Nr. 262 ♦ 43. �ahrg. Ausgabe K Nr.?Z4 Bezugspreis: WitenMch 7l> Dfenni«, ouuaLlH ».- Reick«mark voraus sadlbar. Unter UreuZbau» für Deutschtand, Sauiis. Saar» und Memelaebiet. tZeüerreick, Litauen. Luremture «.so Reicksmari, für das üdri«« Susland 5.50 Reicksmari vro Monat. Der.Borwürts' mit der Sonntag» deilaae.Boll und Keit" mit.Sied» luna und Kleingarten' sowie der Beilage.Unterbaitun« und Bissen' und ffrauenbeiloge.sfrauenstimme' erscheint wochentSglick»weimal, Sonntags und Montag« einmal. releeramm-Sdress«: .e-iialdrmskrst Berlin' Sonntags ausgäbe pksnnig) Nnzriilenvrctfc! Dl««tnfvaltl«» Nonpareille- »eil««o Pfennig. Reklamezeil» 5.-» Reicksmari...Kleine Anzeige»' da« fettgedruckte Wort 25 Pfennig izuläfssa ,wel fettaedruckte Worte», iedes weiter« Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erlte Wort 15 Pfennig, lede» weiter« Wort 10 Pfennig. Worte vber IS Buch- Kaden»äblen für»wei Wort«. Srbeitsmarkt Keile 00 Pfennig. Samilienon, eigen für Abonnenten Lei!««0 Pfennig. Verlinev VolKsblatt ZcntrAlorgan der Bozialdcmokratirchen Partei Deutfchtandd >n»elgen für die nückss« Rummer müssen bis«ij Ubr nachmittag, im Bauptgefchäft. Berlin<5W 58, Linden- Krasse Z, abqegeben werden. Gellffnet »»» 8� Ubr frllb bis 5 Ubr nachm. Redaktion und Verlag: Serlin EW. öS, Kinüenftraße Z Fernsprecher: Tönhoff 5äS!S— SS7. Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Serlin SW. öS, Linüenstr.Z Posticheckkonto: Berlw 57 555— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten nnd Beamte». Wallstr. 55; Diskonto-Selellichaft. Devosttenkasse Liadenfte. 3. Intrige gegen öen volksentstheiö. Loebells großer Schlag: Hindenburg an die Front! Herr non L o e b e l l, königlicher Staatsminister a. D., Präsident des Reichsdürgerrats, plant einen großen Schlag. Am 11. Juni soll im„Deutschen-Spiegel" ein Briefwechsel erscheinen, den er mit dem Reichspräsidenten o. H i n d e n- bürg über den Volksentscheid geführt hat. Zugleich soll dieser Briefwechsel als doppelseitiges Flugblatt in großen Massen verbreitet werden. Der Streich, der schon in allen Einzelheiten vorbereitet ist, richtet sich gegen den Reichspräsidenten, der entgegen seinem eigenen Wunsch in den Kampf um die Fürsten- enteignung hineingezogen werden soll. Am 19. Mai richtete Herr o. Loebell an den Reichspräsi- denten einen Brief, in dem er ihm nahelegte, in einer Kund- gebungan dasdeutscheVolkzur Frage des Bolls- entscheids Stellung zu nehmen. Am 22. Mai antwortete Herr v. Hindenburg, indem er erklärte,„aus st a a t s r e ch t l i ch e n sich aus der v e r- fassungs mäßigen Stellung des Präsidenten des Deutschen Reiches ergebenden Gninden" der Anregung des Briefschreibers nicht entsprechen zu können. Herr v. Hinden- bürg war aber arglos genug, diesem entscheidenden Teil seines Briefes längere persönliche Ausführungen hinzuzufügen. Niemand wird es anders erwarten, als daß Hexr v. Hindenburg ein Gegner der entschädigungslosen Enteignung der Fürsten ist. Es kann also nicht die geringste Ueberraschung bereiten, daß er sich in einem als privat und vertraulich gedach- ten Brief gegen die Enteignung ausgesprochen hat. Die geplante Veröffentlichung des Briefes kann aber nur gegen seinen Willen erfolgen. Denn in den Eingangszeilen lehnt es der Reichspräsident, wie gesagt, in der bestimmtesten Form ab. sich zum Volksentscheid öffentlich zu äußern. Er erklärt selbst, daß er durch eine etwaige Zustimmung zu einer solchen Beröffentlichung etwas tun würde, was sich mit der Verfassung und mit seiner staatsrechtlichen Stellung nicht verträgt. Trotzdem wird die Veröffentlichung des Brief- Wechsels Loebell-Hindenburg vorbereitet. Die politische In- trigantenkliquc Loebell- K r i e g t hat sich unter dem Vorwand der Vertraulichkeit einen Brief Hindenburgs erschlichen, sie hat damit den alten Herrn in seiner Arglosigkeit überrumpelt und gebi. unbekümmert um die Lage, in die sie ihn dadurch bringt, auf ihr Ziel los. * Wir hoben ganz klar ausgesprochen, daß wir Herrn v. 5)indcnburgs persönliche Gegnerschaft gegen die Fürsten- enteignung gar nicht überraschend, sondern vollkommen ver- ständlich finden, und daß wir seine loyale Absicht, sich streng konstitutionell aus dem Streit herauszuhalten, durchaus aner- kennen. Damit ist aber die Angelegenheit noch nicht erledigt. Der Reichspräsident, für dessen politische Handlungen die Reichsregierung die Ver- antwortung trägt, i st nicht gut beraten. Sonst hätte er nicht einen Mann wie den olldeutschen Putschmajor v. Sodenstern empfangen und sonst hätte er einem In- triganten vom Schlage des Herrn v. Loebell nicht brieflich sein 5icrz ausgeschüttet. In beiden Fällen ist das Resultat peinliche Verlegenheit. Herr o. Sodenstern geht hin und entwickelt in einer„vaterländischen" Führerkonserenz einen Plan, durch Massenentlasst'ngen von Arbeitern einen Putsch zu provo- zieren, um dann durch einen Gegenputsch die bestebende Ber- fassung zu vernicbten Er renommiert bei dieser Gelegenheit mit seinem Besuch beim Reichspräsidenten und versucht den Arcschem zu erwecken, als ob dieser init im Komplott sei. Herr o. Loebell läßt sich vom Reichspräsidenten einen Privat- brief schreiben und läuft damit zu einer Redoktion, um ihn veröffentlichen zu lassen. Gibt es denn niemanden, der den Mut hat. dem Reichspräsidenten zu sagen, daß man mit Leuten wie Sodenstern besser nicht redet und cm Leute wie Loebell bester nicht schreibt? Herr v. Hindenburg ist selbstverständlich kein Anhänger der Fürstenenteignung, er ist selbstverständlich kein begeisterter Republikaner, selbstverständlich kein glühender Versechter von Schwarzrotgold. Er ist selbstverständlich kein Sozialdemokrat und überhaupt kein Demokrat. Aber er hat die ehrliche Ab- ficht, ein korrekter Präsident der Republik zu sein und die Berfaffung zu halten, die er aus freiem Willen beschworen hat. Und darum verdient er, von der verantwortlichen Rc- gierung und von seiner Umgebung in dieser seiner Absicht unterstützt zu werden. Leider fehlt diese Unterstützung durch hie Itegierrmg, und was d« Umgebung betrifft,{o scheint es manchmal, als ob sie die loyale Absicht des Reichspräsidenten eher durchkreuzen als fördern wollte. Und so entstehen Zustände, die bedenklich sind und die gefährlich werden können. * Von der Beröffentlichung des Hindenburg-Briefes an Loebell haben die Anhänger der Fürstenenteignung nicht das allergeringste zu befürchten. Der Stamm ihres Anhangs re- krutiert sich selbstverständlich aus den Kreisen, die im Mai Seht Sie Wählerlisten ein! von heute ab liegen ia den durch Säulenanschlag bekanntgegebenen Lokalen die W ä h I e r l i sl e n zur Einsicht aus. Uli Berlin find vollständig neue Listen ausgestellt, in denen sämtliche wohnungsveränderungcn seit dem letzten Drittel des Monats Mai, soweit sie den Wahlämtern bekanntgeworden, entHallen sind. Gerade bei ncuausge st eilten Listen muß jeder Wähler die Listen einsehen, um Irrtümer, Jticht- oder falscheinlragungen noch rechtzeitig korrigieren zu können. Die Wahlordnung bestimmt ausdrücklich, daß nur der abstimmen kann, der in der Wahlliste ausgeführt ist. Diese Eintragung regelt die formale Voraussetzung für die Au-'bung des Stimmrechts. Jeder Stimmberechtigte kann nur in dem Bezirk abstimmen, in dem er Ibohnt und gemeldet, dos heißt, in dessen Stimmlisten er aufgeführt ist. wer aus irgendeinem Grunde sich am Abstimmungstage nicht in seinem Abstimmungsbezirk aufhält— vor ollem, wer für diese Zelt verreist— kann sich einen Stimmschein besorgen und dann in jedem Abstimmungslokal abstimmen. Stimmberechtigt ist. wer am Abstimmungstage 20 Jahre alt und Reichsdeutscher ist. wer bis zum lZ. Juni 2 0 Jahre alt wird, muß sich, da bis zu diesem Tage die Wählerlisten ausliegen, noch eintragen lassen, wer nach dem lZ. Zuni noch?0 Jahre alt wird oder wer aus dem Ausland ins Inland kommt, muß sich aus seinem Bezirkswohlamt noch einen S t i m m s ch e i n besorgen und mit diesem dann abstimmen. Zeder Stimmberechtigte muß. um Lausereien zu sparen, gültige Ausweispapiere zur Einsichtnahme mitnehmen. Die Zeit der Auslegung der Listen muß benutzt werden, um jeden, der nicht eingetragen ist. namenttich allen, die jetzt 20 Jahre alt »Verden. Ihr Stimmrecht zu verschassen und um jeden streichen zu lassen, der in der letzten Zeit verstorben ist und noch als Stimm- berechtigter geführt wird. Jedem Wähler ist in der nächsten Woche immer wieder einzuhämmern: Seht Sie Wählerlisten ein! vorigen Jahres den gegenwärtigen Reichspräsidenten als po- litische Autorität ablehnten und ihm ihre Stimme bei der Wahl verweigerten. Das war— in diesem Zusammenhang muß daran erinnert werden— immer doch die Mehrheit derWähler.die nur infolge der kommunistischen Splitter- kandidatur nicht zur Geltung kam. Für diese Mehrheit des Volkes ist es ebenso wenig überraschend wie für uns, daß Herr v. Hindenburg ein Gegner der Fürstenenteignung ist. Durch die Veröffentlichung des Hindenburg-Briefes würde aber etwas ganz anderes erreicht werden. Die Person des Reichspräsidenten würde dadurch in den Mittelpunkt des Kampfes gestellt, und wir würden zugleich mit dem Kampf um den Volksentscheid den Kampf um die Reichs- präfidentenichaft vom vorigen Jahre gleichsam noch einmal erleben. Gegen die Reichsregierung würde man den Vorwurf erheben müssen, daß sie es nicht verstanden hat, den Mißbrauch der Person des Reichspräsidenten zu ver- hindern. Auf diese Weise würde der Kampf, der im Interesse des Ganzen sachlich geführt werden soll, auf das persönliche Gebiet geschoben, verschärst und kompliziert. Aber vielleicht ist es gerade das, was die Drahtzieher wollen. Die Strupellosigkeit ihres Intrigantentums kennt keine Rücksichten und macht vor keiner Person holt. Auch nicht vor der des angeblich von ihnen so gefeierten Herrn v. Hin- denburg. Auch er soll— gegen seinen Willen— als Mittel zum Zweck gebraucht werden, und dieser Zweck geht über die Verhinderung der Fürstenenteignung weit hinaus. Sie wollen die Zerrüttung, die Verwirrung, sie wollen die Präsi- dcntenkrise, die Staotskrise und zum Schluß den trockenen oder nassen Putsch. Bor Herrn v. Loebell hat schon Bethmann Hollweg in seinen Denkwürdigkeiten als einem der gefahrlichsten Intriganten gewarnt. Dieser Herr v. Loebell hat jetzt die Dreistigkeit, in seinem„Deutschenspiegel" zu behaupten,„daß heute schon der Name Hindenburg in der Mundpropaganda f ü r den Volksentscheid gegen den Willen des Reichspräsi- denten mißbraucht wird." Wem fällt es ein. den Namen Hindenburgs für den Volksentscheid zu mißbrauchen? Wo ist der Esel in Deutschland, der sich einreden ließe, Hinden- bürg sei etwa ein Anhänger der Fürstenenteignung? Die Behauptung des Herrn v. Üoebell ist nichts anderes als ein« plumpe Zwecklüge, durch die die vorbereitete wider- rechtliche Veröffentlichung des Hindenburg-Briefes gedeckt werden soll. 4- Mit solchen Gegnern muß man sich herumschlagen! Noch haben die Virtuosen der Hofkabole, die Helden der Hinter- treppe, die Schleicher und Heuchler des alten Regimes Ein» fluß und versuchen, für das deutsche Volk Vorsehung zu spielen. Eine Republik aber kann keine Kamarilla ertragen! Der 20. Juni muß die Reinigung bringen! Reinigung des Hauses der deutschen Republik vom Dach- boden bis zum Keller! Jeder Tag zeigt deutlicher, wie not- wendig sie ist! Vierzehn Tage Arbeit! Kein« Stunde darf verloren gehen! Genfer öeratungen. Ratstagung und Einweihung des neuen Arbeitsamtes. Am morgigen Montag beginnt in Genf eine Tagung des Völkerbundrates, zu der sich u. a. Brian d und Chamberlain begeben, woraus man schließen kann, daß wichtige Entscheidungen bevorstehen. In der Tat wird der VAkerbundsrat zu den Ergebnissen der Studien- k o m m i s s i o n Stellung nehmen müssen, die im Mai zu- sannnengetrcten war und die fast einstimmig Vorschläge für eine Reorganisierung des Rates angenommen hat. Bekannt- tich fehlt ober noch die formale Zustimmung Spaniens und Brasiliens zu diesem Reorganisationsplan, da diese beiden Länder anscheinend die Hoffnung noch nicht endgültig aufgegeben haben, einen permanenten Sitz zu erhalten, während sich alle übrigen Vetelligten, einschließlich Polens durch ihre Zustimmung zu den Vorschlägen der Kommission gegen die Erwetterung der Zahl der permanenten Sitze ausgesprochen haben. Bisher hat man von einem nachträglichen Einverständnis BrasUiens und Spaniens mit den Vorschlägen der Studien- kommffsion nichts vernommen, vielmehr haben die Vertreter Brasiliens in einer gewundenen Erklärimg angedeutet, daß eine Aenderung in der Auffassung ihrer Regierung nicht ein- getreten sei. Es ist daher keineswegs sicher, daß der Rat aus seiner jetzigen Tagung schon in der Lage sein wird. sich die Vorschläge der Studienkommission zu eigen zu machen und es wird infolgedessen mit der Möglichkeit einer neuen Vertagung bis zum September gerechnet. Bis dahin würde man versuchen, wenigstens Spaniens Zustimmung zu einer vor vier Iahren angenommenen Statuten- änderung zu erlangen, wonach organisierte Verände- rungen nicht mehr einer Einstimmigkeit, sondern lediglich einer Zweidrittelmehrheit des Rates bedürfen� alle Ratsmächte einschließlich BrasUiens, aber ausschließlich Spaniens, haben dies« Aenderung inzwischen ratifiziert und es würde daher Spaniens nachträgliche Ratifizierung genügen, um Deutschlands Eintritt unter den neuen Bestimmungen über die Zusammensetzung des Rates auch gegen Brasiliens Widerspruch auf der Septembertagunq durchzusetzen. Von den übrigen Fragen, mit denen sich der Rat zu beschäftigen hat, können einzelne zu wichtigen Debatten und Beschlüssen führen. Das gilt weniger für die Arbeiten der kürzlich zusammengetretenen Abrüstungsvor- k o n f e r e n z als für die Frage der Finanzkontrolle des Völkerbundes über Ungarn. Die an sich sehr mageren Ergebnisse der v o r b e r e i- tenden Abrüstungskonfernz sind nämlich in- zwischen durch die militärischen Fachleute in den eingesetzten Unterkammissionen noch ausgehöhlt worden, und es ist daher kaum denkbar, daß der Rat schon jetzt in der Lage sein wird, zu dem Bericht der Vorkonferenz Stellung zu nehmen oder gar einen Termin und eine Tagesordnung für die m Aussicht genommene große Abrüstungskonseren.z festzulegen. Vom deutschen Standpimkt aus ist es vielleicht bester, daß eine Vertagung dieser Entscheidung um einige Mo» nate vorgenommen wird, damit diese erst nach Deutschlands Eintritt in den Rat getroffen werde Anders liegen die Dinge mit der ungarischen Frage. Sowohl von tschechoslowa- kischer wie auch von französischer Seite wird jener große V o r st o ß für diese Ratstagung erwartet, der auf der März- tagung unterblieb: nämlich die Aufrollung der Fran- k e n f ä l s ch e r a f f ä r e im Zusammenhang mit der Frage einer etwaigen Aufhebung der Finanzkontrolle des Völker- bundes. Der Verlauf und der Abschluß des Prozesses, in dem die Regierung Bethlen durch verschiedene Zeugenaussagen schwer kompromittiert worden ist, legt die Vermutung eines solchen Vorstoßes nahe, der von führenden Blättern sowohl in Prag wie in Paris eifrig befürwortet wird, zumal Eraf Bethlen die Stirn hat, wieder persönlich in Genf zu er- scheinen! Die Ratstagung fällt zeitlich auch mit der im Anschluß an die gegenwärtige internationale Arbeitskonfcrenz stattfindenden feierlichen Einweihung des neuen Pa- lais des Internationalen Arbeitsamtes zu» sammen. B r i a n d und Chamberlain werden an dieser Feierlichkeit persönlich teilnehmen, ebenso eine größere Anzahl von Arbeitsministern verschiedener Länder, darunter der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns. Die internationale Ar- beiterschaft kann es nur begrüßen, wenn die Teilnahme füh- render Staatsmänner die Bedeutung dieses Zentrums der internationalen Sozialgesetzgebung im Bewußtsein der Welt- Meinung vertieft. Worauf sie aber noch größeren Wert legt und was sie fordert, das ist, daß den bevorstehenden schönen Reden auch die praktischen Taten folgen, insbesondere die Ratifizierung des Washingtoner Abtom- mens über den Achtstundentag. Katholisch-proteftantisch. Einigkeit der Konfesstonshüter im Schutz der Wrsten- Milliarden. Nach dem Evangelischen Kirchcnausschuß haben jetzt auch die katholischen Bischöfe eine feierliche Warnung an die Gläubigen losgelassen, für das Gesetz zur Fürstenenteignung zu stimmen. Sie erklären die Enteignung zum Wohl der Allgemeinheit besonders zugunsten der Kriegsopfer und Jter Sozialrentner für unchristlich und daher für unstttlichl So schroff sich auch sonst die Konfessionen und ihre offiziellen Vertreter gegenüberstehen, sie sind doch immer einig, wenn es gilt, dem Reichen zu geben, was des Armen ist! Bischöfe und Pastoren sollten vor ihrer Stellungnahme in der Bibel nachschlagen. Sie werden dort Worte finden, die ihre Glau- biger heute besonders interessieren. So etwa bei Iesaia, 1. Kapitel: „Deine Fürsten sind Abtrünnige und D i e b s g e f e l l e n: sie nehmen alle gerne Geschenke und trachten nach Gaben; dem Weisen schaffen sie nicht Recht, und der Witwe Sache kommt nicht vor sie." Ja! So müßt Ihr stimmen! Aus zahlreichen Zuschriften ist zu entnehmen, daß noch immer Zweifel darüber bestehen, wie am 2<1. Juni abgestimmt werden mutz. Viele meinen, daß sie mit„Nein" stimmen müßten, ol» wenn die Abstimmungsfrage lautete:„Sollen die Fürsten die Milliarden behalten?" Die Frage lautet aber lhugekehrt:„Soll der Gesetzentwurf angenommen werden, der die entschädigungslose Enteignung her Fürsten fordert?" llpd auf diese gibt es nur ein un- zweifelhaftes Ja! Die Abstimmung erfolgt, indem auf dem Stimmzettel der Ja-Kreis mit einem Kreuz oersehen wird! Gebt diese Aufklärung an alle weiter, damit nicht durch falsche Vorstellungen Stimmen verloren gehen! Zur Ermordung Pelljura» betont der ukrainische Sozialist B e s p a l k o in einer längeren historischen Darstellung, daß Pelljura die gräßlichsten Judenmasiakers der unmittelbaren Nachkriegszeit nicht verschuldet habe. s Zum Zoll LefliHg. 10 Studenten der Hochschule Hannover relegiert. Hannover. 5. Juni.(MTB.) Der Senat und da« Professoren. kollegium der Technischen Hochschule Hannover beschlossen heute in gemeinschaftlicher Sitzung, che sich mit dem Disziplinarver- fahren gegen 200 Demonstranten gegen Prof. Lessing befaßte, die Relegation von zehn aus deren Kreise wahllos herausgegriffenen Herren. Außerdem wurde noch gegen«inen Stu- dierendcn die Relegation ausgesprochen. Nicolais Kriegsplan. Wo sitzen die Geldgeber? Der Industrielle Arnold Rechberg bittet un» um Der- öffentlichung folgender Zuschrift: Der Hochmeister des Iungdeutschen Ordens, Herr A r t u r Mahraun, veröffentlicht am S. Juni in seinem Blatt.Der Iungdeutsche" ein aus Erfurt vom 27. Februar d. I. datiertes und von einem Ordensmitglied verfaßtes Schreiben, laut desien der Oberst a. D. Herr Nicolai dem Sinne nach geäußert hat: 1.„Er halte es für hochbedeutsam, meine Bemühungen um eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland zu durch- kreuzen": 2.„daß er für den kommenden bolschewistisch-deutschen Krieg an der Elbllnie gegen Frankreich da» Land mit einem Netz von Vertrauensleuten überziehen wolle. Sie sollten eine Art Mobilmachungsarbeit leisten, die sich gegen die französische Etappe auszuwirken hätte." Zunächst ist es selbstverständlich, daß der Oberst a. D. Herr Nicolai, wenn er selbst im Bunde mit der Sowjetregierung und gestützt auf Rote russische Armeen an der Elblinie Krieg gegen Frankreich führen will, meine Bemühungen, eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland auf der realen Basis naher Interessengemeinschaft anzubahnen, bekämpft. Es ergibt sich aber aus dem von Artur Mahraun angeführten Zeugnis eine Reihe weiterer ernster Konsequenzen und Fragen: l. Woher hat der Oberst a. D. Herr Nicolai die Mittel, um das Land westlich der Elbe mit einer Organisation von Vertrauens- leuten zu überziehen? Die Reichswehr hat in der Presse erklärt:„Daß der ehe- malige Chef der Nachrichtenabteilung Im Kriege, Oberstleutnant Nicolai, weder vom Reichswehrministerium auf Privatdienstvertrag angestellt sei, noch den Auftrag habe, eine geschichtliche Darstellung der Abteilung Illb im Kriege zu geben." Außerdem hat ein Milttärfachmann, wie der General Graf o o n d e r G o l tz, in der Presse geschrieben:„Wo ist der Nationalist, der'Deutschlands Staaten westlich der Elbe den Franzosen preis- geben will, um sie dann ausgerechnet gestützt auf ein rusiisches Bolschewiftenheer, den Franzosen wieder zu entreißen? Wenn man so etwas behauptet, soll man auch die Führernamen nennen, damit man diese roten Rationalisten In«ine Nervenheilanstalt bringt." Die Machtzentrale der S ch w e r i n d u st r I e ist ebenfall« als Geldgeber kaum anzunehmen. Hervorragend» Führer der Schwer- industrie haben sich mir gegenüber sehr heftig gegen den Nicolaischen Kriegsplan geäußert. Sie waren sich darüber klar, daß auch nur der Versuch, einen solchen Plan zu verwirklichen, die völlig« Zertrümmerung der rheinisch-westfälischen In- dustrie zur unmiteibaren Folge haben werde. Allerdings sind die Kapitäne der deutschen Schwerindustrie Männer, deren wesent- liches Interesse der Führung ihrer industriellen Werke gewidmet ist. Die Politik erscheint ihnen vilfach noch immer als etwas Neben- sächliches. Sie geben ihr Geld an die H u g e n b c r g- Z e zi t r a l e, die gewissermaßen Blankovollmacht hat. Trotzdem ist es kaum glaublich, daß sich die Führer der deutschen Schwerindustrie ahnungslos in Abenteuer verwickeln ließen, welche nach ihrer«ige- nen Erkenntnis die sofortige Zerstörung der westdeutschen Industrie- gebiete zur unausweichlichen Folge haben müssen. 2. Es liegt auf der Hand, daß der Oberst a. D. Herr Nicolai, wenn er derartig« Kriegspläne verfolgt, in nahem Einverständnis mit der Moskauer Sowjetregierung fein muß.(? Red. d.„V.".) In diesem Zusammenhang gewinnt eine Resse nach Angora an Interesse, die der Oberst a. D. Herr Nicolai im Frühjahr dieses Jahres unternommen hat, als wichtige Verhandlungen zwischen der Sowjetregierung und Kemal Pascha schwebten. 3. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Putschplänen. wie sie— ebenfalls nach den Enthüllungen des Herrn Artur Mahraun— der Schriftleiter der„Deutschen Zeitung", Herr von Soden st er n, entwickelt hat und den Nicolaischen Kriegsabsichten und welches ist gegebenenfalls dieser Zusammenhang? Schaumlöffel. O.-E.«Werber und Stabsfeldwebel von Marburg. Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Unter dem Titel:„Einbrecher der OC.?' berichtet der „Vorwärts" in Nr. 250 vom 30. Mai 192ö über den ge- heimnisvollen Tod des neunzehnjährigen Stuttgarter Stu- deuten Hans S t i m m e l. Besonders beachtenswert erscheint hier- bei folgender Passus aus der Daiftellung, die der Vater des un- glücklichen jungen Menschen an die Staatsanwaltschaft erstattete: „Besonders wichtig erscheint mir die Begegnung der Herren Schaumlöffel und Vetter, die meinen Sohn zuletzt ge- sehen haben wollen und die seinerzeit nur zu politischen Zwecken in Stuttgart weilten, um für den Wickingbund und die Ehrhardt-Gruppe zu werben." Vor allem auch zur Orientierung der zuständigen Justizbehörden erscheint es dringend geboten, auf die in diesem Zusammenhang recht bedeutsame Vergangenheit des erwähnten Schaum- löffel hinzuweisen. Auch heute noch ist aus der bewegten Periode des Kapp-Putsches das traurige Geschehnis unver- gessen, daß damals. Mitte März 1920. ein hauptsächlich aus stock- reaktionären Korporationsstudenten zusammengesetztes Zeitfreiwilllgenbatallion gegen den Willen der ver- fossungsinäßigen Regierung von Marburg nach Thürin- gen auszog, um dort in Bad Thal 15 nachgewiesenermaßen u n- schuldige Arbeiter willkürlich festzunehmen und „auf der Flucht" zu erschießen. Die wahrhaft rücksichtsvoll S«führten gerichtlichen Untersuchungen brachten unglaubliche s u stände bei der Marburger„Truppe" zutage, und der jetzt wieder hervorgetreten« Schaumlöffel war damals als „Stabsfeldwebel" eine der führenden Persönlichkeiten dieses sogenannten Bataillons. Ja, dieser Schaumlöffel war schamlos genug, unter dem be» zeichnenden Titel:„Das Studentenkorp» Marburg in Thüringen, ein Kriegstagebuch im Frieden", eine Broschüre er- scheinen zu lassen, in der die diesen Leuten sogar von einein preußischen Kriegsgericht bescheinigten Brutalitäten mit einem Fanatismus verteidigt werden, der für jeden sittlich empfindenden Menschen schier unfaßbar sst. So steht— um nur eine Einzelheit zu erwähnen— aus Seite 28 dieses Kulturdokuments wortwörtlich zu lesen, daß einen in der Nähe weilenden Zivilisten, dem-absolut nichts Strafbares vorzuwerfen war,„die Dämmerung leider vor unferen Kugeln schützte"!! Kaum braucht man zu erwähnen, daß die Broschüre förmlich übertrieft von siaß gegen Republik und Demokratie. „Maßlosigkeit, Uniauglichkeit, Nichtswürdigkeit, Dertrouensbrüchig- keit" der verfassungsmäßigen Regierung, alles natürlich ohne fach- lich« Belege,— das sind beliebig herausgegriffene Zitate! Daß ein Mensch von dieser Geistesverfassung zu allem fähig «rschewt, tsr einleuchtend, und vielleicht ist es mehr als Zu- faTl, daß der arme tjans Stimme! vor fernem unaufgeklärten Tode zuletzt gerade mit diesem Schaumlöffel gesehqn wurde:' Genosse Scheidemann schrieb damals, 1920, aus An- laß der erwähnten Broschüre an den republikanisch gesinnten Teil der Marburger Studentenschaft, daß solche„Schaumlöffel eien" auf die Dauer niemals den Siegeszug der freiheitlichen Ideen ernstlich behinderten. Das soll richtig sein. Gleichwohl aber kann nicht geleugnet werden, daß die Handlungen mancher späteren repubss- konischen Regierungen nach dem Muster von Enno und Luther- Schiele den Umtrieben der Schaumlöftel und Konsorten allzusehr Vorschub geleistet haben. Der 20. Juni als Sußtag. Lichtbildmaterial für den Enteigaungskampf. Von Robert Breuer, Millionen von denen, die am 20. Juni den Kaiser vom Ueber- fluß und von der Verführung zu unheilvoller Wiederkehr endgültig befreien wollen, werden im Abstimmungsatt zugleich einen Kniefall der Buße tun. Millionen werden sich zu erinnern haben, wie sie nicht unschuldig daran waren, daß der gekrönt« Rarr so lang« und so schrankenlos Verderben wirken konnte. Millionen Deutscher sind verantwortlich für die Katastrophe, in die hinein der Angebetete sein« gläubigen Untertanen herrlich geführt hat. Für diese mit- schuldigen Millionen bedeutet da» Entrignungsvottun eine verspätete, aber doch noch nicht zu spät kommende Selbstbestrosung und damit ein« Befreiung von schwerer Gewissensnot: Mr haben ihn gewähren lassen, unsere Hurra» haben ihn gezüchtet, von unserer Spalier- begeistenmg und Paradeverhimmelung wurde sein Majestätsrausch genährt. Endlich sind wir erwacht; durch Krieg, Hungersnot, Wirt- fchaftsoerfall, Enteignung und Arbeitslosigkeit hart gezüchtigt,.wollen wir Buße tun. Ja, tausendmal ja, zeigt uns, zeigt allen die Schmach, die wir duldeten, zeigt uns den Kaiserfilm, an dem wir als hypnoti- sierte Stattsten mitgewirkt haben. Millionen und abermals Millionen würden an ihrer Bernunst verzweifeln, wenn man sie noch einmal sehen ließe, wer dieser Kaiser war: welch ein Komödiant und Grimassenschneider, welch eine romantssch« Maßlosigkeit, welch«ine Kleiderpuppe, welch ein Garderobenständer und Panoptikumsexeß. Wohlan: schafft den Millionen der Büßer volle Erkenntnis, laßt den Film vom Kaiser aufflammen und wie ein höllischer Spuk noch einmal durch die Verwesungsnacht der Monarchie gespenstern. Zeigt den Kaiser, zeigt seine Sippe, zeigt die Erbärmlichkeit der Anbetung: und der letzte Boltsgrnoss« wird hingehen, beschämt, zerknirscht, um gegen den Popanz und die eigene einstige Verblendung zu zeugen. Em einziger Band irgendeines illustrierten Blattes sst für diesen geißelnden Kaisersilm ausreichend. Hier: Jahrgang 1907. Ohne Fortlassen und ohne Hinzufügen nehmen wir die Szenen, wie sie das Gottesgnadentum zum Abgrund lachen und die Andachtserstarrung des deutschen Volkes, des gewesenen Bosses, grausam enthüllen. Programm des Kaiserftlms: Der Kronprinz in Iagduniform— August Wilhelm mit Borussenstürtner— der Kaiser mit sämtlichen Söhnen zur Fahnen- weihe— der Kaiser als General im Schlitten— zwei Söhne des Prinzen Heinrich als Jünglinge in Uniform hoher Seeoffiziere— Kronprinz im Winterdreß— Prinz Wilhelm als Säugling— Kaiserlicher Iamilienspaziergang im Tiergarten>— Kronprinz bei • Trauerseier für Bergmann— Kronprinzessin im Selbstfahrer— Kaiser bei Költtg Eduorh— Ltronxrinzenpaar crögnet Sxortaus- stellung— Kronprinz im Sweater bei Früstzahrsregatta— Kaiser al» General bei Wiesbadener Festspielen— Kronprinz eröffnet Kolonialausstellung— Kronprinz im Iucker-Viererzug— Kasser al» Admirvl auf Jacht Alexandra— Kaiser in Oelzeug mit Südwester auf Jacht Meteor— Kasser«n dänsschrn Hof in Zivil— Krön- prinzenpaar sportlich in Heiligendamm— Kaiser ol» Admiral in Kiel— Kaiser im Tennisdreh— Kaiser in Seepelerin« an Bord Hohenzollern— Kaiser als Admiral mit Zar— Kronprinz beim Tennisturnier— Kaiser als General bei Dentmal»enthüllung— Kaiser als Gardeducorps mit Adlerhelm zu Pferde— Kronprinz mit Sohn— Kaiser als oberster Schiedsrichter beim Manöver, auf den Feind weisend— Kaiser als General bei Beerdigung— Krön- prinz als Paforcejagdreiter— Kaiser als Chef englischen Dragoner- regiment»: Käppi schief auf Kopf— Kaiser küßt König Eduard— Kasser als Jäger in Winds or— Kaiser im Talar eine» Ehren- dottor»— Kaiser als Totenkopfhufar— Kaiser in Zwil— Bezirk»- schornsteinfegermeister Max Nitschke in Admiralsunfform vor Kriegs- flagge als Kaiser.—» Dieser Bezirksschornfteinfegermeister Nitschke, der hoffentlich noch lebt, verdient den Dank der Republik. Er tat Lortreffliches. Er demaskierte den kaiserlichen Schmieranten. Ließ den Schnurrbart es erretchen und schlug die Admlralspelerin« um die Schultern, reckte den Busen und schmiß die Augen: der Kaiser! Der Bezirksschorn. stetnfegenneister scheint ein Aas gewesen zu sein. Er war, vielleicht ohne es zu ahnen, der Erste, der die Groteske dieses durch die Welt- geschichte rollenden Garderobe nschvcmkes, die Groteske dieses den Generatsrock, den Tennisdreß und die Oeljack« anbetenden Lakaien- oolkes erkannte. Heraus mit dem Kasserfllm? Er wird Prozessionen in Be- wegung setzen: Büßer, Entschlossen«: Nie wieder Wilhem II. Weber-Gedenken. Die Hochschule für Musik feierte den hundertsten Todestag Webers sehr eindrucksvoll. Di« Euryanthe- Ouvertüre krönte zum Schluß glanzvoll die Feier. Am Anfang stand das Vorspiel zu„Peter Schmoll, ein reizend heiteres Stucklein, mit eingestreuter echt Webcrscher Melodik. Die Oper ist woht nur ein einziges Mal aufgeführt worden. Aber die Ouvertüre ist wie die m„Abu Hassan" wert, öfter gehört zu werden. Weber war 15 Jahre alt, Äs er sie schrieb. Das Fogott-Konzert au» dem Jahre 1811(von Helmut Hübner famos gespielt) diente gewiß mehr als Studienzweck, als daß es ein EnsemWeinftrument soliftssch heiligen sollte. Aber auch hier quillt Erfindung reich. Prüwer dirigierte mit Eingabe uick> sein« Schüler folgten ihm gewandt. Vor- her hatte Professor Schünemann. der stellvertretende Direktor der Hochschule, in einem freien Vortrag das Wesen Webers klug umrissen. Er zeigt« das Deutsche iemer Kunst auf, das Eiqentüm- liche einer vom Klassischen fonstrebcnden Romantik, er wußte be- sonders glücklich in Weber den Dater der deutschen Oper zu preisen. Denn erst mit der Uroujphrung des„Freischütz" wurde die Oper Gemeingut des Volkes, während bis dahin die französische und tta- lievijche Oper gerade das wetttÄige VoU«»vgchAov«, hatte, im Theater also ein Vorrecht der Aristokratie und Höfe gesucht hatte. So bedeutet Webers Werk auch«inen Markstein für die musikalisch- politische Entwicklung des garten deutschen Volkes. K. S. walfsschbralen. Walfischfleisch in Büchsen wird in neuester Zeit auf der Harris-Insel hergestellt und nach dem Kongo exportiert. Es ist ein billiges Rahrungsmittel. Aber ob sich bei uns der Wal- fsschbraien so leicht einbürgern würde, ist eine andere Frage. Die norwegischen Walsischfänger haben vielfach das Walsischflessch ge- gessen, und viele Jahre hindurch bildete es den Hauptteil der Fleisch- nahrung der niederen und mittleren Klassen in Japan. An der Küste des Stillen Ozeans in Nordamerika gibt es bereit» seit längerer Zeit Fabriken, die Walsischbüchsensleisch herstellen, und es wird be- hauptet, daß dieses Fleisch dem Bückisenrindfleisch aufdem amerikanischen Markt an Güte überlegen sei. Die ersten Walsischsänger der Geschichte, die Basken, die schon vor 1000 Jahren den Walslsch im Golf von Biskayo jagten, haben ihn mindestens ebenso sehr seine» Fleisches al» seines Trans wegen gefangen, und gegenwärtig betreibt eine amerikanische Firma von Algeciras aus den Walfisch- fang, um die Spanier mit Walfischfleisch zu oersorgen. Der eng- llsche Romanschriststeller I. I. Bell, der vielfach in den verschiedenen Ländern Walfischbraten erprobt hat, erklärt, daß Walfischfleisch ein« recht gute Speise abgebe.„Der Walfisch lebt in einem reinlichen Element," schreibt er.„Er frißt nur reinliche Dinge und ist keinen Krankheiten ausgesetzt. Wenn da» Fleisch ein wenig zäher ist al» das Rindfleisch, so ist es doch keineswegs hart oder unverdaulich. Mit Zwiebeln gebraten schmeckt es vorzüglich. Freilich muß das frische Walfischfleisch sehr rasch gegessen werden, denn kein anderes totes Tier bekommt so leicht.Haut-gout" wie der Waliisch." E» gibt also keine Gründe, warum man Walfischfleisch nicht essen sollt«. Der Stimmzettel im Theater. Di«„Flensburger Speeldel" ließ drei preisgetrönte plattdeutsche Einakter am selben Abend uraus- führen. Dem Theaterpublitum war Gelegenheit gegeben, am Schluß des Abend» durch Stimmzettel fein Urteil abzugeben. Das Ergebnis stimmte mit der Reihenfolg« der vorherigen Bewertung der Stücke durch das Preisrichteramt überein. Der Satz:„Je preifer ein Stück gekrönt ist, desto durcher fällt e»" hat demnach kein« allgemein« Gültigkeit._ Thomas Mann wird pro'essor Thoma« Mann, der au< Anlaß der 700.,'.:l)t'8eler in flfldeit wellt, tlt vom IMbecker Senat zum Vrofefsor ernannt worden, tstst da» etne Auszeichnung fllr Schrilttiellrr von Rsng?) vl« Schelttflellerln Eräfia vethusy-huc gestorben. In Lugano ist im Alter von 77 Iahren die schlesische Dichterin ValeSka Gräfin Bcthulh-Hue nach längerer ftraiilheit verstorben. Die Verstorbene begann ihre schttslilellerische Tätigkeit unter dem Vleudonhm Moritz von Reichenbach. Ein ventmal für Karl hageabeck. Am>0. Juni wird im Ltelliiiger Tierpark ein Standbild de« lviZ verstorbenen Narl Hagenbeck durch den ersten Bürgermeister Dr. Petersen enthüllt werden. Eine rassiiche tkozyNopädte. Bon der großen Zowlet-Tnzhklopädte Ist ictzt der erste Band in Möttau ers Piene». Da» ganz» Werk wird Äv Bände umsalsen»nd iall In süns Jahren vollendet vorliegen. Der Geoßsülstenpatost a!» Arbeiterh, Im. Die GouvernemelSiExekutiv« von Leningrad Hai belckiloste». das ehemalige Palai» de» Deoßlürftcn Ziitolat Ritolajewillch. de» lUffischrn Lbcrseldhcrrn Im Welltriege. der jetzt in Frankreich lebt, den Arbeiiern der Fabrik„kkrasna ffiulilotvc»* al» Klubhau» und Er- Sie Jemeformel öes Gberlanö. Vernehmungen im Untersuchungsausschuß des Reichstags. Auf die Behauptung, daß er auf Seiten der roten Truppen ge- kämpft habe bei der Räterepublik in München, oerlas Zeuge Putt- tamer im weiteren Verlaus der gestrigen Sitzung des Femeunter. suchungsausschusses des Reichstags ein Stück aus einem Briefe des G e h e i m r a t s v. Brentano, der das Gegenteil bestätigt. Nach verschiedenen Fragen der Abg. Slöhr halten, zumal Baur Gedichte zur Verherrlichung der Rathenau. mörder gemacht habe. Es wird dann die Frage verhandelt, ob ihm von Behörden oder Reichsstell«n Austräge erteilt worden seien. Puttkamer verneint dies und weist zurück, daß er eine Kundschaftertätigkeit ausgeübt habe. Er habe als Journalist die gesamte Berichterstattungs- Pflicht auszuüben gehabt. Der Oberregierungsrat Mühleisen vom Rcichskommistariat habe sich pflichtgemäß für seine Kenntnisse sehr interessiert. Es kommt hier zu einem erneuten Zwischenfall, da der Fragesteller, Abg. Schäfer(Dil.), den Zeugen an den Eid erinnern zu müssen glaubt. Abg. Landsberg:.Herr Dr. Schäfer sollte sich doch nicht die Befugnisse des Herrn Vorsitzenden anmaßen. Man hat jetzt den Eindruck, daß Herr Schäfer Borsitzender des� Ausschusses ist.* Der Zeuge erklärt, daß er noch einige Herren aus der preußi- schen Presiestelle und dem Reichskommissariat erst nach dem frag. lichen Zeitpunkt kennengelernt habe. Abg. Levi muß dem hierbei etwas übereifrig forschenden deutschnationalcn Abg. Schäfer nach- weisen, daß seine Annahmen laut Ausweis der Akten falsch sind. Auf Wiederholung der Frage erklärt der Zeuge, daß er auch von preußischen Stellen weder Auftrag noch Geld erhalten habe, sondern sich für moralisch oerpflichtet hielt, zu erzählen, was er wußte. Es wird dann noch einmal über den Parole zettel ge- sprachen, der bei der nationalsozialistischen Felddienstübung eine Rolle spielte. Man nahm an, daß München von Bolschewisten besetzt war. Die Baterländischen Verbände mußten sich außerhalb von München konzentrieren. An dieses Manöver schloß sich eine offizielle Kritik an. Da Reichskanzler Euno tag» daraus in München eintreffen sollte, nahm die Parole dieser Felddienstübung aus ihn Vezug. Der Ruf lautete„Cuno" und der draus zu gebende Gegenrus:„Mistvieh, Scheißkerl*. Damit ist die Vernehmung des Zeugen Puttkamer beendet. Auf die Vernehmung seines Bruders Waldemar wird ver- zichtet. Es folgt sodann die Vernehmung des Kriminal» t o m m i s f a r s Wenzel, der den ganzen Fall Baur von Anfang an bearbeitet hat. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt er. daß auch ihm gegenüber Stubcnrauch mit fortschreitender Zeit bemüht war, sich mehr und mehr zurückzuhalten. Er sagt: Zu meinem Aerger und Erstaunen oersagte dieser Hauptzeuge in der Verhandlung. Ich habe den Eindruck gehabt. Stubenrauch will etwa» widerrufen, was er in der Vorvsrhandlung gesagt hat, um nicht jemand zu belasten. Wie er wisse, habe Zwengauer sich geäußert, daß derjenige, der sich gegen die Sache oersündige, st e r b e n müsse. Auf die Frage de» Abg. Devi, ob er etwa» von der Bestimmung wisse,„Verräter versallen der Feme*, erklärt der Zeuge:„Es ist mir bekannt, daß beim Korps Oberland verpflichtungsformulare existierten, dir chtefe Bestimmungen enthielten. Ich habe sie selbst gesehen. Auf Vorhalt, daß es in den Akten stehe, gibt der Zeugs zu, daß Baur gedroht habe, wenn man ihm kein Geld gebe, werde er die zuständigen Stellen in Norddeutschland aufklären. Irgendwelche Feststellungen über die Existenz gewisier Gruppen, wie z. B. der Gruppe Neunzert, hat der Zeuge nicht gemacht. Er glaubt dos damit erklären zu können, daß dazumal Femeorganisa» t i o n e n noch keine solche leider Gottes alltäglichen Er» scheinungen wie heute geworden seien. Auf die Frage des Abg. Lern, ob ihm nichts von den Fällen Härtung, Dobner. Sand- meyer und die Art von deren Behandlung bekannt sei, möchte der Zeuge nicht antworten. Er wird daraus hingewiesen, daß das in den Rahmen seiner Aussagen gehört, kann sich aber erst nach längerem Drängen dazu verstehen, zu erklären, daß über die Art und Weise der Behandlung unter der Beamtenschaft allerlei gemut- maßt worden sei. Die Mutmaßungen gingen dahin, daß Pollzeiprästdent Poener Anordnungen gegeben habe, daß gewlsie Fälle von den nicht dafür zuständigen Abteilungen behandelt werden sollten. Ueber die Gründe befragt, erklärt der Zeuge, es ließe sich denken, daß Präsident Poener ein Interesse daran gehabt hätte, daß diese Fälle„möglichst schnell geklärt* würden. Abg. Levi stellt fest, daß jedenfalls, wenn die politische Abteilung zufassen wollte, eine Ber- sügung kam,.Letzt macht es die Abteilung 1*. Man habe den Eindruck. Präsident Poener wolle die Kreise, die den Mord degongen haben, schuhen. Ob von einer anderen Instanz sogenannte Interventionen, wie z. B. im Fall Härtung vorgenommen seien, ist dem Zeugen nur aus einem Pressebericht des„Bayerischen Eouriers* bekannt. Er erklärt aber, daß die Aufhebung der Haftbefehle im Fall Härtung ihm und seinen Kollegen damals aufgefallen sei. Es folgt der Staatsanwalt Stumm, der ebenfalls den unbe» dingten Eindruck hatte, daß Stubenrauch mehr und mehr e i n g e s ch ü ch t e r t wurde. Er hat seine Aussagen zuerst flüssig und ohne Zögern gemacht, namentlich al» Zwengauer ihm erklärte, „Du kannst nun alles sagen*. Zur Aufklärung der Motive bemerkt der Zeuge, Baur sei zweifellos als Verräter ermordet worden. Es sei den Bergers bekannt gewesen, daß«r an Putt- kamer Dinge verriet, die im Blücher-Bund vorkamen. Auf Vorhalt des Vorsitzenden, daß davon in den Akten nirgendwo die Rede sei, erklart der Zeuge, daß da» eine Vermutung seinerseits sei. Er vermag aber Zeugen dafür außer Neubauer nicht zu nennen und er nennt auch diesen, ohne sich festlegen zu wollen. Man habe gewußt, daß Puttkamer mit Baur verkehre. Man habe die betreffenden Leute nach diesen Motiven gefragt, es habe aber keiner von den Zeugen etwas gesagt. Ich glaube noch heute, so erklärt der Zeuge, daß Baur auf Beschluß der beiden Berger und Zwengauer getötet worden ist. Auch er ist der Auf- fassung, daß die Ermordung Baur» mit der Sache Fuchs-Machaus zusammenhängt. Laur habe gewußt, daß etwas bevorstehe, deshalb nehme er an. daß Laur auf Beschluß der drei ermordet worden sei. Es kommt dann der Bericht eines Kriminalsekretär« Bechel, aus dem hervorgeht, daß Wiggers, der Leiter der mccklen- burgischen Landespolizei. Berichte über die Münchener Verhältnisse erhielt. Darin wird gesagt, daß Putttamer keinen Eingang in die Organisation Eonsul bekommen könnte, weil er durch seine frühere Tätigkeit in München als linksstehender Republikaner allgemein bekannt sei. Es seien damals aber in München viele O-E-Leute gewesen. Aus dem Bericht geht hervor, daß im kreise der Münchener Polizei Bespitzelung der O. C. als verwerfliche Angelegenheit gegolten habe. Mf dieser............ Nächste Tagung wird vom der Ausschuß feine Sitzung tzenden anberaumt. Schwangeren» uns wöchnerinnenschutz. Aus dem Sozialpolitischeu Ausschuh. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags ver» handelte gestern die sozialdemokratischen Antärge auf Ratifizierung des Washingtoner Abkommens betreffend Schutz der Frauen vor und nach der Niederkunft, und Erweiterung der Lei- ftungen der Reichswochenhilfe. Bon der Genossin Schroeder wurden an Hand der Ergebnisse der Enquete des Textilarbeiterverbandes die furchtbaren Schäden der Frauenarbeit im schwangeren Zustande ge- schildert und vor allem daraus aufmerksam gemacht, daß das karge Arbeitsverbot 14 Tage vor der Entbindung lediglich für Fabrik- arbeiterinnen gell« und alle anderen arbeitenden Frauen überhaupt nicht betreffe. Es müßte deshalb einmal die Z e i t des Arbeitsschutzes erweitert und zweiten» der K r e i» der unter diesen Schutz fallenden Frauen vervollständigt werden. Wenn die fozialdemv- kratische Fraktion sich in dieser Hinsicht mit dem Washingtoner Ab- kommen, das heißt mit einem sechswöchigen Arbeitsschutz für Frauen in den gewerblichen Betrieben sowie dem Verkehrs- und Handelsgewerbe begnüge, so einmal weil bei der politischen Zu- sammensetzung des Reichstags sehr wenig zu erreichen sei, und zweitens weil der starke Wirtschaftsdruck ganz besonders auf den Frauen liege. Diese Anträge stellten aber nur einen Anfang dar. Ferner sei selbstverständlich die Konsequenz die Erweiterung der Woch engeldlei st ung und dazu komme infolge der hruti- gen Notlage die Notwendigkeit der Erhöhung der Wochenhilfs- lciftungen überhaupt. Außerdem verlangte Genossin Schroeder die Wiederübernahme der Wochenfürsorge auf das Reich und belegt« ihre Ausführungen über die Mangelhaftigkeit der jetzigen Regelung durch Staat und Gemeinden mit seitens der Arbeiterwohlfahrt zu- sammengetragenem Tatsachenmaterial. Da sich die Regierungsvertreter ablehnend ver- hielten, und die übrigen Fraktionen noch keine klar« Stellung einnehmen konnten, so setzte Genosse Dr. Mose» vom ärztlichen Standpunkt aus noch einmal die ganzen Gefahren der Fabrikarbeit der Schwangeren auseinander. Genoffe Aufhäuser kritisierte die Auffasiung der Regierung, mit der Ratifikation des Washingtoner Abkommen» bis zur Schaffung des neuen Arbeiter- schutzgesetzes zu warten, da darüber wahrscheinlich noch Jahre ver- gehen würden. Da die bürgerlichen Ausschußmitglieder erst die Beschlüsie ihrer Fraktionen einholen wollten, wurde ein Unterausschuß ge- bildet, der unter dem Vorsitz der Genossin Schroeder nächste Woche tagen soll. Ctatberatung im Landtag. Tie Abstimmung wegen mangelnder Beteiligung vertagt. Der Landtag nahm gestern die zweite Haushaltsberatung des Finanzministeriums, der Preußischen Staatsbank und der Porzellan- manusakwr vor. Beim Etat des Finanzministeriums erNärte der Finanz- minister die Ausführungen des völkischen Abgeordneten von Brehmer für von A bis Z unrichtig. Die preußischen Finanzverhältnisie seien durchaus gesund. Mit Schaumburg-Lippe werde e« zu einer Eini- gung kommen, wenn auch gewisi« Opfer gebracht werden müssen. Bei der Etatsberatung der Staatsbank mußt« der deutsch- nationale Abgeordnet« W i n t e r f e l d anerkennen, daß die Staatsbank im letzten Jahre so große Gewinne gemacht habe, daß ihre Ber lüfte au» der Inflationszeit bis aus ein Defizit von 4M.. Millionen verschwunden seien. Staotsbankpräsident Schröder er- klärte, die Staatsbank sei bestrebt, die Zinsen möglichst niedrig zu bemessen. Für die Landwirtschast seien mehr als 150 Millionen lang- fristigr Kredite ausgegeben worden, was al» sehr erheblickPdezelchnek werden müsse.— Der Ausschuß empfiehlt im übrigen die unver- änderte Annahme diese» Etat«. Er hat sich mit den vorgenommenen Satzungsänderungen einverstanden erklärt, die dn» Kol- l e g i a l s y st e m bringen. Dadurch sollen in Zukunft nach Möglich�, saute Kreditgeschäfte vermieden werden. Mehrere Parteien wünschen die Schassung eines neuen Staatsfinanzrats. Postens. Bei der Etotsberatung de« Porzellanmanufaktur- e t a t s fordert Genosse Otto Meyer-Berlin, daß bei Umstellung der Manufaktur Härten für Arbeiter und Angestellte vermieden werden müßten. Die Entlassung einer großen Anzahl von Por- zellan malern sei ungerecht. Ihnen müsse zum mindesten der Uebergang in eine andere Position ermöglicht und eine ange- messene Entschädigung gezahlt werden. Da sich bei der Beratung des Haushalt» der Porzellanmomlfattur herausstellte, daß sick» insgesamt kaum zwanzig Abgeord- n e t e i m S a a l befinden, müssen sämtlicheAb st Immungen auf den nächsten Dienstag zurückgestellt werden. Montag 1 Uhr Justiz etat. Schluß 1% Uhr._ Samerns Staatsvereinfachung. Die Aufgabe« und Bollmachtcn der Kommission. ZNünchen, 5. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Da die bayerische Regierung und die hinter ihr stehenden Parteien da» dringende Problem der Staatsvcreinfachung in Bayern nicht zu lösen ver- mochten, setzte das Gesamtministerium eine Kommission zur Erfindung des Eis des Kolumbus ein. Di« Mitglieder dieser Kam- Mission wurden der Oessentlichkeit bisher verschwiegen. Nunmehr aber werden sie In einer amtlichen Bekanntmachung genannt; es handelt sich um dl« drei Ministerialräte Bleyer, Dr. Rott- mann und E r n st aus den Ministerien der Justiz, des Innern und der Finanzen. Da» Arbeitsgebiet der Kommission umfaßt die Unter- suchung über die Möglichkeit, Ausgaben höherer Stellen auf mltt- lere Stellen abzuschieben, Verkürzung des Instanzenzuges, Ausschei- dung des überholten und veralteten Stoffes aus dem gesamten bayerischen Landesrecht. Zusammenlegung und Aushebung staat- sicher Behörden nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, Einsparung und Verbesserungen im ösfenrlichen Haushalt und schließlich die Prüfung, ob und wie dt« Zwangsbelastung der Wirtschaft durch die össentlichen Berussvertretungen durch Aenderung ihrer Grundlagen und ihre» Ausbaues und durch Einschränkung de» Besteuerung»- rechtes gemindert werden kann. Die Kommission ist berechtigt, unter Umgehung des Dien st weges von allen Behörden Aus- schluß zu fordern und überall unmittelbaren Einblick zu nehmen. Alle Behörden sind zur AuskunsterteUung und zur Mitarbeit ver- pflichtet.____ Der ßranten stürzt weiter. Tie Regierung sucht Abwehrmittel. Pari». S. Juni.(Eigener Drohtbericht.) Der französische Franken halte in den letzten Tagen einen neuen Sturz zu ver- zeichnen(in Berlin ans 12.30 M. für 100 Fr.»ed. d.„B.*). der in französischen Regieruagskreisea lebhaft beunruhigt hat. Der Ml- nisterrat befaßte sich am Sonnabend mit der Situation am Devisen- markt. Beschlüste wurden noch nicht gesaßt. Anschließend halten Ministerpräsident B r i a n d und Finanzminister P e r e t eine Kon- serenz mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich. Roch vor der morgigen Abreise Briand» nach Gens wird der Ministerrat wieder zusammentreten. Cnglanü gegen örastlien« Anleiheverweigerung wegen der Sabotage in Genf. London. 5. Juni.