Ne. 2SS ♦ 4Z. lahtg. Musgabe A Nr. 132 BezvgSvreiS: VSchenMid 70 Pfenni«. atancffli I.— Reitsmart»otaus«abllxlr. Anter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Riemelaebiet. Oesterreich. Litauen. Luremdur« «,S0 Reichsmari, für das übri« Ausland 5,50 Reichsmari vis Monat. Der JBorrcärts* mit der Lonntaas- beilaa« JäJolt und Zeit' mit.Sied- luna und Kleinsarten' sowie der Beilage»UnterkolNiria und Dissen' und ffranenbeilage.Frauenstimme' erscheint wochentäalich zweimal. Sonntaa» und Montag einmal. Delearamm.Adresse: »Aezialdemsiret Berll»' Morgenausgabe Derlinev Volksblskt (l0 Pfennig) Anzcigenvrcisc: vi« Zinsvalti«« Ronvareiss»- »eil« 00 Pfennia. Retlamezeil« i,— Reichsmark.„Kleine iln, einen' das fettaedruckte Dort 2i Pfenni« tiulässta zwei fettaedruckte Worte». jedes weitere Wort 12 Dkennia. ktellenaesuch« das erste Wort ld Pfennia, � jedes weilere Dort 10 Pfennia. Worte über IS Buch- staden zädlen für zwei Wort« Ardeitsmarkt Zeile 00 Pfennia. JamiKenaiuciaen für Abonnenten geile<0 Pfennia. »nzefaen für die n Ochst« Nummer müssen dl» m Übt nachmittaa, im Kauv>««Ichäft. Berlin CW 08, Linden- Krasse 8. abaeaeben werden. Sedffnet von Ubr fciib bis s Uhr nachm. �entralorgan der Sozialdemokrat» feben parte» Deutfd�landa Neöaktion und Verlag: Serlin EW. öS, Linöenstraße 3 �fentfprecher: Tönhoff 292—297. Freitag, den 4. Juni ISÄS Vorwärts-Verlag G.m.b.H.» Serlin SW. öS, Linöenstr.Z Postscheckiont«: Berlin 37 5Z«— Banikouto: Bant der Arbeiter, Anaestelte» und Beamten, waüftr. OS; Disionto-Seseüschast, Devosttrniasse Lindenstr. 3. Schwarzrotgolö gerichtlich verboten. Die Reichsflagge polizeilich entfernt. V o ch u m. Z. Zonl. sEigener Drahlbericht.) Der Hauswirt 6 i r a t m a a n des im zweiten Stock des Hauses Rohstr. 43 wohnenden Apothekers G e r st o r f s hatte gehört, doh sein Mieter während der Kolonialtagung Schwarzrotgold staggen würde. Der Hauswirt erklärte daraufhin seinem Mieter, daß e r aus dem Fenster der Mietswohnung eine kchwarzweißrote Fahne hängen würde! Als sickft der Mieter diesem Verlangen widersetzte, erwirkte der Hauswirt eine einstweilige Verfügung des Amtsgerichts Bochum, gezeichnet Amtsgerichtsra« Driefsen. daß der Mieter unter Androhung einer Strafe von 50 M. der Forderung des Hauswirts stattzugeben habe unter der Begründung, daß der Mieter nur mit Genehmigung des Hausbesitzers einen Fahnenhalter anbringen und die Fahne heraushängen könne. Die schwarzrotgoldene Fahne sei demnach sofort zu entfernen. Zn Abwesenheit des Mieters wurde von einem G e- richtsvollzieher mit einem polizeioberwachmeister und einem Schlosser die Wohnung gewaltsam gcössnet, die schwarzrotgoldene Fahne beseitigt und aus den Boden gelegt. Gemäß der einstweiligen Verfügung wurde der Mieler zur Zahlung einer Strafe von 50 M. verurteilt. Wie wir hören, hat der Bcchlsbeistand des Mielers Beschwerde an das Justizministerium erhoben. Es ist immerhin möglich, daß der Mietsvertrag in jenem Hause zu Bochum den Mietern verbietet, ohne Zu» stiinmung des Hauswirts Fahnen auszustecken. In diesem Falle ließe sich die Verfügung des Richters ebenfalls juristisch rechtfertigen— obschon man sich vielleicht auch auf den Standpunkt stellen könnte, die Reichsverfassung stehe über einer Mietsvertragsklausel und die äußerliche Bekundung der Verfassungstreue könne ein Hausbesitzer seinen Mietern nicht verbieten. Aber die Androhung des Hauswirts, aus des Mieters Wohnung die P u t s ch i st e n f a h n e zu hissen, zeigt deutlich genug, daß es diesem Hauswirt nur darauf ankommt, seine Front nicht durch die Reichsfarben „geschändet" zu sehen. Selbst wenn ihm etwa ein formales Recht zur Seite stünde, wäre dessen Ausnutzung v e r- f a f f u n g s w i d r i g. Ob der Richter Driessen diese Er- wägungen angestellt hat, wissen wir noch nicht. B i e l l e i ch t wird die Justizverwaltung Feststellungen darüber treffen und sie dann auch der Oeffentlichkeit mitteilen? Es wäre ja doch ziemlich wissenswert für die Bürger der deutschen Republik, ob ihnen der Hauswirt mit gerichtlicher, polizeilicher und eventuell schlosserlicher Hilfe das Hissen der Reichssahne verwehren kann. Schade eigentlich, daß die Verfügung des Herrn Driessen nicht den vorgedruckten Kopf trägt:„Im Namen der Republik!" Aber, wer weiß, vielleicht steht da- rauf:„Königliches Amtsgericht". Es lebe die Verfassung und ihre eidestreuen, unabsetzbaren Schützer! Stöltzel bleibt verurteilt. Weil er dritter Klaffe fuhr! Brounschweig. 3. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag wurde im Stöltzel-Prozeß nach zweistündiger Beratung folgendes Urteil verkündet: Die Berufung der Staatsanwaltschaft wird zurück- gewiesen. Der Berufung des Angeklagten wird statt- gegeben, sofern es sich um die D i e n st r e i s e n mit Frei» f a h r s ch e i n nach Berlin handelt, die angeblich zu Privatzwecken erfolgt sein sollten. Wegen der übrigen Vergehen wird er zu einer Gefängnis st rase von einem Monat verurteilt. Dagegen ist die Aberkennung der Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Acmter auf die Dauer von zwei Jahren, die der Vorderrichter aus- gesprochen hatte, fallen gelassen worden. Das vorinstanzliche Urteil hatte auf zwei Monate Gefängnis gelautet. Der Staatsanwalt hatte in der Vorinstanz acht Monate Ge- fängnis und dreijährige Aberkennung der Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Aemter beantragt. Das Urteil überraschte sämtliche Piozeßbeteiligten, da man nach der Beweisaufnahme und den vor- züglich aufgebauten Plaidoyers der Rechtsanwälte Eyck und Klee- Berlin»mü einem Freispruch sicher gerechnet hatte. RuüolfGeser gestorben. Am Donnerstag nachmittag, kurz nach 5 Uhr, verstarb in seiner Dienstwohnung der Generaldirektor der Deutschen Reichs- bahn A.-G. Dr. Jng. b. c. Rudolf Oeser im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines langwierigen Leidens. Als Generaldirektor der Reichsbahngesellschaft hat der jetzt Ver- storbene sehr viele Maßnahmen mit seinem Namen decken müssen, obwohl er sie innerlich ablehnte. Er ist dadurch auch in den Kreisen der Beamten und Arbeiter der Reichsbahn scharf umkämpft worden. Aber die zeitweilige Enttäuschung, die er so manchem bereitete, darf nicht an einer objektiven Würdigung seiner Persönlichkeit hin» dern. Eine solche Würdigung wird immer anerkennen müssen, daß O e s e r sein ganzes Leben hindurch ein aufrechter Demokrat war und als solcher auch auftrat, als noch wilhelminischer Talmi- glänz weite Kreise des Bürgertums blendete. Oeser begann seine TäUgkeit im öffentlichen Leben als Journalist. 25 Jahre lang gehörte er der Redaktion der demokratischen„Frankfurter Zeitung" an. 1902 wurde er als Freisinniger in den preußischen Landtag ge- wählt, 1907 bis 1912 gehörte er auch dem Reichstage an. Ein gründ- licher Kenner der wirtschaftlichen Zusammenhänge, war er schon da- mals zugleich scharfer Kritiker der großen Unternehmeroerbände. In seinen Reden und Schriften zeigte er immer jene geistige Freiheit. die während des Kaisertums so sehr verhaßt war. Am 25. März 1919 wurde vefer preußischer Minister der öffentliche» Arbeiten. Hier hatte er Gelegenheit, an der Ueb erführ»eng der Staatsbahnen und der Wasser- straßen auf das Reich tatkräftig mttzuarbeiten. 1921, nach seinem Ausscheiden aus der Regierung, wurde er Landeshauptmann der Provinz Sachjen. Aber schon im Jahre darauf wurde ihm das Reichsministerium des Innern übertragen und am 13. August 1923, dicht—r dem Zusammenbruch des Ruhrkrieges. übernahm er das Reichsverkehrsmini st erium. Als die Sanierung der deutsch«,»Shrung und die Regelung der Repara- tionsfrage durch den Dawes-Plan vorbereitet wurde, lag es Oeser ob, in den Verhandlungen den Standpunkt der deutschen Regierung durchzusetzen, wonach das Eigentum an den Reichsbahnen dem Reiche erhalten blieb. Das ist bekanntlich trotz der schweren Belastung des größten deutschen Berkehrsunternehmens gelungen. Als man ihn zum leitend«, Beamten der R-ichsbahngesellschaft macht«, legte er sein Landtagsmandat nieder, um sich ganz der neuen Aufgabe widmen zu kännen. Mit der grausamen Pflicht der Repara- tionszohlungen begann jene Periode schweren wirtschaftlichen Kampfes für die Reichsbahn, den die Bureoiikratie zu einein guten Teil auf Kosten der Arbeiierschast durchzusetzen suchte. Oeser selbst, nicht mehr auf der Höhe seiner Kraft, konnte gegen den Ansturm der grvßinduftrrellen Scharsmacher nicht wehr die sozioleu her Bedrängt« jo verteidigen, wie er das früher picht ohne Geschick und Erfolg durchzusetzen vermochte. Was in der Reichs- bahn an arbeiterfeindlichen Handlungen geschah, ist daher viel weniger auf das persönliche Konto Oesers, als auf das Konto jener deutschen Industriellen zu setzen, die ihre Position im Der- waltungsrat der Reichsbahn als einen Vorposten der sozialen Kampffront der Unternehemer ansahen. Die Sozialdemokratie wird des Verstorbenen gern und ehrend als eines aufrechten Demokraten gedenken, der auch in einer Zeit servilsten Höflingstums den alten Bürgerstolz zu wahren wußte. Wer wird der neue Leiter der Reichsbahn? Es ist natürlich noch zu früh, bestimmte Vermutungen über die Persönlichkeit des Nachfolgers Oesers in der Leitung der Reichsbahn anzustellen. Die Satzung der Deutschen Reichsbahngesellschaft schreibt vor, daß der Generaldirektor und die Direktoren Deutsche sein müssen. Der Generaldirektor wird vom Verwaltungs- rate mit einer Dreiviertelmehrheit auf drei Jahre ernannt, und seine Wahl muß vom Reichspräsidenten bestätigt werden. Viel« An- zeichen sprechen dafür, daß die Jndustrievertreter im Verwaltungs- rat der deutschen Reichsbahn unter allen Umständen versuchen wer- den, eine ihnen absolut ergebene Persönlichkeit auf den verantwortungsvollen Posten zu berufen, den die Leitung des größten deutschen Verkehrsunternehmens darstellt. Man spricht bereits davon, das der bisherige Reichskanzler Dr. Luther eine solche Ver- trauensperson darstelle._ Grenzlanükunögebung ües Reichsbanners. Oberfchlesifche Tagung in(«leiwitz. Breslau. 3. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Das Reichs- banner Schwarz-Rot-Gold hält am Sonnabend und Sonntag in Gleiwitz die erst« große Grenzlandkund- gebung in Oberschlesien ab. Als Redner sind unter anderem Reichskanzler Marx und b�oberschleftfche Reichstagsabgeordnete Genosse Stelling vorgeseMi. Politisch bemerkenswert ist, daß außerdem sowohl der dem Zentrum angehörende Oberpräsi- d e n t wie der gleichsalls als Zentrumspolitiker bekannte G l e i- witzer Oberbürgermeister Begrüßungsansprachen halten werden. Außerdem ist hervorzuheben, daß(ämtliche obers cht«fischen Reichstags- und Landtagsabgsvckmeten des Zentrums ohne Ausnahme und ebenso der Oberpräsident und des Landes- Hauptmann im Namen des Zentrums den Ausruf für dtefe Reichs- banncrkundgebung unterschrieben haben. Man wird nicht fehlgehen, wenn man feststellt, daß die letzten Putschdrohungen der Rechtsradikalen und ihre Deckung durch die Rechtsparteien die Zentrumspartei auch in S ch l e s j e n neuerdings wieder au Ihre Pflicht als Hüten» der republikanisch« Staateform gemahnt habe», »verbrecherisch hohe Löhne!* Die Aktion der Berliner Metallindnstriellen. Der Verband Berliner Metallindu st reeller hat den Schiedsspruch für die Hilfs-»md Transportarbeiter. den der Schlichwngsausfchuß Groß-Verlin am 26. März 1926 gefällt hatte, deshalb abgelehnt, weil er g e g e n die von den Untemehmern gew ünfchte Herabsetzung der Löhne abgegeben wurde. Der Schlichter für Groß-Verlin hat dann diesen Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Nun haben die Herren vom Verband Berliner Metallindustrieller den Tarifvertrag zum 6. Juni gekündigt. In der Ver- Handlung, die auf Grund der Kündigung von Organisation zu Organisation geführt wurde, forderten die Unternehmer wieder dieHerabsetzungderLöhne. Zur Begründung dieser Forderung gaben sie an: Die Industrie befinde sich i n e i n e r furchtbaren Lage und die„Löhne seien gerade- zu verbrecherisch hoch." Infolgedessen müßte bei den Hilfsarbeitern ein Lohnabzug von mindestens 16 P r o z. durchgeführt werden. Die„vechrecherifch hohen Löhne" betragen für einen Arbeiter über 21 Iahre in der Klasse 5 64 Pf. pro Stunde, in der Klaffe 4 66 Pf, pro Stunde. Die Arbeite- rinnen über 18 Jahre bekommen 44 Pf. pro Stunde, die Arbeiter von 18 bis 21 Jahren erhalten den fürstlichen Lohn von 56 rr s p. 35 Pf. die Stunde. Also diese minimalen Löhne, die nach Ansicht der Unternehmer„verbrecherisch h o ch" sind, soll nun der Schlichtungsausschuß auf Verlangen der Arbeitgeber noch um 16 Proz. herabsetzen! Die Arbeitgeber erklären: Diest Löhne sind die Eck- löhne und darauf bauen sich die Löhne der übrigen Metall- arbeiter auf. Durch die„hohen Löhne" der Hilfsarbeiter werden die übrigen Arbeiter in Mitleidenschast gezogen. Die Gewaltigen vom Verband Berliner Metallindustrieller be- haupten in Uebereinstimmung mit der Vereinigung der Ar- beitgeberverbände, daß die heutige Krise mit dem heutigen --hohen Lohnniveau" überhaupt nicht zu beheben sei. Die Löhne müßten deshalb wesentlich niedriger werden, wenn die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie auf dem West- markt wieder hergestellt werden soll. Die Unternehmervertreter verstiegen sich sogar zu der Drohung, daß sie„andere Mittelanwenden" würden, falls der Arbeitsminister und feine Herren im Amt ihrem Verlangen nach Herabsetzung der Arbeiterlöhne etwa Widerstand leisten sollten. Es dreht sich für die Unternehtner selbstverständlich nicht nur um die Löhne der Hilfs- und Transportarbeiter. Diese sollen nur zunäst abgebaut werden, weil hier der geringste Widerstand gegeben erscheint. Sind erst die n i e d r i g st e n Löhne abgebaut, dann sollen nach Meinung der Unter- nehmer auch die übrigen Arbeiter daran glauben. Das Lohnniveau der gesamten Arbeiter in der Metall- induftrie ist den Unternehmern zu hoch. Um nun die Möglich- keit zu schaffen, auch bei den anderen Kategorien von Ar- Aitern, wie Werkzeugmachern, Drehern, Schlossern und wie die übrigen Gruppen all« heißen, den Lohn zu kürzen, deshalb angelernten ohn der Hilfsarb eiter anzubieten. Allein unter dem Druck der großen Arbeitslosigkeit, unter der furchtbaren Krise haben die Industriellen die Löhne der Gelernten und Angelernten— für deren Gruppen kein Tarif besteht— in fast allen Betrieben bereits um 26 bis 39 Proz. herab- gedrückt. Und diese gekürzten Löhne wollen sie noch weiter herabsetzen, und zwar so weit, daß ein gelernter Arbeiter höchstens 85 bis 96 Pf. pro Stunde verdienen kann! Die Berliner Metallarbeiter haben alle Ur- fache, sehr wachsam zu sein. Heute soll der Schlichtungs- ausfchuß unter dem Vorsitz des Gewerberats Körner zu- fammentreten. Herr Körner steht bei einem großen Teil der Bersiner Arbeiter nicht im besten Lichte, da er den Wünschen der Arbeitgeber zu oft und leicht nachgegeben hat. Dennoch gab er als Vorsitzender des Schlichtungsausschusses zu den, Schiedsspruch vom 26. März folgende Begründung: „Wenn auch nicht verkannt werden kann, daß die aus den Export angewiesene Berliner Metallindustrie im Interesse der Wett- bewerbsfähigkeit ihrer Betriebe auf dem Auslandsmarkt unbedingt eine Senkung der Preise ihrer Erzeugnisse und dazu eine Benninde- mng ihrer Selbstkosten erreichen muß, erscheint doch eine Senkung der Löhne der unter da- Lohnabkommen fallenden Arbeiter- gruppen unter den augenblicklichen Perhältnissen nicht durch- f ü h r b a r. Die Wochenlöhne betragen bei einer 48stündigen wöchentlichen Arbeitszeit nach Vornahme sämtlicher Abzüge bei einem jugendlichen Arbeiter von 17 bis 18 Jahr« etwa 18 M., bei einer jugendlich« Arbeiterin im gleichen Mter 16 M., bei einer Hilfs- arbeiterin über 21 Jahre 20 M. und bei einem Transportarbeiter über 21 Jahre etwa 28 M. Bei dem augenblicklichen Stande der cebenshaliungskosten kann mit diesen Verdiensten schon jetzt kaum mehr als da» zum Leben Rolwendigste bestritten werden. Anderer- seit? ist die künftig« Gestaltung der Preise auf dem Warenmarkt nicht zu überseh«. Es erscheint daher gerechtfertigt, die Entwick- lung der wirtschaftlichen Verhältnisse ju der nächst« Zeit abzo- warren. mro es Den Pannen zu rmenafsen, zur gegevenen Jen M neue Verhandlungen einzutreten."» Die Verhältnisse haben sich nun vom 26. März bis heute noch mehr zu Ungunsten der Arbeiter oerschlech- t e r t und infolgedessen liegt kein sachlicher Grund vor, die Löhne der Arbeiter in der Berliner Metallindustrie abzubauen. Henry Ford, der amerikanische Automobilkönig, sagt seinen deutschen Kollegen über Lohndrückerei folgendes: „Das Herabdrücken der Löhne ist die leichteste und gleichzeitig die l! e d e r l i ch st e Art, um einer schwierigen Situation.Herr zu werden. Von der Inhumanität ganz zu schweigen. In Wahrheit heißt das, die Unfähigkeit der Geschäftsführung auf die Arbeiter abwälzen. Hede Depression auf dem Markt muß ein Ansporn für den Produzenten sein, mehr Gehirn in sein Geschäft zu stecken, durch Umsicht und Organisation zu gewinnen, was andere durch Drücken der Löhne zu überwinden suchen. Hohe Löhne helfen die kosten verringern, weil die Leute in ihrer Arbeit tüchtiger werden, wenn sie keine Geldsorgen haben." Die MetaUmdustriellen sollten sich diese Worte ihres er» folgreichen Kollegen in Amerika zu Herzen nehmen. Die Arbeiter aber dürfen nicht auf die staatlichen In- stanzen u,ch die Einsicht der Unternehmer warten. Sie müssen vor allem ihre gewerkschaftliche Organisation stärken. Denn nur an starken Organisationen bricht sich der Uebermut der Unternehmer, der heute noch in der Hungerzeit von„verbreche- risch hohen Löhnen" reden darf! Deutschnationale Negierungssehnsucht. Hergt über die beutschnationale Regierungsbeteiligung. In L i e g n i tz hat der deutschnationale Bannerträger Hergt sich über die„politische Lage", wie er sie sieht, ver- breitet. Das Wichtigste ist ihm eine neue Regierungsbe» t e i l i g u n g. Nach dem Bericht des Wolff-Bureaus hat er darüber folgendes geäußert: „Die Deutschnationale Volksparte! werde aus der j e w e i- l i g e n Situation ermesten, was für das deutsche Volk notwendig ist und sie wird daraus ihre Konsequenzen ziehen. Die Partei hat außenpolitisch nicht geschwankt. Der Abschluß des deutsch-russischen Vertrages hat den Deutschnationalen recht gegeben. Der Vertrag liege im deuischnationalen Sinne. Politik ist auch für die Deutschnationalen, den jeweiligen Tat- fachen gerecht zu werden. Was die deutschnationale Mitarbeit an der Regierung anbetrifft, so sei festgestellt, daß die Partei, ihre Mitarbeit nicht versagen wird. Aber die gegenwärtigen Regierungsparteien werden die Formel finden müssen, auf Grund deren die Deutschstationalen in die Regierung ein« treten und dort einflußreich wirken können. Der Ieitpunkt, wo diese Frage akut wird, wird eine Krise sein. Die Deutschnationale Volkspartei wird diesen Augenblick abwarten können. Man wird die Deutschnationalen rufen müssen." Hergts Aeußerungen find nur eine neue Bestätigung für die Stärke des deutschnationalen Drangs zur Futter- k r i p p e. Seitdem die Regierung Luther gestürzt ist, und die Bildung der Regierung Marx auch nur andeutungsweise die Möglichkeit einer Beteiligung der Sozialdemokratie an der Regierung in Aussicht gestellt hat, bemühen sich alle promi- nenten Vertreter der Deutschnationalen und der Volkspartei durch wohlabgewogene diplomatische Reden das Feld für eine weitere Rechtsschwenkung vorzubereiten. Einer wirst dem anderen die Bälle zu. Westarp.Kalckreuth, Hergt, S t r e s e m a n n, olle haben sie mit ihren vorsich- tig zurückhaltenden Reden nur das eine Ziel im Auge, in der Oeffentlichkeit für den Herbst die Stimmung vorzubereiten, die auf dem Boden der„gegebenen Tatsachen" den Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung ermöglichen. Zu den jeweiligen Tatsachen, denen die Deutschnationalen ge- recht werden wollen, gehört in erster Linie der im September zu vollziehende Eintritt Deutschlands in den B ö l k e r b u n d. Die„Formel zu finden", wird den Strategen der Dolkspartei und der Deutschnationalen nicht schwer fallen. Herr Hergt mit seinen Mannen wartet zwar ab, aber man merkt, wie ungeduldig die Herrschasten bei diesem Abwarten sind. Der Kampf um den Volksentscheid ist nur die erste Etappe der Auseinandersetzungen zu diesem Ziel. Das Banner, das nie geschwankt hat, möchten die Deutschnationalen gar zu gern ein zweites Mal— und dann fü r die Dauer— aufpflanzen. Das Volk hat es in der Hand, durch seine Stimme diese schönen Pläne zunichte zu machen. Stresemann- üer Schaukelmann. Er dementiert und bestätigt zugleich. Der„Sozialdemokratische Pressedienst" hatte mitgeteilt, niemand anders als Stresemann der volksparteiliche Parlamentarier gewesen sei, der die Aktion der preußischen Regierung gebilligt habe. Da die Voltsparteiler die Haus» suchunaen bei den rheinisch-westfälischen Jndustrieführern als die gefährlichste Majestätsbeleidigung ansehen, die überhaupt denkbar ist, so muß der arme Stresemann sich irgendwie aus der Affäre ziehen. Zu dem Zweck hat er nach einer offiziösen Meldung des Wolff-Bureaus in E r f u r t auf einer Tagung des volksparteilichen Reichsausschusses für Handel und Industrie folgendes erklärt: Die Mitteilung von Ministerialdirektor A b e g g im Preußischen Landtag könnte für die Frage, ob das Vorgehen der preußischen Regierung berechtigt war, nur dann Bedeutung haben, wenn meine Aeußerung nach dem Bekanntwerden der Veröffentlichung der amtlichen Stellen erfolgt wäre. In Wirtlichkeit war der Vor- gang folgender: An dem Tage, an dem der Abg. Giesberts im Reichstag von diesen angeblichen Plänen sprach, d.h. vor irgend- einer Veröffentlichung der preußischen Regierung, habe ich bei dem stellvertretenden Polizeipräsidenten von Berlin an- gefragt, was es eigentlich mit dieser Umsturzgefahr auf sich habe. Dr. F r i e d e n s b u r g hat mir darauf telephonisch gesagt, daß es sich»m einen groß angelegten Plan zur Einrichtung eines Direktoriums im Reiche unter Beseitigung des Reichepräst- deuten und seiner Ersetzung durch einen Reichsverweser handele, der gleichzeitig in allen deutschen Ländern Lande»- verweser einsetzen solle. Auf Grund dieser Mitteilungen des Herrn Dr. Friedensburg habe ich in unserer telephonischen Unter- Haltung erklärt:„wenn die Dinge so liegen, dann greifen Sie nur ordentlich durch." Diese Aeußerung ist für jeden Anhänger der Verfassung selbstverständlich, wenn er aus Grund von Mit- teilungen von autoritativer Stelle unter dem Eindruck steht, daß solche Dinge tatsächlich beabsichtigt waren. Don dieser Unterredung habe ich auch der voltsparteilichen Prefi« bei einer am nächsten Tage stattgehabten Zusammenkunft Kenntnis gegeben. Mit der Kernfrage, ob die Voraussetzungen für ein solches Vor- gehen tatsächlich ge geben waren, hat die unter diesen Um- ständen damals erfolgte Antwort gar nichts zu hin. Ich habe mich vielmehr aus den inzwischen bekanntgewordenen Veröffentlichungen bisher nicht davon überzeugen können, daß die Voraussetzungen für ein derartiges Vorgehen der preußischen Regierung tatsächlich gegeben waren. Insbesondere bemerke ich nur, daß bei dieser Unter- Haltung von bevorstehenden Haussuchungen bei führenden Herren der rheinisch-westfälischen Industrie in keiner Weise die Rede gewesen ist." Stresemanns Dementi ist in Wirklichkeit nur eine B e- stäzigung. Der Schlußsatz seiner Erklärung weist deutlich auf die Ursache der Schinerzen hin. Alles wäre erlaubt, abe» Haussuchungen bei den Industriekapitänen, das ist furcht- bar. Sie stehen für jeden Volksparteiler und für jeden Unter- nehmerfynditus über den Gesetzen. Wenn diese Haus- suchungen nicht gewesen wären, dann, ja dann hätte sich viel- leicht auch Herr Dr. Stresemann öffentlich von der Gefahr überzeugt, deren Umfang er privatim selbstverständlich genau kennt. ver Lübecker Bürgermeister Dr. Reumann hat am Donnerstag feinen Rücktritt vollzogen, nachdem ihm am Mittwoch von der Bürgerschaft zum zweitenmal das Mißtrauen ausgesprochen worden war. Der Rücktritt erfolgte, weil ein Volksentscheid für Herrn Dr. Neumann vollkommen aussichtslos war. �oHenzodertuReiter. Sie verlieren den vaterländischen Verstand. Anders als beim Volksbegehren legen sich die Hohenzol- lern und ihre Bundesgenossen diesmal wirtlich.ins Zeug. Mit einer Flut von Agitationsschriften wird das ganze Land überschwemmt. Jeden Tag fliegen uns neue Erzeugnisse treudeutschen Geistes auf den Redaktionstisch: Selbst wer viel oenragen kann, staunt doch über die merkwürdigen Windungen, deren ein mensch- liches Gehirn fähig ist. Wie sich die Welt in den Köpfen mancher Zeitgenossen spiegelt, das ist wirklich mehr als erstaunlich. Der Voltsentscheid ist selbstverständlich nicht nur Diebstahl, Raub, Treu- losigkeit, Gemeinheit. Verbrechen. Bolschewismus, überhaupt sozu. sagen die Ankündigung des Weltuntergangs, nein. mit dem Voltsentscheid kommt die„rote kommunistische Schlamm- slut" und verschlingt Haus und Hos aller ehrliebenden braven Bür- ger. In Kon stadt entrüstet sich z. B. ein.Landesältester" von W i n d h e i m in einem offenbar höchst eigenhändig verfaßten Flugblatt. Er jammert darüber, daß ein Teil der bürgerlichen Presse aus Furcht vor Abonnenteneinbuhe nicht gegen den Volks- entscheid schreiben will. Offenbar wollen also auch bürgerliche Wähler von der famosen Theorie nichts wissen, daß die Fürsten ein heiliges Anrecht auf ihren angeblichen Privatbesitz haben sollen. Der edle Landesälteste will die Menschheit vorm Untergang be- wahren und so sammelt er das Fähnlein seiner ausrechten Deutschen: „Wer sich jetzt noch dieser vaterländischen Ehren- und Treue- pflicht gegen sein früheres Herrscherhaus entzieht. ist ein moralischer Jammerlappen und erkläre ich den- selben, falls er es wünscht, unter Anerbietung jeder ritterlichen Ge- nugtuung frank und frei für einen gemeinen Kerl." O Gott! Ist es nicht furchtbar, in dieser bösen Welt zu leben, wo man offenbar von„moralischen Jammerlappen" umringt ist. Wieviel Duelle will eigentlich der gute von W i n d h« i m austragen? Die Fürstensache muß g u t stehen, wenn sie von solchen Geistes- ri esen verteidigt wird!