Ib.tgt ♦ 43. �ahrg. Ausgabe tk Nr. IIS Bezugspreis: WZckxntlich 70 Sftmti«, monaMch B,— Reichsmarl voraus»abIdar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzi«. Saar, und Remelaediet. Oesterreich. Litauen. Luiembur« 450 Reich-mart. für da, übri«» Lluzland ö.bo Reichsmark uro Monat. Der.BorwZrt»' mit der Sonntag», beila«» �Zoll und Reit' mit.Siedln na und Kleinaarten' sowie der veilag«»Unterballuna und Bissen' und Krauendeilaae.ssrauenstimme' erscheint wochentäglich zweimal, Sountaa» und Mo uta«, einmal. Telearmnm.Ab reffer .««zialdemokrat Berlin' Morgenausgabe Vevlinev VolkcsblAkt (lO Pfennig� Anzeigeupreife: Sic«infvalttae NonvareAe» »eil« 00 Pfennia. Reklamezeil« t.— Reichsmark.„Kleine Auzeia«»' da« frttaed ruckt« Wort A Vfenni, liulSlft« zwei fettaedruckte Worte». iede» weitrr« Wort 12 Pfennig. «tellenaesuch« da, erste Wort ld Psennia, side» weitere Wort l» Pfennia. Worte über 15 Buch, Kaden»äblen für zwei Worte. Arbeitmnarkt geile 5» Pfennig. JaMItenanzelaen für Abonnenten geile 40 Pfennia. Anzeigen für die nächst« Rummer müsse» bis 4H Udr nachmittag» im Dauvtgeschäft, Berlin SB IL. Linden» strasie 3, abqefteben werden. Debfsnet von SVä Udr früh bi, Ii llbr nachm. �entralorgan der öozialdemokrati Pchen parte» Dcutfchlands Neöaktion und Verlag: Serlin SW. HS, �inöenstraße Z Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Rüstet zum voltsentstheiö! »m Sonntag, den 2 0. Zun, 1926, findet die Volts» abflimmung in der Arage der AorsienoermSgen statt. Zetzl hat das Volt das Wort. Fürsten und Rechtsparteien sind in fiebcrhasler Täiigteit. Unter Anwendung ungeheurer Opfer suchen sie die Entscheidung in diesem Kampfe zugunsten der Fürsten herbei- zusühreu. Sie wissen, um was es geht. DieRepubtitsoll dcnFürftenundihrenhand. langern die Mittel zum Kampfe gegen die Rep«. b l i k liefern. Sie führen diesen Kamps für die Wiederherstellung der Man» archie. Die seht enthüllten Putschpläne zeigen dem deutschen volke� wohin die Reise gehen soll: Zertrümmerung der Verfassung. Vernichtung der Volksrechte. Aufrichtung der Diktatur. Herrschaft der Standgerichte und des völkischen Terrors sollen die Ruhe des Kirchhofs über Deutschland verbreiten. 12 K Millionen Deutscher haben im Volksbegehren den Volks» entscheid gefordert. 12� Millionen Männer und Frauen betann» lcn sich im Volksbegehren zur demokratischen Gesetzgebung durch das Volk. Am 20. Zun! findet ein Entfcheidungstamps statt zwischen dem demokratischen Deutschland und den wieder sich ausrichtenden Mächten der Vergangenheit. Zn diesem Kampfe mutz und wird die Demokratie siegen, wenn jedermann seine Pflicht tut. 3n Stadt und Cond, von Haus zu Haus. In Werkstatt, Fabrik und Bureau mutz in den folgenden Wochen AusNärung darüber ge- trogen werden, um was es geht. Zum Kriegsühren gehört Geld! Deshalb richten wir an alle freiheitlich Gesinnleu in den deutschen Landen, vor allem an unsere Genossen und die sreigewerk» schaftlich organisierten Arbeiter. Angestellten und Beamten die Mah» nung. dah jeder nach seinen Kräften beitragen möge, um den Sieg vorzubereiten. Znsbesondere erachten wir es für die Pflicht, jene Kreise zur materiellen hilseleistung heranzuziehen, die trotz des heutigen wirtschaftselends dazu noch in erhöhtem Matze in der Lage sind. Alle Bezirke sind im Besitz von Sammellisten für den Volksentscheid. Zeichnet ans diese Listen! Dann wird es gelingen, den Raubzog der Fürsten abzuwehren, der politischen Freiheil, dem wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands die Wege zu ebnen. Berlin, den lg. Mai 1926. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deuffchlands. Mn Sie Gewerkschaftsmitglieder! ftachdem der Generalstreik in England beendet ist. s ch l i e tz e n w i r hiermit die Sammlung zur Unterstützung der englischen Kameraden. Die eingegangenen Gelder ersuchen wir umgehend an die vundeskaste des ADGB. abzulieseru. damit sie an den ZGB. in Amsterdam abgeführt werden können. Gleichzeitig ersuchen wir die Mitglieder der Gewerks chasten, nunmehr nach Kräften dazu beizutragen, datz die Kosten für den bevorstehenden Voltsentscheid rechtzeitig ausgebracht werden. Berlin, den lg. Mai 1926. Der Bundesvorstand des ADGB. Der volksentscheiü. Die Verordnung über die Abstimmung. Auf Grund des§ 4 des Gesetzes über den Volksentscheid vom 27. Juni 1921(RGBl.<5. 790) und des§ 18 der Reichsstimmordnung vom 14. März 1924(RGBl. I E. 173) wird auf Beschluß der Rcichsrcgierung hiermit verordnet: 8 t. Nachdem der Reiäistag in seiner Sitzung vom 6. Mai 1926 den im Volksbegehren verlangte», aus der Anlage ersichtlichen Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der Fürstcnvermögen abgelehnt hat, wird dieser Gesetzentwurf zum Volksentscheid gestellt. Gegenstand des Volksentscheids ist die Frage, ob der im Volks- begehren verlangte, vom Reichstag abgelehnte Entwurf eines Ge- setzes über Enteignung der Fürstenvcrmögen Gesetz werden soll. 8 2. Die Abstimmung findet am Sonntag, den 20. Juni 1926, statt. 8 3- Der Stimmzettel erhält den hier abgebildeten(verkleinerten) Ausdruck: Soll der im vollsdkgeljren veriongke Elltmurf eines Gesekes öder Enteignung der Meunelmögen SM weroen? Die Stimmabgabe erfolgt in der Weise, daß der Stimmberech- tigte, der die zur Zlbstimmung gestellte Frage bejahen will, das mit.La', der Stimmberechtigte, der sie verneinen will, dos mit „Kein' bezeichnete Viereck durchkreuzt. 8< Die Stimmlisten und Stimmkarteien sind vom 6. Zum 1926 bis einschließlich 13. Juni 1926 auszulegen. Die Gemeindebehörde kann die Auslegung schon früher beginnen lassen. Berlin, den 17. Mai 1926. Der Reichsminister de» Inner«. Dr. ftillft. Die Regierungserklärung. Das Kabinett vor dem Reichstag.— Abstimmungen.— Pfingstferien. Der Reichstag wird am Mittwoch in einer um 12 Uhr be- ginnenden Sitzung zunächst den Notetat verabschieden und dann in einer zweiten Tagung, die eine halbe Stunde nach Schluß der ersten Sitzung geplant ist, die Erklärung der Reichsregierung entgegennehmen. Die A b st i m m u n g e n über die zu der Regie- rungserklärungen vorliegenden oder noch zu erwartenden Anträge werden am gleichen Tage stattfinden, so daß der Reichstag schon am Mittwoch abend in die Pfingstferien gehen kann, die bis einschließlich 7. Juni dauern sollen. Die Erklärung der Reichsregierung umfaßt S Schreibmaschinen- selten. Sie befaßt sich, wie der Soz. Pressedienst mitzuteilen weiß, mit der Flaggenfrage und betont, daß im Sinne des Reichspräfl- deuten möglichst bald durch einen besonderen Ausschuß der Versuch zur Schaffung einer Einheitsflagge gemacht werden soll. In diesem Zusammenhang spricht die Erklärung von der Republik. In bezug auf die Außenpolitik soll der bisherige Kurs der Verständigung aufrechterhalten werden und, soweit die Innen» bzw. Wirtschasts- Politik in Frage kommt, will die Reichsregierung einen Ausgleich der Gegensätze herbeizuführen versuchen. Als Redner der sozialdemokratischen Fraktion wird Ginosse Hermann Müller die Haltung der Sozialdemokratie zu den: neuen Kabinett begründen. Kataftrophaler Irankensturz. tvv Reichsmark=- 825 Franken. Paris, 18. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der Franken hatte am Dienstag einen neuen heftigen Sturz zu verzeichnen; die Kurse für angelsächsische Devisen hab»n eine neue Rekordhöhe erreicht. Das Pfund notierte mit 168,40 gegenüber 161,70 am Vortage und der Dollar mit 34,70 gegenüber 33,44. Für 100 Reichsmark wurden bis zu 825 Franken gezahlt. Damit ist der Frank unter den Stand der Tschechokrone gesunken. Diese Entwicklung der französischen Währung steht im engen Zusammenhang mit dem ungünstigen Verlauf, den»ach den bisherigen Darstellungen die in London geführten Verhandlungen zwischen den Finanzministern Peret und Churchill genommen haben. Diese Verhandlungen scheinen über die Regelung der französischen Schulden an England hinaus eine weitgehende Bedeutung für die französische Währung zu gewinnen, da bei dieser Gelegenheit auch dos Problem der Gewährung von Stützungskrediten an Frankreich erörtert worden sein soll. Die Verhandlungen, die darüber zwischen der französischen Regierung und den Vertretern der angelsächsischen Finanz geführt worden sind, haben bisher ein Ergebnis nicht gebracht, da die internationale Hochfinanz als Vorbedingung für die Gewährung von neuen Krediten an Frankreich die Einführung einer Finanzkontrolle gestellt hat. Rennt au» der Hast entlasten. Vietro Rennt, der bekannte srüherc„Avanli'-Redaktcur, der vor einigen Wochen verhajtet wor» den war, ist nach dem„Giornale d'Jtalia' wieder aus freien Fuß gesetzt worden, weil der Termin für sein« Untersuchungshaft abgelaufen ist. vorwärtS'Verlag G.m.b.H., Serlin SM. 68, Linöenstr.Z Postschecklont,: Berlin 87 53«— Banklint»! Bank der Arbeite«, Angestrlltea »nd Beamten, Bavftr.«5! Diikoato-seselllchast,»«»offtenlaffe Lindenftr. 3. Hlarm zum Sürgerkrieg. Ein Schurkenstreich der Hugenberg-Preffe— und was aus ihm folgt. Der Berliner Polizeipräsident erläßt eine Richtigstellung zu den Veröffentlichungen eines Berliner Spätabendblattes über den sogenannten„Roten Frontkämpfertag*, der am Pfingstsonntag in Berlin abgehalten werden soll. Das bewußte Spätabendblatt bringt in dickster Aufmachung eine Schilderung der Gefahren, van denen Berlin am Sonntag bedroht sein wird. 80(XW— sage und schreibe: achtzig- tausend— auswärtige Kommunisten werden einmarschieren. 14 OVO Schutzpolizisten werden ihnen gegenüberstehen, das ist natürlich zu wenig, viel zu wenig! Aber Gott sei Dank ist ja auch noch die Reichswehr da, so daß nicht nur Gummiknüppel und Karabiner, sondern auch Artillerie und Panzerwagen zur Verfügung stehen werden. Der Polizeibericht versäumt auszusprechen, daß das Ber- liner Spätabendblatt, das für Sonntag den Bürgerkrieg ankündigt, kein anderes ist als die berüchtigte„Nachtausgabe' von Hugenbergs„Tag'. Aus derselben Fabrik stammte ja auch vor acht Jahren das geschichtlich denkwürdige Extra- blatt, das die Mobilmachung zum Weltkrieg ver- kündete, vierundzwanzig Stunden bevor sie wirklich erlassen wurde Die neue Mobilmachungsverordnung zum Bürger- krieg haben sich die Herrschaften überhaupt aus den Fingern gesogen. Wollten die Kommunisten wirklich 80 000 Mann nach Berlin bringen, so müßte ungefähr der letzte Mann ihres ge- samten organisierten Anhangs aus dem ganzen Reiche hierher- geholt werden. Die Beteiligungsziffer wird also wohl ganz wesentlich niedriger sein. Der„strategische Angriff" auf Berlin wird sich mit den Mitteln der deutschen Reichsbahn vollziehen über Landstrecken, auf denen der staatliche Macht- apparat völlig unangetastet dasteht, nach einer Reichshaupt- stadt, deren Bevölkerung in ihrer überwältigenden Mehrheit dem Kommunismus ablehnend gegenübersteht und deren Po- lizei allen möglichen Anforderungen gewachsen ist. Die Leute von der„Nachtausgabe" kennen diese Tat» fachen auch. Sie glauben an die Gefahren, die sie an die Wand malen, selber nicht. Sie setzen wieder einmal, wahrlich nicht zum erstenmal, f r e ch e L ü g e n in die Welt, um ihre dunklen politischen Zwecke zu fördern. Wie ein Schakal in der Wüste nach Leichen, so heult die Rechtspresse nach einem kommunistischen Putsch. Käme heute jemand daher, der, als Kommunist maskiert, die Gewaltanwendung, den bewaffneten Aufstand predigte— kein vernünftiger Mensch würde in ihm etwas anderes er- blicken, als ein von Claß und Konsorten gekauftes Subjekt, einen schurkischen Lockspitzel der schwarzweißroten Gegenrevolution. Darum kann kein wirNicher Kommunist heute auf den Gedanken kommen, unbezahlterweise eine Rolle zu spielen, die man nur einem bezahlten Lumpen zutrauen kann. So vollkommen klar ist jetzt die Situatton geworden. Sie ist durch die Enthüllungen der preußischen Regierung aufge- hellt, und der Artikel der„Nachtausgabe" bestätigt nur. was über die verbrecherischen Absichten der Rechts- Putschisten bekanntgeworden ist. Sie brauchen zur Auslösung ihres Putsches einen kommunistischen Putsch, und sie sind offenbar bereit, soweit es in ihren Kräften steht, den kommu- nistifchen Putsch selber herbeizuführen oder auch nur vorzu- spiegeln. Ein Vorwand für den Bürgerkrieg wird gesucht, eine Kriegslüge, um die Schuld an einem ausbrechenden Bürger- krieg von seinen wirklichen Urhebern auf andere abzuwälzen. Mit Menschenleben, mit dem Schicksal des deutschen Volkes wird ein verbrecherisches Spiel gespielt, das an Infamie seinesgleichen in der Geschichte sucht. Es ist notwendig, die Lage ganz klarzustellen. Mit der Klassenkampfformel allein ist das nicht möglich. Gewiß gibt es Kreise der Bourgeoisie, die im Faschismus das Mittel sehen, ihre Klassenherrschaft aufrechtzuerhalten, und die darum bereit sind, einen Rechtsputsch zu finanzieren. An- dere sehen aber durch einen Bürgerkrieg die Grundlagen der Wirtschaft und ihres eigenen Geschäfts bedroht und scheuen darum vor der Anwendung gewaltsamer Mittel zurück. Reben einigen großindustricllen Geldgebern spielen pensionierte Offiziere, konservative Großgrundbesitzer, de- klassierte Kleinbürger und Abenteurer aller Art in der rechts- putschistischen Bewegung die Hauptrolle. Es ist eine recht buntgemischte Gesellschaft, die sich da zusammenfindet. Diese Gesellschaft sieht, daß die sozialistische Arbeiterschaft in der Demokratie, im gleichen Wahl- und Stimmrecht, in der Presse-, Vereins- und Berfammlungsfteiheit ein Mittel gefunden hat, ihre Forderungen geltend zu machen und ihre Bewegimg vorwärtszutreiben. Sie sieht die wachsende Welle des Vo l k s e n t s ch e i d?, sie fürchtet kommende Wahlen, sie erkennt, daß die Demokratie in einem Lande, dessen Bevölke- rung in ihrer gewaltigen Mehrheit aus Lohn- und Gehalts» empfängern besteht, schließlich zu einer Herrschaft d»i: arbeitenden Massen führen muß. Ihr Ziel ist darum die Vernichtung der Demokratie. Was jene vernichten wollen, zu verteidigen, ist unser aller Aufgabe. Das ist von den Massen blitzschnell begriffen worden. Die Kommunisten haben ja noch ihre besondere Theorie, aber in der Praxis glauben wir, fühlt sich heute auch jeder kommunistische Arbeiter als ein Verteidiger der demokratischen Republik. So hirnverbrannt kann schließlich doch keiner fein, zu meinen, es sei für die Arbeiter gleichgültig, ob das allgemeine Wahlrecht besteht oder nicht, ob das allgemeine Stimmrecht für den Volksentscheid besteht oder nicht, ob Pressefreiheit, Vereins- und Dersammlungs- freiheit bestehen oder nicht. Und wäre einer so hirnverbrannt, so müßte er schließlich aus der berüchtigen Notverfassung der Rechtsputschisten erfahren, daß es letzten Endes um die Koalitionsfreiheit geht, und keiner wird sagen wollen, es sei für die Arbeiter gleichgültig, ob es G e w e r k- s ch a f t e n gibt oder nicht! Italien, das Land des Faschismus, ist das Land der schlechtesten Löhne. Der Kampf gegen den Faschismus ist für die Arbeiter ein Kämpf um das nackte Leben. Der Kampf gegen den Faschismus kann aber nur geführt werden als ein Kampf fürdieDemokratie. Heute läuft die ganze Praxis des politischen Kampfes der Arbeiterklasse darauf hinaus, die Rechte der Demokratie, die durch die bestehende Verfassung gewährleistet sind, gegen den Angriff des Faschismus zu verteidigen. Und jede Ideologie, die dieser Praxis widerspricht, wandelt über Wolken. Die Sammlung aller Kräfte gegen den Faschismus, die Aufrechterbaltung der Republik, des parlamentarischen Systems, der von den Arbeitern schwer errungenen staats- bürgerlichen Freiheiten ist die Forderung der Stunde, ist das Gebot des proletarischen Klasseninteresses. Die Kommunisten, die am Pfingstsonntag zu uns nach Berlin kommen, werden mit Musik durch die Straßen ziehen und für ihre Ideen Propaganda treiben können, weil Deutschland glücklicherweise immer noch eine demokratische Re- publik ist, weil Sozialdemokraten in der preußischen Regie- rung sitzen und weil es der sozialdemokratische Polizeipräsident von Berlin, der am letzten Sonntag die Schwarzweißroten sich blamieren ließ, wie sie wollten, mit der G l e i ch b e r e ch- tigung aller ernst nimmt. Regierten Claß, Hugenberg u. Comp., so wäre das alles ganz anders. In diesem Sinne be- trachten wir den kommenden Pfingstsonntag als einen aus- g ez e i chn e t e n P ro p a g a n d a t a g für die demo- kratifche Republik. * Der Polizeipräsident teilt mit:„Ein Berliner Spät- abenbblatt bringt in großer Aufmachung die Nachricht, daß der Polizeipräsident wohlwollend und endgültig da» P s i n g st- Meeting der Kommuni st en genehmigt habe und verössent- licht im Anschluß daran Einzelheiten über angebliche Vorbereitungen der Schutzpolizei und eine Verwendung der Reichswehr. Diese Veröffentlichungen stellen, da sie völlig frei erfunden und zum Teil direkt absurd sind, eine unverantwortlich« Beunruhigung der Bürgerfchast dar, die aus da» allerschärfste zu verurteilen ist. Zunächst kann keine Rede davon sein, daß der Polizeipräsident das Pfingstmeeting der Kommunisten„genehmigt" hat. Die Tagung des „Roten Frontkämpferbundes' ist vielmehr verfassungsmäßig zulässig und hätte allenfalls verboten werden können. Da es sich jedoch um eine einfache Tagung handelt, wie etwa um die ebenfalls zu Pfingsten stattfindende Tagung de»„Stahl- Helms' in Düsseldorf und da keinerlei Anhalt,punk>« dafür gegeben find, daß die öffentliche Ruhe. Sicherheit und Ordnung gestört wird, so fehlen die nach Art. 123 Abs. 2 der Verfassung er- forderlichen rechtlichen Voraussetzungen für ein solche» Verbot. Wenn in der Veröffentlichung dann gesagt wird, daß zu Pfingsten I4 Mann Schutzpolizei 80 000 Kommunisten gegenüberständen, so ist diese Gegenüberstellung besonders bedauerlich und absolut irreführend. Denn einmal oerfügt die Polizei in Berlin nicht nur über mehr al» KOOO uniformierte Beamte, sondern auch noch über mehrere Tausend nicht» uniformierte. Zum anderen aber sind die Mitglieder des Roten Frontkämpferbundes unbewaffnet und dürfen gemäß Polizeioerordnung wie seit langem schon selbstverständlich auch an diesem Tage weder mit Stöcken noch überhaupt mit Waffen auftreten. Natürlich gilt dieses Stock- und Waffen- verbot, das unter allen Umständen durchgeführt wird, auch für die von auswärts nach Berlin kommenden Mitglieder des Roten Front- kämpferbundes, für die bekanntlich die Reichsbahn Sonderzüge bereitgestellt hat. Die Schutzpolizei ist im übrigen bei etwa vorkommenden Ruhe- störungen leicht in der Lage und unter allen Umständen bereit, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Sie ist daher in keiner Weise irgendwie an die Reichswehr wegen einer Unterstützung herangetreten. Ein selb- ständiges Eingreifen der Reichswehr käme überhaupt nur im Fall der Verhängung des förmlichen Belagerungszustandes in Frage. Für die Berliner Bevölkerung liegt, da die Polizei für alle Eventualitäten ausreichend vorbereitet ist, durchaus kein Grund zur Beunruhigung vor und jeder Versuch, solche Beunruhigung künstlich hervorzurufen, muß auf das entschiedenste ver- urteilt werden und richtet sich von selbst.' �lenöerung üer Aigarettensteuer. Beschluß des Steuerausschusses. Der Steuerausschuß des Reichstages beriet am Dienstag eine Verordnung über die steuerliche Belastung der Zigaretten. Im August 1925 ist die Besteuerung der Zigaretten derart geregelt worden, daß neben der Banderolen steuer noch eine M a- terial steuer erhoben wird. Die Banderolenstcuer beträgt 20 Pro;., die Materialsteuer 900 M. für je 100 Kilo. Bei der Einführung der Materialsteuer hatte man angenommen, daß die Industrie durch eine Verkleinerung der Zigaretten die niedrigeren Preislagen zu erhalten suchen würde. Diese Erwartung ist aber nicht in Erfüllung gegangen. Die überaus stark« Belastung beson- ders der geringeren Preislagen gefährdete deren Erzeugung und verschärfte die ohnedies durch die Wirtschaftskrise leidende Industrie. Der Ausweg, die betreffenden Zigaretten in«ine höhere Preislage zu versetzen, ist natürlich nur zum Teil möglich, weil viele Ver- braucher nicht gewillt sind, höhere Preise anzulegen. Der dadurch hervorgerufene Rückgang im Verbrauch gefährdet den Er- trag der Zigarettensteuer, der mit 475 Millionen Mark jährlich im Reichsetat eine bedeutende Rolle spielt. Die neue Verordnung will deshalb das Verhältnis zwischen Banderolensteuer und Material- steuer derart ändern, daß die Banderolensteuer auf 30 Proz. erhöht und die Materialsteuer auf 4 00 M. für den Doppel- zentner herabgesetzt wird. Dadurch sollen die Erträge der Zigarettensteuer für da» Reich gesichert werden, während man gleich- zeitig die geringeren Preissorten entlastet und der Zigaretten- industrie wirksam hilft. Der Steuerausschutz stimmte der Vorlage zu und ersuchte die Regierung in einer Entschließung, Material vor- zulegen über die Belastung der einzelnen Zweige des Tabakgewerbes, um für eine allgemeine Neuordnung der Tabakbefteuerung sichere Unterlagen zu schaffen. Die neuen Steuersätze treten mit dem 1. Juni 1926 In Kraft. * Der Haushaltsausschuh des Reichstags genehmigte am Dienstag bei der Beratung des Nachtragsetat» zum Reichs- Haushalt 215 000 M. zur Förderung des wirtschaftlichen Nachrichten- wesens. Der Titel.Hilfeleistungen durch nichtbeamtete Kräfte bei dem Reichskommiffariat für die Kohlenverteilung' tonnte um 45 000 auf 200 000 M. herabgesetzt werden, da da» Reich über 180 000 M. an Gebühren eingenommen hat. Eine längere Aussprache entfvann sich über allgemeine Bewilligungen aus dem Gebiete des Luft- und Kraftfahrwesens. Es wurden zur Beschickung von Ausstellungen und zur Gewährung von Geldpreisen aus dem Ge- biete des Luft- und Kraftsahrwesens 3 582 500 M. bewilligt, außerdem 24 570 000 M. zur Förderung wissenschaftlicher und allgemein- wirtschaftlicher Zwecke. Als Beitrag zu den Kosten für die Er- richtung eines Forschungsinstitut» für Wasserbau und Wasserkraft am Walchensee wurden 60 000 Mark bereitgestellt. Schließlich wurde der Nachtragsetat de« Reichsfinanzministeriums genehmigt. Er weift eine Mehreinahme von 8 Millionen Reichs- mark auf, die sich aus Strafbeträgen und Dollstreckungsgebühren ergeben. Saperns vereinfachungsplSne. In einer Borbereitungskommisfio» begraben. München. 18. Mai. sEigener Drahtbericht.) Die vor Monaten groß angekündigte Aktion der bayerischen Regierung zur Verein, fachung der Staatsverwaltung begegnet außer, ordentlichen Schwierigkeiten. Das geht schon daraus hervor, daß die von der Regierung dem Landtag wiederholt ver- sprochene Vorlage von Woche zu Woche hinausgeschoben wird. Die Hauptfchwlbrigkeiten in den bisherigen internen Verhandlungen innerhalb der Regierungsparteien ergeben sich in der Frage des Abbaues von Ministerien, nachdem der B a u e r n b u n d die Auf- lösung des von ihm besetzten Landwirtschastsministerjums grundsätzlich ablehnt. Die anfänglichen Hoffnungen innerhalb der Regierung. noch im Laufe dieses Sommes zu einem Erfolg zu kommen, durch den der schleichende Bankerott der bayerischen Staatsverwaltung vermieden werden könnte, sind infolgedessen beinahe aus ein Mi- nimum gesunken. Zur Verschleierung des jetzt vorherrschenden Pessimismus der Oeffentlichkeit gegenüber faßte der Ministerrat in seiner Sitzung am Dienstag, allerdings in Abwesenheit des Land- wirtschaftsministers Fehr(Bauernbund), den Beschluß, eine K o m- Mission zur Vorbereitung eines Generalplans der Regierung zur Vereinfachung der Staatsverwaltung einzusetzen. Dieser Kommission, über deren Zusammensetzung noch nichts Näheres verlautet, wird der Auftrag zuteil. Dorschläge über eine durch- greifende Derwaltungsreform in allen Ressorts auszuarbeiten und seinerzeit dem Ministerrat vorzulegen. Niederlage der putsthfreunde. Tie Abstimmungen im Landtag.— KPD.-Phraseologie und KP T.-Praxis.