Itr. 324 ♦ 43. Iahr�. Tiusgabe ik Nr. 167 Bezugspreis. SSSchentlich 70 Pfennig, monatlich B,— Reichsmark voraus■ zahibar. Unter Kreuzband filc Deutichland, Danzig, Eaar» und Memelgebiet, Oesterreich. Litauen. Luxemburg 4.50 Reichsmark, für da, übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der.Vorwärts' mit der Sonntags» beilage„Volk und Zeit" mit„Sied- lung und Kleingarten' sowie der Beilage„Unterhaltung und Wilsen' und Frauenbeilagc„ssrauenstimme' erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telraromm- Adresse: »Sozialdemokrat Berlin' Morgenausgabe Derlinev VolKsblakk (l0 Pfennig) Anzeigenpreise: Die«insvaltige Nonpareille. zcile 50 Pfennig. Retlamezeile i,— Reichsmark.»Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort 25 Pfennig szuiSssig zwei fettgedruckte Worte), Irdes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, iedes weitere Worck 10 Pfennig. Worte über 15 Buch» stoben zählen für zwei Worte. 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Der Artikel 8 der Verfassungsurkunde des hohenzollern- schen Kaiserreiches bestimmte, daß im Bundesrat„aus den Bevollmächtigten der Königreiche Baliern, Sachsen und Württemberg und zwei vom Bundesrat alljährlich zu wählenden Bevollmächtigten anderer Bundesstaaten ein Aus- schuh für die auswärtigen Angelegenheiten gebildet wird, in welchem Bayern den Vorsitz führt". Dieser„Auswärtige Ausschuß" verfiel unter bajuoarischer Führung dem ewigen Schlaf. Sozialdemokraten erinnerten, die Unterwürfigkeit des bayerischen Löwen vor dem preußischen Aar tadelnd, im bayerischen Landtag von Zeit zu Zeit daran, wie willig diese politische Machtstellung Bayerns im Reiche von den föde- xalistischen Gralswächtern preisgegeben wurde. Ludwig trumpfte im Erschauen später möglicher Würden eines weißblauen Stammherzogs bei der Krönungsfeier in Moskau mächtig auf, als ein kaiserlicher Bureaukrat die um den Fixstern llÜilhelm II. kreisenden fürstlichen Planeten des deutschen Weltalls als Vasallen titulierte. Aber der gräßlich- furchtbare Leu machte alsbald wieder brav Männchen oben in Kiel.— Dies alles und noch einiges dazu geschah ein, zwei McnschenaltervorSchaffungderVerfassung v o n W e i m a r, der— immer wieder muß es den schwätzen- den Föderalisten vorgehalten werden— die Herren der föderalistischen Bayerischen Volkspartei ausdrücklich zuge- stimmt haben: so stimmten einst die Patrioten zu München der Bismarckschen Verfassung zu, um dann jahrzehntelang das Reich zu beschimpfen. Jetzt preist der tatenfrohe, ehrliche Mannesstolz der Diplomaten des Landes Bayern jene erste Verfassung als ein Werk höchster politischer Vernunft. Heute nun stellen die eingeborenen Gazef�en der Ord- nungszelle, in Tempo und Ton sich täglich steigernd, einen neuen schmählichen Einbruch in die friedlichen Gefilde der bayerischen Staatsmacht fest: der Femeausschuß der deutschen Volksvertretung kommt nach München. Daß die Einvernahme von 4» bis 50 Zeugen am Orte ihres Wohnsitzes regelmäßig und bei jeder Unter- suchung aus einfachsten Zweckmäßigkeitsgründen erfolgt, wer- den die Aufgeregten wohl nicht bestreiten können. Jedoch ist in dem Lande, das— einst demokratisch— zur Inkarnation weltgeschichtlicher Lächerlichkeit durch die brutale Unfähigkeit (einer ministeriellen und diktatorischen Größen wurde, die leberlegung wie immer schnell entlaufen und der„Schrei des Protestes" bläst bereits zum jahrelang geübten Angriff wider Reich und Recht. Daß der„Schrei des Protestes" ein offizieller der Herren der Bayerischen Voltspartei ist, geniert nicht allzu sehr. Der kochenden Voltsseele muß in Tunten- hausen oder sonstwo und irgendwie von Zeit zu Zeit ein Spektakelstück geboten werden: geschrien haben die Herren im Laufe der Zeit zudem oft und viel, auch gegen die hoch- würdigen Herren Bischöfe der bayerischen Diözesen, als die Seelenhirten vor dem Kriege nicht mehr die Wahlbündnisse mit uns Sozialdemokraten dulden wollten. Auch halbe Bos- heiten, daß der Ausschuß in Bayerns Hauptstadt nicht er- wünscht sei, weil„der Kredit der Politik des Reichstags und der Reichsregierung kein größerer geworden sei", wirken in der Erinnerung an bayerische Staatskunst nur lächerlich. Daß ausgerechnet die Koalitionsbrüder der Bayerischen Volks- partci im Reiche die„Attacke gegen Bayerns Selbständigkeit" in der Front, reiten, gehört auch in die heitere Rubrik. Offen- bar find auch nach offiziöser Münchener Regierungsmeinung die Herren Deutschnationalen zu dumm gewesen, um die finsteren Pläne der Sozialisten gegen die weißblau- schwarzwcißrote Republik zu begreifen. Bedenklich und ernster stimmt etwas anderes. Man könnte die partikulariftifchen Föderalisten ruhig gewähren und sich ausschimpfen lassen, bis sie sich aufs neue genug blamiert haben. Der Skandal liegt darin, daß der verantwortliche Staatsmann, der bayerische Herr Ministerpräsident, selbst wieder einmal die Schleusen geöffnet hat. Er hat den entscheidenden Anteil daran, daß wieder einmal gegen die Ausübung eines einfachen Verfassungsrechts eine Hetze in Szene gefetzt wird, die gewissenlos ist. Schon erscheint in den frommen Christen- blättern der fällige Leitartikel mit dem Stichwort in fetter Ueberschrift:„Dr. Levi in Münche n". Die Frommen höhnen über die Bedenken, die über persönliche Sicherheit für die Ausschußmitglieder in des Herrn Ministerpräsidenten Dr. Heids„llnordnungszelle ersten Ranges" geäußert wurden. Die Wackeren haben ja auch mehr aus Einfalt wie aus Ucberlegung die klaren Möglichkeiten von Putschen und Gewalttaten dreist geleugnet, bis alles kam, wie es kommen mußte, und sie selbst als die blamierten Europäer abtraten. Passiert infolge dieser neuen, unter der Mitwirkung des Herrn Ministerpräsidenten neu inszenierten Hetze etwas, dann werden die Mutigen im Wasser des Pilatus untertauchen. Man hört bereits, daß Herr Dr. H e l d sich„d i e S a ch e so nicht gedacht habe" und daß er nie mehr die„ver- lässige" Presse allein unter Ausschluß der demokratischen und sozalistischen„informieren" wolle, wie er es dieses Mal tat. Kann man dem bayerischen Ministerpräsidenten glauben? Gewiß ist ihm schon manches sehr unbedachte Wort ent- kommen, das er nachträglich herzlich gern korrigiert hätte. Seine durch Tatzeugen bewiesene Weigerung, sich in der Stunde höchster gemeinsamer Not des Vaterlandes auf die Treue zum Reich(Oktober 1918) zu verpflichten, gehört hier- her. Herr Dr. Held ist gewandt; er mußte wissen und wußte auch, wie seine Parole gegen den„neuesten Einbruch in das bayerische staatliche Eigenleben" sich in diesem Lande und in dieser Presse auswirken werde. Wirklich, die bayerische Staatskunst hat eine kleine, gerade Linie. Reichsgesetze wurden unter bewußtem Vc?