(Eigener Drahlberlcht.) Ja den letzten Tagen hat sich in London ein Vorgang abgespielt, der deutlich be- weist, wie ernst e» der britischen Regierung mit ihrem Wunsche ist. alles, was in ihren Krusten steht, zu tun. um Deutschlaad» Eintritt ln den Völkerbund zu sichern. Der Vertreter des„Soz. Pressedienst* erfährt aus zuverlässiger Stelle, daß Brasilien sich nach Rem Port und London wegen einer Anleihe ge- wandt hat. und zwar sollten ZS Millionen Dollar auf dem Rem Porker, 25 Millionen Dollar auf dem Londoner Geldmarkt auf- genommen werden, während der Rem Porter Teil der Anleihe zustande kam, hat Brasilien den aus London entfallenden Teil der Anleihe nicht erhalten. Die englische Regierung, die bei ausländischen Staatsanleihen von den Londoner Bankhäusern stets in» vertrauen gezogen und befragt wird, hat nämlich dem mit der Auflegung der brasilianischen Anleihe in London betrauten Bank- Hause den Rat erleilt, angesichts der politischen Haltung vra- silien» von der Auslegung einer brasilianischen Anleihe in London absehen zu wollen. Das Londoner Bankhaus hat dem Wunsche der Regierung Rechnung getragen. Die Anleihe ist in London nicht zur Zeichnung ausgelegt worden. Mustolini und Serrati. Alte Erinnerungen aus Lausanne. Die sozialistische Tageszeitung von Lausann«„Droit du P e u p l e*(Volksrecht) veröffentlicht am 2. Juni einen sehr inter» essanten Artikel eines welschschweizerlßhen Genosten, H. V i r e t, über die Umstände, unter denen Mussolini den Anschluß an die sozialistische Bewegung fand. Der Versaster hatte in Lausann« im Jahre 1S03 die jungsozialiststche Gruppe gegründet und verkehrte lebhaft mit den dort lebenden italienischen Sozialisten, Arbeitern und Intellektuellen, die zum Teil als politische Flüchtlinge dort lebten, darunter Serrati. Eines Abends trat ein sunger italienischer Maurer in das Partei- lokal der Italiener«in und stellte einen Begleiter vor. Er wandte sich an Serrati. mit dem er gut bekannt war und sagte ihm:„Och bin vorhin auf der Straße von diesem Genosten ange- sprachen worden, der mich fragt«, wo der Sitz der italienischen sozialistischen Partei sei. Er sagte mir, daß er au» Italien geflüchtet sei, um sich der Militärdienstpflicht zu entziehen und er bittet euch um Rat und Hilf«.* Der Neuling macht« einen sehr bescheidenen Ein- druck und erklärte, er heiße Benito Mussolini aus Pre- dappio in der Romagna, fein Vater sei dort sozialistischer Gemeinde- rat. Er wies als Legitimation ein Abgangszeugnis der Fortbildungs- schule von Torlimpopoli vor. Einer der Italiener namens Bonin- segni, damals ein politischer Flüchtling und Berichterstatter des „Avanti*(heute faschistischer Universitätsprofestor in Lausanne und Inhaber des italienischen Kronenordens 1. Klasse), der gleichfalls aus der Romagna stammt, wollte gleich Nachrichten aus seiner Heimat- lichen Provinz hören, als ihn Serrati unterbrach: „Zum Teufel mit euren Geschichten aus der Romagna. Das uß« was mau Pagen muß, das i�. olz«r jungrig ist.' Und so wandte sich Serrati an Benito Mustolini und fragte ihn: „Weißt du. hier bist du zu Hause und kannst ganz unge- niert reden. Ha st du schon zu Abend gegessen? Willst du nicht hier was essen?* Mit gesenktem Haupt und wegen der Anwesenheit so vieler Genosten offensichtlich verlegen, antwortete Mussolini ganz leise Serrati. daß er in der Tat hungrig sei. Serrati nahm ihn herzlich beim Arm, führt« ihn eine Trepp« höher in den Re- staurationssaal und bestellte für Ihn ein warmes Gericht, und veranlaßt« den Abteilungskastiever, die Zeche aus der Parteitaste zu bezahlen, während er einen anderen Genosten ersuchte, dem Flücht- sing ein Logis zu beschaffen. Der Verfasser zählt mit genauer Namenangabe etwa ein Dutzend Italienischer Sozialisten auf, die diese Anfänge Mussolinis in der italienischen Parteibewegung miterlebt haben und von denen mehrere noch heute in Lausanne und Umgebung wohnen. Mussolini selbst, so führt er weiter aus, hielt sich vor allem in der darauffolgenden Zeit an Serrati, der sich seiner annahm und Ihm E m p f« h- l u n g e n an italienische Partei- und Gewerkschastsorganisationen in der Schweiz gab, damit er durch Vorträge sich über Wasser halten könne. Mussolinis Vermögen an dem Abend, an dem er hungrig beim Parteilokal von Lausanne zum ersten Male vorsprach, bestand aus— 15 Centimes. Mussolini zeigte keine Neigung für Vorträge gewerkfchaftlichen Inhalts, sondern zog das Thema„Militarismus und Religion* vor. wodurch die Aufmerksamkeit der schweizerischen Bundesbehörden auf ihn gelenkt wurde. Das geschah namentlich nach einer Versammlung im Lausanner Boltshaus, in der Banderveld« über„Soziaiis- mus und Religion* reserierte. Der belgische Genosse hatte den Stand- punkt vertreten, daß Religion Privatsache und der Sozialismus als solcher infolgedessen nicht antireligiös fei. Sogleich nach dem Referat meldet« sich Mussolini zum Wort, der die Red« Bander- Veldes scharf kritisierte und den gegenteiligen Standpunkt entwickelte, daß der Sozialismus nur schroffantireligiös sein könne.(Dafür hat er jetzt In Italien wieder die Kruzifixe in allen Gerichtssälen und Schulen ausstellen lassen. Red. d..Bor- wärt»*.) Bon diesem Tage an war Mussolini Gegenstand polizeilicher Schikanen der schweizerischen Behörden, die schließlich einen Aus- wetsungsbefehl gegen ihn erließen. Serrati war darüber besonders betrübt, und bemühte sich vergebens, durch die Bermitt- lung der parteigenössischen Rechtsanwälte und Rattonalräte Rapin, Panchaud und Beyeler die Aufhebung dieses Dekretes zu bewirken. Er erreichte immerhin, daß Mussolini nicht aus dem gesamten Gebiet der Eidgenossenschast, sondern nur aus dem Kanton Waadt auege- wiesen wurde und das Recht erhielt, nach Genf zu übersiedeln. Der Verfasser erinnert schließlich daran, daß Mussolini seine Dankbarkeit gegenüber Serrati dadurch bewies, daß er nach dem Sieg des Faschismus Serrati einkerkern und miß- handeln ließ. Wir können hinzufügen, daß Mussosini seinem edelmütigen Ver- halten die Krone dadurch aufsetzte, daß er, als Serrati kürzlich starb, den Befehl erteilte, den Friedhof, auf dem die Beisetzung er- folgte, durch Gendarinerie abzusperren, damit di« Trauerseier keinen politischen Charakter erhalte, so daß sogar Serrati» SoKn vor hem FriMo�stor telfrt machen pmßtel Rüstet zum voltsentstheiö! Aufruf an die Arbeiter, Angeftellte und Beamte Berlins. Das Volksbegehren für die entschädigungslose Enteignung der ehemaligen deutschen Fürsten im März dieses Jahres hat einen über alles Erwarten günstigen Erfolg gehabt. 12Vi Millionen deutscher Wähler haben durch eigenhändige Knterschrist ihrer Entrüstung gegen die unverschämten Forderungen der Fürsten Ausdruik verliehen. An diesem glänzenden Ergebnis hat auch die Berliner Arbeit- nchmerschast Auteil. Es ist zugleich ein Bekenntnis für die Republik und gegen die Rionorchic? Rcichsrcgicrung und Regierungsparteien haben versucht, durch ein schlechtes Kompromiß den im Volksbegehren zum Ausdruck ge- kommencn Volkswillen zu unterbinden. Der Kuhhandel ist jedoch mißlungen, weil die Arbeiterparteien energischen Widerstand leisteten und weil die Feinde der Republik, die Rechtsparteien, die Uiwerschäintheit ihrer Fürsteusorderungen den volksfeindlichen Charakter des Absindungskompromifses grell beleuchtet haben. Erst»ach dem Scheitern des Kompromißgeseßes hat die Reichs- regicrung die Entscheidung des Reichstages über den Gesetzentwurf für die cntschädigungslose Enteignung herbeigeführt. Dieser Gesetz- cntwurs ist. wie bei der Zusammensetzung des Reichstages nicht anders zu erwarten war, abgelehnt worden. Jetzt muß die Reichsregierung, den klaren Bestimmungen der DerfassunZ entsprechend, dos Volk selbst entscheiden lassen. Am 20. Zun! soll die Entscheidung fallen. Arbeiter, Angestellte. Beamte! Eure Pflicht ist es, zu diesem Volksentscheid zu nisten. Ihr könnt und dürft nicht dulden, daß den habgierigen Fürsten ihr Raubzug aus dos verarmte deutsche Volk gelingt. Dos gesamte werktätige Volk ist durch Krieg und Inflation ver- annt, hunderttausend alter Rentner sind um ihre Sporgroschen be- trogen worden. Im Kriege und nachher hat da» deutsche Volk gehungert, die Fürsten und ihr Anhang hoben stets im llebersluß geschwelgt. Dos Volk hat all sein Hab und Gut, Leben und Gesundheit Allgemeiner Deutscher Gewerkschoftsbund Ortsausschuß Berlin. S a b a t h. Allgemeiner freier Angestelllcnbund, Orlskartell Berlin. Flatou. Reichelt. geopfert, die Fürsten haben ihre Prioatvermögen in Sicherheit gebracht. Die Männer des Volkes sind im Schützengraben umgekommen, die Fürsten saßen in der sicheren Etappe oder in der Heimat und ließen sich's Wohlergehen. Die Fürsten waren seit jeher nur die Parasiten am Körper des Volkes. Sollen sie auch weiterhin ohne jedes Opfer ihr sorgenloses und luxuriöses Leben auf Kosten ihrer ehemaligen.Untertanen" weiterführen? Schüttelt diese Parasiten ab! Arbeiter, Angestellte, Beamte! Am 20. Juni entscheidet ihr cMweder für da» Volk oder für die Fürsten. Eure Entscheidung ist klar. Am 2k>. Juni stimmt jeder werktätige Mensch, jeder verarmte alte Rentner mit Za! Das könnt ihr aber nur, wenn ihr euch vergewisiert hobt, daß ihr auch in die Wählerliste eingetragen seid. Vom 5. bis 13. Junt sind die Listen ausgelegt, niemand von euch darf versäumen, Einsicht zu nehmen, ihr laust sonst Gefahr, euer Recht als Staatsbürger zu verlieren. Die Pflicht oerlangt aber noch mehr von euch. In Bureau, Werkstatt und Betrieb, bei jeder Gelegenheit, die euch mit Kollegen und Kolleginnen zusammenführt, müßt ihr sie auf ihre Pflicht auf- merksom machen, am 20. 3uni für die Fürstenenkeignung zn stimmen. Beteiligt euch an den Sammlungen, helft den Kampffonds stärken und stellt euch, wo immer eure Hilse gefordert wird, zur Mit- arbeit für die Propaganda zum Volksentscheid zur Verfügung. Arbeiter, Angestellte und Beamte, es geht gegen die Fürsten und gegen die Monarchie! Für Volk und Republik! Setzt alle eure Kräfte ein, daß die Volksabstimmung zu einem Tage der Abrechnung wird mit den Fürsten und mit allen Feinden des Volkes und der Republik. Allgemeiner Deutscher Beomlenbund, Ortsausschuß Berlin. Körber. Weidmann. Um üas neue flrbeiterschutzgesetz. Der Entwurf läßt sehr viel zu wünschen übrig. Die Aussprache zwischen den Gewerkschaften und dem Reichsarbeitsmini st erium über das neue Arbeiterschug- gefetz ist noch nicht abgeschlossen. Sie wurde bei dem Kapitel Sonntagsruhe zunächst abgebrochen und wird in den nächsten Tage» zu Ende geführt werden. Don den Vertretern der Gewerk- schastcn wurde, wie wir erfahren, eine radikale Umgestal- tung wesentlicher Teile des Gesetzentwurfs gefor- dert. Verichiedene Bestimmungen des Entwurfs musien in ihr direktes Gegenteil verwandelt werden, wenn sie für die Vertreter der Arbeiter im Reichstag annehmbar sein sollen. Der Entwurf leidet vor allm an einer Häufung von Ausnahmebestinimun- gen, die verschwinden müssen. Weiter muß im Prinzip der Lohn- Zuschlag von 25 Proz. über 8 Stunden hinaus unter allen Umständen sichergestellt werden. Ferner ist eine Ausdehnung des Gel- tungsbereichs des Gesetzes notwendig! so muß z. B. die Grenze für die Einbeziehung der höheren Angestellten von 4000 M. aus mindestens 8000 M. erweitert werden. Wie man sieht, hat das Rcichsarbeitsministerium noch eine gründliche Reform an dem Reserentenentwurs vorzunehmen, wenn es mit den Arbeitnehmern halbwegs zu einer Verständigung in den Arbeiterschutzfragen kommen will. Das Ministerium wird sich schließ- sich selbst sagen müssen, daß m ein Arbeitersckmtzgesetz n» erster Ante doch nur in Uebereinstimmung mst den Arbeitnehmern machen kann. Bei den Besprechungen zwischen den Gewerkschaften und dem Ministerium hat es sich nur um eine vertrauliche Fühlung- nähme gehandelt! die eigentliche Stellungnahme der Ge- werkschaftcn erfolgt er st nach der Veröffentlichung der vom Reichskabinett angenommenen Fasiung des Gesetzentwurfs. Wo bleiben die Notstandsarbeiten? Angesichts des erschreckenden Beharrungszuftandes der Erwerbs- losigkeit, die neuerdings wieder eine steigende Tendenz ausweist, mit rund einer Vierlelmillion Erwerbslosen in Berlin, muß an die maß- gebenden Stellen der Appell gerichtet werden, doch nun endlich dort zuzufassen, wo in Berlin Arbeitsmöglichkeiten vorhanden sind. Wir erinnern von neuem an den gerade unerhörten Skandal, daß im Norden von Berlin das Bahnbauprojekt Lieben- walde-Zehdenick-Neuhos bis jetzt noch immer nicht in Angriff genommen worden ist. Dieser Bahnbau soll den großen Ziegeleien im Norden von Berlin den Anschluß an das Berliner Verkehrsnetz bringen. Die Reinickcndorf-Liebenwalde- Groß-Schönebecker-Eisenbahn A.-G. hat ihr Projekt einwandfrei finanziert. Alle in Betracht kommenden Stellen haben den Bau gebilligt, nur die Reichsbahn will den Bau aus Kon- kurrenzgründen nicht, und deshalb mußte der Reichsver- kehrsminister die Genehmigung oersagen. Wir oerraten kein Geheimnis, wenn wir darauf hinweisen, daß diese Sabotage der Berliner Notstandsarbeit bei den Freien Ge- werkschaften sehr böses Blut gemacht hat. Es wird höchste Zeit, daß der Reichstag gegen den Unfug der Prioatbahnaufsichtsbchörde einschreitet. Bei dem Bahnbau im Norden Berlins könnten eine Menge Arbeiter auf lange Zeit hinaus Beschäjtiguug jindcn. Tie Reinigung des Leunawerks. Der von der Leiwng des riesigen Leuna-Ammoniak- werke» Merseburg stark propagierte ,W e r k o e r e i n", eine der bekannten„gelbe n" Gründungen, ist nunmehr eingc- gangen, lieber das Vermögen wurde das Konkursverfahren eröffnet. Die Arbeiterschaft leistete geschlossen Widerstand gegen die gelbe Gründung, so daß der Direktion nichts anderes übrig blieb, als den Werkoerein(wegen Mangels an Mitgliedern) seinem Schicksal zu überlassen. Daß die Gelben im Lcunawerk wie in verschiedenen anderen großen Werken in Deutschland auskommen konMen, war Folge- Wirkung der kommunistischen Weltrevolutionsmocherei. Was dabei in Stunden und Tagen verdorben wurde, erforderte ebenso viele Jahre, um es wieder gutzumachen. Hoffentlich wirkt der Erfolg im Leunawerk als gutes Beispiel für die Belegschaften derjenigen Be- triebe, in denen sich die Gelben und Völkischen heute noch breit machen. Die beste Waffe in diesem Kampse ist und bleibt die ge- hörige Ausklärung und die Pflege der Solidarität. Die Verhetzung und Spaltung auch im Namen der„Einheitsfront* ist Wasser auf die Mühle der Gelben. (Gewerkschaftliches siehe auch 3. Beilage.) Beranlwor'Iickl für Poliük: Cnft SternKi; Wirtlckiafi' Vrtur®atrrnn«: Gewerkliboftzbeweauna: Z. Stei»»: Keuilletoni ft. K. Dölcher: Sololf» uns Sontti«s Rrt» ttarftädt: Zltuttocit: Td. Stodc(ämt'.idi in Berlin. Strlaa; Lorwärii-Berla« IB. m. b. 6., Berlin. Druck: Porwäris Buckdriickerel und Berlaasangalt Vuul Einser u. Co.. Berlin SB S». Lindenlrroke 3. Sier»u 3 Beil«««»,„«», der ffilanveU* und„Uuierhaliunq und Willen'. Eck». 2— � übergibt man nur dem Nachweis be« Iii Deutsch. MuslkerverbandeZ. Berlin 027, lllllmllilllB fiillr AndieaSstr. 2t mönigfiaM 4310, 4048). ▼IfMIIIMMIII'llHV Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntag» 10 bi» 2 Uhr. Aus Wunsch Vertrelerbesuch Morgenrock wrorw Crtf» mtrotnln mit A T C •inivbigem Be«to, U I «in Abbildung... Wn f W Schlafanzug m gemnstarlan Stoff A IC mit(ublgMn Beanb, II f � .1« Abbildung.... Uni W Pawiewklelclung Jumper-Blusc •us bedrucktem 1 7 C Musselin...... X• l C/ Jumpcr-Bluse jwin aus gestreifter Kunstseide.... D#c7U Klctd bedruckt.Voll-Voilc mit einfarbigem O �7 C Besats........ 57. I O Kleid aus bedrucktem reinseidenen OQ CrÄpe de Chinese/.' Morgenrock aus bedrucktem Q Musselin...... OsOW Hauskleid»u» Zephir, einfarb. oder gestreift. Damen-HOte Hut au. 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Unter der Spitzmarke„Die Wirkung Löwenfteinscher Theorien" bringt ein rechlsgerichtetes Blatt, die„Berliner Börsen- zeitung". einen Artikel, der für die Elternbeirats- wählen zugeschnitten ist und Auszüge aus einem Aufsatz der bei Beltz, Langensalza, erscheinenden„Lebensgemeinschafts- schule" enthält. Dieser Aussatz war betitelt„Die Religion der Religionslosen" und enthielt die Niederschriften von Kindern einer weltlichen Gemeinschaftsschule über das Thema:„Meine Stellung zum Gottesglauben". Der Berfasser des Artikels der Börjenzeitung, Dr. chermann Gustasi, erregt sich darüber, datz Kinder zu dem Ergebnis kommen:„Die Religion ist eine Erfindung zur Der- dummung der Menschen", oder„Gott ist eine Phantasie, die man nicht ausrotten kann, solange die Menschen noch Knechte sind". Er nennt diese Meinungen die praktische Auswirkung Löwenfteinscher Theorien und fragt, wo denn in der weltlichen Schule die Achtung vor der religiösen Ueberzeugung Andersdenkender bleibe. Leeres Wortgeklingel nennt er es, wenn ein Kind schreibt:„Wenn Gott die Welt geschaffen hätte, so müßte sie ganz anders aussehen". Und er stellt fest, daß der religionsgeschichtliche Unterricht in dieser Schule auf erschreckend niedriger Stufe stehen müsse, wenn ein Kind sich nicht vorstellen könne, daß Gott sich in den feuchten Wolken verbirgt und dort mit den Engeln herumfliegt. Der Bersasser mit akademischem Grad verschweigt, w o den Kindern diese Borstellungen gegeben wurden. In dem von ihm an- geführten Aufsatz heißt es:„Nach Meinung einer k i tth l i ch e n Pflegerin soll sich das Kind das Wohnen Gottes folgendermaßen vorstellen: erst kommt eine Schicht Wolken, dann wieder eine und in der ganz obersten Schicht Wolken, da wohnt der liebe Gott. Er hat da oben ein schönes Haus." Das Kind besuchte ein« Zeitlang eine Sonntagsschule und fragte nun die Pflegerin:„Na, fällt denn' Gott nicht da runter? Denn das Haus ist doch nicht leicht.— Ja, da wußte sie mir nichts zu sagen, drum sing sie schnell etwas anderes an zu fragen." Woher, Herr Dr. Gustavi, stammen also die auf „erschreckend niedriger Stufe" stehenden religiösen Er- kenntnisie? In demselben Aufsgtz über die Religion der Reltgions- losen wird angeführt, daß ein anderes Kind eine ähnliche Belehrung über Gottes Wohnsitz in einer christlichen Schule von seinem Lehrer erhielt, der ihm auf seine Zweifel folgendes z�r Antwort gab:„Was?— sagte er— und schwapp! hatte ich eine Ohrfeige und wußte nicht, wo mir der Kopf stand". Die Wirkung christ- licher Theorien! Um aber dem Herrn Dr. Gustasi weiteres zu seiner Information über diese Wirkung zu oerraten, bin ich als Verfasser des Artikels in der Lebensgemeinschaftsschule bereit, ihm aus Niederschriften über dasselbe Thema von Kindern einer christlichen Schule Auszüge zu geben, wo vielleicht noch eine erschreckendere Stufe der Niedrigkeit religiöser Belehrung vorhanden ist. Da er aber die Echt- heit dieser Niederschriften anzweifeln könnte, so sei ein Auszug aus einer Abhandlung von Profesior Dr. Posselt. Leipzig, wiedergegeben, der in einer Nummer der Zeitschrist„Sächsische Industrie" vom 14. Oktober 1924 über die Aufgabe der Religion in der Volks- schule folgendes schreibt: Die Religion müsse dazu dienen, dem Kinde solgende Erkenntnisse beizubringen: Friedfertigkeit, Ge- duld, Treue im Beruf, Gehorsam, Zucht, Maßhalten in allen G e- nüssen und daß vor Gottes Auge alle Menschen gleich sind, wenn es auch im Leben nicht immer so sei. Der christliche Arbeiter müsse erkennen, daß die irdischen Freuden nicht ein und alles sind, das wirke mäßigend bei gewerkschaft- l i ch e n Streitfragen, wie es sich in Verhandlungen mit christ- lichen'Gewerkschaften gezeigt hätte. Den Kindern müssen mit Hilse der Religion die Begriffe der Pflicht und des Gehorsams„rück- s i ch t s l o s" und mit„e i s e r n e r E n e r g i e" eingeprägt werden. Haben die Kinder, die von der Knechtschaft der Religion sprachen nun recht oder unrecht? Zeigt es einen Hochstand religiöser Auffassung, wenn der Pfarrer Schettler im Kriege schrieb:„Dem Soldaten ist das kalte Eisen in die Hand gegeben, er soll es führen ohne Scheu, er soll dem Feind das Bajonett zwischen die Rippen rennen, er soll sein Gewehr auf ihrem Schädel zerschmettern, dos ist seine heilige Pflicht, das ist sein Gottesdienst". Oder wenn ein Kind in dem erwähnten Aufsatz erzählt, daß es in einem Erholungsheim nicht mehr am gemeinsamen Tisch essen durfte, weil die Schwestern erfahren hatte», daß es Dissident sei; und wenn viele andere Kinder über die Drangsalierungen durch die Lehrer an christlichen Schulen berichten, weil sie nicht am Religionsunterricht teilnehmen? Herr Dr. Gustavi hätte allen Anlaß, sich um die Wirkung der chri st lichen Theorien zu kümmern. Eine Anzahl Ber- liner Dorortblätter übernehmen seine Ausführungen. Ein P a n- k o w e r Blatt weiß Dinge über die Lebensgemeinschaftsschule in Neukölln und den Rektor Jensen zu erzählen, die glatt erlogen sind. Was tut man nicht olles für die„christlich-unpolitische" Liste. Eltern, seid auf dem Posten am Sonntag! Wählt die Liste Schulausbau. Friedrich Weigelt. 3n öer tzanö öer Eltern, nicht mehr in der Hand der ReaLlion. soll da» wohl der Schule und da» wohl derZugend liegen. Sein Ellernpaar. keine Mutter, kein Vater darf am Sonntag die Elternbeiratswahl versäumen. Stimmt alle für Liste Schulaufbau! Die christlich-unpolitische Gefahr! Eine Warnung in letzter Stunde! Trotzdem man annehmen sollte, daß im Laufe der Jahre in der Oefsentlichkeit der wahre Charakter der sogenannten„christlich-unpoli- tischen" Bewegung erkannt worden sei als eine Bewegung, die i m Dien st e der reaktionären Schulpolitik der Rechts- Parteien und der Kirche steht, haben die Erfahrungen im Elternbeiratswahlkampf gezeigt, daß durch ihre politisch-unchristlichen Methoden sich immer noch Eltern aus dem Volke für die reaktionären Pläne einsangen lassen. Obwohl die EUernbeiräte an sich gar nicht über die Schulform entscheiden und ihre Aufgaben auf ganz anderem Gebiete liegen, führen die„Christlich-unpolitischen" immer den Wahlkampf unter dem Schlagwort:„Die Religion ist in Gefahr." Immer wieder und wieder erzählt man den Eltern:„Es geht um die Erhaltung der. christlichen Schule." Das ifteinegrobeJrre- f ü h r u n g, da die Rechtparteien und die Kirche eine verschärfte B e k e n n t n is s ch u l e erstreben, in der die Kirche den maßgeben- den Einfluß hat und in der der Staat die ihm heute immer noch in den bestehenden evangelischen und katholischen Schulen zustehenden Hoheitsrechte aufgeben muß. In den„christlich-unpolitischen" Eltern- bänden haben politische Reaktion und Kirche sich ein Instrument für den Kampf um dos Reichsschulgesetz geschaffen. Die Bewegung wird dadurch besonders gesährlich, daß ihr der ganze Apparat der Kirche und ihre reichen Mittel zur Verfügung stehen. Alle Pfarrer und Gemeindekirchenräte sind durch das Kon- sistorium angewiesen,„alles zu tun, was in ihren Kräften steht", um den christlich-unpolitischen Elternbeiräten einen Wahlersolg zu sichern. „Pfarrer, die dieser Pflicht offensichtlich nicht ge- nügenunddadurchdasNichtzustandekomineneiner Elternbeiratswahl oder einen u»günstigen Aus- fall der Wahl m i t o e r s ch u l d e t haben, wollen die Herren Superintendenten uns namhaft machen", heißt es in dieser Anweisung. Das sagt genug! Eine Pressestelle, die fast die gesamte bürgerliche Presse einheitlich bearbeitet, die bür- gerliche Provinzpresse uneingeschränkt, ist ein gefährlicher Faktor, dem die Arbeiterschaft nichts Gleichwertiges entgegensetzen kann. Von hier aus werden alle Lügennachrichten und alle hinterhältigen Anwürfe gegen prominente Führer der fortschrittlichen Schul- bewegung verbreitet. Nicht um die Religion geht es den „Christlich-unpolitischen" und ihren Hintermän- nern, sondern um die H e rr s ch a f t s a n s p rü ch e der Kirche. Deshalb gilt es, olle Kräfte zur Abwehr ihrer Pläne anzu- spannen, t-chon hoben sie zum Teil durch unlautere Manöver ihrer Wahloorstände in etwa 100 Schulen kampflos fußgefaßt. Wenn heute alle Arbeitereltern an den Schulen zur Wahl gehen und für die Liste„S ch u l a u f b a u" stinunen, so ist es noch möglich, den Vorsprung der Schulreaktion einzuholen und ihnen eine Niederlage beizubringen. Eltern, schuht die Staatsschule.' keine Stimme den Ehristlich-llnpolitischen.' vollzählige Wahlbeteiligung ist das Gebot der Stunde! Erkennt die Gefahr und stimmt geschlossen sür die Liste„Schul- ousbau"! Sonnige fugend. Wie gerne möchten jetzt die sonnenhungrigen Großstädter„Uff, wie heiß" ausrufen können, doch die Sonne scheint unser Land nicht sehr erfreulich zu finden, denn sie versteckt sich meistens mißmutig hinter Wolken. Daß sie nur noch zwei Wochen vor sich hat, um ihren höchsten Stand zu erreichen, scheint ihr dabei nichts aus- zumachen. Wenn die Sonne sich nicht eines Besseren besinnt, so wird dieser Sommer ein grünangestrichener Winter, wie der große Spötter Heinrich Heine den deutschen Sommer nannte. Doch die Bäume, Ströuchcr und Blumen verstehen es, trotz allem ihre reiche Blüte zu entfalten. Die Akazien blühen in weißen Trauben und duften mit einer vollen reinen Süße, die wohltuend wirkt im Der- gleich mit dem aufdringlichen Duft der blühenden Holunderdolden. Auch die Rosen sind überladen mit reicher Knospensülle, die hier und dort schon zur Entfaltung drängte. Wenn die Sonne endlich einmal sich aus ihre Aufgabe besinnt, wird dieser Juni zu einem reichen Rosenmonat werden. Doch trotz aller Technik können wir noch kein Wetter machen, sonst wäre sicher jeder Sonntag ein Sonizxntag. So müssen wir ebenso wie die Pflanzen dem Welter noch die beste Seite abzugewinnen suchen. Wenn der Himmel auch ein trübes Gesicht macht, wer weiß, vielleicht kriegt die Sonne doch auf einmal den Einfall, die Wolkengyrdme fortzufchieben und so recht von Herzen herunterzulachen. Die Spielwiesen müssen durch- sonnt, das Wass�: vom Planschbecken bis zu den großen Seen gut durchwärmt werden, damit die kleinen und großen Wasserratten zu ihrem Rechte kommen. Doch das steht ja nicht in unserer Macht, wir müssen abwarten, was aus oll den Hochs und Tiefs heraus- kommt, die die Wetterwarten auch nur feststellen können. Doch für unsere Schuljugend eine sonnigere Schulzeit aus eigener Kraft her- beizuführen, das können die Arbeiterestern, wenn sie sich für eine bessere Schule einsetzen, die ja der Pflanzbode» des künftigen Ge- schlecht? ist. Hier können die dunklen Wolken, die christlich- unpolitische Schulrcaktion austürmt, zerstreut werden durch das Ein- treten für die Liste„Schulausbau". Ein kurzer Gang»nd eine kleine Spanne Zeit nur, und doch so mitbestimmend dafür, ob das Schicksal unserer Jugend sonnig oder düster wird. Prüfung künstlerisch begabter Schüler und Schülerinnen Das Landesberufsamt Berlin SW 19, Niederwallftr. 