die Ohren hören, wenn das 5ierz betrübt ist. Enttäuscht nahm ich meinen Platz in unserem kleinen Trupp wieder ein. Um diese Jahreszeit bricht der Tag zeitig an. Er war noch fern, als wir in Bescherre, wo noch alles im tiefsten Schlummer lag, einritten: vielleicht mochte es gegen zwei und drei Uhr morgens sein: aber ein Hauch der Dämmerung um- säumte schon das Gebirge. Jetzt waren wir außer Gefahr. Die Muselmanen würden es nicht wagen, uns bis ins Herz des maronitischen Landes zu verfolgen. Wir ritten durch den steil ansteigenden Ort, um das Haus des Hame zu erreichen, das eines der letzten und höchst- gelegenen ist. Nur mit Mühe gelang es uns, die Diener zu wecken. Sie kamen mit Fackeln heraus, um uns einzulassen. Bei flackerndem Licht nahmen wir unsere Last herab: aber- mals sah ich Pamile, deren Schleier heruntergeglitten war, und deren Haare sich während unseres wilden Rittes gelöst hatten. Die Anstrengung und die drohende Gefahr hatten ihren Stolz nicht zu besiegen vermocht. Von ihren schönen, blassen Zügen strahlte noch immer ein unirdischer Glanz, der Achtung und Anbetung erzwang. Ich konnte, wie ich sie an- sah. meine Tränen nicht dämmen, und Butros wandte sich verwundert ab: er konnte das nicht begreifen. Wie wir sie ins Haus schafften, hielt er sie bei den Füßen, ich an den Schultern. Meine Hände fühlten den Kontakt ihres Haares, das feucht war vom Tau der Nacht. Bei dieser Berührung lief ein Zittern durch meinen ganzen Körper. Ihre Anmut wurde zur Pein für mich. Und ich mußte daran denken, daß ein anderer diesen seidenweichen Körper genossen hatte, den ich kaum berührte und der mich doch in Glut versetzte. Ein anderer, den sie niemals wiedersehen, von dem sie für immer etrennt sein würde. Für immer? Aber wieviel Tage. Stun- en, ja Minuten würde dieses klägliche„immer" angesichts des Todes bedeuten? In dem Zimmer, wo der Gttechtigkeit Genüge geschehen sollte, losten wir die Fesseln. Ihr Mund blieb stumm, und die erste Bewegung der freigewordenen Hand war. sich zu verschleiern. Dadurch bekundete sie ihren unerschütterlichen Entschluß. Sie wollte für immer ihrem Geliebten gehören und trennte sich so von ihrem Land, ihrer Famllie und ihrer Religion. Das bedeutete auch ihre Loslösung vom Leben. (Fortsetzung folgt.) Eröffnung des Freibades Müggelsee. Zur Eröffnung des Freibades Müggelsee, das dieses Jahr unter der bewährten Geschäftsführung des Genossen Schweb sehr erfreuliche Neuerungen erhalten hat, hatten sich entsprechend der Witterung zwei Badegäste eingefunden! Umrahmt von Erlen, unter lauter Nadelbäumen dehnt sich der 900 Meter lange, 60 Meter breite Badestrand in idyllischer Gegend, von Rahnsdorf in zehn Minuten zu Fuß erreichbar, aus. Der 25 Meter lange Steg wurde verdoppelt und mit einem Beobachtungsturm für den Bademeister versehen, dem es jetzt mit Hilfe seines Glases und Schalltrichters möglich ist, die ganze Wasserfläche zu beobachten und zu beherrschen. Der Raum für Nichtschwimmer beträgt 175 Meter bei einer einmetrigen Tiefe und ist von verankerten gelben Tonnen abgegrenzt. Außerdem versehen fünf Rettungs: boote, darunter ein Boot mit aufgeseztem Motor, den KontrollDienst. Die Mannschaften sind vom Berliner Arbeiterschwimmverein„ Welle" gestellt. Links und rechts vom Strande das" Neger dorf" und das„ Paddendorf", die zwei Zeltlagerkolonien, die auf 400 Zelte und neue Holzlauben sich vermehrt haben. Das neue stabil gebaute Unterkunftshaus für den Schwimmverein" Welle" gewährt 60 Mann Schlafunterkunft. Die Unfallstation liegt nun auch direft am Strand. Auf der Höhe der Straße erhebt sich jetzt das neu erbaute Restaurant, schlicht gemütlich eingerichtet mit fühlen Glasveranden und einer Terrasse auf grünem Rafenteppich, mit dem Blick über den ganzen See bis zur Bismardwarte und Müggelturm, 2000 Personen Siggelegenheit gewährend. Dazu eine neue Trink halle gleich am Strand, außer den bisherigen, viel benügten Liegestühlen neue Strandkörbe, ein neuer Stand für Bäckerei, Konditorei und Wurstwaren, ein Milchstand von Bolle, ein Zeitungstiost, der notwendige Zigarrenfriße, Photograph und als alter Bekannter das Unitum Wurstmage". Alle Lebensmittel sind zu Berliner Ladenpreisen erhältlich und werden täglich frisch geliefert. Fahrradeinstellhallen, Garderoberäume find geblieben, die Hundezwinger haben gegen die Hize schützende lleberdachung erhalten. Die Abortanlagen sind vom Strand zur Höhe verlegt, mit hygie nischen Sentgruben versehen, die Böschung gefällig abgedämmt morden. Neue Holztreppen führen zum Waffer. Birflich, ein malerisch- beschauliches Bild, dieses Freibad, die ganzen Gebäude mit ihren Stroh- Schilf- Dächern, der märkischen Landschaft harmonisch eingefügt, ein Ruheplay gesunden Friedens.... Der Preis beträgt dieses Jahr für Erwachsene 10 Bf. und für Kinder 5 Pf. und ist das Bad von morgens bis abends geöffnet. Für die wandernde Jugend. Im Zusammenhang mit der Märkischen Jugendher. bergswoche wird in der Zeit vom 9. bis zum 16. Mai im Berliner Rathaus( Königstraße) eine Ausstellung veranstaltet. Sie bietet alles, was wandernde Jungen und Mädel zu ihrer Ausstattung brauchen, zweckmäßige Wanderkleidung, Rucksäcke, Kochgeschirr, Zelte. Karten, Musikinstrumente, Liederbücher usw. Lehrreich find die Pläne, Modelle und Statistiken, die über die Entwid. lung und den jetzigen Stand des Jugendherbergswesens unterrichten. In Deutschland gibt es etwa 2100 Jugendherbergen, daran ist die Mart Brandenburg mit 130 beteiligt. Die Jugendherbergen haben sich nach dem Kriege rasch gemehrt, aber ihre Zahl reicht noch lange nicht aus. Eine besondere Freude werden jedem Besucher der Ausstellung die schönen Photos bereiten, die uns an dem fröhlichen Treiben der wandernden Jugend teilnehmen lassen. Die Aus stellung, an der auch die Sozialistische Arbeiterjugend sich beteiligt hat, wurde am gestrigen Nachmittag im Auftrage des Oberbürger meisters Böß von dem Obermagistratsrat Dr. Häußler, dem Direk tor des Landesjugendamtes Berlin, eröffnet. In seiner Ansprache wies Direktor Häußler auf den 3med der Ausstellung hin, die Banderlust zu beleben und die Jugendherbergen zu fördern. Stant Schulrat a. D. Oberstudiendireftor Dr. Reimann, zweiter Borfißender des Brandenburgisches Zweigausschusses im Verband für deutsche Jugendherbergen, betonte, daß die Jugend über alles Trénnenbe hinweg in ihrer Fröhlichkeit zusammenhalten muß. Die Aus ſtellung, mit der auch eine Messe verbunden ist, fann täglich zwischen 2 ud 8 Uhr besucht werden. Der Zutritt ist unentgeltlich. Verkehrsfragen der Aboag. In der Generalversammlung der Allg. BerL Omnibus A. G., die gestern unter Leitung des zweiten Bürger. meisters Scholtz stattfand, gab Generaldirektor Kaufmann über die Lage im laufenden Geschäftsjahr das folgende Bild: In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres find sechs neue Stadt: Linien und eine Vorortlinie eröffnet. Am 20. Mai wird geflecht in die dienstliche Kleiderordnung. Der Tschato ist aus feinem Bebalgeflecht hergestellt und wiegt 180 Gramm gegen 380 Gramm in der bisherigen Ausführung. Die Stadtverordnetenverfammlung hat in diefer Wome feine Sigung. Die nächste Sigung ist auf Dienstag, den 18. Mai, festgesetzt. Warnung vor falschen Sammellisten. Vor Zeichnungen auf Sammellisten für die Streitenden in England ist immer zuerst ein Ausweis zu verlangen und die Liste genau zu prüfen, sofern der Sammelnde nicht persönlich bekannt ist. Anzus halten ist eine Lifte, auf der als erste Zeichnung Gewerkschaftshaus, 6t. Restaurant( als Stempel) steht. Die Gewerkschaftskommission ist sofort telephonisch zu benachrichtigen. Billige Fischtage. In dieser Woche werden ganz besonders große Fänge gemeldet, und die Ware ist in besonders guter Qualität vor. handen. Es kommen zum Verkauf: Frischer Rabeljau im ganzen Fisch pro Pfund 25 Pf., im Anschnitt entsprechend höher, frische Schollen von 25 Pf. an, je nach Größe und frischer Ostfeedorsch. Die Bertaufsstellen find durch Blafate fenntlich gemacht, und befinden fich in den Ladengeschäften, in den Markthallen und auf den Wochenmärtten. Genoffe Pfarrer Bleier spricht am Dienstag, den 11. Mai, abends 7 ur, über das Thema Boltsentseid und riftliche ibit in der Kaiser- Friedrich- Schule, Charlottenburg, Knesebeditr. 24 ( Savignyplaz). Genosse Bleier wird an diefem Abend seinen fo genannten christlichen Gegnern und ben sonstigen Fürstendienern die gebührende Antwort auf die maglosen Angriffe, die in der Deffentlichkeit gegen ihn erhoben wurden, erteilen. Genossen, erscheint mit Euren Frauen zahlreich! Das Freibad Grünau wird am Saifoubeginn im Freibad Grünau. Donnerstag, den 13. Mai, eröffnet. Der Flug über den Nordpol. Ueber den Nordpolflug des amerifanischen Sportfliegers Byrd wird jetzt näheres bekannt. Zunächst unternahm Byrd in einem fleinen Curties- Apparat einen Erkundungsflug und stieg dann in dem Riesenfotter- Flugzeug auf, umtreifte mehrfach den Pol und ließ dann direkt über dem Nordpol das Sternenbanner herunterfallen. Spuren menschlichen Daseins oder auch nur Tiere enfdefte er am Pol nicht. Der fühne Flug hat Byrd allerdings mehrere Finger der linken Hand gekostet, die ebenso wie die Nase erfroren find. Die Nachricht von der Bezmingung des Nordpols durch den amerikanischen Piloten hat Norwegen in große Erregung verfekt. Amundsen war angeblich einer der ersten, der Byrd bei seiner Rüdfehr nach Kingsben die herzlichsten Glüd wünsche zu dem Erfolg ausgesprochen hat. Kopenhagen, 10. Mai. Die Tatsache, daß der amerikanische Flieger Byrd in 15 Stunden seinen Nordpolflug beendet hat, während Amundsen mit seinen jahrelangen Bemühungen noch nicht fertig werden fonnte, hat hier großes Erstaunen hernorgerufen. Aus Oslo mird gemeldet, daß die Nachricht vom Nordpolflug Byrds dort geradezu als eine Niederlage des norwegischen Bolles gewertet mird. Amundsen selbst war jedoch der erste, der Byrd seine herzlichen Glückwünsche aussprach, als der Amerikaner schmer über. müdet nach 15% stündigem Fluge wieder auf Spißbergen eintraf. Byrd und fein Pilot hatten nur für zwei Tage Broviant mitgenommen. Wenn ihnen ein Unfall zugestoßen märe, hätten sie auf dem Eise verhungern müssen. In Oslo bezweifelt man noch, daß Byrd tatsächlich den Bol erreicht hat, gibt aber zu, daß sein Flug eine Sportleistung ersten Ranges darstellt. Seine Beobachtun gen follen jest missenschaftlich geprüft werden. Das Unglück auf, Phönix". Drei Urbeiter getötet. Duisburg, 10. Mai.( TU) Von der Verwaltung der Sütte bönig" wird mitgeteilt, bag brei Arbeiter tot find, während ein fewerberlegter Arbeiter wahrscheinlich noch sterben wird. Ein weiterer Sowerberlegter ichiebt in Lebensgefahr. At Arbeiter find leicht verlegt. An der Unglüdsstelle weilten Oberbürgermeister Dr. Jarres und Polizeiinspeltor roböse. Die eingestürzte Salle foll erft feit einigen Tagen in Betrieb sein. Man vermutet, daß das Unglüd auf einen Konstruktionsfehler zurüdzuführen ist. Bon anderer Seite wird eine Bobenfentung als Ursache angenommen. Die Untersuchungen find int Gange. eine weitere Stadtlinie, die Linie 20, hinzutreten. Diese Parteinachrichten fchafft direkte Berfehrsgelegenheit zwischen den baulich mit Berlin noch nicht verbundenen westlichen Bororten Zehlendorf und Lichter felde, Stegliz, Friedenau, Wilmersdorf, Charlottenburg und Westend nach Rathaus Charlottenburg. Weitere Linien werden folgen, sobald der neue Betriebsbahnhof in der Helmholzstraße in Charlottenburg, der als Musteranlage für Omnibusbetriebe gedacht ist, fertiggestellt sein wird. Dies wird Ende Juni der Fall sein. Die Gesellschaft will von Beginn des nächsten Jahres an die älteren Wagen durch Niederwagen ersetzen. Ueberdachte Wagen dieser Art wird das Unternehmen insoweit beschaffen, als die Durchfahrtshöhe der Eisenbahnbrücken den Verkehr mit ihnen gestattet. Eine Besserung des schlechten Verkehrs von Januar und Februar trat im März und April ein, so daß sich auch das mirtschaftliche Ergebnis in diefen Monaten besser gestaltete und troz des Einflusses der bisher eröffneten neuen Linien, die nicht alle rentabel arbeiten, als zu friedenstellend bezeichnet werden kann. Wie mir erfahren, ist die Einführung des Umsteigefahrscheins bei der Gesellschaft vorerst nicht beabsichtigt. Die Bilanz und den Geschäftsbericht, die in der General nerfammlung genehmigt wurden, haben wir schon in unserem Wirtschaftsteil besprochen. Das Unwahrscheinliche wird Ereignis. Das folgende Rundschreiben, das ein Hauswirt an seine Mieter versandte, liegt uns im Original vor: Sehr geehrter Herr! Bon mir angestellte Bemühungen, eine Berringerung meine: Hypothekenzinslaft herbeizuführen, haben sich, dank dem Entgegenfommen der Deputation für Siedlungswesen und der Wohnungsfürsorge G. m. b. H., erfolgreich gestaltet. Die so gegen meinen Rostenvoranschlag erzielten Zinseinsparungen kommen den Mietern des Hauses G...... Straße voll und ganz zugute. Ich ver: teile den eingesparten Betrag gleichmäßig auf alle Mieter im Berhältnis ihrer Mieteinzahlung dergestalt, daß Sie im laufenden Jahr statt 12 nur 11 Monate Miete und Kohlengelb zu bezahlen haben. Sie haben also am 1. August teine 3ahlungen zu leisten. Ich wähle diesen Monat, weil erfahrungsgemäß jede Minderausgabe gerade in der Urlaubszeit fühlbarste Erleichterung bedeutet. Die Herabjegung für das laufende Jahr schließt jedoch vorläufig feinerlei Verpflichtung meinerseits für tommende Jahre in fich. Es freut mich, den Mietern des Hauses auch einmal etwas Angenehmes mitteilen zu fönnen. Ich bitte Sie, mir einliegendes Formular mit Ihrer Unterschrift versehen, umgehend zurückzusenden. Mit vorzüglicher Hochtung N. N. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68. Zinbenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat. 2. Sof, 2 Tren. rechts, an richten 5. Rreis Fricbrichshain. Dienstag, 11. Mai, wird in der Schulaula Beters burger Str. 4 der Film Ich fahr in die Welt" zur Aufführung gelangen. Mufit, Tänze und luftige Lieber vervollständigen das Programm. Beginn 7 Uhr. Die Genoffinnen und Genoffen werden gebeten, an dieser Ber anstaltung recht zahlreich teilzunehmen. Beranstalter ift die SA3. Gruppe Batersburger Biertel. Mittwoch, 12. Mai, abends 6% Uhr, Be airfsverfammlung im Rathaus, Stabtverordnetensizungsfaal, Rönigftr. Einlaktarten ab 6% Uhr beim Genossen Fischer, Eingang Spandauer Str., au haben. Heute, Dienstag, den 11. mai: 7. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in Röhlers Festfälen, Ziedſtr. 24. Bortrag:„ Der neue Rechtsturs." Referent: Wilhelm Richter. 35. Abt. Die Sozialistische Arbeiterjugend veranstaltet heute 74 Uhr in ber Schulaula Petersburger Str. 4 einen Filmabend. Mufit, Tanz, Lieber zur Laute. Bortrag. Wir bitten un rege Beteiligung. 120. Abt. Friebrichsfelbe. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Tempel, Prinzenallee. Bortrag:„ Die Arbeiterbewegung in Amerika." Referent Frans Wendel. Morgen, Mittwoch, den 12. mai: Mitgliederversammlungen und Zahlabende: 1. Abt. 7% Uhr Schulaula Auguftstr. 68 Vortrag: Der neue Rechtskurs." Referent Stadtrat Willi Krüger. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 11. Mai. Außer dem üblichen Tagesprogramm: schriften. Eckardt. Die schöne Literatur. Deutsche Rundschau. Das Inselschiff. Das deutsche Buch. Westermanns Monatshefte. Velhagen& Klasings Monatshefte. Neue deutsche Rundschau. Der deutsche Bote. Der Sturm. 5-6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7-7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskursel. 7 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 7.25 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abteilung Volkswirtschaft. Dr. M. J. Bonn: 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung: Oper. Leitung: Cornelis Weltwirtschaftliche Neubildungen. Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 38. Veranstaltung. Die verkaufte Braut, komische Oper in drei Teilen von K. Sabina. Deutscher Text von Selmar Meyrowitz. Musik von Friedrich Smetana schina, ein Bauer: Bernhard Köhler; Ludmilla, seine Frau: Dirigent: Selmar Meyrowitz von der Berliner Staatsoper. KruHedwig Seveik; Marie, deren Tochter: Tilly de Garmò; Micha, reicher Bauer: Gottfried Hagedorn Hanna, seine Frau: Emma Vilmar- Hansen; Wenzel, beider Sohn: Waldemar Henke; Hans, Heiratsvermittler: Leo Schützendorf; Direktor umherziehender Komödianten: Karl Platen; Esmeralda, Indianer, Mitglieder der Komödianten truppe: Lia Fuldauer, Artur Grosse. Die Handlung spielt in Böhmen. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagèsnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Dienstag, den 11. Mai. 3.45 Uhr naehm.: Stunde mit Büchern. Literarische ZeitDas mag wohl in diesen Hauswirt gefahren sein? Die Deffent. Michas Sohn aus erster Ehe: Hans Heinz Bollmann; Kezal, lichkeit ist begierig, Näheres über ihn zu vernehmen. Die Berliner Schupo zu Pfingsten im Strohhut. Das Preußische Ministerium des Innern hat den Tschafo aus Strohgeflecht offiziell in Breußen für die Bekleidungsordnung eingeführt, und das Berliner Polizeipräsidium hat sofort die An fertigung vornehmen lassen, die so zeitig fertig zu stellen ist, daß die Berliner Schupo schon zu Pfingsten die Annehmlichkeit der Sommerfopfbedeckung aus Strohgeflecht, offiziell als Sommertjchako bezeichnet, genießen fann. Außer Preußen erwägen Bayern, Württemberg, Baden, Sachsen, Hamburg, Bremen, Lübed eben falls die Aufnahme dieser fleidfamen Kopfbedeckung aus Stroh 3-330 Uhr nachm.: C. E. Alfieri und Frl. van Eyseren: Spanisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm: Legationsrat Dr. Legationstat Dr. Südhof: Die dentsche Auslandsschule. 430 bis Südhof: Das Deutschtum in Uebersee. 4-4.30 Uhr nachm.: 5 Uhr nachm.: Mitteilungen des Zentralinstitutes. 5-5.30 Uhr nachm: Frl. G. van Eyseren: Geschichten von Tieren. Pflanzen und früheren Zeiten. 8 Uhr abends: Uebertragung von Berlin 2. Abt. 7½ Uhr bei Ohngemach, Rommandantenftr. 88, Bortzag:„ Gegen dié Realtion." Referent Arno Scholz. 8. t. 7% Uhr im Goal 5 des Gemertschaftshauses, Engelufer 24/25, Bor. trag: Schulpolitische und tulturpolitische Fragen. Referent Lehrer Bendide. Wir erwarten vollzähligen Besuch. Gäste willkommen. Die Bezirks führer laden unbedingt ein. 4. Abt. 7½ Uhr in der Oberrealschule Kleine Frankfurter Str. 6 Bortrag: Die außenpolitische Lage." Referent Wolfgang Schwarz. 5. Abt. 7% Uhr im Rosenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11/12, Borirag: Berlin und die Hohenzollern." Referent Stadtperordneter Willi Riefe. 6. Abt. 7% Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, Funktionärfigurg. Erscheinen ist Pflicht. 8. Abt. 7 Uhr Rahlabende bei Ridert, Steinmegstr. 36a, Geiler, Steinmez. ftraße 29, Meier, Lühowstr. 7. 9. Abt. 7 Uhr Artushof. Berleberger Str. 29, Bortrag: Unsere Justiz spricht." Referent Ernst Ruben. Wir erwarten zahlreichen Besuch. Gäfte millkommen. 10. Abt. 7½ Uhr im Reichenfaal der Schule, Alt- Moabit 23. Bortrag: Birt schaftskrise Arbeiternot. Referent Bernhard Göring. 11. Abt. 7 Uhr bei Berger, Levegomstr. 21, Bortrag: Der englische Bergarbeiterstreif. Referent Otto Veters. Alle Genoffinnen und Genoffen müffen ganz bestimmt wegen der wichtigen Tagesordnung erscheinen. 12. Abt. 7 Uhr bei Schmidt, Wiclefftr. 17. 13. Abt. 7 Uhr Artushof. Berleberger Str. 29, Vortrag:„ Gozialdemokratie und Bolfsentscheid." Referent Stadtrat Willi Rühne. 14. Abt. 7% Uhr Rahlabende bei Gottschall, Stark und Bont. 15. Abt. 7 Uhr Rahlabende bei Goldbach. Binetoplog 7 und Runze, AderStraße 49. 16. Abt. 7 Uhr bei Krüger, Suffitenstr. 34, Bortrag: Reichstag und Bolfs. entscheid." Referent Stadtrat Rosemann. 17. bt. 7% Uhr Rahlabende in den bekannten Lokalen. 18. Abt. Rahlabende 7 Uhr bei Sachse, Lindower Str. 24, Schade, Rösliner Straße 9. Schmidt, Rolberger Str. 24, Bierbaum, Bastian str. 2, Müller, Uferftr. 12. 19. Abt. 7 Uhr Zahlabend in den bekannten Lokalen. 20. Abt. 7 Uhr Rahlabend in den bekannten Lotalen. 21. Abt. 7 Uhr Rahlabende in folgenden Zotalen: Bezirke 746, 747, 795 hei Schrepel, Antonftr. 8. Referentin Genoffin Elvira Arliger. Bezirke 782, 783, 787, 788, 789 bet Aroll, Utrechter Gtr. 21. Referent Genosse Kart Klinge Bezirte 784, 785, 786 bei Ulrich, Malplaquetstr. Referent Genoffe Klein. Bezirke 790, 792 bei Dammer, Schulstr. 24. Referent Genosse Stadtrat Karl Bahle. Bezirke 791, 793, 794, 796, 797 bei Schola, Adolfftraße 12. Referent Genoffe Reltor Riflas. 22. 261. 7 Uhr Rahlabende bei Schola, Fehmarnftr. 1, Rabzan, Brüsseler Straße 43, Serms, Müllerstr. 26. 23. Abt. 7 Uhr Rahlabende bei Lewandowski, Geeftr. 104, Taube, Müllerfit., Ticke, Barfußftr. 24. Abt. 7% Uhr Rahlabende. Gruppe 1: Rösner, Immanuellirchstr. Gruppe 1a: Echmidt, Marienburger Str. Gruppe 2: Schleiff, Christburger Str. 36 Ede Binsitr. Vortrag des Genoffen Wilhelm Miethke über: Fortpflanzung des Lebens." Gruppe 3: Röhler, Schweizerhäuschen, am Bahnhof Beißenfee. Achtung! Donnerstag, den 13. Mai( Himmelfahrt) Familienausflug nach Tegelort. Treffpunkt vormittags 11 Uhr in Tegel, Hauptstr. Ede Berliner Straße. 25. Abt. 7½ Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 26. bt. 7% Uhr bei Beinlich. Beißenburger Str. 1 Bortrag: Die politische Lage." Referent Georg Klausner, M. d. L. 27. Abt. 7 Uhr Rahlabende bei Mehlberg, Gaudnftr. 6, Bogdanowik, Sonnenburger Str. 1 und Lenhfer, Kopenhagener Str. 37. 28. Abt. 8 Uhr Rahlabende und Aufstellung der Kandidaten für die Elternbeiratswahlen für die Bezirle 237 und 239 bei Krause, Belforter Str. 18, Beairle 238 und 240 bei Bartelt, Wörther Str. 19, Bezirk 241 bei 2ehmann, Börther Str. 11, Bezirk 242b bei Richter, Hagenauer Str. 5, Bezirke 2432 und 243b bei Ruhl, Choriner Str. 49, Bezirk 244 bei Rundel, Kastanienallee 29/30, Beairf 245 bei Meier, Oberberger Str. 39. 29. Abt. 8 Uhr in Altersheim, Danziger Str. 62, Bortrag: Unfere nächsten politischen Aufgaben." Referent Stadtverordneter Richard Krille. 30. Abt. 7 Uhr im Lebigenheim, Pappelallee 15, Bortrag des Genossen Arthur Richter, M. d. 2. Die Funktionäre müffen zu einer wichtigen Besprechung bereits um 7 Uhr ebenda erscheinen. 31. Abt. 7% Uhr in der Schulaula Schönfließer Str. 7 Bortrag:„ Das HeidelGäste berger Brogramm." Referentin Clara Bohm- Schuch, M. d. R. heralichft willfomman. 32. bt. 7 Uhr Gruppenabend der Gruppen Bartmann, Meister und Kluge in ben bekannten Zofalen. Gruppe Saafe bei Aromphardt, Paul- GingerStraße 49, Bortrag: Rinderschuk und Rinderverfchidung." Referent Genpffe Klobt, M. b. 2. 33. Abt. Umständehalber fällt der Sablabend aus. 34, bt. 7 Uhr Rahlabende bei Seefe, Memeler Str. 63, Müde, Barichauer Straße 17, Rofin, Gubener Str. 19. Achtung! Bücherlveismitalieder! Rahlabend von 7-8 Uhr bei Müde, fonft von 7-8 Uhr bei Rudolf Wendel, Ropernifusfte. 4 vorn Ir. 35. Abt. 7 1hr Rahlabenbe. 1. Gruppe: Topper, Rigger Str. 83. 2. Gruppe: Schule Samariterfir. 20. 3. Gruppe: Bombe, Boigtstr. 23. 4. Gruppe: Borkowski, Schreinerftr. 82. 36. 6. 7 1hr Rahlabenb in den bekannten 2ötalen. 1. Gruppe: Lichtbilderportrag: Der deutsche Rhein." Bartragender Fris Roch. 37. Abt. 7% Uhr Rahlabende. 1. Bezirk: Rente. Eberinftr. 6. 2.- 3. Bezirk: Gerafch, Ebertnftr. 10. 4., 5., 6. Besirt: Röhler, Matternftr. 14. Achtung! Funktionärfikuna 6½ Uhr bei Pfeiffer. Sausburgstr. 2. 38. Abt. 75 Uhr Rablabend in den bekannten Lokalen. Bortrag:„ Staats form und Demokratie." Referent: Genoffe Ruder. 39. Abt. 6 Uhr im Jugendheim, Bindenfr. 3. Funktionärfkuna. 7 Uhr Mitgliederversammlung ebenda. Bortrag: Jugend und Bartei." Referent Mar Weftphal. 40. Abt. 7 Uhr im Restaurant Rum Kreuzberg" Kreuzberaftr. Bortrag: Unfere nächsten Aufgaben." Referent Richard Barth. Me Funktionäre milffen bereits um 7 Uhr abends ebenda erscheinen. 41. Abt. Gruppenperfammlungen. 1. u. 2. Gruppe: Schmidt, Teltower Straße 18. Heinrich Heine." Boziragender Baul Schacht. 3. u. 4. Gruppe: Schufter, Chomiffoplak 4. 5. u. 6. Gruppe: Luke, Bergmannstr. 93. 7. und 8. Gruppe: Mende, Gneisenauftr. 6. Stellungnahme zur Elternbeiratswahl. 42. Abt. 8 Uhr Rahlabende in den bekannten Lokalen. Die Gruppen Seehat und Boaeler müssen vollzählig anwesend fein, da äußerst wichtige Besprechung. 43. Abt. 7 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. Erscheinen bringend erforderlich. 44. Ft. 7% Uhr in der Schulaula Reichenberger Str. 44/45. Borttag:„ Goaialistische Augenderziehung. Referent Hans Wonwod. 45. Abt. 7% Uhr Gruppenversammlungen. Minnia. Lausiker Str. 45. Bortrag: Der neue Rechtsturs." Referent Bezirksverordneter Billi Großmann. Matichen, Forfer Str. 9. Bertsch. Wiener Str. 39. Bartrag: Kapital und Arbeit." Referent Erich Froentel. Wienaiers, Reichenberger Str. 104. 46. Abt. 7% Uhr bei Burkhardt, Görliker Str. 52. Bortraa: Dos Fürstenenteignungsaefek. Referent Rechtsanwalt Dr. Gieomund Kallmann. 47. Abt. 7% Uhr Rahlobende in den bekannten fünf Botalen. Elternbeiräte to Inflictinet Rinder haben bestimmt au erscheinen. 48. bt. 8 Uhr in Gliefings Feftfälen, Waffertorftr. 68. Rortrag: Der Rampf der englifden Vrbeiterschaft." Referent Hermann Berner. Chaka 51. 9bt. 7 Uhr Rablabende. 1. Grunne: Echellbach. Rönicin Elif- beth- Str. Bortron: Gefundheitspflere." Referent Dr. Moosbecher. 2. Gruppe: Scheidthauer, Sophie- Charlotte- Str. 24. 3. Gruppe: Döse, Dandelmannftr. 18. Bortrag: Bolfsentscheid. 52. Abt. 8 Uhr bei Büttner, Raiserin Augusta Alle 81. Bortrag:„ Das Sozialisierungsproblem." Referent Bernhard Krüger. Die Genoffen werben ersucht, ihre raren und mit unferer Partei fnmpathifierende Freunde mitzubringen. 56. Abt. 7% Uhr 1. u. 3. Gruppe bei Liersch, Rantstr. 62. 2. Gruppe bei Suttomial, Soltendorffftr. 20. 57. Abt. 7 Uhr. 2. Gruppe: Zahlabend bet Thunad, Wielandstr. 4. Das 60. Abt. Spanbau. 8 Uhr bei Wind, Pichelsdorfer Str. 5, Borirag: Arbeitslofenversicherungsgefek". Referent Stabtrat Karl Fabiunte. 67. Abt. Grunewald. 8 Uhr im Lotal Grußa, Hubertusbaber Str. 8. Bir etmarten zahlreiches Erscheinen. 68. Abt. Salenfee. 8 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Vortrag: Barum fordert die Arbeiterschaft die Fürstenenteignung?" Referent Genosse Billoch. " Wilmersdorf. 69. Abt. 8 Uhr bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, Bortrag: Der neue Rechtsturs". Referent Paul Bengsch. 70. Abt. 8 Uhr 8ahl. abend bei Kroihs, Holsteinische Str. 60. Bortrag: Aus der Berkstatt der Kunst". Referent Genosse Anab. 71. Abt. 8 Uhr bei Jonas, Durlacher Straße Ede Bruchfaler Straße, Vortrag: Das Gemeindebestimmungsrecht Referent Dr. Druder. 72. Abt. 7% Uhr im Lokal Schäfer, Auguſtaftr. 31, Bortrag: Der neue Rechtsturs". Referent Genosse Lederer. 73. Abt, Schmargendorf. 8 Uhr in der Gemeindeschule Friedrichshaller Straße, Bortrag: Die Bedeutung der Elternbeiräte". Referent Genosse Hahn. Borbereitung der Elternbeiratswahlen. Der Borstand und die Funktionäre tagen bereits um 7 Uhr ebenda. Die Bezirksführer laden bestimmt ein. 74. Abt. Behlenbarf. 8 Uhr bei Midlen, Botsdamer Str. 25, Bortrag: Der Bodenreformgefeßentwurf im Reichstage". Referent Regierungspot Otto Albrecht. Schöneberg. 77. bt. 8 Uhr Bahlabende. 1. Besirt; Milde, Rollendorffer. 16. Bortrag: Rechtspflege". Rechtsanwalt Dr. Halpert. 2. Bezirk: Jürgens, Barbarossastr. 3a. Bortrag des Genossen Franz Czeminffi. 3. Begirt: Seugner, Grunewaldstr. 36. Bortrag des Genoffen Dr. Güzinger über Sachsen. 4. Bezirk: Will, Martin- Luther- Str. 69. Bortrag bes Genoffen Schwerfen Die politische Lage". 78. Abt. Der Bahlabend fällt in den vier Bezirken aus. Gemeinsamer Bahlabend am Mittwoch, 19. Mai, bet Rofenthal, Ebersstr. 66. Nähere Betanntmachungen erfolgen noch. 79. Abt. 7 Uhr 8ahlabende. 1. Bezirk: Arndt, Baußener Str. 10. 2. und 8. Bezirk: Grunom, Geßlerstr. 13. Bortrag: Die wirtschafts. politische Lage". Referent Baul Roste-4. bis 6. Bezirk: Lotal Groß. Sepanfir. 17. Bortrag: Matteotti wiber Mussolini". Referenz Genoffe Friedländer. 7 Bezirk: Bodfzus, Sachfendamm Ede Reichardtstraße. Bortrag: Unfere fommunalen Berkehrsverhältniffe". 8. Bezirk: Siede Lung Liebenhof, Lotal Achtenhagen, Röblingstraße. Bortrag über Jnnen. unb Außenpolitit". Referent Martin Stein.-80. bt. 7 Uhr Ber fammlung aller Mitglieder mit schulpflichtigen Rindern bei Gürlich, Begas ftraße 1. Die Abteilungsversammlung fällt aus. 81. bt. Friebenau. 7% Uhr Bezirks- und Bahlabende. 1. bis 3. Bezirk: Alabe, Sanbjernstr. 60/61. 4. bis 6. Bezirk: Baginsti, Taunusstr. Z Politische Aussprache. Elternbeiratswahlen. 83. Abt. Lichterfelbe.West. 8 Uhr im Lotal Reinh. Schmidt, Hindenburgdamm Ede Roonstraße, Bortrag: Das internationale Arbeitsamt unb feine Tätigkeit". Referent Genoffe Donau. " 83. Abt. Sichterfelbe. Alle Genoffinnen und Genoffen von Lichterfelde.Dft und Güb treffen sich abends 8 Uhr bei Brettschneider, Berliner Gir. 123b aunt Bahlaband. Bortrag des Genossen Emil Reischieß über Die wirtschaftspolitische Lage" 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr Zahlabende. 1. Bezirk: Wendt, Boruffiaftr. 71. Referent Richard Hille. 3. und 4. Begirt: Lofal Sur Linde, Berber Ede Friedrich- Rarl- Straße. Bortrag bes Landtagsabgeordneten Chuard Bacher fiber: Englands Stellung zum Rontinent und die Lage seiner Arbeiterschaft". 7. Bezirk: Happelot, Gottlieb.Dundel Str. 11. Referent Genoffe Fromm. 86. st. Marienberi. 8 Uhr Sahlabenbe mit Borträgen: Schwarzweißzote| 128. 120. 164. Bankow. 7½ Uhr Gruppenverfammlungen 1 Suppe: Rogers: Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Republikaner". 1., 2. und 7. Bezirk: Roepte, Bergstr. 7. Referent Genoffe Siering. 3. bis 6. Bezirk: Niendorf, Chausseestr. 19. Referent Dr. Schö neberg. 8. bis 10. Bezirk: Findeisen, Friedenstr. 6. Referent Dr. phil. Sirschfeld. 88. Abt. Lichtenrabe. 8 Uhr in der Schule Noonftraße. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Magers. witsch, Ralfer- Friedrich Ede Berliner Straße. Bortrag: Wirtschafts trife" Referent Genosse Flatau.. 2. Gruppe: Mees. Berliner Straße Ede Lindenpromenade. Bortrag: Rommunale Angelegenheiten". Referent Genosse Rubig. 3. Gruppe: Dreier, Kissingenstraße 4, Bortrag des Genossen Gutjahr. 4./5. Gruppe: Jugendheim Breite Str. 32. Bor trag: Rußlands Wirtschaft in letter Beit und ihre Bedeutung für Deutschland". Referent Genoffe Stiegliß. 6. Gruppe: Lotal Neumann, Mendel. straße. Bortrag: Rechte und Pflichten eines Schöffen". Referent Genosse Raifer. 7., 8., 9. Gruppe: Restaurant 8um Forsthaus", Bollantstr. 115. Vortrag: Die neuzeitliche Bauweise zur Ueberwindung der Wohnungsnot". Referent Genosse Dietrich. In allen Gruppen Bericht über die An gelegenheit Stadtrats Fenten. Seinersborf. 7% Uhr im Botal Dabas, Tiniusstr. 56, Zahlabend. 131. Abt. Niederschönhausen. 7% Uhr im Lokal von Wilhelm Bogt Abteilungs versammlung. Tagesordnung: Elternbeiratswahlen. Stellungnahme zur Fürstenabfindung. 29, 80 bei Gauter, Sarzer Str 88. Borttag. Bezirte 27, 28, 32, bei Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Reutöllu. 83. Abt. 7½ Uhr Zahlabende. 1. bis 5. Bezirk: Brose, Sanderstr. 10. 6., 11., 12. Bezirk: Glaser, Pannier- Ece Pflügerstraße..-7. bis 10., 18. und 19. Bezirk: Fischer, Hobrechtstr. 64. Bortrag: Der neue Rechtsturs". Referent Paul Jubrian. 93. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlungen in folgenden Lokalen: 13. Bezirk: Rüdiger, Lohmühlenstr. 36; 15. und 26. Be zirt: Jahn, Fuldastr. 45; 16. und 25. Bezirk: Janide, Jansastr. 11; 17. und 24. Bezirk: Lehmann, Tell. Ede Weserstraße; 22., 23. und 36. Bezirk: Schittler, Weichselstr. 5; 34. und 43. Bezirk: Kleistner, Münchener Str. 53; 35. Bezirk: Jdeal- Rafino, Beichselstr. Bortrag des Genossen Hans Arauß. 91. Abt. Zahlabende in folgenden Lotalen: 20., 21., 39. Bezirk: Röfter, Karlsgartenstr. 4; 40. und 50. Bezirk: Lüddede, Karlsgartenstr. 12; 38., 41., 49. Bezirk: Mischke, Münchener Str. 23; 37., 42., 48. Bezirk: Müller, Reuterstr. 11.-92. bt. 7½ Uhr Sahlabend der Bezirke 14, 33 Emald, Elbestr. 32. Bortrag: Boltsentscheid und Elternbeiratswahlen". Referentin Luise Kähler, M. d. R. Bezirke 31, 44, 45, 55 bei Wolff, Raifer- Friedrich- Str. 173. Bortrag: Unsere Juftig". Referent Carl Felgentreu. Bezirke 46, 47 und 59 bei Dehn, Richardstr. 108. Vortrag. Be. airle 72, 73 bei Echneider, Rosenstr. 7. Referent Adolf Hirsch über Dia Birtschaftsfrife". Da außerdem auf allen Zahlabenden sehr wichtige Mitteilungen gemacht merden, ist es Pflicht aller Genossen, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. 93. Abt. Bezirk Siedlung Dammweg. 