Nr. 171. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tu's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs: Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Cempuis. und zur Donnerstag, den 25. Juli 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Material, das der Minister, obgleich ihm die Interpellation Herrn Robin, Direktor des Waisenhauses Prevost in Cempuis, Im Spätsommer vorigen Jahres beschäftigte sich ein vierzehn Tage vorher angezeigt worden war, sorgfältig gemacht wurden, fast alle falsch oder vollständig Theil der französischen Presse plötzlich mit„ Unregel- geheim gehalten hatte, waren die Interpellanten verblüfft entstellt sind( sont presque tous faux ou complèteund die Majorität der Kammer erklärte das Verfahren der ment dénaturés); mäßigkeiten", die in dem Waisenhaus von Cempuis Behörden für vollauf gerechtfertigt. Der Herr Unterrichtsminister 2. daß die in der Verfügung des Präfekten vom dessen Existenz dem großen Publikum bis dahin ganz un hatte mit seinen puttkamerisch angeordneten und zugerichteten 31. August 1894 für die Amtsenthebung Robin's an bekannt gewesen war vorgekommen sein sollten. Die vorgekommen sein sollten. Die katholischen Zeitungen, die mit besonderer Vorliebe sich in Bitaten und Papierschnitzeln, die niemand im Augenblick gegebenen Gründe von der Untersuchungskommission nicht katholischen Zeitungen, die mit besonderer Vorliebe sich in kontrolliren konnte, ohne Zweifel auf die öffentliche als berechtigt anerkannt worden sind; geschlechtlichem Schmug wälzen, sprachen von Schweinereien", Meinung einen, dem bisherigen Direktor des Waisenhauses 3. daß die Schritte, welche Herr Robin gethan hat, um die dort zwischen Schülern und Schülerinnen an der Tages: und Nachtordnung seien; und am 24. August v. J. ordnete die sehr ungünstigen Eindruck erzielt; und auch die Freunde seinen Sohn dem Militärdienst zu entziehen, sein lebhafter und Nachtordnung seien; und am 24. August v. J. ordnete die Robin's, der selber im ersten Moment ganz verdutzt schien, und mitunter aufbrausender Charakter, die Zulassung eines Regierung der Republik eine Untersuchung an, die genau vier konnten sich dem Einflusse dieser Stimmung nicht ganz ent- Lehrers ohne vorher eingeholte genügende Information Tage dauerte- vom 25. bis zum 28. August teine ausreichenden Gründe sind, um die Ente Folge hatte, daß der Leiter des Waisenhauses, Robin), ziehen. durch Verfügung des Seinepräfekten vom 31. August Kuall Ministers zu prüfen begann, kam auch der Umschwung Allein sobald man die Aften des braven Herrn lassung des Herrn Robin zu rechtfertigen. Dies das Gutachten der Kommission. Betrachten wir und Fall seines Amtes entsetzt wurde. Die Sache erregte ungeheueres Aufsehen. Seitens der Der Lehrer" Machu entpuppte sich als ein 16jähriger daffelbe etwas näher. Die Vorwürfe, welche in Punkt 1 sozialdemokratischen Partei, die in der Bourgeois- Republik Junge, der, selber noch Schüler, den Lehrern bei gewissen hinter dem" fast" lauern, und welche sich nicht als vollebenso wie in den Bourgeois- Monarchien die einzige Ver- Unittlichkeiten", die nach den Andeutungen des Herrn gegeben. Die hier aufgeführten Thatsachen haben, wie man an die Hand zu gehen hatte; und die ständig falsch erwiesen haben, sind zumeist in Punkt 3 antreterin der bürgerlichen Freiheiten ist, wurde der Vorgang Ministers auf schwere Sittlichkeitsverbrechen schließen ließen, sieht, mit der eigentlichen Anklage gar nichts zu thun und zum Gegenstand einer parlamentarischen Interpellation gelösten sich in zwar sträfliche, jedoch vergleichsweise harmlose sind durchaus unerheblich. Daß Robin Leuten, die ihn macht, die am 10. November vorigen Jahres in der Kammer Dumme- Jungenstreiche auf. Es wurde weiter bekannt, daß ausspionirten, heftige Antworten ertheilte, ist sehr natürlich zur Verhandlung kam, nachdem der Pariser General Robin die sofortige Entlassung Machu's verfügte, ihm aber, und gereicht ihm nicht zur Unehre. Daß er in einem Fall rath der Seine, empört über die Maßregelung Robin's, in seinen Sigungen vom 17., 22. und 26. Dt auf flehentliches Bitten, dies nicht ins Beugniß geschrieben bei der Wahl eines Lehrers fich allzu sehr auf die tober 1894 die Angelegenheit schon eingehend debattirt hatte. hatte und das mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde, Empfehlung eines Freundes verließ, erklärt sich aus seiner tober 1894 die Angelegenheit schon eingehend debattirt hatte. an die er unverzüglich genauen Bericht einschickte. Kurz, Gutmüthigkeit und ist sicher nicht hoch anzurechnen. Und Die Interpellation wurde vom Abgeordneten 2 a vy, einem Mitgliede des Pariser Gemeinderaths und des General- seine Handlungsweise war durchaus korrekt gewesen. Und was endlich die versuchte Befreiung eines Sohnes vom Mitgliede des Pariser Gemeinderaths und des General- wie richtig er Machu beurtheilt hatte, erhellt daraus, daß Militärdienst angeht, so ist zu bedenken, daß Robin das raths der Seine, begründet, und von Leygues 3), Minifter des öffentlichen Unterrichts, beantwortet. Die Re wegen Berlegung der Schamhaftigkeit mit fechsmonatlicher Völker betrachtet und, gleich den meisten gebildeten nifter des öffentlichen Unterrichts, beantwortet. Die Re- dieser, nachdem er auf die Anzeige der Schulbehörden hin stehende Heer und den Militarismus als einen Fluch der gierung, welche sich der„ neue Geiſt" der Pfafferei Ginsperrung bestraft worden war- in solchen Fällen ist das fran- Eltern, es lieber gefehen hätte, wenn sein Sohn nicht hätte der neue Geist" der Pfafferei rumorte damals gerade mit besonderer Lebendigkeit in den republikanischen Regierungsschädelnum jeden Preis die ösische Strafgesetzbuch viel strenger als das deutsche bei seinem dienen müssen. Er ist aber feiner ungeseglichen Unterstützung des Klerus für den Kampf gegen die Vater, der Tischler ist, in die Lehre ging, ein vortrefflicher Handlung schuldig gewesen, und der Sohn hat auch geArbeiter wurde, seine Militärzeit tadellos abdiente, und dient, so daß diese Anklage sich in nichts auflöst. Arbeiter sichern wollte, nahm zu einem gemeinen Nicht in Punkt 3 erwähnt ist, daß was der Bericht Kniff ihre Zuflucht. jetzt verheirathet und allgemein geachtet in seiner Vater Der Minister gab aus amtvon den untersuchenden Beamten lichen Akten über das Waisenhaus tendenziös zusammen- stadt lebt, wo außer dem Vater niemand jene unglückliche noch weiter erwähnt die Räume des Waisenhauses( Schul- und Eßzimmer) nicht gestellte, zum theil, wie sich nachher ergab, verstümmelte und Episode kennt. Der Generalrath der Seine setzte eine Untersuchungs- immer so reinlich befunden worden seien, als man es wohl gefälschte Auszüge und spielte als Haupttrumpf ein, aus Rommission nieder, welche die ganze Angelegenheit prüfen wünschen könne. Hiergegen wurde geltend gemacht, daß das dem Jahre 1883 stammendes Schriftstück aus, welches mit sollte. Die Prüfung ist mit der größten Sorgfalt vor- ganze Erziehungssystem von Cempuis die Anstalt trägt theilte, daß ein gewisser Ma ch u¹), ein Lehrer", sich gegen genommen worden. Alle Thatsachen, die gegen Robin und nach dem Stifter Prevost offiziell dessen Namen- ein eine Schülerin unfittlich benommen hatte. Ueber die von eine Schülerin unfittlich benommen hatte. Ueber die von den Pfaffen behaupteten Schweinereien" zwischen Schülern seine Verwaltung des Waisenhauses vorgebracht worden sehr freies ist, daß den Kindern möglichst wenig 8w ang und Schülerinnen sprach der Minister sich nicht direkt aus, waren, wurden aufs genaueste untersucht, und das Resultat auferlegt wird, weil die Erziehung und Ausbildung von der dreimonatlichen Untersuchung liegt vor uns in Gestalt innen heraus bewerkstelligt werden soll, und daß an den ließ aber das schlimmste vermuthen. Durch das vorgebrachte eines von Herrn Laurent Gely, Generalrath, ver- Tagen der Untersuchung regnerisches Wetter war, und von faßten 348 Quartseiten starken Berichts. 72 1) Sprich: Sangpüih. 2) Sprich: Robäng. 3) Sprich: Lähg. 4) Sprich: Maschüh. Der Bericht kommt zu folgender Konklusion: 1. Daß die Vorwürfe, welche auf der Tribüne der Kammer von dem Minister des öffentlichen Unterrichts dem " " den im Freien arbeitenden und spielenden Kindern viel Erde an den Schuhen mit in die Zimmer gebracht wurde. Jedenfalls sind das Kleinigkeiten, die gegenüber den, von der Untersuchungskommission aufs wärmste aner" Er blickte sich rathlos nach seinen Begleitern unt. gessen über der einen neuen Empfindung der Freiheit Berliner Märztage.( Macbr. verh Hier werde ich kaum bleiben können," begann er unsicher, und Menschenwürde. Noch lag etwas Kindlich- Naives in Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. ,, in meiner Uniform..." dieser spontanen Freude, die dem Bewußtsein der glänzenden Es wird Ihnen nichts geschehen," versetzte Hans Kraftleistung entsprang und sich selbst genügte, ohne Auch das Volk gab seine Gefangenen heraus. Bald Hartung, wir bringen Sie unbehelligt zu Ihren Leuten." um die Verwendung des entfesselten Kraftquells zu nach Mittag bewegte sich eine Gruppe, welche die Auf- Der Lieutenant verneigte sich schweigend er sorgen. Die nüchterne Frage: Was nun?" schien merksamkeit der Menge auf sich lenkte, von der Roßstraße fühlte fast wie Dankbarkeit gegenüber diesen sich den Gemüthern noch nicht aufgedrängt zu haben. Sie her nach dem Schlosse. Neben einem martialisch drein- Plebejern, die ihn eskortirten. Schweigend schritt wußten und fühlten nur, daß sie ihren Willen durchgesetzt schauenden, ein wenig phantastisch gekleideten Herrn in er neben ihnen in Der Richtung nach dem und den Abzug des Gegners ertrozt hatten sie, die bismittleren Jahren schritt ein hoch aufgeschossener Offizier Brandenburger Thore weiter. Sie tamen nur lang Verachteten, die Parias der Gesellschaft! Wie ein einher, während zwei Männer im Bürgerrock, denen man langsam vorwärts in der dichtgestauten Menschen- beseligender Rausch umfing es die Sinne des jungen, die Theilnahme an den Ereignissen der Nacht auf den ersten fluth, die ihnen von der Friedrichstadt her entgegen- starken Simson, der zum ersten Mal die Kraft seiner Blick ansah, den beiden Voranschreitenden folgten. Es war strömte. Fragende Blicke musterten auf Schritt und Sehnen erprobt hatte. Graf Schildburg, der von Hans Hartung, Ephraim Fisch Tritt den Lieutenant, der mit gesenkten Augen seinen Weg Ein Auflauf hemmte plötzlich den Weg der drei und Herrn Kasimir nach dem Echloßplay geleitet wurde. verfolgte, allein ein Wort von seinen Begleitern verscheuchte Freunde: vor einem Laden unter den Linden drängten Der Graf hatte die Nacht und den Morgen in der„ Sil- jedes Mißtrauen. Was hätten sie auch von dem einzelnen sich hunderte von Menschen, während durch die erbrochene bernen Ente" verbracht, und Herr Kümmlein, der einen so befürchten sollen, nachdem sie den Angriff eines Heeres sieg- Thür große Ballen von Waaren auf die Straße geworfen wurden. hoch geborenen Gast selbst als Gefangenen nach Gebühr zu reich bestanden! Was geht denn da vor?" fragte Haus Hartung schäßen wußte, hatte nichts gespart, um ihm den unfrei- An der Kreuzung der Friedrichstraße und der Linden" jemanden aus der Menge. willigen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. stießen die drei Freunde auf ein Bataillon von der Linie," Hier wird ein Volksverräther gestraft," lautete die Der edle Sprößling des uralten Junkergeschlechts war aufs das eben im Begriff stand, in der Richtung nach Char höchste überrascht gewesen, durch die umgänglichen Sitten lottenburg abzuziehen. Hans sah nach dem Ladenschild und las zu seiner Der dieser staubgeborenen Kanaille", auf die er bisher in Der Anblick des bunten Haufens wirkte auf den Ueberraschung den Namen„ Immanuel Leckner". souveräner Geringschäßung herabgesehen hatte. Und diese Lieutenant wie elektrisirend. Er erklärte seinen Begleitern, ehrenwerthe Patriot hatte, nach dem Bericht der Umstehen Menschen hatten, wie man ihm sagte, die Schlacht ge- sich den Abrückenden anschließen zu wollen, und empfahl den, ein paar junge Künstler, die vor der Wuth der Solsie waren Sieger geblieben in einem Kampfe sich ihnen unter frostigem Gruße. Mit raschem, elastischem daten in sein Haus geflüchtet waren, heimtückisch den mit preußischen Soldaten! Seltsam, höchst seltsam, dieses Schritt, als ob er plötzlich sein geschwundenes Selbstgefühl Bajonneten der Verfolger ausgeliefert. Das beleidigte Unerhörte! wiedererlangt hätte, näherte er sich dem Kommandirenden Rechtsgefühl der Menge heischte Sühne für den SchurkenDer Graf hatte auf dem Schloßplah noch Abtheilungen des Bataillons, erstattete seinen Rapport und ward als streich, und da der Schuldige selbst zeitig genug entschlüpft feines Regiments anzutreffen gehofft, allein das hatte, wie Versprengter", wie er sich nannte, unter kameradschaftlichem war, so ward das Strafgericht vor der Hand an seinem es hieß, das Weichbild der Stadt schon verlassen. Einen Händedruck willkommen geheißen. Eigenthum vollzogen. Es war gleichsam ein Protest der Moment dachte er daran, im Schlosse selbst einen Unter- Hans war stehen geblieben und blickte nachdenklich Arbeitsbienen gegen das träge Volt der Drohnen. Gauze schlupf zu suchen man konnte ihm doch sein Mißgeschick hinter den scheidenden Buntröcken her. Berge von Handschuhen, seidenen Tüchern, Parfums und nicht als Schuld anrechnen, nachdem man selbst vor den Wie? Sind das wirklich Besiegte?" ging es ihm sonstigen Geckentand bedeckten die Straße, und hunderte Empörern die Waffen gestreckt hatte! Allein ein Blick auf durch den Sinn. Und wenn sie am Ende nur abziehen, von Händen beeilten sich, den eitlen Krimskrams in Fetzen die Volksmenge belehrte ihn eines andern. Wie keck und sicher um mit doppelter, dreifacher Uebermacht wiederzukommen?" zu reißen. sich diese Menge durch die Räume des Schlosses bewegte- Er ließ, während er mit den beiden Freunden den ,, Nur nichts weggenommen!" rief in strengem Tone desselben Schloffes, das sonst nur den Auserwählten seines Rückweg antrat, sein Auge über die Menge hinschweifen, ein hageres altes Männchen, dessen Gesicht die Entbehrung Schlages die Pforten geöffnet hatte! Nein, hier war für die ihn rings umwogte. Helle Freude über das Errungene mit ihrer krausen Runzelschrift gezeichnet hatte. ,, Reißt einen Schildburg vorderhand nichts zu holen. verklärte alle Gesichter- Hunger und Echlaf schienen ver- alles kurz und klein, doch Eure Hände laßt sauber!" wonnen " Antwort. Für heute kam es uns nur darauf an, die Grundlosigkeit und die Niederträchtigkeit der von den französischen Pfaffen in Szene gesetzten Cempuis- Hehe nachzuweisen. Ehrenamtliche Vorsitzende von Berufsgenossenschaften. er " 1 Gin Betrieb= Unternehmer Sache nicht sein; wir lassen uns daran genügen, zu konstatiren, daß nutr etwa die er= Boltsschul- Wie liebevoll die nothleidende Landwirthschaft wo es irgend geht durch den Staat unterstützt wird, geht aus nachstehender Anfrage hervor, die das Glogauer Proviantamt an die Gutsbesiger des Streifes erläßt: fannten vorzüglichen Erziehungsresultaten daß ein Jahresgehalt von 10 000 m., Entschädigung ge-[ bud gegeben wurde, daß die Parteileitung sich nicht früher von der Austalt gar nicht ins Gewicht fallen. nannt, dem Geiste des Gesetzes direkt widerspricht. Und diesem Herrn getrennt habe." Echeiden und meiden unter Treuliebenden ist eben immer Die einzige Auflage, welche wirklich ernsthaft war, ein derartiges Gehalt erhöht noch die Tiefbau- Berufsgenossenund welche den Grund zu der infamen Pfaffenhetze gegen fchaft um 5000 M. Daß Herr Bandke selbst im Gegensatz zum unendlich schwer, namentlich, wenn sie einander so viel heimCempuis lieferte: die Behauptung, daß die gemeinsame Er- Gesetz die ihm zugebilligte Entschädigung" nicht als Entschädigung liche Minnegunst erwiesen haben, wie der Freiherr von Hammerfür Zeitverluste betrachtet, sondern als ein Gehalt, von dem stein und die konservative Parteileitung. ziehung der Knaben und Mädchen zu den abscheulichsten allein er ausfömmlich leben kann, beweist folgender Umstand. Unfittlichkeiten und - Militärdienstpflicht der ,, Schweinereien" geführt Als der Antrag auf Bulage" gestellt wurde, meldete Lehrer." G3 wird, wie schon früher mitgetheilt, von jetzt ab babe, entbehrt, wie die Untersuchungskommission des sich B. zum Worte und erklärte sein Einverständniß den Lehrern freigestellt werden, ob sie die bisher üblichen zehn Eingehendsten dar thut, jeder Grundlage; und es ist mit demselben in den Worten, mit 10 000 Mark Die„ Berliner im Gegentheil von der Untersuchungskommission festgestellt tönne in Berlin nicht austommen!!! Wochen oder einjährig- freiwillig dienen wollen. Korr." theilt darüber das folgende mit: worden, daß das System der gemeinsamen Er- Sonderbar! Die Seminardirektoren sind anzuweisen, die Seminar ziehung von Knaben und Mädchen sich in- und als Unternehmer eines versicherungspflichtigen Betriebes abiturienten einige Wochen vor Verlassen der Anstalt zu be fann B. nur Mitglied und Vorsitzender der Genossenschaft sein Cempuis vorzüglich bewährt, und auf die will mit dem auskommen", was die Genossenschaft für ihn ab- fragen, wer von ihnen im Falle des Bestehens der AbgangsBildung und Sittlichkeit der Kinder den wirft! G3 ist begreiflich, wenn bei den lebhaften Besprechungen prüfung vom nächsten 1. April bezw. 1. Oftober ab eine einausgezeichnetsten Einfluß gehabt hat. des Falles Bandke" die Frage aufgeworfen wurde: Kann das jährige aktive Dienstzeit abzuleisten wünscht. Gleichgiltig ist es Mit der Erziehungsmethode Robin's und den ge- Reichs- Versicherungsamt hier eingreisen, wird der Präsident hierbei, ob der sich Meldende das dienstpflichtige Alter erreicht wonnenen Resultaten werden wir uns gelegentlich in einem deffelben solches thun? Diese Frage zu beantworten, soll unsere Weil zwischen dem Zeitpunkte der Prüfung der Seminarisien weiteren Artikel befassen. sie aufgeworfen wurde. Uns drängt sich speziell die weitere Frage und den auf den 1. April und 1. Oktober jeden Jahres festauf: Werden nicht andere dem Beispiele des Bandke folgen zusehenden Ginstellungsterminen genügende Beit zu den vorans und sich im& hrenamte des Borsigenden von Berufsgenossen- gedeuteten Maßnahmen vorhanden sein muß, ſo find die etwa su fchaften derartige Einkommen schaffen lassen? Stellungen, die spät gesetzten Prüfungstermine zu verlegen, und zwar so weit ohue sonderliche Mühe ihnen ein auskömmliches Gehalt, im irgend möglich in die Zeit vor Mitte der Monate September und März. direktesten Gegensatz zum Willen des Gesetzgebers, in den Schooß werfen? Thatsächlich steht Bandke auch jetzt schon nicht allein bei der vorerwähnten Umfrage zu eröffnen, daß ihnen das in Die Seminardirektoren haben den Zöglingen des Oberkursus da mit seinem großen Einkommen aus der ehrenamtlichen Zu lebhaften Erörterungen hat in mehr oder minder be- Stellung; wir wollen nur die Zucker- Berufsgenossenschaft nennen. Rede stehende Ausbildungsjahr bei der späteren Festsetzung der theiligten Kreisen ein Vorkommiß den Anlaß gegeben, welches Wie uns bekannt ist, giebt es aber eine ganze Reihe von Genossen- staatlichen Dienstalterszulagen gleich einem im Schuldienste zupreußisch- deutschen Sozialpolitit Intereffirten wieder einmal auf auskommen. Daß sich diese ihre thatsächlichen Zeitversäumniſſe Anordnung nicht erstreckt werden, doch sei zu hoffen, daß die Geim höchsten Maße geeignet ist, die Aufmerksamkeit aller bei der schafts- Vorsitzenden, die ohne jegliche jährliche Entschädigung gebrachten Jahre voll angerechnet werden würde. Auf die von den Gemeinden gezahlten Dienstalterszulagen könne zwar die gleiche die Träger" der Unfallversicherung zu lenken. Jeder, der sich und Unkosten entschädigen und erstatten lassen, je nach Dauer um die Wirksamkeit unserer sozialpolitischen Errungenschaften und Höhe, steht mit dem Gesetz( siehe unser Zitat) im vollsten meinden hierin ebenso verfahren werden, wie die staatlichen Be hörden. Für den Fall einer allgemeinen gefeßlichen Regelung bekümmert, weiß davon weiß davon zu berichten, in welch auf Einklang, es wird niemand daran etwas auszusetzen haben. werde jedenfalls die Anrechnung des Militärjahres auf die fälligem Mißverhältniß die folossalen Verwaltungskosten Gegen ein mäßiges Fixum ist auch nicht viel zu sagen. Die im öffentlichen Schuldienst zugebrachten Dienstjahre vorgesehen der Berufsgenossenschaften zu den von diesen geleisteten schier unbegreiflich hohe Entschädigung des Herrn Bandke werden. Entschädigungen der Verletzten und der Hinterbliebenen solcher scheint erst dann im richtigen Licht, wenn man erwägt, daß die stehen, die auf dem Schlachtfelde der Industrie ihr Leben ein- festangestellten Regierungsräthe im Reichs- Versicherungsamt büßten. Bekannt ist ebenso, wie gelinde ausgedrückt über nur etwa ein Drittel, die Geheimen Regierungsräthe und aus vorsichtig die Vertreter der Genossenschaften beim Festsetzen Senats- Vorsitzenden Hälfte derjenigen von Unfallrenten vorgehen, damit nicht etwa ein verunglückter Summe als Gehalt beziehen, welche Herr B. für sich als chren Arbeiter entschädigt werde, wenn es nicht die formalste Aus amtlicher Vorsitzender einer Berufsgenossenschaft glaubt beaulegung des harten Buchstaben des Gesetzes" unumgänglich mache. Spruchen zu können. Nur Dr. Bödicker, der Präsident des Man weiß ferner, wie jedes Prozent ärztlicherseits festgestellter Reichs- Versicherungsamtes, ein der Entschädigung Erwerbsfähigkeit des armen Krüppels meistens mit wahrhaft ver- B.'s entsprechendes Gehalt von 15 000 M. Bemerkt sei schließlich schwenderischer Daraufwendung von Geistes- und event. auch noch, daß der vielgenannte Vorsitzende der Tiefbau Berufsvon Lungenkraft vor dem Reichs- Versicherungsamt gegen die genossenschaft auch noch Vertreter der Arbeitgeber beim Reichs Rekurse der Verletzten zu vertheidigen oder im Rekursverfahren Versicherungsamt ist und als solcher für die Theilnahme an gegen unliebsame Urtheile der Schiedsgerichte geltend zu machen jeder einzelnen Sigung 18 M. erhält, und daß die Zahl der gesucht wird. Demgegenüber berührt es denn sehr eigenthüm- Sigungen, an denen er theilnimmt, keine geringe ist. lich, zu erfahren, was einzelne Berufsgenossenschaften unter Entschädigungen" ehrenamtlicher Vorsitzenden für den durch Auch sonst werden die„ kleinen Mittel" mit wahrer Virtuosität Wahrnehmung der Genossenschaftsgeschäfte ihnen erwachsenden angewandt, um der Landwirthschaft zu helfen. Nunmehr sind Beitverlust" verstehen. Wir kommen hiermit zu der Thatdie Provinzial Schulfollegien vom Kultusminister zu einer sache, welche, wie oben angedeutet wurde, vielfach ein Aeußerung veranlaßt worden, ob bei den ihnen unterstellten bedenkliches Kopfschütteln hervorrief. Zu der nämlich, Auch hier ist es wie in Italien die Monarchie, die nicht bisher schon beim Ankauf von land- und forstwirthschaftIn Belgien fängt die Lage an sehr fritisch zu werden. Internaten( Seminarien, Taubstummen- und Blindenanstalten zc.) daß der Tiefbau- Berufsgenossenschaft oder viel dadurch die Gefahr heraufbeschwört, daß sie sich für die lichen Erzeugnissen die inländischen Produkte bevorzugt worden mehr die letzte Genossenschaftsversammlung derselben ihrem schreiendsten Mißstände ins Zeug legt, mit gemeinschädlichen seien, und ob eventuell welche Bedenken vorhanden wären, ehrenamtlichen Vorsitzenden Bandke seine bisherige jähr Forderungen hervortritt und die Sache mit recht verhaßter die inländischen Erzeugnisse ausschließlich oder doch vorzugsweise liche Entschädigung" von nur 10 000 m. auf 15 000 M. Staatsmänner und Cliquen ihrigen macht. Wie in Italien erhöht hat. Schon die erſtere Summe fällt durch ihre Höhe auf, König Umberto sich und ſeine Lynaſtie an die Rockschoße Crispi's su berücksichtigen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die wesentlichste Thätigkeit des überführten Verbrechers, gehängt hat, so flammert König billigerer Ausnahmetaris gewährt worden. Die Berliner des Vorsitzenden einer Berufsgenossenschaft darin besteht, fertige geopold sich an die wüstefte Pfaffenreaktion. Man hat es Korresp." meldet:„ Um die mit dem Reichgeseze vom Schriftstücke zu unterzeichnen, deren Ausfertigung Aufgabe der als einen Vorzug der Monarchie vor der Republik bezeichnet, 14. April 1894 über" die Aufhebung des Identitätsnachweises Verwaltungsbeamten der Genossenschaft ist, und darin daß der Monarch unabhängig über den Parteien steht, während verbundenen Vortheile auch den von den Küsten entfernteren etwa noch, einige Reisen im Interesse der Genossenschaft republikanische Regierungen mit Nothwendigkeit Barteiregierungen binnenländischen Plätzen zugute kommen zu lassen, beabsichtigt zu machen. Mit bezug hierauf charakterisirt schon ihre Höhe die Summe zu einem Jahres gehalt, nicht aber seien. Die Geschichte und die Thatsachen beweisen, daß dies eine die Staatsregierung, für die überseeische Ausfuhr von Getreide, ihre Höhe die Summe zu einem Jahres gehalt, nicht aber vollständig falsche Auffaffung ist bestenfalls ein frommer Hülsenfrüchten, Raps- und Rübfaat, Malz, Mühlenerzeugnissen einer Entschädigung für Zeitverluste". Nur eine solche Wunsch, der aber in der Praxis fich nie erfüllt hat. Wenigstens und aus letzteren oder Getreide hergestellten Kaffee- Ersatzmitteln gewährt aber das Gesetz dem Genossenschaftsvorsitzenden, indem nicht in neuerer Zeit und nicht in den es fagt:„ Die Mitglieder der Vorstände und die Vertrauens des europäischen Festlandes. Staaten einen Ausnahmetarif nach außerdeutschen Ländern einDie Monarchen stehen nirgends männer verwalten ihr Amt als unentgeltliches Ehren- über den Parteien, sie treiben überall die lebhafteste Partei- uführen." Dieser billigere Tarif soll noch für die diesjährige amt, sofern nicht durch das Statut( der Genossenschaft) eine politik und überall sehen wir sie auf feiten der besitzenden Klassen, fraft treten. Entschädigung für den durch Wahrnehmung der Genossenschafts- fast überall auf seiten der rothen Reaktion. So in Italien, so Offene Stellen für Militäranwärter. geschäfte ihnen erwachsenden Zeitverlust bestimmt wird. Ba are in Belgien. König Leopold hat das schmachvolle Schulgesetz gut. Wie erbärmlich die unteren Beamtenchargen für ihre Dienſte Auslagen werden ihnen von der Genossenschaft ersetzt, und zwar, soweit sie in Reisekosten bestehen, nach festen, von der Ge- geheißen, er gehört zu den Vätern des ebenso schmachvollen Ge- befoldet werden, geht einmal recht deutlich hervor aus folgenden meinde- Wahlgesetzes und er hat obendrein die einfachste Achtung von ostpreußischen Staats- und Gemeindebehörden ausgehenden noffenschafts- Versammlung zu bestimmenden Säßen".(§ 25 dadurch verscherzt, daß er, der hundertiache Millionär, aus der Stongo Gesuchen von Militäranwärtern. des Unf. Vers.- Ges. vom 6. Juli 1884.) Es ist hiernach flar, Angelegenheit ein persönliches Geschäft gemacht hat und sich für seine ver febite Geldspekulation aus den Taschen des armen steuerzahlenden Volkes entschädigen will. Das alles zusammen hat böses Blut gesetzt; die Entrüftung und Er: bitterung, die der Monarch herausgefordert hat, fangen an, sich gegen seine Person zu richten. In den letzten Tagen ist König Leopold wiederholt auf der Straße Gegenstand feindlicher Kund gebungen gewesen und wenn auch nicht der Staat in Gefahr ist, wie servile Beitungsschreiber behaupten, so doch die Krone König Leopold's. " " Hätt' in Paris sein sollen, dieser Leckner," meinte Hans Hartung, zu seinen Begleitern gewandt. Da ist man mit solchen Schuften anders umgesprungen." " A la lanterne!" rief Herr Kasimir laut. Wie bei uns Anno Dreißig nur daß wir hatten Bäume statt Laternen." Ist nicht des Berliners Geschmack," meinte Ephraim Fisch. Er liebt den Kampf und den Sieg, aber zum Henker hat er fein Talent." = Politische Uebersicht. 0 Berlin, 24. Juli. Deutsches Reich. " Damit von uns bei den Ankäufen für die Armee die Produkte der inländischen Besitzer in erster Linie noch mehr als bisher herangezogen werden können, sind wir vom königlichen Kriegsministerium angewiesen, über den durchschnittlichen Bestand größerer Getreidevorräthe Erkundigungen im dortigen Kreise einzuziehen. Aus diesem Grunde ersuchen wir Sie ganz ergebenst, in die umstehende Nachweisung gefälligst eintragen zu wollen, wieviel Zentner Weizen, Roggen und Hafer dort durchschnittlich vorhanden sind, und zwar, wie in der Nachweisung bemerkt, nach Winter- und Sommer- Monaten getrennt." Ferner ist den„ Nothleidenden" wieder ein neuer, Ober- Postdirektionsbezirk Königsberg sofort Landbriefträger, 650 M. Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß; Postamt I in Königsberg sofort und Postamt in Ortelsburg zum 1. Oktober Postschaffner, 800 M. Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Magistrat in Rönigsberg sogleich vier Feuerwehrmänner, monatlich 59 M., steigend bis 71 M., außerdem Kleidung und Ausrüstung.- Magistrat in Tilſit zum 1. Oktober ein Todtengräber, außer freier Wohnung kein firirtes Einkommen, sondern die Gebühren für Herstellung der Gräber 2c. Magistrat in Dirschau ein Bureau- Assistent, sofort, 960 M. Gehalt, und zum 8. August ein Vollziehungsbeamter und Ja Bauer, das ist ganz etivas anderes. Die Silfs- Polizeisergeant, 900 M. Gehalt, steigend bis 1050 m. und nationalliberale Presse beschuldigt die ganze Sozialdemo- 60 M. Kleidergeld. Provinzial Frrenanstalt Konradstein zum Nein, diese siegreiche Menge dachte nicht ans Henken. fratie der Verlogenheit, weil Laffalle, der Stifter der 1. Auguft ein Lohnfchreiber, 30 m. monatlich, steigend bis 75 M. Sie dachte so wenig daran, wie an den Umsturz des Partei", in dem bekannten von uns veröffentlichten Briefe Amtsgericht in Marienburg( Weftpr.) sofort ein Hilfs Thrones, die Aufrichtung der Republik und andere böse Lassalle's aus dem Jahre 1849 den damaligen Kassations- Gefangenauffeher, 800 M. jährlich.