tlr. 240 ♦ 43.?ahrg. Ausgabe A Nr. 123 Bezugspreis: BBienÜidi 70 Dlennia. aunctliii Ii— Reichsmark voraus»abIdar. Unter iireluband für Dcutschlano, Santi«, Saar- und Mcmclaediit. Oesterreich. Litauen. Luremdur, «,S0 Reichsmark, für da» stbri« Sluslani 5,50 Reichsmark uro Monat. Der.DorwZr'.s' mit dar Sonata»»- beilage»Volk und kieit' mit»Sied» luna und«leinaarten� sowie der Beilaae �Unterhaltun« und Dissen' und Krauenbeilaze.Isrouenstimme' erscheint wochentäalich»weunal. Sonntag» und Montag» einmal. Telesramm-RdreU«: r-' kCeiieltemkrat Sein«4 Morgenausgabe Verlinev VoMsblAtt 2�envralorgan äer SoÄaläemoKratitcken Partei veutfcklancls (10 pksnnis) Anzeigeuprcise: Di«»insvalttl« Ronparrille- «eile 80 Pfennig. Rckiameiecil» 5.— Reichsmark...Kleine B»,ciac»' das settaedruckte Dort 85 Deenni» tzulälsta»wei settaedruckte Worte», sedes weiter, Wort 12 Pfennig. Etellenaeluch« das erste Wort lö Pfennig, sedea weitere Wort 10 Pfennig.»Worte vbcr 15 Buch- ftaden»ädlen sitr«wei Wort«. Ardeitsmarkt geile 00 Pfennig. Samilienangeigen fstr Äbonnenteu Seil««0 Pfennig. »nsesgen für die nlchste Nummer müssen di» 4\i Ilbr nachmittags im Dauvtaeschüft. Berlin EW 08. Linden» strasie 8. adgegeben werden. Eedffnet von SU llbr früh ii» 5 Ubr nachm. Neüaktion und Verlag: SerUn EW. HS, Äaüenstraße Z Fernsprecher: Dönhoff 292—297. vorwärts-verlag G.m.b.H.. Serlin SW. HS, Linüenstr.Z Postscheckkonto: Berlin 17 631— Bankkonto: Bank der«rbeltee.«ugesteNten und Beamten, Bollftr. 05: Diakonto-tdeseüschast. De»»sttenk»sse Lindenftr. 8. Sozialismus unö Völkerbund. Der französische Parteitag. Varls. 24. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der 2 Z. Parteitag der Sozialistischen Partei Frankreichs ist Pfingstsonntag in Cler- mont-Ferrand in Anwesenheit von über 300 Deleg'erten eröffnet worden. Die erste Sitzung war einer interessanten Auseinandersetzung über die Stellung der Sozialisten zum Völkerbund gc- widmet. Zunächst erstattete Genosse Brocke einen Bericht über die Tätigkeit der französischen Genossen in der Internationale. worauf Genosse Zyromski das Wort ergriff, um seinem Mißtrauen gegen den Völkerbund Ausdruck zu geben. Zyromski wies auf die Notwendigkeit für die sozialistische Internationale hin, ihre Unabhängigkeit gegenüber dem Völkerbund zu wahren. Zyromski glaubt zwar nicht, daß man die Genfer Institution be- kämpfen müsse, er ist im Gegenteil der Auffassung, daß die Be- mühungen des Völkerbundes um den Frieden nur Ermutigung verdienen. Er verstehe auch, daß gewerkschaftliche Organisationen beim Völkerbund vertreten sein könnten. Anders lägen jedoch die Dinge bei den Genossen, die ihre Länder im Auftrage der Aegicrungen beim Völkerbund vertreten, chierbei hatte Zyromski vor allem den Fall Paul Boncour im Auge. Dieser sei zwar von der Sozialistischen Partei ausdrücklich zur Uebernahme feines Amtes ermächtigt worden, jedoch könne diese Sachlage nicht andauern. Der Auftrag der Regierung hindere den sozialistischen Abgeordneten an der Ausübung seines Parteimandats. Der nächste Redner, Genosse Grumbach, hält es ebenfall» für erforderlich, daß die sozialistische Internationale ihre volle Unab- hängigkeit aufrechterhält, er bezweifelt aber, daß e» dazu«rsorder- lich sei, Vorbehalte in bezug auf den Völkerbund zu formulieren. Ungeachtet seiner Schwächen bleibe der Völkerbund neben der Arbeiker-Znkernationale der mächkkgste Faktor für die Aufrechterhaltung des Frieden». Diesen Faktor dürfe die sozialistische Partei nicht vernach- lässigen. Diejenigen Genossen, die ihre Regierung beim Völker- bund vertreten, hätten zweifellos gewisse innere Schwierigkeiten zp überwinden, jedoch dürfe man sie nicht aus dem Völker- bund vertreiben, solange ihre Tätigkeit nicht in Widerspruch zu dem Sozialismus gerät. Zum Schluß gab Genosse Grumbach seinem Optimismus über die Entwicklung des Völkerbundes Ausdruck. In der Rachmittagssttzung sprach Genosse Uhry ebenfalls über den Völkerbund und wies darauf hin, daß die Stellungnahme der Ärbeiter-Internationale in der Frage der ständigen Rats- sitze sich wesentlich von der de» Völkerbundes unterscheide. Die Sozialisten müßten stets Gegner der ständigen Ratssttze sein. Räch L o n g u e t, der insbesondere jür den Schutz der nationalen Minder- Helten eintrat, sprach Renaudel, der die erfreuliche Tatsache unterstrich, daß sich niemand gefunden habe, der Paul Boncour zurAufgabeseinesWirkungskreiseszwinzen wolle. Von den amerikanischen Sozialisten forderte Renaudel, sie möchten ihrer Regierung zu verstehen geben, daß ein weiteres Fernbleiben der Vereinigten Staaten aus dem Völkerbund eine Kriegsgefahr bedeute. Zum Schluß ging Renaudel auf die Frage der Einheitsfront mit den Kommunisten ein und wies darauf hin, daß diese Taktik ausdrücklich von der Inter- nationale verurteilt worden sei. Deshalb sei auch eine Beteiligung an der„Arbeiterhilfe* abzulehnen. Am zweiten Tage galt die Diskusston der Erörterung der allgemeinen politischen Lage. Genosse E o m p e r e- Morel wies zunächst darauf hin, daß die sozialistische Partei in ihren Reihen, ähnlich wie die anderen großen politischen Parteien, verschiedene Richtungen aufweise, doch unterliege die Aufrichtigkeit der sozialistischen Auffassungen sowohl des rechten wie des linken Flügels keinem Zweifel. Aber die sozialistische Kammerfraktion habe allzu häufig ihre Richtung gewechselt, wodurch die gegenwärtige Mißstimmung nicht zuletzt hervorgerufen worden sei. Die einzige Lösung, erklärte der Redner unter dem starken Beifall des Parteitages, bestehe darin, daß die Pailamentsfroktion sich einzig und allein durch dte Beschlüsse der Parteitage leiten lasse. Dazu müsse man ihr klare Richtlinien erteilen. Die sozialistische Kammerfaktion habe zwar nicht das Recht, sich ständig in der Opposition zu halten und keinen Unterschied zwischen den verschiede- nen bürgerlichen Parteien zu machen. Es sei jedoch ein I r r tu m gewesen, da» Kartell, das angesichts des Wahlgesetzes erforderlich gewesen sei. zu einem ständigen Linksblock ausbauen zu wollen. Die Demokratie sei gegenwärtig gegenüber der all- mächtigen Hochfinanz ohnmächtig, was der Sturz der Regie- rung Herriot zur Genüge bewiesen hätte. Nach Auffassung von Compere-Morel gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder die Einigung mit den bürgerlichen Parteien oder die Methode des revolutionären Kampfes. Die sozialistische Partei müsse ihren Kurs entschieden nach links steuern und keine Angst vor einem Zusammengehen mit den Kommunisten haben. Der Redner tritt für die Herstellung der Einheitsfront mit den Kommunisten unter Wahrung des sozialistischen Programms ein. Die sozialistische Partei müsse die revolutionäre Partei der Arbeiter und Bauern bleiben. Die flbrüstungsbesprechungen. Auf dem Wege zur Konferenz. Genf, 24: Mai.(Eigener Drahtbericht.) Der Redaktion s- a u s s ch u ß der Vorbereitenden Abrüstungskonferenz hat am Pfingstmontag in zwei Sitzungen seine Arbeiten ini wesentlichen beendet und wird am Dienstagvonnittag seinen Bericht ab- schließen. Darauf werden gm Dienstagnachinittag und Mittwoch- vormittag noch z w e i öffentliche Vollsitzungen der Kon- ferenz stattfinden, um die Anträge des Redaktionsausschusses durch- zuberatcn und sie endgültig an die beiden technischen Kommissionen zu überweisen. Die Arbeiten der Kommissionen dürsten dann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die Anträge von Paul Boncour für die Sicherung eines raschen Eingreifens des Völkerbundsrats noch Artikel 16 der Bölkerbundsfatzung. sei es zur Verhütung von Kon- flikten oder gegenüber einem plötzlich erfolgten Angriff, beschloß der Ausschuß, nachdem am Pfingstsonntag zwischen Paul Boncour und Lord Robert Cecil ein Einverständnis erzielt worden war, dem Bölkerbundsrat zur möglichst raschen Prüfuna zu überweijen. Die Anträge sehen vor, daß a l l g e m e i n e G r n n d s ä tz e und Vor- schrifien über militärische und wirtschaftliche Hilfeleistung der Mit- gliedstaaten bei einer Völkerbundsaktion vorbereitet werden sollen. Aenderungen