fit» 17 4 ♦ 43. �ohcg. Msgobe A Nr. 140 vez»g«pret»: SSAentliA TO'Cfenni«,«umriH* I,— Reickmnari voraus«odldar. Unter«reuslnmd für Deutschland. vaujia. Saar- und SRandetbut. Oesterreich. Litauen. Lurenidnr, IM Zieichsniart. für da» üdri», Ausland 5,50 Reichsmarl st» Monat. Der JBotroätU* mit der könnt»»» Keila»«.»-II und sleit» mit.Sied- iun» und Lleinaarten' sowie der »eilage.Unterbaitun» und Wissen' und israuenbeilaae„brauen stinrin»' erscheint«ochentdalich«weimal. Lonntoa» und Montaa» einmal. Teiearamin.Adresset Sonntagsausgabe rW Verlinev Volksvlatt Zentralorgan der Sozialdemokrati feben parte» Deutschlands ClS Pfennig) Anzetgenpreise: Di«»infsalli«« Nonvareive. itiU 80»fenni«.»eflamewil« fc— Reichsmarl.„Klein, An, einen' da« fettaedruckte Wort 25»fenni» tiuläsfro zwei fetiaedruilt« Worte«. jede« weiter« Wort lZ Pfennig. ktellenaesuch« da» erst« Wort 15 Pfennig. lede» weiter« Wort 10 Pfennig. Worte lider 15 Buch- Kaden»Sblen für ,wel Wort«. Arbeitsmarkt Keile 50 Pfennig. lamUienanzeiaen für Abonnenten Seil« 50 Pfenni«. Ansteigen für die nächke Rümmer müssen bis Ubr nachmittag» im bauvtgeschäft. Berlin SW 58, Linden» Krasse 8, abgegeben werden. Eeöffnei von 8id Ubr früb bis t Ubr nachm. Neüaktioa unü Verlag: Serlin SV. öS, Linüenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 293-297. vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SV. öS, Linüenffr.Z V-KscheSko-t«! Berlin 37 588— Bankkouto: Bank der Arteiter, Angekelte» »ad Beamte». Ball kr. 55! Diskanta-chefellschaft. Dcsositenfasse Lindenftr. 8. Morgen marschieren wir! Die Feinde helfen uns zum Sieg. Berlin wird am Montag in Bewegung sein. Die prassen des arbeitenden Bolkes werden marschieren. Die Sozialdemokratische Partei ruft nicht oft zu solchenMassenkundgebungen auf. Häufigkeit verzettelt die Kräfte und stumpft die Wirkung ab. Ruft sie aber einmal die gewaltigen Scharen des schaffenden Volkes auf den Plan, dann ist sie dessen gewiß, daß ihr Ruf in allen Betrieben, in allen Massenquartieren der Arbeit und der Not Widerhall findet. Und dann entstehen— das haben wir mehr als einmal erlebt— Kundgebungen von solcher Wucht, daß niemand sich ihrem Eindruck entziehen kann und durch die Welt ein Ahnen geht von einer kommenden Macht. Wir haben das volle Vertrauen, daß sich Berlin am morgigen Montag wie auch am nächsten Sonntag bewähren wird. Das arbeitende Berlin, das am 9. November auf dem einstigen Königsplotz die deutsche Republik aus der Taufe hob, das arbeitende Berlin, das durch seinen allumfassenden Gene» ralstreik den Kapp-Putsch zu Boden schlug, das arbeitende Berlin, das auch im Mai vergangenen Jahres bei der Reichs- Präsidentenwahl eine erdrückende Mehrheit g eg e n H i n d e n- bürg und für die Republik stellte, dieses arbeitende Berlin wird auch morgen und am kommenden Sonntag nicht ver- sagen. Massen heraus! » Wieder einmal hat die Sozialdemokratie allen Grund, auszurufen:„Es leben unsere Freunde— die Feinde!" Wir sind ihnen dafür dankbar, daß sie durch ihre Infamie, die durch nichts übertroffen wird, wenn nicht durch ihre Dummheit, die Kampfeslust im Lager der Arbeit zur lodernden Flamme entfacht haben. Wie segensreich hat der Skandal der Loebell» Intrige, mit deren Aufdeckung wir heute vor einer Woche hier beginnen konnten, gewirkt! Wir bedauern nicht, bei dieser Aufdeckung vorsichtig zu Werte gegangen zu sein und nichts behauptet zu haben, was wir nicht beweisen konnten. Noch sind einige Punkte dieser Affäre dunkel, noch ist z. B. nicht aufgeklärt, wie es möglich war, daß Hindenburg einmal erklären lassen konnte, es wäre verfassungswidrig, wenn er etwas erklärte, und daß er dann doch seine Erklärung in alle jffiinde verbreiten und an die Plakatsäulen kleben ließ. Auch heute noch sind wir der Ueberzeugung, daß hier mit einem gänzlich unpolisischen alten Herrn, ein grausames Spiel ge- spielt wurde, das er nicht durchschaute und vielleicht auch heute noch nicht durchschaut. Erreicht worden ist, daß der Reichstag in seiner übergroßen Mehrheit der Regierung die Gefolgschaft oersagte, als sie den skandalösen Vorgang zu decken versuchte und daß die M a s s e n aufgerüttelt sind wie noch nie. Darüber, was weiter werden soll, wenn wir gesiegt haben, brauchen wir uns jetzt nicht den Kopf zerbrechen. Erst wollen wir siegen! » Wir danken dem Exkronprinzen dafür, daß er durch seinen Herrn v. Müldner mit dem Bettelsack umherzieht, um die Kriegskosten für den Schutz seiner irdischen Güter von anderen bezahlen zu lassen. Daß er dabei in Walter o. M o l o an einen Unrechten gekommen ist. war uns eine besondere Freude. Wir danken auch Herrn Ernst v. B o r s i g für sein Rund- schreiben, das seine aufklärende Wirkung auf die Arbeiter» Massen nicht verfehlen wird. Wahrlich erstaunlich diese Dumm- heit die nie etwas zulernt. Begreifen diese Leute nicht, wie aufpeitschend es schließlich auch aufden Zahmsten und Frömmsten wirken muß. wenn sie sich untereinander zu arbeiterfeind- lichen Zwecken mit einem Betrag von soundsoviel„p r o K o p f der Arbeiter" besteuern? In Mecklenburg erhebt man solche Steuern pro Hektar Land und pro Stück Vieh. In Berlin— System Borsig!— erhebt man sie„pro Kopf des Arbeiters". Diese bornierte Herrenkaste der Industrie redet unter sich noch die Sprache der russischen Großfürsten: sie über- nimmt dadurch und durch die Taten, die ihren Worten ent» sprechen, die Verantwortung für den Klassenhaß. den sie selber züchtet, um sich dann über ihn heuchlerisch zu beklagen. » Ja. und auch Herr Hjalmar Schacht, der Reichsbank» Präsident, hat aus seine Weise nützlichen politischen Anschau» una-�unterricht erteilt, als er aus der Demokratischen Partei austrat, weit diese sich weigert, in der Fürstensrage mit den einigt treuen Arm tu Arm zu marschieren. � Herr Schacht ist schwerlich so intelligenzlos, das Märchen zu glauben, daß durch den politischen Akt der Fürsten- enteignung die Wirtschaft gefährdet und der Kredit erschüttert werde. Der Fall Schacht ist ein Beweis mehr für den ungeheuren Druck, der von der reaktionären Masse des Großbürgertums in der Richtung seiner Ziele ausgeübt wird. Herr Schacht ist der seelischen Unmöglichkeit erlegen, in dem Milieu, indem er lebt, Demokrat, fei es auch nur bürgerlicher Demokrat zu bleiben. Die Masse des Großbürgertums, soweit hier von „Masse" die Rede sein kann, steht rechts von der kleinen Demokratischen Partei und vom Zentrum beidenRechts- Parteien, und wenn einer von dieser Sorte besonders „fortgeschritten" ist, so ist er bei der Volkspartei. Erscheinungen wie Schacht sind nur in relativ ruhigen Zeiten als Demokraten möglich. Spitzen sich die Gegensätze zu, dann sind es aus dem Großbürgertum immer nur gani vereinzelte Erscheinungen, die sich dem allgemeinen Druck ent» ziehen können. Herr Schacht gehört nicht zu ihnen. Schon öffnet der �okal-Anzeiger" die Arme, um ihn aufzunehmen. Sie haben sich! * Kapitalistische Beeinflussung der Presse, gesellschaftliche Aechtung, wirtschaftlicher Boykott, dies alles verbunden mit einem unerhörten Aufwand niedrigster Demagogie— das sind die Mittel, mit denen sich die wirtschaftlich üb e r m ä ch- tigenKlassen auch in der demokratischen Republik an der Macht zu halten versuchen. Berlin, die Riesenstadt, sst ja immer noch eine Stätte der Freiheit. Aber es geht hinaus indieKleinstadt, hinaus aufs platte Land, und ihr werdet eure Wunder erleben! Wer da von der„besseren Gesellschaft" nicht schwarzweißrot ist oder nicht wenigstens so tut. als ob er es wäre, der wird geschäftlich ruiniert, gesellschaftlich geschnitten, im Avancement gehindert, abgebaut. Das ist die trockene Feme, ein viel stärkeres Einschüchterungsmittel als die blutige. Auf solchen Tatsachen baut sich der Plan der Rechten auf, durch die Paroledes Zuhausebleibens den Volks- entscheid zum Scheitern zu bringen. Von dem Maß, in dem die politische und gewerkschaftliche Organisation der schaffen- den Massen dem Einzelnen Schutz zu bieten vermag, hängt auch das Maß der staatsbürgerlichen Freiheit ab, das in den Stimmenzahlen des 20. Juni zum Ausdruck kommen wird. Die Gegner nennen den Volksentscheid eine„zweite Revolution". In ganz anderem Sinne, als sie meinen, haben sie damit recht. Der Volksentscheid ist eine Revolution gegen die illegale, dem Geist der Verfassung widersprechende Herrschaft, die sie ausüben, und sein Sieg wird den Sturz von tausend kleinen Thronen bedeuten, den Umsturz eines Herrentums, das zu seiner Legitimation nichts anderes mit» gebracht hat als ein kleines Hirn und einen großen Geldsack. * Es geht in dem gigantischen Kampf der letzten Woche nicht nur um ein paar Milliarden hin oder her, es geht nicht nur darum, ob Schlöffer, Wälder, Felder dem Volke gehören oder fürstlichen Nichtstuern verbleiben sollen, es geht um eine große grundsätzliche Auseinandersetzung zwi» schen Herrengeist und Volksgeist. Es geht um die ganze Zukunft der deutschen Republik. Es geht darum, ob die politische Macht, die im Staate verkörpert ist, ein Werkzeug der Herrschaft in den Händen einer gesellschaftlichen Oberschicht oder ein Werkzeug der Befreiung in den Händen der arbeitenden Massen sein soll. Massen heraus! Der �Vorwärts" Montag früh. IM Btlcksichl auf die gespannte politische tage und den Beginn der letzten Sampswoche für den Volksentscheid erschein« die nächste Nummer unsere» Blatte» Montag, den 14. Juni, morgen». Nikolaus Tjcheiöse tot! Das Schicksal des Revolutionärs in der Berbannnng. Au» Paris kommt die erschütternde Nachricht, daß T s ch e i d s e sich erschossen hat. Da» reinste Herz der georgischen Sozialdemo- kratie hat aufgehört zu schlagen. Ein Mann, der jahrzehnte- lang taufenden junger Kämpfer Mut eingeflößt hat, hat in einem Augenblick der Verzweiflung selbst den Mut verloren. Wie nur wenige war er seinerzeit allen Quälereien, Schikanen und brutalen Gemeinheiten der zarischen Despotie gewachsen. Ge- fängnisse, Verbannung, Lockspitzelei und Verrat— er ertrug das alles als nebensächliche Nein« Störungen in dem großen Kampfe, dem sein Leben gewidmet war. Aber dem heutigen Flüchtlingselend war er nicht gewachsen! Man vergegenwärtige sich: Ein Mann, der 45 Jahre seines Lebens mit größter Aktivität der proletarischen Bewegung diente, mit allen Fasern seines Herzens an dieser Bewegung hing, nichts, nichts außer dieser Bewegung in seinem Leben kannte, in ihr die verantwortlichsten Posten be- kleidete— als Führer der sozialdemokratischen Duinafrattionen von 1907 bis 1917, als Vorsitzender der Sowjets 1917, als Präsident der Georgischen konstituierenden Versammlung 1918 bis 1921— muß, wie von einem Blitz getroffen, mit einemmal(im März 1921) aus seiner Heimat flüchten, weil die georgische Sozialdemokratie, die von ihm und I o r d a n i a geschaffen und großgezogen worden war, dem russischen Bolschewismus ein Dorn im Auge war. Zynisch er- klärte seinerzeit Radek aus der Berliner Konserenz der drei Jnter- nationalen, Georgien m u ß te von Rußland erobert werden— wegen des Zuganges zu den kaukasischen Naphthaquellen, der über Georgien führt. Diese Erklärung war durch und durch verlogen. Rußland hätte alle Zugänge zu den Naphthaquellen frei in seine Hand bekommen können, ohne das kleine Georgien mili» tärisch zu besetzen, ohne das kleine friedliche Volk grausam zu unter. jochen. Nicht nur um das Naphtha hat es sich bei dem Ueberfall gehandelt. Moskau konnte es nicht dulden, daß in einem kleinen Nachbarstaate die Sozialdemokratie regierte, daß dort die Arbeiterklasie nicht durch Strick und Blei die Macht ausübte, sondern demokratisch. Und zu den ungezählte» Opftrtt ob Menschenleben, die da» wiglücklich, Georgien seit de« bolschewistischen Uebeffall gezahlt hat, kommt nun auch dieses Opfer hin�u— einer der edelsten sozialistischen Kämpfer. Auf dem Görlitzer Parteitage, im September 1921, sechs Monate nach seiner Flucht aus Georgien, schildert« Tscheidse die Lage der georgischen Arbeiterklasse nach dem Einmarsch der bolschewistischen Eroberer in folgenden Worten: „Was wir aesät und gepflanzt— heute Ist alles verwüstet... Unsere Arbeiterschaft ist einem wahren Zuchthausregime unterworfen. Taufende unserer Parteigenossen schmachten in den Gesängnissen.... Die Brotwucherer, die Valutaspekulanten sind beute bei uns begeisterte Anhänger der Moskauer Agenten. Sie machen heute dort ein glänzendes Geschäft. Brutal versklavt, zu Tode ausgehungert wird in Georgien einzig und allein die Arbeiterklasse, vor allem ihr klassenbewußter Vortrupp. Die besten Männer und Frauen der proletarischen Bewegung füllen heute die verpesteten Gesängnisse der Moskauer Terroristen." Diese besten Männer und Frauen waren Tscheidses persönlichen Freunde. Diejenigen von ihnen, die nicht erschossen wurden, schmachten heute noch in den Kasematten der bolschewistischen Regierung. Tscheidse hatte ein ganz besonderes Interesse für die deutsche Sozialdemokratie. Er war der Partei überaus dankbar, als sie ihm im Juli 1921 die Möglichkeit gab, aus einer Berliner Funktionäroersammlung über Georgien zu sprechen.„30 Jahre hin. durch führten wir in Georgien unsere Arbeit als Eure Schüler und in Eurem Geiste", sagte er in seiner Rede. Tscheidses Parteipseudonym war Karl, und so nannte ihn jeder georgische Sozialdemokrat. Diesen Namen wählte er sich nicht nur aus begeisterter Liebe zu Karl Marx, sondern auch— zu Karl K a u t» k y, mit dem ihn eine langjährige treue Freund- schaff verband. Einer der Besten ist dahingegangen. Allen, die ihn gekannt—« und ihn kennen hieß ihn leidenschaftlich lieben— wird sein Andenken heilig bleiben. Mit drti georgischen Genossen trauert die deutsche Sozialdemokratie die ganze Sozialsstische Arbeiterwtc r» naftlmale an seumg Garge. Ruhe am Sonntag. Eine nene Erklärung des Polizeipräsidenten. Der PellzeiprSsident teilt mit: Ein Berliner Abend- blatt meldet, daß man im Polizeipräsidium für den Sonntag mit ernsten Zusammenstößen rechne. Diese Behauptung ent- spricht nicht den Tatsachen. Der Polizeipräsident rechnet vielmehr, wie schon in dem Sonnabend morgen veröffentlichten Aufruf ausgesprochen wurde, im Gegenteil damit, daß die Ver- nunft und ruhige Besonnenheit der Berliner Bevölkerung jeden Zusaminenstoß vermeiden wird. Allerdings sollte darüber kein Zweifel bestehen, daß auch dem gering st en Versuch zur Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung mit allen Mitteln nachdrücklich entgegengetreten wird. Im übrigen ist es außerordentlich zu bedauern, daß durch derartige Meldungen das Schreckgespen st blutiger Zusammenstöße an die Wand zemalt und eine lebhaft« Beunnihigung in die Bevölkerung hinein- zetrogen wird. Polizei gegen tzinüenburg-plakate. Weil die Druekfirma fehlt. In einigen Stadtteilen Berlins bot sich gestern abend ein seltenes Bild. Man sah Schutzpolizisten mit Leitern bewaffnet von Anschlagsäule zu Anschlagsäule wandern, um gewisse Plakate zu entfernen. Es handelte sich dabei um die berüchtigten hindenburg- Plakat«, die bekanntlich eine grobe Fälschung und einen verfassungswidrigen Angriff auf die Stimmfreiheit der Wähler darstellen. Anlaß zur Entfernung der Plakate gab der Umstand, daß die Druckerei, die für das edle Werk verantwortlich ist, in einer An- Wandlung von berechtigtem Schamgefühl unterlassen hatte, sich auf dem Plakat zu nennen. Wo nachträglich den gesetzlichen Erforder- nissen Rechnung getragen und der Name der Druckfirma nach- geklebt worden war, unterblieb das polizeiliche Einschreiten. Christentum und Volksentscheid. Eine Stimme aus Zeutrumskreisen. Bon einem Katholiken in der Diaspora Pommern erhalten wir eine Zuschrift, in der es heißt:„Schreiber dieser Zeilen ist An- Hänger der Zentrumspartei. Als solcher bedaure ich es außer- ordentlich, daß der Kompromißvorschlag des ZeMrums im Reichs- tag nicht den nötigen Anklang fand. Run aber ist die Lage für jeden Republikaner klar. Geht es doch heute nicht nur um die Fürstenabfindung, sondern auch um die Frage: Republik oder Monarchie! Die Reden der deutschnatio- ralen Parteigrößen und die Haltung der Rechtspresse müssen jedem die Augen öffnen. Außerordentlich befremdend wirkt auch die Per- fonalpolitik des Kabinett» Marx. Da war ja Luther ein Waisen- knabe dagegen. Herr Reichskanzler Marx sollte doch be- denken, daß er weite Kreise seiner Partei, und vielleicht seine ehe- Mals treuesten Anhänger geradezu vor den Kopf stößt. Für mich war seine Personalpolittt der letzte Anstoß, für den Bolksentscheid zu stimmen. Wenn schon heute die Rechtsparteien einen solchen Einfluß in seinem Kabinett haben, wie würde es erst bei einem Versagen des Volksentscheids aussehen? So wie ich denken heute Tausende von Zentrums- »nhängern. Es kommt bei allen diesen Erwägungen tatsächlich darqgs pn., möglichst viele Stimmen für den Volksentscheid aufzu- bringen, um den Herren von der Rechten ein für allemal zu be- weisen, daß Deutschland«ine Republik ist, und daß es bei der beispiellosen Rot im Lande der Zusammenarbeit aller Stände und Klassen bedarf, um wieder hochzukommen. Das allein ist national. Alles andere ist Heuchelei. In der Flaggenfrage muß ein Volksentscheid endgültig die großdeutschen Farben zur allgemeinen Anerkennung bringen. Ein wohl sn keinem Lande übrigens dagewesener Skandal, daß kein Staatsanwalt bisher gegen die Verächtlich- machung der Reichsflagge eingetreten ist.— Diel zu wenig wird in der Presse übrigens darauf hingewiesen, daß in der Frage der Aufwertungsgesetze, kein Bischof, kein Cine Jürstenmahlzeit. Von Alfred Fritzsche. In der Mulackstraße, gegenüber dem Arbeitsnachweis, steht ein Boulettenwagen.»Täglich frische Ware". Da» Stück fünf Pfennige. Man riecht sie schon von weitem.... Es ist ein Händlerwagen wie die vielen anderen in der Mulack- straße, auf denen den Arbeitslosen Gummiabsätze, Pantoffeln, Schmöker, Tabakpfeifen und saure Gurken verkaust werden. Die Straße wimmelt von Menschen. Der Boulettenwagen macht das beste Geschäft, denn die Arbeitslosen sind hungrig und haben wenig Geld. Drei Mann verkaufen. Der eine faßt mit beiden Händen In die dunkelrote Fleischmass«, die in einer Blechwann« liegt, nudell ein Stückchen um das ander« zwischen seinen beiden Handstächen wie zu Pfannkuchen und gibt sie seinem Kollegen. Der wirft sie auf ein« Blechplatte, unter der zwei Spirituskocher brennen, und läßt sie schmurgeln. Ab und zu nimmt er eine Kelle, kratzt mit ihr in einem Eimer herum und wirst dann einen Klumpen gelbes Fett auf die Platte, auf der es zischt und brodelt. Und der dritte Mann verkaust: Sechser um Sechser nimmt er ein. Mit klierigen, schmierigen Händen gibt er die Bouletten und nimmt er das Geld. Arbeitslos« sind hungrig. Ohne Brot essen sie die in ranzigem Fett gebratenen Fleischklumpen. nur mit Mostrich bestrichen. Ein widerlicher Geruch oerbreitet sich von dem Boulettenwagen die ganze Straße entlang. Alles schnüffelt und viele lassen sich von ihm verlocken. Manche wickeln die Bouletten in ein Stück Papier und nehmen sie mit nach Hause. Kann die Frau für fünf Pfennige eine Boulette braten? Rein, und wenn sie auch zum Pferde- schlächter ging«... Von einer Litfaßsäule schreien drei Plakate.»Gegen den bolsche- wisttschen Raub!" rujt das eine.„Milliarden den Fürsten?" fragt das andere.„Stimmt mit I a am 20. Juni!" antwortet das dritte. Da» werden die arbeitslosen Boulettenesser auch tun. Und wenn die Fürsten— die im Kriege ihr« Hund« mit Sahncnschnitzel gefüttert haben und jetzt kaltlächelnd zusehen, wie das arbeitend« Volt in Not und Elend verkommt— enteignet sind, dann sollt« die Republik tun, was die Griechen des alten Athen aus Dankbarkeit und Ver- ehrung für ihre großen Bürger getan haben: ein Prytaneion bauen. Und dort die Fürsten in öffentlicher Speisung mit den Bouletten aus der Mulackstraße füttern! vlreklor Zrih Holl von der Volksbühne wurde don der.Theatre kTuildv verpflichtet, im Januar 1927 in New Jork den»Faust" zu in« szenieren. Wechsel In der Ceilung der Üanl-Gesellschast. Der Negründer und lang- jährige erste(ScschäjiZsübrer der Kani-Geseltschast, Pros. HanS Vaihinger. wird seines boben Atters wegen»um 1. Juli sein Amt niederlegen. Zu seinem Nachsolacr ist der bisherige stellvertretende Beschäjtssührer Pros. Dr. Arthur Liebert gewählt worden. P a st o r dafür eingetteten ist, daß Gerechtigkeit die Grundlage her Staaten ist. Damals ging es darum, verhungernden Rentnern wenigstens ein Existenzminimum zu schaffen. In brutalster Weise ging man darüber hinweg. Wo blieb denn hier der Wahlspruch des Zentrums- Für Wahrheit, Freiheit und Recht? Zugegeben, daß eine viel höhere Auswertung— sie war viel zu klein— aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich war. Aber dann komme man uns heute doch nicht mit Recht und M o r a l I Dann verlange man doch heute nicht angesichts des furchtbaren Rentnerelends, des furchtbaren Elends weitester Volks» schichten von uns, Milliardenwerte Drohnen in den Rachen zu schmeißen. Hier wird das Recht zu Unrecht. Und ich stehe nicht an, zu behaupten, daß ich als gewissenhafter Katholik für die Enteignung der Fürsten stimmen muß; ich verlasse hier das Recht aus sozialen Gründen; die Zentrumspartei hat es bei den Aufwertungsgesetzen aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Was ist edler? Was ist christlicher? Hier, Zentrumspartei, gib AntwortI Ich halte es mit den mannhaften Worten unseres Professors Dessauer, von dem beiderseitigen Unrecht das kleinere Unrecht zu wählen, und für die Enteignung von Leuten zu stimmen, die bei ihrer beispiellos unvaterländischen Haltung angesichts dieser Rot wahrlich kein Mitleid verdienen." Die»guten Sitten". Enteignung der Kleinrentner ist sittlich, die der Fürsten unsittlich! »Die Enteignung der Jnslationsgeschädigte« ist weder recht». widrig, noch verstößt sie gegen die guten Sitten." Mit dieser Begründung beanttagte am letzten Donnerstag der Vertreter des Retchsfiskus, Geheimer Iustizrat von S i m s o n, die Abweisung einer Klage, welche die Kleinrentnerin Reuschner als Mitglied des Allgemeinen Kleinrentnerbundes gegen den Reichssiskus vor dem Landgericht I angestrengt hat. Sie hat eine Hypothekensorderung aus der Vorkriegszeit von 6000 M.. und ist im Besitz von 500 M. selbstgezeichneter Kriegs« an leihe. Sie verlangt in ihrem Klageantrag die Differenz zwischen den ihr nach dem Auswertungsgesetz bzw. Anleiheablösungsgesetz zu» stehenden Beträgen und dem Rominalbetag ihrer Forderung bzw. ihrer Anleihe und begründet diese Forderung damit, daß die Inflation systematis ch gemacht worden sei und aus diesem Grunde den Tatbestand der arglistigen Täuschung enthalte, daß das Anleih eablösungsgesetz verfassungswidrig wäre, schon aus dem Grunde, weil den Anleihezeichnern die feierliche Zu» sicherung gegeben worden sei, daß„an der Kriegsanleihe nicht ge- rüttelt werden dürfe." Gegen diese Darlegungen läßt der Reichsfiskus durch seinen Der- treter erklären:»Die Enteignung der Jnslalionsgeschädiglen ist nicht rechtswidrig und verslößl nicht gegen die guten Sitten!" Die Enteignung der Fürsten aber wäre nach Ansicht Hmdenburgz und seiner Hintermänner ein Verstoß gegen»Recht und Moral". Bischöfe und Evangelische Kirchenbehörde sind der- selben Ansicht. So sehen sie die Gleichheit, die nach der Verfassung jedem Deutschen vor dem Gesetz gewährlesstet ist? Inflattons- geschädigte, Kriegsanleihebesitzer, Kleinrentner— merkt euch da, für den 20. Juni! Stimmt für das Fürstenenteignungsgesetz, das euch wenigstens einen Teil dessen wieder zuführen will, wa» die Inflation geraubt hat! Stimmt mit Ial Haussuchung bei Reichstagsabgeordneten. Natürlich bei Kommunisten, nicht bei Hugenberg.' München. 12. Juni. sWTB.) Wie die kommunistische»Neue Zeitung" meldet, nahmen am Samstag mittag Beamte der Mün- chener politischen Polizei eine Haussuchung in den Arbeits- räumen des Reichstagsabgeordnetcn B u ch m a n n vor und unter- suchten alle zum Versand bereiten Plakate mit Propaganda- Material zum Volksentscheid. Alle Plakate mit der Ueberschrist»An mein Dolkl" seien beschlagnahmt worden. Die Reichstagsabgeordneten Buchmann und Putz haben gegen die Haus- suchung P r o t e st erhoben. „Klußlfibe' Slamage. Bürgertiche Zeitungen bringen folgende sensationelle Meldung: In dem Aufsatz«, der durch die Schmähungen gegen Exzellenz o. Hindenburg berüchtigt geworden ist. nutzt Pros. Lessing eine angeblich dem Herodot entnommene Anekdote für feinen unlauteren Zweck aus, in welcher von einem lybischen Feldherrn P a p h o n berichtet werde, er Hab« nach einem verlorenen Kriege sich zum Trost hundert Papageien gezüchtet, die immer riefen:„Paphon ist ein Gottl"— Zu dem gleichen Zweck halte sich der General- feldnuirschall von Hindenburg hundert deutsche Professoren zur Verfügung. Nun erweist es sich aber, daß die erwähnt« Geschichte im Herodot überhaupt nicht vorkommt, und daß sie von Lesfing zum Zwecke der größeren Schmä- hung frei erfunden ist! Das Wort„Paphon" ist griechisch und bedeutet: Einer, der getötet hat, d. h. ein Töterl Lessinz wollte damit sagen, daß Exzellenz von Hindenburg ein Töter sei und von hundert denschen Professoren verherrlicht werde. Diese Dreistigkeit wird jetzt«in Nachspiel haben: denn eine Gruppe deutscher Professoren unter Führung des Mar- burger Univerjitätsprofessors Dr. phil. Ernst Maaß fordern nunmehr den Professor Lessing auf, nähere Angaben über die offenbar ge- fälschte Anekdote zu machen und für seine Schmähungen Abbitte zu leisten. Der Führer dieser teutschen Professorengruppe, Geheimer Regierungsrat, Professor Dr. Ernst Maaß, hat den Lehrstuhl für klassische Philologie in Mar- bürg Inn«. Trotzdem kennt er die Anekdote von den Vögeln des Psaphon nicht, die in der antiken klassischen Literatur sprichwörtlich istl Und die übrigen teutschen Pro- fessoren— schade, daß ihre Namen nicht genannt werden— kennen sie ebenfalls nicht! Denn wenn sie sie kennten, müßten sie ahnen, daß es sich in dem Artikel Lessingz einfach um einen Schreib- oder Druckfehler handelt. Den Studenten, die jetzt aus Hannooer aus- wandern wollen, raten wir, ihre Zelte nach Marburg zu verlegen. und bei dem wahrhaft klassischen Philologen Maaß ihre Studien fort- zusetzen. Lehrer und Schüler wären einander würdig. Prof. Lessing aber sollte sich entschließen, während der nächsten Ferien einen Fort- bildungskursus in allgemeiner Bildung für geistig bedürftige deutsche Universitätslehrer zu veranstalten. „Der Dieb des Glücks", die komische Oper des Berliner Kapell- Meisters und Redakteurs Bernhard Schuft er, brachte es in der Oper am Platz der Republik gestern zu einem Achtungserfolg, der nicht ganz ohne Widerspruch blieb. Es fehlt dem heiter gedachten Spiel an innerem Frohsinn, und die Musik, sichtlich von einem kultiolerten Musiker geschrieben, hat nur für die Ab- arten des Humors, die Groteske und Parodie, charakteristische Noten, nicht aber für den lachenden tieferen Sinn einer Echelmenhandlung. So bleibt die behagliche Stimmung aus. Welche guten Absichten in dieser Oper dennoch schlummern, ohne selbst von einem Kleiber geweckt werden zu können, sei in Ruhe morgen untersucht. K. S. Kleinbauern und volksentstheid. Ein Aufruf der Kleinbauernverbände. Niemand wird mit dem schmutzigen Kampfmittel des Terrors bei der Abstimmung über die entschädigungslose Enteignung der Fürsten von den Fürstenanhängern so drangsaliert und schikaniert werden wie die kleinen Leute aus dem Lande und in den Kleinstädten. Die Fürstendiener wissen nur zu gut, daß unter den 12l4 Millionen Stimmen deutscher Wahlberech- tigter, die sich für das Volksbegehren bekannten, viele sind, die von dem werktätigen Landvolk stammen. Unter den Kleinbauern und Kleingewerbetreibenden hat sich im Lause der letzten Jahre durch die brutale"Wirtschaftspolitik der Rechtsparteien, die nur auf die Interessen des Großkapitals und des Groß- grundbesitzes zugeschnitten ist, durch den maßlosen Steuer- druck, durch die Wucherzinsen und Wucherpachtpreise, durch die Pfändungen, Zwangsvollstreckungen und Notverkäufe zweifellos eine Erbitterung' angehäuft, die den Fürstendienern un- heimlich ist. Dieser Erbitterung des ausgeplünderten Landvolks wird in einem soeben erschienenen Aufruf an da» werktätige Landvolk, unterzeichnet vom Relchsbund der Kleinbauern, vom Vadifchcn Pächter- und Kleinbauernverbaad, Rund der Sleinlandwirte von Rlecklenburg. S lrelitz, vom Rheinischen Pächter- und Kleinbauernbund, Bund schaffender Landwirte, Verein zur Förderung des Helmstättenwesen», von der Gemeinnützigen SIedlungsgcsellschast Flieden und von der Ehristllch-sozialen Reichspartci überaus drastisch Ausdruck verliehen. Der Aufruf weist darauf hin, daß schon zu Beginn des 19. Jahr- Hunderts, als die Fürsten und der Adel in der Eäkularisations- zeit die kirchlichen Güter an sich rissen, das Klein- bauerntum der Leidtragende war. Die fetten Aecker und Wiesen, Jagdreviere, Waldbestände, Weinberge— alles, was wertvoll war, kam in die Izand der Fürsten und des Adels. Infolge- dessen gibt es heute In vielen Gegenden Deutschlands inmitten des adeligen Großgrundbesitzes eine Menge landarmer Dauern. die nichts zu nagen und zu beißen haben und die jetzt, wo infolge der Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit in der Industtie kein Fort- kommen ist, mehr denn je zu Hause am Hungertuch nagen müssen. Gegenüber der Redensart der Fürstendiener über das Siebente Gebot erinnert der Aufruf daran, daß gerade die Kleinbauern und Kleinhandwerker auf dem Lande am besten wissen, wo die großen Diebe sitzen, wer die hohen Pachtpreise und die Wucher- zinsen einkassiert, daß die großen Vermögen in der Stadt wie draußen auf dem Lande in neunzig von hundert Fällen nicht auf ehrliche Art, nicht durch der Hände Fleiß zusammengebracht wurden. Wenn es jetzt dem zusammengerafften Großvermögen der F ü r st e n an den Kragen gehen soll, will man die kleinen Leute mit dem Gerede über den Rechtsstaat, über Recht und Moral oerwirren. Gegenüber der Lüge, die entschödigungslose Enteignung nehme den Fürsten das letzte Hemd und das letzte Stück Brot, betont der Aufruf mit Schärfe, daß die Fürsien alle außerhalb Deutschlands bei fremdn Banken Konto» stehen und in fremden Ländern große Liegenschaften haben, so z. P. bei der Bank von England, in Ungarn, in Schweden und anderwärt». Niemand könne ihnen die ver- s ch o b e n e n Goldmillionen nehmen. Wie groß der ins Ausland geschasfte Vermögensbestand sei, gehe schon daraus hervor, daß der ehemalig» Kaiser, der angeblich die monatlich ihm gesandten 50 000 Goldmark nur für den Unterhalt der Familienmitglieder in Deutsch- land verwendet, über sieben Jahre lang seinen k o st s p i e l i g e n H o f st a a t in Doorn doch mit irgendwelchem Geld habe bestteiien müssen:„Alle„Landesväter" mit Kind und Kindeskinder werden noch ein tausendfach herrlicheres Leben führen als die Millionen des deutschen Volkes— auch wenn das Gesetz längst durchgeführt ist." Deshalb, so schließt der Aufruf, denkt daran, wer euch das Land genommen, denkt an die Kriegsanleihe, denkt an den Ruhrkrieg und die Inflation. Macht bei der Abstimmung am 20. 