7% Uhr Lotal Bärwinkel. Bortrag: Die politische Lage" Referentin Genossin Ege, M. b. 2. 94. Abt. 7% Uhr Zahlabende. 51, 52. Bezirk: Kelling, Geldhomer Str. 11. 64., 65., 66., 67., 77., 78. Bezirk: Günther, Schiller. promenade 11. Bortrag: Die Wirtschaftskrise". Referent Stadtrat Schlich. Eintritt 10 PI. ting. 68. und 76. Bezirk: Lofal Schröder, Steinnesstr. 52. 95. Abt. 7 Uhr bei Grieger, Leffingstr. 3. Bortrag: Die Arbetterbant". Referent Genoffe Hauth. Erscheinen dringend erforderlich. 96. Abt. 7½ Uhr Bezirksabende. Bezirt 86 und 100 bei Miller, Thüringer Str. 5. Referent Genosse Stadtrat Echröder. Bezirke 101, 102 und 103 bei Lange, Emfer Str. 119. Referent Genosse Dr. Freund. Bezirk 93 und 94 bei Fräntel, Schierkestr. 35. Referent Genoffe Brinkmann. Bezirke 80, 87 und 88 bei Lübben, Thomasstr. 5. Die Bezirksführer werden gebeten, die Mitteilungsblätter beim Genossen Juritto abzuholen. 98. Abt. 7½ Uhr bei Teich, Rnefebedstr. 135, Abteilungsversammlung. 100. t. Nubow. 8 Uhr im Lokal Krüger, Bendastr. 71, Bahlabend. " 102. st. Baumschulenweg. 7% Uhr bei Borgmann, Baumschulenstraße. Bor. trag: Gegen die Reaktion". Referent Artur Crispien. Alle Mitglieder müffen erscheinen. Gäste willkommen. 103. t. Oberschöneweibe. 8 Uhr in Jinbergs Gesellschaftshaus, Wilhelminenhofftr. 34. Bortrag: ,, Der neue Rechtsturs". Referent Wilhelm Richter. 104. Abt. Riederschönemeibe. 7½ Uhr bei Schmidt, Berliner Str. 97/98. Bot. trag: Was will Luther?" Referent Dr. Wierendorff. 106. Abt. Johannisthal. 7 Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6. Borirag: ,, Das amerikanische Wirtschaftswunder". Referent Wilhelm Landa. Gäste mill. tommen. 107. Abt. Alt- Glienide. 8 Uhr im Lokal ,, Sum Wasserturm"( Inhaber Thieme), Schirnerstraße. Bortrag: ,, Reichstag und Bollsentscheid". Referent Waldemar v. Buttkamer. 108. Abt. Röpenid. 7½ Uhr 8ahlabende.. Dammvorstadt: Schulz, Bahnhof. ftraße 34. Riez- Borstadt: Fiebach, Müggelheimer Str. 2. Köllnische Borstadt: Stippekohl, Schönerlinder Str. 5. Wichtige Tagesordnung. Ale Mitglieder milfsen unbedingt erscheinen. 109. Aht. Friedrichshagen. 8 Uhr bei Schulz, Friedrichstr. 81. Tagesordnung: Elternbeiratswahlen. 111. Abt. Bohnsdorf. 8 Uhr in der Schulaula Dahmestraße Elternverfammlung. Tagesordnung: Unsere Schule und die bevorstehenden Eltern beiratswahlen". Referent Stadtschulrat und M. d. R. Dr. Kurt Löwen ftein. Lichtenberg. 114. bt. 7 Uhr bei Biechet, Croffener Str. 14, Bortrag: Die Wirtschaftskrise". Referent Dr. Friz Schloß 115. Abt. 7% Uhr Zahl abenda. Gruppe 1: Gonell, Sungstraße Ede Scharumeberstraße. Gruppe 2: Lohan, Jungstraße Ede Oderstraße Gruppe 3: Radtke, Milggelstraße Ede Garnmeberstraße. Gruppe 4: Seiple, KronprinzenStraße Ede Scharnweberstraße. 116. bt. 7% Uhr in der Schulaula Marliftr. 10/11, Bortrag: Der neue Rechtsfurs" Referent Theodor Rogur. 117. bt. 7 Uhr gemeinsamer Zahlabend in der Schule Lüdftraße 60. Bortrag: Die Elternbeiratswahlen". Referent Dr. Erich Witte. Wichtige Parteiangelegenheiten.-118. bt. 7 Uhr bei Tempel, Gudrun ftraße 7, Bortrag: Ban- Europa und der Böfferbund". Referent Pastor Frande. Gäfte milfommen. 119. t. 7 Uhr im Gesangsfaal des Engeums Rathausstraße, Vortrag: Reichsschulgeseß und Elternbeiratswahlen". Referentin Frau Oventrop, M. b. 2. 6 17 122. Abt. Biesborf. 8 1hr bei Borath, Marzahner Str. 31, Bortrag: Der neue Rechtsturs". Referent Abolf Buschid. 123. t. Raulsbort. 8 Uhr im 2otal non Bacch, Sönower Str. 5, Bortrag des Genossen Lübke über: Der fommenbe Bolfsentscheid. 125. Abt. Weißenfee. 8 Uhr in der Boruffia- Brauerei Bortrag des Genossen Aurt Heinig über feine Amerikareise. Es wird gebeten, Gäfte einzu führen. Mieten Sie von uns Wäsche Rollen Waschmaschinen Beleuch- tungs Körper jeder Art Gaskocher Gasherde Backofen Bratu Heute abend 7%, Uhr. im Vortragssaal des Bezirksamts Kreuzberg, Yorckstr. 11( Untergrundbahnstation Belle- Alliance- Str.) Gen. Felix Fechenbach: „ Meine Reiseeindrücke aus Palästina" ( mit Lichtbildern) Parteigenossen willkommen! Arbeitsgemeinschaft Abraham: Seute und morgen fallen bie SusammenFünfte aus. Für Erwerbsloje. Zu einem Konzert von Gertrud Bindernagel, Staatsoper, am Dienstag. 11. Mai, im Blüthnersaal, Lükowstr. 76, find Rarten zum freien Eintritt im Gekretariat zu haben. Die Gymnastikabende fallen bis auf weiteres aus. Heute, Dienstag, den 11. Mai: Oficu, Frankfurter Biertel: 74 Uhr. Schulaula Petersburger Str. 4. Film abend: Ich fahr in die Welt". Programm: Musit, rhythmische Tänze, ein leitende Borte, Lieder zur Laute. Reichenberger Biertel: Reidenberger Str. 66. Lichtbildervortrag für Jüngere: Unfere Osterfahrt". Berbebezirk Neukölln: Abends 7 Uhr in der Aula der Walter- Rathenau- Schule, Boddinstraße, vom Ortsausschuß für Jugendpflege Neuföln Lichtbildervortrag: Die märkischen Jugendherbergen". Eintritt 20 Bf. Webbing- Norb: Müllerstr. 48. Vortrag: Jucend und Gewerkschaften". Norboften 1: Neue Königftr. 21, Bortrag..Die bürgerliche Jugendbewegung". Rezbofien II: Danziger Str. 62. Bortrag: Allohol und Nikotin". Schönhauser Borstabt I: Driesener Str. 22. Bortrag:., Arbeiterjugend und Republik". Brenzlauer Vorstadt: Danziger Str. 23. Bortrag: Einführung in die fozialistische Gedankenwelt". Senefelder- Biertel: Eberswalder Str. 10. Bortrag: Ronfumgenoffenschaft". Schöneberg 1: Rubens, Ede Hauptstraße. Bortrag: SAJ. und Krieg". Reinidendorf- Ost: Geebad, Residenzstraße. Vortrag: ..Unterm Sozialistengefek". Niederschönhausen: Blankenburger Str. 69-70. Bortrag: Französische Revolution". Arbeitslose frei! Vorträge, Vereine und Versammlungen. 132. Abt. Blankenburg. 8 Uhr bei Klug, Dorfstr. 2, Bortrag: Aufbau und Berwaltung Groß- Berlins".( Fortsegung.) Referent Stadtrat Burdhardt. Die Bezirtsführer laben ein. 133. Abt. Buchholz. Uhr bei Roffad, Sauptstr. 71, Bortrag: Sozialistische Erziehung. Referent Dr. Karl Gerth. 134. Abt. Buch. 8 Uhr bei Göpfert, Am Bahnhof, Bortrag: Bau- und Sied. Tungsfragen". Referent Architekt Hermes. 136. Abt. Reinidendorf- Weft. 7 Uhr gemeinsamer 8ahlabend im Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Bortrag: Die englische Arbeiterbewegung". Referent Franz v. Puttfamer. " 138. Abt. Sermsborf. 8 Uhr bei Böttcher, Baldfeestraße, Bortrag: Wege zur Förderung des internationalen Gedankens". Referent Wilhelm Floerke. 139. Abt. Tegel. 8 Uhr im Restaurant Otto Schabe, Berliner Str. 17 Ede Beithstraße. Tagesordnung: Die Elternbeiratswahlen. Berschiedenes. 140. Abt. Borjigmalbe. Der Zahlabenb fällt aus. 141. Abt. Rofenthal unb Riederschönhausen- Beft 7 Uhr gemeinfamer Bahlabenb im Zotal Moeller, Am Bahnhof Rosenthal. Vortrag: Justiz in der Politik". Referent Dr. Siegfried Rosenfeld, M. d. 2. 143. Abt. Baibmannsluft. 8 Uhr Sahlabend bei Dreißig, Waidmannstraße. Bortrag: Reichspolitik Breußenpolitit". Referent Bürgermeister Rarl Leid, M. d. 2. Eichwalde. 8 Uhr bei Lindner Mitgliederversammlung. Bortrag des Genossen Dr. Jserland: Amerika".. Arbeitsgemeinschaft fozialbemokratischer Lehrer und Zehrerinnen. Alle parteigenössischen Lehrer und Lehrerinnen beteiligen fich an der großen Ber. fammlung heute, Dienstag, im Berliner Rathaus. Junglozialisten. Gruppe Süben: Heute, Dienstag, abends 8 1hr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Vortrag: Jugend und Gewerkschaften". Referent Bernhard Göring. Gäste willkommen. Gruppe Bautom. Beute abend pünktlich 8 Uhr Zusammenkunft im Jugendheim. Das Kommunistische Manifeft." Frauenveranstaltungen: " 6. Abi. Donnerstag, 13. Mai, Ausflug aller Genoffinnen nach Friedrichshagen, Müggelberge Treffpunkt vormittags 7 Uhr Bahnhof Börse. 93. Abt. Reutöllu. Mittwoch, 14. Mai, nachmittags Uhr, Besichtigung bes Landtages für alle Bezirte außer her Giedelung. Ereffuntt: Prinz- Albrecht Für die Siebelung findet die Führung am Freitag, 14. Mat, Straße nachmittags 4 Uhr statt. Treffpunkt: Pring- brecht- Straße. 124a. t. Mahlsborf- Süb. Mittwoch, 12. Mat, bet Dieß, Uhlandstraße, Bortrag: Die Rulfuribee im Sozialismus". Referentin Minna Todenhagen. * Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Rzeis Mitte. Während der Pfingstferien Balburfahrt vom 25. bis 29. Mat nach Stettin und surild. Untoften einschließlich Berpflegung 8 M. Anmeldefrist bis spätestens 13. Mai schriftlich en manbus Briegel, N., Arlonaplas 5, oder mündlich in ber Bezirksgeschäfts. ftelle, D. 27, Blumenftr. 77. Sprechstunde Dienstags von 6 bis 7 Uhr. Freunde unferer Bewegung find als Gäste willkommen Gruppe Tiergarten. In den Pfingstferien nom 23. Mai bis 29. Mai fünftägige Dampferfahrt nach Stettin und zurild. Fahrgeld, Berpflegung unb Uebernachten 8 M. Anmeldung heute Dienstag von 6 bis 7 Uhr im Jugendheim, Wiclefstr. 6. Simmer 6. 0510 LUX* SEIFENFLOCKEN der Sunlicht Gesellschaft A- G 8 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin E. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Webbing: Mi., d. 12., abends 6% Uhr, treffen fich die Sportler und Sugendabteiurna auf dem ftaatlichen Spielplak Wiefenftrane. Friedrichshain: Mi.. d. 12., abends 6% 4 Uhr, Allstriner Plas. Autofahrt nach Neuruppin. Fahrpreis 2 Mr. Wilmersdorf: Do., d. 18.( Simmelfahrtstag). früh 6 Uhr Fehrbelliner Blas, Autofahrt nach Neuruppin. Die Sportübungen auf dem Hubertus- Sportplak find in pollem Umfange aufgenommen. Sonn tags ab 10 Uhr, Freitags ab 6 Uhr. Außerdem jeden Do., abends 8 Uhr. Turnen und Kamerabschaftsübungen in der Ober: ealschule am Geepart. Teilnahme für Jugendliche und andere Rameraden Pflicht. Röpenit: Do., b. 13., frith 7 Uhr, Bahnhofstraße, Simmelfahrtsausflug mit Musikverein Echo. Lichtenberg nebit Untergruppen: Kameraden, die an der Autofahrt nach Neuruppin teilnehmen mollen, treffen sich Mi., d. 12., abends 6 Uhr, bei Söhnow. Frankfurter Allee 262. Weißensee: Do., d. 13.( Simmelfahrtstag), früh 5% Uhr, Autofahrt nach Neuruppin. Abfahrt Grüner Baum, Berliner Allee, in Banner Fleidung mit Fahnen. Reinidendorf( Kreis): Mi., d. 12., abends 6 Uhr. Abfahrt per Auto nach Neuruppin von Seebad Reinickendorf. Tegel: Di.. d. 11., 8 Uhr, Bortragsabend im Alten Krua. Sauptstr. 14. Referent Ramerad Erwin Niffla. Republikaner fönnen als Gäste eingeführt werden. Tempelhof- Mariendorf. Die Unterrichtsstunden zur Jugendmeihe für Kinder Dom 12. Lebensjahre ab finden jeden Mittwoch nachmittag 3 Uhr in Tempel. hof, Schule Werderstraße, und jeden Donnerstag nachmittag 3 Uhr in Mariendorf, Schule Königstraße, ftatt. Meldungen in den Unterrichtsstunden bei Lehrer Witthauer oder Zibor Mariendorf, Raiferftr. 31. Filchnce Landsmannschaft zu Berlin. Mittwoch, 12. mai, 18 Uhr. Generalversammlung in Socks Bereinshaus, Oranienstr. 36. Gäste willkommen. Deutsche Landsmannschaft der Provinz Bofen, Groß- Berlin. Monatsigung Mittwoch, 12. Mai, 8 Uhr, in der Kindl- Brauerei. Neukölln, Sermannitr. 214/219. Der Deutsche Bazifistische Studentenbund, feine Aufgaben und feine internationalen Beziehungen" ist das Thema eines Bortrages. dem fich Ansprachen ausländischer Kameraden anschließen werden, und der Sonnabend, 15. Mai, 5 Uhr, im Leffing- Museum, Brilderstr. 13, stattfindet. Eintritt frei. Geschäftliche Mitteilungen. Die Gelbfuappheit macht sich überall fühlbar. Um fo mehr ist es su he grüßen, menn bei 8 m. wöchentlicher Teilzahlung ein erftzlaffiges Fahrrad Marie Opal" non der Sherlod- Gesellschaft m. b. S., Alexanderstr. 27a, geliefert mith. Das Stuntamp- Salzwerk, 6. m. b. S., Sambura, ist der alleinige Ser fteller des bekannten und für viele unentbehrlich gewordenen Stuntamp Salzes. Die gegenmärtige Reit ftellt an jeden Menschen ganz besonders bohe Ansprüche. 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Lebens jahre unjer langjähriger Mitarbeiter und lieber Rollege Ernst Grau Bir verlieren in ihm einen gewiffen haften u. fleißigen Bureauangeftelten, Der nahezu 12 Jahre bei unserer Orts Dermaliung beschäftigt gewefen tit und vor dieser Seit als Funktionär unserer Organisation jahrelang tätig mar; bas Andenten dieses braven Rollegen und treuen Mitarbeiters wird stets in Ehren halten[ 181/10 Der Gauvorstand Die Beerdigung erfolgt am Mittwoch, den 12. b. Mts, nachm. um 2 Uhr, auf dem Alten Marien tirchhof in der Brenzlauer Allee 7. Am 8. Mai 1926 vorm. 9% Uhr starb nach langem schweren Leiden mein lieber, guter Mann, unser Schwager und Ontel Louis Schlät im 55. Lebensjahr. Dies zeigt tief betrübt im Namen der trauernden Hinterbliebenen an [ 1x Ub Johanna Schlät, geb. Begel Die Trauerfeier findet am Mittw., d. 12. 5., abends 6 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Riefholzstraße, ftatt Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme anläßlich der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres treu jorgenden Baters, Großvaters und Schintegervaters, des Dentisten Karl Gedicke jagen wir unseren herzlichsten Dant Bin- Niederschönhausen, 10, 5. 1926. Waldowstr. 28. Frau Berta Gedicke, geb. Graefe und Kinder, Nachruf. Am Montag, dan Wat 1926, ver fchied nach längerem Leiden unser lieber Rollege Kunibert Kadgin Seine Aufrichtigkeit und Ehrlich feit feinen Kollegen gegenüber sichern ihm bei uns allen ein dantbazes Gedenten. [ 1828b Die Angestellten der AEG., Stadtabtellung Westen. Für die vielen Beweise hetacher Teil nahme bei der Einäscherung meines lieben, Offene Füße Krampfader. undergeği Gen Manutes geschwüre. John Ladewig schmerzha te fage ich allen Berwandten. Freunden. Rolle Wunden, Entzündungen etc., unerträg- gen und Betaunten sowie den Bartet liches Jucken heilt it. tausend Danksag genoffen der 17. Abt.. den Mitgliedern ber die milde u. wohltuende Orlinda- Salbe 92. Wohlfahrtskommission und sämtlichen Dose M. 175 u. 3. In Drog. u. Apoth. Mitbewohnern unseres Hauses meinen tief sonst bei Otto Reichel, Berlin 43, gefühlten Dant 18266 3ba Zabemig, geb. Schwind. SO., Eisenbahnstraße 4. రా Die LUX neue doppelgroße Packung für die fich fländig vermehrenden Verwendungsarten von LUX Seifenflocken wird gewiß auch von Ihnen begrüßt. Die grobe Behandlung allgemeiner Hauswäfche wirkt auf Ihre gute Leib-, Bett- und Tifdafche ebenfo ungünffig wie auf Ihre Bluſen, Jumper, Strümpfe und Gardinen. Verwenden Sie auch hierzu nur die milden LUX Seifenflocken. Erproben Sie LUX Seifenflocken auch zum Haar walchen, fowie für Kriftall, Silber und Porzellan Nutzen Sie den Preisvorteil! Die neue Doppelpackung 90 Pfg. Normalpackung 50 Pfg. 