Abendausgabe m Nr. 226 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 111 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Cindenftraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 10 Pfennig Sonnabend Vorwärts= Berliner Dolksblatt 15. Mai 1926 Berlag und Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Pilsudski im Besitz der Staatsgewalt. Staatspräsident und Witos- Kabinett zurückgetreten. Was erreicht wurde. Der barbarische Borstoß der Bergherren abgewehrt, V. Sch. 2ondon, 13. Mai. Das Berliner Bureau der polnischen Telegraphenagentur| meisten Telegraphenleitungen von den Zerstörungen der Bahnstreden feit in der Welt und in England selbst infolge der zahlreichen feilt mit: Sejmmarschall Rataj hat vom Präsidenten der Re- mitbetroffen wurden. publik ein Schreiben erhalten, in dem der Präsident ihn davon in Kenntnis feßt, daß er das Amt des Staatspräsidenten niederlegt und verfassungsgemäß die Rechte des Präsidenten auf den Sejmmarschall überträgt. In einem zweiten Schreiben an den Sejmmarschall bittet die gesamte Regierung um Annahme ihrer Demission. Dieser hat die Demiffion angenommen und erklärt, daß die neue Regierung in den nächsten Stunden gebildet werden wird. Warschau, 15. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Pilsudski befehte gestern nachmittag Belvedere. Präsident Wojciechowski und die Witos- Regierung flüchteten. Infolgedessen übernahm Pilsudski die Staatsgewalf. Die Sozialist en proflamierten gestern den Generalstreit gegen die witos- Regierung. Streifende Arbeiter bilden eine Arbeitermiliz, welche mit Pilsudstis Militär zusammen arbeitet. Die kommunisten möchten auch mit Pilsudski und den Sozialisten zusammengehen, ihr Angebot wurde aber abgelehnt. In der Stadt herrscht Ruhe. Die Stimmung der Arbeiterschaft ist glänzend. Eine Regierung Pilsudski- Skrzynski- Ponikowski. Deutsch- Eylau, 15. Mai.( TU.) Madh) Meldungen aus Warschau ist eine provisorische Regierung unter der Führung von Pilsudski, Skrzynski und Ponikowski gebildet worden. Für die neue Regierung haben sich die meisten Truppenteile des dritten, Armeekorps, also die Garnisonen nördlich der Weichsel erklärt. Teile diefer Truppen find zur Unterstüßung Pilsuditis in Warschau angekommen, andere Teile sind wegen der Eisenbahnunterbrechung Warschau- Bialystod zurüdgehalten worden. Für Witos sehen sich die Truppen unter dem Befehl des Generals Siforsti mit seinem Korps in Lemberg ein. Der Vormarsch dieser Truppen nach Warschau wurde in Lublin durch einen Streit der Eisenbahner aufgehalten. Auch der Vormarsch der Posener Regimenter nach Warschau ist erheblich verzögert worden. Im Gebiet des polnischen Korridors stehen die Truppen in der Hauptsache zu der Regierung Witos und es herrscht dort zurzeit Ruhe. Der Durchgangsverkehr nach Ostpreußen funktioniert gegenwärtig noch reibungslos. Die Witostruppen in der Auflösung. Pilsudski vor der Regierungsbildung. Danzig, 15. mai.( WTB.) Die Witos- Truppen haben fich aus Warschau, das nunmehr ganz in der Hand Pilsudskis ist, zurüdgezogen und füdlich der Stadt neue Stellungen eingenommen. Der größte Teil dieser Truppen ist in voller Auflösung. Aus allen Teilen des Landes laufen& undgebungen für Pilsudski ein. Die Meldungen von Freiwilligen mehren sich fortgefeht. In einer Kundgebung an die Oeffentlichkeit über die Motive und Ziele feines Borgehens erklärt Pilsudski, daß er den Kampf nur in Sorge um das wohl des Landes aufgenommen habe. Die Liquidierung des Kampfes hat allgemeine Zustimmung gefunden, die insbesondere durch die Demonstration einer vieltaufendföpfigen Menge in Warschau zum Ausdruc tam. In den geftrigen späten Abendsfunden wurden Berhand. Iungen zwischen dem Staatspräsidenten Wojciechowsti, der, wie gemeldet, Warschau im Automobil verließ, aber mit der Regierung in der Nähe der Hauptstadt blieb, und dem Marschall Pilsudski eingeleitet. Ob diese Fühlungnahme zu einem Ergebnis geführt hat, ist zur Stunde noch nicht bekannt. Marschall Pilsudski ist gegenwärtig damit beschäftigt, eine Regierung zu bilden. Pilsudski für die Minderheitsrechte. abend Bertreter der Minderheiten empfangen. Der Danzig, 15. Mai.( WTB.) Marschall Pilsudski hat gestern Marschall habe erklärt, daß er die Belange der Minderheiten im Intereffe und im Geiste einer wahren Demokratie schützen und wahren werde. Kein Einmarsch litauischer Truppen. " Das Berliner Bureau der Polnischen Telegraphenagentur" er flärt: Auf Grund eingehender Informationen an zuständiger Stelle ist die in der ausländischen Presse verbreitete Meldung von einem Einmarsch der litauischen Truppen in polnisches Gebiet völlig aus der Luft gegriffen. Joseph Pilsudski. Marschall Pilsudsti steht im 60. Lebensjahre. Er entstammt einer verarmten litauischen Adelsfamilie. Schon als Student wurde er wegen politischer Umtriebe" ein Opfer der zaristischen Herrschaft und von der Universität relegiert. Als 3wanzigjähriger wurde er wegen angeblicher Teilnahme an einem Anschlag auf den Baren in Wilna auf fünf Jahre nach Sibirien verbannt. Nach seiner Rückkehr galt seine Arbeit und seine Energie dem Aufbau der polnischen Arbeiterbewegung. Als Dreißigjähriger fam er ins Gefängnis nach Petersburg. Von hier gelang ihm die Flucht, und von nun ab war er einer der tätigsten Förderer und Vorbereiter der Revolution. Der große Streit brachte es mit sich, daß die DeffentlichMeldungen über die Entwicklung der Bewegung und der polemischen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Gewerkschaften immer mehr den Ausgangspunkt des Ronflitt im Bergbau. Die Vereinbarungen zwischen allgemeinen Stillstandes" aus den Augen verlor, nämlich den Sir Herbert Samuel und dem Generalrat der Gewerkschaften, die die Beilegung des Streifs ermöglicht haben, haben das Interesse des Publikums auf diese Kernfrage zurüdgelenkt. Noch steht es zu dieser Stunde nicht fest, ob der Bergarbeiterverband, der seine Delegierten auf Freitag zusammenberufen hat, die Vorschläge des Borsitzenden der Studienkommission gutheißen wird, obwohl diese vom Generalrat als eine annehmbare Grundlage bezeichnet wurden. Man erwartet zwar lebhafte Widerstände bei einem Teil der Bergarbeiterführer, die seinerzeit sehr radikale, aber zugleich sehr gefährliche Parolen ausgegeben haben; indessen glaubt man, daß die Mehrheit der Delegiertenversammlung sich mit dem Erreichten zufrieden geben wird. Um den Bert dieser neuen Bereinbarungen und damit den konkreten Erfolg richtig würdigen zu können, den der Solidaritätsstreit tatsächlich erzielt hat, muß man sich vor Augen halten, was die Bergherren planten. Sie wollten die Krise im englischen Kohlenbergbau ausschließlich auf dem Rüden der Arbeiter lösen, während der Bericht der Kohlenkommission zwar auch Opfer auf seiten der Arbeiterschaft vorsah, gleichzeitig aber eine durchgreifende Reorgani fation des Kohlenbergbaues vorgenommen wissen wollte. Das System der staatlichenSubventionen sollte jedenfalls am 1. Mai aufhören, während seit dem 1. August 1925 die Bergwerke durch Sufidien in Höhe von insgesamt 460 Millionen Mark vor einer Berlustwirtschaft geschützt und zu gleich die Bergarbeiterlöhne in ihrer bisherigen Höhe aufrechterhalten werden konnten. Es ist im Vorwärts" im Laufe der letzten Wochen wiederholt darauf hingewiesen wor den, wie bedenklich diese Subfidienwirtschaft nicht nur für die dem Kontinent ist und gerade vom Standpunkt der deutenglische Staatskasse, sondern auch für die Kohlenindustrie auf sch en Bergarbeiterschaft war der ursprüngliche Beschluß der durchaus zu begrüßen. Wenn nun nach den neuen Vorköniglichen Kohlenkommission auf Einstellung der Zuschüsse schlägen von Sir Herbert Samuel, die offenfundig die inoffizielle Zustimmung Baldwins gefunden haben, der ursprüngliche Bericht dahin ,, interpretiert" wurde, daß die 3uschüsse vorläufig weiter gezahlt werden, um in der Zwischenzeit die Ausarbeitung eines neuen Reformplanes zu ermöglichen, so mag dies zwar nicht im Interesse der kontinentalen Kohlenindustrie liegen, aber man wird es der eng lischen Arbeiterschaft und besonders den englischen Bergarbeitern nachfühlen können, wenn sie das als einen wesentPilsudski war es, der die geheimen militärischen Dr. ganisationen ins Leben rief, die feit 1905 für die Abrechnung mit der russischen Gewaltherrschaft aufgestellt wurden. Als der Weltfrieg ausbrach, rückte er mit seinen Schüßen sofort im August 1914 von Galizien aus gegen die Russen vor. Je länger der Krieg sich hinzog, um so schwieriger wurde seine Stellung an der Spitze der polnischen Legionäre. Seine Forderung auf Schaffung eines völlig mächten abgelehnt, die ihm 1916 das Oberkommando entzogen und unabhängigen polnischen Heeres wurde von den Zentraldie polnischen Legionen in ein Hilfstorps umwandelten. Später Leitung der Heereskommission betraut. Nach Ausbruch der russischen wurde Pilsudski in den Warschauer Staatsrat berufen und mit der Revolution 1917 trat Pilsudski als Führer der Linken aus dem Staatsrat aus, da dieser ein