Kr. 160 ♦ 43, Jahrg. Masgabe A Nr. 133 «ezugSprei»- BBAtnHld) 70 Ufaatit, mtmam* (/— Reichsmark voraus jnbrbT. Unter ftreuibanO für Deudichiaav. vanjia. Saar» und Memeiaebier. Oesterreich. Litauen. Luremburo 4,S0 Reichsmark, für da» übria» Ausland 5,50 Reichsmark vr» S Morgenausgabe Der JJJoraarts* mit der Srnintots» beilaue»Boll und Reif mit»Siedln na und«leinaarten' l-wi» de» Beilade»Unterdalluna und Willen' und ffrauenbeilaae.Urauenltimm«' erscheint wocheutäalich»weimal, Sonntags und Mo nta»» Telearamm-SdreT« .CNidtaawtMt Berlin' � f> Derlinev Volkslrlatk (10 Pfennig) Anzctqenvreise: ®4e«inlvaltla« Nonva reiste- ytüt 80 Psenni». Reklame, eil« 6,— Reichsmarl...«lein. An, einen' da» fettgedruckte Wort 25 Piennia t,uliilsta»wei fettoedruckte Worte«. jedes weitere Wort 12 Dkenni-!. Stellenaekuch« da» erste Wort 15 Pfennig, tedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- Itadea»ikhlen für»wei Worre. Urbeitsmarkt«eile 80 Plennig. Uamllienanteiaen für Abonnenten Seile 40 Pfenni«. »nselaen kür die nächste Nummer müssen bis 418 Ildr nachmittags im bauvtgeschäft, Berlin SW 88, Linden- straüe 8, abqegeben werden. Geöffnet »au 818 Uhr Iriib bis 6 Ubr nachm. Zentralorgan der dozialdemokratircben Partei Dcutfchlande Reüaktion un» Verlag: ßerlin SV. öS, tinüenltraßc 3 tl i.«. K ä««; i K-r»!»»ch--: lönftpff»»---»?.!! Sonnabend, den S. �UNI Itf-tt» ii vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin EW. öS, Änüenstr.z Psftfcheckkont»: Berlin 87 580— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellte» »ad Beamten, Wallftr. 05: Diskonto-Gefestschaft, Deoosstcnkasse Liadenftr. 8. Die Löhne in öer Metallinöuftrie. Wichtiger Schiedsspruch für Berlin. Gost rn".rchn iilil' v-rkandclte der Sliiliäi.unq-ciisschuß unter Vorsitz des Geroerborats Börner über den Neuabschluh des von den Berliner Metollindustriellen zum 6. Juni getündigtcn Lohn- torifes der Transportarbeiter in den Metallbetrieben. Genosse II r i ch als Vorsitzender des Mctallkartellö beantragte, noch einer kurzen Darlequng, in der er feststellte, daß seit dem letzten Schieds- spruch vom 26. März die Verhältnisse sich nicht zugunsten der Ar- beiter verändert haben, die Verlängerung des jetzigen Lohnabkommens. Der Unternehmeranwalt Oppenheimer versuchte in seiner bekannten Art nachzuweisen, wie„notorisch schlecht" es den Berliner Metollindustriellen gehe. Der Lohn der Metolltransportarbciter fei zurzeit relativ höher als bei der Fällung des Schiedsspruches am 30. Oktober 1925, der die Löhne auf 64 bzw. 66 Ps. festsetzte, und der am 13. April durch Verbindlich- keitsertlärung verlängert wurde. Eine Herabsetzung der Transport- orbsiterlöhnc erscheine daher durchaus erträglich. Herr Oppenheimcr versuchte außerdem an Hand einer vom VBMJ. aufgemachten graphischen Darstellung nachzuweisen, daß fast im ganzen Reiche die Löhne der Transportarbeiter in der Metallindustrie bedeutend niedriger, feien als in Berlin und dadurch der Berliner Metallindustrie die Konkurrenz mit der Industrie im Reiche unmöglich sei. Daß aber die Löhne der Berliner Metalltransportarbeiter bedeutend niedriger find als in den übrigen Berliner Industrien. konnte auch er nicht bestreiten, weshalb er die Tatsache unter Be- rufung auf die angebliche Eigenart der Berliner Metallindustrie ab- zuschwächen suchte. Wenn schließlich die anhaltende Wirtschaftskrise und die mit ihr in Zusammenhang stehende Arbeitslosigkeit behoben werden sollen, müsse schon die Schlichtungsinstanz ihre Sanktion zur Herabsetzung der Transportarbeiterlöhne geben. Ob die Lohnherab- setzung das geeignete Mittel dazu sei, lasse sich allerdings nicht v o r a u s sagen, es müsse jedoch endlich der Versuch gemacht wer- den, aus dem.Wirtschastsdilemma herauszukommen. Der Genosse II r i ch, wie auch der Genosse F r o m k e vom Deut- schen Verkchrebund traten dieser sattsam bekannten Unternehmer- argumentation in längeren Ausführungen entschieden entgegen. Zlllein die Unternehmcrvcrtrcter waren zu einer besseren Einsicht nicht zu bewegen, so daß eine Verständigung auch hier unmög- lich war. Der Schlichtungsausschuß kam nach längerer Beratung zu folgender Entscheidung: Der Schiedsspruch vom 2b. Ulärz wird verlängert mit 14lSgiger Frist und ist erstmals zum ZI. Juli kündbar. Die Erklärungsfrist endet am Montag, den 7. Juni. Die Arbeit- nehinervertreter erklärten sofort ihre Zustimmung zu dem Schieds- spruch, während die Arbeitgebervertreter sich ihre Erklärung vor- behielten. Die Annahm« des Schiedsspruches bedeutet daß die bis- herigen Löhne zunächst bis Ende Juli weiterzuzahlen sind. Locarno im Senat ratifiziert. Vriand übet den deutsch-rusfischen Bertrag. Paris. 4. Zum.(tU.) Der französische Seuak hak heute nach einer letzten Erklärung vriand» mit 272 gegen 6 Stimmen fein Einverständnis mit den Verträgen von La- c a r n o crNörl. Die Keöe Srianüs. Parts. 4. Juni.(TU.) Briand gab in fsiner heutigen Senats- rede zunächst eine umfassende Darstellung der Verhandlungen, die den Locarno-Abmachungen vorausgingen und ging sodann auf den deutsch-russischen Vertrag ein.„Ich versichere Sie," so sagt er an einer. Stelle,„daß der deutsch-russische Bertrag im ersten Augenblick für mich eine kleine Abkühlung war. Doch darf man Deutschland keinen Vorwurf daraus machen, daß es diesen Vertrag unterzeichnet hat. Ich glaube nicht, daß der Vertrag den Charakter hat, den man ihm mancher- seits beimißt. Was besagt er? Deutschland erklärt Rußland: Wenn Ihr ohne Herausforderung Eurerseits angegriffen werdet, so bleib« ich neutral und Rußland verspricht umgekehrt dasselbe. Glauben Sie, meine Herren, daß Deutschland ohne Locarno es nur bei einen« Reutralititsvertrag hätte bewenden lassen? Man kann g e- w i ß nicht behaupten, daß der Vertrag zu dem Augenblick, wo er unterzeichnet wurde, opportun war. Er hat sogar unter den Signatarstaaten des Vertragswerkes von Locarno eine ziemlich starke Erregung hervorgerufen. Doch können wir die Zusicherung geben, daß der Vertrag durchaus friedlich ist und daß er keiner der verpslichtungen Ab- brück) tut. die sich für Deutschland aus den vorher abgeschlossenen Abmachungen ergeben. Ich bin ausdrücklich ermächtigt, diese Erklärung abzugeben. Hinzusügen möchte ich, daß. wenn Rußland wirklich eine Stätte des llinsturzes ist, Deutschland durch seinen Vertrag in eine schwierige Lage koinmen kann. Was uns anbelangt, so ge- nügt es, daß wir daraus bestehen, daß der Vertrag von Locarno und der Völkerbundspakt respektiert werden, und, wenn Deutschland verkündet, daß es diesen Vertrag getreulich beobachtet. so will ich ihm gern glauben. Trotzdem bleibt es mir unbcnoininen, zu wünschen, daß mein Land auf seine Sicherheit bedacht sein möge."(Lebhafter Beifall.) Die Schlußworte Briands klingen in einer Zlufsorderung zur Versöhnung der beiden Völker aus. Beide Völker haben eine große Vergangenheit und können niit Recht darauf stolz sein. Beide Völker haben Fehler und Vorzüge, daß das deutsche und das französische Volk jedoch ewig dazu verdamm» sein sollen, sich gegenseitig zu zerreißen. das kann und will ich nicht glauben. An einer anderen Stelle sagte Briand: Frankreich zählt 40 Mil- lioncn Einwohner, während Deutschland 60 Millionen hat. Das müssen wir uns immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen, wenn es auch Anlaß zur Bewunderung sein kann, daß wir lSl4 trotz numeri- scher Ilnterlcgenheit dem Anprall des Feindes standhielten. Wir dürfen das um so weniger vergessen, weil wir ein zweites Mal diese Kraftprobe nicht mehr werde» ablegen kömnen. Aus dieser Erkenntnis heraus ergab sich für uns die. Notwendigkeit, den Weg von Locarno beschreiten. Ein großer Teil der Sitzung wurde mit der Rede des Gene- rals Bourgeois ausgefüllt, der zahllose Daten und Angaben über die„militärischen Rüstung«,," Deutschlands verlas. Unter oiiderem behauptete er. daß erst iinlöngst im Schwarz- rv a l d„große militärische Manöner" stattgefunden kälten. Der Schwarzwold sei von V-,«ra,.''llen durchzogen worden, die nn„ Ossi- a.*r»« der Warme gchchrt ward«» jeseo. Diete Patrnuillen hätte» Uebungen an Hand von Karten abgehalten und seien dabei stets in ollernächster Röhe der Eisenbahnstränge zu sehen gewesen. Wahr- scheintich seien sie dainit beauftragt gewesen, die Möglichkeiten zur Beförderung der Artillerie durch die Eisenbahn zu studieren. Beachtung fanden auch die Ausführungen des Senators Ehene- benoit, der auf die deutsch-österreichischcn Anschluß- bestrebungen hinwies. Ehenebenoit sagte, es dürfe nicht der Fall eintreten, daß Deutschland den Krieg gewinne, indem es Oester- reich sich einverleibe. Es würde sich daraus eine Bedrohung des europäischen Friedens ergeben. dorpmüUer,Generalüirektorüer Reichsbahn Der BertvaltungSrat hat es eilig. Roch ist der verstorbene Generaldirektor Dr. Oeser, für den am nächsten Montag vormittag eine Trauerseier stattfinden soll, nicht bestattet und schon kommt die Nachricht, daß der Berwoltungsrat der Reichsbahn m seiner gestrigen Sitzung bereits seinen Nachfolger in der Person des bisherigen stellvertretenden Generaldirektors Dr. Dorpmüller erkoren hat. Selbst die Reichsregiernng empfindet offenbar dieses Verhalten des Verwaltungsrates als eine Taktlosigkeit. Kündigt sie doch an. daß sie erst noch der B e st a t t u n g des verstorbenen Oeser, also erst nach Montag abend, sich mit der Wahl des Nachfolgers beschäftigen wird. Die Eile, mit der der Verwaltungsrat der Reichsbahn seinen Entschluß gefaßt Hot, ist nicht geeignet, das Vertrauen in die Persönlichkeit des neuen Mannes zu stärken. Weiß man doch, daß die Industrie ein starkes Interesse daran hat, die Leitung der Reichsbahngesell- schaft in ihrem Sinne zu beeinflussen. lieber den neugewählten Generaldirektor, dessen Wahl durch den Reichspräsidenten noch bestätigt werden muß, ist aus seiner letzten Tätigkeit nur wenig bekannt geworden. Er oerstand es bei den großen Entscheidungen in den wichtigsten Lohnsragen der Reichsbahn, sich immer im Hintergrund zu halten, ohne daß seine eigene Stellungnahme erkennbar geworden wäre. Seine Laufbahn ist die eines Fachingenieurs und Beamten. 1869 in Elberseld ge- boren, war er 1898 bis 1907 in der preußischen Eisenbahnoerwal- tung tätig, ging dann nach China, wo er sich zum Leiter des ge- samten chinesischen Bahnwesens emporarbeitete und wo er bis 1917 leitend im Bahnwesen tätig war.»Dann trat China in den Krieg mit Deutschland ein. Es gelang Dorpmüller nun, nach Deutschland zu flüchten, wo«r noch im Heeresbahnwesen eingesetzt wurde. Später war leitend bei den Eisenbahndirektionen Essen und Stettin tätig, um 1922, also in der Zeit der größten Wirren, in Oberschlesien zum Präsidenten der Reichsbahndirektion Oppeln auf- zurücken. Bon dort wurde er zum zweiten Vorsitzenden der Reichs- bahngesellschaft am 1. Juni 1925 gewühlt, nachdem er schon vorher als Sachverständiger an den Beratungen über das Dawes-Gutachten und an der Umorganisation der Reichsbahn tätigen Anteil ge- Nammen hatte. Nachfolger Dorpmüllers nls stellvertretender Direktor der Reichs- bahngesellschaft wird der bisherige Personalreferent der Reichsbahn. Dr. W e i r a» ch. Er ist der Arbeiterschaft nach dem r ü ck s i ch t s- los durchgeführten Personalabbau und seit den schweren, nicht immer rein sachlich von der Reichsbahn geführten Kämpfen um die Gehalts- und Lohnstasselung keineswegs in angenehmer Erinnerung. Die Zusammensetzung des neuen Direktoriums zeigt so eine wesentliche Schwenkung nach rechts. Jedensall? wird man van dem Fachbeamten Darpmüller kaum erwarten dürfen, daß er entschiedener al? sein Vorgänger die sozialen Forderungen der Arbeiterschost berücksichtigen mizfc. Mahraun packt aus! Wie Ehrhardt eine»„kommunistischen Putsch" provoziere« wollte.— Rieolai macht deutschrussische Kriegspläne gegen Frankreich. Der Hochmeister des Iungdeutschen Ordens, Herr M a h- r a u n, hat den Fehdehandschuh, den ihm der Alldeutsche Ver- schwörerverdand zuwarf, aufgenommen. Er beginnt in seiner Zeitung„Der Jungdeutsche" auszupacken. Mit einem vehe- menten Angriff wendet er sich gegen„den moralischen Nieder- gang unserer Zeit" und seine Auswirkung in den„vaterländi- schen" Verbänden. Wie sie den Kampf untereinander führen, darüber sogt er: Doch nicht genug, die Zerrüttung geht weiter. Ein neues poli- tische? Kampsn littet ist die Anschuldigung vom Landesverrat. Wenn heute ein nationaler Führer in irgendeiner Form um des Dater- landes willen gegen Abenteuer Stellung nimmt, dann nannten ihn gewisse Kreise früher schlapp und pazifistisch, heute werfen sie ihm Landesverrat vor. Der Iungdeutsche Orden geht einen Weg, der mit Abenteurerutopien nichts zu tun haben will. Aus der anderen Seite wiegen sich gerade die Abenteurer in der Hoffnung, die Brüder des Jungdeutschen Ordens für ihre Pläne zu gewinnen. Ich habe in vielen Fällen dagegen gestanden und den Jung- deutschen Orden davor bewahrt, in die kalaslrophenpolitik dieser kreise verstrickt zu werden. Darum hassen sie mich mit einer Leiden- schaft, die man in solchen Fällen stets findet. Die Anschuldigung des Landesverrats ist nicht neu. Neu ist nur, daß. sie jetzt nicht mehr bloß gegen linksgerichtete Politiker, sondern auch gegen Führer„oaterländischcr" Ver- bände als schmutzigstes alle? Kampfmittel verwendet wird. Auch die Behauptung, daß gewissenlose Abenteurer von rechts eine Katastrophenpolitik- zum Schaden Deutschlands treiben, ist nicht neu. Neu ist nur, daß sie von einem„vater- ländischen" Führer bestätigt wird. Die gebeimnisvolle Denkschrift Mahrauns soll eine Stelle enthalten, die sich auf den Major v. Sodenstern, den Re- dakteur der Claß-Ehrhardtschen„Deutschen Zeitung", bezieht. „Der Iungdeutsche" hatte Herrn Sodenstern seine Bereitwillig- keit erklärt, diese Stelle zu veröffentlichen, falls er es wünsche. Herr v. Sodenstern hat daraus verzichtet. Jetzt erfolgt die Veröffentlichung ohne seinen Wunsch. Es handelt sich um ein vom Genoffen H e i l ma n n in seiner Landtagsrede schon an- deuwngsweffe erwähntes Protokoll über eine Erklärung Sodensterns. Nach dem Protokoll hat Sodenstern gesagt: Zch spreche hier nur als Sprachorgan und als ausführende« Organ meines Chefs, des Kapitän» Ehrhardt. Meiner Meinung nach ist ein Putsch, der von nationaler Seile veranlaßt wird, so lange von vornherein zum Scheitern verurteilt. so lange nicht ein Kommunistenpulsch vorhergeht. Sollte dieser von im» erwähnte Kommunistenputsch nicht von selbst kommen. dann muß er eben provoziert werden. dann müssen die Großwdustriellen Verlin», wie V o r s i g. Siemens. Schwarhkopfs, Knorrbremse und sonstige Unternehmer, die der Deutschen Zndustriellenvereinigung angeschlossen sind, nochmal» größere Arbeitermassen aus die Straße werfen. Zn demselben Augenblick, wenn kommunistische Unruhen einsehen, wird das Wachregiment der Reichswehr aus Verlin herausgezogen und nach Döberih verlegt. Verlln ist schutzlos, da wenigstens 50 Prozent der grünen Polizei nicht ganz sicher find. Der„Wiking" wird erst dann seine Hilfe zur Niederschlagung des Kommunistenputfches zur Verfügung stellen. wenn von Regterungsseile ans den Verbänden Garanlien gegeben werden, in der Richtung, daß ganze Arbeil geleistet wird. d. h. Z e r- schlagung des Parlamentarismus, Absehung nicht nationaler Oberpräsidenten und LandrSte usw. Das Protokoll sagt zum Schluß: Obwohl er nicht ausdrücklich darauf hinwies, mußt« der Ein- druck erweckt werden, als od dieser beabsichtigte Regierungswechsel von 5)indendurg veranlaßt bzw. gutgeheißen werde. Was hier geplant wurde, war der ins am st«Schurken- st r e i ch, der jemals gegen ein Volk geplant worden ist. Keine Maßnahme der Entente im Kriege kann sich an Verruchtheit mit diesem Plane messen, Herr v. Sodenstern al>er versucht den Anschein zu erwecken, als ob d« r R e i ch s- Präsident auch im Komplott sei. Und so etwas läuft frei herum! Während sich Claß, Ehrhardt. Sodenstern in ihrer Art auf die Innenpolitik geworfen haben, treibt der Oberst a. D, Nicolai in gleich verbrecherischer Weise Außen- Politik auf eigene Faust, Ueber sein Treiben berichtet ein Jungdeuischcr an seinen Hochmeister Mahraun in einem Brief aus Erfurt vom 27. Februar d. I.: Den Transport der in der Schweiz arbeitenden russischen Bolschewisten durch ganz Deutschland 1917 über die Ostfront nach Rußland im geschlossenen Eisenbahnwagen erzählte er, als sein Werk, mit viel Behagen. Auch betonte er seine Neigung zur Ost- Politik, sprach von dem große», russischen Heer und der kommenden kriegerischen Zluseinondersetzung mll Frankreich, die allerdings bei den Kefchwindigkeiten. mil denen man seht Heere nach vorne werfen könne i» unjerer Gegend MdUnie) aB»z»jed)tev sei.& wolle pas> LanL besonders mit einem Netz von Vertrauensleuten üöerzleyen, die eine Art Mobilmachungsvorarbeiten leisten sollten, die sich gegen die französische Etappe auszuwirken hatten. Starke Hoffnungen knüpfte er an geheime Erfindungen, mit denen wir unser« Gegner vollkommen überraschen könnten. Also die einen wollen die deutschen Kommunisten als Vorspann benutzen, um den Parlamentarismus zu zer- schlagen und die„nationale Diktatur" errichten zu können, die anderen wollen mit den russischen Kommunisten zusammen an der Elbe Krieg gegen Frankreich führen! Das sind die Methoden, nach denen die„nationale Bewegung" das deutsche Volk glücklich machen will! Von Herrn Mahraun mag man denken, was man will: M u t h a t e r! Man würde Herrn Stresemann und noch mehr als diesem Herrn v. Campe den gleichen Mut wünschen. Nach den Enthüllungen des Herrn Mahraun er- scheint Campes gestrige Erklärung im Landtag als eine Albernheit ohnegleichen. Die Deutschnationale und die Volkspartei werden zu den Enthüllungen des Hochmeisters des Iungdeutschen Ordens Stellung nehmen müssen. Sie werden klar aussprechen müssen, ob sie auch jetzt noch Partei ergreifen wollen gegen die preußische Regierung für eine Verbrecherbande. Man wird dann wenigstens im Volk genau wissen, wie man sie einzuschätzen hat. Das deutsche Volk aber muß diesen ganzen Spuk ausetn- onderblasen. Das kann es, wenn es will, schon von morgen in vierzehn Tagen, am Tag des Volksentscheids, am 20. Juni! Volksentscheid und Zentrum. Die �rage:„fernbleiben" oder„nicht zustimmen?" Die Rechtsparteien haben zum Volksentscheid die Parole des Fernbleibens ausgegeben. Damit wollen sie eine Kontrolle der Abstimmung erzielen und die Stimmfreiheit vernichten. Die Parole„Fernbleiben" ist eine ausgesprochene Terror-Parole. Stärkstes Befremden mußte es daher erregen, daß der tlugustinusvereins, die Organisation der Zentrumspresse, sich die Parole des Fernbleibens zu eigen machte und in diesem Sinne„strengste Parteidisziplin" forderte. Nun meldet die Zentrumspresse parteioffizicll: Der Augustinusverein hat in der Generalversammlung in Frankfurt am Main am t. Juni eine Entschließung angenommen, in der es heißt, daß die Generalversammlung dem Beschluß des Re i ch s p a r t e i o o r st a n d e s in der Frage der Fürstenabfindung z u st i m m e. Damit hat die Generaloersammlung des Augustinus- verein- klar ausgesprochen, daß sie sich mit dem Wortlaut und dem Sinne des Reichsparteioorstandsbeschlusses einverstanden er- kläre. In der Oeffentlichkeit wird die Stellungnahme des Augustinus- verein? jedoch in Gegensatzzu dem Beschluß desReichs- Parteivorstandes gebracht, weil der Entschließung des Augustinusvereins ein Sah angefügt ist. der besagt, daß die Wähler aufgefordert werden sollen, der Zlbstlmwung am 20. Iuni fernzubleiben. Dieser Satz kann nach dem Inhalt der Referate und der Diskussionen keinen anderen Sinn haben, als die Fassung des Rcichsparteioorstandsbefchlusses, dem Enteignungsgesetz bei der Abstimmung am 2V. Juni»nicht zuzustimmen". Eine verschiedene Ausfassung zwischen Reichsparteivorstand und dem Augustinusver- ein besteht also nicht. Jedermann sieht, daß zwischen„nicht zustimmen" und .fernbleiben" ein sehr wichtiger Unterschied besteht. Im ersten -i?att wird den Zcntrumsanhängern d e r Ra t erteilt, nach Belieben mit Nein zu stimmen oder zu Hause zu bleiben. Im zweiten Fall wird ihnen das Zuhausebleiben zur Pflicht ge- macht und eine Kontrolle darüber ermöglicht, ob sie der Parteiparole folgen oder nicht. Das ist eine Aufhebung der geheimen Abstimmung. Der Beschluß des Augustinusvereins bedeutet also etwas ganz anderes als der des Zentrumsparteivorstandcs, nämlich eine Unterstützung der rechtsparteilichen Terroraktion. Die parteioffizielle Erklärung dazu ist Carl Maria v. Weber. Zum 100. Todeslage des„Freischüh'-Kompoaistea. Man darf heute eines Musikers gedenken, der den Ehrentitel des deutschesten aller Meister anders verdient, als es heute nach dem Sprachgebrauch des Wortes.deutsch" zu sein scheint. Deutsch nicht im Sinne eines Verachtens der anderen, eines wilden Patrio- tismus der Unduldsamkeit, eines Umsichschlagens und Betonens der eigenen Auserwähltheit, sondern: mannbar sein Ziel verfolgen, Kunst aus dem Geiste der Zeit und des Heimatbodens heraus erleben, Musik schaffen mit der vollen Ausnutzung der Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte eines Volkes, unter Betonung dieser Eigenarten und doch mit dem großen, genialen Blick, mit dem verfeinerten Ohr eines Menschen, der hinter die Dinge sieht und horcht. Das war das Deutschtum Earl Maria v. Webers, der heute 100 Jahre tot ist. Die seltsamste Mischung von naivem und bewußtem Kunst- ler, von letztbeseelter Innenschau und blendend virtuoser Kunst- ferstigkeit, Synthese zwischen Bohemien und Bürger: Romantiker, (�wärmer, Patriot, den Freiheitsgeist der Zeit verstehend und bildend, und daneben ein Künstler, der den Zauber des äußerlichen Klangs, des vornehmsten, glänzendsten Spiels, der wachsenden, ge- stalteten Effekte nicht verachtet. All das leistet er, fein Wesen und seinen Charakter im Wert begründend, als Kapellmeister. Schrift- steller, Regisseur, Theatertechniker, als Pianist und zuletzt, zu aller- erst als Komponsst. Weber greift als Mann einer politisch unfrohen Zeit, mit dem Herzen voll Sehnsucht nach besseren Tagen der Freiheit, 1814 zu- erst in die Saiten. Er dichtet Körners»Leier und Schwert" m Musik.