Nr. 22343. Jahrg. Ausgabe A nr. 114 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlid B, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Vesterreich, Bitauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit ber Gonntags beilage Bolt und Reit mit„ Gied. lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme eticheint mochentäglich aweimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltiae Nonpareille. seile 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläffia awet fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellenaefuche das erite Wort 15 Bfennig. tedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben aählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Reichspräsident von Hindenburg empfing Donnerstag vormittag Reichswehrminister Dr. Geßler und richtete an ihn die Frage, ob er auf der bisherigen Grundlage der koalition der Miffelparteien die Neubildung der Regierung übernehmen wolle. Dr. Geßler hat sich seine Entscheidung bis nach Fühlungnahme mit den in Frage kommenden Parteien für heute mittag vorbehalten. Dr. Luther ist somit endgültig aus seinem Amte geschieden, während die übrigen Minister des zurückgetretenen Kabinetts noch einstweilen die Geschäfte weiter führen. Dr. Geßler, der als dienstältefter Minister ohnehin die Stellvertretung des Reichskanzlers zu übernehmen hat, ist jetzt noch besonders mit dieser Aufgabe betraut worden und hat außerdem den Auftrag erhalten, gewisse Vorbesprechungen zu führen, um zu erfunden, ob die Bildung einer neuen Regierung auf der Grundlage der bisherigen möglich sei. Geßler hat auch diese Borbesprechungen alsbald aufgenommen, jedoch, wenn wir recht berichtet sind, bisher jehr wenig Gegenliebe gefunden. Es ist wahrscheinlich, daß von den bisherigen Koalitionsparteien im besten Falle die Deutsche Volkspartei, und diese auch nur zu einem fleinen Teile, mit einer Kanzlerschaft Geßler sich abfinden würde. Dobei dürfte aber der volksparteiliche Führer, Dr. Strese imann, durchaus nicht von der Partie sein. Denn der Gegensatz zwischen dem Reichsaußen- und dem Reichswehrminister gerade in den entscheidenden Fragen der Außenpolitif( Locarno und Gen) ist bekannt genug, als daß er bei einer Regierungsbildung durch Geßler verschwiegen werden könnte. Die Demokraten haben bisher jede parlamentarische Berantwortung für den Fachminister" Geßler abgelehnt, weil Geßler nicht als ihr Vertrauensmann im Kabinett saẞ. Es ist kaum anzunehmen, daß dies Verhältnis ein anderes werde, wenn Geßler wirklich vom Reichspräsidenten zum Reichskanzler ernannt werden sollte. Die Sozialdemokratie fann in Herrn Geßler beim besten Willen nicht den Mann erblicken, der eine Politit in ihrem Sinne erfolgreich einleiten und durchführen fönnte. Ganz abgesehen von den Erfahrungen, die sie mit feiner Amtsführung als Chef des Reichswehrminifteriums zum Ueberdruß hat machen müssen, erscheint er aus persönlichen wie aus politischen Gründen als ein taum möglicher Kanzler. Die einzigen, die ihn gegenwärtig wahrscheinlich gern sehen würden, sind zweifellos die Deutsch nationalen. Auf ihre Unterstüßung müßte sich ein Rabinett Geßler verlassen müssen. Daß es in diesem Falle aber wieder nicht dem Auftrage des Reichspräsidenten, ein Kabinett der Mitte zu bilden, entspricht, liegt auf der Hand. So sehen wir bisher nicht, wie ein Rabinett Geßler das zur Amtsführung notwendige Vertrauen im Reichstage er= werben könnte, anders als durch Hilfe der Rechtsparteien. Die Entscheidung des Reichstags für Schwarzrotgold würde durch eine Rechtsregierung Geßler mit offener Kampfanfage beantwortet. Die Stellungnahme der Sozialdemofratie ergäbe fich daraus ganz von selber. Unabhängig von den Bemühungen Geßlers sind auch die vorläufigen Barteibesprechungen, zu denen das Zentrum die Initiative ergriffen hatte, fortgesetzt worden. Nachdem führende Persönlichkeiten des Zentrums am Mittwoch mit der Sozialdemokratie Fühlung genommen hatten, sind sie am Donnerstag an die Deutsche Voltspartei herangetreten. Dabei hat sich herausgestellt, daß die Aus sichten auf die Verwirklichung der Großen Koalition gleich Null find. Die Volkspartei stellt, wie der Sozialdem. Pressedienst" erfährt, die Bedingung, daß die Sozialdemokraten auf den Boltsentscheid, d. h. auf die Propaganda für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten verzichten! Das ist natürlich überhaupt nicht zu diskutieren. Kämpfe in Warschau. Pilsudski beherrscht die Stadt Die Telephonsperre in und mit Polen hält noch immer an; feit Mittwoch 7 Uhr abends, fann man vom Ausland Bolen nicht telephonieren und, wie wir erfahren, ist auch der Fernsprechverkehr zwischen den Städten Bolens eingestellt. Diese verkehrs- und pressefeindliche Maßnahme Briegerischen Charakters hat das Militär verhängt auerst das„ Sitocstische", d. h. etwa die rechtsgerichteten Offihiere und aufrechterhalten wird sie anscheinend auch von den unbedingten Anhängern des Marschalls. " die Regierung das Präsidentenschloß. sparnisse. Aber gespart werden müßte vernünftigerweise auch an der Armee, die 40 Proz. des Budgets erfordert. Ob für solche Ersparnisse der Marschall zu haben ist, der fürchtet, ein schwaches" Polen würde bald die Beute Rußlands sein - obwohl Moskau Polen bereits die gegenseitige Garantierung der Grenzen angeboten hat- ob Pilsudski die Heeres ausgaben vermindern will, ist fraglich. Daraus aber, daß die Sozialisten immer seine Wiederversehung in den aftiven Dienst gefordert haben, sollte man es eigentlich schließen. Die zweite Gruppe der Linkenforderungen betrifft die Buerkennung ausreichender Rechte an die Minderheitsvölker Polens. Ob Pilsudski diese Forderungen teilt, entzieht sich unserer Kenntnis. Denn inzwischen scheint das eingetreten zu sein, was ohnehin sehr wahrscheinlich war: daß nämlich faum eine Macht in Polen jo start ist wie der Name Joseph Biljuditi. Er gilt einmal als der Schöpfer des Staates, als der Bater seiner Wiedergeburt nach den 150 Jahren der staatlichen Nichtexistenz; ohne ihn wird faum eine grundfäß liche Entscheidung im Staate getroffen. Geschieht es doch, wie bei der Einsehung der Regierung itos, fofieht man ja, wie das ausgeht. Freilich, angefangen haben offenbar jene Rechtsradikalen mit ihrer nächtlichen BeSchießung der Marschallvilla in Sulejuwet, die sozusagen das Nationalheiligtum ist. Nach den kümmerlich ins Ausland gelangenden Nach richten scheint der zu erwartende Uebergang der Macht an Bilsudski vollzogen und die kaum eingesetzte Rechtsregierung Witos, noch vor ihrer Sünden Maienblüte, erledigt zu sein. Ist es aber fo, dann ist jetzt die Frage, was der alte Verschwörer gegen die zaristische Fremdherrschaft, der Freiheitstämpfer und spätere Legionenführer im Weltkrieg, preuBifche Staatsgefangene in Magdeburg und schließlich Marfchall des Bolenheeres, mit der Macht anfangen wird; ob er versucht, diktatorisch zu regieren was auch die ehemalige Bartei Pilsudstis, die der polnischen Sozialisten, auf ihrem Neujahrstongreß, gleichzeitig mit der Bekundung ihrer Verehrung für ihn, entschieden abgelehnt hat oder ob er nur den Forderungen der Linksparteien Nachdrud geben will. Diefe Forderungen sind vor allem finanztechnischer Natur, fordern eine scharfe, antitapitalistische Steuerpolitit und Er Jedenfalls würde eine Diktatur Pilsudski, ganz abgesehen von der Rechten, dem Willen der Linksparteien, vor allem der Sozialisten, nicht entsprechen aber einer Rechts diftatur gegenüber würde sie gewiß als das fleinere Uebel erachtet werden. Blutige Kämpfe in Warschau. WIB. meldet: Von der polnischen Grenze erfahren wir aus zuverlässiger Quelle: Mittwoch nachmittag ist es in Warschau zum Ausbruch der Revolution und zu Straßentämpfen gelommen. Es gab viele Tote und Verwundete. Pilsudski- Truppen haben das Schloß, das Ministerpräsidium und das Ministerium des Aeußeren befeht. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenste.3 Bostichedkonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65: Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Ende des Generalstreiks? Noch keine Wiederaufnahme der Arbeit. ( Von unserem Korrespondenten.) Condon, 13. Mai.( Durch Telephon.) Man darf sich im Ausland durch die Meldung vom offiziellen Abbruch des Generalstreifs nicht darüber täuschen laffen, daß sich in den letzten 24 Stunden neue Entwidlungen vollzogen haben, die eine glatte Rückkehr zur Arbeit in Frage stellen. Der Generalstreif war vom Generalrat der britischen Gewerkschaften in dem Augenblick abgebrochen worden, als er seinen Höhepunkt erreicht hatte. Die Disziplin auf der ganzen Linie war noch ungebrochen, die Reserven waren nicht verbraucht. Der Generalrat hat im Gegenteil durch den in letzter Stunde erfolgten Aufruf eines Teiles der zweiten Linie gezeigt, daß er über die Möglichkeiten verfügte, seine Front noch weiter aufzurollen. Der Transportarbeiterführer Bevin fonnte deshalb in der Besprechung, in der der Generalrat dem Ministerpräsidenten Baldwin den Abbruch des Generalftreifs mitteilte, mit Recht darauf hinweisen, daß der Entschluß des Generalrats nicht als ein Zeichen der Schwäche, sondern der Stärke zu betrachten sei. Der Generalrat hat den Streit abgebrochen, weil er sich davon überzeugt hatte, daß in den Besprechungen mit dem eine brauchbare Basis für die Fortführung der am 2. Mai ab= Borsitzenden der Kohlenkommiffion, Sir Herbert Samuel, gebrochenen Verhandlungen gefunden worden war. Dieses Memorandum fieht eine Fortführung der staatlichen Zuschüsse zwei bis drei Monate vor. Für die Schlichtung aller zukünfbis zum Abschluß der kommenden Berhandlungen, also für tigen Streitfragen wird ein Schiedsgericht vorgeschlagen. Eine Verhandlung über Lohnherabsegungen soll bis zur Sicherung der Reorganisation überhaupt ausge= fchloffen sein. Als bemerkenswerter Punkt der Einigung ist ein besonderer Sájuk, der infolge der Reorganisation des Bergbaus arbeitslos werdenden Bergleuten gegenüber sämtlichen arbeitslosen Arbeiterschichten eine materielle Bor= zugsstellung gibt, gesichert worden. nahme dieser Basis entschlossen, weil er zu der Ueberzeugung Der Generalrat der Gewerkschaften hat sich für die Angekommen ist, daß sie unter den gegebenen Umständen das höchstmaß des Erreichbaren