monarchistisches Polen erstrebte, die Linke aber mit Pilsudski eine unabhängige Republit. Für die fommende Entscheidung organisierte Bilsudski aufs neue seine Le gionen. Als es zwischen Staatsrat und Legionen zum Konflikt tam, griff die deutsche Regierung ein und internierte Pilsudski in Magdeburg. Hier blieb er bis zur deutschen Revolution. Nach Warschau zurückgekehrt, übernahm er sofort den Bosten des Kriegsministers, der ihm bis zu seiner Freilassung offengehalten war. Pilsudski gelang es sehr schnell, Ordnung in die verworrenen Berlichen Erfolg ansehen; sie haben Zeit gewonnen und in dieser hältnisse des neuen Staates zu bringen, in dessen Grenzen drei gewonnenen Zwischenzeit bleiben ihre Löhne unange= Regierungen( in Warschau, Krakau und Lublin) nebeneinander regierten. Bereits im Dezember 1918 wurde er zum Präfi= benten der Republik gewählt. Diesen Bosten bekleidete er vier Jahre. Darauf wurde er als erster Marschall Bolens zum Generalstabschef ernannt. Dieses Amt legte er ein Jahr später nieder, als die Bauernpartei Witos in das Lager der Rechten überging, wodurch die Rechtsparteien die Mehrheit im Parlament gewannen. Geßler und Adenauer. Versuche zur Regierungsbildung. Reichsminifter Dr. Geßler hat heute mittag dem Reichspräsidenten einen 3 wischenbericht über die Frage der Neubildung der Reichsregierung erstattet. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hat nicht von vornherein das Kanzleramt abgelehnt, sich aber vorbehalten, 3 u nã ch ft mit den Parteien Fühlung zu nehmen, was heute geschieht. Bor heute abend dürfte eine weitere Entwidlung der Regierungsbilang nicht zu erwarten sein. Der Arbeitsplan des Landtags. ta ft e t. Die muß man miffen, was sie bis zum 1. Mai verdienten und Um nun begreifen zu fönnen, was das für fie bedeutet, von den Bergherren, unmittelbar vor dem 1. Mai, durch einwas für ungeheuerliche Lohnkürzungen ihnen fache Anschläge am schwarzen Brett dittiert wurden. Bergarbeiterlöhne waren bisher, ähnlich wie in Deutschland, je nach der Lage der Reviere, ihrer Tragfähigkeit, ihrer tech nischen Einrichtungen, der Güte ihrer Rohle usw. fehr ver schieden. Sie betrugen bisher im Durchschnitt pro Schicht ( 5% Schichten in der Woche): Hilfsarbeiter Northumberland Grafschaft Durham Südwales 7,65 • . 7,55 8,05 • Hauer 10,35 9,70 10,55 Hauer ftatt 10,35-7,60 statt 9,70-6,85 statt 10,55-7,45 Die Forderung der Bergherren ging nun dahin, die Löhne in ganz unglaublicher eise zu fürzen: Hilfsarbeiter Northumberland. statt 7.65-4,80 Grafschaft Durham statt 7,55-4,95 Südwales... staff 8,05-6,70 für Verheiratete ( 5,80 für Unverheiratete) Mit 5% multipliziert hätte dies eine Kürzung des Der Aeltestenrat des Landtages lehnte am Sonnabendo chenlohnes von 7 M. im günstigsten Falle( verhei ratete Hilfsarbeiter in Südwales) bis zu 17,05 m. im Falle Hausfuchungen bei rechtsgerichteten Verbänden mit dem Notetat, der des Hauers im gleichen Revier ergeben! am Montag zur Erledigung steht, zu verbinden. Ueber den Gegenstand selbst wird in der allgemeinen Aussprache zum Notetat natürlich gesprochen werden. Die Beratung des Antrags der Regierungsparteien über die Neuregelung der Hauszins fte u er wird, wie in Aussicht genommen war, am Mittwoch mit einer halbstündigen Redezeit erfolgen. Der Polizeihaushalt foll erft nach Pfingsten beraten werden, vorher wird sich erst der Staatsrat in der nächsten Woche mit ihm beschäftigen. Sozialistischer Aufruf für Pilsudski. Prag, 15. Mai.( WTB.) Der 3entralausschuß der polnischen sozialdemokratischen Partei erläßt in einer Sonderausgabe des Robotnit" folgende Erklärung: Ar beiter und Bürger! Die Regierung Witos, welche sich auf eine Bande schwärzester Reaktionäre, Faschisten, Monarchisten und Kettenhändler stüßt, ist die Vernichtung des polnischen Staa. tes. Die Fortdauer dieser Regierung ist eine Provokation aller ehrlichen Menschen. Seid bereit, jeder Aufforderung der polnischen sozialdemokratischen Partei zu folgen!" Die Verantwor. den deutschnationalen Antrag ab, den Protest gegen die tung für die blutigen Auseinandersetzungen wird den Ratgebern des Präsidenten der Republik zugeschoben. Es wird erklärt, daß am Vorabend des Staatsstreiches die Vertreter der Linkspar telen bei der Adjutantur des Präsidenten um eine Audienz im Belvedere nachgesucht haben, um einen Ausweg aus der Situation zu ermitteln und Blutvergießen zu vermeiden. Sie erhielten die Antwort, der Präsident sei beschäftigt und fön nesie nicht empfangen. Hierauf gaben die Vertreter der Linken die formelle Erklärung ab, daß sie den Präsidenten der Republik für den meiteren Verlauf der Dinge verantwortlich machen. Die Verbindung zwischen dem Stabe Pilsudskis und dem Parla. ment wird durch die Abgeordneten Maret und Niedzial. kowski von der sozialistischen Partei und Bartl vom Klub der nationalen Arbeit aufrecht erhalten. Das Parlament hält teine Eizungen ab. Gestern mitternacht wurde auch der letzte Telegraphen pertehr für andere als militärische Zwecke eingestellt, da die Der französische Finanzminister Péret wird sich am Sonntag nach London begeben, um dort die Verhandlungen zur Regelung der französischen Schuld an England wieder aufzunehmen. Diese bereits seit langem geplante Reise soll der Herbeiführung der endgültigen Regelung dienen, da bekanntlich für das laufende Finanzjahr bereits ein Brovisorium abgeschlossen worden ist. Péret wird sich voraussichtlich zwei bis drei Tage in London aufhalten, Gegen diese grausamen Bedingungen, die eine Herabsetzung von 20, 30 und sogar 40 Proz. des bisherigen Lohnes bedeuteten, hatte die Regierung nichts Ernsthaftes unternommen. Die Erbitterung der Bergarbeiter gegen das Vorgehen ihrer Arbeitgeber war nur allzu begreiflich, zumal, wenn man bedenkt, doß dies für einen der schwerften und gefährlichsten Berufe geschah, die es überhaupt gibt. Während des Streits führte der Vorsitzende des Bergarbeiterverbandes, Herbert Smith, in einer Londoner MassenversammTung aus: Ganz abgesehen von der Lohnfrage bedenket, daß alle fünf Stunden ein Mann oder ein Knabe in den Schächten getötet wird. und daß an jedem Tage 850 verwundet werden, vort denen manche bis zu ihrem Lebensende verfrüppelt bleiben." Tatsächlich war auch ein großer Teil des Bürgertums über das Borgehen der Bergherren empört, und namentlich sache, daß er von einer Verschwörung wußte und sich an ihr beteiligte, würde dadurch nicht das geringste geändert. in liberalen Blättern nahm man gegen ihre Brutalität ent-| sogenannte Rotverfassung" nicht gefannt hat. An der Tatschieden Stellung. Sogar gewisse tonservative Blätter proteftierten gegen dieses Vorgehen, aber alle Sympathiebeteuerungen aus dem Lager der Regierungspartei erwiesen sich praktisch als bedeutungslos, da die Regierung die britischen Stinnes gewähren ließ. Man hat davon gesprochen, daß die englischen Berg arbeiter diese unverschämten Lohndiftate mit Streit" beant worteten, indem sie am 1. Mai nicht mehr einfuhren. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Aussperrung durch die Arbeitgeber; denn mit Recht bemerkte die Wochenschrift ,, New Statesman", daß nach dieser Methode die Arbeitgeber eines Tages einfach verkünden könnten, daß der Lohn fünftig nur noch 10 Pf. pro Tag betrage, und daß, wer nicht diese Bedingung akzeptiere, als Streikender" zu betrachten sei. ... Unter diesen Umständen war der Solidaritäts. streit der übrigen großen Gewerkschaften durchaus be= rechtigt, und es gehörte die eiferne Stirn der Diehards dazu, diese rein wirtschaftliche Bewegung zu einer politischen stempeln zu wollen. Diese Solidaritätsaktion war um so berechtigter, als man die Lohnfürzung im Bergbau als das Signal zu einer allgemeinen Lohnkürzung auffaffen mußte. Durch die neuen Vereinbarungen ist dieser barbarische Borstoß der Unternehmer zunächst abge wehrt, und darin liegt der positive Gewinn dieses nunmehr beendeten Solidaritätsstreifs. Allerdings ist damit die Kohlentrise als solche nicht gelöst, aber man hat die Gewißheit, daß ihre fünftige Lösung unter dem Eindrud der Kraftentfaltung erfolgen wird, die jetzt von fast drei Millionen Arbeitern in zehntägigem Ringen aufgebracht wurde. Der Rohbrakener Freund. Hugenberg meldet sich. Sugenberg veröffentlicht in seinen Blättern einen langen Artikel, deffen wirre Stilisierung die Aufregung des Berfassers verrät. Seinen Kern bildet folgende Erklärung: Meinerseits ist eine Bereiterflärung gur Uebernahme eines Ministeramtes in dieser oder in einer anderen Verbindung niemals und weder einer befugten noch einer unbefugten Stelle gegenüber erfolgt. Die sog. Notverfassung... war mir bis zu ihrer Beröffentlichung anbekannt. Ich habe nichts mit diesen oder ähnlichen Bestrebungen zu tun. Der Erklärung Hugenbergs steht folgender Tatbestand gegenüber: Claß hatte den Plan zu einer Aktion ausgearbeitet, die ein Direktorium von fünf Mann an die Spike tes Reiches bringen sollte. In diesem Direktorium war Ne u mann als Kanzler, Hugenberg als Finanzminister vorgesehen. Die