„Lützows wilde, verwegene Jagd".»Gebet während der Schlacht",.Schwertlied"— das ist Alarm und Jugend, ist Be- geisterung und Göttertraum, weitertragend und zündend als das nur gesprochene Wort. Aber dieser' stürmische Elan war nicht geeignet. Weber seine eigentliche Mission vorzuschreiben, so wenig, wie es Sonaten, Klavierkonzerte, Messen, Schelmenlieder konnten. Es hieß, nach Jahren des Herumirrens festen Fuß fassen, es hieß Samm- lung finden. Nachdem er in Hildburghausen, Salzburg, München, Freiberg, Stuttgart, Darmstadt, Prag gelernt, gerungen, gelitten hatte, rief ihn Dresden zur Opernreorganifation. Hier wurde der Keim für die große Theaterleistung gelegt, hier wurde das roman- tische Musikdrama eigentlich geboren. Kapellmeister von einfachen Ausdrucksbewegungen, aber suggestiver Schöpfertraft, erzog er Or- chester, Chor, Solisten, Maler und Techniker zu einheillichen, im Sinne des Gcsamtkunftwerks verkitteten Leistungen. Schriststelle- risch und durch die Tat kämpfte er gegen den hohlen Theater- und Brettergeist der Epontinischen„großen" Oper an. 1821 wurde dieser Wjlle zum neuen ßtil Ereignis: am 13. Juni erlebte der .Freischütz" in Berlin seine Uraufführung. Nun wußte man in Deutschland wieder, was Gesang, Lied, Arie, Chor war, nun suhlte aber zweideutig. Wenn man Augustinusverein und Partei- vorstand,„fernbleiben" und„nicht zustimmen" gleichsetzt, so kann das sowohl heißen, daß der Parteioorstand dem Beschluß des Augustinusvereins zustimmt als auch, daß er ihn rek- tifiziert. Der parteioffizielle Leimungsversuch zeigt aber, daß der Beschluß des Augustinusvereins in Zentrumskreisen n i ch t ohne kräftigen Widerspruch geblieben ist. Und das ist das enizig, aber auch wirklich einzig Erfreuliche an dieser ganzen Angelegenheit._ Die internationalen Deutsthnationalen. Gegen den nationalen Hörfing. Genosse Hörsing hat auf der Magdeburger Generaloer- sammlung des Reichsbanners es als einen Skandal bezeichnet, daß von den Agrariern Hunderttausende ausländischer Arbeiter ins Land gezogen werden, während zwei Millionen beut- scher Arbeiter arbeitslos sind. Man hätte annehmen sollen, daß dieses Bekenntnis zur eigenen Nation dem Magdeburger Oberpräsidenten Lob und Huldigung aller„nationalen" Kreise eingetragen hätte. Sie hat ihm aber eine deutschnatio- nale„Kleine Anfrage" im Landtag eingetragen, die m ihren Schlußworten besagt: Billigt da» Staatsministerium die zum einen Teil den Zu- sammcnhang verschleiernden, zum anderen Teil direkt unwahren und im Gesamtergebnis verhetzenden Ausführungen des hohen Staatsbeamten? Falls nein, was gedenkt das Staatsministerium zu tun, damit der Oberpräsident Hörsing auch in seinem außerami- lichen Auftreten der Verantwortung seines hohen Amtes gerecht wird? .Man sieht, die Welt steht Kopf. Der Sozialdemokrat Hörsing wahrt nationale Interessen oder wie man jetzt sagt, „völkische Belange" und wird dafür von den international eingestellten Deutschnationalen bei seinen Vorgesetzten denun- ziert. Der scheinbar schreiende Widerspruch löst sich aber, wenn man erwägt, daß die deutschen Arbeiter eben für die Deutschnationalen nicht deutsches Bolk sind. Sie sind einfach Ausbeutungsobjekte, die man nimmt, wenn man sie billig kriegt, denen man aber Ausländer vorzieht, wenn man diese noch billiger bekommt. Und das heißt dann:.Kampf gegen den international eingestellten Marxismus und Materialismus". Reaktionäre Personalpolitik. Schmid— Schlicken— Werner. Vor kurzem hielt der Generalreichskommissar Schmid, früher Oberbürgermeister von Düsseldorf, Mitglied der Deut- schen Dolkspartei, Leiter des Ministeriums für die besetzten Gebiete, in Köln einen Vortrag, in dem er die Sozial- demokraten als Rechtsbrecher, Räuber, Bol- s ch e w i st e n und Hetzer beschimpfte. Der sozialdemokra- tische P a r t e i t a g für den Oberrhein erklärte darauf in einer Entschließung, daß er die wiederholte Beschimpfung durch einen Mann satt habe, dessen amtliche Tätigkeit auf eine Sammlung der politischen Kräfte im besetzten Gebiet ge- richtet sein müßte. Die neueste Leistung des Herrn Schmid betrachte die Sozialdemokratie des besetzten Gebietes als eine Herausforderung, als eine Gefahr für das besetzte rheinische Land. Sie werde daraus die Konsequenzen ziehen., � Als Antwort auf dieseEntfchließung ist der Volkspartviler Schmid zum Staatssekretär be�ör- d e r t worden! Nach einer Meldung des„B. T." soll beabsichtigt sein, den früheren deutschnationalen Finanzminister von S ch l i e b e n zum Präsidenten des Landesfinanzamts Sachsen mit dem Sitz in Magdeburg zu bestimmen. Als Vater dieser Idee wird der deutschnationale Staatssekretär in der Reichskanzlei, K e m p n e r, bezeichnet, der vom Reichskanzler man wieder Ehrlichkeit, Innigkeit, Anmut, Schwärmerei in der Musik. Und die Besten erkannten schnell, daß in dieser Naivität der Erfindung auch die größte Kunst verborgen war. Man ging auf frisch beackertem Boden, man sah Menschliches menschlich, die Natur schien in Agathe, Aennchen, Max wieder aufzuleben, Wald und Wiese, Haus und Hof, Märchen und Gespenst bekamen Aus- druck, Charakter, Profil. Das Volt sang mit, denn aus des Volkes Singelust waren diese Weisen entstanden. Ganz Deutschland war voll von dieser Melodie, die edel und groß, eingängig und charakte- ristisch, formgeschlossen und doch sreischwebend nunmehr das Sym- bol für deutsche romantische Musik überhaupt wurde. Der»Frei- schütz"-Text, geschrieben von Friedrich Kind nach einem alten Ge- spensterbuch, traf besonders gut die Idylle, die ja in keinem außer- deusschen Land solch Verständnis findet, traf die gespenstische, dem Bösen zugewandte Märchenpointe, traf die frisch-fröhliche Stim- mung der Iägersleute. In all diese Gefühlen für Mensch und Land konnte Weber sein eigenes musikallsches Empfinden wiedersehen. hier schlug ein Wunderstab aus seinem Herzen die rechte, ihm ein- geborene Lebensweise. An Kontrasten reich, ja, scharf zwischen Schwarz und Weiß, Böse und Gut trennend, läßt die Oper keine Sekunde an Reiz und Interesse nach, sie verbindet auch das Zar- teste mit einem Willen zu klarster Charakterisierung. Ganz natür- lich werden Soli mit Thören, Einzelne mit Gruppen konfrontiert, und das Rezitativ bekommt Ausdruck, Farbe. Das wäre in der„Euryanthe"(182Z) noch entscheidender für das Schicksal des Musikdramas geworden, wenn die Dichterin Cechy nicht die Konflikte naiv und unnatürlich verschüttet hätte. Die Ouvertüre aber steht als Muste» sinfonisch- dramatischer Dichtung noch immer unseren Sinnen, unseren Herzen nahe, und auch die »Obervn".Ouvertüre(1826) hat den gleichen zauberischen Schwung in ihrer Elfen- und Koboldsprache. Diese Werke haben ihre ge- schichtliche Bedeutung neben ihrem ästhetischen Wert als Brooour- stücke künstlerischer Prägung: sie wurden und sind Vorläufer aller modernen Ouvertürengestaltung. Richard Wagner baute am Wege der.Euryanthe" weiter. So entstand der„Lohengrin", und da- mit hatte die romantische Oper einen neuen Höhepunkt erreicht, der nur noch durch den„Tristan" bis heute überschritten wurde. � Man feiere den 100. Todestag Webers durch eine würdig«. szenisch und musikalisch neue Wiedergabe des»F r e i s ch ü tz". Wer diesen Reichtum an Musik, Gesang, Regiemöglichkeiten kennt, wird die erste deutsche Oper lieben in jeder Note. Wex diese Möglich- leiten als Kapellmeister und Regisseur endlich, endlich neu erschließt, wird ein Anrecht darauf haben, sein Institut die— erste deutsche Oper zu nennen._ Dr. Kurt Singer. Die Büchermäuse. In den jütischen„Pastorenblättern" des dänischen Schriftstellers St. St. Blicher wird die folgende ergötzliche Anekdote erzählt: Der Bischof Maus hatte seine eigene Methode, seine Bibliothek zu vermehren. Aus seinen Visitationen oerlangte er Marx immer noch m seinem Amt belassen würbe, Kamst& die„republikanische" Politik Luthers fortsetze! Zu allem Uebcrfluß ist jetzt auch der Nachfolger E b e r me ye r s in der Leitung der Reichsanwaltschaft er- nannt worden. Die Wahl ist, wie schon vor Wochen angekün- digt wurde, auf den rechtsgerichteten Geheimen Regie- rungsrat Werner vom Reichsjustizministerium gefallen. Der Reichsrat hat diesem Vorschlage zugestimmt und dadurch der reaktionären Bureaukratie einen weiteren Sieg oerschafft. Die Republik wird durch die Personalpolitik ihrer Re- gierung langsam ausgehöhlt, so daß die Monarchisten keinen Grund mehr haben, an Putsche zu denken. Der Weg zur Einheitsflagge. Schwarzrotgold in de« Bach! Aus Neustadt im Schwarzwald meldet Wolfis Bureau nach dortigen Blättern, daß in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag die von der Stadtverwaltung anläßlich des F r o n l e i ch- namsfestes am Kriegerdenkmal angebrachten b eiden Reichs- fohnen heruntergerissen und in die Gutach geworfen wurden. Die Fahnenstangen und ein Tuch wurden im Bach ge- funden. Di« Täter sind noch nicht, ermittelt. So wird in der deutschen Republik die Fahne der Nation besudelt. Die Reichsregierung sieht hilflos zu und grübelt derweil über die Schaffung einer.Einheitsflagge", nachdem sie inzwischen die Monarchistensahne den amtlichen Auslandsvertretungen auf- gezwungen hat. Preußische Richter lassen die Nationalflagge durch Gerichtsvollzieher und Polizei entfernen, die Monarchisten triumphieren in allen Logern. Wenn aber der Zorn der Republi» kaner gegen solche Provokationen einmal überquillt, dann sind die Staatsanwälte mit Landfriedensbruchsanklagen bei der Hand. So ist der Weg zur»Einheitsflagge" tresslich ber-itetl ltampe- Stresemann. Eine Erklärung iir Putschsachen. Im Preußischen Landtag gab es am Freitag zu Beginn der Sitzung eine kleine Sensation. Der Fraktionsführer der Volts- parte!, o. Campe, gab eine lange Erklärung gegen den Ministerial- direktor Abegg ab, dem er„grobe Irreführung der Oeffentlichkeit" und dergleichen vorwarf. Er stützte sich dabei auf die Aeußerungen Stresemanns in Erfurt, die wir im gestrigen Morgenblatt zitiert haben. Augenscheinlich hat Campe sich mih Stresemann über den Fall nicht unterhalten, sondern er hat die Erklärung auf Grund eines Fraktionsbeschlusses abgegeben, der gefaßt wurde, als Stresemann noch in Erfurt weilte. Nur aus den Zeitungsberichten entnahm- er die Meinung Stresemanns, den Abegg übrigens gar nicht genannt hatte, und pulverte.nun gegen den Rcgierungsvertreter in einer Form los, die bisher selbst bei der Deutschen Dolkspartei in Pieußen unbekannt war., Inzwischen hat Ministerpräsident B r.a u n mit dem Außen- minister Stresemann eine Aussprache über den Fall Campe gehabt. Welchen Erfolg sie hatte, darüber wird man wohl in den nächsten Tagen näheres hören. «-— Arbeitslose und Lobnklassen. Weitere Berlangerung der Unterstützungspflicht. Das Reichsarbeitsministerium plant eine Erhebung über die Verteilung der Arbeitslosen auf die verschiedenen SvhnkTtf ssVN'WWZdnchktten.'' Hm die Erhebung durchführen zu können, muß der' Reichskajf ein entsprechendes Gesetz verabschieden. Wr Gesetzeittivlirf soll dem Reichstäg in den nächsten Tagen zugehen. Das Ergebnis der Erhebungen soll bis Oktober vorliegen. Dank der Initiative der sozialdemokratischen Reichs- togsfrattion find die gegenwärtigen Unterstützungssätze bis 3 Juli verlängert. Angesichts der geplanten Erhebung muß sofort eine weitere Verlängerung bis zu ihrem Abschluß erfolgen. Unter keinen Umständen darf das Reichsarbeitsministerium hier eine neue Ge- legenhett sehen, die Unterstützungsregclung zu verschlechtern. auch die Bücher der Pastoren zu sehen, um, wie er sich würdig aus- drückte, auch in diesem Punkte seiner Pflicht zu genügen. Erblickte er nun die eine oder andere Schrift, die er selktst gern besessen hätte, so bat er sie sich leihweise aus— und vergaß immer, sie zurück- zugeben. Natürlich wagte kein Pfarrer oder Probst, seinen vor- gesetzten Bischof an die Rückgabe zu erinnern. Auf diese Weise hatte u. a. auch der Probst Pontoppidan ein paar klassische Werke„ausgeliehen" und dachte mit Schrecken an die nächste„Visitation" seiner Bibliothek. Als nun der Bischof sich wieder einmal anmeldete, band der Probst seine Bücher in ein großes Laken und hängte sie in seinem Studierzimmer unter der Decke auf. Seine Hochwürden kam, visitierte, aß und trank mit gntem Appetit und äußerte schließlich den Wunsch, die Bücher des Probstes zu sehen. Der Probst öffnete höflich die Tür seines Stud�rzimmers. Beim Eintreten stutzte der Visitator, da er nur leere Regale er- blickte.„Aber was haben Sie mit Ihren Büchern gemacht, Herr Probst?" fragte er entrüstet. Pontoppidan wies nach der Decke mit den Worten:„Ich habe mich genötigt gesehen, sie in dem Laken dort aufzuhängen." „Und warum, mein Lieber?" fragte gedehnt der Bischof. „Um sie vor den Mäusen zu schützen," war die höfliche, mit un- schuldsvoller Miene gegebene Antwort. Der Bischof verabschiedete sich merkwürdig schnell. Ob er aus der langen Wagenfahrt durch die jütische Heide zum nächsten Pfarrer �"R über die„Mäuse" nachzudenken, vor denen der Probst seine Bücher schützen mußte, hat die Oessentlichkeit nie erfahren, aber seit dieser Zeit„lieh" der Herr Bischof Maus keine Bucher mehr von seinen untergebenen Pfarrern und Pröpsten. Edison gegen den sprechenden Film. Thomas A. Edison hat auf eine Anfrage über die Zukunftsentwicklunq des sprechenden Films in der amerikanischen Presse geantwortet, daß seiner Meinung nach die Idee des sprechenden Films kaum praktisch ist. Aus der Lein- wand zerstört das gesprochene Wort die Illusion. Edison glaubt, daß, zmnindest soweit An»erika in Betracht kommt, der sprechende Film nicht über einig«, vielleicht interessant« Versuche hinauswachsen wird. � In Deutschlaad wurden die ersten Versuche de» sprechenden Films, die noch sehr oerbesserunqsfähig waren, besonders von Leuten enthusiastisch begrüßt, die das Wesen des Films noch nicht begriffen haben. Der Film kann und wird nie das Sprechtheater ersetzen, er ist eine stumme Kunst, die ihren eigenen Gesetzen folgt. Za der Staatsoper geht alZ letzte Neuheit dieser Spielzeit die beitere deutiche volkstümliche Over„Der D i e b' d c S B l ü ck Z' des Berliner Komponisten Bernhard Schuster am 12. in Szene. 41» Denkmal für Edzaane. Ein Denkmal Paul C�zonne» hat Arifttde Ma illoi. gefchaiseu. Vugunslcn der Errichtung ist jetzt bei Bernheim jr.-in Paris eine AuistelluttMon bedeutenden Werken des Meisters eröffnet worden. 41»»»«er Bc'r<(6«R«ff ffle Lofi schiffe. In einem vortraa im Verein für Luftichiiiahrt mochte Dr. Ectener in Jena davon Mitteilung, bah da«� im Bau befindliche ivrotzverkebrS-Luitichist einen neuen Betriebs iloff erhält. Er ift weniger feuergcsährlich alS Benzin und Hot eine größere Wirksamkeit, so dag es möglich fem wird, den AttionSradiuS dtS LujlfchrfjcZ auf ungefähr 10000 Kilometer auszudehnen. Die neue hauszinssteuer. Wulies Immunität aufgehoben. Im Preußischen Landtag wurde am Freitag die Auf» Hebung der Immunität des völkischen Abgeord- n e t e n W u l l e mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten beschlossen. Auch Abgeordneter Wulle stimmte für die Aushebung der Immunität. Bei der zweiten Beratung der neuen Hauszins st euer ließen es die Rechtsparteien wieder einmal auf eine Kraftprobe an- kommen. Die Deutschnationalen beantragten Rückoerweisung des Jnitiativgesetzentwurfes der Regierungsparteien an den Haupt- ausschuß. Der Finanzminister wies darauf hin, daß dadurch die rechtzeitige Verabschiedung des Gesetzes gefährdet werde. Die Mah- nung vom Regierungstisch nützte nichts. Rechtsparteien und Kommuni st en verlangten die Zurückverweisung und es kam schließlich, da die Abstimmung zweifelhaft blieb, zum Hammelsprung. Eine Zeitlang gingen die Rechtsparteien vor der Abstimmungstür mit dem Gedanken um, durch Nichtbeteiligung am Hammelsprung das Haus beschlußunfähig zu machen. Schließlich aber be- teiligten sie sich doch an der Auszählung. Das Resultat war: Ab- lehnung der Zurückverweijung n.It 126 gegen 109 Stimmen der Opposition. In der Debatte lehnten die Rechtsparteien, die Wirtschaftspar- teien und die Kommunisten die Vorlage ab. Der Finanzminister be- tonte gegenüber der Forderung der Wirtschostspartei auf Einfüh- ru�g der freien Wohnungswirtschast, daß damit eine Steige- rung der Mieten auf 1�0 bis 150 Proz. de r Friedenshöhe verbunden sei. Wenn man die Hauszinssteuer nur auf 36 Proz. der Fricdensmlete erhöhe, wie es die Deutschnatie- nalcn wollten, dann könne man, da durch Reichsgesetz 20 Proz. des Auskommens für den Finanzbedarf bestimmt sind, nur 16 Proz. für den Wohnungsbau verwenden. Im übrigen schöpfe Preußen aus der Hauszinssteuer für den Finanzbedarf noch lange nicht dos, was der Reichsfinanzminister vorgesehen habe. Preußen stünden für den Finanzbedarf 600 Millionen zu. Tatsächlich oerblieben ihm aber nur 430 Millionen. Abg. Meyer-Solingen(Soz.) wies gegenüber dem Ge- rede über die vielen leerstehenden Wohnungen in Berlin darauf hin, daß die leerstehenden Wohnungen nicht von den gemeinnützigen Ge- sellschasten, sondern von dem privaten Bauunternehmertum herge- stellt wurden. Der private Baumarkt könne bauen, soviel er wolle: nur stünden sein« Wohnungen zu Zehntau- senden leer, weil deren Mieten unerschwinglich seien. Die rechtsstehenden Baufachleutc aus der Gesolei stehen auf dem Stand- punkt, daß ohne öffentliche Unterstützung in Form von billigen Hy- potheken keine Bautätigkeit möglich ist. Wohnungen, die vor dem Krieg 10 000 M. kosteten, kosten heute 17 000 M. Dazu kommt das Doppelte an Zins: dos bedeutet dreifach so hohe Mieten! Auf Grund der freien privaten Bauwirtschast kommen beim Woh- nungsbau unerträgliche Dinge heraus. Wenn die Mieten auch in den nnt öffentlichen Mitteln erbauten Häusern sehr hoch sind, so liegt das einfach daran, daß man sich der freien Wohnungswirtschast schon viel zu weit genähert hat. Am 13. Januar haben wir in Preußen unser Wohnungsbauprogramm aufgestellt. Zur Durch- sührung des Programms brauchen wir Geld und nicht Redensarten. Am 1. Juli kommt die Friedensmiete. Die 100 Proz. sind reichsgesehlich vorgeschrieben. Die Rechtsparteien wollen die 6 Proz. von 94 auf 100 restlos dem Hausbesitz geben. Wir wollen, daß von den 6 Proz. ein Teil, d. h. 4 Pro,, für die A l l g e m e i n h e i t und für den Wohnungsbau Verwendung finden. Bei den so- zialen Erleichterungen muß eine Aenderung im System erfolgen. Der jetzige Zustand ist unhaltbar. Es ist uns gelungen, auch eine Staffelung der Einkommen in die Hauszin-steuer hinein- zubringen, die eine Niederschlagung der Steuer überall da gestattet, wo die Stcuerbeträge im Verhältnis zum Einkommen abnorm groß waren. Nach Schluß der Hauszinssteuerberatung führte das Haus dann noch die Beratung des. Haushalts des yinunzmimstsriums weiter. In der Aussprach- decktc Abgeordneter BHH-f-cr« Hannaver(Soz.) c«r Hand einer von den- Deutschnationale« verbreiteten-Broschüre zum Volksentscheid die R e ch e n k u n st st ü ck e und die Taschen. spielertricks der Fürstenanhänger auf. die Not öer älteren Angestellten. Beschlüsse des Reichstagsansschusses.