3um euer kreuz in den krei» bei dem MSrtchea„3a"! Lusifpielhaus:„hier wird man gesund." In dem Lustspiel von Heinrich I l g e n st e i n ist es die Spezialität des Dr. Karl Frank, de» Leiters dieses Ehesanatorium», unverstandene und ehe- müde Frauen zu kurieren. Als seine Hauotheilmethode sieht er es an, seinen Patientinnen Illusionen einzupflanzen. Vor allem aber ?»redigt er ihnen als Krönung der Ehe den Kindersegen. Als emp- chlenswertes Beispiel führt er ihnen seine Gärtncrssrau vor, die bereits beim neunten Kinde angelangt ist. Nur seine eigene Ehe kann der Doktor, der ein wahrer Menschenfreund und allen ein Helfer Ist, nicht kurieren. Die Ehe mit seiner Frau Beate ist linder- los. Beate scheint sich damit abgefunden zu haben und wirkt als Assistentin neben ihrem Gatten. Da führt der Zufall ein merkwür-. diges Paar ins Sanatorium. Die Frau Dr. Scntius leidet unter der Langweiligkeit ihres Gatten, der ein braver Stubengelehrter ist, und sucht bei Dr. Frank Heilung. Der Stubengelehrte selbst wird uns in abschreckendster Form vorgeführt. Der Doktor oerordnet ihm einen Flirt mit einer anderen Frau, damit die eigene eifer- süchtitz werde. Frau Beate bietet sich an, diese Rolle zu übernehmen und sie hat nur zu guten Erfolg damit. Sie verwandelt in kurzem den eben noch langweiligen Dr. Sentius in einen feurigen Lieb- haber, in dessen Glut sie selber schmilzt. Die Frau, die vergeblich bei Dr. Frank Anschluß gesucht hat, findet mit«inemmal ihren Mann wieder liebenswert und reist mit ihm beglückt davon. Der letzte Akt zeigt uns das Ehepaar Frank ein paar Monate später. Ein neues Liebesglück ist den beiden erblüht. Beate ist jetzt ganz Frau geworden und hat für ihren Mann zur Krönung seines Glückes ein süßes Geheimnis zu offenbaren. Noch einmal erscheint Dr. Sentius, ober sie verabschiedet ihn kurz, er war nur ihr Traum und der Auslöser ihrer Sommerstimmung. Was zwischen den beiden gewesen ist, bleibt dem Ehegatten, der seiner Frau gegenüber gar kein Menschenkenner ist, oerborgen. Er hat sein Ziel(auf Um- wegen) erreicht. Ein witziger Dialog belebt die Handlung. Allerlei gute Porträts aus den Kreisen jener, deren höchstes Unglück ihre ge- langweilten Nerven find, sind eingestreut. Die Dar'teller trafen den leichten Ton des leichten Stückes aufs beste.. Rudolf Klein- Rogge war wirklich der gütige Menschenfreund und Marietta O l l y die kluge, überlegene Frau, die zur Schicksalswalterin wird. Hans Schindler war als braver Stubenhocker wie als umge- wandelter Liebhaber gleich glaubhaft. Ein nettes junges Paar stellten der Assistenzarzt des Wolf K e r st e n und Gertrud K a- nitz als seine Patientin dar. Die robuste, derbe Gärtnersfrau spielte Leonie Düval in vollem Saft. Das Publikum unterhielt sich bei der Sommcrkost sehr gut.— r. Ca»«rttjrts&aa» von Giuseppe Mazzlnl. de« bcvfllmiien ttalienilfien FreibeitSkompfer« in Genua, da» kürzlich zum Naiionalnumument erhoben wurde, soll fett von seinen modernen Beruniiattungrn beireit und al» ftädtiiches Muiernn der italienischen Befreiung»- und TindeiiSkömvie ein« gerichlet. werden. In die erweitert« Mazzini- Bibliothek soll die geiamte frühere und künftige Mazzinl- Literatur aller Sprachen ausgenommen werden. Ein Sowset-Saedeker. Die»ciellichait für kulturelle Verbindung der der Towjetländer mit dem A»»landc bat»in Neiiehandbuch ieriiaaeitellt und in den Druck gegeben, welche» den Namen ,Rriie>ührer durch die Lünder de» Sowieibundes' tragen und dazu den Uniertiiel.Sowjet-Baedeker" führen ioll. Da« Buch erscheint gleichzeitig w deutscher, sranzöstscher und englischer Sprache. Der verbotene �bstimmungssilm. Tie unglaubliche Eatscheivung der Prüfstelle. Die Berliner Filmprüfstelle, Kammer I, hat die Vor- fuyrung des Films„Keinen Pfennig den Fürsten" verboten. Diese unglaubliche Emscheidung wird schrift- lich mit folgenden Sätzen begründet: Der Bildstreifen nimmt in Trickzcichnungen und Zwischen- titeln Stellung zu dem am 20. d. M. stattfindenden Volksentscheid. Hiergegen ist a n s i ch nichts einzuwenden, weil nach dem Lichtspielgesetz wegen einer politischen Tendenz al, solcher einem Bildstreifen die Zulassung nicht versagt werden darf. Immer- hin ist der vorliegende Bildstreisen nicht den Propaganda- filmen gleich zu st ellen, wie sie von den verschiedensten Parteien vor der Reichstags- und Reichspräsidentenwahl hergestellt wurden. In solchen handelt es sich vorwiegend um die Darstellung einer Weltanschauung, um die Stellungnahme zu irgendwelchen Problemen und Parteidoktrinen vielsältiger Art— hier dagegen um die Beantwortung der klipp und klar gestellten Frage:„Sol- len die Fürsten ohne Entschädigung enteignet werden oder nicht?" Da es sich um einen Volksentscheid handelt, d. h. um eine Entscheidung, die das ganze Volk, also jeder einzelne Deutsche treffen soll, muß die Unterloge, auf Grund deren diese Frage beantwortet werden soll, nach allen Richtungen klar erkennbar und unmißverständlich sein. Wird also Tat- sachenmaterial in der Form von Mitteilung von Renten angeführt, so darf hierbei keine Irreleitung der Beschauer des Films erfolgen. Das ist aber in dem Bildstreifen insofern der Fall, als noch dem Wortlaut des Titels 5 die weniger Unterrichteten und politisch Indifferenten annehmen müs- sen, daß„Wilhelm in vooru" täglich 1670 Smf. für seine Person von der Republik beziehe und dasselbe der Fall sei bei den anderen genannten früheren Fürsten. Wie der Herr Sachverständige ausdrücklich erklärte, schließen diese Summen aber auch die Unter- Haltskosten für die gesamten Mitglieder der fürstlichen Häuser sowie die Kosten der Generalverwaltung und aller damit zusammen- hängenden Ausgaben in sich. Ferner werden in einer Trickzeichnung zwei weibliche Figuren dargestellt, unter denen ein Lauf- band mit der Inschrift„20 000 Rmk. Leibrente' abrollt. Dieses Bild soll ein« Darstellung der Mätressen eines früheren Fürsten aus dem Haufe Mecklenburg-Strelitz fein, die dies« Forde- rung nach erfolgter Weigerung der Erben des Fürsten an das Land gestellt haben. Hierdurch wird im Zusammenhang mit dem Vorherigen der Anschein erweckt, als ob diese Rente bereits gezahlt werde. Tat- sächlich handest es sich jedoch nur um eine gestellte Forderung. Die Kammer hat dem Filmhersteller nun zugemutet, er solle die Inschriften verwässern, statt:„Wilhelm in Doorn" sagen:„Das Haus Hohenzollern" und statt„20 00(1 Rmk. Leibrente" erklären, das fei nur gefordertl Nachdem— so wird in der Entscheidung ausgeführt— der Filmhersteller diese Aenderung(lies: Verwässerung) ab- gelehnt hatte, verbot die Prüfstelle den ganzen Film! Die Oberprüfstelle, die nun zur Entscheidung angerufen ist, wird nunmehr zu untersuchen haben, ob wirklich die Mit- teilung, daß„Wilhelm in Doorn" die angeführte Summe erhalte, die öffentliche Ordnung gefährde. Sie wird aber weiter prüfen müssen, ob es Aufgabe der Filmprüfstelle ist, sich in politische Untersuchungen einzulassen, ob der Sachverständige mit seiner Angabe recht hatte, daß die Summe für den Ches des Hauses Hohen- zöllxrü tatsächlich fürTff« ganze Verwaltung und alle Kinder und Kindeskinder bestimmt feien und ob nicht viel- mehr eine ungeheure Summe schon vorher den Hohenzollern ausgehändigt war. Das alles wird nach unserer Ueberzeuaung die Ober- prüfstelle veranlassen müssen, die politische Entschei- dung der Berliner Prüfstelle aufzuheben und den Film freizugeben! Zuchthaus für völkische Sanüiten. Tie Sühne für die Hamburger Attentate aus dem Jahre 1 922. Hamburg, 12. Juni.(Eigener Dmhtbericht.) Im Sommer 19 2 2 wurden auf das Denkmal der Reoolutionegefallenen auf dem Ohlsdorfcr Friedhof, auf die Buchhandlung der kommunistischen Hamburger.Volkszeitung', auf eine weitere kommunistische Buch- Handlung, auf das Haus der Freideutschen Jugend und zweimal auf die Wohnung des Abgeordneten Thälmann Sprenstoffotten- 'täte ausgeführt. Die polizeilichen Ermittlungen führten zu der Fessstellung von zehn Angehörigen vaterländischer Ver- bände» von denen sechs am Freitag und Sonnabend vor dem Hamburger Schwurgericht standen. Die übrigen vier, auf die jetzt die Haupsschuld abgeschoben wird, sind flüchtig. Unter den An- geklagten befindet sich auch der.Privatdetektiv' Niedrig, der gegen- wärtig eine fünfjährige Zuchthausstrafe wegen Beihilfe am Mord Rathcnous verbüßt. Wie der Staatsanwalt in der Ver- Handlung feststellte, sind, die Verhandlungen so lange hinausgezögert worden, weil das Reichsgericht die Akten nicht wieder zurücksandte. Die Attentate wurden hauptsächlich durch Schwarzpulver aus- geführt, so. daß zum Teil zwar erheblicher Sachschaden angerichtet wurde, Verletzungen von Menschen aber nicht vorgekommen sind. Die Angeklagten haben den Kommunisten.nur zeigen wollen, daß sie auch noch da wären', damit die kommunistischen Bäum« nicht in den Himmel wachsen. Die Hakenkreuzler versuchten sich damit her- auszureden, daß es sich nur um Feuerwerkskörper für Gartenfeste gehandelt habe. Durch den Staatsanwalt wurde festgestellt, daß drei der Angeklagten zu der.O b e r s ch l e s i s ch e n Offiziers- sturmtompagnie Killinger' gehören. Ihre Taten müßten streng beurteilt werden, da sie leicht zur Gegenwirkung der anderen Seite hätten führen können, vsechs Verteidiger bemühten sich, die Angeklagten reinzuwaschen. Trotzdem gelangte das Gericht zu der Ueberzeugung. daß es sich bei diesen Hakenkreuzlern um eine kom- plette Bande im Sinne des ß 6 des Sprengstoffgesctzes gehan- dell habe. Alle� seien bestrebt gewesen. Attentate auszuführen. Weil es sich aber hier, um mit dem ehemaligen Reichsjustizminister Radbruch zu sprechen, um Ueberzeugungsverbrccher handle, sei da» Gericht nur in zwei Fällen über die Mindeststrafe hinausgegangen. Der Kaufmannsvolontär Schräder erhielt 5 Jahre 6 Monate, der Privatdetektiv Niedrig ö Iahr« 3 Monate, die Handlungs- gehilfen Bothmann. Schwencke und Breckwoldt jeSJahreZucht- hau»,«in weiterer Angeklagter wurde wegen mangelnder Ve- weise freigesprochen. Die Untersuchungshaft wurde den verurteilten angerechnet._ Sowjelpension für Brufsilow, Witwe. Die fowsetrufsifche Re- picrung Hot beschlossen, der Witwe des Generals Brufsilow in Würdigung der ganz besonderen Verdienste, die er sich während des Bürgerkrieges um die Verteidigung der Sowjetrepublik er- warben hatte, eine lebenslängliche Pension zu bewilligen. Der ehe- mclige zarilche.Massensrhlächter' war der Berater des General- ftabes der.Roten Armee'. Der prager Folltampf. Obstruktion gegen die Dtabilifierung der Lebensmittelzölle. Prag, 12. Juni.(WTB.) Die Debatte über die Zollanträg« der bürgerlichen(sschechischen und deutschen! Red. d. D.) Par- teien auf Einführung fester landwirtschaftlicher Zölle, die Freitag S Uhr früh begonnen hatte, wurde Sonnabend um 4 Uhr früh g e- schlössen, worauf eine Pause von 10 Minuten eintrat. Nach Wiederaufnahme der Sitzung um 4,10 Uhr erteilte der Vorsitzende dem Berichterstatter des Landwirtfchaftsausschufles das Schlußwort. Als er die Rednertribüne bestieg, erhoben die Kommunisten einen ungeheueren Lärm durch Pfeifen. Glockengeläut und Pultdeckelgeklapper. Der kommunistische Abg. Hirsche! drang zur Rednertribüne vor und wollte dem Referenten das Manuskript entreißen. Mehrere andere Kommunisten wollten das Schlußwort verhindern. Diesem Versuch trat jedoch die Parlamentswache, welche im Sitzungssaal erschien, entgegen. Die Kommunisten versuchten ver- Seblich, den Kordon der Parlamentswache zu durchbrechen. Unge- euerer Lärm der Kommunisten dauert ununterbrochen an. Es kommt zu scharfen Zusammenstößen. Nach dem Schlußwort des Berichterstatters verläßt die Parlamentswache wieder den Saal. Um 5,30 Uhr hält die lärmende Obstruktion der Kommunisten noch an, die beantragen, daß der Mini st erpräsident erscheine und Auf- klärung über die gestrigen Vorgänge bei den Demonkirmionen gebe. Auch die tschechischen Sozialisten beantragten, der Minister de» In- nern möge im Sitzungssaal erscheinen, um über die gestrigen Vor- gänge In den Prager Straßen zu berichten. Sozialistlsch« Abgeord- net« rufen:„Die Regierung soll zurücktreten, die ganz« Republik ist erreg« und der Alinifierprifidenl schliisl. es ist eine Schande, ein Skandal!" Die Kommunisten setzen das Lärmen ununterbrochen fort. Plötzlich verstummt um 6,15 Uhr der Lärm auf ein Glockenzeichen eines kommunistischen Abge- ordneten. Die Kommunisten rufen:„Das Volk möge entscheid«», schreibt Neuwahlen aus, wo ist die Regierung. Eerny(der Minister- Präsident) soll kommen." Der Präsident schließt um 6,15 Uhr die Sitzung und beraumt die nächste Sitzung auf 20 Minuten später an. ' Die Kommunisten z e r s ch l n g e n in d«n Morgenstunden vor der Abstimmung i h r e B ä n k e. rissen aus den Bänken der bürgerlichen Parteien mehrere Sitze heraus und demolierten die Mi- nisterbank, wobei d«r Stuhl des Ministerpräsidenten von einem Abgeordneten hochgehoben und in den Saal geschleudert wurde. Der Tumult dauerte zwei Stunden, so daß die in den Mor- genstunden angesetzte Abstimmung über die Zollverlage vertagt wer- den mußte. Als dies bekannt gegeben war, stellten die Kommu- nisten ihre gewalttätige Obstruktion ein, und ihr Führer fordert« den sofortigen Rücktritt der Regierung und Neuwahlen. Im Laufe das Tages hat sich der Ministerpräsident Cerny dreimal bereit- erklärt, zurückzutreten, doch konnte die tschechoflowaNfch« Koalition keinen Ersatz schaffen. Man hofst aus eine Vermittlung des Staatspräsidenten Masaryk. Am Nachmittag wu»de die Zolloorlage angenommen: aber auch bei der anschließenden Beratung des Gesetzes über die Bcamtengchälter nahmen die bürger- lichen und die sozialistischen Parteien eine scharf«, ja drohende Haltung gegeneinander ein. Erklärung Cernys. Zu Beginn der Nachmittagssitzung kam zuerst ein« Erklärung des Ministerpräsidenten Cerny über die kom mim istischen Demonstrationen. Der Ministerpräsident gab siiner U«b«rzeuguwz Ausdruck, daß nach den Meldungen, dt« ihm zugegangen seien, der Wafsengebra uch der Polizei oorschristsmäßig erfolgt sei.„Ich zöger« jedoch nicht,' so b«m«rtt« E«rny,„zu erklären, daß diese Ängel«genheit noch der Gegenstand einer strengen Untersuchung sein wird. Aug dem Umstand jedoch, daß eine so große Anzahl Polizfften verletzt worden ist, kann mit Bestnnmchest geschlossen werden, daß die Woche mit der größten Mäßigung vorgegangen ist.' Ein kommu- nistisch-sozialdemokmtischer Antrag aus sofortige Eröffnung der De- hatte über dies« Erklärung wurde abgelehnt und sogleich zur Lbftimnning über die Zollvorloge geschritten; unter Lärmen der Kommunisten und der deutschen Sozialdemokraten wurde ein Ab- kürzungsvorschlag des Vorsitzenden angenommen. Während der Ab- stimmung kam es noch zu einem Zwischenfall. Aus den Bänken der Kommunisten wurden auf die Sitze des Bunk«s der deutschen Landwirt« Lktenbündel geschleudert, und die kommunistisch« Abg. Frau Kolorit versucht« einen von der Parlomentswoche ab- gewehrten tätlichen Angriff auf den sschech.-agr. Abg. Stanek. Die Rechtsputfthiste« rüsten. Und Thüringen droht mit dem Verbot des Roten JrontkämpferbundeS. Weimar. 12. Juni.(WTB.) Bei Beratung der Großen An- frage der Kommunisten über Putschpläne erklärte der thüringische Minister des Innern Dr. Sattler im thüringischen Landtag, daß es ihm mit Rücksicht aus das Ihm vorliegende Material über die militärisch ausgezogene Organisation des Roten Front- k ö m p s e r b u n d e s und die in dessen Exerzierreglement und in Presseäußerungen enthaltene aggressiv« Tendenz angebracht erscheine, ein Verbot zwecks Aufhebung de« Roten grontkämpferbundes in Erwägung zu ziehen. Di« Ausführungsbestimmungen des Reichs- Präsidenten Ebert zu den Vorschriften des Dersailler Vertrages gäben die Handhabe dazu(!). und zwar müsse ein solches Verbot dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Nachbarstaaten Tbii- ringen? darin nicht vorangingen und zunächst auch nicht folgen würden,.........—-————----::~7— 77---- Stresemann und Mannesmann. Vergewaltigung des Etatsrechts. Der von uns bereits mitgeteilte Beschluß des Ausschusses für den Reichshaushalt,„der Uebernahme einer Kredit» g a r a n t i e zur Sicherftellung des Marokto-Befitzes der Gebrüder Mannesmann in überwiegend beut- fchem Besitze zuzustimmen", bringt eine Angelegenheit, die bereits feit längerem den Haushalts- und Auswärtigen Aus- fchuß des Reichstages beschäftigt hat, zu einem vorläufigen Abschluß. Der Beschluß wurde nach langer und lebhafter Debatte, in die der Reichsaußenminister Dr. Stresemann wieder- holt eingriff, gegen die Stimmen der Sozial- demokraten, Kommuni st en und Demokraten gefaßt, nachdem ein demokratischer Antrag abgelehnt war, der zwar der Reichsregierung die finanzielle Er- m ä ch t i g u n g erteilen, die politische Verantwortung aber dem Auswärtigen Ausschuß zuweisen wollte. Die sozialdemokratischen Vertreter gaben am Schluß der Beratung die Erklärung ab, die Annahme des von der Deutschen Volkspartei vorgelegten Antra- ges erscheine ihnen aus politischen, wirtschaftlichen und etatsrechtlichen Gründen so bedenklich, daß sie bei einem Beschlüsse des Haushaltsausschusses es nicht bewenden lassen könnten, sondern sich vorbehalten müßten, die Frage in geeigneter Form vor das Plenum des Reichstages zu bringen. Die Vorlage, die vom Auswärtigen Amt aus außen- politischen und wirtschaftlichen Gründen betrieben wird, leitet eine Politik ein, deren Konsequenzen nicht übersehbar sind. Die Sozialdemokratie ist grundsätzlich dagegen, daß hier eine Aktion unternommen wird, die— ob mit Recht oder Unrecht bleibe dahingestellt— das Verhältnis Deutschlands zu einer der fremden Mächte, wenn auch nur vorüber- gehend, trüben oder stören könnte. Es kommt hinzu- daß die wirtschaftlichen Grundlagen des geplanten Vorgehens undurchsichtig sind und daß niemand zu übersehen ocr- mag, welche Entwicklung die Dinge in Marokko» dieser Wetterecke der Weltpolitit, nehmen werden. Soll daher ein so folgenschwerer Schritt geschehen, so ist es unerläßlich, daß vom Plenum des Reichstages die Verantwortung für ihn übernommen wird. Die Uebertragung dieser Verantwortung an den Haushaltsausschuß ist unstatthaft. Es fehlt dazu jede gesetzliche Grundlage. Art. 87 der Reichsoerfassung be- stimmt u. o.:# .Die Uebernahme einer Sicherheitsleistung zu Lasten d'es Reiche» darf nur auf Grund eine» Reichsgesetzes er- folgen." An die Stelle eines besonderen Reichsgesetzes ist für genau umrissene Fälle der Z 2b des Etatsgesetzes getreten. Dieser viel angezogene Paragraph lautet: „Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, zur Befriedigung un abweisbarer, durch die Nachwirkungen des Krieges hervorgerufener Bedürfnisse mit Genehmigung de» Haushaltsausschusses nötigenfalls Garantien zu über» nehmen, sofern dadurch eine Ausgab« vermieden wird, der sich da» Reich sonst nicht hätte entziehen können." In diesen Paragraphen aber die vom Haushaltsaus- schuß beschlossene Maßnahme hineinzupressen und die Uebernahme einer Kreditgarantie zur Sicher- stellung des Marotkobefitzes der Gebrüder Mannesmann in überwiegend deutschen Besitz hinzustellen als eine Aktion „zur Befriedigung unabweisbarer, durch die Nachwirkungen des Krieges hervorgerufener Bedürfnisse, durch die eine Aus- gäbe vermieden wird, der sich das Reich sonst nicht hätte ent- ziehen können", bedeutet eine Vergewaltigung die- ser Bestimmung, wie sie krasser nicht gedacht werden kann und die in der Oeffentlichkett nicht aufrecht zu er- halten ist. In der Frage dieser Kreditübernahme ist daher das letzte Wort noch nicht gesprochen, selbst wenn der Reichs- kanzler Marx als der derzeitige Iustizminister nicht Veranlassung nehmen sollte, im Kabinett vom Rechtsstand- punkt aus die Unmöglichkeit des geplanten Vor- gehens darzulegen._ — LH Millionen für ländliche Siedlung? Beschluh des WohnungSauSschvsseS. Im Wohnungsausschuß des Reichstags fand om Sonn- abend ein Antrag Annahme, in dem die Reichsregierung ersucht wird, zur Förderung des ländlichen Siedlung»- wertes in den dünn bevölkerten Gebieten für die nächsten fünf Jahre einen Betrag von je 50 Millionen Reichsmark bereitzustellen, der zur Beschaffung eines größeren Landoorrots und Begebung von Einrichtungskrediten bestimmt Ist. Unter Führung des Reiches soll Vorsorge getroffen werden, daß in der Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesbehörden allgemein« Richtlinien für die Vergebung von Zuschußzahlungen des Reiches zu den Siedlungsarbeiten der Länder ausgestellt werden. Die Mittel sollen durch die Deutsche Rentenbank-Kredit- a n st a l t weitergelcitet werden, eine Verteuerung darf ober dadurch nicht entstehen. Di« Mittel für die Beschaffung de» Landvorrats sind möglichst zum freihändigen Ankauf zu oerwenden. Der Be- schluß des Wohnungsausschusses bedarf noch der Zustimmung des Haushaltsausschusses. Der VIltmngeausschuß des. Reichetags führte om Sonnabend die Beratung des Gesetzentwurfes zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften zu End« und gab dem strittigen Paragraphen 4 folgende Fassung:„Das Reich, jedes Land sowie der Verfasser und der Verleger können bei der Obcrprüfstelle einen Antrag gegen Aufnahme einer Schrift in die List« oder auf Streichung einer Schrift von der List« stellen." Saldwins Note nach Moskau. Protest der britische« Gewerkschaften. tondon, 12. Juni.(WTB.) Der Generalrat des Gewerkschasts- kongresses hat an Ministerpräsident Bakdwin wegen der angebt ichen englischen Note an Rußland ein Schreiben gerichtet, indem er nach- drücklich Protest dagegen einlegt, daß man oersuch«, den: Bestreben der russischen Gewerkschaften, die den englischen Arbeitern Hessen wollten, ein« falsche Bedeutung unterzuschieben, und daß man von der Tatsache dieser Unterstützungsbestrebungen in einer Weise Ge- brauch mach«, die geeignet sei, die Beziehungen zwischen der eng- tischen Regierung und Sowjetrußland zu gefährden. Sauernmaffaker in Siebenbürgen. Rumänischer Wahlrechtsraub mit Todessokge. Vukarest. 12. Juni.(Eigener Drohtben'cht.) Bei den siebenbürgische» Komitotswahien in der Gemeinde Baina de Cris sollt« Militär die Bauern oerhindern in» Wahllokal zu gelangen. Die Wähler lehnten sich gegen diesen Wahlrechtsraub auf. Das Militär schoß auf Befehl de» Kommandanten. Nach amtlichem Bericht sind zwei Tote und mehrere Verwundete zu beklagen; nach privaten Metdungen dürste die Zahl der Taten erheblich Häher sein. Di« Zentralorgane der Bauernpartei und der Nationalpartei, die.Llurora' und die„Romania" in Bukarest, wie auch die„Patria' sind beschlagnahmt worden, weil sie neben der offiziellen Darstellung auch private Meldungen über diese Tragödie brachten. Di« Erregung ist hier sehr groß und sogar der un- parteiische und der Börse nahestehende„Argus' tadelt scharf die Regierung wegen Ihrer an die Arme« für die Wahlzeit gegebenen Anweisungen. Au interuallonaler Kongreß der Presseverbände soll im Dezem- der in Genf tagen. Zur Vorbereitung tagte jetzt in Pari, eine internationale Vorkonferenz. Auch der Reichsoerband der deutschen Presse ist vertreten SewerMastsbewegung Die Antwort üer Arbeiterschaft. Wie sie am 2V. Juni lauten muh. Herr o. B o r si g, der Vorsitzende des Vereins Berliner Metallindustrieller, dem 66 Pfennige Stundenlohn für die Metalltransportarbeiter zu viel sind, Herr o. Borsig, der gleich- zeitig Vorsitzender der Vereinigung der deutschen Arbeitgeber- verbände ist, jener Vereinigung, die systematisch die Aus- hungerung der deutschen Arbeiterschaft betreibt, 5)err v. Borsig geht für die Fürsten betteln. l?r verlangt von den Unternehmern eine Kopfsteuer, be- rechnet nach der Anzahl der beschäftigten Arbeiter und An- gestellten. Diese Kopfsteuer, die man ja reichlich an den Löhnen„erspart" hat, soll dazu dienen, durch Bekämpfung des Voltsentscheids den davongelaufenen ehemaligen Fürsten drei Milliarden Goldmark zu schenken. Wenn die Unternehmer fortgesetzt jammern über die hohen Soziallasten, die erdrückenden Steuern und die erschreckend bohen Löhne, so können sie, wenn man sieht, auch s e h r f r e i- g e b i g sein. Den Arbeitern werden die Pfenniglöhne ab- gebaut: den Fürsten gibt man Milliarden. Gleichzeitig meldet sich jenes Gelichter, das Deutschland ins Unglück gestürzt und in Verruf gebracht hat. Ein Herr v. S o d e n st e r n, ein Parteigenosse des Herrn v. Borsig, hat die Stirn, dem deutschen Volk mit der Peitsch« zu drohen. In Berlin allein gibt es gegenwärtig 254 006 Erwerbslose. Für diese wollen die Unternehmer die völlig unzureichende Erwerbs- losenunterstützung noch weiter abbauen, weil angeblich kein Geld da ist. Den arbeitslosen Fürsten aber und ihren Mätressen will man drei Milliarden geben. Man will das deutsche Volk wieder den herrlichen Zeiten entgcgensühren, die in den Krieg und den Zusammenbruch ausgingen. Diese Tatsachen zeichnen der Arbeiterschaft den Weg vor. Esbleibt unsnocheine Wo ch e b i s z u m 20. I u n i. Diese Woche muß zu intensivster Aufklärungsarbeit in den Werkstätten und Bureaus, überall, wo sich Gelegenheit bietet, ausgenutzt werden. Es muß allen klar gemacht werden, daß es am 20. Juni zu entscheiden gilt, ob das deutsche Volk nicht nur alle inneren und äußeren Lasten des Krieges und der Inflation zu tragen hat, ob das deutsche Volk nicht nur an die Alliierten Reparationen, sondern ob es auch gleichzeitig an die abgedankten Fürstenhäuser Wiedergutmachungen zu leisten hat. Die Inflation hat die Löhne und Gehälter der Hand- und Kopfarbeiter Deutschlands ausgehöhlt, Hai die aus den Bei- trägen der Arbeiter und Angestellten aufgehäuften Milliarden- werte der Sozialversicherungen in nichts zcrflattern lassen. Die Sozialrentner, die Schwerkriegsbeschädigten werden mit Bettelpfennigen abgespeistt. Den ehemaligen Fürsten, die Deutschland ins Unglück gestürzt haben, will man drei Mil- liarden zuschanzen. Das ist die Politik des Herrn v. Borsig. Darauf hat die Arbeiterschaft eine Antwort zu geben! Dlese Antwort muß am 20. Juni gegeben werden: Die Besitztümer der ehemaligen�Fürstenhäuser sind zur Unterstützung der Sozial- und Kleinrentner, der Erwerbslosen und Kriegs- beschädigten zu verwenden! wer trägt Sie SchulS an Ser MSnchener Katastrophe! Eine Entschließung der Lokomotivführer. Hamburg. 