_ Die Stuüentenkrawalle in Hannover. Scharfer Erlast des Ministers. Amtlich wird mitgeteilt: Der Rektor der Technischen Hochschule ln Hannover hielt am Mittwoch, dem 2. Juni, gemeinsam mit zwei Mitgliedern des H o ch- schulsenats, im Kultusministerium Bortrag über die Aus- schreitungen der Studenten in Hannooer. Das preußische Kultus- Ministerium hat nunmehr an den Rektor der Technischen Hochschule In Hannover folgenden vom 3. Juni datierten Erlaß gerichtet: „Die erneuten erheblichen Störungen der Ruhe und Ordnung in der Hochschule geben mir Anlaß, folgendes zu bestimmen: 1. Die Disziplinarverfahren gegen die schuldigen Studenten sind mit größter Beschleunigung d-rchzusühren. Ich erwarte, daß einzelne Fälle in den nächsten Tagen abgeurteilt werden. 2. Da bei den Vorkommnissen Zuwiderhandlungen gegen dos Sirafrecht begangen worden find— in Betracht kommen vor allem die§§ 2<0. 113 und 123—123 des Strafgesetzbuches—, ist sofort Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft zu er- statten und Strafantrag zu stellen. 3. Es find alle geeignet erscheinenden Schritte zu tun. um eine Wiederholung der Ruhestörung zu verhindern und die Durch- führung der Vorlesung des außerordentlichen Professors L e s s i n g. wie jedes anderen Dozenten, sicherzustellen. Wegen der zu diesem Zwecke erforderlichen Maßnahmen ersuche ich, sich ge- aebenenfalls mit dem Herrn Staatskommissar in Verbindung zu setzen. ä. Falls sich weitere Störungen von Ruhe und Ordnung er- eignen, wird die sofortige Schließung der Hochschul» unvermeidbar sein. Die Schließung würde den Verlust eines Se- mesters für sämtliche Studierende zur Folge haben. Ueber das Veronlaßte ist mir unverzüglich zu berichten. Der Inhalt meiner Anordnung ist den Studierenden sofort bekanntzu- geben. I. V.(gez.) Lammers. Abschrift dieses Erlasse» ist dem Staatskommissar der Tech- nischen Hochschule in Hannooer zugegangen. Staatskommissar ist der Oberpräsident in Hannover. ?lrbeitersöhne auf Hochschule. von Dr. Oscar Goeh. Ganz mit Recht wird darüber geklagt, daß die Zahl derjenigen Akademiker, die aus Arbeitertreisen stammen, ungewöhnlich klein ist. Die Durchdringung der republikanischen Verwaltung mit einem wirklich republikonisßhem Geist hängt zu einem großen Teile gerade davon ob, wie unsere künftige Beamtenschaft zusammengesetzt sein wird. Gewiß kann nicht etwa behauptet werden, daß nur aus Arbeitertreisen republikanischer Nachwuchs kommen kann. Trotzdem ist es besonders vom sozialen Gesichtspunkt aus gesehen von großer Wichtigkeit, daß mehr als bisher Beamtenstellen durch Arbeüersöhne besetzt werden. Im Augenblick steht es mit dem akademischen Nachwuchs aus Arbeitertreisen nicht gerade rosig. Im letzten Wintersemester wurden die deutschen Universitäten von insgesamt 49 000 Studenten besucht. Nur 499 davon, also 1 Proz., waren Söhn« von Arbeitern. Von diesen studierten 60 in Berlin, 72 in Bonn, 30 in Breslau, 3 in Erlangen, 41 in Frankfurt, 23 in Gießen, 10 in Göttingen, 3 in Greifswald, 8 in Halle, 36 in Hamburg. 29 in Jena, 1 in Kiel, 80 in Köln, 4 in Königsberg, 8 in Marburg, 4 in München, 47 in Münster und 4 in Würzburg. In Heidelberg und in Freiburz studierte kein Arbeitersohn. Noch ungünstiger ist das Gesamtverhältnis an den Technischen Hochschulen. Diese wiesen im letzten Wintersemester 17 700 Stu- dierende aus, darunter nur 88 Arbeitersöhne, d. h. K Proz. Auf die einzelnen Hochschulen verteilten sich diese folgendermaßen: Aachen 11, Charlottenburg 27, Braunschweig 7. Breslau 7, Darm- stadt 12. Hannover 18, München 6. In Karlsruhe studierte kein Arbeitersohn, so daß. was Wunder nehmen möchte, gerade in den drei Hochschulen des Musterlandes Baden kein einziger Arbeitersohn seine akademische Ausbildung genießt. Die Zusammensetzung der übrigen Studentenschast ist übrigens für die Beurteilung der Möglichkeiten, die der Weiterentwicklung des Bolksstaates gegeben sind, nicht ohne Bedeutung. An den deutschen Universitäten studieren gegenwärtig nicht weniger als 19 800 Beamtensöhne, d. h. 39,9 Proz. der deutschen Studentenschaft stammt aus den Kreisen, die überwiegend der neuen Staatsform zum mindesten ohne Sympathie gegenüberstehen. Die Söhne von Landwirten, deren politisch« Einstellung überwiegend antirepubli- tonisch ist, stellen 7,8 Proz. der Studentenschaft dar. Aus Handel und Industrie stammen 36,8 Proz. Die im allgemeinen freiheitlich eingestellten freien Berufe entsenden nur 9,6 Proz. der heutigen Studenten an die Universitäten. Soweit man überhaupt vom Beruf auf die politische Einstellung schließen kann, ist dieses Bild nicht sehr hosfnungsfreudig, wenn nicht viele Söhne politisch ganz anders ein- gestellt sind als ihre Väter. Achnlich liegen die Verhältnisse an den technischen Hochschulen. Dort waren im letzten Semester 37 Proz. der Studenten Söhne von Beamten. 6 Proz. waren Landwirtssöhne, 43,3 Proz. Söhne von Männern aus Handel und Industrie. Die Söhne der freien Be- rufen angehörenden Väter machten 9 Proz. der Studentenschaft aus. Will man die Republik von innen heraus mehr als bisher mit republikanischem Geist durchdringen, so wird die Frage des Unioersi- tätsstudiums der Arbeitersöhne das Interesse aller republikanischen Kreise finden müssen. Ob man die Frage von Staatswegen lösen will, oder ob es zweckmäßiger erscheint, dies« Frag« durch die repu- blikanischen Parteien zu klären, ist zunächst gleichgültig. Wichtig ist vor allem, daß sämtliche republikanischen Kreise die ungeheure Bedeutung dieser Frage für die Weiterentwicklung des Dolksstaates erkennen. Ist dies der Fall, so werden sich Wege finden lassen, die im Interesse der Allgemeinheit siegen. Hinter den Kulissen üer Norüpoleroberung. Aus den Schilderungen der— größtenteils skandinavischen— Journalisten« die nach Soalbard(Spitzbergen) geresst waren, um an Ort und Stelle über die Expeditionen von Amundsen und Byrd zu berichten, erfährt man jetzt erbauliche Einzelheiten über die Presse- mache, mit der diese Expeditionen aufgezogen wurden. Die amerika- nischen Korrespondenzbureaus, an die Amundsen und Byrd das aus- schließliche Recht der Berichterstattung über ihre Heldentaten verkauft hatten, führten auf Spitzbergen den wütendsten Kampf gegen alles, was als Journalist verdachtig war. ohne zu diesen Bureaus zu ge- hören. Man versuchte, ihnen die Dampfer abzutreiben, mit denen sie die meist über dem Meere stattfindenden Probeflüge beobachten wollten; man telegraphierte das leerste Geschwätz lediglich, um zu verhindern, daß die freien Journalisten an den Telegraphen kamen, und man scheute selbst vor körperlichen Bedrohungen nicht zurück. Amundsen hatte Order gegeben, daß kein Außenstehender sich seinem Schuppen auf weniger als drei Kilometer Entfernung nähern durste, und norwegische und amerikanische, mit Revolvern und Dolchen be- waffnete Posten sorgten dafür, daß kein„Unbefugter" diese Grenze überschritt. Einem norwegischen Iov-nalisten. dem es gelungen war. sich durch die Absperrung zu schloßen und eine Aufnahme vom Luftschiff zu machen, wurde der photographische Apparat zer- schnitten. Der Zeitpunkt der Abfahrt wurde streng geheimgehalten, während die offiziellen Abfahrtsberichte schon vorher den Vertretern der„bezahlenden" Presse diktiert worden waren. Byrd war sehr verlegen, als er von seinem Nordpolfluge zurück- kam und in aller Oeffentlichkeit als Polbezwinger begrüßt wurde— es war nämlich veravredet worden, daß zunächst die offiziellen Tele- gramme abgehen sollten und erst am nächsten Tage, wenn Amerika durch Byrds Bureau die Nachricht schon bekommen hatte, die Sache öffentlich in Spitzbergen bekannt werden sollte. Hier war es Amundsen, der Byrd den Strich durch die Rechnung machte mit einem feierlichen Empfang, zu dem er seine Journalisten— also Byrds Konturrenz— geladen hatte. Auch ein Versuch, die staatliche norwegische Radiostation aus Spitzbergen in da» amerikanische Mo- nopol einzukaufen, war gemacht worden, aber die Beamten halten das abgelehnt. Jedenfalls haben Europas Zeitungsleser, die in ihrer Harmlosig- keit die tropfenweise und verspätet eingetroffenen Nachrichten von Amundsens Fahrt natürlichen Ursachen zuschrieben, ollen Grund. das Profitstreben der amerikanischen Zeitungsunternehmungen als maßgebenden Faktor im Nordpolsport zu erkennen. Schreibmoschinennormung. Die Unzohl der verschiedenen Schreibmafchinensysteme macht nicht nur den Besitzer dauernd vom ersten Lieferanten abhängig, sondern verursacht selbstverständlich auch ein« ganz überflüssige Teuerung und damit Absatzerschwerung. Der Normalausschuß der deusschen Industrie will jetzt auch diesem Unfug zu Leibe gehen und hat einen Normungsplan für dl« Schreib- mafchinenherftellung ausgearbeitet. Zunächst sollen all« Farbbänder auf die einheitliche Breite von 13 Millimeter gebracht, zugleich die Farbbandrollen und Halter so hergestellt werden, daß sie aus Maschinen aller Fabrikate passen. Für die Gummiwalzen wird ei» einheitlicher Durchmesser von 4,45 Zentimeter vorgeschlagen, womit «ine Normung der Typen verbunden sein soll, die bisher immer dem jeweiligen Krümmungswinkes der Walzen von verschiedenem Durch- messer angepaßt sein mußten. Ferner ist die Normung einer Reih« von Einzelleilen, wie Zeilenschaller, Tastenknöpfe und Hebel usw. vorgesehen. Am bedeutungsvollsten aber sst die projektierte Gleichmäßigkeit der Buchstabentaften-Anordnung. Sie soll auf allen Maschinen so eingerichtet werden, daß nicht nur das Zehnfingerschreiben ermöglicht vder erleichtert wird, sondern auch deussch, französisch und englisch auf derselben Maschin« geschrieben werden kann. Auch die Konsumenten werden«in« solch« Vereinheitlichung der Schreibmaschinen begrüßen können, wenn sie an der damit oee- bundenen Derbilligung der Erzeugung Teil haben. Leider ist man nicht zu pessimistisch, wenn man in dieser Richtung Befürchtungen ausspricht. ver»eve Leiter der össerreichlschea vm>de»«deat«r. Der bisherige vretlruer öftmeichislbe Generaltonlul Franz Schneiderhan wurde zum Keneraldirektor der öfterreichiichcn SundcStheater ernannt und hat sich grundsätzlich zur Uebernahme diese» Amte» bereit erklärt. Ttech ei» V»l Sporiflog. Wie rimisch« vlätter au« vuenoS«ire« melden, plant Amundsen«in« Srpedliion uoch dem Südpol. An der Fabrt sollen RobUe und»lltivorth teilnehmen. Der Flug soll von den Falk- landS-Jnsein ausgehen. Gründung eine» denssch-japaulschen Snlwrinslitvte». Um die Sezlehungm zwischen Deutschland und Japan enger zu aeftaiten. wurde seit langem beabsichtigt, ein deutsch.japanifche» Kulturinslilut zu gründen. Die ver- brndlungen darüber sind nun zum SIbschlutz gebracht worden und die Gründung de« Deusschen JapaninsNtute« isi ersolgt. Zu torrripondierenden Mitgliedern find eine Reih» führender vissenschastler au» beide» Länder» ernannt Wörde». Va»«losieia.ZnsNkn« an der hebräischen Universität in Zernsalem. Mit dem Neubau de» Einstein-Jnklitule» für Mathematik und Pbolik sür da» Wallenbeig au»«mertta 100 000 Dollar gespendet hat. ili jetzt begönne» worden. Man hoff», da« Institut zuiammen mit dem Neubau für die Nationalbibiiothek und für da» gudaisttsche Institut noch in diele« Jahr einweihen zu können. Entftheiöungen am Sonntag. In Schaumburg-Lippe und in Mecklenburg. Solange in dem kleinen Freistaat Schaumburg-Lippe eine sozial- demokratische Mehrheit bestand, wurde von allen bürgerlichen Leuten die Frage des Anschlusses an Preußen als eine Partei- fache erklärt. Weil die dortige Sozialdemokratie bereit war, über die staatliche Selbständigkeit und den Anschluß an ein andere» Land mit sich reden zu lassen, wurde sie als„national nicht genügend zu- verlSssig' betämpftl Jetzt, nachdem die bürgerliche Mehrheit >Ve völlige Unfähigkeit bewiesen hat, und die Selbständigkeit des Landes in größter Gefahr ist, wird die Frage des Anschlusses als eine überparteiliche bezeichnet! Am kommenden Sonntag, dem K. Juni, soll nun eine Art Voltsentscheid über die Ein- gliederung Schaumburg-Lippes in das preußische Staatsgebiet statt- finden. Auf Grund der Reichsverfassung soll die Gliederung des Reiches in Länder unter möglichster Berücksichtigung des Willen» der be- teiligten Bevölkerung durchgeführt werden, um so der Wirtschaft- lichen und kulturellen Höchstleistung des Boltes zu dienen. Um- gruppierungen der Gebiete können erfolgen durch ein verfaffungs- änderndes Reichsgesetz oder, wenn die unmittelbar beteiligten Länder zustimmen, durch ein einfaches Reichsgesetz. Der Abstimmung am Sonntag kommt mehr die Bedeutung einer Befragung über den Anschluß zu, als einer Entscheidung. Das wird auch schon dadurch bestätigt, daß als Wille der Bevölkerung die Mehrheit der gültig abgegebenen Stimmen angesehen wird, während sonst die Reichsversassung vorsieht, daß zum Beschluß einer Gebiets- änderung drei Fünftel der abgegebenen Stimmen, mindestens aber die Stimmenmehrheit der Wahlberechtigten erforderlich ist. Trotzdem aber hat die Abstimmung am Sonntag eine besondere Be- deutung, denn es soll durch sie der Wille der Bevölkerung sestgestellt werden. Deshalb lautet auch die Fragestellung auf dem Stimmzettel: Soll Schaumburg-Lippe an Preußen angeschlossen werden?" Die Wähler haben daraus mit einem„Ja" oder mit„Rein" zu antworten. Mit Rücksicht auf den Wert der Befragung hat die Landes- reglerung eine Denkschrift herausgegeben. Danach hat Schaum. burg-Lippe einen Flächeninhalt von 340 Quadratkilometern. Die ortsanwesende Bevölkerung bestand am IS. Juli 1925 aus 11 138 Haushaltungen mit zusammen 48 SSV Personen, von denen 24 259 als im Hauptberuf erwerbstätig festgestellt wurden. Im Lande sind zwei Städte, 92 Dörfer und 13 Gutsbezirke. Die Städte haben eine selbständige Berwaltung. Die Dörfer sind in die Kreise Bückeburg und Stadthagen zusammengefaßt. Der durchweg frucht- bare Boden des Landes ist überall ausgenutzt und wird von Bauern und Arbeitern bewirtschaftet. Ein großer Teil der Bevölkerung ist im einem Bergwerksbetriebe beschäftigt, der zum Bergamt Obernkirchen gehört. Bon den Anteilen an diesem Werk besitzt Preußen vier Sechstel und Schaumburg-Lippe zwei Sechstel. Bor kurzem hat der frühere Fürst sein Sechstel an Preußen verkauft und damit Preußen die absolute Mehrheit gesichert!! Die Wirtschaft- lichen Verhältnisse im Lande sind leidlich entwickelt, doch herrscht auch hier infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise größere Rot. Entsprechend vereinbarten Richtlinien zeigt Preußen gegenüber Schaumburg-Lippe ein starkes Entgegenkommen. Für die beiden letzten Jahre hatte der Kleinstaat einen Fehlbetrag von weit über 800 000 Mark. Aus dem l isherigen Lande soll ein p r e u, ßischer Kreis gebildet werden mit dem Namen Schaumburg- Lipp«. Der Anschluß ist beabsichtigt an die Provinz Hannover, weil auf diese Weise sich die Organisationsfragen am einfachsten regeln lassen sollen. Die Städte werden dann selbsttlndtge Städte im Sinne der hannoverschen Kreisordnung, d. h., sie führen die Geschäfte der allgemeinen Landesverwaltung und der Polizei un- mittelbar unter dem Regierungspräsidenten, sind aber, was die wirl- schaftliche Selbstverwaltung anlangt, Teile des Kreistommunaloer- bandes. Bis zur neuen Prsvinziallandtagswahl in der Provinz wählt der Kreis zwei Provinziallandtagsabgeordnete für sich. Der Kreistag besteht aus 24 Abgeordneten. Sollte sich am K. Juni die Mehrheit der Bevölkerung für den Anschluß an Preußen aussprechen, so würde ein Staatsver- trag zwischen Preußen und Schaumburg-Lippe abzuschließen sein, der alles weitere zu regeln hat. * In Mecklenburg-Schwerin, noch wie vor dem Kriege die Hochburg junkerlicher Reaktion, fällt am Sonntag die Ent- scheidung über die Zusammensetzung des künftigen Landtages. Die vorzeitigen Landtagswahlen— das Mandat des Land- tags lief bis zum Frühjahr 1927— hat der Landbund, der unter der Führung des Kapp-Putschisten Dr. Wendhausen steht, er- zwungen. Den Großagrariern war infolge der Dorteile und Liebe»- gaben, die ihnen di» Regierung Brandenstein in den letzten zwei Iahren zugeschustert hatte, der Kamm so geschwollen, daß ihre Unverschämtheit im Fordern überhaupt keine Grenzen mehr kannte, so daß selbst die deutschnationale Regierung schließlich erklären mußte: Bi» hierher und nicht weite«! Als die Regierung B r a n d e n st« i n ihr Amt antrat, übernahm sie von dem Kabinett de» Genossen Stelling bare 6 Millionen als Ueberschuß. Die neue Regierung wird als Folge der junkerlichen Mißwirtschaft eine Schuldenlast von rund 10 Millionen vorfinden. Dennoch hat der Landbund seine Regierung— von Brandenstein stand vorher selbst an der Spitze des Mecklenburgischen Landbundes — zur Strecke gebracht, als si« nicht mehr willfährig war. Hinter der Regierung standen bisher 27 Abgeordnet«(19 Deutschnationale, 13 Völkische und 5 Bolksparteiler): di« Opposition setzte sich zusammen aus 15 Sozialdemokraten, 9 Kommunisten, 2 Demokraten und einem Wirtschaftsparteiler. Nicht weniger als neun Wahllisten bewerben sich jetzt um die Stimmen der Wähler, darunter auch die Hausbesitzer und Mieter mit eigenen Listen. Die Aussichten für die Linksparteien sind sehr günstig. Die Rechte hat in ihrer zweijährigen Herrschaft völlig abge- wirtschaftet. Alle Lasten wurden den Aermsten der Zlrmen aufgebürdet. Für die Arbeitslosen bekam die Regierung zwar 1?» Millionen Mark, ausgegeben hat sie nur 91 000 Mk. Klein- rentner, Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene hat sie mit der Mietzins st euer belastet und deren Erträgnis bis zu 85 Proz. für Staatsausgaben verwandt. Dafür wurden dem Großgrundbesitz nicht nur die Steuern geswndet, sondern weit- gehende Kretiite gewährt. Andererseits tobt im Lager der Rechten der größte Zer« setzungstampf. Von den Völkischen haben sich die National- sozialisten gespalten, beide zusammen befehden im Wahlkampf rück- sichtslos die Deutschnationalen. Somit besteht die Hoffnung, daß auch Mecklenburg-Schwerin nach zweijähriger Unterbrechung wieder«ine von fortschrittlichem Geiste erfüllte republikanische Regierung erhält, die Mecklenburg aus den Klauen des Landbundes reißt und zum B o l k» st a a t im Rahmen der deutschen Republik macht. Berlepsch. TerGünderderGFsellschaft für Soziale Reform gestorben. Auf seinem Gute Seebach im Kreise Langensalza ist der frühere preußische Hondelsminister Freiherr von Berlepsch im 84. Lebensjahre gestorben. Berlepsch' Name bedeutete lange Zeit ein Programm. Denn dieser aus der alten preußischen Berwaltungskarriere stammende, noch zu Bismarcks Zeiten zum Handelsminister in Preußen er- nannte Mann hatte lange vor den meisten seiner Amtsgenossen die Notwendigkeit begriffen, durch sozialpolitische Gesetzesmaß- nahmen der Arbeitskraft größeren Schutz zu gewähren und dadurch der Wirtschaft wie dem Staat zu dienen. Aber gerade durch diese Richtung seiner Tätigkeit zog er sich den Zorn der Scharfmacher im Lager der Schwerindustrie in einem so hohen Maße zu, wie kaum ein anderer Minister der Kaiserzeit. Ihm galt das brutale Wort, daß dem Minister„der Herr-im- Hause-Standpunkt in» Auge gerückt" werden müsse. Gegen ihn intrigierten die Scharsmacher so lange und so betriebsam, bis er, im Jahre 1896, von seinem Ministeramt zurücktreten mußte. Aber er gab das Rennen nicht auf, sondern widmete sich nun als Privatmann ganz der Propaganda für Sozialpolitik. In der Gesellschaft für soziale Reform, zu deren Mitgründern er gehörte, hat er jahrzehntelang eine eifrige und erfolgreiche Werbearbeit für den sozialen Gedanken geleistet. Ihm gelang es auch vor dem Kriege schon, die Gewerkschaften zur Mitarbeit an dieser Gesell- schaft zu gewinnen. Seine Tätigkeit war vollkommen frei von dem Standes- und Klassendünkel, der sonst die Bureaukroten jener Zeit zu beherrschen pflegte. Und der Haß, der ihm aus den Kreisen der Schwerindustriellen entgegenlohte, hat ihn von den Resten solchen Dünkels sicher noch früher befreit, als das ohnehin gescheheir wäre. Es gab ehemals sehr wenige Politiker aus dem bürgerlichen Loger, die für die soziale Entwicklung und soziale Notwendigkeiten Verständnis aufbrachten. Wenn In den letzten Jahrzehnten der Ge- danke der sozialen Verpflichtung gegen die Art>eitsbienen immer mehr Raum auch in der Vorstellungswelt des Bürgertums gewann, so Hot Freiherr von Berlepsch ein sehr große» Verdienst daran. Sein Name wird deshalb auch in den Kreisen der sozialdemokratisch denkenden Arbeiterschaft einen guten Klang behosten. Das Ende einer tzetze. Vorlaufiger Abschluh im Nordhäuser Sparkassenprozefi. Das Kesseltreiben gegen den sozialistischen Landrat Knodt» Nordhausen, das von den Deutschnationalen, vaterländischen Ver» bänden, vom Landbund und von allen bürgerlichen Ordnungsparteien im Sommer 1924 gegen den verhaßten politischen Gegner und Gründer des Reichsbanners im Gau Thüringen mit den verwerf- lichsten Mitteln eingeleitet und betrieben wurde, hat in neun- tägiger Sitzung des erweiterten Schöffengericht» sein vorläufiges Ende gefunden. Sämtliche Behörden stellten dem Landrat das allerbeste Zeugnis aus. Der Vertreter der Regierung, ein ehemaliger deutschnationaler Landrat, nannte den Genossen Knodt einen mutigen Verwaltungsbeamten, der als echt sozialistischer Landrat seine Hauptaufgabe darin gesehen habe» den von der wirtschaftlichen Rot am meisten bedrückten Ständen» Arbeitern, Handwerkern und Mittelstand, zu helfen. Er sei neue Wege gegangen, selbst auf die Gefahr hin, mit der Disziplinar- behörde in Konflikt zu kommen. Aber niemals hätte diese Diszi- plinarbehörde nach dem Staatsanwalt geschrien. Auch seine Spar- k a s s e n p o l i t i k sei daraus eingestellt gewesen, an damals noch leistungsfähigen Handels- und Industriefirmen zu verdienen, um B e- triebskapital für di« notleidende Masse zu schaffen. Mit dem durch di« Inflatton notwendig gewordenen bankmäßigen Arbeiten sei selbstverständlich auch«in Risiko verbunden. Wenn Geschäfte abgeschlossen wurden, die sich später als Berlustgeschäste herausstellten, so sei da» zwar bedauerlich, niemals ober von dem Landrat beabsichtigt gewesen. Die ehrenvolle Absicht, stets das Beste für seinen Kreis im Auge gehabt und nie im' Sinne des ß 266,2 StGB, gehandelt zu haben, mußten ihm selbst seine poli- tischen Gegner bezeugen. Eine ganze Anzahl von Sachverständigen kam übereinstimmend zu der Ueberzeugung, daß für die Geschäfts- fühnmg der Sparkasse die Direktion, niemals aber der Landrat ver- antwortlich gemacht werden könne. Trotzdem kam das Gericht zur Verurteilung des Landrats und feiner beiden Direktoren, weil es über den 8 266 hinweg eine Rcichsgerichtsentscheidung zur Begründung heranzog, wonach die Angeklagten zu verurteilen sind, wenn sie auch nur mit der Möglich- keit einer vorübergehenden Gefährdung von Vermögenswerten rech- nen konnten. Von 24 Fällen wurde Landrat Knodt in 20 Fällen freigesprochen, in 4 Fällen anstatt einer verwirkten Gefängnisstrafe von 6 Wochen zu einer Geld st rase von 1260 Mark ver- urteilt. Di« beiden Sparkossendirektoren erhielten an Stelle einer verwirkten Gefägni»strafe von 10 Wochen 5 Tagen bzw. 22 Tagen eine Geldstrafe von 750 bzw. 330 Mark. Das Urteil hat bei der gesamten Bevölkerung großes Aufsehen erregt, weil man nach der Beweisaufnahme und dem Plädoyer des Staatsanwalts, über dessen Anträge da» Gericht in seinem Urteil über das Dreifache hinausging, allgemein mit dem Freispruch samt- licher Angeklagten rechnete. Der Verteidiger des Landrats Knodt, Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn-Berlin. hat Berufung eingelegt. Dauernunruhen in polen. Verzweiflungsakte der fast Landlose«. Warschau, 2. Juni.