Abendausgabe Nr. 303 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 149 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife And in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 10 Pfennig Mittwoch 30. Juni 1926 Vorwärts= SW Berliner Dolksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin Sm. 68, Lindenstraße 3 Ferafprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Keine Bergbaureform in England. Falsche Ziele oder falsche Technik? Der Arbeiterantrag abgelehnt. Condon, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Das Unterhaus hat spät nachts das Gefeh über die Arbeitszeit im Bergbau angenommen. Der gegen den Gesetzentwurf gerichtete prinzipielle Antrag der Arbeiterpartei, der eine organisatorische Zusammenfaffung des Bergbaus zu einer Betriebseinheit verlangte, wurde mit 355 gegen 163 Stimmen( Liberale und Arbeiterpartei) abgelehnt 60 fonfervative Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung. Nachdem die Debatte ohne Zwischenfall verlaufen war, brach fpät am Abend ein Sturm aus, als der Marinesekretär Bridge man aufstand, um die Debatte zu beendigen. Mitglieder der Ar beiterpartei riefen großen Larm hervor und forderten den Bremierminister auf, auf die Angriffe, die während der Debatte auf seine Unbescholtenheit im Zusammenhang mit seinen Anteilen an seinem alten Familienbesig erhoben worden waren, zu antworten. Baldwin sprang auf, bezeichnete die Anklagen als falsche Behauptungen und sagte, wenn er aus dem Krieg Vorteil gezogen hätte, so hätte er sein Geld in Staatspapieren oder im Ausland gewinnbringend anlegen können. Wie dem auch sei, er habe sein Geld lieber in der britischen Industrie investiert, und fünf Jahre lang habe er weder Geminn erzielt, noch erwarte er für die nächsten Jahre irgendwelchen. Der Bremierminister stellte ferner nachdrücklich in Abrede, daß die Regierung auf den Bericht der Rohlenkommission irgend einen Einfluß ausgeübt habe. Den Schluß der Rede Baldwins begleiteten die Mitglieder der Ar Feiterpartei mit lautem Beifall. Während der übrigen Debatte brach noch einmal heftiger Tumult aus, so daß es Bridgeman un Kommunistischer Budenzauber. Steigbügelhalter der Reaktion. In der Breffe veröffentlicht der sogenannte Ruczynski. Ausschuß die Mitteilung, daß er die. Boltsbewegung auch ohne die Sozialdemokratie fortführen würde. Herr Kuczynski hat sich in den letzten Wochen weidlich als Führer der großen Boltsbewegung in der Enteigmungsfrage feiern laffen. Ihm und allen denen, die mit dem Kuczynſti- Ausschuß in näherer Berbindung stehen, einschließlich der Kommunisten, ist dabei die gänzliche Bedeutungslosigteit dieses Ausschusses bekannt. Sein Einfluß auf den Ausfall des Boltsentscheides war gleich Null. Der Erfolg ist allein der aufopfernden Arbeit der Sozialdemofratie zu verbanken, der durch die ungeschickte Propaganda 14 Der Kommunisten nur geschmälert werden fonnte. Herr Kuczynski und sein Ausschuß sind lediglich eine Atrappe. Das geht am besten daraus hervor, daß in der Sigung, die am 26. Januar 1926 zur Borbereitung des Volts: Sizung, die am 26. Januar 1926 zur Vorbereitung des Bolts: begehrens stattfand, die Erklärung abgegeben wurde, daß die organisatorischen Arbeiten allein von den Parteien geleistet merden müßten, und Herr Thälmann ertlärte, daß der Kuczynsti- Ausschuß mit seinem Troß von woht 30 weiteren Ausschüssen, die an ihm hängen, nur imftande sei, fa ge und schreibe 3000 Mart zu den Kosten des Volksbegehrens und Bollsentscheides aufbringen zu fönnen, die zu gleichen Teilen der Kommunistischen Bartei und der Sozialdemokratie zugeführt werden sollten. Daß diese 1500 Mart an die Sozialdemokratie nicht abgeführt wurden, sei nur nebenbei erwähnt. möglich war, sich verständlich zu machen, worauf der Sprecher die Debatte schloß. Die Sigung wurde nach der Abstimmung in er regter Stimmung abgebrochen, einige Mitglieder der Arbeiterpartei begannen während der Abstimmung die" Rote Flagge" zu fingen, was der Sprecher sofort verbot. Friedensverhandlungen im Kohlenstreik? London, 30. Juni.( WTB.) Die Blätter berichten neuerdings über neue inoffizielle Friedensverhandlungen im Kohlenstreit. Dem politischen Korrespondenten der„ Daily Mail" zufolge find die Unterhändler Arbeitervertreter und Mittelspersonen, die in Berührung mit der Regierung stehen. Nachdem ein be. trächtliches Maß von Uebereinstimmung erzielt und das Ergebnis der Regierung mitgeteilt worden sei, hätten gestern abend ein Bortführer der Regierung und ein führendes Mit glied der Bereinigung der Grubenbesitzer eine Unterredung gehabt. Die allgemeine Grundlage, auf der bei diesen Berhandlungen eine Regelung gesucht werde, entspreche in weitem Maße den Borschlägen, die Baldwin unmittelbar nach dem Generalftreit beiden Parteien vorgelegt habe. Die Arbeitslosigkeit. Condon, 30. Juni.( WTB.) Die Zahl der Arbeitslosen in Eng. land betrug am 21. Juni 634 700, das bedeutet eine Zunahme um 4761, verglichen mit der Borwoche und um 335 053, verglichen mit der gleichen Woche des Vorjahres. Die Zahl schließt die etne million feiernder Bergarbeiter nicht ein. Neue französische Kapitalflucht. Die Folge von Caillaug Programm: Nener Frankensturz Bon der Berliner Börje wird gemeldet: Da ble Banten fich mit Rüdsicht auf die zwei Monatsbilanzen möglichst flüffig balten, war Geld heute noch sehr start gesucht und loftete, 6-7 Pro3. Das verschiedentlich herauskommende Material wurde jedoch von der Proving wie vom Auslande glatt aufgenommen. Die Umfahtätig leit war sehr lebhaft, die Kurſe zumeist höher. Namentlich über Düffeldorf wurden lebhaft Montan- Attien getauft, zum Teil auf franzöfifche Rechnung, zumal die Franten valufen eine neue Verschlechterung zeigen. neue Verschlechterung zeigen. Besonders Paris 172. Mißerfolge der Handelsvertragspolitik. Bon Friz Naphtali. Der frühere deutschnationale Wirtschaftsminister Dr. Neuhaus, der wesentlich mit für die Schaffung der Grundlagen der deutschen Handelsvertragspolitik des letzten Jahres verantwortlich war, hat fürzlich in der Berliner Börsenzeitung" einen Auffaz veröffentlicht, der bestimmte Borschläge enthält für eine neue Technit der Handelsvertragspolitik. Bevor man in die Erörterung dieser technischen Vorschläge eintritt, ist es wichtig, festzustellen, daß nun auch von dieser Seite der mangelnde Erfolg der deutschen Handels= pertragspolitit zugegeben wird, und daß insbesondere darauf hingewiesen wird, daß es auf der bisherigen Grundlage und mit den bisherigen Mitteln nicht gelungen ist, einen wesentlichen Abbau der die deutsche Ausfuhr hemmenden internationalen Schutzölle zu erreichen. der Gegner der Hochschutzzollpolitik im vergangenen Jahre In der Feststellung dieser Tatsache, die den Voraussagen durchaus entspricht, stimmen wir Herrn Dr. Neuhaus volltommen zu. Dagegen scheint es uns nicht angängig, diesen Mißerfolg lediglich auf die Frage der Technit unseres Zollsystems zurückzuführen. Daß diese Technik der Veränderung und der Fortentwicklung bedarf, soll nicht geleugnet werden. Aber so sehr wir die Notwendigkeit, an diesem Problem zu arbeiten, anerkennen, so sehr muß auf der anderen Seite betont werden, daß nicht minder entscheidend und im Augenblick viel mehr im Vordergrund stehend die Frage des 3ieles der deutschen Handelspolitik ist. Wenn man von deutscher Seite selbst in die Handelsvertragsverhandlungen eintritt mit dem Ziel, vor allen Dingen die lückenlosen Hochschutzölle für landwirtschaftliche Produkte aufrechtzuerhalten und möglichst geringe Konzessionen in bezug auf den induftriellen Zollschutz zu machen, so ist es fein Wunder, daß man gegen die Hochschutzzollmauern des Auslandes zustande bringt. mit dieser eigenen Zielfegung feinen entscheidenden Vorstoß Erst wenn man sich darüber im flaren ist, daß nicht jede Zollermäßigung, die man beim Abschluß von Handelsverträgen dem Gegner gewährt, ein Nachteil für die deutsche Wirtschaft ist, sondern daß auf sehr vielen Gebieten der Abbau der Zölle durchaus im Intereffe der Entwicklung der produktiven Kräfte in Deutschland selbst liegt, erst dann besteht die Aussicht, durch eigene Großzügigkeit der Vorschläge in den Berhandlungen auch eine Bresche zu legen in die hochschutzöllnerischen Tendenzen des Auslandes. Die energische Umstellung der Zielsetzung unserer Handelspolitik auf den Abbau nicht nur der fremden, sondern auch der eigenen Zollmauern, ist die Fordeanzustrebenden Systemänderung, zunächst erfüllt werden muß. Pariser Presse über die Regierungserklärung rung des Tages, die, unabhängig von dem Broblem einer ,, Ein schlechter Anfang." Paris, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Presse spiegelt deutlich die peinliche Enttäuschung wider, die die Dürftig keit der gestrigen Erklärung ausgelöst hat. Man scheint in begreiflicher Sorge, daß nachdem sich mehrere größere Barteien fategorisch gegen jebe ausländische Anleihe ausgesprochen haben, Caillaur dies dadurch zu umgehen fucht, daß er zwar nicht selbst, aber durch feine neuen Männer in der Bant von Frankreich mit der Bank von England und der Federal- Bank würde verhandeln laffen, um nachher offiziell zu dementieren, daß der franzöfifche Staat in irgendwelchen Berhandlungen stehe. So findet heute die Inter. vention Tardieus, in diefem Punkte von Briand formelle 3uftimmung zu erhalten, bis weit in die Lintstreife hin 3u stimmung. Die Regierung hatte erklärt, das Finanzproblem stehe im Bordergrund des Interesses. Niemand zweifelt hieran, aber man bedauert bitter, daß Caillaug, um es zu lösen, nur zu überholten oder unzeitgemäß wagehaltigen Mitteln greifen will. Daher die zahlreich geäußerte Sorge, daß Caillaur auf dem besten Bege fei, Frankreich in ein Abenteuer einer überstürzten Stabilisierung zu werfen, ähnlich wie Bolen und Belgien. Alles in allem ein schlechter Anfang und eine besorgte Aufnahme in der Breffe. Es bleibt noch die schwache Hoffnung, daß die erwarteten Caillaurschen Finanzentwürfe nächste Boche unter dem Einfluß der heutigen Kritiken Neues und Befferes Jetzt soll die Aktion in der Weise fortgeführt werden, daß man die Arbeiterschaft gegen die Sozialdemofratische Partei aufheßt. Heute- sollen Dele gierte aus den Betrieben in den Reichstag entfandt werden, um dort die sozialdemokratischen Abgeordneten unter entsprechenden Drud zu sehen. Das ist ein törichtes Beginnen. Die sozialdemokratische Frattion fennt ihre Pflicht. Jene Delegationen sind ohne Bert. Sozialdemokraten werden sich an ihnen schon deshalb nicht beteiligen, weil diese sich von der fommunistischen Demonstration am heutigen Tage fernbringen mögen. halten. Die Delegationen sollen aber nach dem Besuch im Reichstag im Luftgarten auftreten, um gegen die Sozial- In der„ Ere Nouvelle" wiederholt am Mittwoch der soziali. demokratie Stimmung zu machen. Der Kampf gegen die Sozialdemokratie ist den Kommunisten und ihren Schild. haltern während der ganzen Kampagne das Wichtigste. Steigbügelhalter der Reaktion zu sein, ist ihr Lebenszwed. Das Verfahren gegen KPD.