des Völkerbundspaktes sind nicht vorgesehen, sondern nur die möglichste Bereitstellung eines geeigneten Apparates, um die von Fall zu Fall zu fassenden Beschlüsse des Bölkerbundsrats sofort durchführen zu können. Der Sinn dieser Maßnahmen soll sein, dadurch die Sicherheit der Mitgliedstaaten zu erhöhen und sie beüer in die Lage zu versetzen, ihre Rüstungen abzubauen. Ein Antrag de Brouckere über die Organisation eines Sammeldienstes beim Völkerbundssekretariat für die in Artikel 8 des Paktes vorgesehenen restlosen Auskünste der Mitgliedstaaten an den Völkerbund für ihr« Rüstungen wurde den beiden technischen Kommissisonen zur Prüfung überwiesen. Dasselbe geschah mit einsm Antrag auf obligatorische Bekanntmachung oller Erjin- düngen, die dem Gas- und Bakterienkrieg dienen könnten sowie über die Frage, ob bei Verletzungen von internationalen Ab- riistungsabkommen nicht ein glAches Verfahren eingeführt werden könnte, wie es bei der internationalen Arbeitsorganisation gegenüber Vergehen bei Durchführung von internationalen Arbcitsobkommen vorgesehen ist. Den technischen Kommisssisonen überwiesen wurde ferner ein Antrag von Lord Nobert Cecil über die Frage, ob und in welcher Zeil chemische Fabriken sür die Erzeugung von Gisl- «äsen umgestellt werden können, welche Einrichtungen nötig sind zur Verbreitung giftiger Gafe Mb welch« Abwehrmittet maa kenne zum Schutze von Städten, sowie welche Strafen In Betracht kommen könnten gegenüber Verletzungen von Abkommen über das Verbot des Gaskrieges. Dann wurde noch ein Antrag von G ibson (Amerika) und Sokal(Tschechoslowakei) genehmigt zur Frage, ob eine gebietsweise Abrüstung einen Fortschritt bedeute, wenn sich die allgemeine Abrüstung zurzeit als unmöglich erweisen sollte, und welche Gebiete dafür in Betracht kommen tonnten. Die weitere von Sokal aufgeworfene Frage, wie die Välkerbundshilfe bei einem teilweisen Abrüstungsabkommen organisiert werden könnte, beschloß man dem Bölkerbundsrat zu überweisen. Lord Robert Cecil erklärte sich Pressevertretern gegenüber mit dein bisher erzielten Ergebnis der Konferenz zufrieden, da es der Vorbereitenden Konferenz nunmehr gelingen dürfte, dem Völker- bundsrat ein ins einzelne gehendes Arbeitsprogramm für die endgültige Abrüstungskonferenz aufzustellen. Reichsbannertag in Dortmunü. Glänzender Verlauf. Dortmund. 24. Mai.(Eigener Drahtbcricht.) Während des Pfing st sonnabends und des P f i n g ftf o nnta g s veran- staltete die Gauleitung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold im Gau Westliches Westfalen in Dortmund eine großange. legte Kundgebung. Ein Zug von mehr als 20 000 westfälischen Reichsbannerleuten marschierte während des ersten Psingstfeiertages durch die Straßen und verkündete den Willen einer großen Organi- fation, mit allen Kräften die Anstürme gegen die Weimarer Ver- fassung und die Farben Schwarzrotgold abzuwehren. Der Demon- strationszug hintersieß in seiner Geschlossenheit und Wucht einen tiefen Eindruck. Auf dem Hansaplatz sprach als Vertreter des Bundesvorstandes Kamerad W i e g n e r- Magdeburg, während in der riesigen Westfalenhalle vor mehr als 25 000 Zuhörern der preußische Finanzminister Höpker- Aschoff, Bürgermeister Genosse Hirsch und der Zentrumsabgcordncte Metzinger auf die Ziele des Reichsbanners und auf die Bedeutung dieses Demon- strationstoges hinwiesen. Trotz des riesigen Verkehrs in den Hauptstraßen der Stadt Dortmund kam es nirgends zu Rci- b e r e i e n. Der Aufmarsch entwickelte sich programmmäßig und sehr diszipliniert. Die Bevölkerung jubelte den vorbcünarfchisren. den Salonneit des AcichshMuers übgrall freudig zu,.• der weg zur demokratie. Vom Recht öffentlicher Kundgebungen. Es war vor nunmehr zwanzig Jahren, als in Preußen zum erstcnmale ein„Roter Sonntag* angekündigt wurde. In der Sozialdemokratie war die Frage der Straßendemonstrationen für das allg.e- meine Wahlrecht in Preußen aufgeworfen worden. Aber schon die erste Andeutung daran hatte fast allgemeine Ablehnung hervorgerufen. Man glaubte an die Allgewalt des Staates und befürchtete, das Erscheinen demonstrierender Massen auf der Straße würde sofort„die Flinte schießen und die Säbel hguen" lassen mit der Folgewirkung, daß binnen kurzem ein Ausnahmerecht gegen die Arbeiter- s ch a f t verhängt werde, das noch viel schlimmer als das Sozialistengesetz ausfallen würde.. Ein sehr bekannter radikaler Parteifreund sprach deshalb das in diesen Tagen doppelt interessierende Wort:„Auf den Kalmus piepen wirnicht!" Das Wort spiegelte zunächst die Grundstimmung wieder, in der sich die Sozialdemokratie gegenüber jeder Abweichung von ihrer bis dahin mit allem Erfolg geübten Taktik befand. Sie hatte das Sozialistengesetz überwunden, sie hatte in dem ersten Jahrzehnt nach seinem Falle die Partei neu aufgebaut und bis 1903 zur Dreimillionenpartei gemacht. Sie hatte sich an das Gesetz gehalten und vor allem die Propaganda be- triebbn in Wort und Schrift. Jedes Klassenurteil, das gegen ihre Anhänger gefällt wurde, peitschte um so stärker den Zorn auf, als man sich bewußt war, daß die veralteten Verordnungen und Pereinsgesetze von niemand so genau gekannt und be- achtet wurden, als gerade von der sozialistischen Arbeiter- bewegung. Aber der Gedanke, daß in Preußen, dem größten Bundesstaate, noch immer die Gewalt in Form des Drei- klassenrechtes herrschte und die Dreimillionenpgrtei von jeder parlamentarischen Vertretung in Preußen ausschloß, war auf die Dauer unerträglich. Versammlungen, Reden, Aufsätze, die das Unrecht brandmarkten, hatten nichts gefruchtet. Was lag näher, als daß die Ungeduldigen nach neuenAusdrucks- Mitteln Umschau hielten? In England waren ö f f e n t- l i ch e Kundgebungen seit langem Landesbrauch. In Belgien hatte man sich das Recht auf die Straße von der Straße ge- holt. In Oesterreich folgte man diesem Beispiel. Warum sollte das nicht auch in Preußen und Deutschland möglich sein? Deshalb der Vorschlag, auch hier friedliche Straßcnkund- gedungen für das gleiche Wahlrecht zu veranstalten. Aber— so kam die Antwort aus d�n eigenen Reihen: Preußen.mit feiner militaristischen Tradition und seinem troditionslosen Bürgertum ist ein ganz besonderes Land. Hier bedeuten Straßendemonstrationen Straßenschlachten, denn das wartet nur darauf, die Massen zusammenzuschießen gewalttätige Junkertum harrt der Stunde, um sein am Proletariat zu kühlen, sobald es den Weg des verläßt. Als deshalb der Parteivorstand für einen Ianuarsonntag des Jahres 1906 zum erstenmale zu einheitlichen Massen- kundgebungen— wohlgemerkt: nicht Straßendeinon- stratianenl— aufrief, erweckte das bei dem polizeifrommen Lokal-Anzeiger-Leser ein furchtbares Grauen. Der„Rote Sonntag" rief die Vorstellung eines revolutionären Blut- meeres hervor. Die Lebensmittelgeschäfte wurden gestürmt: man deckte sich fürsorglich ein, um der kommenden Hungers- not zu entgehen, die doch mit dem„Roten Sonntag" unfehlbar eintreten müsse. Polizei und Gerichte schärften die Klingen. jene des Seitengewehrs, diese der Paragraphen. Zum ersten- male wurde die„blaue Polizei" mit neuen Browning- Pistolen am gelben Riemen versehen. Die zumeist schon an- gejahrten Beamten sahen furchtbar kriegerisch aus in dieser „Umgllrtung ihrer Lenden". Aber sie harrten in Gruppen und bei bitterer Kälte vergebens auf das Wunderbare, das da kommen sollte. Die Kundgebungen, gegen die sie aufgeboten waren, fanden zwar Riesenzulauf, aber die Straße blieb frei! Roch mehr als die Polizei hatte die bürgerliche Presse fast aller Richtungen für die Retlame gesorgt. Sie hatte vor dem„Roten Sonntag" in so hysterischer Art gewarnt, daß sie hnsterische Gestalten beiderlei Geschlechts wohl in Furcht und Schrecken versetzen, aber bei der Arbeiterschaft nur den Kampfeswillen und Kampfestrotz verstärken konnte. Und wenn die Abneigung gegen Straßendemonstrationen innerhalb der Sozialdemokratie sehr bald der Erkenntnis wich, daß auch diese zu den„gesetzlichen" Mitteln gehörten, die kein Iogow und kein Schutzmann auf die Dauer verbieten