12. Juni.(WTB.) Der erweiterte hauptvorstand der Sewerkschaft deutscher Lokomotivführer faßte aus seiner hiesigen Tagung folgend« Entschließung: „Die vom 8. bis 10. Juni 1926 in Hamburg tagende Sitzung des erweiterten Hauptvorstandes der Gewerkschaft deutscher Lokomotiv- sührer beschäftigte sich erneut mit den Barschriften über die Dienst. und Ruhezeiten des Lokomotivpersonals. Er kommt nach den vor- getragenen Berichten der Bezirke zu der Ueberzeugung, daß die d i e n ft l i ch e B« l a st u n g des Lokomotivpersonals weit über die- Elsaft.Loflii1nger, Osfmärher, ODcrsdilcsler, Auslands- und Kolonialdeulsdie! Was gab man£uch bisher an fcntfchädigung? Was will man den Fürsten geben? Antwort gibt Euch die Versammlung beute vormitt 10 Uhr im Lehrer-Vereinshaus, Alexanderstr. 41 Redner: S ch i r m e r-Dresden, MdR. Vorsitzender des 22. Reichstags-(Entschädigungs-) Ausschusses. SPD.-Berlin. jenige Grenze hinausgeht, die zur Sicherung des Betriebes not- wendig ist. Angesichts der weiteren durch die Deutsche Reichsbahngesellschast getroffenen Maßnahmen hiusichtlidi der Sparwirtschast beim Lokomoliopersonal, der Verstärkung der Züge und der u n- zureichenden Besetzung der Lokomotiven, kann die Schuld an einem Eisenbohnunsall einzelnen Personen nicht zugeschrieben werden. Der erweiterte hauptoorstand protestiert deshalb aufs schärfste gegen die weitere Jnhafthaltung des Lokomotivführers Aubele von Rosenheim: dieser soll den Unfall in München-Ost verschuldet haben, ohne daß für diese Behauptung der geringste Beweis vorliegt. Der erweiterte hauptoorstand bringt ferner zum Ausdruck, daß es durchaus im Interesse des Eisenbahnbetriebs und des reisenden Publikums liegt und gelegen hätte, wenn die von der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer vorgetragenen B o r s ch l ä g e eine B e- achtung gesunden hätten. Die Gewerkschaft hält es für eine zwin- gende Notwendigkeit, daß ihre Anregungen die erforderliche Deach- tung von feiten der Deutschen Reichsbahngesellschast erfahr—" Internationale flrbeitskonferen?. Mussolini erhebt Einspruch, Gens, 12. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Di« Arbeilerstattion auf der 9. Internationalen Arbeitskonferenz besteht im wesent- lichen aus Seeleuten. Um diese Seeleute aus allen Ländern zu einer einheitlichen Gruppe zufainmenzuschließen, hat man zum Vor- sitzenden der Arbeiterfraktion Oudegeest(JGB.) und zu ihrem Sekretär F i m m e n vom Internationalen Transportarbeiteroer- band gewählt. Die italienische Regierungsgruppe hat inzwischen gegen die Wahl von Oudegeest und Fimmen Einspruch erhoben, da Oudegeest und Fimmen keine Delegierte zur Internationalen Arbeitskonferenz sind. Dieser Protest hat nach der Geschäftsord- nung der Konferenz Aussicht auf Erfolg. Innerhalb der Arbeiter- gruppe besteht ober die Absicht, unbedingt, bis zum Aeußerften zu gehen und keinesfalls Fimmen oder Oudegeest zurücktreten zu lassen. Senf. 12. Juni.(TB.) Im Rahmen der gegenwärtig tagen. den Internationalen Arbeitskonserenz, die sich mit Secschiffahrts- fragen befaßt, finden dieser Tage lediglich Kommissionsberatungen statt. Die Gruppe der Arbeitgeberdelegierten hat in der Kom- miffion für die Ausarbeitung des Seedifziplinarrechts gegen einige Punkte des vom Internationalen Arbeitsamt ausge- arbeiteten Konoentionsentwurfes gestimmt, blieb jedoch in der Minderheit, worauf sämtliche Arbeitgcbervertreter den Sitzungssaal verließen._ verbanüstag üer Iuftizbureaubeamten. Am Z. Verhandlungstag erstattete die Kommission, die zu dem vom Verbandsoorstand aufgestellten Wirtschastsplan des Verbandes und den beantragten Satzungsänderungen Stellung genommen hatte, Bericht. Der Verbandsvorstand hatte be- antragt, den Monatsbeitrag von 1,25 M. auf 2,50 M. zu erhöhen. Von /diesem Beitrag sollten die Vereine anstatt wie bisher 25 Pf. 50 Pf. erhalten. Die Kommission hatte dagegen mit 10 gegen 9 Stimmen beschlosien, dem Verbandstag nur eine Erhöhung auf 2 M., wovon die Vereine wie bisher 25 Pf. erhalten sollten, zu empfehlen. lieber diesen Punkt entwickelte sich ein ausgedehnte Diskussion, in der sich die einzelnen Delegierten teils für oder gegen den Por- schlag des Verbandsvorstandes bzw. der Kommission aussprachen. Der Verbandsvorsitzende Ballack, der schon in den Kommissions- beratungcn die Erklärung abgegeben hatte, daß der bisherige Ver- bandsvorstand nur dann weiter amtieren würde, wenn der Ver- bandstog die unbedingt notwendigen, von ihm geforderten Bei- träge bewillige, ergriff noch einmal am Schluß der Diskussion das Wort. Er mächte dem Verbandstag den Vorwurf, daß er schon seit dem Zusammenschluß der beiden Iustizbureaubeamtenverbände in der Finanzierung des Verbandes Beschlüsse gefaßt habe, die das organisatorische Interesse vermissen ließen. Man müsse auch in einer Organisation keine Finanzpolitik nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft machen. Würden die vom Verbands- vorstand geforderten Beiträge nicht bewilligt werden, so könne die Organisation die Jnteresien ihrer Mitglieder nicht in dem not- wendigen Maße vertreten. Der Redner bat die Delegierten, sich die zu fassenden Beschlüsse reislich zu überlegen. Die darüber entscheidende Abstimmung wurde so vorgenommen, daß jeder Delegierte für je 12 von ihm vertretene Mitglieder einen Stimmzettel abgab. Die Abstimmung ergab mit 379 gegen 162 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen die Annahme des vom Der- bandsvorstande vorgelegten Wirtschaftsplanes und damit auch der Beitragserhöhung. Nach der Annahme von verschiedenen Satzungsänderungen wurde der bisherige Gesamtvorsland einstimmig wie- dergewählt. Als Tagungsort für den nächsten Derbandstag wurde Berlin festgelegt. In der Aussprache zum Punkt„Verschiedenes" wurde u. a. der Verbandsoorstand beauftragt, beim Justizministerium dahin zu wirken, daß die Oberlandesgerichte bei der Bewilligung von Unter- ftützungen oder Notstandsbeihilfen an untere Justijbeamte das gleiche soziale Verständnis zeigen mögen, wie bei den höheren Justiz- beamten. Der Verbandsvorfitzende schloß um 546 Uhr den 33er- bandstag, indem er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Arbeite» des Verbandstages im ganzen Reiche Anerkennung finden und sich fruchtbringend für die Organisation auswirken mögen. (Gewerkschaftliches siehe auch 3. Beilage.) Verantwortti» für Politik:«tnft Reuter: Wirtschaft: Rrtur Sater»»»: Gewertschaftsb-w-aun«: Z. Steiner: ffeuilleto»:*. S. Dilchcr: Lokale, uns Eonitiaes: grt»«arstädt: Arueiaen: S4.«loite: sämtlich in Berlin. Verla«: Vorwärts-Berlaa«. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts.Buchdriickrrei und Berlaosanltalt Paul Sinarr u. Co.. Berlin 6W KS. LindenstroKe Z. »in*» 3 Beilagen.„A», der Filmnttltt,„Untnchalt»»« und«:ffca- und „Blick i» dir»uchernielt-. Echt japanische Strandschirm wieAbb. J Trihot-Badcanzug„Goldfisch" Mit aufgesetztem Rock, Große 44, 46, O 7 wie Abbildung................. O« l O Mit farbigem Paspel, für Damen und rt Herren(Steigerung 0.15).. Mittelgroße Trihot-Badehoscn A CC A(TC geringelt. 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Geschichtskenntnisse sind eine schön« Sache und es ist wirklich schade, daß der übliche Geschichtsunterricht so gar nicht danach an- getan ist, wirkliches Wissen in dieser nützlichen Wissenschast zu ver- breiten. Und wenn wir genau überlegen, dann haben selbst die bravsten Schüler unter uns aus oll den Geschichtsstunden nur«in paar Namen, wenn es hoch kommt, wirtleicht noch einige Zahlen behalten. Ueberlegen wir mal schnell, was uns auf das Stichwort „Reformation" einfällt. Also: Martin Luther, Thesen, Wittenberg, Tetzel, dreitzigjohriger Krieg, Gustav Adolph. Und ein« Meng« sürstlicher Edelmut und Ueberzeugungstreu«, die sich, je nach unseren verschiedenen Vaterländern, am reinsten immer in den eigenen damaligen Landesherren kristallisieren. Demjenigen sreilich, dem der Geschichtsunterricht noch nicht ganz die Lust an dieser Disziplin ge- nommen hat, bietet sich bei näherem Zusehen ein wesentlich anderes Bild/ die Kirche im Mittelalter. Die Kirche war damals nicht eine rein geistige Macht, sondern auch autzerhalb Italiens, besonders in Deutschland, repräsentierten ihre Vertreter eine große weltliche Gewalt. Bon den sieben deutschen Kurfürsten waren drei(Trier, Köln und Mainz) geistlich. Die Kirche nahm das Recht der Abgabensreiheit und der eigenen Rech!- sprechung in ihren Gebieten in Anspruch. Die Besetzung dieser Kur- stellen war aber natürlich nur mit Zustimmung des Papstes möglich. All diesen geistlichen Machthabern ging es finanziell meist viel besser als ihren weltlichen Nachbarn, denn außer den Mitteln des üblichen Steuerdrucks standen ihnen ja auch noch all« die Mittel geistiger Einwirkung zur Verfügung, und alles, was die Kirche erbte, häufte sich zu nie geteilten Schätzen an, denn Erbteilungen und ähnliche Gelegenheiten zu Vennögenszertrllmmerungen gab es ja bei der Kirche nicht. Nun boten die vielen geistlichen Pfründen zwar ein« gute Gelegenheit zur Versorgung jüngerer Söhne der fürstlichen und adeligen Häuser: aber jede dieser Pfründen mußte für teures Geld von Rom gekauft werden und diese Kauftumme vermindert« auch wieder das Vermögen der weltlichen Stände zu- gunsten der Kirche. Viele der großen Herren waren den Klöstern und den hohen Geistlichen tief verschuldet, Güter und Einnahmen waren der Kirche verpfändet. Die Kirche schien aus einem uner- schöpslichen Born gespeist zu werden, Priester und Mönche hatten ein gutes Leben, die weltlichen Fürsten wußten oft nicht, wo sie das Geld für ihren meist recht verschwenderischen Haushalt her- nehmen sollten: auf die Idee, seinen Hofftaat einzuschränken, kam natürlich keiner von ihnen. Die Deformation. So war also das Verhältnis zwischen der weltlichen und der geistlichen Macht, als Luther 1517 seine Thesen veröffentlichte. Bauern und Bürger waren leicht für das neue Evangelium zu ge- Winnen: besonders die Bauern hatten fest langem die Erfahrung gemacht, daß das Joch der Kirche durchaus nicht etwa leichter zu tragen sei, als das eines weltlichen Herrn, sie faßten zu Luthers Eni- setzen seine Lehre„Von der Freiheit des Chnstcnmenschen" sogar wörtlich aus und erhoben sich sowohl gegen ihre weltlichen wie gegen ihre geistlichen Unterdrücker. Den Stödten war namentlich die eigene Gerichtsbarkeit und die Steuerfreiheit der Geistlichkeit ein Dorn im Auge.— Dies« recht materiellen Gründe haben nun einen großen Teil der gerühmten Ueberzeugungstreue der einen wie auch der anderen Seit« hervorgerufen, und besonders schön läßt sich das an einem Beispiel aus unserer geliebten Hchenzollerngeschichte nach- weisen. „Sekehnrn�' eines Lanöesfürsten. Joachim I. war gestorben. Er war dem alten Glauben treu geblieben, ober er hatte wahrhaftig auch recht triftige Gründe dafür. Er hatte mit seinem um fünf Jahre jüngerem Bruder Albrecht zu- sammen die Regierung der Mark übernommen und dann, um den Mitregenten los zu sein, seinem Bruder ein Kirchenamr nach dem anderen, zuletzt die mit der Kurwürde verbunden« Stelle des Erz- bischofs von Mainz gekauft. Di« letztere Stelle suchten die Brüder auf eine ganz originelle Weise zu bezahlen: ver Ablaßkrämer Tehel erhielt die Erlaubnis, mehrer« Jahre lang mit seinem Ablaß in der Mark zu hausieren, die eine Hälfte der Einnahmen gehörte dem Papst«, die andere ging sofort an das Haus Fugger in Augsburg, bei dem man zur Erwerbung des Erzbistums ZOOOl) Goldgulden aufgenommen hatte. Ein Angestellter der Fugger stand immer neben dem Ablaßkasten und paßte auf. daß es stets hübsch ehrlich zuging. Da war es leicht erklärlich, daß Joachim das größte Interesse an dem katholischen Glauben seiner Untertanen hatte. Nun kam sein Sohn, Zoachim II., zur Regierung. Er konnte seinen jüngeren Bruder, Hans von Küstrin, den der Vater zum Erben der Neumark eingesetzt hatte, nicht aus die gleiche bequem« Weis- loswerden. Dabei kostete seine verschwenderische Hofhaltung, sein Verhältnis zu der „schönen Gießerin" dem Lande Unsuinmen. 1536 kam er zur Re- gierung, 1540 mußte er seinen getreuen Ständen schon eine Million Gulden(heutiger Geldwert 12 bis 15 Millionen Mark) beichten. Di« Stände waren wenig geneigt, so aus purer Untertanentreu« das Geld herzugeben. Was aber hätte ihnen der Kurfürst bieten können? Er halte schon alles Erdenkliche verpfändet. Aber da waren ja noch die Güter der Kirche! Zwar hatte der Adel sich schon zumeist aus eigen« Faust damit auseinandergesetzt, hatte den Klöstern die Zins- zahlung verweigert, die Klostergüter mit Beschlag belegt und crns den Nonnenklöstern„Adelig? Fräuleinstifle" gemacht. Aber solang« der Landesfürst katholisch war. fehlte dieser Regelung doch die letzte gesetzliche Sicherhzit: auch gab es immer noch einige Bissen im Land«, die für die kleinen Raubtiere zu groß waren. Aber ein protestantischer Fürst— der konnte sie leicht einstecken! Diesen „guten Gründen" konnte denn Joachim II. auch nicht widerstehen. Sa trat er denn 1539, wenige Monats vor der Ständstagung, zur lutherischen Kirche über. Der Erfolg lohnte wahrhaftig der kleinen Mühe! Dcr Landesherr wurde zum Kirchenoberhaupt, er war der lachende Erbe dcr alten Kirche. Allein von Lehnin, dem berühmten Zisterzienserlloster, konnte er 2 Marktflecken, 64 Dörfer, 54 Fischereien, 6 Wasser- und 9 Windmühlen, 14 große Forsten, Aecker, Wiesen, Weinberge und reiche Herden seinem Vermögen einver- leiben. Und es gab über zwanzig Klöster in der Mark! Einige waren wohl arm, wie das Kloster der grauen Brüder in Berlin, dl« meisten aber waren gut gehalten.— Dann aber konnte er aus die gleiche Weise auch noch das Bistum von Magdeburg und Halberstadt und zwei weitere märkische Bistümer für sein Haus erwerben. Es war eine schöne, glatt«, entschädigungslos« Enteignung. Dabei konnte der Kurfürst sich noch die Gloriole eines milden Herrn, eines wahrhaften evangelischen Besreirrs schassen, denn er öffnet« die Klöster und stellte es den Mönchen frei, ob sie„wandern oder bleiben" wollten. Alles, was jung und gescheit war, wanderte selbst- verständlich aus, nur wenige der älteren Brüder blieben in den Klöstern. Für die versprach er, bis on ihr Lebensende gut zu sorgen. Allzu gut hat er aber nicht Wort gehalten(das war nie Hohenzollernort!), denn nach kurzer Zeit schon richtete der Prior im Namen seiner kleinen Schar an ihn einen„Vitt- und Spsisezettel, es dabei den Räten ihres gnädigen Herrn Kurfürsten überlassend, an den abgemeldeten Artikeln zu reformieren nach ihrem Gefallen". Da bitten die ölten Mönche um„vier Gerichte zum Mittagesien, zum Abendessen drei Gerichte, eine Tonne Bier wöchentlich, acht Tonnen Wein jährlich, außer diesem aier zu Neujahr und zu Mittsasten einen großen Thorner Pfefferkuchen. Auch in Chorin durste ein Teil der Brüder bis zu seinem Lebensende verbleiben. Bon Charin eignete sich der Kurfürst 62 Güter. Mühlen und Dörfer, 24 Seen und mächtige Forsten an.— Das Volk aber hatte von dem Glaubens- Wechsel des Landssfürften nur Nochteile. Steuern und olle anderen Lasten blieben: aber hatten die Mönche, besonders die Zisterzienser in dcr Mark wirklich als Kulturträger gewirkt, hatten sie eine, �venn auch im Vergleich mit ihren reichen Mitteln recht bescheiden« t?chul- und Krankenpslegetätigkeit entfaltet, so schlief das jetzt alles ein, s? daß sogar Martin Luther darüber bitter klagte. Was brauchten die Fürsten noch gute Werke! Das mar ja das Bequem« an dem neuen si Der lvobblq. von B. Traven. OopyrigM by Buchmeistcr-Vcrlag. Berlin und Leipzig. Der gute Mann wußte nicht, worum es ging, vielleicht wollte er es nicht einmal wissen. Er sagte:„Ich denke, das ist ein freies Land? Wo ist denn da die Freiheit, wenn man nicht arbeiten darf, wo man will?" „So wenig wie Sie da stehen können, wo ein anderer steht, ebensowenig können Sie an dem Platze arbeiten, wo ein anderer arbeitet. Denn die Leute haben ihren Platz nicht ver- lassen, sie haben nur die Arbeit unterbrochen, und sie kehren zurück, sobald der Alte Vernunft annimmt." „Ich finde so leicht nicht wieder Arbeit," sagte er nun. „Ich bin froh, daß ich die hier Hobe. Ich bleibe hier und lasse mich auf der Straße nicht sehen." „Seien Sie nur ganz unbesorgt, die haben ein gutes Ge- dächtnis und kennen Sic auch nach Monaten wieder. Aber wir beide haben uns wohl von nun an nichts mehr zu er- zählen. Und wagen Sie ja nicht, sich in der Backstube sehen zu lassen. So gesund wie Sie reingckommen sind, kommen Sie nicht mehr raus, darauf können Sie sich verlassen. Sie sind für mich kein Deutscher, sondern ein Lump. Wenn Sie auch sonst nichts verstehen wollen, das werden Sie ja wohl noch verstehen." Jeder Mensch, der in das Caf6 gehen wollte, mußte sich an den Streikposten vorbeidrängen, und jedem wurde gesagt, daß gestreikt wurde. Darauf kehrten die Leute regelmäßig um. Polizei war nicht zu sehen. Es war ja ganz ruhig. Nie- mandem geschah etwas. Aber am Abend, es war vielleicht halb neun, da stand der Deutsch? an der einen Tür. Die Türen sind ja alle offen. und man sieht von draußen alles, was drinnen vorgeht, so klar, als ob es mitten auf der Straße geschehe. Die Gäste wollen raussehen und wollen gesehen werden, und die Nicht- gäste wollen reinsehen und sich daran erfreuen, wie sich andere einen angenehmen Abend machen. Er stand da an der Tür und wippte mit der Serviette. Er schien recht stolz zu sein, daß er es zum Kellner gebracht hatte. Unter normalen Umständen hätte er vielleicht Geschirr- wascher werden können. Die Streikposten kümmerten sich gar- nicht um ihn. Sie schielten nur gelegentlich zu ihm rüber. Da kam ein junger Bursche vorbei mit einem Stück Holz in der Hand. Der Streikbrecher ging ein wenig zurück, aber der Bursche ging mit einem ruhigen Schritt die eine Stufe hoch und hieb ihm zwei gesunde Hiebe über den Schädel. Dann warf er das Holz weg und ging ruhig seiner Wege. Der Notkellner stürzte hin und blutete nach Kräften. Kaum hatte Seüor Doux das gesehen, da trat er vor die Tür und rief:„Polizei!" Es kam gleich einer an, seinen Knüttel in der Hand schwingend. „Den haben sie totgeschlagen," rief Tenor Doux dem Po- lizisten entgegen. „Wer?" fragte der Beamte. „Das weiß ich nicht." antwortete Tenor Doux.„Wahr- scheinlich die streikenden Kellner." Sofort sprangen zwei Streikposten hinzu und schrien: „Wenn Du Hurensohn das noch mal sagst, schlagen wir Dir die Knochen entzwei." Seüor Doux oerschwaüd sofort im Caf6 und sagte nichts mehr. M „Haben Sie gesehen, wer den Mann hier geschlagen hat? fragte ein zweiter Polizist, der hinzugekommen war, die Posten. „Ja, so halb. Ein junger Bursche kam vorbei mit einem Stück Holz— da liegt es noch— und schlug auf den Mann los," sagte der eine Posten. „Kennen Sie den Burschen?" „Nein. Zu unserem Syndikat gehört er nicht." ,L>ann hat er mit dem Streik garnichts zu tun. Wahr- scheinlich eine andere Geschichte." sagte der Polizist. „Zweifellos," bestätigte der Posten. Die beiden Polizisten führten den Notkellner zur Wache, wo er verbunden und für die Nacht da behalten wurde. „He, du dadrin, du Hurensohn," riefen die Posten jetzt hinein zu dem Ungarn.„Wie lange bleibst du noch dadrin? Du kriegst eins mit der Eiscnstange, wir haben kein Holz mehr." Der Ungar verstand kein Wort. Jedoch er fühlte, was sie sagten. Er wurde blaß und ging zurück. Seüor Doux aber hatte es verstanden. Er lief zur Tür und rief nach der Polizei. Aber es kam keine. Nach einer Viertelstunde aber sah er einen an der Ecke stehen. Er rief ihn heran. „Die Posten haben meinen Kellner mit dem Tode be- droht," sagte er. als der Polizist herangekommest war. „Welcher hat ihn mit dem Tode bedroht?" fragte der Polizist. „Der da," antwortete Seüor Doux und zeigte dabei auf Morales. Morales hatte garnichts gesagt, aber ihn haßte Doux am beQpu „Haben Sie den Kellner mit dem Tode bedroht?" fragte der Polizist. „Nein. Fällt mir auch garnicht ein. Dieser Bastard ist mir viel zu dreckig, als daß ich das Wort an ihn richten würde," sagte Morales. „Kann ich mir denken," erwiderte der Polizist.„Wer hat ihn denn mit dem Tode bedroht?" fragte der Polizist nun. „Ich habe gesagt, er möge nicht so dicht zur Tür kommen. es könne ihm sonst vielleicht eine Eisenstange auf den Kopf fallen, da oben vom Balkon." Das sagte einer der Posten. Seüor Doux stand noch in der Tür. Der Polizist drehte sich jetzt zu ihm herum und sagte:„Nun hören Sie, Seüor, wie können Sie denn so etwas sagen? Es ist doch garnicht wahr." „Sie haben doch den anderen auch schon halb erschlagen," verteidigte sich Doux. „Vertragen Sie sich lieber mit Ihren Leuten," riet jetzt der Polizist,„dann kommt so etwas nicht vor." „Das ist ja eine nette Geschichte hier, daß man nicht mal seinen Schutz bekommt," rief Doux wütend. „Ruhig!" sagte der Polizist laut,„sonst nehme ich Sic zur Wache. Keine Beleidigung hier." „Ich zahle doch meine Steuern und da kann ich doch auch verlangen..." „Was Steuern?" unterbrach ihn der Polizist.„Die Kellner zahlen auch Steuern, genau so gut wie Sie. Und nun lassen Sie uns in Ruhe. Machen Sie Ihre Geschäfte mit Ihren Leuten ab, aber stören Sie uns nicht immerwährend." Der Ungar stand eine Weile im Caf6 unschlüssig, während hier draußen die Verhandlungen waren. Es hatten sich Leute angesammelt, die alle auf feiten der Kellner waren. Und zum Teil waren es deren Ausbrüche der Sympathie, die dam Poli- zisten, der ja auch Prolet war. das Rückgrat steiften. Er wußte ja nicht, ob nicht vielleicht Doux einen dicken Freund unter den Inspektoren hatte, der ihm sagen könnte, daß er seine Pflicht vernachlässigt habe. Als der Polizist gegangen war, zog der Ungar seine weiße Jacke aus und ging zur Kasse, um sich seine zwei Tage Lohn geben zu lassen. Er stand jetzt da in Hemdsärmeln. Diese Hemdsärmel waren nur Fetzen und Dreck. Zwei Gäste waren im Eafch und die sahen den Unglücklichen. Ihnen verging der Geschmack am Kaffee und am Gebäck, als sie bemerkten, welchen Schmutz und welche Lumpen die weiße Jacke ver- deckt hatte. Sie standen auf, zahlten an der Kasse und gingen. _(Fortsetzung folgt.) Oloufcen, di« Zusicherung, daß der Mensch«den durch den Glauben ollem selig werde! Und so fiihrte Joachim II. sein lustiges Leben wcster. bis an sein„seliges" Ende. Wie„lustig" sein Leben war, geht am besten aus der Leichenpredigt seines doch hofzahmen Haus- Predigers hervor: der schloß sie mit den Worten:„Daß wir ober solche Hoffnung sdaß er selig geworden sei) von unserem Landes- fursten nicht in einem bloßen Wahne haben und mit oermißstem Zweifel, etwas uns ungewiß, sondern in gewisser und ungezweifelter Hoffnung, müssen wir unsere Augen und Gedanken von ihrer tur- fürstlichen Gnaden menschlicher Schwachheit und Gebrechlichkeit, von ihrer Gnaden Leben und Wandel, darin viel Sträfliches und Sund- liches gewesen, abwenden und allein nach dem Worte des Lebens uns richten, welches allein di« Toten lebendig und die Sünder ge- recht machen tonn." » Das ist ein kleiner Auszug aus der Reformotionsgeschichte, es könnten ihm noch zahllose ander« folgen: nicht überall ging die Enteignung wenigstens in so friedlicher Fonn vor sich, und das ganze Volk war des Häverns schon herzlich müde. Aber um den Landesfürsten die geraubten Bistümer und andere Schätze zu erhalten, wurde der Streit um die Gleichberechtigung der Konfessionen immer weiter hinausgezogen. Als ihn dann ein Reichstag dahin entschied, daß die Bistümer der alten Kirche zurückzugeben feien, kehrte sich Joachim II. einfach nicht daran und gab keines der annektierten Gebiete heraus. Wir stehen vor dem Volksentscheid, und den katholischen Wählern wird auf mannigfach« Art die Hölle heiß gemacht, um sie vom Volksentscheid fern zu halten: Von der Erregung von Gcwissensskrupeln bis zum glatten Verbot der Teil- nehme. Sie sollten sich erinnern, wie glatt und schön alle Fürsten immer mit ihrem Gewisien fertig wurden und sich einmal fragen, ob es sich lohnt, dieser gewissenlosen Gesellschaft wegen Gewissens- skrupel zu haben!...Denn mit welchem Maße ihr messet, mit dem soll auch euch gemessen werden! Kampf öer Zlugbläüer! Der Kampf um die Rechte des Volkes ist auf der ganzen Linie entbrannt. Acht Tage trennen uns vom Tag: der Entscheidung. Die Habsucht der ehemaligen Fürsten hat das ganze Volt auf den Plan geworfen. Die Massen stehen auf gegen die schamlosen Pläne der Milliarde., räuber! Mit ungezählten Geldsummen finanzierte die Hohen zollernsche Propagandazentrale, den Korrupierungsfeldzug der Fürstenknechtc: mit Intrigen verantwortungslosester Art suchen die schwarzweißrotcn Fälscher den Willen der hungernden Milli. onen zu sabotieren und Dumme für ihre Pläne zu gewinnen. An den Häuserfronten beginnt de, Wettkampf der �llahn- und Wcrbezettel di« Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen, das Ringen der Flugblätter um die Seele der Berliner hat in den Sonnobend-Rach- Mittagsstunden mit Wucht eingesetzt. In vielen Tausenden von Exemplaren wurde die„Vorwärts"-Sonderousgabe„Massenauf- marsch!", sowie der Flugzettel„Zum Wohle der Allgemeinheit!" im Rorden, Osten, Süden und Westen der Stadt in den Häusern und auf der Straße verteilt. Allgemein war der sachliche und über- zeugende Inhalt der Flugschristen von stärkster propagandistischer Wirkung. Roch aber sind Hundertlausende aufzuklären, Laue und Gleichgültige aufzurütteln. Am heutigen Sonntag wird die groß- zügig« Werbekampogne fortgesetzt. Beteiligt euch zahlreich, ein jeder sei auf dem Posten. Der 2l>. Juni muß ein Siegestag des Volkes fein! Keinen Pfennig dem Eigennutz der„Landes- väter",«in« Bezeichnung, die sie sich wohl angemaßt, aber niemals verdient haben. '(Ü-V"-!*.