- fassungsbruch in dem bayerischen Imperium außer Kraft ge- jetzt, Gesetze wurden von Richtern unter Beugung des Rechts nicht angewandt, Beamte, die wegen Hochverrats rechtskräftig verurteilt sind, werden in ihre Rechte als aktive Staats- beamte wieder eingesetzt, oberste Polizeistellen sind nach jähre- langer, frecher Ableugnuntz der kriminellen Paßsälschung überführt, nahezu kein politisches Mordverbrechen wird dank einer vollkommen unzuveichenden Justiz und Verwaltung auf- geklärt und„für Bayern ist es ein unerträglicher Gedanke, eine Art Reichs-Jnquisitionsausschuß beherbergen zu müssen". Wie erbärmlich! Hättet Ihr, die es zunächst anging, aufge- klärt, brauchte der Ausschuß der deutschen Volksvertretung nicht mehr aufzuklären. Und jetzt will es die Schicht der ewig gleich Versagenden verhindern, und die gewohnte Mißachtung des Rechtes versteigt sich nach der„Information" des Ministerpräsidenten zu der unerhörten Putschistensprache: „Das ändert aber nichts an der Tatsache,, daß das Ver- legen des Untersuchungsausschusses mitsamt dem Herrn Dr. Levi nach München einsach eine politische Unmöglichkeit ist, die schon um des Ansehens des Reichstages in Bayern willen nicht versucht werden darf."(Offizielle Boye- rische Volksparteikorrespondenz.) � Nicht einmal die kleine Dosis vernünftiger Ueberlegung bringen die Schimpfenden auf, aus Klugheit ruhig gewähren zu lassen. So lenken sie die Aufmerksamkeit der ganzen Oeffentlichkeit daraus, daß andere tun, was längst hätte ge- schehen müssen. Warum sitzt heute der des Mordes an Gareis Verdächtige? Herr Dr. Held möge sich die Frage beantworten. Er möge sich noch an etwas erinnern. Der augenblickliche Herr bayerische Mi- Nisterpräsident war es, der als Abgeordneter den später feige ermordeten Genossen G a r e i s im bayerischen Landtag lächerlich machte und in sehr unschöner Weise»erhöhnte, weil dieser zum erstenmal v o ii p o l i t i s ch e n Morden unter behördlicher Hilfe sprach. Fast hat es den Anschein, als ob die billige politische Manier sich nicht viel geändert hat. Sicher hat sich die Verantwortung geändert. Für den Ministerpräsidenten sollte sie größer wie für den einstigen Parteipolitiker sein. Wir beneiden Herrn Dr. H c l d weder um diese Verantwortung noch um das, was er infolge ihrer neuerdings zu verantworten haben wird. Alwin Saenger. Das Nlorüfpftem. Die Mörder und ihre Beschützer. Der Wutschrei der bayyerischen Presse gegen die Abhaltung einer Sitzung des Femcuntersuchungsausschusses des Reichstags in München wäre nicht verständlich, wenn man nicht wüßte, daß der Femcuntcrsuchungsausschuß mit seiner Arbeit zum e r st e n- »> a l in das System der Fememorde h i n c i n g e i e u cht et hat. Die Untersuchungen des Ausschusses haben nicht zuletzt dank der unermüdlichen Arbeit des Genossen Dr. Paul Levi— Klarheit über die Zusammenhänge der bayerischen Fememorde gebracht. Was bisher in polizeilichen und gerichtlichen Untersuchungen nicht klargestellt werden konnte, weil in Rayern eine gewisse Di- rcktion van oben herunter die Entdeckung der Zusammenhänge den behördlichen Organen unmöglich machte, scheint jetzt offenkundig zu werden. Gegenüber dem erschütternden Material, dos bereits bekannt ist, sollte sich eine Einheitsfront aller anständigen Menschen gegen das verruchte System der Fememorde bilden. Um die Wut der bayerischen Presse zu verstehen, ist es nötig, die wichtigsten Daten üb« die bayerischen Fememorde zusammen- zustellen: Ter Mord an der Sandmcycr. In der Nacht vom 5. zum 6. Oktober 1920 ist das Dienstmädchen Marie S a n d in c y e r in München ermordet worden. Die Leiche wurde ain(5. Oktober morgens an einer Fichte im Forsten- riedcr Park hängend ausgefunden. Die Spuren ergaben init Deut- lichkeit, daß sie in einem Automobil schon als Leiche hinbcsördert worden war. Es besteht die Gewißheit, daß sie in diesem Auto mit einem Strick erdrosselt worden ist. Ueber ihrem Kopf an der Fichte fand sich ei» Plakat:»Du Schandweib hast ver- raten dein Vaterland, dich hat gerichtet die Schwarze Hand." Bei der Nachforschung nach dem Täter ergab sich folgendes: Die Sandmcyer war Dienstmädchen auf einem Schlosse Holzen gewesen und hatte dort ein Waffenlager entdeckt. Sie ist von der Herrschaft in Unfrieden geschieden und wollte das Wasfenlager verraten. Nicht etwa den Franzosen. Als si? in München die Plakate, die zu Waffenablieferungen aftffordertcn, angeschlagen sah, wollte sie die Waffen dem zuständigen Entwafsnungstommissar über» antworten. Sie wußte die Adresse nicht und wandte sich infolge- dessen an die Druckerei, die das Plakat gedruckt hatte. In der Druckerei traf sie einen Ange st eilten, der Einwohner- wehrmann war. Als dieser von Wasfenablieferung hörte, führte er sie zu einem Kaufmann Zeller. Zeller fragt« sie nach dem Namen. Er oerstand den Namen falsch und notierte sich�S a n d m a n n. Am 5. Oktober erschien in der Ortschaft Odelshausen, dem- Wohn- ort der Sandmeyer, ein Mann und erkundigte sich nach einer Marie Sandmann. Es wurde ihm gesagt, es gebe ini Ort keine Sand- mann, sondern nur E a» d m e y e r. Es wurde ihm, nachdem er mit vier Personen gesprochen hatte, mitgeteilt, die Sandmeyer sei inzwischen bei einem Konsul