12, vcr- anstaltet am 14. und 15. Juni 1926, vormittags 9 Uhr, in den Bereinigten Staatsschulen für freie und ange- wandte Kunst, Berlin-Charlottenburg 2, Harderbergstr. 35, wiederum eine Prüfung von künstlerisch begabten Schülern und Schülerinnen aller Schulgattungen Berlins, die zu Michaelis d. I. die Schule verlassen und darüber beraten sein wollen, ob ihre Bc- gabung für einen künstlerischen oder kunstgewerblichen Beruf aus- reicht. Nach Begutachtung der Prüfungsleistungen durch Herr» Professor Dan n'e n b e r g findet für die Prüflinge eine Berufs- beratung durch Berufsberater des Landesberufsamts statt. Zur Aufnahme in die Kunstschulen, selbst berechtigt diese Prüfung nicht. Schüler und Schülerinnen, die an der Prüfung teilzunehmen wünschen, haben selb st gefertigte Arbeiten(Zeichnungen, Malereien, Entwürfe, Basteleien, Handarbeiten, plastische Arbeiten), aus denen allgemeine und besondere Begabung, Formen- und Farbensinn und Phantasie iprechen, bereits am Freitag, den II. Juni 1 9 26, in der Zeit von 10 bis 2 Uhr, im Sekretariat der Kunstschulen, Charlrttenburg, Hardenbergstr. 33, abzuliefern und gleichzeitig eine Prüfungsgebühr von 3 Mk. zu entrichten.— Anträge auf teilweisen oder gänzlichen Erlaß dieser Prüfung?- gebühren sind unter eingehender Darlegung der Gründe und unter Bestätigung der Schulleitung bei der Anmeldung vorzulegen. Später eingehende� Anträge können nicht berücksichtigt werden.— Zur Prüsung selbst sind Mal- und Zeichenmaterial und da» erforder- liche Papier mitzubringen. Man ging heute früher schlafen als sonst. Vater hörte nicht einmal am„Dedoktor" die neuen Nachrichten ab. Als die drei Knorke-Ableger in ihrer Kammer waren, be- stüimten Anneliese und Karl Fritz, was los wäre, was Dater mitgebracht hätte. Fritz, der der erste im Vett war, erklärte, er seit todmüde und man solle ihn in Frieden lassen. Kurz darauf schnarchte er und die neugierigen Frager verstummten. Fritz schlief noch lange nicht, sondern wälzte Probleme in seinem kleinen Sdjädel herum, bis sie ihm schließlich der Schlaf in Träume auflöste.— Früh, als die Kinder aufstanden, war Vater bereits fort. In feine Freude mar ein Wcrmutstropfen gefallen. Ja. ja, meine Alle, sagte er sich, die hat trotz ihrer Herzensgüte ihre Mucken. Aber Fritz hatte recht. O, das war ein schlauer Knopp Zu seinem Geburtstage konnte er den Dreiröhren- apparat ohne störende Geräusche einschmuggeln. Mutter? Neugier wich Fritz aus mit der Behauptung, er habe noch eine Arbeit für die Schule fertigzumachen. Noch- her wolle er in Ruhe alles erzählen. Nach Beendigung der Schule hatte Fritz eine längere Be- ratung mit„Kamerad" Pfeil, der den nächllich ausgedochten Feld zugsplan billigte. Als Fritz zu Hause frohlockend Mutter und Geschwistern erzählte, was Vater mitgebracht habe, weidete er sich an den entsetzten und hilflosen Gesichtern und sagte dann pfiffig lächelnd:„Laßt man. wir werden das Kind schon schaukeln." Sonntag war Vaters Geburtstag! Am Sonnabend zu- vor lag fein Betrieb wegen Dampfkesselreinigung still. Ob- wohl Mutter allerlei Einwendungen wegen„das, was sie noch olles zu tun hatte", mochte, mußte sie mit, um einem Vor- mittagsunterricht in der Schule beizuwohnen. Si« waren beide, obwohl sie doch durch ihre Kinder und eigene Anschauung schon manches wußten,, wie der Berliner sogt, platt. � Das war allerdings eine ganz neue Welt. Hier saßen nicht Marionetten mit gefalteten Händen, mißtrauisch aus den Lehrer schauend. In einem Zimmer leuchteten die fröhlichen Kinderaugen der Kleinsten, in einer anderen Gruppe wiß- begierig fragende und forschende Augen der Zwölf- und Dreizehnjährigen. Bei letzteren richtige Tische und Stühle, bei den kleineren die Schultische und Bänke in drei Abteilungen um den in der Mitte untergebrachten riesenhaften Tisch mit allerlei Utensilien, daneben ein fast ebenso großer, breiter Kasten mit Sand, in dem Gebirge, Flußläufe usw. von den Kindern gesonnt wurden. Die Kinder, einzeln oder in Gruppen tätig, plauderten ungezwungen bei ihrer Arbeit, während der Lehrer bald hier, bald dort die von ihnen geschaffenen Wunder anstaunte und sie zu neuem Schaffen anregte. Bei der Zwölf- und Dreizehnjährigen war das Ehepaar Knorke völlig sprachlos. Hier hatte man in einer früheren Stunde einen Zeitungsartikel verlesen und einer der Schüler hielt nun einen Vortrag über Verfassungskämpfe. Knorke flüsterte seiner Frau zu:„Was sagste nu?", worauf sie, kein Auge von dem Vortragenden abwendend, ihrem Manne zuraunte:„Du, der wird mal Pastor oder Volks- redner."„Schafskopp," gab Knorke zurück,„mindestens Reichskanzler!" In diesem Augenblick ertönte das Schlußzeichen der Schul- glocke, aber— und das war doch merkwürdig, niemand kehrte sich daran. Auch als nach Beendigung des Vortrages der Lehrer fragte, ob man am Montag über diesen Vortrag in eine Aussprache eintrctvi wollte, erklärte einer der Schüler, es wäre doch besser, es geschehe gleich, wo das Gehörte noch frisch in Erinnerung sei. Alle stimmten ihm bei. Map bis- kutierte wie in einem staatswissenschaftlichen Ausschuß, meinte Knorke. Frau Knorke hielt es nicht länger in der Klasse. Sie war viel zu neugierig, wie es in der Gruppe der Kleinen aussah. Beide suchten sich leise zu entfernen. Aber sie hätten sich die Müh« nicht zu geben brauchen. Die künftigen Staatsbürger waren so bei der Sache, daß sie sich um das Knorkesche Pärchen gar nicht kümmerten. Besuche waren bei ihnen eine so all- tägliche Erscheinung, daß sie gar keinen Eindruck machten,_ Als Knorkes wieder in das Zimmer der Kleinen traten, bot sich ihnen am Sandkasten dasselbe Bild. Alle waren emsig tätig. Keines war, wie früher, beim Ertönen der Schul- glocke wie„Lützows wilde, verwegene Jagd" hinausgestürmt. Auch nicht eines hatte aufgeschaut, sondern alle krabbelten weiter bei ihrem Weltenbau. Einer zeigte gerade dem Lehrer den von ihm geformten Müggelsee und die Müggelberge. Als der Lehrer zweifelnd meinte, die Berge seien wohl im Verhältnis zur Wirklichkeit zu hoch, fragte der kleine Blondkopf im beleidigten Lokal- Patriotismus, warum denn Berlin keine großen Berge haben sollte. Der Lehrer hatte keinen leichten Stand, dem kleinen Gernegroß klarzumachen, warum bei der Formatton und den Umwälzungen unserer Erde Berlin so stiefmütterlich bedacht ist, und warum die Müggelberge keine Vogesen und der Kreuz- berg kein Pilatus geworden sind, und daß Berliner Arbeits- lose, obwohl sie keine Riesen waren, doch Berge versetzt haben, als sie die Rehberge abkarrten und in wunderschöne Spiel- und Sportplätze umwandelten. Ja, er machte den kleinen Knirpsen sogar begreiflich, daß Berlin das, was es in der Ent- Wicklung der Jahrhunderte geworden ist, gerade nur durch die Lage in der Ebene werden konnte. Schließlich mußte der Lehrer unter Aufbietung aller Beredsamkeit dafür plädieren, heute Schluß zu machen, da ihn seine Familie auch erwartete und er Hunger habe. Ein kleiner Rotkopf mit einem Paar prächtigen Zöpfen, die in der Zeit der Bubiköpfe ordentlich wohltticnd wirkten, meinte zwar, er könne ruhig nach Haufe gehen, um sie brauche er keine Sorge zu haben. Sie wüßten in ihren Erdformationskasten so gut Bescheid, daß sie auch allein aus der Märkischen Schweiz wieder nach Hause fänden. Als aber der Lehrer erklärte, fein Vorgesetzter dulde nicht, daß er früher nach Hause giizge als die Kinder, und wenn er es doch täte, er sicher stellungslos würde, hatten sie Mitleid mit dem armen geknechteten Mann und entschlossen sich schweren Herzens, heute mit ihrem Wcltenbau aufzuhören. Auch Knorkes machten sich auf den Heimweg, und da sie noch ein Stück des gleichen Weg�s mit dem Lehrer hatten, tauschten sie mit diesem ihre Gedanken aus über die neuen Wunder einer neuen werdenden Zeit, die sie in der neuen Schule heute gesehen hatten. (Schluß folgt.) Ein fonüerbarer Wohnungstausch. Die Wohnungsämter haben nicht viele Freunde. Wer auf Zu- Weisung einer Wohnung seit Jahren vergeblich wartet, wird den Wohnungsämtern kein Loblied singen wollen. Zwar weih jeder. doh die Wohnungsämter, was sie selber nicht haben, auch nicht geben können. Daß aber mit solchem Trost nicht leicht ein Ungeduldiger sich beschwichtigen läßt, ist begreiflich. Doch am heftigsten schelten auf die Wohnungsämter nicht diejenigen, die unter dem Wohnungs- mangel zu leiden haben, sondern andere, die sich eines Wohnungs- überslusses erfreue», chauscigentumer, die bei der Zwangswirtschaft nicht ihre Wohnungen an den Meistbietenden verschachern dürfen, Inhaber übergroßer Wohnungen, in die man Wohnungslose als Zwangsmieter eingewiesen hat, auch mancher Wohnungsinhaber, dein ein Wohnungstausch nicht nach Wunsch gelungen ist, weil das Wohnungsamt einschritt— solche und ähnliche Leute sind erbittertste Feinde der Wohnungsämter. Wie in dieser Hinsicht ein Wohnungsamt dem Schutz d e r W o h n u n g s n ch e n d c n dienen kann, lehrt ein Fall, der im Bezirk Wedding vorgekommen ist. Der Reichstagsabgeordnete Maroth von der Deutschen Bolkspartei, der dabei eine Rolle ge- spielt hat, dürste jetzt auch zu denen gehören, die auf Wohnungs- omter nicht gut zu sprechen sind. Herr Morath, Postinspektor im Hauplberus, hat zwar bisher eine ganz nette Wohnung in Karls- Horst gehabt, aber er wünschte ein eigenes Häuschen und schritt dazu, sich ein solches mit Zuschuß aus öffentlichen Mitteln in Zehlendorf zu bauen. Sobald das Häuschen fertig und für ihn bc- ziehbar wurde, mußte er sein Anrecht auf seine bisherige Wohnung drangeben. Borher aber versuchte er, die aus drei Zimmern und Rebongelaß bestehende Wohnung gegen eine kleinere Woh- nung von geringerem Wert zu oertauschen, die zwei emfenstrige Stuben hat. Dabei soll für Herrn Morath ein Gewinn in bar herausgekommen fein. Loraussetzung und Bedingung für jeden vom Wohnungsamt zu genehmigenden Wohnungstausch ist, daß die Tauschlustigen auch selber die Tauschwohnungen innerhalb einer bestimmten Frist beziehen. Dem Wohnungsamt W e d d i n g. in dessen Bezirk die von Herrn Morath begehrte kleinere Wohnung liegt, wurde nun bekannt, daß er nicht in diese Tausch- wohnung, sondern in ein Eigenheim, in sein Zehlendorfer Häuschen, übersiedeln wollte. Darauf griff das Wohnungsamt Wedding ein und zog die Tauschgenehmigung, zurück. Herr Morath meinte, sich den Eingriff des Wohnungsamts nicht gefallen lassen zu müssen. Et brachte die Sache vor das Mieteinigungsanit, das wohl noch nicht entschieden hat. Wir zweifeln nicht, daß er sich dort die verdiente Abfuhr holen wird. Von dem Wohnungstauschversuch des Postinspektors Morath hat die Obcrpostdirektion Berlin gewußt. Daß sie aber alle Einzelheiten gekannt hätte, möchten wir nicht glauben. Die Ober- postdircktion war auf Grund der Hergäbe eines Ärbeitgeberdarlehns für den bauenden Herrn Morath an der Angelegenheit beteiligt. Sie wollte mit der gegen Herrn Moraths schöne Karlshorster Wohnung eingetauschten schlechteren Wohnung in Berlin-Nord, die bei Fertig. stellung des Morathschen Eigenhcinis frei werden muhte(aber von ihm selber nie bewohnt worden ist), einen ihrer unteren Be- n m t e n glücklich gemacht sehen. Das Wohnungsamt Wedding hat. indem es gegen diesen sonderbaren Wohnungstausch einschritt, sich den Donk der Wohnungsuchenden verdient, die in minder angenehmer Lage als Herr Morath sind. Daß es sich hiermit Herrn Morath nicht zum Freunde gemacht hat, wird es in Gelassenheit hinnehmen müssen. Oer Sprit-Weber-Pcozeß. verschwunden» Akten.—..habe ich das nicht gut gemacht?" Man kann nicht sogen, daß der Sprit-Weber-Prozsß bei seiner Länge an Aktualität eingebüßt hätte. Es gibt immer wieder eine kleine Abwechslung. Als am Donnerstag sin Zeuge ganz uner- «artet über Beziehungen verlauten ließ.�die zwischen dem Regie- rungsrat Tulke vom Finanzamt Schöneberg und dem Kri. minolkommissar Peters bestanden haben sollen, wurde der Regierungsrat unverzüglich geladen. Er sagte aus, daß erst dienst- lichc Angelegenheiten, dann gemeinsames wissenschaftliches Intereffe zu einem Freundschafts bundc mit Kopp geführt hätten. Es sollte ein Fabrikationsoerfahren zur Zertrümmerung von Atomen errichtet werden. Regierungsrat Tulke wurde sogar Aussichtsrat in einem seiner Betriebe, lind dann verschwanden eines Tages im Finanzamt Echvnebcrg Akten, die sich auf die Beschlagnahme von 18 000 Litern Sprit bei Kopp bezogen. Diese Akten waren zuerst vom Finanzamt Schönebcrg nach dem Landessinanzamt gewandert, dann von dort in das Polizeipräsidium und schließlich wieder zurück an das Finanzamt Schöneberg. Hier verlor sich die Spur. Eine für den Angeklagten Peters wenig angenelnne Tatfache. Einen tragi- komischen Zwischenfall gab es bei der Vernehmung des Professors Dr. S i l b e r m o n n. Als dieser im Auftrag Webers in Verbin- dung mit der Auszahlung der Bersicherunasprämie in London war, äußerte sich ihm gegenüber Kopp, daß Hermann Weber ihm in bezug aus den Stnhnsdorfcr Brand gesagt hätte:„Habe ich das nicht gut gemacht!" In Erläuterungen dieser Aeußenmg erzählte Kopp dem Gericht einen alten Witz von den beiden Kaufleutcn, die sich über die Hagelversicherung unterhalten, wobei der erste sagt:„Daß man sich gegen Feuer oersichert, kann ich verstehen, ober wie macht nian Hagel?" So will er seinen Ausspruch gemeint haben: nämlich als Witz, llebrigcns sollen verschiedene Leute Weber gegenüber ge- äußert haben:„Das haben Sie gut gemacht." Der Eindruck aller leitenden Persönlichkeiten des Webcr-Konzerns war der, daß der Brand sehr günstig sür den Konzern gewesen sei. Man betrachtete ihn direkt als ein großes Glück, denn das Lager lag ziemlich tot da. Weber behauptet, daß die Finanzverwaltiing ihn damals mit 4l Millionen Mark eingeschätzt habe. Der Zeuge Gehcimrat Hepp, Ministerialrat vom Finanzministerium, erklärt, daß Webers Gesamtvermögcn immerhin mit 20 Millionen Mark beziffert wurde. Reichsbankpräsident Dr. Schacht wird als Zeuge nicht er- Icheinen. Das Gericht hat den entsprechenden Antrag abgelehnt. Die Verhandlung geht am Montag weiter. Tagesferienkolonie in der Waldschule. In der Zeit der Sommerserien wird die im Grunewald gelegkne höhere Charlottenburger Waldschule vom Montag, den 3. Juli, bis Sonnabend, den 7. August, als Tagesfcrien- k o l o n i e eingerichtet werden. Die Kinder kommen täglich morgens uni M>9 Uhr und kehren abends um 0 Uhr nach Hause zurück. Sie erhalten drei Mahlzeiten: Zweites Frühstück. Mittag und Vesper. Eine Gelegenheit zum Uebernachten ist nicht vorhanden. Die Leitung der Ferienkolonie übernimmt wie in früheren Jahren Lehrer Prinz. Aufgenommen werden Schüler und Schule- rinnen im Wer von S bis 16 Jahren sowohl für die ganze Zeit, als auch für einzelne Wochen. Der Beitrag für eine Woche betrögt 12 Mark. Dieser Preis kann auf Antrag bei Bedürftigkeit ennähigt werden. Jede Woche ist voll zu bezahlen. Anmeldungen sind möglichst bald an den Leiter der höheren Waldschule, Studien- rat Krause, Grunewald. Waldschulallce, zu richten. Sprechzeit tag- lich(außer Sonnabend) zwischen 12 und 1 Uhr und nachmittags zwischen 1 und 5 Uhr(Fernsprecher Amt Westend 3133). Ein neuer Sahnhof üer Stadtbahn. Erneuerungsarbeiten im Lehrter Stadtbahnhos. In den letzten Wochen ist beim Lehrter Bahnhos zwischen den an dieser Stelle in größerem Abstände liegenden Skadtbahn-Fern- gleisen ein neuer Bahnhos der Stadtbahn entstanden, der in den nächsten Tagen in Betrieb genommen werden soll und in dem die Stadtbahnzüge der Richtung Charlottenbur g— Schlesischer Bahnhof halten sollen. Der Bahnhos. der vollkommen aus Holz gebaut ist, trögt allerdings nur provisorischen Charakter. Wenn er seine Schuldigkeit getan hat. wird er wieder abgebaut. In den nächsten neun Monaten soll er dazu dienen, die recht schwierigen Arbeiten für die Erneuerung von sieben Eiscnbahnbrücken zu erleichtern. Am Lehrter Bahnhof kreuzt bekanntlich die Stadtbahn die dar- unter liegenden Gleis« des Lehrter Fernbahnhofs und die Güter- zufuhrgleise zum Güterbahnhof Spreeufer. Durch den Rauch der befonders unter dem Stadtbahnhos haltenden Lokomotiven sind die Brücken und Eisentonstruktionen, die die Gleise und den Stadtbahn- steig tragen, stark oerrostet und dadurch in ihrer Widerstandsfähig. Es geht um öas Kinü! Mutter, du möchtest ins Grüne hinaus Und übtest zuvor deine Wahlpflicht nicht ans? Der vnbe. das Mädel, was sagen denn die? Einzig wegen der Landparlic Belehrt man sie nach wie vor in der Slasse Daß Wilhelm, der Kaiser, uns schlrmk und beschützt And daß man den Erbfeind, den Welschen, haste Und daß nur die Dienstzelt dem Vaterland nützt. Mutter, bist du denn taub und blind? Mutter. Mutter, denk an dein Kind! Vater, legst du kein Machtwort ein? Willst auch du ein Verräter sein? Duldest die Herrschaft des Morschen und Alten. Am draußen ein Picknick abzuhalten? freilich, die andern, die Schwarzweißrotea, haben alles aufgeboten! weißt doch, wie zäh und verbisten sie find. Vater, Vater, denk an dein Kind! Zum ersten-, zum zweiten-, zum drittenmal- Arbeilerelkern. geht zur Wahl! Zugend von heute soll aus Erden Kämpfer köstlicher Zukunft werden! wehe den Allen, die müßig sind! Väter. Mütter, schützt euer Sind! Henning vuderstadk. leit geschwächt, so daß sich eine gänzlich« Erneuerung als notwendig erwiesen hat. Ebenso werden die westlichen vier Ueberbauten durch neue Brücken ersetzt. Um nun eine Störung des Eisenbahnbetriebes zu vermeiden, wird nacheinander«in Gleis tot gelegt, so daß der Neubau der Brücke ungestört vor sich gehen kann. Für die Fernzüge der Stadtbahn ist'Hierbei, ähnlich wie bei'den Brücken- crneuerungcn über die Spree am Bahnhof Bcllcoue, an dieser Stelle ein eingleisiger Betrieb eingerichtet. Zu dem provisorischen Stadtbahnsteig führen zwei T r e p- pen, östlich und westlich neben den Seitcnbahnstcigen des Lehrter Fernbahnhofcs und vermitteln das Umsteigen sür die Reisenden zu den Fern» und Spandau er Vorortzügen. An dem alten Stodtbahnsteig halten während der Bauzeit nur die Züge der Richtung Schlesischer Bahnhof— Eharlottenburg: hier bleiben die bis- herigen Zu- und Abgänge noch dem Wilhelms-Uscr und der Inva- lidcnftraße sowie die Zugangstrcppe vom Fernbahnhos bestehen, während die Bcrbindungstrcppe �iach dem Fernbahnhos ausgehoben wird: der Uebergang vom alten Stodtbahnsteig nach dem Fernbahn- Hof geschieht dann innerhalb der Fahrtartensperre über die westliche Treppe. Durch Verlegung der Fahrkartensperrc auf der westlichen Seite wird auch der bisher bestehende Durchgang von der Inva- lidenstraße nach der Ankunftsscite des Lehrter Fernbahnhofes während des Umbaues beseitigt.__ Neuer Zug Berlin— Scharmützclsee. Seit dem 30.. Mal verkehrt bis auf weiteres an Sonn- tagen auf der Strecke Berlin(Görlitzcr Bahnhof)— Scharmützelsee ein weiterer durchgehender Zug: Görlitzer Bahnhos ob 10.12 Uhr vormittags. Nirderschöneweide-Johannisthal ab 10.23 Uhr, Königswusterhausen an 10.58 Uhr, Scharmützelsee an 12.10 Uhr nachmittags: Rückfahrt ob Scharmützelsee 8.43 Uhr nach- mittags, Königswusterhausen 0.53 Uhr, Riederschöneweide-Iohannis- tat an 10.26 Uhr, Görlitzer Bahnhof an 10.38 Uhr nachmittags. Die Züge halten auch auf ollen Vorortstationen. Ein Mörder, der sich gebessert hat. An den Mord am Teufclssee erinnerte eine Verhandlung, die vor dem Schöffengericht Berlin-Wedding stattfand. Unter mystischen Umständen und allerhand Zauberspuk wurde seinerzeit, wie er- innerlich, die Schneiderin Luise B. von dem Böttcher I. am Teufelssee vergiftet. Im gleichen Jahre dieses Berbrcchens wurde dann I. wegen Giftmordes zum Tode verurteilt, jedoch hob das Reichsgericht auf die von ihm eingereichte Revision hin dieses Urteil auf. Ehe nun eine neue Verhandlung stattfinden konnte, kam I. als Geisteskranker in die Neuruppiner Irrenanstalt, von wo er im Jahre 1018 entfloh. Erst im vergangenen Jahre wurde er dann wieder in einem in der Lüneburger Heide gelegenen Dorfe, wo er sich unter falschem Namen aufhielt, entdeckt und festgenommen. Jahrelang hatte er so ein abenteuerliches Leben geführt. Infolge der Länge der Zeit, die feit seinem Verbrechen vergangen war, hatte sich nun eine eigenartige Rechtslage ergeben. I. mußte jetzt wegen des von ihm begangenen Giftmordes strasfrei bleiben, da dieses Verbrechen inzwischen o e r j ä h r t und das da- nials ergangene Urteil nicht rechtskräftig geworden war. Das einzige, aus Grund dessen er gerichtlich noch belangt werden tonnte. war die Führung des falschen Namens, die dann auch zu einer An- klage wegen intellektueller Urkundenfälschung führte. Gestern ge- langte diese Anklage zur Verhandlung. Das Gericht verurteilte I., der sich allein sehr gewandt verteidigte und angab, sich damals in einem Notstand befunden zu haben, als er den falschen Namen annahm, zu drei Monaten Gefängnis. Für diese Strafe erhielt er aber eine dreijährige Bewährungsfrist, da er sich sehr gut geführt und fleißig gearbeitet hat. Jaljche Kriminalbeamte. Am zwanzigtausend Zsiark geprellte Kassenbote... Drei Mitglieder jener Gaunergesellschaft, die mit Hilfe eines an den Hauptmann von Köpenick erinnernden Tricks zwei jungen Kosten- boten 20 000 Mark abschwindelten, standen in den Handlungsgehilfen Kurt Müller und Hermann Schwabe sowie dem Schlosser Reinhold Wiebach vor dem Großen Schöffengericht Berlin- Mitte. Die Anklage lautete gegen sie auf Amtsanmaßung und Betrug. Ende September vorigen Jahres hatten zwei Kastenboten im Austrage der Deutschen Betriebsgesellschaft in der Filiale der Deutschen Bank in der Belle-Alliance-Straße 20000 Mark Lohngelder geholt. Aus dem Wege ins Bureau traten ihnen in der Königgrötzer Straß« plötzlich zwei Männer entgegen, bezeich- neten sich als Kriminalbeamte und erklärten sie, einen Haftbefehl vor- weisend, als verhastet. Sie müßten wegen eines Steuerdeliktes ihrer Firma sofort zu ihrer Vernehmung nach dem Polizeipräsidium ge- bracht werden. Die beiden angeblichen Kriminalbeamten riefen auch ein Auto heran, gäben den Auftrag, nach dem Polizeipräsidium zu fahren und bestiegen es zusammen mit den bestürzten jungen Leuten, nachdem sie zu verhindern gewußt hatten, daß diese sich telephonisch mit ihrer Firma in Verbindung setzten. Im Auto nahmen sie die 20 000 Mark an sich, indem st« das Geld sür„vorläufig beschlag- nahmt" erklärten. Kurz vor dem Eingang zum„Alex" ließen sie das Auto halten, stiegen aus, da sie erst allein mit dein Kriminalkommissar sprechen mußten, und ließen das Auto dann in den Lichthof dos Polizeipräsidiums fahren, wo die Häftlinge auf ihre Rückkehr warten sollten. Geduldig warteten diese im Auto stundenlang, bis es dem Autoführer endlich zu viel wurde und er die übriggebliebenen Fahr- göste fragte, was denn eigentlich los sei. Sie mochten sich jetzt auf die Suche, aber wo sie auch anfragten, stießen sie aus erstaunte Gc- sichtcr und niemand konnte«ine Auskunft geben. Da merkten sie dann, daß sie die Geprellten waren. Wenige Tage später konnte schon der eine der falschen Kriminalbeamten, der Kaufmann Bergcr. der Hauptbeteiligt«, ergrissen werden. Er ist bereits abgeurteitt worden. Seiner drei Komplizen, die den Plan mit ihm zusammen ausgeheckt und die Beute in vier Teile zu je 3000 M. unter sich ver- teilt hatten, konnte man erst nach längerer Zeit habhaft werden. Bon ihnen erzählte gestern der Angeklagte Müller, der gleich den anderen schon mit Zuchtbaus vorbestraft ist, daß er sich durch den kecken Schwindel die Mittel verschaffen wollte, um sich als Filmschauspieler und vorher als Schauspieler ausbilden zu lasten. Dos Gericht ver- urteilte ihn wegen Amtsanmaßung, Urkundenfälschung und Betrug zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis. Seine beiden Freund« erhielten 1 Iohr bzw. 