Str. 300 ♦ 4Z.?abrg. MlSgabe A Nr. 155 BeznssPreiS. Wchrutlich 70 Pf-nirig. motte tltdi 8,— Zicichsmai! osrous zahlbar. Unter Äreuzbotti) für Dcutschlanb, Danzig, Laar» und Memelgebiet, Oesterreich, Litauen. Luxemburg 4,50 Zteichsmark, für da, übrig« Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Dar.vorwärts" mit der Eountaas- deiloge.Volk und Zeit" mit»Sied» Itinq und Sleingarten" sowie der Betlage �lntcrhalwna und Wissen" und ssrauenbcilaae.Frauenstimme" erscheint wochentiiglich zweimal, Sonutags und Routag» einmal, Telegiamm-Adreis« Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe orwark Derlinev VolKsblatt (10 Nkonnig) Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille» »eile 80 Pfennig, Rcklamczeile 6/— Reichsmark,.Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort Pfennig lzuläfstg zwei fetlaedruck!, Worte). jedes weitere War! l" Pfennig. Stellengesuche das ers.e Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeil« 10 Pfennig.■- Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis«to Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin CW 68, Linden. straheZ. abgegeben wckrden. Geöffnet von 8 Mi Uhr früh bis 5 Uhr«ich«. Zentralorgan der Sozialdemokrati leben Partei Deutfehtands Reöaktion und Verlag: S erlin EW. H8, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 52NS— ÄS7. Dienstag, den 29. Juni 1926 Vonvärts-Verlag G.m.b.H.. Serlin EW. öS, Lindenstr.Z Posticheckkonto:«erlia 37 53«— Bankkonto: Bank bei Arbeiter. Angeftelte» »ad Beamten. Ballftr.»5: Diokonto-Sesrllfchaft. Depositrntafte Lindenftr. 8. Die Erwerbslosenfrage vor dem Reichstag. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm angenommen.- Erklärung des Reichsarbeitsministers. Der Reichstag hat gestern mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Kommunisten das Arbeitsbeschaffungsprogramm des volkswirtfchafllichen Ausschusses angenommen, das der „Vorwärts" am Sonnabend morgen veröffentlicht hat. Millionen von Arbeitslosen warten auf Arbeit und Der- dienst. Ein Ende der Krise ist nicht abzusehen. Der Reichs- arbeitsminister erklärte, man müsse mit einer Dauerkrise rechnen. Unter großer Bewegung der Linken sprach er aus, man könne vom Jahre 1929 ab— 1929!— auf eine dauernde Erleichterung des Arbeitsmarktes als Folge des durch den Krieg hervorgerufenen Geburtenrückganges rechnen. Die Ar- bcitslosen können nicht bis 1929 warten. Mit der Arbeits- losenunterstützung allein ist ihnen nicht geholfen. Sie wollen Arbeit! Der volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags hat ein umfassendes Programm zur produktiven Erwerbslosenfür- sorge vorgelegt. Es sollen von den Ländern und Gemeinden Arbeiten durchgeführt werden, die wirtschaftlich notwendig sind. Zur Durchführung dieser Arbeiten sollen Anleihen aus- genommen werden. Das Programm ist vom volkswirtschast- lichen Ausschuß einstimmig— mit den Stimmen der Kom- munisten— angenommen worden. Genosse D i ß m a n n legte in der Plenarsitzung des Reichstags die Not der Arbeitslosen dar und begründete das Programm. Der Reichsarbeitsminister Dr. B r a u n s er- klärte sich grundsätzlich mit dem Programm einverstanden. Die Durchführung des Programms wird einer großen Zahl von Arbeitslosen Arbeit und Verdienst geben. Ein Wort über die Kommunisten. Ihre Vertreter haben im Ausschuß für das Arbeitsbeschaffungsprogramm gestimmt, das den Arbeitslosen Hilfe bringen soll. Im Plenum hat die kommunistische Reichetagsfraktion die Vorlage abgelehnt. Gegenüber dieser verantwortungsvollen Politik muß festgestellt werden: Die Kommunisten wiederholten gestern im Plenum im gleichen Wortlaut einen Antrag zur Bezahlung der Notstandsarbeiter, der früher im Reichstag gestellt, dem Achter-Ausschuß überwiesen und vom Achter-Unteraus- schuh(siehe gedruckter Bericht Seite 44 Spalte 2, 1, Absatz) behandelt und erledigt wurde. In die's er Sitzung war ein Vertreter der KPD. nicht, anwesend. Der Ausschußbericht sagt ausdrücklich: daß die in diesem Antrag gestellten Forderungen den Bestimmungen über öffentliche Notstandsarbeiten nicht widersprechen, daß der Unter- ausschuß mit den Forderungen einig geht. Doch der Achter-Unterausschuß fügt dann hinzu im gedruckten Bericht:„M aterial oder Begründung wurde von den Antragstellern zum Antrag Nr. 2228(Antrag der KPD.) nicht gegeben." Dieser gedruckte Bericht des Unteraus- ichusses ist' im Achter-Ausschuß einmütig— von den Deutschnationalen bis zu den Kommunisten — gebilligt worden. Und die fragliche Stelle im gedruck- ten Ausschußbericht wurde von den KPD.-Vertretern nicht beanstandet. Es war daher eigentümlich, wenn gestern im Plenum des Reichstags 1. die KPD.-Fraktion sich bei den vom Achter-Ausschuß einmütig gestellten und beschlossenen Anträgen für ein Ar- beitsprogrämm zur Beschäftigung Erwerbsloser der Stimme enthielt, 2. den Antrag über die Bezahlung von Notstandsarbeitern ftu Plenum erneuerte, und nachdem deswegen von Vertretern verschiedener �Parteien und rein sachlich auch vom Genossen D i ß in a n n auf den gedruckt vorliegenden Ausschußbericht und die im Unterausschuß er- folgte Erledigung ihres Antrages hingewiesen wurde, dann der Kommunist R ä d e l den Genossen D i ß m a n n persönlich und unsachlich anrempelte. Die Koininunisten als Arbeitervertreter sollten begrüßen, wenn in ernster, sachlicher und mühevoller Arbeit durch die Initiative des Achter-Unterausschusses nun ein umfassendes Arbeitsprogran, m vöm Reichs- tag angenommen wurde. Das liegt im Interesse der Erwerbs- losen. Wenn die Reichsregierung gestern durch den Arbeits- minister Dr. Brauns erklären ließ, daß sie diesem Arbeits- Programm weite st gehend beitrete, auch in der Mittel- beschaffuna durch Anleihen, so wird die sozialdemokra- tische Reichetagsfraktion die Regierung beim Wort hallen und auf beschleunigte Durchführung das Arbeitsprogramms dringen.,, �... Die Kommunisten aber haben die Voraussetzungen dafür verneint. SieHabendieHiljefurdieErwerbs» losen ab ge lehnt. Damit haben sie ihrer lächerlichen, aber zugleich empörenden Politik der letzten Zeit die Krone aufgesetzt. Beim deutsch-dänischen Handelsvertrag stimmten sie gegen die Arbeiter für die Pferde züchterinter- essen. Im Rechtsausschuß für die Hohenzollern und die S t a n d e s h e r r e n. Beim Knappschafts- Um die Zürstenvorlage. Bor der Entscheidung der sozialdemokratischen Fraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion nahm gestern abend den Bericht ihrer Mitglieder im Rechts- ausschust über das Ergebnis der dort geführten Be- ratungen entgegen. An den Bericht knüpfte sich eine längere Aussprache. Tie Fraktion hält den vorliegenden Gesehentwurf für ungenügend und behält sich ihre endgültige Stellung vor. Die Vertreter der Fraktion werden heute vormittag nochmals mit de« Regierungsparteien verhandeln. Die Fraktion tritt dann um 12 Uhr wieder zusammen. g e s e tz stimmten sie einmal� für die Arbeiter— da wurden sie von ihrer Zentrale gerüffelt. Und gestern stimmten sie gegen die Hilfe für die Erwerbs- losen! Die Sitzung wird um 2M Uhr vom Präsidenten Lobe eröffnet. Der Entwurf eines Gesetzes zur Aufhebung des Reichs- gesetzes über die Schutzpolizei der Länder wird dem Rechtsausschuß überwiesen. Es folgt die Beratung des mündlichen Berichts des Volkswirt- schaftlichen Ausschusses über produktive Erwerbslosensürforge. Ueber die Verhandlungen des Ausschusses, der dem Reichstag einen umfangreichen Bericht vorlegt und die Annahme einer Eni- schließung beantragt, die das bereits veröffentlichte Programm ent- hält, berichtet Abg. Dihmann(Soz.): Der Ausschuß war einmütig der Meinung, daß angesichts der steigenden und dauernden Arbeitslosigkeit wirksame Maßnahmen notwendig sind. Besonderer Nachdruck wurde daraus gelegt, daß nicht nur solche Notstandsarbeiten ausgeführt werden, die vorübergehend die Zahl der Arbeitslosen vermindern, sondern der Gesamtwirt- schast von Nutzen sind. Bis zum Beginn der schweren Krise im Oktober 1S25 waren in ganz Deutschland nur 27l>0t1 Ar- beiter mit Notstandsarbeiten beschäftigt. Ihre Zahl ist bis Ende Dezember, wo wir VA Millionen Hauptunterstützungs- empsänger hatten, n u r a u f 1 7 t) 0 l) 0 g e st i e g e n. Um die Frage zu prüfen, a»f welche Weise eine bedeutend höhere Zahl von Er- wcrbslosen beschüstigt werden kann, hat der Ausschuß das notwendige Sachmatcrial zusammengetragen: er führt weiter den Nachweis, daß diese'Arbeiten durchführbar, notwendig und produktiv sind. Wer die Zahl der Arbeitslosen ansieht, der hat keinen Zweifel, daß es sich nicht um einen vorübergehenden Notstand handelt, sondern um eine Dauerkrise. 1 Die neuesten Zahlen ergeben, daß die Arbeitslosigkeit nicht gefallen, sondern immer noch weiter gestiegen ist. Wir haben mit einer Dauer- krise zu rechnen, deren Zeitmaß auf Jahre hinaus zu be- messen ist. Das gleiche Bild zeigt sich, wensi man die einzelnen Wirtschaftsgebiete betrachtet. In Berlin steigt die Zahl der Ar- beitslosen pro Woche um 5000 bis 6000, zurzeit beträgt sie über 260 000. Im Rheinland und Westfalen das gleiche Bild. Sollen die Millionen von Arbeitslosen auf Jahre hinaus dazu ver- urteilt sein, brach zu liegea, oder soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Arbeilskrajl wieder in\eii Dienst der Gesamtwirtlchast zu stellen? Das letztere ist notwendig!(Sehr richtig b. d. Soz.) Wenn wir an- nehmen, daß jede brachliegende Arbeitskraft nur 200 M. im Jahre zu wenig an wirffchaftlicher Krost produziert, so kommen wir bei 2 Millionen Arbeitslosen pro Zahr aus 4 Milliarden Mirtschaflskrast. deren Merk uns verloren geht, ssiört, hört! b. d. Soz.) Diese Summe ist höher als die Reparationslast, die wir zu trogen haben. Diese furchtbaren Zahlen zwingen uns dazu, Beschäftigung für die Erwerbslosen zu finden. Mir müssen den Znnenmarkt stärken, weil wir nur dadurch auch unsere Stellung auf dem Weltmarkt stärken können. Das gilt ebenso für die Landwirtschaft, bei der die Notwendigkeil der inneren Stärkung allsestig anerkannt wird, wie ganz besonders für die Industrie. Alle Kräfte der Wirtschaft müssen mobilisiert werden, damit nicht länger Millionen menschlicher Kräfte brochliegen. Ts ist für die Gesellschaft und für die Wirtschaft untragbar, daß Millionen von Menschen, die arbeiten wollen, einfach ihrem Schicksal preis- ygeben«erden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das bringt der Ausschuß m seinem Antrag und in dem Arbeits« Programm zum Ausdruck. Auch den Arbeitslosen muß geHolsen werden, die schon jahrelang aus der Straße liegen, ihnen muß ein Rückhalt gegeben werden. Wir wollen aber nicht«irba nur Notstands- und Gelegenheitsarbeiten, sondern solche Arbeiten schlechthin, die wirt sch astlich notwendig sind, die Werte schaffen für die Wirtschast und für die Gesamtheit, also dem ganzen Volke zugute kommen. Der Redner erörtert dann im einzelnen das vom Volkswirt- schaftlichen Ausschuß vorgelegte Programm. Das firbeitsbeschq/fungsprogramm. Genosse Dihmann fährt fort: Der Ausschuß weist aus die Hol- «eudigkeit des Straßenbaues hin. Wir haben heute 180 000 Kilo- mcter«traßen, die keine für den neuzeitlichen Verkehr, für Autos und Lastwagen, genügende Straßendecke haben. Es ist noiwendig» sie zu erneuern. Man kann hier nicht nur Arbeitslose beschäftigen, man belebt auch die Rohstoffgewerbe, das Tronspor:» w e f e n und alle Zweige, die beim Straßenbau in Betracht kommen. Der Ausschuß verlangt weiter die Kultivierung von Oedlandflächen und anderem unfruchtbaren Boden» der in Deutschland über 3 Millionen Hektar zählt und zum größeren Teile urbar gemacht werden kann. Das würde der Gefamtwirtschaft zun, Borteil gereichen und auch neue Arbeitsmöglichkeiten in der Bewirtschaftung, Ansiedlung usw. bieten. Ferner weist der Ausschuß hin aus die S ch i f f b o r m a ch u n g deutscher Flüsse und deren zweckdienliche Verbindung durch llanäle, die der Förderung des Wassertransportweges und der deut- schcn Wirtschast dienen. Das Lahnqebiet und das Siegerland warten auf die Kanalisierung der Lahn, Aachen braucht einen Wasserweg mit Köln, die Neckarkanalisierung, der Rhein-Main-Donau-Kanal, der Mittellandkanal warten auf ihre Fertigstellung. Wir wünschen weiter Fluß- und Bachregulierungen zur Gewinnung von Kulturboden, die Anlage und Verbesserung von Stauanlagen und Schutzdämmen, um den stets wieder- kehrenden Hochwasserschäden vorzubeugen. In dieser Stunde klingen die Notrufe unserer Volksgenossen an unser Ohr, die von der letzten Hochwasserkatastrophe betroffen wurden. Bei einer ähnlichen Kata- strophe im vorigen Jahre wurde uns erklärt, daß Vorsorge getroffen werden solle, damit sich derartige Ereignisse nicht wiederholten. Die in dem Bericht des Ausschusses niedergelegten Schreiben der Länder- Regierungen aus Anlaß des vorjährigen Hochwassers zeigen aber» daß seitdem nicht viel geschehen ist. Die Reichsregierung muß dafür sorgen, daß die notwendigen Arbeiten sofort in Angriff genommen werden. Hätte man das früher getan, so würden wir nicht Hunderte von Millionen Schaden erlitten haben und brauchten jetzt nicht größere Geldmittel zur Linderung der Notlage aus- wenden. Hier zeigt sich, wie die Beschäftigung von Erwerbslosen znm Zwecke der Abwendung von Hochwasserkatastrophen eine Arbeit höchst produktiver Natur ist! Der Ausschuß fordert weiter Anlagen zur Gewinnung von Wasserkräften, weiter eine großzügige Förde- rung des Wohnungsbaues, um sowohl der Wohnungsnot wie der daniederliegenden Beschästiaung zu begegnen. Schließlich wird in dem Programm auch dief Elektrifizierung der Eisenbahnen gefordert Im Anschluß an das Programm wird die Regierung ersucht, zu prüfen, ob die Schwierigkeiten beim Rußlandkredit nichl behoben werden können. Der Redner gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Verhandlungen darüber jetzt zum Abschluß ge- kommen sind. Das ist ebenso im Interesse der Wirtschast wie der Ar- bettslosen zu begrüßen. Bei den Reparationsleistungen soll auf die Gewinnung langfristiger Sachlieserungen hingewirkt werden. wir müssen uns darüber Nor sein, duß größere INIIIel sür alle diese Zwecke bereitzustellen sind. Der Reichsarbeitsminister hat ja auch bei der Beratung seines Etats erklärt, wenn die eingestellten Mittel nicht ausreichten, dann müßten größere Mittel bereitgestellt ocrden. Auch auf die L ä n d e r r e g i e r u n g e n ist in diesem Sinne einzuwirken. Es müssen Anleihen sür diese Arbeiten ausgenommen werden, die aus den Erträgnissen zu verzinsen und zu tilgen sind. Für bestimmte Arbeiten können die Mittel zum Teil aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge, zum anderen Teil durch Ausnahme von Anleihen ausgebracht werden. Den Trägern dieser Arbeiten, vor allem den Gemeinden, dürfen aber bei der Aufnahme von Anleihen dazu keine Schwierigkeiten ge- macht werden. Angesichts der wirtschaftlichen Not, in der sich Millio- nen Erwerbslose bcsinden, dürfe» sie nicht länger mit wohlwollenden Worten abgefunden, sie müssen durch Taten befriedigt werden. In beschleunigter Weise müssen Reich, Länder und. Gemeinden sowie alle vffentlichcn Organe, die in Frage kommen, zusammenwirken, nni die Erwerbslosigkeit zu beseitigen. Die Blicke der Millionen von Elwerbslose» sind jetzt aus uns gerichtet, wir dürfen nunniehr nicht nur einen Beschluß von Worten fassen, sondern müssen sür die Ausführung der Beschlüsse in Taten sorgen. Ich bitte also den Deutschen Reichstag, ebenso einmütig wie der Ausschuß unseren Vorschlägen zuzustimmen und damtt zum Aus- druck zu bringen, daß wir aus der Untätigkeit hinauskommen wollen. Wir müssen den Willen an den Tag legen, der ständig wachsenden Rot wirksam entgegenzutreten.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) STfafl. Zicgler(Dem.) berichtet von den Veratungen des Sozialen Ausschusses über einen kommunistischen Antrag zur Erwerbslosen- sürsorge. Es wird dazu folgende Entschließung vorgeschlagen: Die Folgen des Erwerbslosenproblems können durch Unter- stützung der Eiwerbslosen allein nicht behoben werden. Zur angemessenen Unterstützung muß hinzutreten ein groß- zügiger Plan von Arbeitsbeschassung. Der Reichstag erblickt in den Vorschlagen des vom Volks- wirtschaftlichen Ausschuß eingesetzten Unterausschusses ein der Arbeitsbeschassung und der Veschösligung Erwerbsloser dienendes Programm und ersucht die Reichsregierung, auch mit Rücksicht auf die Entlastung der unterstützenden Erwerbslosenfürsorge, alles zu tun, dainit dies Programm schleunigst durchgeführt, insbesondere auch die dazu erforderlichen Mittel beschafft werden. Eine Erklärung ües Reichsarbeitsminifters. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Ich begrüße die Gelegen- heit, mich über das große Problein der Bekämpfung der Arbeits- losigteir vor der Oeffentlichkeit auszusprechen. Es ist selbstverständ- lich, daß die Reichsregierung dieser Frage fortgesetzt ihre Ausmerk- samkeit geschenkt hat. Wir haben es deshalb dankbar begrüßt, daß der Volkswirtschaftliche und der Soziale Ausschuß sich eingeheno mit der gegenwartigen besonderen Lage des Problems befaßt und entsprechende Beratungen gepflogen haben. Ich darf einleitend niit Befriedigung feststellen, daß eine volle Uebereinslimmung zwischen Reichstag und der Reichsregierung in allen grundsätzlichen Fragen besteht und daß beide Teile in ihren Vorschlägen überein- stiminen. Wie steht e» mit dem Arbeitsmarkt? Die bedauerliche Steigerung der Arbeitslosigkeit setzt« bekanntlich ein im Herbst 1925, und zwar damals mit 473 999 Hauptunterstützungs- „cmpsängern om 15. November Den höchsten Stand erreichte diese Ziffer am 15. Februar mit rund zwei Millionen. Dazu kamen die zu unterstützenden Angehörigen, deren Zahl durchgehend um ein kleines höher liegt. Eine Erscheinung der allgemeinen Arbeitslosigkeit war dann die weit verbreitete Kurzarbeit. Amtliche Ziffern baruver lassen sich nicht geben. Wir sind angewiesen auf die G e w e r k s ch a f t s st a t i st i k, und auch die wird nur in einem Bruchteil der Verbände geführt. Man kann aus diesen teilweisen Statistiken wenigstens das eine schließen, daß während des ersten halben Zahres 1976 die Zahl der Kurzarbeiter derseniqen der Bollerwerbslosen ungefähr gleich war. Gegenüber dem Höchstvestand vom Februar ist die Zahl der Haupt- Unterstützungsempfänger bis zum 15. Mai von rund zwei Millionen aus 1 742 999 verringert. Etwas stärker macht sich die absteigende Kurve bemerkbar bei der Statistik der Gewerkschaften, wo der Höchst- bestand im Februar 22, ß Proz. der Mitglieder und am 1. Mai 18 6 Proz. umfaßte. Wenn auch eine Senkung der Arbeitslosen- Ziffern vom Winter zum Frühjahr in normalen Zeiten befriedigen könnte, so bleibt doch der gewallige Umfang der Erwerbslosigkeit auch heute noch bestehen, zumal der letzlere Monat wiederum sogar kleinere Stelgerungen aufweist. D e Gründe liegen, abgesehen von der weltwirtschastlichen De- pression und der Inflationskonkuerenz anderer Länder, vornehmlich in der Rationalisierung unserer Wirtschaft, in der g e- ringen Kaufkraft der Landwirtschaft und in der st a r k en Beschränkung des Baugewerbes. Die Ratio- nalifierung unserer Wirtschaft ist an sich notwendig, wenn ich mich auch keineswegs mit allen praktischen Mahnalunen identifiziere, die auf diestm Gebiete getroffen worden sind. Nun ist es falsch, aus diesen Ziffern ohne weiteres auf«ine entsprechend große Ziffer von langfristig Erwerbslosen schließen zu wollen. Wohl gibt es Berufe und Bezirke, bei denen solche Schlüsse eine gewisse Berechti- gung haben. Ich denke da an die A n g e st e l l t e n und an das Ruhrrevier, besonders den südöstlichen Teil. ganzen gesehen ist die Fluktuollon aus dem A'-beiHmarkt größer, als allnemcln angenommen wird. Von den 473 999 Arbeits- losen gm 15. November vorigen Jahres waren sechs Monate später, also am 15. Mai. noch in der Unterstützung 186 999, nicht ganz 49 Proz. Verhältnismäßig günstiger ist die neueste Ziffer. Von den 1 962 999 Hauptunterstützungsempsängern am 15. Dezeinber vorigen Jahres waren am 15. Juni noch in der Unterstützung 276 999. also etwas mehr als 2-5 Proz. Aus diesen Feststellungen folgt meines Erachtens zweierlei: 1. daß die Arbeitslosenunterstützung— immer von Einzelfällen abgesehen, bei einer solchen Masjenersäieinungl unvermeidlich lind— die Aufnahme der Arbeit nicht verhindert hat. Deshalb durste und Gegen Zollerhöhungen. Die ermäßigten Zollsätze sollen in Kraft bleiben. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Reichstag einen Antrag eingebracht, der sich In seiner Wirkung den bekannten Forderungen der Spihengewerkschasten in bezug aus die Zollpläne der Regierung anschließt. Er erstrebt, daß die bisherigen ermäßigten Zölle für Getreide usw. noch auf die Dauer von vier Monaten bi» zum 1. Dezember 1976 in Kraft bleiben sollen. Um üen Seutsch-schweöischen hanüelsvertrag. Am Montag begannen im Wirtschaftspolitischen Ausschuß des Reichstags die Beratungen über den deussch-schwedi- scheu H a n d e l s o e r t r ag, besten wesentlichste Bedeutung darin besteht, daß er die einstweilen bis zum 1. August d. I. geltenden Zollsätze für wichtige Lebensmittel beträchtlich hinaufschrauben soll. Da nicht nur die Parteien der Linken, sondern auch das Zentrum und Teile der Deutschen Voltspartei gegen diese nahe an den autonomen Tarif streifende Erhöhung der Abgabe Wider- s p r u ch erheben, ist die Regierung zu gleicher Zeit mit den Frak- tionen in neue Besprechungen über ihren Plan eingetreten, denen neben dem Regierungsentwurf die von den Gewerkschaften unterstützte Forderung einer Verlängerung des gegenwärtigen Provisoriums und weiter gewisse Kompromißvorschläge zugrunde liegen. Es ist vorläufig kaum anzunehmen, daß sich für die im schwedischen Handelsvertrag vorgesehenen Säge eine Mehrheit linden wird. Abgesehen von den ausgesprochenen Agrariern dürfte es niemand wagen, in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage einem Zoll zuzustimmen, der bei dem Brot- getreide noch über den Blllow-Tarif hinausgeht. Auch die Zweifel- los zu erwartende Versicherung, daß es sich nur um die Schaffung von Tauschobjekten und Druckmitteln für künftige Handelsvertrags- Verhandlungen(Polen und Frankreich) handle, wird nach den schlimmen Erfahrungen, die wir gemacht haben, nicht mehr ver- fangen. mußte sich die Reichsregierung auch zur Fortführung der gegen- wärtigen Unterstützung In ihrer Art und höhe entschließen. 7. folgt aus der Statistik, daß eine besondere Fürsorge für die Auszusteuernden, deren Zahl im Spätjahr immerhin beträchtlich sein kann, unbedingt erforderlich ist und rechtzeitig vorbereitet werden muß. Angesichts der Fortdauer der Kurzarbeit muß insbesondere auch die Surzarbeiteruntersiühung vorläuiiq fortgesetzt werden. In Anbetracht der langen Dauer auch der Kurzarbeit will die Reichsregierung auch hier gewisse Ergänzungen vor- nehmen. Es soll nach sechs Wochen kein« Unterbrechung der Unter- stützung mehr eintreten, solange die Vorbedingungen der Fürsorge fortbestehen. Erst wenn dies« Voraussetzungen werngstens vier Wochen sortgefallen sind, soll eine Wartesrist verlangt werden. Die Reichsregierung hatdemchronischen Charakter derKrise Rechnung getragen durch ihre wirtschaftspolitischen Maß- nahmen, durch außergewöhnliche Maßnahmen in der unterstützenden Erwerbslosenfürsorg« und durch beträchtliche Förderung der produk- tiven Erwerbslosenfürsorge. Di« Ziffer der in Notstandsarbeiten b«> schäftigten Enverbslosen stieg von 27 879 am 15. Dezember 1S25 auf 179 195 am 15. Mai 1926. Das ist die höchst« Ziffer von Notstands- arbeitern, die feit der Stabilisierung der Währung lind wohl auch überhaupt in irgend einem Lande in der Welt erreicht worden ist. Darin ist die produktive Erwerbslosenfürsorge nicht enthalten. was soll nun an außerordentlichen Maßnahmen geschehen? Sie lassen sich rechts«rtlg«-n im Hinblick darauf, daß aller Boraussicht nach der Arbeitsmarkt spätestens vom Iahre l92g ab infolge d:s C c b u rte n a Ii s fa lls während des Krieges eine wesentliche Erleichterung erfahren muß.(Bewegung und Zwischenrufe links.) Die Reichsregierung kann noch kein abschließendes Bild ihrer Pläne geben. Sie wird es aber an dem notwendigen Ernst zur Be- schleunigung ihrer arbeitschasfenden Maßnahmen nicht fehlen lassen. Sie wird sich vor allem dafür eine breitere finanzielle Grundlage dadurch schassen, daß die werbenden Auslagen nicht allein mehr aus Mitteln des Etats, sondern aus Anleihen be- stritten werden sollen, z. B. bei der Durchführimg eine» groß- Erziehung gcg°nSchunö!iteratur. Von Karl Ullrich. Der Kampf gegen die Schundliteratur wird in der Theorie von ällen Kulturtreisen und-gruppen, Parteien und Verbänden gemein- sam geführt, aber die Einheit im Kampfe dauert nur so lange an. als man es unterläßt, den allgemeinen Begriff Schundliteratur be- stimmter zu definieren. Die Bestätigung dafür finden wir heute in der unterschiedlichen Stellung zur Schafsung eines Gesetze» gegen die Verbreitung von Schundliteratur, da» nur zu leicht ausarten kann zu einem Gesetz gegen jede einigermaßen frei« Literatur. Die deshalb erfolgende Ablehnung der Gesetzvorlage durch die sozialistischen Kulturorganisatlonen und durch unsere Partei wird leicht so ange- sehen, als habe die Sozialdemokratie ihre Auffassung über di« Ge- fahren der Schundliteratur geändert. In Wirklichkeit erscheinen uns auch heut« diese Gefahren keineswegs geringer, aber die Erfahrung von Jahrzehnten hat uns gelehrt, daß ein Verbot diese Gefahren gar nicht beseitigen kann, weil die von der Jugend In der Schundliteratur gesuchten Reize nicht an die Lektüre gebunden sind und sich auf un- zähligen, uns noch längst nicht allgemein dekannten Wegen an den Jugendlichen herandrängen. Weiter hat die Erfahrung gelehrt, daß man klüger tut. zu erziehen als zu verbleien. Auch ohne statistische Unterlagen weih jedermann, daß die Jugend gerade tn der Pubertätszeit förmlich nach Büchern giert, di« ihren überspannten Vorstellungen, Sehnsüchten und Wünschen die geeig- netste Nahrung geben. Der Jugendliche sucht in seiner Lesegier nicht nach Formenschönhett, sondern nur nach Stoff und außergewöhnlicher, sensationeller Handlung. Diese bietet sich ihm in der Schundliteratur, aber«r findet st« ebenso im„Robinson", in den„Lederstrumpf"- Erzählungen, bei Serftäcker oder in den Büchern von Jack London. In dieser Beziehung keimt der Jugendliche keinen Unterschied zwischen Schundliteratur und guter Literatur, und tatsächlich ist di« unmittel- bare Wirkung von Stoff und Handlung in beiden Fällen gleich. Der Einwurf, daß im guten Abenteurerbuch« das Leben bei aller Ro- maptit doch meist sehr realistisch gezeichnet sei, so daß der junge Mensch auch dazu erzogen werde, es selbst realistisch zu sehen, geht von einer irrigen psychologischen Loraussetzung aus. Der dreizehn- bt» siebzehnjährige Leser sieht nicht realistisch im Sinne des Er- wachienen, sondern denkt und sieht unbedingt und absolut. Aber von so primärer Bedeutung auch während des Lesens der stofftiche Inhalt ist, so entscheidend ist der Einfluß der übrigen Werte für dle Dauer. Wenn ein Jugendlicher ausschließlich die in ihren Handlungen grobe, in ihrer Psychologie unwahrhaftig primitive, in ihrer Sprache rohe, ungeformte und liederliche, in ihrem Gesinnungs- gehalt« verlogene Schundliteratur liest, so entbehrt er all das, was sich einem anderen Menschen beim Lesen guter Bücher oft ganz unbemerkt darbietet. Die nur Schundliteratur auftiehmende Jugend gleicht den Kindern aus den großstädtischen Elendsvierteln, deren Phantasie auch dem Spiel in muffigen Kellern, engen Höfen, verbauten Lagerschuppen und nassen Winkeln tausend Freuden abzugewinnen weiß, die aber trotzdem Sonne, Wiese und frische Luft entbehren. Auch in der Welt der Schundlektür« leben di« Kinder kraft ihrer Phantasie. Sobald sie das geschilderte Leben phantasielos sehen müsien, erscheint es ihnen häßlich und langweilig. So sucht der Jugendliche nach aufregenden Stoffen im Leben direkt, das«r nur noch so zu sehen vermag, wie es.ihm sein« verlogene Litemtur gespiegelt hat. Kein Wunder, daß er dann, dauernd getäuscht über di« Kompliziertheit des Lebens, sich in seinen Fängen verwlrrt und schließlich als eines der vielen Opfer der Schundliteratur vor Gericht steht. Eben darin liegen di« großen Gefahren der Schundliteratur. Aus dem guten Buch« schöpft der Lesende, trotz seiner scheinbaren Vergessenheit auf den nur stofflichen Inhalt, eine Fülle anderer Wert«. Zum Vergleich denke man einmal an di« Jugend eines in der goldenen Freiheit des Landlebens aufwachsenden Kinde»! Auch diese» Kind lebt in seiner eigenen Phantasiewelt und wird zunächst wenig Gefühl für dle Wirklichkeit seiner Umgebung haben. Aber diese Phantasie wird sich nie so rasch und endgültig erschöpfen wie beim Kinde in den großstädtischen Elendsvierteln, weil sich sein« Seele jeden Tag mit neuem Reichtum füllt. So nimmt das lesende Kind auch die sittlichen Wert«, den Stimrnungsgehalt, di« Kraft und Sprachgewalt des guten Bziches in sich auf. Wie Sonne und Wald und Sturm und die reinen, klaren Sternennächte durchdringt auch die Schönheit des guten Buches das Wesen des Lesens, baut, formt und gestaltet e» und läßt den geistig-seelischen Organismus in natürlicher Gesundheit reifen. Wenn also»uch da» stetig wechselnde Gesicht der Schund- literatur es unmöglich machen wird, dos Kind dieser Lektüre immer fernzuhalten, so wird«in an gute Literatur gewöhntes Kind,«in Kind also mit kräftigem seelischen Organismus, den zeitweilig nicht zu verhindernden Einfluß der Schundlektür« ebenso überwinden, wie ein gesunder Körper gelegentlichen Kranjheitseinslüssen trotzt. Die einzig wirksame Bekämpfung der Schundliteratur ist es demnach, der Jugend noch viel mehr als bisher das gute Buch zu übermitteln, das auch seinem stofflichen Inhalt nach ein Jugendbuch ist. HänSel-5est üer �rbeitersänger. Das Allgemeine Arbeiter-Bildungsinstitut und der Deutsche Arbeitersängerbund. Gau Leipzig, sowie die Arbeilsgeineinschasten Didamscher und Lichtscher Chöre, Leipzig, veranstalteten vom Sonn- tag bis Montag ein im großen Stil angelegtes Händel-Fest. Den Auftakt bildete am Sonnabendnachmittag eine Begrüßungsfeier im Festsaal des Leipziger neuen Rathauses. Romain Rolland, den man eingeladen hatte, drückte in einem Handschreiben sein tiefes Bedauern aus, infolge anderweitiger Inanspruchnahme nicht an dem Fest teilnehmen zu können.„Ich bin voll Bewunderung über die deutschen Volkscböre", schreibt er an den Deutschen Ar- beitersängerbund.„Welch herrliche Einrichtung musikalischen Geistes in den arbeitenden Klaffen der Nation! Es wäre nötig, zügigen Programms von wafferstraßenbaulen. das der Reichsver» kehrsminister aufgestellt und das das Kabinett heute grundsätzlich gut- geheißen hat. In Betracht kommen in erster Linie Forlführung der noch nicht fertigen Teile des Mittellandkanals, dos Staubecken Ott- machau, der Hansakanal, der Küstenkanal und die Kanalisierung des unteren Mains. Die süddeutschen Wasserstrahenbauten am Neckar und zur Ber- bindung von Rhein, Main und Donau werden im Rahmen der mit den Ländern getroffenen Vereinbarungen weitergeführt werden. Die Durchführung dieser Lauten soll nach Möglichkeit örtlich und zeitlich den besonderen Bedürfnissen des Arbeitsmorktes angepaßt werden. Es ist möglich, schnell mit dem Stück des Mittellandkanals Hanim— L i p p st a d t zu beginnen. Die Reichsregierung ist ferner entschlossen, neue Maßnahmen zur Förderung der sogenannten Schlüsselgewerbe zu treffen. Schlüssel- mäßig« Bedeutung für die ganze deutsche Volkswirtschaft hat die Landwirtschaft. All« Maßnahmen, die sie wirtschaftlich stärken. erhöhen ihre Kaufkraft und kommen damit großen Teilen der In- dustrie zugute. Die Bodenkulturgesellschaft erfährt gerade jetzt ein« Verstärkung ihrer Mittel durch das Gesetz, das der Reichstag kürzlich beschloffen hat. Außerdem soll die Beschäftigung von Er- werbslosen bei Oedlandkulturen einsetzen. Vielleicht können auch für die Oedlandtultur erhöhte Mittel durch Anleihen gewonnen weiden. Auch die R e i ch s da h n hat di« Pflicht, sich in den Dienst der Arbeitsbeschaffung zu stellen! Di« Reichsregierung wird olle Maß- nahmen dieser Art eifrig fördern. Weiter soll Arbeit beschafft werden durch�Straßenbau und An- paffung der bestehenden Straßen an die Bedürfnisse des modernen Verkehrs, vor allem des Autoverkehrs. Zur Durchführung eines ein» heitlichen Planes zur Arbeitsbeschaffung ist ein verständnisvolles Zu- fammenarbeiten der Länder und Gemeinden mit dem Reich« er- forderlich. Jedes Neben- und Gegeneinanderarbeiten bringt bedroh- liche Hemmungen, die angesichts der furchtbaren Notlage der Erwerbslosen vermieden werden müssen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Schütz(Komm.) tritt für einige kommunistische Anträge ein und bezeichnet die Ausschußentschliehung und das Programm der Regierung als unzureichend. Abg. Dihmann(Soz.)' schildert die Anstrengungen der Sozialdemokratie um die Berebffe- rung der Fürsorg« für Erwerbslose und Kurzarbeiter. Der Versuch der Regierung, durch eine Zwischenlösung die Unterstützungen für Erwerbslose nach Lohntlaffen vorzunehmen, mit dem Ergebnis, daß die Unterstützungen insgesamt um 25 bis 39 Proz. reduziert worden wären, ist zurückgezogen worden.. Die sozialdemokratisch« Fraktion hat ekinen Zweifel darüber gelassen, daß sie sich dieser Verschlechterung der Erwerbslosenfürsorge aus» energisch st e widersetzen würde. wir fordern jetzt, daß die Kurzarbeiternntersiühung in der gleichen weise verlängert werde, wie die Erwerbsioseasürsvrge. Unser Antrag im sozialpolitischen Ausschuß, daß auch der erste und zweite Tag des Arbeitsaussalls unterstützt- werde, ist leider ab- gelehnt worden. Angesichts der Notlage, in der sich die Kurz- arbeitet befinden, ist es ein unhaltbarer Zustand, daß die Unter- stützung für den ersten und zweiten Arbeitstag nicht gewährt wird. Wir erheben auch dagegen Einspruch, daß man die ausgesteuerten Erwerbslosen durch die Ueberweisung an die öffentliche Fürsorge in ihren Bezügen kürzen will. Auch denjenigen Arbeitslosen, die bereits 52 Wochen unterstützt worden sind, müssen die bisherigen Sätze weiter ausgezahlt werden, wenn sie keine Arbeit bekommen. Es muß ihnen wenigstens das de scheiden st« Existenz- Minimum gesichert werden. Wenn wir Sozialisten auch da- für eintreten, daß Staat und Gesellschaft ihre Pflicht gegenüber den Erwerbslosen zu erfüllen haben, so vergessen wir doch darüber nicht die Solidarität der noch Arbeitenden für ihre erwerbslos gewordenen Arbeitskollegen. So hat der Deutsche Metallorbeiteroerband seit Ansang dieses Zahre» in jedem Monat über 3 Millionen Mark jär die arbeitstojen Mitglieder ausgegeben, da» sind bisher mehr als 36 Millionen.(Hört, hört! bei den Soz.)■<>; Rechnen wir dazu, was die Gesamtheit- der Organisation«r-'-der Arbeiter und Angestellten für die arbeitslosen. Kollegen. ozisgeben. so ist unsere Forderung an hie-Regierung-um so mehr bercchfigt� e» nicht nur bei Worten bewenden zu lassen, sondern schleunigst zu Taten zu kommen.(Beifall bei den Soz.) Abg. Rädel(Komm.) behauptet, daß nach den Ausführungen des Reichsarbeitsministers die Regierung gar nicht die Absicht habe, den Arbeitslosen zu Helsen. Die Kommunisten würden deshalb gegen den Ansschuhantrog stimmen. Die Vorlage des Ausschusses wird darauf gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Es werden weiter angenommen daß die anderen Völker auch versuchen würden, dieses hohe Ziel sich zu stecken. Könnten sie— selbst von weitem— einem derartigen Vorbild folgen!" Nach dem' Gesang von Ilse Helling-Rosenthol(Rezitativ und Arie aus dem Händel-Oratorium„Esther") begrüßte Genosse Dr. R i e m a n n(Sohn de» verstorbenen Musikgelehrten der Uni- oeZität Leipzig, Hugo Riemann) im Namen der Veranstalter die er- schienen Gäste, die ihrerseits den Veranstaltern ihre Wünsche' ent- boten. Die Feier fand ihren Abschluß mit dem Vortrag dreier Männerchöre von Erwin Lendvai(Glockenlied von Spitteler, Brügge von Stephan Zweig und den neuzeitlichen Tendenzgesang„Die Erde bebt" von Bruno Schönlank), meisterhaft von den Mänuerchören Leipzig-Thonberg-Stötteritz und Leipzig-West unter Leitung ihre» kampfbewährten Dirigenten Paul Michael, de»„Arbeitertantors" von Leipzig, vorgetragen. Das Fest selbst brachte am Sonnabend eine Aufführung des Oratorium»„Samson" durch die Didamschen Chöre in def Thomas- tirche, der am Sonntagmorgen die Lichtschen Chöre mit einer Auf- führung des Oratoriums„Herakles" in der Alberthalle folgten. Sonntagabend sprach im Rahme» der Veranstaltung Prof. Arnold Schering über Georg Friedrich Händel. In einem Kammer- tonzert gelangten Orchesterwerk und Kantaten zum Vortrag. Das Fest fand am Montag seinen Abschluß durch ein« Auf- führung der Händel-Oper„Tamerlan" unter Leitung von General- Musikdirektor Gustav Brecher. Die bedeutendsten Künstler Leipzigs verhalsen so dem ersten Arbeiter-Händel-Musilfest zu einem weit über die Mauern der Stadt beachtlichen Erfolg. _ Walter Hänel. Eine Marmorkopie des Zeuskopse» von phldia». Der Uallemsche Archäologe Guidi, der die Ausgrabungen zu Cyrene in Nordasrita testet, hat mit den beiden englischen Professoren Smith und Lorcher eine aufsehenerregende Entdeckung von höchster Bedeutung gemacht. Man fand nämlich eine Marmorkopie des Kopses der berühmten Zeusstatue des PhiÄias. Dieses verlorengegangene Bildwerk, das im Tempel von Olympia Pvnd, war die geteierffte Plastik der Antike und wurde als eines der sieben Weltwunder verehrt. Die Stame selbst war aus Marmor gefertigt, während die Gewänder aus Gold bestanden und mit kostbaren Steinen vxrziert waren. Ein Land ohne Zensur. Der österreichisch« Verfassungsgerichts- Hof hat eine Verfügung der niederösterreichischen Landesregierung. dle die Bewilligung von zwei Filmen nicht erteilt«, als Verfassung,- widrig aufgehoben. Durch Bundesgesetz ist in Oesterreich jede Zensur und nicht bloß die PressezensUr aufgehoben worden sei. Ein denstckter Biochemiker in Dopan un»«merika. Der außerordentliche Proscssor iür Anwendun» der pdhfitalilchen Chemie in der Medizin an der Serlin« Unlverlltät, Dr. Lconar Michaelis, der bISb-r da« Biochemisch« Institut an der Sticht- Univerfität in Nagoya sJopan) geleitet hat N» silr drei Jahre an dle JohnS HopliiiS-Uiiloersität ln Baltimore be-.ujen worden. Dle größte LokomoNoe. Die gröhte elektril-b- Lotomottve der Welt ttt von einer Genfer Firma sür die«ern-Lölichdern— Eimplon-Linie ge- schassen und aus Versuchsfahrten erprobt worden. Die Lokomotive' wiegt 126 Tonnen, hat mehr als 69 Fug Länge und wird von 6 Moloren de- trieben, die 4599 PS haben. Di- Raschln-, die von einem Führer geleitet «erden kann, hat 480 000 M. gekostet und lann einen Schiicllzua. mit eio» Geschwindigkeit von 159 Kilometer in der Stunde ziehen. dn Antrag der Bayerischen Bolkspartei, wonach die Regierung ersucht werden soll, zur Durchführung von Notstandsarbei- ten zum Zwecke von Beschäftigung der Erwerbslosen aus dem Lande weitere billige Kredite unter gleichmäßiger Berücksichtigung aller Reichsgebiete zur Verfügung zu stellen und ein d e u t s ch n a t i o» naler Antrag, der'für ähnliche Zwecke die Durchführung von Matznahmen wünscht Weiter findet Annahme eine Resolution des volkswirtschaftlichen Ausschusses, die Regierung zu ersuchen, 1. in bestimmten Zeiträumen eine Uebersicht über die für produktive Erwerbslosenfürsorge getroffenen Mahnahmen zu geben: 2. desgleichen eine Orientierung darüber, inwieweit durch vorgesehene Arbeitsauftröge des Reichs und der Einzelstaaten der Erwerbslosigkeit entgegengewirkt werden ann: 3. ferner ein« Uebersicht zu geben über den ollgemeinen Stand der deutschen Wirtschaft, sowie darüber, inwieweit Maßnahmen vorgesehen sind, um die Weiter.m'wicklung und Beschäftigung de: deutschen Wirtschaft zu fördern. Bei der Erledigung der von den Kcmmunisten ein- gebrachten Anträge stellt sich heraus, datz sie iosr Männlich bereits im Ausschuß behandelt und.n a!« r, e l l in dem Aus- schußantrag einbezogen s'nd. Abg. Dihmann macht darauf mimerks im, toß die Kommunisten es im Ausschuß nicht einmal für nötig befunden'»litten, den einen ihrer Inträge, der die Bezahlung der Arbeitslosen uci Rotstandsarbeiten betrifft, begründen zu lassen. Nach der Abstimmung stellt Abg. Dihmann fest, daß der Aus- schuß bei Erledigung der Erwerbslvsensragen stets sachlich gear- bettet habe, und daß alle Leschtüsse einstimmig, also mit Einschluh der Kommunisten, gefaßt worden sind. Auch der gedruckte B e r i ch t ist von den Kommunisten gebilligt und unterschrieben worden. lHört. hört!) Die Sozialdemo. kratische Partei werde sich bei der Behandlung der Arbeitslosen- fragen nie von parteipolitischen Gesichtspunkten sondern stets nur von der Sache selbst leiten lassen. Für die Kommunisten sei e, kennzeichnend, daß sie seht die Beschlüsse des Ausschusses ablehnten. an denen sie selbst mitgewirkt hatten. Es folgt die zweite Beratung des von den Abgeordneten Dr. Frick(Dölk. A. G. und Gen.) eingebrachten Gesetzentwurs» zur sofortigen Aufhebung de» Gesetzes zum Schuhe der Bepoblik. Der Rechtsausschuß Hot die Aufhebung des Gesetzes abgelehnt und beantragt, nur die obligatorisch« Zuchthausstrafe und die obliga- torische Ausweisung bestrafter Ausländer im Gesetz zu streichen. Wg. Zsrick(Bölk.) hält den Antrag auf Aufhebung des Gesetzes aufrecht, wenigstens die Bestimmungen über das Verbot bestinrmter Verbände aufzuheben., Abg. Dr. Rosen berg(Komm.) begrüßt den Antrag des Aus- schusses als eine Verbesserung.. Abg.' Dr.-Rosenfeld(Soz.) erklärt, daß auch die Sozimdemo- kratische Partei von der Wirkung des Gesetzes zum Schutze der Republik nicht begeistert sei. Das sei aber nicht die Schuld des Gesetzes, sondern die Schuld der Rechtsprechung durch den Staotvgerichtshof und das Reichsgericht. Das Reichsgericht gehe ganz einseitig gegen Sozialisten und Kom- munisten»är, aber der rohe Ton der völkischen Presse gegenüber der Republik uni� ihren Ministern werde nicht als Beschimpfung der Republik angesehen. Man müsse daran zweifeln, ob Richter, die in solcher weise das Gesetz auslegen, noch als obfektto angesehen werden können. Der Redner erwähnt mehrere Falle, in denen das Rnchsgencht nichts gegen maßlose Beschimpfung der republikanischen Einrich- wngen unternomnien hat. Das schlechte Ergebnis de« Republik- schutzgesetzes ist eben eine Folge der Tatsache, daß die 'Rechtsprechung zumeist in der Hand monarchi- üfsch gesinnter Richter ist. Wenn wir trotzdem den Mnttag Är Völkischen �.blech ne n, wonach das ganze Gesetz auf. «eehtfeia Herten«t�»a» au» tarn Grunde, weil ein t-clhip stehen die jrtttetnerde rt» eecht—adikalen Orgaaiiauonet» nnlwcnbig Ist.