Kemmerich in der Tengstraße in München als Dienstmädchen eingetreten. Abends u in 9 Uhr erschien in der Wohnung von Kemmerich ein Mann, der die Sand- meyer zu sprechen verlangte. Nach dem Gespräch kam die Sand- ineyer erregt in die Küche und sagte, es sei ein E n t w a f s- nungskommissar dagewesen, sie müsse gleich fort. Sie ging dann in ihre ein paar Häuser weiter gelegene Wohnung und wurde noch gesehen, wie sie, zum Ausgehen ange- kleidet, die Wohnung verließ. Am nächsten Tage wurde sie tot aufgefunden. . Die Spuren. Ein paar Tage nach der Aussindung der Leiche wurde das Auto ermittelt, in dem die Sandnieyer gesahren worden war. Das Auto gehörte der Einwohnerwehr. Der Ehausfeur dieses Automobils hat eingehend dargestellt, wie ihn an diesem Tage das Automobil genomnien und auf Anordnung des Oberleutnants Braun, des Leiters der Wasfenabteilung der Einwohnerwehr, anderen Personen zur Verfügung gestellt worden war. Am nächsten Morgen wurde ihm das Auto in stark beschädigtem Zu- st a.n d wieder zur Verfügung gestellt. Aus dem Boden des Autos fand sich ein Fleck, der, wie der Ehausfeur sagt, nach Urin roch� Aus der Kleidung der Sandmeyer konnte bei der Obduktion sestgestellt werden, daß sie im Todeskampf Urin gelassen hatte. Dieses Auto ist von der München« Polizei nie beschlagnahmt worden, obgleich es von der Einwohnerwehr sofort an die Reparaturanstalt gegeben worden war und die Karosserie noch vor- Händen war, als die Polizei das Auto„besichtigte". Die Rolle Schwcikarts. Unter sich fühlten sich die Mörder sicher. Gefährlich konnte ihnen nur diese Person werden, die bei ihren Nachfragen in Obels- Haus cn und in der T e n g st r a ß e mit Außenstehenden zusammen- gekommen war. Diese Person war kein anderer als Schweikart. Er mußte also verschwinden. In der Tat erhielt er am 9. Oktober ohne die sonst bei der Paßerteilung notwendigen Unterlagen eiyen Auslandspaß ausgestellt aus seinen Namen. Dieser Pah ist ihm auf Veronlassung des Poli- zeikommissars Glaser, ausgestellt worden. Schweikart floh erst nach Münster und wurde dann— im Dezember 1920— auf geheimnisvollem Wege, an München vorbei, an die österreichische Grenze gebracht und ging nach Oesterreich. Am 9. Juni wurhe Genosse Gareis ermordck. Am 12. Oktober 1921 wurde Schweikart auf Grund des Hast- befehls wegen Verdachts der Ernwrdung der Sandmcyer in Ienbach in der Pertisau oerhaftet. Bei sich trug er einen Paß, auf den Namen Schmidt ausgestellt vom Ungarischen Generalkonsulat in München, am 19. April 1921. In diesem Paß befindet sich ein g c» sälschtes Ausreisevisum des Berliner Polizeipräsidium», datiert vom 13. Mai 1921. ein echtes österreichisches Ein» r e i s e v i s u m, ausgestellt vom Oesterreichischen Generalkonsulat in München vom 8. Juni, dahinter ein gefälschter österreichi- scherG renzstempelvon Kufstein, gleichfalls vom 8. Juni. ' Auf die Frage, ob er in der Zwischenzeit einige Male in München gewesen sei, erklärte Schweikart damals, er sei zweimal in München gewesen, einmal im April, einmal im Juni. Er habe das erstemal im chotel Königshof, das zweitemal im Hotel Deutscher Kaiser gewohnt. Später hat Schweikart bestritten, daß diese Angaben richtig seien, er habe sie nur gemacht, um mit den Paßeinträgen konform zu gehen. Im Hotel Deutscher Kaiser hat vom die Forderung des Klägers: Festzustellen, daß sein Arbeitsverhältnis fortbesteht und ihm sein Lohn weiter zu bezahlen ist, anerkannt werden müssen. Der Vorsitzende riet ober nach der Beratung des Gerichts zu einem Vergleich, der dann auch dahin ab- geschlossen wurde, daß der Kläger mit einer Entschädigung von? 5 Mark abgesunden wird. Solche Fälle, wo eine vermeintliche Beleidigung ein es Wertmeisters als Entlassungsgrund an- gesehen wird, kommen beim Gewerbegericht ziemlich o s t vor. Sie werden fast immer rein schematisch und ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse beurteilt. Die Gewerbeordnung will ja den Arbeitgeber und seinen Vertreter vor Boleidigun- gen schützen. Aber welchem Arbeiter kommt es denn zum Bewußtsein, daß der in einem Fabriksaal tätige Meister als autoritativer Vertreter des Arbeitgebers anzusehen und ebenso zu behandeln ist, wie etwa der Fabrikdirektor oder der Fabrikbesitzer. Der Meister war doch selbst— vielleicht noch vor kurzer Zeit— Arbeiter und gleichgestellter Kollege seiner jetzigen„Untergebenen". Deshalb ist der Meister für die Arbeiter kein„großes Tier", sondern ein ihnen gesellschaftlich Gleichgestellter, mit dem sie in ihren Um- gangssormen verkehren, was natürlich keine salonfähigen Formen sind. Man sollte sich also, wenn es sich um vermeintliche Be- leidigungen handelt, nicht nur an den Wortlaut der betressenden Aeußerung halten, sondern prüfen, ob die Absicht der Beleidigung vorlag. Das wird zu verneinen sein in Fällen von Auseinander. setzungen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Hier handelt doch der Arbeiter in Verteidigung seiner Rechte und in Wahr- n e h m u n g berechtigter Interessen. An sich beleidigende Aeußerungcn, die bei solcher Gelegenheit fallen, sind nach � 193 des Strafgesetzbuches straffrei, wenn nicht die Absicht der Be- leidigung festgestellt wird. Es ist schwer zu verstehen, daß A c u ß e- runqen, die in einem Beleidig ungsprozeß vor dem Schöffe" gericht straffrei bleiben würden, in der g e w c r b- lichen Rechtsprechung als ausreichend angesehen werden, um Arbeiter mit der.E n t l a s s u n g zu bestrasen. gm« Jjnitc. Dienslaq. 7>4 Uhr toarn die Mruppen: Londsbeea«« PI»»! Iuqcndhcim Dicstelmcnerstr. S. Humoristischer Abend.— grankfnrtcr Allee: Jugendheim Tilsiter Sir 15, 1 Tr. jriti Reuter, tloas <1119 seinem Leben und seinen Werken.— Lichtenberg: Jugendheim Dosscstr. 22. Bortra«!„Die Ausgaben der Semcrkschasten".- Tee»t»i»: Jugendheim Wilden. bruchstr. 53 54. �ustiger Tiroler Abend.— Spandau: Jugendheim Linden- Ufer 1. Suielobend.— vberschöneweide und«Ipeni«: Svielabcnd auf dem Metallarbeitersportplat, an der Oberspree.