— Eine irrtümliche Abstimmung. Der Landtag stimmte gestern dem Kultus- und dem Forst- baushalt zu. darunter dem demokratischen Antrag, nach dem öffentliche Schulen im Besitz der schwarzrotgolde- nen Fahne sein müssen. Im weiteren Verlauf der Putsch- debatte, die mitunter durch lebhafte Zwischenrufe unterbrochen wurde, versucht Abg. wei»sermel(Dnat.) Elaß und Konsorten nach dem üblichen Schema durch den Hinweis auf die angeblich bevorstehende zweite Revolution zu entlasten.— Pieck(Komm.) lieferte den Rechts» Parteien in einer wirren Rede Wasser auf ihre Mühlen, indem er auf der einenSeiteerklärte, dieKommunistendächten, wioüberhaupt, soauchbei der Berliner Psing st demon st ratton an kein« Revolution, aber...»wir machen keinen Putsch, sondern werden in aller Oessentlichkei« die Massen ausklären, um sie so zu organisieren zum gewallsamen Umsturz und zur Schaffung de» Arbeilerstaale».(Leb- Haftes Hört, hört! rechts�) Die Ausführungen des Abg. Körner (oölk.) gehen zum großen Teil im Gelächter der Linken verloren. Der Notetat wird in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen der Deutschnationalen und Kommunisten a n g e n o m- m e n. nachdem sich die Voltspartei vorher das Vergnügen geleistet hatte, in zweiter Lesung gegen den Nothaushalt des Staats- Ministeriums zu stimmen. Eine kleine Sensation, die die revolutionäre Phraseologie des Abg. Pieck trefflich charakterisiert, gibt bei der Abstimmung über das Ersuchen an da» Slaatsministerium. den Einfluß Preußens im Reich nachdrücklich dafür gellend zu machen, daß unverzüglich da» Ausführungsgesetz zum Artikel 4S der Reichsverfassung erlassen wird. Dieser Antrag, gegen den die Deutsche volkspartel und die Deutschnationalen stimmen, findet unter großer Heiterkeit nur dadurch Annahme, daß dle Kommunisten sich der Stimme enthalten. Bei der Abstimmung über den volksparteilichen Antrag, den bloßgestellten P u t f ch i ft e n eine Ehrenerklärung ab- zugeben und die Behörden, die die Hochoerratspläne der Putschisten aufgedeckt haben, zur R e ch e n s ch a f t zu ziehen, werden 360 Karten abgegeben, davon 144Ia.und216Neintarten. Der Antrag ist abgelehnt. Beifall link», Pfuil-Rufe rechts. Nachträglich stellt sich heraus, daß bei den Abstimmungen zum Notetat eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung der Preß stelle abgelehnt wurde, weil i r r t ü m l i ch die Regie- rungsparteien dagegen. Deutschnationale und Dolkspartei dafür ge- stimmt haben. Ein« sofortige Korrektur des Irrtums scheitert am deutschnationalen Widerspruch. Um H6 Uhr vertagt sich das Hau» auf Mittwoch 11 Uhr: Hau»- zinsst euer. Der dreh. von Hans Dauer. .Ich aber sage euch,' heißt es im Matthäus-Evangelium.„bah ihr nicht widerstreben sollt dem Uebel, sondern so dir jemand gibt einen Streich auf deinen rechten Bocken, dem biete den anderen auch dar. Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem lasse auch den Mantel.' Ein demütiges, ein sanfte» Christuswort, eines de» Weltver- zichts und der Unbcgehrlichkeit. Also: ein unbequeme« Christus- wort für alle die, die Christus im Munde führen, aber ihren nackten, kalten, ihren brutalen Seldoorteil meinen, für all« die. denen die Bibel nicht viel mehr als«inen sittlichen Winkeladvokaten-Komment bedeutet. Es ist vorzustellen, daß diese Leute wenig erbaut sind von diesem Wort, daß sie es mit zusammengekniffenen Augen miß- trauisch betrachten und ihm lediglich den Wert einer Stilwidrigteit beimessen, die e» au» der Welt zu schaffen gilt. Da» ist nun nicht leicht. Der Satz steht geschrieben und beharrt auf dem Recht seiner biblischen Existenz. Manchmal Hilst in solchen Fällen die Erhebung zur allegorischen Bedeutung. Man sagt: Ja, das ist schön und gut. aber natürlich darf es nicht wörtlich oerstanden werden. E» ist nicht Fluß des Lebens, es ist Sinnbild de» Lebens. Es gibt nicht Anweisung für den Alltag, es muß erst, mittels eines Schlüssel», der in unseren Händen ist, für den Alltag zurechtgestutzt, in seine Verhältnisse übertragen werden. Dieser Kniff ist aber nicht immer anzuwenden. Was dann? Nun, der Pfarrer des Berliner Dom», Herr v. Doehring, weiß es und setzt e» auf einer ganzen geschla- genen Seit« der.Täglichen Rundschau' auseinander. Fest stand für Ihn im vorhinein dreierlei: Einmal, daß da» fatale Bibelwort in der Zeit der Fürstenabfindungsfrage eine sehr aktuelle Bedeutung hat und geeignet wie kein anderes ist, dem protestantischen Gewissen in seiner.Parteinahme für die Dynasten gegen das Volk Knüppel zwischen die Beine zu werfen: zum anderen, daß«, auf keinen Fall einen praktischen Wert haben dürfe; schließlich, daß die Deute- lungsmaschinerie nicht einfach mit Auslegekünsten und Wortspielen arbeiten dürfe, daß e» vielmehr gelte, dem anstößigen Ausspruch durch einen geschickten Dreh das Genick zu brechen und ihn dennoch am Leben zu lassen. Wie macht man das? Wie schlängelt man sich durch? Wie dient man dem Gotteswort und dem Fürstenanspruch gleichermaßen? Wie bekennt man sich zu einem Christusspruch und zur Räuber- moral davongelaufener Könige in einem Atemzuge? Also bitte schön, nichts einfacher al« die». Sehen Sie sich bitte die Hände de» Herrn Pfarrer» Doehring an: jetzt hält er das Wort vom Packensdreich und vom abprozessierten Rock in ihnen. Ueberzeugen Sie sich genau: alle« echt, alle» bibelfest. Keine Täuschung, keine Illusion. Und nun: ein kurze» Schütteln der Hand: Psss. Alles fort, alles weggeblaje». Statt dessen£ die erschienen. Sie wollen das Kunststück erklärt haben? Ei, das peinliche Bibelwort wird in ollen Ehren gehalten. Der einzelne hat tatsächlich jedem, der ihn schlägt, den anderen Backen hinzu- halten und ihm den Mantel zu geben. Aoaaaber: Christus hat ja auch das Wort von der Bruderliebe geprägt, von der Verpflichtung der Gesamtheit, dem bedrohten Nächsten zu Hilfe zu kommen. Nun, diese Gesamtheit duldet einfach nicht, daß der protestantisch« Christ der Christu»sorderung nachkommt. Sie stellt sich schützend vor ihn. Sie verteidigt ihn. Usf. Der Doehringsch« Patentchrist braucht sich also doch nicht zum zweiten Male schlagen und sich nicht den Mantel abnehmen zu lassen, wie sehr er es auch will und wie sehr er auch danach lechzt, da» Bibelwort zu erfüllen. Herr Doehring und die Seinen vereiteln es. Feine Sache, so etwa»! Radikale Demut mit der Gewißheit, daß sie eineni nicht gefährlich wird, Bc- reitschast zu äußerstem Verzicht, ohne die geringsten Verpflichtungen einzugehen. Das heißt man, die Quadratur de» Zirkels entdeckt, den Bären gewaschen, ohne ihn naßgemacht zu haben. Aber schließlich: muß nicht das armselig« Zimmermannskind- chen, das da vor 2000 Iahren geboren wurde, noch recht froh sein, daß ein so titelbehafteter Herr wie der Prediger Doehring ihm nach- weist, daß sein voreilige» Wort auch ander» als in einem Sinne verstanden werden kann, der ihm endgültig da» Wohlwollen fürst- licher Persönlichkeiten rauben müßtet Die Berliner Akademie der Künste zum 0pernhau»umbm». Die Architekten der preußischen Akademie der Künste nahmen, wie es die Gesamtakademie dieser Tage schon angekündigt hätte, zum Umbau des Berliner Opernhauses Stellung. Die Architekten— unter ihnen Ludwig Hoffmann, Jansen, Straumer, Poelzig. Geßner, Breslauer, Seeck usw. — waren einstimmig der Anficht, daß die Pläne, die in der Hochbau- abteilung de» Finanzministeriums ausgearbeitet worden find, un- möglich sind. Sie zerstören da» Plotzbild, schädigen die Hedwig»- kirche, verunstalten den Knobelsdorfsschen Bau und bieten trotz großer Kosten nicht das erreichbar Beste. Die Architetten der Akademie arbeiten mit größter Befchteunigung ein Gutachten aus, da» einen Plan enthält, der dem Betriede der Oper die nötige Sicherheit gibt. ohne die gekennzeichneten Mängel aufzuweisen. Gedacht wird, wie man hört, an einen Anbau an das Opernhaus im rückwärtigen Teil, der nur auf der einen Seite im rechten Winkel anschließt und zum Prinzessinnen-Palais hinübergeht. Ein solcher Anbau wäre von vornherein al» Provisorium kenntlich, während die jetzigen Pläne den Knob«l»dorffich«n Bau einfach verfälschen würden. Ludwig Hoff- mann detonte die Notwendigkeit, das alte Opernhaus al» Konzert- und Repräfentotionsroum zu erhalten. Die Eröffnung de» Mannheimer Schlohmuseum». Das frühere großherzogliche Schloß in Mannheim, eines der größten Barockschlösser, die ehemalige Residenz der prachtliebenden Kurfürsten von der Pfalz, das u. a. sehenswerte Prunkgemächer aus der zweiten Hälfte de, 13. Jahrhunderts aufweist, dient jetzt in seinen Haupträumen M llnterbrmgullg der große» kultmgesqichtllchea und tnnftgewert»- I lichen Sammlungen der Stadt Mannheim. Die feierliche Eröffnung dieses mehr als 50 Räume umfassenden Schloßmuseums und zu- gleich feine Uebernahme durch die Stadt fand am 15. Mai statt. In den Hauptsälen wird durch Möbel, Kostüme. Bilder und eine Fülle von wertvollen Porzellanen und Fayencen die Blütezeit der Parock- und Rokokozeit wieder lebendig gemacht, al» Mannheim nicht nur die Hauptstadt der Pfalz, sondern auch eine der wichtigsten Kunststätten Europas war. Die erste Ueberpflanzung der Bauchspeicheldrüse. Da» Pankrea» oder die Bauchspeicheldrüse, denen Säfte für die Verdauung und den ganzen Stoffwechsel äußerst wichtig sind und die in neuester Zeit besonders durch die Verwendung des von ihr hervorgebrachten In- sulin gegen die Zuckerkrankheit viel genannt wird, war bisher noch nie von einem Organismus auf den anderen überpflanzt worden. Nunmehr ist, wie in der„Umschau' berichtet wird, den amerikanischen Aerzten Jvy und Ferrell zum erstenmal die Ueberpflanzung ewes Stücks des Pankreas in die Brustdrüsen einer Hündin mit Erfolg gelungen. Die Sekretion des überpflanzten Stückes war ganz so, al» befände es sich an seiner normalen Stelle, und Insulin wurde in einer solchen Meng« abgesondert, daß es zur Berhinderung des Auf- treten» von Zuckerkrankheit genügt«. Bevor die Ueberpflanzung von Teilen der Bauchspeicheldrüsen beim Menschen zur Heilung der Zucker- krankheit vorgenommen werden kann, müssen freilich noch ein- gehende Versuche gemacht werden. Der Rordpol russisch? Di« Eowjetregierung hat sich beeilt, da» Eigentumsrecht am Nordpol durch ein Gesetz festzulegen. In der .Lswestia', der amtlichen russischen Zeitung, wird ein Gesetz ver- öffentlicht, demzufolge die Sowjetregierung alle festen Ländereien und all« Meere des Nördlichen Eismeeres von der russischen Küste bis an den Nordpol für ein Gebiet der Sowjetunion erklärt. Unter diese» Gesetz fallen alle Länder und Infeln, die bereits bekannt sind und solche, die noch etwa entdeckt werden sollten. Die„Iswestia' führt in einer offiziösen Erklärung dazu an, daß eine derartige gesetzliche Annektierung von bisher staatenlosen Ländern nichts Neues im Völkerrecht wäre, da auch England bereits früher ein ähnliches Gesetz über die Ländereien in der Antarktis erlassen hat. SSHieschrovtk. Herr E ch» r r Ist an vlinddarnientzündung erkrankt und in Wien operiert. Den Hans Sachs in der.Meistersinger-- »luiiüdrung am 2L. fingt Michael Bohnen, der damit seine bi» tu de» Dezember während« Verpflichtung an der Slaattoper antritt. Da» älteste Orchester der Welt. In diesem Jahr« feiert da» Königlich, Orchester in Stockholm sein vierhundertjäbrige« Bestehen. Es wurde unter der Herrschaft de» König» Gustav Wasa gegründet, der in Schweden die Reformation einführte, und stand seitdem unter dem Patronat der schwedische» Könige. ver stampf gegen die Lepra. Au» dem Jabreßberichl der cngMche» MiifionSgefellichost für Leprakrante, die seit dem Jahre 1874 besteht, ist»u entnehmen, dafi während ihrer Tätigkeit 8000 Leprakrante ganz oder letl» weise aus den Mitteln dieser Geiellichast unterstützt worden find. Zurzeit werden etwa 700 lcprakranke Kinder in besonderen Heimen unterrichtet. Eine von der Gesellschatt angestellt» Untersuchung ha» ergeben, daß ein weiter« iluSbau der Kr bell, bej anders tn«frlla, dringend notwendig stn Eröffnung öer /lbrüftungskonferenZ. Reden von Cecil und Bernstorff. Genf, 18. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Die am Dienstag er» öffnete vorbereitende Abrüstungskonferenz wählte zu ihrem Vorsitzenden den holländischen Delegierten Loudon und zu stell- vertretenden Vorsitzenden die Vertreter Spaniens und Uruguays. Lord Robert Cecil hatte Paul Boncour zum Vorsitzenden vorgeschlagen, dieser lehnte jedoch ab mit der Erklärung, daß Frank- reich auf dieser Konferenz besonders wichtige Interessen zu vertreten habe, so daß es angebracht scheine, einen Vertreter eines kleinen neutralen Landes mit dem Vorsitz zu betrauen. Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden werden gleichzeitig den Vorsitz in den beiden Ausschüssen, dem militärischen und dem gemischten Ausschuß, führen. Am Nachmittag sprach in öffentlicher Sitzung als erster Lord Robert Cecil, der hervorhob, daß das Landheer Englands nur kolonialen Polizei- aufgaben diene. Darüber hinaus gab er die Erklärung ab, daß England bereit sei, seine Flotte im Verhältnis zu den anderen Staaten abzurüsten, wobei vor allem auch an ein« Verminderung der Unterseeboote und eine Beschränkung in der Größe der Schlachtkreuzer und ebenso bei der Luftwaffe gedacht werden könne. Die Probleme der Sicherhett und der Abrüstung liefen parallel und müßten gegenseitig gefördert werden. Mit Nach. druck betonte aber Lord Robert Cecil, daß auch die Abrüstung eine Form der Sicherheit darstelle. Abrüstung sei keine Illusion, sie könne verwirklicht werden, wenn überall der gute Wille vor» Händen ist. Zweiter Redner war der deutsche Delegierte Gros Bernstorff, dessen französisch abgegebene Erklärung ebenso wie die des englischen und des darauf zu Wort kommenden amerikanischen De- legierten mit gespannter Aufmerksamkeit aufgenommen wurde. Die Rede des deutschen Hauptdelegierten hatte folgenden Wort» laut: »Die Regierung und die öffentliche Meinung Deutschland» haben mit viel Interesse und Sympathie olle Versuche des Völkerbundes zur Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen verfolgt. Wenn diese Versuche bi» jetzt noch keinen Erfolg gehabt haben, so hoffen wir, daß diese Konferenz ein« neue Aera ein- leiten wird, in der kein Wettrüsten mehr stattfindet, sondern lediglich ein friedlicher Wettkampf der Völker auf kulturellem Gebiet. Das allgemeine Interesse, das man in Deutschland der Ab- rüstungsfrage entgegenbringt, hat politische, militärisch« und wirtschaftliche Gründe. Aue sittlichen Gründen muß für die Zukunft die Vermeidung eines neuen Krieges angestrebt werden. Ebenso fordert dies die Politik, weil die Geschichte uns lehrt, daß übertriebene Rüstungen immer zum Kriege führen, und hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage wird niemand bezwelseln, daß die durch den legten Krieg verarmte Welt auf die Dauer keine schweren Rüstungen tragen kann. Geben schon diese ollgemeinen Gründe genug Anlaß zu der Hoffnung, daß diese Konferenz zur Begrenzung und Herabsetzung der Rüstungen führen wird, so bringt Deutschland dieser Frage ein ganz beson- deres Interesse entgegen. In der Präambel des Teils S des Vertrages von Versailles geht dem die Abrüstung betreffenden Kapitel eine Er k l ä r u n g voraus, daß diese Maßnahme zur Er- möglichung einer allgemeinen Abrüstung getroffen wird, und be- kanntlich haben am 1ö. Juni 1319 die Vertreter Deutschlands und der alliierten Mächte einen Schriftwechsel geführt, aus welchem in durchaus klarer Weise hervorgeht, daß die Abrüstung Deutschlands da» Vorspiel zu einer planmäßigen allgemeinen Abrüstung durch den Völkerbund sein sollte, die übrigens ausdrücklich durch das Protokoll von L o c a r n o vorgesehen ist. Auf Grund der erwähnten Verein- barungen hat das deutsche Volk vollkommen abgerüstet, und seine Streitkräfte reichen zur Garantie seiner nationalen Sicherheit im Sinne des Artikels 8 des Dölkerbundsaktes nicht mehr aus. eine Bestimmung, die andererseits alle Mitglieder des Bundes zur Abrüstung verpflichtet. Unser Ziel wird erreicht werden können bei der Betätigung des guten Willen» seitens aller der Regierungen, welche die Formel zu finden haben werden, die die Begrenzung und Herabsetzung der Rüstungen ermöglichen soll. Dieses Ziel wird nach unserer Ansicht um so leichter zu erreichen sein, je mehr wir die Zahl der zu behandelnden Fragen b«- grenzen. Der uns vorgelegte Fragebogen behandelt viele sehr interessante Fragen, die aber nicht all« für die Lösung des großen Problems unbedingt erforderlich sind. In allen Er- örterungen des Völkerbundes spielen»Sicherheit, Schied»» gerichtsbarteit und A b r ü st u n g* eine große gemeinsame Rolle. Da nun„Sicherheit und Schiedsgerichtsbarkeit" durch den Vertrag von L o c a r n o wesentlich gefördert sind, ist jetzt der Zeit- punkt zur Erreichung einer allgemeinen Abrüstung gekommen. Wie die Initiative der deutschen Regierung, die zu dem Abkommen von Locarno geführt hat, zeigt, ist unsere Außen- Politik, wie ich erneut feststellen möchte, vollständig von dem verlrage und dem Geiste von Locarno getragen. In dem gleichen Geiste müssen wir an die Abrüstungs» frage herangehen, die wichtigste Frage, die der Völkerbund jemals zu lösen haben wird. Ohne Abrüstung wird der Völkerbund niemals erfolgreich arbeiten können. Solange es' auf der einen Seite über- mäßig gerüstete Völker gibt und wieder andere, deren Rüstungen nicht einmal für ihre eigene Sicherheit ausreichen, wird die Durch- führung der Völkerbundssatzung erheblichen Schwierigkeiten be- gegnen. Deutschland, das seine Verpflichtung zur Abrüstung so vollständig erfüllt hat, darf mit gutem Recht erwarten, daß die anderen Nationen ihm auf diesem Wege folgen werden, woraus sich für Europa, für die ganze Welt ein Zustand dauernder Be- friedung und gegenseitigen Vertrauens ergeben wird." Der amerikanische Gesandte Gibson gab die Erklärung ab, daß die amerikanische Delegation an den der Konferenz gestellten Aufgaben aufrichtig mitarbeiten werde, in der Ueberzeugung, daß bei dem nötigen Verständigungswillen auch ein guter Erfolg zu erwarten sei. Er vertrat dann den Stand- punkt, daß man mit der Abrüstung zunächst westerkommen werde mit regionalen Abrüstungsabkommen, als wenn man für die gesamte Welt gültige Beschlüsse fasse. Die Vereinigten Staaten selbst seien in bezug auf ihr Landheer besonders günstig dran: zur Ergänzung des Washingtoner Flottenab» r ü st u n g» a b k o m m e n» sei die Washingtoner Regierung jeder- zeit bereit. Das schwierige Hindernis bildeten das Mißtrauen und die Verdächtigung von Land zu Land. Somit war die allgemeine Aussprache beendet. An der an- schließenden Erörterung über die Möglichkeit der Abrüstung Im ein» zelnen beteiligten sich Lord Robert Cecil. Paul Boncour. General de Martni, de Brouckere u. a. Brasilien lenkt ein. Das letzte Hindernis gegen Deutschlands Aufnahme beseitigt. Da» Ergebnis der nunmehr beendeten Tagung der Studien- kommisfion für die Reorganisierung de» völerbundsrate» scheint um so günstiger z» sein, als nicht nur eine volle Einigkeit zwischen allen europäischen Mächten erzielt wurde, sondern auch der bra- si lianische Delegierte Montorroyo» in der Schlußsitzung eine Erklärung abgegeben hat. die nicht ander» aufgefaßt werden kann al» eine Abkehr vom intransigenten Standpunkt, den Mello- Franca im März eingenommen hatte. Zn dieser Erklärung hat der brasilianische Vertreter seine Be- friedlgung darüber ausgedrückt, daß der Völkerbund durch die Hal- lung Brasiliens im März dazu veranlaßt wurde, diesen Fragen- komplex einer neuen grundsätzlichen Prüfung zu unterziehen. Bra- silien werde nun die Interessen de» Bundes seinen eigenen voran- stellen und sei bereit, dem Völkerbund keine weiteren Schmie-� rigketten zu bereiten. E» habe den dringenden Wunsch gehabt, daß Deutschland in den Bund eintrete. In einem persönlichen Besuch bei dem deutschen Delegierten, Botschafter v. h o e f ch, vor dessen Rückreise nach Berlin, hat Mon- tarroyo» diese Erklärung erläutert und bekräftigt. Eine europäische HeereSstatisttt. Pari», 18. Mai.(TU.) Nach einer soeben veröffentlichten Statistik des Völkerbundssekretärs ist das S t ä r k e v e r h ä l t n i» der europäischen Armeen folgendes: Europa hat alles in allem 2 623300 Mann unter den Massen, während es 1313 4166 000 Mann hatte. Deutschland hat auf Grund der Bestimmungen des Dersailler Vertrage» die größten Einschränkungen vorgenommen (SS 000 Mann statt 815 000), Rußland S62 000 statt 1200 000, Frankreich 641 000 statt 873 000, Italien 230 000 statt 275 000. Die»Information" stellt an Hand der Statistik fest, daß nur Großbritannien und die Vereinigten Staaten ihre Wafsenbestände vermehrt haben. pilfudfti kandidiert nicht. Die polnische Präsidentenwahl. Warschau, 18. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Do» polnisch- sozialistische Zentralorgan„Robotnik" hatte heute morgen die Meldung gebracht, daß der Senatsmarschall Trompczynskt. der zu Verhandlungen mit den Oppositionsführern nach Posen gereist ist, sich dort den Gegnern Pilsudfli» angeschlossen habe. Darauf er- hielt der„Robotnik" am Rachmittag ein Telegramm, das von Iromp- czynflis Sekretär unterzeichnet ist und diese Meldung au». drücklich dementiert. Man kann auch glauben, daß Tromp- czynski in durchaus ehrlicher Absicht zu vermitteln sucht. Die Posener beabsichtigen nicht einen militärischen Kamps gegen Warschau, indessen kann e» doch einige Zeit dauern, bi» wirklicher Friede her- gestellt ist. Die Rationalversammlung zur Reuwahl de» Staatspräsidenten muh nach der Verfassung binnen 14 Tagen nach dem Tod oder der Abdankung de» Präsidenten zusammentreten. Die» dürfte auch der Fall sein. Pitsudski selbst kandidiert nicht. Die linken Parteien wollen dahin arbeiten, daß die Rä- tionaloersammlung eine Persönlichkeit, die allen Parteien genehm ist, zum Präsidenten wählt, daß er jedoch nach der Reuwahl de» Parla- ments zurücktritt. Von der Reuwahl de» Sejm erwarten die So- zialiften und die ihnen nahestehenden Parteien eine starte und ent- fchledene Llnksmehrheit, so daß dann auch ein l in k»- stehender Staatspräsident gewählt werden würde. Da» Parlament dürfte seine Arbelten gleich nach der jetzt be- vorstehenden Präsidentenwahl wieder aufnehmen. Die Sozialisten sind fest entschlossen, im jetzigen Sejm keine andere Frage mehr al» die seiner Selbstauflösung beraten zu lassen. Sollte die Rechte den Versuch mochen. irgendwelche anderen Fragen vorzuschieben, so wäre mit der heftigsten Obstruktion der Sozialisten zu rechnen. Der frühere Kriegsminister. General S o s n k o w s k l, ein Freund Pilsudski». der vorige Woche iu Posen einen Selbstmord- versuch gemacht hat, da man ihm befehlen wollte, gegen Pilsudski zn marschieren, ist bereit» außer Gesahr und aus dem Wege der Ge- nesung. Bertagung deS Volksbundprozesses. latlowltz, 18. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Heute begann hier der Spionageprozeß gegen den Schuldezernenten des Deut- schen Volksbunde» für Ostoberschlesien, Schulrat Dudeck. Da von den zwei polnischen Offizieren, die als Sachverständige(lies: Anklageverstärker) geladen sind, der eine fehlte, der andere erklärte, noch heute abend in Warschau zurück sein zu müssen, so wurde die Verhandlung sogleich auf unbesttnnnte Zeit vertagt. Bei dem für morgen festgesetzten Prozeß gegen die übrigen elf Angeklagten ist mit Sicherhett dieselbe Entwicklung zu erwarten. Es ist durchaus möglich, daß die Vertagung erfolgt ist, weil das Gericht meint, daß es unter den obwaltenden polittschen Verhältnissen besser sei. nicht zu verhandeln. Wenn die Regierung Bartel-Pilsudskl wirk- lich dl« Minderheitsvölker mit dem Staat versöhnen will, müßte sie diesen ganzen Prozeß niederschlagen. Europa und die Welt. Coudenhovc-Calergi über die paneuropäische Bewegung. Coudenhooe-Calergi, der Führer der paneuropäischen Bewegung, sprach gestern im Plenarsitzungssaol des Reichswirt- schoftsrats über»Europa und die Welt". Er verglich das Schicksal des modernen Europa mit dem de» alten Hellas. Europa stehe heute zwischen dem kapitalistischen Kollektivismus Amerikas und dem kommunistischen Rußland». Es ist das Land de« Individualismus. Und auch der europäische Sozialismus, der die Befreiung der Ar- beiterschaft von wirtschaftlicher Unterdrückung anstrebe und daher dem Klassenkampfgedanken huldige, führt im Grunde einen Kampf um die Befreiung der Persönlichkeit. Aus dem Individualismus Europa» ist seine Selbstzersleischung geboren, und gerade Europas Geschichte zeige, daß Freiheit ohne innere Der- antwortung Selbstmord ist. Der aus dem Individualismus ent- standen« Kampfgeist ist Europas Schicksal geworden. Der letzte Krieg war nur die Folge einer jahrtausendelangen Entwicklung. Nun ist die Welt verändert. Europa muß sich dieser oeränderten Weltlage anpassm oder zugrundegehen. Durch Jahrtausende hindurch konnte Europa sich seinen inneren Kämpfen hingeben, ohne ernstlich bedroht zu werden. Heute ist Europa vom Westen wie vom Osten bedroht. Wcltpolitik ist nicht mehr europäische Politik, Weltgeschichte nicht mehr europäische Geschichte. Heute schon ist Amerika mächtiger als Europa, morgen wird es Asien sein. Die Geschichte drängt Europa zum Zusammenschluß oder Untergang. Sich einigen heißt, sich retten. Diese Erkenntnis ist die Ursache de» paneuropäischen Gedankens, der sich innerhalb dreier Jahre zu einem anerkannten politischen Problem entwickell hat. Zahlreiche einflußreiche europäische Po- litiker haben sich bereits öffentlich für den Gedanken Paneuropas ausgesprochen. Heute stehen Millionen hinter dieser Bewegung, so daß bereits vom 4. bis S. Oktober d. I. die erste Se- neralversammlung der P a n eu r o p ä i s ch en Union stattfinden kann. Es ist zu erwarten, daß sich das Tempo der pan- europäischen Entwicklung steigern wird. Ohne ein einiges Europa gibt es kein Gleichgewicht in der Welt, und ohne Gleichgewicht in der Welt gibt es keine Freiheit für Europa. Für Paneuropa sind Autonomie und Föderation zu fordern. Innerpolitisch Autonomie, außenpolittsch Föderation. Jeder Dersuch, Europa zen- tralistisch aufzubauen, müßte an der Macht des Individualismus scheitern. Eine europäische Kultur ist nur denkbar in der nationalen Gliederung. Ein Kampf gegen den nationalen Gedanken wird ein Kampf gegen die Idee Paneuropa. Wer sein Dolk wahrhaft liebt, muß auch Europa lieben. Paneuropa wird niemand seine» Vater- lande» berauben. Aber es ist das Ziel Paneuropa», die Grenzen bedeutungslos und unsichtbar zu machen. Dann erst werden die europäischen Nationen sich finden. Einigkeit, Freiheit und Liebe sollen das Ideal des neuen Europa sein. Alle, die sich als wahre Europäer fühlen, haben die heilige Verpflichtung, ihre ganze Persönlichkeit für diese große Sache«inzusetzen. Denn Europa ist das verlorene Paradies, ist der schönste Teil dieser Erde. Kein Land hat mehr an großen Geistern gezeugt als Europa. Werben wir mit ganzer Seele für unser nördliches Paradies, dann wird Europa aus der Katastrophe der Welt erneut und verjüngt hervorgehen. Im Anschluß an diesen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag behandelt« der Redner dann noch praktische Wege zu Paneuropa. Er sieht die Möglichkeit, daß auf der Basis der Locarno. Verträge eine weitere Einigung Zustandekommen könne. Eine weitere Möglichkeit wäre die. daß sich die Vertreter der europäischen Regierungen oder Parlamente in gewissen Zeit- abständen zu unverbindlichen Aussprachen über europäische Probleme träfen. Und endlich bestände die Möglichkeit, daß der Völkerbund seinen Zentralismus auf- gebe und sich in Sektionen aufbaue, die ihre inneren Angelegen- Helten autonom regeln. Diesem vom Zentralismus befreiten Völker- bund könnten dann nicht nur Europa, sondern auch Amerika und Sowjetrußland al» selbständige Sektionen angehören. Dieser Weg über de« Völkerbund wäre die natürlichst« Entwicklung zu Kau. europa. Im übrigen Ist Paneuropa keine endgültig« Lösung, son- dern e i n P r o v i s o r i u m, da» sich mtt der Lage der Welt ständig verändern muß._ Die Ehre des kußpriefters. Münchmcyer als„falscher Priester" erwiese«. Emden) 18. Mai.(WTB.) Heute abend fällte das große Schöffengericht im Borkumer Beleidigungsprozetz folgendes Urteil: Wegen formaler Beleidigung de» Pastors Münchme yer wurden die Angeklagten Dr. Völklein zu 100 M., Dr. E.harig zu 100 M. und Pels zu 20 M. verurteilt. Vom Gericht wurde der Beweis als erbracht angesehen, doft Pastor Münchmeyer ein„falscher Priester" ist. Nicht als erwiesen angesehen wurden die Vorwürfe gegen da» Landt»ttrch«n- a m t, und demzufolge wurden für diesen Fall der Beleidigung ver» urteilt Dr. Völklein zu 1000 M., Dr. Charig zu 1500 M. und Pels zu 100 M. Geldstrafe. Den Angeklagten wurde im ersten Falle der Schutz des§ 193 zugebilligt, im zweiten Fall verweigert.(Der Staatsanwalt hatte gegen Dr. VölNein eine Gefängnisstrafe von drei Monaten wegen Beleidigung des Landestirchenamte» und 500 M. wegen Beleidigung des Pastors beantragt, trotzdem auch er den Wahrheitsbeweis al» voll erbracht ansah.) Zeuge Sethlen. Im Frankenfälschcrprozess. Budapest, 18. Mai.(EP.) In einer der letzten Sitzungen de» Frankensälscherprozeh hatte der ehemalige„christliche" Ministerpräst- dent Stephan Friedrich den jetzigen Kabinett»ches Bethlen sehr schwer belastet und ihm unter anderem nachgesagt, daß er den Fälscherhäuptlingen einen Freibrief ausgestellt habe. Heute wurde nun der von Friedrich genannte Abg. Hi r im Rochusspital vernommen, wo er krank liegt. Er gehört zu den Rechtsradikalen und war am burgenländischen Dandenkrieg gegen Deutsch- österreich 1921 führend beteiligt. Abg.„Markgraf" Palla- v i c i n i hatte gestern als Zeuge ausgesagt, daß Hir der Ver- bindungsmann zwischen Windischgrötz und dem Minister- Präsidenten gewesen sei, mit dem Bethlen im August 1923 die ganze Frankensälschungsaltion iu einem Ort« am Plattensee ein- gehend besprochen habe. H t r gab an. er habe im Früh- jähr 1323 zum erstenmal von der Aktion erfahren. Im August des- selben Jahres habe er im Auftrage von Prinz Windischgrötz und Professor Messaro» den Ministerpräsidenten um einen Brief gebeten, worin dieser mitteilte, daß er gestatte, da». jenige auszuführen, wa» Hir im Interesse der irredentisti- schen Ziele vorgeschlagen hatte. Diesen Brief erhielt Hir einige Tage später. Es hieß darin, daß der Ministerpräsident gestatte, daß hir für die irredentistischen Ziele da» Erwähnte anfertige» könne. Auf die Frag« des Vorsitzenden, was das sei, erwiderte Hir:.Der Franken" Den Umschlag des Briefes habe der Zeuge noch im Besitz, der Brief selbst sei bei Windischgrötz. Hir erklärte weiter, Windischgrätz habe von Bethlen die Zusage erhalten, daß der Ministerpräsident eine Milliarde zur Sicherung der materiellen Vorbedingungen der Fälschungsaktion bereit st ellen würde. Eine Kopie des fraglichen Briefes des Ministerpräsidenten besitze er noch: er weigerte sich indessen anzugeben, wo sie sich befinde. Bethlen leugnet unter Eid. Budapest, 18. Mai.(WTB.) Im Zusammenhang mit dem Frankenfälschungsprozeß hat Ministerpräsident Graf Bethlen heute nachmittag in«inständiger Zeugenaussage, auf die er ver- eidigt wurde, angegeben: Ich hatte von den Frankenfälschungen keine Kenntnis, es hat n i e m a l» auch nur einen Augenblick gegeben, wo ich die Frankenfälschungen gedeckt oder sie mir auch nur tn verschleierter Form zu eigen gemacht hätte. Gras Bethlen legte Akten vor. au» denen hervorgeht, daß er nicht nur die Mittel, sondern auch die Ziele des Prinzen Windischgrötz ver- urteilt habe. Er entkräftete(I) ferner die Angaben Hir», mit dem er wohl im August 1923 einen Tag lang am Plattensee gewesen sei, jedoch nur zur Besichtigung eines anzukaufenden Gute», wobei Hir als Vermittler wirkte. Einen Freibrief habe Bethlen niemals ausgestellt._ Der Druckfehlerkeittel für Schwarzweißroli Cr hat es fertig ge- bracht, den Genossen Saenger in unserem gestrigen Abendblatt ein Lob der kaiserlichen Farben singen zu lassen! Di« Druckerei bittet den Genossen Saenger und die Leser des„Vorwärts" um Ent- jchuldigung. GewsrWostsbewegung vke kommunististhen ,Massen�. Sie wählen aber �verräterische Gewer kschaftsbureankraten". Die Kommunisten lieben es, zu behaupten, dah der übergrohe Teil der Gewerkschafter einen ganz anderen Kurs in der Gewerk- fchaftsbewegung gesteuert wünscht, daß nur die dem Kapital mit Haut und Haaren verschriebenen Gewerkschaftsbureaukraten sich dieser von Moskau unter wechselnder Parole gepredigten �revolutionären' Taktik widersetzen. Wie oft hört man von den revolutionären Ge- werkschaftsstralegen, daß die reformistischen Gewerkschaftsführer in derAersenkung verschwinden müssen, da sie das Vertrauen der Arbeiterschaft nicht mehr besäßen. Wenn die Behauptungen der Kommunisten, daß sie die große Masse hinter sich haben, richtig wären, dann niüßte das besonders bei den Wahlen in den Gewerk- fchaften zuin Ausdruck kommen. Wie steht es ober damit? Der Hauptoorstand des Deutschen Textilarbeiterverbandes hat sich der Mühe unterzogen und eine Statistik über die Wahlen inner- halbderOrtsverwaltungen aufgemacht. Diese Statistik, oer- öffentlicht in der Nr. 21 der Verbandszeitung„Der Textilarbeiter', sieht folgendermaßen aus: Von 395 im Deutschen Textilarbeiteroerband vorhandenen Orts- Verwaltungen haben 262 das Resultat der Wahl gemeldet. Die fehlenden 43 Ortsverwaltungen hoben Meldung nicht gemacht, weil Aendcrungen nicht eingetreten sind. In diesen Ortsverwaltungen kommt die KPD. überhaupt nicht in Frage. In den 262 Ortsverwaltungen wurden zu Funktionären gewählt zusammen 1543 Mitglieder, die politisch der SPD. angehören, 98 Mitglieder, die politisch nicht organisiert sind, 77 Mitglieder, die der KPD. angehören. Zwei der gewählten..Funktionäre gehören der Zentrumspartei an und ein Funktionär ist Mitglied der Deutsch-Demokrotischen Partei. Als erster Vorsitzender fungieren nur 13 Kommunisten, als deren Stellvertreter 11 Kommunisten, als Kassierer 5 Kommunisten, als Stellvertreter 2 Kommunisten, als Schriftführer wurden gewählt 8 Kommunisten usw. Zusammen wurden, wie gesagt, 7 7 K o m- m u n i st e n gewählt, denen 1717 nicht zur Kommuni st i- scheu Partei gehörige Funktionäre des Deutschen Textilarbeiter- Verbandes gegenüberstehen. Wenn man bedenkt, daß die Kommunisten alle Minen springen ließen, um die-Ortsverwaltungen in ihre Hand zu bekommen, es an Verleumdungen, Entstellungen und unwahren Behauptungen in den Flugblättern und Versammlungen nicht fehlen ließen, so ist das Resullat im Verhältnis zu der ausgebrachten Mühe geradezu jämmer- lich und ein schlagender Beweis für die E i n s l u ß l o s i g k e i t der KPD. In den anderen Organisationen liegt es ähnlich wie im Textilarbeiteroerband. Es muß wohl mit der Willensumbiegung und dem.Verrat' der Gewerkschaftsmitglieder durch die reformisti- schen Gewerkschaftsführer nicht ganz stimmen. Der Streik im Hroßkrastwerk Gummelsburg. Verhandlungen über seine Beilegung. Am 18. Mai fanden unter dem Vorsitz des Herrn Stadtrat S ch l i ch t i n g Verhandlungen statt, um die Differenzen auf dem Großkraftwerk beizulegen. Die Vertreter der Arbeitnehmer haben noch einmal ihre Forderungen unterbreitet, die Arbeitgeber uiiter Führung von Herr» Oppenheimer lehnten jegliches Entgegenkommen ab. Nach stundenlangen Verhandlungen wurde folgender Vorschlag unterbreitet: 1. Jugendliche dürfen auf der Baustelle nicht beschäftigt werden. 2. kein Arbeiter darf nach Gruppe V bezahlt werden. 3. Der Blindesteinslellungslohn ist 66 Pf. 4. Die Arbeitszeit beträgt acht Stunden. Im übrigen ist der Tarif für die Berliner Metallindustrie anzuwenden. 5. Bei Akkordarbeit müssen vor Beginn der Arbeil die Akkgrd- sähe schriftlich festgelegt werden. 6. Die Durchschniltsverdienste, wie sie vom Verband Berliner Melallindustrieller dem Herrn Oberbürgermeister Vöß mitgeteilt worden sind, sollen garantiert werden. 7. Die Lohnlisten können von dritten Personen eingesehen «erden. 6. Alle Arbeiter werden bei Beendigung des Streiks wieder eingestellt. Beamtenwirtschaftsverein und Hakenkreuzler. Man schreibt uns: Mit Entrüstung wandte sich die Verwaltung des Boamtenwirtschaftsoereins in Nr. 19 ihrer». Wirtschaftsgenossen- schoft" gegen die Behauptung, daß Hakenkreuzler bei ihr in besonderer Gunst ständen. Am Montag wurde nun, nachdem die Bemühungen um Streikbrecher in den Kreisen der Berliner Bäckergesellen er- gebnislos waren, vom.Verein vaterländischer Per- eine", Brandenburgstraße 57, eine Kollektion von 22„nützlichen Elementen" an den Bcamtenwirtschaftsverein geliefert, mit deren Hilfe nun der Streik niedergerungen werden soll. Damit dürfte am klarsten erwiesen sein, wie die Ableugnung der angegebenen Ver- bindung zu bewerten ist. Für das Wohl dieser„Arbeitswilligen" scheint nun die Der- waltung des Vereins besonders besorgt zu sein, denn sie beherbergt und beköstigt sie. Wenn aber die Beköstigung nicht besser ist als die Wohnung, werden selbst diese zusammengesuchten Leute schließlich die Lust an dem Rausreißerdienst verlieren. Als Wohn- und Schlaf- räum dient nämlich der Mehllagerraum, der mit Strohsäcken aus- staffiert wurde. Daß dieser Zustand für die Kundschaft des Vereins nicht sonderlich apetitlich ist, liegt klar auf der Hand. Wobei dahin- gestellt bleiben kann, in welchem Grade die nächtlichen Ausdünstungen von 29 Menschen sich als Aroma dem Mehl übertragen. Immerhin müßte die Gewerbenufssichts- oder die Wohnungsbehörde noch- prüfen, ob die Herberge im Mehllager mit den b�tehenden gesetz- lichen Bestimmungen in Einklang zu bringen ist. Die Kellner im Zoo. Leim amerikanischen Besuch. Zu der Bewirtung der amerikanischen Hoteliers am Montag abend im Zoo waren etwa 199 sprachkundige, vorab englischsprechende Kellner bestellt, mit tadellosem Anzug. Gute Bedienung wurde natürlich besonders gcfor- dert. Die Kellner traten zu den notwendigen Vorbereitungen um 4 Uhr nachmittags an, und nachdem sie damit fertig waren, konnten sie ein Abendessen, Bockwurst mit Salat, um 69 Pf. zu sich nehmen. Da es sich um ein abgeschlossenes Essen für die Gäste handelte (Kuvert 15 Vik.), kamen die sonst üblichen 19 Proz. Bodienungs- gelb nicht in Betracht. Direktor L. bot statt dessen pro Mann sieben Mark. Damit waren die Kellner nicht zufrieden, auch nicht mit der ihnen dann gebotenen Zahlung von 19 M. Sie forderten 12 M. ohne Abzug, die ihnen schließlich auch zu- gesagt wurden. Die Kellner hatten bis gegen 12 Uhr mit dem f Servieren zu tun und waren dann noch bis gegen VA Ohr mit Gläserwaschen beschäftigt. Bei der Auszahlung wurde ihnen jedoch bedeutet, wer nur 8 M. haben wolle, könne wieder im Zoo arbeiten, wer aber 12 M. hoben wolle, komme auf die schwarze Liste. Etwa 8 Mann begnügten sich mit 8 M. Die D i r e k t i o n fordert jetzt von den übrigen Kellnern nachträglich die Rück- Zahlung von 3 M. Die fast ausschließlich von dem Genfer Verband vermittelten stellungslosen Kellner erhielten für den Arbeitstag am Montag natürlich keine Erwerbslosenunterstützung. Bei einer Bezahlung von 7 Mark wären 3 Mark über die Unterstützung hinaus geblieben als Lohn jür eine 1 9 st ü n d i g e Arbeitszeit. Von diesen 3 M. gehen 1 M. fürLohnsteuer und Versicherungsbeiträge ab, 69 Pf. für das dürstige Abendessen und das Fohrgeld von etwa 65 Ps., da um 2�!- Uhr nur noch ein Autobus benutzt werde» konnte. Selbstverständlich war ein frisches Ob e r h e m d erforderlich, dessen Herrichtung 1 M. kostet. Wer in Erwartung eines guten Verdienstes sich gar noch die Hose vom Schneider aufbügeln ließ, hätte also bei der Bezahlung von 7 M. noch Geld zulegen müssen, um 19'.- Stunden in seiner besten Kleidung und unter Benutzung seiner Sprachtenntnitze zur Aushilfe arbeiten zu dürfen. Pei der Bezahlung von 1 2 M. käme ein Verdienst von 5 M. heraus, wovon die Di- rektion des Zoo noch 3 M. zurückfordert. Dabei sollen die Gäste eine Trinkgeldsumme hinterlassen haben, von der aus die Kellner im Zoo etwa 2 bis 3 M. entfallen, die keineswegs extra, sondern mit als Lohn gezahlt werden. Wenn von den Kellnern verlangt wurde, den amerikanischen Hotelbesitzern ihre Leistungsfähigkeit im besten Lichte zu zeigen, dann dursten sie wohl auch erwarten, daß sie auch den gestellten Anforderungen entsprechend bezahlt würden. Die Kellner hätten über den Vorfall geschwiegen, wenn nicht hinterher versucht wurde— nachdem der erste wenig noble Versuch, sie zum Verzicht auf 4 M. zu bewegen, mißlungen war—, sie zur Rück zahlung von 3 M. zu veranlasien. Der ganze Streit wäre vermieden worden, wenn bei der Ansor- dening der Kellner angegeben worden wäre, welcher Lohn gezahlt wird._ Der Fleischermeifter als Herr im Hause. Demi Zentvalverband der Fleischer(Ortsverwaltung Berlin) wird uns geschrieben: Ein ganz rabiater Fleischermeister ist Herr Theophil R e tz k i, Neukölln, Bergstraß« 14. Die Notloge der weit über Tausend erwerbs losen Fleischergesellen macht sich dieser ehrbare Fleischermeister skrupellos zunutze. Seine Gesellen müssen für 39 Mark durch- schnittlich 16 Stunden pro Tag oder 96 Stunden pro Woche arbeiten. Das Essen muß so zwischendurch ein genommen werden. Da der Herr ein großer Freund des Traber sports ist, läßt er in der Zeit, die er nicht auf der Trabrennbahn ver- bringt, unter Zuhilfenahme eines Rmichspießes feine Gesellen Galopp lausen, wobei es des öfteren schon vorgekommen sein soll, daß der Erstgeselle mit dem Rauchspieß und den Fäusten des Herrn Retzki Bekanntschaft gemacht hat! Als am Himmelfahrtstage die zuständige Gewerbeaufsichtsbehörde den Betrieb kontrollierte und ein Geselle sich erlaubte, die Fragen des kontrollierenden Beamten in bezug auf Dauer der Arbeitszeit usw. wahrheitsgetreu zu beantworten, wurde er fristlos entlassen, mit der Begriindung, weil der die Wahrheit gesagt Hab«. Das Briefgeheimnis beachtet dieser Herr dergestalt, daß er Postsendungen an seine Gesellen und Ver- käuserinnen nicht nur einfach öffnet und liest, sondern obendrein nicht aushändigt und vernichtet. Wunderbar ist auch die Schlafstube der Gesellen eingerichtet. Sie dient nebenbei den Ratten und Mäusen als Standquartier. Diese fiir eine Fleischerei lieblichen Tiere tanzen auf den Betten und zernagen Wäsche und Kleidungs- stück« der Gesellen. Indem wir uns moralisch, verpflichtet fühlen, diese Zustände der Oeffentlichkeit bekanntzugeben, hoffen wir auf Unterstützung der organisierten Arbeiterschaft in unserem gerechten Kampfe gegen der- artige rücksichtslose Fleischermeister. Was ist üer Zweck öer Uebung! 10 000 Beamten und Angestellten gekündigt. Bochum. 18. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Den technischen und kaufmännischen Angestellten der in der Ve r e i n i g t e n Stahl- w e r k- A.- G. zusammengeschlossenen Unternehmen wurde zuw 39. Juni gekündigt. Pon diesen Kündigungen werden an- nähernd 19999 Beamte und Angestellte betroffen. Das Kündigung?- schreiben hat folgenden Wortlaut: „Die neugegründete Vereinigte Stahlwerk-A.-G. hat unseren technischen und kaufmännischen Betrieb übernommen. Wir sind daher nicht mehr in der Lage, Sie weiter zu beschäftigen und kündigen Ihnen das Dienstverhältnis zum nächstliegenden Termin, das ist der 39. Juni. Wir haben veranlaßt, daß die Vereinigte Stahlwerks-A.-G., falls diese Sie weiter beschäftigen kann, Ihnen in den nächsten Wochen ein neues Einstellungsschreiben zustellt, auf das Sie sich dann zu entscheiden haben." Allgemein herrscht unter den betroffenen Angestellten die Ansicht vor, daß der Zweck dieser Mossenkündigung ein Ab- bau der Bezüge und der sozialpolitischen Ver- g ü n st i g u n g e n ist. Die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-A.-G. bestreitet das einstweilen nicht und erklärt lediglich, daß den Kündigungen nur formale Bedeutung zukäme' und Entlassungen nicht beabsichtigt seien. Ttillegungen. Duisburg, 18. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Werk l und II der Rheinischen Stahlwerke in Duisburg sollen laut Anschlag der Verwaltung in der nächsten Zeit stillgelegt werden. Hierdurch kommen 3 5 9 Mann zur Entlastung. Essen. 18. Mai.(Mtb.) Von_ der Verwaltung der Zeche „Hermann' ist der Antrag aus Stillegung zum I. Juli gestellt worden. Von der Belegschaft haben 29 99 Mann die Kündigung zum 15. Juni, die restlichen 999 zum I. Juli erhalten. Die deutschen Tchiffahrtsgesellschaften in Lissabon. Aus Listabon wird uns geschrieben: Die deuftche Firma Safari, deren Teilhaber frühere deutsche Schifsskapitäne sind, hat von den deuftchen Schiffahrtsgesellschaften das alleinige Recht, an Bord der in Lissabon anlegenden deutschen Dampfer ihre Führer und Dolmeftcher schicken zu können, um Führungen durch die Stadl und Ausflüge in die Umgebung zu ver- anstolten. Diese Firma nimmt von den Führern und Uebersetzern 59 Proz. der Einnahmen. Diese 59 Proz. mästen die Leute abliesern, ohne daß die Firma Safari irgendeine Gegenleistung auf- zubringen hätte. Die Dolmeftcher haben schließlich sich von der Firma losgesagt. Darauf ftt ihnen das Betreten der deutschen Dampfer oerboten worden. Es ist jedenfalls sehr merkwürdig, daß die deuftchen Schiffahrts- gesellschaften eine derartig« Ausbeutung unterstützen. Man hat den Eindru?, als prostfteren die Schiffahrtsgesellschaften sekbsk«r Abgabe, die somit eine indirekte Erhöhung der Fahrpreftc darstellt. Dieses Verfahren erregt« in Lissabon um so größeres Aussehemars nur die deutschen Schiffcchrtsgesellschaften eine derartig«! Hand- lungsweise belieben._ Die Lage im engllsthen Sergbau. London. 18. Mai.(Reuter.) Nachdem der Streik beendet ist, wird die Lage in zwei bis drei Tagen wieder voll- kommen normal sein Die öffentliche Meinung interessiert sich jetzt vor allem für die Lösung der Krise im Bergbau, Delegierten der Bergarbeiter berieten mit den Ortsgruppen oe� Bergarbeiterverbandes, dessen Sekretär Cook hofft, heute abend mir dem Premierminister die Lage erörtern zu können. Am Donners- tag wird eine Vollversammlung der Bergarbeiter stattfinden. Aiftzer- dem wird der Verband der Kohlenberawerksbesitzer an diesem 4.age über Baldwins Entwurf beraten. Regierungsniahnahmen gegen künftige Streiks? London 18. Mai.(MTB.) Der parlamentarische Korrespon- dent des„Daily Telegraph' schreibt, es werde erwartet, dai; die Regierung, sobald eine Regelung der Kohlenkrijc erreicht sei, ihre Aufmerksamkeit auf das Gesetz über dasGew e r k- schaftswesen lenken und darüber entscheiden werde, in welcher Richtung es einer Abänderung bedarf. Es bestehe nicht die Absicht, die Gewerkschaften an der Zlusübung ihrer gesetzlichen Rechte zu behindern, ober da der Generalstreik zu einem„Kon- traktbruch" in großem Ilmfange geführt habe, werde ver» mutet, daß die Regierung eine G e s e tz e s v o r l a g e ein- bringen wird, worin ein Streik für ungesetzlich erklärt wird, wenn keine ordnungsmäßige Kündigu n g er- frlgt ist und wenn nicht zuvor die Mitglieder der betrenenden Gewerkschaft oder Gewerischaften darüber a b g e ft i in m t haben. „Morning Post" und„Daily Mail' äußern sich ähnlich. Tie letzte Subventiotf. Verlin. 18. Mai.(RD.) Wie wir hören, wird der Premier- minister Baldwin noch vor der Parlamentsvcrtagung zu Pfingsten eine Erklärung über die Lage im Bergbau abgeben. Die Regierung wird darauf dringen, daß der Nettoertrag der gesamten Montanindustrie, der laut Ausweisen vom Januar bis Marz er- zielt wurde, fürdieLöhne aufgewandt wird, die aus diese Wege einen Vorrang vor den Gewinnen erhalten sollen. Außerdem wird die Regierung als letzte Subvention eine Summe von 3 M il- l innen Pfund zur Verfügung stellen. .»eftttt,-St-Hcr*nt>»»r»s»lollegin»«». SRor«en, B Donnerswa. 