Mbenöaosgabe Hr. 2HS ♦ 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 130 BtumixblMinmii rab«ajefsenwrif« Bnt in fcet äHaifltBaitgffalx Rctta(Hon: SS. M. Clnttoafltobo 3 Zornsproche»: Vttotzost 282— 297 $eL-llttee#e;Soslfll6eeef«e( Bcclio Devlinev Volksvlatt Dienstag S, Juni 1�2H »,schSst»,»tt Uhr »oologor:nttrn,arlA.vorlo9»«ttlh. Ser»N SS. S6, VtNttonstroko 3 fCCBlncoSoc: vttnhos» 292— 297 Zentralorgan der Sozialdemokratifcben parte! Deutfcblands Hinöenburg deckt Loebell! Er steht zu feinem Brief.—„Auch die Veröffentlichung nicht zu beanstanden!" 2*� schreibt: demDeuchhenDol5 �_______ � hie GnablaaeLr j�eu< Viöerhrich��lbst�w demDol�be- >... f ,(,„(, 1 inttT rf« mi***--*<». men seyr devenrumm vornop Z�l�Wmltes,----- gegen das Ge- Achtung vor dem Gesetz ip. Würbe bichs"Volksbegehren-Annahme finden. V\* v�tt Wtttt» W«««VV«|I Illt demRdesMlgt und ein Weg eröMher ai äWWger Mn Haltlos bergab führt. E, konnte MlS demjeht vortiegenden SiyeW öieMlhote entstehen.' durch hnf«i�>nz der Znstiiitte der Massen und Ausnutzung der uoT des Volkes mit solrheuvolksadstimmuugen auf dem Wege dereuteimiung weiter zu gehen. Ich sehe hierin eine große Gefahr, die gerade in unserer Lage und in eimm Aeitpimktwo wir eben die eisten Schrit te auf dem Gche M neuer Mluolnschafliilher GNtuug getan haben. unsere Stellung in der Welt sctiädigl. Ach hoffe daher MersichllLch.öah unsere Mbürger m der Cutscheidimg m 20.�ini den Achaden abwenden werden. am 20. Juni mirnmeitihallmy� ! (Erklärender Text siehe 2. Seite.) Herr v. Hindenburg läßt verkünden, daß er„selbst- verständlich" zu seinem Brief stehe„und auch die Beröffent- lichung durch Herrn v. Loebell nicht zu beanstanden habe". Die Frage, ob Herr v. Loebell vor der Drucklegung de» Briefes die E r m ä ch t i g u n g zu ihr eingeholt hat, ist damit nicht geklärt. Wir sind auch jetzt noch der Meinung, daß der Reichspräsident in eine Falle gegangen ist. Wir haben von dem, was wir über die Intrige des Herrn o. Loebell sagten, nichts zurückzunehmen. Aber wir haben jetzt zu dem Gesagten einiges hinzuzufügen, was die Person des Reichspräsidenten angeht. Wir haben uns in dieser Angelegenheit der Person des Reichspräsidenten gegenüber eine bis an die Grenzen de» Möglichen reichende Zurückhaltung auferlegt. Wir haben sein Recht, ein entschiedener Gegner der Fürstenenteignung zu sein. nicht bestritten. Wir haben sein Recht nicht bestritten, dieser seiner Gegnerschaft in Briefen Ausdruck zu geben. Wir haben die Frage offen gelassen, ob der Reichspräsident das Recht hat, in einer politischen Streitangelegenheit in einer so tempera- mentvollen Weise, wie es hier geschieht, öffentlich seine Meinung kundzugeben. Wir haben nur auf die K o n s e- q u e n z e n hingewiesen, die das— zu Zeiten E b e r t s nicht erlebte— Hineinsteigen des Staatsoberhaupts in den Streit der Parteien haben muß. itzt hat sich Herr o. Hindenburg zum mindesten Nachtrag» lich mit der Deröffentlichung seines Briefes einverstanden er» klärt, in dessen Eingangszeilen er sagt: Ihrer Anregung zu dem Bolksbegehren aus Enteignung der Fürstenvermögen in einer öffentlichen Kundgebung Stellung zu nehmen, vermag ich aus staatsrechtlichen, sich aus der verfasiungs- mäßigen Stellung des Präsidenten des Deutschen Reiches ergebenden Gründen nicht zu entsprechen. Damit macht sich der Reichspräsident eines Wider» s p ru ch s schuldig, in den sich ein erfahrener Politiker nicht ver- strickt haben würde und vor dem er ganz gewiß bewahrt worden wäre, wenn er sich vor seiner Entschließung an seine verfasiungsmäßigen Ratgeber gewandt haben würde. Wie soll man diesen Widerspruch erklären? Will der Reichspräsi- dent damit sagen:„Ich darf zwar nicht, aber ich tu es doch?" „Mit meiner staatsrechtlichen Stellung verträgt sich das zwar nicht, aber immerhin...?" Wer will uns den Unterschied erklären zwischen einer„öffentlichen Kundgebun g". die der Reichspräsident zu erlassen ablehnt, und einem „P r i v a t b r i e f", der mit seiner Zustimmung in allen Zei- tungen abgedruckt, in Millionen Flugblättern verbreitet und als Plakat an alle Wände geklebt wird? Herr o. Hindenburg erklärt sich mit der Veröffentlichung eines Briefes einverstanden, in dem die Sozialdemo- k r a t i e beschuldigt wird,„gegen Moral und Recht" zu ver» stoßen, und in dem ihr vorgeworfen wird, daß sie„die In- stinkte der Masten aufreize". Aber diese selbe Sozialdemokratie hat Herr v. Hindenburg vor noch nicht gar zu langer Zeit dringend aufgefordert, in die Reichsregierung einzutreten. Hat er damals ihren Charakter noch nicht gekannt, oder glaubt er, daß sie sich seitdem geändert habe? Die Regierung war, wie glaubhaft berichtet wird. über die Intrige des Herrn v. Loebell und über das Eingehen des Reichspräsidenten auf sie bis zum äußersten bestürzt. Jetzt aber will sie angeblich diese ganze Angelegenheit als eine Privatsache des Herrn v. Hindenburg behandeln. Das oerspricht für die Zukunft ganz nette Zustände. Herr Marx mag getrost die Reden nachschlagen, in denen Fürst B ü l o w das persönlicheRegiment verteidigte. Er wird darin manches finden, was er brauchen kann. Auch damals ist immer wieder ein sehr scharfsinniger Unterschied zwischen den offiziellen Handlungen des Staatsoberhaupts und den privaten gemacht worden, die auf fein„Recht der persönlichen Meinung?» freiheit" begründet wurden. Inzwischen aber hat alle Erfahrung gelehrt, daß e i n Staat nicht so regiert werden kann, daß das Staatsoberhaupt auf Einflüsterungen unverantwortlicher Ratgeber hin Kundgebungen losläßt, die das Unterste zu oberst kehren und die verantwortliche Regierung dann hinterher- gelaufen kommt, um den Schaden zu besehen. Jeder dem Reichstag verantwortliche Reichskanzler muß nach unserer Auf- sassung darauf dringen, daß die politischen Handlungen des Reichspräsidenten im Einverständnis mit der verantwortlichen Regierung erfolgen— oder aber er muß sich das Recht wahren, die politischen Handlungen des Reichspräsidenten zu kriti» s i e r e n und jede Verantwortung für sie abzulehnen. Herr v. Hindenburg spricht in seinem Brief von einer Erschütterung des„Rechtsstaats", die aus dem Volksentscheid drohen soll. Das ist eine Phantasie. Wer sein Brief selbst erschüttert das Gefüge des Verfassung st aates mü Vsrgskt nickt, die Stimmliste zu kontrollieren I erschüttert die Traditionen der Festigkeit, Ruhe und vbjetti» vität in der Leitung d«r Reichsgeschäste, die Friedrich E b« r t seinem Nachfolger als Erbe hinterlassen hat. Weil diese Erschütterung des Verfassungsstaates Tatsache geworden ist, darum mögen die Intriganten von rechts Triumph aus vollen Backen blasen. Das haben sie ja gewollt! Den Kommunisten aber sei doch geraten, den Mund etwas weniger voll zu nehmen: denn siesindesja,diecherrn v. Hindenburg zum Reichspräsidenten ge- macht haben. Sie haben durch ihre idiotische Taktik bei der Reichspräsidentenwahl, durch die Aufstellung einer ganz sinnlosen, zwecklosen Zersplitterungskandidatur die Wahl Hindenburgs herbeigeführt. Die Sozialdemokratie hat die Wahl des cherrn v. chinden- bürg zum Reichspräsidenten auf das entschiedenste bekämpft. Diese Tatsache verdient festgehalten zu werden. Denn sie ist bei der Entwicklung, die die Dinge neuerdings nehmen, durch- aus geeignet, der Sozialdemolratie im Volke neue S y m- p a t h i e n zuzuführen. m Das Reichskabinett hat gestern nachmittag sich mit der politischen Lage beschäftigt und auf Grund der Veröffent- lichung des„Vorwärts" eifrig beraten, wie die Veröffent» lichung des Hindenburg-Briefes zu verhindern sei. Da kam die Meldung, daß von L o e b e l l die Veröffentlichung bereits vorgenommen hatte, um jedes Eingreifen der Reichs- regierung unmöglich zu machen. Loebell, zu feige, die W a h r h e i t z u f a g e n, hat die Stirn gehabt, zu behaupten, nur die Veröffentlichung des„Vorwärts" habe ihn ge- zwungen, den Brief bekanntzugeben. Loebell hat damit in der unverschämtesten Weise gelogen. Der Brief des Reichspräsidenten war nicht nur als Flugblatt bereits gedruckt, er ist auch in einem Riesenplakat bereits für die Kampagne um den Volksentscheid hergestellt und geht in diesen Tagen ins ganze Land hinaus. Loebell hat von vorn» herein die Absicht gehabt, diesen Brief zu publizieren. Kein MitglieddesReichskabinettsist von diesem Briefwechsel unterrichtet gewesen und kein Mitglied des Reichs- kabinetts hat infolgedessen auch eine Ahnung davon gehabt, daß solch ein Briefwechsel in der Propaganda um den Volks- «ntscheid