darstellt. Objektiv gefehen bedeutet dieses Memorandum einen, wenn auch kleinen Fortschritt gegenüber den vor dem Streit erörterten Rompromißvorschlag insofern, als sie das Gutachten unter Herausarbeitung für die Bergarbeiter günstigen Punkte präzisiert. Die eine Vorbedingung für die Durchführung dieser Borschläge war, daß es der Autorität des Sir Herbert Samuel gelingen werde, die Regierung zu einer Annahme dieser Borschläge zu veranlassen, die andere Voraussetzung ist die Annahme der Borschläge durch die Bergarbeiter. Hier treten die außerordentlichen Schwierigkeiten des Memorandum nicht gebunden, sie nimmt gegenwärtig eine Augenblics ein. Die Regierung hält sich an das Samuelsche abwartende Stellung ein. Auf der anderen Seite haben die Bergarbeiter in ihrer Erekutivsizung vom Mittwoch das Memorandum verworfen. Das bedeutet aber, daß trotz des Abbruchs des Generalstreifs die Ausperrung der Bergarbeiter fortdauert und die Bergarbeiter entschloffen zu sein scheinen, ihren Kampf allein fortzuführen. Die auf Freitag einberufene Delegiertenfonferenz der Bergarbeiter wird die letzte Entscheibung bringen. Die Tragik der Situation liegt darin, daß es den Bergarbeitern aller menschlichen Voraussicht nach nicht gelingen wird, allein Bedingungen zu erreichen, wie sie der Einsatz von Millionen nicht erreichen konnte. Die andere außer ordentliche Schwierigkeit der gegenwärtigen Situation ift noch ernster. Bedeutet sie doch nicht mehr und nicht weniger als die Möglichkeit, daß der gegenwärtige Streif, wenn auch nicht mehr als ein vom Generalrat zentral geleiteter Generalstreit, sondern als die Summe von Einzelstreifs der am Generalrat beteiligten Gewerkschaften fortdauert. So undurchsichtig die Lage am Donnerstagabend ist, so unverkennbar ist, daß die Unternehmer, insbesondere der Eisenbahnen und sonstigen Transportunternehmungen, aber nicht nur diese, entschlossen zu sein scheinen, die bisherigen Verträge mit den Gewerkschaften als durch den Streik abgelaufen zu betrachten und die Wiederein= stellung der Arbeiter von einer Reihe von Bedingungen abhängig zu machen wünschen, die für die Gewerkschaften unannehmbar sind. Einzelne Unternehmergruppen haben den Arbeitern neue Verträge vorgelegt, die durch die Einführung einer Saftbarkeitsklausel die Möglichkeit aller zukünftigen Sympathieſtreits ein für allemal un, möglich machen sollen, also den gesamten Charakter der nach jahrzehntelangen Rämpfen durchgefeßten Arbeitsverträge untergraben würde. In anderen Fällen haben die Den spät nachts eingetroffenen neuesten Situationsbericht Unternehmer die Gelegenheit benutzt, den Arbeitern niefiehe im Innern dieses Blattes. drigere Löhne als die vor dem Streif geltenden anzuGeringes Interesse in Paris. Paris, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Ereignisse in Bolen nehmen das Interesse der französischen Deffentlichkeit nicht über mäßig in Anspruch. Die franzöfifchen Blätter weisen zum größten Teil darauf hin, daß die Nachrichten aus deutscher Quelle stammen und find deshalb in ihrer Erörterung äußerst vorsichtig. ( Eigenartige Herzensallianz, bei der der eine Bruder nicht erfahren fann, was der andere tut. Red. d. B.) * bieten. Unter diesen Umständen hatte sich der Generalrat veranlaßt gesehen, den Gewerkschaften zu raten, die Arbeit nur dann wieder aufzunehmen, falls die vor dem Streik geltenden Berträge wieder in Wirksamkeit treten. Die Folge ist, daß trotz des formellen Abbruchs die Wiederaufnahme der Arbeit nicht begonnen hat, und zwar mit der Folge, daß die Lage am Donnerstagabend sich gegenüber dem Vortage eher verschlech tert als verbessert hat. Ein industrieller Guerillafrieg tritt auf der ganzen Linie in mittelbare Nähe. Es wird sich in den nächsten 36 Stunden zeigen müssen, ob ein Teil der Unternehmer dem Geist der Ranküne, vor der die Botschaften des Königs und der Regierung gewarnt haben, verfallen sind, oder ob das Unternehmertum die moralische Voraussetzung, unter der der Streit abgebrochen worden ist, verkennt, nämlich, daß durch Mißachtung der Gewerkschaften diesen ein Kampf aufgezwungen wird, der im Gegensatz zum Subsidienstreit mit ungewöhnlicher Deutlichkeit geführt würde, weil jeder einzelne Arbeiter in eigener Sache und aus eigenem Selbſterhaltungstrieb tämpfen würde. Eine neue Phase des Kampfes. V. Sch. London, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Beber die Eisenbahner noch die Transportarbeiter, noch die Hafenarbeiter haben die Arbeit wieder aufgenommen, so daß der Kampf in eine neue Bhaje getreten ist, die allerdings sehr kurz sein dürfte, denn die Arbeiterschaft hat es nicht mit der Regierung, sondern mit den Unternehmern allein zu tun. Die Position der Arbeiter ist um so stärter, als sie bereit waren, der Parole des Generalrats zu folgen und die Arbeit am Donnerstag früh wieder aufzunehmen, selbstverständlich aber nur unter den gleichen Lohnbedingungen, wie zu Beginn des Monats. Die Regierung ist in einer Erklärung Baldwins wie einer Botschaft des Königs dafür eingetreten, daß jede Repressalie unterlassen wird, damit keine Bitterkeit aus den letzten Tagen zurückbleibe. Sie ist nun verpflichtet, einen Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, damit diese ihre Absichten aufgeben. Es macht sich in der Bevölkerung eine ungeheure Erbitterung über den eklatanten Mangel an fair play bemerkbar. Auch bei dem regierungsfreundlichen Bürgertum läßt sich ein Unschwung zugunsten der Arbeiter wahrnehmen. Proteft der englischen Gewerkschaften. London, 13. Mai.( WTB.) Der Generalrat der Gewerkschaften veröffentlicht eine Erklärung, in der er darauf hinweist, daß zahlreiche Arbeitgeber versuchten, die Arbeiter zu Opfern der Lage zu machen und ihnen erniedrigende Bedingungen, darunter auch ohnverminderungen, aufzuzwingen. Der Generalrat erklärt: Die Gewerkschaften, deren Mut nicht gebrochen ist, und deren Kräfte ungeschwächt sind, werden diesen Bestrebungen bis zum äußersten widerstand leiffen. Weiterhin richtet die Erklärung an Baldwin das Erfuchen, Regie. rungsmaßnahmen zu ergreifen, um die Arbeitgeber dazu zu bringen, dem Geifte von Baldwins Aufruf zur Verföhnlichkeit mehr zu entprechen. Der Generarat hat außerdem an sämtliche Gewerkschaften telegraphisch die dringende Aufforderung gerichtet, keine anderen Arbeitsbedingungen anzunehmen, als die, die vor dem Streit bestanden haben. Gleichzeitig werden die Arbeiter aufgefordert, fich nach den Anordnungen der Gewerkschaftsführer zu richten. Maßregelungsversuche gegen die Eisenbahner. London, 13. Mai.( WTB.) Der Verband der Direttoren der englischen Eisenbahnen läßt unter Bezugnahme auf die bereits gemeldete Desorganisation des Eisenbahnwesens erklären, daß der Berfehr noch nicht in vollem Umfang wieder auf genommen werden kann, und daß die Angestellten in dem Make wieder eingestellt werden, wie man Beschäftigung für sie hat. Die Eisenbahndirektionen behalten sich hinsichtlich der Wieder einstellung von Streifenden alle Rechte(!) vor, mit der Begründung, daß die Streifenden den Arbeitsvertrag gebrochen haben. Aus allen Teilen des Landes treffen Nachrichten ein, wonach die Eisenbahnangestellten die Annahme dieser Bedingung De r= weigern und nicht gesonnen sind, die Arbeit auf Grund anderer Bedingungen als denen des allgemeinen Tarifvertrages aufzunehmen. Bruder Mensch." Bon Trude E. Schulz -W Selbst die Anhänger des reinen Christentums glauben, mit Werken der Nächstenliebe billig Attien für die ewige Seligkeit zu faufen. Was ihr getan habt der Geringsten einem, das habt ihr mir getan", aber ist ein Wort, das ein Gott vielleicht aussprechen durfte; nur zu Menschen hätte er es nicht sagen sollen. Denn fie lernten daraus vor allem eins: Ueberhebung. Der Geringsten einem" man darf es nur mit menschlicher Stimme aussprechen, um den satten, fettglänzenden Wohltäter zu sehen, der dem Armen, Hungernden felbstgerecht seine guten Lehren gibt und ihm durch den Diener ein Almosen reichen läßt. Der Ausspruch war anders gemeint, gewiß. Aber Menschen und Jahrhunderte haben ihn schnell sich angepaßt. Bir alle haben ihn unbewußt als Erbe erhalten, ob wir uns nun Christen oder anders nennen. Wir alle kennen ihn gut, auch wenn wir ihn nur wörtlich sprechen oder denken, und wem„ das habt ihr mir getan" nicht gerade das Jenseits verheißt, der fühlt doch das angenehme Behagen der„ guten Lat" heraus, das ihm das Diesseits verflärt, genau so, wie es das Kompott oder der Schnaps nach dem Effen tun. Und wie die materiellen Dinge bei Magenverstimmung nicht schmeden, so schmeckt ihm die„ gute Tat" bei Seelenverstimmung nicht. Er hat dann nichts dafür übrig und erinnert sich nur, daß der Geringsten einer" vor ihm steht, mit dem man eben nicht viel Feder " Iesens macht. Wohl niemand ist so arm, daß er nicht eines Tages noch vor einem Aermeren stand, wenigstens einem, der in diesem Augenblick geringer" war als er, der ihn um etwas bitten mußte. Und wohl niemand ist so gut, daß er nicht einmal dem anderen eine erfüllbare Bitte abschlug oder fie ihm gewährte mit dem selbstgerechten, schlechtverhehlten Gefühl, der Geringsten einem" fie erfüllt zu haben, der dann davonging mit Haß ftatt mit Dant. Nicht besonders schlechte Menschen handeln so; du, ich, wir alle. Gewiß, oft unbewußt; aber darauf kommt es nicht an. Nicht immer ist es auch eine wirkliche, ausgesprochene Bitte, der wir uns verschließen. Berständnis mit dem anderen, Rücksichtnahme auf ihn sind ja schließlich auch Erfüllung mit Borten wenigstens nur erbetener Dinge. Wir sollten das Evangelium vom Menschen lernen. Bruder Mensch" sollte uns zur geläufigen Bolabel werden. Bir lernen ja so vieles auch das kann uns gewiß nicht schwer falien. Wie uns Generationen das Wort von der Geringsten einem" vererbt haben, könnten wir dann vielleicht Generationen das Wort„ Bruder Mensch" vererben. Und vielleicht würde der Trennungsstrich, der heute den einen von dem anderen scheidet, so zum Bindestrich werden. Die Stellung der Regierung. London, 13. Mai.