Nr. 180. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Viertel fährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30Mf.proQuartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uge Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 4. August 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Bünftlernoth. " Solche Beschwichtigungsversuche klingen recht nett, I sollen. Die sind aber immer nur Stückwerk. Seine Mußc aber zu trauen ist der Eache nicht. Denn was stunden" muß der halbwüchsige Bursche darauf verwenden, Schon wieder einmal haben die Regierungsweisen und müßt denn schließlich dem Handwerksmeister der ganze wenn er von der Arbeit in der Werkstatt abgehetzt ist. Es die Zunstweisen die Köpfe zusammengesteckt, um zu be- Befähigungsnachweis, wenn ihm jeder Meister aus macht da praktisch wenig Unterschied, ob ihm für den rathen, wie der ewigen Zünftlernoth abzuhefen sei. Und wenn einem halbwegs verwandten Berufe in seiner Spezial Echulbesuch einige Tagesstunden freigegeben werden müssen. man den Mittheilungen trauen darf, die aus den Geheim- arbeit unlauteren Wettbewerb" machen darf? Ohne die Um diesen, allerdings nicht die Handwerker, wohl aber fonferenzen durchgefickert sind, so haben die Regierungsweisen Abgrenzung der Fabrikationsbefugnisse ist der Befähigungs- das Handwerk" schädigenden Zuständen abzuhelfen, giebt den Zünstlerwünschen ein offeneres Ohr geliehen als früher. nachweis ein Messer ohne Klinge. Mit jener chitanöjen es nur ein Mittel: die gesammte Lehrlingsausbildung den Jett soll denn auch die eine ihrer Hauptforderungen, Bestimmung indeß ist es ein Messer, mit dem sich zwar die Fachschulen zu übertragen. Mögen nachher oder auch die Zwangsinnung, ihnen bewilligt worden sein. Demnächst Handwerker gegenseitig die Hälse abschneiden können, aber zwischendurch für einzelne Jahre die ausgebildeten Lehrwird also wohl eine neue Auflage des Berlepschischen Ge- Riemen können sie sich aus anderer Handwerker Haut linge als jugendliche Arbeiter" sich in dem, was sie in sehentwurfes mit dieser Forderung prangen. doch nicht schneiden. der Echule gelernt, beim Handwerksmeister befestigen. Ein ähnliches Eystem wird jetzt schon bei der Auss bildung der sogenannten höheren" technischen Berufe, bei Architekten, Ingenieuren aller Art und Maschinentechnikern angewandt. Es liegt gar kein Grund vor, jungen Handwerkern, Echlossern, Tischlern, Schneidern, Schuhmachern, Bäckern u. s. w. dieses bewährte Ausbildungssystem vor zuenthalten, gar kein Grund, wenn nicht in dem Ausbeutungsinteresse der Handwerksmeister. Würde wirklich in Deutschlend die sogenannte Sozial reform von Stufe zu Stufe soweit finken, um uns auch noch den Befähigungsnachweis zu bescheeren, so würden die ver blendeten Innungsschwärmer nach bitteren Enttäuschungen einsehen, daß das auch nichts ist. Judeß predige man einmal Leuten, die am Ertrinken nach jedem Strohhalm greifen, daß ein Strohhalm kein Rettungsapparat! Sie greifen doch danach. um 4 Politische Lebersicht. Mit der Zwangsinnung wollen die Zünfter dann auch die Handwerkerkammer in den Kauf nehmen, die ihnen selbst herzlich wenig nach der Müze ist, da sie in ihnen so etwas wie eine entfernte Möglichkeit auch einer Berücksichtigung der Arbeiterinteressen wittern, obgleich sie ganz ruhig sein könnten: der heutige Staat wird schon dafür sorgen, das die Unternehmer in den staatlichen Berufsorganisationen immer die Oberhand behalten. Doch zufrieden sind unsere Zunftschwärmer deshalb Doch da ist ja noch eine„ Reform", um die unsere Zünftler Damit kann man denn auch die wirkliche Liebe der noch lange nicht mit der Verheißung von Zwangsinnungen. sich sorgen. Eie sprechen aber nicht gern öffentlich darüber. Zunftschwärmer zum Handwerk auf die Probe stellen. Man Die sind für ihren Geschmack immer nur eine Schale ohne Das ist das Lehrlingswesen. Da muß man aber nicht frage sie einmal, wie sie über die Ausbildung der LehrKern, so lange ihnen der Befähigungsnachweis fehlt, dieses glauben, daß ihnen die Lehrlinge am Herzen liegen. Es linge in Fachschulen denken, was sie dazu meinen, wenn ersehnte Heilmittel gegen den sogenannten unlauteren Wett- handelt sich auch da das eigenste persönliche ihnen die Lehrlingszüchterei abgenommen werden sollte. bewerb. Inter sse der Meister. Die Lehrlingsreform besteht Eine erfreuliche Antwort wird nur in den seltensten Fällen Und den Befähigungsnachweis zuzugeftchen sträuben darin, daß nur ein zünftiger Meister das Recht dem Gehege ihrer Zähne entfliegen. Denn wenn fich vorläufig noch die Geheimräthe; das bringen sie noch haben soll, Lehrlinge auszubeuten. das Wir Sozialdemokraten werden dagegen stets bereit nicht über ihr Gewissen. Noch nicht, aber vielleicht der Handwerk stellenweis noch dem Großbetrieb die Waage sein, für diese Reform des Handwerks einzutreten. Für einst, wenn der reaktionäre Wind, der anhaltend durch die halten kann, so liegt das zum großen Theil daran, daß es das, was die Foster und Genoffen fordern, sind wir nicht deutsche Kultur bläst, ihr Gewissen robuster gemacht hat. vermittelst der Lehrlingszüchterei und Lehrlingsausbentung zu haben. Wir bekämpfen es wie jede andere reaktionäre Eigentlich ist's ein Mißgeschick für die deutschen Junungs- weiter vegetirt. Deshalb find denn auch die Zunftmeister Bopfschwärmerci. schwärmer, daß Desterreich sich zum Versuchsobjekt für den die geschworenen Feinde einer wirklichen Reform des HandBefähigungsnachweis hergegeben hat. Da schaut doch gar werts, die damit einschen müßte, daß die Lehrlinge zu erbärmlich der Jammer krähwinkeliger Mißgunft durch eine beffere, umfassendere gründlichere Ausdie zerschliffenen Feßen des Befähigungsgewandes hindurch, bildung in ihrem Berufe gewährt wird, als sie ihnen Berlin, 3. August. das man dem fiechenden Handwerk über die schlotternden heute die Theilarbeiter züchtende Großindustrie und Die Anwendung des dolus eventualis, vers Glieder geworfen hat. Wohliger ist ihm unter der neuen die lehrlingsausbeutende Kleinindustrie angedeihen läßt. mittelst dessen man den Drucker und das gesammte Hilfs Hülle nicht geworden. Das alte Gestöhn wird auch in Zu dem Zweck müßte aber mit dem System der Lehrlings personal für den strafbaren Inhalt einer Druckschrift verDesterreich wieder laut, nur in neuen Tonarten. Wie soll ausbildung durch geschäftstreibende Meister gebrochen antwortlich machen kann, wäre viel naheliegender, wo es man nun uninteressirten Beobachtern in Deutschland werden, denn die haben nicht ein Interesse daran, daß der sich um die Unterlassung von Schutzmaßregeln glauben machen, daß mit diesem Heilmittel aus der Lehrling bei ihnen etwas lernt, sondern daran, daß seine seitens der Fabrikanten handelt, wie sie in den Be guten alten Zeit der Zöpfe und Perrücken dem Handwerk Arbeitskraft für ihr eigenes Geschäft möglichst ausgenutzt nichten der Fabrikinspektoren so häufig gerügt wird. Wenn fich helfen läẞt? wird. Sicher giebt es in allen Berufszweigen Handwerks- man den Trucker einer Schrift, die von einem namhaft ge= Zwar sie geben sich alle Mühe, die Zunftschwärmer, meister, die die Förderungen der Lehrlinge fich eifrig anmachten verantwortlichen Autor verfaßt ist, wegen Majestätsauseinanderzusehen, daß sie gar nicht die Nachtheile des öster gelegen sein lassen, selbst gegen ihr eigenes Interesse. Aber beleidigung bestraft, weil derselbe sich hätte sagen müssen, reichischen Eystems nachahmen wollen. Es sollen nicht so das sind Ausnahmen. der Veifasser sci Sozialdemokrat und von Sozialdemokraten schroff, wie in Desterreich geschehen, die Befugnisse Soweit die Lehrinteressen des Lehrlings und die Ge- sei es bekannt, daß sie keine besondere Ehrfurcht vor der einzelnen Handwerke gegen einander abgegrenzt schäftsinteressen des Weisters sich mit einander decken, geht Monarchen hätten, ihnen also wohl eine Majestätswerden, so daß die Bäcker mit den Konditoren c3 auch noch. Wo aber beide gegen einander stoßen, da beleidigung unterlaufen könnte eine Begründung, mittelst an zu rechten fangen, wenn's an's Kuchenbacken geht, oder geht meist das Lehrlingsinteresse in die Brücje, wie der deren man auch jeden Zeitungsausträger wegen des Juhalts der Zeitung strafbar machen könnte die Klempner mit den Schmieden eine blutige Fehde darüber irdene Topf bei der Kollision mit dem eisernen." - so ausfechten müssen, ob der eine oder der andere Nägel mit läge es doch viel näher, die Auflage wegen Mords Messingtöpfen machen darf. gegen Fabrikinhaber und Direktoren zu erheben in allen Fällen, Fräulein Schulze's Fahrzeug für immer verschlossen bleiben Skizzen Hinterlande. [ Nachdruck verboten. aus dem füdamerikanischen 7 und 3 An demselben Tage, an dem die beiden Erwähnten ein glückliches Paar wurden, stand Herr Cesar Dtomar Schulze lief nachdenklich in dem Zimmer seiner Schwester. " Fredegunde," sagte er, ich habe eine Idee..." Und die wäre?" fragte Fredegunde hastig. Es war wieder nichts. Von Herrn Schulze, der bald darauf gänzlich nach San Die Geschichte einer Indianerin. Nun sind zwar Fachschulen für Lehrlinge eingerichtet, die den Mängeln der Ausbildung durch Meister nachhelfen gereicht ihm zur Ehre, daß er jetzt zum Märtyrer wurde. Der Belehrung der Judiauertribus, die in dem süd- sollte. amerikanischen Mesopotamien ihre leichten Belte hat, zum neuen Evangelium der spiritistisch buddhistischen Religion hatte er sein ganzes Tafein gewidmet; er, der selbst durch den Irrgang eines alltäglichen und profanen Denkens auf diese Genug, Herr Georg Kramer war wie ausgewechselt, seit- Geisleshöhe sich emporgearbeitet, fah jetzt, wie ihm die dem er Margarethe Sauermeier gesehen. Glich sein Herz Palme von anderer Seite aus der Hand gerungen wurde, früher einem Vesuv, so schien es jetzt, als ob sämmtliche und von wem? Von einem industriellen Kaufmann Bultane des Weltalls ihre glühende Lava in sein Herz ergossen der das Evangelium betrieb wie ein reiner Geschäftsmann, Bernardino übersiedelte, erzählt man sich, daß er dort mit hätten. Die Folgen tann sich auch ein in Liebesangelegen- und von einer Margarethe Cauermeier, die außer einer seiner Frau Amalia, geborenen Loethke Astronomie treibt. heiten weniger erfahrener Leser ausmalen. Fräulein Frede- mäßig hübschen Larve und einem etwa zwanzig Jahre Er hat beinahe einen Kometen entdeckt, und Frau Amalia gunde Echulze fiel in einer ihrer Vorstellungen, als alten Taufschein nichts weiter besaß, was sie zur berechnet die Sonn- und Mondfinsternisse auf mehrere fie ihren Anbeter nicht in ihrer Nähe gewahrte, statt in Prophetin und Vermittlerin höherer Ideen befähigte. Tief hundert Jahre voraus. einen spiritistischen in einen nervös hysterischen Krampf, mußte Herrn Schulze es schmerzen, daß schon in seiner der feinen der Zuschauer im mindesten befriedigte, und als jungen Gemeinde eine solche Herefie eingerissen war, fie gar zu Hause die ganze volle Wahrheit erfuhr, war ihr daß sie ihm seinen Lieblingsjünger zu rauben ver Nichts als Gras, Gras und wieder Gras, wohin das erstes, daß sie die ganzen Köpfe eines Gros Echachteln von mochte. Ja, es war zu befürchten, daß das niedrige und Ange sich auch wenden mag, und darüber der reine blaue Zündhölzchen verzehrte. Zu ihrem Glück hatte der Direktor brutale Genie des Herrn Enrique Jina den Propheten voll- Himmel ohne jede Wolfe. Ueber den Köpfen die strahlende der neuen Zündhölzchen- Fabrik" Die Sonne", weil er noch ständig entthronen und spirituell aus Kreuz schlagen würde. Sonne, die unermüdlich und unerbittlich herniedersengt. Es nicht vollständig in die Geheimnisse der Zündhölzchen- Oder, cs war schon geschehen, wenn Echulze chrlich denken ist eine eintönige Farbe, in der der Boden und der Himmel Pyrotechnik eingeweiht war, vergessen, vergessen, Phosphor in wollte. gemalt ist. Als wenn ein riesiger Pinsel mit einem großen die Zündmasse zu thun, und so kam die Familie Wir wollen uns in diese traurigen Vorgänge nicht des Strich über eine unendliche Leinwand gefahren sei. Schulze diefes Mal mit dem bloßen bloßen Echrecken weiteren versenken. Herr Echulze wurde verlassen, ziemlich Den Himmel hat er hellblau gemalt, die Erde grau davor, und Fräulein Fredegunde mit einer mäßigen Judi- rasch sogar. Von Tag zu Tag schmolz die Schaar seiner grün ohne jede Echattirung in beiden Farben. Wie geftion. Jünger mehr und mehr zusammen. Jede ucue Vor weit man auch hinauslugen mag in die Ferne, sieht Was in Schulze's Innerem vorging, kann man nicht stellung Herrn Enrique Fina's brachte aus den Reihen man überall nur das ermüdende Graugrün; keine Ers wissen, sondern nur ahnen. Derartig finnige Gemüther, die des Herrn Echulze in die andere Renegaten hinüber und hebung im Boden, der dem Auge einen Ruhepunkt gewährt; neben ihrer reichen Herzensanlage noch ein durch mühsame das umsomehr, als Fräulein Fredegunde der Geift, der sie feinen Busch, keinen Baum, nichts. Bis auf hundert Schritt Studien erworbenes Wissen befizen, pflegen schwerer zu besessen hatte, wirklich zu verlassen beganu. Es kam die Zeit, fann man noch die einzelnen Grasbüschel unterscheiden auf leiden als der Mann der bloßen Routine, dem sein Wissen in der Schulze nicht mehr einen einzigen Anhänger hatte und dem fahlen Boden, auf dem sie gruppenweise emporwachsen, nur Mittel zum Zweck ist, und dem die wissenschaftliche noch schrecklicheres ereignete sich für Fräulein Fredegunde, von da ab verliert sich jede Unterscheidung und es bleibt Leuchte nur die Fackel für ein behäbiges Leben darstellt. als das geschah, was der gescheute Leser schon geahnt haben nur die Farbe. Wenn man am Horizont die NebergangsSchulze's Charakter war, wie die Leser sicherlich begriffen wird, als Fräulein Margarethe Sauermeier's Echifflein, stelle fixit, wo sich die beiden Farben vermischen, schmerzt haben werden, ein durchaus anderer und edlerer. In geleitet von der kräftigen Lootsenhand Herrn Georg das Ange unter dem durch die grelle Beleuchtung ers thm lag etwas von einem Propheten und Reformator. Es Kramer's, in dem Safen landete, der, wie es schien, für höhten Farbenkontrafte und kehrt unwillkürlich zurück, um auf Deutsches Reich. es nach Den wo Personen durch Unfälle ums Leben kommen, welche so behaglich und stark fühlen, daß fie anfangen, in der bulgarischen Die Spaltungen in der 3entrum3partet durch Anwendung von Schutzmaßregeln verhütet werden Politit offen eine blutige Rolle zu spielen. Unwillkürlich fragt in mehr agrarische und mehr demokratische Theile laffen sich je könnten. In den Fällen, in denen durch Versehen eines man sich, was aus Bulgarien werden soll, wenn Herr Stoilow, länger, je weniger überkleistern. Der Graf Strachwiz hat durch übergroße Ausdehnung der Arbeitszeit übermüdeten der ohne Frage persönlich einer der aufgeklärtesten und wohl im Verein katholischer Edelleute zu Köln eine Rede gehalten, meinendsten Bulgaren ist, und seine Anhänger durch die Aussicht deren wenn Sinn dahin geht, daß, Weichenstellers oder Lokomotivführers ein Eisenbahnunglück auf die Vergrößerung ihres Landes dazu verführt werden, zu Agrariern im Zentrum geht, diejenigen Zentrums- Abeinträte, bei denen Menschen das Leben verlören oder erlauben, daß der kaiserlich russische Einfluß wieder in ihrem geordneten, die landwirthschaftliche Bezirke vertreten, aber im schwere Körperverlegungen erlitten, müßten zum mindesten Lande Wurzel faßt. Werden sie fähig sein, Rußland Halt zu Reichstag für den russischen Handelsvertrag gestimmt haben, die Eisenbahndirektoren wegen Mordes oder fahrlässiger gebieten, wenn es anfängt, Tyrann zu werden? Wir fürchten: nicht wiedergewählt werden sollen. Zu dieser Kategorie Körperverlegung unter Anklage gestellt werden. Sie nicht. der Abzufägenden" gehören u. a. auch der Reichstagspräsident konnten voraussehen, daß bei Uebermüdung der Beamten Frhr. v. Buol, ferner der Vorsitzende der Zentrumsfraktion Graf leicht Versehen stattfinden könnten, welche Menschenleben Hompesch und die geistigen Führer der Partei: Dr. Lieber, gefährden, und da sie jene nicht verhüteten, so liegt der Brofessor Hize, Gröber. Auch Spahn, der zweite Vize- Präsident des dolus eventualis vor und sie sind so zu bestrafen, als wenn Reichstag ist seinen agrarischen Wählern in Bonn- Rheinbach - Bon der Deffentlichkeit des Gerichts- mißliebig. sie die Gefährdung des Menschenlebens vorsätzlich beab- verfahrens, wie sie durch Staatsverfassung und Gerichts- Die wirthschaftlichen Berhältnisse beherrschen eben mehr fichtigt hätten. verfassung garantirt ist, hat der Landesgerichtspräsident Gryczewsky und mehr das politische Getriebe. Die katholischen Agrarier Wahrlich die Anwendung, welche der dolus eventualis in Breslau eine ganz besondere Ansicht. Er lehnte, wie unser wollen durch wirkliche Agrarier vertreten sein, bei denen die sowie der Grobe Unfug"-Baragraph bei uns gefunden dortiges Parteiblatt, die" Breslauer Volkswacht", mittheilt, ein agrarischen Interessenvertretung die Hauptfache und der Name haben, sind ein Hohn auf unsere gauze Rechtspflege, und Gesuch der Redaktion ab, zu den öffentlichen Verhandlungen des" Bentrum" nur noch das Mäntelchen ist. Und die katholischen es ist ein schlechter Trost, daß diese juristischen Haar- Die Begründung dieser Maßregel lautete, daß seit 1892-1895 auf de motraten in den Reichstag zu wählen, von denen sie eine Breslauer Landgerichts einem Berichterstatter Zutritt au gestatten. Arbeiter sind ja schon seit Jahren dazu übergegangen, Sozialspaltereien und Sophistereien nur ihre Anwendung gegen grund strafrechtlichen Einschreitens in zahlreichen Fällen gegen wirkliche Vertretung ihrer Interessen erwarten fönnen. schlechtgesinnte" Menschen finden. Es wäre ehrlicher, Bertreter der Beitung auf Strafe erkannt iſt". offen die Achterklärung gegen diese auszusprechen, die Beiten für für fonfessionelle Parteien sind vorüber. Reichsfeinde" geradezu außerhalb des Gesetzes zu stellen, als die Rechtspflege durch die Art ihrer Handhabung zu blamiren. Durch nichts kann die bestehende Gesellschaftsordnung deutlicher ihren Bankerott erklären, als dadurch, daß ihre Stützen selbst daran verzweifeln, vermittelst der von ihnen selbst aufgestellten Rechtsordnung sie aufrecht zu erhalten. Zur bulgarischen Frage schreibt das in London er scheinende Organ der Freunde russischer Befreiung: " Free Russia"( Frei Rußland): " " Die Die Breslauer Volksblatt" bemerkt sehr richtig hierzu: Was die Thatsache, daß verantwortliche Redakteure unseres - Das Gefet betreffend die Bestrafung des Slaven. Blattes wegen politischen und Preßvergebens bestraft wurden, raubes und des Sklavenhandels, das in der letzten Reichsmit der Bulaffung eines Berichterstatters unferes Blattes zu tagssession angenommen wurde, wird im Reichs- Anzeiger" veröffentlichen Verhandlungen des Gerichts zu thun hat, ist uns öffentlicht. Die ersten beiden Baragraphen lauten: allerdings unverständlich. Vielleicht fürchtet gar der Herr Land-§ 1. Die vorfäßliche Mitwirkung an einem auf Stlavenraub gerichts- Präsident, die Theilnahme an den Berhandlungen des gerichteten Unternehmen wird mit Zuchthaus bestraft. Die Vers Gerichte tönnte bei den zahlreichen Bestrafungen der Redakteure anstalter und Anführer des Unternehmens trifft Buchthaus nicht des Blattes wegen Preßvergehen auch den Berichterstatter desselben unter drei Jahren. zu Strajthaten geneigt machen, etwa zu fleinen Einbruchs- nommenen Streifzug der Tod einer der Personen, gegen welche durch einen zum Zweck des Stlavenraubes unters biebstählen, Mordthaten 2c.? Die Sache soll, wie ferner mitgetheilt wird, von unserm der Streifzug gerichtet war, verursacht worden, so ist gegen die Parteiblatt noch weiter verfolgt werden. Und in der Veranstalter und Anführer auf Todesstrafe, gegen die übrigen Die ganze englische, beutsche und österreichische Preffe ist That: Nicht eine einzige Bestimmung des Gerichtsverfassungs- Theilnehmer auf Buchthaus nicht unter drei Jahren zu erkennen. über die Lage der Balkan- Halbinsel in Aufregung versetzt. Und Gesetzes berechtigt den Landgerichts Präsidenten, einem§ 2. Wer Sklavenhandel betreibt oder bei der diesem dies ist nicht zu verwundern. Man kann nicht umhin, das Bu- Beitungsberichterstatter den Zutritt zu öffentlichen Gerichts- Handel dienenden Beförderung von Stlaven vorfäßlich mitwirkt, fammentreffen der Erhebung Makedoniens in dem Augenblid, wo die Pforte durch die armenische Frage in eine etwas verhandlungen zu verbieten. Hier aber handelt es sich nicht nur wird mit Buchthaus bestraft. Sind mildernde Umstände vorfchwierige Lage verfest ist, mit dem politischen Liebäugeln um ein Vorgehen gegen eine bestimmte Persönlichkeit, sondern banden, so tritt Gefängnißstrafe nicht unter brei Monaten ein. zwischen St. Petersburg und Sofia zu bemerken. überhaupt um das Berbot an eine Zeitungsredaktion, einen BeSoll dies - Das Reichs- Versicherungsamt hat den Vorvielleicht bedeuten, daß die heutigen bulgarischen Politiker den richterstatter in öffentliche Gerichtsverhandlungen zu entfenden ständen der Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalten, Der Zutritt in den Zuhörerraum eines Gerichtssaales ehrgeizigen Gedanken gefaßt haben, ihr Land mit Hilfe Rußlands kann aber weder einem Zeitungsberichterstatter noch irgend sowie der Baugewerks- Berufsgenossenschaften eine Zuſammen burch die Annektirung eines Theiles von Makedonien auszubehnen einer anderen Persönlichkeit verweigert werden, sobald diese den stellung von Merkmalen zur Unterscheidung von selbständigen ung in Märken. In dem Interesse des russischen Volks läge wohl Anforderungen des§ 176 des Gerichtsverfassungsgesetzes entspricht. Baugewerbetreibenden und Bauarbeitern zugestellt. das Wachsthum Bulgariens oder irgend einer anderen slavischen Am allerwenigsten aber fann ein berartiges Berbot aus der poli- den Urtheilen der Gewerbegerichte 2c. zu tage getreten sind und Angesichts der vielfachen Unsicherheiten, die namentlich in Nation. Dieses Interesse würde aber sehr gefährdet dadurch, tischen Haltung einer Zeitung oder aus Strafen, die deren Re- die darin bestehen, daß man bei vielen Streitfällen nicht wußte, daß Bulgarien, ob in seinem Territorium vergrößert oder nicht, dakteure wegen Preßvergehens erlitten haben, abgeleitet werden. ob z. B. ein sogenannter Kolonnenführer als Unternehmer nur eine russische Provinz werden würde. Das russische Volt Ge liegt hier ein Fall vor, der das Prinzip der Deffentlichkeit oder als Arbeiter zu betrachten war, dürfte diese vom Reichs ist es längst müde, fein Blut und Geld für die Knechtung Polens des Gerichtsverfahrens, insbesondere aber die Freiheit der hinzugeben, und wünscht kein zweites Bolen zu demselben Zweck Bresse in der empfindlichsten Weise berührt, und an dessen Auf- Bersicherungsamt ausgehende Zusammenstellung von In zu erwerben. Als Bulgarien mit Hilfe russischen Blutes und tereffe sein. Beldes den ottomanischen Klauen entwischte, und die russische klärung daher die Presse aller Parteien ein weitgehendes JuterRegierung von ihm verlangte, daß es feine Schuld nicht dem esse hat. - Unterstüßung von Kriegsinvaliden. Die Bolle, sondern der Regierung des Baren bezahlen, und die Die diesjährige Maifest Nummer scheint fich neuerdings mit der Frage beschäftigt, an welcher Stelle die Berliner Korrespondenz" theilt mit, mehrere Tageszeitungen hätten jetzt schon ungeheure Anzahl russischer Sklaven noch vermehren fich für einen theil unserer lieben deutschen Polizei und Staats- Gesuche um Bewilligung einer laufenden Beihilfe aus den Mitteln folle, da stellte Bulgarien einen Mann an die Spige, welcher, anwälte zu einem Wurm auszuwachsen, der unter feinen Um- des Reichsinvalidenfonds auf grund des Reichsgesetzes vom obgleich noch weit davon entfernt ein Jdeal zu sein, zweifellos ständen sterben kann. So wird uns unterm heutigen Datum aus 22. Mai 1895 anzubringen sind. Bei der Unsicherheit, welche angeborenen Muth und Geschicklichkeit genug besaß, Bulgarien Halberstadt berichtet, daß dort in der Straffache Adler und Ge- die Verschiedenartigkeit der hierbei zu tage getretenen Ansichten aus der Gefahr, in die kaiserlichen Klauen zu gerathen, zu retten. noffen wegen Verbreitung der konfiszirten Maifest- Nummer die in den betheiligten Kreisen hervorzurufen geeignet fei, theilt fie Die Freunde Paniza's, eines notorischen Banditen, haben diesen Geschäftsbücher der dortigen Sonntags- Zeitung" beschlagnahmt mit, daß die Ausführungsbestimmungen zu dem erwähnten Reichs Mann aus der Arena entfernt. Das beständige Intriguiren und worden sind. Romplotteschmieden der russischen Diplomatie und anderer gesetze, die bereits fertig gestellt feien, bald veröffentlicht würden. Agenten gipfelte, wie wohl bekannt, in der russischen Der Fall Arons. Die gesinnungstüchtige Aktion gegen auf Bewilligung einer laufenden Beihilfe gerichteten Gesuche Dann heißt es weiter: Jedenfalls steht jetzt schon fest, daß die Regierung, bie durch Das dringende Verlangen den unserer Partei angehörenden Privatdozenten der Berliner grundsäßlich bei den Ortsbehörden und in Stadtkreisen der rumänischen Regierung gezwungen wurde, Herrn Hitrowo Universität Dr. Leo Arons scheint fläglich ins Wasser ge- bei den Polizei- Direttionen zc., in Berlin also beim zurückzurufen. Es würde höchft naiv fein, anzunehmen, daß mit fallen zu fein. Der Versuch, ihn wegen seiner Zugehörigkeit zur töniglichen Polizei- Präsidium, anzubringen sind. Es Der Bersetzung Hitrowo's von Rumänien nach Spanien die ver- sozialdemokratischen Partei aus dem Lehrkörper der Univer- fann allen Betheiligten aber nur bringend gerathen werden, die derblichen Prattifen, welche auf der Baltanhalbinsel mit der fität zu entfernen, hat, wie man der Frankfurter Zeitung" amtlichen öffentlichen Aufforderungen, aus denen hervorgehen ganzen Politit so innig verwachsen sind, aufhören würden. schreibt, jetzt in den Fakultätsberathungen seinen Abschluß wird, was zur Begründung der Gesuche erforderlich ist, abAngesichts dessen, was in legter Zeit geschah, ist man berechtigt, gefunden. In der Fakultätssigung der vergangenen Woche ist zuwarten, da hierdurch Zeitverluste jedenfalls vermieden werden, die Frage aufzuwerfen, ob nicht den Freunden Paniha's in der Sache Beschluß gefaßt worden und die Fakultät hat die welche zweifellos entstehen, wenn unvollständige oder bei einer vom russischen offiziellen Lager aus aufmunternde Winte Entfernung des Dr. Arons aus dem Lehramt nicht beantragt. unrichtigen Stelle angebrachte Gesuche den Betheiligten zurückgegeben worden sind. Ob dies nun der Fall war Damit fehlt dem Ministerium jede rechtliche Möglichkeit, eine oder nicht. Thatsache ist, daß diese Freunde, welche Entfernung zu bewirken. Dr. Arons hat seine Vorlesungen für gegeben werden müssen."-une in den meisten Fällen nichts anderes als einfache das Winterhalbjahr bereits angekündigt. Der Liebe Müh' war gemielhete Banditen des offiziellen Rußlands waren, sich umsonst. Schade! N - Die Wilden, denen unsere Rolonialschwärmer an geblich Kultur" bringen wollen, indem sie ihnen den Krieg ins Die Wies der nächsten Nähe zu ruhen. Noch eintöniger als das Meer gehen. Er trägt einen großen Strohhut, und sein Gesicht Bildnissen sind leicht zehn, von Bildern fünf täglich herzustellen, auf hoher See, wo sich wenigstens das Waffer ruhelos bewegt. ist eingerahmt von einem furzgeschnittenen blonden Vollbart. In der That, die Muster, die er vorzeigte, waren so roh. Kein Thier zeigt sich weit in der Runde, nicht einmal ein Seine Büge zeigen Intelligenz gepaart mit Energie. daß jedweder ebenso gut arbeiten konnte. Ich denke Lauffäfer friecht vor den Füßen oder eine gefräßige Ameise. An seiner Seite befindet sich ein Mann, der ben es viel besser zu machen, denn ich bin Künstlerin, fagte die Es ist todt ringsum und ausgestorben. Selbst das Gras Typus eines richtigen Kampgaucho darstellt. Ein hageres Wieviel Blätter wollen Sie mir anvertrauen, um anzufangen? Malerin. Dies schien dem Händler nicht besonders zu gefallen. hat einen strengen Charakter. Es sind harte Halme mit braunes Gesicht mit scharfen schlauen, ein wenig finstern So viel Sie wollen. Jedes Blatt kostet einen Franfen. scharfen Kanten. Wenn man es tritt, biegt es sich nicht, Augen; mit einem struppigen und spärlichen Bart von Der Preis wird mit der Arbeit zurückbezahlt. sondern es bricht und splittert. Und der Boden zwischen dunkler Farbe. Den Kopf deckt ein alter tleiner Filzhut. Dame hatte noch zwölf Franken, sie wollte zehn Blätter den Grasbüscheln ist eigenthümlich wie mit kleinen weißgrauen Der Gaucho trägt ein bunt gestreiftes Wollhemde und ein nehmen, mit den zwei anderen Franken wollte sie am folgenden Kristallen überzogen. Menschen und Thiere sind erschöpft. paar enorm weite Pluderhosen, die unten zugebunden sind. Tage sich ihre Nahrung verschaffen. Sie haben von unseren Ihre Kräfte sind auf der Neige. Das sieht man einer jeden Die Füße sind nackt, und an ihnen hängen schwere eiserne Farben? Nein, ich habe die meinigen, die vorzüglich sind. ihrer Bewegungen an. Die Menschen zeigen eine Schlaff Sporen mit handtellergroßen Rädern. Hinten an seinem Hauptsache ist, daß wir die Unveränderlichkeit unserer Bilder verheit und eine Farbe in ihrem Gesicht, als wenu fie sich Sattel ist der unvermeidliche Lasso befestigt. Der zweite bürgen fönnen. Es ist ja gleich, ob Sie Ihre Farben kaufen, eben erst von einem Krankenlager erhoben hätten. Die Europäer ist zurückgeblieben hinter dem Zuge. Er ist ein Arbeit, die bei uns kaufen. Dies ist doch nur gerecht. da die unferigen nicht theurer sind. Wir geben nur denjenigen Augenlider heben sich schwer, die Zügel der Pferde hängen ziemlich kleiner Mann, etwas mager. Er trägt einen weißen viel tosten die Farben? Eine Wenigkeit, fieben Franken.- Es Täffig herunter in ihren Händen. Und die Thiere! Ihre Korkhelm; sein Gesicht ist bartlos. Man sieht es ihm an, bleiben mir also nur fünf Franken für die Blätter, unter der Augen find blutig unterlaufen, ihre Mäuler find trocken daß er sich vielleicht erst heute Morgen, oder jedenfalls nicht Bedingung, am folgenden Tage nicht zu frühstücken, aber ich kann wie mit einer Staubkrufte bedeckt. Ab und zu streckt sich viel länger, tadellos rasirt hat. Er zeigt eine Strenge und die Arbeit ja nachmittags abliefern, dachte die Malerin. Sie die trockne, nur mit einem zähen Schleim überklebte Bunge Härte in seinen Mienen, die bei längerem Betrachten un legte ihre zwölf Franken auf den Tisch: Hier für die Farben und heraus und tastet nach den Nüstern. Die Lenden angenehm auf den Beobachter einwirkt. Seine Kleidung fünf Blätter. Bitte, es müssen auch drei Franken für das Muster der Rinder sind eingefallen, ihr Haar ist struppig. ist, obwohl man ihr einige Strapazen ansieht, ziemlich hinterlegt werden. Aber ich bringe es ja wieder.