üt. iS6 ♦ 43«?abeg. Musgabe A Nr. 13 1 Bezugspreis: vöckxntli-ti 70 Pfennig, monakNM l,— Rcichmnark voraus»alilbo� Unlsr gre»,band für Dculsch!ano. Danzia. Saar- und Memelzebie:. vcitsrreich. Litauen. Luremdur« 4.50 Rcicki-inari. fiir das übrig» Ausland S.S0 Reichsmark uro Monau Der.Vorwärts' mit dar Sonntag»- beilag«.Volt und Reit* mit»Siedlung und ltleingartc�' sowie der Beilage �lnterhaltung und Willen' und Krauenbeilage..Frauenstimme' erscheint wochentäglich»weimal. Sonntag» und Montag» einmal. Telegramm-Adreffe: »Eozialdewokrat«erli»' Morgenausgabe Derlinev NoMsvlstt (10 pksnnis) Anzeigeltpreise: wie einsvaltiO« Noiwmoew» «eil« 00 Pfennig. Reklame, eil« ä.-- Reichsmark, �kleine»u, eigen' da» fettgedruckte Wort 2S Pfennl« tiuläsllg zwei fettgedruckt« Worte». fede» weiter« Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« da»«rite Wort 15 Pfennig, fede« weiter« Wort 10 Pfennig. Worte llber 15 Buch- ftaben zählen für»wes Wort«. Arbtitsmarkt Reil« KS Pfennig. Gamtlienaiueigen sür Abonnenten »eil«<0 Pfennig. »n»«ige» für die nächst« Nummer müssen bi»<>4 Uhr nachmittag» im pauvigefchäft. Berlin SW SS, Linden- strasie 5. abgegeben werden. SeSffnet »on Sit Uhr früh bi» 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokrat! feben partei Deutfcblands Neüaktion und Verlag: öerlin SW. öS, Linöenstraße 5 Fernsprecher: Tönhoff 292-297. vorwärts-verlag G.m.b. h.» öerlm SW. öS, Linüenstr.Z Postscheckkonto: Berlin 37 33«- Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten, Wallftr.«5: Bilionto-Sescllschast. Tcvositenkosse Lindenstr. I. Volksentftheiö-Oebatte im Landtag. Die bürgerlichen Parteien gegen Enteignung, aber ihre Wähler dafür! Die Deutschnationalen umreif nicht gut beraten, als sie estcrn im Landtag eine Debatte über die Enteignung er Fürstenvcrmögcn entfesselten. Für sie erhob Herr v. Rohr Angriffe auf den demokratischen Finanzminister Dr. H ö p t e r-A s ch o f f, weil dieser angeblich Partei gegen die Fürsten nehme und sie zugunsten des Staates berauben wolle. Dabei ist Herr Dr. Höpker-Aschoff, wie er nachher selbst erklärte, nicht einmal ein Anhänger der entschädigungslosen Enteignung. Die folgende Debatte zeigte, wie schwach die Stellung der ganzen und halben Gegner des Volksent- scheids ist, und sie brachte zwei ausgezeichnete Reden der Ge- Nossen Dr. W o c n t i g und Otto Meier. Auch für diese Debatte war es kennzeichnend, daß sie nicht im Zeichen des Kampfes um die Staatsform geführt wurde. Von der konservativen Richtung in der deutschnationalen Par- tei war vor Wochen verkündet worden, man werde im Kampfe gegen die Enteignung das Banner der Monarchie erheben. Davon ist nicht mehr die Rede. Man weiß, daß man mit diesem Banner keinen Hund mehr vom Ofen lockt. Es ist nicht mehr die Rede von den angeblicken Verdiensten der Fürsten, die eine Milliardenbelohnung recytsertigen sollen. Man wesß, daß Achselzucken und Kopfschütteln die Antwort darauf ist. Man versucht auch nicht mehr die Tränendrüsen zu reizen mit einer rührseligen Beschreibung des Schicksals. dem die Fürsten durch den Verlust ihres Vermögens verfallen würden. Man weiß, daß dann Millionen ihre Taschen um- drehen und sagen werden:„Wir haben ja auch nichts!" Und so bleibt auch hier wieder nicht anderes als der Appell an die Solidarität der Besitzenden. Zwar bilden die Besitzenden im Volke nur eine kleine Minderheit, aber diese Minderheit hat Macht. Sie beherrscht Partei- apparate und Zeitungen. Sie hat Geld, um Broschüren und Flugblätter zu bezahlen. Sie hat, solange nicht die Sozial» demokratie die Mehrheit gewonnen hat, letzten Endes doch immer noch die Mehrheit hinter sich. Und so alarmiert man die Besitzenden mit dem Schreckcnsruf, der schon in Heines Gedicht„Die Wander- rotten" zu lesen ist: Gefährdet ist das Palladium Des sittlichen Staates, das Eigentum. Die Besitzenden im deutschen Volke sind zum großen Teil politische Dummköpfe. Wären sie es nicht, so würben sie bald merken, daß man sie hier für eine Sache einzuspannen versucht, mit der sie gar nichts zu tun haben. Mit Recht hat Gen. Dr. Waentig hervorgehoben, daß es sich bei dem Plan der Fürstenenteignung um einen Spezialfall von poli- t i s ch e r Bedeutung handelt. Sonst wäre ja der nationale Heros Bismarck ein Sozialdemokrat oder gar ein wüster Bmschewist gewesen, da er die Welsen zugunsten des preußi- schen Staat„beraubte". Zu dem wertvollsten Ertrag der Debatte gehört die Er- klärung des Demokraten Falk, er sei- zwar ebenso wie die meisten seiner Freunde ein Gegner der entschädigungslosen Enteignung, doch würden seine Anhänger im Lande ihm die Gefolgschaft verweigern, wenn er sie auf diesen ablehnenden Standpunkt festnageln wollte. Und als sich darob auf der Rechten Gelächter erhob, versicherte der Demokrat, daß es ja mit den Anhängern der Rechten nicht a n d e r s bestellt sei, eine Bemerkung, die Genosse Meier in seiner späteren Rede noch einmal unter- strich. Damit ist zugegeben, daß die Bewegung für die Ent- eignung der Fürstenoermögen die bisherigen Grenzen der sozialistischen Arbeiterbewegung weit überschritten und tief in die Wählerschaft der bürgerlichen Parteien hineingegriffen hat— eine Tatsache, die ja schon in den Ziffern des Volks- begehrens deutlich genug hervortrat. Erstaunlich war das Verhalten des früheren volkspartei- liehen Finan.znnnisters Dr. v. Richter, der seinem Amts- Nachfolger vorwarf, nicht fest genug zu dem Vertrag ge- standen zu haben, den er mit der Vermögensverwaltung der Hohenzollern abgeschlosien hatte. Dieser Vertrag war doch noch gar nicht rechtskräftig geworden, er brauchte dazu die Billigung durch den Landtag, die durchaus zweifelhaft war, und er war abgeschlosien worden unter dein Druck der Tat- fache, daß die Reichsgcsetzgebung versogt hatte. Jetzt Hot sich durch die Initiative derer, die den Bolkseiuscheid in die Wege leiteten, die Lage des preußische« Staates gegenüber den habsüchtigen Forderungen der ehemaligen Dynastie verbessert — und der Sachwalter der finanziellen Staatsinteressen hatte an dieser Besserung achtlos vorübergehen sollen? Das ver- langt von ihm ein Mann, der selber zuvor preußischer Finanz- minister gewesen ist! Auch die Rede des Vertreters der Wirtschaftlichen Ver- einigung, M ü l l e r- F r a n k e n, des anderen, war nur ein Beweis für die an Berzweiflung grenzende Berleaenheit, in der sich die Gegner des Volksentscheids befinden. Seine solo- monischc Entscheidung, die Fürsten sollten keinen Pfennig weniger, aber auch keinen Pfennig mehr erholten, als ihnen zustehe, rief begreiflicherweise stürmisches Gelächter der Linken hervor: denn was den Fürsten„zusteht" und was ihnen nicht„zusteht", das ist ja eben die große Frage, und die will dieser Müller-Franken lösen, bis auf den Pfennig genau! Seine Anhänger, die zum großen Teil Angehörige des verarmten Mittelstandes find, werden schon die richtige Ant- wort finden: „Keinen Pfennig den Fürsten!" Es ist schade, daß nicht das ganze deutsche Volk die Reden, die gestern gehalten wurden, gehört hat. Denn wer noch gestern etwa als Pessimist für den Volksentscheid in den Landtag ging, der ist gewiß als Optimist wieder heraus- gegangen. Gründlicher konnten die Gegner die Schwäche ihrer Po- sition nicht enthüllen, als es geschehen ist. Das Bewußtsein, für eine schlechte Sache zu kämpfen, steht ihnen an die Stirn geschrieben. Mit neuer Schwungkraft geht der Ruf ins Land hinaus: Keinen Pfennig den Fürsten! Im weiteren Verlaus der gestrigen Haushaltsberatung im Landtag hielt Abg. Rohr(Dnat.) eine maßlose Hetzrede zu der Frage der Fürstenabfindung. Das veranlaßte Finanzminister Höpker-Aschoff zu einer Erwiderung, in der er ausführt«: In einer Monarchie ist die K r o n e bei einer Auseinandersetzung mit dem Staat Partei. Der König kann traft seiner staatsrechtlichen Stellung entscheidend eingreifen. Der König von Preußen hat das wiederholt getan!(Zuruf links: Zu seinen Gunsten!) Der Streit um Wusterhausen ist durch Kabinettsorder Friedrich Wilhelms IV. �entschieden worden gegen das Votum der Staatsminifter, gegen das Votum des Iuftizministers von Sovigny.(Hört! hört! links.) Der Streit um Flatow-Krojanke ist durch ein Kodizill zugunsten der Krone entschieden worden, das von den Ministern als unverbindlich hingestellt, aber dann von der Krone als verbindlich bestätigt wurde. Der Streit um Schwedt-Vierraden ist dadurch zugunsten der Krone entschieden worden, daß die Krone den Iustizminister beauftragte, die Krone vor dem Geheimen Iustizrat, dem zuständigen Gericht der Krone, zu oerklagen. So hat in drei entscheidenden Fällen— es handelt sich um drei wesentliche Güterkomplexe, die vielleicht den größten Be-* slandteil des Vermögens überhaupt ausmachen— die Krone in eigener Sache kraft ihrer staatsrechtlichen Stellung entschieden. Dadurch sind der Krone zunächst einmal vorläufig zugefallen Flatow- Krvjanke, Vierraden-Wildenbnich und Wusterhausen. In der Zwischenzeit waren Wusterhausen und Vierraden— ich führe mir einige besonders kennzeichnende Beispiele an— von der Domänen- oerwalMng des Staates verwaltet worden. Von diesen Güter- komplexen waren Güter verkauft worden, um die Schulden des preußischen Staates aus den V e f r e i u n g s- kriegen zu bezahle».(Hört! hört! links.) Man war davon aus- gegangen, daß diese Güter Eigentum des Staates feien. Nachdem entschieden war, daß sie nicht als Eigentum des Staates, sondern als Eigentum der Krone zu betrachten seien, wurden nun- Die Genfer Arbeitsorganisation. Albert Thomas über internationale Sozialpolitik. Gens, Z. Juni.(Eigener Drahtbericht.) In der Mittwochoor- mittagssitzung der Arbeitskonferenz sprachen zunächst Vertreter des Fernen Ostens. Als letzter Redner des Vormittags sprach der italie- Nische saschistische Arbeiteroertreter, bei dessen Erscheinen auf der Tribüne sämtliche Arbellnchmervertreter demov st ratio den Saal oerließen. Am Nachmittag folgten noch eine Reihe von amerikanischen Rednern, in der Mehrzahl Regierungsvertrcter(Kanada, Brasilien,' Ehile, Uruguay), die sämtlich dem Internationalen Arbeitsamt warme Anerkennung aussprachen. Dann folgte die mit Spannung erwartete Antwort de« Direktors Albert Thomas auf die 4K Redner zu seinem Geschäftsbericht. In seiner gewohnten Wärme und Lebhaftigkeit hatte er bald seine Zuhörer gewonnen und konnte sie leicht eine Stunde lang durch die Erfolge und Ent- täuschungen der internationalen Arbeitsorganisa- t i o n führen, wobei er in erfrischender Aufrichtigkeit nach allen Seiten allerlei Wahrheiten, Ermahnungen und Anfeuerungen aus- streute. So gab er unumwunden zu, daß die wirtschaftliche Lage eine grundlegende Voraussetzung für den Fortschritt der Sozial- gesetzgebung sei, wies gegen die Kritik der Regierungsvertreter dar- auf hin, daß dort, wo sie allein alles zu sagen haben, im Völker- b u n d nämlich, die internationalen Konventionen auch nicht schneller ratifiziert werden, und den Arbeiteroertretcrn führte er vor Augen, daß seit 1922 und 1923, als man nicht wenig mit dem Preisgeben- müssen der Arbeitszettkonvention rechnete, für ihre allmähliche all- gemeine Anerkennung doch vieles gewonnen worden sei. Den Schluß der packenden Rede bildete ein glühendes Glaubensbekennt- vis zum menschlichen und ethischen Gehalt der Sozialpolitik. Im einzelnen führte Albert Thomas aus: Die Arbeits- losen konvention wurde von 15 Ländern, darunter von den großen Industrieländern Deutschland, Frankreich, England, ratifiziert. die Konvention gegen die Nachtarbeit von Kindern von Iß Staaten, darunter alle wichtigen Industrieländer, wodurch eine ganze Reihe von Reformen für die Arbeiter in den industriellen Betrieben durch die internationale Gesetzgebung gewährleistet werde. Die Washingtoner Konvention über den Achtstundentag sei freilich erst von neun Staaten ratifiziert worden, darunter ohne Porbeholt nur nan der Tschechoslowakei und Chile. Mit den Der- einbarungen, die die fünf großen Industrieländer iin März in London beschlossen haben, sei aber«in wichtiger Schritt auf dem Wege zur Ratifizierung getan worden. In Frankreich liege der entsprechende Entwurf nach Zustimmung der Kammer bereits dem Senat vor. Das englische Parlament besasie sich in kieser Woche mit der Ratifikation und in Deutschland werde, wie er über- zeugt sei, der gleiche Weg beschritten. Die Ratifikation der Washing- toner Konvention durch diese wichtigen Industrieländer werde die Ratifikation durch die anderen, die ebenfalls die parlamentarische Behandlung bereits eingeleitet hätten, mit sich bringen. Die Washingtoner Konvention habe aber auch, ohne bereits rafifiziert zu sein, einen gewaltigen Einfluß auf die Einführung und Aufrechterhaltung des Achtstundentages ausgeübt, und ohne sie hätte vielleicht angesichts der wirtschaftlichen Nöte und Schwierig- ketten, die aus allen Seiten auftauchen, ein Teil der Arbeiterschaft in verschiedenen Ländern die Errungenschaft des Achtstundentages wieder verloren. Wenn man ferner aus der jetzigen Tagung von der Notwendigkeit einer Reform der Verfasiung der internationalen Arbeitsorganisation gesprochen habe, so sei vielleicht eines Tages die Einsetzung eines Sonderausschusses für diese Reform angezeigt! Die Ratifikation dieser Reformen könne aber zweifelhaft erscheinen und werde auf jeden Fall lange Zeit beanspruchen. Entschließung zur Arbeitszeilkonvention. Der Entschließungsantrag der Arbeitergruppe für die Arbeits» Zeitkonvention, der der Konferenz vorgelegt werden wird, hat fol- genden Wortlaut: „Die Konferenz, die jede Bemühung billigt, die auf die Rati- fikation der von den verfchiedenen Konferenzen beschlossenen Abkommen abzielt und von dem auf der Londoner Konferenz der Re° gierungen erzielten Einverständnis betreffend die Ratifikation des Abkommens über den Achtstundentag Kenntnis nimmt, betrachtet dieses Einverständnis als einen Fortschritt. Mit dieser Erklärung gibt die Konferenz kein Urteil über die in London am Washingtoner Abkoinmen vorgenommene Interpre- tation ab. Sie wünscht nur festzustellen, daß in Anbetracht früherer Erklärungen der an der Londoner Konferenz beteiligten Regierungen für diese nunmehr keine Widerstände gegen die Ratifizierung mehr bestehen. Deshalb wird der Direktor de« Internationalen Arbeitsamtes ersucht, bei den am Londoner Abkommen beteiligten Regierungen seine Bemühungen fortzusetzen, um die Ratifikation de? Wasbingtoner Abkommens über den Achtstundentag so bald als möglich herbeizu. führen." mehr von der Krone Forderungen insofern erhoben, als Teile dieser Güter in der Zwischenzeit zugunsten des Staates verkaust und die Erlöse zur Tilgung der Schulden oerwendet waren.(Hört! hört! links.) Auch diese Forderungen sind auf Anordnung der Krone zugunsten der Krone erledigt worden.(Hört! hört! links.) Diese Mittel, d. h. der Erlös aus dem Verkauf von staat- lichen Gütern, die verkauft waren, um Staatsschulden zu' bezahlen, sind der Krone wieder zugeflossen und haben den Grundstock der Kapitalienfonds der Krone ged-ldet.(Sehr richtig! links.) Der ganze Streit wäre nicht in die Erscheinung getreten, wenn die Krone den Standpunkt eingehalten hätte, den Friedrich der Große einnahm und der in den Bestimmungen des allgemeinen Londrechts festgelegt ist.(Sehr richtig! links.) Danach ist das gesamte unbewegliche vermögen Eigentum des Staates, und dem König steht nur zur Ausübung seiner Rc- prosenlationsverpflichtungcn das Äuhungsrecht gewisser Teile dieses Vermögens zu. (die Deutschnationlen rufen im Chor: Das ist doch keine Enteignung!) Das ist der grundsätzliche Standpunkt des A l l g e m e i n'e n Land» rechts, wie er auch vom Freiherrn von Stein oertreten worden ist, als die Frage erörtert wurde, ob ein Teil der Domänen verkauft werden dürfe, um die Schulden des Staates aus den Befreiungs- kriegen zu decken. Das ist der grundsätzliche Standpunkt, der auch von den späteren Iustizministern und Finanz» m i n! st e r n in den Auseinandersetzungen mit der Krone vertreten worden ist. Der Rechts st andpunkt des heutigen preuhi« f ch e n Staates ist im Rechtsgutachten dargelegt, das im Jahre 1982 vom Finanzministerium ausgearbeitet worden ist. Nach diesem Rechtsgutachten ist Flakow-Srojanke zu Unrecht der Krone zugesallen. Schwedl-Vierraden zu Unrecht der Krone zugefallen, Wufterhauseu zu Unrecht der Krone zugesallen. (Sehr richtig! links. Große Unruhe rechts, Glocke des Präsidenten.) Ich muß weiter an den Verkauf des Akademieoiertels erinnern. Das Akademieviertel ist seinerzeit als Eigentum der Krone betrachtet worden. Der Staat hat es im Tausch er» warben und man hat außerdem der Krone noch mehr als acht Millionen dafür gegeben,(�ört! hört! links.) Nachher hat sich das Staatsministerium auf den Stand» punkt gestellt, daß man zu Unrecht das Akademieviertel als Privateigentum betrachtet habe. Auch dieses Geschäft Ist zu Unrecht erfolgt, und auch hier hat die Krone vorteile erworben, die ihr nicht oebübrea.(Hört! hört! links, lebhafte Zurufe rechts. Glocke des Präsidenten.) Wenn die Kabinettsorders jetzt noch Anwendung finden sollten, so kann auf diese Weise der Jahrhunderte alte Streit zwischen Krone und Staat nicht gerecht beendet werden.