Nr. 29$ ♦ 43. �ohtg. Msgabs Ä Nc. 154 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pfennt?, monatlich 8,— Reichsmark voraus zachldar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danziz, Saar» und Memelaediet, Oesterreich, Litauen. Luremburz öL0 Reichsmark, für da» übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der.Borwäris" mit der Sonntazs- beilag-.Lalk und Zeit" mit.Sied- lung und Kleingarten" sowie der Beilage.Unterhaltung und Wissen" und Frauenbeilage.Frauenstimme" arscheint wochentäglich»weimal, Eonutogs und Montags einmal. Telegramm. Adressei Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vevlinev Volksvlakt Pffengtjg} Anzeigenpreise: Die einspaltige Ronparclllc. geil« 80 Pfennig. Reklamczcile d,— Reichsmark..Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25.»j kzulLsstg zwei fettgedruckte Wortes, jede» weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das erste Wort 15 Pfennig, icdes«eitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- staben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Keile 00 Pfennig. Familienan, eigen für Abonnent»« Keile«0 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis«Vi Uhr nachmittags im Sauptgefchäft, Berlin SD 68, Linden. strastcZ, abgegeben werden, ibeöffnet »an 8M) Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokrat» fd�en parte» Deutfcblands Redaktion und Verlag: öerlin SW. H8, Änöenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292—297. vorwärts-verlag H. m.b.H., Serlin SW. öS» Linöenstr.3 Postscheckkonto! Berlin J7 53g— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestclten und Beamten, wallst«. 15; Dlskonto-Weselllchast. Deposttenkasse iindenstr. 3. Anklagen öer französischen Sozialisien Schwere Kämpfe um die Steuerpolitik angekündigt. pari«. 26. Juni.(Eigener Drahkbericht.) Der sozialistische Abgeordnete und Bürgermeister von Bordeaux, Ntarquet, hielt am Sonnabend in seinem Wahlkreis eine Rede, die über die Ein- siellung der Sozialisten zu dem neuen Kabinett wertvolle Ausschlüsse gibt. Marquet, der der gemählglen Richtung der Sozialistischen parle! angehört, erklärte, dah e» nach dem ll. Mal 1924 Verhältnis- mäßig leicht gewesen sei. eine cinksmehrheit zu bilden, da d a m a l s schon unter dem Eindruck des Wahlergebnisses die Laven und Schwankenden sich um Herriol geschart Höllen in der Hoffnung, die Sünden, die sie im Lager de» Rationalen Blocks begangen hallen. vergessen machen zu können. Der inzwischen eingetretene U m. s ch w u a g der Lage habe diese unzuverlässigen Elemente wieder nach rechts abschwenken lassen. Dadurch habe sich unter Briand die Mehrheil von links nach recht» verschoben. Die Sanierung von Haushalt und Währung, die die dringendste Ausgabe der nächsten Wochen sei. werde von der Rechten aus dem Wege einer Erhöhung der indirekten Steuern gesucht. Die Linke dagegen sei der Auffassung, daß eine Gesundung nur möglich sei durch Ausbau der direkten Stenern und durch schärfste Unterdrückung de» Steuerbetruges. Man werde sich also aus neueschwerckämpfe«yrsaßf machen dürfen. Herriol habe das Pfund zu einem Kur» von 93 zurückgelassen, unter Briand sei es aus 170 gestiegen und diese Eolwicklung sei noch keine». weg, al» abgeschlossen zu betrachten. Die von lag zu lag rascher fortschreitende leuerung sei eine unausbleibliche Folge der Richtbefolguog der von den Sozialisten vorgeschlagenen Lösung. Caillaux und die Bank von Frankreich. pari». ZK. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die umlaufenden®e- rüchte von einem bevorstehenden Rücktritt des Gouverneurs der Bank von Frankreich R o b i n e a u hoben durch eine gewundene Erklärung Robineaus selbst sowie Acußerungen Brian), eine Verdichtung erfahren. Trotzdem hat der Ministerrat am Sonnabend die Entlassung nicht vongenommen. Briand hat sich nach dem Ministerrot den an ihn gestellten Fragen durch die ausweichende Antwort entzogen, daß in dieser Angelegenheit einzig und allein das Finanzministerium zuständig sei und Robineau hat seinerseits er- klärt, daß er selbst zwar nicht zurückzutreten beabsichtige, daß er aber nicht wisie, was die Regierung beabsichtigt. Wenn es zu einem Wechsel in der Leitung de» Zentralnoten- instituts kommen sollte, so dürste das seinen Grund vor allem in den Schwierigkeiten haben, die dem vorhergehenden Finanzminister bei der Durchführung seines Reformprogramms gemacht wunden. Es ist begreiflich, daß sich Eaillaux nicht einer gleichen Gefahr aussetzen will. Darüber hinaus verlautet, daß es nicht in der Absicht Eaillaux liege, das Institut, da» bisher autonom verwaltet wurde, und der Regierung gegenüber unabhängig war, zu einer reinen Staats- dank umzuwandeln. Aunehmenüe Arbeitslosigkeit. In Berlin wieder 6000 Arbeitslose«ehr. Die rückläufige Bewegung auf dem Arbeitsmartt setzt sich in recht erheblichem Maße fort. DerZugangan Arbeitslosen beträgt in der Berichtswoche annähernd KOOS Personen. Die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden von nunmehr 2S6S08 Per» s o n e n nähert sich damit bedenklich d i m s ch und Prof. Starck, Baurat .Ludwig Hoffmann und Maler B a l u s ch e k. gefällt. künstlerischer Wettbewerb für Reichs banknolev. Um eine künst- lerischc Ausgestaltung der künftig von der Reichsbank auszugebenden Banknatcnferie zu erzielen, hat sich die Reichsbank zum Ausschreiben eine» Wettbewerbs für diestn Zweck entschlossen. Die Beteiligung hieran steht jedem reilbsdeutschen Künstler frei Die zwölf Preise belaufen sich aus insgesamt 25 COO Mark(1. Preis lOOOO Mark.) 2 Preis 5000 Mk.). Das im Oktober zusammentretende Preisrichte'.- kollegium besteht aus zwei Mitgliedern des Reich, bankdirekloriums, dem Direktor der Reichsdruckcrei. dem Reichskunftwart und einem freien KünsUer. Die näheren Bedingungen und Einzelheiten für da» Preisausschreiben werden jedem Bewerber auf Verlangen zugesandt werden. Anschrift:„Reichsbankdirektorium(Allgemeiner Reichs- banknotenwettbnverb)". Zorfchuvgrret!« pro,, vlbrcchk penck». Die Untersuchungen Professor ?flb>echt Penck�. de« bertlbmten PerNner Weegrapbcn, über Ii, Mäglich- IrUn. fic nnrchicndc.galil der M-nlchen auf der Erde ,u ernöbren. haben über die wihenlchaillichen Streite binauS vulsehen erregt Diese Fragen weiter zu klären, wird Pros. Penck demnächst eine gorlchungSrerje nach Südamerika antreten. Emen Zuschuß zu der Reif» hat die Preußisch« Akademie schon vor einiger Zell bewAigt. Der Mieterschutz im Reichstag. Mieterschutzgesetz und Iteichsmietengesetz um I Jahr verlängert. Die Regierungsvorlage, die gestern im Reichstage verabschiedet worden ist,— eine Veränderung des am 30. Juni 1926 ablausenden Gesetzes— gab den Hausbesitzern Anlaß, mit allem Nachdruck auf den Abbau des Mieterschutzes hinzudrängen, um auch bei der Wohnungswirtschajt zur freien kapitalistischen Bewirtschaftung zu gelangen. Kein Mittel ist hierfür unoersucht gelassen worden. Das Mieterschutzgesetz ist im Jahre 1923 geschassen worden, weil durch das Bauverbot von Wohnungen während des Krieges und der Inflation der Neubau von Wohnungen gehemmt wurde und hundert- tausend« Familien keine eigene Wohnung hatten, sondern zusammen- gepfercht mit anderen Familien deren Wohnungen teilen mußten. Dieser Zustand erforderte eine andere Regelung des Mieterrechtes, wie im Bürgerlichen Gesetzbuch. Das Mieterschutzgesetz stellt sich also als«in Sondergesetz dar, aus dessen Beseitigung oder min- destens Abbau die bürgerlichen Parteien hindrängen. Eine Beseitigung des Mieterschutzes ist zurzeit u n m ö g- l i ch und ist auch im wesentlichen durch die Beschlüsse des Woh- nungsausschusies des Reichstages verhindert worden. Die Woh- nungsnot besteht fyrt und kann auch in den nächsten Iahren nicht völlig beseitigt werden. Es fehlen gegenwärtig etwa 600 000 Woh- nungen des Altbedarss. Durch Eheschließungen kommt alljährlich ein Neubedars von etwa 150 000 Wohnungen zu, so daß bei einer Bau- zeit von etwa 5 bi» 6 Jahren insgesamt mindestens 1 200 000 Woh- nungen befchasft werden müßten. Dem Streben der Hausbesitzer konnte kein Erfolg' beschieden sein, weil Prioatkredit für den Hausbau im wesentlichen Ausmaß und zu niederem Zinsfuß nicht zu haben ist und der Geldbedarf für den Bau im Rahmen der freien Wirtschast so groß ist, daß er nicht gedeckt werden kann. Auch die von der Reichsregierung aus Der- langen des Reichstags für den Wohnungsbau zur Verfügung ge- stellten Zwischenkredite in Höhe von 200 Millionen Mark, zu einem Zinssatz von 71� vom Hundert, sind von einer Anzahl Länder nicht abgefordert worden, weil die Hoffnungen auf eine Senkung des Zinssatzes für Hypotheken auch jene Kreise veranlaßt hat, von der Inanspruchnahme de» Kredits abzusehen,, die noch zum Teil mit eigenem Kapital zu bauen hofften. So ist der Wohnungsbau derart ins Stocken geraten, daß zurzeit noch etwa 30 Proz. Bauhandwerker ohne Beschäftigung sind oder andere Bauarbeiten verrichten. Bei der großen Arbeitslosigkeit würde die Bautätigkeit zweifellos den ganzen Wlrtschaftsmarkt beleben. Wird hier nicht bald Abhilfe geschaffen, so würde in diesem Jahr die Bau- tätigkeit völlig ins Stocken geraten und die Woh- nungsnot würde vermehrt werden. Trotz der Hauszinssteuer, von der 15— 20 Proz. der Friedensmiete für den Wohnungsbau bereit- gestellt worden sind, IX— 2 Millionen pro Jahr, ist noch in keinem Jahre nach dem Kriege der Neu bedarf von Wohnungen gedeckt worden, so daß der Alt bedarf an Wohnungen steigt, statt ab- nimmt. Unter diesen Umständen mußten auch die stärksten Befür- worter der freien Wirtschaft einsehen, daß die Zwangsbewirtschaftung der Wohnungen und der Mieterschutz aufrechterhalten bleiben muß. Dennoch versuchten sie, wie auch die Regierung, eine Locke- rnng des Mieterschutzes herbeizuführen. Die Länderregie- rungen haben bereits die möblierten Zimmer aus der Zwangsbewirtfchaftung ausgeschlossen: es verbleiben nur die möblierten Zimmer oder Teile der Wohnungen, die an Untermieter abgegeben wurden, die einen eigenen� Haushalt oder eigene Wirtschast führen, dem Mieter- schütz unterworfen. Neu hat man mit der bürgerlichen Mehrheil aufgenommen, daß. wenn Wohnungen von fünf Zimmern und mehr in Nein« Wohnun- .gen zerlegt werden, oder Detriebsräume zu Wohnungen um- gebaut werden, diese Wohnungen dem Mieterschutz nicht unter- stehen sollen. Noch größer war der Ansturm gegen den Mieterschutz wegen den gewerblichen Räumen. Tatsächlich stehen im Zentrum einzelner Städte insolge der Wirtschaftskrise Geschäftsräume leer, deren Mieten aber meist durch die Geschäftelage sehr hoch sind. In Württemberg hat man die gewerblichen Räume freigegeben. Er- folg: Mietsteigerungen bi» 250 Proz. und darüber, die sich in der Verteuerung der Waren geltend machen. In H a m- bürg und Bremen hat man gewerbliche Räume von einer höheren Miethöhe an freigegeben. Auch hier wenden sich die Ge- schästsinhaber dagegen, weil sie dadurch in günstiger Lage leicht ausgemietet werden können. In Berlin sind teilweise Mieten ge- werblicher Räume auf dos Drei- und Bierfache in die Höhe getrieben worden und die Gerichte haben dies gebilligt. Zwar»jt auch die völlig« Freigabe der gewerblichen Räume durch Reichsgesetz abgelehnt worden: die Landesregierungen behalten aber das Recht, die gewerblichen Räume außerhalb des Mieterschutzes zu stellen. Auch ein Beitrag zum Preisabbau. Zur Lockerung des Mieterschutzes gehört ferner, daß im Z 3 die Berzugsfristen für Klagen wegen rückständiger Mieten von zwei Monaten auf«inen Monat gekürzt wurden Im§ 6 hat man statt angemesienen Ersatzraum„ausreichenden" Ersatzraum für genügend erachtet. Dem Eigentümer eines Hauses, das er seit drei Iahren besitzt. steht neu das Recht zu, zu gewerblichen Zwecken vermietete Räume für sich zu beanspruchen.' Reu aufgenommen ist die Vorschrift, daß der Gerichtsschreiber be- Eingang einer Klag« auf Räumung der Fürsorgebehörde davon Mitteilung zu machen hat. Damit soll erreicht werden, daß Mieter, die aus sozialer Rot mit der Miete im Rückstände geblieben sind, durch Eingreifen der Fürsorgebehörde in der Wohnung ver- bleiben können. Zweifel über die Bertrewngsberechtigung' der Parteien vor Gericht sind ausgeräumt worden. Bei Werkswohnungen konnte Geld an Stell« der Ersatzwohmmg gegeben werden, das namentlich bei Landarbeitern sehr gering bemessen wurde. Im§ 22 ist vorgesehen, daß«in angemesiener Betrag für den Umzug und die Unter- kunftsbeschasfung gewährt werden muß. Mietwucher und hohe Mittlergebühren für Woh- nungen. auch wenn sie von Behörden gestellt werden, soll als Leistungswucher verfolgt werden. Im übrigen hat man da» Mieterschutzgesetz und das Reichs- Mietengesetz nur um e i n Jahr verlängert, um sich immer die Möglichkeit de» Abbau» beider Gesetz« zu sich« r'n. Richard Lipinski. Eine neue Schrift Zrancesco Nittis. „Bolschewisnrus, Faschismus und Demokratie." Als Verbannter lebt der frühere italienische Ministerpräsident Francesco Nitti in Paris. Aber er bleibt ein gesährlicher Gegner für die gegenwärtigen Machthaber Italiens, denn er ist ein ebenso kluger Denker wie eindrucksvoller Schriftsteller. Das denkende Europa— und noch mehr vielleicht Amerika— hört auf ihn. während es Musiolini entweder verachtet oder verhöhnt. Die faschistische Re« gierung hat zwar die Herausgabe seiner neuen Schrift„B o l s ch e- wismus.Faschismusund Demokratie" in Italien unter» sogt, ober in allen Kulturländern ist sie in Uebersetzungen erschienen (in Deutschland bei Franz Hanfftaengl-München) und sie wirkt aus- klärend und überzeugend. Mag der Faschismus gegenwärtig auch stie physische Gewalt in Händen haben, im geistigen Ringen wird er besonder» gegen Widersacher vom Format eines Ritta unterliegen müssen. Auf dle Dauer ist die rohe Gewalt gegen den Geist machtlos. Das hat sogar jener Große bestätigt, auf dessen Borbild-ssch gerade Mussolini am liebsten beruft, nämlich Napoleon. Nitti hat in seiner Schrift den Versuch unternommen, rem sachlich und wissenschaftlich die Entstehung der beiden großen Au sartun. gen zu erklären, die der Weltkrieg hinterlassen: Bolschewismus und Faschismus. Mag sein, daß seine Darstellung keine besonders neuen Momente enthält. Und trotzdem bildet sse eine spannende Lek- türe, dank der Fülle der Gedanken, ihrer geschickten Gliederung und der stilistischen Höhe der ganzen Schrift. Nittis Schilderung des faschistischen Werdens und Wirkens ist leidenschaftslos. Was er über die Fehler der italienischen Sozialisten sagt, ist leider zum größten Teil richtig. Uebrigens steht Nitti als linksliberaler Politiker dem Sozialiemus sympathisch gegenüber, wie aus folgender Stelle seiner Schrift hervorgeht: „Der Soziasismus ist die Tendenz zur äußersten' Demokratie und bedeutet das Ideal einer Gesellschaft ohne Vorrecht der Geburt und sozialen Stellung. Jede fortgeschrittene Gesellschaft hatte und hat ihre Form des Sozialismus. Das Pro- blcm, allen Menschen den gleichen Ausgangspunkt für den Kampf »ms Leben und dieselbe Möglichkeit der Entwicklung aller ihrer Fähigkeiten zu verschaffen, hat edle Geister immer angezogen. Die Idee, die Arbeit jedes Menschen könne das Ergebnis seiner An- strengungen und nicht das der Geburt, des Zufalls, der Vorrechte sein, ist so erhaben, daß sie jeden nicht gemeinen Geist anzieht und beschäftigt. Das größte Hindernis für das Werk des Sozialismus bleibt immer die Gefahr, daß die Form der sozialen Zusammenarbeit die Produktionskrast jchwäche. Aber wenn wir, Liberale und Demokraten, auch nicht an die Formeln des Sozialismus und vor allem an den Klassenkampf glauben und mit der Taktik der sozialistischen Parteien nicht ein- verstanden sind, müssen wir doch zugeben, daß der Sozia- lismu» in den verschied ey st«n Formen das fanze soziale Leben der fortgeschrittenen Ge- «llschoften durchch ringt. Ohne es zu wollen, akzeptieren wir immer etwas von ihm. Zluch wenn wir ihn ablehnen, eignen wir uns die Grundsätze der sozialen Solidarität an. Das tiefe Eindringen des Sozialismus als moralisches Prinzip und als Grundlag« der sozialen Tätigkeit vollzieht sich täglich unaufhalt- sam. Die Theorien von Marx sind eine nach der andern ge- fallen,(?) aber die Arbeiterbewegung hat das ge- samt« modern« Leben durchdrungen. Es sind nicht die Pläne der anerkannten Theoretiker des Sozialismus, sondern die Forderungen des sozialen Lebens, denen wir nachgeben müssen. Diele Ideen und Reformen, die noch vor zwanzig Iahren für utopisch gehalten wurden, sind heute verwirklicht, wie der Achtstundentag, der von allen Nationalökonomen an- geseindet und für undurchführbar geHallen wurde." Wenn sodann Nitti trotzdem behauptet, daß es die liberale Form ist.„die den dauernden Bedürfnissen der modernen Zioili- sation in ihren fortgeschrittensten Phasen entspricht", so bleibt er dafür den Beweis ebenso schuldig, wie für seine Behauptung, daß die Theorie des Klassenkampfes falsch oder gar widerlegt sei. Nitti ist und bleibt eben ein bürgerlicher Liberaler, der seinem politischen Ideal auch im Unglück die Treue häll und dafür gebührt ihm alle Achtung. E» ist die Tragik des bürgerlichen Liberalisnuis, daß er gerade durch die ehernen Gesetze des Klassenkampfes zwischen Sozialismus und Reaktion zerrieben wird. Auch in England, dem klassischen Land des bürgerlichen Liberalismus vollzieht sich dieser Prozeß, wenn auch in weniger tragischen Formen als in Italien.' Dabei soll nicht verkannt werden, daß es keineswegs überall im Interesse de« Sozialismus liegt, daß der Liberalismus zu schnell verschwindet. Seme politisch-kulturclle Mission ist noch nicht erschöpft. Gerade im Interesse des Sozialismus möchte man aufrichtig wünschen, daß der italienische Liberalismus mit einem so Heroorragenden Manne wie Nitti an der Spitze die Stunde seiner Wiedergeburt erlebe. Nicht weil er„den dauernden Bedürfnissen der modernen Zivilisation mehr entspricht, als der Sozialismus", wie Nitti irrtümlich meint, sondern weil seine vor» zeitige Vernichtung der faschistischen Reaktion zugute kommt— während die organische Entwicklung dazu führt, daß der S a z i p l i s- mus die Erbschaft de« Liberalismus antritt, zumal alle gesunden und liberalen Ideen der liberalen Epoche vom Sozialismus über- nommen wurden— aber auch weiter entwickelt werden: während der Liberalismus, um nicht sozialistisch zu werden, stehen bleiben mußte. Vertrauensvotum in Litauen. Mit den deutsch-mcmclländische» Stimmen. kowao. 25. Juni.(OE.) In der Regierungserklärung des neuen litauischen Kabinetts sagte der Ministerpräsident S l j a s ch c- w i t s ch i u s, die Regierung wolle den nationalen Minder» heiten die Mögsichkeit geben, ihre Eigenart aus dem Gebiete d'er kulturellen Einrichtungen, des Unterrichtswcsens, der Wohl- fahrtspfleg« u. dgl. zu wahren. Die Regierung werde auch in Er- füllung der MemelkonveMion die Autonomie des Memel- gebiet» verwirtlichen. In der Besprechung der.Regierungserklä- rung sagten die Klerikalen der neuen Regierung den s ch ä r f st e n Kampf an. Der klerikale Abgeordnete Krupawitschius Nagte die Regierung de« Zusammengehens mit den Deutschen und Polen— den Agenten Berlin» und Warschaus— an. Der Führer der Deutschen, Abgeordneter Grabow, erhalte seine Instruktionen von der Gesandtschast eines Nachbarstaates. Mehrere Oppositions- redncr hielten Obstruttionsreden gegen die Regierung. Di« Opposition oersuchte, den neuen Kriegsminister Rapeckys niederzuschreien, well dieser zwei klerikal gesinnte Generäle entlassen hat. Nach einer in deutscher Sprache verlesenen Erklärung des memclländischcn Abgeordneten Gra dawider die Loyalität seiner Fraktion gegenüber der Regierung zum Ausdruck brachte, wurde dem fivbinett dasBertrauenmit<7gegen21Stimmen ausgesprochen. Zm Preußischen Landtag ist sin Antrag aller Fraktionen «ingegangen, der da» Staatsministerium ersucht, in den Etat des Wohlfahrtsministerium» für 1927 eine Summe von 3 Millionen als besonderen Titel„Pflege der Leibesübungen" ein- zusetzen. 