fogenannte Notverfassung", mit der das Direktorium seine Tätigkeit beginnen sollte die befonnte Erschieß- und Hängeverordnung fand man in der Schublade des Claß. Claß versuchte Neumann für feinen Plan zu gewinnen. Neumann antwortete mit einem noch unbekannten Briefe, worauf Claß am 23. April d. J. erwiderte: Auf Ihr Schreiben vom 18. d. m. teile ich mit, daß ich es richtig dahin verstanden zu haben glaube, daß Sie im äußersten Fall zur Verfügung stehen. Unser Rohbratener Freund war von dieser Aussicht sehr eingenommen und hat eine derartige Lösung für sehr glücklich erklärt. Sugenberg ist der Rohbratener Freunt". Das bestreitet er nicht. Daraus folgt: Claß hat Hugenberg mitgeteilt, daß Neumann für seine Pläne zur Verfügung stehe und Hugenberg hat sich darüber sehr erfreut gezeigt. Er hat Neumann als Kanzler afzeptiert. Weise belastet. Dabei ist die Möglichkeit nicht ausgeHugenberg ist also durch Claßinschwerster schlossen, daß Claß nach echter Verschwörerart den Leuten, die er als seine Mitverschworenen auswählte, nicht alles sagte, was er vorhatte. Es ist also möglich, daß Hugenberg die Wie wird der Sonntag? Wahrscheinlich friedlich! Die Kommunisten haben ihre Gegenfundgebung gegen die ,, Baterländischen" auf Montag nachmittag verschoben. Es ist daher wahrscheinlich, daß bei beiderseits recht geringer Beteiligung die ,, Baterländischen" morgen, die Kommunisten übermorgen friedlich durch die Straßen Berlins ziehen werden. Wären Hugenberg und die anderen Herrschaften, die sich über die Belästigung durch die Polizei beschweren, vielleicht unschuldig, so würden sie zwischen sich und Cla ß, dessen Schuld doch wirklich nicht mehr bestritten werden kann, öffentlich einen dicken Strich ziehen. Tatsächlich verdanken sie ja alle Unbequemlichkeiten nicht der PoDie rechtsgerichteten Verbände demonstrieren gegen lizei, die nur ihre Pflicht tut, sondern dem Claß, der sie durch seine Schreibereien in die Sache hineinzog. Statt aber die Fürstenenteignung", also für ablehnende Halvon Claß abzurücken, schimpfen sie auf die Potung beim Boltsentscheid. Eine solche Demonstration fonnte lizei. nicht verboten werden, sofern eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht vorhanden war. Später angesagte Gegendemonstrationen fonnten am selben Tag nicht zu gelassen werden, weil sonst Menschen zu Schaden gekommen Das ist das Verhalten nicht von Unschuldigen, sondern von Schuldbewußten! Uebermittlung des Belastungsmaterials an den Oberreichsanwalt, Wie BS. erfährt, sollen die Haussuchungen bei einzelnen führenden Persönlichkeiten der Rechtsbewegung im Reich noch weiteres material in Bestätigung des bereits bestehenden Berdachtes der Vorbereitung des Hochperrates ergeben haben. Das ganze Aftenmaterial, das von der Berliner politischen Polizei in dieser Affäre angelegt worden ist, wurde heute vormittag an den Oberreichsanwalt Ebermeyer weitergeleitet, der sich nunmehr über die Frage der Einleitung einer Boruntersuchung gegen die in Betracht kommenden Persönlichkeiten schlüssig zu machen hat. Die Polizeiaftion fann vorläufig als abgeschlossen betrachtet werden. Der Polizeipräsident teilt mit: Nach mehrfachen Meldungen von Augenzeugen hat in der Nacht zum 13. d. M. in der Gegend von Großbeeren( Kreis Teltow) ein Appell der Rechtsverbände, verbunden mit einer Waffenausgrabung stattgefunden. Als Waffenverstecke wurden einige Wirtschaften in Großbeeren, sowie ein Unterstand in den Waldungen füdwestlich der Ortschaft bezeichnet. Ein Teil der Waffen sollte auch in einem Erdloch an einer Wiese vergraben und die Stelle mit Moos bedeckt worden sein. Die am 14. Mai darauf vorgenommenen umfangreichen Nachforschungen haben ergeben, daß in der genannten Nacht tatsächlich Teile der Wehrverbände Berlins und des Kreises Teltow eine Geländeübung abgehalten haben. An Waffen find im Vorwert Neubeeren und in Großbeeren insgesamt aufgefunden und beschlagnahmt worden: Zwei Infanteriegewehre, zwei Karabiner, 20 scharfe Handgranaten, eine Rifte mit Zündern und Uebungshandgranaten, einige Selbst ladepistolen, sowie größere Mengen von Gewehr- und Pistolenmunition. Der in der Meldung genannte Unterstand wurde auf gefunden. Es handelt sich dabei anscheinend um eine Art Jagd hütte, die leer war. Die Grabungen nach Waffen an verschiedenen Stellen des in der Meldung erwähnten Wäldchens, insbesondere am Wiesenrand, find ergebnislos verlaufen. Das beschlagnahmte Material wurde mit Lasttraftwagen nach Berlin geschafft. Verfassungsänderung in Bayern. Kommunalwahlrecht erst bei Vollendung des 25. Lebens jahres. München, 15. Mai.( WTB.) Der Verfassungsaus schuß des Landtages nahm in der fortgesetzten Beratung des Regierungsentwurfs zur Abänderung der bayerischen Ber fassung mit den Stimmen der Koalitionsparten und des Böl tischen Blocs den Artikel 2 an, der das Wahlrecht bei den Gemeinde- und Kreiswahlen von der Vollendung des 25. Lebensjahres abhängig macht. Minister des Innern Stüzel hatte im Laufe der Aussprache betont, daß vom Standliche Zulässigkeit der in Aussicht genommenen Regelung erhoben punkte der Reichsverfassung aus feinerlei Bedenken gegen die recht werden könnten. In der Gesamt abstimmung über den Regierungsentwurf fand dieser gegen die Stimmen der Sozialdemotraten, der Kommunisten und der Nationalsozialisten Annahme. wären. Dafür können die Kommunisten am Montag und am nächsten Sonntag nach Herzensluft demonstrieren, wie sie es schon am letzten Mittwoch getan haben. Wenn die Kommunisten auf diese Regelung eingehen, zugleich aber den sozialdemokratischen Polizeipräsidenten und die verruchten SPD.- Führer beschuldigen, mit Claß, Hugenberg und Neumann- Lübed unter einer Dede zu steden, wenn die Rote Fahne" schreit, der Vorwärts" wolle ,, eine proletarische Gegenfundgebung im Blut erstiden", so wird man den Menschen mit der Laterne suchen müssen, der das ernst nimmt. " " Die republikanisch gesinnte Bevölkerung Berlins wird gut tun, der morgigen schwarzweißroten Straßenpropaganda mit dem größten Maß von Nichtbeachtung gegenüberzutreten, das überhaupt denkbar ist. Das wird voraus sichtlich um so leichter sein, als der Umzug der„ Baterländifchen" fläglich genug ausfallen dürfte. Dafür zu sorgen, daß ihre Weitherzigkeit nicht mißbraucht wird und alle Ausschreitungen unterbleiben, ist Sache der Polizei. Wenn aber eines Tages wieder die Sozialdemo= fratische Partei ruft, dann soll Berlin erleben, wie eine richtige Boltstundgebung aussieht! Potsdamereien. Das Oberverwaltungsgericht gegen den Innenminister. Als in den ersten Oftobertagen 1924 bekannt wurde, daß der französische Professor Basch im Rahmen einer von der Liga für Menschenrechte einberufenen Versammlung im Ronzerthaus in Potsdam am 6. Oftober 1924 sprechen würde, faßte die Stadt. verordnetenversammlung in Potsdam am 3. Oktober den Beschluß, den Magiftrat zu ersuchen, er folle bei der Polizei behörde dafür eintreten, daß der angekündigte Vortrag des Prof. Basch unterbleibe. Diesem Beschluß entsprechend, richtete der Oberbürger. meister an den Polizeipräsidenten ein Schreiben, in dem er bes tonte, daß es in weiten Kreisen der Bürgerschaft nicht verstanden werden würde, wenn Prof. Basch in Potsdam einen Vortrag mit den Tendenzen halten würde, wie es in Berlin geschehen sei; es fei zu befürchten, daß es zu schweren Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung kommen würde. Gleichzeitig wurden Zele= gramme an die Reichsminister des Innern und Aeußern, und an den preußischen Innenminister abgesandt, in denen auf die Gefahr aufmerksam gemacht wurde, daß Vertreter zweier politischer Richtungen aufeinanderprallen würden; der preußische Innenminister wurde gebeten, die Veranstaltung zu untersagen. Der Vortrag des Prof. Basch fand dann trotzdem statt. Da es hieß, Prof. Basch werde nochmals in Potsdam sprechen, richtete der Oberbürgermeister an den preußischen Innenminister ein längeres Schreiben, in welchem vor der Zulassung eines weiteren Vortrags gewarnt wurde. Nunmehr erließ der Innenminister am 31. Oftober 1924 an werde erwartet, daß der Oberbürgermeister es nicht an der notbürgermeister die Mißbilligung ausgesprochen und gesagt, es den Oberbürgermeister eine Verfügung, in welcher dem OberRe- wendigen Einordnung in den Behördenapparat fehlen lassen werde. Das Verhalten des Oberbürgermeisters fönnte vor liegend um so weniger ungerügt gelassen werden, als offensichtlich Das Rauch- Schinkel- Museum. feilung der Säle, in denen die weißen Gipfe wie Soldaten ſtanden, der Luftschiffhülle glücklich vorbeigekommen, dafür aber infolge des Noch eine Museumsgroteske. Alte Berliner erinnern sich, daß es in der Klosterstraße ein Rauchmuseum gab. Es waren da nicht die ersten Tonpfeifen, noch war die Urzigarre zu sehen; vielmehr standen in einem verstaubten Schuppen die Gipsabgüffe von den Plastiken Christian Rauchs bei einander. Der Anblick war unerfreulich; das Durcheinander gestattete tein langes Verweilen. Doch ließen die einzelnen Figuren den Wunsch