( WTB.) Das Kabinett hält heute eine Sigung ab, um den Bericht des Premierministers über die gestrige ihm gegenüber abgegebene Erklärung Pughs und des Generalrats entgegenzu nehmen. Es wird erwartet, daß heute oder morgen Gelegenheit für eine Unterhauserörterung über die Lage sein wird. Der Standpunkt der Regierung ist, wie verlautet, daß sie an den Grundsätzen des Berichts der Kohlenkommission festhält. Bei der Debatte wird dies zweifellos von ihr allen Parteien unmißverständlich zum Ausdrud gebracht werden. Unterhausdebatte über die Streiknachwehen. London, 13. Mai.( WTB.) Im Unterhaus fam es gegen abend zu eines Erörterung über die Lage nach Beendigung des Generalftreifs. Macdonald führte aus, heute feierten mehr Arbeiter als gestern, weil die Arbeitgeber Bedingungen vorschlügen, die das Arbeiten der Industrie unter friedlichen Verhältnissen unmöglich machen würden. Wenn der Versuch unternommen werden sollte, die Gewerkschaftsbewegung zu vernichten, wenn irgendeine Gruppe von Personen oder irgendeine einzelne Person in England glaubt, daß sie nach dem Streit und nach den gestrigen Vorgängen die Ange hörigen der Gewerkschaften in den Staub niederdrücken könnten, so begingen sie einen schweren Fehler.( Beifall bei der Arbeiter. partei.) Die Arbeiter müßten mit Achtung behandelt werden. Sie würden zur Arbeit unter ein Joch völliger Hörigkeit nicht zurüd. tehren. In seiner Antwort erklärte Baldwin u. a., die höchsten Inter. essen des Landes forderten, daß soviel wie möglich Bersonen zur Arbeit zurückgebracht würden, und zwar sobald wie möglich. Die Lage rechtfertige weder Vorwürfe noch Groll noch auch Triumphgefühl. Aber es gebe eine wirkliche Schwierigkeit: Der Streik habe die Regie: rung gezwungen, mit einer großen Zahl Freiwilliger zu arbeiten; die Schwierigkeit, die wir in dem Versprechen, das die Regierung gegeben habe, nämlich, daß diejenigen, die der Regierung halfen, für diese Leistung nicht leiden sollten, mit der Wiedereinstellung aller Streifenden in Einklang zu bringen. Dies sei die Frage, die zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern behandelt werden müsse. Das erfordere wirklichen staatsmännischen Sinn. Baldwin fuhr fort, er werde feinen Schritt irgendeines Arbeitgebers billigen, die gegenwärtige Gelegenheit zu benutzen, um eine Berminderung der Löhne oder eine Verlängerung der Arbeitszeit zu erreichen. Seine gestrige Botschaft habe er ergehen lassen, nachdem er die Mitteilung erhalten habe, daß eine große Gruppe von Arbeitgebern es abgelehnt habe, mit den Arbeitern zusammenzutreffen. Diese Gruppe habe sich jetzt dazu bereit erklärt. Weiter führte Baldwin aus, bei den Eisenbahnen müsse man für einige Zeit mit einer beträchtlichen Arbeitslosigkeit rechnen, wegen des wirtschaftlichen Rüdganges infolge des Streits. Bertreter der Eisenbahngesellschaften werden heute abend mit Eisenbahnern Besprechungen haben. Er könne sich nicht denken, daß ein Angriff auf das Gewerkschaftswesen erfolgen werde, jedenfalls werde er einen solchen Angriff nicht zulassen. Die Regierung habe nicht die Befugnis zu Zwang oder Befehlen, doch werde der ganze Einfluß der Regierung aufgewandt. Er werde dem Buchstaben und dem Geist nach das erfüllen, was er während der letzten zehn Tage in seinen Kundgebungen zugesagt habe. Als Baldwin geendet hatte, spendeten ihm die Konservativen lebhaften Beifall, während die Arbeiterpartet Zeichen der Mißbilligung gab, fagte Thomas( Arbeiterpartei), der nach Baldwin prach, die Regierung felbft halte ihre eigenen Bersprechen nicht ein. Die Admiralität habe angeordnet, daß die Streifenden bis auf weiteres nicht wieder eingestellt werden sollten. Das Kriegsamt ziehe die Leute vor, die die Pläge der Streifenden ausgefüllt hätten. Thomas führte Fälle an, wo große Firmen Bereinbarungen mit den Gewerkschaften ablehnten oder Lohn. verminderung vorschlügen. Infolgedessen seien heute 100 000 Leute mehr ohne Arbeit oder im Ausstand als gestern. Dies bedeute für vier Millionen Männer und Frauen Not und Erbitterung. Die Lage sei schlimmer als gestern, und wenn feine Aenderung eintrete, dann fönne niemand voraus sagen, was geschehen werde. Mufit. Die Gewohnheit, einen Theaterkapellmeister nach der ersten Pause demonstrativ zu grüßen, ist in Berlin so eingerissen, daß man spontane Begeisterung von schematischer nicht mehr trennen Pann. Um so auffälliger die Kühle, mit der ein Gast behandelt wird. Egon Pollat aus Hamburg verdient wärmere, freundlichere Auf nahme. Er ist ein souveräner, sicherer, vielleicht, ein wenig zu fach licher Kapellmeister. Schwelgen und Phantasieren, das ist vielleicht nicht seine Domäne. Aber feine Partitur( Götterdämmerung") Ohne Mäßchen diftiert er ein ruhiges, unerhitztes Tempo, und die fennt er sehr genau, und sein Arm ist apart, fein Geist beschwingt. Singenden können sich auf ihn verlassen. Von ihnen hatte allein Kipnis die Stimme, die, schwarz wie die Nacht, durch den großen Raum edel flutet. Die Tenöre sterben leider aus, wenigstens die heldischen. Weder der Siegfried am zweiten Tag der„ Nibelungen", noch der des dritten, letzten Abends fonnte in Charlottenburg höheren Ansprüchen genügen. Bollendet dagegen in der Fülle, Zartheit, Schönheit ihres Heldensoprans die Brünhilde der Wild. brunn. Bella Fontner halbaerth, die Brünhilde der „ Götterdämmerung" ist von anderer schärferer Art. Ihr erlebtes Spiel ergreift auch da, wo die Stimme nicht mehr ohne Kampf durchdringt. Grotrian- Steinweg, der Saal, hält seine Mai- Konzerte durch. Neben manchem Belanglosen fällt der Liederabend Olga Eisners künstlerisch auf. Ein fritisches, ein fachmännisches Publikum. Bruno Eisner führt mit Ueberlegenheit, doch ohne dominieren zu wollen, am Flügel. Sein Bach- Spiel hat Größe, die Begleitung der WolfWolfsthal Gesänge Geschmeidigkeit, Wih zur rechten Zeit. zieht aus Geige und Bratsche sonore, edle Töne. Auf diese beiden fönnte fich Olga Eisner stüßen, wenn sie einer anderen als der Tonftüße bedürfte. Sie bedarf derselben nicht." Ein fälliges, weiches Alt, eine außerordentliche Kultur des Singens, die Stimme locker, der Ton auf dem Atem schwebend. Tiefe und herzliche Empfindung ohne Empfindsamkeit bei Bach, stärkere, frauliche Anteilnahme im Wiegenlied von Brahms, und schließlich die pointenbruck's an Gutem fast zu viel getan, auch mimisch. Aber der Gesamt fichere Belebung Wolfscher Lieder. Hier ist in Einzelheiten des Auseinbrud bleibt: eine auserlejene Rünftlerin, eine zu Hohem Be eindruck bleibt: eine auserlesene Künstlerin, eine zu hohem Be rufene, sicher auch eine große Pädagogin. R. S. Das Röntgenbild des Hungers. Der amerikanische Doktor Rogers hat der Wissenschaft das heroische Opfer gebracht, sich einer längeren Hungerfur zu unterziehen, um mit Hilfe eines in den Maren eingeführten Gummiballons das„ Nagen des Hungers" röntgenphotographisch aufnehmen zu lassen. Es wurde auf diese Weise festgestellt, daß die Hungerbewegungen des Magens sich ganz charakteristisch von seinen Verdauungsbewegungen unterscheiden. ziehungen des Magens etwa in seiner Mitte und pflanzen sich nach Wenn sich Nahrung im Magen befindet, so beginnen die Zusammen. unten fort, wobei sie den Mageninhalt mit sich führen. Die Hunger bewegungen ziehen dagegen zwei Fünftel des Magens konzentrisch zusammen und brüden ihn zugleich nach oben gegen die Rippen. Diese Erscheinung ist die Ursache dafür, daß der Sunger in der Tat als heftiger törperlicher Schmerz empfunden werden tann. Wenn Lloyd George begrüßte besonders Baldwins Buficherung taß er feinen Angriff auf das Gewerkschaftsmesen und feine Bere fuche zulassen werde, die Gelegenheit zur Herabdrückung der Löhne, zur Berminderung der Arbeitszeit oder sonstwie zu einer Ber schlechterung der Arbeitsbedingungen auszunuzen. Die Regierung müsse zusehen, daß es auf beiden Seiten feine Vergeltungsmaß nahmen gebe.. Die Kommentare zum Streikabbruch. Es ist ohne weiteres begreiflich, daß die reaktionäre Presse Englands über den Abbruch des Streifs ihre Freude dahin äußert, daß sie teilweise von einem bedingungs= lofen 3ufammenbruch spricht. Die Times" sind allerdings erheblich vorjichtiger in der Bewertung des Streitabbruchs. Noch viel günstiger für die Arbeiter behandelt die liberale Bresse, die Boraänge. Die deutsche reaftionäre Bresse dagegen ist eitel Seligkeit über die schmähliche Niederlage" der englischen Gewerkschaften. Die„ Tägliche Rundschau" weiß ihren Lesern sogar zu erzählen, daß die Eisenbahner und Transportarbeiter sich geweigert hätten, die Streifparole zu befolgen, wodurch die beabsichtigte Unterbindung der Lebensmittelzufuhr verhindert worden sei. Daß die Lebensmitteltransporte von den Gewerkschaften freigegeben waren, braucht man offenbar in der Redaktion der„ Täglichen Rundschau" nicht zu wissen. Die„ Bossische Beitung" spricht sogar von einer„ bedingungslosen Kapitulation der Gewerkschaften" und berechnet bereits nach vor= eine Million, die die Kerntruppe einer Kommunistischen fichtiger Schätzung" die Zahl der Gemaßregelten auf Partei" bilden merden. Bir registrieren diese Phantasien, die durch den Gang der Ereignisse widerlegt sind, weil sie zeigen, welche Hoffnungen das Unternehmertum in Deutschland an den Ausgang des englischen Streifs fnüpft. Die Weigerung der englischen Arbeiter, unter ungünstigeren Bedingungen die Arbeit aufzunehmen und die Anweisung des General rats des Gewerkschaftstongresses, die Arbeit nur dort auf zunehmen, wo dies unter den vor dem Streit gültigen Be dingungen geschehen kann, zeigen am besten, daß weder von einem Zusammenbruch" noch von einer„ bedingungslosen Rapitulation" die Rede sein kann. Die erprobte 3ähigkeit der englischen Arbeiter liefert vielmehr die Gewähr, daß das Rompromiß des Streifabbruchs sich in eine offene Niederlage der Unternehmer wandeln wird, wenn diese sich nicht beeilen, einzulenken. Parteitag im Saargebiet. Heim ins Reich! Saarbrüden, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Am Himmels fahrtstage fand hier in Anwesenheit von 300 Delegierten der Parteitag der Sozialdemokratie des Saargebiets statt. Der Bericht zeigte einen erfreulichen Aufstieg der Partei und ihrer Presse und ergab, daß die Partei für die bevorstehenden Gemeindewahlen gerüstet ist. Der Parteitag nahm nach einem Referat des Abg. Meyer Baden zunächst eine eine Entschließung gegen die Flaggenverordnung der Regierung Luther an und wandte fich dann gegen die drohenden reaktionären Wirtschafts= tendenzen. Am Schluß der Tagung wurde unter dem Jubel des Parteitages eine Entschließung angenommen, in welcher der Parteivorstand beauftragt wird, auf die schnelle Wiedervereinigung des Saargebietes mit dem übrigen Deutschland hin zuarbeiten. Abgelehnte nationale Autonomie. In der Tschechoslowakei. Prag. 13. Mai.