flg. 32$ ♦ 4Z. �ahrg. Msgabe A Nr. 117 Bezugspreis- WSchevtliS 10 TKnni«, monatlich I,— Reichsmark voraus»adlbor. Unter«reu, band Mr Deutichlan», San,!«. Saar» und Memelaebier. Qelterreich. Litauen. Lurembur« Handclsausschuß überwiesen. Angenommen werden deutschnationalc Anträge in der Ausschliszfassung, die Maßnahmen zur Linderung der Auswinterungs- schaden der ostpreuhischen Landwirtschaft fordern. Da» Staats- minifterinm wird ersucht, durch sachverständige staatliche Kommissare die Notlage der Provinz Ostpreußen sestzustellen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Trennung und Auseinandersetzung der Provinzen Ober- und N i e d c r s ch l e s i e n. Ministerpräsideiii Braun weist darauf hin. daß die Vorlage die Schaffung einer selbständigen Provinz O b e r s ch l e s i e n zum Ziel habe. Die preußische Staatsregierung habe seinerzeit die Schaffung eines selbständigen Oberschlestens feierlich versprochen, und auch der Landtag habe sich mit Mehrheit dafür ausgesprochen. Der Ausschuß habe an der Vorlage jedoch in wichtigen Punkten Aendc- rungen vorgenommen. Diese�Aenderungen würden der Berlage eine Gestalt geben, die von der Staatsregicrung und der oberschlesischen Bevölkerung nicht als volle Erfüllung des seinerzeit gegebenen Ver- sprechen? nngeschen werden könne. Die Staatsregierung ersuche da- her den Landtag, nochmals eine ernstliche Prüfung dieser Angelegenheit vorzunehmen. Gegen die Stimmen der Deutschnationalen überweist das Sjam auf Antrag des Abg. Riedel(Dein.) die Borloge nochmals an den V ersassungsausschuß. Es beginnt die zweite Beratung des Nothaushalts. Be- richterstattcr Abg. Ebersbach(Dnat.) empfiehlt Annahme der Vorlage nach den Ausschußbeschlüssen. Innerhalb der Beratung erfolgte zunächst die Abgabe einer fvv> mutierten Erklärung des Zentrums durch den Abg. Dr. Porsch: Es dürfte kaum möglich sein, sich jetzt bereits ein abschlie- ß e n d e s Urteil darüber zu bilden, welche Bedeutung dem von der Staatsregierung beigebrachten Materiol über beabsichtigt gewesene Piitschuaternehinungen im einzelnen beizumessen ist, so daß darüber das Endurteil vorbehalten bleiben muß. Die Zentrumsfraktio» gibt auch bei diesem Anlaß mit allem Nachdruck der Meinung Ausdruck, daß es nicht nur ein selbstverständliches Recht, sondern die absolute Pslicht der Staatsregicrung ist. mit größter Aufmerksamkeit darüber zu wachen, daß nichts geschieht, was den bestehenden Staat in seinem Bestände irgendwie gesährdeu könnte. ganz gleichgültig, von welcher Seite Umsturzbewegungen zu erwarten wären. Der neue Staat hat leider keine Beranlassung. in dieser Hinsicht weniger behutsam zu sein, als es der alte gewesen ist.(Sehr richtig' in der Mitte.) Es find seit der Errichtung des demokratischen Staatswesens Dinge genug vorgekommen, die allerdings die äußerste Wachsamkeit der Staatsregierung zur gebieterischen Notwendigkeit machen. Amtierende Staatsmänner sind ermordet worden, für andere war die Mordwaffe bestimmt, sogenannte Fememord«, ein besonders scheußlicher Auswuchs politischer Verhetzung, machten selbst vor dem Leben einfachster Menschen nicht halt. Wiederholt sind Stäatsumwälzungen versucht worden. Namyafte Teile der Be- völkerung werden sortgesetzt systematisch in Kampfstellung gegen das bestehende Staatswesen hineingetrieben. Unablässig sind sträsle am Werk, die es daraus anlegen, eine Atmosphäre haßerfüllter Abneigung gegen die deutsche Demo- kralle zu erhalteu und immer wieder neue zu schasseu. Polens„öemokratifthe Revolution Warschauer Bericht. � Das erste Ferngespräch seit dem Umsturz. Warschau, 17. Mai. abends.(Eigener Drahlberichl.) Die kämpfe Zwischen den Truppen Pilsudskis und denen der vergangenen Regierung witos am Freilag und Sonnabend voriger Woche haben insgesamt gegen 300 Menschen das Leben gekostet, während rund 1000 verletzte in den Krankenhäusern und in Privatpslege sind. Ein sehr großer Teil dieser Opfer sind Zivi- l i st e n, die aus Neugier und trotz aller Warnungen sich in den Bereich des Feuer» geradezu gedrängt hatten. Im übrigen aber muß hervorgehoben werden, daß während dieser Kämpfe im Innern einer Großstadt auch nichtdiegeringstcAusschreilunggegen das Eigentum vorgekommen ist. heute wurden die Toten unter militärischen Ehren bestattet und alle, ob Militär oder Zivil, in einem gemeinsamen Massengrab beigeseht. Die polnischen Sozialisten, die ein Angebot der Kommunisten aus Errichtung einer Sowjetherrschast sofort bei Beginn der Kämpfe zurückgewiesen haben, wünschen die Auslösung des Parlaments, da dieses eine demokratische Mehrheit nicht hat und somit die Forderungen der Sozialisten und der linken Bauern aus Durchführung der Bodenreform, nationale Auto- n o m i e für die geschlossen wohnenden Minderheilsvölker, scharfe Sleuerpolilik usw. vom jehigeo Parlament kaum beschlossen werden dürsten. Die Verfassung bestimmt jedoch, daß der gegenwärtige Sejm vor Ablauf seiner Wahlperiode nur durch eigenen Beschluß ausgelöst werden kann-, die Wahlperiode laust aber erst In elwa l'A Zahren ab. Man berät eifrig darüber, wie trotzdem die Auslösung herbeigeführt werden könnte. Die Neuwahl de» Staalspräsidenteu hak die Nationalversammlung vorzunehmen, d. h. Sejm und Senat in ge- meinsamer Versammlung. Die Mehrheit dieser Versammlung würde an sich ebenfalls nicht als sortschriltlich zu bezeichnen sein. Trotzdem aber ist die Linke darin ziemlich einig, daß die Neuwahl des präsi- deuten der Republik alsbald und aus die vorgeschriebene Art erfolgen müsse. Möglicherweise wird die Regierung noch heule nacht den ZeUpuukt der Nationalversammlung beschließe«. Die Posetier Reaktionäre Haben einen Beschluß gefaßt, daß die Nationalversammlung nicht in Warschau tagen dürfe. Aber da Warschau die gesetzliche Hauptstadt Polens ist. wird die Nakional- Versammlung eben in Warschau tagen und wem das nicht paßt, der wird eben fern bleiben können. Die zwischen Posen nnd Warschan stehenden posener Truppen sind, nach hierher gelangten Meldungen. bereits nach Posen zurück unterwegs. Irgendeine Kandidatur für die Stelle des Präsidenten der Republik ist bis jetzt nicht genannt worden. Die polnischen Sozialisten und auch die linken Bauernparteien sowie andere sozialistische und demokrakische Gruppen stellen als Ziel der Umwälzung, die sie als eine demokratische Revolution bezeichnen, die Bildung einer Regierung der Ar» beiker und Bauern aus, jedoch nicht etwa im Sowjelstnn«, sondern als das Ergebnis maßgebender Bestimmung der Arbeiter- und Bauernparteien in diesem Staate, der außer Arbeitern und Bauern nur eine schwache Bourgeoisie und darüber jene Schicht von Großgrundbesitzern habe, der ein moralischer Anspruch der Vorherrschast nicht zugebilligt werden könne. Warschau, 17. Mai. milleraacht.(Eigener Drahlberichl.) Der Kabinettsrat hat heute abend noch keinen Beschluß übt die Nalionalversammlung gesaßl. da die Lage noch ungeklärt ist. Ostoberschlefischer Zwiespalt. Sattowitz, 17. Rdai.(WTB.) Die ganze fchlefische Division unter General S a j o n t s ch hat sich unter den Befehl P i l s u t> s k i s gestellt. In Obeischlesien herrscht Ruhe. Di« Züge oerkehren normal, in allen Fabriten wird gearbeitet. Im oberschlesischen Sejm wurde em Antrag der Korfantypartei und der Nationalen Arbeitspartei auf Mißbilligung des Staatsstreichs Pilsudskis, der die gesamte oberschlesische Wirtschafts- läge besonders schwer erschüttert habe, mit einer Mehrheit von füns Stimmen angenommen. Nlinisterpräjiöent Härtel. Ministerpräsident Bartel ist als Sohn eines Eisenbahn- Maschinisten 1882 zu Lemberg geboren. Nach dem Abiturimn studierte er tn München Methematit, wo er 1902 zum Dr.-Ing. promoviert wurde. Bei Ausbruch des Krieges war er Dozent der Lemberger technischen Hochschule. Im Kriege hat er in einem Eisend ahnbatmllon Dienst getan und sich 1918 bei der Verteidigung von Lemberg gegen die Ukrainer ausgezeichnet. 1919 wurde er Eisentxchnminister in Polen. 1922 wurde er Sejmabgeordneter. fflnmb genug für die verantwortlichen Träger des demokratischen Slaatsgedankens. auf der chut zu sein und allen Erscheinungen rück- sichtsloe nachzugehen, die die Annahme nahelegen, dah sie mit um- stiirzlerischen Bestrebungen in Verbindung stehen. Auf eine der- artige Sicherstellung seines Daseins hat der alte Staat keinen Augen- blick verzichtet. Es wäre lächerlich, vom neuen Staat in dieser hin- ficht weniger Wachsamkeit oder mehr Gutmütigkeit voraussehen zu wollen, als sie der alte Staat bewiesen hat. Die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes steht zur Demokratie und hat reine Lust, sich die Staatssorm antasten zu lassen. Zu dieser überwälti- gcnden Mehrheit gehört auch die deutsche Zentrumspartei. Deshalb erwartet auch die Zentrumsfrakion des preußischen Landtage» von der Staatsregierung, daß diese zur Sicherstellung der Verfassung und damit zur Verteidtauna der republikanischen Staatssorm u n- ablässig auf dem Posten ist, gestützt letzten Endes auch auf die für die Staatsgewalt unerläßlichen Machtmittel. Unser Volt will keine Erschütterung des Saatsgedankens, sondern eine ruhige Entwicklung seiner innen- und außenpolitischen Ver- hältniste, weil dies die erste Voraussetzung dafür ist, daß unsere wirtschaftliche Lage nach den schweren Erschütterungen, die chr der verlorene Krleg gebracht hat, wieder in Ordnung kommt. Wir haben zur gegenwärtigen preußischen Staatsregierung das volle Vertrauen, daß sie alles tut, was in ihren Kräften steht, um frühzeitig alle Gefahren abzubiegen, die dieser ruhigen Aufwärtsentwicklung unseres Wirtschaftslebens durch unruhige Cle» mente drohen könnten.(Lebhafter Beifall in der Mitte.) Abg. vartels-Krefeld(Komm.) weist auf das Streben der Herr» schenden Kapitalistenklasse hin, die Gewaltherrschast auszurichten und die sogenannte Demokratie zu beseitigen. Beweis dafür seien der Vorstoß gegen die Vereins- und Versammlungsfreiheit und die bewußten Verfassungsbrüche, wie zum Beispiel in der Flaggen» frage. Die.Vossische Zeitung" Hab« nochgewiesen, daß ISO Rechtsorganisationen beständen, deren Dachorganisation die Bereinigten Vaterländischen Verbände sind. Die Art der Erledigung von Putsch- Vorbereitungen beweise, daß man zur preußischen Regierung a b- solut kein Vertrauen haben könne. Die Demokraten zeigten eine jämmerliche Haltung. Al» der Redner erklärt, der Krön- prinz fühle sich sehr wohl in Preußen, seine Frau klaue Vasen, wird er durch stürmische Zurufe der Rechten unterbrochen und vom Präsidenten ermahnt, sich zu mäßigen. Man müsse sich zur Abwehr außerhalb des Parlaments zusammenschließen. Statt der Regierung des schwarzweißroten Staatsstreichs müsse die Ein- heitsfront der Arbeiterschaft ausgerichtet werden. Abg. Eichhosf(D. Vp.) erklärt, die Ausführungen des Vor» redners hätten ihm jeden Zweifel genommen, von welcher Seite des Hauses dem Staate größere Gefahren drohten. Seine Frak- tion lehne jede gewaltsame Aenderung der Verfasiung nach wie vor entschieden ab Das Vorgehen der Regierung gegen Putschplön» müsse sich gleichmäßig nach allen Seiten richten. Das Vertrauen, das der Zentrumsrevner der Staatsregierung ausgesprochen hat, teilen wir nicht. Ist der Verdacht gerecht fertigt, daß die Regie- rung bei ihrem Vorgehen eine Einwirkung auf das Reich im Auge hatte, so müssen wir da» aufs schärfste ver- urteilen. Wir sind der Ueberzeugung, daß»ine viel größere Gefahr aus der linken Seite, bei den Kommunisten, steht, als auf der Rechten.(Stürmisches Sehr richtig! rechts.— Heftige Unterbrechungen bei den Kommunisten.) Wir müsien unter allen Um- ständen oerlangen, daß die Regierung mit gleichem Maße auch gegen links mißt. Wir haben gegen die Art de« Vorgehens die schwersten Bedenken und erheben zu«� Teil gegen die Maß- nahmen schärfsten Einspruch. Das gerichtliche Verfahren muß ab- gewartet werden. Wir fordern auch Genugtuung für die- jcnigen Persönlichkeiten, gegen die ohne ausreichenden Grund vor- gegangen Ist. Die Regierung muß gegen die verantwortlichen Be- amten einschreiten.(Beifall rechts.) Das Wort nimmt hierauf der ZNinisterpräflüent Sraun. Gr etwöhnt zunächst, daß in der Preß« geschrieben worden sei. daß man Gespenster sähe, daß es sich um Ammenmärchen handele. (Zuruf rechts- Sehr richtig!) Meine Herren! Bei dem, von dem ich spreche, handelt e» sich um Aeußerungen des„Berliner Lokal» Anzeiger" uvd der„Deutschen Tageszeitung" am 13. März 1 9 2 l).(Stürmische Heiterkeit links.) Als diese Ar» tikel in die Hönde des Publikums kamen, da schwenkten die Kapp» Leute bereit» In die Linden«in und trafen Herrn Ludendorff, der bekanntlich damals zufällig spazieren ging. �(Heiterkeit links.) In der Reichskanzlei war man bereits zusammengetreten. Was mir heute in derselben Presse lesen, Ist aus den gleichen Ton ge» stimmt. Ich kann beweisen, daß es sich um ähnliche Dinge handelt wie 1920.(Zurufe rechts: Beweisen Sic es!) Von der Rechten wird es ja immer so dargestellt, als ob nur gewisse Phantasten ihr Wesen trieben. Selbst wenn dem so ist— leider ist dem nicht so!—. so hat die Polizei diese Dinge ernst zu nehmen.(Zuruf des Abg Eemmler(Dnat.): Und die Kommunisten?!) Von Phantasten kann ein furchtbares Unheil angerichtet werden.(Erneuter Zuruf rechts: Panzerkreuzer„Potemkin"! Hörsing!) Es wird er. klärt, daß wir vor einer zweiten revolutionären Periode stünden, vor einer Linksdiktatur. Das geschieht doch nur zu dem Zwecke, um da» Streben einer Recht sdiktatnr zu verbergen. Besonders ein Artikel in der„Deutschen Zeitung" sucht die Oesfent- lichkeit klarzumachen, daß wir vor einer solchen Link sdiktotur ständen. Ich verweise demgegenüber aus die tatkräftige Tätigkeit de» Herrn Ehrhardt, der auf eine Einigkeit aller rechtsstehenden Verbände hinarbeitet.(Zuruf recht«: Ist das verboten?!) Ja, es wird immer so daraestsllt, als ob diese Verbände ganz harmlos feien. Es ist aber festgestellt worden, daß sie nicht nur das treiben, was sie nach ihren Statuten vorgeben. Sie sind zum Teil b e» w a f s n e t: sie halten Schießübungen ab. Sie haben Pläne cüsgestellt, die direkt auf den Umsturz eingestellt sind. Der Minister zitiert dann Stellen aus einem ganz detailliert gehaltenen Auf- marschplan für, wie es dort heißt, „die große Auseinandersetzung mit den Rovember-Verbrechern von 191#".(Großer Lärm recht») In den letzten Wochen ist wiederholt ausgesprochen worden, daß man vor der großen Auseinandersetzung steht und daß die Verbände bereit sein müßten, einzugreifen. Man sollte ober nicht einen Putsch vom Zaune brechen, sondern man müßt«— und da bitte ich Sie, meine Herren von der Linken, besonders gut aufzupassen— einen Linksputsch abwarten(Zurufe rechts: 'Na also!): im Notfall müsse man diesen Linksausstand provozieren!(Stürmische Unterbrechungen recht.) Es sollte dann nicht bei der Niederschlagung des Kommunistenauf- s.'andes verbleiben, sondern man müßte mit politischen Forderungen der Verbände, vor allem auf vefeitigung der parlamentarischen Verfassung und der gegen- wärtigen Staatsmänner hervortreten. Das find die politischen Bestrebungen dieser an» geblichen Sportverbänd«.(Immer wiederholte stürmische Unterbrechungen bei den Deutschnationalen und Zurufe: Spitzelberichte!) In den Sitzungen des Nationaloerbandes der deut- scheu Offiziere und bei den Alldeutschen wurde ganz offen darauf hingewiesen, daß eine völkische Diktatur anzustreben sei. Sollte nicht nach alledem, was vorliegt, zweifelsfrei...(in den neuen lärmenden Unterbrechungen der Rechten gehen die weiteren Ausführungen de» Ministerpräsidenten verloren). Der Weg, der den Herren vorschwebt, geht au» dem vorgefundenen Material mit aller Deutlichkeit hervor, soweit er uns nicht vorher schon bekannt war. Es wird von dieser Seite nicht ein Putsch angestrebt, sondern man will die Oefsentlichkeit beunruhigen und so den Herrn Reichspräsidenten veranlassen. aus Grund des Artikel 4# die vollziehende Gewalt in die Hände der Militär» zu legen. (Zurufe bei den Deutschnationalen: Sehr richtig!) Der Minister- Präsident teill dann folgendes au» einem beschlagnahmten Briefe mit. Dort heißt es:»Der von uns zuerst vertretene Gedanke der Diktatur hat sich durchgesetzt. Mindestens bei allen nicht intematio- nalpolitischen Leuten gibt es heute keinen Streit mehr darüber, daß nur auf diesem Wege die Rettung des Vaterlandes erreicht werden kann. Wie kommt man aber zur Diktatur? Der weg zur Diktatur geht heute nur über den � 4# der Reichsversassung." Weiter heißt es in dem Brief:„Es muß alles geschehen, um den Herrn Reich»- Präsidenten für die Anwendung dieses Artikels zu gewinnen. Der Reichspräsident muß davon unterrichtet werden, daß nur eine brauchbare Diktatur charaktervoller Versönlichkciten(Lebhaftes: Sehr richtig! bei den Deutschnationalen) mit dem Parlamentariimus Schluß machen kann. Schriftlich kann ich mich nicht näher äußern. Aber Eure Exzellenz dürfen sich darauf verlassen, daß alle» in unserer Macht Stehende geschieht, den Herrn R e I ch» p r ä s i- denken von der Richtigkeit dieses Schrittes zu überzeugen."(Großer Lärm rechts und auf der äußersten Linken und Zurufe: Unterschrift! Beweise!). Der Herr Reichspräsi- dent ist diesen Angriffen nicht unterlegen.(Lebhaftes: Na, na! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Reichspräsi- dent hat mir auf meine Anfrage erklärt,«» sei ganz selbstverständlich, daß er all diesen Plänen fernsteht.(Gelächter bei den Kommunisten.) Die Bestrebungen der Leute, die den Herrn Reichspräsidenten gewinnen wollen, gehen ainb dahin, ihn über seine(somilienangehöriqen aus die große kommunistische Gefahr aufmerksam zu machen.(Abg. Wied«. mann(Dnat.): Das ist ganz richtig!) Sie können sagen, daß der aufgefundene Entwurf einer Notoerordnung da» Produkt irregeleiteter Phontasten ist. Aber man muß auch bei der Beurtei- lung solcher Machenschaften vorsichtig sein, wie uns die Vergangen- heit gelehrt Hab. Wir haben bei unseren Haussuchungen leider nicht alles Material bekommen können, weil wir vor den Herren halt- machten, die in ihrer Eigenschaft als Abgeordnete oder wegen sonstiger hoher Aemter gewisse Rechte haben.(Lärm links.) Auch bei den Haussuchungen, die vorgenommen wurden, ist uns nicht alles Material in die Hände gefallen, weil die betroffenen Herren leider vorher bereits unterrichtet waren.(Lebhaite Entrüstung rechts.) Einer hat erklärt:„Ich habe die Sachen, die die Polizei nicht sehen soll, bereits auf die Seite geschafft!" DI« Dinge seien durchaus nicht harmlos. Das preußische Volk, das in seiner überwiegenden Mehrheit republikanisch sei(Widerspruch rechts), werde sich das nicht bieten lassen. Die Regierung werde alle Macht- mittel amvenden, um hochverräterische Unternehmungen niederzu- ringen.(Stürmische Protestkundgebungen rechts: anhaltender starker Beifall und Händeklatschen in der Mitte.) Abg. Stelnhoss(Dnat.) erklärt, seine Partei lehne den Rot- etat schon aus der Einstellung gegen das Softem Braun-Se- v e r i n g ab. Dazu käme jetzt das Vorgehen aus Anlaß des so- genannten R e ch t s p u t s ch e s. Die Maßnahmen stellten lediglich einen Wandschirm dar, um zunächst die Tatsachen zu verstecken, daß wir vor einer zweiten Revolution, vor einem r o t e n A u s» rühr stehen. Die öffentliche Meinung werde durch den P o t e m- k i n f i l m aufgeregt. Man gehe ober gegen allen diesen Unfug nicht vor. Die Kommunisten schaffen Organisationen in der Beamten- fchnst. In den Arbeiterbetrieben bestehen Betriebszellen kommu- nistischer Organisationen. Man versucht die Zersetzung der Po- l i z e i und will zuletzt an die Reichswehr herangehen. Es bat sich herausgestellt, daß die Maßnahmen des svaenannten Wehrkartelle in den vaterländischen Verbänden reine Abwehr maß- nahmen gegen den roten Terror gewesen sind. Es be- steht ein« ungeheure Erregung in der I n d u st r i e.(Huhu-Ruse links.) Auch in der L a n d w i r t s ch a f t des Westens herrscht große Aufregung wegen des Vorgehens gegen den Freiherrn v. Lüningen. Herr Braun hat einen beschlagnahmten Brief zitiert, der den Reichspräsidenten für eine Diktatur gewinnen will. Dieser Brief ist gar nicht abgesandt worden. Es bandelt sich um einen E n t- w u r f, auf den die Polizei hereingefallen ist. Auch gegen den ver- dienten Admiral v. Schröder ist nian in unerhörter Weise vor- gegangen. Man wollte mit alledem ablenken van dem Rein- fall mit dem unfehlbaren Mittel de» Generalstreiks in Eng- l a n d.(Gelächter links.) Das letzte Ziel ging dabin, endlich die sozialdemokratisch« Absicht durchzuführen, aus der Reichswehr eine Miliz zu machen.