(Großer Lärm rechts und Zurufe: Diebstahl!) Der Minister legt dann den bekannten Rechsstandpunkt der preußischen Staatsregierung sowie die Gründe dar, die zu den ergebnislosen Verhandlungen im Reichstag führten: Es war Aufgabe des Reichstags, eine gerechte Entscheidung herbeizuführen, und, daß ich bei den entsprechen- den Verhandlungen versucht habe, den preußischen Rechts- st andpunkt zu wahren, wird mir niemand verargen können. (Ledh. Beifall links und in der Mitte,' anhaltendes Zischen und Zuruje: Diebstahl!) Früher entschied der König durch Kabinettsorders, die dann für die Richter verbindlich waren, zugunsten der Krone. Keule entscheidet das Volk durch fein Votum, wie es in der Verfassung vorgesehen ist. Wie diese Entscheidung auch aussallen möge, man kann sie nicht Raub nennen.(Lebh. Beifall bei den Regierungsparteien.— Zischen und Lärm rechts.) Die Ausführungen des Ministers blieben in dem großen Lärm der Rechten und der Gegenkundgebungen der Linken auf den Tri- bünen größtenteils unverständlich. Abg. Dr. Waentig(Soz.) begrüßt die Ausführungen des Finanzministers, die den. Beweis lieferten, daß man vom Rechts st andpunkt aus in der Ab- findungsfrage zu ganz anderen Ergebnissen komme als die Dcutschnationalen. Mit dem formalen Recht sei in der Absindungsfrage überhaupt nichts anzufangen. Schon ein alter römischer Rcchtsgrundsatz sage: Suminum jus, summa injuria. Dos heißt: Formales Recht kann höchstes faktisches Unrecht sein.— Bei der Besprechung des Etats des Finanzministeriums richtet Ab- geordneter Waentig an das Finanzministerium die Frage, wie es mit den seit Anfang des Etatsjahres 1924 fortgesetzt gezahlten /Irbeiterkinöer auf Jährt. Von Hermann Glander. Sletlia. In den Straßen der Stadt gab es einen kleinen Auflauf, als ein Zug Kinder— Burschen und Mädels— mit roten Fahnen an- marschierte. Hell klangen aus den jungen Kehlen die Internationale und die weihevolle Hymne„Brüder zur Sonne". Der Gesang über- tönte den Großstodtlärm, das Geräusch und Geklingel der Straßen- bahn, da« Gehupe der Autos und alles, was mit dem tosenden und lärmenden und hastenden Großstadtleben zusammenhängt. Viele blieben stehen und besahen den sonderbaven und dem Stadtbilde so fremden Zug. Andere aber, die über ihre Zeit frei ver- fügten, liefen mit freudestrahlenden Zügen nebenher. Und wieder andere blickten mürrisch und höhnisch auf die Schar. Was oeranlaßte oll die vielen Gemüter, sich so zu offenbaren? Die Berliner Kinderfreund« hatten etwa 200 Kinder zu einer mehrtägigen Ferienfahrt gesammelt. Das Motorschiff„Baldur" bracht« sie nach Stettin. Dort wurde Sehenswertes besichtigt und auf einem Sportplatze gespielt und getollt. Wz da» Schiff ankam, staunten und schauten die Leute, die in Geschäften oder so am Anlegeplatze vorübereilten und standen auch wohl still. Ferner staunten die biederen alten Markffrauen und die Bauern und Bäuerinnen, die Gemüse in die Stadt brachten und all die Händler, die es verkaufen wollten. .Sogar die Kinder mit roten Fahnen) Rot flatterten die Fahnen. Sie verkündeten Hoffnung und Erfüllung. Manch einer der «llen, durch viele Schläge schon gebeugten Arbeiter faßte neuen Mut. als er die Fahnen, die Fahnen, die Symbol seines Lebenskampfes waren, in jungen Fäusten sah. Er dachte an seine Kindheit» an all die harte Arbeit in jungen Jahren und den falschen Schulunterricht. Und an das Ringen um die Idee. Das war ein Erlebnis. Aber nicht alle dachten so. Da waren Herren, feine Herren, die ihr Lebtag noch nicht gearbeitet hatten, mit ihren Damen, feinen Domen, die ebenfalls noch nie mit der Arbeit in näher« Berührung gekommen waren, die schimpften: Kommunistenpack mit roten Fetzen. Für sie waren also die Arbeiterkinder, die sich einige Tage erholen sollten und die in einem neuen Geist« erzogen wurden, einem Geiste, der stärker und größer als ihre schwarzweißrote Grenzpfahl- gesinnung war: Pack. Doch diese Ueberflüssigen werden abtreten müssen, wenn der Geist, zu dessen Trägern bald jene Jungen gehören werden, siegt. Trutzig wehten die roten Fahnen und froh stiegen die bekannten Lieder aus den Mündern empor. „Frei Iheil" und„Freundschaft" riefen die Kinder. Und«Frei Heil" riefen pie Menschen der fremden Hasenjtadt. Jahresrenten für frühere reichsfreie Fürsten stehe. So habe man an den Fürsten Salm-Horstmar 60 000 M., an den Fürsten zu Wied 40 000 ZU., an den Herzog von Arenberg 40 000 Rl., an den Herzog von Lroy 16 000 Iii. gezahlt. Aus welchen Titeln seien diese Summen bezahlt worden und welche rechtliche Grundlage bestehe dafür? Den Vor- wurf, daß es den Sozialdemokraten an nationalem Gefühl mangele, weist Abgeordneter Waentig zurück. Unter der Monarchie habe es dagegen leider an sozialem Gefühl gemangelt. Die Behauptung des Abgeordneten Rohr, es handle sich beim Volksent- scheid- um einen Abrutsch vom Rechtsstandpunkt zum Standpunkt der Gewalt, sei unzutreffend. Die Umstellung der Krongutsverwal- tung sollte zweckmäßig bis zur endgültigen Regelung der Absin. dungssrage vertagt werden. Der Redner tritt für eine baldige Kon- zentration der heute noch sehr zersplitterten preußischen Bauverwal- tung ein. Wichtige Bauangelegenheiten seien vom Finanzministe- rium als Fragen behandelt worden, zu denen der Landtag sich eigent- lich nur zustimmend zu äußern habe. Abg. Dr. v. Richter(D. Vp.) wirft der Regierung Jlloyalk- t ä t vor, weil sie sich nicht mit aller Kraft hinter den Vergleich ge- stellt habe. Man müsie Einspruch dagegen erheben, wenn jemand einen Vertrag, mit dessen Durchführung der Bertragsgegner rechnet, zerschlage» lasse. Zu bedauern sei auch die politische Betätigung des Finanzministers, vor allem sein Eintreten für das Reichs- b a n n« r. Abg. Kasper(Komm.) wirft der preußischen Regierung vor, daß sie offen oder versteckt die Interessen der Fürsten und Kapitalisten vertrete! Abg. Falk(Dem.) bezeichnet die Aussührungen des Deutsch- nationalen v. Rohr als höchste Demagogie und bedauert die unge- wohnlichen Angriffe v. Richters gegen den Finanzminister, dem man Dank sür seine schwere Arbeit schulde.(Beifall i. d. Mitte.) Der Vergleich mit der. Hohenzollens war abgeschlossen worden vorbe- haltlich der Zustimmung des preußischen Landtags. Glauben Sie, Herr v. Richter, daß sich für diesen Vergleich eine Mehrheit im Landtage gesunden hätte?(Abg. Dr. v. Richter schüttelt verneinend den Kopf.) Dann aber kann man dem Finanzminister nicht den Vorwurf der Illoyalität machen. Er persönlich könne nicht für den Volksentscheid stimmen, aber die Demokraten im Lande würden un» die Gefolgschaft verweigern. wenn wir sie aus einen bestimmten Standpunkt festnageln wollten. (Gelächter rechts. Zuruf bei den Dem.: Ihre Anhänger tun das- selbe.) Wenn der Volksentscheid scheitern sollte, wird es Aufgabe des Reichstags sein, eine annehmbare Lösung zu finden, und dabei rechnen wir auf die Mitwirkung sowohl der Deutschen Voltspartei wie der Sozialdemokraten.(Beisall In der Mitte.) Abg. Müller-Franken(Wtrtfchaftt. Vg.) hält unter dem Ge- lächter der Linken eine Rede mit dem Grundton: Die Fürstenent- eignung ist der Ansang der allgemeinen Expropriation. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoss erklärt, daß die viel be- sprochenen Sevresvasen von der Kronprinzessin letzt zurückgegeben worden seien. Die Ausführungen des Herrn Abg. Dr. v. Richter zur Fürstenabfindung haben meine Ver- wnnderung hervorgerusen, weil Dr. v. Richter als srüberer Fiuanz- minlster doch eingehend über die Verhältnisse unterrichtet ist. Er weiß also, wie anfechtbar viele Forderungen der Krone sind. Mil einem Eingriff des Reichs war seinerzeit nicht zu rechnen. Die richterliche Entscheidung in den Auseinandersctzungs- fragen war ebenfglls unzweckmäßig. Die Urteile in Thüringen haben dem Faß den Boden ausgeschlagen. Das erst brachte die Absindunassrage im Reich ins Rollen. Auch die Volksparte i hat im Reichstag den Gedanken einer r e i ch s- gesetzlichen Regelung der Auseinandersetzung vertreten. Da verstehe ich den Vorwurf des Herrn Abg. o. Richter nicht, daß ich mich um eine solch« reichsgffctzliche Regelung bemüht habe. Wenn eine vernünftige Lösung nicht gelungen ist, so siegt die Schuld daran nicht bei der preußischen Staatsregierung und auch nicht bei mir persönlich(Zustimmung in der Mitte.). wa» das Reichsbanner angehl, so sehe ich in ihm nicht eine Parteiorganisation, sondern eine Organisation, in der die Liebe zur deutschen Republik gepflegt werden soll.(Lachen und Widerspruch rechts.) Auf die Dauer kann die deutsche Republik nicht bestehen, wenn die große Masie der deutschen Staatsbürger nicht mit Liebe zu ihr halte. Wenn heute die große Masse sich zu ihr bekenne und ein starker nationaler Wille dabei zum Ausdruck kommt, so verdankt man das nicht zuletzt auch dem Reichsbanner, weil es Arbeit vle Krähenschar. Von Emil Rath. Ich wanderte durch deutsche Flur, Da ging aus breitem Acker Ein Mann auf taudurchtränkter Spur Und müht' und plagt' sich wacker. In rauher Hand hält er den Sterz. Er pflügt seit grauem Morgen: Er kann nicht singen, denn sein Herz Ist schwer von tausend Sorgen. Doch hinter ihm, da tänzelt es: Die graue Schar der Krähen, Da kröchst es und. da schwänzelt es, Von jenen, die nicht säen. Sie säen nicht—. sie ernten doch. Sie kennen gat die Plätze: Spannt sich der Pflüger in sein Joch, Gibt es für Krähen Schätze. Droht seine Faust, dann hüpfen sie Just zwei, drei Schritte wetter, Und pflügt er fort, dann schlüpfen sie Dahin und fressen weiter. Die Bande wird ihr Lebtag nicht Verhungern und verdürsten. Die Krähen tragen da» Gesicht Der„armen" deuffchen Fürsten. Eine Bibliothek, bei der da» Entteihen strafbar ist. Die größte Bücherei der Welt, die Bibliothek de» Britischen Museums, ist eine Präsenzbibliothek, bei der es als strafbare Handlung gilt, ein Buch zu entfernen. Auf diese Weise kann jedes Buch jedem Besucher aus das schnellste zugänglich gemacht werden: es bedarf aber einer strengen Unterordnung des einzelnen unter das Gemeinwohl, um diese Einrichtung durchzuführen. Wie Georg Schwidetzky in einem Aussatz des Buchhänoler-Dörsenblattes erzählt, wollte einmal Eduard VIl. als Kronprinz ein Buch in seine Wohnung haben. Der Direktor legte den Wunsch der Kuratoren vor, und dies« beschlosien auf Antrag des Crzbffchofs von Eanterbury die Ablehnung dieser un- gesetzlichen Forderung. Kein Beamter des Britischen Museums darf ein Buch mit nach Hause nehmen: selbst zum Binden kommt kein W«rt aus dem Hause heraus: die Buchbinderwerkstatt ist auf dem Grundstück selbst untergebracht. Nur eine einzige Ausnahme gibt es von diesem Gesetz: Kriminalgerichte können ein Buch einsordern, wenn es für einen Strafprozeß unbedinat notwendig ist: es wird dann von einem Beamten in den Gerichtssaal gebracht, vorgelegt und sofort wieder mit zurückgenommen. Fünf Ouadraffpannen Menschenhaut gesucht. Auf einen paihe« tischen Aufruf englischer Zeitungen, in dem sür die Heilung eines armen, bei einem Motorradunfall in furchtbarer Weise verbrannten Angestellte» aus Bristol mehrere größere Stücke Menschenhaut ge- leiste für den Gedanken des Gebundenfekns des bettkschett Volkes mit der» Republik. Abg. ZNeier-Berlin(Soz.) erklärt, der Abg. Müller-Franken habe sich bewußt vor den Wagen der Reaktion spannen lassen. Die Rechtsparteien hätten die ganze Frage' politisch ausgezogen. Die Anhänger der entschädigungsloscn Enteignung säßen aber nicht nur links, sondern auch in den Reihen der rechtsgerichteten Kreise. Es handle sich letzten Endes nur darum, den Fürsten das wieder abzunehmen, was sie dem Volke auf Grund ihrer persönlichen Machtstellung widerrechtlich genommen haben.(Zustimmung links. Zuruf des Abg. Dr. v. Richter(Dop.): Sie wollen aber den Fürsten alles nehmen!) Ich erinnere daran, wie die Schack-Galerie in den Besitz Wilhelms l. kam. Sie hat Wilhelm nur die Verleihung des Grasenttlels gekostet!(Abg. Dr. v. Richter(Dop.): Damit ist sie doch aber auch Eigentum des Kaisers geworden!) Rein, denn was würden Sie, Herr Dr. v. Richter, sagen, wenn ein Beamter seine Stellung zur Erlangung persönlicher Vorteile benutzen würde. Ich nenne das einfach Bestechung. Ist es denn recht, wenn man einem mecklenburgischen Prinzen, der während des Krieges ein russisches Armee- korps gegen Deutschland zesührt hat, Millionen zuschanzt? spricht es für vaterländische Gesinnung der deutschen Fürsten, wenn eine Prinzessin den Versailler Vertrag gegen Deutschland ausspielt, um 14 Millionen zu erlangen? Fürst Bismarck bat im alten Aoaeor�i>eien'i.--i's» als sicb die Aqikutioi gegen die W.lstnenteignung bemerkbar machte, erklärt: über juri- ftische Zwirnsfäden wild die königliche Regierung nicht stolpern, wenn es zum Besten des Vaterlandes geht. Er hat gegeißelt, daß sich bis ins Abgeordnetenhaus hinein Leute fänden, die gegen diese Enteignung aufträten. Es hat sich seitdem nichts geändert. Genau wie damals finden sich auch heute noch Vertreter solcher Fürsten, die ihr Land im Augenblick der Gefahr verlassen haben, um ibre-- persönlichen Sicherheit willen. Der Volksentscheid wird zeigen, daß das deutsche Volk seine Rechte zu wahren versteht. Die Rechts- Parteien fordern, daß die Fürsten nicht anders behandelt werden wie Meyer, Müller, Schulze. Zu diesem Zweck beruft man sich auf die Verfassung, die man sonst herunterreißt. Die Rechte will das angebliche Vermögen Wilhelms II. retten. Der Deserteur von Doorn hat bereits viel mehr verloren als fein Vermögen. Der Deserteur hat seine Ehre eingebüßt. In der Deserllons- frage plödiert die Rechte nicht dafür, daß der frühere Kaiser ebenso behandelt werde wie Weyer, Wüller, Schulze. Die gewöhnlichen Deserteure wurden erschossen. Das Urteil des Volkes über die Hohenzollern ist längst gesprochen. Wir sind nicht bange um den Ausgang des Volksentscheids. Die Stunde der Vergeltung ist ge- kommen. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Wursch(Dnat.) und Kasper(Komm.) vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag 12 Uhr. Außerdem Steuernotoerordnung. Schluß 4 Uhr 30 Min. Klemer Wilhelm! Keiner will ihn wiederhaben! In der gestrigen Abendausgabe einer weit verbreiteten Berliner Zeitung lesen wir folgende Depesche: Geistesgestört? Drahtbericht unseres Korrespondenten. v. H. Pari», 2. Juni. Einer Meldung des„New Park He- rald" zufolge hat PrinzLouis von Bourbon.der gestern an Bord der„Majestic" in New Dork eintraf, die läppische Be- hauptung ausgestellt, er werde in den nächsten Tagen erklären, wie der frühere deutsche Kaiser demnächst wieder den Thron in Deutschland besteigen werde. Es handele sich lediglich tun eine Frage von 3 bis 5 Monaten, bis die Restauration in Deutschland vollendet sei. Also so erledigt ist der arme Wilhelm, daß die Behauptung, er könne den Thron seiner Väter wieder besteigen, geradezu„l a p- p i s ch" befunden wird! So abgetan ist dieser einst umschmeichelte und umwedelte Gottcsgnadenmann, daß nur ein„Geistes- gestörter" an seine Rückkehr glauben kann! Und wer ist es, der über die letzten Legitimisten, die letzten wahrhaft Königsgläubigen und dann über Wilhelm selbst ein so harte» Urteil fällt? Das ist das ehemalige Hof- und Leibblalt Seiner Majestät,— der„Berliner Lokalanzeiger". sucht wurden, haben sich mehr als hundert Personen gemeldet. Die Aerzte erklärten, daß sie ihn nur dann wiederherstellen könnten, wenn es gelänge, beträchtliche Stücke fremder Menschenhaut auf seinen ver- brannten Körper zu verpflanzen. Sie brauchten mindestens fünf Ouadraffpannen(Spanne— Handbreit) Haut. Daher der erwähnte Aufruf durch die Presse. Genau 120 Angebote trafen daraufhin im Krankenhaus zu Bristol ein. Unter denen, welche ihre Haut an- boten, befanden sich Personen aller Gesellfchaftsschichten: Geschäfts- leute aus der City und beschäftigungslose Bergleute, Männer und Frauen, alte und junge Leute. Die Hautlieferung kann insolge des großen Angebots als überreichlich bezeichnet werden. Den ersten Hauttell wird die Gattin des verunglückten Mannes hergeben, den zweiten sein Bruder, dann sollen etwa vierzig Personen aus Bristol mit Hautopsern folgen... Reue wichtige Fosstlienfiinde. Erstaunliche Entdeckungen von Fossilien vorgeschichtlicher Tiere sind in den berühmten Höhlen von Wellington auf Neuseeland gemacht worden. Der Direktor des australischen Museums in Sydney. Dr. C. Anderson, erkannte die Ueberreste eines zu den Beuteltieren gehörenden Löwen. Das war ein Tier, das die Beuteltasche des Känguruhs mit den allgemeinen Eigenschaften des afrikanischen Löwen oerband. Bisher sind nur wenige Beispiele dieser Gattung Beutelttere gefunden worden. Dem Anatomen Prof. Owen gelang es aber auf Grund neuer Funde, diesen Känguruh- Löwen als eines der gefährlichsten Raub- ticre der Urzeit festzustellen. Andere neue Fossilien aus diesen Sta- lagmithöhlen wurden als die Ueberreste des Diprotodons erkannt, eines vieres vom Känguruhtypus, dessen Körper viel größer war als der eines ausgewachsenen Rhinozerosses. Da das Diprotodon niemals ein Höhlenbewohner war, sondern im Freien lebte, so ist es merkwürdig, wie die Fossilien in die Höhle kamen. Man nimmt an, daß einige dieser Tiere durch irgendeinen Zufall, vielleicht durch eine Erderschutterung, in den Hahlen eingeschlossen wurden. Aus den Fossilien läßt sich auch ein Tier erschließen mit einem ungeheuer großem Kops und dickem starken Nacken, von außerordentlicher Größe, mit meißelartigen Zähnen und gut ausgebildeten Fingern und 3�en. Diese Tiere müssen Baumkletterer gewesen sein, denn die große Zehe steht fast in einem rechten Winkel zu den übrigen. war also ein ausgebildeter Klettersuß. El» Bildwerk Leberer« für den Frtedrlchshalii. DI« Stadt Berlin bat von Pros. Huqo Ledcrer eine neue überlebenSgrohe Bronzefigur erworben, eine lausende Diana. Da« Bildwerl iü eine Ncuiicslaltunz des Bewegungs- motiveS. daS Lederer schon in der Diana arn Lichensee angeschlagen hat. Ebe die ftigur in den Anlagen am Friedrichs baln Anssiekliing findet, soll eS ermöglicht werden, sie. etwa durch eine vorläufige Ausstellung Unter den Linden, der Allgemrinheit vorzusühren. Vl« Galerie Z. Eaiper. Kursürfiendamm 233, eröffnet am 12 Ubr, die neue Ausftcllung mit einer Kolleltion von Aquarellen von Ernst Hontg- berger- Berlin und einer kleinen Sammlung von Lelbildern von Gustave Lolseau- Paris. Jim ll». Vevtschen«Snqerfefi In Wien l?!?. Der Gesamlnuslchiifi de» Deutichen Sängerbundes bcsaiile sich aus seiner Tagung in Schwäbi'ch.c>imüi!d mit der Ausgestaltung des 10. Deutschen SängeiseaeS. das im Juli ISA in Wien slaltfinden wird. Der MufikauSlchug hat bat Programm sür die beiden Hauptausführungen bereits sertiggestellt. Frankreichs p Bon der Katastrophe des Nationalen Paris, 2. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am 1. Juni nxrren es zwei Jahre her, daß sich in dem Prachtsaal des Palais Bourbon über 300 Abgeordnete der Linken versammelten, um unter dem Vor- sitz Herriots, PainlevSs und Blums die Demission des vom Nationalen Block gestellten Präsidenten der Republik, Alexander M i l l e r a n d, zu erzwingen. Der damals getroffenen feierlichen Vereinbarung, aus seinen Händen keinen Auftrag zur Bildung des neuen Ministeriums anzunehmen, vermocht« Millerand nicht zu widerstehen. Allen Ermutigungen und allem Geschrei zum Trotz blieb ihm nichts anderes übrig, als das Elysee zu verlassen. Nichts hätte die Macht und die K a m p f l u st der siegreich aus dem Wahl- feldzug hervorgegangenen Linken der öffentlichen Meinung besser und wirkungsvoller zum Bewußtsein bringen köimen als die Zier- treibung Millerands, der sich in die vorderste Front des Nationalen Blocks gestellt hatte und dessen Name zum Symbol für die Herrschast der Rechten geworden war. Es war eine bittere Enttäuschung für denjenigen, der am 1. Juni 19 2 6 der Kammersitzung beiwohnte, in der die zwei Jahre zuvor so schwer geschlagene Rechte sich jubelnd hinter eine Re- gierung stellte, deren Präsident Rricmdjm Hahre 1924 zu de» tat- kräfiigsten unter den Befämpfcrn ZNillcrands gehätte und deren Kriegsminister Painleva damals als Präsidentschaftskandidat den wildesten Haß des Nationalen Blocks über sich entladen fühlt«. Mochte auch der Jubel der Rechten nicht so aus tiefstem Innern kommen, mochte er vor allem der unbeherrschte Ausdruck der Schaden- f r e u d e über den Bruch des Linkskartells, über die temperament- volle Art, in der Bricmi» den unentschlossenen, zögernden, uneinigen Radikalsozialen orattsche glänzend« Hiebe versetzte, mochten auch im Rahmen des Nationalen Blocks sich die Besonnendsten fragen, ob der Sieg von langer Dauer sein würde und ob Briand nicht schließlich doch wieder, nach Ueberwindung der Finanzkris« den Weg nach links suchen würde. Die entscheidende Tatsache der Sitzung vom 1. Juni bleibt jeden- falls, daß der sogenannte Rationale Block, die äußerste Rechte diesmal mit eingeschlossen, für die Regierung stimmte, während nicht nur die 97 Sozialisten und die 23 Kommu- nisten gegen sie waren, sondern auch etwa 90 Raditalsoziale sich enthielten und nur etwa 40 mit der Rechten marschierten, so daß Renaudel bei der Verkündigung des Resultats unter dem Beifall der Linken feststellen tonnte, daß unter den 313 Abgeordneten, die der Regierung gefolgt waren, sich nicht weniger als 2 0 0 M i t g l i e d e r der Rechten befanden. Unter normalen Umständen hätte hiese Zusammensetzung der Mehrheit genügt, um eine aus Vertretern der Linken zusammengesetzte Regierung zu oeranlassen, unverzüglich Ihre Demission zu geben. Aber seit dem letzten Donnerstag wußte man, daß Briand entschlossen war, sich angesichts der Finanzlage nicht mehr um die Zusammensetzung der Mehrheit zu kümmern. olitisthe Krise. Blocks zum Zerfall des Linkskartells. sondern nur zu verlangen, daß die Mehrheit durch ihre Stärke ihm die Gewähr biete, sich noch„eine Zeit lang am Ruder halten zu können, und es ist kein Zweifel, daß, vom reinen Zahlen- st a n d p u n k t aus gesehen, ein« Mehrheit von 313 eine s« st e Basis bildet. Ganz anders erscheinen die Dinge, wenn man sie vom rein politischen Gesichtswinkel aus betrachtet. Würde die Mehrheit vom 1. Juni, die schon einige Tage zuvor der Regierung ermöglicht hatte, über die Linke zu triumphieren, von Dauer werden, was noch nicht sicher ist, so würde ohne neuen Wahlkampf im Schöße der Kammer vom 1. Juni ein Umsturz vollzogen, der nach einiger Zeit auch in der Zusammensetzung der Regierung zum Ausdruck kommen würde. Denn wenn einstweilen die rydikalsozialen und die republikanisch-sozialistischen Mitglieder der Regierung wie der Innen- minister Durand und der Kriegsminister Painleve und andere sich weigerten, ihre Demission zu geben, so würde doch ihre Stellung unhaltbar werden, wenn die radikalsoziale Fraktion sich entschließen sollte, in der Opposition zu bleiben. Aber die Hoff- n u n g sowohl Briands wie auch Painleväs ist wohl, die Partei Herriots wieder umzustimmen und bei der tiefen Zerklüftung, die gegenwärtig in den Reihen der Radikalsozialen herrscht, erscheint trotz der gegen die Regierung gerichteten Enthallung, in die sich die große Mehrheit der radikalsozialen Fraktion am 1. Juni geflüchtet hat, die Venvirttichung dieser Hoffnung nicht von vornherein aus- geschlossen. Di« Gesamtlage behält etwas Ungewisses in dem gleichen Maße, in dem die zukünftige Haltung der Radikalsozialeu Partei unsicher ist. die gegenwärtig eine schwere Krise durchmacht. Wird Herriot vom Olymp seines Kammerpräsidentensesiels herab- steigen und sich in den Kampf stürzen, wie es viele seiner besten Freunde von ihm fordern? Wird er stärkere Lust als bisher zeigen, selbst wieder die Zügel der Regierung in die Hand zu nehmen? Werden es die Radikalen um Franklin-Bouillon sein, die unter ständiger Berufung auf die Weigerung der Sozialisten, an der Regierung teilzunehmen, ein Kabinettder Heiligen Union, sei es unter der Leitung Herriots, fei es unter der Führung Poincares, wollen, die innerhalb ihrer Partei den Sieg davontragen? Wird der derzeitig« Generalgouverneur von Marokko, Steeg. Aus- sicht haben, noch vor den Ferien einneuesLinksministerium bilden zu können, wie es viele glauben? Oder wird sich Briand ent- schließen, die M«hrl)eit vom 1. Juni enger zusammenzuschweißen, als sie es gegenwärtig ist, und werden die Linksparteien, denen die Zügel entglitten sind, sich murrend aber ohne großen Widerstand in ihr Schicksal fügen? Fragen, Fragen, die das Problematisch« der gegenwärtigen innerpolitischen Situation In Frankreich erkennen lassen und auf die in den sechs Wochen der Sommerfesfion die Ant- wort sich ergeben wird. Einstweilen darf sich der Nationale Block die Maske des Triumphs auffetzen. Zentrum gegen volksentscheiü. Eine Schwenkung unter kirchlichem Druck? In einer außerordentlichen Tagung des Augustinusver- eins wurde gestern in Frankfurt a. M. nach einem Referat des Reichstagsabgeordneten Ivos- München-lSladbach eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Die Generaloersammlung des Augustinusvereins stimmt in der Frage der Fürstenabfindung dem Beschluß des Parteivorstandes zu. Die Zentrumspresse wird aufgefordert, die Wähler aufzu- fordern, sich am 20. Juni aus politischen, verfassungsrechtlichen und moralischen Gründen der Abstimmung zu enthalten. Von der Partei und der Parteipresse wird in dieser wichtigen und grund- jatzlichen Frage die strengste Parteidisziplin erwartet. Der Parteioorstand des Zentrums hatte sich wohl für die Ablehnung des Volksentscheids entschieden, aber nicht die Parole ausgegeben, sich an der Abstimmung nicht zu be- teiligen. Wenn jetzt die Parole des Zentrums jener der Rechtsparteien angeglichen wird, so bedeutet das eine U n- terstützung des Terrors, der von den Rechtsparteien gegen die Freiheit der Abstimmung geübt wird. In solchem Zusammenhang von„moralischen" Gründen zu sprechen, ist grotesk. Erst kürzlich hat sich einer der angesehensten Zentrums- führer, Prof. Dr. D e s s a u e r, in der„Rhein-Mainischen Volkszeitung" recht deutlich f ü r den Volksentscheid ausge- sprachen. So erscheint der Beschluß der katholischen Jour- nalistenorganisation geradezu als eine„lex Dessauer". Tie republikanisch und sozial denkenden Wortführer des Zentrums werden an die Kette gelegt. Werden sich auch die Anhänger des Zentrums an die Kette legen Wen?_ Reichsbanner und volksentstbeiö. Geht zur Abstimmung am Äv. Juni! Das Bundesorgan des Reichsbanneres Schwarz-Rot-Gold, „Das Reichsbanner", setzt in einem längeren Artikel die Stellung des Reichsbanners zum Volksentscheid auseinander. Einig seien sich die Mitglieder des Reichsbanners darüber, daß die Forderungen der ehemaligen Fürsten unberechtigt seien und abgewiesen werden müssen. Darüber zu entscheiden, wie der beste Weg sei, auf dem das zu geschehen habe, sei Sache der Par- teien. Das gute Recht und die Pflicht des Reichsbanners sei es dagegen, der monarchistischen Propaganda ent- gegenzutreten und Klarheit über die Forderun- gen der Fürsten zu schaffen. Das Reichsbanner müsie außerdem den Schutz der Propaganda für Teilnahme an der Abstimmung übernehmen. Es müsie für die Sicherung der Freiheit der Stimmabgabe und die Sicherung der g e- Heimen Abstimmung sorgen. Die schwarzweißroten Parteien und Kampfverbände versuchen durch Terror und Androhung geschäftlichen und gewerkschaftlichen Boykotts die Ausübung des demokratischen Staatsbürgerrechts beim Volksentscheid zu hintertreiben. Sie geben die Parole „Fernbleiben" aus, weil sie Gegner der Demokratie find, weil sie die Verfassung sabotieren wollen. Deshalb müsse das Reichsbanner der Parole„Fernbleiben" mit aller Energie entgegentreten. Es müsie Aufklärung darüber schaffen, daß die «lichtAys Übung eines Staatsbürgerrechts seine Preisgabe edcutet. Gelinge den Gegnern die Sabotage des Volksentscheids, dann folge der Angriff auf das allgemeine Wahlrecht. Deshalb müsse man dem Terroroersuch mit allen Mitteln entgegentreten, die gegnerische Propaganda scharf überwachen und nach- prüfen lassen, ob ein ungesetzlicher und strafbarer Druck ausgeübt wird. Das beste Mittel gegen die terroristische Parole sei die Pro- gonda für Beteiligung an der Abstimmung. Dafür müsie das Reichsbanner seine ganze Kraft einsetzen und jedem Staats- bürger klarmachen, daß es notwendig sei, am 20. Juni zur Wahl zu gehen, um mit Ja oder Nein zu stimmen oder einen weißen Zettel als Zeichen dafür abzugeben, daß er vom Reichstag ein besseres Gesetz erwartet. Deshalb fordert das Reichsbanner von allen seinen Mitgliedern, am 20. Juni zur Abstimmung zu gehen, wo- bei jeder nach seinem Gewissen entscheiden kann. Das Reichsbanner verlange aber auch von jedem Bürger, daß er von dem Recht der Stimmabgabe Gebrauch macht.„Wer der Abstimmung fern- bleibt, ist ein Gegner der Verfassung und der Demokratie, ein Feind der Republik, er unterstützt den Terror der Schwarzweißroten. er bekennt sich al» Gegner des allgemeinen und gleichen Wahlrechts." Prozeß StSltzel. Znsammenbruch des Hauptbelastungszeuge«. Vraonschweig. 2. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die Prozeßlage verschiebt sich immer mehr zugunsten des Angeklagten Dr. Stöltzel, während der Hauptbelastungszeuge, der schwerhörige Staats- angeftellteKöhler immer deutlicher als unglaubwürdig charakterisiert wird. Ja es scheint sogar, als sollte aus dem Fall Stöltzel ein Fall Köhler weiden. Von ihm sagte ein Zeuge Neubauer, daß Köhler häusig das, was er Stöltzel vorwerfe, selbst getan Hobe. Er habe oft Briefe, die dem Minister mit persönlicher Anrede zugegangen seien, in den Papierkorb geworfen, um sie nicht beantworten zu müssen, trotzdem ein Bescheid des Ministers auf den Briefen vermerkt gewesen sei. Briese, die die Anrede „Werter Genosse" getragen hätten, hätte Köhler nicht als vollwertig anerkannt und deshalb vernichtet. Als dann auch noch Rechtsanwalt Klee- Berlin den Bor- sitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands als Zeugen dafür zu vernehmen beantragte, daß eine Mitgliedschaft im Deutschnationalen Handlung-gchilfenverband sich nicht mit der Mitglied. schaft der Sozialdemokratischen Partei vertrage, wird dieser Beweis- antrag zwar abgelehnt, ober durch ihn doch erreicht, daß das Urteil über Köhler feste Form annimmt. Dabei ist zu beachten, daß dieser Mann der Kronzeuge der b ra u n s ch we i gi sch e n Staatsanwaltschaft war, der ihr Vertrauen in uneinge- schränktem Maße besaß. Seine Doppelzüngigkeit, seine sittlichen Verfehlungen, seine laxe Pslichtausfassung und seine ihn als Zeugen auch nicht gerade wertvoller machende Schwerhörigkeit machen ihn als Belastungszeugen völlig wertlos. Der Staatsanwalt beginnt, sich nicht nur durch seine Zeugen, sondern auch durch seine sonstigen Bewetsanträge lächerlich zu machen. So sah sich heute der Landgerichtsdirektor P r i f e l i u s veranlaßt, dem Staatsanwalt zuzurufen:„Sie machen mir die Ver- Handlungsführung außerordentlich schwer. Sie kommen vom Hun- dertsten ins Tausendste, Sie ziehen ganz belanglose Sachen heran!" Andererseits traten Entlastungszeugen auf, die besagten, daß sie häusig für Stöltzel Fahrkarten 2. Klasse gelöst hätten und daß also eine Bereicherung durch Reisekoslenliquidattonen nicht in Frage kommen könnte. Der eifrige Staatsanwatt ließ dann eine bi» dahin unbekannte schöne Dame aus Mecklenburg vernehmen, die er durch per- sönliche Reisen in harzer Pensionen aufgestöbert hatte und die be- künden sollte, daß Stöltzel doch einmal 3. Klasse gefahren sei. Stöltzel wollte dieser schönen Dame aus plötzlicher Eingebung heraus in ein Abteil 3. Klasse nachgestiegen sein, während die schöne Dame behauptet, Stöltzel habe schon in diesem Abteil gesessen, da sie doch sonst bemerkt haben würde, daß ein Herr sich für sie interessiere. Dafür, daß auch andere Braunschweiger Beamten sich in Reisekostenliquidationen geirrt hätten, benennt Rechtsanwalt (St) et' Berlin einen vor kurzem vielgenannten braunschwei- gischen schwarzweißroten Regierungsrat, der seine zu viel erhobenen Diäten wieder zurückzahlen mußte, ohne daß ihm etwas geschehen sei. Das Gericht unterstellt das Vorkommen von falschen Abrechnungen als durchaus möglich und verzichtet auf den Zeugen. Nachdem dann noch mit vieler Mühe ein Streit geschlichtet worden war, der zwischen den Zeugen auf dem Korridor des Gerichts ausgebrochen war, und durch den es um ein Haar noch Anklagen wegen Meineids gegeben hätte, wurde die Verhandlung auf Donnerstag vertagt._ Mehr Zleifchnahrung! Eine Ff orderung der Gewerkschaften an die Behörden. Dex Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, der Allgemeine freie Angestelltenbund, der All- gemeine Deutsche Beamtenbund und der E e w e r k- s ch a f t s r i n g haben an den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft eine Eingabe gerichtet, in der sie die Erhöhung der„Menge des zollfrei einzuführenden Gefrier- f l e i s ch e s" fordern. Die Eingabe ist gleichzeitig dem Reichskanzler und dem Reichsarbeitsminister zur Kenntnisnahme zugegangen. Die Eingabe lautet: „Nach dem Wortlaut des Gesetzes über die Zolländerungen ist „Gefrierfleisch im Rahmen der bisherigen Einfuhr zollfrei zu lassen". Durch diese Bestimmung„im Rahmen der bisherigen Ein- fuhr" war die Möglichkeit gegeben, diejenige Menge als Maßstab zugrunde zu legen» die in den letzten Monaten vor dem Inkrafttreten des Gesetzes eingeführt worden war. Das Reichsernährungs- Ministerium hat aber als Maßstab die geringere Menge des Jahres 19 2 4 angenommen. Das Jahr 1924 sollte ind4 Ittf, s»««Hl»« S«al htt»«»'»Ischatt,. beute», Cnaftnlti 21 25, B»rtra« be» Bclbo«(noorFi(i»nb»n flotKqrn Sterin»:„Sie Beruf», und XarifutrbältnifT» im Bau- und Zndustti». «»w»»b«". Di»k»ffi»U UN» Berschieden»». Z«b««rbritslirllr mufl»»». treten sein. Die Ort»u»rwalt»nn. la Sftrie Sewertstokteiuqenb. Seut«. Donnerntaz. 7>4 Mir, tauen die ©Tnupen: OBfeei»; Kreismitaliederventninmlirnq im tzugendbeim der Knirw» Köpenick. Grünauer Str. 5. Vertrau: Ba» bedeutet uns dos Sonnenwendfesl? — Zroutfurtee Alle»: Wir beteiliqen UN» an der Areismitoliedernersommlnng. — Sickte nbcra: ktreismitalicderversannnluna in Köpenick.- Zempelbut: Iuaend- bei in Luteum. German iostr. 4 6. Seimbesprechun«. Ein«abend.— Sndulten lkrcuckero 1): Auacndbelm Reickenberaer Str. W- csseuerwetirbansl. Lleim» betprechuna. Liedercdend.— Mit»: guaendbetm Rene Köniatte. St. Heim- despreckiuna. Liederabend.-- Ztoedrin«! iZpfelen auf dem Pia» an der einsamen Pappel.— Gesundbrnanen«Weddina 2): Geuppenbcim Gotenduracr Eir. 2, lluaenddundtimmer. Heimbespreckuna. Leseabend: Die Getckickue der deu!s4? platte, Sperrholz........ 