aufkommen, diese berlinische Klassik einmal vernünftig aufgestellt und in manierlicher Umgebung zu sehen. Schon vor dem Kriege ist denn auch eine angemessene Unterbringung der Rauch'schen Gipsabgüsse erwogen worden. Gleich der erste Schritt zur Durch führung des Planes brachte den Beginn einer Groteske. Leiter des Museums war damals der vortreffliche Renner der Berliner Künste, Hans Mackowsky. Er und Justi wurden gefragt, wie verfahren werden könne. Beide waren dafür, daß die Gipse Rauchs am besten in der von seinem Zeitgenossen Schinkel ge= schaffenen Bauakademie unterzubringen seien. Nicht nur der FormenSprache wegen, nicht nur weil es einen guten Zusammentlang geben mußte, die preußische Plastik im Gehäus der preußischen Architektur zu sehen, auch darum, weil die Bauakademie zum Museumsviertel gehört und so die Gipsabgüsse, die den Museums wanderern meist nicht sehr verlodend sind, durch ihre bequeme Zugänglichkeit und durch ihr hineingerüdtwerden in die geschichtliche Atmosphäre der Straße Unter den Linden immerhin Befucher bekommen hätten. Der damalige Kultusminister aber hatte sich in den Kopf gefeßt, ein besonderes Rauchmuseum zu bauen; es sollte in die Nähe der Hoch schule für bildende Künste verwiesen werden. Madowffy wurde entlassen und Jufti wurde nicht weiter unterrichtet. soweit es überhaupt noch möglich war, wurde versucht, durch Aufdie einzelnen Stücke von der unverdienten Langweile der Häufung zu befreien. Das dürfte ungefähr ebenso viel gekostet haben wie der ganze Bau und das eben nennt man: Museumsökonomie oder Museumspolitik. Was schließlich zustandegekommen ist und demnächst dem Bublifum zugänglich gemacht werden foll, entbehrt wegen der gezeigten Werke, denen die bisher in der Technischen Hochschule verwahrten Bilder und Zeichnungen Schinkels und einige bemerkens werte Stücke von Schadow beigefügt worden sind, nicht des Reizes, blieb aber unzulänglich. Ein Umstand, über den man sich nur trösten kann mit der Gewißheit, daß wenige sich jemals in diese Diaspora, in dies Abseitsmuseum, verirren werden. Es fann darum nicht verwunderlich sein, daß inzwischen bereits erwogen worden ist, ob man nicht doch alles wieder ausräumen und dorthin bringen möchte, wohin es finngemäß gehört, eben in die Bauakademie, in die natürlich gewachsene Welt der Rauch und Schinkel, der Schadow und Schlüter. Das foeben fertig gewordene Charlottenburger Museum würde solchenfalls als Rafino oder als Reitbahn für die Technische Hochschule, die dauernd Erweiterungsbauten braucht, Verwendung finden. Das Ganze aber ist ein vortreffliches Beispiel von Planwirtschaft. Robert Breuer. Lehren und Probleme des Nordpolfluges. Der Flug der Norge". geglückt bezeichnen will oder angesichts der einander dementierenden gleichgültig, ob man ihn jetzt schon als Meldungen mit seinem Urteil zurückhält hat ganz unzweifelhaft bewiesen, daß Amundsen nicht gut daran getan hat, für diese eminent wichtige und schwierige Unternehmung auf die Möglichkeiten zu verzichten, die der Zeppelin- Typ ihm geboten hätte. Der Flug oder vielEines Tages aber erhielt er die Nachricht, daß das Rauchmuseum mehr bereits vor dem Start auftretende Brobleme haben schlagend fertiggestellt wäre und daß er es übernehmen solle. Das geschah Gewicht Meinlich zu sparen braucht, für die Polüberfliegung in Frage bewiesen, daß nur ein großes Luftschiff, bei dem man nicht mit dem vor etwa einem Jahr. In der Zwischenzeit war tatsächlich draußen tommt. Noch in Kingsbay mußte die„ Norge" durch behelfsmäßige in Charlottenburg, eine gute halbe Stunde Bahnfahrt vom Umbauten um nahezu 2000 Kilogramm erleichtert werden, eine MaßRauch'schen Berlin entfernt, ein Bau errichtet und die Gipsabgüffenahme, der zunächst die Hauptgondel zum Opfer fiel, die durch eine waren darin aufgestellt worden. Ein Regierungsbaumeister hatte fleine Navigationsgondel ersetzt wurde, in der die Bejagung sich in die Sache besorgt. An Mühe wird er es nicht haben fehlen lassen, der unerquicklichen Situation wohlverpackter Delsardinen befand. und das Unmögliche, was er zustande brachte, ist nicht feinem Konto Die Motoren verloren die Umsteuerung auf Rüdwärtsfahrt und das allergräßlichste! die ursprünglichen Motorentühler wurden anzuschreiben, vielmehr der Kopflosigkeit derer, die ihn gewähren durch erheblich kleinere ersetzt. So kam man allmählich zu einer rein ließen, ohne daß der berufene Museumsfachmann auch nur einmal rechnerisch zwar einwandfreien Gesamtbelastung der Auftriebskraft gehört worden wäre. Der erste Anblick foll erschütternd gewesen der 18 500 Kubikmeter Gasfüllung der Norge", aber man mußte die fein, vielmehr erheiternd: der Schuppen aus der Klosterstraße hatte Gefahr, die aus der Bereifung der Hülle durch Nebel, Schnee und sich wieder aufgetan, wieder standen die Gipse gehäuft, den Blick Kälte drohte, vernachlässigen und bezog damit einen Glückszufall in lähmend, eine weiße Dede. Dazu waren allerlei furiofe Hintergründe die ganze Rechnung ein, von dem man bis jetzt ja in der Tat noch gepinselt morden, und auch sonst fehlte es nicht an überlebten Deko- nicht weiß, ob er funktioniert hat, wie man es erhoffte. rationen. Justi soll sich geweigert haben, solchen Dilettantismus mit seinem Namen za decken. Ein großes Umräumen begann. Die Dekorationen und die Wandmalereien mußten daran glauben, und, Trozdem bleibt das Unternehmen ein Hajardstück, das in manchen Beziehungen nicht gut zu verantworten ist und in dieser Weise auch von niemandem, dem daran liegt, als wissenschaftlicher Forscher zu gelten, wiederholt werden darf. Es scheint nach den vor liegenden Meldungen, daß Amundsen an der Gefahr der Vereisung einsehenden Rebels die Orientierung verloren hat, was in den endlofen Schneewüsten Norbalaskas selbst jegt im Sommer nicht sehr viel ungefährlicher sein dürfte als ein Verirren im Polargebiet selbst. Das Luftschiff führt Reservebetriebsstoffe für etwa 60 Stunden mit sich. Auch hier ist als ein nicht leicht zu überschäßender Nachteil die Kleinheit des Luftschiffes in Erscheinung getreten, die es nicht erlaubte, ein Funkgerät an Bord zu führen, das groß genug gewefeit wäre, mit Sicherheit die Verbindung mit großen Stationen aufrechtzuerhalten, was allein mit Hilfe des Peilverfahrens auf dem Funtwege stete Orientierung des Luftschiffes über seinen Weg und der Außenwelt über den Verbleib des Luftschiffes garantiert. Scharfer Abbau der Schauspielergagen. Die deutschen Theaterdirektoren halten mit den neuen Vertragsabschlüssen für die Wintersaison zurück. Die Theateragenturen, die in anderen Jahren zu dieser Beit alle Verträge unter Dach und Fach gebracht hatten, sind von stellungfuchenden Schauspielern überfüllt. Nur die Staatstheater und einige wenige der startfubventionierten großen städtischen Theater haben ihre Ensemble zusammengestellt. In den meisten Fällen find von den Intendanturen ungefähr 80 Pro3. der Berträge verlängert worden. Der größte Teil der übrigen deutschen Bühnen bietet für dasselbe Fach nur zwei Drittel, bisweilen sogar nur die Hälfte der vorjährigen Gage an. Die Geburt der kleinen Haifische. Zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall führte der Fang eines Haifisches an der Küste von Messina. Das Tier, das zur Gattung der lebendige Junge zur Welt bringenden Glatthaie gehörte, hatte den Strand aufgesucht, um dort seine schwere Stunde zu erwarten. Auch bei diesen Ungeheuern des Meeres vollzieht sich der Geburtsatt unter schweren Schmerzen und Qualen. Die Matrosen, die den Hai bemerkt hatten, waren herangekommen, verwundeten das freißende Tier dura) Flintenschüsse und fingen es dann. Sie waren nicht wenig erstaunt, als aus dem Leib des gewaltigen Ungetüums 107 Stüd fleine- Haigeborenen zu verlängern, indem fie fie in große mit Seewasser gefische heraustrochen. Die Fischer suchten das Leben der Neufüllte Bottiche einsetzten. Erffaufführungen der Woche. Freitag Bollsbühne: Das fruntene Schiff". Theater in der Klofteritraße: 360 Frauen". Sonntag Rose- Theater: Wenn Du noch eine Mutter haft". Uraniavorfräge. Sonnf.( 9): StarI XII." Täglich: Die Biene maja", Chinas Kampf um seine Freiheit und 16000 stilo= meter burg Norbamerita. Im soriaal täglich( 5):„ Die letten Tage von Pompeji. Sonnt.