3n Leningrad oerurteilte da» Kriegsgericht zwei e st n i s ch e Staatsangehörige wegen Spionage z u m T o d e. Das Urteil wurde sofort vollstreckt. NlMtall;)irhiPffcB*Y von 10 bis l nr gewann, jedes Mifdifed des MM. NNW, wen i lIsiliMIM IWUlsW• es shb gegen die Ucfecrirttic des liniernehmeriunts, gegen Bend und M dordi die Kraif einer gesdiiossenen Organisaiion sdtttizen will, zur Waid gelten und dir die Liste K der Riddung Amsterdam stimmen. Znr Wamar&eu melden sidi die fieaosien 9 BBr vorm. Im LoBalZsaiestoa. ädierslr.l. Tel Jonlea2736. Line internationale Rechtsfrage. Das llnternehmerverbot für die BäSereiea. Der Dölkerbundsrat hat auf Ersuchen des Verwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamts dem Internationalen Gerichtshof im Haag folgende Frage von ebenso grundsätzlicher wie allgemeiner Bedeuwng unterbreitet■ »Zfl die Internationale Arbeilsorgonisalion befugt, eine Rege- lung auszuarbeiten und vorzulegen, die auf den Schutz bestimmter Lohnarbeiter abzielt und dabei gleichzeitig auch die Arbeit von Unternehmern regelt?" Der Internationale Gerichtshof soll über diese Frage ein Gut- achten abgeben. Da das Gutachten tatsächlich einem e n d g ü l t i- gen Urteil gleichkäme, ist ohne weiteres klar, von welcher Trag- weite es ist. ob die Frage bejahend oder verneinend beantwortet wird. Die Frage ist von der Unternehmergrupp« des Verwal- tungsrats ausgeworfen worden. Sie bezweifelte im Gegensatz zu der Mehrheit die Kompetenz der Internationalen Arbeits» organisaiion. Anlaß zu diesem Gegensatz der Meinungen war der Uebereinkommensentwurs über das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien, der die Nachtarbeit sür alle Personen, die mit der Zubereitung von Brot beschäftigt sind, Arbeiter wie Unter- nehmer verbietet. Gegen dieses Verbot haben nun die Arbeitgeber auf beiden Konferenzen 1924 und 1S2S, sowohl in der Kommission wie in der Bolloersammlung p r o t e st i e r t. Mit diesem Unternehmerverbot, erklärten sie, greift die Konserenz in die Konkurrenzbedin- g u n g e n eim sie verschafft den großen Unternehmern ein Vorrecht gegenüber den kleinen und sie bedroht eine Gruppe mit dem Unter- gang, die dadurch, daß sie einen Uebergang darstellt von der Ar. beiter- zur Ueternehmerklasse, vielleicht das größte Interesse im ganzen Bäckergewerbe beanspruchen kann. Das Verbot tastet in unerlaubter Weise die individuelle Freiheit an, es be- droht das chausrecht� und was in � Fragen des Rechts am schwersten wiegt: es überschreitet die Befugnisse der Konferenz. Die Unternehmer blieben in der Minderheit, sowohl in der Kommission wie auf der Konferenz selbst, die mit 66 gegen 16 Stimmen ein Amendement ablehnte, das das Verbot der Nacht- arbeit ausschließlich auf die Lohnarbeiter beschränken wollte. Die übergroße Mehrheit der Regierungen erklärte auf die seinerzeitige Frage des Arbeitsamts, auf welche Kategorien das Verbot der Nachtarbeit Anwendung finden solle, daß das Verbot der Nachtarbeit für die Arbeiter ohne gleichzeitiges Ver- bot für die Unternehmer nicht durchführbar sei. Zwei Regierungen— es waren die von Frankreich und U r u- guay— bemerkten sogar auf Grund ihrer Erfahrungen, daß es notwendig sei, das Landesgesetz, in dem ursprünglich kein Unter- nehmerverbot ausgenommen wurde, zu revidieren und dieses Verbot noch nachträglich aufzunehmen. In Holland haben sich sowohl die Unternehmer wie die Arbeiterorganisationen im Bäckergewerbe im Jahre 1926 einstimmig für die Durchführung des Unternehmerverbots erklärt. Dementsprechend hat die holländische Regierung das Unter- nehmerverbot im Arbeitsgesetz unverändert beibehalten. Der Internationale Gerichtshof ist am 15. Juni zusammengetreten und behandelt zunächst diese Frage. Er hat be- Ichlossen, den internationalen Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerorgani- sationen Gelegenheit zu geben, ihre Argumente am Montag, den 28. Juni, zu erläutern. Der Internationale Gewerk- s ch a f t s b u n d hat demgemäß einige führende Gewerkschafter aus der Lebensmittelinternationole. den Führer einer. Unternehmerver- einigung für das Bäckergewerbe, einen Beamten der Gewerbeinspek. tion urid einen der bekanntesten Rechtsgelehrten von Holland, er- sucht, vor dem Internationalen Gerichtshof zu erscheinen. Schon im Jahre 1921 versuchten die damals von der fran- zö fischen Regierung unterstützten Unternehmer der Inter- nationalen Arbeitsorganisation zu verbieten, ihre Bemühungen auf die Regelung der Arbeitsbedingungen in der Landwirt- s ch a s t auszudehnen. Auch damals wurde der Internationale Ge- richtshof ersucht, über die Kompetenz der Internationalen Arbeitsorganisation ein Gutachten abzugeben. Der Gerichtshof bestätigte damals die Auffasiung des Internationalen Arbeits- amts der Arbeiterorganisationen und der großen Mehrheit der Re- gierungen. Auch in diesem Jahre bestritten die Unternehmer auf der 8. Ar- beitskonferenz die Kompetenz der Internationalen Arbeitsorgani- sation, in Sachen der Inspektion der Auswanderer an Bord von Schiffen, eine internationale Regelung vorzuschlagen. Auch bezüglich dieser Frage soll ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs verlangt werden, obwohl keine einzige Regierung die Kompetenz der Internationalen Arbeitsorganisation in dieser Frage anzweifelte. Die grundsätzliche Bedeutung der jetzt anhängigen Streitsrage braucht nicht im einzelenen dargelegt zu werden. Es genügt, auf folgendes hinzuweisen: iväre der Internationale Gerichtshof der Meinung, daß die Arbeitskonferenz unter keinen Umständen die Freiheit der Unter- nehmer antasten darf, dann würde der Wert des Uebereinkommens für das Bäckergewerbe nicht nur aus bedenkliche weise geschwächt werden, sondern die Konserenz würde auch bei anderen Gelegen- Heiken, wenn z. V. die Frage des Lodenschlusies zur Beratung stehen würde, nur halbe Arbelt leisten können. Und e» könnte in einer Reihe von Branchen, in denen noch Kleinbetrieb besteht, von einer Beschränkung der Arbeitszeit für die Lohnarbeiter durch ein internationales Abkommen keine Rede sein. Die Landarbeiter in die Arbeitsloscnverficherung! Bei dem Vorstoß der Großgrundbesitzer und ihrer Freunde aus dem Arbeitnehmerlager gegen die Einbeziehung der Land- arbeiter in die Arbeitslosenversicherung wird ein- gewendet, daß es. in der Landwirtschaft kein« Er- werbslosigkeit gebe. Wie sachlich unzutreffend dieser Ein- wand ist, ergibt sich am besten aus einer Erhebung des Deutschen Landarbeiterverbandes, Gauleitung Ost- preußen, bei welcher 22 Kreis« erfaßt wurden. Nach dieser Er- Hebung, die sich auf amtliches Material stützt, waren Ansang bis Mitte März 1926 insgesamt 6661 arbeit- suchende Landarbeiter vorhanden. In der ganzen Provinz Ostpreußen dürften somit mindestens 16 666 Arbeitsuchend« gezählt worden sein. Mit der Zählung bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen werden aber nicht alle Arbeitsuchenden erfaßt, denn die größte Anzahl, besonders unverheiratete Landarbeiter, bedient sich nicht der öffentlichen Arbeitsnochweise zur Vermittlung einer Arbeitsstelle. In der Erhebung ist ferner festgestellt worden, daß 4965 land- wirtschaftliche Arbeiter in 22 Kreisen Anträge auf Erwerbslosen- Unterstützung gestellt hoben. Von diesen wurden 342 abgewiesen und mithin an 4563 Landarbeiter Arbeitslosenunterstützung gezahlt. In Anbetracht der Feststellungen des Deutschen Landarbeiteroer- bondes muh es als unerhört bezeichnet werden, wenn landwirffchaft- liche Arbeitgeberorganisotionen den Ausschluß der Landarbeiter aus der Arbeitslosenversicherung fordern und dos Refchsarbeits- Ministerium dieser Forderung in seinem Entwurf zu einem Arbeitslosenversicherungsgesetz in erheblichem Maße gefolgt ist. Streik im Fuhrgeschäft Böhm. Die Schwerfuhrwerkskutscher der Firma Oskar Böhm, An der Putlitzbrücke 6, haben gestern früh die Arbeit eingestellt. Veranlassung hierzu gaben die fortgesetzten Beleidigungen, die Herr Böhm seinen Kutschern bieten zu können glaubte. Mit den ordinär- stcn Ausdrücken belegt dieser Herr seine Arbeiter. Den Vertreter des Verkehrsbundcs, John, der im Auftrage der Kutscher am 25. Juni mit Herrn Böhm wegen dieser Behandlung und auch wegen Nichterfüllung des Tarifvertrages verhandelte, beschimpfte dieser brutale Patron noch toller wie«seine Leute". Seine Schimpfe- reien sollen wohl seine nicht minder ordinäre Lohnpolitik bemänteln. Obwohl die Kutscher im Wochenlohn stehen, hat Böhm es fertig bekommen, mehreren Kutschern, wenn diese vonsrüh5ilhr bis nachmittags 4 Uhr gearbeitet haben, ihnen nur den Lohn für einen halben bzw. dreiviertel Tag zu be- zahlen. Eine tägliche Arbeitszeit von früh 5 Uhr bis abends 7 U h r ist in diesem Betriebe immer noch«üblich". Von der Be- zohlung sür Ueberstunden will dieser Herr erst recht nichts wissen, trotzdem der Tarifvertrag die achtstündige Arbeits- zeit und die Bezahlung von Ueberarbeit vorsieht. Beim Gewerbe- und Innungsschiedsgericht ist Herr Böhm infolge der häufiqen Klagen, die die Kutscher mit ihm führen n ußten, um ihre Rechte zu erlangen, ein bekannter Gast. Aber der Mann, der sich anmaßt, die organisierten Arbeiter und ihre Vertreter zu beschimpfen, nimmt ganz gern das Geld von den Arbeitern: denn Herr Böhm ist nicht Fuhrherr, sondern gleich- z e i t i g R e st a u r a t e u r. In seinem Lokal an der Putlitzbrücke 6 oerkehren vornehmlich organisierte Arbeiter. Diese Arbeiter werden es sich wohlweislich überlegen müssen, ob sie unter diesen Umständen noch länger zu Böhm ihre Groschen hintragen, um sich hinterher ebenfalls beschimpfen zu lassen. Jedenfalls gilt für die organisierten Kutscher das Fuhrgeschäft von Böhm als gesperrt. (Gewerkschaftliches siehe auch 2. Beilage.) VerantworNich filr Politik: Sin st Stent«; Wirtschaft:«ttnt Satcri.rs: Skworlschaftsbeweauna: Stiebt. Czfotn: SeuiQtton: K. S. löschet; Loiales und E-nstiat«: Sri» ttatstäbt: Amtiatn: Tb. Stockt; sämtlich in Berlin. Leilalt: Porwärto-Lttlaa®. m. 6. 8.. Bttlin. Druck: Borwärts-Vuchdtuckerti und Btrlaooonstalt Paul Einaer u. Co.. Berlin EW SS. Lindenlrroke Z. Hrerju 3 Beilagen,„Unterhaltung und Wissen",„Ana der Filmwclt" und„Zugenb-vattoirrt»". BERLIN C» KÖNIG STR. 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Nutzen öes Reifens. Mit Reiselust und Reisevorsreude ist so manche« Kinderherz in den letzten Wochen vor den großen Ferien erfüllt. Kinder gibt es auch, denen die Ferienreise eine selbstverständliche, kaum besonders erwähnenswerte Angelegenheit ist. Aber neben all diesen, die bald die Eisenbahn ins freie Land, an die See, in die Serge führen wird. steht die viel, viel größere Schar derer, die daheimbleiben müssen: nicht nur ausnahmsweise in diesem Jahr, sondern immer. Man muh sich einmal klarmachen, was das für diese jungen Menschen bedeutet. Schon der Erwachsene geht, von dem Tempo der Großstadt, von den Anforderungen, die die moderne Technik an seinen Körper stellt. vorzeitig verbraucht zugrunde, wenn er nie in freier Natur sich er» holen darf, nie dem Stein- und Staubmeer der Straßen entfliehen kann. Das Kind, das stets in dieser Umgebung leben muß, kommt ober gar nicht erst zur völligen Entwicklung. Ein verheißungsvolles Glied wird dadurch vielleicht der menschlichen Gesellschast entzogen. Staat, daß ein neuer Mensch zur Mitarbeit an der Besserung sozialer und wirtschaftlicher Zustände heranwächst, belostet ein verkrüppeltes, wenig leistungsfähiges Individuum die Gesamtheit. In der Schule ist solch ein Kind unaufmerksam und tröge, von schlechtem Begriffs- vermögen: der gebeugte Rücken und die eingefallene Brust kenn- zeichnen es als leichte Beute für die tückische Tuberkulose. Die ge- krümmten Beinchen der rachitischen Säuglinge strecken sich auch im Lause der Jahre nicht. Der schulentlasiene junge Mensch steht dann oft körperlich und geistig noch aus der Entwicklungsstufe eines um viele Jahre jüngeren Kindes. Die Lehre oder die Fabrikarbeit ver- brauchen seine schwachen Kräfte völlig. Stumpf und mechanisch lernt er die notwendige Arbeit zum kärglichen Broterwerb verrichten: in geistiger Dumpfheit und körperlichem Elend verläuft sein Leben. Ge- wiß ist die elementarste Forderung zu einer Besserung die Beseiti- gung des Hungers. Denn sicher nützen Sonne und frische Lust nichts, wenn der Magen ewig leer bleibt. Solange die gegenwärtige Gesell- schastsordnung nicht reformiert ist, wird leider für eine große Anzahl von Menschen jede Diskussion über gesundheitliche Mahnahmen eine müßige Spielerei sein, und die Herbei schassung von Brot wird für sie weit wichtiger sein als selbst die allerdringendsten sanitären und hygienischen Berbesserungen. Aber wenn der Mensch das not- wendige tägliche Brot hat, so bedarf er— und erst recht das Kind— doch auch noch anderer Dinge, vor allem einer angemessenen Er- hclung. Mit der Zeit zur Erholung ist e» dabei nicht allein getan, es fragt sich vor allem, wie sie verbracht wird. Gewiß sind sechs Wochen Schulferien für das normale Kind durchaus ausreichend, wenn sie richtig angewandt werden. Muß das Kind aber in dumpfen Zimmern hocken, oder in der schlechten Luft der Straße seine freien Stunden verleben, oder wird es gar als willkommene Hilfskraft zur Heimarbeit mit herangezogen, so wird es müder und verbrauchter oft als vorher die Schule wieder betreten, wenn erfrischte und von der Sonne gebräunte Kameraden und Kameradinnen von ihren Ferienreisen heimkommen. Die»verschickten" und Sie anderen. Allerdings geschieht von feiten der Stadt schon allerlei, um den Kindern, die es am nötigsten haben, zu einer Erholungsreise zu ver- Helsen, lleber 40 000 konnten im vergangenen Sommer verschickt werden, in Bäder, ins Gebirge, in Erholungsheime und auch in Einzelstellen. Jahrelang waren die Einzelstellen aus dem Lande von Eltern wie von Kindern etwas gefürchtet. Der Krieg mit seiner Lebensmittelnot hatte diese Einrichtung groß werden lassen. Das Gespenst des Hungers, das in den Großstädten furchtbar waltete, blieb dem flachen Lande ja im allgemeinen fern. Leider nutzten viele Bauern und Grundbesitzer ihre anvertrauten Pfleglinge aus und verlangten von den schwachen Grohstadtkindern anstrengende Ernteoder hütearbeit als Gegenleistung. Stellenweise kam es auch vor, daß man den Kindern zwar reichlich und auch gut zu esien gab, sich aber im übrigen überhaupt nicht um sie bekümmerte. So kehrten einig« Kinder mit Schmutzausschlägcn und Ungeziefer behastet heim, und sogar Unglücksfälle ereigneten sich infolge mangelhafter Beaus- sichtigung. Doch sind alle diese Schäden heute so gut wie völlig be> heben, von den vorhandenen Einzelpslegestellen wird etwa nur noch ein Fünftel beseht, so daß man tatsächlich in der Lage ist, nur die durchaus einwandfreien herauszusuchen. Und blieben in den Kriegs- jähren die Kinder etwa vier Monate aus dem Lande und vernach- lässigten dadurch die Schule, so gehen heute nur noch eine Woche vor dem eigentlichen Ferienbeginn und eine Woche nach Fcrienschluß etwa verloren, also ganz unbeträchtliche Zeit. Dos erholte Kind bringt diese Versäumnis mit Leichtigkeit wieder ein. Der Ausenthalt in Sool- und Seebädern und im Gebirge dauert in Privatheimcn auch nur etwa vier bis sechs Wochen: nur in besonderen Fällen wird er darüber hinaus ausgedehnt. Außer diesen von Aerzten ge- leiteten Erholungsstätten gibt es für gesunde, aber schwächliche Kinder andere Heime, die unter pädagogischer Aufsicht stehen. In ver Lüneburger Heid«, an der Ostsee, bei Zossen in der Mark hat der Berliner Magistrat von der Heeresverwaltung Barackenlager, ousgch taust, die damit einem erfreulicheren Zweck zugeführt worden sind. Unter Aufsicht von Krankenschwestern und Kindergärtnerinnen, von Lehrern und Lehrerinnen dürfen die Kinder hier im Wasser�'stN Wald und aus den Wiesen umhertollen. Leider ist mit diesen Maß- nahmen noch längst nicht alles getan. Viele Kinder müssen trog allem noch in der Stadt zurückbleiben Dreißig- bi» vierziglausend etwa suchen täglich in den Ferien mit der Eisenbahn oder mit der Straßenbahn Tummelplätze in der Umgebung aus. unter der Führung von Lehrern und Lehrerinnen oder mit den Helfern der sozialdemokratischen Kinderfreunde. Doch bieten diese Tagesausslüge mit den immerhin anstrengenden Hin- und Rückfahrten nur einen notdürftigen Ersatz für die sehlende Sommerreise. Aber zahllose Kinder müssen aus den verschiedensten Gründen selbst aus diesen Ersatz noch verzichten und den Rinnstein zur»Plantschwiese" und den Müllkasten zum Spielplatz machen. * Vielleicht erleben wir noch die Zeit, in der jedes Kind wenigstens einmal im Jahre einige Wochen herauskommt aus der Stadt in die m Oer lvobbly. von B. Tranen. Copyright by BuchMiister-Lerlog. Berlin und Efipji#. Die Seöoritas sprachen alle mehrere Sprachen. Die nur Spanisch sprechen tonnten, hatten wenig Erfolg. Sie muhten sich mit den Peons begnügen, und diese armen Teufel konnten nur gerade den denkbar kleinsten Betrag in diesen Spekula- tionen anlegen. Diese ungebildeten Seöoritas wohnten in den abgelegensten Teilen des Quartiers, wo die Zimmer am billigsten waren, am einfachsten möbliert, und wo die Musik- kapellen nur so gelegentlich hinkamen, wenn in den anderen Sektionen die Konkurrenz zu groh war. Hier in dieser Sektion trugen die Seüoritas Kleider, so einfach, daß sie mit ihnen sofort zur Stadt hätten gehen können, ohne aufzufallen. Die Einnahmen reichten kaum zur Schminke und zum Puder: aber Wasser, Seife, antiseptische Lösung, für jeden Besucher reine Tücher mußten sie haben. Denn der Gast, der da vor- beikam, konnte ganz gut der Inspektor der Gesundheitskom- Mission sein, der plötzlich das Zimmer betrat, nach dem Gesundheitspaß fragte und sich die Materialien für die Sauberkeit ansehen wollte. Puder, Schminke und Parfüm brauchten nicht in Ordnung sein, aber die anderen Matena- lien müßten in vorschriftsmäßiger Verfassung sein, sonst gab es Quarantäne, und die war kostspielig und war mehr gefürchtet als Geldstrafe oder Gefängnis. Es gab keine Sklaverei. Jede Seüorita war frei. Sie durfte morgen oder sofort das Haus oerlassen. Keine alte Hökerin, kein Faulenzer hielt sie unter irgendeiner Form von Pfand für Mietschulden, Kostgeld oder Wäscherechnungen. Die Miete mußte eine Woche im voraus bezahlt werden. Wer nicht bezahlen konnte, mußte dos Quartier verlassen. Wer auf der Straße zu Geschäftszwecken angetroffen wurde, kam in Quarantäne. Für Privatzwecke durfte sie aber auf den öffentlichen Straßen und Plätzen spazieren gehen, soviel sie wollte und wann sie wollte. In der Goldenen Sektion, die am Eingang des Quartiers war. wo alles im strahlenden Lichte der Tanzsalons lag, wohnten die Französinnen. Sie sprachen ein rasend schnelles Französisch, und sie alle schworen, daß sie aus Paris feien. aber mehr als die Hälfte hatten Paris nie gesehen, sondern kamen aus London, aus Berlin, aus Warschau, aus Budapest, aus Petersburg oder aus Städten noch viel serner von Paris. Leine von ihnen konnte die Erlaubnis erhasten, hier in dieses Land zu kommen, weil Damen, die sich diesem ehrenwerten Geschäfte widmen oder widmen wollen, die Einreise nicht erlaubt ist. Aber sie waren alle hier und waren alle eingereist. Jede mit Hilfe eines anderen Tricks. Die Pariserinnen waren die Elegantesten: das mußten sie schon sein, um in dieser Sektion bestehen zu können. So- bald die Einnahmen für die notwendige Aufmachung nicht mehr ausreichte, was sehr rasch geschehen konnte und sehr häufig vorkam, mußte die Senorita, der drückenden Kon- kurrenz wegen, in die nächst billigere Sektion verziehen. Und so kam es vor, daß manch eine, die das Geschäft nicht verstand und die Kunst nicht lernte, um es mit den Meisterinnen auf- zunehmen, immer weiter von der Goldenen Sektion abrücken mußte, bis sie in dem dunkelsten Teil endlich landete, wo nur die Peons hingingen, die um fünfzig Centavos handelten. Hier aber in der Goldenen Sektion erschienen die, die das Geld nicht ansehen, wenn sie herkommen. Die Oelleute, die sechs oder acht Monate im Busch oder im Dschungel gelebt hatten, wo sie nichts ausgeben konnten, und jetzt zweitausend Dollar in der Tasche hatten, von denen sie nur zwanzig auszugeben gedachten, von denen sie aber am Ende der Nacht nur noch so wenig hatten, daß sie sich einen Peso von einem Landsmann betteln gehen mußten, um das Auto zu bezahlen, mit dem sie zum Hotel fahren wollten. Da kamen die Schiffs- kapitäne, die ein gutes Nebengeschäft am Tage gemacht hatten: die Spekulanten, die einigen Grünlingen Aktien für Oelfelder verkauft hatten, in denen man nur Oel sah, wenn man eine Kanne voll hinbrachte. Da waren die Niggers, die ihrenKontrakt gestern fertiggebracht und heute dasGeld kassiert hatten. Diese Geldstrotzenden gingen von Haus zu Haus, von Senorita zu Senorita, augenscheinlich ausgestattet mit unver- wüstlicher und unerschöpflicher Lebenskraft. Die Häuser waren meist aus Holz gebaut. Jedes Haus sah genau so aus wie bas andere und jedes Haus war dicht an das Nachbarhaus geklebt. Der Raum hatte nur ein« Tür, die unmittelbar von der Straße in das Zimmer führte. Und jeder Raum hatte nur ein Fenster, das keine Glasscheiben hatte, manchmal jedoch statt der Scheiben Moskitodrahtgaze. Auf der Fahrstraße konnte man nicht gehen, man mußte auf dem schmalen zementierten Wege gehen, der an der Häuserreihe entlang führte. Die Seöoritas saßen alle vor der offenen Tür auf einem Stuhl oder sie standen herum, ollein oder in kleinen Gruppen, schwatzend und lachend. An keiner Tür konnte man vorbeigehen, ohne daß man von der Sedo- rita, der diese Tür gehörte, festgehallen und mst den süßeste« Worten eingeladen worden wäre, hineinzukommen und sich mit ihr zu unterhalten. Dabei machten sie so gewagte Ver» sprechungen, daß die Versprechungen allein genügten, die eisernste Widerstandskraft und die teuersten Gelübde spielend über den Haufen zu werfen. Erreichte man das nächste Haus, ließ einen die Seöorita sofort los, denn das nächste Haus war das Bereich der Nach- barin, wo nur die das Recht besah, Versprechungen zu machen, die noch um einige Grade weitergingen als die der eben ver- lasfenen Dame. Man tonnte sich nur durch eine einzige Ausrede vor diesen fortgesetzten Angriffen retten:„Ich habe kein Geld.