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Bei einer solchen Ausweitung dieses Arbeitsfeldes darf uns nicht gleichgültig sein, was sonst noch auf dem gleichen Gebiete vor sich geht. Seit 1918 hat man sich allerorten auch bei den Behörden mit den Fragen des Jugend wanderns und der Schaffung von Jugendheimen und Jugendherbergen beschäftigt. Das tritt auch jest wieder in Gestalt der Jugendherbergs Werbewoche in Berlin und der Mark Brandenburg in Erscheinung. Wir wollen die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, hieran einige grundsägliche Bemerkungen zu knüpfen. Träger des Jugendherbergsgedantens in Deutschland ist der Verband für deutsche Jugendherbergen, der seinem Besen nach feine reine Arbeiterorganisation ist. Biele unserer Gereffen, besonders aus Arbeitersportlerfreisen, fnüpfen daran nun die Meinung, daß man einer solchen bürgerlichen Organisation grundsäglich jede Unterstügung verweigern müsse. Der Ber band für Jugendherbergen arbeitet in engster Gemeinschaft mit den Landesbehörden und den Kommunen. Und dort, wo in Land und Kommune unsere Genoffen einen starten Einfluß haben, zeigt auch die Arbeit des genannten Berbandes ein anderes Gesicht. Die Intereffen der sozialistisch orientierten Bevölkerung werden hier durchaus gewahrt. Weiter aber wird der halbamtliche Charakter, den der Verband sozusagen überall bereits gewonnen hat, start tom munal beeinflußt. Das ist aber andererseits sehr wertvoll und wichtig, da hierdurch einer privaten, d. h. nationalistischen Spetu lation und mit der Jugend spekuliert man befanntlich gerade rechts sehr gern der Boden entzogen wird. Die Arbeitersportler dürfen bei den Arbeiten des Verbandes für Jugendherbergen nicht untätig beiseite stehen. Nötig ist vielmehr eine attive Mitarbeit mit dem Ziel der Kommunalisierung und der stärksten Mitwirkung der Länder und des Reichs, damit lezten Endes das Volks. ganze über das Geschick dieses Werkes entscheidet. Durchaus konse quent in diesem Sinne erscheint uns die Arbeit des Touristenvereins Die Naturfreunde, der größten Arbeiterwanderorganisa fion, der seine Ortsgruppen zur Mitarbeit im Verband für Jugendherbergen verpflichtet, daneben aber mit aller Energie den Bau eigener Hütten und Heime betreibt und deren in Deutschland. Schon etwa 150 besigt. Allerdings muß man es sich ganz entschieden verbitten, wenn z. B. der lezten Nummer der Verbandszeitschrift„ Die Jugendher. berge" ein christlich- nationales Blättchen Deutsche Jugend" mit Werbepoftfarte beigelegt wird, bas in feinem fürchterlichen Stil absolut nicht den Beifall proletarischer Mitglieder des Berbandes finden kann. Doch alle diese Dinge tönnen das Gesamtwert in feinem guten Kerngedanken nicht diskreditieren. Eine eifrige Mitarbeit unserer Genossen in Zweigausschüssen und Ortsgruppen müßte derartige Zwischenfälle zu verhindern missen. In diesem Sinne werden daher auch die Arbeitersportler zur praktischen Mitarbeit übergehen müssen. So geht es vorwärts! Der Arbeiterwasserfahrsport hat an der Havel einen neuen Stüßpunft erhalten. Die Bichelsberger Rubergesell fchaft 1914" hat am Sonntag ihr neues, eigenes Bootshaus gemeiht. Das Häuschen liegt in Tiefmerder bei Spandau; neben bequemer Zugänglichkeit von Berlin aus, hat es den Vorzug, landschaftlich wie auch sporttechnisch gut zu liegen. Ueber die Schwierigkeiten, aus eigenem ein solches Heim zu schaffen, mußte der Borfißende des Bereins, Dubielzig, in feiner Weihereide viel zu erzählen. Baukommission, Baufonds, Grundstückssuche. Geldsammlungen und schließlich die Inflation mit der Ber nichtung ideeller und materieller Berte, das ist so ungefähr der Weg, der bis zum Ende( bei den Bichelsbergern" allerdings doch noch ein glückliches!) gegangen werden mußte. Um so größer mar vorgestern die Freude bei den Inhabern und den Gästen, daß das Wert dennoch gelungen ist. 3wanzig Ruder- und achtzehn Baddel boote finden gegenwärtig Unterkunft, das Bootshaus läßt aber dem Expansionsdrang des Vereins noch vielen Raum. In den Glüd. munichansprachen der Gäste- unter ihnen Kreisvorsitzender Reichert, Stüglmayer, Schred vom Borwärts", Szu mann von Collegia" und viele andere fam die Freude und die Anteilnahme beredt zum Ausdruck. Angenehm berührte die Mitteilung, daß unser verstorbener Reichspräsident Ebert seiner zeit auch eine Spende gegeben hatte. Mit einem träftigen Frei Heil auf die Arbeitersportbewegung schloß die Feier. Sportliche Lehrgänge. Das Bedürfnis nach Ausbildungskursen für Turn- und Sportwarte ist nach wie vor außerordentlich ſtart. Die Ursache liegt in dem starten Wachstum der Arbeitersportverbände sowie in den Berlusten an Sportleitern, die der Krieg mit sich gebracht hat. Er höht werden die Schwierigkeiten noch dadurch, daß der Turn- und Sportbetrieb ganz neue formen angenommen hat, so daß selbst die alten Funktionäre umlernen müssen, wenn sie neuzeitliches Material bieten wollen. Die vom Arbeiterturn- und Sportbund angefeßten Kurse sind daher jetzt schon überfüllt und können das Bedürfnis in feiner Weise befriedigen. Alle Hoffnung wird nun mehr auf die Fertigstellung der Bundesschule in Leipzig gesetzt, die hoffentlich eine wesentliche Erleichterung bringen wird. Für Groß- Berlin wirft in vorzüglicher Weise die Kreisschule, die für Männer, Frauen-, Jugend-, Kinderturnen und Schwimmen seit längerer Zeit Kurse abhält. Neuerdings haben sich auch die Fußballspieler der Kreisschule angeschlossen, freilich ift es noch ein recht bescheidener Anfang mit Tagesfurfen in den Bezirken. Am Himmelfahrtstag findet ein solcher Lehrgang des Bezirks Osten auf dem Sportplatin Baumschulen weg statt, an dem sich ven 15 Vereinen 36 Kursisten beteiligen werden. Das Lehrprogramm enthält zunächst eine Einführung in 3med und Ziele der Kreisschule unter besonderer Berücksichtigung der Fußballfurfe. Es folgen Ergänzungssport( praftische Uebungen der Lauf. schule und Körpergymnastit mit theoretischen Erläuterungen, llebungsspiele mit dem Medizinball), sportärztlicher Vortrag von Dr. Lüttwiß über„ Sportmassage"( mit praktischen Vorführungen und lebungen), technische Uebungen( Besprechung der einzelnen Hilfsgeräte Bodenfiguren, Bendel, Band usw.- ihre Bermendung im Uebungsbetrieb, Ballführung, Ballſtoppen, Stoßarten, Ropfballspiel), taftische llebungen( Kombinationsformen, Playwechsel übungen, Bettspieltaftif). Ein weiterer Rurfus mit ähn lichem Programm findet am 30. Mai für den Bezirt or den statt, zu dem 11 Vereine 45 Teilnehmer gemeldet haben. Ferner sind ein Jugendlehrgang sowie Kurse in den großen Provinzstädten wie Luckenwalde ufw. geplant. Diese Tagesturse unter guter fachmän nischer Leitung find freilich nur ein schwaches Hilfsmittel. Dauernder Erfolg kann nur durch fortlaufende kurse erreicht werden. Einen intereffanten Tagesturfus veranstaltete am Sonntag die Freie Turnerschaft Groß- Berlin in der Zentral turnhalle Prinzenstraße, der freilich auch nur als Notbehelf angesprochen werden fann, um dem dringendsten Bedürfnis abzuhelfen. Nach einem Vortrag über die Aufgaben des Turnwarts und einigen Ordnungsübungen folgten neuzeitliche Frei übungen, getrennt für Männer und Frauen, die im Gegensatz zum alten Freiübungssystem sich großer Beliebtheit nicht nur bei ben Turnwarten erfreuen. Spannungs- und Entspannungsübun raschung. Der füddeutsche Meister Nürnberg- Schweinau, dem allgemein der Sieg zugesprochen war, unterlag am Sonntag in Nürnberg dem ostdeutschen Meister Forst- Süd mit 0: 2, Halbzeit 0: 1. Turnabteilungen im Westen Berlins. Für Turnerinnen sind die Uebungszeiten der Freien Turnerschaft Groß- Berlin" in der Staatl. Augustaschule, Elßholzstraße, Ede Pallasstraße, Donnerstag von 8 bis 10 mit neuzeitlichem Uebungsbetrieb. Für Turner: Dienstag und Donnerstag 8 bis 10 Uhr, Kinder 6 bis 8 Uhr, Kulmstraße 15. Fußballresultate vom 9. Mai. brachten Freude und flotte Bewegung, Springseilübungen, Stillauf, neugeformte Spiele, Wertung an Geräten und ein Bortrag über Erste Hilfe bei Unglüdsfällen" brachten viel Abwechse lung. Das Fehlen leichtathletischer Uebungen war ein Mangel. Auch 1500 Ruschauer umfäumten den Blak, als mit dem Anstoß von Hertha das in der FTGB. follten fortlaufende Kurse eingerichtet werden, da das vielseitige Material an einem Tage nicht bewältigt werden fann. Wenn an derartigen laufenden Kursen der große Berein gleichzeitig Stoalau au. Ein guter Schuß des Rechtsaußen wird noch besser vom Torwart Interessenten der Vorortvereine teilnehmen fönnen, so wäre damit ein weiterer Schritt getan, um die Leistungsfähigkeit des Ar. beitersports zu erhöhen. Die beste Agitation bleibt auch in Zukunft eine muster gültige Sportliche Leistung, ohne die ein dauernder Erfolg nicht zu erzielen ist. Für diesen 3med sollten auch finanzielle Mittel in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden, um Sportlehrern und Kursisten die Teilnahme zu erleichtern. Ungebetene Gäste. Der Oft bezit hatte am Sonntag feinen großen Tag. Ungeähr Entscheidungsspiel um die Bezirksmeisterschaft begann. Sofort ist Stralau vor dem Sertha- Tor: doch nur eine Ede ist die Ausbeute, die aber von Halblinks bersicht wird. Den Abstoß nimmt Hertha auf und los geht es dem Heiligtunt gehalten. Gleich ift Stralau wieder vor. Rechtsaußen gibt zur Mitte, HalbTints fendet in der 5. Minute zum ersten Tor ein. Dadurch wird Hertha Doc unruhig. Eine leichte Ueberlegenheit Stralaus macht sich bemerkbar. fann diese nicht ausgenügt werden, da Sertha start verteidigt. Immer wieder Dersucht Stralau durchzukommen. Verschiedene gut gemeinten Schiffe merden cine Beute des Torwarts. Sertha verläkt sich im Sturm ganz auf seine AußenStürmer, die aber gut abgebedt werden. Trogdem kann es Stralaus Läufer nicht verhindern, daß Serthas Lintsaußen eine Borlage dazu benugt, um auf und davon zu gehen. Schon fieht es aus, als follte der Ausgleich hergestellt fein. Doch die Berteidigung kann noch im legten Augenblid zur Ede cbwehren, die amar qut eingegeben vom Mittelstürmer, aber über die Latte geTöpft wird. Stralau läßt jekt etwas nach und wird das Spiel dadurch offener. Sertha zeigt ein qutes Rombinationsspiel, aber fie spielen noch vor dem Tor ben Ball ab. Aber auch Stralau ist nicht mülkig. Schnelle Läufe der Außen. ftürmer mit anschließendem Schuß zur Mitte erbringen in der 38. Mimite das Aweite Tor. Sertha begeht nun den Fehler und stellt die Mannschaft um. Linker Läufer geht in Sturm. Die Läuferreihe wird dadurch erheblich gebeim Resultat 2: 0 bis zur Vause. Nach derfelben verliert das Spiel an Tegen, doch fönnen sie bie Ueberlegenheit nicht durch Tore ausdrüden, da Sauptsächlich ist es der fwächt. Doch lann Stralau diese Schwäche nicht ausnutzen und bleibt es Schnelligkeit. Beide Mannschaften laffen nach. Trokdem ist Sertha jekt überStealaus Sintermannschaft auf dem Boften ift. Torwart, der verschiebene schwierige Bälle hält. Stralau ist glüdlicher. Durch gutes Abspiel kommen fie drei Minuten vor Schluk wieder vor. Den scharf Lintsauken nach und mit fdönem Schuk fendet er aum dritten Tore ein. Gleich darauf ist Schluk. Stralau hat damit aum vierten Male die Bezittsmeisterschaft ettungen. Ohne Spielverluft gingen fie durch die Serie, ohne Bunktverluft durch die Meisterschaftsspiele, fie find baburch würdia, den Often in den Spielen um die Berliner Meisterschaft au gefchoffenen Ball lann Herthas Torwart wohl abwehren, doch fest Stralaus vertreten. Spielfest in Adlershof. Die Roten Frontkämpfer ffören Urbeiterfeste. Bon Wilmersdorfer Arbeitersportlern wird uns geschrieben: Am Sonntag fand in Wilmersdorf das Kartellsportfest statt. Der Vorsitzende des Kartells ist Mitglied der KPD. In der vergangenen Woche tagte eine vorbereitende Mitgliederversammlung des Kartells, aber mit feinem Wort erwähnte der Borsigende, daß er den Roten Fronttämpferbund" zur Teilnahme am Festzug eingeladen hatte. Donnerstag früh erfahren unsere Genoffen von Jugendlichen, was gespielt werden soll. Man schenkt dem aber feinen Glauben, weil der Vorsitzende den RFB. selbst einmal als Kriegerverein" bezeichnet hatte und man es nicht für möglich hielt, daß ein Kommunist die Arbeitersportler mit einem Kriegerverein" auf die Straße schicken würde. Der Festzug tritt an, der RFB. steht schon an der Spize! Unsere Genossen sind empört und treten mit der Musik bei Seite, sie verlangen vom Vorfizenden, daß der RFB. abrückt. In die Enge getrieben, erklären die roten Frontfämpfer abrüden zu wollen. Um großen Auseinander fegungen auf der Straße auszubiegen, bleiben unsere Genoffen im Buge. Die ganz radikalen Sportler, ziemlich zwei Duhend(!), liefen Zuge. Die ganz radikalen Sportler, ziemlich zwei Duzend(!), liefen fogar noch dem RFB. hinterbrein. Die Sportler, jung und alt, trop fogar noch dem RFB. hinterdrein. Die Sportler, jung und alt, troß der fühlen Witterung in Sportkleidung, der RFB. feldmarsch mäßig ausgeputzt im Zuge: Das soll für den Arbeitersport werbend wirfen! Solche Ueberrumpelung wird überall stattfinden und es soll uns wundern, ob der Reichsarbeiter ballübergabe: 1. Lauf: Adlershof I 1.11 min.: 2. Lauf: Adlershof 1 min., sporttag nicht auch folchen Besuch erhält. Bielleicht ist jetzt schon die rage an den geschäftsführenden Ausschuß des Kartellverbandes er laubt, wie er fich in dieser Hinsicht zu verhalten geben! t? S.-B. Moabit eröffnet die Saison. Bei den Wettkämpfen in Adlershof wurden folgende Refultate erzielt: Medizinballweitwerfen: Männer: 1. Schäfer- Neukölln 8,40 Meter: 2. EdertAdlershof 7,10 Meter: 3. Mude- Adlershof 6,75 Meter. Sandballweitwerfen: Männer: 1. Gnäbig- Oberschöneweide 37,70 Meter; 2. Lenz- Adlershof 36,10 Meter: 3. Dräger Neukölln 35 Meter. Jugend: 1. Sander- Adlershof 30,80 Meter; 2. Babl- Oberfpree 29,10 Meter: 3. W. Krilger- Adlershof 27,90 Meter. Trommelballweitwerfen der Turnerinnen: 1. Wiener- Neukölln 40,20 Meter: 2. Braun- Stralau 38,45 Meter: 3. E. Schefort- Neutölln 37,30 Meter. 100- meter- 2auf mit Schlagballaufheben: Jugend: 1. Raschmired und Sander Adlershof 14 Gel.: 2. Baader- Oberspree Brustweite zurüd. Turnerinnen: 1. Robler- Jahn- Treptow 16.8 Get.; 2. Damman- Adlershof 18 Get. Männer: 1. Rokburg 13,1 Gef.: 2. Reich 13.4 Get.: 3. Edert und Mude 13,5 Get.; alle vier aus Adlershof. Lauf, 11x100 Meter mit Handballübergabe: 1. Adlers hof 2,38 Min.; 2. Neukölln 2 min., 469 Get. Lauf, 5x100 Meter mit Faust14,6 Gef.: Frauen: 1. Neukölln 1 Min., 31,1 Ser. Bei den Spielen am Bormitta a wurden folgende Resultate erzielt: Sanbball, Jugend: Etralau gegen Röpenid 2: 2( 1: 2): Adlershof- Oberfpree 6: 0( 3: 0). Männer: Frisch Frei- Oberschönemeide- Neuköllner Bereinsmannschaft 0: 8( 0: 5. Turnetinnen: Neukölln- Bereinsmannschaft- Adlershof 2: 0( 2: 0); Neukölln 2. Abt. gegen Fichte 3. ht. 0: 0. Barlauf, Männer: Neukölln 2. Abt.- Adlershof 43:47. Tremmelball, Frauen: Neukölln- Röpenid 75: 125. Fauftball, Jugend: Oberfpree- Raulsdorf 52: 81: Adlershof- Brit 74: 69. Frauen: Treptow- Biesdorf 76; 89; Stralau-- Röpenid 104: 82: Neukölln 2. Abt. gener reptom II 71: 75. Männer: Neukölln 2. Abt.- Adlershof 58: 61; Röpenid I Geaen Oberfpree I 63: 63. Alte Herren: Oberschönemeide- Röpenid 50: 54. Bei Fauft und Trommelballspiel ist die Mannschaft mit den wenigen Bunkten Sieger. Nachmittags fand ein Handballspiel Adlershof- Oberspree" ftatt. Adlershof hat Anwurf und fest fich fofort in Oberfprees Sälfte feft. Es gelingt dem Linksaußen in der 15. Minute das erste Tar einzusenden. Adlershof Bann fünf Minuten vor Salbzeit zum ameiten Tor einfenden, das der Oberfpreetormart abzumehren versucht, aber der Ball rollt ihm von der Sand. Oberfpree lann Furz vor Salbzeit auf ähnlide Art und Weise das fann aber nicht Rählbares erringen, da viele Bälle burch Abseits und die vielen Alleingänge des Mittelstürmers verpfuscht werden. Oberfpree aclinat erfte Tor er ingen. Nach Salbzeit tommt Oberforee fehr oft vor Adlershof, Der Sportverein Moabit veranstaltete am Sonntag auf dem Sportplag Tiergarten ein größeres Frühjahrssport fest. Wenn auch das Wetter der Veranstaltung starten Abbruch tat, entschädigten die gute Organisation und einige fehr gute Leistungen. Bereits in den frühen Vormittagsstunden fanden sich Jugendliche und Kinder ein, die zum Dreitampf im 100- Meter- Lauf, Weitsprung und Speerwerfen antraten. Der Nach 100- meter- Lauf, Weitsprung und Speerwerfen antraten. Der Nach mittag brachte intereffante Einzeltonturrenzen, die zum Teil recht erbitterte Kämpfe besonders im Laufen, Stabhochspringen und in den Stafetten zeigten. Der 5000- Meter- Lauf, der die Hauptsummer des Programms war, sah sechs Konkurrenten am Start. Die große Aschenbahn war elfmal zu umrunden, aber bereits nach sechs Runden gab Gröning auf Friz- Blankenburg, der vom Etart führte, hielt die Spitze und lief in der Zeit von 17: 6,1 als erster durchs Ziel. Es folgten W. Blankenburg in 17: 36,6, Knospe 1.80 Meter erreichte. Es traten Neukölln 2. Abt. geoen Neukölln Bereins18: 10,1 und Sonnenburg in 18: 34,1. Mit der Beranstaltung hat der den Jugendlichen wie auch bei den Erwachsenen über gute Kräfte Sportverein Moabit bewiesen, daß er in seinen Reihen sowohl bei verfügt, die bei einigem Training noch bessere Leistungen zeigen fönnen. Begrüßenswert ist, daß der Verein wie in den Vorjahren an allen Montagen ab 6 Uhr und an jedem Mittwoch ab 5 Uhr nachmittags den Sportplatz für seine Mitglieder zur Verfügung hat. Ergebnisse: Hochsprung: Frauen: 1. Weidlich 1,26: Männer: 1. Rausche 1,51; Gchiller: 1. Solz 1,21. Distuswerfen: Sportler: 1. Ralweit 31,15 Meter; SportIerinnen: 1. 2. Schubert 15,53 Meter. Speerwerfen: Frauen: 1. Weidlich 21,43 Meter. 