— Verlegenheit bei der Regierung. In der gestrigen Sitzung des Reich�tagsausschusses für soziale Angelegenheiten berichtete Genosse Auf. Häuser über die Beschluste des Unterausschusses für Angestellten- fragen, die zur Behebung der Notlage der älteren Angestellten ge- faßt worden sind. Sie sehen eine Meldepflicht der offenen Stellen, Beseitigung von Auswüchsen bei Ehissre-Anzeigen und die Verpflichtung des Arbeitgebers, eine bestimmte Anzahl von älteren Angestellten zu beschäftigen, vor. Bei Kündigung und Entlassung von älteren Angestellten ist dem östentlichen A r- beitsnachweis sofort Anzeige zu erstatten. Außerdem sehen die Beschüsse einen oerstärkten Kündigungsschutz und die Ein- sührung von Abkehrgeldern vor. Der Reichsregierung und den bürgerlichen Parteien sind an- scheinend diese begrüßenswerten Beschlüsse sehr unangenehm: sie wollen die Angestellten westerhin mit leeren Versprechungen ab- speisen. Die Abstimmung im Ausschuß wurde um eine Woche ver- tagt, damit das Reichskabinett und die bürgerlichen Parteien dazu Stellung nehmen können. Der Zoll Hessing. Teutschnational« völkische Agitation.— Rebellion. Studentische Der Ruhm der randalierenden Studenten von der Technischen Hochschule in Hannover hat einige junge Leute von der Technischen Hochschule in Charlottenburg nicht schlafen lassen. Sie haben als „Vorstand der Studentenschaft' dieser Hochschule ein Solidaritäts- telegramm nach Hannover geschickt, ohne sich'zu vergewissern, ob sie auch im Namen aller Studenten sprechen dürfen. Die Freie Wissenschaftliche Vereinigung und der Demckra- tische Studentenbund an der Technischen Hochschule zu Berlin erklären, daß sie das Telegramm des Vorstandes der Stu- dentenschaft an die Studentenschaft der Technischen Hochschule in Hannover auf das schärfste mißbilligen und es für not- wendig erachten, dies öffentlich festzustellen. In der am Dienstag stattfindenden Kammersitzung der Studentenschast werden ihre Ver- treter ein Mißtrauensvotum gegen den Vorstand einbringen. Inzwischen aber verlangen die Deutschnationalen und die W u l l e- L e u t e im Preußischen Landtag., daß die Regierung vor den randalierenden Studenten in Hannover zurückweiche und Lesstng aus seinem Amte entferne. Randalierende Studenten und revoltierende Bauern sind für sie Helden des Alltags, hungernde Arbeitslose aber.bolschewisttsche Verbrecher'. Das preußische. Ministerium ist aber n i ch t in Thüringen oder Bayern. Exbauer heim. Wie der„Bayerische Kurier' mitteilt, hat Dr. Heim aus Gesundheitsrücksichten seinen Austritt aus der bayerischen Landesbauernkammer vollzogen. Seit Gründung der Kammer war Dr. Heim ihr erster Präsident. Er ist aber bei Beginn der jetzigen Session bei der Wahl zum ersten Präsidenten unterlegen. Moscistis Amtsantritt. Temission des Kabinetts. Marschau, 4. Zuni.((Eigener Drahtbericht.) Der neue Präsident IN o s c i s k i hat heute vormittag den Schwur geleistet. Zm letzten Moment wurde beschlossen, diesen feierlichen Akt doch nicht im Sejm, sondern im ehemaligen Königsschloß zu begehen. Die Polnische Sozialdemokratische Partei hatte heute morgen beschlossen, an der Zeremonie der Eidesleistung im Schloß nicht teilzunehmen. weil die Sozialisten keinen besonderen Grund dafür sehen, daß der Schwur nicht im Parlament, sondern im Schloß geleistet werde. Die Regierung Bartel-Pilsudski hat demissioniert. Die neue Regieung dürste am Montag gebildet werden: es ist jedoch wahr- scheinlich, daß dieselbe Regierung bleibt. Ter Verlauf der Zeremonie. Warschau. 4. Juni.(WTB.) Nachdem der Präsident der Nationalversammlung an Mosciski die Frage gerichtet hatte, ob er willens fei, das Amt zu übernehmen und Präsident Mosciski be- jahend geantwortet hatte, schritt man zur Vereidiguttg. Im Anschluß daran erfolgte im Marmorsaal die feierliche Unterzeichnung der Einsetzungsurkunde. Der Staatspräsident nahm dann die Glückwünsche des Kabinetts und der Vertreter der auswärtigen Mächte entgegen. Die Zeremonie der Vereidigung wurde durch kommunistische Zwischenrufer gestört. Der Staats- Präsident hatte gerade die letzten Worte des Eides gesprochen, als Rufe ertönten:„Wir verlangen Freilassung der politischen Ge- fangenen und Arbeit für die Arbeitslosen!' Diese Störung rief in der Versammlung, die den Kommunisten mit Hochrufen auf Polen und Mosciski antwortete, große Erregung hervor. Allgemein wurde bemerkt, daß die Sozialisten der Feier geschlossen serngeblieben waren. Die Bauernunruhen. Wilna, 3. Juni.(OE.) Auch in dem fast nur von Weiß- russen bewohnten Kreise Nowo-Grudek ist es zu Bauernreoolten gekommen. Die zum Dienst im polnischen Heer einberufenen Re- k r u t e n aus weißrussischen Dörfern meuterten, zerstörten in mehreren Orten die KanzlÄen�er Bezirkskommandos und leisteten der polnischen Polizei so eneregischen Widerstand, daß Truppen ausgeboten wurden, um die Meuterer zu bändigen. Minbcrheitsförderung in Oberschlesien. Der Präsident der Gemischten Kommission für beide Ober- schlesien, Altbundespräsident C a l o n d e r- Schweiz, hat in Beuthen beim Abschluß der polnischen Lehrerkurse, die in Deutsch-Oberschlesien abgehalten wurden, vor den Kursteilnehmern seine Anerkennung für die in den Kursen geleistete Arbeit ausgesprochen. Präsident Ealonder betonte, daß die verständnisvolle Pflege der Sprache der Minderheit der wesentlichste Fattor für deren gedeihliche kulturelle Entwicklung sei. Die Lehrer an den Minder- heilsschulen müßten aber auch imstande sein, kulturell mit der Minderheit zu denken und zu fühlen. Alle Beteiligten müßten sich stets bewußt sein, daß die freie Pflege der sprachlichen Kultur der Minderheiten, selbstverständlich unter Ausschluß aller irredentistischen Ideen ein-Gebot der Gerechtigkeit sei und im höheren wohlverstandenen Interesse des S t a a t e s liege.--Ivie in den Kursen geleistete Kulturarbeit bilde einen Markstein im Leben der polnischen Minderheit Oberschlesiens. Der Präsident sprach zum Schluß den Wlmsth aus, daß aus dieser Kulturarbeit kräftige Impulse für ein gutes Verhältnis zwischen der Minderheit und der Mehrheit hervor- gehen möchten. RatistzlerungüesWashmgtoner/�bkommens — in Belgien! Brüssel, 4. Zuni.(Eigener Drahlberichl.) Die belgische Kammer hak heute nach zweitägiger Debatte das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag mit III gegen Z Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen ratifiziert,(wann wird auch der Deutsche Reichstag endlich so weit sein? Red. d..Dorm.'.) die belgische Steuerreform gestchert. Die Sozialisten stimmen nach Verbesserung dafür. Briand hatte in seiner Rede vor der Abstimmung erklärt, der deutsch-russische Vertrag bedeute nach den Ermittelungen der französischen und englischen juristischen Sachverständigen keiner- lei Verstoß gegen die Völkerbundssatzung. Dieser Vertrag sei vielleicht eine inopportune Kundgebung, doch könnte Deutschland auch ohne diesen Vertrag so vorgehen, wie jetzt auf Grund des Vertrages. Bei Nichtvorhandensein des deutsch-russischen Vertrages wäre die politische Lage auch nicht anders, als wie der Senat sie angetrosten habe. Ist öas Abrüstung! Heeres- und �slottenarsenale keine 5?riedensrüstung! Genf. 4. Juni.(WTB.) Der Militäraussch u ß der Ab- rüswngskommission hat gestern in Fortsetzung seiner Beratungen über den Begriff der Friedensrüstungen zu dem Kapitel der R e- s e r v e k r ä f t e beschlossen, daß Reserve schisse von der Ab- rüstung betroffen werden sollen, daß dagegen Heeres- und Flottenarsenale nicht unter den Begriff der Frie- densrüstungen fallen und in die spätere Abrüstung nicht ein- bezogen werden sollen. Die gegenteilige, hauptsächlich von den deutschen und brasilianischen Militär- und Marinesach- verständigen vertretene Ausfassung, daß der Begriff der Friedens- rüstung m ö g l i ch st weit gefaßt werden müsse, wenn die Durch- sührung einer wirksamen Abrüstung später möglich sein soll, konnte trotz zielbewußter und klarer Darlegung ihrer Gründe nicht durchdringen. Räch dem Rücktritt der schwedischen Regierung haben auch die beiden soziaidemokraiiichen Mitglieder der Staatlichen Arbeits� losen- und ArbeitsanweisungSkommission sich mit dem Kabinett solidarisch erklärt und ebenfalls ihr Amt zur Ver» fügung gestellt. Olücher-Hunö und Jeme. Zeugenvernehmung vor dem Untersuchungsciusschns; des Reichstags. Ermordung und den Zusamiuenhängen mit Rüge habe er-grst später gehört.•»-—---—- Der Femeuntersuchungsau s'f rhu ß des Äeichstngs setzte gestern vormittag die Ilntcrsüchung des'Falles Bäür fort. Als Zeuge erscksten gestern der frühere Regierungsbaumeister, jetzige Archi- tekt Rudolf Schäfer. Er soll über die Gründung, über die Statuten und den Umfang des Blücher-Bundes aussagen. Der Zeuge berichtet, daß der Blücher-Bund aus einer Absplitte- rung des Bundes„O b er l a n d' im Jahre 1922 entstanden sei. Außer den offiziellen Satzungen hätten niemals Geheim- s a tz u n g e n bestanden. Seine Ausgabe sei die vaterländische Er- ziehung und körperliche Ausbildung zur Wehrfähigkeit gewesen. Später habe der Zeuge andere Satzungen verfaßt, um darin die seelische Erziehung stärker zu betonen. Der Blücher-Bund habe in schärfstem Gegensatz zu der Arbeitsweise der.Kampfverbände' ge- standen. Der Zeuge habe sich schließlich von der Leitung des Blücher-Bundes zurückgezogen und die ihm noch folgenden Gruppen aufgelöst. Eine Verpflichtung aus einen Fahneneid habe es nicht gegeben. Der Bund war in Kreise und Gaue eingeteilt, örtliche Organisationen hätten allerdings auch Kompagnien mit Zug- führern usw. gehabt. Praktische militärische Bedeu- t u n g hätten diese Kompagnien aber nicht gehabt. Ueber die bei dem Mord an Baur, beteiligten Persönlichkeiten führt der Zeuge aus: Die Brüder Berger und ähnliche Leute seien als Erbstücke des Bundes Oberland vom Blücher-Bund übernommen worden. Um den Ehrgeiz des älteren Berger zu befriedigen, sei ihm die Organisierung des Blücher-Bundes in München übertragen worden, obgleich an sich die Großstädte für die vaterländische Bewegung ungünstig seien. Bei einer von dem Zeugen vorgenommenen Besichtigung der Ortsgruppe München Hab« der ältere Bergcr den> Zeugen ein ganz merkwürdige« Konglomerat von Gestallen vorgeführt. Es sei im Januar 1923 zum Bruche mit Verger ge- kommen, weil dieser der Ansicht war. daß„etwas geschehen' müsse. was der Zeuge abgelehnt lwbe. Zu dieser Zeit habe er auch erst erfahren, daß'Berger mit Machhaus in Verbindung stand. Die anderen Leute, di« besonders im Fuchs-Muchhaus-Prozeß eine Rolle gespielt haben, wie Machhaus, Fuchs, Runge, Fenner. Zwen- gauer, Baur und den jüngeren Berger. will der Zeuge nur wenig gekannt haben. Schäfer berichtete dann über die Ansammlung von wassen durch den Vlücher-vund. Anfang Januar 1923, als der Ruhreinbruch kam, habe man vor allem in Bayern damit gerechnet, daß es zu irgendwelchen Ausein»n Versetzungen kommen würde. Es wurden des- halb Borbereitunaen für eine Bereitjchastsstellung getroffen. Die gesammelten Waffen sind in Schleihheim konzentriert worden, unter ihnen befanden sich auch Geschütze. Die Behörden waren über alles unterrichtet, die Wasfensammlungen standen unter Aufsicht der Reichswehr. Wo die Waffen hingekommen sind, will der Zeuge nicht wissen. Später seien sie der Reichswehr übergeben worden. Die„Arbeitskommando»' habe man aus dem Gelbe bezahlt. das dem Franzosen Richet abgenommen worden sei. Der Zeuge Schäfer bestreitet entschieden, daß der Blücher-Bund eine Geheimorganisation nach dem Muster der T s ch e k a eingerichtet habe, Rüge will nur gesprächsweise eine solche Einrichtung gefordert haben. An die Vorgänge am Abend und in der Nacht, die der Ermordung Baurs vorangegangen sind, will der Zeuge sich im einzelnen nicht erinnern. Es sei richtig, daß er m e h r e r e m a l des Nachts in der Wohnung Bergers in München ge- wesen sei. Ob er auch in der Mordnacht bei Berger gewesen sei, wisse er nicht mehr. Bei den Zusammenkünften in der Bergerschcn Wohnung habe es sich nur um organisatorische Maß- nahmen gehandelt. Baur habe der Zeuge nur einmal gesehen, es sei mit ihm niemals über Baur gesprochen worden, von seiner Er selbst habe der Krimin alpottzei von den Gerüchten von dt?. Ermordung Baur» Kenntnis gegeben. Auf verschiedene Fragen antwortet Schäfer u. a.: Rüge hat blutrünstige Borträge gehalten, die wir deshalb einstellen mußten. Ich habe auch Zwengauer nur zweimal gesehen. Mit Rüge war ich nicht befreundet. Eine Mörderzentrale in Oberschlesien ist mir unbekannt. Ich war sehr viel auf Reisen. Ich weiß nicht, ob Baur mit Machhaus bekannt war. Ich vermute, daß Berger mit Fuchs-Machhaus auf eigene Faust aktivistische Pläne oerfolgte. Der Vorsitzende verliest ein Flugblatt des Blücher-Bundes, das Abg.� Bergsträßer überreicht. Schäfer erklärt das für eine Arbeit Rnge-Bergers und gibt dann eine Schilderung der Persönlichkeit Ruges. Er besaß bei allem Mißtrauen ejne pathologische Mittei- iungssucht. Bei einer Besprechung in Schleihheim habe Mach- h a u a geäußert-:„heute müssen noch unsere Leute fallen!' Berger habe oerartiges nicht gesagt. Dem Zeugen wird die Aussage der Brüder Bcrger entgegenge- halten, wonach er d o ch in der Mordnacht in der Bcrgerschen Woh- nung war, er will sich aber auch jetzt nicht darauf entsinnen. Auf Antrag der Berichterstatter sollen zur weiteren Aufklärung dieser Borgänge die Akten aus dem Prozeß Fuchs-Mach- Haus angefordert werden. Abg. L e v i hält deyi Zeugen vor, daß ihm bei seiner Ankunft in München Anfang April 1923 gesagt worden sei, daß er an der Ermordung Baurs beteiligt war. Der' Zeuge erklärt, daß er damals diesen Verdacht sofort zurückgewiesen habe. Es sei durchaus möglich, daß von einzelnen Leuten Eide aus Gehelmhaltung geleistet worden seien, es frage sich nur, von wem das geschehen sei. Er wisse nichts davon. Die Waffenabhebung sei von ihm veranlaßt worden, er habe einzelne Personen damit beaustragt, ein« besonder« Orga- nisation zu diesem Zwecke habe es nicht gegeben. Der Zeuge gibt zu, daß Berger geheime Dinge betrieben habe, er bestreitet aber, daß er ihm einen Auftrag dazu gegeben habe. Als. Zeuge erscheint dann der Kausmann hug, der in Schaff- häufen geboren und noch heute schweizerischer Ratio na- l i t ä t ist. Hug ist Mitglied des Blücher-Bundes,' er war dessen Kassenwart und gehörte der Ortsgruppe Schleihheim an. Der Zeuge berichtet, daß die Gruppe Brüder Berger in München aus dein Blücher-Bunde wegen ihrer Beziehungen zu Fuchs-Machhaus aus- geschlossen wurde. Zu der Gruppe Berger hätten die meisten Münchener Mitglieder gehört, aber nur die beiden Bergcr seien ausgeschlossen worden. Berger habe in einer Mitgliederversamm- lung einen Zusatz zu den Satzungen dahin verlangt, daß gegen alle Mitglieder vorgegangen werden solle, die nicht„deutsch" seien. Bon Verrätern sei im'Blücher-Bunde niemals die Rede gewesen. Nach längerem Zögern gibt Hug zu, daß„vielleicht unter Mitgliedern' über die veitrasung von Verrat gesprochen wordsn sei. Er selbst war Anhänger der ölten germani sch e n Fem e, die aber keine Blutseme und kein Mordinstrument gewesen sei. Die Feme habe nur über„Abirrungen" vom deutschen Gefühl zu urteilen ge- habt. Der Zeuge sei noch heute dafür, daß eine gesetzlich oe- lildete Feme wie unter Karl dem Großen eingerichtet werden müsse. Die germanische„Edelrasse" müsse hochgebracht, die„Minderrasse' aber zurückgedrängt werden. Diese Ideen habe Hug längere Zeit stu- diert, anderen Leuten wollte er sse nicht beibringen. Der Behaup- tung Aumüllers, daß Hug einen Zusatz zu den Statuten beantragt habe:„Verräter oerfallen der Feme' widerspricht der Zeuge. Abg. L e v i fragt den Zeugen, ob er etwa in Frankreich gelebt habe, weil er doch mit deutlichem französischen Akzent spreche. Hug bchauvtet, daß er niemalz in Frankreich gewesen sei. Auf weiteres Befragen erklärt der Zeuge, daß Ruae.bei seinen Freunden' immer als verschwommener Koos gegolten habe. OeVerMostsbewegunS Die Internationale üer Scharfmacher. Der Sdjrci nach dem Slaotsanwatt. In dcr„Deutschen Bcrgii'erks-'Zeitung", dem Orflan der schwer- industrielle«, die zum General Degmitte wallfahrten, um ihn zu einer Anthebmiq der Oberhaheit des Deutschen Reichs zu veranlassen, er- schien folgende, auch von anderen Unternehmerblattcrn verlireitete Rotiz: �•■' „Von einer Zeche des nördlichen Ruhrgebiets wird berichtet: „Der Betriebsrat unserer Zeche lieft sich vor einigen Tagen die B e r s a n d l i st c n vorlegen. Diese Tatsache ist an sich ohne Be- deutung, wenn sie nicht augenscheinlich, und wie von den Leuten zugegeben wurde, der Feststellung gegolten hätte, ob infolge des englischen Bergarbeiterstreiks Kohlen nach England ge- liefert wurden. Besondere Aufmerksamkeit schenkte man den nach dem Hamburger Bezirk gesandten Mengen. Wir wissen nicht, ab dcr Betriebsrat auf eigene Faust oder in„höherem Aus- trage" gehandelt hat. Jedenfalls möchten wir den englischen Kahlenarbciter sehen, der harmlos genug wäre, um das Schicksal eines deutschen Bergarbeiterstreiks besorgt zu sein." Aehnliche Vorkommnisse werden von anderen Zechen des Ruhrgebiets ge- meldet. Angesichts dieses Vorgehens der Betriebsräte dürste es an dcr Zeit sein, die Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes(tj 100) in Erinnerung zu bringen, wonach Angehörige einer Betriebs- Vertretung mit Geldstrascn bis zu 1500 Mark oder mit Hast be- straft werden, wenn sie unbefugt vertrauliche Angaben, Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse offenbaren, die ihnen als solche bezeichnet worden sind. Wer die Tat in der Absicht begeht, sich oder einem ondercn einen Vcrmögensvortcil zu verschaffen oder dem Arbeit- geber Schaden zuzufügen, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Reben der Gefängnisstrafe kann auf Geldstrafe bis zu 5000 Mark erkannt werden. Es ist wohl nicht anzunehmen, daß sich die Betriebsräte der Strafborkeit ihrer Handlung bewuftt gewesen sind. Totsächlich würde aber eine Schädigung dcr Arbeitgeber— indirekt selbstverständlich auch der Arbeitnehmer— eintreten, wenn die Betriebsräte oder die hinter ihnen stehenden Gewerkschaften die Belegschaft dazu veranlassen würden, ihre Arbeits- l e i st u n g h e r a b z u s e ft e n oder den Abtransport von Brenn- Material in die bisher mit englischen Kohlen belieferten Gebiete zu behindern." Dieser Schrei der Zechenbesifter nach dem Staatsanwalt, die sich die Ruhrbeseftung mit 700 Millionen Goldmark bezahlen ließen und die Ruhrkämpser mit Stillegungen und Lobndruck abfinden, ist wirk- lich starker Tobak. In England wehren sich die Bergarbeiter gegen Lohndruck und Arbcitszeitverlängcrung. Unterliegen die eng- tischen Bergarbeiter, dann wird es den englischen Zechenbefiftern auch ohne staatlichen Zuschuß möglich sein, die internationalen Kohlenpreise zu drücke n. Davon wird auch der deutsche Bergbau in Mitleidenschaft gezogen werden. Was aber tun die deutsche» Zechenbesifter, um dieser Kalamität zu begegnen? Sie stelle» die internationale Unternehmersolidarität höher als die Interessen des deutschen Bergbaues. Es geht gegen d i e- A r b c i t e r! Das ist für die Leute, die die Parole: �..Gott strafe England!" ausgaben, Grund genug, um ihre» englischen Konkurrenten zu Hilfe zu kommen. Die deutschen Bergarbeiter sind einsichtiger, man könnte sagen: nationaler, wenn dieses Wort nicht von den internationalen Kriegs- verlängcrcrn so in Verruf gebracht wäre. Es ist die ganze lieber- legenheit des Sozialismus, daß bei ihm nationales und inter- nationales Interesse zusammensällt, daß die erfolgreiche Abwehr der englischen Bergarbeiter auch den deutschen Bergarbeitern zugut« kommen würde. Deshalb hat der Deutsche Bergarbeiterverband die Parole ausgegeben, keine Ueberschichten zu verfahren. Es ist Wyhrfcheinlich, dah die Zechenleitung, wo der Betriebsrat die Vorlegung dcr Versandlisten verlangte, von den Bergarbeitern Ueberschichten verlangt hatte, weshalb der Betriebsrat sich oer- pewissern wollte, daß man keine Streikbrecherarbeit oerlangt. Das ist ein ganz natürlicher, bei allen Lohnkämpfen üblicher Vorgang. Es ist bezeichnend für die Gcistesvcrfasiung der Zechenbesitzer, die kein Geld haben, um die Arbeiter menschenwürdig zu entlohnen. aber nie knapp an Mitteln sind, um Fememörder und Putschisten ouszuhaltcn, daß die Zechenbesifter es schon als Verbrechen ansehen. wenn die Arbeiter die gesetzliche und tarifliche Arbeitszeit einhalten. Es könnte ja vorübergehend der Profit geschmälert werden! Ein solches Verbrechen kann gar nicht scharf genug bestraft werden. Die- selben kaltschnäuzigen Anbeter des goldenen Kalbes stellen sich dann hin und klagen pharisäerhaft über den„Materialismus" der sozialdemokratischen Arbeiter, dieser Arbeiter, die aus internationaler Solidarität sich Entbehrungen auferlegen. Die Sütow-werke gegen Sie Arbeiter. Man soll es aber nichl sagen. Die Lebensmitielwerke Bütow in Mecklenburg liefern bekannt- lich dem Beamtenwirtschaftsverein Streikbruchbrot. Soweit man über die Beziehungen zwischen der Biitow-Bäckerei und dem Beonitenwirtschaftsverein klar sehen kann, hat dieser die Bäckerei in Bütow gepachtet,.wo auf Teufel komm raus gebacken wird. Sogar nachts wird gebacken. Vier Bäcker, die sich weigerten, gesetzwidrig nachts zu backen, wurden entlassen. Hier in Berlin will nun der Inhaber der Bäckerei in Bütow seine erbärmliche Handlungsweise gegenüber den gemaftregelten und streikenden Bäckern des Beamtenwirtschaftsvereins nicht wahr haben. Einem Lebensmittelhändler, der unsere Notiz„Bütow-Brot" ausgehängt hat, droht er mit einer Schadenersatzklage. Er will um 2000 M. geschädigt worden sein. Um wieviel er die streikenden Bäcker geschädigt hat, davon spricht der gute Mann nicht. Er glaubt für sich das gute Recht in Anspruch zu nehmen. Arbeiter. Spd.