(0err Lichtenberg bekanntgeben. Die fertigen Bilder sind mit eigener Unterschrist versehen im Betriebsbureau an Herrn Wichel abzugeben. Stempel. Die Betriebsleitung. Wenn die Arbeiter schon einmal wie Verbrecher oder solche, die es in de» Augen der„schneidigen" Betriebsleitung eventuell werden können, behandelt werden solle», weshalb nicht gleich Finger- abdrürkc? Sie crf� von den Lichtbildern nach Unterschrift ab- zunebmen, ist doch umständlicher. Die Ortsoerwaltung des Metallarbeitervcrbandes hat ihre» dort beschäitigten Mitgliedern den Rai erleilt, sich dem unverschämten Ansinnen nicht zu unterwerfe n. Die Betriebsleitung spekulierte offenbar darauf, daß die Be- fürästung, arbeitslos zu werden, derart stark sei, daß sie den Ar- beitern alles bieten kann. Diese Spekulation stellt einen blanken C r p r e s s>i n g s v e r s ii ch dar. Die Arbeiterschaft ist es sich selber schuldig, sich energisch dagegen zu wehren. Sonst folgen der Firma Loutenschläger bald die ganzen Metallbetriebe. Z» nwderner Ausgestaltung der Betriebe fehlt es angeblich an Geld. Zu Korrup- tionsfonds, schwarzen Listen und dergleichen Hinterhältigkeiten aber ist stets Geld genug da.__ Zum englischen öergarbeiterstreik. Annäherungsversuch der Unternehmer. London, 3. Juni.(Eigener Drahtbericht. Die Bergbau- Unternehmer haben am Donnerstag einen Schritt unternonnnen, der daraui hinzielt, den toten Punkt in der Kohlenkrife zu über- winde». Als Ergebnis einer Sitzung des Vorstandes der Unter- Nehmerorganisation hat deren Vorsitzender Williams einen persönlichen Brief a n Herbert Smith, den Vorsitzenden des Berg- arbeitcrverbandes, gerichtet, in dem dieser eingeladen wird, sich nnt einem kleinen, aus Unternehmern zusammengesetzten Ausschuß zu treffen, um, wie es in dem Schreiben heißt, festzustellen, ob an- gesichls der schweren Wirkungen der Krise auf die britische Industrie und der großen Not unter den Bergarbeitern irgendeine Stnssicht aus Erfolg vorhanden wäre, falls die offiziellen Verhandlungen wieder ausgenommen würden. Da der Vorsitzende des Bergarbeiter- Verbandes sich aus Anlaß einer Sitzung der Bergorbeiterinternatio- nole in Brüssel aufhält, ist bis zu seiner Rückkehr keine Aenderung der Loge zu erwarten. Der Schritt der Unternehmer ist eine Folge des Druckes, der von der Schwerindustrie und den Großbanken auf die Bergbouunternehmer ausgeübt worden ist, angesichts der verheerenden Rückwirkungen der Krise auf die übrigen Industrien. Seit Donnerstag erscheint zum ersten Male eine Zeit- s ch r i s t„Der Bergarbeiter", die es sich zur Ausgabe ge- macht Hot, den Falschmeldungen der kapitalistischen Presse in der Bergbaukrise entgegenzutreten. Der Herausgeber der Zeitschrift ist der Chefredakteur des„New Leader". Die Lergarbeiierinternalionale und der Streik. Brüssel, 3. Juni.(Eigener Drahtbericht). Freitag tritt in Brüssel ein internationale« Bergarbeiterkomitee zusammen zur Be- sprechung der'englischen Streiklage. Bon den Engländern kommen außer Hodge« noch Smitb, Cook und Richardson. Keine lleberschichten im deutschen Dergbau? Bochum. 3. Juni.(Eigener Drahtberichtl. Der Bergarbeiter- Verband veröffentlicht in der„Bergarbeiter-Zeitung" fol- aeuden Aufruf:„Wo im Bergbau lleberschichten zum Zwecke der Koblengewinnung verlangt und geleistet werden, vergrößert diese« Berkabren die Arbeitslosigkeit. Schon au« diesem Grunde sollte jeder Kamerad solche II eber schichten meiden und' systematisch dagegen ankämpfen. Do« ist beute um so notwendiger, da der bitterernste Kamps in England, in seinem Ausgang von höchster Bedeutung Mir die deutschen Bergleute, als sittliche Pflicht die Ver- Hinderung deutscher KohlentranSporte nach England fordert. Selbst die englischen Kameraden meiden die lleberschichten." » Internationale flrbeitskonferenz. Dos' faschistische Mandat»viderwillig anerkannt. Gens. 3. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die Donnerstag-Vor- mittagssitzung der Konferenz wurde ganz von der Debatte über dos italienische faschistische Arbeitnehmermandat ausgesüllt. Den Anfang damit machte noch einer kurzen Begrün- dung des Anerkcnnungsantrages der Mehrheit der Mandats- Prüfungskommission Genosse M e r t rn s mit einer Erklärung der Arbeitnehmergruppe. Sie müsse heute mehr wie je gegen die Anerkennung des faschistischen Vertreters Stel- jung nehmen und dagegen protestieren, daß dos Internationale Arbeitsamt, wie Roffoni es am Mittwoch wünschte, nur mit den italienischen faschistischen Gewerkschaftern verkehren soll, sowie da- gegen, daß das faschistische Gewertschaftssystem nach einem Ausspruch des italienischen Regicrungsvertretcrs das beste sei und auch anderen Ländern anempfohlen werden dürfe. Daraus folgte Genosse I o u h a u r als Miuderheitsvertreter in der Mandatspriisungskommission mit einer inhaltlich wuchtigen Anklagerede sowohl gegen die faschistischen Ge- wertschaften und ihre Gewalttaten wie gegen das neue italienische Gesetz über die Berussgenossenschasten. Dieses Gesetz wurde von Iouhaux in einer Reihe von Artikeln verlesen und mit rücksichtsloser Schärfe kritisiert als ein Instrument zur Erdrückung jeder Freiheit, wobei er im Falle des Anwalts- Verbandes zeigte, daß man sogar so weit geht, die Berusstätigkeit zu unterbinden und unmöglich zu machen.„Als Vertreter einer solchen Gewer kschaftspolit'ik wollen Sie, Mon- sieur," donnert Iouhaux dem Faschisten Rossoni ent- gegen,„die italienische Arbeiterschaft hier ver- ireten? Diese wird, wenn sie heute auch geknebelt ist und sich nicht äußern kann, einmal für die Freiheit sich ebenso wehren, wie sie gegen ihre früheren Freiheitsbedrücker es oft und schließlich sieg. reich getan hat." Rossoni verlegte sich in seiner Antwort, die'tr wieder vor halb- leeren Sitzreihen geben mußte, darauf, die Konferenz zu warnen. sich in Diskusstonen über die innerpolitischen Verhältnisse in den einzelnen Ländern einzulassen, und protestierte zum Schluß gegen die erfolgten Angriffe auf die italienische Regierung. Der Präsident der Konferenz gab deingegenüber sofort eine Erklärung ab, das; nicht die italienische Regierung, sondern n u r ein italienisches Gesetz kritisiert worden sei, was zulässig sei. Die Abstimmung ergab 68 Stimmen für die Anerkennung Rosionis und 31 Stimmen dagegen bei 31 Stimmenthaltungen. Die beiden deutschen Regierungsvertreter und der Vertreter der deutschen llnternehmergruppen stimmten für das Mandat. Ver- fchiedene Regierungsvertreter, darunter die Belgiens, Dänemarks und Schwedens, enthielten sich der Stimme. Das neue Haus des Arbeitsomls. An der feierlichen Eröffnung des Hauses des Internationalen Arbeitsamtes in Genf, die am 6. Juni stattfindet, werden der Reichsorbeitsminffter Dr. Brauns, der französische Arbeitsminister Durafour sowie der englische Außenminister Chamberlain teilnehmen. Für das neue' Gebäude des Internationalen Arbeits- amtes ist von der deutschen Regierung ein Fenster gestiftet, das von Pechstein entworfen und von der Glasmalerei- iirma Gottsried Hemersdorff in Berlin-Treptv-w hergestellt worden ist Das Fenster zerfällt in drei Teil«: das Mittelftiick zeigt ein Hüttenwerk: auf dem linken Teilstück sind Bergbau imd Landwirt- schast. aus dem rechten Hochbau und Verkehr siMbolisiert. xas Fenster wird vor dem Abtransport nach Genf wahrscheinlich im Reichstag zur Besichtigung ausgestellt werden. e-«rankilAc*(Sfm-rlK. Der..»ainokn' Rr.» ist erschienen und NN � tSravtiischen Bercinstuius. Älecondrinenste. s-l.«duidolen.(Soviit für umleite VerbreiMN« dieser Prop-aondanummer zum«ollsensschn» S Der chraudilche Werbe-msschui, � XraftuiuanHanb SPD.-D>»bbr»�er: Die füt nächste Woche vor- A flefetiene iTraltionafiliuna findet nicht statt. SfKte»ewe-tschaffiuaend Die für Montaa. 7. Juni, voracschene®tupwn- TettunnsiUmna ist verlest auf Montaa. 3un,.— Öetitc, Freilao. i1� Uhr, tonen die©ruuven: Keemannpla» lRenkolln 2): Iunendhonn Sanderftr. 11, Ecke öobrcrfitfrraftr. Seimdeivrechuna.«otunvtficnfdKiWiäK Vlaudereien.— Seddin, 1: Iuaenddeim Stadtbad Weddin,. GenchEtr 60*». Sein,. beforcdiunn, Lieder zur Laut«:..Sosemaun kommt".- Vber,chone>»eide: Gruvvanbeim Lauiener Str. 2 i«oter Saal). Seimbesvrechun, und Äussprache ilber unsere Detriebsverdiiltnilse.....,,, «chtuna. Zimmerer! Alle«erbandokameraden werden- kuerduech au, fol- «ende Beranstaltunaen stinaewiesen und ersucht, für reuen Besuch derselben «1 amtieren: Heute. Srcilort, 7 Ubr, �mittisnärtonseren, im Gewertschans- bau» Saal S— Sonnabend. 5.. Sanntaa. fi., und Montaa. 7. Juni, in allen Bezirken Bezirksversammlunaen. Der Bezirk 12 ta,t am Sonnabend bei Mecklendura Bavenostr. 0: der Bezirk 17 Sonnabend bei Mockwi». Barnim- straste: der Bezirk 20 Reukölln am Montaa bei«assuhn. Er«. Ecke Donau- strafte.— Dionotaa. 8. Juni. Zablstellenversammluna. und zwar weaen der Berichterstattuna vom 21. Berbandotaa im qroften Saal des©ewerkschafts. bause?. Mitaliedobuch legitimiert. Verband der©emeinde.«nd Staatoarbeitee. Sektion Baek und iTejeddiie: Sonntaa, v. Juni. Ausflua nach Potsdam. Bestchtiauna Schloftvark,©art- nerei usw. Treffvunkt 7 Übe friNi vor dem Poisdamre Hauptbabnbos. Ab. sabrt 7>4 Ilbr. Rea» Beteiliauna der Kolleae» und deren brauen ist«rwiinscht. Ztolleaen'. welche vorder ibr Woblrecht zum Eltenbbeirat ausüben, sabren dem» entsprechend später bis Wildpark. Treffpunkt Restaurant„Drachenbäuschen". Die Sektionsleituna. Achtuma. Aotzree! Die Bersannnluna der Robrer findet nicht am Dien». taa. sondern am Montag 7. Juni, statt. Wir bitten, alle»olleaen darauf aufmerksam zu machen. Bau�werksbund. ftochnnippe i>er Rohrer. Berantmortlich für Politik: Emst»enter: Wirtschaft:«rtnr Saternn»: ©ewerkfchaftsbeweauna: Z. Steiner; Feuilleton: st. S. Döfcher: Lokales und Sonftiaes Fri» Sarstädt: Anzeiae»: 56.©locke: sämtlich in Berlin. Berlaa: Borwörts-Berlaa©.m.b.H.. Berlin. Druck: Borwärls-Buchdruckerel und Berlaasanstolt Bau! Einaer u. Co. Berlin CW 88 Lindenftrafte 3. Hierin I Beilaae» und„Unterdaltnna nnd Wissen". sk.m%TH£m Leipziger Platz Königstrafte Roscnlhalcr StraBa Moritzplatz Boa-Lie Zitronen- Gärungsgetränk Verkauf: Drog«n• Abtallung Aussehank; Erfriaehungaraum ßebensmitkl Soweit Vorrat. Leicht verderbl. Artikel können nicht zugesandt werden Obst Tomaten...... Pfund 0.30 Bananen.... Zitronen. Dutzend 0.30 0.40 Erdbeeren.-. Australische Aepfel. p'und 0.48 , Pfund 0.55 . Pfund 0,85 buizwurst..... Pfund 0.90 Landleber- u. Rotwurst 110 Polnische Wurst Pfund 1.40 Grobe Mettwurst Pfund 1.40 Speck fett». im»der, Pfd. 1.45 Jagdwurst..... Pfund 1.45 Wurstwaren Mettwurst 1.45 Filetwurst..... Pfund(.65 Feine Leberwurst Pfund|.65 Zervelatu. Salami Pfund 1.80 Schinkenspeck. Pfund 1.85 Mausschinken sc'w�prd.Z.OO Kolonialwaren Bosn. Pflaumen- p'und 0.30 Gemischt.BackobatPfd. 0.44 Makkaroni Bruch Pfund 0.42 Schnitt-Nudeln 0.45 Java-Reis..... Pfund 0.32 Gebrannter Kaffee Konsum-Mischung Pfund 2.40 Haushalt-Misch..Pfund 2.60 Globus-Mischung Pfund 3.80 Sonder-Mischung pwnd 3.00 Residenz-Misch.. Pfund 4.20 Olympia-Mischung pkl 3.40 Elite-Mischung. Pfund 4.60 Konserven Dose>/, btangenschnittbohnen 0.68 Junge Brechbohnen I Junge Erbsen mitteirein Junge Erbsen f-w... Kaiserschoten..... Gemischtes Gemüse f-m 1.30 Sellerie In Scheiben.... 0.80 Gewürzgurken spnmSL 1.90 Senfgurken 1.30 Preiselbeeren DMde2.00 0.82 0.68 0.74 1.20 1.60 Do»« Vi Pfirsiche eÄ* Frucht 1.45 Gulasch aus Rind- u. n Schweinefleisch, lh D. U.Do Rindfleisch a-fris?hFI� .20 uiaui.i ivisai| r>/i 2 Pfund-Dose(»ZO Rotwurst I Pfund- Dos« 0.70 Leberwurst i Pfund-Dos« 0.58 Corned-BeefviD.i.es ,0.63 Prag. Rauchfleisch"> D. 1.25 Konfitüre 2 Plund-Sim-e lflivdeer, Kl rieh, Vr.v»«,,-- Aprlkoseo, Erdbcercm.. I.«Q für Einkochgläser ohne Ring hohe Form wette Form IVz 2Ltr. 0.34 0.36 0.38 0.40— - 0.40 0.44 0.46 0.48 Oummlring« eng und weit 0.05 0.55 Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust..."»a SS" Kalbsnierenbraten..... 90« Suppenfleisch........... � so� Schmorfleisch»H KnoAm.... Pfand Roastbeef»>u Knoehen........ Pfand 1 M Schweinebauch-».».«.. p«»« SS" Schweinerücken u. Blatt>><»<> los Liesen pm.85"- Gehacktes pw- 75 Roseathelcr Str. Känl�str. Moritzplatz: Speck- u. Dampfwurst ml 1.05 Bier- u. Teewurst Pfund 1.75 Reh-Ragout Reh-Blätter Puddingpulver Vanille-Pudding Pfund 0.48 Mandel-Pudding Pfund 0.48 Schokol.-Pudding Pfund 0.72 Rote Grütze... Pfund 0.72 Vanille-Soßen. Pfuud 0.72 Pfand 38 PI. ,. Pfand 1 20 Romatour..... stuck 0.20 Limburger pomm, Pfund 0.50 Limburger Aiieioer, prund 0.68 Tilsiter Pfd. 0.65 0.85 1.25 GOUda dänischer.. Pfund 0.68 Holländer, Edamer p». 0.88 Bierkäse Allgäuer. Pfund 1.00 Käse u. Butter Schweizer 1.05 1.65 Steinbuscher voiiretf.pfd. 1.20 Münsterkäse voiifett.pfd. 1.25 MolkereibuttePp* 0.78 0.87 Tafelbutter....Pfund 1.70 Margarine..... Pfund 0.56 Geflügel Suppenhähne...Pfund 1,20 Brathühner 1.40 1.60 Junge Enten Pfund 1.70 1.85 Junge Tauben... stuck 0.75 Junge Gänse Pfund 1.30 1,50 Fische Seelachs««pf.«»»»« p>,> 4V 5ke!tag, 4.Iunl?42ö so gering, daß bei der rügenschen Kreide eine halbe Million auf den Kubikzentimeter gehen soll. Einen Beweis für diese Theorie bilden auch versteinerte größere Seetiere, die überall in die Kreide eingelagert sind. Von der anbrandenden See, die ja dauernd Kreide- gestein loslöst, werden sie ausgewaschen und jeder Besucher Rügens findet sie am Strande, den.versteinerten Seeigel" und den.Don- nerkeil und bringt sie als Reisctrophäe nach Hause. Unter welcher Gleichmäßigkeit die Schichtung der Kreide vor sich gegangen Ist. zeigen die Gesteinstrcifen, die in vielen Schichten die Kreide durch- brechen und vom Strand aus als dunkle Streifen kenntlich sind Das sind alles wunderlich gesonnte Feuersteine, Konkretionen von Kieselsäure. Wenn Teile des Felsens, von Wellen und Wetter unterwaschen und zerfressen, hinabstürzen und die Brandung die weichen Kreidemassen wegwäscht, bleibt das härtere ZNaterial, der Feuersieinkiesel. zurück. Meilenweit bedecken sie mit anderem Geröll, das aus der oben liegenden Decke des«iszeirläien Geschiebemergels stammt, unter dem sich oft Felsbläcke beträchtlicher Größe befinden. den Strand. Ein Badebetrieb, wie ihn die Ostsee sonst kennt, isi also hier unmöglich. Auch für die Schiffahrt sind die Gesteinsmassen nicht ohne Gefahr. Vor Stubbenkammer erschrecken uns die Ueber- reste eines Dampfers und eines Seglers. Noch gefährlicher ist das weiter nördlich liegende Vorgebirge Arkona, wo sich eine Rettung»- station befindet. Wie leicht die kreide verwittert, zeigt das bei un- ruhigem Wetter weithin weißlich gefärbte Meer. Auch die vielen kleinen Bäche, fließen wie Milch von den mitgeführten kleinsten Kreidemolekülen. Der Regen, der auf den Felsen schlägt und nieder- tropft, bedeckt die untenstehenden Pflanzen mit einer weißen Kreide- schicht, die Natur gibt dadurch eigentlich selbst einen Fingerzeig zur Sewinaang üer kreide. Sine reich« Industrie hat dle Kreide in der llmgebung von Eaßnitz entstehen lassen. Die rügensche Kreide, die hier an vielen Stellen gebrechen und geschlämmt wird, ist wegen ihrer Feinheit berühmt. Wersen wir einen Blick in eins der vielen Kreidewerke. Von der Höhe der Wand, in die sich das Wert imer mehr hinein- frißt, gibt es einen Ueberblick über die ganze Fabrikation. Ein durch seine Größe überraschender Komplex liegt vor uns. Die Größe wirkt um so eindringlicher, als alles wie ausgestorben erscheint. Wäre nicht das Stampfen einer Maschine und einige drehende Rader, Reisen in die Welt, wessen Sehnsucht sind sie nicht! Und wie wenigen sind sie vergönnt! Selbst eine bescheidene Urlaubsreise an die See erlaubt oft der karge Geldbeutel nicht. Gut, daß die Ge- danken umsonst reisen. Und Anregung zum Reisen haben sie genug. Und Zeit soviel ja: denn sie reisen schnell. Vor kurzem war hier vom.Bettuch und Tischdecke" die Rede, Gegenständ« des täg- lichen Gebrauchs, die uns ein Stück Welt: böhmische Landschaft und Geschichte, vor Augen führten. Und so locken alle Dinge, die wir Tag für Tag zur Hand nehmen, zur Fahrt!— Warum nicht da» Zahnpulver? Wer von un» hat schon, wenn er mit einer der viel- gepriesenen Zahnpasten die Zähne bürstet, an die Kreidefelsen Rügens gedacht, wem ist zum Bewußtsein gekommen, daß er mit Resten von Seetieren, die vor Iahrmillionen ihr Leben ließen, seine Kauwerkzeuge einer Reinigung unterzieht? Der Hauptbestandteil jedes dieser Zahnreinigungsmittel ist Kreide und so hat die vielleicht ciwas merkwürdig anmutende Verbindung in der Ueberschrift ihre Berechtigung. Doch lassen wir die Gedanken reisen! Der O-Zug Berlin— Saßnitz bringt uns von Ott und Stelle. Eine der eigen- attigsten und schönsten Landschaften Deutschlands erworttt uns. Wir sind mitten im Gebiet der kreiüefelsen Rügens. Ein Spaziergang von Sassnitz nach Sknbbenkawmer. dem Köaigstuhl. der 122 Meter stell über dem Meer rag:, führt uns durch die schönsten Telle der Kreideküste. Durch den herrlichen Buchenwald geht es, der sich hier zu wundervollen Laubengängen zusammenschließt, dessen silbttge Stämme dott als Pfeller das grüne Domdach stützen. In dämmeriger Kühle unzählige Maiglöckchen, Annemonen, Himmelsschlüsselchen. Veilchen. Der Großstädter, der all« diese Herrlichkeiten nur an Blumenständen zu kaufen bekommt, bricht in immer neue Ausrufe des Entzückens aus. Bäche haben tiefe Schluchten in das Gestein gefressen. Treppauf, treppab fühtt der Pfad. Endlich ein Ausblick. Tiefunten brandet das Meer. Die weihen Kreidefelsen lassen es in herrlichem Blau erglänzen. In wetten Bogen verliett sich da» silbttge Land der Felsen in der Ferne. Steil ragt das Gestein empor. Das verwitternde itßasser hat oft phantastische Formen hervorgebracht. Berühmt sind die Wis- sowerklinkeu. Durch wild phantastisch geformte Zacken, von Herr- lichen grauen Farbtönen von silber bis braun geleitet, wandett der Blick. Der Felsen wird überall von Buchenwald gekrönt. Die Wurzeln der Buchen haben sich tief in die Humusschicht gekrallt. Ost sind sie noch der einzige Halt dieser Erdschicht, die weit über die schon ausgewaschene und abgestürzt« Kreideschicht hinausragt. Und das Meer arbeitet immer weiter an seinem Zerstörung-werk. Wir werden uns bewußt, daß die Obersläche unseres Erdball» einer steten Veränderung unterliegt. Das fühtt uns auf Sie Entstehungsgeschichte üer Kreide. Di« Gedanken müssen Iahrmillionen zurückwandern in die von den Geologen als Tertiär bezeichnet« Zeit, und zwar in die mefo- zoische Vera, das kreidezeitalter. Der Kreidefels, der hier an der Nordküste Rügens zutage tritt, bildet den Grundban de» ganzen norddeutschen Tieslandes. In der Eiszett wurde er von den Ab- lagerungen der Gletscher überdeckt und nur an ganz wenigen Stellen tritt er noch zu Tage. Hier, auf Rügen, wo durch irgendeine Bodenbewegung der Fels gehoben, und durch den Anschnitt der See ein natürlicher Querschnitt durch das Land erfolgt, wird dieser Grundbau eindringlich vor Augen geführt. Entstanden ist die Kreide durch Meeresablagerung. Die ganze norddeutsche Tiefebene war von diesem Tettiärmeer bedeckt! Milliarden und Milliarden von kalkpanzera mikroskopisch kleiner Seetiere schichteten sich nach dem Tode ihrer Bewohner übereinander. Die Größe dieser Seettere ist „So is recht! Det jetzt uffgesteckte Gesicht is knorke—* sagte der Vorarbeiter, und man schütteUe sich verabschiedend vergnügt die Hände. Natürlich war man jetzt an der Puffertafel auch allge- mein der Ansicht, das ist„knorke". Die Wochen bis zu Vaters Geburtstag rannten förmlich. Vater kam zwar abends müde und abgearbeitet nach Hause, aber, immer in guter Laune, hörte er viel, wie Mutter sagte. seinen„D-Doktor" mit Fritzen ab. Sie hatten nur zwei Hörer. Die andern ober saßen bei Muttern in der Küche und wisperten und tuschelten, und manchmal machte Fritze das vierblättrige Kleeblatt komplett. Vater hatte schon wiederholt gefragt, ob da draußen eine Verschwörung gegen ihn im Gange sei oder ein Feme- gericht tage. Zwei Monate waren ms Land gegangen. Aber sie waren umwälzend für Knorkes. Kein Zank, kein Streit, sehr, sehr selten ein tadelndes Wort, und wenn mal. dann freundlich und liebenswürdig. „Denn"— sagte Anneliese—„unser Fräulein behauptet, jede Kritik muß aufklärend und belehrend sein, sonst ist sie ungerecht und verletzend und ruft Trotz und Eigensinn hervor." Das allermerkwürdigste aber war, daß solche Kritik meist von den Kindern an den Eltern geübt wurde, ohne daß diese es übel nahmen, denn die Form, in der es geschah, war nie verletzend. Daher pries Mutter Knorke, wo sie nur eine Gelegenheit fand, die neue Schule, die ihr Friede, Freude und Glück ins Haus gebracht hatte, in allen Tonarten. Sie versuchte, soviel sie nur irgend verdauen konnte, von dem neuen modischen Krimskrams aufzuschnappen und anzuwenden. Ganz besonders mit Vater halte es seine Schwierigkeiten. Die Eltern hatten wiederholt Schulstunden beigewohnt, waren zu den Eltern, und Zugendabenden gegangen und schließlich war Knorke jenior Elternbeirat geworden. �. Mutter war ordentlich stolz auf ihren Mann, der mm „Rat" war, duldete aber nicht, daß man sie„Frau Eltern- beirättn" nannte, sondern meinte, der Titel gehöre ihrem Mann, sie sei nur sein Schatten, worauf Knorke senior mit Bezug auf ihren Umfang erwiderte:.Llber ein kräftiger Schlagschatten." Vater Knorke hatte das neue Amt viel Plage gebracht; nicht, daß ihm Sitzungen und Arbeit zu viel waren. Das machte ihm Freude, war er doch noch mehr als feine Frau begeistert für die neue Schule. Aber seitdem er Beirat war, hatten seine drei Rangen das Amt von Sprachlehrern ihm fiegenüber ausgeübt und mit viel Liebe und Schmeichelei ver- ucht, ihm die richtigen Begriffe des ersten, zweiten, dritten und vierten Falles beizubringen. Knorke wehrte sich dagegen mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln: ,Lck kttine schon von Martin Bendix her jeden Fall, auf den man rinfällt." Und wenn er sich seiner drei Sprachlehrer gar nicht erwehren konnte, erklärte er:„Die Behauptung, daß die Berliner das schlechteste Deutsch sprechen, ist eine bodenlose Verleumdung. Wenn ein Ostpreuße, Mecklenburger, Frankfurter usw. ihr Kauderwelsch loslassen, dann sagt jeder: Ach, wie reizend klingt der Dialekt! Wenn aber der Berliner seinen Dialekt redet, dann soll es ein mise- rables Deutsch sein. Der Sachse, der alles michelt, bei dem heißt es, das klingt süß. Der Berliner, der