(Zuruf v. d. Volk.: Ritualmorde» Wir sind aber 'jfür»ine: Milderung des Gesetzes, die zum Zwecke hat. Zuchthaus- ürtetl« gegen links gerichtet« Arbeiter unmöglich zu machen. Die "Regierung muß aber auch nunmehr daran denken, die Strafen der zu Zuchthaus Verurteilten zu mildern. Es genügt nicht, daß wir in Zukunft solche Zuchthausurteile unmöglich machen, es inüsien auch in solchen Fällen Milderungen eintreten, in denen Zuchthaus- Urteile bereits ausgesprochen worden sind. Wir sprechen die Hoff- nuhg aus, daß die Milderung des Gesetzes dazu beitragen wird. «ine bessere Rechtsprechung gegen links zu schaffen� -Bei hei- Abstimmung bezweifelt Abg. Kub«(Völk.) die Be- lchlußsähigteit des Hauses: DasBureauistsiicheinigdar- über, daß das Haus beschlußfähig ist. Daraus stellen die Völkischen den Antrag auf namentliche Abstimmung über den Ansschußantrag. Sie werden darin von den Deutschnatio- »nleN unterstützt Die Abstimmung ergibt die Annahme des Aas- jchüßanlragcs mit ZZ< gegen lOZ Stimmen bei 3 Enthaltungen. Gegen 5% Uhr vertagt sich das Haus auf Dienstag 2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht das Abkommen mit Oesterreich über die Vereinheitlichung der sozialen Versicherung und die zweite Be- rotung de» Gesehentwurs» über die vermögensrechtlich« Auseinandersetzung der LSnder mit den vormal» reglerenden Fürsten- Häusern._ §ür Sie ßochwassergebiete. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Reichstag folgen» den Antrag eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen: die Regierung zu ersuchen, zur Behebung der furchtbaren Schäden in den Gebieten der Elbe, Saale, Mulde, Oder, Donau und in den anderen vom Hoch- wassep betroffenen Gebieten ausreichende Mittel bereit- zustellen.. Den beteiligten Ländern sind Gelder als Beihilfe zur Unter- ftützung, insbesondere der Kleinbauern und' Pächter, zur Verfügung zu stellen: Das Reichskabinett beschäftigte sich In seiner gestrigen Sitzung mit der durch die Ueb erschwemm ungen für weite Gebiete hervorgerufenen wirtschaftlichen Katastrophe. Angesichts der außergewöhnlichen Not beschloß das Kabinett, sofort entsprechende Mittel zur Linderung verfügbar zu machen. die tägliche Verleumdung. Reichsbanner und Hochwasserhllfe. Ohne eine Verleumdung am Tage gegen die Sozialdemokratie kann die Rechtspresse nicht leben. Die„Deutsche Zeitung" hat sich dteemal das Reichsbanner ausgesucht. Die Hochwasserkata- stroph'e' muß den Stoff zu einer erbärmlichen Verleum- d u n g gegen das Reichsbanner abgeben. In großer Aufmachung wird«Ine Magdeburger Meldung wiedergegeben, wonach das Reichs- banner bei einem Dammbruch feine Hilfe versagt habe und im entscheidenden Moment abgerückt sei, weil man ihm nicht einen Stundenlyhn und ausreichende Verpflegung garantiert habe. Diese Verleumdung de» Reichsbanners übernimmt die„Deutsche Zeitung" aus der Rechtspresse Magdeburgs. Sie wird dadurch um keinen Deut wahrer.. Das Meichdbanner hat im Gegenteil von Anfang an sich in den Dienst der Abwehr gegen die Hochwasserkatastrophe ge- stellt. Anü.20. Jum schon veröffentlichte die„Magdeburger Volks- Privattapitalistifthe Krisenausbeutung Ein Konsortium der Montankonzerne zum Qnotenkauf. In der Montanindustrie gehen Dinge vor. die das höchste Interesse der Arbeiterschaft beanspruchen müssen. Die Gründung des Stahttrusts hat, wie zu erwarten war, in den Montonkonzernen einen lebhaften Kampf um die Quoten der Eisen- und Stahlsyndikat« hervorgerufen. Nach der Angliederung der A.-G. Charlottenhütte- Niederschelden wurde von Fusionsverhandlungen zwischen dem Stahllrust und mehreren anderen Montankonzernen berichtet. Für den Kloeckner-Konzern und die Gute-Hoffnungs-Hütte, auch den Mannesmannröhren-Konzern, dem der Stahltrust die Angliederung vorgeschlagen haben soll, bestätigen sich die Meldungen nicht. Dagkgen schweben Verhandlungen mit dem Zweck der Fusion zwischen dem Stahllrust und dem Linke-Hofsmann-Lauchhammer- Konzern sowie dem neugegründeten oberschlesischen Montantrust. Die irrtümlichen Meldungen über die Liierung von Stahltrust, Haniel und Kloeckner hängen aber mit anderen und viel wichtigeren Vorgängen in der Montanindustrie zusammen, die bisher der Oeffentlichkeit nur schwer erkennbar waren. Gemeinsam mit dem Stahltrust hat sich nämlich ein Konsortium von starken Montan- konzernen gebildet(Vereinigte Stahlooerke, Hoesch, Kloeckner, Krupp, Haniel, Linke-Hofsmann-Lauchhammer), um Montanwerke gemein- sam zu kaufen und ihre Syndikats q u o t e n gemeinsam zu v e r- werten. Die erste Aktion in dieser Richtung war der Kauf der Stumm-Werke. Ueber die Stumm-Werke wird so verfügt, daß die Norddeutsche Hütte in Bremen als Werk des Konzern-Kon- sortiums weiterbetrieben wird, die übrigen Werke aber nach und nach gänzlich stillgelegt werden. Die Quoten werden aus- geteilt. Das Verwertungskonsortium beschränkt sich aber nicht aus eine Stummaktion. Wie die„Frankfurter Zeitung" mitteill, sollen nach Möglichkeit alle Elsenwerke aufgekauft werden, d i e nach ihrer finanziellen und technischen Lage keine Rentabilität mehr erhoffen lassen, um sich die diesen Werken zustehenden Syndikatsquoten zu sichern. Zu diesem Zweck ist vereinbart, daß die einzelnen Kon- zerne entsprechend ihrer Beteiligung in der Rohstahlgemeinschast die erforderlichen Kaufsummen ausbringen und bei der Neuser- teilung der Quoten im Verhältnis ihrer eigenen Verbandsquoten beteiligt werden. Nach Stumm würde der Ankauf der Rom- bacher Hüttenwerke ins Auge gefaßt. E)ne in der vorigen Woche getroffene Entscheidung hat das Projekt aber vsrtäufig zurückgestellt, den Meldungen zufolge wegen der zu großen Verschuldung der Ge- sellschast, wahrscheinlich aber, um den Erwerb zu einem billi�ren Preise durchführen zu können. Daraus ergibt sich, daß der durch die Gründung und die Expansionsbestrebungen des Stahllrusts entfesselte Quotenkampf zwar mit voller Wucht im Gange ist, daß sich die Beteiligten aber auf eine wirtschaftliche Form der Kampfführung ge- einigt haben, um sich nicht gegenseitig die Preise in die Höhe zu treiben. Darüber hinaus enthüllt sich hinter dem Konsortium der Montankonzerne eine gewaltige Organisation zu einer rein privat- kapitalistischen Ausbeutung der Krise gegen die Ge- samtinteressen. Der Quolenkauf wird zum Instrumenk riesiger kapitalauszohlangen an bankerotte Kapitalisten und ihre Gläubiger, das Montankonsortium saniert großenteils verlorene Millionensorde- rungen von Bank- und anderen Gläubigern, nur um die Syndikats- quoten zu erwerben, während die Werke selbst stillgelegt und ab- gebrochen werden. Damit werden Probleme aufgerissen, die für die Arbeiterschaft von der größten Bedeuwng sind. Was hier geschieht, ist keine rationelle Arbeit zur Krisen lösung mehr, sondern der Weg zu einer uferlosen Verschärfung der Krise. Nichts kann der Arbeiterschaft ferner liegen, als der notwendigen Rationalisierung der Produktion und auch der Rentabilisierung der leistungsfähigen Werte in den Arm zu fallen. Sie kann aber un- möglich zusehen, wie durch den organisierten Quotenschacher Mil- lionen und aber Millionen verpulvert und die Arbeitslosigkeit hemmungslos vermehrt wird, während die angliedernden Werke überkapitalisiert und damit gezwungen werden, in absahborer Zeit die Folgen der Ueberkapitalisierung entweder durch höhere Preise und Zölle oder durch systematischen Lohndruck oder beides auf die Gesamtwirtschaft abzuwälzen. Hier liegen Gefahren von einer Größe, die die Arbeiterschaft wie die Oeffentlichkeit zu sofortigen Gegenmaßnahmen oeranlassen müssen, wenn das Gesamtinteresse an einer volkswirtschaftlich rationellen Krisenlösung nicht auf das schwerste gefährdet werden soll. stimme" einen Aufruf des Gauvorstandes des Gaues Magdeburg-Anhalt, in dem alle Kameradschaften aufgefordert werden, den Behörden jederzeit zur Verfügung zu stehen und sich für den Fall de» Aufrufs bereit zu halten. Vom Landrat Gebhardt wurden In der vorigen Woche ISO Mann um Hilfe nach dem Orte N i e r i p p s gebeten, um dort einen Dammbruch zu verhindern. Die Kameradschaft des Reichsbanners erschien sofort. Es war aber kein« behördliche Leitung und Auf» ficht zur Stelle, es fehlte an Wertzeug und Materialien. Trotz stundenlanger Bemühungen ivar es nicht möglich, von irgend einer behördlichen Stelle das fehlende Werkzeug zu beschaffen. In- solgedessen ließ sich an diesem Punkte der Dammdurchbruch nicht oer- hindern. Die Reichsbannertrupp« mußte unter Lebensgefahr a m Abend zurückgezogen werden. Am anderen Morgen er- schien die Technische Nothilse mit reichlich vorhandenen Hilfs- Mitteln, Wertzeugen usw. Die Nothllse tonnte ober auch nichts mehr ausrichten, weil es inzwischen zu spät geworden war. Die „Dolksstimme" oeröWntlicht eine Mitteilung, des Letters der Tech- - nischen RothEfe, Dr. S-chtt�dt. in 6u anerkannt wird, daß da« Reichsbanner'„geleistet-hat» �oa» bei den geringen Hilfsmitteln Überha upt zu leisten war, und daß die aufgebotenen ISO Mann sehr wohl imstande gewesen wären, das Wasser ad- zuhalten, wenn ihnen Hilfsmittel und fachmännischer Rat zur Der- sügung gestanden hätten". Der„Deutschen Zeitung" und ihrem Korrespondenten ist natür- lich dieser Tatbestand ganz genau bekannt gewesen. Es kommt aber nicht darauf an, wirkliche Hilfe für die Hochwassergeschädigten zu erreichen, es kommt nur auf die Verleumdung gegen das verhaßte Reichsbanner an. Diesem edlen Bedürfnis wird alles geopfert — auch die Wahrhett. Stresemanns Echo in Paris. Die Monarchisten als Friedenshindernis. pari». 28. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Der„Temps" befaßt sich an leitender Stelle mit der Rede Stresemanns vor der ausländischen Presse, die er als bedeutendes politisches Ereignis begrüßt. Sie sei um so bemerkenswerter, als in einem Augenblick, in dem der Völkerbund eine schwere Krisis durchmache. der deutsche Außenminister die Notwendigkeit der Fortsetzung der Locarnopolitik betone. Dieser Geist von Locarno müsse sich vor allen Dingen in der Abrüstungssrage äußern. Die materielle Abrüstung müsse mit der moralischen Hand in Hand gehen. Hier blieben leider noch„zahlreiche Etappen" zurückzulegen. Wenn Stresemann erkläre, daß der Krieg«in U n g l ü ck f ü r a l l e ge- wesen sei, so müsse man bedauern, daß 1914 die regierenden Schichten Deutschlands das nicht schon eingesehen hatten, und auch heute noch ein großer Bruchteil des deutschen Volkes davon träume, mit den Waffen das zurückzuerobern, was durch die Waffen verloren ging. „Alles, was in Deutschland direkt o h er indirekt(sollte das«in Seitenhieb aus die Stresemannsche Dolkspartei sein? Red. d.„V."?) die Rückkehr zur Monarchie verlangt, welche die große Schuldige an der Welttatastrophe war, lechzt nach Revanche und bemüht sich so- gar, diese durch Mittel vorzubereiten, die an dem guten Willen und der Ehrlichkeit Deutschlands, was die Ausführung der Friedens- vertrüge anbelangt, zweifeln lassen. Das Blatt schließt: Die Sprache Stresemanns ist„die Sprache eines Staatsmannes mit weitem Herzen und liberalen Auffassungen, eine Sprache, von der man wünschen könne, daß sie in gan z Deutschland verstanden und in Zukunft sich in Taten äußern möge." Keine Schuldenverhandlungen mit Amerika? Paris, 28. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die Nachricht von der bevorstehenden Entsendung einer neuen Schuldendele- g a t i o n unter Führung B o k a n o w s k i s nach Washington wird am Montag abend nochmals halbamtlich dementiert. Das Dementi kann sich aber nur auf die Person des Delegationschefs beziehen, die in den Kreisen der Linken bereits scharfen Wider- spruch ausgelöst hat. Dagegen ist man in den politischen Kreisen überzeugt, daß Caillaux zur Durchführung seines neuen Finanz- Programms auf größere amerikanische Kredite rechnet. Man mimmt deshalb an, daß die Wiederaufnahme der Schuldenver- Handlungen in Washington und vielleicht in London vorläufig nur verschoben ist und Caillaux, bevor er sich in irgendeiner Richtung festlegt: abwarten will, welche Ausnahme die neue Regierung im Parlament finden und welche Borschläge der Expertenbericht ent- halten wird, der in den ersten Tagen des Juli fertig vorliegen soll öasch hat gesiegt! „Der Mahnruf einer großen Zeit". Staaten hatte am Sonntag seinen großen Tag. Auf dem Flugplatz wurde der siegreiche Einzug Wilhelm l. durch das Bran- denburger Tor gefilmt. Nach dem jubelnden Bericht der „Deutschen Zeitung� stellten„mehrere Tausend Mann des Stahlhelm" und der anderen„vaterländischen Verbände" die Komparserie. Die Generalsrollen des Films wurden von echten, wenn auch abgetakelten Generälen gespielt. „Mancher." so sagt die„Deutsche Zeitung", trägt sein altes ordensgeschmückts Feldgrau. Man sieht General v. Dickhut- . Harroch, General von Linsingen, Exz. Wächter. Oberst a. D. Struenscc, Oberst v. L u ck, und viele bekannte Mitglieder des N. D. O. Prinz A u g u st Wilhelm wohnt aus der Tribüne mit den Söhnen des Prinzen.Oskar den Ausnahmen bei." Schade, daß die Hohenzollernprinzen nicht ebenfalls Siegeszug gemimt haben. Das wäre ober eine, wenn auch nicht nützliche Arbeit gewesen, und bekanntlich dürfen die Fürsten zwar Mil- lionew kriegen, aber ja nicht arbeiten!<.«<-*"' Zum Schluß wird der Bericht des alldeutschen Blattes lyrisch: „Was als heitere», farbige» Spiel gedacht war, wird u n e r- wartet plötzlich zum vaterländischen Erlebnis. Der Jubel wächst und wächst, als in langen schnurgeraden Reihen die siegreichen Truppen im strammen Parademarsch vorbeidefi. sieren."... Und vor wem haben„die siegreichen Truppen im strammen Parademarsch" defiliert? Bor dem„Heldenkaifer?" Wem oerdankt man dos„tiefe vaterländische Erlebnis?". Etwa dem Prinzen August Wilhelm oder den Sprößlingen des Prinzen Oskar? Ach nein! Die„Deutsche Zeitung",, die ihren Bericht über- schrieben hat:„Der Mahnruf einer großen Zeit" klärt ihre Leferschar selbst auf: „Regisseur Bosch, der eben noch mit heiserer Stimme: „Bewegung. Bewegung" in die Mass« rief, läßt schmunzelnd da» Sprachrohr sinken." Heiliger Wotan! Das ist aber ein Reinfall! Das„tiefe oater- ländische Erlebnis" war das Wort eines Bäsch. Ein Bäsch hat bis zur Heiserkeit den Tausenden von Stahlhelmleuten„Bewegung" kommandiert. Und die ordensgeschmückten Exzellenzen a. D. haben vor dem Kurbelkasten eines Bäsch Gänsemarsch geübt! Und die„sieg- reichen Truppen" haben vor Bäsch salutiert und desiliert! Da» ist ja der Gipfel der hebräischen Tücke. Scbwarz-Not-Holü im �uelanü. Eine große Kundgebung des Amsterdamer republikanischen Deutschtums ist von der Ortsgruppe Ainsterdam des Reichs- banners Schwarz-Rot-Gold anläßlich der Wiederkehr des deutschen Verfassungstages für Sonntag, den 8. August d. I., in Aussicht genommen. Der deutsche Reichstagspräsident L ö b e wird voraussichtlich bei dieser Gelegenheit die Festrede halten. Di« geplante Kundgebung wird wesenttich dazu beitragen, nicht nur dem Auslande den Willen des Auslandsdeutschtums zur R«pu- blik und ihren Farben,, sondern auch dem alten Vaterland« dessen Entschlossenheit, sich nicht zu reaktionären Zwecken mißbrauchen zu lassen, darzutun. Unterzeichnung de» deulsch-lektländischen Handelsvertroge». Der lettländifche Minister des Auswärtigen U l m a n i s und der deutslche Gesandte Dr. K o e st« r haben den lettländisch-deutschen Handels- vertrag sowie die Ausführungsvereinbarung zum vortäuligen Ab- kommen über die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Lett- lond und dem Deutschen Reich vom 15. Juli 1920 unterzeichnet. Leiste Nachrichten. Eröbeben in SüüüeutschlanS, Schweiz, Jrankreich. ? r e i b u r g. 28. Juni.(WTV.) heule abend 11.01 Uhr wurde hier ein kurzer, aber sehr heftiger, mehrwelllger E r d- stoß verspürt, dervonüberausstarkemRvllen begleitet war. Der gleiche Erdstoß ist von der Heidelberger Sternwarte registriert worden. Er wurde wahrgenommen in der ga n z e n S ch w e i z. im Bodenfeegebiet bis hinüber nach Frankreich über die vogefen hinaus. Zn Freiburg beobachtete man die Erschütterung in einem verhältnismäßig starke« Schwanken namentlich hochgevauter Häuser. GswerMastsbewegung Unternehmer gegen Angestellte. heimtückische Deschränkung der Freizügigkeit. Schon seit längerer Zeit bemühen sich der A f A- B u n d und die chm nahestehenden Parteien im Reichstage, ein Gesetz heraus- zubringen, das die älteren Angestellten vor Ent- lassungen schützen soll. Ebenso um die Einführung der Bc- nutzungspslicht der paritätischen Arbeitsnachweise unter B e s e i t i- gung der chiffrierten Stellenangebote. Wie not- wendig derartige Forderungen sind und mit welchen— in seiner Auswirkung— brutalen Mitteln einzelne Arbeitgederoerbändc vorgehen, zeigt ein Auszug aps den Satzungen des Verbandes deut- icher Schulmöbelfabrikanten e. V., Sitz Franken- th a l(Psalz), den wir der Oeffentlichkeit.und im Interesse der An- gestellten nicht vorenthalten wollen. Er lautet: 8 16. Einstellung von kaufmännischen und technischen Angestellten. „Es ist den Verbandsmitgliedern verboten, kaufmännische oder technische Angestellte und Monteure ohne Einverständ- n i s der M i t g l i e d s f i r m o, bei welcher der Angestellte oder Monteur vorher beschäftigt war. einzustellen.' Dieser Paragraph beweift eindeutig, daß ein Angestellter, der seine Stellung wechsell, freiwillig oder gezwungen(letzteres wohl jetzt in den meisten Fällen), auf Gnade und Ungnade seinem früheren Chef ausgeliefert ist. Wehe dem Angestellten, der sich vielleicht ge- wcrkschaftlich oder politisch betätigt, was nicht im Sinne seines Unternehmers liegt, oder gar oersucht, Gehaltserhöhung zu fordern, der wird e n t la s f e n und die Zustimmung zur Beschästi- gung in einem anderen Mitgliedbetriebe des Verbandes v e r» weigert. Er kann dann während feiner Stellenlosigkcit darüber nachdenken, dost der in der Reichsoerfaflung verankerte besondere Schutz der Arbeitskraft für die Herren Ardeitgeber als nicht geschaffen gilt. Was würden diese Unternehmer sagen, wenn die Ge- wertschaften ähnlich gegen sie verfahren würden? Gegen solchen „Terror' würde man sofort nach dem Staatsanwalt rufen. Trotzdem scheinen die deutschen Schulmöbelfabrikanten sich untereinander selbst nicht zu trauen, denn es könnte doch viel- leicht»einer unter ihnen sein, der etwas sozial denkt, und bei Ein- stellungen dos Einverständnis nicht einholt. Dem must ein Riegel vorgeschoben werden; und aus diesem Grunde schuf man den nachfolgenden 8 l8, der da lautet: Zuwiderhandlungen gegen die Sahungen. Verbondesmitglieder, welche den Satzungen, Ausführung?- bestimmungen oder den Beschlüssen wissentlich oder fahrlässig zu- widcrhandeln, sind, abgesehen von einer entsprechenden Straf- za h l u n g an die Verbandskasse, jedem verletzten öder geschädigten Mitglieds in vollem Umfang schadenersatzpflichtig. Jedes Mitglied des Verbandes ist gehalten, eine ihm bekannt werdende Zuwiderhandlung anderer Mitglieder unverzüglich zur Kenntnis der Geschäftsstelle zu bringen, die die Namen der Meldenden möglichst geheimzu- halten hat. Wir glauben, daß durch die Strafbestim«ung die Kasie des Verbandes deutscher Schulmöbelfabrikanten nicht allzu sehr gestärkt wird, daß vielmehr die Leidtragenden die Angestellten der genanMen Industrie sind. Ein Gutes hat auch diese Teufelei, Die Ange st eilten er- kennen daraus, daß sie sich mehr denn je in ihrer Organisation zu- sammenschiiesten müssen, um so den Machtdünkel der sich als Sklaven- Halter fühlenden Unternehmer zu brechen. Sei Sorsig. Ein Beitrag zur Fluktuation. Aus dem Bericht der Letriebskrankenkasie für 1925«mnehmen wir, daß am 1. Januar 1925 bei Torsig v&Zfi mqnnliche, 491 weib- Lcha..zusammen 6287 Arbeitnehmer beschäftigt waren. Im Lause Ües Jähre? 