könne, so war das nicht zuletzt dem Angstruf der bürgerlichen Presse geschuldet. Inzwischen haben sich die Dinge sehr wesentlich geändert. Die Forderung des gleichen Wahlrechts hatte schon viele Jahre vor dem Krieg sich das Recht auf die Straße erobert. Es war selbstverständlich, daß das furchtbare Erleben des Weltkriegs das politische Interesse gewaltig steigern mußte, und daß sich die politische Leidenschast auch nach dem smmnenbruch hen Weg auf die Straße suchte..Seit jener Militär irnd� das Mütchen Gesetzes sind wir an Kundgebungen unter freiein Himmel gewöhnt. Sie haben in Berlin oft ungeheuren Umfang an- genominen. Wir erinnern nur an die Kundgebungen aus Anlaß des Rathcnau-Mordcs und an die Berfassungsseier des Reichsbanners im vorigen Jahre. Ilm so unwahrhaftiger war das Hugenberg-Claß-Gefchrei von der„bolschewistischen Revolution", die mit polizeilicher Genehmigung am Pfingstsonntog durch den Kommunistentag eingeleitet werden sollte. Die Ankündigung des Eintreffens von 85 VW auswärtigen Kommunisten Hot vielleicht einige Lokalanzeiger-Leser in äbnliche Angstzustände versetzt, wie der „Rote Sonntag" von 1SlZ6. Aber im ganzen war die Wirkung doch eine wesentlich andere. Nicht nur, daß der tatsächliche Zustrom an„Bolsche- wisten" nur einen kleinen Bruchteil des angekündigten dar- stellte, sondern auch, daß nicht die geringsten Störungen vorgekommen sind, beweist die völlige Umstellung der öffent- lichen Meinung trotz Hilgenberg und trotz Claß! Die Oesfentlichkcit bat sich inzwischen an Kundgebungen gewöhnt und jeder Versuch, die alte Hetze gegen sie wieder ausleben zu lassen, ist vergebliche Liebesmühe. Die„Vater- ländischen" haben vor wenigen Tagen ihre Monarchisten- ki'ndgebung in allein Jammer der Oeffenllichkeit vorführen können. Man hat sie ausgelacht und ausgepfiffen. Daß die kommunistische Gegendsmonftration am gleichen Tage nicht gestattet wurde, mo�te zunächst befremden, erwies sich aber schließlich als kluge Maßnahme. Jetzt konnten am Pfingsttage die Roten Frontkämpfer ebenso demonstrieren, wie die Stahl- belmer in Düsseldorf. Zwar hatten die Kommunisten in Berlin noch mehr Leute in Bewegung gesetzt, als die Monar- äststcn. Aber außer der Polizei, die sie vor Störungen be- wahrte, hat sich niemand um sie gekümmert! Das ist ein Fortschritt auf dem Wege zur Demokratie, wie er augenfälliger nicht in Erscheinung treten kann. Jedes Volk braucht seine eigene Entwickelung. Auch das deutsche, in jahrhundertelanger Polizeivormund- stbaft von staatsbürgerlicher Selbsterziehung ferngehaltene. Wenn heute jede Partei für ihre Ziele in aller Oesfentlich- keit demonstrieren und werben kann, so ist das unleugbar der politischen Entwickelung dienlicher, als Putsch- und Umsturz- oelüste. Und wenn in der deutschen Demokratie auch die Meinung der anderen geduldet wird, so ist sicher das eine Tatsacbe dw sie vorteilhaft unterscheidet von faschistischen und — bolschewistischen Staatswesen! Stahlhelm Nemfall. Ruhiger«erlauf in Düsseldorf. Düsseldorf, 24. Mm.(Eigener Drahtbericht.) Der Stahlhelm- tag in Düsseldorf am ersten Psingstseiertag ist im allgemeinen ruhig verlausen. Nur an einigen Stellen der Stadt kam es zwischen Stahlhelmleuten und Andersdenkenden zu kleineren Zusamnicnstößen, die jedoch von der Polizei schnell geschlich- tet weiden kennten. Nach den reklainehaften Ankündigungen der Rechtspresse sollten über 120 000 Stahlhelmleute nach Düsseldorf l ommen. Nach amtlichen überein st immenden Schätzungen betrug die Zahl der aus dem ganzen Reich noch Düsseldorf zusammengetrommelten Stahlhelmleute kaum 18 000 bis 20 000, obwohl nach den eigenen Angaben vieler Stahlhelinleut« der Bahntransport nach Düsseldorf nicht nur völlig koste»los erfolgte, sondern jedem Teilnehmer noch besondere Tag«»- Spesen gezahlt wurden. Bezeichnend für den R e i n f a l l der Schwarzweißroten ist ferner die Tatsache, daß soft zwei Drittel der vorher angeforderten Quartiere nicht besetzt wurden. Gemessen an der wuchtigen Reichsbännerkund- g e b u n g, die im März in Köln stattfand, ist der schwarzweiß- rote Aufmorsch an, Rhein geradezu ein katastrophaler Rein- toll gewesen. Die Bevölkerung stand der ganzen Stohlhelmdemon- swation sehr kühl gegenüber. Abgesehen von Anhängern des Stahlhelm und anderer rechtsradikaler Bünde, die schwarzweißrot flaggten, hatten im allgemeinen nicht sehr viele Einwohner Düffel- darf» Fahnen in den alten Reichssarben herausgehängt. Die Sozial- demokratische Partei und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hatten die Porole herausgegeben, sich von den Stohlhelmoeran- stoltungen fernzuhalten. Die Kommuni st ische Partei hatte dagegen in großen Plakaten zu wuchtigen Gegenkund- gedungen aufgefordert: aber die kommunistischen Arbeiter Düsseldorfs waren verniinstig genug, die Schworzweißroten unter sich zu lassen. Die Polizei hatte von auswärts vier Hundertschasten und einen Panzerwagen, der dauernd durch die Straßen der Stadt fuhr, zur Verstärkung herangeholt. Anlässe, diese Polizeikrästc in Tätigkeit treten zu lassen, waren aber nicht gegeben. In dem Vorort Bilk kam es am Sonnabend abend zu einem Zusammen- stoß zwischen Roten Frontkämpfern und Stahlhelmleuten, wobei ein Stahlhelmmann schwer und ein zweiter leicht oerletzt wurde. Bei einer unvermutet vorgenommenen Revision, die die Dössel- dorfer Polizei bei einem mit der Bahn eintreffenden Stahlhelm- trupp vornahm, konnte festgestellt werden, daß die Stahlhelmleute durchweg stark bewaffnet waren. Die Polizei beschlagnahmte bei diesem Anlaß 11 Totschläger, 2 Gummiknüppel und eine Schuß- waffe. ?lllcs im allem war dieser Pfingstaufmorsch des Stahlhelm am Rhein ein R e i n f a l l, was auch zahlreiche Teilnehmer unverblümt zugaben. Und das, obwohl dem Stahlhelm von finanzkräftigen, ihm nahestehenden Seiten reichliche Mittel zu? Verfügung gestellt worden waren. fluch Köln eine Enttäuschung. Köln. 24. Mai.(Eigener Drahtbericht.) In Köln wurde die für Pfingstmontag mit großem Tamtam angekündigte Stahlhelmdemon- stration zu einer Riesenblamage. Die Zahl der Teilnehmer war nicht nur recht gering— 13 000 waren angekündigt, kaum die Hälfte kam—, sondern auch die Bevölkerung verhielt sich, der Parole der Sozialdemokratischen Partei und des Reichsbanners folgend, sehr ablehnend. Geschmückte Häuser sah man überhaupt nicht. Bei dem Umzug durch di« Straßen wurden die Stahlhelm- leute sehr oft mit Pfui- und N i c d c r r u f e n empfangen. Diese Gegendemonstration war austollend stark und erneuerte sich immer wieder. So wurde nach Düsseldorf auch der Kölner Stahl- h e l m t a g zu einem vollkommenen Mißerfolg für seine Arrangeure, die Hosssntlich vom Rhein die Erkenntnis mit in ihre Heimat nehmen, daß hier nationalistische Organisationen keinerlei Lebensmöglichkelt haben._ Der flmsteröamer Jugenütag. L. R. Amsterdam. 24. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Für jeden, der ihn miterlebt hat, wird der erste interna- tionale sozialistische Jugendtap eine unvergeßliche Er- innerung bleiben. Dieses nur auf freiwilliger Einordnung aus- gebaute Gemeinschaftsleben der verschieden- sprachigen sozialistischen Jugend in Zelten, unter freiem Himmel, in gemeinsamen Kundgebungen und Demonstra- tionszügen, die Einheitlichkeit aller, die schrankenlose Brüderlichkeit werden für die einzelnen Länder einen ungeheuren Anstoß zur Entwicklung einer eigenen Jugendbewegung bedeuten. Der Gene- ralsekretär des belgischen Iugendoerbandes, Genosse Bänder- oeken, hatte sich gewissermaßen zum Sprachrohr dieser Idee gemacht, als er ausführte, daß das Erlebnis des Amsterdamer Iugendtages für die Jugendorganisationen dieser Länder ein Appell zum Auf- und Ausbau sei. Daß dieses Erlebnis möglich wurde, ist der Opferfreudigkeit der holländischen und speziell der Amsterdamer Iugendgenossen und der Amsterdamer Partei zu verdanken. � Die sozialsttische Arbeiterjugend Deutschlands er- lebte durch diesen Iugendtag ihren höchsten Triumoh in der hol- ländischen Arbeiterjugend. Diese hatte ihre Lehrmeisterin in mancher Hinsicht selbst überholt. Wie verwandt aber diese beiden Jugendorganisationen in ihrer Grundstimmung sind, zeigtä sich be- reits bei der erst«* gemeinsamen Kundgebung, bei der kurzen Be- g r ü ß u n g s f« i e r', mit der die Amsterdamer Jugend im Lager die ausländischen Gäste am Freitag abend beschenkte. Bei unter- gehender Sonne, die die Stimmung weihevoll unterstrich, sorachen zu den andächtig Zuhörenden im Namen der Amsterdamer Jugend Claas T o r n st r a, im Namen der Gewerkschaften I. B i j e n- holt, im Nomen der Partei Vonderberg und für die Jugendinternotionale deren Vorsitzender V o o g t über Jugendfreud und Iugcndlust, über die Entwicklung der Arbeiterjugendbewegung seit dem Kriege. Die„Internationale" zum erstenmale durch Ju- gendlichc aus 13 Ländern in den verschiedenen Sprachen gesungen« erscholl wie aus einem Munde kommend. Am Sonnabend morgen versammelten sich die Ausländer im Kino, wo sie Holland und das Leben und Treiben der holländischen sozialistischen Arbeiterjugend sahen. Genosse Wibaut richtele an die Jugend in deutscher Sprache Worte der Begrüßung und der Ermahnung zur ernsten Arbeit an sich selbst. Sonnabend gegen Abend trafen die holländischen Genossen im Lager ein, umweht von ihren iarbcnsrohen, bunten Fahnen, die vom Kampfrot durchtönt sind. Dann ging es im Demonstrationszug durch die Stadt in die Ausstellungshallen zur Begrüßungsfeier. Amsterdamer und Ham- burger Iugendgenossen wetleiserten untereinander in der«prech» chorkunst. Auch diese verdanken die Holländer der deutschen Jugend, Amsterdamer Mädels führten rhythmische Tänze auf._,,, Sonntag früh entwickelte sich ein buntes Treiben und Zeltleben. Heber die Lagerstraßen, die nach den toten und lebenden Kämpfern für den Sozialismus benannt sind, nach Marx und Bebel, Adler und B r a n t i n g, nach Bondervelde,«tauning» Troelstra und Maedonald wogten Kamps und Spiele hm und her, man besuchte einander, lernte einander kennen, oersuchte, so gut es ging, sich miteinander zu verständigen. Die Madeis zeigten darin eine besonders hohe Kunst. Man knüpfte immer neue Bande. Andere wieder sahen sich die Stadt an oder besuchten auch die Ausstellungen. Sonntag abend fand der Dcmonflrationszug zum Stadion statt. Jeder Tausendschaft voran zog ein ebenso wuchtiges wi- künstlerisch gestaltetes Symbol des Kampfes für die sozio- listische Gemeinschaft der Völker gegen den Krieg. Der Emzug der Jugend löste im Stadion bei der stundenlang geduldig harrenden Amsterdamer Arbeiterschaft ungeheuren Jubel aus. Dcr feierliche Akt der Uebergabe der Fahne der Jnternationake an die Amsterdamer Jugend als Treuhänderin entfachte Beifallsstürme. Den Gesangschören der Amsterdamer folgte Schönlanks„Ju- g e n d t a g". eine neue Glanzleistung des Hamburger Sprechchors, auch für die holländischen Genossen, alt wie jung, ein unvergeßliches Erlebnis. Tiefe Andachtsstimmiina herrschte, als das„Lied der Freude", gesungen von der Amsterdamer Jugend, erklang. Im Fackelzug, es waren 6000 Fackeln, vorauf die Genossen Wibaut, Oudegeest und Crispien, defilierte die Masse der Jugend durch die Patrizierstraßen, voran die Fahne der Eoziali- stischen Iugendintcrnatiönale, zurück in das Lager. Die gesamte Amsterdamer Bevölkerung säumte in höchstem Staunen die Straßen. Am Montag nachmittag fanden sich noch einmal die Lager. bewohner zur gemeinsamen Kundgebung aus dem Plah der Internationale vor dem Turm der Kameradschaft zusammen, um eine andachts- volle Stunde des Abschieds mit den Holländern zu halten. Als erster sprach Genosse Oudegeest im Namen des Internationalen Ge- werkschaftsbundes— er fand auch einig« freundliche Sätze in deutscher Sprache für die Iugendgenossen. Im Namen der Sozioli- stischen Internationale wie der deutschen Partei richtete Genosse Crispien einige ernste Worte an die versammeste Jugend: Sie möge sich der Männer würdig zeigen, deren Namen die Straßen des Lagers schmücken und die ihr Leben hingegeben haben, um dieses Fest möglich zu machen. Die Jugend möge beim Tanzen und Spielen nicht vergessen, daß ihrer auch ernst« Pflichten harren, für die sie sich bereit halten müsse. Genosse Ollenhauer ge- dachte als Sekretär dcr Sozialistischen Iugendinternationale in seiner Abschiedsrede u. a. auch der Iugendgenossen. die, durch fa» schistischc wie bolschewistische Willtür gebunden, verhindert waren, den Iugendtag mitzuerleben. Nach einem kräftigen Appell des Ge- nassen L o r r i n k. als Vorsitzender des Holländischen Iugendver- bandes, schloß die Kundgebung mit dem Gesänge der Internationale. Um Uhr verließen die Holländer wie Amsterdamer Genossen das Lager. Morgen gehen die Ausländer an die See. übermorgen wird die Rückreise angetreten. Gleichzeitig tritt der Internationale So- zialistische Jugendkongreß zu ernster Arbeit zusammen. Sestraster Grabschänüer. StetKn. 24. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Bor dem Schöffe«, gericht in Star gar d hatte sich ein Zljähriger Musikschüler zu verantworten, der im April auf dem jüdischen Friedhof in Kalles mehrere Grabdenkmäler zerstörte. Bor dem Gericht erschien er in S t a h l h e l in- U n i f o r m. Der Gerichtshof ging über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und verurteilte den Grabschänder zu vier Monaten Gefängnis. Zwei Geöichte in Prosa. Bon Arthur Rimbaud. . Morgenröte. Ich Hab« die sommerliche Morgenröte umarmt. An den Stirnen der Paläste rührte sich noch keine Falte. Die Wassergräben logen wie tot. Di« verschotteten Felder wichen nicht von der Waldstraße. Ich neckte im Wandern den lauen und mun- teren Wind: Taujuwelen erblitzten und mit lautlosen Schwingen zog der Dust. Eine Blume, auf dem schmalen Rain, der beglänzt war von den Morgenstrahlen, sagte mir schüchtern ihren Namen. Ich lacht« am Wasserfall, der zwischen den Tannen zerstäubte. Auf der silbernen Kuppe erkannte ich die Göttin des Licht». Ich nahm ihr die Schleier, einen nach dem anderen, ab. Griff mit inbrünstigen Armen umher in der Allee. Im flachen Land ver- riet ich sie dem Halm, der zu Gold sein dunkles Gefieder um- schmolz. In der großen Stadt entflog sie zwischen Türmen und Zinnen. Wie ein Bettler rannte ich hinter ihr her über di« weißen Kais. Am End« der Straße, bei einem Lorbeerhain, fing ich sie end> lich«in in ihren geraubten Schleiern und fühlte�ein wenig ihren unendlichen Leib. Die Morgenröte und das Kind sanken ermattet in den moosigen Schoß des Woldes. Beim Erwachen war hellheißer Mittag. Nachtwache. Wäre meine Wohnung doch endlich ein Grab, getüncht, aus- zementiert, viele Klafter unter der Erde. Ich stützte die Ellenbogen auf den Tisch, grelle» Lampenlicht fällt auf die Zeitschriften, die ich stumpfsinnig immer wieder lese, auf die Bücher schal und abgebraucht. In unendlicher Höhe über meinem unterirdischen Saal ragen die oielstöckigen Häuser der Erde, dösen di« langsamen Nebel. Der Dr,ck auf den Straßen ist rot oder schwarz. Riesenstadtk Abend, stadt! Nacht ohne Ende! Weniger hoch faulen di« Abwässer. An den Seiten fühl« ich nichts als die Breite der Erdkugel. Bielleicht Abgründe von Azur, Feuerschächte? Bielleicht begegnen sich in diesen Moränen all« Kometen, Monde, Meere und Mythen. In den Nachtstunden des Gram» stelle ich mir Kugeln vor, aus Saphir, aus Metall. Und träume. Ich bin der Magier des Schwei- gen». Ich bin der Atemzug der Still«. Ein Kellerloch hinten im Winkel der Wölbung, warum ver- blaß«« der Schein... mein fröhliches Herz? Ein Kinderschrei im Kellerloch unter den hohen Häusern der Stadt warum schrien die armen Kinder immer noch nach Brot und den süßen Beruhigungen der MulrerbrustZ Warum sind die Annen in der Welt... ach, alle Armen immer noch so arm? Ein kleiner weißer Bogel fällt tot in meine ratlos erhobenen Hände. Und ich schäme mich meiner starken, rüstig lebendigen Hände.... Deutsche Nachdichtung von Paul Zech. Die Städtische Oper im nächsten Spicljahr. Als erste Neueinstudierung soll in" der Städtischen Oper Mitte September„Fi de- lio" in vollkommener Neuausstattung durch Pros. Roller-Wien