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus. Die Grofje Polizeiausstellung 1926. Der Presteausschuß der„Großen Polizeiausstelluug 1026' hatte die Vertreter der Presse zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen. Ministerialdirektor Dr. Abeag unterstrich noch einmal die Bc- deutung der Ausstellung für die Popularisierung der Polizei. Seine Ausführungen, wie auch die des Regierungsrais Dr. Treskow. hr- rechtigten zu der Annahme, daß die„Große Polizeiausstellung 1026" die erst« ihrer Art nickst allein für- dm Fachmann von größtsm Interesse sein wird, sondern auch den Laien die größte Anregung geben wird. Es werden ihm Einblick« gewährt werden in den Polizeimechanismus aus allen mir erdenklichen Gebieten: auch seine Phantasie, die ja so leicht im Kriminellen schwelgt, wird hier zu ihren Rechten kommen. Aeußerst reichhaltig wird die Industrie vertreten sein, sofern sie mtt dem Polizeiwesen nur in irgend einer Beziehung Berührungspunkte ausweist. Di« F e u e r- polizei wird aus Anlaß des 75jährigcn Bestehens der Berliner Feuerwehr auf einer Sonderausstellung„Feuerwehr und. Feuer- schütz" zeigen. Neben sämtlichen deutschen Ländern wird auch dos Ausland zahlreich vertreten sein, in erster Reihe Deutschösterreich. Neben der„Allgemeinen Polizeikonferenz" werden auch der „Internationale Polizetkcmqreß" und die„Sitzung der Internationalen Polizeikommifsion" stottfindcn. Der Prestereferent des preußischen Innenministeriums. Dr. Hirschfeld, setzte sich für die Errichtung eines Prcsseausschusies ein._ Ter Attentäter Lange gestorben. Der Detektiv Erwin Lange, der vor kurzem, wie wir seinerzeit berichteten, ein Revoloerattentat aus den Gerichtshof der Großen Strafkammer des Landgerichts II verübte, und, nachdem er fünf Schüsse in den Saal abgegeben hatte, sich selbst durch einen Lungenschuß verletzte, ist jetzt an den Folgen der Verwundung im Kronkenhaus verstorben. Dir Skadtverordneicnoersommlnng hat in dieser Woche zwei Sitzungen, eine am D i e n s t a a um 6 Uhr und eine am Donnerstag um?»3 Uhr. Die Beratung des Stadthausball- planes, die bis zum 1. Juli beendet werden soll, erfordert jetzt flotte Arbeit. Der oussehencrregende Diebstahl im haupizollamt ist immer noch in undurchdringliches Dunkel gehüllt. Von dem Täter fehlt jede Spur, trotz oller eifrigen Nachforschungen. Die Untersuchung ist um so schwieriger, als man nicht weiß, ob ein Beamter den Diebstahl verübt hat oder eine Privatperson, die sich in die Dienst- räume eingeschlichen hatte. Die Ausklärung ist jetzt der Kriminal- Postdienststelle in der Königstrahe 61 übertragen worden. Sie nimmt alle zweckdienlichen Mitteilungen entgegen. Verlegung des Mieteinigungsamles Kreuzberg. Das Mieteini- gungsamt.Kreuzberg bleibt am 14. Juni 1026 geschlossen. Vom 13. Juni 1026 ab befindet sich das Mieteinigungsamt in dem Straßenbahnhof Kreuzbergstraße 16—20, Eingang Großbeerenstraße. Bank der Arbeiter, Angestellten n. Beamten A. G. Berlin SH Walls(ra6e 65 Postacheckkonto Berlin 3898 SPARKASSE Breslau I. Nar�arctenstr. 12/ Hamburg l. Besenbinderhol 52/59 Postscheekkonto Postscheckkonto Breslau 4M S|)9rlC8SSds Hamburg 32S30 Spareinlagen von 1 Mark an zu 5 Proz. mit täglicher Kündigung Spareinlagen von 1 Mark an zu 6 Vz Proz. mit monatlicher Kündigung Spareinlagen v. 500 Mark an zu 7 Va Proz. mit vlerteljährl. Kündigung Kassenstunden: 9— 3 und 5— 7 Uhr„Schließfächer" Sonnabends: 9— 1 Uhr Weitere Annahtneslellen: BerllnSOtZiaarrengeschäit r, Hor-th. Engelufer 24/2S,Oewerl(5Challshaus. Berlin>> Zigarrengeschäft von Tletr. Invalidenstr. 124, a. Stettirer Bahnh Berlin NOt Zigarrengeschäftv. Seidler Beiforter Str II. Berlin• Neukölln> Zigarren geschält v. Hein.Tnüringer Str.37.— Zigarren- tescnäft v. K. Heinrich, Münchener ir.l1}.— Zigan engeschali v.Gänner, Wissmannstr.14.— Zigarrengeschält von Mcolaisen, Herrfurthplatz 3. Aa den Kassen folgender Verbände: Zentralverband der Angestellten, SW 61, Belle-Alllance- Str. 7/10. Zentralverband der Fleischer, O, Zorn- dorfer Str. 32 Verband der Lebensmittel- u.Qelrinke- arbeiter, C. Mulacfcstr. 10. Bauhütte Berlin, W, Wilhelijtstr. 106. Verband der deutschen Buchdrucker, Orelbundstr 5. ion geliefert, dieReaktion nistet! Reichsbannermerbckundgebung ins Siemenostadl. Am Donners- tag, den 3. Juni, veranstalteten die Charlottenburger Käme- radschasten des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold eine Werbekund- gebung in Siemensstadt. Die 3000 Teilnehmer wurden überall mit Jubel empsangen. Nach kurzen Begrüßungsworten des Kameraden Krasse hielt Kamerad Dr. Joe necke am Siemensplaß eine kernige Ansprache. An Hand der Tagesereignisse brandmarkte der Redner die immer frecher werdende Reaktion in Verwaltung, Justiz und an deutschen Hochschulen sowie den Raubzug der Fürsten gegen das in schwerer wirtschaftlicher Not um seine Existenz ringende Volt, forderte auf, die Reihen de» Reichsbanners zu verstärken, um der selbstverständlichen äußeren Staatsform der Republik auch den notwendige» sozialen Inhalt schassen zu helfen. Seine Rede gipfelte in dem Treuebekenntnis für den großdeutschen Einheitsgedanten und damit für die ehrwürdigen Farben Schwarz-Rot-Gold, die die sichtbare Seele des Volkes bilden. Die Veranstallung bildete einen bemerkenswerten Ausrakt zu dem kommenden Volksentscheid. hochwasserkataskrophe in üer Sächsischen Schweiz. Schwere Verkehrsstörungen. viele Touristeniveae vernichtet. Königslein a. d. Elbe. ö. Juni.(Eigener tel. Bericht.) Das von unzähligen Berliner Wanderern stark besuchte Gebiet der Sächsisch- böhmischen Schweiz ist heute mittag von einer schweren Hochwasser» kcktastrophe heimgesucht worden, die sich zur Stund« In ihrer ganzen Auswirkung noch nicht übersehen läßt, da alle Verbindungen unkerbrochen sind. Nach einem zwölsstündigen wolkenbruch- artigen Regen gingen die Hochwasser mit solcher Schnelligkeit zu Tal, daß die Wanderer und Einwohner der heimgesuchten Ortschaften in größterEile bergan flüchten mußten. Das Gebiet Schneeberg, Untergrund, Schönau rechts der Elbe ist weniger betroffen, obwohl auch dort sogar die Eisenbahn Schandau— Bodenbach ihren Berkehr nur mit Mühe und großer Derspätung aufrecht- erhalten kann. Am st ä r k st e n i st b e t r o s f e n die Strecke zwischen L a u b a und Schmilka, das Gebiet hinter Kuhstall und P r e b i s ch t o r. Die ganze Gegend um Herrnskretschen ist schwer verwüstet, ebenso der sächsische Grenzort Schmilka. Die Wandererwege nach dem Wintersberg sind völlig oex- n i ch t e t. Di« Dorfstraße in Schmilka ist bis 10 Meter tief weg- gerissen worden. An der Stelle der Dorfstraße gähnt ein tiefer Schacht nach der Elbe zu, in der Felsen und Bäume liegen. Das bekannte Gartenrestaurant an der Elbe in Schmilka ist zur Hälfte verschwunden. Ob Menschenleben zu beklage» sind, läßt sich noch nicht übersehen. Die Kirnstsch in Schandau ist stark gestiegen. Es wird bis 10 Meter Hochwasser gemeldet. Der betreffende Stadtteil ist zum Teil überschwemint. Srojze Uebcrschwemrnung in Württemberg. Infolge der ununterbrochen anhaltenden starken Regengüsse sind r» Friedrichshasen am Bodensee große Ueberschwemmungen eingetreten. Der größte Teil de? Lustschissbaugelände» Der Kampf gegen den Raubzug der früheren Fürsten erfordert in Berlin bedeutende Geld- mittel.— Zahle deshalb jeder, der nur irgend kann, schnellstens seinen freiwilligen Beitrag für den Wahlfonds der SPD. in Berlin auf Postscheckkonto 48743 an Alex Pagets Berlin SW68, Lindenstraße 3. ein. steht unter Wasser, durch da» in den Bureau» und Werkstätten der Zeppelin-Werft viel Schaden angerichtet wurde. Auch in der Stadt lief da» Wasser in die Häuser. Die Ueberschwemmungen in anderen Testen Würtetmbergs, besonder» in Oberschwaben, nehmen vielfach den Charakter einer Hochwasierkatastrophe an. In Aulendorf wurden die Straßen teilweise bis zu einer Breite und Tiefe von 2 und 3 Meter aufgerissen.. Die Häuser muhten mit Baumstämmen vor der Gewalt des Wassers geschützt werden. Der Berkehr auf der Bahnstrecke Hailtingen— Buchau mußte eingestellt werden. Die Donau ist bei Riedlingen über die User getreten. Einige Ortschaften, wie beispielsweise Moosheim, hoben Pioniere angefordert, weil man der Wossermassen nicht mehr Herr werden konnte. In B i b e r a ch wurde die Hauptstraße bis zu 1.50 Meter durch die Riß unter Wasser gesetzt. Brücken mußten gesprengt werden, um ein Ablaufen der Wassermassen zu ermöglichen. In Sulmingen wurden vier Männer bei Auf- räumungsarbesten vom Wasser fortgerissen. Drei konnten gerettet werden, einer ertrank. Auch in Ochsenhausen mußten Häuser ge- räumt und Brücken gesprengt werden. Volksentscheid ist Gericht Für das Volk— Gegen die Fürsten! Oeffentliche Kundgebungen: Morgen. Montag, den 7. Zun!: Schön« der g-Zriedenav: Demonstration mit Musik. Treffpunkt: abends 7 Uhr am Lauterplotz in Friedenau.— 8 Uhr im Bür- gersaol des Rathauses, Am Lauterplatz. Redner: Dr. Sieg» fried Weinberg. Dienstag, den 8. Juni: Schöneberg-Zriedenau: Demonstration mit Musik. Treffpunkt: abends 7 Uhr Rudolf-Wilde-Platz.— 8 Uhr rn der Aula der Hohenzollern- Schule. B elziger Straße Ecke Eisenacher Straße. Redner: Wilhelm Landa. Treptow: V/i Uhr bei Nitschke, Am Treptower Park Zö. Gemein- samer Abntdrsch mit Musik abend» öV» Uhr von der Wiener Brücke. Rednerin: Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Sozialistische /lrbeiterjugenü Groß-öerlin. geltscheive Ninnen noch bis Mittwoch. 9. Iunl, im Iuaendfekretariat Um stellt werden. «mt�rdamsabreDt Vom ssabraelb der Rückfadr4 Osnabrück— Dttlin st-bt ein «iner Betraa ,m Sekretariat zu eurer Dersitimna. Zlbbolen bis 15. Juni. Lchtuna, Photoarapden! Die von euch anaefertiaten Bilder werden drin» aend vom Bezirksvorstand benötiat. Sosort Abziiae einsenden. heule, Sonntag, 6. Zum: SiepttWncwttb«: V-rmlltaa« 8 Ulli Steffminft Bei gmbent. ÜBoBTBilft ZU Ben SltrcnBeitotsmaBten. Nachmitt-as 1 UBt Treffpunkt BalmBof Nird«. Ichöurweide. Teilnabme an der ToBnenweiB« in Baumschulenweq.— SüB-It S.-B.: Btttiliimna«n Bft üBoBIbllfe üue Slicrnbeiroiswalil. Treffpunkt 'S» llfir oormllla«s Bei Sidrturt», Cuntoflr. 2ß. SKöBdeBaitcitaacncinlAaft«beubs 8 UBt im JlunenbBetm Düffel. borfet Sir. 8 kam SoBeiucnetiipIafc) Borlraa:„Das(Be-meinfdjoftsetleBni» ia bet Suaeubbeaeoim«". Referent: Genosse Hans Krauk. Morgen. Montag, 7. Zun!, 7* Uhr: fftieben»«: Um 7 UBt pünktlich ftebt die«Btcilinu»»olUäi>Iia om Lanier- ala8 Jim Unuua für den«oltsentschei». AB 8 UBr im Keim Schul« Offen. Bacher Str. d«. Literarischer«Benb:„Somlc Dichluna".— SchöneBera III: 5uaendBe!m Souvtstr. 15. Mitaliiderverlammluna.— Westen: IuaenbBeint ftouptftr. IS lZtBeiirlandeimmer). Mitalieberversammluna.— fiennsborf: NuaenbBeim•RoonftwM. Mitaliederperfammluna.— Sübost p..®.: gugenb- beim Reichenderaer Str. 66. Mitalieberveriammluna mit SJotfro«:..Der kom- menbe Balknentscheid". . Tieraartrn: Städtische« tzuaentbeim Bremer Ikike Wicleffftoffe. Antlfaschiüisch««unbaebuna. Referent: Genosse Dr. Otto ifriedländer. Di« Abteilunaor-eranflaltvnaen soffen au«. Sport. Rennen zu Sarlshorsl am Sonnabend, den ö. Zuni. 1. Rennen. 1. Letmnel(KukuIieS), 2. Borussia(Otvlcl), 3. ffiebc» Trumps(KrSnzlein). Toto: 101: 10. Platz: 18. 13, ZZ: 10. Ferner liestn: Erdferkel. Maiprinz. Winterweide, Gerold, Humor, Beleda. 2. Rennen. 1. Alleluia(Hr. 5län! schieber(Staudinger). Toto: 42: Kitz me quick, Diamant. 3, Rennen. Groia(K. Edler), 3. Panier(Krönzlcw). Tolo: 47: 10. Prinz Ehristlan. 4. Rennen. 1. Nordsee(Fianzke), b. Hui «). 2. Grazie(v. Borcke), 3. Wolken- 10. Platz: 15, 15: 10. Ferner liescn: 2. Earl Ferdinand, Platz: 23, 18: 10. Ferner lies: „.. 2. Rappelkops(KutulieSl, 3. DIoZcur(Oertel). Toto: 100:10. Platz: 18, 14, 15:10. Ferner liesen: Palette, Palamon. Lid, Herzog. 5. R e n N e n. 1, Wetterscheide(v. Below), 2. Missa(Staudinger), ». Elfchen(0. Horn). Toto: 10- 10. Platz: 13, 17: 10. Ferner liesen: itliiie Können 5ie bei der veutscken kübnenxenoszen- scbstts-�otterie xevinnen.— Werner: tin Alito'"U PS. Horch einen Feurich- Fiügel, ein D-Rad, 100 Fahrräder, Singer-Näbmascb., ein Piano, ein Scbiafzimmer and Rüche, DRV-Motorräder, Photogr. Apparate, Silberkästen asv. Ein Los nur SO Pf, Kaufen Sie heute noch Lose, da bereits über die Hälfte verausgabt! •(..-•■■■/-.'V- 1.080 00 olloo Kassen der drei Häuser Uetz, sowie in der Horch-Filiale Unter den Linden 40/41 zu haben Roth-Händle Zigaretten in altbewährter Qualität! Die obigen Angebote stehen ab Montag zur Verfügung!-SchriHliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! CUbert JÜQ&esihahi JBewIin 5 W 19 leipziger Sij>. 12-74 Äae. Sftcilifl. ober Rauf von Erfindung oder Keuheli von seriösem ftaufm ges. Ausf Off. u. S. 2S Hauptexped d. Vorwärts. Westerland ist das Bequeme Reisewege ideale Nördseeöad Mäßige Preise Man verlange Prospekte In den ReUc- burcau* oder durch die Badevcrwaltung IrfluerspeaDen jeder Arl ite'ert vre i« w ert Paul Oolletz, vormal» Icktrt iUyir. Marlaoncnstr. j am: OTonspL 1D30J Kall- wann— nah— trocken? 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Gegensätze der Wirtschaftspolitik. Es ist erstaunlich, mit welcher Geradlinigkeit die Bewertung?- turv« des Kapitals nach oben geht. Steigerungen der Aktienkurse seit dem Januar dieses Jahres um fünfzig, ja um hundert Prozent sind keine Seltenheit mehr. Nach den fortlaufenden statistischen Feststellungen über den Zkursstond der Aktien, die von der Commerz- und Privatbant all- monatlich veröffentlicht werden, ist für die Attienkapitalisten aus dem berühmten Stresemannschen Silberstreif am Horizont fchon ein goldener Sonnenaufgang geworden. Lassen wir die Zahlen sprechen. Alle Aktienkurse find gestiegen. Don den 8S0 Aktien, die an der Berliner Börse amtlich ge. handelt werden, hatten einen Kur» unter Sl> Prozent: Ende Januar ISA,,,,> 346 Werte m llltai m»,,»» 231 0 Kur» von 50 bi» 75 Prozent: Ende Januar ISA,,»,, 228 Wert« 0 Mai 0> i i■. 234 v Kur» von 75 bi» 100 Prozent: Ende Januar ISA,,,», 182 Werte » llltai 0 iti«. 164 0 Kur» von 100 bi« 150 Prozent: Ende Januar ISA,«,,, 117 Werte . Mai...... 220„ Kur, über 150 Prozent: Ende Januar 1026,,,,« 17 Werte 0 Mai 0 i•.•■ 29 0 JHe Zahl der Wert«, die im Kurse auf 100 und mehr Prozent stehen, ist demnach im fünf Monaten von 134 auf 24S gestiegen. End« Januar waren e» 15 Proz. aller gehandelten Werte, die den Partstand erreicht hatten, jetzt stnd e« 28,2 Proz. Die Zahl hat sich also annähernd verdoppelt. Diese 5kurssteigerungen betragen etwa eine Milliarde Goldmarkl Die Aktienkurse sind nicht nur deswegen gestiegen, weil heute wieder Geld auf den Aktienmarkt geht oder weil die Spekulation gute Geschäft« machen konnte. Die enorme und allgemeine Kurs- steigerung ist daraus entstanden, weil bei den Aktiengesellschaften die Aussicht auf Rente— auf Dividende— ständig im Wachsen ist. Da» Kapital ist auf dem Weg der Gesundimg. Geschäftsaufsichten und Konkurse lassen uach. Im Jahre 1925 wurden in Deutschland 11 184 Konkurs« und 5008 Geschäftsaufsichten gezählt, lieber die Zahl der Zusammen- bräche, bei denen aus Mangel an Masse der Konkurs vom Amts- gericht nicht eröffnet wurde, gibt es keinerlei statistische Rochweif«. Sie fehlen ebenso für die stillen Liquidationen und die freiwilligen Vergleiche. Das Jahr 1925 begann mit 796 Konkursen im Januar und endete mit 1660 Konkursen im Dezember. Die Geschäfts» aufsichten stiegen in jener Zett von 256 aus 1388. Seither ergab sich die folgend« Entwicklung: 1926 Konkurs« Geschöftsaufflchtcn Februar... 1998 1573 März.... 1871 1481 April,,,, 1302 923 Mai,. 1044 709 Im Monat Mai find 10A Gefchöftsaufsichten wieder auf» gehoben worden. Den erheblichsten Rückgang weisen im Mai die Insolvenzen in der Kolonialwaren- und Lebensmittelbranche, in der Textil» b ran che, in der Schuhwaren- und Lederbranche und in der Eisen(Maschinen) brauche auf. In der Spirituosen, und Weinbnmche haben die Insolvenzen noch etwa» zugenommen. Auch diese Ziffern besagen deutlich genug, daß ein« gewiss« Konsolidierung der Wirtschaft ledhaste Fortschritte macht. Die Arbeltvloflgkeil gehl nicht ernsthaft zurück. Die allgmein bekannten Ziffern der Arbeitslosig» keit lasten eine Derbesterung, die der Entwicklung der Aktien- kurs« und der Veränderung der Konkurs- und Geschäftsaufsicht«- Ziffern ähnlich wäre, nicht erkennen. Hier liegen sehr ernsthast« Zusammenhänge. Es stt zweifelsfrei, daß die Zahl der Erwerbstätigen infolge des Krieges— Frauenarbeit— und der Inflation— Zer- stöning des Mittelstandes— erheblich zugenommen hat. Die Belastung des Arbeitsmarktes ist nach dieser Richtung bisher überhaupt kaum untersucht worden. Eine Untersuchung würde er- geben, daß das Lehrlingswesen, die Dolontärwirischast, die Betätigung im Nebenberuf sehr stark zugenommen haben. Auf der anderen Seite hat im besonderen bei den Angestellten— Banken, Handelsgewerde— ein ungeheuerlicher Abbau stattge- funden. Im übrigen tut die sogenannte„Rationalisienmg" ihren Teil zur Beeinflussung des Arbeitsmarktes. Eben erst gibt der Verband der Unternehmer des Berliner Baugewerbes bekannt, daß es ihm durch Einführung der Akkord- Vereinbarungen gelungen sei. die vorkriegsmäßige Maurer- Durchschnittsleistung von etwa 650 Steinen täglich auf— über 1300 Steine in die Höhe zu drücken! Die große Arbeitslosigkeit ist deswegen keine Angelegenheit mehr, dle nebenbei durch einsnche Unterstützungen gelöst werden kann. Sie verlaugt grundsätzliche Veelnslussnng der wlrlschast. Es darf nicht vergesten werden, daß die Millionen der Ar- bettslosen eine monatliche Kaufkraftminderung von etlichen Wtl- liarden für die deutsche Wirtschaft bedeuten. Daraus nimmt die prioategoistisch eingestellte Wirtschast soweit wie es irgend geht. mit ihren Preisen keine Rücksicht, weil sie ihre technisch« Neuein- richtung aus den laufenden Betriebseinnahmen bezahlt. Auf das Reichswirtschaftsministerium dürfen nicht allzu große Hoffnungen gesetzt werden. Es hat seine Preisabbau-Aktion an- scheinend.zu den Akten' geschrieben. Hier kann nur die Selbst- Hilfe der Arbeitnehmer etwas ändern. Niemals waren die Gewerkschaften so notwendig wie heute. __ Kurt Heinig die �lrbeitsloligkeit in Serlin. 3000 neue Arbeitsuchende in der letzten Woche. Aus de« Berliner Arbeitsmarkl ist«tu weiterer erheblicher Ad» stieg zu bemerken, der besonder» in de« starken Zugang Arbeltsacheuder von etwa 3000 Personen zum Ausdruck kommt, so daß die Gesamtzahl jetzt rund 250 000 beträgt. In erster Linie entfällt der Anteil auf die Metall», Holz- und Konfektiontindustrie. Aufsallend ist, daß in dieser Zeit sogar da» Baugewerbe einen Zugang Arbeitsuchender aus- weist. Bemerkenswert ist ferner, daß allenthalben trotz der außer- ordentlichen Beschränkung, die sich die Geschäftswelt in der Ein- stellung von Aushilfsträsten zum Pfingstsest auferlegt hat, noch Eni- lasiungen in erheblichem Umfange vorgenommen werden. Besonder» schwer lastet der Druck der Krise auf dem Handelsgewerbe. Obwohl hier die Urlaubsperiod« längst begonnen hat, hält der stark« Bewerberzugang, namentlich männlicher Kräfte, noch unoermindert an. Für Angehörige geistiger Berufe hat sich die Lage in letzter Zett etwa» gehoben. Eine Anzahl Iunglehrerinnen, deren ungünstig« Berufsaussichten gegenwärtig besonders drückend sind, konnte durch «inen vom Landesarbeitsamt veranlaßten Umschulungskursus der jetzt stark begehrten Kinderheimarbeit zugeführt werden. Im ollge- meinen sind Besierungserscheinungen kaum hervorgetreten, t» machen sich vielmehr Anzeichen bemerkbar, die daraus schließen lassen, daß die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Es waren 249824 Personen bei den Arbeitsnachweise« eingetragen, gegen 2 4 6 8 7 2 der Vorwoche. Darunter befanden sich 163 975(162 430) männliche und 85 849(84442) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 131 451(131 585) männliche und 61 371 (60188) weibliche, insgesamt 192 822(191 773) Personen. Außer- dem wurde noch an 29 430(30 824) Personen Erwerbslosenhilfe ge- zahlt und 4182(3909) Personen bei Notstandsorbeiten beschäftigt. Im E p t n n st o f f g e w e r b e ist die Lage mit Ausnahme für die Maschinenstickerei und-strickerei nicht günstig. Ein starker Rückgang der Peschäftlgungsoerhältnisi« macht sich km Bekleidungsgewerbe bemerkbar. Do« Baugewerbe weist für die Hauptberufe»in merkliche» Rachlasien der Leschäftigungsverhältnisie auf. Ganz bedeutend ist der Beschäftigungsgrad bei den Baumalern und Anstreichern zurück' gegangen. Gut beschäftigt blieben jedoch die Steinsetzer, die ine- besonder« sür Straßenreporaturen angefordert wurden, Neueste kor wen M prima Rahmcn- erbeit mit(cinfarWßen Blond« urniH« Spanflnnachuhe in neuej- teer Form mit Komtess- Weisse tüHttte SpanaMscbuh« In nod, neuer Form mit Komteaenh*� be». billig! II— nvifhnilnfliMiir ir*— ftr*'""* � ■W Gemeinwirtschast Im Sankwefer». Es ist unverkennbar, dah sich in Deutschland der Kampf des Prioatkapitals gegen die Gemeinwirtschaft öffent. licher Körper verstärkt. Leider nicht ohne Erfolg, woran die Will- fährigteit der Regierungen gegenüber den Wünschen der Privat- Wirtschaft und der Mangel an Selbstbewußtsein sehr vieler öffent- licher Institute den privatkapitalistischen Interessen gegenüber mit schpld sind. Besonders gilt das für das Verhältnis der privaten und der öffentlichen Banken und die geradezu schikanösen Cinschrän- kungen, die den Kommunen und ihren Betrieben im Gegensatz zur Privatwirtschaft bei der Kapitalbeschaffung im Ausland und Inland auferlegt werden. Mit schärfstem Nachdruck haben wir bisher die Hintansetzung der öffentlichen Hand gegenüber dem Privatkapital deshasb bekämpft. Es ist nun sehr erfreulich, bei der B r a u n s ch w e i g i s ch e n Staatsbank beobachten zu können, daß auch Staatsbanken sich gegen diese einseitige Bevorzugung privatkapi- talistischer Interessen scharf zur Wehr setzen. In ihrem Geschäftsbericht für 1923 gibt sie dieser Abwehr in wohlabgcwo- gcnen aber scharfen Worten Ausdnick. Sehr viel, so führt sie aus, könne durch die wirtschaftliche Erkenntnis des Prioatkapitals zur Verhinderung neuer Krisen getan werden. Bon einer führenden und erfolgreichen Tätigkeit der privatwirtschastlichen Verbände auf diesem Gebiet sei bisher aber wenig bekanntgeworden. Im Gegenteil! je geringer dieser Erfolg, um so größer sei der Ein- fluß, den diese Verbände auf die öffentliche Wirtschaft ausüben möchten. Es müsse einmal mit allem Nachdruck hervorgehoben wer- den, daß der öffentlichen Wirtschaft in einem aus. geklärten Staatswesen ein w o h l b e r e ch n e t e r An» teil an der Gesamtwirtschaft zukommt, und daß die an sich bcrech- tigte Vertretung privater Erwerbsinteressen keineswegs identisch ist mit dem Allgemeinwohl. Einstweilen werde die öffentliche Hand bereits verschiedentlich schlechter behandelt als der Pri- vatunternehmer: so bei den Auslandsanleihen. Für Privat- Unternehmungen gelten bei Auslandsanleihen keinerlei Cinschrän- kungen, obwohl die großen Zusammenbrüche>largelegt hätten, wie oft Leitung, Zweck und Umfang der Unternehmungen mit den Grundsätzen gesunder Oekonomie nichts zu tun hatten. Um so schärfer müsse gegen die Forderung protestiert werden, öffentliche Anleihen nun auch im Inland von einer besonderen Reichsstelle abhängig zu machen. Da die Aufnahme öffentlicher Anleihen heute schon von örtlichen, provinziellen oder staatlichen Volksvertretungen genehmigt und überdies von der Staatsaufsicht noch überprüft wird, sei eine besondere Reichsstellc überflüssig. Schon heute ergebe der Vergleich mit ausländischen Verhältnissen die unerfreuliche Feststellung, daß die Lei» stungen von Staat und Kommunen auf einer Reihe von Gebieten außerordentlich rückständig seien. Auch deshalb dürfe der öfsentlichen Hand die Lösung ihrer Aufgaben nicht weiter er- schwert werden und in der Geldfrage nicht schlechter gestellt werden als jedes Prioatuntcrnehmen. Lanübunö und Kleinbauern. Unter der Uebcrschrist„Langfristige Rentenbankkredite für Klein- Hauern" meldeten wir am 30. Mai, daß die Rentenbankkreditanstolt 1% Millionen zur Ausschüttung von kleinen Darlehen an die Kleinbauernschast bercktgestellt habe und die Bewilli- gung weiterer 4 Millionen in Aussicht stehe. Nunmehr läßt der Reichslandbund durch die ihm nahestehend« Presse eine Notiz verbreiten. durch die er den Anschein zu erwecken versucht, als sei i h m die Vaterschaft für diese für die Kleinbauernschast so bedeutungsvolle Kreditaktion zu verdanken. Demgegenüber können wir auf da» bestimmteste versichern, daß die Anregung nicht von den Vertretern des Landbundc: im Verwaltungsrat der Rcntenbankkreditanftalt ge- geben worden, sondern von anderer Seite erfolgt ist. Die Land- bundoertreter mögen allenfalls zu diesem Plane ihre Zustimmung gegeben haben. Es handelt sich hier also wieder um die beliebte ilandbundmethade, alle Maßnahmen und Erfolge auf agrarpolitischem Gebiet ausschließlich für sich in Anspruch zu nehmen. Wie schlecht mag es um den Landbund bestellt sein, daß er, um der Kleinbauernschast über seinen wahren Charakter als Groß- grundbesitzcrorganisation Sand in die Augen zu streuen, sich immer wieder mit Erfolgen anderer brüsten muß' Das Anwachsen der Spareinlagen. Bei den deutschen Spar- kassen hat der Bestand der Spareinlagen Ende April 2155,2 Millionen Mark gegen 2044,6 Millionen am Ende März und der Bestand der Giro-, Scheck- und Kontokorrenteinlagen 1033,6 Millionen Mark gegen 1006,6 betrogen. Vom deutschen Zutesyndikat. Ueber den Zusammenschluß der deutschen Iutcindustrie haben wir bereits berichtet. Inzwischen ist in Hamburg die definitive Gründung des Iutesyndikats erfolgt. Es führt den Namen„Jnteresseiigemeinschast deutscher Juteindustriellcr G. m. b. H." und hat seinen Sitz in Berlin. Als Vollsyndikat be- qnügt es sich nicht mit der Regelung der Absatzbedingungen und der Preise: auch die Regelung der Produktionsverhältnisse der Finnen- gemeinschast ist eingeschlossen. Dazu ist insbesondere vorgesehen, den Ma s chi n en b e st a n d der Betriebe vom 1. Mai 1926 vorläufig nicht mehr zu erweitern. Ebenso kann die Gesellschaft den gemeinsamen Berkauf an Großabnehmer beschließen. Die vyndikatsbindung der Mitglieder ist also eine sehr enge. Die Inter- eisengemeinschast ist zunächst bis Ende 1931 befristet. Zunächst ge- hören ihr 17 Firmen und Gesellschaften an, die 86 Proz. der Jute- Industrie darstellen. Die Eisen- und Stahlwarenindustrie im Mai. Die schwierige Lage der deutschen Eisen- und Stahlwarenindustrie hat sich nach dem Monatsbericht des Eisen- und Stohlwaren-Jndustriebundcs auch im Mai dieses Jahres nicht gebessert. Im Gegenteil, in verschiedenen Be- zirken ist eine weitere"Verschlechterung der Wirtschaftlage einge- treten. Die wenigen, bisher noch verhältnismäßig gut beschäftigten Werke klagen neuerdings stärker über Mangel an Aufträgen. Der Tiefstand der Depression scheint auch in der märkisch-westfälischen Industrie noch nicht überschritten zu sein. Fusion in der schlesischen Zemenlindustrie. Di« Aufstchtsräte der G o g o l i n- Ga ra s d z e r Kalk- und Zementwerke, der G r o s cho. witz e r Zementwerke, Großstrehlitzer Zementwerke und der Berel nlgten Portlandzementwerke Schimi- chow A.