- Garnison- Bauamt DeutschDinge. Seit Jahrhunderten gedrillt, geschurigelt und in hof durch Beibringung eines ärztlichen Krankheitszeugnisses, Gylau, Osterode, sofort ein Nachtwächter, täglich 1,75 M. feiner Entwickelung systematisch gehemmt, war dieses Bolt trotzdem er nicht krank war, zur Verlegung eines Termins Magistrat in Pr. Stargard sofort ein Nachtwächter, 360 M. von Berlin buchstäblich über Nacht dem Regiment des zu bestimmen suchte. Nun- wir lieben auch die Noth- jährlich.- Magistrat in Bempelburg ein Nachtwächter und Schuldiener zum 1. Oktober, 216 m. jährlich und im Winter preußischen Krückstocks entwachsen. Sein Verhalten nach dem lügen nicht. Aber wie nennt es denn die nationalliberale 40 m. für Lampenanzünden 2c.- Amts- und Gemeinde Siege bewies sonnenklar, daß die Revolution nicht von ihm Presse, wenn ein Minister oder sonstiger hoher Herr, dessen vorstand in Zippnow zum 1. Oktober ein Amts- und Gemeinde-• geplant und gemacht" war, wie feile Sykophanten noch Stellung unhaltbar geworden ist, plötzlich" krank" wird?-sekretär, 750 M. vor wenigen Stunden der Welt hatten weißmachen wollen. Der heilige Zobtenschädel. Wer an Fallsucht Es hatte nur Muth genug besessen, um den ihm von den hochmüthigen Machthabern hingeworfenen Fehdehandschuh leidet und sich furiren lassen will, der hat jest die beste Gelegen aufzunehmen, und Kraft genug, um den Sieg zu erringen. - Das Lebenszeichen, daß der Freiherr v. Hammer. beit dazu in Roblenz. Die katholische Koblenzer Volkszeitung", Aus vollem Herzen freute es sich dieses Sieges wie ihn ftein zum Schrecken feiner deutschen Genossen aus dem Dester die sonst eifrig in Sozialistenbekämpfung thätig ist, meldet: Um Montag, den 22. Juli, beginnt hier die Apollinarisfeier. verwerthen- das mußten Beit und Umstände Lehren. reichischen von sich gegeben hat, lautet wörtlich: Nichts konnte das Geschehene ungeschehen machen: diese so bin ich für längere Zeit außer stande, die Angriffe zu kontrolliren, fehung des hl. Sauptes. Jeden Morgen ist daſelbſt ein feierDa ich mich gegenwärtig in der Sommerfrische in Tirol befinde, Dieselbe wird in der Apollinariskirche eröffnet mit der Ausgroße, breite Schicht von Menschen, noch gestern verhöhnt benen ich in einem Theile der Presse ausgesetzt bin. Aus einzelnen liches Hochamit mit Predigt. Zum Küssen der Reliquie, die be und mit Füßen getreten, war heut zu einem maßgebenden Ausschnitten, die mir von Freunden zukommen, ersehe ich aber, sonders gegen Fallsucht verehrt wird, ist während der 14 tägigen Fattor im öffentlichen Leben geworden, den kein königliches daß die Verunglimpfungen meiner Person, statt auf Feier den ganzen Tag hindurch Gelegenheit. Also auf, ihr armen Kranken, nach Koblenz, und küßt den Machtgebot, fein überirdischer Zauberspruch aus der Welt zuhören, nur in potenzirter Weise fortgesetzt werden. daher, an den zu schaffen vermochte. Wohl hatte die Wandlung der Ich anfiändigen Theil heilgen Todtenkopf! das Ersuchen das zu richten, bei der Dinge sich unerwartet Das arme Deutsche Reich hat wieder einmal rasch vollzogen: so so rasch, des Lesepublikums der Uebel gerettet werden müssen. daß für den Ju Frankreich besteht ein Fahr neuen Formen Würdigung derartiger Schnähartikel sich von Inhalt die zeugung leiten zu lassen, daß sie in ihrem Inhalte theils auf radler- Bund( Union Vélocipediste), dem auch einige noch fehlten fehlten und Altes und Neues in seltsamer lügenhafter Erdichtung von Thatsachen, theils auf perfider Kom- Elfaffer als Mitglieder angehörten. Hierin wurde eine Gefahr Weise sich mengte. Wohl sangen die Sieger fromme bination von erfundenen und wahren, aber für sich genommen, für das auf etlichen Millionen von Bajonnetten ruhende Deutsche Chorale als Zeichen der Trauer um die gefallenen Brüder, unverfänglichen Thatsachen beruhen. So sehr ich auch für Reich erkannt; und als der Fahrradler- Bund für vorigen Sonntag die von den geweihten Flinten des obersten Landesbischofs meine Person von Verachtung gegen derartige Angriffe erfüllt ein großes Wettrennen in der Nähe der Grenze anordnete, da getödtet worden waren. Wohl riefen sie Hoch!" und bin, deren Virtuosität und Beharrlichkeit nur von dem grimmigen entschloß die wachsame Reichspolizei sich zu rafchem Handeln. " Hurrah!" beim Anblick der abziehenden Regimenter, als Haß übertroffen wird, der ihre Triebfeder bildet, fo babe ich Es wurden am Freitag bei einigen Radlern Haussuchungen geob's einen harmlosen Abmarsch ins Manöverfeld und nicht doch geglaubt, zur Beruhigung meiner Freunde dieses Lebens halten, die zur Entdeckung verdächtiger Briefe" führten. Die vielmehr einen welthistorischen Rückzug gälte. Wohl zeichen von mir geben zu sollen. Verschwörer wurden durch das schneidige Vorgehen verblüfft Frhr. v. Hammerstein." und das Wettrennen ward ab bestellt. Das Deutsche flatschten sie jubelnd Beifall, als vom Schlosse die Nach Wie bereits gestern bemerkt, sind seine Freunde ob dieses Reich ist also dank dem Scharfblick und der Thatkraft seiner richt kam, daß neue Minister ernannt seien und ein neuer gebenszeichens höchft beunruhigt, weil Defterreich mit Deutschland Kapitolwächter einer furchtbaren Gefahr entronnen. Eine elfaß Graf an stelle des alten die Leitung der Geschäfte über- im Auslieferungs- Vertrage steht. lothringische Frage giebts eben nicht. nommen habe. Aber solche grotesk- naive Gefühlsäußerungen Auch soll die tonservative Parteileitung des suspendirten fonnten niemanden täuschen über die Grundstimmung Freiherrn wegen jetzt allerlei Schwierigkeiten mit den Parteis dieser begeisterten Maffen, die mit vollen Zügen den genossen im Lande haben. Becher der Siegeslust tranken und das ungekannte neue Glück der freien Selbstbestimmung genossen. ( Fortsetzung folgt.) neuen mir erlaube Siftrans, 18. Juli. Bezirken des Reiches der Leitung der konservativen Partei private Wie die Kölnische Zeitung" schreibt, sind aus verschiedenen Kundgebungen zugegangen, in denen nicht nur dem Bedauern über den Fall Hammerstein, sondern auch dem Erstaunen AusSchweiz. Die Gemeinschädlichkeit des Militaris direkt schwere finanzielle Opfer auflegt, sondern von der mus besteht in erster Linie nicht darin, daß er dem Bolk fulturellen Seite der Frage abgesehen vielmehr in den riesigen indirekten Lasten, und der dadurch bedingten Minderung bulgarischen Behörden reinwaschen zu wollen. und Verschlechterung der nationalen Arbeit. Die Jahre des eklatanten Sieg den Anbruch der sozialen Nepublik au be- werther dazu, wie dies das genannte Blatt versucht, dis Militärdienstes gehen der Arbeit und der Bildung verloren: schleunigen. das, weit mehr als die Milliarden der Militärbudgets, ist es, was den Militarismus so verderblich für die Entwicklung der Völker macht. Es lebe die Arbeiterpartei! Der Nationalrath: Falls einer Meldung der Kölnischen Zeitung" zu trauen ist, wäre die russische Regierung geneigt, dem Roburger unter Carnaud, Abgeordneter, René Chauvin, Abgeordneter, der Bedingung zu verzeihen, daß er sein Söhnchen zur griechischen In der Schweiz hat das Volk dies wohl begriffen, und S. Dereure, Ferroul, Jules Guesde, Abgeordneter, Kirche übertreten läßt. Nun das wird diesem Mustermenschen die kurze Verlängerung der Dienstzeit, welche neuerdings vom Paul Lafargue, Prévost, Roussel, Bürgerin ebensowenig Kopfschmerzen verursachen, wie anderen deutschen Bundesrath beschlossen war, stößt allgemein auf Widerstand. A. Valeite, Alex. 3évaès. Fürsten und Fürstinnen. Die Professoren erklären, die Studenten könnten nicht mehr ge= nügend lernen, die Fabrikanten, die Industrie, die Kaufleute, der England. Handel werde leiden zc. Die Aufregung ist groß; die Schweiz ist jedoch leider durch die sie umgebenden Staaten gezwungen, militärisch größere Opfer zu bringen. So äußern sich die schlimmen Wirkungen des Militarismus selbst auch da, wo man sich seiner möglichst erwehrt hat. Das Treiben der Polizei veranlaßte die sozialdemo: fratischen Vertreter im Großen Stadtrath, den Polizei: vorstand, und das ist Herr Vogelsanger, hierüber zu interpelliren. Während hierbei unsere Genossen selbst von den giftigsten Gegnern unterstützt wurden, hielt Herr Vogelsanger eine polizeiliche Vertheidigungsrede für seine rohen Polizisten, deren Schandthaten er in mildem Lichte darzustellen versuchte. Ein Karrikaturenzeichner könnte keine köstlichere Fronie verbildlichen, als hier die Wirklichkeit bietet. Die Debatte endete mit der Annahme des folgenden Antrages: Der Rath nimmt Kenntniß davon, daß Ausschreitungen im Polizeikorps geahndet werden und spricht die Erwartung aus, daß Thätlichkeiten jeder Art durch geeignete Belehrung und Beaufsichtigung der Polizeimannschaft verunmöglicht werden."- Es ist schade, daß die schweizerischen Genossen noch nicht das Wort„ Stegmüllerei" in ihren Wortschatz aufgenommen haben, sie hätten dafür nicht blos in Zürich Verwendung. Belgien. Majestätsbeleidigung" in Belgien. Aus Brüssel wird gemeldet: " Als der König am Dienstag einem Ballspiel beiwohnte, wurde er mit den Rufen, Nieder mit dem Schulgeset empfangen, während andere mit dem Rufe„ Es lebe der König" antworteten. Behn Personen wurden verhaftet. Als die Menge die Verhafteten befreien wollte, zog die Polizei blank, verwundete eine Person und nahm noch weitere Verhaftungen vor. - 3um englischen Wahlkampf. Unser Londoner Korrespondent schreibt aus London vom 22. d. M.: " In dem Bezirk Gorton( Lancashire), wo der Arbeiterfandidat zu gunsten Dr. Pankhurst's von der Indep. Labour Party verzichtet hatte und die Liberalen für Pankhurst eintraten, ist das Resultat: E. F. Hatch( fonservativ) 5 865 Dr. Pankhurst( Ind. Lab.) 4261 Konservative Majorität: 1604. 1892 ward dort der liberale Fabrikant Mather( der bekannte Achtstundenmann) mit 5255 gegen 5083 Stimmen des obigen Konfervativen gewählt. Also Verlust des Kreises trotz Kompromiß. Ein doppeltes Interesse durch Ursprung und Inhalt hat nachstehender Artikel, den Stambulow unmittelbar vor seiner Ermordung für die Swoboda" geschrieben hat, der noch am selben Abend in diesem Blatt erschien. Der Artikel ist betitelt„ Das Reich der Verräther", und lautet: Die englischen Wahlen bedeuten, wie die Saturday Review" ausführt, für England den großartigsten Wahlfieg, den eine Partei in diesem Jahrhundert errungen hat. Im Jahre 1841, nach der ersten Reformbill, hatten die Tories Als vor acht Jahren der heutige Fürst gewählt wurde, hat eine Mehrheit von 91; im Jahre 1880 hatte Gladstone eine wohl niemand gedacht, daß einmal Zeiten kommen würden, da Mehrheit von 128- bisher die größte Mehrheit dieses Jahr die Verräther, die Mörder und die Meuterer, die den Fürsten -Wem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch hunderts aber diesmal wird die Regierungsmehrheit eine Alexander gestürzt hatten und die dann später Verschwörungen den nöthigen Amtsverstand das hat sich jüngst wieder in der noch höhere sein. Die Gladstone'sche Ziffer ist jetzt schon erreicht, anstifteten, um auch den heutigen Fürsten zu stürzen, daß demokratischen Musterstadt Zürich gezeigt. Seitens der Polizei und die 100 Wahlen, die noch ausstehen, werden voraussichtlich, diese Leute das einzige vertrauenswerthe Element sein würden, wurden dort in jüngster Beit verschiedene Schandthaten", wie wie die" Saturday" hofft, die Mehrheit noch auf 150 steigern. dem der Fürst die Verwaltung des Landes übertragen unser Korrespondent es nennt, verübt, welche in den weitesten Jedenfalls ist die liberale Partei, zerschmettert", und wenn würde. Und dennoch ist das heute Thatsache. Sie beginnt mit Streifen Entrüstung erregten, und zu einer Debatte im Stadtrath fie noch darauf rechnet, daß die Sieger unter sich streiten und den Ministern, hört auf mit den geringsten Beamten, die Ber führten. Hierüber schreibt unser Züricher Korrespondent: die unionistischen Liberalen schließlich wieder in das Lager des waltung ist in den Händen der Elemente, welche Rußland ihrem Liberalismus zurückkehren würden, so ist das nur ein neuer Vaterlande vorziehen. Während die von dem Fürsten nach Peters Beweis für den geistigen Verfall des Liberalismus. Wenn die burg gesandte Abordnung links und rechts erzählt, daß die Bul unionistischen Ziberalen diesen Verfall nicht schon früher erkannt garen nie anders gedacht und gefühlt haben, als die Russer, und von denen kein Prinzip, nur ein Name sie schied. Und jetzt, nachdem thut die Regierung ihrerseits alles, um zu zeigen, daß auch die hätten, würden sie sich nie mit den Konservativen verbunden haben, um eine Dampferverbindung zwischen Odessa und Burgas bitten, der Unfall zum Untergang geführt hat, werden sie doch nicht an Männer schon bereit sind, welche die russischen Gäste mit Brot einem Kadaver sich anschließen wollen. Die Zeit ist vorbei, wo und Salz empfangen werden. Die Auflösung des Stadtrathes in England zwei große fapitalistische Parteien bestehen konnten. von Burgas und die fommiffarische Ernennung von Theilnehmern So lange die Arbeiter noch nicht im stande sind, ihrerseits eine an dem Aufstande Nabokow's find ein Zeichen der Zeit. Aber große Partei zu bilden, werden allerhand liberale, radikale und das nicht allein. Nach den Mittheilungen, die wir aus der Semokratische Fraktionen und Fraktiönchen zwischen den zwei Provinz erhalten, befinden sich die Verräther auf der Höhe ihres feindlichen Interessen- Polen ein furzlebiges Dasein führen, allein Triumphes. Sie rafen und wüthen umher und erwarten von dem es wird hinfür nur eine große kapitalistische Partei geben Fürsten den Befehl, alle diejenigen abzuschlachten, die ihrerseits gleichviel, welchen Namen sie sich beilegt. ste als Verräther verfolgt haben. Die Polizei ist vollkommen in ihren Händen; sie hilft ihnen, sie ermuntert sie. Wer würde vor zwei Jahren geglaubt haben, daß die Männer, die für ihr Vaterland und den Fürsten kämpften, Anfällen auf der Straße, Bedrohungen mit Mord ausgefeßt würden? Und dennoch ist das heute Thatfache geworden. Folgende Geschichte, die sich am 5. Juli in Burgas zugetragen hat, kennzeichnet am besten die heutige Verwaltung. Am 5. Juli, 10 Uhr abends, ging der Burgaser Bürger Strati Dimitrow von seinem Hause in das Café Europa. Unterwegs erreichte ihn der frühere Emigrant Kischelski, früherer Offizier und Theilnehmer an dem Ausstande in Burgas und später in der Bande von Nabokow. Er stürzte sich auf Strati Dimitrow mit den Worten: Du Hund haft Nabokow und seine Genoffen umgebracht! Das sollst Du büßen! Ihnen werden wir jetzt Denkmäler setzen und Euch werden wir hängen. Damit packte er Strati an der Kehle, doch der stieß ihn zurück, und sein Freund Georgi Grujem nahm Kischelsti feft. Als die Polizei fah, daß Kischelski Prügel bekommen würde, eilte sie herbei und befreite ihn. Strati und Georgi wurden davon gejagt, und Kischelsti feierte die ganze Nacht mit den Gendarmen. Strati Dimitrom war früher Feldwebel und hatte sich als solcher bei der Vernichtung der Bande Nabokow im Dezember 1887 auss schreiben, ist P. H. Wilson, Middlesborough. Derselbe ist aber gezeichnet, wofür er von dem Fürsten Ferdinand mit dem nicht independent", sondern war gemeinsam von Liberalen und Tapferkeitsorden belohnt worden war. Das wissen die EmiArbeitern aufgestellt worden. Fenwick( Bergarbeiter und liberal) granten sehr wohl, und deswegen trachten sie unter dem Schutze ist mit erhöhter Majorität wiedergewählt." der Behörden nach seinem Leben. Die Regierung ermunterte sie; Das letzte Telegramm lautet: die Stambulowtschina soll ja ausgerottet werden! Ja, solche wurden gewählt: 388 Unionisten London, 24. Jult, 8 Uhr 55 Min. nachmittags. Bisher Beiten sind für die bulgarischen Bürger unter der glückbringenden Gewinn 98 Size, Regierung der„ neuen Aera" des Fürsten gekommen, den sie 139 Liberale Gewinn 18 Sitze, 10 Parnelliten, 59 Antigewählt und wie ihren Augapfel gehütet haben! Das ist die parnelliten, 2 Kandidaten der Arbeiterpartei. Die Unionisten Belohnung für treue Dienste. Wir werden nicht erstaunt fein, gewannen noch 4 Size in Schottland und 2 Size in Lancashire. morgen zu hören, daß die Emigranten auf der Straße auch die London, 24. Juli. Bei Gelegenheit der Wahlen entstand Offiziere anfallen, welche die Truppen bei der Niederwerfung ein Krawall in Kilrush( Irland). Ein früherer Sträfling, namens Egan, hetzte das Volk auf. Die Polizei ging gegen die der Meutereien, bei der Verhaftung von Räubern und bei der Urtheilsvollstreckung kommandirt haben. Wenn es der Wunsch Menge mit ihren Knüppeln vor, die Menge setzte sich mit Stöcken Seiner königlichen Hoheit ist, sich mit Vaterlandsverräthern zu zur Wehre. Viele Antiparnelliten wurden verwundet. ungeben und Bulgaren durch solche zu regieren, so ist das seine - Parlamentarischer Ausschuß für Arbeits- Sache; wir denken aber, daß die Ehre Bulgariens erheischt, daß losigkeit. Joseph Chamberlain goß am letzten Sonnabend diesen Berräthern nicht gestattet werde, ihre Gegner zu morden. seinen Spott aus über den parlamentarischen Ausschuß, der im Wenn die Verräther sich heute an denjenigen Bulgaren rächen, letzten Winter eingesetzt wurde, um die Ursachen der herrschen- die sie verfolgen mußten, um das Vaterland und den Fürsten zu den Arbeitslosigkeit zu untersuchen:" Was hat die letzte liberale schüßen, so werden sie sich ermuntert sehen, auch gegen den NichtRegierung gegen die Noth, die doch gewiß existirte, gethan? Sie bulgaren vorzugehen, der von den heute verfolgten Bulgaren hat einen Ausschuß eingesetzt. Dieser Ausschuß hat glücklich bis hierher geführt und geschützt worden ist. Unsere Freunde werden vor einigen Wochen getagt. Er hat in der Kälte und in der alle Verfolgungen zu ertragen wiffen, die Schande fällt auf Size gesessen. Er würde jetzt noch tagen, wenn das Parlament einen anderen. Die Lehren, die ein jeder aus diesen betrübennicht aufgelöst worden wäre. Aber für die englischen Noth- den Thatsachen zieht, ist, daß niemand dem Fürsten treu leidenden hat der Ausschuß nichts gethan." dienen soll." Ruba. Von den verhafteten Personen werden zehn wegen Majestäts beleidigung verfolgt werden. Sieben andere werden wegen Verbreitung von Aufrufen ohne Angabe des Druckers unter Auflage gestellt. 1 Damit ist die letzte Hoffnung auf die Wahl eines Indep. 2.- P.- Mannes gefallen. Es steht noch aus Colne Valley in Yorkshire, wo Tom Mann kandidirt, aber die einzige Chance Fernsprechlinie Deutschland- Belgien Dort ist, daß Tom Mann's Kandidatur den bis jetzt liberal verEchon seit Mitte der achtziger Jahre hat die belgische Regierung tretenen Kreis den Konservativen ausliefert. 1892 war die mit Deutschland über die Errichtung einer deutsch- belgischen Position 4987 liberal, 4281 foufervativ. Fernsprechverbindung verhandelt, ohne daß es zu einer Ginigung Der zweite gewählte Arbeitervertreter, von dem die Blätter gekommen wäre. Jetzt ist ein Resultat erzielt worden. Es sollen, wie aus Brüffel gemeldet wird, zwei Fernsprechnete erbaut werden: Aachen und Köln werden einerseits mit Verviers und Lüttich, andererseits mit Brüssel und Antwerpen verbunden. Jede Unterhaltung darf nicht drei Minuten übersteigen; der Preis wird nach Zonen festgesetzt. Im Oktober dieses Jahres soll der Betrieb eröffnet werden. Frankreich. Manifest der französischen Arbeiterpartei. Der Nationalrath der französischen Arbeiterpartei hat zu den am 28. Juli stattfindenden Generalraths- und Bezirksrathswahlen, bei denen es sich um die Erneuerung von nicht weniger als 3918 Mandaten handelt, von denen 1442 auf die Generalräthe und 2476 auf die Bezirksräthe entfallen, folgendes Manifest erlassen: An die Arbeiter der zur Wahl berufenen 3000 Rantone. Kameraden! Die zur Hälfte stattfindende Erneuerung der Generalräthe und die fast vollständige der Bezirksräthe kann Euch nicht gleich giltig finden. Die Wahlen vom 28. Juli müssen für die Welt der Arbeit die Gelegenheit sein, zu gleicher Beit wie ihre mit ihrer Dr ganisation angewachsene Macht ihren beharrlichen Willen zu bekräftigen, sich selber zu retten, indem sie sich aller öffentlichen Gewalten bemächtigt, die aus einem fapitalistischen Instrument der Erhaltung und Unterdrückung, in ihren Händen zu einem Werkzeug der sozialen Umgestaltung und Befreiung geworden sind. 3 Nußland. - 3um tubanischen Aufstand wird heute von der Petroleumring. Petersburger Blättern zufolge wird spanischen Regierung aus Madrid gemeldet: General Lachambre Im Jahre 1892 war es die Erringung der Munizipal demnächst in Paris ein zwischen den amerikanischen Petroleum- ist am 21. Juli mit den Abtheilungen Navarro und Aldave, be gewalt, an die Eure Partei schritt, die Arbeiterpartei. Und sie Industriellen und der russischen Kerosin- Kompagnie Gebrüder zog in Beginta angekommen. Bayamo ist mit Lebensmitteln und 30g als Siegerin in eine Anzahl von Rathhäusern ein, die un- Nobel vereinbarter Vertrag unterzeichnet werden, wonach der stehend aus 4000 Infanteristen, 300 Kavalleriften und 3 Kanonen, verzüglich zu eben so vielen Bauhöfen lokaler Re- Kerosinhandel am Mittelmeere sowie in Schweden und Norwegen Munition versehen. formen und Verbesserungen umgestaltet worden sind. ausschließlich den Gebrüdern Nobel, respektive den russischen Im Jahre 1893 war es die Legislativgewalt, gegen die sie Kerosinfirmen, überlassen bleibt, während nach dem übrigen zum erstenmal Sturm gelaufen ist. Und das Werk der sozia- Europa Rußland 85 pet. und Amerita 65 pCt. des gesammten listischen Minorität, die sie in die Kammer geworfen, ist allen zu Bedarfs exportist. sehr im Gedächtniß, als daß es nöthig wäre, daffelbe vor Eure Augen zu führen. Heuer ist es die Departementalgewalt, in die es gilt, Bresche zu schießen. Und wenn gemäß dem Beschlusse des im letzten September in Nantes abgehaltenen 12. Landeskongresses der Partei überall da der Kampf aufgenommen wird, wo es Streiter giebt, dann ist kein Zweifel, daß wir in wenigen Tagen einen Triumph mehr zu verzeichnen haben werden. Fabrik und Feldarbeiter! Die Bevölkerung bezahlt die Zeche für diese Massenausbeutungs- Experimente des internationalen Kapitalismus. Weiter wird aus Madrid gemeldet: Aus Habana wird gemeldet, der Insurgentenführer Maceo habe die Umgebungen von Bayamo verlassen, als die Generäle Lachambre und Navarro sich der Stadt näherten. Maceo hätte vorher noch versucht, Bayamo zu stürmen, aber ohne Erfolg. Die gewörtlich: Partei- Nachrichten. Blättern wird die Nachricht verbreitet, der Justizminister - Verbannung nach Sibirien. In russischen beabsichtige einen Gesezentwurf der kaiserlichen Bestätigung zu unterbreiten, durch den die Verbannung nach Sibirien als In engstem Zusammenhange mit der Leitung unserer Strafe für Kriminalverbrechen so gut wie abgeschafft werden Partei sollen, nach den Münchner Neuesten Nachrichten", die soll. Sie soll als solche nur für die sog. privilegirten Klassen Arbeiter- Gesang, Arbeiter- Turn- und andere Arbeiter- VerBisher ist, sehr seltene Ausnahmen abgerechnet, die Wer- beibehalten werden, für die übrigen Klassen der Bevölkerung gnügungsvereine stehen, weil in Nr. 154 des„ Vorwärts" in einer waltung unseres Departements wie ein Monopol einer handvoll sollen an ſtelle der Verbannung Strafen treten, die in physischer Lokalnotiz gerügt war, daß ein dem Arbeiter- Sängerbund anReichen, großen Fabrikanten oder Großhändlern und Groß- Beziehung schwerer sind, also Einzelhaft und Gefängnißstrafe gehöriger Gesangverein ein Fest in einem boykottirten Wirthsgrundbesitzern, überliefert worden, die natürlich die Geschäfte mit Bwangsarbeit verbunden. Auch soll die Verbannung auf haus abbalten wollte. Das Münchner Blatt bemerkt hierzu ihrer Klasse besorgt haben, wenn sie nicht, wie im Bar- die nördlichsten Gebiete Sibiriens beschränkt werden. Departement zur Beit des Südbahn- Standals, auf eigene Rech plante Neuerung findet im ganzen wenig Anklang. nung geschwindelt haben. Russische Judenverfolgungen. Aus sicherer Der Moment ist nun gekommen, mit diesen Verwaltern Quelle erhält die Thorner Presse" die Mittheilung, daß die der Wenigen ein Ende zu machen und sie durch Männer zu russischen Grenzbehörden angewiesen sind, allen Juden, auch den erfeßen, die Euch angehören, für Guch, d. i. für die ungeheure diesseits ansässigen, die nur mit Grenz Legitimationsscheinen verMehrheit der Nation verwalten, die zum Leben nichts als ihre sehen sind, den Uebertritt über die russische Grenze nicht mehr Arme oder ihr Hirn hat und davon immer minder und zu gestatten. Durch diese Maßregel soll der angeblich von den minder lebt. bezeichneten Juden in ausgedehntem Maße betriebene Schmuggel Vergebens werden, um Euer Bestreben abzulenken oder zu eingeschränkt werden. entmuthigen, die Gegner des Sozialismus die Bedeutung der erwählten Räthe, die, da Ihr die Zahl seid, in Euren Dienst zu stellen, nur von Euch abhängt, zu leugnen oder abzuschwächen suchen. Bulgarien. " „ Der„ Vorwärts" schreibt u. a. aus Anlaß diefes Unterfangens" des angeblich nur geselligen Zwecken dienenden Vereins, es erwachse ihm, dem sozialdemokratischen 3entralorgan, die Pflicht, der Arbeiterschaft von einer Betheiligung an dem erwähnten Sommerfeste abzurathen. Damit spricht der Vorwärts" offen aus, daß die sozialdemokratische Parleileitung ein Recht hat, die geselligen Arbeitervereine", soweit fie dem betreffenden Bunde angehören, zu kontrolliren, zu maßregeln und über deren Zusammenfünfte zu verfügen. Dieser unbestreitbare Zusammenhang des ArbeiterSängerbundes mit der politischen Partei- Organisation beweist den politischen Charakter der sozialdemokratischen geselligen Die Mörder Stambulow's von den Rockschößen zu Vereine überhaupt und es ist überaus naiv von den leitenden schütteln, ist jetzt die Hauptarbeit der russischen und der bulga- Genossen". zu verlangen, daß man das Gegentheil annehmen rischen Regierung.„ Väterchen" bedauert das„ abscheuliche Ver- solle." brechen" ebenso tief als der Koburger Bring in Karlsbad. Und Das bayerische Blatt ist mit seiner Absicht, der preußischen die bulgarische Polizei entwickelt eine fieberhafte Thätigkeit zur Polizei Handhaben in ihrem Vorgehen gegen die Arbeiter Ergreifung der Mörder auf dem Papier. Ob sie diefelben Vergnügungsvereine zu bieten, auf dem Holzwege. Die anwirklich ergriffen hat, wie telegraphirt wird, bleibe vorläufig geführte Notiz des„ Vorwärts" ist lediglich die Bekanntmachung dahingestellt. Wenn es wahr ist, dann hat sie es nur aus Ver- einer zur Gewinuung von Versammlungsfälen niedergesetzten Ihr werdet ferner antworten, daß sie eben so viele Tribunen sehen oder unter eisernem Zwang der Verhältnisse gethau. Arbeiterkommission eines Berliner Vororts, die sich in der Bekanntbilden, wo unter der Form von Wünschen alle Eure Forderungen Bie tief der Fürst von Bulgarien gesunken ist, erhellt daraus, machung als solche auch ausdrücklich nennt. Der Vorwärts" hat angebracht werden können. daß er der Welt durch einen Korrespondenten des ,, Kleinen mit der ganzen Angelegenheit nichts weiter zu thun, als daß er Ihr werdet endlich antworten, daß es teine Stellung giebt, Journal" mittheilen läßt, die Juftis sei auf dem Punkt, volles der Bekanntmachung, wie jedes anderen vernünftigen Zuschrift, aus der den Feind zu verdrängen es nicht immer von Wichtig: Licht über die jüngsten Ereignisse in Bulgarien zu verbreiten. Raum gab. Denn daß es nur vernünftig ist, wenn der Arbeiter feit wäre, weil die Arbeit, die alles erzeugt, so lange nichts sein Hätte der Koburger gesagt, die Polizei sei bemüht, die Mörder aufgefordert wird, nicht Feste zu besuchen, die in Lokalen abgewird, bis sie nicht vor allem die Verwaltung, die Regierung in Sicherheit zu bringen, so wäre er der Wahrheit näher ge- balten werden, die man wohl anderen Gesellschaftsklassen, aber ergriffen haben wird. kommen. An der Mitschuld der bulgarischen Behörden, von der nicht den Arbeitern zu Versammlungen überläßt, das giebt ſelbſt Ihr werdet antworten, daß diesen angeblich ohnmächtigen Rathsversammlungen die Steuervertheilung, die Schulen, die Straßen, die öffentliche Unterstützung unterstehen, daß die Präfetten unter ihrer Aufsicht stehen und daß sie mit den Delegirten der Gemeinden über die Zusammensetzung des Senats und dessen Schicksal entscheiden. " Also zu den Urnen, Rameraden! Alle ent- Polizei an bis hinauf zum Fürsten, ist nicht zu zweifeln. Und das bayerische Blatt zu, indem es das Gegentheil nicht behauptet. schlossen, Eure Stärke zu gebrauchen und durch einen neuen les gehört ein sehr hoher Muth allerdings fein beneidens. Da dieser Grundsatz auch gegen jeden anderen Verein, der das an Sämmtliche Banarbeiter in Przemysl in Galizien haben die Arbeit niedergelegt, um Verkürzung der Arbeitszeit und entsprechende Lohnerhöhung zu erreichen. 