( WTB.) Der deutsch- sozialdemokratische An trag, welcher die Regierung auffordert, Gesetzesvorlagen zur Regelung der nationalen Verhältnisse auf Grund der nationalen Autonomie auszuarbeiten, wurde im Initiativausschuß des Abgeordnetenhauses mit 7 gegen 6 Stimmen bei Stimmenthal. tung der tschechischen Sozialdemokraten abgelehnt. man erfährt, daß der Konsum irgendwelcher flüssiger oder fester Körper, also auch von reinem Wasser, die Hungerfonvulsionen fofort beseitigt, so versteht man, warum die in legter Zeit so berühmt gewordenen Hungerfünstler derartige Vorräte von Mineralwasser mit in ihre Käfige nahmen. Kinderprostitution in der Sowjet- Ufraine. Prostitution ist ein Schandfled der fapitalistischen Gesellschaft. Im sozialistischen Staate gibt es feine Prostitution, fein Bertaufen des eigenen Körpers. Wenn die Kommunisten immer wieder für sich in Anspruch nehmen, die wahren Bertreter des Sozialismus zu ſein, dann müßte es ihnen doch möglich sein, in ihrem eigenen Staate, der Sowjetunion, wenigstens solche fapitalistischen Schandmale, wie die Prostitution, auszurotten. Hier brauchen fie feine Zugeständnisse zu machen an tapitalistische Staaten, mit denen sie in Handelsverbindung stehen. Statt aber von einem Schwinden der Prostitution in den Som jetstaaten zu berichten, muß selbst das offizielle Sowjetblatt der utrainischen Sowjetrepublit in Charlow, der Kommunist", zu geben, daß die Prostitution in der Ukraine unter der kommunistischen Herrschaft immer mehr zunimmt und daß in sehr bedenklichem Maße auch schon die Kinder der Prostitution verfallen. Die Zahlen, die der Kommunist" veröffentlicht, sind geradezu erschreckend. Bei einer fürzlich angestellten Untersuchung durch eine besondere Kom mission in Chartow wurde festgestellt, daß von 1000 Mädchen im Alter von 8 bis 16 Jahren 800 fich gegen Geld der Liebe hingaben und 300 bereits geschlechtsfrant waren. Im allgemeinen verfallen die Mädchen in den Großstädten der Ukraine bereits mit 11 bis 12 Jahren der freien Prostitution, um mit 14 bis 15 Jahren zur berufsmäßigen Prostitution überzugehen. Die Kommunisten sind bisher nicht in der Lage gewesen, diefem fapitalistischen Uebel zu steuern; im Gegenteil, die Prostitution, und vor allen Dingen die Kinderprostitution, nimmt immer größeren Umfang in den Sowjettepubliken an. tz. Theater Boltsbühne. Am Sonntag, dem 16., vormittags 11 Uhr, findet im a nt Schiffbauerdamm eine Aufführung des Geisigen" von Molière durch die Schauspiel- Eleven der Boltsbühne statt. Die Opernschule der Staatlichen Hochschule für Mufit fübrt am 19. d. M. Mittwoch) 6%, Uhr abends die Dper Cosi fan tutte" von Mozart auf. Lehte Schauspieler- Vorftellung. Die Intendanz der Staatstheater bat eine Borstellung von„ hris- Pyrik" für den 18., nachmittags 3, Uhr, für die Wohlfahrtskassen der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen zur Verfügung gestellt. Karten im Bureau des Bezirksverbandes, Keithftrage 11, Bimmer 10. auf Borschlag der Akademie der Künfte hat Kultusminister Professor Neue Mitglieder der Seffion für Dichtfunft der Wademie der Künffe, Dr. Ch. Beder folgende Dichter berufen: Gerhart Hauptmann. Thomas Mann, Hermann Stehr, Ludwig Fulda und rno Holz. Der Minifter hat sich auf diese fleine iste beschränkt, um der Ecktion für Digitunft die Möglichkeit zu geben, fich durch Zuwahl zu ergänzen. Die Vorgänge in Warschau. Ein tschechisch- offiziöser Bericht. " Das Reichsbanner wacht! Bundesgeneralversammlung in Magdeburg. Magdeburg, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Bundes generalversammlung des Reichsbanners, zu der sich etma 300 Delegierte aus allen Gegenden Deutschlands eingefunden hatten, wurde durch den Aufmarsch von zehntausenden des ReichsPrag, 13. Mai.( WTB.) Die morgige Prager Breffe" meldet bannergaues Magdeburg und durch eine etwa 1500 Besucher umaus Warschau: Als Pilsudski gestern, von Osten fommend, an der faffende Maffenversammlung in der Ausstellungshalle Für Stadt und Land" eingeleitet. Die Begrüßungsrede hielt der Bundesvereinzigen Straßenbrücke, die vom Vororte Praga nach Warschau führt, fizende Oberpräsident Hörsing. Er gedachte der Gründung erschien, wurde ihm eine größere Truppenabteilung unter Füh des Bundes im Jahre 1923 in einer Zeit der Putsche und Gefahren gestellt und es fam zu einem Waffenstillstand. Die Regiedes Bundes im Jahre 1923 in einer Zeit der Butsche und Gefahren rung eines Adjutanten des Kriegsministers Malczewski entgegenund erinnerte an die Lücken, die der Tod und die politischen Morde in die Reihen des Reichsbanners gerissen haben. rung fuchte im Namen des Präsidenten der Republik den ersten ziere feiner Abteilung auf die Folgen einer Erhebung gegen Marschall Pelens zum Rückzuge zu bewegen und ließ die Offi. die gesetzliche Regierung aufmerksam machen. Pilsudski antwortete mit der Aufforderung an die Tags vorher vom Präsidenten beeidete neue Regierung Witos, sofort zurüdzutreten, damit unter Führung einer starten Hand die Nach ihm ergriff General Deimling das Wort: Die letzten Tage haben uns gezeigt, daß die deutsche Republik noch keineswegs gesichert ist. Der Flaggenerlaß Luthers war der erste Schritt des Abbaues von Schwarzrotgold und der Putschplan ber Baterländischen Verbände hat uns gezeigt, daß die Aufgabe des Reichsbanners noch nicht erfüllt ist. Wir müssen uns das Koppel fester schnallen. Hätten wir das Reichsbanner nicht, dann hätten wir jetzt den Faschismus und die Militärdiktatur. Die politische Kraft, die im Reichsbanner liegt, müssen wir in Zukunf besser zu nugen verstehen, nicht erst auf den Barrikaden, sondern vorher durch die Abwehr alles dessen, was zum Bürgerkrieg treibt. Deimling bezeichnete schließlich als eine der wichtigsten Aufgaben der Generalversammlung die Schaffung einer aftions fähigen politischen Zentrale in der Reichshauptstadt, die Bertiefung der Reichsbannerbewegung als Kulturfaktor und die Stärkung der Widerstandskraft als Faktor des Republitschutzgesetzes in der Stunde der Not. Genosse Scheidemann rechnete mit ungewöhnlicher Schärfe mit den Gegnern der Republik Deutschland ab. Er bewundere die grenzenlose Geduld der Republik. Rüsten die Schuß verbände etwa gegen Frankreich und Polen? Nein, gegen uns, gegen die Republikaner, gegen die Republik. Die Aufgaben des Reichsbanners feien flar vorgezeichnet. Der Bund ist der Felsen, an dem sich alle die Köpfe einrennen sollen. Gelobt, daß Ihr in der Stunde der Not zur Stelle seid! Nachdem begrüßte Ministerialbirettor a. D. Spieker die Generalversammlung im Namen der 3entrumspartei. Das deutsche Zentrum fei heute mehr wie je von der Notwendigkeit des Reichsbanners überzeugt. Es stehe mit dem Reichsbanner in einer Front gegen alles, was den demokratischen Teil des Boltsffaates zerstören will. Dr. Haas- Karlsruhe entbot im Namen der Demokratischen Partei der Generalversammlung seinen Gruß. Die Demokratische Partei habe eben einen Reichstanzler hinweggefegt, weil er fein Berständnis für die Seele des republikanischen Deutschland gezeigt habe. Irgendwelchen Butschen sehen wir im Bewußtsein unserer Kraft ruhig entgegen. Wir sind stärker wie die anderen und wir werden jeden Butschversuch zunichte machen. Wir wären unserer Sache noch sicherer, wenn unsere Richter derselben Meinung wären wie mir. Zu Borsitzenden der ersten Generalversammlung wurden ge wählt: Reichstagsabgeordneter Scheidemann, Reichstagsabgeerdneter Haas, Ministerialbireftor Spieter, Borsigender des Algemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Graßmann und Bundesvorsitzender Hörsing. Mit einem großen Umzug durch die Stadt Magdeburg schloß die eindrucksvolle Feier. und and#goped Auslandsdeutsche und Fürsten. Erbitterung über den Abfindungsrummel.amster Der Bund der Auslandsdeutschen" bittet ints, folgendes Schreiben eines seiner Mitglieder zu ver öffentlichen: Borausschiden muß ich, daß ich nicht zu denen gehöre, die eine bedingslose Enteignung des Privatvermögens unterschrieben haben; aber bitter habe ich empfunden, daß wir Aus landsdeutsche ganz besonders von seiten der Bresse, dem Sprach rohr der öffentlichen Meinung, so vernachlässigt werden. Seit Wochen und Monaten fann man in fast allen Tageszeitungen über die Fürstenabfindung lesen, dagegen findet man über die Entschädigung der Auslandsdeutschen nur ganz vereinzelte Anregungen. Ich glaube kaum, daß unter den Fürstenhäusern auch nur ein einziges fich befindet, das mit den ihres Eigentums, ihrer Eriftenz und nachher ihres Weiterkommens Berfuftiggegangenen, zu vergleichen wäre. Diejenigen, an die ich appelliere, tönnten sich täglich überzeugen, wieviel Elend, Sorgen und Bot gelindert werden fönnte, wenn nach dieser Richtung hin einmal ein entscheidender, gerechter Schritt nach vorwärts geschehen würde, und ob es eine unberechtigte und bescheidene Bitte ist, ganz besonders an die Presse, sich auch mit diesen Geschädigten eingehend zu beschäftigen und öfters auf eine arg vernachlässigte Pflichtschuld hinzuweisen. Haben doch die Auslandsdeutschen mit ihrem verlorenen Hab und But als erste die Kriegsentschädigung teilweise decken müffen. Benn man nur die 3insen, die seit der Zeit dieser Vereinbarung nach Schluß des Krieges bis heute von dem rechnet, mas die Geschädigten nicht erhalten haben, so macht das eine ganz bedeutende Summe aus, die den Elsaß- Lothringern und den Auslandsdeutschen allein zur Last fällt. Welche Berdienste sich die Auslandsdeutschen um die Heimat Bildung eines überparteilichen Kabinetts von Fachmännern durchgeführt werde. Die Verhandlungen endeten ergebnislos und Bilfubfti erzwang seinen Eintritt in die Hauptstadt mit Waffengewalt, wobei nach einigen Kämpfen in der Nähe des Schlosses und des Palais des Ministerrates die Regierungstruppen überwältigt oder zurückgedrängt wurden. Die Reiter Pilsudſkis durchzogen sofort Warschau und erreichten am anderen Ende der Stadt das Belvedere, das jedoch im Besize