— Rordkrei,: Alle Muglieder de» Nordkreise, tieffrn sich um W Uhr Amruner Ecke Afrikanisch« Straße. Dadc- abend auf dem Wassersportplah Plöhensce. Verantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschakt:«rtur Saternu»: Dewerkschaftsbewegung: gr.«tikar»: Feuilleton: Dr. John«chik»«»ki: Lokales und SonNiaes: Sri«»arstädt: Anzeiaen: Td.»lache: liimtlich in Vcrlin. Verlan: Vorwärts» Verlag®. m. b. S.. SBetlin. Druck: Vorwarts-Buchdruckerel und Lerloasonllalt Paul Sinaer u. Co.. Berlin SW 68 Lind-nstraß« 3. «ietis 1 Beilage und„Unterhaltung und Wisse»-. Hr. 324 ♦ 4Z.Iahrgang 1« Seilage ües vorwärts Dienstag, 13. �ali 1426 Jork mit öer /lvusbahn! Scharfe Kritik von allen Seiten. Die schweren Unsälle, die sich am Sonntag während des Autorennens aus der Avus ergeben haben, beschäsligen bereits dix zuständigen Dolizristellen. und zwar sowohl die kriminal- wie die Verkehrspolizei. Durch Vernehmung der beteiligten kreise der Ziennleilung. der Industrie und der Wahrer selbst, sowie durch einen am heutigen Dienstag sialtsindenden Lokaltermin aus der Avus soll sowohl in strafrechtlicher wie in verkehrslechnijcher Hinsicht die ganze Angelegenheit geklärt werden. Dabei darj nicht übersehen werden, dah die ganze Angelegenheit auch eine wichtige lokolpolitische Seite hat. Mit Recht macht Berlin grofze Anstrengungen. um den internationalen Fremdenverkehr herbeizuziehen. Die unbekümmerte, man kann fast sagen. Zynische Art. mit der die Rennen trotz der beiden Todesopfer fortgesetzt wurden, mutz den empörten Protest aller gesitteten Menschen hervorrufen. Der Ruf Berlins als Sporlskodt wird durch solche Vorkommnisse schwer gefährdet. von mehreren Seilen wird übrigens die Frage ausgeworfen, was wohl geschehen wäre, wenn der verünglückte Wagen Rosenbergers nach dem Anprall an das Zeitnehmerhaus durch Explosion des Benzin- behälters in Brand geraten wäre. Irgendwelche Einrichtungen zum Löschen oder Feuerwehrposlen waren nirgends zu sehen. Es hätte übrigens auch nicht viel gefehlt, doh das ganze hohe Zeiltasclgerüst umgestürzt und auf die Bahn gefallen wäre, denn der Wagen Rosenbergers Halle aus der einen Seite die Stützen bis aus eine weggerissen. Eine mit so ungeheuren Gesahren ver- bundene Veranstaltung mutz auch mit outzergewönlichen Vorsichtsmatznahmen nach den verschiedensten Rläztungen hin umgeben werden, wenn das in Zukunft nicht geschieht, wenn der Ocssentlichkeil in Zukunft bei Massenveranstaltungen gleich viel welcher Art nicht die weitestgehenden Zusicherungen gegeben werden, wenn man nicht endlich damit aushören will, eine solche Sportveranstaltung dreist und srech mit n a l i o n a- listischem Klimbim zu umgeben, dann wird man in Zukunft mit aller Entschiedenheit die Bevölkerung warnen müssen, derartige Veranstaltungen zu besuchen. Die Organisation ües Sanitätsöienftes. Ueber den Sanitätsdienst auf der Avus während des Rennens, der Gegenstand lebhafter Kritik war, äußert sich die Rennleitung bzw. der mit der Organisation des Dienstes be- auftragte Branddirektor Bahrdt in einer längeren Er- klärung, in der es u. a. heißt: „Die nahezu 100 Mitglieder zählende freiwillige Sanitäts- kolonne vom Roten Kreuz Charlottenburg hat mit Ausnahme des allerersten aus der Avus veranstalteten Rennens seit jeher den Sani- tätsdienst bei den Rennen ausgeübt. Sie hat unter Berücksichtigung oller gesammelten Erfahrungen den außerordentlich verstärkten Dienst zu dem gestrigen Rennen organisiert, der sich in jeder Beziehung bewährt hat. Die Bahn war besetzt mit 10 A e rz t e n, fast 120 Sanitätern mit Verbandskästen, 3 Krankenautos, 5 Personenwagen zu Krankentransporten, 49 Krankentragen, darunter �ahrbahren, und einer ausreichenden Anzahl Verbandskästen für die Posten auf der Strecke. Aus der 10 Kilometer langen Strecke ergibt sich somit eine Besetzung mit Sanitätsposten aus 200 bis 300 Metern. An beiden Enden der Avus befanden sich zwei vollkommen einge- richtete Sanitätsstationen, die zur Aufnahme und zur Behandlung von Verletzten in denkbar weitestgehendem Mahe� ausgerüstet und mit je zwei Aerztcn besetzt waren. Eine weitere Station, ebenfalls mit allen erforderlichen Hilfsmitteln ausgestattet, befaird sich unter Lei- tung eines Arztes in der Zwischenschleisc. Die übrigen Aerzte waren aus der Strecke zweckmäßig oerteilt und konnten überall rechtzeitig. ärztliche chilsc bringen. Weiter wird betont, daß die Kranken- transportwagen grundsätzlich auf der parallel zur Avus ver- laufenden Straße herangeführt werden und daß von einem Zuspät- kommen oder Nichtvorhandensein der Wagen keine Rede sein könne. Das Sanitätspersonal sei allerdings angewiesen, bei Hilfeleistung sich zunächst davon zu überzeugen, ofr auch die Bahn gerode frei sei, damit durch Kreuzen der Strecke nicht weitere Unglücks verursacht würden. Soweit die Erklärung der zuständigen Sanitätsstellen, die aller- dings wohl auch kaum bestreiten können, daß der Abtransport der bei dem Unfall Rosenbergers an der Zeittafel Verunglückten erst 20 Minuten später erfolgen konnte. Die Hauptschuld an der langsamen Hilfeleistung trägt an dieser Stelle die Enge der Bahn mit ihren hart an der Fahrstraße stehenden Anlagen, die ein unbe- hindertes Auffahren des Krankenwagens und die freie Bewegungs- Möglichkeit für die Sanitäter und Hilfeleistenden unmöglich machte. Die Erklärung steht auch im Widerspruch mit den Feststellungen des Städtischen Rettungsamtes. Wie bereits gestern abend im„V o r w ä r t s" mitgeteilt wurde, mußten die Sanitäts- autos die gleiche Fahrbahn benutzen, aus der die Renn- wagen nach den Unfällen ruhig weiterfuhren. Dies« ganze Er- klärung der Rennleitung verfolgt ganz osfensichtlich den Zweck, davon abzulenken, daß das amtlich« Rettungswesen ausge- schaltet worden war. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, doh gleichzeitig damit auch für die Kolonne Charlottenburg des Roten Kreuzes eine Lanze gebrochen werden soll. Es hat aber in Hinsicht aus den Fall in Wannsee den Anschein, als ob diese Organisation immer wieder zur Freude gewisser hochgestellter Per- sonen in Soldatenspielerei zurückfällt. Das Unglück bei der Roten-Kreuz-Parade auf dem Wannsee ist noch zu sehr in frischer Erinnerung, als daß jedes Mißtrauen bereits geschwunden wäre. Militärischer Klimbim und Auszüge vor Hohen- zollernherrschafien gehören nicht zum Sanitätsdienst. Daß es ohne dies geht, beweisen die Arbeitersamariter ständig, die, bei Demonstrationen und ähnlichem vor mindestens so schwere Auf- gaben gestellt, noch nie versagt haben. keine Verschlechterung im öefinöen öer Opfer. Im Befinden der am Sonntag auf der Avusbahn Verunglückten ist erfreulicherweise keine Verschlechterung eingetreten. Bei Rosenberger wurde in der Klinik des Geheimrats Borchardt eine leicht« Gehirnerschütterung und Schulterqueffchung fest- gestellt. Seine Kops- und Stirnwunden mußten genäht werden. Er hofft, am heutigen Dienstag bereits sich mittels Flugzeuges in seine Heimat nach Pforzheim begeben zu können, doch steht noch nicht fest, ob die Aerzte es ihm gestatten werden. Auch das Befinden seines Mitfahrers Koggelin, das wegen einer ziemlich schweren Gehirnerschütterung noch ernst ist, bat sich nicht verfchlecbtert. Leidlich ist auch das Befinden der beiden Franzosen Chassagne und R i v e t. Eine leichte Gehirnerschütterung wurde auch bei dem eben- falls im Hildegard-Krankenhaus liegenden Pluto-Fahrer M e d e r e r festgestellt, der auch noch eine Rippe gebrochen hat. Der an der Zeittafel beschäftigte Student Kleinsorge hat einen Unterschenkelbruch erlitten, er befindet sich auf dem Wege zur Besserung. Auch den an der Nordschleif« an der Tribüne L verun- glückten drei Personen geht es zufriedenstellend. flutomobilrennen zwecklos! Von einem Automobil- und Motorenfachmann aus Arbeiter- kreisen wird uns geschrieben: Die Automobil- und Motorenindustrie hat es nicht nötig, ihre Befähigung zur Herstellung von guten Fabrikaten durch Auto- mobilrennen nachzuweisen, bei denen dann sogar noch, wie am Sonntag auf der Avus, Menschenopfer gebracht werden. Auto- mvbilrennen bedeuten für die Zuschauer einen Nervenkitzel, für die Fabriken, die ihre Maschinen laufen lassen, sind sie aber lediglich Reklame, wobei ein etwaiger Sieg weidlich ausgenutzt wird. Wenn sich irgendwer ein Automobil für Gebrauchszwecke anschaffen will, so sollte vernünftigerweise nicht danach gefragt werden, ob das Motorenfabrikat schon so und soviele Preise bei Automobil- rennen gewonnen hat. Viel wertvoller für den Käufer ist es, zu wissen, ob der Motor und der Wagen für Gebrauchszwecke sicher, stabil, leistungsfähig und zuverlässig ist. Ein Sieg einer bc- stimmten Motorenmarke in einem mörderischen Automobilrxnnen ist noch gar kein Beweis für die Qualität der in Serien- Herstellung gebauten Fabrikate der gleichen Firma. Die Mo- toren der Rennwagen stellen in den meisten Fällen raffiniert aus- geklügelte Spitzenleistungen dar, wobei die gemachten Erfahrungen nur zu einem ganz geringen Bruchteil für die Serienmotoren Ver- wcndung finden können. Die Todesrennen am vergangenen Sonntag haben lediglich wieder einmal bewiesen, daß in der p r i- oatwirtschaftlichen Automobilindustrie die Re- k l a m e mit jedem Preis, auch mit Menschenleben, be- zahlt wird. Die fivus als Nennbahn unmöglich. Es muß. so heißt es in einem Bericht des Demokratischen Zeitungsdienstes, rund heraus gesagt werden: die Avus ist sür derartige Rennen unmöglich. Als man seinerzeit an den Vau der Automobilstraße heranging, mochte man noch glauben, daß sie den damaligen Ansprüchen genügen konnte. Heute ist das längst nicht mehr der Fall. Als Vcrtehrsftraße mag sie geeignet sein, als Renn- strotze ist sie völlig unzulänglich. Wer Automobil st raßen des Auslandes,;. B. die, die von Mailand nach Como führt, kennt, der weiß, daß ganz andere Anforderungen an eine Automobilstraße, von einer Rennstraße schon gar nicht zu reden, gestellt werden müssen. Auch wer nicht gern nach der Polizei ruft, der wird doch sagen müssen, daß die Avus erst einmal von Grund auf geändert werden muß und daß zweitens die Schutzvorrichtungen erheblich verbessert werden müssen, ehe wieder ein solches Rennen gesahren werden darf. Man sagt ja. daß jede aufblühende Industrie, die vielen Lebensmöglichkeiten gibt, auf der anderen Seite auch Opfer fordere und daß auch Sportleistungen nicht frei feien. Wie man darüber im einzelnen auch denken mag, soviel ist jedenfalls sicher, daß alles getan werden muß, um die Opfer auf das geringste Maß zu beschränken und die Sicherheit auf das tiöchstmaß zu steigern. Ein Automobilrennen ist natürlich kein Skatspiel. Fahrer und Mitfahrer kennen die Gefahr. Das Avusrennen hat bisher zwei Menschenleben als Opfer gefordert und man kann gar nicht anders als sich zu fragen, ob der Verlust dieser Menschenleben die Sportleistung lohnt und ob das Rennen in dieser Form ausgefahren werden konnte._ Hochstapler und versthwenüer. Ein Großkampftag um den Z 51.'< Ein Schulbeispiel dafür, wie nötig ein Mittelding zwischen Irrenhaus und Gefängnis wäre, bewies eine Verhandlung vor dem Großen Potsdamer Schöffengericht gegen den dreißig- jährigen Kaufmann Wilhelm B a r u ch aus Berlin, der sich wegen zahlreicher Hochstapeleien zu verantworten hatte. Zwei Verteidiger kämpften für den entmündigten Angeklagten, der eine für die Be- ftrafung, der andere, vom Vormund bestellte, für die Internierung. Irrenhaus oder Gefängnis, das war hier eine schwer zu lösende Frage, und die Verhandlung gestaltete sich unter den Psychiatern zu einem Großkampstag um den Z 51. Baruch, ein sehr vermögender Mann, ist ein grenzenloser Ver- schwender. Nachdem ihm sein Vermögen durch die Entmündi- gung gesperrt wurde, betätigte er sich als Hochstapler großen Stils. Auf Grund der ärztlichen Gutachten wurde B. vor Iahren ins Irrenhaus gebracht und alle Verfahren gegen ihn eingestellt. In Herzbergc bestach er die Wärter, und hinter dem Rücken der Aerzte