(Andauernde Unruhe im Hause.) Das ist ja klar ausgesprochen worden in Magdeburg auf dem R e: ckz s- bannertag. Es wurde dort ja gesagt, daß wir den F a s ch! s- mu» hätten, wenn da» Reichsbanner nicht da wäre. Der Kampf. der von der preußischen Regierung vom Zaun gebrochen ist(Lachen In der Mitte und link»), ist tatsächlich der Kampf gegen die R-ichs- wehr. Es handelt sich nicht um einenWutsch der vaterländischen Verbände, sondern um einen putsch der preußischen Regierung (stürmisches Gelächter links), um einen Putsch der Polizei- g e w a l t gegen die R e i ck s w e h r. An der preußischen Krankheit jeidet das ganze Deutsche Reich. Wir werden nicht nachlassen, das System Braun-Severing zu bekämpfen und halten an unserem Mißtrauen fest.(Lebhafter Beifall rechts. Lachen und Gegenkund- gedungen links.) �bg. tzettmann(Soz.): Die kommunistische Fraktion wollte vor einigen Tagen schon das Verbot der kommunistischen gestrigen Gegendemonstration erörtern. Durch Gegendemonstrationen hätten die nationalistischen Umzüge in Berlin, an denen sich nur ein winziges H ä u s l e i n beteiligte, nur eine Bedeutung bekommen, die sie gar nicht verdienen. Es ist eine Grundregel der Politik, den Gegner, der sich b l a- mteren will, nicht daran zu verhindern. Aber über Kleinigkeiten soll hier nicht gesprochen werden. Es handelt sich vielmehr um die Frage, ob der preußische Staat durch monarchistische Umtriebe bedroht ist oder nicht. Das Reichsgericht hat den Begriff der vor- bereitenden Handlung zum Hochverrat sehr weitgehend ausgedehnt. Da» Vorgehen der Polizei bat sich als begründet erwiesen. Ich will beweisen, daß in den Verbänden, gegen die die Polizei vorging und von den Personen, gegen die sich die poli- zeilichen Maßnahmen richteten, planmäßig der Hochverrat an der Republik vorbereitet wird.(Lebh. hört, hört rechts.) Aus den Briefen, die der Ministerpräsident verlesen hat(Zurufe rechts: Ohne Namen!)... Die Briefe waren selbstverständlich von Iustizrat C l a ß, der der geistige Führer der Deutschnationalen und der Völkischen ist. Diese Briefe sind ganz eindeutig. Die ausgesundene Notverordnung ist gewiß irrsinnig. Unter den 30 Paraaravhen der Notverordnung werde ich allein nach 26 erschossen. (Heiterkett.) Es wurde von der Polizei eine Menge Muni- tion zu 98 er Gewehren aufgefunden, die Gewehre aber nicht, weil der darüber befragte Hauptmann a. D. Seidel erklärt hat, er verweigere jede Auskunft, weil er nur der Reichswehr unterstellt sei. wer von einem drohenden kommunistenpuksch spricht, lügt bewußt. Ehrhardt selbst hat anerkannt, daß an einen solchen Putsch aar nicht zu denken sei. Sollte der Kommunistenputsch doch kommen, so bedeute er keine Gefahr für den heutigen Staat. Der Redner verliest dann den Brief eines Mitgliedes des Alldeutschen Der- bandes an den Justizrat Claß, in dem Claß gebeten werde, den „neuerdings beschrittenen Weg", der zu einer Entladunq der über- begeisterten Köpfe führen müsse, wie bei Hitler in München, zu verlassen, weil dadurch der Alldeutsche Verband leiden könnte.— Iustizrat Claß erklärt in seiner Antwort auf diesen Brief, die All- deutschen trügen sich nicht mit Putschplänen. Weiter heißt es: „Ossenbar sind wir un, aber mit Ihnen nicht einig über den Begriff der völkischen Diktatur, die der Alldeutsche verband mit größter Unzweideutigkeil fordert. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß ein Putsch vielleicht vermieden wird, und daß eine Diktatur auf völlia legalem Wege aus Grund des Art. 48 der Reichsversassung errichtet wird." Weiter wird von den Mdeutschen und insbesondere von ihrem Führer, dem Justizrat Claß, angestrebt, daß unter dem Ausnahmezustand der Reichstag aufgelöst und so der parlamentari»wu» beseittgl werde. Einige Kreise innerhalb der Alldeutschen hätten dabei die Auf- fassung, daß sie den Reichspräsidenten von Htndenburg noch für ihren ganzen Plan zu gewinnen vermöchten, während Herr Claß meint, der(sall des Reichspräsidenten von htndenburg sei hoffnungsloc. Hindenburg sei von soviel Weimaranern umgeben und willenlos in ihrer Hand, daß man ihn zur Durchführung der völkischen Diltatur schleckterdings nicht gebrauchen könne. Claß nennt al» einzigen, der diese völkische Diltatur durchführen könnte, Herrn Hugenberg und fügt hinzu, er sei der einzige denkende Kops in den ganzen Fraktionen der Deutschnationalen.(Große Heiterkeit.) Kronprinz R u p p r e ch t wird vom Iustizrat Claß für rettungslos vcrschwarzt erklärt, so daß ein ehrlicher alldeutscher Mann auf ihn für feine Zwecke nicht mehr rechnen könne. In diesem Sinne werden noch einige andere prominente Persönlichkeiten der Rechten be- handelt. Der gesamte plan der Alldeutschen ist aber von Ansang bis zu Ende Hochverrat.(Stürmische Zustimmung links.) Den Ausnah-nezustand zu verhängen, um unter seinem Schutze die Verfassung zu beseitigen, das wäre bereit» Hochverrat. Sollte sich ein Reichspräsident finden, derausdiesem Grunde den Ausnahmezustand verhängt, dann sei schon heut« erklärt, daß jede versassungstreue Regierung dl« Pflicht hat. sich diesem.Ausnahmezustande nicht zu fügen, sondern sich zu wider- sehen(Hört, hört! rechts) und jeder Republikaner hätte die Pflicht, gegen einen solchen Ausnahmezustand sich mit allen Mitteln zu widersetzen.(Lebhaste Zustimmung links.) Kein Mensch hat aber irgendeinen begründeten Anlaß, an der Verfassungstreue de» Reichspräsidenten zu zweifeln. Und der Brief des Iustizrat» Claß an den Major von H i n d e n- bürg, den der Abg. Steinhoff hier bekanntgegeben hat, ist noch nicht in der Presse veröfsentlicht worden. Diese Behauptung des Herrn Steinhoff ist unwahr. In den Führerbesprechungen der Rechtsoerbände sei deutlich hervorgehoben worden, daß, wenn e, mit hindenburg nicht gebe, es eben ohne den Alten gehen müsse, und daß dann nach seinem Rücktritt der neu zu wählende Reichskanzler an feine Stelle zu treten hätte, also etwa Herr Dr. Reumann oder sonst wer. Wenn so eindeutig der Verdacht des Hochverrats vorliegt, ist es für die Polizei eine Pflicht, auch Haussuchungen bei jenen Kreisen vorzunehmen, die eventuell als Geldgeber in Frage kommen.(Lärm rechts und Zuruf: Beweise!) Ich habe hier das Protokoll einer Führerbesprechung. C, handelt sich um eine Führerbesprechung in Berlin im Hause Kleiststraße 39, wo der Nationaloerband Deutscher O s f i� I e r e ein Heim hat. Die Einladungen gehen vom Obersten von Luck aus. Auf der Einladung ist ausdrücklich vermerkt: „Keinen Begleiter mitbringen und keine Vertreter schicken, da nur die Führer selbst teilnehmen sollen!" Unter den Erschienenen zu dieser Besprechung befand sich auch der Major von S o d e n st e r n, der Chesredakteur de»„Deutschen Zeitung", ferner Oberst Bode, Oberst Luck. ein Vertreter des Jungdeutschen Orden», des Nationalverbandes Deutscher Ossiziere und des Wer wolfs. Luck erklärte den Herren, es handle sich um die Wahl eines einheitlichen Führers für den Fall notwendiger militäri- scher Maßnahmen in Berlin„zur Abwehr des bekannten Kommu» nistenputsches".(Gelächter links.) Der Führer der Vaterländischen Verbände. Friedrich», hätte zwar bereits«inen Führer, der noch außerhalb der Bewegung stehe und dessen Name noch nicht ge- nannt werden solle— Ich weiß nicht, warum die Herren den Ramen des Generals von Lütlwih nicht nennen wollten.(Heiterkeit.) Di« Versammlung lehnte ober die Wahl dieses ungenannten Führers ab und wählte einstimmig den Obersten von Luck, der erklärte. daß er bereits mit den zuständigen Reichswehrstcllen die notwendigen Vereinbarungen gelrossen habe.(Lebh. Hört, hört!) Das Zu- sammenarbeiten mit der Reichswehr müsse ober versteckler erfolgen. woraus die Reichswehr selbst den größten wert lege.(Zuruf rechts: Woher haben Sie das?) Aus der Umgebung des Masors von Soden st er n, und die Idee, die Arbeiter auf die Straße zu werfen, um damit im geeigneten Augenblick Unruhen zu ent- fesseln, wird ebenfalls vorgetragen vom Major von Soden st ern. (Hört, hört! links.) Es heißt nämlich in dem Protokoll:„Falls die Unruhen sich n i ch t v o n s e l b st einstellen, müssen sie eben mit allen Mitteln künstlich provoziert werden. Die Groß- i n d u st r i e müsse veranlaßt werden, im gegebenen Moment möa- lichst große Arbeitermassen auf die Straße zu werfen..(Lebh. Hört, hörtl) Oberst v. Luck erklärte seine Uebereinstlmmung mit diesen Ausführungen Sodenstcrns und versprach, diese Gedanken- gänge den zuständigen Reichswehr stellen zu unter» breiten. Reichswehrminister Gehler mißbilligt unter allen Um- ständen die Verbindung der Reichswehr mit politischen Verbänden, und man darf annehmen, daß Herr o. Seeckt auf dem gleichen Standpunkt steht, so führt der Redner weiter aus. Das ändert nichts daran, daß zwischen einer großen Anzahl von kommandostellen der Reichswehr und Teilen der wehrverbände fortwährend planmäßig zusammengearbeiiel wird. um für den Fall eines Putsche? eine gefügige Armee zu haben. Major o. Zedlitz-Wartenberg, der auf Privatdienst- v e r t r a g bei der Reichswehr angestellt ist, ist für Berlin Mittels- mann zwischen Verbänden und Reichswehr. Er sucht von den Wehrverbänden in gewissen Zeitabständen mehrere hundert Mann aus, die in wünsborf für die hochoerratsarmee ausgebildet werden. Run ist das Schlimmste das. daß wir nicht mehr wissen, wie im Falle eine» Hochverrats die Reichswehr selber steht. Abgesehen von der ober st en Spitze kann man nicht wissen, was im Ernstsalle Unterbesehlshaber machen werden. Es werden ja bei der Reichswehr nur noch Leute eingestellt, die ein ausführ- liches Führungszeugnis der wehrverbände besitzen.(Lebh. Hört, hört!) Ich habe In meinem Besitz ganze Stapel von Schreiben. in denen die Reichswehr zurückfragt, so z. B. beim Sporwerein Olympia:„Sie haben uns den... zur Einstellung in die Reichs- wehr empfohlen. Es fehlen aber außer der Mitgliedsbescheinigung und der Bescheinigung über körperliche Eignung das notwendige ausführliche Gutachten über zweifellose vaterländische Gesinnung. Wir bitten Sie, un» ausführlich zu berichten, ob nach Ihrer Kenntnis des jungen Manne« und feiner Familie es sicher ist, daß er aus völkischem podeu stehlt"(Stürmische Zuruf« links.) So schreiben die amtlichen Reichswehrstellen an jetzt aufgelöste Sportvereinigungen. Da gestatten Sie mir vielleicht eine Frage an den Herrn Abg. Wulle. Er hat bei seiner Aussage vor dem Fememord-Unterfuchungsausschuß erklärt, die Deutsch- völkisch« Freiheitspartei habe mit der Schwarzen Reichs- wehr nichts zu tun gehabt und nichts zu tun haben wollen, weil sie im Zweifel gewesen sei, ob diese Schwarze Reichswehr nicht im Ernstfalle mit der regulären Reichswehr m verfassungstreuem Sinne zusammenhalte. Ich möchte gern vom Herrn Abg. Wulle wissen. ob er jetzt dieses etwas zu weitgehend« Vertrauen in die Ver- saisungstreue der Reichswehr verloren bat und sich jetzt der Reichswehr, von seinem hochverräterischen Standpunkte aus.... (stürmssche Unterbrechungen rechts und Zurufe bei den Volk: Juden- lümmel! Staatsbetrüger! Hochverräter von 1918!— Vizepräsident Garnich rujt den Redner und die Zwischenrufer zur Ordnung). Ich kann leider nicht bestreiten, daß der Ordnungsruf des Herrn Präsidenten von seinem Platze aus berechtigt ist. Aber Ich bitte, fragen zu dürfen, ob es einen Menschen in diesem Hause gibt, der der Meinung wäre, datz die vom Herrn Wulle zu beeidende Zeugenaussage im Femeausschutz einen anderen Sinn haben könnte als den, den ich ihr beilege.(Neue Unterbrechungen rechts und Zuruf«: Juden raus!— Gegenkundgebungen links.) Der Redner verweist auf die dauernden Wafsensunde. Erst gestern wieder kam eine solche Meldung aus Altona über fünfzig Maschinengewehre und sonstige Waffen. Ganz offen würde zum Bürgerkrieg gerüstet, und zwar mit Militärwasfen. So stand in Rathmer eine Besprechung an. in der der Ankauf von Gewehren besprochen werden sollte. Waffensabriten sind außerordentlich be« schäftigt mit der Anfertigung von Kleinkalibergewehren, wie es in den Berichten der Betriebe heißt. Der Regierung sei zu danken für die Energie, mit der sie den hochver» räterischen Unternehmunge« entgegengetreten s e i. lLebhaftcr Beifall links.) Abg. Riedel(Dem.) bedauert, dah dieser Notetat überhaupt nötig wurde. Es sei dafür zu sorgen, datz der eigentliche Etat rechtzeitig fertiggestellt werde. Wenn man sich die C l a h- Briese ansehe. ,n denen von dem verderblichen Einfluß S t r e s e- manns gesprochen wird, so sei die Verteidigung völkischer Unter» nehmungen durch die Deutsche Volkspartei noch unverftändlichLr. und das um so mehr, als in diesen Briefen auch die Person' des Reichspräsidenten Hindenburg herabgesetzt werde. Die Links- revolutio-n werde immer an die Wand gemalt. Damit wolle man die pulschgefahr von rechts nur verschleiern. Das zeige auch ein Aufruf des Werwolfs vom 24. April, in dem zur Selbsthilfe ausge- fordert wird. Wenn man sich weiter des Aufmarsches des Sport- verems Olympia vor den AutoHallen erinnere, bei dem der Press« nahegelegt wurde, die Anwesenheit von Reichswehrosfizieren nicht zu erwähnen, so sei das auch recht deutlich. Auch Herr Stein- hoff habe in Potsdam unter dem Beifall seiner Freunde zum aktiven Vorgehen aufgefordert. Der Redner lehnt sede Un- ruhestiswng ab, komm« sie von rechts oder links. Die Kapp» Regierung Habs acht bis zehn Mann zu einem Gewerkschaftler ge» schickt: jetzt aber sei die Aufregung so groß über die Haussuchungen. Die Hugenberg-Presse scheine ihren Daseinszweck darin zu erblicken. die Republik Tag für Tag verächtlich zu machen. Unser Volk aber. das solange habe leiden müssen und noch leide, habe Anspruch auf Ruhe und Erholung. An der sozialen Rot solle man nicht die Paneisupp« kochen. Di« Republik müsie ihren Feinden zeigen, datz si« nötigenfalls auch Hörner und Zähne hat.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Schwenk(Wirtsch. Vg.) ist gleichfalls der Ansicht, daß alle Störungen für das Wirtschaftsleben vermieden werden müssen. Die Ruhe sei aber gestört worden durch die Maßnahmen der Polizei. (Sehr richtig! rechts.) Abg. wulle(Volk.) meint, die heutigen Ausführungen des Ministerpräsidenten stünden auf demselben Niveau, wie die seiner- zeitige, daß Ludendorsf im Hitler-Putsch auf dem. Bauche gelegen habe, und die al» Lüg» festgestellt wurde. Mit dem heutigen„Material* sei es ebenso bestellt wie mit dem „zentnerschweren Material* des Ministers Severins, das 1923 zum Verbot der Völkischen führte. Damals fei das Material dem Staatsgerichtshof zugestellt worden mit dem Ergebnis, daß der Staatsgerichtshof erklärte, die erhobenen Beschuldigungen seien nicht zu halten. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird abgelehnt. Ilm Uhr vertagt das Haus die Wefterberatung auf D i e n s» tag 12 Uhr; außerdem: Klein« Vorlagen. Regierungserklärung am Mittwoch. Besprechungen mit den Parteiführern. Reichskanzler Marx empfing gestern nachmittag die Partei- führer der Reichstagsparteten mit Ausnahm« der Kommunisten und der Völkischen. Gegenstand der Besprechung war die R e g i e r u n g s- e r k l ä r u n g. die voraussichtlich am M i t t w o ch in der Reichstags- sitzung abgegeben werden wird. Die demokratisch« Reichstagsfroktion stellte in ihrer gestrigen Sitzung fest, daß ihr bei der Reglerungsbildung keinerlet Bedingungen gestellt worden seien, insbesondere auch nicht solch«, die die„A n e r k e n n u n g* der Flaggenverordnung betreffen.— Die deutschnationale Reichstagssraktion beschloh, ihre Hol- tung von der Regierungserklärung abhängig zu machen. Di« sozialdemokratische Reichstagsfraktion hielt gestern ein« Sitzung ab, die heute fortgesetzt weiden soll. D«r Chef der Reichskanzlei. Staatssekretär Kempner, hat sein Amt zur V«rfügung gestellt. Von rechts sind Treibereien im Gange, ihn im Amt zu erhalten. Hermann Müller. Zn seinem SO. Geburtstage. Zwischen Ausschußberatungen. Plenarberatungen, Fraktionssitzungen. Besprechungen. Konserenzen begeht Genosse Hermann Müller heute seinen 59. Geburtstag. Er wird bis in die späten Abendstunden für ihn nichts anderes sein, als einer jener vielen Arbeitstage, die nur ein Mann von seiner außerordentlichen Kraft bewältigen kann. Aber nichts Ist für ihn kennzeichnender, als diese Art, seinen Geburtstag zu feiern. Ist doch sein ganzes Wesen in wenigen Worten ausgedrückt: D i e n ft in großem Sinne. Aufgehen des Persönlichen im Sachlichen. DI« Sachlichkeit ist seine Leiden- schaft, die Aufspeicherung von Tatsachen im Gedächtnis, aber auch ihre blitzschnelle kritische Würdigung und praktische Auswertung im Interesse des Ganzen ist sein Element. Das Vertrauen, das er bei den Massen, die hohe Achtung, die er in allen politischen Kreisen ge- nicht, verdankt er nur solidesten Eigenschaften: er hat keinen Re- spekt vor Blendern und hat nie versucht, selber einer zu sein. Dennoch schon als Dreißiger Mitglied des Partelvorstandes, als Vierziger Außenminister und Reichskanzler— welcher Gleichaltrige blickt auf eine gleiche Summe von Erfahrungen zurück? Rücktritt vom Amt be» deutet kein Ausspannen, nur ein Umstellen auf die Arbeit des Partei- und Fraktionsvorsitzenden, es gibt keine Pause— es ist alle Tage Dienst für die Republik und den Sozialis- m u s. Und bei alldem bleibt ihm doch immer noch Zeit, ein präch- tiger, humorbegabter, für die großen Güter der Kultur wie für die kleinen Freuden des Lebens empfänglicher Mensch zu bleiben. Ihm Glück wünschen heißt, ihm auch weiter Kraft und Erfolg wün- schen bei der Arbeit für ein großes Ziel, das uns allen gemein- fam ist._ Aentrums-Rrbeiterftimmen. Köln. 17. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Ein« Dezirkstagung der katholischen Arbeitervereine, die am Sonntag in Köln tagt«, faßte zur Fürstenabfindung einstimmig eine Eni- schließung, In der vom Reichstage ein Gesetz verlangt wird, das mit aller Schärfe vor allem zwei Tatsachen Rechnung tragen müsse: 1. der allgemeinen Lolksoerarmung und Bolksnot: 2. der bekanntgewordenen Verbindung des Hohenzollernpaares (Wilhelm II. und Hermme) mit republitfeindlichen Um» stürz lern in Deutschland._ Roch keine krisenlösung in Belgien. Nachdem der Sozialist Brunei endgültig aus die Kabinettsbildung verzichtet hat, hat der König den Kaihoiikenführer I a s p a r, den früheren Außen» minister, berufen. Dieser hat sich ein« Entschließung vorbehalten. Das gefalsthteten» im Hondelsgewerbe, um die ausgedehnte Lehrlingszüchte- rei einzudämmen. Jedoch erst gegen Ende des Jahres, auf eine Erinnerung an ihre Eingabe, wurde der Kummer die Millei- long, daß eine dementl'prechende Verordnung in Vorbereitung sei. Eine ausführliche Tabelle der in der bremischen Industrie gezahlten Gehälter gibt Aufschluß darüber, daß diese noch bei weitem nicht dem realen Einkommen der Borkriegszeit entsprechen. Die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustr ie wie auch bei den Scefchiffswerften waren während des gesamten Berichtsjahres sehr gering. Der Personalabbau bei den Banken hielt trotz einer wesentlichen Besse- rung der Geschäftslage weiter an. Ebenso griffen erhebliche Ver- schlechterungen durch Versetzungen in niedrigere Gehaltsklassen und dergleichen Plag. Trotzdem wurde von den B a n k l e i t u n- gen, insbesondere der Deutschen Bank, zur Gewinnung von Lehr- singen bei den Schulvorständen, entgegen de» tatsächlichen Der- hältnisscn, auf die.guten Einkommeneverhältnisie und Aufstiegs- Möglichkeiten" bei den Banken hingewiesen. Durch den am 1. April 1925 erneuerten Reichsmanteltarif gelang es, die Lage der Schiffahrlsang.