•v ,ajL iaßuL-... Räch dem mißglückten H i n d e n bu r g- P la k at, das bkllgen seiner Anonymität die Polizei abräumen mußte, ist gestern abend das zweite Plakat des Fürstendienerblocks an den Litfaßsäulen erschienen. Hoch oben schweben der sagenhafte Kurfürst der Fehr- belliner Schlacht, unvcrmeidlicheruseisc der„alte Fritz" und Wilhelm, der Großnoter. lind zu Füßen dieser markanten Reklame ließt man in starker Schrift die zwei schönen Sätze:„Enteignung des alten Herrscherhauses? Ist das der Dank für unser Werk? Wer weint da nicht? Nur noch Heulei Die zur Durchführung des Volksentscheids aufgestellten Listen der Stimmberechtigten liegen nur noch am heutigen Sonnlag in den Stunden 10 bis 5 Uhr zur Einsichtnahme aus. Nur noch heute bietet sich die Möglichkeit, etwaige Fehler und Lücken festzustellen und Be. richtigung zu fordern. Niemand sollte versäumen, noch heute die Listen zu prüfen und nötigenfalls für nlchtverzeichnete Sllmmbe- rechkigte dl« nachträgliche Ausnahme und für verzeichnete Tllchlsiimm- berechligtc die Streichung zu beantragen. Von der Richtigkeit der Listen hängt das Ergebnis des Volksentscheids ab! Stadt und Hochbahn. Der Entwurf des Vertrages der Stadt Berlin mit der Hochbahngesellschaft, der die Bemühungen der Stadt, das gesamte Hoch- und Unlergrundbahnwesen in ihre Hand zu be- kommen, ein tüchtige» Stück fördert, ist nach den Vorschlägen der gemischten Deputation jetzt vom Magistrat als Dringlichkeits- vorläge vor die Stadtverordnetenveisammlung gebracht worden. Er steht für ihre nächste Sitzung auf der Tagesordnung, und es ist zu hoffen, daß die Beschlußfassung rasch zustande kommen wird. Die entscheidende Generalversammlung der Hochbahngesellschast soll An- fang Juli stattfinden. Tie Unterschlagungen in Petershagen. k Die Unterschlagungsafsäre in Petershagen scheint immer weitere Kreise zu ziehen. Nachdem der Rendant Qual und der Gemeindesekretör B a e s der llnterschlagungen überführt stirb, wurden inzwischen weitere vier Personen, die in dem Verdacht stehen, an den Unterschlagungen direkt oder indirekt teilgenommen zu haben, verhaftet. So wurde ein früherer Gemeindeangestellter Lukas festgenommen und dem Untersuchungsrichter zugeführt. Weiterhin wurde von dem Rendanten Qual der Gemeindeangestellte Pockrand der Mitwisserschaft bezichtigt und infolge eines.gegen ihn erlassenen Haftbefehles festgenommen. Pockrand bestritt energisch, an den Unterschlagungen teilgenommen zu haben. Da P. auch nichts Belastendes nachgewiesen werden konnte, mußte die Anklage, di« aus die Anschuldigungen des Rendanten Qual gegen ihn erhoben wurde, fallen gelassen werden. Gestern ist nun auch der Amtsvor- fteher und früher« Lehrer von Peterhagen Graßnig verhaftet worden. Er steht im dringenden Verdacht, besonders die Unterschlo- gungcn des verhafteten Qual begünstigt zu haben. Inwieweit dies mit seinem Wissen geschehen ist, muß erst die Untersuchung ergehen. Es hat den Anschein, als ob noch weitere Personen in die skando- lös« Angelegenheit verwickelt sind. Oesterreichische Zereundeshilfe. Frau Dr. phil. Sch wa rz w a l d, die bereits vor mehreren Iahren in uneigennützigster Weise in Berlin mehrere�Gemeinschaft», küchen eröffnete, hat nunmehr in den Räumen der Schloßküche im Stadtschloß, Apothekerslügel, ebenso in verschiedenen Hoch- schulen, in der Charit« usw. solche Küchen ins Leben gcrusen. Für den billigen Preis von(50 bis 70 Pf. erhält man ein sehr gutes, kräftig gekochtes Esien, in schönen, luftigen Räume», bei angenehmer Bedienung. Bei der diesmaligen Einrichtung dieser Kuchen, die natürlich für die Allgemeinheit bestimmt sind, schwebt der Gründerin ab« noch ein besonderer Gedanke vor Augen. Sie will sich dies- mal der Schauspieler ganz besonders annehmen, deren Elend durch die ungünstige Wirtschaftslage ja auch wirklich ein großes ist. Die Theater gehen schlecht, die Direktoren müssen sparen, und so werden die meisten Schauspieler nunmehr von Fall zu Fall, also bloß sür die Spieldauer eines Stückes, engagiert. Daraus ergibt sich natürlich ein ungeheueres Heer Engagementsloser. Ilm diesen Menschen in ihrer Rot ein wenig beizustehen, soll ein Komitee prominenter Künstler und Kunstfreunde gegründet werden, die ihr Scherflein dazu beitragen, daß notleidende Kollegen täglich freies Mittägesien erhalten. Frau Dr. Schwarzwald meint, daß die hierzu erforderliche Summe von nur 100 000 M. in einer Kunststadt wie Verlin mit Leichtigkeit auszubringen sein müßte. Das Komitee nennt sich„Schauspieler- Dank", Zahlstelle Bankhaus Mendelsohn. Gerth freigesprochen. Aber als gemeingefährlich der Irrenanstalt überwiesen. Das Gericht lehnte die neuen Beweisanträge des Verteidigers Dr. Frey ab. Nach einer dialektisch glänzenden Rede des Vertei- digers und einer Is�stündigen Beratung verkündete das Gericht das Urteil. Gerth habe seine Tat im Dämmerzustände begangen und sei Maffenaufmarsih! Morgen, Montag, abenüs 7 Uhr im Lustgarten l Kunögebung zum volksentjcheiö! Trotz der ungeheuren Not eines großen Teils des deutschen Volkes sind die entthronten Fürsten drauf und dran, M i l- l i a r d e n w e r t e, die dem Volke gehören, sich widerrechtlich anzueignen. Der größte Teil der bürgerlichen Parteien hält ihnen die Steigbügel. Der Gesetzesvorschlag, über den am 20. Juni abgestimmt wird, will die Milliardenwerte dem deutschen Volke erhalten. Unsere Parole lautet: keinen Pfennig den Jürsten! Millionen deutscher Volksgenossen: die betrogenen Sparer, die Kleinrentner, die K r i e g s i n v a- l i d e n und-Hinterbliebenen. Millionen Arbeits- lose, zahlreiche Auslandsdeutsche hungern. Taufende und aber Taufende Angehörige geistiger Berufe leiden bittere Not! denen gehören öle Milliaröenwerte! ZwölfeinhalbMillionen haben sich beim Volks- begehren eingezeichnet, haben den Volksentscheid ge- fordert— zwanzig Millionen müssen am 20. Juni für die Enteignung der ehemaligen Fürsten stimmen, wenn der Raubzug der Fürsten zurückgeschlagen werden soll. Dem Raubritterrecht der Fürsten und ihrer Knechte muß das neue Recht des republikanischen Volkes entgegengestellt werden. Darum, Volksgenossen, auf zur Abrech- n u n g l Montag abend marschiert das arbeitende, das republikanische Berlin. Sammelpunkte: Mitte: Arkonaplatz, Abmorsch 6 Uhr. Tiergarten: Kleiner Tiergarten. Abmarsch 6 Uhr. Tiergarten: 8. Abt. Bülowplatz, Abmarsch 5?* Uhr. weddiag: Brunnenplatz, Abmarsch 5% Uhr. Prenzlauer verg: Danziger Straße vor dem Bezirksamt. Abmarsch 6� Uhr. riedrichshain: Weberwiese, Abmarsch 6 Uhr. reuzberg: Kottbusier Tor. Abmarsch(5 Uhr. EHorlottenburg: Housoogteiplatz, Abmarsch 6K Uhr. Wilmersdorf: Housoogteiplatz. Abmarsch gl-b Uhr. Zehlendors-Wonnsee:� Ringbahnunterführung an der Hauptstrahe in Schöneberg(mit Steglitz), Abmarsch 5X Uhr. Schöneberg-Friedenau: Kaiser Wilhelm-Platz, Abmarsch 5K Uhr. (Nachzügler 6% Uhr Dönhoffplatz.) Sieglitz: Ringbahnunterführung an der Hauptstraße in Jöchöneberg, Abmorsch 5 Uhr(nach dem Sammelpunkt des Kr. Schönebenp. lempelhof-Mariendors: Ringbahnhos Tempelhof, Abmarsch 5% Uhr. Neukölln: Reuterplatz, Abmarsch 594 Uhr. Treptow(Kreis): Garlitzer Bahnhof, Abmarsch 594 Uhr. Treptow(Abt.): Wildenbruch-, Ecke Grägstraße, Abmarsch SM Uhr. Köpenick: Lustgarten(Schloßscite). Lichtenberg: Mittelpromenadc(Frankfurter Alle« an der Krön- prinzenstroße), Abmarsch 59» Uhr. Weißensee: Antonplatz, Abmarsch 59» Uhr. Pankow: Marktplatz(Pankow), Pankow-Süd schließt sich Mühlen- straße. Ecke Berliner Straße, an. Abmarsch 6 Uhr. Neinickendors: Brunnenplatz, Wedding, Abmarsch 5X Uhr. Fahnen, Transparente, Plakate find im Zuge zu führen. Alle Züge marschieren unter Vorantritt von Musikkapellen bzw. Tambourkorps. Im Lustgarten: Massengesang— Ansprachen: Aushäuser, Clara Bohm-Schuch, Erispien, Rod. Dißmann, Dittmann, Fleißner-Dresden, Haß, Adolf Hosfmann, Londa, Litte, Lempert, Otto Meier, Iul. Moses, Kurt Rosenfeld, Ströbel, Westphol. « Arbeiter- Sänger-Vund, Gau Berlin. Nach dein Beschluß der Gau-Generaloersanimlung, daß alle Sänger sich in den Dienst sür den Volksentscheid zu stellen haben, werden alle Sanges- genossen ersucht, Montag, den 14. Juni, abends 7 Uhr an der Demonstration im Lu st garten tcilzuneh- m e n. Gesungen wird auf der Treppe der Nationalgalerie:„Ge- sang der Völker" und„Ich warte Dein". Treffpunkt 9»? Uhr an der Museumstreppe. freizusprechen. Ais gemeingesährlicher Geisteskranker sei er aber der Landespolizel zur Tnlernierung in eine Irrenanstalt zu über- weisen. Das zweifelswürdige Pathos des Staatsanwalts ist am Rechts- gefühl de» Gerichts abgeprallt. Dos von ihm gestern zitierte Goethe- Wort„Grau, lieber Freund, ist alle Theorie und grün des Leben» goldener Baum' parierte der Vorsitzende mit einem anderen Faust- Zitat.„Der Geist der Medizin ist leicht zu fassen". Mit diesem hatte Mephisto einen unersahrenen Menschen aufs Glatteis gelockt. Da aber die Richter Menschen von Erfahrung waren, erklärten sie. die Medizin nicht mit einer bloßen Handbewegung abtun zu können: Richter und Arzt hätten Hand in Hand zu arbeiten. Das einmütige Gutachten der«achverständigen sei geeignet gewesen, etwaige Zwei- fel des Gerichts in bezug auf die Zurechnungsfähigreit des Angeklagten niederzudrücken. So mußte der?lngeklagte freigesprochen werden. Nun gehe er in die Hände der Aerzte über. Auf sie sollt die Verantwortung sür den Zeitpunkt, in dem Gerth in die mensch- liche Gesellschaft zurückkehren dürfe. So das Urteil: dies die Be- gründung. Gerth schüttelte den Kopf. Seine Fnra verfiel in lanttl Schreikrämpfe. Ein anderes Urteil war nicht möglich. Wäre es im Sinne des Staatsanwalts ausgefallen, der 12 Jahre Zuchthaus beantragt hatte. >ö bedeutete es eine Herausforderung der medizinischen Wissenschaft. Die Berufung der Staatsanwaltschaft aus das Volksempfinden war zum wenigsten ungerechtfertigt. Die Vermesienheit, sich über die feststehende Erkenntnis anerkanntester Vertreter der Wissenschaft hin- wegzusetzen,'besitzen die breiten Schichten der Bevölkerung nicht. Wie tief in ihnen der überkommene Sühnegedanke auch wurzeln mag, nach Todes-, Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe für den unzurech- nungsfähigen Täter dürsten sie nie und nimmer. Der Fall Gerth wird für lange Zeit hinaus ein ganz außergewöhn- liches Unglück bleiben, in gleichem Maße für den Täter wie für dessen Opfer. Die Oeffentlichkeit ist aber verpflichtet, in einem jeden derartigen Falle sich die Frage nach den Ursachen des Unheils vorzulegen, aus ihm etwaige Lehren für die Zukunft zu ziehen. Hier handette es sich um einen Menschen, der von Kindheit an ein zurück- haltendes, gefälliges, liebenswürdiges Wesen zeigte und trotzdem Urheber einer so ungeheuer gräßlichen Tat geworden ist. Natürlich. es kommen tausende von Kindern zur Welt, die nicht anders als Gerth beiderseitig erblich schwer belastet sind. Natürlich, zehn- tausende, werden gleich ihm in unseligen sittlichen Verhältnissen groß. Hier traten"aber seine männliche Unfähigkeit und seine epi- leptischen Zustände hinzu. Und nun kommt das, was abwendbar war: einmal der Alkoholkonfum, zum anderen feine Hilflosigkeit gegenüber feinem psychosexuellen Zustande. Von tiefen Minder- wertigkeitsgefühlen geplagt/ sich feiner männlichen Unfähigkeit f'chä- mend, scheute er sich selbst, einen Arzt auszusuchen. Vom 11. bis zum 27. Lebensjabre, also fünfzehn Jahre lang, lebte er Seite an Seite mit seinen Mitmenschen, ohne daß jemand ihm geraten hätte, zum Arzt zu gehen. Wäre das geschehen, da� Unglück wäre vielleicht nicht passiert. So entsteht der Schrei nach Sexualpädagogik. Der Fall Gerth gibt auch in anderer Hinsicht zu denken: In der ersten Gerichtsverhandlung hatten sich Prof. Straßmann und Dr. Stürmer für di« Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten aus- gesprochen. Sie hielten eine längere Beobachtung in einer Irren- onstalt sür überflüssig. Es ist vor allem der Entschlossenheit der Der- teidigung zu verdanken, daß es bereits damals nicht zum Urteile gekommen ist. Diese? wäre aber zweifellos ein Todesurteil gewesen und hätte einen Justizmord bedeutet. Run unterstelle man einmal, daß der Verteidiger ein junger Anwalt gewesen wäre, oder daß der Fall Gerth sich irgendwo in der Provinz abgespielt hätte, wer wollte daran zweifeln, daß dann der Henker bereits längst seines Amtes bemaltet hätte, wenn die Tat nicht durch eine Begnadigung mit lebenslänglichem Zuchthaus„gesühnt" worden wäre. So sollte dieser Fall Gerth sür alle Zeiten eine Warnung sein, für Gerichte und für Gerichtsärzte. Für das Gericht eine Warnung, nicht zu unterlassen, die letzten Erfahningen der medizinischen Wissenschaft im Interesse der Rechtspflege dienstbar zu machen: für diese Aerzte durch voreilige Gutachten,' die ohne gründliche Beobachtung zu- standegekommen sind, nicht die medizinische Fakultät zu kompromit- tieren. Dem Staatsanwalt wäre man aber versucht, nach der Er- sahrung dieser Verhandlung zu raten, weniger schöngeistig zu sem und Lebenserfahrung nicht mit Ignoranz zu verwechseln. Und noch eins: er möge sich nicht so leichtfertig als«prachrohr des Volks empsindens aufspielen.»Oer Ausgang' des Prozesses Gerth bedeutet einen Triumph der Verteidigung und der medizinischen Wisienschaft, somit auch einen Triumph der Rechtspflege. Die Berantwor- t u n g für die weitere Unschädlichmachung des Frei- gesprochenen tragen nun Gesetz und Aerzte. vie volle Iriebensmiete. Dazu uoch die Grundsteuererhöhung. Nach den reichsgeschlichen Bestimmungen tritt am 1. Z u l i auch sür Berlin die volle Friedensmiete für Altwohnunaen in Kraft, die bis ZI. März 1SZ7 nicht überichri�len werden darf, hierzu kommen welkere 4 Droz. als Auswirkung der Grundsteuererhöhung für Berlln. über die wir im „Vorwärts" vom Sonnabendmorgen schon Mitteilungen gemacht haben. Zusammen Höllen also die Berliner Mieter 104 Pro;, der Friedenemiele am 1. Zuli zu zahlen. Der Haushaltsaukschuß der Stadtverordnetenversammlung hatte es abgelehnt, die Grundsteuer nach den Vorschlägen des Magistrats auf 205 Proz. zu erhöhen, sondern beließ es bei 200 Proz. In, ersteren Falle wäre die Miete zum 1. Juli noch über 104 Proz. der Frtedensmiete hinausgegangen. Die stille, begreifliche Hoffnung der Mieter, daß die Äufsichtsbehörden der Grundsteuererhöhung Berlins, die allerdings erst am Dienstag vom Plenum der Stadtver- ordnetenoersammlung bestätigt werden muß, die Zustimmung ver- sogen werden, dürfte kaum in Ersüllung gehen. Es wird also oller Wahrscheinlichkeit nach zum 1. Juli gesteigert werden. Niederschlagung der hauszinssteuer. Das Gesetz über die Aenderung der preußischen Steuernotver- ordnung vom 27. März 1026 bestimmt, daß die Hauszinssteucr niederzuschlagen ist, soweit ihre Einziehung eine unbillige Härte bedeutet: insbesondere ist die«teuer zu stunden und nieder- zuschlagen bei Mietwohnungen, sofern Mietcr Sozialrentner, Klein- rcntncr. Kriegsbeschädigte, Kricgcrhintcrblicvenc, Erwerbslose oder andere besonders bedürftige Personen(namentlich mit kinderreichen Fanulicn) sind, die die volle gesetzliche Miete nicht zahlen können. Eine Erklärung, wann eine besondere Bedürstigkeit anzunehmen ist, gibt das Gesetz jedoch nicht. Deshalb hat der Mo- gijtrnt, wie er jetzt durch sein Nachrichtenamt bekanntgibt, diesen Begriff einheitlich sür Berlin dahin bestimmt, daß als besonders be- dürsllg alle die Mieter anzusehen sind, deren Einkommen unter dem 1 �fachen der erhöhten Wohlfahrtsrichtsätze liegt. Hiernach wird die Steuer gestundet und niedergeschlagen, sofern Einzelpersonen nicht mehr als 63 M., Ehepaare nicht mehr als 94,50 M., Ehepaare mit 1 Kind nicht mehr als 1l4 M.. mit 2 Kindern 133,50 M.. mit 3 Kindern 153 M. mit 4 Kindern 172,30 M.. mit 5 Kindern 192 M., mit 6 Kindern nicht mehr als 211,50 M. nionatliches Einkommen haben. Falls jedoch izamilienangehörige im Haushalt eines Mieters leben, wird das Einkommen sämtlicher zu dem Haushalt gehöriger Personen zufainmengerechnet. Die Bedürftigkeit wird von den Wohlfahrt?- ämtern bzw. den Wohlfohrts- und Iugendkommissionen nachgeprüft. Personen, die eine Stundung und Niederschlagung der Hauszins- stcuer in Anspruch nehmen wollen, müssen sich daher zunächst an die Stellen der Wohlfahrtspflege wenden zwecks Ausstellung einer Bcdürstlgkeitsdcfcheiniguiig. Diese ist an den Hauseigentümer abzu- ?eben, der alsdann die Stundung der Hauszinssteuer bei der Steuer- asse zu beantragen hat. Der Antrag des Hauseigentümers ist erforderlich, weil nur dieser der Steuerbehörde gegenüber als Steuer- schuldner gitt. Die Stundung gilt als genehmig/ sofern die Steuer- kasse dem Hauseigentümer einen entsprechenden Bescheid erteilt hat. Die Berechnung des auf Hauszinssteuer entfallenden Teils der Miete erlolgt»ach der Formel: Hauszinssteueranteil d« Wohnung oerhält sich zur Fricdensmiet: der Wohnung wie die Houszinslteuer des Hauses zur Fricdcnsmiete des Hauses. Die Berechnung der Haus- zinssteuer noch festen Prozenten der Friedensmietc ist nicht zulässig. Beispiel sür die Berechnung eines Hauszins- steueronteils: Frieden-Miete des Hauses...... 450,00 M. Hauszinssteuer des Hauses....- 114,73 ,. Friedsnsmiete der Wohnung... 40,00„ Hauszinssteuer der Wohnung? Ausrechnung: 40. 114,75 430 40 X 114,75= 4500: 450— 10,20 M. Hauszinssteueranteil. Dl? Sladtv«ordi,etenv«sammlung muß wegen der Haus» Haltberatung in dieser Woche wieder zwei Sitzungen haben, eine am Dienstag um 6 Uhr und eine am Mittwoch um Uhr. Großer TachstuhNrand ftt Gruna«. Ein größeres Feuer beschäftigte gestern nachmittag fünf Lösch- �ügc der Feuerwebr in der K ö p e n i ck c r Straße 45/48 in Grünau, wo der Dachstuhl und das Dachgeschoß der C h r i st i a n- Dierig-Werke A.-G., ein Färbereibetrieb, in Flammen stand. Es mußte aus mehreren Rohren größten Kalibers Wasser gegeben werden. Eine Zeitlang bestand größte Gefahr für die anschließenden Gebäude, doch gelang es ein Ueberareifen auf Jiiese zu verhindern. Der Dachstuhl brannte vollständig incder. Der Schaden ist erheblich. Die E n t st e h u n g s u r s a ch e ist auf einen merkwürdigen Zufall zurückzuführen. In einer Abteilung, die sich im ersten Stockwerk bc- smdet, laufen Leinewandstossc in großer Geschwindigkeit über offene Gasflammen, um die Kräusel abzusengen. Sie gehen durch einen Cxhauster ins Freie. Ein Teil dieser Stoffüberbleibsel lagerte sich dort in größeren Mengen, geriet in Brand und brachte durch den Luftschacht hindurch den Dachstuhl zur Entzündung. Tie Forderungen der Hebammen. Die Bereinigung Deutscher Hebammen-Reichsoerband E. V. hielt gestern und vorgestern im Hotel„Deutscher Hos", Berlin, Luckauer Straße 15, ihre Generalversammlung ab. Dr. Hammer, der Syndikus der Vereinigung, führte in seinem Vortrag aus, welch ungemein große Bedeutung dieser Beruf besitze und wie wichtig es im Interesse der Volksgesundheit sei, daß die Geburtshilfe nur wirklich berufenen Kräften anvertraut werden. Er versteht dar- unter in der Hauptsache Frauen, die als Geburtshelferinnen bereits selbst geboren haben und spricht sich entschieden gegen die Der- Wendung älterer Mädchen aus. Weiter ist er gegen die Bureaukrati- fierung dieses immerhin freien Berufes, gegen die Ausbildung neuer Hebainmen und die allzu willkürliche und rigorose Ausschließung. Hierauf ergriff die Vorsitzende, Frau P ü s ch e l, das Wort, bestätigte die Wichtigkeit der Förderungen ihres Vorredners und führte in weiterer Folge aus, daß auch die Regelung der Hebammengebühren einerseits und der zu erfolgenden Leistungen andererseits unbedingt in Vertragsform erfolgen müsse. Es erfolgte noch Bericht über die Tätigkeit verschiedener Kreis- und Provinzialhebammenftellen, worauf die Tagung ihren Abschluß fand. Berufung der Stoatsanwaltlchost im Lühow-Prozeh. Wie zu erwarten war, Hot Staatsanwaltschassrat Dr. Burczek auf Weisung des Oberstaatsanwalts Dr. Trautmann vom Landgericht II gegen das freisprechende Urteil des Schöffengerichts Lichterfelde B e- r u f u n g eingelegt. Diese erstreckt sich vorläufig auf sämtliche 75 Anklagefälle. Es steht jedoch zu hoffen, daß sie auf die schwer- wiegendsten beschränkt wird. Die Oesfentlichkeit hätte jedenfalls das größte Interesse daran. Man darf wohl sagen, daß selten ein Pro« zeß so viel Geld gekostet hat und so große Ansprüche an die Geduld des Publikums gestellt hat wie dieser. Bielleicht wäre es besser, wenn man die ganze mehr als peinliche Affäre durch das erste Urteil als erledigt betrachten würde. Die zweite Verhandlung dürste jeden- falls nicht früher als nach den Gerichtsferien stattfinden. Den Vor- sitz wird voraussichtlich Landgerichtsdirektor Peltassohn führen. Der Kutieker-Prozeß. Am Donnersxtag fand die zweite sym« bolische Verhandlung a m Krankenbett Kutiskers statt. «eine Lungenentzündung und Grippe sind unverändert. Als der frühere Finanzrot Dr. Ruhe vereidigt werden sollte und die Eides. formel nachsprach, erlitt Kutisker einen kurzen hysterischen Anfall und murmelte vor sich hin:„Gott, Gott, wo ist Gott. Der Vor» sitzende schloß darauf die Sitzung und vertagte die Verhandlung auf Dienstag. Ein Kutscher und drei Pferde vom vlih getötet. Als der Kutscher Wilhelm Witsche sich vorgestern mit seinem Gespann auf der Rückfahrt von Groß-Glienicke nach Spandau befand, ging ein Blitzstrahl nieder, der W. so schwer verletzt«, daß er alsbald im Hedwigs-Ärankenhaus in Potsdam verstarb. Auch die drei Pferd« des Gespannes wurden vom Blitz getroffen und waren sofort tot. verewigunz der Ireunde oon Religion und Völker frieden Genosse Pfarrer Bleier Ipricht Sonntag. 13. 6., 6 Ubr, im Gemelndehause der Trinitatiötirche, Chartottenburg, Leibnizstr. 79, über da» Thema„Das Recht aus die Wohnung". Der Vortrag findet im Rahmen einer Religiösen Feierstund« statt.— ZIm Sonntag, 20. 6., spricht Genosse Bieler 10 Uhr an gleicher Stelle über„Ist der Besitz unantastbar?" Zur das Volk- Gegen die Fürsten! Seffentliche Kundgebungen: heute, Sonntag, den 1Z. Juni: Zehlendorf: Nachmittags 2 Uhr bei Micklcy, Potsdamer Str. 26, Demonstration auf der Dorsauc. Redner: Franz v. Putt- t a m e r. Karow: Nachmittags 3 Uhr im Restaurant Lindenberg,„Zum goldenen Stern". Redner: Bezirksverordneter Karl L i t k e. lvarlenberg: Nachmittags 2 Uhr im Lokal„Zum Stern". Redner: Genosse S ch m i d t ch e n. Malchow: Nachmittags 5 Uhr im Lokal Adolf Wangrowski. Redner: Genosse S ch m i d t ch e n. Morgen, Montag, den 14. Juni: lvilhelmshagen: 814 Uhr im Albrechtshof. Wilhelmstr. 1— 3. Redner: Professor Dr. Reinhard Strecker. Dienstag, den 15. Juni: Prenzlauer Verg: 714 Uhr in der Aula des Luisenstädtischen Gym- nasiums, Gleimstr. 49. Redner: Hermann Harnisch, M. d. L. Gatow: 8 Uhr im Gasthaus Walter Krause. Redner: Martin Stein. Wilmersdorf: 8 Uhr in den Spichernsälen, Spichernstratze 3 fam Untergrundbahnhof Nürnberger Platz). Redner: Reichstags- Präsident Löbe. Lankwitz: 8 Uhr Demonstration auf dem Rachausplatz. Neukölln: 714 Uhr in der Aula der Oberrealschule, Emser Str. 134. Redner: Stadtrat Wilhelm Reimann. Falkenberg-Alt-Glienicke: 8 Uhr bei Bohn, Grünauer Str. Redner: Londgerichtsrat Ernst Rüben. Mahlsdorf: 8 Uhr im Lokal Kurland, Langestr., Ecke Müllerftr., und im Lokal Jakob, Lemkestr. Seffentliche Zrauenkundgebung: Dienstag, den 15. Juni: wedding: 714 Uhr im Schiller-Lyzeum. Böttcherftr. Ecke Pankftr. Rednerin: Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Musik, Rezitationen. Vergebliche Mördersuche in BreSlau. Vreslau, 12. Juni.(III.) Trotz der fieberhaften Anstrengungen der Polizei ist es noch nicht gelungen, das über dem furcht- baren Doppelmord lagernde Dunkel zu lichten. Ein Postbeamter hat bekundet, er Hobe die beiden Kinder bestimmt am verflossenen Sonn- abend um fünsdreioiertel Uhr nachmittags am Eingang des Paket- Postamtes gesehen und gesprochen: die Kinder hätten ihn gefragt. wo sie«in postlogerndes Paket bekommen könnten. Der Beamte habe sie nach dem Eingang in der Breiten Strotze geschickt. Durch diese Aussage steht nun wenigstens der Zeitpunkt der letzten Be- gegnung mit den Kindern genau fest. Dem Großvater der er- mordeten Kinder, dem Kaufmann Otto Urban, sind noch zwei weitere Briefe zugegangen, in denen der Großvater von dem vorgeblichen Mörder nach dem Schweidnitzer Keller bestellt wird Man zweifelt aber daran, daß der Schreiber dieser beiden Brief« der Mörder ist. Verschiedene Personen haben sich auck inzwischen der Tat selbst bezichtigt. Auch heute ist die Aus* stcllung der Kleider der ermordeten Kinder das Ziel Tausender Gestern ist in der Ortschaft K a r s ch a u(Kreis Nimptfch) ein junge, Mann festgenommen worden, der versucht hatte, an zwei Schub modchen ein Sittlichkeitsverbrechen zu begehen. Der gleiche Unholl soll sich in den legten Tagen schon im Strchlencr Kreise an Kinder« vergangen haben, doch gelang e» damals nicht, ihn festzunehmen Der Festgenommene wurde nach Breslau gebracht, wo ge prüft werden soll, ob der naheliegende Verdacht begründet werde« kann, daß er der gesuchte Mörder ist. Zugunglück bei Königsberg. Gestern nachmittag AVi Uhr entgleiste vom Personen- z u g 431 auf der Strecke Zinten-Heitsberg, zwischen Lands- berg und Salwarschienen, infolge Unterspülung des Bahndammes. die Lokomotive, der Packwagen und zwei Personen- wagen. Der Zugführer wurde schwer und ein R e i s e n d e i leicht verletzt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aus- recht erhalten._ Sport. Erster Sampsabend des VDA. Den ersten Boxkampfabend, den der„Verbau! Deutscher Fau st kämpfe r" in der Bockbrauerei veranstaltete, kann als voller Erfolg gebucht werden. Alls Kämpfe, die bekannt« Boxer in den Ring brachten, wurden mit außerordentlicher Fairneß und sportlichem Eifer ausgetragen. Im Einlcitungskampf könnt« Erich Ziemdorf(116'/: Pfund) Hans Schumacher(123 Psundj nach 6 Runden, in die beide ihr ganzes borsrisches Können steckten, nach Punkten schlagen. Uebcr dieselbe Ründenzahl errang Paul Noack(115 Pfund) über Kurt Sasse(118 Pfund) nach cinci« klareren Kampf den Punktsieg. Sasse befand sich in guter Form mußte sich aber dennock dem stinken und technisch guten Noaö beugen. Im Hauptinteresse des Abends stand die Begegnung Waitei Funke(136 Pfund) und Richard N a n j o ck s(126'/- Pfund) Naujocks schlug sich heroisch. Funke war ihm aber leicht überlege« und zeigte sich äußerst beweglich. Sein Punktsieg nach achi erbitterten Runden war verdient. Schließlich standen sich im Schluß- kämpf G r i m m(1341b Pfund) und S a h m- Hamburg(133 Pfunds gegenüber. Sahm erschien stark gehandikapt im Ring, das recht« Auge war durch einen Abszeß fast geschlossen. Der junge Hamburger ein sympathischer Boxer, mußte von Exmeister Grimm eine Punkt- Niederlage einstecken. Grimm war in guter Versassung, sintcte gut schlug aber leider wiederholt ungenau. Hefihästliche Mitteilungen. Rur«uOTkrilita ihrer Runden macht da» alldekannti- DeuilO-k Z>opicht>s»« Emil 2tf8»w, Kerlin, seit 14 Iahren nur Oranienslr. I»S. Nahe Marihxlajt detonnt, dafc«»«ur ffirrno gleichen Namen» in der Paisdamce Strohe Icilicr tri K«»iehung»» dat.__ Briefkasten öer Redaktion. E.?. Wenden Sie(ich persönlich ort da» Runitgcwerbemuseum. Prix» AIbr«cht-Sir. 7. übergibt man nur d,m Nachweis dej Dcuisch.MusikerverbandcS. Berlin 027, Andteasstr. 21 lKönigstadt 4310, 4046), Geschästszcit 9Bt4 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Aus Wunsch Vertreterbesuch A. Wert heim Leipziger Plaiz Königsir. Roseniholer Sir. Moriteplate Schriftliche Bestellungen an die Versandabteilung, Berlin W9 Gemeinsames Theater- Abonnement Deuisdies Theater Kammerspiele Komödienhaus Theat. Königgräizer Str. Theat. Nollendortplatz Tribüne ■JQ*}/~\ O � o/rnr Aufgeld. In S Raten zahlbar Vorstellungen eiXJ M Theaterkasse Viertheim jr? Kinder man tel Kinderkleid Dirndlkleid reinwollen, impiüg- weiß Vollvoile, mit indenthrenforbiger nierler Stoff, Ige. SO Stickerei, Länge 4S Waschstoff, Ige. SO 10 50 090 325 (Stetgerang p. Ige. 1 W(Steigerung p. Lg. 