( 5):„ Das Blumenwunder". Borfräge. Die Bositivistische Untergruppe der Rant- Gesellschaft beran ftaltet in der Universität, neues Aulagebäude, Hörsaal 1, am Montag 8 11br einen Vortrag von Dr. A. Herzberg über Die Psychologie der großen Philosophen." " Ausstellung In der Staatlichen Kunftbibliothek, Prinz- Albrecht Straße 7a, ist eine Graphit und illustrierte Bücher aus dem Berlag Bruno Caffierer eröffnet. Sie ist bei freiem Eintritt werktäglich von 9-9 Uhr geöffnet. bezwedt worden set, auf der Entscheidung des Innenminiffers beruhende Maßnahmen der Polizei zu beanstanden und über bereits getroffene oder zu erwartende Entscheidungen der preußischen Zentralbehörde bei Reichsbehörden Vorstellungen zu er= heben. Die Schreiben und Telegramme feien geeignet geweſen, bei den angegangenen Reichsstellen unrichtige Auffassungen über die politische und polizeiliche Lage hervorzurufen. Diese Verfügung wurde in der Bresse veröffentlicht. Nunmehr faßte die Stadtverordnetenversammlung in Potsdam am 12. Dezember 1924 einen Beschluß, sie sehe in der Mißbilligung eine Machtüberschreitung des Ministers und einen Mangel an Achtung vor dem Geiste der Selbstverwaltung; sie spreche dem Oberbürgermeister ihr volles Vertrauen aus. Gleichzeitig wurde beschlossen, diese Entschließung dem preußischen Staatsministerium, dem Reichskanzler, dem Landtag usw. mitzuteilen; letzteres wurde vom Stadtverordnetenvorsteher ausgeführt. Auf Anordnung des Ministers Severing wurde der Magistrat bom Regierungspräsidenten angewiesen, diesen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung zu beanstanden. Gegen die vom Magistrat erlassene Beanstandungsverfügung vom 16. Dezember 1924 erhob die Stadtverordnetenversammlung Klage beim Bezirksausschuß, welcher auch die Beanstandungsverfügung außer Kraft fekte. Gegen dieses Urteil legte der Magistrat Berufung beim Oberverwaltungsgericht ein, das aber jetzt die Vorentscheidung bestätigte und u. a. ausführte, im Gegensatz zum Vorderrichter jei anzunehmen, daß der Beschluß der Stadtverordneten versammlung nicht beanstandungsfähig sei. Beanstandet werden können nur Beschlüsse, die, wenn sie umbeanstandet bleiben, positive wirtungen äußern. Nicht beanstandungsfähig seien Beschlüsse rein negativen Inhalts, ebensowenig bloße Meinungsäußerungen, die einer Ausführung nicht fähig feien, und Beschlüsse, die bereits ausgeführt seien. Borliegend äußere der Stadtverordnetenbeschluß teine positiven Wirkungen, auch nicht mehr hinsichtlich des letzten Teils, da die Mitteilung von dem Beschluß bereits erfolgt war. Regierungsvorschläge im Kohlenkonflikt. Ankündigung von Gesetzentwürfen.- Vorläufige Weiter: zahlung der Staatssubvention.- Einstweilige Lohnfürzung. London, 15. Mai.( WTB.) Die Vorschläge, die Baldwin beiden Parteien im Bergwerkstonflikt zugestellt hat, besagen u. a.: Entsprechend den Anempfehlungen der Kohlenkommission sollen alle prattischen Mittel, um die Organisation der Industrie zu verbessern und ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen, angewendet werden. Die Regierung wird zu diesem Zweck sofort eine Reihe von Maßnahmen ergreifen. Sie wird u. a. in dieser Parlamentsfeffion Borlagen einbringen und baldmöglichst deren Annahme Durchsetzen: Erstens eine Borlage, die den Vorschlägen der Kohlenfommiffion betreffend Zusammenlegung von Betrieben Wirkung verleiht. Zweitens eine Vorlage betreffend eine den Inhabern von Regalen aufzuerlegende Wohlfahrtsabgabe und betreffend den Ausbau der Badeeinrichtungen an den Schachtausgängen. Drittens eine Vorlage zur Einschränkung der Einstellung von Arbeitern in den Bergwerfen. Biertens eine Vorlage betreffend Einrichtung eines nationalen Lohnamtes für die Kohlenbergwerksindustrie nach dem Muster des Eisenbahnlohnamtes. Die Regierung wird den vorgeschlagenen nationalen Brennstoff- und Kraftrat einsetzen, in dem sich auch Vertreter der Arbeiter befinden sollen. Sie wird ferner u. a. den Ausschuß ernennen, um die Gewinnanteils vorschläge und die Familienzuschüsse zu prüfen. Sie wird einen Plan betreffend Errichtung von Grubenfomitees vorbereiten. Sie wird Pläne zur Unterstützung von Bergarbeitern aufstellen, die wegen der Reorganisation ihre Arbeitsstellen ver Lassen müssen. Die Regierung wird für die weitere Unterstützung der Bergbauindustrie bis zum Befrage von etwa drei Millionen Pfund Sterling Borforge treffen. Für eine Periode, die eine noch festzusehende Anzahl von Wochen nicht überschreiten wird, sollen die Bergleute eine Cohnverminderung von einem noch festzusetzenden Prozentsatz der Mindestlöhne in allen Bezirken annehmen. In der Zwischenzeit wird ein Amt eingesetzt werden, das aus drei Vertretern der Grubenbesitzer und drei Vertretern der Bergleute mit einem unabhängigen Vorsitzenden besteht. Dieses Amt soll eine nationale Lohn- und Stundenvereinbarung entwerfen, die sich auf die Grundsätze bezieht, nach denen allgemeine Lohnsäge in jedem Bezirk festgestellt werden sollen, und das auch über den Mindest grundprozentsag entscheiden wird, wobei es den Zustand und die Aussichten des Handels, die Reorganisationsvorschläge der KohlenPommission und anderer beteiligter Faktoren in Rechnung stellen soll. Die Subsistenzlöhne sollen in feinem Bezirf herabgesetzt werden, wo sie gegenwärtig 45 Schilling pro Woche oder weniger für eine volle Woche ergeben. Die von der Regierung in dieser Dentschrift eingegangenen provisorischen Berpflich tungen hängen ab von der Annahme der Bedingungen durch die anderen Parteien. Unterhausdebatte über die Beilegung des Streiks. London, 15. Mai.( WTB.) In der Unterhaussigung vom Frei tag gab Baldwin die Beendigung des Eisenbahner streits bekannt und erklärte weiter, daß wegen der Dockarbeiter und verschiedener besonderer Arten von Transportarbeitern noch verhandelt werde. Baldwin fuhr fort, er fei zu der Schlußfolgerung gekommen, es sei unmöglich, daß im Kohlen streit beide Parteien durch Verhandlungen miteinander zu einer Vereinbarung gelangen fönnten. Er habe deshalb Borschläge ausgearbeitet, die seines Erachtens eine vernünftige und faire Grundlage für eine Regelung bildeten. Diese Borschläge würden den beiden Parteien innerhalb der nächsten Stunden zur Erwägung während des Wochenendes unterbreitet werden. Macdonald gab der Freude über das Eingreifen Baldwins Ausdrud und regte an, daß der Premierminister oder sonst jemand, der guten Einfluß auf beide Parteien ausübe, bei den Verhandlungen über diese Vorschläge anwesend sein möge. Lloyd George sprach ebenfalls feine Befriedigung aus und sagte, es sei seit längerer Beit flar gewesen, daß die Regelung im Bergbau nur mit Hilfe der Regierung möglich fei. Die Vorschläge in den Händen der Parteien. London, 15. Mai.( WTB.) Der Zentralausschuß der Vereinigung der Grubenbesizer hatte heute abend eine Unterredung mit Baldwin, der ihm bei dieser Gelegenheit seine Borschläge aushändigte. Eine weitere Abschrift wurde der nationalen Dele giertenkonferenz der Bergleute übersandt, die vormittags in London aufammengekommen war, und die die Vorschläge heute abend 8 Uhr prüfen wird. Um die Wiederaufnahme der Arbeit. London, 15. Mai.( WTB.) Gestern wurde hier zwischen Ber: tretern der Vereinigungen der Verlagshäuser und der Druder und Seher eine Konferenz abgehalten, die sich mit den Bedingungen für die Wiederaufnahme des Betriebes der Berlagshäuser in London und den Provinzen und der Tages- und Wochen blätter in den Provinzen befaßte. Die Konferenz wurde nach zehnstündigen Verhandlungen vertagt. " Die Wochenzeitschriften Spectator"," New Statesman" und Saturday Review" sind heute wieder in ihrer früheren Gestalt erschienen. Der Straßenbahnverkehr wird am Sonntag und der utobuspectehr am Montag wieder in vollem Sange fein. Das Buchdruckerhaus. Ein großes Werk der Organisation. In diesen Tagen hatten die Vertreter der in Berlin anfäffiaen| mitgeteilt wurde. Das eigentliche Verbandshaus, das Hinter Verbandsleitungen der ADGB., AfA- und ADB.- Gewerkschaften gebäude, ist wesentlich höher als das Vorderhaus und ganz auf Gelegenheit, das neuerrichtete Heim der Zentralstelle des Verbandes 3 weckmäßigkeit in technischer und hygienischer Beziehung, der deutschen Buchdrucker zu besichtigen. Und es kann sich sehen eingestellt. Es ist in starkem Eisenbeton aufgeführt und enthält lassen, dieses Haus in der Dreibundstraße, beim Kreuzberg. Neu- im Erdgeschoß den Druckmaschinensaal. Die Lichtfülle und das artig in seiner Form, lebendig in seinen Farben, gediegen in seinem blendende Weiß der Wände und der Decke machen den Saal, gleich Material und zweckmäßig in seinem Aufbau steht es da, ein dem Segersaal im ersten Stockwert, zu einer idealen und musterprächtiges Haus, ein Werk organisatorischen Zusammen- gültigen Arbeitsstätte. Das zweite Stockwerf nehmen die Geschäftswirkens. zimmer des Bildungsverbandes in Anspruch, die der BücherDer Buchdruckerverband ist nicht nur eine der ältesten der gilde und der Redaktionsräume der Typographischen deutschen Gewerkschaften sein Verbandsorgan erscheint im Mitteilungen" und des Graphischen Betriebes". 