veranstaltete er Sektgelage und besuchte Tanzdielen und anderes mehr. Im April 1925 wurde der Angeklagte aus Herzbcrge, als strafrechtlich verantwortlich, entlassen und wieder aus die Mensch- heit losgelassen. Alle Versuche der Familie, den vollständig Hemmungslosen zu bessern, schlugen fehl. Sei» suggestiver Einfluß auf Personen führte dazu, daß die größten Luxushotels in den Seebäder» auf ihn hereinfielen. Wochenlang spielte er dort den eleganten Mann, der es sich bei Hummer und Kaviar zum ersten Frühstück gut leben ließ. Dabei knüpfte er Verhältnisse mit Frauen an, die willenlos ihre Brillanten von den Fingern zogen und sie dem Angeklagten anvertrauten. Im„Schwedischen Pavillon" in Wannsee lebte Baruch zwei Wochen wie ein Krösus, ohne zu bezahlen. Schließlich gab ihm der gutgläubige Wirt auf wertlose Schecks 3800 Mark bares Geld zum Ankauf einer Segeljacht. Sein ausschreitender Luxus auf Kosten anderer stieg ins Gigantische. Endlich verhaftete man den Betrüger in Königs- winter, und, im Potsdamer Untersuchungsgefängnis untergebracht, Oer Ivobbly. LOj Von B. Traven. Copyright by Buchmeister-B-rlag. Berlin und Leipzig. Zum Essen. War das nun Frühstück oder Abendessen? Ich sah nach meiner Uhr. Stehengeblieben. Natürlich. Wenn man so ein verfluchtes Ding mal wirklich braucht, dann steht sie. Am liebsten möchte ich sie gleich gegen die Wand pfeffern. Was tu ich mit einer Uhr, die stehen bleibt, wenn man mal eine Flasche Bier trinkt und lustig ist und singt. Also rauf zum Essen. Nur um die gute Frau nicht noch mehr zu ärgern, aß ich von allem etwas. Mr. Pratt saß gleichfalls am Tisch und pickte in seinen Tellern herum. Er sah nicht auf, und er tat, als ob er mich gar nicht kenne. Wenn ich das Wort an ihn richtete brummte er nur. Ich kannte den Schwindel schon. Er hatte seiner Frau erzählt, daß ich ihn verführt hätte, und daß er fertig mit mir sei, aber da er doch schon die Kosten der Fahrt sür mich bezahlt habe, wolle er mich mit der Herde losschicken und dann nie wiedersehen. Als Mrs. Pratt einmal aufstand, um zur Küche zu gehen, sagte Mr. Pratt:„Hallo, Boy, machen Sie das Konzert ein wenig mit. Morgen ist es verraucht. Sie ist gar nicht so. Eine prächtige Seele. Nur mit dem Trinken kann sie sich nicht befreunden." Nun änderte er den Ton:„Es war un- anständig von Ihnen, daß Sie mich immerfort ausforderten, auf die Gesundheit des Präsidenten, auf die Fahne, auf das Vieh zu trinken. Ich hatte Ihnen im voraus gesagt, daß ich trocken bin und nie trinke. Aber, wenn Sie mit Gesundheit- trinken kommen, das ist ein unfaires Spiel." Nanu? Was war denn das mit einem Male? Ach so, Mrs. Pratt war wieder hereingekommen, und er hatte das Konzert zu machen. Er verstand es. Er hatte die letzten Sätze so hinausgedonnert, daß Mrs. Pratt sich ganz aufrecht auf ihren Stuhl setzte, als ob sie damit sagen wollte: Da können Sie sehen, was für einen anständigen Mann ich habe: er tut es nur aus Patriotismus, während Sie es aus Berkommen- heit tun. � Nach dem Esten wurden wir in Gnaden entlasten. Mir wurde meine Stube gezeigt, und ich legte mich schlafen. Am folgenden Morgen, gleich nach dem Frühstück sattelten wir auf und ritten erst einmal nach der Prärie hinaus, damit ich mir ein Pferd aussuchen möge. Die Pferde werden draußen auf der Prärie gezeugt und geboren. Sie kommen nie in einen Stall und wachsen völlig wild auf. Ställe gibt es über- Haupt nicht. Pferde und Vieh werden durchaus menschenscheu und fliehen, wenn sie nur einen Menschen in der Nähe riechen. Zweimal oder dreimal im Jahr werden die Pferde die man nicht gebraucht, eingefangen und in einen Korral, eine kleine Umzäunung in der Nähe des Hauses, gebracht. Hier werden sie gefüttert, damit sie sich des Menschen nicht ganz entwöhnen, werden angebunden, werden geduldig aufgezäumt, aufgesattelt, endlich wird aufgesessen, und dann werden sie wieder entlassen. Hier wird das alles mit großer Geduld getan, um den Charakter des Pferdes nicht zu brechen, seinen Stolz nicht zu verletzen, sein natürliches Feuer nicht auszu- löschen. In Amerika geschieht das Brechen der wild aufgewachse- nen Pferde mitleidloser. Sie werden in den Korral gebracht, sehr fest gezäumt, fest gesattelt und gleich springt ein Mann rauf, den das Pferd nicht mehr abwerfen kann, weil der Mann in dem Stocksattel sehr fest sitzt. Dann wird das Tier gepeitscht, und es rast nun herum, bis es schäumend und in Schweiß gebadet, keuchend und völlig ermattet zusammenbricht. Dann zittert es tagelang nachher noch, wenn es nur den Sattel spürt. Aber es wehrt sich nicht mehr. Es ist zahm. Man kann es nun reiten. Aber es ist nicht mehr„Das Pferd", es ist nur„Ein Pferd". Ein Pferd unter tausend gleichen Pferden. Ich suchte mir ein Pferd aus, von dem ich glaubte, daß es die anstrengende Reise aushalten könne. Wir umzingelten es, lastoten es ein und brachten es zurück zum Rancho. Ich band es an einen Baum und ließ es ganz in Ruhe. Dann etwas später warf ich ihm Mais vor, den es nicht nahm. Dann Gras, das es auch nicht fraß. Hierauf ließ ich es den Rest des Tages und die Nacht hungern und dursten. Am Morgen gab ich ihm Gras. Es lief fort, soweit die Leine reichte. Dann stellte ich ihm Wasser hin. das es umschüttete, weil es nicht gewöhnt war, aus einem Eimer zu trinken. Es hatte immer nur am Teich getrunken. Mit der Zeit brachte ich es, oder richtiger fein eigener Hunger brachte es zum Esten und Trinken. Und da es sein Essen und Trinken nur bekam, wenn ich dabei stand, verband es das Esten mit meiner Gegenwart, und nach zwei Tagen bereits kannte es mich, und ich durfte ihm nahe kommen und es ganz leicht auf den Nacken klopfen. Es zitterte zwar ein wenig, aber bald verschwand auch das Zittern. Natürlich konnte ich mich nicht die ganze Zeit über mit dem Pferde beschäftigen, sondern eben nur, wenn ich zum Essen zum Rancho kam, weil wir den ganzen Tag mit dem Blockieren zu tun hatten. Als es sich an mich noch bester gewöhnt hatte, zäumte