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ZucKer dMernioudZe Badesdiriffen sovrie Angaoe büligsier ßerugs» auellen für da» Mineralwa»aer durch die Kurverwaitung Nr. 274 ♦ 43. Iahrgatlg ■ V- X 2. Seilage des vorwärts tfU' iM? Sokütag, 13. �unk 142S die Pflicht öer Zrau. Der Volksentscheid— eine Knlturfrage. Mit Recht haben bereits beim Loltsbegehren Millionen mit ihrer Namensunterschrift kundgegeben, daß das System des Monarchismus erledigt ist. Jetzt stehen wir vor der großen Ent- scheidung. Warum muß jede F r a u sich am Volksentscheid beteiligen? Tausend Gründe könnten angeführt werden, aber denken wir nur einmal an die Kulturforderungen. Man ist bereit, Millionen den Fürsten zu schenken, aber wichtigste Kultursorderungen können aus Geldmangel nicht erfüllt werden. Den Zluf stieg der Begabten zu fördern, war immer das Bestreben der Sozialdemokraten. Zu diesem Zweck entstanden in Preußen ilufbauschulen, die den Voltsschülern ermöglichen, in süns Jahren die Reiseprüfung abzulegen. Ganz gewiß ein Fortschritt. Aber es fehlt an den so bitter nötigen Erzieh un gsbeihilfen, denn wer kann«inen achtzehnjährigen Jungen oder ein über sechzehnjähriges altes Mädchen noch zur Schule gehen lasten, ohne ausreichende Hilfe des Staates? Wir brauchen Schüler Heime für die begabten Kinder vom Lande. Kein Landarbeiter kann heute ein Kind in die Stadt zur Schule schicken. Der Rittergutsbesitzer will den Fürsten zwar Geld und Grundbesitz geben. Ich habe aber noch nie gehört. daß ein Rittergutsbesitzer mal das begabte Kind«ine« Landarbeiters in die Stadt zur Schule geschickt hat. Diese Kreise zahlen nicht gern. Die Fürstenabfindung geht ja aus Kosten des Volkes, und die arbei> tenden Masten werden die Leidtragenden sein. Wenn wir die zwanzig Millionen Stimmen für den Volksent- scheid nicht aufbringen, werden mehr noch als bisher all« Sul» t u r forderungen abgelehnt werden. Wir pflegen dem Kultusminister zu sagen: die Leistungen der Doltsschule müssen gehoben werden, denn die Kultur des Volke» hängt aufs engste zusammen mit den Grundsteinen der Volksschul- bildung. Deshalb fordern wir kleineKlossen.gut vorgebildete Lehrer, luftige gesunde SchulrSume, Schülerheime draußen im Wald, alle Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Jugend. Dann zuckt der Kultusminister die Achseln und verweist an den Finanzminister, der natürlich zugeknöpfte Taschen hat. Da» wird sich noch viel mehr ver- schärfen, wenn wir den Volksentscheid nicht durchbringen. Die große Mast« des Volkes wird zu zahlen haben. Ueberall, besonders aber auf dem Gebiet der Kultur werden die Gelder gesperrt werden, und die Steuern der Arbeitnehmer werden nur dazu dienen, die Fürste» zu befriedigen. So bedeutet der Volksentscheid eine wichtige Kulturfrag« in& keine Frau darf am 20. Juni den Volksentscheid versäumen! ToniJensen.M. d. L. .Von jetzt ab werden alle Einkünfte der franzäsischen Fürsten, die sich außerhalb des Reiches aufhalten, sequestriert. Keinerlei Bezahlung der Bezüge, Pensionen oder irgendwelche Einkünfte darf direkt oder indirekt den erwähnten Fürsten gewährt werden." Die deutsche Revolution hat den Fürsten kein Haar ge- krümmt: um so unverschämtere Forderungen stellen sie jetzt. Und die Briefe der Claß-Putfchisten zeigen, daß von den Milliarden, die die Fürsten aus dem verarmten deutschen Volk herauspresten wollen, auch den Rechtsputschisten Unterstützungsgelder für die Durchführung ihrer hochverräterischen Pläne zufließen sollen. Roch näher, als ein Vergleich der deutschen Fürstenabfindung mit der Behandlung, die Ludwig XVl. und den Seinen zuteil wurde, liegt der Vergleich mitderAbsetzungRapoleon» lll. im Jahre 1871. Hier, wie in Deutschland, haben wir den Sturz der Monarchie nach einem verlorene» Krieg. Napoleon III. hat aber keinerlei Abfindung von der französischen Republik erhalten. Die« wird vor allem erklärlich aus der damaligen Volksstimmung in Frankreich, die In Napoleon lll. den Schuldigen für den verlorenen Krieg und die verlorenen Provinzen sah. Selbst im Beschluß der französischen Nationalversammlung vom 1. März 1871 kommt diese Auffassung deutlich zum Ausdruck:.Die Nationaloersammlung bestätigt die Absetzung Napoleons lll. und feiner Dynastie, die durch die allge- meinen Wahlen schon auegesprochen worden ist, und erklärt ihn ver- antwortlich für den Ruw, die Besetzung und Verkleinerung Frank- reichs." Wenn die deutsch« Nationalversammlung den deutschen Fürsten auch keinerlei Schuld an der Verlängerung und dem Ausgang de» Krieges attestiert hat, so steht doch unanfechtbar fest, daß die deutschen Fürsten seit Jahrhunderten die Herstellung der deutschen Einheit verhindert haben und um dynastischer Jnteresten willen den Krieg auch dann noch fortgesetzt wlste« wollten. al» er für Deutschland unrettbar verloren war. Während da» deutsch« Volt die Qualen und die ungeheure Not des Krieges trogen muhte, führten sie ihr Leben im gleichen Luxus wie vor dem Kriege. Und jetzt, da große Teste de» deutschen Volke» durch Krieg und Inflation ihre letzten Ersparnisse verloren haben, wollen die Fürsten für sich allein da» Recht in Anspruch nehmen, sich Milliardenbeträge ausbezahlen zu lasten. Die alldeutschen Verschwörer stehen mit ihnen im Bunde, um durch einen Putsch ihnen wieder auf den Thron zu verhelfen. m - im Historisches zur Fürsteuabstudung. Die N a ch s i ch t. mst der die deutsche Revolution die Herrschen- de» und Verantwortlichen der gestürzten Monarchie behandelt hat, ist von chnen mit Herausforderungen, mit heimlichem und offenem Kampf gegen die Republik beantwortet worden. Die unersättlichen deutschen Fürsten geben mit ihren raffgierigeü Forde- rungen willkommenen Anlaß, in der Oesfentlichkett einmal darauf hinzuweisen, wie da» französische Volk sein« gestürzten Monarchen abgefunden" hat. In der große» französischen Revolution erließen die adligen Emigranten, die mst 60000 Mann an den Grenzen aufmarschiert waren, am 10. September 1791 dos sogenannte Koblenzer Manifest. worin sie alle», was fest 1789 in Frankreich geschehen war. für rechts- widrig erklärten. In der gesetzgebenden Versammlung forderte daraus Isnard zu energischen Maßregeln auf:.Die Kühnheit eurer Feinde", rief er.»ist nur mit eurer Nachsicht gewachsen. Sie «erden nicht eher aufhören, euch zu schaden, al» bi» sie keine Mittel mehr dazu haben werden. Sie müssen besiegt werden, wenn sie nicht sbegen sollen!" Und als Antwort beschloß die gesetzgebend« Versammlung, alle Einkünfte der Emigranten, die st» ihrer llbwesenhest in conturaacium verurteilt worden sind, auf Lebensdauer zum Nutzen der Ratton zu verwende!». Weiter wurde beschlosten: Dein Kreuz unter das„Ja*! So muß der Lkimmzellel aussehen, den du abgibst! Soll der im Volksbegehren verlangte Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der FürstenvermLgen Gesetz werden? Ja ® o Nein Der Vorgang ist wie bei einer Wahl. Nur wird statt der Partei der Sreis unter dem«Ja" mit einem Kreuz versehen. Man lasse sich nicht verteilen, den Nelu-Srei» zu durchkreuzen. Das wurde bedeuten, daß da» Gesetz über die Ent- eignung abgelehnt wird. Jeder sage e» dem anderen, der noch zweifelhast ist: Das Kreuz gehört in öen?«-Kreis! was haben die Zürsten enteignet! Die Fürsten haben von jeher über Gut und Mol ihrer.Cottes- klnder" verfügt und beide» �istschädiguagslo," enteignet, nm ihre- hausmacht zu stärken. Die Fürsten haben dl« Grundrechte jede» Staatsbürgers enteignet und unbequeme Widersacher um Hab und Gut uad Existenz gebracht. Die Fürsten haben Sirchengüter enteignet and ihr« Sippe in den Genuß der Eiaküasle gesetzt. Die Fürsten haben deutsche» Staatsbürgern sogar da» Aus- enthaltirechtuder Heimat genommen und siede» üantzp» verwiese»». Das haben die deutschen vischäse offenbar schon ver- gefsea. Oder gab kein Zesuitengeseh in Deutschland? Seinen Kulturkampf? vi« Fürsten haben sogar die Gewlssea»srelhell ent- eignet uad den.Untertanen" ihr« eigene Religion ausgcznmngea. Verstoßen diese Enteignungen nicht gegen Istoral und Grundrechte? wer solch« Enteigaungiversoche für alle Zeiten verhindern will, muß am 2«. Juni«it Ja stimmen! voltsrecht gegen Zürstenrecht! Eine Kundgebung deS deutsche» JriedenskartellS. In einer wegen Ueberfüllung geschlossenen Kundgebung im ehe- maligen Preußischen Herrenhaus nahm das Deutsch» Frieden, kartell gegen die Raubplän« der ehemaligen Fürsten und für den Volksentscheid Stellung..Volksentscheid gegen K r i e g» g« f a hr I" lautet« das Thenn» de» Abends, zu dem sieben Redner das Wort ergriffen. Den Vorsitz fühitc Genosse A. Falkenberg. H. v. Gerlach warnte trotz der überwältigenden Stimmung in den breitesten Massen vor illusionärem Optimismus. Gewaltig« Arbeit sei zu leisten. Aus dem Land« terrorisieren die Peitsch« der groß- agrarischen Reaktion, die Provinzblätter treiben eine wüste spekulative Agitation gegen den„bosschewistischcn Volksentscheid". Mit aller Kraft gilt es für den Sieg der Bolksfache zu werben. DemHerrnvon Doorn keine neuen Milliarden für neue In tri« gantenmanöverl(Stürmischer Beifall.) Frau Dr. Stöcker beleuchtete die sittliche Pflicht des Volts- entscheid». Em au» tausend Wirtschaftswunden blutendes Vokk so schamlos auspowern zu wollen, sei« i n 2 e r b r« ch e n.(Bravorufe!) Di« allen dynastischen Raubrittergelüst« sind unausrottbar. Selbst das differenziertest« Gewissen kann am 20. Juni bedenkenlos mit.Ja" st i m m e n. Der demokratisch« Landtagsabgeordnete Chefredakteur Tkaschke chorakterssierte die perfid« Demagogie der Monarchisten:„Das Privateigentum stt in Gefahr!" als fchanttose Heuchelei. Die Beuteüitteressen meinen sie und das„Vaterland" mißbro ichcn sie. Wir wollen nicht, daß die schwarzweißroten Dürgerkriegsgqfüft« von der Republik selbst finanziert werden. Der Republik soll mit ihrem eigenen Geld der Hals»angedreht werden. Sittliche Pflicht für uns ist am 2 0. I.u n i die ,L a". S t i m m e!(Sehr starker Beifall.) Reichs togsobgeordnet« Genossin Toni Sender beleuchtet« r» einer starken eindrucksvollen Ansprache die Unmoral der„Deutschen" fürst- licher Couleur, die sich nicht scheuen,«in notleidendes Volk so strauch- rllterhaft anzufallen. Di« allzu große Humanität der Reoolmipn hat sich am deutschen Volk« gerächt. Aber wenn die putschllisterne Recht« staatsstreicheln will, steht die Republik gerüstet da!(Minutenlonge Leisallskimdgebungen.) Kurt Hiller stellte fest, daß es sich nicht um ein« Fürstenenteignung handele, sondern nur gelte, die jahrbundertlang« Enteignung des Volke« durch die Fürsten rückgängig zu»nochsn. Anton IBuhlich, erster Vorsitzender des Provinzialverbcmdes der Christlichen Reichs parte!, Berlin-Brandenburg, begründete mit den GrundsätzendesChristentumsdie gebieterische Notwendig- keit des Volksentscheids. Ist es christlich, wenn ein Volk in Arbeits- losigkeit untergeht?(Stürmischer Beifall.) Da sind es die katholischen Fürsten in Bayern, und die evangelischen Fürsten in den cnrderim Ländern, die die unverschämtesten Forderungen stellen. Und die Bischöfe treten für dies« unchristlichen Raubpläne ein. Wer tritt für die Armen ein?! �Stürmische Zustimmung.) Entgegen den Bischöfen hallen wir es für unsere sittlich« Pflicht, mit „Ja" zu st i m m« n.(Lebhafter Beifall.) Nachdem noch Gen. Pros. Oeslreich vor dem„Caligula in Doorn" eindringlich gewarnt hatte, fand die Veranstaltung mit einem Schluß- wort Falkenbergs ihr Ende. Eine Resolution, die sich gegen den Hindenburg-Bries an Loebell wendet, der„ig verletzender Wesse gegen viele Millionen Deutscher Stellung genommen" hat. wurde einstimmig angenommen. BilligcXteiseAn i•öC-ir'-X»ecA «4 GÄ A*0 Cfnftitbimgen für diese Rubrik siad »erli« GW 68, Linden, traße 3, parteknachrichten j/Swk für Groß-Serlin stet» oa da, Ve»irk»sekr«t-riat. 2. Hof, 2 Trep. recht», zu richten, i. strei, Gliite. Die Abteilunqsleittt treffen sich. Tagesordnung: Bolk«ntsch«id. Ziere- reut: Theodor Kodur, Borsitender des ADB. Wir erwarten zahlreich« Beteiligung. 7.»reis Shorlottenbur«. Di« Abteilungsleiterinnen werde» gebeten, die Handzcltel liir die Kraueupersommlung am 17. Juni bei der Genossin Schenkalowslo, Weinickessr. 23, Gartenbaus parterre, zwischen 1 und 3 Uhr oder 3—« Uhr, abholen zu lassen. Eintrittskarten für die Dampfersahrt am S. Juli find«benfolls zu hoben. ».»reis Wilweesdorf Dienstag. 15. Juni, vor der Löbe-Berlammlung grosser Deuionftralionszug vom Jehrbellincr Bloss aus. Treffpunkt Hartum lr>i Uhr. Alle Abteilungen haben lich daran zu beteiligen und all« Iah nen mitzubringen. Die Transparente für den Jug sind rechtzeitig von Krvihs, Kolslcinilch« Sit. fiO, abzrrbolen, damit sie beim Abmarsch zur Stelle sind. II. steei« Gchonederg.Kriedenau. Alle Genossinnen und Genossen werden brinaenh ersucht, iich vom 14. bis 13. Juni an der Schreibarbeit für di« Bählerlislen zu beteilige». Beginn Montag. 14. Juni, nachmittags 5 Uhr, Neues Ziotlmiis. Rudolf-Wilde-Plass, Bollskllch«. heule, Sonnlag, den 13. 3uni: 1. Abt. 9 Uhr Flugblattverbreitnng bei Juntke. Artiellricstr. II. 3. Abt. 9 Uhr treffe»[ich die Genossen bei Dobroblaw, Swinemünder Str. II. Sämtliche Genossen, die von ihren Brzirksführern nicht eingeteilt sind, haben zu erscheinen. 73, Abt. Sehmargendorf. In der komenenden Woche treffen nch die Genossen vollzählig bei Bahr zur Berdreitunq von Bersammlungseinlabungen und Piopagandamaterial. 77., 7»., 7».. 5«.. 84. Abt, Schiineberg-Zfriedenan. All« Genossinnen und Ge» Hoffen werden dringend erfuchi. sich vom 14. bis 13. Juni an der Schreib- arbeit für die Wählerlisten zu beteiligen. Beginn Montag. 14. Juni, nachinittaq» 5 Uhr. Neues Nathaus, Nudolf-Wilde-Plass. Boltsküchc.— Die Abteilungslcilcr müssen das Material für die Bcrlammlungen von der Evcbition Belziger Strasse, Schänebera, abholen. 113. Abt. Lichtenberg. Ab 8 Uhr morgens Rcstvcrbreitung der Jluqblättcr. Beteiligung oller ist Pflicht. Montag, 14. Juni. Treffpunkt zur Deinon» ltration Zl- Uhr Schuir Holteistrossc. Jugendbühnc. 83. Abt. Tempekhos Treffpunkt vor dnn Resmurant.„Jur Linde", Werder- Ecke Jrietrich.Karl'Stross« nachmittao» 1 Uhr zur Autofal,rt. 125. Abt. Wrisscnsee. Die Genossen treffen füll heut« nachmittag 1 Uhr im „Grünen Baum" zun, Abmarsch nach Wartenbcrg zur Bersammlung. Morgen, Montag, den 14. Juni: 3. Abt. Treffpunkt zur grosse» Kundgebung im Lustgarten ZUlngestrasse Eck« Köllnischer Park. Punkt 5 Uhr Abmarsch»och dem Arkonaplass. dem Sammelpunkt des I. Kreises. Nachzügler finden sich bis spätestens 3 Uhr dortselbit zur Abteilung«in. 8. Abt. Z>2 Uhr DON der Biilowpromcnode Abmarsch mit Musik nach dem Lustgarten. I t. Abt. Abmarsch zur Demonstration NN Lustgarten 544 Uhr Kleiner Tier» ! garten. Wer an der Jssugblattverbrcitung noch nicht teilgenommen hat, komme sofort zu Sübner. Witsiracker Str. 34. 1«. Abt. TreUiMlnkt zu: Demonstration 4jO Uhr nachmittag» bei Gottschaidt, Putdusscr Str. 24. Abmarsch vom Brunnenplass 5,10 Uhr nachmittags. Porwärtslcser und Smnpathisicrende sind«ingeladen. Sämtliche Genossen müsse» sich beteiligen. Ii. Abt. Di« Genossinnen und Genossen beteiligen sich restlos an der De- monstralio» im Justgarten. Antreten 5!s, Uhr Brunnenplass. 17. Abt. Treffpunkt 544 Uhr Brunnenplass. 21. Abt. Trekrvunkt zur Demonstration bei Kroll. Utrechter Str. 21. Ab- marsch 54-4 Uhr. 23. Abt. ö-Ti Uhr zur Demonstration nach dem Lustgarten treten alle Ge- nossinnen und Genosse» pllnktlich a» Danztger Strasse beim Bezirksamt. 27. Abt 5'j Uhr Treffpunkt aller Genofstnnen und Genossen zur Denion- stration Goudn- Ecke Eantianftrasst. 3 Uhr Promenade am Bezirksamt Dänziger Strasse. 22. Abt. Die Mitglieder nehmen geschlossen an der Demonstration im Lust. garte» teil. Treffvunkt und Abmarsch nach der Weberwies« 53f Uhr vom Kullriner Bloss. 33. Abt. Sämtliche Genossin»«» und Genossen treffen sich zur Demonstration auf der Promenade sssrankfurtcr Allee sWeberwiese). 34. Abt. Treffpunkt zur Demonstration 53» Uhr auf dem Eomenilirplass. Er- scheinen ist Pflicht. Alle Mann an Bord! 27. Ab». Alle Genossinnen und Genossen treffen sich 544 Uhr zu der Demo». stration bei Zeralch. Ebertnftr. Ist. Abmarsch 54b Ikbr nach der Wcberwief« und vv» dort um 3 Uhr. Pünktlich erscheinen. 38. Abi. Treffpunkt 3 Uhr Kotlbusser Tor fJrifter u. Nvümannl. 45. Abt. 544 Uhr Abmarsch von Rienziccs. Gruppe Lolnei» schlieft sich an Gruppe Stephan. Plakatlräaer und Gruppenleiter bestimmt erscheinen. 77. Abt. Schäneber«. Di« Boriiandssissung und die Arbeitsgemeinschaft über Bcriassnngsrocht fallen wegen der Demonstration aus. Torstaudssissung am Mittwoch. 43 Juni, 7 Uhr. Avostel-Pauliis-Etr. 7 IV. Neukölln. 91. Abt. Treffpunkt zur Demonstration 5M. Uhr R enterpark. Jeder Genosse ist verpflichtet, daran teilzuehmen.— 98. Abt. 5 Uhr teeffen sich die Genossinnen und Genosse» am Reuterplass. Lichtenberg.>14. Abt. Treffpunkt zur Demoustratum nachmittag» 5 Uhr bei Schurarzer. Gabrie'-Mar. Strasse.— 115. Abt. Treffpunkt zur Demo». stration 544 Uhr Krankfnrter All« Ecke Kronprinzenstrass«.— 118. Abt. Treffpunkt zur Demonstration Hubertusstrossc Eck« Frankfurter All«. Ab- nmgtfch 5>» Uhr. l>8. Abt. Friedrichsfside. Antreten zur Denionstrotion 43» Ahr an der Eaprivi-ALec. 131. Abt. Nieberschönhauleu. Di« Genossinnen und Genossen treffen sich zur Denionstrotion 5% Uhr Züarktplass Pankow. 137. Abt. Neiuickeudors.West. Treffpunkt zur Demonstration 44b Uhr im Bolkshaus. Echarnweberstr. 114. Genossen, die zur angegebenen Zeit nicht dort sein können, treffen den Jug 544 Uhr Müller- Ecke Gerichtstrasse. Abmarsch z»m Brunnenplass. 128. Abt. Tegel. Treffpunkt zur Demonstration Endhaltestelle Tegel. Abiohrt 3?» Uhr bis Gerichtstrasse. Dann Marsch mit Musik ins zum Brunnenplass. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. 131. Abt. NosenIihal-Niederschönhonsen.Bkft. Di« Genossinnen und Seuossen beteilige» sich aeschlofse» an der Demonstration im Lustgarten. Treffpunkt 5 Uhr am Brunnenplass. Abmorsch 54ü Uhr. Dienstag, den 15. 3imi: I. Abt. 744 Uhr Funktionärstssung bei Dobrvhlaw, Swiuemstnder Str. v. Alle Genossen niüssen wegen der wichtigen Tagesordnung erscheinen. 15. Abt. Au treten der Propegandakolonne für den Volksentscheid piinktNch 3'4 Uhr« bei Golgbach. Binetaplass 7. 23. Abt. Di« Senossen der 3. Gruppe besuchen 74b Uhr restlo» di« öffcnt- lichc Bersannnlung nn Sermannsheim. 35. Abt. 8 Uhr Funitionllrsissung bei Peter. Schocinerstr. 33. Um 7 Uhr dortselbö» Abrechnung mit den Bezirksführern. All« SommeNillen sind abzurechnen. 3 Achtung. Zfeuerwecheleut»! Am Diensiag, IS. Jims, und Mittwoch. 13. Juni, nvrmittags 13 Uhr, im Sewerkfämftshau». Engelufer 23/25. Saal 1, wich- tiq« Bersammlung aller Feuerwehrleute. Tageaondnung: 1. Der Bolf»- entscheid und die Beamten. Referent: Stadtrat Georg Wende. 2. Di« Besoldung der Feuerwehr und di« Stellunanahme der Parteien. Res«- reut: Genosse Neumann. Feuerwehrleute, sorgt für guten Besuch! Frauenveranstaltungen am Montag, den 14. Juni: 25. Abt. Der Lesaabend fällt in diesem Monat au«. Di« Genossinnen k>«. teiligen sich geschlossen an der Demonstration. Treffpunkt: 344 Uhr Dan- »iger Strasse, Bezirksamt. M. Abt. Dir Genossinnen beteiligen sich restlos g, der Demonstration. 54b Uhr Abmarsch Senefelder Bloss. 83.«dt. Zehlendorf. Der Frauenabend fitstt au». Dafstr beteNigen sich alle Genossinnen an der Demonstration. 82.«dt. StegNss. Der geplant« Fronen an�luq findet nicht MoiAag. 13. Inns. sondern Montag, 21. Zuni. statt. All« Genosstnnen beteRgen sich an der Semonstrotion wl Lustgarten. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 15. Juni: 21. Abt. All« Genossinnen treffen sich pünktlich 7 Uhr bei Kroll. Utrechter Strasse 21, zum gemeiufomen Abmarsch»ach dem Lchillerlvzeum. >8. 8lbt. Der Frauenabend fällt wegen der wichtigen Arbeiten zum Bokk». entscheid aus. 85. Abt. Icwpech»f. 8 Uhr bei Bits«. Kaiser- Wilhelm- Ecke Nerbersirghe, Bortraq:„Die nächste» Aufgaben der Sozialdemokratie". Refrreutin: Erna Kresse. »8. Abt. Grönau 74b Uhr bei Utvann. am Spiekpsass. gemütliche««ei, sammensein. Gäste willkavnnen. lH. Abt. Bohmte rf. g Vit bei Heduau». SBaBerstorte Strasse. Vortrag de» Genossen Lücke. 2. Teil. Am 22. Zuui, nachmittag», findet bei Sei- mann. Woltersdorfor Str. 100.«in Äaffeekochen statt. l28./l30. Abt. Pankow.« Uhr bei W«hs. Berliner Strasse Ecke Linden. Promenade. Bortrag der Genossin Schenkalvwfkn. * Achtung, Zungfozialiite»! Unser« für Montag. 14. Juni, angesesst« Ge- samtveranstaltung fällt an diesem Tage wegen der Lustgarten-Demonstration aus. Sie wird um«in» Woche verlegt und findet am 21. Juni voraussichtlich im Preussilchen Landtag Natt. All« Zungsoziolisten beteiligen sich an der Montag- Demonstration der Partei.— Gruppe Treptow: Sammelpunkt zur Demo». stration bei der 101. Abt.—- Zuvgsvzialistcn und Arbeitcriugendgraosse» i» Bezirk Reinickendors: Achtung, heute. Sonntag, Agitotionsfahrt nach schil- dow auf Veranlassung des Bczirkssekretariats Brandenburg. Treffvunkt in Schildow nachmitlags. Vorher Flugblattverbreitung in der Porteiabteilung. Montag, 14 Juni. Treffpunkt am Brunnenplass zur Demonstration. Unsere Genossen müssen sich für sinntlichc Bcranstalwngen der Partei zur Berfügung stellen. Der Gruppenabend fällt aus.— Gruppe Tempelhos. Marieudorf: Diens. 10«, 15. Juni, 8 Uhr, im Juaendheim Germaniaftr. 3/8.„Strömungen in der Sozialdemokratischen Partei". Referent: Bruno Neu mann. Um pünktliches Erscheinen wird gedeten. Bereinigung sozialdemokratischer Stube utru. Die Eintrittskarten zur aus. gefallenen Lessina-Kunöaebuna werden bis zum 13. Zuni gegen Rückerstattung des Eintrittspreises im Restaurant.Lur Rrichspost", Artilleriostr. 11, Ecke Oranicnburaer Strosse, znrückaenmnmen. Sterbetafel öer Sroß-Serliner Partei-Grganifation 1. Abt. Am Donnerstag, 10. Juni, verstarb infvlg«»ine« Unglücksfalles unser lieber Genosse Christian Thoriw. Bergstr. 13, im Alter von 39 Jahren. Einäfcheruna am Dienstag, 15. Juni, abends 34b Uhr, im Krematorium Ge» ricktttrosse 37. Wir bitten nm rear Bcteiliaung. Sozialistische �rbeiterjugenö Groß-öerlin. Die M»»»t»pevgromwe fstr Juli müssen umaehend abgeliefert werden. heule. Sonnlag. den 1Z. Zuni: Westen: Treffpunkt zur Fluablattverbicitunq 9 Ahr..Bären sprung". Llissowstrasse. Treffpimkt nachmittags 2 Uhr Bhf. Grvssqörschenstnasse. zum Grvssen Fenster. Werbebezirk jkreuzberg: Abrnd,'48 Nngt im Gesanassaal der Schul» Koch- strosse 13 Willi Leiseter-Tirbel Lieder zur Saute. Zum Bortrag gelangen Landsknechts-. Bvlks». Tan,- und heitere Lieder. Säst« herzlich willkommen. Eintritt 10 Pf._ Werbebezirk Reu kill»: 4412 Uhr Treffpunkt Bhf. Neukölln zur Fahrt nach Schulzendorf,«undgebuna und Fahnenweih« des Landarheit-ro-rbandes. Fahracld 40 Pf. Gruppenfahrten fallen aus. Vss Kuncifunkproxi'smm. Zonntü». 6en 1Z. Zuni. 6 30— 8 Uhr vorm.: Frühkonzert(3«r Kapelle Kermbach. 1. Golde: Reveille. 2. Weber; Ouvertüre zu der Oper.Oberon11. i? Dripo: Serenade.Les Millions d'Arlequms". 4. Verdi: Große Fantasie aus der Oper„Kigoletto'. 5. Rhode: KÄler-Bela-Perlen. R. Löwe: Tom der Reimer. 7. Friedemann: Slawische Rhapsodie. 8..T. Strauß; Transaktionen, Walzer. 9. Teike: Alte Kameraden. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 11.30—12.50 Uhr vorm.: Vonnittags- konzert der Berliner Ihrnkkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski. 1 üardany: Popoeatepetl' Paso-Doble. 2. Fuoik: Winterstürme, Walzer. 3. Doppler: Ouvertüre zu»Die beiden Husaren". 4. a) Fletcher: Reconciliation, Melodie, b) BosÄ: Charmante aventure, Intermezzo. 5. Flotow: Fantasie ans der Oper-Martha", 6. C. Milano: Nnr einmal noch. Serenade. 7. Barch: Mariska. Czardas. 8. Chapnis: Joke. 2.20 Uhr nachm.: Major a. D. v. Rndolpbi:.Wie legt sich der Briefmarkensammler eine Lehr- oder Studiensammlnns' an?" 3 Uhr nachm.: Hans- Biedow-Schule(Rildungsknrse). Abteilung Landwirtschaft. Prof. Dr. Ludwigs:.Bodenpflege, die. Grundlage gesunder Kulturen (Krankheitserreger im Boden)". 3.30 Uhr nachm.: Funkheinzelmann:.Vom Bäcker nnd dem Mausekönig" von Hans Bodenstedt. Erzählt vom Fnnkheinzelmann. 4.20 Uhr nachm.: Dr. S. Maner- mann:.Berlinern ist eine Kunst". 5 Uhr nachm.: Konzert. 6 bis 6.30 Uhr abends: Toerausik aus dem Hotel Adlon(Kapelle Marek- Weber). Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7.10 Uhr abends: Afrikaforscher Hans Sohomburgk:.Abenteuer im Urwald von Liberia". 7.35 Uhr abends: Wilhelm Lehner, Regensbnrg:.Die Erschließungsgeschichte der Alpen"(I.Teil). 8 Uhr abends: Studienrat Dr. Gerhard Kroll:.Indien und die buddhistische Weltanschauung". 8.80 Uhr abends: Romantischer Abend. Dirigent; Bruno Seidler-Winkler. 1. Schumann: Ouvertüre zu.Manfred". 2. Schumann: Konzert für Violoncell A-Moll (Gregor Piatigorsky). 3. Mendelssohn: Sinfonie Nr. 5 D-Dur (Berliner Fnnkorchester). Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30— 12 Uhr abends: Tanzmusik (Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbaeh). Montag, den 14. Juni. 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau /Hildegard Margis:.Wie wünscht sich die Hausfrau ihre Wohnung?*) 5 Uhr nachm.: Novellen. Oskar Baum liest aus eigenen Werken. 5.30 Uhr nachm.: Klaviervorträge. 6—6.30 Uhr abends: Teemusik aus dem Hotel Adlon(Kapelle Marek Weber). Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theaterdienst. 7 Uhr abends: Hans-Bredow- Sohule(Bildungskurse). Abteilung Technik. Technische Wochen- planderei(Ingenieur Joachim Boehmer). 7.25 Uhr abends: Geh. Keg.-Rat Prof. Dr. A. Miethe;.Fischerei und Fischerleben an der norwegischen Küste". 7.55 Uhr abends; Hans- Bredow- Schule (Hochschulkurse). Abteilung Kunstwissenschaft. Dr. Alfred Kuhn: -Neuzeitliche Malerei und Plastik in der Nationalgalerie zu Berlin(Die deutschen Impressionisten: Max Liebermann)". 8.30 Uhr abends: Heiteres in Frankfurter Mundart. Adele Proesler, Rezitation. 9 Uhr abends: Konzert. 1. Händel: Largo. 2. Händel: Soll ich auf Mamres Pruchtgefild'. 3. Mozart: Aus der Oper.Die Zauberflöte": O Isis und Osiris. 4. Mozart: Ans der Oper-Die Zanberflöte": In diesen beiTgen Hallen(Dirk Magre. Baß). 6. a) I. A. P. Schulz: Abendlied(Dessoii�Album Bd. I), b) Mozart: Der Zauberer, o) Mozart: Das Veilchen, d) Mozart: Die kleine Spinnerin, e) L. Reichardt: Hoffnung(Dessoir-Album Bd. I), f) C. M. von Wober: Wunsch und Entsagung(Susanne Dessoir, Sopran). 6. Ludwig Milde: Andante und Rondo für Fagott (Louis Scheiwein). 7. Volksweisen: a) Der rote Sarafan(Russisch) (Dessoir-Album Bd. II), b) Das Mägdelein(Schwedisch) bearbeitet von H. Reimann. c) Schirm' dich Gott(Oberschlesisoh) bearbeitet von Koschnv). d) Das Ringlein(Deutsch) bearbeitet von H. Reimann, c) Hab' meinen Wagen vollgeladen(Holländisch) bearbeitet von 0. v. Booa(Susanne Dessoir). 8. A. Aaudion: Mor- ceau de Concours für Fagott(Louis Scheiwein). 9. A. Löwe: Hinkende Jamben, b) Löwe: Der alte Goettg, e) Brüll: Arie des Bombardon aus der Oper-Dach goldene Kreuz"(Dirk Magrd). Am Flügel und an der Orgel: Bruno Seidler-Wiukler. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der ntnesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. KSnigsvnsterhansen, Montag, den 14. Juni. 1.10—1.40 Uhr nachm.: Stud.-Rat Priedel u. Lektor Mann aus London: Englisch für Schüler. 3—3.80 Uhr nachm.: Stud.-Rat Priedel und Lektor Mann aus London: Englisch für Anfänger. 3,30— ♦ Uhr nachm.: Stud.-Rat Priedel und Lektor Mann aus London: Englisch für Eortgeschrittene. 4—4.30 Uhr nachm.: Dr. Freyhan: Gerhart Hauptmanns historisches Drama. 4,30— 5 Uhr nachm.: Staatsminister Dr. Becker: Die pädagogischen Akademien und die neue Lehrerbildung(nachgeholt vom 7. Juni). 6—5.30 Uhr abends: Marie Jörling: Arbeiten am Obstbaum im Sommer. 8— 10 Uhr abends: Uebertragung des Festkonzortes aus Königsberg(Pr.) anläßlich des zweijährigen Bestehens der Ostmarken- Rundfunk A.-G. ««AebeAiri vssllochn: 8 Ahr tat Jugeudhei» Sichfenberg. Barbae 2». Kunde gebung:..Gegen den Bolksentscheid— für den Sozialismus". Referent Genest« Ludwig Diederich. Morgen, Montag, den 14. Zuni: Achtung. Abteilungsleiter! sämtlich« Gruppeuveranstaltuuge» fallen au». Dafür sammeln sich alle Mitglieder an den»errinbartrn Treltpuakte». Wen dort nicht rechtzeitig sei» kann, begibt sich s»f»rt zum Lustgartra. Die SAZ- ujmmt Ausstellung vor der Schlohfreiheit. Der Bezirksvorstaad. Treffpunkte der Werbebezirke. Tiergarten: 4b3 lldr Kleiner Tiergarten(Kriegerdenkmal).— ZSedding: 4b6 Uhr Brunnenplass. Eck« Orthstrossr.— Prenzlauer Berg:>43 Uhr Dan» ziaer Str. 84 lBezirksamt)— Osten: 6 Uhr an der Weberwiel«.— Kreuzberg: 3 Uhr Morissplass< Normaluhr).— Schöueberg: 644 Uhr Kaiser-Wilhelm- Plag. Nachzügler 447 Uhr Dötthoffplass.— Westen: 447 Uhr chausvogteiplass.—. Teltowkaual: 5 Uhr Ringbahnhosuitterführung an der Kauptstrasse Echönebera: Tempelhos 5 Uhr Rinabhf. Tempelhos.— Neukölln: 448 Uhr Reuterplass.— Müggelsee: 147 Uhr Aleianderplass,-Ausgang Gontordstrasse.— vberfpree: %6 Uhr Söll. Bhf.— Ost bahn: 443 Uhr Bhf. Stralau-Rummelsh'rrg.— Reiuickeudarf: 146 Uhr Brunnenplass. Eck« Orthstrahe.— Bankom: 443 Uhr: Marktplass._ vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner»S chwarz- Rok-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebastianstr. 37.38. Sof 2 St. «eddiu». Mo., d. 14.. 447 Uhr. Antreten bei MiAer. Uferstiohe. ■ zur Teilnahm« an Demonstration Lustgarten.— Prenzlauer Berg. Di., d. 15., 8 Uhr, Altersheim Danziger Str. 32 Kieisjugendpersammlung.— Kreuzberg. Di., d. 15.. 8 Uhr, beteiligen sich alle aktiven und passiven Kameraden(ohne Frauen) am Kommers ivi grohen Saale des Gewertichalts- baufes, Engelufer. Eintritt gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte frei. Lieder- dücher mitbringen.— Schönebcrg.Friedena«. Mo., i. 14., anlählich Demo». stvattvn Lustgarten Antreten 544 Uhr Ka i k e i>® i lhelm- Mass. Di., d. 15.. ge. meinsamr Demonstration mit Witmeisdorf und Eharlottenburg. Antrete» 544 Uhr Rudolf-Wilde-Plass.— Wilmersdorf. Antreten vollzäblig mit Musik und Fahnen Fehrbelliner Plass zu Demonstrationen für den Bolksentscheid: Di., d. 15.. 3?4 Uhr: Mi., d. 13.. 7 Uhr; Fr., d. l8„ 744 Uhr.—«egliss. Lichtrrfelde-Laukwi». In der Woche vor dem Bolksentscheid finden folgend« Demo»stration szüge statt: Di., d. 15.. Antreten 744 Uhr Viktoria. Ecke Siemens» ftrahe. Do., d. 17., Antreten 744 Uhr Lichterfeld«, Händelplass. So., d. 19., 33» Uhr. Antreten Steqliss, Düppelplass. Pflichtperanstaltungen. Di« Spiel. leute haben vollzählig zu erscheinen.