- Die Regel Hin und wieder faßt die Schnauze nach einem tadellos. Sie besteht aus einer hellgrauen Wollblouse, engen weitläufiger Buchung. Nehmen oder laffen. Die Malerin nahm unseres Hauses ist unabänderlich. Wir haben keine Zeit zu Büschel Gras; aber sie läßt es wieder los, ohne Reithosen aus demselben Stoff und lackledernen Stiefeln, also nur zwei Blätter und brachte sie am folgenden Tage aus es abgerissen zu haben und wendet sich wieder ab; dann die bis aus Knie gehen. gemalt zurück. Der Händler betrachtete fie taum und sagte vers hebt sich ängstlich der Kopf in die Höhe, und die Kehle drießlich: Das ist nichts; das ist gar nicht, was wir brauchen. stößt ein heiseres kurzes Gebrüll aus. Die Pferde der Sie strengen sich an, Feinmalerei zu treiben, während unsere Reiter friechen dahin, und ihre Brust stöhnt bei jedem Kunden fräftig gestrichene Bilder haben wollen. Ich kann diese Schritt. Mensch und Vieh dürftet seit einigen Tagen. Dinger nicht annehmen. Versuchen Sie es mit Bildnissen. Ich gebe Ihnen sechs Blätter und Pinsel unserer Fabrit. Gewiß, mit diesen zehn Franken wird es Ihnen gelingen. Wo soll ( Fortsetzung folgt.) Paviler Malerinnen. Es ist ein Zug von etwa zwanzig Personen, der in dieser Einöde langsam dahinzieht. Es sind zwei Europäer und die andern paraguayische und korrentinische Berne, nach einer Uebersegung der" Boff. Zeitung" in ergreifender letztes Geld gegeben. Auf dergleichen können wir nicht eine Die Pariser Frauenzeitung Revue des jeunes filles" schildert ich diese zehn Franken hernehmen? Gestern habe ich Ihnen mein Halbblut von hellem Gelbbraun bis zum dunkeln Weise den Jammer und die schmähliche Ausbeutung vieler gehen. Ich biete Ihnen Arbeit, Sie lehnen ab; dies ist Ihre Kastanienbraun; alle beritten und alle bewaffnet. Bariser Künstlerinnen. Von den 2-8000 Frauen, die feit fünf Sache. Wie, ich lehne ab, während Sie Bilder ablehnen, Ueber dem Poncho hängt am Riemen der Winchester Jahren als Malerinnen aufgetreten sind, befinden sich etwa 730, die zehnmal beffer find, als Ihr Muster? Ich sehe jetzt, karabiner; auf der Brust sieht man in einem Gürtel deren Werke in der großen Kunstausstellung Ausnahme gefunden welchen Handel Sie treiben. Hier ist Ihr Muster, geben Sie mir zwei gefüllte Patronentaschen; hinten an der Lende steckt in haben. Etwa 25 davon vermögen ihren Lebensunterhalt zu vermeine drei Franken zurück. Die Muster werden nicht zurück der Scheide der lange breite Facon", das haarscharfe dienen, indem sie Frauen- und Kinderbildnisse malen, die mit genommen. Das ist aber zu start, rief die empörte Künstlerin, Dolchmesser. Die beiden Europäer tragen lange Repetir- 100 bis 1000 Franken bezahlt werden. Die anderen fiellen aus, verlegte sich dann aber aufs Bitten und endlich aufs Drohen. gewehre neuefter amerikanischer Konstruktion. In der Mitte finden aber teine oder höchft selten Käufer für ihre Bilder. Dies muß aufhören. Machen Sie keinen Lärm bei anständigen des Zuges treibt man zwei Dugend schwer bepackter Maul- baille, wenn sie mindestens schon vierzig Jahre alt geworden. Am folgenden Tage hatte die Aermste auch nichts zu efſen, ſie Ganz ausnahmsweise erhält eine dieser Malerinnen eine Me- Leuten, oder ich rufe einen Schuhmann, um Sie hinauszubringen. thiere. Sie tragen in hochaufgeschnürten Päcken Proviant. Malerinnen haben also nur geringe Aussichten für ihre Zukunft. febrte zu dem Händler zurück, um ihm das Muster für einen Aus einigen dieser Päcke schauen auch Meßstangen hervor Ein Beispiel, wie es ihnen oft geht. Während der Ferien halben Franken und noch weniger anzubieten. Der Gehilfe wies und die Füße von Instrumenten. Dahinter kommt eine hatte eine Malerin feine Zeichenstunden zu geben und suchte sie ab, der Händler war nicht zu sprechen. Vor dem Hause aber vielleicht gleiche Anzahl Ochsen. Es ist Schlachtvieh, das daher eine andere Beschäftigung, als sie in einem Blatte die An- begegnete fie einer jungen Dame, die bitterlich weinte. Sie sahen man für unterwegs mitgenommen. Aber es ist in einem zeige fand:" Für kleine Malerei, zu 8-10 Fr. den Tag, werden einander an und erkannten sich als Schicksalsgenoffinnen. Der fläglichen Zustande. Die Rippen und Hüftknochen stecken Leute gesucht, Borbereitung unnöthig." An der angegebenen Händler hatte dieser Aermsten nach und nach 70 Fr. abgelockt; aus der Haut heraus als wenn man über ein Stelett ein bresse sand die Malerin eine Farbwaarenhandlung, deren In- sie hatte ihre Ohrringe auf das Pfandhaus getragen. Am Fell gezogen hätte. haber, ein würdig aussehender Alter, ihr sofort die Vortheil- Morgen hatte sie dem Händler ihre Noth geklagt und die Anthaftigkeit der gebotenen Arbeit anpries, ชิ้น der feine wort erhalten: Lassen Sie es nur, die Arbeit wird Ihnen doch An der Spitze des Zuges reitet ein schöner schlanker Borübung nöthig sei. Es waren Lichtbilder und Zeichnungen nie gelingen, wie ich sehe. Der Mann aber treibt sein Geschäft Mann, ungefähr in Mitte der zwanziger Jahre, im grauen( nach bekannten Bildern) in Farben zu sehen. Die Bildnisse ungestört weiter. Leinenanzug mit ledernen Mokassins, die bis über die Kniee wurden mit 1, die Bilder mit 2 Fr. das Stück bezahlt. Von n " " Frau Laffitte in Paris, die hochbetagte Wittwe des einst so berühmten Bantiers dieses Namens, hat ihre Tochter, die Marquise de Galliffet, auf Zahlung eines Alimentationsbetrags von 12000 grs. vor dem Pariser Zivilgericht belangt. Die Verhandlungen finden nächste Woche statt. Die Gemahlin des Generals de Galliffet lebt bekanntlich schon seit vielen Jahren von ihrem Manne ge= trennt, ebenso wie ihre intimste Freundin, die Fürstin von Sagan, eine geborene Seillière. Seltsam dieses Bild einer Familie, in der eine 85 jährige Frau ihre millionenreiche Tochter wegen Bahlung einer Unterstütungsrente verklagen muß." Land tragen, zeigen gar häufig, daß sie kultivirter, ja„ chriftlicher" Bablen lügen nicht, und darum hüten sich wohl die kapitalistischen Blätter selber verrathen, indem sie das Vorgehen des Ministers find, als die Musterchriften, die ihnen mit der Mordwaffe in Blätter, die Zahl der auf die sozialistischen Kandidaten abge- des Innern, Herrn Leygues, lobend hervorheben. So schreibt der Hand den heimathlichen Boden streitig machen wollen. Wir gebenen Stimmen anzuführen. Ohne ziffermäßige Darstellung der Figaro", der natürlich ebenfalls von der„ Bermalmung der haben schon früher einmal einen Brief des Hottentottenhäuptlings ist es eben viel leichter, Triumphgefänge über die Niederlage Sozialisten" faselt:„ Man muß dabei die energische und feste Hendrit Witbois veröffentlicht, den er an seine Be- der Sozialisten", die Bermalmung der Sozialisten" zc. anzu- Haltung des Herrn Leygues anerkennen, der seit zwei Monaten dränger richtete, und geben hier einen zweiten wieder. Er ist am stimmen. Von den Generalrathswahlen erfährt man aus den in allen bedrohten Departements diesen Art des sozialen Wider17. Auguft v. J., unmittelbar vor den legten blutigen Kämpfen tapitalistischen Blättern taum mehr als die Namen der Sieger standes und der sozialen Vertheidigung organisirt, vorbereitet in der Nankluft an den Major Leutwein gerichtet und bildet und von den Bezirksrathswahlen nicht einmal das. Die einzigen und glücklich vollzogen hat." Wer denkt dabei nicht an die Prädie Antwor auf die an ihn gesandte legte Aufforderung des Bahlen, die sie bringen, beziehen sich blos auf das Gesammt fetten des Kaiserreichs? Wenn nun troßdem und alledem auch Majors, fich zu ergeben und die Schußgewalt des Deutschen resultat der Generalrathswahlen und da erfährt man, daß bei diesen Wahlen die sozialistischen Stimmen zugenommen Reiches anzunehmen. Der Brief lautet: 12 Sozialisten gewählt worden sind. Liest man nun die Triumpf- haben, so zeugt dies eben von der Stärke des Sozialismus und Mein lieber hochebler Herr Leutwein, Major! Sie sagen, artikel des Lemps"," Figaro"," Journal des Débats" zc., feiner Unbezwinglichkeit, und daran wird auch das Geschrei von daß es Ihnen leid thut, daß ich den Schutz des deutschen Kaisers dann muß man sicherlich annehmen, daß die Sozialisten der Bermalmung der Sozialisten" nichts ändern. nicht anerkennen will und daß Sie mir dies als Schuld an- früher zu allermindest 100 Generalraths Mandate inneHigh Life. Aus der vornehmen Welt, welche die rechnen und mich mit Waffengewalt strafen wollen. Dies be- gehabt haben, da man doch sonst kaum von der Nieder- Moral macht für das arbeitende Volt, zeichnen bürgerliche antworte ich so: Ich habe den deutschen Kaiser in meinem lage oder gar Bermalmung der Sozialisten sprechen tönnte. Blätter folgendes hübsche Familienbild": Leben noch nicht gesehen und er hat mich auch noch nicht in Besteht man sich aber dann wieder weiter die Zahlen, die feinem Leben gesehen, deshalb habe ich ihn auch noch nicht sie über das Gesammtresultat bringen, dann erfährt man, erzürnt mit Worten oder Thaten. Gott, der Herr, daß die Sozialisten 3 Size verloren und 2 Sige gewonnen haben. hat verschiedene Königreiche auf die Welt gesetzt, und deshalb Ihre ganze Zermalmung reduzirt sich demnach selbst nach den weiß und glaube ich, daß es feine Sünde und fein Verbrechen Angaben unserer verbissensten, triumphheulenden Gegner auf den ist, daß ich als selbständiger Häuptling meines Landes und Verlust eines einzigen Sizes! Volkes bleiben will, und wenn Sie mich wegen meiner Selb Ist aber selbst diefer eine Sit in Wirklichkeit schon verloren? ständigkeit über mein Land ohne Schuld tödten wollen, so ist das Mit nichten; denn abgesehen davon, daß noch für den 11. Auguft auch keine Schande und kein Schade, denn dann sterbe ich ehrlich mehrere Generalrathswahlen ausgeschrieben sind, für die die über mein Eigenthum. Es ist wahrlich keine Schuld, daß ich Sozialisten Kandidaten aufgestellt haben, finden am heutigen Ihnen nicht stehen will, denn ich habe wahrhaftig feine Schuld Sonntag noch 188 Stichwahlen statt, an denen die Sozialisten General Galliffet ist der berüchtigte Unmensch, der in der an all den Sachen, welche Sie mir in Ihrem Briefe als Ver- in einem nicht unerheblichen Maße betheiligt sind und wobei fie blutigen Maiwoche die ehrlichen Pariser Arbeiter und Arbeiterinnen brechen vorgetragen haben und welche Sie als Gründe ge- voraussichtlich mehr als einen Sig gewinnen dürften. zu taufenden niedermezeln ließ. Seine Frau, die ihre Mutter brauchen, um über mich ein Todesurtheil zu sprechen. Denn das Das Triumphgeschrei der Herren ist also in jedem Falle ein verhungern läßt, war seinerzeit die Maitresse des Kaisers Nafind Ihre eigenen Gedanken, die Sie zu Ihrem Vortheil aus zu verfrühtes. Und dann kommt es ja auch nicht auf poleon und eines der schamlosesten Weiber am Hof dieses Ordgefonnen haben, die Sie selber ausgedacht haben, um vor der die Zahl der Size allein an. Um von einer Bermal- nung und Moral vertheidigenden Wüstlings und Banditen. Welt die Ehre, das Recht und die Wahrheit auf Ihrer mung der Sozialisten zu sprechen, ja müßte man vor allem eine Schöne Gesellschaft! Seite zu haben. Aber ich sage Ihnen, lieber Freund, bedeutende Verminderung der auf die sozialistischen Kandidaten ich bin wahrhaftig frei und ruhig in meinen Gedanken, weil abgegebenen Stimmen nachweisen. Warum haben also die kapiich weiß, daß ich wahrhaftig unschuldig bin und weiß talistischen Blätter dies noch immer nicht gethan? Nun, die -Ein neuer politischer Morb wird aus Bulgarien auch, daß Sie wissen, daß ich vor Ihnen un sozialistischen Blätter werden das Gegentheil nachweisen. Bevor gemeldet: schuldig bin. Aber Sie sagen, nacht hat Recht, dies aber geschieht, möchte ich jetzt schon speziell auf Roubaix Nach einer Mittheilung der Wiener Allgemeinen Zeitung" und nach diesen Worten handeln Sie mit mir, weil Sie hinweisen, weil die tapitalistischen Blätter über den Ausgang aus Sofia ist gestern Mittag in der oftrumelischen Kreisstadt mächtig in Waffen und allen Bequemlichkeiten sind, darin stimme der dortigen Wahlen gar so entzückt sind, daß sie in Tatar- Bazardsjik der Parteigänger Stambulows Mattiew ich überein, daß Sie wirklich mächtig sind, und daß ich nichts ihrem falschen Freudenrausch es ganz verschweigen, daß einer der von einem gewissen Verekata durch einen Dolchstich lebensgegen Sie bin. Aber, lieber Freund, Sie fommen zu mir mit Hauptstüßen des Kapitalismus, der berühmte Sozialistenfresser gefährlich verwundet worden. Nach einer ergänzenden Motiz Waffengewalt und haben mir erklärt, daß Sie mich beschießen Baul Leroy- Beaulieu, der u. a. ein dickbändiges Werk gegen den ber Swoboda" geschah das Attentat vor dem Polizeihause, wollen. So denke ich diesmal auch wieder zu schießen, nicht in Kollektivismus geschrieben und Eugen Richter's Sozialdemo meinem Namen, nicht in meiner Kraft, sondern in dem Namen fratische Zukunftsbilder" unter dem Titel: Ou mène le nähere Angaben darüber fehlen zur Zeit noch. des Herrn und in Seiner Kraft, und mit Seiner Hilfe werde ich Socialisme"( Wohin der Sozialismus führt) in Frankreich einJapan. mich wehren Weiter sagen Sie auch, daß Sie unschuldig sind geführt hat, nachdem er bereits bei den Kammerwahlen von dem - Japanisch- chinesischer Frieden. Bur Frage an diefem Blutvergießen, welches nun geschehen soll, und daß Sie sozialistenfreundlichen Vigué d'Octon aufs Haupt geschlagen die Schuld auf mich legen; aber das ist unmöglich, daß Sie so wurde, ihm nun auch seinen Generalrathssig abtreten mußte. von der Ausführung des japanisch- chinesischen Friedensvertrages denken können, da ich Ihnen gesagt habe, daß ich Ihnen Wie sieht es nun mit der Bermalmung der Sozialisten" in von Shimonoseki wurde neulich berichtet, daß Rußland, Frankden Frieden geboten habe und daß durch mich fein Roubaix aus? Bei den Wahlen von 1892 hatte Genoffe Carrette reich und Deutschland eine Fusion der Fragen der Räumung Blutvergießen geschehen soll. So liegt die Rechenschaft über im Osttanton, wo er aufgestellt war, 2877 Stimmen erhalten, Liao- Tungs und Kontributionszahlungen China's nicht zulassen das unschuldige Blut, das vergossen werden soll von diesmal 3709, was also einen Zuwachs von 832 timmen er würden. Bekanntlich hat die japanische Regierung noch eine meinen Beuten und von Ihren Leuten, nicht auf mir, denn ich giebt; Genosse Briffaut, der im Nordkanton aufgestellt war, er- Busch agsforderung aufgestellt, die man in Peking für exorbitant bin nicht der Urheber dieses Krieges. Ich ersuche Sie, lieber hielt bei den vorigen Wahlen 2745 Stimmen und diesmal 3711, hielt. Sie beziffert sich auf 71/2 Millionen Pfd. Sterling. Wie Freund, nochmals! Nehmen Sie den wahren und aufrichtigen was einen Zuwachs von 966 Stimmen ergiebt; Genosse dem Figaro" aus Petersburg gemeldet wird, sollen nun Frieden, den ich Ihnen geboten habe, und lassen Sie mich stehen Desbarbieur endlich, der bei den vorigen Wahlen 1867 Stimmen mehr auch die Rabinete der drei Großmächte sich dieser Ansicht in Ruhe. Gehen Sie zurück, nehmen Sie Ihren Krieg erhielt, hatte diesmal 2630 Stimmen auf seinen Namen vereinigt, angeschlossen haben und beabsichtigen, eine Herabsehung der aurüd, gehen Sie von mir weg, dies ist mein ernstliches Er- was einen Zuwachs von 768 Stimmen ergiebt. Die in den 3 Kantonen japanischen Forderungen zu verlangen. fuchen an Sie. Zum Schlusse grüßt Sie Ihr Freund und Kapitän von Roubaix abgegebenen sozialistischen Stimmen sind demnach Hendrik Witboi." von 7889 auf 10 050, somit um 2581 Stimmen, d. i. um mehr als ein Drittel gestiegen. Welche Bermalmung. malmung! Der Krieg wurde aber nicht zurückgenommen, trotzdem der Wilde" so herzlich darum gebeten hatte. Kann es eine bessere Geißelung der mordspatriotischen Eroberungs- Kolonialpolitit geben, als sie der fromme Wilde hier in seiner schlichten Sprache den deutschen Eroberern angedeihen läßt. Freilich, wenn er bei den Eroberern ein Eingehen auf seine durchaus logischen Auseinandersetzungen zumuthete, war er falsch berichtet. Wozu auch? Waren fie doch mächtig in Waffen".Italien. Attentats prozeß in Rom. Rom wird bald feinen Riefenattentats- Prozeß haben. Die Kammer des Tribunalrathes verwies dreizehn Personen wegen Vereinigung zu Verbrechen vor das Schwurgericht, elf davon wegen Theilnahme an dem von Paolo Lega unternommenen Mordanschlage gegen den Ministerpräsidenten Crispi. Die Beschuldigten hatten Berufung eingelegt, der Generalstaatsanwalt verlangte hingegen die Verwerfung der letzteren und die Verweisung der Angeklagten vor das Schwurgericht. Frankreich. 8u den Generalraths und Bezirksraths wahlen wird uns aus Paris unterm 1. August geschrieben Tiferarisches. Civis Die Ebelsten der Nation". Ein Mahnruf an das deutsche Bürger- und Bauernthum. 55 S. II. 80 Bürich 1895. Verlags- Magazin( J. Schabelih). Preis 80 Pf. Der Standpunkt des anonymen Verfassers ist der eines ftreng monarchischen, Bismarck verehrenden, die Sozialdemokratie und noch mehr den Adel hassenden Bürgers. Was er zur Gharat teriftit des deutschen Adels beibringt, ist hier und da übertrieben, im allgemeinen aber recht brauchbares Material. ―n. -n. " Bulgarien. Kuba. Spanische Siege" haben den spanisch- offigiösen Nachrichten zufolge wieder auf Kuba stattgefunden. Man telegraphirt aus Madrid: Auf Kuba fanden tleine Treffen statt, in denen die Aufständischen zersprengt wurden. Die militärischen Operationen werden durch die Regenzeit gehemmt. Aehnlich verhält es sich in Lille wie überhaupt im ganzen Norddepartement, von welchem mir jetzt schon zum theil ganz detaillirte Angaben über die Wahlen vorliegen. So erhielt der sozialistische Kandidat des Liller Südost Kantons diesmal 1594 Stimmen gegen 1080 im Jahre 1892, also um 564 Stimmen Wie schon verschiedentlich hervorgehoben, entfalten die Aufmehr; der des Südwest- Kantons 1575 Stimmen gegen 1438, d. i. ständischen eine ungemeine Rührigkeit, um sich namentlich aus Hilfe an Mannschaften und um 187 Stimmen mehr; der des Ost- Kantons zwar um 63 Stimmen den Vereinigten Staaten weniger als das vorige Mal, nämlich 1867 Stimmen gegen 1430 Kriegsmaterial zu verschaffen, und neuerdings haben fie im Jahre 1892, dafür hat aber der Kandidat des Ost Kantons, und wie gemeldet mit Erfolg veruscht, sowohl aktive bereits ausgediente Offiziere ber Bundesarmeee wo 1892 fein Sozialist kandidirte, 1223 Stimmen erhalten, so als der Aufständischen anzuwerben. Dabei daß im Vergleich zu. den vorigen Wahlen die Zahl der sozialisti für das Heer fchen Stimmen 3898 gegen 5759 um 1861, d. i. um viel verfügen die Aufständischen über so viele Mittel, daß einem mehr als ein Drittel, zugenommen hat. In den ersten zwei solchen Offizier außer freier Ausrüstung und Verpflegung ein Kantonen haben die sozialistischen Kandidaten mehr Stimmen auf Jahresgehalt von 5000 Dollars zugesichert werden konnten. sich vereinigt als deren begünstigste Gegenfandidaten und Biele Offiziere sollen entschlossen sein, dem Angebot Folge zu ist es darum leicht möglich, daß fie aus den am leiften, ferner heißt es, daß einige aktive Offiziere den Plan Sonntag daselbst stattfindenden Stichwahlen als Sieger hervor- hegten, ihren Abschied einzureichen, um gleichfalls in ihren Entgehen. Und so ist es mehr oder minder mit der Bermalmung" schließungen unbehindert zu sein. der Sozialisten befchaffen und dies, troßdem die Regierung ihr möglichstes gethan hat, die Wahlen zu ihren gunsten wie denen des Ausbeuterthums zu gestalten, wie dies ja die kapitalistischen " gerade die meisten Duelle in den Pöbeltreisen des Herrn Bebel vorkommen. Auf S. 35 findet sich, der Rath: Im deutschen Bolke das Bild vom gehenkten Sozialdemokraten wachzurufen. Nach diesen Niederträchtigkeiten zum Schlusse etwas zur Er. quickung der Leser: Bismarck hat geistig außerordentlich viel Aehnlichkeiten mit Goethe. Er hat ein ähnliches zartes und mildes Empfinden...( S. 36.) E. S. -n. Auch diese Nachrichten bestätigen, daß der Aufstand sich, immer mehr aus einer gewöhnlichen Insurrektion in einen regel rechten Krieg verwandelt. Die Schrift dürfte den Zweck haben, den Theilnehmern an dem Kursus als furze Grinnerung zu dienen. Es wird sie aber auch der eine oder andere in die Hand nehmen, der sich über die Tendens dieser Kurse informiren will und der die evangelisch. soziale Bewegung zu studiren beabsichtigt. ―P. Kreih, Dr. Franz von, Der Hexenteffel, 75 G. l. 8°. Bürich 1894. Verlagsmagazin( J. Schabeliz). 80 Pfennige. Der Verfasser beleuchtet in dem Schriftchen, bem einige weitere, dem gleichen Zwecke gewidmete folgen sollen, in scharfer Weise an eigenen Erlebnissen die Verfolgungssucht öfterreichischer Behörden und die Gefügigkeit österreichischer Gerichte. Als Material für Beurtheilung des in den Dienst der herrschenben Klassen gestellten Juristenrechtes ift die Schrift beachtens werth. Zürner, Sugo, Frau Jutta. Ein neues luftig Spiel von Frau Jutten, welche ein gelehrtes Weibsbild in Mainz ist ges wesen, in hohen Ehren zu Aachen beim Kaiser hat gestanden und nachhero zu Rom Papst ist geworden, als welcher fie ein Kindlein hat ans Licht geboren u. f. w. Zürich, Verlagss magazin. 1895. " Mit fieben weiteren ähnlichen Broschüren soll die vorliegende ein Werk Bismarck und der Kaiser" bilden. Es wäre eine harte Strafe, wenn man das ganze Werk lesen müßte. Marie Fischer, Volkshochschulen. Leipzig bei Rein Panizza, Ostar. Meine Vertheidigung in Sache" hold Werther. 1895. „ Das Liebestonzil" nebst dem Sachverständigen- But- Laffe sich niemand durch den Titel verführen, die Broschüre achten des Dr. M. G. Conrad und dem Urtheil des tgl. zu kaufen; sie handelt nicht, wie man annehmen könnte, von den Landgerichts München I. 38 S. tl. 80. Zürich 1895. Verlags- dänischen Volkshochschulen, sondern knüpft an diese nur an, um Magazin J. Schabelit. Preis 60 Pfennige. für eine Idee der Verfasserin Propaganda zu machen. Die Bei dem Aufsehen, das die nun auch vom Reichs- gute Dame will" Hochschulen für Mütter" gründen, in denen gerichte bestätigte Berurtheilung des Münchener Schrift vor allem ländliche Frauen über den Werth von Reinlichkeit, ftellers Dr. Panizza zu einem Jahr Gefängniß wegen einer Kinderpflege u. dergl. belehrt werden sollen. Es ist möglich, im Ausland erschienenen Schrift mit recht hervorgerufen hat, daß die Verfasserin ein sehr warmes Herz hat, aber es ist tann das Schriftchen Schriftchen des des Berurtheilten auf Beachtung gewiß, daß diese Eigenschaft mit einem sehr mittelmäßigen Kopf juristische Seite fast gar nicht verbunden ist. Das seichte Geschwäß ihrer Beweisführung Der lange Titel, von dem wir hier nur etwa die Hälfte rechnen. Leider ist die berührt und das Hauptgewicht auf die durch das Urtheil plätschert monoton über die Tiefen der aufgerührten Probleme mitgetheilt haben, steht in einem traurigen Gegenfaß zum schwer getroffenen literarischen Intereffen gelegt. Es hinweg und wird durch einen frömmelnden Ton, wie er in dürftigen Inhalt dieser Dichtung". Der Verfasser, der einen hätte sich empfohlen, zum mindesten auch die Rede des Ver- Traktätchen der inneren Mission herrscht, für den modernen lärmenden Radikalismus zur Schau trägt, hat von den Eigenschaften des Satirikers nur die Grobheit als Geschenk erhalten. Sein theidigers zu publiziren. Menschen noch unerträglicher. Buch ist die pure und blanke Mittelmäßigkeit und daß wir es Bismarck und die Sozialdemokratie. Dresden 1895. Drud Kötschke, Hermann, Der sozialwissenschaftliche hier zur Abwechslung einmal mit einer angeblich revolutionären, und Verlag der Druckerei Glöß. Preis 50 Pf. 88 S. 80. Kursus in Halle a. d. Saale vom 16. bis 20. April statt mit der landesüblichen loyalen Mittelmäßigkeit zu thun Der verrückte und perfiede Inhalt der Schrift läßt darauf 1895. 16 6. 8°. Leipzig. Reinhold Werther. Preis 30 Pf. haben, ist nur ein matter Troft. Die Verse sind im allgemeinen schließen, daß der Verfasser Max Bewer sein könnte, der sich mit Die sehr bemerkenswerthe englische Universitätsausdehnungs ohne jedes tünstlerische Gepräge und häufig von einer abscheuAhlwardt in die Ehre theilt, von Herrn Glöß verlegt zu werden. Bewegung hat ein interessantes, den deutschen Universitäts- lichen Rohheit, womit wir natürlich fein moralisches, sondern Die beste und vernichtendste Kritik der Schrift ist die An- profefforen würdiges Gegenfiück in den hauptsächlich für Paftoren ein ästhetisches Urtheil aussprechen wollen. E, S. führung einiger Stellen aus derselben. Sie beginnt mit bestimmten sozialwissenschaftlichen Kursen unserer Universitäten ben Worten: Besonders schwer ist die Entlassung Bismard's im gefunden. Während in England Universitätslehrer und ältere Währungs- Bibliothek, herausgegeben vom Verein zum Intereffe einer gründlichen Bekämpfung der Sozialdemokratie zu Studenten Freude und Ehre darin finden, die Ergebnisse wissenSchuß der deutschen Goldwährung. 1. Serie. beflagen". Auf Seite 8 behauptet der würdige Anonymus, daß schaftlichen Forschens den Arbeitern zugänglich zu machen, haben Stuttgart. Druck von A. Bong' Erben. die Sozialdemokraten nach ihrem Siege den„ Schabbes" als in Deutschland die Professoren der Nationalökonomie ihren 1. Seft. Helfferich, Dr. Karl. Die Währungsfrage, neuen deutschen Reichssonntag proflamiren werden. Auf Seite 19 Beruf darin gefunden, den Pastoren einen gemeinfaßlich dargestellt. 47 S. 80. und 20 fordert er von den Paftoren, daß ihre Sozialpolitik das schwachen, höchst ungefährlichen Absud sozialpolitischen Wissens Soll Deutschland seine Biel haben solle, die Arbeiter zu zwingen, durch Zahlung von vorzusehen. Ueber einen dieser Kurse berichtet Pastor Kötzschke 2. Heft. Thorwart, F. An demselben nahmen neben Goldwährung aufgeben? 20 S. 80 täglich 10 Pfennigen einen Fonds als Betriebsgarantie für die in der vorliegenden Schrift. Wir können beide Schriften, die sich auch durch gemeinUnternehmer zu schaffen. Auf Seite 28 findet sich folgende 111 Theologen blos 37 Juristen, 21 Philologen und 80 Bolts. Stelle: Der Bismard'sche Wirthschaftsweg ift der schullehrer theil. Nach den deutlichen Winken von maß verständliche Behandlung dieses fomplizirten Themas auszeichnen, praktischste, geradeste, ber reinlichste, der sicherste gebender Seite ist anzunehmen, daß der immerhin be empfeblen. Die soziale Seite der Währungsfrage, ihre Bedeutung und der deutscheste; ber fozialdemokratische ift ber merkenswerthe sozialpolitische Wissensdurft unserer Paftoren für die Reallöhne der Arbeiter ist leider in der zweiten der ersten blos gestreift. unpraktischste, der theoretischfte, der frummste und darum auch start abnehmen wird. Aus dem Berichte des Paftor Röschte Echrift gar nicht behandelt, in jüdischfte." Ginige Zeilen weiter heißt es: durch die geht ziemlich deutlich hervor, daß die Vortragenden, zu denen Hoffentlich fann auch bald unsere Parteiliteratur eine Schrift Verwaltung dieser Kassen( der Drts- Krankenkassen) wird die neben Profefforen auch Großunternehmer, aber natürlich keine Ar- über die Währungsfrage aufweisen, die zeigt, daß diese Frage, Sozialdemokratie in Deutschland geradezu ein Gewerbe." Auf beitervertreter gehörten, es als ihren, wenn auch unausgesprochenen die ja in erster Linie einen Hausstreit der Bourgeoisie, vor allem Seite 32 fordert dieser glänzende Sozialpolitiker Ein Zwed betrachteten, die Buhörer gegen die Forderungen der So wegen der verschiedenen Interessen der Hypothekenschuldner und Expatriirungsgesetz ausschließlich gegen sozialdemokratische staldemokratie einzunehmen, so auch gegen die des Normal Gläubiger biltet, auch eine nicht zu unterschäßende praktische Bedeutung für die Arbeiterklasse hat. Juden". Auf Seite 84 tonstatirt der Verfasser, daß Arbeitstages. ber 11un auch Partei- Machrichten. " " " " Brandenburg, Provinzen Pommern und gestoßen set. Der Abgeordnete Singer habe barauf dem Aläger Preußen! Auf dem Kongreß zu Frankfurt a. M. im Jahre Schneider den Vorwurf gemacht, daß derselbe vom BrauereiSold vom Münchener Brauhause einen Aus dem naffauischen Wahlkreise Dillenburg- Herborn 1893 wurde für obengenannte Berufsarbeiter eine Organisation direktor Arend wird uns geschrieben: In einer Bertrauensmänner- Versammlung gegründet, welche den Namen führt: Organisation aller in der von wöchentlich zwanzig Mart erhalte, wofür er feinen am 14. Juli wurde beschlossen, im Anschluß an den diesjährigen Steinindustrie beschäftigten Arbeiter"." Die Organisation hat den Einfluß geltend zu machen habe, daß der Boykott noch Parteitag in mehreren Orten des Kreises Volksversammlungen Zweck, die Interessen der Kollegen wahrzunehmen, für Besser- bis Ostern verlängert werde. Schneider habe hierauf nichts erabzuhalten; Ende des Jahres 10 000 Exemplare eines volts- stellung ihrer wirthschaftlichen Lage einzutreten und in Nothfällen widert. Wegen dieser Mittheilung hatte Schneider Strafantrag verständlich abgefaßten Flugblatts im Kreise zu verbreiten; jeden eine Unterstüßung zu gewähren. In genannten Provinzen sind wegen Beleidigung gestellt. Im gestrigen Termine wurde der Parteigenossen zu verpflichten, für unsere Presse, namentlich den immer noch eine große Anzahl Kollegen, welche dieser Organi- Kläger durch Rechtsanwalt Morris, der Beklagte durch Vorwärts", den Sozialdemokrat" und die Mitteldeutsche fation fern stehen. Die unterzeichnete Kommission wendet sich Rechtsanwalt Gesch te vertreten. Als Zeuge war u. a. Volkszeitung" zu agitiren. Mit den Parteigenoffen der Kreise deshalb an alle Kollegen mit der Aufforderung, sich der Organi- der Abgeordnete Singer geladen. Zunächst wurde vom VorGießen und Wetlar soll wegen der Wahl eines gemeinsamen fation anzuschließen, um gemeinsam bessere Lohn- und Arbeits- sigenden festgestellt, daß der Inhalt des Berichts in der„ VossiKandidaten zum Breslauer Parteitag in Verbindung getreten verhältnisse zu erringen. Wir erwarten von den Kollegen, welche fchen Zeitung" in dem fraglichen Punkte nicht der Wahrheit ent werden. Sind wir auch noch schwach, so geht es doch mäßig diese Zeilen lesen, daß sie diesem Rufe folgen, sich an den unter- sprochen habe. Direktor Arend hatte eine Berichtigung eingeschickt, vorwärts. Namentlich die Kleinbauern des Westerwaldes wenden zeichneten Kollegen wenden und Auskunft über die Organisation welche am folgenden Tage in der Bossischen Zeitung" Aufnahme fich uns zu. Sie hatten jetzt zum ersten Male mehrere Vertreter verlangen. Ferner bitten wir die Kollegen, uns ihre Adressen gefunden. Darin verwahrte Arend sich mit Entschiedenheit dagegen in die Vertrauensmänner- Versammlung gesandt. Dagegen hält einzusenden, um mit ihnen in Verbindung treten zu können. Be- daß er irgend welche Bestechungsversuche begangen habe, er das rücksichtslose Auftreten der industriellen Unternehmer die sonders mögen uns die Genossen, die Fühlung haben mit den nehme zu Ehren des Herrn Singer an, daß derselbe das Opfer meisten Arbeiter ab, sich uns offen anzuschließen. Umso eifriger in unseren Industriezweigen beschäftigten Arbeitern, zur Seite eines schlechten Scherzes geworden sei. Gleichzeitig veröffent wird aber natürlich unsere Parteiliteratur geheim verbreitet und stehen und Adressen von Steinarbeitern einsenden. Anfragen lichte Singer im Vorwärts" eine Erklärung, wonach er in jener gelesen. Säle stehen uns im ganzen Wahlkreis nur zwei zur betreffs Organisation und Agitation sind zu richten an Max Versammlung feineswegs eine Aeußerung, wie in der„ Bossischen Verfügung. Gabel, Berlin, Stephanstr. 65. Die Agitationskommission der Zeitung" berichtet worden war, gethan habe. Als Zeuge ver nommen bekundete der Abg. Singer, daß er in jener VersammProvinzen Brandenburg, Pommern und Preußen. lung nur um Auskunft gebeten habe, was es mit einer Konferenz für eine Bewandtniß habe, die zwei Tage vorher zwischen dem Direktor Arend und den arbeitslosen Brauerei Gehilfen abgehalten worden sei. Von irgend einer Bestechung seitens des Direktors Arend sei ihm nie etwas zu Ohren gekommen. Der Kläger führte an, daß er nicht im Saale gewesen sei, als der Abg. Singer die erwähnte Auskunft verlangt habe, er habe des halb eine Antwort nicht ertheilen können. Der Zeuge Arend gab über die Zusammenkunft mit den arbeitslosen Brauergehilfen Aufklärung. Natürlich habe es für ihn Interesse gehabt, ob und unter welchen Bedingungen eine Einigung zu stande gekommen Um es zu erfahren, habe er sich am 27. Dezember nach Wiedemann'schen Lokal in der Blumenstraße be= 100 die Gehilfen verkehrten. Er habe sich nur turze Zeit aufgehalten und allerdings den Aus den Partei- Organisationen. Der sozialdemokratische Verein für den 6. sächsischen Reichstags- Wahlkreis( Plauenscher Grund bei Dresden) hat jetzt gegen 800 Mitglieder, die über 63 Ortschaften vertheilt sind. Die Schuhmacher Posens beschlossen in einer großen Verfammlung, 15 pCt. Lohnerhöhung zu fordern. Es wird wahr scheinlich zum Ausstand kommen. Der Maurerstreik in Halle a. G., Flensburg, Plauen i. V. und Hof dauert fort. Buzug ist aufs strengste fernzuhalten. sei. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. -Der Reichstags- Abgeordnete Wilhelm Schmidt in Frankfurt a. M. hat als Redakteur der Volksstimme" eine Notiz veröffentlicht, wonach der Ortsvorstand Brode in In Bremen sind die Lohndifferenzen beendet, die zwischen Reußen bei Delitzsch in der Provinz Sachsen im Winter eine den Tabatarbeitern und den Inhabern der Firma Brock arme Frau, die ihn für sich und ihre zwei Kinder wegen der mann u. Reimann schwebten. strengen Kälte um Obdach bat, abgewiesen haben sollte, worauf die Frau in eine auf freiem Felde stehende Strohmiete gekrochen Die Dresdener Steinbildhauer verlangen von den Unterund darin erfroren wäre. Diese Nachricht war zuerst von der nehmern, das Schärfen sowie den Transport der Werkzeuge nach " Saale- Zeitung" gebracht worden und dann in die verschiedensten den Arbeitspläßen auf ihre Kosten besorgen zu lassen, während geben, anderen Beitungen übergegangen. Die Franks.„ Volksstimme", der das bisher, den Arbeitern oblag. Wenn die Unternehmer diese dort die Nachricht von einem zuverlässigen auswärtigen Mitarbeiter Forderungen bis Montag, den 5. August, nicht bewilligen, soll Leuten einige Glas Bier zum besten gegeben, wie es wohl überfandt worden war, hatte den Vorfall in einer Weise erwähnt, die Arbeit eingestellt werden. Die Dresdener Steinbildhauer bitten daß darin für den Ortsvorsteher durchaus nichts Beleidigendes deshalb die auswärtigen Kameraden, den Zuzug nach Dresden lag. Er wurde, wie die Volksstimme" schreibt, im Gegentheil bis auf weiteres zu unterlassen. " 11 dem jeder Arbeitgeber thun würde. Mit Schneider habe er seines Wissens damals gar nicht gesprochen. Rechtsanwalt Morris erklärte, seinem Mandanten liege nichts an der Bestrafung des Beklagten, die ja nach dem Ervollkommen und ausdrücklich entschuldigt und die Ver- Ju Rudolstadt i. Th. wurde eine allgemeine Gewerkschafts- gebniß der Beweisaufnahme erfolgen müsse, es liege ihm nur antwortung für solche Fälle lediglich den mangelhaften gesell- versammlung abgehalten, in der Frau Steinbach aus Ham- daran, in den Augen des Publikums gerechtfertigt dazustehen. schaftlichen Zuständen zur Laft gelegt, während in burg über die Gewerkschaftsbewegung und ihre Gegner sprach. Wenn der Vertreter des Beklagten sich zu einer Ehrenerklärung der Saale- Zeitung" dem Beamten die volle Verantwortung, Gegen den Schluß ihres Referats erwähnte fie des in Rudol- verstehen und die Kosten übernehmen wolle, fei er bereit, sogar die vor dem ewigen Richter", aufgebürdet worden war. stadt am Tage der Abhaltung der Versammlung wegen Maß den Strafantrag zurückzuziehen. Rechtsanwalt Geschke erflärte, Es ist nun erwiesen, daß die Nachricht vollkommen unwahr regelung eines Arbeiters ausgebrochenen Gerberstreiks, worauf, feine Befugniß zu haben, auf einen solchen Vergleich einzugehen. gewesen ist. Der Ortsvorstand flagte wegen Beleidigung gegen wie man une schreibt, der überwachende Polizeibeamte Rechtsanwalt Morris plaidirte darauf für eine empfindliche die" Saale- Zeitung", die daraufhin zu 100 M. Geldstrafe ver- die Versammlung mit der Bemerkung auflöfte, über den Bestrafung des Beklagten, der Vertreter des letzteren für Freiurtheilt wurde, und strengte auch gegen die Frankfurter, Voltsstimme" Gerberstreik dürfe nicht gesprochen werden, das sei eine sprechung, da demselben der Schutz des§ 193 Str.-G.