selbst da mir sagt. wo's richtig ist, von dem behauptet man so etwas nicht. Das ist eben die Boreingenommenheit und der Haß gegen die Berliner." Aber abgefärbt hatte Knorke senior doch an seinen Bil» dungstrabanten. wie er sie nannte. Und wenn er in den Elternbeiratssitzungen war, sprach er schon ganz leidlich korrekt und wußte zweifelhafte Klippen so geschickt zu um- schiffen, daß selbst ein„Studierter" nichts merkte. Nur bei Sprachklippen, wo man ihm auf seine Frage, warum das hier so und nicht anders heißt, erklärte er ärger- lich, er würde künftig nur noch rackerlateinsch sprechen. Das habe er in seiner Jugend am besten gekonnt und daran hätte niemand Kritik geübt— weils keiner verstanden habe. Aber schon am nächsten Tage waren seine Quälgeister wieder zur Stelle. Sie hatten sich bei„Kamerad" Lehrer und Lehrerin noch dem„Fall" erkundigt und verzapften nun ihre frisch bezogene Sprachweisheit an ihren armen Äater. Auch an prakttschen Beispielen ließ es besonders Anne- liefe nicht fehlen. Eines Sonnabends Abend war Elternbeiratssitzung. Bater. mußte am Sonntag Familie Knorke ausführlich über alle Vorkommnisse, auch wie nett er sich mit Lehrern und Lehre- rinnen unterhalten hatte, so daß er schließlich noch bis an di« Straßenecke mit se zusammen gegangen sei, benchten. „Sieste du," fiel ihm Anneliese ins Wort,„hier Vati, hast du einen Sprachfehler, den du immer wieder machst, und den du dir leicht merken könntest. Immer da, wo du mtt se sagst, muß es ihnen heißen." Knorke senior brummte etwas tn den Bart, sagte aber nichts. Als er nachmittags zu seinem Arbeitskollegen wollte, sagte er zu Anneliese:„Gib mir mal meine.Lhnen"." „Was willst du?" ftagte sie erstaunt. .Meine„Ihnen"," lautete die Antwort, nach dem Kleider- haken zeigend. ,Llch so," meinte Anneliefe, meinst deine Mütze?" „Na." meinte Knorke senior sarkastisch,„siehste de nu deinen Sprachquaisch ein? Erst haste ausdrücklich erklärt, überall wo ich mit fe sage, muß es ihnen heißen, und nun sage ich ihnen, nun falls wieder mit fe heißen. Ihr wißt ja selber nicht, was ihr wollt," und schmunzelnd war er zur Tür hinaus. Drinnen brachen die beiden Jungen und Mutter in ein schallendes Gelächter aus. Annesiese stand ganz verblüfft da» bis sie schließlich, ob sie wollte oder nicht,„mit se mitlachte. Als Vater Knorke eines Tages von der Arbeit heimkam» konnte er mit seinem Schlüssel die Wohnungstür nicht öffnen, da die Sicherheitstette vorgelegt war, und er mußte eine ganze Zeit warten, bis er Einlaß fand. Er trat dann mit den Worten ein:„Na, was ist denn los, daß ihr heute die Kette vorlegt? Ist Mutter allein, tut sie es trotz aller Warnungen nicht." Da lachten alle verschmitzt, und Mutter sagte: ,L)u vyißt nicht so neugierig fein." „Wat habt ihr denn für Igel zu kämmen?" fragte Knorke. „Wird nicht verraten, ist Amtsgeheimnis." lagt« Karl«. .Iu, Wichitgkus," antwortete Vater und packte Karle im Genick, ,chir sind wohl recht lange nich die Hofen ftrammge- zogen. Da habe ich wohl viel nachzuholen?" „Das wäre Bruch des Friedensoertrages und würde alle Knorke-Verbündete gegen dich mobil machen," erklärte Karl, der sich geschickt vom Feinde losgemacht hatte und eine gedeckt« Stellung bezog, von der aus er seinem Äater zurief: ,Ml be- kämst auch'ne Anklage wegen Gefährdung des Friedens und Hochverrot." (Fortsetzung folgt.) mb �e,lW dn �>e ��mmt«« Sonntag, den 6. Juni, für Liste„SchulaufSau"! man könnte denken, das Werk sei stilliielegt. Die wenigen Menschen, die in dein ganzen Werk zn sehen sind, machen es nach glaubhafter, sie scheinen mit Aufräniiningsarbeiten beschäftigt. Einige schwarz schillernde, frisch geteerte Schuppcnwände, die den einzigen Kon- traft zu dein sonst alles überdeckenden Wciftgran der Kreide bilden, vermögen das Bild auch nicht zu beleben. Doch bald konnnen wir hinter das Geheimnis: den haupkanteil an der ganzen Fabrikation hat das IkJiisfcr! Oas Schlämmen der kreiüe. Tief zu unseren Fügen brechen zwei Arbeiter Kreide vom Fels, zerkleinern sie durch einige Schläge und werfen sie dann in graste Bottiche, die immer frische Wasserzufuhr haben, so daß' sich die Kreide in kurzer Zeil auflöst. Beschleunigt wird der Prozeß durch stetes Ilmrühre» mittels Maschincnkroft. Die gut aufgelöste Kreide gelangt durch seine Siebe, die Steine usw. hier gleich zurück- lassen, in hölzerne oben offene Rinnen, zum großen Turm, der den ganzen Platz beherrscht. Durch eine Eimerkette ohne Ende wird hier die„Kreidemilch" gehoben und stießt nun in langen Rinnen, die ab und zu durch Bottiche unterbrochen werden, talwärts. Auch die geringste Unreinigkeit gelangt unterwegs zur Ablagerung, so daß� die Rinnen von Zeit zu Zeit gereinigt werden müssen. Die völlig reine kreide wird in flache quadratische Gruben geleitet, wo das Wasser allmählich verdunstet. Wenn das in ausreichender Weise geschehen ist, werden die Gruben mit dem Spaten geleert. Jeder Spatenstich gibt ein Stück feinster Kreide, die zunächst aus woge- rcchtcn Rosten soweit austrocknet, daß sie fest wird und dann in den Kreidcschnppen, ähnlich wie Ziegelsteine beim Trockcnprozeß, aufgeschichtet, den letzten Wasscrtropfen verliert. Sfc Damit ist die Gewinnung dieses Rohprodukts beendet. Die Krcidestücke werden in Fässer gepackt und so verfrachtet. Sie ge- langen an die verschiedenen Fabriken, wo sie zu Farbe zermahlcn, zu Schreibkreide verarbeitet oder aber mit allerlei Zutoten ver- sehen in Tuben gefüllt wird. Wir sind beim Zahnpulver angelangt! Doppelleben eines Chauffeurs. Der vermihte noch immer unauffindbar. Die Nachforschungen der Mordkommission nach dem vcrschwun- denen Chauffeur Friedrich Müller haben zu Festste!- lungcn geführt, die ein eigenartiges Licht aus den Mann werfen. Während er von seinen Angehörigen, seinem Arbeitgeber und seinen Berufskollegen übereinstimmend als ein sehr ruhiger, nüchterner und zuverlässiger Mensch geschildert wird, haben sich nunmehr ent- ferntere Bekannte ennitteln lassen, die überraschende Aufklärungen bekundeten. Müller, der nicht rauchte und selten trank, war ein leiden- schastlichcr Spieler und Wetter und fehlte auf keiner Rennbahn. Im Laufe einer verhältnismäßig kurzen Zeit hat er mehrere tausend Mark ary den Rennbahnen verwettet, ohne daß seine Famitic von dem Verbleib des Geldes etwas erfuhr. Es ist festgestellt, daß er am vergangenen Sonntag wieder in Ruh- leben zum Rennen war und hier erhebliche Verluste hatte. Aus der Rennbahn traf er Bekannte, die er mit seinem Wagen am Abend nach der Wohnung des einen Mannes in der Fidicinstraße brachte. .stier ließ Müller sein Auto niit lausenden! Motor und angestellter Uhr die Nacht über auf der Straße stehen und spielte bis in die Morgenstunden hinein, weil er, wie alle passionierten Spieler, glaubte, den Verlust durch fortgesetztes Spiel nicht nur wieder her- e-nholen zu können, sondern noch einen lleberschuß zu erzielen. E r verlor jedoch b e st ä n d i g. Am nächsten Morgen brachte er seine Bekannten wieder mit seinem Wagen nach einem Kaufhaus in der Nähe des Alerandcrplatzcs, wo sie eine Besorgung hatten. Ilm ihn wenigstens in den Stand zu setzen, seinen verbrauchten Benzmoorrat zu erneuern, bezahlten seine Freunde ihm die Fahrt init 8 Mark und liehen ihm außerdem noch ll) Mark, so daß Müller mm über 18 Mark verfügte. Mit diesem Gclde suchte er eine Tankstelle auf und ließ den Behälter neu füllen. Die Nachforschun- gen nach ieiaeni Verbleib werden sortgesetzt. Es wird durchaus mit der Möglichkeit gerechnet, daß Müller noch am Leben ist. Erwünscht wäre es, wenn sich der Inhaber der Tankstelle melden wollte, bei dem Müller am Montag früh vorsprach und einen Vorrat Benzin kaufte. Alle Mitteilungen sind nach wie vor etvbie Kommissare Dr. Bcrnoorsf-Zapfe im Zimmer 52 des Polizei- Präsidiums zu richten. Oer örief ües Selbstmörüers. „Erschlagen von 4 Kilogramm Ammon-Gelatina." Zu der grauenhaften Todcsart, die der Tiefbau-Jngenieur stcr- mann B. aus stannover wählte, können wir noch einige Einzelheiten mitteilen. Kriminalkommissar N a u ck vom Polizeiamt Charlotten- burg erhielt gestern, Donnerstag nachmittag gegen 2 Uhr, einen Brief B.s, in dem er der Behörde feinen Entschluß mit folgenden Worten kundtat: „Ich liege morgen oder heute abend zwischen 19 und 12 Uhr erschlagen von 4 Kilogramm Ainmon-Gelatina an der Endstation der Straßenbahnlinie 75, nahe am Bahnkörper des Bahnhofes steerftraße. Ich weiß nicht mehr ein noch aus. Scharren Sie mich irgendwo ein und lassen Sic meine Angehörigen nicht kommen." Der Inhält dieses Briefes stinimt mit dem der Aufzeichnungen, die man in dein kleinen Koffer fand, übcrein. N o t und S t e l l u n g s- losigkcit haben B. in den Tod getrieben. Ammon-Gelatina ist ein sogenannter S i ch e r h e i t s s p r e n g st o f s, der durch Geln- tiiilcren von Nitroglyzerin, Kollodiumwolle und Llmmonium-Nitrat hergestellt wird. Durch die ungeheure Menge von 8 Pfund Spreng- stofs, die B. zur Wirkung brachte, erklärt sich auch die vollständige Zerstückelung seines Körpers. Er muß den Stoff, dessen auswärts- steigende und zerstreuende Wirkung er kannte, in einem Säckchen auf den Erdboden gelegt, sich darauf gesetzt und durch'Anbrennen der Zündschnur zur Explosion gebracht haben. Waffenfunö in SpanSau. Der Abteilung l A der Bcrlinct Kriminalpolizei war eine An- zeige zugegangen, daß im Keller des tyjuses Bismarck st r. 60 zu Spandau beträchtliche Mengen an Waffen und Mu- n i t i o n verborgen feien. Beamte der Abteilung begaben sich daraufhin nach dem staufe und fanden in dem bezeichneten Keller s i e b en Kisten, die mit deutschen Ferngläsern, Leuchtpistolen, vollständigen und zerlegten Gewehren und M u n i- lion für die verschiedensten Kaliber angefüllt waren. Als Be- sitzcr des Kellers wurde der Stukkateur Timm aus der Rosinen st.r. 7 zu Spandau ermittelt und der Abteilung I A zugeführt. Bei seiner Vernehmung gab Timm an, daß er früher bei der Reichsireuhandgcjellschast beschäftigt gewesen sei. Diese Ge- sellschaft besorgte die Einziehung und Verschrottung der durch die Entente verbotenen Schußwaffen und anderer Kriegsausrüstungen. Ohne Wissen der Treuhandgesellschaft entwendete Timm noch und nach Wolfen und Munition, weil— so erklärte er— es ihm als Waffenliebhabcr Freude machte, sie zu besitzen. Er verbarg sie in seinem Keller in den Kisten, in denen sie jetzt noch gefunden wurden. Irgendwelche politische Verwendung habe ihm ganz jern gelegen. Die Waffen, die durch das Lagern in dem Keller un- brauchbar geworden sind, wurden beschlagnahmt, Timm wurde, da kein Fluchtverdacht vorliegt, nach dem Verhör wieder entlassen. Es wird gegen ihn ein Verfahren wegen Diebstahls und unbefugten Waffenbesitzes eingeleitet werden. Großfeuer in Charlottenburg. Ein ganzer Magenpark niedergebrannt. In den gestrigen Nachmittagsstunden wurde wieder ein erheb- licher Teil der Groß-Berliner Feuerwehr nach Charlotten- bürg alarmiert, wo in der Kaiserin-Augusta-Allee 69a ein Schuppcnkomplcx der Städtischen Müllabfuhr-A.-G.in Flammen stand. Auf dem großen Platz, der etwa 499 Meter im Geviert mißt, befinden sich ausgedehnte Schuppen, in denen sich große Mengen von Stroh, steu. zahlreiche Wagen und mehrere hunderte Müllkästen bcfchiden. Unmittelbar an den Platz schließt sich eine Kohlen- großhandlung an, während auf der anderen Seite etwa 3 9 MMiWO lit loitsgmAt! ISi du: M, scotn Dltjnmra! Oeffentl. Kundgebungen heule, Freitag, den 4. Juni; Tiergarken(8. Abk.): 8 Uhr im Nationalhof, Bülowstr. 37. Redner Felix Fechcnbach. Spandau: 7f,'. llhr in der Marktbolle, Piibel-dorfer Straße. Redner Erich Kuttner, M. d. L. Männer und Frauen oller Parteien sind eingeladen. Boxen der Schloßbrückengarage und eine Tankstelle angrenzen. Um 3 Uhr bemerkten Bewohner imd Straßcnpassanten aus einem Schuppen Flammen aufsteigen. Sofort wurde die Feuer- wehr alarmiert, die zunächst mit drei Löschzüzen an der Brandstelle erschien. Mittlerweile hatte aber das Feuer einen derartigen Um- sang angenommen, daß der Alarm Großfeuer weitergegeben wurde und weiter« drei Löschzüg« zur stilfelcistung herbeieilten. Die Oberleitung übernahm Oberbranddircktor Gempp. Das Stroh und die stolzteil« der Schuppen und Wagen, die wie Zunder brannten, ent- wickelten eine gewaltig« stitz«. Das Feuer fraß sich von Schuppen zu Schuppen und legte den ganzen Komplex in Asche. Ein großer Lagerschuppen der angrenzenden Kohlengroßhandlunq, sowie die Kohlcnoorräte selbst, hatten bereits Feuer gefangen. Es mußte alle Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden, ein Niederbrennen zu ver- hindern. Aber auch für die Autoboxen mit ihrem wertvollen Inhalt bestand«ine Zeitlang größte Gefahr. Als glücklicher Umstand ist anzusprechen, daß der Wind günstig wehte. Nach 9 Uhr trafen mehrere Ablösungsziige ein, die die sehr abgearbeiteten Wehrmann- schasten ablösten und die Ablöschaktion, wie auch die Aufräumungs- arbeiten fortsetzten. Soweit bisher zu übersehen ist, sind den Flammen viele tausend Zentner Stroh und steu sowie etwa 39 Blatten- und Kastenwagen zum Opfer gefallen. Es gelang, einen Teil der angebrannten Wogen zu rktten. doch sind diese derart mit- genommen, daß sie kaum noch rcxavaturfähig sein dürften. Die Ent- stehungsursache ist bisher noch nicht einwandfrei geklärt. Bis in die späte Nacht hinein arbeiteten noch viele Feuermehrleute an der Brandstelle und es ist sehr wahrscheinlich, daß noch am Freitag die Airfräumungsarbeiten fortgesetzt werden müssen. Agitiert in den Laubenkolonien! Die Werbearbeit für den Volksentscheid gilt es nicht nur in den stäujern eifrig zu betreiben. In den Sommer- monaten wohnen in den Laubenkolonien eine große Zahl von Ar- beitcrn. In der Stadtwohnung sehlt Lust und Sanne, donim bleiben die Loubenbcwohner meist gar nicht in der Stadt. Auch diese Stiminen in ü Isen herausgeholt werden. Wie hoch die Zahl der Laubenkolonien ist, beweist ein Beispiel. In einein Stadtviertel wurden über 49 999 Lauben gezählt. Wenn man stkir 49 999 Stimmbcrechiigte aunimmt, die diese Lauben be- wohnen, so bedeutet diese Zahl allein ein Fünftel oller Stimm- berechtigten in diesem Bezirk. Sie alle müssen rechtzeitig und aus- reichend mit Werbcmatcrial oersehen werden. Und zu den loten und schwarzrotgoldenen Fahnen, die schon in erfreulicher Anzahl in den Kolonien zu sehen ssnd, müssen noch viel mehr kommen. Auf! An die Arbeit!__ Elternbeiraiswahl für die höheren Schulen Neuköllns. Am Freitag, den 4. Juni(heute), abends 8 Uhr, findet in der Aula dcS Lyzeums I, Berliner Str. 19, Neukölln, eine öffentliche Versammlung statt, in der Stadtrat Genosse Dr. Löwcnstein über da? Thema „Christlich unpolitisch oder Schnlansbau" sprechen wird. Die Ver- sammlung wird voraussichtlich von Gegnern � besetzt werden, deshalb müssen alle Genossen erscheinen. Lezirksbildungsausschuß Sroh-Serlin. Vorstellungen für Minderbemittelte in der Städtischen Over: Sonnabend, den 5>. Juni:„Der Frei» ichiife": Sonnabend, den 12. Juni:»Der Waffenschmied'; Sonnabend, den 19. Juni:.TaS Rbcingold": Sonnabend, den 26. Juni:»Der fliegende .Holländer'; Sonnabend, den 3. Juli:..Die Zauberjlätc'. Preis der Karte 1.59 M. cmichlicßlich Garderobe und Thcalerictlcl..Karten zu haben im Bureau deZ BczirkSbildungZauSschusseS und in nllrn� bekannten Ver- kaulsllellen.— Arbeiterbildungs'chulc: Jn Lberkichmüble bei Freien- waldc n d. O. findet in der Zeit vom 28. Juni bis S. Juli ein Ferievlhema stall. Das VortragSthcma lautet: Der Marxismus in der Gegen- lo a r t. Lehrer Dr. Karl Schröder. Unterkunft und gute Dcrpsscgung pro Tag 3.59 M. L-orgebühr für den ganzen Kurlus 5 HS. Meldungen er- beten bis fväteffenS Montag, den 14. Juni, im Bureau /ci SezirkSbildungS- auSschusseS, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Sr., Zimmer 8. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 4. Juni. 4.10 ühr nachm.: Zehn Minuten für die Fran(Frau Dr. Drenütz, 2. Vorsitzende der Zentrale der Hausfrauenvereine:.Der Markt im Monat Juni", KochTorschriftenl. S Uhr nachm.: Nachmiitags- konzort der Berliner Funkkapelle. Deitung: Konzertmeister Franz v. Szpnnowski. 6— 6.30 Uhr abends; Uebcrtragnng des Xachmittags- konzorts der Tanzkapelle Jfarek Weber aus dem Hotel Adlon. Anschließend: Ratschläge fürs Haus. Theaterdienst. 6.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule(Bildungskurse). Abteilung Gartenbau: Gartenbaudirektor Meermann: Der Soramcrschnitt des Obstes". 7.15 Uhr abends: Personenverzeichnis und Inhaltsanrabo zu der Uebertragung aus der Staatsoper am Königsplatz. 7.30 Uhr abends: Uebertragung aus der Staatsoper am Königsplatz. Spielzeit 1925/26. 23. Uobcrtragung..Rigoletto", Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi mit Kammersänger Alfred Piccnver von der Wiener Staatsoper in der Partie des„Herzog von Mantua" als Gast.— RigoJatto. sein Hofnarr: Gilda, dessen Tochter: Graf von Montcrone: Graf von Ccprano; Die Gräfin, seine Gemablin; Marullo, Kavalier; Borsa, Höfling; Sparafucüe. ein Bravo; Maddaler.a. seine Schwester: Giovanna. Gildas Gesellschafterin; Kin l'ago der Herzogin; Herrcif und Damen vom Hofe. Pagen. Hcllebardiere* Diener. Ort der Handlung: Mantua und Umgegend. Königswusterhausen, Freitag, den 4. Juni. 1—1.40 Uhr nachm.: Assist, für Sprechtechnik Karl Graef: Die nachm.: Dr. Kaethe v. Herwarth. Vors. d. Reiffensteiner Verb.: Die sozialen Aufgaben der Landfrau. 4 30—5 Uhr nachm: Mitteilungen des Zentralinstitutes. 6— 6.30 Uhr nachm.: Dr. Max Winckol; Vitamine. 5 30— 8 Uhr nachm.: Prof. Dr. Weißenborg;„Das Problem der willkürlichen Beeinflussung dar Geschlechtscntstehung beim Menschen(Erzielung von Knaben- oder Mädchengeburten)*. 6—6.30 Uhr abends: Dr. Jung. Oberarzt a. d. Frauenklinik des Geh. Rat, Prof. Dr. Straßmann, Berlin:„Wechseljahre". Ab 7.15 ühr abends: Uebertragung von Berlin. vartemachrichten für Hroß-6erlin .._._ iaA IIB__ �.«*• wV.« V*. ,*4 A t-f �4 Einsendungen(fit diese ZI Udrik find Berlin SW GS, Lindenstroh« 3, Uct« un da» Dezirkasekrekariat. 2. Hof, 2 Steil, recht», zu richten. SeKirksvorstanü. heule abend 7 llhr Sitzung des erweiterten Vorstandes im Jugendheim Lindenstr. 3. * 1. Jtrctc»ittf. Sonnabend. 5. Juni, 8 Üb?, Sit�nq bts erweiterten Srejs� vorstanden bei Dobroblow. Sroinemünbet Str. 11. Erscheinen unbcoinat. erforderlich...— 2. Jttci» StfraaettR. Sonnaji-nd. 5. Juni. 7',i Uhr. bei Tritmver. sVens. burner Str. 3. wickitiae �reisvorstandsnkunq.— Dienstay, 8. ,sum, ofren.t» lieh» rviinhGfbuiifl 714 Üb* im Moabiter Gesellschaftsbaus. Wlclefttrav. Tbema:..Volksentscheid". Referent: Rcichstaasabsteordncter Sie�ried'Zlut- bäuser. Bcaen dcr öffentlichen Versammlunq werden die AdteilunOS- Leitungen aebeten, ihre irunktionärilkunnen bereits schon am Montaq, 7. Juni, abzuhalten.— Sonnabend. 5. Juni, veranstaltet das Reichsbanner eine Demonstration für den Volksentscheid. Die Genossinnen und Genossen des Kreises sind verpflichtet, sich an dieser Demonstration ilu beteilnzei�. Abmarsch K Ubr Duihow- Ecke Putliti strafte.... 3. Kreis Weddinq. Sonnabend, 5. Juni, 6 Uhr, Eiftuna des erwci.cr.en: KreisvontanLes an bekannter Stelle. 4. Kreift Prenzlauer Berst. Die Abteilunflsleitnnaen senden am Sonnabend. 5. Juni. 7l- Ubr. äu einer wichticen Vesprcchunq einen Vertreter Zu Bura. Vreiu.'auer Allee 180._ 7. Kreis Ehorlottenburq. Heute, �rcitaq. 4. Juni, öffentliche Ekternveriamm- luna in der Aula der 1. Gemeindefchule, PeftaloF..?istr. 90. Vortrag:„Ms Wohl und die Er�iehunq unserer Kinder". Referent: Lehrer Hahn. Alle Eltern müssen im eiaenen Interesse erscheinen. 15. Kreis Treptow. Sonntaa. 0. Juni, veranstaltet d'.e Abteilung Baum« schulenweo ibre Bannerweihe. Sämtliche AMeilunarn nehmen daran teil. Abmarsch 1'4 Uhr von der Köpenicker Landstrafte. heuie. Freitag. 4. Zum: 1. Abt. Oesfentliche Elternversammlunq V/t Uhr in der Echulaula Koppen- vlaft Referentin: svrau Kühn.— Oeffentl iche Elternnerfammlun» 7'-� Uhr in der Schulaula Hannoversche Str. Referent: Lehrer SchulO- Tapesordnuna in beiden Versammlungen:„Warum wählen wir die Lifte Schulaufbau?" Alle Eltern müssen im eiaenen Interesse erscheinen.' 4 Uhr bci Juntfe. Artillrtitfir. 11.»idlii« lZunftiimärfitam«. Ausgohc dcr Slolociol« aut CHrtnhfirötsniaM. 2. Abt. 7 Uhr Vroooqonhountiua SöDniidi« Park für den Volkscntfchcid. 3. Abt. Snnnobcnd findet durch die 3. Jtantcröbfdicft de» RciSiSbaemee» ein Unuuq durch die jur 3. Ahleilun« cchörr Tiden Ströhen ftait. AMe'tigc 'Bcttilimir.a der Genossen i>t sehr erwünscht. Trcffvnnkt 7 Uhr Runge. slrosic El. 128.330. Abt. Pankow. Mr die Glternbeiratswahlen melden flch die Genossen .tum Helfcedienst bei Wahlbeainn in folaendeu Lokale»: Für die Z. Schule fGrunamstraffei: Grunow- Ecke Schulileaffe. niir die 4. Schule cSchmidt» straffe>: Dahnte, Wallaukitr. 31. Für die 3. und 7. Schule(Kaiser. IZr: ed- rich-Straffcl: in der Schule Kaiser. sZriedrich-Straffc. * 35. Abt. Alle Genoilen versammeln sich rur Wahlhilfe und Borwirrtsaaitation am Sonntaa.>!. Juni, früh 8 Uhr. im Lokal Peter, Eckreinerstr. 36. Die ?e»irksführer laden ein. Iungsoziaiisten. heule, Freitag, 4. Zum: G-uppe Zienköll» I: Der Gruppenahend fällt aus..— Gruppe Ritte: 8 Uhr in der Schule Gipsftr. 23a Aussprache über:„Unsere Stellima jur Kirche".— Gruppe Schfineber«: 8 Uhr im Heim Ruhrnsftraffe. Musil.timmcr. Arbeits. aemeinschaft. Sonnabend. 5. Juni. 7 Uhr.?rckfr::nkt Bahnhof Schärehera. lsahrt»ach Bernau.— Gruppe Norden: 7 Uhr im Juaenddeim Orthffraffe. im Lediaenheim am Brunnenplati. Bortrog:..Moderne Arbeitsmethoden und So. jialismus". Referent: Genosse Urich. Sterbetafel der Groß-Seriiner Partci-Grganisation 96. Abt. Reutöfln. Unser Genosse Friedrich Aleranber ist perstarhe» Be- erdiauna Zreitaa. 4. Juni, nachmittags 2 Uhr. auf dem Städtischen isriedhof, Mariendorfer Weg. Dir ertvarten rrae Beteiligung. Sport. Rennen zu Hoppegarlen am Donnerstag, den Z.)um. 1. Rennen. 1. Abteilung: 1. Finsteraarhor»(H. Brown), 2. Olive lVargal. 3. Melantbo iPoncel. Toto: 99: 19. Platz: 26. 29. 48:19. Ferner llcfcn: Märchen, Penclonc, Fcgeseucr. Abendwind. Lisonia. Mio. Klashägcr. JapS. Motte.— 2.?lblcilung: 1. Prinz Kuckuck kW TarraS). 2. B-rnina(DilliamS), 3. Ncrita lThiclcmann:. Toto: 65: 19. Platz: 23. 15, 89: 19. Ferner liefen: Ad hoc. Proklamation. PiaZki, Doms Bruder, Lchnecwitlchen. Kustaoa.»selnelc. MooSroic. Mandarine. 2. Renne n. 1. PalamedcS(O. Schmidt). 2. Saturn(Varga). 3. Bcllac lSiaudinger). Toto: 69: 19. Platz: 16. 18. 21: 19. Ferner liefen: Caprivi, Milliadis, Pan Robert. Magnet. Nikotin. Hermes,.stabicht. 3. Ren neu. 1. Abteilung: 1. Das Lied(Albcrs). 2. Burgbrohl. (S. Tarras). 3. Jliade(Williams). Toto: 42: 10. Platz: 14. 11 17■ 10 Ferner liefen: Leonarda, Cinderella, Manon, Rorge, Ea'ter, Raute— 2. Abteilung: 1. Rolenwange(O. Schmidtl, 2. Saldruda(M. Jentz''ch). 3. Salvia(Preissler). Toto: 19: 19. Plaff: 14. 32. 24: 19 Ferner liefen: Lotte. Oltogebe. Palaftslagge, DeSdemona. Pilgerin. Mondnacht. 4. Renn gm 1. Altefeld(Williams!. 2. Abenteurer lStaudinger), 3. Patrizier(O. Müller). Toto: 42: 19. Platz: 18. 14: 19. Ferner li-f-nr N ubier, Tod und Leben. Olhmbler. 5. Rennen, t. Torero(.?abnezl. 2. Lichtstrahl II(M. Jentzsch). 3. Merkcr JGabor). Toto: 37: 10. Platz: 17. 25. 92: 19. Ferner liefen: SerapiS, Sud-Cap. Burgwart. Ottried. Maimorgen. Lebensmut. Malvolio. Bengali. Tianthus, Islam, Dompfaff. Damhelm. Tarzan. Taunus, Cnginal. 6. Renne n. 1. Rosa lKrab'ch). 2. Lelia(38. TarraS). 3. Maisahrt (Vinccnz). Toto: 29: 19. Platz: 11. 15, 29: 10. Ferner licicn: Marien- bürg, Trodoada, Orlanda. Goncza Mor.r 7. R e n n e n. 1. Normann King(W. TarraS), 2. Traunegg(William«) 3. PctroniuS(Vincenz). Toto: 158: 19. Platz: 56. 