1925 war ein Zugang von 4647 männlichen, 200 weiblichen, zusammen von 6847 Ärankenkasienmitgliedern zu verzeichnen. Diesem Zugang steht ein Abgang gegenüber von 5807 männ- lichen, 221 weiblichen, zusammen von 6028 Versicherten, so dost am Jahresschlüsse 1925 4736 männliche und 470 weibliche, zusammen 5206 Versicherte gezählt wurden. Es sind also 4647 männliche Arbeitnehmer neu eingestellt und bei einer Gesamtzahl von 5896 am Jahresbeginn beschäftigten männ- lichen Arbeitnehmern nicht weniger als 5807 entlassen worden, Jj. h. nur 89 weniger als die gesamte Zahl der beschäftigten männlichen Arbeitnehmer. Man spricht in solchen Fällen von starker Fluktuation, während der zungenfertige Aolksmund gleich von Taubenschlag redet. Obwohl es bemerkenswert ist, daß gerade in dem Betriebe, dessen einer der Inhaber in der Unlernehmerorganisation die Hauptrolle spielt, ein so starker Wechsel vorkommt, handelt es sich hier für uns weniger um den einzelnen Betrieb, als um eine wertvolle Anregung. Aus allen Berliner Großbetrieben müßte auf Grund der Mitgliederbewegung der Betriebstrankenkasfen einmal festgestellt werden, wie groß die Fluktiation insgesamt im letzten Jahre war. Das Material müßte dem Ortsausschuß des ADGB. zur Zusammen- stellung übermittelt werden. Der einzelne Betrieb interessierte nur insoweit, als er erheblich»Mer dem Durchschnitt des Wechsels bleibt oder ihn wesentlich überschreitet. Bei regelmäßiger alljähriger Fest- stellung ließe sich eine gute Ueberficht über die Fluktuation in den Netrieben gewinnen, die die geringe Mühe reichlich lohnte. Entlohnung unter üem Tarif. vom VBAtZ. verboten, aber geschüht. Ein Mitglied des Verbandes Berliner Metallindustrieller, Fabri- kant P ö g e. beschäftigte einen jungen Mann als Bureauboten gegen einen Wochenlohn von 11 M. Nach einiger Zeit wurde dem jungen Mann bekannt, daß er nach dem Tarif 18 M. Wochenlohn zu beanspruchen habe. Als er den Tariflohn sor- derte, erhielt er von seinem Vorgesetzten die Antwort, er werde entlassen, denn der Tariflohn könne ihm nicht b e- willigt werden. Um den Leiden der Arbeitslosigkeit zu ent- gehen, fand sich der junge Mann bereit, für 11 M. weiterzuarbeiten. Nach Angabe des Vorgesetzten soll er sogar gebeten haben, ihn für den alten Lohn weiter zu beschästigen. Als dann nach einigen Monaten das Arbeitsverhältnis gelöst war, Nagte der junge Mann beim Gewerbegericht aus Nachzahlung von wöchent- l i ch 7 M. von da ab, wo er den Tariflohn gesordert hatte. Der Vertreter des Klägers berief sich daraus, daß der Tarif nach dem Gesetz unabdingbar sei. Selbst wenn sich der Kläger mit dem niedrigeren Lohn ei nver st andenerklärt haben sollte, jo habe er das getan, um eine Notlage abzuwenden. Der Be- klagte, der diese Notlage ausnutzte, habe damit gegen die guten Sitte« verstoßen, er müsse also die Dstfereuz nachzahlen. Das Gericht sprach dem Kläger nur die auch vom Vertreter des Beklagten anerkannte Forderung für die beiden letzten Wochen seiner Beschäftigung zu, weil er den Empfang des Lohnes für diese Zeit unter Vorbehalt quittiert hatte. Mit dem übrigen, weitaus größten Teil seiner Forderung wurde der Kläger abgewiesen, weil er in jener Zeit ohne Vor- behalt quittiert hatte. Das Urteil wurde damit begründet. daß nach der ständigen Judikatur ein Verstoß jjege« das Tarifgesetz nicht vorliege, wenn der Klager«frei- willig" auf den Tariflohn verzichte. Der Beklagte habe auch nicht gegen die guten Sitten verstoßen, denn der Kläger habe ja gebeten, zu dem niedrigen Lohn weiterbeschäftigt zu werden. Dem Beklagten stand als Vertreter ein juristischer Angestellter des VBMJ. zur Seite, der oersicherte, der V B M I. habe seine Mitglieder angewiesen, in keinem Falle untertarifliche Löhne zu zahlen, sondern Arbeitnehmer, die den Tariflohn nicht verdienen, zu ent- lasten. Die Sachlage ist demnach so: Der Beklagte hat als Mitglied des VBMJ. einen gröblichen Verstoß gegen die Anordnung seiner Organisation begangen. Trotzdem aber hält sich der VBMJ. für verpflichtet, sein tarifbrüchiges Mitglied durch Stellung eines Prozeß- Vertreters vor der Nachzahlung des Tariflohnes zu schützen, was einer Begünstigung des tarifwidrigen Verhaltens gleichkommt. vas Lehrlingshalten im Irifeurgewerbe. In diesem Gewerbe war die Lehrlingszüchterei so rücksichtslos betrieben worden, daß sich endlich eine Einschränkung aus Betreiben der Gehilfenorganisation erreichen ließ. Nach der ersten Verordnung des preußischen Handelsministers durste in einem Betriebe n u r j e ein Lehrling gehalten werden, in gemischten Betrieben ein zweiter Lehrling nur dann, wenn dieser ausschließlich im Damen- frisieren auszubilden war. Ab 1. Juli tritt nun auf Anordnung des Handelsministers eine Aenderung zugunsten der Arbeitgeber insofern ein, als ein zwei- ter Lehrling eingestellt werden darf, wenn der erste das zweite Lehrjahr vollendet hat; in gemischten Betrieben aber(Herren- und Damenfriseurgeschäften) ein driter Lehrling, wenn einer der beiden das zweite Lehrjahr vollendet hat. Da die meisten Herrenfriseurgeschäfte sich mit auf das Damen- fach umgestellt haben und diese Umstellung noch weiteren Umfang nimmt, ist damit zu rechnen, daß von der neuen Berechtigung, drei Lehrlinge zu gleicher Zeit zu halten, reichlich Gebrauch gemacht wird. Wenn nicht ein Teil der Selbständigen einsichtig genug wäre, den Ast auf dem sie sitzen nicht abzusägen, dann müßte die olle Lehrlingszüchterei sich bald wieder breit machen. � Auch in der neuen Verordnung fehll jegliche Anpastung der Lehrlingsziffer'an die Zahl der beschäftigten Gehilfen. Die G e- hilsenzisfer aber bietet den einzig brauchbaren Maßstab für den Bedarf an beruflichen Nachwuchs. Ausschlaggebend darf nicht das Verlangen der Meister nach Lehrlingen sein, sondern der Bedarf an Gehilfen. Wenn nicht ein einziger Gehilfe bei drei Lehrlingen gehalten werden muß, dann ist der Lehrlingszüchterei Tür und Tor geöffnet. Das„Prinzip" gegen den Betriebsrat. Die Arbeiterinnen der Firma Dewitt u. Herz, Fabrik von Chirurgieartikeln, unterbreiteten dem Betriebsrat eine auf ihr Arbellsverhältnis bezügliche Beschwerde. Der Vorsitzende des Betriebsrate umersuchle die Beschwerde pflichtgemäß an Ort und.Stelle, was einen Zeitaufwand von einer halben Stunde erforderte. Für diese halbe Stunde versäumter Arbeits- zeit zog die Firma vem Betriebsratsoorsitzenben den Lohn im Be- trage von 65 Pf. ab, die dann durch Klage beim Gewvbegericht ge- fordert wurden. Der Vertreter der Firma erklärte, ts handele sich für ihn um ein« prinzipielle Entscheidung, denn der Kläger Hölle nicht nokig gehabt, die Beschwerde während der Arbeitszeit zu erledigen, er hätte das auch nach der Arbeitszeit oder in seiner Sprechstunde tun können. Das Gericht billigte das„Prinzip" der beklagten Firma nicht, sondern erklärte ihr Verhalten für kleinlich und die Forderung des Klägers an sich für be- recht igt. Aber es mußte— wie der Vorsitzende bemerkte— mit Bedauern auf Abweisung der Klage erkennen, weil die Firma eine vom Kläger unterschriebene Quittung vorlegte, welche den Paflus enthäll, daß er den Empfang des Lohnes„unter An- erkennung der Richtigkeit der Abrechnung" bescheinigt. Der Klgger hott« dies« Quittung unbedenklich unterschrieben in der Meinung, er bescheinige damit nur, so und so viel Mark und Pfennig« richtig erhalten zu haben ohne damit auf eine wettere be- rechtigte Forderung zu verzichten. Durch diesen formalen Irrtum des Arbeiters hat die Firma zwar einen materiellen Erfolg von fünfundfechzig Pfennigen erzielt, aber in ihrem„Prin- zipienkampf" gegen den Betriebsrat ist sie unterlegen. Auch eine'.geistige Bewegung". Aus München wird uns geschrieben: Der Deutschnationale Handlungsgehilsenoerband, der jüngst im Bürgerbräukeller zu München, der historischen Stätte der Hitlerschen Hanswurstiade in der Nacht vom 8. zum 9. November 1923, seinen Verbandstag abhielt, hat osfenbar das Chamäleon als sein Vorbild prokla- miert. Der Hauptvorsitzende B e ch l y kennzeichnete die Stellung des DHV. dahin, daß der Verband parteipolitisch neutral bleibe, daß er aber von Fall zu Fall im Dienste seiner Ziele seinen politischen Einfluß in die Wagschale werfen müste. Der Verband sei demokratisch, aber nicht parteidemokratisch, d e u t s ch n a t i o n a l, aber nicht p a r t e i d e u t s ch n a t i o- nal, völkisch, aber nicht p a r te i v ö l t i s ch, nicht monarchisch, aber auch nicht republikanisch, nicht schwarzweißrot, aber auch nicht schwarzro.tgold. Der Verband sei als etwas Eigenes entstanden, aus deutschem Blut für sich erzeugt. Der Bericht oerzeichnet an dieser Stelle„Leb- haste Zustimmung". Die führenden Persönlichkeiten dieser Gänsefüßchen-Gewerkschast sind Parlamentarier in der Deutschnationalen„Volkspartei", Deutschen „V o l k s p a r t e i". im Zentrum und in der Deutsch- völkischen„Freiheitspart? i". Interessengruppen, die auf ihre Fahne den Schutz des Besitzes und die Anerkennung und Festi- gung der kapitalistischen Gesclllchastsordnung geschrieben haben und den Menschen weit hinter die Dioidendenpolitik- setzen. Die Mannen des DHV. bezeichnen trotzdem ihre„nationale"(natürlich!) Organi- sation noch immer als eine„geistige Bewegung". Es sei dahingestellt, ob es dieser Bewegung mehr an Geist oder an Chorkter fehll. Bei allem Farbenvorrat, den sie aufgespeichert hat. bleibt ihre Grund- sarbe nattonalistisch, hervorgegangen aus dem Antisemitismus. Die Wirtschaftskammern im Hessischen Landtage. Die Gewerkschaften oller Richtungen führen sett längerer Zeit einen Kampf um die Parität der Berufs- und Wirtschaftskammern. Zur Unterstützung dieser berechtigten Forderungen stellte die sozialdemokratische Fraktton des Hessischen Landtages folgenden Antrag: „Die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung zu er- wirken, daß ein Gesetzentwurs über die Herbeiführung der paritätischen Wirtschaflsvertretungen gemäß Artikel 165 der Reichsoerfasstmg alsbald den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegl wird." Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Für den Antrag stimmten Deulschnationale, Zentrum, Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten. Die Parteien der Arbeitgeber, die Deutsche Volkspartei und der B a u e r n b u n d, sowie der Arbeitgeberoertreter der Demokraten stimmten dagegen. Die Regierung stellte sich auf den Boden des Antrages Die A r- beitgeberoertreter im Hessischen Landtag«n, pfählen die Er- richlung reiner Arbeitnehmerkammern. Die Gewerkschaften haben wiederholt erklän, daß die Arbeiter und Angestellten an der Errichtung reiner Arbeiter- kammern kein Interesse haben. Die Reichsregierung hatte es seither an jeder Initiative zur Einführung der wirtschaftlichen Gleichberechtigung der Arbettnehmer fehlen lasten. Deshalb sind Willensäußerungen, wie die des Hessischen Land- tage? und der h e s s i s ch e n R e g i e r u n g von besonderer Bedeutung. Di« Reichsregierung erklärte wiederHoll, daß das Berufskammerwesen dem Landesrecht unterliege. Sie er- wartet scheinbar die Initiativ« der Länder. Die Gefahr einer vielgestalligen zersplitterten Regelung verbietet diesen Weg. Die Arbettnehmer erwarten daher endlich die U m g e- staltung der Klassenkammern des Unternehmer- tums in Gemeinschaftskammern. Es wäre erwünscht, wenn der Druck von allen maßgebenden Stellen zu einer boldigen Erfüllung des Verlangens der Arbeitnehmer führen würde. _ W. L. „Die Ar bell". Zeifschrifi für Gewerkschaftspolitik und lvirt- schaftskunde. Herausgeber: Theodor Lei park. 3. Jahrgang. Heft 6. 1926. verlaqsgeiellschast de» Allgemeinen Deutschen Gewerkschaft». bunde». Preis 1 IN. „Die Arbeit" hat schon im ersten Jahrgang in Aufsätzen von Sinzheimer und Nörpel darauf Hingewiejen, daß das in der Ber- fastung gegebene Versprechen, ein einheitliches Arbeitsrecht zu schassen, nur einzulösen ist, wenn auch der Ausbau von Arbeits- behörden nach einem einhelllichen Plan erfolgt. Clemens Nörpel nimmt diesen für die Gewerkschaften und für den Ausbau der sozialen Demokratie außerordentlich wichtigen Fragenkomplex in einem Aufsatz.Arbeitsbehörden" wieder auf und entwickelt einen Plan für einen einheitlichen Aufbau der Arbettsbehörden. Der Aus- satz wird ohne Zweifel eine rege Diskussion auslösen. Zur„Or g a n i- sation der gewerkschaftlichen Bildungs arbeit" macht der Leiter der Berliner Gewerkschaftsschule Fritz Fricke eine Reihe von positiven Vorschlägen, die die besondere Aufmerksamkeit derer verdienen, die sich mtt den Problemen des gewerkschaftlichen Bildungswesen beschäftigen. Das vor kurzem erschienene Buch..Amerikareise deutscher Ge- werkschastsführer" findet in einem Aufsatz von Fritz N a p h t a l i eine aufschlußreiche kritische Würdigung. Das Problem der„Aus- wa n d e r u n g" wird in umfassender Weise erörtert von einem der besten Sachkenner auf diesem Gebiete, Dr. Ernst B e r g e r. Lothar E r d m a n n setzt seine grundsätzlichen Betrachtungen „Zum Problem der Arbeitsgemeinschaft" fort und behandelt vor ollem die besonderen Funktionen der Gewerkschaften im Der- teilungsprozeß. unter besonderer Betonung der gesamtwirtschaftlichen Tendenzen der Gewerkschaften. Die Rundschau bringt außer einer Uebersicht über die„Ergeb- Nisse der Arbeitswissenschast" insbesondere die»Sozialpolitische Chronik" und eine reichhallige Schristenübersicht. Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wie uns der Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Case-Angestellten mittellt, sind folgende Gast- wirtsbetriebe für organisierte. Arbeitnehmer gesperrt: Deut- scher Hos, Inh. Krumrcy, Luckauer Straße.— Restaurant»Zum Eisbär", Inh. Iocksch, Köpcnicker Straße 38.— Die Betriebe Fr. Paarmann, Oberbaumstraße 1 und Wrangel- Ecke Cuvky- straße.— Prälaten des Ostens, Inh. Wnuck, Große Frank- iurter Straße 16.— Restaurant R ück e r t, Frankfurter Allee 1.— Löwen-Böhmisch, S y r i n g u Iaede, Elbinger Straße� Ecke Landsberger Allee.— Schultheiß-Patzenhoser, Inh. Arthur Franz, Kaiserstraße 47/48.— Restaurant„Rosenthaler Platz", Inh. Gohdes vorm. Schenke. Elsasser Straße 97.— Restaurant„Reu- Helgoland" bei Rahnsdorf, Inh. Fröhlich.— Restaurant »R ü b e z a h l". Inh. Oskar Müller, Am Müggelsee.— Restaurant »Schloß W e i ß e n I e e", Inh. Ullrich, Weißcnsee. Die englische Gesetzgebung gegen die Bergarbeiter. Den englischen Bergarbeitern soll der Achtstundentag unter Tage, außer der Zell für Ein- und Ausfahrt, anstatt des Sieben st undentages durch Gesetz aufgezwungen werden. Das Unterhaus verhandelt jetzt über den Gesegentwurf der Re- gierung. Auf fünf Jahre„nur" ist die Schichtverlängerung um eine Stunde vorgesehen, doch die Bergarbeiter wissen, wenn sie erst einmal die SIebenstundenschlcht verloren haben, dann wird es sehr schwer sein, sie wieder zu erringen. Die Regierung will auf diese Weise mit Gewalt der Schwierig» leiten Herr werden, die die Bersossung des Bergbaubetriebes bietet, während die Arbeiterpartei mit Recht daraus hinweist, daß dadurch die Schwierigkeiten nur vergrößert und verlängert werden. Z»»»l>awp« de, gd». b-ut«. Dienst»». Vk U6t, ollqrmcine Mitglieder- tWTfajrnnluna der Iugend-nuppr im Drtsbitreail. Belle-Alliancr-Str. Ro-er Saal. tzimmeeer! Heute Dienst»», 7 Ubr. für die Innenbczirke Berlins, Be- „rfc 1—18, Be,. 20 Zieutiilln. 26 SchSneber», 27 ZSilmersdorf, 28 Cbarlotten- dum und 31 Panlsw«rshe Beesem mlunq im«rosten Saal de,(öewerts-d-fls- Hauses,«naelufer 24/26. Berdandsk-iueraden. agitiert für restloses Erscheinen! Der Borst» nd. Verantwortlich für Politik:«rnft«enter: Wirtschast:«rtur S-ternus: Sewerlfchastsbcweaunq: griedr.«»kor»; sseuMetrn!«. fi.»»lcher: Lokales und Eonltraesi»r.»«arstädt!»n,eiacn! lh. St-Ü«! sämtlich>n Berlin. Berlaa:«orwärts-Berlaa«.M.b.H.. Berlin. Druck! Borwärts-Buchdruckerel und Berlaasanstalt Paul S-n a«r u. E°. Berlin EW 68 Lindenltraste 3. Hier,» 2 Beil-aen NN»„Unterhalt»»»»nd Bisse»'. QfrVenn man infolge Aeberarbeitung, Krankheit, Nervosität:c. "vW das Bedürfnis nach einer gründlichen Kräftigung und Auffrischung verspürt, dann versuche man das wohlschmeckende Biomalz. Es gibt wohl kein einfacheres, bequemeres und an- genehmeres Mittel; keines erfteut sich einer gleich großen und uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Äebung des Kräftegefühls tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fühlt sich geradezu verjüngt. Man verlange nur das echte Biomalz, nichts anderes angeblich �Ebensogutes". Achte genau aus das Etikett. Biomalz- Schokolade, je lW- Gramm-Tafel 60 Pf. und Biomalz. Bonbons, bestes Linderungsmittel bei Küsten und Heiserkeit, vorzüglicher Geschmack, je Beutel 30 Pf., Dose 50 Pf. Erhältlich m Apotheken, Drogenhandlungen und ein- schlägigen Geschäften. Preis einer Dose Biomalz 1.90 M., mit Eisen(zur Stärkung für Blutarme und Bleichsüchtige) 2.20 M., mtt Kalk extta(zur Stärkung für Lungenleidende) 2.50 M.. mtt Leberttan 2,50 M.. mit Lecithin 5 M. Druck- schnften aus Wunsch umsonst und postftei. Gebr. Patermann, Teltow-Berlin 10. s*| Ne. ZdS ♦ 43. Jahrgang 7. Heilage öes vorwärts Aeustag, 24. Juni 1426 Kein Zweig der Technik und des Verkehrswesens bietet für die Zukunft so ungeahnte Möglichkeiten wie der Flugzeugbau und der Luftverkehr. So verhängnisvoll Deutschlands zentrale Lage in Europa schon oft in der Vergangenheit für unser Land geworden ist, so wichtig und wertvoll wird sie uns bei der Ausgestaltung des internationalen Luftverkehrs sein. Was Deutschland in Europa, bedeutet Berlin als Zentralknotenpunkt für Deutschland. Es war daher ein vorausschauendes Borgehen der Berliner städtischen Behörden, als sie im Jahre 1923 den Plan faßten, in Berlin einen großen zentralen Flughafen zu errichten. Im Tempelhofer Feld bot sich ein Gelände, das nach seiner Lage inmitten der Stadt, nach seinen Gröbenverhältnissen und allen anderen in Betracht kommenden Be- Ziehungen sich dafür so vorzüglich eignet, daß der Chef der englischen Luftstreitkräfte den Platz als geradezu ideal bezeichnete. Die Serliner Zlughafengesellschast. Die stürmische Entwicklung des Luftverkehrs im allgemeinen spiegelt sich im kleinen in der Entwicklung des Tempelhofer Flug» Hafen» wider. Im Mai 1924 wurde die Berliner Flughasengesell. schasl mit einem Stammkapital von 5?" hatte die Muter nur immer wieder gefragt. „Ich habe einen Viehherdenbesitzer in Argentinien ge- heiratet, der zwei Millionen Stück Rindvieh hatte. Der ist nun gestorben und hat mir sein ganzes Vermögen hinter- lassen." „Wer hätte das gedacht. Mädel, daß du einmal solches Glück im Leben haben würdest!" sagte die Mutter, und Jeanette wurde in der Straße bald bekannt als die„argen- tinische Millionenwitwe". Das klang besser als zu sagen, die Olga Bartels, die in Argentinien einen Millionär geheiratet hat. Mit„argentinischer Millionenwitwe" konnte die Ver- wandtschaft, die Bekanntschaft und die Nachbarschaft bester prunken und mehr Geschwätz machen als mit Olga Bartels. Eine Olga Bartels in der Familie oder in der Nachbarschaft zu haben, das konnte jeder, eine argentinische Millionenwitwe zu kennen, das umgab einen mit einem Glorienschein. Mit einer Handvoll Dollars taufte Jeanette ihren Eltern ein Etagenhaus, das im Frieden dreihunderttausend Mark wenigstens wert gewesen war. Sie ließ es auf ihren Namen schreiben— so geschäftstüchtig war sie, das lernt man draußen—, aber alle Einkünfte aus dem Hause ließ sie den Eltern. Dann kaufte sie ihnen noch eine gute Anzahl solider Aktien, die den Kurs immer mitmachen mußten, und hinter- legte sie bei einer guten Bank mit der Anordnung, daß die Dividenden gleichfalls ihren Eltern an den Fälligkeitstagen ausgezahlt werden sollten. Und dann machte sich Jeanette einige gute Wochen. Die hatte sie auch nach den anstrengenden Iahren ehrlich verdient. Zum richtigen Genuß dieser guten Wochen, gehörte natürlich auch die Mitwirkung des anderen Geschlechts. Das gehört immer dazu, sonst kann man schwerlich von einem guten Leben oder von Vergnügen sprechen. Aber Jeanette machte kein Geschäft daraus, und sie suchte sich die Herren aus, mit denen sie sich erfreuen wollte. Die Familie war in das große Haus gezogen und hatte, mit hoher obrigkeitlicher Genehmigung des Wohnungsamts, die Mansardenwohnung einnehmen dürfen, die Jeanette auf ihre Kosten zuvor einbauen ließ. Eines Morgens, als der Vater zu ihr in das Schlafziinmer kam, das sie sich eingerichtet hatte, fand er einen Herrn in ihrem Bett. Die beiden Bettgäste hatten lange in einem Restaurant gesessen, reichlich Sekt getrunken, und so war es geschehen, daß der Herr nicht rechtzeitig erwacht war, um sich zu anständiger Stunde angemessen und schweigend zu empfehlen. Der Vater wollte den Herrn verprügeln oder erschießen oder sonst irgendetwas Grauenhaftes mit ihm angeben. Der Herr hatte Takt, war gut erzogen, und mit äußerster Geschick- lichkeit gelang es ihm, sich trotz der Angrife des Vaters anzukleiden und dann mit Hilfe der Jeanette die Tür und die Treppe zu erreichen. Damit war er in Sicherheit. Nicht so Jeanette, die nun allein der Angriffe ihres Vaters, der seine Kräfte nicht mehr nach zwei Fronten zu verausgaben brauchte, ausgesetzt war. Die Mutter sprang ihr bei. Die guten, wohlsituierten Familien, die dort im Hause wohnten, würden von den Ereignissen gar nichts gehört haben, wenn nicht der Vater in seiner gekränkten und schwer- beleidigten Bürgerehre sich so blöde betragen hätte, daß die Leute es erfahren mußten, auch wenn sie vielleicht gar kein Interesse daran gehabt hätten, ob Jeanette lieber ollein oder in Gesellschaft schliefe. (Fortsetzung folgt.) Haltung. Üluf dem Dönhoffplotz steigt der Herr ein. Der Wagen fährt zwn Halleschen Tor und weiter durch die Jorkstraße. Der Herr fragt den Schaffner, ob man an der Möckernstraße vorbei kcmnne. Nach- dem er hierüber Gewißheit gewonnen hat, löst er ei»cn Fohrschein und bleibt auf dem Hinterperron stehen. Dann tritt er in den Wagen und setzt sich auf den einztg noch freien Platz. Der Herr sieht ruhig und gesichert aus. Er hat ein gepflegtes, rundes Gesicht und macht den Eindruck eines Menschen, der in sehr geordneten Verhältnissen lebt und den das Schicksal mit irgendeiner Vorgesetztenwürd« de- lastet hat. Ueberlcgene Ruhe und Sicherheit sind ihm zur Gewohn- heit geworden, er oersteht das Leben zu meistern. Weder links noch rechts blickt er, und liest interessiert ein« Zicihmg, die noch immer für Kreuz und Krone eintreten will. Ernste Falten bilden sich um seinen Mund, und hin und wieder nickt er wohlwollend und zustimmend. Der Schaffner ruft mit deutlicher Stimme die Halte- stellen aus, aber der Herr überhört die„Möckernstraße", so vertieft ist er in seine„staatserhaltende" Zeitung. Doch als der Wagen bereits fährt, und die zugestiegenen Fahrgäste noch nicht richtig eingeordnet sind, springt der Herr plötzlich auf..Seine Bewegungen sind fahrig geworden, er sieht sich erregt mn und drängt sich rücksichtslos zum Ausgang. Er bebt vor Aufregung. In der Hand schwingt er drohend die Zeitung. Den Schaffner schreit er an, sein gepflegter Baß ver- wandelt sich dabei in einen fadenscheinigen Tenor. Ja, warum hat man ihm denn nicht gesagt, daß der Wagen an der Möckernstraß« hielt. Natürlich sei die Haltestelle ausgerufen worden, einige Fahr- gast« bestätigen dies. Aber der Herr hört nicht darauf, er will aus dem schnell fahrenden Wagen springen und wird nur mit Mühe zurückgehalten. Seine ganze prachwolle Haltung ist dahin, der ans Befehlen gewöhnte Vorgesetzte hat sich in einen schwachen, zitternden Menschen oerwandest.