-B. zu gute Klage an. Am Freitag kam die Sache vor der Straftammer städtische" Angelegenheit und er habe eine strifte Ordre, sobald fomme. Der Gerichtshof erkannte dies nicht in dem Umfange in Frankfurt zur Berhandlung. Der Angeklagte Schmidt gab von diesem Ausstand gesprochen würde, die Versammlung auf an, daß sich daraus ein freisprechendes Urtheil rechtfertigen lasse. zu, das Blatt zur betreffenden Zeit verantwortlich ge- zulösen. Daß der Streit in einem Privatgeschäft eine städtische Dem Kläger werde der schwere Vorwurf gemacht, daß er seine zeichnet zu haben. An dem betreffenden Tage, als Angelegenheit sein soll, geht über unsern Horizont. Im übrigen persönlichen Intereffen über die allgemeinen Interessen stelle, für der Artikel per Post einging und zum Druck gegeben zeigt die Auflösung, wie traurig es um das Versammlungsrecht welche er zu fämpfen vorgebe. Dies sei zweifellos beleidigend.. wurde, sei er jedoch in seiner Eigenschaft als der Arbeiter 25 Jahre nach Errichtung des glorreichen Deutschen Der Beklagte sei deshalb zu einer Geldstrafe von 50 M. ver Reichstagsabgeordneter und speziell als Reichs bestellt ist. urtheilt und dem Kläger die Publikationsbefugniß in der Mitglied der Petitionstommission, in Berlin thätig gewesen, was durch eine Bescheinigung des Direktors des Die diesjährige General- Versammlung des Verbandes Brauer- und Hopfenzeitung" und in der„ Vessischen Beitung" Reichstags, auf grund des Protokolls der Petitionskommission, deutscher Berg- und Hüttenarbeiter wird am 25. August in zugesprochen worden. bestätigt wurde. Im übrigen wies er darauf hin, daß von einer och um abgehalten. Der provisorische Zentralvorstand hat in Altona. Der Pantoffelmacher Bauer aus Pinneberg wurde Beleidigung des Gemeindebeamten Brode keine Rede sein könne, Erwägung der besonders schwierigen Umstände, in die der Ver- am 3. d. M. vom hiesigen Landgericht wegen Majestätsbeleidigung. vielmehr die ganze Tendenz des Artikels auf das Gegentheil ge- band durch die Verhaftung der Vorstandsmitglieder Schröder zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte richtet sei, im Gegensage zu den Ausführungen in der„ Saale- und Meyer versetzt worden ist, beschlossen, daß die Wahl des 11/2 Jahre Gefängniß beantragt. Die Anklage ist auf grund Beitung", die auf Gerichtsbeschluß auch zur Verlesung" kamen. Borstandes nicht durch Urabstimmung, sondern durch die eines gut geschriebenen und gut ftilisirten anonymen Briefes Es wurde dann noch das Zeugniß des Ortsvorstehers, der Delegirten auf der General- Versammlung geschehen soll. erhoben worden. Die Vertheidigung führte Rechtsanwalt tommissarisch in Delitzsch vernommen worden war, ver= Sämmtliche Weißgerber in Wegstädt! in Böhmen Dr. Suse aus Hamburg. Iefen. Dieser erfärte, daß die betreffenden Angaben voll- haben am 27. Juli die Arbeit niedergelegt. tomnien unwahr feien; sie hätten ihn schwer gekränkt und ihm viele Unannehmlichkeiten verursacht. Sogar Drohbriefe Den Eisenbahnarbeitern am Zentralbahnhof in Basel hätte er darüber erhalten, unter anderem eine Postkarte aus einem Orte in Ungarn. " hat die Direktion eine 17prozentige Lohnerhöhung angeboten. Die Arbeiter sind darauf eingegangen, du Levant und du Flenu bei Mon3 in Belgien. Ueber 2000 Berglente streifen in den Kohlengruben W 60 Kreuzern veruntreut zu Der Hunger und die Heiligkeit des Eigenthums. Aus Wien wird vom 26. Juli berichtet: Ein ergreifender Fall bes schäftigte gestern den Hernalser Strafrichter. Hedwig Wundfam, eine 21 jährige Frau, welche infolge der Kränklichkeit ihres Der Staatsanwalt erklärte, daß zweifellos eine schwere BeMannes gezwungen ist, ihn und sich selbst mit der Nadel zu er leidigung vorliege, denn der Artikel der Volksstimme" habe den nähren, ist Kravattennäherin und verdient für das Nähen von Ortsvorsteher als Beamten verantwortlich gemacht, indem er die einem ganzen Dußend Kravatten zwölf Kreuzer( 24 Pf.); allein herrschenden Staats- und Gesellschaftszustände einer abfälligen leber die Ursache des Glasarbeiter Ausstandes in der eigentliche Nettoverdienst reduzirt sich auf nur neun Kritik unterziehe und somit die Vertreter des Staates, die Be- Carmaux wird uns aus Paris geschrieben: Trotzdem die Kreuzer per Dutzend, da die Aermſte für das Benuzen amten, treffen wollte. Der Angeklagte fönne nach§ 20 des Sozialisten, wie die gegnerische Presse behauptet, sermalmt" einer fremden Nähmaschine für jedes Dutzend drei Kreuzer abPreßgesetzes sich nicht mit der Abwesenheit entschuldigen, denn worden sind, scheint sich das Ausbeuterthum doch nicht zufrieden 3/4 Kreuzer für das Fertigstellen einer Kravatte. Die Angeklagte liefern muß. er bleibe immer als Thäter verantwortlich. Er beantragte eine geben zu wollen. In Carmaux bestand die Bermalmung" darin, wird nun von ihrer Arbeitgeberin Frau Anna Mößbeck beschuldigt, Geldstrafe von 500 M. daß nebst dem angeblich unwählbaren" Genossen Calvignac, Das Landgericht erklärte den angeklagten Redakteur für der zum Generalrath gewählt wurde, der angeblich„ unwählbare" ihr Kravatten im Werthe von schuldig. Das Urtheil lautete auf 300 M. Geldstrafe und Genosse Baudot, welcher Glasarbeiter ist, zum Bezirksrath ge- haben. Sie gab dies auch rückhaltlos zu, schilderte aber das Publikation des Urtheils in der Volksstimme" und einigen wählt worden ist. Das paßte aber nicht der Glashütten- Kompagnie, Motiv, Hunger und Noth, so ergreifend und glaubwürdig, daß anderen Zeitungen. In der Begründung wurde ausgeführt, daß von der Baudot beschäftigt wird. 213 er sich zur Arbeit der Richter ihr die beruhigende Versicherung gab, vor Fällung zweifellos eine schwere Beleidigung des betreffenden Gemeinde- einstellte, wurde ihm von dem: Direktor bekannt gegeben, daß er des Urtheils über ihre triste Lage Erhebungen zu pflegen, da der beamten vorliege, da dieser die Pflicht hatte, auch für die auf Beschluß des Verwaltungsrathes entlassen sei. Als Grund Strafausschließungsgrund des unwiderstehlichen Zwanges vorzuliegen scheine. Die blasse junge Frau erzählte nämlich unter Armenversorgung zu wirken, und ihm eine grobe Ver- wurde natürlich nicht seine Wahl zum Bezirksrath angegeben, zuliegen scheine. Die blaffe junge Frau erzählte nämlich unter nachlässigung dieser Pflicht durch die unwahre Mittheilung zum sondern der Vorwand gebraucht, daß er sich, ohne Urlaub ver: Schluchzen: Mir ist es damals, Herr faiserlicher Rath, so schlecht so schlecht, drei Tage haben wir nichts zu essen Vorwurf gemacht wurde. Die Entschuldigung des langt zu haben, nach Marseille zum Kongreß der Glasarbeiter gegangen, Angeklagten, daß er zur Zeit der Druckbegeben hatte. Das ist aber einfach erlogen, da Baudot, wie es gehabt, mein einziges Kind war im Elend gestorben, wir haben Legung abwesend war, tönne nicht in beim Glashüttenwerk von Carmaux üblich ist, sich vor seiner Av- alle zusammen ein Bett in der Küche gehabt, auch das haben wir tracht kommen; denn nach einer Entscheidung des reise als„ abwesend" einschreiben ließ. Baudot's Kameraden nicht bezahlen können, und da hat uns die Quartierfrau auf die in diefer Lage habe ich einige Kravatten verkauft. Reichsgerichts müsse der Redakteur stets als Thäter au- hatten sich auch keinen Augenblick über den eigentlichen Grund Straße geſetzt Richter: Sie hätten vielleicht Ihre Arbeitgeberin um Vorschuß gesehen werden, sofern nicht ganz besondere Umstände der Entlassung täuschen lassen. Eine Gewerkschaft bildend, hat bitten tönnen." Angeklagte: Da hätt' ich die Arbeit verfeine Thäterschaft ausschlössen; die zeitweilige Verberen Vorstand sämmtliche Mitglieder noch am selben Abend zuren. Richter: Welche Arbeitgeberin wäre denn so hart. hinderung wegen anderweiter Geschäfte könne einer Versammlung einberufen, welche beschloß, eine Delegation nach jener Entscheidung nicht als solcher straf- mit dem Auftrag an die Direktion des Hüttenwerkes zu entfenden, Lohn zu fordern gehabt und auch um einen Vorschuß gebeten, berzig gewesen? Angeklagte: Ich habe einmal nur 20 Str. ausschließender Umstand angesehen werden. die Wiedereinsehung Baudot3 zu verlangen. Vom Unterdirektor Die Höhe der Strafe sei in Rücksicht auf die zahlreichen Vor- empfangen, erklärte ihr dieser, daß sich die Direktion weigere, da hat die Dame gesagt: Ich bedaure, wenn Sie nicht einmal strafen des Angeklagten wegen Beleidigung durch die Presse be- fich mit der Delegation in irgend welche Verhandlungen ein bis Sonnabend aushalten können, dann kann ich Sie nicht zulaffen. Daraufhin fand eine neue Gewerkschafts- Versammlung brauchen. Dann hat sie mir die 20 Kr. ausbezahlt und keine Nach dieser Entscheidung des Frankfurter Landgerichts wäre statt, an der sämmtliche Glasarbeiter, 500 an der Zahl, theilnahmen. Arbeit mehr gegeben. Ich bitt', Herr faiserlicher Rath, ver die Pflicht, daß ein Reichstags- Abgeordneter an den Arbeiten und die mit dem Beschlusse endete, der Direktion in einem zeihen Sie mir's, ich thu's nie wieder, lieber verhunger' ich. des Reichstags, eines Faktors der Gesezgebung, Schreiben mitzutheilen, daß wenn Baudot nicht wieder aufge- Wie bereits angedeutet, vertagte der Richter die Verhandlung, theilzunehmen hat, teiner der besonderen Umstände, die nach nommen, sämmtliche Arbeiter streifen würden. Die Direktion um über die Angaben der Angeklagten Erhebungen zu pflegen. den Anschauungen des Reichsgerichts allein die Thäterschaft aus- ließ darauf der Delegation, die dieses Schreiben fiberbracht der„ Diebe" möglich zu sein. Von deutschen Gerichten wäre das hatte, schriftlich mittheilen, daß die Entlassung Baudot's unwiderruflich sei. Damit hat die Glashütten- Kompagnie selber sunglückliche Weib vermuthlich wegen Eigenthumsvergehens mit den Stab über sich gebrochen. Sämmtliche Glasarbeiter be chimpflicher Strafe belegt worden. finden sich nun im Streit und es ist kein Zweifel, daß angesichts der Ursache des Ausstands die Streifenden von allen Seiten fo= wohl moralisch wie materiell unterstützt werden. messen worden. schließen! Soziale Mebericht. Ein Bild aus der modernen Kultur". In Boxmeer in Holland, wo die Zigarrenarbeiter wegen Lohnabzügen vierzehn Wochen lang im Streit standen, hat der katholische Pfarrer den Streitbrechern volle Absolution von der Kanzel herab ertheilt, durch sie im Falle die Streikenden geschädigt oder massakrirt würden. Damit Gerichts- Beitung. -Depeschen und lehte Nachrichten. Frankfurt a. M., 3. Aug.( B. H.) Der„ Frankfurter Zeitung" wird aus Sofia gemeldet, daß am Mittwoch Abend um 7 Uhr türkische Soldaten in der Position Turnu- Ischaibachi auf ein fleines bulgarisches Detachement schossen, welches eine Bergposition bei Zircili in dem neulich Bulgarien zurückgegebenen Gebiet besetzt hatte. Es sind weder Todte nach Verwundete vorgekommen. Bulgaren haben nicht geschossen; die Türken geben vorgekommen. Bulgaren haben nicht geschossen; die Türken geben an, sie hätten die bulgarischen Truppen für eine Räuberbande an, sie hätten die bulgarischen Truppen für eine Räuberbande gehalten. Brüssel, 3. August.( W. T. B.). Die Repräsentantendiesem reizenden Bilde chriftlicher Ordnung nichts fehle, stellte Eine der Beleidigungsklagen, welche der vorjährige Bier: der Bürgermeister einen Ausständigen unter Anklage, der fich boykott gezeitigt hat, gelangte gestern vor der 146. Abtheilung gegen die ihn mit Messerstichen regalirenden Streitbrecher des Schöffengerichts zur Verhandlung. Kläger war der Brauer gewehrt hatte, und die Fabrikanten haben sich verpflichtet, eine gehilfe B. Schneider, Beklagter der Herausgeber und ReKonventionalstrafe zu zahlen, wenn sie innerhalb 5 Jahren bakteur der zu Nürnberg erscheinenden„ Brauer- und Hopfeneinen der Streifenden wieder in Arbeit nehmen. So arbeitet die Beitung", Johann Carl. In der genannten Zeitung erschien geistliche, die weltliche und die wirthschaftliche Gewalt Hand in am 15. März d. J. ein Artikel, welcher den vorjährigen Boykott Hand, um die Arbeiter, die sich nur ihrer Haut wehren, unter- behandelte und dabei im besonderen zum Ausdruck brachte, daß kammer setzte die Berathung des Schulgesetzes fort und ge= zubringen. die Einigungsbestrebungen von seiten der boykottfreundlichen nehmigte mit 79 gegen 60 Stimmen den ersten Paragraph des Brauerei Arbeiter- Kommission bekämpft worden seien. Zum Artikels 2, welcher bestimmt, daß der Elementarnnterricht nothBeweise hierfür wurde auf einen Bericht der Vosfischen wendigerweise den Religionsunterricht und die Morallehre uma Gewerkschaftliches. Zeitung" über eine am 29. Dezember vorigen Jahres in fassen muß. Shanghai, 3. August.( Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Achtung, Schuhmacher! Durch gegenseitige Einigung ist Rirdorf stattgehabte Versammlung bezug genommen. In dem die Sperre über die Firma Hirsch u. Dallach, Berlin, Stralauer- Bericht wurde mitgetheilt, daß der Abgeordnete Singer einer Ein hiesiges Lokalblatt veröffentlicht ein von heute datirtes TeleEinigung auf grund der zwischen der Boykottkommission und gramm aus Foochow, demzufolge in Kucheng ein schreckliches straße, aufgehoben. Die Agitationstommission der Schuhmacher. den Gegnern festgestellten Bedingungen das Wort geredet hatte, Gemehel unter der christlichen Bevölkerung stattgefunden haben Nu die Steinarbeiter( Steinmetzen, Steinbrecher, dabei aber auf heftigen Widerstand seitens der Mitglieder der soll. Unter den Opfern sollen sich auch fünf ausländische Damen Marmor, Granitarbeiter und Schleifer) der Brauerei- Arbeiter- Kommission und besonders seitens des Klägers befinden. # Verantwortlicher Redakteur: Max Pfund in Halensee. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 180. Lokales. Achtung, Parteigenoffen! Um eine allgemeine Aussprache der Berliner Genossen über das Agrarprogramm möglich zu machen, sind von den Unterzeichneten auf Dienstag, den 13. d. Mts., abends 8 Uhr, sieben öffentliche Volks- Verfammlungen einberufen worden.- Wir ersuchen daher alle Vorstände der politischen sowie gewerkschaftlichen Organisationen, für diesen Tag feine Versammlungen u. f. w. zu veranstalten, damit einem jeden die Möglichkeit gegeben werde, die ParteiVersammlungen zu besuchen. Die Vertrauen3- Personen. Zur Lokalliste. Den Parteigen offen zur Nachricht, daß das Lokal von Hohlwein an der Köpenicker Landstraße nicht frei ist. In Rummelsburg ist das Lokal von Schenk, Schillerftraße 28, nicht als gesperrt zu betrachten. Echenk steht deshalb nicht auf der Lokalliste, weil er nur ein Schanklokal hat. " Sonntag, den 4. August 1895. " 12. Jahrg. In diesem Augenblicke beginnt das wirken des Staates| Sabbathschändungen, welche in letzter Zeit besonder der Sozialreform, desselben Staates, dessen oberster Ber- in den Berliner Gotteshäusern" vorgekommen find laß folgenden Inhalts zu fördern versprochen hatte: treter am 4. Februar 1890 den sozialen Frieden durch einen Er- einen heiteren Klang hat, ist dieser Tage durch gerichtlichen Urtheilsspruch zum Abschluß gelangt. " . Für die Pflege des Friedens zwischen Arbeitgebern und Für die sogenannte Auferstehungskirche hatte der Arbeitnehmern sind gesetzliche Bestimmungen über die Formen Glockengießermeister Baumgart aus Rigdorf durch hohe in Aussicht zu nehmen, in denen die Arbeiter durch Vertreter, offizierliche Vermittelung und mit Hilfe des dortigen Guts welche ihr Vertrauen besitzen, an der Regelung gemein- besizers Wanzlic drei Glocken gegoffen und nach famer Angelegenheiten betheiligt, und zur Wahrnehmung Beförderung derselben auf den neuerbauten Thurm ein ihrer Interessen bei Verhandlung mit den Arbeitgebern feierliches Probeläuten veranstaltet, zu dem zahlreiche und mit den Organen meiner Regierung befähigt werden. Durch Buhörer sich eingefunden hatten. Aller Augen und Ohren eine solche Einrichtung ist den Arbeitern der freie und richteten sich erwartungsvoll nach dem Glockenstuhl der Auffriedliche Ausdruck ihrer Wünsche und Beerstehungskirche, um dem lieblichen Geläute zu laufchen, womit schwerden zu ermöglichen und den Staatsbehörden die fündigen Schäfchen dieses irdischen Jammerthales für jenes Gelegenheit zu geben, sich über die Verhältnisse der Arbeiter himmlische Leben nach dem Tode begeistert werden sollten. fortlaufend zu unterrichten und mit den letzteren Aber ach! Anstatt der melodiösen Glockentöne bimbam- bimbam" Fühlung zu behalten." drang in die entsetzten Trommelfelle der andächtig sich gen Wie bethätigt nach nunmehr fünfjähriger Uebung jeßt der Himmel verlängernden Ohren nur ein dumpfes, zorniges Ge Staat der Sozialreform dies ihm von seinem obersten Reprä- brumm ,, bumbum- bumbum!" Alles Experimentiren, durch UmAchtung, Parteigenossen von Rigdorf! In der Ans fentanten anbefohlene volksversöhnende Wirken? gelegenheit der Uebernahme des Vorwärs" und der übrigen hängen der Klöppel 2c., half nichts. Woran mochte das wohl Parteiliteratur in eigene Regie der Partei hat die in der Bolts des Vorwärts" nach. Schauen wir im Versammlungstheil der gestrigen. Nummer liegen? Ja," meinte ein Kundiger, das kommt davon, daß die Vorwärts" nach. Wieder befinden sich Arbeiter im verd.. versammlung gewählte Kommission Listen zur Einzeichnung von Ausstande, weil ihr Unternehmer, der Pianofabrikant J. Pfaff, Kirchen und Palästen den Feiertag entheiligen müssen. ttt sozialdemokratischen Bauarbeiter jetzt so oft in Abonnenten in folgenden Lokalen ausgelegt: Schmidt, Kott Landsbergerstr. 109, durch Herabsehung ihrer bisher schon färg: Tage des Herrn soll man nicht in den neuzuerbauenden Am bufer Damm 101; Barthell, Hermannplay 7; Hilpert, lichen Löhne noch mehr Mehrwerth aus ihnen herausfördern Kirchen bauen lassen, sondern in den erbauten durch Predigten Karlsgartenstr. 1; Heitaus, Hermannstr. 52; Rarias, Her- wollte. In der Versammlung, welche die Ausständigen abhalten, über das dritte Gebot sich aufs neue erbauen lassen." mannstraße; Schimtase, Bergstr. 162; Krüger, Prinz wird folgendes berichtet: Handjerystraße. Die Listen liegen ebenfalls bei den folgenden Ein anderer Zuhörer, das Gemeindekirchenrathsmitglied Wiese, Komiteemitgliedern aus: Jonas, Schönweiderstr. 31; Herr= Drei der Streifenden, welche am Donnerstag früh vor dagegen meinte, es wäre gar kein Wunder, wenn die Glocken mann, Kirchhofftr. 1; Lehmann, Kirchhofstr. 28; Stodt, dem Hause des Fabrikanten patrouillirten, wurden bald nach nicht vorschriftsmäßig läuten wollten, denn der Glockengießer B. Knesebecstr. 44; Heinemann, Prinz Handjerystr. 10; Reye. 7 Uhr verhaftet und ein vierter gegen Mittag. Von den sei schon ein alter Mann, der nicht mehr die nöthige geistige ersteren drei kam einer nach Feststellung seiner Personalien Kraft zu befizen scheine. rau, Berlinerstr. 79. Durch diese Worte verlegt, gegen 9 Uhr und der am Mittag Juhaftirte gegen 3 Uhr von ließ der Glockengießer B. von Gladenbeck und der Revierwache zur Entlassung; die beiden anderen wurden, vom Musikdirektor Opitz die Güte des Metalls und obgleich inzwischen ihre Ausweispapiere zur Stelle waren, des Tones begutachten und den Beleidiger durch den Kadi bes mittels grünen Wagens" wie Verbrecher strafen. Da jedoch trotz der gerichtlichen Strafe die Glocken nach dem Polizei- Präsidialgebäude trans- immer noch nicht läuten wollten, ließ der Gemeindekirchenrath portirt und spät am Nachmittage entlassen." von St. Markus auf eigene Kosten die streifenden Glocken vom Thurm der Auferstehungtirche herunterschaffen, und durch neue ersetzen. Die brummenden Glocken aber führen jetzt ein sangund flangloses Dasein in einem Schuppen des Gutsbesitzers Wanzlick und haben mit ehernem Munde stumm geschworen, nicht eher zu läuten, als bis die Zeit der frommen Sabbaths schändungen vorüber. " " " " " Genoffinuen und Genossen! Hiermit machen wir noch einmal auf das am nächsten Sonnabend, den 10. August, in der Berliner Bockbrauerei( Tempelhofer Berg) stattfindende Sommerfest der Arbeiter Bildungsschule aufmerksam.( Siehe Inserat.) Soweit bis jetzt ersichtlich, wird der hoffentlich zahlreich erscheinenden Berliner Arbeiterschaft durch das sorgfältig Man glaube nicht, daß dieser Fall eine Ausnahme ist. zusammengestellte, gediegene Programm, besonders durch die von Ganz wie bei Pfaff postirt der Staat der Sozialreform vor etwa 120 Personen aufgeführte Episode aus dem Bauernkrieg: ziemlich jeder Arbeitsstätte, wo Arbeiter im Streik um Ghre und Die Erstürmung des Schlosses bei Schorndorf". hervorragendes Existenz kämpfen, Schuhleute und Geheime", damit geboten werden. diese, wenn erforderlich", zum besten des Unternehmers wirken, Alle Zusendungen, Briefe, Anfragen 2c., die Arbeiter genau wie es in dem geschilderten Falle geschehen. Bildungsschule betreffend, sind von jetzt ab an den von So bethätigt sich der Staat der Sozialreform im Jubiläums: der letzten Generalversammlung neugewählten 1. Vorsitzenden, ia hre des grrrroßen Krieges, der das Vaterland geeint hier dieser Tage eine Menge unfittlicher Bilder angehalten worden. Deutsche Sitte. Auf Veranlassung der Steuerbehörde sind. Schriftsteller Heinrich Schulz, Berlin SW. 12, Charlottenbat. straße 94, zu richten. richtiger Liebe zu diesem Staate, den heiligen Sedan Aus Italien traf eine große Kiste ein, deren Inhalt aus Bilddiesmal ganz besonders umfassend zu begehen. Sie Nene Stadtverordneten- Wahlen. Da in jeder der Ab wollen, wie aus ihren Organen herauszulesen, möglichst Gendung besichtigten, tam ihnen der Inhalt der Kiste sehr gering werken bestand, die für die Ausstellung Italien in Berlin bestimmt waren. Als die Zollbeamten der Kontrolle wegen die theilungen der Stadtverordneten die Hälfte aus Hausbesitzern be- unter" Kontrattbruch", wie sie es bei der Mat Sendung besichtigten, kam ihnen der Inhalt der Kiste sehr gering stehen muß, so hat der Magistrat die Ausloosung derjenigen feier nennen, und unter Einbehaltung des Arbeitslohnes für vor im Vergleiche zu deren Umfange. Sie sahen daher etwas Wahlbezirke angenommen, in denen bei der diesjährigen Wahl diesen Tag, ihre Arbeiter in die mordspatriotische Feier hinein genauer zu und entdeckten, daß die Kiste einen doppelten Boden Hausbesitzer gewählt werden müssen. In der ersten Abtheilung peitschen, damit dem erhabenen Gedenktage des großen hatte. Als man diesen öffnete, fand man in dem geheimen Abverbleiben 21 Hausbesitzer. Es war nur in der zweiten und Schlachtens auf keinen Fall der volksthümliche Charatter theil eine Sammlung von Bildern der unfläthigsten Art. Die dritten Abtheilung zu loosen. Es müssen in der zweiten Ab: fehle. Rifte wurde der Boйhinterziehung wegen beschlagnahmt. theilung für die Wahlbezirke 6, 7 und 8 und in der dritten Wo ist der Mann unter dem deutschen Industrieproletariat, Abtheilung für die Wahlbezirke 2, 7, 11, 13, 39 und 42 der solcher frechen Bethätigung des Wordspatriotismus nicht welche den Kreisen der sogenannten oberen Zehntausend ans Pfui. Teufel! Einen neuen Beweis dafür, daß Damen, Hauseigenthümer gewählt werden. hohnlachend und mit fel erfüllt gegenüberfände? gehören, ganz besonders für schlüpfrige Lektüre Neigung zeigen, Im Jubeljahr von Deutschlands Ginigung. Eine Ge. Wo ist der Hanswurst unter den Ausgebeuteten, der sich, liefert ein Verfahren, welches sich gegen die Schriftstellerin Frau schichte, wie sie jährlich zu dußenden Malen in der Hauptstadt ohne Ingrimm im Herzen, durch Betheiligung an solcher Feier Dr. Helene Knopff richtet. Diese hat, wie die„ Volts- 3tg." des Reiches der Gottesfurcht und frommen Sitte wiederkehrt. Anblick des mordspatriotischen Geheuls nicht mit doppelter Frauen zu Frauen verfaßt, und das schlüpfrige Thema, welches Die Arbeiter irgend einer Fabrik sind in den Ausstand getrieben worden, weil dem Unternehmer der Grad der Aus- unigteit seinen französischen Brüdern und Leidens- allerdings mit Geschick behandelt ist, hat die Behörde veranlaßt, beutung noch nicht hoch genug erschienen war, und er auf liebe- gefährten die Hand, eingedenk der erzenen Losungsworte, vor das Werk zu beschlagnahmen. Es wurde aber nicht nur auf das dienerische Zuflüsterung des von ihm bestellten Antreibers aber denen die Bourgeoisie der ganzen Welt er blaßt als vor einem Wert, sondern auch auf die Korrespondenz Beschlag gelegt, und mals eine General herabsehung der gezahlten Löhne Menetekel: Proletarier aller Länder vereinigt zwar nicht nur auf diejenige, welche sich bereits im Besitz der anzuordnen beliebte. Selbstverständlich ist der Unternehmer, der Euch! Verfasserin, sondern auch auf die noch einlaufende, daher also handelt, Ehrenmann durch und durch, und oft genug. wurden alle an die Verfasserin einlaufenden Schreiben auf dem gewissermaßen zur Bekräftigung dieser Eigenschaft im Befiße endlich wieder wenigstens abfolut zunehmen zu wollen. Im Halb- Staatsanwaltschaft ausgeliefert. Dabei hat sich nun die That Die Zahl der Eheschließungen scheint in Berlin 1895 Bostamt argehalten und nicht an die Adressatin, sondern an die diefer oder jener öffentlichen Ehrenamter. Sich auf irgend jahr Januar bis Juni 1895 wurden hier( nach den Wochen- fache ergeben, daß die Korrespondenzen fast ausnahmslos von cine Einigung mit den schon bisher elend entlohnten Arbeitern berichten des„ Statistischen Amis der Stadt Berlin") 8193 Ghen Damen der sogenannten besseren Stände herrührten. Es bes einzulassen, widerstreitet den Ehrbegriffen so eines Ehrenmannes; gerade in solchen Momenten kommt es ja darauf an, die geschlossen, gegen 8166 in demselben Zeitraum des Jahres 1894. finden sich wohlbekannte Namen der Aristokratie unter den BeAutorität mit der ganzen Rücksichtslosigkeit, die einem größern oder wieder aufheben wird, muß abgewartet werden. wieder aufgehoben, nachdem der beabsichtigte Zweck erreicht Ob das zweite Halbjahr diesen bescheidenen Vorsprung noch verstellerinnen. Die Beschlagnahme der Briefschaften ist jetzt gebildeten deutschen Patrioten eigen, den renitenten" Arbeitern Relativ( im Verhältniß zur Bevölkerung, die sich inzwischen um worden ist. und ihren„ Rädelsführern" gegenüber geltend zu machen. Der rund 34 000 Seelen vermehrt hat.) bedeutet freilich auch das immer Ausstand ist also perfett, und dem Unternehmer, dem wahren noch eine Abnahme der Zahl der Eheschließungen. Repräsentanten der deutschen Arbeit, liegt es nunmehr ob, für Herbeischaffung der erforderlichen Anzahl Streitbrecher aus Böhmen, Schweden oder sonst einem„ wilden" Lande Sorge zu tragen. Sonntagsplauderet. Eine Aenderung in der Hausordnung des städtischen Krankenhauses am Friedrichshain sollte in der Weise erfolgt sein, Streifende Kirchenglocken. Ich weiß nicht, was foll es daß vom Nachiportier sämmtliche Anstaltsärzte, welche abends bedeuten?" Die Glocken die wollen nicht läuten! Eine nach 10 Uhr heimkehren, mit Angabe der Zeit der Rückkehr amüsante Glockengeschichte, die im Hinblick auf die notirt würden Wie die„ Nordd. Allg. 3tg.", der wir diese " Db in dieser geflissentlichen Selbstbelobigung, ob in als Zeugen für die Gloriole von 1870 ants diesem Spiel mit demüthiger Bescheidenheit nicht vielleicht zurufen. Ja, mit schmeichelnden Rosenamen wird eine raffinirtere Gattung von Chauvinismus steckt, als sie der Sozialdemokratie gedacht die heute abseits Als neulich Exzellenz Geheimrath Profeffor Dr. Kuno sich im widerlichen, mit Gäbelgeraffel verbundenem Revanche stehe von der großen nationalen Feierlichkeit. Wie hätten Fischer, der Stolz und der Aelteste der Heidelberger Uni- geschrei kundgiebt? Wer das entscheiden möchte? Exzellenz 1870 die Sozialdemokraten auf den Schlachtfeldern wacker versität, bei dem Festbankett während des deutschen Jour- Geheimrath Kuno Fischer, der alles so ganz bestimmt weiß, und tapfer ihre Schuldigkeit gethan und was müsse genalistentages den Ehrenvorsitz übernommen hatte, da ge- wird dies wohl gleichfalls genau wissen. schehen, um dies kostbare Material", wie es wörtlich in dachte auch er der Großthaten vor 25 Jahren, und in seiner In das gleichförmige Eiapopeia, das der deutsche den Grenzboten" heißt, wieder zu gewinnen, zu versöhnen? besonderen Art, die keinen Widerspruch duldet, und in seiner Bürgersmann, im Echlachtgewühl ein grimmer Held, im Ausnahmegeseze und Umsturzvorlagen thun es freilich nicht, übergroßen Selbstgefälligkeit, die jeden eigenen Ausspruch Friedenshandwerk ein frommer Knecht, jetzt in allen meint der Verfasser höhnisch. Toch der Weltanschauung wie eine Offenbarung behandelt, sprach er in pathetisch- Tonarten vernimmt, schleicht sich aber dennoch an mancher des Sozialismus steht auch er weltenfremd gegenüber. Er feierlichem Tone:" Wir Deutsche sind ganz gewiß nicht Stelle ein leiser Mißton ein. Im Beitungswald der Brav- stimmt sein Versöhnungsliedchen an, ohne zu bedenken, daß Chauvinisten und gern entbehren wir in unserer gesinnten gab es ein jubelndes Trillern auf allen das Jdeal, welches zur blutigen Entscheidung von 1870 Sprache ein Wort für chauvinistische Sinnesart." Bweigen; aber der überhitzten Sprache der Journale führte, für die Sozialdemokratie ein todter Göze ohne Exzellenz Geheimrath Professor Dr. Kuno Fischer- der hoch- antwortete im Grunde kein begeistertes Echo, selbst nicht in lebenweckenden Jubalt geworden. Worüber er sich noch berühmte Mann wird leicht unwillig, wenn man einen den Kreisen der mittleren und feinen Bourgeoisie. Das verwundert, das erscheint dem sozialistisch empfindenden feiner Titel unterschlägt hat sicherlich traft seiner pro- mußte selbst manchen unter denen, die an vergangenen Manne als Bestätigung seiner Anschauungen. funden philosophisch- ästhetischen Durchbildung die Geheim- Idealen festhalten und konservativ sind bis auf die Während der Ungenannte in den Grenzboten" die stolzen nisse der deutschen Boltsseele in ihren verborgensten Tiefen Knochen, nachdenklich stimmen. Wenn die Schaumschläger Fortschritte in der Wissenschaft wenigstens nach der ergründet. Wenn solch' hochgelahrter Denker während der in der Presse mit großen Phrasen ihre Arbeit gethan haben, technischen Seite hin rühmit, die feit 1870 gemacht wurden, stolzesten Erinnerungstage auch nicht die leiseste Spur von da rücken die ernsthafteren Elemente auf den Plan und verkennt er keineswegs, daß nach der Tiefe hin, in originalen Chauvinismus wahrnehmen konnte, indeß beim Nachbar wägen und prüfen sorglicher. So ist in dem Leitaufsatz der Entdeckungen, in Philosophie nicht entfernt jener Glanz jenseits des Rheins die wüthigste Politik des blinden jüngsten Nummer der konservativen Grenzboten" der Ver- erreicht wurde, den man von der nationalen Erhebung" Haffes tobte, muß da nicht jedes biedere vater fuch gemacht worden, darzulegen: Wie hat die Epoche von erhoffte; und gerade auf jenem Arbeitsgebiete, da seinerzeit ländische Herz vor gerechtem Stolz höher ge- 1870 nachgewirkt? Was hat sie für die deutsche Bolts- die glühendsten Erwartungen auf neuteimendes Leben, auf schlagen haben? Noch immer, mie in alten feele bedeutet? Wie hat sie Einfluß geübt auf die Volks- Reichthum und Ueppigkeit gehegt wurden, sei die EntTagen, ist es der gestrenge Herr Professor, der in gemeinschaft, auf ihre ökonomischen Verhältnisse, auf ihre täuschung am ernüchterndsten eingetreten, auf dem Gebiete Deutschland seinem Bürgerthum Lobes- und Fleißzettel wissenschaftlichen Bestrebungen und auf die Aeußerungen der Kunst. ertheilt oder ihm mit finsteren Mienen eine Buß- und ihrer Kunst? Dies letzte Moment in der elegischen Betrachtung Strafpredigt hält. Was die eine Exzellenz, Geheimrath Man wird von den Grenzboten", wenn sie der spricht beredsam genug. Wie andächtig wußte man in Fischer, vor einer Festversammlung laut und mit gehobener merkwürdigsten Glorie" deutscher Geschichte gedenken, nicht der Epoche von 1870 von einem perilleischen Zeitalter Stimme verkündete, das ertönt mit hundertfachen Variationen erwarten dürfen, daß sie von kritischer Bitterteit überfließen. zu schwärmen, das für Deutschland heranbrechen sollte. Wer in den mannigfaltigsten Rückblicken auf die stolzen Gedenk- Allein der geschwägigen Ruhmrederei gegenüber, die erst auf die Wiattigkeit, auf die Erschöpfung, die unmittelbar tage" wieder und jeder Pfahlbürger darf sich mit freudiger recht den Chauvinismus zu wecken geeignet ist, je mehr sie nach 1870 eintrat, hinwies, der wurde von den SiegesGenugthuung und mit dem erhebenden Bewußtsein zu Bette in die Welt posaunt: wir Deutsche sind alles eher, als bewußten wie ein armseliger, kleinmüthiger Schächer belegen, er sei jenen Helden vergleichbar, die mit Berserker Chauvinisten!", hat die mahnende Betrachtung in den Grenz- handelt. Das große, neue Künstlergeschlecht sollte erst wuth zum Schwerte griffen, wenn sie tückische Angriffe boten unvergleichlich höheren Werth. Nicht alle Blüten emporwachsen. Und als Jahr um Jahr verging und die abzuwehren hatten, die aber, wenn das Schlachtwerf ge- träume reisten, so läßt sich der Artikelschreiber wehmüthig hohe Künstlerjugend, die sich an den Großthaien von 1870 than, in demüthigem Seelenadel wieder hinter dem Pflug vernehmen. Vor allem wird das Zauberkunftstück ver zu modernen Iliaden, zu modernen Heldengedichten in einherschritten. schmäht, die gesammte deutsche Volksgemeinschaft Wort oder Echrist begeistert hätte, immer nicht aufschießen " " Die Abnahme Nachricht entnahmen, erfährt, find die Assistenzärzte des Kranken-| Sadullah Bey fich eine Rugel in die Schläfe geschoffen hatte. I unverbindlichen Rath" ertheilt, wie er die Pfänder am besten und hauses am Friedrichshain bei ihrem Eintritt in die Anstalt Der Anlaß, der dem Manne die Waffe in die Hand gedrückt leichtesten veräußern könne. Die Versteigerung der Herrn F. verweder mündlich noch schriftlich verpflichtet worden, bei Aus- hat, ist noch ziemlich dunkel. Einige Personen wollen an dem pfändeten Bibliothek ist auf grund einer einstweiligen gerichtgang des Abends zu einer bestimmten Zeit in die Anstalt zurück- Botschaftssekretär in jüngster Beit Spuren von Verfolgungs- lichen Verfügung der 1. Ferienkammer für Handelssachen vom zukehren. wahnsinn wahrgenommen haben. Die Frau ist am Freitag 16. Juli 1895, durch welche dem Konkursverwalter Fischer aufAbend in Berlin wieder eingetroffen, um erst hier zu erfahren, gegeben worden ist, dem Herrn F. die Herausnahme der Bücher Der Schifffahrtsverkehr ist gegenwärtig sehr behindert baß sie an das Todtenbett ihres Gemahls geeilt war. Der aus dem Keller zum Zwecke der Versteigerung durch einen Gerichts. durch den niedrigen Wafferstand sowohl auf der mittleren Elbe, Polizeibericht meldet den Vorfall mit den Worten: Am 1. d. M. vollzieher sofort zu gestatten, durch den Gerichtsvollzieher wo sich zahlreiche Sandbänke im Fahrwasser gebildet haben, wie auch auf der Oder; hier sind die Verhältnisse so mißlich, daß die nachmittags erschoß sich ein Mann in seiner Wohnung in der Zaborowky in öffentlicher, mehrere Tage vorher durch die Beitungen angekündigter Auktion erfolgt. Bendlerstraße. meisten Fahrzeuge nur bis zu einem Drittel ihrer Tragfähigkeit der Siegel ist ebenfalls durch den Gerichtsvollzieger auf befrachtet werden können. Auch aus dem Spreewalde werden Ein Gattenmordversuch wird aus Köpenick gemeldet. grund der in dieser der in dieser einstweiligen Verfügung enthaltenen Der Erlös aus der Klagen über den niedrigen Wasserstand laut, der in der Gegend Dort hat der 52jährige Arbeiter August Schulz, Friedrichstr. 