60 cm Liegestuhl mit Jntcbezug 340 A 90 mit Armlehne Liegestuhl mft Arra- n.FussfcMl extra- » KFOSS 575 900 Strandstuhl mit Sonnendach, blau oder weiss gestreift 15°° Eichenwurxel Möbel SeSS6l bequem« Form....... 9®® Bank ea. 12S em fang..... 24�° Bank un«140 f" 34°° 45°° Tische 1 4S« 17�30»° = prima Leinen, einfarbig n. gestreift, y In vielen Farben I ca. 100 cm 120 cm 140cm brt. 1 5 Frauenabteiluno. Es ist derselbe freudlose Raum, roie drüben bei den Männern. Eine Ecke macht eine Ausnahme; in der liegt eine >cit II Jahren gelähmic chospitalitin. Sie hat neben ihrem Bett eine kleine Stellage von Wandbrettern, auf denen sie chandarbeits- Material usw. unterbringt. Und sie hat Radio! Das Radio wurde von einer Wohlsahrtsstelle gestiftet. Ich fühle förmlich, wie der Herr Oberinspektor aus meinen Bewunderungsausruf wartet. Radio im Ochsenknpp! Aller Komsort der Neuzeit! Wenn dos nicht jede Skepsis totschlägt!— Aber gleich danach erfahre ich, daß die gc- lähmten Patientinnen(es sind drei) nicht hinaus in den chofgarten gefahren werden können; der einzige Fahrstuhl ist in sehr wackliger Verfassung. Man müßte sich vom Männcrla.zarctt einen Stuhl borgen. Der wird da auch gebraucht. Das Runterbringen über die Treppe ist sehr beschwerlich, da haben die Patientinnen„freiwillig" auf diese Ausflüge auf das„Garten" getaufte Hofviereck verzichtet. Veranden auf gleicher Höhe wie der Saal existieren nicht. Die drei Gelähmten— zwei Frauen, ein junges Mädchen— sehen tagaus, togcin, Winter wie Sommer, dieselben grauen Wände, die Gesichter ihrer Leidcnsgcsährtinnen; hinaus kommen sie nie. Schicksale. Wer kommt in den ,.O ch s e n k o p p"?—„Wir hoben wirklich nur den Ausschuß von allem," wird von der Direktion geantwortet. „Wir bekommen nur vorbestrafte Hospitaliten oder solche, die sich in anderen Hospitälern durch Unverträglichkeit. Aufsässigkeit oder Trunksucht unmöglich gemacht hoben. Von den Korrigenten aber werden die wirklich geschickten, gut arbeitenden Leute van der Pro- vinz bei den örtlichen Anstalten zurückbehalten; uns schickt man nur den Ausschuß und wir müssen, ihn nehmen. Wir sind richtig„Ab- scdestclle".— Drei Schicksale, beliebig herouegegrifsen, können zeigen, was hier zum Schutt gerechnet wird— und wie diese Menschen hierher gelangten. ») Siehe auch Nr. 250 des„Vorwärts" vom 30. Mai 1926. der fllte. Ludwig G. ist 71 Jahre. Ein großer, bedächtiger, alter Man». Seine Akten zeigen keine Disziplinarstrafe aus, nach der Auskunft der Verwaltung hat er sich immer tadellos geführt, trinkt nicht, hat bis zum vorigen Jahre sich immer im Sommer Urlaub geben lassen, um noch als Biehhüter ein paar Groschen zu verdienen. Wie kommt der Alte hierher?—„Ja, gelernt habe ich mal Seiler. Ich bin im Posenschen geboren, aber evangelisch. Als ich 14 Jahrs alt war, sind meine beide» Eltern in einer Woche an den Pocken gestorben. Da mußte ich denn fünf Jahre lernen, weil für mich weiter kein Lehrgeld gegeben wurde. Aber dann bin ich noch Russisch- Polen gemacht und habe Arbeit und guten Verdienst gehabt. Wie ich nieinen Paß erneuern wollte, hat man mich sestgehalten; ich sollte erst dienen. Da sing mein Unglück an. Ich kriegte einen schlechten Vorgesetzten, und wie der mir mal eine Ohrfeige gehauen hat, habe ich wiebergeschlaoen— aber gleich ordentlich, denn ich war ein kräftiger jünger Kerl. Da habe ich 211 Jahre Festung gekriegt, und wie ich rauskom, gab es für mich keine Arbeit. Dann kamen auch die Maschinen, das Gewerbe ging zurück. Da habe ich mir das Mähen angenommen und bin immer aufs Land gemacht. B'S dos nicht mehr recht konnte, dann bin ich bei das Vieh gegangen. Wie ich alt wurde, haben sie mich im Winter nicht mehr behalten. So bin ich auf die Straße gekommen."— Das alte Lied. Der „Putz", der„Spitztopp"(Gendarm) hat ihn dann beim„Klinken- putzen", beim Ansprechen erwischt, und Ludwig G. wurde Zlmal wegen Betlelns bestrast t Zweimal Hot man ihn dafür auf je zwei Jahre ins Arbeitshaus gesteckt.— Er ist nüchtern, fleißig, sparsam. zuverlässig. Was tut das?— Er ist vorbestraft, ist ein früherer Korrigent. Daß er das Opfer unseres(hoffentlich) endgültig über- wundenen Militärsystems, unserer industriellen Entwicklung ist, kommt daneben gor nicht in Betracht. Raus mit ihm auf den Schutthaufen! Vorbestrast! Noch dazu Bettelei! Alter Kunde!— Und so sind dem alten Mann die Hospitäler der ehrbaren Bürger verschlossen, so muß er seinen Lebensabend zwischen gesängnis- gleichen Ziegelmauern, bei elender Kost, mit„Trunkenbolden und Unverträglichen" verbringen. das junge Mäüchen. Sie liegt im Lazarett der Frauenabteilung, liegt da seit einem Vierteljahr, ist rechtsseitig völlig gelähmt und hat eine schwere Unterleibsopcration durchgemacht. Der Vater zahlt für sie 3 M. täglich. Sie erzählt:„Ich bin ein voreheliches Kind; meine Mutter hat meinen Vater nach kurzer Ehe verlassen. Von ihr habe ich meine Krankheit: Vererbte Lucs. Schon als Kind hatte ich eine schwere Lähmung, in der Kinderheilktätte wurde ich kuriert. Ich l'in mal bei der Großmutter, mal in Heilstätten, dann auch, zu Hause bei meinem Vater gewesen, als der sich wieder eine Frau genommen, hatte. 1922 wurde ich eines Diebstahls angeklagt; man hat mich verurteilt, ich schwöre es, ich war unschuldig! Im Gesängnis bekam ich wieder eine Lähmung, man mußte mich entlassen; ich war wieder in Behandlung, schließlich mußte ich ins Hospital. Und ich kam hierher! Mein Voter zahlt für mich: es kostet in Buch oder im Sicchcnhaus nicht mehr, man nimmt mich da nicht, ich bin ja„vorbestraft".— Hier liege ich, komme nie heraus, mein Leiden hat sich verschlimmert, die Heilmittel sind unzil- länglich, die Kost ist fade und schwer verdaulich. Das Leben hier ist unerträglich!" Das Mädel ist intelligent, hat eine gute Bildung: ob sie wirklich unschuldig verurteilt ist, kann dahingestellt bleiben. Jedenfalls war es ihre erste Strafe. Der Richter gibt oft genug in solchem Fall Bewährungssrisl; die Stadt Berlin gibt keine. Sie sperrt dos junge Mädchen zu alte» Kontrollipädchen und Säufc- rinnen. Vorbestraft! Das genügt. Der korrigenS. Otto C. sitzt freiwillig in der Arrestzelle. Das Schloß schnappt. Bon dem niederen Hocker erhebt sich langsam ein junger Mensch: er drückt sich scheu an die Wand und antwortet stockend und fast In der Arrestzelle. „Hat er sich so sehr über mich jcärgert?" forschte Mutter. „Ueber dich? Nein," gab Fritze zurück.„Ich habe ihm erzählt, was der Kamerad, was der Lehrer über die Bastler gesagt hat, die keine Ahnung vom Funtsystem haben und das viele mühsam verdiente Geld verpulvern." „Hättste ihm nich sagen brarichen," meinte Mutter betrübt. „Wenn er mich fragt, muß ich die Wahrheit sagen," er- klärte Fritze. .La, ja." sagte Frau Knorke gedankenvoll,„warum muß er auch über alles fragen." „Das ist doch besser, als wenn er unnütz das Geld ver- tut," meinte Anneliese altklug. „Und nun will Vater überhaupt keinen Röhrenkasten?" forschte Mutter bei Fritzen in beinahe bedauerndem Tone. „Ach ja, haben möcht er schon einen. Aber nich selber bauen, fertig kaufen." «Fertig kaufen? Watt kostet son Ding?" „Ich habe keine Ahnung, aber Kamerad— Lehrer sagte uns, manchmal kann man ganz billig zu einem guten Apparat kommen. Jetzt zum Beispiel. Eine Witwe, deren Sohn Elektrotechniker ist und'nc gute Stellung in Schweden be- kommen hat. wohin er seist? Mutter nachkommen lassen will. verkauft hier allerlei. Darunter auch einen Fünfröhrcn- apporat." „Fünf Röhren?" riefen die drei anderen wie aus einem Munde, und Mutter fügte hinzu;„O jch, der kost't sicher een Vermögen." „Kann ja morgen mal fragen. Ich glaube gar nicht, daß er so teuer ist," erklärte Fritze unternehmend. „Mutter," stürmte Anneliese wieder auf sie ein;„Du würdest?" „Unsinn," entgegnete diese,„wo soll ick denn det ville Icld hernehmen." „Mutter, liebe Mutter! Ich gebe alles aus meiner Spar- kasse mit dazu." rief Anneliese. „Hier," sagte Karle und legte ein altes zerlästertes Porte- monnaie auf den Tisch,„sind die ersparten Fensterscheiben von de letzten drei Monate." Er hatte wirklich nie wieder eine zerschlagen, seit man in der neuen Schule sich über den Schutz von Eigentum und von Gemeinschaftseigentum insbesondere unterhalten hatte. Jetzt rückte Fritze sein altes Schaukelpferd heran. Ein Familenerbstück, das schon aus Großvaters Jugendzeit stammte. Man konnte sich daran wenigstens vorstellen, wie damals die Pferde ausgesehen haben. Bald werden die Autos das letzte Pferd aus dem Gedächtnis der Menschheit verdrängt haben. Fritze hob den Sattel hoch, nahm eine ganze Anzahl glatter Geldscheine aus seinem Bersteck und sagte stolz;„Das opfere ich zur Herstellung einer internationalen Verbindung zwischen der übrigen Welt und Knorkes." „Junge," sagte Mutter mißtrauisch,„wo haste das viele Geld her?" „Keine Angst, Mutter, ehrlich erworben!" „Aha," sagte sie, durch- aus nicht beruhigt,„deshalb läuffte nachmittags zu einer bestimmten Zeit immer fort. Du hast wohl'ne Stelle an- jenommcn? Du weißt, daß Bater dos nicht duldet, denn er sagt mit Recht, es laufen so viele Erwachsene arbeitslos herum, daß nicht noch die Kinder das bißchen Arbeit fortnehmen brauchen." „Würde mir mein Kamerad— mein Lehrer, wenn das der Fall wäre, die Stelle nachgewiesen haben? Was ich dafür mache, kann kein Erwachsener." „Na, da bin ich aber neugierig," sagte Mutter. „Kann ick da nich ooch hinkommen?" meinte Karle. „Nee." sagte Fritze,„du bist schon zu groß." „Na sagste nu, wat is?" fragte Mutter ärgerlich. „Die Mutter von unserm Lehrer ist Malerin und arbeitet an einem Bilde„Engel von einst und jetzt", und da stehe ick Modell." „Als welcher denn?" � „Für alle beede." „Du," sagte Karle,„wenn das Dater hsert, lacht er sich tot!" „Alle Wetter!" rief die Mutter und horchte zur Tür hinaus.„Ick jloobe, der Vater kommt schon wieder, und ick habe det Mittag noch nich fertig!" „Die Kartoffeln sind ja schon gerieben," meinte Slnne- liefe. „Au, et jibt Puffa!" schrien beide Jungen. Als Vater sich ausgezogen und es sich bequem gemacht hatte, stand schon der erste Puffer vor ihm auf dem Tisch, denn Mutter hielt darauf, daß sie frisch von der Pfanne gc- aessen wurden. Während Anneliese weiter backen mußte, stand sie schmunzelnd hinter seinem Stuhl und fragte, als sie sah, wie es ihm mundete:„Na?" „Knorke," war feine Antwort, und man konnte nicht eist- scheiden, ob das freundliche Lächeln, das über sein Gesicht huschte, dem knusprigen Puffer oder seinem als Bezeichnung für alles gute zur Berühmtheit gelangten Familiennamen galt. Mutter und Anneliese buken nun in zwei Pfannen, und schließlich saß die ganze Familie am Tisch und prepelte. Nun stellte sich auch heraus, daß Vaters schnelle Wieder- kehr und sein freundliches Schmunzeln eine dritte Ursache hatte. Er war zur Fabrik gewandert in der Hoffnung, daß er in der Mittagspause den Kollegen, der ihn veranlaßt hatte, die Kinder in die neue Schule zu schicken, treffen würde, da derselbe heute arbeitete. Statt dessen redete ihn plötzlich auf der Straße jemand mit den Worten an;„Na Knorke, warum denn so ein miesepetriges Gesicht?" Als er aufsah, stand sein Vorarbeiter ihm gegenüber. Knorke, immer noch verdrießlich, antwortete ziemlich unwirsch: „Ja, wie kann mqn denn, wenn man auf halbe Kost gesetzt wird, die Straße lang vor Freude Jazzband tanzen?" „Nein, nein.— So n modernen Tanz traut man solchem deutschen Bär wie Knorke überhaupt nicht zu. Aber ich bitte mir sofort ein anderes Gesicht aus, wenn ich erkläre, von morgen früh ab wird wieder voll gearbeitet." „Ist das wahr?" fragte Knorke mißtrauisch. „Heute," entgegnete der Borarbeiter,„sind Bestellungen eingegangen, die uns bis Ende des Quartals flotthalten. Ich habe soeben die Karten an die feierndew Arbeiter in den Kasten gesteckt, und denke, die Familien werden sich auch freuen." „Jawoll, ick kehre sofort um, det wird'ne vcrheißungs- volle Botschaft sind, die ich den Meinen bringe. Morgen bin ick mit jewohnter Pünktlichkeit zur Stelle." (Fortsetzung folgt.) wSttwMg, Auf seine eigene Bitte hat man ihn hier m die Arrest- 1 S«lle gesperrt: er konnte die Gesellschaft der anderen nicht ertragen. Nun sitzt er Tag um Tag in diesem Loch: das vergitterte Fenster ist dich: unter der Decke, von undurchsichtigem Glas> Selbst wenn er auf den Tisch steigen würde, könnte er nichts sehen. Täglich ruird er von 7 biß 8 Uhr morgens an die Luft geführt. Er kann weder lesen, noch schreiben und wird den ganzen Tag mit Tau- ausdrehen oder Ivergzupfen beschäftigt. t8 Monate hat er im Ar- beitshous zu sitzen— dann kommt noch eine Strafe von Jahr Gefängnis! Da muß er doch ein arger Verbrecher fein----— Also: Otto E. ist ans der Provinz. Er ist sehr beschränkt und sicher „geistig minderwertig im Sinne des Z 51", d. h. ein guter Anwalt botte ihn gewisi daraus freibekommen.— Das Malheur ist nur, dast die guten Anwälte für Proleten nicht erschwinglich sind. Und so war Otto E. schon zweimal wegen kleiner Diebstähle verurteilt. eis er nach Berlin machte. Er geriet in schlechte Gesellschaft. Eines Tages wurde er betrunken aufgegrifsen: er war obdachlos. Ein- mal wurde er crmahnt, sich ein Obdach zu beschassen. Als man ihn wieder ausgriff, und er noch kein Obdach hatte---. da s-Nickte ihn die hohe Polizei kurzweg für IX Jahr in den„Ochsen- topp". Jetzt sitzt er hier und zupft Werg und verdient wohl Ist Pf. am Tage damit. Und wenn er das VA Jahr abgesessen hat, dann mutz er wegen eine Fahrraddiebstahls, den er in seiner cheimat be> ging, aus IX Jahr ins Gefängnis! Einundeinhalbes Jahr! Denn dein Korrigenden mußte man schon eine dicke Strafe aufbrummen: das mußte wohl ein ganz verworfener Mensch sein!— Otto E. kann nicht einmal einen Brief, den ein Mithäftling in seinem Aus- trage schrieb, abschreiben: er verkriecht sich scheu wie ein Tier. Er war mal betrunken, war obdachlos—--, dafür muß er nun IX Jahr Werg zupfen.„Die Dauer der Unterbringung im Ar beitshaus bestimmt die Polizeibehörde."--- ♦ Das sind drei Schicksale aus dem.Ochsenkopp", die Schicksale dreier Borbestraften. Der Oberinspektor erzählt, wie eines Tages im Anatomiesaol olle Präparate verdarben, weil die„schwarzen Husaren" von den Säuferlebern. Bierherzen usw. allen Brennspiri tu» heruntergesofsen hatten. Und er zeigt.Lottchen" jedem Be suchcr. Lottcheil ist eine 76iährige kleine Alte, die jeden Zank mit den Worten endigt:„Ich bin ein anständiges Sittenmädchen, aber ihr seid alte Pennen!"— Alle werden sie hier in einen Tops gc warfen: die Stadt Berlin kennt weder Bewährungsfrist noch Der jährung. Hier drin gibt es nur Korrigenden und ehemalige Straf- linge. Wer hier strandet, wird rechtlos, verliert Menschenrecht und Wurde.„Wir mußten mal bei einer Grippe-Epidemie ein paar Krankensäle für ein Krankenhaus hergeben," erzählt der Direktor. „Die Patienten wurden im Krankenwagen gebracht. Wenn sie am nächsten Morgen erführet», wo sie waren, sind sie zu Fuß aus- gerückt! In solchem Rufe stehen wir!" Oer Lützow-prozeß. Zwei Zohre Gefängnis, drei Jahre Ehrverlust beantragt. Nach oierzehnwöchiger Bcrhandlung konnte gestern im Lützow- Prozeß endlich die Beweisaufnahme für geschlossen erklärt werden. Bei gefülltem Zuhörerraum, in Anwesenheit des Generalstaats- nnwalts des Landgerichts II und des Landgerichtspräsidenten er- grift der Staatsanwaltsrat Dr. Burczek das Wort ?u seinem Plädoyer. Wie nicht anders zu erwarten war, stützte er sich dabei in der Hauptsache auf das für Lützow so ungünstige Gutachten des Mcdizinolrats Dr. Stürmer. Der Staatsanwalt stellte zu Anfang fest, daß die Ursache des- großen Aufsehens, den dieser Prozeß in der Oesfentlichkeit erregt babc, nicht so sehr in der Persönlichkeit des Angeklaten als in der Tatsache zu suchen sei, daß hier einem Lehrer und Erzieher massenhafte Verfehlungen unzüchtiger Art an ihm an- oenrauten-schülern zur Last gelegt werden. So hatte die Allge- meinheit naturgemäß ein Recht zu oerlangen, daß der Tatbestand restlos geklärt werde und daß, falls eine Schuld vorhanden sei, auch eine gesetzliche Bestrafung eintrete. Die ganze Art der Züchtigungen, wie der Liebkosungen während derselben, und der Zärtlichkeiten zu den Schülern bei anderen Anlässen, endlich auch das sonstige Der halten v. Lützows zu seinen Zöglingen und insbesondere zu seine» Lieblingen ließen gar keinen Zweifel darüber, daß Dr. Stürmer mit s-inem Sachverständigengutachten recht hatte. Es- handelt sich hier um einen homosexuellen Menschen, der sich an seinen Schülern fortgesetzt unzüchtig vergangen hat. Auch Dr. Magmis Hirschseld konnte das Vorhandensein einer homosexuellen Komponente bei Lützow nicht in Abrede stellen: er war jedoch der Ansicht, daß der Angeklagte sich der Tragweite seiner Handlungen nicht bewußt gewesen sei. In Wirklichkeit unterliegt es jedoch keinen: Zweifel, daß auch in dieser Beziehung Dr. Stürmer das Richtige getroffen habe, als er erklärte, der Angeklagte sei sich voll und ganz dessen bewußt gewesen, daß seine Züchtigungen und Liebkosungen ge- fchlechtlicher Natur seien. Seine Handlungen entsprechen aber auch dem Gesamteindruck, den man von seiner Persönlichkeit erhält: sie stehen im Einklang mit seinem Liebesleben in der Jugend und den Beziehungen zu setner Frau während seiner siebenjährigen Ehe. Eine Erklärung findet sein abnormes Triebleben in einem psychischen Traunrn(Erschüttenmg) mährend der Pubertätszeit, wo er von seinem Lehrer in Braunschweig geiesselt und geprügelt wurde. Der Fall Weiß— es liegt tem Grund vor, der eidlichen Aus- sage dieses Zeugen zu mißtrauen— paßt ganz in das Gesamtbild hinein. Dieses eine Mal hat v. Lützow dem Knaben gegenüber, der ihm besonders nahe stand, die letzten Hemmungen fallen gelassen. Auch die unzüchtigen Handlungen an M a s ch k e müssen als gegeben betrachtet werden. In: übrigen find aber nicht olle An- klagefälle aufrechtzuerhalten. Ausscheiden müssen die Fälle, wo die Zeugen ihre Aussagen in der Gerichtsverhandlung geändert haben, ferner die, wo die Züchtigungen aus pädagogischen Gründen stattfanden, und schließlich auch alle anderen, wo objektiv unzüchtige Handlungen nicht vorlagen. Es bleiben somit 13 Fälle, in denen unzüchtige Handlungen stattgefunden haben, und weitere 8, in denen sich der Angeklagte die Gefährdung der körperlichen Sicherheit und die Ucberschreitung des Züchtigungsrechts hat zuschulden kommen lassen. Bei der Bemessung der Strafe ist zu berücksichngen, daß der Angeklagte einerseits van einer Triebrichtung behaftet sei, die bei den Verhältnissen, unter denen o. Lützow lebte, äußerst schwer zu beherrschen gewesen ist. daß er andererseits bemüht gewesen sei, sich von seinen Berfehlungen zurückzuhalten und im übrigen für seine Zöglinge aufs beste gesorgt habe. Im Falle Weiß liege aber ein ehrenrühriger Vertrauensbruch vor. Daher be. antrage er zwei Jahre Gefängnis unter Anrechnung der fünfzehnmonatigen Untersuchungshaft und drei Jahre Ehrverlust. Als zweiter kam Rechtsanwalt Dr. Gollnick in Vertretung der Ncbenklagc im Falle Weiß zu Wort. Er beantragte u a. die Auferlegung einer Buhe.