- Abgeordnete. Verhaftung im Geschäftsordnungsausschuß abgelehnt. Im Geschäftsordnungsausschuß des Reichstags wurde heute vormittag der Antrag der Oberreichsanwaltschaft abgelehnt, die fommunistischen Reichstagsabgeordneten Stöder, Roenen, Remmele, hörnle, Pfeiffer und Hedert zu perhaften, um ihrer bei der Durchführung des Prozesses gegen die Zentrale der RPD. aus Anlaß der Vorgänge vom Jahre 1923 ficher zu sein. Die Ablehnung erfolgte mit 18 gegen 8 Stimmen. Für die Berhaftung ftimmten nur Deutsch nationale und Deutsche Boltspartei. Gleichzeitig wurde auch der Antrag der tommunistischen Frattion, das Berfahren überhaupt einzustellen, mit 14 gegen 11 Stimmen abgelehnt ftische Abg. Uhry in einem Brief an den neuen Sparminister" Caillaug feine oft geäußerten Klagen über die Verschwendung, Die in der Befagungsarmee und in der Berwaltung der bestände hätte der Generalftab der früheren Organisation beinahe Rheinarmee herrsche. Troß bedeutender Herabsetzung der Truppendiefelbe Zahl an Offizieren gehalben, die im übrigen in der Mehrzahl Bohnungen durch zahlreiche Offiziere und Beamten getrieben. Go flerifal und reaktionär seien. Ein müfter Lugus werde auch in den bewohne der General Almofain der Rheinarmee in Mainz eine Bohnung von nicht weniger als 15 Zimmern. Uhry fordert Caillaug auf, zufammen mit dem General Guillaumat dem Unfug ein Ende zu machen und zum Nachfolger Guillaumats einen erprobten republikanischen General, nämlich Targe, zu ernennen. Die elfässischen Autonomisten. Paris, 30. Juni.( WTB.) Der Disziplinarrat der städtischen Angestellten in Hagen au im Elsaß hat, wie der Temps" berichtet, fich für unzuständig erklärt, über den Stadt archivar und Generalrat Groner und Generalsekretär Reppi wegen Unterzeichnung des autonomistischen Manifests des Heimat bundes ein Urteil zu fällen, da die Angelegenheit einen politi chen, nicht aber einen disziplinarischen Charakter trage. Was nun die Borschläge von Herrn Dr. Neuhaus anbe langt, so fnüpfen sie an die vor dem Kriege lange Zeit geltende Brüsseler Zuckerkonvention an. Die Brüsseler Zucker= tonvention hatte das Ziel, die Bedingungen für den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Zuckerarten der Vertragsstaaten es waren dies faft alle 3uder ausführenden Länder auszugleichen durch Beseitigung der Zuckerausfuhrprämien. In den Vereinbarungen der Brüsseler Zuckerfonvention wurde nun weiter der Grundsatz aufgestellt, daß ein Schu33011, der über ein bestimmtes wirtschaftliches Maß hinausgeht, einer Ausfuhr prämie für das übermäßig geschüßte Erzeugnis gleich tommt, und daß die Konpentionsstaaten auf diese Weise begünstigten Bucker ihrerseits mit Zuschlagszöllen belegen fönnen. Dabei wurde, wenn auch nicht unumstritten, der Standpunkt vertreten, daß Zuschlagszölle für in der Ausfuhr prämiierten Zucker auch gegenüber solchen Ländern festgesetzt werden können, mit denen Meist begünstigungsverträge der einzelnen Staaten bestehen. Auf diesem Grundgedanken der Brüsseler Zuckerfonvention baut nun Dr. Neuhaus auf, indem er den Vorschlag macht, wir Staaten ein Handelsabkommen etwa folgenden Inhalts absollten versuchen, mit mehreren oder allen europäischen zuschließen: ,, Die Ronventionsstaaten verpflichten sich einerseits: im gegenfeitigen Verkehr Fertigfabrikate mit einem Zollfak von höchstens... pom Hundert des Wertes zu belaften und andererseits: folche Fertigs fabrikate, die in ihrem Erzeugnislande mit höheren Eingangszöllen geschützt sind, mit entsprechenden Zuschlagszöllen zu belegen." dem gegenwärtigen Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius In der Diskussion über diesen Vorschlag ist bereits von auf die Unmöglichkeit der Anwendung dieser der allgemeinen Form des Neuhausschen Borschlages hinge Formel, die seinerzeit für einen Spezialfall nüzlich war, in wiesen worden. Es ist ganz unmöglich, einen einheitlichen Brozentsaz der Zollbelastung vom Werte auch nur für alle Fertigfabrikate festzusehen, ganz abgesehen von den Bedenken der einseitigen Abstellung einer solchen Konvention auf industrielle Fertigerzeugnisse. Man würde dabei sehr leicht dazu fommen, denjenigen Zollsag, den eine Reihe wichtiger In dustrien für das unerläßliche Mindestmaß des Schuzes an sprechen zu verallgemeinern, und in einer Fülle von Fällen würde auf Grund der Tendenz, aus dem Höchstsatz den Normalfaz zu machen, mit einer starten Aufwärtsbewegung der Schutzölle zu rechnen sein. Dabei fommt noch hinzu, daß fich bei der Umrechnung der Gewichtszölle, die Dr. Neuhaus aus zolltechnischen Gründen nicht zu beseitigen denkt, in den generellen Wertzoll Schwierigkeiten ergeben würden, an denen allein schon der Gedante einer schematischen Uebertragung der Grundsäße der Brüsseler Zuckerfonvention auf die gesamte| das Exportgeschäft mit Rußland besonders auf dem Gebiete der| lionen zur raschen Erfüllung der Ansprüche alter Se Sürftiger Handelspolitik scheitern würde. Maschinenindustrie in Gang zu bringen, liegen in der Anleihegläubiger verwendet werden sollen. Dieser Antrag Der Neuhaussche Vorschlag erscheint schon auf den ersten Hauptsache auf dem Gebiet der Kredit gewährung. Die russische fand die Zustimmung aller Parteien. Sache des Hauptausschusses Blick so undurchführbar, daß es kaum notwendig ist, seine Regierung glaubt, Aufträge nur vergeben zu können, wenn ihr ein selbst ist es, die finanzpolitische Tragweite des Antrages zu prüfen, Einzelheiten zu diskutieren. Immerhin enthält er ein Ele- lcngfristiger Kredit( zwei bis vier Jahre) von den Lieferanten zur Weitere Anträge des Unterausschusses beziehen sich auf die Bildung ment, das, auch wenn man sich andere Formen der Verwirk Verfügung gestellt wird. Die deutschen Industriellen sind aber faum eines Härtefonds zum Ausgleich der größten Unbilligkeiten, lichung vorstellt, ernsthafte Beachtung verdient. Diesen ernst in der Lage, Kredite dieses Umfanges und dieser Dauer in vollem die sich bei der Erstattung von überzahlten Reichsnotopfer haften Kern sehen wir in dem Gedanken, von der Handels- Maße auf ihr eigenes Risiko zu übernehmen. Wenn also die Liefe ergeben haben und auf das Maß der Aufwertung der Gemeindevertragsverhandlung zwischen den einzelnen Staaten zur gerungen nach Deutschland fallen sollten, mußte von der anleihen. Es wird in einem dieser Antrge betont, daß der Sahz meinsamen Handelsvertragsverhandlung öffentlichen hand ein Teil des Rififos übernommen werden. von 12% Proz. bei den Gemeindeanleihen nicht als Normalganzer Staatengruppen überzugehen. Daß an Dem hat der Haushaltsausschuß dadurch Rechnung getragen, daß say, sondern als Mindest saß zu verstehen sei. Vom VorStelle der Fülle der nebeneinanderlaufenden Handelsverträge er am 25. Februar beschloß, eine Garantie für Lieferungsgeschäfte fizenden des Unterausschusses, dem Genossen Keil wurde die Frage sich mindestens für Teilgebiete Konventionen oder 3011 nach Rußland bis zum Höchstbetrage von 105 Millionen Mart zu aufgeworfen, ob nicht im Wege der ordentlichen Gesetzgebung durch unionen entwickeln müssen, ist ein Grundgedanke, den übernehmen, mit der Maßgabe, daß die Vorhaftung der In eine Novelle die schlimmsten Härten der Aufwertungsgesetze beseitigt Dr. Neuhaus mit anderen Zollpolitikern teilt. Für die Ver- dustrie auf 20 Pro 3 beschränkt bleibt, während für die werden könnten. Er denke sich die Regelung so, daß diese Novelle wirklichung dieses Grundgedankens fehlen allerdings bisher weiteren Ausfälle die Garantie von Reich und Ländern in Höhe sich auf bestimmte wichtige Punkte beschränke, also nicht das AufLändern in Ho die elementarsten technischen Voraussetzungen. Zu diesen ele- oon 75 Proz. des Ausfalls eintritt. wertungsproblem in seinem ganzen Umfange abändere. Bon Bermentarſten technischen Voraussetzungen gehörf vor allen Dintretern der Bayerischen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei und gen die Angleichung der 3olltariffchemen der des Zentrums wurde gegen diese Anregung als bedenklich erverschiedenen Länder. Eine Aufgabe, die der Völkerbund im hoben, daß eine Beschränkung auf wenige Punkte undurchführbar sei. Busammenhang mit der Weltwritschaftskonferenz ernsthaft in Angriff nehmen sollte. Aber schon bevor diefe für größere Gruppenverträge notwendige Vereinheitlichung der Zolltarifschemen gelungen ist, fönnte man sich Ronventionen über ge wisse, zum Teil außerhalb der eigentlichen Zollfragen liegende Bestandteile der europäischen Handelsverträge unter den verschiedenen Ländern vorstellen. Die Finanzierung des Projekts ist den Privaten überlassen und die großen Schwierigkeiten der Finanzierung bestanden zu nächst darin, daß eine Einigung über die Banffäße nicht herbei geführt werden fonnte. Die Banten glaubten, angesichts der über dem üblichen Rahmen hinausgehenden langen Kreditfristen nicht auf die Inlandssäge heruntergehen zu dürfen. Die Regierung der Sowjetunion wiederum fonnte fich nicht dazu verstehen, überhaupt Provisionen zuzubilligen. Durch die Vermittlung des Reichs wirtschaftsministers ist es nun vor wenigen Tagen gelungen, die Verhandlungen zwischen dem deutschen Bankkonsortium und den Die Hinarbeit auf des Ziel größerer handelspolitischer Ruffen zu einer Einigung zu führen. Im Wege beiderseitigen Konventionen oder auf das weitergestedte Ziel einer euro Entgegenkommens wurde zwischen dem Bankentonfortium und der päischen Zollunion, die dem Freihandel innerhalb Europas Regierung der Sowjetunion Einverständnis über die zu berechnen die Wege ebnen würde, ist eine Aufgabe, deren Wichtigkeit den Säße erzielt. Der Satz ist: Jeweiliger Reichsbantfak zu man nicht unterschätzen soll. Man soll alle technischen Vorzüglich 1 Pro3. Zinsen und 1,9 Proz. Provision. Das würde bei arbeiten, ebenso wie die geistige Vorbereitung der europäischen bem heutigen Reichsbantjag 9.4 Bro3. ausmachen. Das Zustande, Politiker und Wirtschaftler für diese Zukunftsaufgabe mit allen kommen dieser Einigung wurde dadurch erleichtert. daß die ReichsKräften fördern. Aber man darf sich über die Langwierigkeit regierung dem Bantentonfortium nur für einen Teil des Kre und Schwierigkeit des Weges zu diesem Ziel feinen Illusionen dites, und zwar in Höhe von 35 Proz. des zur Verfügung gehingeben und darf nicht annehmen, daß dieses Biel mit so ftellten Gesamtbetrages, eine Redistontierungsmöglichkeit eröffnete. naiven Formeln zu erreichen ist, wie sie die Vorschläge von nunmehr fann damit gerechnet werden, daß von dem Bankenkon. Dr. Neuhaus enthalten. Wenn man sich der Größe und fortium für die Finanzierung en bloc 120 bis 150 Millionen zur Schwierigkeit dieser Zukunftsaufgabe des Ueberganges vom Berfügung gestellt werden. Von den Beteiligten wird eine dar einzelnen Handelsvertrag zu den Zollunionen bewußt ist, so über hinausgehende Finanzierung betrieben. Der Minister wird man dadurch auch vor der Gefahr geschüßt, über dieses hofft, daß nunmehr endlich das Russengeschäft in Gang Zukunftsziel die naheliegenden Gegenwarts auf tommen wird. gaben der deutschen Handelspolitik zu vernachläffigen. Auch für diese