89, Ermächtigung vorgenommen worden. von Burg stellenweise nicht ausreicht, um den in jener Gegend den Versuch gemacht, seine Ehefrau mit dem Beil zu erschlagen. Versteigerung, deren Vornahme ohne jedes gerichtliche Verallgemein üblichen Personenverkehr zu Wasser aufrecht zu erhalten. Die Sch.'schen Eheleute lebten schon seit längerer Zeit in ehe- fahren im Fall nicht rechtzeitiger Rückzahlung des Darlehns Es sind dort größere Baggerarbeiten begonnen. Die Regulirung lichen Unfrieden, da der Mann dem Trunke ergeben war; die Herrn F. in notarieller Urkunde ausdrücklich vorbehalten worden der Berliner Wasserstraßen verliert hierdurch viel von ihrem Frau hatte unter den Ausschreitungen ihres Gatten viel zu war, hat 6300 m. nur aus dem Grunde betragen, weil Herr Verkehrswerth. leiden. In der Nacht von Donnerstag zu Freitag hatte die F. für die Heranschaffung einer genügenden Anzahl Reflektanten Frau sich auf das Sopha niedergelegt, um zu schlafen; gegen Sorge getragen hat. Andernfalls hätte nach dem Gutachten des 4 Uhr morgens wachte sie plötzlich unter der Einwirkung eines Gerichtsvollziehers der Erlös höchstens 3000 m. betragen. Es heftigen Schmerzes auf; sie sah ihren Mann vor sich stehen, der ist hiernach unwahr, daß die Bücher, welche Steinschneider selbst nun das Küchenbeil wieder erhob, um auf seine Ehefrau loszu für 18 000 m. getauft und davon bereits einen sehr werthvollen schlagen. Nur dadurch, daß die Aermste blißschnell den Kopf Theil anderweit verkauft, beziehungsweise verpfändet hatte, einen unter den vor dem Sopha stehenden Tisch steckte, entging sie Mindestwerth von 30 000 M. repräsentiren. Verschiedene Sachdem tödtlichen Schlage, doch wurde der Sch. noch eine Wunde verständige haben ihr Gutachten eidesstattlich dahin abgegeben, am Hinterkopf zugefügt. Nun gelang es der Ueberfallenen, sich daß 6300 m. einen durchaus angemessenen Preis für die theils zu erheben und auf die Straße zu flüchten, woselbst sie den weise nur als Makulatur zu verwerthenden Bücher darstellen. Nachtwächter von der That unterrichtete. Jezt wurde Sch. fest Gine Anzeige wegen Wuchers ist nur von dem in unerklärlicher genommen und in das Amtsgerichts Gefängniß überführt, Weise gegen Herrn F. aufgebrachten Konkursverwalter Fischer, während Frau Sch. Nothverband erhielt. Allem Anschein nach und zwar erst vor einigen Tagen erstattet worden und stützt sich hat der Arbeiter die That in einem Anfall von Delirium tremens auf feine weiteren Unterlagen als die sehr mangelhaft geführten Bücher Steinschneider's. Letzterer, welcher auch andere Unterbegangen. schlagungen verübt hat, hat eben ohne Wissen des Herrn F. von den empfangenen 6200 M. nur 5000 M. in die Geschäftstaffe gezahlt und gebucht. Frau Dr. Adele Glasbrenner- Peroni, die Wittwe des Humoristen Adolf Glasbrenner( Brennglas) ist, 84 Jahre alt, hier am Freitag gestorben. Im Deutschen Theater hat die Polizei bekanntlich vor einigen Wochen, nachdem die kaiserliche Loge gekündigt worden, auf höhere" Weisung verschiedene Dekorationsgegenstände und Embleme, welche diese Loge kennzeichneten, in ziemlich deutlicher und auffälliger Weise entfernen lassen. Heute wird das Deutsche Theater wieder eröffnet. Direktor Brahm läßt am ersten Tage Die Weber" und am zweiten Tage Das Lumpen gesindel" geben!! = Die Urania wird am heutigen Sonntag nach dreiwöchentlichen Ferien wieder eröffnet mit dem dekorativen Ausstattungsvortrag„ Das Wunderland des amerikanischen Kontinentes", ber Durch Anegleiten auf einem Obstrest ist am Freitag Abend auch an den übrigen Abenden der Woche außer Donnerstag zur gegen 7 Uhr in der Liegmannstraße ein Unbekannter tödtlich zu Vorführung gelangt. Am Donnerstag Abend hält Herr Spies Schaden gekommen. Derselbe passirte, von der Neuen KönigEine famose ,, Künstlergeschichte", welche sich vor kurzem einen Experimentalvortrag Ueber elektrische Kraft und ihre straße tommend, den linksseitigen Bürgersteig und trat auf eine Uebertragung", in dem Versuche mit einem auf 20 000 Volt ge- auf dem Pflaster liegende Kirsche. Der etwa 20jährige Mann in Berlin zugetragen haben soll, ist dem Publikum jüngst von spannten Strome( nicht Teslastrome) angestellt werden sollen. glilt aus und stürzte so unglücklich zu Boden, daß er mit dem den Hamb. Nachrichten" aufgetischt worden. Ein reicher aber Das Berliner Aquarium hat unter den reichen Ein- Kopf gegen die Kante der Bordschwelle schlug und nach wenigen bartherziger Hauswirth foll danach einen alten und armen Maler Gängen aus den nordischen und südlichen Meeren mancherlei Minuten, che noch ärztliche Hilfe zur Stelle war, verstarb. Die wegen rückständiger Miethe exmittirt und gepfändet haben, hierfür aber von einem berühmten anderen Maler dadurch bestraft neue und feltene Wasserbewohner erhalten, die in verschiedenen Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. worden sein, daß ihn dieser bei der Versteigerung der Sachen Becken vertheilt sind. Die Gruppe der See Jgel, wie man die O, welche Luft, Soldat zu sein! Großes Aufsehen er- des armen Kollegen durch hohe Gebote auf ein ganz werthloses infolge ihrer meist fugeligen, stachelbewehrten Gestalt an einen regte am Freitag Nachmittag in Spandau der Transport von Bild veranlaßt habe, das letztere für einen enormen Preis zu zufammengerollten Igel erinnernden armlosen Stachelhäuter sieben verwundeten Gardehusaren, die mit der Lehrter Bahn ein- erstehen, worauf der berühmte Künstler dem verblüfften Hauswirth nennt, ist um mehrere Arten bereichert worden. Die eine, ein trafen und nach dem Garnisonlazareth geschafft wurden. Die den gangen wahren Sachverhalt largelegt habe. Hierzu schreibt uns Sphärechinus, erreicht eine ansehnliche Größe, da der Querdurch Mannschaften sollen, wie die Volts- Zeitung." meldet, bei einer ein Berichterstatter: Diese schöne Geschichte ist nun leider, so messer der Schale bis 15 Zentimeter beträgt, während derselbe Felddienstübung in der Nähe von Dallgow, im Kreise Osthavelland, interessant sie sonst auch ist, ein echtes Produkt der Saurenbei einer mit angelangten, zur nächstverwandten Gattung ge- infolge Stürzens der Pferde zu Schaden gekommen fein und haben gurkenzeit. Denn vor uns liegt die Unterhaltungsbeilage einer hörigen und längere Stacheln besitzenden Spezies nur etwa die mehr oder minder schwere Verlegungen davongetragen. Ginige bekannten hiesigen Zeitung vom 18. März 1894, in welcher jener Hälfte davon ausmacht, bei beiden sind die Stacheln dunkelviolett, haben Arm- und Beinbrüche erlitten, andere Verletzungen am ganze Vorfall ebenfalls schon erzählt wird, nur mit dem Unters bei der erstgenannten Art dazu mit weißer Spize. Aus der Kopf und Kontufionen. schiede, daß darin als Ort der Handlung nicht Berlin, sondern Klasse der Seesterne sind über die Adria- Station Rovigno die Paris bezeichnet, der alte arme Künstler eine junge arme europäischen Vertreter zweier Gattungen angekommen. Mittwe mit einem kleinen Kinde ist, das werthlose Bild nicht in der Räucherkammer(?), sondern vor einem Ofenloch gehangen hat und der schlechte Hauswirth nicht 600 Mart, sondern 2200 Franks dafür hat zahlen müssen. Alles Uebrige an der neuen Berliner Künstlergeschichte" ist in anderen Worten fast genau dasselbe, was vor einem Jahre in Paris geschehen ist. Auch die Pariser Geschichte ist längst fein Original mehr. wer Suppées lustige Operette Flotte Bursche" gesehen hat, wird sich auch darauf besinnen, daß besagte Anetoote schon sehr alten Datums ist. 5% Eine Anzahl großer Steine, sogenannter märkischer Findlinge", find bei den Plazirungsarbeiten der Petersburgerstraße freigelegt worden. Die größten Blöcke, im Gewicht von 100 Bentnern und darüber werden nach dem Treptower Park ges schafft, um dort zur Ausschmückung der Wasseranlagen verwendet zu werden. Kunft und Wissenschaft. Ein Naubaufall ist in der Nacht zum Freitag auf einen Kutscher der Dirks'schen Selterwasser- Fabrik verübt worden, als Der erste Sekretär der hiesigen türkischen Botschaft er auf der Fahrt nach Berlin begriffen, die Chauffee zwischen Assaf Sadullah Bey hat am Donnerstag, Nachmittag um 51/2 Uhr Neu- Rahusdorf und Friedrichshagen passirte. In der Nähe des Hand an sich gelegt. Der erst 28 Jahre zählende Mann, der Forsthauses bat ein ärmlich gekleideter Mann den Rosselenker, feit längerer Zeit schon der hiesigen Botschaft angehört, war eine Strecke mitfahren zu dürfen, da er frank sei und nicht in früher am Wiener Hofe und ist auch mit einer Wienerin nach stande wäre, die weite Tour nach Berlin zu Fuß zurücklegen zu europäischem Gesetz verheirathet. Seine Gattin ist um einige tönnen. Der gutherzige Kutscher hieß den Fremden auffißen, Jahre jünger als er und hat sich wegen der Heirath mit ihren kaum aber war das Gefährt fünf Minuten gefahren, als zwei Angehörigen entzweit: Aus der Ehe sind zwei Kinder hervor Männer aus dem Walde drangen und den Pferden in die Bügel gegangen, eine jezt etwa 10 Jahre alte Tochter und ein acht fielen. In demselben Augenblick stürzte sich der auf dem Wagen jähriger Sohn. Die Familie wohnte seit Mai d. J. in dem fitzende Fremde auf den Kutscher, der letztere aber, ein herkulisch Hause Bendlerstr. 85. Die Gattin des Botschaftssekretärs war vor gebauter Mann, faßte den Räuber an die Brust und warf ihn einigen Tagen mit ihren Kindern nach Heringsdorf ins Bad ge- vom Wagen herab. Dann aber gebrauchte der Kutscher seine reift. Am Donnerstag Nachmittag schickte Affaf Sadullah Peitsche derartig gut gegen die drei Wegelagerer, daß diefe in Ben gegen 5 Uhr sein Dienstmädchen mit einer Draht das Gebüsch flohen. Da weit und breit fein Bassant zu sehen, nachricht an seine Gattin nach einem Poſtamte. Die Depesche so konnte der Ueberfallene die Räuber nicht verfolgen. forderte die Fran auf, sofort nach Berlin zurückzukehren, und Auf einen Kindesmord scheint ein Leichenfund zurückgeführt zwar aus geschäftlichen Gründen. Als das Mädchen von der Rechtsanwalt Dr. Oskar Meyer ersucht uns, als Ver- werden zu müssen, den man im Friedrichshain gemacht hat. Beforgung heimkehrte, fand es die Thür zu dem Zimmer feines treter feines Klienten, eines Herrn F., in der Konkursangelegen- Dort fand man gestern Vormittag gegen 10 Uhr in einem GeHerrn verschlossen und glaubte, daß er sich schlafen gelegt habe. heit des Bibliographischen Bureaus" um Aufnahme folgender büsch die Leiche eines kleinen Mädchens, das allem Anscheine Nachdem das Mädchen später das Abendbrot aufgetragen hatte Erklärung: Herr F. hat Steinschneider nicht 5000 m., fondern, nach erst furz vorher den Tod gefunden hatte. Die Leiche war und auf das Klopfen an die Zimmerthür immer noch keinen wie mir durch vorgelegte Quittungen und eidesstattliche Ver- in gelbes Papier eingewickelt. Als man sie näher besichtigte, er= Einlaß oder Antwort erhielt, wandte es sich voller Besorgniß an ficherungen glaubhaft nachgewiesen ist, volle 6200 M. als Valuta gab sich, daß die Brust Wunden wie von Schlägen und Stößen die im Kellergeschoß wohnenden Portiersleute. Man entschloß des von Steinschneider gegen Verpfändung eines Theiles des zeigte, und am Halse waren noch Spuren von Fingereindrücken, welches fich endlich, die Polizei zu benachrichtigen, die das von innen Bücherlagers aufgenommenen Darlehns von 6200 M., welches mirgeflecken, sichtbar. Hiernach unterliegt es kaum einem verschlossene Zimmer durch einen Schlosser öffnen ließ. Man abredegemäß nur zu 6 pet. verzinst werden sollte, gezahlt. Eine Zweifel, daß das Kind durch Gewalt ums Leben gekommen ist. fand den Botschaftssekretär lang ausgestreckt auf dem Ginigung zwischen dem Verwalter Fischer und Herrn F. ist nieAus einem Koupee des Schnellzuges, der um 1 Uhr Rücken liegen, den Kopf in einer großen Blutlache. mals zustande gekommen. Der Verwalter hat, wie er selbst in Neben der Leiche lag ein Revolver, aus dem Affaf einem Schreiben an mich anerkennt, Herrn F. nur einen für diesen 40 Minuten nachmittags von Karlsbad nach Berlin abgeht, fiel, wollte auf deutscher Erde, da wurde man ungeduldig und ihrem Spielplan ausgeschlossen. Dies will sich Herr Meßzornig fast. Man rief ein ums andere Mal entrüstet: Wo thaler zu nutze machen und die Münchener will er mit bleiben eigentlich die Kerle? Aber man fragte nicht nach einem den verbannten Werken" bekannt machen. Das schmerzt Die französische Arbeitermarseillaise. Genosse Manfreb Grundgesez, das durch die ganze Kulturgeschichte der Menschheit wiederum Herrn Possart, den Generalgewaltigen der Hof- Wittich schreibt uns: Bielleicht interessirt folgendes einen oder ben anderen Ihrer deutlich faßbar läuft. Nur von lebenden Jdealen aus, nicht Theater und Liebling der Münchener Gesellschaft, sehr tief. von solchen, die im Bewußtsein der Mitlebenden absterben, Einmal stand es anders mit Herrn Bossart. Da war der Leser: In dem Schriftsay der Nr. 147 des„ Borwärts", Haupt. kann eine Epoche ihren fünstlerischen Ausdruck gewinnen. geschmeidige Berliner noch nicht Münchens fleiner Herrgott, blatt, der beginnt mit den Worten:„ Die Kleritalen von Roubair", Der Schreiber dieser Zeilen steht durchaus nicht auf dem da fielen die Tugendwächter über ihn und seinen wenig heißt es: Nun existirt aber gar teine französische Arbeiter marseillaise"" Dazu gestatte ich mir die Bemerkung, daß Standpunkt der Resignation, wie jene, die noch immer auf exemplarischen Lebenswandel grimmig her; und als Herr der Chant des ouvriers( Gesang der Arbeiter) von Pierre dem Humus von 1870 ihre Runst" erwarten. Er sicht Poffart, der im Leben wie auf dem Theater stets gerne Dupont unter diesem Namen in Frankreich bekannt ist, ber es sprießen hier und dort. Doch wo immer neue Reime fomödiantisch aufzutreten liebt, seinen gefährlichen Gegner, beginnt: entstehen, sie müssen der Hauptsache nach wachsen und ge- den Dr. Sigl vom Vaterland", gar zum Zweikampf deihen und sich behaupten wider die Herrschaft der Welt forderte, da machte Herr Sigl im Briefkasten seines Blattes von 1870. Wer im Hinblick auf das Jahr 1870 bie boshafte Anmerkung: Nein, Herr Possart, was hätte das völlige Fiasko der Kunst besonders betont, hat Dr. Sigl davon, wenn er solch' tapitalen Bock schöffe? Vermehr zugestanden, als er vielleicht zugestehen wollte, geffen und vergeben sind die alten Römer, Herr Poſſart De tout le corps luttons sans cesse und wäre man in Deutschland nicht gewohnt, ist heute geadelt und ein kühner Machthaber. Die Münchener Künstlerisches Schaffen wie eine nebensächliche Begleit- Polizeidirektion sogar hat Herrn Meßthaler nur unter der erscheinung des erusten Lebens anzuschauen, so etwa als Bedingung die Konzession geben wollen, wenn Meßthaler Tiefe ein pugiges Hündchen neben seinem gravitätischen alle neuen Stücke Herrn Possart, gewissermaßen dem Herrn einher, der konservative Mann hätte möglicher Wächter für Ordnung, Sitte und Religion, zur Zensur zu Buvons à l'independance du monde! weise das Zugeständniß nicht so beherzt und rücksichtslos unterbreiten sich verpflichte. Auf dieses ganz kuriose Angeniacht. finnen ging Meßthaler nicht ein und wandte sich an die In deutscher Prosa: Wir, deren Lampe morgens Wie hätte aber auch eine gerabgewachsene, freie Runft oberbayerische Kreisregierung. Die sah wohl ein, daß Herr Hahnenschrei angezündet wird, Wir alle, die ein ungewisser in der Ueberfülle geistiger Beschränkung während der Boffart, als oberster Schirmherr von Moral und Ordnung Lohn Vor Tagesanbruch an den Ambos führt. Wir, die uniformen Dressur, die auf 1870 folgte, fich entwickeln gerade in München nicht gut proklamirt werden könnte; wir mit Armen, Füßen, Händen,-Mit dem ganzen Körper fönnen? Wie sollte sie üppig wuchern, die ärmfte, wenn auch wollte sie den Schein vermeiden, das Geschäftsinteresse fämpfen ohne Unterlaß, Ohne des nächsten Tages sicher zu fein, Gegen die Kälte und das Alter, sie im Frohndienst des dürrsten Nüßlichkeitsprinzips stand der Hoftheater allzu schneidig zu wahren. Anderseits aber und wenn wir fönnen, Vereinigen wir uns nun in der Runde und mit Zensorenstrenge und mit Zensoren- Genie daraufhin reicht der Geist der Köllerei, den fich aalglatte Leute vom zu trinken! Ob die Kanone schweigt oder brüllt, Trinken geprüft wurde, ob sie nicht um ein Tipfelchen gegen Schlag des strebsamen Bossart gern zu Nuze machen, weit; wir auf die Unabhängigkeit der Welt! den herrschenden Staat oder die autorisirte Be- und so hat die oberbayerische Kreisregierung zwar den Vor- Pierre Dupont, ein Arbeiterkind, geboren am 23. April 1821 au hörde sich versündige. Hat mau mau dies Nüglichkeits- schlag der Polizeidirektion zurückgewiesen, aber doch betout, Lyon, erlernte die Seidenweberei, war dann Schreiber bei einem prinzip ja schon bis zur Karrikatur übertrieben bie materiellen Interessen des Hoftheaters seien der Notar endlich in einem Bankgeschäft Rommis, ging 1839 mach und zwar in jüngster Beit erst, wie der ergögliche Fall Schonung werth, da das Hoftheater der edlen Kunst, nicht Paris. Er dichtete Chansons anfangs in legitimistischem Sinne, einer neuen Theatergründung in München beweist. Ich dem Vergnügen diene und darum werden die neueingereichten beren eines 1842 von der französischen Akademie durch einen Preis wurde. Man zog ihn auch 311 möchte dem Theater im allgemeinen nicht jene hohe, Stücke, die bei Meßthaler zur Aufführung kommen sollen, ber akademischen Kommission zur Herausgabe des fran erziehliche Redeutung beimessen, die ihm von manchen sorgsam durch die Polizeizenfur zu prüfen sein. Wennzösischen Wörterbuches heran, ein Umstand, der für feine Kunstfreunden beigemessen wird. Ob man das Theater nun das bayerische Vaterland nicht gerettet ist! eigene Dichtersprache nicht ohne günstige Folgen blieb. indessen höher oder niedriger einschäzen möge, der Münchener Der Münchener Polizeidirektion wird aber eine schwere Gr warb der Béranger der Arbeiter; er starb 1870 und erlebte Fall bleibt in seiner Art darum doch nicht weniger bezeichnend, Berantwortung aufgeladen. Sie wird nun eingehend sorgen die Kommune- Abschlachtung nicht, worauf es wahrscheinlich zurück weil er in seltener Deutlichkeit lehrt, wie unsere Behörden müssen, ob ein Drama würdevoll und nugbringend sei oder zuführen ist, daß er in seinen Liedern oft einen uns überraschend ver Früher dachte trauensseligen und klassenversöhnlichen Ton anschlägt. Die Arbeiter in Kunstfragen die Vorsehung zu spielen gewohnt sind. ob es nur dem gemeinen Vergnügen diene. Ein Herr Meßthaler also will in München ein neues man auders über das Theater. Auf dem Hoftheater zu marseillaise" oder richtiger der Gesang der Arbeiter ist 1846 gedichtet. Theater gründen. Ich glaube gern, daß Herrn Meßthaler, Potsdam liest man die Inschrift:" Dem Vergnügen der Beiläufig fei erwähnt, daß Dupont ein gutes Urtheil über fremde Als der bürgerliche Chansonnier Nadaud nicht die lautersten idealen Einwohner". Ob die Potsdamer sich wirklich in ihrem feine Meinung über ein Lied Pottiers, des Chnafonniers der Privatunternehmer, Interessen leiten. Die Münchener Hoftheater haben aus Theater amüsiren, das weiß ich nicht. Jedenfalls aber war Rommune verlangte, es war das Lied: Propaganda ber höfischen Gründen die neue, deutsche und fremde Produktion, das der Wunsch jenes preußischen Königs, der das Pots- Chansons, und die Geschichte spielte 1848; entgegnets Alpha, Dupont: Der sticht uns alle beide aus". soweit sie sich ernsteren, sozialen Problemen zuwendet, von damer Theater erbaute. den Nous dont la lampe le matin Au clairon du coq se rallume, Nous tous qu'un salaire incertain Ramène avant l'aube à l'enclume, Nous qui des bras, des pieds, des mains Sans abriter les lendemains Contre le froid et la vieillesse, ( Refrain:) Aimons- nous et quand nous pouvons Nous unir pour boire à la ronde, Que le canon se taise ou gronde Beim Lieben wir uns! Witterungsübersicht vom 3. August 1895. wie das Berliner Tageblatt" meldet, bei der Station Schladen-[ eines neugeborenen Rindes aufgefunden, das nach Spuren| heiße Rartoffeln auf und lief dann umber wie beseffen. Er hat werth eine junge Dame, als sie das Fenster schließen wollte, um am Halse und an der Brust gewaltsam getödtet worden einige Hühner und Gänse erwürgt und ein fleines dem Rauch der Lokomotive den Eingang zu wehren. Sie befand zu sein scheint. Gegen Mittag wurde auf dem Bahnhofe Ge- Mädchen gebissen, welches aber nach drei Tagen ge fich in einem direkten Berliner Wagen. Der Unfall ist offenbar sundbrunnen ein Bahnarbeiter infolge eigener Unvorsichtigkeit sundete. Nun befahl der Bezirkshauptmann von Saybusch, dadurch herbeigeführt worden, daß die Thür des Koupees nicht durch eine Rangirmaschine überfahren und wurden ihm beide alle Hunde und Kazen in Milowka zu erschlagen. Die gefchloffen war. Die Nothleine versagte den Dienst. Die junge Beine abgequetscht. Ein Dachdecker wurde in einer auf den Polizisten und Schinderknechte brangen in die Häuser der Dame, die in Begleitung ihrer Schwester reifte, ist später auf der Wollant'schen Feldern in der Gegend des Gesundbrunnens be- armeren Bevölkerung ein und steckten alle vorgefundenen Strecke schwer verletzt aufgefunden worden. legenen Laube erhängt vorgefunden. Nachmittags sprang von gänzlich, gesunden Kaßen und Hunde in Säce, welche auf den der Königin- Augustastraße aus eine unbekannt gebliebene Frauens- Hinrichtungsplay transportirt wurden. Die Häuser des person in den Landwehrkanal, wurde aber sofort durch Zuwerfen Advokaten, des Gerichtsvorstehers, des Notars und des Bürgereines Rettungsballes wieder aus dem Wasser gezogen. Im meisters wurden selbstverständlich geschont! Die Art, wie die Laufe des Tages fand nur ein Schornsteinbrand statt. gefangenen Thiere erschlagen wurden, ist so grausam, daß man es taum glauben würde. Auf einer Wiese, einige Schritte von der Bezirksstraße, vor einer Menge der empörten Bürger wurden die armen Thiere in Säcken mit Die Polizeizenfur hat in Wiesbaden eine That ver- Knüppeln geschlagen. Wenn der Knüppel nicht hinreichte, nahm richtet. Das Stück„ Ausgewiesen" von Karl Böttcher, welches ein Polizist einen großen Stein und schlug damit auf die Säcke; im dortigen Residenz Theater zur Aufführung gelangen sollte, ein anderer schlug die Thiere in den Säcken an einem Pfahle wurde wegen seiner angeblich fozialistischen" Tendenz von der todt. Die empörten Bürger baten den Bezirkshauptmann, er Benfur beanstandet und die Aufführung von der Polizeibehörde folle doch die Thiere niederzuschießen befehlen, aber vergebens. untersagt. Die Theater Intendantur will gegen die Polizei So arbeitet man in Saybusch für die furchtbare Verrohung Beschwerde erheben. der Sitten unter der Bevölkerung. Stationen. Swinemünde 756 Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke 1| 1| ATIC( Stala 1-12) Wetter woltig bedeckt Temperatur nach Celsius ( 50.= 4° R.) 660 18 Hamburg 755 660 Berlin 756 GSD Regen 16 17 Wiesbaden 757 SW bedeckt 17 München 760 SW bedeckt 14 Wien. 757 Still heiter 16 761 SM 2 wolkenlos 16 • 749 • 746 758 MSM G 3 halb bedeckt 14 woltig 13 9 SSM 8 wolkig 14 Haparanda. Petersburg Cort Aberdin Paris. Wetter- Prognose für Sonntag, 4. August 1895. Vorwiegend trübes, ein wenig fübleres Wetter mit Regenfällen und mäßigen bis frischen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Polizei- Bericht. Am 1. d. M. nachmittags stürzte ein fünfjähriges Kind in der Liebenwalderstraße aus dem dritten Stock auf den Hof hinab und erlitt lebensgefährliche VerBungen. Am 2. d. M. wurde im Friedrichshain die Leiche Für den Juhalt der Juferate über nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 4. August. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Fra Diavolo. Vermischtes. M Der 5. Verbandstag Stolze'scher Stenographenvereine ist am Freitag ist Hannover eröffnet worden. In Lodz( Polen) ist am Sonnabend infolge einer Gasexplosion ein größeres Haus eingestürzt. Drei Personen wurden getödtet, 15 verlegt. Briefkaffen der Redaktion. Wir biten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine Bahl) Aus Budapest wird dem 2.-A." gemeldet: Gine anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. furchtbare Familientragödie hat sich im benachbarten Kleinpest Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag abgespielt. Der Schuhmacher Uecker hat seine Frau und fünf wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und Rinder mit einer Hacke erschlagen und sich dann selbst mit dem Rath in Rechtsangelegenheiten ertheilt. C. S. 8. Darüber näheres gelegentlich im lokalen Theil. Revolver gefährlich verletzt. Der Mörder liegt im Sterben. Die Unglücklichen konnten den fälligen Miethszins von 50 fl.. S. A. Haben Sie wegen der Kündigungsfristen nichts vernicht bezahlen. Dies ist das Motiv der That. einbart, so ist rechtzeitig zum 1. November gekündigt. Fordern Die hohe Obrigkeit in Galizien. Die Bewohner des Sie vom Wirth ein dahin gehendes Anerkenntniß und verklagen fleinen Städtchens Milowka bei Saybusch klagen dem Krakauer Sie ihn eventuell. Ihr Recht folgt aus§§ 341 und 844, I, 21 Naprzod" folgendes: Ein Hund fraß aus Hunger einige sehr A. 2.-R. Urania Anstalt für volksthümliche Naturheilkunde. Berliner Aquarium. Unter den Linden 68a- Ecke der Schadowstr. Eing. Schadowstr. 14. Heute, Sonntag, Eintrittspreis: Am Landes- Ausstellungspark 50 Pf. ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Reichhaltige Ausstellung von Täglich Vorstellung im wissenschaft- Land- und Seethieren, wie Affen, Riesenschlangen, Krokodile, Hai- u. Tintenfische, Quallen etc. 105M lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Montag: Der Barbier von Sevilla Passage- Panopticum. Schauspielhaus. Das Käthchen von Heilbronn oder: Die Feuerprobe. Montag: Der Bibliothekar. Friedr.- Wilhelmstädtischer Park. Berlin amüsirt sich. Montag: Dieselbe Borstellung. Nenes Theater. Tata- Toto. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Liane, die zweite Frau. Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Berliner im 4 Feuer und Waffer. Montag: Diefelbe Vorstellung. Apollo- Theater. im Harem. Ein Abenteuer Montag: Diefelbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Rund um Wien. Die Schwägerin von Saragoffa. Montag: Dieselbe Borstellung. Flora- Charlottenburg. Der Bootfe. Montag: Der Barbier von Sevilla. W. Noad's Hommertheater. Die Berliner Wäschermädel. Montag: Dieselbe Borstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Direttion: Max Samst. 2 Tunesische Truppe: Schlangenbeschwörer, Arabische RAVER Aktien- Brauerei Friedrichshain ( Königsthor). Deute Sonntag: Grosses MilitärKonzert. Eintritt 10 Pfennige. Kinder frei. Programm unentgeltlich. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Freitag, Unserem Freunde und Genossen Wilh. Dierberg, nachmittags 7 Uhr, meine liebe Frau zu seinem heutigen 41. Geburtstage und unsere gute Mutter Marie Milo geb. Bartsch nach langen Leiden sanft entschlafen ift. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 51/2 Uhr, von der Leichen balle des St. Georgenkirchhofs( Lands berger Allee) aus statt. 2576b Milo und Kinder. Todes- Anzeige. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag verschied nach langen, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter Anna geb. Pramor. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 4 Uhr, von der Wohnung Schwerinstr. 15 aus nach dem Neuen Zwölf Apofteltirchhof in Schöneberg Schule, Bauchommer- Theater statt. Um stilles Beileid bittet für die tänzerinnen, Marienbad Derwische etc. Castan's Panoptikum. Das Bärenweib. Ein Flug durch die Luft! weibliche Eitelkeit. Bestrafte weibliche Eitelkeit. Volksgarten ( ebem. Weimann's Volksgarten) Gesundbrunnen. Badstr. 56/57. Direktion: Max Samst. Heute, sowie täglich: Grosses Gesundbrunnen, Badstr. 35/36. Sonntag, den 4. August 1895: Gr. Garten- Konzert. Theater- n. Spez.- Vorstellung. Artistischer Leiter Ewald Schmit. Im Gaale: Grosser Ball. Boltsbeluftigungen aller Art. Anfang 4 Uhr. 2569b Entree 25 Pf., Kinder 10 Pf. Vereinen und Gesellschaften empfehle mein Lokal zu foulanten Bedingungen. Louis Keller's Riesen- Festsäle, Koppenstr. 29. Berliner im Feuer und Wasser. Konzert a. Theater- Vorstellung. Größtes n. schönstes Etablissement Volksstück in 5 Aften und 7 Bildern von Frit Schäfer. Musit vom Kapellmeister A. Wiedecke. Regie: Mar Samst. Dirigent: Kapellmeister A. Wiedecke. Beleuchtungseffekte vom Obermaschinen meister E. Lakowsky. Die wasserdichten Stoffe sind von der Firma Robert Reichelt. Spezialitäten I. Ranges. Auftreten des beliebten Tanzkomikers Eugen Milards. Chansonetten, Soubretten, Liederfänger, Luftgymnastiker 2c. Täglich: Familien- Ball. Raffeneröffnung 3 Uhr.- Anfang des Konzerts 4 Uhr. Passe- partouts haben Giltigkeit. Der Residenz. 2956L* Sonntag, den 4. August: Großer Ball Anfang 5 Uhr. trauernden Hinterbliebenen 2578b Ernst Schnutz. unsere herzlichste Gratulation! Mmm mm mm Nu fumt man! fumt man! Bez. 112a. Für die vielen Beweise der Liebe und Theilnahme, sowie die herrlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, des Tischlers Paul Hanisch, sage den Kollegen der Pianofabrit von A. Lehmann, den Mitgliedern der Krankenkasse und dem Gesangverein St. Urban, sowie allen Freunden und Bekannten meinen tiefgefühltesten Dank. Die trauernde Wittwe nebft Kinder. Schlafft. Kreuzftr. 1, Schulze, 1 Tr. Möblirte Schlafstelle für Herren, sep. Eingang. Laufigerstr. 40, v. 2 Tr. links. Schlafst. sep. nach vorn, Ww. Gesch, Adalbertstr. 84. Möblirte freundliche Schlafstelle für 2 Herren, Badebenußung. Michaelbrücke 2, 4 Tr. rechts. Buchhandlung des„ Vorwärts", Berlin SW., Beuthstraße 2. * Wir empfehlen anläßlich der Diskussion über das Agrarprogramm: Protokoll des Frankfurter Parteitages M.- 25. Porto 10 Pf. Protokoll des Erfurter Parteitages .M.-, 50. Porto 20 Pf. Programm der sozialdemokratischen Partei Deutschlands, eingeln 10 Bf., 100 Exemplare M. 50. Borto 20 3. Programm- Broschüre von Kautsky und Schoenlant. Rautsty, Das Erfurter Programm in seinem grundsäglichen Theil, broschirt Mark 1,50, gebunden 4 • . M., 10. Porto 5 Pf. M. 2, Porto 20 Pf. Bur Beurtheilung der für die Partei höchft wichtigen Fragen des Agrarprogramms unb ber Agrartattit ist die Kenntniß der Erfurter und Frankfurter Parteitags- Berhandlungen wie der für das bisherige Programm geltenden tattischen und grundsäglichen Gesichtspunkte nothwendig. She has enter do pr. Yer Bu, do pr. Norddeutsche Sänger. Anstellung Italien in Berlin. Feuerwehrapparate aus dem Juftitut des Herrn Ingenieur Wieland. 30 Pf. Rer. Pl. 50 Gebe den prachtvollen Weimann'schen an Wirkliches Feuer, wirkliches Wafferuentgeltlich ab. Vereine wochentags Brochnow's Ballsäle und Regen. Morgen: Dieselbe Borstellung. Um 10 Uhr präzise das Zug u. Kassenstück: Berlin amüsirt sich. Friedrich- Wilhelmstädtischer Concert- Park 36 Nummern. Fraenkel als Theaterdirektor. Neu! Der Katzen- Tenor. Neu! Neu! Ob Affe, ob Mensch! Neu! Sonnabend, den 10. August: Benefiz Fraenkel. Reichshallen. Jm prachtvollen Garten ( bei ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Humoristische Soiree der deutschen QuartettNord' u. Couplet- Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Play 50 Bf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., ab 9 Uhr 30 Pf. Die Verbündeten von der Kanalfeier. Morgen: Großes Kinderfreudenfest verb. mit allerei Boltsbelustigungen. C. Fröhlich's Gesellschaftssäle und Garten Schönhauser Allee 161. geb. Sonntag, Dienstag u. Sonnabend: Concert, Specialität.- Vorstellung. Anfang 7 Uhr, Entree frei. Sebastianstraße 39 an der Jakobstraße. Jeden Sonntag: Gr. Volksball. Säle zu Versammlungen, auch große Vereinszimmer zu vergeben,[ 2835L Königstadt- Casino Sonntags Auf. 4 Uhr. Programm 10 Pf. Holzmarktstr.72, Alexanderstr. 21. Jed. Montag: Gr. Concert. Entree frei. Jed. Sonntag, Montag, Mittwoch: Ball. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Neu renovirte Fest- Säle Entree: Kinder 10 Pf., Erwachsene frei.( bis 400 Personen fassend) Raffeeküche täglich v. 2 Uhr ab geöffnet. Für Vereine u. Gesellsch. v. 200 Berf. Spezialitäten- Borstellung frei.[ 28322 Meue Welt. Hafenhaide. Heute Sonntag: Neue Spezialitäten ersten Ranges. Alice Stella, Schellen virtuose. Rossi, Geschw. Vorlop, Grunatha's, Mufit- Klown Barna, Jongleur Pool, Schwestern Rodani. Pantomime. Doppel- Konzert. Ball. Feuerwerk. Entree 30 Pf., Kinder 5 Pf., ref.PL. 50 Pf. Mittwoch: Lehtes Erntefest. unentgeltlich gut Festlichkeiten u. Versammlungen. 8 Vereinszimmer und Kleine Säle für Vereine an verschiedenen zu vergeben. 2988L* Englischer Garten Alexanderstr. 27c. Säle zu Festlichkeiten mit Theater. bühne u. zu Versammlung. unentgeltlich. 2970L* Hoffmann& Sohn. Gelbgießerei u. Gürtlerei- Werk. statt wegen Todesfalls sofort zu vertaufen. Näh. b. Littmann, Berlin, Lindenstr. 108. 29392* Kinderwagen- Räder und jede Re25712* paratur. Pallisadenstr. 101. Freundliche Hofwohnungen sind Fürstenstr. 9, nahe Morigplag, zum Unfalljaghen, Patzger, Stegligerstr.65.1. Oktober sehr preiswürdig zu verm. Heute: VII. Tag, an welchem Giovanni Succi hungert. Der Eintritt in das Beobachtungszimmer des großen Pavillons, in welchem Herr Succi forgfältig überwacht, sein 30 tägiges hochintereffantes Hunger- Experiment ausführt, ist jedem Besucher der Ausstellung gestattet. In der Ausstellung: Maestro Gialdini mit feinem 70 Mann ftarten Symphonie- Orchester. Die Bersaglieri- Kapelle unter Leitung bes Maestro Gatti. In den einzelnen Restaurants: 22 italienische Original- Musikkapellen sowie die Tarantella Tänzerinnen Truppe. Besichtigung der italienischen Industrie- Ausstellung gratis. Vorführung der Edison'schen Kinetoskope durch den Physiker Herrn Karoly. Großer Gondel- Corso auf dem Canale grande. Teatro americano mit dem Urkomischen". Entree 50 Pf. Bureau Bammelmeyer Stettiner Sänger Neuestes Ensemble der altbeliebten Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Täglich( außer Sonnabends): Victoria- Brauerei ( Nahe Potsdamer Brücke.) LützowStrasse No. 111-112. Im herrlichen Konzert- Garten resp. Saal. Anfang Sonntag 7 Uhr. Kassenöffnung 4%, Uhr. Entree 50 Pf. Urkom. Sonntags Programm. Grossartigster Lacherfolg. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Montag: Viktoria- Brauerei Stettiner Sänger Assemblée des beautés Berlin W. 34 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Versammlung für Moabit Dienstag, den 6. August, abends 82 Uhr: in der ,, Kronen- Brauerei", Alt- Moabit. Mittwoch, den 7. Auguft, abends 8½ Uhr: Versammlung für die Schönhauser Vorstadt in Mörschel's Salon, Schönhauser Allee Nr. 28. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. Referenten: Schulz und Beutler. 246/ 6* Der Vorstand. 3entral- Kranken- n.Sterbekasse Große öffentliche der Zimmerer ( E. H. Nr. 2, Hamburg.) Oertliche Verwaltung Berlin. Mittwoch, den 7. August, abends 81/2 Uhr, bei Schneider, Annenstr. 16: Mitgliederversammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1895. Große öffentliche Versammlung aller in der Kürschnerbranche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie sämmtl. Hausindustrieller der Pelz- und Mützenbranche am Montag, den 5. August 1895, abends 8½ Uhr, im ,, Alten Schützenhaus", Linienstraße 5. Tages- Ordnung: 1. Ist die Hausindustrie unserer Branche unter den jetzigen Verhält 2. Wahl des Bevollmächtigten der Kasse nissen noch lebensfähig und wodurch kann diefelbe ihre Lage verbessern? zur Hinzuziehung bei Unglücksfällen Referent Rollege A. Regge. 2. Distusfion. 3. Bericht des Delegirten der und zweier Stellvertreter. 259/3 Gewerkschaftskommission. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenspersonen. Der Vorstand. Im Auftrage: August Gruse, Barnimstraße 41a. Berliner Arbeitervertreter- Verein. Bentral- Kranken- und SterbeDerlammlung E am Dienstag, den 6. August 1895, abends 8½ Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Tages Drdnung: fasse der Tischler 1. s. w. Eingeschriebene Hilfstasse 3, Hamburg, örtliche Verwaltung Berlin G. Montag, den 5. August 1895, abends 81/2 Uhr, im Restaurant Lorenz, Vor- Roppenstr. 47: 1. Jahresabrechnung und Bericht der Revisoren. 2. Antrag des standes. 3. Berschiedenes.- Gäste willkommen.- Um pünktliches Erscheinen Mitgliederversammlung. ersucht 53/1 Der Vorstand. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 11. August, vormittags präz. 10 Uhr, in Cohn's Festsälen( gr. Saal), Beuthstr. 21: Ausschuss- Sitzung. 2ages Drdnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Interne Bundesangelegenheit. 3. Ver schiedenes. Vereins- Bundesmitgliedskarte legitimirt. Um pünktliches ErDer Vorstand. scheinen ersucht Achtung! Es ist dringend nothwendig, die Abrechnung vom SängerFest zu beschleunigen( Ehrensache der Vereine). Sämmtliche Abzeichen vom Sängerfest find abzugeben. D. 0. 16/6 Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Filiale Berlin l. Mitglieder- Versammlung am Montag, den 5. August 1895, abends 8 1hr, bei Wilke, Andreasstraße Nr. 26. Tages- Ordnung: 82/2 1. Vortrag des Herrn Sassenbach über: Das Freimaurerthum. 2. Gewerkschaftliches und Fragekasten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet.- Neue Mitglieder werden aufgenommen. Billets zum Sommernachts- Ball am 17. d. M. sind in der Versammlung zu haben. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Montag, den 5. August, abends 8% Uhr: Tages- Ordnung: 93/1 Verein deutscher Schuhmacher. Versammlungen am Montag, den 5. August 1895, Abends 8 1hr: Zahlstelle I bei Feind, Weinstr. 11, Vortrag des Herrn Dr. Weyl, 13 II bei Gründel, Brunnenstr. 188, III bei Freygang, Schützenstr. 18/19. 59 Die Bevollmächtigten. Zur Beachtung: Sämmtliche Billets zur Dampferpartie, die in diesen 1. Kaffenbericht vom 2. Quartal 1895. Versammlungen nicht abgeliefert werden, werden als verkauft angesehen und 2. Verschiedenes. sind zu bezahlen. Die Sprechstunden fallen diesen Abend 167/5 aus. Um zahlreiches Gefcheinen erfucht Unterstüßungsverein deutscher Hutmacher Graveure u. Ciseleure. Dienstag, den 6. August 1895, abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Dienstag, den 6. August, Oranienstr. 51: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Geschäftliches. 3. Verschiedenes. 74/2 Der Vorstand. ( Filiale Berlin). Feind, Weinstraße Nr. 11: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wie gedenken wir in Zukunft die Agitation zu entfalten? 2. Wahl einer Kommission. 3. Wahl des Sekretärs und Präsidenten. 4. Verschiedenes. Die Vorstandssigung fällt an diesem Tage aus. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Kranken- und Begräbnisskasse der Buchbinder und Achtung! verwandten Berufsgenosen zu Berlin.( E. H. Nr. 24.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der, in der Generalversammlung vom 18. Mai d. J. beschlossene Statuten23/7 nachtrag von der obersten Verwaltungsbehörde genehmigt ist und mit dem heutigen Lage in fraft tritt. Fr. Freudenreich, Vorsitzender, Wißmannstr. 18, 1 Tr, Bruno Gröblehner, Raffirer, Wasserthorstr. 14, i. 2. Der Vorstand. Mitgliedsbuch legitimirt. Charlottenburg. Am Mittwoch, den 7. August 1895: 25565 Achtung! Große öffentliche Volks- Versammlung im Lokale Bismarckshöhe, Wilmersdorferstraße 39. Tages Ordnung: 1. Wieviel ist eine Frauensperson werth? Unter Berücksichtigung bes hördlicher Einschätzungen. Referent Reichstags- Abgeordneter Genosse Stadthagen. 2. Diskussion. 3. Bericht der Lokalkommission. 4. Beschlußfassung über die Lassallefeier. Zu dieser Versammlung sind die Frauen und Mädchen ganz besonders eingeladen. Die Vertrauensleute. Kranten- Unterstügungsbund Wünsch' guten Morgen! Bezirks- Versammlungen. Der Schneider. Carl Schindler, Chausseestr. Westen und Südwesten: im Lokale des Herrn Zubeil, Lindenstraße Nr. 106. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Schöpflin. 2. Diskussion. 3. Werkstattund Verbandsangelegenheiten. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: in Mörschel's Salon, Schönhauser Allee 28. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Rohrlack. 2. Diskussion. 3. Werkstatt angelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen folgender Werkstellen sind zu dieser Versammlung eingelaben: Jerabek, Griebenomstraße 3 u. 4; Hanke, Schönhauser Allee 130; Rachfall, Raftanien Allee 10; Engel, Demminerstr. 5; Müller, Fehrbelliner Versammlung Bahn- Klinik. am Dienstag, den 6. August 1895, abends 81/2 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Antrag: Abhaltung eines Vergnügens. 3. Verschiedenes. 166/1 Die Lokalverwaltung. Schöneberg. Straße 32; Schulz, Saarbrückerstr. 30. Die Kollegen letzterer Wertstelle find Arbeiter- Bildungs- Verein. bereits mehrmals eingeladen worden und werden daher dringend ersucht, diesmal zu erscheinen. Die Versammlungen werden pünktlich eröffnet. He Achtung! Den Beitragssammlern zur gefälligen Mittheilung, daß die Ausgabe des Materials von jetzt ab nur durch den 2. Vorsitzenden Kollegen Canzius, Ackerstraße 132, erfolgt. Im weiteren werden die Mitglieder aufgefordert, bei Arbeitslosigkeit den Arbeitsnachweis Annenstraße 39 zu benutzen, indem Stellen auf gute Sigmöbel und Möbel nicht besetzt werden konnten. 76/ 14* Die Ortsverwaltung. Ethische Gesellschaft. Montag, den 5. Auguft, abds. 8 Uhr, bei Obst, Grunewaldstr. 110: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Antric über: Bimetallismus. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und unentgeltliche Broschürenvertheilung an die Mitglieder. 15/2 Der Vorstand. Billets für die am Sonntag, den 11. August, vorm. 9 Uhr, stattfindende Urania Vorstellung sind bei Obst, soSonntag, den 4. August d. 2., abends 7/2 Uhr, bei Herrn Cohn, wie in der Versammlung zu haben. Beuthstraße 20: Dersammlung. Tages Ordnung: Vortrag des Genoffen A. Hoffmann über: Modernes Naubritterthum". Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Gäfte, Damen und Herren, sehr willkommen. Nach dem Vortrag erhalten nur noch Mitglieder Zutritt. 55/5 Achtung! 55. Achtung! Achtung! wöchentl. I., wird abgeholt. BahnStäbe. 8 M. an, Theilz. font Gudel, Laufiger Play 2. Elſafferziehen, Zahnreinigen, Nervtödten u Preise straße 12. event. Theilzahl. Frau Olga Jacobson, Invalidenstr. 145. Wer Stoff hat, fertige Anzug 20 M., feinfte Buthaten, saubere Arbeit, 2 Anpr., Hose 3,50 m. Luchstoffreste zu Auzügen, Herrenhosen Reste, Gelegenheitsfauf, Reste zu Knabenanzügen, Hosen, Anzüge, Paletots nach Maaß bestellt, nicht abgeholt, Hälfte Kosten preis.[ 51/84] Engel, Münzftr. 4. Kanarienzucht, Portier, Bayreutherstr. 20. 2561b Arbeitsmarkt. ergoldergehilfen auf seine Politur leisten bei hohem Lohn verl. Müller, Grüner Weg 56. Knabenanzüge. Arbeiterinnen gesucht. 2568b 2559b Breslauerstr. 30. 20-25 Maurergesellen werden sofort verlangt im Neubau Friedenau, Cranachstraße 56/57, am Wannsee- Bahnhof. Wichsefabrikant. 25606 Ges. u. günstigen Bedingungen für 40 Hähne, f. v. Weibchen, Heckbauer, Amerika's tüchtiger Arbeiter und ein gesundes, tühles Klima SüdSangtasten, einzeln und im Ganzen Leiter einer Wichsefabrit, w. auf Rücks umzugshalber zu verkaufen, Conrad, stände e. Zucker- Raffinerie angewiesen ist. Ders. muß fähig sein, den Ankauf 6. Maschinen, Anlage u. Leit. d. Masch. zu besorg. Off. unt. L. C. 557 an Haasenaller Gattungen, j. Drosseln, Elstern, stein& Vogler A.-G., Leipzigerstr. 48. zuchtf. Wellensittige billig. 2573b Waldvögel Pirole, Blauraaten, forech. Papageien, Rufflar, Achtung! Achtung! Fennſtr. 6( Weddingplay). Chirurgische Branche! Achtung! ftraße 13. Kanarienzüchter, 1 Gesangspind mit Bei Dewitt& Herz, Georgens 12 Bauer zu verf. Eisener, Cothenius firchstr. 24, ist wegen Lohndifferenzen 2564b ein Streit ausgebrochen. Zuzug ist Spezialit. feit 1863 fernzuhalten für Gürtler, Dreher. v. Otto Oelschläger Schleifer und Arbeitsburschen. Pferdeb.- Baltestelle Charlottenburg. Donakiel Demminerstraße. Von dem Waldfest find noch die auf Kräuterlikör, folgende Nummern gefallenen Gewinne unentbehrlich für Probefl. 0,40-2,75. Magenleidende. 10 FI. 1 Fl. Rabatt abzuholen: 61 150 451 480 482 535 563 613 681 708 746 750 773 781 866 870 874 918 940 958 1000 1105 177/9 1122 1161 1162 1256 1268 1316 1375 Allgemeiner Deutscher Tapezirer- Verein Filiale Berlin. Mitgliederversammlung am Montag, den 5. August 1895, abends 8/2 Uhr, bei S. Grauer, Oranienstraße 121. Zages Ordnung: 1. Vortrag über: Teutsche Zustände während der französischen Revolu tion. Referent Genosse H. Schulz. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen, da wir andeonDie Ortsverwaltung. falls auf den Vortrag verzichten müssen. MS Stuckateure! 1381 1389 1574 1592 und bie noch im Besitz eines gelben Bettels sind von G. Scharnberg, Wilmersdorfer straße 124, Hof 3 Tr. 222/5 Bekanntmachung. Ich nehme hiermit die Beleidigung gegen den Vorstand der Freien Hilfskasse der Maurer, Jüdenstraße, er habe mich arretiren lassen und er stehe mit der Polizei in Verbindung, zurüd. Montag, 5. August, Abends 8 Uhr, bei Buske( fr. Seefeldt), Grenadierstr. 33: 25576] Gark, Jnvalidenstraße. Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: = 1. Der Existenzkampf gegenüber dem Unternehmerthum. 2. Bericht der Vertrauensleute und Neuwahl derselben. 3. Verschiedenes. 171/3 Rollegen, es liegt in Ihrer Hand, in dieser Versammlung zu erscheinen, um zu entscheiden( siehe Flugblatt). Die Vertrauensleute. J. A.: M. Müller. Verantwortlicher Redakteur: Mag Pfund in Halensee. Für den Empfehle allen meinen Freunden und Genossen mein M. Krüger's Speise- Leinöl Fabriklager: Berlin, Skalitzerstr. 105. Für Wiederverkäufer beste Bezugsquelle! Musikinstrumente, ist das anerkannt beste. 48/6 Achtung, Sperre! Klavierarbeiter. Die Kollegen der Pianofabrik von Julius Pfaffe haben wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Buzug ist strengstens fern zu halten. Die WerkstattKontroll Kommission. Metall- Sarg- Fabrik. Bur selbständigen Leitung einer zu errichtenden Metall- Sarg- Fabrik wird ein tüchtiger Werkmeister nach außerhalb Saiten und Bestandtheile, gesucht, welcher in allen Fächern dieser nur beste Arbeit unserer voigtländischen in jedem Falle zugesichert. Off. mit Genossen. Verkaufsstelle u. Reparatur- Gehaltsanspr. und bish. Thätigkeit erWerkstatt nur NW., Perleberger- beten unter R. 213 Erped. d. 3tg. traße 26f bei Sparfeld.[ 23356 Carton25416* Arbeiterinnen, geübte, werden verlangt. 2558 Kolonialwaarengeschäft, 2540 W. Wolff, Nene Friedrichſir. 48. Weiß und Bairischbier- Lokal. Vereinszimmer steht zur Verfügung, auch als Zahlstelle zu vergeben. Um geneigten Zuspruch bittet F. Kiesel, 53. Weißenburgerstr. 53. Goldgrube, bill. verkäufl. Wiesenstr. 40. Bangbare Eddestillation mit Billard und Vereinszimmer im Südwesten ist zu vert. Auskunft im Bigarren Geschäft, Kreuzbergstraße 15. M. 25436* Präger, erste Kraft, für Monogrammprägung, erfahren im Wappenfoloriren, bei gutem 2486b Gehalt gesucht Friedrichstr. 74. Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 180. " Sonntag, den 4. August 1895. waren: " 12. Jahrg. " Mutter geworden sei. Die Revision stützt hierauf mit recht eine gut besuchte Versammlung ab. Das Referat hatte das mit Das Berliner Gewerbegericht. Die Rüge einer Verlegung der§§ 51 bis 54 der Strafprozeß glied Heindke übernommen, der in eingehender Weise über Das Zutrauen der Arbeiter zu der Gewerbegerichts- Recht- ordnung, weil keiner der hier zugelassenen Zeugnißverweigerungs- die Arbeitsverhältnisse im Beruf referirte. Besonders ausführlich sprechung sinft von Tag zu Tag. Hielt es nach Errichtung der gründe vorliege. Die Gröffnung, welche der Vorsitzende nach behandelte Redner die mißliche Lage der Hausindustrie. Da hier Stellung der Frage seitens des Vertheidigers dem Zeugen machte, jeder Zusammenhalt zur Wahrung der Berufsinteressen fehlt, sind Gewerbegerichte insbesondere das Berliner Gewerbegericht für kann nur aufgefaßt werden als eine Belehrung dahin, daß er die in der Hausindustrie Thätigen der schrankenlosesten Ausfeine Aufgabe, wenigstens nach Möglichkeit die Rechtsprechung berechtigt sei, sein Zeugniß überhaupt oder wenigstens nugung feitens der Großhändler ausgeliefert. Redner befürdurch die Kenntniß der wirthschaftlichen Verhältnisse und durch die Auskunft auf die ihm vorgelegte Frage zu ihm vorgelegte Frage zu verwortete deshalb gerade für diese Branche recht lebhaft den Anden gesunden Menschenverstand beeinflussen zu lassen, so hat weigern. Beides ist angesichts der bezüglichen Vorschriften der schluß an die Organisation. Die Diskussion über dieses Thema leider der vereinte Ansturm schwindelhafter Zwischenunternehmer Strafprozeß- Ordnung unrichtig. Da das Bestehen des Kon- führte noch manche herbe Mißstände zu tage. Unter Vereinsund die von einigen Kammern des Landgerichts geübte, durch völligen fubinatsverhältnisses unter unverheiratheten Personen für feinen angelegenheitenɣtheilt der Kassirer mit, daß die Reorganisation Mangel an Kenntniß des wirthschaftlichen Lebens geleitete Recht der daran Betheiligten strafbar ist, so war der§ 54 der Straf- des Kaffenwesens sich sehr bewährt hat. fprechung in der Berufungsinstanz gar wunderliche Früchte gezeitigt, Prozeß- Ordnung nicht anwendbar. Die vom Zeugen auf die Ju Nieder- Schönhausen fand am 29. Juni eine ohne Ers die ganze Klassen der Arbeiter fast rechtlos machen und dem Prozeß- Ordnung nicht anwendbar. Schwindel- Unternehmerthum Thür und Thor sperrangelweit Frage ertheilte Auskunft ist zweifellos durch die nach obigem warten gut besuchte öffentliche Voltsversammlung statt, in der öffnen. Wir haben wiederholt hierauf die Aufmerksamkeit unserer unrichtige Belehrung des Vorsitzenden beeinflußt; eine Be Frau Rohrlack das Referat hatte. Die Frauen im heutigen fte antwortung der gestellten Frage enthält sachlich Rechtsstaat" lautete das Thema. Die Rednerin führte aus, daß Lefer gerichtet. Die Beisiger aus dem Arbeitnehmerkreis find nicht, sie stellt sich vielmehr inhaltlich als eine Ab- die Stellung der Frau in der Zeit, als das Volk noch auf scharf dieser Entartung der gewerbegerichtlichen Rechtsprechung entgegengetreten. In Gewerkschaftsversammlungen hat man die lehnung einer Auskunft auf die vorgelegte Frage dar. niedriger Kulturstufe stand, verhältnißmäßig eine angenehmere allmälig eingerissene Praxis des Gewerbegerichts lebhaft be- Damit ging der Angeklagte eines Beweismittels über einen für war, wie heute als Stlavin unter dem Druck des Kapitalisten. die Entscheidung erheblichen Punkt verlustig; denn der Vorwurf, Die Gesetzgebung und die Rechtsprechung weisen der Frau eine kämpft. Leider ist dieser Kampf bislang von wenig Erfolg begleitet daß der Zeuge J. mit seiner jetzigen Ehefrau vorher im Kon- nahezu rechtlose Stellung an, wie es die Vorgänge bei der Aufgewesen. Trotzdem ist allen Betheiligten klar, daß dieser Kampf für tubinat gelebt habe, bildete einen Gegenstand der Anschuldigung lösung der Frauenvereinigungen gezeigt haben. Das Rechts= das bischen Recht des einzelnen Arbeiters nicht eher zur Ruhe wie der Verurtheilung. Es muß deshalb bejaht werden, daß das bewußtsein, wie es im Volte lebt, fieht allerdings ganz anders gelangen darf, bis das Gewerbegericht zu einer den thatsächlichen angefochtene Urtheil auf dem hervorgehobenen prozessualen Ver- aus, wie folgendes Beispiel beweist. Rednerin schildert, wie sie wirthschaftlichen Verhältnissen entsprechenden Praxis gelangt ist. in Sachsen als Angeklagte vor Gericht stand, habe man vor Ein typisches Beispiel für die merkwürdige Recht stoße beruht: sprechung liegt uns in einem neueren Gewerbegerichts- Urtheil nochmaligen Verhandlung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Das Reichsgericht hat aus diesen Gründen die Sache zur ihrem Termin über eine Frau verhandelt, die ihr Kind an einen Besenstiel gebunden aus Fenster gestellt hatte, das Kind sei hinvor. Der Schneidergeselle Musial flagte gegen den Inhaber eines Garderobengeschäfts Simon Graez. Für den Eine Tragödie aus dem Zeitalter des Militarismus. untergestürzt und bald darauf gestorben. Es lag also unbedingt Beklagten fertigte der Kläger in seiner eigenen Behausung Röcke Die Münchner Neuesten Nachrichten" berichten vom 31. Juli: fahrlässige Tödtung vor. Diese Frau wurde zu einem Monat gegen Akkordlohn an. Wegen der Kündigungsfrist war nichts vor den Militärgeschworenen hat gestern jenes traurige Vor- Gefängniß verurtheilt. Frau Rohrlack erhielt in der darauf vereinbart. Miihin bestand nach§ 122 der Gewerbe- Ordnung kommniß, das sich am 24. April nachts in Oberwiesenfeld ab- folgenden Verhandlung 4 Monate Gefängniß. Da nun drei vierzehntägige Kündigungsfrist( vergl. Stadthagen, Arbeiterrecht spielte, seinen Abschluß gefunden. In der Nacht zwischen 12 Beuginnen von der vorigen Sache die Verhandlung der Frau S. 47). Trotzdem entließ Graeß den Kläger ohne Einhaltung und 2 Uhr hatte der der Zeughauswache als Wachtpatrouilleur Rohrlack mit angehört hatten, wunderten sich diese, wofür sie der Kündigungsfrist. Kläger klagte nunmehr eine Entschädigung beigegebene Unteroffizier Alois Fischer vom 1. bayerischen denn eigentlich die 4 Monate erhalten habe, und lamen mit den Das ist für die 14 Tage ein. Das Gericht wies ihn indeß deshalb ab, Infanterie- Regiment als Führer einer aus den Gemeinen Worten zu ihr:" Sie haben ja doch nichts gemacht!" weil er nicht allein für Graetz, sondern gleichzeitig auch für Johann Höhensteiger und Benno Maier bestehenden Wachtpatrouille schon richtig", entgegnete Frau Rohrlack, ich bin mir auch nicht andere Arbeitgeber gearbeitet habe. Dem Arbeiter wird unerdie sämmtlichen Poften in Oberwiesenfeld zu visitiren. Gegen bewußt, etwas gethan zu haben, aber die Herren oben haben eine Und dafür findlich bleiben, wie denn dieser Umstand von irgend welcher Uhr kam diese Patrouille, welche eine brennende Laterne bei sich andere Auffassung: ich soll jemand beleidigt haben." Bedeutung für das Rechtsverhältniß zwischen Parteien habe führte, in die Nähe des Postens bei der Melzlremise, welchen 4 Monate?" fragten die Frauen. An demselben Abend hielt fein fönnen. Denn, gleichviel für wieviel Arbeitgeber jemand Posten der Gemeine Florian Huber um 12 Uhr übernommen Frau Rohrlack einen öffentlichen Vortrag, den die 3 Zeuginnen arbeitet: es bleibt zwischen ihm und dem Arbeitgeber der ge- hatte. Als die Patrouille dem Boften auf etwa 50 Schritte nahe als den ersten in ihrem Leben mit anhörten. So hatte also das werbliche Arbeitsvertrag bestehen, inhaltlich dessen der Arbeiter gekommen, rief letterer Halt". Fischer gab keine Antwort und Gericht auch einen kleinen Beitrag zur Agitation für die Sozialeinen Theil seiner Arbeitskraft an einen Unternehmer gegen Entgelt marschirte mit seinen beiden Leuten auf Huber zu, obwohl dieser demokratie geleistet. Der Vortrag wurde von der Versammlung recht beifällig aufgenommen. Von einer Disa verdingt. Das Gewerbegericht meint indeß: Der Kläger ist noch weitere zweimal Halt" rief und schließlich noch beifügte: nicht als selbständiger Gewerbegehilfe des Beklagten anzusehen, Warum bleibt Ihr nicht stehen? Ich schieße." Fischer gab fussion im großen und ganzen nahm man Abstand, da zum Worte meldete. fondern als selbständiger Unternehmer, der zu feinem noch feine Antwort und marfchirte fort. Da trachte der Schuß von den Gegnern sich niemand feiner Arbeitgeber in einem wahren Abhängigkeit 3- aus dem Gewehre Hubers. Tödtlich in den Unterleib getroffen, Bum Punkt Verschiedenes hob Genosse Isaac hervor, daß am verhältniß stand, vielmehr erwiesenermaßen brach Höhensteiger, der die Laterne trug, zusammen und verschied nächsten Sonntag in französisch Buchholz Erntefest stattfindet feine legten Worte und macht die Genossen darauf aufmerksam, daß uns nur um des einen willen das Interesse des andern nach wenigen Minuten; daß ich mein das eine Lokal von Lange zur Verfügung steht. vernachlässigte." Daß die gesammte moderne Pro- Der Unteroffizier ist schuld, duktionsweise die rechtliche Freiheit des einzelnen Ar- Leben lassen muß." Fischer und Huber hatten sich nunbeiters zur Voraussetzung hat, da kein Unfreier über seine mehr wegen einer in Ueberschreitung der Dienstinstruktion beArbeitskraft verfügen kann, daß„ Abhängigkeitsverhältnisse" oder gangenen fahrlässigen Tödtung zu verantworten. Fischer erklärt, „ wahre Abhängigkeitsverhältnisse" für das Verhältniß des ge- es habe Huber so schnell nach einander gerufen, daß er nicht werblichen Arbeiters nicht bestehen und nicht bestehen können, ent- habe antworten können. Maier bestritt dies und behauptete, geht dem Gewerbegericht, wiewohl§ 105 der Gewerbe- Ordnung als daß zwischen jedem Zuruf einige Zeit vergangen sei. Huber gab Grundlage des gewerblichen Arbeitsvertrages die freie Ueber- an, er habe die Patrouille nicht als solche erkannt; kurz vorher Verein der Machinisten, Heizer und Berufsgenossen. Sonntag, einkunft" hinſtellt. Dem Gewerbegericht, soweit es aus Bei- sei ein verdächtiges Subjekt an ihn herangekommen; er habe fizern aus der Unternehmerklasse und einem unparteiischen deshalb sein Gewehr geladen und habe die Patrouille für Vorsitzenden besteht, erfcheint der Arbeiter vielmehr Bivilisten gehalten, die ihn angreifen wollten, und weil er keine als eine Art Höriger, der nicht nur seine Arbeitskraft, sondern Antwort erhalten, geschossen. Die Geschworenen erfannten nur seine gesammte Person dem Arbeitgeber verdungen hat. Es den Unteroffizier Fischer einer in Nebertretung des Dienstes verSamariter- Kursus der Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den wendet schlankweg die Verhältnisse aus dem Gesindevertrag auf übten fahrlässigen Töötung schuldig; er wurde zu vier Monaten 5. Auguft, abends 8% Rhr, bei Boly, Alte Jakobstraße 75, Uebungsstunde. den gewerblichen Arbeitsvertrag an: es stellt sich auf denselben Gefängniß verurtheilt. Huber wurde freigesprochen. Schöneberg. Arbeiter Bildungsverein. Versammlung, morgen, Tiefgrad ökonomischer Kenntniß, auf dem die ReichstagsMontag, abends 8 Uhr, bei Obst, Grunewaldstr. 110. Vortrag des Genossen Antrick über Bimetallismus. Broschürenausgabe an die Mitglieder, sowie Kommission sich befand, der in ihrem Bericht über der Urania- Billets zu der am 11. August stattfindenden Vorstellung. das Unfallversicherungs Gesetz der pyramidale Ausdruck„ das Arbeiter- Gesangverein Nord. Montag, den 5. August, abends 9 Uhr, gewerbliche und sonstige Gesinde" entschlüpfte. Derartige Im Fachverein der Stuckateure sprach am 22. Juli Vergnügungsverein Italia. Sonntag 6 Uhr bei ungünstiger Urtheile, wie das eben besprochene, bilden nicht mehr Einzel- Schriftsteller Schulz über: Die Zustände in Deutschland zur Witterung Restaurant„ Noland". Elsafferstr. 26, 1 Tr.: Fidelitas. Gaste willerscheinungen, sondern sind leider typische geworden. Der wirth Beit der französischen Revolution. Der Vortrag fand in der tommen. schaftlich unfreie Arbeiter wird zu einem auch rechtlich unfreien Bersammlung allseitige Zustimmung. Einen wichtigen Gegen- Müllerstr. 179a: Lettüre( unentgeltlich). Südost- Schule, Waldemarstr. 14, Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, 10-12 Uhr: Nord- Schule: herabgedrückt. Während die gesammte Arbeiterschaft und selbst stand der Verhandlung bildete hierauf der Tarif für Zug- ettüre( unentgeltlich). nationalliberale Professoren, wie Dr. Wuttke, das Gesinde arbeiten. Die Debatte hierüber wurde von dem Mitgliede Montag, abends 7-8% Uhr: Leftüre. 8%-10% Uhr: Nord- Schule, verhältniß für nicht entsprechend der jetzigen Produktionsweise I a nice eröffnet. Allgemein befürwortete man, diese Arbeit in Müllerstraße 179a: Nationalötonomie.( Das Verhalten des Kapitals bei der Werthbildung, der Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.) Südost= erachten und auf eine Gleichstellung des Gesindes mit Lohn anzufertigen. Zum Schluß gelangte ein Vorschlag des Schule, Waldemarstr. 14: Woltsthümliche Medizin.( Bau und Lebensdem gewerblichen Arbeiter dringen, geht die gewerbegerichtliche Mitgliedes Kleinert zur Annahme, in welchem ges erscheinungen des gefunden und franten Menschen.) Theil II. Wärme, StoffPraxis, ganz dem Interesse des Unternehmerthums entsprechend, sagt wurde, den vor drei Jahren berathenen Tarifwechsel, Bewegungsapparat, Neven, Sinneswerkzeuge.) Det allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jederzeit aufgenommen. dahin, den gewerblichen freien Arbeiter auf das Niveau des un- mit Hilfe von sachverständigen Kollegen zu forrigiren Lese- und Diskutirklubs. Karl Marr, Montag, abends 9 Uhr, bet freien Gesindes herabzudrücken. Berücksichtigt man, daß der Ent. und zur Geltung zu bringen. Um diese Sache nun Grube, Mariendorferstr. 5.„ Auftlärung" jeben 1. Montag im Monat wurf des bürgerlichen Gesetzbuchs gar den Begriff des Ge- aber so schnell wie möglich zu fördern, wollen die Vertrauens- Sigung, jeden 3. Montag im Monat Bücherwechsel bei Ferger, Sebastianfindes" festzustellen den Einzelstaaten überlassen will, so wird lente eine öffentliche Versammlung einberufen und zu dieser die Restaurant Schömann, Heimstr. 16. Franz. Buchholz, feden Montag tlar, welche Gefahr für die Arbeiterklasse aus einer derartigen in Berlin arbeitenden füddeutschen Kollegen einladen. Es wurde abends 9 Uhr bei Lange, Sauptstr. 59. durch Gewerbegerichte festgelegten Praxis in Verbindung noch einmal auf die öffentliche Versammlung am 5. August hinmit dem lebhaften Bestreben erwächst, aus dem freien" gewiesen, in der unter anderem auch die Neuwahl der Vergewerblichen Arbeiter einen„ unfreien" zu machen, der in einem trauensleute stattfindet. Ferner wurden die Kollegen ersucht, sich wahren Abhängigkeitsverhältniß" zu seinem Unternehmer steht recht rege an dem Vertrieb von Billets für das Stiftungsfest und wie das Gesinde„ in und außer dem Dienst" für das des Fachvereins der Stuckateure zu betheiligen. Die Billets sind Interesse" feines Herrn" besorgt zu sein hat. Gegen diesen in den Zahlstellen zu haben. Angriff auf die persönliche Freiheit des Arbeiters gilt es Front Eine Branchenversammlung der Parquetbodenleger, zu machen. Mögen die gewerkschaftlichen und politischen Arbeiter- einberufen vom Deutschen Holzarbeiter- Verbande, beschäftigte fich vereine eine etwas größere Aufmerksamkeit der Praxis der mit dem Antrage auf Ausschluß der Mitglieder Peter und Gewerbegerichte schenken und sich nicht auch das bischen Terpe. Der Antrag, bei der Ortsverwaltung vorstellig zu Wilhelmshöhe". Arbeiter- Gesang verein der Enterbten, Swinemünder Recht rauben lassen, bas das Gesetz dem Arbeiter ge- werden, genannte Herren vom Deutschen Holzarbeiter Verbande straße 49.- offnung II, Deutsch- Wilmersdorf, Günzelfir. 39.- Ten= währt. Ein erfolgreicher Kampf fann gegen das fortdauernde auszuschließen, wurde einstimmig angenommen. Als Bei- blüthe. Beughofstr. 8, Reſtaur. Behlendorf. Gesangverein Liberte: Attentat auf die rechtliche Freiheit des gewerblichen Arbeiters fizer in die Ortsverwaltung wurde das Mitglied Heß gewählt. bet av. Neumann. allerdings nur geführt werden, wenn die gewerblichen Arbeiter sich mehr als bislang in Organisationen zusammenschließen und wenn auch die politischen Organisationen derartigen Gefahren ein wachsames Auge schenken. " Gerichts- Beitung. " Versammlungen. junges Charlottenburg. Am 29. Juli sprach hier der Genosse runs in einer öffentlichen Holzarbeiter Versammlung über das Thema: Wie gestalten wir unsere Produktionsweise zu einer besseren und gesunderen? Von einer Diskussion nahm die Ver fammlung Abstand, und stimmte einer Resolution zu, in der sich die Anwesenden zum Anschluß an den Holzarbeiter- Verband ver pflichten. den 4. August, nachmittags 5 Uhr, in den Oranienhallen, Oranienſtr. 61, Bersammlung. Vortrag des Herrn J. Keidel über: Hygtentsche BadeApparate im Hause. Verein deutscher Schuhmacher. Montag, den 5. Auguft: Bahlstelle 1 bei Feindt, Weinstr. 11 Bahlstelle 2 bei Gründel, Brunnenstr. 188; Bahls ftelle 3 bet Freigang, Schüßenstr. 18/19. Monatssitzung bei Augustin, Kastanien- Allee 11. straße 73. Max Kayfer, jeden Sonntag vormittags 10% Uhr im Arbeiter- Süngerbund Berlins und Umgegend. 1. Vorsitzender: ad. Neumann, Pafewalferstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstraße 49, v. 2 Tr. Montag, Abends 9-11, Nebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. wieser hatt, Köpeniderjir. 191 bei Foge.- Butun ft 1, Stegliz, AhornLiedertafe! ber Maler, Annenstraße 6, bet Ehrenberg. straße 15a, Schelhose's Gambrinus.- Bruderherz, Strautstr. 6, bet Rudolf. Arbeiter- Gesangverein Vorwärts III, Lichtenberg- Friedrichsfelde, PrinzenAllee 6 bei Start Echulz. Liederzweig, Waidmannslust, Berlinerstraße bei Berbe.- Liedesfreiheit II, Strausberg, Wriegenerstraße bet Boot, Bürgergarten. Glodenrein( gem. Chor) Schönhauser Allee 46 verein a cht auf II, Grtner, teftaurant„ Seebad" am Dämmertz- See, bei Höhne. Syrene, Schönhauser Allee 28 bei Stelle. Arbeiter- Gesangs Wrangelstr. 84 bei Redanz. Männerch or Sangeslus II, Basewalferstr. 3 Gesangverein Freiheit 3, gemischter Chor, Bernau, " Harmonie 2", Weinstr. 11, Stestaurant bei Tomatscheck. Klingmülle r'sches " Montag: Pfeifentub Felsen fest, Andreasstraße 26 bet 1 Arbeiter Zitherverein Einigteit, abends 19 uhr, nebung bei Nowack, Manteuffelstr. 9. Arbeiter hielt am 29. Juli feine ordentliche Generalversammilarta, Blumenstr. 46 Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Sussitenstraße, Elysium". Feindt.„ Einigkeit s", Groß- Lichterfelde, Amaltenstr. bei G. Senger. lung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vor- Doppelquartett, Neu- Weißenfee, Langhansstraße bei ww. Busch. - Alpenveilchen, ge= sitzende des verstorbenen Mitgliedes York; die Versammlung Süd- Ost 11, Falkensteinstr. 7 bei Trittelwiß. mischter Chor, Lindowverstr. 26 bei Sachse. Solidarität, Oranienehrte das Andenken desselben in üblicher Weise. Hierauf wurde straße 109 bei Greifer. Freya 2"( gem. Chor), Nixdorf, Hermannstr. 45 vom Rendant der vierteljährliche Kassenbericht erstattet. Demnach Bittoria- Säle". betrug der Gesammtkassenbestand 20 285,37 M. Nach Bericht der( Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind zu Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Herr Brausewetter als Richter. Der Schankwirth Otto Revisoren wurde der Rendant entlastet. Die Mitglieder Hennig richten an B. Gent, Adalbertstraße 95.) Sonntag: Vergnügungsverein Deneke war im Februar d. J. von der zweiten Straffammer des( Gürtler) und Bogen( Former) wurden als Beisiger im Vor- Helgoland II", Rüdersdorferstr. 45," Gesellschaftshaus Ostend", nachm. Landgerichts I wegen Beleidigung des Revierinspektors J. von stand bestätigt. Der vom Vorstand über die„ Tarameter- Gesellschaft" von 4-6 Uhr. Wilfe. Bergnügungsverein Felsenfeft, Rirdorf, Hermannstraße 21 bei der städtischen Gasanstalt zu einer Gefängnißstrafe von zwei verhängte Streit wurde von der Versammlung für gut befunden, Hornburg. Startentlub Lustige Brüder, Krautstraße 48 bei attte. Monaten verurtheilt worden. Der Angeklagte hatte in betreff da betr. Werkstatt aber bereits durch andere Arbeiter besetzt, Geselliger Verein Fridolin, Brannenstr. 35 bet Wolf. des sittlichen Verhaltens des als Nebentläger auftretenden Ju- wurde der Streik für beendet erklärt. Ueber die Fabrik ver- Theaterverein& tebe s glid, Große Frankfurterstraße 74 bet Brener, an spettors J. nicht erwiesene Thatsachen ehrenrühriger Natur be- hängte man die Sperre, die Kollegen wurden ersucht, diese fireng ievem 1. und 3. Sonntag im Monat. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Montag: Privat- Theaters hauptet. In der vom Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schöps, inne zu halten. Des weiteren wurde über die bei der Firma Die Ver- gesellschaft Satur" abends 49 Uhr, bei Specht, Martgrafenſtr. 83.- Privat= eingelegten Revision wurde zunächst gerügt, daß der Vorsitzende, Sotol stattgefundene Arbeitseinstellung berichtet. Landgerichtsdirektor Brausewetter, die prozessuale Form nicht sammlung beschloß, die dort beschäftigt gewefenen Arbeiter als heatergesellschaft Immer 2ustig jeden Sonntag Abends 5 Uhr, bei Ruhl Andree, Chorinerstr. 53: Sigung mit Damen. Privat- Theatergesellschaft gewahrt habe. Der Staatsanwalt hatte Ausschluß der Deffentlich gemaßregelt zu betrachten, die vollberechtigten Mitglieder minerva. Alle Montag Zuſammentunft Maibach- Ufer 3 bei Schmock. demnach aus Verbandsmitteln unterstüßt. Von Privat- Theater- und Vergnügungsverein Morgenstern. Sigung jeden feit beantragt. Der Vertheidiger behauptete nun- und dies wurde werden Winterfeste soll Sonntag 6 Uhr; alle vierzehn Tage Fidelitas im Markthallen- Restaurant, durch das Sigungsprotokoll, welches einen gegentheiligen Vermerk einem in diesem Jahre Abstand ge Wörtherstraße 45, bei F. Tarey. Rauchklub Brüderlichteit Sodann wurde bekannt gemacht, daß am jeden Montag 9-11 1hr bei Pauts, Schlesischestraße 38. Rauchklub nicht enthielt, bestätigt- daß zu diesem Antrage weder der Neben- nommen werden. Eldorado alle Montage, abends 8½ 11hr, bei Geier, PallisadenKläger noch dessen Vertreter gehört worden seien, während die Straf- 25. August zwei Sondervorstellungen in der„ Urania" stattfinden dora Theater: and Vergnügungsverein Waldemar. Jeden prozeßordnung vorschreibt, daß zu einem derartigen Antrage alle werden. In bezug auf die Lohnbewegung der Former beschloß Sonntag Stalizerstr. 64 bei Hente. Anfang 6% uhr. Arbeiter- Stenographie Betheiligte gehört werden müssen. Aber noch ein zweiter die Generalversammlung, daß die Berufsgenossen in dieselbe so- Verein intra ch t", Unterricht und Uebungsstunde Montag abends 8% Ubr rechtfertige die Auf- fort eintreten fönnen, da die Geschäftskonjunktur zur Zeit äußerst hoffnung. Sigung mit Damen jeden Sonntag um 5 Uhr nachmittags bet führte das Reichsgericht aus hebung des Urtheils. Ausweislich des Sigungsprotokolls richtete günstig sei. Die vom Vorstand in die Bibliothekordnung auf- Baumann, Lychnerstr. 2-8.- Berliner Turngenossenschaft. Boltsder Bertheidiger des Angeklagten an den Zeugen F. die genommene Bestimmung, daß die Mitglieder bei Entleihung von thümliches Turnen, jeden Sonntag, von 2 Uhr ab, in Lichtenberg, WeißenseeerFrage, об er mit seiner Ehefrau vor Eingehung Büchern mit ihren Beiträgen nicht im Rückstand sein dürfen, weg bei Asche. Ehe im Konkubinat gelebt habe. Darauf stellte wurde dahin geändert, daß die Mitglieder nicht läger als vier mittags an eigung mit Fidelitas im Saale des Restaurants Kiefelbahn, der Vorsitzende dem Zeugen anheim, sein Zeugniß zu verweigern, Wochen restiren dürfen. Einem in äußerster Noth befindlichen Sigung, nachdem Fidelitas im Restaurant Methe, Mendelssohnfir. 9. oder die Frage nicht zu beantworten. Der Zeuge gab darauf Mitgliede wurden 50 M. Unterstützung gewährt. Grund der " bei Noihes, Buttmannstraße 17. Dresdenerstr. 68. Privat- Theaterverein Freiheitss Klub Freya. Jeden Sonntag von 5 Uhr nach= Bergnügungsverein Flora. Jeden Sonntag 4% lihr Stattlub Bruder Heinrich. Sigung Montag abends 9 Uhr bei Wernau, Rosenthalerfir. 57. Turnverein Fichte. Jeden Sonntag von 3 hr au: die Antwort, daß seine Ehefrau weder vor noch nach der Ghe Der Fachverein der Lederarbeiter hielt am 29. Juli volksthümliches Turnen in Lichtenberg, Weißenseeer Weg bei Asche. 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Saal Köpnickerstraße 37, 2 Minuten vom ( 500 Personen fassend) und Vereinszimmer zu VersammBahnhof, mitten im Walde gelegen, lungen und Festlichkeiten. Jeden Sonntag: Grosser Ball 2000 Personen fassend. Kaffeeküche, [ 2974L*] Hermann Brüder. bei guter Musik. Anfang 4 Uhr. 4 Kegelbahnen, Belustigungen aller art. Borzügliche Speisen u. Getränke. Hält sich Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. Frei Konzerte finden regelmäßig jeden Dienstag und Kinderfest. Um zahlreichen Besuch A. Schmidt. Verband aller im Handels- n. Transport- Freitag statt. Jeden Mittwoch: VolksGewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter. Sonntag, 4. August, Nachm. 24 Uhr: Ausserordentliche General- Versammlung in der„ Ressource", Kommandantenstr. 57. Zages Ordnung: 1. Mittheilungen und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Anträge. 