in Szene gehen mit Helene Wildbrunn in der Titelrolle und unter der musikalischen Leitung von Bruno Walter. Daran wird sich Anfang Oktober die Weber-Feier schließen, die mit einer Einstudierung von„E u r y a n t h e" mit Lolte Lehmann in der Titelrolle unter der szenischen Leitung von Intendant Tietjen und unter der musikalischen Leitung von Bruno Walter erfolgen soll. Die Ausstattung besorgt Pros. Preetorius. Hierauf folgt Puccinis „Turandot". Zur Uräuijührung ist bisher die Oper„Der feurige Engel" von Prokosieff erworben. Verhandlungen wegen der Uraufführung einer deutschen Oper schweben noch. An Neueinstudierungen älterer Werke sind vorgesehen„Das G l ä ck- ch e n des Eremiten" mit Marie Ioogün als Rose Friquet, „L a c m c", gleichfalls mit Maria Ioogün,„D o n Carlos" von Verdi,„Der arme Heinrich" von Pjitzner,„25 er Barbier von Bagdad" mit Paul Bender und„Hans Helling" von Marschner. Von Mozart wird„Figaros Hochzeit" durch Bruno Walter neu einstudiert, unter dessen Leitung dann im Früh- jähr 1927 eine zyklische Zusammenfassung von Mo- zarts Werken erfolgen wird. Bon Wagner sollen„T a n n> häufe r",„L o h e n g r i n" und„Der Ring" szenisch und musi- kaiisch vollkommen erneuert werden. Zwei Ausstellungen deutsch-rSmischer Kunst. In Leipzig und Lübeck werden seit längerer Zeit zwei größere Lusstellunaen deutsch- römischer Malerei und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts vor- bereitet. Das Museum der Stadt Lübeck beabsichtigt, in der Zeit vom 3. Juni bi» 18. Juli aus Anlaß der 700-Iahr>Feier seiner Reichs- freiheit«in«' Ausstellung„Overbeck und sein Kreis" zu zeigen— Friedrich Overbeck war Lübecker von Geburt. In Leipzig wollen das Museum der bildenden Künste und der Leipziger Kuustverein gemeinsam m der Zeit vom 1. August bi» 31. Oktober einen Uebcr- blick über die deutsch-römische Malerei und Zeichnung von 1790 bi» 1830 geben. Beide Ausstellungen, deren Pläne unabhängig von- einander entstanden sind, sollen, wie der„Cicerone" berichtet, zur tunstgeschichtlichen Klärung dieser Epoche dienen und sind so vor- bereitet, daß sie sich gegenseitig ergänzen. Während in Lübeck vor allem die Kunst und Kunstgesinnung der Nazarener herausgear- beitet wird, soll in Leipzig ein Bild von der Gesamtheit deutsch. römischer Kunst ausgerollt werden. In Leipng werden daher neben dem Kreis de» jungen Cornelius di« großen Landschafter wie Joseph Anton Koch. Reinhart, Fahr, Horny, Rhoden u. a. dominieren, während die Lübecker Ausstellung auch Künstler wie Führich, Steinle u. a. einbeziehen wird. Alonte-Rosa-Bahn. Die Italiener beabsichtigen, die Erschließung der Alpe» von Sübcn her in großzügiger Weise zu unternehmen. Sie wollen einen Teil de» Fremdenstromes, der alljährlich in die Schweiz geht, auffangen. In diesem Gesamtplan ist das nunmehr bejchloilene Projekt der Monte-Rosa-Bahn«in wichtiger Test. Die Bahn geht von der Endstation der Staatsbahn, Barallo im Sesia» Tale, bis nach dem 36 Kilometer entfernten 1200 Meter über dem Meerecspiegcl hoch gelegenen Alagana. Don hier aus soll eine Seil- Schwebebahn aus den Gipfel des 4638 Meter hohen Monte-Rosa- Massivs angelegt werden. 2)as würde die höchste europäische Bahn werden, denn die Iungsraubahn geht nur bis auf etwa 4100 Meter Höhe. Auf der schweizerischen Seite des Monte Rosa liegt der be- kannte Kurort Zermatt, von wo aus eine Bergbahn auf den 2300 Meter hohen Gornergrat führt. Bon der lombardischen Tief- ebene her betrachtet, ist der Monte Rosa die gewaltigste Erhebung der Alpen. Sein schneebedeckter Gipfelkamm ist von Alessandria bis Mantua sichtbar. Der Golfstrom— eine Illusion? Wir haben alle in der Schule gelernt, daß das westliche und nördliche Europa sein mildes Klima dem Golfstrom verdankt. Dieser kommt aus Weftindien, bringt warmes Wasser mit sich und bespült die Küsten Europas, seine letzten Endigungen sollen bis nach Spitzbergen fühlbar sein. Der französische Gelehrte L« Danois, Direktor des Bureaus für Hoch- seesischerei. hat jetzt in verschiedenen Abhandlungen erklärt, daß es sich hierbei um ei» Gemisch von Mißverständnissen, Illusionen und Vorurteilen handle. Jeder Seefahrer, lagt Le Danois, weih, daß das Meerwasser sich in der Nacht um mehrere Grade abkühlt. Wer kann glauben, daß der warm« Strom, der tatsächlich aus der Florida- straßc herausquillt, auf eine Strecke von 10 000 Kilometern noch wärmer bleibt als das umgebende Meerwasser? Selbst wenn das Floridameer kochen würde, wäre das Wasser in der Nähe der britischen Inseln bereits vollständig abgekühlt. Le Danois sieht im Golfstrom eine von den Jahreszeiten abhängige Erscheinung, deren Entstehung durch einen ziemlich umständlichen Mechanismus er- klärt wird. Unterschiede in Temperatur und im Salzgehalt er- zeugen verschiedene Wasserschichten, die unter dem Einiluß der Schwerkraft sowie der unterseeischen Bodengestaltung in Bewegung geraten. Bon Mitte Mai an beginnen südöstlich von Madeira warme Flüsse nach der spanischen Küste zu fließen. L« Donos» be. hauptet, diese bekannteste Form des Golfstroms, die sich in den Monaten Juni bis August über die Küsten Frankreichs und Eng- londs erstreckt und die bei Winterbeginn Spitzbergen erreicht, sei während des Winters nicht vorhanden und sonach sei unsert her- gebrachte Vorstellung vom Golfstrom al» eine» wirklichen und be- ständigen Stromes ganz falsch. Es wird nun Ausgabe der kommen- den Jahre sein, diese aufsehenerregende Mitteilung nachzuprüfen. ver Saorbrürfec TNännergesangverein von 1861, der vom S4. bi« 23. Mai lä?6 in Berlin weilt, gibt am Mitlwech. den 26. Mai. abends 7 Udr, ein Konzert im Zoologijchen Garten. Der Eintrittspreis zu dielem Kanzert beträgt 7z B'. Aueflelliing fianländischer Sauernieppichc i« Veulschland Am 20 Mai wird im Kunstgewerbemuseum in Berlin die Ausstellung von Sä smn» ländlichen Bauernieppichen eröffnet. Diese flammen zum großen Test au« dem 17., zu« Teil aus dem 18. siabrdandert. die älteste» Stücke smö Arbeite» aas dem 1. Jahrzehat de» 17. Iahrhsudert». Zeuchte Pfingsten. A�s doh die Bäume nicht in den chimmcl wachsen! Schönes Dstenuetter gut, schönes Psingstwetter gut, ober schönes Oster- und Pfingstwetter. das heißt zuviel verlangt, lind die cherren Wetter- Propheten? War's Absicht, oder böser Zufall? Aa, nu ist's schon egal. Und zum K-Uhr-Morgens-Promenaden-Konzert im Zoo sind sie doch gegangen Iustament. Mutta, ilk zieh's Weiße an. Nu hob ick ma so draus jcsreut, nu nehm ick's ooch Und Mutta preist— das erste und einzige Mal— die heutige Mode ohne die duftigen Stickereirockchen, ohne die mühsamen Wickcllccken und anderen unnötigen und ach so mühsamen Krimslrams. Also die ganz Charakterfesten und Traditionsbeflistenen wandelten frohgemut in oller chcrrgottsfrühe noch dem geliebten Zoo. Die mit dem größeren Phlegma fuhren beim Weckergerassel naturgemäß hoch, blinzelten durchs Fenster, stellten ein äußerst mieses Firmament fest, wurden wankelmütig— und drehten sich auf die andere Seite. Mit Wohl- behagen stellten sie die nicht zu unterschätzenden Qualitäten ihrer Lagerstatt und der ungehinderten Verlängerung des Morgenschläf- chcns fest. So läßt sich mit nur wenig Talent jedem Ding seine gute Seite abgewinnen. Die wasserdichten Wandervögel traten mit der nötigen Dosts Wetter-Optimismus frohgemut ihre Tour an, und so freute stch jeder auf seine Weise. Nachdem es den Sonntag über so rumgedruckst, setzte abends ein tüchtiger Negcn ein, der bis spät nachts anhielt. Am Montag früh aber gabs wieder freundlichen Sonnenschein und schon gegen 6 Uhr morgens. Tagsüber bewölkte es sich wieder, wurde auch etwas kühl, mit einem Wort: die Erwar- tungcn waren wieder getäuscht. Das bißchen Regen hat aber keinem die Laune erstlich verdorben. Ein paar frohe, heitere, freie Stunden waren es doch. Pfingsten ist ja schließlich erst der Auftakt zu melen schönen Sommertagen. die KunSgebung der Roten Irontkämpfer. Völlig störungsloser Verlauf. Das zweit« Reichstreffen des Kommunistischen Roten F r o n t k S m p s- r b u n d e s, das sich an den beiden