Gegenwartsaufgaben können mancherlei Fragen der zweckmäßigsten Zolltechnik geprüft werden. Man kann darüber im Zweifel fein, ob das gegenwärtig bei uns herrschende System des autonomen Tarifes, neben den der Vertragstarif fritt, das beste Instrument ist oder ob nicht die in einigen Ländern eingeführten Doppeltarife, bei denen gleich von Anfang an ein Marimaltarif und ein Minimaltarif für Vertragsländer sich gegenüberstehen und bei denen dann, manchmal noch ein dritter Tarif als Ber: Vertragstarif hinzukommt, zweckmäßiger feien. Wichtiger für die Gegenwartspolitik als die Entscheidung dieser technischen Fragen bleibt aber das muß immer wieder betont werden die wirtschaftspolitische Zielsetzung, mit der die Unterhändler praktisch an die Aufgabe der Handelsvertragsverhandlungen herangehen. Solange man selbst dabei vom Geiste der hochschutzöllnerischen Absperrung beseelt bleibt, darf man sich nicht wundern, wenn das Endergebnis dieser Verhandlungen nicht gerade in der Richtung einer internationalen Abtragung der die wirtschaftliche Entfaltung Europas hemmenden Biel zahl der Zollmauern liegt. Die Ruffenkredite. Verhandlungen im Haushaltsausschuß. Der Ausschuß für den Reichshaushalt nahm heute nach Er ledigung einiger kleinerer Sachen den Bericht des Reichswirtschaftsministers über seine Verhandlungen mit den Banken betreffend sie sogenannten Russentredite entgegen. Die Schwierigkeiten, D'Annunzios neueste Heldentaten. Von Paul Diner Denes. D'Annunzio, an der Schwelle des Greifenalters angelangt( er ist bereits 63 Jahre alt), tat vor furzem Buße. Zerknirscht, reumütig beichtete er seine Sünden, seine großen Sünden. Alle Frauen, die er einft zu lieben geglaubt, die ihn geliebt, dann auch gehaßt, die er verstoßen sie alle sieht er versammelt. Todesahnungen peinigen ihn. Der Kreislauf ist beendet, er fehrt dorthin zurüd, von wo er einst ausgegangen; zu seiner ersten Ruhmestat die feinen Namen in Italien berühmt gemacht zu feiner ersten Frau. Er liebte die Mutter, entführte die Tochter, verließ dann auch fie, um eine bunte Reihe der verschiedensten Liebesabenteuer zu erleben. Nun kehrt Reihe der verschiedensten Liebesabenteuer zu erleben. Nun fehrt er zu seiner Maria zurück. In einem offenen Schreiben flagt er sich an, bezichtigt sich alles Schlechten, verwerflichen. Die Beichte klingt nach innerstem Erleb nis, ist aber nur eine wohlgelungene Gefte des Reklamehelden, des Dichterfürsten". Denn D'Annunzio braucht den Weihrauch, den Applaus der Menge. Und gibt es keine Heldentaten, jo fommen selbst die Schandtaten an die Reihe nur sein Name soll in aller Munde sein. Inzwischen thront D'Annunzio, der Einfame, der Fürst von Montenuvoso aus Mussolinis Gnaden, hoch oben auf der Bergeshöhe über dem Gardasee in feinem feftungähnlichen Schloffe. Blickt gen Himmel, rechtet mit Gott, der ihn, den Halbgott, hier oben verkommen, verdorren läßt. Sehnt sich nach Kanonendonner, Säbelgeflirr, dichtet Hymnen und brüllt sie in den Orkan hinaus. Bor seinem Schlosse auf der höchsten Spize des Bergesgipfels erheben sich die Maste eines Kriegsschiffes, der" Puglia". Dieses Schiff ist kein Wrack, sondern eine richtige schwimmende Stallfeftung, die hier oben auf der Bergeshöhe gespensterisch, unwahr. scheinlich, riesenhaft wirkt. Kein Sturm hatte es hierher verschlagen. Eine fönigliche Geste D'Annunzios, eine Laune von ihm hatte es hinauf in die Höhe gezaubert. Sein zweites Kriegsschiff, die Maas" beide Mussolinis Gefchenfe, mit Geschüßen und Torpedos triegsmäßig ausgerüstet, liegt auf dem friedlichen Gardasee. Auf der„ Buglia" befindet sich auch ein Flugzeug, eine große Caproni- Maschine D'Annunzio be herrscht ja Erde, See und Luft. Auf der" Puglia" ruht er von den Gefahren aus, die er auf der Maas" ausgestanden. Denn, heult der Wind, fräufeln sich die Wellen des Gardasees, dann ist D'Annunzios Stunde gekommen. Er steigt in feiner Erhabenheit, in feiner ganzen Größe von der Bergeshöhe, begibt sich auf die Kommandobrücke feines Schiffes und zieht gegen den unsichtbaren Feind los. Gefahrvoll ist die Fahrt, teuer erfauft der Sieg, aber D'Annunzio bleibt Sieger, felbst über die Naturgewalten. Unver. sehrt kehrt das Schiff zum Ufer zurück. Der Wind heult nicht mehr, friedlich liegt der See. Nun begibt er sich wieder einsam, allein auf die Bergeshöhe. Er sieht einen Adler hoch oben mit ausgebreiteten Flügeln freisen. Er macht es dem Adler nach, sein Flugzeug fliegt zu den Sternen empor. Er blidt in die Tiefe, betrachtet die dort haftenden Menschen, seine Brust weitet sich, Bonnegefühl durchströmt ihn er ist auch der Beherrscher der Luft " Prahlhans und Hanswurst. Jwan Katz im Spiegel der Roten Fahne". Seine Meldung über die Neugründung des„ Spartatus. Die Rote Fahne" fann an Iwan Katz nicht gut vorübergehen. bund linkskommunistischer Organisationen" hat es ihr angetan. Jegt entdeckt sie, daß Jwan Katz ein lächerlicher Brahlhans" und ein hans wurst" ist. Wie schade, daß die Rote Fahne" diese Entdeckung nicht früher gemacht hat, folange Swan Rak noch ein großer Führer des revolutionären Proletariats" war. Die naheliegende Frage, ob noch auf andere Mitglieder der Bezeichnung Prahlhans und Hanswurst" zutreffe, wird allerdings Rommunistischen Parteizentrale und Reichstagsfraktion die treffende Reinigungsaktion werden wir aber wohl alles Gewünschte erfahren. von der Roten Fahne" nicht beantwortet. Bei der nächsten Hanswürften" ein heftiger Kampf. Otto Guttner, der BegrünInzwischen tobt in Thüringen zwischen den verschiedenen ber einer neuen Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft" schreibt feinen früheren Freunden ins Stammbuch: " aber durch ihre größenwahnsinnige Ueberhebung, ,, Die Parteizerstörerflique, die 3. 3. die KPD. beherrscht, hat ihre politische Gedankenlosigkeit und ihre Bruta Im Anschluß daran wurde folgender vom Abg. Dr. Klödner lität, in schnellster und zuvorkommendster Weise, durch unseren ( 3.) gestellter Antrag nach furzer Debatte einstimmig angehemmungslosen Hinauswurf" aus der Bartei, der Bildung der nommen: der Ausschuß wolle beschließen: Die Reichsregierung wird Komm. Arbeitsgem." nicht nur vorgearbeitet, sondern die wirkungsin Abänderung des Beschlusses des Reichshaushaltsausschusses vom vollsten Hebammendienste geleistet. Ihr gebührt das Verdienst, Ehre 25. Februar 1926 ermächtigt, von dem Betrage von 10 Millionen wem Ehre gebührt!" Mark, der von der allgemeinen Garanticfumme abgezweigt ist, den auf die in Rußland fonzessionierten deutschen Gesellschaften entfallenden Anteil von 5 Millionen Mart, allgemein zum 3 wede der Förderung der deutschen Kon3effionäre in Rußland in der zur Erreichung des Zweckes 3um 3wecke der Förderung der deutschen Kon= effionäre in Rußland in der zur Erreichung des Zwedes geeigneten Weise zu verwenden. Zur Durchführung der Anleiheablösung. Eine Novelle zum Aufwertungsgesch. Der Unterausschuß des Haushaltsausschusses des Reichstages beschäftigte sich in mehreren Sigungen mit Fragen der Durchführung des Anleihe ablösungsgefeges. Bom Abg. Hergt ( Dnat.) wurde geltend gemacht, die Regierung habe bei Verabschiedung des Anleiheablösungsgesetzes den damaligen Regierungsparteien die Zufage gegeben, daß die Haushaltsüberschüsse| des Jahres 1925 zur verstärkten Auslosung der aufgewerteten Anleihen verwendet werden sollten. Die Regierung bestritt unter Berufung auf den Bericht des Aufwertungsausschusses, eine solche 3usage gegeben zu haben. Die übrigen Parteien, die damals der Regierung angehörten, schmiegen fich aus. Nunmehr wurde von Vertretern der Rechtsparteien der Antrag gestellt, daß der noch verfügbare Rest der Ueberschüsse des Jahres 1925 von einigen 30 MilSo verbringt D'Annunzio seine Tage. Inzwischen hofft er noch immer, betet zu Gott es werde Krieg. Denn Krieg ist sein wahres Lebenselement. Einkehr halten, Buße tun, auf dem Garda see mit Phantomen tämpfen, auch gut. Wenn es aber wieder einmal Krieg geben, das Soldatenblut in Strömen fließen wird, dann werden feine Hymnen von Tod und Berderben in ficherem Hinterhalt ertönen. Dieses ist D'Annunzios und feinesgleichen Ziel und Lebens. zwed. Dies zu verhindern, für immer unmöglich zu machen, ist unser Ziel und 3wed, unser unbeugsamer Wille. " Cederbissen" nennt Gustav Heppner die fünf Einafter, die er im Kleinen Theater aufführt. Sie sollen den Zu Sinne figeln. Das Grundmaterial der Leckerbiffen ist Schweinernes. schauer nicht fatt machen, sondern feinen Runstappetit reizen und seine Sie sind fest mit Paprika gewürzt. Herr Heppner führt also die heiligen Traditionen des wenig entschlummerten Intimen Theaters tapfer fort. Auch im Kleinen Theater hört man die fanften Melodien fnisternder Unterwäsche und die Bühnenbilder sind Variationen verMan sollte Gustav Heppners Theater führerischer Boudoires. Schlaffammerspiele" nennen; da es sich in allen fünf Einaftern um denselben Sport, nämlich um die mondäne Pragis der Erotik han delt, genügt es, die Titel anzugeben: Borm 3ubéttgehen" von Friz Mad, Bis aufs Messer" von Munte punte, " Ewig Dein" von Hellem und d'Estod, Der Paravent" von Wisbeck und Mm. Papillon wird gemalt" von M. O. Scarpt. 8ur Beurteilung der literarischen Qualität des ersten Einafters genügt die Anführung eines Ausspruches: Was ist es, was du von mir fordern zu müssen meinst?" Man sieht, ein erstaunlich flüssiges und natürliches Hochdeutsch. Der zweite Cinafter bezieht seine Wirkungen aus schwülen Zweideutigkeiten und ist auch sonst albern und auf Gymnasiastenherzen berechnet. Da gegen sprühen die drei letzten von Witz und Laune und werden die Schlüpfrigteiten mit Grazie ausgesprochen. Editha Nadolth und Gustav Heppner finden den übermütigen freien und unbedentlichen Stil, der solche Leckerbissen schmackhaft macht. " " Dgr. Wiedereinführung der Zenjur? Der Bund", die Bereinigung freiheitlicher Akademiker, hatte zu einem Diskussionsabend geladen, um gegen das drohende Gefeh, das angeblich dem Schuße der Jugendlichen vor Schmutz und Schundliteratur dienen soll, Stellung zu nehmen. Dr. Werner Wahrholz hielt das einleitende Referat. Bon allen Mängeln, die das Gesetz aufweist, schien ihm der hervor stechendste die Zusammenfeßung des Forums, das darüber zu entscheiden haben soll, ob eine Schrift auf die Schmuz- und Schundliste fommt. Neben einem Vertreter aus Literatenfreifen und einem aus dem Buchhandel können hier unter Umständen bis zu vier Geistliche ſizen. Bei entsprechender Einstellung des Borsigenden wird also die vorgeschriebene qualifizierte Mehrheit von fünf bei sieben Mitgliedern leicht erreicht werden, wenn es sich um bestimmte nicht genehme Schriften handelt, die der Unvoreingenommene der Schmuß- und Schundliteratur gewiß nicht zuzählen würde. Denn nicht das Reich, sondern die Länder sollen darüber zu befinden haben, ob ein Buch den Jugendlichen zu verbieten sei oder nicht. Bor allen Dingen wird Es geht nicht gerade fein zu in der Kommunistischen Kinderstube. Alle diese Hanswürfte und„ Prahlhänse" wissen aber untereinander offenbar ganz genau, was, man