150 hrschalenmacher haben in Tramlingen im Berner Jura wegen Lohnherabsetzung gekündigt. Mort, Arbeiter" nicht in seinem Namen führt, im Vorwärts"| 3eit bei einer schwedischen Gesandtschaft oder einem schwedischen zur Geltung gebracht wird, versteht es sich von selbst, daß die Konsulate abgegebene schriftliche Erklärung vorbehalten haben. Schlußfolgerung des bayrischen Blattes, die aus der Veröffentlichung der erwähnten Bekanntmachung im Vorwärts" einen wacht", bestehen in Württemberg schon in verschiedenen Orten Städtische Arbeitsämter, schreibt die„ Echwäbische Tag, „ unbestreitbaren Zusammenhang" des Arbeiter Sängerbundes mit und in Regierungskreisen hat man sich schon längere Zeit ebenunserer Parteiorganisation herleitet, vollkommen verfehlt ist. Daß übrigens unsere Parteileitung weder Zeit, Luft noch falls eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Auf den ersten Aus Dänemark. Die Nachricht, daß die Aussperrung und Befugniß hat, sich außer um die hunderte von politischen Organi- Erlaß des Ministeriums des Innern, der den Gemeinden sationen auch noch um die Existenz der hunderte von Arbeiter in letzter Zeit ein weiterer Erlaß die Errichtung von Arbeitsnachweisstellen empfiehlt, folgte der Streit der Maurer Jütlands beendet seien, wird von der Gefiegt haben die Arbeiter. Vergnügungsvereinen zu kümmern, die es allein in Berlin giebt, Behörden. die untergebenen Frankfurter Zeitung" bestätigt. sei nur der Vollständigkeit wegen noch erwähnt. Das Ministerium hält auch darin die Ge- Die Meister ließen das Zettelsystem fallen und fordern nur noch meinden für die berufenste Trägerin der zu gedachtem ein Zeugniß darüber, daß die Arbeiter Mitglieder ihres FachHessische Gemeindewahlen. Bei der Gemeinderathswahl Zweck zu schaffenden Organisationen, wobei jedoch stets vereins find, womit diese selbstverständlich einverstanden waren. im Dorfe Bieber bei Offenbach wurden die drei aus den lokalen Verhältnissen Rechnung zu tragen sei. Die Geschäfts- Auch die Differenzen, die in Aarhus zwischen den Arbeitern geschiedenen sozialdemokratischen Gemeinderathsmitglieder Franz führung der Arbeitsnachweis stellen soll in der Hand eines von und Unternehmern der Eisen- und Maschinenindustrie schwebten, Die Unter Hock, Peter Herzing und Peter Wilhelm einstimmig der Gemeinde ernannten Beamten liegen, der weder den Unter- sind nach der Frankfurter Zeitung" beigelegt. wiedergewählt. Die Zentrumspartei hatte, um sich nicht nehmern noch den Arbeitern angehört, dagegen soll ein aus nehmer haben höhere Löhne bewilligt und die Organisation der Die deutschen Bismarckblätter, die sich der sicheren Niederlage auszusetzen, gar keinen Kandidaten auf diesen beiden Kreisen gebildetes Kollegium an der Geschäfts- Arbeiter anerkannt. geftellt. leitung betheiligt werden. Nur dann würden die Bemühungen seinerzeit auf die Seite der deutschen Unternehmer stellten, haben Aus deutschen Gefängnissen. Daß Deutschland auch in ersprießlich sein, wenn nicht schematisch Angebot und Nach somit eine böse Niederlage erlitten. In den Seidenfabriken in Mouza in Italien haben die bezug auf den Strafvollzug im Zeichen des Krebses steht, wird frage einander gegenüber gestellt, wenn vielmehr die Sorge wieder durch eine Schilderung offenbar, die die Oberfränkische darauf gerichtet wird, daß dem Arbeiter die für ihn passendste Arbeiter den Streit begonnen, nachdem die Verhandlungen mit Volkszeitung" von der Behandlung ihres Redakteurs Stück I en Arbeitsgelegenheit, dem Unternehmer die für ihn geeignetste den Unternehmern fruchtlos geblieben waren. Arbeitskraft auch wirklich verschafft wird. Die Vermittelung soll im Hofer Landgerichts- Gefängniß entwirft. Als fostenlos oder gegen geringe Vergütung erfolgen. Eine Unter- Zum Madrider Bäckerstreik wird uns geschrieben: Ter Stücklen früher dort„ brummite", hatte ihm der damalige Staats- drückung bestehender und nüßlich wirkender privater Arbeits- Streit der im Bäckereigewerbe beschäftigten Arbeiter dauert fort, anwalt, jetziger Ober Landesgerichtsrath Meyerhöfer in Nürnberg, alle möglichen Erleichterungen gewährt. So erhielt er die nachweis stellen soll nicht nur nicht versucht, vielmehr soll mit zum großen Schaden der Madrider Bürgerschaft und zur Freude Krankenkost, konnte sich aus eigenen Mitteln täglich einen Liter ihnen engere Fühlung gesucht werden. Bereits sind auch Ver- der satten Bäckermeister, die die Gelegenheit benutzen, um minderBier kaufen und durfte gleich vom ersten Tage ab eine Stunde handlungen eingeleitet, die Verbindung der Arbeitsnachweise werthiges Brod zu hohen Preisen an den Mann zu bringen. spazieren gehen. Außerdem durfte ihm ohne Unterschied jede mehrerer Gemeinden unter einonder auf staatliche Kosten anzu. Was für Ehrenmänner diese Herren Meister find, erhellt aus bahnen. Aufgabe des Staates Beitung zugestellt werden. Das hat jetzt aufgehört. Bei seinem bahnen. Aufgabe des Staates- und zwar auf Staatskosten folgendem: Sie haben wiederholt, und sogar eidlich, betheuert, werde der Zusammenschluß der einzelnen gemeindlichen daß ihnen der Unterhalt eines jeden Arbeiters täglich 7 Reales letzten Aufenthalt im Hofer Gefängniß bekam Stücklen die ge- Organisationen zu einem großen Ganzen sein, zu welchem Zweck fofte, obwohl sie genau wissen, daß die Ernährung des Arbeiters n öhnliche Gefängnißkost, durfte nicht spazieren gehen und sich auch bereits Verhandlungen eingeleitet seien. Bis zum Ende des ihnen täglich nur eine Ausgabe von kaum 4 Reales verursacht. teine Zusatz- Nahrungsmittel( Bier, Wurst 2c.) kaufen. Früh bekam er Jahres erwartet das Ministerium den Bericht über das Gelingen Aber es ist nicht das allein: die im Bäckereigewerbe beschäftigten Suppe, mittags Suppe und Fleisch nebst einem Stück fauern der geplanten. Versuche. Der„ Echw. Bote ,, hat in dieser An- Arbeiter wohnen schlechter als das Vieh. Die kurze Zeit die ihnen zum Brots, abends wieder ein Stück Brot. Weiter konnte er absolut gelegenheit noch gehört, daß, wenn die Versuche zu einem ge- Schlafen übrig bleibt, müssensie aus Backtischen oder Bretternzubringen, nichts haben. Seine Bitte um Krankenkost wurde, weil er beiblichen Resultat führen, in Stuttgart eine große denn in feiner Bäckerei giebt es ordentliche Schlafräume, und gesund sei, vom Staatsanwalt rundweg abgeschlagen, auch 3entralstelle auf Staatskosten errichtet wird, die dann mit die gesundheitlichen Verhältnisse in den Backstuben sind geradezu wurde ihm nicht gestattet, im Freien frische Aus diesen und vielen anderen Gründen Luftzufchöpfen. anderen Hauptstädten Deutschlands- wenn die betreffenden himmelschreiend. Luft zu schöpfen. Stücklen weigerte sich, die Gefängniß- Bundesstaaten den Schwaben nachkommen- in Verbindung wünschen die Arbeiter, daß die Herren Meister die 7 Reales, die tost zu essen, und lebte die ersten Tage von Wasser und sauerm treten werde. fie nach eigener Aussage für ihre( der Arbeiter). Ernährung aufBrot. Der Landgerichts- Arzt Dr. Walther sah schließlich, daß wenden, ihnen in baarem Gelde auszahlen; aber sie würden sich das doch nicht so bleiben könne, und ihm ist es Gegen die Forderung der Ar3zahlung des Lohnes am selbst mit 6 oder mit 5 Reales und einem Quantum Brot be zu danken, daß Stücklen früh Kaffee und abends Freitag wird in der dem Kapitalismus dienstbaren Paesse gegen gnügen, wenn ihnen dieses durch die Behörden schriftlich ziemlich schmackhafte Suppe erhielt. Der ständige Aufent- wärtig wieder der alte Einwand erhoben, die Arbeiter würden garantirt würde, denn den wortbrüchigen Meistern halt in der kleinen dumpfen Belle in der es nebenbei dann Sonnabends blau machen und am Sonntag ohne einen trauen sie nicht mehr über den Weg. Wie schlau auch an einer Menge Mäusen nicht fehlt rief bei Stücklen Pfennig Geld sein. Gewiß könnte das bei manchen Arbeitern die Meister sind, ist daraus ersichtlich, daß sie den heftige Kopfschmerzen hervor, so daß es ihm auf ärztliche An- der Fall sein, aber doch nur bei denen, die auch jetzt blau zu während des Streits eingestellten Hilfsarbeitern eine beordnung hin endlich gestattet wurde, täglich eine Stunde spazieren machen pflegen, wenn sie ein paar Groschen Geld in der Tasche deutend bessere Behandlung zutheil werden lassen; sie geben zu gehen. Eine Beschwerde, die Stücklen am 7. Juli an den haben, und das ist eine solch' geringe Bahl, daß es tindisch ist, ihnen außer dem ortsüblichen Tagelohn gutes Essen und viel bayerischen Justizminister richtete, blieb erfolglos, d. h. es ist davon ein Aufhebens zu machen. Namentlich der sozialdemokra: Wein, um den Behörden Sand in die Augen zu streuen und vom Minister überhaupt noch keine Antwort eingetroffen. Erst tische Arbeiter hat eine viel zu ernste Lebensanschauung, als ihnen die Ueberzeugung beizubringen, daß kein Mensch auf Erden als sich bei Stücklen Verdauungsstörungen einstellten, wurde ihm daß er seinen sauer verdienten Lohn leichtsinnig verprassen ein herrlicheres Leben führe als ein Teigkneter oder ein Bäckermittags sogenannte Fleischsuppe gewährt. Ueber die Behandlung möchte, ganz abgesehen davon, daß der Lohn, den der deutsche lehrling in Madrid. Die Behörden halten natürlich fest zu den durch das Gefängnißpersonal hatte Stücklen nicht zu tlagen. Unternehiner zahlt, in der Regel so niedrig ist, daß sich der Bourgeois und räumen die vermeintlichen Streitführer systematisch Schuld an der Verschlechterung der Gefängnißzustände für poli- Arbeiter ohnehin feine Extravaganzen erlauben fann. Selbst in aus dem Wege, indem sie sie einstecken. Nach einem durchaus tische Gefangene trifft also ausschließlich die höhere Bureaukratie, der kapitalistischen Presse muß aber zugegeben werden, daß es ruhig verlaufenen Meeting, das im Teatro Martin stattfand, die die Aufsicht über das Gefängniß zu führen hat. für den Haushalt des Arbeiters vortheilhafter ist, wenn der Lohn und wo mehrere Genossen die Haltung der Behörden und der Der Freitag ist ihr aus dem bereits erwähnten Grunde" Genosse Abascal verhaftet. Vorher hatte die Polizei bereits früher als Sonnabends abends oder nachmittags ausgezahlt wird. bürgerlichen Presse kritisirten, wurde der Leiter der Versammlung, unsympathisch. So schlägt sie denn den Sonnabend Vor- die Genossen Pablo Iglesias, Simal und Cermeno, mittag als Zeit der Lohnauszahlungen vor. Wo der Arbeiter die in der Versammlung das Wort nehmen sollten, verhaftet. mittags nach Hause gehen kann, ist gegen diesen Termin füglich Die Absicht der Behörden, einen Krawall herbeizuführen und nichts einzuwenden. In den Großstädten fönnen das aber sehr dann als Ordnungsstifter" aufzutreten, lag flar zu tage; aber viele Arbeiter nicht, weil sie weit draußen, in der entfernten Vor- an dem ruhigen Sinne und an der würdevollen Haltung der stadt oder auf dem Lande wohnen. Für diese bleibt also der Arbeiter scheiterte der flug angelegte Plan. In welcher Weise Freitag der günstige Tag. die Polizei Ordnung stiftet, zeigte sich an demselben Tage Zamora. Die alte Klage der Arbeiter, daß sie vom Unternehmer in Dort hatten die Bäckermeister die auf die Straße gesetzt werden, wenn sie alt geworden sind, hält günstige Konjunktur benutzt, um den Preis des Brodes in die Magdeburgische Zeitung" durch die Thatsache für widerlegt, daß die Höhe zu schrauben. Die Bürgerschaft wollte sich diese einzelne Unternehmer diesem schnöden Brauch nicht huldigen, Prellerei nicht gefallen lassen und durchzog nach spanischer Sitte sondern den Arbeitern, die das Jubiläum der 25- oder 50jährigen lärmend die Straßen. Nun trat die Polizei in Aktion und Thätigkeit bei ihnen feiern, sogar eine Ghrung widmen. Mit feuerte, um den Lärmmachern Furcht einzujagen, in die Luft", Ausnahmen wird aber feine Regel umgestoßen. Der Unternehmer aber in so merkwürdiger Weise, daß ein auf der Straße wandelnder beschäftigt den Arbeiter nicht um seiner schönen Augen willen, Sattler tödtlich getroffen wurde. Die erbitterte Menge eröffnete sondern weil er durch dessen Arbeit viel Geld verdienen will. jetzt ihrerseits einen Steinhagel gegen die Polizisten und vers Das erreicht er beim körperlich und geistig rüftigeren Arbeiter in wundete einen Soldaten. 34 Frauen, die den Aufruhr angezettelt höherem Maße als beim alten. Deshalb bevorzugt er in der haben sollen, wurden von einer Kompagnie Infanterie ins Ges Regel den jüngeren Arbeiter, während er den alten bei erstbester fängniß geführt. So wurde die Sache erledigt, zur höchsten Gelegenheit los zu werden sucht. An dieser Erscheinung ändern Zufriedenheit der Bäcker, die nun ruhig weiter spekuliren die gefühlsseligsten Deklamationen der bürgerlichen Bresse fönnen. feinen Deut. Ein Lehrer in Helmershausen in der Provinz HessenNassau, der bisher Dirigent eines Gesangvereins war, als dessen Vorsitzender unser Parteigenosse Mantel fungirt, wurde vom Landrathsamt aufgefordert, binnen acht Tagen den Dirigentenposten freiwillig niederzulegen, andernfalls er von der Regierung dazu gezwungen werden würde. Der Lehrer gehorchte. Der Gesangverein war vom Bürgermeister und vom Pastor als sozialdemokratisch denunzirt, obwohl er sich noch nie mit Politik befaßt hat. So wird von den Ordnungsstüßen selbst dafür gesorgt, daß die Arbeiter zum Klassenbewußtsein erwachen. Ju Hainewalde, einem Dorfe in der fächsischen Oberlaufis, sollen nach einer Mittheilung der bürgerlichen Bittauer Morgenzeitung" die sozialdemokratischen Gemeinde rathsmitglieder Beiträge zur Sedanfeier gezeichnet haben, als man, um der Gemeindekaise Ausgaben zu ersparen, im Gemeinderathe eine freiwillige Sammlung ver. anstaltete. Zunächst ist abzuwarten, ob die Nachricht richtig isis Wenn sie wahr sein sollte, wäre der Vorfall ein neuer Bewein Kandidaten für öffentliche Aemter nicht vorsichtig genug sein tann. -WFO Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Leer 11 358. Gerichts- Beitung. Bemerken, Das in Mölln in Schleswig- Holstein von der Polizei ausgesprochene Verbot der Aufführung von May Regel's Vorläufige Ergebnisse der Berufszählung vom 14. Juni, Schwank, Die Tochter des Staatsanwalts" ist durch Waldenburg i. Schl. 13 809 Einwohner. Halle a. S. Ein Bauer im Café Baner. Ein nächtlicher Anftritt im Abweisung der gegen das Verbot erhobenen Beschwerde sowohl 113 160. Wandsbeck 21 567. Neumünster 21 508. vom Landrath des Kreises Lauenburg wie vom Regierungs- Paderborn 19512. GIberfeld 169 877. Düren 23 911. Café Bauer beschäftigte gestern das Gericht zum zweiten Male. präsidenten Schleswigs bestätigt worden. Letzterer entschied: Lüdenscheid 20 562. Peine 11 973. Der Gutsinspektor Hahn befand sich im Januar d. J. in Berlin, wie er angiebt, um den Professor Bergmann wegen eines FußDas Stück„ Die Tochter des Staatsanwalts" beabsichtigt nach Köthen 20 094. Dessau 41 856. Reichenbach i. V. feinem ganzen Inhalte die Verspottung einer staatlichen Ein- 24 104. Sonneberg i. Th. 12 071. Höchst a. M. 10 728. leidens zu rathe zu ziehen. In später Nachtſtunde besuchte er richtung, der Staatsanwaltschaft und der Polizeiorgane. Die Speier 18551. Würzburg 64 661. Lechhausen bei noch das Café Bauer. Es wurde dem Geschäftsleiter mitgetheilt, daß die Gäste an einigen Tischen sich in antisemitischen RundErlaubniß zu seiner öffentlichen Aufführung sei daher im Inter- Augsburg 10 363. München 390 872. gebungen ergingen und daß auch Hahn Juden raus!" gerufen effe der öffentlichen Ordnung von der Möllner Polizeibehörde Der Geschäftsleiter forderte darauf Hahn auf, das Der zürcherische Regierungsrath Locher fordert in der habe. mit Recht versagt worden. Was würde wohl Till Eulenspiegel, deffen Gebeine in Mölln begraben liegen sollen, zu dieser Re- Presse die Arbeiterinnen Vereine zur Mitwirkung bei Pokal zu verlassen. Dieser folgte auch, fehrte aber bald mit dem der Durchführung des Arbeiterinnenschutz- Gesetzes auf. Er stellt zurück er daß feinen Stod gierungsweisheit sagen, wenn er das Glück hätte, unter den in Aussicht, daß, wenn nothwendig, eine Frau zur Inspektions- vergessen habe. Da der ihm entgegentretende Geschäftsführer Fittigen des schwarzweißen Aars in Schleswig- Holstein zu leben! Frau Steinbach in Hamburg hat am Donnerstag das thätigkeit angestellt, d. h. dem kantonalen Fabrikinspektor als Ge- entdeckte, daß Hahn seinen Stock in einem Knopfloch feines hilfin beigegeben wird. In Deutschland dagegen werden die Rockes unter dem Mantel hängen hatte, und da er befürchtete, Gefängniß verlassen, wo sie vier Wochen wegen Unteroffizier Arbeiterinnen- Vereine aufgelöst und ihre Mitglieder bestraft, daß es zu Ausschreitungen kommen würde, wenn dem Ausbeleidigung zubringen mußte. Das Urtheil war von der Straf wenn sie bei der Wahrnehmung der Interessen des arbeitenden gewiesenen wieder der Zutritt gestattet würde, beauftragte er den tammer Stade gefällt worden. Wie das Hornberger Schießen ging ein Prozeß aus, der Weibes öffentliche Angelegenheiten erörtern, wozu auch von Kellner Druckmüller, den Hahn hinauszubringen. Dieser fam gegen die Wiener findigen Staatsanwälten die Besprechung über die Durchführung dem Auftrage in der Weise nach, daß ev Hahn von hinten um Arbeiter Beitung" angestrengt eines Gesetzes gerechnet werden kann. den Oberkörper packte, ihn etwas emporhob und ihn auf den war. Redakteur Emil Kralit sollte als Verfasser des Korridor hinaustrug, wo er ihn sanft hinstellte. Als der Kellner Artikels, Der Servilismus der Wiener Bevölkerung" den versich dann wieder zum Gehen wandte, versetzte Hahn ihm storbenen Erzherzog Albrecht geschmäht, Dr. D. Diamand mit seinem Stock einen wuchtigen Hieb über den Kopf, sodaß als Verfasser des Artikels Die Herren vom Diensteid" gegen Ju Halle ist durch eine dem Komitee der Maurer- Arbeits der Getroffene infolge der Verlegung 14 Tage arbeitsunfähig die Polizeibehörden zum Haß und zur Verachtung aufzureizen leute vom Gewerbegericht zugegangene Mittheilung nun auch war. Das Schöffengericht hatte den der schweren Körpergesucht haben, und Ludwig Bretschneider sollte als ver- amtlich festgestellt, daß die Unternehmer, und zwar deren Ver- verlegung angeklagten Hahn unter Bubilligung mildernder Umantwortlicher Redakteur bei der Aufnahme dieser sowie anderer trauensmänner, sich nicht haben bereit finden lassen, das stände zu 60 M. Geldstrafe verurtheilt. In der gestrigen für strafbar gehaltener Artikel, worin u. a. eine Beleidigung Einigungsamt auch ihrerseits anzurufen. Ter Streit der Bau- erneuten Verhandlung vor der 6. Berufungs- Straffammer des des Kaisers und eine Aufreizung Feindseligkeiten arbeiter dauert demnach fort. gegen die Befizenden erblickt wurden, sich der Vernachlässigung der nöthigen Obsorge schuldig gemacht haben. Die Bäcker Wilhelmshavens ersuchen um Fernhaltung des Trozdem der Staatsanwalt die Geschworenen förmlich anflehte, Buzugs. Die Unternehmer haben organisirten Gehilfen ohne die verhaßte Arbeiter- Beitung" in der Person des Angeklagten Angabe des Grundes gekündigt und versuchen, auswärts Arbeitszu verknacken, thaten ihm die Geschworenen doch nicht den Ge- träfte zu bekommen, so daß anzunehmen ist, sie beabsichtigten fallen. Die Hauptsünder Kralik und Diamand wurden frei einen Schlag gegen die Bäckerorganisation. -VO " " Gewerkschaftliches. Landgerichts I. behauptete der Angeklagte, daß er das Nicht Opfer einer Personenverwechselung geworden sei. von seinem, sondern von einem Nebentische seien judenDie ungerechte Hinaus feindliche Bemerkungen gefallen. weisung habe ihn erbittern müssen, seine Gereiztheit sei aber auf's höchste gestiegen, als er, wie er wehrlos vom Kellner Druckmüller hinausgetragen worden war, von allen Seiten Püffe gesprochen, Bretschneider nur zu der geringfügigen Strafe von Einen anscheinend bedeutenden Erfolg haben in und Schläge erhalten habe. Da habe er dann schließlich mit 14 Tagen einfachen Arrests verurtheilt. In einer Besprechung Hanau die Arbeiter der Nicolaischen Brauerei er- dem Stock um sich geschlagen. Der Vertheidiger plaidirte für des Prozesses theilt die Arbeiter Beitung" mit, daß ihr und ihrer Vorgängerin, der" Gleichheit" seit den acht Jahren ihres Bestehens von insgesammt erschienenen 466 Nummern nicht weniger als 210 tonfiszirt wurden. Allein im Jahre 1894 hat man von 104 Nummern 83 auf solche Weise verunstaltet. Soziale Meberlicht. rungen. Die Firma bewilligte ihnen folgende Forderungen: Freisprechung, indem er ausführte, daß der Angeklagte fich im 1. Verkürzung der täglichen Arbeitszeit von 12 auf 10 Stunden. Zustande der Nothwehr befunden habe. Der Gerichtshof trat Münster( Westf.), 24. Juli.( W. T. B.) Die Stadtverordnetenbeg Versammlung lehnte mit 16 gegen 8 Stimmen den Antrag des Freiherrn v. Schorlemer Alst auf dem hiesigen Domplaße auf westfälischen Bauernvereins ab, demzufolge ein Standbild des Kosten des Vereins Aufstellung finden sollte. 2. Die Schlafstellen in der Brauerei werden aufgehoben; dafür dieser Ansicht nicht bei, sondern verwarf die Berufung. wird allen Arbeitern ein Wohnungszuschuß von 2 M. pro Woche gewährt. 3. Mindestlohn von 23 M., statt des bisher üblichen von 19 M. Entsprechende Ausbesserung der höheren Löhne. 4. Die Sonntagsarbeit wird auf zwei Stunden beschränkt, Ueber- Depeschen und lehte Nachrichten. Die in Deutschland wohnenden Schweden werden hier- stunden und du jour werden besonders bezahlt. 5. Den Fahrburschen werden für die regelmäßigen Touren 1,25 M., für die mit auf ein neues Gesetz aufmerksam gemacht, das am 1. Januar d. J. in ihrem Heimathlande in fraft getreten ist. größeren 3,50 m. vergütet. 6. Die Lohnauszahlung erfolgt jeden 1. Januar d. J. in ihrem Heimathlande in traft getreten ist. Freitag. 7. Freies Koalitionsrecht und gute Behandlung seitens Sein wesentlicher Inhalt ist: Wenn ein Schwede oder eine unSein wesentlicher Inhalt ist: Wenn ein Schwede oder eine un der Vorgesetzten. 8. Der Haustrunt bleibt unverändert. Zwei verheirathete Schwedin nach dem vollendeten einundzwanzigsten Forderungen, gegenseitige 14tägige Kündigung und Errichtung Lebensjahre oder eine Witwe nach Auflösung der Ehe zehn eines Arbeiterausschusses, wurden dagegen nicht bewilligt. Jahre lang ununterbrochen ihren Wohnsiz im Auslande gehabt haben, so verlieren sie die Gewonnen haben ihren Streit die Kettenschmiede Przemysl: Hier haben 4000 Arbeiter, Müller, Steinmetzfchwedische Staatsangehörigteit, wenn sie sich der Firma Petzold u. Ko. in Altendorf bei Römerstadt und Malergehilfen, Bau- und Straßenarbeiter die Arbeit nieder. nicht die Staatsangehörigkeit durch eine vor Ablauf der genannten in Desterreich. Alle Forderungen wurden bewilligt. Verantwortlicher Redakteur: Max Pfund in Halensee. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen Wien, 24. Juli.( W. T.B.) Die ,, Neue Freie Presse" meldet aus I gelegt. Militärpatrouillen halten die Ordnung aufrecht. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 171. Parteigenossen! Arbeiter! AM Donnerstag, den 25. Juli 1895. industrie vor. 12. Jahrg. straße 64, Gr. Frankfurterstr. 12, Roppenstr. 42-43, Palli- worden. Ist denn die polizeiliche Untersuchung des Vorfalles sadenstr. 38. Vom Stadtbezirk 146: Gr. Frankfurterstr. 69, schon abgeschlossen?) Schillingstr. 20. Vom Stadtbezirk 151: Krautsstr. 1a- 2 und Im November d. J. finden im 2., 5., 7., 11., 13., 15., 54a- 55a. Vom Stadtbezirk 162: Andreasstr. 41-44 u. 47, wir in den Jahresberichten der preußischen Regierungs- und Ueber die Arbeitszeit der Berliner Arbeiter finden 17., 24., 27, 30., 33., 35., 39. und 42. Kommunal- Blumenstr. 34a- 41 u. 43-51. Krautsstr. 53-54. Gewerberäthe für 1894 die folgenden Angaben: Bum 30. Kommural- Wahlbezirk: Die StadtWahlbezirk II. Abtheilung die Ergänzungswahlen für die bezirke 202-209 mit Ausschluß der Häuser in den 4892 Fabriken des Aufsichtsbezirks 94 931 erwachsene Nach den im Herbste 1894 angestellten Ermittelungen wurden Stadtverordneten- Versammlung statt. Wahlberechtigt ist Prenzlauerstr. 30, Münzftr. 1-9 Rochstr. 1-6 und 15-19; Arbeiter beschäftigt, das sind 1829 Arbeiter weniger als im nach§5 der Städte Ordnung jeder in die Straße längs der Stadtbahn nördliche Seite; westlich von der Arbeiter beschäftigt, das sind 1829 Arbeiter weniger als im Vorjahre. Wählerlisten eingetragene selbständige Ein. Rochstraße inkl. Eckhaus dieser und der Rochstraße hinter den Von ihnen hatten 0,4 pct. eine Arbeitszeit von 7 Stunden, Häusern der Münzstraße; Neue Schönhauserstr. 1 und la; ein- 0,05 pt. eine solche von 7%, 1,3 pet. von 8, 3,1 p& t. von 8/2, wohner, der Preuße und 24 Jahre alt ist, seit meisterstr. la- 8. Vom Stadtbezirk 210 die Häuser Gips 12,9 pet. von 9, 19,8 pet. von 91/2, 54,5 pet. von 10, 3,9 pCt. von einem Jahr in Berlin wohnt und seit einem straße 18, Rosenthalerstr. 25. Vom Stadtbezirk 213 das 10/2, 2,8 pet. von 11, 0,2 pet. von 112, 0,7 pet. von 12 und Jahre keine Armen unterstüßung aus öffent, Haus Linienftr. 202. 0,4 pct. von über 12 Stunden. Die längsten Arbeitszeiten lichen Mitteln empfangen hat, sowie mindestens 226, 227, 255, 256, 268 und 269 mit Ausschluß( Fabrikation feiner Fleischwaaren) und in der BekleidungsBum 33. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke tommen in der Textil, in der Nahrungs- und Genußmittelzur zweiten Steuerstufe( 660-900 Mark Einder Häuser Fehrbellinerstr. 58-62, Gartenstr. 26-35 und tommen) eingeschägt ist. 145-155, Jnvalidenstr. 23 und 129-132, Elsasserstr. 27-30. Selbständig ist jeder, der einen eigenen Hausstand hat, so- Vom Stadtbezirk 221 die Häuser Angermünderstr. Betrieb eine Unterbrechung angeblich nicht gestattet, nach den Regelmäßige Sonntagsarbeit ist außer in Fabriken, deren fern ihm nicht das Verfügungsrecht über sein Vermögen oder Chriſtinenstr. 1, Lothringerſtr. 23-27. Vom Stadtbezirk 225 Berichten in folgendem Umfange vorgekommen: Von den 129 141 Chorinerstr. 4-6 und 78-86, Behdnickerstr. 9. Vom Stadt- erwachsenen Arbeitern( mit 34 210 weiblichen) arbeiteten mit dessen Verwaltung durch richterliches Erkenntniß entzogen ist. bezirk 257 Ackerstr. 27-28 u. 143, Invalidenstr. 148 und Ausnahme derer, die mit den im§ 105 c der Gewerbe- Ordnung Einen eigenen Hausstand besitzt derjenige, dem die Verfügung 163, Bergstraße 31, Pappelplay. Vom Stadtbezirk 267 aufgeführten auch nach dem Inkrafttreten der Bestimmungen über einen Wohnraum zusteht, also jeder Miether, Aftermiether, Bergstraße 62. Chambregarnimiether. Als nicht selbständig wird hingegen der über die Sonntagsruhe in Industrie und Handwerk ohne weiteres. Zum 35. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadt- gestatteten Arbeiten beschäftigt waren, des Sonntags mehr oder erachtet, der lediglich in Schlafstellen wohnt und eine Ber- Rastanien- Allee 36 und 70, Schwedterstr. 29, Bernauerstr. 26, 2,6 pct. der Fabriken 1,4 pct. der Arbeiter. In die Zahl der bezirke 229-236 mit Ausschluß der Häuser weniger regelmäßig 1793 Arbeiter in 113 Fabrikanlagen, d. i. in fügung über einen bestimmten Wohnraum am Tage nicht hat. Rheinsbergerstr. 79. Bum 39. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke nicht mit eingerechnet, die an Sonntagen in den Bade- AnHingegen ist auch der selbständig, der mit anderen zusammen eine auch Sonntags beschäftigten Arbeiter sind indeß die Arbeiter Stube, möblirt oder unmöblirt, gemiethet hat. 216, 217, 279-283 und 285 mit Ausschluß der Die Liste der Stimmfähigen Bürger liegt bis zum Bom Stadtbezirk 211 Artillerieſtr. 13-16 und 89-93, Biegelanlagen, Zentralheizungen und Bumpstationen beschäftigt waren. Häuser Auguststr. 1-2 und 89-93, Invalidenfir. 80-83. stalten, Wasserwerken, Elektrizitätswerken und Beleuchtungs30. Juli d. J. täglich, also auch Sonntags, von 9-3 Uhr fraße 14-21. Vom Stadtbezirk 215 Artillerieſtr. 4a- 4c, Ausnahme der vorstehend aufgeführten Anlagen, nur ausnahms Nachtarbeit fam, wie die Gewerbe- Inspektoren melden, mit im städtischen Wahlbureau, Poßstr. 16, 2 Tr., zu jeder- 21 und 31-31 a, Auguststr. 4, Oranienburgerstr. 35-39 und 64-69. weise vor. An ihr waren etwa 95 Anlagen betheiligt, die zus manus Einsicht aus. Vom Stadtbezirk 286 Alt- Moabit 129 und Werftstr. 21. fammen etwa 1278 Arbeiter oder ungefähr 1,3 pt. der era 276-278 319-326, mit Ausschluß der Häuser Pantstr. 7 und 47. Vom Stadtbezirk 313 Schulfir. 61-86. Auf an's Werk! Die Listen liegen bis zum 30. d. M. täglich von 9 bis 3 Uhr im städtischen Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Tr., zu jedermanns Einsicht ans. Einwendungen gegen die Richtigkeit der Liste können nur während dieser Zeit schriftlich beim Magistrat erhoben werden. Ueber die Berechtigung der gegen die Richtigkeit der Listen erhobenen Einsprüche entscheidet die Stadtverordneten- Versammlung. Bu einem für die Sozialdemokratie erfolgreichen Ausfall des bevorstehenden Kommunal- Wahlkampfes ist es nothwendig, daß jeder stimmberechtigte Parteigenosse und Arbeiter sich durch Einfichtnahme in die Listen vergewissert, daß er sein Wahlrecht aus üben kann. Wir mahnen daher dringend zur genauesten Kontrolle der Wählerlisten, und richten diese Aufforderung besonders auch an diejenigen Wähler, welche wegen nicht vollbezahlter Kur- und Verpflegungskosten in Bädtischen Krankenhäusern nicht in die Wählerliste aufgenommen bezw. ans derselben gestrichen sind. = Für diejenigen Wähler, welche nicht in der Lage sind, die Wählerlisten selbst einzusehen, sind die nachstehend aufgeführten Parteigenossen bereit, dies zu thun: Grünftr. 21; 2inte, Jüdenstr. 36; Stockfisch, HolzgartenFür den 2. Kommunal Wahlbezirk: Sommer, straße 5; Gärtner, Moltenstr. 