* Dann war man sofort frei, vorausgesetzt, daß die Seüorita es glaubte. Meist glaubte sie es nicht und fühlte einem dann die Taschen ab. Aber keine hatte den Versuch gemacht, einem auch nur fünfzig Centavos wegzunehmen. Ihre Menschenkenntnis bewiesen sie dadurch, daß sie ehr- bare Bürger, die das Quartier zu passieren hatten, um zu ihren eigenen Wohnungen zu gelangen, nie belästigten oder nur in ganz bescheidener, unaufdringlicher Weise. Viele suchten sich ihre Gesellschaft recht sorgfältig aus und berührten keineswegs jeden, der vorbeikam. Andere weigerten sich entschieden und ließen sich selbst durch überbotene Beträge nicht gewinnen, wenn ihnen der Herr aus irgendeinem Grunde nicht gesiel. Manche sahen keinen Chinesen an. andere keinen Neger, viele keinen Indianer. Und doch, wenn schlechte Geschäststage kamen, wenn es zu Ende des Monats ging, zwang sich manche, jemand zuzulächeln, den sie zu Anfang des Monats oder noch drei Tage vorher entrüstet angesehen hätte, wenn er sie nur angetippt haben würde. Die Großen des Reiches sprachen nicht nur fließend Französisch, sondern auch sehr geläufig Englisch. Spanisch, Deutsch. Manche Unterhaltungen bereiten nur dann Ber- gnügen, wenn die Begleitmusik die Muttersprache ist. Und gewisie Empfindungen kommen nur dan voll zur Entfaltung, wenn sie mit Worten erweckt werden, die bestimmte Gefühls- nerven treffen, die eine angelernte Sprache niemals treffen kann. Denn solche Worte bringen die Erinnerung an das erste Schamgefühl, die Erinnerung an das erste Mädchen, das man begehrte, die Erinnerung an die mysteriösen Stunden des ersten Reifegefühls zurück. Die Meisterinnen der Kunst wissen das recht wohl. Darum kommen die Stümperinnen, die nur eine Sprache kennen, nicht voran: sie bleiben immer die Centavoskrämer in den dunklen Sektionen. —-"•' Mortsetzung folgt.)" i fre!c Natur, und sich dort Kraft Holl fit? die wrtgen Vvnate ta htm Stadtmauer». Dt» W»g«. dt« dafür zu beschreiten sind, sind gewiesen. Der Ainderaustausch hat einer ganzen Reihe von Kindern die Mög- lichkeit de» Reisen» erschlossen, und m den schlimmen Rachtnegs» jähren haben befreundete Länder, vor allem Dänemark, in frei» gibigftcr Weise kränkelnden, unterernährten Kindern Gastfreundschaft geboten, von der sie gesundet und rotwangig heimkehrten. Leider zeigen unsere abgebauten Fürstenfamilien nicht die gleiche Liebe sür die Kinder.ihres" Volkes, wie diese Fremden sie bewiesen haben Die Tore ihrer Schlösser sollen weder der verelendeten Großstadt jugend noch den Alten und Schwachen geöffnet«erden. Aber hosfent (ich wird trotzdem recht bald die kalte, tote Pracht mancher dieser cherrscherspielzeug«. die oft nur um des Erbauens willen erbaut worden sind und nie bewohnt wurden, unter Kinderlachen und dem Getrippel unzähliger kleiner Füße zum Leben erwachen. S Iahee Zuchthaus für Kutisker beantragt. Die PlädoycrS. Im Kutisker-Prozeß konnten gestern endlich die Staat»- onwält« ihre Plädoyers halten. Slaatsanwaltschastsrat P o l zt n beschäftigt« sich mit der Persönlichkeit Kutisker», warf ihm Betrug, Urkundenfälschung und Anstiftung de» Strieter und cholzmann zu? Abgabe falscher eidesstattlicher Versicherungen vor. Der Verdacht, daß die Beamten der Staatsbank bestochen worden seien, habe sich nicht bestätigt. Kutisker dagegen habe von Anfang an der Bank gegen» über die raffiniertesten Schwindeleien begangen und auf dies« Weise 1<,Z Millionen Goldmark erbeutet. Staatsanwalt chölz kam darauf auf die anderen weniger schuldigen Angeklagten zu sprechen. Er' hob hervor, dost die Söhne Kutisker» dem Vater gehorchen mutzten und deren Schuld deshalb nicht so grotz sein könne. Der Angeklagte Blau, der seine Angestellten veranlaßt habe, Wechsel zu unterschreiben, Kabe keine materiellen Vorteile erhalten. G r i e g e r sei auch selbst von Kutisker geschädigt worden. Dagegen habe Gro�e für Unterschreiben von Wechseln Dermögensvorleile erhalten. Der Angeklagte Blei sei Arbeitstier der Steinbaul gewesen und Hobe Kulisker gehorchen müssen. Schließlich kam Stoatsanwaltschastsrat Ziegel auf cholzmann, Strieter urch Daniel zu sprechen. So milde de? legt« an.zufasien sei, so scharf müsse dies hinsichtlich Holzmann und Strieter geschehen, die als Verbrecher aus Neigung zu bezeichn«» seien. Stogtsanwaltschaftrat Polzin begründete daraus die S t r a i a n t r ä g e. Sie lauteten: Daniel " Monate Gefängnis unter Zubilligung von.Bewährungsfrist, iür die Grobe k Monate Gefängnis unter Anre�inung einer Woche Untersuchungshaft, b'? ol-ich» Strof» für Griegcr unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft bei einer Bewährungsfrist sür den Rest der Strafe. Für oea Angeklagtem Blau wurden neun Monate beantragt, von denen vier Wochen duvck die Untersuchunas- hast als verbüß» zu betrachten sein sollen, iür Blei 6 Monate Ge- kängni» unter Anrechnung der dreinwnaligen Untersuchiuigshait: für Max Kutisker 6 Monate Gefängnis, iür Alexander S Monate— auch hier soll ein Teil der Strafe durch die Untersuchungshast verbüßt sein und sür den Rest Bewährungsfrist zugebilligt werden. ftäner seien Strieter. Hol., mann und Kutisker aozufasien. Die Ge» samtstraf« für Strieter sei wegen der falschen eidesstattlichen Ber- sicherung und iür Beihilfe zum Betrug« mit Zwei Iahren Gefängnis festzusetzen. Di« Gesamtstrafe für Holzmann sei mit zwei Iahren seä» Monaten Gefängnis unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 8 Jahren zu bestimmen. Bei Iwan Autt,t«r von Milde zu sprechen, würde wie Hodn wirken. E» fei gegen ihn wegen Betruges und Urkunde nfälschuna oui ein« Straf« von< Jahren Zuchthaus zu erkevnen, wegen An- stistung und Abgabe der beiden falschen eidesstattlichen Bersiche- ruo.gen aus>« zwei Jahr« Gefängnis und wegen Blankettfällchuna »uf zü*k Jahre Zuchihaus. Diese Strafen seien in eine Gefamtstraie von ssinf Zähren zufammenzusasten. Außerdem müsse aus eine Geldbuße in Höhe von tv Millionen Mark erkannt werden und dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre obae- Ivrochen werden— Von den Verteidigern kamen die Rechtsanwälte Dr. Worthauee, Dr. Fuchs und Dr. Woygodczinsti zu Wort«. Der Spritweber-Prozeß. Bevor gestern die Angeklagten das letzte Wort erhielten, mrrde ayf Antrag de? Staatsanwaltes nur noch kurz in die Beweis- aufnähme»ingetreten. Es handelte sich darum, ob der An- geklagte Hermann Weber bei den Bergleichsoerhandlungen, die er in Verbindung mit dem Brande in Stahnsdorf mit der englischen verficherungsgesellschaft führte, schon gewußt hatte, daß das Zoll- amt bereit gewesen sei, die zwei Millionen Zoll, die auf dem ver- brannten Spiriiu» lagen, zu streichen. H. Weber bestreite, dies. Der Staatsanwalt ist anderer Ansicht. Dann erhielten die beiden Brüder Weber und Peter» sowie Beyer da» letzte Wort. Zu bwnerken ist noch� daß auf Antrag de» Rechtsanwaltes D?. Solnick der jünger« Weber gestern aus de? Haft entlasten wurde. Moröverfuch and Selbstmord. Eine furchtbar« Bluttat verübte gestern der in dem Haus« Srätzstr. 66 wohnende 55jährige Lederarbeiter Klein. Mit einem Beil und einem Mester bewaffnet, versuchte er, die«öjährige geschiedene Frau Emmy Hey. mit der ,r zusammenlebte, zu täte». Er brachte ihr schwer« Verletzungen bei. Als er sah, was er angerichtet hatte, begab er sich in die Küche und e r h ä n g t e sich. Die Polizeibeamten. die alarmiert wurden und in die Wohnung ein- drangen, fanden Klein bereit» tot vor. Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. In der anschließenden Stube lag aus dem Bett Frau Hey. die schwere Kopfverletzungen und Stiche im Körper hatte. Sie wurde in sehr bedenklichem Zustande in das Krantenhau» am Urban transportiert. Was K. zu der Tat oeranloßte, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich aber hat er nach einem vorhergegangenen Streit. weil et sich von Frau Hey betrogen fühlt«, die Schreckenstat be- gangeu. Die Dolgen des Hochwassers. Schwere Ernteschäden. Da» Hochwasser im Oderbruchgebiet bei Rieder- saaten scheint zum Stehen zu kommen, wenigsten» liegen zurzeit keine weiteren Alarmmeldunge« vor. An der Befesti- gung der Deiche wird fortgesetzt weitergearbeitet. Di« Bruchstelle zu dichten, ist allerdings bei dem gegenwärtig«« Stande d«s Wassers nicht möglich. Man beschränkt sich zunächst darauf, zu verhindern. daß der Bruch sich erweitert. Zm Elbegebiet. Dl« durch die Hochwasserkatastrophe in den letzten 14 Tagen der Provinz Sachsen zugefügten Schäden lassen sich zurzeit noch nicht annähernd übersehen. Jedenfalls aber bedeute, sie für weiteste Kreise der Provinz, vor ollem in Anbetracht der an fich Ju/n Oder- Üemmbruch im Kreise Königsberg'Stil schon sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft, den Zufanimcabruch. insbesondere sür die kleinbäuerlichen Betriebe. Flächen von dem Ausmaß größter Güter der Provinz fiehcn voll- ständig unter Wasser. Ganze Mesenflächen in den Niederungs- gebieten find überflutet und verschlammt, selbst in dem nicht völlig überschwemmten Teil Ist an eine Arbeit auf den Feldern nicht zu denken. Infolge des nassen Wetters verdirbt überall das Getreide. Aus dem Hochwasfergebiet um Wittenberg« kommen jetzt die ersten Mekdungen über Verluste an Menschenleben. Die Ursachen sind ollcrding» nur indirekt mit dem Hochwasser in Der- bindung zu bringen. So hat sich in Lerkuhn der Landwirt Otto Kossebau erschossen, weil sein Besitztum vollständig durch das Hochwasser vernichtet ist. Bei Werben wurde die Leiche eines 10jährigen Knaben angetrieben, dessen Perso« nalien jedoch noch nicht festgestellt werden konnten.— Zur Feststellung der entstandenen Hvchwasserschädigungen. wegen staatlichen Schaden beihilsen und Steuernachlässen bzw. Steuer st undungist in einzelnen Landkreisen eine Kommission gebildet worden, der Vertreter der Finanzämter, der Regierung und 'des zuständigen Landratsamte» sowie de» Landbundes Provinz Sachsen angehöveu. Schwer« Hochwasserschäden zeigen sich jetzt auch im Kreis« Reuruppin. Bon den Rückstauwossern der Elb« sind die Dorfer Rübehorst.«lein- und Groß- Deri cha u. Alt- und Reu-Koppenbrück, Friedrichsbruch und Friedrichs- darf überflutet. Bon der Segeletz und dem Schwarzwasser sind die angrenzenden Landgebiete kilometerweit überschwemmt. Die D 0 s s e führt ebenfall, Hochwasser, sie ist stellenweise über die Ufer getreten und hat die anliegenden Ortschaften in Mitleidenschaft gezogen. Im Regierungsbezirk Lüneburg sind eine Anzahl Feldmarken, so bei Kleinheide. Prabstorf. Bückau. Liepe und Soven unter Wasser. Im Osten. Wie die Landwirtschastskammer für die Provinz Schle- f» eu mitteilt, ist insolge der Hochwasserkatastrophe di e E r n t et n Schlesien teilweise»ernichtet. Die Rüben und Kar- toffeln leiden unter der RSsse sehr stark, eine Srnährungskrtse scheint unvermeidbar. In der Gegend von Bukarest find in den letzten Tagen viel« heftige Gewitter niedergegangen, so daß die Flusse strecken- wen« uberflutet sind. In einige- Straßen Bukarests steht das Wasser zwei Meter hoch. AÄs D u d o p« st wird gemeldet, daß da» Hochwasser der Donau die Schußdämme bei den Wasserwerken an mehreren Stellen durchbrochen hat. Eine Gefährdung der Wasserversorgung der Hauptstadt ist nicht zu befürchten. Neugestaltung des kottbusser Damms. Im Zusammenhang mtt dem Bau der Untergrundbahn G«- sundbrunnen— Neukölln ist eine Reugestaltung de» K o t t- buser Damme» und der Kottbuser Straße geplant. Der vom Bauamt der Nordsüdbahn ausgearbeitete Entwurf sieht für die Straßenbahn einen eigenen Gleiskörper vor. Dieser soll auf dem Kottbuser Damm in der Mitte der Straß« 6,10 Meter breit angelegt werden. Für die beiden seitlichen Fahr- dämme wird eine Breite von 8 Meter für nötig gehalten. Die Breit« der Bürgersteiae muß zwischen 5,15 Meter und 5,90 Meter schwanken. Die Eingänge zur Untergrundbahn werden aus den Bürgersteigen angelegt. Sie müssen wegen de» Fußgängerverkehrs mindestens 3 Meter von den Häusern entfernt bleiben und daher zum Teil in das Fahrdammgelände hineingerückt werden. Das zwingt bei den Untergrundbahneingängen zu einer Einschnürung der Fahrdämm«, di« nicht erheblich sein wird. In der breiteren Kott- buser Straße ist es möglich, dem in der Straßenmitte liegenden Gleiskörper«ine Breite von 8 Meter, den beiden seitlichen Fahr- dämmen gleichfall» Breiten von je 8 Meter, den Bürgersteiaen Breiten von je 7,75 Meter zu geben. In der Kottbuser Straße sollen Baumreihen gepflanzt werden. Da» über die Baufluchtlinie hinaus- ragende Haus KottbuserStrahe 11 ist angekauft worden und wird abgerissen. Die wegen Beseitigung von Vorgärten mit den Grundstückseigentümern geführten Berhondlungen sind noch nicht abgeschlossen. Der ganze Entwurf hat bereits di« Zustimmung der Tiefbaudeputation des Magistrats gefunden. Die Angelegenheit kommt jetzt vor die Bezirtsverjammlung Kreuzberg. Eine Zigaretten-IiSlscherwcrkstatt«»»»gehoben. Fälschungen von bekannten Markeuzigarat- ten wuchten seit einiger Zeit in großen Mengen im Bertehr auf. Es Handelle sich vorwiegend um Zigaretten, die den Aufdruck .Iofetti' und„Massary" trugen, aber nur miuderwartiae Tobake enthielten. Nach langwierigen Beobachtungen ist«• jetzt gelungen die Fabrik, in der die Fälichunaen hergestellt wurden, zu ermitteln und dem„Fabrikanten* da» Handwerk zu legen. Sin« Zigarettenfabrik in der Landsberger St ratze, deren Inhaber ein gewisser Benno Band ist. war vor einiger Zeit schon einmal wegen Fälschungen von Zigarettenmarken zum Stillstand gebracht worden. Neuerding», als die Nachahmungen wieder austauchten. lenkte sich der Berdacht gegen die bereits ertappt« Fabrik. Di» Der- mutung erwies sich alt richtiq. Bei einem überraschenden Besuch fanden die Kriminalbeamten die Maschinen in vollem Betrieb. Auch die Prägestempel für die Fälschungen waren vorhanden. Jnsge- samt wurden 42 000 Zigaretten.Iosetti* und mehrer« hundert ..Massary* beschlagnahmt. Der Fabrikant Band wurde ver- haftet. Da» neue»ffenheim im Zoo. Die Spaßmacher de» Zoo haben eine neu«, ganz komfortable Wohnstitte erhalten. Da» neue, prächttg« vffenhau» ist in seinen leichten Formen und frohen Farben der Stil ist zeitlos gewählt— eine Behausung sür da» bewegliche Assenvolk. Eine große. l u f t> g e H o l l» mit braunem, farbig ornamentiertem Bambus- holzwerk, viele Palmen- und Bambuspflanzungen und ständig feucht gehaltene Kieswege, bieten den Tieren emen gesunden, staubfreien Aufenthaltsort. An der«inen Längswand sind die Käfige der Menschenaffen(Schimpansen. Orang-Utangs) an- gebracht, an der anderen Seite hat man vorläufig die Gebirgspavi- an« installiert, die aber später an der Stell« de« alten Ziegenberg»» ihr richtige» Felsenheim erhalten sollen Die kleinen zierlichen Meer- katze», u. a. die höchst eigenartigen Schlank» und Swmmelafien man nennt sie auch die Bogel unter den Affen---» sind in sechs kleinen Käfigen untergebracht. Die Lebenserhaltung dieser zarten. feinen Der« ist in der Fremde ungemein schwierig, und man hat als tiergärlnerische Neuerung hier zum erstenmal die künstliche Sonne mit Erfolg in Anwendung gebracht. Echiinpansens gaben einen Kaffee, jeder saß artig aus dem Stuhl, führte mit Grazie und Ge- schick die Tasse an den Mund. Geheimrat H e ck, der Spiritus rector de» Ganzen, hatte in liebenswürdigster Weise die Führung durch den imposanten Neubau übernommen. Dem Architekten Olta Behrend. der setzt ganz in den Diensten de» Zoologischen Gartens steht, ist es gelungen, die ganz bestimmt umrissen« künstlerische Aus- gäbe mtt großem Geschick und Geschmack zu lösen. Ans be» Wege»»« epießertu«. Dett draußen in dem Seengebiet de» Südosten» von Berlin liegt der«otzener See. Di« sttlle Abgeschiedenheit ließ ihn den Kirperkulturbünden aller Richtungen besonder» geeignet scheinen hier chr Verlangen nach Licht und Luft zu befriedigen. Fast das ganze Gebiet um den See ist nach und nach von Körperkulturbünden belegt worden. Aber nur ui bald wurde— unter Mitwirkung„duldsamer"' Pfarrer— der be- kannte.Anstoß* genommen, der erforderlich ist. wenn man aeaen Freunde der Nacktkultur vorgehen will. Daß man ganze Arbeit machen will, zeigt folgendes Schreiben, da» beim„Freien Körpertulturtrei»(Adolf Koch) eingegangen Ist: „Androhung einer Zwangsstrofe.* Der Freie Körperkultur- kr«» E. B., zu Händen des Lehrer» Adolf Koch in Berlin KW.. Hagelberger Str. 26. betreibt auf dem von einem Besitzer aus Motzen gepachteten Grundstück(an dem Motzener See— östliches Ujor— belegen) Nacktkultur und ist für da» für die Spiele pp. erforderliche Gelände nicht nur von der Wasser-, sondern auch an ewigen Stellen von der Landseite einzusehen. Sie werden deshalb hiermit als Vorsitzender der Bereinigung aufgefordert. bi» zu? Fertigstellung ein�A Zaune», welcher sowohl von der Land- wie von der Wasserseite fremden Personen einen Einblick auf da» Gelände wie auch Badestell« nicht ermöglicht, da» Aus- holten m völlig nacktem Zustand« einzustellen, andernfalls gegen Sie auf Grund de» 8 132 des Londesverwaltungsgesetzes vom 30. Juli 1883 eine Zwangsstrase für jeden Uebertretungsfall, d. h. für jede» auf dem Gelände in völlig nacktem Zustande ange- troffen« Mitglied von 100 Mk, an deren Stell«, wenn sie nicht beizutreiben ist.»ine Hast von 3 Tagen tritt, festgesetzt werden wird.* Schönet che. de« IT Juni 1926. Stempel nnd Unterschrift. Mtt solchen Mitteln di« Nacktkultur w ihrem Eiege»zug aufm- holten, wird den„Anstoßnehmenden* nicht gelingen. Bergeblich mühen sie sich, die Weg« zu Kraft und Schönheit zu ver- rammeln, weil fie selber auf dem Wege zum Spießertum bleib«! wollen._ Wird die Humboldt-Hochschule nationalistisch? Man schreibt uns: In der Dozentenschast der Humboldt-Hoch« schule Ist aus politischen Gründen ein schwerer Konflikt ausgebrochen. Der Vertreter der Nationalökonomie. Dr. Oskar Stillich, hat gegen die nationalistisch eingestellten Mitglieder des Lehrkörpers. Studien- direktor Dr. Gaste? vom Französischen Gymnasium, Professor B r ä n d l e i n von der Staatlichen Baugewerksckule in Neukölln, Professor Mülleralbrecht von der Staatlichen Bildungsanstatt w Potsdam, Mufiklehrer Dr. Bernhard U l r i«h und Amtsrichter a. D. fertige vetten Fertige Inlette grmat lalatt an yraara r«»*> b Oberbett..... 12-25 Unterbett...-10.90 Kissen...... 3.95 Sommer-Oberbett •dt tlrttic* rit«» III*, ul<■. InU* MuftnafirUi AQ«VK •lS*n*iI<*ww Oberbett. 8.90 6.60 Unterbett 7.50 5.50 Kissen.. 2.30 1.95 Frottierhandtücher Bettlaken BeitbeiOae wäschestoiumr.es rT,r rinvm DowlaS uoxs»..4.95 oberbett.. 4.95 3.65 Daunendecken Ki88en........ �65 39.50 a.h.ltd.ckfl, br.TXB »>I B«rdttr., 140x190 Weiser Kräuselstoff 0.85 iwUf, fuwlrmi,,, 0.95_ Ufej/uus größtes Spezialhtjus DeutschJcmds für Bettfedern, Bvtt&n u. SchJafximmcrhtidarf, Enorm billig I Kamelhaar-� j � Metalibettstelten Bogenbettstelle 86x184. BBi> Ba4 **0 W?.....• 9c. Br M kcc W»iit«iiui«tychast Stc»s>»»ca> wegen verleumderischer Beleidigung gestellt. Di« Genannten Hoden in einer Eingabe an den Ausschuß der Humboldt- Hochschule behauptet, daß Dr. Vtillich in seinen beiden Schriften: »Der Friedensvertrag von Bersailles im Spiegel deutscher Kriegs- ziele' und.Katechismus des Friedensvertrages' den Charakter des deutschen Volkes in empörendster Weise geschmäht habe. Diese De- hauplung stützt sich auf eine Stelle, die in Anführungsstrich« gesetzt und mit Quellenangabe versehen deutlich als Auszug aus einer Ententenote kenntlich gemacht ist. Die Eingabe führte zu einem Disziplinarverfahren gegen Dr. Stillich, da, inzwischen wieder ein- gestellt worden ist, da es von der Mehrheit der Dozentenschaft ge- mißbilligt wurde. Der lirheber des ganzen Konflikts ist der deutsch- nationale Profesior G r a m z o w, den die Dozentenschaft jetzt er- sucht hat. seine sämtlichen Aemter niederzulegen. Gramzow ver- sucht es mit allen Mitteln, seine diktatorische Stellung zu halten. die künstige Miete. Ist Erhvhung über IVO Proz. rechtswirksau»? Di« gesetzliche Miete beträgt vom 1. Juli ISIS ab nach reichsgesetzllcher Vorschrift 100Proz.der reinen Frieden». miete. Hat der Mieter die sogenannten Schön heitsrepa- raturen vereinbarungsgemäß übernommen, so beträgt die ge- setzliche Miete SS Proz. der reinen Friedensmiete. Gegenüber den teilweise unzutreffenden Schlußfolgerungen, die anläßlich des Erreichen» der Friedensmiete in der Oeffentlichkeit zu Tage getreten sind, weist der Ämtliche Preußische Presse- dienst darauf hin. daß im übrigen die preußischen Vorschriften über die Mietzinsbildung auch in Zukunft unverändert in Kraft bleiben. Dies ist zunächst für die Feststellung der reinen Frieden». nnet«, nach der sich die gesetzlich« Miete errechnet, von Bedeutung. Ebenso sind auch weiterhin neben den oben genannten Fällen Umlagen entsprechend dem bisherigen Verfahren zulässig. Unter anderen, können daher wie bisher die Kosten der Heizstoff« für Sammelheizung und Warmwasserversorgung sowie die Detriebs, und Jnstandhaltungskosten der Fahrstuhlanlage auf die Mieter umgelegt werden. Der Vermieter ist serner weiterhin berechtigt, in denjenigen Gemeinden, in welchen dergemeindlicheZuschlagzur Grund- Vermögenssteuer mehr als 100 Proz. der staatlichen Grundvermögens- steuer beträgt, den 100 Proz. übersteigenden Betrog auf die Mieter umzulegen. Dies« Umlage darf lediglich in der tatsächlichen Höhe des Steuerbetrages erfolgen, nicht aber in festen Hundertfätzen der Friedensmiete. Nur um den Mitern«ine» Anhaltspunkt für die sie treffende Belastung zu geben, sei darauf hingewiesen, daß im Durch- schnitt ein Zuschlag von 100 Proz zur Grundvermögenssteuer etwa 4 Proz. der Friedensmiet« entspricht. « vom Gau Berlin im Bunde Deutscher Mieterverein« e. V. wird uns folgendes geschrieben: .Durch den Beschluß de« preußischen Landtag» ist die Miete für Preußen mit Wirkung vom 1. Juli 1926 aus 100 Proz. erhöbt worden. Desgleichen haben die städtischen Körperschaften beschlossen, den Wirkung vom 1. zur staatlichen GrundvermSgenssteuer mit uli 1S2K aus 200 Proz. zu erhöhen. Der 100 Proz. j-■"i*- I Zuschlag übersteigende Teil(zirka 4 Proz� der Friedensmiete) soll neben der Miete von 100 Proz. aus die Mieter un sein. r o z. de- so daß die Miete für Bertin ab 1. Juli 192S zirka 10 4 tragen würde. Diese Ueberschreitung der Friedensmiete entbehrt unseres Erachtens der gesetzlichen Berechtigung. Durch das Gesetz zur Erleichterung der Wirtschaftslage vom 31. März 1S2S sind die bisherigen Bestimmungen des Finanzaus- gleichsgesetzes dahin abgeändert worden, daß bis zum 31. März 1927 höchstens 100 Proz. der Friedensmiete erhoben werden dürfen. In Verbindung mit der Senkung der verschiedenen Steuern sollt« hierdurch jede Möglichkeit ausgeschlossen werden, die Auswirkungen dieser Steuersenkungen etwa durch Mietzinssteigerungen über 100 Proz. hinaus wirkungslos zu machen. Das Reichsgejetz stellt mit Rücksicht auf die gesamte Wirtschaftslage eine Art Sperrgesetz dar. es steht daher sowohl mit dem Sinn« wie mit dem Zweck dieser Bestimmung In Widerspruch, wenn die Mieten durch maßlos« Er- höhung der Kommunen weit über 100 Proz. gesteigert werden. Der von Regierungsseite erhobene Einwand, daß ourch diese reichsgesetz. liche Beschränkung nur die von der Staatsregierung festgesetzte Miete betroffen wurde, ist weder durch die Fassung noch durch den Inhalt diese, Gesetzes begründet. Soweit Steuererhöhungen der Kommunen eine erhöhte Miete zur Folge haben, müssen sie gleich- falls als unter diese Bestimmung fallend angesehen werden, da in der Rechtsprechung unbestritten ist, daß die von den Mietern gesondert zu zahlenden Umlagebeträge gleichfalls Miete sind. Nur insoweit Er. höhungen vor dem Inkrafttreten de» Reichsgesetzes vom 31. März 1926 erfolgt sind, könnte man unter Umständen eine andere Rechtsmifsassung teilen. Da dt« Berliner Mieterorgantsati»««» der Ansicht sind, daß da» R« i ch s r e ch t auch aus die kommunalen Erhöhungen Anwendung sinket, haben sie beschlossen, zur Klärung dieser Frage die Entscheidung der ordentlichen Gericht« anzurufen. Den Mietern wird empfohlen, die über 100 Proz. der Friedensmiete Hinausgehenden Beträge nur unter Borbehalt zu zahlen." Eine Klnnonce. Im Lnfei uteickrtl de» �Lokal-Anzelgers" wird«ine Stenotypistin gesucht. Zweimal erscheint das Inserat. Warum soll eine Firma euch in der Zeit der Geschäftsaufficht und des Personalabbaus'e,ne Stenotypistin suchen? Hier ist der Fall nun aber äußerst verwickelt. Loraussetzung für das Zustandekommen de» Engagements bildet nicht etwa die Fähigkeit der jungen Dame, vielleicht zweihundcrt Silben in der Minute zu schreiben, sondern die Haarsarb«. El, eil Di« Stenotypistin muß hellblond oder rot sein, aiso sich durch rein arisches Haar auezeichnen, außerdem wird Unabhängigkeit und repräsentable« Aussehen verlangt: daß dt« Dame nicht älter als fünf- undzwanzig Jahre sein darf, bedeutet natürlich bei den sonstigen dt» a» sie f«st«a»«*«». eto«___ Dafür darf st« aber avch als Reisedegletterin austreten, erhält' ein gutes Gehalt und frei« Station. Es ist doch fiir manch« Leme sehr an» genehm, daß es junge Damen gibt, die im Nebenberuf auch steno- graphieren können,»nd außerhalb seines Inseratenteils versteht sich der.Lokal-Anzeiger" so gut moralisch zu entrüsten. SiM der MelliWWjelerMeiile der ZW. am Victislag. den 29. Juni 1926. abend» 7>/, Ahr im BewerkschaftshauZ. Saal 5. Engelufer 24/9« Tagesordnung: 1. Bericht über den Internationalen Mietertag t» Zürich. Referent: Genosse Rübe». t. verschiedenes. Bei der großen Wichtigkeit der TageSorduvng muß jede Abteilung unbedingt vertrete» fei». ver Erfolg üer Stuöentenwahlen. Die Berliner Studentenwahle« wurden diesmal mit einer Schärfe ausgefochten, wie selten zuvor. Auf allen Seiten wußte man, worum es ging: Auf der reaktionären Seit« um die Erhaltung der völkischen absoluten Mehrheit, auf der anderen um den Kamps gegen die sogenannte.Deutsche Studentenschaft", gegen die Kommunisten, Sozialisten und Demokraten getrennt zu Felde zogen. Der Erfolg— besonders auf der sozialistischen Seite— ist nicht ausgeblieben. Es gelang, nicht nur bei der Rechten die absolute Mehrheit der.Deutschen Finkenschost" und de».Waffenring", die bisher 52 von 100 Plätzen inne hatten, zu brechen und auf 47 herabzudrücken: besonders bedeutsam ist das Anwachsen der ausgesprochen proletarischen Studentenschaft. Wenn man bedenst, daß die s o z i a l i- stischen Studenten, die diesmal zum erstenmal mit einer eigenen Liste auftraten— bisher hatten sie innerhalb des �Deutschen Studentenbundes" 4 Mandat« inne— mit 589 Stimmen 11 Mandate erringen konnten, wenn man ferner berücksichtigt, daß auch die Kommunisten mit 265 Stimmen ihre Sitze von 3 aus 5 vermebrten, so läßt sich mit Genugtuung fest» stellen, daß es an der Berliner Universität nahezu 1000 Pro- letarierstudenten gibt. Das ist«in Erfolg, von dem man die Furcht der Hugenbergpresse verstehen kann, wenn sie vor den Ernst der Lage" warnt. Sollte die Brutstätte der Reaktion, die deutsche Hochschule. Herrn Hugenberg doch auch noch zuschanden gehen?