— Am Freitag folgen die Plä- doyer» der Rechtsanwälte Dr. Neunmnd und Dr. Stemmler: am Sonnabend die Plädoyers der Rechtsanwälte Dr. Vollentin und Dr. Frey. Tie chinesische Freiheitsbewegung. Chinesische Studentengruppen veranstalteten am letzten Sonn- tag im Schubert-Soal eine Kundgebung zu Ehren der Toten des chinesischen Befreiungskampfes, insbesondere der Opfer der blutigen Schanghaier Zusammenstöße vom 30. Mai 1925, bei denen bekanntlich etwa 70 Studenten und Arbeiter getötet wurden. Ziel der chinesischen Voltsorganisationen sei, so wurde in der Kundgebung ausgeführt, das Land von militorlstischcr Ausbeutung zu erlösen und die Bahn freizumachen für eine fort- schrittliche Entwicklung des chmesischen Millinnenvalkes. Die Ver- treter ausländischer Studentenorganijatir.ncn, sowie mehrere deutsche Vereinigungen brachten ihre Sympathie mit den Zielen der chinc- fischen«tudcntenschast zum Zlusdruck. Lichtbilder aus Schanghai, Peking und Kanton bildeten den Schluß der Veranstaltung. Zwei Wasserrohrbrüche. Eine Katastrophe im Bereich der Charlottenburger Wasserwerke. In Nikolassee ereignete sich gestern nachmittag gegen X2 Uhr aus noch nicht geklärter Ursache an der Ecke der Borussen- und wannseestraße. dicht neben der Bahnlinie Eharloilcnburg— wannsec ein wasserrohrbruch. der ein Z Bieter großes L o ch in den Slrohcndamm riß. Innerhalb kurzer Zeit waren die angrenzenden Gärten unter Wasser gefetzt. Im Umkreise von zirka 500 Bietern stand das Wasser teilweise über einen Meter hoch. Die Eharlotlenburgcr Wasserwerke, deren Pumpstation in unmittelbarer Mh« des Ueberschwemmungsortcs liegk. waren ge- zwangen, die Leitungen zu sperren, ver gesamte Westen Berlins war mehrere Stunden völlig ohne Wasser. Auch erhebliche Verkehrsstörungen blieben nicht ans. Der Rohrbruch hatte eine 4 bis 5 Meter hohe Wassersäule zur Folge. Ein Radler, der im Augenblick des Unglücksfalles den Damm passierte, wurde zur Seite geschleudert. Die ganze Gegend glich alsbald einem riesigen See, der sich fast bis zum Bahnhof erstreckte. In den angrenzenden Gärten ist mannigfacher und nicht unbe- deutender«chadcn angerichtet. Wie eine Oase in der Wüste ragte das Ausflugsrestaurant Rennbahntlause als Insel aus den Fluten. Es blieb nichts anderes übrig, als die Wasserzufuhr völlig zu sperren. Die Folge war ein alsbald einsetzender völliger Wassermangel, der sich auf Wilmersdorf, Friedenau, Schöneberg, Zchlcndorf und Grunewald erstreckte. Mit diesem einen Unglück nicht genug, er- eignete sich um 7 Uhr abends in der P a r a l l e l st r a ß e in Nikolassee ein zweiter Wasserrohrbruch. Der Bruch im Fahrdamm hatte ungefähr dieselbe Ausdehnung wie bei der ersten Ueber- schweminungsaffäre. Im Nu hatten riesige Wassermassen die anliegenden Wiesen völlig überschwemmt. Die Charlottenburger Wasserwerke hatten alle Mühe, des Wassers Herr zu werden. Ueber die Ursache der Rohrbrnche war bedauerlicherweise im Bureau der Charlottenburger Wasserwerke in den Abendstunden nichts zu erfahren. Angesichts einer derartigen Katastrophe hätte man wohl erwarten dürfen, daß dos davon betroffene Wasserwerk für Ausklipfterteilung und damit für Beruhigung der Bevölkerung vorgesorgt hätte. Bon dem Leiter der Nikolasscer freiwilligen Feuerwehr, Dr. Koppel, wird uns der Vorfall folgender- maßen-geschildert: Einige Zeit nach Bekanntwerden des Rohrbruchcs wurde die Nikolasscer Feuerwehr alarmiert, der die Wannsecr Feuerwehr zu Hilse eilte. Die Wannscestraße in Nikolassee, die besonders tief liegt — eine Eisenbahnbrücke führt darüber hinweg— war stellenweise bis z u\ X Meter unter Wasser. Die Feststellungen er» gaben zunächst, daß das Hauptzuleitungsrohr für die Vororte, dos cinen Durchmesser von einem Meter hat. geplatzt war. An der Stelle, wo das Wasser in einem riesigen Strahl an das Tageslicht quoll, war das Rohr in einer Ausdehnung von 5 Metern gerissen. Das Herausströmen dieser gewaltigen Wassermengcn ist auf das kreisartigc Zirkulationssystem zurückzuführen. Bevor die Kanäle, die gewisscrmäßen in einem Kreise herumliegen, abgesperrt werden konnten, strömte dos Wasser unablässig an die Bruchstelle zurück und setzte die Straße unter Wasser. Die Feuerwehren hatten viele Stunden zu tun, um die Gullis freizumachen und die Schlamm» sänge, in denen sich Unmengen von Sand angesammelt hatten, zu reinigen. Die Straße ist aus längere Zeit unpassier« bor, da ein großer Teil des Pslasters vernichtet ist. Noch waren die Wchrleute mit den Arbeiten beschäftigt, als ein zweiter Rohr- bruch aus der Parollelstraße, nur wenige Minuten von der ersten Bruchstell«, gemeldet' wurde. Hier war ebenfalls ein Zuleitung?- rohr mit einem Durchmesicr von 500 Millimetern geplatzt. Auch die Parallelstraßc sowie die anliegenden Straßen standen bald unter Wasser. Jedoch nahm die Ueberschwemmung nicht diese enorm« Ausdehnung wie in der Wannseestraße an. Auch hier strömten gewaltige Wassermengcn, die aus dem treisartij}«:: Zirkulotions- system blitzschnell zurückströmten, an dic� Oberfläche. Die L c r- wüstunP, die durch die Wasiermasien in der Parallelstraße an- gerichtet wurden, sind besonders groß. Die Straße ist in ihrer ganzen Ausdehnung zerstört: fast sämtlich« Steine wurden heraus- gespült. Auch hier mußten die Schlammassen van starken Sand- massen durch Wehrleute befreit werden und die Wassermassen durch die unterirdischen Entwässerungskanöle in Gullis geleitet werden. Abermals ein großer vachstuhlbranö. Nachdem erst am Dienstag ein großer Teil der Berlmer Feuer wehren an zwei Grohbrondstellen zu gleicher Zeit tätig waren, wurden gestern erneut fünf Löschzüge nach der R a a b e st r. 12, im Zentrum Berlins, alarmiert. Gegen X5 Uhr bemerkten Straßen Passanten und Hausbewohner eine außerordentlich starke Derqua! mung, die von dem Dach kam. Es wurde sofort die Feuerwehr alarmiert. Als sie eintraf, schlugen aus dem Dachstuhl des noch ziemlich neuen Borderhauses die hellen Flammen heraus. Auck der Seitenflügel brannte bereit» lichterloh. Es wurde von den benachbarten Dächern und über mehrere mechanische Leitern au» Rohren größten Kalibers Wasser gegeben. Aber trotz an- gestrengtester Versuche gelang es nicht, auch mir einen Teil des ln Qjfffp denkenden Arbeiter, Angestellten und Beamten werben im betrieb Hanse für die Liste: und im Flammen gehüllten Dachstuhls zu erhalten. Ein« bei Dachstuhl- brändcn ganz ungewöhnlich starke Qualmentwicklunq erschwerte die Löschaktion außerordentlich, so daß es den Feuerwehrleuten nur möglich war. mit Hilfe von Rauchschutzmasken zu arbeiten. Zeit weise lagerten in der Raobestraßc so dicke Rauchschwaden, daß es für die Bewohner kaum möglich war, die Straße zu passieren. Nach dreistündiger-angestrengter Tätigkeit war die Hauptgefahr beseitigt Mehrere Ablösungszüge hatten noch etwa drti Stunden mit der Aufräunumgs- und Ablöscharbeit zu tun. Die oberen Wohnräume haben durch Wasserschaden sehr stark gelitten. Es war bisher noch nicht möglich, die Entftehungsursache des Feuers zu klären und es wird auch schwer sein, eine genaue Klärung zu bringen, da beide Doch stuhle völlig vernichtet sind und nur noch cinen trostlasen Trümmerhaufen bilden. (venoffe Tr. Herz Bürgermeister in.�lreuzberg". Im Verwaltungsbezirk Krcuzberg ist die durch den Ted unseres Genossen Dr. Kahle freigcwordene Stelle des Bürgenneifters jetzt neu besetzt worden. Die Bezirksoersammlung Krcuzberg hat gestern die Neuwahl eines Bürgermeisters vollzogen und unseren bisher als Stadtrat In Spandau tätigen Gc- nosien Dr. Herz gewählt. Bei der Ausschreibung der Stelle hatten, wie Genasse Haeußer in seinem Bericht aus dem Wahlaus. schuh mitteilte, sich 27 Bewerber gemeldet. Kandidat der Sozial- demokratie war Dr. Herz, der auch im Ausschuß die höchste Stim- menzahl erhalten hatte. Die Kommunisten empfahlen den Studien- rat Dr. Ausländer, von den Deutschnotionalen wurde der Stadtrat Dr. Grunow(Kreuzberg) vorgeschlagen. In der Bezirksvcrsamm- lung wurden drei Wahlgänge nötig, ehe es zu einer Entscheidung kommen konnte. Der erste Wahlgang ergab 25 Stimmen für Dr. Herz, 19 für Dr. Grunow. 10 für Dr. Ausländer und 5 für den von den Demokraten unterstützten Dr. Fälsche. In der Stich- wähl fielen von 60 Stimmen auf Dr. Herz 29, auf Dr. Grunow 19, auf Dr. Ausländer 11: ein Zettel war unbeschrieben. In Das Rundfunkprogramm, Donnerstag, den 3. Juni. 12 Uhr mittaps: Die Viertelstunde für den Landwirt. 4.30 Uhr nachm.; Hans-Bredow-Schule(BildungsVnrse). Abtoilunp Technik: Hupo Baur, Ministerialrat ira Ueichsverkehrsministerium:„Personenverkehr auf deutschen Flüssen und 3ecn". 5 Uhr nachm. Konaert. 6— 6.30 Uhr abends: Uebertrapunp dos Xachmittapskonaert der Tanabapello MarekW'eber au» dorn Hotel Adlon. Anschließend: Katschläge fürs Haus. Thoatordienst. 6.50 Uhr abends: Krim.- Kommissar Ernst Enpelbrecht:„Rwtstohunp und Entwicklunp der Todesstrafe". 7.25 Uhr abends: Hans-Bredöw-Schule(Hochschulkurse). Abteilung Erdkunde: Dr. Robert Potonie, Dozent an der Technischen Hochschule:„Die Geschichte der Urwelt(Abschluß des Mittelalters der Erde)*. 8 Uhr abends: Gustav Schneider. M. d. R., Vorsteher des Gowerkschaftsbundes der Angestellten:„Die Selbstverwaltunp in der Soaialpolitik". 8.30 Uhr abends: Lieder. 1. Schubert: a) Dem Unondlicnen(Klopstock); b) Sylvia(Shakespeare); c) Die Stadt(Heine): d) Lied im Grünen(Greil). 2. Wolf: a) Auf einer Wanderung; b) Verborgenheit; o) Fußreise; d) Stor- cnenbotschaft fMdrike).(Hennann Schey. Bariton. Am Flügel: Bruno Seidler- Winkler). 9 Uhr abends: Rammennusik von Haydn bis Schönberp 19. Abend. Haveroann- Quartett: Prof. Gustav Havemsnn, 1. Violine; Georg KniestSdt, 2 Violine; Hans Mahlke, Bratsche; Adolf Steiner, Celle. Mitwirkend: Rudolf Schmidt, Flügel.— Dvorak: Klavierquintett op. 61 A-dur— Allegro rna nön tanto— Dnmka, Andante con meto— Scherzo(Foriant)— Finale; Allegro. 10.30—12 Uhr abends: Tanzmusik(Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Königswusterhausen, Donnerstag, den 3. Juni. 8— 3 30 Uhr nachm.: Prot Dr. Amsel und Oberschullehrer Westermann: EinheitskurzschriJt. 8.30— ♦ Uhr nachro: Amtsge- riehtsrat Francke; Die Straf- und Ertiebungzmaßnahmdu des Tupengerichtes. 4-4.30 Uhr ndkbin.; Oboruiagistratsrat Knauf vom Jugendamt der Stadt Berlin: Die Ausführung der Fürsorgeerziehung. 4.30-5 Uhr uachm; Mitteilungen des Zentralinstitutes. 5— 6A0 Uhr nachm.; Dr. Heinr. Michaelis: Von der Erkrankung der Zähne und des Zahnfleisches. Ab 8.30 Uhr abends: Üebertraguog von Berlin, der nochmaligen Stichwahl, die jetzt nur zwischen Herz und Grunow vorzunehmen war, erhielten von 60 Stimmen Dr. Herz 39 und Dr. Grunow 19; zwei Zettel waren unbeschrieben. Somit war G e n o s s e D r. H c r z g c w ö h l t. Die Kommunisten erklärten zur Geschästsardnung, daß sie in der zweiten Stichwahl für Dr. Herz gestimmt hatten._ Vorschuß auf Tantiemen. Eine geborstene Oandbundsäule. Es ist schon-in Malheur, das unsere schwarzweißraten Reaklio- näre mit ihren„Prominenten" haben. Kaum ein Tag vergeht, ahne daß die sreundnachborliche Justiz satalermeisc gezwungen ist, einen ontirepublikanischen Herrn wegen irgendeines Knminaldelikts einzusperren. Die Kollektion dieser Bertehlungen ist recht viciseslig ausgestattet, eininal z. B. sind es Sittlichkeitsdelikte, wie bei dem Staylhelmführer Gornau in Sisrsleben, den man jetzt in Halt nahm, zum anderen Mal großzügige Betrugsmanöver, so bei dem Landbundrecken Hoffmann, Sekretär des Landbund- führers Dr. Evers im Kreise Teltow. Herr Hoifmann, tem- peramentvoll- und politisch von größter� Aktioität. war bei allen Wahlen an der deutschnotianalen Tete. Für die Sache des jchmarz- weitzroten Rückschritts zwar nicht den Heldentod zu sterben, wolil aber das Maul aufzureihen, war er jederzeit bereit und wohl auch von Amts wegen verpflichtet. Run sind dem Pionier jür Schutzzoll und großagrarischc Steuerstundung allerhand peinliche Dinge passiert, die ihn kürzlich vor das Landgericht II wegen Unterschlag un g auf die Anklagebank brachten. Herr Hossmonn hotte nämlich ziria 6000 M. aus der Landbundkasse ganz ordinär„geklaut" und iiihrte nun zu seiner Entschuldigung an, die anderen hätten es ebenso gc- macht und alles wäre bloß ein Borschuß aus seine Tan- ticme von 600 M. gewesen. Das Gericht stand Hossmonns„Bor- schuh" recht skeptisch gegenüber und bejchloß, den verunglückten völkischen Agitator aus 6 Monate ins Gefängnis zu schicken. Da- für hatte Hossmann absolut kein Verständnis und bat das Gericht, doch zu bedenken,' daß er im Interesse des Landbundcs bis 12 Uhr nachts in Versammlungen zu sprechen resp. herumzu- bechern habe, also unabkömmlich st». Die alten Deutschen tranken bckannliid) immer noch eins. Trotz der Alkoholjreudigkeit des Herrn H. und der Stabilität der Landbundkasie, die dazu der- halten imiß, ließ sich das Gericht von H.'s trcsflichen Argumenten nicht überzeugen.__ Sesorgt rechtzeitig Stimmscheine! Zum 20. Juni ist das Boll aufgerufen, um gegen die Habgier der Fürsten ungeheure Summen deutschen Bolksoennögens für die Gesamtheit der durd) den Krieg Gkschäöigten zu retten. Die hun- gernden Berstünuncllcu des Krieges warten noch immer auf den „Dank" des Vaterlandes, am 20. Juni soll ihnen Donk werden, ent eignet sollen die werden, die unsere Brüder und Väter in das Masjcnmordcn trieben. Keine Stimme darf an diesem Tag zu dieser Wrcchnung schien. Besorgt St i m in s che i u e. Jeder Stimm- berechtigte erhält einen Stimmschcin. Wie? Zunächst muß in den: zuständigen Stimmbezirk die Stimmliste ein- gesehen werden. Ist die Eintragung in Ordnung, geht man in das Bczirkswahlbureait in Berlin, meist im Rathaus der Bezirke untergebracht, auf dem Lande im Gemeindehaus. Unter Borzeigung eines Ausweises erhält dort jeder einen Stimmschein: wenn er am Abstimmungstagc wählend der Abstimmungszeit aus zwingenden Gründen außerhalb seines Stimmbezirks sich aufhält, wenn er nach Ablauf der Frist zur Auslegung der Stimmliste seine Wohnung in einen anderen Stimmbezirk verlegt, menn er infolge eines körper- liche» Leidens oder Gebrechens in seiner Bewegungsfreiheit be- hindert durch cinen Sliiiimschein die Möglichkeit erhält, einen ihn günstiger gelegenen Al'stimmungstaum auszusuchen. Wer nicht in dcn Listen enthalten ist oder a»? einem Grunde für eine Zeit ge- strichen war, niuß in seinem Stimmbezirk sich wieder eintragen lassen, erst wenn er eingetragen ist, kann er vom Bezirkswahlamt einen Stimmschein erhallen. Die Stadt Berlin hat für den Volksentscheid neue Listen auf- gestellt, in denen olle Beränderungen enthalten, die nor dem letzten Drittel des Monats Mai crsolgt sind. Wer also nach der Zeit ver- zogen ist. sieht am besten in den Listen des früheren Stimmbezirks nach und Holl auch den Stimmschcin von dem Bezirkswahlbureau feines früheren Wahlbezirks. Also wer an diesem Tage nicht in seinem Abstimmung»- bezirk abstimmen kann, muß sich in der Zeit vom 6. bis 13. Juni einen S t i m m s ch e i n besorgen. Achtet darauf, daß Verwandte, Bekannte und Freunde nicht ohne diesen wichtigen Schein oerreisen. Kein Wähler darf am 20. Juni sich jeinrc Sllmmpslicht enlziehen. Bannerweihc in Bowawes. Der Ortsvcrein Rowawes de« Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold begeht am Sonn- abend, den 5. und Sonntag, den 6. Juni, seine Bannerweihe. Am Sonnabend abend um 8 Uhr findet in der Turnhalle zu Nowawes ein Kominer, statt, auf dem Erster Bürgermeister Rasenthal Begrüßungswortr sprechen wird. Am Sonntag, den 6. Juni, findet um 1 Uhr der Abmarsch zum Festplotz. Berliner Straße, statt, wo um 2 Uhr die Weihe des Banners vor sich geben wird. Sprecher auf der Feier sind Zweiter Bürgermeister Litterscheid» und bekannte Republikaner. Um 4 Uhr ist Festball in drei Lokolm. Poftfchsch-Nummcr 48743 Berlin Oer französische öotjchaster in Tempelhof. Am Mittwoch nachmittag staltete der französische Botschafter de Margerie dein Flughafen Tempelhos einen Besuch ad, um das am Sß. Mai noch Paris geflogene Großflugzeug v 876 der Deutschen Lufthansa zu besichtigen. Der Botschafter unternahm «inen Rundslug über Berlin. Im Anschluß daran fanden sich am gestrigen Nachmittag 26 Mitglieder der sranzösi« schen Botschaft in Tempelhof ein, die ebenfalls einen Rund- flug mit der.historischen' Maschine machten, die als erstes deutsches VerkehrSfluqzug in der Hauptstadl Frankreichs gelandet war.