ich es auf, ohne Maulknebel, nur mit Riemenzaum, der außen um das Maul gelegt wird. Man kann die Pferde, wenn sie nicht durch falsche Behandlung verdorben sind, gut ohne eisernen Maulknebel reiten. Sie gehen wundervoll dahei: denn es ist eine irrige Annahme, daß man ein Pferd nur meistern kann, wenn man seine Mundwinkel aufreißt oder wundscheuert. Das ist lediglich die Folge falscher Behandlung. Kühen steckt man ja auch keine Eisenknebel ins Maul. Dann sattelte ich es, und jedesmal, wenn ich zum Esten hereinkam, zog ich die Gurte fester. Jedesmal drückte ich fest auf den Sattel, als ob ich mich aufschwingen wolle. Dann ließ ich die Steigbügel hängen und ließ sie baumeln, so, daß sie gegen die Weichen schlugen. Erst leise, dann immer ein wenig mehr. Beim ersten Male schlug das Pferd aus. Aber auch an dieses Baumeln und Schlagen der Steigbügel gewöhnte es sich nach zwei Tagen völlig. Dann hüpfte ich halb auf den Sattel und ließ mich sofort wieder heruntergleiten. Während der ganzen Zeit war das Pferd angebunden. Bald sehr lang, bald sehr kurz. Endlich wagte ich das Auf- sitzen. Ich verband ihm die Augen und sprang auf. Es stand und zitterte am ganzen Leibe. Sofort war ich wieder her- unter. Ich klopfte es auf den Nacken, auf den Rücken und sprach unausgesetzt mit ihm. Wieder sprang ich auf. Es drehte sich und wendete sich, sprang aber nur wenig. Bald ließ es auch das Springen fein nachdem es sich gegen den Baum gestoßen hatte. Nun blieb ich im Sattel sitzen und schlug mit den Füßen in den Bügeln gegen die Weichen, ohne Sporen natürlich. Nur beim ersten Male wurde es unruhig, dann wußte es, daß es davon nicht stürbe. Endlich band ich das Tuch los. Es guckte um sich. Ich, oben sitzend, sprach beruhigend auf das Tier ein, klopfte es und wieder fühlte es, daß ihm nichts Böses geschehe. Dann kam der Prüfungstag, ob es überhaupt zum Reiten zu gebrauchen sei. Ich hatte schon immer mit der Gerte hinten ein wenig aufgeklopft, damit es sich auch an dieses Signal gewöhne. Nun faß ich wieder auf und ließ losbinden. Es stand ganz ruhig, denn es wußte ja nicht, was es tun sollte. Ich gab ihm einen Klaps mit der Gerte, aber es reagierte nicht. Nun bekam es einen unerwarteten tüchtigen Hieb und da setzte es los. Ich hatte es gut in der Hand, und es war Platz genug zum Auslaufen. Ich ließ es nun erst einmal rennen. Hielt aber immer mehr und mehr zurück, bis es das Gefühl bekam, daß dies ein Signal sei zum Halten oder zum Fallen in. eine andere Gangart. Es wurde ein gutes Pferd, sein kühner Stolz wurde nicht gebrochen. Ich gab ihm den Namen Gitano. Zuerst blockierten wir die Stiere aus, weil ich mir einen Leitstier suchen mußte. Wir kreisten die ein, die wir haben wollten, und trieben sie in einen Korral. Dort ließ ich die, die ich für die geeignetsten hielt, hungern.(Forts, folgt.), versuchte er hier, die ganze Gefängnisordnung auf den Kopf zu stellen. Sanitätsral Dr. Placzecl-Bcrlin war zu der Ueberzeugung gekommen, daß man es hier mit einem Menschen zu tun hat, der interniert werden müsse. Cr bezeichnete B. als einen Mann ohne jedes ethische Fühlen, als einen ausgesprochenen Gesell- schaftsfeind, dem der§ 51 unbedingt zur Seite gestellt werden müsse. Audf Dr. Lipschütz, der Vormund des Angeklagten, bezeichnete ihn als vollständig minderwertig. Vom Gericht war ein Ober- g u t a ch t e n eingefordert worden, das der Landesmedizinalrat Direktor Dr. Zinn'der Irrenanstalt Eberswalde abgab. Nach diesem Gutachten des gerichtsärztlichcn Ausschusses schließt bei dem An- geklagten der krankhafte Tiefstand seines ethischen Defekts nicht die Verstandestätigkeit aus. Seine Willenskraft sei nicht derart ge- schwächt, daß der Z 51 anzuwenden sei. Der Vormund erklärte dem Gericht, daß, wenn der Angeklagte verurteilt wird, er natürlich seine Entmündigung betreiben würde, und es sei nicht abzusehen, welche Gefahr er dann für die Menschen wieder wird. Der An- geklagte, zum letzten Wort zugelassen, ruft:„Geben Sie mir Gefäng- nis, damit ich Gelegenheit habe, meinen Willen zu beweisen. Ich bin nicht verrückt, ich bin ein anständiger Mensch.� Auch sein Verteidiger, Justizrat Iosephsohn, bittet um Bestrafung. Dagegen beantragt der vom Vormund bestellte Anwalt die Freisprechung auf Grund oes§ 51. Das Gericht— unter Vorsitz des Landgerichts- direktors Dr. Westerkamp— schloß sich dem Obcrgutachten an und erkannte wegen fortgesetzten Betruges auf 4Iahre Gefängnis. Eine Bewährungsfrist wurde abgelehnt, doch wird dem Angeklagten in Aussicht gestellt, daß er nach sechs Monaten Strafoerbüßung bei tadelloser Führung auf eine dreijährige Straf- aussetzung hoffen darf._ Um öie»öicke Marie � öes Schlosiermeifters. Zweifelhaste Belastungszeugen. Auf die Anschuldigungen einer Prostituierten und ihres Be- fchützers war der Droschkenchauffeur Otto B. mit der seltenen An- klage der Aufforderung zu einem Verbrechen bedacht worden und hotte sich deswegen vor dem Schöffengericht Mitte zu vcrant- warten. Ein Schlossermeister aus Treptow hatte eines Tages schon früh am Vormittag in Berlin eine Bierreise begonnen und im Lause des Abends sich von dem Angeklagten von einem Lokal zum anderen fahren lassen. Spät nachts hatte er noch den Wunsch geäußert, irgendwo hingefahren zu werden, wo etwas los sei. Nach dem Besuch verschiedener weiterer Lokale landete man in einem Nacht- kaffee in der Neuen Friedrichstraße, in dem zahlreiche Dämchen und ihr Anhang verkehrten. Der biedere Schlosscrmeister begab sich in Begleitung des Autolenkers in die Gesellschaft und hielt sie frei. Während der Zecherei bekam er von einer Frauensperson durch „Fußtritte" einen Wink, und sie riet ihm schließlich, mit dem Chauffeur nicht nach chause zu fahren, denn dieser trage Böses im Schilde. Er habe ihren Bräutigam Jgelmann aufgefordert, die Fahrt mitzumachen und seine Braut auch mitzunehmen. Unterwegs wollten sie den stark bezechten Schlossermeister, der eine„dicke Marie" bei sich habe, fertig machen. Der