der Bache des Stadt das Belvedere, das jedoch im Besize der Wache des Präsidenten blieb. Die Zibatelle soll sich in der Hand des Kriegsministers befinden, der auch Panzerautes und bewaffnete Aeroplane bereit hält, falls ein entscheidender Kampf einsetzen sollte. Die Attion Pilsudstis war nach Besetzung einiger Ministerien und des Hauptbahnhofes vorläufig beendet und es segten neue Berhandlungen ein, in deren Verlauf sich Sejmmarschall Rataj bisher ergebnislos um eine friedliche Beilegung der Staatsfrise bemüht. Pilsudski forderte in politischer Beziehung Garantien für eine Befreiung der beiden wichtigsten Refforts, des Krieges und des Aeußeren, von partei politischen Einflüssen, die er von der neuen Regierung befürchte, zumal Kriegs- und Minister des Aeußeren schon in der ersten Stunde ihrer Amtstätigkeit in den wichtigsten Stellen Hals über Kopf wichtige Veränderungen vorgenommen hätten, so daß die Sta. bilität der Heeresorganisation und der äußeren Belitit bedroht seien. Die Regierung ist bei Einbruch der Dunkelheit aus dem Palais des Ministerrates, das früher den russischen Generalgouverneur be herbergte, in das Belvedere übersiedelt, wo die Präsidentenherbergte, in das Belvedere übersiedelt, wo die PräsidentenBanzerautos stehen den Verteidigern zwei leichte Batterien zur mache und alle regierungstreuen Truppen fonzentriert sind. Außer Berfügung. Die ausgedehnten Bartanlagen, die das Belvedere nach allen Seiten umgeben, sind der Schauplatz der Kämpfe, die zur Stunde wieder begonnen haben. Die innere Stadt ist in der Hand Pilsudskis, der seinen Stab im Sächsischen Palais versammelt hat. Mehrere hohe Offiziere, die als Anhänger Bilfubftis Dienstag abend wegen Teilnahme an Demonstrationen verhaftet worden waren, sind freigelaffen worden. Die Regierung fucht die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, um Zeit für die Heranziehung von Ver. daß dieses begangene Unrecht in erster Linie wieder gutzumachen iſt. Rein ernſter, rechtlich denkender Mensch wird sich diesen Anfchauungen entziehen tönnen, und ich bitte Sie alle, uns beizustehen. Aus dem Schreiben spricht eine Stimmung, mit der die begeisterte Zustimmung des ersten Borsitzenden des Bundes, Dr. Schnee zu Luthers Flaggenverordnung nicht zu vereinbaren ist. Da die Hauptstelle des Bundes der Auslandsdeutschen uns um Beröffentlichung des Schreibens bittet, muß man annehmen, daß sie in ihm die Stimme nicht eines einzelnen, sondern der überwiegenden Mehrzahl der Bundes mitglieder sieht. Putschkanzler wider Willen? Dr. Neumann- Lübeck gibt sein Amt ab! Lübed, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der als Kanzlertandidat der Rechtsputschisten genannte Bürgermeister Dr. Neumann hat, wie gemeldet, in einem durch WIB. verbreiteten Dementi jeden Zusammenhang mit den Staatsstreichplänen geleugnet und sogar ,, alle Dittaturpläne auf das schärffte verurteilt". Bie nachträglich in Lübed bekannt wird, hatte er bereits vor Heraus gabe des Dementis im Senat den größten Teil der Beschuldigung nach anfänglichem Leugnen zugegeben. Fest steht jebenfalls, daß er mit Justizrat Claß in dauernder schriftlicher und mündlicher Ber bindung stand, fest steht weiter, daß er von den Diktaturplänen mußte, er mill fie mißbilligt, aber eine Anzeige unterlassen haben, meil er fie für rein theoretisch" hielt. Unter dem sich häufenden Drud der Beweise sah er sich schließlich gezwungen, sein Amt vor Jäufig abzugeben. In der Stadt herrscht außerordentTiche Erregung, die sich u. a. in mehrmals täglich erscheinen den Ertrablättern äußert. Man ist allgemein überzeugt, daß eine Rüdfehr des Bürgermeisters auf seinen Bosten aus geschlossen ist. Zu Unruhen ist es nicht gekommen. Die Arbeiterschaft beweist ausgezeichnete Disziplin. stärkungen zu gewinnen. Kriegsminister Malczewski hatte den Entschluß gefaßt, den militärischen Schutz der Regierung dem neu. ernannten Kommandanten von Warschau, Dzierzanowski, zu übertragen und selbst die Organisation des Widerstandes außerhalb Warfich der Regierung zur Verfügung gestellt, ebenso fchaus zu übernehmen. Die Flieger abteilung in Mekotom hat Pojener Regimenter, die seit gestern nach Warschau unterwegs find. Mobilisierung der Anhänger Pilsudstis zu verhindern. Der Telephonverkehr ist im ganzen Lande unterbrochen, um die Bilsudski hat den Fehler begangen, auch die sozialdemokra tischen Führer in seinen jüngsten Proflamationen vor den Kopf zu stoßen, so daß die Regierung mit der Aufrechterhaltung des Eisenbahnverfehrs rechnen fonnte. Die Hauptstadt Barschau ist in Erwartung entscheidender Kämpfe feit Mitternacht Offiziere bas 2egionärsabzeichen tragen( also Pilsudski). wie ausgestorben. Man sieht nur Truppenabteilungen, deren Der Staatspräsident an das Heer. → Warschau, 13. Mai.( TU.) Der Präsident der Republik hat gestern abend folgenden Aufruf an die Soldaten erlassen:„ Sol. baten der Republit! Ehre und Vaterland, das ist die Losung, unter der ihr den ehrenvollen Dienst unter der Flagge des Weißen Adlers tut. Disziplin und unbedingter Gehorsam ist die wichtigste Soldatenpflicht, auf die ihr den Eid geleistet habt. Bleibt dem Bater lande treu! Pflichterfüllung und Treue gegenüber der Re gierung ist die Borbedingung zur Erfüllung dieses Gides. An diese Pflichten, Soldaten, erinnere ich euch und fordere euch auf, die Soldatentreue aufrecht zu erhalten. Denjenigen, die diese Pflicht vergessen haben, befehle ich, auf dem Wege des Rechtes und bes Gehorsams gegen den von mir ernannten Striegsminister zurüdzukehren. gez. Wojciechowski, Präsident der Republik. gez. Witos, Ministerpräsident. gez. Malczewski, Kriegsminiſter." Die Aufregung in Oberschlesien. Gleiwitz, 12. Mai.( TU). Die Organisation der Unteroffiziere fehl, sich zum Marsch nach Warschau bereitzuhalten. Um nicht in Polen ist schon seit Tagen in Alarmbereitschaft und hat den Beganz Oberschlesien zu entblößen, da man hier auch mit größeren polnische Presse drückt die Befürchtung aus, daß dieser Putsch, wenn Unruhen rechnet, find vorläufig nur je 10 Mann von jeder Orts gruppe für den Marsch nach Warschau bestimmt worden. Die die Gegensätze zwischen rechts und lints fich nicht überbrüden lassen, nur der Borbote zum allgemeinen Bürgerfrieg in Polen sein dürfte. In Ostoberschlesien ist es bis in die späten Nachtstunden vollkommen ruhig gewesen. Provinzbehörden für Witos. Danzig, 13. Mai.( WTB.) Nach hier vorliegenden Berichten aus Bolen ist Pilsudski in Warschau Herr der Lage. Dagegen haben sich die Provinzbehörden für Witos erklärt. Im weiteren Verlauf der Sitzung tam es zu einem empörenden 3wischenfall auf der Breffetribüne. Der Vertreter des„ Berliner Tageblatt" follte angeblich eine beleidigende Aeußerung über einen kommunistischen Abgeordneten getan haben. Das wurde non einem fommunistischen Pressevertreter dem ihm be freundeten Abgeordneten hinterbracht. Troßdem der Beschuldigte die Aeußerung energisch bestritt, wobei ihn andere Journalisten unterstüßten, wurde er auf der Prefsetribüne von tommunistischen Abgeordneten auf das schwerste beleidigt und später im Foyer fogar tätlich angegriffen. Die Gigung wurde fofort unter brochen und der Präsident stellte später das tiefe Bedauern des Aeltestenausschusses über den Borfall fest. Der kommunistische Abgeordnete, der den Angriff ausführte, wurde von der Sigung aus gefchloffen. Mann über Bord. Zuwachs für die Fraktion Korsch- Schwarz. In der Bergischen Volksstimme" in Remscheid vom 10. Mal lefen wir: „ Der Genosse Schlagewerth in M. Gladbach hat am Samstag, den 9. Mai, in einer Mitgliederversammlung offen ver sucht, die Ortsgruppe München- Gladbach zu spren gen. Die Bezirksleitung hat zu wiederholten Malen versucht, dem Genoffen Schlagewerth das Verbleiben in der Partei zu ermög lichen. Nach den Ereignissen der letzten Tage ist sein längeres. erbleiben in der Partei zur Unmöglichkeit geworden. Die UB- Konferenz Remscheid schließt sich deshalb dem einstimmigen Beschluß der Mitgliederversammlung in M.- Gladbach an und fordert vom 3., daß es den Ausschluß Schlagewerths sofort voll. ziehe und ihn auffordert, unverzüglich sein Reichstagsman dat in der Hände der Partei zurückzulegen." Der Wunsch ist nicht lange unerfüllt geblieben, denn die Rote Fahne" vom Donnerstag morgen enthält folgende Ber des deutschen Baterlandes erworben haben, wird kaum je einmal Hamburg gegen die Flaggenverordnung! autbarung": gewürdigt werden. Sie waren es, die die deutschen Waren, Maschinen und Hausgeräte, ihre Güte und ihre vorzügliche allseitige Berwendungsmöglichkeit im Auslande bekannt gemacht haben, und es der deutschen Industrie ermöglichten, ihre Abfaggebiete fortwährend zu vergrößern und den heimatlichen Aufschwung in ganz bedeutendem Maße zu heben. Ich bin gewiß nicht derjenige, der anderen nicht vergönnt, wenn fie fich bemühen, ihre Lage zu verbessern und ich sehe wie Reich, Staat und Gemeinde diese Bemühungen unterstügen, und es wäre nicht zu früh, nun auch an jene zu denken, die zuerst und in empfindlichster Weise geschädigt wurden. Der oberste Grundjag des Völkerbundes war immer der," Das Privateigentum darf im Kriegsfalle nicht angetastet werden". Wie man diese Sagung zu umgehen wußte, hat uns dieser Krieg gelehrt. Welche verberb. lichen Folgen dieses falsche Spiel nach sich ziehen wird, ist faum bedacht worden und bei einem nächsten Kriege wird ein findiger Kopf wieder etwas finden, um dasselbe Spiel wieder in Szene zu setzen. Ein neues Spiel beginnt, und die verderblichen Folgen wird die Menschheit nicht los. Beschluß der Hamburger Bürgerschaft. Hamburg, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Sozial. bemokratische Fraktion der Hamburger Bürgerschaft hatte aus Anlaß der Flaggenverordnung der Reichs regierung an den Senat die Frage gerichtet, ob ihm bekannt fei, daß Senator Dr. Burchard Moh bei der Reichsregierung für den Erlaß einer solchen Verordnung wirkte und ob der Senat dieses Berhalten billige. Am Mittwoch antwortete der Genat, daß Burchard- Mozz diese Schritte als Privatmann ohne Wissen der Hamburgischen Regierung unternommen habe und ihm die Illoyalität seines Vorgehens bereits bedeutet worden sei. Die Sozialdemokratische Fraktion hatte dann einen Antrag eingebracht, der den