benutzt werden sollte. Der Tatbestand ist danach so klar und so einfach wie mög- lich. Es bleibt nur noch eine Erklärung des Reichspräsidenten abzuwarten, ob e r an eine Veröffntlichung des Briefes gedacht hat. Gestern noch haben ausgesprochene Rechtsblätter aus- einandergesetzt, daß eine Erklärung des Reichspräsidenten in einer solchen Frag«„selbstverständlich" der Gegenzeich- n u n g des Reichskanzlers bedürfe. Heute erklärt die Scherl- Hugenberg-Presse und die„Deutsche Zeitung" unisono, Hinden- bürg habe selbstverständlich das Recht, sich in dieser Weise zum Volksentscheid zu äußern. Die„Tägliche Rundschau" ist darin vorsichtiger. Sie meint: „So sehr wir den Ausführungen Hindenburgs vollinhaltlich zustimmen und seine Mahnung als voll berechtigt anerkennen, scheint doch auch uns Zurückhaltung in der Beurteilung der Veröffentlichung so lange geboten, bis festzustellen ist, ob dieVeröffentlichung mit Wissen und Zustin, mung Hindenburgs erfolgt ist." Im übrigen versucht die Rechtspresse Unschuld zu mar- kieren. Peinliche Erörterungen über Loebells Intrigen werden tunlichst vermeiden. Durch das Schweigen geben die Herr- schaften aber selber zu, daß ihr Gewissen nicht rein ist. Hindenburg wird von ihnen rücksichtslos als ihr Partei- mann reklamiert. Auf dem Locbellfchen Plakat prangt er nach wohlbekanntem Muster als„Retter". Man weiß nicht, wer gerettct werden soll: Jutta oder die Deutsch- nationalen? Wahrscheinlich beide, denn sie sind einer des anderen wert. Die Hugenberg-Blätter parieren, der Leit- ortikel im„Tag" erscheint prompt mit der Ueberschrift:„Der Retter". Man sieht, die Regie klappt. Sie war durch die Veröffentlichungen des„Vorwärts" gestört, jetzt tut man bereits wieder so, als ob gar nichts passiert wäre. Damst wird der Reichspräsident als solcher in den Kampf und die Auseinandersetzung der Parteien hineingezogen. In den Debatten über Jutta-Militze und die Mätressen abgedankter deutscher Landesfürsten werden jetzt auch die höchst subjektiven Urteile des Reichspräsidenten er- örtert werden. Die Antwort, die aus dem Volke auf diesen Brief erschallen wird, wird deutlich sein. Loebell mit seinen Intrigen hat dadurch nur erreicht, daß Hindenburg d a s V e r- trauen verliert, das er sich eine Zeitlang durch sein loyales Verhalten erworben hatte. Bei Loebell mag sich der Reichspräsident für den Verlust an Ansehen bedanken, den er in dieser Kampagne unweigerlich erleiden wird. wie lloebell lügt und fälscht. Das Hindenburg-Plakat. Das auf der ersten Seite wiedergegebene in Schwarz und Rot ausgeführte Plakat widerlegt die Lüge des Herrn v. Loebell, daß er sich die Veröffentlichung des Hindenburg- Briefes„noch vorbehalten" und erst durch die Enthüllungen des„Vorwärts" vom Sonntag zu ihr gezwungen worden sei. Das Plakat muß schon lange vor diesen Enthüllungen in Auftrag gegeben worden sein. Der letzte Satz des Plakats„Parole am 20. Juni Stimm- enthaltung!" steht im Hindenburgbrief nicht. Er bildet einen verfälsche ndenZusatz. Ueber die Frag«, ob die Gegner des Volksentscheids mit Rein stimmen oder zu Hause bleiben sollen, sagt der Hindenburgbrief nichts. Herr v. Loebell aber legt Hindenburg die Terrorparole der Enthaltung in den Mund, die von den Rechtsparteien ausgegeben worden ist, um die verfassungsmäßig gewährleistete Stimmfreiheit praktisch vernichten zu können. Ist Hindenburg auch mit dieser Veröffentlichung ein- verstanden? Und die Reichsregierung? Um Antwort wird gebeten!_ Der Pfarrer tzell. Zurücknahme der Beleidigungsklage gegen die Wittve Keil Zusammen mit„Lachen links" hatte der bekannte Pfarrer Hell, gegen den der Vorwurf der moralischen Mitschuld an der Ermordung der 12 sozialdemokratischen Ar- beiter von Perlach im Mai 1919 erhoben worden ist, auch die Witwe eines Erschossenen, Frau Anna Keil, ver- klagt, weil sie die betreffende Nummer des„Lachen links" in Perlach vertrieben hatte. Nachdem in der Verhandlung vom 27. April dieses Jahres vor dem Münchener Strafgericht ein umfangreicher Beweisantrag für die erwähnte Schuld des Pfarrers gestellt worden war, der zu einer Vertagung der Verhandlung führte, hat nunmehr der Pfarrer Hell die Klage gegen Frau Keil zurückgenommen. Kostbar ist die Begründung:„In der Hauptoerhandlung hat die An- geklagte den Eindruck einer geistig beschränkten Frau gemacht, die sich der Tragweite ihrer Handlung nicht oder nicht voll bewußt war und offenbar auch unter der Einwirkung von Hetzereien stand. Mit Rücksicht hierauf besteht kein Interesse an der Strafverfolgung der Angeklagten." Auf alle Teilnehmer an der Münchener Verhandlung hatte die Frau Keil den Eindruck einer geistig völlig normalen Per- s ö n l i ch k e i t gemacht. Ihre Aussagen waren klar, logisch und präzis. Sie erklärte, daß sie„Lachen links" verkauft habe, um sich— sie war arbeitslos— ein paar Groschen Nebenverdienst zu machen: sie erklärte, daß sie die mimosenhafte Empfindlichkeit des Pfarrers Hell nicht recht verstehen könne, da Herr Pfarrer Hell ja auch nicht geklagt habe, als er in Perlach wegen seiner Haltung in der Mordaffäre verschiedentlich auf öffentlicher Straße angespuckt worden sei! Die Zurücknahme der Klage gegen Frau Keil hat natürlich keinen Einfluß auf die weitere Entwicklung des Verfahrens, dessen Zweck ist, die Rolle des Pfarrers Hell in der Perlacher Mordaffäre gründlichst klarzustellen und den Kons«- quenzen dieser Klarstellung zum Siege zu verhelfen. Draun in örüssel. Es geht nicht ohne Verleumdungen. Durch die ganze Rechtspresse geht eine von der Telegraphen- Union verbreitete Falschmeldung, wonach auf dem Parteitag der belgischen Sozialisten der preußische Ministerpräsident Otto Braun über den Volksentscheid gesprochen haben soll. Mit Wonne stürzt sich z. B. die„Tägliche Rundschau" aus diese Nach- richt. In ihrem Haß gegen die preußische Regierung kennt sie keine Grenzen. Der preußische Ministerpräsident im Ausland! Der Skandal ist fertig. Wie schade nur, daß es sich gar nicht um den preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun, sondern um den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Dr. Adolf Braun handelt, der als Vertreter des Parteivorstandes die deutsche Sozialdemokratie aus dem Parteitag der belgischen Bruderpartci offiziell vertritt. Selbstverständlich hätte das die„Tägliche Rund- schau" auch wissen oder mindestens durch Rückfrage feststellen könne». Aber wozu soll sie das tun? Eine Hetzgelegenheit darf man sich n i e entgehen lassen, wenn es gegen die preußische Regie r'ung geht._ Ein Abkommen gegen üie Zalschmü'nzerei. Bölkerbundsaktion als Folge der Frankenfäljchung. Gens. 8. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Der französische Mi- nisterpräsident Briand hat im Namen der französischen Regierung am Montag beim Völkerbundsrat den Antrag gestellt, einen Sach- v e rst ä n d i g e n a us s ch u ß mit der Aufgabe zu betrauen, ein internationales Abkommen gegen Falschmünzerei und Herstellung falscher Banknoten vorzubereiten. Der Antrag geht serner dahin, diese Frage noch auf der jetzigen Tagung des Völkerbundsrats zu behandeln. In einem Schreiben vom 5. Juni, in dem Briand dem Völkerbundssekretariat seinen Schritt ankündigte, wird Ungarn zwar nicht offiziell genannt, aber der Wortlaut des Schreibens richtet sich doch in ungewöhnlicher Schärfe gegen die ungarische Regierung unter weitgehender politischer Schonung des ungari- schen Volkes selbst. In der Begründung des Antrages selbst wird ausgeführt, daß der französischen Regierung durch die näheren Umstände der Falsch- münzerei zum Schaden verschiedener Länder der Beweis erbracht worden fei, daß dieser Falschmünzerei nicht nur der einzelne Staat zum Opfer fällt, sondern daß die Folgen auch angesichts der finanziellen und wirtschaftlichen Solidarität auf mehrere Staaten übergreifen können. Die Pflicht aller Staaten sei es daher, auf Mittel zur gegenseitigen Hilfe bedacht zu sein. Das Schreiben Briands regt dann an, ein internationales Abkommen zustande zu bringen, das die Möglichkeit bietet, international gegen die Attentate auf die Währung der einzelnen Länder vorzugehen. Der ungarische Ministerpräsident B e t h l e n soll, als er von der Veröffentlichung des Briefes Briands Kenntnis erhielt, erklärt haben, daß er sich dazu noch nicht äußern könne, doch fühle sich Ungarn, das nicht genannt sei, auch nicht getroffen.(!) tzungerzölle unü prieftergehälter. Protestreik in Prag. Prag. 7. Juni.