„Aber ich muß doch pünktlich auf dem Te- richt sein, es ist bereits zu spät. Was soll ich nur tun." Hilflos blickt er sich um, ein alter Mann versucht ihn zu trösten. Der Herr hört kaum darauf und flüstert unentwegt:„Tausend Dank, tausend Dank!" Er sieht nun aus, als ob er einen furchtbaren Schickfalsschlag erlitten hätte. Als der Wagen hält, springt er heraus, er läuft gejagt die Iorkstraße zurück so schnell, als sein« Wohlbeleibtheit es ihm gestattet. Man sieht ihm nach und lacht über seine komischen Sprünge. Zleijchvergistungen in LichtenraSe. Eine Familie nach Genuß von Schabefleisch erkrankt. Nachdem die Massenerkrankimgen in Kolkberge nun endlich zum Stillstand gekommen sind, und dank der umfangreichen Maßnahmen der Behörden eine Ausbreitung der Seuche verhindert werden tonnte, wird ein neuer Fall aus Lichtenrade bekannt, wo eine ganze Familie nach dem Genuß von rohem Schabefleisch erkrankt und ins Britzer Krankenhai� geschafft werden mußt«. Die Familie des Arbeiters I a n i ck e aus der Wittelsbachcr Straße 2 in Lichtenrade, hotte am Freitag abend in einer Lichten- rader Fleischerei rohes Schabefleisch gekaust, das auch roh auf den Tisch kam und von dem die gan�e Familie aß. Bereits in der Nacht zum Sonnabend erkrankte Jänicke, dessen Ehefrau Auguste, sowie die beiden' Töchter, die zehnjährige Martha und die vierzehnjährige Luise. Am Sonntag hatten die Erkrankungen, von starken Vergiftung serschcinungen begleitet, ein« derartige Verschlimmerung erfahren, daß die Erkrankten auf Ver- anlafsung des behandelnden Arztes in das Britzer Krankenhaus ein- geliefert werden mußten. Zwei weitere Kinder Jänickes, die bisher anscheinend von der Krankheit verschont geblieben waren, mußten gestern gleichfalls in das Krankenhaus übergeführt werden. Von der Polizei sind sofort alle erdenklichen Maßnahmen getroffen worden, um eine Weiterverbreitung der gefährlichen Krankheit zu verhindern. Die Untersuchung über den Krankheitserr«ger ist noch nicht ob- gefchlossen. Von dem rohen Fleisch wurde noch ein winziger Rest von etwa 30 Gramm vorgesunden, und einem bakteriologischen Institut zur sofortigen Untersuchuna überwiesen. Ebenso wird der menschlich« Abgang der erkrankten Familie genau untersucht werden. Das Befinden der Erkrankten ist zwar ernst, doch besteht die Hoffnung, alle am Leben zu erhalten. Ausdehnung des Bannkreises. Der befriedete Raum der Gebäude des R e i ch s- und des La n d t a g s lBannkreis) wird von folgenden«traßenzügen umfaßt: der Friedrich. ftraß« von der Hedemann- bis zur Karlftraßc, der Karlstraße bis zur«pree, dem�Friedrich-Karl-Ufer und dem sich daran anschließen- den nhrdlichen Spreeufer bis zur Paulstraße, der Luther-Brücke, dem Spreeweg, dem Großen Stern, der Hofjägerallee, der Friedrich- Wilhelm-Straße, dem Lützowplatz, dem Llltzowuser vom Lützowplatz an bis zum Schöneberger Ufer, anschließend dem Tempclhofer Ufer bis zur Großbeerenstraße, der Großbeerenftraße vom Tempelhofer Ufer bis zur Köniagrätzer Straße, der Köniagrätzer Straß« von der Großbeerenstraße bis zur Hcdemannstratze. Die genannten Straßenzüge sind in den Bannkreis mit eingeschlossen. Innerhalb des Bannkreises sind Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge ohne Rücksicht darauf, ob der Reichs- oder der Landtag versammest sind oder nicht, nach§ l des Gesetzes vom 8. Mai 1920 verboten. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung der Reichsregierung._ Verteuerung der Anstaltspflege. In den Krankenhäusern, Irrenhäusern und Hospitälern der Stadt Berlin wird eine Erhöhung de« Unkostensaße? beabsichtigt. Der Magistrat hat bereits einen Beschluß gefaßt und er ersucht jetzt die Stadtoerornetenocrsammlung in einer Vorlage um Zustimmung.'Er beantragt, den Untostensatz zu erhöhen bei den Krankenhäusern von bisher 5,40 Mk. auf 6 Mk., bei den Irrenhäusern von bisher 4,80 Mk. auf 5 Mk., bei den Hospitälern von bisher 3 Mk. auf 3,50 Mk. Nach älteren Gemeinde- beschlüssen wurden für die Anstaltspflege der Stadt bisher nur 75 P r o z. der Selbstkosten erhoben, und hieran soll auch weiter festgehalten werden. Die Selbsttosten sind aber, wie ein« Neuberechnung ergeben hat, in den letzten Iahren unendlich ge- stiegen. Die oben mitgeteilten neuen Unkostensätze find rund 75 Prozent der neuberechneten Selbstkostenbeträge. Der Magistrat wollte ferner auch eine Verzinsung des Anlagekapitals der Anstalten in die Selbstkosten einrechnen, allerdings nur«in Viertel dieses Kapitals und nur mit i'A Prozent Zins. Er hat sich aber ent- schlössen, auf diese Neuerung zu verzichten. Das Ende eines überfalleneu(Chauffeurs. Der Kraftwagenführer TheodorSommer aus der Prinzen- straße hiell am v. Juni mtt seiner Autotaxe an der K a i s« r e i ch e in F r i e d« n a u, als ihn morgens gegen 5% Uhr drei Männer zu einer Fahrt nach dem Untergrundbahnhof Dahlem-Dorf an- nahmen. Als der Ehauffcur hier den Fahrpreis von 2,20 M. ver- langte, schlug einer der Männer ihm in das Gesicht und lief davon. Jetzt stürzten sich die beiden anderen Fahrgäste auf Sommer, miß- hanbellen ihn schwer und traten ihm wiederholt mit den S t i e- feln in das Gesicht und auf den Kopf. An den Folgen dieser fürchterlichen Behandlung ist der Chauffeur dann am 10. Juni verstorben. Der ärztliche Besunb hatte einen schweren Schädelbruch und Verletzung des Gehirns ergeben. Nach den kurzen Angaben, die der Verstorbene seiner Frau bei seiner'Heim- k«br von der Unglücksfahrt machen konnte, war der eine der Männer, ber ihn zuerst anfiel, auffallend groß und stark und trug eine dunkle Livree und einen blauen Sweater. Der zweite war mit einem Sportanzug in Pfeffer- und Salzfarbe bekleidet. Zur Aufklärung dieses unerhörten Roheitsaktes wäre es dringend er- wünscht, wenn sich alle Personen, die an dem 6. Juni früh- morgens einen der ersten Untcrgrundbahnzüge von Dahlem-Dorf aus benutzten und Augenzeugen des Ueberfalles wurden, bei der Inspektion.X. 5, dem Raubdezernat der Kriminalpolizei, im Polizei- Präsidium meldeten._ Mißbrauchtes vertrauen. Ein Schuhmann als Silllichkeilsvcrbrecher. Eine empfindliche Slrase diktierte das Schöffengericht Mitte dem früheren Polizeiwochtmeifter Pcika zu, der sich emes schändlichen Mißbrauchs des ihm als Beamten entgegengebrachten Vertrauens schuldig gemacht hatte. Seine Taten streifen fast an die des früheren Schupowachtmeisters Gerth. Mit einer seltenen Dreistigkeit hatte der Zlngeklagte in voller Uniform a l l e'i n st e h e n d e Frauen überfallen und ver- gewaltigt. Eines Nachts hatte sich eine Beamtin des Postscheckamts im Dienst verspätet und ihren letztet, Zug nach dem Osten oersäumt. Vertrauensvoll wendete sie sich an den Polizeibeamten auf der Straße, um Auskunst zu erlangen, wie sie noch am besten heim komme. Der Angeklagte erklärte sich bereit, sie zur günstigsten Fahr- aelegenhett selbst zu bringen, und führte das junge Mädchen in den Tiergarten. Zln einer dunklen Stelle warf er sie auf die Bank und vergewaltigte sie trotz ihres Hilfeschreiens. Er drohte ihr, er werde sie erschießen, wenn sie nicht ruhig sei. Hinterher äußerte er noch, sie Man sollte endlich einmal mit den Uebertragungen aus dem Hause der Funkindustrie aufhören, erstens leidet die Uebertragung, der Ton ist mit Geräuschen stark untermischt, alles kommt flach eraus, dann aber wird das Programm mit Rücksicht auf das affeetrinkende Publikum zusammengestellt. Gegen Kaffee- Hausmusik ist an sich nichts einzuwenden, man soll sie nur nicht übertragen und als besondere Glanzpunkte ein paar berühmte Sänger hineinsetzen. Robert Hütt ist ein Tenor von großer Qualität und Kultur, seine Tongebung in der Höhe hat aber in letzter Zeit nachgelassen, ein Mangel, der durch die akustisch nicht einwandfreie Uebertragung noch betont wird. Und warum muß Hütt ausgerechnet das Liebes-ied und die Gralserzählung singen. es gibt doch auch anderes, was nicht derart abgegriffen ist. Warum singt Grete Stückgold die Hallenarie der Elisabeth? Dielleicht tostet die Funksttinde zu stark den Applaus aus, der den Sängern gespendet wird und glaubt dabei, alles sei schön und gut, sie müßte ober bedenken, daß diese Opernsrogmente sich in einem Konzert immer merkwürdig ausnehmen und unkünstlerisch wirken. Don den Vorträgen stand an erster Stelle„Reise und Kunsterlebnis" von Dr. Paul Zucker,«ine geistreiche Anleitung zum vernünftigen Reisen und eine Abwehr übersteigerten Kunstenthusiasmus. Dos beste war aber der vollkommen geglückte Versuch, das Deutsch« Derby in Hamburg zu übertragen. Schon rein akustisch war die Uebertragung ausgezeichnet. Ein witziger Conferencier schilderte den Verlauf des Rennens, zuerst breit aus- malend, dann im Tempo immer schneller, gedränater, fliegender. ?lm Schluß suggestiv aufpeitschend. Man wurde Zeuge des End- kämpfe?, wurde mit einbezogen in die Aufregung der Zuschauer. Der Montagabend begann mit Rezitationen, die des Autors wie feines Mittlers wegen gleich beachtenswert waren: Hans R«i- mann sprach einiges von der feinen, wellanalysierenden Kunst Alfred Polgars, die es ohne Pathos der Worte und Sätze oersteht, Lebensweisheit zu lehren. Daran schloß sich der letzte Kammermusik- abend„Von Haydn bis Schönberg", der besonders in dem Es-Dur- Streichquartett c>p.10g von Reger, vom Havemann-Ouartett ausgeführt, charakteristische, ivenn auch in ihrer kühnen Melodie nicht leicht verständliche Musik brachte. Schönberg kam leider nicht zu Gehör: soll er an einem späteren Abend noch nachfolgen?— Das anschließende Orchesterkonzert, das auf den englischen Sender übertragen werden sollte, verhieß mit der Ouvertüre zum..Camevzl romain' van Berlioz und Tsckiaikawjkys..Nußknacker-Suite" recht an- nehmbare Darbietungen.— lieber die Nocbmittags-Orchesterkonzert« wird nichts mehr zu sagen sein, bevor sich die Programme nicht ändern. Von Bortrögen sei Mar Hochdorfs Vorlesung aus eigenen Werken erwähnt. Das im Rahmen der Hans-Bredow-Schule Gebotene ist fast immer hörenswert: das gilt auch für den Zyklus „Einführung in die Astronomie", den Dr. Adolf Marcus« liest. wie für die Vortragsreihe..Neuzeitliche Malerei und Plastik in der Nationalpalerie zu Berlin", die diesmal Dr. Alfred Kuhns Vortrag über die Expressionisten brachte. Doch wäre zu wünschen, das künftig die Hnnen der Künstler deutlicher ausgesprochen würden. l)ss kunäfunkproxl-smm. Dienstag, den 29. Juni. AuCer dem üblichen Tajfesprograrum: 12 Uhr raittaffs: Die Viertelstunde kür den Landwirt. 3 45 Uhr nachm.; Stunde mit Büchern. Ostmarkromsne: Margarete Boie: .Der Sylter Hahn". Irmirard Spansrenberg: r.Toch und Jugend". Wilhelm Kotzde:„Die Burg im Osten". 8 Uhr nachm.: Nach- mittagslconzert der Berliner Funbkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6—8.30 Uhr abends: Teemusik aus dem Hotel Adlon fKapelle Marek Weber). Anschließend: Katschlüge fürs Haus. Th esterdien st. 7 Uhr abends: Hans-Bredow-Schule (Hochschulkurse). Abteilung Versichemngslebre. Professor Dr. Alfred Maries.„Streifr.üge in die Versichernngswissenschaft (Privat- und Sozialversicherung)". 7 35 Uhr abends: Dr. Paul Kaßner:.Volkswirtschaftliche Beobachtungen auf Reisen". 8 Uhr abends: Hans-Bredow-Schnle(Hoohsohnlkurse). Abteilung Heimatkunde. Dr. Georg Wegener:.Eine Wanderung durch deutsche Gaue*(Aus Deutschlands Herzlhndern). 8.30 Uhr abends: Gregorianische Gesänge. 1. Seqnentia: LaudaSion. 2. Segnen tia: Victimae Pascbali. Seqnentia; Dies irae. dies illa. 4. Libera me Domine(Ritus Absolntionis" p. M. Uhr abends: Allerlei. I.W. Schutt: Als ich dich kaum gesehen (Storm). b) Waltor Schutt: Die Nachtigall(Storm), c) A. Jensen: Lehn* deine Wang' an meine Waag'(Heine), d) Adolf Jensen; Marie(R- Gottschu)(Frans Baumann. Tenor). 2. Ander: Aus der Oper„Fra Diavolo": a)»Er blickt auf Felsenhöhen", b) Welches Glück, ich atme freier(Else Tuschkau. Sopran). 8. Improvisationen und eigene Gesinge zur Laut«(Kurt W. Kießlich). 4. Konzert für Posanne, Solo(Kai MiehelsenV 6. Improvisationen und eigene Gesänge zur Laute(Knrt W. Kießlich). 6. s) MsiUart: Arie ans der Oper.Das Glöckchen des Eremiten*, b) Donizetti: »Weiß nicht die Welt", eus der Oper.Die Regiraentstoohter", e) Ander: Lechlied(Else Tuschkau). 7. a) R. Schümann: Sonntag» am Khfin(Reinicfc), b> R. Schumann: Frühlingsfshrt(Eichen- dorff); o)Fr. Schubert: Wegweiser(Wilh. Müller), d) Fr. Schubert: Am Meer(Heine), e) Fr. Schubert: Der Musensohn(Goethe) (Franz Baumann). Am Flügel: Ben Geysei. An schließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. KSnlgswasterhausen, Dienstag, den 29. Juni. 3— S.SO Uhr nachm.: C. M. Alfieri und Frl. v. Eyeeren; Spanisch für Anfänger. 3.30—4 Uhr nachm.: Studienrat Heering: Die Volkswirtschaft und ihre Beziehungen zu Staat und Gesell- Schaft. 4— 4.30 Uhr nachm.; Studienrat Heering: Der Bedarf als Summe der Bedürfnisse. 4.30—5 Uhr nachm.: Elsa v. Liszt: Mitwirkung der Jugendgerichtshilfe bei der Durchführung der ge- tiohtlichen Maßnahmen. 6—5.30 Uhr abends; Anni Macke: De« Mischen als Mittler zwischen Maler und Kind. 3.15—10.18 Uhr abends; Uebertragung aus Frankfurt. könne froh fein, daß sie so davongekommen wäre, eine Drohung, die sehr stark an die Taten Gerths hindeutete. Noch dreister ging der Angeklagte zwei Tage später vor. Er hielt auf der Straße eine junge Krankenpflegerin aus der Charit« an und fragt« sie, was sie noch um 3 Uhr nachts aus der Straße zu suchen habe. Er müsse sie zur Tiergartenwache mitnehmen. Alles Sträuben, auch das Vorzeigen des Ausweises, half nichts. Im Tiergarten ereilte die Krankenpflegerin dasselbe Schicksal. Diese junge Dame halte ober bemerkt, daß der Wüstling an der einen Hand nur einen halben Daumen hatte, und dos führte zur Ermittlung des Täters. Neck)- dem Peika in Haft genommen worden war. verfiel er in Haft- psychose und wurde auf drei Jahre einer Irrenanstalt überwiesen, jetzt jedoch für seine Taten für verantwortlich erklärt. Der Der- teidiger hob hervor, daß der Angeklagte nach den Gutachten immer- hin ein minderwertiger hysterischer Mann sei, der von einer krankhasten Veranlagung verfolgt werde. Das Gericht bewilligte demgemäß zwar auch mildernde Umstände, war aber der Mei- nung, daß den Angeklagten, wenn er auch vor dem Zuchthaus bewahrt bleibe, iin Interesse der öffentlichen Sicherheit und des guten Rufes der Schutzpolizei eine empsindliche Strafe treffen müsse. Das Urteil lautete auf 3sh Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehroerlust. Das yochwasserungluck. vauernföhnc arbeiten nicht an den Dämmen, aber sie „üben" mit dem„Stahlhelm". wie wir hören, beabsichtigt das Reichsarbelisminifie. r l u m, der Reichsregierung vorzuschlagen, daß die gesamten Wiederinstandsetzungsarbeiken an den durch dos hoch- wasser zerstörten Dämmen und alle sonstigen damit zusammenhängenden Erdarbeiken einheitlich vom Reiche au» geregelt werden sollen. Die dafür nötigen Mittel sollen zur Hülste durch das Reich, zur anderen Hälfte von den Ländern und Kommunen aufgebracht werden; die Ausführung soll zum größten Teil mit hllse von Arbeitslosen und unter Inanspruchnahme der Mittel für die produktive Arbeit»loseafürsorge erfolgen. Das Hochwasser der Oder. Der Deich nahe der Scheiteldammbrücke mußte Sonnlog srüh dem Wasser preisgegeben werden. Die Arbeiten sind eingestellt worden. Im Laufe der letzten Stunden des Sonntages ergab sich am Damm rechts der Oderbrücke ebenfalls eine undichte Stelle. Es wird noch versucht, hier einen weiteren Dammbruch zu verhindern. Von Frankfurt a. d. O. wird ein weitere» Fallen ge- me l d e t. Pegelstand am Sonnabend 4.68. Sonntag srüh 4,42, und Sonntag mittag 4,37. Von R a t i b o r wird ein« neue Welle gemeldet, die in 9 bis 10 Tagen Frankfurt passieren und entsprechende Zeit später die Oder bei Schwedt durchlaufen dürste. E» wird an- ! genommen, daß bis zu diesem Zeitpunkt soviel Wasser abgelaufen ein wird, daß dies« Welle in nicht bedenklichem Maße bemerkbar sein wird. Der Pegelstond von Niedecsaothen war gestern 3.61 und heute 3,53, war also um 8 Zentimeter gefallen. Bei Wittenberge. Durch den Bruch des Sommerdeich» bei Donnenberg. der an drei Stellen zu gleicher Zeit erfolgte, ist ein Gebiet von nahezu 20 000 Morgen überschwemmt worden. Mehrer« Dörfer sind von der Flut vollständig eingeschlossen. In die Dörfer selbst ist da» Wasser bisher nicht eingedrungen, weil sie auf Wurten(höher gelegenen Stellen) liegen. Opfer an Menschenleben sind nicht zu de. klagen, dagegen sind ziemlich große Verluste an Vieh zu oerzeichnen. Große Gefahr besteht auch für die Westprieg- n i tz am sogenannten Proggerdeich. Hier wird Tag und?tacht ge- arbeitet. Heute nacht wurde eine Geiährdung des Dammes bei Werben, 15 Kilometer unterhalb Wittenberge, gemeldet. Ein Dammbruch konnte hier durch Verstärkung de« Dammes mit 10 000 Sandsäcken oerhindert werden. < Es wäre für die Zukunft vielleicht zu erwägen, ob die Besitzer oder Pächter der i» den gefährlichen Gebieten liegenden Wiesen- flächen sich nicht gegen Hochwasserverluste durch ein besonderes Aerficherungssystem sichern sollten, das der Staat ins Leben rufen könnte. Dotyit wäre nicht nur den Bauern gedicOit. sondern es wäre auch für den Staat von Vorteil, der jetzt Hunder- tausende an Unterstützungen und Steuernachlässen gewähren muß. Im übrigen wäre es auch an der Zeit, daß man die Arbeitslosen in den Großstädten dazu heranzieht, neue Dämme zu bauen od«� alte zu befestigen. Das wäre eine wahrhaft produktive Erwerbs- losenfürsorge, die für Zehntausende von Menschen von Nutzen wäre. Bisher scheint auf diesem Gebiet fast gar nichts geschehen zu sein, und es Ist sehr charakteristisch, daß in der Nähe der gefährdeten Oder- strecken flußaufwärts von S ch w e d t die vauernsähne nicht etwa mit Dammarbeiten beschäftigt sind, sondern den Sonntag in Angermünde bei einem Zusammcntressen des.Stahlhelms" verbrachten. Die• angebotene Hilfe des Reichsbanner»(siehe Magdeburg!) lehnt ,man ab. der.Stahlhelm" macht patriotischen Klimbim, die Reichswehr beurlaubt ihre Soldaten dazu. Im übrigen verläßt man sich aus die finanzielle HIlssaktion des Staate» und sorgt durch überlrieben tendenziöse Berichte dafür, daß diese Hilfsaktion möglichst auch solchen Landwirten zugute komm«, die mit Hochwasserschäden nichts zu tun haben.' HÄG Erst in Ihrem Kaffee Has habe Ich einen coffeln- freien Kaffee kennen gelernt, der mir zusagte denn Kaffee Hag hat. wie Sie richtig sagen, das feine Kaffeearoma behalten. Für die Kaffeetrinker die Coffein meiden wollen oder müssen bedeutet die Einführung Ihres Kaffee Hag daher einen besonderen Fortschritt Ich bin aber überzeugt, daß auch viele, denen der Genuß von coffeinhaltigem Kaffee an sich nicht schadet, des trefflichen Aroma wegen Kaffee Hag wählen werden. Pr..W. S. R» R«. Juni sieht Oestreich mit Recht im beispiellosen Terroris- m u s d e r R e a k t i o n, der die geheime Wahl zu einem öffentlichen Spießrutenlaufen gemacht habe. Der Kamps gehe weiter, auch wenn diesmal die Vogelstraußtaktik der Hasenfüße gewonnen habe. Zum Schluß sprach noch Pros. Ludwig Quiddc. der Vorsitzende des Kartells und der Versammlung, einige anfeuernde Worte zu den Anwesenden. Eine Entschließung, die in letzter Stunde den dringende Apell»an den Reichstag richtet, ein Ab- iindunasgesetz gegen die Fürsten zu schassen, dos den Willen von 15 Millionen deutscher Wähler und Wählerinnen nicht verhöhnt und betont, daß die Massen des 20- Juni bereit itöndon, gegebenen. ialtg; giyen neuen Z�«i-Mga zu walztau, der die Republik ent- schiedsntr-'vertcidig», wurde angenoiinnen. Um ihr Stimmrecht gebracht! Aus den Tagen des Volksentscheids gehen uns noch allerlei Mitteilungen zu. Manche davon beleuchtet den Kampf um die Fürstenemeignung und die ihm bereiteten Erschwerungen in lehrreicher Weise. So wird uns aus dem Krankenhaus L a n k- w i tz gemeldet, daß map dort mit der Besorgung von Stimm- scheinen für die Pfleglinge sonderbare Ersahrungen ge- wacht hat. Durch Vermittlung der Anstalt wurde die Ausfertigung dieser Stimmjcheine beim Bezirksamt Steglitz beantragt, das dann die Anträge nach Maßgabe des Wohnsitzes der Pfleglinge an die zu- ständigen'Bezirkswahlämter weiterleitete. Ueder dreißig Stimm- scheine, die in den Tage» des lä.