von ihnen zu halten hat. Die Abrüstungskomödie. Reichswehr plus Schupo mehr als Poilus. Genf, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag haben die Unterausschüsse der Militärfommission für die Vorbereitende Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten im wesentlichen beendet. Nun folgen noch einige Bollfigungen der Kommission, worauf spätestens am Sonnabend die Beratungen auf drei Wochen unterbrochen werden. Das Ergebnis der bisherigen Beratungen ist vielfach absurd, indem beispielsweise die deutsche Reichswehr mit der Polizei eine größere Vergleichsbasis darstellt, als das ganze französische Landheer und somit eine beschränkbare Rüstung! Genoffe Jouhaug hat am Dienstag im gemischten Ausschuß ein Exposé vorgelegt, wonach die Militärbudgets der verschiedenen Länder nach einem einheitlichen Maßstab beurteilt eine geeignete Grundlage für die Abrüstungskontrolle bilden. Im ganzen genommen hängt die franzöfifche Haltung start davon ab, daß Deutschland noch immer nicht im Bölterbund ist, bis zu welchem 3eitpunkt die Locarnoverträge unwirtsam bleiben. aber in diesem Gefeß durchaus nicht deutlich, daß es ausschließlich jenen wohlfeilen, für den Massenbetrieb bestimmten Kolportageheftchen gilt, die in Riesenauflagen hergestellt und an den Großhandel' zentner, an den Kleinhandel tiloweise abgegeben werden. wird nur diese Sorte ,, Literatur" in ihren Auswüchsen der Jugend ferngehalten, so wird fein Vernünftigdenfender dagegen protestieren. Hier aber ist der Verfuch gemacht, eine Buchzenfur auf Umwegen einzuführen; das Gefeß, das der Redner mit Recht ,, unfauber und verlogen" nennt, ist daher aufs fhärffte abzulehnen. Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Heine schloß sich dem Vortragenden an. Einige Schwächen des Gesetzes beleuchtete er noch besonders, so vor allem, daß über den abwesenden Autor, ohne Zeugen, ohne. von ihm genehmigte Sachverständige oder Verteidiger verhandelt Die Dehnbarkeit des juristischen Zusages als solcher" werden soll ein im ganzen Gerichtswesen unmöglicher Zustand. Gefeß heißt es, daß wegen seiner politischen, sozialen und religiösen Tendenz als solcher das Buch nicht verboten werden kann illuftrierte er an einigen Beispielen treffend. Auch die übrigen Diskussionsredner forderten eine strikte Ablehnung des Gesezes. Nur Dr. Theodor Heuß, der ja die Beratungen um das Gefeß mitge macht hat, nahm es in Schutz. Doch verteidigte auch er eigentlich nur den Sinn, den zahlreiche Verbände und Einzelpersonen, die fich mit dem Schuße der Jugend befassen, in dies Gefeß hineinlegen nicht aber den Unsinn, dem es Tür und Tor offen läßt, und der sicher nur allzuschnell sich darin breit machen wird. in dem Eine Armee aus Generälen. Die neuefte Statistik des Heeres. bestandes von Haiti bringt die überraschende Tatsache zutage, daß Don 7000 aufgezählten Offizieren nicht weniger als 6500 den Generalsrang befizen. Um nicht gegen die Abrüftungstendenzen des Völkerbundes zu verstoßen, wird in einem Anhang darauf hingewiesen, daß die aufgezählten Generäle nicht alle miiltärische Beschäftigungen ausüben; so führt beispielsweise der Verwalter des staatlichen Frauengefängnisses den Titel„ General". Preisausschreiben:„ Das Erlebnis. Der Verlag S. Fisher plant aus Anlaß seines pierzigjährigen Bestehens die Herausgabe einer Reihe von Sturzbüchern( 80 bis 100 Drudieiten), die. unter der gemeinsamen Idee „ Das Erlebnis" stehen sollen. Das Ausschreiben will die Hervor bringung von Selbitdarstellungen fördern. Gestaltung nicht erdachter, sondern erlebter Erfahrungen, die Schidiale und Charaktere gebildet haben. Für die drei wertvollsten Arbeiten find Preise von 5000, 4000, 3000 art ausgesetzt Das Preisgericht wird ausschließlich dem Sch ukverband deutscher Schriftsteller überlassen, der allein die Einsendungen entgegennimmt und auf Wunsch die näheren Bedingungen des Wettbewerbs mitteilt. Anschrift: Berlin W. 57, Bülowstraße 22. Das Zentralinffitut für Erziehung und Unterricht, und das Hessische Landesamt für das Bildungswesen veranstalten die fünfte Reichschulmufitwode vom 11. bis 16. Oftober in Darm it a bt. Neben Referaten bedeutender Schulmänner und Musikpädagogen über den Musikunterricht in der Boltsschule wird auch das Verhältnis des Musiklehrers zum Chorgesangwesen und zur Kirchenmusik behandel. aus Brüffel gemeldet wird, einstimmig ben Beschluß gefaßt, an Deutic. Der Internationale Rat für wiffenschaftliche Forschungsarbeit hat, wie land, Defterreich, Ungarn und Bulgarien die Aufforderung zu richten dem Rat sowie den damit in Verbindung stehenden Bereinigungen beizutreten Agrarierpolitik und Balkanföderation. Dr. Petto Pettov- Baltansky, vom Bulgarischen Bauernbund, schickt uns folgende Ausführungen, die wir zur Information unserer Leser über die Ansichten der bulgarischen Bauernpartei wiedergeben, ohne natürlich damit diese Ausführungen als unseren eigenen Standpunkt bezeichnen zu wollen: In den letzten Jahren tam bei Zusammenkünften von Staatsmännern des Balkans wiederholt der Gedanke der Gründung einer Balkanföderation zur Sprache, wurde von den Zeitungen aufgegriffen und fast wie eine neue Heilslehre propagiert. Dabei ist die Idee durchaus nicht neu und die Stunde ihrer Geburt fällt in eine Zeit, da das Joch der türkischen Herrschaft noch schwer auf den Völkern des Balkans lastete. Am tiefsten schlug diese Idee in den Herzen der Bulgaren und Gerben Wurzeln, wie im Grunde genommen nur diese beiden Völker sich mit ehrlicher Begeisterung dafür einsetzten. Genauere Betrachtung zeigt, daß diese Idee hauptsächlich wirtFlugzeugführer- ein Zukunftsberuf. Aber gegenwärtig ohne Aussichten. In der jetzigen Zeit der wirtschaftlichen Depression ist die Frage der Berufswahl und vor allem der Berufsumstellung eine äußerst schwierige. Eine Berufsumstellung ist, fast unmöglich. Biele junge Leute, die die Entwicklung des Luftverkehrs aufmerksam ver. folgen, halten den Beruf des Verkehrsflugzeugführers für den auf längere Zeit hin aussichtsreichsten. Andere wieder fühlen fich aus dem fast jedem jungen Manne innewohnenden Abenteurerdrang zu diesem Beruf hingezogen. Die folgenden Ausführungen sollen dazu dienen, die in der Deffentlichkeit verbreiteten irrigen über den Werdegang und die Berufsaussichten des Verkehrsfliegers Meinungen über diese Dinge einmal flarzustellen. Die Ausbildung des Flugzeugführers. Der Ausbildungsgang des Flugzeugführers ist unterteilt in den bis zum Flugzeugführer mit Führerschein A( Sportflieger) und einen weiteren bis zum Flugzeugführer mit Führerschein B( Berkehrs flieger). Im Besize des Feldfliegerabzeichens befindliche Kriegspiloten brauchen zum Erwerb des Führerscheins A nur umzuschulen". Die Dauer und Kosten des„ Umschulens" sind ganz verschieden. So kostet das„ Umschulen" bei der Sportflug- G. m. b. 5. etwa 500 Mart, bei anderen Flugschulen wieder müssen die ein Umschulen 10 bis 15 Flüge zu je 10 Minuten. Die Flugminute zelnen Flüge bezahlt werden. Gewöhnlich rechnet man für das toftet in diesen Fällen etwa zwei Marf. schaftlichen Gründen entſprang. Zu ihrem Unglück jedoch be faßen die fleinen slawischen Länder teine Selbständigkeit, weder in politischer noch in wirtschaftlicher Hinsicht; sie standen immer unter dem Einfluß irgendwelcher Großmächte, deren Interessen eine chrliche und dauernde Verſtändigung der Balkanslawen, wie diese Völker sie erstrebten, direkt zuwiderlief. Getreu der Devise:„ Teile und herrsche!" hintertrieben die Großmächte nicht nur jede friedliche Verständigung der Völker, sondern wußten auch sie zu verheßen, ihren Haß zu schüren, bis sie sich in blutigen Kriegen erschöpften. Es muß nun festgestellt werden, inwieweit die Behauptung, diese Jungflieger, das sind die Anwärter, die nicht Kriegspiloten bzw. Föderation wäre der erste Schritt zur Durchführung der pan im Befiße des Feldfliegerabzeichens find, brauchen infolge des Erslamistischen Idee, richtig ist. Der Panflawismus wollte unter lernens der Grundbegriffe des Fliegens und der damit im Zu Führung Rußlands alle slawischen Völker einschließlich der Bolen sanimenhang stehenden Dinge etwa ein Jahr. Die Ausbildung und Tschechen vereinigen. Die Idee der Balkanjöderation hat da- dieser Leute foftet etwa 5000 Mart, wozu noch die Kosten für gegen rein lokalen Charakter und weist teine panflamistischen wärter mit mehr oder minder Glück( oder Pech) den Führerschein A Pension, Kleidung und dergleichen kommen. Hat der AnZüge auf. Wenn dem anders wäre, welchen Grund hätte Altrußerworben, so muß er zur weiteren Ausbildung zum Ver. land dann gehabt, während des Ballantrieges Serbien und fehrsflieger auf die Berkehrsfliegerschule G. m. b. 5. in Staaten, die Griechenland gegen Bulgarien zu heben? Einen panflawistischen die einzige Stelle in Deutschland ist, an der die Flugzeugführer Balkanbund hätte Altrußland nicht zu sprengen getrachtet. prüfung vorgenommen werden kann und darf. Die Ausbildung Als Europa nach den Erschütterungen des Weltkrieges wieder bauert hier ein bis eineinhalb Jahre, da die Flieger neben der Ereinigermaßen zur Ruhe gefömmen war, tauchte die Idee einer lernung des Fliegens von Verkehrsflugzeugen noch in der NaviBallanföderation wieder auf, sehr zum Mißvergnügen einiger gation, dem Funkwesen, in fremden Sprachen und anderen wiffenStaaten, die durch deren Verwirklichung ihre staatliche und wirtschaftlichen Zweigen unterrichtet werden, deren Kenntnis für einen Verkehrsflugzeugführer unbedingt nötig ist. schaftliche Existenz bedroht glauben. Die Hauptträger und Förderer der Balkanföderation find die Agrar parteien in Bulgarien, Kroatien und Serbien, die durch diese Vereinigung den ewigen Reibereien und Bruberkriegen zwischen den Balkanslawen ein Ende zu machen hoffen und diesen Ländern die Möglichkeit zu höherem wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung zu geben. Selbst Staatsmänner, wie Bandervelde, sind Anhänger dieser Idee und haben der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß nur auf diese Art und Weise der Brandherd der ewigen Ballantriege endgültig gelöscht werden kann. Wenn man nun nach den Gründen forscht, die eine solche Berständigung bisher verhindert haben und dabei die Außenpolitik Bulgariens und Serbiens verfolgt, wird es flar, daß alle derartigen Versuche an der mazedonischen Frage gescheitert sind und auch heute noch scheitern, wie überhaupt Mazedonien die Ursache aller Balfanfriege war. Durch zwei Millionen Bulgaren, die in Mazedonien leben und durch eine große Zahl aus der Heimat vertriebener Mazedonier, die als Emigranten in Bulgarien ein Asyl gefunden haben, wird die mazedonische Frage immer wach gehalten. Was die Stellung der verschiedenen Staaten zu der Idee der Söderation betrifft, muß gejagt werden, daß die Bauernparteien sich deren Zustandekommen zum politischen Endziel gefteckt haben; hat doch Raditsch, der Führer des kroatischen Boltes, erklärt, immer dafür kämpfen zu wollen. Ebenso setzt sich auch die bulgarische Bauernpartei dafür ein. Offen ist nun noch die