22. LS: 19. Ferner Uesen: Malus. Bensberqer Kadett. Ro'c Marie, Trianon, Hagen. Siloo, Primadonna, Movtng. OsiriS, Magier, Nutria. hayman gegen Bierre Eharle«.?lm Freilag abend 8 Uhr ist der Ring der Bockbrauerei in der Fidicinstraffe auf dem Tempelhoser Berg der Schauplatz einer grossen Kampffolgc. Jm Vordergrund dcr Kämpfer sieben Ludwig H a p m a n n und dcr Belgier Pierre E b a r l c s. die sich vom Start bis ins Ziel bcisseS Geiccht llejeni werden. Ganz offen find im all- aemetiien auch die übrigcn Treffen dcS Abends, die mit Noack und Paulkc, Walter Peter und Glaser. Max Dickmann und LoutS besten Sport bringen. Tic Freilllflboriaisou in Berlin wird eine Premiere leben, die wieder eine starte Propaganda sür de» dcnlschcu Boxsport bedeutet. wcllerbericht dcr öffentlichen wcllerdienststc'le sür Berlin.(Nachdr. verb.) Zunächst wolkig und cinzeluc leichte Regcnjälle. Später zettineiie aus- beiternd. ziemlich kübl Für Deutschland: West- und Millcldeulschland wollig bis heiler, Nordoffdeutschland trübe und Regcufällc. Ueberau, ziemlich'kühl. Magenkrämpfe. Alle Schmerzen oder Gefühle von Unbehagen nach dem Essen. wie Krämpfe, schweres Geiühl, Schkäfrigkeit usw. sind in fast allen Fällen sichere Anzeichen eine« Uebermaße» von Säure im Magen. Um dieses Ilebcrmaß von Säure zn neutralisicreu und Ihren Magen in Lidnung zn bringen, nehmen Sie Blicrirte Magnesia ein, welche Ihre Beschwerden von Grund auS beseitigt und normale und gesunde Verdauung sichert. Büerirte Magnesia ist in allen Apotheken in Pulver- oder in Tablettenform zu haben und verschafft bei schwieriger oder schmerzhafter Berdauuug immer sofort Erleichterung. Biserirte Magnefio kommt rn Flaschen«füllt»um Perkauf und ist datzt» unbemenÄ haltbar. Mutterschutz und Sozialverlicherung. D'e Sozialversicherung hat im Reich im Jahre 1325 90 Mil- Jiinnen Mark an Wochenhilfe ausbezahlt, und in Berlin Hot der - erband der Berliner Krankenkassen für die Vorsorge für werdende Mutter und ihre Neugeborenen seinerseits 3 641 581 M. ausgegeben. Die Krankenkassen sind sich aber bewußt, daß mit ihren Geld- .Zahlungen allein kurz vor und noch der Entbindung die Sache nicht -rbgetan ist, und daß man schon wahIcMd der Schwanger- schlaft jeder werdenden Multer nach jeder Richtung hin die Mutterschaft erleichtern soll. Die Mutterschaft,'diese höchste Leistung der Frau gegenüber der Allgemeinheit, ist vielfach mit unsäglichen Leiden, Qualen und Entbehrungen i'erbunden. Hier muß Abhilfe geschaffen werden! Eine wichtige po- sitinc Hilfsmaßnahme ist die unentgeltliche Beratung für werdende Mütter, die sogenannte Söiwangcrcnfürjorge, insbeson- rterc, wenn dieselbe mit Behandlung ncrknüpit ist, wie es feit etwa einem Jahre in den Schwangerenberatungsstellen der B e r- lincr Kranke nkasscnambulatoricn der Fall ist. In t iefen Beratungsstellen wird jede werdende Mutter zunächst g r ü n d- sich ärztlich untersucht. Wenn eine Erkrankung oder Be- fchwcrden vorliegen, die eine ärztliche Behandlung ersordern, so wird ihr dieselbe dort sofort zuteil. Krampfaderbiiiden, Leib- L-andogeu, Kräftigungsmittel werden den Schwangeren nach Bedarf ausgehändigt, Arznei und sonstige Hilfsmittel verschrieben. Die S-chwongerschaft, die zwar ein natürlicher Vorgong ist. bringt doch such ändernde Zustände im Allgemeinbefinden mit sich, und es ist jehr wertvoll für die junge Mutter, wenn sie sich von sachkundiger »irztlicher Seite schon zu Beginn der Schwangerschaft li'.raten läßt, damit ihre Lebensweise gerade während' dieser Zeit -eine möglichst gesunde ist. In den Beratungsstellen kann sich die ei'chwangerc außerdem noch in allen sonstigen Schwierigkeiten ihres Daseins �anvertrauen. Wohnungsnot, verschiedene Zwistigkeitcn und sonstige Schwierigkeiten losten auf so vielen Frauen. Die Berotungs- stelle rindet immer Ro» und Hilfe. Besonders großer Wert wird auf die rechtzeitige Unterbringung derjenigen werdenden Mütter gc- Zi'gl, die st c l l u n g s- und wohnungslos find, was bei den ledigen oft der Fall ist. Auch solchen jungen Müttern wird geholfen,' die nach der Entbindung mit dem Neugeborenen z u- s a m in c n bleiben wollen. In Kasscnangelcgenhcitcn misten auch die wenigsten Frauen Bescheid. Auch darüber wird in den Bcrciungsstellen Auskunft erteilt, was besonders wichtig ist, da -n Berlin 95' von 100 Frauen, die überhaupt Beratungsstellen auf- lachen, selbst Versicherte oder Familienangehörige von Versicherten s'id, und demzufolge einen rechtlichen Ampruch aus die Hilfe der K onkcnkassen haben. Es ist ohne weiteres klar, daß gerade die Schwangerenberatungsstellen der A m b u l a t o r i e„ g n u z besonders für diese Frauen zuständig sind. Jeder einzelnen Frau, die sich Mutter fühlt, die gesund bleiben und ein gesundes Kind zur Welt bringen möchte, und insbesondere wenn sie aus deni oder cincin anderen �Grunde verzweifelt oder verzagt ist, ist es zu empfehlen, eine der Schwangeren- beratungsfprechstunden aufzusuchen. Wenn sie selber sich keinen Rat weiß, so wird sie in der Beratungsstelle auf jeden Fall Teilnahme, Rot und Hilfe finden. Das Leben hat doch tausend Möglichkeiten, nur weiß sie nicht jeder,'ei" A n s w e g i st i ü r jeden M e n- schon bestimmt vorhanden, auch in der sthwierigsten Loge, r ir weiß er. allein auf sich gestellt, ihn nicht innner zu finden. Die Beratunossprechstunden für Frauen und Mädchen befinden sich an folgenden Stellen und werden von Aerztinnen abgeholten: Berolungsstcller» für Arauen und Mädchen(Schwangeren- sür'orge) der Ambulakorien des Verbandes der Berliner Krankenkassen. Bezirk: I(Mitte) II(Tiergarten) III(Wedding) IV(Prenzlauerbcrgs V zFriedrichShain) VI(Kreuzberg) VII lEbarlottcnburg, VITI �Spandau) XI l Slbvneberg) XlV lAeulölln) XVII(Lichtenberg) XV'III(Weißenfee) XIX(Pankow) XX lReinickendors) Ambulatorium: Klosterstraße 65/67 Alt-Moabit 73 Müllerstr. 1532 Arkonaplotz 5 Gr.FranklurterStr.137 Köpenickcr Str. 145 Oranicnstr. 6 Eecilienh.. BerUner St:. 137 ASkanierring 176 Krunewäldstr. 30 Weichselstraße 8 Möllcndorsstr.. lllathnus PistotiuSstr. 17 Sprechstunden: Montag 2—3 Donnerstag 1—2 Dienstag 2—3 Mittwoch 1-/z-2'/z Mittwoch 1—2 Montog 2—3 DonnerSidg 2—3 Montag 10—11 Donnerstag 10—11 Dienstag 3—4 Dienstag 4—5' Donnerstag 2—3 Freitag 2—3 TienSlag 4—5 Mittwoch 4— lT Montag 3-(-4 Mittwoch 9— 12 Freitag 2—3 Freitag 1—2 Mittwoch J— 2 Binzstr. 3 Residenzstr. 10 Wittenau, Oranienburger Str. 70,7t Donnerstag 1—2 Tegel, Brunowftr. 23 Donnerstag 4—6 Auskunft in allen einschlägigen Fragen erteilt das Bureau der Säzwangerenfürforge der Ambulatorien des Verbandes der Kranken- l.üien Berlins. Verlin SO. 16, Köpenicker Str. 145. Tclepbon: Morißplaß, 169 82. Sprechzeit: 10—2 Uhr. Wahlbezirkseinteilung im Bezirk Treptow. In den Ortsteilen Treptow-Nord. Treptow-Mitte, Vaumfchulenweg und Niederschöne- meide ist je ein Wahlbezirk weniger geschaffen. Die Neuabgrenzung gilt schon für die Abstimmung zum Volksbegehren. Nähere Auskunft werden die später noch erfolgenden amtlichen Bekanntmachungen geben. GewerkfthastenzurHerlmerSieölungspolitik Ei« Beschluß des Aktionskomitees. _ Zu den Ausführungen, die kürzlich au dieser Stelle über Wider- sprüche in der Siedlungs- und Wohnungspolitik des Berliner Ma- giftrats veröffentlicht worden find, wird uns vom Aktionskomitee für Boden-, Siedlungs- und Wohnungspolitik geschrieben: Der in dem Artikel des»Vorwärts" vom 30. April(Nr. 201) erwähnte Beschluß des Aktionskomitees, der sich gegen die rücksichtslose Erhebung der Anliegerbeiträge voraus in bor auch bei KleinwohnungsbauuMernehmen, insbesondere Kleinhaus- fiedlungen, richtet, ist soeben dem Magistrat, der Stadtverordneten» Versammlung und dem Oberpräsidium von Berlin sowie dem Breußischen Wohliahrtsminister zugeleitet worden. Dos Aktians- komitce Hot feine Forderungen nachträglich auch auf die Kanali- s a t i o n s b e i t r ä g c ausgedehnt. Es verlangt, daß die Beiträge zu den Kosten der Kanalisation nicht schematisch auf 61 M. pro laufenden Meter der Grundstiicksfront für Mietskasernen wie für Einfamilienhäuser gleich festgesetzt werden, sondern eine für den Flachbau erträgliche Staffelung mindestens unter Berücksichtigung des Nutzungswertcs vorgenommen werde. Es wird darauf hingewiesen, naß die Kanalisationsbeiträgc sich bei Mietskasernen mit 2 Hinter- gebäuden und 30 Klcinwobnungcn auf 50 M. pro Wohnung und beim Einfamilienhaus mit 180 Öuadrotmeter Garten(Eckgrundstück) auf 3000 M. belaufen.(Die Charlottenburger Wasserwerke stellen Forderungen, die sich auf 27 000 M. für 200 Einfamilienhäuser be- Ziffern.) Das ist eine Belastung, die der Kleinwohnungs- insbefon- dcrc der Kleinhansbou nicht zu trogen vermag, und die der auf Förderung des Wohnungsbaues abzielenden Boden-, Siedlungs- und Wohnungspolitik schnurstracks entgegenwirkt. In der Begründung seines Antrages weift das Aktions- komitee unter anderem auf den scharfen Widerspruch zwischen der fiskalischen Wohnungspolitik des Ma- g i st r o t s Berlin und verschiedenen Verordnungen des Reichsarbeits Ministers hin. Insbesondere widerspricht die rücksichtslose Erhebung der Anlieger- und Kanalisations- beiträge durch die Stadt Berlin der Verordnung des Reichsarbeits- Ministers vom 26. März 1926, worin es unter Punkt 3 heißt: »Die Gemeinden sollen als Anlicgerbeiträge höchstens die tat- sächlichen Selbstkosten ohne ollgemeine Zuschläge für Verwaltungs- kosten erheben und, falls es zur Finanzierung notwendig ist, die Beitrüge stunden, ermäßigen oder mich ganz erlassen. Ohne Rücksicht auf die Art der tatsächlichen.Ausführungen der Straße sollen mir die Kosten zugrunde gelegt werden, die entstehen würden, wenn die Straße einschließlich Entwässerung in einfachster Form ausgeführt wäre, und diese auch nur, soweit sie anteilmäßig auf die zu bebauende Glundstücksbreitc entfallen. Bei Straßen, die in der Vorkriegszeit hergestellt sind, wird zugunsten der An- lieger eine in der Inflationszeit etwa erfolgte Tilgung der Kosten zu berücksichtigen sein. Soweit Unternehmungen für die Versorgung mit Gas, Wasser, elektrischem Strom usw. von der Gemeinde oder von Gesellschaften, deren Anteile sich überwiegend in Gemeindebesitz befinden, be- trieben werden, sind möglichst Jcinc Anschlußkosten, keinesfalls obep solche über den Selbstkostenpreis hinaus, zu er- heben. Soweit diese Betriebe nicht der vorgenannten Art angc- hören, ist auf sie entsprechend einzuwirken." In einer Verordnung des Rei chs a r b e i t s- Ministers über die Ber w'c ndung des Kredits zur Förderung des.Kleinwohnungsbaues vom 1. April 1 9 2 6 heißt es: „Um die Baukosten niedrig zu holten, sollen ferner die Ge- ineinden Baugelände möglichst aus eigenen, Besitze zur Verfügung stellen: bei der Berechnung des Bodonpreises, der Anlieger- beiträge, Anschlußgeb'ühren, Straßenbau-, Planungs- und Verwaltiingskosten dürfen sie sich nicht von Gewinnabsichten leiten lassen. Auch solle n sie durch Bewilligung von Teilzahlungen, Stundung oder Erlaß dieser K o st e n dem Bauherrn weitestgehend entgegenkommen.'' Das Aktionskomitee zeigt sich bestrebt, nicht Forderungen zu stellen, die über das wirtschaftlich Mögliche hinaus gingen. Es hat deswegen bei einer nochmaligen Revision seines zuerst an dieser Stelle hier veröffentlichten Beschlusses nachträglich die Forderung des v ö l l I g c n Erlasses der Anliegcrbeiträgc bzw. Anschluß- kosten iinlerdriickt und begnügt sich nunmehr, in Rücksicht aus die Finanzschwierigkeiten der Stadt Berlin, mit der Forderung, daß die Anliegcrbeitröge gestundet werden und später im Wege einer entgegenkommenden Amortisation erhoben werden möchten. Der Antrag des Aktionskomitees trägt folgende Unterschriften: Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau-A.-G.. Gehag (Gutlchinidt): Ticntsche Wohnungsfürsorgc A.-G. für Beamte, An- gestellte imd Arbeiter, Dewog(Dr. Ing. Wagner): Deutscher Gc- werkschastsbiind, Ortsverband Berlin, wiedlungs- und Wohnungs- ousschnß(Treffert, Böhme): Soziale Kommission der Deutschen Gewcrkvcreine H.-D., Berlin(Alired Lange): Derband der wcib- lichen Handels- und Bureauangestellten(Katharina Müller): Ar- beitsgemeinschast der Fachgewerkschaften(Beume): Heimstättenamt der Deutschen Beamtenschast E. B.(Johannes Lubahn): Allge- meiner Deutscher Beamtenbund, Ortsausschuß Groß-Berlin (Körbcr, Stesfelbauer): Provinzialkartell des Deutschen Beamten» bundes(Onken, Benzin): Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen E. V.(Pfändner): Gemeinnütziger Rcichsbund Kriegersiedlung G. in. b. H.(Maroke, Psändner): Zentraloerband der Kriegsbeschädigten(Stadsholt): Provinzialoerband Groß-Berlin E. B. im Reichsverband der Kleinaartcnvcreinc Deutschlands E. B.(Reinhold): Reichsbund deutscher Mieter E. B.(D.zleyk), Deutsche Heim-A.-G.(Schade- wald): Märkische Scholle(Schluckebier): Gruppe Nord, Gemein- nützige Sicdlungs-G. m. b. H. Wittenau(Siebenhaar): Bund Deutscher Bckdcnreformer(Victor Noack). Diese Unterschriften zeigen, daß nicht etwa politisch einseitig orientierte Organisationen hinter dem Beschluß des Aktionskomitees stehen, wie dies von gewissen rechtsstehenden Organen bei der kürzlich erfolgten Verösfentlichung des Beschlusses des Aktions- komitees zum Bodenresormgesetz behauptet worden ist, daß vielmehr in dem Aktionskomitee eine politisch neutrale Stelle geschaffen ist zur Vertretung sachlicher Forderungen, deren Bedürfnis in der ge- samten Arbeitnehm erschuft drückend empfunden wird. Nach der an dieser«tclle erfolgten Veröffentlichung über den hier in Rede stehenden Beschluß des Zlktionskomitees zur Frage der Anlieger- und Kanalisationskostenbeiträge bat sich der Unterausschuß der Stadtverordnetenversammlung mit dieser Frage beschäftigt. Der Unterausschuß ist geneigt, den Forderungen des Aktionskomitees Rechnung zu tragen. Man wird voraussichtlich, da dos Bauamt die Beträge verrechnen muß, das für die Stundung der Anliegerbeiträge erforderliche Kapitalen den Wohlfahrtsetat einstellen, aus welchem die Zahlung an das Stodtbauamt zu erfolgen hätte. Da man ohne Uebertreibung sagen darf, daß das Gros der Bcr- liner Arbeitnehmer, insbesondere aber alle boden-, siedlungs-. und wohnungspolitisch Interessierten aus diesem Kreise hinter dem Be- schluß des Aktionskomitees stehen, darf man auch hoffen, daß die Berliner Stadtverordnetenversammlung seine Forderungen erfüllen werde. Sezirksverfammlung Zrieönchshoin arbeitsunfähig. Kommunisten sprengen die Sitzung. Die letzte Sitzung der Bezirksversammlung Friedrichshain Sitzung wurden von der 26 Punkte umfassenden Togesorvnung nur noch einige Mitteilungen erledigt. Der Kommunist O st r o w s k i wollte vor Eintritt in die Tagesordnung eine Erklärung zu den Dor- gängen in der vorigen Sitzung abgeben. Bezirksoerordnetenvor- stehcr K a y s e r lehnte jedoch die Zulassung der Erklärung gemäß § 37 der Geschästsordiiung ab, da sie von Beleidigungen strotze und ihm der Schutz der Mitglieder der Bczirksversommlung wie des Bezirksamtes vor ösfentlicheu Beleidigungen obliege. Darnb große Entrüstung bei den Kommunisten, Gesthästsordnungsdebotten und erstmaliger Schluß der Sitzung. In dieser Zwangspause ver- anstalteten die Kommunisten in dem oerdunkelten Saal ein wahtes Affentheater. Nachdem endlich Ruhe eingetreten ist, erössnet Ge- nosse K a y s e r die Sitzung wieder und schreitet zH Tagesordnung. Nach Erledigung einiger sachlicher Mitteilungen betMt der bis dahin am Erscheinen verhinderte Bürgcrincistcr, Genosse Mielitz, den Saal. Die Vorgänge in der letzten Sitzung in verdrehter Form be- nutzend, empfangen ihn die Kommüni'ten mit wüsten Be- s�ch i m p f u n g c n. Unter ungeheurem Lärm und Tumult wird die Sitzung zum zweiten Male geschlossen. Nach der Wiedereröffnung wird auf Beschluß der Mehrheit wegen gröblichster Verletzung der Würde des Hauses der K o m m u n i st Barg von der Sitzung aus- geschlossen. Bartz verläßt trotz verschiedener Slufforderuiigendie Sitzung nicht und unter großer Unruhe findet die Versammlung endlich ihr Ende. Zum Schluß entspinnen sich noch lebhaste Aus- einandersetzungen zwischen der Tribüne und den Kommunisten, die sichtlich erstaunt sind, hier nicht die erwartete Unterstützung für ihre Skandolszenen zu finden. Sie muhten sich von manchem asten Arbeiter.grobe Wahrheiten sägen lassen. Ein gedeihliches Zusam- mcnarveitcn dürfte jedoch für diese Bezirksversammlung vorläufig ausgeschlossen sein. Auch das ist ein„Verdienst" der„einzigen Ar- beiterpartci". praktische kommunale Sesunöheitsfürsorge. In der verflossenen Reiiljsgosundhsitswoche ist viel Gutes und Nützliches über die Bekämpfung der Rachitis gesagt und geschrieben worden, das aber auch heute noch einer praktischen Aus- wertung harrt. Es fehlt auch hier an den nötigen Mitteln, und eine weitsichtige Stadtverwaltung sollte sich keine Gelegenheit entgehen lassen, das theoretisch Erörterte, wo sich Möglichkeiten bieten, in die Praxis umzusetzen. Dem Magistrat Berlin liegt gegenwärtig ein Plan vor, der weitestgehende Beachtung verdient. Es bedurfte dabei allerdings nicht erst der Rcichsgesundheitswoche, um einem Bezirks- mm des Berliner Ostens Grundlagen für«ine praktische Auswertung zu schaffen. Der Berliner Osten, und insbesondere der Bezirk F r i e d r i ch s h a i n, hat feit jeher unter den bedrückenden sozialen Erscheinungen der Gegenwart— sei es Arbeitslosigkeit, Wohnungs- not oder Gesundheitszustand der Bevölkerung— mit am meisten zu leiden. Da hier größere Untersuchungen insbesondere auch auf die Ausbreitung der Rachitis angestellt waren, mußten im Gesundheitsamt Friedrichshain Pläne zur praktischen Gegenwirkung vorbereitet werden. Es stellte sich z. B. bei Untersuchungen in der Säuglingsfürsorgestelle A heraus, daß etwa 7 0 bis 80 Proz. der vorgestellten Säuglinge Anlagen zur Rachitis hatten. Bei den in der K r ü p p e l s ü r f o r g e desselben Bezirks Betreuten ließ sich auch die Erkrankung zu 4 2,1 Proz. auf Rachitis zurückführen. Es ward daher bald ein Plan zur Einrichtung eines Luft- und Sonnenbades zur Behandlung rochitsscher Kleinkinder aufgestellt, das der Bezirksoer- fmmnlimg bereits am 7. April vorlag und sofort ohne Debatte einmütig« Zustimmung fand. Die kommunale Bezirksoerwoltung ließ sich bei der Einbringung des vorliegenden Vorschlages auch von dem Gesichtspunkt leiten, daß bei der Bekämpsung der Rachitis nicht dos orthopädische Turnen das Wichtigste sei, sondern daß vor allen Dingen die praktische Gegenwirkung vor der Schulzeit in Frage käme. Auch Professor Bier hat später unabhängig von dem Plan des Gesundheitsamtes Friedrichshain derselben Ansicht Ausdruck verliehen. Dementsprechend soll nun auch hier die Fürsorge- tätigkeit einsetzen. Em geeigneter Platz ist bereits gefunden. Dort können nach Fertigstellung einiger baulicher Anlagen jeweils 100 von den Säuglingsfürsovgestellen und von Aerzten überwiesene Kinder von 1 bis 3 Iahren unbekleidet in Licht und Luft sich tummeln. Vitaminreiche Nahrung und jegliche Fürsorg« sollen ihnen URTEILEN SIE SELBST! zuteil werden. Dorläufig fehlt es nur noch an de» nötigen Mitteln zur Durchführung dieser Maßnahmen. Wie wir bereits erwähnte it. liegt der Plan gegenwärtig dem Magistrat zur G«° nehmigung vor. Wir möchten bei dieser Gelegenheit schon jetzt betonen, daß wir e» für außerordentlich wertvoll für den Aufbau der VoUsgefundheit halten, wenn der Äämmerer in diesem besonderen Fall« von vorn- herein all« finanziellen Bedenken fallen läßt. Es würde ein Zeichen nicht wieder gut zu machender Kurzwiui.'.leit Es fern, wenn man zugunsten irgendwelcher minder wichtiger Ding« diesen Plan, der nur die Summe von 7 7 300 Mark erfordert. achtlos beiseite schieben würde. Wir möchten auch noch zu bedenken geben, daß gerade die Gcsundhestepilege der Jugend in den ersten Jahren der Entwicklung manches für die Folgezest verhüten kann, und nicht nur ein gesundes Geschlecht heranwachseu läßt, sondern auch der Kommune wiederum später« Ausgaben sür die Gesundheitspflege(stehe z. D. Krüppelfürsarge) erspart. E» wäre auch aus diesen Gründen zu begrüßen, wenn dem Dorschlag des Gesundheitsamtes Friedrichshain all« erdenkliche Hilf« geleistet würde, damit das Werk bald vollendet werde. Sv. Bezirk.— Reinickeudorf. In den beiden letzten Lezirksversammlungen oersuchten die Kommunisten bei jeder Gelegenheit den ordnungsmäßigen Verlauf der Versammlung zu stören. Am 31. März kam es de- sonders bei dem eingebrachten Antrage, nach welchem zur Rege- lung aller Erwerbslosenangelegenheiten nur der nach dem Arbeitsnachweisgesetzes gebildete Derwaltungsoueschuß zu- ständig ist, zu längeren Unterbrechungen. Der Vertreter der KPD. ließ eine wust« Hetzrede gegen den Vorsteher der Bezirksoersamm- lung, den Genosten R o tz o l k, vom Stapel. Die Angriffe richteten sich besonders gegen unseren Genossen wegen setner Tätigkeit als Arbestsamtsvorsteher. Auf ein« Aufforderung, gegen Rotzolk e!» Der- fahren einzuleiten, gehen die Kommunisten nicht ein, weil es ihnen nicht darauf ankommt, sachliche Arbeit zu leisten, sondern gegen den Lorsteher zu Hetzen. Ein anderes Mitglied der KPD. machte fort- gesetzt beleidigende Zwischenrufe gegen den Dorstehcr. wodurch so großer Lärm entstand, daß die Versammlung vertagt werden mußte. Am IS. Mai wurde ein Antrag unserer Fraktion, der noch- mal» Mittel zum Ausbau der Badeanstalten Saat, winket und Lübars forderte, einstimmig angenommen. Als der von der vorigen Sitzung zurückgestellte Tagesordnungspunkt er- ledigt werden sollte, wurden die wüsten Reden der Kommunisten fortgesetzt. Der Dorsteher wies daraufhin, daß gerade die K o m m u- nisten die Schuld hätten, weim auf dem Arbeitsnachweis schärfere Maßnahmen ergriffen werden mußten. Auf ihre maßlosen Hetzereien Ist es zurückzuführen, daß einem Beamten durch einen jugendlichen Arbeiter die Zähne eingeschlagen wurden. Der besagte Ausschuß wurde schließlich gegen die Stimmen der Kommu- nisten aufgehoben. Ebenso wurde etn von den Kommunisten be» antragter dauernder Aueschuß zur Auslegung der Geschäftsordnung nicht angenommen. Der Antrag der' KPD. zur Errichtung einer Schuhreparaturwerk statt für die Erwerbslosen wird ab- gelehnt, dafür aber der Antrag unserer Fraktion angenommen, der besagt, daß die reparaturbedürftigen Schuhe der Erwerbslosen der Reparaturwerkstatt Wedding zu überweisen sind. Die Anlegung eine» evangelischen Gemeindefriedhof» bei der Siedlung.Freie Scholle' wurde von der Bezirksverfammüing ab» gelehnt._ Sochkursn» für die erwerbslosen Mädchen. In der De ruf». schule Oberschöneweid« wird das Jugendamt Treptow für die erwerbslosen Mädchen«inen Kochkursus, durch den den Kursus- teilnehmern keinerlei Unkosten entstehen, veranstalten. Meldungen sind an dos Jugendamt Treptow zu richten. Sozkaliftifche Arbeiterjugend Hroß-Serlin. nteibniatltUeT, iall die Sonnenwendkarten«J>. Udrtsce. Cfr.c UunosffifTir r f r! Von 5— T Uhr Adreciiln»», Hvnonfit tue 3mli»..Ard«Uer.Zuali>0" nnt>„Sufltab notoul*. heule. Freilog. Uhr. Zlbleilungsmilgliederversammlungen; Moabit I: 64ml( Datbenscrik. 20.— Moabit II: cZewtlndelcku!« am S>«vI>an«>Iat.— Rorboft II: Iu«ndb«>m Sonji«« Str.*2.— ffieihtat« I: 3uflen5belm Zloclcktstr 157.— C(l*n Str..V.: ßijfltnbhcim ffioWtrftr. Rt.— ffiaiiAanct Viertel: Iuoendbeim Tilliler 6it. 4.— Süboit ii-B.: Schul» Wranaelkir. 128.— 3� öncoerfl U Ünaendheim Zinbens- Eck« Sauvtltrahe.— Ebarlotteabar«: 3u#taM«int Äoiinensir. 4.— Ebarl» tenbaie-SIorb: kluaenb. beim Zivitnensir. 4.— Laien see: Schule Aoochim-Zriebrich-Sir. 35138.— C'co Ii* Hj kiuaendbeim ftolitciniri» Str. 8.—»caläHn II(Vodb:a»ta*i: Schu: Bcraiir. 2».— Venlola VI lSer*birgnl-*): Eckiul« K«r*l>«rgr>Ia*.— Sdl«:,- boi: Aiweubbein: Zioonftr. 18.— liiloenlck: Auoenddeim Sriwnu« Str. 5.— ZohaRRiotdal: Aaibaus SZniasvla».— Srandaa: Zuaendheim äntxnuftr 1. Vreaulaaet Vorltadt: Schule SatHtatt Str. 28. Vortraa:„Sit Kirchen- lebro utüi ihre Vrari» für die Arbeitei schaff.— Ziordoft I: Zuaenbheiin SanjtRft Str. 62. zehn-Minutkn-Rcserat«.— Osten isr. V.: Suctnbbcint V.. oaer Str. 108. Vortra«:..Rauschaist«".— Schlneber* II: Zuflendbeim Sauv:- ftraiw IS. Susspracher„Unffct zohrtrn".—«enköl» IV(«JtnetpU*»: Iuaendheiu: Zioaatstr. SC aebn-Minuttn-Sicferote.— S9«mn»f4aI:o»c«: auctnbhtim Ernilstr. 18.*"®ffttraa:..Eeqnerisch« Zuornblculoaung-n-.- »einickenbnrf.Mest: Suaenbhous in der Seldelstrast«. Vasfprotfce:..Koh.'N. rollern", stortictim*.— Seocl: Iunendhewi©ohnhofftr. 