— Räch der freundlichen Ausnahme, die die deutsche Maschine bei ihrer Ankunft in Pari» sowohl durch die Bevölkerung als durch offizielle Stellen gefunden bat, ist diese Kundgebung de? amtlichen tranzö- fischen Vertreter» in Berlin alz ein erfreuliche? Zeichen sich an. bahnender LuflverkehrSbeziehungen anzusehen. Zur unfere herbsi'Jugenüweihen Bierden Anmeldungen unter gleichzeitiger Bezahlung von Sfl Pf. Ginschreibegebuhr in den nachstehenden Anmeldestellen angenommen: gitr»Clin(«Mftcä Schaulpiefhaus): 3uflctiMrfrclamt Grofi. Berlin, Linden ftr. 3. 2. S>aS. 2 Treovrn(gimntec 11), aräffnri von» b,«< UI>r, Mlt». wo»» und ffrcitoo« von 9 Di» 7 Uhr. 6. Z-k-v». 3!® 31, Willi-lm-lMv«n« Sttüftc 43(Svfdirion):«. H-nis». R«3. MMer..&f« Utw»tcc Stooft« CSpoditton); S. Macke. R NZ.«arsusitr. 13: P.«rvll. R«. lttrechior Str. 21 , Restaurant):»ofstuann. R 5«. Lnckener Str. 3 tRestaurant): P. Dobroblaw. ?t 37. Swinemiinder Str. 3 tRestaurant): H. Obst, R 39. Äckrritr. 174<«pebi» tion):(f. Sertb. R 113,«Kreiienboaener Sit. 23 t Spedition):«.«ndcrffnn, 9! 31. Strallnnder Str. 1»; tZilcher, R 20. Baftianstr. 7:«. Sstde. NO t«. Land'derarr Alle« 43. 1 Tr.: V. Dölt, NO öS. gmmonueltirckstr. 24 iSpedi. tion): Arndt. O 17. Marwsstr. 3« iSpeditio»): M. Wartwann. O 34,«dnip». doracr Str. 37«Laden): L. Wittkwuk. O 34. Pcterodurqrr Str. S«Restaurant): 5> Melle. O 34. Prtersburaer Plod t lSprditian): R. Lier. SO 2«. Raunvn. stratze 9«Restourontl: g. Bellr. SO 3«. Sloqauer Sir. 30. v. 4 It.: SBflw. SC 30. Loustder Plan 14-15«Spedition).— ftür Irrptow-Bnumlcknilenmea: llB(stallt». Ranwichuienwea. Schradcrstr. IB. 3 It.;/z Uhr. IlebungSftunde im GesangSiaal der Sophienschule. Deinmeisterstr. 16/l7. Neue Mitglieder— Männer. Frauen. Jugend- liche und Kinder— können sich zur Aufnahme melden. Einfruduugrn lür btet« Rubrik find «rrlin SS«3. Lindrnstraß« 3. parteinachrichten für Groß-Serlin «tri» an da»»rzirtrsetretariat. 2. Hos.! Trrp. rocht», zu richte». 7.»rri, Ebarlotteubur,. Frritaa. 4.?uni. Vlir. in der Schulaula Vesta- louiftr. 90 diientli«!)« Elternpersamwluna. Bortraa:„Da» WodI und die Erticduna unicrce Sinder'. Refrrent: Lelireo Hadn. Alle Eliern und interessier.!« lind dorzlichst cinaeladen.......... 14. Srei« Schoaebera�riedeoou. Heute. Donnrrvtaa. 3. Juni. 8 Ubr. o„ent. liche Elternvcrsammlunq in der SieMuna Lindrnlws, Lekn�niiAm. Vai> iw...Geaen die Lchulreaktian. für Schnlausbau". Neferenttn: �rau Ellen Beidler.-Allc Eltern müssen erscheinen. �. IT. ÄTftf Lichtendery.©cftlnwltrtnt für die(EllcniicirotMnGhlen ist noch m der Borwortssvedition Borhoiener Strafte vorbanden.--f Die"»btriluna� Tcitw Verd«n acbcicit» bis Aum 5. Juni beim Genossen Platine?, xrossener Strafte an Anaeben, an wellchen Schulen in ibrer»bmTuM Wablen stattfinden.—-.�entralwahlbureau am Sonntaa. 6. Juni, bei Seivke. Scharnwsl'er- Ecke AronprinAeüftrafte. Telephon: Amt Admasstadt 851, Ttorf müssen die Dadlrefultate noch am<>. Juni qeckleldet werden. DeHirlsomt AreuzberM. Heute. Donnerstaa. 5. Juni. V* Uhr. ün Lolal Biel er. Diesfenbachstr. 76. Versammlnna oller SPD.'Arbeiter,»Anaestellten und -Aeainten. Taaesordnunq:..Der bevorstehende Bolksentscheid". Referent: PeHirksvei-ordneter Hermann tempert. Erscheinen ist Pflicht. Snmpathi. ftercnde ssnd einaeladcn. Der TrattionKvorstand. Arbei spemeinschait der ftinderfrennde. Arei« Mitte: Donnerstaa. Juni. na6im,ttaqs Z Uhr, im HortAimmer Elisadetbkirchstr. 19 Svrechchorvrobe Zur Sonnenwende. Asse Gruppen müssen vertreten sein. Aleissift nicht veraessen. Insolae Erkrankuna des Genossen Techenbach fällt der für Treitaa. A. Juni, in Aussicht aenommene Diskussionsabend über„Sozia� lifkische Aufbauarbeit in Palästina� aus. hevie. Donnerstag. Zuni: 1. und 3. A3t. 7 Ilstr dffonNiche sitornvrrsammluna in drr Aula der Schuir rioal»wal>lrn-'. Rekerovt: Lrliror Schrdtcr. ANr Eltkrn uiLllrn im«iarncn Znirrcllr br» stimmt«rschoinc». 3. Adt. Dir«stcnoslon treffcn«ich um 3 Udr zur FluadloitvorAroituna für dir El-rrndriraiswolilon bri Dobrodlaw, Swinrmllndor St«. Ii. 2t. Abt. 7': Ud« dkl Kroll. Utrrchtrr Str. 21. wichtiqc gunktionärsttiiina. ZNorgim. Zrcitag. 4. Iuni: 1. Abt. 7>i Uli» in der Schul« am«opprnpla»»ffentlich« Eltrrnvorsamm. luna.?aa«»o«dnuna:„Dir boporstcdrndcn Eltrrndriraiswastlcn-. Rcfr. «entin: ltrou KUd». 4. Abt. 7'.. Ildr doi Koch, EchllllnqNr. 39.«ichtia« F»nktion!!:i1t>uni>. 5. und 23.«dt. 7'z Ud« in dor Schulaulo Krddrnicker«Ztr. 23 dffcntllchc Eltcrnpcrlommluna. Toacoordnuiia:..lZllr Schaulaufbon—4 Ubr d-i HiUmer. Wilonackcr Str. 84. Borstandostduna. Ersidelnrn ist uadodinat«ikorderli». 2». Abt. V- Ubr bri Beinlich. W4ibrnbuPa«r Str. 1.«ichüae Funkt iontr- stdun, mit de» Obloutzn der S»ulcn. 27. A»t. Alle chrnollrn trieiliaen sich an der Fluoblativcrbrritun» 3 Ubr bot Woot-nonn.«stloimltr.>9. 3«. Adt. 7-, Ubr dn Vobit. Lvchrnoo Sir. ln3. Eck« Etaraardrr Etroß«. FunttionLrstduna. All« Funktionär« miistrn«rl»rinrn. 33. Abt. 7-, Ubr bot Lei-«. Bcnmestr. 8, irrftrn sich füm-Iichr Rrzir«»f>ibr«r und di« Bor»and»mit,li«ter. Di« Brziiktlildrer rrchnen mit S«m Ad. t«lluna»tas!ier»r ad. ist das Konto, auf das man freiwillige Beiträge für den energischen Abwehrkampf gegen die Habsucht der Fürsten einzahlt. Bezirksverband Berlin der SPD. I. A.: Alex Pagets. 33. Abt. Frritaa und Sonnabend»on 4 Ubr nachmittaa» ab von Busch. Silfittt Sir. 27, wicht ja« Fluablattoorbreituna. Erscheinen siimtlichor Mi«. asteder. auch dor Fuarnd, unbrdiuat orfordrrlich. 38. Abt. 8 Ubr Echulaula«steoraenkirchstr. 2 disrnllich« Iklternoroiammluna. Toaesordnuna:..Wa» will der Schulaufbau?' Referrnt: Laist-toa»adae. ordnetet Eduard Nachrrk. 49. Abt. 7>-. Udr Li dun a samtlicher Funktionare und aller trriwilliaen Dabl. bester bei Keusurr, Haaelberaer Str. 2st>. 41. Abt. 8 Ubr bei Schult. Mariendorfer Str. Z, treffen sich siimtliche Funk. tionöre»u einer wichtiaon Besprrchuna. MseliWeill Ist volksgMl! ZSr das voll, gegen dleZWev! Oeffentl. Kundgebungen heute Donnerstag, den Z. Zum: cichtknberg: 7i/z Uhr im Cecilitn-Lyz-um, RalhauSstraße. Redner: Artur Richter, M. d. L. Morgen Freitag, den 4. Zunl: Tiergarke«(S. Abt.): 8 Uhr im Nationalhof, Bülowstr. 37. Redner Felix Fechenbach. Spandau: 7'/, Uhr in der Marlthalle, Pichelsdorfer Straße. Redner Erich Kuttner, M. d. 2. Männer und grauen oller Parteien find eingeladen. 43. Abk. 74 Ubr in der Aula der sstrnieindoschule Diestenbachstr. 31 iiffent- lich« Eltornpersammluna. Rrferen«: Stadtrat Mar,kr. All« Eltern mstlfrn er!ck>r!nen. laorsordnun«:„Die Bedeutuna der Eliernboirakswablrn". 43. Abt. 8 Ubr erweiterte Borstandssitiuna bei Vrälke. Vrin vnstr. 23. 3k. Abt. Girmensstadt. Alle Partei, und»ewertlchaklsfunkiionäre Neffen sich um 71; Ubr bei Sundbeim»ur Teilnobme an der Kundarbuna f!!r den Bolk-rntscheid.. Schiiaebera. 77.»dt. 8 Ubr Funktionärsiduna bei Iitraon». Barbarossa- strab« 5«. Jeder Fuuktiobilr mub weacn de» devorstrbenden Bolf». entscheidrs unbedinot etfcheinen.— 7». Abt. 8 Ubr püntilich bei«stroti. Sedanstr.>7. Funkl!«närst«uno. Erscheinen aller Funkiiandre Ist Pflicht. 81.»bt. Frieden«� 8 Ubr.bei Mab». Sandirrnstr. 39 3).«rmettette Bor. ltond»ss»una. Mitaliedsbuch und Borwärlsaulttunq find mitzudrinaen. Reukill». 8». Abt. 74 Ubr bei Brase. Sandersrr. 19. Borstand», und Funk- tionarüduno. Di« Landoaitatlonsmitallrder müssen ebenfalls erscheinen— 81. Abt. 7>; Ubr bei Balewsss. Baddin. Ecke Fsarstrosie. öffentliche Eltern. nersammluna.?aae»ordnuna:..Die Bedeulunq der Elkrrnboirat-.wablen" Referent: Richard Sllntdrr. Dir«Srnosscn dcieiliaen sich restlo» an der Drrtammluna. 181.»bt. Trrptm». 74 Ubr In der Schul««ildenbruchstralie. geiibrnsa-l. öffentlich« Elternnerfaunnluna. Borkraa:„Die Bedeutun, bor Elkorn- neiratswadlon". Referent: Lebrer Richard SchrSter. Alle Eltern müssen erscheinen. SS' Mabledors.Güd. 8 Ubr bei Die» wichtiae Funktionärstistinq. 134. Abt. Buch. 8 Ubr im Lokal«stöpkeri. am Bobnbof. ous'rrordenilichc Mit. al>ed«:verlammlun». ZSichti»« Taaeeardnuna. •* 102.»bt Bauueschulea»««. Sonnta». 3. Fun!. Bannerweibr und Auftakt zum Bolksentscheid IN Baumschulenmea. Abmorkch nachm. 14 Ubr Kdpenicke, Landstrabr. Ecke Baumfchulenstro»«. Anschiirsiend Wald lest in der Könia». beide. Ztuuillozialiftrn. istruppe Reiittll» TT: Heute. Donnerstaa. 8 Übt, im luaend. heim ochierkefkr. 44. Bokkraq de» Genossen Kriedemonn über)„Raiionali. Nrruna und Akbeiierschast". Sterbetafel üer Groß'Serliner Partei-Grganifation 31. Abt. Am>. guni. moraen» 34 Ubr. nersmrb unser Senosse David Brü-a-mann. Fsloiidktr. 3. Ein-scheruna Freiiaq. 4. Juni, nachmiltaa» «IN Krematorium Grrichtstrabr. Um rege Bcieiliauna dittk, die Abteilunosleituna.__ Sozialiftische /lrbeiterjugenü Greste 6erlfn, tptcilttMCfleiter halt die Korkn Zur Sonnen wmhffifr cm 26. ch. ,�?��as?nt«rs»,: Di« fäc Juni anaesotzien CrwprborofcnkurTc merhrn umftonbeboChpr vcrftbolvn. Röhcrc Nachricht folat. AvweUwvqrn für Zeltscheine werden nur noch bis Mittwoch. Y. Juni ent. aeaenqevommen. heute. 7M Uhr. Ztbleilungsmitglieberversammlungcn: «chäniaulfj»»rstabt I: Schule Drlrsener Str. 22.- Gch»nb,»»ee P.e. ntzbt II: Schul« Ebrrswaldrr Str. 19. ginimor II.— Feied»»»»:-luaenddoim Ossenbocher Str. 5«.— geblendors: Südschule. Williolmftraste.— Erkner! lluaondbcim an der Rundsscoluna. Südwest: Fuaondbeim Lindonstr. 3. Bortraa:„Die soiiale Bedeutuna de« Feste»". Reseren«: Genosse Snaelbardt. Milaliedrr anderer<3r„vvrn und Paueiaonossen sind rinaoladen.— Schitnebei, Ii gnaenddeim Rüben-, Ecke Hauptstrolie. Fuiiktiondrstttuna.— Gchünebcra III: guaendbrim Hauptstr 15 Boriroa..Politische» Allerlei". ) Rlederschandaulen! Frrita». 4. Juni. Bortraa:„Eekurllr Fraaen". vortrage, vereine und Versammlungen. » Reichsbanner»Schwarz-Rol-Gold". Gefchäflsftelle: Berlin E. U. Sebasiianstr. 37 58. Hok 2 Tr. Gavvorstand. Achtuna. Kameraden! Wir machen nochmals auf die Berawstaltunaen am kommenden Sonntag in Nawawes und Erkner aufmerksam und bitten um recht»ahlreiche Aeteiliaunq.— Mitte. Fr., d. t.. Provaaandaummarsch. Antreten mil Fahnen und Tambourkarpö 7 Uhr Papvelplaft. Sa., d. 5., Provaaandaummarsch. Antreten 7 Uhr Äöllmschfl: Park. Sonntaa. d. 6.. Autofahrt nach NnnTawes. Fahnenweihe. Antre/.en vormittaas 10 Uhr Z)euer Markt. Fahrtkosten 75 Pf.— Prenzlauer Bora. Kameradschaft Balkan I S: Do., d. 8.. 8 Uhr. Kamcradsckiaftsversam.mluna bei Hell. Christburaer Str. 17.— Wilmersdorf. Fr., d. t.. 8 Uhr. Siftuna des Vorstandes und der Kaineradschaftsführer hei Wogner, Wilhelmsaue. Hassen« sport jeden Do. ab 8 Uhr in der Oberrealschule am Seepark. Sportübungen im Freien i eben Sonntaa vormittaa ob 10 Uhr. ieden Di. ab K Uhr. Rroc Be- tciltfluna Pflicht.— Sdonfbcrq-Fricbcnau. Die Kameraden werden drinaend ersucht, sämtliche zur Berfüquna stehenden Fahnen Hi» Fr., b. 4., Besziaer Strafte abAuliefern. Achtuna. Kame'-'odcn? Do. und Fr. finden Prapaoanda. uoiAüa« mit Musik statt. Antreten Do. Hochtirchstrafte. Fr. Wartburapsaft um 7 Uhr.— ReuköllN'Brift. Sonntaa. d. 6.. mit Svielleulen und Fahnen zur Fahnenweihe nach Erkner. Treffpunkt für Radfahrer 6*-5 Uhr früh Saale- Ecke Unstrutttrafte. für die übriaen Teilnehmer Uhr. Bahnhof RoukRln. Nach. Aüalertreffpunkt ist �rfner.— Pankow sKreig). Do., d. 8.. 7� Uhr. sämtliche Evielleute Fu-qendhelm Pankow. Erscheinen Pflicht. Sonntaa. d. 5.. vor- mittaas ft Uhr. Antreten Bornholmer Strafte Ecke Schönhauser Allee mit Fahnen und Tambourkorps zur Fahrt nach Erkner. Tagestour. Rochrichten. dienst ladet ein.— Gtcnlift'Lickterselde'Lankwih: Sonntaa. d. 6.. 11 Uhr vor- mittaas. Antreten Stealift. Düppclpla». zur Fahrt nach Rowawes. Spielleute vollzählia. Pflichtveranstaltung.— Köpenick und Unterqrnppcn. Sonntag, d. 8.. Abfahrt vom Bahnhos Köpenick um 11 Uhr zur Fahnenweihe na6> Erkner. Pflichtvera nstaltuna.— Tempelhot(Kreig). Ab Id. Juni jeden Do. Turnen Kaiserstr. 21. Sonntag, d. 6.. Autofahrt tiach Erkner. Antreten Uhr Hafen Tempelbof._ Heimattreue vberschlesser. vrtsqnwpe Rarbvst. Montag. 7. Juni. 8 Uhr, Unionsfestsäle. Greifswaider Str. 222, aufterordentliche Generalversammlung. U. a. Reuwabl des Vorstandes. Landsmanvfchaft de? Schleswia-Holsteine? zu«e'lin 18S?. Donnerstag. «8. Juni. 8 Uhr. Pei Esser. Köpenicker Str. 7ssa. Plattdeutscher Vortragsabend. �andsleute sowie Freuvde der plattdeutschen Sprache ssnd willkommen. Berliner«rbeiter-Bchachllnb. Obieutesiftuna am Sonnabend. 5. Funi. ? Ewald.— Das neue Spiellokal der Abt. Südwest ist Lankmihstr. Z bei Wanke. Spielabend Freitags. Gäste stets gern gesehen.— Abt. Friedrich«;. barn: Freitag- 8 Uhr wichtige Siftung bei Nottrosch. Rtoaer E!r. sia. Ebers- wasdc'FahrVr ebenda. Abfahrt Sonntag früh l» Uhr Stettiner Bahnhof. Sport. Rennen zu Ruhieben am Mittiroch, den 2. Juni. 1. Rennen. 1. Beirr Hall(B Heckcri). 2 Srbprinz si. sAnöv« nadrl jr.), Z. Eilelsrieb ID. Schulze). Toto: 2l: 1» Bind: 12, 14 27■ 10. ftetnet liefen; Meisterstück. Turiddu. Michael, Leuchtkäser, Ikucic Halle, Reh-. boserin. Holstein, LachmuSkel,?delreiS. üfst. 2. Rennen. 1. llockung(flau-« jr.), 2. KönissSadler tLauieitberqer). 3. Blaue Jlhrii-Heckert) Töko: IS: 10. Platz: II. II, IS: 10. Ferner liefen: Importeur. Zlamingo, i'inSfp. Brlnzeffin Stawab 3. Rennen. I Per a'veia lM. Ringiu«». 2. Lanzelle sAb4-inaiei): 3 Nation(Herrn.®«6(eu(cncc). Solo: 77: 10. Platz: 42, IS, 32: 10 K-rncr liefen;(Iba PaloS, Frieda Edelstein, Orelia, Melancholie, Zlntemie, Pustelchen..Zredegundis. 4. R e n» e n. t. Dorttha(r aufi jr). 2. Fei»(F. Mill«). Z.«iilnfchor iE Schön). Toto: 47: 10. Platz: 10. 14. 22: 10. Ferner liefen: Eid- mann. Mareell, Trolleur. EtemaiiS bion, Northern Äoto. Zockele. Z Rennen. I. Tcnsmünze..!2. IS: 10. Ferner lleftir Simiene. Dunajee, Odeffa. Zeilgeist. Poralta. Äluck. 7. Rennen. I. Preitlied(«?rofznialin). L. kohlenlönig(Heckee-I), 3. Sphinx I(Jaust fr.,. Solo: 15: 10. Platz: 12. 12: 10. Ferner liefen:(uliokonigin. 2lnna Laura, Friedrich fler, Slürafflct 8. Renne». 1. 2(tlmark(9. Heckert). 2. ilohnnmSfäfer(Orostmann), S. Iclla 11). Milltz)., Sota: 14: 10. Platz: 10/ 10, 10: 10. Ferner liefen: Deffrie» jr.. lief ohuc Wetteii, Allcuc, al» I. dltq., Ginoli, Eobra, Eadiac Zlxioorlhn. st. Rennen. I. Nofula(F. Bahr), 2 Senraria(F. MillS), 3. Puma (F. echWihl). Solo: 95:10. Platz: 22, 15. 44:10. Ferner liefen: Hellt« a, Eirano. L'EaPt. Lecrberg. Armeiiicr.«�oudfler Gloria, Och:ie.:wolke,.Upen- ömg,.Klefierrofe, Ralmö, Lu. Benedict. Gesihostttche Mitteilungen. «chubarlltze 12119. Würbe plützüch am Potsdamer Platz«in« Frau auf. fauchen, di« fo«ratz wbe 1299 l-end'iaen. Einen derarliaen Schuh Ibniifii die Berliner jetzt an- jatzlich der aivtzcn<-ck:udhef Sanderneransialiuna„Der Schuhhof in Weih- im Rabmen e:ner wirklich f«hrn«wrrtcn Dekoraiio» i» seinrr aipantischri-«.»ratze l'auak>»">* Meter HHhe I» der.gistahr« strotze z>:m Wonnsre. bahnho« desichliae». Bei dieser(belearnhe!, sei oleich daraus oiiioewirsrn dotz der e-chuhhoi in B>«itz dem ilhorasier dieser Be.iansialiiii'e« entsprockirnd rtne arofte Anzahl aanz uiia:wöhnl!ai billiarr Aiicedote in Lelnenschubrn brlnnt, die tzcherlich schon mit Rückstau aus die nretzen Borteile, die Voliien(dinhe für die warme Faki«»,ell biete», allseitia mit oratzer Freude hezriltz, werden. „Der Echuhhaf in W'itz" befindet sich nicht nur Berlin. l-Iiilstr. I',«ondren auch Edarldttenduro, WIlmerodorfer Sir.>17. und Spandau. Breit« Str. 22. »S»-»?«.»' J.1.1..I.,J—........... 1.----- ii..............-! V'fA'UMC»hnc Gaumen von H TlarU an. mit Kaat- etehukplattc I u.«.Hark.~ Teilzthlong gestattet. 3 Jahre weitgehende Garanüe. Zahnziehen hei Bestellung gratis. Maftlfani V*nnsieer IStrnßp 1— Zlinmcrslraßc 8« BE««iwCiiil|«nl«en»itr. at7; Chnrlbj;., Mchltttcrutr. 37 HßuMn i HVMtffftnr i durch SKentm auslesen so« pafie •»«Ii« iiefcftlat.fi.«. w«. Der St*. etfto perftteft a».- 1�- gur Räch. 