100- Meter- Lauf: Jugend: 1. Schmolling 13,2 Get.; Anfänger: 1. Bekold 12 Set.; Erftlinge: 1. Strucmener und Einfinger 12,1 Gef. 4 × 100 Meter: Knaben: 60,6 Get.: Jugend: 1. Mannschaft 51,9 Get., 2. Mannfchaft 54,7 Get.: Frauen: 1. Mannschaft 62,8 Set., 2. Mannschaft 65.6 Set.; 1000- Meter Männer: 1. Mannschaft 48,3 Get., 2. Mannschaft 49,6 Get. Augenb: 1. Bollwig 3: 18,2; 2. Fandrich 3: 18,5; 3. Gräber 3: 18,6. Drei fämpfe( nur Bestresultate): Mädchen: Meyer 225 Bunkte; Knaben: Hahn 302 Buntte: Jugend 10/11: Gräber 169 Punkte: Jugend 08/09: Schmolling 244 Bunkte: Aeltere Sportler: Rnose 215 Buntte: Sportlerinnen: Weidlich 145 Bunkte: Männer, Mittelstufe: G. Richter 195% Punkte; Männer, Ober ftufe: Einfinger 240 Punkte. Achtung, Wienfahrer! Die Adresse der Wiener Festtanzlei ist: Desterreichisches Arbeiterturn- und sportfest, Wien V., Margaretengürtel 94. Der Festbeitrag, der bei der Meldung nach Wien gleich mit eingesandt werden muß, beträgt sechs Schilling( 3,60 m.). Dafür wird gewährt: Das Festabzeichen, Festführer mit Plan von Wien, die Wiener Arbeiterzeitung" täglich gratis, der Feftausweis, Unfallund Haftpflichtversicherung und tostenloses Quartier. Der Fahrpreis beträgt ab Berlin, Gesellschaftsfahrt nach Leipzig, von dort Sonderzug über Passau nach Wien, für Hin- und Rüdfahrt etwa 40 m. Die Rückfahrkarten haben bis ungefähr vier Wochen nach dem Fest auf der Strecke Wien- Leipzig Gültigkeit. In Betracht kommen nur die fahrplanmäßigen Züge mit der Kilometerzahl W: en- Passau- Leipzig. Bei Benuzung von D- Zügen oder weiteren Streden entsprechender Zuschlag. punkt der Einsendung des Fahrgeldes wird noch bekannt gegeben. Die am Fest teilnehmenden Mitglieder des Rare tellverbandes fahren mit dem Sonderzug, der am Mittwoch, den 7. Juli, von Leipzig abgeht. Bis nach Leipzig ist die verbilligte Gesellschaftsfahrt vorgesehen. Der Fahrpreis dieser Gesellschaftsfahrt ist in der weiter oben angegebenen Summe von 40 M. mit enthalten. Ankunft in Wien Donnerstag früh. Ein Baßvisum ist nicht erforderlich. Jeder Teilnehmer aber muß im Befiße eines Auslandspasses sein, dessen Ausstellung beim zuständigen Polizeirevier beantragt werden muß. Breis 4,50 m. Anmeldungen für die Beteiligung an der Fahrt nach Bien, nicht aber für die Beteiligung am Fest, werden bis auf weiteres( schriftlich) noch von der Geschäftsstelle des Kartellver. bandes: Robert Dehlschläger, Berlin N 65, Hochstädter Straße 10 ( Moabit 8034) entgegengenommen. es trokdem nom gleichzuziehen, während Adlershof das Resultat auf 3: 2 erhöhen kann. Alle Spieler waren auf ihrem Boften, nur gefiel bei Adlershof das Mittelfeldspiel nicht, während Oberspree den Wert des guten Bropagandaspieles noch mehr erhöht hätte, wenn fie nicht allau ftürmisch die Gvieler angerannt wären. Nach halbftündiger Wartezeit erschien der VuhbaII auf dem Blake, welcher nach halbstündiser Bumvarbeit einen Durchmeffer von mannschaft an. 2. Abt. hatte durch die größeren Spieler den Vorteil und Tonnte bis Halbzeit 4 Tore erringen. In der zweiten Sälfte wurde das Resultat auf 5: 2 erhöht. Durch den Großen Ball wurde qute Rörperarbeit geleiftet. Die Rmischenfälle bei der Fortbewegung trugen viel zur Erheiterung des Publikums bei. Frühjahrssportfest des ASC. Am Simmelfahrtstag findet das Sportfest des Athletik- Sport- Clubs im Lichtenberger Stadion statt. Neben den Berliner Vereinen und Sportabteilungen haben Fichte- Leipzig, Leipzig- Gohlis. Leipzig- Oft. Magdeburg, Burg, Rathenom und, Stettin gemeldet. Die Borkämpfe beginnen um 1 Uhr, um 3 Uhr die Hauptkämpfe. Das Lichtenberaer Stadion in der Herzbergftraße erreicht man mit der Straßenbahn Nr. 68, 70 und mit der Ringbahn bis Frankfurter Allee oder bis Lichtenberg- Friedrichsfelde. Eintritt 30 Bf. Tennis- Propaganbaspiel. Die neugegründete Arbeiter- Tennisvereinigung veranstaltet am Himmelfahrtstage Tenniswettiviele im Lichtenberger Stadion. Es werden verschiedene Einzel- und Doppelspiele vorgeführt, um den Ru schauern die Mannigfaltigkeit des Tennissportes zu demonstrieren. Die Spiele fangen um 6 Uhr nach Beendigung der leichtathletischen Veranstaltung des ASC. an. Arbeiter- Rabfahrerverein Groß- Berlin. Donnerstag, 13. Mai( Simmelfahrt), früh 6 Uhr, Herrenpartie per Rad. Riel? Nachmittags 1 Uhr Sirschgarten, Rellers Baldburg. Start Waldemarstraße, Ede Mariannenplag. Gäste will. tommen. Berliner Arbeiter- Schachklub, Abt. Gesundbrunnen, fpielt feden Donnerstag ab 7 Uhr bei Wende, Kolonieftr. 147. Simmelfahrt wegen findet der Spiel. abend Mittwoch, 12. Mai, ftatt. Dafelbft Bortrag über Einführung in die Theorie. Meldeschluß und Einteilung zu den Sommerturnieren am 20. Mai. 27. Mai Bliktirenier. Gäfte stets willkommen. Fortlaufend Anfängerfurfus. Soden- Abteilung. Adreſſenänderung: Schriftführer Walter Wievrecht, D. 112. Pettentoferstr. 16. Jeden Sonnabend nachmittag Training auf dem Plak in der Normannenstraße. Umkleidelokal H. Beaner, Frankfurter Allee 236. Achtuna. Turnersparte 1. Kreis! Wegen Teilnahme der Rinderabteilungen amt Raft findet Mittwoch, 19. Mai, 72 Uhr, eine Sikung der Rinderturn warte Groß- Berlins im Realanmnafium Beinmeifterstr. 16-17 statt. Berliner Schwimm- Union 1913. Am 16. Mai Anboden im eigenen Sommerbab in Oberspree. Treffpunkt morgens 28 Uhr im Vereinslokal bei W. Bübfam, Stralaver Blak. Ede Roppenstraße. Von dort aus im gefchloffenen Auge zum Görliker Bahnhof. Touristenverein Roturfreunde", Rentrale Wien. Musikgemeinf aft Rorben: Mittwoch. 12. Mai, 7% Uhr, Mufitprobe für die Ortsgruppenfahrt beim Genoffen Lehmann, Gaudystr. 21. Alle Spieler müffen unbedingt er scheinen. Abt. Webbing: Dienstag, 11. Mai, Lütticher Str. 48, Mitglieder versammlung. Donnerstag, 13. Mai, Wanderung nach Meißnershof. TreffDer Zeitpunkt 8 Uhr Bhf. Gesundbr. Führer Bottaieker. Abt. Friebenan: Diens tag. 11. Mai. im Seint Offenbacher Str. 5a, Bolfstanzabend. Gäste will Fommen. Abt. Lichtenberg: Donnerstag, 18. Mai, Treffahrt nach Meißners hof. 47 Uhr Bhf. Gesundbr. Fahrkarten bis Hennigsdorf. Abt. Norben: Dienstag, 11. Mai. 8 Uhr, im Seim Sonnenburger Straße, Zimmer 5, Abteilungsangelegenheiten und Sinofana. Instrumente mitbringen. taa( Simmelfahrt) Fahrt nach Meißnershof. Abf. Bhf. Gesundbr. 7.26 Uhr Donners nach Sobenneuendorf. Gäste willkommen. Abt. Treptow: Alle Harz- Fahrer miffen fich bis spätestens 18. Juni anmelden. Arbeiter- Samariter- Rolonne Berlin, e. B., Geschäftsstelle Schö- holaer Straße 20. Sikung und Lehrabende baben folgende Abteilungen: Listen Meufölln: SonnDie Stadtverordnetenversammlung vom 29. April hat folgende Anträge angenommen: Bei Nachweis von mindestens 30 Broz. Erwerbslosen werden auf Antrag den dem Kartellverband an geschlossenen Vereinen die Mieten für die Turn- und Schwimmhallen, mit Wirkung vom 1. März 1926 bis auf weiteres erlaffen. Die Stadtverordnetenversammlung ersuchte ferner den Magistrat, die Regelung mit dem Fiskus, betreffend die Beltscheine für die Mitglieder des Kartellverbandes so vorzunehmen, daß die Anerkennungsgebühr für das nächste Jahr auf 50 Broz. ermäßigt wird. Anträge an das Stadtamt für Leibesübungen, Stadthaus, Berlin C2, Eingang Stralauer Straße. Das Vorrundenspiel um die Fußballbundesmeisterschaft des gen, Hüpfen in der Kniebeuge, Rumpfbewegungen, Ueberschläge Arbeiterturn- und Sportbundes endete mit einer großen Ueber berg: Mittwoch, 12. Mai, Lokal von Rethorf. Rigger Str. 95, wriedrichshain: Dienstag, 11. Mai. Lotal von Bartufch. ebener bend, 15. Mai. Lokal von Rern, Reuterte. 47. Strenabere: Montag, 17. mai, Lokal von Leufch. Bredow, Ede Bielefftrake. Schönchera: Freitas. 14. Mi, fotal non Rofentha, Ebersfit. 66. Prenzlauer Berg: Wreath, 14. Lokal von Salt, Mariendorfer Str. 5. Tieroorten: Mittwoch, 12. Mai, Raftanienallee 80-82. Hermsdorf: Dienstaa. 11. Mt, Gotle Noonstrake ( Turnhalle). Steelis: Freitoa. 14. Mai, Loft von Schulz. Birkbufftr. 90. Bankow: Dornerston, 13. Mai, Lokal von Honer. Berliner, Ede RiffinoenFrenke. Trentom: Mittwem. 12. Mai, 2ntol Effen-. Ede Beermanne. Pehbing: Dienston, 11. Mai, Bellin, Edul. Ede Rhenakit- ake. Site: Freitag, 14 Mai. Leibnis- omnafium, Mariannennlak. Beoinn 7 Uhr ebends. 14. Moi 9 Uhr. im Strendfchlok Oberidönewebe. Creeffe ng Freie Rhe- cr.Bereinianna 1913. e. 9. Drbenffice Gikune Freitag, diefer Sikuna der Delegierte am Bundestag in Samburg gewählt werden Da in muk. ift des Eriteinen aller miieder Pflicht. Freie Turneriaft Groß- Be- n. Rinderturnmarte- Gikung am Sonnabend 7 1hr in der Geschäftsstelle. Wichtige Befchlukfaffung über die nähen henb anfangen. ( Simmelfahrt), gemeiniame Fahrt aum Training und aur Ausstellungsarbeit Summerhure nach Wilhelmshonen. Dort Treffen om Aussena nec Gorbid AMA.( Arbeiter.intersport.Antereffene meinitaff). Donneraian, 13. Mai mach Rüdersdorf. Afahrt mit dem erften Rune nach 17 Uhr von Stralau Arbrite Furn- und Svarthunb. 1. Areia. 1. Brairt. Dienstag. 11. Mai, 8 Uhr, Berirfsrotafikuna bei Manthei, Oberfrönemeibe. Siemenstr. 18. Freie Rennfahrez Merlin, e. V. Boo'shaus: Rövenir. Marienstraße ( Stadion). Sonntag. 16. mai. 4 Uhr, Bootshausweihe rnb Bootstaufe ameier Manderlajaks. Sämtliche Sporteenoffen. Gönner und Freunde bes Arbeiter Ranfvorts find hersicht eingeladen. Anfragen an die Geschäftsstelle Artur einer, Berlin D. 34. Edertitt. 18. Nr. SlS« 45.?ahrgasg 2. Seilage öes vorwärts dkenstag, 11. 2nat1926 Die Mleihewirtfthast öer Kommunen Drosselung durch eine neue Anleiheberatungsstelle. H Nicht immer hat zwischen der sogenannten„Wirtschaft* und den Gemeinden ein gleich starker Kampf getobt, wie augenblick- Hch. In den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege war die Verbindung zwischen Gemeinden und Wirtschaft eine viel engere. An dem un« gewöhnlichen Aufstieg der deutschen industriellen Entwicklung um die Weirde des Jahrhunderts nahmen die Gemeinden einen hervor- ragenden Anteil. Es war längst allgemeine Ueberzeugung geworden, daß die Gemeinden mit ihren werbendenLetrieben. mit ihrer intensiven Betätigung auf allen möglichen Gebieten des Wirtschaftslebens. Ihrer Förderung gemeinnütziger Monopol- onstalten, des Verkehrswesens, der Planung usw. zu wichtigen chilfssaktoren des wirtschaftlichen Aufstiegs ge» worden seien. Während noch fast das ganze neunzehnte Jahrhundert unter den Nachwirkungen der rein manchesterlichen Einstellung den Demeindebetrieben. einer planmäßigen Bodenwirtschaft und Plan- nung ablehnend gegenübergestanden hatte, brachten die letzten Jahr- zehnte vor dem Kriege eine enge Verbindung zwischen wirt- schaftlichem Aufschwung und kommunalen Leistungen zum Zwecke der Förderung dieses Aufschwunges. Politische Rückwirkungen industriellen Rlachtstrebens. Seit dem Kriege ist aus manchen Gründen in diesem Verhältnis ein starker Wandel eingetreten. Die Inflationszeit hat bei manchem Industriellen unter dem Eindruck der Stinnesschen Raffgier Ideen auskommen lassen, als könne die Privatwirtschaft wieder an die Stelle der Gemeinden treten, als könnten Gemeinde- betriebe und-Unternehmungen von der Industrie geschluckt werden. Die Beseitigung des Zensuswahlrechts, der starte Einfluß der Ar- beiterbewegung In den Kommunal rxlrwaltunqen der Großstädte, die eingebildete oder wirkliche Angst vor der Kommunalisierung oder Sozialisierung hat die Feindschaft der Jndustrieführer gegen die Gemeinden verstärkt. Das politische Schwer- gewicht hat sich außerdem entscheidend zugunsten des Finanz- und Industriekapitals verschoben. Seitdem die Dolkspartei In der Regierung dominiert, werden alle Probleme nur noch unter dem Gesichtspunkt angesaßt, auf welche Weise am besten den„B e- langen der Wirtschaft" gedient wird. In der offiziellen Sprache unserer Reichsfinanzminister, des Reichsbankpräsidenten, des Reichskanzlers und der Wortführer auf den großen Tagungen der Industrie, des Handels und der Banken sind die Gemeinden mit ihrer Wirtschaft nicht mehr gleichberechtigte Teile des ge. samten Wirischastslebens, st« find nicht einmal mehr Hilfesattoren, sie sollen bestenfalls Rachtwächterfunkttonen ausüben dürfen. Aus dieser Einstellung heraus ist in den letzten Jahren der Wiederaufbau der Gemeinden fanatisch und systematisch bekämpft worden. Die gesamte kapstalistifche Presse wird planmäßig gegen die Gemeinden eingestellt. Mit einem erstaunlichen Dilettantismus werden die handgreiflichsten Unwahrheiten über die Wirtschast der Gemeinden kolportiert. Die F i n a n z a u s g l e i ch e der letzten Jahre sind in steigendem Maße Ausnahmegesetze gegen die Gemeinden und ganz besonder» gegen di« Großstädten Hunderte von Millionen werden den Industriezentren, in denen da» Proletariat haust, entzogen. Jeder Oberbürgermeister ist in der kapitalistischen Prelle»ur ein phantastischer Projektemacher, der von den Herrschaften, die den Wirtschastsverstand allein ge- pachtet hoben, zur Ordnung gerufen werden muß. Luthers Parole, dem Prioatkapital dienen zu wollen, wird treulich in allen Regie- rungsstellen befolgt. Dieser Gedankenwelt ist die Gründung der ersten Anleihe- beratungsstelle zu verdanken, die gegen die Aufnahme aus- löndischer Kredite durch die Gemeinden eine Ausnahme- regelung schuf. Während die Privatwirtschaft wähl- und kritiklos das Recht erhielt. Milliarden ausländischer Kredite aufzunehmen, ohne daß sich ein Mensch darum kümmerte, ob diese Kredite wirtlich in wirtschaftlich oerantwortbarer Weise ausgenommen wurden, wurde das objektiv große Kreditbedürfnis der Gemeinden als vollkommen nebensächlich behandelt. In der skandalösesten Weise hat man die wichtigsten Aufgaben wirtschaftlicher Erneuerung dadurch erschwert, und im übrigen dazu beigetragen, daß die Ge- meinden gezwungen wurden, für ihre Erneuerungsorbeiten laufende Einnahmen, also direkte oder indirekte Steuer» Überschüsse in einem höheren Maße in Anspruch zu nehmen, als das bei sachgemäßer Behandlung der Materie notwendig gewesen wäre. Rech der Stabilisierung des Sapikalmarkls. Jetzt bot sich zum ersten Male seit langer Zeit aus dem K a p i» talmarkt eine für die Kommunen günstigere Situation entwickelt. In den letzten Monaten ist es möglich gewesen. Kam- munalanleihen in größerem Stil« und zu günstigeren Zins- säßen auf dem Merkte unterzubringen. Dei achtprozentige Obli- gntionentyp ist die Regel geworden. Di« Stadt Berlin beabsichtigt sogar setzt eine 7prozentige An'eihe im Betrog« von 2 2 M> l° l i o n« n herauszubringen. Aon Sachkennern wird die Gesamt- summe der untergebrachten Anleihen der Kommunen auf etwa 600 Millionen Mark geschätzt. Kaum haben dl« Gemeinden einmal av'atmen können, so setzt sofort die Gegenaktion der Jnter- essenten ein. Prompt hat der Reichsfinan?minister Neinhold die gewünscht« Parole apportiert. lind am 30. April fvmburg vor d?m dortigen Ueberseetlub die Ausdehnung der!k- ugnisse der An- leibeberatungsstell« auf Inlandsanleihen als notwendig be- zeichnet. Die Wirkung eines entsprechenden Gesehe» würde di- sein, d-ss in ganz kurzer Zell der Geldmarkt den Kommunen fast gänzlich verschlossen sein würde. ITof't dl? CTnt-'nfctk ff eld? Die Ged-nkengäng«. di« diesen Bestrebungen zugrendelic�en, sind soweit es sich nicht um einen reinen Konkurrenzkampf der pnoa- i m gegen die öffentliche Wirtschaft handelt, wobei die private Wirt. l baft ihren starken politischen Einfluß in der rücksichtsll festen Weise für ihre egoistischen Sonderinteressen ausnutzt, die denkbar kurz- sichtigsten. Seit Beginn des Krieges sind die Gemeinden nicht in der Lage gewesen, irgendwelche Erneuerungsarbeiten in ihren werbenden Anlagen vorzunehmen. Es ist bekannt, in welch unerhörtem Zustande sich in ganz Deutschland dos Straßen- netz befindet. Die Nachkriegserscheinungen haben außerdem auf sozialpolitischem Gebiet die Aufgaben der Gemeinden zwangsläufig erweitert. Der Wohnungsbau bedarf der ge- meindlichen Förderung mindestens durch Gewährung von Zusatz- Hypotheken zu den absolut unzureichenden Hypotheken aus der Haus- zinssteuer. Gaswerke, Straßenbahnen, Elektrizi- tätswerke, Wasserwerk« usw. sind unentbehrlich für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Industrie. Durch v«r- altet« Anlogen mit hohen Pressen, die den Verbrauch und die indu- striellen Selbstkosten belasten, wird die gesamt« Wirtschaft am Konkurrenzkampf gegenüber dem Ausland« benach- teiligt. Di« Erfahrungen England bemessen das jedem, der sehen willl Die Schädigung der Arbeiterschaft. In den großen Industriezentern bedeutet eine Drosselung der kommunalen Entwicklung ein« schwere Schädigung der Arbeiterschaft und ihrer wirsschaftlicken Leistungsfähigkeit. Durch Schaffung gesunder Wohnungen, eines leistungssähigen lokalen Dertehrssystems, durch Förderung sportlicher und hygienischer Ein- richtungen, durch kulturelle Arbeit der Gemeinden läßt sich die Pro- duktioität und Leistungsfähigkeit der Arbeiter bedeutend