-G. beschlossen, die Fusion der Gesellschaften der Ge- neroloersammlung zu empfehlen. Mus öer Partei. Der 57. belgische Parteitag. Brüssel, 4? Juni.(Eigener Drahtbcricht.) Am 6. Juni beginnt in Brüsiel der 3 7. Parteitag der belgischen Arbeiterpartei. Aus diesem Anlaß hat das Parteisekretariat, wie alljährlich, einen B e- r i ch t über die Tätigkeit der Partei sowie aller ihr angeschlossenen Zweige und Institutionen der belgischen Arbeiterbewegung heraus- gegeben. Dieser Bericht, ein Buch von S40 Seiten, gibt einen Ein- blick in die überaus rege und vielseitige Tätigkeit, die unsere bcl- gische Bruderpartei aus allen Gebieten entfaltet und sie zu einer der wichtigsten und intimsten Kraft des belgischen Volkslebens über- Haupt macht. Aus dem Bericht des Parteioorstandes ist hervorzuheben, daß die politische Tätigkeit der Partei im Jahre 1925 sich auf drei große Punkte konzentrierte: 1. Der Wahlkamps und Wahlsieg vom 5. April, 2. Die Regierungskrise und die Bildung des Ministeriums Poullet-Vandervelde, 3. Das vier- zigjährige Gründungsfest der Partei. Die M i t g l i e d e r z a h l der Partei ist im Berichtsjahre etwas zurückgegangen, offenbar als Folge der wirtschaftlichen Depression, und zwar von insgesamt 6 2 6 2 3 8 auf 5 9 9 0 0 7. Bemerkens- vss kunäfunkproxi-smm. Lonntog, den 6. Juni. 6.30—8 Uhr vorm.: Fröhkonzert des Musikkorps des ITT. Baü. 9.(Preuß.) lof.-Rets, Leitung: Obermusikmeister Adolf Berdien. 1. Beethoven: Die Himmel rühmen des Etrigen Ehre, Hymne. 2. Brüll: Ouvertüre zu der Oper„Das goldene Kreuz'1. 3.(xrieg: Morgenstiramung, aus der Musik„Peer Gynt*. 4. Kaempfert: Schwäbische Rhapsodie Nr. 2. 5. Meyer-Stolzenau: Glöckchen- Marsch nach Motiven ans Maillarts Öper„Das Glöckchen des Eremiten". 6. Czibulka: Liebestraura nach dem Balle, Intermezzo. 7. Krorae: Heimatklänge, Tongemälde. Koch rauscht der Bach, noch klingt's im Wald— Und tönt von den Bergen wider;— Wo Frend' und Schmerz einst widerhallt,— Entquellen dem Volke die Lieder. 8. Strauß; Frühlingsstimraen. Walzer. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 11.30—12.20 Uhr vorm.: Promenadenfconzert des Berliner Funkorchesters. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 1. Mendelssohn; Hebriden-Ouvertüre. 2. d'Albert: Fantasie aus der Oper„Die toten Augen". 3. Tschaikowsky: Polonaise aus der Oper„Eugen Onegin*. 4. Meyerbeer: Ballettmnsik ans der Oper„Robert der Teufel". S. Sibelins: Valse triste. 6. Rossini: Ouvertüre zu„Die Italienerin in Algier". 7. Fetras: Mondnacht auf der Alster, Walzer. 8. Armeemarsch 113. 2.20 Uhr nachm.: Paul P. Lindenberg:„Wie sammelt man Briefmarken?" 3 Uhr nachm.: Hans-Bredow-Schule(Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft; Prof. Dr. Ludwig Armbruster, Direktor des Instituts für Bienenkunde a. d. Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin-Dahlem:„Vom Fleiß und Nutzen der Bienen". 3.30 Uhr nachm.:„Funkheinzelfliann am Rhein" von Hans Bodenstedt. Erzählt vom Funkheinzelmann. 4.20 Uhr nachm.: Hans Hyan:„Des Blinden bester Freund". 5 Uhr nachm.: Kachmittagskonzert der Berliner Funkkapolle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Unter Mitwirkung von Axel Linder, Tenor. 6—6.30 Uhr abends: Teemnsik aus dem Hotel Adlon(Kapelle Marek Weber). Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7.10 Uhr abends: Dr. Friedrich Springer:„Was uns ein Blatt Papier von seinem Werden und Sein erzählen könnte". 7.35 Uhr abends: Äfrikaforscher Hans Schomburgk:„Eine Klefantenjagd in Ost-Afrika". 8 Uhr abends: Landgerichts direkter Dr. Riedinger:„Aus der Wunderwelt der Gletscher". 8.30 Uhr abends: Bayerischer Humor. Vortrag und Rezitationen von Dr. Fritz GerathewbhI. 9 Unr abends: Konzert. 1. Beethoven: Sonate pathetique, op. 13(Lnba Judkowska, Flügel). 2. Fünf Madrigale: a) Claudio Monteverdi(1567— 1643): Lasciate mi morire; b) Joh. Eccard(1553— 1611): Nun schürz' dich Gretlein; c) H. L. Hasler(1564—1612): Mein G'müt ist mir verwirret; d) Orlando di Lasso(1532— 1594): Mein einziger Trost; e) Joh. H. Schein (1586— 1630); Wenn Cilli ihre Liehesstrahl'(Akademischer Chor. Dirigent; John Petersen). 3. a) Fr. Bach-Kreisler: Grave; b) Pugnani(1731— 1798): Adagio sostenuto; c) Mondonville(1715— 1773); Intermedio(Helene Fürst, Violine). 4. Beethoven: Rondo G-dur (Die Wut über den verlorenen Groschen)(Luba Judkowska). 5. a) Sammartini(1700— 1740): Ganto amoroso: b) Grazioli(1750— 1820|: Menuett; c) Oonperin(1668—1733): Le Bavoletflottant(Das flatternde Haubenband)(Helene Fürst). 6. Fünf Lieder: Mendelssohn(1809— 1847): a) Morgengebet(EichendorS); b) Abschied vom Wald (Eichendorff); c) Frühlingsallnung(Uhland); d) Frühzeitiger Frühling(Goethe); e) Im Wald(Unbekannt)(Akademischer Chor). Am Flügel: Theodor Mackeben. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesvachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30— 12 Uhr abends: Tanzmusik(Kapelle Kennbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbacb). Montag, den 7. Juni. 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau(Margarethe Caemmerer:„Das Wochenende"). 4.30 Uhr nachm.: Stadtschularzt Dr. Heinz Franzmeyer:„Wo finden Großstadtkinder, die nicht mit den Eltern verreisen können, ihre Ferienerholung?" 5 Uhr nachm.: Novellen. Max Hochdorf liest aus eigenen Dichtungen. 5.30 Uhr nachm.: Die Violin-Sonate. VII. Hans Pfitzuer: Violin-Sonate. Bewegt'mit Empfindung(Allegro, espressivo). Sehr breit und aus- djucksvoll(Adagio quasi fantasia— Äeußerst schwungvoll und feurig).(Konzermeister Josef Wolfsthal, Violine; Georg Szell, Klavier). 6— 6.30 Uhr abends: Teemusik aus dem Hotel Adlon(Kapelle Marek Weber). Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7 Uhr abends: Prof. Dr. C. Fries:„Josepeh v. Frauen- hofer"." 7.25—8,15 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule(Bildungs- kurse. 7.26 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht: Französisch (Prof. O. Colsou, Lektor bei der Deutschen Staatsvertretung). 7.55 Uhr abends:(Hochschulkurse). Abteilung Kunstwissenschaft, Dr. Alfred Kuhn:„Neuzeitliche Malerei und Plastik in der Nationalgalerie zu Berlin(Die franz. Realisten und Impressionisten von Millet bis Monet)". 8.30 Uhr abends: Paul Gerhardt(Zu seinem 250. Todestage). 1. Einleitende Worte. 2. Karl Ebert, Rezitation. 9 Uhr abends: Kammermusik von Haydn bis Schönberg. 20. Abend. Mahlke-Trio: Rudolf Schmidt, Flügel; Hans Mablke, Violine.; Adolf Steiner, Cello; Mitwirkend: Prof. Paul Rombt, Waldhorn. 1. Brehms: Trio für Klavier, Violine und Waldhorn, op. 40. Andante— Scherzo: Allegro— Adagio maeste— Allegro con brio. 2. Tschaikowsky: Klaviertrio Ä-moll(Dom Andenken eines großen Künstlers). Pezzo elegiaco: Modcrato assai— Allegro giusto— Thema con variazioni. Königswusterhansen, Montag, den 7. Juni. 1— 1.40 Uhr nachm.: Stud.-Rat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Schüler. 3—3.30 Uhr nachm.: Stud.- Rat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Anfänger. 3.80—4 Uhr nachm.: Stud.-Rat Friebel und Lektor Mann aus London; Englisch für Fortgeschrittene. 4—4.30 Uhr nachm.: Dr. Freyhan- Berlin: Gerhart Hauptmanns Künstler-Tragödien. 4.30—5 Uhr nachm.: Staatsminister Dr. Becker. Preuß. Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung: Die pädagogischen Akademien und die neue Lehrerbildung. 5—5.30 Uhr nachm.: Marie Jörling, gepr. Obergärtnerin: Unsere Rosen im Sommer. Ab 8.30 Uhr abends: Uebertrngung von Berlin. wert ist, baß ein Rückgang fast ausschließlich in den maklv" nischen Industriegebieten, wo die Partei beinahe schon das Maxi- mum der Entwicklungsmöglichkeit erreicht hat, zu verzeichnen ist. während sie in den meisten flämischen Gebieten, wo die In- dustrie sich erst jetzt mehr und mehr entwickelt, Fortschritte' gemocht hat. Bon einer recht regen Tätigkeit berichtet die Bildungszen- t r a l e, und zwar sowohl die französische wie die flämische Ab- teilung, ebenso die Arbeiterhochschule und die Frauenbildungs-- zentrale. Die der Partei angeschlossenen Arbeiterunterstützungs- o e r e i n e sind im Aufschwung. Sie zählen über 400 000 Mitglieder; die Krankenunterstützung beinahe eine Million Mitglieder. Die Genossenschaften, gleichfalls der Partei ange- schlössen, wiesen einen Umsatz von 416 Millionen Franken aui. 270 000 Familien, das ist ein Siebentel aller Familien des Landes, sind ihnen angeschlossen. Die Parteibank entwickelt sich gut. Die ihr im Berichts- jähre anvertrauten Einlagen betrugen fast 24 Millionen Franken. Die Parteioersicherungsgenofsenschaft weist 714 Millionen Franken Einnahmen für die Lebensversicherung. 2'A Millionen für die Feueroersicherung�und 1?� Millionen für die Unfallversiche- rung auf. Die Gewerkschaftskommission, die gleichfalls der Partei organisch angeschlossen ist. berichtet über schwere Kämpfe. namentlich in der Metallindustrie. Der Bericht betont die syste- matische enge Zusammenarbeit der Gewerkschaften mit der Partei und den Genosienschaften. Berichte der Partei,zeiwngen, der Jugendbewegung sowie mit reichlichem statistischen Material versehene ausführliche Berichte uller Bezirksorganisationen der Partei schließen sich an. Sie alle legen Zeugnis ob von der Kraftfülle, der Gesundheit und Kampiesfreude der sozialistischen Arbeiterbewegung dieses kleinen Landes. Gedenken an Hermann Diffo. Es sei mir gestattet, dem Andenken des am 26. Mai verftor- benen Genossen Dr. Hermann Lissa einige Worte des Ge- denken? in dem Organ der Partei zu widmen, zu deren treuen An- hängern er sich schier ein halbes Jahrhundert hat rechnen dürfen. Der Sohn eines aus Kreisen von Tertilhandwerkern stam- Menden sehr begabten Kunstmalers, fühlte sich Hermann Lissa schon im Jünglingsalter zur Sozialdemokratie hingezogen. Urtier anderem hat dazu beigetragen, daß ihm der Voter, der sich nicht zur Sozial' demokratie rechnete, trotzdem eines Tages eine Rede August Bebels mit den Worten zu lesen gab: JDa, lies einmal, wie e i n Mann spricht!" und daß ihn enge Freundschaft mit mir verband, der ich damals schon in der Sozialdemokratte tätig war. Als er dann zum Studenten herangereift war, wurde er einer der Begründer der geselligen Bereinigung von Akademikern und führend tätigen wo- zialdemokraten Berlins, deren Zusammenkünfte in einem in der Mohrenstraße gelegenen Lokal stattfanden, woraufhin ihr später der Name Mohrenklub beigelegt wurde, und an deren Diskussionen von namhaften Kämpfern der Partei Persönlichkeiten wie�Jgnaz Auer. Paul Grottkau, Karl Höchberg, Johann Most, E. A. Schramm und Louis Viereck sich beteiligten. Im Attentatssommer des Jahres 1876, diesem Ankündiger des Ausnahmegesetzes gegen die Sozioldemo- kratie, sah man Hermann Lissa uMer- denjenigen Akademikern, die keiner der damals gegen ihre Streiter geführten Schläge zu klein- wütigen Zweiflern an ihr machen konnten, und als dann das Schand- gesetz selber kam, Polizeiwillkür ihre Presse unterdrückte und ihre Organisationen zerstörte, gehörte er zu der kleinen Schar von'.In- entwegten, die alles aufboten, nicht nur die Beziehungen von Aka- demikern zur Partei, sondern das organisierte Leben dieser selbst in der Reichshauptstodt aufrechtzuerhalten. Die Kunde von dem. was er in dieser Schreckenszeit der Partei als einer der Helfer des tapferen Hennann Grimpe, der ihr eine ganz neue Orgoni- sation schuf, für sie getan hat, erreichte mich schon im Auslände, aber erfüllte mein. Herz mit freudigem Stolz auf ihn. lieber das Erhebende, was damals geschah, ist viel geschrieben worden, aber mtr wenig von dem Wie dieses Geschehens konnte beschrieben werden...So lebe denn wohl, mein lieber, lieber Ede. Manches muß ich für mich behalten, denn wir sind in der Reaktionsperiode," heißt es am Schluß eines Briefes von Hermann Lissa an mich aus jenen Tagen. Es sagte mir genug. Der es geschrieben, gehörte zu den Ungenannten, die wenig von dem hören lassen, was sie tun, aus deren'Gesinnungstreue sich�die Partei aber unter allen Um- ständen verlassen konnte. Das Sozialistengesetz konnte ihn zu aller- letzt der Befreiungsbewegung der Arbeiterklasse«ntsremdeir. Als die Partei sich wieder frei bewegen konnte, hielt sich Lissa bescheiden im Hintergrunde, sein Denken und Fühlen aber blieb ihr erhalten, bis der Schlaganfall ihn heimsuchte, der seinem Leben«in Ende mochte._ Eduard B e r n st e i n. „Die Gesellschaft." Internationale Revue für Sozialismus und Politik. Das soeben erschienene Heft Nr. 6 bringt u. a. folgende Artikel: Dr. Julius Deutsch- Wien, Staatssekretär für Heere?- wesen a. D.; Abrüstung, Heeresproblem und Demokratie. Wladimir W o y t i n s k i: Kohlenkrise oder Weltwirtschaftskrise. Dr. Karl Landau er- München: Der bayerische Partikularismus. Georg Beyer-Köln, Heinrich Pesch; Ein Kapitel katholischer Sozial- Ökonomie. Dr. Georg Decker: Ideologie und Praxis der Trust- bekämpfung. Dr. Fritz Men der- Riga: Randstootenprobleme. Bestellungen zum Heftpreis von 1,50 M. nehmen die Zeitungsboten und alle Parteibuchhandlungen entgegen. Srieftaften öer Redaktion. 8. A. Z. SRckaeJwnt 10 der SEietara«, der kdr die Seit vsm 1. Zuv 1914 ab vereinbart war. Sn Slnem Kalle alfo 36 M.— 28. A. 34. 1.»ein. 5» kann nitt Süaot auf Herfielluna der ebeliiden Oiemeinfchaft erhaben werten. 2. Ja. Z. Nein.— S>. P. S. ttenenteilia« ffntfckieidunaen find im» bisher nickst bekannt aewsrden.— Tb.»T. Di« Höbe der Steuer können wir nicht anackben. Zraaen St« bei der Steuerkafle an.— V. et. Beantwortunq im Brieffaften weaen Rauunnanaels nicht möaiffch. Senden Sie gch an den ADGB.. Snfelftt. 6.— A. ffl. Renlenbeallae find juit Kalbe ihres Betrar.e» auf die chrwerdslofenunterlttlauna annrrechnrn.— K. 1. Ihn« Mutter kann Ihre Schwester»ur alleiniaen Erbin einsehen. Ihnen steht dann der Pflicht- teil«>._ Heftbastliche Mitteilungen. Bad Laodeck übt auch diese» Jahr fein« alte Anfiebunaskraft au». Su den alten Besuchern find»iele neue biiuuaetreten. Der immer noch anbaltenden wirtschaftlichen Rot träat die Berwaltuna durch Einfübruna von Taaee-Wschen- karten Rechnuno und seiet auch sonst aus bearilndeten Antia« weite» Snt- aeoenkoulnien. Da» flurbaii» und die Bäder sind renoviert»nd haben einen farbensreudioen Anbrich erholten. Außer der bekannt schiinen Umaebun« bieten da» Aurorchester, dos rührnlichit bekannt« Meininoer Landestheater und ein rrstklassiae» Overettentheatee Aunslaenüsse seltener Art. Qß/OW(tlAHAAMWyi/ Miitfpr BBltii VÜtfprf um das Wohl Eurer Kinder haadcli es sidi! WibU heule i MÜlill/i Iiiiii f WM 1 bei den EHernbeiralswahlen die Lisle„Sdinlanfbin"! Ernseaduvgea für diese Rudrtt s:vd BerH» SB«8, Lindevstrage Z, pacteinachrichten für Hroß-Serlin ffft» an da» Wejtrfj�eftetoriot 2. Hof, 2 Trep. recht»,>o richten. Achtung! Elternbeirotswahlen! l. Damit der Geaaer keinen vorsprung in der presiebearhei- kung erhält, ist ichncllste Meldung der Vohlresollote nolwcn. dig. Das Dezirkssekretariat. Liodenstrahe Z. zweiler hos. links 2 Treppen(Telephon Dönhoff 5086) ist am Sonntag ab 8% Uhr morgens geöffnet. ?. Auf Anfragen: Ausländer haben bei Elternbeiratswahlen das Vahlrecht. 3. Die wahlzeii ist für Ali. Berliner Schulen(Bezirk l— 6) ein- heitlich auf 9— 3 Uhr feftgefeht. In den Aufzenbezirken 7—20 ist fie örtlich verschieden geregelt. i. Sendet gegnerische Flugblätter und gegnerisches Agitations- Material ein. flchtuog! volksentjcheiü! Das Agitotionsmaterial für den Dalksentfcheid, Broschüren, Plakate, Flugblätter usw., steht den Abteilungen von Dienstag ob im Jugendheim Lindenitraße 3 zur Verfügung. Der Bezirksvorstand. * 1. 8m« Zpitie. IPotTTiureou für bie Srtfmbcinrtsmrfil Minict sich bfi Ldttchert. Neue ffnebridiftr. 108. Tolevtion: Amt ÄSnitiftabt 0S13.'ivlnq. blattet und ötimnueUel ünd noch oorlxntden. Wahltesultal« noch EchluK der Wadl dort oMiettttt. 5. 8ms Utildeichshain.-Mcitto«, 7. Sinti. Vi Übt. in Schmidts Gesellichofts. beus. Stlickititr fön, Rrtisfunftionarfttiunc. Alle Stmltienöre miillen et« scheinen. Witaliedsbuch und Kunktionärkotte sind mit/>udrinaen. 0. 8t ei» 8tenichet-t- klenttaiwablbuteou bei Koblkt. Betamannitt. K5. Tele» t>b?n: Amt Saiendeide itZS. Dort mitgen di« Wabltefultate d«t Ab- ieiiunatn untet aenaijet Anaabc tAet Schule und die Sabl dct einge» schtiebencn Wöblet und abasacdcncn Stimmen famit die entfallenden Slimmen auf die eiiuelnen Liften nach am Sanntaa. 6. Juni,«cmeldet meiden. 7. 8teis Sbatlotteninta. Heute. Sanntaa. Matetial fftt Betfaumilunia ab- balcn im Iuacndbeim Noftnenftr. 4.— Dienstaa. 8. Juni, Übt, im iSo'fiaus. Aimmet l, etmeitettc Kreisnotftandsfttiuna. 12. Aieis Ltealiti. Mantaa. 7. Juni. 8 Übt. bei Wild. Dtuwelitt. 7. etmeitettc JiTeisnacftanbsiitijna. 13. 8 reis Tempclbai. Dienstaa, 8. Juni, bei Nicndatf. Matiendvtf. Tbaufsec- ittade 19. Ecke Sttcttfcet Strafe. 8 teisvbtfta ndsübuna. Beainn pünktlich 8 Übt.— Auf Detanlassuna des Äteisbildunasausichuifes läuft van Diens- taa. 8. Sunt, bis Donnetstaa. 10. Sunt, der tuffische Gtanfilm..Panf«- kttuzet Patemkin" mit det Reiiel-Otiainai.Muük in den Tinali-Licht- spielen Tcmpclbaf, fftiedtich-Satl-Strafte. Seder Eenaffe mub filt qulcn isesuch sataen. 14..9-eis Neukölln. Mantaa. 7: Juni. 7>4 Übt. in den Passaae-iZeftsälen. Dcraftt. 151, Steisfunktianätiitiuna. Taacsatdnuna:„Die Patteinaraänae in Sachsen". Ncfetcnt: Genaffc Livinski. M. d. R.— Die ffienalTen haben iich beute, Sanntaa, tefilas an den tntrrnbctratsnxibltn ,» bcieiliaen. ?enltalwablbuteau: Stakmann. Reutet- Ecke Miinchenet Sttafte. Tele- »hen: Amt Reukalln 1982. Die Resultate ttiigeii schnellstens aemeldet wetden. auch nan den Schulen, roa feine Maltl ftailfindet. 18. 8teis fföpenick. Mantaa. 7. Zuni. T,i Uhr, bei Zabel. Freiheit 5 in Köpenick,.ftteisuaritandssttiuna. 17. 8teis Lich' enbcea. Mantaa. 7. Suni, 7 Uhr. im Arbeitsamt, Schreiber- bauet Slraöe. ffunktianiriilluna. 19. Ärei» Rankam. illlan'aa. 7. SunI, 7H Uhr. im Iuaendbeim Breite Strafte Zteisdclcaiettenrcrsammluna. Heule. Sonnlag. ö. Zuni: 42. Abt. Stüh 8'4 Übt melden iich alle iSenassen bei Säblke. Detamannstt. 89. »u- Wablhilfe. 47. Abt. Sruh 8 Uhr bei Eiedentaps. Muakaner Str. 85, Wablarbeit für die Elterttbeitatswabl. Ca ist Jtlickit eines ieden Genailen. pünktlich»u er- scheinen. Cboriattcniranv 51. Abt. Die Wahlbeli-r»ur Eltetnbeiratamabl treffen llch friib 8'- Übt bei Dörl. Danckelmannfte. 18.— 55. Abt. Die Eenallen tteifen ftch sut Wablarbeit.fftt die Eltetirbeitalswablen früh 88» Uhr bei Reimer, .Wi'ntersdarser Str. 21. Ä.' Abt. Ziriedrnau. Dir bilten'olle Csietti. deren Sinter in die kbeiueinde. iö>irle Rbeinaauitrafte«eben. pitnUIich und pallrahlia»ur Wabl m aeben. 'Vcklllzeit 9 bis 3 Uhr. Unsere filt die SeineindeiSu.le OFfrnhachrt Strafte einaereichte Lifte ist»ueitckaewiesen. so daft an dieser Schule keine Wabl rn'a'at. bis unsere erhobene Beichmetde etlediat ist. 84. Abt. Lankwitz. Die thenaffinnen und Gen asten werden aue Beteiliauna an der Arbeit fitr die Elternbeiralsmablen auFafforbcrf. Melduna um 941 Übe in den Gemeindeschulcn., 85. und 88. Abt. Tempelboi nnb Mariendoes. Auf Beranlastuna des 8teis- bildunasausfckiustes läuft nom Dienstaa. 8. fluni, bis Dannerstaa. 10. Juni. der tllstifche Graftfim ,.Pan«tkteuace Patemlin" mit der Meilel-Otiainal- Musik in den Dioali-Lichispielcn Tempclbaf, neiedri ch-Sarl-Steofte. Jeder Genaste muft für Otiten Besuch werben. 89. Abt. Neukölln. Die Genossen treffen stch tut Wablarbeit bei Brase, Canderftr. lll. es 102. Abf. Banwlchulenwea. Heute, Sanntaa, Bannermeibe. Aufmarsch 114 Uhr 1 an der Aöpenickrr Lands! rofte. Ecke Jaumschulenftpafte. Nach dem offttiestcn Teil�araftes ZSaldfaft. 108. Abt. flodannistbal. Die Genasten treffen stch narmittaas 9 Ilbr bei Schreiber, ffriedriäistr. 8.»ur Aaitatian für die Eltembeiratsmahlen. Nachtnitioas Teilnahme an der Bannerweih« in Baumschulenwea. Ad- marsch Sövenicker Landstrafte nachmittazs V/i Uhr. Morgen, Montag. 7. Zuni: 4. Abk. 7 Ilbr Demanftratian für den Balksentfcheied. Treffpunkt: Dircksen. strafte l. Abt. Vi Ilbr bei Bikrmalde. Schleaelftr. 8. Dutcktianärsttzuna. Abt. Vi Ilbr bei Beraer. Lepetzawftr. 21. ffunktianärsttzuna. Alle ffunk- tianäre müssen imbedinat ericheinen. Abt. Vi Uhr bei Lieb ich. Birken. Ecke WiTbelmdbapener Strafte, ffunk- tianärsstzuna. p Abt. Vi Ilbr bei Lauritzen. Butbusser Str. 11. ffunktionärsttzuna. Abt. 714 Ubr bei Neumann. Stealsunder Str. I, Sitzuns sämtlicher ffnnk- tianäre mit den Betriebsuertrauensleuten. Abt. 71? Ubr bei Daie. Am Natdbafen fi. ffunkti anärsttzunq. Abt. 714 Ubr bei Schrevel. Grüntbaler Str. 13. ffuicktionärsitzuna. Abt. 8 Ubr bei Grunwaldt, Sameruner Str. Ill, ffunktianärfitzuna, Abt. 714 Ubr bei Büttner. Schwcdter Str. 23, Eitzun« der ffunktieuäre mit den Betriebe-Vertrauensleuten. �bt- Ubr bei Pfeiffer. Hausimrastr. 2. wichtia« ffunktionärsttzutM. Sämtlich« ffunkffonäre müssen erscheinen. Abt- 8 Ubr in der juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 8, ffunWanar- sttzuna. Abrech nuna mit dem.Sessierer. Abt. 714 Ubr bei Wiesdarff. Urbcnftr. 8, ffunktianärsttzun». Abt. 714 Ubr bei Scheibald. Admiralstt. 5. ffunktianätsstzuna. Abt. 714 Ubr bei Asbabr. Reichenberxer Str 97. Sitzuna fämtllcher Funktionäre. Erscheinen unbedinat erfarderlich. Abt. 714 Ubr bei Eichbal». Euornstr. 23. Sitzuna der Ah'nTunosleihina mit sämtlichen ffunktianären. Abt. 8 Uhr bei Keller, ffüeftenstr. 1, ffunktionärsttzuna. Abt. Friedenau. Alle Genassinnen und Genassen müssen an dem Deman» Oratfinsumuna durch Friedenau teilnehmen. Treffpunkt 7 Übe Lauterplatz. Anschtlieftend Besuch der öffentlichen Bersammluna im Büraersoal. Abt. jabannistbal. Die Genassen neran stalten einen aemeinsamen Aus. fftia nach der Navenfteiner Mühle. Treffpunkt Mantaa varmittaa 8 Ubr am Büraeraarten, Ecke Baekstrafte. Gäste millkammen. 130. Abt. Bankam. 714 Ubr im juaendbeim Breite Skr. 82 Tunktianäe-. sitzuna. Tcoesardnnna: Basksentscheid. Abs- Netnickendars. West. 7>>4 Ilbr im Baffsbatls Dchammebenstr. 