-stellten etwas zu verbessern, doch konnte die Einzelüberstundenbezahlung nicht zurückgewonnen werden. Eine Eingabe an den Senat hatte den Erfolg, daß die bisher uneinheitlich gehandhabte O f f e n h a 1- tung der Kleinhandelsgeschäfte an Sonn- und Werktagen vor den Festen derart geregelt wurde, daß die Ge- schäste nur an den beiden letzten Sonntagen vor Weihnachten und an den letzten sechs Werktagen vor Weihnachten bis 8 Uhr obends, mit Ausnahme des 24. Dezember, offengehalten werden dürfen. Ebenfalls wurde durch das gemeinsame Vorgehen der An- gestellten- und Arbeiterkammer viel zur Linderung der Not der Erwerbslosen im Bezirk Bremen beigetrogen. Die Angestellten- kommer äußerte sich weiter gutachtlich zu den Entwürfen des Ar- beitslofen- und Arbeitsgerichtsgefetzcs, zum Angestelltenversicherung?. gesetz, zu Iugendschutzsragen, zur Beschäftigung farbiger Seeleute aus deutschen Schissen und anderen wichtigen, die Arbeitnehmerschast interessierenden Fragen. Neben der 1924 eingerichteten und sich gut bewährenden Lehrlingsschutz- und-beratungsstelle wurde eine Steuerberatungsstelle eingerichtet, die sich ebenfalls eines regen Zuspruchs erfreute. Auch hat die auf Leranlassung der Kammer in» Leben gerufene Auslandsschulc ihre Schülerzohl innerhalb eines Jahres verdoppelt. Diese Schule, die neben den Kursen in Englisch und Spanisch neuerdings auch Kurse über russische Landeskunde und russische Sprache eingerichtet hat, ist nicht nur ein reines Sprachinstimt, sondern vermittelt ihren Schülern auch das notwendige Wissen über die wirtschaftlichen, staatspolirischen und kulturellen Berhältnisse des Auslandes. Der Bericht der Arbeiterkammer deckt sich im wesent- lichen mit dem der Angestelltenkammer, da die Kammern zu den wichtigsten Fragen stets gemeinsam Stellung nehmen. Nach dem Bericht lag die Erwerbslosigkeit in Bremen seit April 1925 erheblich über dem Reichsdurchschnitt, in den Monaten August bis November sogar um mehr als 50 Prozent. Dies erklärt sich hauptsächlich aus der außerordentlich schlechten Beschäftigungsmöglichkeit auf den Werften und in der Automobil- industrie. Eine ebenfalls sehr ungünstige Entwicklung zeigte der zweitgrößte bremische Erwerbszweig, der Seeschiffsverkehr. Trotzdem der bremische Seeschiffsverkehr gegenüber 1913, gemessen an der Tonnage, um rund 25 Prozent zugenommen hat, betrug �der Güterumschlag der ankommenden und abgehenden Schisse nur 63,91 bzw. 45,96 Prozent des Umschlages von 1913. Die Ergebnisse der Untersuchungen über die Entwicklung des Reallohnes hoben wir bereits in Nummer 228 wiedergegeben. Alles in allem haben beide Arbeitnehmerkammern auch in diesem Jahre ersprießliche Arbeft im Interesse der Bremer Arbeiter- und Zlngestelltenschaft geleistet. Internationale firbeitskonferenz. Die 8. und 9. Session der Internationalen Arbeitskonferenz werden dieses Jahr nacheinander in Genf stattfinden. Die erste Konferenz beginnt am Mittwoch, den 26. Mai. Sie wird den Charakter einer gewöhnlichen Session trogen und sich mit dem allgemeinen Problem der internationalen Arbeitsorgani- sation befosien. Die zweite Konserenz wird am Donnerstag, den 17. Juni, eröffnet werden und sich nur mit maritimen Fragen be- schäftigen. Viele Staaten haben sich dahin ausgesprochen, für diese Konferenz ihr« Delegierten unter den maritimen Sachverständigen auszuwählen und die Delegierten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer im Einverständnis mit den Organisationen der Reeder und der Seeleute zu ernennen. Tie deutsche Delegation. Gens, 17. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der deutschen Dele- gation für die Arbeitskonserenz gehören u. o. an: die Ministerialräte Feig und Hering, und als technische Berater- die beiden Ministerialräte Dr. Weigert und Dr. Berger vom Reichs- ärbeitsministerium: ferner Legationsrat Dr. Seelheim vom Aus- wärtigen Amt und Generalkonsul Ajchmann aus Genf. Die Ar- beitnehmer werden durch die Genossen Hermann Müller- Berlin und K n o l l vom ADGB. vertreten. Verhandlungen im englische« Bergbau. London. 17. Mai.(TU.) Die Vertreter der englischen Berg- arbeiter verhandelten heute erneut mit Baldwin. um genauere Einzelheiten über den Bergleichsvorschlag des Premierministers zu erlangen, die einer Delegiertenoersammlnng der Bergarbeiter am Donnerstag vorgelegt werden sollen. Allgemein ist man der Aus- fassung, daß die Bergarbeiter Baldwin keine Schwierigkeiten machen werden, während die Grubenbesitzer anscheinend sich nicht mit dem Plan Baldwin? befreunden können. London. 17. Mai.(MTB.)„Times" sagt in einem Leitartikel zu den Regierungsvorschlägcn zur Bergboukrise, sie seien selbstlos und unparteiisch. Bon Grubenbesitzern und Bergleuten würden in gleicher Weise Opfer verlangt, aber e? sei die klare Absicht, die Losten gercckft zu verteilen und auf dieser Grundlage eine bessere Zukunft auszubauen. Wenn auch der Weg zur Regelung weiterhin für beide Teile schwierig sein möge, so komme doch das Ziel schon klarer in Sicht._ Nachwehe« vom englischen Streik. London, 17. Mai.(WTB.) Die Arbeit wird überoll in normaler Weise wieder aufgenommen, auch in den Seehäfen. In M a n ch e st e r weigern sich jedoch die organisierten Dockarbeiter, mft den nicht organisierten zusammen zu arbeiten, deren Ent- lossung die Behörden ablehnen. Der Konflikt im franzöfischen Bergbau. Paris, 17. Mai.(EP.) Die Nationalrat der Föderation der Grubenarbeiter hat einstimmig eine Entschließung angenommen, in der eine sofortige allgemeine Erhöhung der Bergarbeiteriöhne in allen Bergbaurevieren gefordert wird. Falls die in Aussicht stehen- den Verhandlungen nicht bis zum 25. Mai ein Ergebnis zeitigen würden, werde die Gewerkschaft sich genötigt sehen, die Frage eines Generalstreiks zu prüfen. Es ist aber sowohl nach der Halbing des Arbeitsministers Duraiour, der die Forderungen der Bergarbeiter als berechtigt anerkennt, als auch der Bcrgwerksbesitzer, die zu Ver- bandlungen bereit sind, ein Streik ziemlich unwahrscheinlich.— Vor Schluß der Tagung bestimmten die Delegierten noch sieben Ver- treter für den im August d. I. in Krakau stattfindenden inter- nationalen Bergarbeiterkongreß. Zreie Gewerkschaflssugend. S« Ii t e, Dienstag. 7Z~ Uhr. tagen die Driwpen: ianbsberger Bläh: Jugendheim. Diestelmcierstr. S. Bortrag:„Nilrvervflear und Sörvertullur."— Krankturter Alice lFriedrichshain 2): Jugendheim, Tilsiter Sir. 4/5, 1 Tr. Ludwig-Tho ma-Abend.— Lichtenberg: Zugendheim. Dossestr. 22. Bortrag: „Das Gemeindebeiiimmungsrecht."'— Zreptom: Schule, Wildenbruchstr. 53'M lSortzimmer). Fortsehung des Vortrags:„Bom Urvogel bis ,um Berledr»- ilcumelia." Zericnfahrt durch Thiirinaen vom 4. bis 7. Juli. Meldungen werdeil in der Zentrale entgegengenommen. Kosten(Fahrgeld und Hcrbergsgcld) 18 R. Die Sparkasie der Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten A..G„ Berlin, wallstr. 65. ist täglich mft Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Uhr und 5— 7 Uhr. Sonnabends von 9— 1 Uhr geöfsnet. Verantwortlich filr Bolitik: Nenft«euter: Wirtschaft:«rtnr Sate»»»,! Sewerkschastsbeweaung: Friede. Shlorn: Feuilleton: K. ch. Bischer: Lokales und Sonstiges: Frih Narftädt: Anzeigen: Th.»loche: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärtz-Berlaa G. m. b. ch.. Berlin. Druck: Vorwärts-Luchdruckerei und Berlaasonstolt Paul Singer u. To.. Berlin SW 68 Lindenstrahe 3. Sietjv 2 Beilage» und..Unterhaltung»ud«iflen*. Die dreiSdiönhelksfehler desMundes I. Der Zahnstein Jst ein Absati de» Speichels ähnlich wie öer Kesselsfein des Wassers. Cr hat eine graugrüne, braune bis schwarze Färbonj und Ist zunächst ein Schönheitsfehler, der den Zähnen ein häßliches, ungepflegtes Aussehen gibt und einen üblen,(auligen Geruch au» dem Munde verursacht. Cr ist aber auch ein höchst getährlicher Feind des Gebisses, weil er Zahnllelsch- und Kieferschwunö sowie Zahnfleischentzündungen and Eiterungen verursacht Cr Isi äußerst festsitzend und hart: oft umkleidet er im harter Kruste den ganzen Zahnhals, entblößt öle Würze) und verursacht ein LeekerwerAee öer Zähne. 195 2. Mißfarbener Zahnbelag beivorgenifen durch starkes Rauchen von Zigarren und Zigaretten, ist weniger schädlich, aber ein uro so auffallenderer Schönheitsfehler des Gebisse» Wie entlernt man Zahnstein und Zahnbelag 7 Weder mit Mundwasser noch mit sogenannten Lösungsmitteln: in dieser Beziehung ähnelt öer Zahnstein auch dem Kesselstein, gegen den allerlei Lösungsmittel sich als wirkungslos erwiesen haben und die rein mechanische Beseitigung sich am besten bewährt Millionen, die beule Chlorodont täglich Im Gebrauch haben und ihre schönen weißes Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben es selbst aus- probiert. haß Mund wasseröie medianische Reinigungskraft der mikroskopisch leinen»einen Kreide tan Chlorodont nicht ersetzen kann. 3. übler Mundgeruch als Folge mangelhafler Zahnpflege macht sich weniger dem davon Betroffenen, als seiner näheren Umgebung bemerkbar. Neutrale Salze im Chlorodont, die eine vermehrte Speichelbildung und dadurch eine natürliche Mundreinigung bewirken, in Verbindung mit dem herrlich erfrischenden Pfefferminzgeschmack beseitigen diesen markanten Sdiönheitsfehler unmittelbar. Zeder Tube Chlorodont Ist eine genaue Gebrauchsanweisung beigefügt Chloroöont-Zahn- paste und die dafür geeignete Chlorodont-Zahnbürste mit ge» zahmem Borstenschmlt sind die besten Hilfsmiftel gegen den ge» fürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den oft damit verbundenen üblen Mundgeruch. beseitigt Chloroöont-Zahnpaste /Mundwasser Nr. 229 ♦ 4A.?ahrgaag 1. Beilage öes Vorwärts Dienstag, IS. Mai 1929 Zrühlingswarmer Tag. Wenn man von dem Bahnsteig der Hochbahn ins Freie bNtft, sieht man auf der einen Seite der Bahnhofshalle nichts als grüne Baumkronen. Sie verbergen die grauen, schmutzigen Häuserwände mit den grellbunten, riesigen Reklameaufschristen, die die ganze färb- los« Traurigkeit der Fassaden nur noch stärker fühlbar machen, und Überdecken mit ihrem Grün gütig das Durcheinandcrgehaste von Menschen und Autos in den Straßen. Und der gedämpfte Lärm, der durch das Blättermeer aufsteigt, dünkt dem. der eben aus dem For- tisfimo da unten herauskommt, wie wohltätiges Schweigen. Die Menschen aber laufen ungeduldig wartend aus dem Bahn- steigt hin und her. Drei Minuten warten heißt drei Minuten ver- lorene Zeit, die nun vielleicht an der Mittagspause gespart werden müssen oder die man wohl gar zum Dienst zu spät kommt. Ein Zeitungsdlatt Hilst manchem den ärgerlichen Aufenthalt verkürzen, und unruhig wandern die Augen zwischen der Lektüre und der großen Uhr. deren Zeiger, unberührt von aller Unrast, langsam und fast unsichtbar vorrücken, bis der Zug endlich einläuft. Wer hat Zeit für das grüne Meer der Baumkronen, das fremd und fernab da draußen sich dehnt? Wenn das zarte Gelbgrün der Blätter in das dunkle sommerlich« hinübergleitet, und da« sommersatte Blatt in flammenden Herbstfarben zum letztenmal aufjauchzt, wieviele sehen es überhaupt? Einzelne Tage find gesegnet. Roch»Ate und Regen erwacht plötzlich ein frühlingswarmer Morgen. Die Menschen fangen 0« zu lächeln und wissen nicht warum. Der plätschernd« Strahl de» Springbrunnens zieht die Blick« der vorübergehenden an. daß sie die Schritte hemmen, dem silbernen Wafferfaden zuschauen, der rhythmisch in das Becken niederrinnt, und wundervoll leere Augen- blick« hindurch an nichts anderes denken. Kinder scheinen schöner und Erwachsene besser an solchem reichen Tage. Da» sind die Stunden, die den Baumkronen zu ihrem Recht verhelfen. Unwill» kürlich schauen plötzlich alle auf dem Bahnsteige in einer Richtung, und st« wissen wohl garnicht. wohin sie eigentlich sehen. Aber ihre Blicke ruhen auf dem friedvollen grünen Meer, da» in diesem winzi- gen Ausschnitt Unendlichkeit vortäuscht, glückvolle Unendlichkeit von erwachender Natur, von Wiesen und Feldern und Wäldern. Und wenn man an ein« Aufgab« und einen Zweck aller Dinge glauben will, so ist es gewiß, daß diese Baumkronen dazu da sind, armen ge- hetzten und versorgten Menschen, die eigentlich nie Zeit für sie haben, in freundlichen Stunden«iue barmherzige Täuschung zu sein für ferne, wundervoll« Dinge._ Der eoSlose LLtzow-prozeß. Wichtiges pädagogische» Gutachten Dr. Andwscns. Anfang Februar hat der Lützow-Brogeß begonnen. Bor Ansang Juni darf man da» Urteil nicht erwarten. Es stehen außer den sechs Guiachten noch einige Zeugenvernehmungen, zwei Lokaltermin« in Buckow und Berta, die Reden des Staatsanwalt» und der vier Verteidiger bevor. Am Montag kam der erste pädagogisch« Sach- verständig«, der Leiter der Lietzsch«« Erziehungsheim« Dr. An- d r e f« n zu Worte. Seme Ausführungen waren eine tiesschürfende Auseinandersetzung mit dem Lützowschen Erziehungs- fystem. Dr. Andresen erscheint es immöglld), die Handlungen Lützows allein au» dem Sexualmativ heraus zu beurteilen. Es muß auch die allgemein« pädagogisch« Lag« und da» Milieu, in dem er zu wirken haue, berücksichnm werden, ver angeklagte unterlag stlbswerständlich den herrschenden Erzieliungsgrundiäycn. Di« heutig« Pädagogik stellt aber gewissermaßen eine Mischung zwischen der alten „Zucht" und der moderne».Liebe, oSdagogit" vor. In Ha ub in da hatte». Lützow die letzter« kennengelernt, in Buckow verquickt« er dies« mit jener. Da er bei dem Knabenmaterial, das er »oriand, fein« Erziehung weder auf Ehrfurcht noch auf geistiger Haltung der Heimschul« gründen tonnte, so suchte er sein Heil in der Autorität de» Stock«. Insofern steht aber die Piuwelstras«, ein de- dingungslos zu verwerfend« Erziehungsmittel, unter Anklage, nicht Lutzvw allein. Denn geprügelt wird in rast ollen Volksschulen Deussch- landz und im größten Teil der höherenschulen. Selbst Lützows Maß- l o f i g k« i t im Prügeln braucht nicht durch Sadismus oder Homo- sexualität erklärt zu werden, ebensowenig brauchen dies feine Zärtlich- keiten. Sie bedeuteten eine Uebersteigerung und B e r- zerrung der Liebespödagogit, die in den Erziehungs- Heimen herrscht. Dies«, die gewöhnlich atz Eros bezeichnet wird, und undenkbar ist ohne geistig-seelische Beziehung zwischen Lehrer und Schüler, kann sich in Zärtlichkeiten äußern, die d«r Liebkosungen sexueller Natur gleizusetzen ist. Sie brauchen deshalb noch nicht sexuell motiviert zu sein. Das Küssen mag als Geschmacklosigkeit betrachtet werden, es kommt aber hier und da vor. Der größte pädagogische Fehler Lüssows war, daß er auch bei den älteren Jungen sich keine Reserve aufzulegen verstand. Gerade gegenüber den Jungen, die im Pubertätsalter standen, in dem sie von einem Drang, sich vom Er- zieher loszumachen, beherrscht und vom Geltungsbedürfnis erfüllt sind, versuchte er sie in gleicher Weise zu behandeln wie die Kleinen. Zu sexuellen Deutungen und zur Renommisterei neigend, glaubten diese nun in Lüssows Handlungen sexuell« Untergründe sehen zu müssen. So erstand der Klatsch und Trassch, aus dem heraus vielleicht auch Weiß' Aussagen zu verstehen sind. Dr. Andresen weift in aller Au»- führlichkeit an verschiedenen Widersprüchen in der Aussage de» Weiß und an Hand einer ganzen Reihe von Kleinigkeiten nach, wie Weiß zu feiner Konstruktion hatte kommen können. Er warnt vor lleber» schötzung der Aussagen jugendlicher Zeugen. Auf Grund einer ausführlichen Analyse von Lützows Persönlichkeit gelangt er zum Schlüsse, daß abgesehen vom zweifelhaften Falle Weiß, der ein« einmalige Entgleisung vorstellen kann, keine nnzüchttg« Handlung nachzuweisen sei. Heute kommen die zwei weiteren päda- gogisch« Gutachten. Das Spie! mit DoppelfelbstmoeS. «Der Freundin zum Gefallen". Man darf ruhig von einer periodisch auftretenden Doppelselbst- mordepidemi« sprechen. Rur selten erfährt man aber etwa, van den wahrenMotiven der gemeinsamen Tat. So ist man auch nicht imstande, abzuwägen, ob« für Doppeiselbstmörder subjektiv und objektiv wirtlich keinen anderen Au»weg gab. al» au» dem Leben zu scheiden. Um so größer« Beachtung verdienen aber die Fälle, wo beide Partner oder einer von ihnen am Leben ge- blieben ist, entweder weil absichtlich oder unbeachtigt der versuch mißglückt ist. oder weil im letzten Augenblick es überhaupt an Mut gefehlt hat. sich das Leben zu nehmen. Bon regelrechten Doppessebst- mord kann überhaupt nur dann dt« Rede sein, wenn beide Be» teiligten zu gleicher Zeit au» dem Leben scheiden, etwa durch Em- nähme van Gift oder durch gemeinsam« Ertränten n. a. m.— nicht aber, wo der eine Partner den anderen auf dessen Wunsch zuerst tötet, um hinterher auch sich da» Leben zu nehmen. Mit welcher Frivolität aber jung« Menschen mit S e l b st- mord- und Doppelselbst mord ae danken spielen, ohne daran zu denken, daß da» Leben letzten End« dach auch Pflicht sein kann, und daß ihm unzählig« schöne Augenblick« ab- Zugewinnen sind, ohne sich zu überlegen, welche» Unglück st« über ihre Nächsten durch ihren selbstgewählten Tod bringen, bewies gerade der vor einigen Toqcn der im Landgericht verhandelt« Fall deslüjährigen Bäckergesellen P a u l B. Der junge Mensch hatte aar keinen Grund au» dem Leben zu scheiden, selbst nicht einen vermeintlichen. Seine Freundin JL, glaubt« für sich einen solchen in ihrer Schwongerlchaft zu sehen. Und was tat sie nun? Sie über- redete die ISjahrige P. gemeinsam mit ihr und dem B. au» dem Leben zu scheiden. All« drei besorgten sich ein« Flasche Lysol. außerdem Bier und Brause und begaben sich in den Wald. Hier sahen sie aber von dem Lysol ab, da er selbst mit der Braus« ver- dünnt, abscheulich schmeckt«. B. und Lotte K. erwogen dann, ob der ein« nicht von seinen Hosenträgern und die andere nicht von dem Mantelgurt Gebrauch machen sollt«. Der H. gelang« schließlich sie von ihrem Borhaben sich zu erhängen abzubringen. Dies» Neun- zehnjährig«, die in der Gerichtsverhandlung den ganzen Dnrgang mit einem Lächeln erzählte, gab zu. daß sie eigentlich überhaupt keinen Grund hatte, aus dem Leben zu gehen, und daß sie nur ihrer Freundin zum Gefallen eingewilligt hatte, mitzumachen. Bold darauf gelang es dann der K. auch wirk- lich den Paul B. dazu zu veranlassen, sie zu erschießen. Sich selbst das Leben zu nehmen, fehlte ihm der Mut. Das ganze aber beweist, wie leichtsinnig die Jugend unter Umständen mit ihrem eigenen Leben und dem ihrer Freunde spielt. Ein in dieser Beziehung bemerkenswerter Fall wird auch aus Irdning in Oesterreich berichtet. Drei junge Arbester hatten be- schlössen, gemeinsam aus dem Leben zu gehen. Der erste wurde von den beiden anderen mit seiner Einwilligung aufgehängt. Im letzten Augenblick scheint ihm jedoch der Mut zum Leben zurückgekehrt zu sein und er steckte seine Hand zwischen Hals und Strick, um nicht zu ersticken. Die anderen beiden schlangen sich einen Strick um den Hals, reichten sich die Hände und sprangen ins Wasser. Der Erste hatte sich aber bereits frei gemacht, um die beiden anderen zu retten hielt er ihnen eine Stange hin. Die Bersuche, sie zu erreichen, miß- langen. Sie gingen unter. Alle drei hatten den Bauern de» Dorfes einen Brief hinterlassen, in dem sie sie aufforderten ihren Tod fest- lich zu feiern und sie dort zu suchen, wo sie zu finden sein weiden. Luch dieser Fall spricht Bände. Wohl können Verhältnisse eintreten, in denen die Pflicht zum Tod größer ist als die zum Leben. Wie oft mag aber dies der Fall sein? Die Leichtfertigkeit aber, mit der hier mit dem Leben gespielt wurde, wird jedem, der im Leben ein« sehr ernste Ausgabe sieht, mit Entsetzen erfüllen. OeisteSkost in Schulen der Republik. Wann wird man die Schulen der deutschen Republik von den alten Lehrbüchern der monarchischen Zeit befreien? Scharteken, die vom Geist übelster Monarchenverherrlichung erfüllt sind, müssen von der Schuljugend weiter benutzt werden, wie wenn nicht längst die Monarchie bei Ihrem Zusammenbruch sich in ihrer ganzen Kläglichkeit enthüllt hätte. Beispielsweise gibt man in Berlin im Friedrich». Realgymnasium(Mittenwalder Straße) den Schülern für den Gesangunterricht noch ein Liederbuch in die Hand, da» von monarchistisch-militaristischen Liedern wimmelt. Im achten Jahr der Republik werden zehn- jährige Jungen, die selber nichts mehr von der Monarchie kennen- gelernt haben, durch derarttge Lieder noch zur..Begeisterung" für die Monarchie erzogen. Es ist doch geradezu ein Skandal, daß in Schulen der Republik noch ein solches Buch geduldet wird, in dem die Schüler auch das Lied ,Lch bin ein Preuße" noch finden. Wie soll das auf die Schuljugend wirken, was sie in der letzten Strophe dies« Lied« liest? Es heißt da: D« Preußen Stern soll weithin hell erglänzen, Des Preußen Adler schweben wolkenan, D« Preußen Fahne frischer Lorbeer kränzen, D« Preußen Schwert zum Siege brechen Bahn! Und hoch aus Preußens Throne Im Glanz von Wilhelms Krone Beherrsche uns ein König stark und mild! Und jede» Preußen Brust sei ihm ein Schild! Bedeutet« nicht sLr jeden Republikaner«inen Schlag in» Gestchk, daß heute noch ein Schulbuch benutzt werden darf, in dem«Ine solche Strophe steht? Für Erwachsen« mag's geschichtlichen Wert Häven, zu sehen, wie toll einst Untertanentreue sich überschlug. Die Schuljugend aber vermag nach nicht ein solch« Machwerk von diesem höheren Stand- punkt aus zu betrachten, sondern ist wehrlos seiner Wirkung prei«- gegeben. Man möckste fast darüber lochen, daß den Kindern heut« noch der„Glanz von Wilhelms Krone" vorgespiegelt wird. Wilhelm», dem die Krone in den Staub fiel, als er nach Holland desertierte! Doch die Lust zu lachen vergeht jedem, der die Ding« kennt und eine richtige Vorstellung davon hat. wie sehr gerade in den höheren Schulen die Monarchenverherrtichung ihre Wirkung tut. Hinaus, endlich hinaus mit dieser„Geisteskost" au» d«n Schulen der Republik! vi« Gegeukoudgetnmgen der Kommunisten. Am gestngen Abend veranstalteten die Kommunisten ihr« Gegenkundgebungen. die u» sprünglich, wie die der Deutschnattonalen. am Sonntag stattfinden sollten, aber nach dem Verbot auf Montag verlegt worden waren. Auf vier großen Plätzen, im Friedrichshain, Mortannenplatz, Witten» bergplatz und Brunnenplatz sammelten sich die einzelnen Trupps. Nach kurzen Reden formierten sich die Demonstrationszüge. In den Zügen wurden Plakate mitgeiührr mit Aufschriften.Rieder mit den Fürstenknechten',„Seid wachsam für den Lolksenticht:id". Die De- monltranten auf dem Mariannenplatz zogen nach kurzer Ansprache durch die südöstlichen Straßen ab. Am Friedrichshain versammelten Damile unter den Zedern. Don Henri Bordeaux. (Berechtigte llebersetzung von Z. Kunde.) Wie sie Omar« Namen gerufen hatte, suchten mein« Augen, ob er nicht käme. Und vielleicht trieb er jetzt sein Roß auf der Straße von Tripolis nach Bescherre zu wilder Eile an. Sie beschwor ihn so lebhaft herauf, daß»ch seinen Atem fühlt« und ihm wich. Ich dachte nicht mehr daran, ihm dieses Kind streitig zu machen, denn kein Haar, kein Atem ihres Körpers konnte ihm geraubt werden. Während ich ihre Worte vernommen hatte, ging auch mit mir eine Ver- änderung vor. Meine Liebe trat vor der ihren zurück. Sie hatte auf sich verzichtet. E« genügte ihr, zu dienen und zu vergessen. Und diese Umwandlung brachte mir«ine innere Beruhigung, auf die ich nicht gehofft hatte. Ich war glücklich und froh, die Schwierigkeiten waren überwunden und ich sah einen Weg des Lichtes vor mir. „Oeffne jetzt die Tür." faate Damil«. Ich glaubte tatsächlich, daß sie Omar erwartete und ihre Bitte wunderte mich nicht. „Er ist nicht da." entgegnete ich. „O nein," sagte sie sanft,„ich erwarte ihn nicht mehr. aber den... anderen. Du siehst, ich kann nur noch ihm ge» hören." Der andere, das war der Tod; sie hatte ihn nicht genannt. aber er war doch da. „Worte noch, Vamile. Und ich schlug ihr vor, einen Pakt mit ihr zu schließen, Aer uns scheinbar verbände. Wenn sie sich zur Heirat er- klärte, so rettete sie das für den Moment: icb wollte ihr dann «ine Flucht ermöglichen, um sie Omar wiederzugeben. Sie begriff nicht sofort den Sinn meines Vorschlages. Ich mußte ihn präzisieren. Wie sie ihn verstanden hatte, nahm sie meine Hand und küßte sie.