-Metallarbeiter! Sesucht Eure Wablkörperversammlungen! die den 1. Mai feiern und deshalb von der hakenkreuzlerischen Lei- tung des Beamtenwirtschaftsvereins gemaßregelt werden, in den Rücken fallen zu können, will aber nicht, daß die Oeffentlichkeit davon unterrichtet wird. Wir stellen deshalb nochmals die Tatsachen fest: Im Beamten- wirtschaftsverein werden Arbeiter gemaßregelt, weil sie den 1. Mai seiern. Der Inhaber der Lebensnrittelwerke Bütow stellt diese gegen entsprechende Zahlung der Leitung des Beamtenwirtschastsvereins zur Verfügung, um die Arbeiter, die sich in der Abwehr befinden, auszuhungern. Wer jetzt noch direkt oder indirekt die Bütowwcrke und die Leitung des Beamtenwirtschckftsvereins unterstützt, stellt sich bewußt in Gegensatz zur organisierten Arbeiterschaft. Ter Kampf im Nummelsburger Kraftwerk. Die Eisenkonstruktionsarbeiter beschäftigten sich am Donnerstag in einer Versammlung im Metallarbeiterverbandshous eingehend mit dem Streik im Rtimmelsburger Kraftwerk. Dcr Branchenleiter Stahl zeichnete noch einmal ein genaue» Bild von den Ursachen des Streiks und den Bemühungen der Organisation, den Streik beizulegen. Einzig und ollein an der arbeiterfeindlichen Einstellung der Metallindustricllen liegt es, daß der Streik nun schon iiber fünf Wachen anhält. Der Organisationsvertreter, Genosse Fuchs, sicherte den Streikenden die weitere Unter st ützung des Metallarbeiterverbandcs zu und forderte die anwesenden Vertreter der Betriebe auf, für di�von der Organisation herausgegebenen S a m m e l l i st e n recht rege Propaganda zu machen. Dieser Streik in Rummelsburg muß im Interesse der gesamten Berliner Metallarbeiterschast zum siegreichen Ende geführt werden. Es wird von den Vertretern der Berliner Mctallbetricbe, insbesondere der Großbetriebe, erwartet, daß sie die im Bureau des Mctallarbeiterverbandes erhältlichen Sammellisten umgehend abholen und in den Betrieben in Umlauf setzen werden. Durch die praktische Solidarität der Berliner Metallarbeiter muß der Kampf in Rummelsburg gewonnen werden. land. Tatsächlich sind bisher keine nennenswerten Kohlenmengcn nach England gelangt. An Gcldunterstützungcn sind bisher rund 400 000 Pfund Sterling an die britischen Bergarbeiter ob- geführt worden, davon allerdings 350 000 aus Rußland. Deutschland hat 100 000 M. geschickt und weitere 100 000 M. angekündigt, Amerika 5 0 000 Dollar. Belgien 100000 Franken und weitere 100 000 in Aussicht gestellt, die T s ch e ch o- slowakei 1000 Pfund, Oesterreich 150 Pfund, Hol- land schickt wöchentlich 100 Pfund. Uebcr die Streiklage berichtete Smith. Er erklärte, daß bei den britischen Bergarbeitern unverbrüchliche Einigkeit herrsche und feste Entschlossenheit, sich den Versuchen dcr Unternehmer, die Lebenshaltung dcr Arbeiter herabzudrllcken, bis zum Ende zu widersetzen. Als Dertretcr des Internationalen Transporarbeiterverbandes versprach Nathan-Amsterdam die weitere Hilfe seiner Organisation bei der Unterbindung der Kohlenzufuhr nach England. Eine n c u e Sitzung des Internationalen Komitees wird am 23. Juni i n London stattfinden. Nur wenn der Hunger fie zwingt... London, 4. Juni. IWTB.) Der Sekretär des Bergarbeiter- Verbandes, Cook, sagte gestern in einer Rede, die Vertreter der Berg- leute würden jede Einladung zu einer baldigen Erörterung eines Ausgleichs begrüßen, aber sie würden sich keinesfalls auf Verlängerung der Arbeitszeit oder Herabsetzung des Lohnstandards einlassen. Sie würden nur nach- geben, wenn sie durch Hunger dazu gezwungen würden. und das werde noch lange Zeit dauern. Cook verlangte Ratio- nalisierung des Bergbaues, für die sich auch Macdonald gestern in einer im Bergwerksbezirk gehaltenen Rede aussprach. Tagung See internationalen Sergarbeiterkomitees. Brüssel, 4. Juni. fEigener Drahtbericht.) Dos Internationale Bergarbciterkomitee besprach am Freitag ausführlich die Streiklage in England. Anwesend waren au« Deutschland Husemann, L i m b« r tz und Dr. B e r g e r, aus England Smith, Ri- cha r d s o n und Cook, sowie der internationale Sekretär Frank H o d g e s, ferner Vertreter der Bergarbeiter aus Belgien, Frankreich und Holland. Cook, der mit einer kurzen Per- spätung im Flugzeug ankam, überbrachte dem Vorsitzenden des Britischen Bergarbeiterverbandes Smith das Schreiben des Ver- bondes englischer Grubenbesitzer, worin eine gemeinsame Konferenz zur Regelung des Konfliktes angeregt wird. Einleitend berichtete Hodges dann über die inlernationale Solidaritätsaktion zur Unterstützung der englischen Kameraden. Sie hat überall ein- gesetzt, sowohl in der Form der finanziellen Unter st ützung wie durch Unterbindung der Kohleneinfuhr nach Eng- Tie Internationale Arbeitskonferenz. Genf. 4. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Freitag hat die Internationale Arbeitskonserenz mit 01 gegen 39 Stimmen die ersten sieben Artikel der Vorlage über die Auswanderer- aufsicht an Bord als Konvention sowie den Artiktl 9 betreffend die Beigabe von weiblichen Inspektoren als Gesetzesvorschlag und den Artikel 8 betreffend die Beigabe von Dolmetschern als Ent- fchließung angenommen. Die Schlußabstimmung findet statt, wenn die Vorlage die Redaktionskommission passiert hat. Da in der Schluß- abstimmung die Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. diese aber kaum aufgebracht werden dürste, ist vorauszusehen, daß die. Konvention als solche von der Konferenz verworfen und das Ganze nur als G c- fetzesvorschlag Gnade finden wird. ?lußerdem hat die Konferenz mit 05 gegen 57 Stimmen eingn Beschluß über die Ausführung von Artikel 408 der Arbeits- Verfassung gesaßt, wonach die Konferenz jährlich zur Prü- fung des Berichtes der Regierungen Über ihre Durch- führung der ratifizierten Konventionen ein Kam Mission einsetzt. Um die Richtlinien dieser Prüfung festzusetzen, soll ein» Anzahl vom Arbeitsamt zu bezeichnender Sachverständigen eingesetzt werden. Von den Anträgen zur Revision des Geschästsreglcments wurde derjenige, wonach«die sämtlichen Konfcrenzdelegiertcn an den Kom- misfionssitzungcn ihrer Gruppe ohne Stimmrecht teilnehmen können, mit 07 Stimmen angenommen, während olle anderen Revisions- antröge nochmals dem Verwaltungsrat des Internationalen Arbeits- amtes überwiesen wurden._ Firma Dinse, Reinickendorf. Alle entlasienen Arbeiter, die noch Re st forder ungen haben, müssen zu der heute, Sonnabend. um VA Uhr in der Wartburg einberufenen Betriebsversammlung erscheinen. Der Arbeiterrat. Gastwirtsbetriebe. Di« Sperre über das Restaurant Schult- heiß-Bierhallen, Inhaber Preuß, Rosentholer Str. 52, ist ausgehoben. Berantwer'lick für Dolitik:_ fftnll Zicvtcr: ®tn>«rlf4>8ft»lw»e(nm«: Z. und Soniline«: Ptifc ftarflSM;>» Setlna: Sonrärls-Ctrlan ffi. nt. b. ß., Berlin. Druck: Poruzärts-Biichdruckeret unll Bkrlcasaiiftolt Bnul Sinner u. Co. Berlin SW»8 Lindenlirake I. Sicrz» I Beil»»« und„Unterdaltuna und Difle»'. k: Srnlt Reuter: Wirtschafl: Artur Laternu»; . Stein»»! Keuitketin-•. g. Dösiker: Lokole» :städt: Anreioen: Td. Stade; tdmllidi in Berlin. ■jC r % beseihgt di.e Shjrzgefahr auf schlüpfrigen SJrassen Fortsetzung des grossen Verkaufs für Sport und Reise 0<><><><><><><><><><><><><><>0<><><><><>C*><><>>><><>OC<><><><><><><><>0<><><>�� Modevorführungen Wir veranstalten vormittags 11 Uhr und nachmittags 4 Uhr Leipziger Strasse (l.Stock)undAlexanderplatz(a.Stock)-- �«•wc-euc.iuuug iungen kostenlos verabfolgt. Oooo<>oo<><>ooo<>o<>oo<><>o<><>o<>oo<>o<>o<><>o<>oooooooooooooo<>oocooooooooooo<>ooooc>ooooooooooooooooooooo<>oo<>o<><>o<>o<>oooooo<>ooooo- in Sommerbekleidung, Bade- JSS«tolSÄ Bekleidung, Sportbekleidung Da,nen' Konfektions- Abtei* Beachten Sie, eir' o**"4C,C«»m» 9 Vorverks S«1* Vorverkauf D HERMANN UETZ Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee | Wochenendfahrt auf der Ostsee i i Sonnabend, den 12. u. Sonntag, den 13. Juni i Ausflog von Berlin nach Wen f = SAmtllohe Kosten einbegrifTen, v!e Elsenb&hnfshrt HL Klssse, Dampfer-= 1 fahrt. Verpflegung einschl. Trinkgeld. Fara'lienbad. Tanzkapelle an Isord.= | AosfOhrHcks Prospekts In den ReisebJros der Worenha'iaer Herrn«« Tkti.| Nr. 260 ♦ 4Z. Jahrgang 1« Heilage öes Vorwärts Sonnabenö, 5. �uni1926 Staöthaushaltsberatung. Eine Attacke der Unternehmer gegen die kommunalen Arbeitsnachweise. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung be- gann gestern mit der zweiten Beratung des Stadthaus- h a l t p l a n e s, sie kam aber damit noch nicht weit. Längere Aus- einandersetzungen gab es bei dem Kapitel„Handel und Gewerbe", wo die D e u t s ch n a t i o n a l c n ihren Jnnungsobermcister P a e t h beaustragt hatten, über dos Landesarbeitsamt zu schimpfen. Aus seinem Gerede sprach der ganze Hah des Unternehmer- tums gegen die kommunalen Arbeitsnachweise, die sich natürlich nicht als Werkzeug für die M a ch t g e l ü st e der Arbeitgeber gebrauchen lassen. Stadtrat Genosse Brühl wies in seiner Erwiderung auf die hohe Bedeutung der Tätigkeit des Landesarbeitsamtes und der Arbeitsnachweise hin und auf die außer- ordentlichen Schwierigkeiten, die aus der raschen und überaus starken Zunahme der Arbeitslosenzifser sich ergeben mußten. Einen schär- feren Ton schlug Stadtverordneter Genosse R e i m a n n an, dessen Antwort an die Deutschnationalcn von diesen mit wütendem Lärm begleitet wurde. Als auch der Demokrat Merten feststellte, daß die Leistungen des Arbeitsamtes auf dem Gebiet der Arbeitersür- sorge, der Arbeitsvermittlung und der Tarisberatung alle Aner- kennung verdienen, trat Herr Paeth den Rückzug an. » Zu Beginn der gestern abgehaltenen Stadtoerordnetenversamm- lung wurden zunächst 26 Stadtverordnete zur Teilnahme an der Sitzung des Hauptausschusses des preußischen Städtetages in Düsseldorf delegiert.— Unter nicht gerade großer Aufmerksamkeit der Stadtverordneten wandte stch die Ber- sammlung der öeratung öer Etatstitel zu, die aus den vorberatenden Ausschüssen bereits zurückgekommen waren. Das Kapitel össentliche Beleuchtung, Stra» ßenreinigung. Park- und Friedhossverwaltung und Bestattungswesen wurde noch einem kurzen Bericht des Stadto. Lange(Z.) ohne Debatte angenommen. Beim Kapitel Handel und Gewerbe erhebt Stadto. Paeth lDtn.) Klage über die angeblich zu hohen Berwoltungskosten der Bezirksarbeitsnachweise und der städtischen Berufsberatung. Er sprach von einer„Ausblä- hung de« Beamtenapparates" und forderte einen Abbau der Bezirksarbeitsnochweise. Sein Fraktionsgenosse, der deutschnatio- nale Arbeitersekretär Bartels, brachte Angriffe gegen Ar- beitslose zur Sprache. Nach seinen Angaben sollen im Ar- beitsnachweis in der Gormannstraße diese Arbeitslosen von an- deren Arbeitslosen angegriffen worden sein. Zurufe von der Tri- bün« und von der Linken des Hauses wiesen darauf hin, daß es fich um provozierend austretende hakenkreuzler gehandelt Hobe, die in einen etwas lebhaften Disput mit anders- denkenden Leidensgefährten geroten waren. Als Stadto. Preißing (KPD.) gegen den Vorredner polemisierte, kam es zu einem Krach zwischen Rechts und Links, den der Vorsteher, Genosse haß. eine Zeitlang vergebens zu schlichten suchte. Als Magistratsver- treter sprach der Vorsitzende des Landesarbeitsamtes Berlin, Stadtrat Genosse Brühl. Er betonte gegenüber dem Stadto. Paeth, daß es nicht darauf ankomme, nur festzustellen, sondern es müsse an der Abänderung etwa bestehender Mängel mitgearbeitet werden. Dos eine aber müsse mit allem Nach- druck endlich mal betont werden, daß e» wirklich keine Kleinigkeit war. 260 000 Arbeitslose über diesen Winter hinweqzubringe- Nirgends ist etwas passiert, nirgends ist es zu dem geringsten Krawall gekommen. Die Bezirksarbeitsämter und -nachweise haben ihre Ausgabe, die wirklich nicht nur in Ar- beüsvermittlung und in der Auszahlung der Erwerbslosenunter- stützung besteht, geradezu mustergültig gelöst. Bewundern». wert ist es. was die Bezirke, die Stadto. Paeth eben angegriffen habe, geleistet haben in der Beratung Erwerbsloser, im Beistand an hilfesuchende, in der geistigen und m o- teriellen Ausrichtung Verzweifelnder. Wenn wirtlich hier und dort einmal nicht alles nach Wunsch ging, wenn einmal Leute ungenügend unterstützt oder gar abgewiesen werden mußten, so sind nicht zuletzt die geltenden gesetzlichen Bestimmungen daran schuld. Schließlich müsse man doch auch bedenken, daß Ar- beitslose nur— Menschen sind!— Der folgende Redner, Ge- nosse Reimann, nahm sich Herrn Obermeister Paeth ganz gehörig vor. An dem umfangreichen Zahlenmaterial, das Paeth'vorge- tragen habe und das eine umfangreiche Vorarbeit und Ausarbei- tung voraussetze, sehe man, was die Unternehmer es sich kosten lassen, wenn es gelte, gegen Einrichtungen zu Felde zu ziehen, die nicht den Beifall der Unternehmer fänden. Warum haben Sie, Herr Paeth, ihre Anstände nicht in den A u s s ch uß b e r a t u n g e n vorgebracht, fragte Genosse R e i m a n n den Obermeister. Dort hätten Abänderungen, wenn sie nötig sein sollten, beschlossen werden Forderungen zum Schulaufbau Zur Beachtung für die Elternbeiratswahlen. Für brennende Gegenwnrtsforderungen sich einzusetzen, gilt es bei den Elternbeiratswahlen, wer das will, hilft den freunden des„Schulaufbaus" nachstehende Forderungen durchzusetzen: l. Kamps gegen den Schulabbau. 2. Keine Erhöhung der Klossensrequenzen. Z. Ausreichende Beköstigung oller kranken und unter ernährten Kinder durch Schulspeisung. Versorgung Bedürftiger mit Kleidung. 4. Unentgeltliche ärztliche Behandlung(Ausbau des Schularzt- und Schulfchwesternwesens). 5. Ausreichende Heizung. Säuberung und Belüftung der Schulen. 6. Beschaffung und Lieferung der notwendigen Lehr- und Lern- mittel durch Gemeinde und Staat. 7. Schulgeldfreiheit. S. Uneingeschränkte Erhallung der Grundschule. 9. Soziale EinHeils- und Arbeitsschule. 10. Kamps gegeu die Vcrtirchlichung der Schule. 11. Durchsührung der Lehrerbildung im Sinne der Reichsver- faffung. 12. Kampf gegen die politische Vergiftung der Zugend. Wählt Lifte Schulaufbau! können. Jetzt hier im Plenum solche Reden gegen kommunale Ein- richtungen zu halten, sei leicht, bringe aber keinen Vorteil für die Sache. Bei den Angriffen gegen die Arbeitsnachweise komme es den deutschnationalen Unternehmern nur darauf an. sie zu oerun- glimpsen, um schließlich doch noch die Nachweise in ihre Hand zu bekommen. Wenn tatsächlich noch nicht alles nach Wunsch ginge, so sei besonders schuld daran die Umgehung der Arbeitsnachweis e durch die Unternehmer.. Den Lomenlalionen paelhs über die hohen Kosten für die Ar- beitsnochweife und die Erwerbslosenfürsorge stellte Genoste Reimann die unverschämten Forderungen der deutschen Fürsten gegenüber. (Großer Lärm rechts!) Dort gelte es für die Arbeitslosen als Opfer einer kapitalistischen Wirtschaftsweise einzu- treten und ihnen zu helfen. Den Fürsten aber wünschen die Deutschnationalen Millionen und ober Millionen in den unersätt- lichen Rachen zu werfen. Wir Sozialdemokraten stehen allerdings auf dem Standpunkt, daß der Ertrag der Arbeit auch den Arbeitenden und damit dem Volke wieder zugute komnien müsse. Unser Redner trat dann für einen Antrag unserer Fraktion ei», der bei dieser Gelegenheit mit beraten wurde, der oerlangt, daß Arbeitsnachweise nicht in Verbindung mit gast- wirtschaftlichen Betrieben stehen dürfen. Am Schluß seiner mit großer Aufmerksamkeit auf genommenen Rede sprach R e i m a n n dem Landcsarbeilsamt und den Bezirksarbcilsömlern den Dank für ihre außerordentlich schwere Arbeit aus. Wenn auch noch lange nicht alles nach dem Willen der Sozial- demokraten ginge, so stehen wir nicht an, rückhaltlos a n z u e r- kennen, was von den genannten Stellen im Interesse der Er- werbslosen getan worden ist. Wir schulden Dank nicht nur den Leitungen der Institute, sondern allen Beaniten und An- ge st eilten, die Arbeit an den Arbeitslosen getan haben.(Lebhafter Beifall links und in der Mitte!) In der Ab- ftimmung wurde der Antrag der Deutschnationalen auf Zurückoer- Weisung an den Haushaltungsausschuß abgelehnt, dagegen wurde der Titel nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen. Bei der Beratung des Etatabschnittes Jugendsiirsorge gibt Genossin Todenhagen den Bericht. Die Stadto. hosfmonn- Gwinner(KPD.) bringt dabei Beschwerden, die sich bei der Ver- schickung von Kindern aufs Land ergeben haben, vor. Sellheim von der gleichen Fraktion erhebt ebenfalls Klage über Mißstände bei der Jugendsiirsorge! die einzelnen Fälle behandelt der Redner mit größter Weitschweifigkeit und bringt schließlich all die gewohnten kommunistischen Redensarten vor. Der Redner reicht schließlich einen Antrag ein, der verlangt, daß zur Ueoerwachung der kommunalen Für sorgean st alten ein Ausschuß von neun Stadtverordneten auf paiitätischer Grundlage gewählt wird, dem jedoch ohne vorherige Anmeldung die Kontrolle möglich sein soll. Stadträtin Genossin Weyl trat den Angriffen gegen ihre Verwal- tung entgegen. Noch dem Schlußwort der Genossiii Taben- Hagen wurde die Abstimmung vertagt.— In vorgerückter Stunde wandte stch das Haus der Beratung des Etats für die hoch- und Ticfbauverwaltung zu. der Ankauf üer Hochbahn beschlossen. Zustimmung der gemischten Teputation. Gestern hat die gemischte Deputation für die Finan- zierung der AEG.