(Vom Vertreter des WTB.) Die tschechisch- sozialistischen Parteien und die Kommunisten begannen heute die für diese Woche vorgesehenen Protestaktionen gegen die Agrarzölle. Um 11 Uhr vormittags wurde in allen Fabriken der Maschinen- und Metallindustrie die Arbeit für eine Stunde eingestellt. um Pretestversammlungen abzuhalten. Bon tschechisch-nationalsozia- listischer Seite wird schärfster parlamentarischer Kamps gegen das Gesetz betreffend die Regelung der Priestergehälter angekündigt. Die parlamentarische Situation wird durch die Forderung der Tschechoslowakischen Volkspartei, das Priestcrgesetz noch vor dem Staatsbeamtengehaltsgesetz zu erledigen, insofern erschwert, als da- durch das Zustandekommen der ursprünglich für das Staats- beamtengehaltsgesetz vorgesehenen tchechischen bürgerlich-sozialistifchen Koalition gefährdet erscheint. Die Zollmehrheit aus den tschechischen und den deutschen Agrariern und der tschechsslowakischen Volkspartei hofft, die Agrarzcll- und die Priestergehaltsvorlage noch im Laufe des Monats Juni erledigen zu können. Sinö Sie intelligent! Von Hans Bauer. Liebhabereien sind Privatsache. Sofern einer mit ihnen nicht in die Rechte seiner Mitmenschen eindringt, geht es niemanden etwas an, wie er seine Mußestunden verbringt. Es wäre also noch schöner, wenn der Kakteenzüchter, der Briefmarkensammler, der Kaninchen- freund der Oeffentlichkeit Rechenschaft über sein« Neigungen ablegen sollte. Auch der Rätselenthusiast hat selbstverständlich seine Existenz- berechtigung und darf sich vielleicht sogar rühmen, seine freie Zeit mit einer besonders anregenden Beschäftigung auszufüllen. Aber wenn man feststellt, daß all die Kreuzwort-, Zusammensetz- und Denkaufgaben, die da in allen möglichen Zeitungen gestellt und über- eifrig verschlungen werden, ein einwandfreies Spiel bedeuten, so muß doch auch betont werden, daß sie keinesfalls mehr als ein Spiel sind, daß sie nimmermehr in den Rang eines Intelligenzprüffteines erhoben werden dürfen. Di« Fähigkeit, schnell Rätsel und Scharfsinnsaufgaben lösen zu können, ist kein Mittel, seinen Geist unter Deweis zu stellen, sie ist eine Fertigkeit, die zu erkennen gibt, daß jemand über gewisse geographische und literaturgeschichtliche, also ganz formale Kennt- nisse verfügt, oder daß er Talent für eine ganz bestimmte und scharf abgegrenzt« Seite des Denkens hat: für die mathematisch«, analy- sierende. Ueber die Gesamterscheinung seiner Geistigkeit ist damit so gut wie nichts gesagt. Wenn da nun also gleich, unter dem Eindruck der unbestreitbaren Ta.sache, daß beispielsweise das Kreuzworträtsel sich viel« Freunde erworben hat, in Hamburg ein Deutscher Denksport- verband gegründet wird, der eine Deutsche Denksport-Zeitung herausgibt und wenn die„Ufa" daran geht, Denksportfilme zu drehen, so winken wir freundlich ab. Es ist wahrlich besser, darüber nachzu- denken, wie alt Hanni ist, wenn Fanni 17 Jahre zählte, als Ranni dreimal so alt als Hanni war, und sich den Kops über den Namen einer Sagengestalt aus der Edda zu zerbrechen---, es ist dies besser, mein« ich, als seine Abende beim Kartenspiel oder beim Soznaps zuzubringen, aber wir wollen doch nicht so tun, als bewirke der Denksport eine geistig« Auslese und als ließe sich dos geistige Niveau unseres Volkes durch ihn wesentlich bei,. Im Gegenteil, im Uebermaß betrieben, verdummt er, weil- rer unsinnigen Ueberschätzung des angelesenen und mechanisch..ssens ucrd eines spitzfindigen, spintisierenden Denlens verleitet, mehr noch, weil er ein Mittel werden kann, vom Durchdenken realer und aktueller geistiger Zusammenhänge und lebensfrischer politischer Probleine ab- und auf«ine tote, grüblerische und konstruierte Problematik hin- zulenken. Das Denken um seiner selbst willen ist eine amüsante Gehirn- akrobatik. Erkenntnisse verschafft es so wenig wie die Metaphysik der Akten oder die Scholastik des Mittelalters. Es ist das Sahnen- bonbon des Geistes, das sich nur gelegentlich der zusetzen sollte, der dauernd durch die kräftige Nahrung eines auf die Veränderung der Welt und die Durchschouung ihrer Umwandlungsbedürftigkeit gerichteten Denkens genießt. Sind Sie intelligent? Dann lösen Sie nicht zuviel Intelligenz- aufgaben! Ebert unü Geser. Es war am bewölkten Nachmittag eines Herbsttages, wenige Monate vor Eberls Tode, als das Gespräch auf Oeser kam. Heuie darf die kleine, ach so lehrhafte und bittere Geschichte erzählt werden. Ebert saß am Schreibtisch, in seinem geräumigen Arbeitszimmer, dessen Fenster sich nach dem großen Park öffnen. Später ging er zu dem Tisch, der nahe der Rückwand, im Halbschatten steht. Dort blieb er, verstimmt und überraschend abgespannt. Er sprach von der Eisenbahnausstellung, die er des Vormittags in Seddin gesehen hatte. Sie beschäftigte ihn andauernd. Aber nicht nur der technischen und industriellen Leistung wegen, auch wegen eines Vorkommnisses, das ihm nicht aus dem Kopf gehen mochte. Auf dem Gelände der Ausstellung, weit draußen, zwischen Pots- dam und Treuenbrietzen, mitten im Walde, standen, wie üblich. zahlreiche hohe Masten, an denen Flaggen und Banner hingen: tie Farben Preußens, Brandenburgs, Berlins, daneben, um der Lustigkeit willen, inancherlei unheraldische Buntheiten. Die Reichs- färben fehlten. Das war Ebert sofort aufgefallen, umso peinlicher, als er solcher Ungehörigkcit schon häufig begegnet war. Hier aber tränkte es ihm mehr als sonst, weil soeben noch von Oeser, der ihn führte, berichtet worden war, wie diese Uebersicht deutscher Eisen- bahntcchnik die internationale Aufmerksamkeit errege, so daß von weither, vom Balkan, aus Skandinavien, aus Rußland maßgebende Besucher kamen. Dazu Zehntausende von Berlinern. Während Ebert sich so erinnerte, wurde er beinahe finster und grimmig:„Ich wollte Herrn Oeser nach der Reichsflagge fragen, wollte ibn zur Rede stellen. Aber ich habe es unterlassen: ich konnte den verdienstvollen und treuen Mann nicht vor seinen Beamten bloßstellen.. Immerhin, es wirkt niederdrückend, ein Volk, so zertlüftet, so würdelos, so gehemnit durch Unklarheit und Mangel an Einsicht, so blind für das Notwendige" Er hob die Hand, schwer und schleppend: sie streckte sich entschlossen:„Ich werde jedenfalls Ausstellungen und dergleichen Veranstaltungen, wenn sie die Reichs- flagge meiden, nicht mehr besuchen." Ebert saß leicht zusammengesunken, ein Sorgender, der den Ausweg sucht._ r. b. Ein Scheiterhaufen von heute. In der Santisstma-Annunziata- Kirche zu Florenz hatte den ganzen Monat Mai hindurch der Pater Leonardo da Prato vor einer großen Gläubigenschar eiservolle Predigten gehalten. Die am ZI. Mai gehalten« letzte Predigt war eine scharfe Kampfansage gegen die„unmoralische Literatur", die in der letzten Zeit auch in Italien in erschreckender Weise überhand- genommen habe und für die Jugend ein« Gefahr bilde. Als die Predigt zu Ende war, jaouneste sich vor der Kirche ein« ungeheure Menschenmenge, die einen Haufen pornographischer Literatur zu einem großen Scheiterhausen ausschichtete und diesen in Brand steckie. Während die lodernden Flammen zum Himmel stiegen, sandte Pater Leonardo ein Telegramm an Mussolkni, um ihm von dem Ereignis Kunde zu geben und ihn für den weiteren Kampf gegen die un- moralische Schundliteratur scharf zu machen, damit Italiens Jugend gerettet werde. Der Schmetterling mit der Saugflasche. In England gibt es eine Schmetterlingsfarm, die von dem bekannten Lepidopteristen L. W. Newinon geleitet wird und die Zoologischen Gärten Englands und der Kolonien sowie zahlreiche Schulen mit schönen und seltenen Schmetterlingen versorgt. Ein Besucher dieser eigenartigen Zucht- anstalt erzählt uns allerlei von der Art und Weise, wie die zarten Falter hier aufgezogen werden. In einem Treidhaus befinden sich viele mit Gaze bedeckt« Käfig«, unter denen man die bunten Farben flatternder Flügel schimmern sieht. Seltene Schmetterlingsarten werden überall gesammelt und hierher gebracht, wo sie sich unter günstigen Bedingungen weiter entwickeln.„In diesem Käsig sind die Schwalbenschwänze," sagte der Leiter der Farm.