7 Uhr. im Berbandshaiisr des MI!?-. Llnienttr. 83 fo. g Branckcnverfalmnlung. Neuvxchl der Bvanchenleitung. I�der Genome H muk erschein«». Der?--«i»n»»»rst-«>>. Freie Gewerkschafisjugend. S>eut*. Mittwoch. 7t5 Uhr. waen die Kruvvc». XeuliBn I- Iuacndheim Berastr. 29, Sof. Lustiqer Abend.— DchSacber«: Zuqrndhcun Rubmisstronc lSportvlatl). Lichtdild�rvortraa:„Wand�rtaqe in Thitrln�n.— Südwesten (Ärfiuber« 2): Städtische Schwimm belle iBänDaldftr. 64. Abend: Ho fem« nn kommt!— Skordcn: Jugendheim MPtallarbeiterverbandHbllus. Linienstr. 88/85. 1. Portal. 2 Treppen. Eine Stunde Kartcnkund«.— Rord- rina: Iuacndhrim Ebersmalder Str. 10. Sortraa: Dir A rbc i trrbev>eau n n in Rukland.— Eharlottenburg: Jugendheim Deutsches Krankentanenhaus. Bcr- lincr Str. 187. Vortrag: Die Gewerkschaften in der Vorkriea�rit.— Lichtenberg: Ausspielen im Treptower Park. Wiese Nr. 1. Spiel�nt von 6—9 /2 Uhr. Mus öer Partei. Zur Tagung der Vereinigung deutscher Ivohnungsämler." Die Ortsgruppe Hildes he im will den anläßlich der Tagung der Kommunalen Vereinigung für Wohnungswesen in Hildesheim(dem norddeuftchen Rothenburg) weilenden Genossen ebenfalls einen würdigen Empfang bereiten. Zu diesem Zweck treffen sich die Parteigenossep bereits am Mittwoch, den 19. Mai, um 2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Goschenstraße. Dort wird ein Vortrag geHallen werden über:„Die Zukunft der Wohnungswirftchaft.' Korrnnunalpolitische Zentralstelle beim Parteivorstand der SPD. Ein Parlelschiedsgerichl im Falle Bauer. Gegen Genossen Gustav Bauer wurde auf Grund der dekannten Barmat-Vorgänge vom Bezirksverband Groß-Berlin ein Verfahren eingeleitet mit dem Ergebnis, daß der Erweiterte Bezirksvorstand am 14. F�iruar 1925 Bauer aus der Partei ausschloß. Entsprechend dem Wunsche eines von der Reichstags- und der preußischen Landtagssraktion ein- gesetzten Prüfungsausschusses hat Genosse Bauer sein Reichstags- Mandat niedergelegt. Gegen den Ausfchußbefchluß erhob Bauer Ein- fpruch und beantragte die Einsetzung eines Schiedsgerichts, das unter dem Vorsitz des Genosten Profestor Sinzheimer den Beschluß, Bauer aus der Partei auszuschließen, aufhob. Hierauf erhob der Bczirksverband Berlin Einspruch an den Parteitag mit dem Antrage: der Parteitag möge Bauer eine Rüge erteilen. Die Be- schwerdekommission des Heidelberger Parteitages kam zu dem Er- oebnis, daß Bauer eine Rüge in schärfster Form zu erteilen sei. Auf Antrag Pftüger-Stuttgart beschloß jedoch der Parteitag, die Entscheidung des Schiedsgerichts nachzuprüfen durch ein neu ein- zusetzendes Schiedsgericht. Dieses neue Schiedsgericht kam unter Vorsitz des hessischen Land- tagspräsidcnten» Genosten Adelung, am 14. Mai nach Zeugen- Vernehmungen und eingehender Prüfung der Einzelfälle zu dem Beschluß:„Gegen Bauer sind keine Vorwürfe z» erheben, die eine Rüge rechtfertigen'. Bei der Beurteilung des Gesamtergebnisses der Beratung war das Schiedsgericht sich darüber klar, daß es nicht nur die Frage formeller Vergehen Bauers zu prüfen habe, sondern daß im Zusammenhange damit auch zu prüfen sei, ob in dem Verhalten Bauers eine Schädigung der Partei crbliekt werden könnte. Das Schiedsgericht kam in seiner Mehrheit zu der Ueberzeugung, daß davon nicht die Rede sein könne. Der Ausschluß Bauers wird danach aufgehoben._ Der INatteotti-Fonds. Die schwedische Sozialdemokratische Partei hat beschlossen, dem Matteotti-Fonds 5999 Schwedenkronen zu widmen. Die Sozialdemokratische Partei Finnlands hat 3999 finnische Mark überwiesen. Die Deutsche Sozialdemokra- tische Arbeiterpartei in der T s ch e ch oj l o w a k e i hat beschlossen, in der Zeit vom 19. bis 15. Mai eine Sammelaktion einzuleiten, die zum l9. Juni abgeschlossen werden soll. Die deutschöster- r e i ch i s ch e Bruderpartei wird eine große Sammelaktion einleiten, insbesondere auch gelegentlich des großen Internationalen Arbeiter-Turn- und Sportfestes in Wien(4. bis 11. Juli). Berantworilick» ffl? Politik: ÄtnB Seiltet: Wirtfibaft: Aetut Satcrun»: Siwerkschaktsdewcaunq: Friede,«dlor«: Feuilleton: It. 6. Löscher: Lololco und Eonsliaes Frid Staeftädt; Anwiarn: Tb. Stocke! sämtlich in Berlin. Verlan: Vorwärts-Berlaa©. m. d. 8., Berlin. Druck: Borwärio-Buchdruckerel und Verlaosanitalt Paul Sinaer u. Co. Berlin SW 68 Lindenklroke 3. ■ Lierzu 2 Beilagen,„Unterhaltung»od Wilsen" und„Zagend. ZZorroäris*. 9 Einzige»It»Ilsede Thermen Dentscdlandg gegen Zacker, Gallensteloe, Magen-, Darm-, Leber-, Nieren-, Blasenleiden, dicht und Katarrhe TRINK- UND BADEKUR Vielseitige Umerhaltuiigen jegliche Art Sport. Bdrärifteii dnrti die Rnrdirektioii. das Burgeroieisttniiit, du lr utd ViikitinTerelD ud dii Ttiktlmluiruu. BsuDieumahv Vorzügliche, streng diätetische Küche Jenau nach Vorschrill es Arztes in zahlreichen guten Hotels, Pensionen x nnd Privathäusern. Für HanNknren Versand des Neuenahrer Sprudels. PeirwiatfirlicheFüMune Hiesige Sprudel-Niederlage: Dr. M. Lebmann, Yorckstr. 49. J. F. Hejl& Co, Chariottenstr. 66. JTr. 23t ♦ 4Z.�ahrga«g 1. Sellage öes vorwärts Mttwoch, tH.Mai ty2ö Die berliner Jerienfonöerzüge. Die Reichsbahndirektion Berlin gibt nunmehr die endgültig festgelegten Verkehrstage und Abfahrzeiten der Feriensonderzügs und die aufgelegten Fahrkorten bekannt. Die Ferienfonderzüge werden in den Monaten Juni, Juli und A u g u st gefahren. Die Ermäßigung beträgt Proz., die auch für die Fahrkarten ge- währt wird, die über die Zielstation der Sonderzüge hinaus aus- gegeben werden. Die Zahl der Züge weist gegenüber dem Vorjahre. insbesondere in der Richtung nach Süddeutschland und nach Ost- preußen, eine Vermehrung auf. Wie im Vorjahre wird in den Zügen, die über weite Strecken laufen und Nachtfahrten ein- schließen, neben der 3. Wagenklasfe auch die 2. Wagenklasse geführt werden. Folgend« Verkehrstage sind festgelegt worden(Fahrpreise sind nur für die wichtigsten Verbindungen angegeben): Gstsee. Nach Kolberg/Msdroy: von Eharlottenburg am Z, 4., 5. und k>. Juli, vom Stertiner Bahnhof am 7. Juli und 14. Lugust. Wfohrt der Sonderzüge ab Charlottenburg um 10,50 vormittags, vom Stettiner Bahnhof um 11,34 vormittags. Fahrkarten Z. Klaffe werden ausgegeben nach Horst oder R e w a h l. nach Deep. Papenhagen oder Kolberg 17,80 M., Henkenhagen oder Timmenhagen, Alt-Banzin oder Gudenhagen oder K ö s l i n 20,20 M., Warna w 14,80 M., Misdroy 15,80 M., Dievenow 16,70 M. Nach Swinemünde: ab Eharlottenburg am T, 4� 5. und 6. Juli, vom Stettiner� Bahnhof am 21. Juni, 6. und 7. Juli, 14. August. Abfahrt der Sonderzllxe sowohl von Eharlottenburg als auch vom Stettiner Bahnhof um 9,50 vormittags. Fahrkarten 3. Klaffe werden ausgegeben nach Swinemünde 14,20 M., Hertngsdorf oder A h l b e ck oder Bansin 15,40 M., Ueckeritz oder Kölpinsee oder Koserow 15,20 M.. Zinnowitz 17,30 M., Zemoin 15V0 M. Zu sämtlichen Zügen besteht in Swinemünde Dampfer- anschluß nach Rügen. Hierzu Fahrkarten nach Saßnitz 20,80 M. und nach den Rügenbädern Binz, Sellin. Baabe, Göhren zum gleichen Preije. Nach Saßnih/Pukbu»: ab Eharlottenburg am 3. Juli, vom Stettiner Bahnhof am 4. und 5. Juli. Abfahrt ab Eharlottenburg um 10,50 vormittags, der Sonderzüge ab Stettiner Bahnhof am 4. Juli um 11,34 vormittags und 1,35 nachmittags, am 5. Juli um 1,35 nachmittags. Fahrkarten 3. Klaffe werden ausgegeben nach Greifswald 14 M., Lubmin, Stralsund 15 M., Z I n g st oder P r e r o w, Hiddensee 20 M., Sagard 18 M., Bergen oder Putbus oder Lauterbach 17,60 M., Saßnitz 20,80 M. und Binz oder Sellin oder Baabe oder Göhren ebenfalls 20,80 M. Nach Warnemünde: am 2. Juli um 2,40 nachmittags, am 5. Juli hin 10,51 vormittags: beide Sonderzüge verkehren vom«tettiner Bahnhof. Fahrkarten 3. Klaste werden ausgegeben nach Warne- münde oder Bad Doberan 15,20 M. und nach Heiligen- dämm oder Brunshaupten oder Arendfee oder Ribnitz zum Preise von 16,40 M. Letztere Fahrkarte gilt auch für die Rückfahrt ab Warnemünde. Nach Slclkin: am 5. Juli ab Stetttner Bahnhof 7.25 vormittags. Zu diesem Sonderzuge werden nur Fahrkarren ausgegeben, die über Stettin hinaus nach den nachfthenden Zielstationen, ab Stettin nur über den Wasserweg, gelten. Aus der Rückfahrt kann entweder der Landweg oder wiederum der Wasserweg benutzt werden. Ale Ziel- st a t i o n e n sind vorgesehen: Swinemünde 14,20 M., Herings- darf oder Ahlbeck oder Bansin 15,40 M.. Zinnowitz 17,30 M, Saß. nitz 20,80 M., Binz oder Sellin oder Baabe oder Göhren 20,80 M., Mlsdroy 15,80 M., Dievenow oder Heidebrink 16,70 M Nach Slolp: am 3. Juli, Abfahrt Stettiner Bahnhof 10,32 vormittags. Fahrkarten 3. Klaffe werden ausgegeben nach Kolberg 21 M. Köslin oder Gudenhagen oder Alt-Bansin 20,20 M., Schlawe 22,80 M., Rügenwalde 24,20 M., Stolp 24,60 M.. Stolpmünde 25,80 M., Lauenburg 28 M. und dem Oftfeebad Leba 30,20 M. Auf den Strecken, die der Sonderzug nicht berührt, können fahrplan- mäßige Züge benutzt werden, die an den Sonderzug Anschluß haben. Norösee. Nach hambrirg/hoyerschleufc: am 3., 4. und 5. Juli. Mfahrt ab Lehrter Bahnhof 7,05 vormittags, Ankunft in Hamburg 12,17 nachmittags. Fahrkarten 3. Klaffe werden ausgegeben außer nach Hainburg 19,20 M. nach Heide, B ü f u m, Husum, Garding und nach den nordfriesischen Bädern Wyk(Fähr) 41,20 M.. Amrum 48 M. und W e ft e r l a n d(Colt) 48 M. Di« Fahrkarten nach Wyk und Westerland können auf der Rückfahrt entweder über den Landweg od-r gegen Nachzahlung eines Zuschlags über den Wasserweg, über Helgoland, benutzt werden. Ferner werden schon in Berlin nach folgenden Bädern und Kurorten Anschlußkorten ob Hamburg ausgegeben, und zwar Kuxhaven, Eckernförde, Kiel. Lübeck. Niendorf(Ostsee). Nach Bremen/Emden Außenhafen: am 3. und 6. Juli. Abfahrt Lehrter Bahnhof um 11,10 abends. Fahrkarten 2. und 3. Klosie werden ausgegeben nach Bremen 34, bzw. 22,40 M., Emden Außen- Hafen 47 bzw. 31 M.. Norddeich 51 bzw. 33,20 M. Außerdem wer- den durchgehende Fahrkarten nach den oftfriestfchen Inseln: nach Borkum. Juist, 61,60 bzw. 43,80 M., Langeoog 58,30 bzw. 41,90 Norderney oder Spieteroog 56.70 bzw. 41,10 M. und nach Wanger- ooge ausgegeben. Nach Borkum, Norderney und Wangerooge wer- den verschiedene Fahrkarten zu verschiedenen Preisen aufgelegt, die auf der Hin- und Rückfahrt entweder über den Landweg oder über den Seeweg(über Helgoland) gelten. Süöüeutlchlanö. Nach Oberbayeru: am 12., 19., 26. und 27. Juni, Z. 3., 4., 5., 6., 7., 10., 14., 17. und SL Juli, 1, 14. und 15. August. Die Sonder- züge verkehren über Nürnberg bw München. Don da ab können nach den über München hinaus gelegenen Zielstaiionen fahrplan- mäßige Züge entsprechender Wagenklasie benutzt werden. Die Züge verkehren vom Anhalter Bahnhos, Abfahrt 2,44 nachmittags, und treffen so zeittg(zwischen 5 und 6 Uhr morgens) in München ein, daß ste die Anschlüsse an die von München ins Gebirge fahren- den Frühzllge erreichen. Die Fahrkarten nach München kosten in der 2. Klasie 66 M., in der 3. Klasie 44 M. Für die über München hinaus ausgegebenen Fahrkarten ist unter Berücksichtigung der Wandermöglichkeiten und der Eisenbahnverbindungen eine aus- gedehnte Wahlfreiheit angestrebt worden. So gelten z. B. die Fahr- karten nach Berchtesgaden auch nach Salzburg oder Kufstein oder Mittcnwaid und nach Garmisch-Partenkirchen auch nach Kufstein oder Aschau oder Marquartstein. Zu dem Sonder- zugr am 3. Juli werden auch Fahrkarten nach Regensburg, Plattling und P a f f a u ausgegeben. Nach Württemberg: am 3., 6.. 12., 15. und 22. Juli. Abfahrt Berlin AnHolter Bahnhof 4,10 nachmittags. Fahrkarten 2. und 3. Klasie werden ausgegeben nach Heiwronn, Stuttgart 66 bzw. 44 M., nach Ulm oder Freudcnltadt, noch Aulendorf und nach Friedrichshalen 85 bzw. 57 M. Nach Baden und dem vodenfee: am 12. Juni, Z, 10., 11., 17. und 31. Juli. Di« Sonderzüge am 12. Juni, am 17. und 31. Juli verkehren vom Anhalter Bahnhof. Abfahrt 4,10 nachmittags, die Sonderzüge am 2. 10. und 11. Juli verkehren in diesem Jahre vom Potsdamer Bahnhof. Abfahrt 3,05 nachmittags. Fahrkorten 2. und 3. Klasse werden ausgegeben nach Heidelberg oder Mann- heim, nach Karlsruhe 69 bzw. 46 M., nach Baden-Baden oder W i l d b o d 72 bzw. 48 M., nach Offenburg, nach F r e i b u r g (Breisgau) oder Trieberg 32 bzw. 55 M.. nach Neustadt (Schwarzwald) oder Titisee, nach Müllheim oder Donauefchingen 86 bzw. 57 M. nach Basel 88 bzw. 59 SR., nach Konstanz 94 bzw. 62 M. Neu aufgelegt wird eine Fahrkarte nach Neustadt (Haardt) 68 bzw. 45 M. Bon Heidelberg bis Neustadt gilt die Fahr- karte mit fahrplanmäßigen Zügen. harz. Nach dem Nordharz(Goslar. Thale): am 2.. 3. und 10. Juli, 7. August. Abfahrt ab Potsdamer Bahnhof um 9,00 vormittags. Fahrkarten 3. Klasie werden ausgegeben nach Halber st adt 13,40 M.. Quedlinburg oder Thale 15,20 M., nach Blanken- b u r G 15,30 M., nach Elbingerode oder Rübelond, nach Tanne, nach Wernigerode oder Jlfenburg 15,60 M., nach Bad Harz- bürg oder Goslar 17,20 M.. nach Schierke oder Elend 17,50 M., nach Benneckenftein oder Sorge und nach Braunlage 19,80 M. Nach dem SLdharz lSecfen/Ouedlinburg): am 3. und 4. Juli Abfahrt ab Potsdamer Bahnhof um 7,35 vormittags. Fahrkarten 3. Klasie werden ausgegeben nach Berga-Kelbra 15 M., nach Nordhausen, nach Walte nried oder Bad Sachsa, nach Scharzfeld oder Herzberg, nach Osterode oder Gittelde, noch Seesen. nach B a l l e n st e d t Ost oder West, nach Gernrode oder Bad Suderode und noch Quedlinburg 13,40 M. Nach Bad harzbarg: am Z Juli. Abfahrt ab Potsdamer Dahn- Hof 11,55 vormittags. Zu diesem Zuge werden nur Fahrkarten nach Halberftadt, nach Blankenburg, nach Wernigerode oder Jlfenburg und nach Bad Harzburg ausgegeben. Nfofeugebirge vnö Glatzer Gebirge. Ttcch Obcrfchreiberhau/Srvmmhübel: am 12. Juni, Z, 3., 4.. 5. und 14. Juli, 14. August. Görlitzer Bahnhof ab 11,25 vormittags, am 3. und 5. Juli auch ab 8,50 vormittags. Außerdem verkehrt am 5. Juli ein Sonderzug vom Stadtbahnhof Friedrichstraße nach Oberfchreiberhau/ Knimmhübel, Fmdrichstraße.ab 10,00 vormittags. Fahrkarten 3. Klasie werden ausgegeben nach Hirschberg 19,00 M., nach Bad F l i n» b e r g, nach Warmbrunn oder Hermsdorf oder Petersdorf, nach Oberfchreiberhau 21,00 M., nach Krummhübel 22,00 M. und Schmiedeberg 20,00 M. Nach dem Glatzer Gebirge: Nach Glatz am 4. Juli, Abfahrt Friedrichstraue 8,36 vormittags, Ankunft in Glatz 4,30 nachmittags. Fahrkarten 3. Klasie werden ausgegeben nach Glatz 25,40 M., nach Reinerz oder Ebersdorf oder Seitenberg 27,40 M. und nach Kudowa- Sackisch 28,40 M. Ostpreußen. Nach Znstabu: g über Nlaricnborg: am 26. und 27. Juni, 1., 3., 4., 5., 7.. 10., 11. und 31. Juli. 7. August. Der Sonderzug am 1. Juli hat durchgehende Wagen nach Cranz, der Sonderzug am 3. Juli hat durchgehend« Wagen nach Warnicken, wohin auch Fahr« karten ausgegeben werden. Nach Znsterburg über Deukfch-Eylau: am 2., 6. und 8. Juli. 8. August. Abfahrt sämtlicher Sonderzüge nach Ostpreußen vom Stadtbnhnhof Friedrichstraße 5,5? nachmittags, Ankunft des Sonder- zuges über Marienburg in Jnsterburg am folgenden Morgen um 10,37, des Sonderzuges über Deutfch-Eylau am folgenden Morgen um 9,52. Zu den Souderzügen über Marienburg werden Fahrkarten Z und 3. Klaffe ausgegeben nach Marieuburg 34 bzw. 22,60 M., nach E l b I n g, nach Braunsberg, nach Königsberg 45 bzw. 30 M. und nach Jnsterburg 52 bzw. 34,40 M. nach Cranz 47,65 bzw. 31.65 M. nach Warnicken 48.30 bzw. 32,50 M.. zu den Zügen über Deuifch-Eylau nach Deuifch-Eylau 36,40 bzw. 24,20 M., nach Allenfteln 42 bzw. 27,80 M., nach Korfchen und nach Jnster- bura. Für diese Fahrkarten wird eine Fahrpreisermäßigung von 50 Proz. gewährt. Nheinlanüe. Nach Köln: am 2. Juli und 14. August. Abfahrt des Sonder. zuges am 2. Juli vom Potsdamer Bahnhof um 7,00 nachmittags, des Sonderzuges am 14. August um 7.20 vcrmittags. Fohrkorten werden ausgegeben nach Brilon Wold, noch Bestwig, nach Arnqe berg oder Schwerte, nach Hagen 49 M. bzw. 31 Z0 M., nach Elb er- f e l d oder Barmen 51 bzw. 33.60 M, nach D ü f f e l d o r f 55 bzw. 35,80 M.. nach Köln 58 bzw. 38,20 M. Ueber Köln hinaus wird eine Fahrkarte nach Bonn zum Preise von 62 bzw. 41 M. aus- gegeben. Der Sonderzug am 2. Juli führt als Nochtzug mich die Z Wagenklasse. Sächststhe Schweiz. Nach Bad Schandau: am 3. und 10. Juli. Abfahrt Anhalter Bahnhof um 11.22 vormittags. Fahrkarten 3. Klasie werden aus- gegeben nach Pirna, nach Obervogelgefang oder P ö t l ch a- Wehlen 13,80 M.. nach Rathen 13,80 M. nach Königstein oder Bad Schandau 14,60 M. Vamile unter den Zedern. 371 Don Henri Bordeaux. (Berechtigte Ueberfetzung von I. Kunde.) Ich war bereits im Hofe; wie geblendet von der Sonne, die am Himmel nur zu schnell emporstieg. Ich berechnete nach iHrem Stande die Morgenstunde. Ich hatte mein Gewehr mitgenommen, entschlossen, es auf die Feinde Damiles, selbst aus meinen Bruder Butros, anzulegen. Ich stürmte das Dorf entlang, drängte Mensch und Tier auf meinem Weg beiseite und eilte der Felsenwand zu, welche die Kadischa- quelle überragt und den Hain der Jahrtausende alten Bäume trägt. Unfern liegt eine kleine Kapelle, die zur Sühne für ein Derbrechen erbaut worden war und die so eng ist. daß man drin nicht beten kann. Die Pilger können sie nicht be- Inten. Dort lag ein Mann am Boden: seine Schultern zuckten in heftigem Schmerz. Ich verwendete keine Sekunde, um nach ihm hinzusehen, und dennoch erkannte ich in ihm im Vorüberlaufen den Schelk Raschid-el-hame, welcher die Einsamkeit suchte, sie auf seinem Leidensweg fand und seine Tochter beklagte, nachdem er sie verurteilt hatte. Ich wäre beinahe umgekehrt, um ihm, wie bei Muntaha. zuzuschreien: „Wo ist sie?" Aber ich wollte kein Atom Zeit verlieren. Wußte ich nicht, daß man sie zu den Zedern geschafft hatte? Und dann drängte sich mir während meines Laufens der Es- danke auf: wenn ihr Vater ans Kreuz geschlagen und hin- gestreckt wie das verkörperte menschliche Elend hier lag, jetzt, wo es keine große Rolle mehr zu spielen gab, und wo er wieder er selbst, ein Unglücklicher sein konnte, mußte dann nicht das Unausdenkbare schon geschehen sein?... Ich beschleunigte meinen Lauf so. daß ich fast zusammen- brach mrd rannte gegen einen Felsblock, dort, wo der Pfad sich in die steile Mauer gräbt. Kaum war ich meiner Sinne wieder mächtig, als ich den Anstieg begann: ich nahm die Hände zur Hilfe und klomm mit solcher Schnelligkeit empor, daß meine Brust wie ein Blasebalg arbeitete. Fast auf der höhe— ich hatte die größten Strapazen hinter mir und be- rechnete, was mir noch zurückzulegen blieb— erblickte ich eine fahlrote, den Weg versperrende Masse, deren Form ich noch nicht genau erkennen tonnte. Wie ich herankam, sah ich, daß es der Kadaver einer Fuchsstute war. Der Kadaver? Die Weichen des armen Tieres zogen sich noch in letzten Todeskrämpfen zusammen. Ich sprang mit Mühe über den Leib hinweg, beugte mich über seinen hals und sah, daß die Augen bereits einen glasigen Ausdruck hatten. Wie ich es mit der Hand berührte, fühlte ich. daß sein Fell in Schweiß gebadet war. Die Sonnenglut hatte es nicht getrocknet. Ich glaubte zunächst, daß t» Butros Stute, wäre. Ohne Zweifel hatte sie die Dopellast der Nacht überanstrengt, so daß sie bei diesem letzten Gewaltritt zum Ort der Hinrichtung zusammenbrach. Ich kam zu dem Schluß, daß ihr Verenden die Exekution verzögern mußte. Als ich vorüber war, wandte ich mich, ehe der Tierleichnam ganz außer Sicht war, noch einmal um, und da gewahrte ich ein fremdes Zaumzeug in reichen Farben, einen roten Sattel auf einer Seidendecke. Nichts davon gehörte zu Talma.- Aber es gab in der ganzen Welt nur ein Pferd, das ihr so ähnlich war: Tadmur, die Zwillingsstute Omars. Also war Omar vor mir hier vorbei- gekommen. Omar war mir voraus. Omar hatte sein Lieb- lingsroß zu Tode gehetzt, um sein Ziel zur rechten Zeit zu erreichen. Zum erstenmal, seit Damile mich verlassen, um ihrem Ende entgegenzugehen, fühlte ich mich befreit von Entsetzen und Qual, die mir den Aiem noch mehr raubten, als mein Lauf. Ach, wie weit entfernt war ich jetzt von meiner er- bärmlichen, früheren Liebe, die, aus Egoismus und Begierde zusammengesetzt, nur an sich reißen und besitzen wollte! Ich hatte aufgehört, Damile um meiner selbst willen zu lieben: ich liebte sie, indem ich jetzt auf ihr eigenes Glück, auf ihre Liebe bedacht war. Mochte sie Omar nur retten: ich begehrte nichts Besseres. Ja, Omar war droben bei den Zedern, bei ihr. Er hielt sie in seinen Armen, dort, wo sie mit dem ersten Austausch der Blicke sich einander für immer versprochen hatten. Fand ich sie dort so wieder: ich würde nicht eifer- süchtig sein. Wenn Damile nur lebte, lebte und glücklich war. Meine Augen begehrten nichts als diesen herrlichen Anblick. Ich durste verschwinden. Mein Schicksal war erfüllt. Ich hatte den Grat der Feldklippe erreicht. Sie entsinnen sich, daß der Weg dann an Steile verliert. In sanfter Stei- gung führt er zu den Bäumen empor. Ich halle unwillkür- lich meinen Schritt verlangsamt; die Ermüdung war schuld und wohl auch eine neue Hoffnung: plötzlich überfiel mich eine schlimme Ahnung: „War Omar zur rechten Zeit angekommen?" Und ich stürmte wieder vorwärts, auf die Gefahr hin, wie Tadmur zusammenzubrechen. Schon grüßten die ersten, isoliert stehenden Zebern wie ein Bortrupp herüber; da sah ich eine Schar Männer zu Pferde und zu Fuß vom Wald her sich mir nähern. Meine düsteren Ahnungen hatten mich also nicht getäuscht? Wie ich in gleicher höhe mit ihnen war, erkannte ich die Diener hames, unter ihnen Elias und Tanns, die verdammten Kreaturen des Butros. Ich verbarg mein Gesicht in den Händen, um nicht zusehen zu müssen, wie sie an mir vorbeizogen, und wechselte kein Wort mit ihnen. Ich wollte das Schreckliche nicht von ihnen hören. Vergebens suchte ich noch immer mir vorzutäuschen, daß Omar sie aus- einandergesprengt und oerjagt habe, und merkte nicht, daß ich den Triumwh unserer Feinde ersehnte. Ich war ohne Zweifel den Henkern Aamiles begegnet. Uamile lebte nicht mehr. Und ich schluchzte laut ihren Namen:„Yamile! Yamile!" Am Waldsaum erblickte ich, wie ich unter das Dach der Zedern trat, den Butros. Mit dem Schrei:„Mörder!" stürzte ich auf ihn zu. Völlig Herr seiner selbst, entgegnete er sehr ruhig: „Nein, Khalil, das bin ich nicht, ich schwöre es dir." „Du hast sie getötet!" „Ich bin Soldat und kein Henker. Aber ich habe darüber gewacht, daß man ihr alle Rücksicht widerfahren ließ. Er- innere dich, in Chrar hast du dein Gewehr auf sie angelegt." „Schweig! Wo ist sie?? „Drüben am Zedernbaum. Geh nicht hin." „Warum nicht?" „Es hat keinen Zweck Kehre mit mir zurück." „Laß mich!" Er wollte mich fortziehen. Ich konnte feine Berührung nicht ertragen und stieß ihn zurück: meine Kräfte hatten sich verzehnfacht. Er gab mir den Weg frei. Aber fein Blick, fein häßlicher Blick begleitete mich: ich habe darin gelesen, daß die Exekution vollzogen war. Ich eilte zu einer Toten: aber diese Tote gehörte mir und nur noch mir. Jetzt konnte sie mir niemand mehr rauben. Ich durchquerte die düsteren Gänge der Riesenbäume— hier und da lag noch vom Winter der Schnee— und drang in das Dunkel ein, um den jenseitigen Wqldsaum zu erreichen, von dem man auf nahe Fclsengänge des Libanon blickt. Sie im Sonnenschein liegen zu sehen, war eine Pracht. Sie glichen Gebilden aus Rubinen, Türkisen und Smaragden. Ich suchte dort ein anderes Juwel. Meine Geliebte mußte hin- gestreckt auf diesem Rasen liegen, der unser Brautbett sein würde: sie öffnete ihre kalten Arme, um mich zu empfangen und nicht mehr von sich zu lassen. Ich brauchte nicht lange zu suchen. Sie war da und ich erblickte sie... Ach, was ich sah, erschütterte mich bis in die tiefsten Wurzeln meines Seins: ich glich einem Baum, den der Sturm zusammengekrümmt. Mit einer instinktiven Bewegung, die der Ausdruck in mir lebendig werdender Energie war, ergriff ich meinen Kara- biner, stützte mich, um sicher zu zielen, ans einen Baumstumpf in meiner Nähe und legte an. 5)atte ich nicht so auf Damlle gezielt, als sie nach den Gärten von Chrar ritt? Wollte ich sie ein zweites Mal töten? Was für Toren macht die Liebe aus uns: sie, die den Arm des Eifersüchtigen, der von der Leidenschaft befallenen wafsnct und den Tod herbeiruft, wie wenn wir das Recht hätten, ihm zu befehlen, wie wenn er kein freiwilliges Geschenk, keine Gabe wäre. (Fortsetzung folgt.) Thürwgea. Zlad) Schwar;burg: am Z. Juli Anhalter Bahnhof ab 6,42 not- mittags. Fahrkarten 3. Klasse werden ausgegeben nach Weißen» f c l s l2,90 M., nach Naumburg, nach Bad Käsen oder Bad Sulza 1-t,8l) SR.» nach Rudolstadt, nach Saatfeld oder Bad Blankenburg und nach Schwarzburg 20,40 M. Nach Lisenach: am 4., 5. und 10. Juli. Anhalter Bahnhof ab 0,42 oormitlags Fahrkarten 3. Klasse werden ausgegeben nach W e i ß e n f e l's, Naumburg, Bad Kosen oder Bad Sulza, W e i- mar 1(5,00 M., Ilmenau oder O b e r h o f 81B0 M., Gotha, Friedrichroda oder Neinhardsdrnnn 21�0 SR. und Eisenach 21,80 M. Mgemeioe öeöiaguagen: Es werden nurFeriensonderzng-Rückfahrkarten mit einer Geltungsdauer von 2 Monaten, den Abfahrts» tag eingerechnet, ausgegeben. Die Karten berechtigen zur Hinfahrt nur zur Benutzung des auf der Fahrkarte genannten Sonderzuges, zur Rückfahrt für alle fahrplanmäßigen Eil» und Personenzüge. Bei Benutzung von Schnellzügen ist der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Die Rückfahrt kann in diesem Jahre in geeigneten Ver» bindungcn, die festgelegt worden sind, dreimal unterbrochen werden. Diese Fahrkarten werden in größerer Form(Zeitkarten- form) gedruckt und tragen am Rande 3 Felder für die 3 Unter- brechungen. Abteile können in diesem Jahre schon bei Be- stcllung von sieben Fahrkarten 3. Klasse oder sechs Fahr- karten 2. Klasse auf den Namen eines Reisenden auf Wunsch frei- gehalten werden. Eine besondere Gebühr wird dafür nicht er- hoben. Das im vorigen Jahre versuchsweise eingeführte schriftlich« Bestelloersahren wird beibehalten und insofern erweitert, als der Besteller eine dem Antrage beigegebene Bestellkarte schon mit seiner Anschrift versehen und frankieren muß. Die Bestellformulare wer- den von einem noch bekanntzugebenden Tage an bei sämtlichen Fahrkartenausgaben vorgehalten und kostenlos abgegeben werden. Die Anträge auf Vormerkung(Bestellformulare) für die im Juni verkehrenden Sonderzüge werden voraussichtlich vom 26. Mai an. für die im Juli verkehrenden Sonderzüge vom 10. Juni an. für die im August verkehreirden Sonderzüge vom 12. Juli an entgegengenommen werden. Die Besteller erhalten umgehend Bescheid, ob ihren Anlrägen entsprochen werden konnte oder nicht. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Lestellungen vor dem an- gegebenen Termin nichr angenommen werden und trotzdem ein- gehende Bestellungen unbeantwortet und onberück- s i ch t i g t bleiben müssen. Es werden auch in diesem Jahre Uebersichtsheftchen mit samt- liehen Angaben über die von Berlin oerkehrenden Feriensonderzüge herausgegeben und bei den Fahrkartenausgaben der Fernbahnhöfe für 20 Pfennig abgegeben. * Die Vermehrung der in diesem Jahre fahrenden Sonderzüge ist sehr zu begrüßen. Außerordentlich gut hat dabei Bayern abgeschnitten, werden doch dorthin nicht weniger als 17 Sonderzüge geleitet. Man sollte aber auch Oesterreich nicht oergeflen. Wie man für den Zug am 3. Juli Fahrtarten nach Regensburg und P a s s a u aufgelegt hat, sollte man auch für andere Züge derartige Karten auflegen, die in Passau den Ueber- gong auf das Dampfschiff ermöglichen, mit dem der Reisende die einzigartige Donausahrt bis Wien antreten kann. Die Fahrkarten bis Regensburg hingegen würden den llebergang zum ober- pfälzischen Bergland und weiter zum Böhmerwald ermöglichen! zu dem letzteren übrigens auch von Passau. Der Berliner Reichsbahndirektion fei dringend empfohlen, dies nachzuholen. Be- fremdend wirkt es, daß nach der Sächsischen Schweiz überhaupt nur ein einziger, nach dem sächsischen Erzgebirge über- Haupt kein Sonderzug fährt. Auch das Rheinland fft auffällig gering bedacht. In das prachtvolle Weserbergland tährt gleichfalls kein Sonderzug. Hingegen genießt Ostpreußen als einziges den Borzug einer Fahrpreisermäßigung von 50 Proz. §urcht vor der Konsumgenossenschaft. Eine Niederlagee ihr« Gegn« im Stadtparlament. In der gestern abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung stellten die Kommunisten zwei Dringlichteitsouträge. Die Wasfenfunde bei den städtischen Güterbeamteu in Großbeeren ans Anlaß der Aufdeckung der rechtsradikalen Putsch- absichten sollten nach dem ersten Antrag dem Magistrat Gelegenheit geben, eingehende Nachforschungen anzustellen. Weiter verlangten die Antragsteller, daß die Bauunternehmer beim Bau des Groß- kraftwertes in Rummelsburg vom Magistrat endlich verpflichtet werden, tarifliche Löhne an die Eisen- konstruktionsarbeiter zu zahlen, damit der Streik dieser Arbcitcrgruppe beendet werden kann und die anderen Bauarbeiter nicht noch mehr behindert werden. Beiden Anträgen wurde dle Dringlichkeit versagt.— Die Versammlung stimmte einem Beschluß des Haushaltsausschusses ohne Debatte zu. nach dem ll Millionen Mark für Zufaßhypothekea zum Wohnhausban freigegeben werden sollen.— Die Wi rtschaftspartetler erhoben Beschwerde darüber, daß ein Schöneberger Lehrer den Schülern die Konsumgeuossenschast alsEinkaufsquelleempfohlen habe. Der Lehrer soll sogar das Verbrechen begangen haben, mit seinen Kindern die Anlagen der Genossenschaft zu besichtigen. Dem Redner der Wirtschastspartei blieb es vorbehalten, eine neue kommunale Beamtenkategorie zu schaffen. nämlich die Stelle eine»»Händler feindlichen Stadt- s ch u l r o t»".(Gelächter link«.) So bezeichnete er den Reuköllner Stadtschulrat. Genossen Dr. LöweNstein. Gleichzeitig mit der Anfrage wird ein Antrag der Wirtschaftsparteiler verhandelt, der oerlangt, daß den Lehrpersonen der Verkauf von Büchern und Schulartikelu«n der Schale oerboten wird, daß die Lehrpersonen angewiesen werden, sich der Empfehlung bestimmter Firmen zu enthalten und daß die Beschaffung von Büchern und Schulartikeln für arme Kinder in den ortsansässigen Spezialgeschäften vorgenommen wird. In der langen Aussprache erklärte sich Genosse Kreuziger namens unse- rer Fraktion gegen den Antrag, da gar kein Anlaß vorliege, der irgendwelche Beschwerden rechtfertigen würde. Mit den Stimmen der Linken wurde der Antrag abgelehnt. Stadtrat Benecke be- tonte als Magistratsoertreter, der angegriffene Lehrer habe die Konsumgenossenschaft den Schülern als soziale Selbsthilfe- organisation bezeichnet, und er habe auch auf die Beamten- und Ofsiziersgenoisenschasten hingewiesen, die den Arbeitern diese Einrichtungen nachgemacht hätten. Eine Empfehlung der KGB. sei unnötig gewesen, denn die Eltern der meisten Schüler seien l ä n g st Mitglied.— Die Stadtverordnetenversammlung hatte im De- zembcr vorigen Jahres einen Ausschuß eingesetzt, der die Beschwer- den prüfen sollte, die von den Anwohnern der Fredericia-, Soor- und Königin-Elisabeth-Straße gegen den Bau eines Straßenbahnhofs erhoben wurden. Der Ausschuß konnte sich den Beschwerden nicht anschließen, hatte aber in einer Entschließung gefordert, daß die Geräusche auf das technisch notwendige Maß be- schränkt werden. Die Versammlung stimmte dem ohne De- batte zu. Nach Erledigung einer großen Anzahl Vorlagen, die in erster und zweiter Beratung ohne Aussprache angenommen wurden, schloß Dorsteherstellvertreter Deguer(Komm.) die Sitzung mit besten Feiertagswünschen für die Stadtverordneten. Eröffnung der Badeanstalten. Di« städtischen Flußbadcanstalten de» Bezirk» Köpenick< Köpenick: Gartenstraße und Wendenschloß, und Friedrichshagen: Seestraß«) merde» am Mittwoch, den 19. Mai. ■ckißuel. Badezett ggm% fiftr wiorarna hi»% Bfar abend« der �llhvw-prozeK. Drei weitere Sachverständigengutachten. Drei der gestern erwarteten Gutachten mußten auf Mittwoch, den 26. Mai, verschoben werden. Dr. Mönkenmöller sprach 3� Stunden. Als bester Kenner der A u s s a g e p s y ch o l o g i e von Jugendlichen in Deulschland und jahrzehntelanger Leiter von psychopathischen Fürsorgeanstalten gab er, nach Feststellung einiger Grundtatsachen der Aussagepsychologie im allgemeinen irnd der Aus- sagepsychologie von Jugendlichen im speziellen, ein« eingehende Analyse der Aussagen der jugendlichen Zeugen im Lützaw-Prozeß. Aus seiner reichen Erfahrung heraus unterstrich er zu allererst, daß man nur mit äußerster Larsicht Aussagen von Jugendlichen, ins- besondere psychopathischer und schwachsinniger in Sittlichkeits- Prozessen, verwerten dürfe. Gerade in diesem Fall handelte es sich aber im großen und ganzen um fung« Menschen, die sich in nichts unterschieden van den leichteren Fällen, die er van Fürsargeanstalten her kennt. Sie gehörten nur höheren sozialen Schichten an. Im übrigen waren Schwachsinnige aller Stufen vertreten. Hinzu kommt noch, daß die Zeugen sich gerade im Vorpubertäts- oder im Puder- Sozialistische firbeiterjugenü Hroß-Serlin Donnerskag. den 20. Mai. abends 8 Uhr, im Saalbau Fnedrichshain Internationale Kundgebung als Auftakt für den Znleruallonalen Zugeadlag in Amsterdam. ES sprechen Gen. P I e h I- Oesterreich, E r n st Paul-Tsckechoslowakei. WladySlar Landau- Polen, Käthe Fröhbradt- Berlin. Die erwachsene Arbeikerschaft ist zn dieser Kundgebung herzlichst eingeladen.— llukostenbeitrag 20 Pfennig. tätsstadimn befanden, in dem man sehr leicht zu sexuellen Deutungen neigt. Zieht man noch den üblichen Anstaltsklatsch und-Tratsch in Betracht, so wird es klar, daß es sich hier um Aussagen handelt, die einem anormalen Boden entflammen. Zu der Analyse der einzelnen Aussogen übergehend, stellte der Sachverständige fest, daß auf Grund der Charakteristik des größten Teils der Zeugen und des Eindrucks, den man von ihnen in der Gerichtsoerhandlung erhalten hat, ihre Aussagen nicht als einwandfrei gelten können. Dies gilt in erhöhtem Maße von den beiden Belastungszeugen, dem psychopathischen Regendcmk— der Kniekuß— und dem schwachsinnigen Mafchke— der Griff in v. Lützows Tasche. Das gleiche ist auch von dem Haupchelostungszeugen Weiß zu sagen. Das anfangs für ihn günstige Bild hat sich während der Gerichtsverhandlung zu seinem Nachteil verschoben. Ein schwerer Psychopath, erblich belastet, mit einer starken Sexualität behaftet, hat er sich in mannigfache Widersprüche verwickelt. Er konnte ebenso gut Opfer einer Er- innenmgstäuschung sein wie auch objektiv die Unwahrheit gesagt haben. Daß er bereits in der Vorimtersuchimg vereidigt wurde, ist als großer Fehler zu bezeichnen. Dr. Mönkenmöller erklärte, daß er als Richter sich nicht entschließen würde, auf Grund dieser Aussage zu einer Berurteilungzugelangen. Wie verdammungswürdig Lützows Prügeisystem auch erscheinen mag, so genüge doch die Verquickung von Züchtigung und Zärtlichkeiten nicht, um ihm sexuell« Motiv« zu unter- schieben. Kürzer faßte sich Professor Dr. Straßmann. Er kann sich nicht entschließen, in Bausch und Bogen die Aussagen der jugend» liehen Zeugen als nicht einwandfrei zu bezeichnen. Besonders die Fälle Hoffmann und Regendank erschienen ihm glaub- würdig. Desgleichen fei auch die Aussage Weiß nicht ohne weiteres unwahr zu nennen. Jedoch fei die Prüfung dieser Aus- sagen Sache des Gerichts. Lützows Erziehunqssystem brauche nicht unbedingt durch sexuelle Empfindungen ausgelöst werden. Es passe in den Rahmen seiner Gesamtpersönlichkeit hinein. Auch als Homo- sexuell könne er nicht bezeichnet werden. Sollten allerdings die ihm in den Fällen Hofsmann, Negendank, Mascht« und Weiß zur Lost gelegten Handlungen der Wahrheit entsprechen, so wäre in der Be- urteilung seiner sexuellen Persönlichkeit eine Korrektur vorzunehmen. Studienrat Dr. Brehmer sprach ausführlich über Lützows Er- ziehungssystem und stellte sich im großen und ganzen auf den Stand- punkt, daß es unter den Verhältnissen, unter denen er zu wirken hatte, das Gegebene gewesen sei.— So erscheinen die Gutachten bis zum Augenblick nicht ungünstig für den Angeklagten. Bleiben noch die Gutachten Dr. Störmer, Dr. Platzek und Dr. Emsmann. Ver Morü in üer Novalisstraße aufgeklärt. D« Täter verübt Selbstmord. Das Verbrechen in der Novalisstraße hat jetzt seine vollständige Aufklärung gesunden. Frau Rechet kannte Max Hanisch schon seit längerer Zeit. In den letzten Tagen wollte sie sich von ihm ab- wenden. Hanisch war nicht nur eifersüchtig, sondern er sah in seiner Freundin gleichzeitig auch die Frau, die ihn durch ihre Ansprüche dem geschäftlichen Ruin entgegengetrieben hatte. Hanisch, der schon mlt 24 Jahren die Meisterprüfung ablegte, hätte sich ohne seine Leidenschaft für die Frau gut über Wasser halten können, da er in seiner Reparaturwerkstatt 15 Leute beschöftiate und guten Zuspruch hatte. Die Mordkommission hatte ermittelt. daß er auch in Homburg Verwandte besaß. Sie verstöndiate die Hamburger Behörde. Am Dienstag früh begaben sich Hamburaer Beamte nach dem Hause Beseniusstraße 85 in der Vorstadt Wands- deck, wo der Gesucht« sich aufhallen sollte. Als sie die Wobnuna betraten, fiel im Nebenzimmer ein Schuß. Sie eillen hmzu und fanden Hanisch blutüberströmt auf dem Boden liegen. Er hatte stch eine Kugel in den Kopf geschossen und verstarb auf dem Transport in das Krankenhaus. Das dankbare Berliu. In den schweren Nöten der Inflation in Deutschland streckten sich in Deuts ch-Nardböhmen taufende Hände aus, um die unterernährten Kinder aus den reichsdeutjchen Städten in Böhmen, wo damals noch„Milch und Honig floß", unterzubringen. Tausend- fach wurden innige Bande der Freundschaft zwischen der nord- böhmischen Bevölkerung und Reichsdeutschland geknüpft und dabei wertvolle Aufklärungsarbeit über die Verhältnisse und Lage der Deutschen in der Tschechoslowakei geleistet. Leider war die tschechische Regierung dem menschenfreundlichen Werk nicht wohlgesinnt. Nun zeigt sich, so schreibt man uns aus Deutschböhmen, Deutschland und besonders auch Berlin dankbar. Soeben sind aus der Grenzstadt Warnsdorf auf Kosten der Stadt Berlin 15 ältere Schüler und Schülerinnen zu sechswöchentlichem Aufenthalt nach Westerland auf der Insel Syll abgefahren. Die freundliche Hilf« der Stadt Berlin findet in der ganzen Bevölkerung freudige Würdigung._ Fahrprcisermahiguug zu Pfingsten. Die Reichsbahndirektion Berlin weist noch einmal darauf hin. daß während der Pfingsttage auf der Eisenbahn dieselben Fahr- Preisermäßigungen gewährt werden wie in früheren Jahren. Die Ermäßigungen betragen auf Sonntagsrückfahrkarten 331h Proz., für Schulausflüge, Fahrten von Studierenden und Schülern zu wissenschaftlichen und belehrenden Zwecken und Iugendpflegefohrien 50 Proz. der tarifmäßigen Preise. Die in früheren Jahren an den Pfingsttagen vorgenommenen Transporte von Stadtkindern zur Erholung aufs Land können in diesem Jahre wegen Wagenmanaels nicht gewährt werden, Ausnahmen sind zulässig, wenn, der Land» wHenHalt der Kinder rnllrfiefieuS vier Wochen fanedL tai«tfc gemein gellender Tarifdeftimmung könne» jedoch Gesell- schaftsfahrten von 30 Personen und darüber mit Ermäßiguna zu Pfingsten nicht zugelassen werden. Dies ist aber keine Besonderheit für Berlin: die Gewährung der Ermäßigung ist vielmehr allgemein zu Psiissten ausgeschlossen. Die von der Ver�valtung selbst zu Pfingsten eingelegten Sonderzüge werden natürlich, genügende Besetzung vorausgesetzt, mit der bekanntgegebenen Ermäßigung ge- fahren(im allgemeinen 33'h Proz., im Verkehr nnt Ostpreußen 50 Proz.)._ ,Stolz weht üke flagge sthwarzweißrot�. Man schreibt uns au» Potsdam: „AWA. ist die Abkürzung für die auf der Zeppelin-Werft am Templiner See untergebrachte.Allgemeine Wassersport-Ausstellung�. Trotz des sehr mäßigen Wetters war die Werft und das am Ufer gelegene Restaurant, weniger die Ausstellung, sehr gut besucht. Und warum nicht. Der Potsdamer war eingeweiht und wußte Bescheid. Es bot sich einem hier wieder einmal eines der berühmten Geßler- schen Schauspiele. Auf dem Dampfersteg hatte eine Militär- k a p e l l e Platz genommen und spiele eine Viertelstunde lang den „Fridericus-Rex-Mars ch�, aber wirklich eine Viertelstunde lang, immer und immer wieder. Dem folgte ein anderes Musik- stück und dann kam der Knalleffekt. Die seitlich gelagerten Boots- stegc wurden von Mitgliedern der dort stationierten privaten.Ma- rineschule' besetzt oder sie bezogen.Stegwache", wie sie stch aus- drückten, und warteten auf denAdmiral. Auf meine erstaunte Frage, was denn das für ein Admiral sei, der sich durch einen Kanonen- Ichuß ankündigen läßt, sagte man mir, daß es der Admiral der pri- roten„Marineschule" sei! Und richtig: ein„Achtung!" ließ alles stillstehen— aber es war nicht der richttge„Admiral. Schließlich erfolgte aber der Kanonenbums und ein großes-Schiff des „Kaiserlichen Pachtclubs"(das ist der heuttge Name des Klubs) fuhr mit dem vermeintlichen Admiral an Bord an der das Flaggenlied intonierenden republikanischen Militärkapelle und an den vor Begeiftcrung oder Kälte zitternden Süßwassermatrosen vorbei, gefolgt von weiteren 10 Booten des obigen Klubs. Fleißig spielte die Reichswehr weiter, bis die Flottille vorbei war, das.Admirali- tätsschiff" beigedreht hatte und sich das schöne Liedchen noch ein Weilchen anHorte. Dann durste die Reichswehr einpacken und gehen. Der unerhörte Skandal war alsa der, daß eine Reichswehrkapelle dem reaktionärsten aller Klubs, der sich.kaiserlich" nennt und die schwarzweißrote Fahne ohne Gösch führt, dafür aber die große Kaiserkrone, während einer Flottillenfahrt das.Stolz weht die Flagge schwarzweißrot" vorspielt und das alles zur Zeit der Fürstenräubereien und des Flaggenstreites. Und Herr Geßler wird"sagen, daß die Reichswehrkapelle nur zur Eröffnung der AWA. anwesend war, die hinter dem Restaurant ihre Stände bat, und nicht auf dem Dampfersteg, und daß die Reichswehr nur deswegen auf den Steg plaziert wurde, um den Ausstellungs- besuchcrn die erforderliche Ruhe zu gönnen. Ja Gott— wenn dann zufällig der Kaiserliche Dachtclub vorbei kommt, na, dafür kann niemand... Schwarzgraue Zahaea üb« der Kunstakademie. Im Gebäude der Preußischen Akademie der Künste auf dem Pariser Platz ist letzt wieder Außstellung, weswegen das Haus beflaggt ist. Vom Giebel wehen nämlich fünf Fahnen in den Farben Schwarz und Mittel grau. Einiges Nachdenken führt zu der Vermutung, daß diese Fahnen in sauber gewaschenem Zustande das preußische Schwarzweiß darstellen würden. Das Gebäude ist preußisches Staatseigentum und die darin wohnende Akademie eine preußische Einrichtung. Preußen gehört zum Deut- scheu Reiche. Allein«ine Reichsfahne scheint die Akademie nicht zu besitzen— oder wenigstens nicht hissen zu wollen. Nicht mehr: denn als die Reichsflagge noch schwarzweiß- rot war, hat die Akademie gewiß nicht gezögert, sie herauszustecken. Obschon die Akademie damals nur königlich, nicht kaiserlich war. Nun soll aber eine preußische Anordnung bestehen, wonach olle Staatsgebäude stets auch in den Reichs färben zu flaggen haben. Vielleicht bringt man den Kunstherren dies mit dem Beifügen zur Kenntnis, daß sich gerade für ein Staatsgebäude gegenüber der franzäsischen Botschaft das Hissen der Reichsflagge ge- ziemt l_ Totsthlag auf offener Straße. Ein aufregender Vorfall lpielle sich gestern abend gegen IslO Uhr im Norden Berlins vor dem Hause Stralsunder Straße 53 ab. Aus bisher noch unerklärter Ursache waren der 52sährige taubstumme Arbeiter Karl Ramlow aus der Stral- sundcr Straße 57 und der 22jährige wohnungslose Schuhmacher Theodor Urbanek in Streit geraten. Urbanek zog plötzlich ein dolchartiges Messer und stach auf seinen Gegner wie sinn- los ein. Der Gestochene, der einen Stich ins Herz und mehrere Stiche in den Unterleib erhicll, war sofort tot. Die Leiche des Erstochenen wurde beschlagnahmt. Der Täter versuchte zu ent- kommen. Straßenpassanten nahmen aber die Verfolgung auf und stellten ihn. Inzwischen war das Ucberfallkommando eingetroffen.- das den Täter oerhaftete und der Kriminalpolizei übergab. Nur mit Mühe gelang es, ihn vor einer Lynchjustiz zu schützen. Ter Verhaftete von Spiudelmühle. Die bisherigen Ermittlungen in der Angelegenheit des in Deutschböhmen verhafteten Gutsinspektors B r a n s k e haben ergeben. daß B. für den Mord an der Gräfin Lambsdorff kaum in Betracht kommt. Nach den Aussagen seiner Angehörigen war er am 7. Mai, dem Mordtage, zu Hause. Die Beschreibung, die von allen Seiten von dem Mörder gegeben wird, paßt aus ihn nicht. Die Mord- kommission hat sich mit der Palizeibehörde von Spindelmühle und Hohenclbe in Verbindung gesetzt, um die Angelegenheit weiter zu klären. Branske ist geisteskrank und hat sich schon früher wiederholt in der Gegend von Spindelmühle aufgehalien. Als er im Jahre 1S24 dort war, wurde in der Gegend ein Sittlichkeitsver- brechen an einem Dienstmädchen verübt. Die Leute bezeichneten Branske als den Täter. Er bestritt jedoch, das Verbrechen ganz entschieden.. Wegen dieser Nachreden lebte er besonders mit vom Wirt der Krause-Baude, Ellerbach, und auch mit dem Bürgermeister von Spindelmühle in Feindschaft. In seiner Geisleskrankheit glaubte er sich von Ellerbach verfolgt. Von dieser fixen Idee besessen, hat er vielleicht die Absicht gehabt, sich mit seinen"Feinden auseinander- zusetzen. Zu dem Zweck hat er wohl die unsinnige Menge Muni- tion mitgenommen._ !Ss»jahriges Jubiläum der Versicherungsvertreter. Im Plenarsitzungssaal des Preußischen Staatsrates hielt am � Dienstag vormittag der Bund der Versicherungsvertreter Deutsch- lands aus Anlaß feines 25jährigen Bestehens eine F e st s i tz u n g ab, zu der u. a. der Vorläufige Reichsnurtschaftsrat, das Reichs- arbeitsministerium und andere Behörden Vertreter entsandt hatten. Generalsekretär Erich Müller gab in kurzem Abriß ein an- schauliches Bild von der verflossenen Tätigkeit des Bundes und er- innerte daran, wie noch vor 25 Jahren der Versicherungsagent vom Publikum, der Presse und selbst von Richtern lächerlich gemacht wurde und sozial mißachtet war. Als besonderes Ereignis buchte er den Londoner internationalen Kongreß für Ber- sicherungsmakler und Agenten vom 3. bis 6. Juni 1912, den der Bunb durch drei Vertreter beschickte. Dieser internationalen Der- einigung gehörte der Bund eine Zeitlang als vierte(deutsche) Sektion an. Professor Dr. Moldenhauer- Köln glaubte in seinem Vor- lrag übär„Soziale Bei sicherungen" nur in der ergänzende» Arbeit zwischen Privat- und Sozialversicherung, nicht in gegenseitiger Verdrängung Ersprießliche» für die Wirtschaft zu erzielen. Der Red- ner zog sadano wacker gegen die Sozialoersicho« r««««« Im Mb«(8 für freie Berufe nichts 0hi0r_ wissen. Direktor �M�ugsoe'.sicherun� R o h r b« ck- Berlin wollte auch nur die Arbeit der Privatversicherungen gelten lassen. Treffende Ausführungen machte Generalagent Emil Cohn- München über.Gruppen- und Kollektivoerficherun- g c n*, in denen die Kartellpolitik des Reichsverbandez der deutschen Industrie und die Art der Kollektivverträge mit ihrer Ausbeutungs- tendenz plastisch gezeichnet wurde. Der Redner forderte eine ent- sprechende Vertretung der Verstcherungsagenten im Reichswirtschafts- rat und� schilderte eindringlich die soziale Not der im Außen- dienst tätigen Kollegen. Seine Ausführungen fanden reichen Bei- fall und Allstimmung.