3. Verbandsangelegenheiten. In anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung ist es unbedingt nothwendig, daß alle Mitglieder in dieser Versammlung erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt, 75/4 Der Vorstand. Sonnabend, den 10. August 1895, Abends 9 Uhr: Großer Sommernachts- Ball in Louis Keller's Pracht- Festsälen und Garten, Koppenstraße Nr. 29, bestehend in Tanz u. humorist. Vorträgen. Auftreten des sehr beliebten Wolfshumoristen Lewandowsky und des Charakterkomifers Lackmann. Grosse Verloosung werth voller Gegenstände zu gunsten der Agitation. Aufführung lebender Bilder. Die Musit ausgeführt von einer 20 Mann starken Kapelle der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmufiter. Entree für Damen 30 Pf., für Herren 50 Pf.( inkl. Tang). Die Kolleginnen werden ersucht, sich recht rege an dem Billetvertrieb zu betheiligen, da offene Kasse nicht stattfindet. Billets sind in allen Zahlstellen und im Bureau zu haben. Schloß Weißenfee.„ Bum Sternecker Sonntag, den 4. August: Weikenburg. Großes Monstre- Militär- Konzert von der gesammten Kapelle ehemaliger 1. Garde- Dragoner. Großes pyrotechnisches Panorama von den Kunſtfeuerwerkern Herren Massow und Bock. Jm großen Bal champêtre: Großer Sommernachts- Feftball. Entree 30 Bf., im Vorverkauf 25 Pf. Res. Platz 50 Pf. Anfang 4 Uhr. 2977L An. Barth. Charlottenburg. Wo speisen Sie? In der Pommerschen Küche Oranienftr. 181 bei G. Buckow. Mittag mit Bier 50 Pf., Frühstück u. Abendessen( für 30 bis 50 Pf.) große Auswahl. bis 50 Pf.) große Auswahl. Zimmer mit Piano zu vergeben. Wilh. Groth's Danziger Volksgarten Danzigerstr. 50/51, Saltestelle der Pferdebahn Moltenmarkt- Weißensee. Jeden Mein Lotal ist tägl.( auch SonnSonntag: tags), an Vereine zu vergeben. Kaffeeküche geöffnet. W. Groth, Gastwirth d. Neuseeländer Ackerpächt. Freikonzert Freitanz. ut. Rohr's Salon, früher Appold, Rixdorf, Gr. Esel Reiten. Sonntag: Gemüthliches Tanzkränzchen. Speisen und Getränke sorgt stets H. Rohr, früher Berlin, Naunynstr. 78., r. chattiger Garten, Kaffeeküche, 2 verdeckte Kegelbahnen. Für gute Ahornstrasse 15a, 10 Min. vom Bahnhof. Empfiehlt den verehrlich. 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Garten- Concert von der 24 Mann starken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors W. Carlon's. Anfang Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Pf. Wochentags 5 Uhr. Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu foliden Preisen. Montag, den 5. August: Große Gala- Dorftellung zum Benefiz für die beliebten Duettisten Emmi und Reinhold Hintsche unter gütiger Mitwirkung bedeutend. Künffler u. Spezialitäten. Schweizer Garten. Am Königsthor. Täglich: Am Friedrichshain. Konzert und Vorstellung. Nette Matrosen. Die Allerweltswittwe. Ein moderner Rasirsalon. Lebende Bilder u. Spezialitäten. Volksbeluftigungen und Ball. Von 5-7 Uhr: Freier Damentanz. 23832* Neu! Max Kliem. Neu! Cösliner Hof Wedding Cöslinerstr. 8 wedding Jeden Sonntag: Grosser Ball. Grösster und schönster Saal des Nordens( 1000-1500 Personen) mit sehr gr. Orchester. Anf. 4 Uhr. Ende Uhr. 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Es entgeht dadurch dem Raucher nichts vom Genuß und find die nachtbeiligen Folgen vers Mitarbeiter auch in der ftillften Beit lobnend zu beschäftigen( was ich stets als meine vornehmste Aufgabe be- muftaemäß bis auf ein Drittel sufammengeschmolzen und kann somit jeder den Stummel feiner Reform- Gigarre mit trachtete). Was will ich mit meiner Reform- Cigarre? Die Form meiner Reform- Cigarre beginnt an der der größten Gemüthsrube ohne Gefahr für sein förverliches Wohl rauchen, was bei den alten Formen niemals der Fall war. 5 Millionen Cigarren- Abschluss! Bitte die Bedingungen für Verkauf und Versand aufmerksam zu lesen.| Rabatt.- Jedem Einkauf relv. Auftrage füge ich ein Kitchen, enthaltend 5 Cigarren in verschiedenen Marken mit Breifen versehen, als Gefchenf bei, wenn fich der betreffende Besteller auf diese Beitung bezieht. Die Marken bis zum Breise von einschließlich 2,25 Marf per 100 Stück find von Rabattgewährung, Frantatur und Gratififation ansaefchloffen und werden 10 Vf. bei diefen billigen Marken für Verpackung berechnet. 4 Cigarren von jeder Marke können probe: weise nuentgeltlich geraucht werden; dasselbe gilt auch bei persönlichen Einkäufen. Neclamationen fönnen nur inner= balb 16 Tagen vom Lage des Verfandes an berücksichtigt werden. Nur unter diesen Bedingungen wird verfandt und verkauft. unfortirt in Papier verpackt, dafür vorzüglich im Geschmack Marke Lyra, Deli- Dede, rein überfeeifch mit Marke Vuelta Abajo, ca. 10% em q Nur gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages wird versandt. Der Besteller erlegt ben Betrag nur als Unterpfand für die zur Prüfung empfangene Ansichts- Waare. Entspricht dieselbe feinen Erwartungen nicht, so beliebe er die Waare unfrankirt zurückzuschicken, worauf fofort die Rücksendung des Betrages, fowie der Auslagen erfolgt. Von dieser Schadlosbaltung des Empfängers bitte ich den ausgiebigften Gebrauch zu machen. Inter 100 Stück von einer Marte werden nicht abgegeben. 300 Stück und darüber franto über ganz Deutschland. Bei Entnabme von 500 Stict 3% 1000 Stück 5% 2000 Stück und darüber 10% 4 Marken Schweizer Cigarren und zwar Gintage, ca. 9 cm Ig., , 4% cm lifa., bedeutend| Marke Termala, ca. 10% cm lang, ca. 5 cm Umf. ftubig an machen, und behaupte von ihr, daß fie in Veaug .A" B"" C"..D" beffer wie bisher.. 100 Std. Mk. 3,25. Eine in ihrer vollendeten Forin fowohl, wie durch ihre auf Breißwürdigkeit nicht ihresaleichen findet." Diefelbe Marke" A" ca. 9 cm lang( Bavanillo3) 100 Std. Reform- Cigarre I. Für Gefunde n. Leidende, töftliche Mischung bergestellte Cigarre aus milden vollen und kostet. MI. 1,20. das Koftbarste in Geschmack und Aroma, mit Holzfvize in jeder würzigen, edlen überfeeischen Tabacken mit ostindischer Marke ,, B" ca. 8 cm Tang, 100 Std. Mk. 1,25. Gigarre, ca. 112 cm la.. 5 cm Umfa. 100 Std. M. 3,50. Decke, deren außerordentlich hervorragende Eigenschaften Marke ,, C" ca. 9 cm lang, 100 Std. MK. 1.50. In Bezug auf Geschmack, Brand, Aroma ut. Aus- Jeden immer mehr intereffiren werden, je länger er fie Marke., D" ca. 10 cm lang, 100 Std. Mk. 1,75. führung wird diefe Cigarre von Stauchern weit über das raucht ver 100 Std. MIK. 5,-. Marke 3( Sumatra), ca. 10/2 cm lang, ca. 5 cm mf., Doppelte geschätzt. cm lang. ver 100 Std. MK. 2,-. Felig in der Einlage, ca. 11 cm la., 5 cm Umfa. Noch nie dagewesen! 100 Std. Mk. 3,75. Die Krone aller Havana- Tabate, der Gipfel föstlichen Marke Delikatesse, Borten: Saba- Dede mit Marke 9, Cz des Almas, gemischter Gintage, 12 ME. ver 100 Sick. nicht zu hoch bezahlt. Durch den ca. 10 lang, ca. 5 cm lif., mit Aromas und mildesten Geschmacks, ist die Cigarre mit hervorragend feiner, rein überfeeischer Einlage, ca. 82 cm lang, 44 cm Umf.( einer der hervorragendft. Brafil- Tabake) m. ostindisch. Tabat vortbeilbaften Einkauf von über einer halben Million verver 100 Std. Mk. 6,-. 100 Std. Mk. 2,25. gedeckt, vollwürzige, cdle Giaarre ver 100 Std. Mk. 4,-faufe ich diefelbe mit Marke 4( Sumatra), ca. 10% cm lang, ca. 5 cm iluf. Neue Marke Sanitas", Reform Bacon Marko Raphaëli III, em Umfang. ver Façon. ca. 112 cm ca. Straßen- Cigarre, nicht beläftigens, polt biscus bora ,, Neue Geidige Baca: 52 cm lichem Geschmack, in fchlankem Façon, tadelloser Brand ran- Deli- Decke), ca. 10 cm lang, ca. 54 cm luf., 100 Std. 6 Mk. Bei der Einführung dieser Cigarre per 100 Std. MIK. 2.50. leidenden Rauchern zu empfehlen, von durchaus lieblichem im April 1893 fette ich zwar voraus, daß sie den Beifall Felix Cigarre, frühere Marke Remedio, Felix Decke, Geschmack, ein Gemisch edler überfeeitcher Tabake, wenig der raffinirtesten Feinschmecker finden und viel gekauft rein überseeische Einlage, ca. 8/2 cm lang, 4/4 cm Umf. Nicotin enthaltend. ver 100 Std. Mk. 4,- werden wird. Der Conium bat jedoch meine fübuſten Marke 5 Frühpromenaden- Cigarre, Regelfacon, circa 99 . " . per 100 Stat. MIK. 4,50. das Geheimniss der Cigarren- Fabrikation! . per 100 Std. Mk. 9,-. Holländische Cigarren, Prima Nembrandt van Shn No. 3 per 100 Std. 5 Mark, No. 2 per 100 Stct. 6,50 Mark No. 1 per 100 Stet. 8 Mart. Die Länge diefer 3 Marten ist ca. 15 cm, der Umfang ca. 4 cm. Der passionirteste Naucher wird in diesen Gigarren nach jeder Stichtung bin ob er an milde oder träftige Gigarren gewöhnt ift nicht nur die vollste Befriedigung finden, sondern dieselben als feine unentbehrlichsten Marken nach einmaligem Verfuch betrachten. Der Allein verkauf für Deutschland ist mir übertragen. Da ich voraussetze, daß auch diese Marken bald von der Concurrens gefälscht werden, erkläre ich biermit, daß jedes Kitchen Cigarren biefer Marten mit meinem Firmenstempel verfeben wird, und daß ich nur in diefem Falle für die Vorzüglichkeit eintrete. Echt importirte Cigarren, asiatisches Gewächs, welche von alt raffinirten Rauchern, bezüglich ihres Aromas fowohl als auch in fanitärer Hinsicht den echten Havana- Importen vorgezogen werden. ca. 104 cm lang, 5 cm Umfang per 100 Stück Mt. 5,-. ca. 104 cm lang, 5/2 cm Umfang Mr. 6, per 100 Stück 100 Std. jekt mr Mk. 2,75. Neue Marke Rose von Schiras". Erwartungen weit übertroffen. 10% cm laua, ca. 5% cm Umf., biefelbe in schlankem Reformfacon, circa 9½ cm lang. 5 cm infaua, boch Marko Raphaëli I, ca. 18 cm lang, ca. 64 cm Umf. Groß- Ne Façon, ca. 10 cm lang, 5 cm Umfang. Servorragend feine Brasil Einlage und Deli- Decke: diese Mischung galia- Bockfaçon, ver 100 Stüd jetzt nur Mk. 7,50. im Geschmack fann ich sie Jedem empfehlen, deffen Beruf es empfiehlt sich allein erbeifcht, viel Cigarren zu rauden per 100td. Mk.3,-. Reform- Cigarre II. Für Gesunde und Leidende, Neue Marke General, ca. 10 cm lang. Marke 7( Sumatra), etwas fleiner in Façon, bedeutend das Kostbarste in Geschmack u. Aroma, mit Holzfpike in jeder ca. 5/2 cm Umf. Mit dieser Havana Cigarre, welche eleganter ausgestattet, in Einfalttisten verpackt, zu Ge- Cigarre, Deli- Maatschappy. bochfein, rein überfeeisch mit aus einer Zusammenfekung der alleredelsten Tabale schenten geeignet per 100 Std. Mk. 3,-. Dara- Cuba in der Einlage, ca. 11% em fang. 54 cm besteht, glaube ich nicht nur den raffinirtesten Raucher Mocca Cigarre, Sumatra Decke, rein überfeeische Umfang ver 100 Std. PIK. 4,50. a befriedigen, sondern den unverföbulichsten Widersacher Damit jeder Raucher fich ein Bild von dem Geschmack und Gewicht der so verschiedenartig in der Cigarre aufammengestellten Tabale machen lernt, verrathe ich ihm in folgendem Preisverzeichniß St. Felix- Einl., auf. 20 Bid., ca. 14 cm Iq., 6 cm Umfa.,| Einl., auf. 15% Bibd., ca. 11 cm lg., 52 cm lifa. befchu. 1. unbeschn. 100 Std. Mk. 6, 100 Std. Mk. 7,50. Diefelbe Marte in Reform- Façon 100 Std. Mk. 6, Marke Tandem,* Ref.- Fac. 2 Vid. Deli- Decke, 4 Bib. Deli- Maatschappy- Umbl., 1 Bld. Havana 11. ↳ Bid. St. Felix Ginl., auf. 11 Bid., ca. 10 cm lg., 54 cm Umfa. Marke 91er Havana,* Ref.- Fac. 2 Bid. Havana Decke. 4 Pid. Cenemba- Deli- Umbl., 1 Bid. Havana n. 4 Bid. St. Felix- Einl., auf. 11 Bfd., ca. 10 cm Ig., 54 cm Umfa. 100 St. MK. 6, 100 Std. Mk. 6,50. Marke Brilliante Felix,* Regalia- Façon, 6 Bfd. Marke 94er Havana,* Ref.-aç. 22 Bid. Havana Brilliante Felix- Decke, 6 Bid. Vorftenlanden- llmbl., 8 Bid. Decke, 5 Bid. Deli Ab- Umbl., 8 Vid. La Cruz des AlmasBei fämmtlichen Marken versteht sich angegebenes Gesammtgewicht pro 1000 Stüd. Bei Aufträgen wolle man gefälligft binzufügen, ob die Gigarre frifch von der Hand des Rollers weg kostbarstem Geschmack und Aroma, wie fich das aus der Bufammenstellung der durchweg edlen Tabate von selbst ergiebt. oder trocken gelagert gewünscht wird, ob fräftig oder mild. Die mit einem bezeichneten Marken dokumentiren Noch etivas" will ich aus dem Buche meiner eigenen Erfabrung und durch den Vertebr mit Rauchern bin jenten wundervollen Geschmack auch im frischen Bustande geraucht, der bei dem paffionirten Naucher echt importirter zufügen. Nichts steigert den Genuß einer Gigarre mehr, wie der Wechsel der Qualität, wie uns die köftlichste Speise Cigarren eine so beftrickende Wirkung ausübt. Sämmtliche Cigarren find tabellos im Brande, luftend und von verleidet wird, wenn wir fie unabläßlich genießen, so auch eine Cigarre bei dauerndem Genuß. Marke Sumatra, 2 Bd. Sumatra- Decke, 4 Bfd. Marke Mandi Angin," Ref. Façon, 2 Bib. Mandi Domingo Umbl., 4 Bfd. Brafil und 4 Bid. Java- Einl., Angin- Decke. 5 Bfd. Delt- Umbl.. 8 Bid. Felix- Einl., auf. suf. 14 Bfb.. ca. 10 cm lg., 5 cm llmia. 100 Std. Mk. 4, 15 d., ca. 10% cm la., 52 cm Umfa. 100 Std. Ms. 5, Marke Vorsten Java, Reform- Façon, 2% Bfd. Marke Dell A b,* Nef- Faç., 2 Vid. Deli Decke, 5 Bid. Borsten- Java- Decke. 5 Pfd.Domingo- Umbl.. 8Bid. Felix- Einl. ul. 15/2 Bib., ca. 12 emig., 51/ cm llia. 100td. Mk.4,50 Mandi Anain- Umbl.. 6 Bid. St. Feliz u. 2 Bid. HavanaMarke St. Felix,* Reform- Façon, 6 Vid. Felix- Decke. Einl., auf. 15 Bid., ca. 12 cm lg., 52 cm Umfa. 5 Bid. Deli- Umbl., 3 Vid. Borsten- u. 2 Vid. La Cruz des Almas- Einl., auf. 16 Bfd., ca. 104 cm la. 5/2 cm llmfg. 100 Std. Mk. 5, gung gegerbter Felle liegt es 100 Std. Mk. 6,-. 100 Std. Mk. 9,-. Marke Havana Mexico,* Ref. Fac. 3 Pid. MexikoDecke, 5 Vfd. Deli Ba. Unbl.. 3 Bfb. 94er Havana, 6 Bid. La Cruz des Almas- Einl., auf. 17 Bid., ca. 11/2 cm lg.. 54 cm Umfg. La Flor Havana,* Reform Façon, Handarbeit, Bib. 94er Havana- Decke, 5 Pfd. FF Deli- Umbl., 4 Bib. Brilliante Felix u. 5 Bfd. Havana 91er Eint., auf. 18 Bid. ca. 12 cm lg., 534 cm linfg. 100 Std. Mk. 12,50. Diele Gigarre wird von Kennern höher wie echt impor tirte Havana- Cigarren geschätzt. von den noch vorhandenen da voraussichtlich in beschränkt absehbarer Zeit Lederwaaren sich um Schuhe und Stiefel in elegantester Ausführung, aus bestem Material hergestellt. Bei der fortlaufend rapiden Selim Interesse des geehrten Publikums, coloffalen Borräthen soviel, als möglich zu kaufen, minbetens 30 bis 50 Prozent im Preise erhöhen werden. Trotz vorhergegangener peinlichster Controlle können sich an den von mir in den Handel gebrachten Waaren, ganz gleich ob bei Herren- Garderobe, Schuhwaaren oder Cigarren 2c. 2c. Bitte!! nicht fofort fichtbare Mängel herausstellen, welche den Käufer glauben machen könnten, minderwerthige Waare erhalten zu haben. Getreut meinem alten Princip bleibt keine Reklamation unberücksichtigt. Der Käufer empfängt. ganz nach Belieben ausgiebigste Entschädigung entweder neuen Ersatz in Waaren oder sein Geld u. Auslagen sowie für die gehabte Mühewaltung, und bei Stiefeln oder Garderobe wenn thunlich die getragenen Gegenstände reparirt dazu, ohne einen Pfennig dafür zu bezahlen. Sämmtliche hier folgende Schuh. Stiefelforten können 25-50 pCt. unter nachstehenden Breifen verkauft werden, wenn diefelben aus Factis( fogenanntem Kunstleder, welches aus Lederpappe und Gummi zufammengesetzt ist), im Zuchthaus hergestellt find. Jeder Käufer solcher Waare ist um fein ausgegebenes Geld betrogen. Jedes meiner Schubwaarenfabrikate ist auf das Beinlichste 1. Mecliste von bestem Material hergestellt und übernehme ich für die Haltbarkeit volle Garantie. Die mit einem * bezeichneten Artikel sind ausnahmsweise theils mit Factisanthaten in der Einlage bergestellt, da fie sonst ihren Zweckfehr leicht zu fein nicht erfüllen würden. Diese Artikel find als solche auch die reellsten und werden nicht anders in den Handel gebracht. Es lebt im Bublifum die Anschauung, daß iene Einlage, die fich in Schubwaaren zwischen Soble und Brandfoble befindet, minderwertbig ist, sobald fie aus Spabu unb nicht aus Leder besteht.. Diese Auficht ist eine irrige. Die Svabucinlage ist um mehr als das vierfache theurer als das Leder, welches man bierfür an verwenden pflegt.- Spabueinlage ist nicht nur leichter, sondern auch in fanitärer Hinsicht mehr zu empfehlen als Leder. Auf die Haltbarkeit übt die Einlage feinen Einfluß aus. Achtung!! aeliefert babe, sierung 2,35 Wir. 5,75 t. ( Damenstiefel) = 3 • . 4,25 Mt. 5,50. 3,25 Mr. 4,25 Mr. 5.25. wurde meine Coulans vielfach insofern, als man von mir Entschädigung für fehlerhafte Waaren verlangte, die bei unreefler Concurrena gekauft worden find.- Um derartigen Auswüchsen unreeller Gemißbraucht Käufer entgegen an treten, habe ich seit Jabresfrist Entschädigungskarten eingeführt. Jeder Käufer erhält eine solche und hat dieselbe aufzubewahren, denn nur gegen Vorzeigung einer Entfchädigungskarte werden Meklamationen berücksichtigt. Für auswärtige Käufer genügt die empfangene Rechnung. Noßleder- Halbschuhe mit Gummizug und Knopfver- Diefelben mit Lackivike 6" boch im Zuge. 4,00 Mr. Diefelben bis 22 cm ( Herrenstiefel) 5,00 Mt. Roßleder- Bugstiefel 5" boch im Zuge, genäht 4.50 mt. Diefelben bis 26 cm Redervantoffet auch Schlappen genannt, durchgenäht Roßleder- Befat- Halbschuhe, aum Schnüren oder mit Diefelben mit eleganter Lackfappe, 6" boch im Zuge, auf Roßleder- Mädchenstiefel zum Knöpfen bis Gummizug auf Nand nenäbt. 6,50 Mr. Rand genäht 5,90 mt. u. 7,- Mr. 182 cm. Specialität: Nindleder- Zugftiefel, in vrima ausge: Satinirt Roßleder Halbschuhe auf Rand genäht mit starbleder- Halbschuhe z. Schnüren od. Knöpfen, auch mit Dieselben bis 22 cm Befat in noch eleganterer Ausführung, mit Gummizügen Backblatt 6,25 M. Dieselben bis 26 cm fuchter, frischer Waare Bellleder, ohne Seitennabt oder zunt Schnüren, Handarbeit 7,50 Mr. Roßleder- Knopfftiefel auf Rand genäht mit aus- Kalbleder, Knopf- u. Agraffenstiefel b. 18 cm 5,- Mr. eigenes Fabrikat, Handarbeit. Das Beste, das ich je Dunkelbraune Nindleder: Strandschnürschuhe, genäbi aenähten Stuovilöchern 7,25 t. 8,25 Wt. Diefelben bis 22 cm 5,75 Mr. 6,75 Wit. Satin- Kalbleder- Bugstiefel, mit und ohne Lactivite, Satin- Kalbleder- Knopffticfel, auf Rand gelb genäbt Specialität: Nindleder- Schaftstiefel, unaefchw.. in prima Biegenleder- Strandschnürschuhe, genäht. 6.25 Mr. auf Raud genäbt. 6" boch im Zuge 7,50 u. 8,75 wir bis 18 cm 5,50 Mt. ausgesuchter Waare, eigenesFabritat, Handarbeit 6,50 mt. Glace- Buaftiefel, fammietteich, auch mit Lackblatt, febr Diefelben bis 22 cm 6,50 Mt. Spiegel- Roßleder- Zugftiefel, ohne Seitennabt. genagelt, eigenes Fabrifat, Handarbeit bobes Façon, auf Rand genäht 6,85 Mt. 8,- Mt. Erstling, Baby- und Mädchenschuhe von Beder find Satin Kalb Knopfftiefel, auf Rand gelb genäht in arößter Auswahl und jeder Ausführung sowohl schwarz Eviegel- Roß- Bugstiefel ohne Seitennaht, doppelsvblia. genagelt, eigenes Fabrikat, Handarbeit 7,90 Mr. Leder Pantoffeln, auch Schlavven genannt, bis 25 cm Glace- Knopfftiefet, fammetweich, in vorstehender Aus 8,75. 9,75 Wals farbig am Lager. Noßleder Bugftiefel auf Rand genäht Handarbeit Bänge 7.90 Mr. Mohleder- Hausschuhe, ausgeschnitten, genäht 2,90 wir führung, mit ausgenähten Knopflöchern. auch mit Lackblatt 9,25 1. 10,25 D. Noßleder- Buaftiefel mit Belak, Knopfverzierung und Laftingschuhe mit Gummi auf dem Blatt, durchgenäht durchlochter Nappe ebenfalls 7,90 Mt. 2,10 mt. Diefelben rings m. Kalblackbefat. 9,50 11. 10,75 Mr. Spiegel- Roßleder- Zugftiefel, aewaltt. Oberleder aus einem Gemsleder: Promenadenschuhe ausgeschnitten, mituntelbraune Ziegenleder. Strandschnürschuhe, geStüd, auf Rand genäht( andarbeit), eigenes Fabrikat Schleife und Svitavye 2,75 räht ... 5,25 9,25 Mr. Dieselben mit Lederabiat 3,50 t. Bergsteiger Schnürstiefel von Roßleder mit Agraffen, Braune Segeltuch- Schnürschuhe m. Bederbefak 3,25 Mr. auf Rand genäht 9,00 Mit. Stalblad- Promenadenschuhe,* ausgeschnitten 3,50 Mr. Rohleder- Halbschuhe, zum Schnüren, genagelt, bis Das Befohlen( Kernleder, echte Buremburger Kalbleder- Zugstiefel, auf Nand denäbt, Handarbeit Dieselben mit Lederabfay* 4,25 t. 18 cm 2,50 Mr. Gichen- Lohgerbung) der Herrenstiefel einfchlicht. der 9,25 Wir. Diefelben mit Lederabiak einbällig, durchgenäht( Chick Diefelben bis 22 cm 3,25 t. Absätze berechne ich mit 2,40 m.- genäht 10 f. Lafting- Bugschuhe m. Ledersohle, Seitenleder und mit schuhe) 4,50 Wir. Blokleder- Bugschuhe, genagelt, bis 18 em 2.75 wt., theurer; desal. Damenstiefel 1,75 W.- genäht 10 f. Backspite 4,00 Mr. Mohleder- Schnürschuhe, genäht 4,25 r. bis 22 cm 3,25 t., bis 25 cm( einbällig). 3,90 r. theurer. Auf Wunsch Anfertigung nach Maaß.. Dohleder Kellnerschuhe, genäht, mit 2 Gummizügen Diefelben mit Gummizug ebenfalls 4,25 Mt. Moẞleder- Knabenstiefel zum Schnüren, mit Agraffen. Für Damen ist in besonderen Räumen weibliche 3,50 Mr.genagelt, bis 181/2 cm 3.25 Mt. Bedienung vorhanden. • 1,60 Mr. ( Kinderstiefel) Wiederverkäufern gewähre schon bei Entnahme von 1 Dy. Paar Nabatt. Für Gummischuhe und Gummisohlen, obgleich zu den beften Fabrikaten gebörend, übernehme feine Garantie. und find solche daber von jeder Reklamation ausgeschlossen. 4,60 Mt. Lasting- 3 ugftiefel mit Seitenleder Francatur beim Versand obiger Schubivaaren, der nur gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages geschieht, ausgeschlossen. Für Verpackung werden 10 Bf. Borto- Auslagen trägt; doch tritt lekterer Fall nur deshalb nicht ein, weil jeder Nachbar, der der Stiefel anfichtig wird, ibrer Billigkeit wegen den Preis dankbar zahlt. Sobald jedoch bei der Ausführung des Auftrages eine Unregel mäßigkeit von Seiten meines expedirenden Versonals vorgekommen ist, trage ich selbstverständlich sämmtliche Auslagen. Es ist erforderlich. beim Anprobiren eine Decke unterzulegen, damit die Soble nicht beschmutzt wird. Um das Maß festzustellen, wolle man einen Stab in den getragenen Stiefel einpaffen und das Maß in Centimetern angeben, mit der Bemerkung, ob Spann hoch oder niedrig. Versand- Bedingungen! mtauſch bereitwilligft geftattet. Auch bin ich sur Rückzahlung des Betrages gern bereit, wenn die Stiefel im Original- Bustande exbalten sind und der Kunde die Sämmtliche Abtheilungen meines Etablissements find Sonn- und Feiertags während der polizeilicherseits erlaubten Standen geöffnet. Meine Offerte gilt bis zur nächsten Anzeige. 3. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 180. Bum Agrarprogramm geben wir heute wieder eine ausführliche Zusammenstellung von Meinungsäußerungen aus der Reihe unserer Parteiblätter. In der Neuen Zeit" liegt die erste Hälfte einer Kritik von Karl Kautsky vor. Von Kautsky rührt bekanntlich die jezige Faffung des sozialdemokratischen( sogenannten Erfurter) Programms her. Im nachstehenden reproduziren wir den Artikel der„ Neuen Zeit" wörtlich, indem wir nur die kurze Einleitung fortlassen. Sonntag, den 4. August 1895. 12. Jahrg. Sinn. Die Zustände der Arbeiter in Gewerbe 2c. tönnen neuen Programms, die dem Umstande entspringt, daß das darunter nicht gemeint sein, denn davon ist im vorhergehenden Agrarprogramm in das allgemeine Programm eingearbeitet", sein, die Zustände der Unternehmer günstiger zu gestalten, programm ist aber fireng logisch gegliedert, und die„ Ein. die Rede. Aber es kann doch unmöglich unsere Aufgabe d. h. mechanisch in dieses hineingeflickt wurde. Das Parteis Staatshilfe zur Hebung des Profits und der Grundrente zu verarbeitung" fremder Bestandtheile fonnte nicht geschehen, ohne die langen! Also welche Zustände find da gemeint? Und sind die Logit umzuwerfen, auf der es beruht. Zustände in Gewerbe, Handel, Börsenjobberei 2c. im Rahmen Die nächsten Forderungen des Erfurter Programms zerfallen der bestehenden Gesellschaft überhaupt zu verbessern? Können in zwei Theile: erstens Forderungen, die sich auf die gesammte wir die Ueberproduktion abschaffen, die Krisen, die Vernichtung Bevölkerung beziehen, und zweitens besondere Forderungen für der Kleinen durch die Großen 2c.? die Arbeiterklasse. Die Agrarkommission wollte besondere Fordes Der ganze Satz ist offenbar nichts als ein frommer Wunsch, rungen im Interesse der Landbevölkerung aufstellen. Soweit bei dem man sich jedoch nichts Rechtes denken kann, eine leere dieselben den Landarbeiterschutz betrafen, war ihre natürliche Redensart im Munde eines Sozialdemokraten, die den Stempel Stellung in jenem Absatz, der die besonderen Forderungen im des Kompromisses offenkundig auf der Stirne trägt. Interesse der Arbeiterklasse enthält. Diese wurden dort auch Völlig unbegreiflich aber ist uns der Schlußpassus der Ein- sachgemäß eingefügt. schiebung, die Versicherung, daß wir Demokratifirung und Sozial- Aber die Kommission fühlte sich verpflichtet, auch für den reformen im Rahmen der bestehenden Staats- und Bauernschuh etwas zu thun. Für die Forderungen in dieser Gesellschaftsordnung verlangen. Man bedenke: wir Richtung gab es unseres Erachtens nur einen Play; es mußte verlangen" Demokratifirung aller öffentlichen Einrichtungen", wie für den Arbeiterschutz, so auch für den Bauernschutz eine z. B. Wahl der Behörden durch das Volt, also eine höchst demo- besondere Rubrik geschaffen werden. Statt deffen hat fratische Republik im Rahmen der bestehenden preußischen, man die Forderungen zu gunsten der Landwirthschaft" in die mecklenburgischen 2c. Staatsordnung"! Forderungen für die gesammte Bevölkerung eingearbeitet". Den Grund für dieses Verfahren hat die Kommission nicht angegeben, aber das Ergebniß desselben ist klar: die Landwirthschaft ist dadurch in unserem Programm zu einem privilegirten, bevors zugten Beruf geworden, der auf allen Gebieten vor den anderen Berufen etwas voraus haben soll. Das zeigt schon unser§ 7. Nur für die Landwirthschaft werden Musterwirthschaften und Versuchsstationen, sowie„ regelmäßige Unterrichtsturse" verlangt. Warum nicht Musterwerkstätten, Musterfabriken, Mustertheater 2c.? " Der Charakter unserer Bewegung. Der grundsätzliche Theil des Erfurter Programms ist von den Vorschlägen der Agrarfommiffion unberührt geblieben. Dagegen hat diese bereits an dem einleitenden Sah zum zweiten Theil des Programms eine umfassende Aenderung vorgenommen, die charakteristisch ist für das ganze Werk der Kommission und daher näher betrachtet werden soll. Bisher lautete diefer Satz einfach: Ausgehend von diesen Grundsätzen fordert die sozialdemokratische Partei Deutschlands zunächst:" Das erschien der Kommission jedenfalls zu nackt, und so hat fie gewissermaßen eine Quintessenz unserer Forderungen in den Die Kommission hatte da wohl einen anscheinend ähnlichen Satz eingefügt, der nach ihrem Vorschlag lauten soll:" Ausgehend Paffus im Auge, der sich im Gothaer Programm fand, der aber von diesen Grundsätzen fordert die sozialdemokratische Partei Deutsch- in das Erfurter Programm nicht aufgenommen wurde, weil er lands zur Demokratisirung aller öffentlichen Einrich- höchst überflüssig war und irreführend wirken konnte. tungen in Reich, Staat und Gemeinde, für die Hebung Die Forderungen im zweiten Theil unseres Programms der sozialen Lage der arbeitenden Klassen und werden als nächste Forderungen der Sozialdemokratie für die Verbesserung der Zustände in Gewerbe, aufgestellt, b. h. sie ertärt, daß zunächst diese verwirklicht werden Landwirthschaft, Handel und Verkehr, im müssen, ehe sie weiter schreiten kann, und daß die genannten Rahmen der bestehenden Staats- und Gesell- Forderungen, wenn die nöthigen Machtmittel zur Verfügung fchaftsordnung zunächst": stehen, heute schon verwirklicht werden können. Das Wörtchen zunächst" drückt für sich allein diesen Gedanken genügend flar aus, flarer als die Erklärung, die Sozialdemokratie stelle zunächst Forderungen innerhalb der heutigen Gesellschaft", wie es im Gothaer Programm hieß. Welchen Zweck hat diese Einfügung? Kürze ist nothwendige Eigenschaft eines jeden Programms. Das Erfurter Programm ist schon fast zu lang gerathen und darf ohne dringende Nothwendigkeit nicht erweitert werden. Lag eine solche Nothwendigkeit hier vor? Die eingefügten Worte sollen keinen neuen Gedanken in das Programm einführen, sie sollen es nur erläutern, flarer gestalten. Gelingt ihnen das? Die Forderungen, die unsere Partei im zweiten Theil ihres Programms aufstellt, sind ihr nicht eigenthümlich, sondern zum theil mit der bürgerlichen Demokratie, zum theil mit den bürgerlichen Sozialreformern gemein. Was uns von beiden unterscheidet, find nicht einzelne dieser Forderungen, sondern der Gesammt charakter unserer Bewegung. Sie wird gebildet durch den Klassenkampf des revolutionären Proletariats und steht dadurch in direktem Gegensatz zur bürgerlichen Demokratie wie zu den bürgerlichen Sozialreformern. Die bürgerliche Demokratie ignorirt die Klassengegensätze. Im Klaffentampf sieht sie nicht den Hebel der geschichtlichen Entwicklung, sondern die Folge eines bedauerlichen Mißverständnisses, das nur aus der Unwissenheit der Massen entspringt. Das Volk ist ihr, höchstens abgesehen von den obersten Zehn tausend, eine einheitliche Masse mit einheitlichen Interessen. Verschafft man dem Volt die Macht, d. h. demokratifirt man alle öffentlichen Einrichtungen und flärt es über seine wahren Interessen auf, dann ist der soziale Friede hergestellt und der Himmel auf Erden gesichert. Fühlte aber die Kommission trotzdem das Bedürfniß, den aufgegebenen Paffus aus dem Gothaer Programm wieder aus zugraben, dann mußte sie ihn genauer betrachten, ehe sie ihn aufnahm. In diesem Programm heißt es: " " Noch auffallender tritt diese Bevorzugung der Landwirths fchaft in den folgenden Paragraphen zu tage; 3. B. im§ 11: 11. Abfchaffung aller mit dem Grundbesitze verbundenen behördlichen Funktionen und Privilegien( felbständige Gutsbezirke, Borrechte in Vertretungskörperschaften, Patronatsrechte, Fideikommiffe, Steuervorrechte u. s. w.). Entschädigungslose Aufhebung jeglicher Art noch bestehender Erbunterthänigkeit und der aus derselben herstammenden Lasten und Pflichten." Warum nur die Privilegien des Großgrundbesizes „ Die sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands fordert aufheben? Das Eisenacher Programm enthielt die Forderung: innerhalb der heutigen Gesellschaft: ,, Aufhebung aller Vorrechte des Standes, des Besizes, der Ge 1. Möglichste Ausdehnung der politischen Rechte und burt und Konfession." Später hielt man es für überflüssig, diese Freiheiten im Sinne der obigen Forderungen 2c." Forderung besonders aufzustellen, welche die selbstverständliche Von der bestehenden Staatsordnung ist da gar keine Konsequenz unserer Grundsätze ist. Das Gothaer Programm Rede, ebensowenig von Demokratifirung aller öffentlichen Ein- proklamirte in feinem grundsäglichen Theil die Beseitigung aller richtungen. Das ist denn doch etwas ganz anderes, als der sozialen und politischen Ungleichheit", und das Erfurter ProVorschlag der Agrarkommission. Die„ Demokratifirurg aller gramm erklärt, daß die Sozialdemokratie für die Abschaffung der öffentlichen Einrichtungen" innerhalb der bestehenden Staats- Klassen und für gleiche Rechte und Pflichten aller kämpft. Daneben in ordnung" zu verlangen, ist gleichzeitig ein Nonsens und eine Preisgebung des ganzen bisherigen Charakters unserer Bewegung, wie die bürgerliche Presse bereits mit recht herausgefunden hat. So lange wir nicht eines anderen belehrt werden, fönnen wir diesen Satz nur als einen Lapsus betrachten, der allerdings nicht auf allzu sorgfältige Redigirung schließen läßt. Es wäre geradezu eine Beleidigung, anzunehmen, daß es irgend einen Parteigenossen giebt, der im stande wäre, diesen Satz in seinem vollen Wortlaut zu vertreten. Aber selbst wenn wir von dem letteren als einem einfachen Schreibfehler ganz abfehen, bleibt der Eindruck des Einschiebfels der Kommission ein unerfreulicher: es ist überflüssig, unklar und nur geeignet, irre zu führen und das Wesen unserer Bewegung Diese Anschauungen sind heute im Absterben begriffen, die Thatsachen sprechen zu laut gegen sie. Die bürgerliche Demotratie wird theils abgelöst, theils erweitert durch das Sozialreformerthum, jene Richtung, welche die sozialistische Kritit als berechtigt anerkennt und Eingriffe ins Wirthschaftsleben verlangt, zu verwischen. aber nur, um diejenigen mit den bestehenden Verhältnissen zu Agrarprogramm und agrarisches Programm. versöhnen, die am meisten darunter leiden. Sie vergißt dabei, Denselben Charakter wie die Einleitung zeigen die einzelnen For daß es unmöglich ist, die bestehenden Klassengegensätze zu verderungen, welche die Kommission aufgestellt hat. Das beweist ringern, geschweige aufzuheben, ohne die heutige Gesellschaft in uns gleich der erste der verbesserten" Paragraphen, der§ 7, obs ihren Grundfesten anzutasten. wohl er der harmloseste von allen ist. Die Kommission schlägt folgende Fassung vor: einem besonderen Paragraphen noch für die Bauern die Beseitigung einiger Vorrechte des preußischen und mecklenburgischen Großgrundbesitzes verlangen, heißt denn doch, um der Bauern willen unser Programm auf ein gar zu tiefes Niveau kleinlicher Detailfrämerei herabdrücken. Auch in den folgenden Paragraphen tritt die Privilegirung der Landwirthschaft deutlich hervor, so im§ 17, der die staatliche Hilfeleistung bei Nothständen infolge verheerender Naturereignisse" fordert. Wozu die Einschränkung durch die letzten Worte? Warum nicht staatliche Hilfeleistung bei Mothständen überhaupt? Warum nur bei Nothstand aus Mißwachs, Hagelschlag, Wiehseuche, Ueberschwemmung, und nicht auch bei Nothstand infolge von Ueberproduktion, von Handelsfrisen, von Zollfriegen 2c.? Sollen wir wirklich vom Staat für den Grundbesitzer mehr als für den Prole tarier verlangen?! Noch auf einen Paragraphen sei hier hingewiesen, den § 14: ,, 14. Staatskredit an Genossenschaften, die alle Betheiligten umfassen, oder an einzelne Gemeinden für Feldbereinigung, Boden- Meliorationen aller Art, Entwässerung und Bewässerung. Uebernahme der Kosten für Bau- und Instandhaltung der öffentlichen Verkehrsmittel( Bahnen, Straßen, Wege, Wasserläufe), sowie für Deiche und Dämme auf den Staat oder das Reich." Auf die Forderung des Staatskredits für Genossenschaften fommen wir noch in anderem Zusammenhang zurück. Hier nur folgende Bemerkung: entweder hält man die Forderung des Staatskredits an Genossenschaften für ersprießlich oder nicht. Nicht selten haben Demokraten den Wunsch ausgesprochen, Er lautete bisher: die Sozialdemokratie möge ihren Klassencharatter wenigstens 7. Weltlichkeit der Schule. Obligatorischer Besuch der einstweilen fahren lassen und sich mit der bürgerlichen Demo- öffentlichen Volksschulen. Unentgeltlichkeit des Unterrichts, der fratie zur Erringung demokratischer Einrichtungen vereinigen. Lehrmittel und der Verpflegung in den öffentlichen Volksschulen, Auf der anderen Seite haben Sozialreformer den Wunsch aus- sowie in den höheren Bildungsanstalten für diejenigen Schüler gesprochen, die Sozialdemokratie möge ihren revolutionären und Schülerinnen, die kraft ihrer Fähigkeiten zur weiteren AusCharakter zurücktreten laffen und mit den Sozialreformern bildung geeignet erachtet werden." zusammen auf die Durchführung sozialer Reformen hinarbeiten. Warum sich wegen grauer Theorien über die Zukunft 7. Weltlichkeit der Schule. Obligatorischer Besuch der Wenn nicht, ist ihre Aufstellung Bauernfang. Da diese Anentzweien, erklären