„Sie sind außer- ordentlich zahm und fressen von der Hand dessen, den sie kennen. Es ist große Nachfrage nach diesen schönen Tieren, die vielfach für Gärten bezogen werden." Wenn die Schmetterling« hungrig sind, so saugen sie Zucker und Wasser oder auch flüssigen Honig von der Handfläche des Züchters, auf die sie gesetzt werden. Schwächliche Exemplar« werden„mit der Flasche" genährt. Dies«„Saugflasche" besteht in einem Stückchen Baumwclle, das in Zuckerwasser ge- tränkt ist. Der Schmetterling, der besonderer Pflege bedarf, wird aus dem Käfig genommen, und man hält ihm so lange das Baum- wollstückchen vor, bis er die nötige Nahrung zu sich genommen hat. Für manch« seltene Schmetterling'arten werden bis zu 599 M. be- zahlt. Die größte Ausstellung der Welt. In Philadelphia ist soeben eine Ausstellung zur Feier des ISO. Geburtstages der Vereinigten Staaten eröffnet worden, die die größte Veranstaltung dieser ?lrt ist, die bisher geschaffen wurde. Man hat Philadelphia zum Ort der Riesenschau gewählt, weil hier am 4. Juli 1776 die Erklärung der Unabhängigkeit erfolgte. Das Ausstellungstcrrain be- deckt einen Raum von 40 Hektar in dem League Island Park und einen ebenso großen Raum in dem anschließenden Navy Pard. Man hat der Ausstellung den Namen„R e g e n b o g e n st a d t" verliehen, weil die Gebäude in bunten Farben angemalt und des Nachts durch vielfarbige Beleucktuna erhellt werden. Die Scheinwerfer, die eine Stärke von 6 300 000 Kerzen haben, find noch in New Pork, 150 Kilometer entfernt, sichtbar. 20 Millionen Dollar sind für die Errichtung der Bauten ausgegeben worden, unter denen sich ein Stadion für 100 000 Menschen und eine Halle für 20 00» Menschen befinden. Es wurden 20 offizielle Gebäude von den Staaten der Union und von fremden Nationen errichtet. � Die großartigste Auslandsabteilung ist die der Japaner, die allein eine Million Dollar aufgewandt haben._ 7 ortrag». Fn der Psychotoglichen Gcsellichast lprich! Dmnmktan. 10.- 8 Ulli', 5turiulitendamiii 45, D r. D e r t über»Psychologisch« Grundlagen der Aefthetit". Pleitegeier. Trotz aller Millionen aus Zsürstenschatullen. In den Zentralen für Volksverdummung, die jetzt ihre papiernen Fluten für den Fürstenraub am Volts- vermögen auf das Land ausströmen lassen, herrscht der Pleitegeier. Trotz der Millionen, die ebenso aus den Kassen der ehemals regierenden imd der auch schon vor dem Kriege nicht mehr regierenden Fürstengeschlechtcr, wie aus denen der Industrie und der nolleidenden Land- Wirtschaft fließen, langt das Geld nicht, um die Wünsche zu befriedigen, die aus dem Lande kommen. Vor uns liegt das folgende deutschnationale Rundschreiben an die Landesverbände: Deutschnationale Dolteparter Berlin SW. 11, den 3. Juni 1926. Hauptgeschäftsstelle. Bernburger Str. 24, 1. Rundschreiben Nr. 51. An alle Landesverbände und Kreisoereine. trin Landesverband teilt uns mit, unser Rundschreiben Nr. 46, in dem wir pflichtgemäß daraus hingewiesen haben, daß wir leider nicht alle Materialbestellungen in voller chöhe erfüllen können, habe Verwirrung heroorgerufen. Wir bedauern das außerordentlich. Wir haben wiederholt erklärt, daß wir versuchen wollen, ixe kostenlose Belieferung mit Material in bescheidenen Grenzen durchzuführen fliehe Rundschreiben Nr. 38 vom 12. Mai— Punkt 6). Wir haben bis heute noch nicht die Hälfte der in Aussicht gestellten Mille! und brauchen wohl nicht besonders zu betonen, daß wir nur das verschicken, was wir bezahlen können. Außerdem sind von verschiedenen Organisationen Bestellungen in so unsinniger höhe hier eingegangen, daß eine Reduzierung unbedingt erfolgen mußte. Nach den vorliegenden Anforderungen müßten wir eine Auflage von LvMillionen Flugblättern und 90Millionenhand. zetteln herstellen lassen: wie wir das bezahlen sollen, ist uns schleierhast. Wir haben wirtlich alles getan, was in unseren K r ä f t c�n storch, und die Verteilung so vorgenommen, daß sie eine angemessene und gerechte wurde. Die Kreisvereine, die durch unser Rundschreiben Nr. 46 verwirrt worden sind, haben ganz fraglich den Fehler gemacht, unsere Rundschreiben nicht richtig zu lesen, wir haben oft genug aus di« katastrophale Lage der hauplgejchästsstclle hingewiesen, so daß ein Grund für diese unberechtigten hohen Erwartungen in bezug auf k o st e n l o s e Belieferung nicht bestand.... Wir betonen noch einmal, daß wir uns frei wissen von jeder Schuld: wir haben alles überhaupt Mögliche getan. Seit drei Wochen liegen unsere Entwürfe sertig hier vor. hätten wir die nötigen Mittel gehabt, wären Sie schon längst im Besitz allen Materials: so haben wir erst gestern mit dem Versand beginnen können. Mit deutschem Gruß Der Hauptgeschäftsführer: gez. Dr. M. Weiß. Dos Klagelied über die leeren Kassen ist wirklich reizvoll. In Bestellung gegeben sind Drucksachen in solcher Auflage, daß wahrscheinlich mehrere Millionen Mark nicht ausreichen werden, um sie zu bezahlen. Das zusammen- geraubte, erheiratete und„ersiegte" angebliche Privateigentum der hohcnzollern, Wittelsbacher, Wettiner u-nd all der anderen Geschlechter ist den Reaktionären zwar diverse Messen wert. Und sie bieten alles Gehirnschmalz aus, um den Raub am Volksocrmögen auch für die Zukunft zu sichern. Die„Landes- verbände" nehmen die Erzeugnisse der Berliner Lügenzentrale natürlich mit Wonne, aber daß sie dafür auch noch be- zahlen sollen, das ist wirklich„verwirrend". Srasilien und der Völkerbund. Tie ersten Ankündigungen über den Austritt. pari». S. Zum. lwlv.) Roch einer„Matin"- Meldung aus Rio de Zaneiro verössentiichte die Zeitung„O Globo" gestern einen längeren Artikel, in dem gesagt wird, daß Brasilien, da der Völkerbund eine europäische Einrichtung werde, statt eine Weltinstitution zu sein, in einigen Tagen seinen Austritt aus dem Bunde einreichen und Europa somit seinem Schicksal überlassen werde. Die amtlichen brasilianischen kreise weigerten sich. diese Nachricht, die inspiriert zu sein scheine, zu bestätigen oder zu widerlegen. Nachdem in der gestrigen Sitzung des Dölkerbundsrats Brasilien demonstrativ seinen Ratssitz hatte leerstehen lassen, folgt heute die erste, von amtlichen Kreisen unwidersprochene, damit bestätigte Nachricht, daß Brasilien überhaupt plane, aus dem Völkerbund auszuscheiden. Die Regierung in Rio de Janeiro wird jedoch mit ihrer Drohung,„Europa seinem Schicksal" zu überlassen, auf unserem Kontinent nicht allzuviel Bestürzung erregen. Die den Gesamtinteressen der inter- nationalen Bundesgemeinschaft entgegengesetzte Politik Bra- siliens dürfte der europäischen Befriedung nicht gefährlich werden. Das vorläufige Ausscheiden dieses südamerikanischen Staates, dessen Haltung die Politik von Locarno in Gefahr brachte, wird im Gegenteil die Aufnahme Deutschlands in den Bund außerordentlich erleichtern: seine Gegenstimme im Rat fällt ja dann hinweg. Das, was der Völkerbund in Süd- amerika an Ansehen durch Brasiliens Austritt einbüßt, wird er in der Welt durch Deutschlands Aufnahme doppelt und dreifach wieder einholen. Im übrigen bedeutet eine Kündigung des Völkerbunds- vertrage? durch Brasilien zunächst nur, daß Brasilien auf die Ausübung seiner Mitgliedsrechte verzichtet. Es bleibt vor- läufig noch Bundesmitglied. Es besteht nämlich eine Kün- digungsfrist von zwei Iahren. Vorher wird der Austritt nicht rechtswirksam. Und ehe zwei Jahre herum sind, wird noch mancher Tropien Wasser die brasilianischen Urwaldflüsse hin- unter in den Atlantischen Ozean fließen. Dr. Grinius lilauflchcr Staatspräsident. Der litauische Sejm wählte mit 59 von 79 Stimmen den Abg. Dr. Grinius zum Präsidenten der Republik. Er gehört zur stärksten Fraktion, den Laudinnikai, sogen. Vo'k-sozialisten. Segnungen de» Faschismus im..napoleonischen Zahre". Aus einer vergleichenden Statistik des französischen Landwirtlchasts. Ministeriums geht hervor, daß Italien den leuersten Brot- preis in Europa aufweist. In französischen Franken umge- rechnet kostet ein Kilo Brot in Mussolinien 3,40, in England 3,33, in der Schweiz 3,22, in Spanien' 2,85, in Belgien 2,22 und in Frankreich 2,10 Franken. Auch an der Grenze Französifch-Südchinas haben seit dem so. Mai an der T o n k i n. Grenze in der chinesischen Provinz Kuanesi heftige sremdenseindliche Kundgebungen stattgefunden. Die Eedärde ausllndifchcr Glaubensmissionen und das Zolloerwoltungs- gcbäude wurden geplündert. Kollegen. In ein Lebensmittelgeschäft tritt abends gegen Geschäftsschluß ein Mann mit einer Tasche voll Kleingeld, das er in wohlgeordneten Häuschen der Verkäuferin am Ladentisch vorzählt, um es ein- zuwechscln. Es ist ein ganz ansehnliches Sümmchen, etwa 8 bis 10 Mark. Auf den ersten Augenblick könnte man den Mann für irgendeinen Angestellten halten. Bei näherem hinsehen erkennt man in Haltung und Blick unzweifelhaft den Bettelnden. Das scheue und unstet umherirrende Auge, die leicht gekrümmte Neigung des Ober- körpers und vor allem die