-Schnellbahn nach einer verhältnismäßig kurzen Debatte grundsätzlich ihre Zustimmung zu dem zwischen der Stadt und der Hochbahn abgeschlossenen Vertragsentwurf erklärt. Rur die Deutschnationalen gaben eine kurze Erklärung ab, daß sie in dieser Transaktion eine weitere Kommunalisicrung der Ler- kehrsunternehmungen sähen, gegen die sie aus grundsätzlichen Cr- wägungen heraus stin men müßten. Alle anderen Fraktionen er- klärten sich mit dem Vertragsabschluß einverstanden. Der Entwurf wird infolgedessen in der nächsten Woche vom Magistrat offiziell ver- abschiedet und der Stadtverordnetenversammlung als Vorlage zu- geleitet werden. Man kann damit rechnen, daß er dann noch im Laufe dieses Monats vom Plenum der Stadtverordneienvcrsa'nm» lung verabschiedet werden wird. Einige kleinere Unslimmigkl ten, die noch übriggeblieben sind, werden bis dahin auch beseitigt sein können. Die nächste Folge der Annahme dieses Vertragsabschlusses wird sein, daß die Stadt Berlin über die u n b e st r i t t e n c M a- jorität in der Generalversammlung verfügen und auch den Aufsichtsrat mit einer starken Majorität städtischer Vertreter besetzen wird. Jnfolgedeisen wird es der Stadt möglich sein, alle Verkehrs» nternehniungen(die Aboag-Majorität ist im Besitz der Hochbahn eingeschlossen) einheitlich zu leiten, Kon- kurrenzgesichtspunkte auszuschalten und mit h ö ch st e r Wirt- schastlichkeit zu arbeiten. Das nächste wird sein, daß dur ar- weiterte hochbahngesellschast, deren Aktienkapital durch die Ucbcr- nähme der bisher städtischen Linie um ei» Beträchtliches erhöht wird. sich um die Ausnahme einer größeren Anleihe voraussichtlich stp Au«- land bemühen wird. Dann wird es möglich sein, den von der Stadt jetzt schon mit größter Energie betriebenen Ausbau des Schnellbahnnetzcs so zu beschleunigen, daß nicht nur die AEG.-Schnellbahn, sondern auch eine weitere O st- W e st- V e r- b i n d u n g(Alexanderplatz— Potsdamer Platz) sowie die V e r d i n- dung Moabit— Treptow i» beschleunigtem Tempo fertig- gestellt wird. Daran wird sich dann sofort die Verlängerung der vorhandenen Linien nach den Außenbezirken anschließen. Jedenfalls wird in alle diese Dinge e>n ganz anderes Tenipo als bisher kommen. Das ist auch der Grund, weshalb der Vertragsentwurf in der gemischten Deputation schließlich von allen Parteien mit Ausnahme der Deutschnationalen angenommen worden ist. In materieller Be- ziehung bedeutet er zunächst für die Stadt eine nicht unerhebliche „hm, nicht schlecht," sagte Knorke belustigt,„ich würde sicher zum Tode verurteilt und kann mich einstweilen wohl als erschossen ansehen." Fritze rief:„Bei uns gibt's keine Todesstrafe!" „Nein," setzte Karle wieder eifrig ein,„wohl hat uns der Lehrer in der Berfafsungskunde erklärt, daß allerdings im Weimarischen Grundgesetz noch die Todesstrafe steht, die müsse und würde aber sehr bald herauskommen." „Menschen töten," mischte sich Anneliese ein,„wäre kein Kunststück. Das könne auch ein toller Hund, sagt unser Fräu- lein. Aber sie zu bessern, dazu gehöre menschliche Vernunft." „Alle Wetter," fuhr es aus Knorkes Munde,„mir scheint wirklich, die ganze Knorkesche Entente ist gegen mich schon mobil gemacht, oder, Olleken, bist du noch neutral?" „Na," meinte Mutter,„nu komm man rin Kaffee trinken!" Wieder waren einige Wochen vergangen. In der Fa- milie herrschte, außer bei Vater Knorke, große Aufregung. Fritz hatte vom„Kamerad" Pfeil, der den Vermittler ge- macht hätte, den Fünflampenapparat mitgebracht. Die Witwe hatte ihrem Sohn noch Schweden geschrieben, für wen der Lehrer den Apparat haben wollte, und so hatte man ihn un- verhofft billig erholten, so daß das Geld noch zu zwei Paar Hörern langte und somit bei der ganzen Familie alle Ohren gedeckt waren. Aber auch der letzte Sparpfennig war aus- gebraucht, denn Vater Knorke war in letzter Zeit sehr genau geworden. Mutter behauptete, er gebe zu viel für die neue Schule aus.— Sonnabends, wenn zeitig Feierabend war, ging Vater mit seinem handwerkzeug und einem Arm voll Pfählen zur Schule. Dort wurde mit noch einigen arbeitslustigen Kollegen alles mögliche: Werktische. Werkzeuge. Hobelbänke, Schränke usw. gebaut- Reichte der Sonnabend nicht aus, wurde auch der Sonntag vormittag dazu genommen, so daß die neue Schule trotz des Fehlens der Mittel zum Erstaunen des reaktiv- nären Schulrats sich zu einem Musterinstitut ersten Ranges entwickelte. Auch Mutter war mit Anneliese schon häufig nachmittags zur Schule gegangen und hatte geholfen, dieselbe auszustatten. An einem Teil der Fenster hingen sogar Gardinen, und auf den Toiletten Handtücher. Da Mutter Knorke in der Jugend die Weißnäherei erlernt hatte, half sie der Lehrerin bei ihrer Arbeit. Die elf Nähmaschinen im Nähsaal waren immer be- setzt, wenn nicht von Schülerinnen, so von arbeitslosen Mädchen und Frauen, die hier für Haus und Schule flickten, stickten und schneiderten. Allem aber setzte die Krone aus, daß der Rektor und seine Frau mit unermüdlichem Bienenfleiß von Geschäftsleuten, welche die freie Schule fördern wollten, Stoffe herbeischafften, die sie unentgeltlich an die Kinder und Arbeitslose abgeben konnten. Vater und Mutter Knorke besuchten nicht nur alle Ver- anstaltungen der Schule, sondern nahmen zwanglos und un- geniert, aber um so mehr interessiert öfter an dem Unterricht teil. Und nicht nur sie allein, hier war wirtlich in jeder Be- ziehung der Kontakt zwischen Eltern und Lehrer rcsp. Eltern- Haus und Schule zum Wohle und Gedeihen der Kinder vor- Händen. Da, vier Tage vor Vaters fünfzigstem Geburtstage, bis zu dem von der ganzen übrigen Familie schon die Stunden gezählt wurden, schlug in den Clou dieses Tages, den Fünf- röhrenapparat, wieder ein Blitzstrahl, der dieses Mal nicht von einem mütterlichen Donnerwetter ausging, sondern von Vater Knorkes Gesicht, das wie eine Sonne strahlte, als er am Abend mit einem Paket nach Hause kam. Fritze, der wie die andern wieder bei der Mutter in der Küche hockte, wurde vom Vater in die Stube gerufen. Er riegelte die Tür ab, legte den Zeigefinger auf den Mund und wickelte einen nagelneuen Dreiröhrenapparat aus. Fritz stand mit so entsetztem Gesicht dabei, daß Vater verwundert fragte: „Na, er gefällt dir wohl nicht?" Fritz hatte Mühe, sich nicht zu verraten, und sagte klein- laut:„Ach ja— aber—" „Na, was aber?— Was wachste denn für ein dummes Gesicht? Ich habe dir gerode ihn zuerst gezeigt, weil du stets die meiste Freude und das größte Interesse am Rundfunk gehabt hast." „Ja," sagte Fritz, nach einer Ausrede suchend,„ich habe — nur— Bange, Mutter wird wieder schimpfen." „Meinste?" fragte Bater kleinlaut. „Weißte was, Vater," fuhr es plötzlich aus Fritz heraus, „verstecke ihn und hole ihn erst zu deinem Geburtstage hervor. An dem Tage schimpft sie so leicht nicht." „hm," brummte der Vater, sichtlich enttäuscht. „Bist ja'n ganz schlauer Kerl— aber— wo soll ich ihn unterbringen, damit ihn Mutter nicht findet, die doch zu solchem hohen Festtage alle Ecken und Winkel um- und aus- kehrt?" „Gib ihn mir man." erklärte Fritz resolut, das Ding wieder einpackend,„ich stelle ihn in unsere Kammer zu unse- ren Geschenken. Da geht Mutter bestimmt nicht bei." Und ehe der Vater eine Antwort geben konnte, trug er schon das Paket hinein. An dem sonst fröhlichen Abendtisch wollte heute keine Stimmung aufkommen. Mutter und Geschwister merkten Vater und Fritz an. daß beide irgend etwas drückte. Erstere hatte Fritz beiseite genommen, ober nur die leise Antwort er- halten:.Letzt nicht. Voter paßt auf. Morgen." (Fortsetzung folgt.) Die kille Eurer Kinder: Sä! Sdndaufbau! Belastung. Außer einer Dioidendengaranti« von 7 Proz. muß die Stadt fiir die nääisten fünf Jahre, erstmalig am 1. Juli 1927, eine Zusatzdividende von 4 Proz. an die bisherigen privaten Aktionäre auszahlen. Das bedeutet für fünf Jahre eine jährliche Mehrbelastung von 3,2 Millionen Mark. Dabei ist es noch durchaus fraglich, ab dos Unternehmen aus eigener Kraft eine Dividende von 7 Proz. ab- werfen kann und ob nicht auch hier Zufoßzahlungen sich als not- wendig herausstellen werden. Nach fünf Jahren kann die Stadt allerdings die Aktien entweder durch Barzahlung oder durch �hergäbe einer dem Werte der Barzahlung entsprechenden Kommunal» Obligation aufkaufen.®s wird ganz von der Zinsentwicklung ab- Höngen, wie die Stadt nach fünf Iahren bei dieser Transaktion abschneidet. Die sozialdemokratischen Bertreter haben den Ab- machungen— ohne jede Begeisterung— schließlich zugestimmt, weil hier endlich die Möglichkeit gegeben war, eines der großen Ziele der sozialdemokratischen Kommunalpolitik, die Vereinheit- liehung des Berliner Verkehrs in der chand der Stadt weiter zu fördern. Die nächste Etappe nach dem Ausbau de. Unter- grundschnellbahnnetzes wird die Herstellung einer weiteren engen Berbindung mit dem Schnellbahnnetz des Reichsbahn fein, dessen Elektrisierung in den nächsten Jahren sicher vollzogen werden wird. Jedenfalls kann man hoffen, daß wir im Berliner Verkehrswesen in den nächsten Iahren bedeutende Fortschritte machen werden und daß die Versäumnisse einer weniger tatkräftigen und zielbewußten Stadt- Verwaltung der Bergangenhest heute unter dem starken Druck de« gestiegenen sozialdemokratischen Einflusses verhältnismäßig schnell nachgeholt werden.___ Massagesalon für Herren." Martyrium eines Knaben.— Die Mutter«Ks Kuppleria. In einen Abgrund tiefster Verkommenheit ließ eine verHand- lung vor dem Schöffengericht Schöneberg blicken, die unter Ausschluß der Oeffenllichkeit geführt werden mußte. Es entrollte sich dos Bild der widernatürlichen Zuneigung einer ZZjährigen Frau zu einem zwötf jährigen Knaben, der überdies noch uns schnödester Habgier verkuppelt würbe. Angeklagt war eine Frau Beatriee Bender, die in der Nollendarfstraße einen Massagesalon für Herren unter- hielt. Von einer ihrer„Gehilfinnen" hatte sie im Jahre 1919 den damals sieben Jahre alten unehelich geborenen Sohn Max zu sich genommen. Dein bildhübschen Jungen ließ sie eine sehr gute Erziehung angedeihen und schickte ihn sogar aus das Gymnasiunu Der arme Junge muhte ober den„Kunden" des Massagesalon». der reichlich mit allen Marterwerkzeugen ausgestattet war, bei den entsprechenden Handlungen Hilfeleistungen machen. Mit 12 Iahren machte die Angeklagte den Knaben zum Opfer ihrer eigenen Gelüste. Schließlich wurden Nachbarn aus da» Treiben in dem„Massagesalon" aufmerksam und erstatteten Anzeige bei der Kriminalpolizei, so daß eines Tages die Kriminalpolizei das Kuppel- nest aushob. Leider gelang es nicht, die Kunde», die da« Kind so schändlich mißbraucht hatten, zu ermitteln, wohl aber mußte sich letzt die Masseuse selbst unter der schweren Anschuldigung des Sitt- lichkeitsoerbrechens an einem ihr zur Erziehung anvertrauten Kinde Unter 14 Iahren und wegen schwerer Kuppelei oerantworten. Die Angeklagte wird von einem wahren Liebeeparoxismu» zu dem jetzt vierzehnjährigen Knaben beherrscht. Noch schlimmer als die Schuld der Angeklagte» war die der Mutter des Kinde», denn es ergab sich, daß alles mit Wissen der eigenen Mutter geschehen war und daß diese von dem Anteil an dem Sünden- gekd gelebt hat. Di?. Folge dieser Enthüllungen wird sein, daß auch gegen die Mutter, eine gewisse Bruhn, nachträglich Anklage erhoben «erden dürfte. Nach dem Gutachten des Scfängniearztes Dr. Hirsch ist die Angeklagte eine moralisch verkommene minderwertige Person. aber nicht geisteskrank. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Reimer beon- txagte 1 Jahr 9 Monate Zuchthaus. Das Gericht billigte der Ange- klagten aber mildernde Umstände zu und erkannte auf 1 Jahr 6 Mo- nate Gefängnis. Das erschwerende Moment des Mißbrauch» eines zur Erziehung anoertrauten Kindes mußte fallengelassen werden, «eil der Knabe unter ständiger Aufsicht der Mutter geblieben war. Der wassersall im vlkloria-Dork aus dem Kreuzberg ist seit 1. Juni wie folgt im Betrieb: In den Monaten Juni und Juli von 1 bis 8 Uhr nachm., im August von 12 bis 7 Uhr nachm.. und zwar an folgenden fünf Tagen: Dienstag. Mittwoch. Freitag. Sonn- abend und Sonntag. Diebstahl eiaes IS 000-vollar-öriefes. Don dem Diebe bisher keine Spur. Ein dreister Diebstahl, der von langer Hand vorbereitet und im günstigsten Augenblick ausgeführt wurde, ist im H a u p t z o l l- amt Alt-Möabit verübt worden. Der Dieb, dem«in Ein- schreibebries mit 10 000 amerikanischen Dollar Inhalt als Beute zugefallen ist, ist unerkannt und unbehindert entkommen, denn man hat bis zur Stunde überhaupt noch keine Spur von dem Täter entdecken können. Einer alten Bestimmung gemäß werden Auslandsbriefe, die große Werte enthalten, dem Empfänger nicht direkt durch die Post ausgeliefert, sondern gehen an da» Hauotzollamt zur Kontrolle. Dort werden sie dem Adressaten ausgehändigt. So bekam die American Expreß Compono aus der Ehar- lottenstraße von ihrem New Dorker Stammhaus eine größere Geld- sendung, die auf zehn eingeschriebene Briefe verteilt war und zusammen 100 000 Dollar ousmochte. Nach deutschem Postrecht ist die Postbehörde für Einschrelbebriese nur bis zu 40 Mk.«rsotz- pflichtig. Die Gesellschaft hat darum ihre Geldsendung noch beson- der? versichert. Am 2. d. M., vormittags gegen 10 Uhr, lieferte der Geldbriefträger des zuständigen Postamtes ordnungsmäßig gegen Quittung die zehn eingeschriebenen Briefe aus Amerika im Haupt- Zollamt ab. Am nächsten Morgen um 7?» Uhr erschienen zwei Slngestellte der Expreß Company, um die Sendung abzuholen. Zll» der Zollsetretär sie ihnen vorzählte, stellte e, sich heraus, daß es nur noch neun waren. Der zehnte Brief war spurlas verschwunden. Di« Kriminalpolizei de« Polieeiamts Tier- garten wurde benachrichtigt. Die Ermittlungen ergaben bald, daß ein Einbruch nicht in Frage kam, denn die Schlösser der Türen und des Schranke?, in dem die Sendung lag. waren unberührt. Der Täter kann nur jemand sein, der über den Wert der Briese und ihren Aufbewahrungsort genau unterrichtet war. Er muß gewußt haben, daß die groß« Sendung für die Expreß Company eingelaufen war. Der verschwundene Brief enthielt nur Noten zu 8 bi» 2 0 Dollar, deren Nummern bei dem geringen Wert« nicht notiert wurden. Bisher fehlt von dem Diebe noch sede Spur. All» Mitteilungen, die zur Aufklärung dienen können, nimmt Kriminalkommissar Budde im Zimmer 1(5 des Polizeiamt» Tier, garten entgegen.__ Auslegung Ser wahlorünung für öle Elternbeiräte. Für die bevorstehenden Wahlen der Elternbeiräte teilt der Amt, liche Preußische Pressedienst au» einer Mitteilung des Minister» für Wissenschast. Kunst und Volksbildung au» der Auslegung der Wahlordnung für die Elternbeiräte vom 12. April 1922 fol- gende« mit: Die Elternbeiräte sollen reine Elternvertretungen sein. Deshalb steht, wenn Zöglinge von Erziehungsanstalten (Waisenhäusern, Rettungshäusern usw.) öffentliche Volksschulen be< suchen, das aktive und passive Wahlrecht den Eltern, bei Halbwaisen dem lebenden Elternteil«, für uneheliche Kinder der lebenden Mutter, nicht der Zlnstaltsleitung zu. Dagegen baben die Leiter der Erziehungsanstalten für vater- und mutter- lose Zöglinge(Dollwaisen), welche öffentliche Schulen besuchen, da» aktive und passive Wahlrecht, wenn ihnen die elterliche Gewalt über diese Kinder zusteht. Die erste» verteidigerplaidoyerS im Lützow-Prozeh. Die Verteidigung im Lützow-Prozeß scheint sich ihrer schwierigen Aufgabe voll bewußt zu sein. In einem Falle wie dieser, wo ein so ungeheure, Material psychologischer, pädagogischer und medizinischer Ratur zusammengetragen worden ist, ist die Verantwortung, di« aus der Verteidigung liegt, besonders groß. Als erster versuchte Rechts- anmalt Dr. Neumond gewissermaßen die Weg« zur juristischen Beurteilung der dem Angeklagten zur Last gelegten Handlungen frei- zulegen. An Hand der Analyse de» äußerst komplizierten Zeugen- Materials oersuchte er den Beweis zu führen, daß die Zeugnisous. sagen so viel Widersprüche und Unwohrscheinlichkelten in süh bergen und größtenteils derart subjektiv gefärbt waren, daß sie nur die Be> deutung von Indizien besitzen können, daß ihnen jedoch keine B e- w« i» k r a s t zuzuschreiben sei. Rechtsonw. Dr. S t« m m l e r gab darauf die juristische Analyse der inkriminierten Hand. lungen. Die Frag», ob Lützow homosexuell sei oder nicht, sei juristisch ohne Bedeutung, da die Homoseruolilät an und für sich nicht strafbar sei und das Nichtvorhandensein von Homosexualität Industrialisierung des Wohnungsbaues. Unter Leitung de» Genossen Leipart hielt die vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund gegründete Dewog, Deutsche W o h n u n g s f ü r s o r g e A.- G. für Beamte. Angestellt« und Ar. beiter, ihren ersten Wohnungsfürsorgetag im Meistersaal ab. In seiner Begrüßungsrede wies Genosse Leipart darauf hin, daß die Gewerkschaften sich ganz auf den Boden der Richtlinien stellen, die der Deutsche Städtetag in seiner Tagung am 9. April auf- gestellt habe. Sie wünschten eine Senkung der Baukosten, die Auf- steltung eines Wohnungsbouprogramms für längere Zeit, die ver- teikung der Bauausführungen derart, daß auch die Zeiten schlechter Konjunktur mit ihnen ausgefüllt werden und eine Rationalisierung der Bauweise selbst. Es sei notwendig, daß die Regierung diesen Fragen nicht nur mit Wohlwollen gegenüberstehe, sondern mit ge- ösfneter Hand. Stadtbaurat a. D. Dr. ing. MartinWagner. der über das Tdema.StadtischeGroßsiedlungen. Wege der Baukosten- lenkung durch Rationalisierung des Wohnungsbaues" sprach, wie» daraus hin, daß es notwendig sei, ein billigere» Bauen zu ermög- lichen. Es müßten Housbaulaborotorien eingerichtet werden, in denen die verschiedensten Baumethoden durchprobiert werden könnten. Das billigere Bauen darf kein schlechteres Bauen bedeuten, sondern nur. daß mit weniger Arbeitskraft und mit weniger Kapital bessere, rneicht werde als bisher. Dazu sei vor allen Dingen eine TNassenproduktion notwendig. der Serienbau müsse gesordert«erden, e» müßten lesstungsfähige Großauftraggeber vorhanden sein, und eine lückenlose Beschäfti- gung des Baumarkte, während de» ganzen Jahres würde ebenfall» zu einer erheblichen Verringerung der Baukosten beitragen. Schon die Forderung, daß an Stelle der Handarbest immer mehr di« Maschine treten müsse, führe dazu, das Bauen im großen zu bevor- zugen, denn nur dadurch sei es möglich, die Moschine vollständig aus- zunutzen und damit eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit im Bauen und eine Senkung der Baukosten zu erreichen. Es könne heut« schon gesagt werden, dem Ziegelbau gehört nicht die Zukunft. Gerade das letztere bestritt der erste Diskussionsredner, der Staatssekretär Scheidt vom Preußischen Wohlfahrtsministerium. Er wies darauf hin. daß bei dem jetzigen Stand der Wirtschaft die freie Wirtschaft aus dem Wohnungsmarkt zu einer vierfachen Miete gegenüber der Friedensmiete führen würde. Wenn man«ine verbilligung des Wohnungsbaues erreichen wolle, müsse man folgende vier voraus- setzungen schassen: 1. eine weitgehende Typisierung der Baukörper, 2. eine weitgehende Typisierung der Bauteile, 3. die Massenher- stellung von Häuser» an Wenigen Plätzen und 4. die Massenherstellung der einzelnen Bauteile in Großbetrieben. Diejenigen Stellen, die die Baukostenzuschüsse verleilen, müssen daraus dringen. daß diese Boranssetzungen erfüllt würden und ihre Zuschüsse ver- weigern, wenn es nicht der Fall ist. Ministerialrat Schmidt vom Reichsorbeitsministerium verlangt zur Verringerung der Auf- schließungskosten von Terrain», daß diese Kosten auf die breiten Schultern der Sesamtheil gelegt werden und daß sie yicht allein von den Bauviden getragen werden müssen. Staatssekretär a. D. Pros. Hirsch bejchästiate sich mit unserer verkehrten Wirtschaftspolitik. Wir hätten zurzeit einen sehr slüssigen Geldmarkt für kurzfristiges Geld. Unser Geld geht zum Teil ins Ausland. Das bedeutet, daß wir draußen Arbeitskrästen die Beschäftigungsmöglichkeit geben, wahrend wir im Inland das große Heer der Arbeitslosen haben. Zluherdem steht uns Baumaterial zur Verfügung. Wir haben dieses äußerst dringlich« Wohnungsbedürfni«, und da müßte ein Weg qe. funden werden zu schnellerem und billigcrem Bauen als es bisher der Fall ist. Regierungspräsident Krüger aus Lüneburg trat lebhast für das Klsinhau» mit Garten ein. Er verlangt« rechtzeitige Bereitstellung der Mittel au» der Hauszlnssteuerhyp«. thek und außerdem, daß die Organisation der Zuführung der Mittel an die Bauherren besser gestaltet werde. Der Stadtbaurot May aus Frankfurt a. M. machte die Mstteilung, daß demnächst in Frank« furt a.M. eine neu« haussabrik in Betrieb gesetzt werde. Andere Diskussionsredner hatten Bedenken gegen die Herstellung von Häusern in Fabriken. Es sei unmöglich, «in gesamte. Hau» in einer Fabrik herzustellen. Für einzeln« Ar- beiten de» Hausbaues sei di, Herstellung an Ort und Stell« un«r. läßlich. In sehr interessanter, eindringlicher Weise berichtete Stadt- rat Dr. Kompfsmeyer-Wien über die Wiener Woh- nungsbouergebniss«. die es möglich machten, ein für fünf Jahre berechnete» Bauprogramm in drei Jahren zur Durchführung zu bringen und mit Hilfe einer Mietergesetzgebung, wi« l'« in Deutsch- land völlig unbekannt ist, die Mieten sehr niedrig zu holten. Auch er trat für die konzentriert« Lauweis« ein. die e» ermöglich«, sehr wertvclle Wohnungsergänzungen(Zentrolwolchonstalten. Kindergärten. Lesehallen usw.) für einen Wohnungsroqon zu schaffen. Die ästhetischen Bedenken, die von Architekturseit« gegen die Typisierung de» Wohnungsbaues vorgebracht wurden, zerstreuten die in der Diskussion sprechenden Architekten G r o p i u S- Dessau, Bruno Taut» Berlin u. o. mit dem Hinweis darauf, daß es Aufgab« der Architektur sei.