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Elekleoschweiher sowie-schweihetinnen. Tage»orbnu»g: t. Vortrag:.Die Krise t» ber Wir, ich an" Neseeent:«oll Dinguth. Aussprache. Z. Berufsangelegenheiten unb Verschiebe»?» Miiglicdsbuch legitimiert! (Es wirb erwarlel, baß b'e Bcrufsange- hörigen zahlreich unb pünitlich erscheinen otooeuiB. Mme! Sonnabenb, bca 5. Fnai, rarftniittaos 12' 2 Ahr. Im Zimmer 2O bes vor- banashauies. cinienstrahe S3 85 (Eiigpibsiolenoerfflmniiung Es ist Pflicht eines Kollegen, in dieser erscheinen. jeden organisierten Versammlung zu wiig! Bfttieösräle tditang! Dw Belriebstäte-ZeUlchrisl 3!r. 11 Iii erschienen unb kann gegen Vorlegung ber L.giAimationslarie de» Belriedsrale- odmannes iür das Iabr I»26 in unserem Bureau. Zimmer 5 ober nach« Uhr im Zimmer 4, entgegengenommen werben. _ Pia Oetaoerroultuna. Inlerieren bringt ERFOLG! Deulseh. Melallatbeiler-Verband Verwaltungsstelle Berlin Den Kollegen zur Nachricht, daS unser Kollege, der Metallarbeiter Hugo Schönling am 1. Jui.i gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag, den 4 Juni 1925, nachmittags 4'/. Uhr Im Krematorium Qe- tichtsträbe statt. Rege Beteiligung erwartet Die OrtSTerweltung v v v w nr r mir nm Durdi Massen-EinhaBt gelangen 24M800 Lider Weine in bekanntsr Oüte spottbillig zum Verkaull Apfel- und Haidelboar wein..68. ea 14"/ Etr. 0.76 Alt-nab», Slscbii-„. 3-bani>l»b».,w»lii, ,88. Lir. O.Oä ErdbeOPOf. In, Zucker cUSt. u.. Ltr. 1.47 Ecr.tor SpaniaCittr ßlulwein. sll8 c» 17 s, Ltr. 1.40 Nlslaga, ecbi, nnveiechnitteo. c». 15%.... Lir. 1.60 Sanaio, Kr.nker.weiii,«iel, kräftig,«88... Ltr. 1.90 Falnatap Poptwem. krä'lig,.88..... Lir. a. 00 Cp.tklaaaige Bowle,«88 m A oma.... Ltr. 0.76 tratk'asaiqe;r4o<- v.eiOwoira..... Fi. 0.76 23er Liobf• auenntilcl». priir....... Fl. 0.65 Bowlon-Sokt..Mein Simor'...... Fl. 1,90 2ler WeiBweino.«»hr cd-l........ Fi. I.SO Felnata 20er Rorde�uxwoina..... 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Wer weiß, vielleicht finde ich ein weiteres Blatt, auf dem ncfchriebcn steht, wie man dies« Steine findet, und ich werde dann ,vim reichsten Kaufmann Salonikis.� Jofchua erzahlte mir, daß Jßok tatsächlich reich geworden ist. Allerdings hat er kein Traktat gefunden,, aus dem hervorging, wie man Diamanten findet, ober riienbar haben andere von ihm durcklefene Folianten die Lehr« des Vaters ergänzt, da er eine Werkstatt falscher Brillanten eröffnete. Sohn, verkaufte ich zum dritten- und letztenmal meine Hofen, die nür erst kurz vorher Rebekka aus ihrem Hochzeitskleide gemacht hatte. Für die daraus erlösten zwei Piaster kauft« ich mir eine � gute Pieike aus Lcvanteton mit einen, Jasminfticl und einem j Barnsteinkopf. Aber als ich sie zu Haufe hott« und. nachdem ich ein Päckchen Smyrnotabok entsiegelt hatte, im Begriff war, ein Stückchen 5iubl? in die Tulpenblütc zu legen, hielt die Stimine der Weisheit n"ch zurück. Eleasar, sagte ich mir, halt du wirNich vergeblich Rebekka geliebkost, den Bauchtanz geübt und die Wurzeln des Holländischen studiert? Die in Brand gesteckte Pfeife wird sich als schlimmer erwcilcn als diese nie erprobte. Dummkopf, laß dein Glück nicht im Rauche des Augenblickes verfliegen!— Seit jenem Tage nahm ich die vor den eifersüchtigen Blicken Rebekkas sorgfältig gehütet« schicksolsschwer« Pfeife jeden Abend unter dem Bett hervor und berührte ehrfürchtig mit den Lippen den goldenen Bernstein. Sic erinnerte mich an die Sanne und an die Brustzipfel der herrlichen Frauen, die ich in den türkischen Badchäufern erblickt hotte, und die ein armer Jude im Wachen nicht zu sehen bekommt. Ich sog tcn Dust des Josminholzes ein. und der Stiel schien weiße Blüten zn treiben. Darauf sangen Nachtigallen, besser als der geschickteste t ineche. Die rote Erde erinnert« mich an die hellige Erde, in der die Knochen der Patriarchen und Propheten ruhen mit oller Weisheit, die größer ist als die der hebräischen und selbst der Iplläudischen Bücher. So war ich mit meiner Pfeife, ohne sie zu rauchen, glücklicher als olle Türken, Griechen und Hebräer, die auf den Schwellen ihrer Häuser chr ganzes Glück verständnislos in Asche sich verflüchtigen ließen. Mein Sohn, ich hinterlasse dir diese Pfeife, und ich flehe dich an. denke nicht daran, durch Feuer ihren kühlen mädchenhasten Leib zu oerderben." Groß war der Unwillen de» jungen Joschua, als er diese Rede gehört hatte. „Bater. hättest du nicht in die Pfetse gespuckt wie ein Eunuch«. sondern sie vernünftig geraucht, so hätte sie, derart durchgeroucht. s jzt einen Wert von wenigstens zehn Piastern." Joschua war von stürmischer und leidenschaftlicher Gemütsart. Ausgebracht über den Verlust von acht Piastern, noch mehr ober über die Dummheit de« Vaters, der sich als weise ausgab, ergriff er die Pseise und schlug ihren Pfeiienkopf. der einer geöffneten Tulpe glich, Eleasar den Elia um den Schädel. Entgegen der allgemeinen Ansicht, daß der Levanteton sich durch Zerbrechlichkeit auszeichne, tlieb die Pfeife heil, obgleich die Stirn des weisen Eleasar den Elia für ihre— eines Marmorblockes würdige— Härte in Saloniki berühmt war. Dogegen schloß Eleasar kurz danach für immer die durch das Lesen der holländischen Traktate verdorbenen Augen. Selbstverständlich haben damit Joschua und sein edler Unwille nichts zu schaffen gehobt. Wie aus dem Vorangegangenen zu ersehen ist. war der Greis bereit gewesen, an Magenverstimmung zu sterben und er brachte dieses Vorhaben, nachdem er seine Belehrung beendigt hatte, zur Ausführung. Joschua übrigens dachte in dieser Minute nicht weiter, weder über die juridische noch über die medizinische Aufklärung der unmittelbaren Todesursache Eleasar den Elias nach, eilte in die Küche, entnahm den, Kohlenbecken ein Stückchen Kohle und machte sich eiligst daran, die geerbte Pfeife anzurauchen. Von dieser Zeit an hat er sich im Lause von fünfzig Iahren nicht mehr von ihr getrennt. Da er fromm und gottessürchtig war, untersuchte er späterhin seine Handlungsweise vor dem Tode seines Daters und fand sie. überlegend, gottgefällig. Die Ehrung der Ellern bringt langes Leben, und da Joschua schon achwndsechzig Jahr« alt gewesen und sich noch einer ausgezeichneten Gesundheit erfreut halle, so war es klar, daß eine Nichtachtung seinerseits nicht vorgelegen halle. Anderseits hotte Eleasar selbst vor seinem Tod« Joschua angedeutet. daß die Ursachen seiner. Joschua,. Geburt unklar seien, so wie sich sväterhin die Ursachen von de» Daters Tod als unklar erwiesen Endlich waren Gebot« und Gesetze für den Gebrauch des Alltags gegeben und nicht für solche Ausnahmefäll, wie die Vererbung emer — solange sich Sie Senfer Herren von Militarisien beraten lassen, isi mir nicht bange. nicht gerauchten Pfeife eines pseudoweisen Vaters an feinen Sohn. Und so rauchte Joschua seine Pseise bis zum achtundjechzigften Lebensjahre»nd verkaufte sie dann nur, well er noch mindestens dreißig weitere Jahre zu leben hoffte und beschlossen hatte, eine zweite Pfeife durchzurauchcn. von der ersten, die ihm zwei Lire reinen Gewinn eingebracht hatte, vollauf befriedigt. Sorgfältig bewahre ich die Pfeife Ioschuas und rauche sie oft des Abends auf dem Diwan liegend, ohne sie jemals zu Ende rauchen zu können. Das erklärt sich nicht etwa durch ihre Geräumigkeit, sondern ausschließlich durch hohe geistige Erlebnisie. Jedesmal. wenn meine Lippen die Bernsteinspitze berühren, gedenke ich des elenden Doseins Eleasar den Ellas, das zu spät durch die Lehre Joschua» gekrönt wurde. Und ich beginne zu bedauern, nicht, was mein Leben«nthallen hat, sondern das Biel«, was hätte sein können und nicht gewesen ist. Bor meinen Augen beginnt es van Landkarten mir unbekannter Länder, von den verschiedenfarbigen Augen von mir nicht geküßter Frauen und bunten Einbänden von mir nicht geschriebener Bücher zu fliminern. Und ich stürze an den Schreibtisch oder an die Tür.- Da ober Reisen. Küsten oder Erzählungen schreiben mit einer so großen Pseise, die an ein« erschlossene Tulpenblüte erinnert, unmöglich ist, so bleibt sie liegen, kaum durch deu ersten Hauch erwärmt. Habe ich dann aber eine neue Stadt gesehen, wo die Menschen sich vermehren und sterben wie überall, oder eine Frau geküßt, die anfangs Verse liest, dann aber schnarchend ein- schläft, eine Erzählung geschrieben von einem halben Druckbogen wie tausend andere Erzählungen von Liebe oder Tod, von Weisheit oder Dummhcll, kehre ich aus denselben durchgescheuerten Diwan zurück und bcdoure, daß ich nicht meine Pfeife zu Ende geraucht habe. So hat!« ich für zwei türkische Lire«inen Gegenstand erworben, der zwischen den Zähnen eines anderen eine Quelle der Seligkeit und Ruhe gebildet, in meinen aber zu einem Tanwlustelch wurde, der neben mir schäumte und doch niemals zu erreichen war. vom Pirol. Er ist«iner der farbenprächtigsten Vögel, der Pirol, den der Doltsmmid zum Psingstvogel gemacht hat. denn sein Fedcrkleid prangt in grellcuchlendem Gelb, während Schwanz und Flügeldecken tief schwarz glänzen. Aber er ist so scheu, daß er sich nur im dichtesten Laubgezweig der höchsten Bäum« aufhält. Man bekoinmt ihn des- halb nur selten zu Gesicht, obwohl er mit Vorlieb« in der Näh« des Menschen lebt, besonders dann, wenn im Garten ein paar sruchwolle Kirschbäume stehen. Seinen Namen Psingstvogel trägt er deswegen mit Recht, weil er gewöhnlich erst im Lause des Mai, also etwa um die Pfingstzeit, wieder bei uns eintrifft. Er scheut die Kälte, weshalb er auch schon im August, selbst wenn es noch so heiß ist, wieder fortzieht. Der gelbe Pirol hat aber auch noch andere Namen, dar- unter einig« ganz seltsam«. Der Zoologe nennt ihn seines gold- glänzenden Gefieders wegen Goldamsel oder Golddrossel: im Volk jedoch hat ihm hauptsächlich sein charatleris», her Ruf. der wunder- voll« Flötenpllss, der sich in klangschön« Aerschlingungen verliert. verschieden« Namen gegeben. Schon der Name Pirol, wie auch die lateinisch« Bezeichnung„oriolus", soll den Flötenton kennzeichnen, der sich ungefähr wie„Peripiriol" oder wie.�Hüo— hüo" oder „Bülow— bülow" anhört. In Norddeutschland nennt man den Pirol deshalb auch häufig den„Vogel Bülow" oder scherzhaft„Schutz von Bülow" oder„Herr von Bülow". Lustige Necknamen, die sich am seinen Pstfs beziehe», sind ferner„Bieresel",„Bierhahn" oder „Bierholer", denn in Mitteldeutschland deutet man seinen Ruf als: „Pfingsten, Bier holen, aussousen, mehr holen!" oder„Bauer, dein Bier hol'!"—„Heft Du sopen(gesoffen), so betahl ok!" hört der Mecklenburger aus dem Pfingstvogelruf oder auch„Wo geiht de Wcch nach Zülow?" und„Sünd sc vielleicht u, Zülow?" Außerdem heißt er auch Kirschvogel wegen seiner großen Vorliebe für die süßen Früchte, die er gar zu gern anpickt. Auch in anderen Sprachen finden sich übrigens kennzeichnende Deutungen des Pirolmses. So erklärt der französische Pirol, daß er die Kirfchen liebe, die Nüsse aber verschmähe, oder daß er Gott seine Sünden bekenne: der italienisch« fragt, ob die Feigen schon reis werden, und der koreanische Pirol seufzt nach der Geliebten. Hierzu sei erwähnt, daß beim Liebeswcrben des Pirols das Weibchen auf leinen Ruf sogar antwortet, allerdings in so häßlichen, krächzenden Tönen, daß sie in den melodiösen Ruf des Männchens recht unschön eingreifen. Eines Kaisers Ansicht über das Duell sollte ja eigentlich als kompetent gellen können. So fei hier ein Brief.Kaiser Josephs Ii. von Oesterreich aus dem Jahre 177) veröfseilllicht. der das Duell- oroblem ganz eindeutig löst: Herr General! Den Grasen.K. und de» Hauptmann W. schicken Sic sogleich in Arrest. Der Graf ist aufbrausend, jung, von seiner Geburt und von falschen Ehrbegriffen eingenommen— Hauvtmann W. ist ein alter Kriegsknecht, der jede Sache mit Degen»nd Pistolen berichtigen will unö welcher das Eortel des jungen Grasen sogleich mit Leidenschast behandelle. Ich will und leide keinen Zweikampf bei meinem Heere, und verachte die Grundsätze Derjenigen, die ihn nciteidigen, die ihn.zn recht- fertigen suchen und sich mit kaltem Blute durchbohren. Wenn ich Ossiziere habe, die sich mit Bravour jeder feindlichen Gefahr blas geben, die bei jedem sich ereignende» Falle Much, Tapferkeit und Entschlossenheit im Angriff und in der Berlheidiguug zeigen, so schätze ich sie hoch. Die Gleichgülligkeit, die sie bei solchen Gelegen- Helten für den Tod äußern, dient ihrem Baterlande und ihrer Ehre zugleich. Wenn aber hierunter Männer seyn sollten, die Alles der Rache und dem Haste gegen ihren Feind aufzuopfent bereit sind, so verachte ich dieselben: ich halte einen solchen Menschen für nichts besseres, als einen risinischen Gladiator. Eine solche barbarische Gewohnheit, die dem Jahrhunderte der Tamerlane und Bajazete angemessen ist, und die oft so traurige Wirtungen auf einzelne Familien gehabt hat, will ich unterdrückt und bestraft wisten, und sollte es mir die Hälfte meiner Offiziere rauben! Noch gibt es Menschen, die mit den, Charakter von Heldenmtllh denjenigen eines guten Untcrthanen vereinbaren: und es kann nur der seyn, welcher die Staatsgcsetzc verehrt, gez. Joseph. Zwei Mllionen Blinde. Mehr als 2 Millionen Blinde gibt es in der Well nach den Schätzungen des Madrider Gelehrten Antonio Las Hervas, der das„Weltproble,» der Blindhell" in einem Aufsatz der Zeitschrift der Roten Kreuz-Bereine behondell.„Verschiedene ziollisierte Völler", schreibt er.„haben es dahin gebracht, 50 Prvz. ihrer Blinden eine Erziehung zu geben und 25 Proz. für nützliche Arbeit zu gewinne». In viele» Länden, aber befinden sich die Blinden in einem Zustand trauriger Vernachlässigung Die Ver- Hinderung der Blw.lcheit ist nach den offiziellen medizinischen Eto- nsttfen in mehr als SO Proz. aller Fälle möglich, wenn die nötigen hygienischen und sozialen Maßnahmen getroffen werden, um die hauptsächlichen Ursachen des Erblindens zu bekämpfen." wirtsihaft und Eindrücke von Die große Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Für- sorge und LeiSesubungen tn Diisseldorf gibt mit ihren um- fassenden Darstellungen der amtlichen und privaten Wohlfahrts- pflege aller Richtungen ein außerordentlich anschauliche» Blld von der Notwendigkeit einer planmäßigen Sozialpolitik nicht nur im Interesse der Menschen, die an ihrer Arbeitsstelle und in ihrem Heim all« Vorbedingungen einer gesunden Lebensführung er- füllt wissen wollen, sondern darüber hinaus auch vom Standpunkt der Wirtschaft als solcher. Heute nehmen die Unternehmer bekannt- lich für sich allein das Recht in Anspruch, als„d i e Wirtschafl" zu gelten. Forderungen der Arbeiterschaft, Ansprüche des Staates zur Erhaltung und Förderung des Gemeinwohls werden als eine Ange- lcgenheit der Parteipolitik oder als ein« verblendete.Marxistische" Ideologie zurückgewiesen. Die Wirtschaft, wie sie die Unter- nehmer meinen, soll für sich und durch sich existieren. Soziale Für- sorge in dem heutigen Ausmaß gilt ihnen als Sport, den man betreiben kann, wenn man viel Zeit und viel Geld hat. Heute sei die Zeit dazu nicht da. widerspruchsvolle Un'ernehmerpolitlk. In zahllosen Unternehinerkundgebungen zeigt sich dieser Stand- Punkt, sei es, daß man sich gegen die angeblich zu hohen Sozial- losten, gegen die Verminderung der Verbrauchesteuern, gegen die Elhöhung der Löhne und gegen einen Ausbau der sozialen Ein- richtungen der öffentlichen Hand wendet. In ihrem eigenen Hause freilich denken die meisten Unternehmer anders. Die Siemens. Borsig, Krupp, Kirdorf, Vogler und wie sie all« heißen, deren Name unter mancher fozialreatlionären Kundgebung steht, halten sehr darauf, ihren eigenen Angestellten und Arbeitern gewisse sozial« Vorteile zuzinvendeni sie schaffen Sozialreseroen, Erholungs- Heime, Vcrsicherungsiassen und andere Dinge mehr, um den ihnen erwünschten Stamm von Arbeitnehmern an ihren VF trieb zu fesseln. Sie liesern aber doch domil selbst den Beweis, daß die Selbsthilfe der organisierten Arbeiterschast ebensowenig wie die amtlich« Sozialpolitik heute noch ausreicht. Aber sie möchten ihren Leuten, wie«z auch In dem Gedanken der Werksgemeinschaft zum Ausdruck kommt, ln Form von sozialen Zu- Wendungen einen besonderen Anreiz schaffen, tn dem Be- triebe zu bleiben. Sie rechnen nicht mit der sachlichen Kritik, die man an all diesen Maßnahmen üben muß und die nach zwei Rich- fingen geht. Einmal kann die privat« Fürsorg« der Be- triebe auch nur aus dem Arbeltsertrag bestritten werden. ?ede Sozialprämie der Privatbetriebe stellt ein Stück e i n b e- halte n en Lohns der Gesaibtbelezschnft dar. Es macht also zu- nächst für den Arbeitnehmer gar nichts aus, ob Herr o. Siemens oder Herr v. Borsig einen Teil des Lohnes für bmartige Einrichtungen einbehält oder ob die Krankenkoffe, die Gewerkschaft und die Zwanas- Versicherung das tun, indem sie Beiträge erheben. Nur ist e> n wesentlicher Unterschied und das ist der zweite Pmikt der Kritik, die an der privaten Fürsorge einfeiz«, muh. All« Einrichtungen der Arbeitnehmervcrbände und die der sozialen Selb'tver- waltung stehen unter fortgesetzter Kontrolle der All- g e m e i n h e i t und besonder» der beitragspflichtigen Mitglieder. Infolgedessen kann den Hilfsbedürftigen on allen Stelleu geholfen weichen, soweit Mitte! dmiir vorhanden sind. Es kommt dabei darauf gar nicht an, ob der Hllfsbedllrstig« ein leitender Angepellter von Siemens»der das sieche Kind einer Heimarbeiterin im sächsischen Erzgebirge ist. Gerade die am schwersten Notleidenden aber, die durch die Ungunst der Äonsunktur, manchmal auch durch persönlich« eder politische Unduldsamkeit der Betriebsleitung setzt schon seit Jahr und Tag außerhalb der Dotolsbe stehen, werben von der Sozialfürsorge der Betriebe entweder überhaupt nicht oder nur in vsrschqvindend«» Umfange erfaßt. Das ist sin schreiendes Unrecht, dem man nur durch Ausbau der staatlichen und der kommunalen Fürsorgetätigkeit abhelfen kann. Unzureichende Konzentralion der ÄrLfkc. Man sollte meinen, daß die bisherige und nicht geringe Praxis der freiwilligen Wohlfahrispslege der verbandsmaßigon Organi- sotionen und der össenllichen Sozialfürsorge in Deutschland dies« Fragen schon längst wissenschaftlich geklärt haben müßt«. Gerade in einem Reich, dos auf allen Gebieten zu d?r drückendsten Sparsamkeit oerurteist ist, sollte man erwarten, daß die Kräiie nach einer Kon- z« n t r o t i o n der sozialen Leistimgen und damit auch der sozialen Abgabe Pflicht drängen. Stall dessen ist das Bild trotz unleugbarer Fortschrille der letzten Jahrzehn!