15. SJortroa:„Mikro. skovische Unlcrfuchunaen".—«ie Herschönhan sin: Schule Blankenhurac: Straft« 69/70, aeichensaal. Vortraa;.Seturll« ffeaaen*. iTOttqfR mnn nur beut Nachweis bei Deutsch. Mufikerverbanhe», Berlin 027. VndieaSftr. 2t IKönigstadt 4310.«Y4S1. GeschZftSzeit S bi»ö, Sonntag« 10 bi« 8 Uhr. Auf Snnfch BertreterSeiuS e ZpeiseteUer ei«! ocker ll» 5t) Nl. ler 1 Ltur�Lesoks SZ 50w. 3 Slasschalen 5.» 50«. 2Mokkat!isseü�UDtc?lX™- ubOn* Dfkorc, Ponolloa. OLI Pt 3 Kaffeetassen Porzellan, versdiledenc K/\ Formen,(mit klgin. Fehlern) OvlPt 4 Schüsseln � 50« intr.lEussellne-Imit. hllbmehe Drmbrouster.,■ Ov/Pt 1 lüeter Zephir für Bliisen od Sporthemden O vJ Pt. 1 Lantpcppe mu«»/> Uhrwerfc, schon geftleidot. Ovl« ILeiinngsschoner Wachstudam crtlnemRüdcrnOvl Pf. 1 Fußmatte..... 50«. 50« 1 Scheibenschleier Etnmlne oder T1UI.... 1 itr.Töügardine Kn mit BandelnfaiasuDtc.... Ol/ 1 Meter Etamine « 50«. 1 Eßbesteck schwarz. Heft, Cr/\ Soling. Fabrik, Ovr PL 6 Abendbrotfeiler bmt dekoriert 50pt 1 Knabenschürze gestreifter Stoff� m. Beeat» Ol/PL 1 Büstenhalter ao» gntapi WgKhewofl 1 Selbstbinder 1.45 Foulard, reine Saids FL _ 50 1 Badekappe s---". � verschiedene Austütirungeo OV/Pt 1 Meter Eemdentuch gute kräftige Qualität, Cfk ca. flo cm breit..... OVfPt �Taschentücher ffir Borna. Linon, mit tor- E/ft higer Bon,«........%MJPt 1 Meter Rohnessel Kn kräftige Qualität, ca. 80 cm O V/Pf- 1 Mittendecke JÄka Gewehr, Booernnrostcr.. Ol/«. 50 «. 3 Möbeltücher m»t roter Kante.... 1 Gerstenkorn-Handtnch m. rot erKante, ca. �X'OOcm, gesäumt und gebindert. vJ" Pf. 1 Meter Handtnchstoö Drell gebleicbt, mit rote» Kr* Kante, es. 46 cm breit,,. Ol/«, 1 Bips-Kragen � modern« Form......-Ol/« 1 Ledergürtel Velour, mit � y§ p Koppelschlofl 1 1p»r Hosenträger 1 A~ Gummiband mit Roll-Leder 1«nrO 1 Mtr. Kunstseide i AK wnicfabar. neoe Karo».■. 1•fO Intr.Wollmnsselinea neue Klelrtermuetcr,... 1.40 2icCrdpe-Marocaio. A~ dezente Streifen...... 1»TrO 1 Mtr. Deckenstoff. indantbren gefärbl.H-flttt-Bt 1.40 1 Waschbecken t erfeme od. bunt, große Form I«40 1 Limcnadezisatz Kanne, 2 Gläser u. Tablett 1•T'O IKnchentellervros und» klajno Teller. 1 ,�0 1 Brotkorb°v� hübsche Dekore.... Platinin, mit � 6 Obstteller r�xtdi» dekoriert, durchbrochen.. 1 kuchentGiler hOberfae Dekore...... 1 Sandkippauto 1.45 1.45 1.45 1 Binsennadel Platin Perle 1 Damengürtel Leder, sdiöoe 8 yl R Farben.■. I.*K) 1 Emkanfsbemel"VTk oder braun,______... 1 1 Einholekorb � 1.45 IHalbstore�vow 1.45 1 ntr.WondbespaiustoS»»k RBmemrelten, ca. 130 an 1*40 1 Wachstnchdecke,.k abgepaßt, ca.$5x113 cm. J a�vJ 1 Mittendecke Ä aus 4 Quadraten mit Einsata, 4 Spitze nnfl Seidenstickerei. I%*T%J 1 MittendsckeÄ, imitiert« Ricfaeliea- Arbeit 1» /O 1 Läufer od. Decke,.x graoer Stoib fettig geotlctt 1«rrO 1 Mtr. Lakenstoff Hausmacherart, gute derb« 1 M Pf Qualität ca. 145 cm breit 1«49 2 Mtr. Mako i TorzUglicbes feiniäd ges« il K Gewebe, t feine Lcibwasdic 1«49 1 Mtr. Roleanstofl, ca. 130 cm breit...... K»40 2 Frotiierhandtüchor. I< 2ß D- fc»* t U I U Vi UOUUlUvUvt � Mmß schön lädiert, ca. 38 cm. 1«40| guter KrSuaelstoff..... f 1 Paar staincnsfrOinpfe prima Seidenflor, regulür gearbeitet, mit feiner Laufmasche oder durchbrochenem Fußblait...... 50 IStoresiaEge�hber k0 m. Schnur, Haken tu Quasten Ov/Pf. 1 Wachsperlkette in hübscher Ausführung. Ov/PL 1 Paar Ohrringe mit Silberhaken...... Ov/Pt 50 « 1 Geldtasche verschiedene Lederartcn.. 1 Kollegmappe Rr. Lacktuch. truGriflu. Schiene Ov/Pi 1 Fröhstückstasche�" Ladctucli, mit Riemen____ Ol/Pf PL 2 Maschinenföple � emailliert, r a. 7 und 8 cm. Ov/ 6 Kaffeelöffel-n Aluminium, pemu&teit... O V/ Pt 1 Schrnbber 50«. i Kssserolio emailliert...... 50« 50« 1 EchÖSSOl tieft weiß, emailliert, ca. 32 cm.... 1 Kissenbezug s�iLKk neue VorreicfanungeD... Ovr 1 LMer 50«. 1 Marktkorbdecke r-n »a» weißem Stofl, iertig, Ol/ 6 Taschentücher KA für Kinder, Linon. färb. Kante ov/Pt l üntertaiSe gZm Kn Stoff, mit Stickerei-Anwatz O v/ Pf- 4 fiiegei-Kernseüe 50« « PL 1 Spachtel-Kragen� gute Austübr., med,'»smter Ol/Pf. 1 Hemdenpasse_n Stidterci, guter Grandstoff Ov/Pf. 1 Lacklefisrgiiftei in vielen Farben...... Ol/PI. 2«i!irWäscliestickerel auf gutem Oinpd.voff. 1 Paar DamenffrüRtpfc prima Koogtsaide, regulär gearbeitet, gaox klare» Gewebe, mit Petlnet-Z wlckel, schwarz.............. |45 50 50 « _ pt 1 Unterhemdchen ftDaroffi, weiß, patenlRcrint tQ�/P: 3 Taschentücher* i»™. Batist mit tarbiger Zier- c/\ kante u. färb Buchstaben O vi Pf. 1 Stehmnlegekragen Mako, moderne Form... 1 Sportvorhanuf" cr, ml« leet. Stehamlegekragen Ol/« 1 Selbstbinder-- A große ApCTBooeenmg■■■ Ol/ PI. 1 Paar Herrensocken k a einfarb. oder graumeliert.Ov/Pf. 3PaarHerren:Gcl;en«-a (arfaig.......... QU« SEreu- ipilea 1000 Meter Untergs r Nr.<«- 7» am ___ 50« IPaarStrnmpfbinder RA f. Denen, reiche Garnierang w V/« ISpfel-odWasserbalL« K 1 1 Mtr. Länferstoff 1.45 rrrrr:"", I � tBadMoüw- in.EisKopfwasserl.45 1 Mdtrosen-GaraHnr- guter Sarin, weiß besetzt. 1 s�rO 1 Scblnptweste ao, gatera Voile mit Falb ___ 1.45 1 Pur Bamenpantofiel. Av, m. File- od. Spaltledersohl« I.'tO rHemdhOSe Damen.| Äff *-eiS patentgerippt.... I»T O 1 Damenhemd garer-t Ar. WUdteMoli. Rumpf genittt 1. bc/ f Damenhemd Stoff, mit Stidterelaniat» �1.45 1 Herrenhose Ucberschlae, makofarbig-4 oder woühaltig.. 1•TCc/ 2 Paar Strümpfe- ttr Pamea, faibig od. schwarz 1«40 tltoünpfliose wr 1 Damen, gute Qualität, farbig 1»frO 1 lumpenmterlaille mit Spltien-Gornierung.. 1.40 2 Jnmpernntert&illen ans gutem Wäschestoff mit t A S tider ei- An........* für Damen oder Herren.. 1»45 1 Gartcmlacke durchgeweht doppelt, efttg. � in verschiedenen Farben 1»*Tv/ 2 BreU-Handtücher fiebleidit mit roten Streifen. 1 AtZ c». 48X100 cm. ges. n. geb. 1•***/ 1 Handtuchhalter,»k mit bunter Einlage.... 1•«O 1 Rodhaarhandi'eger mit poliertem Holz. f 1 Wassereimer, A~ emailliert, dekor. ca. 28 cm 1 ,40 1.45 1 Wasserkessel» 4e emailliert, für Gas, ca. 77 cm I t�Txß l Ab Waschwanne, � emailliert, weiß od. neublau 1 1 Kasserolle Em1üii.1 mit Ring, ca. 22 oder 24 cm I.T"vJ 1 Kaffeekanne,»- emailliert, ca 2'/, Ltr. Inhalt 1 ,TrO 1 Schmortop!, A!~ Emaille mit Ring, cx 23 cm 1.tO 2 Paar Bestecke_ mit schwarzem Heft, 1 Solinger Fabrikat• 1 Regenschirm 2.45 für Damen oder Herreu 1 Spazierstock Manflarohr, O yf C Homtwtng«■ �.40 Zephir S-H Jahre 2,45 Sporthemd3 h ill er kragen, f. 8-t 1 Sdh lEtamine-Ganiitnr0 aK 3 teilig. mit Einsalzen... 1 Bettdecke Eiamine mit Einsals 1 Halbstore gewebter Tüll ,2.45 2.45 1 Mtr. Madras«»- donkclgrandig; ca. 130 cm br. 4*,nrO 1 Mtr. Linoleum- Läufer sehr gete Q a all tEt, O /I K I ca. 67 cm breit.....' l Selbstbinder| �e�l.2.45 IStrohhatie�n, vendiiedene O /I R Geflechte. 1 Pur Hansebettenknöpfe oXÄSr. o at- mit Perhnnttscfaaic... 4far«nrv/ 1 Küchentischdecke oder Paradebandtnch aus weiß. Köpersioff. ring»- Q>1 K herum garniert, fertig... 1 Kissen R�sT�Knd- q gestidtt, viele nette Muster 1 Kommodendecke ans weißem Stoffe mit Ein- O>! C satz und Spitze garniert. 1 Reisetasche Kunstleder, ca. 30 cm< l rOClieliramiJlir � 1 Kunstleder, ca. 30 cm... 2*45 Ma.tSu..,.~..2.46 i J Erieitas'che 1 Bettvorleger roh Fransen 2.45 ca. 18 cm, Lcdor. mit oder O>1 E ohne RintHInnp...... 1 Damen-Handtasche lWashstnchdecke0 aj- � r mit Bofdgrc.ca lOOX�cm 2.45 2.45 1 Mtr. Wacbstoch-Barchent gute Qualität, weiß, Damast- Q AVL mustrr, ca. 130 cm breit.. ILinoleam- Vorleger � An bont bedrucht. ca. 67X90 cm 2L.40 1 Meter Bastseide 0«t- r«lae 8»lde. natnrfarbig■. 1 Badelaken eXo An ' aus gutem KrSusclstofl.. �»�rO 3§(5iöeE-l!anrtlü®€r voll ctb leicht, vorzüsdiche Qualität, ca. 48x100 cm, gesäumt und gebändert.............. 245i 1 Portierea-flarnitar rein Meeslng« 3 Träger, O>9 R EndkoOpfe und 8 Ringe �«»nrO llardinlere 0 Ae, schweres Preßmuster.. �»40 1 Fruchtschale 0. K 2 teilig. sefadnes Preßmuster �i»40 1 Waschbecken 0/1- citme od. bnnt,gro6t Form aL.T"0 1 Bilderbaukasten o mit 30 Warfclo. ca. 28X1° cm �.40 1 Bindekragen Crtpc de Chine, mit Valen- 4 dennesspitze, med. Farben 4 1 Bindekragen 0y.e moderne Fmrbcq, mit Jabot 1 Bettlaken gate Strapader Qaalitft.. � 2.45 Im.Marklsensteöo gwtrcfft, reialeincne Qoalit.<£,*£0 1 Holltnch �a�- Qualität, mit Figur, ca. r\ a r» 80X190 cm, getiumt... lEinsatzbemd 0.E Wr Herren,»tfaBne Maater 1 Herren-Hose makofarbig, sehr gute O AK Qualität, mit Saiinheaatz 1 Garnitur für Herren, •i£cke und Beinkleid, moderne Farben..... __________ 2.45 1 Sportwesie für Kinder, reifi« Wolle, sehr O � C gutes Fabrikat, farbig... 1 Paar Kinderstiefel 0.r- weiß, I» Qualität. Gr. 23-26 jd.'-jtO 1 Paar Schnürschuhe für Dame«, guter Straßen- yt*r schuh, weiß, �mciik. Absatz 1 Pullover-Weste« ,x- au» gutem Voile..... 1 Voile-Weste moderne Farben.. 2.45 1 Mülleimer emailliert mit Decke! und O XX Schrift, ca. ZS cra... ä» 1 LäSelblech Emaille, mit LOckeln 1 Wanne verzinkt, ca SS cm 2.45 2.45 JANDORF 1 W2SCht0pf«rxtokt. 0•— mit Deckel, ca 33 cm..' 1 Waschbrett""'"« mit Rückwand und Stütze£i**TsJ 6 Eßlöffel Alpaka,, 2.45 12 Teelöffel 2.45 1 Boßhaarbesen 0 poliertes Holz..... �«4!) 1 Kflghenstnhl 2.45 1 Wasseieimer emailliert, dekoriert, O>1 El ca. 26. cm. mit Deckel.. �..49 6 Stück Kernseife 50« Beile-Aiiiance-Str. 4 Gr. Frankfurter Sir. ♦ Bnmnenstr. 4 Kottbusser Damm ♦ Wilmersdorfer Str flr. 25S ♦ 43. Fahrgaüg 2. Seilage öes Vorwärts Freltag, 4. Juni 1�26 Ausbreitung öes Montantrufts. Auf dem Marsch zum deutschen Eisenmonopol. Es sind kamn 14 Tag« her, daß die Oeffentlichkeit mit der Meldung überrascht wurde, die Vereinigte Stahlwerke ßl.-G. habe die Beteiligungen des rechtsrheinischen Besitzes des Stumm konzerns erworben und damit die weitere Stützung des Stummkonzerns überflüssig gemacht. Unmittelbar darauf wurde die jEinflutznahme des Montantrusts auf die Bergische Stahl- und Drahtindustrie gemeldet. Vor wenigen Togen erregten die inzwischen durch das Eingreifen des preußischen Staates sistierten Verhandlungen für den Ankauf der Syndikatsquot« von 1 Million Tonnen der Gewerkschaft Hermann und Bork Aussehen. Run liegt die Meldung vor, daß die Vereinigten Stahlwerke auch die lAnlagen und Beteiligungen der A,-G, Ehorlottenhütte er- warben hoben. Es ist also unverkennbar, daß der Montantrust mit dem Augenblick seiner Gründung ein« höchst intensiv« Aus- dehnungspolitik begonnen Hot und daß das wesentliche Merkmal der Rationalisierung, die die Gründung des Montantrusts für die Schwerindustrie bedeuten soll, zunächst in der geradezu eruptiven Zwsbreimng zu erblicken sein wird, die die Vereinigten Stahlwerke heute betreiben, Die Angliedmmg des rechtsrheinischen Stummbesitzes. Schon die Angliedermrg der rechtsrheinischen Stummwerke war pon größter Bedeutung, Sie umfaßte: 03 Proz, des 18,75 Will. Kapitals von Eisenwerk Kraft. Duisburg. 51„. 10,40,. der Gußstahlwerke Witten ÄG. 02„, 4,93,, der Ei s e ni n d ustrie Menden und Schwerte AG. 83#, 10,50.. der Westfäl, Eisen- und Drahtwerke Langendreer. 60„ 0,00., derN o r d d e u t s chen H ü t t e AG, Bremen, Gleichzeitig ging die Verfügung über eine Anzahl Beteiligungen dieser Gesellschasl auf den Montantrust über. Die finanzielle Be- lostung aus diesem Ankauf schätzt man auf zwei Dutzend Millionen, Sie dürste bei der heutigen Verfassung des Geldmarktes und an- gefichts des mächtigen Rückhalts des Montantrusts bei den v-Banken, die mit einem Lontokorrentkredit von 150 bis 200 Millionen bereits am Montantrust interessiert sind, diesem keine Schwierigkeiten bereiten. Dürften doch auch von den rund 175 Mil- lionen langfristiger Auslandskredit«, die«in.zeln« Trustwerke bisher aufgenommen haben, noch beträchtliche Reste zur Verfügung stehen. Der Erwerb der Ehorlottenhütte AG. Weniger der Größe des Objekts nach, als wegcn seiner allge- meinen Bedeutung ist der Erwerb der Charloitenhütte A,-G, in Niederschelden für den Montantrust fast noch wichtiger als die Stummbeteiligungen. Di« Charlottenhült« ist das größte und leistungsfähigst« Werk im Siegerland mit Gruben und fhwhöfen, Walzwerken für Eisen und Bleche, sowie Wagen- und Lokomotiofobriken. Sie ha, ein Aktienkapital von 9,98 Millionen, Bilanzreserven von 7,5 Millionen mit mehreren Tochtergesellschaften und wichtigen Beteiligungen, Di« Tochtergesellschasten und Beteiligungen allein standen in der letzten Bilanz zum 31. Juli 1025 mit 12,80 Millionen verzeichnet gegen 7,85 Millionen im Vorjahr, was auf eine starke Ausdehnung in der Zwischenzeit schließen läßt. Die Charlottenhütte gehört auch nicht zu den not- leidenden Unternehmungen des Siegerlands, woraus der Reingewinn von 864 000 M, für 1924,1925 deutet, aus dem«ine für die Montanindustrie ungewöhnliche Dividende von 6 Proz. ver- teilt wurde, Di« Charlottenhütt« steht unter der Leitung und dem Einfluß des Großindustriellen Flick, durch den wiederum zu der Lintc-�offmann-Lauchhammer-Gruppe eine enge Verbindung besteht: diese wird durch den im März 1925 geschlossenen Jnteressengemeinschastsvertrag dokumentiert.(Austausch von 75 Prozent der Eharlottenhüttenerz« gegen Aktien von Linke-Hossinann- Lauchhammer.) Don dort geht die Verbindung zu dein in Bildung hesindlichen oberschlesischen Montantrust, Oberschlesische Eisen- industri«, Oberbedarf, Donnersmarckhütte. Schon 1923/1924 wurde die Charlottenhütte in den Interessengemeinschastskreis der Rhein- Elbe-Union einbezogen und chugo Stinnes gehörte in deren Ver- tretung dem Aufsichtsrat der Charloitenhütte an. !' Die ZNachwerhältnifsc in der Montanindustrie. Schon diese weitreichenden Beziehungen lassen die Bedeutung des Erwerbs der Charloitenhütte ahnen. Noch klarer ober wird die nicht nur privatwirtschaftliche, sondern auch Volkswirtschaft- liche Bedeutung des Erwerbs, wenn man seine Auswirkungen auf die Machtverhältnisse in der Montanindustrie betrachtet. Der Montantrust verfügte bei seiner Gründung über 421,j Proz. der Stahl- und etwa ein Viertel der Ruhrkohlenproduktion. In der Ausdehnung des Zechenbesitzes läßt er sich bemerkenswerterweise Zeit. Für die Stahlproduktion bedeutete aber der Erwerb der Stummwerkc bereits eine Ouotenvermehrung von 4 bis 5 aus 46 bis 47 Proz. Die Beteiligung der Charlottenhütte ist an sich nicht bedeutungsvoll: vielleicht daß der Montantrust einschließlich der Charlottenhütte j e tz t ü b e r 4 8 P r o z. v e r f ü g t. Es ist klar, daß die Verbindung zu Linke-fioffmonn-Lauchhammer und zur ober- schlcsischcn Montankombination den Ausbau zur Majorität in den Eisen- und Stahlvcrbändcn in greifbare Nähe rückt, Volkswirtschaftliche Bedeutung und Gefahren. Für die Majorisierungsoersuch« in den Syndikaten hat Deutsch- land in der Stellung des Wintershall-Konzerns im Kali- syndikat schon ein Beispiel. Sie haben dort zu schweren Quoten- käinpfen geführt. Dasselbe ist für die Montanindustrie jetzt zu erwarten. Die größten Außenwerke des Stahlverbandcs neben dem Montantrust, die Kloeckner, Krupp, chaniel. Hoesch-Köln-Neuejsener Bergwerksverein, sind bereits bei dem Erwerb der Stumm-Beteill- gungen dazwischengetreten und haben sich zur Verhinderung der Majorisicrung vorläufig ein Anrecht von etwa einem Viertel der 866 000 Tonnen betragenden Stumm-Ouote gesichert. Durch den Erwerb der Charlottenhütte und die durch ihn angebahnten Möglichkeiten wird der Gegensatz von neuem und aufs schärfste akut. Bor wenigen Togen haben wir ausgesiihrt, daß die Syndikate bei der heutigen Krisenlage Deutschlands für Trustbildungen der Steigbügel seien zur Beherrschung der Verbände und damit die Grundlage zum Ausbau der Trusts zum Monopol. An sich ist gegen große Trustunternehmungen nichts einzuwenden. Aber ihre gleich- zeitige Herrschaft in preis- und Produktionsregulierenden Verbänden, das Nebeneinander von großen Trusts und Kartellen sind für die Volkswirtschaft, besonders für die ganze weitcrverarbeitcnde Industrie eine Gefahr. Einmal bestimmt der Trust in den Verbänden weitgehend die Preise. Zum anderen ist der Trust für seine eigenen Werke an die Kartellpreise nicht gebunden. Bis hin- unter zu den Eisen- und Stahlproduktc verarbeitenden Fertig- industriell vermag er an seine Tochterbetriebe zu Wcrtspreisen, statt zu Kartellpreisen zu liesern. Es erfolgt die Ausrichtung einer Zoll- linie nach innen, für die es keine Möglichkeit der Vergütung wie bei den, Kompromiß und mit der Aoi gibt. Diese Aussicht für die weiterverarbeitendc Industrie wird aufs nachdrücklichste bei der ferneren Entwicklung der Dinge zu beachten sein. Kostspielige Rationalisierung— Und das Siegerland? Unter diesen Umständen wird der Beitrag, der von der Gründung des Montantrusts für eine erfolgreiche Rationalisierung der deutschen Wirtschaft erwartet wurde, zweifelhaft. Wenn die Rationalisierung der Produktion, wie sie die Gründung des Trusts für die zusammengeschlossenen Werke bringen sollte, auf dem Weg über die Majorisierung der Verbände und die Monopolisierung der Preise erfolgt, dann erfolgt sie auf Kosten der Gesamtheit. Es ist dann klar, daß der Montantrust die Festsetzung seines Kapitals auf 800 Millionen, mit den Genuß- scheinen aus 920 Millionen, gegen vorher 788 Millionen bei den Einzclwcrken in der Voraussetzung vorgenommen hat, die D i v i- d e n d e für dieses überhöhte Kapital sich aus der Beherrschung und Ausbeutung der abhängigen Industrien zu sichern. Für das Siegerland aber, dessen Schicksal in den letzten Mo- naten immer und immer wieder der Staatshilsc empfohlen wurde, wird die Herauslösung der Charloitenhütte aus dem Kreis der Siegerländer Industrie zur Tragödie, Der Zusammenschluß zu einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet, das unter be- sonhcren Gesichtspunkten zu behandeln sei, ist dann eine Illusion, Dos wichtigste Stück ist herausgebrochen, der Rest muß dos Schicksal erleben, das leidenden Industriegebieten und Werken von kapita- listischen Verbands- und Tmstherren in Krisenzeiten immer zugedacht wird: Man nimmt, solange es möglich ist, alle Kredithilsen, Sub- ventioncn und Frachtnorteile für sich, die notleidenden Werke aber überantwortet man der Stillegung, ihre Belegschaften der Ver- elendung. K— r. die Krise im Lichte üer Sanken. Der Monatsbericht der Commerz- und Privatbank zum 1. Juni ist etwas weniger zuversichtlich als die früheren. Die heftigen Schwankungen der französischen, italienischen, belgischen, polnischen, rumänischen Valuten, die gleichmäßig zu Geldentwertun- gen in diesen Ländern geführt haben, fördern einerseits die Dumpingausfuhr und schwächen andererseits die Kaufkraft dieser Länder. So afsenbare sich der labile Zustand eines großen Teiles von Europa in wirtschaftlicher, sinanzieller und währungspolitischer Hinsicht von neuem. Sine durchgreifende Besserung der Konjunktur in Deutschland und ein namhafter Rückgang der Arbeitslosigkeit würden deshalb erst dann eintreten können, wenn wenigstens in den großen Nachbarländern die Währungen stabilisiert werden. Die Dresdner Bank will den Rekord des Tiefstandes der Wechsel- ousstellungen, den wir für April festgestellt haben, nicht ohne weiteres als Zeichen für die Einschränkung des Warenverkehrs gelten lassen. Er sei nur ein Zeichen dafür, daß sich die Abwendung des Wechsels besonders zur Geldbeschaffung angesichts der Möglichkeiten ander- weitiger Geldoersorgung verringert habe: auch sei eine Steigerung im Postscheck- und Giroverkehr für den April zu beobachten. Wir glauben nicht, daß die Vermehrung dieser Umsätze für eine Steige- rung des Warenverkehrs spricht: weist doch die Dresdner Bank selbst auch auf deren Behinderung durch die valutaschwachen Länder, auf die keineswegs gebesserte Lage der schweren Industrie, auf die absatz- drosselnde Äirkung der Rationalisierung und auf das Ausscheiden der Erwcrbslosenmassen als Käufer hin. Außerdem erklärt sich die Umsatzsteigerung im Geldausgleich ohne weiteres aus der über- mäßigen Flüssigkeit des Geldmarktes und den großen Transaktionen aus dem Kapitalmarkt und den Börsen, Trotz der großen Anleiheemisstonen auf dem deutschen Kapitalmarkt, die von der Commerz- und Privatbank für 1926 allein aus 750 Millionen, von der Dresdner Bank aus 850 Millionen geschätzt werden(es kommen noch annähenid 300 Millionen Pfandbrief- cmissionen hinzu), ist die Kapitalausnahme im Ausland sehr groß gewesen. Der Bericht der Dresdner Bank beziffert sie bis Ende Mai auf 650 Millionen Mark. Das ist ein unerwartet hoher Be- trag, der sür das g a n z s Jahr nicht viel geringere Auslandsanleihen erwarten läßt, als für 1925 zu verzeichnen waren. Diese Berichte deutscher Banken werden in interessanter Weise durch den Wirtschaftsbericht der Bankfirma Proehl u. Gut- m a n n- A m st e r d a m für Ende Mai ergänzt. Als beunruhigende Symptome der Wirtschaftslage nennt sie neben den wankenden Europavalutcn die aggressive Haltung Mussolinis, den unbe- fricdigenden Verlauf der Weltwirtschastskonserenz und insbesondere auch die Putschpläne der extremen Rechten in Deutschland. Sie stellt die Frage, wie unter diesen Umständen das Wirtschaftsleben Europas wieder aufleben, die finanzielle Wiederherstellung Europas durchgesührt werden solle. Eine beson- dere Beunruhigung für das Verhältnis Hollands zu Deutschland bildeten auch die Holland benachteiligenden deutschen Seehäfen- Ausnahmetarife und die Absicht des"deutschen Reichsenrährungs- Ministers, den Zollschutz deutscher Landwirtschafts- Produkte neuerdings zu oerstärken, Zur Begebung der neuen Reichsschatzwechsel. Die Senkung der Reichssteuern wird dazu führen, daß das Reich demnächst zur Ver- stärkung seiner Betriebsmittel sich vorübergehend an den Geldmarkt ZU wenden haben wird. Dies soll durch die Begebung von Reichs- schätz wechseln geschehen. Diese Schatzwechsel lassen sich unter günstigen Bedingungen nur unterbringen, wenn sie bei der Reichs- dank diskontier! und lombardiert werden können. An einer der- artigen Ermächtigung für die Reichsbank fehlt es zur Zeit im Bank- gesetz. Dies soll deshalb in der angegebenen Richtung ergänzt werden. Dabei wird im Einvernehmen mit der Reichsbank der Höchstbetrag der bei der Reichsbank zu lombardierenden und dis- kontierenden Reichsschatzwechsel auf 400 Millionen Reichs- m a rk begrenzt. Die Befugnis der Reichsbank, im Reiche Be- triebskredkte bis zu 100 Millionen zu gewähren, wird durch die Novelle nicht berührt. Die Reparotionskommission, die für diese Gcsetzesändcrung gehört werden dürste, hat, wie wir erfahren, sich daniit einverstanden erklärt. Der Entwurf wird, dem Vernehme» nach, dieser Tage den gesetzgebenden Körperschaften zugehen. Rückgang der Konkurse im Mai. Nach Mitteilung des Sta- tistischen Reichsanits wurden im Mai dieses Jahres durch den „Rcichsanzeiger" 1046 neue Konkurse— ohne die wegcn Masscmangels abgelehnten Anträge aus Konkurseröffnung— und 691 angeordnete Geschäftsaufsichten bekannt gegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 1302 bzw. 923. Die Zahlungseinstellungen sind demnach im weiteren Rückgang, Rotslandsarbeiten als Gewinnquelle. Die deutsche Ton- und Steinzcugwcrke A,-G,. Charlotten bürg, die in fünf Werken produziert, hat sür 1925 einen Reingewinn von 765 000 M. nirsgcwiesen und verteilt auf ihr Aktienkapital von 7 Millionen eine Dividende von 10 P r o z,(Vorjahr 4 Proz.). In der Ab- teiluug Apparatebau sür die chemische und»«''wandte Industrie war sie nach dem Geschäftsbericht zeitweilig recht unzureichend be- schäftigt. In: Juni und Juli 1925 soll ein Streik in drei Werken die Gewini, auch stark beeinträchtigt haben: der Aussall wurde ch'cr durch«ondergewinnc aus der Deutschen Steinzeugwarenfabrik Friedrichsseld kompensiert,, mit der eine Interessengemeinschaft auf Gcwiimousgleichung besteht. Interessant ist die Mitteilung des Gc- ichästsberichts, wonach die von den Kommunalverwaltungen ousge- führten Notstandsarbeiten dem Werk in Münsterbcrg reich- liche Beschäftigung und gute Gewinne brachten. Die Gewinne aus den Tochtergesellschaften(Ton- und Steinzeugwerke W. Richter u, Co,, Bitterfeld, Tongrube Graf Zinzendarf) sowie aus den Beteiligungen, die beträchlich zu sein scheinen, sind in dem aus- gewiesenen Reingewinn noch nicht, enthalten. Oelhondel und kohleverwerlung. In der Gencralversommlung der Deutschen Erdöl-A.