— 18. Juni ausgefertigt worden waren, gelangten erst nach dem Volksentscheid, am 21. Juni, und zum Teil sogar erst am 22. Juni, indieHändeder Antragsteller. Alle diese Stimmberechtigten' hätten für die Fürstenenleigiiung mit Ja gestimmt, aber durch die Verspätung der Zustellung kamen sie um ihr Recht, sich an dem Volksentscheid zu beteiligen. Die meisten dieser erst nach dem Volksentscheid eingegan- genen Stimmscheine waren vom Bezirkswahlamt Neukölln aus- gesertigt worden, mit einer geringen Zahl war auch das Bezirks- wahlaint Treptow beteiligt. Wen die Schuld an der Ver- zögerung trifst. können wir nicht feststellen und vielleicht wird das auch den betressenden Bezirkswohlömtern schwer möglich sein. Die Ausfertigung war. wie schon gesagt, rechtzeitig erfolgt, aber bei der Ilebersendung nach Lankwitz scheint nicht alles geklappt zu haben. Di« Annahme ein�r Böswilligkeit liegt uns fern, doch müßten wir lusfertigung war, wie schon oes ndung nach Lankwitz sch inahm. ine N geltcuier oder Veamicr pey ycuic zu iqjuiom rommen tauen, uci oer Wichtigkeit des Volksentscheides und der Stimmscheine für höchst auch eine Nachlässigkeit, die etwa ein untergeordneter An- gestellter oder Beamter sich hätte zu schulden�kommen lassen, bei der tadelnswert halten. Wir begreisen die Erregung, die unter den Pfleglingen entstand, als sie sich um ihr Stimmrecht ge- bracht sahen. Uns drängt sich hier die Frage aus. wieviele Anstalts- insassen sonst noseefischen beliefern zu können. hat das Reichsernährungsministerium umfassende Maß- nahmen vorbereitet. Mit Hilse einer aus Rcichsmitteln unterstützten Gesellschast werden in Zusammenarbeit mit dem Reichsernährungsministerium in ollen großen Städten, zunächst in Berlin, eine Reihe von Bratfischküchcn nach eng- lischem Muster eingerichtet werden, deren erste am Donnerstag in Berlin ergifnet wird. Im Anschluß daran soll der Seesischtransport nach B5rlin usw. völlig neu organisiert werden. Es sind bereits ein« Anzahl besonders konstruierter Autos im Bau, mit deren Hilfe man die in Hamburg nachts eintressenden Hochsee- fische schon am darausfolgenden Morgen in Berlin zum. Verkauf bringen kann. Der Berkäuf soll nicht erst durch Läden und der- gleichen, sondern direkt vom Wagen herab stattfinden. Das Reichs- ernährungsministerium hofft, auf diese Weise den Großstädten schnellstens eine besonders billige und hochwertige Nahrung zu- sühren zu köimen._ Ein neues Krankenhaus für die westlichen Bororte. Das in Zehlendorf gelegene ehemalige.Erziehung?» Haus Am Urban" ging im vorigen Jahr durch Kauf In den Besitz der Stadt über, die es als Krankenhaus verwenden wollte. Der Magistrat legt jetzt den Stadtverordneten«inen Entwurf zum Umbau der vorhandenen Gebäude und zur Einrichtung des ge» planten Krankenhauses vor, das 400 Betten erhalten soll. Die Kosten sind aus l 800 000 Mark veranschlagt. ver caubentolonistenverein„klein-EZ erder I", Koloniestr. 87/88, und ivm verpflegt wurden und im Kreise der Kinder der Kolonie einen fröhlichen Tag verlebten. Sozialdemokratischer INSanerchor Zriedrichshaln. M. d. D. A. S B.. ver, anstaltrt TonncrStag, 1. Juli. 7-«hr, auf dcm Forkenbeckplatz am Viehhof«in Platzkonzert._ Verhaftung zweier ungarischer Grostspekulante». Der Generaldirektor der Biktoriamllhle in B u d a p e st. Emil Bacher, ist am Sonntag von der Staatsanwaltschaft in Budapest wegen Betrugs und Unterschlagungen verhaftet worden. Bacher galt als der größte Börsenspekulant aus dem intcrnatio- irolen G c t r e i d c m a r t t: er besaß die Aktienmehrheit des größten ungarischen Wehlkonzerns und war damit nahezu alleiniger Herrscher aus dem ungarischen Mehlmarkte. Nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika spielt« er eine große Rolle. Bacher wird zum Vorwurf gemacht, 10 Millionen tschechischer Kronen, 200 000 Dollar und 315 000 österreichische-Schilling zum Schaden der Anglo- Austria-Bank unterschlagen zu haben. Er hat sein Vermögen, das auf rund 100' Millionen Mark geschätzt wurde, im vergangenen Winter in Chikago verspekuliert. Sein Konzern wurde dadurch vor dem Zusammenbruch bewahrt, daß die Anglo-Austria-Bank gegen Verpfändung der Produktion seiner Unternehmungen ein Dar- lehen von 1250 000 englischen Pfund gewährte. Nachträglich haben sich aus den Bückzern die Unterschlagungen der gewaltigen Summen herausgestellt, die Bacher als„unbeabsichtigte Buchuugsschler" hin- stellen möchte. Gleichzeitig mit Bacher wurde der geschäitssührende Direktor des zweitgrößten ungarischen Mühlenunternebmens, der Konkordia, Otto Fabri, verhastet. Er Hot„nur" einige hundert- tausend Mark seines Unternehmens verspekuliert. Sozialiftische Arbeiterjugend Groß-öerlin. heute. Dienstag, abends 7 Vi Uhr: acfunbfetunacit: Schule Sotenburg-r Skr. 2. Vortrag:„So« ist Rullut?" — SrMXng Storb; Schule MWerstr. 48, parterre. Bortrag: ,,?ie t-eutsch» iilterreichische Artschtabdeltrebuitg".— Nordost I: Jugendheim Neue Königstr. 21. Vortrag:„CAZ. und sexuellc Frage".— Schönhauser Boritatt Ii Treffpunkt i47 Uhr Bornhglmer Strafte Ecke Schönhauser Allee. Besichtigung de« Reich«. tage«. Rachzitgler 1 Uhr Reichstaa. Portal II.— Seneielder. Viertel: Schule lkberswaltzer Str. 10. Vortrag:..Aberglaube be« Volte»".— Osten P.-v.: Funktionarsiftuna beim Senossen Wegner.— SchSueberg II: Zuaendherm feaupl- strafte 15. Hortrag:..Vroletoiische Feiertage".— Moriendors: Vorstand«. siftung.— Wilmeridors: Jugendheim Siibegardstr. 4. Vortrag:..Seruelle Frage",— Steglift I: SugeaMicim Aldrechtstr. 47. Vortrag:„Weshalb Sozialistische Arbeiterlugenh?"— Neukölln I: Jugendheim Hobrecht.&de Sander- strafte. Vortrag:„Wa, ist Religion?"— Neukölln III: Schule Weisestrafte. Vortrag:„SinfUhrung in den Sozialismu«".— Reinichendors-Ost:„Seebad", Regdenzsir. 46. Vortrag:„Wandern und Schauen". Einsendungen siir diese Rubrik find Berlin SW 68, Lindenftrafte 3, Parteinachrichten für Graft- Zerlin stet« an da« Bezirtssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. recht«, ja richten. S g z. Jkret« Ziergarten. Dienetag, 29. Juni. TM Uhr, in den Arminiu». Mi hallen. Bremer Strafte,.greiomitgliederpersammlung. Vortrag:„Die W Stellung der Partei zum Volksentscheid". Res. Franz Kiinstler. M. d. R. K- Alle Senossinncn und Genossen mitssen sich beteiligen. lZ. flrri, Zempelbts, Mariendorf. Marie nseldc, Lichtenrade. Donnerstaa.' !.■ Juli. T'/r Uhr, Äreisoorstandsfiftung bei Niendorf, Chgusfeestr. IS in Tempeihos. Wichtige Tagesordnung. Alle Vorstandzimiglieder müssen unbedingt erscheinen. 17. flrei, Lichtenberg. Fraktion der toz. Elternbeiräte und so,. Lehrer: Heute. Dienstag. 2S. Juni. 7>4 Uhr, in der Bibliothek Weichselstr. 28 wichtige Siftung. Tagesordnung:„Die nächsten Ausgaben der Elternbeiräte". Die Obleute der Schulen müssen die Elternbeiräte und Ersaftleute dazu un» bedingt eingeladen haben. Ausgabe oon Material. Parteimitaliedsbnch dient als Ausweis. Heute. Dienstag. 2g. Zum: 24. Abt. 8. Gruppe: 7H Uhr issfentliche Eltern Versammlung der 806. und 807. Gemeindeschule in der Schulaüla Mandelstr. 2. 124. Abt. Mahlsdorf. Die Bezirksführer-werden gebeten, die Sammellisten und die Beitragsmarken schnellstens beim Kassierer abzurechnen. Morgen. Mittwoch. 30. Juni: I. Abt. Die Vezirkskassierer rechnen die Beitragsmarken unbedingt von 6—8 Uhr bei dem Adieilunqskgssierer Otto Serrichen. Wilsngcher Str. t0. ab. 24. Abt. 7>, Uhr Abteilungspersammlung im Altersheim Danziger Str. 62. Vortrag:„Die Lehren des Volksenischeids". Referent: Erich Kuttner. M. d. 2. Alle Genossinnen und Genossen müssen unbedingt erscheinen. Gäsir und Smnpgthisierende ssnd eingeladen. 8t. Abt. 7's: Uhr Fahigbende bei Ggldschmidt, Stolpische Str. 86: Meiftiter, Schivelbeiner Ecke Echönfliefter Strafte, und Rieft. Ecke Malmöer Strafte. 57. Abt. Shartottenburg. 8 Uhr Fimitionärsiftung bei Arndt, Kantstr. 51. Wichtige Tagesordnung. »8. Abt. Lichterfelbe. 8 Uhr in den Lichterfelder Festsälen, Zehlendorfer Strafte 5. Midgliederpersammlung. Tagesordnung: Dortrag des Genossen Stadtverordneten Adolf Soffmann. Diskussion. Parteiangelegenheiten. Verschiedenes. Alle Genossinnen und Genosse» müssen erscheinen. i36. Abt. Reiniikendors.Oft.''As Uhr NN Reftauraitt Kaitanienwäldäien. Ress- denzstr. 109, Mitgliederversammlung. Vortrag:„Die Lehren des Volks- entscheide". Referent: Bernhard Krüger. Sämtliche Genossinnen und Ge- Nossen müssen unbedingt erscheinen. 4- Zungloziallsten. Gruppe Tempelbos Marirndorf: Der heutige Gnippenabenb fällt au». Dafür Tressen auf dem Tempelhoser Feld.— Gruppe Tiergarten: Heute. Dienstag, Isst Uhr, Magdeburaer Str.• bei Grete Geiger Aussprache mit Genosse» Dr. Siegfried Bernfeld über:„Psychoonalvse". Gäste willkommen. Zrauenveranstaltungen: 47. Abt. Karten put Dampferfahrt am 9. Juli sind noch bei der Genossin Peiweit. Raunpnstr. 5, zu haben. 5». Abt. Ehorlottenburg. Die Karte» für die Dampferfahrt am 9. Füll find bei der Genossin Sieinberg, Rankestr. 4. 3 Tep., zu haben. Sterbetafel der Groß-Oerliner Pactei-Grganifatioa 81. Abt. Unftt Genosse Hermann Weftel. Stolpische Str. 88. ist om 26. Juni verstprhe». Einäscherung om Mittwoch. 80. Funi, nachmittag» 1 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung bittet die Abteilung. vortrage, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-Rol-Gold". Geschästifiell«: Berlin S. 14, Sebastianstr. 37/38. Sok- Dr. Kreuzberg: Di., d. 29„ Abt. 14 Versammlung hei Wienrziers. Reichen, berget Sir. 161. Do., d. 1„ Abt. 5 Versammlung bei Gäricke, Krausenstr. 2.— Neukölln. Veift: Kottbus-Fahrer haben bis Mi., d. 30.. den Betrag von 5,80 M. beim Äreiskassierer zu entrichten.— Wilmersdorf: Di., d. 29.. 8 Uhr. Führerbesprechuna unter Leitung de« Vorstandes bei Sroihs, Holsteinische Str. 60.— Weiftensee: Do., d. 1.. 8 Uhr. Kreisfunkttonärkonferen, Grüner Baum. BerZiuer Allee.— Köpenick tKrej,): Sameraden, die am So, d. 3., mit dem Auto nach Kottbus fahren wollen, haben das Fahrgeld von 4,50 M. bis Mi., d. 80„ bei Schlag. Rieftet Str. 6. einzuzahlen.— Fehlend«!: Mi., d. 80.. 8 Uhr, bei Schnorre. Alle Aktiven Besprechung über Kottdu, und Groftbeeren.■ So,. Mö-necchor Friedrich« hoi». Am Mittwoch. 80. Juni. 148 Uhr. findet eine aufterortentl:ä:e Uebnitgsslunde statt. Die Saugesbrühcr haben hieuu vallzähliq zu erscheinen, da auch nach Wichtige« bekanntgegeben wird. Die Uebungsswnde am Freitag fällt dafür aus. Griefkaften der Redaktion. Alt. Ab. Graunstr. 23. Moftaebend ssnd die mit dem Arbeitgeber aetrpste- nen Vereinbarungen. Sefeftlich ist die Frage nicht geregelt.-- 8t. 57. Bis Iüli 1936. Legen Sie Einspruch ein und beantragen Sie Befreiung van der Kirchensteuer von diesem Zeitpunkt ab.'T- F. W. 115. Kündigungen find nicht zulässig.— B. 6. 20. An das Landesfinanzamt.— Emma UI». Da der Boden nicht mitveemtetet worden, müssen Sie ihn herausgehen.— P. 7. Teilen Sie uns Ihr Einkommen aus 19-35 mit. Es find nach die früheren Bestimmungen maftgehend.- A. L. 41. t. Etwa 20 M. 2. Die Mutter kann fich an das Wohlfahrtsamt wenden. 8. Der Stiefsohn ist nicht unterhaltspflichtig.— H. S. 71. 1. Stein. 2. Machen Sie der Kirchenbehörde Mitteilung von Ihrem Ausritt und deantragen Sie zugleich Befreiung von der Zahlung der Steuer vom 1. Avril t. 3. ab._ Geschäftliche Mitteilungen. Eine Ferienreise nach der Insel Rügen. Welchem Kinde schlagt nicht do« Herz vor Freude, wenn ihm eine solche HeLrliche Reise izeboten wirb. Damit fich die Kinder aber die Ferienreise auö: regelrecht verdienen dürfen, hat da« Säuihhau« Leiser einen Ferienwettbewerd veranstaltet, dessen schwierigste Aul- aade darin besteht, die zur Schau gestrssten Läiude van drei Leiser-Schcihnlialen zu zähle::. Kein Wunder, daft es vor drn Lriser-Säiuktilialen von Kindern wimmelt, die eifrig mit dem Zählen der Schuhe beschäftigt stnd und fich um jeden Preis die in Ausficht gestellte Reise„erzählen" wollen. Heute ist der leftte Tag der Zählung! Also Kinder, wer noch nicht gezählt bot, säinell zu Leiser! Alles Nähere im Inserat der Flrma Leiser vom letzten Sonnabend. Wetlerbertchl der öffentlichen Delteedienststelle sür verlin.(Nachdr. tfcrb. i Zeitweise heiter und trocken, etwas wärmer.—-Für Veutfchland: Nur strich- weife stärtere Bewölkung und vereinzelte Gewilterregen: clwaS wärmer. SKI.M!NMMD»-ScH(IHU AUF DEISEN SrNJO DURCH 1HRD GUTE PAS5PODM DTD ANGENEHMSTEN BEGLEITER. SIE SIND BEI GEDIEGENSTER VERARBEITUNG SCHON UND PREISWERT. Allen, die gespart haben- allen, die sparen wollen- allen, die sparen müssen— gilt der Ruf: „Cure Gelegenheit ist da!" Ein bekanntes Ereignis im wirtschaftlichen Leben unserer Stadt, auf das viele schon wochenlang warten, beginnt Donnerstag, den 1. Juli, unser Saison-Ausverkauf! FW Welt von Schönheit an moderner, eleganter Kleidung Jeder Art steht rhii�n Hiinn Zur Verfügung. 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Der Verstorbene hat unserer Gesellschaft 55 Jahre lang angehört und sich In seinem arbelts- und erfolgreichen Leben um deren Entwtckelung In hervorragendem Habe und In vorbildlicher Welse verdien! gemacht. Was er uns In der langen Reihe von Jahren als Mitarbeiter und Freund gewesen ist, wlifl In der Geschichte unseres Unternehmens fortleben. Wir werden ihm für alle Zeiten ein treues, dankbares Gedenken bewahren. Singer Nähmaschinen Aktiengesellschaft. 3onber. Angebot. Ru wirklich billigen Preisen liefern wir unter Garantie für einwandfreie» Material und ante Ar- .bnt� Schlafzimmer. Speifenimmct. Set- tenjhnmer; bei Rafilnnqsetleirfiterunfl. Cmmlcrs Möbelfabrik, 6 SS, flattbuffec- bamm 25/26._ Schlafzimmer, Speisezimmer. Serien. zimmer. Rüchen, gegen Bar. unb Teil- ahlung, spottbillig. Stein, Oranicn traße l.' Musikinstrumente Piano» preiswert. Link. SrunneniiraKe tS. RIaviermachei Fahrräder 3 Mark Wochenrate genügt»um Sabr- radkauf. 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Wenn auch bisher schon Verbindungen der verschiedensten Art mit den großen Petroleumtrusts des Auslandes bestanden, so bedeuten die Transaktionen doch etwas grundsätzlich Neues. Die Verflechtung der deutschen Erdölindustrie mit dem Ausland, die im Wandel der Zeiten die verschiedensten Formen angenommen hat, ist damit in ein entscheidendes Stadium von dauernder Wirkung getreten. Von Stinnes zum Farbentrust. Hugo Stinnes hatte auf der Höhe seines Ruhmes die Be- deutung der Oelindustrie jür die deutsche wirtschaftliche Entwicklung folgerichtig erkannt. Zu den vielen Eroberungen, die er im Fieber- wahn der Inflation vornahm, gehörte auch die Einflußnahme bei verschiedenen Oelproduktions- und Handels- oesellschaften und vor allem bei der Riebeck-Montan-Gesell- schaft. Hier konzentrierte er auch das Oelaeschäst. Die Aktiengesellschaft s ü r Petroleum industric, die Olea- Werke A.�G. für Mineralölindustrie u. a. wurden mit Riebeck zum Block der S t i n n e s- R i e b e ck- M o n t a n- und O e l w e r k e verschmolzen. Die mit den fusionierten Gesellschaften hereingekom- menen Verträge mit dem Auslande und die Verbindungen mit füd- amerikanischen und anderen Petroleumintercssenten von Uebcrsee sollten den Grundstock abgeben für einen national und international gut verankerten Oelkonzern. Mit der großen Stinnespleite zerfloß auch dieser Traum in ein Nichts. Der hier vereinigte Braunkohlen- und Oelkomplex ging an den Farbstofstrust, die IG Farbenindustrie, über. Der Name der Braunkohlenwcrkc wurde wiederum aus A. Riebecks che Montanwerke Aktiengesellschaft zurückgeführt und die Oelabtcilung in Gasolin A.-G. umgetauft. JG. Farbenindustrie.— Standard Lil.— Koninklijke-Thell. Gleich nach der Umgruppierung begann der Farbentrust in der Gasolin A.-G. seine gesamten Interessen auf dem Gebiete der Ver- flüssigung von Kohle zu konzentrieren. Mit dem Evag-Konzern, der die Patente des Bergin Verfahrens besitzt, bestanden schon vorher Verbindungen. Durch die Gasolin A.-G. wurden sie »och enger geknüpft. Der Farbentrust erwarb Anteile von der zur Erdöl- und Kohl«-Derwertüngs schah, nicht abtun. Man kann sie auch nicht abtun mit dem Hinweis daraus, dah der Betriebsmtsoertrcter im Aufsichtsrot nur die Interessen der Gesellschaft, nicht die der Arbeit- nehm er wahrzunehmen habe. Dieser Ansicht war nämlich der bekannte deutschnationale Stadtrat Wege, der mit dem Wulle- Bankier Herrn Rudorf und mit seinem Adlatus, dem Direktor der Berliner Müllabsuhrgcsellschast, L e t t o w, den Aussichtsrat der Gesellschaft ziert. Dah die Beanstandungendes Betriebs- Handelsbilanz 1PQ. �-1926 177. t In Millionen Marie 150., Aktiv vi,vA A-usfuhrüterscKuß � Easslv JFMAMJJASONDJ FMAMO 0 ASONDOFMAM 1916/ ratsmitgliedes v o l l k iwn m e n berechtigt waren, er- gab sich aus der nachfolgenden:Debatte. Es wurde festgestellt einmal, daß die O r i g i n a l b i l a nz, die vierzehn Tage vor der General- Versammlung, dem Geseg entsprechend, in den Räumen der Gesell- Ichast für die Aktionäre zur Ansicht ausgelegen hatte, nicht die Unterschrift des Vorstandes trug, und serner. dah die den Aktionären vorgelegte gedruckte Bilanz mit der O r i g i n a l b i l a n z nicht ü b e r e i n st i m m t e. Es waren ur- Iprünglich in der gedruckten Bilanz die Prozentzissern der Ab- schreibungen enthalten: weil aber diese mit den tatsächlichen Abschreibungen nicht übereinstimmten, hotte man sie ei n f a ch beseitigt. Die Generaloersammlung verfiel der Vertagung, weil Aktionäre, die mehr als 11) Proz. des Aktienkapitals vertraten und einige Posten der Bilanz bemängelten, diese Vertagung beantragt hatten.— Also in vier Wochen wird der Film mit den Haupt- akteuren Wege, Rudorf und Lettow von neuem aufgerollt. von der Alpinen vkonlangesellschast Wien. Di« Alvine MoNtangesellschast, der größte Montankonzern Deutsch-Oesterreichs, hat ihre in der Tschechoslowakei gelegenen Poromba-Kohlengruben an den tschechoslowakischen Staat verkaust. Der Erlös beträgt 1 Million Dollar und wird teilweil« zur Abtragung der Steuer- schulden an die Tschechoslowakei benuftt Der Alpinen Monton- gesellschaft verbleiben h« Mill. Dollar. Wie gemeldet, ist die Mit- teilung, dah die Alpine Montan an den deutschen Stahltrust An- schluß suchen wird, falsch Sie ist vielmehr weiterhin bemüht, mit den tschechischen Eisenwerken sich zusammenzuschließen. Elttr europäische Rohstahlgemeinschast. Vertreter der fronzöst- schen, deutschen, belgischen und tschechischen Montangruppen ver- bandeln zur Zeit in Pari» über die Bildung einer europäischen Roh- stahlgcmcinschost, um den chaotischen Zuständen auf dem Eisenmarkt ein Ende zu machen. � 1 defizitloser Neichshaushalt. Ausgabe von 40tt Millionen Schatzwechseln. Reinhold über den Rcichsctat. Der Ausschuß für den Reichshausholt beschäftigte sich in seiner Montagssitzung zunächst mit dem von der Regierung vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Aendcrung des B a n k g e s e tz c s. Nach§ 2-7 des jetzt geltenden Reichsbankgesetzes darf die Bank dem Reich Betriebskredite höchstens auf drei Monate und nur bis zum Höchst betrage von Illl) Millionen Reichsmark zur Berfügung stellen. Bei der bisherigen genügenden Flüssigkeit der Kossenbetriebsmittel des Reichs hotte sich eine Aus- gäbe von Schatzwechseln nicht als erforderlich erwiesen. Nun- mehr aber hoben Erwägungen des Reichsfinonzministeriums mit dem Reichsbankdirektorium dazu geführt, eine Aenderung des Bank- gesetzes in dem Sinne ins Auge zu fassen, daß die Rediskontmög- lichkeit für Schotzwechfel des Reichs vorgesehen werden soll. Das Ziel der Gesetzesänderung ist nicht, die Kreditgewährung der Reichs- dank an das Reich weiter auszudehnen, sondern eine E r w e i t e- rung der Kreditmöglichkeiten des Reichs durch Schaffung günstiger Bedingungen für die Unter- bringung von Reichsschatzwechseln am Markte. Solche vom Reich einmal gegebenen und vom �Markt ousgenom- mencn Schatzwechsel sollen im Wege des Rediskonts zur Reichs- dank gelangen können. Eine wesentliche Voraussetzung für die Einführung dieser Rediskontmöglichkeit für Schatzwechsel ist eine feste Grenze der Beträge, die die Reichsbank aufnehmen kann. Der Entwurf sieht eine Höch st grenze von 400 Million en Rkichsmork vor. Die Reparationskommisston hat zu dieser Aenderung ihre Zustimmung erteilt. Nach kurzer Debatte wurde der Entwurf einstimmig angenommen. Vorher hotte der Reichssinanzminister Dr. R e i n h o l d Der- anlassung genommen, sich in temperamentvoller Weise gegen An- griffe der Rechts presse und des Abgeordneten H e r g l(Dnat.) zu wenden. Er sei keineswegs der leichtfertige Finanzminister, der, wie die Rechtspresse geschrieben habe, mit oerhängten Zügeln in ein Defizit hineinreite. Im Gegenteil, bis jetzt hätten sich alle seine Voraussagen mit den tatsächlichen Er- g e b n i s s e n gedeckt, wie er dem Ausschuß in vollster Offenheit durch rückhaltlose Bekanntgabe aller Zissern darlegen wolle. Die Finanzen werden sich in 1928 in Ordnung halten lasten, wenn die Wirtschaftslage im Laufe des Etatsjahres keinen weiteren Rückschlag erleidet, und wenn die Reichsregierung durch den Reichstag nicht zu neuen Ausgaben gedrängt wird. Wenn man jetzt von gegnerischer Seite darauf verweist, dah die Ausgabe von 400 Millionen Schatzanweisungen infolge seiner leicht- sinnigen Finonzgebarung notwendig geworden sei, und daß diese Schatzanweisungen gewissermaßen das letzte Mittel darstellten, um die Reichsfinanzen in Ordnung zu halten, so müsse er mit allem Nachdruck betonen, daß schon lange vor Inangriffnahme der Steuermilderungen durch seinen Amtsoorgänger diese Kcsetzänderung geplant war. Er könne mit Genugtuung feststellen, daß im Augenblick gor keine Notwendigkeit vorliege, zur Begebung von Schatzwechseln zu schreiten. Das am 31. März 1926 abgelaufene Etatsjahr hat mit einem Ueberschuß von 180 1Z9 000 Mark abgeschlossen. Nach den genauen Aufstellungen des Finonzministe« riums für das neue Etotsjahr könne er feststellen, daß die Ein- nahmen im April insgesamt 390,6 Millionen betrogen haben. Ihnen stehen Ausgaben im April von insgesamt 375,5 Millionen Reichs- mark gegenüber. Im Mai 1926 betrugen die Einnahmen 312,7 Millionen, die Ausgaben 493,1 Millionen. Ip beiden Monaten sind also die E i n n o h ip/ n g/ o ß e r gewesen als Hie/Auegaben. ,u <*1- Im weiteren Berkauf feiner Ausführungen, kn denen er fang« Zahlenangaben machte, äußerte sich der Reichsfinanzminister auch über die Ausgaben auf dem Gebiete de? E r w e r b s l o s e n fü r» sprgc. Der' Gesamtaufwand für die Erwerbslosensürsorge hat im März 120 764 000 Mark, im April 113 333 000 Mark, im Mai 110 Millionen Mark betragen. Was seine Schätzungen für die Steuern betrifft, so sind im April die Einnahmen um 8,6 Millionen hinter den Schätzungen zurückgeblieben, dagegen sind im M o i die eschätz- ungen durch die totsächlichen Einnahmen um 19,3 Millionen über- schritten. Zusammenfassend erklärte der Reichssinanzminister nochmals, daß unter den im Eingang seiner Ausführungen gemachte« Voraussetzungen der Reichshausholt für 1926 ohne Deflzik abschließen könne. Im weiteren Verlauf seiner Beratungen wandte sich der Hau»« Haltsausschuß einem Beschluß des Ausschustes für Siedlung»» fragen zu, der dort einstimmig gesaßt war. Danach wird die Reichsregierung ersucht, zwecks Wahrung ihrer verfassungsmäßigen Pflichten unter Beachtung der oerfastungsmäßigen Derwaltungs» Hoheit der Länder zur Förderung des ländlichen Siedlongszweckes und zwar sowohl der Neusiedlung, wie der damit zusammenhängen- den Ansiedlersiedlung in den dünn bevölkerten Gebieten geeignete Maßnahmen zu treffen:. � 1. Bis zur Wiederbelebung des Renten- oder Pfandbrief« krcditwescns oder bis zur Erschließung sonstiger Dauerkreditmög- lichkeiten in den nächsten süns Iahren einen Betrag von j e 3 0 Millionen Reichsmark bereitzustellen. Dabei ist die Beschaffung eines größeren Landvorrates und die Begebung von Einrichtungskrediten an Neusiedler zu berücksichtigen. Die Be- schassung des Landvorrats hat möglichst auf dem Wege freien Ankaufs zu erfolgen. 