64. Jahrgange- sondern auch eine der festgefügteften, zu- Die Berwaltungsräume der Verbandsleitung sind im dritten Stodmal er die ursprüngliche Form der Berufsorganisation wert eingerichtet. Darüber befindet sich bisher noch bewahren fonnte. Da der Verband nach seinen in schweren Kämpfen gemachten Erfahrungen als erster an die Ausgeſtaltung des Tarifvertrages heranging, außerdem aber auch seine Mitglieder von vornherein zu verhältnismäßig hoher Beitrags: leistung erzogen hatte, war er lange Zeit auch die reichste Gewerffchaft. Die Inflation hat aber das Millionenvermögen der Buchdrucker verschlungen, soweit es nicht in Sachwerten feſtgelegt war. Bereits im Jahre 1920 war beschloffen worden, das Verbands. organ, den Korrefpondent", von Leipzig nach Berlin, dem Sitz des Verbandsvorstandes, zu verlegen. Dieser Beschluß sollte durchgeführt werden. Nach Ablauf der Inflation, im Frühjahr 1924, begannen denn auch die Borbereitungen für die Schaffung eines eigenen Heims, das alle Einrichtungen der Buchdrucker unter einem Dache ver einigen sollte. Woher aber nun die Mittel dazu nehmen? Mit der Selbstverständlichkeit der Buchdrucker, sich zuerst auf die eigene Kraft zu stügen, brachten sie durch einen besonderen Beitrag von wöchentlich 20 Pfennig, den fie jetzt 1½ Jahre hin durch leisten, die Mittel auf, um das Gelingen des Werkes zu sichern. Die Bauleitung wurde in die Hände der Architekten Laut und Hoffmann gelegt, die Bauausführung aber der Bauhütte übertragen, die gleich den Schöpfern des Werkes ihr Bestes bot, um ihre Leistungsfähigkeit zu erweisen. Das Vorderhaus ist als Wohnhaus gebaut. Es enthält 16 Dreizimmer- und zwei Zweizimmerwohnungen und zwei Ladenlofale, wovon eines der Berliner Konsumgenossenschaft als Berkaufsraum dient. Das andere enthält eine Filiale der Arbeiter bant sowie die Buchhandlung des Bildungsverbandes der Buchdruder, der hier gleichzeitig eine ständig wechselnde Ausstellung moderner fünstlerischer Drucksachen unterhält, worüber Näheres bereits in der Mittwoch- Morgenausgabe des Vorwärts"( Nr. 220) in Feuilleton " Mordversuch in Neukölln. Ein schweres Verbrechen rief in der vergangenen Nacht gegen 11 Uhr in dem Hause Werrastraße 9 zu Neukölln große Aufregung hervor. Hier wohnt bei ihren Pflegeeltern eine 16 Jahre alte Stenotypistin Charlotte Kr., die mit einem 22 Jahre alten Buchdrucker Willi 2. aus der Kaiserin- Augufta- Straße 19 zu Tempelhof befreundet war. Die jungen Leute liebten sich, die Pflegeeltern der Sechzehnjährigen wollten aber ihres jugendlichen Alters wegen von dem Berkehr mit 2. nichts wissen und verboten ihr den Umgang mit ihm. Beide hatten mit den Pflegeeltern deswegen wiederholt Auseinandersetzungen. 2. fam mun auf den Gedanken, gemeinsam mit seiner Liebsten aus dem Leben zu scheiden. Das Mädchen wollte aber nichts davon wissen. Als Freitag abend die Pflegeeltern nicht zu Hause waren, ging 2. mit dem Mädchen in die Wohnung und schloß sich mit ihm in der Küche ein. Als er auch jetzt nicht vermochte, die Geliebte für seinen Plan zu gewinnen, sprang er ihr plöglich an die Kehle und würgte sie, bis sie besinnungslos zu Boden fiel. Während sie da lag, versezte er ihr mehrere Siebe mit einem schweren Fleischhammer. Das Mädchen konnte aber noch um Hilfe schreien. Nachbarn alarmierten die Polizei, die den jugendlichen Täter festnahmen. Das schwerverletzte Mädchen wurde nach dem Krankenhaus Am Urban gebracht. Die Untat in der Novalisstraße. Zu der Mordtat, die in der Nacht zum Freitag der Automobilschlosser Max Hanisch an der 30 Jahre alten Frau Margarete R. verübte, wird mitgeteilt, daß der Mörder noch nicht ergriffen ist. Die Mordkommission traf nach Feststellung der Ber: fönlichkeit der Ermordeten und des Mörders alle Maßnahmen, un den Täter zu fassen. In der Annahme, daß er noch einmal in seine Wohnung zurückkehren werde, wurde die Wohnung besetzt. Hanisch ließ sich aber nicht wieder sehen. Auch in den Lokalen, in denen er zu verkehren pflegte, erschien er nicht mehr. Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, hat er wohl gleich nach Berlassen des Hotels, nach 3 Uhr nachts, seine Behausung aufgesucht. Hier fanden die Beamten in einem Bersted eine Weste und ein Oberhemd von ihm, tie beide mit Blut besudelt waren. Abends um 5 Uhr und um 7 Uhr wurde er noch in zwei Lokalen der Weddinggegend gesehen. Wie mehrere Zeugen befunden, war er zu der Zeit angetrunken. Der Mord, der erst um 5 Uhr entdeckt wurde, war abends noch nicht offentlich bekannt, so daß der Mörder unbehelligt blieb. Der Mann der Ermordeten ist Wächter bei einer Privatwachgesellschaft, und deshalb oft des Nachts nicht zuhause. Diese Gelegenheiten benutzte feine Frau, um mif Hanisah auszugehen, während sie ihren 6 Jahre alten Sohn allein in der Wohnung ließ. Als R. hinter diese Bea ziehungen fam, stellte er Hanisch wiederholt zur Rede und fündigte ihm eine Tracht Prügel an, wenn er von seiner Frau nicht ablaffe. Fanisch versprach auch wiederholt, die Frau in Ruhe lassen zu wollen, tat es aber nicht. Es scheint mun, daß fie das Verhältnis abbrechen wollte und sich mit Hanisch noch einmal traf, um sich endgültig auszusprechen, wobei Hanish dann die furchtbare Tat beging. Neue Erfolge der weltlichen Schule. der große Konferenzjaal, einrichtung stifteten die 22 Gaue des Verbandes. Von der der das Glanzstück des Buchdruckerhauses bildet. Seine InnenStirnwand mahnt der Bronze- Kopf des Verbandsgründers Härtel zur Sachlichkeit. Den Saal entlang zieht sich eine offene Beranda, geschützt durch einen Ball von Kastanienbäumen auf dem benachbarten Grundstüd. Für den Vorraum haben die Buchdruckereihilfsarbeiter einen Wandbrunnen geftiftet. In den verbindenden Seitenflügeln befinden sich rechts im Erdgeschoß, das das modern stilisierte Buchdruckerwappen als Schmuck aufweist, das Druckereitontor, im ersten Stock die Räume für den Korrespondent". Der linke Seitenflügel dient mit seinen Badeeinrichtungen im Erdgeschoß und dem Speiseraum samt der Kleiderablage im ersten Stock ausschließlich dem Personal. Der Verbandsvorsitzende, Genoffe Seig, gab im Anschluß an die Besichtigung einen Ueberblick über den Werdegang des Baues und schloß mit dem Danke an alle, die dazu beigetragen haben. Taut, führte der Vertreter der Bauhütte aus, daß das Werk um Nach den technischen Erläuterungen des Architekten, Herrn einen schlüssigen Beweis dafür bilde, daß auch ein gemeinwirtschaftlicher Betrieb diszipliniert genug ist, Großes zu schaffen. Genosse Graßmann vom ADGB. betonte die innere Stärke und Geschloffenheit der Buchdruckerorganisation, die in dem stolzen Bau zum Ausdruck fommt. Die Möglichkeit, furz nach dem fatastrophalen Zusammenbruch etwas Derartiges zu schaffen, bilde einen sprechenden Beweis für die Unverwüstich teit ber gewertschaftlichen Kraft, die hierin zum Ausdrud tommt. Das Wert zeugt für die gute Tradition der Buchdruder, ihrer Tattif und Praktik, und ist ein Glanzstück in der Ausprägung gewerkschaftlichen Wollens. Alles in allem: die Mitglieder des Buchdruckerverbandes können stolz sein auf ihr Heim, das sie sich geschaffen haben. Ein schwerer Unglüdsfall, bei dem zwei Lehrlinge schwer verlegt wurden, ereignete sich gestern nachmittag gegen linge Gerhard Michael und Hermann Kirschte wurden von ihrem 5 Uhr in Spandau in dem Hause Wehlischstraße 154. Die Lehrmeister beauftragt, an dem Schornstein des Hauses im Keller eine Tür anzubringen. Die beiden jungen Leute stiegen in den Keller hinab, um die Arbeiten vorzunehmen. Blöglich stürmten beide aus dem Keller in brennenden Kleidern ins Freie. Hausbewohner eilten herbei und erstickten die Flammen durch Ueberwerfen von Deden. Die beiden Berlegten fanden im Spandauer Krankenhaus Aufnahme. Wie nachher festgestellt wurde, ist einer der Lehrlinge mit seinem Licht einem Kaften zu nahe gekommen, der bis oben an mit Schwarzpulver gefüllt war und einem im Hause wohnenden Arbeiter gehörte, der das Pulver zum Stubbenfprengen brauchte. Das Pulver entzündete sich und die jungen Leute wurden von einer riesigen Stichflamme erfaßt. Das Schicksal der„ Norge". Noch immer feine sicheren Nachrichten. Während vielfach die Befürchtungen wachsen, daß das Schiff in einen Schneesturm geraten ist, zur Landung gezwungen wurde oder bereits völlig vernichtet ist, erklärte andererseits Kapitän Anton Heinen, der befannte 3eppelin- Rommandant, er sehe teinen Grund zur Beunruhigung vor Montag, da bis dahin die Betriebsstoffvorräte der Norge" ausreichen, wenn man nur einen Motor laufen lasse. Bielfach wird angenommen, daß die„ Norge" genötigt ist, einem Sturm auszuweichen. Fails die Mannschaft gezwungen sein sollte, in einer abgelegenen Gegend eine Notlandung vorzunehmen, wodurch dann eine lange Schlittenreise notwendig würde, fönnten Wochen vergehen, che eine Nachricht von dem Schicksal der Expedition eintrifft. Nach italienischen Blättermeldungen foll in Rom die amtliche Bestätigung von der glücklichen Landung des Luftschiffes Norge in Nome eingetroffen sein. Bei der Landung sei es zu großen Freudenskundgebungen gekommen. Außer aus Italien liegt bis zur Stunde noch keine derartige Meldung vor. Man wird daher die italienische Freude auch als verfrüht ansehen dürfen. Ein Hungerkünstler verhungert! Der Baußener Hungerfünstler Mag, mit feinem bürgerlichen Namen Scholz, ist im Bauzener Stadtkrankenhaus an Entträf= tung gestorben. Er hatte verschiedene Stärkungsmittel und Kochsalzinjektionen erhalten, aber alle diese Maßnahmen haben den Verfall seines hochgradig geschwächten Körpers nicht mehr aufhalten tönnen. Infolge des Ausganges dieser Hungerfur entstand unter der Bevölkerung eine große Erregung, tie sich vor