Pfingtagen in einer Anzahl Veranstaltungen in Sälen vornehmlich des Nordens und Ostens, Platzkonzerten sowie einem zentralen Aufmarsch im Volkspark Neukölln abwickelte, hat nicht die von der rechtsradikalen Presse an die Wand gemalte und ach so ersehnte„zweite Revolution" gebracht. Soweit sich übersehen läßt, sind die Veranstaltungen aus- nahmslos ohne Zwischenlauf verlausen. Am Sonntag mittag gegen 12 Uhr sammelten sich auf vier Plätzen(Spielplatz Friedrichshain. Spielplatz Danziger Straße, Michaelkirchplatz und Weberwiese) die einzelnen Trupps des Roten Frontkämpferbundss sowie die auswärtigen Delegationen, die zum Teil ziemlich stark auf über hundert Lastkraftwagen und zwei Sonder- Zügen vor allem aus Sachsen und Mitteldeutschland«inaetroffen waren. Auf dem Spielplatz Friednchshain hatten sich neben Ab- ordnungen aus dem Ruhrgebiet auch etwa 100 Mann der sogenannten„Roten Marine" eingefunden. Hier hatte die Polizei die An- inarschstraßen des Zuges durch Beritten« und Mannschaften, zu Fuß, die mit Karabinern bewaffnet waren, gesichert. Die Straßen, durch die sich die Züge bewegten, waren zum Teil mit roten Fahnen geschmückt. Hier und da waren Transparente mit Auf- schriflen„Spartakus sein heißt Kämpfer sein" und„Ein Rot Front den auswärtigen Kameraden" über die Straße gespannt. Im ganzen war jedoch die Ausschmückung ziemlich spärlich und mit der anläßlich des letzten Reichsbannertreffens in Berlin nicht zu vergleichen. Gegen m Uhr setzte sich der etwa IS 000 bis 20 000 Mann stark« Zug vom Friedrichshain aus in Bewegung, der durch das Auf- marschieren in Viererreihen sehr an Ausdehnung gewann. In der Frieden firaße trafen sich die vier Züge und marschierten dann unter Vorantritt ihrer Musikkapellen durch die Memeler Straße, Skalitzer Straße, Lausitzer Platz, Reuter- und Weserstraß« noch der Kaiser» Friedrich-Slraße und von dort nach dem Volkspark Neu- kölln. Die Veranstaltung, die eigentlich um 3 Uhr beginnen sollte, konnte erst nach 7 Uhr abends ihren Anfang nehmen, da der Aufmarsch der einzelnen Trupps infolge organisatorischer Mängel und der Ungunst des Aufmarschterrains sich stundenlang verzögerte. Ms der Reichstagsabgeordnete T h ä l m a n n. der Vorsitzende des Roten Frontkämpferbundes eine kurze Ansprache hielt, war es fast dunkel geworden. Nach einigen Musikdarbietungen durch Schalmeibläser und Spielleute ging die Versammlung, die sich aus etwa 30000 Roten Frontkämpfern und kommunistischen Besuchern zusammensetzte, gegen 8 Uhr zu Ende. Im Volkspork selbst war keine Polizei stationiert, die Umgebung jedoch stark ge- sichert. Di« Kommunisten hielten jedoch gute Disziplin, so daß es nicht einmal zu Reibereien kam. Am Montag fanden eine Anzahl Platzkonzerte und Saalveranstaltungen, u. a.«ine Kaffeetafel mit geselligem Beisammensein im Moabiter Gesellschaftshaus statt. In den Nachmittagsstunden des Montags führen die auswärtigen Kommunisten zum größten Teil wieder in ihre Heimat zurück. Trotz des schweren Dienstes der letzten Tag« war das Verhalten der Schupobeamten von anerkennenswerter Ruhe. Ueberall wurden sie unterstützt von dem sehr gut aufgezogenen Ordnerdienst des Roten Frontkämpferbundes. Der Polizeipräsident, Genosse Grzesinski, der Polizeipräsident Friedensburg so- wie Oberst Heimannsberg leiteten selbst die polizeilichen Maß- nahmen. Drei schwere Autounfälle. Am zweiten Feiertag nachmittag kurz nach 3 Uhr ereignete sich auf der Schöneselder Chaussee, kurz vor Bohnsdorf, ein schweres Autounglück. Der Hinterreifen eines nach Berlin fahrenden Kraftwagens platzte, so daß sich der Wagen infolge de« schnellen Tempos überschlug. Der Führer des Autos, sowie drei Insassen, wurden unter den Trümmern des Autos begraben. Ausflügler und Ortsbewohner befreiten die Verunglückten. Der Führer, Robert Fietze aus der Fandästraße 9 in Adlershof, sowie sein« 12 Jahre alte Tochter Erika hatten so schwere Verletzungen er- litten, daß sie in das Köpenicker Kreiskrankenhaus übergeführt werden muhten. Zwei weitere Insassen konnten nach Anlegung von Not- verbänden in ihre Wohnung entlasten werden. Ein weiterer Unfall ereignete sich in den gestrigen Nachmittag- stunden in der Lietzenburger, Ecke Ioachimsthaler Straße. Zwei Autodroschken prallten auseinander und einer der Wagen wurde auf den Bürgersteig gegen einen Baum geschleudert. Ein Fahrgast zog sich schwer««chn,«wunden zu. so daß er ins Krankenhaus, Achenbachstraße, übergeführt werden mußte. Der Wagen mußte schwer beschädigt abgeschleppt werden. Schließ- lich fuhr an der Kreuzung Kurfürsten und Nürnberger Straße noch ein Privatkrastwagen mit einer Auto» d r o s ch k e zusammen. Auch hier wurde der Fahrgast durch Glas- splitter erheblich verletzt. Er fand auf der nächsten Rettungsstation erste Hilfe._ Ein Aboag-Wagen niedergebrannt. In der O r t e l s b u r g e r Allee, in der Nähe de« Bahn- Hofes Heerstraße, geriet am Sonntag abend ein Wagen der Aboag in Brand. Die sofort alarmierte Feuerwehr versuchte den Wagen zu retten und gab aus zwei Schlauchleitungen längere Zeit Waster. Der Wagen brannte jedoch vollständig nieder. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Die Entstehungs- Ursache ist wahrscheinlich auf einen Vergaserbrand zurückzuführen. Zn der Havel ertrunken. Am 1. Feiertag, nachmittags gegen S Uhr, horten Spaziergänger auf der Pfaueninfel Hilferufe vom Wasser her. Die Ausflügler alarmierten die diensttuende Ganitäts- kolonne vom Großen Wannsee. die ober leider zu spät kgm. Bei Absuchen der User fand man an der Havel gegenüber der Pfauen- »nfel Kleider. Au» vorgefundenen Papieren ging hervor, daß sie einem aus Ostpreußen stammenden Kaufmann H e n d e w e r t aus Charlottenburg, Schillerstraße 3, gehörten, der entweder beim Schwimmen ertrunken ist oder Selbstmord begangen hat. In seinen Taschen fand man nur 10 Pf. bares Eeld. Das Suchen nach der Leiche war bisher vergeblich. ver Morü in Schmachtenhagen. Vach drei Iahren aufgeNört. Am I. Mai 1923 wurde der Kolonist Karl Ianfon aus der Kolonie Schmachtenhagen bei Oranienburg abends gegen 10 Uhr hinterrücks erschossen. Als Mörder wurde erst jetzt der 4ö Jahre alt« Kolonist und Mühlenarbeitcr Joseph B r v k e y, der ebenfalls in Schmachtenhagen ansässig ist, ermittelt und verhastet. Der Mörder ist geständig. In den frühen Morgenstunden des 2. Mai 1923 fanden Wald- orbeiter abseits von dem Waldweg, dar dos Dorf Schmachten- Hagen mit der Kolonie Am Mühlenweg verbindet, die Leiche des stll Jahre alten Kolonisten Karl Janson. Es wurde damals sestgestellt, daß Janson am Vormittag des 1. Mai zu seinem Sohn nach Berlin gefahren war, um ihm Butter und Eier zu überbringen. Gegen 9 Uhr abends traf er wieder in Oranienburg ein und hatte sich einen Rucksack mit Schwcincfutter mitgebracht. Er hatte«inen ansteigenden Sandweg zu passieren, der ihn zwang, mit seiner Last langsam zu gehen. Kurz hinter der Steigung hatte der Mörder ihn erwartet und den Ahnungslosen durch einen Schuß in das Genick niedergestreckt. Der Getroffene war rücklings zusammengebrochen und mußte sofort tot gewesen sein. Beim Auf» finden der Leiche stellte es sich heraus, daß sie um Wertsachen und Geld beraubt'worden war. Der Verdacht der Täter- schast lenkte sich zuerst auf Brykcy. mit dem Janson schon lange in Feindschaft lebte. Nach vierwöchiger Untersuchungshaft mußte er aber wieder aus sreien Fuß gesetzt werden, weil ihm nichts Bestimmtes nachzuweisen war. Er und seine Frau blieben standhaft bei der Behauptung, daß sie an dem fraglichen Abend gleich nach der Heimkehr des Mannes um 9� Uhr zu Bett gegangen seien und von der Tat nichts wüßten. Aber auch nach der Frei- lassung des Brpkey wollten die Gerüchte in der Gegend nicht ver- stummen. Schließlich wandte sich die Witwe an die Mordinspektion der Landeskriminalpolizcistelle, die schon nach wenigen Tagen soviel belastendes Materiol gegen Brykcy zusammenbrachte, daß er fest- genommen und der'Berliner Mordinspektion zugeführt wurde. Nach zweitägigem Verhör legte Brykcy am Pfingstsannabend ein umfassendes Geständnis ab. Wie er sagt, war er durch die jahrelangen Reibereien mit den Janson? und die beständigen Sticheleien seiner eigenen Frau derartig gereizt, daß er beschloß, seinem Gegner„eins auszuwischen". Er wußte, wann Janson aus Berlin zurückkehren mußte und legte sich an dem Waldweg aus die Lauer. Als er seinen Gegner herankommen sah, schlich er sich un- bemerkt hinter ihn und schlug ihn mit dem Laus des Revolvers ins Genick. Dabei ging unversehens ein Schuß los und traf Janson tödlich. Brykcy b e st r e i t e t mit aller Entschiedenheit, den Toten beraubt zu haben. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß irgendein Landstreicher, der die Leiche fand, sich die Wertsachen angeeignet hat. Brykcy ging eilends nach Hause und besprach sich mit seiner Frau. Das Ehepaar verabredete, bei etwa aufkommendem Berdocht zu sagen, es sei um 9(4 Uhr schlafen gegangen. Als die Ortsvolizei bei ihm eine Haussuchung veranstaltete, konnte sie die Mordwaffe nicht finden, er hatte sie versteckt und später an einen reisenden Händler verkauft. Durch die Aussagen des Verhafteten erschien auch seine Ehefrau dringend der Anstiftung verdächtig. Sie wurde daher ebenfalls festgenommen. Im Gegensatz zu ihrem Manne leugnet sie jede Kenntnis von dem Morde und behauptet nach wie vor, daß sie beide um 9!4 Uhr zu Bett gegangen seien. öootsunglück auf öer vahme. Zwei Kinder ertrunken. Ein furchtbares Bootsunglück, dem zwei junge Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich am Pfingstmontag gegen Vtl Uhr abend« auf der Dahme an der sogenannten„Bammelecke". An der bezeichncien toiclle spielten in einem herrenlosen Boot 6 Kinder. Sie wippten mit dem Boot hin und her. bis da» Boot plötzlich infolge zu großer Belastung kenterte, so daß sämtliche Kinder ins Waster sielen. Der Vorfall war vom Ufer aus bemerkt worden. Boote unternahmen sofort Rettungsversuche und es ge- lang, vier Kinder vor dem Tode des Ertrinkens zu retten. Zwei Kinder, und zwar der IZjährige Schüler Felix K u k l e aus der Gipsstraße 14 und ein weiterer bisher noch unbekannter gleichaltriger Knabe gingen sofort in den Fluten unter und konnten trotz angc- strengter Versuche nicht mehr gerettet werden. Die Leichen sind bis- her noch nicht geborgen. Eine polizeiliche Untersuchung des bcdauer- lichen Vorfalls ist eingeleitet. Grohe� Tachstuhlbrand in Moabit. Ein gewalliger Dachstuhlbrand beschäftigte gestern abend vier Löschzüge der Berliner Feuerwehr in der B e u s f e l st r a ß e 7 8, wo der Dachstuhl des Vorderhauses in seiner ganzen Ausdehnung in Flammen stand. Dos Feuer war von Hausbewohnern und Stroßenpassanten zu gleicher Zeit, etwa um 9 Uhr abend«, bemerkt worden, als es jedoch schon ziemlich Ausdehnung angenommen hatte. Zunächst rückten unter Leitung des Branddirektors Mende drei Lölchzüge an die Brandstelle. Es mußte der Alarm..Mittelfeuer" weitergegeben werden, so daß zwei weiler« Löschzüg« heranrückten. Ueber zwei mechanische Leitern und von den Dächern des Nachbar- grundstücks wurden aus etwa zehn Schlauchleitungen Wasser gegeben. Größere Menschenmengen umlagerten die Brand- stell« an der Beussel- und Huttcnstraße und nur mit Mühe gelang es den Schupobeamten für Ordnung zu sorgen. Bei Redaktion«- schluß dauert das Feuer noch an. Der FeuerwehrmLnn Balge mußte mit schwerer Rauchvergiftung ins Moabiter Krankenhaus gebracht werden.___ Sport. Vurmi im Stadion. Bei prächtigem Wetter gingen am Pfingstmontag die vom S. E. Eharlollenburg ausgeschriebenen„Internationalen Weit- kämpfe" im Grunewald-Stadion vonstatten. Nurmi, der�finniiche Meisterläuser, durchlief die 3000- M e t e r st r c ck e in der glänzenden Zeil von 8:25,4. Zweiter wurde Walpert. Kassel, der 8:52,5 für dieselbe Strecke benötigte. Auch den bisherigen deutschen Rekord- Haltern im 1500-Meter>MaUousen, Dr. P e l tz e r beziehungsweise T r o h b a ch B. S. C. im 200-Metcr.Hürdcnlausen gelang es, ihre aufgestellten Rekorde von 3:59,4 auf ,3:58,6 bzw. 26,7 aus 26,4 zu verpestern. Auch die übrigen, im Rahmen des sehr reichhaltigen Programms gezeigten, sportlichen Darbietungen brachten spannende Kämpfe. Reben der finnischen Flagge, ein blaue» Kreuz aus weißem Grunde, wehte flatternd im Winde das Wahrzeichen der Deutschen Republik„S 6i w a r z- R o t- G o l d". Einige Ergebniste: 30<».Rkt«r.3Rall«lfe»: Nurmi(Zinnland) 8:254 I Weltrekord): 2. Wal- »ert iNoffrl) 8:58.5: 3. ffrondfen fOldcolo«): 4. Dieckmann lKannovrr).— isoo.JSrtri.lDaKonie«: 1. Dr. Beider lPreuden-EieNi«) 5:58.» tR« kor d): i.«reute t«»lelirn.?r«-lau): 8. Bötelta»«BSD.) 25,4(Jt c f 0 r»); 2. Lcpvk«(Sie. rnen«): 3.«urallus(BS9.).____ Rennen zu Ruhleben am Sonntag, den 23. Mai. 1. 9t«nn«n. 1. Belwin(ff. Trrub,«). 2. Du Ml«ueil(83. LeNuer), z. fflte». I(N. Sineiu»). Toio: 17:10. Bio»; 12, 13, 17: 10.(lern er lieken: Tudora. Harlekin, Sottie. Venus. Linscott jr.. ffoour Maid, Citran, � 2. S e n n e n, 1. Srfiini 1(Jaust it.), Serefc(33. EchuIIrr). S. Ifranlet (M. Sineiu«), Toto: 44:10. Pia»: 17. 14, 23:10.(lernet liefen:©erhoed, Baron Silveltcr. Preislied. Sdrltleins Sostn. ffitolfried, Erdorin» it., MSalich, ffinflcki. Sit Gaid Arnfr'ed, Lairrne, 8 Sennen. 1. Aerripan it.(Mvtiern). 2. 33ar«mei«r(Serfortst), 8. Seiderole 9. I3l. ZZrdmminw. Toio: 55:10. Pia»: 20, 25. 74:10. llerner liifen; Ptinsest(Zoituna. Blaue Adria. Landfest. Lidpoloae. fforlolaiws, Suera, Lutmstl l. ffralluo. Siimningc, Dirnicne. Interessent, Diansca. Altvold. «.Senne». I. SUmTen fr.(3. SRiH»), t- ÜtaÜne Forde»(St. Sineiu»), 3. Manrico(ff. Sreudet«). Toio: 196: 10. Pia»: 44, 14, 22: 10. Kern er liefen; Sedcnslünftlcr. RbniaocMer. Der Beste(eine Wetten), Äannrcrfänaet. Will» 31., Darmaid. Kirostoat. illotion. 5. Nennen. 1. Proerest(Srostmann). 2. Fei»(3. Will»), 8. Rom fffb. Rill»). Toi«: 60:10. Pia»: 17. 19. 13:10. Ferner liefen: Fenelon. ffofnet 3.. Rittnfdiot. Sortbern Bvlo. Buchdrucker. Trotteur. Marul. 5. S t n n e n. 1. Starbrlla fffb- Mills). 2. Allere fIaust it.), 8. Lockung (Jaust). Toto: 28: 10. Pia»: 15, 23, 20: 10. Kernet liefen: Baron Arwortbn. Quadrat. Tbe ftitin. Covol. Bechfackel. 7. Sennen, 1. Abt. 1. ffbamrion Goud(C. Weist), 2. Terraria f3. Mills). 3. Noiula CK. Babr). Toto: 60: 10. Pia»: 20, 12. 13: 10. Kernet liefen: Petrunella. flänia Sebert, fftifpo. Salome, Lu. Äütoffifr.*— 2. Abt.: I. Siealeickt(Jaust). 2. Quitte B.(K. Schmidt). 3. Dr. Lew jr.(Rniiimodel). Toio: 71: 10. Pia»: 21. 18, 14; 10. Kernet liefen; Leuchiiurm. Wintermarchen. Dinu». Schtvartmaldmädel. Armenier, Benedict. 8. Sennen. 1. Sachtfalter(3. Millol. 2. Peter Aarnester(A. Grube). 3. Tafna(M. Stnaiu»). Toto: 29: 10. Pia»: 15. 20, 21: 10. Kerner liefen; Torrero, Sadiae Armortbn. Dunaiec. Paula Binaen, Höbenfonne, Sstanjanarcs, Domvfafi I, Cotta._ Rennen zn Hoppegarten am Montag, den 24 Mai. 1. S e n n e n. 1. Mistral(8. Baraa). 2. Maestofo(O. Schmidt). 3. Porti» (Ponee). Toto: 18: 10. Pia»: 11. 10, 13: 10. Kerner liefen: Petroniu». Opponent, Cberr» Brandn. Labo Sena. Lora. 2. Sennen. 1. Prilep(Williams). 2. Willioer f®. 3en»fch). 3. General Löfer(Luauenin). Toto: 20: 10. Pia»: 12. 12. 15: 10. Kerner liefen: Lump. Liudmurm. Afoosta. Bromo. 3. Sennen. 1. Set«(Luauenin). 2. Sistuna(Williams). 3. vdalisk« (L. Paraa). Toto: 106:10. Pia»: 19, 15, 14:10. Kerner liefen: Trovoada. Daisblatt. Krauenfnfel. Som. Sofancr«. 4. Sennen. 1. Maitabrt(Bincen»), 2. Ären es(L. Baraa). 3. Corax fK. Williams). Toto: 58: 10. Pfoch: 21, 21, 10, 14: 10. Kernet liefen: Seftls, Bernina. Leros de Leaetche. Äili. Bafur. 5. Sennen. 1. 3ni>i«o fBincen»), 2. Aditi(L- Blume). 8. Marduck fWilliam»). Toto: 94:10. Pia»: 20, 19. 53: 10. Kernet liefen: 4. Aden. teurer, Weistdorn. Kovor. Grostinauisttor. Sifiipbu». Solanb, Dictotor. 5. S e n n e n. 1. Settefbeck fO. Schmidt). 2. Ludwin Tboma(Luauenin). 3. Tanna(Tbicklemann). Toio: 80:10. Via»: 13. 14, 15:10. Keiner liefen: Solan, Siammberr. Pesic». Pommer. Miterbe. Saifes, Stastma. Kriaaa II, Vtobn. E»el. Serita. 7. Sennen. 1. Abt.: 1. Kri» Kromm(Müschen). 2. Primabonn» f3en»fch). 