114 lfunkttanärsttzuua. llebermorge«. Dienskag, S. Zuni: Abt. 8 Ubr bei Rickert, Steinmetz str. 88« michti« ffutcktianikrützuna. Die Betzirksffibrer laden persönlich«1 dem am Mitktnach. 9. fluni, statt, findenden Zahlabend ein. Abt. 7-4 Ubr bei Hühner. Wklsnacker Str. 54, Tu nfttan ärsttzuna. Aeufterst wichtiae Taaesardnuna. Erscheinen unbAinat etsenderlich. Abt. 714 Übt bei Waasmann. Gleimftt. 10, wichtiae Tunktianärsttzuna, Abt. Tempeldas. Di« Denassen ,um Blakattwaen finden st» beim Ge. nassen Schlamunfft, TtiAtich-Wilbelm-Skt. 88, ein. Um 8 Übt Zablabenbe. 2. und 5. Bezitk: Buie. Werdet- Ecke Saifer-Wilbelm-Skraft«. 8. Be,irk! Lanar. Rinababnstr. 4. Milikvoch, 3. Zuni: 67. Wt. Grunewald. 8 Ilbr im Lokal Gru«a. L»ub«tusdad«' Str. 8, Ab- teiwnasversammluna.?aa«»l7rdmnia: Vorarbeiten xinn Valksent scheid. Berichte und Geschäftliches. Die Bezirks- und Strasienfübrer laden bier/iu de stimmt ein. 73. Abt. Schmarqendorf. 8 ITftr Mitaliederversammluna in der Gemeindeschule �riedrichsballc? Strafe. Vortraa: Volksentscheid und die Vorarbeiten bier�u. Der Vorstand und die Funktionäre tagen bereit« um 7 Üdr dort- selbst. Die Be�irksfübner laden bestimmt ein. Iii. Abt. Roseutbal. 7\o UTrc im Lokal Deutschmann. Saundstr. 1. Mitaliedei> versammluna. Tbema: Volksentscheid. Referent: Stadwemdneter Gustav Äädicke. Die Bcjiirksfllbrer 7-aden bier�u ein. Arauenveranstaliungev am Monkag. 7. Zum: 8. ftreis S-CTubrra. 714 Ubr bei Wolf. Gräfe strafte, ffunktionärinnensttzuna. Wichtiae Taaesarbnnna. Alle Abteilunasleüerinnen müssen erscheinen. 14. Kreis Neulölln. Die ffunktiauärinuen treffen sich«ine halbe Stunde par der araften ff unktianärversam mluna?u einer wichtiarn Besprechuna. 3. Abt. ffrauenabend fällt»tus. Ansffua nach Treptam. Treffpunkt nach. mittaas ab 3 Ubr Am Treptawer Park 25. ffrüher bei Ludwia. 48. Abt. 714 Uhr bei Eichball. Cuvrnstr. 23. wichliac Sitzuim aller ffunktia. närinnen unb Helferinnen. Weaen ber wichtiaen Taaesardnuna ist es natmenbia. daft alle Genossinnen erscheinen. 81. Abt. SrirVitau. Der ffrauenabend muft mit Nückstcht aus die öffentliche Versemmluita ausfallen. Uebermorgeu. Dicnsiag. S. Zuni: 23. Abt. 7-4 Ubr bei Peiffc. Barfusstr, 12. ffrauenabend. Thema: Volks. entscheid. Referent: Erich ffroenkel. Mittwoch, 9. Zuni: 120. Abt. ff-iebrichsfelde. 8 Ubr bei Schwärt. Eaprlpiallee, Bartraa der Ge- nassin Hcinke. Anschlieftend heiterer Abend. Gäste bertlichst willkommen. Zungfozialislen. Heul«?, Sonntag. S. Zuni: Gruppe Milte und SAff. Raientbaler Barftadt: Treffpunkt inir Hilfe für die Elternbetratswablen varmittaas 9 1!br im Lokal Gürtler. Beinberaswea 9. Morgen. Monlag, 7. Zuni: Gruppe Tietaartl n: 7-4 Uhr im Städtischen fluar-tdbeim. Bremer Ecke Birlefstrafte. aemeinsamr Beranftaltuna mit der SAfl.. Werbehe, irt Tieraarten. 7. U. 15. 14. 15. 17. 19. 29. 28. 37. 42. 44. 45. 48. 48. 81. 10«. 128. 137. ». 27. 85. — Gruppe Weiftensee: 8 Uhr int fluaendbeim Raelckastrafte Bartraa:„Der aeistiae Arbeiter in der so,ialistiiä>en Gesellschaft". Referent: Genasse Pen:- mann.—©ruppt Rcinickendnrs: 8 Uhr im Seebad, Reinickendarf-Qst. Restden,- strafte 49. Politisä-e Umschau. Besprechuna der Gareis-Matteotti-Gedächtnis- feter.— Gruppe Südost: 714 Uhr im fluaendbeim Reichenberaer Str. 68 sffeuer- webrbausi Diskussion über die brennenden ffraaen der Taaespalitik. Um tzSbl- reiches Erscheinen wird«beten. Vorträge, vereine unö Versammlungen. ff Reichsbanner.S chwarz-Rot-Gold". tMfim Geschäftsstelle: Berlin S. 14, Eebastianstr. 37/38. Hak t Tr. Mitte. Di., b. 8., Ptapaaandamnmarsch. Antreten 7 Ubr Bülaw- •Sa-b platz. Da., b. 10., Brapaoandaummarsch 7 Ubr Sappenplatz.- Samerabschaff Stephan. Di., b. 8., Dollversammluna 8 Uhr bei Hühner. WUs- nacker Str. 37.— Schönebera-ffriedeuau. Mo., d. 7.. 7 Ubr. Antreten Lauter- platz ffriedenau»um Bropaaandaum,ua. Di., d. 8., Antreten Rubalf-Wübe- Platz»um Prapaaandaumutarsch.— Weiftcnse«. Di., d. 8.. 8 Ubr, Turnen in der Turnhalle.— Wedbina. Di., b. 8., Antreten 6-4 Ubr in den Abtei-lunae:-. — Wilmersbors, Teilnebmer an der ffahurnweihe Nawawes 12 Ubr Sahnhof Chorloticnbuta. ffabrt na» Neubabelsbera. Dckrt Treffen im Lindenbas. ffübruna Samerad Wmster.— Panlaw l Kreis). Die Zusammenkunft am Mo.. d. 7.. in der Wallankstrafte fällt aus. Dafür Antreten am Da., d. 10.. 7 1(br, fluaendbeim: mit Tambaurkarps unb Sahnen. Nepublikanische Sebtietsereintnana. Republikanische Rednerabende Maniaa? 8 Ilbr im Restaurant„Alter Askänier". Anbaltstr. 11. öo»iolitmolvotifäie Akademiker finden in lönaerem Ausbildunaskursüs Gelcnenheit»ur Ausbilduna als Redner. Lanorar wird nicht erhaben. Der Dienslaakursus ist überfüllt iUtd können»ur-eit Reuaufnabmcn nicht mehr erfplaen. Rei»sbund der Krieasbelchöbiaten. Krieasteilnehmer und Kricaerbiuter. bleibenen. Be»iek Weddina 3: Mitaliederperkammluna Montaa. 7. Juni,. 8 Uhr. Ebausseeftr. 84. Batzenhafer.— Vrtsaeuppe Neukölln: Mantaa. 7. fluni. 714 Uhr, im Lakai fldeal.Kastna. Weichselstr. 8. Hinterbliebenenversammluna. Acktuua. Arbeiter-Esperanffften. Manatsnerlommluna Dienstaa, 8. Juli. 7-4 Uhr. föipsftr. 23a. Besprechuna übet Teilnahme am RAST. Gruppen. oerfammlunaen(non 7-4— 914 Uhr): Moutaas: Deddina. Schule Ruhevlatzstraile. Reinickenborf: lkan»erthallen Reinickendori. Brapin»str. 61.— Miliwachsr Osten: fluaendbeim am Oftbobnbof 17. Norden: Schule Dan»iaer Str. 22.— ffreitae.s: Zentrum: Schule Gü-sstr. 23«.— Bmika Rauda: Dienstaa. 22. Zuni, Restaurant Kaftanienwaldäien. Kaftantenallee 83. Arbeiler.Sanurriter.Zolannr Berlin e.V. Geschäftsstelle' Schönhol»er Str. 20. Moiratsversammlunaen haben falaende Abteilunaen: Tempelbai: Biantaa. 7. fluni, im Lokal von Lindisch. Mariendars. Kenia- Ecke Ralhaiisstranc.— Weiftensee: Monta». 14. fluni, im Lokal van Starke, Tassa- Ecke Ebarlatien. buraer Strafte. Bartraa über ffartvftan»nna des Löbens.— 5lreu»bera: Man- taa. 21. fluni, im Lokal nan Schult. Salms. Ecke Matiendatser Strafte.— ffriedrichsbain: Dienstaa, 8. Sinti, im Lakai von Bartusch, ffriedenftr. 88.— HcrmsSotf: Dienstaa. s. Juni, Schule Roamslrafte.— Lichteuberq: Dannerstaa. 10. fluni, im Lokal von Ratbtarf, Riaaer Str. 95.— Tiergarten: Danuerslaa. 10. fluni, im Lokal non Lausch. Bredawstr. 35.— Preu»lauer Berat Dnnersiaa. 10. fluni. Schule Kastanienallee 80/81.— Pankow: Donnetstaa. 10 Juni, im Lokal von Secker. stissinaenstr. 1.— Treptow: Dannerstaa. 10. fluni, im Lokal Becnnann. Ecke Elfenftrafte.— Ritte: ffreitaa. 11. fluni. Schule Leibni,-Gntn. nastum. Mariannenplatz.— Schöneberg: ffreitaa. 11. fluni, im Lokal van Rdken. tbal, Ebersstr. 68.— Steglitz: ffreitaa. 11. fluni, im Lokal ven Schul». Birk- bulchstr. 90. Bortraa über Wiederbelebuna.— Reulällit: Sonnabend. 12. Juni. im Lokal van Backmann, Reuierstr. 47. Ecke Lenauftrafte.- Ebarlaftenbnra: Dannerstaa. 10. fluni, im Lokal ffischerbütte. Zaiser-ffriedrich- Ecke Soielbaaen. strafte.— Wedbina: Dienstaa. 8. fluni, im Lokal von B-llin. Ruheplatz. Ecke Schulstrafte.— Beainn der Betsamtnlunaen 714 Ubr. Zieoe Beieffiauna wird erwartet, fferner ersuchen wir unsere Mitalieder. den 20. Juni frei,ubolten. Arbeitet-Radta-lilub Deuffchland« e. B. Bau Dannerstaa. 10 fluni, bis Eonnahend. 12. fluni. Ausstelluna selbstaebauter Oleröte und Lantsprechetüber. tramtno im Lokal Wollschläaer. Berlin SO. Adalberistr. 21. Geöftnet ab 5 Uhr. — Wcbdina: Dannerstaa 8 Ubr Basewalker Str. 3. Erpcrimentiervartraa mit Retzanschlnftaerät.— Prenzlauer Bera: Dannerstaa 8 Ubr Schönhauser Allee t34h. — ffriedrichebain: Montaa Watschauer Str. 59.— Kattbusser Tar: Dannerstaa, Adalbertstr. 21.— Südost: Dannerstaa Earauer Ecke Görlitzer Strafte.— Her- lattenburg: Dienstaa Bielanbftr. 4.— Dilmersba:!: ffreitaa Anaustastr. 18.- Schönebera: Dannerstaa Eedanftr. 53. Partraa über Blitzichutz.— Neukölln: ffreitaa Prin�Sandiem-Etr. 70. 3. ffartsctzuna der Bariraasreibe:..Bant Detektor»um Röbrntaerät".— Lichtenberg: Dienstaa Scharnweher- Ecke K-on. prinzenstrafte.— Lichterfclbe-Vst: ffreitaa Lorenfftr. 56.— Giistc überall will- kommen. Die Arbeitslascnsprachknrse des Genossen Dr. Beckmann, der in Kür»« eine mehtmanatiac Auslandsreise antritt, sind in dieser Wache beendet worden. Der Wiederbeainn der Shtrfr wird Anfana September bckanntaeaeben werden. Arbeiter-Abstinenten-Bund. Ortoaruppe Berlin. Heule. Sonniaa. Besuch der Siedluna Birkenstein bei Hopevaarten. Abfahrt nachmiftaas 1,25 Ubr vom Schlessschen Bahnhof. Bahnsteig l. Richtung Strausberg. Naa'>»üa!'r finhen stch nerfautinluna. Labarisial läo-Unlono Intcrnociona Crupo Berlin. Saturäio y« S-Bta junio. Agit-exkurso por la popul-ckecido ad Bernau. Renkontro vespere ve 7 kfoki avan staclono Gesundbrunnen. Sundio ye 6 rna junio. Renkontro matine ye 7 kloki avan la staclono Gesundbrunnen. Exkurso ad Berrau. Kunportez materialo por la popul-dccido. Lnndioye7maiunio. Vespere eventos demonstro dil Sport-c Kultur-kartelo. La renkontri di. singla distrik:! esas videbla en la notico dil Sportkartelo. Vespere ye 7*- kloki eventos tre importanta kunveno dil U J. U. I en la yunar-hemo Belle-Allianceplaco' l. Omna kamaradi asister a la aranjadi Longfellow Enelish Debatlng Club. W. Bülowstr. 104. Mittwoch, den 9. d. M. SUhrabends. Miß Ruby KnOhl:„My five Years in Qermany." Rptth».-iae Ueberlaken Frottler-Wäsihe Handtücher Fertige Inlette »CWWCiUSC„..„- Rorct0nl,nmi»«™1«r7lO~«" 9' Oberbett � u»x«o 3.85 Kissen«. sox».. 1.45 , I, Ift»-jf.-n gMIFVUl»G»i»?ssN Oberbett laox*».. 6.85 Kissen«x»____ 2.25 Outer Wäschestoff- Qc mit Hohleaan..... Prima Linon Hohlsanra Terrfart.. 9.75 i«»» t Bettlaken Kissen- BesOge| j c m. LÄTZgretttm-Verzioriing Bstv •Urk- 2.40 Wäschestoff Guter Linon<*»�4 3.75 vStes Spezial/iaus Deutschlands für Bettfedem. Betten and Schlafzimmerbedaif. 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Thomas Ncwcomen schuf im Jahre 1703 die erste für den Bergbau geeignete D a m p f p u m p e, die fast l'A Jahrhunderte im Bergbau in Benutzung blieb. Die R e i ch e n b o ch s ch e Wassersaulenmaschine aus den ersten Iahren des 19. Jahr- Hunderts, die heute Aufnahme in dem Deutschen Museum in Mün- chen gefunden hat, förderte über 100 Jahre die Salzsole aus dem Einkwerk in Berchtesgaden 15 Kilometer weit nach Reichenhall. Die In den Jahren 1922/23 erbauten Rundfunksender find heute technisch vollkommen überholt. Sie müssen um- gebaut und durch neue Sender ersetzt werden. Die„Frankfurter Zeitung" berichtete aus Schanghai: Es gibt Spinnereien, die sehr gute Maschinen unmontiert auf dem Hose verrosten lassen, weil noch bessere Maschinen bestellt und auf dem Wege sind. Und wenn dem Deutschen heute vielfach der Ford-Betrieb mit seiner Arbeit im Transportband, Conveyer-Bctrieb, als der Gipfel technischer Vollendung erscheint, so berichten neuere Meldungen be- rcits von einer Autorahmenfabrik, in der eine weitgehende M a- schinisierung des Eonveyer-Betriebes durchgeführt wurde. Von einer karussellartigen Maschine werden 15 Operationen in einem einzigen Kreislaus ausgeführt. So überholt die Technik in immer beschleunigtem Tempo sich täglich selbst. Was gestern ols die größte Errungenschaft staunend bewundert wurde, gilt morgen nicht mehr. Wollen wir aus dem Weltmarkte wieder konkurrenzfähig werden und bleiben, so müssen wir alle Kräfte zur Vervollkomm- nung unseres technischen Apparates anspannen, um den Vor- f p r u n g, den das Ausland während des Krieges und der In- flationszeit gewonnen hat, im beschleunigten Tempo auszuholen. Dazu brauchen wir eine gute Auswahl sowie sorgfältige Aus- b i l d U n g des technischen Nochwuchses. Der Reichsausschuß für das Schul- und Bildung?- Wesen des Bundes der technischen Ange st eilten und Beamten hat deshalb in seiner kürzlich in Berlin abgehaltenen Tagung eine Reihe beachtenswerter Forderungen für die Reform im Zuge der Vereinheitlichung des Ausbaues der Lehr- Pläne, der Prüfungsordnungen und der Prüfung?- Berechtigungen ausgestellt. Besonders muß in der Technik freie Bahn dem Tüchtigen werden. Damm muß dem wirklich befähigten Fachschulabsolventen der Uebergang zur technischen Hochschule erschlossen werden. An der Hoch- schule aber müssen wirtschaftswissenschaftliche Lehrgänge eingeführt und der Nachweis wirtschaftswiffenschaftlicher Kenntnisse muß ein Bestandteil der Diplomprüfung werden. Wenn aber der ungeheure Auswand an Mühe, Zeit und Geld für eine so umfassende Ausbildung sich lohnen soll, dann muß end- lich die technische Arbeit eine gerechte Würdigung und Wertung erfahren. Zur Erreichung dieses Zieles haben sich die Tech- niker im Bund der technischen Angestellten und Beamten, eine alle Techniker, ohne Rücksicht auf die Vorbil- dung und Stellung im Betriebe, umfassende Einheitsorgan i- f a t i o n geschossen._ Betriebsräte im Bereich des Handelsministeriums. Das preußische Stoatsminifterium hat dem Staatsrot den Entwurf einer Verordnung über die Ausführung des§ 61 des Betriebsrätegesetzes in den dem Ministerium für Handel und Gewerbe unterstellten Zweigen der Staatsverwaltung zur Aeußernng überfandt. Danach werden diese Zweige der Staats- verwalning zur Bildung von Einzelbetriebsvertretungen und eines Hauptbetnebsrates zusammengefaßt. Bei jeder Behörde, Schule oder Anstalt, die die im Betriebsrätegesetz vorgesehene Mindestzahl von Arbeitern beschäftigt, wird eine Betriebsoertretung gebildet. Zur Vertretung aller im Bereiche der Verwaltung des Handelsministe- riums beschäftigten Arbeitnehmer wird beim H a» d e l s m i» i- sterium ein Hauptbetricbsrat gebildet, der aus fünf Mitgliedern besteht. Bei der Zusammensetzung der Betriebsver- tretungen sollen die verschiedenen Berufsgruppen der beschäftigten männlichen und weiblichen Arbeitnehmer nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Die Zormer üer Sergmann-Werke in Rofenthal. Seit 16 Wochen im Streik. In einer voin Deutschen Metallarbeiterverband einberufenen Vcrsannnlung der streikenden Former berichtete der Kollege K o ch I. Er stellte fest, daß trotz des jetzt sechzehn wöchigen Streiks es der Firma Bergmann nicht gelungen ist, die Front der Streiken- den zu erschüttern. Trotz mehrfacher Versuche des Organisations- Vertreters lehnt die Firma Bergmann, entsprechend ihrem Herrenstandpunkt, jede Vermittlung ab, auch die neutraler Stellen, mit der so durchsichtigen Begründung, daß sie die Former nicht mehr brauche. Nach eingehender sachlicher Aussprache der Streikenden wurde in einer geheimen Abstimmung einmütig beschlossen, den Streik mit allen gewerkschaftlichen Mitte ln weiterzuführen. Eine Versammlung der Former und Be- russgenossen wird in den nächsten Tagen nochmals zu der Streiklage Stellung nehmen. Man kann aus dem Verhalten der Bergmann-Werke wiederum die Lehre ziehen, daß das Arbeitgebertum die Lebenslage der Ar- beiter immer mehr zu verschlechtern sucht. Ein warnend� Zeichen für olle unorganisierte Kollegen und Kolleginnen sich endlich srei- zumachen von der Illusion, ob ein Zusammengehen zwischen Kapital und Arbeit möglich sei. Wie es mit dein Willen zur Verständigung bestellt ist, zeigt sich bei der Bergmann-Direktion ziemlich deutlich. Zur«<»-Jahr-j?eier des Buchdrurkerverbandes. Der Dcrbandsvorftand hat beschlossen, aus Anlaß des sechzig- jährigen Bestehens des Verbandes ollen Empfängern von Reife-, Arbeitslosen-, Gemaßrcgelten- und Krankenunterstützung für die in die Woche vom 20. bis 26. Juni fallenden Unterstügungstage den doppelten Unter st ützungssatz zu gewähren. Die im Unterstützungsbezuge stehenden Invaliden erhallen 10 M. bzw. 5 M. Diese Maßnahme verliert nicht an Bedeutung, weil sie im Zuge der Tradition des Buchdruckerverbandes liegt. Tie BcrufSverhältniste im Malergewerbe. In der Funktionärkonferenz des Verbandes der Maler und Lackierer am Freitag im Gcwerkschaftshaus sprach der 1. Vorsitzende des Verbandes Genosse S t r e i n e über„Die Berufs- und Tarifoerhältnisse im Malergewerbe" und Agitations- fragen. In seinem anderthalbstündigen Bortrag gab er den Funktio- nären einen Ueberblick über die Entwicklung der Organisation und die tarispolitischen Erfolge in der Nachkriegszeit im Vergleich zur Vorkriegszeit. Die jetzige Zeit müsse von den Funktionären genützt werden, um besonders durch rege Agitation in den Werkstätten die Reihen der Organisation auszufüllen und die Mitgliedcrzahl der Or- ganisation wieder auf den Vorkriegsstand zu bringen. Besonders die Funktionäre müssen danach streben, wieder an die erste Stelle inner- halb der Organisation zu kommen, an der sie früher standen. Sämtliche Diskussionsredner sprachen sich in zustimmendem Sinne aus und versprachen, ihre ganze Kraft für den weiteren Aus- bau der Organisation einzusetzen. Genosse S ch i e m a n n wies dann noch auf die Wichtigkeit der Ellernbciratswahlen und des Volksentscheids hin und teilte mit, daß die Akkordverhältnisse und andere die Berliner Berhältnisse betres- sende Fragen in einer öffentlichen Versammlung am 1. Juli behandelt werden sollen._ Schlußsitzung üer S. �rbeitskonferenz. Genf, 5. Juni.(WTB.) Die achte internationale Arbeitskon- ferenz wurde nach Annahme des Konvcntionsentwurfes über die Aussicht auf Auswandererschiffen und zweier Entschließungen zu- gunsten einer raschen Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag und einer beschleunigten Behandlung der Arbcitslosenfrage und der Arbeitslosenversiche- r u n g mit einem kurzen Schlußwort des Vorsitzenden Nolens ge< schlössen. Zu der Entschließung über die Arbeitslosenfrage wurde ein Zusatzantrag des deutschen Arbeit er Vertreters Müller angenommen, wonach das Arbeitsamt sich mit den Re- gicnjngcn in Verbindung setzen soll, damit künftig die Stellen- Vermittlung sür Ausländer unter Ausschaltung von irgendwelchen Gcwinnabsichten nur noch unter der Kontrolle der zu- ständigen Behörde und der Organisationen der Arbeitgeber und Ar- beitnehmer erfolgen kann. W Acht»«,. A. iattn* Tn»»rS>ol! Am Montan. 7. Juni, nochmittaa« PZ S Uhr. wich!,« zraktionslikuna im Lokal Schlü Himbach, Sempclhof, W Berliner Str. III. Alle Genolsen müssen erscheinen. ga Der ssraktioneoorstand. Acht»»«. Zimmerer! Be,irk»»ersa»inrsnna de» Bezirke 20 Nenkblln morae». Montaa. 7 Ubr. bei Ltassuhn. Neukölln. Grk. Ecke Donaustrafte. Funktionäre der BBMz.. Betriebe. Am Montaa, 7. Juni. 7 Ubr. findet im Gemerkschafizbous. Gnaeluser 24/25, Saal 1,«in« lZunktionSrkonseren, d«r Tran«» vortarcheiteroruvvcn statt. Taa«sordintna: Di« Nündiauna de« Transvort- orbeiter-Lolinablommen« durch die Arbeitqeber und die disberiaen Berbanb- lunaseraebnisse. Zutritt itur«onscrrn, baden nur Transportardeiterfunktionör« soweit sie in den Metallbetrieben tätia sind und«in«r dem Kartell anaeschloss«. nen Oraanisation anaebören. Mitaiird�mch und lZunktioniirauswei« diene» als Leaitimation und lind am Saaleinaana voriiueiaen. Da» Metallkartell. Acht» na. Noljrer! Di« Bersammlun« d«r Robrer findet nicht am Dien«. tao. sondern am Montaa, 7. Juni, statt. Wir bitten, alle Kolleaen darauf aufmerksam ,u machen. Banflewrrkibind. ssacharuppe der Robrer. Bezirksverfommlungen des ZdA. M o r a« n, Montaa. 8 Ubr: Nordwrste»: Marktballenrestaurant am Ar. miniusvlab...Bon Globbrenner bis Weiner t" sPolitische Satiren aus Ber» aanaenbeit und Geaenwort). Bortroaender: lbollea« Robert Keller.— Schöne. dera: Restaurant Bermiebe. Cbrrsssr. l«...Was Deutschland s«in-n.Land«»» nittern" verdankt". Referent� Schriftsteller Geich Kuttner. M. d.£.— KZ»«- »ick: Restaurant Auwvcter, Berliner Str. 27.„Enalltsch« Wirtschaftskrise und deutscher Beradau". Referent: Kollea« Kurt Michaeli». Heiter« Vorlesunaen. — Drift! Restaurant Wilbelm Lildtke, Ghausseastr. B6 iDamvferanleaesiell« am Teltowkanals. Achtuna. neues Lokall„Der nolii tische Gl-ftibrenner". Referent: Kollear G«ora Heilbrunn. Diensta«, 8. Juni. 8 Ubr: Nieberschöneweid«: Reidrurant Imdera. Oderschönewrid«. Bilbelminenbafstr. 84...Pbiliberaalaen"< Heiter«» und So. tirischess. Bortroaender: Solle« Rodert K«0«r.— Bot» dam: Ressamant »ciker. Lindenitr. 20. Boainn 7>4 Ubr.„Bon Evieftern. Parasiten. Tier«» und Bebörden" sEin beiterer Mund mit Uebrrraschunaen). Mitwirkend«: Tdeo Mar«! und Gertrud Ellert. Das Mitaliedsbuch ist auf Pertanarn vorftuöeiaeu. (Gewerkschaftliches siehe auch 4 Seite Hauptblatt.) 'jiirSpcrl und Gebirge Webs Leinen-Seglerschuhc mit ingegoMener weisser Gummisohle, unsere Mords„Ahoi", J QO Gr, 43-47 6.90, 31-35 4,50, 27—30 4,26, 25 20 3,90, 30-42 X Weis« Leinen-Tennisschuhe (SchnOrftchahe). rondRenlhte doppelte Chromieder-Louksohle, mf QQ U Fobrikat, rund oder spitz, Illr Äk v Herron 6,00.... Nlr Damen Herren-Strapazicrstiefel Derby, mit Zwiochenoohle,*4 50 bequeme Form...........- 16 SperMriintpfc und Stutzen, in ctlfcnArinfuh�rißerL (für unsere (fürStrondu. n unsäglichem Haß auf den Schisser und sucht seinen Blick. Da wimmert das Weib auf und steht taumelnd und totenblaß. .Geh vun Bord. Badderl' Der sieht starr auf die Windeln, wie auf etwas Unfaßliches, und dann, als stiege eine wunderliche Freude in ihm auf. knurrt er wie«in Tier, klettert ganz langsam zurück mit schweren gesangencn Gliedern und springt aus den Kutter. Nur der Einäugige grinst hinüber und versucht das Tauwert zu tappen, um die Schisse sreizubetommen. George Sanö. Zu ihrem 50. Todestage, ö. Juni. Bon Dr. P a�u l L a n d a u. Als Borkämpfcrin für Frauenrecht und Frauenbefreiung wird heute George Sand begeisterter gefeiert, denn als Dichterin, und die jungen Spörtdamen unserer Tage, die Mädchen mit Bubikopf und der Zigarette im Wunde, berufen sich wohl aus die.Amazone' in Münnerkleidung und Reitstiesetn. die nach der Julirevoiution ihre Schwestern auf die geistigen Barrikaden rief zum Komps gegen die .heiligsten Vorurteile'. Seit den Tagen Sappdos stellte sie zum erstenmal die weibliche Begabung ebenbürtig n�ken die männliche, richtete mit dem weithin schallenden Ruf ihrer Werke zahllose träge Herzen auf und zerbrach die Schranken einer veralteten Gesellschafts- ordnung. Aber George Sand hat ihre Tat nicht vollbracht, indem sie versuchte, männlich zu sein und den Männern nachzueifern, sondern ihr« Größe beruht daraus, daß sie ganz Frau war und aus ihrer Weiblichkeit Kräfte und Wunder entfaltete, die bis dahin in Kunst und Leben noch nie so machtvoll hervorgetreten waren. Rur da Ist sie unsterblich, hat lhr Dichten Notwendigkeit, wo diese Stimm« einer Frau deuilich ertönt, klagend und anklagend, liebestruntcn und anbetend, enttäuscht und angeekelt, doch stet» au» einem uner- schütterlicheu Glauben an das Gut«.und dl« Natur quellend. Di« Dinge, für dl« sie sich einsetzte, die Probleme, die sie behandelte, die Figuren, die sie schilderte, sind heute vielfach veraltet und verstaubt. Mit dem tiefen Wohllaut der Liebe und Güte, mit der unbeirrbaren Festigkeit des sicheren Gefühls dringt aber noch der Klang dieser Frauenstimme zu uns, die nichts als Frau fein wollte und die damit |)ie erste Klassikerin der neueren Literatur wurde. Das Leben der George Sand war ein Roman, der schönste, den sie geschaffen! sie hat ihn uns in ihren besten Büchern erzählt, mit der unnachahmlichen Wärme, Herzlichkeit und Anschaulichkeit ihres reifen Stils: in der„Geschichte meines Lebens", in den„Briefen eines Reisenden", den„Geschichten einer Grostmutter". in jenen Ro- manen, wie„Consuelo",„Jeanne",„Lucretia Fwriani", die heute noch am lesborsten sind. Aus Fürsten- und Plebejerblut stammt sie. als Urenkelin des unehelichen Sohnes August des Starken, Morig von Sachsen, mit den französischen Königen verwandt, mütterlicher- seits im Volke wurzelnd, von einein Geschlecht von Vooelhändlern herkommend, die ihr die gesunde Sinnlichkeit, die stet« Fröhlichkeit des Herzens und die Liebe zu allem was kreucht und fleucht, oer- erbten. Kultur und Natur stehen sich in der Grohmutter und Mutter feindlich gegenüber, die um sie ringen. Das frühreife Mädchen oer- sinkt in der Klostererziehung in poetische und religiöse Schwärme- reien, um in einer konventionellen Ehe mit einem unbedeutenden Landedelmann jäh und schmerzlich zu erwachen. Diese unglückliche Ehe der jungen Aurora Dupin mit Herrn Dudevnnt, die nach langen ungsprozeß endet, ist das entscheidende Erlebnis, das sie zur einoollen Jahren mit Trennung und einem sensationellen Schei- Dichterin machte. Aus der unbefriedigten Aurora Dudevant, die für ihre Freiheit und ihre Kinder gegen einen brutalen Gatten kämpft, wird die rasch berühmte George Sand, die unter diesem Männer- namcn den Ehemännern überhaupt den Krieg erklärt und die Frau zur Abschüttelung ihrer„Sklavcnketten" aufruft. George Sand, im hellen L>cht der Oesfentlichkeit stehend, wie damals kaum eine andere Frau, hat sich die abscheulichste Nerun- glimpsung ihres Privatlebens gefallen lassen müssen, nicht weil sie ausschweifender lebte als andere, sondern weil sie mit dem leiden- fchaftlichen Bekennermut der großen Seele ihre Gefühle schrankenlos enthüllte und mit dem Recht der freien Persönlichkeit die Reinheit und Echtheit ihrer Leidenschaft als höchstes Gesetz erkannte. Die iFdeen, die sie in ihren ersten, vulkanisch herausgeschleuderten, die Festen der landläufigen Moral erschütternden Romanen aussprach, übertreffen an Kühnheit keineswegs die Forderungen der deutschen Romantik.