Handstellung. Diese Hand besteht bloß aus Innenfläche, die, gleich einem Gefäß, halb fordernd, halb bittend, sich allen entgegenstreckt. Sorgsam ordnet er die Papierscheine in seine Rocktasche, das restliche Kleingeld steckt er lose in seine Westen- tasche. Im gleichen Augenblick tritt ein alter, gebrechlicher„Kollege" in den Laden, nicht um Kasse zu machen; er ist noch im„Dienst", humpelt derart an den Ladentisch und brabbelt seinen altgewohnten Vers. Die Verkäuferin reicht ihm ein Geldstück, der glückliche Kollege verleugnet ihn, reckt sich innerlich hoch und geht stolz an ihm vorbei. Draußen blicken sehnsüchtige Augen auf alle die Herrlichkelten, die das Schaufenster birgt. Ein dürftig gekleideter, elend aussehender junger Mensch ist's. Schwach und mürbe ist er, von viele» zerstörten Hoffnungen und ewig nagendem Hunger. Müde zieht er seinen Weg weiter, tausend Pläne im Kops zerwühlend und doch immer noch den Trost im herzen, den Jugend und innere Schönheit gibt. Zu Hause findet er kaum ein Stücklein Brot, und es hungert ihn nach ganz anderem. Inzwischen sitzt unser Geldwechsler bereits froh- geniut bei Wurst und Bier, treibt Politik, scherzt mit der Wirtin und sieht voll Zuversicht dem nächsten Tag entgegen. Der weniger tüchtige alte Zunftgenosse torkelt immer noch weiter. Jetzt, wo die Geschäfte geschlossen und die Passanten zerstreut, versucht er in den Bierwirtschasten noch ein paar Geldstücke zu erhaschen. Zu Hause sitzt der wirklich Arme und kämpft verzweifelt den bösen Hunger nieder, der mit seiner lebensbejahenden Brutalität all das Feine, Zarte verdrängen will, das fein eigentliches Leben erfüllt. vas gestrige Unwetter. Schwere Blitzschäden. Wie wir nachträglich erfahren, sind bei dem gestern über Berlin niedergegangenen Unwetter eine Reihe von Personen durch Blitz- schlüge zum Teil schwer oerletzt worden. So wurde aus dem Neubau a» der Ecke Körner- und Lothar-Bucher-Straße in Steglitz der 44jährige Maurer Hermann Schönefeld aus Lehnin von einem Blitzstrahl getroffen. Mit einer schweren Lähmung wurde er in das Schöncberger Krankenhaus eingeliefert. Weiterhin wurde die 33jährige Näherin Klara Fiedler, aus der Wiener Str. 29, die in einer hutfabrik in der Leipziger Straße angestellt ist, beim Nähen an einer elektrischen Nähmaschine von einem Blitz getroffen. Sie erlitt eine Lähmung an beiden Händen und erhielt auf der nächste» Rettungsstelle erste hilse. Ein dritter Fall wird aus der Pücklcfltraße 16 gemeldet, hier wurde die 28jährige Margarete Scholz durch einen Blitzschlag an den Armen schwer gelähmt und verlor außerdem die Sprache. Die Ver- unglückte mußte in ein Krankenhaus überführt werden. Eine größere Anzahl von Personen, die unmittelbar an Blitzeinschlagstellen stan- den. erlitten erhebliche Nervenanfällc. Glücklicherweise sind trotz der großen Zahl von elektrischen Entladungen mit darauf folgenden Einschlägen nirgends bedeutender Schaden oder durch Blitz entfachte Brände entstanden._ Bestätigung kommunistischer Stadträte. Der Obcrpräsident hatte nach der Wahl der unbesoldeten Mit- glicder des Berliner Magistrats Irnrch die Stadtverordnetenversamm- lung bekanntlich dem Kommunisten Rebe die Bestätigung versagt. An seine Stelle rückte nach der Vorschlagsliste der Studienrat Dr. Ausländer nach. Dieser ist jetzt, wie wir hören, vom Ober- Präsidenten als unbesoldeter Stadtrat b e st ä t i g t worden. Seine Einführung und Vereidigung dürfte in einer der nächsten Stadtver- ordnetensitzungen erfolgen. Ebenso ist im Bezirk Köpenick die Bestätigung des dort zum Stadtschulrat gewählten kommunisti- schen Stadtverordneten und Studiendirektors Goß erfolgt, der ebenfalls noch im Laufe dieses Monats in sein Amt eingeführt werden soll. Ein glücklicher Flugzeugabsturz. heute vormittag kurz nach 10 Uhr stürzte bei Lankwitz in der Nähe der Krippsteinstraße ein von der Fliegerschule in Staaten kommendes und mit zwei Mann besetztes S p o r t f l u g- zeug in ein Kornfeld ab. Wegen Motordefektcs war der Pilot zu einer Notlandung gezwungen und hierbei überschlug sich der Apparat in etwa 15 Meter höhe, prallte auf den Erdboden auf und ging in Trümmer. Wie durch ein Wunder wurde der Pilot Dungern und der Motorführer Sturz nur unerheblich verletzt._ Tie Plakate zum Volksentscheid. Die Bekanntmachung des Magistrats über die einzelnen gesetzlichen Bestimmupgen des Voltsentscheids auf F ii r st e n e n t e i g n u n g am 20. Juni hängt zurzeit an den Litfaßsäulen. Prompt setzt die handgreifliche Sabotage der Gegner ein. Bekanntmachungen sind abgerissen, beschädigt oder ver- schmiert worden. Jeder, der daran interessiert ist, den Fürstcnraubzug abzuwehren, lese die Bekanntmachung eusmerksam durch. Wer am 20. Juni nicht in Berlin ist, besorge sich einen Stimmschein, die bis zum 19. Juni an der zuständigen Magistratsstelle zu erhalten sind. Vom6. bisl3. JuniliegendieWählerlistenaus! Nie- mand versäume nachzusehen, ob er in der Wählerliste steht. Auf jedeStimmekommtesan. Der 20. Juni muß ein Siegestag des deutschen Volkes, ein Tag des Gerichts über die Habgier der Fürsten werden. Dazu alle Kräfte anzuspannen, ist die harte Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen. Nationalistische Propaganda in der Schule. Zu der am 4. Juni in der Abendausgabe(N. 259 veröffent- lichten Mitteilung aus Weihensee schreibt uns Oberstudien- direktor Heyn, der Leiter der dortigen höheren Lehranstalt(Re> form-Realgymnasium mit Ober-Realschule): .„Zu den Bemerkungen der Notiz habe ich nichts hinzuzusetzen, aber ich darf wohl berichtigen, daß die Zettel nicht i n d e r Schule ausgelegt bzw. oerteilt worden sind. Der Tatbestand ist folgender: Der den Zettel unterzeichnende Gruppen- führcr h. hat die Zettel morgens?�8 Uhr vor der Schule verteilt. Ich, der ich im Hause wohne, wurde sofort von einem Kollegen darauf aufmerksam gemacht und ersuchte den Mann, die Verteilung zu unterlassen, h entfernte sich dann auch aus der Nahe der Schule. In der Prima sind die Zettel, wie ich festgestellt habe, in den Papier- korb gewandert. Ich muß feststellen, daß Schule und Lehrer sich korrekt verhalten haben." Die Korrektheit des Verhaltens der Schule, des Lehrers und des Oberstudiendirektors stellen auch wir mit Befriedigung fest. Daß die von uns gerügte Verteilung der Zettel des„Deutichen Iugcndbutrd Bismarck" von der Schule oder einem Lehrer besorgt oder angeordnet worden sei, haben wir nichr behauptet. Den M i ß- brauch der S ch ulen zu Propaganda zwecken, den deutsch- nationale und völkische Kreise treiben, haben wir pflichtgemmäß fest- genagelt. Mißbrauch der Schulen nennen wir auch das, daß so ein . Jugendbund" feine Werbezcttel vor den Schul-! Häusern verteilen läßt. Od-rs':'nd! Oi.it H.-qn m; sie jeien nicht auch in der Schule ausgelegt bzw. perle ill' worden. Er weiß nicht, daß der auf der Straße stehende Verteiler auch mal einem Schüler ein ganzes Paket eingehändigt hat, das dann in der Klaffe weiterverteilt wurde. Auch keiner der Lehrer scheint davon gewußt zu haben, sonst wären doch wohl die Zettel nachträglich abgefordert und beschlagnahint worden. Die ausdrückliche Erklärung, daß die Verteilung vor dem Schulhaus sofort nach der Meldung nicht weiter geduldet worden ist. scheint uns das Wesentliche an der Zuschrift des Obcrstudiendirektors Heyn zu sein._ Ter ängstliche Torfschulze von Erkner. Erkner stand am Sonntag im Banne der Reichsiarbe». Ueberall wehten die Farben, auf dem Wasser, über den Straßen als lange Transparente an hohen Masten, vom Bahnhof und über- all aus den Lokalen. Schon in den Vormittagsstunden trafen die umliegenden Kameradschaften ein. Slls sich der Zug durch die Straßen zum Festplatz bewegte, waren ungefähr 2000 Kameraden versammetl. Bei der Begrüßung durch den Borsitzenden teilte dieser mit, daß der Do rsschulze von Erkner es abgelehnt habe, die versammelten Kameraden und das neue Banner zu begrüßen. Leider hatte auch das Landratsamt des Kreises Niederbarnim keinen Vertreter entsandt. Senatspräsident Groß mann hielt die Fest- rede. Stürmisch begrüßt wurden seine festen Worte zur Flaggen- frage und seine Aufmunterung, am 20. Juni an die Wahlurne zu gehen. Wir müssen wählen. Wir wollen, daß das gleiche, ge- Heime Wahlrecht gesichert bleibt. Im Kampf der Fürsten stehen wir auf seiten der Volkskreise, die nicht wollen, daß den Fürsten noch Gelder nachgeworfen werden. Kamerad K ü t e r vom Gauvorstand weihte das neue Banner. Auf dem Wege zu den Lokalen wurde ein Transparent stürmisch belacht, das verkündete:„Um zu gelten, niüssen sich die Nullen immer hübsch rechts halten." Tie Erdrosselung des Strastenhandcls. Die Ortsgruppe Berlin des Rcichsverbendcs ambulanter Ge- werbetreioender hat am Sonnabend nach der Königsbank, Große Frankfurter Straße 117, eine Versammlung einberufen, in der G:- nosse Brendel über die volkswirtschaftliche Bedeu- tung des Straßenhandels sprach. Er führte aus, daß cs in Berlin 20 000 bis 30 000 Straßenhändler und 167 lX>i in Preußen gebe. Wandergewerbstreibende, also solche, die auf Märkte und Messen ziehen, existieren in Berlin 19 000, In Deutsch- land 200 000. Die Zahl der Schausteller kann man auf ungefähr 1500 bemessen. Diese Statistik ergibt sich aus der Zah! der gelösten Wandergewerbescheine. Für diele Scheine ist eine Gebühr von 40 bis 150 M. zu zahlen. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach den Gegenständen, die die Gewerbetreibenden zu verkaufen beab- sichtigen. Es bedarf keines Beweises, daß niil der Verstärkung der Arbeitslosigkeit auch die Zahl der ambulanten Gewerbetreibenden zunimmt. Nun sind in den meisten Städten, auch in Berlin, niäit alle Straßen für den Straßenhandel freigegeben. In Berlin ist auf 160 Straßen und Plätzen das Handeln verboten und zwar ist hierbei die Berkehrsfrage entscheidend. Es ist nämlich behauptet worden, daß durch den Straßenhandel sehr viele Ilnsälle entstehen. Wie die Statistik beweist, ist diese Behauptung irrig. Es beginnt jetzt die Obstzeit 40 bis 50 Zentner pro Tag kommen durch- schnittlich an Obst nach Berlin und es ist nachgewiesen, daß 70 b i s 80 Prozent dieses Ob st es durch den Straßenhandel verkauft werden. Es wirkt als P r e i s r e g u l a t o r. Ebenso ist der Straßenhandel wichtig für den Verkauf vor. Eis, Würstchen, Limonaden und vor allen Dingen für die Einführung billiger Neuheiten auf jedem Gebiete. Iin Preußischen Landtag ist gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten ein Antrag angenommen morden, der eine Bcschränkuna des Straßenhandels und bei neuen Erlaubniscrtcilun- gen eine genaue Prüfung der Bedürfnisfrage und der Zuverlässigkeit des Antragsstellcrs fördert. Gegen die beabsichtige Erdrosselung des volkswirtschaftlich geradezu unentbehrlichen Straßenhandel?-. inuh mit allen Mitteln Front gemacht werden. Eine Entschließung in diesem.Sinne gelangte zur Annahme. ftNOktf Berliner in Lübeck. Anläßlich der 700-Iahr-Feicr der Reich sfrciheit Lübecks veranstaltete die Reichsbahndirektion Berlin am Sonn- abend eine Sonderfahrt nach Lübeck. Der recht gut gefüllte Zug verließ um 11 ilhr 50 nachts Berlin und langte gegen'AI Uhr morgens auf dem Lübecker Hauptbahnhof an, wo den Gästen von einem Vertreter der dortigen Stadtbehörde ein herzliches Will- t o m m e n entgegengebracht wurde. Unter kundiger Führung fand dann eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Lübecks stall. Nur wenige Schritte vom Bahnhos entfernt wird das Holstenior durchschritten. Links, auf einem kleinen Nebenarm der Trave, liegr eine nachgebildete Hansekogge. Unter Deck der Kogge befindet sich eine interessante Sammlung von Siegein der alten Hnnst- städte, die aus verschiedenen Jahl Hunderten stammen und über die Entwicklung von Schiffstypen reichen Aufschluß geben. Die äußere Erscheinung der Kogge gibt das Bild eines bewährten lübischen Kauffarteischiffes aus der Jürgen Wullenwewer-Zeii recht getreu wieder. Das bedeutendste Kunstwerk der Hansestadt ist die St. Marienkirche. Am Nachmittag beteiligten sich die Gäste an den Veranstaltungen der Stadt. Gegen 8 Uhr abends brachte der Zug die Berliner Gäste in die Reichshauptstadt zurück. Berliner Ztndcnkenwnhlen. Die Neuwahlen zur Studentenvertretung an der Universität Berlin, die aus Initiative der sozialdemokratische« Studenten vom Kultusministerium angeordnet wurden, finden am 2 2., 2 3.und 2 4. Juni statt. Besondere Bedeutung gewinnen diese Wahle» dadurch, daß die Studenienschast Gelegenheit haben wird, mit völkischer Verhetzung und„treudeutscher" Unterschlagung:- Politik(Fall Lehmann u. a.) abzurechnen. Die sozialistischen«tu» denten gehen diesmal mit einer eigenen Liste in die Wahlen. Spitzenkandidaten sind die Genossen Heinz Krüger, W. von Pütt- kainer und P. Waluga. * Professor Lessing spricht in Berlin. Die Vereinigung sozialdemo- kratischcr Studenten veranstaltet am Freitag, den 11. Juni, abends 8 Uhr, im Plenarsitzungssaal des chemaligen Herrenhauses eine öffentliche P r o t e st k u n d g e b u n g gegen„die ungeheuerliche Vergewaltigung der geistigen Arbeit durch brutalste Gewalt und rück- sichtslosesten Terror" in bezug auf die Vorkominnisse in Hannover. Professor Th. L e s s i n g- Hannover, gegen den sick die studentischen Demonstrationen insbesondere richten, wird über„Staatsgewalt und akademische Freiheit" sprechen, Dr. E. I. K u m b e l- Heidelberg über „Geschichte der Relegationen an den deutschen Hochschulen". Heimgang eines Parkelvelcranen. Noch im vorigen Jahre, am 4. April, konnte unser langjähriger Genosse, der Hutmacher E m i l Wiese, seinen 80. Geburtstag feiern. Er hat dicfen Ehrentag nur wenig über ein Jahr überlebt. Vor einigen Tagen, am 4. Iun', ist Emil Wiese verschieden. Schon ini Jahre 1867 war der letzt Heimgegangene in Duisburg bei der Wahl Hasencleoers tätig und bereits 1875 Mitglied des Vereins zur Wahrung der Interessen der werktätigen Bevölkerung. Das Proletariat wird ihn nicht vergessen. Di? Einäscherung findet am Mittwoch, den 9. Juni, abends 8 Uhr, im Krematorium Gcrichtstraße statt. Arbeiter-Sänger-vund, Gau verlin. Geniäß dem Beschluß der Gal-Generalversammkung, daß alle Sänger sich. in den D i e n st i ü r den'Volksentscheid zu stellen haben, ersuchen wie alle Sangeogenossen. Montag, den 14. Juni, abends 7 Uhr. an der Demonstration i ni Lustgarten i e i l z u- n- b m c n. G-st'ii«"» r i d ins der Trep-e der N-.iroii va-'erie: „C esiro?• V'> c:".ich„Ich warte Uta". T.essjwÄt V*7 Uhr an der OewerMostsbewegung EinewenüungimenglischenSergbaukonflikt Verhandlungen zwischen Zechenbesitzern und Arbeitern. London. 7. Juni.(lllTL.) Der Sekretär des Bergarbeiter- Verbandes Cook gab bekannt, daß der Vollzugsrat des Berg- orbciterverbandes wahrscheinlich die Einladung der Grubenbesitzer zu Besprechungen annehmen wird. Die erste Besprechung soll morgen nachmittag stattfinden. Cook äußerte: Es ist möglich, daß dabei eine Aussprach e über eine Regelung stattfinden wird, durch die die Löhne und die allgemeinen Lebensbedingungen für die Bergarbeiter ausrecht erhalten werden. Ich sehe aber keine Hoffnung auf eine Regelung, fall» die Grubenbesitzer den Acht- stundentag oder eine Lohnherabsehung verlangen. Der Vorsitzende des Bergarbeiterverbande« Smith erklärte: Allem Anschein nach wird der Streik sich lange hinziehen müsien, aber wir werden siegen. Der Zentralverbanü ohne Lanöarbeiter. Er nimmt Geld, hat aber keine Mitglieder. Die Gauleitung Stettin des Deutschen Landarbeiterverbandes erhielt folgendes Schreiben: „Regierung, Abt. für Domänen und Forsten. III.?. 2 Nr. 1493. Stettin, den 4. Mai 1926. Unter Bezugnahme auf unser Schreiben vom 3. April 1926— !I R 2 Nr. 1163—, betreffend Lohnstreitigkeiten in den Ober- nstereien Eggesin und Jädkemühl, ersuchen wir, noch einen weiteren Betrag von 1,50 Mark an die hiesige Regierungshaupt- isse zu zahlen. Diese Summe sollte der Zentraloerband der audarbeiter zahlen. Wegen Auslösung des Verbandes konnte der betrag aber nicht eingezogen werden. Wegen des Jahresabschlusses ersuchen wir um größte Be- s hleunigung. 3. 