„„ --La," sagte sie,„du liebst jnirf). „Stimmst du also zu, Pamile? „Nein, ich kann es nicht. Cr würde glauben, daß ich dir gehört habe. Bin ich aber tot. dann zweifelt er nicht an mir." Dam» nicht der leiseste Verdacht in ihm auftauche, wies hat auch die Liebe beeinflußt, die vordem oft nur eine solch« der Sinn« war und zur UedrrjötUgung und zum Ekel führte. Der Ovfergedanke bedeutete eine Bervollkommnuna. Ich kam zu dieser Meinung, weil ich sie selbst so cmpkond Yamile sollte mir. alsbald den Beweis erbringen, daß der gleicbe Vor» gang, nur um so vieles verdisnstlicher, sich bei ihr vollzog. „Und denn.. begann sie. aber vollendete den Satz nicht: es erschien ihr überflüssig, den Gedanken mitzuteilen. Ich beschwor sie, mir nichts zu verschweigen. „Nun, es ist gerecht, daß ich sühne." Warum sühnen, ich hiett sie gar nicht mehr für schuldig. Konnte man für eine Liebe wie die ihrige noch den gewöhn» lichen Maßstab anlegen? Sie selbst hatte die Treu« gegen sich gewahrt. Jäber gewiß!" erklärte sie entschieden, als ich wider» sprach.„Hobe ich nicht olles verlassen, um ihm zu folgen?" „Du liebtest ihn?� Ihre Antwort klang fast wie ein Selbstgespräch: „Ich verleugnete meinen Glauben nicht, wie der Priester mir vorwarf. O, mein Gott, ich habe nichts verleugnet, weder meinen Glauben, noch meine Rasse, noch meine Berge. Man verleugnet nichts, wenn man liebt. Man liebt: das ist alles. Ist himmlisch! Und ich vergaß nicht das Gebet. Viel- leicht ist das zu tadeln. Aber ich war nur ein kleines Mädchen, das liebte. Vielleicht wird mir verziehen, weil ich ihn so siebte. Ich tonnte nicht auf ihn verzichten, wie sie das von mir verlangten. Nein, das war nlcht möglich. Ich bin zu glücklich gewesen: ich weiß es wohl. Vielleicht ist das nicht erlaubt. Dafür werde ich tapfer zu sterben versuchen. Ich bin noch so jung! Aber was wird mit ihm nach meinem Tode? Ich möchte nicht, daß er mich vergißt. Wenn er aber doch zn schwer danmter leiden müßte!" Sprach sie nicht von sich wie aus der Vergangenheit? Sie faltete die Händ j über der Brust: es war dieselbe Be» wegung wie jene auf dem Friedhof in Tripolis. Damals er- wartete sie die Rückkehr Omars: die gleiche Geste machte sie auch bei ihrer Verurteilung. „Mein Gottl" stöhnte sie,„ich komme. Nimm mich rasch zu dir. ehe mein Mut erlahmt!" Und dann sprang sie wie ein kleines Mädchen zur Tür, um sie zu öffnen. Ich mußte an unser« Kinderspiele w Be» scherre denken. „Yamile!" Ich hatte einen Schrei des Entsetzens ausgestoßen und Tränen strömten aus meinen Augen. Sie kam zurück, und ihr Schritt hatte etwas Schwebendes, wie der Gang der Vögel, welche die Flügel noch nicht gespreizt haben und doch die Erde kaum berühren: ihre Hand glitt über meine Augen. „Weine nicht, Khalll: ich habe keine Furcht. Weißt du nicht, daß alles ohne Bedeutung ist, wenn man siebt?" Aber mein Schrecken hatte in ihr nochmals erweckt, was von zarter Schwäche und Liebe zum Leben in ihr war. Auch ihre Augen wurden feucht. Ich stand einen Moment unter d-m Eindruck ihrer Zärtlichkeit und ihres wiedererwachten menschlichen Gefühls. Doch sie hatte sich rasch gefaßt. Dieser Augenblick genügte ihr, davonzustürzen und sich ihren Hen- kern auszuliefern. Wie ich ihr nacheilte, war der Weg ver» sperrt. Die Richter oder Butros waren mißtrauisch gegen mich und hatten die Tür verschlossen. Die letzte Begegnung. Sie haben gewiß schon das nicht enden wollende Ge- brüll oerirrter Hunde in der Nacht gehört oder das Heulen der Schakale, die sich in Fallen gefangen haben? Ich bellte wie diese Hunde, ich heulte wie diese Schakale im Käfig, in dem man mich eingesperrt hatte. Die Tür, welche ich mit meinen Fäusten, mit den Füßen, mit dem Gewehrkolben ein» zudrücken suchte, war au» zu hartem Holz«, als daß sie nach» gegeben hätte, und das Zimmer hatte, wie das häufig in arabischen Häusern vorkommt, nur einen Ausgang. Jede Minute, jede Seklmde brachte Pamile dem Tode näher, ohne daß ich etwas für sie tun tonnte. Ein Augenblick des Schmerzes und der Ermattung, da ihre Hände mich kühlten. hatte uns für immer getrennt. Man mordete meine Gesiebte, nein, nicht meine, sondern die Omars, die ich mehr liebte al« mich selbst, und man hielt mich von ihr fern, zwang mich nutzlos, gegen unüberwindliche Schranken zu toben. Zwischen einem Schrei, einem Aufschluchzen hatte ich Pferdegetrappel auf der Straße gehört. Und dann nichts mehr. Wohin führte man sie? Wo würde die schreckliche Sache vollzogen? Manch- mal dämmte ich meine Raserei, um flehentliche Rufe durch die Tür dringen zu lassen, welche die Steine hätten er- weichen müssen. Vielleicht härte sie irgendein Vorübergehen- der, sieh sich rühren und öffnete mir. Nur fort und ihr zu Hilfe eilen! Meine Willensenergie war auf dieses einzige Ziel gerichtet und niemand kam, um dieser furchtbaren Foller ein Ende zu machen. Wie lange das währte? Ich hatte das Gefühl für die Zeit verloren. In meiner Vcrziveiflung kam es mir vor, als dauerte es endlos. Ich bin mir nie darüber klar geworden, wie lang« es gewährt hat. Plötzsich hörte ich. wie der Schlüssel im Schloß sich drehte: hinausdrängend prallte ich auf Muntaha. „Wo ist sie?" schrie ich, ohne ihrer Blässe zu achten, und ich riß meine Augen in einer Vision des Entsetzens auf. Tonlos erwiderte sie: J8ei den Zedern, sie haben sie zu den Zedern geschafft." .Fortsetzung folgt.) sich etwa 4000 vemonstrant», oornehmvch Siot�ronttampfer. Iw Humboldthoin sprach Thälmann. der sich gegen die Staatsstreichpläne der Monarchisten wandte und für den kommunistischen Front- kämpferbund warb. Auf dem Winterfeldplast war die B e t e i l i- gung nicht sefjr l e b h a s t. Immerhin übertraf sie die der klag- lichen Sonntogsdemonstration der Monarchisten um ein Erhebliches. Landtagsabgeärdneter Kasper, ein Reichstagsabgeordneter sowie der Vertreter einer Abordnung der sogenannten„Roten Marine" sprachen zu den 1200 bis 1500 Demonstranten. Ein starkes Polizei- aufgebot versah die Straßensicherung. Zwischenfälle ereigneten sich nicht._ kutisker-prozeß. Ainanzrat Rühe. Endlich erhielt man Klarheit, worum Kutisker der Staatsbank 14 Millionen kosten konnte und auf welche Weise ihre höchsten Be- omten die Borschriften über die Geldentlcihung handhabten. Finanzrat D r. Rühe machte seine Aussagen. Er war es ja, der nach Ausspruch des Geheimrats Ruae an Kutiskers Worte wie an ein Evangelium glaubte. Da faß dieser trockene Beamte auf dem Stuhl vor dem Richtertisch und machte seine nüchternen Ausführun- gen. Und obgleich sie eher trogisch als lächerlich waren, entfachten sie immer wieder die größte Heiterkeit. Jemand wünscht z. B. Kredite aus Wechsel. Die Güte der Akzepte muß nachgeprüft werden. Was macht die Preußische Staats- dank? Eine eigene Auskunftserteilung besitzt sie nicht, die Reichs- bank läßt die Anfragen unbeantwortet. Da beschränkt man sich ein- fach darauf, aus den Branchenbüchern festzustellen, ob die Firma, die einen Wechsel eingeliefert hat, auch wirklich besteht. Man verläßt sich auf die Angaben des Disponenten.„Wenn ober nun Wechsel aus dem Ausland kommen?", fragt der Borsitzende..Da ei kundigen wir uns bei denEinlieferern der Wechsel," lautet die Antwort, � mit anderen Worten, man erkundigt sich gerade bei demjenigen, der das größte Interesse hat, die Wechsel los zu werden. Oder es werden Lombardkredite gewährt. Die Deckung müßte natllr- lich öfters nachgeprüft werden. Die Dorschrift verlangt, daß monatliche Revisionen stattfinden. Man denkt aber gar nicht daran, nachzuschauen, ob der Wert der Effekten dem Darlehn entspricht. Man begnügt sich einfach mit der Nachprüfung. ob der Esfektenbestand zahlenmäßig mit den Buchungen überein- stimmt. Oder: Hypotheken sollen überhaupt nicht beliehen werden. Trotzdem erhält Kutisker eine Million Goldmark auf ein Grund- stück, das höchstens 50 000 M. wert ist. Der Finanzrat Dr. Rühe findet daran nichts Auffälliges. Dagegen schöpft ein unter- geordneter Beamter von der Korrespondenzabteilung Verdacht, daß bier nicht alles stimmen könne. Herr Direktor H e l l w i g tröstet ober den Finanzrat Dr. Rühe..Schadet ja alles nicht», das Grund- stück wächst eben langsam in seinen Wert hinein." Was Wunder, daß bei solch einer Geschäftsführung außer Herrn B l o d o w, der das Hanauer Lager mit 8 Millionen Mark taxiert hatte, noch vier weitere Staatsbankbeamtc wegen Bestechung zu Gefängnisstrafe ver- urteilt wurden. Dann erzählt Dr. Rühe stundenlang, wie er Kutisker kennen lernte, wie dieser bald 5 Millionen Pfund der Staatsbank und dem Reichsfinanzministerium aus England verschaffen wollte, wix er dann etliche Millionen Dollars aus Amerika vermitteln wollte, wie er der Staatsbank auf Grund der Scheinoerträge, die mit dem Hanauer Lager geschlossen worden waren, eine Million nach der anderen aus der Staatsbank hcrausluxte, wie vorschrifts- widrig die Lagerscheine beliehen wurden usw. usw. Auch Herr Dr. von Rühe muß über die Gänse Auskunst geben, die seine Frau Gemahlin für so billigen Preis aus der Kantine der Staatsbank bezogen hat, an die sie Herr Kutisker zu noch billigeren Preisen geliefert hotte. Es war ein vorteilhaftes Geschäft dies« Gänseliefe- rungen! Sie waren Kutisker Millionen wert.— Das waren die Zustände," wie sie in der Staatsbank herrschten. In den V-Banken wwd es-wohl anders ausgesehen haben. Eben deshalb holte sich Kutisker feine Kredite in der Staatsbank. Großfeuer in einer ZelluloiSwarenfobrit. Das Fabrikgebäude ausgebrannt. Nachdem am Montag vormittag zwei umfangreiche Brände gemeldet werden konnten, wurde die Berliner Feuerwehr in den Abendstunden abermals zu einem Großbrand alarmiert. In der Zelluloidwarenfabrik von D. Zucker, Neue Friedrichstr. 48, die sich in der zweiten Etage des dritten Quergebäude» befindet, war gegen Vil Uhr abends aus bisher noch ungeklärter Ursache Feuer ausgebrochen. Als das Feuer bemerkt wurde, standen die umfang- reichen Fabrikräume, in denen erhebliche Mengen Zelluloid- waren lagerten, in hellen Flammen. In wenigen Augen- blicken waren die vorliegenden Höfe stark verqualmt. Die Feuer- wehr traf»ach kurzer Zeit mtter Leitung des Oberbranddirektors Gempp und des Baurats Mäußer an der Brandstelle ein. Es wurde aus vier Rohren über zwei mechanische Leitern ziemlich zwei Stun- den lang Wasser gegeben. Infolge der außerordentlich starten B e r- y.uolmung und dichter giftiger Gistgasschwaden muhten sämtliche Wehrleute mit Rauch schutzmasken arbetten. Ilm ''>19 Uhr war die Hauptgefahr beseitigt und die Aufräumungsarbeiten konnten vorgenommen werden. Die Räume sind vollkommen ausgebrannt. Der Schoden konnte noch nicht festgestellt werden, dürste aber sehr groß sein. Durch den Feuerschein waren viele Schaulustige angelockt worden. Ein starkes Schupoausgebot hielt die Ordnung aufrecht._ Neues von der KGB. Die Konsiimgenossenffchaft Berlin bot kürzlich einigen Mit- fllwbern des„Vorwärts" anliGlich einer Besichttgung Gelegenheit. die Ausgestaltung ihrer Lichtenberger Produkttons- und Der- teilungsbetiieb« m Augenschein zu nehmen. Was schon durch die Geschäftsberichte der Genossenschaft bekannt ist, konnte man auch an Ort und Stelle beobachten: Die Berbrauchergenossen- s ch a s t e n befinden sich in st ä n d i g e m A u s st i e g trotz der Wirtschaftskrise. Gegenüber der Jnflattonszeit, die zusammen mtt der Kriegswirtschaft eine schwere Beeinträchtigung der Genossen- schaststaliqkeit brachte, kann man jetzt überall wieder eine er- höhte Wirksamkeit im Warenbetrieb und in der Produktton wahrnehmen. Die Läger sind wohlgefüllt und müssen fortgesetzt erneuert werde». Iin Lerhältnis zur gegenwärtigen Wirtschaftskrise, von der andere Unternehmungen so schwer de- troffen werden, sind die Produktionsanlagen gut be- schäftigi. Einige neue Maschinenbefchaffungen und die Ergän- zung von Oefen in der großen Bäckerei erleichtern die Herstellmtg der wichtigsten Waren des Massenverbrauchs. So ist die Organr- iation der Berliner Berbraucherinassen, die inmitten der kapita- liftischen Wirtschaft und im Kamvfe gegen sie eine gemeinwirttchast- liche Regelung der Warenverteilung und der Produktion anstrebt. in sieghaftem B o r w ä r t s sch r e i t« n. Roch mancher, der außerhalb der Bewegung steht, sollte sich ihr anschließen und mit semer Kaufkraft zur Förderung der Genosienschaftsidee bestrogeir. Tie Rebellion der Rentner. Der Deutsche Rentnerbund E.B. veranstaltet« am Montag in den Kammersälen, Tellower Straße, eine überaus stark besuchte Versammlung, die zum Teil einen sehr erregten Verlauf nahm. Der Vorsitzende der Reichsarbeilsgemeinfchaft der Aufwertungsge- schädigten und Mieterorganisattonen, A l b e r g. wies unter dem demonstrativen Beifall der anwesenden Rentner aus die korrupte Erschxiyuiig hin. daß die Gesetzgebung ausschlicßlichfür die rechtsstehenden Wirtschaftskreise eingefetzt werde. Der Redner wandt« sich auch gegen den Reichsbankpräsidenteu Schscht. Sehr scharf polemisierte er gegen den deiuicknolionaleii Exminister v. Echlieben und gegen die volksfeindliche Politik der verflossenen schwerindustriellen Regierung Luther, die das Boiks- Der Reftmut wie» och d» sozial« Rot des vokke« hin und betonte, daß Wt Beendigung der In- flation Z0 000Selb st morde verelendeter Rentner und Arbeitslose zu verzeichnen seien. Diese furchtbare Zahl solle aus das Schuld- konto des großkapitalistischen Systems. Der Vorsitzende des Deutschen Rentncrbundes, Dr. Taubmann, erörterte den Gosetzentwurs der Reichsarbeitsgenieinschast aus Aufwertung. Der Rentner Blumen t h a l wies darauf hin, daß man mit derselben Tokttk, die man beim Aufwertungsbegehren verfolge, auch den Bolksentfcheid auf Fürstenenteignung zu sabotteren versncht Hobe. Deutschnationalen Abgeordneten, die zu sprechen wünschten, wurde das Wort nicht erteill. Eine Resolutton fand einstimmige Annahm«, die u. o. die Durchführung eines Bolksbegehrens auf der Grund läge des Gesetzentwurfes der Reichsarbeitsgemeinschaft der Aus- mertungsgeschädigten und Mieterorganisationen verlangt, ferner die Beseittgung der großkapitalistischen Freibeuterei und der staatlichen Annexion der Ersparnisse der schaffenden Bevölkerung. Wieder einmal das Seitengewehr. Eine blutige Schlägerei zwischen zwei ReichSwehrsoldoten entspann sich in der Nacht vom Sonntag zum Montag in der Straße In den Zelten. Der Streit der beiden Soldaten spitzte sich derart zu. daß sie schließlich ihre Seitengewehre zogen und auseinander losgingen. Dereine erhielt einen Stich in den Leib, der andere Widersacher kam mit leichten Stichwunden davon. Passanten bemühten sich um den Schwerverletzten und sorgten für seine Ueberführung in ein Krankenhaus. Das U e b e r f a l l kommando, das inzwischen alarmiert worden war, fand da« Kampffeld bereits leer und mußte, ohne eingreifen zu können, wieder abrücken. Wann endlich wird«in Erlaß kommen, der den Soldaten verbietet, außerhalb des Dienstes ein Seitengewehr zu tragen!_ Der PEN.-Klub im Berliner Rathaus. In Berlin weilt zurzeit der internattonole Schriftsteller-PEN.- Klub, der gestern im Berliner Rathaus vom Oberbürgermeister Böß empfangen und begrüßt wurde. Jules Romains, der be- kannte französische Ächter und Schriftsteller, antwortete in einer aus- gezeichneten Rede und dankte für den herzlichen Empfang, den die Stadt Berlin dem PEN.-Klub bereitet hatte. Tann sagte er:„Der- zweiflung an der Zukunft Europas und der Menschlichkeit habe einen eeisttgen Menschen in den letzten Jahren oft befallen können. Jetzt sei es Zeit, das nachzuholen, was vor de? großen Katastrophe für die Intellekwellen aller Länder nicht zu deutlich bewußtem Pflicht- bewußtsein gereift sei. Es gilt nicht mehr, überempfindlich gegen- über den nattonalen Differenzen 311 sein, sondern an die E i n h e i t im Geist, die alle guten Europäer erfüllt, zu denken. Wir wollen uns schwören, daß nie wieder an der Front einer Armee geistige Menschen einander gegenüberstehen. Der Ruf: Hoch Berlin! ist uns lieber als der Ruf: Nach Berlin! Dr. Fulda für den deutschen PEN.-Klub sprach Worte des Dankes. Das Schulgeld der staatlichen Nnterrichtsanstalten. Die Elternbeiräte der staatlichen Unterrichtsanstalten hatten die Direktoren und die Eltern der die Anstalten besuchenden Kinder zu einer Prot« st Versammlung zusammenberufen, um zu der Frage der Schulgelderhöhung Stellung zu nehmen. Di« starke Beteiligung zeigte, welch reges Interesse die Schulgelderhöhung bei den meisten Eltern ausgelöst hat. Bon allen Rednern wurde die einseittge Erhöhung des Schulgeldes durch den Staat stark gegeißelt und verlangt, daß der Staat mit seinen Schul- geMätzen sich wenigstens für Groß-Berlin den städtischen Ätzen annähern müsse. Es wurde besonders ausgeführt, daß d i e minderbemittelte« Eltern bei den städtischen Anstalten S ch nlgeld« rm ä ßigu ng bzw. Schulgeld- befreiung erhalten, sobald sie ein« gewiss« Einkommens- grenz« nicht überschreiten. Dagegen kennt der Staat bei feinen Anstalten eine Staffelung nach den Einkommens- Verhältnissen nicht. Diese Staffelung aber müsse unbedingt auch beim Staate gefordert weichen, wenn anders nickt«in« starke Abwanderung bei seinen Anstalten eintreten soll. Di« Abwanderung, die schon eingesetzt halb«, gefährde die Existenz der staatlichen An- stalten aufs schlimmst«. Habe doch bei etlichen Anstalten die Zahl der Freistellen- und Ermäßigungsgesuch« schon ein« Höhe von über SV Proz. erreicht. Bei den geringen Mitteln der Anstalten könne aber nur eine kleine Anzahl berücksichtigt werden, so daß den Eltern nichts weiter übrig bleiben werde, als ihre Kinder den billigeren städtischen Schulen zuzufiihren. Die Bersammlung faßte«instiminig eine Resolution im Sinn« dieser Ausführungen und wählte Vertreter aus den Elternbeiräten aller staatlichen Anstalten, die diese Resolutton als Petttton dem Land- tage, dem Staatsministerium und dem Unterrichtsminffter über- reichen sollen.__ INokorbootrennen. Nur sehr vornehm« Herrschasten sind im Klubhaus am Templiner See bei Potsdam versammelt, sie sind so vornehm, dnß sie sogar die Reichsfahne überhaupt nicht zu beachten brauchen, überall ist s ch w a rz w cki ß r 0 t geflaggt, man kann es sich eben leisten, wenn man Mitglied des Allgemeinen Deutschen Aiitomobil-Clubs, Abteilung Motorboot ist. Fachmännisch sieht man dem Rennen der kleinen Boote zn, die sich in rasender Fahrt durch das Walier wühlen oder auch, je nach chrer Form, geradezu über das Wasser springen. Man hat Geld und kann sich jeden Luxus leisten und vor allem auf die Staatsform und ihre Hoheitszeichen pieifen. Potsdam erlebt einen großen Tag, so crmas wie die Er- innerung an die vergangenen„herrlichen Zeiten" ist wieder da. Selbst die Straßenbahn, die zum Flughafen, dem Startplatz des Rennens fährt, hat sich daraus besonnen, daß sie über Fahnen ver- fügt. Bier Fähnchen flattern von jedem Wagen, zwei Potsdamer und zwei preußische. Man kennt in Potsdam eben die Republik nicht, es ist und bleibt die Stadt der Vergangenheit, die sich geehrt fühlt, wenn eine Menge Herren mit Klubmütze und kaiserlicher Tradition durch die Straßen mit ihren Autos zum Flughafen rasen. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 18. Mai. Anller dem üblichen Tagesprogrramni: 3.48 Uhr nachm.: Stande mit Büchern. Reisen and Abenteuer: Stefan v. Kotze;„Australische Skiteen*, �Südsee-Erinnerungen''. Erwin Rosen:„König der Vagabnnden*. Ernst Georgv:„Die Demoisellen DandmannV A. E. Weiranch:„Höllenfahrt'. Marcell Arnno:„Im Toll haus der Frende". 5 Uhr nachm.: Rezitationen. 1. a) A. Miegel: Das Märchen von der schönen Mete. b) L. r. Strauß n. Tomev: Libnssa. 2. L. v. Strauß n. Torney: Das Wiegenlied(Elisabeth v. Klkal. 5.30— 6.30 Uhr abends: Kammermusik. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schale(Bil- dnngsknrse). Abteilang Sprachunterricht. Englisch(R. Herd man Penderi. 7.30 Uhr abends: Zahnarzt Dr. med. dent. Emst Wil- czynski:„Hohle Zähne(Zahnkaries, ihre Folgen und ihre Verhütung)'. 7.55 Uhr abends; Hans-Bredow-Scbule(Hochschukurse). Abteilung Volkswirtschaft. Dr. M. J. Bonn: Weltwirtschaftliche Xeubildüngen'. 8.30 Uhr abends: Das deutsche Lustspiel (6. Abend). Hanswurst, der tranris-e Küchelbäcker, Komödie von Gottlieb Prehsuaer. Für den Rundfunk bearbeitet von Max Bauer. 9 20 Uhr abends: Lästige Weisen. Berliner Fonkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Anschließend; Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- and Filmdienst. Königswusterhausen, Dienstag, den 18. Mai. 3— 3.30 Uhr nachm.: AJfieri u. Frl. t. Eyseren: Spanisch für Anfänger. 3.30— 4 Uhr nachm.: Direktorin von Rössing: Die volkswirtschaftliche und kultuielle Bedeutung der Verkaufstätigkeit. 4— 4.8Ö Uhr nachm.: Baar: Allgemeine Aufgaben der Be- rnisechnle für Nahrmtgsgewerbe, 4.30— 6 Uhr nachm.: Mitteilungen des Zentralinaritutee- 5— 5.30 Uhr waebm; Gertrud ▼. Eyseren: Geschichten ans alten Zeiten. 930 Uhr abends: Deber- treganj; wo« Berlin. AuSfiellmtg„Tie BerattdA." Di« Deutschen Werkstätten haben In ikjtwi Verkanks- täumen, Käniggrätzer Straße 22, bis Ende Mai eine Ausstellung ver- anstaltet, die„Die Veranda" heißt, und in der Namen wie Karl Berts ch, Professor Brunn Paul, Professor Hillerb ran d und andere vertreten sind. Die Ausstellung will zeigen, auf welche Art eine Veranda oder ein Wintergarten geschmackvoll und nach künstlerischen Grundsätzen gestaltet werden kann. Der Hauptakzent ruht aus der«infachen, klaren Form, die keine unnötigen Dekor» tianen kennt, und auf der hellen Farbe. Wie in der Natur selbfi ist hier eine Farbigkeit erstrebt in Kontrasten und Ueberg äugen, die aber niemals aufdringlich grell wirkt. Gegenstände, Blumen und die umgebende Natur sollen ein einheitliches Ganzes bilden, kein Moment darf störend wirken. Hierauf ist alles ftilisieri: Lampen, Stühle, Polster, Blumenkästen und dos andere Kleingerät für die Beranda. Die Gegenstände sollen dem Menschen Behaglichkeit vermitteln, er soll sie lieben, sich gerne zwischen ihnen aushalten. Dieser Gesichts- punkt ist bei der Schöpfung dieser Dinge ausschlaggebend gewesen, deshalb die Einheitlichkeit, die manchmal glauben macht, daß hier nur ein einziger gearbeitet hat: man vergißt, daß fast jeder Gegen- stand van einem anderen Künstler geformt worden ist. Diese Aus- stellung zeigt von neuem den künstlerischen Ernst, der die„Deutschen Werkstätten" beseelt, zeigt ober auch, daß man hier van den Be- dürsnissen des modernen Menschen ausgegangen ist rmd nichts über den Wolken Schwebendes schaffen will. Zwischen Bahnsteig und Vorortzug. Einem tödlichen Unglücks» fall siel am Sonntag abend gegen 0 Uhr der 40i ährige Kaufmann Karl Klan» nitzer ans Sydney in Australien auf dem Bahn. Hof Hermsdorf zum Opfer. K.. der mit mehreren Paketen beladen war, wollte den bereits in Fahrt befindlichen, aas dem Bahnhof herausfahrenden elektrischen Vorortzug besteigen. � Warnungsruse der Bahnbeamten nützten nichts und eine Sekunde später war bereits das Unglück geschehen. K. kam zu Fall und wurde zwischen Bahndamm und Trittbrett eingeklemmt. Noch längeren Bemühungen der Bohnbeamten konnte der Unglückliche durch Heraussägen aus seiner qualvollen Lag« befreit werden. Klausnitzer fand im Domokusstist in Hermsdorf Aufnahme, wo er aber wenige Stunden nach seiner Aufnahme an den Folgen der Nerletzung ver- starb. Schäserhundschaa. Als Auftakt für die deutsche Landesgruppen. siegerfchou, Gruppe Brandenburg, veranstaltete der„Deutsche Schäferhundverband" am Sonntag in der Schloßbrauerei Schöneberg eine große Schäferhundschau und verband damit Polizei- nnd Schutzhundvorfähriingen. Die vielen Meldungen und das reichlich zur Schau gestellte rassige Hundemoterial zeigte, daß die Hundezucht einem Aufstieg entgegengeht. So hat der DSD., der mehrere tausend Mitglieder zählt, es sich.zur besonderen Aufgabe gemocht, durch För- derüng der Zucht eine Steigerung der körperlichen Lristtlngsfähigkeit des Hundes unter Festigung der Gedrauchseigenschasten zum Dienst bei der Herde, im Polizei- und Wachdienst heranzubilden. Wie bek vielen früheren Veranstaltungen wurden ausgezeichnete Polizei- und Schutzhundvorführungen gezeigt. Zohlreiche wertvoll« Ehrenpreise kamen zur Verteilung. Den Beschluß bildete eine Berlosimg von sechs Welpen tIungtieren). Auf je hirndert Programme entfiel est» Hund. Zwei Welpen, und zwar Gewinn« zu den Programnmummern 57 und 108 harren noch der Abholung durch chre neuen Besitzer. An die Teilnehmerinnen de» vfingsttressen» sozialistischer Fürsorgerinnen. Es ist in letzter Minute gelungen, eine Gefell. schaftsreise zu ermäßigten Preisen nach Hohnsteia zu ermöglichen. Der Zug fährt Freitag nachmittag 2 Uhr 8 Minuten vom Anhalter Bahnhof. Wir bitten um sofortige telephonische An. Meldung(Dönhoff 742>. Der HauptauSschuß für Arbetterwohlfahrt� Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Fenersbruast in Ungarn. In Bacau wurden durch eine gewalttge Fenersbrnnft 500 Häuser im Arbeiterviertel und zohlreiche Fabriken zerstört. Tausende von Einwohnern sind obdachlos. Infolg« eines hefttgen Sturmes war es unmöglich, das Feuer zu lokoli. sieren. Erst als sich der Sturm gelegt hatte, konnte das Feuer ge» löscht werden. Der Schaden ist sehr groß. Die Zahl der ver- letzten Personen steht noch nicht fest, soll aber gering sein. Eisenbahnunglück in Mexiko. Bei Ixmiquilpan entgleiste ein Personenzug und stürzte den Abhang hinunter. Fast alle Wagen wurden schwer beschädigt. 25 Personen wurden getötet und viele verletzt. vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz. Rok�Solb". «espi>«r»»b>«.' Achtum) Simaer! Seilte, Dienst»«, den 18. Mm. Tusackbe der GuortirrfoTten und iTestfleHiina der Teilnehmer flii BrondenMir«. Ad- fobrt des Auae» am Eoniua«. den 28. Mai» Ubr(nubt 9 Ubr 30 Min.)»oar Potsdamer SolmSof. Die Sänort nnhlen all»(vStestens 8 Ubr 00 Min. an der Svrrre fein, um die lsabebarten in Snrofetio mi nehmen. Sorte olle» Stöbet« fowie sehr wichtiae Mitteiluwaen. Jeder Sönaer fei anwesend. Deutscher Ardeitersäua-rduad, Eou Berlin. Achtun«, gahrt Branden. iura! E« wird besonders darauf ausmerksau» aemacht. dast die starte« kür die lsahrt nach Braichenbura schon von heute ab auf dem Potsdamer Balm» dos abaenoinmeu werden iönnen und es wird ersucht, die» ta dekvlaen. Kraftrad und Gummi sind aufeinander angewiesen. Ver» tagt die Bereifung, bist Da in">d ze» brach mir den Kopf darüber. Irgend«was war los, irgend etwa» nicht in Ordnung— ich wußte nicht, was. Die Ahnung von etwas Fürchterlichem, das geschehen war oder geschehen sollte, bedrückte mich. Aber was? Ich oersuchte es zu ergründen. Wie ich mich entsann, hatten viele Leute erzählt, daß sie bei dem großen Erdbeben im Jahre lgyS einige Augenblicke vor dem ersten Stoß mit einem seltsamen Gefühl von Entsetzen erwacht waren. Sollte San Franzislo wieder von einem Erdbeben heimgesucht werden? Eine ganze Minute lag ich in starrer Erwartung da. aber nichts dergleichen geschah, weder stürzten die Mauern ein, noch war etwas davon zu spüren, daß Häuser barsten und zermalmt wurden. Alles war still. Da» war e»! Die Stille! Kein Wunder, daß ich ver- wirrt war. Der Lärm der Großstadt war seltsam fern. Zu dieser Tageszeit durchfuhr die Hochbahn sonst alle drei Minuten mein« •straße: aber es oergingen zehn Mi D vielleicht ein Unfall und der Strom oersagte. Aber nein, die Stille l muten, ohne daß ein Wagen kam. war zu tief. Ich hörte weder da» Raffeln und Knirschen von Wage» rädern, noch das Klappern der Hufeisen auf dem stellen Pflaster. Ich drückte den Klingelkontakt, um den Klang der Glocken zu hören, obwohl ich wußte, daß chr Schrillen, selbst wenn sie schellte. nicht die drei Stockwert« zu mir heraufdringen konnte. E» auch ganz richtig, denn wenige Minuten später trat Brown mit dem Teebrett und den Morgenzeillmgen ein. Obgleich seine Züge so un- beweglich wie immer waren, bemerkt« ich doch ein bestürzte» ängst- liches Licht in seinen Augen. Ich sah auch, daß die Sahne auf dem Teebrett fehlte. .Die Meieret hat heute morgen nicht geliefert/ erklärt« er;-h der Bäcker nicht.' Ich warf wieder«in«» Blick auf da» Teebrett. Es waren keine frischen Semmeln da— nur Scheiben altbackenen Grahambrote» von gestern, für mich da, abscheulichste Brot, da» ich mir denken kann. .Es ist heute morgen nicht geliefert worden.' rechtfertigte Brown si� weitergab« ich unterbrach ihn: .Ja, aber dies ist auch dos einzig«, und da» auch zum letzte» mal. Morgen gibt es keine Zeitungen mehr. So steht es wenigstens darin. Soll ich etwas kondmsierte Milch für Sie holen laffea?' Ich schüttelte den Kopf, begnügte mich mit dem schwarzen Kaffee und faltete die Zeitung auseinander. Die Unterschrist sagte alles— sagte wirklich zu viel mit ihrem unendlichen Pessimismus, den da» Blatt mit Lächerlichkeiten würzte. Ein Generalstreit, hieß es, der in den ganzen Dereinigten Staaten verkündigt worden war: und die jurchtbarsteu Prophezerungen über die Versorgung der Großstädte wurden gemacht. Ich las hastig weiter, und blitzschnelle Erinnerungen an frühere Arbeiteninruhen rauchten in mir auf. Eine ganze Generation organisierter Arbeiter hatte von dem Generalstreik geträumt, und dieser Traum war in dem Kopfe von Debs, eines der großen Arbester- führer von vor dreißig Iahreu entstanden. Ich erinnert« mich, daß ich in meinen ersten Umversstätsjahren selbst einen Auflotz über diese« Thema für eine Zestschrift geschrieben hotte, den ich.Debs Traum' nannte. Und ich muß gestehen, daß ich die Idee sehr überlegen und akademisch lediglich als Traum und nichts anderes behandelt hatte. vjest und Welt waren weiteroerollt. Gompers existierte nicht mehr. die Amerrcan Federalion os Labour und Deb» mit all seinen wilden >.'»olutionären Ideen existierten nicht mehr; doch der Traum war ge- blieben, und letzt war er zur Wirklichkest geworden. Aber ich lachte > dm Lesen über die finsteren Ausblick« des Blattes. Ich wußte es l ester. Ich hotte zu oft gesehen, wie die organisierten Arbeiter m Streitfällen übers Ohr gehauen worden waren. Nur ein paar Tage, dann war die Sache beigelegt. E» war ein nationaler Streik, und es war ein Kinderspiel für die Regierung, mit ihm fertig zu werden. Ich warf die Zeitung beiseite und zog mich an. CF» muß sicher interessant sein, durch die Straßen San Franziskas zu gehen, wenn sich nicht ein Rad drehte und die ganze Stadt feiern mußte. .Verzeihung»' sagte Brown und reichte mir meine Zigarren, .Herr Hormmed wollte Sie gern sprechen, bevor Sie gingen.' »Lasten Sie ihn gleich kommen,' antwortete ich, Harmmed war der Kellermeister: als er eintrat, konnte ich sehen, daß er seine Er- regung nur schwer beherrscht«. Er kam sofort zur Sache. .Was soll ich tun? Wir brauchen Vorräte, und die Kutscher des Lieferanten streiken. Auch der elektrische Strom versagt— ich glaube� die streiken auch.' .Sind die Läden geöffnet?' fragte ich. .Nur die kleinen. Di« Verkäufer streiken auch, und die großen Geschäfte können nicht aiifmochen: aber in den kleinen arbeiten die Besitzer und ihre Familien selbst.' .Dann nehmen Sie das Auto.' sagte ich,„machen Sie die Rund« und kaufen Sie ein. Kaufen Sie. soviel Sie brauchen oder brauchen können. Kaufen Sie ein« Scha«htel Kerzen— nein, ein Dutzend Schachteln Und wenn da, getan ist, sagen Sie Harrison, daß er mst dem Auto zum Klub kommen soll— nicht später als elf.' Harmmed schütteste ernst den Kopf..Herr Harrison ist in der Ehaufseur-lNewerkschast. und ich selbst oerstehe nicht, ein Auto zu lenken.' ..Oho, wirklich, steht e» so?' sagt« ich..Schön, wenn Herr Harrison nicht zu erscheinen geruht, so sagen Sie ihm, daß er sich nach einer anderen Stellung umsehen kann.' .Jawohl.' „Sie gehören doch wohl keiner Kellermeister Gewerkschaft an. .Harmmed? „Nein,' lautete die Antwort..Und selbst, wenn e» der Fall wäre, würde ich meinen Herrn imter solchen Umständen nicht im Stich lassen. Nein, ich würde—' „Schön, ich danke Ihnen,' sagte ich..Machen Sie sich letz- fertig, daß sie mich begleiten können. Ich werde das Auto selbst fahren, und ich werde Vorräte einkaufen, al» ob es eine Belagerung nuszuhatten gelte.' Es war ein wundervoller erster Mai. gerade so, wie ein Maitag sdn soll. Der Himmel war wolkenlos, kein Lüftchen regte sich, und es war warm— balsamisch duftend. Viele Autos waren unterwegs, a'-er alle Besitzer fuhren selber. Die Straßen waren belebt, ober bill Die Arbeiter schöpften in ihrem besten Sonntagsstaat Lust und beobachteten die Wirkungen des Streiks. Alles war so ungewöhnlich und dabei doch so friedlich, daß ich mich sogar darüber freute. Meine Nerven zitterten vor leiser Erregung. Es war ein stilles Abenteuer. Ich traf Fräulein Chickcring. Sie saß am Steuer ihre« kleinen Wagens. Sie macht« kehrt, kam mir nach und holte mich an der (Tjjg ..Ach. Herr Ems!' begrüßt« sie mich. Können Sie mir nicht sogen wo ich Kerzen taufen kann? Ich bin in einem Dutzend Läden gewesen und sie wo«» all- au»oer kaust. Es ist ganz furchtbar, mchi vmhr?' Aber die blitzenden Augen straften ihre Worte Limen. Wie alle anderen, amüsierte sie sich köstlich. D.ese Jagd noch Kerzen war ein ganzes Abenteuer. Erst als wir die«mdt durchfahren und das Arbeiterviertel im Süden der Marted Street erreicht hatten, fanden wir endlich einig« Eckläden, die noch nicht ausverkauft waren. ,uau« l-in Thickering meinte, daß eine schachtel genügte, aber ich über- redete sie. vier m nehmen. Mein Wage» war groß und ich belud jhB mit Dutzend Schachtel" Man tonnt««cht voraussehe». Reichskanzlei. Spinae» am Morgen Kummer uuü Sorgen. her mit öem Lesen, vann fiaü sie gewesen! was geschehe« konnte, bis der Streik beendet mar. Ich belud de» Wagen serner mft Säcken voll Mehl. Backpuloer. Dosenkonserven und allem, was zum täglichen Leben gehörte, unter dem Einfluß Harmmcds, der aufgeregt und laut wie eine alte ängstliche Henne die Verkäufer angluckste. Da« Bemerkenswerte an diesem erste» Streittage war, daß nicht ein einziger wirklich ernste der organisierten Arbeiter ii vorbereitet hatten, einen Monat, oder auch drei, ouszuhalten. wurde verlacht. Und doch hätten wir gerade am ersten Tag« merken müffen. daß die Arbetterklasse tatsächlich nicht an dem Sturm aus die Leben». mittelgeschäste teilnahm. Natürlich nicht. Woche» und Monate hatten die Arbeiter ganz in der Still« große Äbensmitteloorräte aufgespeichert. Da» war der Grund, weshalb sie un» erlaubten. ganz bis in ihre Nochbors chost zu komme» und die steinen Geschäfte auszukaufen. cm diesem ersten ivtrecNog« war. baß ntcht !« Befürchtungen hegt«. Di« Ankündigung in den Morgenblätter», daß sie sich darauf Schreck zu spüren. Alle» war in Verwirrung. E» gab kein« Oliven für die Cocktail», und die Bedienung erfolgt- ruckweile und stockend. Die meisten waren ärgerlich und alle beforgt. Ein Babel von Stimmen begrüßte mich bei meinem Eintritt. General Folsom, der strich, verteidigie fich gegen ein halbes Dutzend aufgeregter sich feinen erbauch in einer Fensternische im Rauchzimmer fich gegen ei» halbes Dutzend aufgeregter Herren. die von ihm verlangten, daß er irgendetwas tun sollte. .Was kann ich mehr tun, al» ich schon getan habe?' sagte er. .Es sind keine Befehle von Washington eingetroffen. Denn e« einem von den Herren gelingt, ein Telegramm durchzubekommen, so will ich alles tun. was man von mir befiehlt. Aber ich weiß nicht was man tun kann. Das erste, was ich deute morgen, sobald ich vom Streik hörte, tat. war. daß ich Truppen vom Prcsidio— dreitausend Mann— hereinbeorderte. Sie bewachen die Banken. die Münze, die Post und alle anderen öffentlichen Gebäude. E» herrscht nicht die geringst« Unordnung. Die Streikenden verhaften sich„öllig ruhig. Sie können doch nicht gut von mir verlangen, daß ich st« niederknall«, wenn sie ruhig in ihrem besten Staat mft Weib und Kind durch die Straßen ziehen/ .Ich möchte gern wissen, wie e» in Wall Street aussieht,' hört« ich Jimmy Wombold im Vorübergehen sagen. Ich konnte mir seine Angst vorstellen, denn ich wußte, daß er stark in Tonsolidated. Western engagiert war. »Sagen Sie, Tofs,' wandte Atfinson sich eifrig an mich,.ist Ihr Auto in Ordnung?' .So,' antwortete ich,»aber wo» fft mft Ihm» to«T" .Kaputt, und alle Werkstätten geschloffen. Und meine Frau steckt irgendwo in Truckee. ich nehme an. daß ste unterweg» sestsitzi. Ich kann chr weder für Gew noch für gute Worte telegraphieren. Sie hätte heute abend ankommen sollen. Vielleicht hungert fi«. Leihen Sie mir Ihr Auto.'„ V~ .Sie kommen nicht über die Bucht, meinte Halfteab. /vi« Fähren gehen nicht. Aber ich will Ihnen sagen, was Sie tun kön» ten: Rollison— ach, Rollison, kommen Sie mal einen Augenblick her. Atkinson möchte mft dem Auto über die Bucht. Seine Frau liegt aus dem Lande bei Truckee fest, können Sie die L« r l« t t e von Tiburon herüberbringen>md das Auto übersetzen?' Die L u r l« t t« war eine Hochsee-Schonerjacht von zweihundert Tonnen-„. Rollison schüttelte den Kopf.„Sie könnten keinen Hafenarbeiter bekommen, um das Auto an Bord zu schaffen, selbst wenn ich die Lnrlette herüberbringen könnte, und da» kann ich auch nicht. denn die Besatzung gehört der Seeleute-Gewerkschaft an. die ebenso streitt wie alle anderen.' „Aber meine Frau muß vielleicht hungern,' hörte ich Amman jammern, während ich mich abwandte.(Fortsetzung folgt.) Die Ursache» der Erdachsen verschirbung. De« amerikanisch« Astronom Thomas I. I. See in San Franzisko v«röft»iftlicht soeben «in Buch, in d«m«r da» Ergebnis vierzigjährig«« Studien über die Erdochsenverschiebung darlegt. Roch seiner Anficht ist diese Beweauntz. die Wanderung der geographischen Pol«, zurückzuführen auf die Flutbewegung des Stillen Ozeans. Zur Begründung seiner Theorie sühn er die Ergebniffe der Meeressorschung und eine große Anzahl astronomischer Beobachtungen aus den letzten ZS Iahren an. Die Periodizüät der Erscheinung glaubt Proseffor See ans 427 Tage fest- legen zu können. Enzian. von Dr. W. Dächt»«. Wiesen so voller Himmelschlüssel wie hier, und an sruchten Stellen bemerken wir oft maffenhast die reizend« Mehlprimel mft ihr«» fleischroten bis violetten Blüten nnd dann die große gelb« Troll- blume, die im Norden fetten oder gar nicht vorkommt. Aber vor allem freut un» der Anblick de» steinen Frühlingsenzians mft seinen himmelblauen Blumen und dem weißen Stern in der Mitte. Große Flächen sind oft mft dieser lleblichen Blume bedeckt, die hier so häufig ist, daß die Einheimischen sie kaum beachten. In den mitteldeutschen Berggegenden ist der Frühlingserizian selten, nnd in Rorddeutschland kommt er überhaupt nicht vor, mit Ausnahm« einer einzigen Stelle in der Nähe Berlins, bei F----"'--- deckt wurde. Französisch-Buchhol� wo er schon 1838 ent- Die meisten Enzian« find ausgesprochene Gebirgspflanzen, und mir wenige Arten verirren sich in die Eben«. Zu den herrlichste» �- der im Juni an« aus einer Blatt- und da» Blau ist tief dunkel ultramarinfarben. Dieser Pflanze wurde bi» vor wenigen Iahren arg von den Händlern nochgestellt, die die Blumen zu Tausenden nach München brachten, wo sie zu prachtvollen Kränzen verarbeitet wurden. Da« ist setzt vorbei; nach den neuesten Derord- inmgen darf nicht«in« einzig« Blume mehr abgepflückt werden, und der Handel mft dieser Pflanz« wie mft anderen geschützten Blumen ist völlig untersagt, auch wenn die Pflanzen aus dem Aus- lande kommen. Es besteht die große Gefahr, daß gerade die schönsten Sommerfrischler i Blumen durch Händler und wen» man sie nicht schützt. Zu diesen Pflanzen gehören auch Alpenrosen, das Alpenveilchen und der Türkenbii ausgerottet werden, � die band. ian nötig, daß ast völlig ausgerottet durch die nach feinen Wurzeln gruben für brenn«. Die Enzianwurzel F sein« annahm. Er ist schon Die Enzian« sind setzt sämtlich geschützt, und vor allem hatte«» d« man sich Wo' ür t ist«in heute noch in der Medizin wie in d« volksheilkund« viel gebraucht. Wurzelgräber. die seit Jahrhunderten ir die Apotheken und die Schnaps- ein uraltes Heilmittel und wird auch Sie ist ein Bestandteil viel« Tinkturen und d« sogenannten Lebens- elixir« und wirst mogenstärkend und appetitanregend. Durch Gärung und Destillation wird au» der stärkehovigen Enzianwurzel der bekannte Enzianschnap« gewonnen. Dies« Enzian- schnaps entspricht den in Norddeutschland bekannten Wacholder- schnapsen, dem Steinhäg« od« Machandel, d« übrigen» auch im Süden mft« dem Nomen Kranewft� bekannt ist. E» ist jetzt mehr wiMliClnDC'' die Ge- . W Blumen zu tun. und sie haben nichts dagegen, wenn die Apochek« und Echnapsbrenner ihre Enzianwurzeln aus dem Auslande beziehen,«o die Pflanz« noch viel häufig« ist als bei un».