— Reukälln-Brit,(Kreis). Di., d. 15., treten die Kameraden nach den Anweisungen der Komerodschoftsführer und des Spiel- leiters zur chofpropaganüa an, die Radfahrer mit Rädern zur Propaganda. fahrt. All« Beranstaltungen vom 13. bis inkl. 20. sind Pflichtperanstaltungen. Sämtliche Kameraden haben sich, soweit sie nicht von den politischen Parteien in Anspruch genommen werden, auch für di« folgenden Tage für den Bohl- dienst zur Verfügung zu halten. 1. Kameradschaft 2. Zug Di., d. 15., 8 Uhr, Monatsverfammlunq bei Behl«, Weferltr. 58.— Reiuickeudarf(Ärei»). Mo.. d. 14., 544 Uhr. Antreten Brunnenplass. Mi., d. 13.. 7 Uhr. Antreten bei Ramlow, Schönholz.— Bernau-Ladeburg. Di., d. 15.. 448 Uhr. Abfahrt von Modisch zur Propaganda.— Bernau. Mi., d. 16., 448 Uhr. Abmarsch vou Modisch zum Saalschuss i» Börnicke.— Eharlottenburg. Mo., d. 14.. De- monstration Luftgarten. Treffpunkt 644 Uhr chausvogteiploss. Jede Kamerad- fchaft hat 5 ältere Kameraden als Ordner zu stellen, die vorher bestimmt sich bereits um 544 Uhr an der Echlohramp« melden. Di., d. IS.. 344 Uhr. Werbe- umzua ab Bilhelmsvlass mit Tambourkorps. Mi., d. 13., 744 Uhr. Bersamm- lung Sohenzollernsäle Saalschuss.— Fri»brich«hai». Mo., d. 14., 554 Uhr. Weberwiele. Dr.. d. 15..«34 Uhr, Kststriner Bloss.— Treptm»(Krei,). Sann- tag, d. IS.. Antreten 8 Uhr nachmittags Bhf. Grünau. Demoustration. Mo., d. 14., Antreten zur Demonftratian im Lustgarte» mit Tambouriorvs. Treffpunkt 5?4 Uhr Särlisser Bahnhof. Bio chemischer Bereja Gross. Berlin, Ortsgruppe Silwersdprf. Bersammlung Dienstag. 15. Zuni. 8 Uhr. im Restaurant„Zur Lauenhurg". Souenburqrr Strasse 21. Bortrag über.Herzleiden" mit Lichtbildern. Gäste willkommen. Kämpfe um den Wanderpokal des Freien Krglerbunde» Deutschland» E. B., Bezirk Reuköll». Am 13. Juni, vormittags u. Uhr, heginnen im Keglerhtim Passage-Eafö. Bergstrasse, die Kämpfe um den Wanderpokal de« Neuköllner Bezirkes. Sämtliche dem Bezirk Neukölln angehörende Klubs haben mit voller Mannschaft zu starten. Geschoben werden 15» Kugeln in die Bollen. Die fünf Besten ries jeden Klubs werden gcwertet. Ferner gelangen noch fünf wettere Preis« zur Perteilung. Fortsessun« und Beendung der Kämpf« am 20. Juni. Arbeitsgemeinschaft entschiedener Rrpublikauer. Dienstag. 15. Juni, de- teiligen nch die Freund« geschlossen an der Kundgebung de» Kampfbundes für Bolksrecht in der Etadthollc»losterstoass«. Treffpunkt 744 Uhr daselbst. Im Ansästuss daran kurze Besprechung. Bereinigtr Berbäade hettaattneuer Oberschlesier, Ortsgruppe Osten. Sonn- tag. 13. Juni. 3 Uhr. im Garten de»..Steuerhaus", Landsberger Allee. Soinmeifest. Eintritt 50 Pf. Arbeiter. Rad io-Slub. Gruppe Beddiust: Jede» Dannerstag. 8 Uhr, Pafe- walker Str. 3.- Gruppe Prenzlauer Berg: Donnerstag. 17. Zuni. Schönhauser Allee 1346. Bortrag über Hochfreauenzverstärkung. Donuersta«, 24. Juni. beginnt«in Lehrgang mit Lichtbildern:„Pom Schwachstrom zum Radio".— Gruppe Friedriche haiu: Jeden Montag Warschauer Str. 59.— Gruppe Kott- düster To«: Jeden Donnerstag Adalbertftr. 21.— Gruppe Südost: Jeden Donnerstag Sorguer Ecke Särlisser Strasse.— Guppe Ghariotieuburg: Jeden 7 Dieustog Melandstr. 4.— Gruppe Wilmersdorf: Augustastr. 18. Donnerstag. 17. Juni, beginnt«in« Vortragsreihe über„Rrssanschlussgerät".— Gruppe Schönederq: Sedonstr. 53. Donnerstag. 17. Juni. Borarbeitrn zur Funk- ausstelluna am Saiserdamm. Sonntag. 27. Juni. Ausflug nach Machnowrr Schleus«.— Gruppe Reukölln: Jeden Freitag Prinz-Kandsern- Eck« Lessinq. strossc.— Gruppe Lichtenberg: Jeden Dienstag Scharnweder- Ecke Kronprinzen. ftrasse.— Gr»,»« Lichte rfelde-vst: Jeden Freitag Lorenzstt. 53. Aebeiter-Sbstiueuteubuud. Alle Senosten beteiligen sich am„Rast" im Stadion. Radsahrende Genosse» kommen mit ihren Rädern. Am Montag trifft sich die Gruppe Mitte um 8 Uhr auf dem Rpscnthaler Bloss an der Uhr zu einem Adendspoziergang. Mänaerchor Einigkeit Berlin-Mitte. Di« Einäscheruug de» Senossen Thoriw findsst Dienstag, 3'.4 Uhr. Serichtsttasse Natt. Erscheinen aller Sänger ist Ehrenpflicht. Sozisldemokegtischer Mänaerchor Friedrichsbai n. Montag. 14. Juni. 3 Uhr. Treffen der Sangesbrüder an der Weberwiese zur Beteiligung an der Demon- stration im Sustgarten. Dienstag, 14. Juni. Mitwirkung heim Johann-Strauss- Konzert Saalbau Friedrichshain. Sangesbrllder müssen spätesten» 7 Uhr»irr Stelle sein.__ Rennen zu Ruhleben am Sonnabend, den 12. Zuni. 1. Rennen. 1. Isegrim(I. Kozal). 2. Dilemma(Schmidt), 3. Max Kits er(Herrn. Schleusen er). Toto: 123:19. Platz: 21. 20. 22: 10. Ferner liefen: Baron Bagler, Lucie Halle, Dina Watt«, Michael, Meisterstück, Lachmuslel. Modern, Erbprinz sun. L.Rennen. 1. Denkmünze(G. Lantenderger), 2. KohlenkSnigin (B. Heckert). 3. LwScott jr.(Knöpnadel jr.). Toto: 130: 10. Platz: 2t, 13. 17: 10. Ferner liefen: SonntagSPrinz, Harlekin, Sphinx I, Minz, Besfie, Drelise Änv., Eitran, Dante. 3. R e n n e n. 1. Antenne(E. EliaS), 2. Auster(E. Trenherz), 3. Ida PaloS(B. Heckert). Toto: 43:!0. Platz: 18. 13: 10. Ferner Uesen: Die Puppe, Regenbogen. 4. Rennen. 1. Progretz(Kroßmann), 2. Petz(Eh. Mill»), 8. Doritha (Jantz fr.). Toto: 51: 10. Platz: 18, 16, 81: 10. Ferner Uesen: ge», Clemati« blau, Fafner I.. Helmann, Edith Worthy, Trotteur. Marcell. 5. Rennen. 1. Manrico(E. Treuherz), 2. Preislied(Vrotzmann), 8. Sphinx I(Jauh jr.). Toto: 22: 10. Platz: 10. 11: 10. Ferner lies: Magowan jr. 6. Rennen. 1. Abteilung: 1. Jtmiene(A. Flick), 2. Shbill (Barnewitz), 3. Wainöca(Storjenmtf). Toto: 186: 10. Platz: 22. 16, 13:10. Ferner Uesen: Blaumeise. Kinostern. LinSlo. Odessa, Freibeuter. Longobarde, Interessent.— 2. Abteilung: 1. Allgold(E. Elias), 2 Zeit- geist(B. Holz), 3. Katzbach(Kleinau). Toto: 58: 10. Platz: 19, 25. 19: 10. Ferner Uesen: Prinz Adbell. Brilon Prinz. Fenioth, Matador l. Unheil, Ludmtll I, JeffrieS jr., EoriolanuS. 7. R e n n e a. 1. JohanniStSser(Großmann), 2. Della(F. Schmidt). 3. Aberglaube(B. Heckert). Toto: 53: 10. Platz: 2«. 47. 1«:10. Ferner Uesen: The Kitth, Flatterrose, Stardella, Florian. 8. R e n n e n. 1. Radwla(Jaoß jr.), 2. Arnfried(E. Ella»), 8. HeMna (G. Jauß). Toto: 53: 10. Platz: 32, 30. 46: 10. Ferner liefen: KronS. beere, Goudster Gl., Ehampion Goud, Baron Silvester, Eitelsried, Natal, Kartenspiel. Lu, Lenchtwrm, Malmö, PimlS, Eirano, FriedrichSSor. 9. Rennen. L Carl Alexander(F.Schmidt), 2. Konsul(B. Heckert). 3. Fiametta(I. Mills). Toto: 40: 10. Platz: 14, 18, 19: 10. Ferner liefen; Prinzesfin Etawah, Importeur, Coronna Mc. Kah, Flamingo, Pedra. Wetterbericht der öffentlichen wefterdlenststelle süe Beelln.(Rachdr. derb.) Zunächst warm bei zunehmender Bewölkung, später Regensöüe und etwa» kühler. Für Deutlchlaad: Im Westen vielsach trübe und stärkere Regensälle und etwas kühler, im Osten meist heiter und ziemlich warm. tyQ/OW dtUuMwen/ Jbuaovfriofrt'/ " sM' � ■t- Wei£e Ltlnctupangen- »diuhc mit Kordelverzierung u. Stepperei... 5 Monde n. grüae fein Leder- ipangen- u Gummi- d At'.O rugtchube in viel. 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Freunden und Be- kannten die tiestraurige Nachrtchk, dah mein inmgftqeliebter Mann, mein herzensguter Bater, der Schneide, Christen Thorup im 60. Ledensfahre am Donnerstag den 10. Juni, früh 7 Uhr. ptöälich unerwartet infolae eines llngii falles uerstorben ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Vaullne Thorup. geb. Otto und Tochter Frieda. Die Trauerfeier findet am Dienstag. den 15. Juni, nachm. 6"/, Uhr. im Krematorimn©erichtstr. 37 statt. Von der Reise zurück. Dr. Ulrich Saalleld Rügener Straße 19 Facharet für Hautkrankheiten. MlagsgMsseMM.ZlelM C.©. m b H "Um«aatag. den 21. 3nai, abends « Uhr. In den Mufikerläien(BSefensaal). .daiter-Dilhelm-Straße 31: Generalversammlung Tagesordnung: 1. Boriage der t iauidationsdilan«. 2. Beschluß detreffs tt quidatton der©enoffentchalt. Der»»ffichtsrat Der Vorstaad _ L IWas«. t. MP». Ahh, f. Mk r.fcaid BßtfißtiskrankEnltajse lief Staut fietiin. Der XXV. Nachirag der Saftung de- friffend Aenderung der ZA 10, 14. 41. 4Z nun 55 ist Born Oberoerflchenmgsarnt Berlin am 31 Mal 1926 genehmigt worden Desgleichen ist die Aenderung der Kranken. rrftnuug am 6. Mai 1926 oom Per- �- Stadt Berlin geneh- ticherung-amt der nugt wo- den Drnckftllcke der<5 in, ungeiähr 8 ausgegeben. Beel in, de» 8 I werden Safleniokal iovalidsfl-UnterstUtzuiigskasss der Steindiudter oed lithograplieB a Berlin. Dienstag, den 15. Znni ttttfi, 5 Uhr, im Saal 1 des©«wer" ©ngtlnfcr 25 Generalversammlung Tagesordnung: L©eichdsts- und Kaffendericht 2 a. Bericht des Prstfungsaustchuffes 2 d. Abnahme der Iahresrechnung 3. B-Uragserhühuiig 4. Ergünzungswahicn zum Boestand 5. Berfchledenes Wegen der anßerordenUichen Wichtt, kcit»er Tagesordnung wird dringe- um rege BeteUtgnag gebeten,©rrnäß i 17 bei Saftung(5. Nachtrag) ist fedes Mitglied der Unlersl0ßuug,k-sie zur Teil nähme berechtigt. Orr vorstand: Hago Aibrecht, l. B-rsteher. Juni 102«. Oer vorstand toktottellAiWiteil «-»wvg!(geneiflloetlamtnloDg! /# i Daser alles Teppitbiia&s hat keinerlei Beiletmu�n sor Flr>na Bteldien ttefflens Pflisdamef Strafte Oentsdies ImilMsm L Em8i efewr® «. m. b. H. Ober 40 lelire Berlin Sfldeauur'M 0ran(en$(r.1S8 —|FfflM>f.ltollUl.235H vk Unsere für Montag, den 14. Juni, an» gesetzt« Sieneraloersammlaag findet erst am Dienstag, den 15. Znni, in den SophionfSie»", Sophtenstr. 17/18, statt. Die vrawd»e»toafer«a, der«nt-gen- schweiße r fällt im Monat Juni au«. Die vcauchenocrlammltuia der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, Sicher und Eichcrinuen findet utcht am Dien«- tag. sondern am Mittwoch, den l«. Juli. in Schinkels FeftsSIen. Brllckenflr. 2. siatt. Die vertranensmänaer-stansereaz fallt am Donnerstag ans. vieastaa. den 1». Znni, in,—- 7»Hr. W abends .Arbeit» ansgoberanm-, vlniackstroßr 8: Vollversammlung sämtlicher Solleqeu Schmiede du» den Znnuugsbetrieben. Tagesordnung: I.Stellungnahme ------------.-)■{, Mw zu miditigm Berussfragem 5. Berichiedenes. 2. Aussprache. Kein Kollege darf fehlen! Mittmoch. den 10. Znni. nach mittags 5 Ahr. im BerbanOshanie. Cinienstc. 83 85: Branchenversammlung der Aeilevarbeiler. Tagesordnung: i. Wirttchafts» läge 2. Branchenangelegenheiten und Berfchledenes. vi» Ortsverwaiinng. Habe nieine Wobnang von Neue Promenade 5 nach Bosenfitalcr Str. 45 verlegt nnd Bleichzettig die Pnuis des Herrn Sanititsrais Dr. Margot Iner Bosenmaler$lr. 45 übernommen ephon; Norden 378 und 4993 dtstunden: 8— 10 Uhr u. t—>/,7 Uhr . Emil Solomon prakt. Arit Wcwfnnans}. 8. INaffe 27. Preubisch-Süddeiil Ohne Gewähr ie Klasien-Lotterlt. Nachdruck verhvte» Auf jede gezogen« Nummer find gesallen, und zwar je«iner aus die Loje ti gleich .!_-.____________ L« in de» beide» Abteilungen I hohe Gewinn« leicher Nummer ll 1. Ziehungllfag In der Vormfttagsziehung wurden Gewinne über 2 Gewinne zu 100000 M. 219968 2 Gewinne zu 50000 M. 53726 2 Gewitni« zu 5000 M. 274381 2 Gewinne zu 2000 M. 15561 4 Gewinne zu 800 M. 18033 255541 12 Gewinne zu 500 M. 82377 87310 236184 78 Gewinne zu 400 M. 12. Juni 1926 120 M. gezogen 131151 131521 141246 4159 6324 6401 14372 26358 28453 45790 48007 60504 79975 88924 89596 93399 99664 100000 116046 116216 118752 120971 137895 140552 140975 144975 151820 158353 171342 175821 206484 221725 224795 226713 233947 240398 243214 253746 267695 273227 278716 296914 240 Gewinne zu 240 M. 4290 5983 8653 9101 11631 12229 14468 18712 20768 20776 23940 24115 26865 29864 36473 39561 40779 42226 42613 44578 49683 49787 49841 53024 54053 59967 63187 63354 64302 69820 74058 75700 83057 85462 85577 86902 89295 89942 93558 94163 94249 97840 98572 98867 100683 102916 106126 108849 109210 112627 114898 117781 127705 128632 129496 131921 136103 172973 187404 207263 219977 248792 265202 293376 136385 175740 190023 214388 220606 253118 265719 137546 179363 191100 214543 228912 254052 271739 138974 179463 191452 216337 237173 256968 274576 142678 181350 194494 217041 238291 257395 281189 151368 181694 194572 218275 240619 262842 282987 151412 182920 195449 218561 248517 263459 288915 12017 35494 50091 81771 94253 109453 132670 154791 186914 203833 218955 248668 264569 292704 In der Nachmilfagsziehung wurden Gewinne Sder ISO M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 134061 6 Gewinn« zu 3000 M. 6963 55571 244168 2 Gewinne zu 2000 M. 167206 ._.----- 74681 172025 108876 290063 292702 86939 138724 168952 263112 284612 4 Gewinne zu 1000 M. 6 Gewinne zu 800 M. 12 Gewinne zu 500 M. 299755 66 Gewinne zu 400 M. 84139 86194 86875 90182 120018 122333 129610 131497 188635 202590 206509 207615 287046 278080 296799 198 Giwinne zu 240 M. 4868 8800 9108 10435 13047 16844 20097 28317 29988 32465 33078 33657 35702 43718 45910 48052 48855 51327 53148 56773 59281 60377 60884 62139 65479 66457 67058 70641 71695 73160 75363 75403 78040 78127 78645 88220 88862 89765 90033 90056 97578 97703 107916 108665 111036 115063 119448 120847 121001 123800 11976 29667 65365 69705 79017 95723 97075 104204 105126 106146 134497 141366 142007 170869 211891 224867 241499 267000 138469 175052 194308 228003 248976 275381 139295 176608 196879 228808 255916 285021 142994 179902 200301 232372 267030 289390 146307 183028 201755 237092 258543 294023 147725 185463 205389 237100 270014 295926 123848 151941 185971 207597 241608 271161 299516 129250 163112 188437 307840 243503 273216 138012 167633 193580 216016 244718 273690 flud) das(jets fjai Tleeven, die entweder die Herztätigkeit hemmen oder sie vennehren. 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Jahrgang 3. Heilage öes vorwärts Sonntag, 13. Juni 1926 Der verbotene Preisabbau. Weltwirtschaftliche Umschau. Aur Belebung d« inländisch«« Konsums und der Ausfuhr krauchen wir billigere Preise. Die Preissenkung stößl aber euf mannigfaltig« Hindernisse. Bor allem ist in der letzten Zeit die Verteuerung der Lebensmittel zu verzeichnen. Soweit für«in- zelne Warengruppen Preisrückgänge zu oerzeichnen find, ist das in erster Linie dem Rückgang der Konsumkraft zuzuschreiben: so haben z. B. die in der letzten Zeit beobachteten Preisrückgänge auf dem Jutemarkt wie auf dem Metallmartt in der allgemeinen Kon- sumtris« ihre Begründung. Es sind nun überall Bestrebungen vor- Händen, die aus mangelnder Konsulnfähigkeit rückläufigen Preise mit künstlichen Mitteln zu erhöhen. Im folgenden soll von einer Anzahl von Maßnahmen zur künstlichen Beeinflussung der Preise berichtet werden, die in letzter Zeil einen Einfluß auf ble internationale Preisgestaltung ausübten oder aber diese Absicht verfolgen. Der kanadische Weizenpool. Die Weizenpreise haben sich in der letzten Zeit befestigt. Gegen End« des Erntejahres pflegt in der Regel eine Berknappung einzutreten, die bis zum Beginn der Verschiffungen aus der neuen Ernte anhält. In diesem Jahre ist aber ein beträchtlicher U e b« r- schuß an Getreide auf der ganzen West vorhanden. Er betrug etwa SZ Millionen Ouarters, während der Zuschußbedarf bis Ende Juli nur etwa 78 Millionen beträgt. Davon wurden bis Ende Mai L<3,5 Millionen oerladen. Es werden also noch 21 Millionen Quarter» benötigt. Die künstige Ernte wird für Europa, mit Aus- nähme vielleicht Italiens und Frankreich«, sowie für Kanada und Argentinien günstig eingeschätzt. Vor allem wird aber in den Der- «inigten Staaten an Stell« der schlechten Getreideernte des vorigen Jahres im laufenden Erntejahr eine außerordentlich günstige Ernte erwartet. Auch hofft man auf ein« große Getreideausfuhr aus Rußland. Dort sind die Ernteausstchten ebenfalls günstig, und da die Bauern im laufenden Jahr die Vorräte zurückhiesten, so kann man wohl annehmen, daß sie in diesem Jahr auf dem Markt erscheinen werden. Diese günstigen Erwartungen sind geeignet, die Preise nicht nur im Terminhandel, sondern auch für prompte Waren zu drücken. Das ist jedoch nicht eingetreten. Für die gege»' wärtige Befestigung der Getreidepreise muß in besonderem Maß« der kanadische Weizenpool verantwortlich gemacht werden, eine Riesengenossenschaft, zusammengestellt aus drei Großgenossen. schaften. die etwa zwei Drittel der kanadischen Ernte auf den Markt bringt. In einem jüngst veröffentlichten Bericht heißt es darüber: .Der Pool h ä l t mit seinem Angebot alter Waren dauernd zurück und stellt zurzeit höhere Preisforderungen als die an- deren in Bestacht kommenden Wettbewerber. Solange nicht die Ernte in den Vereinigten Staaten verfügbar wird, beherrscht Kanada in den besseren Sorten den Weltgetreidemarkt.� Der in Australien vor einiger Zeit gegründete Butterpool konnte dagegen bisher nicht die von ihm erwartete preissteigernde Wirkung ausüben: die Butterpreise gingen in der letzten Zeit auf dem Weltmarkt zurück, was als eine saisonmäßige Erscheinung zu werten ist. Eingriffe am Markt für koloaialprodakte. Der Rohrzucker gehört zu den Kolonialprodukten, deren Preise infolge der außerordenttichen Ausdehnung der Produktion erheblich zurückgegangen sind. Dieses Schicksal teilt er im übrigen auch mit dem Rübenzucker. Die Westproduktion wird auf 24 Millionen Tonnen geschätzt, um eine Million Tonnen mehr als im Well- verbrauch, der jedoch um 3>4 Millionen Tonnen höher war als im Jahre 1923/24, ein Beweis dafür, daß der Verbrauch bei ver- nünftigen Preisen außerordentlich ausdehnungsfähig ist. Auch im laufenden Emtejahr hat sich die Produktion erheblich ge- steigert. Die Rohrzuck«rerz«ugung der Welt soll in diesem Jahre 233 Millionen Zentner betragen gegenüber 311 im vergangenen Erntejahr und 233 vor zwei Iahren, die Rübenzuckerproduktton 166 Millionen Zentner gegenüber 159 bzw. 113 in den vergangenen Iahren. Als Hauptproduzent für Rohrzucker kommt K u b a in Be- tracht, wo im vergangeneu Jahre 5 125 000 Tonnen erzeugt wurden. Man hat nun in Kuba beschlossen, die Erzeugung künstlich herabzu- drücken, und es wurde durch Gesetz eine Elnschrönkung der Produktion um 19 Proz. verordnet. Demzufolge sollen im nächsten Jahr« statt der sonst erwarteten 5,23 Millionen Tonnen nur 4,7 Millionen erzeugt werden Außerdem haben die Zucker. raffinerien sich bei einer Straf« von täglich 2000 Dollar verpflichten müssen, zwei Jahr« hindurch weitgehende Produktionseinschränkun- gen vorzunehmen. Auch hat die kubanische Regierung 509 900 Tonnen von den Produzenten angekauft, um sie dem Markt fern- zuHallen. In der Tat gelang es dank dieser Maßnahmen, im Laufe de» April den Zuckerpreis zu befestigen. Dieselbe Lage herrscht auf dem Kafseemartt, wo einige Staaten Brasiliens die Führung in der Weltproduktion haben. Hier wurde der Wirkungskreis des seit langem bestehenden Nalorisation»- komitees, das mit staatlicher Unterstützung Kaffee aufkaust, um diesen vom Markt fernzuhalten, außerordentlich ausgedehnt. Reue Gliedstaaten hoben sich ihm angeschlossen und die tägliche Aussuhr wurde von 36 999 auf 26 999 Sacke herabgesetzt. Die brasilianische Regierung ist bestrebt, große neue Kredite im Ausland aufzu- nehmen, um sich die Mittel zum Ankauf der Kasfeeoorräte zu ver. schaffen. Die jetzt aufgenommene Anleihe von 19 Millionen Pfund reicht zum Ankauf von 1s4 Millionen Ballen, durch deren Lombar- dierung weitere gekauft werden können: bisher sind vom Komitee mehr als 3 Millionen Ballen aufgekauft worden. Vor September- Oktober dürfte das Komitee seine Vorräte nicht auf den Markt bringen. Früher wurden diese Anleihen in England ausgenommen, jetzt auch in den Vereinigten Staaten. Nach jüngsten Berichten wird die neueste Anleihe nur vom amerikanischen Kapital ge- geben werden, weil die englische Regierung den Banken aus politi- schen Gründen— infolge des Verhaltens Brasiliens in der Völker- bundsfrage— von der Gewährung der Balorifationsanleihe abge- raten hat. Dem energischen Zugreisen der Valorisationskommission gelang es, die gegen Mitte April erheblich gesunkenen Kasfeepreise wieder zu steigern. Angesichts der sehr günstigen Ernteschatzungen für die nächste Ernte wird trotzdem vielfach bezweifelt, ob man die gegenwärtigen Preise wird halten können. Jedenfalls müßten sie ohne diese künstlichen Eingriffe erheblich sinken. Zur Beein- flussung der Preise hält das Valorisationskomitee seine Ernte- schätzungen außerordentlich niedrig, auf 8� Millionen Ballen, wäh- rend sie von anderer Seite auf 9>4 bis 14 Millionen geschätzt wird. Nach dem Vorbild der Kaffeevalorisierung beabsichtigt die brasilianische Regierung jetzt auch auf dem Kakaomarkt vorzu- gehen, obgleich sich die Bedeutung der brasilianischen Kokaoproduk- tion auf dem Weltmarkt nicht mst der seiner Kafseeproduktion ver- gleichen läßt. Für den Tee, der in Indien und Ceylon überwiegend von englischen Großunternehmern gepflanzt wird, wurde im abgelaufenen Jahre ein Beschluß gefaßt, die Produktion nicht über das Ausmaß der Erzeugung von 1324 auszudehnen. Infolge de, kalten Wetters blieben die tatsächlichen Ernten sehr beträchtlich hinter der von 1924 zurück. Deshalb die außerordentlichen Preis- st e i g e r u n g e n, die stotz niedriger Erntemengen den Produzenten ungeheure Gewinne ermöglichten. Es ist mit weiteren Preissteige. rungen zu rechnen, zumal das feit dem Krieg fast verlorene rus- fische Absatzgebiet wieder eine große Nachfrage entfaltet. Die Gummipreise gingen in der letzten Zeit bekanntlich sehr erheblich zurück. Di« ungeheuren Preise, die dieses Rohprodukt im vergangenen Jahre erklommen hatte, konmen auf die Dauer nicht geholten weichen. In der Gummiproduktion �der englischen Kolonien besteht das sogenannte Stephenson-Syste m, eine gesetzlich« Einschränkung der Ausfuhr zum Zweck« der Preissteige. runa. Infolge der stürmischen Aufwärtsbewegung der Gummi- preise, zum Teil auch infolge der Drohungen Amerikas, besten Automobilindustrie durch die hohen Preise in Mitleidenschaft ge- zogen war, wurden die Bindungen des Stephenson-Systems, wenn auch nicht aufgehoben, so doch weitgehend erleichtert. Die englische Regierung hat jedoch unlängst angekündigt, daß die Ausfuhr ab 1. August wieder auf 89 Proz. eingeschränkt werden müste, falls der Gummipreis bis dahin unter 2 Schilling pro Pfund sinken sollte. Ursprünglich wurde das Stephenson-System einge- führt, um den auf einige Vence gesunkenen Gummipreis auf 1 Schil- ling 6 Penc« für das Pfund zu bringen. Dank de» Systems der Ausfuhreinschränkung und der gleichzeitigen Erhöhung des Ver- brauch» stteg der Preis zu Zeiten auf 4«Schilling, während er sich heute gegen 2 Schilling bewegt. Die Melallmärkte. Die Preise für die(nicht eisenhalttgen) Metalle wie Kupfer, Blei, Zink und Zinn gehen in der letzten Zeit ständig zurück, nur bei dem Blei erfolgten größere Schwankungen auch nach oben. Die Verlangsamung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten sowie die Krise in Deutschland haben zu den Preiserhöhungen bei- getragen. Durch die Schaffung des amerikanischen K u p f e r k a r- teils soll die Preisgestaltung beeinflußt werden. Das Kartell kam zwar zustande, doch sind mehrere Großproduzenten draußen ge- blieben; eine Produktionseinschränkung kann mit Rücksicht auf die afrikanischen Teilnehmer, deren Produktion in gewaltigem Steigen begriffen ist, nicht durchgeführt werden. Vorläufig konnte demnach dos Kartell nicht Preissteigerungen bewirten, zumal die Händler infolge der Unsicherheit der Verhältnisse dem Kartell nicht auf Kredit liefern, weshalb die Nachfrage eingeschränkt wurde. Für Zink sprechen die amerikanischen Berichte von der Absicht einer Produktionseinschröntung von 25 Proz. Ob sich diese durchführen lasten wird, ist noch fraglich, weil der amerikanische Zinnbergbau verhältnismäßig stark zersplittert ist. Znlerventioa bei Textilrohstoffen. Bei der Baumwolle, deren Preis infolge der allgemeinen Texttlknf« in den letzten Monaten eine rückläufige Preistendenz auf- wies, erfolgte ein« Stützungsaktion der ägyptischen Regierung.(In Aegypten wird die Baumwolle für die Herstellung feinerer Gewebe erzeugt.) Diese hat kürzlich 49 999 bis 59 999 Ballen aufgekauft, und sie soll im Begriff stehen, weitere Mengen auszukaufen. In den Vereinigten Staaten hat unlängst ein großes New Porker Spekulationshaus den dortigen Markt durch die Ablenkung von Zufuhren aus dem Süden künstlich verknappt und damit die Preise erheblich beeinflußt. In der Tat läßt sich trotz der ungün- stigen Geschäftslage eine leichte Befestigung auf dem Baumwoll- markt feststellen. Unter den amerikanischen Baumwollproduzenten ist eine starke Bewegung bemerkbar, die darauf abzielt, sich zum Zwecke der Produktionscinschränkung zu organisieren. Im laufenden Jahre wird die Anbaufläche kaum geringer sein. Da nun infolge des kallen Winters die Rüsselkäfer keine Verwüstungen anrichteten, wird mit einer guten, wenn auch um 2 bis 3 Wochen verspäteten Ernte gerechnet. In dem Preis st urz für Jute spiegelt sich eben- falls die ungünstige weltwirtschaftliche Lage wider. Auch unter den indischen Iuteproduzenten macht sich eine starke Bewegung zum Zusammenschluß zum Zwecke der Produktionseinschränkung be- merkbar. Preissteigerungen auf dem Petroleummarkt. Die Produktion für Oel und Oelprodukte wurde in den letzten Monaten außerordentlich eingeschränkt. Die amerikanische Rohölproduktton beträgt gegenwärtig täglich etwa 2 Millionen Faß, um 399 999 bis 499 999 Faß weniger als im durchschnitt des vergangenen Jahres. Die Folge ist eine außerordentliche Preis- erhöhung. Die für di« Industrie wichtigen Rohöle kosten heute etwa 25 bis 39 Proz. mehr als Anfang dieses Jahres, Gasolin um 25 Proz. mehr. Bei der großen Rolle der amerikanischen Trusts, die sich in der letzten Zeit durch mannigfaltige Angliederungen aus- gedehnt haben, ist anzunehmen, daß der Rückgang der Produktion von den Trusts absichtlich herbeigeführt wurde. A. H. Die Erschütterung ües Irankenkurses. Di« schwer« Erschütterung der Währungen Frankreichs, Belgiens und auch Italiens dauert an. Nach einer kurzen Erholung von«inigen Wochen befinden sich die Kurse wieder im Abstieg und haben für Frankreich und Belgien die Panikkurje vom 15. Mai wieder unterschritten, für Italien fast wieder erreicht. Es wurden in Berlin bezahlt(in Mark): am JLZan 26 15 Mai 28 l.ZuniW 7. Juni 26>1. Juni 26 für 199 franz. Franken 15,85 12.65 13,74 13, 14>2.47 für 199 belg. Franken 19,96 12.6« 13,12 13,93 12.47 für 199 ital. Lire 16,96 14,79 16,04 16,01 15.16 In London mußte für ein Pfund Sterling gezahlt werden: am 15. Mai 26 t. Juni 26 7. Juni 26 11. Juni 26 französische Franken 160,93 149,43 161,62 167,50 belgische Franken 161,31 154,60 158,67 164,75 italienische Lire 140,25 128,00 130,75 134,00 Wie di« Tabellen zeigen, bleibt nur die italienische Valuta mit einigen Punkten hinter dem schwarzen Tag von Mitte Mai zurück. Alle Anstrengungen Frankreichs und Belgiens haben nichts genützt. Auch die Fortschritte in der Regu- lierung der Schuldcnverpflichtungen England und Amerika gegen- über blieben ohne heilende Wirkung. Sieht man die Maßnahmen Frankreichs gegen den Währungs- schwund an, so wird man in jedem Punkt an die fatalen Stabili- sierungsversuche erinnert, mit denen man auch in Deutschland dem Währungsversall begegnen zu können glaubte: Devisensperren, Drosselung der Emstchr. Opferung der Soldbestände. Swuern, die., sich durch die Zahlungstermine selbst-entwerten. Bor allem ist auch die Problemstellung dieselbe wie in Deutschland. Die„Wirt- s ch a f t* weigert sich, die Lasten zur Stabilisierung der Staats- finanzen zu tragen, sie zahlt ihre«schulden, Steuern, Kredite und Löhne in Fronken oder Lire, rechnet ihre Einnahmen und Forde- rungen, soweit sie es nur oermag, über den Dollar- oder Pfund- Sterling-Jndex und flüchtet mit ihren flüssigen Mitteln in Sachwerte oder Devisen. Wie Sttnnes und seine Konsorten in Deutschland die Heilung der Stoatsfinanzen und die Sanierung der Wirtschaft davon abhängig machte, daß e r st die Wähning stabilisiert werden müsse, so auch ihre schwerindustriellen Kollegen in Frankreich. Da die Macht und der Widerstand der Schwerindustrie und der Hochsinanz in Frankreich heute fester sind als je, besteht auch nicht viel Hoffnung, daß die Einsicht der wenigen Vernünftigen und die Lehre, die Frankreich aus dem Schicksal der deutschen Währung ziehen könnt«, den fehlerhaften Zirkel zwischen der privatkapita- listisch geleiteten Politik und dem Willen zur Stabilisierung zer- brechen wird. Daß nur der rücksichtslose Kamps um Gold steuern und G o l d l ö h n e die Währungszcrrüttung aushalten kann, diese Erkenntnis kann keinem privatkapitalistischen Unternehmer gefallen, der in der Hochkonjunktur der Inflation seinen„Reichtum" un- unterbrochen wachsen sieht. � Freilich hat der zunehmende Währungsverfall in den drei Ländern für die Konkurrenz der Industrien mit stabilen Währungen nachteilige Wirkungen, und auch die Krise in Deutschland wird dadurch oerschärft. Für die Beseitigung der internationalen Ursachen der deutschen Wirtschafts- krise ist darum die Stabilisierung der lateinischen Währungen von größter Bedeutung. Anstatt Maßnahmen gegen das Valutadumping die Reise!! Strand- Gebirge- Promenade Wollstoffe Wollene Sommer-Karos •ehr beromigt Khvm-wclu. hUa-weiu u. bunl, kleine a. graue Hwter.............. H. 5 5« 5.80 Bei derwandstoffc wollene,(ür de« Gebirge, »0 c» beeil.............................. H. OO Weisse Wollstoffe aueh wdMgiundie«. in Cr«pe. 