-_ vle Zaaahme öer Jeuerbestattungea. Die Feuerbestattungen sind in Berlin in den letzten Jahren recht zahlreich gewesen. In den fünf Iahren. 1321, 1922, 1923, 1291. 1925, wurden hier 7127, 11 003, 12 150, 12 424, 12 385 Leichen ein- geäschert, wovon die von außerhalb zur Feuerbestattung hierher gebrachten Leichen nur mit einer nicht ins Gewicht fallenden Zahl beteiligt waren. Vergleicht man die Zahl der Feuerbestattungen mit der Zahl der Sterbefälle Berlins, die in den letzten drei Jahren her- untergegangen ist, so ergibt sich eine sehr erhebliche Mehrung der Feuerbestattungen. In denselben fünf Iahren 1921 bis 1925 wurden in Berlin 43119, 54 941. 51 397, 48 915, 47 397 Sterbefälle gebucht, wobei auch die Totgeburten mit- gezählt sind. Auf je 100 dieser Sterbcfälle kommt in den betreffenden Iahren rund 15. 20, 24, 25, 26 Feuerbestattungen. Die kräftige Auswärtsbewegung der Jahre 1922 und 1323(auf 20 Proz. und 24 Proz.) ist einer langsameren Zunahme gewichen, doch ein Mehr (im Vergleich zu den Sterbefällens war auch in den Iahren 1924 und 1925 noch zu verzeichnen. An der Zahl der Einäscherungen von 1925 waren beteiligt die Krematorien Wedding mit 5718, Trep- tow mit 3550. Wilmersdorf mit 3117. Die Mehrung der Feuer- bestattungen hat auch zu einer stärkerenJnanspruchnohme der Urnenhaine gdoihrt, die den drei Berliner Krematorien beigegeben sind. Auf den Friedhöfen in Wilmersdorf und in Treptow (Kiefholzstraße) muß die Zahl der Urncngrabfelder immer weiter vermehrt werden, im Verwaltungsbezirk Wedding ober bietet der Friedhof(Gerichtstraße) schon nicht mehr Raum genug, so daß be- icits der Friedhof in Reinickendorf(Humboldtstraße) zur Bei- sctzung von Aschenresten mitbenutzt werden mutz. Die schon vor einigen Iahren beschlossene Erweiterung der Urnenhain» aus dem Friedhof in Treptow soll jetzt ausgeführt werden. Aber auch sie v?ird nicht für lange Zeit ausreichen, wenn die Feuerbestattungen, wie zu erwarten ist. weiter zunehmen. Ueber die Notwendigkeit, die Erdbestattung durch die Feuerbestattung zu ersetzen, braucht heute kaum noch ein Wort gesagt zu werden. Zu den Vorzügen der Feuerbestattung kommt in der Großstadt noch der. daß die hier bestehend« Friedhofs- rot— die Schwierigkeit, ausreichende Friedhöfe in nicht zu großer Entfernung zu beschaffen— bei der Feuerbestattung sich nicht so stark wie bei der Erdbestattung gellend macht. Zwischen dem Sieg der Feuerbestattung, der in Berlin schon entschieden ist, und der auf immer weitere Kreis« sich erstreckende Abkehr von der Kirche besteht ein gewisser Zusammenhang. In den von Stadtgemeinden betriebenen Krematorien ist man eher bereit, für die Leichenfeiern eine Duldsamkell zu gewähren, die aus den Fried- bösen der Kirchengemeinden noch unbekannt ist. Die peinlichen Aus- triste, die auf kirchlichen Friedhöfen an osfenen Gräbern vorge- kommen sind(erst vor kurzen mußten wir wieder unduldsames Ver- halten gegen rote Kranzschleifen rügen), haben die Abneigung gegen Beerdigungen auf kirchlichen Friedhöfen gesteigert. Darüber hinaus I'aben sie sicherlich auch bei vielen dazu beigetragen, den Entschluß zu einer gänzlichen Loslösung von der Kirche in ihnen rascher reifen zu lassen. Für die Kirche hat die Abkehr von ihren Friedhöfen noch die für sie sehr unangenehme Nebenwirkung, daß ihr der Ertrag einer wichtigen Einnahmequelle ge- schmälert wird. Die Friedhöfe sind lange Zeit eine Kapitals- unlage gewesen, deren Wert die Kirche zu schätzen wußte. Mit dem ansehnlichen Gewinn, der ihr daraus zufloß, wird es bald vorbei fein. Glaube« oder Wissen! Die Reaktionäre aller Schattierungen haben sich immer bewußt und nüt aller Energie in den Dienst der Jugenderziehung gestellt. In einem gewissen Gegensatz dazu haben die sreidenkcnden Eltern oft nicht die Einsicht, daß die Erziehung in der Jugend ausschlaggebend für dos ganze Leben sein kann. Sie glauben mit der Abmeldung ihrer Kinder vom Religionsunterricht alles getan.zu haben, was nötig ist. Sie bedenken nicht, daß ihre Kinder über das religiöse Leben von Millionen von Mitmenschen absolut nichts erfahren und diesen Fragen im späteren Leben verständnislos gegenüberstehen und im Notsall irgend einen geschickten Agitator leicht folgen, da sie die geschichtlichen Zusammen- bange nicht kennen und solchen Leuten nicht Rede und Antwort stehen können. Wer da will, daß seine Kinder zu vollwertigen Mensche» erzogen werden sollen, sende diese in den v o l l st ä n d t g kostenlosen Unterricht in Religionsgeschichte und Lebenskunde, der von der Freireligiösen Gemeinde B e r l i n, �Kullurgemeinschoft der Freidenker, an folgenden Schulen nur von Pädagogen crteill wird: Wcißenburger Straße 4», Donners- tags von 3¥j bis 5'ch Uhr; Reichenbergcr Straße 45. Montags von 3V3 bis 5% Uhr; Koppenstroße 84. Freitags von 3 bis 5 Uhr; Wiesenstrahe 66, Montags von 3 bis 5 Uhr; Tempclhof, Friedrich- Wilhclm-Straße. Mittwochs von 3 bis 5 Uhr; Niederschäneweide, Berliner Straße 31. Freitags von 3 bis 5 Uhr; Köpenick, Grünauer Straße 5, Jugendheim. Donnerstags von 3% bis 5 Vi Uhr.— Die efnzlge Bedingung Ist. daß die Kwder vom abgemeldet sind und den Unterricht der Freireligiösen Gemeinde pünktlich besuchen. Gbersihlesiens NLte. Am Sonnabend und Sonntag tagten die Heimattreuen Ober- fchlesicr im Herren ha isse. Ein« Füll« von Referaten beleuchtete die Nöt« des zerrissenen Oberschlesiens. „Ueber die geschichtliche Entwicklung Oberschlesiens* sprach Studienrat Hartmann, Potsdam; über„oberschlesische Flüchtlingsnot* Stadtrat Schmies«, dessen Reserot«ine einzig« groß« An- klage gegen die schwerfällige Bureaukratie war. Die Ge- meinden fordern neue Mittel von den Zentralbehörden für die Flüchtlingsfürsorge, gebrauchen sie aber für ihre eigenen Leute und die Flüchtlinge gehen dabei leer aus. Ueber.Wohnungsbau und Siedlung in Oberschlesien* sprach Baurat N i e m« y e r, Oppeln, in emem ausgezeichneten Lichtbildervortrag, der den wirt- schaftlichen und sozialen Wahnsinn der Zerreißung Oberschlesiens an Kartenmaterial aufzeigt«. Schienenstränge, Landstraßen, industriell« Werke sind ohne Rücksicht auf den organischen Zusammenhang brutal auseinandergerissen und es bedarf der größten Anstrengungen, den deutschgebliebenen Teil lebendig zu erhallen. Ueber.die Arbeits- läge in Oberschlesien* sprach Abgeordneter Franz aus Hindenburg, der ein erschütterndes Bild von der Wirtschaftslage im polnisch ge- wordnen Oberschlesien entwarf, die die allgemein durch die Welt- krisis geschaffene düsler« Lage bei weitem übertrifft. Doch auch die Verhältnisse im deutschen Oberschlesien sind noch autzeroidentllch ver- besserungsbedürftig. Die Löhn« sind sehr niedrig(Metall- arbeiter 42— 46 Pf. Stundenlohn!), die Beschäftigung im Bergbau ist zurzeit ein« gute, doch auch hier sind die Löhn« verringert und die Arbeitszeit verlängert worden. Di« Lage in der Koksinduftrie ist betrüblich, auch die in der Bauindustrie ist ungünstig, weil die Mittel fehlen. Di« Textilindustrie befindet sich ebenso in einer traurigen Lage, die Zement- und Kalkindustri« ist halbwegs befchästigt. Obwohl Oberschlesien kein« billigere Dafeinsmöglichkeiten hat als andere In- dusttiebezirke, gehört es zur Zone mst der geringsten Unterstützung. Der Notlage der Erwerbslosen wird viel zu wenig Auf- merksamkest geschenkt, die Arbeitslosen und besonders die Flucht- linge, die dazu die schlechtesten Unterbringungsverhältnisi« haben, be- fänden sich in der schwierigsten Lag«. Sie zerbrechen nach jähre- langer Arbeitslosigkeit moralisch, sie„verhachern*, und kommen dann für die menschliche Gesellschaft nur noch in krimineller Hinsicht in Frage. In einem Telegramm an den Bölkerbundsrot wird erneut gegen die Zerreißung Oberschlesiens durch das Diktat der Botschofterkonkerenz vom 26. Oktober 1921 protestiert und Rückgabe Ost-Oberschlesiens an Deutschland gefordert. Die gegenwärtigen' Vorgänge und der Niedergang der gesamten Wirtschaft in Ost-Oberschlesien zeigen, daß Polen nicht in der Log« ist, dieses deutsche Gebiet zn verwallen. Ferner wird vom Völkerbund auf Grund der von ihm garantierten Rechte der Minderheiten die Freilassung der in Ost-Oberschlesien unschuldig verhafteten Mitglieder des deutschen Dolksbundes gefordert. Bvnh der Freunde soziaidemokrnksscher Studierender Berlins. Infolge wichtiger organisatorischer Fragen findet«in« Mitglieder- Versammlung am Mittwoch, den 19. Mai, nachmittag» 5¥t Uhr, im Preußischen Landtag, voraussichtlich Zimmer 12, statt. In Anbetracht der Dringlichkeit der Tagesordnung bittet der Bnrstvnd um möglichst vollzähliges Erscheinen. vss �tiricZftiriKpmxfarnm.» Mittwoch, den 19. Mai. AnOor dem Üblichen Tr geBpropramm: 6— B.30 Uhr abends: Für unsere Kleinen. Unter Mitwirknng t-on Fritz Alten, Et» Holberg und dem Knabenehor der Kaiser- Priedrich-Sohnle unter Leitung von A. Möller-Buessow. Anschließend: RatschlSge fürs Hans. Theaterdiensfe. 7.IS— 8.10 Uhr abends: Hans-Bredow-Schnle fHoehschnlknrse). 7.1S Uhr abends: Abteilung Wirtschaftswissenschaft. Staatssekref Ar z. D. Professor vr. Julius Hirsch: Probleme dos modernen Handels(TerSnde- rnngen des Weltmarktes)"'. 7,50 Uhr abends: Abteilung Rechtswissenschaft, Geheimer.Tnstizrat Prof. Dr. Ed. Heilfron:.Streifzüge durch das bürgorliche Recht(Das Erbrecht)*. 8.30 Uhr abends: Konzert. 1. Mendelssohn: a) Rondo eapriecioso. b) Früh- lingslied. e) Spinnerlied(James Simon, Klavier). 2. M. Kowalski: Aus.Pierrot lunaire""(Giraud, deutsch von E. O. Hartleben)(Th. Scheidt. Bariton). 8. K. Baum: a) Das Lied von der dünnen Wand, b) Jan Rainer(Karl Zander, Rezitation). 4. a) Wieniawki: Romanze aus dem D-Moll-Konzert, b) Kreisler: Gaprice vieuneis (Jacques v. Kinsborgen(Isaco). Violine). 5) a) Simon: Harlekinado. b) Chopin: Walzer F-Dur, c) Chopin: Walzer E-Moll. d) Liszt: Waldesrauschen, e) Liszt; Rigol etto- Paraphrase tjames Simon). 6. a) M. Kowalski: Aus.Pierrot lunaire'(Giraud, deutsch von E. O. Hartleben), b) W. Brunsen: Aschermittwoch(H. Ph. Weitz). c) W. Bransen; April(H. Ph. Weitz)(Theodor Soheidl). 7. a) K. Baum: Der Schmied von Laibacb, b).t. Kehlheim: Di« Brandstifterin(Karl Zander). 8. a) E. Bloch: Zerknirschung ans .Baal Schern', b) Kreisler: Tambonrin chinois(Jacques van Kinsborgen(Isaco). Ära Flügel: Bruno Seidler-Winkler. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. KSnigswustcrhausen, Mittwoch, den 19. Mai. 1— 1.30 Uhr nachm.: Loktor Grander und Julius Walinski: Französisch für Schüler. 8—3.30 Uhr nachm. Studienrat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Anfänger. 3.30 bis 4 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Fortgeschrittene. 4— 4.30 Uhr nachm.: Geheimrat Prof. Dr. Sievers: Der Neuklassizismns und seine Grundlagen. 4.30—5 Uhr nachm.: Mitteilnngen des Zentralinstitutes. 6 bis S 30 Uhr nachm.: Anna von Gierke: Das Schulkind in der Freizeit. 8.30 Uhr abends: Debertragung von Berlin. Weitere STufTTänrng be« EberSwalber Raubmordes. Wie wir vor einigen lagen bereit» berichteten, wurde auch der zweste der Mörder der Witwe Wilhelmtne Schröder aus Hegermühl« bei Werswalde, der Gutsarbeiter Hermann Straß verhaftet und der Staotsanwalllchaft in Prenzlau zugeführt: er legte nach anfänglichem Leugnen«in Geständnis ab. Wie Straß erklärt, war der vorher verhaftete Schlächter Hermann Pirk der Anstifter zu der Bluttat. Die beiden Verhafteten, die einander gegenübergestellt wurden, versuchten jeder, die Hauptschuld auf den anderen zu wälzen und die eigene Beteiligung als möglichst gering darzustellen. Der Schwurgerichtstermin in Prenzlau, auf dem die Untat zur Ab- urieilung gelangt, ist auf den 15. Juni anberaumt. Ter Zoo wird erweitert! Zur Erweiterung des Zoologischen Gartens hat der Artienoerei» des Zoologischen Gartens von der Preußischen Bau» und Finanz- direklion«iyen Teil des Tiergartens mietweise überlassen bekommen. Es handelt sich um den Teil des Tiergartens, der sich nördlich an den Zoologischen Garten, rechts vom Sportplatz bis zur Lichtenfteinallee erstreckt. Ein Teil der Lichtcnsteinalle« fällt mit in das gemietete Gebiet, so daß wahrscheinlach der Bäreneingang ver- legt oder ganz verschwinden wird. Grosser Tachstuhlbraud am Kottbusser Tamm. Zu einem großen Dachstuhlbrand wurde gestern abend, kurz vor 5411 Uhr, zu gleicher Zeit von mchrcren Seiten, drei Züge der Berliner Feuerwehr nach dem Kottbusser Damm 5 alarmiert. wo in einem Dachstuhl Feuer ausgebrochen war. Beim Eintreffen der Wehren stand ein erheblicher Teil des Dachstuhles bereits in hellen Flammen. Unter Leitung des Baurats Noack wurde mst vier L-Rohren von benachbarten Grundstücken und übe? eine mechanische Leiter gegen das Feuer vorgegangen. Bei Redaktionsschluß dauert der Brand noch an. Ueber die Entstehungsursache verlautet noch nichts Genaues. Es besteht jedoch wenig Hoffnung, auch nur einen Teil des Dadzstuhles vor der Dernichtung zu retten. Billige Zischlage. Am Donnerstag und Freitag dieser Woche sind besonders große Zusendungen auf dem Fifchmarktc vorhanden. Es kommen zum Verkauf: frische Maischollen pro Pfund 35 Pf., frischer isländischer Kabliau im ganzen Fisch pro Pfund 25 Pf., und frische grüne Heringe. Das zu Pfingsten besonders beliebt« Gericht Aal mst Gurkensalat wird etwas kostspieliger werden, da wegen der kühlen Witterung der Aalsang sehr gering ist und die Preise deshalb anziehen. Ausammensturz eines öerges. Bisher fünf Tote und dreizehn verletzte. Wie die„Franksurter Zeitung* aus Aachen berichtet, ist der an der holländifch-belgischen Grenze gelegene Mäuseberg zu* sammenge stürzt. In den Berg waren zum Zwecke der Züch- tung von Chanipignvns Gänge gegraben worden. Es haben sich etwa zweieinhalb Millionen Kubikmeter Erde in Be- w« g ti n g gesetzt. Dem Unglück sind eine Anzahl Personen zmn Opfer gefallen.. Bisher wurden fünf Tote und dreizehn Verletzt« festgestellt. Totschlag wegen der �laggensrage. Wegen der Flaggensrage gerieten in einer Elberfelder Wirtschaft einige Leute in einen Streit. Nach dem Verlassen der Wirtschast wurde die Auseinandersetzung auf der Straße sortgesetzt. Es kam zu blutigen Kämpfen, bei denen ein Kaufmann zwei Messerstiche in die Brust erhielt, die seinen sofortigen Tod herbeiführten. Unwetterkatastrophen in Süd- und Westeuropa. Eine Hochwasser, und Unwetterkatastrophe hat den südlichen Test des Kontinents, vor allem Italien, heimgesucht und be- ttächtlichen Schaden angerichtet. So haben in T r e n t i n o Brücken- einstürze die Verbindungen unterbrochen und ganze Gebiete vom Verkehr abgeschnitten. In der Nähe von B r e s c l a hat eine La- wine sieben Arbeiter überrascht und begraben, von denen zwei als Leichen geborgen wurden. Der Luganer See steht zwei Meter über normaler Höhe. Der Lago Maggiore ist ebenfalls 1,55 Meter über die normale Höhe gestiegen und hat einen großen Teil der Bahnlinien unter Wasser gesetzt. Durch Fele- und Erdrutsche wurden die F u r k a- B a h n, die Linie Bisp— Zermatt, die B e r- nina-Bohn und die G o t t h a r d- S t r a ß e versperrt. Auch in verschiedenen Teilen Frankreichs, vor allem in den Pyrenäen und ün Zentralmassiv des Jura gingen Schnee und Hagel in solchen Mengen nieder, daß in zahlreichen Orten die Ernte als verloren gilt. Auch in Holland haben starke Regenfälle die FlUie und Ströme so anschwellen lassen, daß weite Strecken der Land- und Gartenkulluren unter Wasser gesetzt worden sind. An der Küste von Genua, wo das Wetter am heftigsten niederging, sind die Telegraphen- und Telephonoerbindungen völlig zerstört. Schwere» Autounglück in Schlesien. Ein mit 36 Personen be- setzt«? Lastauto verunglückte in der Nacht vom Montag zum Dlens- tag bei der schlesischen Ortschaft R ö ch l i tz in der Nähe von Lieg- nitz. Bei der Durchfahrt durch das Dorf Röchlitz verlor dos Last- outo plötzlich die Richtung, wich nach redsts von der Straße ab und subr gegen einen Ehausseestein mit solcher Wucht, daß sämtliche Insassen die Böschung hinab in die Katzbach geschleudert wurden. Acht der Insassen blieben mit schweren Verlewmgen liegen, wäh. rend die anderen mit Hautabschürfungen und Quetschungen davon- kamen. IPeißXeinen milangegoßener weißep Gummisohle, unsere MoröchAhoi'Qr. 43-47 Sf0 örJd-fö 4?°. Gr 31-35 4P, Qp27-30 4« �as gpößie Schuh- Spsziolhous mit dop Auswahl£epiin* Huka-i Grotte Posten 2-Pf. Sorten billig. Fabelhaft, Blaukopf. Frftzl.... 23.70 Moslem 3 Pf. am Lager. Dicke IDrken, Kl- harl....2290 Juno.... 28.20 Sterr.Slaalsrat 34.00 OiilPorl.Oberst 35.00 Walasko, Atlde 42.50 Dieses einige. Beispiele unserer Billigkeit KciiervtriiDii; an Lager. Zigarre« weit unlEt Fabrikpreis. Sommer Neue Schönhauser Str. 4-5. im Laden. Genau auf Hausnummer achten. Versand nur gegen Nachnahme. Dr. I Ffififle&srg (früher Benin) praktiziert wiede Kadowa Mal-«l Zeichen- Bedarf L-Juergens AlexanderplatT flDdn in Vonrirh J J. H. W- Dietz NadifL, G.m.b.H. PEEK&CLOPPENBURG I M B I GERTRAUDTEN-STR. 2S-27 ♦ ROSS-STR. 1-4 Leichte Herrenkleidung für jede Figur passend. LQstersakkos, schwarz, blau, farbig m. S�Q50 m.1050 14.- 19.- 23.- 27.- 39.- 56.- Helle Waschsakkos M. 8.- 11.- 17.- 26.- 34.- Waschsakkos oder Joppen m. 550 6 50 10.- 13.- 17.- Lelchte Anzüge [(Lüster, Rohseide, Tussah) -.24.-32,-46.-58.-76.- Wasch-Sp ort- AnzQge (Joppe und Hose) Baumwolle, Schiiflainen usw. m 20.- 23.-24.-32.-34.- Hamburger Millloneu Verkehrs-Zichlen. Im Monat Uprll Hot die Hamburger Hochbahn 7!ß8 00a Personen befordert. Die Straßenbahn ist von!8S097SS mii die Alsterschifsahrt von L70 638 Fahrgcisten benutzt morden. Die Autobuslinien verzeichnen eine Frequenz oon 332 696 Fahrgästen. Di« Gesamt. einnahmen aus diesem Verkehr betrugen>t 43Z 466 W. Elektrisierung der Tiroler Eisenbahnen. Der österreichische Bundesminister für fyxnbd und Berkehr, Schuerff, erklärte kürzlich, daß zuosrsichtM) damit gerechnet werden dürse, daß bis Mitte nächsten Jahres sämtliche haupteisenbahnstrecken in Tirol für den elektrischen Betrieb eingerichtet sein werden. Kirschbäume statt Ncinstöcke. Ein Gastwirtsorgan berichtete kürzlich, daß in der Gemarkung Burgen eine Reihe von Winzern mit dem Anpflanzen von Kirschbäumen in ihren Weinbergen be> gönnen hätten, um sich damit über die Aeit der Rot hinwegzuhelfen. Wenn sich diese Umstellung her deutschen Winzer aus Obstbau in größerem Umsange fortsetzen sollte, könnten wir mit der Möglich. keit rechnen, daß die Winzernot ein schnelleres Ende nimmt als durch den Versuch, den Weinoerbrauch unter ollen Umständen zu steigern. ?irbeiLLrsport. Reichsordnerlag ia Dien. Jiy Anschluß an dos große internationale Sportfest in Wien wird der Republikanische Schutzbund einen Reichs» ordnertag veranstalten. Für den Umzug sind bereits angemeldet: 26 666 Mlglieder des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, 6666 deutsche U'.td tschechische Arbeitersoidatcn aus der Tschechoslowakei. vm« Ehrenkvmpagnie der belgischen Arbeitermiliz, eine Abteilung der Arbeiierkämpser aus Lettland, eine Truppe der polnischen Ar. beiter, eine Abordnung des französischen Schutzbundes, sämtliche Bataillone des österreichischen Republikanischen Schutzbundes. Kämpfe des Sportklub turlch 02 im Reiche Vor einigen Tagen weilte die Ligomannschaft des Vereins in Wilhelmshaven und konnte den dortigen Kreismeistsr„Krattsportvcreinigung Wilhelmshaven" mit 19: 9 Punkten schlagen. Arn selben Tage weilte eine kombinierte Männer- und Jugendmannschaft in Gera und mußte von dem mehrmaligen Kreismeister ,.Vorwärts">Zwötzen eine Riedorlagc im Riugsn mit 19:9 hinnehmen. Am 21. d. M. unter- nimmt eine koniMnierte Ringermannscbaft Liga und /�-Klaste) eine Tournee durch Ostpreußen und Danzig, die voraussichtlich 8 bis �>6 Tage dauern wird. Znkeniaitonales Treffen der Albeilar-Tennisspicler in Berlin. Die am 8. Mai aus den Tennisabteilungen der„Freien Turnerschast Lichtenberg.Friedrichsfclde" und des„Arbeiter-Turn- und-Sportvereins Wcißensee" gebildete.Deutsche A r b e i t c r. T e n n i s- Vereinigung" hat schon eine internationale Verbindung aus- genrmmen. Die im Lettländischen Arbeitcr-Sport- und Schutzbund organisierten Tennissportler wollen nach dem Bundesfest in Wien(vom 4. bis 11. Juli) nach Berlin kommen, um mit den deutschen Arbeiter-Tennisspielern Weitkämvse auszutragen. Die.Deutsche Arbetter-Tennisvereinigting" hat di?>eo Angebot der lettländischen Arbetter-Tennisspieler angenommen und wtid das internationale Tressen sür das zweite Drittel des Juli vorbereiten. Aujzbsttresulkcle vom 16. Mai. 5m XfcttiTmt« A konnte Bernau den Dankomer Adlern den ciea nicht lireittii machen. Dädrrnd ilch Bernau b!»»ur Danke noch f'.äflin»ur ZSedr(tlte CO: 21. klavnien sie in der twelten Svielltälfte»oll- kommen Aukamm«». Adler konnte noch»rf.n weitere Tor« beulen und k» d-s Ziekuli/r! auf 12:0 schrauchen. D-rnii in Adler endaliltia Abtei. lun«»meilier aemorden.?» Abteiluna v errana Alemannia Sder Barunia«inen aeatren<: l�iea. S e ael 2k muht« sich vom B e l> t»n»r Bollluiel-Tlud ein« 2: t-Zliederlaa« aekallen lasse»,«nao» aber v-rtunt«mann Birkenwerter über Z?a S« r 20 mit 3:2. R or d I, ka unterlaa aeaen W ei Ii« nie« mit 1:2. NeukSllner Ba l I so i« l- T lu b aeironn sscher mit 5:3 iiber B e r»! i n a. A Z ka- »ra lchi-kt« HlssMa-B o r w!! r t« mit 8:1 aeschlaqen nach chou«. •jW Borrunteusuiel nm die B«AlrI,mci yti»ttin--,terr Tor« AU. Resultat 2: k(1:1).— Slnschlufieni) (16.«trci-l—«lein. Nochbern b. Breslau(11. Strei»). Gleich iw* Ancftff leichte Ilcberleaenbeit«r.. die ii» in der 7 Minute durch Tor bem-rkbar macht. Stumn W. findet«ich sedr schwer. W. kann bis S-lbAeit nichts«rrinßcn, während Br. in der 29. Minute?tm zweiten Tore ein- sendet. Nach Salbeeit mi'd D. AUsedends besser, kann vier To« e�natn. Br. de» A�valeiä) tuv, nacheinander Atcht, so dasi de: Sv'.elavsQuntz das Resultat unentschieden 4: 4 lautet. Gs fclflt Svieloer änaerunfl. wober in den ersten\c!>n Minuten kein entscheidende» Tor«rrunaen tmrd. Die aderwaliae Bcrlanaeran« brinat in der achten Minute das slcabr�naende Tor für Weikwasssr. NesuVtat 5:4 für Weihwasser- �ntschei- d u n a s s v i e l! Neri in- Adlershof— Weistwas s e r 9: 2 lst: 2). Am NachmiLtaa. vrka S0g?lus6. aber out abaederlt. Ein wicdcrdoller Durwbruw Ms. fubre tum Awoii-n Tore. Der KolbreSite ,ela!s»un« wird auf Freitag. W. Mai. ver.egt. D! ubeiteverband soz. chentel. und Gewerbe treibender nnd sonstlg« Berus«. Unser« Monatsvcrsammlun« sind« am Donn«Ztag. A>. Mal. 8 Uhr, Run«. strafte 39 statt. Um bestiunntl» und pünktliche» Erschelnen wird gebetrn. D« Borstand. Sterbetafel üer Groß-öerUner Partei-Gcganisation| Werbcousschu» der Dost,»ad Telegreuchenbeamten»ad Anwärter. Iwser Genosse Hermann Dost ist verstorben. Einäscherung am Donnocstng. 29. Mar. nachmittags 2 Ubr. im Krematorium Berum schulen weg. Wir erwarten zah� reiche Beteiligania._ Sozialistische Arbeiterjugend Groß-öerlin. Achtung. Amsterdanl.Fahrer! Zeder rnnt am Donnerstag An» Internationale» stnadgedtna«sckteincn. '".......■-■•«in« wichtige Besprochnng stattfindet. da im Slnschw» an dlclelb« im kleinen l Achtung: Donnerstag. 30. Rai, abend, 8 Uhr. im S-albau ffsi-drichshoin International« Knndoebnna mit ausländischen Redner». Sämtliche anderen Veranstaltungen fallen aus. Unkoltenbeitrag 20 Pf. heute. Mitlrvoch. abends 7% Uhr: Weddirngr Schute Antonskrobe. Bortrog:„Erste Eindrück« im Betriede«'.— Rordrin»: Srfral« Schcrenbcrg'tr. 7. Bor trag:„SSlZ. und Reichsbanner«'.— Bteltenpla»: Iiwcnibcim Riga« Str. 1(6. Aussprach«:..Refarmkleidung«'.— Osten B..».: Iuqeadbeim Ebertvstr. 12. Bortoag:„Tanlor. und fford- so'lern".— Slldäst R.-B.: Jugendheim Reichenbeta« Str. 66. Bortrao:„Karl Marr« Leben".— Wannsee: Schule Eharlottenstrass«. Bortroa:..Wa» ist SoAioli sinus?«' CC Sem.— li-nlsd-rf: Schul- Sldolfskr. 2Z. Bortrag:.1. Mai und seine Bedeutung«'.