allem gegen den Manager des Hungerfünstlers richtete. Sport. Bogen Irland- Berlin. Der gestrige internationale Bogtampftag im Sportpalast Irland gegen Berlin", der eine Serie von hervorragenden Kämpfen Berliner und irischer Boxamateure zeigte, wurde zu einem vollen Erfolg für die Reichshauptstadt. Mit einem Rejultat des Gesamtkampfes, von 10 zu 6 Punkten fonnten die Ber Seiten des Riesenraumes von den Galerien herab zu Ehren der itischen Borer große Banner in den irischen und den schwarz roigoldenen Farben des Reiches hingen. Nach einem Jugendeinleitungstampf nahmen die internationalen Hauptlampje ihren Anfang. Die wiederholten Versuche, auch im Bezirk Prenzlauer Berg weltliche Schulen ins Leben zu rufen, find bis jetzt gescheitert. Es hat an der Bewegung gefehlt, die sich dafür einfegte. Wohl be= stand schon seit Jahren die freie Schulgemeinde, aber sie war zahlenmäßig so flein, daß sie die erforderliche Bewegung nicht ins Leben zu rufen vermochte. Die Anregungen aus der Elternschaft haben nun aber die freie Schulgemeinde veranlaßt, erneut auf die Zufammenfassung aller Eltern, die die weltlichen Schulen wollten, hinauarbeiten. Am Freitag abend wurde im Altersheim in der Danzi- liner über die Jren triumphieren. Bemerkenswert ist, daß an drei ger Straße die erste Berbeversammlung veranstaltet, die einen außerordentlich guten Besuch aufmies. Vom Genossen Miethte, der die Verfaminlung leitete, wurde mitgeteilt, daß in den lezten vierzehn Tagen an 150 Neueinzeichnungen in die Liste für die weltliche Schule vorgenommen worden seien. Bei einem der artigen guten Zuspruch tönne fein Zweifel mehr darüber bestehen, daß auch die Elternschaft des Bezirks Prenzlauer Berg die weltliche Schule will. Das Referat hielt der Genoffe Schröter, der sehr eingehend auf die den weltlichen Schulen noch anhaftenden Mängel einging, aber auch zeigte, daß diese Mängel von den Fehlern der alten Schule richtig aufgewogen werden. Berlin hat 36 weltliche Schulen mit rund 18000 Kindern. Sie sind ein kulturmit der die Diskussion geführt wurde, legte Beugnis davon ab, daß politisches Zentrum. Die Lebhaftigkeit und Lebendigkeit, die Elternschaft die weltliche Schule will. Es wurden verschiedene Arbeitsausschüsse gebildet, so daß nunmehr die praktische Arbeit beginnt, Der Fliegengewichtler BigIarfti schlug den irischen Meister Rogers Bantamae wjit unterlag Fuchs- Berlin nach Punkten dem ihm überin der zweiten Runde durch einen haarscharfen linken Rinnhafen f.o. Im legenen irischen Meister Dona ah. Auch im Febergewicht blieb der 3re Donle über Altner- Berlin nach Buntten fienreich. Der brandenburgische Meister MaIa Berlin schlug Wright- Irland alatt nach Bunkten. NitschteBerlin, brandenburgischer Meifter im Weltergewicht, mußte so Cooper Irland eine Buntiniederlage einsteden. Chase, irischer Meister, fchlug im Mittelgewicht ben brandenburgischen Meister Buchbaum sehr napp nach Bunkten. Ein starkes Bleiffonzert fenie nach der Bertlindung des Urteils ein. Sm Salbfchwergewicht schlug Giemert Berlin den irischen Armeemeister Murphn einwandfrei nach Bunkien. Den Haupttempf des Abends bestritten Driscoll, irifier, Meister, und näpnadel- Berlin im Edwergewicht. Trok förperlicher Ueberlegenheit und größerer Reichweite feines Geaners brie Snovnadel von der zweiten Runde on, Sn der dritten Ruede fchlug er Driscoll L. o. 15. Verbandstag der Dachdecker. Schlußfihung. Friedrichroda, 14. Mai.( Eigenbericht.) Am Donnerstag abend fand die Schlußfißung des Berbandstages statt. Zur Ber handlung standen zuerst eine Reihe von Anträgen zum Statut. Ueber einzelne Anträge entspann sich eine längere und lebhafte Aussprache. Einige gleichlautende Anträge, die Gauleiter nicht mehr auf den Verbandstagen, sondern auf den Gautagen zu wählen, wurden nach längerer Debatte abgelehnt. Neugeregelt wurde auch das Beitragswesen. Gegen eine Stimme wurde beschlossen, in Zukunft zu den Beiträgen gestaffelte, feste Lokalzuschläge einheitlich im ganzen Verbandsgebiet zu erheben. Hierauf fanden statt. die Wahlen Einstimmig wurden die Kollegen Theodor Thomas. Frankfurt als Vorsitzender und Jakob Diel- Frankfurt als Kassierer wiedergewählt. Auch die Gauleiter wurden einstimmig wiedergewählt, bis auf den Kollegen R. Schreinert Dresden, der nach einem Menschenalter voller selbstloser Tätigkeit für den Berband aus dem Angestelltenverhältnis a usscheidet. Bon den allgemeinen Anträgen wurde ein Antrag der Filiale Berlin angenommen, der sich hinter den Volksentscheid stellt und die restlose Enteignung der Fürsten fordert. Der zweite Absatz dieses Antrages, der Verband möge sich an den Einheitsfomitees beteiligen, wurde abgelehnt. Abgelehnt wurde auch ein Antrag Halle, den ADGB. aufzu fordern, sich an der gewerkschaftlichen Einheitsbewegung England Rußland zu beteiligen. In vorgerüdter Stunde ergriff Thomas das Wort zur Schlußansprache, in der er den Delegierten für die fleißige Arbeit während der Tagung dankte und die wichtigsten Entscheidungen des Verbandstages noch einmal zusammenfaßte. Er gab der Hoffnung Ausdrud, daß die Tagung für den Verband mur Gutes gebracht haben möge und schloß mit einem Hoch auf den Verband. ,, Wozu die Reichsbahn Geld hat." Zu der Notiz mit dieser Ueberschrift in Nr. 223 des Vorwärts" vom 14. Mai wird uns von der Pressestelle der Reichsbahngesellschaft mitgeteilt: 1. Die Reichsbahn hat sich selbstverständlich auch den Vorteil der Uebermittlung von Meldungen auf drahtlosem Wege nuhbar gemacht. Wagenmeldungen, Unfallmeldungen, Störungen im Betriebe werden 3. B. schon heute vielfach drahtlos übermittelt. Es ist selbstverständBerliner Elektriker Genossenschaft angeschl. dem Verb. soz. Baubetriebe Berlin N. 24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 6525, 6526 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr. 4. Tel.: Pfalzburg 9831 Ausstellungsräume und Lager: Alexanderstraße 39-40( Alexander Passage), Telephon: Königstadt 540 Herstellung elektr. Licht-, Kraft- und Signalanlagen. Verkauf aller elektr.Bedarfsartikel Ausführg. sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Metallbetten Stahlmatratzen, Kinderbetten günstig an Priv. Kat 650 fr. Eisenmöbelfabrik Suhl Thür. Der gute KapitänKautabakst in den meisten Zigarrengeschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Adolf Hoffmann Episoden und Zwischenrufe aus der Parlaments- und Minifterzeit. Preis 1 Mart. Porto 5 Pfennig. Borräfig in allen BorwärtsAusgabestellen. lich, daß die Beteiligten Dienststellen und Beamten an das Rund funtnetz durch Radioapparate angeschlossen sind. 2. Die Behauptung, daß in der Eisenbahn- Hauptwerkstatt Opladen ein Bruntfalonwagen für den Generaldirektor Defer gebaut würde, ist frei erfunden. Ebenso abwegig sind die Folgerungen, die an diese Meldung geknüpft werden. Der Sonderwagen des Generaldirektors bedarf keines Umbaues oder Erfakes und befindet sich auf seiner Abstellstation in der Nähe Berlins. Die„ Nothilfe" der Reichsbahn. Syftematische Züchtung von Streitbrechern. Die Reichsbahn unterhält schon seit längerer Zeit eine sogenannte Personalbetriebsnothilfe. Sie ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein Apparat zur Ausbildung von Streifbrechern. Dem Ausbau dieses Apparats dienen auch die dunklen Pläne, die sich hinter dem vom Reichsfinanzministerium ausgearbeiteten Gesezentwurf zur Verwendung der Wartegeldempfänger verbergen. Erst in Verbindung mit der Personalpolitik der Reichsbahngesellschaft wird die Gefährlichkeit dieses Gefeßentwurfs zum Abbau der Beamtenrechte völlig flar. Die Reichsbahngesellschaft, die auf der einen Seite erklärt, mit dem Personalabbou fortfahren zu müssen, interessiert sich auf der anderen lebhaft für die Wiederverwendung der auf Wartegeld gesezten Eisenbahnbeamten. Die Reichsbahngesellschaft will das Recht erhalten, diese halb abgebauten Beamten porübergehend zu allen möglichen Arbeiten heranziehen zu dürfen, und zwar unter dem Druck der Kündigungsandrohung. Worauf da die Reichsbahngesellschaft hinaus will, ist nicht schwer zu erraten. Sie will aus den Wartegelda empfängern im Laufe der Zeit eine Streitbrecher garde heranbilden. Schen aus diesem Grunde muß der Gefeßentwurf zum Abbau der Beamtenrechte, ganz abgesehen von seinem verfassungsändernden Charakter, in die Wolfsschucht geworfen werden. Paris, 15 Mat.( MTB.) Der Internationale Transportarbeiters verband hat an die ihm angeschlossenen französischen Vereinigungen Weisungen erlassen, in denen er unter Hinweis darauf, daß der Dod arbeiterstreit in England andauert, da die Arbeitgeber Repreffalien ausüben wollen, die früher erteilten Instruktionen als bis auf weite absehen, Gegenordres zu erteilen, bevor sie vom Internationalen res gültig bestätigt. Die einzelnen Bereinigungen möchten davon Transportarbeiterverband selbst Nachrichten erhalten haben. Der Aufruf ist vom Generalsekretär Fimmen unterzeichnet. Theater der Woche. Bom 16. bis 24. Mai 1926. Boltsbühne: 16. Der Kaufmann von Benediq. 1., 18., 20., 24. Fauft. 