2. Es ist Vorsorge zu treffen, daß unter Fuhrung des Reichs im Zusammenarbeiten mit den zuständigen Landesbehörden die für die Durchiührung der Siedlung maßgebenden allgemeinen Richtlinien ausgestellt werden und ihre Durchführung überwacht wird. Die Richtlinien sind mit Zustimmung eines vom Reichstag zu bestellenden besonderen Ausschusses aufzustellen. 3. Die Mittel sind durch die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt an die Stellen weiter zu leiten, welche die Erfüllung der vom Reich und den Ländern zu verfolgenden Ziele verbürgen. Eine Verteuerung der Kredite darf durch die Weiterbegebung nicht ein. treten._ Ms öer Partei. Karl INarchioaiai gesiorbea. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag ist der Genost« Karl Marchionini im Alter von 51 Iahren einem Herz- leiden erlegen. In dem Agrarland Ostpreußen als Sohn armer Leute geboren, lernte Marchionini nach seiner Schulentlassung Maler und wandte sich schon frühzeitig der sozialistischen Bewegung zu. Anfang seiner 20er Jahre trat er als Redakteur in die.Königs- berger Volkszeitung' ein, auch war er längere Zeit Stadtverordneter in Königsberg. Neben seiner umfang- reichen praktischen Organisationsarbeit leistete Marchionini in jener Zeit der sozialistischen Bewegung Deutschland» wertvolle Mitarbeit in der Behandlung der Agrarfrage. Als begeisterter Bor- kämpfer für den Sozialismus muht« er oft an seinem eigenen Leibe erfahren, was es in Preußen-Deutschland hieß, den Kampf gegen die besitzende Klaste zu führen. Im Jahre 1917 kam Marchionini nach Leipzig als Redakteur der„Leipziger Volkszeitung'. Reben seiner ausgezeichneten journalistischen Tätigkeit hat er eine Anzahl Broschüren oerfaßt. Seine erst vor kurzem herausgegebene Komödie „Das Recht der zweiten Ma cht' wird zurzeit in Leip�g ÄMGWMMMKW? saaa"°" -U CT? Staats-Theater Opcmbsus a, Platz d.Republ, 8 U; Mid. Buttertl) Sctaausplalbans 8 U.; Merodes und Marlamne Schiller- Theater 8: Kyrlta- Pytltz Städtlidit Opn Ctazrlottenburz TV, Uhr: Ein UeDball Abonn-Turnus IV WM Ibuter Norden 10334-38 8'/« Uhr Nax Adalbert in Das 8het Kammerspiele Norden 10334-38 i'l, Uhr, heute und morgen letzte zwei AudUhruni en; Gastsp Marl« Orska MeineCousine aus Warschau Erda! Theafer LMilfplelc ■IW. lose-TbAater (Gartenbohne) 8*6 Uhr: Kanzert ua« bunter Teil. «UebaenMImi Volks büh ne Tk.(■ StkiffkiuriiBB 8 Uhr: Die Freier Morgen 8 Uhr: Die Freier. Tlntir ,» lilivilih 8 Uhr Der dütsche Wichel Morgen 8 Uhr- D. dDisehe Mlehel Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr St«ttlner Shnger jäR Neul \�3 ElDEaoiballlielMeyer't hrUMt Mab na html. DänbaM-ßrettl Oteia-tot) Tarietei- Mnarti- Tust Die Komüdie Bismarck 2414, 7316 8'/» Uhr; WecK-end 8 Uhr Inlernal. Variete Theaterkasse: l.ntzow 7 5 ST .f.Lesslng-Tli. faul Hcockel zum 312. Male: Schneider Wibbel Mu, intta utT Sommcrpr. KM. «dfl t«tlhHh.. Smrt ukitt. R'idnbiinit|tgn tiswiit!«l« P'ititi 1,55, ii« m ttetMtie» £ KleinesTh. Heute Premiere UUiatn Vorz. dieses zahlt JIO<��Jti»4,iith Kutia Berlin er mcaier Uhr: Donnerwetter, ganz lamos HrdMos K Uhr- D. große Unbekaante Operette v. suppe Kleine Sommernr Theater a. Kiltb. Tor » ragt 8 uhr (L kille- VB Sander 1» RL-1& goU �•aHlpici ber SRagbebarger Etile- Sänger mit einem tabclbalt Ueberrafthnwga. aOrsgramail Central. Theater uhr: Eva Boohsor Ilka Gruninx Oiniiwslnr-illlboio Sommerpreise Theaier HönlRtfran.ftr. T.;Hasenheid�IU, 8'/, Uhr: BefalleDe Eml Tel.: Norden 6304 Zum ISO. Male 8 Uhr Der Danen Eden besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN Im „Varwlrts" und trotzdem itibtiiun J. H. SfJ. Dietz Nach(1., G.m,b.H. Lindens trage C. Tk. an larflntiitiaB 8'/. Uhr: Kavalier Jack Operette In 3 Akten Mus k von Carlta von Horat Sommerpr. 2—6 M Deutsches KDBSll.-Theaier Tie) 8>i. Uhr Der irOiUKBe Wetnbere Wallner-Thester 8»/. 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In fünf Jahren die Bevölkerung eines Staates auf ein Viertel zu reduzieren, jede Spur von Wohlstand zu vernichten und das Land mit dem Schweigen des Todes zu ersüllen, solcher Lei- stungen können sich in der Weltgeschichte nur wenige rühmen. Un- zertrennbor von Lopez ist der Name jener Frau, die der Genius seiner blutigen Taten war. Eliza Lynch, eine Engländerin, die Lopez in Paris kennen lernte, wurde die Gefährtin seines Lebens und damit die Leiterin seines Schicksals. Als ein Stern der Pariser Lebewelt lernte sie im Jahre 1853 aus einem Ball der Großen Oper den jungen Lopez kennen, der als Kriegsminister der Republik Paraguay dort weilte. Sie folgte ihrem neuen Geliebten in seine Heimat. Nach dem Tode seines Vaters, des Diktators Francisea Lopez, mit der höchsten Macht bekleidet, unternahm es Lopez, geleitet von den Ratschlägen seiner Geliebten, den in Paris entstandenen Plan zur Errichtuno eines südamerikanischen Kaiserreiches zu ver« wirklichen. Ganz Südamerika sollte unter seinem Szepter ver- einigt werden. Ein gut ausgerüstetes Heer von 50 000 Mann und eine Flotte von zehn Kriegssahrzeugen waren die Werkzeuge dieses gewaltigen Unternehmens. Der Einmarsch brasilianischer Truppen in das von Parteikämpsen durchtobte Uruguay war der Dorwond zum Kriege. Die Uebergrisfe, die Lopez sich gegen Argentinien, Brasilien und Uruguay gestattete, zwangen die Staaten zur Auf- nähme des hingeworfenen Fehdehandschuhs. Die ersten Schläge des Krieges sielen zuungunsten Paraguays cu». Die in Brasilien einmarschierende Abteilung wurde zur Kapi- tulotion gezwungen, und dos in Corrientes einfallende Heer zum Rückzug genötigt. Diese Mißerfolge zwangen den Marschall-Präsi- deuten, sich aus die Verteidigung der bedrohten Grenzen seines Staates zu beschränken. Die am Rio Puana gelegen« Festung Humaita, durch eine Reihe detachierter Forts geschützt, bildete die Basis seines Wider- standes. Erfolge und Niederlagen hielten sich nun die Wage, und nur unter großen Verlusten gelang es den Verbündeten, Terrain zu gewinnen. Die Tatsache, daß Lopez seinen Feinden an Umsicht und Entschlußkraft weit überlegen war, trat, mehr und mehr zutage. All« seine Dispositionen ließen den geborenen Heerführer erkennen, dem sicher der Sieg zugefallen wäre, wenn er in eigener Person seine Guaranis in den Kampf geführt hätte, anstatt weit hinter der Front das Bild eines zitternden Feiglings zu bieten. Das Strafgericht, das Lopez über die Besatzung des von den Brasilianern genommenen Forts Euruzu oerhängte, war der Auf- takt des blutigen Verhängnisses, dos nun über Paraguay herein- brach. Auf den Rat der Lynch lieh eir den zehnten Mann erschießen, die Ossiziere wurden, nachdem zwei von ihnen durch das Los zum gleichen Tode bestimmt waren, degradiert. Die grausam« Natur des Präsidenten kam nun zum Durchbruch, und die Tortur des ..Zu-Tode-peitschen" wurde zum olltäglichen Schauspiel. Madame Lynch betätigte sich indessen in einer ihrem habsüchtigen Charakter entsprechenden Weise. Den paraauayschen Soldaten, die nach dem Siege am Paso de la Patria in den Besitz großer Summen boren Geldes gelangt waren, wechselte sie die Gold- und Silbermünzen �acgen Papiergeld ein. Dieses Taujchgeschäft wurde von nun an in Permanenz erklärt Wid�brachte der Edlen große Summen ein. Jmiycr mehr tfflU" J)ci Meiern plcichnriigeu Paare hie ans Hchlaggevenden E hämNere> g en scksä ft�b zutagck'' Äoper. der MNS' Soldaten zu Tausenden in den Tod trieb, eine bestialische Grausam- keit, gepaart mit widerlichster Feigheit, bei seiner Mätresse gemeine Habsucht. Um die durch-Kampf und Cholera gelichteten Reihen der Truppen auszufüllen, wurde die gesamte männliche Bevölkerung von elf bi» fllrifundsechzig Lebensjahren herangezogen. Als Mittel gegen Desertion befahl Lopez, daß Eltern, Frau und Geschwister des flüchtigen Soldaten mit dem Tode bestraft wurden. Ferner wurde jeder Soldat für seinen Nebenmann verantwortlich gemacht. Beinahe zwei Jahre hatte der Kampf um die Stellungen am Rio Porana gedauert, ehe es den Verbündeten gelang, trotz de» beispiellosen Tapferkeit der Paraguayer diese zu nehmen. Humaita siel, und Lopez stattete den tapferen Verteidigern seinen Donk ab, indem er die Füsilierung ihrer Frauen und Verwandten besohl. Mit verblüffender Schnelligkeit nahm er am Rio Tebicuary eine neue Verteidigungsstellung»in. Die Tigernatur des Präsidenten tobte sich nun in der Hinrichtung von Hunderten ihm als verdächtig be- zeichneten Personen aus. Eine Reihe von hohen Militärs uns Staatsbeamten wurde in scheußlichster Weise um das Leben gebracht. Zweimol täglich erfolgte die Hinrichtuna von Verdächtigen. Selbst seine eigene Familie reihte der Wüterich in die Zahl seiner Opfer ein, Mutter und Schwager, Brüder und Schwestern ließ Lopez in die Kloaken gleichenden Gefängnisse werfen. Die männlichen Mitglieder fielen dem tödlichen Blei zum Opfer, während hie weib- lichen durch die Verbündeten gerettet wurden. Die. Qualen. der Gefangenen fpotteten jeder Beschreibung. Ohne Schutz gegen Sonne und Kegen kampierten die llngluckfichcn in Kot und SchscklnM. Zwei--ffefric•FlrisiSirnftoitcrt; ohne bereitet? bildeten für den Tag die einzige Nahrung. Dos Gerichtsverfahren lag in den Händen dreier Militärstaatsanwälte. Die Anklage lautete fast immer auf Landesverrat, und die Anwendung der Tortur zwang die Angeklagten meistens in kürzester Zeit zu einem Geständnis. Der Grad der Folter richtete sich ganz nach der Laune des unter- suchenden Fiskals. Im Gegensatz zu Lopez benahm sich die Lynch inmitten des feindlichen Feuers äußerst mutig. Unbekümmert um die sie um- schwirrenden Geschosse saß sie wie angegossen auf ihrem Pserd« und hatte für den Genossen ihrer Schandtaten nur ein verächtliches Lächeln übrig. Mit dem Zusammenschmelzen seiner Anhänger und Hilfsmittel wuchs die Blutgier des Tyrannen, der im Verlauf von vier Monaten 515 Personen hinrichten ließ. Trotz dieser grausamen Behandlung kehrten die aus der Gefangenschast' flüchtenden Para- guayer stets zu Lopez zurück. Die Sorge um das Wohl ihrer Lieben trieb die Guaranis in das Lager ihres Schlächters. Wehe dem Säumigen, dem es nicht gelang, innerhalb acht Tagen wieder zum Heer zu stoßen. Unweigerlich büßten seine Angehörigen mit ihrem Leben sein Vergehen. Von den Verbündeten am 16. August 1860 geschlagen, verschwand Lopez aus dem Gesichtskreis seiner Feinde Fliegende Kolonnen des Gegners durchstreiften das Land, ohne daß es gelang, des Flüch- tigen habhaft zu werden. Ein Detochement brasslianischer Reiter vermochte ihn endlich zu stellen. Der Lonzenstoh eines Unteroffiziers fetzte Lopez' Leben ein Ziel. einige Wochen später Südamerika' für immer. Sie kehrte nach Frankreich zurück und starb dort Ausgong der achtziger Jahre, un- vergesseii von dem Lande, das ihr Geliebter mit ihrer Unterftützung an den Rand des Verderbens gebrocht hatte. Au» der Entwicklungsgeschichte des Pferde». Das amerikanische Museum für Naturgeschichte in New Bork hat jetzt in einer besonderen Abteilung olle Objekt« zusammengestellt, die für die Entwick- lungsgeschichte des Pferdes von Bedeutung sind. Aus den vorgc- schichtlichcn Spuren ergibt sich mit Sicherheit, daß die Gattung Pferd früher schon einmal über gan� Asien, Europa und Amerika verbreitet war, dann ober in Amerika und Europa durch bisher unbekannte Ursachen vertilgt wurde: bekanntlich kamen erst durch die Entdeckung Amerikas wieder Pferde nach dem neuen Kontinent, in dem sie sich rasch verbreiteten. Eine besondere Serie von ver- steinerten Fußobdrücken und Skeletteilcn zeigt, wie das Pferd, das im Eozän noch vier ausgebildete Zehen an jedem Vorderfuß und drei an jedem Hinterfuß befaß, sich allmählich zu der uns heute bekannten Huftierart entwickelte. Allerdings war das vierzehige Pferd des Eozän nicht größer als ein« ausgewachsene Hauskatze. Die Naöel. ff Bon A. B., S m i l o o s k y.�) Seit Menschengedenken hauste er, rackerte er sich und seufzte er ,.Am Schiffe". Für Erwachsene näht« er meistens nicht. Seine Kunden waren ein paar altmodische Bürger, meist Leute der Vor- stadt, Menschen aus dem alten Säkulum. die den Gipfelpunkt der Kleidermacherkunst in einem bequemen und haltbaren Kleidungs- stücke- erblickten: dann Arbeiter, die sich mit Schweiß und Schwielen ihr Brot oerdienten, und endlich Kinder aus besseren Häusern bis zu zehn Jahren, mit einem Worte Leute, in deren Denken der flatterhafte und veränderliche Schmetterling„Mode" noch keinen Platz gefunden hatte. Wegen der Mode zerbrach er sich überhaupt nicht den Kopf: die fünf oder sechs Modebilder, die er auf der Wand zwischen den Fenstern angebracht hatte, trugen das jüygste Datum— der geneigte Leser wolle nicht erschrecken— 1850. „Am Schisse", so nannte man dos letzte, einstöckige, baufällige Haus am Ende der Vorstadt, wo sich von oltersher eine Maut, an einem zerbrochenen Hörne und der ausgeblahten Tariftafel erkenn. bar, befand und von wo aus die Straße bergauf gegen Nepomuk führt«. Etwas schräg gegenüber dem„Schiffe" konnte man die schmuckgebouten Scheuern de» Meierhoses einer Frau Aranika er- blicken, und alle Winde, die im Kalender verzeichnet standen, ver- einigten sich dort schon seit jeher zu einer Parlamentsdebatte mit Frau Melusina: eine besonders lebhafte Diskussion aber entspann sich mit seiner Firma, einem an einem Haken befestigten schwarzen Täfelchen, dos aus diesem Grund« stets schief hing und bald nach rechts, bald noch links flog, je nachdem was für ein Geist das Par- lament gerade beherrschte. Auf dem erwähnten Täfelchen aber war mit gelber Sicna aus schwarzem Felde zu lesen: •) 2l. V. Smilovsky ist der Schöpser der realistischen tschechischen Dorserzählung. Ein wunderbarer Psychologe und Meister in der Zeichnung menschlicher Typen aus Dorf und Stadt. Die nachstehende Novelle ist ein Kobineilstück, die ihren Platz neben den ersten Novellen der Weltliteratur einzunehmen verdient. psul KubasekVerf. KLEIDER BEID. GESCHLECHT. Kubasek sah aus wie jeder aus der Mode gekommene und in das Meer der Dergejsenheit versunkene Schneider, der sich auf seine alten Tage„Am Schiffe" befand: er war dürr wie eine Spindel, lang wie eine Hopfenstange, bucklig wie ein Kammerdiener: seine Gesichtsfarbe war die eines nicht durchgelegenen Ziegenkäses, er pflegte zu schnupfen und war ängstlich auf sein adrettes Aeußcres bedacht. Sobald er das„Schiff" oerließ, war er immer gebügelt und gestriegelt, daß*s eine Freude war. ihn anzusehen: die Hosen trug er stets mit Strupfen, den schwarzen Rock bis zum Halse hin- auf geschlossen, die Tellermütze faß in solidester Weise am Kopse, und seine Schuhe glänzten feierlich. Und was seinen Gang betrifft, so gab er darin selbst dem Herrn Bürgermeister nichts noch: er ging ernst und vorsichtig dahin, ängstlich wich er dem Kot und den Pfützen aus, nirgends lehnte er sich an jemanden an und ließ es auch nicht zu. daß sich jemand während des Gehens an ihn schmiegte. Und sein Inneres stand in schönster Harmonie zu seinem Aeußeren: mit jedermann war er aus gutem Fuße— und wenn er mit irgend einer kleinen Schuld im Rückstände blieb— was doch zu den jetzigen schweren Zeiten wahrhaftig kein Wunder ist— und seinen Verpflichtungen nicht so nachkommen konnte wie er sollte, so benahm er sich feinen Gläubigern gegenüber stets so rechtschaffen, daß sie ihm gerne zuwarteten, da sie in ihm einen grundehrlichen, von seiner Tellermütze bis zu seinen Absätzen hinab anständigen Schuldner erkannt hatten. Kubasek hotte im Leben mehr als genug gelitten. Er hotte Zeiten gefehen, da er am Ringplatzc wohnte und von einem Weih- nachten zum andern drei, ja vier Gesellen ernährte. Aber diese rosige Zeit verblühte: denn es war ein Schneider Wonnaus direkt aus Wien hierher gezogen, und der schnitt die Kleider so zu, daß selbst Kubasek darüber der Schweiß auf der Stirne zu stehen pflegte: Wannous beschämte ihn. Wannaus fischt« ihm die besten Häuser weg, Wannaus erschlug ihn. Der Herr Meister Kubasek mußte in die Vorstadt übersiedeln, und von der Vorstadt mit fortschreitender Zeit aufs„Schiff". Di« Sorge, der Mangel und die Not hängten sich ihm an die Rockschöße, sie ließen sich nicht herunterschütteln und er mußte sie als ständige und treue Gesellschafter seiner Häuslich- keit aufnehmen. � Aber trotz alledem büßte Meister Kubasek an seiner Ehre nicht einmal soviel ein, als eine Bachstelze aus ihrem Schwänzlein fort- getragen hätte. Er bekam allerdings mit der Zeit eine ordentliche Genugtuung: den Wannaus riß ein anderer Wannaus bis in den Kehricht herunter,— so daß er fast in Unehren ausgeschneidert hatte, aber was nutzte ti dem Meister Kubasek. Zu einem Lehr- jungen, gor nicht zu sprechen von einein Gesellen, vermochte er sich schon nicht mehr aufzuschwingen, und wenn er auch ein braves Weib und brave Kinder hatte, durch die bösen Sorgen sah er weder «inen Schluß noch ein Ende, und obgleich er, wie es die Vor- schriften geboten, von Herzen betete, das Glück vermachte er nicht mehr zum Erscheinen heruorzubeten. Die Gefährtin seiner Tage und Nächte, Semper kiäelis, Frau Kubasek, stand im selben Alter wie er und war durch all die Sorge:, abgequält und niedergedtückt. Wahrhaftig, sieben Kinder in Gottesfurcht und menschlicher Rechtschaffenheit großziehen, das ist eine Aufgabe, die wir Mannsbilder gor nicht genügend be- urteilen können. Drei von ihnen hatte sie allerdings in einen kleinen Sarg hineingelegt, aber die andern waren pumperlgesund und hotten Göschen, wie ein Backofen so groß, und da gabs lm Hause mitunte, weder eine Handvoll Mehl, noch eine Maß Kar- tosfeln, noch eine Schnitte Brot, und Meister Kubasek und sein Weib mußten oftmals ohne jede ärztliche Vorschrift strenge Diät halten. Sie ertrugen dieses traurige Schicksal ihres Magens mit türkischer Resignation, da sie doch ihre Kinder nicht in die Stadt betteln schicken konnten. Dies gestattete ihnen ihre Familienehre nicht, die selbst zur Zeit der ärgsten Not ihr halber Herrgott war und die sie vor der Welt wahrhaftig unbefleckt erhielten. Wenn Kubasek sich irgend so ein Mittagsessen ausgelaufen halte, pflegt« er im Geiste zu sich selbst zu sagen: „Irgendwie ist's bisher gegangen, irgendwie wird's wieder gehen: ohne Glauben kann man nicht in den Himmel kommen!" (Fortsetzung folgt.) vom firbeiter-Turn- und Sportbunü. Der dem Bundestag in Hamburg(24. bis 27. Juli 1926) vorzulegende Geschäfts bericht erscheint in den nächsten Tagen im Druck. Er gibt ein sehr anschauliches Bild von der Entwicklung deutscher Arbeitersportorganisation in den Jahren 1924/25. Die wirtschaftliche Depression seit der Währung-stabilisierung hat sich auf die Mitgliederbewcgung sehr stark ausgewirkt. In der Berichtszeit wurden 1337 Vereine gewonnen, davon 141 aus dem bürgerlichen Lager. Dagegen gingen 1235 Verein« verloren und 82 vereinigten sich mit anderen, so daß am Jahresschluß 6414 Vereine gezählt wurden. Diese hatten 526 367 Bollmitglieder, für die der Bundesbeitrag entrichtet wurde. Auf die Sparten vertellen sich die Mitglieder wie folgt: Turner: männl. 328 014— 62,31 Proz. weibl. 60 725= 11,64. Fußballer: männl. 89 338— 16,97 Proz. weibl. 294= 0,04, Wassersportler: männl. 37 687--- 7,16 Proz. weibl. 10 314= 1,96. An dem Mitgliederrückgany, der seit 1925 mrr noch rund 18 900 betrug, ist nach dem Bericht auch der politische Streit schuld, der von der KPD. in die Bewegung getragen wurde. Mancher von den älteren Mitgliedern ist dadurch hinausgeekelt worden. Das innere Leben des Bundes bezeichnet der Bericht sonst als gesund und gut und ebenso das Verhältnis zu den übrigen Arbeitersport« verbänden, mit denen er in der Z e nt r a l k o m m i s s i o n ver- einigt ist. In der Spartensrage bcharrt der Bundesvorstand auf dem bisherigen Standpunkt, daß die Kreise und Bezirke als Organ!