12. = = wachsenenen männlichen Arbeiter in der Nachtschicht beschäftigten. beitszeit ganz besonders beachtenswerth. Sie zeigt, daß die Aus diesen Angaben ist die Statistit über die tägliche Ara Berliner Arbeiterschaft vom achtstündigen Arbeitstag, von einer erträglichen Ausnutung, der Geistes- und Körperkräfte noch außerordentlich weit entfernt ist. Nur ein ganz geringer Bruchtheil der Berliner Arbeiter ist acht Stunden lang und weniger den Tag über im Dienste des Kapitals beschäftigt, 98,25 pet. arbeiten länger als 8 Stunden, 95,15 pet. länger als 81/2 und 82,25 pet. länger als 9 Stunden. Mögen diese Zahlen der Organisationen, die den Ausbeutungsgelüften des Kapitals mit Berliner Arbeiterschaft eine Mahnung sein zum Ausbau von Kraft entgegenzutreten im stande sind. Berlin, welche der gesetzlichen Versicherungspflicht genügen, haben Die Betriebsergebnisse derjenigen Krankenkassen in auch in dem abgelaufenen Geschäftsjahr die Schwankungen in der Arbeitsgelegenheit deutlich in der Zahl der in den einzelnen Schwankungen betragen im Durchschnitt allerdings nur 3/8 pCt. Monaten versicherten Arbeiter ertennen laffen. Diese bei der Gesammtzahl aller Versicherten, doch stellen sich die Unterschiede bei einzelnen Berussklassen erheblich höher, so bei dem Barbieren bis auf 10 pct., die in den Sommermonaten gegen die jährliche Durchschnittsziffer weniger beschäftigt wurden. Bei den 105 Kassen( 61 Ortstaffen, 25 Betriebs( Fabrit-) Kassen und 18 Jnnungskassen und der Gemeinde- Krankenkaffe) waren 341 000 Durchschnitt monatlich Personen( 248 000 männliche und 93 000 weibliche) versichert. Zu den Be triebstassen ist eine neue, zu den Innungs- Krankenkaffen sind deren 20 hinzugetreten. Bemerkenswerth ist eine Abweichung, die sich in der Zahl der Krankheitstage und der Erkrankungsfälle ben bei allen anderen Kassen versicherten Arbeiterinnen ergiebt. bei den Arbeiterinnen der Betriebs( Fabrik-) Kaffen gegenüber im Für den 5. Kommunal- Wahlbezirk: Schulz, Prinz Albrechtstr. 3a; Schuhmacher, Kochsir. 6; Hertel, Besselstraße 14; aseloff, Friedrichstr. 234; Sa ß, Markgrafen Saß, firaße 102; Neumann, Markgrafenstr. 23; 3ubeil, Linden straße 106; II er, Wilhelmstr. 16; Pohl, Junkerfir. 12. Für den 7. Kommunal Wahlbezirk: Werner, Der Magistrat betrachtet nämlich die Aufnahme und Be- Bülowstraße 59; Faber, Lützowstr. 4; Behrendt, Blumenhandlung in städtischen Krankenhäusern auch dann als eine thalstraße 5. Für den 11. Kommunal Wahlbezirk: Raumann, Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln, wenn die dadurch Blücherstr. 42; Müller, Gräfestr. 31; Schonheim, Gräfe entstandenen Kosten durch Ratenzahlungen abgetragen wird. straße 8; Löwendorf, Friesenstr. 4; Reichert, Willibald Die Stadtverordneten Versammlung da- Allegisstr. 22; Grube, Wiariendorferstr. 5; Kibing, Belle: Alliancestr. 74. gegen hat wiederholt beschlossen, daß Kranken= Für den 13. Kommunal Wahlbezirk: Röppen, hausschulden, welche durch Ratenzahlungen Reichenbergerstraße 118; Schayer, Reichenbergerstraße 54 getilgt werden, nicht zum Verlust des Wahl- Felgentreff, Reichenbergerstr. 21; Gottfried Schulz rechts führen, und den Magistrat aufgefordert, Admiralstr. 40 a. demgemäß zu verfahren. Für den 15. Kommunal Wahlbezirk: Streit, Naunynsir. 86; Th. Meßner, Naunynstr. 67, II; ente, Für den 17. Kommunal- Wahlbezirk: Lindemann, Während in den letzteren Kassen die Zahl der Erkrankungsfälle Morißstr. 9; Wolsdorf, Wasserthorstr. 20; Börner, um 10 bis 15 pGt. übersteigt, zeigt sich bei den Betriebsfassen und der Krankheitstage der Arbeiterinnen diejenigen der Arbeiter Ritterstr. 15. Für den 24. Kommunal- Wahlbezirk: Owzared, daß die Inanspruchnahme der Kaffen bei eintretendem Arbeitsdas umgekehrte Verhältniß, was vielfach daraus erklärt wird, Langestr. 65; Albert Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Für den 27. Kommunal- Wahlbezirk: W. 2ock, die Betriebskassen aber find weniger als andere Kassen der mangel eine größere sei, als bei reichlicher Arbeitsgelegenheit; Friedrichsbergerstr. 11; F. Ba ch, Strausbergerstr. 34. Rosenthalerstr. 57; 2 a ßmann, Linienstr. 29. Für den 30. Kommunal- Wahlbezirk: Wernau, unterſtüßen zu müssen. Die gefante Jabreseinnahme der Möglichkeit ausgesetzt, entkräftete und arbeitslose Arbeiterinnen Für den 33. Kommunal- Wahlbezirk: Oberschmidt, Kassen betrug 9 843 000 M., die Ausgabe 9 453 000 M. Pasüven Weinbergsweg 11d; igel, Ackerstr. 145; Thomas, Garten- wiefen nur wenige Kaffen auf und nur bei zweien überstiegen die Schulden das Kassenvermögen, nämlich bei der( inzwischen straße 152; Mars, Kaftanien- Allee 95/96. Für den 35. Kommunal Wahlbezirk: Ließte, aufgelösten) Innungskasse der Steinfeger, um 19 252 M. und der Schwedterstr. 33; Galbert, Fürstenbergerstr. 6; Na a be, Dachdecker um 16 M. Troß dieser schlechten Wirthschaft gründen Ruppiner str. 42; Scheyer, Brunnenstr. 44; Nosen: die Zunftbrüder flott darauf los in neuen Innungskassen! thal, Granfeeerstr. 6. Bei der städtischen Sparkasse wurden in der Zeit vom Für den 42. Kommunal Wahlbezirk: Tauschel, 1. April 1894 bis 31. März 1895 526 295 Einzahlungen im BeDie zur Wahl berufenen Kommunal. Wahlbezirke Grenzstr. 4; Kerber, Hochstr. 30; Haferland, Bellermann- trage von 37 965 394 Mart und 341 972 Rückzahlungen im Bes bestehen aus folgenden Stadtbezirken: Sum zweiten Kommunal- Wahlbezirk gehören die thalerstr. 67; Stolzenburg, Wiesenstr. 14; Löffler, 21 Mart famen nur 178 960 Ginzahlungen mit 2 083 100 Mart. straße 87; Wolfram, Prinzen- Allee 21; Gaßmann, Grün- trage von 30 766 170 Mark gemacht. Auf Beträge von 1 bis Stadtbezirke 6-10, der 144. Stadtbezirk und die Häuser Badstr. 42/43; obein, Buttmannstr. 2. Kleine Kurstr. 9, Niederwallstr. 24 und 25 sowie Spittelmarkt Der„ Rest" von 35 882 294 Mark wurde von solchen Leuten ein14 und 14a. gezahlt, die Beträge von mehr als 21 Mart auf einmal zurücklegen können. Leider hat sich die Verwaltung immer noch nicht entschließen können, in ihren Berichten anzugeben, wie viele Da der Magistrat trotzdem an seiner Auffassung festhält, so Naunynstr. 26. fordern wir in der Gewißheit, daß die StadtverordnetenVersammlung die Eintragung in die Wählerlisten beschließen wird, diejenigen Wähler, denen aus oben bezeichneter Veranlassung das Wahlrecht entzogen wird, hiermit auf, beim Magiftrat schriftlich Einspruch gegen die Richtigkeit der Wählerliste zu erheben. Wir bemerken noch, daß auch die Gewährung des Armenrechts zur Führung von Prozessen teine als Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln ist. Parteigenossen! Zur Vorbereitung der im Herbst stattfindenden Kommunalwahlen muß zunächst die kontrollirung der Wählerlisten organisirt werden. " = Tokales. Zum fünften Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 21-26. Stadtbezirk 30 mit Ausschluß der Häuser: Königgrägerstr. 121, Charlottenstr. 11-12, Junker- Mit dem Kirchenbaucu haben unsere Frommen es immer( oder wenige) der Beträge unter 21 Mark fich nur auf 10, 5, 3 straße 1, Lindenstr. 89, Markgrafenstr. 10-16 und 85-94. Vom sehr eilig; wendet sich das Volk von der alten Litanei in immer oder 1 Mart belaufen, damit endlich einmal konstatirt werden Stadtbezirk 22 die Häuser Wilhelmstr. 42a und Zimmerfir. 1. größerer Masse ab, so ist das für die Gottseligen nur der An- eine sehr seltene Erscheinung ist. Es liest sich sehr hübsch, daß An- önnte, daß der„ kleine Mann" auf der städtischen Sparkasse nur Zum 7. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 31 porn, mit neuen Prunkbauten den unbequemen Geist des Un- eine sehr seltene Erscheinung ist. Es liest sich sehr hübsch, daß bis 39 mit Ausschluß des Hauses Linkstr. 46. Vom glaubens zu bannen. Bei der einfachsten Kneipe entscheidet die 162 842,000 m. gestiegen ist, und daß auf jedes der in den Händen das Guthaben der Sparkassen- Interessenten nunmehr auf rund Stadtbezirk 45: Die Häuser Frobenstr. 1-11 und 41, An Bedürfnißfrage, bei ragenden Kirchen spielt der leise der Interessenten befindlichen 509 732 Bücher im Durchschnitt" der Apostelkirche 1, Kurfürstenstr. 29-46 und 139-150. Vom Wunsch irgend einer maßgebenden Person oft die Hauptrolle; 319,69 Mart kommen; aber für den„ Wohlstand" des Gros der Stadtbezirk 46 Süßowstr. 93. nach einigen Monaten steht so ein Haus fix und fertig da. Bum 11. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 63 Defter gilt auch von dem Kirchenbauen das Wort von dem Berliner Bevölkerung beweist das leider gar nichts. bis 67 and 74 bis 78 mit Ausschluß der Häuser Belle- Versuch mit unzulänglichen Mitteln"; die Baugelder werden Etwas von der städtischen Gasanstalt. In welcher alliancestr. 90, Gneisenaustr. 1. Knapp, dann geht der Klingelbeutel herum, die nothwendige Weise die Revier- Inspektion Nr. 7 der städtischen Gasanstalt Zum 13. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke Folge ist aber zunächst die, daß beim Bau den Intentionen ihrer vorgesetzten Behörde entspricht, wie sie 88-94 mit Ausschluß der Häuser Reichenbergerstr. 178, Laufigergefpart" wird. Zuerst tommen die Löhne bestrebt ist, den Konsumenten eines geringeren Gasquantums auf straße 1, Staligerstr. 39 und 46 und Wienerstr. 69. Vom der Arbeiter daran, dann aber wird auch beim die Beine zu helfen, davon legt nachstehende Schilderung eines Stadtbezirk 87 Admiralstr. 36-40a, Brizerstr. 25, Rottbuser- Material das Sparsystem in Anwendung gebracht. Nach den unserer Leser beredtes Zeugniß ab. Mit dem 1. Juli, so wird straße 7 und 8. uns gewordenen Mittheilungen wird auch der Einsturz der uns hierzu geschrieben, übernahm ich ein Geschäft in der Bum 15. Kommunal- Wahlbezirke: Die Stadtbezirke Matthiaskirche sich auf diese Ursache zurückführen lassen. Aderstraße. Da dasselbe Gaseinrichtung hatte und ich 82-85 mit Ausnahme der Häuser Adalbertstr. 85 und Naunyn- Bur Anbringung des Kreuzes und des Blizableiters an dieser auch Gas zu brennen beabsichtigte, so begab ich mich straße 59. Vom Stadtbezirk 81 Elisabeth- Ufer 36. Vom Kirche wurde ein ca. 17 Meter hohes Gerüst an dem Thurm be- Ende der vorletzten Woche des Juni nach dem Bureau der Stadtbezirk 86 Oranienstr. 24-26 und 180-183; sowie feftigt. Die Verankerung wurde gespart" und um die Kosten Revier- Inspektion Nr. 7 der städtischen Gasanstalt in der vom Stadtbezirk 95 Manteuffelstr. 42 und Dranienstr. 1. noch mehr zu reduziren, wurde das Gerüst nicht auf dem Bau- Sellerstraße, um die Hinterlegung der Kaution 2c. zu regein. Zum 17. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke gerüst der Firma aufgesetzt, welche die Maurerarbeiten ausführt, Der dortige Inspektor wollte jedoch von meiner Bitte, das vers 114-117 und 123-124, mit Ausschluß der Häuser wo es festen Halt gefunden hätte, sondern es wurde zwanzig brauchte Gas monatlich zu bezahlen und eine dementsprechende Brandenburgstr. 17 und 64, Wasserthorstr. 25 a, Prinzenstr. 91, Meter oberhalb desselben, faft ohne jeden Stük Kaution zu hinterlegen, nichts wissen; er bestand vielmehr auf Ritterstr. 19a- 29 und 96-105. punkt, angebracht. Dadurch war es möglich, daß der der Bezahlung am Schlusse eines jeden Quartals. Die Kaution, Jum 24. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke Wind so viel Unheil anrichten konnte. Die„ Märkische Volks. die dadurch auf das dreifache stieg, wurde von ihm auf 140 M. 168-173, mit Ausschluß der Häuser Breslauerstraße 17, zeitung" berichtet in ihrer neuesten Nummer freudestrahlend, daß festgesetzt. Mein Schreck war fein geringer. Die GeschäftsFruchtstr. 9' u. 10 und 80-82, Koppenstr. 5-7 u. 87, Schlesischer in furzer Zeit schon wieder eine neue Kirche, diesmal in dem einrichtung hatte meinen ganzen Baarbestand aufgezehrt, zum Bahnhof, Empfangsgebäude und Bahnanlagen bis zur Warschauer- sozialdemokratisch total durchfeuchten Rixdorf, gebaut werden Betrieb des Geschäfts war so gut wie nichts vorhanden; und straße, Rüdersdorferstr. 44-51, sowie Koppenstr. 40. soll. Wir wollen hoffen, daß hier Vorkehrungen getroffen werden, nun sollte ich noch 140 Mark flüssig machen, wo ich mur Bum 27. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadt wodurch Unfälle wie bei der Matthiaskirche, wo zufällig auf ca. 30 Mart gerechnet hatte. Das könnte ich unmöglich bezirke 152-156 und 159 mit Ausschluß der teine Menschen ernstlich zu Schaden gekommen sind, vermieden hinterlegen, gab ich dem Inspektor zu bedenken. Doch mit von gleichmüthigsten Miene Häuser Gr. Frankfurterstr. 48 u. 91, Markusstr. 30, Große bleiben. Frankfurterstr. 92-102a u. 126, Roppenstr. 41, Pallisadenftr. 88-89, Wie wir nachträglich erfahren, ist am Mittwoch Morgen Na, dann wäre es gut, oder dem Sinne nach, dann könne er Strausbergerstr. 9 u. 35, Gr. Frankfurterstr. 39-47, Weber schon wieder an dem Gerüste der Matthiaskirche gearbeitet mir nicht helfen. Troß der ablehnenden Haltung des der der Welt meinte er: spektors wollte ich aber noch einen Versuch machen. Ich be- Jaber einförmigen Musik begleitete Trubel immer wilder ge- Ineue Erkrankungen nicht eingetreten fitd, so glaubt man, ein gab mich einige Tage später nochmals zum Bureau, traf worden, schließt ein unter lebhaften Gestikulationen verrichtetes weiteres Umfichgreifen nicht mehr befürchten zu müssen. den Inspektor jedoch nicht all. Sein Stellvertreter Gebet die Vorstellung, deren Besuch auf jeden Fall lohnend meinte, sie hätten schon über meinen Fall gesprochen; genannt werden muß. Der Militarismus mauert sich ein. Der große Uebung?. er würde mir rathen, nochmals mit dem Inspektor zu sprechen, platz vor der Kaserne des 2. Garderegiments in der Karlstraße, vielleicht würde er die Quartalsbezahlung mit einer KautionsWenn man Hilfe verlangt! Am Dienstag Nachmittag der seit Bestehen mit einem weitmaschigen Eisengitter umrahmt ftellung von 100 Mark zulassen. Aber auch das war mir noch um 5 Uhr sah ein Arbeiter, der die Grünstraße passirte, ein war, ist seit nicht allzu langer Zeit in seinem ganzen Umfange, zu viel, auch diese Summe konnte ich nicht aufbringen. Da ich niederfallen. Das Kind schrie furchtbar vor Schmerzen; wie sich entlang, mit einer übermannshohen, dicken Mauer umgeben etwa 12 jähriges Mädchen auf dem glatten Asphaltpflaster von der Schumannstraße durch die Albrecht- und die Karlstraße nun von anderen Gaskonsumenten das in dem genannten bald herausstellte, hatte es den linken Arm gebrochen. Von den worden. Bureau geübte geringe Entgegenkommen und die gleichgiltige vielen Bersonen, die sich um die Verunglückte ansammelten, hatte Uebungen ist seitdem Der packende Anblick der Drill- und sonstigen nur noch den Bewohnern der Art der Behandlung hervorheben hörte und mir außerdem geEtagen der Albrechtstraße durch Operngläser rathen wurde, behufs Erreichung meines ganz berechtigten Wunsches ar manche Worte des Bedauerns zu vergeben, doch fand sich cberen den bisher von mir angeschlagenen bittenden Ton in den forndernden niemand, der Hand ans Wert gelegt hätte, und so möglich. Demnächst soll auch das ganze enorm umfangreiche blieb denn unserem Gewährsmann umzuwandeln, begab ich mich am 5. d. M. in Begleitung eines nichts übrig, als Terrain des Pionier Uebungsplates an der Tempel des armen Zeugen zum dritten fich allein Male nach der Nevier Inspektion. Wesens anzunehmen. Schnell hofer Chaussee, an der verlängerten Fidicinstraße, an der Hafens Auch diesmal war der Herr Inspektor nicht anwesend. Sein entschlossen ging er mit dem Mädchen an die Thüre des nächsten haide und längs der Tempelhofer Grenze mit hohen Mauern Arztes, leider war der Herr nicht zu Hause. Der Arbeiter eingeschlossen werden. Wenn auch nicht die Mauern, so Stellvertreteraber eröffnete uns auf unsere nochmalige Forderung schleppte das Kind weiter, bis er an die Wohnung eines anderen find doch die Gründe, weshalb hier Mauern aufgeführt um Reduktion der Rautionssumme, daß diese für mich auf Arztes kam; bei diesem, der dazu noch den Titel Sanitätsrath werden, durchsichtig. 60 M. festgesezt sei. Erst 140, dann 100, nun 60 MM. das ließ sich schon eher hören; man merkte doch, daß die Herren Herr Doktor war auch zu Hause, hatte aber Besuch, man hörte führte, flopfte er wiederum an. Das Dienstmädchen öffnete; der Der Berliner Wanderredner Dr. Roberty ist in Dresden mit sich handeln ließen! Auf unsere erstaunte Frage, wie diese bie Plauderstimmen zweier Herren und einer Dame. Nach der von der dortigen Kriminalpolizei feſtgenommen worden, weil Reduktion denn so mit einem Male gekommen wäre und die ersten Meldung verstrich eine Weile, das Dienstmädchen, das derselbe als ein" Afrika- Schwin bler" entlarvt worden Reduktion denn so mit einem Male gekommen wäre und die früheren Forderungen mit dem jetzigen Beschluß in Einklang zu offenbar mit dem sich unter furchtbaren Schmerzen windenden ist. Wir erfahren über die neueſte Spezialität auf dem Gebiete " Anfang der Woche rausgekommen sei", und die Quittungen jetzt Sanitätsrath kam heraus; eine brennende Zigarre in der Hand, identisch mit dem Handlungsgehilfen Steller von hier, der Ende bringen feien, erwiderte uns der Stellvertreter, daß der Beschluß Kinde Mitleid hatte, klopfte zum zweiten Male. Der Herr des geistigen Hochstaplerthums folgende intereſſante Details: Der Wanderredner Dr.() Roberty alias Dr. Stella ist auch nur über diesen Betrag lauteten. Wir empfahlen uns nun entließ er freundschaftlich seinen Besuch und hörte den kurzen " Arbeiters, sich doch des unglücklichen Wesens an= von der nicht ohne eine Beschwerde über diese eigenartige Handhabung Bericht des Arbeiters über das Unglück an, von dem das Kind der 80er Jahre die Provinzen, namentlich aber das Königreich Sachſen Der Kautionsstellung an die zuständige vorgefehte Behörde in fichere Aussicht gestellt zu haben. Anderen Tages aber hinter- betroffen worden. Sind Sie verwandt mit dem Mädchen?" bereiste, um öffentliche Vorträge über seine, afrikanischen Erlebnisse" legte ich die verlangten 60 M. Bei dieser Gelegenheit glaubte fragte der Arzt. Der Arbeiter erklärte, daß ihn nur das Mit- zuhalten. In schwungvollen Vorträgen referirte der von der Tropensonne gebräunte Mann vor seinstem Publikum über Sitten, Gebräuche, der stellvertretende Beamte mich dann auf das zwecklose einer leid bewogen hätte, sich des ihn fremden Kindes anzunehmen. kolonialindustrielle und kommerzielle Verhältnisse des KamerunBeschwerdeführung hinweisen zu müssen; sie Darauf forschte der Arzt das Mädchen nach seinen Verhältnissen die Beschwerden, kämen ja doch alle wieder dorthin( nach dem Bureau); er stellte mir aus; als es berichtete, daß ihr Vater ein Arbeiter sei, der in landes, ferner über Klima und Religion, sowie über die deutschen für die Zukunft Ermäßigung bezw. gänzliche Rückgabe der Kaution der Prinzessinnenstraße wohne, zuckte der Sanitätsrath mit den Interessen daselbst und über die bestandenen Abenteuer und seine in Aussicht zc. Ob er zu dieser vorsichtigen Einlenkung Anlaß barer unter den Schmerzen leidenden Kinde nach der Unfall- der Thiere und Vorzeigung von Waffen, Geräthschaften, Musiks Achseln und rieth dem Samariter, sich mit dem immer furcht- Rückreise auf dem Mungo. Alles nach eigenen Anschauungen und erläutert durch Spezialkarten, sowie durch Vorführung lebengehabt hat, möge der Leser aus den folgenden Paragraphen 10 station zu wenden; auf dem Spittelmarkt sei eine Anschlagsäule instrumenten und Produkten Kameruns. Stella, der erklärte, daß und 11 der jedem Konsumenten eingehändigten Bedingungen" und darauf stehe die Adresse der nächsten Station verzeichnet. er mit den Herren Dr. Brehm, Dr. Hollub und Dr. Schwarz gereift, der städt. Gasanstalt ersehen, die also lauten: (§ 10.) Am Schluffe eines jeden Quartals, oder sofern Er selber könne in dem Falle nichts machen. Die Bitten des er mit den Herren Dr. Brehm, Dr. Hollub und Dr. Schwarz gereift, mit dem Gasabnehmer eine andere Frist ver ließ sich zumeist von besseren Vereinen gegen hohes Honorar abredet ist, nach Ablauf dieser Frist, wird von den zunehmen, halfen nichts; er mußte mit dem nunmehr in- engagiren und verdiente viel Geld, bis ihn in Frankenberg i. S. das Beamten der Anstalt der Gasmesserstand aufgenommen. folge des starken Blutverlustes ganz erschöpften Mädchen wieder Geschick entlarvt zu werden ereilte. Einer der Afrikareisenden, gehen. Zum Glück begegnete den beiden auf der Straße ein mit welchen Dr. Stella in den Gefilden Afrika's Abenteuer beder dem Rath gab, sich an das Hospital wird demnächst der Gasverbrauch seit der letzten Zahlung er der Grauen Schwestern in der Niederwallstraße zu wenden. Hier staplers bei und erklärte nun, daß der Herr Vortragende einer mittelt und darüber dem Gasabnehmer die Rechnung zugestellt. wurde der Verunglückten denn endlich bereitwilligst Hilfe ge- und daß die Vorträge, die er gehalten, wörtlich dem Schwarz'schen der geriebensten Schwindler, die je in Deutschland geblieben, sei ... Die Direktion ist auch berechtigt, die Zahlung währt. Es war auch die höchste Zeit; wie eine der Schwestern Reisewert über Kamerun entnommen pränumerando durch Bestellung einer dem Gasverbrauch ent- später sagte, hätte vielleicht der Arm dem Kinde abgenommen waren. Die Thiere sprechenden Kaution zu verlangen." hat Dr. Stella aus Menagerien zusammengekauft und Mit diesen klaren Vorschriften vergleiche man das Vorgehen werden müssen, wenn es noch länger ohne Hilfe geblieben wäre. Den Doftortitel sich selbst beigelegt. Da der Schwindler der Revier- Inspektion Nr. 7. Um die monatliche Aufnahme, Nahrungsmittelkontrolle in Berlin. Im Monat Juni weiteste Kreise empfindlich geschädigt, so wurde die Sache Rechnungs- Ausstellung 2c. zu vermeiden, werden an die mit nur wurden in Berlin 370 Proben von Nahrungsmitteln amtlich der Polizei übergeben und S. aus Sachsen ausgewiesen. Das wenigen Glücksgütern gesegneten Gastonsumenten so unerhörte untersucht, wovon 47 zu Beanstandungen führten. Von den 50 Land der hellen Sachsen" muß aber hier den Pseudo- AfrikaForderungen gestellt. Wir erwarten, daß die städtische Gas- Butterproben erwiesen sich 2 als reine Margarine; von 15 reifenden ein verlockendes Eldorado gewesen sein; er fehrte, anstalt der Durchführung ihrer Vorschriften auch bei der ge- Schmalzproben war 1 reichlich mit Talg versetzt; von 20 Choko- nachdem über seine Entlarvung Gras gewachsen, jetzt nach Dresden nannten Inspektion etwas mehr Nachdruck zuwendet. ladenproben enthielten 4, sämmtlich als rein bezeichnet, reichlich zurück, wo er unter dem Namen Dr. Roberty seine Erlebnisse Darauf wurde Die Eltern schulpflichtiger Kinder haben sich zur Auf- davon war eine, als echte italienische Scheibenäpfel bezeichnet, Dr. Roberty festgenommen; er sieht seiner Bestrafung wegen Mehl. Unter 10 Echeibenäpfelproben waren 2 start zinthaltig; über die Schutztruppe zum besten gab. nahme ihrer Kinder in die hiesigen Gemeindeschulen am 1. Oktober d. J. bis spätestens den 1. September mit den Impf- stärker zinkhaltig, als im allgemeinen amerikanische Scheibenäpfel vollendeten und versuchten Betruges entgegen. scheinen der Kinder bei der Schulkommission ihres Wohnbezirts 6 davon ungarische Eüßweine, die erheblich künstlich gezuckert, Bahnübergang in Dalldorf entgangen wären, brachten uns vor gefunden werden. Von 20 Weinproben wurden 7 beanstandet, leber die Gefahren, welchen sie mit knapper Noth beim zur Einschulung ihrer Kinder zu melden. Sollten Rinder bereits anderweitig zur Schule angemeldet sein oder einen den Schul- gewässert und gefpritet und dabei als Medizinal- Ungarwein in furzem einige Leser unseres Blattes eine Schilderung, die wir unterricht ersetzenden Privatunterricht erhalten, so ist dies schrift den Verkehr gebracht waren. mit dem gleichzeitigen Ersuchen an die Eisenbahndirektion verlich oder mündlich anzuzeigen und der Aufnahmefchein oder die Ein Geniestreich ist wieder mal von der Großen Verliner öffentlichten, sich über den schier unglaublich klingenden Fall zu den Privatunterricht nachweisenden Echriftstücke bei der Schul- Pferde- Eisenbahn- Gesellschaft zu verzeichnen. Sie hat ihre den äußern. kommission einzureichen. Die Schulkommissionen sind berechtigt, Pferdebahnverkehr vom Norden nach der Charlottenstraße ver- Dies geschieht nunmehr in folgender Berichtigung, die uns auch die Beibringung der Geburtsurkunde der Kinder zu ver- mittelnde Nothbrücke auf der Westseite mit einem zwei Meter von der Königlichen Eisenbahn- Direktion Stettin zugeht: langen. Im Falle der Bedürftigkeit können Formulare zur hohen Zaun vorgestern umgeben lassen, um die Ansammlung von Der Uebergang am nördlichen Ende des Haltepunktes fostenfreien Erlangung der Geburtsurkunde für die in Berlin Menschen zu verhindern, damit aber gleichzeitig fanttionirt, daß Dalldorf( Nordbahn) wird sonntäglich von zahlreichen Kremsern geborenen Kinder von den Bezirksvorstehern in Empfang ge- das Passiren der Brücke trotz der vorhandenen vier rothen und sonstigen Privat- Fahrwerken zwischen Berlin und nommen werden. Diejenigen Eltern, die zum 1. Oftober d. J. Warnungstafeln nicht geradezu verboten ist. Denn was hätte Weidmannslust 2c. benutzt. Der Bedienung der daselbst verziehen und denen ihre neu zu beziehende Wohnung bereits sonst der Zaun für einen Zweck? Nach dem berühmten Muster befindlichen Wegeschranke wird deshalb gauz ganz besondere bekannt ist, werden wohl daran thun, wenn sie die Anmeldungen vom Stehlen und Nichtkriegenlassen sagt sie:" Gehen fannst Du Aufmerksamkeit seitens der dazu berufenen Bediensteten gewidmet. ihrer Kinder bei der Schulkommission bewirken, in deren Bezirk über die Brücke, aber wenn Du dabei überfahren wirst wir Die Anführungen, daß a) der vorbezeichnete Ueberweg am ihre neue Wohnung liegt. In Berlin beginnt die Schulpflicht waschen unsere Hände in Unschuld! Das heißt, versteh uns recht- 30. Juni d. J. beim Passiren von Kremsern 2c. nicht rechtzeitig der Kinder mit dem vollendeten sechsten Lebensjahre. von uns giebt es keinen Pfennig Entschädigung!" Nun, der Zivil- geschlossen worden sei, b) daß dem betheiligten Eisenbahnpersonal In der Jerenanstalt zu Dalldorf war der Bestand am In der Jrrenanstalt zu Dalldorf war der Bestand am richter dürfte im gegebenen alle vielleicht doch etwas anders der Gang der Sonderzüge am 30. Juni nicht bekannt gewesen 30. Juni cr. 1190 Personen, in Privatanstalten auf Kosten der denken. Hier liegt ein öffentliches Berkehrsinteresse vor, das die sein soll, sind unrichtig. Zu a). Der fragliche Wegeüberweg ist 30. Juni cr. 1190 Personen, in Privatanstalten auf Kosten der Pferdebahn- Gesellschaft nicht willkürlich durch ein Verbot aus während des ganzen Tages rechtzeitig geschlossen worden. Das Stadtgemeinde 473 Personen und in Privatpflege 173 Personen, der Welt schaffen kann. Sie scheint dies zur Hälfte auch schon Schließen war aber zu dem um 93/4 Uhr abends von Waidzuſammen 1806 Personen. In der Idioten- Anstalt daselbst be- eingesehen zu haben, da die Wachposten, welche bis noch mannsluft kommenden Zuge nur unter erschwerten Umständen fanden sich zu derselben Beit 228, in Privatpflege 57 Personen, vor kurzem jeden am Betreten der Brücke hinderten, seit einigen mödlich, weil 20 bis 30 Kremser dicht hinter einanander den zuſammen 285 Personen. In der Irrenanstalt Herzberge zu Wochen zurückgezogen sind. Empfehlen möchten wir aber doch ueberweg passiren wollten, nachdem der Zug Lichtenberg war der Bestand am 30. Juni 1895: 1073 Personen, schon jetzt, frühzeitig Vorkehrungen zu treffen, daß nicht zur Vorstation bereits abgefahren war. Wegen der kurzen Fahrzeit in Familienpflege auf Kosten der Stadtgemeinde 133 Personen Abendzeit oder im Winter bei Glätte hier Unglücksfälle zur Tages- von kaum 4 Minuten von Waidmannsluft bis Dalldorf konnte und in Privatanstalten 232 Personen, zusammen 1438 Personen. In der Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten befanden sich am ordnung werden. Dem Arbeiter sind seine gesunden Knochen nur ein Theil der Fuhrwerke den Ueberweg pasfiren und mußten lieber als eine Lappalie von Entschädigung. die nachstehenden Wagen, da alle Warnungen unbeachtet ge30. Juni 666 Personen und in der Abtheilung für Kinder lieber als eine Lappalie von Entschädigung. 84 Personen, zusammen 750 Personen. Die Stadtgemeinde Der Gerichtschemifer Herr Dr. Bein, hierselbst, König werden, um das Schließen des Ueberweges zu ermöglichen. Bei blieben sind, gewaltsam durch einen Hilfsbeamten zurückgehalten hatte also am 1. b. M. 4279 solcher Kranken zu erhalten und gräberftr. 