19. Judith. 21., 22., 23. Das trunkene Schiff. Schauspielhaus: 16., 17., 20 22., 23. Servdes und Mariamne. 18., 21. Dedea. 10. Die Journalisten. Kroll- Oper: 16, Boris Gudonow. 17. Cavalleria Rusticana. 24. Beer Onnt. 18. Rauberflöte. 19. Traviata. 20. Galome. 21. Troubadour. Schiller- Theater: 16., 17., Meistersinger. 23. Rosenkavalier. 24. Carmen. Die garten der Liebe. Ab 18. Alraune. 22. Die 19., 20., 22., 23., 24. Anrik- Byrik. 18., 21. Die Geschwister. Der zerbrochene Krug. Deutsches Theater: Viktoria. Kammerspiele: Week- end. Komödie: Theater!. Leffing- Theater: Bis 22. Der fröhliche Weinberg. Ab 23. Schneider Wibbel. Theater in der Königgräger Straße: Dr. Schmidt. 18., 24. Der Städt. Oper, Charlottenburg: 16. Die Jüdin. 17. Tosca. Barbier von Sevilla. 19. Nukknader- Suite, Tanz- Guite, Der große Krug, Opernprobe. 20. Rigoletto. 21. Lohengrin. 22. Geschlossene Borstellung. Großes Schauspielhaus: Alt- Heidelberg. Theater des 23. Margarethe. Die Westens: Gräfin Mariza. Renaissance- Theater: Fräulein Julie. Tribüne: Der Rubicon. Deutsches Künstler- Theater: Bis 22. Ein WalzerKomödienhaus: Der Garten Eden. traum. Ab 23. Der fröhliche Weinberg. Trianon Theater: Vis Reues Theater am Roo: Der alte Dessauer. 17. Alraune. Ab 18. Das Tagebuch einer Verlorenen. Residenz- Theater: Rentral- Theater: Eva Bonheur. Theater am Schiffbauerbamm: Die Freier. Metropol- Theater: Die Nacht der Nächte. Aleines Theater: Bis 17. Jrre Theater am Kurfürstendamm: Rebhuhn. Wallner- Theater: Der heilige Brunnen und Blanco Bosnets Erwedung. Theater in der Klosterfstraße: 17., 24. Als ich noch im Flügelkleide. 18. Glüd im Winkel. 19. Schmetterlingsschlacht. Walhalla Theater: GroßstadtlichterRevue. Rose- Theater: Bis 22. Lilli muß heiraten. 28., 24. Wenn dat noch eine Mutter hast. Kasino- Theater: Das Recht auf Arbeit. Schloßpark. Theater Steglig: Dr. Klaus. Theater in der Lükowstraße: Spreewaldmädel. Scala: Internationales Varieté. Einstellung der internationalen Aktion. Rachmittagsvorstellungen: Bollsbühne: 16. 24. Don Schiller Schauspielhaus: 16., 23. Charlens Tante. Amsterdam, 15. Mai. Der Internationale Theater: 18. Anrik- Bnrik. 23. Peer Gynt. ( WTB.) Theater des Westens: 16., 23., Roſe Gewerkschaftsbund hat wegen der Einstellung des englischen 24. Gräfin Mariza. Rentral- Theater: 16., 23., 24, Eva Bonheur. Generalstreits durch den Generalrat des englischen Gewerkschafts- Theater: 23., 24. Die geſchiedene Jungfrau. kongreffes die ihm angeschlossenen Gewerkschaftsverbände der einzelnen Länder telegraphisch angewiesen, die Unter stüßungsattionen zugunsten der streifenden englischen Arbeiter einzustellen. Gegründet 1876 ca. 100 Arbeiter 20. Die Ehre. 21., 22., 23. 360 Frauen. Quichotte. 23. Faust. Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ehkorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Tb. Glode; fämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Renter: Wirtschaft: Artur Saternus: Seelisch- Möbel sind wirklich gut und gegenüber minderwertigen Fabrikaten im Gebrauch bedeutend billiger Auf Wunsch Zahlungserleichterung 0112. Rigaer Straße 71-73a. O 112. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. Besonders B Geschäftszeit 8-7 Uhr. wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und trotzdem billig! Marken- Zigaretten Große Posten 2- Pf.Sorten billig. Fabelhaft, Blaukopf. Juno 23.7 Fritzi. Moslem 3 Pf. am Lager. Dicke Türken, Kibari 22.90 .28.20 Steyr.Staatsrat 34.00 OldPort.Oberst 35.00 Walasko, Avide 42.5t Dieses einige Beispiele unserer Billigkeit. Neuerwerbung am Lager Zigarren Küchen Jetzt bedeutend billiger Erike- Küchen Anrichte- Küche Gerty Anrichte- Küche Marta. Anrichte- Küche Bremen rob emailliert 40 N. 75 N. 85 M. 130 M. 95 N. 140 M. 130 M. 180 M. 50 M. Kleiderschränke, 90 cm... 38 M. Ausstellung feiner Rheinischer Küchen. Küchenmöbel- Haus Laserstein, Luckauer Straße 1 Ecke Oranienstr., nahe Moritzplatz weit unter Fabrikpreis. Sommer BartNeue Schönhauser näckigStr. 4-5, im Laden. Estes Genau auf Haus- Reißen Ischias Huff, Gesä u. Bein schmerz. nummer achten. auch ganz veraftete Fälle, beseitigt radikal durch unüberNachnahme. Arzt i. Hause. 10-12 u. 4-8 Genthiner Versand nur gegen troffene Behandlungsmethode. Leffmann, Straße 14 Grosser billiger Pfingst- Verkauf! Damenkleidung| Herrenkleidung Seiden- Mantel aus schwarzer Kunstseide 2950 Halsrüschengarnit. aus reinw. CoverthaltSakko- Anzüge bare, 3250 mod. Stoffe, gute Verarbg.. in Bedeutende Herren- Artikel Schuhwaren Leinen- Pumps echtem Leinen- Pumps u. grau Oberhemd Zephir und Perkal, 675 Pomp.- Absatz. schwarz 1 steifen 1 u. weichen Kragen Sa 395 475 Mantel 79 Sakko. Anzüge 4800 Vergrößerung Sporthemden 5% Leinen- Spangenschuhe coatartigen Stoffen braun mit flotter Seitengarnierung. Mantel aas reinw. Ripsstoffen in schönsten Pastellfarben Kleid Sakko- Anzüge 5900 ap. Neuh. 1. eleg. Verarbtg. 1975 Frühjahrs- Mäntel reibig. 90 mit Gurt und Faite, in viel. 2950 Gummi- Mäntel in reichhalt. 75 Auswahl aus Köper-, Donegal-, 1395 aus gestr. u, karierter Waschseide590 <- Kunstseide, großes Farbensortiment Cape- Complet 1975 aus karierter Waschseide. hochelegantes Sommerkleid Kasak aus weiß Vollvoile mit langem Arm, 395 reich garniert. Kasak aus ganz schwerem Kunstseid.- Trikot m. 590 aparter Metallstickerei Kinderkleider in Zephir, Musseline, in aller- 295 liebst. Autmachg, Länge Damenwäsche Trägerhemd mit reicher 175 Stick.- Garnierung. Hemdhose mit Träger und Stick.- Garnierung Prinzeßrock mit Träger, Batist m. reicher Val.- Spitzen- Garnierung Hemd und 350 440 Garnitur, Beinkleid, 490 mit reicher Stick.- Garnierung. Horseife Hüfthalter Filina, rosa beige 290 und Drell, lange Form. lila Hüfthalter a Jacquard 4 Halter m. brt.Schließ. 525 Fa Gabardine- Ueberztigen von imprägWindjacken niert, aus Zeltbahn- u festen Stoffen von Kieler Waschanzug blau- weiß Kadett. abknöpfb. Garnitur, für 3 Jahre. jede weitere Größe 0.50 .. blau Satin, 950 690 Waschhos. für 2 Jahre 150 jede weitere Größe 0.25 Badeartikel Badetrikotn schwarz m. farb.Kante, Gr.42 Trikot mit Rock schwarz und hübsch.Garnierg, Länge 75 165 and 590 steig. und steig. Badeschuhemi 290 Badelaken- Kräuselstoff weiß mit roter Kante 80 x 100 2.50 weiß mit frbg. Kante 100 x 100 3.90 weiß mit frbg. Kante 100 x 150 6.50 Weißwaren Kleider- Westeopal 0.95 Kleider- Westem. Klopp- 145 m.Val.- Spitze, Reverskragen Spitze, Reverskragen Strumpfhaltergürtel.75 Kleider- Weste weiße, 2 Halter 1.25 Büstenhalter, Filina. Opal aus Valenciennes- Spitzen... Sport- Kragen aus 275 Opal 0.95 weld Trikot, poros. 1.50 0.95 Sport. Kragen 05 m.Valenciennes- Spitz.1.25 nach erfolgtem Erweiterungsbau 390 Trotteur aus starkem Strohgeflecht, in hellen mod. Farben 875 Bandkappe in modernen Farben. nene Form 490 Litzenhut mit Bandgarnitur in schwarz und braun T1250 Glocke, Fantasie- Strohkopf mit Crepe- Marocain- Rand 2 Kragen lachs u Tricolin- Hemden 890 Schillerhemd Zephir Tasche mit ... 5.50 Selbstbinder reine Seide, aparte Muster... Herrenhüte Plachrand, mode... 475 ... 550 Spangenschuhe 575 Blonde u. graue Luxusweiß, Luxusausführung R'Chevreau, gutes Fabrikat.. Spangenschuhe, 175 elegante Ausführung. ... 1250 randgenäht Sandalen, mit Doppel- 390 sohlen Gr.22-24 grad und 675 Weitere Größen entsprechend mehr. Segeltuch- Turnschuhe .... 7.90 Herrenhüte grau schwarzem mit 7.90 Umlegeband u. hell. Einf. 9,50 Strohhüte dickes Geflecht Band mit braunem 5.25 Strümpfe 395 u. Trikotagen Damen- Strümpfe, schwarz 0.48 und viele moderne Farben Damen- Strümpfe, Baumwolle n.. mit angegossener Gummisohle Gr. 25-302.95, 31-35= 3.50 Gr. 86-42 Seglerschuhe, weiß, mit 3.95 weißer angegossener Gummi- 550 sohle.. .Gr. 86-43 Reiseartikel. Stadt- Köfferchen Stadt- offert Griff 0.95 Leder- Portemonnaies 0.25 Mako- Glanz, Doppelsohle 0.95-0.75 echt Rindled., versch. Farb. St. Damen- Strümpfe, Seidenflor, große Farbenwahl mit Leder145 Kinder- Rucksack riemen • 0.95 Damen- Strümpfe, Kunst 175 Herren- und Damen- Rucksack 495 seide m. Naht, viele Farben. Damen- Strümpfe, Trama. 295 mit Vortasche u. Lederriemen Seide. viele Farben. Aktentaschen Rind- 395 Socken, Seidenflor, uni u. Jacquard 110-0.95 Amerikan. Damen- Hemdchen 125 ca.90 lang, i.viel. Ausführ.Stück Damen- Schlupfhöschen viele Farben, gute Qualit... 125 led. m.2 Schlöss., Griff u. Schien. m.Vulcan- FibreVoll- 1200 Coupé- Koffer Ecken, bewegt. 350 Gr. 2 Patentschl. u.Messingsch Maulbigel- Reisetasche Rindl Attaché- Koffer, leder Voll- Rind1100 Damen- Schlupfhöschen 175 Einrichtungs- Koiler.2600 Kunstseide, viele Farben Herren- Garnituren ( Jacke und Hose) uni.... 390 Gratis! H. JOSEPH& Co beim Einkauf von 8 Mark an und darüber einen fein vernickelten Brotkorb ( nur soweit Vorrat) NEUKÖLLN, BERLINER STR. 51-55 Voll- Rindieder. Bahn- Hoffer herum Bügel.. m. Einsatz. rings- 2200 Im Erfrischungsraum: Windbeutel mit Sahne 25 Pf. Sahnen- Baisers..25 Pf Ananas mit Sahne.50 Pf. Kirschtachelbeer Torilets Aprikosenmit Sanne 40 PL.