— Einige Schnaps- brenne« haben noch die Erlaubnis zum Wurzelgraben. So soll«« in Berchtesgaden eine Brenn«ei geben, die das Recht hat, auf«in« erreicht wird. Es wird sich in Zukunft vielleicht rentieren, den Enzicm anzubauen. aber so lange noch billige Wurzeln au» dem Ausland« heran- geschafft werden können, wird d« Anbau« nicht recht auf sesti« siosten kommen, da ein Ertrag«st in drei bi» vi« Jahren«- zielt wird. Bester« Erfolg« erzielt man mit dem Anbau»an Edelweiß, das natürlich auch geichsitzt ist und zudem an recht unbequem ZU«- reichenden Stellen wächst. Di« Edelweisitträuße. die auf de» Bahn- Höfen, z. B. in Rosenherrn, vertauft werden, sind sämtvch aus tulii- viertem Edelweiß gebunden, was die Fremden vielfach gar nicht wissen.— Es geht mit dem Edelweiß, wie mft dem Malaga-«der Modeirawein: der meiste hat med« �Ersatz für Sie Wehrpflicht!" Die Arbeitersportoerbände sind stets angegriffen worden, weil sie streng zwischen dem Arbeitersport und dem bürgerlichen Sportbetrieb und seinen Organisationen unter- schieden. Der Arbeiter-Turn» und-Sportbund Hot sich gegen die iBorwürfe mit Gründen gewehrt, die für t l a s s« n b« w u h t e, aufgeklärte Arbester«inleuchtend waren. Wohl der wesent- lichste Einwand war(und ist), daß die bürgerlichen Sportvereine ihre Mitglieder in der Gedankenwell des Kleinbürgertums, des Obrigkeitsstaate», ja sogar der Monarchie belasten und diese gedankliche Einstellung fördern. Do» mag in vielen Fällen unbewußt geschehen, soweit die kleinen Funktionäre in Frag« kommen. Don den leitenden Persönlichkeiten, besonders in den bürgerlichen Spitzenverbänden, hat man schon des öfteren Aeußerun» gen und Handlungen erlebt, die auf ein« bewußte Beeinflustung in der angegebenen Richtung hinauslaufen. Es zwingt nachgerade zur Aufmerksamkeit, wenn in der ganzen Zest seit der Staatsumwälzung gerade von Hechtsgerichteten Leuten die Notwendigkest der KörperertüchNzung durch Leibes- Übungen in hervorragendem Maße betont wird. In den Sport- Vereinigungen sind zahlreiche ehemaligeOffiziereal» Sport- lehrcr, in den Parlamentsraktionen sind auffallenderwets« ebenfalls ehemalige Heeres- und Marineangebörige die Sportfach- oerständigen. Was diese Leute unter Sport verstehen, zu welchem Zweck und in welchem Sinne sie die Leibesübungen betreiben lasten, hat kürzlich erst ein M a g i st r a t« r a t aus Potsdam mit«r- sreulicher Klarheit ausgesprochen. Es war bei der Besichtigung der Wasterfportausstellung in Potsdam, als den Prestcvertretern gleichzeitio auch die neuen S 0 r t- und Spielplatzanlagen und das Stadion auf dem Ge- lande des Luftschiffhasens gezeigt wurden. Die mustergültigen An- lagen sollen nach dem Ausspruch des führenden offiziellen Magistrats« Vertreters dazu dienen,.der Jugend«i nen Ersatz für die abgeschafft« Wehrpflicht zu bieten. Früher fanden alljährlich eine halbe Million junge Menschen bei ihrem Einrücken zum Militär eine Körperausbildung und Körpereriücktiguna: jetzt, nach der Abschaffung der Wehrpflicht, müsse da» der Sport ersetzen," meinte der Herr Magistratsrat. Denn'» beim Militär wirk- ltch nur auf diese löblichen Dinge angekommen wäre, hätte man es in anderer Form bester erreichen können und brauchte nicht zwei Jahre lang die jungen Menschen dem, Wirtschaftsleben zu entziehen. Da unsere Auffassung vom Wesen und den Zielen de» Sports ober anders ist, sehen wir auch die Leibesübungen nicht als«inen .Ersatz für die abgeschaffte Wehrpflicht" an. Der Potsdamer städtische Sportsachocrständige ließ zum Ueberfluß denn auch keine Auslegung des Bcanffes.Ersatz" zu. er beeill« sich, noch besonders mstzuteilen, daß neben dem städtischen Sportgelände ein— Klein« taliberschießstand vorhanden sei. Mit Kleinkalibern fängt es an. mit 42 tr M ö r- fern geht es weiter, und das Ende dieser.Leibes- Übungen" ist wieder ein Weltkrieg al» letzte» .ft a m p f f p i e l". Zum Schluß wird dann auf einem neuen Sport. platz wieder ein Gefallenenehrenmal errichtet, wie es in Potsdam beabsichtigt ist. Wollen olle die abgehalfterten Militär», die früher auf dem Kafernenhof kommandierten und jetzt Sportvereine befehligen, Glauben machen, daß sie den Sport de» Sportes wegen pro- pa gieren?� Gewiß, es gibt Ausnahmen. Die Beteiligung der oür- Veranstaltungen .. Einstellung der .-- � l-chen gegenüber ist. Zu alledem kommt noch der Mißbrauch de» Worte».Sport" und Leibesübungen" durch die ausgesprochen rechtsradtkalen Organisationen. Gerade jetzt wieder hat die Aufdeckung der Putschplän« Rechtsradikaler gezeigt, daß unter der Bezeichnung.Sport« verein" allerlei Vereinigungen bestehen fader wenigstsns offiziell bestanden hoben), die unter der Lestung von ehemaligen Offizieren stch mit Sport befasten, in der Hauptsach« sich aber im Putsch. training gegen den Staat befinden. Selbstverständlich dürfen diese Organisationen nicht bedingungslos mit den alten bürgerlichen Sportvereinen zusammengeworfen werden. Immerhin gehören allen diesen Körperertüchtigungsinstituten eine große Zahl von Volksgenossen an, die in den Sportvereinen sonst und unmerklich auf ihr« sogenannt« vaterländisch« Pflicht hingewiesen, und in den rechtsradikalen Organisationen bewußt und direkt zu Gignern der heutigen Staatsform gedrillt werden. Beidos liegt nicht im Jnteveste der Lrbetterschaft und de» Volk»- ganzen. Wenn demgegenüber die Arbeitersport»«? bände ihren Standpunkt zur Geltung bringen, so haben sie recht, und e» ist Heuchelei, wenn man ihnen da, in Tönen höchster sittlicher Entrüstung übel nimmt._ Wie die.Jtefmfeetmbe" Himmelfahrt feierten. Am Himmekfahrtstog hatte die Ortsgruppe Berlin der.Natur- freunde" ihre Lerrenpartie" m ihrem Sinne nach dem Land- heim Meißnershof bei Hennigsdorf unternommen. Manch ehrbarer Ehemann hat mit.Muttern" an dieser naturfröhlichen Maifeier bei abgekochtem Kaffee, mitgebrachten Stullen und bei Musik, Gesang, Tanz und Theater sich sehr wohl gefühlt und bemit- leidet« am Abend an den verschtedenen Bahnhöfen die üblichen.Bier- leichen" der sonstigen Herrenparticfahrer! Musik und Rezitation lostet«' die schön« Feier auf dem großen Platz beim Landherm«in. Das zweite, lige Festspiel.D« r A u s- b r u ch" war so recht geeignet, unserer gern olles bekrittelnden und bezweifelnden Jugend wahren Sozialismus durch Taten vor Augen zu führen. Der Verfasser Müller Hot es famos verstanden, mit feinem psychologischen Verständnis einfach und schlicht Kulturwahr- besten dem allgemeinen Verständnis in gefälliger Form klarzuleoen. Di« gesanglichen und musikalischen Einlagen geben dem ernsten In- hast ein« frifch-better« jugendlich? Rote. Die Darsteller, die recht erfreulich« Leistungen boten, gruppierten sich aus der Ab- teilung Friedenou-Schöneberg. Spiel, Scherz und Sport ließ jung und ast den..berüchngt«," Hinunelsfohrtstag in wahrem Sinne für Grift und Körper sonntäglich feiern. Für die nötige Abkühlung sorgte der fest Iahren zum Tag gehörende Himmelfahrtsregen. Tie Rennen des ARB.„Solidarität". Als Auftakt und als Werbeoeranstaltung zu dem am 7. Juni stattfindenden Reichs-Arbeitersporstag veranstaltete der Arbciterrad- fahrerbund.Solidarität am Dormsttag des Himmelfahrts- toges im Stadion Grunewald ein Rodrennen, das von Renn- fahrern des Bundes beftrstten wurde. Das Progran, m umfaßte mehrere Flieger-. ein Ausscheidungsrc n nen und ein Rennen über 10 Kilometer. Es hatten sich etwa 40 Kon- kurrentei» eingefunden, von denen kurz nach 10 Uhr 14 Rennfahrer zu den Fliegerrennen starteten. Das Rennen wurde in vier Vor- laufen und einem Hoffnungslauf ausgefahren, aus dem der bekannte Fahrer Mahlow als Sieger hervorging. Zwester wurde der gleichfalls wiederholt erfolgreich gewesene Harbach. Auch vier Drabtreifen- und zwei Wulst reifenfahrer starteten über drei Runden. Hier gelang es Binicke auf Drabtreifen als erster durchs Ziel zu gehen. Das Hauptrennen, ein lO-Kilo- meter-Ausfcheidungsfahren. dos über 15 Bahnrunden ging, sah IS Konkurrenten(15 Schlauch-, 1 Drahtreifenfahrer) am Start. Be- reits nach der dritten Runde war das Feld weit auseinandergezogen und Reimann(17) mußte aufgeben. Nach der vierten Runde er- eignete sich in der Südkurve ein Sturz, in den fünf Fahrer ver- wickelt wurden. Der Sturz verlief aber immerhin glimpflich, und während drei Fahre? aufgeben muhten, versuchten die beiden anderen, an die Spitzengruppe wieder heranzukommen. Nach neun Nunden lagen in der Spitze neun Konkurrenten dicht beisammen. Nach der zwölften Runde liegen nur noch sechs Paare im Rennen, nach der dreizehnten Runde niuß erst Nr. 21 aufgeben. Eine gute Leistung, daß dieser Fahrer, der auf Drahtreifen startete, bis hier durchhielt. Die vorletzte Runde läßt wieder zwei Fahrer ausscheiden, so daß nur noch drei Konkurrenten um den ersten Platz kämpfen. Um Reifenstärte gelingt es dann dem schon vorher siegreichen Mahlow wiederum, von Harbach als zweiten und Behrendt als dritten in der Zeit van 18, S Mimiken durchs Ziel zu gehen. Beinahe wäre Mahlow um seinen Sieg gekommen, da er sehr spät in den Spurt«insetzt«. Wieder hat.Solidarität" gezeigt, daß er gutes Material in der Rennfahrerqrupve Hot, denen nur noch«in schärferes Training sehst. Bemerkt fei noch, daß der Arbciterrndsohrcrbund vom 3. Juni ab für die groß» Veranstaltung am 13. Juni auf der Radrennbabn im Stadion Gninewald täglich Trainingfahren abhält. Start- karten für interessierte Rennfahrer sind beim Writfahrtausschuß M e i n e r t, Brückenstr. 5b, erhältlich. Tie BundeSschole eröffnet. Die Uebungs Halle der Bündesfchule de» Arbeiter- Turn- und Sportbundes in Leipzig wurde durch die Musterklassen in Betrieb genommen. In kurzer Zest wird auch das eigene Bad der Schul« fertig fein. Am 10. September wird dann die feierliche Einweihung de» ganzen Hauses staststnden. wozu schon heut« die 500000 Mitglieder des Bundes und auch die Sportgenosian des Auslandes rüsten. Die neue Bundesschule will nich, nur dem Bunde, sondern dem gesamten, um srine Höherentwicklung kämpfenden Proletariat dienstbar sein. Einstweilen hat der Leiter der Bundes« schul«. Genosse Dendix. die fertiggestellten Uebungsräume über. nommen und sofort mit den Musterklassen bezogen. Arühjahrsregattea de»„Zreiea Seglerverbaude»". «B U. 1«. R-i fonStn 4« ff t fi t i et t•-« t t't f a 1 1 1•> 4« Crusf Oft im Äni» auf de» 8 a n a tn See umd s• d 4 t Bfee ftait. ißSÜinb am 18. Mai die Soot« bei«»er DindstSri«»on batckfffnttffich firrf«efuirdennitent» vootlwlat der„ffttien Keteinfauna der Zeutenftglet©tünnu u> SchmSckwid. Steift ftdienb die«toefmitie beider Taae:— ff» 18. Stai;«endeclleffe: 1- ffatte fBofSarf!»«6ff.i S-Meter-SleiiBBachteBt 1. 8lfa fSdienbel S®®., 2:0?:Sl; 88-Qua- dratmeter-Nreu', er: 1. Sommrrl-eb« fDebne 66. 68); BS-Qee- dratmeier-Rennlioot«! 1. SSatstS iWif-d Sc®.) liMrfB; 9)ati»- b«T«? 0 ll r n i J. Shwidum ffteintidio 66. 68) 1:55�8; 40- Quadrat» »ete»-R«Bi,ialIeB: 1. Sismet fgretidimir 66. 68) l:!iO:lZ, 8. Matader fSenfel««. 6«) l:SS;8S, 8. Snrfö!▼ fMob»«6. 98) l;8*;tti 1». 0 u a dra t° ««tatVfienmietlei», I. tzrarifdi f?era«r SS®.) 2. Pm, fRes-dfe TS».) ZM-IS. 8. ffaNr kRutsid TS®.) 2**:nn. 4. Wiener,» fffemri B.««Mna ffSSS.1 StlliOZ, 9. Slawe fgniivoel«»?.)«lrnteri: 18» Qua- dratmetei-Wanderiollen: 1. Wanderburfch f«!n«er ffSM.) 8. ffri» fSacki» S6ff.> 2-67:42: 18.Ouadratm,t»r.Saldr»BB. i« II»»: l. ff»b.ffr«t TT(Ztmit*3)3.)»«!:«>: 10.0uadra«met«r. R- B B I- l l e B- 1.»Merl-(Sah*«?zi.) 1:30:80: 1».Qu ad r atme ter: WaBderlalleB? 1.?>er»d?m» ll(Peter» P?3.> 1:28:88; 2. ddiib(Saoto- Mla 66. 19) 1:26:18; 25. Quadratmeter- gollenireu, er: 1. Liefel n(Ttruck BN3.> 2:61:08: Sa»rrBir»u,,r: 1. WooNndl OMekil- bar» TS».) 1:46:18.»M»aIci»sNa8ei>. Sri),»lasse: i. Staifn ffcelmann SS®.) 1:51:45.«weit«»lasse: l. ffriedel(6»«ne©56.) 1:88:18.»ritte»lasse: 1. Sim. ■tat OtUIn«€ff.) 1:47:15. Vierte«lasse: l. Luderchen(SHIele EPR.) 2:02:45. 2. Wildaan« Sa»»!« EPR.) 2:10 51. ffünffi Masse: 1. chtr.Kn-nnmfdi(D-nger S6W.) 1:16:90.««»lte«lasse: 1.«nom(Eichdera VA?) 1:18:41. Siebente «lasse: L ffriedel Gwera Seae.) 1.-20:26. 2. Dicker(»rlt zs®.) 1.-28:5«.«chte «lasse: 1. Seetesf«:(L'Iin«».3.) 1:17:45. � Am 18, Sitat: 8. Meter. Rennjachten: 1, ffnf* auf(SUfaide ®6ffL) t;99:17: 85, Q a« b t« t m t tir.« t e n 8« t; l. Eammerliabe (Sehne 66.«) z-o»:!»: 3 0. Q b« b t a» m e t e r• 9,« n a 4» t e; Ltttamnn (Dauebl TS®.) 8�8:19: Rat. Saiten; 1. Sumdum(cheiorich« se.«.) 2:15:4«: iO.Suabratmeter-Reuniallen: 1. Teufel IV(Mobs ®ff. 98.)»12:10, 2. ftiamel(«reifchrner 66. 98.) 2:14.85: 3. L;fa m(32il. e,(rrffi e»R.) 2:15:26: 4. Porwärt,(Rochdarnm EPR.) 2:15:50: 1 5.Qu a. dralmeter-RenBiollen: 1. Wienerin OSiilbina n. Reidel ffSSR.) 2:22 81. 2. ffatir(Ztudfch TS®.) 2-24:12. 8. Lmifer N(ssinarr SC. 98.) 2:AssP. 4. Leiärtflnn(Rick«! TSE.) 2:28:87: 15-Öuadratmet«r- W?nd«riolleni 1. ZLanderbursch(WInam ssSR.) 2:28:12, 2. Zri»(EaAs S6ss.) 2M:0, 18- Quadratmeter- chalbrenniallen: 1. Som- umrliede(L«!lchner E6. S«.) 2:28:22: 10.Luodratm«ter-R»nu. fallen: 1. Pivifar(«rupa TS®.) 154:0»: 10. Quadrat- meter-Wauberiallen: 1. Serxbame TT(Petar, SW?.) 1:58:38. 2. Edith (OiajrrajKrTa 66. 1919) 1:88:88: 25. Qua ratmeter. tzallenkre u» »er: 1. chalun«,(Salalfe EPR.) 2:S4B4:»O-Quadr atmetar» 3all»Bkr»U»er: 1. Pefeidou(«iiimr EEff. 2:24:27. t. PTuotus(ffemle S6ss.) 2:38:0»: T ou r an k r e u» e r I. Woallnd-(Aeblborn TEE.) 1:12:4«. z. ffrSb atrf(Plschof-xssss.) 2:18:5».-«BmckelcheklasseB- UrC'»lasse: 1. SHeflirhdien(Sache ECff.) 1:27 BS;«weite«lasse: 1.«armen(«drbard, 66ff.) 817:44, 2. Süss(Luhe WS?/ A.) 2:22.«, dillaneiert: ffriedel(k«ne WS?.): Dritt« Mass«: 1. Limmat(WiM-r STff.) 2-14:24: Vierte«lasse: 1. Arbro- bite(Sacke? S6W.) ir»�4. 2. Saufewind(Meifiner VV3.) OS«-Ol: ffllnft, «lasse: 1. Set«(Peck SC. 16) 1:43:14: Sechsse«lasse: 1, Stack. tfchu-drmer (äolftitf 66ff.l 1:4218: Siech-nt,«lasse: 1. tld-uss(M-blborn TSS.) 1:44:22, 2. Sick«?(Arft TEE.) li«.3«; Achte«lasse: 1.«triauffl-Sahn V»3.) 1JB;47.— SchBellsses Part beider Zdetifabrten wurde dar 35. Qua» dratmet«.»reU3«r Edunnerlieb«(Sebne 66. 1898). WievfaHrer. Wie uns soeben mitgeteilt wird, soll der Fest. bevrag für die Teilnahme in Wien nicht nach dort, sondern an die Bant für Krteiitr und Angestellte te Barkrn. Wallstraß««5. auf Konto.Arbeiterbank in Wien für Askö" eingezab,:.' werden. Der Festbeitrag betrögt 3,60 M. Oehlschläger ASC..Sportfest. Ein größeres Frühjahrssportfest veranstoltrt« am Donnerstag der Athletic-Sport-Club E. B. � � berger Stadion. Befreundete Arbeitersportvereine aus Berstn unv der Umgebung Berlins sowie aus Leipzig. Magdeburg. Burg und Fürstenwalde hatten sich eingefunden, um mi l)- Konkurrenzen teilzunehmen. Dar einer sehr zahlreichen Zuschauer- schast nahmen die Vorkämpfe um 1 Uhr nachm. Aen An,a� Jugend. Männer, allere Sporüer und Sporllermnen beteiligten sich mit dem Interesier-wie man es von Arbeitersportlem gewohnt Nachmittags landen dann die H a u p t k a m p fe statt. Besonders die zehnmal IDV-Meter-Stchette und der ��'Meter.�l brachten recht horte Kämpf«. Ein H°ckeyspi«l zwischen dem AsE. und dem Sportosrein Lichtenberg beschloß dic Deraastalwn� Mannicbait balle die bessere Stürmerreihe und einen ausgezeich. neten Torwächter. Lichtenberg dagegen,«in sehr ernft Z" nehmender JStnfL Z"isl JWB.Xtiti-Srtin: M inner: 1. Lssdetnoa 14�! 2. fohnwnn biihfvnma: 1« Poaele-Maabrbura 1.37; 2. C lim~ L,..».TL, 1010— flibeir�aalüi Tffli rfcnae-ffDcfWnwaffb. 23�4: 2. W* IxUoS-Meter�taiette:«lasse«- t. ��B- MB�n-U�Meter: 1. S-in-'., t: fe: |"~= � 4®�9,8: SDtatar):«lasse A: 1. Süd- Oft 1. SLS.4: 2. Lichiendara 1:»lasse v. 1. Spandau. Arminia schlägt Tegel 24 mit 5: Z. Am Mittwackabenb ssanden ssck auk dem reutnnla®porwla» t» tar «brissianiassrata»biaa Mannsckaf:,n im«Ms��n�(p>-I� die Abt?' luiraameisserlchait aar unaafShr 500 ttusckauern aeaentiber. Tea-I ersnne: otn Ran-.tif, oaatn den Win) lpielend. Di« Spieler ssden Ar'niin'a.TO?. dvÄ die Mitt« schiebt dein ToTVait den Ball direkt tn ute fl&ttdc Änn!nki ist aTütfltchct. Ibr Anqrisk fiTbtt in de? 1. SltnuU auut 1. T-r. Linkscmflen bat den Vzll. an dem verbuit �wftoei�n Torwart TevÄs vorbei, in das äfftet. Arminia ,st im«mmjf b«� laaert das Tvr der Teiler, unt» in dar km« Ztotl fiattet trm«minicjarmctl eini« Ä-Äinia Merten na rSnn«n. da der Sturm xu ungenau schiebt. Wieder aejt Mnnima «inen(Ä Edm« kann»«Torwart fanatn.»«r PallkP..«ck.bm abr? aus dar Hand aus di- Tor�att� SAft lvrinat er dni&mal auf und dann ine Sin». Die detaufWatnd« Ecke«t«b-rr�oinU Dur» i<ß8n» Ablviel kommt Trael wieder in Arminia» Söll:«, dach vSwfatte feffen für alle;.<•) ftindec: 20x5O.Me:cr. Siofrtt« flit«nabeu; lBxS0,SRei«r"5ta,r;t« für Madchait.— Reiballssub: 28. Mai. Die Melduanen find eu richten an Erich Ltppert. BerNn-Ztauuncl.' dura. Momrtss». 7. Startneid wird nicht eeboban. Eritlieaetampie dar ffreirn Sportnerainiguna Scheneiana(SpartabteUuna) am 8. Juni auf dam Dominieup-SvoripdaA. nackmittago 1 Ubr. Sachsen dämm Ecke Priester» ca. Dorkämvfe 1» Uhr. Dia Aupsckreibunn der«Impfe ist tu dibrn bei 8. Appelbaum,?>erT;:i-era. Siubeuoftr. 8». Tuen- NB» Svnrtperein Sich«, Eöpenick. Auslchreibuna Ulm Sportfest Mr OO-Oalirfriar am 4. Zuli ISA auf de« Sickfvortplab tu TIpenick. Offen tili den T.«reis. Männer. Offen fiir alle: 100.Metrr.9auf, BOOO�ltater-Lau'. 4X100.Mater-Stafrtte(Weriunn in«lassen). Olomnifcki« Stafette 200— 200— 400— 800 Meter(Wertune in« lassen,. lOmal eine Runde(300 Meter), choch- form«.. MunntchafisSaiffpruna mit Eintelwertunn(8 Mann). Draifpruaa (Einladung). Svearwerfen. Dirtuswerfen.— ff ra Ben und z u n a. Mädchen(Wrrtuna in«liereklassen). 100 Meter. lOxlOO-Mater-Eoof-rir. Srnftfotuna. Weissprunn, Bollwerfrn.— Z u« e u d 08/0». 100 Roter, 1500 Meter. 4>:lOO.Mater�Etafette. v-ntssprun». ZSeitfprung. Epserworfen.— z» g e N d lom. 100 Meter. Beitwauna.«umilstotzen.—«eitere E p, r t. l er 91—96. 100 Meter,«uael,'tosten. Aeltere Sportler 6»— SO. 100 Meter,«chleuderdollwerfen.—«uaben und Mädchen. 10X100. SRctest�tafette.— Da« EdertaeXh detrSat für Männer und ffmuen EinZel. kämpfe»« M. und Man-fchaften 1 M.: Zugend und ZunamSchan Sirnel. kämpf« 0.20 R. und Mamilchaften 8.50 M� Kinder find frei. Meldungen bi-.o�m.R.�Zum an�A. Jöfffmspn. Eapertirf.«aifet-SKII�Im-Elr. 8. Aieeller SpartSarted. ffriedricheckain. Sämtliche Im De,:ri ffrstdrick-cha-p bestebeuden«rdeu'rrfp»-,- und-kulturorganifattoBeB find eervflichtat. in d-r Dache POM 7.»� 12. Zun: äffontliche iSerbereoanssalwnaen Ml treffen. Mittwach. 28. Mau entsendet iede Wteilune«ine» technifeJien ffunkfrenär nach dem Sportplatz ffrtrtmck-chain-jm 7 Uhr. AI« Anschriften an den«orfitzenden karmann«Irchmann W-ideumm 44.- tttutkna«aeg.«ntaBStzn� M.tt. «o». 19. Mai. 8 Ißt, bei SBemet, S-nefelderssr. 82. Miel Margarine gibt's im Reich- doch keine kommt der„Aliio" gleich! Wo nicht erbältlich, welll Gefchäste noch di« Rargarinesabrtk.Albo", SerKn ßk, 118. Hr. 229 ♦ 43. Jahrgang 2. Heilage des vorwärts dienstag, IS. Mai 1926 Gefähröung öer Zleifthversorgung. Es fehlt an Gefrierfleisch.— Tie Zufuhr stockt.— Steigende Preise! Nach langen Debatten in den Neichstageverhandlungcn des vorigen Sommers erfolgte auf dem Gebiete der Fleischzölle eine Regelung, die wenigstens den dringendsten Bedürfnissen der not- leidenden Loltsmassen Rechnung tragen sollte. Das Gesetz über Zolländerungen vom 1. August 192S bestimmte, datz Gefrier- fleisch»im Rahmen der bisherigen Einfuhr" zoll- frei einzulassen sei. Den minderbemittelten Bolksichichten sollte da- mit eine kräftige Ernährung mit billiger Fleischlost ermöglicht wer- den. Der Reichsernährungsminister setzte hiernach die Iahresmenge auf 102 000 Tonnen fest. Seit einiger Zeit mochten sich nun hier und da Anzeichen der Verknappung bemerkbar. In letzter Zeit nahmen sie einen bedenklichen Charakter an. heute steht bereits fest, datz die für das laufende Quartal bestimmte Menge nicht ausreicht! Die meisten Großstädte und Arbeiterzentren der Industriegebiete werden im Juni ohne Ge- frierfleisch sein. Dosselbe wird sich im folgenden Quartal in ver- jchärftem Maße wiederholen. Die Gründe sind folgende: Das festgesetzte Iahreskontingent war von Anfang an zu niedrig festgesetzt. Das Reichsernährungsministerium hatte als«bisherige Einfuhr" die des Jahres 19 2 4 angenommen. Nach den Nachweisen über den auswärtigen Handel Deutschlands betrug diese im Jahre 1924 zwar nur 90 000 Tonnen, nach den Anschreibun- gen der Auslandsfleischbeschaustellen jedoch 102 000 Tonnen. Die Differenz beruht auf Ungenauigkeiten der statistischen Erhebungen in den besetzten Gebietsteilen. Das Ministerium bestimmte daher die unbedingt richtige Zahl von 102 000 Tonnen.