heben. Der Verzicht auf Anpassung der nur durch die Gemeinden durchzuführen- den öffentlichen Einrichtungen an die steigenden Bedürfnisse der lndu- striellen Entwicklung lähmt und hemmt unsere Leistungs. und Kon- kurrenzfähigkeit. werden Gemcindeanleihen der Wirtschaft entzogen? Vollkommen abwegig ist die beliebte Redensart, daß die von den Gemeinden aufgenommenen Gelder der Wirtschaft cnt- zogen werden. Sie werden ausnahmslos zur Befruchtung der Wirsschaft verwandt. Die Gemeinden sind eben gezwungen, Aufträge zu erteilen und können die von ihnen oufgenonmienen Gelder nicht in ihren Kämmereikaffen liegen lassen. Es ist nicht di« Schuld der Gemeinden, wenn auf dem Geldmarkt selber neben den Pfandbriefen kommunal« Obligationen vorläufig als langfristige Kreditanlage bevorzugt werden. Durch Zwangs wirt- f ch a f t zugunsten der Prioatindustrie wird der Markt der indu- striellen Obligationen auf keinen Fall belebt werden. Dazu gehört das Vertrauen in die dauernde Rentabilität der Privatwirtschaft, da» durch Zwangsmaßnahmen auch nicht anbe- fohlen werden kann. Es gibt manche Anzeichen dafür, daß assch in den Kreisen der Prioatwirsschast einsichtigere Männer den Fehler«in- sehen, der durch die einseitige Stellungnahme gegen die Gemeinden begongen worden ist. Vorläufig' wird das Feld aber noch von den offiziellen Organisationen der„Wirtschaft" beherrscht und ihr« Ge- meindesemdlichkeit bestimmt die offiziell« Politik der Reichsregierung. Di« Arbeiterschaft hat an diesem Kurs nicht das geringst« Interesse. Er ist kurzsichtig und im wahrsten Sinn« des Wortes wirt- schaftsfeindlich. Den Bestrebungen, den Gemeinden erneut die Kandare anzulegen, muß deshalb von vornherein entgegengetreten werden. Die Kommunen haben selber nicht das geringste Interesse daran, sich in Schulden zu stürzen. Wenn sie jetzt oersuchen, jähre- lange Unterlassungen wieder gutzumachen, handeln sie unter dem stärksten Zwange. Sie beleben im übrigen damit in der augenblicklichen Krise den Arbeitsmarkt und arbeiten dadurch an der Ueberwindung der Krise. Die Reichsregierung sollte sich hüten, diesen wichtigen Faktor wirsschasilicher Betätigung durch Zwangsmaßnahmen lahmzulegen. Ernst Reuter. f\ü6 üer deutschen Crüölwirtschast. Rationalisieruugsmasznahme». Das Hervorstechende an dem Geschäftsbericht der Deag ist auch in diesem Jahre die sorgfältige Berichterstattung über die inneren Betriebsvorgänge. Das Systematische in den Rationoli- sierungsmahnahmen tritt besonders deutlich hervor. Sie er- strecken sich auf das gesamte Betriebsgebiet des 100-Millionen- Konzerns und erfassen gleichmäßig Produktion, Verwaltung und Absatz. Die größte Veränderung erfolgte 1925 durch den Zu- sammenschluh der gesamten Oelinteressen der Deag mit denen der Rütgerswerke Deutsche Pe- trole u m A.-G. In der Hauptsache bedacht auf eine günstige Handelsposition im Groß- und Kleinabsatz(Tankstellen für den Automobiloerkehr!) wurden die miteinander konkurrierenden Interessen der beiden Gesellschaften in der Deutschen A.-G. für Produktion und Absatz vereinigt. Die Deag brachte in die Petroleum A.-G. ihre Hannoverschen Erdölquellen, ihre Raffinenen und ihre ganze Olex-Handelsorganssation ein gegen ein« Beteiligung von 18,8 Millionen an dem aus 35 Millionen erhöhten Kapital der Deutschen Petroleum A.-G. Zusammenfassung der technischen Er- fahrungen, bedeutende Vereinigung der Betriebs- und Absatzein- richtungen und Personalersparnis bucht der Geschäftsbericht als Ge- winn der Rationalisierungsmaßnahmen. Auch die Position als Käufer auelSndsscher Oele und Betrlebsstosfe wird als besonders gefestigt durch die Verschmelzung der beiden Oelkonzerne bezeichnet. Nicht in die Konzernierung der Oelinteressen einbezogen, dafür aber zusammengefaßt und verseinert wurde die Stein- und Vrauntohlengewinnung und die Stein- und Braunkohlen- Verwertung. Die Deag verfügt bekanntlich über die Stein- kohlenkomplexe Gras Bismarck-Gelsentirchrn(Lerkaufsbeteiligung mit 2.86 Millionen Tonnen. Bilanzwert 31,62 Millionen Mark) und die Magdeburger Bergwerke A.-G.: sowie die großen Braunkohlen- werte in Rositz und Borna. Der Verwertung dienen, ab- gesehen von den Teer-, Brikettier- und Rafsinerieanlagen, Ehemische und Wachs- bzw. Kerzenfabnkcn. In den Steinkohlenzechen wurde die Leistung je Mann und Schicht durch Mechanisierung des zusammengefaßten Betriebs und technische Verbesserungen im Flöz- abbau nach dem Geschäftsbericht wesentlich gesteigert. Dasselbe wurde im Braunkohlenbergbau durch Ausbau der Großram»- förderung, der eigenen Britettierung und Krafterzeugung erreicht. In der Bilanz kommen die gegen das Vorjahr eingetreteneu Veränderungen stark zur Wirkung: naturgemäß weniger in den Ziffern als in der Gliederung. Die Oelinteressen erscheinen als Beteiligungen, die zusammen mit den an der aufgelösten ,Jpu"(Internatinoale Petroleum-Union) 21,11 Millionen Mark be- tragen. Auf das Aktienkapital von 190.4 Millionen Mark wird ei» Reingewinn von 4.88 Millionen Mark ausgewiesen, der mit 4,01 Millionen für eine 4proz«irtige Dividende Verwendung findet. Der tatsächliche Gewinn war beträchtlich höher, was sich daraus schließen läßt, daß die gesamten Umstellungsmaß- nahmen über Betrieb finanziert worden sind, wie der Geschäfts- bencht selbst ausführt. Gerade für die Deag, die sich bisher von anderen Industriegesellschaften wohltuend sowohl durch ihre Bc- richte unterschied, ist es darum um so bedauerlicher, daß sie diesesmal auch in das bis zum Ueberdruß gewohnte Klagelied der Durchschnittsunternehmer über Soziallasten, Löhne, Steuern, Erwerbslosenunterstützung einfällt. Die Deag könnte wissen, daß rationelle Wirtschaft mit der Ar- b e i t s k r a f t mindesten» s o w i ch t ig ist wie die Rationali- sierung der Betriebe. Ms üer Kälteindustrie. Doppelker Umsatz.— 12 Proz. Dividende.— K apikal- venvässeruug? Die Gesellschaft für Lindes Eismaschinen hat eine Bedeutung, di« weit über ihr bescheidenes Aeußere und ihre Be- legschaft von annähernd 2000 Arbeitern und Angestellten hinausgeht. Sie ist ein großer Konzern, der auf der Grundlage wichtiger und hochrentabler Patente der Kälte- und Kälteanlagentechnik nicht nur im Inland ein« große Anzahl von Fabriken besitzt, sondern auch in fast allen europäischen Staaten in der Kälteindustrie Beteiligungen hat. Das Jahr 1925 schließt er mit einem Reingewinn von 1,97 Mill. und einer Dividende von 12 Proz.(im Vorjahre 14 Proz.). Seine Politik ist darauf gestellt, den immer größeren Umfang seiner Be- triebe und Jnteresien aus den Gewinnen zu finanzieren. So kann man aus seiner Dividende nicht auf die erzielten Rein- Überschüsse schließen. Beispielsweise sagt ein kürzlich verüfsentlichter Prospekt, daß der Umsatz des Jahres 1925 bis zum 1. November 1925 auf 13,25 Mill. gegen 7,9 Mill. im ganzen Jahre 1924 gestiegen ist. Der Gesnmturnsatz für 1925 dürfte also ziemlich genau doppelt so hoch als 1924 sein. Das Kapital blieb dasselbe: bei der günstigen Konjunktur dürfte kaum weniger an den verdoppelten Absatzmengen verdient worden sein. Dennoch kommt eine niedrigere Dividende als 1924 heraus. Sehr merkwürdig ist auch, daß die Verpflichtungen der Gesellschaft, die am 1. November 1925 mit nur 2,08 Mill.(gegen 3.26 Mill. End« 1924) bekanntgegeben wurden, zwei Monat« spärer plötzlich auf 5,73 Mill. angeschwollen sind. Nun nimmt der Lindes Eismaschinenkonzern demnächst«ine Kapitalerhöhung vor. Nach dem Geschäftsbericht, um Erweiterungen und neue Werke in Main;, Dresden, Nürnberg. Borsigwalde, Erfurt und Fürth mit den erforderlichen Mitteln zu oersehen. Nach der Politik des Konzerns, Gewinne weitgehend sofort wieder anzulegen, ist dix Vermutung gerechtfertigt, daß die Kapitalerhühung zum größten Teil eine echte und rechte Kapitalverwässerung darstellt. Für di« Aktionäre sind Gewinne und auch Venvässerungen des Kapitals gewiß erfreulich. Für die Oesfentlichkeit und die Arbeiterschaft lohnt aber die Fest- stellung. daß in der Kälteindustrie so gut verdient wird, daß Kapital- verwässerungen möglich werden. A..G. Mix u. Genest hak viel verdient. Die Berliner Telephon- und Telegrophenwerke A.-G. Mix u. Genest gehörten und gehören zu den best beschäftigte Werken der deutschen In- dustrie. Im Vorjahr waren sie nicht nur vollbeschäftigt, in einer Reihe von Betrieben waren sogar Ueberschichten notwendig. Ende 1925 wurden Aufträge für ein volles Jahr gemeldet. Auch das Jahr 1926 brachte sehr reichlich neue Aufträge aus dem In- und Aus- land. Aus Zürich und Lausanne kamen neue Aufträge für Rohr- postanlagen für Genf, aus Norwegen, Holland und der Tschecho- slowakei. Im Bau waren Anlagen für Mürnberg. Düsseldorf, Ham- bürg. Neben diesen Rohrpostanlagen im In- und Ausland sind»ach dem Geschäftebericht Fernsprechämter für 17 Städte in Arbeit(im Vorjahr für 7 Städte). Die Mix u. Genest-Werke mit Ihren 2'4 Tausend Arbeltern waren aber nicht nur vollbeschäftigt. Sie haben auch sehr gut verdient. Darüber verrät allerdings der Gewinn mit 696 999 M. und die Dividende von8Proz. nicht sehr viel Zum mindesten sind die 199prozentigen Abschreibungen auf Maschinen, Werkzeuge und Utenstlien hinzuzurechnen mit 351 489 M.(die gesamte Betriebseinrichtunq steht heute mit 1 M. zu Buch!), so daß der Reingewinn mit 1 Million nicht zu hoch angenommen ist. Daß bei den stark angewachsenen Umsätzen und Aufträgen wie die Forderungen, so auch die Verpflichtungen zu- nehmen, ist nur natürlich. Jedenfalls sind die Verpflichtungen aber nicht stärker, sondern weniger gewachsen als die Forderungen und Warenbestände zusammen: auch wenn man annimmt, daß die Bank- guthaben diesmal in den Debitoren stecken. Sehr beachtlich sind die Posten der Gewinn- und V e r l u st r e ch n u n g. Die Cr- höhung der Abschreibungen auf mehr als da» 2>4sache(von 156 000 auf 407 000 M.) haben wir schon erwähnt. Die Handlung?- Unkosten sind dazu gegen das Vorjahr trotz der vermehrten Um- sätze nicht gestiegen, sondern gesunken. Fast um 40 Proz. niedriger als im Vorjahr sind aber mit 623 000 gegen 1 040 009 M. die Steuern und die Soziallasten. Nachdem die Der- waltung im vorigen Jahr so nachdrücklich auf deren unerträgliche Höhe hingewiesen hat, kann man gespannt daraus sein, ob sie sie jetzt erträglicher finden wird. Die Ä.-G. Mix u. Genest Ist da»- jcnige Werk, das im O t t o b e r vorigen Jahre» dieLohn- förderung eines Teile? der Belegschaft mit der Drohung der sofortigen Stillegung des Gesamtwertes und der Entlassung der Gesamtbrleoschast beantwortete. Der Geschäftsbericht zeigt jedenfalls, daß die Reiitabilitätsverhältnisse des Werkes für diese Drohung keinen Grund gegeben haben können. ll» Pro,. Dividende beim Ehemielrust. Don der I. G. Farben- Industrie A.-G.. der Nachfolgerin des früheren Anilinkonzern, wird für 1925 eine Dividende von 10 Proz. gemeldet. Die kluge Hausfrau nimmt nur das e-chfe1 D A / rnif dem Na» menszui auf jeder Packung! Um das Gemeindebestimmungsrecht. Ende der Debatte. Annahme der neuen Kraftverkehrsstener. In der Montagsfihung des Reichstags wurden zunächst die| Troß der großen Menge von Material, die über die Alkoholfrage Gesezentwürfe über Handelsabkommen mit Portugal, vorliegt, ist die Unkenntnis darüber noch außerordentlich groß. Frankreich( 3ufaßabfemmen) und Honduras dem Handels. Trotzdem ist nicht zu bestreiten, daß erhebliche Fortschritte in der politischen und Auswärtigen Ausschuß, der deutsch estnische Behandlung dieses Problems gemacht worden sind. Der geschulte Ronfularvertrag dem Auswärtigen Ausschuß überwiesen. Sozialist weiß, daß Annahme der Kraftfahrzeugsteuer. Ueber die Verhandlungen des Steuerausschusses über den Gesez entwurf zur Aenderung des Kraftfahrzeugsteuergefeßes berichtete Abg. Simon. Schwaben( Sc.). Der Ausschuß empfiehlt mit einigen Aenderungen die Annahme der Vorlage, ferner wird beantragt, folgende Entschließung anzunehmen: Die Regierung zu erfuchen: a) bei der endgültigen Regelung der Kraftfahrzeugsteuer, spätestens mit Ablauf des Etatsjahres 1926/27, die Erhebung von Brüdengeld zu beseitigen unter entsprechender Entschädigung der Brückenunterhaltungspflichtigen; b) dem Reichsag baldigst, spätestens bei der endgültigen Regelung der Kraftfahrzeugsteuer, einen Gefeßentwurf vorzulegen, der das Straßen und Wegebau echt im Rahmen der Reichs. verfassung reichsgefeßlich regelt. Die Borlage und die Entschließung wurden in zweiter und britter Beratung ohne Aussprache angenommen. Es folgt die Fortsetzung einer Aussprache über die Alkohol. frage und das Gemeindebestimmungsrecht. Abg. Dietrich Baden( Dem.) glaubt aus den Ziffern des Brannt meinmonepols, felbst wenn man die Schwarzbrennerei berücksichtige, entnehmen zu können, daß der Schnapsverbrauch in Deutsch land doch wesentlich abgenommen habe. Die Mehrheit sei gegen das Gemeindebestimmungsrecht, weil es neue Schwierigkeiten in der Berwaltung schaffe. Abg. Rauch München( Baner. Bp.) behauptet, daß das Gemeindebestimmungsrecht doch die Trodenlegung Deutschlands zum Ziele habe, wie auch die Entwicklung in Amerita beweise. Dort sei durch das Alkoholverbot Heuchelei und Korruption großge zogen worden und dem Alkohol nur ein anderer Weg zu den Verbrauchern gewiefen. In Kalifornien sei man heute für Aufrecht erhaltung der Prohibition, aber aus geschäftlichen Gründen, weil die Farmer heute für die Trauben mehr erhalten als früher. ( hört! hört! bei den Soz.) Ber in Amerifa Alfohol trinten wolle, der bekomme soviel er molle.( Widerspruch links.) Bei uns habe sich schon viel gebeffert, die Trinksitten der Studenten feien fast ganz verschwunden.(!)( Oho! links.) Der Redner verliest dann lange Stellen aus dem Buche des Vorstandsmitgliedes des Getränkearbeiterverbandes Badert über Amerika, das als nichtamtliche Drucksache allen Reichstagsabgeordneten zugestellt worden sei.( 3uruf des Abg. Sollmann: Nehmen Sie das Buch ernst?) Ich zitiere nur die von Badert angegebenen Tatsachen, chne mir feine Schlußyolgerungen zu eigen zu machen. Der Redner erklärt schließlich, seine Partei fei zur Mitarbeit an der Verbesserung des Schantstättenwesens be reit, aber man soll die Entscheidung über diese Frage nicht dem Bolle übertragen, sondern der Exekutive überlassen. Abg. Mollath( Wirtsch. Bg.) wendet sich gegen das Gemeindebestimmungsrecht, weil es einen Schlag ins Wasser bedeute. Die Zahl der Gastwirtschaften in Deutschland habe in den letzten Jahren wesentlich abgenommen. Die Ideen, mit denen die Sozial demokratie groß geworden iei, feien doch auch nicht bei einer Flasche Mineralwasser entstanden.( Heiterkeit.) Den beweiskräftigen Ausführungen Baderts habe der Redner nichts mehr hinzuzufügen. Den deutschen Weinbau dürfe man durch Alkoholverbete nicht noch meiter schädigen. Der Altoholmißbrauch müsse durch Aufklärung bekämpft werden, mit Fanatismus(!) fei hier nichts zu erreichen. Die Abstinenzler sollten sich auch vor Uebertreibungen hüten. Die Erfahrungen in Amerika hatten bewiesen, daß mit der Verbots gefeßgebung nichts gegen den Alkoholismus zu erreichen sei. Abg. Kube( Völk.) verteidigt die deutschen Studenten gegen den Borwurf, als ob sie besonders start dem Alkohol huldigten. Gegen früher sei hierbei doch ein Fortschritt zu verzeichnen. Die jo zialdemokratische Frattien habe sich in der Frage des Gemeindebestimmungsrechts pom Abg. Sollmann terrorisieren lassen. der Sozialimsus nur von einer geistig reifen Menschheit verwirklicht werden fann. Wir wissen aber auch, daß der Altoholismus eines der größten Hemmnisse auf diesem Wege ist. Mit der Schnapsflasche in der Hand fönnen Ziele nicht erreicht werden. ( Heiterkeit.) Nach einer Erhebung des Professors Blaschko war der Prozentsatz an Geschlechtsfranfen unter den Studenten mit 25 Broz. der höchste unter allen Berufen, wenn das heute günstiger geworden ist, so ist das ohne Zweifel der großen alfoholgegne. rischen Reformbewegung der Jugend zuzuschreiben. auch ich habe während meines Aufenthalts in Nordamerika Studien über die Alkoholfrage gemacht, ich bin dort allerdings mit anderen Schichten zusammengekommen als der Kollege Rauch. In der Columbia- Universität hat mir der Arzt auf sein Ehrenwort erklärt, daß seit der Prohibition die Zahl der Geschlechtskrankheiten unter den Studenten auf ½ Proz. zurückgegangen fei. Nennen Sie mir eine deutsche Universität, wo das gleiche der Fall ist! Wenn man sich nur vier Wochen lang auf einer Ber gnügungsreise in Amerika aufgehalten hat, so sollte man sich doch hüten, vor dem Reichstage ein Urteil über die dortigen Verhältnisse abzugeben. Ich will das unterlassen und nur eine einzige Bahl nennen, die in der angesehenen Münchener medizinischen Wochenschrift angeführt worden ist. Danach ist die Tuberkulosesterb lichfeit im Staate New York von 203 Fällen auf 100 000 Einwohner im Jahre 1914 zurückgegangen auf 96 Fälle im Jahre 1923. Und dieser außerordentlich starke Rückgang der Tuberkulosesterblich feit ist eine Folge der Alkoholgesetzgebung. In einer ganzen Reihe anderer amerikanischen Städte sind ähnlich günstige Ergebnisse erzielt worden. Das Argument, das durch die Alkoholbewegung die Ar beiter in der Getränkeindustrie in ihrer Existenz bedroht würden, ist nicht stichhaltig, denn wenn es sich um eine große Bewegung handelt, dann muß selbstverständlich auch Borsorge dafür getroffen werden, daß ihr feine Arbeiter und Angestellten zum Opfer fallen. Aus demselben Grunde hätte man ja die Fortsetzung des Krieges verlangen müssen, weil durch seine Beendigung zahl reiche Arbeitsträfte nicht mehr mit der Herstellung von Munition beschäftigt werden fonnten. Bei der Abstimmung über unseren Antrag wird der Reichstag sich spalten in einen Blod für den Schnaps und einen Blod gegen den Schnaps.