Frage, ob heute eine Berständigung zwischen Bulgaren, Serben, Koraten und Slowenen und damit eine Föderation der Baltanslawen möglich ist. Diese Frage aber ist unlösbar mit einer anderen verbunden, der Beseitigung des Haupthindernisses, d. h. mit der richtigen, einzig möglichen Lösung der mazedonischen Frage; Bafis: Selbstbestimmungsrecht der Minderheiten. Diese Lösung der mazedonischen Frage ebnet die Bege für eine Ballanföderation; nichts hindert dann mehr deren Zustandekommen, zum Gegen des Friedens nicht nur auf dem Balkan, sondern auch in ganz Europa. Wie das Imperium spart. Mussolini verlängert die Arbeitszeit der Proletarier. Die Ausbildungstoffen befragen 10 000 mark. Bemerft soll hier gleich werden, daß diese Summe im Nicht beibringungsfalle zum größten Teil geftundet wird, bis der aus beibringungsfalle zum größten Teil gestundet wird, bis der aus gebildete Schüler eine Anstellung als Flugzeugführer gefunden hat. Die Schattenseite dieser anscheinenden Bergünstigung soll weiter unten noch beleuchtet werden. Ueber die Unterbringung und Verpflegung der Schüler in der Schule ist nichts ungünstiges zu berichten, jedoch herrscht auf der Schule ein System vor, das sich von Bur Drdnung und Disziplin fönnte man die Flugschüler bestimmt dem der früheren Refrutenausbildung wenig unterscheidet. auch auf eine andere Art erziehen. Sezen wir nun den denkbar günstigsten Fall: der ausgebildete Schüler erhält bald nach Ablegung der Führerprüfung B eine Anstellung als Berkehrsflugzeugführer. Wie steht es nun mit der angeblich so turmhoch über anderen Berufen stehenden Bezahlung des jungen Verkehrsfliegers und der übrigen Berkehrspiloten überhaupt? Ein Blick in den neuesten Bertrag, der mit der größten deutschen Luftverkehrsgesellschaft, der Deutschen Lufthansa- A.- G., abgeschlossen wurde, gibt uns Aufschluß darüber. Das Grundgehalt( feftes Gehalt im Winter und Sommer) beträgt für den Anfänger monatlich 275 Mart. Es erhöht sich nach 40 000 Flugfilometern auf 300 Mart, nach 65 000 Fluatilometern auf 330 Mart, nach 90 000 Flugfilo metern auf 360 Mart und bleibt stehen auf 410 Mart bei mehr als 120 000 Flugfilometern. Die meisten Flugzeugführer haben bis jetzt in einem Jahr etwa 80 000 Kilometer zurückgelegt. Zu diesem festen Grundgehal: tommen nun für verheiratete Piloten die Sozial zulagen, die für die Ehefrau 50 Mart, für das erste Kind Neunstundentag in Jtalien. Die Arbeiterfeindlichkeit der faschistischen Regierung. Wie an anderer Stelle des„ Borwärts" berichtet wird, hat der Ministerrat durch Verordnung festgesetzt, daß der Arbeitstag neun statt wie bisher acht Stunden betragen foll. Nach allem, was der Renegat Mussolini sich bisher als Faschist geleistet hat, kann diese Meldung laum mehr überraschen. 3ft es doch die Arbeiterschaft in erster Linie, gegen die sich der Faschismus richtet, auf deren Kosten er sich breit macht. Die italienische Regierung war auch auf den letzten inter nationalen Arbeitstonferenzen vertreten, sogar durch einen sogenannten Arbeitervertreter, mit dem sich freilich feiner der übrigen Arbeitervertreter auf gleiche Stufe stellte. Die 8. Arbeitsfonferenz befaßte sich insbesondere mit der Frage der Ratifi. zierung des Washingtoner Achtstundentagab Rom, 30. Juni.( WTB.) Der Ministerrat hat nach einer Brü fommens, das als internationale Regelung gedacht, fung der wirtschaftlichen Lage Italiens eine Reihe von Maßregeln nur dann vollkommen durchgeführt werden fann, wenn alle 3nbeschlossen, die erstens dazu dienen sollen, die Herstellung gewisser dust rieländer sich dazu verpflichten. Italien ist dabei zwar Artikel der Inlandsproduktion zu steigern und die Herstellungs. nicht ausschlaggebend, doch Mussolini weiß schon, wie er fosten dafür herabzusehen, zweitens die Gestehungsfeine Gesten einzurichten hat, damit sie dem Unternehmertum nicht nur Italiens gefallen. tosten für einige wichtige industrielle Rohstoffe zu ver ringern, drittens den Lurusverbrauch auf gewissen Gebieten einzuschränken. Zu diesem Zwed hat der Ministerrat einen Gesetzentwurf gutgeheißen, der folgendes bestimmt 1. Für die Zeit vom 1. Juli 1926 bis 30. Juni 1927 wird die Errichtung von Lugusbauten verboten, da die Bautätigkeit sich auf billige und volkstümliche Häufer für Mittelstand und Beamte beschränken soll. 2. Bom 1. Juli ab wird bis auf weiteres die Eröffnung von neuen Bars, Cafés, Konditoreien und Tanzunternehmungen usw. untersagt. So gemein dieser Streich auch ist, den Mussolini gegen die Arbeitnehmerschaft auch der übrigen Länder mit seinem Neunstundentag geführt hat, so hat er doch das Gute, der Arbeit nehmerschaft der ganzen Welt zu zeigen, wie ge= meinschädlich der Faschismus für sie insbesondere ist. Soll dem Faschismus vorgebeugt werden, muß man sich der Borkommnisse erinnern, die je in Entstehen möglich mach ten, des finnlojen kommunistischen Treibens, das chne Rücksicht auf die Machtverhältnisse mit hyperradifalen Bhrasen die Einheitsfront der organisierten Arbeiterschaft auseinanderzerrte, die organisatorischen Kräfte lahmlegte, das Bürgertum zu heilloser Angst trieb und so die Re at tion heraufbesch wor. Die Räterepubliten" in Ungarn, in München, die ganzen kommunistischen Treibereien und Butschereien, mit denen die Moskauer Agenten sich über die wirtschaftlichen Verhältnisse und die„ reformistische" sozialdemo 4. Bom 1. November ab ist den Automobilbetriebsstoffen tratifche Bartei- und Gewerkschaftsbewegung in ihrem Größenwahn Alkohol in einem gewissen Mischungsverhältnis zuzusetzen. hinwegfeßten, haben der Reaktion erft den Boden ge. 5. Bom 1. Juli ab haben die Arbeitgeber die Beebnet, die sich jetzt in Italien als Faschismus breit macht und rechtigung, die Arbeitszeit um eine Stunde zu die Arbeiterbewegung pellständig gefnebelt hat. Derlängern. 3. Bom 1. Juli ab wird die tägliche Seitenzahl der Zeitungen auf höchstens sechs beschränkt. Vergrößerungen des Formats find nicht zulässig. Potemkin- Hetze. Verbot in Thüringen. Gera, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Das thüringische Innen. ministerium hat gestern den Potemkin Film für ganz Thüringen verboten, wegen angeblicher Störung der öffentlichen Sicherheit. Der Film ist in Altenburg schon acht Tage lang gelaufen; in Gera wurde er nach der ersten Aufführung verboten, ohne daß irgendwelche Ruheftörungen vorgekommen wären. Barenknechte im roten Wien. In Wien, wo der„ Botemfin- Film" jest vorgeführt wird, hinter laffen jetzt in verschiedenen Rinos irgendwelche Fronttämpfer" und dergleichen Spuren ihres Geiftes in der passenden Gestalt von Stinkbomben. Wenn Wiener Arbeiter eines solchen Helden habhaft perben, dürfte er einige Zeit der aftiven Betätigung enthoben fein. Es ist ein schwacher Trost, daß auch der Faschismus feine Zeit hat, doch den Arbeiterinteressen ist zweifellos mehr gedient, wenn der Reaktion von vornherein ein Damm gesetzt werden kann. Ein unbilliges Verlangen. Eine faufmännische Angestellte, die seit 1918 bei der Firma Schebera, Automobilwert, bzw. deren Vorgängerin Benz in Charlottenburg. beschäftigt und zum 31. Januar 1926 gekündigt war, hatte ihre Kündigung auf Grund des Betriebsrätegefeges angefochten und ein Urteil des Kaufmannsgerichts erzielt, welches die Firma verurteilt, die Klägerin weiterzubefchäftigen oder ihr eine vom Gericht festgesetzte Entschädigung zu zahlen. Die Firma entschied sich für die eiterbeschäftigung, verlangte aber von der Angestellten, daß sie nicht mehr an ihrer bisherigen Arbeitsstelle in Charlotten burg, sondern in einem anderen, in Tempelhof bele= genen Betriebe der Firma tätig sein solle. Das wäre für die Angestellte, die seit 1918 in der Nähe des Charlottenburger Betriebes wohnt, mit einem erheblichen Aufwand an Zeit, Fahrgeld und 12 Mart und für jedes weitere Kind 16 Mart monatlich betragen. Des weiteren werden je nach der Größe des geführten Flugzeugs Kilometergelder gezahlt von 5 bis 9 Pf. pro geflogenen Kilometer. Die jungen Piloten fliegen in der Regel nur kleinere Maschinen und erhalten somit nur das niedrigste Kilometergeld. Als weitere Einnahmequelle wären noch die Bruchprämien zu erwähnen, die wie folgt jestgesetzt sind: Für die ersten 5000 bruchfrei geflogenen Kilometer 40 Mart, für weitere 5000 Kilometer 60 Mart, für weitere Das Fliegen ohne Bruch ist jedoch nicht so einfach, da die geringste 5000 Kilometer 80 Mart, für weitere je 5000 Kilometer 100 Mart. Beschädigung der Maschine, ob mit oder ohne Verschulden des Führers, sozusagen zu Lasten des Piloten geht. Hat sich der Flieger während seiner Ausbildung die 10 000 Mark Ausbildungskosten stunden lassen, so werden ihm monatlich 10 Proz. seines Gehalts abgezogen zur Abtragung des Schuldkontos. Dieses Bleigewicht schleppt er dann jahrelang mit sich und wird seines Lebens nicht froh. In einer Tageszeitung wurde vor einiger Zeit behauptet, daß der Flugzeugführer während der Sommermonate monatlich 1500 Mark verdiene, was tatsächlich aber nur für ganz wenige Flugzeugführer zutreffen der Wintermonate mit ihrem Grundgehalt bescheiden müssen, vermag. Der übergroße Teil der Berkehrsflieger, die sich ja während dient im Monat durchschnittlich 600 bis 700 Mart. Gemessen an den Einkommen anderer Berufe erscheint diese Summe verhältnismäßig hoch. Man muß aber berücksichtigen, daß ein Verkehrsflugzeugführer, der jahrelang bei jedem Better fliegen muß, infolge der gesundheitlich überaus anstrengenden Berufstätigteit seinen Beruf taum mehr als 12 bis 15 Jahre ausüben tann. Er fommt dann zumeist auch wegen seiner starten gesundheitlichen Schädigungen für teinen anderen Beruf mehr in Frage und hat, wenn er sich während seiner Berufstätigkeit feine Rüdlagen gemacht hat, von seinem etwa 35. bis 40. Lebensjahre an feinen beneidenswerten Lebensabend". Gerade dieser letzte Punkt sollte all die zum Nachdenken anregen, die Lust verspüren, den Verkehrs. fliegerberuf zu ergreifen. Ebenso find die Berufsaussichten wenig verlockend. Bon den zurzeit etwa 300 angestellten Flugzeugführern in Deutschland find ungefähr 95 im Luftverkehr tätig, die übrigen find bezeugführer sind jedoch stellungslos und haben in absehbarer fchäftigt als Einflieger, Fluglehrer und dergleichen. Etwa 100 FlugBeit teine Aussicht, Stellung zu bekommen. Was nüßt es da, wenn wirklich in jedem Jahr einige neue Luftstrecken eröffnet und vielleicht 20 oder 30 Biloten neu eingestellt werden, an deren Stelle 40 oder 50 eben ausgebildete Biloten treten! In der sogenannten Sportfliegerei( Reklame, Kunst- und sonstige. Fliegerei) liegen die Verhältnisse noch ungünstiger als im Luftmit geringen Brämienzuschlägen gezahlt, so daß das monatliche verfehr. Dort werden meist nur Gehälter von 275 bis 300 Mart Durchschnittseinkommen im Höchstfalle 450 bis 500 Mart beträgt. Für einen jungen Mann aus dem Arbeiterstande dürfte der Wunsch, Berkehrsflieger oder überhaupt Flieger zu werden, schon an der Mittellosigkeit scheitern. Es gibt aber noch eine große Anzahl junger Leute, die ihre oder ihrer Erzieher legten Ersparniffe zur Anzahlung