21.: gez. Müller/ Die Unterstützung des deutschnationalen Zentraloerbandes durch die landwirtschaftlichen Unternehmer hat also nicht verhindern können, daß diese Organisation in Pommern ein unrühmliches Ende gefunden hat. Nicht einmal der Betrag von 1,50 Mark kann vom Zentraloerband erhoben werden. Was diese gelbe Organisation freilich nicht hinderte, mit dem Pommerschen Landbund ein«„Ar- beitsgemeinschaft" einzugehen. Es wäre ein« Preisfrage, zu entscheiden, wer von den Draht- ziehern der beiden gleichmäßig deutschnational-völkischen Gebilde bei dem Geschäft der Betrogene, wer der Betrüger ist. Jedenfalls sind die Agrarier, sowohl die im Ponunerschen Landbund als auch die im Zentralverband ohne Landarbeiter im Nehmen groß: wenn sie zahlen sollen— und sei es auch nur lumpige 15 Groschen— dann find sie bankerott._ die Unterschlagung von Krankenkassenbeiträgen. Gegen Unternehmer, die die Abzüge behalten. In einer allgemeinen Verfugung des preußischen Justizministers wird unter chinweis auf die Notlage der Krankenkassen die Not- wcndigkeit betont, mit Nachdruck gegen solche Arbeitgeber e i n z u- schreite», die vorsätzlich Beitragsteile, die sie den Beschäftigten cinbehalte» oder von ihnen erhalten haben, der berechtigten Kasse vorenthalten, oder die sonst den§§ 522 sf. der Reicheoersicherungs- ordnung zuwiderhandeln. Die Strafverfolgungsbehörden werden, dem„Amtlichen Preußischen Pressedienst" zufolge, angewiesen, der Vekchnxfung solcher Straftaten ihre besondere Ausmertsamkeit zu- zuwenden und durch entsprechende Strasanträge, gegebenenfalls durch Einlcgung von Rechtsmitteln, auf eine angemessene Be- st r o s u n g hinzuwirken. Es ist bezeichnend, daß es erst einer besonderen Verfügung bedarf, um gewissen Elementen unter der Arbeitgeberschaft die B e- griffe von Mein und Dein beizubringen. Durch jahrzehnte- 'ange Rücksichtnahme auß diese„S e l b st v e r b r a u ch c r" der den Arbeitnehmern abgezogenen Beiträge haben sich diese Herrschaften daran gewöhnt, diese Gelder zu behalten und durch das Geschrei über die„sozialen Lasten" ihr weites Gewissen zu be- ruh'gen. Kam schließlich der Gerichtsvollzieher, dann war, dank der„preußischen Einrichtung" dieser Zierden des„gewerblichen Mittelstandes" nichts bei ihnen zu holen und die Arbeiter, denen die Beiträge auch von den allernicdrigften Löhnen abgezogen wurden waren die Geschädigten. Es ist wirklich an der Zeit, diese Herrschaften endlich dazu zu erziehen, die der Krankenkasse gehörenden Gelder regelmäßig und pünktlich an die Kasse abzuführen— auch dann, wenn die Kränken- -lassen nicht in einer Notlage sind. Traurige Zustände iu der Putzbranche. Seit einer Reihe von Jahren ist der Deutsche Hutarbciter- verband bemüht, die Putzmacherinnen zu organisieren. In den Nachkriegszeiten waren diese Bemühungen von einigem Erfolg ge- tränt. Durch günstige Tarifabschlllsse war es gelungen, einigermaßen ei trägliche Verhältnisse für die Branche zu schassen. Leider war es iricht möglich, die Organisation bodenständig zu machen. Der große Wert des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses wurde nicht erkannt. Nachdem die Verhältnisse einigermaßen geregelt waren. glaubte man auch ohne Verband auszukommen. Die Gleichgültigkeit wurde begünstigt durch eine gute Konjunktur. Doch diese Konjunktur war nur eine Scheinkonjunktur während der Jnflationsperiode. Die hereinbrechende Wirtschaftskrise oerschonte auch die Putz- brauche nicht. Hinzu kam der Modenwechsel. Große Arbeitslosigkeit war die Folge. Jetzt fehlte der Rückhalt der Organisation. So rissen Zustände ein, welche denen der Vorkriegszeit sehr ähnlich sahen und oftmals noch viel trauriger waren. Und dies alles, trotzdem die Branche durch drei allgemeinrechtsverbind'lich erklärte Tarifverträge gesichert war und noch ist. Die Not der Zeit lind die Furcht vor Arbeitslosigkeit, dabei das Ueberhandnehmen der Heimarbeit führten dazu, daß man sich alles bieten ließ. Trotzdem man jeden Abend Berge Heimarbeit mit nach Hause nahm und die liebe lange Nacht durch zu Hause arbeitete, war der Ver- dienst zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. All unsere Bemühung««, den Dingen zu Leibe zu gehen, waren vergeblich, weck uns die Unterstützung der übrigen Arbeiterschafl fehlte. Wir wenden uns deshalb mit der Bitte an die Berliner Ar- beiterichaft, uns unsere Aufgaben lösen zu helfen. Haben wir doch mit vielen Hunderten von Kleingeschästen zu rechnen und da reichen unsere Kräfte nicht aus. Am Mittwoch, den 16. Juni, finden im totesten er Garten, in der Dresdener Straße 45, zwei öffentliche Versammlungen für die Putzbranche statt. Beginn für die Engeos- und Fabrikbetriebe um 5)4 Uhr, für die Detailbetriebe um VA Uhr. Weitere Auskunft erteilt jeder- zeit unser Bureau, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25(Telephon: Moritzplatz 11 500/510). Werbematerial steht bereitwilligst zur Ver- fügung. Darum, Eltern, Brüder und Schwestern, Heft uns, indem ihre eure Angehörigen auf diese Versammlungen und den Verband aufmerksam macht._ Dummenfang. Die Dummhett, mit der noch immer viele, allzuviel« Menschen belastet sind, wird auf alle mögliche Weise auszubeuten versucht. Auch das Unternehmertum spekuliert auf den Dummenfang, indem es unorganisierte und unaufgeklärte Arbeiter und Arbelterinnen in ihrer Gleichgültigkeit zu bestärken, gegen die gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeitnehmer einzunehmen und so die Ge- schlossenheit der Arbeiterschaft zu verhindern sucht. Bei solchem Ein- greifen muß das Unternehmertum immerhin eine gewisse Grenze einhalten, unter die es nicht heruntergehen kann. Da aber diese Grenze, der Ausbreitung der demagogischen Verdächtigung der Ge- werkschaften, der Sozialgesetze wie der republikanischen Verfassung und der auf ihrem Boden stehenden Behörden entgegensteht, über- läßt man es käuflichen Subjekten, sich auf das schmutzigere Niveau zu begeben, so daß nur die Kosten zu tragen sind, aber keine Derant- wortung. Geld spielt ja bei all den Korrumpierungs- und Ver- dummungsaktionen keine Rolle, da das Unternehmertum auf reichliche Verzinsung solcher Ausgaben hofft. In Dresden besteht eine„Gesellschaft zur Verbreitung volks- wirtschaftlicher Kenntnisse", die bereits über 40 Flugblätter neben kleineren Broschüren herausgebracht hat. Den Arbeiter» soll darin in populärer Weise beigebracht werden, daß der Achtstundentag die Produktion und den Export hemmt, daß hohe Löhne schädlich seien, weil sie den Arbeiter nur ärmer machten. Mit derartigen„Kennt- nissen" können allerdings nur solche Leute bereichert werden, wie sie in den vaterländischen Volksgemeinschaften zusammengebracht werden. Den Unternehmern zu sagen, sie möchten die Gelder, die sie für derartigen, die aufgeweckte Arbeiterschaft geradezu beleidigend niedrigen Dummensang ausgeben, zu besseren Zwecken in ihren Be- trieben verwenden, wäre zwar richtig, aber vergeblich. Es bleibt nur übrig, den lVerbreitern derartiger Flugblätter das Papier vor die Füße zu werfen._ Das Blaumachen in Sowjetrnstland. Die offizielle Sowjetpresse ist in der letzten Zeit voll liewegter Klagen über das Blaumachen und der Altoholisierung der Arbeiter einerseits und den Rücktritt der Produktivität anderseits. So behauptet z. B. die„Ekonomitscheskaja Schisn", daß in einzelnen Industriezweigen, wie in der M e t a l l i n d u st r i«, die Produktivität sogar niedriger ist als sie vor einem Jahr« war, trotzdem die Löhne um 16 und mehr Prozent gestiegen seien. Ilm die Bedeutung dieser Tatsachen richtig zu würdigen genügt es sich zu erinnern, daß auf dem letzten Gewerkschaftskongreß als Hauptaufgabe die Hebung der Produktwität bezeichnet wurde, ohne die eine Erhöhung der Löhne nicht möglich sei. Die„Ekonomitscheskaja Schisn" vom 19. Mai nennt al» Ur- fache dieses Rückganges der Produktivität das Blaumachen und den überhandnehmenden Alkoholismus, die selbst zur Stillegung ganzer Fachabteilungen zwingen, da die Vorarbeiten fehlen. Dasselbe Blatt vom 20. Mai führt als Beispiel drei Metallwcrke in Ekaterinoslaw an. So hoben im Laufe des Monats März auf dem Petrowskp-Werk durch- schnittlich 2500 Arbeiter gefehlt. Auf allen drei Metall- werken sind 82000 Arbeitsstunden ausgefallen. In erster Linie kommen hierbei die Lohnauszahlungstage und die Montage in Betracht. Die Administration sah sich genötigt, aus diesem Grunde spezielle Arbeitcrreserven bereitzuhalten, die für die sehlenden 2lrbeiter einspringen. Noch trauriger ist das Bild, das die„P r a w d a' vom 25. Mai entwirft. Sie zeigt, daß der Prozentsatz der fehlenden Arbeiter ini Wachsen begriffen ist und in dem B e r q- merk Tscheglowka selbst 3 0 P r oz. ausgemacht hat. In Budennowka sind im Zeiträume von sechs Monaten 120 000 Arbeitsstunden ausgefallen. Ferner erwähnt das Blatt unter anderem das Bergwerk M a k e e w k a: am 4. Januar haben hier 2224 Arbeiter, am 30. Januar 4220 Arbeiter gefehlt. Auf dem Werk des Namens Stalin sind von den Eisenbahnern statt 7 nur 2 angetreten, so daß der Frachtverkehr nicht aufrechterhalten werden kannte. Sehr groß ist auch die Zahl derjenigen, die sich krankschreiben und die Krankheit simulieren. Interessant ist die Bemerkung, daß in die A r b e i t e r k u r o r t e nicht so sehr diejenigen geschickt werden, die dessen wirklich bedürfen, sondern d i e Draufgänger und Schreier. Schließlich unterstreicht dos