sie, praktisch wollt Ihr doch dasselbe wie wir, öffentlichen Volts- und Fortbildungsschulen. Ernahme ausgeschlossen, bleibt nur die erstere übrig. Warum aber die Demokratifirung aller öffentlichen Einrichtungen und die Verrichtung ausreichender gewerblicher und land dann Staatskredit nur für landwirthschaftliche Genossenbesserung der bestehenden Zustände im Rahmen der heutigen wirthschaftlicher Fachschulen, Musterwirthschaften? Warum diese Privilegirung der Landwirthschaft? Gesellschaft. schaften und Versuchsstationen; Abhaltung Auch die in diesem Paragraphen folgende Forderung der Die Antwort darauf giebt der grundsätzliche Theil unseres regelmäßiger landwirthschaftlicher Unter Uebernahme der Kosten der Wege, Wasserläufe, Deiche und Dämme Parteiprogramms. Dieser erklärt, daß die Zustände in der richtskurse. Unentgeltlichkeit des Unterrichts, der Lehrmittel durch den Staat bedeutet nichts anderes. Jst etwa der Schutz heutigen Gesellschaft für die Masse der Bevölkerung immer un- und der Verpflegung in allen öffentlichen Unter- des Grundbesitzes vor Ueberschwemmungen wichtiger, als der erträglicher werden, daß das Elend, der Druck, die Ausbeutung richtsanstalten, auch in den höheren Bildungsanstalten Schuß der Gesammtbevölkerung vor Seuchen? Warum dem Staat unaufhaltsam wachsen, daß nur der völlige Umsturz der heutigen für diejenigen Schüler und Schülerinnen, die kraft ihrer Fähigs nur die Verpflichtung zuschieben, für Deiche und Dämme, Wege Produktionsweise wieder erträgliche Zustände schaffen kann, daß feiten zur weiteren Ausbildung geeignet erachtet werden." und Wasserläufe zu sorgen und nicht auch für Trinkwasserleitungen aber dieser Umfturz das Werk teiner anderen Klasse sein kann, Der Unterschied zwischen beiden Fassungen scheint ein uns und Erbauung hygienischer Arbeiterquartiere? als des Proletariats. Von diesem Standpunkte aus stellen wir bedeutender zu sein ein paar Schulen mehr oder weniger unsere nächsten Forderungen: wir verlangen Ein- und doch ist er ein fundamentaler. Auch hier wie beim einrichtungen, die den Klaffentampf des Pro- leitenden Satz zeigt sich das Besireben, die der Demokratie und letariats wirksamer gestalten und seine re- der Sozialreformerei verwandte Seite hervorzukehren. volutionäre Kraft heben. Das ist die Quintessenz des In unserem Programm wird die Verbesserung des Schulzweiten Theils unseres Programms, dadurch unterscheiden wir wesens verlangt vom Standpunkte des Klassenkampfes. Je wurde diese Forderung aufgestellt als Mittel die heutige uns wesentlich von der Demokratie und den Sozialreformern. intelligenter, je höher gebildet der Proletarier, ein desto besserer Hielt man es für nothwendig, unsere nächsten Forderungen zu Kämpfer ist er, desto geeigneter die Herrschaft in Staat und charakterisiren, so mußte diese Seite derselben hervorgehoben Gesellschaft anzutreten. Daher das Verlangen, die Bildung dem Volte möglichst zugänglich zu machen. Was thut dagegen der Vorschlag der Agrarkommission? Der liberale Sozialreformer preist auch die Bildung an, aber Er löscht die Eigenart unserer Partei völlig aus; er hebt nicht nicht als Mittel des Klassenkampfes, sondern als Mittel für den hervor, was uns von Demokraten und Sozialreformern trennt, einzelnen, seinen Privatvortheil besser zu wahren, bessere Geschäfte sondern was uns mit ihnen gemein ist, und erregt dadurch den in der heutigen Gesellschaft zu machen, von unten nach oben, aus Eindruck, als wäre die Sozialdemokratie nur eine Art demokra- der Klasse der Ausgebeuteten in die Klasse der Ausbeuter aufzus tischer Reformpartei. Wenn wir politische Freiheiten und Rechte steigen. Die Forderungen, welche die Agrarfommission im§7 verlangen, so thun wir dies, nach der Agrarkommission, nicht, den bisherigen Forderungen hinzugefügt, entsprechen sehr diefem um den Boden zu schaffen, auf dem das Proletariat fich orga- Gedankengang. Fachschulen, landwirthschaftliche Unterrichtsturse, nisiren und den Staat erobern kann, sondern zur Demokrati- Musterwirthschaften, Versuchsstationen das alles sind nicht die firung aller öffentlichen Einrichtungen"; und wenn wir soziale Mittel, bie allgemeine Intelligenz der Bevölkerung zu steigern Reformen verlangen, so thun wir dies nicht, um das Proletariat und sie kampffähiger zu machen, sondern einem Theil derselben tampffähiger zu machen, sondern um die„ bestehenden Zustände zu ein besseres Fortfommen zu ermöglichen. verbessern"! werden. Der§ 14 ist aber auch wieder charakteristisch für die Verwischung des revolutionären Charakters unserer Bewegung, die das ganze Agrarprogramm tennzeichnet. Die Forderung der Staatshilfe für Genossenschaften, die es enthält, findet sich schon im Gothaer Programm. Aber dort Gesellschaft umzuwälzen:„ Die sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands fordert, um die Löfung der sozialen Frage anzubahnen, die Errichtung von sozialistischen Produktivgenossenschaften mit Staatshilfe unter der demokratischen Kontrolle des arbeitenden Boltes. Die Produktivgenossenschaften sind für Industrie und Ackerbau in solchem Umfange ins Leben zu rufen, daß aus ihnen die sozialistische Organisation der Gesammtarbeit ents steht." Davon ist in dem Vorschlag der Agrarkommission feine Rede. Sie fordert Staatskredit an Genossenschaften für„ Feldbereinigung, Bodenmeliorationen aller Art, Entwässerung und Bewässerung", d. h. sie fordert Staatskredit für Genossenschaften zu dem einzigen Zweck, den Werth des Grunds besiges zu erhöhen. Ein merkwürdiges sozialdemokratisches Programm! Allerdings soll der Staatskredit nur solchen GenossenMan mißverstehe uns nicht. Wir erklären nicht etwa diese schaften gewährt werden, die alle Betheiligten umfassen". Aber Die Sozialdemokratie erklärt im grundsäglichen Theil ihres Einrichtungen für nutzlos oder gar schädlich; wir behaupten auch wer gehört zu den Betheiligten? Nehmen wir an, einige GroßProgramms, daß es unmöglich ist, in der heutigen Gesellschaft nicht, daß unsere Partei nicht die Aufgabe hat, sich darum zu grundbesitzer bilden eine Genossenschaft, um einen Sumpf zu die soziale Lage der Arbeiterschaft zu heben. Einzelne ihrer fümmern. Wir müssen uns um alles fümmern, feine wichtige entwässern, der sich durch ihr Gebiet zieht. Umfaßt dieselbe Schichten mögen zu einer absolut höheren Lebenshaltung ge- Frage in Staat und Gesellschaft darf uns gleichgiltig laffen, aber alle Betheiligten", wenn fie alle Grundbesizer enthält, langen, relativ, im Verhältniß zu ihren Ausbeutern, muß in unser Parteiprogramm gehören nur jene nächsten Forderungen, die von dieser Melioration berührt werden, oder hat die Geihre Lage sich verschlechtern. Im zweiten Theil unseres Pro- die mit Nothwendigkeit aus dem Charakter unserer Partei nossenschaft neben jenen auch alle Lohnarbeiter in sich aufamms dagegen sollen wir nach dem Vorschlage der Kommission hervorgehen. Unser Programm hat doch nicht ein Sammelsurium zunehmen, die bei der Arbeit beschäftigt werden, oder gelten nur die es als unsere Aufgabe erklären, zunächst die soziale Lage der der verschiedensten frommen Wünsche zu bilden, die Ginem letzteren als„ Betheiligte"? Sollen die Grundbesitzer eigene Gearbeitenden Klassen zu heben. gerade einfallen Was fönnte man da nicht alles in den§ 7 nossenschaften bilden, die Lohnarbeiter beschäftigen, oder sollen Bur größeren Klarstellung unseres Programms tragen der hineinbringen! Könnten da nicht auch staatliche Förderung von dieſe eigene Genossenschaften bilden, die für die Grundbesitzer Hinweis auf die Demokratisirung der öffentlichen Einrichtungen Boltstheatern, Volfskonzerten, Volksausstellungen, Volts- Biblio- Arbeiten übernehmen, oder sollen Unternehmer und Arbeiter in und auf die„ Hebung der sozialen Lage der arbeitenden theken, Voltsuniversitäten darin Platz finden, und mit mehr Recht traulichem Verein zu Genossenschaften zusammentreten? Klassen" sicher nichts bei. Gie sind eher geeignet, irre zu als Musterwirthschaften und Versuchsstationen? Denn erstere Soll die Forderung einen Sinn haben, dann darf man unter führen. wären doch bestimmt, der intellektuellen Hebung der ganzen Be- den Betheiligten" offenbar nur die Grundbesitzer verstehen. Der Was soll man aber erst dazu sagen, daß es als unsere Auf- völkerung zu dienen, letztere dienen nur den geschäftlichen Inter-§ 14 besagt daher nichts anderes, als Staatskredit an die Grundgabe hingestellt wird, die Zustände in Gewerbe, Landwirth- essen einer einzelnen Klasse. Und welcher! besizer große wie kleine, irgend ein Unterschied wird da nicht schaft, Handel und Berkehr zu verbessern"? Dunkel ist der Nedel Hier stoßen wir auf eine weitere Eigenthümlichkeit des gemacht zur Verbesserung ihrer Güter. Die einzige Vor= " " Bedingung ist, daß sie sich zu Genossenschaften zusammenthun. I Staat oder die Regierung? Wonach hat sich nun diese lettere als das Ergebniß des praktischen Lebens zu betrachten. Sie Diese sozialdemokratische" Forderung können sich die Kanige zu richten? haben mit diesem nichts zu thun. Sie sind einfach am grünen ruhig gefallen lassen. Wir haben da nicht mehr ein sozialdemo- Wie steht es aber thatsächlich mit all diesen Möglichkeiten? Tisch und in der Stube des bürgerlichen Gelehrten ausgeheckt fratisches Agrarprogramm vor uns, sondern ein agrarisches Pro- Unter der Staatsregie, die sich kaum rentiren würde, würden worden. Sie sind deshalb bodenlos, utopisch. Aber, freilich, gramm; nicht ein Programm, das den Klassenkampf zwischen die Landarbeiter ebenso ausgebeutet werden, als sonstwo und es giebt Utopien verschiedener Art, und diese gehört nicht zu Besigenden und Besitzlofen auf das Land überträgt, sondern wie es jetzt schon in den industriellen Staatsbetrieben der Fall denjenigen, die mit mächtigem Adlerschwung sich bis zu den ein Programm, das darauf hinausläuft, den Klassenkampf des ist. Was unter der Bewirthschaftung der Gemeindeländereien Wolken erheben, sondern zu jenen, die, wie eine zahme Gans, Proletariats den Interessen des Grundbesizes dienstbar zu machen. auf eigene Rechnung der Gemeinden" zu verstehen sei, ist etwas traftlos über den Hof und Misthaufen herumflattern. Daß dies nicht die Absicht der Agrarkommission sein konnte, dunkel. Entweder handelt es sich um einen Lohnarbeiterbetrieb, Man hat sich nun, um die vom Agrarprogramm in Angriff ist klar. Aber wir haben hier nicht zu untersuchen, welches ihre wie beim Staat, oder um einen Genossenschaftsbetrieb. Die genommene Verbesserung des Zustandes in der LandwirthAbsichten gewesen sein mögen, sondern zu welchen Konsequenzen Ländlichen Produttivgenossenschaften nun haben eine noch ge- fchaft" zu rechtfertigen, darauf berufen, daß wir ja auch die ihre Vorschläge führen müssen. ringere Griftensmöglichkeit bezw. sind noch eher dem Schicksal Lage der Arbeiterklasse innerhalb der fapitalistischen Gesellschaft unterworfen, tapitalistisch auszuarten, als die industriellen. Denn zu verbessern suchen und das als sozial- revolutionär betrachten. Der„ Sozialdemokrat" schreibt in seiner letzten Nummer: durch Vereinigung von proletarischen Landarbeitern und von Dieser Analogieschluß ist, so allgemein gefaßt, falsch, weil er Die Stellung der Parteipreffe zum Entwurf eines Bauern bringen sie von vornherein wirthschaftliche Ungleichheit, nicht die Verschiedenheit der ökonomischen Verhältnisse berückAgrarprogramms läßt sich jetzt im großen und ganzen Unterschiede und Gegensätze in das innere Gefüge der Genoffen sichtigt. übersehen. Sie ist überwiegend eine ablehnende und die Abschaft hinein. Der bäuerliche Selbstbewirthschafter" vollends Diese ökonomische Verschiedenheit drückt sich politisch folgenderTehnung nimmt von Tag zu Tag an Schärfe zu. In weiteren würde als Pächter der Staatsdomäne ebenso und vielleicht noch maßen aus: der Lohnarbeiter fämpft gegen das Kapital, weil Parteitreisen ist erklärlicherweise das Bedürfniß nach einer diplos schneller seinem Ruin entgegengehen, wie jezt als Eigenthümer er aufhören will, Lohnarbeiter zu sein- der Bauer aber matifirenden Bauernpolitik noch geringer; es läßt sich daher einer Barzelle. rebellirt gegen die kapitalistische Produktion, weil sie ihm die voraussehen, daß in den kommenden Versammlungen der Ge. Wenn man Forderungen in ein politisches Programm auf- Möglichkeit raubt, Bauer zu bleiben. Darum ist er stets bereit, noffen die Begeisterung für die neuen Einschiebsel unter den nimmt, so muß man den Muth haben, ihre Konsequenzen zu sich mit dieser zu versöhnen, wenn der Druck nachläßt. Nullpunkt finken wird. ziehen. Wenn man z. B. die landwirthschaftlichen Genossenschaften Dazu kommt, daß, weil der Bauer Privateigenthümer und Wir haben in der Beilage die Preßstimmen gesammelt über dadurch unterstützen will, daß man den Staat verpflichtet, seine Waarenproduzent ist, man ihn als solchen nur schüßen kann, die Forderungen: der Verstaatlichung der Grundschulden, der Domänen an sie zu verpachten, so ist es nur folgerichtig, ver- indem man zugleich das Privateigenthum und die WaarenAusdehnung und Bewirthschaftung des öffentlichen Grund und steht sich eigentlich von selbst, daß der Staat diesen Genossen- produktion unterstützt. Aus der Hypotheken- Verstaatlichung, aus Bodens, der Aufhebung der Grundsteuer. Der letzte schaften auch bei der Betriebseinrichtung Hilfe leisten sollte. der Verstaatlichung der Vermögensversicherung würden der Punkt ist in der Parteipresse am meisten vernachlässigt worden, Also Staatskredit an Genossenschaften, die die Staatsdomänen Großgrundbesitzer, der Fabrikant und der große Kaufmann in obwohl er für den neuen agrarischen Kurs vielleicht der be- pachten. Und warum dann nicht Staatskredit an landwirth- gleicher Weise Vortheil ziehen, wie der Bauer. Dagegen um zeichnendste ist. Wir behandeln ihn daher heute an dieser Stelle. schaftliche Genossenschaften überhaupt? Und dann hätten wir fofort eine Parallele zu ziehen, betrifft die gesetzliche Bes Wir blätterten dieser Tage in alten agrarischen Heften wieder den längst außer Gebrauch gesetzten Lassalle'schen Vor- fchränkung der Arbeitszeit die Fabrikanten, Großtaufleute und meist sind sie besser wie die angepriesenen neuen. Da fiel uns schlag, ins Landwirthschaftliche übersetzt und vor dieser Konsequenz Hauseigenthümer nicht. Nichts zeigt flarer, als das, den Unterdas Programm des Grafen Arco- 3inneberg wieder in die ihrer eigenen Vorausseßung trat die Kommission selbst erschrocken schied zwischen Bauernschuß und Arbeiterschuß. Dasselbe Ver Hand. Es ist ein bayerisches Bauernprogramm vom reinsten zurück. hältniß bedingt es, daß der Schutz des Bauernthums zum Mittel Wasser; hat es doch 1883 Herr Dr. Rahinger selber mit Wenn die Sozialdemokratie bis jetzt für etwas eingetreten der fapitalistischen Ausbeutung wird, wie wir bei der Hypoeinem Kommentar herausgegeben. Der Herr Graf hinterließ es ist, so that sie es in vollem Umfange und bis auf die äußersten thekenverstaatlichung nachgewiesen haben. Das gleiche gilt von als Testament dem Bauernverein in Tuntenhausen, und was Konsequenzen. Aber halbe Maßregeln fordert die Agrar- Rom- fast allen Verstaatlichungen in der kapitalistischen Gesellschaft. nur die Tuntenhausener wünschen können, steht darin: Auf- mission, Biertelmaßregeln, Maßregeln, denen ihre Schärfe und Und die Vermehrung des öffentlichen Grundeigenthums" würde hebung der Privatverschuldung, Verstaatlichung der Versicherung ihr Inhalt genommen worden ist, bis auf einen winzigen Rest, zweifellos dem verschuldeten Agrarierthum willkommene Geund ähnliches mehr. Aber in Punkt 12 behält der Agrar- der nun weder brennt, noch fühlt. legenheit geben, profitable Geschäfte mit dem Staat zu machen. aristokrat doch etwas Rückgrat: Die Grundsteuer ist beizubeSo wird der Schutz des Bauernthums zum Schutz des Kapitals. halten", fordert er; und sein Testamentsvollstrecker gewiß Währenddem also das Agrarprogramm im allgemeinen sich schon damals ein nicht zu verachtender Bauerndemagog schrieb in Widerspruch zu dem revolutionären Charakter der Arbeiterhinzu:„ Daß Staat, Gemeinde, Kirche von der heimathlichen Erde bewegung setzt, begeht es noch andererseits im besonderen auch einen Betrag in Anspruch nehmen, ist naheliegend. Niemand( also den entgegengesetzten Fehler, unser Verhalten der Arbeiterauch der Bauer von Tuntenhausen nicht) kann darin etwas tlaffe gegenüber schablonenmäßig auf das Bauernthum zu Befremdendes oder gar Unbilliges erblicken. Wenn dennoch übertragen. heute die Forderung nach Beseitigung der Grundsteuer gestellt wird und in den weitesten Kreisen Zustimmung findet, so beweist dies nur, bis zu welchem Grade der Verkehrt heit und unwahrheit unsere öffentlichen Zustände gediehen sind." " Das war 1882! Wie weit haben wir es glücklich 1895 gebracht! Nicht blos der reaktionäre Bauerndemagog verlangt die Aufhebung der Grundsteuer; der sozialdemokratische Arbeiterführer bringt sie ihm huldigend auf dem Präsentirteller entgegen! Haben wir irgend einen Anlaß zu dieser Rapitulation? In einigen Parteiblättern finden wir die Meinung vertreten, zur Aufhebung der Grundsteuer seien wir in der That verpflichtet burch Punkt 10 unseres alten Programms: Stufenweis steigende Einkommen- und Vermögenssteuer. zur Bestreitung aller öffentlichen Ausgaben, soweit diese durch Steuern zu decken sind. Wir veröffentlichen heute aus Parvus' Feder die Schluß betrachtung: Das vorgeschlagene Agrarprogramm würde vor allem bedeutenden indirekten Schaden der Partei zufügen. Wir haben vorausgefchickt und dann im einzelnen nachgewiesen, daß durch die Stellung, die das Agrarprogramm der Landagitation gegenüber einnimmt, logischerweise auch unfere allgemeine Stellung nahme zu den verschiedenen Schichten der kapitalistischen Gesellschaft wird geändert werden müssen. Und das würde einen Bruch mit der bis jetzt eingeschlagenen, im Stampf bewährten und im Wesen des proletarischen Klassenkampfes begründeten fozialrevolutionären Taktik der Partei bedeuten. Eine Anzahl Forderungen des Agrarprogramms hat auch von vornherein eine über die Landwirthschaft weit hinaus gehende Tragweite. So die Verstaatlichung der Mobilienund Immobilien- Versicherung" und auch die Verstaatlichung der Hypotheken. " Wir können den Bauer innerhalb der fapitalistischen Gesellschaft nur dort schüßen, wo er aufhört, Bauer zu sein, d. h. nicht als Privateigenthümer und Waarenproduzent, sondern als Bürger und Steuerzahler. Das ist auch das Gebiet, auf dem fich das Bauernthum mit der Arbeiterklasse begegnet, folglich mit der Sozialdemokratie. Nicht die Kommission trifft die Schuld an diesem Agrarprogramm. Denn auf dem Wege, den sie betreten hat, konnte sie nichts besseres zu stande bringen. Das Agrarprogramm besie nichts besseres zu stande bringen. Das Agrarprogramm bedeutet vielmehr ein entschiedenes Fiasto jener gesammten Richtung innerhalb der Partei, die glaubt, das Bauernthum dadurch für die Sozialdemokratie erobern zu können, daß sie es Programms so wenig entschieden und so unbestimmt sind, ist fünstlich konservirt. Und daß die„ positiven" Forderungen des sogar als gesunde Reaktion gegen diese Richtung zu betrachten. Daß sie nichts Schlimmeres schuf, das rechnen wir der Kommission zum Verdienst an. Dieses Programm ist unannehmbar. würde die Kommission am besten thun, es zurückzuziehen, zumal sie feineswegs daran gebunden ist, ein Programm zu diesem Parteitag zu liefern. Darum Unterstützt man das Bauernthum durch Versicherungen, Verstaatlichung u. dergl. m. in seinem Konkurrenzkampf gegen das Denn die Sozialdemokratie ist eine Arbeiterpartei und feine Kapital, so ist nicht abzusehen, warum man nicht auch in bezug Bolkspartei in dem Sinne einer einheitlichen Vertretung der auf das Handwerk und den Kleinhandel ähnlich verfahren sollte? Interessen des gesammten arbeitenden Volkes. Aus dem einUnd wenn man die landwirthschaftlichen Produktivgen offen- fachen Grunde nicht, weil es in diesem Entwickelungsstadium der schaften dadurch begünstigt, daß man den Staat zwingt, ihnen tapitalistischen Gesellschaft eine solche Einheitlichkeit der Juterseine Ländereien zu verpachten, warum soll man dann nicht auch essen gar nicht giebt. An diesem Widerspruch geht die bürgerdie industriellen Produktivgenossenschaften unterstützen, etwa durch liche Demokratie zu grunde. Weil sie alle unter einen Hut Gewährung von Staatskredit bringen will, laufen ihr alle auseinander. Die Sozialdemokratie aber beruht auf der geschichtlichen Erkenntniß, daß erst das klassenbewußte Proletariat eine soziale Revolution, deren Anfang, nicht Ende, die Vergesellschaftlichung Aber ist die Grundsteuer eine Steuer im gewöhnlichen Sinn? der Produktionsmittel ist, zu vollbringen hat, damit die ökono Selbst unsere vulgärsten Finanzleitfäden räumen ihr eine mische Solidarität des arbeitenden Volkes zustande komme. Ihre Ausnahmestellung ein; wenn in ihnen vielfach über die an sich Aber das Agrarprogramm würde auch keinen direkten Nugen erste Aufgabe ist deshalb die soziale Revolution, die Klasse, sehr flare Frage. Untlarheit herrscht, so ist das unferes Grachtens bringen. Was wir an ihm am meisten auszusehen haben, ist die sie vertritt das Proletariat, und nur als Verbündete des nur ein Beweis, bis zu welchem Grade auch die vermeintlich nicht, daß es zu praktisch, sondern daß es durchaus un Proletariats unter dessen sozialrevolutionärer Führung organisirt objektive Wissenschaft von dem interesfirten Geschrei einflußreicher praktisch ist. Und es ist unpraktisch, weil es zu wenig fozial- fie die übrigen Schichten des Voltes. Besitzschichten beeinflußt wird. Nehmen wir zum Erempel die revolutionär ist. So tennzeichnet sich also das vorgeschlagene Agrarprogramm: Steuer, wie fie im Staate Preußen seit 1861 besteht. Sie wurde Selbst wenn es gelungen wäre, auf dem von dem AgrarEs würde eine Bresche legen in die sozialrevolutionäre auf einen festen Betrag fontingentirt"; jedes Grundstück, jeder programm betretenen Wege die Lage des Bauernthums zu ver- Taktik der Partei, ohne daß nur die geringste Aussicht vorhanden Es würde höchstens der Acker zahlte seit 1861 eine feste Abgabe an den Staat. War beffern, was würde die Folge sein? das zuletzt eine jährlich wiederkehrende Einkommensschmälerung ökonomische Zustand erreicht werden, in dem sich das deutsche praktisch, utopisch und zum theil schablonenmäßig zugeschnitten. wäre, auf diese Weise das Bauernthum zu gewinnen. Es ist undes Besitzers gegenüber den Unternehmern der Industrie, eine Bauernthum etwa vor einem Vierteljahrhundert befand, wo es Dabei ist es in seinen Forderungen fleinlich, zaghaft und unungerechte Doppelbesteuerung neben der allgemeinen Einkommen noch weniger verschuldet, sein Besitz weniger zersplittert und die bestimmt. Es raubt der Partei in hohem Grade die Widerstands= und jetzt auch Vermögenssteuer, wie die Agrarier behaupten? Weltmarkts- Konkurrenz weniger entwickelt war. Dann würde in bestimmt. Es raubt der Partei in hohem Grade die WiderstandsKeinesfalls. Von dem Stande der Dinge vor drei bis vier ihm wieder der alte zähe Glaube erwachen, auf dem Boden des traft gegenüber den feindlichen Angriffen und seht sie noch obenJahrzehnten sehen wir ab. Unterdeß haben alle Güter, sei es Privateigenthums innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft ein drein dem Hohn und Spott der Feinde aus. im Grbgang, sei es durch Verkauf, die Besitzer gewechselt. ruhiges und gesichertes Dasein führen zu können. Dann hätten Bei jeder Erb- und Kaufschäßung wurde natürlich der wir wieder den dicken, antikollektivistischen Bauernschädel" vor Ertrag des Grundstückes um den festen Betrag der Grund- uns, der undurchdringlich ist. Und mit der Anhänglichkeit an den steuer niedriger angefekt, z. B. auf 4500 ftatt 5000 m., wenn Privatbesitz würde auch Anhänglichkeit des Bauern zum herrschen Die Grundsteuer- ,, Reallast" auf 500 m. gesetzlich festgelegt war. den Staat entfacht werden, da es ja dieser wäre, durch dessen Der Erbe zahlte entsprechend weniger Erbgelder, der Käufer Hilfe die Verbesserung seines Zustandes erreicht wäre. Der neue Besizer einen entsprechend niedrigeren Kaufpreis. Aber es kann die Aufgabe der Sozialdemokratie als prole: Aber es kann die Aufgabe der Sozialdemokratie als prole stand demach mit tarischer Partei nicht sein, das Bauernthum mit dem Privataußer er hatte nicht rechnen können Grundsteuer genau so da in seinem Einkommen wie sonst ohne eigenthum und dem kapitalistischen Staat zu versöhnen, sondern Reallast; ohne Grundsteuer hätte er nur entsprechend die Aufgabe kann nur die sein, das Bauernthum in den Kampf mehr Zinsen für die höhere Uebernahmesumme gegen das Privateigenthum an den Produktionsmitteln und den an feinen Vorbefizer zahlen müssen. Die Anhänger von George fapitalistischen Staat zu führen. und Flürscheim haben daher in gewissem Sinne recht, wenn sie Wie oft wurde gefagt, der Antisemitismus berette das platte die Grundsteuer als einen staatlichen Mitbesig am Land für die Sozialdemokratie vor? Und nun gehen wir aus, Grund und Boden bezeichnen; würde diese Steuer nicht um dem Antisemitismus das platte Land abzuringen. Zu diesem an ben Staat als Mitbefizer( gleichsam als Juhaber wede das Agrarprogramm. Und was bringt es dem Landvolk? ersten Hypothet, die gleich ist der kapitalisirten Dekonomisch genau das gleiche, wie der Antisemitismus, nur in Steuer) fließen, dann würde sie in Zinsform den privaten verdünnter Form! Gläubigern und Vorbesitzern zuströmen, deren hypothekarisch Die Kardinalforderung unseres profeftirten Agrarprogramms, eingetragene Guthaben ceteris paribus um die fapitalisirte die Verstaatlichung der Hypotheken, ist auch im Programm der Steuer gewachsen wären. Die Aufhebung der Grundsteuer heißt antisemitischen Deutschsozialen Partei enthalten. Nur fordert also Aufhebung des letzten Mitbesitzrechtes des Staate es an diefe dabei noch eine wirksame Wuchergesetzgebung". In einem Grund und Boden, heißt Ueberführung dieses legten Grund- antisemitischen Wahlprogramm zu den 93er Wahlen wurde werththeiles in die private Verfügung der Vorbesitzer und außerdem gefordert:" Festsetzung eines egetutionsfreien Gläubiger oder der augenblicklichen Inhaber. Das ist sozialistisch! Mindestvermögens und Mindesteinkommens", während das uns Freilich würden die Bauern und Landlords über das ganze un- vorgeschlagene Agrarprogramm demgegenüber nur das Vorkaufsmotivirte Gefchent schmunzeln, schließlich jedoch würden die recht der Gemeinden bei Zwangsverkäufen aufzuweisen hat. Arbeiter als Steuerpflichtige den Ausfall decken müssen! Das ist Die Verstaatlichung der Feuer- 2c. Versicherung ist wiederum bei den Deutschsozialen zu finden. Und wenn das AgrarAm Schluß der Artikelferie des ,, Hamburger Echo" heißt es: Vertretung der Arbeiterinteressen! Wir wären somit am Ende unferer Betrachtungen und hätten programm die Uebernahme der Kosten für Bau und Instand haltung der öffentlichen Verkehrsmittel( Bahnen, Straßen, Wege, nur noch die schon berührte Frage zu erörtern, ob aus der aus Wafferläufe) sowie für Deiche und Dämme auf den Staat oder einzelnen Forderungen sich ergebenden Zuweisung von sehr unterdas Reich" fordert, so fordern diese schlechtweg:" Möglichste schiedlichen sozialen Funktionen an den Staat, für diesen eine Machterweiterung erwachsen tönnte, die der Entwickelung im Verstaatlichung aller öffentlichen Verkehrsmittel". Welche Veranlassung hätte denn der antisemitische Bauer, freiheitlichen Sinne Gefahr zu bringen geeiguet wäre. Wir auf grund dieses Agrarprogramms zur Sozialdemokratie über- befürchten das nicht. Als die Vorschläge bekannt wurden, ist Den drei Schlußartifeln, die Parvus in der ,, Leipziger zutreten? Und der Bauer, der zwischen Antisemitismus und ihnen vereinzelt in der Parteipreffe sofort das Wort„ StaatsVolkszeitung" veröffentlicht, entnehmen wir das folgende: Sozialdemokratie zu wählen hätte, würde sicher den ersteren sozialismus" entgegengerufen worden. Und dieses Wort hat ja Der große Haufen der übrigen Forderungen des Agrarwählen, weil diefer auch politisch, religiös und überhaupt fulturell in Parteifreifen feinen besonders guten Ruf. Es ist hier aber auch durchaus falsch angewendet, wenn man und das ist programms muß zunächst summarisch seinem Geist nach sich seiner eigenen Auffassung anpaßt. Aber mit diesen alten Ladenhütern der bürgerlichen Parteien unseres Grachtens das entscheidende im Staatssozialismus" charakterisirt werden, denn im einzelnen geht er unter den Fingern auseinander. lockt man überhaupt keinen Hund mehr hinter dem Ofen vor. nothwendig die Wahrung des fiskalischen Interesses als treibenDiefer Geift aber ist der Geist, der alles Entschiedene und Daß der Bauer an diese Reformarbeit feinen rechten Glauben des Motiv des Eingriffs in die ökonomischen Verhältnisse vorausEntscheidende vermeidet. mehr hat, daß er durch die ökonomische Entwickelung in eine sehen muß. Der demokratische Staat wird vermuthlich nicht auf einmal Man urtheile felbft.§ 13 z. B. lautet: Bewirthschaftung immer schärfere Opposition zu der kapitalistischen Produktion und der Staats- und Gemeindeländereien auf eigene Rechnung, sum fapitalistischen Staat gedrängt wird, das ist es ja eben, was fertig in die Welt treten, wie Pallas aus dem Haupte des Zeus, oder Verpachtung an Genossenschaften von Land- ihn in der letzten Zeit der sozialdemokratischen Agitation mehr sondern sich in tonfequenter Weiterentwickelung ausgestalten. Die sozialen Funktionen des Staates drängen sich ihm aber schon in arbeitern und Kleinbauern oder, soweit sich beides nicht zugänglich gemacht hat. als rationell erweist, Verpachtung an Selbstbewirth Das Agrarprogramm ist deshalb nicht einmal der Ausdruck der Gegenwart mit aller Macht auf; wenn auch widerwillig. schafter unter Aufsicht des Staates oder der Gemeinde." der Augenblickswünsche des Bauernthums und könnte darum sieht er sich gezwungen zu sozialen Maßnahmen, die früber als Und je Was will nun die Kommission? Auf welchem Standpunkte nicht einmal einen Augenblickserfolg haben. Die Vermehrung des völlig außer seinem Bereich liegend erachtet wurden. steht sie? Was hält sie für richtig? Staatsregie und Gemeinde- öffentlichen Grundeigenthums, die vielerlei Verstaatlichungen, mehr sich die kapitalistische Gesellschaft ihrem Zusammenbruch betrieb, was zwei sehr verschiedene Dinge sind, Genossenschaften, ausgenommen etwa die Sypotheken, Feldbereinigung, das alles nähert, je stärker auch die besitzenden Klassen wenn auch bäuerliche Selbstbewirthschafter"( wie wir foeben im Vor- läßt den Bauer äußerst fühl. Der Bauer selbst wird vorerst nur der schwächere Theil derselben in Mitleidenschaft wärts" lesen, soll das letztere nur in ganz bestimmten Ausnahme- durch die Macht der Verhältnisse mehr sozial- revolutionär, als gezogen werden, desto umfassender wird der Staat belfend und fällen geschehen), das bleibt ihr gleich. Geht's nicht so, dann es das Programm der sozial- revolutionären Sozialdemokratie regulirend eingreifen müssen. Das können wir gar nicht hindern. geht's vielleicht so, oder so, und wenn nicht- na, denn nicht! sein will.: Die liebevolle Fürsorge für die Junker ist ein Beweis dafür, Es ist darum durchaus falsch, die erwähnten Forderungen wenn sie auch zeigt, wie die den Staat noch beherrschenden Aber das Ganze foll doch eine Direktive abgeben für den einer Wir trauen natürlich den antragstellenden Mitgliedern der Agrarfommission nicht zu, daß sie die Tragweite ihrer Anregungen zu übersehen vermochten. Aber warnen sollte dieser mehr wie peinliche Zwischenfall vor dem allzu thatenfreudigen Betreten einer Bahn, über deren Richtung und Biel man so wenig im flaren ist. " " Würde aber dieses Agrarprogramm, was wir allerdings für gänzlich ausgeschlossen halten, vom Parteitag angenommen, dann ist es so gut wie sicher, daß die süddeutsche Volkspartei, die jetzt ebenfalls an der Erweiterung ihres Programms arbeitet, in der Agrarfrage die Sozialdemokratie weit überholen würde. Wollen wir uns diese Blamage zuziehen. Vorläufig nur eins: die Sozialdemokratie ist kein politischer Verschönerungsverein, der auf dem steilen Wege der geschicht lichen Entwickelung Ruhebänke für die Müden und Burfick= stehenden aufstellt. Nicht das ist sie, sondern die große Gin= peitscherin, Stürmerin, Borwärtsdrängerin, die die politische Entwickelung beherrscht, weil sie sie begriffen hat! " reaktionären Elemente diefen fozialen Druck zunächst im reat- oder Verpachtung tionären Interesse auszunuzen versuchen. " Wie wirken " bis Genossenschaften von Landarbeitern I in die Hand genommen werden, aber wenn man weiter geht und von Kleinbauern oder, soweit sich beides nicht els und die Bewirthschaftung der Gemeindeländereien auf Rechnung .. Bei unausgesetzter Bearbeitung der öffentlichen Meinung rationell erweist, Verpachtung an Selbstbewirthschafter unter Auf- der Gemeinde verlangt, so tönnen wir darin eine wesentliche im demokratischen Sinne, je mehr es uns gelingt, die Maffen des ficht des Staates oder der Gemeinde; Staatsfredit an Genossen- Förderung der allgemeinen Interessen unter den heutigen wirthBoltes für uns zu gewinnen, desto mehr werden schließlich die schaften, die alle Betheiligten umfassen, oder an einzelne Ge- fchaftlichen Verhältnissen nicht erblicken, wenigstens würde ein Eingriffe des Staates in die ökonomischen Verhältnisse und die meinden für Feldbereinigung, Bodenmeliorationen aller Art, Ent- wesentlicher Vortheil für die Arbeiter, am allerwenigsten aber für von ihm ausgeübten sozialen Funktionen selbst zu einem Hebel wässerung und Bewässerung und Verstaatlichung der Hypotheken- die kleinen Besitzer erreicht werden. der Demokratifirung des Staates werden. Wenn die Entwicklung und Grundschulden unter Herabsehung des Binsfußes auf die Was die Verpachtung an Genossenschaften von Landarbeitern ohne besonders störende Zwischenfälle ihren Lauf nimmt, ist also Höhe der Selbstkosten. Die weiteren Forderungen außer betracht und von Kleinbauern oder an Selbstbewirthschafter unter Aufein gegenseitiges Vorwärtstreiben der Demokratisirung des gelassen. In der Presse, welche diese Forderungen vertheidigt sicht des Staates oder der Gemeinde betrifft, so wissen wir nicht, Staates einerseits und des Anwachsens seiner sozialen Aufgaben( zum Glück nur ganz vereinzelt) wird behauptet, daß alle diese wie sich die Kommissionsmitglieder die Verwirklichung der einen andererseits zu erwarten. Verbesserungen" den Zweck verfolgen, den Uebergang zum oder anderen Form gedacht haben, daß sie ihnen aber nicht allzu Aus den ihm in den Programmvorschlägen unsererseits zu fozialistischen Gemeinwesen zu erleichtern, den Todestampf, den leicht erschien, zeigt die Thatsache, daß ein beftingsiter Vorschlag gedachten neuen Aufgaben kann unseres Erachtens schon deshalb die Kleinbauern auszufämpfen haben, zu mildern, d. h. doch wohl fehlt. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß man bei allen Auffeine Gefahr erwachsen, weil an ihre Verwirklichung nicht eher zu mit anderen Worten, um mit Bebel zu reden, das„ kultur- nahmen von Forderungen in das Programm, namentlich bei denken ist, als bis wir einen gegen heute bedeutend gewachsenen hemmende Element" auf Jahre hinaus zum Nachtheil der sozialen solchen an die heutige bürgerliche Gesellschaft, sich stets Einfluß auf die Staatsmaschinerie ausüben. Damit ist aber auch Entwickelung zu erhalten und in dem Kleinbauer Hoffnung zu die Frage vorlegen muß: dieselben schon ein Gegengewicht geschaffen, welches die freiheitsfeindliche erwecken, daß im Rahmen der bestehenden Staats- und Gesell- zu ihrer letzten Konsequenz auf die materielle Lage Ausnutzung der Machterweiterung des Staates, soweit sie auf schaftsordnung er ein weniger forgenvolles Dasein fristen kann. Der Arbeiter? Wenn man sich nun die Frage vor= unsere Forderungen zurückzuführen wäre, zu verhindern im stande Wenn Bebel hervorhebt, daß der menschliche Fortschritt es be legt, welchen Vortheil haben die Arbeiter, wenn sie in Genoffensein würde. dingt, daß dieses kulturhemmende Element verschwindet, und schaften Gemeindeländereien bewirthschaften, so sagen wir, im Wir haben uns bemüht, die Vorschläge der Agrarkommission Kautsky und andere unserer Lehrer ausführen, daß die Existenz großen und ganzen gar keinen. Sie müssen erstens Pacht be= so objektiv wie möglich zu prüfen und haben uns dabei von der des Kleinbetriebes zu solcher Verkommenheit, zu zahlen, zweitens soll eine rationelle Bewirthschaftung stattfinden, Ueberzeugung leiten lassen, daß die Genossen, welche vom Frant- solchem Elend führt, daß man sich fragen könnte, ob man sich die praktischsten und neuesten technischen Hilfsmittel anfurter Parteitage mit der schwierigen Aufgabe betraut worden überhaupt das St echt hätte, den Untergang des Kleinbetriebes schaffen. Kapital steht ihnen für gewöhnlich nicht zur Verfügung, find, die Stellungnahme der Partei zu den Agrarfragen aufzuhalten, und nun Bestimmungen dem Programm einverleibt es müßte also der Kredit der Gesammtheit in Anspruch ge vorzubereiten, von der Absicht befeelt waren, das Wohl werden, welche die Existenz der Kleinbauern heben, die soziale nommen werden. Da nun die Großgrundbesizer immer intender Partei nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern. Lage der Kleinbauern verbessern sollen, so begeben wir uns auf fiver in der rationellen Bewirthschaftung ihres Grund und Diese Ueberzeugung mußte die Kritik von vornherein zu einer eine schiefe Ebene, welche wir auf keinen Fall betreten. Die Bodens vorgehen, so würden diese kleinen Genossenschaften gar zu können, wohlwollenden machen; wir mußten suchen, in den Vor- Aufsaugung des Kleinbesizes durch den Großbefiz können wir nicht im stande sein, mit diesen konturriren schlägen die gute Absicht zu entdecken, wo sie nicht sofort in die nicht aufhalten nun - alle Vorschläge, die darauf hin zur Hebung und fäme gar wäre die Ge eine Mißernte, so Augen sprang. Nichts ist den Arbeiten der Kommission gegen- der sozialen Lage der Handwerker und Gewerbetreibenden ge- sammtheit nicht nur ihr kreditirtes Geld los, sondern über unberechtigter, als summarisches wegwerfendes Aburtheilen macht sind, haben wir als Utopie bekämpft und die Agrar- die armen Genossenschaftler wären nach kürzerer oder unter dem Einfluß eines Vorurtheils, das in dem Hervorkehren kommission hat ja auch keinerlei Vorschläge gemacht zur Ver- längerer angestrengter Thätigkeit ärmer als zuvor. Weiter kommt neuer Gesichtspunkte und in den Vorschlägen zur Gewinnung befferung der Zustände in Gewerbe, Handel und Verkehr", ob- hierbei aber in betracht, wer bestimmt die Größe der Genossens der Landbevölkerung sofort eine Verwässerung der Partei gleich dies die Konsequenz ihrer Handlung gewesen wäre. Denn schaften. Es muß doch hier eine feste Norm geschaffen sein. bestrebungen sieht, oder gar Prinzipienverrath wittert, wie es man fann dem Kleinbauer nicht helfen wollen, ohne auch dem Würden derselben zu viel Mitglieder angehören, dann läge die hier und da gefchehen ist. Bleiben wir in aller Konsequenz Kleingewerbetreibenden die Hand zu reichen. Man läßt die Gefahr nahe, daß die überschüssigen Arbeitskräfte derselben den unserem endgiltigen Biele, der vollständigen Sozialisirung der Kleinhandwerker versinken, will aber dem Kleinbauer einen Arbeitern anderer Berufe unliebsame Konkurrenz machen; Gesellschaft, treu, behalten wir es stets fest im Auge, so tann, Strohhalm reichen. Diese Switterstellung finden wir unerklärlich. würden derselben aber zu wenig Mitglieder angehören, bann fönnte wie wir eingangs unserer Betrachtungen dargelegt haben, aus Daß der Handwerker und Bauer mehr oder minder leicht es tommen, wenn hier nicht bestimmte Normen geschaffen würden, den zur Erreichung des Bieles vorgeschlagenen Maßnahmen uns zu gewinnen ist, wenn sich ihnen die Sozialdemokratie daß die Arbeiter, welche gegen Lohn von diesen Genossenschaften feine Gefahr der Ablenkung oder des Stehenbleibens auf halvem einfach als antifapitalistische Partei vorstellt, darüber ist kein beschäftigt werden, unter ungünstigeren Bedingungen als bei dem Wege erwachsen. Zweifel. Anders aber verhält sich die Sache, wenn die Sozial- ersten besten Privatunternehmer arbeiten müßten. Wir glauben demokratie als Arbeiterpartei, und zwar revolutionäre Arbeiter- daher, daß man am besten thut, diese beiden Positionen zu Die Kritik der Magdeburger Volksstimme" lautet: partei auftritt. Man darf sich darüber nicht täuschen, eine streichen und der Entwickelung ihren Lauf zu lassen. Was ist das Schlußergebniß des qualvollen Ringens gegen prinzipiell geführte Agitation muß in den wirthschaftlich rück- Was die Position 14 anbelangt, so ist dieselbe in ihrem die übermächtige Konkurrenz des Großbetriebes? Was winkt dem ständigen Provinzen mit vorwiegendem Bauernthum früher oder ersten Theil so allgemein gehalten, daß man, bevor man hierzu Handwerker und Bauer als Lohn für seine Sparsamkeit und später wirten wie Scheidewasser. Selbstverständlich daß der Stellung nehmen kann, eine nähere Begründung haben muß, feinen Fleiß, das heißt dafür, daß er sich fammt Weib und Kind Landarbeiter, aber auch der kleine Bauer, der selbst arbeitet und während wir dem zweiten Theil rückhaltlos zustimmen, da es verfnechtet, förperlich und geistig ruinirt? Diese Fragen beant- nur seine Familienmitglieder ausbeutet, exiftensfähig nur ist, selbstverständlich ist, daß nicht die Gemeinden oder einzelne wortet Kautsky wie folgt: Der Lohn dafür ist der Bankrott, die weil er und seine Familie mit einer Lebenshaltung vorlieb Privatpersonen, wie es heute ist, für Anlegung und Unterhaltung völlige Enteignung, die Trennung von den Produktionsmitteln, nehmen, die weit tiefer steht, als die des Industrieproletariers, der öffentlichen Verkehrswege sorgen, sondern der Staat. der Sturz in das Proletariat. Dies ist das unvermeidliche sie gehören der Sozialdemokratie und werden ihr überall Mit der Position 15, Verstaatlichung der Hypotheken, können Schlußergebniß der ökonomischen Entwicklung in der heutigen Ge- zufallen. Der große unmittelbare Bauer aber, der bereits wir uns absolut nicht befreunden; diese Frage ist ja seinerzeit sellschaft, ebenso unvermeidlich wie der To d. Und wie dieser einem wesentlich auch Ausbeuter seiner Knechte und Mägde, von einigen Genossen in verschiedenen Eingefandt" in diesem an qualvoller Krankheit daniederliegenden als Erlöser erscheint, feiner Dienstboten" ist, wird, da er selbst unzufrieden Blatte erörtert worden, und wir müssen gestehen, daß die Arguso wird auch der Bankrott vom Kleinen Mann unter den heutigen und Schuldknecht des Kapitals ist, so lange mit der Sozial- mente, welche damals von den Anhängern derselben ins Feld Verhältnissen nur zu oft als Erlösung empfunden, als Erlösung demokratie gehen können, als diese an die Knechte nicht heran- geführt worden sind, unsere Abneigung gegen dieselbe nur be= von einem Eigenthum, das ihm zur drückenden Last geworden. Die kommen kann. Sobald wir die Dienstbotenfrage anscheiden, und stärkt haben. Der Genosse, der dieselbe damals vertheidigte, trat Weiterführung der Existenz des Kleinbetriebes führt zu solcher wir müssen es, sobald wir es können, erkennt der Bauer uns ja nur für Verstaatlichung bis zu einer bestimmten Höhe ein, Verkommenheit, au folchem Elend, daß man sich als Arbeiterpartei, der Klaffengegensatz zwischen Bauer und während hier allgemein dieselbe gefordert wird. Unserer Auffragen könnte, ob man überhaupt das Recht hätte, den Kapitalisten tritt zurück hinter den Klassengegensatz zwischen faffung nach werden alle diejenigen, die heute eine kleine oder Untergang des Kleinbetriebs aufzuhalten, wenn er wirklich Bauer und Knecht; er hört zunächst auf, der Sozialdemokratie feine Hypothek auf ihrem Grundstück haben, sich beeilen, eine aufzuhalten wäre. Wäre es wünschenswerther, daß die Klein zu folgen und wird sie erst wieder zu finden wissen, wenn die dem Werth des Grundstücks entsprechende Hypothet aufzunehmen, gewerbetreibenden und Bauern alle auf die Stufe der Hand- wirthschaftliche Entwickelung ihn dem Proletariat näher ge- um entweder das Geld, welches sie auf diese Weise bekommen werfer des Erzgebirges herabsinken, als daß sie Lohnarbeiter in bracht hat. und nach der Verstaatlichung nur mit einem geringen Großbetrieben werden?... Das Handwerk und die kleinbäuerUnsere Taktit haben wir den Verhältnissen anzupassen. Wir Zinsfuß belastet wird, als Betriebskapital in ihre Unterliche Wirthschaft wieder auf einen grünen Zweig zu bringen, ist haben aus unserem Programm jene Konsequenzen zu ziehen, die nehmungen zu stecken und dieselben dadurch konkurrenzin dem Zeitalter des Dampfes und der Elektrizität unmöglich. Gewerbe, Landwirthschaft, Handel und Verkehr betreffen, nicht fähiger machen oder aber sie werden das erhaltene Kapital Diese bittere Wahrheit, wir finden sie mehr oder minder haben wir unser Programm zum Gebrauche bei Landagi- anderen Unternehmungen gegen höhere Zinsen zuwenden. Es schärfer formulirt in dem Kapital" von Mary, in Engels' tation 2c. 2c. 2c. zu adoptiren, anzupassen, das führt zu un- würde danach die Verstaatlichung der Hypotheken nur bewirken, Schriften über„ Die Lage der arbeitenden Klaffen in England", liebsamen Konsequenzen. Wir können aber nicht und dürfen daß das Großkapital eine enorme Hilfe erhielt, während die VorDie Entwickelung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft" nicht das haben wir bereits früher hervorgehoben unser theile, die der kleine und mittlere Befiber eventuell hätte, durch und über den Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Programm dem Wunsche anpassen, die Reihen unserer Partei die Zuspigung des Konkurrenzkampfes nicht nur verloren gingen, Staates". Das Kommunistische Manifest", Liebknecht's, Grund- und durch bäuerliche oder sonst rückständige Elemente zu vergrößern. sondern derselbe schließlich in der intensiveren Ausnutzung der Bodenfrage" und Schippel's Modernes Elend" legen in gemein- Wir können und müssen dem Kleinbauer sagen: Du bist Arbeiter seine Zuflucht suchen müßte. verständlicher Weise dar, daß der Kleinbesitz an Grund und Arbeiter, Du gehörst zu uns; wir müssen dem Bauer Lassen wir daher auch hier der Entwickelung ihren Lauf, sie Boden, die Zwerginstitute unrettbar dem Kapital verfallen. Diese aber auch sagen, daß wir zu ihm stehen können und werden in wird aufklärender als diese zweifelhaften Palliativmittel wirken. bittere Wahrheit wird, wie Kautsky treffend sagt, nicht nur von seiner Eigenschaft als Arbeitender, nicht aber in seiner Eigen- Was die übrigen Positionen betrifft, so läßt sich dagegen den Betroffenen selbst, sondern von allen empfunden, die an der schaft als Besitzender, als Ausbeuter fremder Arbeitstraft. Denn nichts sagen; es sind dies Forderungen, die sich von selbst ver Erhaltung der bestehenden Gesellschaft ein Intereffe haben, und wir sind durchaus in der Lage, den Kleinbauern zu sagen, daß stehen. welche den Bauern und Handwerkerstand als die fünftigste die Sozialdemokratie ihnen nichts nehmen wird, als ihre Stüße des Privateigenthums ansehen; weshalb sie die Er Hypothekenschulden und die Nothwendigkeit einer rückständigen Die ,, Rheinisch- Westfälische Arbeiter- Zeitung" schreibt: haltung der tieinen Wirthschaften erstreben. Es Produktionsweise mit veralteten Werkzeugen. Und die bisherige Der Entwurf der Agrarkommission läßt erkennen, daß die. giebt der Quacksalber nur zu viele, sagt Kautsky, die dafür ihre Taktik hat es gelehrt, daß der Bauer zu uns kommt, wo er so Kommission oder doch eine Mehrheit derselben am meisien auf Mittel anpreisen unfehlbare Mittel. Kennzeichnete doch Pro- weit ist, den Klassenstaat, der ihn durch Steuern und Militär- Mittel zur Gewinnung der Bauern bedacht war. Zu ihren feffor Wagner die sozialpolitische Bedeutung des kleinen Bauern dienst drückt, und den Kapitalisten, der ihn durch Hypotheken gunsten sind 16 detaillirte Forderungen aufgestellt, durch die das standes mit folgenden Worten:" Das private, fleine länd- ausbeutet, energisch bekämpfen zu wollen, oder sich gewendet hat Programm schon äußerlich bedenklich angeschwollen ist. Entliche Grundeigenthum bildet eine durch keine andere Einrichtung gegen Standesvorrechte und Privilegien oder gegen die Klaffen- scheidend für die Beurtheilung ist jedoch: was enthalten zu ersetzende ökonomische Grundlage für einen wichtigen Theil vertretung in Stadt und Gemeinde, gegen die Klassenjustiz und die aufgenommenen Säße? Die Kritik muß fachlich scharf sein; Der Bevölkerung, einen unabhängigen selbständigen Bauernstand gegen das ihn bedrängende Junkerthum. Der Groß und das von einigen Seiten geforderte befondere Wohlwollen" ist, und dessen eigenthümliche Stellung und Funktion." Eine Be- Mittelbauer freilich, der sich der Sozialdemokratie anschließt, wenn es nicht etwa blos auf die Form bezogen wird, wenig am hauptung, die Bebel in seinem Buche Die Frau" wie folgt ohne Sozialdemokrat zu sein, der wird uns nicht erhalten bleiben, Plage. Deshalb möchten wir aber nicht mit dem Sozialentträftete: Wenn er( Professor Wagner) nicht seinen ton- wenn wir konsequent und offen sind. Ihm zu Liebe aber demokrat" und dem„ Braunschweiger Boltsfreund" sagen, daß servativen Freunden zu Lieb uni jeden Preis für den armen Konzessionen zu machen, wäre ein Fehler, in den wir nicht ver- diese agrarpolitischen Forderungen nicht ins Programm geBauer schwärmt, muß er unseren Kleinbauer für den ärmsten fallen wollen wir lehnen deshalb alle die von der hörten. Was an ihnen richtig ist, gehört ins Programm. Menschen halten; der kleine Bauer ist unter den gegebenen Ver- Agrariommission aufgestellten Forderungen Stellten wir sie besonders auf, getrennt vom Programme, fo hältnissen für die höhere Kultur nahezu unzu- grundsätzlich ab. würden sie als weniger verbindlich erscheinen und die Kritik gänglich. er fann sich unter den gegebenen Verhältnissen würde dann vielleicht noch weniger streng sein, als sie es leider in teine höhere Lebenslage emporarbeiten und wird dadurch Die Märkische Volksstimme" fällt in einem zweiten jest an manchen Stellen in der Partei schon ist. ein kulturhemmendes Element. Wer die Artikel folgendes Urtheil: Nach der Fassung, die die Agrarkommission vorschlägt, Gegen die Einfügung in Position 7, sowie 10 und 11 haben werden Rückwärtserei liebt, mag an der Fortexistenz im die Forderungen speziellen Theil unseres dieser sozialen Schicht Genugthuung empfinden, wir nichts einzuwenden. Wenn wir einmal die progressive Ein- Programms gestellt zur Demokratisirung aller öffentlichen Ein der menschliche Fortschritt bedingt, daß sie tommensteuer fordern und Gegner der indirekten Steuern sind, richtungen in Reich, Staat und Gemeinde, für die Hebung der verschwindet." Diese Entgegnung Bebel's deckt sich völlig dann müssen wir auch die Beseitigung der Realsteuern fordern, sozialen Lage der arbeitenden Klassen und für die Ver= mit den Anschauungen Rautsty's. indem durch dieselbe eine doppelte Besteuerung eintritt. Ebenso besserung der Zustände in Gewerbe, Landwirthschaft, Wir sind der festen Ueberzeugung, daß der wirthschaftliche selbstverständlich ist es, daß die Beseitigung aller auf dem Handel und Verkehr, im Rahmen der bestehenden Staats- und Entwickelungsprozeß( die Grundlage der Hoffnung der Arbeiter Grundbesitz ruhenden Privilegien gefordert wird. Dagegen Gesellschaftsordnung". Ist eine technische Verbesserung oder eine Ilasse) für den Kleinbauer die Quelle tödtlicher Furcht ist. Da tönnen wir uns mit den Positionen 12 und 13 absolut nicht ökonomische gemeint? Ersteres gehört nicht in ein politischder Umwälzungsprozeß in der landwirthschaftlichen Produktion einverstanden erklären. soziales Programm, zumal da gegenwärtig jede technische Ver fich weit langsamer vollzieht als in der Industrie, ist es nicht zu Es kann unseres Erachtens für die spätere sozialdemokratische befferung dem Kapitalfräftigeren zu gute tommt. Letzteres wäre verwundern, daß der Bauer die moderne wirthschaftliche Um- Gesellschaft vollständig gleichgiltig sein, in weffen Händen sich zwar insofern richtig, als wir die tieinen Eigenthümer als Konwälzung als seine Todfeindin erkennt, aber nicht begreift, daß fie die Produktionsmittel konzentriren, ob in Staats, Gemeinde-, sumenten und Steuerzahler entlasten wollen, aber was nöthigt auch seine Erlöserin sein wird. Ihre Vorurtheile, ihre Un- Kirchen-, Klöster- oder Privathänden. Denn so lange in der uns, den Worten diesen Sinn zu geben? Näher liegt die Deutung, wiffenheit, ihre Beschränktheit dürfen uns nicht veranlaffen, heutigen Produktionsweise das Prinzip Geltung behält, daß dem daß wir innerhalb der kapitalistischen Produktionsordnung die von unserem Prinzipe etwas nachzulassen" sagte unter unserer Arbeiter nur ein geringer Theil seines Arbeitsertrages als Lohn Lage der keineren Unternehmer heben wollien und- heben zu völligen Zustimmung auf dem Parteitage in Frankfurt a. M. für seine Thätigkeit zu theil wird, kann es ihm einerlei sein, tönnen behaupteten. Jedenfalls ist der Passus untlar und kann Genosse Bebel. Kommen die Bauern( auf grund unseres Pro- welcher Form von Arbeitgeber er feine Thätigkeit widmet. Es irreführen. Erfreulicherweise treten denn auch die meisten gramms) nicht zu uns, so wird sie die Noth der Zeit schon ist unseres Grachtens eine falsche Vorstellung, wenn man glaubt, Stimmen aus der Partei für seine Streichung ein. denken lehren. Und Auer ergänzte Bebel's Rede: Um 3. B. durch Vermehrung des Gemeindeeigenthums, das Vorkaufs- Zu den einzelnen Vorschägen übergehend schreibt die„ Rhein. die Gunst gewiffer bäuerlicher Kreise haben wir uns nicht zu recht der Gemeinden bei Veräußerungen von Grundstücken, durch Westfäl. Arbeiter- Beitung" weiter: bemühen. Staatskredit an Genossenschaften u. s. w. den landwirthschaft- Die Forderung der Aufhebung der Grundsteuer bedeutet in Man wird uns nun entgegenhalten: Inwiefern läuft lichen Arbeitern und kleinen Grundbesitzern eine Erleichterung steuerlicher Hinsicht eine Verschlechterung und ist sozialpolitisch denn das Prinzip unserer Partei Gefahr erste ihrer Erwerbsverhältnisse zu schaffen. Es müßten, um dies zu antisozialistisch. Wir haben bisher noch in keinem Parteiorgane Theil unseres Programms bleibt ja unangetaftet. Und wo ift erreichen, ganz bedeutende Einschränkungen gemacht werden, etwas halbwegs verständiges zur Begründung dieser Forderung deren thatsächliche gelesen und glauben auch, daß sich nichts vernünftiges dafür denn in den Anträgen der Agrarfommission irgend davon die deren Grenzziehung eine schwere und Rede, den Mittel- und Bauernstand zu erhalten? Es ist ja Wirkungen nur einem so fleinen Kreise von Personen zu gute anführen läßt. Die Grundsteuer ist ein Abzug von der Grundnur von einer Verbesserung der sozialen Zustände in Gewerbe, tommen würde, daß gegenüber den großen Massen der Prole- rente, also ein Antheil des Staates am Grund und Boden. Sie Landwirthschaft, Handel und Verkehr im Rahmen der bestehenden tarier, die in Noth und Glend leben, diese Versuche, von denen ist teine eigentliche Steuer. Sie ist lediglich eine Reallast, die Staats- und Gesellschaftsordnung" die Rede. Diese Ver- man noch nicht einmal überzeugt sein kann, ob sie nicht das den Verkaufswerth des Grundstücks um ihren kapitalisirten besserung" der sozialen Zustände" für die Landwirthschaft soll Gegentheil von dem, was sie bezwecken sollen, hervorbringen Betrag vermindert. Diese Auffassung wird auch durch die geerfolgen durch Errichtung ausreid, ender gewerblicher und werden, als Palliativmittelchen erscheinen, die besser unter geschichtliche Entstehung der Grundsteuer gerechtfertigt. Daher landwirthschaftlicher Fachschulen, Fachschulen, Musterwirthschaften und bleiben. Es mag ja zweckmäßig sein, das Gemeindeeigenthum haben wir die Programmforderung einer einzigen progressive Versuchsstationen; Abhaltung regelmäßiger landwirthschaft in jeder Weise zu vermehren, und wir betrachten es sogar als Einkommen- und Vermögenssteuer nie dahin verstanden, licher Unterrichtsturse; Beseitigung aller Ertrags-( Real) felbstverständlich, daß bei Errichtung von Wasserleitungen, Be- auch die Grundsteuer aufgehoben werden solle. Aus den W. Steuern( Gewerbe, Haus, Grundsteuern 2c.); Bewirthschaftung leuchtungsanlagen u. f. w., welche dem allgemeinen Interesse dem entsprechend" geht hervor, daß die Kommissionsmer der Staats- und Gemeindeländereien auf eigene Rechnung dienen, man darauf hinwirkt, daß dieselben von den Gemeinden anderer Ansicht war. " " " " der " " Einwandsfrei ist Nr. 11. 13. Bewirthschaftung der Staats- und Gemeindeländereien auf eigene Rechnung, oder, soweit sich beides nicht als rationell erweist, Verpachtung an Selbstbewirthschafter unter Aufsicht des Staates oder der Gemeinde." Den Schluß des neuen Programmtheiles bildet: welche höchstens agitatorisch in betracht kommt; praktisch wird ,, 17. Unbeschränkte Aufrechterhaltung und Erweiterung der die soziale Entwickelung schon von selbst dafür sorgen, daß der bestehenden Waldnuzungs- und Weiderechte unter Gleichberech- Sozialismus nicht vor dem auf eigener Hufe allein arbeitenden tigung aller Gemeinde- Angehörigen. Bauer Halt zu machen braucht. " „ Der Proletarier aus dem Eulengebirge" schreibt: Freies Jagdrecht auf eigenem und gepachtetem Boden. Ver- Wenn wir unsere Meinung über den Entwurf im ganzen Die Vermehrung des öffentlichen Eigenthums wird hier ohne hütung, gegebenen Falles volle Entschädigung für Wild- und aussprechen sollen, so geht diese dahin: Die Kommission hat mit jede Schranke gefordert. Das ist das der Grundsteueraufhebung Jagdschaden." anerkennenswerther Umsicht und Klugheit ein Programm zu gerade entgegengesetzte Extrem und für die Gegenwart ebenso Diese Forderungen scheinen uns rückläufig. Die unbeschränkte sammengestellt, welches im einzelnen wohl Abänderungen ersehr zu verwerfen. Das Programm begiebt sich hier vollständig Aufrechterhaltung und Erweiterung der Waldnuhungs- und leiden kann, das aber als ganzes alles leistet, was ein bäuerauf den Standpunkt der Bodenbesizreformer, denen Weiderechte würde unsere Wälder stark schädigen und liches Aktionsprogramm der sozialdemokratischen Partei leisten es darum recht sehr gefallen dürfte. Vielleicht wünschen die eine rationelle Forstwirthschaft fast unmöglich machen. fann. Verfasser doch nicht die Verstaatlichung des gesammten Grund Ebenso würde das freie Jagdrecht, das übrigens für ganz kleine und Bodens innerhalb der bestehenden Staats- und Gesellschafts- Wirthschaften werthlos ist, zur Ausrottung des gesammten ordnung, aber es liegt in dem von ihnen formulirten Sage. Wildes führen. Man kann nun mit der Sächs. Arbeiterztg." Jedenfalls müssen doch die von uns gestellten Forderungen annehmen wir thun es nicht daß dies kein Nachtheil sei; so beschaffen sein, daß uns ihre Verwirklichung in wenn aber diese Wirkung eingetreten ist, hätte auch das Jagd dem Sinne, der den gebrauchten Worten innewohnt recht feine Bedeutung mehr. Es würde sich also lediglich um die zur Zeit erwünscht sein würde, wenn wir auch den Vor- Ausrottung des Wildes auf einem Umwege handeln. Man behalt machen dürfen, daß wir diese selben Forderungen unter| streicht wohl Nr. 17 am besten ganz. Modalitäten, die dem Großgrundbesitz oder der politischen Es fehlt uns der Raum, um näher auf die Einzelheiten einReaktion günstig wären, ablehnen würden. Zur Demokratifirung zugehen. Fallen die von uns verworfenen Punkte, so scheint uns aller öffentlichen Einrichtungen in Reich, Staat und Gemeinde" das Bauernprogramm ausreichend und mit unseren Grundsäßen dient die Umgestaltung gewiß nicht; umgekehrt müßten Garantien vereinbar und, da die Forderungen für die Landarbeiter, auf verlangt werden, damit sie dieser Demokratisirung nicht entgegen die es für uns in erster Linie antommt, nach dem wirke. Für die Bewirthschaftung werden nun alle möglichen allgemeinen Urtheil richtig und umfassend sind, das Ganze Hauptformen zur Auswahl nebeneinander gestellt, so daß schlechter- immerhin eine annehmbare Berbesserung und Ausgestaltung des dings nichts gefordert, sondern nur die Rathlosigkeit aus- Parteiprogramms. gedrückt wird. Es folgt( neu): 14. Staatsfredit an Genossenschaften. Da sind wir also glücklich wieder bei den Assoziationen mit Staatstredit. Sollen die landwirthschaftlichen Genossenschaften Staatstredit genießen, warum nicht auch Genossenschaften von Industrie- Arbeitern? Nr. 15( neu) lautet: Am ersten grundlegenden Theile unseres Programms hat meines Wissens innerhalb der Partei bisher niemand etwas grundsäßlich auszusehen gefunden. Wenn also nach wie vorher als richtig anerkannt wird, daß die Wurzel des Uebels, unter dem Arbeiter, Handwerker, ländliche Kleinbesitzer und Kleingewerbetreibende leiden, der Privatbesitz an Grund, Boden und den sonstigen Produktionsmitteln ist, so ist es wirklich sehr schwer oder richtiger unmöglich, einem Theil der Vorschläge der Agrars fommission ein freundliches Gesicht zu zeigen. Für diejenigen Landbesitzer, welche nicht bloß ein eingebildetes, sondern ein wirkliches Interesse an der Beibehaltung des Privat eigenthums an Grund und Boden haben, wird die bittere Pille, daß wir die Ueberführung desselben in Gemeinbesitz erstreben, dadurch nicht füßer, wenn wir jetzt Staatshilfe für ländliche Ge nossenschaften, Verstaatlichung der Hypotheken und anderes mehr Die Schwäbische Tagwacht" schreibt, nach einer scharfen fordern. Denen aber, die blos ein eingebildetes Interesse an der ritit der gegnerischen Redensarten über den Programmentwurf| Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Eigenthumsordnung haben いし in einem einleitenden Artikel: Gehen wir auf den Entwurf selbst und es ist dies zweifellos die übergroße Mehrzahl der ländlichen furz ein, so ist derselbe jedenfalls weniger mangelhaft in dem, Bevölkerung müssen wir eben dies eingebildete Interesse als was er sagt, als in dem, was er nicht sagt. In welcher Be- eingebildet und verfehlt ausreden und nachweisen. Das ist die Verstaatlichung der Hypotheken- und Grundschulden unterziehung wir dies meinen, sei hier nur angedeutet. Die schwierige Hauptaufgabe der sozialdemokratischen Agitation, um die wir in Herabsetzung des Binsfußes auf die Höhe der Selbstfosten." Frage des kleinbürgerlichen Grundbesitzes ist in den Forderungen feiner Weise herumkommen, die wir lösen müssen und lösen Der Ausdruck enthält. Einen auffälligen Fehler und der Satz des Programms mehr verhüllt als geklärt. Daß über diese werden, auch wenn es damit weniger schnell geht, wie wir alle ist darum hier und da wirklich mißverstanden worden. Der Frage, welche agitatorisch von höchster Bedeutung ist, ein wünschen. Staat soll doch nicht an die Stelle des Schuldners, sondern an Aktionsprogramm sich deutlich aussprechen muß, ist für uns Der Umstand, daß jezt auch für unsere Landwirthschaft ein die des Glaubigers treten. Die Forderung selbst, von F. Engels zweifellos. Der Entwurf denkt sich die Sache offenbar so, daß die getreten ist, was infolge der kapitalistischen Wirthschaftsweise mit fchon 1869 gestellt, ist von durchgreifender agitatorischer und, Kommunifirung des bäuerlichen Privateigenthums ruhig der mathematischer Sicherheit vorauszusehen war und von uns auch menn fie verwirklicht wird, praktischer Wirkung. Die Leipziger wirthschaftlichen Entwickelung überlassen werden kann, und will vorausgesehen worden ist, ich meine die drückende Konkurrenz des Volkszeitung" wendet ein, daß die Forderung dem Bauer nicht lediglich der Gemeinde die erste Hand lassen. Diese Auffassung Auslandes, dürfte doch wirklich auch nicht geeignet sein, unser endgiltig helfen, daß die Ursachen, warum der Bauer verschuldet, wird in den Reihen der Parteigenossen wohl feinem Widerspruch bisheriges Programm als ungenügend erscheinen zu lassen. Die fortwirten würden. Das ist richtig, aber es dient offenbar zur begegnen; auch werden die in dem Entwurf festgelegten Forderungen, von der Agrarkommission gemachten Vorschläge dürften, dies sei Rechtfertigung der Forderung. Sie wäre reaktionär, wenn sie welche den Ankauf des fleinen Privatgrundbesitzes durch den Groß schon hier gesagt, auch schwerlich im stande sein, dieser Konauf die dauernde Erhaltung der bäuerlichen Wirthschaft hinaus- grundbesitz verhüten wollen, allgemein begrüßt werden. Trotzdem furrenz mit Erfolg zu begegnen. Es dürfte eben dagegen inners liefe. Ihre Hauptwirkung ist, daß sie die Verwandlung des hätten wir im Interesse der Klarheit weniger nach außen als halb der tapitalistischen Wirthschaftsweise ebensowenig ein Mittel Grundbesitzes in öffentliches Eigenthum als eine organische Ent- nach innen eine deutlichere Formulirung dieses Punttes ge- geben, wie es tein solches gegen den Untergang des Kleinbetriebes wicklung ermöglicht, was gerade allein bei diesem Produktions- wünscht. Es handelt sich darum, daß bei der Berathung unserer und gegen die eigene Todtwirthschaftung des Rapitalismus selbst mittel wegen seiner Unvermehrbarkeit möglich ist. Agrarpolitik von einer Autorität" in dieser Frage eine Unter- giebt. Gegen Nr. 16 dürfte nichts Wesentliches einzuwenden sein. scheidung zwischen bäuerlichem Privatgrundbesitz gemacht worden Diskutabel ist die Frage, ob nicht statt der Verstaatlichung des ist, dahingehend, daß dem Bauer, welcher ohne fremde ArbeitsVersicherungswesens besser die Zwangsversicherung auf Gegen- fraft arbeitet, und seinen Acker lediglich als Arbeitsmittel benutzt, feitigkeit eingeführt würde. Die staatliche Hilfeleistung bei Noth- diefes letztere nicht genommen werden könne. Eine solche Ausständen infolge verheerender Naturereignisse" ist grundsätzlich all- legung des Begriffs der Ausbeutung scheint uns den klaren gemein anerkannt, wenn sie praktisch auch oft vermißt wird. Kann fommunistischen Grundsätzen des Erfurter Parteiprogramms zu die Forderung nicht präziser gefaßt werden? widersprechen. Uebrigens ist die Frage eine rein theoretische, " Meine Ansicht geht deshalb wie gesagt dahin, daß wir feinerlei begründete Ursache haben, eine irgendwie nennenswerthe Aenderung unferes Programms vorzunehmen. Ich befürchte sogar sehr ernstlich, daß wir mit einem Theile der Vorschläge, die uns die Agrarkommission gemacht, auf eine sehr schiefe Gebene gerathen müßten. Im Berlage der Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auer& Co. in Ham burg ist soeben erschienen: Der Neue Welt- Kalender für 1896. Bwanzigfter Jahrgang. 1892. Inhalt: Kalendarium. Postwesen 2c. EwigkeitsKalender. Trächtigteits- u. Brüte- Kalender. Sterbefälle im Deutschen Neiche im Jahre Deutsche Auswanderer 1889-94.Rückblick. Im Messen und Märkte. Kreislauf des Jahres. Ein Märthrer. Erzählung von Robert Schweichel( mit Illustrationen). Bauern und arme Leute zur Zeit der deutschen Reformation. Von Manfred Wittich. Ewigkeit. Gedicht von Ludwig Lessen. Ein Bild aus dem Londoner Flüchtlingsleben. Von W. Liebknecht. Am Meer. Gedicht von Jenny Colm. Johanna's Erfahrungen. Erzählung von Elise Langer( mit Illustrationen). Allerlei Geschichtliches und Sozialwissenschaftliches über die Japaner. Von Bruno Geiser. Die Schlacht am Morgarten. Gedicht von Das Nob. Schweichel( mit Illustration). Licht der Zukunft. Von Dr. H. Zur( mit Illustrationen). Die Gefundheitspflege des Kindes. Von Dr. Swoboda. Irdische Höhen- u. Tiefenverhältnisse. Von C. Faltenhorst( mit Illustration). Das neue Reichstagsgebäude. Von L. Schönhoff( mit Illustra tionen). Ein Kapitel Kriegsgeschichte. Von M. Wittich. Die gute, alte Zeit. Eine fulturhistorische Stizze von A. Volter. Saat und Ernte. Gedicht von Jenny Colm. Aus der Geschichte der preußischen Ein Volksschule. Von Bauermeister. Sohn des Wolfes. Von W. Liebknecht( mit Porträt). Die drei Rosse. Russische Voltsnarabel, erzählt von W. Braunsdorf. find nicht freundlos. Gedicht von A. M. Fliegende Blätter. Räthsel 2c. 2c. Hierzu vier Kupfer: Studienkopf. Das Lied der Sklavin. Japanische Mädchen bet der Thee- Ernte. Nenovirungsversuche. Wir Ein farbiges Bild: Berlassen( mit Gedicht). Ein Wandkalender. Preis 40 Pfennig. Bu beziehen durch die Buchhandlung des Vorwärts" Kinderwagen Bazar Max Brinner, Jerusalemerstr. 42 am Dönhoffplay und Brunnenstraße 6. Großartig. Auswahl von Kinderwagen, Puppenwag., Sportwagen billigst. Viele Anerkennungen, bestes Fabrikat. Musterbuch gratis. Theilzahlung gestattet. Hut- Bazar. Jeder Hut 2,70 M. Hochelegante Ausstattung. Oscar Pusch Brückenstr. 10b. Sommer- Feft der Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, den 10. August 1895: Altdeutsches Bauern- Fest in der Berliner Bock- Brauerei. = Grosses Instrumental- und Vocal- Concert. Auf der Sommerbühne um 10 Uhr: Die Erstürmung des Schlosses bei Schorndorf. Eine Episode aus der Zeit des Bauernkrieges( Bauernbund:" Der arme Konrad") unter Herzog Ulrich von Württemberg, um das Jahr 1514; dargestellt von ungefähr 120 Personen in historischen Kostümen. Im fleinen Saale von 5 Uhr ab: Politisch satyrisches Kasperle- Theater. Jm großen Saale von 5 Uhr ab: Tanz. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Um 9 Uhr: 4/4 Festrede, gehalten vom Vorsitzenden Shriftsteller Heinrich Schulz. Im Garten: Besichtigung der Ritterburg mit ihren mittelalterlichen Raritäten. Bei ungünstiger Witterung bietet das große Zelt vor der Sommerbühne, sowie die beiden Säle hinreichenden Schuh. Billets 25 Pf. An der Tageskasse 30 Pf. Anfang 4 Uhr. Billets sind in den Zahlstellen und in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Vortheilhafteste Bezugsquelle. Gegen 2926L* Uhren- und Goldwaaren- Fabrik Silber- und Alfenidewanren- Lager von Reinhold Wankel, Brunnenstrasse 163 zwischen Anklamer- und Invalidenstr. 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