Senat erfucht, bei der Reichsregierung nachdrücklichst für die Aufhebung der Flaggenverordnung zu wirken. Bei der Besprechung diefes Antrages wurde von sozialdemokratischer und demokratischer Seite nicht nur scharf gegen den Erlaß Stellung genommen, sondern auch gegen die hamburgischen Kreise, die die Reichsregierung zu ihrem Vorgehen ermuntert haben. Die Sprecher der Bolkspartei und Das Richtigste wäre, wenn der Völkerbund beschließen würde, der Deutschnationalen waren in ihrer Erwiderung sehr schwächlich. den Auslandsdeutschen und Elsaß- Lothringern ihr Eigentum mit 87 gegen 50 Stimmen wurde der sozialdemokratische Antrag anzurüdzugeben, weil nur der frühere Befizer, der meist ein genommen und ebenso ein demokratischer Antrag, der den Senat aufganzes Menschenalter am Aufbau des Erworbenen gearbeitet hat, fordert, fich nachdrücklich für die Wahrung der verfassungsmäßigen auch am raschesten wieder imftande ist, die unterbrochene Tätigkeit Reichsflagge schwarzrotgold einzusehen und den hamburgischen Verzu sichern und einen Erfolg zu erzielen, und das sollte doch in Genf freter im Reichsrat entsprechend anzuweisen. Damit hat Hamburg erreicht werden fönnen. Wenn auch Deutschland unter dem Druck offiziell die Treiber desapouiert, die Glauben machen wollen, HamDer Verhältnisse feine Einwilligung zu dieser Abmachung gegeben burg als Ausgangshafen des deutschen Weltverkehrs fordere die hat, fo mirb bodh fein rechtlich bentender Menschen bestreiten mollen, I Handelsflogge für die Auslandsvertretung. " Der Genosse Schlagewerth wird aus der Partei aus geschlossen. Begründung: 1. Schlagewerth zeichnet als verantwortlicher Herausgeber bas Diskussionsblatt der aus der Partei ausgeschlossenen Reichs. tagsabgeordneten Korsch und Schwarz, obwohl er bereits vor Wochen vom 3. aufgefordert wurde, die verantwortliche Zeich nung einzustellen. Die Herausgabe diefes Diskussionsblattes bezweckt ausschließlich die Diskreditierung der Politit und der Führung der Partei und der Komintern. 2. Schlagewerth hat als Antwort auf die Aufforderung, die verantwortliche Zeichnung des Diskussionsblattes einzustellen, dem 3R. mitgeteilt, daß er das Bureau des Reichstags angewiesen hat, die Auszahlung seiner Diäten an die Frattionstasse einzustellen und ihm persönlich zu überweisen. Schlagewerth hat damit bereits auch organisatorisch mit der Partei gebrochen. 3. Schlagewerth jetzt im Sinne der Korsch- Schwarz seine parteizeriegende Frattionstätigteit im Bezirk Niederrhein fort. Das Bolbureau des 3. fordert alle Genoffen auf, jede Berbindung mit dem ausgefchloffenen Schlagewerth a b 3 us brechen. Schlagewerth ist ein Feind der Partei. Dementsprechend muß ihm von den Genossen entgegengetreten werden. Polbureau des Zentralfomitees. Born und hinten in der Roten Fahne" wird die„ Einheitsfront des Proletariats" gepredigt. In der Beilage aber wird die 3ersplitterung der KPD. durch Ausschluß aller wider Eine wunderbare Einrichtung, diese borstigen gespiegelt. Gomjetpartei! TIETZ BILLIGE LEBENSMITTEL Mengenabgabe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat. Wurstwaren 70 Pt. Frisches Fleisch Suppenfleisch......... Pfund Fehirippe u. Brust fund 80 Pt. Prima Schmorfleisch..K., Pfund 110 Prima Rouladen................. und 10 0. .Pfund 80 Pt. Kalbskamm...... Kalbsrücken Kalbskeulen. .Pfund 90 Pt. Pfund 100 ..Pland 105 Pfund 110 Schweinebauch ohne Beilage..Pfund 100 Schweineschulterblatt Schweineschinken Rückenfett u. Liesen stark, Pid. 90 Pt. Hammelvorderfleisch..Pfand 95 PL. Eisbein mit Spitzbein, gepökelt, Pfund 58 Pt. Rollkassier ohne Knochen.......... Pfand 130 Rindertalg ausgelassen.......... Pfand 56 PL Schweinekopf mit Backe.... Pfand 50 PL Gehacktes Wildschwein ....... Pfand 70 PL ....... Piund von 120 an Suppenhühner frisch geschlachtet, Pid. 140 Enten Pfd. 155 Aus unserer Konfitürenabteilung: Milch- Nuss- Schokolade 100- g- Tafel 28Pt. Speiseschokolade...... 100- g- Tafel 20Pt. Pralinenschnitte Sandgebäck Pfund 30 Pfund 100 Gemüse u. 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Etwa 400 meter hinter der Rudower Grenze marschierte von Schönfeld nach Rudow ein etwa 200 bis 300 mann starter 3ug des Neuköllner Kriegervereins mit Tambourmusik. 3ug, was eine große Banit auslöfte. Baute Hilferufe ertönten und Blöglich fuhr von hinten eine Autodroschke in den eine große Anzahl der Zugteilnehmer war verlegt worden. Als der Bagenführer sah, welches Unheil er angerichtet hatte, ließ er seinen Bagen im Stich und flüchtete. Es wurden sofort die Neuköllner Aerzte Dr. Kirchner, Neufölner Straße 9 und Dr. Heinzius benachrichtigt, die zusammen mit der Rudower Feuerwehr unter Leitung des Brandmeisters Brülte die ersten Rettungsmaß nahmen trafen. Ein zufällig im Zuge mitmarschierender Chauffeur brachte die Toten und Schwerverletzten in der Kraftdroschte nach bem Neuköllner Krantenhaus. Bisher murden brei Tote feft. gestellt. Es sind dies die Arbeiterin Melitta v. Gleißenberg, ein Arbeiter Böhlert und ein Arbeiter, dessen Namen noch nicht feststeht. 5 Schwerverletzte und etwa 15 Leichtverletzte erhielten gleichfalls im Neuköllner Krankenhaus die erste Hilfe. Den ganzen Tag orafelt der Himmel. Dice Wolfen machen Stimmung, hin und wieder scheint die Sonne, zur Abwechslung regnet es auch einmal, und selbst ein fleines Gewitter erschreckt verängstigte Gemüter. Trogdem ist alles unterwegs. Die Straßen frieren in ihrer Einsamkeit, nur an den Bahnhöfen herrscht Gedränge von morgens an, und Straßenbahnen und Autobusse, die nach außerhalb fahren, sind ausverkauft, der Schaffner entwickelt die Geschicklichkeit eines Afrobaten, um seine Fahrscheine an den Mann zu bringen. Der freie Tag muß im Freien verbracht werden, Herrenpartien, die am Himmelfahrtstag fällig find, Familienglück und Frühlingserwachen bevölkern Wald und See nebst Eierschalen und Butterbrotpapier. Jeder Zug entläßt auf den Stationen ganze Rarawanen, die mit vorbildlicher Ausdauer und Geduld in den Abteilen die Rolle von Heringen gespielt haben. Familienväter sind auf ihre Kinder erbost und tragen große Bafete mit Stullen und ähn lichen netten Dingen, Mütter sind sehr beschäftigt, Kinder schreien, Berlobte lächeln im Glanz ihres jungen Glücks. Dazwischen er freuen einige mutige Knaben mit Werwolf- und verwandten Abzeichen durch kriegerische Finsterlingsgesichter. Spree, Havel und dazu gehörige See find mit Booten überschwemmt, ganz unter nehmungsluftige versuchen sich bereits an Freibädern, andere laufen jedenfalls in Badeanzügen herum. Man ernährt sich von Kaffee, Bier und sonstigem Alkohol, oder von der Milch der frommen " Denkungsart" je nach Veranlagung, Ueberzeugung und Charakter. Die Cafés und Gartenwirtschaften erleben ihren großen Tag. Ueberall find reine Tischtücher aufgedeckt, und Wirt und Kellner ftrahlen von Erwartung. Das Orchester spielt Walzer, Stepp oder eine Opernphantasie, fleine Gaststätten begnügen fich mit einem Grammophon. Ueberall ist man sehr vergnügt, und selbst ein RegenSchauer fann die gute Laune nicht definitiv zerstören, man vergißt sogar eine drohende Geschäftsaufsicht. Wandervögel und Sport und Ein schweres Gewitter, das aber verhältnismäßig schnell in Naturvereine schlagen Lager auf, fochen ab, machen Vorführungen nordöstlicher Richtung weiterzog, fam in den gestrigen Spätnach und flimpern auf den Zupfgeigen, Verliebte suchen einsame Wege, mittagsstunden über Berlin zur Entladung. Besonders in den weft um ungestört über das Leben philosophieren zu können. Die Stadtlichen und nordwestlichen Vororten war der niedergehende Gewitterexistiert nicht, man will auf irgendeine Art zurück zur Natur. Und schlug der Blig ein, ohne ernstlichen Schaden anzurichten. In der regen von zahlreichen Bligschlägen begleitet. An einigen Stellen erst abends in den überfüllten Zügen, in dem überladenen Autobus, Scharnweberstraße 67/68 in Best- Reinickendorf jedoch, wo der Blizz menn man fich, müde, erhißt und verstaubt, darüber ärgert, daß gegen 47 Uhr abends in eine Rohlenanzünderfabrit einschlug und jede Hoffnung auf einen Sitzplatz endgültig zu Grabe getragen zündete, mußte die Feuerwehr eingreifen. Mehrere Löschzüge eil. werden muß, fühlt man wieder die Unannehmlichkeiten des Lebens. ten an die Brandstelle und nach längerem Wassergeben gelang es, Aber ganz Unentwegte tanzen bis tief in die Nacht hinein. das Feuer zu lokalisieren und abzulöschen. Himmelfahrtsregen. Blitzschlag in eine Kohlenanzünderfabrik. Ein neuer Beruf. Daß die Not erfinderisch macht, ist eine alte Tatsache. So mertdiese Aermften gezwungen sind, auf neue Kniffe zu verfallen, um ihr tümmerliches Dasein zu fristen. Die Gilde der„ Stummelftecher" oder Rippenfammler" ift eine alte Zunft, deren Bertreter man täg lich auf der Straße bei der Arbeit" beobachten fann. Trotz der heute nicht unerschwinglichen Zigarettenpreise ist diese gewohnheitsmäßige Leidenschaft nach wie vor bei den Außenseitern zu Hause. Ein neuer Beruf ist jedoch der des Billettvermittlers". Es handelt sich nicht um die berüchtigten Zwischenhändler, die an den Theatern bei Uraufführungen oder beim Auftreten von Stars und Opernkanonen" erprefferisch die Kunstbegeisterung und den Musik hunger für ihre Taschen ausnüßen. In Lumpen gehüllte Bettler find es, die sich in Regen und Straßenschnuz büden, Straßenbahn billetts aufheben, fie mit Kennerblick auf die Gültigkeit prüfen und fie an Haltestellen zu Unterpreisen an fparfame Baffagiere perkaufen, die sich freuen, einen Sechfer zu handeln". Auf diese Weise mag wohl hin und wieder eine Ansipenfuppe statt der Armeleut. maffenabfütterung herausspringen. Aber dieses Geschäft hat eine bedenkliche friminelle Seite. Der sparsame Käufer sowohl wie der Berfäufer machen sich strafbar. " Die Männlein werden hoffentlich noch was auf den Rücken friegen," das war wieder Stoßjeufzer und Gebet der vielen verwürdig manche Einfälle von Verzweifelten sind, so traurig ist, daß Laffenen Frauen, soweit sie nicht selber als Damenpartie die Landfchaft in unmöglichen Kostümen beunruhigten. Sei es, daß Petrus dem Anfturm so vieler Gebete nicht standhalten fann oder sei es, daß die Sonne die Tränen der eintägig Berlaffenen zum Himmel hebt, um sie dann unter Donner und Bliß auf die