( Lärm rechts.) Wir wollen mit unserem Antrag nicht einmal das Gemeindebeftimmungsrecht für den Branntwein, sondern die Regierung soll lediglich ersucht werden, zu prüfen, ob das Gemeindebeftimmungsrecht für Branntwein eingeführt werden solle. Wollen Sie auch diesen Antrag ablehnen, an der Abstimmung des Reichstages wird unfere große Bewegung nicht scheitern. Wie auch der Reichstag entscheidet, der Kampf gegen den Alkoholismus geht weiter und wenn der Reichstag jezt verjagen sollte, so wird die nächste Wahl einen Reichstag bringen, der beffer weiß, wie er die großen Aufgaben für das Volk zu lösen hat.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) 1 Nach einigen weiteren Bemerkungen der Abgg. Kube, Rippel, Rauch München and Mollath, die sich gegen den Borwurf wenden, als wollten sie durch ihre Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags befunden, daß sie einen Schnapsblock bildeten, wird die Beratung geschloffen. Die Abflimmung über die Ausschußbeschlüsse und die zur Alkoholfrage vorliegenden Anträge wird am Dienstag vorgenommen werden. fratische Antrag, die Reichsbahngesellschaft unter Hinweis auf ver Dem Berkehrsausschuß überwiesen wird der sozialdemo schiedene Unglüdsfälle der letzten Zeit zu veranlassen, den Lotomotioführern auf elektrisch betriebenen Bahnen einen zweiten Mann beizugeben. Abg. Andre( 3.) wendet sich dagegen, daß die Alkoholfrage zu einer Parteifrage gemacht werde. Es handle sich um eine Lebensfrage für das ganze Bolt, die mit Ernst und Sachlichkeit behandelt werden müffe. Die Nüchternheitsbewegung habetische Flaggenfrage in Verbindung mit der Abstimmung vieles Gute geleistet, in den letzten Jahren sei sie jedoch durch ihre Agitation für das Gemeinebestimmungsrecht von ihrer eigentlichen fulturellen Aufgabe abgelenkt worden. Das Zentrum sei bereit, alle Maßnahmen zu unterstüßen, die dem Kampfe gegen ben Alkoholismus dienten, fie dürften aber nicht die Allgemeinheit schädigen. Sicher sei, daß in Deutschland der Verbrauch nicht nur an Branntwein, sondern auch an Bier und Wein zurüdg gegangen sei. Durch die Freiwilligteit in dem Verzicht auf den Genuß alkoholischer Getränke würde viel mehr erreicht werden als durch 3mang. Abg. Mumm( Dnatl.) nimmt die Enthaltsamkeitsorganisationen gegen die während der Debatte gegen sie erhobenen Vorwürfe in Schuß. Sie hätten fich große Verdienste im Kampfe gegen die Truntfucht erworben. Einmütig sei der Reichstag in der Forderung nach Berbefferung der Schantstättengefeßgebung. Ob das Gemeindebestimmungsrecht jetzt angenommen oder abgelehnt mird, das eine fei sicher, daß der Kampf darum weiter gehen werde. 3u fordern sei eine beffere Ronzessions. wirtschaft und befferer Jugendschutz. Aber auch die schon vor handenen Bestimmungen müßten besonders von den Landesbehörden vollständig durchgeführt werden. Abg. Sollmann( Soz.) Gegen 7 Uhr vertagt sich das Haus auf Dienstag nach mittag 2 Uhr mit der Tagesordnung: Sozialdemokra über den sozialdemokratischen Mißtrauensantrag. Schulfragen im Landtag. Deutschnationale Pöbelei gegen Schwarzrotgold. Der Landtag seßte gestern die zweite Beratung des Kultus etats fort. 。 Abg. Frau Dr. Wegscheider( S03.) empfiehlt als Bericht. erstatterin die Annahme der für diesen Abschnitt vorgelegten mehr als 30 Anträge. Die Anträge verlangen u. a. Lehraufträge für deutsche Altertums- und Volkskunde, Professuren für Grenz- und Auslandsdeutschtum, Etatmittel für die Unterstützung der Hochschule für Politit, möglichst vom nächsten Jahre ab Einrichtung eines firchenrechtlichen Instituts an je einer Universität für die fathalische und die evangelische Kirche, Sujamemnwirken der wissenschaftlichen Forschungsanstalten, Mittel für eine pädagogische Profeffur in Bonn, Riel sowie einer Universität des Dftens. Erweiterungswünsche liegen vor für die Königsberg, Münster sowie für die Technische Hochschule in Hannover Universitäten Aachen, Berlin, Bonn, Breslau, Göttingen, Kiel, und das Historische Institut in Rom. Der Zuschuß für die Kaiser Wilhelm Gesellschaft soll einmalig um 100 000 m. erhöht werden. Eine Entschließung ersucht um Prüfung, ob bei der Neubesetzung akademischer Lehrstühle mit akademischen Lehrern von der Einhaltung der Altersgrenze abgesehen werden kann. mendet sich gegen die Redner, die die Bedeutung dieser Frage unter schäßt und sie für unwichtig gehalten haben. In frivoler Beise sei über die Trinfer gesprochen worden, dabei stehe es doch fest, daß Ministerialdirektor Kaeffner beantwortet eine große Anfrage nicht gerade die schlechtesten Elemente dem Alkohol unterlägen. über die Auflösung der privaten Vorschulen dahin, Ganz abmegig sei die Behauptung, daß durch das Gemeindebe daß nach dem flaren Wortlaut des Gesezes höchstens noch ein Aufstimmungsrecht die Trodenlegung herbeigeführt werden soll. Schub der Auflösung dieser privaten Vorschulen bis zu Beginn des Benn die sozialdemokratische Fraktion für das Gemeindebeftim Schuljahres 1930 möglich fei. Der Staatsrat habe gegen die mungsrecht eintrete, so tue sie das aus sozialen Gründen. I maßgebenden Richtlinien des Grundschulgesetzes, die einheitlich für Der zerstörende Einfluß auf die Gesundheit, die Stimmung, die Verdauung, den Schlaf fowie das Aussehen bes Menschen ist groß. Vorzeitige Alterderfcheinungen find die Folge, müde Haltung, fchlechte Laune, große Reizbarkeit und ein schlechtes Aussehen. Große und nachhaltige Erfolge haben Nerböse mit einer Biomalz- Nerven- Nähr- und Auffrischungsmethode mit Lecithin erzielt. Unser Lecithin ist patentiert. Es hat in langen Stoffwechselversuchen in der hemischen Abteilung des Rudolf- Birchow- strankenhauses seine Feuerprobe bestanden. das gesamte Reichsgebiet gelten, teine Bedenten erhoben. Die In haber der privaten Borschulen hätten neun Jahre Zeit für ihre Umstellung. In der allgemeinen Aussprache erlaubt sich der deutschnafionale Redner Dr. Weisemann folgende Pöbeleien über die Reichsfarben: Die Fahne der Burschenschaften von 1848, das Schwarz- Rot Gold des großdeutschen Gedankens hat mit dem Schwarz- Rota Gold von heute nichts zu tun. Wir verwahren uns gegen diese demokratische Geschichtsflitterung. Das Schwarzrofgold von heute ist mit seiner Berbrämung von Schwarz und Gelb nichts weiter als die rote Piratenfahne der finnlosen Revolution von 1918.( Stürmische Unterbrechungen links und Zurufe.) Bräsident Bartels ersucht den Redner, derartige Ausdrücke gegen die Reichsfarben zu unterlassen. Abg. Grobe( 3.) bedauert die Ausführungen des Borredners hinsichtlich der Reichsflagge und meint weiter, das Reich habe bie Pflicht, dafür zu forgen, daß im Finanzausgleich die Kulturaufgaben der Länder nicht zu kurz kommen. Abg. Frau Dr. Wegscheider( Soz.) betonte, die höheren Schulen seien von der Steuerkraft des ganzen Wolfes getragen. Deshalb müsse auch der Wille des Boltes bei der Besetzung der Stellen zum Ausdruck fommen. Angesichts der Erhöhung des Schulgeldes müßten die Erleichterungen noch vermehrt werden. Zum Schluß fordert die Rednerin Beachtung der Wünsche der oberschlesischen Studienassessoren. Abg. Frau Thöne( D. Bp.) begrüßt die Richtlinien für die höheren Schulen, die sich mit vollem Recht aus den Forderungen der letzten Jahrzehnte entwickelt hätten und verlangt Heraba fegung der Klassenfrequenz auch auf den höheren Schulen. Abg. Kilian( Komm.) fritifiert, daß die höheren Schulen besser behandelt würden als die Boltsschulen. Wer ein hohes Einkommen habe, müsse ein dementsprechendes Schulgeld zahlen. Schulgeldfreiheit müsse auch in den höheren Schulen bei Einkommen bis zu 5000 m. eintreten. Minister Dr. Beder führt aus, daß für ihn die höheren Schulen im Mittelpunkt unferes gesamten Bildungsaufbaues ständen. Deshalb habe er Bert darauf gelegt, daß die Boltsschullehrer die höhere Schule in ihrer Gesamtheit durchmachen müßten. Die Reform, die im letzten Jahre so ausführlich durchdiskutiert wurde, werde langsam in die Braris umgesetzt. Der Minister spricht der Philologenschaft für die Durchsehung der Reformen seinen aufrichtigen Dant aus.( Beifall) Noch läßt sich die Schulreform nicht glatt und leicht durchführen. Auch die Beseitigung des unglücklichen Zuschlages von zehn Prozent der Normalzahl der Schüler der einzelnen Klassen fann wegen der großen Belastung des Etats noch nicht durchgedrückt werden. Tatfächlich ist die hohe Klaffenfrequenz unerträglich. Die Frage der Ausbildung der Philologen muß mit den Hoch Schullehrern zusammen beraten werden. Der Minister meist die Kritit des Abg. Weisemann an den Reformen des höheren Schul wesens und besonders am Arbeitsunterricht zurüd. Es gelte, die Selbstarbeit des Kindes in den Vordergrund zu rüden. Auch von einer allzugroßen Humanität fann nicht gesprochen werden. Wir wollen vielmehr dazu kommen, daß wir Deutsche uns nicht außer halb der Menschheit stellen. Wir wollen der allgemeinen Menschheit dienen. Unter dem Drud der öffentlichen Meinung sei die Frage, mit welcher rembsprache in ben Schulen begonnen merde, den einzelnen Schulen freigestellt worden. Die Lösung dieses Problems biete die Möglichkeit einer gewiffen Vereinfachung unseres Schulsystems und eine Erleichterung des Ueberganges von einer Schule zur anderen. Bei der Entscheidung für eine Sprache dürfe nur das Bildungsziel maßgebend sein, von jedem politischen Reffentiment müsse man fich frei machen. Die Schwierigteiten bei der Aufbauschule und der Erziehungsbeihilfen werden über wunden werden. Die Parität im Schulwesen des Rheinlandes, so erklärt der Minister, ist durchaus gewahrt. Auf evangelischer Seite find sogar 12 Stellen zuviel vorhanden. Mit der Reform von Schulpforta ist das ganze Ministerium einverstanden gewesen. Der Vorwurf des Abg. Weisemann, daß heute nur noch Bertreter der Regierungsparteien angestellt würden, ist zurüdzuweisen.( Buruf: Er meint den Bogel von Potsdam!) Man muß vielmehr von einem Martyrium fprechen, das diejenigen oft durchmachen müffen, die für den republikanischen Ge. danken eintreten. Bon einem Martyrium eines deutschnationalen Schulmannes, so schließt der Minister, sei ihm noch nie etwas bekannt geworden. ( Sehr richtig! und Beifall links.) Abg. Frau Oventrop( Soz.) verlangt gerechten Anteil der Frauen im Lehrkörper der Hochschule für Leibesübungen und ver langt eine höhere Wertung des Turmunterrichts. Die Beratungen werden abgebrochen. Nächste Sizung Dienstag 12 Uhr. Weiterberatung. Schluß 5% Uhr. Aus der Partei. Die St. Louifer Arbeiterzeitung", die in deutscher und englischer Sprache erscheint, feierte am 17. April 1926 ein Jubiläum. Schon 1889 gründeten in St. Louis deutsche Arbeiter, die infolge des Sozialisten gesezes aus Deutschland nach Nordamerika ausgewandert waren, ein tägliches Arbeiterblatt, das aber 1897 eingestellt werden mußte. Seit August 1898 erscheint nun die Arbeiter. zeitung" in deutscher Sprache, zu der sich seit 1902 auch eine englische Ausgabe St. Louis- Labor" gefellte. Das fünfundzwanzigjährige Be stehen der englischen Ausgabe wurde nun in einer großen Silbernen Jubiläumsfeier" begangen. " 1 wöchentliche Bublikation vermehrt. Seit dem 1. Mai 1926 erscheint Die sozialistische Presse Frankreichs hat sich neuerdings um eine La Correspondance Socialiste", unter der Redaktion von Brade, Compère- Morel, M. Delepine, Paul Faure, J. B. Lebas, Louis Levy. J. B. Sévérac, I. 3yromsti, als Wochenblatt. Die Administration leitet Genoffe Henri Courment, 36. Rue de Gourlis, Reuil( S. u. D.) Der Abonnementspreis für das Halbjahr beträgt 6 französische Franken. Wefferbericht der öffentlichen Wefferdienststelle für Berlin.( Nachbr. verb.) Für Berlin. Wärmer, wechselnd bewölkt, mit Neigung zu leichten Regen schauern. Für Deutschland. Von Westen nach Osten Erwärmung. Nur in den Küstengebieten Regenfälle. nervöser Beschwerden Es ist wissenschaftlich wuanfedtбar. Es ist restlos verdaulich, wohl schmeckend und daher eine Nerben- Nahrung von denkbar größter Bollkommenheit. Ben alio nerböse Beschwerden quälen und wer etwas Energises tun will, der nehme Biomalz mit Lecithin. Man fühlt sich verjüngt, und ein friferes. Blühenderes Ausfehen Tegt Zeugnis davon ab, in wie tiefgreifender Beise diese Nährmethode auf das Wohl befinden des ganzen Menschen einwirkt. Breis einer Dofe Biomala 1,90 M., mit Eisen( zur Stärkung für Blutarme und Bleichfichtige) 2,20 mit Ralt extra( zur Stärkung für Lungenleibende) 2,50 M., mit Lebertran 2.50 mt, mit Lecithin 5,- M. 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Ich heiße Wei- pu, und ich bin sehr flug, wäre ich, der Soldsoldat Wei- pu! nicht sehr flug, dann wäre ich heute nicht mehr am Leben. Denn heute haben wir meine Kameraden von vorgestern erschossen, vierhundert Mann, vor dem gelben Tempel haben wir die erfchoffen, das mar sehr schrecklich, manche von den Erschossenen liebte ich mie meine Brüder im fernen Hanfou, am gelben Flusse Jangtjefiang. Ich heiße Wei- pu, ich fonnte auch der braune Tiger heißen, denn ich bin wie ein Tiger, ich morde, ich beiße auf Befehl: Menschen die Gurgel durch, mit meinem blutverrosteten Seitengewehre; viele hundert Menschen habe ich durch die Brust geschossen alles für Geld. Und feiner dieser Menschen hatte mir irgend etwas zuleide getan. Ich tötete fie, weil sie mich töten wollten. Wir töten für Geld. Warum? Weil uns das Leben ein bißchen wert ist, sollen wir verhungern? Um nicht zu verhungern, find wir armen Kulis Soldaten. Fern im Lande Hankou, am schönen gelben Flusse Jangtfetiang, leben meine Eltern; die find Reisbauern; dort sind elf Brüder und acht Schwestern von mir, alle leben die vom Reisfeld, sie hungern ein wenig dabei; ich selber wollte nicht hungern, so gab ich Handschlag, und ich nahm Soldgeld. Ich ward Soldat. Ich durchzog als Soldat mit meinen marschierenden Generalen ganz China, immer mordend, sengend, schöne Mädchen vergewaltigend.