— Die Folgen des sozialdemokratischen Erfolges werden sich bald zeigen. Es wird möglich sein, einen Soziiillsten in den Ausschuß der Studentenschast zu bringen, in dem die .Lehmänner" bisher ihr Wesen trieben. Allerdings gilt es jetzt für die Konnnunfften, Farbe zu bekennen, ob sie es mit der.Ein- heitsfront" ehrlich meinen oder nicht: denn auf ihre Sttmmen wird es Im Ettidentenparlament ankommen: die Berantwortung oder Schuld liegt ganz bei ihnen. Große Aufgaben werden sich in nächster Zeit für die sozialistischen Studenten besonders in den Bersassungskämpsen bieten, lue auch augenblicklich den Landtag be- schäftigen. Hier gm w zu erfüllen, was dort für eine bessere Zu- kunft der Hochschulen beschlossen wird. Di« jungen Genossen an den Universitäten werden sich ihrer Pflicht bewußt bleiben und weiterkämpfen, denn sie wissen:.Mit uns das Volk, mit uns der Sieg."_ Die Skadloerordnclenversamnilung hat ihre nächste Sitzung am Donnerstag um �15 Uhr. Nachdem der Haushaltplan erledigt worden ist, kann jetzt an die Ausarbeitung der noch unerledigten langen Reihe von Dorlagen und Anträgen herangegangen werden. Di« Sitzung soll aber die letzt« vor den Sommerferien sein. Da wird wahrscheinlich noch mancher Rest bis in den Herbst hinein liegen bleiben. kostenlose Rednerkurse. Einige Parteigenossen können an den Dienstagkursen der Republikanischen Redner-Dereinigung noch teil- nehmen, und zwar abends 8 Uhr im.Alten Askanier", Anhaltstr. 11. Leitung: Genosse W. Herod. Das Kabarett der Namenlosen. Jeder kann hier austreten ohne vorhergehende Prob« seines Könnens.„Monbijou" in der Jäger- ist das Paradies derer, die Ruhm vom Kabarett erwarten. sonnier. noch ist nichts abgeschliffen, das mondäne Tänzerpaor ist anständige Provinz, ein junger Mann imitiert sehr gut bekannte Schauspieler und verfügt bereits über scheinbare Gleichgültigkeit, und ein kleines Mädchen, Lisa H a r t a», singt die Pagennrien aus den .Hugenotten" und dem„Figaro" mit weicher, tönender und süßer Stimme. Roch ist die Höhe nicht ausgeglichen, Koloraturen gelingen schwer, aber hier ist Material vorhanden, dos entwickelt werden muß. Und dann koinmen die Neuen, Unervrodten, komische Figuren, die sich ernst nehmen, junge Leute ohne Stimme, ohne Talent, die verzweiselt um Beifall kämpfen und ihr« Hossnungen zu Grade tragen müssen. Nur einer, Peer L h o t, als Zille-Type mit eigenen, etwas sentimentalen Gedichten, ist gut. Das Publiluin amüsiert sich, lacht über den Kampf auf der Bühne und versucht sich an„geist- reichen" Bemerkungen. Nur Sonntags Aulobusverkehr zum wandlitzsce. Wie die Allgemeine Berliner Omniviis-A.-G. mitteilt, wird der Autobusver- kehr nach Wandlitzsec auch nur am Sonntag und nur vom Stettiner Bahnhof aus durchgeführt, nicht aber, wie irrtiim- licherweise gemeldet war. auch Sonnabends und vom Alexanderplatz aus. Eine Erweiterung diese» Sonntagsverkehr» nach Wandlitzsee ist zurzeit nicht in Aussich» genommen. vle Erkrankungen ln Kalkberge. Amtliche Aestslellungen. Das preußische Wohlfahrtsministerjuin teilt dem Amtlichen Preußischen Pressedienst als Ergebnis der an Ort und Stelle durch einen Regierungsmedizinalrat vorgenommenen Unter- suchung mit: Di« Erkrankungen haben sich als Vergiftungen mit den Bakterien„enteriris Gärtner" herausgestellt. Es handelt sich hier um Bakterien, die ausschließlich bei Tieren vor- kommen und auf Menschen nur durch den Genuß von Fleisch er- krankter Tiere übertragen werden können. Di« Herkunft des Fleisches, dessen Genuß zu den Krankheitsfällen geführt hat, hat sich bisher noch nicht ermitteln lasten, da all« Angaben über Fleischer, bei denen es gekauft sei, sich als unzutreffend erwiesen haben. Es besteht die Möglichkeit, daß das Fleisch von einem notgeschlachteten Tier stammt und aus illegalem Weg« eingeschmuggelt worden ist. Einige Fäll«, von denen angenommen wurde, daß sie aus Kontakt be- ruhten d. h. auf Zlnsteckung von bereits erkrankten zu gesunden Menschen, sind dahin ausgeklärt worden, daß auch diese Personen von dem Fleisch resp. von dem Teller gegessen haben, aus dem das Fleisch gelegen hatte und auf dies« Weise sich direkt infiziert haben. Ein« andere Möglichkeit bestand auch nicht, da wie schon gesagt, die Bäk- terien nur vom Tier aus den Menschen und nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Eine weiter« Ausbreitung der Erkrankungen gilt als ausgeschlossen, vi« Epidemie kann vielmehr als erloschen angesehen werden. Obwohl bei der ganzen Natur dieser Infektion kaum«ine Möglichkeit weiterer Er- krankungen über den Kreis der Personen hinaus besteht, die von dem infektiösen Fleisch gegessen haben, haben doch die Behörden über das Maß des Notwendigen hinaus zur Beruhigung der Bevölkerung alles geian, um jede erdenkliche Sichenmg gegen weitere Erkrankungen zu schaffen. Die Erkrankten selbst sind im Krankenhaus unter. gebracht und ihr« Pfleger sind mit ihnen abgesondert worden, um jede Berührung mit Gesunden zu vermeiden. Auch dies« nicht mibe- dingt erforderliche Maßnahme ist getroffen worden, um die Be- völkerung vollends zu beruhigen. Der Amtevorsteher von Kalt berge teilt mit: Seit Donnerstag sind keine neuen Fälle von Paratyphus zu verzeichnen. Der Zustand der Erkrankten hat sich soweit gebessert, daß bei keinem mehr Lebensgefahr besteht. Soweit Uebertragungen vorgekommen sind, beschränken sie sich auf Familienangehörige und Pfleger, die ständig mit den Kranken in direkte Berührung kommen. Die von der Polizei angeordneten Maßnahmen sind nur getroffen worden, um allen Eventualitäten vorzubeugen. Das Baden im Kalksee ist entgegen anders lautenden Meldungen nicht verboten, da hier absolut keine Ansteckungsgefahr besteht. Jür unsere herbst-Jugenüwelhen am 12., 15. und 26. September werden Anmeldungen unter gleich- zeitiger Bezahlung von 50 Ps. Cinschreibegebühr in den nach- steheichen Anmeldestellen angenommen: gar B«li» csro««, Sckioukiilewaust: tzueeichsckrttertat Sroz-Berlin, Cinfcenltt. 3. 2. S>of. 2 Trepp« u(Rirnrnti M.«öffnet oon» di» 4 Udr. Mittwochs und Jtreitan» von!I bis 7 Udr. L. ZosevK, KW 21, Bilbrlmsbavener 6 trete 4$(cprMlion):«. fcönifi».»«. Müller-.(Mi Utrecht«« citofte lLpeditloni:£>. Miicke. 3)«ö. Pariusftr. 15: P.«roll. R K5. Utrechter Str. 21 gtefiouremt): Soffntann. N M, Lpchenrr Str. 3 fgtfftaurant): P. Dobroblaw, 37, Swinrn, linder Sir. 3(3tffUiui«nt): s. Odft, R 39, Äckersir. 174 lSpedi. tionl: 6. Senil. 3! 113, Greifendaaener Str. 22(Spedition'): Jt. Anderslon, N 31. Stralsunder Sir. 19; zischer. N 20, Baslianstr. 7; W. Siid,. SRO 18. Londoberacr Alle« 43, l Tr.: P. Tüll. RO db. tzmmanuellirchsir. 24(Spedition): Arndt. O IT, SRartusfir. 30(Spedition): M. Warlmonn. 0 54. flöitisi»- ber«er Str. 37(Loden): L. Wittschub. O 34, Peiersduraer Str. 3(Restaurant): *. Meile, O 34, Petersburger Plab 4(Spedition): P. Hier, SO 20, Raunii»- ftroste S(Restaurant): ß. Peile, SO 30, Gloaauer Str. 30. v. 4 Tr,: Böbm. SV 50. Laustber Plast 14—15(Spedition).— S7l>r rreplow-BaumIchulenwea: W. Salles.?aumschule»weo. Scklroderstr. 10. 5 Tr.: S. Meckelbura. Treptow, Sroeststr.»(Spedition).— Ilür Cdinebcia-peickcnni! Krau«lawiiiee, Schöne- bero. Ä voftel.Pau ius-S>e. 7: R. fletne, Schönebern. Ubttsltr, TO; Raibmann, Schönebern. Keine«? Skr. 27(Spednion): O. Schaubt. Friedenau. Keckse- itroste 9; Krau Unaertr, Wilmersdorf, öanouet Sic. 43(Siedluna).— Kiir Lanlwi», Lichteifelde»ab stcnlist! Emil Zieoe. Lichierfelde-Ost. Lorcnjltc. 13; ftori Schönwetter. Lichteifelde. West, Höndelvlast S: ftrist Kambura. Sleoiist. Sdilostft», 103: Wild. Siubia, Sleoiist. Rinaste. 7. Sarlenstaus 3 Tr.:(büniber Krloenireu. Lanfwist. E Karlotten str. 34.— Kiir Ebailatenbura iSchiller- Tbeater. Oroimonstroste): I. Kinrichfen. Ponreulder Str. 23»: K. Schmidt, Rostnenstr. 4(Laden): Osfar Horstin, Sickinnrnstr. 38; 6. Kastenftei», Riebubf- fttflfte 01: Voewäris-Speditio»«aiierdamm 102,(SartenKano 1 Tr.— Silt Panfow und 19.*rci»(Auln des Lnzeums Pankow, Körichllr. 42—44): Nonfumverfaufsftellrn Panlow. Wollonfftr. 102, Berliner Str. 47 und Breit« Strofce 10: Spnlumverkaussstellen Niederschöndausen, Kaiser-Wilbeim-Slr. 79 und Kaiferweo 00. Die Herbst-Iustendweibe für Ekorloitenburn findet am Sonnion. den 20, September,»ormiitost» U Udr. im Staatlichen Schilfer-Tbeater. Bismarck» ftroste, am«nie, stall. Der Borbrreiiunqsunlerrichl beninnl am Montan. den 10. Aunust, nachmiüan» von 4 bis 0 Udr. im Iunendtieim Rostnenstraste 4. vor» 1 Treppe, und wiedeeboli sich an den iolnenden Moniapen, Anmeldungen nestmen entnteen die„Vorwörts'.Speditionrn Sesenbeimer Str. 1. parterre: Ivachimi, Kniserdamm IfiZ: Sckmkit. Dronfenstroste 12, 1. Garlrnbaus 3 It.; Eisfeld. Tauronaenee Siraste 11; Pufeniat. Augsburg« Str. 47. paiterr«. und Ziaarrengefchäft Schmidt. Rpstnenstraste 4. v«r Vvfksckior.Oslen«. Mitgl. d. DAZS.. Dirigent CSntfl Runge, ver. anstaltet am Montag, SS, 0. V,a Udr in der Aula de« Rndreas-NeaI.Ke,m- nnfium«. Koppenitr. 7K, ein'i, r c t k o n z e r t s>i r Erwerbslos e. ilbre Mitwiilung baden»ugesagl: Rull) ilnqedorg Kellch(fl oline), Nruna ftictb(Cello). Ludwig Wostgang sirnoni((Ilavier). Die Einleßfarten werden vom ArbeilSamt FnedrichSdain ausgegeben. Plahfa-zerle der Schupo. Am bsutigen Sonntag finden von 12— 1 Udr mittags zwei Plndlnnzecte der Schupo statt und zwar aus dem Vlivaer Platz und im Piktorie-Part Kreuzberg. Gesthästliche Mittellungen. Die Zleifezelt lowwt! Zur rechten Zeit weist die ifeuersottetiji der Provinz Brandenburg. Berlin W. 33. Am Karlebob 3. in einer Antündigung im An» ikigenteU der vvrliegenden Ausgode aus die Eiefohren bin, denen die Wob» nnngrn— ganz briander» in d«" Reifezeit— ausgesestt stnd. Sie wendet sich mit dieser Antilndiaung vor allrm an den Ritlelfiond und an den fleinen Mann und will diesen wirtschofniöi lchwachen Kreisen einen zeilgemaßen und billieen Persichrrunnsschust gewübren. »Ine aLustifte»infautonönlichfeit bietet der Invrniurverlauf. den die warenbäister der Ksafum Senolfenschelt«eilin u»b Umneaeod in der Zeit vom 1. bis 14. Juli veronstailet. E» empfiebll sich, das Inserat in der beutigen Nummer zu beachlen. WER SAlÄMAMRiRSCHyilE TRÄfiT�IST STETS ZUFRIEMN AWertheim fö. Reise u. Bad Leipziger Platz KönigstraBe Rosenthaler Str. Moritzplatz Schriftliche Bestellungen an die Versand-Abteilung, Berlin W 9 Für Extra-Preise Montag, Dienstag, Mittwoch Ein Pesten KtlDeekoffef aiHiunwiiHimmiiiiiuinmmiiimiminimimiiiia■ M» WWW■ m Wmr■■■ Hartpladea, mit S Schulaeckcn, Metall» chlcnc und Zujticfalöuerm Mo nri Lrrtffar Hartplatten, m. 8 Vulkanfiber- ndl IU l\U 1 1 C 1 Schutzecken u. 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Gummistoff- Etui ONJ Pt- 490 090 090 790 Reisetaschen VoI1-Rin» war mit Ausnahm« de« Lahre, 1023 die best» seit 10 Äahren. vor allen Dingen war die Ernte in den meisten europäischen Ländern und in Kanada außerordentlich günstig. Somit war für dt« hauptsächlichste Belreideart, den Weizen, ein ziemlich hoher Weltgetreideüberschuß vorhanden, nämlich 03 Millionen Quarter«. Daß der für die Ausfuhr oerfügbor» De- stetdellderfchnß nicht»och»iet Häher war. tag an satgende» Um- ständen: vi» vereintgte» Staate» hatten Hm schlecht» Ernte»nd de�l-wige nur gering, Ausfuhrüderschüsie-, ht, russtsch« Ernte war zwar gut, jedoch tonnten nur ganz geringe Mengen ausgeführt iesmal ihre Vorräte zurück- Ernte ist gegen ErwoNen außerordentlich chlecht ousgefallen und hinter den Schößlingen zurückgeblieben. Auch ie vonouländer und Rordafrtka hatten nur geringe Ausfuhrüder- schüsse. Dagegen hatte Kanada grober« Ausfuhrüderschüsst, ol» die ganze übrige Welt zusammengenommen Daß kana- dische» Getreide die europäischen Märkte troizdem nicht überschwemm« hat, dafür ist die Tätigkeit de« kanadischen Weizenpool», welcher die Weizenvorräte bis zuleßt zurückzuhalten oermochte, verantwortlich. War der Wcltweizenüberjchuß infolge der erörterten Ursachen nicht übermäßig hoch, so blieb der Weltzuschußbedarf noch weit dahinter zurück Einmal weil die Zuschußländer in Europa selbst über gute Ernte oerfügten, weshalb ihr Einfuhrbedarf g«. ringer war, de» weiteren aber Infolge der im laufenden Erntesahr chne Zweifel geschwächten Konsumkraft der europäischen Bevölkerung. Letztere Tatsachen kommt besonder» in der sehr v e r- r I n g e r t e a Getreideeinsuhr nach England zum Ausdruck Diese sinkende Tendenz der englischen Getreideeinfuhr ist seit dem Generalstreik bzw. dem Dergarbeilerstreik noch in verschärfter Jorm zutage getreten. Der Weltzuschußbedars wurde für da» lausende Erntesahr bi» Sl. Juli auf 74 Millionen Quarters geschätzt, wovon bis Mitte Juni<51 Millionen verladen wurden: demnach würden sich dce noch benötigten Mengen auf über 12 Millionen belaufen. In- dessen blieben die europäischea Käufe selbst hinter den in den letzten Monaten verminderten Schätzungen weit zurück, so daß in einer neuen Schätzung die in den kommenden Monaten noch abzuladenden Menge um ein knappe» Viertel herabgegesetzt werden mußte. Die in den letzten zwei Wochen nach Europa unterwegs befindlichen Mengen von Weizen und Mehl waren erheblich geringer als zur gleichen Zeit vor einem Jahre. Da aber die Ernte infolge der Regen- Witterung in diesem Jahre in den me ften Ländern verspätet sein wird, wird doch wohl noch ein beträchlicher Teil der vorhandenen Vorräte au» der diesjährigen Ernte in Anspruch genommen werden müssen. Vorläufig besteht in Deutschland, besonder» infolge der Un- sicherheit in der Zollfrage, wenig Kauflust. In bezug auf Roggen war im laufenden Jahr sowohl in Deutschland wie in den Vereinigten Staaten und in anderen roggenbauenden Ländern eine Rekord- ernte vorhanden, deshalb und allerdings auch infolge der sehr oer- änderten Konsumgewohnheiten der deutschen und überhaupt der europäischen Bevölkerung der Preisrückgang, welcher aber in den letzten Monaten bereits wieder einer erheblichen Preisstetgerung gewichen ist. Die kommende Welternte. Ganz im Gegensatz zum laufenden Erntejohr wird die kommende Weltroggenernte unvergleichlich geringer sein als in diesem Jahr. Die Roggenernte der Vereinigten Staaten betrug im laufenden Erntesahr 49 Millionen Bushels. die kommende Ernte dagegen wird aus nur 41 Millionen geschätzt, obwohl die diesjährige Ernte im Dergleich zu den vergangenen Jahren mit 64, 63 und ll)3 Millionen vushets bereit» gering war. AehnNch steht es in den andern Ländern. Dagegen wird die neue Wellweizeaernte edenjogut, ja vor- ausflchtlich noch bester sein, als die diesjährig«. In Europa tauten zwar die Bericht» au» zwei Ländern, au» I i a li e» und aus Frankreich, sehr ungünstig. Die mjsijchen Ernteaussichten sind ziemlich günstig: c« wird behaupet, daß die Lauer» noch größer« Borrät« hätten, und deshalb nimmt man an. daß au» der neuen Ernte beträchtliche Mengen ausgefühn werden können. Andererseits wird ober vielsach angenommen, daß die Bauern da» Getreide nicht zurückgehalten, sondern selbst verbraucht oder verfüttert haben. So- mit bleibt die Möglichteft der Ausfuhr von russischem Getreide ein» effene Frage. Gute Ernten sind in sämtlichen vonaulöndern, Ungarn, Rumänien. Jugoslawien und Bulgarien, zu erwarten. Ausschlaggebend ist aber die günstige Getreideiag« sowohl in den Bereinigten Staaten wie in K a n a d a. In den vereinigten Staaten wird der Ertrag de« Winterweizen» gegenüber 308 Mit- iwnen Bushei« im laufenden Erntesahr aus 343 Million e» geschätzt. d. h. aus 33 Proz. mehr. Für Sammerweize» find zwar die Au»- sichten ungünstig. 220 Millionen Bushels gegen 271. und auch für Winterroggen um 20 Proz. weniger, trotzdem werden aber, letzte« der Mil- abliefern In Kanada steht, süngste» Berichten aifoltze und«ntgege» den früheren pessimfstischen Schätzungen, der Frühsahrswetzen(der hier fast allein Bedeutung Hot) außerordentlich gut. Die ausgezeichnet» Ernte des laufenden Johne» wird voraussichtlich noch überschritte» werden. Jndesten kann man über die laaadijche Log« erst im September et» endgültige» Urteil fällen. tzZretöentwicN»mg. Bei Beurteilung der Prersentwickiung ist Our allem die Feststellung wichtig, daß t» diesem Erntesahr die Preisunterschiede Zwilche» de» ettu einen Lander» sehr groß war«». Die amerikanische» Preise wäre»»ieflaeh Häher all dt» europäische»,«Da, i» andere» Jahren nicht der Fall z» sein pflegte. Die» hängt mft der dürftigen amerikanischen Ernte und mit der geringen Aufnohmesähigkeft de» europäischen Markte» zusammen. Aber auch innerhalb der«uro- p ä i s che n Länder waren die Abweichungen von den durchschnitt- lichen Weitmarktpreisen sehr groß, infolge von Unterschieden in de» Qualitäten und au, markttechnischen Gründen, vor allen Dingen aber wegen der Getreidezölle, die in einer Anzahl von Ländern erst in diesem Jahre eingeführt wurden. Für Weizen war die allgemeine Preistendenz auf dem Weltmarkt seit Ansang des Jahre» eine sinkende. Erst im Mai erfolgte je eine Äersteifung der Preis«, während im Juni große hängen mit der Tätigkeit der Spekulation zusammen, welche Schwankungen zu verzeichnen sind. Letztere vor der neuen Ernte besonders rührig ist und eine jede, oft unrichtige, ja oiefsach absichtlich gefälscht« ungünstige Ernteschötzunp zu Preis- ftelgerungen ausnutzt. Solche Spekulationen von Spielergruppen sind gegenwärtig wieder in Ehrkago Irr Gange, In Europa besonders ln Frankreich, wo die Spekulanten große Meng« Getreide zusammen- kauften und dem Derbrauch vorenthalten. Deshalb plant die franzö- fische Regierung scharfe Mahnahmen gegen die Spekulanten, wie Schließung der Getreidebörse und Sammlung eines staatlichen Vor- rat» nach dem Muster der früheren deutschen Reichsgetreidegcsell- schaft, um durch Verkauf dieser Vorräte aus die Preise drücken zu tönnen. Im Gegensatz zu den Weltmarktpreisen war die Prelsent- Wicklung in Deutschland im Jahre 1926 für Weizen eine steigende. Im Reichsdurchschnitt kosteten 50 Kilogramm Weizen 1913 9,79 M., im Januar dieses Jahres 13,35, M. Februar 12,50 M., März 12,85 M., April 14,40 M.