-G, gab Generaldirektor Mittcndorf einen üebcrblick über den Stand der einzelnen Warenorganifotionen des Betriebes nach der Abfassung des Geschäftsberichts.(Geschäftsbericht und Bilanz haben wir hier schon besprochen.) Er führte aus, daß der Ausbau der, Deutschen Pctrolcnni-A.-G, dadurch in ein neues Stadium gekommen ist, daß es durch einen Vertrag mit der Angls Persian gelungen ist, der Gesellschaft die vtoffc zu sichern, die zum Betriebe ihres weitverzweigten Geschäftes notwendig sind. Die Verkaufs und Verteilungsgeiellschoften sind in der„Oler* Deutsche Petrolcuin-Verkaussgesellschaft zusammengefaßt worden, die mit der Angla Persian einen Lieseningsvcrtrag auf lange Jahre abgeschlossen hat. Gleichzeitig hat sich auch die Angls Persian an der Olex be- teiligt Auf dem Hauptarbeitsgebiet der Gesellschaft, der Kohlen- erzeugung. ist zwar eine vorübergehende günstige Auswirkung des englischen Streiks durch erhöhten Absatz und durch eine kleine Preis- crholung festzustellen. Aber eine dauernde Besserung der Kohlen- Marktlage läßt sich nur erzielen, wenn sich die englischen Gruben zu einer gemeinsamen Nerkaufsorganisotion zusammenschließen und diese Lerkaussorganisation mit dem Deutschen Syndikat Ab- machungen über Quoten und Preise sür Exportlieferungen trifft. In der Braunkahle ist in der letzten Zeit eine Vergrößerung des Umsatzes eingetreten, so daß die Gruben voll beschäftigt sind und daß es sogar möglich war, die großen Stapelbestände ,zu verringern. Im Kohleveredelungsversahren will sich die Gesellschaft hauptsächlich der Benzinerzcugung widmen, d e I- R e k 9 a m e Wer 1 Pfund Nudeln oder Makkaroni kauft, erhält 1'/» Pfund Wer 2 Pfund..*.... 2 Pfund Wer 4 Pfund-« S Pfund □sk-Lancl-�Iucleln. Eier-Faden-Nudeln Eier-Hörnchen••- Eler-Makkaronl••. . Rd 62 Pf- . Pfd. 68 Pt . Pfd. 66 Pi . Pfd. 72 p< £lg«ne Telgw&renfabrtk D er Kampf gegen Sie Tuberkulose Eine Tagung der Tuberkulose-ärzte. In dem schön gelegenen Honnef, dem.rheinischen Nizza", kamen in voriger Woche die Tubertuloseärzte zu einer Tagung zu- sammen, zu der das.Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose" eingeladen hatte. Das Städtchen hatte reichen Flaggenschmuck angelegt: vorzugsweise mit Schwarzweihrot begruhte man die Gäste. Weder das Rathaus, noch der Tagung«- räum, in dem Geheimrat Bumm, der Präsident des Reichsgesund- heitsamtes, die Verhandlungen leitete, zeigten die Reichsfarben. Und es schien, als ob die meisten Delegierten das Fehlen von Schwarz» rotgold nicht gerade unangenehm empfunden hätten.... Man kann nicht behaupten, dab die in Honnef versammelten Tuberkuloseärzte ihre offenkundige politische Rückständigkeit durch eine besonders fortschrittlich« Gesinnung auf sozialem Gebiete ausgeglichen hätten. Die Tuberkulose wurzelt vor allem in dem wirtschaftlichen Elend der Massen, sie gedeiht um so üppiger, je ungünstiger die Lebensverhältnisse de« Proletariats sind. Schon vor 4t) Iahren hat ein englischer Arzt nachgewiesen. daß die Tuberkulosesterblichkeit in England in dem gleichen Maße zurückgegangen ist, in dem die Löhne erhöht, die Arbeitszeit oerkürzt und die Voltsnahrung»- mittel verbilligt wurden. Man hätte erwarten dürfen, daß gerade jegt, wo Millionen von Bolksgenofsen zu Entbehrungen, die die Widerstandstrast des Körpers zermürben, gezwungen sind, von den Tubertuloseärzten ein aufrüttelnder Appell an die Regierung und die herrschenden Klassen gerichtet worden wäre, den Massen mehr Nahrung, mehr Erholung, mehr Wohnungsraum zu geben,— aber die sozialen Ursachen der Tuberkulose wurden auf der Tagung nur gestreift, gleichsam als etwa» Gegebenes hin- genommen,— es fiel den Aerzten nicht ein, sich gegen da» heutige Wirtschaftssystem, da» der Schwindsucht immer neue Opfer zuführt, zu wenden und bestimmte sozialpolitische Forderungen zu erheben. Nur am zweiten Verhandlungstage, als weniger Nur-Medi- ziner, als vielmehr F ü r s o r g�g rzt e und Vertreter fortschritt- licher Stadtverwaltungen zu iHfitte kamen, wurde ausdrücklich be- schlössen, daß die Bodenreformbewegung zu unterstützen sei, damit billigere Wohnungen zur Verfügung gestellt werden können. Der erste Verhandliingsgegenstand betraf die-B e k ä m p f u n g der Kindertuberkulose. Dr. Simon, der Chefarzt der Kinderheilstätte Aprath, erörterte die Frage vom ärztlichen Stand- punkt, Dr. Wolters von der Westfälischen Landesversicherungsanstalt sprach als Derwaltungsmann. Beide Referenten waren sich darin einig, datz neben einer planmäßigen Heilbehandlung vorbeugen- den Maßnahmen eine große Bedeutung zukommt. Um eine Ansteckung der Kinder durch tuberkulöse Familienmitglieder zu ver- hüten, soll eine großzügige hygienisch« Bolksaufklärung einsetzen. aber auch eine umfasiende Wohnungssürsorge sei nicht zu entbehren. Säuglinge müßten von Personen, die an offener Tuberkulose leiden, unbedingt getrennt, wenn nötig, aus dem Haushalt entfernt werden. Die Empfänglichkeit der Kinder gegenüber der Tuberkulose müsie herabgesetzt werden durch allgemeine Kräftigung des Körper» mittel» Turnen und Sport, Zusagspeisungen, Luft- und Sonnenbäder, Ver- schickungen in Erholungsheime. Die Heilbehandlung tuber- kulöser Kinder sei in besonderen Kinderheilstätten durch- zuführen. Die vorhandenen Anstalten müßten ausgebaut, für Kleinkinder und Jugendliche neue errichtet werden. Gerühmt wurden die ausgezeichneten Wirkungen des Seeklimas auf die Tuberkulose der Kinder. Leider reichen die heute vorhandenen Seehospize für die kurbedürftigen Kinder nicht aus. -Mit der Herausnahme der Schwertuberkulösen aus Familie und Wohnung beschäftigten sich die folgenden Vorträge. Dieses Problem steht gegenwärtig im Vordergrund, da unter den jetzigen Wohnverhältnissen der Unbemittelten von den „Bazillenhustern"«ine gewaltige Gefährdung der Familienmitglieder ausgeht. Und das Problem ist heute einfach nicht zu lösen! Denn es fehlen einerseits jegliche Ansätze zu einer wesentlichen Linderung des Wohnungselends der Massen, und auf der anderen Seite sind nicht gmügend Heime vorhanden, in denen sich die au» der Familie herausgenommenen schwerkranken Tuberkulösen auch wohlfllhlen könnten. So betonten zwar die Referenten Dr. Harms-Mannheim und Biesenberger-Stuttgart nachdrücklich die Notwendigkeit der Isolierung invalider Tuberkulöser, aber sie waren sich der großen Schwierigkeiten bei der Durchführung ihrer Forderung recht de- wüßt. Sie empfahlen für eine zeitlich begrenzte Asylierung Tu- bertulosekrankenhäuser und für eine dauernde Asylle- rung k l e i n e H e i m e in der Nähe der Familie der Kranken. Da die Gemeinden die hohen Kosten dieser Einrichtungen zurzeit nicht aufbringen könnten, sollten die einzelnen Regierungen in ihren jähr- lichen Voranschlägen eine besondere Position für diese Zwecke führen. In der Aussprache wurde von mehreren Seiten oerlangt, daß die Städte wenig st ens einen Teil ihrer Neubauten und Siedlungen tuberkulösen Familien zuweisen sollten. Der Bürgermeister von Stettin konnte mitteilen, daß dort bei der Verteilung der mit Hilfe der Hauszinssteuer und städtischer Zuschüsse errichteten Wohnungen kinderreiche Tuberkulöse in erster Linie be- rücksichtigt worden sind. Aber wenn die Tuberkulösen nicht die Miete aufbringen können? Am zweiten Derhandlungstage wurden insbesondere die Auf- gaben der Tuberkulosefürsorge st ellen erörtert. Es Ein Volksrecht- daS nicht vom Volk ausgenutzt wird, wird von der Reaktion ausgenutzt.— Gehe jeder zur Elternbeiratswahl am 6. Juni. Jeder stimme für Liste„Schnlanfbau"! herrschte Uebereinstimmung darüber, daß zur besieren Erfassung der Tuberkulösen die Meldepflicht, die das preußische Tuberkulose- gesetz zu eng begrenze, erweitert werden müsie. Di« Fürsorgestelle soll ferner nicht nur von einem Facharzt geleitet werden, sie muß auch mit allen Apparaten ausgestattet sein, die eine frühzeitige und sichere Krankhettserkennung ermöglichen. Genügend Fürsorger müsien vorhanden sein, damit auch die leichtkranken Tuberkulösen betreut und vor Verschlimmerung ihres Leidens be- wahrt werden können. Medizinalrat Ickert-Mansfeld ließ sein Re- serat in die Forderung ausklingen, die Bevölkerung müsie dazu er- zogen werden, daß sie weder auf den Boden spucke, noch einander anhuste,— dann werde die Tuberkulose Ihren Charakter al« Seuche verlieren! Gewiß ist diese.Disziplinterung" de» Volkes im Interesse der Tuberkulosebekämpfung eine dringende Notwendigkeit, aber sie kann wiederum nur erreicht werden, wenn die Massen kül- turell und wirtschaftlich auf hohem Niveau stehen Mus öer Partei. Die INinderheilenkonferenz. die die Sozialistisch« Arbeiter- international« auf den 6. d. M. nach Dresden«inberufen hatte. ist auf Antrag der tschechischen Sozialdemokraten vertagt worden._ vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-Rot-Gold". «,s. 7.. Vtova«antx>um»ua.»nttettn 7 Übt Dircksen- „. firoRe 1.— Tittporten. 2. ffietfKumjuu So., k. 5. Abmarsch S Uhr Qulko»- Eck« Puttliw'tmRe. ffiitnfnlirct! ffotitarik tls 12. Juni bei ftotn. Smo- falffi einzahlen.—«tauktta. Sonntao, k. 6..«ntttttn mit lambouttotp. unk Fall neu 11 Übt Tiolrtamtr ftaustbobnbof m ffcfirt noch Noworoe,. Bann- melle keochlenl— Lichtenbera ntbft Unierarnooen. �t., k. 7 Übt,©Uunfl silnitlichöt 3ufl. unk OtlMtuoptnfllbttt b«l fltüott. R Übt guosikunoen IN ktn txfonnttn Lokalen. Eonnwa. k.».. motoeno 6V4 Übt, Bobnbok Lichtenketa- Ttiektichsfelkt»ut Auwsabtt Noch iltlnet. ffabrnttl» 80 Pf.— Dtftitf«Sit. libet Babn.®le OrtooruDOtn betriltacn sich otschlosstn am Sonnta«, k. 6., an ket szobnenwelbe Boumschulenwea. Itcffounft IVi Übt Pounischulenwea. «övenicket LonkiitaR«.—«etoon. St., k.«.. VjS Übt. Anttelen beim ftaroc- toben Dabm«. Nolsetfttabt. Saalschutz. «etti» ket»Irimitzet. Dlenoloa. 8. Juni. 8 Übt. im fflirbelmobof,»nbolt. fltaRc 12, aemUtllcheo Dessammenseln. U. o. BttlchletftolwNfl übet kie Zopun« bec Petelniaten Petbtinke beimottttutt ObtrfdileRtt. ?«»tscher Cfptrantobanb, OrUqruppt Berlin, ssreitaa. 4. Juni. 8 Übt, ftonkilotti Dobtin. Kockeschet Matkl: Uebunasabenk. Säfte willkommen. Relchtbunk bei ftriegokelchäklaten. tttteotteilnebmee unk fttleoerblutet, blieben«». Be». Zentrum! Monto«. 7. Juni, sinket im Rosentboler Dos. Rosentboler Str. 12. ki« Monoisvetsammluna(tett. Referat: flamnob Scaiu über:„Die 4. RoveN«»um RPS." /lrbeitersport. Auhballfpicle am K. Juni. Lanasam neiaen ftch kie Betitkomeistetschaftsspiele im Südwesie» Ibtem Snke eniqeqen. In Teltow, Auauftalttatze. fteben ftch am Sonnt«, Lücken- walke 1 unk Teltow«eoenüber. Die Teltowet. kie oeqen Stisch-Auf kutch lelchtftnnioes Spielen ke» Torwatt» 3: 1«Winnen konnten, werken ftch kies- mal etwas mebt onfttenaen müssen. Luckenwalde l bat in seinen Serien- spielen bewiesen, koft sie über eine otoft« Auskauet petfüaen. Sollt« Teltow trotzkeu aewinnen. so boben Ne die BeUrksmeisserschost in ket Tasche. Veoinn kes Spiele» nachmiitaa»& Übt. Borbet treffen ftch die Iu«nkmannschaft«n deiket Beteine.— weitet« Spiele- In«Spenick. om Itiekbos. ttesfen ftch ket Petein für Beweaunasspiel« unk woltetskotf. BfB. sollt« au» kiesein Spiel al» Sieaet b«tvot«ben. Sutzballtlna. ki« nach Mablokotf sabte». haben in Adlet«inen oleichw«tti«n Geaner. Einen schweren Sionk bat Adler 12, kie auf ihrem Platz den Besuch von Teael 24 etwatien. Doch soll!« ki««roftete Spieletfabruna der Aklet den Ausschloa aeben. In Deiftensee. Rennbahn, spielen Setrnania unh Berliner Spottoetein 22. Birkenwrtker fährt»u Stralau in der Solilerstratze. Sehr un«w>tz lieot kie Entscheikun« im Spiel Teutonia aeacn Rowawe»!n der Ebtiftianiafttafte. Trepiower BflnfpicfffuS hat acaen Pankow Turnverein nicht piel»u schlagen. Der Irblenkotfer Boll» spielklub erhält den Besuch vom Spativetein Roter Stern. Auf kern Tempel» hoset Seid sieben sich Beroiina unk Askania sowie Reukällnet BollfpielfUib un» 5kt«u»keta aeaeniiket. Beike Maie sollten die Säfte kie Sieaet stellen. Minerpa bat in Spandau 03 einen nicht»u perachienken Seaner. Beainn ket Spiel» nachmiitaa» b Übt. Botbet spielen ki« unteren Mannschaftrn. Botmittaa» auf fast allen Plätzen Spiele ket Iuaenk- unk Schületmannschafien. Steie Tutnetschaft Lichtenbeta Sriekrichaselk«. Sonniaa. S. Juni, nach- mittaas. Z>erein»-Ninder-Turn- und-Sportfest auf dem Svortplaf» rn Kiedrichs- fvwe. Tresckow-Allee.. �....„ Arbeiter. Rakiabtet.Berei-»rotz. Berlin. Sonnta«. 8. Juni, früh 5 Übt, Baketour nach dem Ranaskorfet See. Nachmittaas 1 Ilbr nach Blanktnfeiko bei Kul«. Start Walkematstrofte Ecke Marianncnplotz. Gäste willkommen. «anber.Pabdlee B-nel. Sreitaa. 4. Juni. 8 Uhr. Sitzun« bei Subtmann. Stounstrafte l. Bootsuntetkunft Seiliaenfee. Restaurant Tivoli. Sportklub Liberta, 9». Sreitaa. 4. Juni. 8 Uhr. Turnhalle Spreestr. 2g. Tbarloltenbura. Nampfabend im Jiu-Jitsu.._ Turnverein„«otwärt»', Zeblendorf. Sierdurch den Bruberpereinen»ur Nachricht, datz ba» für den 20. Juni aeplante Spiel- Und Sportfest infolae de» Volksentscheik» verleat warken ist. Die LB. aenehniiate den A. Auaust. Tonriftenpeeein„Dt, Ratnrfrenad«- lZentrnl« Wien). Abt.«b-rlotten- birr«! Sreitaa, 4. Juni, V�8 Ubr. im Iirnenkbeim Saeselerftr. IS, sweftenk». Seschäftliche», anschlieftenk Sesanaoükuna.— Abt. Scsunkbrunneu- Sreitaa. 4. Juni. 8 Ubr. im Schill«rln»euTN. Pank- Eck« Bättchetstrafte. Monutsversamm- luna. Au» unserer Beweauna.— Abt. Stzbost: Sreitaa. 4. Juni, Zbb Ubr, im Seim Reichenbcroer Str. 66 lSeucrwache) Mitaliekerversammlun«.«inker- akteiluna von W—HS Uhr im Iuaenkbrim fSenosse Barein).-- Abt.«en» »I»! Sreitaa. 4. Juni, 8 Ubr. im Seim Nopfstr. 55. GeschSflliche». Iuaenk- arupp« im selben Raum H7-8 Ubr. Beobachtunaen beim Wanbern.— Abt. Tempelbosi Sreitaa. 4. Juni. Abenkspa»ieraana. Treffpunkt Zhb Uhr Babnbaf Mariendorf. Montno. 7. Juni. Spiel und Gesana«NN Seriöse- in Lichtenrod«. — Abt. Stieben«»: Sreitaa. 4. Juni, im Seim Offenbacher Str. 5. Mitaliedtr- versammluna. Abt. Treptow: Sreitaa. 4. Juni, Im Seim Elsenstr. 847 Uhr See- Ecke Lütticher Sttafte. Sonnabend. 5. Juni. Sabtt nach Sttau�era Bätzfee. Tteffpunkt>--« Uhr Babnbof Wedkin«. Sabr- aelk 80 Pf. Säst« willkommen.—«bt. Reinickenboefi Sonntaa.«. Juni, im Iuaenbbeim Reinickenbotf-West von 5-1410 Übt aefelliae Zusammenkunft.— Bbotoaemetnsckast- Montaa. 7. Juni. 8 Uhr. Im Iuaenkb«m Ebetinstr 12. Gebrauch der Blende unk Anwcndnna ker Gelbscheib«.— Rniurwissenschastlich« AbteUnna- Mantoa. 7. Juni. 8 Ubr. im Seim Straiauet Strafte. Raproku.— Abt. Tieraarten«arlottenbnra: Sonntaa. 5. Juni. Treffabrt vranienkur-i— Ruppiner«anal. Treffpunlt 5V» Ubr Bahnhof Sefunkbrunnen— Abt. Lichtenbera- Sonnabenb. 5. Juni. Beleiliauna am Um,ua b«»«tbeitersporlkartell» in Lichtenbera.— Abt. Norden: Sonntaa. 5. Juni. Sabrt nach Lonkbeim Meiftnersbof. Treffpunkt 5 Ubr Babnbof Sesunbbruniien. Werbeversammluna de» Schwiminnm,»»..Borwart,'»ut verbreituna kr, Schwimmen« Sonnabenk. 5. Juni, in Seora» Sporttestaurant. Siabtrnnbabn Treptow, H8 Ubr abend». Sonntaa. 5. Juni.>4» Ubr. Berliner Bakeanstalt. Lobmüblenstraft« fom Schl-stfchen Busch) Schauschwimmen. Eintritt ,u de» Veranstaltunaen frei.........__..-, «rbeiter.Nakfabrer.Bnnk„Solikaritit'. Touren Mr Sonntaa. 8. Juni: Be». 1, 1. Abt.: 5 Uhr Neuhof— Glasow. 5 unk 12 Uhr Ranaskoif. Start Bisowstr. 55.— 2. Abt.: 5 ubr Zascher Sre. Start Diofienbachstr.»8.— z. Abt.: 5 Ubr Gräben-®«. Start Laufttzer Platz.— 4. Abt.: 5 Uhr Peetz- see— Alt-Lanksbera. Start Weberwiese. 4. Juni Seneralversammlunq. 8 Übt Botboaenet Str. III.— 5. Abt.: 6 Übt Liepnitzse«. 12 Übt Sotinsee. Statt Lanksbetaet Platz.—». Abt.: 8 Übt Lchiiitzsee. 12 Ubr Glienicke o. k. R. Start Schänbausrt Allee 154.— 7. Abt., II Ubr Glienicke a. b. R. Start stoloniestr. 145.— 8. Abt.- 5., obrnk» 5 Uhr. 5.. 5 Ubr. Eopbienstäkt— Mittck!- prenken. See. Start Arminiu»platz.— I. Abt.: 7 und 12 Ubr Glienicke a. b. R. Statt Echulstr. 114.— 10. Abt.: 6 Ubr Mü-aclbott. Statt Eomeniusplntz.— 11. Abt.: 4 Übt früh Gorinsee. 11 Übt Ränlaental. Start Sochstr. 13.— 12. Abt.»»torfntzrer: 7 Ubr Beetz Sommerfeld. Nalbhau» Eharlotienbura. Start Brankenburaer Tor.— 2. vrt»ar.«rj»! 6 Ubr Kärbl-frua. Start Cbausseeitrafte sstanolbrücke).— Ortsar. Neukölln- 6 Uhr Kallinchen. Start 1. Abt. Sertzberaplatz. 2. Abt. Babnbof Sermonnstrafte.— Ort»ar Trrpt»«- Banmichulenwrg: Seilioenfee. Star- 5 Ubr Boumschulenwea, 514 Ubr Babnbof Treptow.— Ort»«. Lichterfelb«: 3 Ubr Rüber»karf«t Ralfbetfl«. Start Sinken- burakomm.— OTttzOt.«ilmet»k»rs: 5., nachmittoa» 5 Ubr. Klostet Eh-rin. Start Wilbelmsau«.— 0rt»ar. SchSurbera- 10 Ubr Sao>vinkel. Start Stuben. tauchstr. 5».— Ort»at. Eboelottenbnn,- 6 Uhr«lostet Cbotin Statt Galvant- straft« 18.—«e,. 21. Ort,«. Lichtenbera- 5.. Sonnrnwenkfelet Lichtenbera. Stakion. 5.. 5 Ubr. Stoltzenhaaener See. Start Trapeplatz.— Ort�r. Teael: 7 Ubr am Start Schliepetstr. 64.- Ortw. RrtBiefrnbort! 5 vbr«It-Lank». bera-Beetzse«. Start Rrftken,stt. 100.— Ortepr.«iederschäntzanseni 5 Übt Lebnitzsee. Start Kr«»». Ecke Wotlanksttafte.— Be,. 23, Oetwt. Spanban: 1 Ubr Zeblenkatf. Start Luiberplatz.-«chtnna.«nnvemwnessenl vaii, Be- fchluft ke» Kartell» für Groft-Drrlin finkrn vom 8. b>, 18. Juni Serbe- neranstaltunarn ,»m Reichsorbeitersporttaa statt. Start abenk» im Siartlokal. Drr Start der Abteilunaen unk Ortsaruppen für den 1Z. Juni ist oormittaas 11 Ubr. Sammelstart 12 Ubr«anistrafte. Spitze wielankstroft«. Armbinden vom Gaubunkfest lONern) müssen an den Galtstraftenfahrwart sofort abaelirfert Atblrtif. Sport. Elnb s.«. Sreitaa. 5. Juni. MltaNederversammiuna bei Lebniak. Miiblenstrafte Ecke Brommnbrücke. Schachneeanftalinnaen. Der Berliner Arbeiter. Schaikklub veranstaltet Dien»- taa. 8. Juni. 7V. Übt. im Lokal Kriebn. Iunasir. 10. einen Werbeahenk. E» finden Blitztutiilere unk Timultansplele stärkerer Schalhspieler statt. Gäste willkommen. Eintritt frei.— Akt. Sumboldtbain: Werdeadenk Di»n«-aa- 8. Juni. 8 Ubr. bei Keru». voltastr. 87. Simultanspiel, Blitzturnier. Gäste- turnier.— Abt. Schilletpaek: Jeden Dienotaa 8—11 Uhr Müllerstr. 125 bei Bener. Sonniaa. 8. Juni. 814 Übt. öffeniliche» Propaaankaspiel auf ket Schilletparkspielwiele. Gäste b»r,lich willkommen.— Abt.«eitzensee: Sonntaa. 5. Juni. Manns»aft»we!tkampk Pankow— weiftense« im Nestaurant Soestbau». Pankow. Dollankskt. 115. Treffpunkt der Abt. Dtiftensee um>42 Ubr im Beteinsloftal Galla». Gäste willkommen. Dienstaa, 29. Juni. 7 Mir. Derbe- peroiiNoltuna tbemelnketurnballe Weiftense«. Donnerstaa. 1. Juli, Werbe- peranitaliuna ,weck» GrUnkuna einer Ortsarupp» in Sobenkchänbausen bei Ott» Matauardt. Berliner Str. 85. Eck« Quitzowstraft«. All« Schachintrtessenten sink bienu einaeladen. Arbeiter. Spott- und Knltutfartcll Trepip«. Detbewoch«: Moniaa. 7. Juni. Obrtfchöneweik«. Mittwoch. 0. Juni. Iobannistbal. Sreitaa. 11. Juni, Aklers- bof. Porkührunaen an olle» Stellen ad 7 Übt. Propoaonkasouf. Steistbunaen ker Kinder. Rokfabtet. Steistbunaen aller Sparten. Mankoli nisten. Rbnibmifche Sreiükunaen ket Stauen. Pnramiken ket Turnet, Lampionreiaen ker Schwimmer. Arbeiter-Sport- und Knliurknetell Lichtenbera. Bom 5. bis 12. Juni Sport- werbewoche. Sonnabend. 8 Ubr Sonnenwenkfeier im Lichtenberaet Stadion. Sanntaa Kinkceiurnfest Soorivla» Tresckow-Allee In AarI»I>orst. Abmarsch de» SeiUuae» 12>4 Ubr Srantfurter Allee Ecke Gürtelstrafte. In Mablokots unk Lichtenbera Suftballwertesviele. Montaa sportlichr Porfstbrunaen aus krm Gtstnkeraer Platz. DIenstaa SItoftenlauf durch Lichtenbera. Start 7 Übt Babnbof Stonkfurtet Astre. Mittwoch Suftbollspielt. Dpnnetstoo im Lichten- deraer Stakion Slbauttaimna aller Svortarien. Sreitaa. 7 Ubr. Sportliche Potfübtunaen auf kern Biktoriaplatz. Sonnabend Abfchiuftkemonsttation dntch Lichtenbera nach der Porkau«. Tteffpunkt und Abmarsch 0 Uhr Srankfuitet Allee Ecke«ronprlntzenstrafte. Arbeiter-Stwet-»nb«ulturkartel 20. B«,iek. Alle Rakfabret. die am Sonntaa am Start erlckieinen. müssen imbekinat konttolliert werden, ob sse schon ,ut Glternbeiratswabl waren. Milte HelzUttilisVeiW Wahlkörperversammlungen der arbeitslosen Mitglieder. Lvahlkörper V. Alantog, den t. Znnt, voemittags 10»Hr. im Sifenagnsaal de» Her- bankabausea, cinienflrafze 53.55: Rohrleger. Rohrlegerhelfer, Emaillierer. Wickler. Wahltörper VI. Moatag. den T. Jaml. nachmittags 2'/,»Hr. im parteerefaal ke« ver banknhaafea, Clnienflc. 63 85: Werkzeugmacher. Scharjjchletfer, Einrichter, Mechaniker, Uhrmacher vnd Optiker. Taae«otknung in ästen Per- sammlungen: 1. Beraiuna der Anträge zur Generaiversammiuna am>4 Juni. Z. Stellunanahme ,ut Togeeorknuna ker Generalverlammiung. 3. Wahl der Wahl- körper-Deiegierien. IWU- Zutritt haken nur kielenigen MiigUeber. kie in ihrem Mitgiiebskuch die Berussbezeichnung haben, für welche die Bersammiung aufaerufen ist.— Ohne Miigiiekvduch unk Arkeitsiosen- karte kein Zutritt. ___ vi- OrtBoeteoannna. kSiper* rtrrr/i sechs Tnoncäfic/iej�jfiictG C&i*&Lffesiius7t. &3kiüo/claiz&(& Wtä 122 fasu/Ntf -a HFAJTtLiEfL KpAfMfa., Fi am neu. - Sei klug wm unö nimm öas Sessere! -r l-lbsttäkige»ofchmittel en«. voke. �lle5 rtn"" wohl Sa« i--. rnt"Z-ri-n. orohe» Gewicht vorstellen, 7�"?' �"�wert haben, sonö.rn VätZ 'und üonö« mit ihrer ckchärf. tutnkren Jcum nimm Perflor, Rommer s V.R.P., �"fenflocken, Sie rt gibt, t* ist mtlö wie nulüeste Äetke. Groh« Wäsche wtrh durch nur'/« stündioe« Perfl«, flö.00, 2JJ0, 25 00, 28.00 Sparrohren. 2 Volt, fabrikneue, bekannte Marken 3.75, 4 20 3-Rdhrcn-Wideritaadsventirker mit Röhren.... 4250 (lornbaut. Schwielen nnk Warzen kesetitgt schnell, g»» stcher. ichmerz- ggZ�VlMLzk »nk»esabtlo»»w.aM Urn.WU' tzFg! »millionenfach bemährt. Aerzilich emoivdlen. Packung 75»««n fsntzschmrtb. Breun«» aai BiukUsstB guItio�ftuftbaiL V�"q Ireitag 4. �uni 1426 Unterhaltung unö Wissen Seilage öes vorwärts Hoffnung. Von Wladimir wassilenko. Auf dem Bahnhof einer kleinen Station wartete abseits von anderen Passagieren ein großer, etwa» gebeugter Mann in einem Helm dichten, ergrauten Haares auf den Zug. Der Mann ah einen Apfel. Es war eine reife Herbstreinett«, und dicker, gelber Saft floß über ihre runzlige Haut, über das rasierte Kinn des Manne» und tropfte ihm auf den Rock. Aber der grauhaarige Mann merkte es scheinbar nicht. Seine geraden, tabakdurchräucherten Zähne drangen gierig in das aromatische Apfelfleisch. Er hielt den Apfel mit der linken Hand und hatte die rechte auf die Schulter einer Frau gelegt, die neben ihm stand. Der Mann war nicht mehr jung, aber sehr schön. Mit der prachtvollen, ergrauten Mähne und dem rasierten Gesicht glich er einem Schauspieler. Die Frau war bedeu- tend jünger al» er und unvergleichlich häßlich. Eine kleine Bucklige mit einem Affengesicht und von Krankheit ausgedörrten Armen. Nur ihre kleinen, schwarzen Augen waren voll Glanz und Be- wegung. Jeder, der näher zu diesem sonderbaren Paar kam, tonnte be. merken, daß der Alte ruhig, sogar freudig in den Apfel beißt, wäh- rend die Frau durch irgend etwas tief und andauernd erregt ist. Und wenn sie jetzt auf einem Platz steht, so tut sie die» vielleicht nur, weil die breite, weihe Hand de» grauhaarigen Riesen ihr auf der Schulter liegt. Jeder, der näher kam. konnte hören, wie der Alte sagte: „Was für ein prachtvoller Apfell Ich hätte nie gedacht, daß eine Reinette so gut schmecken kann. Zum Teufel, ich fühle mich wie ein Dichterl Der Apfel macht mich zum Dichter. Womit könnt« ich ihn vergleichen? Seine Zartheit und seine Süße, sein Aroma und den Sonnenbrand auf seiner Haut— womit? Ja, womit denn sonst, wenn nicht mit dir, meine Freundin, meine Lieb«, mein Glück, mein... Apfel!" Auf diese Worte de» grauhaarigen Manne» ergoß sich der Blick der Frau über den Bahnsteig wie Quecksilber. Sie bewegte sich.�wte von einem Hustenansall geschüttelt, und ihr Afsengesicht verzog sich zu einer entsetzlichen Berzweiflungsgrimasse. Der Mann, dessen Hand auf der Schulter der Frau lag. be- merkte es und fragte nach der Ursach« der Erregung. „Du hast dich beschmutzt, der Apfel war voll Saft, und Ich suche da» Taschentuch, um dir den Rock abzuwischen." Und sie holte wirtlich ein Taschentuch heraus und begann die Flecke sorgfältig abzuwischen. „Sei nicht böse aus mich," sagte freundlich der Alt«.