auf die Ausbildungskosten nehmen möchten, um sich auf einen angeblich so aussichtsreichen Beruf umzustellen. Diesen Leuten mögen die gedrängten Ausführungen eine Warnung sein, um fie vor den sicher eintretenden Enttäuschungen zu bewahren. Der Beruf wird einmal aussichtsreicher fein, wenn sich die Fliegerei zum Weltluftverkehr entwideln und dieser Berkehr mit größeren Maschinen als den jetzigen sich abwickeln wird. Nur dadurch fann der Luftverkehr billiger werden, so daß es mehr Leuten möglich ist, für weitere Reisen das Flugzeug zu benutzen. Doch das find Verkehrsprobleme, die hier in diesem Zusammenhang nicht erörtert werden können. fonftigen Unbequmlichkeiten verbunden gewefen. Deshalb lehnte die Angestellte die Aufnahme der Arbeit in Tempelhof ab. Die Firma erklärte das als Arbeitsverweigerung", sprach die frist lose Entlassung der Angestellten aus und glaubte damit ihrer Berpflichtung aus dem Urteil des Kaufmannsgerichts ledig geworden zu fein. Aufs neue flagte die Angestellte und erzielte ein obfiegendes Urteil, in deffen Begründung gefagt wird: Die Klägerin sei von der Firma Benz im Charlottenburger Wert eingestellt und von der Firma Schebera zu bei Benz bestandenen Arbeitsbedingungen übernommen. Hierdurch sei die Klägerin nur im Charlottenburger Betriebe zur Arbeitsleistung verpflichtet, da ja Benz gar keinen anderen Be= trieb in Berlin hatte. Aber selbst wenn die Firma Benz, statt ihren Betrieb an die Beklagte zu übertragen, umgekehrt sich deren Wert in Tempelhof angegliedert hätte, so wäre die Klägerin nur dann zur Dienstleistung in Tempelhof verpflichtet gewesen, wenn es durch lle bereinkunft oder durch Kündigung zu einer Aenderung des Dienstverhältnisses gekommen wäre. Der Umstand, daß beide Betriebe in einer Hand vereinigt seien, gebe dem Arbeitgeber nicht das Recht, Angestellte ohne ihre Zustimmung aus einem Betriebe in den anderen zu versehen. Der Klägerin, die seit Beginn ihres Dienstverhältnisses in der Nähe des Charlottenburger Betriebes wohne, fönne nicht zugemutet werden, erhebliche Opfer an Zeit und Geld zu bringen, um täglich nach dem Betriebe in Tempelhof, wohin die Verbindung sehr ungünstig sei, zu gelangen. " Streit im Fuhrgeschäft Böhm." Zu der mit dieser Ueberschrift erschienenen Notiz in Nr. 298 des" Borwärts" erhielten wir von Herrn Böhm eine Art Be richtigung. Bon ordinären Ausdrüden tönne gar feine Rede sein.„ Selbstverständlich gebraucht man bei Verhandlungen und Meinungsverschiedenheiten, wie es solche am 25. Juni waren, teine Rosemorte." Nun, wir hatten die uns wortwörtlich angegebenen Ausdrücke des Herrn Böhm nicht wiedergegeben, weil sie uns zu start waren, sondern sie nur allgemein umfchrieben. Auch Meinungsverschieden heiten müssen in anständiger Form verfochten werden, nicht mit Roseworten, aber auch nicht mit Schimpfworten. Herr Böhm erklärt, die bei ihm beschäftigten Leute hätten stets pünktlich ihre tarifmäßigen Löhne, sämtliche Feiertage und auch ben ihnen zustehenden Urlaub bezahlt bekommen. In den letzten drei Jahren habe er nur einen Streitfall, und zwar eine Unfallfache zu vertreten gehabt, es treffe mithin nicht zu, daß er beim Gewerbe- und Inmungsgericht ein bekannter Gast sei. Die Restauration habe mit dem Fuhrgeschäft nichts zu tun. Da die Differenzen beigelegt sind, gehen wir nicht weiter auf die Berichtigung ein. Die Metallarbeiterwahlen in Hannover. Hannover, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Bei den Wahlen zum Metallarbeiterverbandstag wurden in Hannover vier Delegierte der Amsterdamer Richtung gewählt. Eine fommunistische Gegenliste war nicht aufgestellt. Die Sparkasse der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uht geöffnet. Wirtschaft Entwicklung der schweizerischen Industrie. Steigerung des Aktienkapitals. Die letzten zwölf Jahre sind auch an der schweizerischen Industrie nicht spurlos vorübergegangen. Schon ein flüchtiger Ueber blid lehrt, daß eine nicht geringe Expansion vor sich ge= gangen ist. Der Krieg hat auf die neutralen Länder, namentlich die in unmittelbarer Nähe, nicht unwesentlich eingewirft. Teils profitierten fie am Kriegszustand, teils mußten sie mit Verlusten vorlieb nehmen. Im großen und ganzen hat auch in den neutralen Ländern so eine Art Inflationspsychose geherrscht und zu ungefunder Aufblähungen der Unternehmungen geführt, die Reorganifationsmaßnahmen notwendig machten. Im letzten Monatsbericht des Schweizerischen Bankvereins werden die 31 größten Industriegesellschaften der Schweiz aufgeführt, wie bringen an Hand diefer Zahlen folgende Aufstellung, die die Entwicklung des Attientapitals und der verteilten Dividende widerspiegelt: 1914 1918 1925 309,3 mil. Frs. 461,6 Mill. Frs. 594,3 Mill Frs. Aftienkapital insgesamt Dividende im Durchschnitt 7,5 Proz 14,0 Proz.8,8 Proz Das Aftientapital der schweizerischen Industrie hat sich in den 12 Jahren nicht unbedeutend vermehrt. Die Steigerung befrug von 1914 bis 1918 rund 50 Broz. und von 1914 bis 1925 fogar 92 Broz. Troß dieser Neuinvestationen fonnte die Dividende noch über den Friedensfah hinausgehen. Im letzten Kriegsjahr hatte sie sich sogar fast verdoppelt. Am höchsten war die Rendite bei den Unternehmungen der chemischen Industrie. 1914 tam bei den 31 angezogenen Gesellschaften eine Dividendensumme von 23,2 Millionen Franken, 1918 eine solche von 64,7 Millionen Franken und 1925 eine solche von 52,3 Millionen Franken zur Verteilung. Die Entwicklung in der schweizerischen Industrie ist ein Beweis dafür, daß der Krieg nirgends alles beim alten ließ. In Rontor bedarf 9 JUERGENS Alexanderplat Ischias Rheumatismus heile d. m. unübertr Thermobehandlung Leffmann, Genthiner Str. 14. 10-1, 4-7 Preisabbau! Schützt Eure Bücher! Bucherschrank in Eiche Jetzt M. 39.1.52 m hoch, 0,70 breit, in hell, braun oder ichwarz. Auch größere am Lager. Berland nach außerhalb. A. Meckelburg, Borwärts- Spedition Berlin- Treptow, Grägstraße 50. Tel Morigplaz 8048 Geöffnet von 7-7 Uhr Zeichen des TEN SITUTION Das Baus der Moden Preispoffit für Herrenwäsche. In der Generalversammlung ber| Heinen Margarinefabriten sind nach der Inflation immer mehr unb mit einem Aftientapital von 1,26 Millionen Mart arbeitenden mehr vom Markt verschwunden, und die wenigen, die noch übrigBerliner Wäschefabrik 2.-G. vorm. Gebr. Ritter zu geblieben sind, versuchen jetzt mit allen Mitteln, ihre Position zu Berlin beklagte fich die Verwaltung darüber, daß die Organisation behaupten. Die C. und G. Müller Speisefettfabrit der Wäschehersteller der Preispolitik nicht die Aufmerksamkeit widme, Attiengesellschaft, eine der größten von den kleinen, hat die sie erfordere und daß auf diese Weise ein Unternehmer gegen fich nach und nach eine Anzahl von Fabriken angegliedert, so die den anderen auf dem Markte kämpfe. Die Folge wäre ein Preis- Union in Lüneburg, die Westfälischen Süßrahm- Marsturz für Bäsche( die Gesellschaft stellt in erster Linie Herrenfragen garine werte vormals Julius Rid G. m. b. H. in Herford und, gegenüber den stärkeren ins Hintertreffen geraten. Bemerkenswert dings maßgeblich beteiligt an der Margarinefabrik Dr. A. Schrö und Herrenoberhemden her) und so seien die schwächeren Firmen wie in der Generalversammlung mitgeteilt wurde, hat sie sich neuerwar weiter an den Darlegungen der Verwaltung, daß die Läger des Einzelhandels, nachdem monatelang fast jeder Zufauf unterblieben der A.-G., Berlin, an der Dresdner Speisefett.- G. und an der Domma G. m. b. 5. in Dresden. Sie beabsichtigt, die wäre, jetzt große Lücken aufweise Der Einzelhandel sei unficher Produktion auf eine wenige Produktionsstätten zu konzentrieren, da geworden in seinen Einkäufen, weil er stets befürchte, zu teuer ein- gegen einen sehr umfangreichen Verkaufs- und Werbeapparat aufzufaufen. Die Gesellschaft ist im übrigen eine der wenigen Unter- zuziehen. Produktionsstätten befigt sie jetzt in Königsberg, Stettin, nehmungen, die ihren Aufsichtsrat abgebaut hat. Für zwei Mit Berlin und Dresden. Die Gesellschaft erzielte im abgelaufenen Geglieder des Aufsichtsrats, deren Wahlperiode abgelaufen war, hat schäftsjahr einen Reingewinn von 114 336 M., aus dem einmal der feine Erfahwahl stattgefunden. Ein drittes Aufsichtsratsmitglied vorjährige Berlust gedeckt wird, 9900 m. werden auf neue Rechnung war freiwillig ausgeschieden. Immerhin besteht der Aufsichtsrat noch vorgetragen. aus 9 Mitgliedern. Die Gesellschaft erzielte einen Reingewinn von 74 072 m., aus dem eine fünfprozentige Dividende zur Berteilung, gelangt. Der Preissturz scheint ihr also noch nicht zu schaden. Die Maiumfäße der Konsumvereine. Der Gesamtumsatz der berichtenden 57 Konsumgenojenschaften mit 1654 000 Mitgliedern belief sich in den vier Wochen des Maimonats auf 31,6 Millionen Mart. Auf den Wochendurchschnitt entfielen 4,78 mt. Davon brachte die Woche vor Pflingsten den höchsten Durchschnittsumfaß, nämlich 5,71 Mt., und die Woche nach Pfingsten den geringsten Den höchsten Warendurchschnittsumfaz für den Monat Mai erzielte wiederum der sächsische Verband mit 6,26 M., ihm folgt der nordwestdeutsche Verband mit 5,96 Mt. Auch der württembergische Verband tommt mit 5,27 Mt. gut voran. Am weitesten zurückgeblieben ist der südwestdeutsche Verband mit 3,71 Mr. Don 3,88 Mt. 0005 herrschen die beiden holländischen Konzerne, van den Bergh und Zusammenschluß in der Margarinenindustrie. Bekanntlich be Jürgens, den deutschen Margarinemartt. 70 Broz. der Umsätze, die in Deutschland überhaupt erzielt werden, gehen durch ihre Hand. Die Internationale Normenvereinigung. Im April d. J. tagten die Delegierten der Normenausschüsse von 18 Ländern in New York in einer internationalen Normenkonferenz. Die Aufgabe dieser Konferenz war, die Grundlage für eine internationale Normenvereinigung ( International Standards Affociation) zu legen. Die Konferenz verabschiedete einen Sagungsentwurf, der den nationalen Normenausschüssen zuging und von ihnen ratifiziert werden soll. Er sieht den Austausch aller das Normengebiet betreffenden technischen die Schaffung eines internationalen Zentralbureaus vor, das für Erfahrungen sorgen und Vereinbarungen internationaler Natur vorbereiten soll. Hierbei denkt man teils an wirklich internationale Normen, teils an solche, die nur ein kleinerer Kreis von Nationen als Funktion ihrer gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen vereinbart. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewertschaftsbewegung: Friebr. Entorn: Feuilleton: R. 8. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frik Raritädt: Anzeigen: Tb. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanftalt Baul Ginaer u. Co. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Bailon Clubionckaufs Kleider, Jackenkleider Mäntel Complets, Suite, Blusen, Röcke Morgenröcke, modische Strickwaren Preise z.T. 14 der früheren Beginn des Ausverkaufs Donnerstag den 1.Juli vorm. 9Uhr KERSTEN& TUTEUR BERLIN, LEIPZIGER STR. 36, ECKE CHARLOTTENSTRASSE Zweigniederlassung. Kurfürstendamm Ecke Rankestr. Strümpfe/ Socken Damen- Strümpfe Qualit Paar bekannt gute 0.48 Damen- Strümpfe la Seidenflor, 0.95 gemustert, schwarz und braun Paar . Damen- Strümpfe kunstl. Seide, 1.65 Paar 2.95 alle Farben, m. Naht u. Hochferse Paar Damen- Strümpfe waschseide, alle Farben. Kinder- Strümpfe schwarz und 0.55 braun, Gr. 1-5 Paar Herren- Socken Vigogne. Paar 0.38 Herren- Socken bunte Paar Farben 0.38 Trikotwaren gewebt, Saifon Ausverkauf Beginn 1. Juli Vorverkauf 30. 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Es hatte folgenden Wortlaut:„ Der Angeklagte das Urteil im Kutister- Prozeß. 3wan kutister wird wegen Peters wird wegen fortgesetzter passiver Bestechung in fünf Fällen, fortgesetzten Betruges in Tateinheit mit Urfundenwegen Amtsbegünstigung in zwei Fällen, wegen Beihilfe zur Monofälschung und wegen Anstiftung Strieters3ufalichen poleinnahmehinterziehung in zwei Fällen zu 2 Jahren 3 Moeidesstattlichen Versicherungen zu fünf Jahren Zuchthaus und einer Buße von 4 millionen mark, naten Gefängnis unter Anrechnung von 1 Jahr 8 Monate für die im Nichteintreibungsfalle ein weiteres Jahr Zuchthaus fritt, Untersuchungshaft verurteilt. Außerdem zu einer Geld buße von verurteilt. Der Angeklagte Ho 13 mann wird von der Anklage der 2000 Mark und einer weiteren Buße von noch Abgabe einer falschen eidesstattichen Versicherung freigesprochen, aver 2000 Mart. Für fünf Jahre wird ihm die Fähigkeit zur Bewegen Beihife zu fortgesetzlem Betruge zu einem Jahr sechs fleidung öffentlicher Aemter abgesprochen. Der Angeklagte Baŋer Monate Gefängnis verurteit. Der Angeklagle Strieter wird wegen Begünstigung in einem Falle zu 2 Jahren Ge. wird wegen Beihilfe zu fortgefehtem Betruge und wegen Abgabe fängnis und zweimal zu je 300 Mart verurteilt. Die einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu einem Jahr GeStrafe ist als verbüßt anzusehen. Außerdem hat er noch eine fängnis verurteilt. Die Angeklagten Blau, Blei, Grieger, weitere Buße von 300 Mark zu zahlen. Grobe und Alexander Kutister werden wegen Beihilfe Der Angeklagte zu fortgesetztem Betruge zu je sechs Monaten Gefängnis Hermann Weber wird wegen fortgesetzter Bestechung in einem Falle verurteilt. Allen Angeklagten wird die erliffene Untersuchungshaft und wegen Betruges in einem Falle zu 1 Jahr 9 Monate Gefängnis angerechnet. Die letzten fünf erhalten Bewährungsfrist auf den Rest unter Anrechnung von 1 Jahr 6 Monate Untersuchungshaft verder Strafe, jedoch Alexander Kufister nur unter der Bedingung, daß urteilt. Außerdem zu 20 000 Mart, für die 1 Tag Gefängnis für er eine Buße in der Höhe der von ihm gestellten Sicherheit zahlt. je 250 m. eintritt. Heinrich Weber wird wegen Beihilfe zum BeDaniel und Mag Kufister werden freigesprochen. truge zu 1 Jahr Gefängnis und 5000 Mark verurteilt. Die Strafe Gegen Strieter, der sich augenblicklich in Aegypten befindet, wird ein ist als verbüßt zu betrachten. Robert und Leopold Siemte Haftbefehl erlaffen. werden wegen fortgesetzter passiver Bestechung in je einem Falle zu 6 Monaten Gefängnis und 10.000 m. Geldstrafe verurteilt. Halfmann wird wegen fortgesetzt aktiver Bestechung zu 2 Monaten Gefängnis und 3000 m. Geldstrafe verurteilt. Der Wert der Bestechungsgelder in der Höhe von 21 800 m. fallen dem Staate zu. Der Angeklagte Cantrup wird freigesprochen. Alle Haftbefehle werden aufgehoben. Am Anfang der Begründung des Urteils führte der Vorsitzende aus: Es sind während der Gerichtsverhandlung Zweifel darüber ausgesprochen worden, ob die Finanzräte und Direktoren der Staatsbant von Kutister doch nicht bestochen worden seien, da es underständlich erscheine, wie diese Herren sich im Laufe eines ganzen Jahres von dem Angeklagten haben täuschen lassen. Obgleich das Ermittlungsverfahren gegen sie eingestellt worden ist, hat das Gericht sich mit diesen Zweifeln auseinandersehen müssen, da von der Beur teilung der Staatsfinanzräte das Maß der Schuld der Angeklagten abhängt. Es sei daher festzustellen, daß sie bis zum Augenblick es nur mit einwandfreien deutschen Kaufleuten zu tun gehabt hatten und daß es dem Angeklagten Kutister stets gelungen sei, allen und jeden in seinen Bann zu bringen. Einen Menschen von so ab= grundtiefer Verlogenheit mit so großer suggestiver Kraft hat Westeuropa im Laufe der letzten 150 Jahre nicht gefannt. So falle die Mitschuld der Finanzräte fort. Wenn sie bestochen worden wäre, dann hätte Kutister nicht zu feinen Telegrammfälschungen zu greifen brauchen. Es habe auch fein Grund für fie vorgelegen, ihren Ruf und ihre ficheren Einnahmen für Kutisters Willen aufs Spiel zu sehen. Es liege also absolut fein Grund vor, den Staatsfinanzräten sowie den Anwälten unredliche Handlungen nachzusagen. Gefängnisstrafen im Spritweber- Prozeß. Um 10 Uhr wurde heute vom Landgerichtsdirektor Dr. Schulze nach zwölf wöchiger Berhandlung das Polizei und Verkehrsregelung. Die neue Berfehrsregelung in Berlin ist im allgemeinen durchaus lobenswert und es ist bie felbstverständliche Aufgabe der Polizei, darauf zu achten, daß sie jo schnell wie möglich von allen Be teiligten innegebaften werde. Eine Strenge Erziehung der Kraft. und sonstigen Fahrer durch die Polizei ist gerade in der ersten Zeit unumgänglich. Nur muß man sich dabei vor Uebertreibungen und Gehässigkeiten hüten. Ein Mitglied unserer Redaktion hatte am Donnerstag nachmittag Gelegenheit, innerhalb furzer Zeit und an zwei verschiedenen Stellen ein polizeiliches Vorgehen zu beobachten, bas Ticherlich nicht den Absichten des Polizeipräsidiums entspricht. 1. Die Sommerstraße am Portal II( Südseite des Reichstages) ist eine Einbahnstraße, übrigens ohne zwingenden Grund, denn der Verkehr ist dort sehr schwach und wickelte sich jahrelang reibungslos in beiden Richtungen ab, fogar an großen Sigungstagen des Parlaments. Ein einziges winziges Schild, das für diejenigen, die von der Dorotheenstraße tommen, unsichtbar ist, verweist auf den Einbahncharakter dieser Straße. Gestern hielt sich nun ein Blauer" vor dem Reichstagsportal auf und hielt binnen furzer Zeit drei Fahrzeuge an und notierte sich die Fahrer zweds Bestrafung. Man hatte geradezu den Eindruck einer Menschenfalle, denn der Beamte hätte ebenjogut am Eingang der SommerStraße stehen tönnen, um die Fahrer rechtzeitig zu warnen, anstatt, hinter stehenden Autos versteckt, aus dem Hinterhalt auf seine Beute hervorzuspringen. Die Angezeigten hatten sicher im guten Glauben gehandelt vom Beamten hatte man den umgekehrten Einbrud. 2. Kurz vor der Ede Friedrichstraße und Unter den Linden hält eine Kraftdroschte. Ein Fahrgast steigt aus, hat kein Kleingeld. Der Fahrer muß warten, bis der Portier wechselt. Dann fährt er langsam weiter. Es regnet in Strömen. Ein neuer Fahrgaft springt aufs Trittbrett, ruft dem Chauffeur eine Adresse zu. Indeffen kann der Chauffeur zunächst nicht weiter, denn er befindet fich gerade neben einer Autobushaltestelle und ein Autobus fommt gerade angefahren. Schon taucht ein Blauer, heftig schimpfend, auf, zwingt den Chauffeur auszusteigen und zeigt ihn zwed's Bestrafung an. Der Mann ist offenkundig unschuldig, er ist höchstens durch den Fahrgast überrumpelt worden. Im übrigen hätte eine freundliche Warnung durchaus genügt. Aber nein! Es muß bestraft werden! Bielleicht belehrt der Polizeipräsident die Beamten dahin, daß Ordnung" feineswegs identisch sein muß mit Schifane; und das ein menig menschliches Auftreten viel wirksamer ist, als fleinliche Paragraphenreiterei. Auch die Polizei ist nicht unfehlbar. Schwerer Autozusammenstoß an der Großbeerenbrücke. Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen zwei Autodroschten erfolgte heute vormittag gegen 11 Uhr an der Großbeerenbrüde und Hallesches Ufer. Zwei Personen wurden schwer verletzt, so daß fie ins Krankenhaus geschafft werden mußten. Die beiden Kraftdroschten fuhren mit folcher Gewalt aufeinander, daß fie auf den Bürgersteig geschleudert wurden, wobei sich die eine der Kraftdroschten überschlug. Das Auto ging in Trümmern und der Benzinbehälter explodierte. Der Führer wurde von seinem Sig auf das Straßenpflaster geschleudert, wo er schwer verlegt liegen blieb. Der Fahrgast, ein Kaufmann Otto Lorenz aus der Michaelkirchstraße 3, erlitt durch die Stichflamme schwere Berbrennungen und zog sich Schnittmunden und eine Gehirnerschütterung zu. Lorenz wurde durch einen Wagen des Städtischen Rettungsamtes nach dem Urban- Krantenhaus, der Kraftwagenführer von Bolizeibeamten in ein anderes Krantenhaus übergeführt. Die inzwischen alarmierte Feuerwehr nahm die Aufräumungsarbeiten vor. Die Schuldfrage ist noch nicht geflärt. Es wäre sehr angebracht, daß auf diese Straßenkreuzung, wo ständig ein starker Autoverkehr herrscht, die Bertehrspolizei besonderes Augenmert richtet. Erst vor zwei Tagen hat sich an der gleichen Stelle ein Unfall ereignet, indem ein Automobil gegen die Brüstung des Kanals fuhr und das Geländer eindrückte. Wiederholt erfolgten an dieser gefährlichen Ede Unfälle, bei denen Bersonen zu Schaden tamen. In der Begründung führte der Borsitzende unter anderem aus, daß die schriftliche Begründung alle Tatsachen in allen Einzelheiten darlegen würde, die als Unterlagen für das Urteil gedient haben. Im Augenblick sei nur das wesentlichste festzustellen. Das Gericht hat die sittliche und gestige Verfassung der Angeklagten, wie auch die wirtschaftliche Lage, aus der heraus ihre Handlungen begangen worden sind, berücksichtigt. Es hat sich auch herausgestellt, daß der Kreis der Menschen, die an ähnlichen Verbrechen beteiligt gewesen find, viel größer war. Selbst vor Gericht sind Hinterzieher von Monopoleinmahmen, ihre Helfer und eine ganze Reihe von Beamten vorbeigezogen, die auch als schuldig zu betrachten wären. Trozdem war es gut möglich, ein flares Bild von den Handlungen der Angeklagten zu erhalten. Da, wie gesagt worden war, alles schob", war die Aussage des Zeugen bei ihren Nachforschungen äußerst schwierig. Im übrigen begründete Landgerichtsdirektor Dr. Schulze wie in rechtlicher, so auch in tatsächlicher Beziehung in stundenlangen Ausführungen das Urteil. Mittelfeuer in der Gotkowskystraße. Ein Feuerwehrmann erheblich verletzt. Ein gefährliches Feuer tam gestern früh in der Bäckerei von G. Mütter in der Goglowstgstraße 7 zum Ausbruch. Es griff mit großer Schnelligkeit um sich und brachte die Mieter durch ungewöhnlich starke Berqualmung in Gefahr. Patroullierende Polizeibeamte bemerften morgens turz nach 4 Uhr aus dem Laden Qualm aufsteigen, und beim näheren Nachsehen nahmen sie einen Feuerschein wahr. Die sofort gerufene Feuerwehr erschien mit 3 Löschzügen an der Brandstelle. Inzwischen hatte das Feuer aber eine solche Ausbreitung gewonnen, daß Laden, Bäckereianlagen usw. in hellen Flammen standen. Es wurde aus 3 C- Rohren etwa zwei Stunden lang Wasser gegeben. Der Löschangriff wurde durch dichte Rauchschwaden und starke Higeentwidlung erschwert. Größte Gefahr bestand für die über den Brandherd liegenden Wohnungen. Teilweise sind die Decken durchgebrannt, doch fonnte ein lebergreifen des Feuers auf die Wohnungen selbst verhütet werden. Die Fenster der Treppenhäuſer mußten gewaltsam geöffnet werden, um den Rauch massen Abzug zu verschaffen. Leider ist bei den Löscharbeiten der Feuerwehrmann Wille verlegt worden, der sich an der Hand und an den Füßen erhebliche Brandwunden zuzog. Der angerichtete Brand- und Wasserschaden ist erheblich. Die Entstehungsurfache ist noch nicht bekannt, wahrscheinlich aber auf unvorsichtig feit zurückzuführen. ,, Liebes Gretchen, nu staunfte." Am Montag erschoß sich auf dem Jerusalemer Friedhof ein 30 bis 35 Jahre alter Mann, dessen Personalien noch nicht bekannt sind. In der Hand des Toten fand man einen Bettel mit den Worten: Liebes Gretchen, nu staunfte!" Der Selbst. mörder ist 1,72 meter groß, hat blondes. Haar und ein rundes alattrafiertes Geficht. Er trug eine brauntarierte Jade, eine grüne Hose, ein lilagestreiftes Hemd, eine blaue Beste, braune Strümpfe und schwarze Stiefel. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. ,, Lebendiger" Anschauungs- Unterricht. Nur zu viele werden noch mit Grauen an den langweiligen Naturgeschichtsunterricht ihrer Schulzeit zurüddenfen. Ob Bolts, Mittel- oder höhere Schule, überall versuchte man mit den gleichen gepreßten oder getrockneten Pflanzen und Tierleichen den Schülern ein Abbild der lebendigen Natur vor Augen zu führen. Doch Scheint auch hier eine" Bräparaten Dämmerung" anzubrechen. Einen interessanten Versuch hat die Gartenarbeitsschule Bil. mersdorf mit einer Seidenraupenzucht, im fleinen Maßstabe allerdings unternommen. Auf dem Schulgrundstück sieht man die von den Kindern gehegten und gepflegten Maulbeerheden. Dreimal am Tage wird davon eifrig Futter für die Raupen geflückt. Die sind frei auf einem Tisch im Gewächshaus untergebracht, wo sie schon heißhungrig auf ihre Agung warten. Wenn die ganze Schar ihre Freßwerkzeuge in Bewegung setzt, entsteht ein Geräusch, daß einem leichten, auf das Dach niedergehenden Landregen gleicht. Reifig liegt auf einem Tisch. Hier vollzieht sich das Einspinnen und Berpuppen der Tiere. Wenn die Schüler auf diese Weise den Lebensweg eines Falters höchst anschaulich kennen lernen, fo ist das wertvoller als das Anftarren noch so vieler Glasfästen. Doch damit nicht genug, es wird ihnen auch ein Fingerzeig gegeben, fich in späteren Jahren etwas Nebenverdienst zu schaffen. In Sachsen und Mecklenburg, in Potsdam, Rathenom und an vielen anderen Blägen züchtet man heute Seidenraupen und hat diese Zucht als einträchtliche Nebenbeschäftigung für Kinder, alte Leute und Schmerkriegsbeschädigte erkannt. In dankenswerter Wese sorgt der Gemeinnüßige Verband für Seidenbau in Deutschland, Berlin, für Förderung und Aufklärung wie er sich auch für die Einführung in Arbeitsschulen und als Lehrfach an Landwirtschaftsschulen eingefeit. Mittwoch, 30. Juni 1926 Auf Deutschlands höchstem Gipfel. Wenige Bochen, bevor die Seilschwebebahn auf die Zugspize vollkommen betriebsfertig und zur allgemeinen Benutzung freige geben wird, wurde an der Nordfront des gleichen mächtigen Ge birgsftodes, des Wettersteins, eine dem System nach gleiche Seilbahn für Personenbeförderung dem öffentlichen Verkehr übergeben: die Kreuzedbahn. Nicht wie der große und mächtige Bruder auf der österreichi. schen Seite, der mit seiner fühnen Anlage in gruseligen Steilauf. schwüngen die Menschen direkt auf das Felsenhaupt dieses Gebirges Garmischer Kreuzedbahn ihre Gäste auf das nur 1650 hoch ge sezt, sondern bescheiden und nahezu im Verborgenen fährt die legene Almplateau, das der wegen ihrer Schönheit berühmten Alp, spige und dem einige Kilometer in wilder Felszerrissenheit nach der Bugspitze führenden Höllentalgrat vorgelagert ist. Dieses Hochplateau vermittelt einen umfassenden Einblick in den gesamten Wettersteinstock, in die schroffen Felsengerüste der mächtigen Grate, die alle nach der Zugspize streben, in die öden Hochkarsten und in die mit ewigem Eis und Schnee erfüllten Kessel und düsteren Steinschluchten. Darum ist das Kreuzeckplateau seit langem ein fchr beliebtes Ziel der alpinen Touristik, ja sogar der stöckel- und Aber lackbeschuhten Hotelwelt von Garmisch und Partenkirchen. zu Fuß waren es immerhin drei gute Stunden aufs Kreuzed von heute ab tragen und ziehen ein paar Seile von Viertelstunde zu Viertelstunde bis zu 26 bergfreudige Menschen an den Fuß der felsigen Wände und Türme. Technisch macht die ganze Anlage, die in knapp einem halben Jahre hergestellt wurde, einen auffallend einfachen Eindruck. Unten im Tale, verborgen in einem muldigen Winkel nahe am Rifferfee, steht ein fleines ge fälliges Stationshäuschen, von dessen rückwärtiger Front zwei 45 Millimeter starte Drahtseile als Träger einer metallenen der Bergstation führen, zuerst in mäßiger Steigung, die sich zuKabine überaus straff gespannt über 2324 Meter nach der Höhe letzt bis zu 57 Proz. steigert. Diese beiden Tragseile bestehen aus 115 einzelnen Drähten besten Tiegelgußstahls, die als Lizenspiralfonstruktion zu einer geschlossenen technischen Einheit verarbeitet find. Der laufende Meter dieses Seils wiegt annähernd 9 Kilo, so daß beide Tragseile zusammen über 40 000 Kilo schwer find. Ihre Tragfähigkeit beträgt 204 000 Kilo, wovon aber nur 54 000 Kilo im Höchstfalle benötigt werden; es bleibt also eine Festigkeitsreserve von rund 150 000 Kilo. Oben in der an den Rand einer Eteilschlucht geflebten" Bergstation arbeitet als einzige Kraftquelle ein 50- PS- Diesel Dynamo, der an einem 35 Millimeter starfen Drahtseil mit 41 000 lo Festigkeit die beiden Kabinen mit einer Geschwindigkeit bis zu 5 Metersekunden heraufzieht bzw. hinab. läßt. Drei Betoneisentürme dienen den Seilen, die eine effektive Höhe von 880 Meter durchspannen, als Stützen. Bei der Kon ſtruktion dieser Anlage sind eine Reihe technischer Neuerungen zum durch seine Konstruktionen in Südtirol während des Krieges beerftenmal angewandt morden, deren Erfinder der in Fachkreisen rühmt gewordene Meraner Ingenieur Zuegg in Zusammenarbeit mit der Leipziger Firma Bleichert u. Co. ist. Sum erften Male wurde bei dieser Seilschwebebahn auf das Kreuzed die höchſte Einfachheit und Betriebssicherheit in geschlossener Einheit erreicht, und damit ist die Kreuzedbahn die erste nach sicherheitspolizeilichen Grundfäßen erbaute Seilbahn. Bei der Fahrt hat man einen überwältigenden Eindruc: mächtig ist der Tiefblick in die Garmischer Ebene und die Loisach hinaus ins Flachland, erhaben der Beitblid auf die Ammergauer und Lechtaler Bergfetien und beinahe schauerlich der Nahblick in die nördliche Steilflante des spitpraffen Warensteins und in die zerrissene Felswildnis der berühmten Höllentalflamm. Aber die ruhige Sicherheit der sanft dahinsich das rollende Gefährt auch schon im letzten Steilaufschwung Schwebenden Kabine besänftigt die pen, und derweilen schiebt hinein in den Vorraum der Bergstation. Die fleine, absolut sichere Luftreise ist vorüber. Noch ein paar Stufen und man tritt durch die Tür des fleinen Häuschens, das im wesentlichen die Maschinen anlage beherbergt, mitten hinein in die überwältigende Erhaben. heit der Bergwelt um Deutschlands höchsten Gipfel. Die Konjum- Genossenschaft Berlin und Umgegend teilt uns mit, daß sie, um auch der Spandauer Bevölkerung Gelegenheit zu geben, ihren Warenbedarf mehr als bisher auf genossenschaftlicher Grundlage zu decken, am 2. Juli d. J. die 185. Lebensmittelabgabestelle in Spandau, 3eppelin str. 20, eröffnet. Sie bittet alle Verbraucher, von der Eröffnung dieser Abgabestelle Kenntnis zu nehmen. Ein Startstromunglüd. Auf der Grube Greppiner werfe bei Deligich ereignete fid), nach einer Meldung aus Leipzig, ein schwerer Unglüdsfall. Ein Abraumbagger fam mit der elektrischen Leitung in Berührung und stellte Kurzschluß am Schienenftrang her. Eine Arbeitertolonne von fünfzehn Mann, die mit dem Richten der Weichen beschäftigt war, wurde vom Strom erfaßt und brach zusammen. 3e hn Mann erholten sich sofort wieder, vier Mann wurden durch Wiederbelebungsversuche zur Besinnung gebracht. Leider war es nicht möglich, den fünfzehnten ins Leben zurückzurufen. Sein Bater, der Meister der Kolenne, war Augenzeuge des Todes feines Sohnes. Die Donau steigt weiter. Infolge der unterbrochenen Regengüffe steigt die Donau weiter und bildet eine starte Bedrohung für Belgrad. 12 000 Bauern arbeiten Tag und Nacht mit 5000 Fuhrwerfen an der Befestigung der Dämme, die die Batschka, deren Ernte bedroht ist, beschützen. 4375 Kilometer ohne Zwischenlandung. Nach einer Meldung aus Paris haben die Brüder Arrachart, die 4375 Kilometer lange Strede Paris Basfra( Mesopotanien) ohne Zwischenlandung durchflogen. spät nachmittags Erdstöße aus Santa Monica, Los Ange Erdstöße in Kalifornien. In Kalifornien wurden am 29. Juni les und Santa Barbara gemeldet. In legtgenanntem Drt abststürzenden Kamin getötet und Straßenbahnwagen aus den wurden die Telephonleitungen beschädigt, ein Kind durch einen herSchienen geworfen. Geschäftliche Mitteilungen. Die schwere Zeit ist vorüber. Nur dann ist sie vorüber, wenn es Geschäfte gibt, die es verstehen, ihren Räufern Waren zu verkaufen, die jedem als fchredlich billig in die Augen springen. Die feit Jahrzehnten bekannte Herren. konfektionsfirma Schulmeister am Rottbuffer Tor, besonders bekannt durch eigene Erzeugniffe, verfehen mit der Schuhmarke des Herren mit Sylinder, mand verfäume, diefe feltene Gelegenheit zu ergreifen, um dort fich einzufleiden. Deranstaltet ab 1. Juli das zweite Mal in diesem Jahre 10 billige Tage. NieAlles wird staunen über Breise und Qualitäten. Rur Qualitätswaren werden sum Bertauf gebracht. Tagesgespräch ist der Saisonausverkauf der Firma S. Jofeph, Schöneberg. Sauptstr. 1, Ede Grunewaldstraße. Es gelangen ab 1. Juli in ben burch Umbau bedeutend vergrößerten Berkaufsräumen riesige Lagerbestände in Serrenund Anabenbekleidung zum Verkauf. Um das Lager zu rämen, hat die Firma die Breise ohne Rüdicht auf den früheren Wert bedeutend herabgefeht und ist Preisen su erstehen. Wir verweisen auf das heutige Inferat. badurch die Möglichkeit gegeben, nur Qualitätswaren zu außerordentlich billigen tag, den 1. Suli, bas allgemein bekannte Barenhaus S. Jofeph u. Co., NeuIm Zeichen des großzügig angelegten Saisonausverkaufs steht ab Donners föln, Berliner Str. 51-55. In fast allen Abteilungen find gewaltige Marenpoften tid fichtslos im Breis herabgefekt, so daß selbst bei fleinsten Die Charlottenburger Liedertafel beranftaltet am Donnerstag, den Mitteln eine ganz enorm verteilhafte Einlaufsgelegenheit für alle Schichten 1. Zuli, abends 8 1hr, ein Blaglonzert auf dem Friebrich- Karl- Blak. bes Bublikums geschaffen ist. Näheres im heutigen Saferat. STEGO dison- Ausverkau Beginn Bekannt gute Qualitäten zu rücksichtslos herabgesatzten Preisen! 1. Juli Herren- Anzüge jetzt 1850 Sport- Anzüge jetzt 2750 haltbare Stoffe 25. Herren- Anzüge jetzt 950 moderne Farben und Formen Herren- Anzüge jetzt 3900 woll. Cheviotstoffe, hell u. dunkel. 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