(nach.Wirtschaft und Staiiflif*); im Mai sind die Preise weiter gestiegen und erreichten mit 308 M. pro Tonn« im Vergleich zu den Weltmarktpreisen eine solche �öhe, daß sich der Zollsatz von 35 M. im Preise vollkommen auswirkte. (Nach Einführung der Getreidezölle konnte anfangs infolge der ge- ringen Aufnahmefähigkeit des Marktes der Schutzzoll nicht zur Geltung kommen.) Die Roggenpreis� waren bekanntlich in diesem Jahr außerordentlich gedrückt. In Deutschland wiesen sie ledoch In den letzten Monaten eine sehr erhebliche Erhöhung auf. Der Durchschnittspreis für Roggen betrug 1913 8,27 M., im Januar 1026 8,26 M.. Februar 8,04 M.. März 8,19 M.. April bereits 9,42 M.: im Mai blieben die Preise auf der Aprilhöhe. Infolge der zu erwartenden ungünstigen Roggenernte kann man jedoch mit Sicherheit annehmen, daß die große Spanne zwischen Weizen- und Roggenpretsen, die in der letzten Zeit in Deutschland bereits im Schwinden war, sich für den ganzen Weltmarkt vermindern wird. Künstliche Beeinflussung der Preise. Unter den mannigfaltigen Versuchen, die Getreidepreise mit wirt- schaftspolitischen Mitteln zu erhöhen, wurde die Tätigkeit de« kana» bischen Weizenpoole bereits erwähnt. Trotz der großen Vorräte, die der Weizenpool in der Hand hat, sah er sich immer rzoch nicht veranlaßt, mit den Preisen herunterzugehen, was von der besonderen Stärke dieser Organisation zeugt. In den Vereinigten Staate» hat Präsident Eoolld,« erst kürzlich seine Zufttmmnnf zu ntm Maßnahm« gegeben, wonach Fannern, welch« in Eo> Wartung eine» steigenden Mark»«» Vorräte zu halte« wünsche» »sä» de» mianoillyen uanorotnen lauen-wer naatiich« �u|chu|)« gewährt werden. Für dt« Ausbringung der Kosten wird auch die Einsühru finanzielle Hilf« gewährt werde» soll. Ja Norwegen wurde da» sp «« Jahre» destehend» G«tr»id«m»»op»l adgeschc" ändischen Landwirten sollen aber staatlich« Zuschüsse von Getreidezöllen erwogen. In der Schweiz wird nach der jürn, erfolgten Abstimmung da» geoenwärtige Getreidemonopol weiter to stehen bleiben, wobei de» Bauern vom Staat Preise de willigt werden, welch» über de» Weltmarktpreis stehe». In der Ischecho. sition d» iriament und unter großen Ekondolszenen hohe Getreide- unk Mehlzöll»(an Stelle der bishcrigni gleitenden, sich mlt den Weltmartb slowakei wurde kürzlich durch Vergewaltigung der Opposition Parlament und unter großen E Mehlzöll»(an Stelle der bisherigen I. preisen ändernden Zölle) Angeführt. Bei dem großen Zuschuhbedarj der Tsche-dv slowakei werden diese Zölle etn« schwere Belastung de> Industrie und der Verbraucher darstellen. Die Regierung hat dies« Zölle überwiegend au» finanzielle« Gesichtspunkten, um der Staats- kost« leichte Einnadme» auf Kosten de« Masienoerbrouih» zu sichentz befürwortet. Mft Ungarn, besten Getreideausfuhr»och der Tschecho, kost« leicht» Einnadme» auf Kosten de« Mastenoerbrauch» zu sicheng slo watet gefährdet, und besten Mehlousfithr noch diesem Land ooK kommen unterbunden wird, ist wegen der neuen Gekreidezölle ei» schwerer Zollkouslttt ausgebrochen.«. F. yauffefieber an öer Sorfe. Mißtranen im KlnSlnnt». Seit dt» Wirtschaft oon der Absatz kris« geschüttelt wird, jubelt d» Börse. St« schwinunt in Geld, und ein« Hauste löst die ander« ab Vom 4. Januar dt» zum 9. Juni ha« sich der Durchs chntttskur, all« tat Berlin notierten Aktie» oon 58,30 auf 102�6 Proz. erhöht. Dft durchschnittlich« Kurssteigerung der auf Termin gehandelten Papier» ist noch größer: oon 7<3 auf 121 j Proz. Seit dem 9. Juni ist nock eine»Oester« sprunghaft« Steigerung erfolgt. Wie sich dt» Aktie» kurfe einiger prO»i»»»t«U Wert« seit Jahrodegtnn oeränderi haben, zeigt sotgend« Tabelle: Verl. HandeUges. varmst.». Rat. B »«.«.... v-xdomer Daß. Deulscd- Lux... i. B. Färb. Ind. rpen.... lsr Bergbau. ü Loewe.., Phönix.... Schutth.-Patzenh. Wenn es sich hierbei auch um ausgewählte und besonders bevor zeugt« Werte handelt, die Kurssteigerung innerhalb sechs Monatei ist enorm. Besonders fällt die Steigerung in den zwei Monaten sei April auf, seft sich die Kapitalanlage von den vorher bevorzugte, Goldpsandbriefen voll dem Aktienmarkt zugewandt hat. Die letztei beiden Monate haben größere Kurssteigerungen gebracht als di vorhergehenden vier Monate zusammen. In den letzten 14 Tagen is da» Tempo geradezu fieberhaft geworden. In 14 Tagen holten du aufgeführten 11 Papier« 247 Punkte auf. vom 24. April bis zun. 12. Juni brauchten sie für 185 Punkte über 7 Wochen..wAim Gründe für diese» Haussefieber gibt es genug. Ein Hauptgrun! ist die Wirtschaftskrise selbst, weil sie Gelder freisetzt, die au�Ö« � Börse Anlagemöglichkeit finden. Aber diese freigesetzten®eü>«,',Ti,,. groß sie auch infolge der nicht verwerteten Auslandsanleihen sind hätten niemals eine Hausi« von solchen Ausmaßen erzeugt. Zahl reiche andere Gründe kamen hinzu. Di« Vertrauenskrise zwischei Banken und Wirtschaft hielt dl« Banken von der Kreditgewährung zurück und lenkte ihre Mittel auf dem Kapitalmarkt. Die Provisions und Kursgewinne Im Börsengeschäft mußten, je mehr das Kredit geschäft austrocknete, diese Tendenz ocrstärken. Die Zinssenkung eine Folge der Krije und der Geldmarktfülle, erhöht« den Äapitalwer der betreffenden Unternehmungen: auch wo keine Dividend« verteil wurde, mußte die Ztnssentung die Aktienkurse steigern. Die große, Zeugen der Rationalisierung und der Kapltalkonzentration, de Chemietrust und der Montantrust, erzeugten eine Trusthausie. Diefl Trusthausse riß die Börse mit. Hinzu kamen stark wirksame Aus landsmomente. Der Frankensturz führte französisches und belgische- die winkenden Spekulationsgewinne führten schweizerisches, hollän disches, englisches und amerikanische» Kapital auf die deutschei Börsen. Der englische Bergarbeiterstreik ist seit seinem Ausbruä für die Montanwerte«in haussierendes Moment. Endlich haussier au» psychologischen und spekulativen Gründen die Börse sich selbst Da die offizielle Wirtschaftspolitik Deutschlands sich Immer unfähig«, zu einer erfolgreichen Lösung der Krise zeigt, da die Repression i> der Wirtschaft sich In eben dem Maße verschärft, in welchem di, Privatwirtschaft die vom Staat gewährte Steuer-, Kredit- uni Garantiehilfe einfach kapitalisiert, werden die Ursachen der Haust, immer oon neuem erzeugt. /iUCU MIT GOLD " Ma avcirrf« Mir fin«*, tai ab hast tst. Die Börse erlebt heute dteseib« Scheinblüte, wie sie der inländische Kapitalmarkt schon seit Monaten aufweist. Auch dos Ausland ist bereit» mihtrauisch geworden. Die Londoner Bonkwelt beachtet wohl die ganz besonderen Gründe, insbesondere die Flucht au» dem Franken, die die deutschen Börsen begünstigten. Aber sie geht in immer stärkerem Maß dazu über, ihre zum Teil 10()prozentigen Wewinne aus der deutschen Spekulation zu realisieren. Was aber besonders beachtlich ist, sie tut«», obwohl die 5kurse noch steigen, und die Londoner City erklärt ausdrücklich, daß sie nicht mehr beabsichtige, zu kaufen. Da die Trusthausse ausgeschöpft ist, Caillaux in Frankreich mit Energie die Stabilisierung betreibt, die Auslandskäuf« aufhören dürften, wird man wohl die Höhepunkte der deutschen Börsenhausie hinter sich haben. E» werden also Rückschläge kommen. Daß dies« Rückschläge aber die Ueberleitung zur Ueberwindung der Wirt- scdaftsdepression sein werden, ist leider kaum zu hoffen, solange die offizielle Wirtschaftspolitik nicht systematische Produktionspolitik im Sinne der Absatzstärkung im Inland« wird. Der Unterausschuß für Arbeitsleistung im Lnqueteausschuß. Der Unterausschuß des Enqueteaueschusse« für Arbeitsleistung beriet gestern seinen Arbeitsplan. Den Vorsitz führt« Profesior Hey de, der zunächst mitteilte, daß die Herren Naphtali und Dr. Tiburtius zu ständigen Sachverständigen und Berichter- stattern des Unterausschusses bestellt worden sind. Ueber den Ar- beitsplan machte Professor Heyde dann folgende Vorschläge: 1. Der Ausschuß läßt zunächst einmal die wichtigsten innen- dann S. Es _______|__________„___ v o r- bnndencn geeigneten Materials erlassen. 3. Es wird der Versuch gemacht werden müssen, ein Schema repräsenta- tioer Industrien und Be triebe zu entwerfen, die zu be» arbeiten wären. 4. Für solche Untersuchungen würde ein Frage. bogen auszuarbeiten sein, der vorher an diese Betriebe gesandt würde, damit sich die Betriebe, Betriebeleitungen und Betriebsräte bereits geistig mit den Dingen beschäftigen. S. Dann würden einige Betriebe auszusuchen sein, die nicht repräsentativ zu sein brauchen und die sich für eine Probe aus� die Brauchbar- kcit der Methoden des Ausschusses eignen. Nach einer sehr ausgiebigen Debatte stellte der Vorsitzende als Ergebnis folgende Aufgaben fest: 1. Zusammenstellung der wichtigsten Literatur. 2. Es bleibt den Vorarbeiten des Vorsitzenden und des Generalsekretärs Dr. Lmmann vorbehalten, präzise Vorschläge zu unterbreiten, welche Untersuchungen der Literatur als geeignet crscheinen, fortgeführt zu werden. Hierbei wäre zuerst die Montanindustrie ins Auge zu fassen. 3. Es wird zunächst eine Probeuntersuchung veranstaltet. 4. Aufrufe zur Materialeinreichung. 5. Durcharbeitung der Vorschläge für die Fragebogen. Die nächste Sitzung wurde auf den 8. Juli anberaumt. Es soll dann eine Pause bis Anfang August eintreten, und zwar soll am 2. und 3. August die Probeuntersuchung eines Betriebes stattfinden. Zleberzeichnung der Stahltrustaaleihe. Der von einer amerikanischen Bantgruppe unter Führung der Firma Dillon Read u. Co. gestern in New Port zur Zeichnung auf- gelegte Teil der Anleihe der Dereinigten Stahlwerke ist über- zeichnet worden. Neue Gruben im SIegerland in Betrieb. In der Mitglieder- Versammlung des Siegerländer Eifenstein-Vereins wurde, wie die „5i'ölnische Zeitung' meldet, berichtet, daß im Siegerländer Bergbau die erwartete Besserung eingetreten sei. Mehrere größere Berg- werke, welche längere Zeit still lagen, haben den Betrieb bereits wieder aufgenommen, andere werden in Kürze folgen, so daß eine Abnahme der Arbeitslosigkeit bei der Bergarbeiterschast eintreten '! wer dz. OLWerGhQstsbsWösung �eute velegiertenwahl öer Metallarbeiter l wählt Liste A! Der Delegiertenwahl zum Bremer Verbandstag des Deutschen Metallarbeiterverbandes, die heute Sonntag stattfindet, kommt ein« ganz besondere Bedeutung zu. Weit über den eigenen Verband hinaus wird die gesamte Arbeiterschaft— nicht nur die frei- gewerkschaftlich organisierte, sondern auch die Mitglieder der christ- lichen und der Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften— dem Verlauf und dem Ergebnis dieser Wahl ihr�Augenmerk schenken. Vor allem trifft das natürlich auf die dem .. angeschlossenen Verbände zu. deren Generalversammlungen bereits in den letzten Monaten nach altbewährten gewerkschaftlichen Grundsätzen verlaufen sind. Auch die Beratungen des Bremer Metallarbeiterverdandstages müssen von dem gleichen Geiste geleitet sein. Leider zielen bestimmte Bestrebungen daraus hin, von der Gene- ralversammlung des DMV. die Delegierten der Amsterdamer Richtung möglichst zu verdrängen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß gerade dieser Verbandstag in Anbetracht der Lage der Metall- arbeiterfchoft nach außen hin da» Bild gewerkschaftlicher Einheit und Geschlossenheit innerhalb des Verbandes geben muß, um die Hofs- nungen aller Gegner der freien Gewerkschaften, vor allem des Unternehmertums, auf eine weitere Zersplitterung der Ge- weikschaftsbemegung md«ine Vermehrung der lndstserrMr»>»- beiter zuschanden werden zu lassen. Die Unternehmer sind in ihren Zielen und Bestrebungen «gen die Arbeiterschaft und deren Organisattonen voll- tändig einig. Politische Meinungsverschiedenhei- ---....' e r t u t e n werden im Lager de» unrerneymerrums rück» sichtslos ausgeschaltet, um die Stoßkraft gegen die Ar- beiterschaft nicht durch Uneinigkeit zu schwächen. In dieser Richtung müssen nicht zuletzt die Metallarbeiter vom Gegner lernen. Aus diesem Grund« ist aber auch im eigenen Interesse der Mitglieder des DMB. eine den gewerkschastlichen Grundsätzen entsprechende Zusammensetzung des Metallarbeiterverbandstags dringend geboten! sie müßte für jeden denkenden Arbeiter«in« Selbstverständlichkeit sein. Den Beratungsgegenständen de» Verbandstages kommt die allergrößte Bedeutung zu. Da Handell e» sich zunächst darum, Mittel und Wege zu finden, um die wirt- schaftliche Krise zu beheben oder doch zu mildern: ferner um die Durchführung von Lohnkämpsen, die Abwehr von Verschlechterungsmaßnahmen der Unternehmer und die Durchsetzung sozialpolitischer Forderungen. Alle diese Probleme können einer günsttgen Lösung nur entgegengeführt werden, wenn von der Metallarbeiterschaft Männer berufen werden, die diesen Aufgaben auch gewachsen sind. Eine solche Gewähr bieten aber nur die Sandidolen der Amsterdamer Richtung. Darum ermahnen wir die organisierten Metallarbeiter, am Sonntag nicht nur selbst ihr Wahlrecht zugunsten der Amster- damer Richtung auszuüben, sondern die Arbeitsgenossen zu oeran- lassen, ebenfalls ihrer Wahlpflicht zu genügen und den Kandidaten der Amsterdamer Liste ihre� Stimme zu geben. Auch die übrigen Parteigenossen müssen auf die Mitglieder des für eine solche Stimmabgabe aufklärend einwirken. Geschieht da», dann ist die sichere Gewähr dafür gegeben,, daß der Bremer Der- bandstag die Bedeutung erhält, die ihm im Interesse der Mitglieder und ihrer Zukunft als Arbeitnehmer zukommen muß. Die Kandi- baten der Amsterdamer Gewerkschaft, richtung müssen eine solche ge- waltige Stimmenzahl erhallen, daß alle Zersetzungsbestrebungen innerhalb der Gewerkschaften und besonder» des DMV. in Zukunft unmöglich sind. Jeder denkende und organisierte Metallarbeiter tue deshalb am Sonntag seine Pflicht und wähle dle Amsterdamer Derbandstagsklmdidaleu. verbanöotag öer Suchörucker. Letzter verhandluugslag. Zur Verhandlung stehen die nationalen und internationalen Verbindungen sGraphischer Bund, ADGB., Internationales Buch- druckersekrelariat) des Verbandes. Der Vorsitzende Seitz berichtet, daß zwischen dem Verband und dem ADGB. da» b« st« Verhältnis besteht. Auch im Graphischen Bund ist da» Zusammenwirken gut. Ein« Wiederaufrichtung des Sekretariat» sei nicht am Buchdruckerverbande, sondern an der finanziellen Inan- spruchnahme der anderen Organisationen, besonders auf dem Gebiet der Arbeitslosenunterstützung, gescheitert. Im Internationa» len Sekretariat besteht nur«in« Meinungsverschiedenheit hin- sichllich der italienischen Organisation, die ober dem- nächst eine Klärung erfahren wird. Für den ADGB. macht dessen zweiter Vorsitzender, Graß- mann, sehr wichtige Ausführungen, ausgehend von der angenblick- lichen wellwlrtschaflskrise und ihrer Rückwirkungen auf die europäische Wirtschaft und den Arbeit smarkt. Die wirt- schaftskapitalistische Produktionsweise ist plan- und sinnto». Ilm den Auswirkungen der Krise entgegenzutreten, muß die Zusammenfassung des europäischen Wirtschaftsmarktes angestrebt werden. Dazu zwingt die industrielle und handelspolitische Entwicklung außereuropäischer Sraaten. Es wäre aber verfehlt zu glauben, daß diese Wirtschafts- krise durch polttische Umwälzungen gebannt werden kann. Der K a- piralismus kann nur mit kapitalistischen Mittel» bekämpft werden. Den Weg hat der Gewerkschaft»- kongreß in Breslau gezeigt: Zusammenwirken von Partei und Gewerkschaften. den Genossenschaften und wirtschafttichen Organisationen der Arbei- terbewegung. Den Industrieverband hat der ADGB. überall da ge- fördert. mo die dazu notwendigen Vorbedingungen vorhanden waren. sich in Voraussicht der wirtschaftlichen Entwicklung niemals treiben lassen. Pfingsten- Hannover gab hierauf den Bericht der ideellen Kommission. Er empfiehlt die Abhaltung des Verbands- tages alle drei Jahre. Die Zubilligung von Sitz und Stimme an den leitenden Korrespondenfredakteur und die A u f h e b u n g des Hamburger Faktorenbeschlusie». Zur Ablehnung empfiehlt er die beantragt« Beschränkung der Dele- giertenzahl zum Verbandstag, die Verhältniswahl und ein« Aende- rung der Wahlordnung. Zur Frage des Zndustriever bände» legt die Kommission folgende Entschließung vor:„Der Derbottdstag stellt sich aus den Standpunkt, daß zurzeit die Schaffung eines graphischen Industrieoerbandes nicht mög- l i ch ist, da die auf Grund der Beschlüsse des Leipziger und des Ham- burger Verbandstages gepflogenen Verhandlungen zwischen den be- teiligten vier Verbänden kein Ergebnis zeitigten. Trotzdem erwartet der Verbandstag vom Verbandsvorstand, daß er durch enge Zu- sammenarbeit mit den übrigen Verbänden im graphischen Bunde dem späteren Zusammenschluß dieser Orgamsationcn die Wege ebnet'. Diese Entschließung sowie die übrigen Vorschläge der Kom- Mission werden nach lebhafter Debatte angenommen. Es folgen die Berichte der Beschwerdekommission und der materiellen Kom- »eststv». De? Bec�chl der DeDßWM Mseumlstl»» Wst«Am M-tofts Aussprache aus, wird ober dach im Sinne der Kommissirm oerab- schiedet. Nur die vorgeschlagen« Erhöhung de» Lehrlings« beitrage» auf 20 Pf. wird abgelehnt. Der Berichterstatter der G e h a lt, k o m m if s, o n schlagt vor, aus diesem Gebiet kein««enderungen vorzunehmen. D» Wahl der geschästsführenden Borstandsmitglieder un» der Sekretäre sowie der Redakt e u r« endet mit der Wiederwahl derselben(gegen eine Stimme). Als nächster Tagungsort wird Frankfurt am Main gewähll. Damit ist die Tagesordming erschöpft Nach Ansprachen der verschiedensten Vertreter dankt der Lorsitzende Seitz allen--eil» nehmern des Derbandstages für die geleistete Arbeit und erklärt, daß auch dieser Verbandstag ein Ausdruck der Kraft und Stärke der Organlfation war. Die diesmal bekundete Einigkeit mög» sich auch auf die Mitgliedschaft übertragen, dann werden wir olle» Stürmen gewachsen sein._ Reichsverbanö üeutscher Justizwachtmeister. Der Verband, der mit den Organisationen der Straf an« staltsbeamnten und Iustizbureaubeamten in Arbeits« gemeinschaft steht und dem ADV. angeschlossen ist, hielt am 25. und 26. Juni seinen Lorstehertag ab. �ln dem Geschästsbericht, den der 1. Dorsstzend« Schmidt erstattete, wird vor allen Dingen auf die groß« Verantwortung hingewiesen, welch« die Justizwachtmeister haben. Sie müssen in ständiger Fühlung mit dem rechtsuchcnden Publikum und den Parteien, sür Ruhe und Ordnung in den Ge- richtsgebäuden sorgen. Welchen Gefahren sie dabei ausgefetzl sind» bewessen die Attentate, die in der letzten Zeit aus Justizwachtmeister in Berichtsgebäudeo ausgeübt sind. Der Reichsverband verlangt» bei Vorkommnisse« Uniformierung der die i a ist völlig unzulänglich. Justizwachtmeister mit einem AnsangsgehaU der Gruppe II be- 70 Mk. pro Monat übrig. Bei der Neuregulierung der Be- ihnen die genügend« Erfahrung zum Eingreisen In Ge7'A:»zedauden fehl«. Bewaffnung und Iusttzwachtmeister als Forderung ist die Konsequenz dieser Ansichten. Verlangt wirb, daß den Justizwachtmeistern ein größeres Tätigkeitsgebiet zugewiesen wird. Die Besoldung ist völlig Ein Justiz! hätt 70 Mk. pro_ amtenbezüg« haben alle Gruppen höhere Bezüge als vor dem Kriege. nur das Anfangsgehall der Gruppe II ist um fast S00 M. niedriger. Zwar sind 269 Stellen aus Gruppe II nach Gruppe III und 199 Stellen au» Gruppe III nach Gruppe IV übergesührt worden. Doch sei diese Zahl völlig ungenügend. Der Preußische Richterverein hat seine Unterstützung der Forderungen der Wachtmeister zugesagt und da» Preußische Landessekretariat des ADB. hat sich dieser Forde- rungen tatkräftig angenommen. Kotzur vom ADB. sprach über Lesoldungifragen: Er wie» daraus hin, daß die Steuer-, Finanz, und Wirtschafispolittk sa eingerichtet sein muh, daß sie die Basis für die Beamtendesoldung schafft Wenn der Finanzmimster durch Steuerermäßigungen ver- ringert« Einnahmen hat, hat er auch kein Geld für die Erhöhung der Beamtengehälter. E» besteht sicherlich bei den Parteien kein« Beamtenfeindlichkest, aber eine Gebundenheit an eine falsche Wirt- schasts- und Finanzpolitik, die glaubt, durch möglichst weitgehende „Steuerermäßigung die Kapiialbildung erleichtern zu können. E» ist irrig anzunehmen, daß der Export allein eine Gesundung unserer Wirtschaft herbeiführen kann. Dazu ist vor allem eine Belebung des inneren Markle» erforderlich mrd da» erfordert kaufkräftige Konsumenten. Hier liegt der Schlüssel auch für die Regelung der Beamtenbesoldung. Oberster Grundsatz muß sein: Bewertung der Leistung nicht nach Amts- bezeichnung. Um das zu erreichen, sei ein« Interessensoli- darität der Gesamtbeamtenlchast notwendig, mit dem iel: Hebung der Gesamtheit, nicht Bevorzugung einzelner ruppen. In einer lebhaften Diskussion fand die Geschäftsführung all- gemeine Zusttmmuntz, dagegen wurden die Maßnahmen der Justiz» Verwaltung schars kritisiert. E» wurde zwar anertannt. daß manche» geschehen sei, aber bei weitem nicht genug. Gefordert wird nun, daß die Wachtmeistereien Sanitötsmaterial für etwaig« Unfälle erhalten. Ein« Statistik über die Tätigkeit der Wachtmeister soll aufgestellt werden. Die Wachtmeister oerlangen Polizeihunde. Sehr interessant ist ein Antrag, der größere Klarheit mini- sterieller Dersügungen verlangt. Er wurde einstimmig angenommen. Zum Ort des nächsten Borstehertages wurde K o b- lenz destimmt._ MtiaMcnkxt. SRoroen, TOorrttttj, neiimittofl« SH Ulli", bn SaM von Nowniestrvfte.©rrfommtuna siuntlichft entlassenen Kollegen. welch« Anspruch auf Urlaub haben. ginnnerer! Am Dienstag. 2S. Juni, abends 7 Uhr. kilr bi« Innenbezirk» Berlins 1 bis 18, 20 Neukölln. 26 Echönederg, 27 Wilmersdorf, 28 Ctiar» lottenburg und 81 Pankow Beisammlung im großen Saal des«bewerkschafis» Hauses. Snaeluier 24—26. Lerdandskamcraden, agitiert für restloses Erscheinen. Der Borstand. fvrt« chewerrschaftss-g«»». Morgen. M o» ta«, abend TV, Uhr Besichti» «trat de» Ambulatorium» in der Oranienstr. I. Beteiligung nur aegcir Karten.— Achtung, Tellnehwer am». Erwerbslosen kurlu»! Di» gesamten Tetlnedmer treffen sich zur lebten Bonbelvrechung morgen. Montag, im Jugend» heim be» Metallardeiterverbande», Linienstr. 83—86. Aufgong 1, 2 Trovven. Zugendgrnppe des std». Morgen. Montag, abend TVi Uhr:«St. Norden: Iugendbeim Schul« Do nz ig er Str. 23. Die Beransialtungen werden in den Druwe bekanntgegeben. (Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt) übergibt man nur dem Nachweis des Teulsch.MuslkerverbandeS, Berlin 021, Andi eaSstr. 21 lKünIzsladt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags iObiS� 2 Udr. Aul Wunsch Berirclcrbciuch yi'-i*;-i-Ki - ■•Rf*-iV* i Mtzg? -rft/- Der Saifori'RäumimgS'V erkauf voml. biS14, juii ........................... II il HIIIIIIMI IWI IIIIII IIIIWII IIMI I IiIIIUIIIMIi I— bringt Außergewöhnliches! 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Im Gegenteil, Abegg werde beschuldigt, daß er an dem Ausbreiten des Radika- l i s m u s schuld ist. Unter dem Beifall der Linken erklärt Abg. Vlarkwald(Soz.) darauf, seine Fraktion nehme durchaus zustimmend Kenntnis davon, daß die Deutschnationalen ein schärferes Vor- gehen der Polizei gegen ihre eigene und die Demonstration der Völkischen wünsche. Das versetzt die Deutjchnationalen so in Rage, daß sie unter großem Lärm und der Führung des deutsch- nationalen Abg. Semmler gegen die Sozialdemokraten vordringen. Abg. Semmler rust sortwährcnd:„Ihr laßt Euch ja von den Juden unterdrücken!