«inen den wirtschaftlichen Erfordernissen de» neu- zeitlichen Wohnstngsbaue, entsprechenden Architekturstil zu schassen. Die Versanimliing einigte sich, die von Staatssekretär Scheidt und Negierungspräsident Krüger aufgestellten Leitsätze anzunehmen. andererseits nicht strasausschliehend wäre. Ebensowenig unterliegt der Beurteilung des Gerichts, ab Prügel päda- qogisch zweckmäßig gewesen waren oder nicht. Dos allgemeine L o n d r e ch t gestatte dem Erzieher das Züchtigungsrecht im Rahmen der väterlichen Gewalt. Das Reichsgericht hat aber erklärt, daß eine Züchtigung mit dem Rohrstock kein« gesähriiche Körperverletzung in sich schließen könne. Ebensowenig bedeute aus Grund von Reichsgerichtsentscheidungen die Züchtigung auf den nackten Körper eine unzüchtige Handlung. Hinsichtlich der Beurtei- lung der Liebkosungen und Zärtlichkeiten stellt sich die Verteidigung auf den Standpunkt des Sachverständigen Dr. Andresen, der sie als Ueberfpitzung und Verzerrung des Landes- erziehimgsheimsprinzips betrachtet hat. Zum Schluß seines Plai- doyers bespricht der Verteidiger jeden der 21 Fälle besonders und vertritt hinsichttich des Falles Weiß den Standpunkt, daß die widerspruchsvoll« Aussage dieses Houptbelastungszeugen den Stempel einer künstlichen Konstruktion trage. Au» ollen diesen Gründen sei di« Freisprechung des Angeklagten gegeben. Heute finden die Plaidoyers der Verteidiger Dr. Valentin und Dr. Frey statt. Vieüer ein Ueberfall bei Vuhlgarten. Der Räuber mit dem verfolgenden Polizeihund verschwunden. Dorgestern abend hat sich innerhalb von acht Togen der zweite Raubübcrsall bei Wuhlgarten ereignet. Am 2«. Mai wurde eine Pflegerin der Anstalt auf dem Heimwege angefallen und ihrer Handtasche beraubt. Gestern abend kehrt« nun hie 18 s ä h r i g e Tochter eines Angestellten der Anstalt au» Berlin mit einem späten Zuge heim. Da sie sich ängstigte, allein zu gehen, bat sie einen Schupobearnten, ber mit lxjnem Hunde om Bahnhof stand, doch in einiger Entfernung hinter ihr herzugehen, da sie sich dann sicherer fühlen würde. Der Beamte entsprach bereitwillig ihrem Wunsche. Das jung« Mädchen mußte auf seinem Wege an einem Roggen- selb entlanggehen, dos etwa 100 Meter weit die Landstraße de- gleitet und dessen Korn jetzt bi» zur Brusthöhe emporgewachsen ist. Gleich hinter dem Roggenstück beginnt das Gelände der Anstalt, das eingefriedigt ist. Kaum hatte das Mädchen den Anfang des m,t dichtem Buschwerk bestandenen Zaune» erreicht, als ein Mann sie ansprang und am Halse würgte. Der Schupobeomte, der dem Mädchen gefolgt war, lief herzu und machte gleichzeitig seinen Hund lo». Das Tier stürzt« sich auf den Mann, dieser wich ihm ober aus und entsloh in dos Feld. Der Hund folgte chm dorthin, während der Beamte wartete, daß das Tier Standlaut geben sollte, weil er anders in der Dunkelheit den Räuber nicht hätte finden können. Er wartete jedoch vergeblich. Der Hund ließ keinen Laut mehr hören, und als der Beamte nun da» Roggenstück absuchte, fand er weder seinen Hund nach den Räuber vor. Auch al» er mit Unterstützung von vier weiteren Beamten des 238. Revier» noch ein- mal nachforschte, fand sich k« i n e S p u r. Wi« der Wegelagerer es möglich gemacht hat, den scharsen Hund zum Schweigen zu bringen. ist völlig rätselhaft. WahrscheinNch Hot er ihn mit einem geschickten Griff erwürgt oder ihn durch einen Schlag betäubt und mitge- Nammen, wahrend er selbst flüchtete. Bi» jetzt ist der Hund noch nicht mieder aufgetaucht. Auch von dem Räuber hat man noch keine Spur gesunden/ flbsturz öes franMschen Passagierflugzeuges. Gestern abend kurz nach 7 Uhr versuchte da» sronzösisch« Flugzeug„Jormon" S. 170 5. A. D. S. planmäßig auf dem Tempel» h o f« r Feld zu landen. Etwa IS Meter über dem Erb- boden socki« da» Flugzeug plötzlich ab und stürzt« in die X,«s,. Der Apparat ging in Trümmer. Hierbei zogen sich der ZSjährig» Pilot Jack. Ringel aus Paris sowie der Passagier Rechtsanwalt Dr. Magnus au» Zehlendors. Fürstenftr. 1.1, Per- letzungen zu. Sie erhielten auf dem Flugplatz erste Hilfe. Der Apparat, der einen guten Flug von Pari» über Köln hinter sich hatte, ist vollständig zerstört. Al,„Volksentscheid gegen den Bubikopf" ist die Wohl der Film- schauspielerin Grete Reinwoldt zur Sommerkövigin von Berlin" aus dem großen Sommerfest im Lima-Park««wertet worden. Ein Krei» bekannter Berliner Künstler hotte sich als „Preisrichterkollegium" zur Berfügung gestellt. Die erste„Gor- tierung" brachte 200 Damen zur Wahl, schließlich wurden 100, dann SO und endlich 23 zur„allerengsten Auswahl" gestellt. Roch 1>fstündiger mühevoller Arbeit konnte da» Ergebnis verkündet «erden, und unter donnerndem Beifall begrüßt» di« Meng« die bekannt« Filmschouspielerin Grete Reinwoldt mit ihrem blonden Haarbündel als die„Sommertönigin von Berlin". Laanerweihe in Erkner! Am Sonntag, den 6. Juni begeht der Ortsverein Erkner de» Reichsbanner» Schwarz-Rot-Gold da» Fest seiner Fahnenweihe, eingeleitet mst einem Fackelzug und Festvall am Sonnabend. Der eigentliche Festakt findet auf dem Schulplatz Sonntag nachmittag 2 Uhr statt, so daß jeder seiner Wahlpflicht oor- her genügen kann. Festredner ist Kamerad Senatspräsident Dr. Großmann. ckiotäglgc und zweitägige Sesellschastssahrlev zum Spreewold unter Fübrung oeS Heimasichristnellert Aeorg. Eugen Kitz I er finden am Sonn- abenb/isonntag, den d. und S. Juni statt. Herrliche Kahnfahrten werden. geboten durch den Srlen-Hochwald und zu allen schönen Punkten, auch wird der trachtenprächtige Kirchgang de» Sendinnen besichtigt. lvZcldunven im Deutlchen DertehrSbureau. Potsdamer AahnhoiSgebäude und im Reifebureau Werlheim, Leipziger Straße und Königstraße. Sprechchor für proletarische Felerstuadea. Sonntag, den S. Juni. Au?- flug nach Kaulsdors<>vüd. Tresspuntt morgen« g Uhr am Bahnhos Sadoma, jür Nachzügler aul der Diese beim Restaurant JanSsoucl.— In der lammenden Woche finden die UebungSstunden nicht am Donnerstag sondern am Mittwoch, dm 9. und Freitag, den 11. Juni statt. Sole Mutze- ztzverer«unk! kule kelle»- zlitzere katzrlt Balde sind»usschUggebend für «in« nebere Fortbewegung. Hut Du«in Auto, dum gib Ihn den guten i u verlissigcQ deutschen Reifen .Wer Conti fährt, weiß was er hat." Vorträge, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz-Rot-Gold". S«s»SftsN«Il»i Berlin s. 14, S-baltianttr. 37/88, fiof 2 Tr. XiKWTten Di« Iximpfcrrölirt nodl fftrd) ist auf den _ 37. sluni rfrleot. Gelöst- flort-n b-kalt-n Gtiltigtcit.«avirrad- s»ast Vest/N! Sa., ü. 5., Anirrten 5U Uht Maadcburaer Dia*.—«chöneberg. Ätichtnau. So., d. 5., findet unser Gartenfest in der Sckilasidrauerri statt. Di« Äamenaden nitjssrn so»eit!« da lein, dan der llmmarlid um �.-6 Udr erfolaen kann. Sannta«. d. 9., findet unser erstes Pladkonsert im Etadtvark naGmittaas I Udr statt. Kieri«! daden die Kameraden sämtlich Dienst.— Zreytn» slirei») Hanntaa. d. t.. sfadnenwcide Baumschulenmea. Treffpunkt Vn Udr Bauinichulenmea. Käpenickrr Landslra*e Eck« Baumschulenstradc. Nach der Deide arasirs Waldfest in»er Ztöniasbeide. Am Taae»arlier, Sa., d. 5.. aratzer i8ack-l»uo. Tresspunkt 8 Udr Kapenicker Landstrade.— Kar«»dorf. Ho., d. ö.. S Udr. Restaurant»ur Llltte Mitai.»B«rs. Vartraa. Orei» Ni«t>e»barni».vlt. Sanntaa. d. 8.. Treffen 12 Udr Erkner. Pflichtreranstal' tuna.— Reuendanen. chappeaarten. Birkenstein. Sanntaa. d. 6., Autafadrt nach Erkner, fl Udr ad Darf Ncuendaaen. 11,8 Uhr ab Lokal Walter.—- Weidense« tltrei»). Sanntaa. d.»armittaas 9 Udr, Antreten zur Auto- fahrt nach Erkner. Sritner Baum, Berliner Alle« 204. Ardeiter.SaMiariter.Kalann» Berlin e. B. Geschäftsstelle! Zl 27. Schänhalzer Strade 20.»dt. Oanbttendnra: Gemeinsame ifahrt am Sannabend. 5. fluni. nachmittaa». zum Seddinsr«. Abfahrt 859 Udr Bahnhaf Eharlattenbura. �ahrt bi» Dannsee. dart umstriaen in den Berliner Zu» di» Seddinsee. Oder Ab- fadr, Sanntaa 7.24 Udr. Di« Sanntaaafadrer werden Pom Bahnhof Seddin. see abardalt. Rrichsdund de«»rieaebeschidiatrn. Rrieasteilnedmer und»rieaerdinter. dliehene». Ortnnerein St««Uil>: Dienstaa. 8. fluni. 8 Uhr, im Albrrchtshaf Ritalieder»ersammlumi. Bund der«ri-asa-rletzien.«ihnen und Waisen der teschechaslawakisib«» Republik in Deutschland. Betirksleituna Grad-Berlin: SO 28, Naunnnktr. 9. Oetearun»« Südost und ReukäNn: Dienstaa. 8. üuni. piinktich 8 Uhr. in den Baden ttaufensälen. Sattdulser Damm 78, MitKlirderversammIun«. vrtsgrupp« Naeden: Rantaa. 14. fluni, pünktlich 8 Uhr. im Lokal van LindrntHal. Max. ltrade 8. Mitaltrdrrversaniinlun«. Taaraordnun»: 1. Bericht der Grhiets» kansrreni in Wilkau ISachsen). 2. Nentrnanaelraenhciten. Z. Stellunanahme Sür Deleairrtendefchtcknna Sur Bundestaauna in Plauen i. B. am 11. und 12. Septrmder 1928. 4. Kindernerschickuna. Treireliaiötr Gemeinde. Sanntaa nannitta» 11 Uhr Dappelallee 15 Sartre« de« Berrn P. Raaai:..Trennun,»an ktirche und Staat", charmanium:..An »« Weier"(Pressel). Gasla willkammen. Qasehblcidie unmöglich l Vollwertiger Cr&yfz: Seifix Ca bleicht die Wäsche durch ein viertelstündiges kochen schneeweiß und ist voJikommert unschädlich »innerckmr.JPG-tW»«!« IMW, Whf,Ned he»»rheife�SSnaarBirntia«.«au Berlin, sinat am Sanntaa, 8. fluni, mararn» 8 Uhr. unter Leituna seil»» Tdar- Meister» L. W. Kar» im Krankenhau»»riedrichsdain. Terner nrranftaltet her -dar am Dannerstaa.»hend»�7 Uh�.. ew ara�-�Da ■a'ov'tur.ii SaaTKaus?riedrichsl»ain. Sport. U«ion-Rennen in Treptow. Die OrtZgrudv« Berlin der deutschen Radfahrer. Union trug am Donner§taa idr« Bahnrennen aus der kleinen Rennbahn in Trepko« au«. Da» unbeständiae Wetter tonnte dem Besuch ketnen Abbruch tun. fln dem lOoO-Meter-Malsahren konnte Peter«(Olympia) vor R ü l l e r(Opel) und K n ö s ch al« erster über« Zielband gehen. Da« ZO-Runden-Punkte- fahren sicherte sich N e p k e r(Tito) mit t!l Punkten vor P r e u h e(Ninerva), 12 Punkte, den dritten Platz belegte Flechan« mit 9 Punkten Schars« «ärnpfc gab e« in dem ver«in«mannfchaft»rennen über 15 Runden. Der Opel-Dcrein(Arndt. Buse, Klan, Nickel) tonnte nur knapp vor den End- spurt-Leuten lDorn, irranke, Pitchke. Stäche) da« Ziel erreichen. Da» S0.KiIameter.Mannfchast«sahren brachte die Neutraltsierung de« Nennen« aus einige Zeit, da di« Beleuchtung nicht sunktionierte. Interessant»er- liefen die süns Wertungen! D o r n- R t ck e I(Opel waren mit 22 Punkten incht vom ersten Platz zu verdrängen). Thmer-Lip ke(Möwe- Astoria) mar der zmeite Platz sicher mit l5 Punkten, dritter wurden Arndt» Baron(Opel mit 12 Punkten). Wetterbericht der iffetikliche« Wetterdienststelle für Berlin.(Nachdr. Verb.) Wechselnd bewölkt. Newitterreaen. etwa» kühler.— Für Ventschlavd: Süd. und Ostdeutschland mätzige, sonst nur leicht« Niederschläge. Ueberall bewölkt und ziemlich kühl. vas �un�funkproxramm. Sonnsdenck, den S. Juni. 11 Uhr nitta?*: Oi« Viertelstund« für den Landwirt.«.JO Uhr o»choi.: Hans-Bredow-Schule(Bildnnrsknrse) Abteilung Sprech. Unterricht: Esperanto(Direktor Julius Glück). S Uhr nechw: Feier anlSJUich des 100. TodesUges tob Cer) Marie ▼. Weber. 1. KJaTierquartett B-dur(Prof. Hennine Biber. Klarier; Louis ran Laar, Violine; PHt» I.aur, Brateche; Ernst Silberstein, Oelln. 2. a) Rondo brillant, op. 82; b) Aufforderung rurn Tan»(Prof. Hennine Biber. Klarier). S, Klarinettenqnintett(Carl EDberger. Klarinette; Louis ran Laar. 1. Violine; Hans Ortleb, 2. Violine; Fritr L«nr. Bratsche: Ernst Silberstein, Cello). 8— 8.30 Uhr abends; TJebertrsgiing des K'achinittegskonierts der Tennkapelle Marek Weber ans dem Hotel Adlon. AnscblieBend: Retichlege fürs Hans. Tbeaterdienst. 1—7.50 Uhr abends: Hans■ Bredow. Schule (Hochsohulkurae). 7 Uhr abends: Abteilung Geschichte; Geh. Begierungsrat Dr. Hans Delbrück, o. Prof. a. d- Hnireraitat Berlin: .Bilder aus der deutsches Vergangenheit1', 7.30 Uhr abends: Abteilung Philosophie: Dr. phil. et med. Mar Dessoir, o. Prof. e. d. Unirersit&t Berlin:.Das Sehaffen dee Künstlers*. 8 Uhr abends: Reg.-Rat a. D. Dr. jur. B. Wiener:.Der Völkerbund und die Welt- wirtschaftskonferenz in Genf". 0 SO Uhr abends: Loblied der Berlinerin.— Die Berlinerin im Volksmund— Was der Liebhaber sagt— Was der Ehemann denkt— Die Bausfrau u. a. Charlotte Freyer, Sopran; Alexander Fleßborg, Tenor; Hennann Boettcher, Reritation; Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauftaan. Einleitende Worte: Dr. Franz Lederer. 10.30—12 Uhr abend»: Tanzmusik(Kapelle Kennbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbacb). Königswusterhausen, Sonnabend, den 8. Juni. 3—3.80 Uhr nachm.: Prof. Dr. Amsel und OberschuUchrer Westermann; Einheitskurxscbrift. S.30— 4 Uhr nachm.: Direktorin E. Beckmann: Deutschkunde als Erziehungsfach 4— 440Uhrnachm.: Direktorin E. Beckmann: Persönlichkeitserziehung durch den deuteeben CnterricbL 4.30—5 Uhr nachm.: Mitteilungen des Zen- tralinstitute». I— S.SO Uhr neebm.: Erl. Walther, Oewerbeobersehul- lehrerin: Schonungsvolle Behandlung der Speisen bei der Zubereitung, Ab ISO Uhr abends: Ueb ertrag an g von Berlin. Vekanntmachung. Bewertung der zwangsbewirtschasteten Grundstücke nach oemRelch sbew ertungs- gesetz für den t. Jonuar 1925. Aus Grund der Berordnung nom 28. März>92«- Relchsaesetzblatt I Nr. 17— Hohe ich unterm 20. April 1926 üder die Bewertung der swangsdewirtschatleten GnindNilcke Richtlinien erlalsen. in denen folgend« Bemerkung vorgesehen ist: I. Ginsomilienhäuser de, einem Wkhrbeitrag4wert a) di» 66 909 AM. einschliesilich »Iii 60—68 v. H de» Wehrbearag»m»rt», dl üder 60 000 his>26 000RM.einschlietzItch mit 58-60 n.»>. de» Wehrbeitragswerl». e) über 120 006 NM. mit 45-88«.H. des Wehrbeitragsmert«. II. Mietmohngrundstücke a) in henhesten Wahn»u. Seschästsgegenden mit 46-45». y. des Wehrbeitragswert,. d) in allen übnaen Gegenden, soweit ts sich nicht UIN die unter c) fallenden Grundstucke bandelt mlt90—<0v.£>. de» Wehrbeitragsmert». e)— ohne Rücksicht aus die Lag«— Miet- mohngrunditücke, di« im wesentliche» au» einfach ausgestalteten kleineren Wohnungen bestehen und an Mieter aus Kreisen der minderbemittelte» Be» nijikerung vermietet»» werden pflegen mit 2a». b de» Wehrbeilragswert» III.»eschästsgrundstücke mit Ausnahme der Fabrikgrundstucke a) in den besten Geschiiitelagen mit 65-70 v. H. de« Wehrbeitrag,werts, d) in den mittleren Veschi!ft»Iage»(hier- unter fallen alle zu a) und e) gehörigen Grundstück« mit 50- 60 v. H. de» Wehrbeiteagswerk» e) in geringerer Geschäftslage(Auhenbe- zirke mit Ausnahme der dortige» 4>auptnerkehr»- und Geschäitsstrnßenl mit 48— 80v. des Wehrbeitragswert» IV. Fodrikgrundstücke a) nach dem l. Januar 1908 errichtet- mit 50 b. S. de» Wehrbeilragswert,. b) ssr 1908 errichtete mit 48 b. H. de» Wehrheitragswerts. S» wird bemerkt, daß die infolge allgemeiner Abnuhnng seit 1915 eingetretene durchlchnittliche Berschlechterung de» ban- lichen stustande» bei Bemeflung der Be- Ipertungssötze berücksichtigt ist. Ais«wangsbeiBirtschastete Grundstücke gelten olle bebauten Grunoftücke. fasern die Gebäude vor dem l Juli l9>8 bezug»- sertig geworden sind. Ein uNBerkürzter Abdrack der Nicht- ltnien ist i» Nr. 22 de« Gemeindebiatlez her Stadt Berlin nom 80. Mai 1926, Seit« 478, enthalten. Berlin, den 2. Juni>926. Der Prastdent de, Landrsfinanzamt» Berlin. Verkäufe Billig» leppiche direkt ob ffabrik. mit Beinen Wehesehleen di» 80 Proz. unter Preis. stabriktevpichBerkouf Mauer. stvohe 88._* «enig aetrageue, teils auf Seide ae- arbeitete, erstslasstg« flackettanzüa«. israck- anziiae. Smokinaanzüge. Gehrackanzüae. Eutawops. Sommerpoletots. Gabardl»«- mantel. Bauchan, II«, für iede irigur passend, anherbem hochelegante neue Garderobe zu staunend billigen Preisen im Leihhau, Lowicki. 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Variete •••••••••••••••••• Sonntags 3.30 zu «rmäß Preisen d. volle Programm Theaterkasse: LOflOW 7551 Lessing-Tb. u.Schneider Wibbei Henckels, Berber Grodtczinsky Sommerpr. 1-8 M. Mitgl i Volksbil:.. Givnt sduK. Reitfthanrer gegec »utwiii gute Plitni 1.50. »idi w imUrigt Kleines Ib. S1/. Uhr: 3 Crolnkm von Ritt Gib Vorz. dieses zahlt 50«, d Kass-npr Theater des Westens uhr:(tötin Mariza Populäre Woche! 50 PI. bis 4 M Shd. 4, Stg. 2 Uhr: Schneewittchen 2t)Pf b. I M. Erw dop. Sonntff.KleinePreis 4 U.t Gräfin Mariza Sirnowslnf-BlbiiB Tbeaier HOnlMratzJIr. T.jhasenheid�IH) 8 Uhr; Dr. Schmidt UomOdleiUidus Telu Norden 6304 8 Uhr Oer Garteo Eden Die TrlbOne Telu Wilhelm 5365 8'/, Uhr Der Rubikon Besldenz-nieni. «'/, Uhr; Herz contra Herz Eugen Rex, Metelka Pr: 7.5 Pf. bis 6 M, Kose-Thsater 51/. Uhr: Ehre deine Mutler.— Gartenb 'V. U.; Oh Mck. lufftn Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr St«ttiner Sänger Nen! Berliner Bgrlnki»oe Inf»! Döntaof f-Brettl(SmI, Gm Tarictei- Hörnern- Tann Berliner Thealer Itgl.(P/.: Donnerwetter, ganz famos Deutsches KOnsll.-Theater Tägl 8 Uhr- Der irOblldie Welnberö Th-iJorttistiniliDiiii Tägl. 8 Uhr: Rebhuhn od. Die neue Fassade Vallner-Thealer 8 Uhr: Dir hoiligo Brunnen Blanco Posnets Erweckung Central« Theater uhr: Eva BoDheor llka Grüning Bellet TD. am Zoo Tägl. 8 Uhr: Der alte Beuaoer Operette in 3 Akten Cbarld Vespermann Falk, Kiper. Godau, Straaten, Hainisch Preise 0J0 bis 6 M. Casino-Theater 5 Uhr: Dos verlorene Paradies Vorher Bunter Teil Gutschein 1-4 Pers Bei Vorzeigung der Annonce zahlen Sie FauL u.Balkon I M Loge u. 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Rudolf Oessr Tief erschüttert stehen wir an der Bahre eines Mannes, dessen Name auf das engste mit der Geschichte des deutschen Eisenbahnwesens verknüpft ist. Als letzter Preußischer Minister der öffentlichen Arbeiten hat der Verstorbene den Wiederaufbau der durch den Krieg geschwächten Preußisch-Hessischen Staatseisenbahnen umsichtig und zielbewußt ins Werk gesetzt; bei der folgenden Ueberführung der Ländereisenbahnen auf das Reich hat er hervorragend mitgewirkt. Im Jahre 1923 trat er als Reichsverkehrsminister an die Spitze der Reichsbahn, als diese infolge der Inflation ihrer stärksten Belastungsprobe ausgesetzt war. Als die Umstellung der Reichsbahn erfolgen sollte, war es sein ganz besonderes Verdienst, daß sie im Eigentum des Deutschen Reiches verblieb. Die ihm nach Gründung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft gestellte Aufgabe, die Reichsbahn dem Gesetze entsprechend in die Gesellschaftsform zu überführen, hat er mit sicherer Hand gelöst. Seinem verantwortungsvollen Amt als Generaldirektor hat er sich, obschon zuletzt schwerleidend, mit voller Hingebung gewidmet in dem Bewußtsein, damit dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen. Menschlich im wahren Sinne des Wortes, brachte er den Sorgen des Personals stets ein warmes Verständnis entgegen. Das Andenken an seine bedeutende Persönlichkeit und an sein gemeinnütziges, umfassendes Wirken wird bei uns immer fortleben. Berlin, den 4. Juni 1926. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft. Der Präsident des Verwalhingsrats C. F. von Siemens. Der ständige Stellvertreter des Generaldirektors Dorpmüller. SaatwinM, Tegelort, Goerstelde, Conradstißlie.neiligeDiee. Ab Fennbrücke(Nordhatenl 9 Uhr vorm, 1 u. 2 Uhr nachm Ab Westha(en(Bhl. Putlitzstr)9 20 U. vorm., 1 20 u. 2 20 U. nm. ROckfJhrt von Heiligensee 5 und 7 39 Uhr nachm Dampfer- vermietung an Vereine, Fabriken, Schulen zu billigst Preisen. Hennen zu Karlshorst Sonnabend, den 5. Juni nachmittags 3'/: Uhr srmietung an Vereine, Fabriken, Schulen zu billigst Preisen. nachmittags 31/, Uhr A"ÄW"1 Genttania. tejleicBi wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des„Vorwirts** nnd Donnerstag tritt) entschlief nach langem, schwerem Leideil mein lieber Mann, unser guter Bater. Schwleger und Großvuter, der Tischler Gtto Heinemann im 70. LrdrnajaHrr. Im Nainrn aller Hlnterdliedenen Johanna Heinemaua, ged List Köpenick, Miiggeiheimer Sir. 27 Trauerfeier Montag, den 7. Juni. vormittag» I IV- Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Kiefholzs�gße. Am Dienstag, den 1. Juni IN«. erlöste der Tod meine liebe fftou. un- ~ G Sch sere herzensguie Mutter, mutier und Ohma Zchwieger- Elise Krakow, geb. Kraue nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 57 Jahren. In tiefer Trauer Fritz Krukow, Otto Krukow. Hans Krukow, Frida Krukow, geb. itrt.dhtn, Klein Lottcben, Llesbelh Hoffmann. Siedlung Lindenhof, Arnulfstr.8. Di« Einäscherung findet om Dienatag. den 8. Juni 1926. nachm. SV, Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Für die Überaus zahlreiche Beteili- gung bei der Einäscherung meiner lie- en Zrou.unserer herzensguten Mutter Frau Frida Milde sogen wir ollen Beewondlen, Betonn- ten. dem Lehrerlollegwm und dem Elternbeirat der Schule 38 d und in»- besondere der Genossin Kleider sllr ihre sreundlichi HUse unseren herz- lichsten DanL Berlin- Lichtenberg. Mozartstr. 7, 8 Juni 1926. Die trauernden Hinterbliebenen: Richard Milde nebst Kindern. kscHo Preisabbaul Kein Rom ich! Nur Qualilat! Auswar!» schnell Nachnahme! Ind.: M. Hübner 1 Berlin SO IS, leanderslr. 22 Anodendatterie. 60 V 8.90, 90 Vi 5.40, Antennenlitze, SO m 1.25,1 Wachsdrahr, 50 m 0.80, gierfetten| 0.25, Tapifockel, vernickelt 0 40. Heia- 1 widerstand mit Knopf 0.65,«opf-O Hörer, 300 gr., prima 4.50, Trans- 1 formatot, prima 4.50, Spulenhalter.I 21filifl 1.95. Zteilig 2.60, SRatmor-l Verteiler 0.96, Delettorapparat, alle! Wellen, mit Drehtondensator, elegant f prima 7—, Detektor mii Ibcalit-I S-Kristall 1.75, Sparröhre, sadrikneul > 4S0, Akfmnulator, 2 V, 30 Amp 495fc Sonoabeoü 5. 5uoil926 Unterhaltung unö �Dissen vettage öes vorwärts das Gelö öes dachfes. �utta Militza von Montenegro unü Mecklenburg L-in laroni ckcs ZNorcken. SS k? � Ein japanisches Märchen. Erzahlt von Dr. ch. K u n i ck r. Es lebte einst in einer kleinen Hütte zu Namekota in Hitachi ein alter Priester, der weder durch Gelehrsamkeit noch durch Baissen hervorragte, sondern nur seine Tage im Gebet und w der Medstation verbrachte. Er wurde allgemein verehrt, und seine Nachbarn ver- sorgten ihn mit Nahrung, auch besserten sie ihm seine Hütt« aus, wenn sie schadhaft wurde. In einer sehr kalten Nacht hörte er draußen ein« Stimm« rufen: ..Euer Ehrwürden! Euer Ehrwürden!" Da erhob er sich, um nach- zusehen, wer draußen sei, und erblickte vor der Tür einen alten Dachs. Jeder gewöhnliche Mensch wäre sehr erschrocken gewesen, der Priester jedoch fragte ihn ruhig, was er wünsche. Daraus verbeugte sich der Dachs respektvoll und sagte:.Bisher habe ich in den Bergen gewohnt und habe mir aus Schnee und Kälte nichts gemacht. Doch nun bin ich alt geworden und kann die strenge Kälte nicht mehr ertragen. Bitte, laßt mich herein unir mich am Feuer eurer Hütte auswärmen, daß ich in dieser kalten Nacht nicht erfrieren muß." Ms der Priester hörte, wie schlecht e» dem armen Tiere gehe, ward er von Mitleid ergrissen und sprach:.Das ist eine schlimme Sache. Komm nur rasch herein und wärme dich." Der Dachs freute sich über solchen guten Empfang und kam in die Hütte des Priesters, legte sich am Feuer nieder und begann sich zu wärmen. Währenddessen sprach der Priester seine Gebete. Nach etwa zwei Stunden nahm der Dachs Abschied, dankte dem Priester herzlich und verließ die Hütte, doch kam er jede Nacht wieder. Da nun der Dachs trockene Zweige und Blätter aus den Bergwäldcrn zum Brennstoff brachte, befreundete sich der Priester mehr und mehr inst ihm, so daß er ihn ordentlich vermißte, wenn er einmal nicht kam. Als der Winter vorüber war und der Frühling ins Land zog, kam der Dachs nicht wieder, doch als es wieder Winter wurde, kam er wiederum in die Hütte des Priesters. Dies ging etwa zehn Jahre lang so, da sagte der Dachs eines Tages zu dem Priester:.Durch eure Freundlichkeit und Güte, Ehrwürden, bin ich über diese ganzen Winter gekommen. Ihr wäret so gut zu mir, daß ich davon mein ganzes Leben und sogar nach meinem Tode daran denken werde. Was kann ich tun, um euch olle» zu vergelten? Wenn ihr irgend- einen Wunsch habt, so sagt ihn mir bitte." Der Priester lächelte bei dieser Rede und erwiderte:.Ich Hab« eigentlich keine Wünsche mehr, doch freu« ich mich, deinen guten Willen zu sehen. Du brauchst keine Sorge zu haben: solange ich am Leben bin. wirst du im Winter in meiner Hütte willkommen sein." Als der Dachs diese Worte hört«, konnte er sich nicht genug über das Wohlwollen des allen Mannes wundern: doch da er ihm sehr dankbar war, empfand er es peinlich, daß er ihm nichts dafür geben konnte. Doch fing er dem Priester gegenüber immer wieder davon an. daß er ihm doch seine Dankbarkeit zeigen müsse, so daß schließlich der Priester, gerührt von dem guten Herzen des Dachses. also zu ihm sprach:„Seitdem ich der Welt entsagt habe, begehre ich nichts mehr. Doch möchte ich drei Goldmünzen, rigos, haben. Für meine Nahrung und synstigen Bedürfnisse sorgen die Dorf- bewohner, daher brauch« ich solch« nicht. Die drei Goldmünzen möchte ich zu dem Zwecke haben, daß Gebete und Messen für meine Seele geHallen werden. Du siehst, ich habe dir offen gesagt, was n.ein Wunsch ist, da du mir so freundlich gesinnt bist." Ms der Priester fo gesprochen hatte, wurde der Dachs ganz betrübt, so daß der alle Mann befürchtete, er hob« etwas sehr Schwie- riges von ihm gefordert:«r sagte daher zu dem Dachs:.Ich brauche eigentlich kein Geld, denn nur gewöhnliche Menschen werden noch Ehrenbezeugungen nach dem Tod« verlangen. Also denk' nicht mehr daran, was ich dir gesagt habe." Daraus kehrte der Dachs wie gewöhnlich ins Gebirge zurück. Sest jenem Tage kam der Dachs nicht wieder: dem Priester schien dies höchst seltsam, doch kam er auf den Gedanken, daß der Dachs deshalb nicht wiederkomme, weil er sich schäme, ohne dos Geld zu erscheinen oder daß er bei einem Versuche, es zu stehlen, vielleicht getötet worden sei. Da ward er betrübt und glaubt« seinen Freund verloren. Nach drei Iahren hörte der alte Priester eines Abends eine Stimme vor ssiner Tür, welche.Euer Hochwürden, Euer Hoch- würden!" rief. Da diese Stimme die des Dachses zu sein schie:? sprang der alte Mann sogleich aus und öffnete die Tür. Siehe, da stand der Dachs. Da rief der Priester voller Freude:»So bist Du gesund und munter! Warum bist Du so lange fortgeblieben? Ich habe Dich die ganze Zell voll Sehnsucht erwartet." Da trat der Dach» in die Hütte und sagte:.Denn das Geld. welches Ihr Euch wünschtet, zu unlauteren Zwecken hätte dienen sollen, wäre es mir«in leichte» gewesen. Euch soviel zu verschaffen. als Ihr wolltet. Doch da ich vernahm, daß es einem Tempel gegeben werden solle, um Messen für Eure Seele zu lesen, dachte ich, wenn ich den verborgenen Geldschatz eines anderen stehlen würde, könnt« dieser nicht zu einem heiligen Zwecke verwendet werden. Ich ging daher zur Insel Sado, sammelte die Erde und den Sand, der von den Goldgräb»rn als wertlos fortgeworfen worden war. und habe dies viele Monate lang getan." Als der Dachs also gesprochen hatte, sah sich der Priester die Goldstücke an. die jener aus dem goldhalligen Sande gewonnen hotte, und siehe, sie waren neu und rein: er nahm daher das Geld ehrfurchtsvoll in Empfang, indem er es zu seinem Haupte erhob. .So hast du denn all' diese Mühe und Lrbest gehabt wegen eines leichtsinnigen Worte« von mir! Ich bin dir in der Tot sehr dankbar." Daraus sprach der Dachs:„Damit habe ich nur meinen eigenen Wunsch erfüllt. Doch hoffe ich, daß ihr niemanden hiervon erzählt." „Ich kann nicht anders, als es erzählen." erwiderte der Priester. „Denn, wenn ich dies Geld in meiner armen Hütte aufbewahre, würde es mir von Dieben gestohlen. Ich muß es daher entweder jemandem zur Verwahrung geben oder es einem Tempel darbringen. Und wenn ich dies tue, und die Leute sehen, daß ich eine so große Geldsumme besitze, werden sie das für sehr verdächtig halten, und ich muß doch erzählen, wie ich dazu gekommen bin. Aber wenn ich erzähle, daß der Dachs, welcher mir das Geld gab, nicht mehr in meine Hütte kommt, brauchst du nicht zu befürchten, überfallen zu werden, sondern kannst wie früher zu mir kommen und dich bei mir erwärmen." Dem stimmte der Dachs zu, besuchte den Priester, solange jener lebt«, und verbrachte die Winternächte in dessen Hütte. Rückgang der«eburte«. Nach einer Veröffentlichung des Ge- sundheitskonistess des Völkerbundes geht die Geburtenzohl in der zirnli'ierten Dell und besonders in den großen Städten ständig zurück. Nur in den Südseemfeln war in den letzten zwei Jahren eine Zunahme der Geburten gt oerzeichnen. ,halt! was mache« Sie üa!!'—.was wollen Sie! das ist mein gutes Recht— nach dem vertrag von Versailles!� ver Kompaß im öienenfiihler. Von Dr. V. Verver. Im weiten Umkreis ihres Stockes sucht die Biene nach Nektar und Pollen, aus immer neue Futierplätze trägt sie ihr Fllig.. Und immer wieder kehrt sie, der die Umgebung noch oiellausendsoch mannigfaltiger, größer, verwirrender erscheinen muß als uns, in ihren Stock zurück. Nie verfehlt sie das kleine Flugloch, das in ihre Heimat führt. Wie findet sie den Heimweg? Die Antwort scheint ja leicht zu sein: sie lieht sich eben Stock, Umgebung,„Reiseroute" gut an, wenn sie enisliegt: und man kann ja auch sehen, daß die jungen Bienen zuerst Erkundigungsflüge machen, bevor sie sich aus die eigentlich« Sammelreis« begeben. Und doch zeigt ein einfacher Versuch, daß dies doch nicht so selbstverständlich ist, wie man zu glauben versucht wäre. Es genügt nämlich, den Bienenstock um ein kleines zu verschieben, ihn etwa um einen halben Meter zurückzuversetzen, um die Bienen in ein« merk- würdige Verwirrung zu bringen. Nicht etwa, daß sie ziellos umher- flögen— im Gejjcniell. Aber ihr Ziel ist— unbegreiflich, aber wahr— genau die Stelle im Raum, wo früher das Flugloch sich befand. Es ist, als wäre der Ort in der Luft markiert, als wäre unabhängig vom Stock jener Punkt im Raum ausgezeichnet. Es„stauen" sich also die Bienen an jenem Punkt eine Weile long in der Lust, bis sie endlich doch den Stock aussindig machen, um sich alsbald an seine neue Lage zu gewöhnen. Nun darf man aber durchaus nicht glauben, daß die Bienen schlecht sehen oder auch nur schlecht riechen. Dos Gegenteil ist der Fall: wir wissen, daß sie auch Farben unterscheiden können, und wenn man ihren Stock mit einem farbigen FrontbreU versieht, dann erleichtert ihnen das ebenso wie andere„Markierungen" die Ausfiichung des Heimweges. Auch die künstlich«.Parfüinierung" ihres Stockes mit starkduftenden Oelen usw. wird von Ihnen vermerkt: man kann die Bienen aus Düste.dressieren". Und trotz dieser guten Sinnesorgan« jener eigenarrige Irrtum bei der Stocksuche l Wie ist er zu erklären? Man meinte, daß sich die Biene eben nicht den Stock selbst merkt, sondern sich nach gewissen Kennzeichen seiner Umgebung orientiert. Aber e» zeigt sich, daß sie sich genau so oerhält, wenn die Umgebung kein hervorstechendes Merkmal besitzt. Deswegen hat man von einem besonderen.Raum- sinn" gesprochen, ohne daß man sich darunter zunächst etwas Be- stimmtes vorstellen tonnte. Andere bestritten aber sein Bestehen und glaubten, die Leistungen der Biene— wie auch ihre Fehl» leistungen aus den Gesichtssinn zurückführen zu können. Da» kann man aber nicht, wie neue Versuche gelehrt haben. Verschließt man Bienen in eine Schachtel, trögt sie weit fort vom Stock, setzt sie dann zu Boden und läßt die Gefangenen frei. dann benehmen sich diese zunächst so, als wollten sie fliehen. Ein bißchen hm und her und dann fort. Aber bald sind sie wieder da und lassen sich in der Schachtel, die ihnen anscheinend ein Stück Heimat in der Fremde bedeutet, nieder. H>at man aber indessen die Schachtel ein Stück weitergerückt, sei'e auch nur um ein paar Handbreiten— dann kehren die Bienen nur lehr allmähllch oder gar nicht in sie zurück: sie kreisen genau über der Stelle, wo die Schachtel gestanden Hot. Wie das? Ein„Merken" der Umgebung kommt nicht in Frage, denn auch wenn diese ganz gleichartig etwa eine Wasserfläche ist, finden die Bienen die richtige Stelle. Also ist es nichts mit den Augen! Auch die Dustdressur nützt nichts, d. h. auch der gewohnte Dust lockt die Immen nicht zur Schachtel. Nun nahm man also an. daß doch ein eigener Sinn vor- Händen sei, der der Biene sozusagen den Weg registriert, den sie genommen hat, der jede Drehung gleichsam auszeichnet, die das Infekt im Flug macht, so daß es immer richtig orientiert ist. Ein einfacher, freilich grausamer Versuch zeigt die Richtigkeit dieser Annohme. Wenn man solchen aus der Schachtel entlassenen Lienen zuvor die Fühler abschneidet, dann verhalten sie sich ganz anders: sie fliegen beim WegstMen der Schachtel nicht mehr an deren früheren Standort, nicht mehr an jene„Stelle im Raum", sondern sie suchen die Schrchtel aus! Weiter: Man kann Bienen durch starkes Drehen ganz irre machen. Bei fühlerlosen Bienen geling« das nicht! Wie haben wzx nun dies alles zu erklären? Nun es langt kaum ein« andere Deutung zu. als eben die: in den Fühlern der Biene sitzt em uns noch ganz unbekanntes Organ, das-uff irgendwelche Weise jede Drehung vermerkt— also wie ein Kompaß arbeitet. Immer zeigt es die augenblickliche Richtung zum Ausgangspunkt an. Diesem Organ„traut" sozusagen die Diene offenbar mehr als ihrem Auge. Nimmt man es ihr, dann erst macht sie Gebrauch von ihrem Gesichtssinn, der ihr ja unter den Versuchsbedingungen größeren Vorteil bringen kann und bei der Nahrungssuche usw. ja überhaupt eine große Rolle spielt. Der Kompaß im Bienenfühler— die Lösung des Problems? O nein— wie es in den Naturwissenschaften eben ist: die Antwort auf eine Frage enthält hundert neue Fragen. Die Wirkung von Sohlen staub auf die Pflanze. Es ist feit langem bekannt, daß die normalerweise in der Luft vorhandene Kohlensäure keineswegs die für den Pslanzemouchs sörderlicksste Kon- zcnlraiion bedeutet, sondern daß die grünen Pflanzen nicht nur viel mehr Kohlensäure vertragen, sondern daß sie auch besser gedeihen. wenn man der Lust künstliche Kohlensäure zusetzt. Diese Erkennt- nis hat besonders für die Gärtnerei ein« gewisse Bedeutung erlangt, insofern als man durch Anreicherung der Gewächshausluft mit Kohlensäure einen erheblich größeren Ertrag an Früchten und eine frühere Blühwilligkeit mancher Pflanzen auf diese Weife erzielen konnte. Besonders die jahrelangen Forschungen Hugo Fischers hoben die Kohlensäure»„Dllngung" in den Kreisen der Gärtner und Land- wirte populär gemacht, und man nimmt jetzt vielfach an, daß die günstige Wirkung des Stallmistes zum nicht geringen Teil aus der bei der Zersetzung des Düngers entstehenden Kohlensäur« zurückzu- fuhren ist. Daß die Kohlensäur« die Assimilationstätigkeii der grünen Pflanzen, d. h. die Bildung von Stärk« oder Zucker fördert, Hai vor dreißig Iahren der italienische Botaniker Montemartini schon experimentell nachgewiesen, und es ist darum nicht verwunderlich, daß dieser Forscher sich feine Liebe zur Kohlensäure bewahrt hat, die ihn aus sehr sonderbare Gedanken brachte. Er untersuchte ein Pflanzen- schutzmittel, das zum größten Teil au» sehr feinem Kohlenstaub bc- stand und das mit einem Zerstäuber aus die Blätter verteilt wurde. Er machte nun die Beobochtting. daß die bestäubten Pflanzen gut gediehen und daß ihr« Assimilationstätigkeii gesteigert wurde. Wenn das richtig Ist, so muß der Kohlenfimib natürlich in irgendeiner Wesse zu Kohlensäure verbrannt werden, denn die Kohle kann selbst» verständlich von den Blättern als solche nicht verarbeitet werden. Sollten sich die Beobachtungen des Italieners bestätigen, er wird sein« Untersuchungen sorssetzen—. so wurde dadurch erklärlich, daß Pfanzen in der Röhe von Kohlenlagern, die man sehr oft mit einer Kohlenstaubschicht bedeckt sieht, nicht zugrunde gehen. Die musizierende)latur. Man wird glauben. Musik könne nur vom Menschen gemacht werden, eine Annahme, die jedoch nicht zutrifft. In Wirklichkeit finden auch die Elemente Mittel und Wege, musikalische Klangwirkung hcroorznrufen. So trifft man in den malaiischen Staaten Bainbusfeldcr, die unter bestimmten Voraus« setzuggen Klänge hervorbringen, die im Ohr die Vorstellung eines ganzen konzertierenden Flötemtzichesters verursachen. Diese Wirkung wird durch einen Wurm hervorgerufen, der in die Stämme der Bambuspflanzen Höhlungen bohrt. Dadurch verwandeln sich diese Stämme in Flölenrohrc, auf denen der spielende Wind musiziert. Die aus diese Weise erzeugten Klänge sind, was Lage und Stärke angeht, so mannigfaltig, daß man wirklich glaubt, einem richtigen Konzert beizuwohnen. In China gibt es einen Fluß, dessen User stellenweise mit einer aus einer bestimmten Kicsclakt gebildeten Schicht bedeckt sind. Bei Hochwasser werden nun diese Kieselsteine durch die das User bespülenden Wellen aneinandcrgcrieben, und es entstehb so eine eigenartige Klangwirkung, die keineswegs des Wahl- lautes entbehrt. Wenn Hochflut herrscht, strömen die Eingeborenen zum Fluß, um dem eigenartigen Konzert zu lauschen. Eine ähnliche Erscheinung hat mgn auch in den nördlichen Breiten beobachtet, mo die Eisschollen ebeitsalls eine recht angenehm klingende Musik her- vorbringen. Als ein merkwürdiges Musikinstrument erweist sich ferner der Sand an einzelnen Strichen der schottischen Küste, der musikalisch wirkende Tönne von sich gibt, wenn man über ihn hin- wegschrcitet oder mit dem Spazierstock darüber hinfährt. Auch da» Wasser kann unter Umständen Tön« van sich geben, eine Tatsache. die schon den allen Griechen bekannt gewesen ist. Die Allen besaßen zahlreiche Instrumente, die durch Wasser zur.Klangwirkung gebracht wurden. Einige musikalisch veranlagte Jndianerstäwme Nordamerikas füllen noch heute Büffelselle mit Wasser, um sie dann mit Stöcken zu bearbeiten, und so Musik zu machen. Reichsbeöars und Reichsbank. Die neuen Schatzwechsel.