« noch«in durchaus buntes, um nicht zu sagen verworrenes. Viele Hunderte van Organisationen laufen nebeneinander her: dazu kommt di« wachsend« ausgleichende Tätig- keit der Gemeinden und des Staates. Do aber man immer die all« oemeine und die befoirdere Begründung der sozialen Hilfstätigkeit findet, da ergibt stch in geradezu zwingender Wels«, wie trotz der vielen zur Schau gestellten Leistungen dos deutsch? Volt noch weit von dem Ziel« entfernt ist, allen seinen S ch u tz b e- dürftigen die notwendige Hilf« in Not. Elend und Krankheit a n g e d« i h e n zu lassen. Es ist ein Wellstreit, dessen Beweg- gründe nur zu loben sind, wenn jede Organisation zeigen will, w i e viel sie schon geleistet hat und welche Aufgaben noch zu leisten sind. Aber dieser Wellstreit ist zugleich ein schwerer Vorwurf gegen das kapitalistische System als solches, dessen Auswirkungen stch keiner zu entziehen vermag, solang« nicht die Wirlschaftstätigkeit de» ver Rückgang öes Eifeabahnbeöarfs. Zur Entwicklung der Oren stein n. Koppel A.-G. D« Orenstein u. Koppel A.-G. war In der Borkriegszeit ein« der glanzvollsten und auch im Ausland bekanntesten deutschen Unter- nehmungen. Fast restlos auf Eisenbahnbau und sämtliches rollend« und feste Eisenbahnmaterial, daneben auf Baumaterialientransport eingestellt, lastet heute der Auftragsmangel de» Inland» ebenso schwer auf ihr wie die verschärfte Konkurrenz im Ausland. Noch deutlicher als aus dem diesjährigen Geschäftsbericht allein ergibt sich die Wirkung der allgemeinen wirtschaftlichen Depression aus dem vergleich mit der Vorkriegszeit. Die gesamt« Bilanzsumme ist heute mit 30 gegen 08 Millionen 1913 gerade halb so hoch Der Warenbestand betrug damol» 28,80 Millionen. End« 1925 9,57 Millionen, die Forderungen an Käufer damals 20.42 Mil- lioncn, heute 7.02 Millionen,)>ie Warenschulden 16,32 gegen heute 6,61 Millionen. Natürlich wirkt sich der große Leerlauf der An» lagen auch in den Gewinnen aus: für 1913 Ist«in Reingewinn von 7,47 Millionen, sür 1925(einschließlich de» Dortrag») ein solcher von 0,76 Millionen verzeichnet. Der Vergleich zeigt aber nicht nur die aus der Konjunkturlage selbstverständlichen Rückgänge: er gibt auch Anlaß zur Kritik. Obwohl di« Geschäfte halbiert bis gedrittelt sein dürsten(Umsatz- zisfern werden im Gegensatz zur Dorkriegszell verschwiegen) und obwohl di« Geselljchost durch den Krieg lehr schwer« Auslandsverluste Holle, di« sie nur in Amerika mll 7 Millionen einmal wieder ein- zubringen hofft, ist das Vorkriegskapitok von 45 Millionen auf .36>S Millionen ermäßigt. Für den heutigen und in absehbarer Zest erreichbaren Absatz ist das Unternehmen also zu seljr mir Gewinn- ansoruchen belastet. Dann wäre gerade heute e» notig, wo di« Ge- sellschaft sich ihren allen Wirkungskreis wiederherzustellen und einen neuen aufzubauen sucht, die Geschäftsbericht« weniger schweig- Sozialpolitik. der„Gesolei". Voltes ausschließlich auf die möglichst vollkommene Deckung des Bedarfes der Gesamtheit an Lebens- und Kulturgütern zugeschnitten ist und solange noch der Profit als die Triebfeder der Wirtschaft angesehen werden muß.— An einem der zahlreichen Stände privater Wohlfohrtsgesellschasten prangt dos stolze Wort: Gesundheit ist Arbcilskrafl! Tatsächlich kann die hochqualifizierte Leistung, deren die deutsche Industrie zu ihrer vollen Entwicklung nicht entraten kann, keines- wegs von tranken oder auch nur kränkelnden Menschen vollbracht werden. Verheerend haben hier derKriegunddicInflation S«wirkt. Die gewallioe Zunahme des Krankenstandes bei den beut- hen Krankenkassen m den Iahren 1924 und 1925 zeigt nur, ein wie großer Teil der Arbeiterschaft weit übet seine körperliche Lei- stungsföhigkeit hinaus hinter der Maschine blieb, solange ihm Arbell und Verdienstmöglichkeit geboten war. Erst als die Betriebsein- schränkungcn und Stillegungen im großen Umfange zunahmen, ging man zum Arzt, und die Schaubilder der Krankenkassen bestätigen nur, was man von erfahrenen Kassenärzten alle Tage hören kann. Unendlich viele trogen schleickende Krankheiten in sich, deren Bchand- lung im Frübstadium wahrscheinlich nur kurze Zeit erfordert hätte. Aber man blieb in der Werkstatt. Jetzt, wo die Arbellslosig- keit eingetreten ist, erst jetzt geht man vielfach zum Arzt, der dann feststellen muß, daß tatsächlich eine Krankheit vorhanden ist. Oft stellt sich dabei heraus, daß die Verzögerung der Behandlung für die Familiengemeinschaft des Arbeiters von schwerem Nachteil ge- wcsen ist. Sehr oft aber ist bei den sestgestelllen Erkrankungen an- zunehmen, daß die Anfänge der Krankheit weit zurück- liegen. Man stelle sich vor. wenn jetzt keine Kranken- kassen und keine Erwerbslosenunter st Ützung vor- banden wäre. Gerade ein Teil der hochqualifizierten Arbeiter, die sich durch gerinqe körperlich« Beschwerden nicht so schnell von der Harten Dernfspslicht abdrängen lassen, wären jetzt zu ihrer Krank. heit noch dem Hunger und damit wahrscheinlich dem vollen Siech- tum preisgegeben. So aber können sie wenigstens noch vor schlimm- stcr Not geschützt werden. Die I n d» st r i e, die sonst immer auf die Heranbildung jugendlicher Facharbeiter so großes Gewicht legt, scheint sich dessen nicht bemuht zu sein, daß ihr unter dem Schlagwort„Kamps gegen den Marxismus" geführter Vorstoß gegen die sozialen Lasten in Wirklichkeit ein Kamps um viele Tausende von Menschenleben ist, die in demselben Augenblick fehlen müßten und deren Verlust der Industrie sehr spürbar werden würde, wenn eine bessere Konjunktur den Bedarf nach Arbeitskrästen wieder steigert und die Maschinen dann nicht voll lausen können, weil die zu ihrer Be- dienung notwendiaen Hände nicht da sind. Schaltet man also selbst alle» menschliche Empfinden bei der Betrachtung dieser Dinge au», so ergibt sich, daß Sozialpolitik auf breitester Grundlage und im Geiste wahrhafter Solidarität aller Volksgenossen— nicht als Sozial- Prämien einzelner Betriebe— im Interesse d�r gesamten Volkswirtschaft liegt, nicht zuletzt auch im Interesse der Unternehmer, die ja schließlich nichl ollein mil ihren Ge- sinnungsfreunden die riesigen Werksanlagen in Gang halten können. Sozialismus ak« Lösung. Di« Gesolei hat viele Kräfte in Bewegung gesetzt, um die Rot- wendigkeit und dl» innere Berechtigung der sozialen Fürsorg« und der sozialen Selbsthils« zu oeranschaulichen. E, ist ein st o l z« s Werk, da» in Düsseldorf geschaffen wurde, ein Werk, da» schon sein« Aufgab« voll erfüllt hat, wenn e« da» sozial« Derantwer- tungsgefühl weiter Volkskreise weckt und stärkt. Was di« Ar« bsiterschaft aus eigener Kraft an sozialen Einrichtungen schuf, wie der Komps um den höheren Lohn und besser« Arbeitsbedm- gungon. di« Kraftentfaltung der yndustri« noch ge- fördert hat. da» tritt an vielen Stellen zutage. Besonders«indruck»- voll ist hier die Hall« des Allgemeinen Deutschen Ge- werkschaftebundes. die mit ihrer architektonischen Eigenart schon äußerlich stark ausfällt, und in der die Entwicklung von der Fronarbeit des schutzlosen Industriearbeiters in der frühkapita- -listischen Epoche bis zur Gegenwart aufgezeigt wird. Was gewerk- schastliche Organlsationekraft vermocht hat, das ist hier in einer An- schaulichkeit dargestellt, di« hoffentlich manches Verurteil bürgerlicher Kreise gegen die gewerkschaftliche Tätigkeit beseitigen helfen wird. Es ist natürlich nicht möglich, die zahllosen Einzelheiten in den riesigen Ausstellungshallen der Gesolei auch nur andeutungs- weis« so zu schildern, wie es der Größe der hier geleisteten Arbeit entspricht. Wünschen möchte man aber, daß recht viel« Ar. beiter hingehen, um zu lernen, wo ihr« Stärke ruht und wie sie ihrem Recht aus menschenwürdige Existenz durch ihr Zlus- treten In der Derbandstätigteit und im Staat« Nachdruck verleihen können. Vielen wird erst hier bewußt werden, was in einer der Hallen mit großer Eindringlichkeit und SinnfÄligkeit zum Aus- druck gebracht wird: daß nur der Sozialismus die Lösung der ungeheuren Konflikt« bringen kann, die in der auf den Profit eingestellten kapitali st Ischen Wirtschast zwangsläufig austreten mußten, und an deren Beseitigung heut» so zahlreich« Kräfte— vielfach mit Erfolg, noch lange ober nicht mit durchschlagender Wir- kung— tätig sind! A.S.' s a m sein zu lassen. In der Vorkriegszeit, als es gut ging, wurden neben der ausführlicheren eigenen Bilanz auch di« Bilanzen der hauptsächlichen Tochtergesellschaiten und Beteiligungen gegeben: außerdem Umsatzzisfern, Belegichastszisjern. genaue Erklärungen zu den einzelnen Bilanzposten. Ueber alle diese Dinge bleibt di« Oeffentlichkeit heut« Im dunkeln. Diese Schweigsamkeit, dl« aller- dtngs das Hebel fast aller Geschäftsberichte Ist, kann der Gesellschaft nicht nutzen; sie kann Ihr nur schaden. Für 1925 wiederholt der Geschästsbertcht natürlich di« Klagen. die uns an» der allgemeinen Lage der Eisenbahnbau- und Eisen- bahnbedarfslndustrle bekannt sind. Soweit dl« fehlenden Waggon- austräqe In Frage kommen, habe die Gesellschaft durch Hereinnahme von Straßenbahn- und Hochbabnaufträgen auszugleichen ver- sucht. Für die ausbleibenden Lokomolioenaufträge der Reichsbahn (die Reichsbahn hat 7000 Lokomotiven überzählig!) sei kein Ersatz zu beschassen gewesen.� Auch der Wiederaufbau de» Export- aeschästs konnte gegenüber dem starken Wettbewerb nur gelinge Fortschritie machen. Usber das Lermietungsgeschüft in Kesselwagen insbesondere, für dos im vorigen Jahr« von der Stinnes-Riebeck- Montan-Oel-A.-G. 800 Kesselwagen erworben wurden, wird nicht» gesagt. Es mag ein richtiger Gedanke sein, für bessere Zeiten die Unternehmung gesund zu erhalten, auch bei ungenügender De- schästlgung. Aber man hat doch den Eindruck, daß die Verwaltung sehr konseroalio ist und sich mit ihren zahlreichen Filialen Im Inland und Ausland und dem entsprechenden Verwaltungsapparat über- mäßig belastet. von den sieben Fabriken wird«in Betriebsüberschuß gemeldet von 1,96 Millionen Mark, der sich um Zinseinnahmen und den Vorjahrsoortrag auf 3,19(im Vorjahr 3.24) Millionen erhöht. Verwaltnngskosten betragen l„35(1,69) Millionen, auf Ab schrei- b u ng e n kommen 0,88(0,93) Millionen, so daß sich ein Rein- gewinn von 0,76 Millionen ergibt(neu aus 1925 nur 41 500 M). Di« Bilanz zeigt deutlich da» Lestreben, den Betrieb nicht zu verschulden. Au» den Bantguthaben mit 2,08 gegen 2,47 Millionen ist in Berbindung mit den gegen das Vorjahr noch verringerten Gläubigern(6,1 6L2 Millionen) zu schließen, daß Lank- schulden nicht vorhanden sind. Das Verhältnis der For- derungen zu den Verpflichtungen gegenüber den Tochtergesellschafton ist etwa» ungünstiger gewordev. Die Warenbestände sind mit 9,57 gegen 8,29 Millionen bei vorsichtiger Bewertung nicht unerheblich höher. Der Gewinn wird vorgetragen. Konzentration in üer fiutomobiiinöustrie. Tie neue Daimler- Benz A.-G. Der mehrfach angekündigte Ausbau der feit 1924 bestehenden Interessengemeinschaft zwischen der Daimler Motoren- werte A.- G., Lerlin-Stuttgart und der B e n z u. Co, Rheinische Automobil, und Mowrenfabrit A.-G., Mannheim, wird jetzt voll- zogen. Di« Lufflchtsräte beider Gesellschaften haben beschlossen, den Ende Juni stattfindenden Generaloersammlungen die Verschwel» zung vorzuschlagen. Das Umtauschverhältnis der Aktien ist 1:1: das vereinigte Unternehmen soll die Firma Daimler- Benz A.-G." führen. Damit ist in der deutschen Motoren- und AutomobU- industri« für die kommende Entwicklung ein Markstein gesetzt. Es sind die beiden kapital stärksten Autowerk«, die hier ver- schmolzen werden. Daimler Hot ein Aktienkapital von 36,4 Millionen. Benz ein Aktienkapital von 20,9 Millionen Mark. Und wenn die Fusion auch nicht, wie mehrfach vermutet, noch andere große süd- deutsche Firmen einbeziehen wird, so handelt es sich doch bei diesem Uebergong von der Interessengemeinschaft zur Vollfusion um«men neuen Vorgang der Vertrustung, die in neuerer Zeit für Deutschland so symptomatisch geworden ist und in der Automobil- industri« auch nicht ohne Nochfolge bleiben wird. Wie der Zug zum Trust in Deutschland heute ganz allgemein entweder ein Zeichen der Krisennot oder der stark verschärften Konturrenzbedingungen ist, so ist die Fusion Daimler- Benz auch nicht als Zeichen der Stärke anzusehen. Die Interessen- gemeinschaft von 1924 hatte schon den einzigen Zweck, durch Der- einhcitlichung der Konstruktion und Fabrikation, des Ein- und Ver- kaufs sowie der Absatzwerbung Kosten zu sparen und angesichts der schwierigen Geschäftslage der Autoindustrie die Grundlagen der Rentabilität zu verbessern. Seitdem ist die Geschäst-lage der Autoindustrie nicht günstiger geworden: im Gegenteil, seit dem voriacu Herbst ist die Lage sehr schlecht, und die Hofsnungen. daß sie sicc, zum Frühjahr 1926 nachdrücklich bessern werde, wurden grundlia) enttäuscht. Das hat sich auch in den Jahresabschlüssen der beiden Werke gellend gemacht. Daimler verzeichnet nach 1,63 Millionen Abschreibungen einen Reingewinn von 221000 M, Benz nach 1,9. Millionen Abschreibungen einen Reingewinn von 136 000 M. llltan muß stch wundern, daß Daimler überhaupt noch einen Reingewinn ausweist, nachdem eine Zwischenbilanz zum 31. Juli 192. (also noch während der Hochkonjunktur) schon einen Verlust vor, 90 000 M. zeigte: und man darf vermuten, daß bei den Abschlüssen sür 1925 schon unter dem Gesichtspunkt der Verschmelzung die Der- U'ste und Gewinne ausgeglichen worden sind. Die Bilanzen selbsc liegen übrigens noch nicht vor. Ueber die näheren Gründe der Fusion, ob von den stark interessierten Großbanken oder mll Rücksicht auf zu veschaffcnd' Auslandskredite die Verschmelzung forciert worden ist, ist noch nicht» bekannt. Eicher aber ist, daß die Verschuldung bc' beiden Werken, nicht zuletzt durch den Ausbau der Serien- und Fließfobrikation. der die erwartete Konjunktur nicht folgte, sehr hoch ist. Wie well daher die Verschmelzung den beiden Werke> Nutzen bringen wird, bleibt abzuwarten. »eichskredil« sür die v innen Ichifsahrl. Dem Reichskabinell liegh eln Gesegemwurf über einen Sonderkredll zugunsten der deutsch'! Binnenschifsahrt vor, der demnächst dem Reichstag zur Genehmigung vorgelegt werden soll. Danach will das Reich drei Schiffshypotheken- danken einen Kredll von 4H Millionen gewähren. Das Reich erholt Sr Sicherung Pfandbrief« von diesen Hypothekenbanken, die be- aber» niedrig oerzin«ilch sind, und zwar nur mit 2 Proz. In dieser niedrigen Verzinsung liegt der Subventionscharakter de? Kredit» Dt« drei Banken wollen nämlich in gleicher Höhe noch Pfandbriefe am offenen Markt unterbringen, die mit 8 Proz. ver- zinslich sind, so daß sich die Kosten de» Gesamt kredits(ohne Emission»- und Lerwallungskosten) etwa auf 5 Proz. belaufen. Der Stand der deutsch-rvssischen Sredilverhcmdlnngen. Zwischen dem Reichswirtschastsministerium und der Russischen Handelsver- tretung einersell» und den Banken andererseits finden zurzeit wieder Besprechungen über die praktische Durchführung de» 300A.-G, sein Filmunternchmen, und meldet erhebliche Verluste, die eine Zusammenlegung des Aktien kapital» im Verhältnis 10: 4 notwendig machen. Gleichzeitig soll da» Kapllal der Gesellschaft um 700 000 M. erhöht werden Das Kapital betrögt zurzeit 2,75 Millionen Mark. Nach der Zusammen- legung und WIedererhöbung hat die Gesellschaft IL Millionen Mark Kopital. 1924/25 schloß die Bilanz mit einem Verlust von S27 000 Mark. In dem Kommuniquö, da, die Gesellsci)ast verschickt hat, heißt es.»daß die Verhältnisse auf dem europäischen Markt, ver- anlaßt durch die Expansion der Amerikaner, zu besonders vorsich- figer Finanzgebarung zwingen". Informatorisch teilt die ver- waltung mit. daß die jetzige Höhe des Aktlcnkapllals keine an- gemessene Verzinsung erlaube und daß die eigentliche Ursache der Kapitalsherobsetzimg darin zu erblicken sei, daß einige Posten in der Bilanz, insbesondere die Beteiligung an der Deutschen Licht- splelgeselllchoft und dl« Thcaterabteilung zu hoch bewertet waren. Die Gesellschaft besaß in Berlin ein eigenes Theater, die Alhambra, di« si« abgestoßen hat. Sie verfügt jetzt noch über 13 Provinztheoter. In der Produktion für die neue Saison will sie sich die größte Zurückhaltung auferlegen Sie will bei der Herstellung von Filmen mehr aus die Qualität als auf die Quantität sehen Dies« diplomatische Ausdrucksweise für das Fehlen von Mitteln zu einer größeren Produktion kann nicht darüber hin- wegtäuschen, daß die finanzielle Loge de, Unternehmen» zur- zeit alles andere a l s gesund ist, und der nationalistische Ton, den si« in ihrem Kommuniqö anschlägt, ist wohl daraus zu erklären, daß si« sich ganz gern« von den Amerikanern helfen ließe.