- Als sich der Sturm gelegt hat, wird die Vorlage in 2. und 3. Lesung angenommen. Es finden weiter Anträge des Bevölkerungspolitischen Aus- schusses Annahme. Dem Einspruch des Arbeitergesundheitsver- eins in Frankfurt a. M. gegen den Impfzwang soll keine Folge gegeben und die Gewissensklausel im Jmpsgesetz abgelehnt werden. Die Anträge des Landwirtschaftlichen Ausschusses zugunsten durch Kanal- oder sonstiger Bauten enteigneter Landwirte'werden angenommen. Die Anliegersiedlungen sollen gefördert werden. Das Haus nimmt noch einige Ausschußanträge an, bei Vergebung von Bauarbeiten dieselben Bestimmungen an- zuwenden, wie sie der Reichsverdingungsausschuß im Auftrage des Reichsrats ausgearbeitet hat. Das Haus vertagt sich auf Mittwoch, den 30. Juni, mittags 12 Uhr: 3. Beratung des Haushalts: Etat des Innenministeriums. Schluß 2 Uhr. Parteinachrichten ffSm für Hroß-Serlin Stafcnbimgtm fSr biefe ttnbril pab ttSk Sit* /(f stet» ob da, ecjittsfcbttetiat, Berlin 6 SB 68, Lindenstratze Z, 2. Hof, Z Trep. recht», z» richte». Bezirksausschuß für ArbeUerwohlsahrt und Kinderschuh. Damrlersahrt am Freiina, be»«. Inli, nach Waltlcendarfer Schleus«. Starrten find noch»» hoben im Sfranenfefretortat, Linden sie. 3, 2. Kos. z St., Zimmer 1. 1 9t. ffir«rmächsene, 2t Pf. fät»Inder. Hin- und Rnckfnhrt. 2. itrei, Tiemarten. Dienst««, 2». Juni, Vri Uhr, In den Anninü» hallen, Bremer Strohe,»rei»mi!«liei>eri>ers«nmilung. Bortrog: �Die Stellun« der Partei ,um Volksentscheid�. Ref. fftana»llnstler, M. d. R. Ali- Genossinnen und Genossen müssen sich deteiligen. «.»reis Prenzlauer Pen«. Freie Schnl««me>nbe! Montag, den 28. Juni, abend» Uhr, versammlun« im Altersheim, Danziger Str. 62. ZZor- trag des Genossen Bürgermeister Dr. Ostrowski über„Unsere Aufgaben und Ziel« für die michste Zukunft". All« Freund« der freien Schuibeweguna sind«ingeladen.— Der Vorstand. L»res« Friedeichshain. Mittwoch, den 80. Juni,«bend» 8Zh Uhr, Be- »irksversommlung im Ztathou», Stadtoerordnetensihungssaal. Einlagearten ab Uhr beim Genossen Fischer, Eingang Spandauer Strasse. 7. Ztrei» Eharlottenbnrg. Dienstag, 2g. Zuni, 7s, Uhr,«rweilert« Vor- standssitiung im Rathau». Zimmer 1. lt.»reis T schastllchen Lage der landwirtschastlichen Pächter, insbesondere der bäuerlichen Pächter, in Verhandlungen mit allen beteiligten Stellen, insbesondere mit den Organisationen der Verpächter, ihren ganzen Einfluß ausbieten, um zu einer Senkung der Pachtpreise zu kommen, wie sie der jetzigen geringen Rentabllität der Land- Wirtschaft entspricht. Die Vorlage wird ohne Aussprach« in zweiter und dritter Be- ratung angenommen. Von einem Antrag der deutschnationalen Fraktion, wonach die Regierung ersucht wird, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Schonung unserer Währung einige Maßnahmen sofort einzu- leiten, wird der Satz angenommen: Beschränkung der Beschäftigung ausländischer Arbeitskräsle, daronler auch der Ostjuden. Das Haus stimmt ferner ohne Aussprache folgender Entschließung des Volkswirtschaftlichen Ausschusses zu: Im Hinblick auf die ge- waltige Arbeitslosigkeit im Inland wird erwartet, daß die Arbeitsgelegenheit auch in der Landwirtschaft fortschreitend deutschen, erfahrenen Arbeiter zugewendet wird. Zu diesem Zweck ist insbesondere dem Vau geeigneter Wohnungen für deutsche Landarbeiter erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dar allem ist dafür Sorge zu tragen, daß das w i d e r r e ch t 1 i ch« D e r» bleiben polnischer Wanderarbeiter über die Arbeit». saison hinaus in Deutschland und die daraus sich ergebenden mannig. fachen Mißstände ein Ende nehmen. Bei den deutsch-polnischen Der- Handlungen über die Wanderarbeiterfrage ist hieraus entscheidend Wert zu legen. Es folgt die zweite Beratung eine, Gesetzentwurf» zur Abänderung de» Reichspofifiuauzgefetz». Der Haushaltsausschuß, für den Abg. Leicht(Layr. Bp.) be- richtet, beantragt, die Gesamtzahl der Mitglieder des Derwalwngsrats von 31 auf 40, die Zahl der vom Reichstag, Reich». rat und der aus den Kreisen der Wirtschaft und des Verkehrs vor- zuschlagenden Mitglieder um je drei Mitglieder zu erhöhen. Ferner soll eine Rücklage bis zur Höhe von 100 Millionen Mark gebildet werden, die zur Deckung von Fehlbeträgen dienen soll. Der Gesetzentwurf wird»ach den Beschlüssen des Ausschusse» hl zweiter Lesung angenommen. Ein auf einen demokratischen Antrag zurückgehender Gescheut» wvrf zur Aenderung de, Reichsfiedluagsgesetze, wird dabattelos angenommen. Es wird in Z 25 de, Gesetze« etnge- fügt: Das Siedlungsunternchmen hat den Arbeitern und Ang«. stellten bei Besitznahme des Gutes oder der Domäne die Bestimmun- fen des§ 25a dieses Gesetzes, eine angemessene Antrag». rist und die Stelle, wohin die Anträge zu richten sind, schriftlich nitzuteilen oder ortsüblich öffentlich bekanntzumochen. Es hat ferner die Antragsteller auf Wunsch auch in Finanzierungsfrogeu wohlwollend zu beraten. Auf Antrag der sozialdemokratischen Jnrfflatl wird die Ermächtigung an die Regierung für selbsländige Regelung der Kapitals» verkehrssteuer(Z 62 de» Gesetzes zur Aenderung der verkehrsfieuer und des Versahrens) ausgehoben. Um 4 Uhr oertagt sich da» Haus auf Montag 2 Uhr. Anträge zur Erwerbslosenfürsorge, kleinere Vorlagen. Der Zinanzetat im Lanötag. Ein deutschnationaler Zwischenfall. Der Landtag beendete gestern die 2. Lesung des Finanz» c t a t s und stimmte der Erhöhung des Einnahmeansatze» bei der Grundvermögens st euer von 200 aus 220 Millionen zu. Auch die übrigen Einnahmeerhöhunaen werden nach den Aus- schußanträgen angenommen. Die staatlichen Zinsgewinne werden von 6 auf 8 Millionen erhöht. Neu in den Etat eingesetzt werden vier Millionen zum Ausgleich von Mehraufwendungen in der Einstufung der Beamten. Das Haus stimmt weiter in zweiter Lesung dem Gesetzentwurf zur Feststellung de» Haushaltplans zu und überweist die Hochwasseranträge der Ausschußberatuna. Finanzminister Dr. höpker-Aschoss erklärt, die Sparkassen seien gezwungen, in den nächsten Iahren U e b e r- schösse zurückzustellen, um die auf 12�4 Proz. festgesetzte Aufwertung der Guthaben durchzuführen. Für die tech- nische Ausgestaltung der Ressorts im Interesse der Rationalisierung der Arbeitsmethoden werden ständig erbeblichc Beträge aufgewandt. Bei der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs über die Ver- längerung des Schutzpolizeibeamtengesetzes bis 9.*al« arinlftaliott. M-ntaq. den». Sun!, odnn», T UV, ftou» Reinickendors-West, Scharnweberstr. 114, EiMN« ixs etwfltrten XceifSorflanMg. Heule. Sonnlag. den 27. Juni: 8. Übt. Sie Bc,edcrvcisamm:unq om Dienstaz, den A. Juni, in den Aminiueln'.ncn. Bremer Strafte, ftersönlich ein, l«.. iU, 12., 13.«6t. Die Milaieder sind verpflichtet, di« KreiamitgrieVr. »ersammluna am Dicnstaa. den 2!l, Juni, in den Arminuehallen, Bremer Strafte, ,u besuchen. Die Dezirlsfitdrer werden«rbcten, die säumigen Mit. gliedec besonders einzuladen, ZZ. Abi. Billelis zu einer Dampsersabrt, veranstaltet von der«rbeitenoobl» fabrt, nach der Woltcrsdorfcr Schleuse am«. Juli sind noch beim Kassterer Paul Bea. Benmelir. 2ö, zu ftaben. Erwachsene 1 M.. Ninder 20 Pf. «bfabrt von der Oberbaumdrllae. «.«bt. Sämiliche» Martenmaterial sowie SammeNisteN stnd sofort beim Ernossen Kosfmann, Vrtereburaer Str. 34. abzurechnen. Li.«bt. Srnpp« Arbanstrafte!«qitationsansllli» nach vlankenseld«. Treff- punit morgen» 944 Ubr am Botodomer Babnbof. bt.«bt. eharlattenbnrn. Abmarsch pUnktlich vormittag» 9 Ilbr. 130.«bt. Zieinickendorf-Ost. Die Bezirkstrsstcrer werden bievmit dringend tr- sucht, bestimmt bi» Mittwoch, den SO. fluni, mit dem Genossen Paul Sonnenburg, Wilkestr. 2. abzurechnen. Auch müssen sämtliche Sammel- listen und Malmarken bis zu dem Tage abgerechnet sein. Säumig« werden nambaft gemacht. Die Bezirlssllhrsr laden zu der am Mittwoch, den 30. Juni, ftottflndenden Mitgliederversammlung im Lokal Kastanien. Wäldchen. SIcstdenzstr. 100. persSnlich ein. Vortrag:„Die Auswirtungen de» Volksentscheids'. Referent Bernhard Krüger. Morgen, Montag, den 2S. Juni: «2.«bt. Tli»t bei Sähll«. Dergmonnstr. 69, Abrechnung»er»«siWlftm. Dienstag, dm 29, Junl: n.«bt. Vi tIV bei vartusch. ssriedenstr. 88,©ijnmg der»e�rkssMrer mit den Revisoren. Sämtliches Material. Beitragmnarken, MoiMarken, Sommelliltrn und Broschüren stnd abzurechnen. Erscheinen unbedingt «rsolderlich. ssall, verhindert, Vertreter entsenden. Arauenveranstaltungen am Montag, den 28. Juni: i. Kreis Tiergarten. Montag, den 23. Juni, abend» 7 llhr> bei Trstmper, !f?cn»buraer Str. 8, ssunktlonärinnenkoiisetenz sllv«gitatwn und Wohl- fahrt. Erscheinen aller Genosstnncn ist Pflicht. t. Kreis Wilmersdors. Die Ableilungsleiterinnen sännen bi» Dienstag, ben 20. Juni, noch Dompferfahrisarten ZUM 9. Juli abholen bei der Eenolsin Bahr, Siedlung Hanauer Str. 30. tB.«bt. 744 Uhr im Lokal Rochau«, Schlicmannstr. 30. Bortrag:„PeviUke- rungapolitlk". Referent Dr. med. Mayer-Brodnlft. Gäste herzlichst will- kommen. 88.«bt. 7>4 Uhr bel vortusch, ssriedenstr. 88, Vortrag dr, Genossen Job«. Ausgab« der Billett» zur Dampferfnhrt. 88.«bt. IM Uhr bei Höhlke, Bergmannstr. 89, Besprechung mrseve»«u»- W,a°«. «8.«bt. Vi Uhr bei Rabe, fsichtestr.?g. Portrag:.�Nirperkuldkr'. mit praktische» Vorführungen. Referentin Lisa Albrecht. 88.«bt. Eharloitenburg. IM Uhr bei Lux, Suttcnftr. 28, Vortrag:„Dia lsrau im Ehcrechi'. Refercnlln Ell« Scheidenhuher. tL«it. ZleukSll». 7H Uhr bei Lllddeck«, Karleoarlrnstr. 12. Bortrag:.„tsweik und stiel« dev Arbeiterwohlfahrt'. Rrferent Dr. Helllnger. lOL«bt. Treptow. Vi Uhr bei OctIIngcr. Kielholz-, Ecke Elsenstraft«. Bor- trag:„ssrauenleiden'. Referent Dr. ffriedebcrger. F rauenveran stalkungm am Dienstag, dm 29. Juni: tl.«bt. Rculöll». Vi Uhr Irn Lokal Helmke, Warihestr.<8 knlcht bei Kuftkf, Referent lsranz Hauch. Vortrag:„Die ssrau im Leinestr. 1), Vortrag:„Sozialistische Erziehung'. Referent Israng Hauch. «bt. IMo ttaulsdors.Sgb. Vi Uhr im Iäaerh-im. Vortrag:„Die" Shevecht'. Rekereniin Elfe Scheibenhubep. Ii»,«bt. Riederschänha-fen. 8 Uhc In der Schul« Bismarckstroft« lsvauer». lestobend. «ebeitsgrmetnschaft der«Inbrrsrennde. Srnp», Tiergarten, Heut«. Sonn- tag, Spielen auf der Meckeriftwiese, an der Meckeriftbrücke. und Baden im Volksvark Iunafernheld«. Anmeldungen zur Dampsersabrt am 9. Juli werden nur noch b!» Dienstag, den 29. Juni, enlqeqengenommen. Am Dienstag, den 29. Zimt- nachmitwg« B Uhr, Im Jugendheim Wiclef. strafte 8. stimme? 8, spielt unser Ur-Berllner Kasperletheater. Unkosten. beitrug 10 Pf. Di« Genosstnncn und Genossen stnd hierzu herzlichst ein- «»laden. Jungsozialistm am Montag, den 28. Juni: «»»pg» Südost! 8 Uhr im Jugendheim Reichenberqgr Str. 68 ssseuerwehw- bau,),«meinsam« Veranstaltung mit der EAlX Vortrag:„Die Aufgaben der sozialistischen Jugendbewegung". Referent Dr. Viktor Engelhardt. Er- scheint recht zahlreich.--- Grup», Reinickendorf: 8 Ubr Im Seebad Reinickendorf. Ost, Restdenzstr.«9, Vortrag:„Seldltbewufttsein und Klastenbewufttsetn". Jungsozialistm am Dienstag, den 29. Juni: Tiergarten: 7fi Uhr Magdeburger Str. 7, bei Grete Geige«,«ns- "'- Vt I Hof, Sermanlaftr. 4—8, Heiterer Abend:„lsrählicher Jammer". B Stöbert Keller. Die Mitglieder der SAI. stnd herzlichst«ingeladen. » «erelulMng fozialbem»kr»tisch«» Studenten. Montag, den 28, Jims.«Send« 8 Uhr, im Restaurant„stur Rcichopost', Artillerieftr. 11, Arbeitsgemeinschaft: „Psychologie de» Proletariat«'. Am Dienstag, den 29. Juni, abends 8 Uhr, «bendort wichtige ssraktions- und Vorltandsstftung. Di, Karten für den aus- gefallenen Lcfstng-Vortrag werden nur noch bis zum 30. Juni in den vor» «ittagspaufen an unlerem Brett in der Unioersttät zurückgenommen. Sozialiftische Arbeiterjugend Groß-Serlin. Morgm, Montag, den 28. Juni, abmds 7M Uhr: «rietenan! Kuaenbheim Offenbacher Str. 5». Aussprache über Verfassung»- fvagrn'. Schoneberg UI: Jugendheim Hauvtstr. 15. ssortsestung de» natur- wissenschaftlichsn Vortrag«».— Weste»! Jugendheim Hauptstr. Ii. Vortrag: ..Goanertsch« Iiigendbewegung'.— Sharlottcnbu'g-Rord: Jugendheim Rostnen- straft« 4.„Modern« Dichtungen." Dem Gedanken des großen M' nographen Ädolf B a st i a n, der gestern vor hundert Jahren geboren wurde, dem geistigen Be- arilnder des Dölkerkundemuseums in Berlin, galt der Bortrag des Prof. Dr. I u m p e r tz. Er zeichnete Bastian als den Psychologen, der von der Seelenwissenschaft zur Völkerkunde kam, dem das Material der Sammlungen, die Kult- und Gebrauchsgegenstände dir primitiven Völker, nur dazu diente, um daraus Schlilstg auf ihre Seele zu ziehen. Das Nbendkon-ert setzte die Vortragsscrie von „Olsenbach Zu Löstar' in dritter nvlge fort. Die Uebcrtragung litt ___•_____........«tv i■•________:.. v.„ nn: s«»M«v» im i i v S ,•» n«1 antangS unter Störungen in den Mikrophonen, dann wurde sie klar. Man lpielte die Nachfolger Suppös, die Verwalter der Tradition. keine Wegbereiter aber gute Mustker, die die überkommenen Yormen ersüllen: D-llinger. GcnSe. Eysler, Zell er und Z l e h r e r. Nein, hier ist noch kein Abstieg zu merken, hier Ist noch musikalisch« Erfindung und Kultur, allerdings wird Suppö nickt erreicht, nur Dellinger»»Don Cösar' erinnert an Ihn besonders in dem bekannten Lied.FtomM herab, o Madonna Teresa", das Ma; K u t t n c r zu grammophonhäft sang. Bruno Seidler-Wint- l e r war«in guter Interpret, wenn er Nicht immer mit sprühendem Temperament spselen ließ. Unverständlich bleibt e» aber, daß er als Einlage in diesem Konzert, das Komponisten der ackziger und neun- ziger Jahre brachte, ein Potpourri aus dem„Schwarzwaldmädel" spielte, mindestens ein Anachronismus. Aus dem Nachmittags- kanzeil unter Franz von Szpanowskis Leitung ist noch die gut gespielte Ouvertüre zu Eimarasas..Gli Crazi e Euriari" zu er- wähNsn, eines der besten Stücke aus der klastischen Zeit der Italien!- schen komische« Oper im achtzehnten Jahrhundert. Das kuncliunkproxramm. Sonntag, den 27. Jan!. 6.30— 8 Uhr vonn.: Frühltonnert. Diriffent: Ifapallrr.eister Frau* Snaga-Thnsek. 1. Schubert; Militärmarsch. 2. K. 0. Keißiger: Oncertüre tn der Oper.Die iTelSenmühle". 3. Sinding: Frühlings- rauschen, op. 33. 4. R. Wagner; Fantasie ans der Oper«Lohen- grin". 3. a) F. SNaga-Thnsek: Wer toB den Menschen wein Freund will sein, der muß dich lieben, Sonnenschein, aus der Operette„Das Glückschi oß", h) F. Snaga-Thueok! Böhmische Polka, ans der Operette„Dag Olücksschloß". 6. Johann Strauß: Wiener Bonbon». Walzer. 7. Fr. ▼. Bloni Viktoriamarsch. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 11.30— 12.50 Uhr vonn.: Konzert des Wiener Schrammel-Quartetts. Leitung: Leo Wolfsecker. 1. Job. Sohrammel: Hans Richter, Marsch. 2. Jos. Strauß: Bph&renkl»nge, Walzer. 3. Leo Wolfsecker: Wiener Lieder,»nsammengestellt, 4. K. NoackS Heinzelmännchens Wanhtparade, Marsch. K. Jurek! Hoeh- nnd Dentschmeiitor-Marsch. 6. Leo Wolfsecker: Wiener Lftndler, zusammengestellt. 7, Kaiman: Grüß mir mein Wien, aus der Operette «Gräfin Marina". 8. J. Strauß: Wiener Blut, Walzer. 9. Schubert- Bert6; Unter einem Fliederbaum. Lied aus.Dreimäderlhaus". 10. A. Rubinstein; Torhadoret Andalouse. 11.0. Ziehror: Weaner Mad'ln. 2.20 Uhr nachm.: Paul P. Lindenberg:»Philatelistische Literatur". 3 Uhr nachm.: Hans-Bredoar-Schule(Bildungskuree). Abteilung Landwirtschaft. Diplom-Landwirt Dr. Lieokfeld:„Bekämpfung der WiesenunkrSuter*. 8.30 Uhr nachm.: Funkheintel- mann.Das Hochzeitskleid der Elfenkönln' Ton Hans Bodenstedt. Erzählt vom Funkheinzolmann. 4 Uhr nachm.: Uebertragung des Deutschen Derbys von Hamburg-Horn. 5 Uhr nachm.: Säch- I mittegskotmert der Berttner FunkkapeOe. iUlter■ Kuueor*. meister Ferdy KaufEman. 6— 6.30 Uhr abends: Teemusik aus dam Hotel Adlon(Kapelle Marek-Weber). Anschließend: Ratschlage fürs Haus. Theaterdienst. 7 Uhr abends: Prof. Dr. Ronneburger: .Schriftsprache und Mundart". Aus dem Werdegang unserer Muttersprache. 7,30 Uhr abends: Professor Dr. C. Kaßner:-Der Lebensweg des Regentropfens'*. 7.55 Uhr abends: Dr. Paul Zucker: -Reise und Kunsterlebnis(Reisehandbuch, Führungen und eigenes Erlebnis). 8 39 Uhr abends: Uebertragung aus dem Haus der Funkindustrie. Konzert. Dirigent t Bruno Seidler- Winkler. 1. Wagner: Ouvertüre 2n der Oper„Rienzi". 2. Wagner: HaUen- arie, aus der Oper„Tftnnhauser�(Kammersängerin Grete Stuckgold, Sopran). 3. Wagner: Einzug der Gäste, aus der Oper.Tannhäuser". 4. Wagner: Sigmunds Liebeslied, aus der Oper.Die Walküre"(Kammersänger Robert Hütt, Tenor). 5. Tschaikowsky: Fantasie aus der Oper«Eugen Onegin". 6.> erdi: Ane aus der Oper-Ernani"(Kammersängerin Grete Stückgold). 7. Smetana; 't~v«»-i4i..«i«r-—» r?_* s v-Itsw.«v aus döf Opor wLön©n- ,'scbaikowsky: Capriccio JH_______.—jpsodie Kr. 1. Berliner Punkorchester. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30—12 Uhr abends: Tanzmusik(Kapelle Keimbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbacb). Montag, den 28. Juni. Äußer dem üblichen Tagesprogramm: 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Fraa(Margarete Oaemraerer;«Die zu Hanse bleiben"). 4 30 Uhr nachm.: Gert Hartenau-Thiel:-Der Tabakbau in Sumatra". 5 Uhr nachm.; Novellen. Max Hoohdorf liest aus eigenen Werken. 5.30 Uhr nachm.: Nachmittagskomert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski. 6— 6.30 Uhr abends: Teemusik aus dem Hotel Adlon(Kapelle Marek Weber). Anschließend: Ratschläge fürs Haus. Theaterdienst. 7—8.15 Uhr abends: Hans-Bredow-Sohule(Bildungakurse). 7 Uhr abends: Abteilung Technik. Technische Wocbenplanderei(Ing. Joachim Boehmer). 7.25 Uhr abends:(Hochschulknrso). Abt Astronomische Erdkunde Dr. Adolf Markus e:.Einführung in die Astronomische Erdkunde(Veränderungen in der Atmosphäre)'. 7.56 Uhr abends: Abteilung Kunstwissenschaft Dr. Alfred Kuhn:»Neuzeitliche Malerei und Plastik in der Nationalgalerie zu Berlin(Die Expressionisten)". 8.30 Uhr abends: Rezitationen. I.Alfred Polgar: Das" Kind. 2. Alfred Polgar: Die Handschuhe. 8. Alfred Polger: Die Tauben von San Marco(Hans Reimann). 8 50 Uhr abends: Kammermusik von Havdn bis SchSnberg. Letzter Abend. Have- mann-Quartett: Prof. Gustav Haveraann. 1. Violine: Georg Knie- städt, 9. Violine; Hans Mahlke. Bratsche; Adolf Steinet, Cello. Unter Mitwirkung von Karl Reit«, Viola II. und Emst Silberstein, Cello II. 1. Reger: Streichquartett Ks-Dur, op. 109. AUegro Dehme!). Sehr langsam, Etwas bewegter. Sehr breit und lang- köwsky: Nußknackersuite. 8. R. Wagner: Einzug der« Götter in Walhall aus der Oper„Rheingöld". 4. Verdi: Triumphmarsch ans der Oper.Aida". Berliner Fnnkoroheater. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. KGnigswuslerhausen, Montag, den 28. Jan!. 1.10—1.40 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Schüler. 1.45— 1 55 Uhr nachm.: Mitteilungen des Reichsstädtebundes. 3— 3 30 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Anfänger. 8.30—4 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann aus London: Englisch für Fortgeschrittene. 4—4 80 Uhr nachm.: Prof. Dunkniann: Entwicklung und gegenwärtiger Stand der Oe- sellschaftslehre. 4 80—5 Uhr nachm: Jörling; Unsere Rosen im Sommer. 6—5.30 Uhr nachm.: Helene Braun: Die Mutter und der Säugling. 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Berlin. vortrage, vereine und Versammlungen. » Mo., t. 2 Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold-. «eftfiäftsfleU«: Verlin S. 14. SeballinnNr. 37/88. Hof« Sc. TVS* Tiergarten: Kottbus�fahrer. leftter Kahltermln Ms., d. 28. Junl, ä» abends 8 Uhr, Turnholle.— jfriedrichshaln! Iungtameradschoft W. t. 28. Juni, abend« 8 Uhr. Ml Rostin, Memeler Str. 74.— Lichlenberg nebst Untergruppen: Da, Antreten mn Sonntag, den 27. Juni, findet nicht um 1 Uhr, sondern vormittag» 8 Uhv statt. Abmarsch bei Paul Werner, Wilhelmstr. 3, nach Äaulsdors.— Stiftense«(Kret»>: Di„ d. 29. Juni, abend» 7M Uhr. Turn- und Sportübungen in der Turnhall«.— Krrnzberg: Mo., d. 28. Juni, ob 7 Uhr Saalschuft Kammersäl«. nur Sltev« Kameraden. VI., d. 29., Abt. 44 Versammlung bei Wienzer», Relchenberger Str. 104. Kattin»- fahver müssen umgehend da» stahrneld, ZL0 M., belm Kam. Weisdach, Hagel- berger Str. 28. entrichten.— WUmersdorsl DI., d. 29., abend« 8 Uhr. Be- sprechung unter Leiluna de» Vorstande» Mi Kroih», Koistetntsche Str. 18.— Reukölln und Britz: L Kameradschaft, ä. Zug! Kotibus-Fohrer Montag 8 Uhr bei Dähle._ «rbeiter.AbMnentenbund, Oriegm-Ppe BerNn. 28. Juni, TM Uhr, 1» der Geschästssicll«, Engelufer 29, Funktionär fitzuag. Freier Volkschor Tegel»nd Umgegend und Gemischter Om Polichimnia lRilgl. d. DASB). Dtenelag, 29. Juni, 8 Uhr, Platzkonzert auf der Dorfau« in Te?»I. Arbkiter-Radio-Klnb Deutschland«, e. v., Geschäftsstelle: Dranienstr. 182. Gebffnet obend» ob 8 Uhr. Frikdrichshain: Montag, Warschauer Str. 59. Uedertrogungsabend. Lichtenberg: Diensiaa. Scharnwsber-, Eck« Kronprinzen- strafte. Ehartoiienbiirg: Dienstag. Wielandftr. 4. Prenzlauer Berg: Donners- tag. Schönhauser Allee 1Z4K, Distusstonsabend. Kottvusser Tor: Donnerstar. Adalberlktr. 2t, Bastelabend. Wedding: Donnerstag. Posewoiker Str. tz. Schtzneberg: Donnerstag. Sedanltr. tztz, Erperimentierobend. Südost: Donners- tag. Sorauer, Eck« Görlifter Strafte, Vorführung Ms S-Röhren-Neutrodune- Empfänger«. Lichterfelde-Vst! Freitag, Lorenzstr. 58. Reukölln: Freitag. Prinz» Handjern». Ecke Lesssngiirafte. Wilmersdorf: Freitag. Augustastr. 18, 2. Vortrag„Rekanschluftgeröt". wellerberichi der Sffenllicheo weklerdlenststell« stir Serlta.(Aachdr. derb.) Teils wollig, teils heiter, nur strichweise leichte Regenschauer, am Tag« etwas wärmer.— Ihr vrutschland: Ueberall Abnahme der Bewällung, in Süd« Westdeutschland bis zu: Aujhetterung, nur NN der Ojtjeeküst« stärker bewölkt, nur strichweise Regensälle. Nor Tagesanbruch begibt'.sich öerTaba�bauer mit' iemelLAlngehörigen- Mr Frnte cmfi öle Mbakfelöer. öenn. öiese Arbeit muß vor-Sonnemmiyang bamit Lenr zartewSlatt öie kostliehen Aauberfäfte erhalten bleiben, welche- unierev AigarsttenlnarbelD begrunöet haben. ses* 18/ Soantag 27. �anf 1926 sm SeNag« öes vorwärts Sommer. Zur Opferschale wird die welk. Zur goldnen Opserschole. 