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Äpril vorigen Jahres besonders hin, wonach Körperschaften des öffentlichen Rechts Notstandsarbeiten in der Regel nicht in eigener Regie ausführen, aber Vorsorge treffen sollen, daß der Gewinn des Unternehmers auf das unerläßliche Maß beschränkt bleibt. Don unabweisbaren Ausnahmen abgesehen, sollen Notstandsarbeiten nicht freihändig vergeben, sondern unter Zugrundelegung eines Akkordleistungsoertrages ausgeschrieben werden. Im Hinblick auf die Notwendigkeit, die erheblichen zurzeit für Notstandsarbeiten aufgewandten Reichs- und Staatsmittel tunlichst sparsam zu verwenden, ersucht der Minister daher, auf die t e ch- nische Nachprüfung der Notstandsarbelten mehr Wert als bisher zu legen, und in ailen Fällen, in denen die Regiearbeit nicht einwandfrei als billiger erkannt wird als die Unternehmerarbeit, ein« Ausschreibung der Arbeiten zu fordern. Baumarkt und Zemeukindustrie. Die Annahme des Regierungs- Präsidenten von Lüneburg, Genossen Krüger, auf dem Wohnung?» fürforgetag, daß der Baumarkt unter der zu späten Bereit- st e l l u n g der Mittel aus dem Aufkommen der Hauszins- st euer leide, wurde von der Verwaltung der„Adler", Deutsche Portland Eement Fabrik A.-G., bestätigt, ebenso fand der Wunsch nach einer besseren Organisation der Verteiluno der Gelder die Zu- stimmung der Verwaltung. Es wurde darauf hingewiesen, daß auch die Ungewißheit über die Höhe der zu zahlenden Zinsen die Lust zum Bauen sehr stark herabminder«. Bis heute hätten die Bauherrn noch keine Gewißheit, wieviel Zinsen sie für das ihnen aus öffentlichen Mitteln zur Versügung gestellte Geld zu zahlen Kütten. Der Versand von Zement war, wie in der Generalversamm- lung mitgeteilt wurde, in den ersten fünf Monaten dieses Jahres etwas niedriger als in der gleichen Zeit des Vor- jahres, während die Verwaltung von Boswau u. Knauer A-G., dem bekannten Hochbauunternehmen, sich optimistischer ausdrückt«. Tie hat bereits für 11% Millionen M k. Aufträge, die die Be- schästigung von 2200 Mann sichere. Allerdings klagt dieses Unter- nehmen über die Preise, die zwar„auskömmlich aber gedrückt" seien. Dagegen scheint nach den Ergebnissen zu urteilen, Adler-Zement alle Veranlassung zu haben, mit den Preisen zufrieden zu sein. Die Ge- fellschaft erzielte aus einem Aktienkapital von 7,532 Millionen einen Reingewinn von 480 501 Mk., aus dem eine Dividende von 10 Proz. auf die Stammaktien zur Verteilung gelangt: und das, ob- wohl die Rohmaterialienpreise nach dem Geschäjtsbe- richt 1925 um 20 Proz. höher waren als 1924 In der Bau- industrie hat sich übrigens ein erheblicher Bedarf an h o ch w« r t i- gem. rasch trocknendem Zement herausgestellt, ein Zeichen dafür, wie sehr man heute auf schnelle Bauausführung Gewicht legt. .Förderung des Aluaverkehr». Der Verkehrsausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages, der Spitzenorganisation der deutschen Handelskammern, faßte eine Resolution, in der er sich lebhaft für die Förderung des Flugverkehrs einsetzt. Da der Güterverkehr hierbei eine besondere Rolle spielt, soll zunächst festgestellt werden, welche Güterarten und Gütermengen für den Flugverkehr in Frage kommen. Den Handelskammern wird empfohlen, den Flugoerkehrsgeselllchaften als Mitglieder beizutreten, um sich einen ausreichenden Einfluß darauf zu sichern. Gründung eines Einheitsverbandes in der Zigarettenindustrie. Unter dem Namen Reichsgemdnschaft Deutscher Zigarettenfabriken e. V. Dresden wurde ein Cinheitsoerband mehrerer hundert Zigarettenfabriken gegründet, der durch die Verschmelzung des Reichsoerbandes der Zigarettenfabriken e. V. Berlin und der Gemeinschaft deutscher Zigarettenfabriken e. V. Dresden ent- standen ist. vom chemischen Sroßlrust. Auf der Generaloersammlung des großen deutfchen Chemietrusts I. G. Farbenindustrie A.-G. wurde mitgeteilt, daß man das Stimmrecht der Vorzugsaktien nicht herabsetzen wolle. Auf chemischem Gebiet wurden eine Reihe von Fortschritten verzeichnet. Insbesondere ist die Frage der O e l g e- w i n n u n g aus Kohle beim Ehemietrust schon soweit gediehen, daß die Gesellschaft sich zusammen mit ausländischen Firmen an der deutschen Gasolin A.-G. beteiligt hat, um direkte Beziehungen zu Verkaussorganen für ihre Oele zu haben. GeVerMastsbewegung verbonSstag der Serufsfeuerrvehrmäaner. Der 11. Verbandstag des Verbandes deutscher Berufsfeuer- wehrmänner fand am 8. bis 11. Juni in Bremen statt. Aus dem Geschäftsbericht, den der Verbandsvorsitzende Weil- m a i e r erstattete, ging hervor, daß rund 75 Proz. aller Berufs- feuerwehrmäner, also etwa 8500 dem VDB. angehören. Mit Hilfe der sozialdemokratischen Gemeindeoertreter und der sozialdemokratischen Presse gelang es dem Verband, die geplanten Versckstcchterungen im Wachdienst fast stets a b z u- wehren. Unbefriedigend ist noch im allemeinen die B e s o l- dung. Eines der wichtigsten Probleme für den Verband ist die Frage der Anstellung von Militär- und Versorgungsanwärter bei der Feuerwehr. Es oesteht die Gefahr, daß diese Anwärter, denen die bisherige Dienstzeit angerechnet wird, die von der Pike auf dienenden Feuerweyrleute zurückdrängen und der militärische Drill wieder aufleben könnte. In einer entsprechenden Entschließung wandte sich der Verbandstag gegen eine Bevorzugung der Ver- sorgungsanwärter. In einer weiteren Entschließung nahm er gegen die Flaggenverordnung Stellung und bekannte sich zur Republik. Die Unterstützung der Streikenden in England mit 5000 M. wurde gutgeheißen. Den Kollegen wurde empfohlen, die Mitgliedschaft bei der„Deutschen Wohnungs- fürsorge A.-G. für Beamte, Angestellte und Arbeiter" zu erwerben. Eine Entschließung fordert die Mitglieder auf, bei de« Volksen tlcheid«st 3« zu stimmen. Den Kasterrbericht gab G r o l l m u». Di« Einnahmen betrugen 1925: 143 721 M., die Ausaaben 94 440 M., so daß«in Kassen- bestand von 49 275 M. verblieb, ver Verbandsausschuß wurde in sieben Fällen als veschwerdeinstonz in Anspruch genommen. Ein schwieriger Fall in Berlin endete mtt dem Rücktritt des Verbands- vorfitzenden R e u m a n n. ver GefchSstsbericht wurde nach längerer Aussprach« gegen die 10 Stimmen der Berliner Delegierten a n g«- nommen, der Kassenbericht gegen ein« Stimm«, lieber„Wachdienstzeit" sprach der zweite vorsitzend« des Verbandes Müller- Berlin. Einstimmte Annahme fand eine Entschließung zugunsten der 24ftündig«n Wachdienstzeit. Die Defoldungssrage behandelte Krause- Breslau. Am zweiten verhondlungstog sprach Prof. Dr. E h a s« s- Berlin über„Die Gefahren des Feuerwehrberufes" und Branddirektor Wagner- Berlin über„F e u« r v« r- ficherung und Feuerschutz". Zwei Entschließungen zu diesen Vorträgen, die im Druck erscheinen werden, fanden ein- stimmige Annahme. Ein Beschluß des Verbandstages geht dahin, der Vorstand möge doch einmal alles aufbieten, um jeden milttärstchen Putz auf den Uniformen zu beseitigen und eine einfache Schutz- und Dienstkleidung einguführen.. Ueber die Verschmelzung de» Verbemde» mit dem Reichsverband deuttcher Kommunalbeamten und dem Staats- und Gemeindearbeiterverband referierten Müller- Berlin, der sich gegen eü« sofortige und Grollmu», der für eine Verschmelzung sich au sprach. Die Aussprach« gestaltete sich außerordentlich erregt. Die vom selbst wendet sich dagegen, erschmelzung jetzt bereit» zu vollziehen. Di« Grundlage der geführt werden soll. Die Entfchli- die versthmelz D| HWW künftigen Verschmelzung müsse die Bildung einer selbständigen Kommunalbeamtengewerkfchoft fein. Ferner wurde beschlossen, das Verbondsorgan ob 1. Juli wSchentlich erscheinen zu lasten. Tagungsort des nächsten Verbandstages ist Dort- m u n d. Eine schärfere Auseinandersetzung als Folg« der Meimingsver- fchledenheiten in b-r V-"fchmelzungsfrage entspann sich bei der Neu- wabl des Bcr'-�''''v!itstondes. Schließlich wurde der bisherige Kassierer G r o l l>:> u z zum 1. Vorsitzenden, L ü d i ck«» Berlin zum zweiten und die bisherigen 1. und 2. Vorsitzenden zu besoldeten Sekretären gewählt. Ab 1. Januar 1927 wird ein Einheitsmitglieds. buch eingeführt. Der Monatsbeitrag beträgt ab 1. Juli 2 M.. das Sterbegeld wurde ebenfalls etwas erhöht. potextitiftbe Dörfer. Was die Zentrale der SPD. nach Moskau berichtet. Moskau, 12. Juni.(OE.) Die„Prawda" erhält von ihrem Berliner Berichterstatter eine Mitteilung über den im Juli bevor- stehenden Besuch einer deutschen Delegation von Ar- beitern, Gewerkschostspolitikern, Journalisten und Abgeordneten. Vorbereitet wird diese Reise vom Einheitstomitee, das, aus der ersten seinerzeit nach Rußland gegangenen Arbeiterdelegation entstanden, die Organisierung neuer Besuchsgruppen zu seiner Auf- gab« gemacht habe. Die jetzt geplante Reis« werde besonders be- achtenswert fein, da ausschließlich Sozialdemokraten an ihr teilnehmen sollen. Wie der Korrespondent hinzufügt, sei mit einer Gegenbewegung der leitenden Kreise der deutschen Sozial- demotratie zu rechnen. » Die Berliner Handlanger der Sowjetregierung scheinen gegen- wärtig sehr an Geldbedürfnis zu leiden. Daher die Ankündigungen von„sozialdemokratischen" Delegationen nach Rußland, daher die bombastischen Versicherungen, daß die KPD.„führend" sei und daß die sozialdemokratischen Arbeiter sich unter die schützenden Fittiche der KPD. flüchten. Es ist möglich, daß die Diktatoren von Moskau diesen Märchen glauben schenken. Man glaubt gern, was man wünscht. Immerhin hätte der Ausgang der Ortsverwalttings- und Betriebsrätewahlen, hätten die Wahlen in Mecklenburg auch einem Blinden die Tatsachen fühlbar machen lassen mästen. Die Arbeiterschaft, besonders die sozialdemokratische Arbeiterschaft nimmt das Getue der Möchtegern« von Moskaus Gnaden längst nicht mehr ernst. Tie Berliner Sartonarbeiter gegen Lohnabbau! In der Branchenoersannnlung am 10. Juni berichtet« das Tarif- ausfchußmttglied Kollege P r i« m« r über die Verhandlungen in Würzburg und vor dem Reichsarbeitsministerimn. Die dort ge- troffen« Vereinbarung, welche einen Lohnabbau in der Spitze von drei Pfennigen oorsieht, löst« in der Verßmnnlung heftigen Widerspruch aus. Der Schutzverband der Berliner Kartonsabritanten will nun auf Grund der vor dem Reichs- arbeitsminifterium getroffenen Vereinbarung auch in Berlin «inen Lohnabbau herbeiführen. In einer Verhandlung mit den Arbeitoebern fordert« unser« Lohnkommission ein« Lohnerhöhung. Die Unternehmer dagegen glaubten nur oerhandeln zu können, wenn wir grundsätzlich mit einem Lohnabbau einoer st an den seien. Eine Einigung konnte dabei nicht erzielt werden und iniolge- dessen wird der angerufen« Schlichtung sausschuß von Groß- Berlin morgen, Montag, über die Strettsroge—. ob Lohnaufbau oder-obbau— zu entscheiden haben. In der Diskussion wurde von allen Rednern aus das schärstt« ein Lohnobbau abgelehnt. Auch die gleichzeitige Verlängerung de» Manteltarifvertrages wurde sehr stark kritisiert, ver Manteltarif- vertrag war bis zum 30. September 1920 verbindlich abgefchlosten. Anträge, jetzt ein« Verlängerung vorzunehmen, hätten von keiner Seite vorgelegen. Kollege P r i e m e r sah sich genötigt, m seinem Schlußwort einzelnen Entgleisungen entgegenzutreten und betonte nochmals, daß die Tarifausschußmitglieder aus den größeren Orten jede Verschlechterung entschieden abgelehnt haben. Di« Versammlung beschloß einstimmig, jedem Lohnabbau mit allem zu Gebot« stehenden Mitteln entgegenzutreten. >»»,aachM. 3Mc jutn M-nta«. 14. gunt, 7 lüir, tm Berbandehous»hinge- Itrate 30 angcittite Brnnchenversammlun» fällt aus. Oi« »»»tsches W»»k»e>stee»«r»«»t. Der fvr Msmteg. 14. Juni,»SM Af7l- Orlskartell anaeseSte Znformalisnsoirnd fällt aus. P. Koch«. »erb«,» der«e»et»d». nn»»Iwäwibetttr, Bezirkso-rsammlunn des 14. Cfrroaltungsbejlrf«4 ÖU tunß, auch größte Welten«Wo Fes&e PrflMttlu't'Nflniel 1 In guten Quallt&tcn und Off 2A i neuen Farben..... AtJ* 0» V» iranrftin. ABveifer-rilittci � �Formen 29.- 30.- ZV.- Itekmreuene StrSA-Hflntd In vorxfltllchen JA CA Qualitäten SV." @c8cllel Preise, die ieäer kzeiies km... k&nigsdr* 1* Stock ■snr MMM. UKn. iuese.»tiein Luten Qualitäten Srtr mm Reinwollene I WuiM iMuer In fefnsten Farben und rorrfljÜAcn Quolittten 12.- 15/ leibvitcke dter Act. Kr Dwnen. t» MaeWra HsfeakaH* und J.ldk. t»«et» und «II«, modernen F-iben. ml) felnei«. 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Di« kulturhistorischen Bilder wie die altgermanischen Kamps- und Sprungszenen und die römischen Bäderszcnen sind oer- schwunden. Die letzteren übrigens, in ihrer Diskretion an sich durchaus einwandfrei,' find otfenbar dem immer unerträglicher werdenden Walten zelotischer Mucker, die anscheinend auch an der wunderbaren Venusszene herumgepfuscht haben, zum Opfer ge- fallen. Dafür ist eine ftlmisch-technisch sowie künstlerisch wunderbar gelungene Verlebendigung einer antiken Vase hinzugekommen. Stärkste Betonung, fast zu stark, fand der Sport, weiterhin Tanz und rhythmische Kultur, diese beiden so recht die Domäne der Frau, jene die des Mannes unserer Tage. Der Sport ist bis in die jüngste Zeit hinein ergänzt worden: der Finne Nurmi fliegt über die Bahn im Grunewald, ein edler Anblick, diese» weit au»- holende Eilen ohne jegliche oft so unerträglich häßliche Ver- krampfung im Endspurt. Man sieht die beiden Tennlsweltmeiste- rinnen Suzanne L e n g l e n und Helene W i l l s, den deutschen Meisterschwimmer Rademacher, Bilder aus den Schulen La. b a n und Bode und die einzigartigen Posen aus der Schule M e n I e n d i e k. Der Film schließt mit einer unvergleich- lich großartig wirkenden Geste: dem maschinenmäßig wirkenden Parademarsch der alten Zeit wird«in Ausschnitt au» dem Frank- surter Internationalen Arbeitcrsportsest gegenübergestellt. Auch hier ein Massenaufmarsch von unerhörter Ausdehnung, aber diese Zehntauscnde gehorchen aus freien Antrieben der weltbczwingenden Macht des Rhythmus. Und dennoch muß gesagt werden, es fehlt diesem Film eines: die soziale Logik. Nawdenklich fragt inan sich am Schluß: was sind denn das für Menschen, die wir hier bei Tanz und Sport sehen? Sind es nicht letzten Endes Menschen, die Geld und Zeit haben, sich ganz oder fast ausschließlich Sport und Tanz hinzugeben, oder es gar beruslich tun? Di« unerträgliche Disharmonie, die immer wieder aus unserer Zeit auskreischt, wird doch nur vorsichtig in einem kurzen Bachanalbild angedeutet. Die Tragik unserer Zeit(oder soll man sogen der deutschen Zeit) ist doch, daß wir aus der«inen Seite diese herrliche Bestallung von Körperkulturideen sehen und auf der anderen die bare Unmöglich- keit bei Millionen Bolksgenosien, aus dem Höllenkessel, ausgebaut aus Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot. Alkohol und Sexualmißbrauch. jemals herauszukommen, wenn nicht die gesamte Ratton Hilst. Wenn dieser Film mit jenem unerbittlichen fanatischen Mut zur Wahrheit, wie wir ihn erschauernd im Potemkin erlebt baden, gezeichnet worden wäre, wir hätten im Film diese Hölle durch» schreiten müssen, wir hätten die Peitsche schärfster Satire über jene „Edelsten der Nation" pfeifen hören müssen, die sich immer noch in der Kneipe, aus dem Paukboden, in der Hetze mißliebiger Pro- scssoren und in der Beteiligung an nationalistijchen Verschwörungen aus den zukünftigen Beruf vorbereiten, nämlich ihrerseits die Nation auf die Weg« zu Kraft und Schönheit, wie sie sie verstehen. zu führen. Film abw, sehen»ir.nut edle harmonijch« Mädchen» gestalten mit wunderbar sich ausschwingenden Gliedern und sie wirken in unserer von unerhörten Giften schwärenden Zeit wie Sendboten einer holden Zukunft, die da» heulige deutsche Volk in seiner Gesamtheit niemal» schauen wird. Und diese prachtvollen, edlen' Männergestallen, deutschem Boden entsprossen, könnten die »ollendeten Lehrer einer neuen freien Zukunft sein, w nicht' daran denken müßte, daß wenn man fr_..... sie wohl aar in irgendeiner Be- iehung zu jenen Gruppen, Bünden oder Ideen stehen, die letzten I ra«........ vollendeten Lehrer einer neuen freien Zukunft .«?' Endes das Heil der Zukunft in Gewalt und Krieg sehen. Das sind die Gedanken, die man als Sozialist doch nicht unterdrücken kann. Aber gerade deswegen muß man dem Regisseur P r a g e r und dem Verfasser Dr. Kaufmann großen Dank wissen, daß sie den Mut gesunden haben, ihr Werk mit Bildern zu enden, die uns der Au»druck dafür sind, daß dennoch und trotz alledem der Grund» stein zu einem großen Weltsriedensstoat gelegt ist, der es nicht mebr nötig hat, die Wege zu Kraft und Schönheit in einem! Eich-Morden der Männer und einer Schändung der Frauen aus� münde« und endigen zu lassen. Tr., ,vas Zeiche« des Zorro.� (TopHol.) Wir kennen Douglas Fairbank» bisher in Deutschland nur aus seinem„Dieb von Bagdad". Der neue Film, in dem er die Hauptrolle spielt, hat ihn uns noch besser kennen gelehrt. Wir begreifen jetzt seine ungeheure Popularität in Amerika, die sich bald auch in Deutschland ausbreiten wird. Douglas spiel: e'ne Doppelrolle. Bald ist er ein verschlafener Nichtstuer von einem reichen, jungen Adligen, bald ein geheimnisvoller Bandit, der in ichwarzer Maske der Aiuvalt der Armen und Unterdrückten ist und der räuberischen spanischen Soldateska, die um 1800 in Kalifornien ein wildes Regiment führt, sein Zeichen, da, Z. in» Gesicht schlägt. Es ist eine tost», ausregend«, spannende Räuber- und Indianer» geschichie, deren Held und Mittelpunkt er ist. Aber sie ist so alän- zend ins Bild gesetzt, und Douglas ist ein so sympathischer Held, daß ihm alle zujauchzen werden. Er ist nicht nur ein Virtuos« oller Körperkünste, ein brillanter Säbelfechter, der mit seinen Geg- nern nur so spielt,«in tollkühner Reiter,«in stürmischer Retter, für den es keine Hindernisse gibt, nein, er hat vor allem das Herz aus denl rechten Fleck. Die geknechtete Bevölkerung ist sein geheimer Verbündeter. Das Mädchen, da» ihm sein reicher Vater bestimmt hat, will er nicht kraft seines Geldes und seiner Stellung erwerben, sondern al» Räuber durch seinen Schutz und seine Hilse erobern. Der Film, dem Fred Niblo das prachtvolle Tempo geliehen hat, wimmelt von tollkühnen Streichen und fabelhaften Ueberraschungen. Der ewige Rollenwechsel, den Douglas vornimmt, bietet immer wieder neue Reize und Kontraste. Der Schluß faßt noch einmal in einer wirbelnden Szene den ganzen Inhalt zusammen. Zorro zeichnet in einem grandiosen Zweikampf seinen Hauptgegner, den Leutnant Ramon, mit seinem Zeichen, nachdem er eben die Braut befreit hat. Mit seinem Glück vereint stch das des ganzen Landes. Sein Beispiel hat gezündet: die Unterjocher werden vertrieben, die Gerechtigkeit triumphiert. Erfreulicherweise sind auch die anderen Darsteller keineswegs bloße Statisten, im Gegenteil gerade durch ihr gutes Spiel geben sie Douglas Gelegenheit, seine Kunst im rechten Rahmen zu beweisen. Bor allem ist Magaret d e l a M o t t e als die schöne stolze Lolita zu erwähnen und George P e r i o l a t al» herrischer Gouverneur. D. „ffeUt«.* (Mozartsaal.) Trotz guter Darstellung und Rem« ist dieser Russcnfilm nach dem �Postmeister" und nach dem„Potemkin" eine Enttäuschung. Der Regisseur P r o t a s a n o f f umgeht da» Phantastische der Bor- läge und beschränkt sich auf die Familiengeschichte. In der„Aelita" de» Alext Tolstoi stehen der Mars und seine Bewohner im Mittel- punkt der Handlung, eine Welt von höchster technischer und geistiger Kultur, aber ermüdet und reis zum Untergong. Es kommt zu wirt- schaftlichen kämpfen, da der Präsident der Morsstaaten die Arbeiter- ichafl zu Siedlern machen will, die beiden russischen Marsflieger, die auf feiten der Arbeiter mitgekämpft haben, fliehen nach dem Sieg der Regierenden zur Erde zurück. Die Schicksale der Mar»- slieger auf der Erde vor ihrem Marsflug werden nur angedeutet, im FUm nehmen sie dagegen fast den ganzen Platz ein. Dem Regisseur fehlt der Sinn für Phantastik. In seiner großen Szene ist kaum etwas Selbständiges, sie stammt direkt aus Alexander Tairoffs Inszenierungen. Hier sind dieselben mathematischen Figuren, hier ist dieselbe abstrakte Bühne wie etwa in der„Phädra" oder in der �Heiligen Johanna", eine Aehnlichteit besteht bis in die Kostüme, übrigens war der Hauptdarsteller des Films. Zeretelli. früher Mitglied der Tairoff-Bühne. Einiges ist in diesen Szenen packend, wie der Sturm der Marsproletarier aus das Haus des Regenten, wenn auch Griffith und Lubitsch in der Gliederung der kostümierten Masse vorbildlicher sind..Selbst die Darsteller wissen nickt viel mit Nch anzufangen. Frau S o l n tz e w a als Aelita, die Beherrscherin des�Mars, spielt eine Salome, und der Präsident Geschlossenheit erreicht, hier zeigt sich Protosanoff al» ein Regisseur, der sich an seinen großen russischen Vorbildern geschult hat. Kein Darsteller überragt, doch bis zur kleinsten Rolle find Schauspieler verwandt, die vor allem Menschengeftalter sind. Manchmal fällt Zeretelli aus dem Ensemble heraus durch«ine zu betonte Starrheit des Ausdrucks, durch zu stilisierte Bewegung, ein Erbteil aus seiner Toiroff-Zeit, aber die anderen sind lebensvoll, spielen mit einem Realismus, für den der große StamslawsN das Beispiel gab._ F. S. -Ich gab Dich zum pfanöe/ (UZ. Aollendorfplah.) Die Schweden habdn in ihren Spielfilmen ein« unbestritten« Eigenart, die.- schale von vornherein-fcben Zuschauer auf ein seines Erleben, eine durchaus nicht aufregende Angelegenheit einstellt. Dies- mal lag dem Fllm kein Fllmmanufkript, sondern ein Schauspiel zu- gründe. Es hat Handlung, aber sie bekommt nur geringe Bedeutung, weil überstaupt nicht auf liondlung gefpielt wird Man wollte die Zwiegespräche des Schauspiels offenbar nicht unterschlagen, folglich schleppt der Film sehr viel Text mit sich. So mutet er an wie«in Ro- man auf Kunstdruckpapier mit wunderschönen Jllustrottonen. Ein Schiffer, der Spielern und Ausplünderern in die Hände fällt, nimmt seiner zukünftigen Schwiegermutter Geld aus der Kasse. Die Braut beschafft stch das Geld vom Pfandleiher und gibt sich selbst zum Pfand. Als Magd arbeitet sie beim Trödler, erweckt in ihm Hoffnungen auf dl« Ehe, bekommt jedoch, weil der Pfondleiher sich al« kluger Mann erweist, den gekiebten Matrosen. Viktor Sjö- st r ö m bot als Regisseur und Hauptdarsteller zwei gleich prächtig« Leistungen. Wunderbar überlegt schildert er die verschiedenen Empfindungen. Mit den knappsten Mitteln bringt er zum Aus- druck, wie beim Anblick eines Logeipaares und im Umgang mit dem jungen Mädchen der Geist des Wohlwollens von ihm Besitz ergreift. Grete Llmroth spielt das junge Btöldchen, dos Pfand, in der Frische der Jugend und der Gesundheit emes Volkes, das Krieg und Inflation nicht 5«nnenael«vnt Hot. viel« Schönheiten enthält die Detvilmvtevei, sie geschieht nicht rnn einer Kleinigkeit willen, sondern willkürlich nach einer mit Spannung herausgearbeiteten 5>indlung. __. e. b. .-der hauptmaun voa Köpenick/ (Primuspclast.) Im kommenden Ottober sind zwanzig Jassr« hermn, daß einer der größten Geniestreiche die Welt dröhnend und schadenfroh über uns lachen ließ. Ein entlassener Zuchthäusler, Wilhelm Voigt, von der Polizeiaufsicht gehetzt und gejagt, durch Ausweisungsbefehl aus jedem Arbeitsverhältnis oertrieben, entschloß sich nun dazu, eine Sache mit dem Militär zu machen. Und durch diese Sache mochte sich der Schuhmacher Voigt als Hauptmann von Köpenick unstetblich in der Sefchichte der großen Bauner, denn sein« Gaunerei war zur gleicher Zell die bsssigste Satire auf das Zusammenklappen des deutschen Intellekts vor der Oftiziersuniform. Doch Lächerlichkeit tötet nicht, wenigsten» nicht in Deutschland, und so wurde dieser Geniestreich leider kein« heilsame Medizin für das vorrevolutionär« Deutschland. Seklage öes vorwärts Siegfried Dessauer nahm sich des dankbaren Vorwurfes an. Er versuchte uns den Schuster in einem kleinbürgerlichen Milieu näherzubringen. Der Film bringt anfangs zu viel heiteres Beiwert und vergißt darüber die Tragödie des immer wieder von der Arbeit gehetzten Zuchthäuslers, dem die Polizeiaufsicht jede ehrliche Arbeit unmöglich machte. In der Mitte wurde der Film merklich schwächer. Es war kern guter Einfall, erst das kleinbürgerlich« Glück des Schusters Voigt zu bringen, das er nach seiner Gefängnisstrafe er- leben durfte und dann erst als Knallbonbon die Houptmannstat selber. Em« stärkere Konzentrierung wäre besser gewesen. Trotzdem verfehlt« der Film seine starke Wirkung auf die Lachmuskeln nicht. Köstlich, wie Hermann Picha als„Hauptmannsuniform" die Soldaten auf der Straß« anhält, di« Wach« ruhen läßt und dann mit ihnen das Köpenick«? Rathaus besetzt— mit dem Enderfolg eines verhasteten und abgeführten Bürgermeisters und einer mit- genommenen Stadtkasse. Lochfaloen auf Lachsalven durchbebten das Hcnis, die neben der guten Darstellung und einer famosen bildnerischen Erfassung kleinbürgerlichen Milieus zum guten Teil auch dem Genius des verstorbenen Schusters galten. B. Sch. -der König Ser Gaukler.� (Primuspalast und Schauburg.) Schema F. des amerikanischen Durchschnittsfilms. Die Handlung beginnt in irgendeinem vornehmen Milieu mit städtischer Kultur (für die kleinen Mädchen, die gerne„vornehme Welt" sehen). Dann wird sie in den Westen verlegt, allwo sich die Füchse gute Nacht sagen, der Revolver regiert und der M a n n noch wa, wert ist. In die Rauheiten und Roheiten wird die Liebe gemischt, zu einem Mädchen, das zunächst von dem Helden nichts wissen will und dann nach gemeinsam Überstandenen Gefahren, in denen sie beide ihren heroischen Mut zeigen, ihm gerührt in die Arme sinkt. Der„König der Gaukler"— er könnte auch 37 andere Titel führen— ist ein in Ueppigkeit. lebender Millionär, dem plötzlich die zunächst Nachricht achricht wird, daß sein Farnwerwalter nicht nur ihn vestiehlt, sondern auch die ganze Bevölkerung des Distrikts schädigt. Er macht sich als Gaukler unb Musikant auf den Weg, um unerkannt nach dem Rechten zu sehe« und so beginnt die Rolle, die für Tom M i x geschaffen wurde. Er zeigt seine Künste als Messerwerser, fahrender Sänger, vollftchrt die tollkühnsten Ritte, nimmt den Kamps auf der ganzen Linie für Recht und Liebe auf. Es folgt die große Sensation: ein Staudamm wird von seinen Gegnern in die Luft gesprengt und mit ungeheurem Anprall stürzt sich das Wasser herab und reißt den Gaukterckönig und die zu seiner Rettung Herbei- geeilten mit sich fort. Ein wildes Ringen zwischen tosenden Elementen und unerschrockenem Menschenmut beginnt. Tom Mix kann alle Bravour der Gewandtheit und Kraft entfalten, das ge- liebt« Mädchen r-iten, die Verbrecher der Sühne übermitteln und als siebender Held zurückkehren. Klara V o w war ihm eine vor- treffliche Gefährtin, temperamentvoll, hübsch und prächtig zu Pserd._ r. -Das haibweltmaüchen." (Marmorhaus.) Diese Halbweltdame ist keusch und von außerordentlich zarter seelischer Beschaffenheit, denn sie stammt aus Amerika. Von Beruf ist sie Tänzerin, doch ihre Wirkungsstätte macht Pleite, und die .Kleine bleibt ohne Gage in Singapor«. Das nutzt ein brutaler nicht erklärt. Das Paar lernt stch schnell lieben, und da die Ämerl kaner um Konfliktstoffe nie verlegen sind, dauert es ziemlich lange. bis die beiden sich kriegen. Auf verschiedenen Leidensstationen (Flucht nach Tötung in Notwehr, Schisfsuntergang, Reoolver- schießerei) wird die Liebe erst gründlich erprobt. Doch endlich werden das Halbweltmädchen und der Junge aus bester Familie eine glückliche Ehe führen. Der R-egisieur Francis Dillon erfreute durch eine lehr geschickte Arbeit. Er brachte Filmerlebnsssr über Filmerlebnisfr erwies sich beim Schisssuntergana und in den Laster- höhlen der Hasenstadt als Meffter der Massenszenen. Niemals wurde er losch, alles ist bildwirksam und straff erzählt. Die Schiffs- lnnenräume widersprechen freilich der Wirklichkeit. Doris K e n y o n und Lloyd Hughes waren die Darsteller der Hauptrollen. Sie waren fein im Spiel, weshalb es ihnen so vorzüglich gelang, mit besonderer Eindringlichkeit die schweren seelischen Erlebnisse zu ver- körpern._ e. b. „Marpe Trlck/ (Richard-Oswald- und kanunerlichtspiele üurfürslendamm.) „Der Fllm der Hochspannung— bis zum letzten Meter—." das haben amerikanische Zeitungen von diesem Film geschrieben. Die Deutschen und die Amerikaner sind, wenn es sich um kleinere Spiel» film« handelt, in ihren Filmonsprüchen grundverschieden. Doch ist und bleibt es ein« sonderbare Tatsache: nun man sich die deutschen Detektiokilme übergesehen hat, kommen liebenswürdige Werkchen von jenseits des großen Teiches und söhnen nahezu mit dem ganzen Genre der Kriminatabenteuer aus. Rein filmisch betrachtet sst Marys Trick ketn« allzu wichtige Sache, aber ntan hat sein Vergnügen daran und gerät in Spannung, denn erst im letzten Augenblick erfährt man. daß Man) eine Detektwin und keine Diebin sst. Sie bringt sogar Gauner zur Strecke, die ihrer Beute, einer wertvollen Rubinen? sammlung, schon ziemlich gewiß waren. Di« Gauner„arbeiteten" ja auch sehr geschickt und zwar der etne als Diener und der andere als Polizist. Prijcilla D«an spielt mit Berve die Detektwin, si« fleht wi« innner vorzügSch aus. Man wundert sich nicht, wenn der Entlarvung der Dieb« der ganz vernünftig anmutende Entschluß der Eheschließung zwischen dem Hausherrn und der Detektivin folgt. Der ungenannt geblteberw Regisseur verstand es, witzige Einfälle ganz famos anzudringen. Besonders der Bruder des Nubinensammlers, der sich nur mit Fischen beschäftigt, war eine amüsant hevausge arbeitete Tölpeijigur.