— Reinhilds Steuerpolitik. Nicht überraschend für den Beobachter der■ Neichssteuerpokttit wohl aber sür die breitere Oeffentlichkeit. war die kürzlich« Mit- tellung, daH das Reich den früher so reichlich in Anspriuh ge» nommenen Schatzwechselkredit bei der Reichsbank für sein« Finanz bedürfnisse wieder nutzbar machen will. Es handelt sich dabei natür lich, wie schon mehrfach nochdrikklich hervorgehoben, nicht mehr um Schatzwechfelkredite wie während des Krieges und in der Nach- kriegszeit. Dies« hatten bekanntlich die Inflation zur Folge, und die Inflation kam, weil man mit diesen Krediten statt mit Steuern Staatsausgaben bezahlte und die Reichsbankschulden wieder mit neuen Schatzwechseln bei der Reichsbant beglich. Das kommt heut« nicht in Frage. Wesen und Umfang der Kredite. Die jetzigen Schatzwechselkredite sind ausschließlich dazu bestimmt, porübergehend den Kassenbedarf des Reiches mit Zahlungsmitteln der Reichsbant auszugleichen für Zahlungen, die vom Parlament schon genehmigt und, noch wichtiger, deren steuerlich« Deckung aus beschlossenen Steuern bereits. vorhanden ist. Jede Möglichkeit einer inflationistischen Wirkung ist also ausgeschlossen. Außerdem ist die Summe nach oben begrenzt. Der in den nächsten Tagen Reichsrat und Reichstag zugehend« Gesetzentwurf über die Abänderung des Dankgesetz«» von 1924 steht«inen Höchst betrog von 400 Millionen Mark vor, zu dem da» Reich bei der Reichsbank Schatzwechsel lombardieren und diskontieren lasten darf. Dazu kommen die 100 Millionen, die schon bisher nach z 26 des Bankgesetzes von der Reichsbank bis zu S Monaten aufgenommen werden durften. Di« grundsätzliche Zustimmung der Reparation»- Kommission, die erforderlich ist, liegt bereit» vor. Ihre Bedeutung für Finanzen und Wirtschaft. Mit dieser Neuregelung erfolgt die Rückkehr zu dem Zustand. wie er in der Vorkriegszeit bestand, nur mit dem Unterschied, daß in der Vorkriegszeit sich die Begrenzung nach oben au» der soliden Steuerpolitik von selbst ergab und daß damals keine Reparattons- kommission dreinzureden hatte. Di« Neuregelung ist auch Zweifel- los berechtigt und in einem gewisten Sinne notwendig. Soweit nur die Furcht vor der Kassenknappheit die Eteuererhebung des Reiches nach oben beeinflußte, fällt dieses Moment der Unruh« für die Finanzgebarung weg. Außerdem wird, wenn die Geldmarkt- und Kapitalmarktoerhältniste in Deutschland wieder ausgeglichener fein werden, für den Geldmarkt m den Echatzwechseln eine Anlage zur Verfügung gestellt, die vielleicht alle flüssigen Gelder sofort auf den Kapitalmarkt und auf die Börse fließen läßt. Aber so steckt auch ein Stück Not in der neuen Tugend des Reiches und der Reichsbank. Ohne die Steuerpolitik des Herrn Reinhold, der den Wünschen der Industrie allzu„rein und hold" entgegenkam, wäre es nicht so schnell dahin gekommen. Und auch die Reichsbant hätte vielleicht nicht so schnell dl« Hand zu dem Geschäft gereicht, wenn sie nicht allzu fühlbar durch ihr« frühere Bankenfreundlichkeit auf ihren Mitteln sitzengeblieben wäre. In diesen Momenten liegen für die Oeffentlichkeit auch die Gründe zu nachhaltiger Auf» mcrksamkeit. Noch schärfer als bisher wird sie über sorgfällige und offene Budgetpolllik, wird der Reichstag über sein Dudgetrecht wachen müsten. Und aufmerksam wird auch die Reichsbon kpolitit beobachtet werden müsten, die unter der Schachtschen Leitung nicht immer die glücklichste Hand bewiesen hat. Jedenfalls find wir heute noch well von der Sicherheit entfernt, mit der die Reichsbank als Währungs- und Zentralbank früher die Kreditwirtschast beeinflußt«. Dafür ist auch der diesmalige Ullimoabschluß der Reichsbank nur ein neue» Beispiel. Tie Rcichsbank Ende Mai. Der Ausweis der Reichsbank zum 81. Mai zeigt zwar etwas höher» Ziffern der gesamten Kapitalanlage, aber an der von un» festgestellten Tendenz der abnehmenden Inanspruchnahme der> Reichsbank durch Wirtschast und Danken hat sich nicht» gebessert. Di« Gesamtkapitalanlag« ist gegen die Vorwoche um 148,1 Millionen aus 1420,2 Millionen gestiegen. Der größer« Teil der Zunahme entfällt von vornherein auf den Effektenlombard, der zum Monats- ende einen Sprung um 79 auf 86,8 Millionen gemocht hat. Der Rest kommt mit 69,1 Millionen auf die Vermehrung des Wechsel bestände», der auf 1244,4 Millionen anwuchs. Die Anlage in Wertpapieren blieb unverändert. Oobt 1925 L Quart. Cntx April Snbt Mai 1998 1928 1928 (in SUHumtn Mark) Noten und Schulde» RrilbSb. Notennmlauf 2 960 8 160 8 086 2 878 Giroeinlaaen der Wirtschaft 697 626 607 679 Kredite an die Wirtschaft Lombardkredite 10 77 81 87 Weckiielkredit» 1916 1216 1214 1244 iWeitergegebene Wechsel)(478.1) l41S.6)(198.1)(87.7) Notendeckuno durch Gold. 1 208 1 491 1 492 1 492 durch Devisen 402 481 891 887 zusammen 1 610 1 972 1 883 1 879 veckungsoerhällnlst« Gold u. Devisen zusamm. 64.4°/, 64,4°/° 61.0°/, 66.8°/, Bei den um 69,1 Millionen höher ausgewiesenen Wechsel beständen stt zu beachten: der Wechsel b e st a n d stt zwar erhöht, aber die Erhöhung entspricht nicht einer Zunahm« de, Wechsel g« s ch 2 f t s. Di« Erhöhung des Wechselbestands stt vlelmehr aus- f ch l l e ß l i ch zu danken der Verringerung der an öffentliche Stellen welter begebenen Wechsel. Diese sanken von 149 auf 87.7 Millionen. Berücksichtigt man demgegenüber, daß der Bestandszuwachs nur 69,1 Millionen beträgt, so ergibt sich gegen die Vorwoche i n» gesamt ein Rückgang von rund 42 Millionen. Hätte die Reichs» dank also den öffentlichen Stellen das Kontingent nicht gekürzt, so wäre keine Steigerung von 69,1, sondern ein Rückgang de» Wechselbestands um 42 Millionen festzustellen gewesen. Trotz de» nominell höheren Wechselbestande» stt das Dechselgeschäst also rückgängig. Damit wird die Erfahrung vom Ultimo Aprll wteder holt, und zwar verstärkt. Der Umlauf an Reichsbantnoten und Rentenba nkfcheinen stt gegen die Borwoche zusammen um 441 Millionen auf 4261 Millionen erhöht. Zu einem Teil entfiel dies« Mehrausgabe auch auf die Rückforderungen auf Girokonto, besten Bestände um 137 auf 679 Millionen abnahmen. Auch die Geringfügigkeit dieser Rückforderungen läßt erkennen, wie stark die Relchsbank au» dem Ullimogefchäft heute ausgeschlossen ist. Wie außerordentlich stark da» Wechsel geschäft der Reichsdant rückgängig Ist, zeigt«in Vergleich mit den früheren Monaten. Unter Einrechnung der weiterbegebenen Wechsel ergeben sich folgende Ziffern: Für den Ullimo Dezember 2388, für den Ultimo März 1629, April 1412, Mai 1282 Millionen. Die Derschiebungen wr in den Summen noch enthaltenen Auslandswechsel sind unbekannt. Jedenfalls sank da» Wechselgeschäft fett Ende vezember auf an- nähernd die Hälfte. Natürlich erlaubt dieser Rückgang keinen Ruck schluß auf den Wechselverkehr und die Wirst chaftslag« überhaupt: denn er erklärt sich einfach daraus, daß spätesten» fett Ansang Aprll die Reichsbank gut« Wechsel im ganzen teurer diskontiert als die Privatbanken und daß die Reichsbant mit Absicht eine weitere Herab- fetzung des Diskontsatzes Unterlasten hat. Für den Ausnahme» zustand aber, in dem sich die Politik der Reichsbant heut« de- findet, find dies« Feststellungen wichtig. Di« Goldbestände sind auch gegen den Vormonat nahezu un. verändert. Di« Devisenbestände wurden in der letzten Woche um 91 Millionen erhöht, bleiben aber mit 387,5 Millionen etwa» gegen End« Aprll zurück. Di« Notendeckung durch Gold und deckungs» fähige Devisen stt aus 66,3 Proz. erhöht. Ctelcntrangen fix dirso Rnbrtl sind Berlin 6« 88, Lindrnjtr-S« X parteinachrichten für Groß-Serlin slet» an da»«ezirlisetretariat. 9. Hot, Z Trrp. recht»,»a richten. Oer Stanü üer Kalikonzentration. Aus. dlem Geschäftsbericht des BurbachkonzernS. Der Geschäftsbericht des Burbachkonzerns bringt eine sehr ausführliche Darstellung der Lag« der Kaliindustri« und be» schäftigt lich dabei auch mit dem Stand der Konzentration in diesem Gewcrbezwcig. Infolge der gewaltigen Spekulation mit Kalibergwerten ist diese Industrie derart mit Anlagen überlastet. daß sie zum Teil mit Hilft der Gesetzgebung wieder zurückgeschnitten werden mußte. So ist auch kürzlich wieder das Verbot, neu« Kali- schachte zu baueu, um drei Jahre bis End« 1928 verlängert worden. Die Kaliindustri« hotte die Aufforderung erhalten, freiwillig«inen großen Teil ihrer unrentabl«n Anlagen slillzuleHen. Die Frist, innerhalb deren die Stillegung erfolgt sein mußte, lief am Ende des letzten Jahre» ob. Danach ergab sich in der deutschen Kaliindustri« folgender Stand:, 118 Schächte und acht sogen. Eonderfabriten mit insgesamt 433 Tausendsteln Beteiligung hoben auf jeglichen Betrieb bis Ende 1963 verzichtet, von den resllichen 106 Schächten werden nach förmlicher Anzeige gegenüber der Kali» Prüfungsstelle 34 in Reserve gehalten. Berücksichtigt man, daß sich unter den verbleibenden 72 Schächten noch sogen. Zweitschächte befinden, so ergibt sich, daß in der Kaliindustrie nur»och rund 40 Werksanlagen lalsöchlich betrieben werden. Der deutsche Steinsalzabsatz erreichte mit 1678 000 Tonnen fast genau die Höhe des Vorjahres: davon entfielen auf das Ausland 40 Proz. Das Bromgefchüft wurde durch da» Zustandekommen einer Konvention in regelmäßigere Dobnen geleitet. Der Auslands- absah konnte erweitert werden und bietet noch günstig« Zukunsts» aussichten. An der Ausländsanleihe des Dcuiichcn ÜGh':,nBikats tonnte der Konzern bei den beiden bisher begebenen Abschnitten «inen Anteil von 13.2 Proz. erlangen. Der Rückgang des Kaliabsahe». Im lausenden Jahre bleibt der Absatz de« deutschen Kolisyndikats wesentlich hinter demjenigen des Borjahres zurück. Der Absatz de» Deutschen Kalisyndikats G. m. b. H. im Mai 1926, d. h. dem ersten Monat des Dllngerjahres 1926/27, betrug 417645 Doppel» zentner Reinkali. Der Absatz In den ersten fünf Monaten des Kalenderjahres 1926 beträgt 6186324 Doppelzenter Reinkali gegenüber 6520489 Doppelzentner Rei»«oli in den ersten fünf Monaten des Kalenderjahres 1926. Das Problem ües laufenüen öanöes. Am Freitag fand in Frankfurt a. M. im Sozialen Museum eine Tagung mit dem Thema„Fließarbeit al» werkpoli» tische Ausgabe und als Wirtschaft»» und kultur» politisches Problem" statt. Die Tagung war sehr zahlreich von Vertretern der Behörden, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Gewerkschaften besucht. Die Dftektion des Sozialen Museums, Professor Dr. Heinz Marr. sprach über die seelisch. geistigen Doroussetzungen des Fordismus. Er gab «ine hervorragende Analyse der amerikanischen Arbeitsmethode und ihres Schöpfers. Astschließend führte Oberingenieur B e n k e r t Filmausnahmen vor. um die Arbeitsjührung und Arbeitspädagogik im rationali- sterten Betriebe zu erläutern. Die Ausführungen zeigten dft wichtigen Forffchritte, die gerade die Arbeitsvädagogit in Deutschland i» den letzten zehn Monaten gemacht hat. Im Mittewunkt der Erörterungen stand der Dortrag des cnnä. pol. HelmutHultzsch, der seine Er- fahrungen al» Ford-Arbeiter in der bekannten Fordschen Fabrik i« Detrvlt Rioer-Roua« darlegte. Hultzsch führte u. a. au»: Die Zmangs. läufigkeit des laufenden Bandes ist nicht der Griff, sondern der Leistungsvoilzug. nicht die Zeitspanne ist für den Arbeit»- griff ausschlaggebend, sondern die Zeitspanne sür die einzelnen Ar» deitsoperationen. die mehrere Arbeilsgriff« zusammenfaßt. Deshalb ergibt sich der Gegensatz zwischen Taylor und Ford. der Gegensatz zwischen Stoppuhr und Rhythmus. Die Arbett ist in Detroit rhythmisiert: die Arbeiter haben sich an den Rhythmus ge» wöhnt und haben ihre Beschäftigung liebgewonnen. An die Ausführungen schloß sich ein« ausgedehnte Debatte. U. a. wies Redakteur Olk vom„Eoz. Presiedienst" daraus hin, daß der Rhythmus immer das Ideal sei. Der Arbeitstag werde zu einer Ausbeutung de» Arbeiter», wenn ein« Steigerung der Leistungen im optimalen Sinn- nicht be. rücksichtigt werde. Auf den Vorwurf de» Fabrikanten Wörner- Frankfurt, daß die Arbeiterschaft der Rationalisierung Widerstand entaegeitsetze, erklärt« Olk. daß man den Fall noch nachweisen müsse, wo die Einführung der Fließarbeit oder gar der Fließarbeit tt, ihrer heftigsten Form, de» lausenden Bandes, am Widerstand der Arbeiterschaft gescheitert sei. Merdina» käme es in Deutschland darauf an. wenn man zu ähnlichen Derhällnissen wi, i» Detroit kommen wolle, dl« B otaussetzungen für die Zusammenarbeit Awifchcn Arbeitersdfatt und Unternehmertum zu schaffen. Angesicht, der Konflikte über Lohn und Arbeitszeit sähen aber in dieser Be» Ziehung die Berhaltmss« in Deutschland äußerst traurig und nicht gerade vielversprechend au»._ #' ©rofjfjonbetstnhcr. Die aus den Stichtag des 2. Juni berechnete Großhandels» !,?«IM' f' e r, Statistischen Reichsamt» ist gegenüber dem 26. Mai um 0.4 Proz. von 123,2 aus 123.7 gestiegen. Bon den Houptgruppen haben d,e Agrorerzeugniss« um 0.6 Proz. aus 123,6 Proz. angezogen, während die Jndustriestosft fast unverändert blieben. ® u,r$' � n.'.M® 0 1 lagen die Agrarerzeugniss« mtt 122,8 um 1,1 Proz. hoher und die Industriestosfe mit 124D um P«7"".drig-r als ,m April. Di« Gefamtindexzisfer stellte sich im Durchschnitt Mai auf 123,2. llmorgaolsalio» de? bayerische» Slaatswerke. Die bayerische Regierung hat am 31. März 1924, vorbehaltlich der Genehmigung durch den Landtag, die Uebertraguna der Verwaltung und Aus- beutung des staatlichen Bergwerks». Hütten» und Eollnenbesitzes in eine Aktiengesellschaft angeordnet. Die fehlende Genehmi- Zung ist nunmehr in einem dem Landtag vorgelegten Antrag des Ofinanzininisters nachgesucht worden. Die neue Gesellschaft bildet die Firma.B ayeris che Bera». Hütten» itnd Salzwert. A..G mit einem Grundkapital von 6 Millionen Mark. Diese» Kapital bleibt im ganzin ilmfang in der Hand de» Staate». Die Arbeiter und Angestellten der Werte werden mtt ihren vollen vertraglichen Rechten aus die neue Gesellschaft übernommen.| 8. Strrl» ffiifteMstain. Vit OenoUtn sind vervMKfet. bei de»«tternbeirnt»» nxlhlen mitjuarixli-n. SKtlliuna in den AbieUuna- Winten. Renftalnxiiil- iuteau Hi bei SBUlfdmft, Petersburaer Str. 5. Telephon:«ternnder 2243 Sodlresuitate sind sofort na» deelldeier Dahl nach dort tu übermitteln. Senauc Suaoden auch über«inaefchricdene WSIilertahl und der abacgcbencn ffitürantn unbedinat«forderlich. Stimmteltrl sind im obige» L-ial noch 8. Nr et» �Arentbern. geniretwabwureau am Sonntoq. 8. Juni. III bei SAlte. Beramannltr. 8S. Telepbon:«mt H-fenbeid« 7435.»ort müssen dl« Wadt- resultat« unter aenaucr Anaade jeder Schul«, die 3ahl der einoeschriebenen Wähler und der abaeacdenen Stimmen somie die Stimmentahl auf den «in, einen Listen noch am S-nnwo armeldet weiden.—«»tunal Eonnia,. «.?uu>. früh 8>4 Uhr. melden sich all« Genossen bei LdhU«, verimann- strasie«!>.>ur Wahlbllk«._______.,... 7. Ire:,«harlottenbura. Da» Wahtburoau für die Slternheirat»wahle» he- findet sich am Sonntag. 8. Juni, bei Reimer. Wilmer-darfer Sir. A. Ecke Nonalstrasie. Teievbon: Am: Wissirlm 144». Wahlhelfer müssen um 8 Uhr früh anwesend fein. Mlc schleunig« Einsendung der Sahlresultai« haben dt« Llstenfüdrer tu loraen. heute. Sonnabend, S. 3tnri: 28.«dt. 8 Ubr Treffpunkt Itrr Muail-ttverbteiwna.«eiicke N7. W. m 240 bei»arten. Wiriber Str. 13. Bezirk« 241. 343.�2438 bei Bichl. Eho- ' xtner«it O.»etirk, 242b und 245 bei Menrr. Oderderger Str 33. Be. ttrk 244 und di, Genossen der 26. Müei'.u-ra bei Nundel.»astanien, alle« 23/80.«onniog. 8. Juni, vormittag»»V4 Uhr, in den gleichen Lokalen Treffvunlt zur Wablardeit..,._.,........ M.«dt. Ave Genossen, die nickt an den Ellernbelratswohlen beteiligt und. trefft» sich abend» vsinkillch 8 Udr bei Rosin. Gubener Str. 1»(nicht. m>« irrtümlich anoraeben. um 7 Ubrl._..._ M. Abt. Bon nachmiltaa» 4 Udr ad Muablatwerbrritung von Busch. Tilsiter Strosi« 27. au». Am Sonntag. 8. Suni, vormittag, 8 Uhr. Einteilung ,ü de»«ahlardeiten oom«leichen Lokal, gentralioadlbureau für die Eltern- beiratowahl: Busch. Tiisiter Str. 27. Telephon: Amt«Sniaostadt 1106. B-llzähIiae» Erscheinen aller Mitglieder sowie der Elternbeirat-k-ndidaün intteMirat ftforbttUA. 47. Abt. Rachmitiaa, 4 Uhr Mugblattverbreitun« bei Sl-dentovf. Mu-k-uer Strasi« 85. All« Genossen baden zu erscheinen,«dend» um 7i4 Uhr Sisiuna aller Aunktionär« bei Liek«. Waldemarstr. 85. «. Abt. Tewoelbof. Di« vezirk-südrcr uxrden aedeteo. die Umdänoevlakot- für die Elternbeiratowahl von der �liud»'. Werder- Eck- Friedrich-Kar:- Strosi». obzubolen. M. Abt. Reutill». Um 7 Udr treffen sich alle Bezirkokührer bei Dflanz. Brinz. Aandierp-Str. 78. IN. Abt. Riederschindansen.» Udr chunktionärsisiur», ü» Lokal«indf. Am Kriedenoplag. Morgen. Sonntag, S. Zual: 8.«dt. Ausgab« de» Maieriak» zu den Slternbetratewahle» früh 8 Uhr bei »rüg er. Sngelufer 23. Allseitig« Beleililluna an der«ablarbeit ist diinaend erwid-'tich... i. und 28. Abt. Alle Genossinnen und Genassen treffe» sich zwecks Wahlhilf- tm Lokal Danl Gürtler. Wcindergswea I. früh um 8X Udr. Wahllolci: Mädchenschule 8-kdenicker Strake._, �... 7.«dt. 884 Uhr treffen sich all« Genosse» der Ah feil UN« jmr Woblarbert fsit die Elternbeiratswohl bei Dobrobtaw. Swinemvnder Str. 11. >4«dt. Achtung!«Itern. deren Linder di« Närner-Realschule. Stegllsicr Strasi, 8». besuchen, beteiligen sich am Sonntag vollzählig an der Eltern- n. Abt. Alle Wahlhelfer treffen sich morgen« 8H Uhr in den Schulen Demminer Str. 27 und Strelisier Skr. 42...... II. klbt. Genossen, die am Sonntag an der Demonstration in B-umfchulcn. weg teilnehmen wollen, treffen sich oormittog» U!4 Uhr beim Genossen Müller. Uferstr. 12. tL AM. vormiftag« 1144 Uhr treffen sich die Genossen bei Scholz, Adolf- sirosi« 12, zur isahrt nach Baumfchulenwea. Dorlfekbst Baiinerweihe der 102. Abtelluna Baumlchuleiiweg. Ilm 11 Uhr varmitlaa» im gleichen Lokal Bezirtosührerdesorechung. 24. Abt. All« Eenossen stellen sich restlo» zur Wablhilf« für die Elferubeirai»- wohl zur Beifügung. Treffpunkt: früh 8 Uhr. Gruppe 1: Räsner, Im- manuelkirchftrosi«. Gruppen 1» und 2: Schleiff. Gruppe 8: bei Ltihler. ». Abt. Ab pormntag,&'■, Uhr bei Gott,»uiprodestr. 8. Parteiwahlbureou ßt Elter ndeiratswadl. Dort melden sich olle Genossen zur WahkordeU. >t. Da» Bureau befindet sich bei Woo-monn. SIeimstr. 10. All» Ge- Nossen finden sich dort al» Seifer für die Slternbeiratowohlen ein. ». Abt. Bormittag» 844 Uhr tre'ien sich die Genossen zur Mitarbeit ssh die El lern Heirat swodlev bei Goldschmidt. Stoloiiche Str. 86. »2.«dt. Die Resultate der«orwärtoaoitation müssen positiv»der negosin am Sanntaa di, 2 Udr nachmittag, bei«romphardt. Daul-Singer-Str. 49. adgeaeden werden. Ich klbt. Sämtlich« Elternbelratokandidate«. Genossinnen und Genossen, treffen sich frllb 8 Übe zur Bahlbilfe für die Elternbeiratowahl bei Loiak. Beymo- sirasi« ch 37. Abt. Di« Genossinnen und Senosse« werden ersucht, um 84� Uhr hn Lokal Dfeikfer. Kauodurgskr. 2.»weck, Wohlbilfe zu den Eliornberratswahlen de. stimmt»u erscheinen. Di« Bezirkosübrer treffen sich um 844 Uhr doristtdlt. 4L Abt. Bormittag, 8 Uhr treffen sich all« Gcuossen zur Wablhilf« bei Schuster. Ehamissoplasi 4. 4ch Abt. Dir Genossinnen und Genosse»»erben ersucht, sich um 844 Uhr bei Wolf. Gräfe. Eck« Mülle uhof strasi« zur Wahlhilf« für dick Elfernbetramwadl einzufinden. 4ch Abt. stur Eiter ubelrat« mahl treffen sich die Genossen vormittag? 844 Uhr bei Eichholz. Euvrnftr. 28. Erscheinen ist Bflicht. 47. Abt. Bormittag» 8 Uhr bei Siedenwvf. Muskauer Str. 88, Wahlorbeit für die Elterndeiratmvadl. E» ist Pflicht«ine» jeden Genossen, vüutt'iich zu erscheinen. 4t. Abt. Sämtliche Partrimitalfeder«reffen sich früh 8 Uhr zur«ahlarbeit für die Elferndeiratiwahl beim Genossen Emil strüger. Wossertorstr. 41. U. Abt. striedenckN.«adlhureou befindet sich bei stlad« Handjerostiasie. Bon 8 Übe ad«eässnet. Telephon: 3tmt Rbrlnaau 8148. Aentälln. Ich Abt. 7>ormit:ag»» Uhr stellen sich alle Genossen zur Ber- fstauna für di« Eltern b«irat»wabl. Treffpunkt: Lehmann. Tell- Ecke Dricr- fkrasie.«einer da:f fehlen.—»1.«bt. All« Genossen sin» verpslick tri. sich an ber Elternbeiralmvohl»n beleilige». stentralwabllokal: Stahmann. Reuter- Ecke Münchener Strasie. Bon 844 Uhr an oeäffntt.— 32.«bt. stur Elternbei:at«wahl treffen sich all» Genossinnen und Genossen vor- mittoa« 8 Uhr bei Ewald. Elbestr. 32. Eck« Beserstrosie. Niemand darf «nentschuldlat fehlen.— 33. Abt. Die Genossen beteilige» sich vollzählig »I» Wchlhelser dei der Elternbeiratowahl. Treffpunkt kür dl« Bezirk« 50. 97. St. Sl, 82. 83, 37 und Siedlung dei stimmermann, Stuttgarter Ecke Treptower Strasi«. stllr die Bezirke 84. 85. 36. 38. 33 dei Prihkow. Richard- sirasi« 58. Pünktlich»ormittaa» 84-. Uhr.— 34. Abt. Parteigenossen, die sich am Sonntag an den Elterndelral-wahlen al« Helfer beteiligen wollen. müssen um 744 Uhr im Lokal Schräder. Steiumedstr. 52. erscheinen. Schul- dirtf Weisestrasie und Schlsservromenade. ML Abt. Arepfew. Di««enossen treffen Nch um 844 Uhr in der Spedition Gräsistr, 80 zur Wahlhilfe kür die Eltrrndeiratswahl. 18». Abt. vberschbueweid«. ssrllh 8 Uhr bei ssmdrra treffen sich alle««»ossen tue Agitation für dl, aiternh«iral»wohlen. Wichlia« Zdesgrechung. Roch. mittag» 1244 Uhr stönia-vlab Abmarsch zur Teilnahm« an der Banner. ««:h« in Banmschulenweg.. Itt Abt. Rtederschlneweide. Genossinen und Genossen, dl» kS-blbttfe für di, «lternbeirafewabl feisten wolle», treffen sich um 3-44 Ubr entweder in der »nadenschu.« belM Glnrssen Sasowski oder in der Mädchenschul» beim Genossen L.edel. 148. Abt. stäpenick. stur Wablbilfe für die El ternheira»wählen treffen sich die Genossen KUH 8 Ubr in solarnden Lololen:«Sllnlfche Borstadt hei Slipp«. kohl.«chSnerllnder Str. 5.«lesi-Borftadt: ssieba». Msigzelheimstr I. �etwerorstabt. Reeck, vorgmannstr. 5. Abt. LüSfenber� 844 Uhr finden stch die Senossen zur Dahlordrit für dl« Elrrnbetralewohl bei Selpk».«ronvllnzen. Ecke Scharnweberstrasi, ein. US. Ade. TeaeL Da» stentealwahldureau zu den Elterab«irat»wohl«n befindet sich im Restaurant Ehristenken. Schliepersir. w.- Sterbetafel üer Groß-öerliner Partes-Grganifatsoa °l»t.«ipeni«. Unfrr alfer«enosse Ott» Heinewann au, stäpenick fst nersiorben. Seine selbstlos, Tätigkeit für die Partei war porbildlich für alle Genossen und stchert ihm für alle steil ein ehrende» Andenke». Einäscherung «m slsrtaa. 7. Hnni. vormittag» U44 Uhr. im stremaferium Baumfchulenwea. vi« Genossen werden ersucht, sich zahlreich zu beteiligen. i-z ��aunkmachung über die Bewertung zwangsbcwlrf. chasteler Grundstücke nach dem Reichsbewertungsgesetz verösseittlicht der Prastdent de» Landesfinanzamte» Berlin im ttn.4eigentctt der heutigen Nummer.