— Aber weshalb ging es eigentlich von der Einfuhr des Jahres 1824 aus? Ein zwingender Grund lag nicht vor. Es wußte doch, daß im Jahre 13 23 mit den heftig steigenden Biehpreisen die Nachfrage nach dem billigen Gefrierfleisch stieg. Nichts hätte im Wege gestanden, als«billige Einfuhr" die des Jahres vom 1. Oktober 1924 bis 1. Oktober 1925 anzunehmen.— Wenn es Bedenken trug, die nach der Vertündung des Gesetzes zu befürchtende ungehemmte Masseneinfuhr von Gefriersleischvor- raten bis �um 1. Oktober, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesbestimmung mit zu erfasien, was zu verstehen wäre, dann hätte es aber doch wenigstens von der Einfuhr der letzten 12 Monate bis zur Verkündung des Gesetzes(31.. August 1325) aus- gehen sollen. Dann hätte sich eine Zahl von etwa 125000 bis 127000 Tonnen ergeben. Folgen üer Einfuhrbeschränkung. Das somit von vornherein zu niedrige Kontingent»urde nun pbendrern nicht gleichmäßig, sondern im Winterhalbjahre mit im ganzen rund 60000 Tonnen verteilt, so daß für das Sommerhalbjahr nur 42000 Tonnen übrig blieben. Im Winterhalbjahr« standen aber außerdem noch rund 12 000 Tonnen außerhalb das Kontingents vor dem'Inkrafttreten des Gesetzes frei eingeführte Gefrierfleischmengen zur Verfügung, die neben jenen 60000 Tonnen mit verbraucht wurden und im Februar ausgebrauchr waren. Was das Ministerium, dem diese Dinge doch ungefähr be- kannt sein mußten, bewogen hat, so vorzugehen, mögen die Götter wisien. Gewiß war die Not im Lande bei der zunehmenden Arbeits- losigkett groß und die Nachfrage noch dem billigen Fleisch stark. Mit einer baldigen Besserung unserer Wirtschaftslage konnte das Mi- nistcrmm aber doch unter den gegebenen Verhältnissen unmöglich rechnen, wenn es nicht in unverzeihlich rosigem, oielvcrsäumendem Optimismus befangen war. Es mußte ferner aus Erfahrung wissen, daß olljähttich im Sommer mit der Weidezeit die Vieh- preise regelmäßig steigen, je mehr die Landwirte Erträgnisse aus anderen landwirtschaftlichen Produkten erzielen können, sowie weiter, daß die Vorräte aus den chausschlachtungen der kleinen Leute im Sonnner zur Neig« gehen. Das Ministerium mußte also wisien. daß im Sommer und Herbst der Bedarf an Gefrierfleisch in der ärmeren Bevölkerung größer werden würde als im Winter. Wenn es trotzdem dem Drängen der Städte, des Handels, der Arbeiter- organisationen usw. nachgab und weit über die Hälfte des Kon- tingents ausgab, so bleibt nur die Annahme übrig, daß es es für selbstverständlich hielt, einen etwa im Sommer tatsächlich eintretenden Mangel decken zu müssen. Denn es ist doch nicht nur ein Reichsministerium für Landwirtschaft, wie es der Reichslandbund ausschließlich zu nennen pflegt, sondern ein Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Die Sache steht also jetzt so, daß im Winter rund 12 000 Tonnen monatlich zur Verfügung waren, wäh- rend jetzt nur rund 7000 Tonnen verfügbar sind, und daß bei dem gesteigerten Bedarf im Sommer der jeweilige Quartalsgnteil von rund 21000 Tonnen nicht einmal für zwei Monate reicht. Nun erklärt aber dos Reichscrnährungs- Ministerium plötzlich, überhaupk keine Erhöhung des Kontingents vornehmen zu können. Dos war frellich zu erwarten, nachdem es der Londwirtschast gelungen war, im Reichstage und im preu- ßischen Landtage Stimmung für Entschließungen zu machen, di» sich gegen jede Erhöhung aussprachen, um die Entwicklung unserer Viehzucht«vor einer Katastrophe zu bewahren". Wir sind an der- artige große Worte gewöhnt. Ein paar Bemerkungen sind aber doch nötig: Die Einfuhr von Gefrierfleisch beträgt nur 3Vt proz. des gesamten Fleischverbrauchs und ist an die Stelle der vom Gefrier- fleisch fast verdrängten starken Friedenseinfuhr von zubereitetem Fleisch getreten.— Insowett hat sich gegenüber der Vorkriegszeit wenig geändert, wohl aber steht die heimische Vieh- und Fleisch- Produktion noch weit hinter der Friedenserzeugung zurück. Wäh- rend die Rindviehproduktion ihr schon näher kommt, fehlen am Schweinebe st and noch rund 26 Proz. S ch u ld an dieser langsamen Entwicklung trägt nicht etwa die zur Aufrechterhaltung der Ernährung unerläßliche Einfuhr bestimmter Mengen von Fleisch und Fetten, die ja auch im Frieden nicht entbehrt werden konnten, sondern der Mangel an Futtermitteln, besonders für Schweine, die wir im Frieden masienhaft und billig, besonders aus Rußland, bezogen. Im übrigen führten plötzlich stark steigende Viehpreiix(zum Beispiel Sommer 1925) leicht zu starken Vielzabstoßungen und zu einem Rückgange des Viehstopels, wie wir es im vorigen" Jahre erlebt haben. Die preisregulierende Wirkung der Einfuhr der un- entbehrlichen Menge von Fleisch und Fetten hemmt also die ruhige Entwicklung der Viehzucht nicht nur nicht, sondern fördert sie. Das ist natürlich den führenden Männern der landwirtschaftlichen Wissen- schaft bekannt. Die vorjährigen Reichstagsverhondlungen haben da» zur Genüge gezeigt. Der Versuch der agrarischen Führer, die schwierige Lage der Laudwirtschast unbekümmert um die Nahrung? sorgen weitester Volksschichten auszuschlachten, um agitatorisch auf die breite Masie des Landvolkes zu wirken, werden sich selbst richten. Keine Regierung kann die Verantwortung für die schwere Ge- fährdung der Fleischversorgung übernehmen. Unbedingt müssen als- bald die nötigen Gefrierfleischmengen bereitgestellt werden. Das ist ihre unabweisbare Pflicht im Hinblick auf die großen Ernährungsnöt«, denen das gewaltige Heer der Arbeitslosen und mit ihnen Hunderttausende von unzulänglich entlohnten Werktätigen ausgesetzt sind. Gefrierfleifchmangel in Sedin. Außerordentlich schwierig gestaltet sich die Lage der Gefrier. fleischversorgung in Berlin durch die Weigerung des Reichsland- wirtschaftsministers, die Kontingente zu erweitern. In Fachkreisen/ rechnet man damit, daß bereits Ende Mai die Versorgung st 0 ck e n wird. Dabei gehört Berlin mit seiner großen Industrie- arbeiterschaft zu den bedeutendsten Gefrierflcischver- brauchern. Natürlich sind es besonders die proletarischen Viertel, die jetzt in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit auf den Konsum van Gefrierfleisch angewiesen sind. Während z. B. im Bezirk Mitte pro Kops der Bevölkerung im ersten Quartal dieses Jahres 2,23 Kilogramm zollfreies Gefriersleisch verzehrt wurden— die anderen Arbeiterdezirke oerzeichnen einen Konsum von mindestens ein bis zwei Kilogramm in der gleichen Zeit—, verbrauchte das reiche Zehlendorf pro Kopf seiner Einwohner nur 61 Gramm im ersten Quartal dieses Jahres. Die Ausrechterhaltung der jetzigen Regelung bedeutet, daß während der Sommermonate der durch- schnittliche Jahresverbrauch um 40 Proz. herab- gedrückt werden muß. Es sind gerade die ohnehin notleidenden Kreise, die von einer derartigen Maßnahme am schwersten betroffen werden. Da sich der Verbrauch aber nicht beliebig beschränken läßt, so ist damit zu rechnen, daß noch im Mai die verfügbaren Mengen aufgezehrt werden, so daß im Laufe des Monats Juni über- Haupt kein zollfreies Gefriersleisch für Berlin zurVersügung steht. Unter diesen Umständen ist es zwingende Pflicht für die Reichsregierung, schleunigst für ausreichende Zufuhren an billigem Fleisch zu sorgen, da mit dem zeitweilig bis zu 65 Proz. teureren frischen Fleisch ein Ersatz für den Ausfall an Fleisch- nahrung der Minderbemittelten nicht gegeben ist. Infolge der Der- knappung an Gefrierfleisch sind freilich Pr e i s st e i g e r u n g c n in der letzten Zeit zu verzeichnen, die die Spanne zwischen Frisch- und Gefrierfleischpreis verringert haben. Dieser Zustand ist aber durchaus nicht als normal anzusehen pnd darf keinesfalls als Grund dafür herhalten, daß man die zollfreie Gefrierfleischeinfuhr für überflüssig erklärt. verbanü oftüeatschee Konsumvereine. Der 6 2. Verbandstag des Verbandes oft- deutscher Konsumvereine, E. D., wurde am 12. und 13. Mai 1926 in Stralsund abgehalten. Er war beschickt von 45 Genossenschaften mit 141 Delegierten und zahlreichen Gästen. Nach den Begrüßungsansprachen der Vertreter der Behörden und der geladenen Organisationen besprach Verbandssekretär H. Hilde- b r 0 v d t eingehend die Entwicklung der Genossenschaften, wobei er besonders die wirtschaftlichen Verhälttiisse darlegte, unter denen die durchaus günstige Entwicklung der Genosienschaften sich vollzog. Die letztere ergibt sich am besten daraus, daß der Warenumsatz in den Genossenschaften des Verbandes 1925 56 628 448 M. gegen 40 463 177 M. im Jahre 1924 erreichte. Verbandsrevisor R. Hahn erstattete den Bericht über die Ergebnisie der im Jahre 1925 vor- genommenen Revisionen und gab bemerkenswerte Hinweise, wie durch rationell st e Betriebswirtschaft die Geschöftser- gclmsie noch gesteigert werden können. Am zweiten Tage referierte das Vorstandsmitglied P. H 0 f f m a n n. Hamburg, über„Das Borg unweseii. eine volkswirtschaftliche Gefahr", wobei er den Nachdruck auf die sozial« Seite der Frage legte, nach der das „Borgen" den Kreditnehmer in wirtschaftliche Abhängigkeit van dem Kreditgeber bringt und die Hauswirtschast des in Schuldknechtschaft geratenen Abnehmers immer stärker zurückgeht, um schlteßlich beim vollständigen Zusammenbruch zu endigen. Redner gab Fuigerzeige, wie die Genossenschosten wirksam den in Not geratenen Mitgliedern helfen können, ohne jedoch zu„borgen", lieber den„G c nz e i n- s a m c n Warenbezug und die genas senschaftkiche Warenerzeugung" referierte der Geschäftsführer A. M i r st s. Berlin. Eine Resolution fand die einstimmige Annahme, in der(5 u. a. heißt: „Der 62. Verbondstog des Verbandes ostdeutscher Konsumver« eine E. V., abgehalten am 12. und 13. Mai 1926 in Stralsund, erkennt in der Zusammenfasiung der konsumgenosienschoftkichen Kräfte ein wertvolles Mittel zur Förderung u n d Kräftigung der genossenschaftlichen Organisa- t i 0 n e n. Er verpflichtet die Verwaltungen der dem Ver- bände angeschlosienen Genossenschaften, dem Wareneinkauf unter Benutzung der GEG. die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Im besonderen ist aber der W a r e n h e r st c l l u n g die größte Beachtung entgegenzubringen. Die Genossenschastsverwaltungen werden verpflichtet, die Mitglieder der Genosienscbakten bei allen sich bietenden Gelegenheiten anzuhalten, nur GEG.-Prpduktc zu beziehen und gleichartige Produkte privater Fabriken ouszu- schallen." Der Rest der umsangreichen Tagesordnung diente zur Er- ledigung der inneren Oroanisationsongelegenheitcn. Tagore über öas �benölanö. Eine Kritik des Weltkrieges. Man hat von Tagore, dem indischen Dichterphilosophen, nichts mehr gehört, seitdem er Italien im Vorjahre einer Krankheit wegen plötzlich verlassen mußte. Dann erhielt man einige Bulletins, seit- dem aber nichts mehr. Nun veröffentlicht Rabindranath Tagore in einer der letzten Nummern der von Suredranath Tagore heraus- gegebenen Zeitschrist„Visva-Bharmi Quarterly", dem Organ der Universität Smittniketa,«inen mteressanten Artttel, in dem er mit dem Abendland und seiner Kultur abrechnet und besonders den Welt- krieg kritisiert, als habe dieser ihm über den Westen erst richtig die Mgen geöffnet. .Der Weltkrieg war es," schreibt Tagore,„der die ungeheure Selbstbefriedigung Europas in Fetzen riß. Kürzlich kam es zu seiner Ueberraschung zu der Erkenntnis, daß sein Ursprung nicht von außen kam. Bis zu diesem Augenblick stand es im Zenit feiner Macht und seines Glanzes. Aeußerlich hatte es anscheinend endlose Zeit für sein grenzenloses Glück erobert, während es mit seinem erbarmungslosen Erfolg das Schicksal von Millionen fremden Voltes in die Form seines Fußschemels gebracht hatte und es beständig festhielt. Das Barometer, das den äußeren Stand der Atmosphäre oerzeichnete, prophezeite eine ewige Monotonie heiteren Wetters. Durch die Reibung, die die widerstreitenden Begierden geschaffen, entstanden bös« Blitze, doch glaubt« man fast, daß der Trieb eines intelligenten Eigennutzes selbst dazu hinreichen würde, ein« dieser heftigen Ge- darben nicht m einer Katastrophe endigen zu lassen. Dann kam der Tag. wo alles dos, was ihm die Oberherrschaft di der Well oerliehen hatte, sich gegen sie zu wenden schien. Die Wissenschaft, die es für einen Jagdzug gezähmt hätte, riß ekelhafte Löcher in sein« eigenen Glieder, die noch lein Zeichen von Heilung zeige». So mußt« sein stolzer Geist zu dem Schlusi« kommen, daß sein jetziges Oelde» nicht die Folge eines Mangels geistigen Talents oder materieller Ueberlegenheit. sondern die eines krebsartigen Ge- wachs«» innerhalb seiner eigenen moralischen Natur ist. Das hat uns in Asien endlich die Gelegenheit geboten. Europa mit unserem vom Hypnotisnuis des Erfolges nun befreiten Geist« zu beurteilen— eine Gelegenheit» die zu unserer eigenen Rettung not- «endig war. Dieses Urteil darf aber nicht erfolgen in einem Geist der Wtdervergelwng, der da kichert bei der Aussicht, einen Teil des übelriechenden Kotes auf den Westen zurückwerfen zu können, den es auf de« schutzlosen Osten zu schleudern nicht müde gewvrden war." Tagore knüpft an seine Kritik die Kampfansage des Ostens an den Westen. Allerdings soll es kein Kampf mit Mafien fein, fondern «in moralischer Krieg. Der Osten oerweigert dom Westen den traditio- Gehorsam, seit er nicht uuchr die Überzeugung von der mora- lischen Ueberlegenheit des Westens hat, seitdem er das Richsichweirt trägt.- Tagore schreibt darüber in seinem Aussatz, den die Zeitschrift „Abendland"(Gilde-Berlag, Köln) reproduziert:„Wir dürfen das ober nicht so fortgehen lassen. Wir muffen unsere Stimm« wieder- finden, um dem Westen sagen zu können: Eure Ding« könnt ihr in unsere Wohnung hineinzwingen, ihr könnt unsere Lebensoussichten versperren— aber wir werden über euch richten. Ihr könnt unser Urteil ignorieren, materiell wird es euch nicht beeinträchtigen noch euch in eurem Aufftieg zu den schwindelnden Höhen von Vorteil und Macht hemmen, uns wird es aber vor moralischer Erniedrigung retten. Wir weigern uns, uns selbst zu erniedrigen, indem wir sagen, daß ihr weder des Gehorsams wert seid, weil ihr stark, noch der Achtung wert seid, weil ihr reich seid." Und er schließt:„Um uns deshalb von der Anarchie der west- lichen Glaubensschwäche zu retten, müssen wir uns heut erheben und Richter über den Westen sein. Wir müssen uns aber auch schützen vyr der Antipathie, die blind macht. Wir dürfen uns selbst nicht unfähig machen, die Wahrheit anzunehmen. Denn vordem erschien der Westen vor uns, nicht nur mit seinem Dynamit der Leidenschaft und dem Ballast der verschiedensten Dinge, sondern mit der Gabe der Wahr- heit. Solang« wir ihn nicht im rechten Geist« annehmen, werden wir selbst das nicht entdecken, was in unserer eigenen Kultur wahr ist, um sie der Welt zum ollgemeinen Nutzen darzubieten. Die Kultur und Humanität des Westens gehört nicht der Nation, sondern dem Volk« an."_ Nome. Das an der Nordküst« des Norton-Sunds in Alaska gelegene, durch einen breiten Schnee- und Eisgürlel von jedem Verkehr>nit der zivilisierten Welt zeitweise ausgeschlossene Städtchen Nome hat als Zielpunkt der„Norge", das freilich nicht ganz erreicht wurde. wieder einmal die Ausmerksamkeit aus sich gelenkt. Das Goldgräber- pädtchen zählt etwa 10 000 Einwohner, die fast ausnahmslos nach Alaska gekommen find, um dort nach Gold zu graben. Es ist im übrigen ein« richtige Stadt, die sich mit den ungewöhnlichen klimati- schen Verhältnissen, so gut es geht, abzufinden sucht Sic besteht zum großen Teil aus Holzhäusern: indessen fehlt es auch nicht an Stein- bauten, in denen die Regicriingsämter und die großen Handels- firmen ihren Sitz haben. Der Ort, der im Jahre 1893 emstanden ist, verdankt sein« Existenz dem Umstand, daß längs des weltverlorenen Strandes in einer Ausdehnung, die sich auf mindestens 70 Kilometer erstreckt, der Sand reich an goldhalligen Körnern ist. Die Bevölie- eung Nmnes setzt sich«us Leuten verschiedenster Nationalität zu- stimmen. Nie Na dt ist auch der Sitz einer»merikansichen Garnison, und während der Sommermonate befindet sich dort ein« amerikanische Marinestotion mit großen Tnrpedo-Kreuzsrn, denen die Aufgabe zu- fällt, den Handelsverkehr mit dem benachbarten Sibirien zu über- wachen. I» der Sommerzeit, aenn die SoMut omuuenbrvch» scheint, arbeiten Männer und Frauen dort mit fieberhastem Eifer. um keine Minute zu oersäumen. Ist es doch die einzige Zeit, in der man dort Geld machen, d. h. Gold aus dem Sande waschen kann. Spaziergänger und müßige Leute sind deshalb während dieser Jahreszeit eine unmögliche Erscheinung. Die Stadt selbst macht dann den Eindruck einer verlassenen Ortschaft. Alle Geschäfte sind ge- schlössen, denn alles arbeitet draußen am Stand! allein oder in kleinen Gruppen vereint ist man emsig dabei, das Gold aus dem Sand zu waschen. Dafür ist dann der Winter ausschließlich der Unterhaltung und dem Vergnügen gewidmet. An Gelegenheit, sich zu amüsieren, fehlt es in Nome nicht. Kinotheater und Hundewettrennen, für die man sich mit Leidenschaft begeistert, bilden den Hauptteil des Bcrgnü- guugsprogramms. Bor allem aber tanzt mau, und an Tanzlokalcn ist infolgedesien kein Mangel. In unmittelbarer Nähe der Stadt der Weißen liegt ein großes, von Mischlingen aus indianischem und Eskimoblut bewohntes Dorf. Die Jagd auf Pelztiere mit dem kost- baren Pelzwerk und ein schwunghafter Handel beschäftigt sie. Nome ist deshalb auch reich an großen Läden, in deren Auslagen man Herr- liche Pelze von weißen und schwarzen Bären, von Hermelinen und Silberfüchsen bewunder» kann. Außer diesen Pelzschätzeu befinden sich in Nome reich versehene Läger von allen Geräten, die bei der Goldwäscherci gebraucht werden sowie von Konserven aller Art. Der Preis dieser Konserven erhöht sich automatisch, je weiter sich der letzte Dampfer entfernt, der vor dem Eintritt des Frostes den Hafen ver- laßt. Die Stadt Nome stand schon ciiimal im vorigen Jahre im Miltelvunkt des Interesses der ganzen Welt, als in dem Städtchen eine Diphtheritis-Epidemie ausgebrochen war. die bei dem Mangel an Medikamenten die Bevölkerung zu dezimieren drohte. Damals gelang es einem Eskimo, aus seinem mit Diphtheritis-Serum bc> ladenen und von dreizehn Hunden'gezogenen Schlitten einen Weg von tausend Kilometern quer durch schneebedeckte und vereiste Steppen und Wälder in genau 127 Stunden zurückzulegen. Er hatte damit einen Rekord aufgestellt, der um so höher zu bewerten war, als dieses Renne» mit dem Tod nicht aus sportlichem Ehrgeiz, sondern im Dienst der Menschlichkeit unternommen wurde. Toller in Rußland. Der Dichter Ernst Toller, der nach einer zweimonatigen Reise durch Rußland nach Berlin zurückgekehrt ist, berichtete einem Vertreter der„V 0 l k s b ü h n c", deren soeben er- schienene Nummer 10 wieder einen reichen und interessanten Inhalt bietet, über seine Theatcrcindrücke. Er erklärte dos russische Theater für das lebendigste Europas. Gleichzeitig dementierte er die Bericht- erftattung der deutschen Presse über seine russischen Erlebnisse. Von einer bevorstehenden Ausweisung, von der ein großes Berliner Blatt zu berichten wußte, war in Rußland niemals die Rede. Tatsache ist nur, daß die„Prowda" einen recht geschmacklosen und mit unwahren Behauptungen operierenden Artikel des deutschen Kommunisten Paul Werner über Tollers Rede in München veröffentlichte, der ober während der Anwesenheit Töllers in Maskau berichtigt wurde. Toller war während seines ganzen Auienthalts Gegenstand großer Luimerkjamtellen der literarischen Oeffentlichkeit Rußlands. Sozialpolitische Anträge. Hilfe für die Erwerbslosen. Die gestrige Reichsiazssttzung wird um IZL Uhr vom Präsidenten Lobe eröffnet. Zur Beratung stehen die Antrüge der Sozialdemo traten und Kommunisten zur Erwerbslosensürsorge. Die sozialdemokratische Fraktion stellt den Antrag. die Reichsregierung zu ersuchen, die Verordnungen über die Er- werbslosenfür sorge unverändert gemäß dem Beschluß des S. Ausschusses bis Ende Juni 1S26 zu verlängern. Abg. Drey(Soz.) «eist darauf hin, daß sich der sozialpolitische Ausschuß morgen mit dieser Materie beschästigen wird, deshalb sei es heute nicht möglich, »us alle Einzelheiten einzugehen. Die Sozialdemokratie wolle durch ihren Antrag verhindern, daß die Erwerbslosen und Kurz- irbeiter jetzt vor dem Nichts stehen. Zugleich bringt sie aber zum llusdru-k, daß die Frage der Erwerbslosenunterstützung nicht länger durch Verordnungen geregelt werden dars. Wir werden bei den Beratungen im Ausschuß zunächst sür«ine Zwischenlösung eintreten, dort aber auch die Forderungen zur Geltung bringen, die in unserer Interpellation über die Unterstützung der Arbeitslosen and Kurzarbeiter zum Ausdruck gebracht worden sind. Unser Antrag benibt auf den eingehenden Beratungen und Beschlüssen des Aus- schusses, wir erwarten daher, daß Sie unserem Antrag Ihre Zu- stimmung geben. Die Arbeitslosigkckt ist ein Teilproblem anserer wirtschaftlichen Verhältnisse. Es zeugt nicht von Verständnis für die soziale, politische und wirtschaftliche Tragweite dieses Pro- olems, wenn man eine Losung versucht, indem man die Unter» ftlltzungen einschränkt. Mit den jetzigen Unterstützungen kann kein Erwerbsloser seinen Lebensunterhalt bestreiten, und wenn die Arbeiter zu wählen hätten zwischen Arbeitslohn und Erwerbs- iosenunterstützung, so würden sie in keinem Falle der Unterstützung den Borzug geben. Das Gerede von der übertriebenen höhe der Erwerbslosenunterstützungen ist also hinfällig.