„Ich bin so glücklich. In der letzten Zeit erregt mich so die Hoffnung auf Heilung, daß ein einfacher dummer Apfel mich außer Rand und Band gebracht hat."—„Buffetierl" rief erplötzlich so laut, daß alle auf dem Bahnhof sich Ihm zuwandten.„Buffetierl" wiederholte er noch einmal, ebenso laut.„Geben Sie mir ein Dutzend Aepsel, ich will sie mit aus den Weg nehmen." Der Mann streckte die Hand au», dabei bemerkte da» Publi- kum mit Erstaunen, daß der grauhaarige Mann die Hand gar nicht in die Richtung hinhielt, in der der Apfclhändler stand. „Wie sonderbar benimmt sich dieser Greis," sagt« ein« jung« Frau am Wagen zu ihrem Begleiter In Seeuniform. „Er ist blind." antwortet« der Seemann. Die Augen der jungen Frau wurden glänzend, Interesse und Mitleid blitzten in ihnen auf. „Weißt du denn nicht, wer dieser Grei» ist?" fuhr der See- mann fort.„Er ist ein Professor de» Konservatoriums, Komponist und Autor musitalischer Lehrbücher. Vor zehn Jahren hatte er bei der Arbeit die Augen überanstrengt. Man operierte ihn und befahl ihm, einen Monat im dunklen Zimmer zu sitzen. Aber schon nach einer Woche wollte er das Motiv, das ihm im Kopse saß. auf. zeichnen und hob die Ecke der Store. Seit dieser Zeit ist er voll- kommen erblindet." „Und wer ist mit ihm? Dieses ulkige Wesen?" fragte wieder die Frau. „Das Ist seine Freundin!" „Aber sie ist doch em vollkommener Assel" „Er sieht ja nicht iy? Gesicht und ihren Buckel." „Wie lange sind sie zusammen?" „Ich weiß nicht. Al» ihn das Unglück getroffen hatte, wurde sie zu ihm als Vorleserin engagiert. So begann ihr Roman. Man sagt, daß Verliebte blind sind. Wie du siehst, ist es wahr." „Woher weißt du, daß er sie liebt?" fragte die junge Frau mit einer gereizten Note in der Stimme, und da ihr Begleiter nicht gleich antwortete, fügte sie hinzu:„Ich kann mir vorstellen, was ge- schehen würde, wenn er plötzlich sehen könnte." In diesem Augenblick ertönte die zweit« Klingel, und die Fahrgäste strömten auf ihre Plätze. Der große, blinde Mann stieg auch in den Wagen. Ein Lächeln entblößte seine glatten, gelben Zähne, und irgendein froher Glanz lag auf seinem Gesicht, al» hätte die Hoffnung ihn mit ihren Flügeln berührt. Mit der linken Hand preßte er die Tüte mit den Aepfeln fest an die Brust, während die rechte Hand wie früher auf der Schulter der Frau lag. Am Ende der vierten Woche wurde es klar, daß die Sehnerven des Professors vollkommen atrophiert sind. Der berühmte Arzt ent- schuldigte sich sehr, aber in einem solchen Falle wäre sogar seine Kunst ohnmächtig. Als der große, etwas gebeugte Mann in der grauen Mähne aus dem Wagen auf den Bahnsteig trat, erkannte ihn der Aepsel. Händler kaum wieder— so war er zusammengesunken und gealtert. „Befehlen Sie vielleicht Aepfel?" schlug schüchtern der Aepsel- Händler vor.„Genau dieselbe Sorte, die Sie bei mir vor einem Monat getauft hatten, al» Sie von hier in die Hauptstadt zu fahren geruhten. Herbstreinetten, prachtvolle Aepsel!" Der Greis antwortete nicht. Nur sein Kopf versank noch tiefer in die Schultern. Aber seine Führerin, die kleine Frau mit dem Afsengesicht lächelte freundlich dem Aepselhändler wie einem Be> kannten zu'und nickte mit dem Kopf. Ihr Gesicht war ruhig und Freude leuchtete aus ihren Augen. dus dem Russischen Obertroacn von Michael ckkarol.) » vom Lebensalter der Bäum« and Tiere. Man schätzt da» Lebensalter der großen Waldbäume auf hundert bis dreitausend Jahre. Der Zypresse schreibt man eine Lebensdauer von 350 Jahren zu, dem Walnußbaum eine solche von 800. der Zeder 800, der Eiche 1000 bi» 1500 und der Eibe 2500 Jahre zu. In der Tierwelt kennt man hundertjährige Elefanten, Krokodile und Schildkröten, auch Hecht« und Karpfen sowie Adler, Krähen und Papageien über» steigen dies« Grenzen. Sozialistische Erstörucke. Die Sozialwissenschastliche Studienbibliothek der Wiener Ar» beiteriammer veranstaltet in diesen Tagen zu Ehren des Deutschen Bibliothekartags in Wien eine Ausstellung von sozialistischen Erst- und Originaldrucken. Durch die Zuwendung einiger ganzer Biblio- theken aus dem Nachlaß führender Parteigenossen hat die erst 1921 gegründete Studienbibliothek einen so großen Stamm wertvoller Bücher erhalten, daß sie neben den großen Bibliotheken des Sozia- listischen Parteiarchios In Berlin, des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und de» Moskauer Marx-Engels-Jnstikuts mit Ehren bestehen kann. Die Ausstellung hat sich auf Werke beschränkt, die wenig bekannt sind, aber immerhin alle gebracht, die für die Ent- Wicklung de» �Sozialismus von Bedeutung sind. Die erste Abteilung, die noch den Utopisten des 18. Jahrhunderts vorausgeht, ist den„Monarchomachen"(Tyrannen- töter) des 10. und 17. Jahrhunderts gewidmet. Wenn diese auch nur sehr mittelbar mit dem Sozialismus zusammen- hängen— namentlich die katholischen haben den Tyrannen- mord nur gegen die ketzerischen Könige gepriesen, während Zur Elternbeiratswahl. Schon fehl sie an. die Reaktion. Mt schwarzweihrolen Lymphen Die keime für Altar nnd Thron Der Zugend einzuimpfen, Dasz sie, von diesem Gift geschwächt. Beizeiten strammstehu lerne. Sie brauchen wieder ein Geschlecht Zur Kirche und Kaserne. Der Ungeist und da» Kapital Greift zur Verdummungospritze. Sie brauchen Illenichenmalerial Für Gruben und Geschütze.— Ihr Eltern, Sonntag Vb-der Tag, Da müssen wir'» verffbiherv! Vereinigt euch zum Gegenschlag: Hand weg von unfern Kindern! die protestantischen das Recht auf Rebellion propagieren—, so sind doch die ausgestellten Werke immerhin für die Geschichte der reoo- lutionären Ideen von Bedeutung. In dieser Abteilung sind die Schriften von John Milton zur Verteidigung der Hinrichtung des englischen Königs Karl I. von besonderem Interesse. Bei den Utopisten finden wir die Geschichte der Sevaramben von Vairasse in zwei französischen und drei deutschen Ausgaben, daneben Schriften von Morelly, Mably und namentlich das von Voltaire aufgefundene Testament des atheistischen, kommunistischen Pfarrers Meslier in einer bei Stammhammer nicht verzeichneten Amsterdamer Ausgabe aus dem Jahre 1861. Ferner sind sehr interessant die deutsche Ausgabe des„Tölemaque" von Fsnelon mit herrlichen Kupferstichen und die erste deutsche Utopie von Paul Jakob Marperger. Unter die Schriften aus der englischen und französischen Revolution sind auch die ausgenommen, die auf den Sozialismus Bezug haben, vor allem die drei wichtigsten Flugschristen von John Lilburn, 11 Schriften des französischen Revolutionärs Anacharfis Eloots, sechs Schriften von Gracchus Babeuf und 20 Bände des Prozesses von Babeuf. Dann folgen die Werke der französischen Sozialisten des 19. Jahr- Hunderts, Saint-Simon, Cabet, Fourier, mit den Zeitschriften, dar- unter„La Phalange" aus dem Besitz von Villegardelle, sodann zahl- reiche Uebersetzungen und Gegenschriften, Werke von Proudhon, Louis Blanc, Blanqut, schließlich nicht weniger als 70 Nummern von Robert Owen, darunter auch eine Selbstbiographie aus dem Besitz seines Sekretärs Trovis, und alle fünf Zeitschriften. Weitere Abteilungen enthalten christliche Sozialisten und Anarchisten. Von höchstem Interesse sind auch die Schriften der deutschen Vorläufer(Gall, Weill) und ihre Zeitschriften, die„Deutsche Tri- büne",„Der Geächtete", die„Anekdota" von Rüg«, die„Rheinischen Jahrbücher", der„Neue Rheinische Merkur", der„Volksspiegel", der „Deutsche Eidgenosie" und der„Gesellschaftsspiegel". Selbstoer- ständlich ist Weitling sehr ausgiebig vertreten, ebenso die Mitarbeiter von Marx und Engels: Rüge, die beiden Brüder Baur, auch die „Posaune des jüngsten Gerichts" und die„Apostelgeschichte". Von Lassalle ist natürlich alles da, auch die Neinen Aufsätze. Besondere Seltenheiten sind die erste Ausgabe der„Lasialleaner-Lieder" und das Bundeelied von Herwegh, als Flugblatt gedruckt, wahrscheinlich der erste Druck. Auch Marx und Engels selbst sind mit allen Schriften vertreten, vielfach mit Widmungen. Besonders zu erwähnen sind die in Ruges „Anekdota" anonym erschienenen.Bemerkungen über die neueste preußische Zensurinstriktion", die„Ritter vom edelmütigen Bewußt- sein", die erste Ausgabe des„18. Brumaire" in der New Porter „Revolution", die erste Ausgabe des„Kommunistischen Manifests", die erste Ausgabe des„Deutschen Bauertrieges" in der„Neuen Rheinischen Zeitung", der Kölner Kommunistenprozeß, dann Bücher von Marx und Engels mit eigenhändigen Widmungen, Briefe von Marx, eine Visitenkarte von Engels, ein Mitgliedsbuch der Jnter- nationalen Arbeiter-Asioziation mit allen Unterschriften, Exemplare de»„Vorwärts" mit Artikeln von Engels usw. Schließlich folgt die Arbeiterpresse, vor allem die der Chartisten, darunter ein Chartisten- flugblatt, dann die Zeitungen der Februarrevolution und der Kom- mune(„Journal ofsiciel" vom 20. März bis 24. Mai 1871, der Per« Duchäne", der„Vorbote", der„Voltsstaat" und vieles andere. G. P. zürstenabsinöungen von einst. Zu diesem aktuellen Thema hat kürzlich der Berliner Kammer- .erichtsrat Dr. E. Sontag eine Studie veröffentlicht, die diese ganze uristisch so überaus schwer saßbare Frage auf den Boden stellt, auf den sie ihrer Natur nach gehört: aus den der historischen Analogie. An Hand des übrigens sehr reichhaltigen literarischen Materials gibt gegenüber verhalten haben. Es braucht nicht besonders betont zu werden— die gegenwärtigen Vorgänge find ja wieder der schlagendste Beweis dafür—, daß der ordentliche Rechtsweg bei der Lösung dieses Problems nahezu ausscheidet, da» sich als die nahezu unlösbare Verquickung historischen Entwicklungen mit prioatrechtiichen und öfsentlichrecht- lichen Fragen darstellt. Die allgemeine Auffosiung sowohl der Völker wie der Rechts- inftanzen der vergangenen Jahrhunderte war die, daß die Fürsten angesichts ihres überragenden Einflusses und ihrer hohen Verant- wortlichkeit bei Verfassungsentwicklungcn, die sich gegen sie richteten. im vollen Umfange verantwortlich gemacht wurden und also auch der Erwerbungen verlustig gingen, zu denen ein schlecht oerwalteles Amt ihnen Gelegenheit gegeben hatte. 1798 faßte die französische Nationaloersammlung den Beschluß, alle Einkünfte derjenigen Fürsten, die sich— zumeist aus guten Gründen— im Auslande aufhielten, zu sequestrieren. Die Mitglieder der Familie Napoleon aben nie ihre Abfindungen erhalten, verloren vielmehr auch ihr Die einem Testament noch verfügen zu können glaubte, wurde von der Nestau- ration mit Beschlag delegt. Als 1830 die Franzosen Karl X. oer- trieben, bewilligten sie ihm zunächst keine Abfindung. Karl erbat infolgedessen von Louis Philippe 600 000 Francs, die dieser denn auch— allerdings nur zu Lasten der Staatskasse— auszuzahlen versprach. Im Lause der Auseinandersetzungen erklärte Karl X. Prioateiqentum, das beschlagnahmt und sequestriert wurde. Hinterlassenschost an Privatdomänen, über die Napoleon l. in sein Testament noch verfügen zu können glaubte, wurde von der Nest dann aber unzweideutig: Ich will vor allem weder Frankreich, ge- schwelge denn einem anderen Lande zur Last fallen! Besondere Beachtung verdient die Auseinandersetzung Louis Philippe» und des Hauses Orleans mit der französischen Republik. Hier erhält die Verfügung des Präsidenten der französischen Republik vom Jahre 1852 besonders aktuelle Bedeutung, in der es hieß: „Wichtige politische Erwägungen lasten es gegenwärtig besonders notwendig erscheinen, den Einfluß zu vermindern, den ein Landbesitz im Werte von über 300 Millionen Francs der Familie Orleans gibt." Der Präsident gab in der angezogenen Verfügung seiner Absicht Ausdruck, daß er zwar nicht die persönlichen Eigentumsrechte der Prinzen des Hauses Orleans antasten wolle, doch würde er das auf ihn gesetzte Vertrauen des Volkes schwer enttäuschen, wenn er zu- lassen wolle, daß Güter, die dem Volke gehören, der Staatsdomäne entzogen bleiben würden. Daß Napoleon III. nach seiner Absetzung von seiner Nation eine Abfindung weder erhielt noch forderte, ist wohl auf seine unzweifelhaft schwere Mitschuld am Kriege von 1870/71 und auf das Bewußtsein dieser Schuld zurückzuführen. Einen bemerkenswerten Standpunkt nahm der 1889 gestürzte und seines Lande» verwiesene brasilianische Kaiser Dom Pedro II. der Äbfindungssrage gegenüber ein. Die Inhaber der diktatorischen Gewalt boten dem Kaiser eine einmalige Abfindung von anderthalb Millionen englischen Pfund an. Dom Pedro lehnte jedoch die An- nahm« leglicher Abfindung oder Entjchädiqung mit der Begründung ob. von einem Vclke, das ihn nach 58iährigcr Regierung verjage und samt seiner Familie des Landes verweise, könne er nichts an- nehmen. Dabei war Dom Pedro selbst nahezu mittellos, besaß weder in Brasilien noch in Europa Liegenschaften und nur ein kleines be- wegliches Kapital, das denn auch unangetastet blieb. Als letzte Vortriegsanalogie ist noch das Schicksal der Dynaltle Braganza in Betracht zu ziehen. Als Im Ottober 1910 König Ma- nuel gestürzt wurde, verfüqte die Reoolutionsregierung eine Ab- lösung der Ansprüche der Dynastie durch eine jährliche Rente von 800 000 Goldsrancs, worauf übrigens noch ein erheblicher Teil zur Deckung der königlichen Schulden zurückbehalten werden muhte. Vie Ireistromturbine. Es scheint, als ob ein Jahrhunderte alter Wunsch der Mensch- heit in Ersüllung gegangen ist. Der Ersatz der schwindenden Kohle durch technische Mittel aller Art hat besonders in deu letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die Versuche, die Wasserkräfte, die Sonnenwärme und die Stärke des Windes zur Erzeugung von Energie zu oerwerteinitind bereits sehr alt. Wir kennen Sonnen- kraftmaschinen, Wintsixgoinen und besonders die Verwendung der großen Wasserfälle wie z. B. des Niagarasalles. In letzter Zeit sind Pläne aufgetaucht, sogar die Wärme im Erdinnern zu verwenden. Auch die Meereswellen sollen ebenso wie Flut und Ebbe für die Erzeugung von Energie verwendet werden. Viele dieser Pläne sind bereits versuchsweise verwirklicht worden und, was viel bedeutsamer ist, es haben sich neue Gedanken gezeigt, um diese vorhandenen Kraftquellen auszunutzen. Das größte Aufsehen erregte das Rotor- schiff von Flettncr, weil durch Verwendung wissenschastlichcr Grund- sätzc eine neue Möglichkeit geschossen wurde, die Luftbewegung in den Dienst der Menschheit zu stellen. Etwas Aehnliches läßt sich von der Freistromturbine des Ingenieurs Süß sagen. Diese Turbine wird von gewöhnlich strömendem Wasser durchflössen, wobei die Eintritts- öffnung einen geringeren Durchmesser hat als die Austrittsöffnung. Dadurch wird zwischen der Wassergeschwindigkeit innerhalb der Turbine und der des Flustes ein Unterschied im Druck erzeugt, die ihrerseits wiederum eine Saugwirkung ausübt. Ein Propeller, der sich an der Eintrittsöffnung befindet, wird durch diese Kräfte in Be- wegung gesetzt und ermöglicht durch allerlei technische Kunstgriffe die Erzeugung von elektrischer Energie. Der ungeheure Vorzug, den diese Turbine ausweist, und der Fortschritt, den sie gegenüber der bisherigen Art der Ausnützunq der Wasterkräfte darstellt, beruht darin, daß in Zukunft jeder Fluß wie überhaupt jedes fließende Wasser, auch der Wellenschlag des Meeres, bereits alle diejenigen Möglichkeiten gewährt, die bisher nur der Wasserfall dem Menschen darbot. Die Energieerzeugung mit Hilfe von Master, ist also voll- kommen unabhängig geworden von der Forderung, daß das Wasser entweder in einem großen Sturz sich auf die Turbinenräder ergießt oder mindestens durch ein starkes Gefälle, wie es in Gebirgs-* gegenden vorkommt, eine Kraft aufweist, die sich wieder in elektrische Energie umwandeln läßt. Bisher war das ganze platte Land. d. i. der größte Teil der Erde, von den Segnungen der Ausnutzung der Wasserkräfte ausgeschlosfen. Die Freistromturbine, die ihren Namen von ihrer Tätigkeit im freien Stwmlauf hat, macht aber alle diese bisherigen Vorbedingungen der richtigen Ausnutzung der Wasser- kräfte überflüfsig, soweit man aus den Beschreibungen der Erfindung die Tätigkeit dieser Turbine erkennen kann, die ja allerdings bereits vor Fachleuten vorgefühn worden ist und sich aufs trefflichste be- währt haben soll.__ Militärdienst als Strafe. In Mexiko ist der Gedanke auf- getaucht, den Milttärdienft als Strafe zu verhängen. Die Re- gierung beabsichtigt, einen Gesetzentwurf einzubringen, demzufolge alle diejenigen, die nicht mindestens drei Jahre lang eine Schuir besucht haben, später einen dreijährigen Militärdienst zu absolvieren haben werden. Auf diese Art hofft die Regierung die Zahl de? Analphabeten, die zurzeit 80 Proz. der Bevölkerung ausmachen, stark zu reduzieren. b.u.ce LEBENSMITTEL Wurstwaren Hausni.-Sülze..pid. 40pf. Hausm.-Fleischw.p« 1M Bauemmettwurstp« 1H Knoblauchwurstpfd l30 Jagdwwst..... Pfund l30 Mettwurst n.Br.Irt.PM. I45 ff. Leberwurst.. Pfd. I80 Teewurst........ Pfd. I70 Hoiat Zerv. o. Salamiwitl80 Käse Camembert p'• Camembertg�ÄiSOpf. Kümmelkäse pf-»d 34pt Briekäse..... ptund 40pf. Edamer........ pfo-d 85 pt Tilsiter......... pfondBOp/. Allg. Bierkäse Phndl00 Limburger voUfettPidl'0 Bayr, Schweizer Pfd. l00 1J6 Verkaul soweit Vorrat Men�cnab�abc vorbehalten BlUtWUnt...... Pfand 50 Pf. Leberwurst... Pfand SOpt SDecHwurst...pf„nd90pt MolK.-ButtefmaTk 78pt Tee-Butter4�11 90pf. D.g Tafelbatter Obst■ Gemüse Kopfsalat..... s Kopf IOp.. Zitronen..... 40 pt Grüne Gurken 8�28� Stachelbeeren-p«. 35» Kohlrabi...... Mandoi45pt Holl. Tomaten m 60» Spinnt........... P�d 5pf. Sg�KnrtoffelnpfdZSpr I Deutscher Speck ntcor, Pfand Frisches Fleisch Prima Schmorfleisch ohn.Kn, Pfandl20 Kalbsrücken................. pfand88pf. Prima Rouladen...............»�1�° Kalbsblatt phno na«......... pf.nd95pt Suppenfleisch............... p�TSp«. Kalbskeulen................. �95» �ehlrippe und Brust....... pfand85pt Schweinebauch«8°. �...pfandl05 tnlbsknmm................. Pfand 86 pt Schwelneschulterblatt....... p�l Po. gepökelte Rinderbrust Äl'0 Pa. gepökelte Eisbelne��und 54p.. 10 ?a.$elbstausgelas$.Talg p�d 60p GepökelteSchweInsköpfe�46pf Gefrierfleisch Pa. Ochsen-Suppenfleisch p� 64p Pa. Ochsenbrust............ Pfand 68» Rehblätter Junge Enten......... pf.n l85 Junge Gänse pw d l". W\ Orange-Konfitüre Blinerca.1 Pfand 90pf.| Kirsch-.. Hlmbeer-Konfitürecl'�dl15 Kolonialwaren Bruchreis..... Pfand 18» Tafelreis......»and 22». Valencia-Reis Pfand 82» Weizengriess Pfand 27?.. Hartgriess.... Pfand 30pf Schnittnudeln»and33Ff. Pflaumen...... Pfand 38» Makkaroni....»and 48» Kalif. Backobstpfd. 45» Senfgurken f-Llter-Dose....... Med Pickles 4-LIter-Dose....... jj 20 210 Konserven.. Gem. Gemüse sehr fein l70 Gem. Gemüse fein..,. I25 Kaisererbsen........ I86 Erbsen.ein............ I05 Pfefferlinge......... 85». Kürbis................ 68» Pflaumen mi« stein. 85» Kirschen schw�, m. st. 90pr. Mirabellen............ I20 Malzgerste.�piänd 18» U ntfnn Gnatzmlschan-Xa IVUIlEBJO'1,„Bohnen, Pld UOPf. HflFFoO frisch gebrannt!« nuilcc...... Pfand Ton L an Fische■ Räucherwaren ................. Pfand 1 85 Fr.Suppenhühner»dl" Jg. Brathühner.. pfandl" Pfand 1 2 Pf Pfand Merlan.. KabllOU Ohne Kopf, i �• Seelachs'°"�"°ji»» Makrelen�. Pfand 18» I Leb. Schleie rt Engl. Bücklinge pfd 55 Flundern 35» Seelachs 43» ErtieMakrelen8»d.45 Pf. Pfand,. I20 1 Leb. Hechte Pfand. 1£0| Besonders preiswerte Bowien-uTifchwelne Welnpreise einschl. stBdtischer Getrtnkeeteaer olme Flasche. 11, je] ig P). 1B34er Edenkobener............ BS Pf. 6,00 1924er Maikammerer Letten..... 85 Pf. 8,00 1922er CaaelerDomlnlkanerbergSBPf. 9.00 1922er Hackenh.Kifcben«tück....1,25 12,00 Hlmbscr., Kirsch- und Zlironsnsaft In pa. Qaalltiten, mit la Raffinade ata gekocht 'hFlaseheyOPL,'Ii Ftaeohel 30 iifritTiiiiireeiMtiiiti WIMM Autsergewöhnllche« | Sowderewgebol Weeners I Soor-Edel-Rrlstall | herramg. deatschec Sekt einechL 'I, Flasche, I» i Oeti j Gross- Berlins Boreiiii!iä Staats-Theater Opernhaas am Könlgsplatz 7V, Uhr; Rljcoletto Schaaspielhaas 8 U.: Herodes und Mariamnc Schiller-Theater € U.: Kyrlta-Py Hti JUisdit Opti r Ctnrlottenburg VI, Uhr Katja ÄaöaMwa Abonn.-Turnus IV Ibeater Norden 10334-38 Ojstipieldirekt. Koliiiert 8 Uhr: Bas 8kel mit Max Adalbert Sommerpreise Die Komödie Bismarck 2414, 7516 8 Uhr: Jtammerspiele Norden 10334—38 8 Uhr; Week-end (U'eber'n Sonnlag) Berliner mealer Tägl. s1/,: Donnerwetter, ganz famos Hose-Theater 8'/. Uhr: Ehre deine Mutter.— Garienb Vi, U.: Dk|Bd. JnplrM Lessing-Tb u Schneider Wibbel Henckels, Berber Grodtczinsky Sommerpr. 1-8 M. Mitsl.i.VHhKti.. Giwrnc uhatt. Rndutignr giyto Invih ptk näht i 1 SO, ■•oK�d�Be Kleines Ib. 8'/, Uhr: im z CntnkiB toi 1,8 Vorz. dieses zahlt 50«�fJe!ß-, und her ,Trachtengruppe bt* Vereins der 2)op«rni SinMhSprtU 1�0 28t(«Inder 0,50 MI.) 7 Kapellen- Ziyzbanb poffari 36 ZRann ßarles Sall-Ofchesier- pfüicflede» Mlnchener Srdustübl- Wiener Seoriger Stimmung und ffeehfmu ift alle weil tat * Solrotreiakanttn t«:««Kerdcmm—«IndtdaHs: WWedea Straßen»>!iI>t,hst55lUf!>e. Wpzsft, Leihhaa» RsriaplaS 68» nertauft An- züa«, neu und«etraqen(teils auf Selbe) 19,50. Paletot«. Gummimäntel 13,—. Damennarderobel Betten. Stand 29.—. Bettwäsche Dimltri 13—. Tepoidte! Gardinen I Spottpelze. Gehpelz«. Pelz» trogen spottbilltnl Plüschmäntel 40.—. I«Ben ig getragene«ewaliergarberabe von Millionären, Aerzten. Anwälten. Fahelhnft hillige Preise. Empfehle Taillenmäntel. Paletots, Pracks. Srno- fing». Gehrockonzllge. Losen. Sport-, Gehpelze. Gelegenheitskäufe tn neuer Sarderohe. Weitester Weg lohnend Dothrinaerstrafte 56. 1 Treppe. Rosen- ibaier Plab. ! Bettenserkguf! Reue 15.— I 19.501 Prachtvolle 25,-1 30.—! SoGbaune !, 39�.01«inderbetten 8.75! Slep-becken! Tülldecken! Stares! Gardinen! Bett» Ii wasche! Alles spottbillig!«eine Lom- ! bardwarel Rur Leihhaus Brunnen- strafte 47.___» Wenig aehggene, teils auf Sethe ge- 1 arbeitete, erstklosstge Iackettonzüae. slrack- l>anzüoe. Smokinganzüae. Gebrcckanzüae 1> Eufgwags. Sornmerpoletois. Ggbarbine- ! mäntel. BauiHanzüge. für jede Figur | passend, aufterdem hochelegante neue Garbernhe zu tfaunend billigen Preisen lim Leihhau» Lowicki. Prinzenstr. 105, etat Scewe. Acute Lomhaihtva«.* Patenttnatraben. AuNegmolraaen. Metallbetten. Ehatselontzue». Walter. Stavgarderstraftc achtzehn. Speztol- aeschllft,________» Teilzahlung, kulant. Möhel-Misch.' T-itzahlang. hillig. Möbel-Misch.' Teilzahlang. reell. Möhel-Mis». Gräfte isronksurter strafte 45/46.' Schlatchaitelongne», Bettchaiselongnes. Thaiselonauesdecken 9.—, Banddehöngc 5.—. Pgteifkmatraften 10.—. Polsterauflagen.«Botbenabzahlung 3.—. Pa?c:l. allee 12: Pankow. Schmidtstrafte I.' Metallbetten mit Auflagen 28.— I Pappe lgllee 12: Pankow. Schmidistr. I. Ankleidcschrgnk« 80.—. mit Spiegel 1>0.—. Bettstellen 48.—, Plllschwfas. Einzelmöbel. Zohlungcerleichtertina. Stein, nur Anklamerstrafte 20._* Möbelkredit und dar an iedermann. kleine Anzahlung. Görilch. Strglauer- Plab 1 Schlestscher Babnhok' Mokettesofn, neu, 70.—. Ebaiselonaiie. neu. 15,—. Möbelhaus Gottlieb, Rll- generstrafte breizehn.« Möhelansperkgus zu ledern onnehm- boren Preis wegen Räumung der!v!ia» Int. Weiftlackmöbel, Sthlgfzinrrner, s?ri- fiertofletten, Stühle ufw Prügel. Chor- lottenburg. Spreestrafte 52. Un!ergru.:b. bahn Wilbelmsplgb.» Musikinstrumente Piano, preiswert. Link. Lrunnenstrafte 35. Z «lapierm acher Wahrräder, spottbillig. Gebrauchte gegennehme. Vranbenburgstrafte 36.__ ffteiUtaftäbec 35,—, Rennmaschinen, Damenräder. Teilzahlung.«raus, Stofte �rankfurterstrofte 52. Kaufgesuche Sahtribct kauft Ltnicnßrafte IV Vermietungen Abftanbslose Leeriäben, mit und ohne Vohnunaslausch. auen Geaenden nott 35,— Miele an vermietet Kosmes. Pallasstrafte vierzehn. Arbeitsmarkt Werhinelster für Nelallwarenfabrili zum dalbigen Antritt gesucht Bewerber müssen ahnUche Stellung mit Ersolg de. iieibet haben. Ausfübrttche Angebote Mit SchaUsgnjpr.«U.A.ZO gll d.EoL d.Bk