- So fam ich bis hierher, bis nach Pefing, der Stadt des nordischen Geistes, dem Hirne Chinas, aber der Hirnschädel Chinas lief leer, längst gibt es in Beling feine Regierung mehr. Regierung? Was regiert die Welt? Die Waffe! Die Generale regieren. Die Generale sind voller Neid aufeinander, jeder will Obergeneral sein, und um dieses Bollens schießen wir armen Kulis uns gegenseitig tot. Und wenn ich heute noch lebe, dann kommt das daher: daß ich sehr flug bin, ich heiße Wei- pu, geboren im Lande Hankou, am herrlichen gelben Flusse Jangtsekiang, wo der rote Reiher im grünen Schilfe die blanken Goldfische fischt. Der gelbe Tempel. Ich fann den gelben Tempel nicht vergessen. Der gelbe Tempel ist schuld, wenn ich meine Gedanken mit schwarzem Tufchepinsel auf Reispapier male, schreibe, niederlege für irgend jemand, den ich gar nicht fenne, der dieses Tuschgepinsel aber lesen wird wenn ich tot bin. Und ich werde bald tot fein, meine Ahnen strafen mich, von wegen dem gelben Tempel. Beting, diese nordische Stadt, wo im Winter alles weiß ist, als ob Lilien blühten, der Schnee. Peking, diese Stadt falter Menschen, die haben hier alle fein Herz, im Süden, zu Hankou, in meiner Heimat, ja! da sind die Menschen anders, im Süden find die Menschen wie rote saftige Orangen, hier in Pefing sind die Menschen leer, sie sind Kürbisse. Aber darf ich Töter noch vom Herzen der Menschen reden? Ich bin Wei- pu, ich bin nicht sehr flug, sondern ich bin sehr böse, ich fürchte mich vor meinen Ahnen, immer der gelbe Tempel. Ich muß mich beeilen, ich muß furz pinseln, tuschend schreiben, eben blies zum ersten Male die Trompete, in einer halben Stunde marschieren wir, wohin? In den Tod, in den Brudertod. Ich bin sehr dumm, ich heiße Wei- pu. Meine Ahnen beißen nach mir. Ich fürchte mich sehr. Der gelbe Tempel! Also zum Ziel. Wir hatten Studenten erschossen, hinter ihnen stand der rote Stern, der da von der fernen Stadt der goldenen Türme bis nach China leuchtet, Moskau stand hinter den Studenten, und die roten Sternstudenten hatten wir erschossen. Unser General gab Befehl, wir gehorchten; um nicht selber erschossen zu werden: gehorchten wir! Rad- rad dreißig Studenten waren bei ihren Ahnen. Sie bluteten wenig. Hinter unferem General stand Nippon, das ferne öftliche Blumenland, im Taifunmeer. Japan schob unseren General als Schachfigur gegen den roten Moskauer Stern. Die dreißig toten Studenten, fie bluteten wenig, ihr Tod war wie Schlaf, wie Schlaf in den Armen ihrer Ahnen. Bir kämpften, General gegen General, wir verloren. Es gab feinen Sold, du hungertest auf Reis und Salzfisch, Wei- pu! fagte mein Gedanke zu meinem Magen, es ist Zeit, tue du einen neuen Handschlag. Ich desertierte, ich verließ den verlierenden Generalich nahm Sold beim gewinnenden General, meine rostige Flinte und mein blutschwarzes Seitengewehr nahm ich mit, ich fürchtete mich auch: Die dreißig toten Studenten, sie bluteten wenig. Ich war sehr flug, jetzt bin ich sehr dumm, meine Ahnen werden mich holen, dieser Tage, fie werden mich um meines Mordens, Sengens, Raubens und wegen Mädchen- und Frauenvergewaltigung strafen, vielleicht beißt mich die glatte Kugel diefe Nacht noch tot, wir marschieren, eben blies die Trompete zum zweiten Male, bläst fie noch einmal Doch ich muß eilen. Ich bin nun beim gewinnenden General, dem wir seine Studenten erschossen hatten. Der General wollte Rache. Er hatte Gefangene gemacht, vierhundert Mann, das waren meine Kameraden von vorgeftern, fie waren die: die die Studenten erschoffen hatten, die Studenten bluteten wenig, ihre Leichen lagen wie im Schlaf, ihre Wunden waren flein und rot wie Hantous zwergige Rofen. O meine Heimat im Süden: Bater, Mutter, Schwestern, hätte ich nie Sold genommen! Befehl fam: Die Studentenmörder müssen den Gemordeten nach, welch ein Glüd, daß ich sehr flug gewesen war, ich war desertiert, sonst wäre auch ich bei den vierhundert vorm gelben Tempel gewesen. Bielleicht wäre es besser gewesen, ich habe jeẞt teine Ruhe und feine Raft Meine Ahnen bedrohen mich, sie werden mich holen, sie werden mich strafen. Der gelbe Tempel. Sein gelber Marmor stieg als Terrasse über Terrasse, seine dreifachen Turmdächer waren gededt mit gelbem Borzellan. Hinter dem gelben Tempel standen schwarze Tannen. Und auf der Freitreppe des gelben Tempels sagen drei gelbe Buddhas, aus gelbem Golde. Buddha tut mir nichts, ich glaube nicht an Buddha, meine Götter sind meine Ahnen, die aber werden mich ftrafen Der gelbe Tempel, davor meine vierhundert Kameraden von ehegestern. Wir Gehorchenden mit Maschinengewehren, eines bediene ich: Feuer! Meine vierhundert Kameraden waren tot, die Studenten waren gerächt, aber ich Unseliger, ich war der Mörder der Studenten, ich war der Mörder meiner Kameraden. O armes, armes China; ich selber bin China. Tod, Fluch den Generalen, ich war Bei- pu, ich bin eine marschierende Die Trompete bläst zum dritten Male, ich marschiere, in den Leiche. O meine Ahnen, straft mich! Nachschrift. Und ich bin Sing- tang. Ich bin Professor an der Universität Bering. Ich bin Professor für chinesische Boltsrechte. Dieses Dokument vom Gelben Tempel" ward auf der Brust eines verzweifelte Dokument für die Nachwelt auf. Ja, dieser arme von Granaten zerrissenen toten Soldaten gefunden, ich hebe dieses Gelbe- Tempel- Schreiber, dieser tote Soldat, der war China. armes, armes China! Und dieses noch: Der gewinnende General des Soldaten Wei- pu ist heute der verlorene General, andere Generale traten auf die Nacken der Generale von géstern, armes Chinaland, du stirbst an der Waffe. Schwarzrotgold! - und wenn die Welt voll Luthers wär, es sollt' uns doch gelingen. Die Tänzerin. Bon H. W. Limmer. Beifallsbrüllen, Jubeljohlen verständnisloser Massen. Nochmals erhebt sich der Vorhang, noch zweimal, dreimal. sein Talent zum Kaufmann. Ein Impresario schmunzelt geldgesättigt und erkennt lächelnd Ein Direktor fchreibt eifrig an seinem Prolongationsvertrag und feufzt, daß ihm dieser unerwartete Erfolg einige blaue Lappen mehr fostet. Die Bühne ist ein lebender Blumengarten. Blütenfee- die Tänzerin. Und drinnen steht, umduftet und strahlend wie eine leibhaftige ... Sie lacht und dankt, sie dankt und lacht. Reiner hat es bemerkt, wie sie schmerzerfüllt eine Sefundenspanne lang an die Brust gegriffen.. Und wenn es einer gesehen, dann hat er verächtlich die Schultern gezuckt und von Künstlerinnenpose gesprochen. . .. Warum ich tanze, warum ich lache? Weil ich muß. Wenn ich es heute nicht tue, dann schwemmt morgen der talte Fluß eine Leiche an sein Ufer. Wenn ich heute nicht Seft trinke und Männerfinne verwirre, dann denke ich Dente ich nicht? Ist mein ganzer wirbelnder Tanz nicht ein einziger Schrei nach ihm, dem Treulosen, dem rie zu vergessenden Geliebten? Lebe ich noch oder rase ich nur? Im Weinjalon wird der Künstlertisch gehect.... Man trinkt, brüllt, johlt, lacht. Und Wünsche werden wach, aber nur bei den anderen.. Und am nächsten Abend wieder. Bielleicht wieder ein Stich, der so schmerzt wie der Giftpfeil eines Indianers Wenn er nur tötete! Aber er brennt nur, brennt.... Wie sah Lessing aus? Während uns Goethes und Schillers äußere Erscheinung durch zahlreiche Bildnisse aus den verschiedensten Zeiten ihres Lebens anschaulich vor Augen steht, ist uns Lessings Bild viel weniger deutlich, dem faum eines der von ihm geschaffenen Porträts zeigt den Kopf in der stolzen Größe und Klarheit, wie er uns aus der Totenmaske bemühte man sich, ein der Wirklichkeit entsprechendes Bildnis zu und aus seinen Werken entgegentritt. Schon bald nach seinem Tode finden, ohne doch ein solches angeben zu können. Desto wichtiger ist es, daß jetzt zwei bisher unbekannte Lessing- Porträts aufgetaucht find, die uns zwar auch nicht einen völlig befriedigenden Eindrud feiner Bersönlichkeit vermitteln, aber doch die vorhandenen Bildnisse mertvoll ergänzen. Int Reclams Universum" macht Dr. Heinrich Schneider über diese beiden Funde nähere Mitteilungen. Das früheste Borträt ist bekanntlich jenes Kinderbild, das Lessing als sieben oder achtjährigen Knaben zusammen mit seinem Bruder Theophilus darficllt. Das nächste früher bekannte Porträt, das von Johann Heinrich Tischbein dem Aelteren herrührt, zeigt Leffing Anfang der Dreißiger, voll Genie und Lebenslust mit dem fed aut den Hintertopf gerüdten schwarzen Dreispiß. Die beiden neuen Bildnisse, die sich jest in der Lessing- Sammlung der Wolfenbütteler Landesbibliothe! befinden, gehören wahrscheinlich in die Zwischenzeit. Das erste ist ein flott gemaltes Delbild, das den Dichter als angehenden Zwanziger wiedergibt. Es ist vor einiger Zeit von dem Dresdener Archivrat Theodor Distel auf Grund einer Angabe des Inventars des Dresdener Residenzschlosses entdeckt und als eine Arbeit des bekannten Malers Chr.. E. Dietrich nachgewiesen worden. Leffing erscheint hier in rotem Rod mit blauem Kragen, Beilage des Vorwärts der unter dem Kinn geöffnet ist und den Hals frei läßt. Das Haar ist gepudert und stark zurüdgefämmt; unter der hohen Stirn leuchten die klaren blauen Augen, und aus dem Gesicht spricht Offenheit, Klug heit und Wahrheit. Da das Werf in einem Seitengang des Schlosses feine Bedeutung erkannt, nachdem es in die Wolfenbütteler Bibliohing. so wurde es lange Zeit wenig beachtet, und man hat erst icht thef gekommen ist, an der ja Leffing felbft tätig gewesen ist. Es bes dies höchst wahrscheinlich. Ganz sicher ist Lessing der Dargestellte stehen gewiß Zweifel, ob das Bild Leffing wirklich darstellt; doch ist auf einem ganz winzigen Bildchen, das ungefähr ums Jahr 1760 in einem Miniaturbüchlein Andenken der Gelehrten für das schöne Geschlecht" erschien. Das Liliputbändchen, das nur 20 zu 18 Zenti meter groß ist, enthält 14 Bildnisse der damals bedeutendsten Dichter, darunter auch das Lessings, unter dem die Berse stehen: Wer einen Leffing denkt, " Denkt sich zu Deutschlands Ehren Plant, Sophokles, Aesop, Martial und Molièren. Das fein in Kupfer gestochene Porträt zeigt unverkennbar die charaf teristischen Züge des Dichters. Auch das einzige Original. porträt jeiner Frau Eva ist jetzt in die Wolfenbütteler Sammlung gekommen. Die gewinnende Persönlichkeit dieser wunder vollen Frau wurde von dem bedeutenden Münchener Hofmaier George de Marées in einem Gemälde festgehalten, das nach ihrem Tode Lessings bester liebster Gesellschafter" war und dann in den Besitz ihrer Tochter Amalie fam. Die ältesten Blitzableiter. Das Streben nach Bermeidung der Blizgefahr war schon in den ältesten Zeiten, lange vor Erfindung des modernen Blizableiters vor fast 200 Jahren, vorhanden. So erzählt der berühmte Aegyptologe Heinrich Brugsch- Pafcha( gest. September 1894) in einer vor etwa 35 Jahren veröffentlichten Bligstudie, daß es bei den alten Aegyptern Brauch war, den Eingang zu heiligen Tempeln durch zwei hohe, feftungsartig gebaute Türme zu deden, deren Berbindung ein zwischen ihnen liegendes großes Tor, der sogenannte Pylon, bildete. Diese Pylontürme, und auch die rechts und links von ihnen aufgeführten großen Obelisken, spricht er als Blizableiter an, die auch nach der Absicht der alten Aegypter vor 4000 Jahren den Zweck haben follten, die Heiligtümer vor Blitzschlag zu bewahren. Zum Beleg dieser Ansicht führt er an, daß die noch vorhandenen Turmpaare auf ihrer Vorderseite je zwei in die verbauten Steine eingehauene Rinnen erkennen lassen, die zur Aufnahme von irgendeinem langen stangenartigen Gegenstand von gewaltiger Dide bestimmt waren. In einer sehr wohlerhaltenen, in Farben ausgeführten Zeichnung der Bylontürme sind diese Rinnen durch mächtig hohe, roh behauene Baumstämme ausgefüllt, melche die Zinnen der Türme weit überragen; sie sind durch klammerartige Borrichtungen an der Rinne be festigt, und ihre Spigen zeigen bunten Flaggenschmud. Daß aber der Flaggenschmud nicht der einzige Zwed diefer Mastbäume war, geht aus Inschriften hervor, z. B. beim Tempel von Edfu, dessen Türme 31% Meter hoch waren und von den Mastbäumen noch um mindestens einen halben Meter überragt wurden. Es heißt da: Dies ist der hohe Pylonbau des Gottes von Edfu, am Hauptsize des leuchtenden Horus. Mastbäume befinden sich paarweise an ihrem Blaze, um das Ungewitter an der Himmelshöhe zu schneiden." Und an einer anderen Stelle einer längeren Bauschrift über denselben Tempel heißt es: Ihre Maftbäume aus dem Aschholze( wahrschein lich Zeber) reichen bis zum Himmelsgewölbe und sind mit Kupfer des Landes beschlagen." Solche mit Kupfer befchlagenen Mastbäume, aufgestellt in der Absicht, die Ungewitter zu schneiden", konnten nach der Meinung Don Brugich gar nichts anderes gewesen sein als Blizableiter in großem Stil. Auch die neben den Bylontürmen aufgestellten Obe listen waren mit vergoldeten Kupferkappen bedeckt, und Brugsch spricht auch sie als Blizableiter an; er sagt mörtlich:„ Eine vergoldete Kupferspitze auf einer riesengroßen Spigjäule aus Granit ſtellte einen Blizableiter dar, wie man ihn sich nicht besser wünschen konnte." Prof. Brugich scheint hier zu übersehen, daß hehe metallische Spizen, die den Bliz anziehen, nur dann als Blizableiter dienen und Schutz vor Blitzschlag gewähren fönnen, wenn eine gute metallische Leitung bis tief in die Erde, am besten bis zum Grundwasser geführt wird. Wo das nicht der Fall ist, wo die Leitung bis in den Erdboden womöglich gar unterbrochen ist, bildet der Blizableiter nicht einen Schuß, sondern vielleicht eine Gefahr, weil er den Bliz auf sich lenkt, der dann statt ungefährlich in die Erde zu fahren, von der schlechten Leitung auf die angeblich zu schüßenden Baulichkeiten überspringt. Eine sorgfältige Instandhaltung der Blizableiter, namentlich auch der metallischen Leitung bis in die Erde, gehört deshalb zu den unumgänglich notwendigen Aufgaben für die zu schüßenden Gebäude. hiervon ist aber bei den von Brugsch beschriebenen Einrichtungen der alten Aegypter feine Rede. Troßdem möchte ich angesichts des flar ausgesprochenen Zwedes, die Gewitter zu schreiden, Brugschs Ansicht nicht verwerfen. Ein guter Blizableiter hat ja neben dem Zweck, den Bliz auf sich zu lenten und ihn ungefährlich in die Erde zu führen, noch einen zweiten nicht minder wichtigen 3wed, nämlich das Zustandekommen eines Blizes überhaupt zu verhindern. Durch Spizen, vorzüglich metallifche, strömt bekanntlich beständig Elektrizität aus; zieht eine ge mitterschwere Wolfe über uns hin, so fann es zu einem Blitzschlag, zu einer gewaltsamen Ausgleichung der entgegengesetzten elektrischen Spannungen zwischen Erde und Wolfe kommen; diese tann aber verhindert werden, wenn die Ausgleichung beständig erfolgt, wenn durch zahlreiche Spitzen beständig Elektrizität von der Erde aus strömt und dadurch der Spannungszustand vermindert, die Spannung allmählich ausgeglichen wird. Daß die hohen mit Rupfer beschlage nen Maftbäume in den Pylontürmen diese Wirkung hatten und da durch die Tempel vor dem Blikschlag bewahrten, daß sie die Gewitter schnitten", diese Beobachtung mögen die alten Aegypter wohl gemacht haben und so schon vor 4000 Jahren auch ohne nähere Rennt nis der elektrischen Eigenschaften der Metalle in der Tat die ältesten, wenn auch unvollkommenen Blizableiter errichtet haben. Bt. Fische, die mit dem Schwanz riechen. Die Fische haben einen start ausgeprägten Geruchsfinn, denn sie sind im Befiz einer Nase, die nur zum Riechen benutzt wird, da für die Atmung die Kiemen da find. Zwischen Augen und Schnauze befinden sich zwei Löcher mit Gängen, in denen die Sinneszellen gelegen sind, und diese Zellen nehmen den Geruch der Duftstoffe auf, die mit dem ständig durch die Gänge fließenden Wasser hindurchgespült werden. Aber Riechnerven befinden sich bei den Fischen nicht nur in der Nase, sondern cm ganzen Körper, und selbst die Nervenendigungen des Schwanzes dienen dem Geruch. Diese merkwürdige Tatsache ist am Wels durch den bekannten Biologen Prof. v. Frisch festgestellt worden, über deffen Untersuchungen in der Natur" berichtet wird. Der Wels lebt zumeist im Schlamme, und wenn an feinem Schwanzende ein Wurm wühlt, dann riecht ihn der Wels mit dem Schwanz, fährt herum und schnappt nach ihm. Der Gelehrte dressierte geblendete Fische auf chemisch reine Riech und Schmeckstoffe, indem eine Zeitlong das Fischfutter, das die Versuchstiere erhielten, mit Riechstoff getränkt war. Die Fische, die das Fleisch nicht sehen konnten, reagierten später nur auf solches Fleisch, das mit dem ihnen angewöhnten Duft versehen war, und ließen anderes Fleisch unbeachtet. Selbst wenn Wattepropfen mit dem betreffenden Duft ins Aquarium gebracht murden, begannen die geblendeten Fische sofort nach der vermeintlichen Nahrung zu suchen. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Lessing- Tb. Neues Th. am Zoo Opernhaus am Königsplatz 72: Der Freischütz Schauspielhaus 8 Uhr: Medea 8 Uhr: Gastspield Saltenburgs Bühnen Schiller- Theater D. fröhliche 8U.: Kyritz- Pyritz Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: Weinberg Kleines Th. 81% Uhr: Irrgarten Pique- Dame de Llobe Central Theater Tägl. 8 Uhr: Der alte Dessauer Operette in 3 Akten Charlé Vespermann Falk, Kiper, Godau, Preise 0.50 bis 6 M. 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