43, erklärt in einer an uns gerichteten Zuſchrift, daß dem gewaltsamen Einschreiten wurde diesem Hilfsbeamten nicht zu pflegen. sein Name zu Fälschungen von Attesten mißbraucht worden sei. allein Widerstand geleistet, sondern derselbe sogar bedroht und Das Passage Panoplikum birgt seit Dienstag eine neue, Es ist noch erinnerlich, so schreibt Herr Dr. Bein, daß der An- beleidigt. Zu b. Die Ablaffung der Sonderzüge am 30. v. M. Tas Paffage Panoplifum birgt seit Dienstag eine neue, dent in ethnologischer Beziehung hochinteressante Truppe. Den Be: geklagte Thomas in einer gegen ihn schwebenden Betrugsfache zu war dem betheiligten Bersonal genau bekannt und zwar auf feiner Entlastung der hiesigen 9. Straffammer ein Reklame- Attest mühungen des Direktors Neumann ist es gelungen, in Tunis des Dr. Bischoff und ein solches von Dr. Bein vorlegte. Letzterer grund des auch auf den Haltepunkten ausliegenden Fahrplaneine Gesellschaft Einheimischer zu einer Reise nach Europa zu erklärte das angeblich von ihm herrührende Attest mit affer buches. Ob an anderen Stellen am 30. v. M. die Züge nicht bewegen, um hier von den Sitten ihrer Heimath ein anschauliches Entschiedenheit fofort als eine dreiste Fälschung. Nun hat ungenauen Angaben des Artikels nicht festgestellt werden; wir geschlossene eberwege durchfahren haben, kann wegen der Bild zu geben. Wir sehen zu Beginn der Vorstellung das Innere einer Schule, in der ein junger Mann mit intelligenten Bügen sich diese Angabe auch voll bestätigt. einer lärmenden Kinderschaar Unterricht ertheilt. Wenn, was Die gerichtlichen 2c. Schritte gegen den Fälscher sowohl als müssen jedoch auch diese Behauptung so lange als unrichtig be zeichnen, bis bestimmte Angaben uns in die Lage setzen, Er anscheinend der Fall, das gestern angeführte Unterrichts- auch gegen den Anstister Thomas find fofort eingeleitet. hebungen anstellen zn können. programm in den Schulen des wahlverwandten Tunis Der Typhus ist, einer Lokalforrespondenz zufolge, beim ersten So die Eisenbahndirektion. maßgebend ist, so müssen unsere Zedliße und die anderen Bataillon des Kaiser Franz- Garde- Grenadier- Regiments in der Der Legationssekretär Wesenberg, von dessem Selbsts heimischen Nachtlichter in den tunesischen Zuständen ihr Ideal Kaserne an der Blücherstraße ausgebrochen, in der das Regiment mordversuch wir gestern Mittheilung gemacht haben, ist am verwirklicht sehen. Sehr viel Religion, reichlich Prügel und ein wohnt. Nach sechstägiger Krankheit ist am Sonnabend der Mittwoch im Krankenhause gestorben. primitiver Schreibunterricht, das ist ungefähr der Lehrplan in Grenadier Blankenburg von der erfien Kompagnie ge= der tunesischen Musterschule des Panoptikums. Allerdings fann ftorben und am Montag Nachmittag 4 Uhr auf dem Garnison- wohnerin des Hauses Wollankstr. 24 sich nach dem Boden hinaufman den orientalischen Religionsübungen insoweit nicht jeden Kirchhose in der Hafenhaide beerdigt worden. Die Kompagnie, Nußen absprechen, als sie zugleich mit Turnübungen verbunden die dem Sarge folgte, war ziemlich schwach, da sie außer begab, um Wäsche zu trocknen, vernahm sie ein leises Stöhnen sind; die vielen Werbeugungen und Berrenkungen, welche dem fünf Typhustranten noch zahlreiche Reviertrante eintrat, fab sie, wie eine weibliche Gestalt sich durch die Bodenund Jammern in dem Trockenboden. Als die Frau daselbst Lehrer getreulich nachgeahmt werden müssen, bilden unzweifelhaft haben soll. Auch bei den anderen kompagnien sind mehrere eintrat, fab sie, wie eine weibliche Gestalt sich durch die Bodeneine den Körper stählende Anstrengung. Leute an Typhus erfrankt; diese befinden sich im Garnison- trächtlichen Höhe auf den Hof hinabstürzte. Die vor Schreck Erlufe hindurchzwängte und wie sich die Unglückliche aus der beDas zweite Bild der tunesischen Truppe stellt einen Bazar lazareth in Tempelhof. Zu den Typhuserkrankungen wird weiter starrte eilte nun so schnell sie konnie Hilfe suchend die Treppe vor. Nachdem maurische Gautler zum Amüsement der Jugend berichtet: An afuten Darmleiden erkrankten bisher im ganzen ihr Wesen getrieben, betreten würdige Männer den Raum. Im 22 Mann, davon 17 von der ersten, 3 von der dritten und 2 hinunter nach dem Hofe und hier erblickte sie ihre Nachbarin, eine Hintergrunde hockt eine Reihe vermummter Gestalten; halb von der vierten Kompagnie, und der Unteroffizier Meyer von erlitten und bald darauf gestorben war. Die Selbstmörderin ist Frau Porlinsky, welche durch den Sturz gräßliche Berlegungen nadend sitzt in Gemeinschaft mit einer älteren Frau ein strammer der ersten Kompagnie. Bei 6 Mann entwickelte sich die Krank- die Frau eines Malers und scheint mit dem Ehemann ziemlich Negertnabe auf der Bant. An dem Feilschen, das sich zwischen heit zu ausgesprochenem Typhus; gestorben ist 1 Mann schlecht gelebt zu haben. Es wird erzählt, daß der Maler in dem Führer der Truppe und einigen unternehmenden Jünglingen der Grenadier Blankenburg, die Nachricht, daß ein zweiter trunkenem Zustande seine Frau mißhandelt haben soll und daß entwickelt, werden wir gewahr, daß Sklavenhandel getrieben Full tödtlich geendet habe, bestätigt fich nicht. Die wird, nicht in der übertünchten europäischen Form, fünf noch lebenden Typhuskranken werden in der Isolierbaracke auch gestern wieder ein derartiger ehelicher Zwist stattgefunden. sondern in echt orientalischer Ursprünglichkeit. Während die des Tempelhofer Garnifonlazareths, die auf dem öftlichen Theile boden geflüchtet und sich dort verstedt. Als sie die Thür gehen Die P. hat sich, um nicht geschlagen zu werden, nach dem TrockenNegermutter ob der gewaltsamen Trennung von ihrem Sohn fich des Lazarethgeländes liegt, behandelt. Sie befinden sich hier in hörte, glaubte sie, daß es ihr Mann sei, der sie verfolgte. Die in Schmerzen windet, nehmen die zum Verkauf stehenden der zweiten Abtheilung für innere Krankheiten, der Stabsarzt unglückliche ist dann, einem plöglichen Impulse nachgebend, zur Araberinnen ihr Schicksal mehr von der leichten Seite. Sie ent- Dr. Kimmler vom ersten Eisenbahn- Regiment vorsteht. Dachluke geeilt und hat sich den Tod gegeben. schleiern fich und streifen das Obergewand ab; wir sehen sie vor Man hofft, alle fünf am Leben erhalten zu können dem Käufer, der sie gelaffen mit prüfendem Blick mustert, die Es sind die Grenadire Alschewsky, Hannemann und Wermuth die 30jährige Dachdeckerfrau Ernestine Pollwig aus der Soldiner Durch Sturz aus dem Fenster tödtete sich am Dienstag mannigfachsten Rünste, u. a. den auch hier schon mehrfach ge- von der ersten, Grühmann von der dritten und Habich von der Straße Nr. 87. Die Frau sprang Vormittag gegen 10 Uhr vom sehenen Bauchtanz vorführen. Den Schluß der Vorstellung vierten Kompagnie. Auch beim Unteroffizier Meyer scheint die Treppenflur des 5. Stockes aus durch das Fenster auf den Hof bilden die seltsam grauenhaften Uebungen der Derwische und Krankheit Typhus werden zu wollen. In der Isolir hinab und blieb mit zertrümmertem Schädel liegen. Der Tod Echlangenbeschwörer. Die Leute führen die unheimlichsten Künfte baracke befindet sich außer den fünf Genannten noch ein trat fast augenblicklich ein. Schlechte Bermögenslage und unauf; sie lassen sich von giftigen Vipern umzüngeln, bohren sich Typhustranter, der Bataillons- Schneidermeister Sergeant von der Kupferstangen von etwa 20 cm Länge durch die Nase in den Kopf, Heide vom Garde- Pionier Bataillon, bei diesem Truppentheile glückliche Familienverhältnisse sollen die Frau in den Tod geund zerbeißen in unheimlich wilder Extase Glas mit den Zähnen, ist der Krankheitsfall ganz vereinzelt geblieben. Worauf die ohne daß man auch nur eine Spur von einer Verwundung be- Erkrankungen beim Franz- Regiment zurückzuführen sind, steht mit merkte. Die sonderbaren Schwärmer sollen ihre Unheimlichkeiten Bestimmtheit noch nicht fest, man nimmt an, daß sie dem Genuß nicht materialistisch um des schnöden Mammons willen, sondern ungefunden Wassers bei einer Uebung außerhalb Berlins oder in idealistisch in religiöser Verzückung verrichten; sie werden in ihrer der Kaserne herrühren. Es sind in dieser Richtung fofort alle Heimath als Heilige verehrt. Nachdem der von einer lauten, Borsichtsmaßregeln getroffen worden. Da in den letzten Tagen Ein Ehedrama. Als am Dienstag Vormittag eine Be trieben haben. Ein Desertene ist am Dienstag von hier seinem Truppentheile wieder zugeführt worden, nachdem man ihn am Montag abgefaßt hatte. Es handelt sich um den Grenadier Menzel von der 7. Stompagnie des 2. Brandenburgischen Grenadier- Regiments Nr. 12. Menzel hatte sich am Sonntag, den 14. b. M., ohne Erlaubniß von seinem Truppentheil entfernt und seitdem in seinen Brief, der ihm bereits vor dem am 10. Juli abgehaltenen I Mellage, der Iserlohner Gastwirth und Forbes- Befreier, Berlin aufgehalten. Dienstag brachte ihn ein Unteroffizier und Termin von einer hervorragenden Ortsperson aus Hillersleben hat sich in der von der Gesellschaft für ethische Kultur entrirten ein Gefreiter feines Regiments nach Frankfurt a. D. zurück. zugegangen war. Herr Aksakow scheint den Inhalt zwar nicht Versammlung dem Berliner Publikum vorgestellt. Wem es für zutreffend zu halten, sondern meint nur, der Brief beweise, darum zu thun war, aus Anlaß dieses Vortrages recht viele Ein Handwerksbursche als Lebensretter. Am Montag daß das geheimnißvolle Steinwerfen sogar politische Leiden Menschen auf die Beine zu bringen, so ist das allerdings erNachmittag gegen 2 Uhr sprang vom Lustgarten ein junges schaften aufzustacheln geeignet sei. In dem betreffenden, reicht weiter hatte die Sache wirklich keinen Werth. Herr Mädchen von der Eisernen Brücke in den Spreekanal hinab, um etwas langathmigen Briefe heißt es: An sich ist das Vorkommniß Mellage fühlt sich zu sehr als" Befreier der Menschheit". Da sich das Leben zu nehmen. Gleich hinter ihr her sprang ein durchaus nicht mysteriös, sondern scheint nur für den Fernerstehen- man am Dienstag Abend fast nichts erfuhr, was nicht schon Mann ins Wasser, dem es gelang, die Lebensmüde mit eigener den so. Es darf als ein öffentliches Geheimniß in der Gemeinde durch die Presse bekannt geworden ist, muß die Zeit, die man Lebensgefahr so lange über Wasser zu halten, bis drei Schiffer, bezeichnet werden, wer die eigentlichen Thäter des Unfugs sind. ihm zuhörte, als verloren bezeichnet werden. In breitester Weise die am Kupfergraben ankerten, beide in ihren Kahn aufnehmen Das ganze ist nach seinen eigentlichen Urhebern und Motiven schilderte der Redner seinen Kampf mit den Ultramontanen, auf fonnten. Die gerettete, die 17jährige Tochter Martha eines nur als ein echt sozialistischer Schurken und das eigentliche Thema, die Frrengesetzgebung und die IrrenKaffenbeamten G. aus dem Zentrum der Stadt, wurde von Lügenstreich anzusehen mit ganz bestimmten frankenpflege, tam er nur durch einige allgemeine Redeeinem herbeigerufenen Arzte ins Leben zurückgebracht und Bielen, wie auch die bereits seit mehr als zwei Monaten wendungen die in seiner Broschüre auch schon enthalten sind. ihren Eltern zugeführt. Ihr Retter ist ein 30jähriger schwebende gerichtliche Untersuchung darthun wird. Daß in die Daß das in großen Schaaren herbeigeströmte Publikum seine Schloffer Mar Stöbe, der sich in der Herberge zur Heimath in Sache auch viele Personen verwickelt sind, die nicht zum sozia- Seitenhiebe auf die Klerisei und ihren Anhang mit Schmunzeln, der Auguststraße aufhält. Das Mädchen war ins Wasser ge- listischen Programm sich bekennen, im Gegentheil, demselben stellenweise sogar mit starkem Beifall aufnahm, will nichts begangen, weil es fürchtete, wegen Fortsetzung eines von den Eltern durchaus feindlich gegenüberstehen, widerspricht dieser Auffassung deuten. Mellage gab am Schlusse seiner Rede bekannt, daß eine verbotenen Liebesverhältnisses bestraft zu werden. nicht, haben wir doch auch im letzten Reichstage die Kommission von Aerzten und Juristen 2c. sich gebildet habe, die Polizeibericht. Am 22. d. M. nachmittags fiel ein Kutscher für Deutschlands Volk Volt tief beschämende Thatsache er- auf eine reichsgesetzliche Regelung der Frrenpflege hinarbeiten bei der Ausfahrt von einem Grundstücke in der Triftstraße durch leben müssen, daß bei Berathung der am sturz- wolle. daß bei Berathung der msturz- wolle. Eine Diskussion fand nicht statt. Der Vorsitzende die Erschütterung seines Wagens vor die Räder desselben und vorlage der Regierung die staatserhaltenden Drd- bemerkte, daß der Vortragende die Erwartungen, die man an wurde durch Ueberfahren so schwer verlegt, daß er bald darauf nungsparteien fast alle Arbeit für die Sozialdemokraten gethan fein Kommen fnüpfte, enttäuscht habe. starb. Am 23. d. M. vormittags sprang eine Frau aus dem haben, um diese Umsturzvorlage zu Fall zu bringen, so daß feine Debatte anschloß, kann man nicht allzu sehr bedauern, 5. Stock ihrer in der Soldinerstraße belegenen Wohnung auf den den Sozialdemokraten selbst nur wenig oder nichts zu thun übrig wahrscheinlich wäre diefelbe über nebensächliches KulturkampfHof hinaus und blieb auf der Stelle todt liegen. Ebenfalls blieb. Weiter wird dann mitgetheilt, daß nur die Furcht vor geschwätz nicht hinausgekommen. vormittags stürzte sich in der Lützowstraße ein Kanzlist, aller den Folgen die Leute abhalte, die Wahrheit zu sagen. Schon Wahrscheinlichkeit nach in einem Anfalle von Geistesstörung, aus vor zwei Jahren sei ähnlicher grober Unfug im Orte sechs dem Fenster seiner Wohnung auf die Straße hinaus, nachdem er Monate lang verübt worden, dessen Thäter nicht mit Sicher sich mit einem Messer mehrere Stiche in den Hals beigebracht heit zu ermitteln waren. Wie der damalige Unfug auf ganz hatte. Im Fallen blieb er am Vorgartengitter des Hauses bestimmte Personen( man beachte den Widerspruch in hängen und erlitt dadurch außer einem Bruch des linken Unter- zwei dicht auf einander folgenden Sätzen!) zurückzuführen war, schenkels und einigen äußeren Verletzungen anscheinend auch so ist es auch bei der Steinwerferei der Fall, schwere innere Verlegungen. Er wurde in ein Krankenhaus ge- Jm öffentlichen Interesse so schließt der Brief bracht. Nachmittags sprang ein zehnjähriger Knabe aus dem um den sozialistischen Umsturzbestrebungen gegen die Grundlagen vierten Stocke eines Hauses in der Boppstraße, wahrscheinlich aus der bestehenden Rechtsordnung nicht noch mehr Vorschub zu leisten, Furcht vor Strafe, auf den Hof hinab und verletzte sich so schwer, erscheint es mir geboten, daß die Sache als das, was sie in der daß er bald darauf starb. Am Görlitzer Ufer wurde die Leiche That ist, offen gekennzeichnet und ihr das Gewand des Geheimniß eines Mannes angeschwemmt. In der Bellealliancestraße vollen entzogen wird. Damit schließt der als A. K. bezeichwurde ein siebenjähriger Knabe durch den Hund eines Kohlen- nete Briefschreiber. Die Sozialdemokratie hat es sich stets ge: händlers so unglücklich umgestoßen, daß er mit dem Kopfe auf fallen lassen müssen, als das rothe Gespenst bezeichnet zu werden; aber für sputhafte Steinwerfereien verantwortlich gemacht zu die Granitbahn fiel und eine klaffende Wunde davontrug. aber für sputhafte Steinwerfereien verantwortlich gemacht zu Im Laufe des Tages fanden sieben unbedeutende Feuer statt. werden, das ist denn doch eine Zumuthung an das rothe Gespenst, Bei einem derselben, das auf einem Grundstück in der die selbst in den Hundstagen nicht volle Erklärung findet. Viel Mariannenstraße durch die Unvorsichtigkeit eines mit dem Ab- sicherer scheint uns die Annahme, daß die unglückselige Umsturzziehen von Spiritus beschäftigten Schantwirths entstand, wurde vorlage, die viele für endgiltig abgethan halten, in dem Stopfe dieser an den Beinen und Händen durch Brandwunden verletzt. des biederen Ordnungsmannes A. K. in Hillersleben weiter sputt Witterungsübersicht vom 24. Juli 1895, und dort vielleicht noch großes Unheil anrichten wird. Stationen. Swinemünde Hamburg Berlin Wiesbaden. München Wien. Barometer reduzirt auf d. Meeressp. 1 Windrichtung Windstärke Wetter bedeckt Temperatur nach Celsius ( 50 E.= 4° R.) Bersammlungen. eine öffentliche Gewerkschafts. Bersammlung statt, in welcher Nummelsburg. Am 15. Juli fand in Bohwinkel's Salon Kollege Schöpflin in einem beifällig aufgenommenen Referate über Streits sprach. Unter" Gewerkschaftliches" wurde über den Streit bei Wagenknecht in sehr lebhafter Debatte verhandelt. Den in der Versammlung unter Führung des Buchhalters des Herrn Wagenknecht anwesenden Streitbrechern wurde von den Kollegen Wiedemann, Grunert und Paarmann ihr unfollegialisches Verhalten flargemacht. Der Herr Buchhalter als Vertreter Wagenknecht's, sowie ein Streitbrecher wollten ihre Handlungsdaß erst einmal andere Meister mehr bezahlen möchten, weise rechtfertigen, insbesondere mit dem Hinweise, dann werde es Wagenknecht auch thun. hierauf diesen beiden Auch- Kollegen eine treffende Abfertigung Schöpflin ließ hierauf diesen beiden Auch- Kollegen eine treffende Abfertigung zu theil werden. Von weiteren Rednern wurde nun das Verhalten Wagenknechts einer scharfen Kritik unterzogen und hierauf eine Resolution einstimmig angenommen, die das Verhalten und Unterstützung zusagte. Bemerkt sei noch, daß sich die beWagenknechts verurtheilt und den Streifenden die Sympathie waffnete Macht recht zahlreich eingefunden hatte. Eine öffentliche Volksversammlung für Glienicke fand am Sonntag Nachmittag im Lokal des Herrn Harsdorf statt. Genosse Jahn referirte über das Thema„ Arbeitslohn und Arbeitszeit", indem er insbesondere die schlechten Arbeits- und Lohnverhältnisse der ungelernten Arbeiter eingehend erörterte. Die Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen Hierauf wurde vom Genossen Lüderitz auf grund einiger beschäftigte sich in der Generalversammlung vom 19. Juli mit Aeußerungen des Wirths die Lokalfrage angeregt, da schon Vereinsangelegenheiten. Nach dem Bericht des Kassirers hat der seit längerer Zeit darüber Streitigkeiten entstanden waren. Verein im letzten Quartal eine Einnahme von 48,55 m. und Gallasch als Mitglied der Lokalkommission betont besonders die eine Ausgabe von 32,40 M. aufzuweisen. Bei der Ersatzwahl ungünstigen Lokalverhältnisse in der ganzen Umgegend von Adlershof des Vorstandes, die zur Erledigung stand, wurde das Mitglied und verlangt, daß die Genossen den Wirthen gegenüber etwas energiHübner zum zweiten Schriftführer und die Mitglieder Haupt, scher, insbesondere in diesem Lokal vorgehen sollen, während John Trunsch und Frau Pazte zu Revisoren gewählt. Das Schieds- erst den Wirth selber hören will. Herr Harsdorf gab nun 15 gericht bilden die Mitglieder Behnke, Seeger und Trunsch. zu, die beregten Aeußerungen gethan zu haben, welche darin Sodann wurde beschlossen, andere Vereinskarten auszugeben, da ein anderer Verein ähnliche Karten eingeführt hat. Im Laufe des Quartals werden deshalb die Mitglieder rothe Karten erhalten. Zum Schluß giebt der Vorsitzende bekannt, daß am 26. Juli im Schützenhause eine öffentliche Versammlung stattfindet. 762 SW 1 762 • SW 2 heiter halb bedeckt 16 16 763 WSW B wolfenlos 16 765 Still 14 768 SM . 766 28 752 755 Aberdin. Paris. . 754 762 Haparanda Petersburg Cork 1 wolfenlos 3 wolkenlos 16 2 halb bedeckt 17 3 Nebel 1 bedeckt 3 bedeckt 1425 Wetter- Prognose für Donnerstag, 25. Juli 1895. Cin wenig fühleres, ziemlich trübes Wetter mit Negen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. gipfelten, daß er überhaupt keine Versammlung mehr in seinem Lokal dulden wolle. Hierauf entspann sich eine längere rege Diskussion, an welcher sich die Genossen Knüppel, John, Gallasch und Jahn betheiligten. Der Wirth sah sich hierauf veranlaßt, seine Aeußerungen zurückzunehmen und die bündige Erklärung abzugeben: Die Versammlungen am Sonntag Nachmittag in seinem Lokal auch fernerhin zu gestatten. Vermischkes. Ein Theaterbrand hat sich in Bonn ereignet. Gine Depesche vom Mittwoch meldet: In der letzten Nacht ist in dem Schnelligkeit, so daß das Gebäude theilweise vollständig aushiesigen Reichshallen Theater Feuer ausgebrochen, und zwar in den Garderoben. Das Feuer verbreitete sich mit rasender brannte. Eine Frau, welche sich durch einen Sprung aus einem Fenster des zweiten Stockwerfes retten wollte, trug schwere Verlegungen davon. In der vom Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter, Gruppe Rohrleger, am Sonntag einberufenen Branchenversammlung, hielt Genosse Dr. 3 adet einen beifällig aufgenommenen Vortrag über Berufskrankheiten. Referent behandelte speziell die Entstehung der im Berufe vorkommenden Bleikrankheit und deren zerstörenden Einfluß auf den menschlichen Organismus. Um sich vor der betreffenden Krankheitsmäßig in der Zeit der fauren Gurke die Seeschlange durch Reinlichkeit der mit Blei arbeitenden. Vor den Mahlzeiten seien Gin sozialdemokratischer Spuk. Während sich gewohnheit einigermaßen zu schützen, sei die Hauptbedingung peinlichste die Blätter der Tagespresse wälzt, wird die Welt in diesem die Hände gründlich mit Seife und einer Bürste zu reinigen und Jahre von einem Sput unterhalten, der seit Monaten das Dert- der Schmuß unter den Fingernägeln zu entfernen. Ebenso feien chen Hillersleben bei Neuhaldensleben heimsucht und dort bereits auch die Zähne nach beendeter Arbeit zu reinigen und die, Anlaß zu gerichtlichen Maßnahmen gegeben hat. Der dortige während derselben benutzten Kleidungsstücke zu wechseln, da diese In Baden- Baden entstand am Dienstag bei der AufGeistliche hat fünf der Ortsbewohner verklagt, weil sie ihn in mit Bleistaub behaftet, welcher in die Wohnung getragen, auch führung des Schwantes Einen wie den Andern" von Eduard einen gewissen ursächlichen Zusammenhang mit dem Sput ge- für die Familie gefährlich werden dürfte. Ferner feien auch die Kraimer im vierten Aft eine Panik unter dem Publikum, da das bracht haben sollen, der im Orte, ganz wie vor einigen Jahren durch Schmelzen des Bleies hervorgebrachten Dämpfe, welche durch Balletkostüm der Darstellerin der Anita, Elise Hofmann, Feuer in Resau, mit Steinen wirft und anderen Unfug anrichtet. Bei die Athmungsorgane in den Körper gelangen ebenso gefährlich. Gin fing und die Dame sofort in Flammen stand. Die mitspielenden der gerichtlichen Verhandlung vor dem Schöffengericht, die tägliches Bad sei zu empfehlen und demjenigen, welcher bereits mit Herren Kreckert und Hausen erstickten jedoch die Flammen mit am 10. dieses Monats stattfand, war ein großer Beugen- Bleikrankheit behaftet, sei anzurathen, einen anderen Berufszweig zu Decken und Tüchern. Der Zustand der Dame ist nicht gefähr apparat aufgeboten worden; die Verhandlung dehnte sich bis wählen. Des weiteren machte der Referent auf das Gefundheits- lich; die Entleerung des Theaters ging in aller Ruhe vor sich. zum späten Abend aus und eine umfangreiche Beweis schädliche der auf den Bauten vorhandenen, offenen Rotsaufnahme fand statt; die Sache gelangte aber gleichwohl feuerungen, wie auch auf das Arbeiten bei unverglasten Fenstern Aus Bochum meldet die Kölnische Zeitung": Auf der zu feinem Abschluß, vielmehr wurde auf Antrag der Sachwalter und der hierdurch entstehenden Krankheiten aufmerksam und Beche. Dannenbaum", Schacht I, fand eine Explosion statt, bei und des Klägers eine große Anzahl weiterer Zeugen und die forderte zum Schluß seiner Ausführungen, daß ein jeder einzelne welcher ein Arbeiter getödtet und zwei Arbeiter schwer verletzt Abhaltung einer Gerichtsverhandlung an Ort und Stelle be- dafür eintreten möge, daß in hygienischer Beziehung für die wurden. schloffen. Den Behörden hat die Spufgeschichte schon viele Un- Arbeiter mehr geschehe. In der Diskussion wurde noch der Das Hagelwetter, welches am 1. Juli in den württemruhe bereitet; viele Anzeigen und Beschwerden liefen ein, allein schädlichen Einwirkungen des denaturirten Spiritus gedacht, bergischen Oberämtern Kalw und Negold niederging, verursachte der Spuf selbst konnte nicht vereitelt werden, auch nicht, als die welcher beim Kochen in den Löthlampen Dämpfe entwickelt, nach den jetzt vollendeten Abschäzungen einen Schaden von Ortsbehörde eine Belohnung von 50 M. für die Ermittelung des welche einen brennenden Schmerz auf die Augen und Kopf- 700 000 bis 800 000 m. Steinwerfers aussette. Eine zeitlang nach dem Ausgebot der schmerzen verursachen, ferner werde auch durch den ekelerregenden Belohnung hatte der Sput Ruhe gehalten, dann soll aber, Geruch desselben Appetitlosigkeit herbeigeführt. Die Kollegen gerade um die Zeit der Gerichtsverhandlung, das geheimniß werden ersucht, bei derartigen Fällen ihre Beobachtungen dem volle Steinwerfen ärger geworden sein, als je zuvor. Während Arzt mitzutheilen, damit diese in den Besitz von Material gealso die Angelegenheit noch der gerichtlichen Erledigung harrt, langen, um eine andere Art der Denatuirung des Spiritus bei veröffentlicht der bekannte russische Staatsrath Alexander Afsakow, der gesetzgebenden Körperschaft zu beantragen. Zum Schluß der durch seine Mittheilungen über angebliche mystische Erschei wurden die Kollegen darauf aufmerksam gemacht, daß die nungen im menschlichen Seelenleben bekannt geworden ist, zu Branchenversammlungen regelmäßig jeden zweiten Sonntag im Dieser Angelegenheit in dem Juli- Heft seiner„ Psychischen Studien" I Monat, Annenstr. 16, die nächste also am 11. August stattfindet. Ein grosser Posten Steppdecken!! 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Die Hochzeit von Valeni. National- Theater. Im Irrenhause. Die juten Flinten und Fernand's Chekontrakt. Apollo Theater. im Harem. Ein Abenteuer Flora- Charlottenburg. Der Lootse. W. Noad's Sommertheater. Die Berliner Wäschermädel. Den Mitgliedern des Vereins zur Nachricht, daß der Kollege Eugen Kleist verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Elifabeth- Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. 6071 Varteigenossen! Unser alter Parteigenosse National- Theater. Theodor Hidde Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Anfang 72 Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Wiederauftreten des Herrn Carl Wesselsky. Zum vorletzten Male: Im Irrenhause. Sensationsschauspiel mit Melodramen in 5 Aften und 8 Bildern von H. B. Regie: May Samst. Dirigent: Adolf Wiedecke. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Zum 1. Male: Berliner im Feuer und Wasser. Volksstück mit Gesang in 5 Atten und 7 Bildern von Fritz Schäfer. Wirkliches Feuer, Wasser und Regen. Nationaltheater Garten: Gr. Konzert u. SpezialitätenVorstellung. Abends 9 Uhr bei elektrischer Beleuchtung: Auftret. der Geschwister Niagara auf dem über 100 Fuß hohen Thurmseil. Rasseneröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Verband der Sattler Möbel- Kaufgelegenheit. Typographia und Tapezirer. Versammlung Sonnabend, den 28. Juli, abends 1. Abrechnung vom zweiten Quartal 1895. 2. Verschiedenes. 156/5 Die Ortsverwaltung. Zum Umzug passendste Gelegenheit für Brautleute, Hotels u. Wiederverkäufer. Gesangverein Berliner Buchdrucker In meinem größten Möbelspeicher, Nene Königstr. 59, voru 1., sollen fofort ca. 150 Wohnungseinrichtungen, und Schriftgiesser. Morgen, Freitag, den 26. Juli: Keine Uebungsstunde. Zur nächsten Uebungsstunde, Freitag, 81/2 Uhr, bei Mayer, Müllerstr. 7. verliehen gewesene u. neue Möbel zu jed. annehmbaren Preise verkauft werden. 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Reinickendorf, Provinzstr. 79, aus Wiefe, auf meinen Namen etwas zu statt. 222/3 borgen, da ich für nichts aufkomme. Nehmt, soweit möglich, an der Be- 2366b Splitt, Pallisadenstr 43. stattung unseres Vater Hidde" regen Antheil. Ehre seinem Andenken. " Die Genossen des Kreises Niederbarnim. Die Genossen von Reinickendorf. Am 22. d. M. entschlief fanft, nach turzem Krantenlager mein lieber Mann, Bater, Schwiegervater und Großvater Ludwig Dollase. Dies zeigt tief betrübt an im Namen der Hinterbliebenen. C. Jauer, Fruchtstr. 52. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 5 Uhr, vom Krankenhaus Friedrichshain aus, statt. 23676 Aufruf. Der Schneider Reinhold Rupprecht, geb. am 5. Nov. 1848 zu Gross- Tschirbsdorf bei Haynau in Schlesien, wird hiermit aufgefordert, wegen Erbschaftsangelegenheiten seine Adresse an den Unterzeichneten zu senden. 2365b Gross- Tschirbsdorf, Post Reisicht in D. Hildebrandt, Stellenbefizer. Schlesien. F. Nagel's Sommer- Theater Schwedterstr. 23| 24. Jeden Dienstag und Donnerstag: Entree 20 Pf. Refervirter Plaz 40 Pf. Zentral- Kranken- und Sterbekasse Hamburger Sänger Sonnabend: Grosses Sommerfest verbunden mit freiem Tanzkränzchen. Friedrich- Wilhelmstädtischer Concert- Park 25/26 Chauffee- Straße 25/26. Wozu Reklame, da doch täglich ausverkauft! Lach- Salven! Berlin amüsirt sich Fränkel als Theaterdirektør. Die Reise um die Erde. Die 3 Turner- Matadore. Cancan in Lumpen. Der dicke Blum ats Balleteuse. Entree 30 Pf. Reichshallen. Jm prachtvollen Garten Täglich: ( bei ungünstiger Witterung im Saat): Humoristische Soiree der deutschen QuartettNordd u. Couplet- Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., ab 9 Uhr 30 Pf. Die Verbündeten von der Kanalfeier. Volksgarten der Bimmerer. Den Mitgliederu zur Nachricht, daß das Mitglied Carl Wrede am 18. Juli cr. durch einen Betriebsunfall verstorben ist. Die Beerdigung findet am 25. Juli, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi- Kirchhofes zu Brit statt. Um recht rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Bezirk 5. 259/2 beliebteste Gesellschaft( 8 Herren). Anfang 8 Uhr. NB. Gaal u. Garten( 1200 Pers.), kleine u. gr. Vereinszimmer noch zu vergeben. Boltz' Sommergarten Alte Jakobstr. 75. Möbel Preiserhöhung. Kleiderfvind 15, Kom Kaufgelegenheit Speicher, 17218* mode 9, Küchenspind 12, Stühle 2 Mart, bietet sich Brautleuten 2c. im Möbelneues Nußb.- Kleiderspind 30, Muschelspind 35 M., Bettstellen mit Matraßen, Reilkissen 18, Sophas 15 M., Säulen Rosenthaler Strasse 13, 1. Daselbst stehen täglich zum Verkauf: Kleiderspind, hochelegant 56, Trumeaux mit Säulen 60 M., Cylinderbureaux, neue gediegene Möbel zu außergewöhn Herrenschreibtische, Damenschreibtische, ich billigen Preisen, gebrauchte und verliehen gewesene Möbel zu wahr-Schreibsekretäre 30, Plüschgarnituren 60, haften Spottpreisen. Theilzahlung geneue 100 Mark. Paneelsophas, Chaise: stattet. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Carl Wrede am 18. Juli cr. durch einen Betriebsunfall verstorben ist. Die Beerdigung findet am 25. Juli, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi Kirchhofes in Brig aus statt. Um recht rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbefasse 254/3 der Tischler u. s. w. Oertl. Verwaltung Berlin H. Nachruf. Am Sonntag, den 21. d. M., starb nach längerem Leiden unser Mitglied, der Tischler Julius Grütte, im Alter von 47 Jahren an der Lungenentzündung. Dieses zeigt den Mit gliedern an 184/3 Die Ortsverwaltung. ( ebent. Weimann's Volksgarten) Generalversammlung Gesundbrunnen. Badstr. 