— Ren. Lichtenberg: P«NaloAAi.LuA«Ujn. Prins-AIb«:- Strasse. Slussprach«:.Kweck und Kiel d« SSlZ." Treffpunkte für die iuteraatioaale Suadgebuvg. morgen. Doauervtag: Südwest: 1Z? Ubr vor dem Ina» nd beim.— Kaul»d»rf: Baden fällt arr». Absabrt 6 Ubr Kaulsdcrf bis Stralau-Rummelsbuva.— OetWbealrl BrcuA- lanee Bern l: SämM« Gruvven 7 Ubr DanAia« Strosse Ecke Prenzlauer Allee.— ssgerbeieztek MOggeisee:>Z8 Ubr Bgbrchvf Alerandrnpla». Ausgang Dirckkenstrast«.— verbebezirr vstbotn: VA Übt Bohabof Strolau-Rurnmels. dura.— SLeibessmiKk Echäneberg: 7 Ubr Bülowboaen. wesirrberichl der ZffeuMchen wesierdlenstslekle sür verff«. sRachdr. derb.) Noch ziemlich kühl und wolkig. Keine wesentlichen Rezensällc.— Aür Veulschland: Ueberall Fortdessand des ziemlich kühlen und wolkigen DcUerS mit leichten Strichregen. trcaßen otrSc d/Gse Urt' menge. Wasche ah lein gewaschen haben und 'Sie werden in Her Sh/z anhvorfen. daß das für Sie ein leichtes ists&fdemSie ffirSKontisset&Ssifissptcßt&t*' verwenden. "3üJC*X>C,T.<.« iisifiiispiiisii Siaats-Thfiater Opomhnu» am Känlcaplatz To: La Travtata Schaaspicltian» 8 Uhr: JouraalUttn Schiller.Theater 8U.: Kj rilr.Pjrlti ZWlliis Opss Cliarlatleaburr 8 Uhr: KuOknacsser-Solte Taor-Solte Der grolle Krag Die Opernprobe Abonn-Turnus II WiM Ur Norden 10334—38 S Uhr: K&tauerspiele Norden 10334—38 8 Uhr: Wech- eufl fPeber'n Sonntag) Die Komödie Bismarck 2414, 731« 8 Uhr: BerUnrr Thealer W;, Uhr: Donnerwetter,(tos famos Lesslng-Th. 8 Uhr: : 0«|n>}i2nu-Pri|>.i Upt-M-takmiä Ig illu Z PanjrtftiBlij. 1« 2 p.fuJ-tonUllj. 3\IWn«mll Pnln) KI. Abendpr 1 711, Uhr/ ÜKJ.2.1S f 1 M 21. C4II.I lop f<'■ IAIaB fa SpfalnH: 30 Wal Reichsnallcn- Theater Abend» 8 Uhr und Sonntags oaehmittaga 3 Uhr Stettiner Sänger In I JBa BnUill dti Mirw'r BtrliKr Bnksh ai Mepd. 1."«In».»Cn Cftn'.wlitt>ap»aa. Dönhofl-brettKlwliGaii) Tsrlcket- Komeri!- Tsai! Bamowsti-Seboii Tneaier KnnlCCrstiUir. T.;Hascnheid2lu 8 Uhr; Dr. Schmidt aomiWUenluiDA Tel.; Norden«304 8 Uhr Oer dar}«] M pieTrmünc Tel: Wilhelm 53«; 6'/, Uhr Der RublKon Täcat. d. Westens 8 Uhr: Gräfia Itariza Operet». Kaiman 33 Pfg. Ms 6 Mk. (Keine Bons) Beaaen:"TTkuu. SV« U.: Verbotene Kfisa» Engen Rex, Metelk« Pr.: 73 PI. bis 4 M Mi Tb. ai Zoe Tägl. 8 Uhr: 3er alle Dessaoer Operette in 3 Akten Charld Vespermann Palk, Klper. Godau, Straaten. Hainisch Preise c.50 bis 6 M. Th. In d. Kloslerstr. ßasluo-Theatzr Täglich 8 Uhr Nur noch wenige AnllDhrungen Das verlorene Paradies (D. Recht auf Arbelt) u. das bunte Progr. Mera.ll3ttli.Tor Täal. 8 Uhr Elite- Sdoger SaoirMDte in Werder Me Kapuan- MfiRlslUEJi' iTaSSna atab C. KOcker. Berlin Llchtenberger Straße 22, Kgst 3861 30arOLrd»«.(lßOM 40•" 1.20» 50•» 150- 80»- Z-» 70•» 2.70• «He Fbrmen gl. Pr. I.ampenae]ilnn• Cierstelle sowie saratl. Zubeh, wie Seide, Batist, Seiden- Irans, Wickelband usw. in laQua ltät billig in den Spezialgesch. Japana; Dorotheenstraße SS, neben der Kirche, KSnicgrätzer Str. 44, nahe Anh. Bahn 1. Brnnnenstr. ISO, Ecke Anklamer Str. Dreibundstr.48,a Nord-Südbh Kreuzb. Hohenzollerndamm 16, EckeUblandsir, Charl.Sesenheim Str 12, E.üismarckstr. Mittwoch, den 19. Mai nachmittags 3 Uhr MurbejTten: 11 April bis Oktob«L Bei Qicht Ischl ns. Fcfleuniarismiu, Fnura- leiden seit üb.50 Jahr Jurvorragendtcwlhrt Elseninoorlbaci BAd Sdimledeberg Bez. Helle n. Soela ßabuBerUn-Wittanberg-Entatmrg.Lclpilg Herrlich« Waldgegend, großes Kurhaiisralt VenaffimlungsrAumea für Kongresu usw. Pnapckt durch Meglatat-Badevenraituag J Preis AerztevaU OMmilirendsee I in Me&kienburiS! ♦ Grosse Nadelwa'dungen i 7=»wiuiwfnmwMiniuinitMmiiiMi.mkBBminimimimsjiiiaMiiiiiiimiiiiiMMiuiMiiniinwiniwiiiirriM M |j ßahnstaiion, Dedcfirzle, Quellwasserleitung, Kanalisation. M Kurhaus. Konserle. Prospekte durch die SadcTervaltung. U �ii!i!II!iIiWl!M>�!lII!IIie!!.'I>IssI!!Il1MiIssI�!!iU!Iiieeil"IMM!Ml!I!Iss!!!!i!!IM!I!ssII!!MiIZ,I!ielIlD ffnrtsnf An d.Dampfer*nl.- Brücke. iluilifllil PsnltjchttJz. iruh Besnier Peosionioicii Kntk 1 a?s i e* Küche. CX Sui how. HctelitMiiKMlKrK�. »ortOgt. »t. iiegsr. Unmitleln.nn W*ifi(tlotel Esplantdf\, Mal, Di»- kussionsabend der Zuaendaruppc im guaendheim Gohlerstr. fit. Thema: „Mensaienteilutnis". Einleituna, Genosse>?r. Pöppendorf, sZietc Aussprach«. Gäste heralich willtommcn. Arbeitraeineinschnft entschiedener Repudlilaner. Der 18. republikanische Abend fiirdri am Donncraiaa 20, Mai, 8 Uhr. in..Lrnnburlis Bietkaus", Eharlotlenstr. 81. statt. Thema:..Das Kolonialvioblem und Deutschland". Acfcrent: Serr Baer. Republikaner aller Parteien hcralich willkommen. TD ACT FADBIGE SALAMAN DED SALAMANDER- SCHUHE SIND SCHÖN, OUT UND PREISWERT SALAMAN DE Deutsch-schwedischer Handelsvertrag. Drohende Erhöhung der Kornzölle. Soeben wird der Inhalt des am Ii. Mai abgeschlossenen Handelsoertrages zwischen Deutschland und Schweden veröffentlicht, der die Handelsbeziehungen zwischen diesen beiden Völkern zunächst auf die Dauer von drei Jahren regelt. Dem Vertrag kommt aus verschiedenen Gründen eine besondere Be- doutung zu. Als Ganzes ist er durchaus geeignet, die freundschaft» liehen Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden auf dem Ge- biete des Handelsverkehrs zu fördern. Für die deutsche Rohstoff- einfuhr ist es von Wichtigkeit, daß Schweden in dem Vertrag auf das Recht verzichtet, Ausfuhrzölle auf Erze zu erheben, von deren Bezug die deutsche Schwerindustrie stark abhängig ist. Der deutschen Fertigindustrie bringt der Vertrag die Ermäßigung oder Streichung einer Reihe von schwedischen Zollsätzen, die bisher die Einfuhr deutscher Waren dorthin erschwerten. Selbstverständlich ist, daß Deutschland auch seinerseits Zugeständnisse machen muhte. So wird insbesondere Schweden die zollfreie Einfuhr für Pflastersteine nach Deutschland gewährt, und auch auf anderen Gebieten sind Zoll» Herabsetzungen erfolgt, die durch die gegenseitig gewährte Meist- begünstigung für beide Staaten noch eine erhöhte Bedeutung er- langen. Die Lebensmiltelzölle im Schwedenverkrag. Tanz auffallend aber ist die Regelung der Lebensmittel- zölle Im deutsch-schwedischen Handelsvertrag. Obwohl Schweden an der Ausfuhr von Getreide gar kein Interesse hat— es ist selbst Getreidezuichußland—, ist im deutsch-schwedischen Vertrag eine Reihe von deutschen Lebensmittclzöllen, darunter auch der für Getreide, ausdrücklich f e st g e l e g t. Bei den Getreidezöllen ist man dabei nicht von den gegenwärtig geltenden ermäßigten Zollsätzen aus- gegangen, die bekanntlich am 31. Juli 1926 ablaufen und 3 M. für den Doppelzentner Roggen, Gerste und Hafer sowie 3,50 M. für den Doppelzentner Weizen betragen. Man legt vielmehr die Sätze zugrunde, die nach dem I. August d. I. in Kraft treten sollen und die für Roggen, Gerste und Hafer 7 M., für Weizen sogar 7,30 M. pro Doppelzentner betragen. Die Ermäßigung, die man im schwedischen Vertrag gegenüber- diesen höheren Sätzen gewährt, ist gering. Der Zoll für Roggen und Hafer soll nach diesem Abkommen 6 M., der für Weizen 6,50 M.. der für Gerste 5 M. betrogen. Wenn also nicht noch in aller Eile mit einem dritten Land ein Vertrag abge- schlössen wird, so haben wir damit zu rechnen, daß da» deutsche Brot- getreide vom 1. August d. 3. ab mit dem doppelten Zollsah belastet wird wie bisher— ein gewaltiges Geschenk sür die ohnehin in der Wirtschaftspolitik besonders bevorzugten Agrarier und eine ebenso fzewaltige Belastung der Verbrauchermassen, die mit einer ent- prechenden Verteuerung des Brotes zu rechnen haben! Die Gründe der drohenden Brolverteuenrng. Als im vorigen Jahre das Zollkompromiß abgeschlossen wurde, stand die deutsch« Wissenschaft fast einhellig aus dem Stand- punkt, daß eine Erhöhung der Getreidezölle unnütz oder gar schädlich se,. Diesen Argumenten hat sich selbst das Zentrum, und zwar nicht nur die Gewerkschafter, sondern auch viele Industrielle, nicht zu ent- ziehen vermocht. Daher wurde zunächst für ein Jahr der er- mäßigte Zollsatz für Getreide und eine Reihe von anderen Lebensmitteln eingeführt. Lediglich als Schutzmaßnahme dagegen, daß die an der Warenausfuhr nach Deutschland interessierten Fremdstaaten beim Abschluß von Handelsverträgen der deutschen Industrie nicht genügend Konzessionen machen könnten, hat man die sogenannten autonomen Zollsätze sür Getreide in ihrer Vor- kriegshöhe für Fleisch und Vieh noch wesentlich darüber festgesetzt. Man hoffte, daß bis zum Ablauf der Geltungsdauer der ermäßigten Zölle mit den agrarischen Staaten des Ostens Handelsver- träge zustande kommen würden, die Deutschland zu niedrige- ren Vertragszollsätzen zwangen, so daß p r a k t i s ch der hohe autonome Zoll keine Bedeutung erlangen würde. Jetzt ist der Erfolg ausgeblieben, und in dem deutsch schwedischen Vertrag sind die Zollsenkungen für Getreide und Fleisch so gering, daß mit einer Verdoppelung der Lebensmittelzölle ge- rechnet werden muß. eine Entwicklung, die von der Sozialdemokratie auf das entschiedenste bekämpft werden muß. VJat geschehen muh. Die Agrarier werden, wenn sie einmal in den Genuß der im Schwedenvertrag vorgesehenen hohen Getrcidezölle kommen, natürlich den denkbar größten Widerstand dagegen leisten, daß jemals wieder eine Herabsetzung dieser Zölle eintritt. Das würde den Abschluß von neuen Handelsverträgen, die der deutschen Industrieware den Weg nach dem Ausland erleichtern und damit der Arbeiterschaft neue Beschäftigungsmöglichkeit sichern sollen, zur U n- Möglichkeit machen. Aus der demagogischen Winzerpropaganda des Reichslandbundes sollte die deutsche Handelspolitik wahrhaftig gelernt haben! Was also jetzt geschehen muß, ist zunächst ein Beschluß des Reichstages, der die Inkraftsetzung der erhöhten Lebensmittelzölle noch so lange hinausschiebt, bis die handelspolitisch« Situation gegenüber Polen und den übrigen Oststaaten geklärt ist. Brauchen wir wirNich Kompfzölle, so wird bei einem Fehlschlage der deutsch-polnischen Verhandlungen darüber zu reden sein. Vorläufig aber ist nicht einzusehen, weshalb man sich den Weg zu vernünftigen Handelsverträgen mit den Agrarstaaten verbarrikadieren soll, indem man eine nur theoretisch gedachte Zollregelung praktisch wirksam werden läßt. In- zwischen aber ist mit aller Energie darauf binzuarbeiten, daß mit den großen getreideliefernden Staaten langfristige Handelsverträge zu- standekommen, bei denen gegen«ine Senkung der deutschen Lebens- mittelzöllc für die Industrie größere Bewegungsfreiheit Im Export geschaffen wird. Es wäre unverantwortlich, das deutsche Volk darunter leiden zu lassen, daß infolge der Schwierig. leiten bei den Handelsverträgen und infolge des nicht gerade über wältigenden Geschicks der deutschen Unterhändler eine B r o t v e r- t e u e r u n g eintritt, die nicht einmal von den Vätern des Zoll- kompromisses beabsichtigt war und die schon deshalb vermieden werden muß. Dasselbe gilt natürlich von den Fleisch Zöllen, die ebenfalls nach der Regelung im Schwedenverträg höher bleiben würden, als der Gesetzgeber aus die Dauer angenommen hat und die besonders mit Rücksicht auf die beschränkte Gesriersleischeinfuhr eine starte Belastung des Haushalts der breiten Massen darstellen. Einkaufsgenosienschosten ües Einzelhandels Zum Geschäftsbericht des„Edeka"- Verbandes. Der Edeka-Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften ist der nun schon seit 18 Jahren durch- geführte Versuch, durch genossenschaftlich« Organisation des Ein- kaufs den von vielen Seiten bedrohten Einzelhandel lebensfähig zu erhalten. Der Tätigkeitsbericht des Edeka-Verbandes für 1925 weist einen ganzen Katalog von Gegnern auf, mit denen er kämpft: Bahnhofshandel, Werkshandel, Beamtenhandel, den Handel der landwirtschaftlichen Genossenschaften, Belieferung der Konsumenten durch Fabrikanten und Großhändler, die Schleuder- und Schwindel- firmen, den Straßen-, Hausier- und Markthandel. Der eigentliche Kampfgegenstand ist in allen Fällen natürlich der Konsument, der nun einnial mit vollem Recht möglichs«. billig kaufen will. So- weit dem Einzelhandel Lebensspielraum bleibt, handelt er ver- nünftig, durch die genossenschaftliche Zusammenfassung den E i n- kauf möglich st billig zu machen und durch wohlfeile Ver- sorgung von Konsumenten sich die Exiftenzsähigkeit zu erkaufen. Wie es nun heute um die in der Edeka zusammengefaßten Genossenschaften des Einzelhandels steht, zeigt der Geschäfts- bericht des Verbandes und seiner Untergesellschasten. Daß es unter dem Druck der Krise nicht gut steht, oerrät die Bilanz der Verbandsoerwaltuna. Man findet da zweifelhafte Forderungen an Mitgliedgenossenschaften(Dubioso) von rund 189 000 M., das ist fast die»linste der zonze» Bilanzsumme. Das ist unter den heutigen Verhältnissen begreiilich, aber doch ein Zeichen für die schwache Position des Einzelhandels als Gewerbezweig in Wirtschafts- Verhältnissen, in den.-» C.t immer schärfer zusammengeballte Er- zeugung immer massenhafter organisierter Selbstversorgung der Konsumenten gegenübertritt. Das gilt für die Versorgung mit Lebens- und Haushaltsartikeln, die das Hauptgeschäft der Edeka sind, zwar noch weniger, aber doch in zunehmendem Maße. Jedenfalls ist der Erfolg, daß die Zahl der angeschlossenen Ge- nossenschaften von 1918 bis Ende 1925 von 194 auf 477 g e st i e g e n ist, dem zunehmenden Druck zu danken, der auf dem Einzelhandel von be-den Seiten lostet. Das Hauptgewicht der geschäftlichen Tätigkeit der Edeka-Organi- sationen liegt nun naturgemäß in der Einkausszentrale (Edekazentrale e. G. m. b. H. Berlin) und in der Edeka-Bank e. G. m. b. H.) Erstere besorgt den zentralen Einkauf und teil- weise die Abschlüsse der Lieferanten mit den 13 Gebiets- und den Hunderten von Einzelgenossenschaften. Letztere die Finanzgeschäste und den Zahlungsausgleich unter den Organisationen. Von der Zen- trale wird ein direkter Umsatz durch Eigengeschäfte von 41,71 gegen 31,66 Mill. Mark im Vorjahr gemeldet. Außerdem wurden Einkaufs- abschlllsse vermittelt im Werte von 37,75 Mill. Die Import- stelle in Hamburg steigerte ihren Umsatz gegen 1924 um 50 Proz. aus rund 7 Mill. Mk. Die Umsätze sind gewiß— besonders wenn man sie mit den Umsätzen großer Konsumvereine oergleicht— nicht sehr hoch, aber doch bei dem Betriebskapital von 508 000 M. beachtlich. Nicht sehr flüssig ist die Bilanz, bei der ein Akzeptkonto von 2,20 Mill.(gegenüber Kreditoren mit nur 1,28 Mill.) besonders auffällig. Die Edeka-Bank, die wie andere Genossenschafts- danken auch an der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse beteiligt ist, berichtet«ine Verdoppelung des Umsatzes auf 454 Millionen Mk. bei einer Verringerung der Geschäftsuniosten von 1.6 auf 1,3 vom Tausend des Umsatzes. Die Einlagen der Mitglieder sind von 2,43 auf 5,38 Mill., die Gefchäjtsguthaben von 611000 auf 729 000 ge- steigert. Sie rechnet es sich als Verdienst an, niedrigere Zinsen als die Banken genommen und auch nur einen sehr kleinen Gewinn (27 000 M.) gemacht zu haben, was ja für Genossenschaften tat- sächlich das Gebotene ist. Die Edeka-Verlags gesellschast, die mit drei verschiedenen Organen für die Organisation wirbt, die Mitglieder vertraulich informiert und den Konsumenten die Dorteile des Einkaufs bei Edeka-Händlern plausibel macht, hat mit ihren Annoncenaufträgen den Betrieb durchgehalten. Die Transport- und Handels- gesellschast m. b. H. führt In Berlin und Hamburg die Einkäufe den Mitgliedern und eventuell auch außenstehenden Käufern mit eigenen Lastkraftwagen zu. Nur die Edeka.Hausgesellschaft m. b. H., die das Derbandshaus verwaltet und oermietet, schließt mit einem kleinen Verlust. Im ganzen oerrät der Bericht doch die sehr große Unsicher h e i t, die auf dem ganzen Gewerbe lastet. Ueber den Zunft- g e i st und die Eigensüchtelei der einzelnen wird sehr geklagt und es wird empfohlen, sich an der Großzügigkeit ein Muster zu nehmen, mit der die Konsumentenorganisationen ihre Unternehmungen aus- bauen. Dieses Kompliment werden die Organisationen der Konsu menten gewiß mit Vergnügen registrieren. E» wird sie aber auch ermuntern, ihre Organisation noch besser auszubauen als bisher, denn der billigste Einkauf ist und bleibt doch der, wo der Händlergewinn möglichst ganz wegfällt. Heringe Sefihästigung im Maschinenbau. Dom Verein DeutscherMaschinenbau- An st alten, dem Spitzenoerband der deutschen Maschinenindustri«, wird uns geschrieben: Die Lag« der deutschen Maschinenindustri« hat sich im Monat April nicht wesentlich anders gestaltet als im Vormonat. Der Be- schäftigungsgrad beträgt nur etwa 65 Proz. der Normal- beschäftigung. Di« Zahl der ganz schlecht beschäftigten Betrieb« scheint sich gegenüber dem Vormonat ein wenig verringert zu haben. Dabei hat sich aber bei anderen Betrieben die Lage im Berichts- monot noch verschlechtert. Während der letzten drei Monate befindet sich die Wirtschaft offenbar in dem Schwebezustand« einer starken Depression, in dem klein« Besserungen mit Verschlechterungen abwechseln, ohne ein« Aenderung im ganzen zu bringen. Der CingangvonAnfrogenließ keine Zunahmedes Interesses der Ii'- und Auslandskundfchast erkennen. Nachdem sie sich über die Ausführungsmöglichkeiten für ihre wichtigsten Pläne — nicht selten unter übermäßiger Inanspruchnahme der Projett- abteilungen der Werte— hinreichend unterrichtet hat, wird die Aus- führung der Projekte wegen der Schwierigkeiten in der Beschaffung der erforderlichen Mittel sehr häufig auf spätere Zeiten verschoben. Sowohl der Inlands- undAuslandsabsatz, als auch die innere Ausbauarbeit der Betrieb« werden durch die hohen Abgaben für öffentlich« Zwecke sowie die scharfen Be- dingungen und hohen Kosten für Bantkredite fühl- bar gehemmt. Immer häufiger und bitterer werden von den Firmen die Banksätze und Kreditkosten in Deutschland mit denen anderer Wettbewerbsländer in vergleich gezogen, wie z. B. von Holland, Schweden, der Schweiz, den Vereinigten Staaten. England usw. Der Bericht klagt dann weiter über die hohen Frachtsätze und verlangt von den öffentlichen Organen Maßnohmen für die Eni- lastung der Wirtschaft. Unter den Maßregeln der Selb sthilf«, die der Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten in seiner Mitgliederversammlung Anfang Dezember 1925 seinen Mitgliedern zur Ueberwindung der Krise empfahl, befand sich vor allem auch die energische Förderung der Spezialisierung, weil hierdurch billiger« Reihen- und Massenherstellung und gleichzeitig Vervollkommnung der Erzeugnisse erreicht wird. Da die Spezialisierung wesentlich er- leichtert werden kann durch eine Verständigung der Fabriken über wechselseitig« Einschränkung ihrer heute oft viel zu mannigfachen Herstellungsgebiete und über eine Zusammenarbeit beim Verkauf, so wurden sogenannte Spezialisierungs- und Verkaufs- gemeinschasten angeregt._ Ausbau der Sächsischen Slaatswerke. Die Aktiengesellschaft Sächsische Werke beschloß soeben, das Aktien- kapital von 40 Millloen um 60 Millionen auf 100 Millio- nen Mark zu erhöhen und in den Iahren 1926, 1927 und 1928 zunächst je 15 Millionen Mark einzuzahlen. Da sich sämtlich« Aktien im Besitz des Freistaates Sachsen befinden, kann die Kapitals- erhöhung erst durchgeführt werden, sobald der Landtag die ent- sprechenden Beschlüsse gesaßt hat. Der Aufsichtsrat beschlaß ferner, eine Anleihe in Höhe von 15 Millionen Dollar aufzunehmen. Die der Gesellschaft durch diese Anleihe und dt? Kapitalserhöhung zufließenden Mittel sind dazu bestimmt, die Landeselektrtzi- tätsversorgung entsprechend den Landtagsbeschlüssen plan» mäßig weiter au-jnbaue«. Kohlenbelieferung ber Senossenjchastea. Ein monatelanger Kampf zwischen den Genossenschaften einerseits, den örtlichen Kohlenhändlerkartellen und den hinter ihnen stehenden Kohlensyndikaten andererseits ist nun unter dem Drucke einer Aktion unserer Genossen im Reichstage durch eine neue Regelung der Kohlenlieferungsbedingungen für die Genossen- schaften beendet worden. Man wollte die Genossenschaften zwingen, die Mindestpreise im Kohlenkleinhandel einzuhalten, die von den örtlichen Kohlenhändlerkartellen festgesetzt und von den Syndikaten in„Schutz"' genommen wurden. Da dies die Genossen- schaften ablehnten, setzte man sie unter Liefersperre. Da trotz aller Beschwerden immer wieder neue Sperren oerhängt wurden und darauf hingearbeitet wurde, die Genossenschaften überhaupt vom Kohlenhandel auszuschließen, wandten sich sämtliche fünf Spitzenverbände an die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, um eine Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Kohlenwirtschaftsgesetz herbeizuführen. Die Fraktion brachte darauf einen entsprechenden Antrag ein, der im Volkswirtschaftlichen Ausschuß die Zustimmung aller Parteien fand. Unter dem Eindruck dieses Beschlusses gelang es einem inzwischen vom Reichskohlenrat eingesetzten Ausschuß, endlich die Widerstände zu beseitigen, welche bis dahin einer die Genossenschaften befriedigenden Neuregelung entgegengestellt wurden. Man einigte sich auf folgende Grundlinien: Die Richtlinien des Reichskohlenrates und Reichskohlenver- bandes zur Genossenschaftssrage vom 30. August 1921 erhalten in Ziffer 2 und 3 folgende Ergänzungen: a) Den Genossenschaften darf die Einhaltung von Minde st preisen nicht auferlegt werden. d) Die R a b a t t f o r d e r u n g e n der Vereinigungen von Genossenschaften sind nur insoweit berechtigt, als die Vereinigungen «ine Händlertätigkeit ausüben, also z. B. von verschiedenen Sorten eines Syndikats nicht nur eine Sorte beziehen, sondern ver- s ch i e d e n e Sorten, wie dies auch von Händlern erfüllt wird. Eine Verpflichtung, Rabatt zu gewähren, wird nicht dadurch her- vorgerufen, daß sich gleichartige Abnehmer zum gemeinsamen Ein- kauf zusammenschließen. c) Die Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine in Hamburg erhebt den Anspruch, ihre Lieferungen über ganz Deutschland erstrecken zu können. Das Rheinisch. Westfälische Kohlensyndikat in Essen sagt zu, daß die Lieferung von ihren Synditatshandelspesell- schatten erfolgen soll, wobei jedoch der Vorbehalt wegen des Kohlen- kontors Mannheim gemacht wird, daß erst eine Mitglieder- Versammlung des Syndikats ein durch die Syndikatsgrün- dung bestehendes Hindernis hinwegräumt. Das Rheinisch-West- sälische Kohlensyndikat sagt weiter zu, daß die Snndikatshandels- gesellschaften den Zentraleinkaufsvereinigungen den Rabatt gewähren, den ihre Großhändler erhalten. Die gleiche Zusage wird von dem Rheinischen Braun- kohlensyndikat gemacht, mit der Maßgabe, daß dort, wo Alleinverkaufsrechte bestehen, die Belieferung durch die betreffende Alleinoerkaussstelle erfolgt. Die Alleinverkaufsstellen gewähren dabei den Vereinigungen denselben Rabatt, den sie dem Großhandel gewähren. yn auf diese Weise aus dem Wege geräumt hattet, machtet ihr der ganzen Gewerkschaft ein Ende. Ihr werdet mir zugeben, daß das die Arbeiter prellen heißt. Dritten» ließt ihr die abgestufte Einkommensteuer' für verfassungswidrig erklären, und das war auch «ine Prellerei. Und ebenso das Achtjwnden-Gesetz, das ihr im letzten Kongreß umwarft. Und der Höhepunkt eurer schrecklichen grenzenlosen Prellereien war eure Durchbrechung des Elosed-shop-Prinzips. Ihr wißt, wie es zuging. Ihr bestacht Farburg, den letzten Vorsitzenden der alten amerikanischen Arbeitergewerkschast. Er war eure Kreatur— oder vielmehr die Kreatur aller Trusts und Arbeitgcber-Verbände, was auf dasselbe herauskommt. Ihr veranlaßtet den großen Closed-shop- Streik. Farburg verriet die Streikenden. Ihr gewannt, und die alte amerikanische Arbeitergewerkschast ging in Stücke. Ihr habt sie auf dem Gewissen, Jungen», und damit euch selber: denn auf ihren Trümmern wurde die JWW. organisiert— die größte und stärkste Arbeiterorganisation, die die Vereinigten Staaten je gesehen haben, und ihr selbst seid schuld an ihrer Existenz, wie auch an dem jetzigen Generalstreik. Ihr'zerschlugt alle alten Gewerkschosten, triebt die Arbeiter in die JWW., und die JWW. machten den Generalstreik— der immer noch für die Cleosed-shop kämpft. Und dann habt ihr noch die Stirn, hier zu stehen und mir ins Gesicht zu erklären, daß ihr nie die Arbeiterschaft niedergedrückt und geprellt habt? Pähl' Diesmal leugnete keiner. Nur Garfield suchte sich zu verteidigen. .Wir hoben nicht» getan, wozu wir nicht gezwungen waren, wenn wir gewinnen wollten.' � � „Davon spreche ich nicht.' antwortete Bertie.