8. Schneewittchen fv. Schmidt). Toto: 19»: 10. Pia»: 33. 87. 14: 10. Kernet liefen: Immer oarwärl». Rarneval. Cambrena, Leiiolrap. Maioron. 3d»a.— 2. Abt.: 1. Leuoa Cdriftopb(Olejnik). 2. Sose Mari«(Lannee), 8. Ben«beraer Cadett fL. Boaun). Toto: 40: 10. Pia»: 15, 14. 18: 10. Kernet liefen: Traunoaa, Möre». Kiostdiide. Grille, Magier, Märchen. Geschäftliche Mitteilungen. Die Gelbkuappchelt macht sich überall füblbar. Desto mrbr ist es»u be- firfistrn, wenn ein« Weltmarke wie Ovelfabriäder mit 3 M. wöchenilicher Teil. «blun» bei breiiäbriger Garantie von der Sberlock-Gefellschaft m. b. L., Aleranderftr. 27, verkauft wirb. Wir perweifen auf da» heutige Inserat der Kirma. OewerMostsbeVegung Versammlung öer flußenmonteure. Am 2. Psingstjeiertaa hielten die im Deutschen Metallarbeiter- verband organisierten Außenmonteure wie üblich eine Versammlung ab, in der sie sich mit Verbandsangclcgenheiten, Lohn- und Tarif- fragen beschäftigten. Genosse S ch m al z gab einen kurzen Ueber- blick über die Streitigkeiten, die in der Branche zwischen Arbeitern und Unternehmern bestehen. Danach gilt auch für die Außen- Monteure die Befürchtung, daß die Unternehmer oersuchen werden, die Löhne herabzusetzen. Bei einigen Firmen ist es be- reits geschehen. Bei anderen Firmen werden heute noch d.ze Lohne der Bortriegszeit gezayit, obwohl die Lebens- hallungskosten bedeutend höher sind. Die Außenmonteure wissen das am besten zu beurteilen. Besonder» hart umstritten ist die Höhe der Äuslösungssätze. Die Firmen weigern sich oft, die tariflich vereinbarten Sätze zu zahlen. Für die im Ausland arbeitenden Monteure ergeben sich hieraus große Schwierigkeiten, zudem die Währung in einigen maßgebenden Ländern bedeutend bester ist al» in Deutschland. Mit einem Tagessotz von 19 M. kann man augenblicklich in Frankreich auskommen, nicht ober in Ländern, wo die Haushaltun�skosten teurer sind als in Frankreich und bei uns. Wichtig ist, daß alle Monteur.«, die nach dem Ausland auf Montage gehen, sich vorher mit dem D-cutschen Metgll- zrbetterverband in Verbindung setzen. In der Diskussion wurden mehrere Beschwerden vorgebracht, die sich auf Nichteinhaltung der vereinbarten Lahn- und Tarisbc- dingungen durch die Unternehmer bezogen. Ferner wurde ein An- trag angenommen, der besagt, daß die Auslandssätze für Montage gedruckt und den Kollegen zugcstellr werden. Vereinbart wurde weiter, am 2. Weihnachtsfeiertag die nächste Versammlung der Außenmonteure abzuhalten._ Der öergarbeiterstreik in Snglanö. wie der große Streik endete. ITF. Ueber die Vorgänge, die zur Beendigung des allgemeinen Streiks in England führten, unterrichtet der nachstehende'Br i e s- wechsel. Herbert Samuel ist der Vorsitzende der Königlichen Kommission, di« im vorigen Jahre mit der Untersuchung der Ursachen der Krise im englischen Bergbau beauftragt worden ist und die in einem umfangreichen Bericht ihre Feststellungen zusammen mit Rat- schlägen niedergelegt hat. ..... den 12. Mai 1926. Geehrtor Herr Pugh! Unter Bezugnahme auf die Besprechungen, die ich mit Ihrem Komiie« geführt habe, übersende ich anbei ein Memorandum, in dem die Schlußsolgerungen, zu denen wir gekommen sind, nieder- gelegt sind. Wie ich Ihrem Komitee dargelegt Hobe, habe ich ganz aus eigener Initiativ« gehandelt. Ich habe keine Bollmacht von der Regierung erhalten und kann für diese keine Zusicherungen machen. Ich bin der Meinung, daß die in dem Mcniorandun, niedergelegton Dorschläge Annahme finden und geeignet sind, eine Beilegung der Differenzen in der Kohleninduftrie herbeizuführen. Ich werde deren Annahm« durch die Regierung bei Wiederauf- nähme der Verhandlungen dringend empfehlen. Hochachtend (gez.) Herbert Samuel. London, den 12. Mai 1926. Sir Herbert Samuel, Geehrter Herr! Der Generalrot, der heut« Ihren Brief und das beigefügte Memorandum eingehend besprochen hat, tritt Ihrer Meinung, daß dieses eine Basis für die Erneuerung der Berhand- l u n g e n über die Derhältniste in der Kohlönindustrie bildet, bei. Der Generalrot Hot im Vertrauen auf die äffen t- lichen Zusicherungen des Ministerpräsidenten hin- sichtlich der Schritte, di« dann folgen würden, die erforderlichen Maß- nahmen zur Beendigung des Generalstreiks eingeleitet. Er setzt voraus, daß während der Wiederaufnahme der Verhandlungen di« staatlichen Zuschüsse erneuert und daß die Aus- sperrungsantiindigungen sofort zurückgezogen werden. Hochachtend gez. Arthur Pugh, Vorsitzender. Walter M. Titrine, Sekretär. Wie wir am Sonntag berichteten, hoben die Mitglieder des Gewerkschaftskonarestes an Sir Herbert Samuel die Anirage gerichtet. ob er sich mit BaldwiN über die Bestimmungen seines Memorandums beraten hübe. Hierzu wird gemeldet: London. 24. Mai.(WTP.) In Erwiderung der Anfrage des Gewerkschaftskongrestes erklärte Sir Herbert Samuel, daß er mit Baldwin keinen Meinungsaustausch über die D« n k Maixen&r.riztg' da s Nährme h S Kranke schrift gepslogm habe. Er habe kn Besprechungen mV B«t?eter« des Gewerkschaftskongresses wiederholt festgestellt, doh er nicht für die Regierung tätig sei. Er habe dem Premier- minister erst am Vormittag des 12. Mai. als der lIeneralrat des Gewerkschaftskongresses bereits im Begriff war, deit Generalstreik abzubrechen, eine Abschrift seiner Denkschrift zugestellt. Die Dinge stellen so, daß die Grubenbesitzer auf das Mcmoran- dum pfeifen unv vre Regierung es nicht zu ihrer Sache macht. Bald- win hat zwar den Grubenbesitzern erklärt, er bedauere ihre unnach- giebige Haltung und wars ihnen vor, daß sie weder die Vorschläge der Regierung noch den Ernst der Loge berücksichtigten, doch bleibt abzuwarten, ob die Grubenbesitzer darauf reagieren. S«» Bergarbeiter» kellt« Bakdwin mV,«ine Befprechang mit ihnen wurde keinen rechten Zweck haben, solange sie bei ihrer augenblicklichen Haltung verharrten und sich weigerten, je d e Ab ander urrg(d. h. Verschlechterung) des Lohn- tarifs oder der Arbe i t szeit in Erwägung zu ziehen. Er sei aber zu einer Zusammenkunft bereit, sobald er wisse, daß sie gcivigt seien, den gegebenen Anregungen Folge zu leisten. Er fügte hinzu, die Regierung sei angesichts der durch die Absotzkrisc hervorgerufenen zun'ehmendcir Belastung der britischen Finanzen nicht in der Lage, nach Ablaus dieses Monats noch irgendwelche Subventionen zu gewähren. Der Bergorbeiterstreik geht also weiter. Sekne fraazSslfche Sohle fär ivrobbrlkamlien. Pari», 24. Mai.(TU.) Eine Abordnung des französischen Ler« bandcs der Grubenarbeiter begab sich gestern zum Ministenzräsi- denten, um ihn zu veranlassen, daß während der Dauer. de�Jng» lischen Streiks keine französische Kohle nach den britischen Häfen gesandt wird. Vcranlworlliib silr Politik: Ernst»tntci: Wirtlckoft:»rtut Caicttuit: Dewcrkschaftsbcwckung: Friede. Cftforn; Feuilleton: Zt. K. Tischer: Lokales und Eonitiaes: Frid jtarstädt: Anrciaen: Td. Slocke: sämtlich in Berlin. Berlaa: Borwärts-Lerlaa G.m.b.H., Berlin. Druck: Borwärta-Buchdruckercl und Bcrlaasanltolt Paul Sinarr u. To.. Berlin£33 68. 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Mai 1936 G », Reichshallen- Theater " Abends 8 Uhr und Sonntags nachmittags 3 Uhr Stettiner Sänger , sg&T Neu!„Ein HaitballbtiMgerT Btrlintr Igrlnln wo Mqtel. Kodun. bolbo Ptr«. wHb Preofomm. bönnoff-Brettl(5ui o.Cart Variete I— Konzert t— Tanz! J. H. W. Dietz Nadiji., G.m.b.H. _ UndemtraBe t._ Berliner Tbeaier Tägl, b1/.: Donner-! wetler, ganz famos Rose-Theater S'/. Uhr: Ehre deine Mutter.— Gartenb. Vi, U.: Hit oBdi, Jonjfrai Casino-Theater Täglich 8 Uhr Nur hoch wenige Auftührungen Das verlorene Paradies (D. Recht auf Arbelt) u. das bunte Progr StelleoaDgebote I finden im Vorwärts{ bestefiSadllQDO i SHERLOCK-CES. m.b.H. OPEL-NIEDERLA6E Alexanderstr. 27a, II. Hof, Tel. Kgst. 9610-12 uns Komlsdic Oper 8', 4 Dir. James Klein 8s' 4 BERLIN ohne HEMD! Die gewaltigste Revue 200 Mitwirkende Sommerpreise Z-fW. r-Kfidien roh emaillicnl m KOdae Lottdien 42 n. so n. „ Kermlne 85„ 135„ E Bissenauswatil rotier, ladt.. Isolert. 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