56/57. der Größtes u. fchönstes Etablissement der Residenz. 2918L* Jm prächtigen Sommergarten! Jeden Dienstag und Donnerstag: Bei orddeutsche Sänger. Entree gänzlich frei. ungünstiger Witterung findet die Soirée im Saale statt. Jeden Sonntag: Grosser Ball. C. Fröhlich's Gesellschaftssäle und Garten Schönhauser Allee 161. Jed. Sonntag, Dienstag u. Sonnabend: Concert, Specialität.- Vorstellung. Anfang 7 Uhr, Entree frei. Sonntags Anf. 4 Uhr. Programm 10 Pf. Jed. Montag: Gr. Concert. Entree frei. Jed. Sonntag, Montag, Mittwoch: Ball. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Entree: Kinder 10 Pf., Erwachsene frei. Raffeeküche täglich v. 2 Uhr ab geöffnet. Für Vereine u. Gesellsch. v. 200 Pers. Spezialitäten- Borstellung frei.[ 28822 Achtung! Zahnersatz, auch Theilzahl., wöchentl. 1 Mart, Guckel, Laufiger Platz 2, Direktion: Max Samst. Krankenkasse der Hutmacher- fafferstr. 12. Heute, sowie täglich: Grosses Konzert u. Theater- Vorstellung. Spezialitäten I. Ranges. Auftreten des Berl. Original- Komikers Wilhelm Fröbel. Chansonetten, Soubretten, Liedersänger, Luftgymnastiker 2c. Täglich: Familien- Ball. Raffeneröffnung 5 Uhr. Anfang des Konzerts 6 Uhr. Passe- partouts haben Giltigkeit. Entree 20 Pf. Gebe den prachtvollen Weimann'schen unentgeltlich ab. gesellen zu Berlin. ( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 67.) Sonntag, den 28. Juli 1895, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Hrn. Feindt, Weinstr. 11. Tagesordnung: 1. Rassenbericht. 2. Wahl. des Ausschusses und der Krankenkontrolleure. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Entree 20 Pf. 86/1 Der Vorstand. D. Tschoppe. Bolksgarten an Vereine wochentags Castan's Panoptikum. Passage- Panopticum. Das Bärenweib. Tunefische Ein Flug durch die Luft! Truppe: SchlangenArabische Bestrafte weibliche Eitelkeit. Ausverkauf der Restbestände der Otto'schen Konkursbeschwörer, masse, bestehend in Portieren, Möbelstoffen, Plüschen zu fabelhaft billigen Preisen. Verkaufslokal: SpandauerSchule, Bauch- straße 30, am Rathhause. Ferner werden dort Teppiche, Gardinen, Steppdecken, Läuferstoffe zc. zu ebenfalls sehr tänzerinnen, Derwische etc. billigen Preisen ausverkauft. Empfehle allen Freunden und Betannten mein Weiß-, Bairisch Bier und gr. Speisegeschäft. Reichhalt. Frühstück von 30 P., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la carte von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. H.Stramm, Restaurat., Ritterstr. 123. lebend und Geflügel, geschlachtet, Schinken, Wurst, Butter, Wild u f. w. Genossenschafts Bäckerei für Berlin und Umgegend ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht) Trotz wieder eigender Mehlpreise werden wir bis auf weiteres unser Brot so schwer wie bisher liefern. Wir lenken die Aufmerksamkeit der Genossen wiederholt auf unser unter dem Namen„ Hamburger Schwarzbrot" hergestelltes reines Roggenschrotbrot, sowie auf unser aus reinem Roggenmehl gebackenem Commisbrot. 38/ 3* Die Waarenbestände der Eger'schen Concursmasse 17 Weissenburgerstrasse 17 bestehend aus: Trikotagen, Woll- u. Weißwaaren, Gardinen, Teppichen u. Läuferstoffen, Blousen, Sauskleidern, Kinderkleidern und anderen Waaren, sollen werktäglich vormittags von 8-12 Uhr, nachmittags v. 2-8 Uhr zu festen Tarpreisen ausverkauft werden. 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Unsere Aufgabe ist es, dem Klassenstaat in all seinen Einrichtungen zu bekämpfen und lahmzulegen, ihm gewissermaßen das Mark aus den Knochen zu saugen, um ihn so erschöpft und uns fähig zu weiterer Aktion fraftlos zu unseren Füßen sinken zu laffen. Was würde aber geschehen, wenn die zitirten Punkte zum größten Theile erfüllt sein würden? Der Staat hätte eine weit größere Machtfülle in Händen, als das heute der Fall ist, sein Beamtenheer mit all seinen lieblichen Konsequenzen und Begleiterscheinungen wäre bedeutend vergrößert und wir wir wären von unserem Endziele weiter entfernt als jemals zuvor! mit Ber + Das Volksblatt" für Halle und Umgegend( folgen 5 Forderungen). Diese Tertirung war teine sonderlich Bum Agrarprogramm. äußert: glückliche zu nennen und ist durch die vorgeschlagene Nachdem der Vorwärts" in früheren Nummern eine größere " Das Agrarprogramm unserer Partei, wie es von der Kom- Abänderung in erfreulicher Weise präzisirt. Ueber die im erst Reihe kritischer Aeußerungen der bürgerlichen Presse über den mission vorläufig festgestellt worden ist, welches wir in der zitirten Satz eingeschobene Ergänzung läßt sich nach unserem Programmentwurf der Agrarkommission veröffentlichte, empfiehlt gestrigen Nummer veröffentlichten, wird für die nächsten Monate Dafürhalten nichts sagen, da sie in allen ihren Theilen zweckes sich nunmehr, mit der Veröffentlichung von Urtheilen zu be- reichlichen Stoff zu eingehendsten Berathungen in Parteifreisen mäßig und nützlich erscheint. Höck stens tönnte der letzte Zwischenginnen, die in der Parteipresse erschienen sind. Dieselben geben. Für durchaus richtig halten wir es, daß die aufgestellten fag: im Rahmen der bestehenden Staats- und Gesellschaftsin ihrem ganzen Umfange mitzutheilen, ist unmöglich, da einzelne Forderungen dem zweiten Theile unseres Programms eingefügt ordnung" von dieser oder jener Seite angenörgelt werden. Wir Parteiblätter, wie die Leipziger Volkszeitung" und die" Sächs. worden sind. zu begrüßen ist ferner, daß nicht blos meinen aber, daß man nur den ganzen Sah durchzulesen braucht, Arbeiter Beitung" 2c. in einer Reihe von Artikeln eine Kritik des landwirthschaftliche Fragen im engeren Sinne, sondern auch um es einzusehen, daß mit diesem Zwischensaße die Sozialdie Fragen, Programmentwurfs bringen. Diese längeren Abhandlungen städtischen Grund und Bodens betreffen, in die Vor- theil ihre revolutionirende Taktik nur noch augenfälliger macht den Besitz und die Besitzbelastungen des demokratie sich nicht nur nichts vergeben hat, sondern im Gegens fönnen nur auszugsweise von uns gebracht werden, dagegen sollen die kurzen summarischen Urtheile möglichst wörtlich Aufschläge einbezogen worden sind. Vielleicht wäre dem einen oder und, energischer betont." nahme finden. dem anderen Parteigenossen erwünscht gewesen, die Grundidee Schon an den Abänderungsvorschlägen zu dem vorgenannten der Sozialisirung der Gesellschaft wäre in den Vorschlägen deut- Punkte ist übrigens ersichtlich, daß die Agrarfommission bei ihren Die in Köln ernannte Agrarkommisson der Partei stand licher zum Ausdruck gelangt, da es sich aber lediglich um ein Arbeiten feineswegs engherzig vorgegangen ist und sich ängstlich Attionsprogramm handelt, nicht um Festlegung der Endziele, die an den Wortlaut ihrer Aufgabe klammerte zunächst vor der mehr formellen Frage, ob sie ein für sich im ersten Theile des Erfurter Programms mit aller Schärfe und befehen unser erweiterungsbedürftiges Programm eben erweitert felbständiges agrarisches Programm entwerfen oder ob sie Deutlichkeit unverrüdbar niedergelegt sind, so war das noch- und verbessert, wo sie es für nöthig fand, augenscheinlich von etwaige neue agrarische Forderungen in das Gesammtprogramm malige Hervorheben der Endziele nicht von nöthen. Wenn die dem Grundsatz ausgehend: Gleiches Recht für Jedermann!" einarbeiten wollte. Sie entschloß sich für den sich für den zweiten Weg. Freilich ist dadurch das Programm auf einen be" Freif.3tg." in ihrer heutigen Nummer( vom Mittwoch, den 17. d. M.) Durch die Forderung der obligatorischen Fortbildungsschulen und ängstigenden Umfang angeschwollen und das etwas bäng: ein weiteres Abrücken von den revolutionären Zielen der Partei, meint, das veröffentlichte Agrarprogramm befunde ohne Zweifel gewerblichen Fachschulen ist das klar ersichtlich." liche Gefühl, das schon der erste Ueberblick über die oben fett die Sozialdemokratie habe sich wiederum gemausert", die gedruckten Stellen weckt, wird nur noch verstärkt durch die Vollmar'sche Richtung habe bei der Aufstellung der Forderungen fich sofort aufdrängende Erwägung, daß mit demselben Recht für die Landagitation den Sieg davon getragen, das eigentliche diskutiren. Ja, von einzelnen derselben wundert es uns uns noch eine ganze Menge ähnlicher Wünsche für das Gebiet noch eine ganze Menge ähnlicher Wünsche für das Gebiet des städtisch gewerblichen Lebens Aufnahme finden könnten. Sozialdemokratische Prinzip der Verwandlung des Privateigen Wenn schon der Bau der ländlichen Gemeinde- und Kreisstraßen diesem Agrarprogramm zum mindesten nicht mit Klarheit zum thums an Produktionsmitteln in Gesellschaftseigenthum set in im Programm festgelegt werden soll, warum nicht ebensogut der Ausdruck gebracht worden", u. s. w. Bau der Stadt, Ring- und Nebenbahnen, der städtischen Wasser: Blatt fortfährt, es wären eine Reihe zum theil liberaler For und wenn das genannte leitungen, der Beleuchtungs- und Kanalisationswerke? Wenn die Im Generellen ist zu bemerken, daß die erwähnten Punkte staatliche Hilfeleistung bei Naturverheerungen, warum nicht das derungen in das Programm aufgenommen worden", so zeigt nach unserm Dafür halten nichts mehr und nichts weniger be= öffentliche Eingreifen bei Krisen und Nothständen rein sozialer Herr Eugen Richter nur aufs neue wieder, daß er das Wesen deuten, als ein ganz schlimmes Stück Staatssozialismus und wir Natur? Wenn der Kredit für landwirthschaftliche Genoffen der sozialdemokratischen Agitation und Taktik nicht versteht. werden daher zunächst uns die Frage vorlegen müſſen: ist es schaften, warum nicht auch der für gewerbliche, warum nicht Schlimm genug für ihn und seine Freisinnigen, daß wir politisch klug, dem Klassenstaate( denn wir fordern doch die Ausnoch Verwirklichung eines Theiles der der für Konfumvereine und ähnliches? Die Pferdebahnen, ,, liberalen führung all dieser Punkte im Rahmen der bestehenden StaatsForderungen" erstreben müssen. Stadtbahnen, Gas, Elektrizitäts- und Wasserwerke haben als die Hätten Frei und Gesellschaftsordnung"!) derartige Machtmittel in die Hand Einnahmequellen, als Mittel der Lohn- und Einkommens- finnigen ihrer Aufgabe genügt und die Forderungen ver- zu drücken, wie sie in jenen sechs Bunkten angegeben resp. entbeeinflussung für das städtische Leben eine weit größere Be wirklicht, so brauchten wir nicht erst nochmals beim ABC an- halten sind? Wir glauben hier die Verpflichtung zu haben, mit deutung als die paar Reste von Gemeindeländereien für das zufangen. Es ist ein ganz drastisches Armuthszeugniß, was Herr einem starren„ Nein"! zu antworten. wenn das eine nicht fehlen darf, Eugen Richter sich und seinen Freifinnigen durch jene Bemerkung ausgestellt hat. Doch um das, was die Gegner über unsere übergeht man das Doch andere? das sind schließlich Taktik oder über den Werth der Agrarvorschläge urtheilen, nebensächliche Erwägungen und im großen und ganzen wird man brauchen wir uns nicht zu kümmern. Die Hauptsache ist, daß faum anders verfahren können wie die Kommission, wenn man alle Genossen in Stadt und Land in eifrige Besprechung des die landwirthschaftlichen Wünsche überhaupt ausführlich im Ge- Agrarprogramms eintreten, damit die Delegirten für den fammtprogramm haben will. Dagegen wird mancher überrascht sein, daß der Juhalt der Breslauer Parteitag ein volles und reifes Wert zu stande bringen können. Auf die Einzelheiten der Vorschläge einzugehen, wird neuen Forderungen soweit zurückbleibt hinter den Erwartungen, Aufgabe der Presse und der Versammlungen sein; unanfechtbar welche durch die feierliche oratorische Einführung und schließliche Einsetzung der Agrarkommission in Köln auf vielen ist das Programm nicht in allen Punkten." Seiten entstehen mußten. Indeß spricht das nur für die Ein Eingesandt" in der Märkischen Volks größten Theiles der aufgeftellten Forderungen. Einzelne der Wir sprachen oben von der Eventualität der Erfüllung des ruhige Ueberlegung und das fühle Verständniß der Kom- ftimme", Frankfurt a. D., lautet: miffion. Von der plöglichen Begeisterung für den" Das Agrarische Programm", d. h. die Aenderung des ſelben, wie z. B. Konfistation der Güter der todten Hand, wird der Klassenstaat eben niemals erfüllen und zwar einmal darum bäuerlichen Betrieb ist in den neuen Programmeinschiebsfeln zweiten Theiles unseres Programmes, ist erschienen und die genichts mehr zu spüren; der alte Wunsch der Verstaatlichung fammte Breffe befaßt sich momentan mit dieser Frage. Es wird seinen besten Bundesgenossen, der gescheitelten und geschorencn nicht, weil er das garnicht kann, ohne sein eigenes Prestige bei der Hypotheken- und Grundschulden ist zwar aufgenommen, zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Parteigenossen Selerifei unwiederbringlich zu verlieren, und zum zweiten, aber nicht wie es in Bayern zumindesten zweideutig hieß über diese Frage kommen. Und nicht umsonst; man hat alle weil es feinem ureigensten Interesse schnurstracks zuwiders ,, um der steigenden Bedrängung des landwirthschaftlichen Ursache, diese Frage mit Vorsicht und Ueberlegung zu behandeln. weil es ſeinem ureigensten Interesse schnurstracks zuwiderläuft. Denn darüber sind wir uns doch wohl alle klar, Klein- und Mittelbetriebes entgegenzuwirken". Ein„ Vorkaufsrecht" Es ist daher nöthig, daß aus der Mitte der Parteigenossen, auch der Gemeinden ist statuirt, aber die Gemeinden werden wohl im Lefebezirk unseres Blattes, Stimmen und Ansichten laut daß der Klaffenstaat auf die Hilfe der Kirche angewiesen ist und faum häufig in die Lage kommen, von diesem Recht Gebrauch werden, welche von Interesse sein können, da doch so mancher ohne sie gar nicht existiren kann. Ihm aber zuzumuthen, seine zu machen, während die bayerischen Agrarier hier eine Pflicht Genosse Erfahrungen betr. der Agitation auf dem Lande gemacht laub, Ihr Herren von der Agrarfommission eigenen Lebensadern zu unterbinden, dazu gehört. der Gemeinde anerkannt sehen wollten. Die Gemeinde kann hat. Den Reigen will ich anfangen. ein so vollGrundstücke haben, wenn sie dasselbe bietet wie ein anderer Wenn man sich die Verhältnisse in unserem Distrikte an- gerüttelt Maß politischer Naivetät, daß wir dieses für ganz un Kaufluftiger, das ist thatsächlich kaum etwas anderes, als was sieht, so kann man mit ruhigem Gewissen sagen, daß der neue möglich gehalten haben!" fie heute auch schon fann." Entwurf unsere Arbeit auf dem Lande nicht sehr viel erleichtern Hat sich die Kommission so von utopistischen und sentimen wird. Man hat behauptet, daß wir auf dem Lande wenig Grein Mitarbeiter unter dem Pseudonym Parvus In der Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht talen Regungen im allgemeinen freigehalten, so merkt man ihren folgte erzielt haben; dies ist Thatsache, aber nicht unser Pro- mehrere Artikel über den Programmentwurf, Beschlüssen doch immer noch die unerquickliche Zwangslage an, gramm ist daran schuld, sondern einfach die mangelnde intensive von welchen die Redaktion erklärt, daß dies in die sie durch die kritiklofen Kölner Verhandlungen gebracht Agitation. Unstreitig ist der Bauer in seiner Denkweise schwer- felben nicht, ihre Ansichten wiedergaben. war bekanntlich wurde in Köln die Debatte geschlossen, ehe sie fällig, und es ist zu viel verlangt, ihm durch einige Flugblätter Der wesentliche Inhalt derselben ist: eigentlich begonnen hatte. oder einige Male Konversation eine doch so gründlich von seinen „ Der von der Agrarfommission ausgearbeitete Entwurf eines Nun fordert die Kölner Resolution" Bauernschutz" und Anschauungen abweichende Ueberzeugung beizubringen. Hier hilft Agrarprogramms ist nunmehr publizirt worden und fordert zur ,, Landarbeiterschuh".*) Mit dem lekteren fonnte die nur eins: Wir müssen unser Augenmerk darauf richten, daß ernsten Kritik auf. Rommission schon gar nichts anfangen, denn er steckt zur Parteigenossen, welche es möglich machen können, und wenn Was jetzt zu schaffen gilt, ist weit wichtiger noch, als was Genüge im Erfurter Programm. Hier beziehen sich demnach die hieraus der Partei auch Unkosten entstehen, sich in Dörfern und in Halle und Erfurt geschaffen wurde. Denn damals galt es Zusäße auch nur auf Nebensachen: auf die Vereinheitlichung der fleinen Städten niederlassen, dortselbst an der Hand blos, auf grund einer langen und glorreichen Erfahrung und Arbeiterversicherung und auf Ausdehnung derselben auf alle in der täglich vorkommenden Erscheinungen dem Bauer die Unhalt- einer flaren theoretischen Erkenntniß die Unkorrektheiten und Lohn- und Dienstverhältniß stehende Personen auf die barkeit der heutigen Zustände klar machen und ihm den theilweise durch das Kompromißbedürfniß in Gotha hervors Organisation von Landwirthschafts- neben den Arbeits- Aemtern Kollektivismus einimpfen. Es kommen hierbei für mich selbst gerufenen Falschheiten auszumerzen jetzt handelt es sich darum, verständlich zuerst die Landproletarier und die Eigenthümer in ein neues Programm aufzustellen, das für eine Anzahl Jahre die Doch die Kommission sollte auch die Bauerninteressen wahr- betracht, welche nur soviel produziren, als sie selbst verbrauchen. Richtschnur abgeben soll für die Thätigkeit der Partei. nehmen als selbstverständlich war natürlich hinzuzufügen: Ich meine, es wird nöthig sein, noch einmal darüber zu Gewiß, diesmal haben wir es nicht mit dem allgemeinen, soweit diese Interessen mit denen der Arbeiterklasse nicht diskutiren, ob wir einen derartigen Zusatz zu unserem Programm sondern mit einem Bauernprogramm zu thun. Aber falsch wäre follidiren, Gerade von diesem Bauernschutz" versprach man brauchen oder nicht. Jedenfalls ist verschiedenes darin, welches es deshalb, anzunehmen, das sei eine aparte Angelegenheit, sich mitunter am meisten; auch im Programmentwurf nimmt er die Zustimmung der größten Zahl der Parteigenossen nicht die die eigentliche Arbeiterbewegung wenig beeinflußt, bezw. blos aden breitesten Raum ein. Unseres. Erachtens hat jedoch das Gr finden kann. für diejenigen von Interesse sei, die sich mit der Bauernagitation gebniß der Kommissionsberathungen schlagend dargethan, daß Also nochmals: intensivere und prinzipientreue Agitation- abgeben. Je mehr die Partei sich mit der Bauernagitation be wir als Anwälte der Arbeiter und als ehrliche Politifer hierin die wird die Landproletarier trotz Vergewaltigung, trot Sined tung schäftigt und dazu wird sie immer mehr durch die ökonomische niemals mit den bürgerlich- agrarischen Parteien zu konturriren von seiten ihrer Unterdrücker und Ausbeuter uns, d. h. der und politische Entwickelung gedrängt, daraus entsprang ja auch vermögen und daß wir mit unserer Haft und und unserem Sozialdemokratie näher bringen.-y." das Bedürfniß eines besonderen Agrarprogramms, und zu diesem Nebereifer auf einem todten Strang festzufahren drohten. Die Das Volksblatt" für Harburg, Wilhelmsburg Zweck wird dieses Programm geschaffen, um die Baueruagitation • bürgerlichen Parteien tönnen ganz andere Versprechungen und Umgegend urtheilt in den vorliegen du auf weiterer Grundlage zu entfaltenje ausgedehnter die somachen wie wir, weil sie im Nothfalle die Bauern mit An- 3 mei Artikeln in der Hauptsache also: zialdemokratische Bauernbewegung, desto größer der Zusammens weisungen auf die Taschen der Arbeiter in Stimmung Im allgemeinen dürfte beim ersten Anblick der Arbeiten bang, die Rückwirkungen und Wechselwirkungen zwischen der erhalten und diese Anweisungen, wenn es ihnen sonst paßt, auch der Agrarkommission vielleicht bei dem einen oder andern Genoffen industriellen Arbeiterbewegung und der Bauernagitation. durch Exekution gegen die Aermften der Armen beitreiben lassen der Gedanke entstehen, daß der Ertrag dieser Arbeiten hinter den Eine einheitliche und prinzipielle Partei, die nicht blos tönnen; wir können das nicht, und darum bleiben wir mit den gehegten Erwartungen zurückgeblieben ist. Speziell, wenn man demagogisch nach dem politischen Augenblickserfolg hascht, die Forderungen unter 14( Unterstützung der Genossenschaften), 15 fich erinnert, daß turz vor dem Frankfurter Parreitage in der Sozialdemokratie, die sozial- revolutionäre Partei der kapitalistischen und 16( Hypothekenverstaatlichung, staatliche Versicherung, aber deutschen Parteipreffe das französische Agrarprogramm abgedruckt Gesellschaft veratag nicht auf die Dauer zwei einander wider. ohne Steuersubvention) hinter den antisemitisch- konservativen und erörtert wurde. Es mögen nun wohl viele der Ansicht ge- sprechende Agitationen zu betreiben. Wenn das Agrarprogramm Agrariern zurück. Andere Punkte, wie die unter 7( Fachschulen wesen sein, daß auch die Arbeiten der deutschen Agrarkommiffion Falschheiten enthält, so werden daraus sehr schnell die entund Musteranstalten), 11( Abschaffung aller Privilegien und be in einem ähnlichen breitspurigen Agrarprogramm gipfeln würden. sprechenden Konsequenzen für die Arbeiterbewegung gezogen und hördlichen Funktionen des Grundbesizes), 17,2( Jagdrecht) find Daß dies nicht geschehen, halten wir für eine sehr richtige Handlungs: auf diese übertragen werden. Die Kritik des Programms wird alte gute Bekannte aus alter und neuer liberaler Zeit. Punkt 12 weise der Agrarkommission, denn schwerlich dürften wir die einzigen uns später Gelegenheit geben, dies an konkreten Beispielen zu ( Erhaltung der Allmenden, Vorkaufsrecht der Gemeinden und sein, die es für durchaus verfehlt halten, dem Bruder Bauer" zeigen. Aber auch der allgemeine Charakter, der Geist der Partei, Punkt 10( Abschaffung der Grundsteuern) finden wir von jeher gewissermaßen eine Extrawurst zu braten. Was den französischen ihr politisches revolutionäres Auftreten werden dadurch sofort bei Bauernfreunden von antisemitisch christlich germanischer Genossen recht ist, muß allein deßwegen uns noch lange nicht beeinflußt werden. Es genügt zu erwähnen, daß wir ja nicht Rückständigkeit der Anschauungen. Nur Punkt 13, der die billig sein, weil die einschlägigen Verhältnisse in beiden Staaten zwei gesonderte Fraktionen im Reichstage haben können: die eine Selbstbewirthschaftung der Staats- und Gemeindeländereien in nicht miteinander konform sind. Und hauptsächlich freut es uns, für die Arbeiter und die ondere für die Bauern, bezw. für Inerfte Linie stellt, ist weniger allgemein anerkannt; daß die Bauern daß die Kommission jenen Weg nicht beschritten hat, weil dann dustrie und für Landwirthschaft. Jede prinzipielle Blöße, die für ihn schwärmen tönnten, glauben wir freilich faum. Im die dringende Gefahr vorlag, daß von seiten der Gegner die Be fich etwa die Partei in ihrem Agrarprogramm gegeben hätte, ganzen werden wir mit diesen Forderungen weder dem konser hauptung aufgestellt werden könnte, unfer abgesondertes Agrar- würde von den bürgerlichen Parteien und der Regierung mit vativen Agrarierthum noch der liberalen Opposition, soweit diese programm habe nur dem Bauernfang" zu dienen und seine Ver- jubelndem Triumph auf Schritt und Tritt ausgenützt werden, auf dem Lande noch existirt, irgend eine Bauernfeele abgewinnen wirklichung ließe uns im Grunde sehr kalt. um den Widerspruch mit ihrer allgemeinen sozial- revolutionären tönnen. Der in Köln gepredigte sozialistische Bauernschuß war, Also: der von der Agrarkommission eingeschlagene Weg Stellungnahme aufsveisen. als Agitations- Zugmittel, von vornherein eine Todtgeburt. So- scheint uns der einzig richtige zu sein. Deshalb können wir auch weit wir das Land wirklich erobern können, werden wir es in der Ueberschrift nicht von einem Agrarprogramm sprechen, weiter mit dem alten Arbeiterprogramm thun müssen. sondern lediglich von unserem Parteiprogramm, welches nach Aber verdienstlich war trotzdem die Anregung, einmal die dem Vorschlage der Agrarfommission erweitert werden soll und agrarischen Forderungen auszuwählen, die wir unbeschadet der Klaffeninteressen der Arbeiterklasse glauben unterstüßen zu können. war nur in feinein zweiten Theile. Die Agrarkommiffion hat sich hier vor zu weitgehenden Bugeständnissen zu hüten gesucht. und Kammern. " " Sehen wir uns nun den zweiten Theil unseres Erfurter Programms in seiner bisherigen Fassung an, so lesen wir den Say: Ausgehend von diesen Grundfäßen fordert die sozialdemokratische Partei Deutschlands zunächst":( folgen 10 Forde Der Verfasser des Artikels spricht irrthümlich von Köln, rungen). Dann heißt es weiter:" Zum Schuße der Arbeiterklasse es handelt sich bekanntlich um Frankfurt a. M. fordert die sozialdemokratische Partei Deutschlands zunächst": Es ist also as Agrarprogramm eine Angelegenheit von eminenter allgemeiner Bedeutung für die Partei. Die Kritik an ihm darf nicht bloß vom Standpunkt seiner Wirkung auf die Bauern und Lanbarbeiter, sondern vor allem vom Standpunkt seiner Rückwirkung auf den Klassenkampf des industriellen Proletariats und feines Zusammenhanges mit dem sozial- revolutionären Charakter der Partei geübt werden. Dazu kommt noch, daß der Entwurf der Agrarkommission feine theoretischen Erörterungen, sondern praktische Forderungen enthält. Sie fichen nicht blos auf dem Papier, find nicht blos cine mehr oder weniger gelungene literarische Formulirung des poli tischen Wesens der Partei. Sie geben die Punkte an, auf die formell den Stempel größter Gile auf sich. Die Gruppirung der Der Programmentwurf der Agrarfommission trägt auch fich die politische Agitation, die parlaunentarische, womöglich die einzelnen Forderungen ist wenig übersichtlich und manchmal sind gesetzgeberische Thätigkeit der Partei au fonzentriren hat. Sie in einem Paragraph Sachen vereinigt, die nur lose miteinander ind dazu da, um möglichst schnell in der Form von Gefeßen resp. zusammenhängen. Wir werden uns daher im folgenden nicht Staatseinrichtungen verwirklicht zu werden. Sie bedeuten also stritte an die gegebene Anordnung halten können. einen unmittelbaren Eingriff in die bestehenden Verhältnisse. Zunächst seien die Erweiterungen und Erläuterungen erwähnt, Es ist deshalb durchaus nothwendig, die Sache von allen die zu den bereits im praktischen Programm enthaltenen Auf Seiten zu betrachten und sie reiflich zu erwägen, bevor man zur stellungen gemacht werden. Aufstellung eines Agrarprogramms schreitet." Im weiteren erörtert parvus in dem ersten Artikel die Frage, ob die Agrarkommission überhaupt die Aufgabe gehabt habe, so zu verfahren, wie sie verfahren ist, was er verneint. Man könne nicht zu einer Agrarprogramm- Berathung vorschreiten, bevor man nicht eine Agrardebatte gehabt habe, was in Frankfurt nicht der Fall gewesen sei. " gramm aufzustellen, das etwa den Anschauungen der Antisemiten einfach dem kommunistischen Gebanken zu entsagen und ein Proentsprechen würde! 