„Ich glaube," hat sie einmal geschrieben,„daß die Liebe, die uns durch schön« Gefühl« und Gedanken«hebt, ein« edle Leiden- schaft ist— ober die Liebe, die uns selbstsüchtig und feige macht, uns der Niedrigkeit aller schlechten Instinkte preisgibt, eine schlechte Leidenschaft ist." Eine Ehe ohne Liebe ist ihr die Sünde wider den heiligen Geist des wahren Menschentums, während echte Liebe jede Tat heiligen kann. Sie greift nicht die Ehe an. die ihr in der voll- kommenen Harmonie von Mann und Frau als Ideal erscheint: aber indem sie die Lüge und Hohlheit der gewöhnlichen Heiraten aufdeckt. erschüttert sie das Anfehen Jfer Institution, und der qualvolle Ge- danke, daß unter den von der Gesellschaft geschaffenen sozialen Be- dingungen die Menschen mit einander in der Ehe nicht, glücklich werden können, macht sie auch zur politischen Revolutionärin, ver- leiht ihren Dichtungen eine anklagende, aufrührerische Note. Während andere Dichterinnen— und selbst die größten nach ihr sind diesem Streben nicht entgangen— männliche Eigenschaften annehmen wollen, ist Georg« Sand in ihrer Art der Darstellung und ihrer Weltansicht stets Frau und nichts als Frau. Dem widerspricht mir scheinbar die Tatsache, daß sie in ihren Ideen durchaus von Männern beeinflußt ist, daß man an ihren Werten gleichsam die geistige Geschichte ihrer zahlreichen Liebesabenteuer ablesen tann. Sie lebte nur der Liebe und wußte mit ihrer Änpasiungsfähigkeit ganz in die Gedankenwelt derer aufzugehen, denen sie ihr Herz schenkte. Nach Sandeau, mit dem sie ihren ersten Roman schrieb und der ihr ihren Schriststellernamen hinterließ, wird sie von ihrem Verteidige Michel de Bourges für die republikanischen Ideen ge- wonnen. Durch ihren berühmten Liebesroman mit Muffet, bei dem sich zwei geniale Künstlernaturen zu kurzer Leidenschaft und tra- gischem Konflikt zusammenfanden, lernt sie die Schönheit der Form erkennen, die Feinheit des schriftstellerischen Handwerks. Lammer- nais begeisterte sie für die Ideen des Ehristentums, Pierre Leroux für die des Sozialismus. Delacroix verdankt sie ihre Auffassung der bildenden Kunst, Liszt und Chopin ihr musikalisches Perftändnis. So findet man Spuren der Männer in all ihren Büchern, aber in ihrer Gestaltung deeses ausgenommenen Stoffes nichts Mann- liches. Ueberschwönglich-fchwärmerisch, phantostisch-unklar ist die junge Georg« Sand, die aus'den schlechten Erfahrungen ihrer Ehe heraus die Männer als Schwächlinge und Verbrecher an den Pranger stellt und die Frauen vechimmelt. Je mehr sie geistig wächst durch die Beziehung zu bedeutenden Männern, je reifer sie sich durch ihre seelischen Erlebnisse entfaltet, desto ruhiger wird sie, maßvoller. An Stelle des Ausschweifenden, Grenzenlosen, des Schwulstigen und Rhetorischen tritt ein« klar« Führung d» Handlung, schärfer« Uv- reißung der Charakter«, eine einfachere Erzählungsform, die ihre behagliche, epische Breite sich voll ausleben läßt. George Sand ist eine scharfe Beobachterin und beredte� c-aWl- denn menschlicher Leidenschaften, tragischer Konflikte. Bei alle? Romantik und Phantastik hat sie doch einen starten Wirtllchkelts- sinn, einen Instinkt für das Gute, Wahr« und Schön«. Ihr innige;. Naturgefühl, dieses Mitleben mit allen Dingen macht die Dorf- geschichten ihrer Reifezeit zu so liebenswerten, unvergänglichen Kunst- werken. Nun war sie nach dem Sturm und Drang ihrer von Lei- denfchaft und Kampf erfüllten Wanderjahr« die„gute Frau von Nohant" geworden, die„Vertraute der Natur", verwachsen mit Baum und Stein, mit Blumen und Vögeln: wie Isis und Cybele, eine Frau,„die der Welt der Seele und des Geistes alles wirder- gibt, was sie aus der sinnlichen und sichtboren Welt empfangen". Als solche höchste Steigerung weiblicher Art wird sie fortleben: die erste Frau unter den großen Dichtern! Was ist Glas? Durch zahlreiche Röntgenuntersuchungen hak man den inneren Aufbau des Glases eingehend studiert und nach- gewiesen, daß die Struktur des starren Glases durchweg der einer Flüssigkeit entspricht. Es bestätigt sich damit die schon früher aus- gesprochene Ansicht, daß festes Glas eine unterkühlte Flüssigkeit dar- stellt, also etwas Regelwidriges, da fast alle anderen Stoffe beirn Abkühlen in der Weife erstarren, daß die in der Flüssigkeit regellos. verteilten Moleküle sich unoermittelt ordnen und zu wohlgestalteten festen Kristallen zusammentreten. Nun ist allerdings durch lana-- anhaltendes Erhitzen bei höheren Temperaturen auch beim Glase ein gewisies Kristallisationsbestreben zu bemerken, aber im allge- meinen geht flüssiges Glas doch beim Abkühlen ganz allmählich in einen teigigen knetbaren und schließlich in den starren unterkühlten Zustand über, wobei sich anscheinend alle Eigenschaften sortdauernd und ohne Sprung ändern. Durch neuere Forschungen, über die in Naturwissenschaften" berichtet wird, ist aber jetzt durch ein- gehende Untersuchungen nachgewiesen, daß sich beim Uebergang des Glases vom flüssigen in den festen Zustand drei deutliche Zustände unterscheiden lassen, die von der Natur abhängig und in ihrem molekularen Ausbau verschieden sind. Durch diese Sondcrung flüssiger, zäher und fester Glaszustände und ihr verschiedenes Ver- halten wird die Art der Arbeitsverfahren bei der Glasherstellung maßgebend beeinflußt. eJn iasi allen Ahleilungen: $*fiB IVefc iwtwtnHnHywiiiwBiiiMiiiinmiHWiHiiwiHmnmliiniiiTst Kunstseide fPL(Waschseide), moderne Katob••«•... ItoUr> Vollvoile 1" doppeitbreii, in rielen Mustere..... Meter I Musseline ßS CrSpe Q5 ta.SOcm breit, moderne Haster, Meter bedruckt, ca. 100 em breit....Meter Cräpe marocain ÄJS bed r.. K s; jiK.r Ware,(T. Huttriu«. VMPetf? ei■ CeJ�Ssreetreift b. kariert, solide Quutdt................ 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Wastereimer weisa/welas, ea. 26 cm 95 HERHAMH TIETZ Hailoh II!---! BW Täglich-MB (n der ALHAMBRA am Kurfürsiendamm und der SCHAUBURG am Potsdamer Platz URAUFFÜHRUNG des lustigen Filmes Kommen Sie!!! Sehen! Sich totlachen! üt dann ganz selbstverständlich!! BAYERISCHE FILM-Q.M.B.H. IM EMELKAKONZERN Vellage öes vorwärts »der Sergaüler." (Schauburg.) Amerika in Boyern— so könnte man diesen Film chorakteri- sieren. Die Handlung spielt sich im Hochgebirge ab vor einem Hintergrund voll grohen landschaftlichen Reizes. Dort oben in den Bergen haust ein trotziger Iägerbua, Gottsri-d geheißen, ein Schüßer der Armen und Verfolgten, einer, der sich einen Spatz daraus macht, dem Ortsgewaltigen, dem reichen Bürgermeister Petermann, der die »anze Gegend beherrscht, aufs Dach zu steigen. Da dieser eine junge Lehrerin, die seinen Zumutungen widerstanden hat, aus dem Dorf austreiben will, nimmt sie der Gottfried unter seinen Schutz. Um ihr vor der Welt einen Halt zu geben, heiratet er sie sogar. Köstlich ist das Spiel und Widerspiel zwischen den beiden, bis sie sich endlich finden. Jetzt prasselt das Schicksal herein. Gottfried wird von den Kreaturen des Bürgermeisters ins Gefängnis geschleppt, unter dem Verdacht, den jungen Sahn des Bürgermeisters, der verehrend zu der Lehrerin aufblickte, beseitigt zu haben. Ausbruch aus dem Ge- fängnis, Rückkehr in die verschneite Hütte zu Frau und Kind, Flucht in Nacht und Nebel, Verfolgung und endliche Rettung durch den wiederkehrenden Sohn des' Bürgermeisters. Während Malcolm K e e n den Jäger, übrigens mit gutem Ausdruck, auf die gewohnte amerikanische Art gab, bot Bernhard G o e tz k e ein außerordentlich vertieftes, psychologisch sehr interessantes Porträt des Dorf- gewaltigen. Beide Spielarten gingen unvermittelt nebeneinander her. Die Lehrerin fand in Nita N a l d i eine vornehme, feine Re- präsentantin. die über ein ausgezeichnetes Filmgesicht oerfügt. Einige bayerische Episodenfiguren waren äußerst wirksam. Der zweite Film des Abends war eine amerikanisch« Boxer- geschichte.Der Bummelprinz". Ein Boxer, der, berauscht von seinen Erfolgen, leichtsinnig geworden ist, unterliegt schmählich im Ring. Aber eine Jugendfreundin, die gerade zu gleicher Zeit in New Park als Tänzerin Triumphe feiert, nimmt sich noch recht- zeitig seiner an: ein reicher Nebenbuhler schickt ihn nach Kalifornien auf sein Gut. Glücklich übersteht er dort alle Intrigen und Nach» stellungen, wird unter der Leitung eines alten Freundes wieder zum tüchtigen Boxer, stellt seinen alten Ruhm wieder her und bekommt die Iugendgeliebte. George W a l s h ist der Meisterboxer, der mit seinen mannigfachen Künsten die Zuschauer gut unterhält. Die hübsche Alice Mikes führt ihre sympathische Rolle geschmackvoll durch. r. »pat und patachon als Schwiegersöhne.� (Alhambra.) Der dicke, quecksilbrige Patachon und der melancholische Pat geben sich dieses Mol als Schaffner und Lenker eines Autobusses.* Es ist natürlich, daß sich bei den beiden daraus die drolligsten Situationen entwickeln. Ihr kurzes Liebesleben als„Beamte" mit der famosen Köchin Giesa Günter und einem netten Stubenmädchen wird jäh unterbrochen, denn sie flkegen infolge der vielen Beschwer. den im Bogen hinaus. Sie wollen nun als Landstreicher chrg Flammen, von denen sie zum Mittagessen eingeladen wurden, auf- suchen, aber sie können zu einander nicht kommen, denn sie werden mit aller Gewalt von dem Diener Johann für die angekündigten Schwiegersöhne geHallen und in die Bahn nach St. Moritz spediert. Im komischen, manchmal etwas schleppenden Durcheinander ge- nietzen wir die Beiden nun abwechselnd als Schlittcnzieher und unfreiwillige Schwiegersöhne des reichen Herrn Diepelmann. Na- türlich mit dem Ausklang, daß die beiden Vagabunden wieder St. Moritz räumen. Nebenher genietzt man die schönen Ausnahmen des winterlichen St. Moritz. Dazu konstatiert man immer wieder die stärksten Lachsaloen über das ungeschickte Benehmen der Beiden bei Tisch, denn die Verstöße anderer gegen die Form geben doch ein zu schönes und billiges Uebergewicht. Von dem Beiprogramm, das fast mehr Zeit als das eigentliche Programm brauchte, sei die sehr nette Kleinticrdressur hervorgehoben. B. Sch. Rundfunk und Lilm. Von Graf Georg von Arco. Rundfunk und Film haben das gemeinschaftliche Merkmol, welches Show in seinen Tischgesprächen gegenüber Henderson sehr richtig gekennzeichnet hat: Beide sind für das mittlere Geschmacksniveau eingestellt, das die Resultate zwischen den Forderungen der Hochintcllektuellen und Aeschetiker auf der einen Seite und den schreienden Säuglingen in der Wiege auf der anderen Seite bildet. Gegenüber der Bühne kann der Film, wie ich es an der vor- züglichen Wiedergabe von„W a lz e r t r a u m" gesehen habe, den Borteil bieten, den Verlaus der Handlung viel leichter zu einem lückenlosen und kontinuierlichen zu machen, als dies auf dein Spiel- theater möglich ist. Gerode ein Film wie„W a l z e r t r a u m", bei welchem die musikalische Komponente sehr wesentlich ist, ruft dann als Kombination-von kontinuierlicher Handlung und hervorragender Musik eine erstaunliche Gesamtwirkung hervor. Die zweite Eigenart der Filmiechnik, das Unwirtliche und Märchenhaste, sogar das subjektiv Erfühlte oder Gedachte in Bildern darzustellen, ist meiner Ansicht nach eine spezifische Erfindung der deutschen Filmkunst und hat in.Dr. C a l i g a r i" seine höchste Entsaltung erreicht. Die Verbindung von Sprache und besonders von Musik mit dem ablaufenden Filme in momentrichtiger Gleichzeitigkeit chbt dieser Kombination natürlich eine wesentliche Steigerung der Wirk- jamkeit. Hier eröffnet der Rundfunk zusammen mit dem zentralen Fernkino, wie es heute durch das neue Bildübertragungssystem Telefunken-Karolus physikalisch-technisch bereits glänzend gelöst ist, für die Zukunft unübersehbare neue Perspektiven. Das bisherige Filmtheater wird in der allernächsten Zukunft durch die neue Technik zu neuen Formen gebrocht werden. Sonntag 6. Juni 1926 Aus Die Zilme öer Woche. »Abseits von den Wegen der Menschen.'' (Ufa— Kurfürstendamm.) Die.�Zngmarssöhne", die einleitenden Kapitel zu dem Roman „Jerusalem" der Selma Lagerlöf bilden den Stoff. Der Regisseur Sjöstrom folgt genau dem Ablauf der Erzählung, ge- braucht sogar die Lagerlösschen Worte. Es ist die Erzählung von dem Bauern Jngmar, der die Braut heiratet, trotzdem sie wegen Kindestötung im Gefängnis gesessen hat, der dem Gebot der Mensch- lichkeit und Liebe folgt und sich in schwierigen Situationen bei seinen Altvordern im Himmel Rat holt, eine Erzählung voll Güte und kindlichem Glauben. Auf diesen Ton stellt Sjöström den Film ein, er selbst spielt den Jngmar, allerdings mehr nach Hamsun hin, starrer und verschlossener, als die Lagerlöf ihn gestallete, ein erd- verbundener Mensch, der nur schwer die richtigen Worte findet, der aber instinktiv aus reinem Herzen heraus das Richtige trifft. Vor etwa vier Jahren wurde der Film von der„Soenska" hergestellt, und dos Ufa-Theater am Kursürftendamm hat ihn augenblicklich wieder in den Spielplan aufgenommen, der von der Tendenz ge- leitet wird, die guten Filme vergangener Jahre vorzuführen, um das Bleibende eines Filmkunstwerkes zu demonstrieren. In diesem Fall ist der Beweis gelungen. Die Zeit hat dem Film nichts angetan, er wirkt heute noch wie am ersten Tag. Nichts erscheint veraltet und„Gösta Berling" oder Karl XII." bedeuten keine Fortschritte der nordischen Filmproduktion, oerglichen mit diesem Film. Ab- gesehen von der breiten Anlage, unter der fast alle nordischen Filme leiden, und abgesehen von einer textlichen Ueberlastung, die sowohl Christensen, Stiller, Sandberg als auch Sjöström geben, vielleicht um einen komplizierten Vorgang restlos zu Clären, ist hier dank einer überlegenen Regie und einer ausgereisten Darstellung ein Kunstwerk von wundervoller Geschlossenheit entstanden. Die Atmo- sphäre der Erde und des Waldes umgibt diese Menschen, sie schweben nicht frei im Raum, sie sind Geschöpfe weltfremder Einsamkeft. Alles ist dieser Einsachheit des Denkens und der Phantasie angepaßt. Jngmar klettert auf einer derben Holzleiter in den Himmel, und der sieht aus wie ein gut versorgter Gutshof auf schwedischer Erde, und die Geister der verstorbenen Ingmarsöhne benehmen sich, wie im Leben, sie sind Bauern geblieben. Ueber dem Film liegt Ruhe und der Friede, den Menschen haben, die mit der Erde verbunden geblieben sind. Das Manuskript ist hier entscheidend für die Wirkung eines Films. Manuskript, Regie und Darsteller,«ine Realistik, die sich nie in Details verliert, die den großen Zug wahrt, und die lyrisch unter- malt ist, sichern dem Film eine dauernde Wirksamkeit, die Menschengestaltung der Skandinavier, die Kultur einer Regie, die die tech- nischen Voraussetzungen virtuos beherrscht, die Derbundenhett von malerischem und dramatischem Sinn haben hier ein Wert geschaffen, das auch bei fortgeschrittener Technik noch ergreifen wird. F. S. »Der schwarze pierrot.' (CapUoD Gar romantisch setzt die Handlung ein. In einem attersgrauen Schlosse, das in irgendeinem romantischen Lande liegt— Genaueres weiß man nicht—, haust ein junger Träumer Eoello, der sich nach den Abenteuern der Welt sehnt, und nun, da ihn nichts mehr als Schulden an das Haus seiner Väter fesseln, auszieht wie ein moderner irrender Ritter, um seine Abenteuer mit der Welt zu bestehen. Aber wird sind mit einemTnal im 20. Jahrhundert, und schon auf leiner ersten Eisenbahnfahrt wird der Lebensfremde seiner Börse und seines Billetts beraubt und nun ollen Unbilden eines wilde» Schneesturms im Hochgebirge ausgesetzt. Ein Millionär und Menschenfreund, der sich ja immer zur rechten Zeit einstellt, rettet ihn und will ihn an sich fesseln. Aber die Sehnsucht in die Ferne treibt den Jüngling, der nur noch eine Laute sein eigen nennt, weiter. Bold trifft er die ?iroße Dame, der er wie ein werbender Troubadour seine Lieder vor- ingt, aber für sie ist er nur ein Spielball, und mit einemmal ist er mitten in einer politischen Intrige gegen seinen srüheren Wohttäter (die polttischen Episoden, die hier eingeslochten sind, sind zu kindisch, als daß man sie weitererzählen könnte). Auf einem Maskenball soll er ein Spottlied singen und weiß nicht, daß es gegen seinen Wohl- täter gerichtet ist, der eben als Präsidentschaftskandidat aufgestellt ist. Das Schiff bekommt jetzt Fahrt, ein wilder Karnevalstrubel wird vom Stapel gelassen, Eoello tritt als schwarzer Pierrot auf und singt sein Lied, damit endlich Ha r r y P i e l seine Virtuosität im Akrobatischen zeigen kann, von einem schaukelnden Kronleuchter aus. Dann wird er in ein Duell verwickelt und noch zu guter Letzt für einen Dieb erklärt. Seine Herzensdame hat ihn längst enttäuscht, da sie ihm Geld statt Liebe bot, und als er nun auch noch erfährt, wie undankbar er gegen seinen Wohltäter gehandelt hat, entflieht er vor der verfolgenden Polizei in die Bergeinsamkeit. Hier hat Harry Piel, der als Träumer und Schwärmer versagte, gründlich Gelegen- heit, seine Bravour in halsbrecherischen Kunststücken zu beweisen, wie er im Förderkorb über tiefe Abgründe hinwegfährt oder an einem Baumstamm hängend durch die Luft kutschiert. Die lustige Sette kehrt er heraus, wenn er vor seinen Verfolgern auf Schneeschuhen zu entfliehen sucht und sich dabei nun so tolpatschig wie möglich be- nimmt. Er hat nun von den Abenteuern genug und kehrt in sein väterliches Schloß zurück. Inzwischen hat die Jugendgesährtin, die als Tänzerin an jenem Karneoalsabend teilnahm, alles aufgeklärt. Fleckenlos steht Evello da. Verlobung und Versöhnung bilden den glücklichen Schluß. Das Schönste am Fllm sind die prachtvollen Schneebilder und die südländischen Landschaften, in deren Wieder- gäbe Georg M u s ch n e r und Gotthard Wolf Vortreffliches ge- leistet haben. Unter den Darstellern ragt Dary Holm als die oer- führerische Dame der großen Welt hervor. Herzlich und reizend ist Llona Karolewna als junge Tänzerin. Auch die kleineren Partten sind bemerkenswert gut besetzt. 0. öer ffilitt Der Preis zdgt nidit, sondern Die Ware zeigt, daß siebüligjst Japankrepp weiß und viele«A- � U Farben 78/80 cm% VO 2-50 ± Chinakrepp- Bordüre «r Somacrldel'"l'750 der, 110 cm br.-X/ Sommer- Schotten bflbtAe Mosterua- /�en Ren. Ante, vollen« QoaliOtes OS** Blumenmuster auf pa- VoU-Voll«. die große Mode, in am hell-, mittel- u. dun- /W kelfarb. 98/100 3J0 Waschseide reineSeide. gestreift mmfcn für Oberhemden./ 80 cm breit/ Weißgrundig. Wollkrepp mit feschem StrlA- � k«ro.l«iAt und duf- � tlg, 100 cm breit vy« Cords DAS HAUS DER GUTEN QUALITÄTEN Leipziger, Ecke Chärlottenftraße Möbel zu herabgefetzten preisen"WD auf bequemste Teilzahlung mit kleinster An« und Abzahlung in ricfig großer Auswahl! i Möbelhaus Humboldt An der Iannowltzbrücke 3—4 Straßenbahn: N. 28. 2S, 35, 36, 41, 44. 45, 49, 82, 128 Hierdurch die trmlrche Mitteilung, daß unser lleder Bater,»rvßooter und llrgroßraiec Karl Hentsehel lut TS. Lede»«jahre an t. Zuui 192« sanft entschlafen ist. ®U Beerdigung findet an Mantag, den 7. Juni ISA, nachmittag» f/, Uhr, aus dem Friedhofe der FreireligiSsen ibemeinde Berlin, Pappelallee IS/IT, statt- Im Ztamen der Hinterdliedeneu kitvl venismei. Statt besonderer Meldung! Nach schweren Leiden verstarb am 3. Juni mein inniggeliedter guter Mann ?sul Bönlscb In tiefer Trauer V. Martbi Bönisch. Berlin, Metzer Straß«*2. EWZscheruna DI»n«tog. den». Juni, nachm. Ii1/, Uhr, im Krematorium »erichistr. ZT. Am S. Juni starb nach schwerem Leiden un>er lieber Sohn und Bruder pglll Bönisch Watter and Gccchwlster. SinSscherung am Pienstaa, den & Juni, nachmittag, 12»/, Uhr, im Krematorium ltzerichlstratze Allen Berwandten und Bekannten sowie Kewertschaftt»- und Partei- S'Nossen Mr du innige Teilnahm» »l der Beerdigung meine» lieben Mannes und Pater» sagen wir hier- mit unseren tiefaesiihlten Dank. Elsa QaerrngdtT Neukölln. 4. 6. 36 nebst Tochter. Danksafans- Allen Perwandten und Bekannten für die innige Teilnahme bei der Sin- itscherung meiner lieben Frau und unserer guten Mutter sagen wir hier» mit unseren tiefgefühlten Dank. Zi/Ibs W. aalter neb»l Kindeni. WdieiitMMM g*tan«! BetdeDsröte Werkzeug- lupkgr. III. der Maschinell' und Maschinen- Zndostrie, haupigr. Aniergruppen VIII. IX. X. vl»a»tag, de»». Znal. add». 7»Hr. t»»Iba»g»sa»t de» verband». Hause», Linien straf,»»3 SS: w Versammlung � Tage»erb nun«: 1. Neuwahl der Sruppenleitung. 2. Berschiedene». Betrieb»rSlekarte von 132« und Mit- gliedsbuch legitimiert. vi»«ruppeateltumg. vte»»tag, den O. Jaul, ab»», r»Hr. ia» Letal aaa 10 alltth 16« er, Vftalbcrtftc. 21: Branchenverfammluug der vrahtarbciter Groh- Verlins Tagesordnung: 1. Dortrag de« Kollegen Zente Uder Erwerdslosen- filrlorge. 2. Branchenangelegenheiten. Z. Berschiedene». Wahllörperversammlunaen der arbettsloseu Mitglieder. Wahlkörper VIl. vlea»tag, de» S. Jaul, aerminag» 10»Hr. Im Slhongasaal de» Ocr- banbshaase», Claleaflr. S3/SS: Arbeiterinnen. Sold- und Silber- arbetter. Aeileuhauer. Wahlkörper VHI. Cieacleg, den S. Janl, aachmiRag» 2>l, Ahe, Im vartercefaal de» See Von der Reise zurück. Dr. Mauersberg Aageoerzt Charlottenburg, Kantstr. 115/113.(Eckell KrummestraSe) Praktiziere Kfipenlcker Str. 76, Ecke Brflckensfr.|{ Zahnarzt Martin Cohn. hause», Claicafit.>3 SS: Schleifer, Saloanisenre, Gürtler. Graveure, Ziseleure, Monteure für Stork- u. Schwachstrom, hllfs- Monteure. Zigaretteumafchinen- führer, Drücker. Wahlkörper IX. Mlttmoch, de» 0. Zuai, aedimittag» 2'/, Ahe, Im porlerresaat de» vee- baad»hause», Liaieastr. SS SS: Sa«, und Verkstaltklrmpuer«ad Arbetter. Tage»erdnung in allen Ber- fammlungen: 1. Beratung der Antritge ,ur ibcncralverfammiung am 14. Znni. 2. Stellungnahme zur Tagesordnung der cheneralverfammlung. Z. Dahl der Wahl- lörper-Deiegierten. 3utriit haben nur diejenige» Rugueder, die w ihrem Mtigiied« buch die BeruiobeZeichnung haben, für welche die Bersammlung ausgerufen ist.— Ohne MUgliedoduch und Arbeitslosen- tarte kein gutrii». _________ Cle Ort»o«rioaHang. r[iLl50Hodiwalil-D.LaDilparzßIlßD □R. 8 M. an, direkt an Staatsforst, ca. IS Minuten von Birkenwerder. Verkiuter Uallch im Restaurant „Altes BergschloB". Bleuer. Berlin C., Gontirditr. t. Staats-Theater Opernbao» im KSaigapIats 7 Uhr: Aid» Schauspielhaas 2*/,: Charley» Tante g U.: Duell an Udo Schlller-Theater 8 U.: Kyrlta-Pyrltz Stidtlsdie Opei Charlottenburg T Uhr: Aida Abonn-Turnus IV Oentsdies TDeatef Norden 10334-38 bsiipiildittki. lohnert 8 Uhr; Bas 8kel mit Max Adalbert Sommerpreise Katninerspiele Norden 10334—38 8 Uhn Weeh-cnd (Ueber'n Sonntag)� Die Komödie Bismarck 2414,7516 8 Uhr: Lessing-Tb �.Schneider Wibbel Henckels, Berber Orodtczinsky Sommerpr. 1-8 M. Mit|l d VBlksbcii-.Gewtrl iduft, ReiiisbijBD gmn »oivw jule P'Jta i I iO, mS o»»,MeA Kleines Th. Uhr: SKtepriiii z Gigtakn ne Ith öth Vorz. dieses zahlt SO�jdJ fc Hsrartsaai ■«Utadarfplatz jKaiBB Kimnieflldrtspleie E* FriedtWiitraBe furmdnBc Der Provinzonkel t Lya da Putti Eifersucht Alt-Heldtelbei� Falsche Scham � Die drei Kuckucksuhren| Auf dor Buhn«: Das varborflana Gold Eine Szene znm Film unter Vit. I Wirkung der Orig.-Araber-Truppe j .7 Bonimin's' v..Aegrpt. Ttnze* Hildegard Orloisld FUNKHAUS Alpenl. Sommerschau I und Wiener Praier| am Kaiserdamm Heule Sonntag 4-1 Uhr nadifil letzte Vorstellungen de» Elite- Programms 1 Auch Sie mdiien noch kommen. zumal Sie bei unz trotz«tez tdiledzien Wetterz im Orflsea sitzen kennen>| Getellsdiafls-Tanx ununterbrochen Der Brote Praler-Betrleb j Emtrlttzprelz Mk. 135 K ader 0.50 Mk. Siniowsh|.|UiiB Thealer HOniöOrfllzJtr. T�Hasenheid�no 8 Uhr Dr. Schmidt AamoateuAaus TeL Norden 6304 8 Uhr Bet totH Ha Die Tribüne Tel.: Wilhelm 5363 P/s Uhr Der Rnblkon BerBner Tbeßler Tägl. P/,: Donnerwetter, ganz famos Oeutsches lünsll.. Thealer Tägl 8 Uhr- Der irömioie Weinberg ILiJlirflisttiiliDiii Tägl. 8 Uhr: Rebbobaod.Die neue Fassade ffallner-Theater 8 Uhn Bit liilige Bmantn Blaoco Posnets Erwcckung Berliner Prater Kastanien-Allee 7-9 Heute: Mn Volkstäs kililM Mi iK. PUh. uilzjt SOPfg. Kaifeekochen. Tanz Zoolog Carlen Täglich ab 4 Uhr Konzert Aquariom geölinet v. 9-1 U Tierkunst. AnaateUnn« Theater de» Westen» Uhr: Gräfin Mariia Populäre Woche! 50 PI. bis 4 M. Heute 2 Uhrr Schneewittchen 20Pf b. 1 M. Erw.dop. und nachm. 4 U.: Gräfin Mnrlzn SO Pig. Ms 2,50 M. Central- Theater 3 Uhr: Bunbury Uhr: Eva BoolieDr llka Grüning Besldenz- Tbeal. »V, Uhr: Htn contra Herz Eugen Re*. Metelka Pr.: 75 P». bis 6 M la. Eidertettkäse 9 Pld. M 6,- Irko. 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