Blatt die Zunahme von Fällen der Subordination der Admini- stration gegenüber, von Mißachtung der Ingenieure und von Rowdytum. Dserschinsky hat auf einer Konferenz in Char- kow am 23. Mai all diesen Erscheinungen und insbesondere dem „Blaumochen" den entschiedensten Kampf angesagt. Was das im Munde des Vorsitzenden der Tscheka, jetzt GPU., bedeutet, kann man sich wohl denke»! In Wirklichkeit erntet hier, wie auf allen anderen Gebieten, die Sowjetregierung nur das, was sie gesät hat. Sie glaubte, durch große Worte und durch Ver- gewaltigung des besten Teiles der Arbeiterschaft, durch Großpäppe- jung einer priviligiertcn Kaste, eine Arbeiterbureaukrotie, und durch Verhinderung jeder Selbstbestimmung und freien Willensäußerung den kulturell niedrig stehenden russischen Arbeiter, der noch schwer an dem Erbe der Zaren zeit krankt, zu einer freien Arbeitsdisziplin oeranlassen zu können. Das Gegenteil ist eingetreten: unter gegebenen Verhältnissen mußte der Arbeiter jede Freude an seiner Arbeit verlieren. Der frei- gegebene Schnaps wurde für ihn, wie während der Zaren- zeit, zum alleinigen Tröster. Jetzt werden natürlich drakonische Maßnahmen erklügelt werden, um dem Uebel zu steuern. ADSB. Ortiaosschub Teltow. Morgen, Mittwoch abend S Uhr, Plenarsitzung bei Kuvsch. Erscheinen ist Pflicht! Wirtschaft Neue verhanölungen über öle Sachlieferungen. In Paris haben Ende Mai und Anfang Juni Beratungen zwischen deutschen und französischen Vertretern des Tiefbaugewerbes stattge- funden, die die Regelung der Sachlieferungen an Frankreich zum Ziele hatten. Diese Verhandlungen sind besonders interessant des- halb, weil bekanntlich in der französischen Industrie viestach eine starke Abneigung gegen deutsche Sachlieserungen besteht. Die fran- zösischen Industriellen befürchten von den deutschen Waren und Leistungen eine schwere Konkurrenz. Zum ersten Male, seit die langwierigen Auseinandersetzungen über das Sachlieferungsproblem stattfanden, sind nun die Interessenten eines Gewerbezweiges auf beiden Seiten den Weg gegangen, der der e i n f a ch st e und zweckmäßigste ist: sie setzten sich an«inen Tisch und suchten die Arbeitsgebiete untereinander aufzuteilen. Dieses Ziel scheint im Tiefbaugewerb« einigermaßen erreicht zu sein. Di« Konferenzteilnehmer, zu denen auch Parlamentarier gehörten, wurden u. a. vom Ministerpräsidenten Vriand und von anderen Mit- gliedern des Kabinetts empfangen. Ueber das Ergebnis der Be- ratungen wird folgende Mitteilung oerbreitet: Die deutfch-französifche Konferenz von Vertretern des Tiefbau. gewerbes ist einstimmig der Ansicht, daß es von höchster Wichtigkeit für Frankreich und Deutschland ist. die S a ch l e i st u n g« n des Dawes-Planes mehr als bisher auf die öffentlichen Arbeiten auszudehnen. Sie regt an, daß die Interessentengruppen auf französischer und deutscher Seit« ein« Reihe typischer Unternehmun» gen prüfen zwecks Schaffung der Grundlage für ein« g e» recht« und rationelle Verteilung zwischen den yndu, strien der beiden Länder. Sie richtet an d« Regierungen die Bitte, diese Verwirklichung zu erleichtern: 1. Durch A n p a s s un g des Reglements der Sachleistungen an die Bedüfnisfe der mit deutschen Arbeitskräften durchge« führten Unternehmungen, im besonderen durch Zusatz spezieller Bs- stimmungen hierüber. 2. Durch Vereinfachung der Berwaltungsver- fahren und durch Zentralisierung der Ausführung», und Kon» trollorgane.. 3. Durch Abschluß von Zlbkonunen, die geeignet sind, die Er. ledigung der ZZerträg« bis zu ihrer vollständigen Durchführung zu gewährleisten, und zwar im Wege einer besonderen und endgültigen Zuwendung eines Bruchteils der Uoberwessung au» dem Dawes-Plan. 4. Durch Prüfung der Finanzierung, mittel, soweit irgend möglich durch Finanzierung des ftanzösifchen Anteils an den Arbeiten durch den Reparationsfonds selbst, z. B. durch fpezialchme Uebertragung oder durch jegliche fönst als geeignet erachtet« Kom- binationen.. � Den französischen und deutschen Abgeordneten, die der Konferenz beigewohnt haben, werden diese Empfehlungen unter- breitet, um im Interesse der deutsch-sranzösifchen Zusammenarbeit die Aufmerksamkeit ihrer Regierungen auf die Not. wendigkeit der Abstellung der bestehenden Schwierigkeiten durch Maß- nahmen, die den obigen Vorschlägen entsprechen, hinzulenken. /tos öer Partei. „Die Büchenvarte". In dem soeben erschienenen Iuniheft der„Bücherwarte' inter. essieren vor allem die Besprechungen der gewerkschaftlichen, genossen- schaftlichen und sozialpolitischen Literatur. In einem umfassenden Artikel schildert Richard Seidel das Wesen und Werden der deutschen Gewerkschaften, wobei er gleichzeitig die wichtigste Literatur zur Theorie und Praxis der Gewerkschaftsbewegung anführt. Da. neben enthält die Nummer zahlreiche Besprechungen der Neuerschei- nungen auf folgenden Gebieten: Auswärtige Politik, Erzählende Literatur, Erziehung. Gesundheitswesen. Jugendbewegung, Natur- künde, Politik, Sport und Körperkultur, Statistik,.Technik und Volkswirtschaft. Die Beilage„Arbciterbildung' bringt einen Artikel von Pro- fcssor Alfred Kleinberg„Was ist literarischer Schund?", der die geschichtlichen und soziologischen Wurzeln der Schundliteratur ausdeckt. Heinrich Hosfmann und Adolf Johanne sson behandeln die Fragen der Bildungsarbeit in ländlichen Bezirken und der künstlerischen Aufgaben der Sprechchorbewegung. Wolter Fabian gibt eine Uebersicht über die wichtigste Erziehungsliteratur, die sür alle sozialistischen Lehrer. Kinderfreunde usw. wichtig ist. So dient auch diese Nummer der„Bücherworte" in hohem Maß« den vielgestaltigen Interessen der Arbeiterbildungsbewegung und rechtfertigt somit den Wunsch, daß diese Zeitschrift in allen kulturell regsamen Kreisen der Arbeiterbewegung weiteste Verbreitung finden möge..... Die„Bücherwartc" mit Beilage„Arbeiterbildung ist zum Preise von 1,50 M. sür das Vierteljahr durch die Post zu beziehen. Bestelllliigen werden auch durch die Buchhandlung Dietz, Linden- straße 2. sowie durch alle„Vorwärts"-Spedittonen entgegenge- »ommen. Einzelnummern sind zum Preise von 75 Pf. erhältlich. Der ordenlliche Landesparteitag der Sozialdemokratischen Partei Hessens fand am Sonnabend und Sonntag in Alzey(Rheinhejsen) statt. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß die Partei auch im letzten Jahre wieder eine ersreuliche Zunahme an Mitglie- dern zu oerzeichnen hatte. Den Bericht über die Tätigkeit der Land- tagsfraktion erstattete Genosse Stork, während Genosse K a u l über eine Neugliederung des Reichs bzw. die Aufgabe der Eigenstaatlichkeit Hessens referierte und dabei die Beseitigung der Einzelstaaten und die Aufgabe der Selbständigkeit Hessens forderte, lieber die politische und wirtschaftliche Lage sprach der frühere Reichswirtschastsminister Robert Schmidt. Landtagspräsident Pens- Dessau behandelte das Problem: Sa- zialismus, Bodenreform und Besitzbesteuerung. Nach einer längeren sachlichen Aussprache schloß der Landesparteioorsitzende Weber den Parteitag mit einem Aufruf zum Kampfe gegen die Fürftenab- findung. ?ttaniworUick> kflr Politik: Ernfl Zi-Utr«: WuttckXift:»rtur s-t«>u»: Dcwerksibaft-bcwcoun«: Z. Steiner: ZZcuilleton:«. S. Tölcher: Lokale» und Eoiifliacs grill ZtarNädt: Anaeioen: Zd. Glocke: lSnitlied in Perlin. Berlaa: vorwärti-Berlaa®. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwiirlo-Buckidruckerel und B-rlaasanflalt Paul Sinaer u. Co.. Berlin EW 68. Lindenttratze i. Adolf Hossmann Episoden und Zwischenrufe aus der Varlamenl»- und Rlinisterzeit. Preis 1 tnatt. Porto 5 Pfennig. vorrätig in allen vorwärts- Ausgabestellen. lMiei- tatai. ilor tii stboen fälle dneitip wuräee. Isdiias? Hin., Cnil nd Mb, me Inti.Intjeitent In Ii Tagen lind Unantnidare Biilrtnlge BeiUtiging ind Referewei, firztl. empfohlen. linlUastakt*. Hl. H. IM» U-U, ♦ HUNDE ♦ Katzem, Papageien und alle Haustiere werden behandelt. Tferärzttitiic PollHlinlK ChausseestraSe 93 ♦ neDcn Kriepervereinshaus Sprechstunden: 11-' u. 4-6 Uhr BOB Auf Teilzahluno " Knab'en-"' Garderobe Sportpaletots, Gabardine- und Gummi-Mäntel MÖBEL Schlafzimmer. Küchen, Schrinke. Metallbetten, Sofa«, Chaiselongues Miel, öl. fMi'M Str. 34 Straubcrftf PUUa Berliner Kindl- Brauerei- AussdianK Tel. NeukftUn 79 Hermarimtr. 214-219 Tel. Neukölln 79 Voranzeige! Am Mittwoch, den 9. Juni, bei günst. Wetter: Großes Kinderfest mit Ueberraschunxen, Fackelzug etc. AmDonnersta g, den 16. 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