4 Wenn aber der vorliegende Programmentwurf angenommen wird, in welchem von unserer Hauptaufgabe der Herbeiführung des Kommunismus überhaupt nicht die Rede ist, so werden wir dadurch vielleicht eine Menge Anhänger gewinnen aber zu einem großen Theil solche, die nie und nimmer bis zu unserem Endziele mitgehen werden. Was nüht es uns, wenn wir einen Da ist die Beseitigung aller Ertragssteuern", die sich von Haufen Bauern in die Partei bekommen, dadurch unsere Zahlen selbst aus der" Forderung einer einzigen Einkommens- und bei den Wahlen zum Verdruß unserer Gegner anschwellen sehen Vermögenssteuer ergiebt. Ausdehnung der Arbeiterschuh- und schließlich dann doch nur den Feind in unser eigenes Lager gefeßgebung auf die Landwirthschaft. Neben den gewerbliche gezogen haben! Denn das müssen wir uns doch wohl bei einiger Errichtungen von landwirthschaftlichen Arbeitsämtern. Ueberlegung fagen: Der Bauer, welcher Arbeiter beschäftigt und Korn Im Anschluß an den letzten Punkt enthält das jetzige Pro- verkauft, ist, wenn wir ihm unsere Biele nicht verschleiern, unser ers gramm noch die Forderung einer durchgreifenden gewerblichen bittertster Gegner, nicht nur als Ausbeuter seiner Arbeiter, sondern Im zweiten Artikel schreibt parvus weiter: Hygiene", Statt dessen soll es nunmehr heißen:„ Durchgreifende auch weil er an hohen Kornpreisen intereffirt ist. Für uns " Die Forderungen, die an das Agrarprogramm gestellt Fürsorge für die Gesundheitsverhältnisse der Arbeiter in Stadt tönnen nur in Frage kommen die ländlichen Arbeiter und die werden müssen, find folgende: und Land". Die Nenderung ist offenbar hervorgerufen worden durch kleinen Besizer, welche wenig oder nichts verkaufen, event. noch 1. Es muß im stande sein, das Interesse des Land- das Bedürfniß, die Landwirthschaft hineinzubeziehen und ein auf Arbeit nebenbei angewiesen sind. proletariats und der bei kapitalistischer Produktionsweise zu Fremdwort zu beseitigen. Allein die neue Faffung ist Da wäre vor allen Dingen nöthig: eine flare Scheidung diesem herabsinkenden Bauernmaffe, überhaupt des in der eine sehr unglückliche. Wollte man durchgreifend für die Ge- zwischen dem Theil der ländlichen Bevölkerung, der voraussichtLandwirthschaft thätigen Voltes, insofern es direkt oder in- sundheitsverhältnisse der Arbeiter" sorgen, so müßte man vor lich uns dauernd anhängen wird, und dem, welcher voraussichts direkt vom Kapital ausgebeutet wird, soweit zu erwecken, um allem für die Abschaffung der langen Arbeitszeit, der geringen lich unser Gegner ist, wenn er erst weiß, was wir wollen. Das eine politische Massenbewegung unter der landwirthschaftlichen Löhne und der schlechten und überfüllten Wohnungen Sorge einfache Mittel, diese Scheidung herbeizuführen, ist die entBevölkerung erzeugen zu können. tragen. Diese Aufgaben in ihrer Gesammtheit können wir dem sprechende Betonung unserer Partei als einer revolutionär 2. Es muß geeignet sein, diese Bewegung auf die Dauer kapitalistischen Staat nicht stellen, denn er ist außer stande, sie sozialistischen. Den Landarbeiter wird es nicht abschrecken, wenn aufrecht zu erhalten, solange, bis der Klassenkampf des Prole- zu erfüllen. Aber darum handelt es sich gar nicht an dieser er erfährt, daß der große Grundbesitz fonfiszirt und zum gesells tariats mit dem Sturz der kapitalistischen Produktionsweise be- Stelle. Es ist in Wirklichkeit blos die Beseitigung jener Schäden schaftlichen Eigenthum gemacht werden foll; er kann dabei endet ist. für die Gesundheit gemeint, die sich aus dem öffentlichen Verkehr, nur gewinnen. Den Kleinbauern erschrickt das auch nicht, denn 3. Der Klaffenkampf des industriellen Proletariats darf aus dem gedrängten Zusammenwohnen in größeren Ansiedelungen, ihm soll nichts genommen werden, er wird vielmehr noch gedadurch nicht benachtheiligt werden. besonders in den Städten, aus der gemeinsamen Arbeit in der winnen. Ganz anders steht es mit den größeren Bauern. Zwar 4. Der allgemeine fozialrevolutionäre Charakter der Partei gesundheitlich schlecht eingerichteten Fabrit oder Werkstatt ergeben, auch er wird schließlich Vortheil haben; aber das wird er uns muß gewahrt bleiben. Man vergesse nicht, daß es sich nicht furz die öffentliche Gesundheitspflege. Das mußte aber vor natürlich nie glauben, ebenso wenig, wie ein in dem gegendarum handelt, die landwirthschaftliche Bevölkerung mit allen allem klar gesagt werden. wärtigen Strudel abgehegter Unternehmer es uns jemals glauben Mitteln zu gewinnen, sondern vor allem darum, den Klassen- Es ist uns jedoch überhaupt nicht recht verständlich, wie die wird, daß wir auch seine Lage verbessern wollen. Unser großer tampf aufs platte Land zu verpflanzen. gesundheitliche Besserstellung des platten Landes in der fapitalisti- Lehrer Mary hat eine sehr tiefe Wahrheit ausgesprochen, als er 5. Schließlich muß die Faffung klar sein, teine Unbestimmt- schen Gesellschaft vor sich gehen könnte. Ein Umbau der Dörfer zum ersten Male den Satz aufstellte, daß die Emanzipation der heiten enthalten und keine Mißdeutungen zulaffen. Das Pro- würde mit großen Schädigungen für die vielen kleinen Haus- Arbeiterklasse das Werk der Arbeiterklasse selber sein müsse; und gramm muß jedermann verständlich machen, was wir wollen. und Hofbefizer verbunden sein. Eine sanitäre Beaufsichtigung auf dem Lande ist es durchaus nicht anders, wie in der Stadt. Der Entwurf der Agrarkommission stellt sich zunächst als der Bauernhöfe ist unmöglich. Und dann, wer sollte die Kosten Der zwölfte Punkt unseres neuen Programms soll nun Einschiebung in das allgemeine Programm dar. Zu diesem tragen? Die Gemeinden? Die sind auch jezt arm genug. Es lauten:„ Erhaltung und Vermehrung des öffentlichen GrundZwecke muß der Uebergang vom theoretischen zum praktischen ist also eine Sache, die sehr vorsichtig angefaßt werden muß. eigenthums( Staats- und Gemeinde Eigenthum jeder Art, Theil durch eine größere Einschaltung erweitert werden. Es heißt Ferner werden gefordert obligatorische Gewerbegerichte so- Allmend), insbesondere Ueberführung des Besizes der todten danach nunmehr, daß die Sozialdemokratie zur Demokratisirung wohl für gewerbliche als für landwirthschaftliche Arbeiter". Hand( der Korporations, Stiftungs- und Kirchengüter), der (! versteht denn der Bauer dieses Wort?) aller öffentlichen Ein- Nette Stilisirung das!" Gewerbe" gerichte für Landwirthschaft", Stealgemeinden, der Wälder, der Wasserkräfte u. f. w. in öffent richtungen in Reich, Staat und Gemeinde, für die Hebung der das ist genau so, wie eine Agrarfommission für Gewerbe. Es liches Eigenthum unter Kontrolle der Voltsvertretung. fozialen Lage der arbeitenden Klaffen und für die Berbesserung müßte heißen Arbeitsgerichte" oder ähnlich. Aber die Rom- Einführung eines Verkaufsrechts der Gemeinden bezüglich der Zustände in Gewerbe, Landwirthschaft, Handel und mission hatte Gile! der zur Zwangsversteigerung kommenden Güter." Verkehr, im Rahmen der bestehenden Staats- und Gesell- Nachdem dann ausgeführt worden, daß die Forderung von In diesem Absatz ist eine Anzahl ganz verschiedener Dinge schaftsordnung zunächst fordert", und nun folgen die einzelnen Fachschulen, Mufterwirthschaften 2c. tennzeichnend set für den in bunt zusammengewürfelt. Punkte. Kleinigkeiten sich verlierenden Geist" der Urheber des Pro- Das Staats- und Gemeinde- Eigenthum, beide als„ öffent Wir wollen uns bei rein stilistischen Aussehungen nicht gramms und daß sie auch vom tonservativen Herrn v. Schulz liches Eigenthum" zusammengefaßt, foll erhalten und vermehrt aufhalten, aber man beachte die gesperrt gedruckte Stelle: Lupig" befürwortet werden könne, schreibt der Mitarbeiter der werden. Verbesserung der Zustände in Gewerbe, Landwirthschaft, Leipziger Volkszeitung": Staatsbomänen und Allmenden, Gemeinheiten 2c. haben nur Sandel und Verkehr". Was wird damit gemeint? Der Wir verweisen auf die bisherige Fassung des praktischen das mit einander gemeinsam, daß sie nicht das Eigenthum von Saz ist ganz verschwommen. Die Zustände in Gewerbe 2c. Programmtheils, die vollkommen prinzipiell ist. Warum werden Privaten sind. Sonst sind diese beiden Arten öffentlichen Eigen tönnen ökonomischer, auch technischer, sie können, insofern hier nicht diese fleinen Maßregeln gefordert? Warum enthält thums in ihrer gegenwärtigen Benutzung ganz verschieden. Die es sich um die Rückwirkungen der ökonomischen Verhältnisse auf er nichts über Armenunterstützung, über die Organisation öffent- Staatsdomänen werden an große fapitalistische Bächter vers die gesammte soziale Lage der dabei betheiligten Personen handelt, licher Pfandleihanstalten und ähnliche, innerhalb der fapitalistischen pachtet; biefe find in ber Regel die intelligentesten Landwirthe, sogenannter sozialpolitischer, sie können ferner fanitärer oder Gesellschaft zweifellos nühliche Einrichtungen? Weil eben die die Pioniere der technischen Fortschritte auf dem Lande, wie sie fogar sittlicher Natur sein. Partei ihre prattische Bethätigung innerhalb der tapitalistischen ja auch die Pioniere des Agrarierthums find. Der GemeindeGesellschaft nicht im Sinne einer seichten Reformisterei, sondern besitz besteht entweder aus Weiben, Walb oder Aeckern. In als Vorbereitung der sozialen Revolution betrachtete. früheren Jahren, als die sozialen Gesichtspunkte noch und man Aber wenn man von der Absicht ausgeht, die ökonomischen ganz vernachlässigt wurden nur nach dem Bustände in der Landwirthschaft schon innerhalb der fapitalistischen technisch Vortheilhafteften Vortheilhaftesten sah, suchte man biese Ge Gesellschaft zu verbessern, dann geräth man unbedingt in das meinheiten möglichst aufzutheilen, weil man der Meinung Fahrwasser fleinlicher Reformen. Denn im großen ist hier nicht war, daß sie im Privatbesih besser ausgenutzt wurden. Das war wert. Deshalb die Musterwirthschaften, Bersuchsstationen 2c., heute, wo sie der flaatlichen Inspektion unterliegen, ja nicht u machen, und so bleibt nur die Flickarbeit am Bei- und Neben auch richtig. Wälder, welche den Gemeinden gehören, können weil man glaubt, dem Bauern helfen zu können, wenn man seine mehr so rüdsichtslos devaftirt werden wie früher; aber schon landwirthschaftlichen Kenntnisse erweitert. Als ob die ungenügenden die raubbaumäßige Ausbeutung der Waldstreut, welche die landwirthschaftlichen Kenntnisse die Ursache der Noth des Bauern Bildung jedes Humus verhindert, macht eine gedeihliche Ent find, und nicht die Noth die Ursache seiner Unkenntniß, die wirth- wicklung der Gemeindewälder unmöglich. Wo man einen misefchaftliche Noth, die dem Bauern fein ausreichendes Produktions- rablen Wald sieht, da gehörte er sicher einer Gemeinde. Ebenso gebiet, feine Mittel einer rationellen Wirthschaft, feine Mittel geht es mit den Weiden; auch diese werden schlecht behandelt. und Möglichkeit des Unterrichts giebt?! Auch eine Weide will in Ordnung gehalten sein. Die Disteln Das ist kein Zufall. Bis jetzt hat es die Sozialdemokratie wollen wir an dieser Stelle nur folgendes erwähnen: Von den selbständigen Forderungen des Agrarprogramms müssen entfernt werden, die Bülten, das sind Erhöhungen, welche sich dadurch bilden, daß gewisse Grasarten vom Bieh nicht gern als ihre Aufgabe betrachtet, nicht die ökonomischen Zustände der ,,§ 11. Abschaffung aller mit dem Grundbesig verbundenen gefressen werden, wodurch Büschel stehen bleiben, die herrschenden Gesellschaftsform zu verbessern", sondern sie ab- behördlichen Funktionen und Privilegien. Entschädigungslose allmälig auf grund der vermoderten Büschel immer höher werden, zuschaffen. Denn sie betrachtete diese Zustände als das natur: Aufhebung jeglicher Art noch bestehender Grbunterthänigkeit und müssen alle paar Jahre abgehackt werden u. f. w. Ein Privatnothwendige Ergebniß der gesammten auf dem Privatbesitz an der aus derselben herstammenden Lasten und Pflichten." Politi befizer thut das; aber wo eine Weide Gemeinde- Eigenthum ist, den Produktionsmitteln und der Waarenproduktion beruhenden sche Freiheit und Gleichberechtigung sind allerdings die Vor- da bekümmert sich niemand um solche Dinge. Aecker, welche tapitalistischen Produktionsweise. bedingungen des modernen Klaffenkampfes. Gemeinde- Eigenthum sind, werden gewöhnlich verpachtet. Da Bon apartem Interesse ist der Abs. 2 von§ 17: Fretes auch hier die Gemeinde nicht die nöthige Aufmerksamkeit ausübt, Jagdrecht auf eigenem und gepachtetem Boden. Berhütung, ge- so nußt sie der Pächter nur aus und hält sie in schlechter gebenenfalls volle Entschädigung für Wild- und Jagdschaden." Kultur. Da die Hebung der sozialen Lage der Arbeiter schon im Borderfaz enthalten ist, so find offenbar die ökonomischen Bustände gemeint, d. h. die auf Produktion und Erwerb bezüglichen. Die Verbesserung diefer ökonomischen Zustände in Gewerbe, Landwirthschaft, Handel und Verkehr soll also, nach der Dar: stellung des Entwurfs, unter andereni die Aufgabe unseres Sieht man nun dieses selbst durch, so findet man in ihm, abgesehen von dem neuen agrarischen Theil, teine einzige Forde rung, die man unter diese Rubrik stellen könnte. Unsere praktischen Forderungen find: entweder rein politischer Natur, erfassen also den Arbeiter als Bürger, oder sie sind finanzieller Natur, beziehen sich also wieder direkt auf das Verhältniß zwischen Bolt und Staat, oder aber sie sind, wie der Arbeiterschuh, sozialpolitisch, beziehen sich auf die" Hebung der sozialen Lage der arbeitenden Klaffen", die der Entwurf besonders registrirt. Darum meinte bis jetzt die Sozialdemokratie, daß ihre Auf gaben innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft die sind durch politische und gewerkschaftliche Organisation die Arbeiterklasse zu einer Macht heranzubilden, die im stande wäre, die soziale Der Wild- und Jagdschaden ist eine große Plage in Süd- In neuerer Zeit, wo vom grünen Tisch aus die Dinge Revolution zu vollbringen, ferner, die politische Unterdrückung deutschland, besonders in Bayern. Aber seine Bedeutung für das sozial" betrachtet werden, sieht man die Allmenden mit der Arbeiterklaffe zu beseitigen und schließlich, gleichzeitig Reich ist minimal, der Zusammenhang mit unserer allgemeinen günstigeren Augen an wie früher; in Baden macht damit, durch gewerkschaftlichen Stampf und sozialpolitische Parteithätigkeit so gut wie gar keiner. Wenn unfere bayerischen man sogar Versuche, den Gemeindebesitz wieder zu ver Gesetzgebung, soweit es nur geht, die Lage der Arbeiterklasse zu Genossen durch den Landtag nach dieser Richtung hin Remedur größern. Die Forderung dieses ersten Punktes wird aber bereits verbessern. zu schaffen suchen, so thun sie gut daran. Aber in das Partei- vom Gegenwartsstaate erfüllt. Ich meine, wer die Dinge Die Verfasser des Agrarprogramms haben nun gang richtig programm paßt das nicht hinein. unbefangen und nüchtern beurtheilt, kann das nur für einen erkannt, daß durch all das die ökonomischen Verhältnisse nicht Uebrigens, es fommt nicht blos darauf an, die volle" Ent- Rückschritt halten. geändert werden. Wird doch z. B. selbst burch Verkürzung des schädigung zu fordern, sondern noch mehr darauf, sie zu sichern. Der Entwurf fährt fort, daß insbesondere auch die Wälder Arbeitstages und Erhöhung des Arbeitslohnes das ökonomische und das kann nur geschehen, indem man ihre Bemeffung in in öffentliches Eigenthum überführt werden sollen- da gesagt Verhältniß zwischen Kapitalisten und Arbeiter gar nicht beein- ftrittigen Fällen der Entscheidung der Gemeinde überläßt. Und ist unter Kontrole der Boltsvertretung", so soll das wohl heißen, trächtigt. Selbst quantitativ tann dabei die Ausbeutung resp. der das ist es, was zu fordern war. in Staatseigenthum. Profit des Kapitalisten steigen." Freies Jagdrecht auf eigenem und gepachtetem Boden." Es Befizer von Privatwäldern sind Großgrund- und LatifundienWeil die Schöpfer des Programmentwurfs das erkannt ist der erste Fall, daß der Schutz des Privateigenthums befizer, deren Expropriirung das Programm so wie so verlangen haben, so fügten sie zu der Hebung der sozialen Lage der als aufgestellt wird. sollte; es ist also überflüssig, das hier besonders zu erwähnen. arbeitenden Klaffen" noch die Verbesserung der Zustände Weit näher, als das, läge es uns doch, so glauben wir, den be- Gin Unterschied zwischen Wald- und Feldbesitz besteht nur insofern, in Gewerbe, Landwirthschaft, Handel und Verkehr" hinzu. stehenden Schutz des resp. Privateigenthums etwas zu mildern. als ersterer am vortheilhafteſten in eigener Stegie des Staates Und indem sie das hinzusetzten, setzten sie sich in einen wir meinen die harten Strafen für unbefugtes Jagen. Diese bewirthschaftet wird. Ferner giebt es Interessentenwälder, eklatanten Widerspruch mit der flaren prinzipiellen Auffassung werden durch das privateigenthümlich freie" Jagdrecht nicht aus welche gemeinschaftliches Eigenthum einer Anzahl Gemeindeunseres Programms, mit der Geschichte und der Zukunft des der Welt geschafft. Im Gegentheil, je mehr Privatrechte, desto mitglieder sind; meist sind das frühere Allmenden, deren , proletarischen Klassenkampfes. Denn, wenn wir die Möglichkeit mehr Uebertretungen. Genuß man in der Folge nicht jedem auch zugezogenen Gemeindehätten, innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft die ökonomischen Das ganze spielt bereits auf das Gebiet des Strafrechts mitglied gestattet hat, sondern nur den Nachkommen der früheren Bustände zu verbessern, zu welchem Zweck dann der fozial- herüber. Bollten wir uns damit abgeben, so müßten wir das Gemeindeglieder. Das sind nun Bauern, auch Kleinbauern. revolutionäre Kampf? Dann würden wir einfach allmälig, Tag ganze bürgerliche Gesetzbuch und das Strafgesetzbuch in das Denen kann man doch ihr Eigenthum nicht wegnehmen! für Tag bald dieses, bald jenes aufbessern, bis ganz unmerklich Parteiprogramm aufnehmen." ein Zustand geschaffen worden ist, bei dem es allen leidlich wohl geht. Man glaube nun nicht, es handle sich blos um einen redaktionellen Mißgriff. Mit nichten, so sehr auch die Faffung an Klarheit zu wünschen läßt. Aber der neue, agrarische Theil des Programms enthält thatsächlich solche Forderungen, die eine Berbefferung der Zustände( lies: der ökonomischen Zustände) in der Landwirthschaft" bezwecken. Sind aber einmal diese Forde rungen im Programm, so ist es gleichgiltig, ob sie vorher, wie es der Entwurf thut, ihrem Wesen nach im allgemeinen charakterisirt sind oder nicht. Und nehmen wir in bezug auf die Landwirthschaft eine folche Stellung ein, so ist nur folgerichtig, daffelbe auch auf Gewerbe, Handel und Verkehr zu übertragen. Die Verfasser des Entwurfs zogen also blos die richtige Stonsequenz aus ihrer prinzipiellen Stellungnahme der Landwirthschaft gegenüber, indem fie den kritisirten Passus schrieben. Hätten sie es nicht selbst gethan, so würde es von anderen besorgt werden, vor allem von Denen, die daran wirthschaftlich oder politisch intereffirt sind. So haben wir denn den ersten klaren und sehr bezeichnenden Fall, wie das Agrarprogramm auf die Arbeiterbewegung und Die allgemeine fozial- revolutionäre Stellung der Partei zurück Einem dritten Artikel der Leipziger Boltszeitung" ent nehmen wir die folgende Stelle: wirft." Forderung bea arteiprogramms 11 Aus den Artikeln der Sächsischen ArbeiterBeitung", welche die Redaktion ausdrücklich als die Anschauungen eines Einzelnen bezeichnet. heben wir folgendes hervor: güter. Konfiszirt sollen ferner werden die Stiftungs- und KirchenSie = ant Wo noch Stiftungsgüter eristiren, da sollte man sie doch ja laffen. Ihr Ertrag entlastet die betreffenden Gemeinden in ihren Armenverpflichtungen auf der einen Seite, und garantirt auf der anderen den Armen eine bessere Existenz, als wenn sie von der Vielleicht geht es manchem, der den Agrarprogramm- Entwurf Gemeinde unterstützt würden. Es wäre doch unerhört von einer gelesen hat, wie mir: er fragt sich erstaunt: Was ist denn an Arbeiterpartei, wenn sie das Eigenthum der Armen rauben diefem Entwurf sozialdemokratisch? Die Forderungen, welche wollte! würde sich dadurch den reformirenden er enthält, find sämmtlich der Art, daß sie von jeder bäuerlichen Fürsten und den räuberischen Güter Spekulanten Demokratie gestellt werden könnten, denn auch diese wird den anschließen, welche die französische Revolution ausgebeutet haben. Arbeitern schließlich doch wenigstens Roalitionsrecht, Schieds- Aehnlich steht es mit den Kirchengütern. Auf dem Lande gehen gerichte zc. zuerkennen. Erhaltung und Vermehrung des öffent die Leute nun einmal noch in die Kirche; um dieses Bedürfniß lichen Grundeigenthums"," Bewirthschaftung der Staats- und zu befriedigen, haben ihre Vorfahren die Aecker gestiftet. Mit Gemeindeländereien auf eigene Rechnung, oder Verpachtung welchem Recht kann eine Partei, welche gegen jede Unterdrückung an Genossenschaften von Landarbeitern und von Kleinbauern", anfämpft, jetzt diese Güter rauben? Man soll doch nicht glauben, Staatstredit für Bodenmeliorationen", Uebernahme der Wege- daß man diese Leute mit Gewalt, aufklären" fann. Wenn man foften auf den Etaat"," Errichtung von Fachschulen"," Verstaat das Verfügungsrecht über das Kirchengut einfach in die Hand lichung der Hypotheken" das alles wird jede bäuerliche Partei der Gemeinde legt, derart, daß sie bestimmen fann, ob es seiner mit Vergnügen auf ihr Banner schreiben. Was würde man jeßigen Bestinimung erhalten bleibt oder anders verwendet sagen, wenn ein analoges Programm für die Industrie aufgestellt werden soll, so wird es ohne Schwierigkeiten im Laufe von ein würde, das jeder Zünstler unterschreiben kann! Freilich, Land- paar Menschenaltern überall, entsprechend der geistigen Entwirthschaft arbeitet unter ganz anderen Bedingungen wie wickelung, für kirchliche Zwecke nicht mehr verwendet werden. Industrie. Man kann nicht mechanisch die sozialdemokratischen Der erste Theil des§ 14, welcher Staatskredit für GenossenForderungen, soweit sie für die Industrie gelten, auf die Land- schaften zur Feldbereinigung, Bodenmeliorationen 2c. verlangt, wirthschaft übertragen. Aber deshalb ist doch nicht nöthig, wird wohl nirgends Widerspruch finden; desto mehr aber der " . zweite Theil, Uebernahme der Kosten für Bau und Instand-| besonderes Gewicht auf die Gewinnung des Kleinbürgerthums| Lande eine andere sein müssen als in einem Lande, dessen Volk haltung der öffentlichen Verkehrsmittel( Bahnen, Straßen, Wege, legen zu müssen), und deshalb wurde auf dem vorjährigen Partei- noch unter völlig rückständigen politischen Verhältnissen lebt, obWasserläufe) sowie für Deiche und Dämme an den Staat oder tag die Nothwendigkeit eines besonderen Agrarprogramms betont wohl seine wirthschaftliche Entwickelung auf derselben Höhe steht das Reich". Man denke nur, welche Entrüstung sich erheben und eine Agrarkommission eingesetzt, welche die Sache bis zum wie im Nachbarvolte. " Grund und Boden würde, wenn die Agrarier plötzlich das Verlangen stellten, um nächsten Parteitag näher prüfen und eventuell Vorschläge machen Mit solchen Fragen der Taktik haben wir es ja zum guten der nothleidenden Landwirthschaft" aufzuhelfen, solle der Staat sollte. Theil im zweiten Abschnitte unferes Parteiprogramms zu thun. Bahnen, Kanäle 2c. bauen, damit die Landwirthe ihre Produkte Sehen wir uns nun zunächst den Entwurf an, so fällt fofort Er zeichnet die Wege vor, auf welchen wir innerhalb der heutigen billiger an den Mann bringen können. Ganz gewiß auf, daß darin so wenig Sozialdemokratisches, aber umfomehr Staats- und Gesellschaftsordnung unserem endgiltigen Biele entwürde man ihnen antworten: Durch solche folche Anlagen staatssozialistische Vorschläge zu finden sind. Man wende nicht gegenstreben. Die vorgeschlagenen Aederungen find deshalb haben offenbar nur die Grundbesitzer Vortheil, Vortheil, deren ein, daß auch der bisherige zweite Theil des Programms daraufhin zu prüfen, wieweit sie geeignet sind, das VorwärtsRente durch sie steigt resp. in ihrem Fall aufgehalten wird, nur an den heutigen Staat zu stellende Forderungen enthalte; dringen der Sozialdemokratie ihrem Ziele entgegen zu fördern. die mögen aber auch die betreffenden Anlagen machen. Wie soll man vergleiche genau diese mit dem vorliegenden Entwurf und Denn das ist der Zweck. der steuerzahlende Arbeiter in der Stadt dazu kommen, dem man wird finden, daß die sämmtlichen in dem bisherigen Pro- In einem zweiten Artikel schreibt das Hamburger Grundbefizer seine Rente zu erhöhen? Bei dem gegenwärtigen gramin stipulirten Forderungen allgemeiner Natur und für Stadt Echo": niedrigen Zinsfuße werden Kleinbahnen überall schon von Gesell- und Land gleich anwendbar sind, während durch den Agrar- Die Sozialdemokratie ist eine proletarische Partei. Sie ist schaften gebaut, wo nur einigermaßen eine Rentabilität heraus entwurf Bestimmungen in das Programm hineingebracht werden, nicht nur die anerkannte politische Vertreterin der vorhandenen schaut, und schon heute unterstützen die Kreise durch Zinsgarantien die nur die ländliche Bevölkerung und in der Hauptsache nur Proletarier, sondern auch derer, die es zu werden im Begrtffe diese Bewegung. Chausseen sind schon überall vorhanden, wo die selbständigen Bauern angehen, indem hier die kleinen sind, der Schichten, die mit der fortschreitenden ökonomischen Entdas allgemeine Intereffe sie verlangt; wie soll der Staat dazu Mittel für die Landwirthschaft" erscheinen. Diefen Umstand wickelung unweigerlich ins Proletariat hinabgestürzt werden. kommen, etwa einen Landweg, der ein Dorf mit der Chauffee beachte man wohl, er ist für uns von der weitgehendsten Die Partei mußte nothwendig in ihren Anfängen eine rein verbindet, zu einer Chauffee auszubauen, wovon den Nutzen doch Bedeutung, und wird der Entwurf in der vorliegenden städtische sein. Der Kapitalismus bemächtigte sich zunächst neben dem nur die Großgrundbesitzer und Großbauern, fast gar nicht die Klein- Fassung angenommen, so nimmt damit die Partei die Handel der Industrie, eroberte einen Biveig derselben nach dem anbauern haben? Denn die fahren teine Wagen mit Getreide fort. Taktik derjenigen an, die glauben, unter allen Um- deren, expropriirte und verdrängte die Masse der selbständigen im Diefelbe Bedeutung, blos die Grundrente zu steigern, würde ständen sogenannte„ praktische Politit" treiben zu müssen, eigenen Befihe der Produktionsmittel befindlichen Kleinproduzenten die in§ 10 eingeschobene Forderung der Beseitigung aller Er- praktische Politik, deren Folgen für die Partei vor und setzte an deren Stelle immer wachsende Massen besigloser trags( Real) Steuern,( Gewerbe-, Haus-, Grundsteuern 2c.)" läufig ganz unberechenbar, auf alle Fälle aber geeignet Proletarier, die zur Ermöglichung ihrer Existenz auf den Verkauf haben. Wie sollen wir dazu kommen, den Grundbesitzern die sind, der heranwachsenden Generation eine Schule zu geben, die ihrer Arbeitskraft angewiesen und damit der Knechtung seitens Grundsteuern zu schenken, wir, die wir in der Miquel'schen der Partei den revolutionären Charakter nimmt. Das wollen des Kapitals auf Gnade oder Ungnade überantwortet waren. Steuerreform, die in dem Erlaß der Grundsteuer gipfelt, eine der wir doch lieber nicht mitmachen. In den städtischen Industriezentren sammelten sich diese Massen. schamlosesten Begünstigungen des Agrarierthums erblicken! Die Wir kommen zu dem Schluß, daß man überhaupt ganz dar- In der gegenseitigen Betrachtung ihres Glends erwuchs ihnen Grundsteuern sind Abzüge von der Grundrete; erläßt man sie, so auf verzichten sollte, besondere Bestimmungen über die Agrar- das Bewußtsein der verzweifelten Hilflosigkeit ihrer Lage innerschenkt man den Betreffenden einfach das dem Abzug entsprechende frage oder überhaupt über die Verhältnisse einer bestimmten halb der heutigen Gesellschaft und an der führenden Hand der Kapital, und den Ausfall an den Staatseinnahmen müssen die Bevölkerungsklasse in das Programm hineinzubringen. Wir großen sozialistischen Theoretiker die Erkenntniß, daß die gesellübrigen Steuerzahler tragen. Man werfe nicht ein, daß durch halten das für unsozialdemokratisch und unserer ganzen Ver- schaftlichen Schäden, unter denen sie leiden, mit dem Fortgange die Vermögenssteuer, welche man dann neu einführen, gangenheit widersprechend. der Entwickelung nur schlimmer werden würden, bis der Höherefp. wo sie bereits existirt, erhöhen werde, ja diefer Um geeignetes Material zur Landagitation zu erhalten und punkt der Entwickelung des Kapitalismus erreicht sei, auf welchem Verlust wieder einkomme. Die Grundsteuer ist etwas, um zugleich die Lage der Landarbeiter zu verbessern, halten wir sein Wirthschaftssystem an seinen eigenen inneren Widersprüchen was der Staat jetzt schon hat; sie ist gar teine Steuer wie es für das beste, daß unsere Abgeordneten, soweit es in ihrer scheitern müsse. andere, weder historisch noch begrifflich. Will man eine Ver- Macht steht, Anträge im Reichstage einbringen, die sich mit den Je größer die Proletariermassen wurden, desto mehr lernten mögenssteuer, so kann man sie außerdem auflegen und begeht vom sozialdemokratischen Standpunkte aus anzuerkennenden For- fte die Nothwendigkeit einer grundlegenden Aenderung der dadurch keine Ungerechtigkeit, denn sie trifft alles Vermögen, derungen im Agrarprogramm- Entwurf decken." ökonomischen Basis der Gesellschaft, aber auch sich selbst in ihrer mobiles wie immobiles. Will man aber die Grundsteuer erst den Grundbesitzern schenken, so begeht man dadurch eine UnDas Hamburger Echo ,, schreibt in einem ersten Artikel: Vereinigung als den Machtfattor erkennen, der bestimmt sei, die gerechtigkeit, denn dadurch werden ja die Grundbefizer für Auf- Welche weitiragende Bedeutung dem Entwurf zu einem Agrar- kapitalistische Welt aus den Angeln zu heben und ein neues, den legung der Vermögenssteuer entschädigt. Sie bezahlen dasselbe programm der sozialdemokratischen Partei Deutschland beizu- Interessen der Arbeit dienendes Wirthschaftssystem an deren Stelle wie früher, während alle anderen Befizer von Vermögen mehr messen ist, läßt sich recht gut an der Haltung der gegnerischen zu sehen. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, das Bewußtsein Presse ermessen. Kein bürgerliches Blatt von nur irgend gleicher Interessen, der Drang zum einigen, gefchloffenen Sandeln nur irgend §16 verlangt Verstaatlichung der Versicherungen und mög- welcher Bedeutung entzieht sich der Stellungnahme in traten schärfer und schärfer heraus und schweißten die zum Selaffenlichste Ausdehnung derfelben. Borausgesetzt, daß diese Ber- dem einen oder anderen Sinne. Das ist nicht auffällig und bewußtsein erwachten Proletarier zur Partei der Sozialdemokratie zusammen. sicherungen nicht, wie üblich, allzu bureaukratisch vom Staat war vorauszusehen. Ist heute doch einmal die Sozialdemokratie Die junge Partei ging dabei nothwendig zunächst von den verwaltet werden, so daß sie dem Versicherten weniger bieten sum Mittelpunkt alles öffentlichen Interesses geworden. Mit Arguswie die privaten das soll thatsächlich jetzt der Fall sein augen verfolgen die Gegner jeden Schritt, der von unserer Seite eigensten Intereffen ihrer Mitglieder aus. Sie rekrutirte fich fast wird man dem beistimmen müssen. Desgleichen dem Verlangen unternommen wird; die Triebfeder für sie ist die Furcht, daß die ausnahmslos aus den städtischen, den Industrieproletariern, und Sozialdemokratie neue Mittel und Wege finden werde, noch rascher deren Bedürfnisse mußten in den Forderungen der Partei zunächst der Einschiebung in§ 7, welche Fortbildungsschulen, landwirth Gegner noch schärfer zu bedrohen. nach staatlicher Hilfeleistung bei Nothſtänden. Dasselbe gilt von in ihrem Wachsthum voranzuschreiten und die Positionen der zum Ausdruck kommen. Zwar waren die Vertreter des Sozialismus nicht so einseitig, zu übersehen, daß die als nothwendig schaftliche Fachschulen, Musterwirthschaften 2c. verlangt. Auch der erste Theil des§ 17 wird nicht sehr angefochten werden Wie schon an einigen Beispielen nachgewiesen, ist die Stellung- erkannte Bergesellschaftung der Produktionsmittel sich nicht bekönnen, obwohl man immer bedenken muß, daß eine„ umbe- nahme der bürgerlichen Presse eine verschiedene. Ihrem Charakter schränken dürfe auf die industriellen, sondern auch die Basis der Urproduktion und Temperament entsprechend kann man zwei Auffassungen unter in den Einzelforderungen, die zur Wahrung der Interessen des mit erfassen müsse. Aber schränkte" Aufrechterhaltung und Erweiterung der Waldnuzungen sehr zur Schädigung der Wälder führen kann. Es wäre vielleicht scheiden. angebracht, wenn hier ein Paffus eingeführt würde, daß dort, Es sei ein Sieg der gemäßigten Richtung", der in den neuen Proletariats aufgestellt wurden, beschränkte sich die Partei faft wo das Streusammeln in den Wäldern nicht genügend erlaubt Programmpunkten zum Ausdruck kommt. Von anderer Seite ausschließlich auf solche, welche die Bedürfnisse der Industriewerden kann, vom Staat zu billigen Frachttarifen und zum fuffionen auf dem Frankfurter Parteitage eher eine Wendung Situation, in welcher sich die Sozialdemokratie befand. Zunächst war wird in der Programmerweiterung in Rücksicht auf die Dis- arbeiter berührten. Das ist durchaus erklärlich; es ergiebt sich aus der ganzen Selbstkostenpreis Torfstreu besorgt werden folle. Die Verstaatlichung der Hypotheken fand sich bereits im su Herrn Bebel", d. h. eine radikalere Gestaltung der Stellung das industrielle Proletariat für die beenwelt des Sozialismus zu demokratischen Programm vor und wurde von den 48 er Rom- u den Agrarfragen erblickt. munisten aufgenommen. Mit der Vernachlässigung der Land- Als dritte Gruppe reihen sich diejenigen an, welche in be- gewinnen. Ungezählte Tausende industrieller Arbeiter standen ihr noch agitation zu gunsten der industriellen verschwand die Forderung zug auf das Thun und Handeln anderer und besonders fern; in den Städten fand sich noch ein reiches Agitationsfeld, der Sozialdemokratie überhaupt nicht objektiv zu denken ver- auf welches in erster Linie das Augenmerk der Partei zu richten aus dem sozialistischen Programm, und tauchte dafür plötzlich mögen, die alles nur nach ihrem eigenen Intereffe beurtheilen war. Man sah die nächsten Genossen und Kameraden bei der und fich stets nur fragen, wie weit ihnen die Handlungen anderer auf. Namentlich der klerikal reaktionäre Freiherr v. Vogelsang gefährlich werden können. Zu dieser Gruppe zählt die Mehrzahl sie von der allgemeinen Degeneration bedroht, und ganz natur in Wien hat sich ihrer sehr angenommen. Der nationalliberalen Organe und der vom Schlage der Stummder Aus dieser merkwürdigen Geschichte der Forderung ergiebt en sich, daß man sie doch sehr vorsichtig betrachten soll. Es ist doch schen" Post", die aus ihrer eigenen politischen Unaufrichtigkeit den drängenden Bedürfnissen der Industrie- Arbeiter anpassen. sich, man sie und da ist ja Aber ehe es der Sozialdemokratie gelungen war, das ges unmöglich, anzunehmen, daß die Klerikal- Reaktionären ein Ver- belieben. Für sie ist die Sozialdemokratie die Partei des gewalt- fammte Industrieproletariat zu sich herüberzuziehen. sie Fäden über die Die spezifischen Arbeiterforderungen beschränken sich auf Ar- famen Umsturzes. Und mag man ihnen noch so schlüssig be- auch heute noch viel zu thun beiterschutz- Gesetzgebung, behördliche Ueberwachung und Er- weisen, daß die Sozialdemokratie die allergrößte Thorheit begehen Grenzen der Industriezentren hinaus; das Verbreitungsgebiet forschung der Arbeitsverhältnisse, Gewerbegerichte, Ausdehnung würde, wenn sie auf den gewaltsamen Umsturz hinarbeiten wollte, ihrer Ideen dehnte sich aus bis in die entferntesten Landdistrikte, ber Arbeiterversicherung auf alle ihr noch nicht zugehörigen mag die Sozialdemokratie noch so ernsthaft sich mühen, in fried: wenn auch dort die Anhänger unserer Partei zunächst nur verPersonen. Dazu kommen noch die alten Forderungen auf Auf- alles einerlei fie bleibt für jene die Partei des gewaltsamen fich wirthschaftlich revolutionirt und fährt dann fort: Aber auch licher Arbeit den nothwendigen Entwickelungsgang zu fördern, einzelt faßen. Das„ Echo" zeigt dann, wie die Verhältnisse auf dem Land hebung der Gefinde- Ordnungen 2c., Koalitionsrecht 2c. Das ist wenig; aber mehr ist auch kaum möglich aufzustellen. Umfturges. Alles, was gegen diefe Abficht spricht, ist in jener bie Genossen entdeckten balb infolge ber immer weitere Kreiſe Sollten auch nur einige dieser Forderungen durchbringen, so fechterei, dazu bestimmt, die wirklichen Ziele der Sozialdemokratie siebenden Bandagitation eine Lücke im Programm, die bis dahin würden sie eine ganz außerordentlich revolutionirende Wirkung nicht aufgefallen war. Das Parteiprogramm sprach sich wohl Baben." Die entgegengesetzte Auffassung der Bedeutung der unumwunden auch über das in bezug auf die landwirthschaftDie Elberfelder Freie Presse" sagt in einem Artikel neuen Programmpunkte seitens der übrigen Gegner aber beruht lichen Produktionsmittel erstrebte Endziel aus, aber es fehlte in auf einer durchaus falschen Würdigung des Wesens der Sozial- demselben jeder Hinweis, inwieweit in der Zwischenzeit bis zur Die Erörterung der Agrarfrage in Verbindung mit der demokratie. Wenn von einer radikalen und einer gemäßigten Erreichung des Bieles zum Schutz der schon proletarisirten Frage der Agitation auf dem Lande ist für unsere Partei nicht Richtung innerhalb unserer Partei gesprochen wird und mit der Proletarisirung stehenden Landbevölkerung neu, fie besteht so lange als die Partei selbst. Unter der Herr- einem gewissen Recht so handelt es sich dabei lediglich um Programm alle Hinweise auf mögliche und wünschenswerthe etwas geschehen könne und was. Auch entbehrte das schaft des Sozialistengefehes verschwand natürlich diese Frage Fragen der Taktik; das Parteiprinzip steht dabei außer Frage. Programm alle Hinweise auf mögliche und wünschenswerthe von der Tagesordnung, was aber durchaus nicht verhindert hat, ... Die Grundsätze der Sozialdemokratie sind im ersten der landwirthschaftlichen Produktion vorzubereiten, was um to Maßnahmen, welche geeignet sind, die Sozialisirung speziell daß wir auch selbst unter dem Knebelgesetz auf dem Lande oder Theile des Programms niedergelegt. Er giebt zunächst die doch mindestens in den ländlichen Distrikten, in dem Maße, sozialistische Auffassung der gesellschaftlichen Entwickelung und mehr empfunden werden mußte, als die Verdrängung der Kleindie wirthschaftlichen Verhältnisse unferer Bewegung ihres Bieles. Er legt die Grundursachen des heutigen sozialen Landwirthschaft nicht in der Schärfe fühlbar macht, wie in der produktion durch den großen kapitalistischen Betrieb sich in der vorgearbeitet haben, an Anhang gewannen. Als aber Glends bloß: das Privateigenthum an den Produktionsmitteln, die Partei sich wieder auf dem Boden des sogenannten und proklamirt als einziges zur endgiltigen Erlösung der Massen Industrie. Auch das in Erfurt neugestaltete, den veränderten gemeinen Rechts bewegte und so mancher unserer Ge- aus Noth und Knechtschaft führendes Mittel die radikale Be- Berhältnissen und dem Fortschritt der theoretischen Erkenntniß noffen gar glaubte, daß man die doch durchaus nicht seitigung der letzten Ursachen durch die Verwandlung des kapi- angepaßte Programm enthielt eigentlich nur einen speziell auf die Sandarbeiter sich beziehenden Passus: die Forderung der verzärtelte Pflanze Sozialismus treibhausmäßig ziehen tönnte, talistischen Privateigenthums an den Produktionsmitteln Da wurde nach Waffen gesucht, womit man etwa im Sturme Grund und Boden, Gruben und Bergwerke, Rohstoffe, rechtlichen Gleichstellung der ländlichen Arbeiter und Dienstboten das platte Land erobern könne. Daß man aber damit die Lehre Werkzeuge, Maschinen, Verkehrsmittel in gesellschaftliches mit den gewerblichen Arbeitern und der Beseitigung der Gesindeordnungen. über die Grundlage und die Entwickelung unserer Partei wenn Eigenthum und die Umwandlung der Waarenproduktion in nicht gerade verleugnete, so doch zu forrigiren suchte, scheint man sozialistische für und durch die Gesellschaft betriebene Produktion. zu nehmen, wurde noch besonders verstärkt durch das scharfe GinDie Nothwendigkeit, präzisere Stellung zu den agrarischen Fragen bis heute auf jener Seite nicht so recht eingesehen zu haben. Der erste prinzipielle Theil des Programms fordert weiter zur Wenn beispielsweise auf dem Haller Parteitag Bebel die Grmöglichung der nothwendigen gesellschaftlichen Umgestaltung fehen der agrarischen Bewegung, die plötzlich die ganze politische Parole ausgab: Sturz des Zentrumsthurms", so erntete er da die Erkämpfung der politischen Macht und verheißt mit der Situation zu beherrschen begann. Wenn einerseits schon der mals dafür großen Beifall; heute denkt man schon allgemein vollzogenen Umwandlung die Abschaffung der Klaffenherrschaft Bauer in seiner Existenz bedroht ist durch die Konkurrenz des viel fühler darüber und die Genossen, welche in den Domänen und der Klaffen selbst und gleiche Rechte und gleiche Pflichten Großgrundbesizes, so ersteht daneben ihnen beiden ein noch gedes Zentrums die Agitation betreiben, können sich vielleicht gar für Alle ohne jeden Unterschied. fährlicherer Feind in der Konkurrenz überseeischer Produktionsdazu eines bittern Lächelns nicht erwehren. Und doch verspricht Das sind die grundlegenden Prinzipien der Sozialdemokratie gebiete. Nord- und Südamerika im Westen, Indien im Osten diese Parole hundertmal mehr Erfolg, als das: Hinaus aufs Land Deutschlands, wie heute der Sozialisten aller modernen Kultur- sind durch die ungeheuren Mengen wohlfeilen Getreides, das sie und die Bauern zu Sozialdemokraten machen". Das Zentrum hat zu länder. Sie sind die unerschütterliche Kampsbasis der Partei. auf den Markt werfen, für die alten europäischen Kulturländer einem großen Theile seine Wähler unter den Industrie- Arbeitern An dieser auf der wissenschaftlichen Erkenntniß des Wesens der mit ihrem in tausendjähriger Kultur ausgesogenen und zum ( Rheinproving. Schlesien); auf alle Fälle refrutirt sich das Gros den Großder Zentrumswähler aus Leuten, die naturgemäß, d. h. ihrer wirth Weiterentwickelung festgebauten Grundlage soll und darf nicht ruiniren. grundbesitzer als fast den Anschein, Der Versuch, das zu unternehmen, ist auch schaftlichen Lage nach zu uns gehören. Diese Leute tönnen und gerüttelt werden. müssen durch eine planmäßige Agitation in absehbarer Zeit für uns noch von feiner Seite gemacht worden. Auf diesem Boden stehen ob die Annahme, daß zuerst in der Industrie sich die Ver gewonnen werden und, was bei Grörterung der vorliegenden alle, die sich mit Recht Sozialdemokraten nennen; sich von ihm bältnisse zum allgemeinen Zusammenbruch zuspitzen werden, sich Frage die Hauptsache ist: sie werden uns dann erhalten bleiben, verdrängen lassen, hieße den sicheren Boden unter den Füßen als falsch erweisen solle und als ob der Krach zuerst über die Landwirthschaft hereinbrechen werde. werden sich zu ziel und klaffenbewußten Sozialdemokraten verlieren. herausbilden. Soll der Sozialismus zur Wirklichkeit werden, so müssen Die Differenzen, die hier und da hervorgetreten sind, beziehen wir ihm auch die Masse der Landbevölkerung gewinnen. Das Hätte man sich bei Erörterung der Frage über die Agitation sich darum auch keineswegs auf diese grundlegenden Fragen, kann nur erreicht werden, wenn wir die in ihr schlummernden auf dem Lande nur auf die Gewinnung der Leute ohne Ar und sondern auf die Frage der Taktit, auf die Frage, wie man am Vorurtheile überwinden. Die Möglichkeit dazu ist nur gegeben, Halm( nicht im Caprivi'schen Sinne zu verstehen) beschränkt besten und schnellen aus der heutigen Gesellschaftsmifère heraus und sich auf grund der gemachten Erfahrungen gegenseitig an das von allen erfehnte Ziel gelangt. Diese Frage ist keine wenn wir uns der Interessen auch der Kleinbauern, der Zukunftsproletarier auf dem Lande annehmen. Darum muß der mit den Rathschläge gegeben, wie diese Leute am leichteften für unsere des Prinzips, sondern eine der Zweckmäßigkeit. Partei zu gewinnen sind, so wäre dagegen gewiß kein Wort Diese zu beschreitenden Bahnen ergeben fich feineswegs Agrarfragen sich befassende Theil des Programms nicht trok, zu verlieren gewesen; jeder von uns hätte die Noth- immer mit Nothwendigkeit aus den Grundprinzipien der Partei; sondern wegen des proletarischen Charakters der Partei sich auch wendigkeit und Zweckmäßigkeit eines solchen Vorgehens an- fie fönnen unter vollster Wahrung dieser Grundfäße doch mit den bäuerlichen Interessen befassen. ertennen müssen. Aber dazu bedurfte es feines besonderen verschiedene und wechselnde sein. Die Tattit einer Partei wird In einem dritten Artikel des Hamburger Echo" Agrarprogramm3. Doch manche Parteigenoffen find der nicht allein bestimmt durch deren Prinzipien, sondern durch die heißt es: Meinung, daß wir nicht allein die Landarbeiter, sondern auch Verhältnisse und die Umgebung, in welcher fie lebt und fämpft. Vielleicht kann es einigen Zweifeln unterliegen, ob es die Bauern für uns gewinnen können( es find dies allerdings Sie ist abhängig nicht allein von dem Verhalten der Gegner, praktisch war, die in bezug auf die ländlichen Verhältnisse aufsprechen wir dies, um Klarheit zu bekommen, nur offen aus sondern auch von den Einrichtungen eines Landes. Sie wird in gestellten nenen Forderungen direkt in das Programm hineingu meist dieselben Genossen, die glauben, auch in den Städten ein einem schon mit wirklich demokratischen Institutionen gesegneten arbeiten, ob es sich nicht etwa mehr empfohlen hätte, zunächst unter anderem: wie -Augen wenigstens stellen sie sich sonur eitel Spiegelzu verschleiern. oder vor heutigen kapitalistischen Produktionsform und ihrer nothwendigen Die hier bei uns daheim den Bauer und Theil fast erschöpften Boden furchtbare Konkurrenten geworden, Es hat Wort kommen konnten " an Demgegenüber aber erscheint der Begriff der Verbesserung" 3um Schluß zitiren wir für heute eine Ansicht aus der ausländischen Parteipresse, des Basler ,, Vorwärts". Dieser schreibt: " die Vorschläge für sich allein zu formuliren und sie fo, unter ge- unser prinzipiellen Stellungnahme erscheint, und so ist fie offenbar| Partei der vollendetsten Niedertracht, die stets nur unter der nauer Darlegung der Erwägungen, die zu ihrer Aufstellung ge- bei der Redaktion der Fassung aufgefaßt worden. Aber ihre Maske der Heuchelei gekämpft, kann anderen Parteien selbst= führt haben, dem Parteitage aur Diskussion zu unterbreiten. Fassung zwingt nicht zu solcher Auslegung. Diese zwingende verständlich nichts besseres zutrauen und wenn die Freisinnigen, Das wäre an sich schon deshalb wünschenswerth gewesen, Logit ist aber ein unerläßliches Erforderniß für jeden Sah des voran die Richter'sche Freisinnige Zeitung", uns höhnisch vor weil es bisher auch auf dem Frankfurter Parteitage, Programms. werfen, daß wir liberale Forderungen aufgenommen hätten, aus 100 faft nur die Referenten und die Antragsteller zum Der erste prinzipielle Theil des Parteiprogramms stellt in Rücksicht auf den autikollektivistischen Bauernschädel, aber dabei einer eingehenden Diskussion unanfechtbarer Weise die Wirkungen der kapitalistischen Wirthschaft unser Prinzip in die Tasche gesteckt, so soll dies wohl lediglich der Fragen nicht gekommen ist. Dem steht freilich entgegen, daß auf die arbeitenden Massen sowohl, wie auf die dem Untergang ein Ausdruck der Freude dafür sein, daß die freisinnige Partei das scharfe Hervortreten der gegnerischen Agitation der sozial- verfallenen Repräsentanten überlebter Produktionsmethoden dar. in puncto Prinzipienlosigkeit nun endlich eine gute Kamerab demokratischen Partei in der Stellungnahme zu den einschlägigen Für das Proletariat und die versinkenden Mittelschichten schaft gefunden, schaft gefunden, denn die nationalliberale Kameradschaft denn doch schon gar zu fadenscheinig geworden. Fragen dringend Gile gebietet, um der erwähnten feindseigen Be- Kleinbürger, Bauern bedeutet sie( die kapitalistische Um- war einflussung der Landbevölkerung zu begegnen. Nachdem einmal wandlung der Produktion) wachsende Zunahme der Unsicherheit Die guten Freisinnigen übersehen bei der ganzen Geschichte anerkannt war, daß die Präzisirung unserer Stellung zu den ihrer Eristenz, des Elends, des Drucks, der Knechtung, der Er nur die Kleinigkeit, daß der erste Theil unseres Programms, Agrarfragen eine unerläßliche Mothwendigkeit sei, durfte die Sache niedrigung, der Ausbeutung." Wer wollte sich, wenn er die vor derjenige Theil, welcher unsere eigentliche prinzipielle Forderung, nicht auf die lange Bant geschoben werden, und das ist denn auch Aller Augen liegenden Thatsachen tlar überschaut, erkühnen, die aus der sich alle übrigen ergeben und nach der sie sich richten wohl für die Agrarkommission maßgebend gewesen, so zu ver- Richtigkeit dieser Aufstellung zu bestreiten?! Wer kann in Ab- müssen, unberührt geblieben ist. Wir fordern nach wie vor: die fahren, wie geschehen. rede stellen, daß das Privateigenthum an den Produktions- Verwandlung des kapitalistischen Privateigenthums an den ProGrund und Boden, Gruben und Bergwerke, Zunächst hat sie dem gesammten zweiten Theile des Pro- mitteln unvereinbar geworden ist mit deren zweckentsprechender duktionsmitteln gramms eine nähere Zweckbestimmung hinzugefügt, dahingehend, Anwendung und voller Entwicklung" und daß nur die Ver- Rohstoffe, Werkzeuge, Maschinen, Verkehrsmittel in gesell daß die nächsten Forderungen erhoben werden zur Demokrati wandlung des kapitalistischen Privateigenthums den schaftliches Eigenthum. Erst wenn daran gerüttelt, erst wenn firung aller öffentlichen Einrichtungen im Reich, Staat und Ge- Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigenthum und diese Forderung aufgegeben oder auch nur verschleiert würde, meinde, für die Hebung der sozialen Lage der arbeitenden Klaffen die Umwandlung der Waarenproduktion in sozialistische hätten die Gegner ein Recht, über Berleugnung unseres Prinzips und für die Verbesserung der Zustände in Gewerbe, Landwirth- für und durch die Gesellschaft betriebene Produktion" für die zu schreien, denn dann hätten wir uns wirklich aus einer revo schaft, Handel und Verkehr, im Rahmen der bestehenden Staats- unter der kapitalistischen Entwickelung leidenden Schichten des lutionären sozialistischen in eine bürgerlich radikale Reformpartei verwandelt." Volkes Besserung bringen kann? und Gesellschaftsordnung." Das Blatt kritisirt dann eine Reihe von Einwendungen der Aus dem Schlußpaffus im Rahmen der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung" hat die gegnerische Kritik der Zustände in Gewerbe, Landwirthschaft, Handel und Verkehr gegnerischen Presse gegen das Programm, für das es sich im fofort eine Anerkennung der heutigen Gesellschaft" herauslesen innerhalb der heutigen Gesellschaft als ein unhaltbares Bu- ganzen günstig ausspricht bis auf den Punkt: Verstaatlichung wollen im Gegensatz zur früheren Stellung der Partei. Daß geständniß. Nicht ohne Berechtigung würden die Gegner kommen des Hypothekenwesens, den es für bedenklich hält. Der Artikel das an sich falsch ist, braucht nicht erst gesagt zu werden; findet und sagen:" Was wollt Ihr denn? Ihr gesteht ja selber zu, daß schließt:„ Die Kritik der Parteigenossen wird jedenfalls noch manche sich doch auch im früheren Gothaer Programm eine Reihe von die Zustände in der kapitalistischen Welt verbesserungsfähig sind;| Mängel an dem neuen Programmentwurf herausfinden. Im allForderungen, die innerhalb der heutigen Gesellschaft" erhoben Gure Behauptung, daß nur die sozialistische Produktionsorganisation gemeinen aber glauben wir, daß keine Forderung darin dem werden. Ebenso enthielt das alte Eisenacher Programm eine Besserung schaffen könne, ist also hinfällig. Wir wissen wohl, kommunistischen Gedanken widerspricht, daß aber verschiedene, Anzahl sogen. nächster" Forderungen, die aus sich selbst ihre daß derartiges mit dem fraglichen Satz nicht gesagt sein soll. wenn durchgeführt, dem sozialdemokratischen Gemeinwesen kräftig Bestimmung verriethen, noch innerhalb der kapitalistischen Gesell- Aber solche Behauptungen in einer Versammlung, wo fein sattel- Borschub leisten würden." schaft verwirklicht zu werden, wenn das auch nicht ausdrücklich fester Sozialdemokrat zur Berichtigung anwesend ist, oder von gefagt war. Die Sozialdemokratie hat von Anbeginn ihres der gegnerischen Presse in die noch urtheilslose Menge geworfen, politischen Wirkens an sich niemals in uferlose Zukunfts- tönnen großen Schaden anrichten. träume verloren, sondern stets auf dem Boden der That- Darum muß das, was gemeint ist, mit unanzweifelbarer Das landwirthschaftliche Programm, welches der Parteifachen gestanden, vom Vorhandenen auf das Zukünftige Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht werden. zu erreichen gesucht. Die bestehende Staats- und Gesell- Deshalb schlagen wir vor, dem fraglichen Sah etwa folgende vorstand der deutschen Sozialdemokratie, wie gestern gemeldet, schaftsordnung bildete stets unsere Kampfbasis; innerhalb Fassung zu geben: als Vorschlag der vom legtjährigen Parteitage eingesetzten Agrarderselben muß gefämpft werden, um sie schließlich zu überwinden. Bur Minderung des Druckes, den die gegenwärtigen Bu- tommission zu Handen des diesjährigen Parteitages veröffentDas ist für jeden auf dem Boden der materialistischen Geschichts- stände in Gewerbe, Landwirthschaft, Handel und Verkehr auf die licht hat, wird nicht verfehlen, die gegnerische Presse zu allerlei auffassung stehenden Sozialisten selbstverständlich. mittleren und niederen Volksschichten ausüben." ungereimten Aeußerungen zu verleiten, wie dies zum theil schon dem Die bis jetzt wenigen Preßstimmen aus Aber es fragt sich, ob nicht sonst aus dem zitirten neuen haben, ihre Lage sich noch verschlechtern zu lassen, das gilt auch Lager der Christlich- Sozialen, Was für die Arbeiter gilt: daß wir kein Interesse daran geschehen. des Freisinns und Der Programmeinfchiebsel Mißverständnisse über die prinzipielle Stellung der Sozialdemokratie sich herleiten fönnen. Wir haben für die Bauern, speziell die kleinen, welche lediglich von ihrer bürgerlichen Demokratie laffen das in theils zustimmende, theils heute wo unsere Partei den Mittelpunkt der Parteikämpfe eigenen Arbeit leben. Es besteht keine Veranlassung, fie erst schroff ablehnende und hämische Bemerkungen gekleidete Mißbildet, wo die Angriffe von allen Seiten und mit abgefeimtester pöllig bis auf die unterste Stufe der Besiglosigkeit herabfinken behagen deutlich erkennen, daß der Kommission im großen und im einzelnen läßt sich ja zweifellos selbst vom sozialRabulistik erfolgen, und zwar in den meisten Fällen ohne unsere Wortes zu machen. Ihre soziale Position ist schon heute eine demokratischen Standpunkte aus dies und jenes aussehen zu lassen, sie zu Proletariern in der verwegenſten Bedeutung des ganzen Gegenwart, so daß sofortige Erwiderung nicht möglich ist - ihre mit peinlichster Aufmerksamkeit darauf zu seben, daß solche, daß nur besondere Hilfsmittel sie vor dem völligen Ver- Arbeit so vortrefflich gelungen ist. Weder mit dem Vorwurf der Utopifterei noch mit dem finten ins Proletariat retten tönnen. Ihnen plausibel zu machen, jede Beile unseres Programms mit unserer prinzipiellen baß diese Bilfe nur dann fruchtbringend sein kann, wenn sie Troste, daß die Sozialdemokratie immer mehr verwässere in Stellung in vollster Uebereinstimmung sich befindet, um jeder Mißdeutung zu entgehen. Im anderen Falle verschaffen sich in der Richtung der allmäligen Üeberführung des Privat- welch' beiden Extremen die Gegner fich abwechselnd gefallen-, bodenbefizes in den Gemeinbesitz, d. h. in der schrittweisen wird die sozialistenfeindliche Presse diesmal auszukommen ver wir unseren Gegnern nur leichte Triumphe auf unsere Kosten. Das Programm ist viel zu nüchtern und klar, Dieser Anforderung scheint uns nun die neu vorgeschlagene Einschränkung des freien Verfügungsrechtes des Einzelnen zu mögen. einzelne gehend und die verschiedenartigen Zweckbestimmung für den zweiten Theil des Programms nicht gunsten des Interesses der Allgemeinheit bewegt, ist unsere Auf- allzusehr ins der Landwirthschaft ins Auge faffend, als daß völlig zu entsprechen. Gegen den Punkt zur Demokratisirung gabe. Festklammern an der starren Form des Privateigenthums Uebel aller öffentlichen Einrichtungen" läßt sich nichts einwenden. Das von heute kann den Kleinbauer nur der ökonomischen Vernichtung es den Eindruck des Ueberschwänglichen und Unmöglichen ist ein Zweck, der sich aus unserer ganzen prinzipiellen entgegenführen; nur in dem Zusammenschließen in genossen- hervorrufen könnte. Auf der andern Seite jedoch verräth es schaftlicher Form, unter Beihilfe des Staates dazu, kann ihm einen zu ausgesprochenen radikalen Charakter, als daß im Ernste Stellung ergiebt und dessen Erreichung bis zu einem gewiffen Grade Borbedingung, im übrigen Begleiterscheinung noch die Möglichkeit erblühen, sich in leidlich gesunder Verfassung von einer Verwässerung der sozialistischen Grundsäße die Rede der Sozialisirung der Produktion sein wird. Auch daß in eine höhere sozialistische Gesellschaftsformation hinüber zu sein tönnte. Das Programm hat einfach, wenn auch wahrschein retten. lich noch nicht in durchaus unanfechtbarer Weise, unter Berück die Forderungen des zweiten Programmabschnittes erhoben werden für die Hebung der sozialen Lage der arbeitenden Und um eine Minderung des Druces tann sich unser Besichtigung gewisser Uebergangsstadien und provinziellen EigenKlaffen" ist unanfechtbar. Die Sozialdemokratie hat stets die mühen auch bei den kleinbürgerlichen Schichten in Handel und thümlichkeiten, die sozialistischen Grundgedanken, von denen bei ber sozialdemokratischen wohl hier und da einmal auftauchende Ansicht, daß es erst noch Gewerbe nur drehen, so lange das tapitalistische Wirthschafts- der bisherigen Busammensetzung Partei vorwiegend nur mit bezug auf die Verhältnisse der viel schlechter werden müsse, ehe es besser werden könne, zurück- fystem besteht. industriellen Arbeiterklasse die Rede war, auf die Landwirthschaft, gewiesen. Sie hat stets betont, daß es dringendes Erforderniß Volksblatt für die Herzogthümer Sachsen- resp. Die in ihr hauptsächlich thätigen und leidenden Kleinbauern sei, die Arbeiterklasse vor völliger Degeneration zu bewahren, um Koburg Gotha" schreibt: Unser Agrarprogramm wird von und Landarbeiter, angewandt. Darin beruht das ganze Geihr die nöthige Kampffähigkeit und Thatkraft für die Erfüllung allen bürgerlichen Blättern besprochen. Es ist dabei recht lehr heimniß des Programms. ihrer historischen Mission zu erhalten. Die Hebung der sozialen reich, zu beobachten, wie verschieden die Beurtheilung ist. Auch mit dem neuen Programm wird zwar die Sozial. Lage der Arbeiterklasse ist deshalb von der Sozialdemokratie Während die freisinnigen und demokratischen Blätter anerkennen, bemokratie Deutschlands das Land nicht im Sturm erobern; stets angestrebt worden. Sie ist auch vollständig im Einklang mit daß die neuen Programmpunkte manches gute und wünschens- schon die Charaktereigenschaften der Landbevölkerung schließen der Parteiauffassung vom Charakter der kapitalistischen Bro- werthe enthalten, zugleich aber auch eine förmliche Schwenkung diese Möglichkeit unbedingt aus. Aber viele Vorurtheile wird duktion und die Erreichung dieses Zweckes arbeitet der Soziali der Partei bedeuten, die sich damit vollständig auf den Boden sie damit zerstreuen können, indem sie, zunächst allerdings langfirung der Produktion entschieden vor; jeder Schritt, der auf der heutigen Gesellschaft stelle, sehen die konservativen und vor sam, dafür jedoch um so stetiger und unausrottbar fester Boden dieser Bahn gemacht wird, kann als eine Einschränkung der allem die nationalliberalen Blätter in dem neuen Programm faßt unter den Kleinbauern und Landarbeitern, diese über ihre tapitalistischen Ausbeutungsfreiheit gelten. nur einen geschickten Bauernfang, eine neue Heuchelei, Interessen aufklärend, zu sich, den sozialdemokratischen BestreAnders steht es jedoch mit dem dritten Theil der neuen unter welcher die sozialdemokratische Partei ihre wirklichen bungen und Grundsäßen emporhebend und schließlich in rascherem Zweckbestimmung:„ für die Verbesserung der Zustände in Ge- Biele verstecke und jetzt noch gefährlicher sei als vordem. Beide Tempo ihren Zielen entgegengehend." werbe, Landwirthschaft, Handel und Verkehr". Bei gutem Willen Urtheile wundern uns nicht. Man beurtheilt andere immer nur fann man sie auch so auffassen, daß sie nicht im Widerspruch mit nach sich selbst. Eine Partei, wie die nationalliberale, eine " Ausstellung Italien in Berlin. Donnerstag, den 25. Juli 1895: Siebenter Elite- Tag. Novität des Gialdini'schen Orchesters. Freitag, den 26. Juli 1895: Dierter Familientag. Großes Festprogramm. An diesem Tage_zahlen Kinder in Begleitung Erivachfener kein Entree. Entree 50 Pf. Sonnabend, den 27. Juli 1895: Beginn des 30tägigen Hunger- Experimentes des Giovanni Succi. Entree Mark. r Schweizer Garten. Am Königsthor. Am Friedrichshain. Täglich: Theater u. Spezialitäten. Dienstag, den 23. Juli: Rielen- Fronten Feuerwerk der geprüften Kunstfeuerwerker Herren A. u. F. Massow. Volksbelustigungen aller Art. 1 Grosser Ball. Anf. der Vorstellung 5 Uhr, des Feuerwerks 93/4 Uhr. Entree 50 f. 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