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Nun behaupten manche sogenannte Wirtschafiskenner, daß ein neuer Aufschwung bevorstehe, die Zahl der Erwerbslosen also bald abnehmen werde. Die Wirklichkeit sieht aber ganz anders aus. Noch nie war in der gleichen Jahreszeit die Beschäftigung der Baustoff- Industrien so unzureichend wie gegenwärtig. In wichtigen Zweigen der Schlüssel- und Erzeugungsindustrien oermehrt sich die Zahl der Arbeitslosen und der Kurzarbeiter noch immer, von einem Abbau der Arbeitslosigkeit kann auch nach den zuletzt ver- dfssntlichlen Zahlen keine Rede sein. Mehr als 3 Millionen Menschen lind auf Unterstützungen angewiesen. Ein großer Teil der Erwerbs- losen erhält allerdings nichl mehr Unterstützungen, aber nicht weil lie Arbeit gefunden hoben, fondern weil sie ausgesteuert und hilflos der Berelendung überantwortet sind. Im Gegensatz zu denen, die einen baldigen Aufschwung der Wirtschast voraussagen, Rehen andere Wirtschastskundige, die ankündigen, daß die Zahl der Erwerbslosen noch weiter zunehmen wird. Die Kriminolstatistik zeigt un» deutlich, welche Gefahren die dauernde Erwerbslosigkeit mit sich bringt. Die Roheitsdelikte hoben zwar abgenommen, dagegen iteigt die Zahl der Vergehen gegen das Eigentum. Diese latjache müsse doch jedem Sozialpolitiker zu denken geben.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Zahl der Selbstmorde und Familienmorde infolge Erwerbslosigkeit ist überhaupt nicht mehr übersehbar. Wir werden bei den Beratungen dieses Problems auch dafür sorgen müssen, daß die durch die sogenannte Rationalisierung »us dem Produktionsprozeß hinausgedrängten wieder in ihn hin- eingebracht werden. Die Hilfe für die Erwerbslosen Ist der beste klusbau des inneren Markts. Erfolgt jetzt keine Ergänzung und Erweiterung der Erwerbslosensürjorae, so haben die Arbeiter das focht zu sagen, dieser Reichstag und diese Regierung verstehen nicht, unsere Interessen zu wahren und zu verteidigen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Reichs« rbcitsminister Dr. Brauns wendet sich gegen die Forde- mng der Kommunisien aus Erhöhung der Erwerbelosenunterstützung »m 50 Proz. Eine solche Belastung sei weder sür das Reich, noch für Ii? Länder und Gemeinden tragbar. Sie würde auch dazu führen, »aß die ErwerJbslosenunterstützunfl vielfach nicht nur bei den schlecht- dezahlten Arbeitern höher steigen würde als der Arbeitslohn. Dem sozialdemokratischen Antrag stimme die Regierung i». Dem Problem der Erwerbslosigkeit wende die Regierung ständig ihre größte Ansmerkfamkeit zu. Abg. Rädel(Komm.) begründet einige kommunistische Anträge, wonach die Unterstützungssätze um 50 Proz. erhöht, die Karenz- zeit abgeschafft und die Absicht der Regierung mißbilligt wird, wonach die Unterstützungssätze nach Lohnklassen gestaffelt werden sollen. Der Redner bemerkt, daß die Arbeiter schon längst dos Vertrauen zum Reichstag und zur Regierung verloren hätten. Die von der Regierung beabsichtigte Staffelung sei nur geeignet, die Interesten der Erwerbslosen noch mehr als bisher zu schädigen. Damit ist die Beratung geschlossen. Ein kommunistischer Antrag wird den Ausschüssen überwiesen, ein zweiter wird abgelehnt. Der sozialdemokratische Antrag wird angenommen. Den zuständigen Ausschüssen wird überwiesen ein Antrag der Volks- o a r t e i, daß diejenigen landwirtschaftlich nutzbaren Grundstücke im befetzten und bisher besetzten Gebiete, die dem Reich zur Anlage von Exerzier-, Schieß- und Sportplätzen usw. für die Besatzungs- truppcn überlassen werden mußten, im Falle der Zurückziehung der Besatzungstruppcn oder sonstigen Freiwerdens auf Verlangen den früheren Besitzern innerhalb einer Frist von sechs Monaten nach Freiwerden zu dem Preise überlassen werden, den das Reich beim Erwerb gezahlt hat. Ein Antrag der Deutschnationalen über die Crmöglichung der Kapitalkreditbeschaffung für landwirt- lchaftliche Pächter, ein völkischer Antrag, betreffend Abänderung oes Gesetzes über die Aufwertung von Hypotheken und anderen An- sprüchen. Einen kommunistischen Antrag auf Erhöhung der Zu- schlage zum Grundgehalt der Besoldungs- gruppen I bis IX begründet Abg. Torgler(Komm.). Das Elend der Beamten sei seit dem Dezember des vorigen Jahre», wo man sich das letztemal mit dieser Frage beschäftigt habe, nicht geringer geworden, und eine Neuregelung der Besoldung sei deshalb dringend erforderlich. Präsident töbe macht darauf aufmerksam, daß der Abg. Torgler im Aeltestenausschuß sich ausdrücklich mit der debattelosen Ueberweisung des Antrags an den haushaltsausschuß einverstanden erklärt habe.(Lebhaftes hört, hört!) Sämtliche Parteien hätten sich also darauf eingerichtet, daß dieser Antrag jegt nicht verhandelt werde. Es sei eine Täuschung des Reichstags, wenn der Abg. Torgler die sofortige Abstimmung über den Antrag verlange.(Sehr richtig!)— Der Antrag wird daraus dem haushaltsaus- s ch u ß überwiesen. Der Antrag des R e ch t s a u s s ch u s s e s auf Ablehnung des kommunistischen Antrags, wonach eine Wiederaufnahme des Der- Sohrens gegen die Urteile des Staatsgerichtshoses ermöglicht werden oll, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kam- muniilen angenommen. Gegen 5 Uhr oertagt sich das haus auf Dienstag nach- mittag 2 Uhr. Tagesordnung: Handelsverträge mit Spa- nien, Portugal und Honduras, Zusatzantrag zum deutsch-französischen Abkommen, Abkommen mit Dänemark und Estland, Antrag auf Aus- Hebung des Gesetzes zum Schutze der Republik. ms Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SWS«, Liadenstrahe 3, partelnachrichten /sMi für Groß-Serlin l stet» NN da» B«,irk»sekret»riat. 2. Hos, 2 Tee», recht», zu richte». X ttrei« Tiergarten. Achtung, Funttioniire! Die für Dienstag, den 18. Mal, angesedte Funktionärsitzung findet erst am Mittwoch, den lS. Mai, abends Tg. Uhr. im Artusbof. Berlebrnger Str. 29, statt. Di«(Zunftlonäte der 9., 10., 11., 12., 13. Abteilung müssen unbedingt vertreten sein. Wichtige Tagesordnung. t. Äeeis Wedding. Heute, Dienstag, den 18. Rai, abend» pünktlich 8 Uhr, Sitzung de« engeren Kreisvorstandes an bekannter Stelle. >. Kreis. Kreuzberg. Mittwoch, den 19. Mai, abends 8 Uhr» erweiterte Kreisvorstand»sttzuug bei Bieler, Dieffenbachstr. 75. ?. Kreis. Eharlottenburg. Parteigenossen und Parteifreunde, deren Kinder die 3..<.. 15.. 15.. 31. und 32. Semeindeschule l>«su»>en. werden aetxtem, ihre Adressen umgehend an P. Hammer, Charlottenburg, Potsdamer Straße 41. vorn IV. Treppen, abzugeben oder in der heule Dienstag, den 18. Mai, abend» 8 Uhr, bei Reimer, Wilmersdorfcr Str. 21, statt- findenden Versammlung zu erscheinen. 11. Kreis. SchZneberg.Feirdena». Die öffentliche Versammlung findet am Donnerstag, den 20. Mai, abends Uhr, in der Uhlandschule statt. Handzettel sind sofort von Will. Martin-Lutder-Str. 59, abzuholen. 17. Kreis. Liibtenberg. Bildungsmesscknß. Donnerstag. den 20. Mai, abends 8 Uhr, in der Bibliothek, Beichselstr. 28, Sitzung. Tagesordnung: Sommersest und Svortwerdewoche.— Freie Schul- gemeinde Lichtenberg. Mittwoch, den 19. Mai, abends 7!d Uhr, in der Aula der Knodenmittelschule, Markts! ratze. Defsentlich« Ber- sammlung. Der Sprechchor in der Schule. Mit Porführung eine» Sedülerchor». Schulfreund Kitkider. ftu diesem Port vage find aVt Evern. Lehrer und Freunde der Schule herzlichst eingeladen. Auch Jugendliche baden ssntritt. Die Versammlung beginnt pünktlich. Eintritt frei. 23. AbteUnng. Der Film Potemlin geht in den Alhambra-Lichtspielen, Müller. Sffe Seeitagtz«. noch dt» Donneitataqadend»der die Leinewand. Der Besuch des Films wird den Genossen der Abteilung empfohlen. heule, Dienstag. 18. Mai: 1.«dt. Abend, 714 Uhr. FunktionZrsstzun« bei Zuntke, Artilleriessr. 11. 5. und 7. Abt. Genossen, deren Mädchen die 13. Genie- ndeschule in>>«r ClisabelMirchftratze besuchen, werden gebeten, ihre Adresse dem Genossen Erich Fähling, Zt. 31, Strelitzer Str. 55, zu geben. Sozialiftisthe Arbeiterjugend Groß-öerlin Donnerstag, de« 20. Mai, abends 8 Uhr. im Saalbau Jriedrichshain Internationale Kundgebung als Auftakt sür den Zvlernatioaalen Zugendtag in Amsterdam. ES spreSen Gen. P l e h l« Oesterreich, Ern st Paul- Tschechoslowakei. Käthe Fröb- brodt-Berlin, ein polnischer Genosse. Die erwachsene Arbeiierschaft ist zu dieser Kundgebung herzlichst eingeladen.— Ilakosteadeikrag 20 Pfennig. der feinste Bohnenkaffee von Feinschmeckern bevorzugt 2». Atzt. Be-Irkskllhrer und Betriedsvertrouensleute sofort S-nmiMsten zum Bolksentscheid abholen von Burg, Prenzlauer Allee 189. 55.«dt. Charlottend» rg. 714 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. ZI, Versammlung. Vortrag: Auf zum Volksentscheid. Referent: Wilhelm Richter. Vorw»rt-Ieser als Gäste sind herzlichst eingeladen. 7».«dt. Gchiinebeeg. Sämtliche Eltern, die Kinder in der 5., 15. und 15. Gemeindeschule haben, werden zu einer wichtigen gusammenkunfi bei Grotz, Sedansir. 17. g-beten. Auch Borwärisleser find eingeladen. Beginn abends 714 Uhr..... (3.»dt. Renköl». Eltern, die aus freiheitlichem Boden stehen, und deren Kinder die 1». Schule am Hertzdergvlatz besuchen, werden aufgefordert, abend« 7 Uhr zu der Lersammlung der Eltern in der Turnhalle zu er- scheinen. Morgen, Mittwoch. 19. Mai: 34. Abt. 714 Uhr in den Emneniu-Ml-n. Memeler Str. 87, MitgV-ederver. sammlung. Bortrag: Di« lammenden Elicrnbeiratswahlen. Referent: Dr. Kurt Löwenftein. 37.«dt. 7>4 Uhr in der S-krataita der II». Gemeineschul« für Mädchen Berlaimnluzso. Vorfraa: Da» komnieird« Reichsschulgese». Es ist Pflicht, bestimmt und pünktlich ,u erscheinen.„. 49.«dt. ScheserhSrig». 714 Uhr im Jugendheim, Lindenste. I Mitglleher. Versammlung. Dortrag: Bereinigte Staaten von Europa. Referent: Wilhelm Richter. All» Mitglieder müssen erscheinen. Gäste willkommen. 54. Abi. Eborlottens-uro. 8 Uhr im stuaendbewi. Rofinenstr. 4, Mitall-der- Versammlung. Bortrag: Der Bolksentscheid. Referent: Hermann«rüger. Gäste willkommen.._,.. Schöneberg. 7». Abt. 714 Uhr gemeinsamer gahlabend bei Rosenthal, Ebrrsste. 66. Vortrag: Die politische Loge. Referent Waldemar von Puttkamer. Gäste willkommen.— 7t, Abt. Die um Dienstag, den 18 Mai. angesetzt- Sitzung de« engeren Borstande, findet erst am Mitt- woch. abend» 7 Uhr. bei Grotz, Sedanstr. 17. statt. Sämtlich« Bezirk». fitbree mllfien erscheinen. «.«dt. Fried«»»». 8 Uhr bei«lade. Handjervstr. 50,'51, aii-rnversommlung. ANe Miigl-ede- die Kiiidm» in Fnedem"»«. Schulen bab»n. müssen e-e- scheinen, ebenso die Funktionäre. Gleichgeflnnte Eltern sind eingeladen. 82 Abt. Gtegli«. 8 Ubr bei Schellhase. Abornür. 15». Z�tal-ed-miersairm. lung. 1. Kafienbericht, 2. Vortrag de» Genossen Wendel llber: Der englische Generalstreik. «. Abt. Reuköll». 714 Uhr bei Zimmermann, Stuttgarter Str. 41. Per. sammlung der Bezirke 56, 58, 81, 82. 85 und 97. Vortrag: Die Be- deutung der Eli-rndeiraiswaHlen. Res-rent: Erwin Marquardt. Zahl- -dend- mit dem gleichen Thema: 57. Bezirk bei Vesz-r. Treptower Str. 23. 88. und 84. Bezirk bei Ritzmann. Böhmische Str. 7, 95. Bezirk: Pritzkow, Richardstr. 53. 96. und»8. Bezirk: König, Saalestratz« Eck- Elsteesteatze, 99. Bezirk: Warnstedt, Thüringer Str. 22.. 13«. Abt.«ans. 714 Uhr gahlabend bei«Iii, Pankgrafenftr. 3. 135. Bezirk. Heenudoef. 714 Uhr im Lokal Bellevue. am Bahnhos, Mit- ali-kerr>«rsamn>l„ng. Bnrtaaa: Weoe zur Förderui», de» interiKitionalen Gedanken». Referent: Wilhelm Floerke. 145. Abt. Borfigsalde. 714 Uhr gahlabend im Lokal Woitschach, Ernststr. 1. Bortrag: Die politisch» Log«. Referent: Martin Stein. Gäste will- kommen. 149«. Adt. Bitten»». Bortrag: Der«amps gegen die Reaktion— Für Schwarzrotgvw. Retzerent: Ernst Rüben. Arauenveranslattuagen heute. Dienstag. 18. Mai: 85. Abt. rem»elb»s TU Ilbr be-' Buke. Werder» Ecke Kr-iser-WiGekm.« trade. ssrauenabend. Die Helfer und Helferinnen der Aebelterwohlfahrt trefien sich zu einer wichtigen Besprechung ebensall» bei Bus». 149. Abt. B«rfigw»ld«. 7>4 Uhr bei Woitschach, Ernststr. 1, Franenabend. Bortrag der Senofien Dr. Hausdors-Borfigwalde und Dr. Waluga. Reinickendors. Zahlreicher Besuch wird erwartet. 4° stnngsozlaliften. Gruppe Süden. Heute, Dienstagabend, 8 Uhr. Inder Iuristilchen Sprech stund», Lindenstr. 3, gusammenkunfi. Der Bortrog: Wirt, schafispolltik und Gewertfchaften fällt wegen Verhinderung de» Referenten an».— Gr»»»» Tteraartr». Heute. Dienstag. 18. Mai. abends 8 Uhr, GmippenveranstalNina: Erziehung und Pfvchaanalvse. Reserrnt: Gen. Sie,- fried Hernfeld. Gäste willkommen. Feeien-Dampseefabet nach Stettin. Anmekdiinqen zur Dampsersabri auf dem„Balduta werden flir Kinder und Erwachsene nur»ch bis Dienst»». 18. Mai. anaenonunen. Schriftlich bei Amandus Brietz«!, Arkanankatz 5. Mündlich in der Geschäftestell« b-e Kinderkrrnnd«, Berlin Mitte, Blumcnstr. 77, Dienstag von 6 bis 7 Uhr abends. Un- kostenbeitraq für organifierte Mitglieder der Kinderfreunde 8 Mk., fllr Gäste 9 Mk. Arbeit»« eweiaschaft der Kinders,«unb« Kreta Mitt«. Mittwoch, den 19. Mai, abcnb, 8 Uhr. spricht Genosse Feli? Fechenbach In der Aula der 5. Oberrealschule. Kleine Frankfurter Str. 8 sRäh« Aleranberplatz). Uber: Sozialistisch« Aufbauarbeit zugunsten der Kinderaruppen. 30 Pf. Karten an der Abendkasse. Sozialistische ftrbeiterjugenü Grost-Serlin. Achtung, Amflerdam-Jahrer! Zeder mutz am Donnentaa nt Z»ter»»ti»»»l«»«»»dgebang erscheinen. da im«nschlutz an diesclb« im Nein«» Saal ein« wichtige Besprechung stattfindet. Achtung! Donnerstag, 20. Mai. abend» 8 Uhr. im Saalbau Friedrichshain Znternatt,»«!« Knndgeb»», mit ausländischen Redner». Sämtlich« anderen Veranstaltungen fallen aus. Unlostrnbeitra« 25 Bf. heute, Dienstag, abend, 7M Ahr: Gesnndbruunen: Schule. Gotenburger Str.% Vortrag:„Dir und unser« Gegner."— Weddina-R«rd: Schule, Müllerstr. 48. vir. Vortrag:.Leben». reform."— Nordost I: Zugenddetm. Reue Käniaftr. 21. Bortrag:»Die prole- wrische Zugenddeweaung"— Schönbanlee Dorstadt Ii Schule, Driesener Str. 22. Bortraa: Hermann Löns."— Prenzlauer Borstadt: Schule, Danziger Str. 23. Vortrag:.Einfithrun» in die sozialistische Gedankenwelt."— Genefeld«»- Viertel: Schule, Eberswald er Str. lll. Vortrag:.Entwicklung der Elbe."— Hatentetde»«» Latleastadt: B-dean stall, Bänvaldüratze. Bortram: �vob und Mädel."— Südwest: Jugendheim. Belle-Allianee-Platz. Bortrag:.Mar, und Engels."— Schönebeea l: Zugendheim. Hanptstratze Ecke Rubeniltratzc. Vortrag:»Arbeiterjugend und Kultur."— Schöneberg II: Zugendheim, Haupt» strotze 15. Bortraa:.Die Arbeiterjugend'internationale."— Reinickendort-Ost: ..Seebad". Residenz ftr. 46. Iv-Minuten-Referate.— Buchholz: Lokal Rossack, Hauvtstr. 71. Vortrag:.Die Kultur der Urvölker." Abteilung Steglitz I. Jugendheim. Albrechtstr. 47«. Lichtbildervortrag: .Hinein in die SAZ.!" Werbebezirk Neukölln. Abends 148 Uhr im Jugendheim, Kanner Strafte: Werbcbczirlsocronstaltuna. Vortrag:.Die wirtschaftliche Lage und die arbeitende Zugend." Referent: Genosse Krautz. Alle Sruppenveranstaltungen fallen aus. Sport. Rennen zu Ruhleben am Monlag, den 17. Mal. I.Rennen. 1. Linücott jr. sKnöpnodel jr.), 2. Kurgast sFimi), Z. Benedict(W. Röster). Toto: 44: 10. Platz: LI.!4, 17: 10. Ferner Uesen: Punier, Alpenkönig, Schwarzwaldmädel, Salome, Brilon Prinz, Else B. I, Radiola, Casanova, Lumpi, Denkmünze. 2. R e n n« n. 1. Cossmo(W. Lemzer), 2. Gerhard(J. Mills), 3. Mentor I sP. Finn). Toto: 84: 10. Platz: 20. 30. 18: 10. Ferner liefen: Die Letzte, Lucie Halle, Natal, Mar Kuler, Paroli. Langmacher, Meistertiack, Karta, Spblnr I, Sir Caid, Kroschel. Einsicht. Möglich. ».Rennen. 1. Paula A.(P. Finn), 2. Kluck lO.KIeinau), 3. Dainsca (F. Schmidt). Toto: 101:10. Platz: 30. 15. 57: 10. Ferner liefen: Baron Rxworthh, Kammersänger, Cadiac Axworthy, CrassuS, Allene, Shbill. Barometer, Natter, Fasner. Verdun, Altmark, Tasna. 4. R e n n e n. 1. LebcnStünstlcr(Cb. MillS), 2. Magowan jr. lJ. Mills), 3. PreiSIied(Grosimann). Toto: 43: 10. Platz: 15, 15, 21: 10. Ferner Uesen: Cotta, Erasmus, Franlet, Mailust. 5. Nennen, t. Ableitung: 1. Fonioth(M. Bauer), 2. Blaumeise c/o unerreicht billig, svo Staats-Theater Opernhaus am KSnlssplatz VIJÜ.: Zauberflöte Schauspielhaus 8 Uhr t M e d e a Schiller«Theater 8 U.: D.GeschwIsfer. Der icrbr. Kruj; saiisdiä opsi Cbarlottcnburp TV, Uhr: Der Barbier von Sevilla Abonn-Turnus II WM Wer Norden 10334—38 8 Uhr: Vftforia Xamers;iele Norden 10334—38 8 Uhr: Weett-end (Ueber'n Sonntat;) Die Komödie Bismarck 2414, 7516 8 Uhr: 8 Uhr: Internal. varicie Theaterkasse: LfltZOW 7557 Lesslng-Tb. 8 Uhr: Gastspiel d Salten- burüs Bühnen 9. fröhliche Weinherü lüetnes Tl. VI t Uhr: Alraune *. H. Heinz Ewers Vorzeigcr zahlt halbe Kassennr.! Berlinf r Tltenter V. Uhr: Bonnervetter, ganz latnos Deulsches KiDSlI.-Thealer 8 Uhr- Ein WalzertraniD Hi.i.lnrfüist'-nilarain Tägl 8 Uhr: Rebhuhn od. Die neue Fassade Hallner-Tbeater 8 Uhr: Der heilige Bronnen Blanco Posnets Erweckung; ■etropol-Theat. Oastsp. des Tb. am Kurfürstendamm. 8V, Uhr; Die Hadit der llädile Reilocitz. Theai. 8'/. U.: Verbotene Küosc Engen Rex, Metelka Pr; 75 PI. bis 4 M Mn TL am Zoo Tägl. 8 Uhr: Der alte Denaoer Operette In 3 Akten Charld Vespermann Falk, Kiper, Godau. Straaten, Hainisch Preise 0.50 bis 6 M. Barncwskj-Sabnen TTienier KOniRdrim.Str. T.:Hasenheid�llC 8 Uhr: Dr. Schmidt HomAOleiHiaiu Tel.: Norden o304 8 Uhr Der Oarteo Elten Die TrtBOne Tel- Wilhelm B365 8V, Uhr Der Rubikon Volks büh ne Ibettnr an Bilnvplati TB. an Sdiiffbaierdann VI, Uhr: 8 Uhr; faust Die Freier Morgen 8 Uhr. Morgen 8 Uhr: Judith Die Freier. Reichshailen- Theater Abends 8 Uhr und Sonntags nachmittags 3 Uhr Stettiner Sßnger In I JingamBallbtiie)»'!" Berlin« BerUu rea ItTMl. Hadim. halb« Preise, yollw Programm. Dönhoff-Brettl(Sul e.Oirt I Variete I- Honzertl- Tanzt ''V/ m/i V im $«a«oon6 im Bo&amunje: Großes Schauspieihaos Täglich 8V. Uhr: Alt-Heideiberg Gastspiel Alfred Braun » Verlängert bis 31. Mal 192«» Tbeat. d. Westens 8 Uhr: dräjin JUariza Operet v. Kaiman 50 Ptg. bis 6 Mk. (Keine Bons) irnithtiPöjjt/ nitht gewinnt, ii Gnt.werNlnubemö dtottButfer nimmt lisjf t«1 y //*/ .•rm nirm SO Tb. in d. Klostersfr. 8:61118 Iii mim Circvs Busch Letzter Spielmoeat I 7'/, Uu Das heitere Manepe-VolksstUck Bs klappert <"« MQhlß Sanssouci und das grobe OBsdiiedsproCr. I Billigst Preise SOPr.bi1IM.LU9t [tdilü ISfltli. M.Mai{ Casino-Theater Qr. Preisabbau! Karten v. SO Pf an Ibil Titl.lDr änl Das Recht auf Arbeit Dazu das neue Mal-Programm 1 Wero.KottLTof Tägl. 8 Uhr Elite- Sänger T S x 1 1 c hl Piccadiliy Am Untergrnndbihnboi BlamarckstraUe Reginn 6, 7 30 u. 9 Uhr IL 0.90 Vomjtznk bis i Ohr dann 1.—. 1.20 usw. Jederzcitlger EinlaQ 1 Weltttieater Gr. 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Schwagers und Onkels. des Fabrikanten Hermann Hefzcl sagen wir hiermit unseren herzlich» flett Dank. Berlin W Z». den 15. Mai 1926. Im Samen bat Hinterbliebenen: Johanna Hetzel. iMdmz&i0 BerlinWOö. leipziger�! raMe I22-J23 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau StamslaHV» Hensel sage ich allen Freunden. Bekannten einen berzltchslen Dank ütttelttllzilfti-totoil Achtung Achwnq! Die Lifte der Fadrtteilnehmer der Nord« landsadrt wird endgültig am l>. Mai geschlossen und ersuchen wir eventl. An- Meldungen rechtzeitig vorzunehmen, da nach dem genannten Termin weitere Teil» nehmer nicht einzezeichnet werden können Aüüü! Moenre. Zlseieim! 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