2hr Xc.q ist so von Eiauz erhelll. Dast auf die Tlacht noch Leuchien sälli Vom schimmernden Pokale Der nimmermüden Sonne. fjor. wie dein Sommersehnen rief. Das starke Sommersehnen. Was dir in Keim und Blüte schlief. Erfüllung wird es Heist und tief And will sich mächtig dehnen Und mit den Feldern wogen. Zum Erntetage reift die welk. Zum heißen ErnlÄage. Und wer nicht seine Saat bestellt, Wird nun zum armen Sein gesellt Und fruchtlos leerer klage. Der keine Sonne jubelt. Bruno Schönlau k. der Tausch. Von Lola Landau. Mit einer nachlässigen Bewegung warf der junge Mann die Briefe, die er soeben beendet hatte zurseite, als schleudert« er sie weit von sich, über lang« rauschende Straßen hinweg, irgendwohin, wo sie ihn gar nichts mehr angingen. Noch war das Rascheln vieler gleichgültiger Worte in seinem Kopf; aber ihr Sinn, Streicheln und Flüstern aus einer Briefecke, steife Verbeugungen auf einem anderen Bogen, hüpfende, springend« Gcldzchlen auf der vierten Seite, dies olles war unter den Umschlägen sest zugeklebt und sorgfältig verkorkt. Die Briefe logen da, stumm und tot wie weiße Asche und rührten sich nicht mehr. Eben klebt er mit peinlicher Sorgfalt auf einen neugsschriebenen Brief«ine rote Marke, die wie ein Blutetropfen leuchtete. Halb ab- wesend, kindisch sreut« er sich an der grellen Farbe und lächelt«. Plötzlich spaltete sich sein Lächeln in einem schamvollen Schreck. Er entsann sich, daß er ja soeben in diesem Brief schmerzlich« Wort« an ein Traucrhaus gesandt hatte, an ein« verzweifelte junge Frau, die ihren Mann am nächsten Tag« begrub. „Auf solchen Briefen dürfen die Marken nicht rot sein, es müßt« schwarze Marken gebend spannen sich sein« knabenhafte Spielereien weiter. Hastig, mit bösem Gewissen riß er den Brief aus, überlos ihn noch einmal, seufzte zusrieden, da ihm seine Wort« in ihrer schwermütigen Feierlichkeit gut gefielen und schob ihn ungeschlossen von sich fort. Wie leichteste Musik begleiten die Bewegung seiner Liände winzig« abschweifend« Gedanken:„Bin ich oerpflichtet, zu dieser Beerdigung zu gehen? Ich habe aber keinen schwarzen Schlips? Die Frau ist zu jung. Sie wird wieder heiraten. „Ein schrecklicher Fall", rief er sich selber laut zur Ordnung, während sein« Feder schon selbständig auf einen neuen Bogen einen heiteren Buchstobentanz aufführte.„Och freu« mich unendlich", hatte sie mit heftigem Schwünge hingeworfen. Dieser Brief nämlich sollt« ein Glückwunsch zur Geburt eine» Kindes werden, dessen Eltern dem Schreiber aus einer kühlen gesellschasilichen Ferne herüberwinkten. So stockt««r auch schon nach den ersten Worten, die Augen magnetisch aus das leer« Weiß gehestet, und erst, nachdem er lang« und inbrün- stsg an seinem Federhalter wie an einer Zigarre gesogen hatte, er- schienen wie von selbst die Schnörkel freundlicher und unpersönlicher Phrasen auf dem Papier. Plötzlich aber zuckt« die Feder wie ein longer lebendiger Finger, und von einer rätselhaften Macht heraus- gepreßt, schrieben stch die zitternden Worte hin:„Ein neugeborenes Kind ist der Kaiser der Welt. Er besiegt un, all«, da ihm das Leben und die Erde gehört, die wir nicht mehr sehen werden." Die Feder fiel hm. Das Gesicht des Schreibers war in einem ernsten Schrecken erstarrt. Unmerklich waren die Gedanken des Todesbriefes, die unter den leeren Worten bebten, in da, andere Schreiben hinübergeslosien. Boll Hast, flüchtend vor den quälenden Vorstellungen, schloß er beide Briefe in die Umschläge, ohne in seiner Verwirrung zu bemerken, daß er sie vertaufcht hatte. Unaufhaltsam abgeschossen flog der Glückwunsch in das Tvtenzimmer, der Trauer- strirf in das gesegnete Hau». Als der jungen Witwe«m nächsten Morgen dieser Brief gereicht wurde, saß sie in einen Schal gewickelt, zitternd vor Frost, in dem überheizten Wohnzimmer. Große Büsche gelber Chrysanthemen streckten wie gefräßig« Tier« ihre Krallen nach ihr au». Ihr scharfer Geruch betäubt« ste und dörrte den Rest der Tränen au». Sie konnte nicht mehr weinen. Der Tot« im Nebenzimmer, der einziger Sinn ihres Doseins gewesen war, hatte sogar das Leben ihrer Tränen mit sortgenommen. Sie dachte nur eines: wie sich heut« nacht der Geruch des ausgeströmten Gases mit dem Dlumenduft zu einer sanften tödlichen Wolke mischen und ste forttragen würde. Sie schloß die Augen, die von starrem Schmerz gebrochen waren, Augen einer Toten. Da wurde ihr ein Brief auf silbernem Teller wie ein« Speise gereicht. Mit kraftlosen Fingern öffnete st« ihn und sprang schreiend auf: „Wit, hier schreibt einer:„ich freue mich,— ich freue mich un- endlich— die Geburt Ihres Kindes"— höhnt mich ein Teufel?" Sie las noch einmal und begriff erst allmählich den Sinn de, seltsamen Briestausche». Ihr« Augen wanderten langsam über die Buchstaben, hinter denen magisch«in weißes Zimmer aufglänzte und darin der nackte strampelnde Körper«ine» kleinen Kindes. Sie de- wegte lautlos die Lippen:„Es bssiegt uns alle, da ihm das Leben und die Erde gehört."— Die Trauernde preßt ihr« Hände wie in einer schmerzlichen Liebkosung zusammen.—„Das Leben! die Erde!" Eine grenzenlose Zärtlichkeit und Sehnsucht erfüllte sie plötzlich, dieses klein« fremd« Kind zu sehen. Und als sie ihr- Augen niederschlug. erblickt« sie es deutlich: das verquollen« winzige Gesicht diese» Neu- geborenen, da» die flatternden rosa Fäuste in die Luft stieß, die rührenden Falten des kleinen Leibes, durch denen der helle Atem huscht« und in kleinen schnaufenden Stößen durch die zierlichen Nasenlöcher trieb. Dieses unbekannte Kind, dem von nun an das geliebt« Leben gehörte, ein Hauch desselben Leben, dos aus dem Munde des Verstorbenen auf so sonderbar« unverständliche Weise entwichen war. Als bestände ein geheimnisvoller Zusammenhang zwischen dem Toten und senem Kinde. Als hätte er sein Leben an das fremde Wesen weitergegeben und dämmerte aus den Augäpfel des Neugeborenen zu neuem Erwachen auf. Dn einziger Maus- Schutzzoll. ,der Volksentscheid hat bestätigt, daß 14'/, Millionen Deutsche zu viel staÜ�- sthrkeb die ,Veutsche Zeitung�. haltsamer Blutstrom dos Leben, das von einem zum anderen hin- überrauschte. Ein Sturz von Tränen überschwemmt« ihr Gesicht. Deinend kauerte sie im Sessel, über ihren Schoß wie über ein unsichtbares Kind gebeugt.„Du Kind", dachte sie..Laiser der Welt!" Sie hob den Kops und blickte mit klaren Blicken um sich. Zag- Haft aber mächtig wie erstes sprießendes Grün wandte sich ihre Lieb« von dem toten Mann« den Verheißungen eines neuen Lebens zu. Um dieselbe Stund« starrte«in« jung« Mutter, von Angst ge» schüttelt, aus das Beileidschreiben in ihrer Hand. Di« hohlen Trost- worte streckten larvenhaft die Zunge nach ihr aus. Sie krallte sich in die Kissen.„Sollte dies« Verwechselung ein« böse Vorbedeutung für meinen Sohn sein?" Das Kind schrie, sie nahm es an ihre Brust und gab ihm zu trinken. Der vogelweiche Flaum der Haare strich mit leisem Kitzeln an ihr« Haut und die Berührung, sonst ein zarter Dust, erschütterte sie bis in die tiefsten Schauer. Unruhig richtete sie sich in dem Bette hoch, als müßte sie ihr Kind aus einer unmittel- baren Gefahr erretten. Plötzlich begriff sie, daß sie ihr Kind nicht behüten konnte, nicht vor Krankheit, Kummer und Tod, die das Lager wie Paten umstunden. Furcht, Ehrfurcht vor den unentrinn- baren Geheimnissen und grenzenloses Mitleid mit der beraubten Unbekannten glitten wie große Schatten über st« hin und entführten sie der kleinen Selbstsucht ihres Glücks. Immerzu schwebten ihre Gedanken durch die Türen des Trauerhauses zu der fremden Frau. Sie wußte ja nicht, daß in einem geheimnisvollen Opfer ihrer eigenen ungetrübten Seele der ihr bestimmt« Glückwunschbricf die Berzweifelt« vom Tode zurückgerisien hotte. Der Absender der Brief« aber erfuhr niemal», daß er in einem mystischen Tausch Leben und Tod miteinander oersöhnt hatte. Weiöe meine Schafe! von Adam Polewka. Deutsch von Leo Koszella. Ein Gelehrter sagte in einer Schrift: Es gibt keine Hölle, und nur die Ewigkeit selbst ist die Hölle für den Missetäter. Ein anderer meinte, daß es keine Hölle aus Feuer gäbe. Ein dritter Gelehrter sagt«: Es gibt keine Hölle, sondern im Verbrecher allein ersteht da» Feuer, das ihn brennt und oerzehrt. Der Pfarrer Andreas blickte in die Flamme des Bunsen- brenners und erwog die technische Möglichkeit eines„ewigen Feuers". Halb zum Scherz, halb aus Ernst beschäftigte er sich mit der technischen Seite des dogmatischen Problems, Ich beobachtete ihn sorgsam. Er sprach mit sich selbst. Interessiert und mit Aufmerksamkeit des Reporters, der ein sensationelles Interview wittert, verfolgt« ich ihn mit den Augen. Bor Freude rieb ich die Hände. Andreas war Pfarrer in einer kleiner Fischersiedlung, einige Meilen von der Stadt V. entfernt, aber er beschränkte seine Seel- sorgerpslichten auf das Messelesen, dann fuhr er in die Stadt, wo er bis zur Dämmerung In seinem Laboratorium den Tag vertrödelt«. vor Jahren hatte er Chemie studiert und blieb bis zu seinem Lebensende den Experimenten und Retarten treu. vor einem Monat hatte ein Wunder ein lautes Echo w der Presie gesunden, das sich in der St. Barthalomäuskirche in jener Fischersiedlung ercigner Halle, ao eben Andreas Pfarrer war. Man empfahl mir, ihn zu interviewen. Ich gebe ehrlich zu. daß ich in dem Augenblick, wo ich die ersten Worte mit diesem Menschen wechselte, das eigentllch« Ziel meines Besuches vergaß und es mir gleichgültig war. ob die Madonna den Kopf bewegt hatte oder die Hand und welche Worte sie dabei gesprochen hatte. Er selbst nahm mein gesamte, Interesse gefangen. Hager und hoch gewachsen, von scharfem Profil, maihte er den Eindruck eines Halb-Mönchs, eines Halb-Mchimistett' Er stellte die Frage:„Interview?" Bevor ich antworten konnte, nickte er mit dem Kopfe:„Gut." Die alle Wirtschafterin, deren Gesicht von Pocken porös wie ein Schwamm war, bracht« das Frühstück, stellt« das Tablett auf da» kleine Rohrtischchen und blickte mit ihren schwarzen Augen schielend auf mich. Pfarrer Andrea» nahm Platz und la», ohne sich zu» Essen anzuschicken, die Bratkrümel vom Tablett. Aus dem Tisch stand ein Ofterlamm au» Gip». Mein Partner knetete in der Hand da» klebrig« Brot und dreht« au» ihm Kugeln, die er auf der langen, schmalen Hand dem weißen Lamme reichte, als wenn er es fütterte. Er erzählte. Während des letzten großen Sturmes gingen ungefähr 30 Fischer- kühne unter, und fast fünfzig Fischer aus seiner Parochie, denn nur einige zehn von ihnen hatte der englische Dampfer aus dem Wasser gezogen. An die dreißig Familien verloren den Lebensunterhalt, denn es waren nicht nur Familienväter untergegangen, sondern es war auch da» ganze Vermögen manches Fischers dahin— das Boot. In der kleinen Kapell« der St. Bortholomäustirche steht ein« Madonnenstatue aus Marmor. (Ich warf ein:„Ich weiß.") Einige Tage nach dem Shirm hängte der all« Lntonello, ein reicher Sardinenhändler, ein goldenes Boot als Opfer für die marmorne Madonna auf. die bewirkt hatte, daß er bei jenem Fang nicht Anteil genommen hatte und wie durch ein Wunder dem Unglück entgangen war. Da nun dreißig Famlllen in einer Nacht cm die Schwell« der Not gelangt waren, redete der Pfarrer Andrea» dem allen Händler zu. statt Weihgeschenke aufzuhängen, den Unglücklichen eilends zu helfen. Aber Antonello wallte von der Hilf« für die Armfellgen nicht einmal hören. „Ich bin selbst arm." stottert« er,„arm— povero diavolo— sehr, sehr arm. Der Madonna muß man— muß man— aber dem Nächsten nicht— nein!" Er hängte sein Boot inmitten der anderen Votlvgeschenk« auf, sah die Madonna mit fanatisch finsterem Blick an und brüstet« sich mit seiner Gabe. Es kamen noch etliche andere und hängten hinter dem Glase goldene Herzen auf. Dann kamen sie oft in die Kapelle und freuten sich, daß dort ihr Gold unangetastet hing, war es doch der Madonna zum Opfer gebracht worden. Einige Zeit später, als die Trauermesse für die Seelen der Ertrunkenen gelesen wurde und die ganze Kirche von Seufzern und schier unmenschlichem Gestöhn widerhallte, geschah das Wunder. Die Leute erstarrten vor Bestürzung. Ueber die bleichen, vor Bestürzung versteinerten Gesichter flössen Tränen auf die im stummen Schrei geöffneten Lippen. Es geschah ein Wunder. Die Madonna winkte mit der Hand, vi« Bewegung war kurz' aber gut sichtbar. Der bestürzte Ministrant bedeckte mit dem Ellenbogen die Augen und läutete in der Betäubung wie toll. Niemand hört« ihn. aber olle hörten die Worte der Madonna: „Die Herzen tauscht und dl« Boote au» Gold gegen Brot und hölzerne Kähne ein." Der Pfarrer Andreas war damals tn der Kirche nicht anwesend. Di« Messe las der Vikar. Drei Wochen darauf baut« man dreißig Kähne und dreißig Familien crhiellen«in bescheidenes Vermögen. Sogar der aste Antonello spendete freigebig Gold. Die Freude betäubt« die Annseligen. Weinend warfen sie sich auf den Boden der Boote und lang ausgestreckt daliegend, küßten ste die Bretter. Pfarrer Andrea» brach ab. Er blickte vor sich hin, dann lächelte er das weiße Lamm an und reichte ihm die Handfläche mit den Brotkugeln. Plötzlich wandte er mit eint* scharfen Bewegung das Gesicht mir zu. Sein Blick durchbohrte mich durch und durch. Ich fühlle, daß er etwas Ungewöhnliches sagen würde. Tr SvWabierK faffk' „Ich selbst Hab« dies Wunder bewirkt." Ich verlor die'Sprache. „Ein Wunder in des Wortes eigentlicher Bedeutung war es nicht gewesen," sprach er sichtlich gedehnt,„das Wunder— ein Mauklerstückchen— Hobe ich gemacht." Er provozierte mich mit dem ruhigen Blick seiner schwarzen Bugen. „Ich werde Sie entlarven!" Mit einem Wink fesselte er mich an de» Stuhl. Er lächelte:„Jetzt ist es schon zu spät. Die Spuren sind ver- wischt. Uebrigens wird das Volk die Figur nicht zertrümmern lassen und in solchem Falle werden auch die Karabinieri nichts aus- richten," las er dreist meine Gedanken. *„Aber das ist ja Betrug!" stieß ich hervor, vermied aber seinen Blick. Er stand auf und reckte sich, daß die Knochen w den Gelenken knackten. Und wuchs ins Riesenhafte. Die Linien seines Gesichtes * wurden härter und schärfer. Eine sanatische Flamme schoß aus seinen Augen. „Ich vollbrachte eine gute Tat." „Weshalb wurden Sie Priester?" fragte ich höhnisch. Sein Antlitz wurde vor Fanatismus aschgrau, vor mir stand Din mittelalterlicher Mönch. „Der Orden!" entgegnete er hart. „Seid schlicht wie die Tauben und listig wie die Schlangen!" kicherte ich schüchtern. Er wurde nicht ärgerlich. / Still wie eine Maus zog ich mich zur Tür zurück. 9t sah »icht zu mir hin. Mit den gedrehten Brotkugeln fütterte er das weiße Lamm aus Mips. Ich fühlte, daß er mit jemand sprach. i Und jener flüsterte ihm zu: s„Weide meine Schafe!..." Das Nesier. Don Erich Bock(London)'. Wenn ich, das Hospital oerlassend, den Hos überquert« und das !Sektionshaus betqqt, eine Leichenössnung vorzunehmen, empfing mich an der Türe der Diener mit den Worten:„All right, Doctor." Er meinte damit, er Hobe alles gerichtet und die Sektion könne beginnen. Im weißgetäfelten Saal lag aus weißem Porzellantisch der tote Körper, an der Decke summte der große Ventilator. Wasser- rauschen m den Spülbecken. Wenn ich mit schützender Kleidung an den Sektionstisch herantrat, die Instrumente überprüsle. ver- mißte ich fast stets eines der Messer, das besonders nützlich zur Llrbeit war. !„Sie haben das Messer vergessen." mahnte ich den Diener. Er entnahm es dem Schrank und reichte es mit entschuldigender, höflicher Geste über den Leichnam hinweg: „Hier ist Ihr Messer, Doktor." Er vergoß noch mehr, dieser Diener, vergaß die Reinigung des Hauses, vergaß die Tiere zu füttern, die ich für Experimente mir hielt. So wurde er eines Tages entlassen. Monate vergingen seitdem. Gestern abend ging ich mit einer jungen Engländerin noch dem Theater über den lichtsprühenden Piccadilly und betrat ein großes Kaffee, eine Erfrischung zu nehmen. Durch die Türen schlugen uns Musik und Menschenstimmen ent- gegen. An einem kleinen Tisch dicht an einer weißen mächtigen Marmorsäule nahmen wir Platz. Ich überfliege gerade die Speise- karte, da fragt mich ein« verbindliche Stimme von der Seite her: „Haben Sie schon gewählt, Sir?" ck?»W 4» Mtatt ta«4? Mt Hewd und höflichem Lächeln, mein Sektionsdieaerk Ich werde oerwirrt, die Stuhllehne preßt meinen Rücken, Tische und Menschen vor mir scheinen sich nach den Rhythmen der Kapelle zu bewegen. „3we! Dinner»," ruf« ich dem Kellner entgegen und verscheuche die Erscheinung. „Du wolltest doch«cht viel effen," wundert sich mein» Freundin. „D ja.» doch.•, ich habe plötzlich Appetit," rechtfertig» ich m-ch. Die Stepp« wird serviert, ich esse zögernd und meide de» Rar». da der Kellner den Teller angefaßt hack. Jetzt kommt der zwetr» Gang: Rumpsteak mit Beilagen. „Sieht es mcht entzückend ans," frögt mein« Freundin und führt den ersten Listen zum Mund. Ich habe noch nicht gekostet. ich vermiste etwas, suche an meinem Platz, werde unruhig, auf- geregt, auch der Kellner scheint es bemerkt zu haben: „Fehlt etwas, Sir?" „Sie haben das Mester vergesten!" preste ich stotternd hervor. Der Kellner eilt von bannen. Da nehme ich mein« Freundin bei der Hand, vom Teller fort zerre ich sie, Entschuldigungen stammelnd, cm» dem Hause._ Korsika. Sonder bericht de»„vorwärts" von Richard huelsevbeck. Das Wort„malerisch" ist in der letzten Zeit in Mißkredit ge- kommen. Man denkt an Ruinen, zerfallen« Schlösser und Maler mit Lcwalier irnd Palette wie sie heute nur noch in Witzblättern vor- kommen. Der blau« Himmel der Riviera ist tn der Vorstellung der Reisenden so stereotyp geworden, daß man stch etwas gelangweilt fühlt, wenn man daran erinnert wird. Di« Cüt« dÄzur erscheint als die geeignete Kulisse für Menschen, die sinnlos ihr Geld verstreuen. Die Landschaft hat hier etwas von dem Snobismus ihrer Besucher angenommen, etwas Fades, Geschminktes— sagen wir es ruhig— Dirnenhafte«. Bon alledem ist auf Korsika keine Rede. Hier P da» Leben freier, regelloser, ursprünglicher als an der stidfranzösifchen Küste. Niemand bekümmert sich um die Fremden, da» Doli lebt sein eigenes Leben und ist stolz auf fein« Vergangenheit. Diese Vergangenheit war allerdings nicht sehr großartig, man schwankte, ob man sich Frankreich oder Italien unterwerfen sollte, man stritt sich, tötete stch und machte sich das Leben sauer, wo man tonnte. Heute noch hat man stch nicht entschieden, die Herrschast Frank- reichs ist nur äußerlich, Napoleon ist sozusagen ein unpopulärer Mann auf Korsika. Seit einiger Zeit gewinnen die Leute an De- deutung, die Mustolini für einen großen Geist halten. Sei dem wie dem sei— der echt« Korsikaner begnügt sich mit der Neutralität des wohlwollenden Zuschauers, er schätzt neben Bouilla- daist«, der National speise, gebratenen Früchten und Makkaroni, vor ollem die— Faulheit. Auf den Steinpieren des allen Hafens in Lostia feiert da» Nichtstun unerhörte Orgien. Es sieht zwar so aus— und das ist charakteristisch— als ob jeder mit höchster Intensität einem Arbeits- ziel nachging«— aber, wenn man nur einige Minuten zusieht, stellt sich heraus, daß alles um nichts ist. Man jagt«inen Hund, man spornt einen Esel an, man hört jemandem zu, der die Zeitung liest und gibt seiner Meinung Ausdruck. Da» ist Korsika. Um 5 Uhr sind schon die meisten Geschäfte geschlosten, alle», was Beine hat, nimmt Teil an dem Korso auf der Place St. Nicolas und he it.»um ahnt, daß fie noch mehr halten, als ihr Leußeres vev- spricht. Sie taufen ihr« Toiletten im Warenhaus„Au petrt Parisien", sie schminken ihre Lippen giftiger und roter als die Pariserinnen und haben eine ausgesprochene Vorliebe für billigen Schmuck. Hier gibt es Liebhaber, wie wir sie nur noch in der Operette kennen. Sie stehen abends in den engen Gasten voq Bastia und zupfen an ihren Mandolinen. Ich muß mir immer vorstellen, wie der typisch« deutsche Akode- miter mit Brill« und Lodenmantel, der in meinem Hotel wohnt, sich al» schmachtender Amcmte ausnähme. Di« korsischen Damen würde» ihm nach kurzer Zett ihr Waschwaster auf den Kopf gießen. Trotz der Vorteile, die man von den Reisenden hat, gibt das korsische Volk nur sein« äußere Schale zum Anstaunen preis. Sein« Sitten hält es gegen fremden Zutritt verschlossen. Ein Ausländer, der sich von den glühenden Blicken der korsischen Mädchen ver» führen ließe, würde in die böseste Lage geraten. Wer es wagt«, nach westeuropäischer Manier nach einer Frau zu verlangen, könnte lernen, daß Banditen und Vendetta heut« noch wie vor hundert Iahren ihren Sinn nicht verloren haben. Di« Stadt ist von riesigen Bergen eingeschlossen, in die kleine Dörfer wie verloren verstreut sind. Di« ganz« Insel ist ein er- loschen er Vulkan, der die Charakter« der Bewohner nach sich ge. formt hat. In den Dörfern werden jeden Sonntag die Rest« eines anderen Heillgen gefeiert. Hierzu kommt das Volk auf Automobilen(es gibt hier mehr Automobile al» in einer mittleren deutschen Stadt) von weit her. Unter den gut gekleideten Leuten steht man hier und da einen alten Mann in dem verschollenen Kostüm des Landes, die Flinte um den Hals gehängt. Di« Prozession bewegt sich unter dem Dorantritt des Priesters über die winkelig verzweigten, plötzlich steil aufragenden oder jäh abfallenden Straßen. Nach dem Aufzug kommt der Gendarm, bärbeißig, aufgeputzt mit seinem Hund. Di« Sonne brennt heiß und da» Meer ist hier so glatt, wie es sonst nur in Romanen vorkommt. Maa lernt nie aus. vor 150 Iahren kamen tn den verewigtes Staaten«f eine Million Einwohner 24,7 Mörder, heute 112. * Die größte Bibliothek der Well ist i» Petersburg. Sie zähN 4250 000 Bände. » In Europa finden alljährlich 3K Millionen Hochzeiten statt. Z » Bis vor kurzem hatten die Soldat«» w Ehtn» freie» EwtrtM ins Theater. Jetzt müssen sie volle Preise bezahle». * In Amerika gibt«« 14,5 Millionen Aktionär«: 1000 war«» c» nur 7 Millionen. Diese Aktionär- besitzen ein Lermögeu von zw, sommen 70 Milliarden. * In New f)ort leben 54 000 Künstler, dt« male» und bildhauer», « In Deutschland haben wir etwa 560 Theater, dt« pr» Tag rund 8000 Mark Tantieme abwerfen. « Die Italiener planten im Jahre 1870 den Bau ewe» neue» zweiten Rom, 15 Kilometer vom alten entfernt. * DI« erste gedruckte Karte von Deutschland erschien im Jahre 1401. flL J7 Verkauf soweit Vorrat Wurstwaren Kolonlaiwaren Malzgersleecbr, Pfd.l8pt Weizenmehl..prnmt�Pt Auszugmehl ,.pfBnd26pf. Weizengriess Pfand 28pl Hartgriess..... Pfund 29p£. Maispuder... pnwdÄp«. laselreis....... pfondjßpt Valencia-Reis Pfand 80pt ]ava-Rei$..... Pfand 88pt Makkaroni... ptqnd 48pf. Speckwursf...Pfand SOpc Kerl. Meilwursl.po. 95pf. Jagdwurst...... Pfand 1 20 KnoblaudiwurstPfd. I20 MellWursl-*™�di30 Hildesheimer'.. Pfund l50 Bierwursf....... Pfand l80 Teewurst........ Pfand 18S Schinkenwursf.Pfund l88 Zerv.uJSaJami jto |!»nmnninnnirTmiiinirnniniimiiniiimii(nimnniimiiHiiiniiin!mmnumnmnninmniumni;iri* »u,«Ig.| Rdrterci= Fritch gebr. Kaffee i Sondenu- | I«do!I Pfd. 238 Sonder««- A58 gebot U Pfd. A Sonderaa- 088 gebot III Pfd.* | SondermischungÄv�d 68pt| »kMUlttMMftMillNINUIMMkMNttlNMliVlMMlMNMlkMvfNNMMMMMMIklMIUNNNklwNN? Obst und Gemtise Pt tn Möhren......... B.nd25pt Sttnangen-Garken�ZO Kohirobi r.Äi 15pt Schmorgurken m Zlk Scbolen..„„. 15pt Nene Kartoffeln Pfd. Bpt Grüne Bohnen 25pt Klerenkartoff.�lZpt TOHIdlGÜ runde, Pld. 30pf. ZltrOIIGII.... Dnlzend 40pr. plumtmiiDiiiininiimOTunmnnniiiiimtmiimiiiiiuimiiiinniiiiiiiiiiinnKiTmniioinniiiiunimue (Fette Schmkenecken*» f f von kiesiger Sckladitaag................ Pfand I MkMNMMNMMNMMkM'NiMMMItt Deginn 1. Juli Ausvefkauf herahgesefff sind die Preise vieler Waren in den bekannt guten Qualitäten I Edamer roiu»«. Pfond 98pt TilsiferKäseTonf.,Pfa. I20 Mengenangabe Torbekalfen Käse und Fette Konserven EdamerKäse..Pfand 76pt W ürstchen dom 68P1.I20 GoudaroUfott..Pfand 98pf. Rindfl. l.-fg�Sntt.y.voOal28 Gulasch Do« COpc Hammelfleisch 1"� Margarine Pfand 55pt vTTh'äÄ-'S Rinderfest...?..Pfand 68pt amMikMi.ch«, groneDow 48pt Molk.-Buffer iPfiBt78pt Oelsardinen 88pc Tafelbulferna.,iPi48i.92pf. Doae46 60 78pt I>0iVJ IfS vMtUNINMUMNMMIMUMttNMMMNMNMIMMIMMklllMNNIiMINNNNMMMMMMIIIMMlNU i Orangen-Konfitüre qo 1 E Eimer ea. 2 Pfund..............................—PC= 1 Erdbeer-, Aprikosen-, i Kirsch-, himbeer Konfitüre = Eimer ca. 2 Pfund......................- ZilMMMMNMIkMkMIMMIMNllNIINIMMMlllMNMI'ikMMMMNWINlMMNMNIllllUkNMMWlUU frische Fische Fett heringe Btfick 5 Pf. ZÜPt 1 251 Btück riliamiiimnmnmniimiMMmmiimnmmiminmr MWSMWMMIWMIl Frisches Fleisch Schweinebauch � Pfand 1°° Frisches Sappenneisch....pfU.d78pf. Hammelfleisch Zupp«».?«. 93pf. Fa. Schmorfleisch otm« Knochen, p«. I20 Kablioa ,hn. Kopf,»» Maftls.......... tej,»...... � � Matt Füll...» Im gmzea.?™Pfund 14pt Füll........„T..etnck lüpf Frische Hechte PfiSOpf Heue englische Hatjes Btack 7, 10, 15 Pf. ZMMslMNIMMMNMIMMMNNMMMNMMUIWIttMMNMIMIMNINIUIMMNMUVMllttNMUsZ Lebende Schleie Pfd. 1 oo Erdnussöl 35 >!. Llr. 25 Naturgew.Winzerw.,hervorr,bl.Tatelw.1';1ltL lPL _ 50 Pf. it Kla,ohen 30�00 pa. QaaL, mit In Batflnade elngekoöht,•(, FL I FL%ck aprt -v"' ohne Fllache 12 FniiilMerSiifeMn5S„ 5 Vi Flasche........................ Flaschen Himbeer-, Rirscli-a Zitronensaft 13,0< In pa. QaaU mit U Eafflnade eingekocht,»1, FL 1 FL»W Preiae Kalbsschnitzel....... Pfand 200 Kaibsgulasch.......... p�d 1 120 OliuenölSKÄßS-iil'0 Sa00 i iunniniimmiiiuiunmniiiirTniiimtnnmniMnitiMuiiiiiiiiniiiHniitmiiiiiiintmiiniMiiniiiiimmtrs I Uesen Ä 88. EIsbein�:52pi Kolbskenie Pfand 83.-biatt pfd88pf I Halbskamm pfiTö,-rücken pfd.78pf. 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E» ist ein strich«» Märchenbuch, da» dieser Expeditton»dericht vor uns aufschlagt. Ein franzosischer Automodllindustrieller Citroen hatte sich jeU U«2Z in den Kops geseyt, mit Automobilen den schwär. zen Erdteil zu durchqueren, und nach mancherlei Versuchen begann die Fahrt mit ach« Automobilen im Mörz 192« und»rreui�e wie vorgesehen nach achtmonatiger Fahrt pon Sud-Algier au», quer durch Mittet- und Ostasrika. de» Indischen Ozean gegenüber Modo- gaskar. An StOUll Kilometer waren zurückgelegt, et» ganzer Erd- teil ohne Wege war vom Automobil erobert worden. Der Film schildert all die Abenteuer und Befahren, die die Automobilkolonn» zu bestehen hatte. Zunächst ging e» durch die Wüst» Sahara noch dem Nigerstust, von hier au» zum Tschadsee, dann zur englisch- ägyptischen Brenz« nach Dorfur, dann nach Süden unter zahllosen Fluftübergöngen zum belgischen Kongo und Albertse«. Dann wird Ostasrika durchquert und endlich die Küste erreicht. E» ist beinahe de» Buten zuviel, wa» hier von Land und Leuren gezeigt cvtrN 3a der senoenden Wüst« künden darrend« Steten« von den Befahren der Pafsuge, om Tschadsee erleben wir Zieiterparaden, die durchau» an die Kreuzsahrerzeiten erinnern. Dann kämmen die Clau» jede» Afrikasilm«: Löwen, und Nilpserdjaaden mit Wüstenbränden und immer wieder gell» und Tänze der Eingeborenen, die all» geboren» Filmdarsleller zu sei» scheinen. So naiürtich. mii i»o>«i Anmut und Zibythnui, bewegen sie steh. Ariiüsani» Episoden und nette kleine Genredilder schieden sich ein. Da ist ein« Berichmszrne. bei der die Schwarzen ctc, ronisch« Bcredsomkeil an Mienen und Besten entmukeln. Da find entzückend« Bilder von der Dressur junger Elefanten, dt» den hl tat« Telegraph»» Asten» und Afrika», der Buhn- Gudu wird aar näseiai Augen in kzen«»esehl. Aul da»(Tasten hohlen Dotzzqllnder» rrrmmeU der dazu deilrllte Man». 3« nächsten Dorf niinn» sein Kollege e» auf und so gehl e» mellenweli son. Etwa» ganz Besondere» hol der Film mii der Ausnahm» der Pyg- mäen geleistet, dl»— vielleicht»in Ziest der afrikanischen Urbevölkerung— im Ii esst en Urwald ein ganz primitive« Leben sühren. Sie nehmen sich wirklich al» Zwerge und sellsam» Tiefte einer längst ousgestorbenen Well neben den Negern und den Europäern au«. Miederholl werden Empfange durch ganze Negerdörser aber durch Häuptlinge vorgeführi, immer sind die Neger lustig, zulunllch und lanzsrah. und auch die Visiien in den Harem, der Häuptling», die manchmal dl» zu 100 Frauen zählen, find nicht ahn» Hnlerefie. Zahllose ethnographische Kurlasa werden nebenbei gezeigt, Frauen. die statt aller Bekleidung hinten ein Schwänzchen tragen, die wunder- bar srisierlen Mangbeltusrauen aber gar die Sora-Mussa-Frauen. die in Ober- und Unterlippe große Holz- oder Melallleller tragen und kaum nach menschlichen Wesen gleichen. Ader es würde zu weit führen, die Fülle der Eindrücke festhalten zu wollen. Es ist ein Film von unermeßlicher Weit«, der Immer Neue, oerinitlelt. aber natür- lieh viele» nicht Verliesen tonn, weit die Reis« immer weiter gehl und well man von den vielen Tausenden Metern Ausnahme doch nur ein paar zeigen kann. D. ein Schritt vom Oege. (Primus Palast.) Di« Focm des Boxers Dempsey spiest die Hm-ptrolle. St« ist die Frau eines reick)«» Kaufmanns, hört auf den Namen Veairice und hat außerdem ein Berhällnis mit einem unbeschöstigten jungen Mann, der in den verdacht gerät,«inen tverloaUen Diamanten gestohlen zu haben. Der Dieb ist aber Robert Black, der Freund des langen Mannes und ein«cht amerikanischer Filmintrigant mit einem sqwarzen Verführerbärtchen. Und damit nicht genug. Black stiehlt auch die Liebesbriefe, die Deairic« an ihren Geliebten geschrieben Hai, gerade in dem Augenblick, als dieser da» Zimmer beiritt und auch Bcatrice sich dort aufhält. Di« natürliche Falge Ist ein Baxmatch zwischen den beiden Herren, aber Black erschießt noch obendrein den Freund. In den Verdacht der Tat gerät der Ehemann, der gerade in diesem Augenblick, allerhand Böses ahnend das Hotelzimmer de» tritt. Und dann wird es ganz schlimm, die Unwahrscheiniichkeit feiert Triumphe, die Zufälle Hausen sich. Jedenfalls ist die(Berechtig. keil lobenswert, der Ehemann kommt frei, der Mörder stirbt auf der Flucht. Am Schluß Familienidyll aar traulichem Kamin unter weitgehendster Anwendung van Edelmut. Kein Mensch wird nun beijaupten wallen, Estelle Taylar-Dempsey fei eine groß« Schauspielerin. Di« junge Dam« sieht sehr nett aus, und verfügt über einen zuckrigen Augenaufschlag mit dazu gehörigem Blick, aber spielen kann sie nicht. Hin und wieder gelingt ihr Schreck oder Schmerz, damit Ist das Register erschöpft. Die körperliche Aus- drucksföhigkeit einer Talmadg« oder Pickford bestßl sie nicht, hingegen Hot sie scheinbar eine groß« Liebe für Posen, die der Regisseur Howard Mitchell nach unterstreicht. Ueberhaupt wird in diesem Film alles in Sperrdruck gegeben. Schon das Szenenbild Ist von etwas proßiger Anmaßung. Diese Lberluxuriösen Zimmer fallen allmählich aus die Nerven. Marmorstatuen erübrigen sich, besonder» wenn sie den Hintergrund zerreißen, und die Umrißsinien der Menschen nicht scharf hervortreten lassen. Man kann auch durch andere szenischen Mitlei Reichtum andeuten. Der Regisseur betont daneben wenig die schauspielerische Leistung. Philo Mc. C u! I o u g h als Gcntlemenoerbrecher und Verführer stilisiert sich aus Menjou, ohne dessen Selbstverständlichkeit zu erreichen, die anderen geben mehr oder minder gut« Typen, nur der Ehemann Standings über» ragt das Niveau durch gebändigtes Spiel und Ausdruckskrast der Geste. F. S. KckHing! Dienstag, 29. Juni 1926 Uraufführung des neuen Emelka- Bayernfllins Regie: Richard Oswald mit Mary Kid, Coletta Brettl, Grit Haid, Camilla Spira, Mira Hlldebrandt, Paul Heidemann, Fritz Spira, Hans Albers, Fritz Bendow, Fritz Kam. pars, Hans Brausewetter usw. usw. Musik: Hans May £«{1*9* 6*J vorwärts �heimliche S&ndtt.' (Alhamdra, Kurfürsten dämm.) Auf da» Sommerprogramm setzt man für gewöhnlich keine zu großen Hvlsnunpen. Darum soll man mit Freuden davon berichten. wenn mal ein« nett«, leicht« Sache herauskommt. Und bekömmlich« Kost ist der Emeiko-Fiim.Heimlich, Sünder', bei dem Franz S e i tz die Regt« süyrte. Der Film spiest in einer Kleinstadt, wo Klatsch, Tratsch und Aufregungen mancher An die moralisch stickige Luft des selbstgerechten Spießbürgertums in Schwingungen bringen. Der Hausherr liest gern unmoralische Bücher, seine Gattin ist die kamps- bereile Präsidentin de» Sittlichkeitsoereins, der Schwiegersohn halte «tn Verhältnis mit einer Tänzerin und die wohlbehütete Tochter dringt sich au, der Pension einen Verlobten mit heim, der Versasier anstößiger Bücher ist. Da, wirbest alle» bunt durcheinander: da- zwischen tauchen sogar Bespenster auf. Die Darsteller sind von der ersten di» zur letzten Szene allesamt guter Laune, so Margarethe Kupfer al» robuste Sitllichkeitsfanatikerin, Mary Kid als leicht- ledige Tänzerin und Dorothea Wieck, ein Neuling, als sympathische,, halbsiügge» Menschenkind. Die männlichen Rollen waren durch Fetix G l u t h, Hon» L» i d e l t und Victor C o l a n t ovrtrestiich besetzt. Li« gut« Aufnahm« de» Film» bei der Premiere ist sicher maßgebend für seinen w eueren Erfolg. e. d. In»t»«Gt«K!■ Dort». BW die französischen Blätter melden. wird dm Fumkvngrrß im Pari» in der Jett w« 17. September b>» «tnschtteßtich 5. Oktober stattfinden. Bisher haben il> Länder die Einladung angenommen, auch deren Regierungen werden Vertreter entsenden. S» sind Tagungen der Produzenten, der Verleiher, der Kinodesitzer. der Regtsieure und der Star, geplant. Unter den Penaten»»», die zur Berdandtuna kommen sollen, destnden sich einig« iehc mterestamt«. Der �upendschutz' wird einen dretten Raum in den Erötterungen einnehmen: auch ein Vortrag.Der Film al» grl«d»n»dringer' ist angemeldet. Mehrere Nastonen hoben Peschwerdeschriften überreicht, in denen daraus hingewiesen wird, aFUoM,»'« i» ihre» Bedieten spielen, zumeist ein ganz> als che» mm E ha rnNm der BeoöU erung(»Wen. vee Schechost»W(fst�n» Zensne nncrde» h» Iahet 1925 tMt Film« gegen 1463 im vorsoyre elngeretcht. Davon wurden SM al» zur Vorführung vor Erwachsenen geeignet befunden. 719 auch für Jugendliche sreigegrden und 33 verboten, von den ver- doienen Filmen sind 14 deutschen, 13 am ers tonischen und 1 russischen Ursprung» Bon den fresgegebenen Filmen stammen 777 au« Amerika. 282 au» veulschiand, 209 au» der Tschechoslowakei, 200 aus Frankreich. 27 au» Oesterreich, je 17 au» Italien und Schweden, 15 au» England und 14 au» Dänemark. Drei Filme wurden in Palästina hergestellt. 3m Vergleich zum Vorsahr ist der Import an ameritanischkn Filmen um 57, an deut'chen um 79 gestiegen: einen starten Rückaang zeigen französische und italienische Filme. Die tschechoslowakische Eigenproduktion erhöhte sich um 23 Filme. Sporte Bröffoong der Rüll-Amm. In den gestrigen Spämachminogsstunden hat nun die Nüst-'?. Arena, al» deren Leiter Weltmeister Walter R ü t t zeichnet. die Pforten geösinet, um eine Aussiebung der zahlreich abgegebenen Meldungen der Amateur« vorzunehmen. Am heutigen Sonn- tag selbst, werden die eigentlich« feierliche Erösfnuna. die der Bund Deustcher Radfahrer übernommen hat, und die End- läuse vor sich gehen. Zu den gestrigen Vorrennen fanden sich einige Tausend Zuschauer ein. die mit großem Interesse den Verlaus der Ausscheidungsrennen versvigten. Erwähnt sei noch, daß die Bahn neben der Berliner Fahne v i e l I a ch da» schwarzrolgoidene Tuch zeigte, ver Rennbegwn für Sonn- tag Ist aus 4 U h t angesetzt. Resultate: 1 Km.- Gaumeisterschaft. 7 Vorläufe. 1 Hoffnungslauf. Oualisizierl für den heutigen Endlauf: Blanke. Mühlbach, Graue, Max.— 25 K m.- Gaumelsterschast. 3 Porläuse. Oualisizierl sind für den heutigen Endlauf: O. Blank, Donath, Faischild, Ponn. Rast, W. Packebusch. Petermann, Fliege!, Eggert, Schnsfenhauer, Beinert, Mllhlbach, Kühl, Krehn, Engelmann, H. Packebusch. Sprickel.(Graue desekt, Wette gestürzt).— 2 0 0(1 Meter Einweihungj-Handicap. 4 Vorläufe: Für denheutigenEndlausqualisiziert: Fliege!, Pelermann, Balke, Donath, W. Packebusch, R. Lehmann, Beinert, Jinmhof, O. Blank, Neumann, Eggerl, Ponn, Faischild, Müller, Mühlbach, Schleusener. Ausscheidungsrennen für Junioren waren: 2 Vorläufe. Oualisizierl für den Heuligen Endlaus: Weichs- ner. Flieget, Ponn, Hahn, Beinert. Neumann. Ulitz, Sparmann. Schleusener, Brünjch._ Ca» erste verufsfahrerrennen an! der««».Arena findet, wie wir bereit» miltelllen, am kommenden Mittwoch in Dellall eine«?Ibendrennen« bei eleltrlicher velenchlung— 16 riesige Voaenlampen werden die Fadi fläche lagdell eileuchlen— stall und bringt al« Hauplnummer de« Progiamm« ein t 00-K 1 1 o m e l er. M a n n I ch a s l« r e n n e n nach S e ck s l a g e- ort, lür da« eine erstNalsiqe Beletzung vorge'ebcn ist. AI» erster wurde der lange Laren, deipflntlel. dar sich zurze» rn Höchstform befindet, wie lein ledler Sieg im MannichafiSnnnen in Breslau mii dem Fianzosen A a i i I i e, bewie«. Auch der Parlier wird voraussichtlich mit von der Partie fein. Dagegen nimmt da« famose Tttageniadrerpaar Noch-Mielhe bestimmt an dem Rennen leii, ebenso wie ibre beilegen Huschke-OStar» Tietz, deren Paitner allerding« noch nichi bekanni sind, während die beiden schnellen Flieger Hahn und Schräge äus eigenen Wunich zuiammensahren. Mit weileie» guten deutschen Spezialisten siir MannichastSrennen sowie mit starken ausländischen Fahiern ichweben Verhandlungen. Für die Amateur-Rennen liegen bereili zadlrciche Meldungen der Berliner Bundes- Amateure vor. Die EintrillSpreile sind durchweg sehr niedrig gehalten. Der voroertaus deginnl am Montag. «AtilWlIUfi ENVER BEV Staats-Theater Opern taaas e. Platz d.Repobl. «Uhr: Rlxoletto Sabansplclhan« ZV,: Charley« Taatc 8 U.; Viel Llrm um nichts. SchlllenTlieater 8: Kyrltz« Pytltz Siäälisdi! Opir Charlottenburp 8 Uhr: Tiefland Abonn-Turnus III llkM« Theater Norden 10334—38 8V, Uhr Max Adalbert in S)as 8kel Xammerspiele Norden 10334—38 Nor bfa 30 Juni 8V, Uhr: Oaztsp Maria Orska MeineCousine aus Warschau Die KomMe Blamarck 2414, 7316 8'/, Uhr Weeh-end .t.Lesslnfl-Tb Schneider Wibbel Henckels, Berber Grodtczinsky Sommerpr. 1-8 M. ifitjl 1 V«lhMh..C.nrert sduft. Rddujiatur;«:i loinh qitt Ptlti« 1 1 SC WWW Kleines Ib. 8>,, Uhr: Seitraspiij! 3 Gntokrt na lirt litz Von dieses zahlt 50»j�M/« Uhr: Gntallaie Eooel Horn Odl enb am Tel.: Norden 630« 8 Uhr Oer Garten Eden Volks bü h ne Tbuter im BBlawplih Tb. n SduffbiDerdmun 8 Uhr 8 Uhr; Der dütsche Michel Morgen 8 Uhr Morgen 8 Uhr: D. dQ'sche Miehtl Die Freier. Die Freier Reichshallen- Theater Abends 8 Ubr Stettlner SBnger (Hanl Qn Baashall beiReyer's Eirlitr Birlnti m Itrul Uönboff-Brettl(Szsii.Out! Variete;- Konzert!— Tanzt Tb. in tirfiistegdinin 8V. Uhr: Kavalier Jack Operette in 3 Akten Musik von Carlta von Horst Sommerpr. 2—6 M. Beniner Prater Nasiam«*- Allna 7-9 Tlglich: latematlonalca Varlelt- Programm. An(.; Wochentags S U, Sonntags 4 U. Eintritt SO Pf. Katfeekochen. 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Woche 1 Der Kampf ums rote 6old In dar Hauptrolle: Olfn Tie Tin ■Wunotpiati Adrtnq, die Dom im Aato Der Kampf ums roteCoid 1 In der Heaptrollc i Kka Tin Tin vdabergswg 1 Der Provinzonkel Henny Porten In Das alte Gesetz Qfftlfa b« em hreit. mod Mnstor OUJI 10 vor Hermv«nd Knsbeaaazü�e•• e Corercoatsfoffa Damentuche Stoffe CfgMm M om breit, für Kathnt-AssO?« UlOIIO tm ObeTtn� haltbar.. Meter Damen-Stricklacke Damen-Pullover � Strickwesten rdmw0n«.i.Tw.p«han. Strlckläckchen SST*0™" Kinder-Strickwest. FtrÜÜ0»:'� Kinder-Sommer-Sweater Knaben-Trikothasen....... Herren Einsafzhemden...<*< Herraa-Hemden CETä«*____ Herrea- Unterjacken-w*«,.. Herren Unterhosen*****».« Nessel- Männerhemden(Wtoua«. KnttiMtN Stiel öltvrtti rSZT. KanstsaM. Oamen-Sehlufj�os. Damen-Schlopfhosen S-VS"*". Kinder-Schlupfhosen Damen-Strflmpte le,a"e' Satins Musseline «kWan U. brtni w ........ Metar ir-'K. SC.rm hrHt, gtjte QbtI. neuest � Mnatrr. Meter 1.70 1.95 1.60 1.50 0.75 5.50 3.75 3.99 1.95 2.00 0.99 0.89 1.43 1.40 1.25 1.25 1.76 1JW 1.29 0.75 0.45 0.30 083 P.50 Wäschestoffe m. n« m... 0.45 Satins u tm* mm*,>****. mm*. 0.85 Lakenstoffe l-60 Laken-Nesssl ff; ft*,� 1.35 Inlett glatt rat, mnOgHcbc OtzL, Kl cm br. 1.30 BettbezQqe»»v-n...... omitar 7.95 Bettbezüge b�. B.95 Züchen aritt,« cm Mt. gm OmHttt 0.80 Tellertüeher»m***....... 0.45 Oreüh�ndlflcher �r; SSftm 0.73 Barchentdecken pmi'km*..... 1.15 Rarchentdecken gm taym.... 1.60 Herren-Strohhüte......... 1.40 Kinder-Strohhüte......... 0.75 Knaben-Mützen........... 0.80 Herren-Lodensportfoppan... 7.90 Herren-Bummimäntei m vc mit frt-' fror» f. ran;........ 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In seine Hochgebirge: Uer-, Rlezen-, Waldenbnrger, Enlea-, Olalzer- AUraiergeblrge- 1000 bis 1600 m hoch— das romantische Vorgebirge, die berühmten Heilbäder und Lnitkarorie. seine altertümlichen StZdte, Borgen und Kfüsler Besucht Breslau, die alleiiflmlldte Stadt- Rathaus, alte Kirchen mi' sielen Kunst- werben, prsehlrollen B«rockb..alen(UnlrersUU, M.tlhlssktrche) Jehrbnndertiinlle mitgrügler Kappel u Orgel de; Well.- Juli Okiober große Ausstellungen Kunst des MiBe'aUers und der Neuzeit- 1—20. August: Paiiionuplele,— Bli iger Sonde, zug ab Berlin 4. Juli (Glatzer-) 5. Juli(Riesengeo, rge)— Kleiner Führer Breslau— Schlesien in Reisebüros und Souderzugschaltern. tmtm I Das(jec# iß der TUotot des Ce Ben$! Viele Mensthen«rissen nicht, wie«richtig es ist, diesen Motor zu bewachen und in gutem Gang zu erhalten. Wenn Sie sich mit Ihrem Arzt darüber unterhalten, wird er Ihnen Ibgen, daß sehr viele Krankheiten ■uf Störung der Herztätigkeit lurüdt. zuführen sind. Er wird Ihnen dann wahr. stheiniith auch empfehlen, in einen Kur« ort wie Bad Altheide zu gehen, dessen geschützte Lage und vorzügliches bergiges Klima, aber auch seine kohlensauren Eisenquellen und Moorbäder für jeden Herz. leidenden von erfrischender und gesund. heitoringender Wirkung sind. Im eigenen Interesse verlangen Sie noch heute den Prospekt von der Kurverwaltung Altheide. Ufa~Pa(ast am 3oo Der erfolgreiche Film! Dritte Woche prolongiert! Wegesuföraff und(Schönheit Regit» Wilhelm Prager Manuskr.; Dr. Nldiolaa Kaufmann Grnauorfe ßiusgaöo Enthält alle iveeentL Neuerscheinungen auf dem Oebiete der Körperkultur u. de« Sporte: Nurmi, Redemether, Lrnglcn, Osbom a.v. a. Hergestellt von der Kulturabteüung der Ufa Ufa- Sinfonie- Orchester: Brnö Rapee Ufa- Pa fast am 3oo Wochentags; 7 u. 9 Uhr/ Sonntags: 0,7 a. 9 Uhr Vorverkauf 11—2 Uhr/ Freikarten ungültig Telephonische Bestellungen: Nollendorf: 62, 1397. 52SO u. 52S1 DER GROSSE ERFOLG! DER KAMPF UMS ROTE GOLD D» Sieben Akte von GlDekepIlzen und Wolbhonden Im Goldlende Aleekea, In der Heuptrollet RIN-TIN-TIN Was sagt die Presse: •••«In Rlfi-Tin-Tln-Film, der die febeltieften Dreeeer- letotungen In vollendeter Weise lierl. Börsen-Ztg. r. 20. ö. 26. .•. Wee dem Film Erfolg verechafffte, Ist die Der* Stellung Rln-Tin-Tlne... Der Tag v. 20 v. 26. ... Genügt dass(VRln-Tin-TlnM e ne neue Rolle Kat, fea der er sehr gut geNei. Herl Lokalanxeiger r. 2a 6. � ••. der ebenso reich Ist an e pennenden, aufregenden ■omenten, wie an prachtvollen Lendschaft ebl.dei n. Germania ▼. 19 6. 26. ••• Der wom Anfang bfte Ende feeeelnde Re-s des PHnas... Stegh Anseiger ▼. 18. 6. 26. ••• Oer eeter beivaiflg aufgenommene Film spielt la Die Welt am Montag ▼. 21. 6 26. Ufa-Theater Tauentzienpalast Ufa-Theater Turmstraße und Ufa-Theater Akxanderplatz Wochentags: 7 u. 9 Uhr/ Sonntags 5. 7 u. 9 Uhr Jusendliche haben Zutiit« 0$f€lld€(Belgien) Kflolgie der See Ader, ladet jeden Besucher ireundhchst ein. Prachtvoller Kursaal mit Itazrteo-Vidett»n amerikarsdn OantiDn Sänilidie Sflraktionea wie in Mentt-Carlc Jzü Aitnl«Oz ig Ham— i»Mm?» Pf ja. Auto-Reifen «»eignet zum Richten, alle(Sräxen�»er- tauft 6— tu MB Denn, Rettin, Münz strak» 8. Norden 4-82. Welnheber.Petrlstr.5 Damen- Gummi- Mantel Pnmz Quxlit. t, I ibwo le, kl. Webe- Ich er 19.50 an der Ger. inudicnsir, Zu den Reisevorbereitungen f gehört eine Versicherung des Hausrats gegen Feuer- u. Einbruchsdiebstahlschäden* Günstige Beiträge Bedingungen und f Feuersozieiät der Provinz Brandenburg rein gemeinnützige Versicherungsanstalt. Orgr. 1719 Berlin W 35, Karlsbad 3 Ferorut: Nolleadort 2392 94