« sation bestehen bleiben, und die Sparten sich sämtlich in diesen Rahmen einzufügen haben. lieber die Bundesschule verbreiten sich mehrere Restarts. Der Bundcsvorsitzcnde stellt fest, daß bisheer vom Reiche kein« B e i hi l f o zu dem Bau geleistet worden ist. Diese Hilfe ist zwar fest versprochen worden, aber bisher hat man van einer Verwirk- lichung des Versprechens nichts gehört. Die Beihilfe wird indessen jetzt sehr dringend benötigt, da der Bau bis zum September restlos fertiggestellt werden soll. Der Kassierer berechnet die Betriebskosten und kommt dabei zu einem etwas pessimistischen Ergebnis. Die Schulleitung selbst wird in einem Sonderbericht zur Sache Stellung nehmen. Dieser Bericht wird in einer in Vorbereitung befindlichen künstlerisch ausgestatteten Werbeschrift Ausnahme finden. Das Institut dürfte die Finanzen des Bunde» zwar erheb- sich belasten, aber eine Erhöhung der Bundesbciträgc n ich t er- forderlich machen. Die Berichte der T c ch n i k-e r lasten eine außerordentlich starke Zunahme des Betriebes in allen Sparten erkennen. Sehr ertreulich ist die Entwicklung de» Frauenturnens. Auf diesem Gebiete, das bisher noch immer in der Aschenbrödelrolle gehalten wurde, ist eine Lebendigkeit festzustellen, die selbst den Fachmann überrascht. D i e neuen Formen de» Frauen. turnen; haben Wunder gewirkt. Dabei handelt e» sich nicht um eine Episode, sondern es ist erst jetzt der richtige Boden für die Gymnastik der Frau gesunden worden. Daß der Bund aus dem Gebiete des Frauenturnens in Deutschland führend ist. dürfte von keinem Kenner der Verhältnisse bezweifelt werden. Die neue Schule wird uns noch manche schöne Bereicherung in diesem Fache bringen. Die S p ie l b e w e g u ng und neuerdings auch der Wintersport nehmen immsr breiteren Raun, in der Tätigkeit des Bundes ein. Das gleiche kann von der Wassersparte berichtet werden. Dagegen sind die Wanderungen in der Ab- nähme begrissen. Daran trägt der irrtensivc Sportbetrieb, der jede freie Stunde in Anspruch nimmt, die Hauptschuld. Zudem ist das Wandern in größeren Gruppen heute mit Recht nicht mehr beliebt. Die Jugend wundert dennoch an allen freien Sonntagen, doch wird darüber vielfach eine Statistik nicht geführt. Ueber die umfang- reiche technische Lehrtätigkeit unterrichten mehrere Tabellen. Die g e s ch ä s t l iche n U n t e r n eh m u n g en des Bundes haben eine weiters Ausdehnung erfahren. Wie wichtig das für die Finanzlage des Bundes stt, erhellt daraus, daß die„A.-K. Arbeiter- Turnoerlag" im letzten Jahre einen Reingewinn von mehrals 100000 Mark hotte. Neben dem Handelsgeschäft hat die Luchdruckerei einen guten Aufschwung genommen. Nachdem sie jetzt eine Rotationsmaschine bekommen hat, druckt sie die gesamte Bundespresse, die aus fünf Haupt- und einigen Neben- blättern besteht. Dem Bundestag kann also sehr Erfreuliches berichtet werden, wodurch seine Verhandlungen günstig beeinflußt werden dürsten. Strittige Fraaen stehen ohnehin nicht zur Erörterung, wenn man von den Meinungsverschiedenheiten in der Sparten- bildung absieht. Auch die sogenannte„Opposition" wird voraussichtlich wenig günstigen Boden aus dem Bundestag vorfinden: sie hat auch allen Grund, sich nicht auf das hohe Pferd zu setzen. Es kann also mit einer fruchtbaren Tagung gerechnet werden. vie Turnerinnen in Sernau. Wie sich die Zeiten ändern! Man denke: die jungen Mäd- ch e n fahren ohne Vater und Mutter und ohne sorgsame Tante zu einem großen Sportfest. Neuerdings sind nun gar die Mütter selber aus den Geschmack gekommen und fahren auch zum Sport- fest nach außerhalb. Und auf dem Spottplatz turnt, springt, läuft alles im Badekostüm oder, kurzer bunter Spotthose mit nackten Beinen und barfüßig herum. Noch ist es etwas neu, es gibt noch Bein- Zuschauer, die auf weibliche Formen achten(wie vor zwei Jahrzehnten bei den ersten Radfahrerinnen). Bald wird das keinen mehr kümmern. Freibäder und Spott bringen Mutter und Tochter ebenso wie Vater und Sohn in Lust und Sonne. Bernau war mit Girlanden und schwarzrotgoldnen Fahnen zum Fest geschmückt: 1000 Turnerinnen waren schon am Sonnabend erschienen. Zwei Begrüßungsabende im „Elysium" und im„Bellevue" brachten ein interessantes Programm gymnastischer Darbietungen. Dann führten die Bernauer Quartier- lcute ihre Mädchen und Frauen in das„neue Heim" zur Nacht- ruhe, alles sorgsam eingerichtet, damit die Sportlerinnen„wie zu Haute" schlafen.— Am Sonntag war alles früh auf den Beinen. Vormittags fanden die turnerischen Wettkämpfe an den Geräten, Vortämpse im Kugelstoßen, Lauf über 75 und 100 Meter, Stafetten 4 X 100 und 10 X 100 Meter, Hochsprung, Diskuswerfen und Speerwerfen statt, anschließend die Probe zu den Massensrei- Übungen.— Das Hauptprogramm am Sonntag nachmittag wurde durch einen Umzug durch die Stadt in Sportkleidung mit vielen Fahnen und Musikbegleitung recht wirkungsvoll ein- geleitet. Auf dem Marktplatz sammelten sich 1400 Spottlerinnen und die Bernauer Arbeiterschaft zu einer kurzen Kundgebung. Der Bernauer Arbeitergesangoerein brachte ein Begrü- ßungslled zu Gehör. Einige Ansprachen wiesen auf die Bedeutung dieser ersten großen Frauenveranstaltung hin. Aus dem städtischen S p o r t p l a g war bereits eine große Zuschauermenge versammelt, als der Festzug anlangte. Die gymnastischen U c b u n g e n von 1000 Teilnehmerinnen erzielten wie schon beim„Rast" eine gute Wirkung. An S o n d e r o o r f ü h r u n g e n bot die Freie Turncrschast Verlin: Turnen an drei Pferden(50 Teilnehmerinnen), Springseilübungen(60 Teilnehmerinnen), Gerätekütturnen an zwei Pferden und zwei Barren(je eine Riege Fichte und Freie Turner- schaft Berlin), Bolkstänze des 2. Bezirks. Die sportlichen W e t t t ä m p f e hatten zahlreiche Beteiligung. 100 Meter lies Schulz- Fichte in 13,4 Sekunden, die beiden Schweden st afet- ten gewann Freie Turnerschaft Groß- Berlin, ebenso die beiden 10 X 100-Meter>Stafetten> während sich in die 4 X 100-Mcter-Stasette Fichte und Verlin 12 teilten. Ein flottes Handballspiel Neukölln— Fichte 9a endete mit dem Sieg« der letzteren Mannschaft(0: 1). Dies Bernauer Fest hätte zweifellos einen noch größeren Erfolg erzielt, wenn die organisatorische Leitung nicht in verschie- denen Punkten versagt hätte. Die Vorarbeiten waren ungenügend und die Wettkämpfe und Vorführungen am Sonntag wurden in gähnende Länge gezogen. Die in Bettin stattgefundenen Frauen- werbefeste von Fichte und Freie Turnerschaft Groß-Berlin haben durch gute Vorarbeit und flotte Abwicklung des Programms einen weit größeren agitatorischen Erfolg erzielt. Der Bernauer Arbeiter- schaft,' die trotz großer Arbeitslosigkeit die Turnerinnen in guten Quartieren unterbrachte und nach besten Kräften mit Speise und Trank vettorgte, darf ein besonderes Lob für die tatkräftige Unter- stützung nicht versagt werden. Ztesultate: 1.€tf)uTj, tzichte 12, 13,4(Set. 2. Stau.(Brofi- Berlin-Wcddina. 11,1 Sc?. 3. Llicv, gifiitt 12, 14,2 Scf.— 4>1oa.M«tcr. StafcHc:>. fficfclf 9a 58 Sek. B. flidife 12 55,1 Scf. C. Beelin 12 60.4 Set. — 10"-"lOO'SRctet«Stafette: A ffiroR-Betlin 1 2 Min. 24.3 Scf. B. Sroft. Berlin 3 2 Min. 37,2 Scf.— JUtjne Schwedenftafette: 1. Lauf: SrofbBerlin 1 Min. 18,4 Sek. 2. Lauf:©roS-Berlin 1 Min. 15,2 Sek.— thtgelftoften: 1. Äaufdjfc, StoR-Berlin-Often, 7,98 Meter. 2. Urbat. ssickte 4, 7,80 Meter.— Speer. aetfen: 1. Schulz. Fichte 12, 38.65 Meter, 2. ffürflet, Fichte 12, 28,02 Meter. — Sochsprnng: 1. Olieo, Fichte 12. Unit®. und«. Bleul, Srech- Berlin, Osten. ie 1.27 Meter.— Di»hi,«eefen: 1. Schulz. Fichte 12, 21,08 Meter, 2. Boirr, Fichte-SIrdsst, 18,70 Meter.— Weitsprung: 1. Poppe, flöpenirf, 4,10 Meter. 2. Roulchfr. Srog-Berlin-Osten, 4,27 Meter.— Dreikampf: 14—16 Fahre: 1.®rohjietsch. Deigensee. 140 P. 2. Rabe,©roft-Berlin�Sflben, 130 P. 16—25 Fahre: 1. Dlico, Fichte 12, 274 P. 2. Schulz. Fichte 12, 281 P. 3.«au, Srag'Berlin.Wcddina. 217 P.— Vierkampf: 14—18 Faire: 1. Sbliel, Greh. Berlin-Rarden l. 131 P. 2. Kennia, Fichte 2, ISO P. 3. Bracher, ffirofc.Serlin. Starben 1, 129 P. 16—25 Faire: 1. Schäfer»,®roi«8erIin.9toiben 3, 139 P. 2. Plati.©rofi-Bertin.Oiten 144 P. Hebet 25 Faire: 1. Siemert, Neukölln, 143 P. 2.®robtfe. Weiiensee. und Sattiarbn, fflrnS.Brrlin-Often, 142 P. 3. Kofftnann. Sroft-Berlin-SUben, 140 P.— Scchekampf: 14 16 Faire: 1. Blech. Jeael. und Möller. Fichte 4. 231 B, 16—25 Faire: 1. Schillich, Fichte 12, 350 B. 2. Rauschkr,®rai>Berlin.£)ften, 338 P. Regatten ües Jeden SeglerverbanSes. 21m 4„ 11. und 18. Juli auf dem Müggelsee. Mit dem Abschluß der letzten �rühjahrs-Gru�penregatten in Königsberg rüsten nunmehr die Vereine de»„Freien Segler« Verbandes" zu ihren Verbands-Wettfahrten aus dem Müggelsee am 4., 11. und 18. Juli. Nach longer Zeit ist e» in diesem Jahre wieder möglich, sämtliche drei Regatten auf dem seglerisch einwandfreien Revier de» Müggel- sees auszusegeln, vorausgesetzt, daß das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht. So sind denn auch die Vereine eifrig bemüht, sich den neuen„Falken st einer" Preis zu sichern. Besonder» in den SO-Quadratmeter- und 15-Ouadratmeter- R e n n j o l l e n- k las sen wird es an horten Kämpfen nicht fehlen-, der Ausgang ist besonders in der ZO-Quodrotmeter-Rennjollenklasse noch recht un- gewiß, da diesmal der Segelklub„Hansa 1898* au, Lübeck mit sechs neuen Booten am Start erscheinen wird. Ebenso kann in den W a n d e r j o l l e n k l a s s e n mit lleberraschunoen gerechnet werden, und wird es sich zeigen, ob auch diesmal die Wanderjollen die Rennjollen aussegeln. Jedensall» hat sich die neue 10-Ouadrat- meter-Wanderjolle des Verbandes in dieser Hinsicht vottreislich be- währt. In den großen Klassen wird der„Falk«" mit der neuen Besegelung den Beweis erbringen müssen, ob er noch weiter als Gegner des„Maikäfer" in Frage kommt. In den Jollen- k r e u z e r> und Ausgleichsklassen werden voraussichtlich auch anerkennenswerte Zeiten ausgesegelt werden. Sind doch schon bei den Gruppen-Wettsahrten beide Klassen trotz 9— 15 Minuten späteren Starts in das Feld der Rennklasjen gekommen. So kann mit gutem Sport gerechnet werden und die Steuerleute werden alles daransetzen, den Sieg für ihren Verein nach Hause zu bringen. Die Beteiligung ist den wirtschaftlichen Verhältnissen ent- sprechend ä u h e r st gut zu nennen, an jedem Renntage werden etwa 180 Boote über die Bahn gehen. Gesegelt werden zwölf für die größeren und acht Seemeilen für die kleineren Klassen. Start und Ziel sind an allen drei Regattatagen dos bekannte Lokal „S t r a n d s ch l o ß Müggelsee", in nächster Nähe der Fried- richshagener Fähre. Beginn der Wettfahrten am 4. und 11. Juli 11 Uhr vormittag», am 18. Juli 10 Uhr vormittags. Am 10. Juli nachmittags 3 Uhr, und am 11. Juli, vormittags 10 Uhr, werden die 15-Oundratmeter-Rennjollen noch� außerdem den Heraus« sorderungspreis des Vereins„Spandauer Jollense g. l e r" für die 15-Ouadratmeter.Rennjollenklasse aussegeln. Die Jugendmitglieder des Verbandes werden erstmalig aus den Plan treten und im Rahmen einer Propagandafahrt alle Boote selbst steuern. Jedem Freund von Natur und Wassersport kann nur empfohlen werden, das Zlngcnehme mit dem Nützlichen zu verbinden und an den Regattatagen einen Ausflug nach dem Müggelsee zu unterneh- men, und vom„Etrandschloß Müggelsee" oder den benachbarten Ufern die Regatten des„Freien Segler-Derbandes" zu verfolgen. Am Sonnabend, den 3. Juli, in der Zeit von 12 bis 3 Uhr nach- mittags, wird der aus 80 Booten bestehende Schleppzug der an der Havel liegenden Regottateilnehmer den innerhalb der Stadt liegenden Teil der Spree passieren und so diese Stätte der Arbeit sarbenfreudig beleben._ �rbdter-Nuüer-Negatto. Schon vor dem Anschluß an den Arbeiter-Tum- und Sport- bund veranstalteten die Freien Ruderer und Kanufahrer in jedem Jahre ein« Regatta, wenn auch anfänglich in bescheidenem Rahmen. Mit dem Anwachsen der Bewegung ergab sich die Not- wendigkeit, diese Werbeveranstaltungen weiter auszubauen. Erstmalig im Jahre 1920 wurde die Regatta in Grünau abgehalten. Auch in den Jahren 1921 bis 1923. Lediglich im Jahre 1924 mußten die Freien Ruderer und Kanufahrer auf den großen Grünauer Rahmen verzichten, weil die vom Berliner Regattaverein für feine auf staats- eigenem Gelände errichteten Tribünen geforderte Pachtsumm« nicht aufgebracht werden konnte. Nachdem unsere Bettiner Verbände sich im vergangenen Jahre mit Erfolg an der Arbeiter-Olympiade in Frankfurt am Main beteiligten, findet in diesem Jahre, am 4. Juli, nachmittags 1 Uhr, die Regatta wiederum in Grünau, trotz der hohen Unkosten, statt. Di« Berliner Arbeiterschaft hat Ge- legenheit, sich davon zu überzeugen, daß auch der Arbeiterruderspott marschiert und sich zu eincm Bollwerk gegenüber den mehr oder weniger nationalistischen Rudcrvereinen des Deutschen Ruder- Verbandes entwickelt._ Fuhballlurnier In Oichlenberg. Daft die Turnierspiele immer nach nichts ppn ihrer Azitatianskraft ein- aeiilfit haben, bewiesen die nnaesäir 1000 Zuschauer auf bem Spartplatz in bei flnnaftftrofie. Äblersios konnte im ersten Spiel be» Ta«e» seinen Getzner Bmateure mit 4; 2 schlapen. u überhaupt standen die Spiele im Zeichen der 4: 2-Sieaer. Mit bem aleichen Resultat aewannen auch Branden bura 02 eegen den Treptower Ballspielklub und Barwärts-Lenniasbarf aeaen Frisch-F:et. Rur der Veranstalter, Lichtenberg k. stellte ein bedeutend höhere» Resultat auf. Wacker-Lankwitz nmitte sich mit 9 3 aeschtasen bekennen. Trotz be» hohen Resultat» war das Spiel zum arötzten Teil offen. Rur dem schutzfreubigen Sturm hat Lichtenbera den Stea zu perbanken.— Am Dienstafl. 29. Zuni, ftnbet auf demselben Platz am Bahnhof Stralau«?tummel»bura da» letzte Bor- runbettspiel im Turnier fiott. 8» spielen Berliner Sportverein 22 aegen Neuköllner Ballspielklub. Beginn de» Spiel»: 6 Uhr abend». Sttabeaeeaaea des 215S.„Solidarität*. Anläßlich des Jubiläums der Ottsgrupp« Fürstenwalde war am Sonntag Fürstenwalde das Ziel der Arbeiterradfahrer. Fast alle Abteilungen Berlins waren vertreten, und so stand der Ort im Zeichen dei Arbeiterradsahrer. Auch die Rennfahrer trugen ihr Teil dazu bei. Das Straßenrennen K ö n i g s w u st e r- Hausen— Fürstenwalde hotte zahlreiche Zuschauer zum Marktplatz gelockt, wo das Ziel war. Aber auch am Start herrschte reges Leben. Pünktlich 8 Uhr wurde die Jugend zum Zwei-Kilo- meter-Rennen gestartet. Die Jugend legte gleich ein starkes Tempo vor und hätte den übrigen Bewerbern sicher eine harte Nuß auf- gegeben, wenn nicht bei Bindow eine in Reparatur befindliche Btticke zum Absteigen gezwungen hätte. Sämtliche Fahrer mußten per Boot übergesetzt werden, wodurch viel kostbare Zelt verloren ging. Steinicke und Paul Mecke erlitten Reifenschaden, Morien erlitt bei Friederzdorf Gabelbruch. Erwin Schacht hotte kurz vor dem Ziel Rahmenbruch und mußte aufgeben. Martin Pienicke, bei dem sich kurz nach dem Statt der Lenker gelockert hatte, ist noch als Zweiter in seiner Klasse eingekommen.— Nachstehend die Ergebnisse: Zngenbtlaffe: Wulstreisen: 1. Walter Hönisch, 1. Abt.: 2. Harrn 8uck. 1. Ab.t Drahtreifen: 1. Ernst Böhmer. 1. Abt.: 2. Heinz Schultz, 5. Abt.— B-Älaffe: Drahtreifen: 1. Werner Bogel, Schiinebera, 1: 12,15: 2. Martin Pienicke, 5. Abt.. 1:1218: 3. Srwin Schacht, oufqeaeben.— A-Älaff«: Schlauchre'fen: 1. Werner Mahlow. 8. Abt.. 1; 07,17; 2. Fritz Hassenslein. Schöneberg. 1: 07.18: 3.«ilnlhet Wittig, Schöneberg. 1:07,19.— Alteraklaffe: Wulstreifen: 1. Fritz Hering. Spanbau. 1: 24,4«: 2. Otto Gruppe. 2. Abt.. 1: 28.43. Drahtreifen: 1. ffluflon Mustroph, 8. Abt.. 1: 17,14. Schlauchreifen: 1. Johanne, tzickler. 6. Abt.. 1:14.27; 2. Rlick. 8. Abt. 1:18,47; 3. Herbert«lemm. Schöneberg, 1: 28,59.— Löng« der Strecke 38»ilometer. Turnspieler auf Reisen. Einer Einladung der Magdeburg-Fermersl« bener Arbeiterlurner zufolg« fuhren Ende Mai sechzehn Sportler und Turner der Freien Turnerschaft Groß-Berlin. Be- zirk Süden, nach Fermersleben. Einer Empfangsfeier am Sonn- abend folgten am Sonntag die Spott- und Turnwettkämpf« und ein Handballspiel FTGB.-Süden gegen..Dorwäris'-Fermersleben. Bei den Wettkämpfen zeigt« es sich, daß Magdeburg beachtenswerte Sportler hat. So wurde von ihnen die 7)4»Ktlo-Kug«l über 10 Meter gestoßen und im 100-M«t«rlauf die Zeit von 12,1 Sekunden erreicht, und das ohne Aschenbahn. Di« Organisation des Festes war gut. Als Schluß folgte das Handballspiel. Hier wurden die etwa 1000 Zuschauer Zeuge eines hervorragenden Kampfspiels. Fermersleben hatte den Wind im Rücken und war auch den Berlinern technisch überlegen, wo» dazu fühtte. daß sich das Spiel mehr in der Berliner Hälfte abwickelt«. Das Resultat war 6: 3 für„Borwätts". Das Wohlwollen, welches die dortigen Gc> nosien den Berlinern entgegenbrachten, hat gezeigt, daß Berliner bei den Vereinen im Reich« gern gesehene Gäste sind. Kampsabend Rord-Ost 06. Die sportliche V e r e i n i g u ng Rord-Ost 06 veranstaltete in ihrer Trainingstätte in der Christburger Straße einen Kamps- abend im Ringen und Einladungskämp'e im Boxen, die vor. recht gutem Besuch gegen 8 Uhr ihren Anfang nahmen. Nachdem von Stirncmann und Wolf(Nord-Oft) Jiu-Jitsu-Dorfüh- r u n g e n als erfolgreiches Selbstverteidigungsmittel hervorragend demonstriert wurden, begann der Houptteil des Abends mit einem Klubtampf im Ringen zwischen der„Ringsportvereinigung Te'gel" gegen die„Sportliche Bereinigung Nord-Ost". E» gab durchweg recht harte und erbitterte Kämpfe zu sehen, doch tonnten die Nord-Ost-Sportler infolge größerer Hätte und besierer Ring- technit mit 9: 5 über Tegel erfolgreich aus dem Kampf hervorgehen. Auch die nachfolgenden Boxkämpfe brachten guten Sport. Besonders die Begegnung im Weltergewicht zwischen Müller(Nord- Ost) 134 Psund und Adamtiewicz Siegfried 09 brachte zwei harrte und verbissene Gegner in den Ring. Nach einem recht flotten Kampsverlous, bei dem beide recht gute Momente zeigten, trennten sie sich unentschieden.■ Resultate: Ringkämpfe: Fliegengewickit: vtta Hermann ftoaeTt gegen MeitnckePPel, Rirch- Ecke GrUnstratzr. Bartrag he»(benassen Dr. Iulin» Maie». M. b. St.:„Die Vorgang« beim Raten Kreutz in Waunfee unb ble Arheiiersportbewegung". Berliner«ebttter-Schnchkln». Abf.«eitzenfee: A Plötzlich der Arbeiter« Turn- und Sportwoche de» 18. Vezirf»(Weitzrnsee) Dienstag, 29. Zum, im Kasino her Stobthalle Weitzenfee, Pistariusstr. 23, SBerheahtnb.— Donnerstag, 1. Juli, neranftalten bt« Abteilungen Weitzenfee, Ostfop und Friebrichshain (inen Weebeodenb zweck»®rUnbung einer Abteilung in HahenfchZnhaulen. Anfang H8 Uhr bei Otto Marguarbt. Hohenschönhausen, Berliner Str 85, Ecke Ouitzawstratze. Xaatifknoctein„Die««tnrfreanbe*(zentrale Wien),«bt. Frteheichahaln: Dienstag. 29. Juni. H8 Uhr. im Jugendheim Ehertnstr. 12. Deschöstliche».— «bt. Friedenau: Dienstag, 29. Juni, m Uhr. im Heim Offenbacker Str. 8». Soethe-Lefeahenb. Varbee Spielen auf bem Schulspartplatz.— Abt. Sorben: Dienstag. 29. Juni.>,8 Uhr. im Heim Sannrnhurger Str. 20(Zimmer 8) Scimohenb.— Abt. Tiergarten: Dienstag. 29. Znni, 8 Uhr. im Httm ffltelef. stratze 5(Zimmer 8),..Mgfsenspartt sFr. Menzel).— Abt. Trept,»: Dienstag. 29. Zuni.',18 Uhr, im Heim Elfenfle. 3 Heimabend.—»dt. Wedhina: Dienstag. 29. Juni, HS Uhr, im Heim Llltticher Str. 47:48. Bolkstan, nnb Singen.— Abt.«hnrloHeuburg: Dienstag. 29. Zuni,«obetreffen am fflrunemalbsee, Militöehabeanstalt.— Mnfifgemeinschaft: Mittwoch. 30. Juni, V-S Uhr. bei Lehmonn,©aubnftr. 21. Uehnna«ahenb. Spielet, welche nach Raten(vielen. lind gern gesehen.— Abt. SiidoN: MiUwach. 30. Zuni, H<— 148 Uhe. fernler. gtuppe im Zunenbbeim.— Abt. Prenzlanee Berg: Donnerstag, 1. Ztill. Abend, rranberuna. Treffpunkt 7 Uhe Hachhabnhof Danziaer Stegtze.—«bt.«ihweft; Dannerstaa. 1. Zuli. 7 Uhr. Balkspart Tempelhater Feld.—«bt. Lichten ber,: Donnerstag. 1. Juli, ltz» Uhr. im Seim Parkaue 10.(befchüfrliches.—«bt. SenHlln: Donnerstag, 1, Juli. 7 Uhr, Spielen in Treptow. Wiese 4.- Ab). Reinickenbers: Dannersraa. 2. Zuli. Babeabenh in Saatwinkel. Treffpunkt V48 Uhr im Heim Rrinickenbarf-West. Arbeltrrfpartkartrll 17.«ezirf. Mittwoch. 30. Iunf. 1,8 Uhr. antzrwben). kickte«artrllperfammlung hei Wegner. Frankfurter Allee 238. Tageoarbnungt 1. Delogiertenwahl zur Senereloitfammluna br» Kartellperhonbe». 2. Aus« epracke nnb Abrechnung unserer Werbewachr Eportplatzetnweihung In tankmp. Am 4 Zuli begeht der«rheiter-Turn. unb Spotlpereln Pankow fein 20. Stiftungsfest, nerbunben mit Sportplatz. einwethuna oitf dem eigenen Berrinsspartptatz am Bahnhof Ponfow-Heintrs- darf in ber Blerchtöbeestratze. Beginn 9 Uh pormlttog«. Stafettenlauf euer butckiPantom. Start: Schule Aa>ser.Frrebrich.S trotz«: Siel: Vereinsspartplatz. — Mittwach.»0. Zuni. findet ein Platzkanzert, ausgefstfirt non der Vereinskapelle. non 7—8 Uhr auf dem Andrea». Hafer.Platz. 8—9 Uhr auf bem Markt- platz, statt. «chwimmVerein„«orwört»* Berlin 1M7«.«.Am Sonntag, 4. Zuli,»er- anstecktet ber Schwimmpeeeiv„Barwöets" zur Einweihung feine» au» eigenen Kräften aufoehauten Beeeinsfammeebabe»«in Schwimmfest in Reufülln.»renz. Allee, am Neuköllner Schiffahrt»kanal. Eintritt 40 Pf., für Erwerb»Iofe hie fvölfte. Anfang 3 Uhr. Zu erreichen mit den StratzenbahnIInie» 47, 147, 4» hi» Neukölln. Grenz. All er. Arbeiter.«port. nnb«nltmtferitl 8».«eztr». Wichtig« Sitzung«ien«toa. 29. Zum. 8 Uhr. im Kastamenwöldchen, Reinickendorf-Sst, Refiben, stratze Eck« i Panks wer Allee.