verruchte Männer melt auszuschütten, jedenfalls hat auch diese Himmelfahrt wieder ihre traditionellen Regengüffe gehabt. Doch der Stimmung der Männerwelt tat das feinen großen Abbruch, mur Bliz und Donner ließen vielleicht manchem für Augenblide an den unausbleiblichen häus lichen Krach denken. Um so mehr verklärte die reinste Freude, die Echadenfreude, das Antlig der weiblichen Welt, die wie ein Hühner velt ohne Hahn gluckend und fröhlich gadernd der himmlischen Dusche dankte. Am meisten freute fich aber das ausgetrocknete Land, daß es endlich einmal regnete, und so Gras, Blüte, Strauch und Baum nach beinahigem Verdurften zu ihrem Schöpplein tamen. Und sie dankten dem himmlischen Segen durch ihren frischen Duft und fatteres Glänzen des erfrischten Grüns. Auch die Böglein stimmten nach dem Regen einen feligen Lobgefang an, daß fie in der frischgebadeten Natur fich wieder ihres Lebens freuen fonnten, soweit fie nicht lieber die gute Konjunktur in Regenwürmern weldlich ausnutten. Auch die Männerwelt duftete vom Altohol und schwankte oder wantte abends den entronnenen ehelichen Freuden wieder zu. Mit lieblichem Grölen traten sie in einen energischen Bettstreit mit der gefiederten Gängerwelt. Aber hier sollen die Meinungen auseinandergehen, was schöner gewesen sei. Die bezechten Sänger jedenfalls werden sich wohl selber den ersten Preis zuerkannt haben. Wie sie am Freitag darüber denken werden, wenn ihnen der Razenjammer der Menschheit ganzes Weh zumauzen wird, das fei einem jeden von ihnen persönlich überlasser. Drum sei ihnen auch das Glück vom Himmelfahrtstag mit der Devise Nichts geht doch über eine Herrenpartie" restlos gegönnt. Einbruch in die Postagentur in Pichelsdorf. Einen fläglichen Mißerfelg hatten Einbrecher in der Bostagentur zu Bichelsdorf. Drei Mann drangen vom Hofe aus durch ein Fenster ein und versuchten die Geldkassette zu sprengen, die ihnen aber unüberwindlichen Widerstand leistete. Um nicht mit ganz leeren Händen heimzugehen, suchten sie eine nebenan gelegene Gastwirt schaft heim und erbeuteten hier aus der Kaffe 200 m. fleines Geld. Inzwischen hatten auf einem Nachbargehöft die Hunde angeschlagen und die nächtlichen Gäfte machten sich schleunigst aus dem Staube. Hausbewohner, die aufmerksam geworden waren, schoffen mehrmals hinter den Dieben her, trafen aber niemanden. Andere Pflege und Ernährung des Säuglings. Am Donnerstag, dem 3. Juni, Lottenburg, Frantstr. 3( Straßenbahnhof Westend), ein Kurfus für Mütter beginnt im Raiserin Auguste- Vittoria- Haus, Char und Mädchen, in dem alles das praktisch und theoretisch gelehrt wird, was eine Frau von der Pflege und Ernährung des Säuglings wissen muß. Der Kursus umfaßt vier Doppelstunden, jeweils Donnerstags von 3 bis 5 Uhr. Die Einschreibegebühr von 8 M. ist im Buteau der Anstalt zu entrichten. Bezirksbildungsausichuß Groß- Berlin. Boltsvorstellungen für Minberbemittelte in der städtischen Oper, Sonn abend, den 15. Mai: Der fliegende Solländer, Sonnabend, den 22. Mai: Die 8auberflöte", Sonnabend, den 29. Mat: Bar und Zimmermann". Preis der Karte einschließlich leiderablage und Theaterzettel 1,50 M. Karten find bei den Dbleuten der Bildungs ausschüffe, in den Vorwärtsspeditionen, im Bigarrengeschäft Horsch. Engelufer 24-25, Tabalbertrieb Inselstr. 6, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2 und im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of II, Zimmer 8, zu haben. Ein Ferienkursus der Arbeiterbildungsschule findet in Oberties- Mühle bei Freienwalde a. d. D. in der Zeit vom 28. Juni bis 3. Juli statt. Das Vortragsthema lautet: Der Margismus in der Gegenpart". 8,50 m. Sörgebühr für den ganzen Kurfus 5 M. Meldungen erbeten Schrer: Dr. Karl Schröder. Unterkunft und gute Verpflegung pro Tag bis spätestens Montag, den 14. Juni, im Bureau des Bezirksbildungs ausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof II, Zimmer 8, unter gleichzeitiger Voraus sohlung der Hörgebühr. Freitag, 14. Mai 1926 Dämon Kokain. 3rrwege eines Erwerbslosen. In der Welt der Rofainschlucker ist er unter der Bezeichnung Juden- Robert bekannt. Eigentlich aber ist er Besizer eines flang. vollen Namens. Seine Eltern leben schon seit 15 Jahren in einem fleinen badischen Städtchen und sind ehrbare Kaufleute. Ursprünglich Bantbeamter, wurde er im Jahre 1923 abgebaut und kam bald unter die Räder. Während des Krieges wurde er einmal verschüttet und im Lazarett gewöhnte er sich dann an Kotain. Die Not machte jetzt aus dem Kokainschnupfer einen Kokainhändler. # Seine geschäftliche Tüchtigkeit verhalf Hunderten zu dem Gift. Auf der Polizei hieß es immer wieder:„ Ich habe es vom Juben Robert erhalten." In den Gerichtsfälen hört man in Er einem fort: Das Gift hat mir der Juden- Robert verkauft." verstand aber seine Sache. Den Vermittler spielte für ihn der Juden- Emil. Mit diesem allein hatten die Wiederverkäufer zu tun. Dann aber faßte ihn eines Tages die. Polizei. Bei ihm fand fie 150 Gramm Kokain, beim Juden- Emil 200 Gramm. So stand er im Oftober in dem großen Charlottenburger Kotainprozeß ver den Richtern und erhielt ein Jahr Gefängnis. Er dachte aber gar nicht daran, sie zu verbüßen, denn er hoffte immer noch, vom Rofainschnupfen und Kokainhandel loszukommen. Mit Hilfe feiner Berwandten eröffnete er in der Tauenhtenstraße ein Radiogeschäft. In acht Tagen ging er pleite. Und wieder hieß es in der Polizei: " Das Gift haben wir vom Juden- Robert." Als fürzlich ein junger Raufmann vor Gericht stand, bei dem eine nicht allzu große Menge Refain beschlagnahmt worden war, war es wieder der Juden- Robert, von dem er das Kokain erhalten hatte. Einmal hatte die Polizei ihn in einem Kofsteller fast erwischt, das andere Mal wurde er gana gefaßt. Nun stand er wieder vor dem Gericht und erhielt zu dem einen Jahr Gefängnis, das er noch zu verbüßen hat, weitere vier Monate. Bielleicht wird er so von seiner Sucht furiert. Polizei und Gericht gehen auf Grund des Opiumgesetzes, das nicht nur allein den unrechtmäßigen Handel, sondern auch den unrechtmäßigen Erwerb von Kotain mit schweren Strafen bedroht, so scharf als möglich gegen Händler und Schnupfer vor. Ob es helfen wird, fann nur die Zeit lehren. Das einzige radikale Mittel gegen die Verbreitung der Rauschgifte wäre, die Quellen zu verstopfen, liftischen Regierungen sich nicht darüber einigen können, die Her ven wo aus sie unter die Völfer fommen. Solange aber die kapita. stellung der Rauschgifte auf das medizinisch notwendige Mindeſtmas Heroin und wie all die Rauschgifte heißen mögen, unfruchtbar zu beschränken, wird jeder Kampf gegen Opium, Morphium, Kokain, bleiben. Arbeitersport. Dieffenbachftr. 36. 3. Abt.: 7 Uhr Dahmsmühle. Start Laufiker Plak. Arbeiter Radfahrer- Bund Colibarität". Touren file 16. Mai. Bez. 1. 1. Abt.: 6 Uhr Spigmühle, 1 Uhr Sirschgarten. Starts Bülowstt. 55. 2. Abt.: 6 Uhr Streifzüge durch den Krämer, 1 Uhr Schwanenkrug bei Spandau. Starts 4. Abt.: 7 Uhr Chorinchen. Start Weberwiese. 5. bt.: 5 Uhr durch den Blumenthal, Endaiet Radebrid; desal. 7 und 12 Uhr Rabebrild. Staris Lands berger Blak. 6. Abt.: 6 Uhr Brenden, 12 Uhr Röntgental. Start Schönhauser Alee 164. 7. Abt.: 5 Uhr Rildersdorf, 1 Uhr Johannisthal. Starts Rolonie ftraße 147. 8. Abt.: 6 Uhr Jugendtour Freienwalde und Gamengrund, 1 Uhr ftraße 19. 9. bt.: 6 und 12 Uhr Gorinfee. Starts Schulstr. 114. 10. f.: Ahrensfelde( Schneider). Starts: früh Arminiusplak, mittags Waldenser. 6 Uhr Nüdersdorf, 1 Uhr Sirfchgarten( Keller). Starts Comeniusplak. 11. Abt.: Frith 7 Uhr Tiefenfee. Start Hochftr. 13. 12. Abt.( Motorfahrer): 9 Uhr Bernau( Waldkater). Start Weißenfee, Heinersdorfer Straße. Bez. 2, Orisgz. Neukölln: 6 Uhr Möllensee. Starts: 1. Abt. Serkbergplak, 2. Abt. Bahnhof Sermanutrake. Orisar. Treptow- Baumschulenweg: Schönwalder Forst. Starts: 6 Uhr Budom( Märkische Schweiz), 1 Uhr Jandfchlok Stern. Starts Stuben. 7 Uhr Baumschulenweg. 7% Uhr Bahnhof Treptow. Ortsgr. Cchöneberg: rauchftr. 5a. Ortsar. Charlottenburg: 6 Uhr Sumter See. Start Galvaniſtr. 13. Bez. 21, Ortsgr. Reinickendorf: 7 Uhr Sehnikfee. Start Reftdenaftraße. Ede Bankower Allee. Orisar. Tegel: 6 und 9 Uhr Botsdam. Start Schlieper. ftraße 64. Ortsgr. Ricberschönhausen: 7 Uhr Böhfee. Start Bornholmer Straße, Ede Bankower Allee. Drtsgr. Lichtenberg: 5 Uhr Ferch. 9% Uhr Wannfee. Starts Traveplak. Arbeiter- Sport- und Kulturkartell, Mitte. Technischer Ausschuß: Montag, 17. Mai, Gikuna. Schule Gipsstt. 23, 7% Uhr. Freie Turnerschaft Charlottenburg. Sonntag, 16. Mai, 2 Uhr, auf bem Städtischen Spielplak Westend, Anturnen. Abmarsch 1 Uhr in Sportkleidung. 15. Gemeindeschule. Spreeftvake. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 13. Mai. Westfalica( R. Edler). Toto: 70:10. Blab: 24, 19, 18: 10. Ferner Tiefen: 1. Rennen. 1. Maimond( Mannchen), 2. Bubi( B. Wurst), 3. Borta Laon, Landroft, Riß mo quid, Barchemin, Udine, Baltazar, Sauberflöte, Jfelberg, Bellejus, Venus IV, Coundryside. 2. Rennen. 1. Ordensritter( Oertel), 2. Rasvior( Blod), 3. Oddrun ( Müschen). Toto: 80: 10. Platz: 24, 23, 20:10. Ferner liefen: Märchenzauberin, Stürmer II, Florfina, Killewit, Golm. 3. Rennen. 1. Eleazar( Hauser), 2. Borussia( Oertel), 3. Sumor ( Mannchen). Toto: 17:10. Plat: 13, 18:10. Ferner liefen: Margaretha Graß, Úlfter, Ama. 4. Rennen. 1. Trompeter( Willi Heuer), 2. Moustafa Kemal ( St. Edler), 3. Luftpost( Mesa). Toto: 37:10. Blag: 14, 13:10. Ferner liefen: Mellarosa, Stummer Teufel, Mundschent. 5. Rennen. 1. Tod und Leben( Oertel), 2. Perilles( Walt. Heuer), 3 Rheinland( Sukulies). Toto: 26:10. Play: 17, 34: 10. Ferner Tiefen: Bella, Hermes, Lobredner. 6. Rennen. 1. Beleda( Mate), 2. Fippa( E. Eichhorn), 3. Arbela Livadia, Moosrose. ( Rutulies). Toto: 41:10. Platz: 19, 15:10. Ferner liefen: Trabant, 7. Rennen. 1. Gerold( Gürgens), 2. Bancade(. Edler), 3. Tu's nie( Oertel). Toto: 31:10. Blaz: 18:10. Ferner liefen: Adalbert b. Wiesenthal, Stephanie. JEDES PAAR EIN MEISTERSTUCK MARKE ANDER SALAM ANDERSALAMANDER SALAMANDER O TH TH SALAMANDER e SALAMANDER Gewerkschaftsbewegung( Soz.) über die fürzlich abgeschlossenen Verhandlungen im SozialReichskonferenz der Bergarbeiter. Solidarität mit den englischen Kameraden. 