— g. Mit Zugfederrnitrtüi 80X185 »»iL»dar schwarz Mr. Ml« tee schlnsr issinjsteh- Vinierung 90x1M weit •dar tclwarz Besonders preiswert: Daunendecke££»<«•. U p.aa«» MF VOO >, rlcln j Steppdocke sau 7. iepp-i-H w- � 2 ' F»rb*« Schlafdecke r.»,«45 Oberbett-Inlett mit tUrwlrakut«.. I ni»fer nl m Sj Sommer-Oberbett«m'* tjrkucs nt. ni«, kh--�75 vadolaken g5 ..........~ yV3 inlie Inn.'iJ.rtrmc- tvt,•»H ftwupB.aaurM 49 bunt goat 150X110 Mit 2u|federmitr.a» 33 mm stark. nschlosMn. 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Rnhntrt; 8'/4 Uhr Max Adalbert in Das Ekel Sommerpreise Die Komödie Bismarck 2414, 7S16 S'l, Uhr: Week-end (Ucber'n Sonntag) Sommerpreise Volks bQh ne Tbiittr an Bllovplati 3U~ Das triinkfut Sdiiff 7 Vi Uhr: FAUST Morgen 8 Uhr Morgen 8 Uhr: Das trunkene Schiff Die Freier. Th. an Sdiiffbautnlamii 8 Uhr: Die Freier Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr Stetllner SBatger Neu! [in Uallbei Meyer's htlinv Butleki nn Mtinel Dönhoff-Brettl Variete!— Keniert!— Tanzt 8 Uhr: internal. Variete Sonntavts 3.30 zu ennäßJ'reisen d. volle Piogramm Theatertkasse: LQtZOZ» TS5T fägl»'/«: Donner weiter, ganz tamos Theater des Westens 8 Uhr: Die groBe Unbekannte Operette von suppd Heute 2 Uhr: Schneewittchen 2UPf.b. I M. Ena dop. 4 U.: Gräfin Mariza 50 Plg. ms 3,50 M. a'/i Uhr: Ben eontra Ben Eugen Rex, Metelka Pr: 75 Pf. bis 6 M Central■ Theater 3 Uhr: uhr: Eva Boubeur ItknOrfinlnr Circus Busch «HSr. Abschieds-! J| �Vorstellungen In beiBen VerilellnieD: Das Tolle IMiieils-Proir. i. nngeklnl .Et klappert die Mfibltvoo üBHODti' m lidinitttp tmillgli Pia«___ I 25 Pf b. 2.75M Sonntag, den 13. Juni nachmittags 3 Uhr »»»»»SO»»»«OS«»»«z Das Näddien mU der Blendlaterne Der Film der Hochspannung bis zum letzten Meter.... ist das bis zuletzt ungelöste Rätsel in denn öalctigen Kriminalabenteuer„Mary'» Trick" Urauf führg. ab Freitag, 1 1.Juni, tagt. 7U 9l4Uhr Sonnabends und Sonntags: 5" T14 9,sUKr EjEEiöesläiiEifiE lidurS lsvBli-UAtxvtele, Kntitribe IM, lannier-Lldiljelele.IarlDnteglimlSJ.iM Iba Alle gehen InsFunkhaus zur Alpenländ ischen Sommerschau Ka iserdamm Heute, Sonntag, 4—1 Uhr Neben dem Welisladlprogramm Konzert von 6 Kapellen nnd dem HB* ALPEMBALL Oberbayerisches Trachtenfest (Ausgefflhri durch die Bayerischen Trachtenverelne in Berlin) AbmarKb de* Festzugs vom Wlt'enbergplats 4 Ubr Einheiiseintritispreis; M. 1,75 Kinder 50 Pfg. Ab morgen, Montag, neues Programm KauenOffnung 4'/, Uhr Enlree 1,25 M, Kinder 50 Pfg. Sondertage: Mittwoth, 16. Juni; JBiB übend im WelMCR Bdtll"/ Tor und mit dem Pabllkum werden durch Rldtiard OSWOld 5r.cnen de» neuen 5ad-Fllm»„Im weissen RAttl" gedreht. Ferdinand Bonn. Liane Bold na* Bansen, Martin Bender und Hermann Pldia wirken mit. Donners ag. 17. Juni OeflerreMUtaieS TOIKliCtt. unter Mitwirkung der„Typodranblo". 19-27. Juni: Fetitpieiwodie der �nnkitnade". Ml twodi. 25. Juni; �egl der Zebnlansend�/1 Sommerfest des Int. Varleid dtrekforen- Verbandes zugunsten seiner Witwen- und Walsenkasse. RiM Der Torvemanl rar diese(ondenrerangtaitnuden Ist erottnet.~BB Befreien Sie Ihre Angehörigen von allen Zukunftssergen! Der Erd- und Feuerbestattungs-Verein Gro$- Berlin Berlin W35, Steglitzer Strohe M der unter Staatsaufsicht steht, bietet seinen Mitgliedern gegen niedrigste menatUehe Beiträge eine wfirdige Bestattung verbunden mit Bargeldauazahlung insgesamt nach Wunsch von 200-1000 Rm. 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Von Manfred Georg. Im Dinier stopfte Jan Bissen Netze, besserte die Tabakspfeifen der anderen Dorfsischer aus und schmuggelte gelegentlich einen kleinen Posten täglicher Bedarfswaren über die nahe dänische Grenze. Die Frühlingsstürme fanden ihn. von Gischt umspritzt, ölzeuggcpanzert, im wellentalauf, wellentalab stürmenden Kahn, und seine riesigen chändc drückten das kantige Steuer der Fangschaluppe wie ein Spiel- zcughölzchen gegen die drängende Wucht der See. Kam aber der Sommer, dann wurden seine Beine in hohe Lederschaftstiesel gc- quetscht, eine breitgestreifte Jacke spannte sich um die Brust, die mäch- tigen Atems voll, schon am ersten Tag die beiden obersten Knöpfe absprengte, und ouf das fricsenblonde chaupt stülpte man ihm die gcldverzierte Mütze mit der Aufschrift:.chotel Seeschlotz'. So stand er Tag um Tag an dem kleinen Bahnhof, breitbeinig, ein wenig nach vorn gebeugt und mit griffbereiten Armen, das Gepäck der ankommenden Fremden sich auf die trogfcsten Schultern zu laden. Er wurde verwöhnt, bekam Trinkgelder, Zigaretten, Schokolade, denn er verstand es, die Schwächen der Gäste auszu-- nutzen, besorgte Briefe, spielte den Diskreten in den Sommer- omourcn, die sich von Zimmer zu Zimmer spannen und hielt einmal sogar eine ältere Dame, deren Tochter sich auf einem verbotenen Ausflug verspätet hatte und in Gefahr befand, bei der Rückkehr überrascht zu werden, mittels eines umgedrehten Außenriegels so lange an einem abgelegenen Ort gesangen, bis die junge Dame heim- gefunden und dos von einer lustigen Jagd über die Stranddünen zerzauste Haar in Ordnung gebracht hatte. Seine Popularität wuchs, und seine Dienste und Streiche bildeten bei den aus Süderstrand Zurückgekehrten Stoff zu geschickt umgedacht«» Winteranekdoten. Auch von den Frauen empfing Jan, obgleich er nicht mehr jung war, freundliche, ja auffordernde Blicke, aber er reagierte nicht. Denn seine Tätigkeit als Derbindungsbote hatte ihn in so manchen Sommern die Erfahrung gelehrt, daß hier Fallen waren, aus denen sogar die weißhosigen modischen Stadtherren nicht ohne Seufzer, Zorn oder gar eilige Flucht herauskämen. Abgeklärt sammelte er weiter die kleine Münze seines Berdienftes und tat jedem, was der von ihm wollte, bis dahin, wo dieser persönlich wurde. So goß er einem Promenadengent, der über sein« Muskelwülste spottete und sie mit seinem Stöckchen auf ihre Echtheit hin beklopfte, mit einer höflichen Entschuldigung, aber resolut und mit einem kleinen Primadonnen'- schrei eine von ihm gerade getragene große Milchkanne über die zum Tanz soeben angezogene srischgebügelte Smokinghose. Bis eines Tages von der Sonne weit über ihre Schutznase und heiß bis in die Mundwinkel trotz ewiger und tiefgezogener Badekappe gebräunt, die junge Hilde Engel vorbeiging. Seit diesem Augenblick war in ihm eine Sehnsucht nach weißgcdeckten Tischen, den Eis- kübeln, den Blumenoasen, Frack, Musik und gelächtersprühenden Ge- sprächen. Wenn er morgens, die Augen noch voll Schlaf und mit schmerzenden Kinnbacken vom unterdrückten Gähnen ihre Stiefel putzte, rieb er sie so blank, daß er in ihnen deutlich sein zerknittertes Gesicht sehen konnte. Er machte sich gar nichts vor, er wußte, daß dies die Stunde war, wegen der er die Stadtherren immer verhöhnt .imtt«, wenn sie mit zitternden Händen vor den Reunions nicht mehr den Binder zu knoten verstanden hatten. Aber er spürte auch sogleich, rückwärts ging's nicht mehr, er mußte hindurch. So über- ließ er sich dem Strom der Lächerlichkeiten, die diese verborgene Liebe des Hausknechts Jon Bisten zu der mtt Maupostant er- zogenen Fabrikantentochter Hilde Engel im Gefolge haben mußte. Jans Kollege Thomas warnte ihn kopfschüttelnd, als er ihn dabei überraschte, wie er einen Brief in den sorgsam ausgebürsteten Mantel .Hildes steckte. Während sie an einem Busch Rosen roch, die irgend- ein begeisterter Referendar gesandt hatte, las Hilde Engel diese Botschaft: Geertes Fräulein, ich muß sie sprechen. Kamen sie am Nachmittag zum Lesezimmer. Es wirt keiner darin sein. Hoch- achtend Jan Bisten." Hilde versprach sich einen köstlichen Scherz und versteckte zwei ihrer Freunde in den Portierensalten des Kabinetts. Dann setzte sie sich mit dem hochmütigsten Gesicht, das sie machen konnte, in einen Korbsestel und wartete. Jan kam. eine Rose versteckt und schon zerdrückt in der hohlen Faust. Hilde reichte ihm mit hängender Ge- bürde die Hand. Er versuchte, sich nach oft gesehener Sitte zu ver- beugen. Mit dem Knocken, daß es dabei in der zu fest geschnürten Weste gab, erscholl gleichzeitig ein schlecht unterdrücktes Schnauben hinter den Türgardinen. Jan suhr auf. Die plötzlich angespannte Friesenkraft ließ die breite Brust hervorkrachen. Die weißlichen dichten Augenbrauen zuckten im Zorn. Hilde empfand ein stärkeres Wohlwollen, als sie sich einzugestehen vermochte, an dem Ausge- regten, der au» der kindischen Demuthaltung sich zum mächtigen Raufburschen emporgestemmt hatte. Fast fuhr er sie an:„Ist da jemand?!" Mit einem Achjelzucken gab das Mädchen die Helfers- Helfer ihrer Komödie preis.„Nicht das ich wüßte. Sehen Sie doch selbst nach." Jan tot einen Sprung, zwei Griffe, als packe er zwei Schirmrollen sich unter die Achseln, und dann sah Hilde nur noch, wie er hinausging, umzappelt von vier wild in der Lust herum- schlagenden Füßen. Arn Abend klopfte es an seine Loge. Hilde stand vor ihm. Sie strich sich etwas verwirrt über die Stirn.„Entschuldigen Sie, ich hielt Sie zum Narren. Sie sind Fischer, wie ich hörte. Rudern Sie mich lütte heut« nacht hinaus, damit ich sehe, daß Sie mir nicht mehr böse sind. Ich habe den Herrn, der es sonst immer tut," fügte sie flüchtig«rrötenL hinzu,„schon abbestellt. Ich erwarte Sie unier dem Landungssteg." Jan blickte aus. Die Stube war leer. Der Lustzug der rasch zugezogenen Tür unterstrich kühl seine freude- überwölkte Stirn. Als fern oben auf der lichtsprühenden Terrasse die Kapelle einen Gounod-Marsch lärmte, stieß vom dritten Pfeiler des Landungsboll- werks dunkel das Boot Jans mit Hilde in die See ob. Er hatte die Livree des Hotels abgelegt, Leder und Leinenhemd umflatterten ihn frei. Die Ruder gepackt, als wollte er deo Griff zu Splittern zer- knirschen, schnellte er sie zurück, und holte mit so ausströmender Krost durch, daß der schmale Kahn wie tanzend über die im Abendwind s arker schwellenden Wellen voltigierte. Hilde saß am Steuer und duckte sich zuerst fürchtend, wenn die Wasser sausend in schwachem Leuchten zu beiden Seiten oorüberbrousten. Aber bald übertrug sich Jans Sicherheit auch auf sie. Das Land entschwand immer mehr. Einsam rauschte die Wüste, ringsum in den tiefen Tönen der mächtigen Stunde. Der Mann an den Rudern wuchs. Seine Brust wölbte sich und gebar ein Lied, uralt, trotzig, von den Ahnen auf wilden Fahrten gesungen. Und es stieg dem Hausknecht Jan Bisten mtt dem drängenden Blut die sich entspeichernd« Krast zum Kopf. Wurde zum Kompfgesang gegen die Affenlivree. die devoten Bück- linge, die schamlose Trinkgeldgebärde. Möchtig spülte die See um hen Kiel. Hilde Engels Stimmung wechjelle. Es schwindelte ihr, wenn sie in das matte nebelnde Dunkel sah, das, gegen Osten in eine ausziehende Wetterwand drohend verdichet, auf den Wassern stand. Sie blickte zum singenden Mann, der mit mächtigen Schlägen sie beide vorwärts peitschte. Die sorgsam gescheitelten Haare zu wehender Mähne zerwühlt, dumpf und haßorgelnden Mundes starrte er über sie hinweg, gegen die schwach blinkenden Lichter in der Ferne, wo nur noch eine ganz dünne Perlenschnur die Glanzfülle der Kur- säle und Kasinos oerrieten. „Wohin?" schrie Hilde plötzlich ouf, als sie sah, daß alles dort, schon winzig klein, ganz zu verlöschen drohte. Jan streifte die Kauernde mit einem verächtlichen Blick. Das zerbrechliche Kinn, die mageren, in der Seelust noch stärker hervortretenden Züge, die nervöse Hand, die mit dem Taschentuch fortwährend über die Lippen strich, darein hatte er sich oerguckt, deshalb sich schimpflich verhöhnen lasten?! Er antwortete mit einer weiten Geste, als wollte er das Rund des Himmels in ihr Kreisen einbeziehen.„Fort von dort! Da- hinaus!" Und hasttger ächzten die Ruder in ihren Pflöcken. Immer weiter schoß das Boot in den offenen Ozean. Der Mond verschwand hinter den tiesschwarzen Borhängen. Hilde deutete hinauf.„Sturm!" Jan warf den Kopf zurück.„Der Sturm ist rein." In dixsem Augenblick hörten sie hinter sich ein schwaches Knattern. Der Schatten eines kleines Motorbootes tauchte auf.'Seine Laterne im Gischt verschindend, wühlt« sich rasend heran. Jans Gesicht verzerrte sich. Er zog die Ruder ein und reckte sich steil empor.„Man oerfolgt uns!" Hilde bebte:„Ich weiß nichts. Ich schwöre es ihnen zu. Segen Sie sich um Gotteswillen. Si« werfen uns um!" Aber Jan hörte sie nicht mehr. Mit einem schäumenden Fluch griff er über sie hinweg nach dein Steuer, drehte es, daß das Fahrzeug, von den Wellen gepackt, wild sich um die Achse wandte und nun im Fluß der Strömung geradewegs dem fremden Motor- boot entgegenglitt. Mit schwachen Händen versuchte Hilde vergeblich Jans Fäuste fortzuziehen. Ohnmächtig, fast vor Schreck, stieß ihr Ruf aus: Hilfe! Hilfe!" Im Motorboot entsicherte der Doktor Kaiser seinen Revolver. „Sehen Sie," flüsterte er seinein Begleiter am Steuer zu,„ich hatte recht. Das Vieh hat sie cntsührt. Stoppen! Und während das Fahr- zeug einen Augenblick auf der Stelle stampfend aussetzte, schoß Doktor Kaiser auf die Gestalt, die drohend schwarz gegen die helle Nacht sich drüben in der Fischerjolle abhob. Hilde hörte ein ersticktes Stöhnen über sich. Dann brach Jan neben ihr auf die Planken nieder, sie im Fallen an sich reißend. Als sie erwachte, lag si«,am Strand, und eine Männerhand feuchtete sanft mit einem nach Eau de Cologne duftenden Spitzentuch die Stirn.„Gerottet! Sie sind gerettet, gnädiges Fräulein. Der Bursche hat seinen Lohn. Stirn- schuß. Die Entführung ist ihm glücklich mißlungen. Ich sah Sie schon vom Lande abstoßen. Er hat Sie offenbar verlockt. Unter falschen Vorspiegelungen, nicht wahr?" Das Mädchen schloß mit einem Seufzer der Erleichterung die Augen. Ihr Ruf war gewahrt. Sie hauchte noch:„Ja, unter falschen Vorspiegelungen." (Mit«iloubnis bc» Stomoniil-Sktton«, Berlin, der Novellen sinnmluna ..Die verloren« Nacht" entnommen.) Zwölf Jahre Zuchthaus. 31 Novelle von Magdalena Eisenberg. (Fortsetzung und Schluß.) Rechtsanwalt Dr. Friedheimer versuchte zwar darzutun, daß die Belastungsmomente gegen den bis dahin in jeder Beziehung unbescholtenen Angeklagten nur negativer Natur seien, aber seine Ausführungen begegneten bei den Geschworenen nach der schwung- vollen Rede des Oberstaatsanwalts nur einem verächtlichen Kopf- schütteln, und da der Angeklagte selbst halb ohnmächtig auf die Bank gesunken war und aus die Frage, ob er noch etwas zu sagen Hobe, nur mit zusammengeknisjenen Augen den Kops schüttelte, zogen sich die Geschworenen zur geheimen Beratung zurück. Nach viertelstündiger Pause, während der aller Blicke neugierig- gespannt aus dem wie bewußtlos in der Anklagsbank sitzenden Ange- klagten ruhten, verkündete der Obinann unter lautloser Stille das— Schuldig des Mordes. Der Staatsanwalt stand mit steinerner Miene hinter seinem Tisch. Ein Sieger. Ein Triumphator. Aber da ging eine Bewegung durch den Zuschauerraum, und über die Brüstung schwang sich behend eine Männergestalt, von einem weitktämpigcn Hute bedeckt. lind jetzt stand er mitten im Raum, und der Hut flog mit einer man kann nur sagen: erhabenen Geste zu Boden. Der Borsitzende hatte sich zuerst gefaßt. Aber eine seltsame. Achtung erzwingende Handbewegung des Fremden, der so selbst. sicher zum Mittelpunkt dieser versammellen Menschenmenge ge« worden war, schnitt ihm jedes Wort oK Auch gegen die auf Ihn zueilenden Polizisten hob er nur königlich die Hand: „Ich habe etwas zu sagen!" Ein Raunen ging durch die Zuschauenden. „Ah!" „Was haben Sic zu sagen?" fragte der Vorsitzende scharf. Der Unbekannte wies auf den Angeklagten: „Der Mann ist unschuldig." „Ah," ging es wieder bedeutsam durch die Reihen. Man glaubte zu ahnen, was nun kommen würde. Der wirkliche Mörder stellte sich. Jeder suhlte sein eigenes Herz pochen.„Er stellt sich selbst," raunte es im Publikum, und die Menge begann unbewußt jene Sympathie zu empfinden, die Verbrecher auslösen, wenn sie sich menschlich groß zeigen. Und als nun Herbert Steinmann, sich mit zittrnten Knien von der Anklagebank erhebend und mit dem Finger auf den Fremden deutend, mehr lallte als sprach:„Das ist er...!"— da war die Wirkung vollkommen, die' Spannung unerhört. Aber der Mann, der da vor der Schranke stand und nun sein graues Haupt gegen den Staatsanwalt hob. blickte mit seinen blauen Augen, die zu den grauen Haaren und dem bleichen Gesicht in einem seltsamen Kontrast standen, über diesen hinweg, und das Publikum erkannte jetzt erst die schmerzlich bittere Trauer, die dieses Gesicht umschattete. „Der Angeklagte ist unschuldig," sagte er mit fester Stimme. „Den richtigen Mörder, den roten Heinrich, wie mein Freund Rönnemann von Kollegen und Polizei so gern genannt wird, haben sie gestern geschnappt, da ihn zum zweitenmal das Fell juckte und ihm die Beute, die er bei dem Kommerzienrat fand, zu klein dünkte, um drüben ein neues Leben zu beginnen. Bei ihm werden die Herren vom Gericht genug finden, was ihn des Mordes an dem Kommerzienrat schuldig erklären wird, und da sein Schicksal nun sowieso besiegelt ist, wird er auch nicht daran denken, den Mord zu leugnen, wie ich ihn kenne,»nd keinen anderen belasten.— Dieser junge Mensch aber wollte dem Sterbenden helfen, und ich— ich! habe ihn aus den Händen der Polizei befreit, als er irrtümlich oer- haftet wurde." „Wie kamen Sie dazu?" fragte der Vorsitzende scharf,' und der Staatsanwalt rief ironisch:„Warum floh er denn, wenn er sich unschuldig wußte?" Da schrie der Unbekannte in den Saal hinein: „Er floh, um der Unzulänglichkeit menschlicher Gesetzgebung zu entgehen, und ich rettete ihn aus dem gleichen Grunde. Wohin seine Verhaftung führen mußte, haben Sie, meine ich, gezeigt,— zum Todesurteil." „Verhaften Sie den Mann," rief der Staatsanwalt den Poli» zisten zu, und diese traten vor. Aber der Fremdling hob gebietend die Hand: „Zurück! Verhaften? Ich stehe hier vor Gericht. Und ich habe nur noch eine Frage an den Herrn Staatsanwalt zu richten, dann mögen Sie mit mir tun, was Sie wollen." Auf einen Wink des Vorsitzenden traten die Schutzbcamten einen Schritt zurück, und der Unbekannte fragte seltsam ruhig, fast leise: „Herr Staatsanwalt, beantworten Sie mir ol» Beamter eine Frage. Wieviel Jahre hat einer zu gewärtigen, der Beihilfe zu einem Morde geleistet hat, ohne ober zu wissen, daß ein Mord daraus würde? Aber einer, der den gewaltsamen Raub mit vollem Bewußtsein gefördert hat?" Der Oberstaatsanwalt machte ein Gesicht, dem man anmerkte, wie unangenehm ihm die ganze Situation war. Aber angesichts der Haltung"des Publikums antwortete er mit gemessener amtlicher Stimme: „Unter fünf bis sechs Iahren Zuchthaus dürste der Täter kaum wegkommen!" „Das ist zu wenig! Zu wenig! Mein Gott, mein Gott, so kann ich niemals wieder Mensch werden, wie es jeder gemeine Ver> brecher werden kann, der seine Strafe abgebüßt hat? Zwölf Jahre, hären Sie es? Zwölf Jahre habe ich gut, und ich bin nicht fähig, noch einmal mit einem Verbrecher gemeinsame Sache zu machen, um mit der menschlichen Gesellschaft quitt zu werden." Und mit gehobener Stimme, die erschütternd durch den weiten hohen Raum schallte:„Ich bin Karl Lodebrecht, den man zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte und nach zwölf Jahren wieder herausließ, weil der richtige Mörder auf dem Sterbebette seine Tat bekannte.— Wer gibt mir mein verlorenes Leben zurück?" Und er wandte sich hohnlachend zu dem Staatsanwalt und dann zu den Polizisten: „Run verhaften Sie mich! Aber ich werde Ihnen diese Arbeit ersparen." Er grisf schnell in die Tasche, zog einen Revolver, richtete ihn gegen die eigene Brust und brach, während der Knall sich an den Wänden zerschlug, tot zusammen. Einig« Augenblicke bildeten Richter, Geschworene und Publikum eine Gruppe aus Stein. Caligula- oöer über Mmachtssthwinüel � Im Jahre 1894 hat Professor L. Q u i d d e, der bekannte domo- kratisch« Politiker und ursprünglich von Beruf Historiker, zuerst seine Studie über römischen Cäsarenwahnsinn veröffentlicht. Er demonstriert« den„Cäsarenwahnsinn", der in der historischen Literatur auch den Namen„AUmachtsschwindsl" führt, an dem Kaiser Caligula mit vollem Namen Gaius Julius Caesar Caligula, der über das römische Weltreich von 37 bis 41 n. Chr. regiert hat. Caligula wurde ermordet noch einem Leben voll wüster Aus- schreitungen, voll Sinnlichkeit, voll grandioser' und nicht grandioser Albernheiten: ein zweifellos Wahnsinniger auf dem Throne des allgewalligen Rom, der dieses mächtige Staatsgebäuds nur darum nicht zu erschüttern vennochte, weil die Genialität seiner Borgänger das Reich auf so festen Grundlagen errichtet hatte, daß es noch für Jahrhunderte nicht zu vernichten war. Von diesem Caligula, gemischt aus perverser Sinnlichkeit, hämischer Furcht, phantastischem Größenwahn, hat das Altertum uns eindrucksvoll« Büsten überliefert: ein- fast kindlicher, überaus sinnlicher Mund: die Augen in düsteren Falten zusammengezogen und ein mächtiger runder Schädel, wie er in seinem Hause erblich war. Als im Jahr« 1894 der Caligula von Quidde erschienen war. hatte er einen fabelhaften Erfolg: in kurzer Zeit waren dreißig Auf» logen vergriffen. Worum? Aus welchem Grunde? In dem schmalen Heftchen befanden sich keine Pikanterien: natürlich keine Zoten: kein Bericht von Abnormitäten einer ausgearteten Zivilisation: es war die Darstellung eines römischen Kaiserlebeng streng nach den Quellen, und die Berichterstatter und Betrachter jener Epoche Tacitus, Sueton, Dio Eassius, Philo, Seneca waren in zahlreichen Anmerkungen als Be- lege und zur Erläuterung herangezogen. Woher dieses gewaltige Interesse plötzlich für«inen römischen Kaiser ohne weltgeschichtliche Bedeutung, der fast vor zweitaufend Jahren mit einigen Dolchstößen ins Jenseits durch einige beleidigte Offiziere befördert worden war? Damals, vor nunmehr einigen dreißig Jahren, stieß man sich auf der Straße an und fragte einander mit zwinkernden Augen: .Haben Sie schon den Caligula von Quidde gelesen? Und das taten Kreuzzeitungsleutc und Sozialdemokraten und brav« Bürger und •)„Caligula." L Quidde. 31. Auslage. Henscl u. Co., Berlin- Friedenau. meistens solche, deren alltägliche Beschäftigung nicht die römische Kaisergeschichtc zu sein pflegt. Warum dieses Interesse für Caligula bei Parlamentariern der Linken, bei Reaktionären und bei Sozial- demokraten: bei Menschen, die seit ihrer Schul, zeit an römisch« Ge- schichte nicht mehr gedacht hatten und bei anderen, denen römische Ge- schichte ein Buch mit den bekannten sieben Siegeln stets gewesen war?, Woher das Interesse für Caligula? Man zischelte sich zu: Caligula— das ist Wilhelm II. Heute bestätigt Quidde, was keiner Bestätigung bedarf, daß er in der Tot in Caligula andeutungsweise ein Porträt Wilhelms 11. habe entwerfen wollen: aber nicht durch grobe II m i ä l f ch u n g der Tatsachen, sondern dadurch, daß er die Tatsachen für sich selbst sprechen ließ. Und Wilhelm II. war es, der Quidde zu dieser Parallele un- mittelbar die Anregung gegeben hatte. Im Vorzimmer der deutschen Gesandschaft beim Vatikan, in den Räumen des geistvollen und lässig zynischen.Herrn von Schlözcr war eine Photographie des damaligen Prinzen Wichelm aufgestellt mit der eigenhändigen prinzlichcn Unterschrist:„oderim, dum metuant", mögen sie hassen, wenn sie nur fürchten: und dieser Ausspruch war nach Sueton, dein Historiographen jener Zeit, ein Lieblingsworl des Kaisers Caligula. Prinz Wilhelm, der deutsche Kaiser Wilhelm II. war es also selbst, der das Motto des wohn- sinnigen, sinnlich perversen, mordenden und plündernden römischen Cäsaren zur Charakteristik der eigenen Persönlichkeit, gewählt hatte: nicht die einzige und nicht einmal die horribelst« Entgleisung dieses letzten deutschen Monarchen, dem das Entgleisen mit Zunge und Feder alltägliche Sebensgewohnheit geworden war. Es ist freilich nötig. Wilhelm II. gegen sich selbst in Schutz zu nebmen. Wenn er, zur Selbstcharakteristik, den Wohlspruch des wohn- sinnigen Caligula sich aneignet, so ist ouch das nur eine seiner üblichen, unbesonnenen, von allen Folgen absehenden Entgleisun- gen, die bei ihm üblich, die gewohnheitsmäßig sind. Immer feste drufs— mit Worten: als ob nicht auch Worte im gegebenen Falle das Gewicht von Taten haben könnten und haben. . Seiner unfeinen, knalligen Sucht, eine Roll« zu spielen, genügt? es, die Luft mit Worten zu erschüttern. In der Zeit der Fern- und Lautsprecher war er die menschliche Verkörpening de« schnarrenden Fern- und Lautsprechers. Er ging unter als Kaiser, weil die Welt ihm den trogischen Gefallen tat, ihn weit ernster zu nehmen, als er es oerdiente: ihm waren Worte«in schnell verglimmendes Feuer- werk: die Welt betrachtete sie als Signole für ernste Taten. Es war seine Tragik, daß man ihn nicht als komische Figur nahm, und daß man daher international sich zur Bändigung Deutschlands entschloß. das nicht rechtzeitig die Kraft und Entschlossenheit ausgebracht hatte, einem Phrascur die öffentliche Phrasenfabritation unmöglich zu macben. Wilhelm II. war gewiß kein Caligula, weder wohnsinnig noch tigerhast: nur— albern und vorübergehend vom„Allmachts- schwinde!" ergriffen und somit ohne eine Spur ernsten Verant- wortlichkeitsgefuhls. Immerhin bleibt die Schrift von Prof. Quidde sehr anregend und kulturhistorisch höchst interessant. Paul Nathan. Der bargeldlose verkehr im alten Aegypten. Daß der borgeld« lese Getreidcoerkehr ebenso wie auch in geringerem Umfange ein bargeldloser Verkehr mit Hartgeld im alten Aegypten in einer gorm, wie er der heutigen völlig ähnlich ist, bestanden hat, ist au» zahl- reichen Forschungen der letzten Zeit bekannt. Aus einem neuerdings oufgefundenen Brief aus der Zeit des 2. Jahrhunderts v. Ehr. geht überdies hervor, daß auch die Fristüberschreitungen eine erhebliche Rolle gespielt hoben. Alle Anweisungen waren an einen bestimmten Termin gebunden. Auch der Scheckverkehr war schon bekannt. Es sind auch Schecks erhallen, deren Unterschrist:„Ich habe ihn präsentiert", zeigt, daß der«check eingelöst worden ist. Kuchen und Wettere Neueröffnung! Die iH. fleisch-Abgabestelle, Gtettiner Str. S9 verteilt ab Dienstag, den 15. Juni 1926: prima Ochsen-Gefrierfleisch, (Schweinefleisch aus eigener Schlachtung, Hammel- und Kalbfleisch von bestem Mastvieh, zu unerreicht niedrigen preisen. Konditorwaren Extra-Angebot! 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