„Was mich ärgert,«st nur euer jetziges Gejammer, wo ihr mal einen kleinen Lössel voll von eurer eigenen Medizin bekommt. Wieviel Streiks der verhaftet— ,Nee, er öemonftriert l� habt ihr durch Aushungerung der Arbeiter gewonnen? Schön, jetzt haben die Arbeiter eine Methode gesunden, euch auszuhungern. Sie wollen die Closed-shop, und wenn sie ihn durch eure Aushungerung durchsetzen können, so werden sie es eben tun.' „Ich möchte mir die Bemerkung erlauben, daß Sie selbst früher aus diesen Arbeiterprellereien, die Sie erwähnen, Nutzen gezogen haben,' wars Brentwood, einer der gerissensten und schlauesten Rechtsanwälte des Klubs ein.„Der Hehler ist ebenso schlimm wie der Stehler,' grinste er..Sie haben Zwar nicht mitgespielt, aber Ihren Anteil eingesteckt.' .Das hat nicht das geringste damit zu tun,' sagte Bertie lang- sam.„Sie machen es gerade wie Hanover, indem Sie die Sache ins Moralische hinüberziehen wollen. Ich habe nicht gesagt, daß etwas recht oder unrecht sei. Es ist alles faul, das weiß ich: und das einzige, worüber ich mich aufhalte, ist, daß ihr jetzt jammert in dem Augenblick, wo es euch selbst an den Kragen geht. Natürlich habe ich meinen Nutzen aus den Prellereien gezogen, und, Dank Ihnen, ») Open-shop bezeichnet in Amerika dl« Möglichkeit für den Arbeitgeber, jeden, auch den Nichtorganisierten Arbeiter einzustellen. Im Gegensatz dazu oertreten die Arbeiter da» Pnnzip de» Closed- shop. demzufolge die Arbeitgeber gezwungen sein sollen, nur den Gewerkschosten angeschlossene Arbeiter zu nehmen. Open-shop und Closed-shop sind die Losungen in dem seit Jahrzehnten tobenden soziale» Kamps, ver Uebersetzer,_________ meine Herren, ohne daß ich selbst die schmutzigste Arbeit zu ver- richten brauchte. Sie haben es für mich getan— ach, glauben Sie mir, nicht etwa, weil ich tugendhafter wäre als Sie, sondern weil mein guter Vater und seine verschiedenen Brüder mir einen Haufen Geld hinterlassen haben, mit dem ich die schmutzigste Arbeit bezahlen konnte.'• „Wenn Sie uns unterschieben wollen.. begann Brent- wood erregt. „Halt, seid nicht blödsinnig,' unterbrach Bertie ihn frech. „Unter Dieben braucht man sich doch nichts vorzumachen. Die Er- habenen spielen ist gut für Zeitungen und Scnntagsschulen: aber laßt es um Himmelswillen, wenn wir unter uns sind. Ihr wißt, und ich weiß auch, wie beim letzten Bauarbeiter-Streik gejobbert wurde, wer das Geld gab, wer die Arbeit tat, und wer den Gewinn einheimste.'(Brentwood wurde dunkelrot.)„Aber wir hängen olle am selben Strick, und es ist am besten, wenn wir nicht über Moral reden. Noch einmal: spielt das Spiel, spielt es zu Ende, aber jammert nicht, wenn ihr dabei was abkriegt.' Als ich die Gruppe verließ, zog Bertie gerade wieder die Daumenschrauben an, indem er ihnen den Ernst der Situation aus- malte, daraus hinwies, daß sich in dieser kurzen Zeit schon Mangel an Lebensmitteln fühlbar machte, und sie fragte, was sie dabei tizn wollten. Kurz darauf traf ich ihn, zum Weggehen bereit, in der Garderobe und nahm ihn in meinem Auto mit. .Ein Hauptschlag, dieser Generalstreik,' jagte er, als wir durch die vollen, aber ruhigen Straßen fuhren.„Em schwerer Schlag. Die Arbeiter haben»ns unversehens an unserer empfindlichsten Stelle gepackt: am Magen. Ich verlasse San Franziska, Corf. Hören Sie auf mich und gehen Sie auch. Irgendwo aufs Land. Da können Sie besser durchkommen. Kausen Sie einen Vorrat an Lebensmitteln und gehen Sie irgendwo hin in ein Zelt oder eine Blockhütte Hier werden Leute wie wir bald hungern müssen. (Fortsetzung folgt.) 25?ahre Vogelwarte RoMen. Die Wasser- und Geländeformationen bringen es mit sich, daß sich die ziehenden Vogelscharen auf der Kurischen Nehrung zusammen- drängen. Sie wollen zur Orientierung scheinbar Land unter sich sehen. Nirgends kann der Vogelzug so gut beobachtet und studiert werden wie auf diesem schmalen Landstreisen, und so wurde hier in dem Nehrungsdörfchen Rossitten im Jahre 1901 eine ornithologisch- biologische Beobachtungsstation gegründet: die Vogelwarte Rossitten, die früher der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft gehörte und etzt dank Uedernahme durch die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft eine este Grundlage erhalten hat. Leiter der Anstalt ist von ihrem Be- tehen an Prof. Dr. I. Thienemann. Die Vogelwarte hat als Studienobjett den lebenden Vogel im Gegensatz zur reinen Museumstätigteit, und so gehört zu ihren Hrnirnauf gaben die Erforschung des Vogelzuges. Das an einer be- sonders übersichtlichen Stelle sieben Kilometer sudlich von Rossitten ganz weltabgeschieden gelegene Beobachtungshäuschen Ulmenhorft ermöglicht es dem Beobachter, während der Zugzeiten dauernd mitten in der Vogelzugstraße zu wohnen. Das Häuschen wurde im Jahre 1908 als Stiftung eines begeisterten Vogelwartengönners erbaut. Hier an dieser klassischen Beobachtungsstelle bot sich nun günstige Gelegenhejt zu eingehenden Studien über die einzelnen Er- scheinungsformen des Vogelzuges, wie Höhe, Schnelligkeit, Zug nach Alter und Geschlecht. Zug bei Nacht, tägliche Flugzeit, Rasten und dergleichen mehr. Manches Neue konnte dabei im Laufe der langen Jahre ermittelt werden. Bis zu welcher Mächtigkeit die Vogelzüge bei Ulmenhorst zuweilen anschwellen, mag der Umstand zeigen, daß einmal an zwei auseinander folgenden Tagen schätzungsweise 567 000 Vögel vorübergezogen sind. Diese lokalen Beobachtungen genügten aber nicht. Es sollte auch die Fortsetzung des Zuges ermittelt werden, und da setzte das Vogelberingungsexperiment ein, das die Vogelwarte Rossitten zuerst für Deutschland vom Jahre 1903 ab durchführte und zu einem internationalen Unternehmen auszubauen suchte. Anstoß zu dem Experiment gab der aus der Kurischen Nehrung übliche Krähensang. Zu Speisezwecken erbeuten die Nehrungen alljährlich zahlreiche Krähen mit großen Netzen und töten sie aus höchst eigenartige Weise, nämlich durch einen Biß in den Kopf. Diele unverletzt gefangenen Krähen waren die ersten beringt ausgelassenen Versuchsobjekte. Später wurden Störche, Möveo, Stare, Raubvögel, LiediZe, Drosseln und alle möglichen anderen Vogelarten in den Bereich der Untersuchung gezogen. Auf diese Weise sind Zugkarten entstanden, die in der Vogelwarte ausge- hängt sind und die Zugwege bis Südafrika, ja bis Westindien zeigen.' Die Vogelzugsorschung wurde damit in ganz neue Bahnen geleitet. An Stelle von Hypothesen trat ein umfangreiches Tatsachenmaterial. Don jehet ist es das Bestreben der Vogelwatte Rossitten ge- wesen, in den breiten Schichten des Volkes Interesse an unserer Vogelwelt zu wecken und damit einen gesunden Tier- und Vogelschutz anzubahnen. Dazu soll vor allem die Schausammlung dienen, die den jetzt jährlich schon nach Tausenden zählenden Besuchern die Reich- haltigkeit der Nehrungsoogelwelt vor Augen führen soll und gleich- zeitig auch einen hohen wissenschaftlichen Wert besitzt, weil sie in einem zoologischen Grenzgebiet« zusammengebracht ist. Weiter dienen dem genannten Zwecke Kurse und Exkursionen, die auf der Vogelwatte abgehalten werden, und schließlich sucht der Leiter der Vogelwarte durch Vorträge und schttftliche Abhandlungen Kenntnisse über die Vogelwelt zu verbreiten. In jüngster Zeit ist ein Nehrungs- und Vogelwartenfilm zusammengestellt worden, betitelt:„Die Wüste am Meer, Bilder von der Kurischen Nehrung', der Ausschluß über die Arbeiten der Vogelwarte gibt und ganz dazu angetan erscheint, Liebe zur Tierwelt, Liebe zur Nehrung und damit Liebe zur oft- preußischen Heimat in den Herzen der Zuschauer zu erwecken. Die Vogelwarte hat sich seit den letzten Iahren der alten ritter- lichen Falknerei angenommen und unterhält eine Falkenschule. Wissenschaftliche, ästhetische, vogelschützlerische und praktische Gesichts- punkte sind dabei maßgebend. Auch sonst werden in besonderen Flugräumen und in einer Teichanlage lebende Vögel gehalten, wobei besonders die für Ostpreußen charakteristischen Arten berücksichtigt werden, wie Kranich, schwarzer Storch, Seeadler, Kolkrabe, Karmin- gimpel usw._ Deutsch für Deutjche. llnseve deutsche Muttersprache ist zweifellos eine sehr schwer zu erlernende Sprache. Jeder Ausländer wird das bestätigen, fällt es doch sogar vielen Deutschen selbst schwer, ein gutes und richtiges Deutsch zu schreiben. Gut und richtig: daraus kommt es an! Denn viele, die richtig deutsch schreiben, schreiben noch lang« nicht gut, da es ihnen an dem nötigen Stilgefühl und dem Stilwissen fehlt. Wir würden oder froh fein, wenn nur erst jeder richtig hochdeutsch schreiben würde: aber da hapett es vielfach. Die Plattdeutschen haben dazu noch mit einer besonderen Fehlerquelle zu rechnen: mi und di gilt bei ihnen für mir und mich, dir rmd dich. Der Berliner sagt zwar noch mir(mia) und dir, diese stehen aber auch Zugleich für den 4. Fall: mich und dich kennt er nicht. Man kann sich den Wirrwarr denken, der da oft beim Hochdeutschsprechen und-schreiben ange- richtet wird, wenn Unterscheidungen gemacht werden sollen, die man im eigenen Dialekt nicht kennt. Daß selbst viele sogenannt« Gebildete kein richtiges Deutsch schreiben, ist ja bekannt. Eine ganze Reihe von Büchern, guten und auch viel minder- wertigen, tritt mit dem Anspruch auf, ein gutes Deutsch zu lehren. Jetzt liegt uns ein neues Buch dieser Att vor: Ernst Wrede: Unser Deutsch im Sonntagskleid. Schwächen und Mängel aller Sprachlehren. Für Lehrer, sorgfältige Schriststeller und jeden Gebildeten. Im II. Teil: Di« klassische Einteilung der Verben, zugleich im Handumdrehen„mir und mich'. Berlin 1926, F. A. Herbig, Verlagsbuchhandlung. 92 Seiten. 2,40 M.) Zweifellos ist fein Verfasser, Ernst Wrede berufen, über die deutsche Sprache zu schreiben. Selbständig in seinem Urteil, kein Abschreiber anderer Grammatiken, wirst er auf viele sprachliche Erscheinungen ein neue» Licht, stellt Irttümer anderer Grammatiken richtig und besähigt jeden Strebsamen, nicht nur richtig, sondern auch gut zu schreiben. Der Verfasser wollte vor allem nur das behandeln, was ihm in den bis- her erschienenen Grammatiken fehlerhaft oder unvollständig erschien. Für viele wird der zweit« Teil eine gute und nützliche Zusammen- stellung sein, wenn auch nicht alles neu ist. Im ersten Teil wird auch Geschulteren vieles von Nutzen sein, z. B. warum man nicht .stattgefundene Versammlung' sagen kann oder wie die Häufung von würde usw. zu vermeiden ist(in einem mir vorliegenden Druckwerk kommt u. a. folgender Stilschnitzer vor: Auch wenn... würde. daß... würde, würde... ausgegeben werden). Meine folgenden Randbemerkungen fallen den Wett des Buches nicht herabfs sondern dem Verfasser Winke für die nächste Auflage qebcn: eins: Verfasser hätte besser getan, zwei Ausgaben seines Bllö zu veranstalten, nämlich eine ohne Beispiele usw. aus fremden Sprachen(aber dann eine vollständige Grammatik), die andere in vorliegender Form, aber mit einigen Kürzungen(besonders im zweiten Teil).— An einigen Stellen hat der Verfasser mehr seine vorgefaßte, aus logischen Erwägungen gewonnene Ansicht nieder- geschtteben, anstatt die lebende Sprache zu beobachten(muß z. B. die Vorzeitigkeit gerade immer durch das Zeitwort ausgedrückt werden, geschieht das nicht besser durch„bereits' u. ä.?). Warum die unschöne Konjunktivform kennte? Unbedingt müssen in der nächsten Auflage u. a. die vereinzelten antisemitischen Bemerkungen, die auch ganz unlogisch sind, wegfallen, auch Bemerkungen wie.die beiden westlichen Jargons'(d. i. Englisch und Französisch). Das Buch ist lebhaft geschrieben, bttngt viel neue und gute An- sichten und Bemerkungen, besonders auch stilistischer Att, und bleibt auch da anregend, wo man dem Verfasser nicht folgen kann. Mit den gemachten Einschränkungen kann es jedem Strebsamen empfohlen werde»,,___..- Grich Pagel. fMU&evlngdßetß Badewäsche Frottierhandtücher oaifiiti?1'.1!"" l25 175 Frottierhandtücher l45 195 R a rl a1 a Iran ,lir Kil' llf neueste Junperform, 75 aparte Muster, Eock in schöner Faltenstellung............. Kleid, I in karierter Kunstseide, Bock mit neuen Faltenp&rtien........ 75 S Kleid In reiner Wolle, Lichttarben...................... m �V» 16" 27" In guter Bastqualität, Jnmperform............ he- tjKöck Hemdhosen Handschuhe Damen-Leinen�u-Qj- Aufnäht, farbig, 2Druckknöpfe�wPf. 2 Oruckkn.' � Damen-Reine Seide �ÄÄel95 Damen-Leder �95 2« Herren-Leinen imitiert, i vm-i-imopf l75 I25 Herren-Leder i"lÄ�b,.ml.t,,chwl"er 2 75 KnAI#l Jumperform ■ ml fl wm drucki.Babt,! einfarbig und plissiert...... Kleid£ Äcre7.e5950 aHckende Druckmuster.......... CW MfCPPCH* | Perkal-OberSiemd«»o = gefütterte tirust, mit Kragen.............. I Zephir-Oberhemd K«» g gefütterte Brust, mit Kragen............. w I Tricoline-Hemd Q» he einfarbig, mit Kragen..................... I Lieg. Sporthemd m«» E= weiss, durchgehend Batist, mit Kragen■ wP I Schiafanzug m»» W elegante Verarbeitung..................■■ Jumper f.ÄÄ390 mit langen Acrmeln und Klagen........ WM Pullowers'Ä ,e A50 Aermeln, in gedeckten Pessins........ Hemdbluse au, Ä75 gut. Opal, mit Täschchen nett verarbeitet lumperx-Äi'S90 Spitaenjabot, langen Aermeln u. Kragen wSr mm m aus guter karierter, m* SCJa 3f Kunstseide m.Baum- gKT SO STt. CS»Ci Bit wolle, waschbar), lg. Ärmeln u.Krageo, Vordert.gz.z öffneQ*90 l�acalar aus Trieoilne. mit*9�0 ■ w. KZ 0 IL Iw reicher Pältchen- K arbeit, langen Aermeln and Kragen... M Kleid'ävä AO50 Dessins, mit langen Aermeln.... 9dA Selbstbinder oc I grosse Mustcrauswahl..... 1,SL, 1,45, ä Selbstbinder i»»> reine Beide.................. 3,90, 2,75, I s Herren-WolShüte a»» I moderne Formen und Farben...... 6,90, S Herren-HaarhUte o» I moderne Formen und Farben...... 13,80, v g Herren-Strohhüte o90 1 in grösster Auswahl................ 4,90, Um== Dainen-Sponsenschulie blond Tjeder, elegante moderne Form, guter Ausführung. Trikotagen Schlupfhöschen MSSTgS": 1" 11 Ii_ Knnataelde, In modern. Windel-»j95 riemdnosen form, farwg..................... z Ueberziehjäckchen 295 O 11 ri.. i teines Milanalsegewebe, O90 oenluprnosenen I-rb., in den Grössen 44-4« O IT I• 1... 1 1 reine Wolle, in o 90 Ueberziehjäckchen weiss und farbig o O LI£L~_L Knnatseide, qaergestr., y» 90 ocmuprnoscnen in vielen schonen Farben. Herren-Pullover 127S O.■ für Herren, reine Wolle, f /Z75 oportwesten weiss, Schwere, solide Qualität A v KIuhjacken�gWn�'?!��S� LMMIIIIIMMKIMMNMNMWMIMMNMNIMNNNMUINNIMMMMMMMMMNNNMIMMMIA i Jtubi-J/adiMemäen.zszl!30! E mit farbiger Weste, Kragen u. Aermelauf schlügen, 6,75, 60 ltiiiiniiniimniiimiiiiiiMiiiiiiimMuiiiinitiiiiiiniiitniimininii;iuiiHitimnninii;!nitinnt:!!nnuü Damen-Strümpfe la Seidenflor•SS.'SfSSRÄ�.'GSFi Prima Kunstseide Hoch' I45 Künstl.Waschseide hÄ995SsehfD' �igs Tragen, in modernen Farben............. � schwarz' Ribbed-Strümpte mr spon»nd»eis..... 295 Tramaseide fehlerfrei......................... 395 Vom 22. bis 25. Mal d. J. AtSglge Pfinsstreise nach Ruten veranstaltet vom Verein Binzer 9 III«Q Mnfli Kurgäste für den Ausnahmepreis J III* von 99 ilUlli an Blmtl. Kosten Inbegriffen, wie Eisenb., Bampf� Verflog, usw. Auskunft n. CouponKefte in unseren Reisebureaus Leipziger Strasse und Alexanderplatz. tatetorieMatleitn-totail Donnerstag. Ken 20. Mai. abends 7AHr. impavterreinol»es Verbands honses, Ltnienilr. 03, SS: Branchenversammlung der Hobler, Bohrer, Stößer. Fräser n. weibl. Berufskollegen. Taaesorbnung: Forisetzung der Branchenversammlung vom 22. Äprii iRS Es hat zu dieser Versammlung nur her Kollege Zutritt, her im Mitgliedsbuch vhigen Berus durch die Orisverwoitung «der die Branchenieitung bescheinigt Hat: die Berufe„Maschinenarbeiter- werden abgewiesen. Ach'"»«! Eisenskmer Ach«»»«! Die vammissionssitzung and ver Tranen»mönnertonseeen, der Eisern svrmer und Berussgenossen sindet am Donnerstag, den 20. Mai. nicht statt. »chtuna! melallformer Die vertrnuensntSnner-aoaseren, der Metallformer und Berussgenossen fällt in diesem Mona! aus. ijmi Vettiedslöte MM! Die Betriebsräte» Zeitschrift Nr. lv ist erschienen und kann gegen Borlegung der Legitimalionskarte des Betriebsrats- vdmannes fiir das Jahr iS2K in unserem Bureau, Zimmer S oder nach 4 Uhr im Ummer 4, entgegengenommen werden. Montag, den 24. Mai<2. vfiagst- feiertog), vorntittags 10 Ahr, im Zimmer 20 de» verdaadshanfe», Linienstr. 03/03: Konferenz oller aus Moulage orbeitenden Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand der Tarif- und Lohnfrage. 2. Verband«, und Branchenangelegen. Helten. Da« Erscheinen aller aus Montage arbeitenden Rohrleger und Heiser ist unbedwgte Pflicht. Mitgiiedsbuch legitimiert. Achtung! Achtung! __ Der Vftagftseiertoge wegen bleiben unsere Bureau» am Montag, den 24 und am Dienstan. den 25. Mai. ge- lchloflen. Am Sonnabend, den 22. Mai, find die Bureaus nur dt» 12 Uhr mittag, geöffnet. Sie Ortsoermoltnag JUoniltbaiif. LGj.y. Aktiva 9)1 f. llaflenbestand........ 52,89 (Stund und Boden...... 2400,00 Bau............ 1339,55 Inventar.......... 47,55 Einrichtung......... 270,90 Mt. 4710.()9 Paaelra Kreditoren......... 400,00 Darlehen......... 3493,94 Transiten.......... 273,75 Vermögen Mitgiiederguthaben...... 510,00 Reseroesonds...... Mr. 4710,69 Gewinn« and Verlagtberechnung (Srunderwerbssteuer...... 216,85 Abschreibungen....... 109,20 Mt. 325�5 Spenden.......... 32dBö Mt 325,63 Mitgliederbewegung Mitql Anteile Bestand am i. Januar 1925 22 23 Zugang per 1925.... 12 12 34 35 Abgang......—— Bestand per 31. Dez. 19?5 34 35 Haslsumnie Mt. 700,00 vorstand: Ansflchtsrat: A Buian. F. Schuppa. Bücher geprüft und richtig befunden. Pohl, beeidigte Bücherrev. Adolf hoffmoun Episoden und Zwischenrufe OVO der Vorlomeuts» uud Ministerzeit. Preis I Mark. Porto S Pfennig. Vorrätig in allen vorwärts- Ausgabestellen. ReSk»ffI4l�T»a wirksam sind dl« UCSUDUCrfe Kleinen Anzeigen '■ d.r oraam,. An klage billig! des Vorwärts und trotzdem Lebenslang! lebe Garantie leiste ich«Ja Selbsthersteller aus die bei mir gekauften• Trauringe xu bllllgolen Preisen in dBD gedieoensteo ADilmogeD ;i Ständig ca. 3000 St. auf Lager•: vr'mi7 Heraann Wiese, Berlin{"ÄS, S | M»Nii-ut nrin fn na mir wteiftn»!,„ iemrinlb«»«■ ittm»»"h" 11 Di' nrldummm«.> Zeltbohnea«tibi billig ab fttr 6 Preisliste gratis I Ges. Verkäufe neilanwc sNichter-Präsistaa». Sicher» its-Goidttillsederhalter. Bureaubeda rss» u» Lindner. Reulölln. Kailer. iedrich-Strasi» 36/37.' mei beits. bau» Kried Beachtenswert! Deutsches Tcvvichhaus Emil L«f«vr« seit 1582.:r Oranien- strasie 158. Keinerlei Beziehungen zur Birma oiuchea Samen» Latsdamer» 10 Rart pro Stück. lanerstmbe SS. Zieltrelchelt. Sttc! Elektromotoren, Rrnlieferung, auch Umtausch,«aen aanz beauem« Zah. lunasbedinqungen, liefert Heinrick Sckeier. Hlnbcrstnftrasie 3. Verlc a u ksstell en: iVarden: Oleosr Strato 14, Mflllsratr. 128, l.hdsritutr, 5, Seestrsße 108, Fehroarnslr. 4, Triftstr. 41, Tegeler StraOe 29, Osriebtstr. 8, Reinickendorl: Berliner btr.S, Tegel: Berliner StraBe 94 TreskowstraB» 30 Omten: Magazinatr. 17, Land wehrstr. L winsetr. 9, Wius- «iraBe 48, Naugarder StraBe 6, Bulelandstr.ie,aufelandatr.46, Ku/prodestr. 117 Zionsklrch- plats IS, Bwinemfinder Sir. 42, Stettiuer StraBe 38, Soldirer StraBe 44. Dronthelmar Str. 27, BehiTelbeioer StraBe 40, Born- holmer StraSe 92, WeiBensee; Langhansetr.BS HOdoaten: Bödikorstr. 2, Oranienstr. 19«, Ratiborsir. 21, Ken« RoBstr. 12 HOden: Tempelbof: Berliner StraBe 126, Berlluer StraBe 160, Mariendort: Cbansseestr. 804. zWeatrn: Ohartottenburg: GrolmanstraBe 22, Lohmeyer- etraß« 12, Schönebergi QroB- göreehen- S'.rafie 8. 8 aiser» FriedrlchstraBe L Friedenau: RbainstraSe 38. Lichtarteld«; I)raseätr.2ä Niord weiten I Moabit: Alt- Moabit 128, Bochumsr StraBe S. Zum Pfingstfcsl! x\etieinste AüSz Nordstern � GOLD Nur in Original-Beuteln l30 0� 5 Pfund M Allcrielnste dcalsdic Buffer pfandl75 � yuttcr das ß Nordstern EXTRA Margarine Pfund Pfennig Bcklfidunqssiücl'f: Wäsrheus* Trackverlelh-ZnMtut. 123-128, irri�rickstrasie Monatsanzüoe 20,—! Serrenpaletots! Prackltepoid:c 24,-1 l�edcrbeiten. Stand 35,-1 Gardineulager! Diwandtcken! Stauneneriegend. Teilzahlung! fKeing Bersattware.)� Bf-ndleih. Berkausshau« Bereinigte Herren garderob« wie neue Iackettanzüge. Bolfanzllge.©cfellfdioft». anzllae sauck leihweis«) verkaukt spett- billig Alergndersrrasi« 28a. Hochparterre. Beriech van SeselUchas�-Aniüden. «eUatttiettn* ch*< Geschäftsverkäufe Abstand« ioie Leer! öden, mit und Webnungsiausch, allen Segcuden U.- Miett an onaieted ohne von Möbel Paten, matrahen. Anslea-mairotfen. Metallbeiten, Chaiselanaues. Waller. Siaraarderstrasi« achtzebn. Sveztal. aesckäst.______ leilzahlNU». kulant� Räbel-Mifch._' TeiizablunM. billig. Mäbel-Milch.___" Teilzahlung. reell. Mähel-Misch. Greste ifrankfurterstraste 45/46._" «nssallend billia! Neue fourniertc An- kleideschränte, 150 breit, mit Spiegel. Wäschcabteilung. 105.—. Neue engltsch« Bettstellen mit dreiteiliger Auflage 5o.—. Nachttische mit Marmorplatte 15.—. Apotheke» 12.— PIllscksosa 45.—. Godelin-Ksubfofa 50,—. Reue Chaise. longues 15.—. Diplomaten 35.—. Säulenbüs-lt 75.—. Bierzugtisch 64.—. Neue Kücken. lackiert, mit Bergiasuna. 65.—. Estzimmer. Scklai, immer, eckten Marmor. Drellmotrahen 285.—. Rieien- auswahl in jeder Austühruna. Möbel. baue Goiilieb. Rüaenerftroste dreizebn. Bnbnbos Gesunbbiannen. Freiliefcruna. Selegcnheit! stleidersckrank 18.—. Bertiko 15.—. Wasckioilette IL—. Nüst» baum-öckreibiisch 25,—. Kücken 24.—. PIllscksosa 15,—. Möbelhaus Gottiieb. RUaenerstrast« dreizehn.__• Schlafzimmer 350,—. Kleidrrsckränke 85.—. Wäsckesckoiinte 35,—. Kommoden 35,—. Plüschsofas 65.—. Kameriina. Kastanienallee 56.__ � Preiswert» Röbel— sei versickert— bat Mödelwickert. Elsassersttaste 20.' nlöbelausoerkaus zu jebem annehm- boren Preis weqrn Räumuno der Isilia. len. Weistiockmöbel, Schlafzimmer,<$ri. sterwiletien, Stühle usw. Prügel. Cbar. loiienburg. Spreestraste 52. Unicrgrund- bahn Wilhelm sv ia».• Musikinstrumente Piano, preiswert. Sink. Brunnenstraste 35. Klaniermacher Mietpiana», teilweise Kauftinrecknuna. Teilzahlung. Bahrt, Hauptstraste L Ecke Grunewoldftrost«._* Lualitatspiano» mit lanqiährigem Garantieschein verkauft gegen 50.— monatlich auch ohne Anzahlung. Piano- Haus. Königgrätf erstroste 81.*_ Wenia aetragene Zackettanzlla«, Taillenmäniel. Svortpaleiots. Gummi- mänicl, Gelelllckasisonzüge. Bauckauzlloe verkauft und verleibt svottbillia Sal- pcrn. Rosenthalerstroste 4. erst« Etage.* Fahrräder Motorräder zu noch nie dagewesenen Preisen. Biertakt ISO— an. Grostes Zubehör.. Erfatiieil- und Gunrmilager. Ein Besuch führt wirklich zur Ucber- «aauna. Weist. Grost« Franksurier- straste 2512t._' «aflarabatt 5 Pro,, bis Pfingsten. fabrikneue TaHrräder 45.—, 65.—. 78.—. 85.—. beaucme Teilzahlung. Branden. burastrast« vier._* opelaiederlaa«, Braubenkmrgstr. vier. Wittlerräder. Niederlage Branden. burastraste vier._• Treilausrädcr, fabrikneu«. 75.—. Fahr. radbof. Brandenburastraste 3«. 1847b» Xsufgesuche SaHrräder kaust LinienKrab» i» Vermietungen Mietzesurke Juages Mädchen sucht einfach«, Zim. Zuni Offerten mit« 7065 OK Sudoif Roll«. Schtfltemp