2m 12. und 13. Mai tagte in Berlin eine Reichstonferenz des Bergarbeiterverbandes, die zum Bergarbeiter. tampf in England, zu den Reichstagsausschußberatungen zur Reichsinappigaftsgefeßesnovelle und zu den eingelaufenen Anträgen zur Generalversammlung des BAB., die am 4. Juli in Saarbrüden stattfinden wird, Stellung nahm. Der Borfizende Husemann schilderte den Verlauf der Aus einandersetzungen im englischen Kohlenbergbau und wies darauf hin, daß die Schwierigkeiten auch dann nicht überwunden sind, wenn die Subventionen weitergezahlt werden, weil die Krisenerscheinungen auf dem Kohlenmarkt feinen nationlen, sondern internationalen Charakter tragen. Deshalb sind auch die deutschen Bergarbeiter lebhaft an dem Ausgang dieses Kampfes interessiert und stehen mit allen ihren Hoffnungen und Wünschen hinter thren britischen Kameraden. Auf die Verhandlungen des Exekutivausschusses der Bergarbeiterinternationale eingehend, berichtete Huse mann, daß die bisher getroffenen Maßnahmen des deutschen Bergarbeiterverbandes von den britischen Vertretern begrüßt wurden. Hilfe aus. Nach einem Bortrage des Reichstagsabgeordneten Beder politischen Ausschuß des Reichstages betreffend die Novelle zum Reichstnappschaftsgefeß murde die nachfolgende Entschließung einstimmig zur Annahme gebracht: „ Die in Berlin tagende Reichskonferenz des Berbandes der nis von den Beschlüssen des sozialpolitischen Ausschusses des ReichsBergarbeiter Deutschlands nimmt nach eingehendem Bericht Kennt tages zur Rovelle des Reichsknappschaftsgesetzes. Die Konferenz ist einmütig der Auffassung, daß die verliegenden Beschlüsse unter feinen Umständen Gesetzestraft erhalten dürfen. Wenn auch ein Teil der Mehrleistungen, die durch die Bergbauunternehmer beim Infrafttreten des Reichstnappschafts. gefeßes unter Berufung auf die Einstellung des Reichsarbeitsministers den Bergarbeitern genommen wurde, durch die Beschlüsse des Aus schuffes als Pflichtleistung vorgesehen ist, so find doch vorbehaltlich der Leistungen der Pensionskasse und der Verfassung schwerwiegende Bedenken geltend zu machen. Die Hauptverwaltung ftellt den höheren Beamten im Reiche umsonst außerordentlich teure mehrröhrige Radioapparate zur Verfügung und läßt auch dazu gehörige, auffallend solide gebaute Hochantenneneinrichtungen auf ihre Roften ausführen. Eine offizielle Stelle, die sich bei einem Reichsbahnpräsidenten nach dem 3 mede dieser auffallenden und unnüßen Ausgaben erfundigte, erhielt von demselben folgende Auskunft: „ Die Radioanlagen, welche auf Kosten der Berwaltung her gestellt werden, find den Beamten nicht etwa für Unterhaltungs zwecke zur Verfügung gestellt worden, sondern sollen dazu dienen, um in gefährlicher Lage die höheren Eisenbahnbeamten ohne Bermittlung anderer Einrichtungen herbei8u holen, denn Telegraph und Telephon fönnen bei solch gefähr lichen Lagen längst gestört sein." Man muß fich wirklich fragen, was sich die Reichsbahnverwal tung bei solchen Dingen eigentlich denkt? Bildet sie sich etwa ein, daß jahraus, jahrein, Tag und Nacht ein Horchposten der höheren Beamten am Lampenapparat fizt, um die Mobilmachungsorder der höchsten Reichsbahnstelle in Empfang zu nehmen? Glaubt die Reichsbahnverwaltung weiter, daß ihre Mobilmachung nur von ihren höheren Beamten aufgefangen wird und nicht auch von vielen Tausenden der übrigen Radiohörer? Wer bezahlt diesen höheren Beamten die postalischen Gebühren? Richardson sprach offiziellen Dank für die bisher geleistete tnappschaftsvereins, die praftisch zu einer 3erreißung des Ber. üblichen Manieren des Scharfmachertums niederschlagen zu fönnen, Die Konferenz stellte sich ein mütig hinter die bisher getroffenen Maßnahmen der Berbandsleitung und hieß insbesondere gut, daß die finanzielle Hilfsaktion sich im Rahmen des ADGB. und des JGB. vollzieht. In der Debatte murde einmütig die Auffassung vertreten, daß die Gewerkschaften auch in diesem Falle alle Einmischungsversuche politischer Barteien entschieden zurüdgewiesen haben. Den Willen der Ronferenz brachte die einmütig angenommene Entschließung zum Ausdruc: Die Reichskonferenz des Verbandes der Bergarbeiter Deutſch lands, abgehalten in Berlin am 12. und 13. Mai, befundet den im mirtschaftlichen Abwehrkampf stehenden britischen Bergarbeitern die herzlichsten Sympathien und verspricht ihnen in Ausführung der bisherigen internationalen Beschlüsse größtmöglichste Hilfe. Die Konferenz ruft die deutschen Bergleute auf, nach Kräften alle Maßnahmen der Gewerkschaften zugunsten der britischen Kameraden zu unterstügen. Dazu gehört namentlich die Ableh nung von Ueberschichten nach dem Beschlusse der vier Bergarbeiterverbände, die Verhinderung der Rohlenausfuhr nach Großbritannien sowie eine weitgehende Beteiligung an den Geldsammlungen des ADGB. Alle anderen Sammlungen find zurückzuweisen, da sie der Einheitlichkeit der Hilfeleistung hinderlich sind und feinerlei Gewähr bieten, daß sie den britischen Kämpfern zwedentsprechend zugeführt werden. Die Wirksamkeit der Unterstützung für die britischen Kameraden hängt von der Geschlossenheit des gewerkschaftlichen Vorgehens ab, darum sind die von Außenstehenden ausgegebenen Parolen nachdrücklich abzulehnen und zu bekämpfen. Der britische Kampf muß ein Schrittmacher für die internationale Regelung der Kohlenwirtschaft merden, die allein die Möglichkeit bietet, zur schließlichen Ueber nindung der gegenwärtigen großen Krisenzustände in allen Bergbau treibenden Ländern zu kommen. Der glückliche Ausgang des Ringens der englischen Kameraden liegt daher im Interesse der Bergarbeiter aller Länder; seine gewerkschaftliche, geldliche und moralische Unterſtügung ist deshalb Pflicht eines jeden deutschen Bergmanns!" A.M.CAY Durch die Einführung der Lohntlassen und der damit verbundenen Beseitigung der gleitenden Rente sowie die ungleichen erschwerenden Bestimmungen zur Erlangung der Alterspension und die verschiedenartige Festsetzung der Steigerungsbeträge werden Härten gegenüber dem bestehenden Zustand eingeführt, die Bereitet die Hauptverwaltung der Reichsbahn durch ihre anzunehmen den Bergarbeitern nicht zugemutet werden kann. Geradezu gefahroull find die Beschlüsse zur Verfassung des Reichs- Bersonalpolitik etwa einen Putsch vor, um ihn dann mit den oder bereitet sie sich direkt zum nächsten politischen Putsch vor? ficherungsträgers führen. Würden diese Beschlüsse Gefeß, so würde nicht nur der Bestand und die gesunde Weiterentwicklung der Knaper Ein weiterer Borgang dürfte die Deffentlichkeit auch start schaft gefährdet, sondern auch die Bergarbeiter in der Selbstverwaltung durch die Unternehmer im Berein mit einem Teil der An- den Höchstkommandierenden der Reichsbahn ein fürstlich aus geftellten in die Minderheit gedrängt werden, obgleich fie die gestatteter Brunffalonwagen gebaut, an welchem mit übergroße Mehrheit der Bersicherten bilden und drei Fünftel der Hochdruck gearbeitet werden muß. Er soll nämlich bis zur HochBeitragslast aufzubringen haben. Die Konferenz ersucht die Bar- zeit von Herrn Desers Tochter fertig werden, da das teien des Reichstages, den Beschlüssen des Ausschusses nur dann die junge Baar in einweihen soll. Die Innendekoration des Magers Zustimmung zu geben, wenn vorher den von den Bertretern der wird von der Firma Bh. Freudenberg in Elberfeld geliefert stärksten Bartei des Reichstages einzureichenden Verbesserungsanträgen entsprochen wurde." Die Solidaritätsaktion geht weiter. Keine Kohle nach England. Amsterdam, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Transportarbeiter- Internationale fordert die ihr angefchloffenen Berbände auf, infolge der Fortdauer des englischen Bergarbeiterfireits die Steinkohlenlieferungen nach England weiter zu verhindern und das Bunfern englischer Schiffe abzulehnen Die finanzielle Hilfe der dänischen Gewerkschaften. Kopenhagen, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der dänische Gewerkschaftsbund hat beschlossen, den streitenden englischen Gewerkschaftern sofort einen Geldbetrag von 50 000 kronen zu über senden. Außerdem sollen 50 000 kronen in jeder Woche, die der Konflitt dauert, an die Engländer gezahlt werden. Wozu die Reichsbahn Geld hat. Es ist bekannt, daß die Reichsbahn wegen einer Lohnzulage von einem Pfennig pro Stunde, den sie nicht zahlen zu fönnen behauptet, einen Konflikt heraufbeschworen hat, wie er in der Gewerkschaftsgeschichte einzig dafteht. Auf der anderen Seite da gegen hat die Reichsbahngesellschaft Millionen über mil lionen Mart zur Verfügung, die sie als Korruptionszulagen für Bahnschuh", Technische Nothilfe, für Sport und Spieltlubs usw. zum Fenster hinauswirft. Reuerdings wird ein Vorgang bekannt, der einer genaueren Untersuchung bedarf. 22 HASIB Hiece 이 Halloh! Hier Vadding! Wer dort? Aha! Jawohl: regelt die Verdauung- reinigt 1 das Blut hören Sie? fördert den Stoffwechsel lindert Magenbeschwerden da ist doch jemand in der Leitung!- beseitigt überflüssiges Fett- sichert ungestörten Schlaf- Hallo, Fräulein, trennen Sie doch nicht!- schafft guten Appetit stählt die Nerven sind Sie noch dort? steigert die Lebensfreude erfrischt durch Wohlgeschmack- Wie, bitte? Jawohl, garantiert! 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Am Schluß der Kundgebung sprach der Vorsitzende des Verbandes Imbusch und der internationale Sekretär des Christlichen Bergarbeiterverbandes aus Brüssel. Imbusch dankte den christlichen Bergarbeitern für ihre Treue zum Reich und gab der Hoffnung Aus drud, daß das Saargebiet bald wieder mit dem Deutschen Reich ver einigt wird. Der Sekretär des Internationalen Bergarbeiterverbandes erklärte, daß der Kampf gegen das internationale Kapital auf die Dauer nur durch die Gemeinschaft aller Arbeiter der Welt möglich sei Achtung, Tapezierer! Branchenverfammlung der Tapezierer und Nähe. rinnen aller Branchen heute, Freitag, abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 1. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Die Branchenleitung. Berantwortlich für Volitif: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebz. Eztorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Raritädt: Anzeigen: Ch. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. 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