Schlossermeister war über die Mitteilung so empört, daß er die ganze Gesellschaft ins Auto packte und zum Polizeirevier fahren ließ, wo die beiden Zeugen, Igelmann und feine Braut, die Beschuldigungen gegen den Chauffeur zu Pro- tokoll gaben. Die Anklage nahm an, daß der Angeklagte die beiden Zeugen zu einem Raube habe anstiften wollen und hatte daher aus§ 49a des Strafgesetzbuches Anklage erhoben. Der Angeklagte wehrte sich mit Entschiedenheit gegen die Anschuldigungen. Er habe im Gegenteil den Schlosscrmeister ständig gedrängt, sich, wie zwischen ihnen vorher vereinbart worden war, endlich nach Treptow heim- fahren zu lassen, und er habe ihn auch mehrfach gewarnt, sich von der Gesellschaft ausnutzen zu lassen. Die ganze Anschuldigung könne nur den Zweck gehabt haben, ihn auszuschalten: denn vorher hätten die Weiber ihm schon Vorhaltungen gemacht, daß er ihnen die„Tour vermassele", er solle sie doch auch etwas verdienen lassen. Der Staatsanwalt beantragte einen Monat Gefängnis. Das Schöffen- gerichr stellte sich aber in allen Punkten auf den Standpunkt des Verteidigers und sprach den Angeklagten auf Kosten der Staatskasse frei. Zalkenberger Volksfest. Dieses Mal meinte es der Himmel besser mit dem Falken- bergcr Volksfest. Zwar verfinsterte er sich gerade beim Festzug, aber er tat nur so und ließ bald die Sonne über Narr, Tod und Leben lachen. Der Festzug des vorigen Jahres war witziger, aber auch dieses Mal erfreute er durch seine Buntheit und Lebendigkeit. Bald entwickelte sich ein fröhliches Treiben. Fernab spielte Kasperle. Im Marionettentheater V. Heckers staunte alt und jung über die Lebendigkeit der Puppen. Spiclfrohe Jugend spielte die alten Hans-Sachs-Spiele. Das Karussell kreiste unermüdlich. Die Glücks- rädcr surrten. Und zwischendurch fand sich die ganze Festgemeinde zusammen, um den satirischen Versen Erich Weinerts zu lauschen. Hugo Gau-Hamm(Ostdeutsches Landcstheater) sprach mit starker Wirkung Engelke und Mehring. Am Abend ging ein Fackelzug durch die festlich beleuchteten und bunt beflaggten Straßen zur Höhe. Ein Holzstoß ward entzündet. Der Junge Chor Heinz Tilsoens, der schon tagsüber dem Feste seine schönen Weisen schenkte, sang. Der«prechchor der Volksbühne beendete diese Feier mit dem „Stundensang". Auf dem Festplatz trafen sich die Feiernden wieder, wo mit starker Wirkung der Film„Potcmkin" im Freien gegeben wurde, ein schönes Wagnis, dem ein starker Erfolg nicht versagt blieb. Einige Bildszencn wirkten sogar im Freien noch stärker, als im geschlossenen Raum, da Landschaft und vorgelagerte Masse sich zeitweise mit den Bildern verschmolzen. Mit dem gemeinsamen Gesang der Internationale fand die eindrucksvolle Feier um Mitter- nacht ihr Ende. Weihe eines Klcingärtner-Gemcinschaftshauses. Hart an der Nordgrenze Niederschönhausens liegt die größte Kleingärtnerkolonie Berlins: Bankcnfelde- R o s e n t h a l. Sie umfaßt 731 Parzellen von je 690 bis 650 Ouadrat, neter Größe. Am letzten Sonntag herrschte in der Kolonie Feststimmung. Fahnen flatterten, Ehrenpforten schmückten die Zugangswege, Abordnungen benachbarter Pflanzervereinc rückten mit Bannern an. Es galt, das schmucke Vereins- und Wirt- s ch a f t s h a u s, das sich die Kolonie aus selbstaufgebrachten Mitteln erbaut hat, zu weihen. Ein schmucker Bau im Hallenstil, von der „Bauhütte" errichtet. Außer einem großen Saalbau sind Sitzungszimmer und Wohnung des Hausverwolters vorhanden. Das Gebäude liegt am alten Spielplatz auf der Höhe, von der man einen prächtigen Ausblick über die Gärten. Wiesen und Felder weg auf Niederschönhauscn, Wilhelmsruh und Rosenthal genießt, wohl einer der schönsten Blicke in die Weite. In allen Festreden wurde zum Ausdruck gebracht, daß das stattliche Haus inmitten der blühen- den Kolonie ein beredtes Zeugnis für den Fleiß und den Opfersinn des Kleingärtncrtums ist. Enttäuschung erregte es, daß die Stadt Berlin trotz Einladung offiziell unvertreten blieb. 1- Die Kolonisten der Kleingärten der Stadt Berlin in Blankenburg hatten etwa 299 bedürftige Kinder aus Berlin-Mitte zu sich geladen, um auch denen einmal ein Kinderfest zu bereiten, die woh- rend der Ferien in den dumpfen Straßen Berlins oerbleiben müssen. Das Frühstück sowie der Nachmittagskaffee mit Kuchen und das Abendbrot wurde gemeinsam in drei Gruppen verabreicht Zum Mittagessen dagegen waren die Kinder bei den einzelnen Kolonisten zu Tisch geladen. Die Kinder werden sicher noch oft an den schönen Sonntag in Blankenburg denken. Unfall eines Älboag-Autobus. Am Sonntag nachmittag ereignete sich in H e r m s d o r s an der Ecke der Kurfürsten- und Bismarckstraße ein schwerer Autobusunfall, bei dem neun Personen verletzt wurden. Der Führer des Aboagwagens, der den Verkehr zwischen G l i e n i ck e u n d Tegel versieht, wollte an der bezeichneten Stelle zwei Rodlerinnen ausweichen, die ihm beinahe in den Wagen gefahren wären. Er riß das Steuer scharf herum, um ein Unglück zu verhüten, fuhr aber hierbei gegen einen Baum. Neun Personen erlitten Kontusionen. Verstauchungen und Verletzungen durch Glassplitter. Der gerade aus dem Verdeck kassierende Schaffner wurde durch den Anprall vom Deck geschleudert und erheblich oerletzt. Er mußte in ein Krankenhaus übergeführt werden. Fomllienoufenlhall gesucht. Für einige Jungen französischer Parteigenossen im Alter von 14 bis 15 Jahren wird für die Dauer der französischen Schulserien in Berlin oder Nähe in parteigenös- fischen Familien Unterkunft gesucht, wo Gelegenheit gegeben ist, Deutsch zu lernen. Angebote mit billigster Berechnung der Pension erbittet: Bezirkssekretariat SPD. Berlin(Genosse Krille), Linden- straße 2._ vie amerikanische Explosionskatostrophe. Weitere Ausdehnung des Explosionsherdes. Dover(New Jersey), 1Z. Juli.(WTV.) Die in dem ZNu- nltionsdepol herrschende Feuersbrunft hat Infolge eines Wechsels der Windrichtung ein bisher verschont gebliebenes Spreng- stofflager ergriffen. Auch die wunilionsbeslände dieses Lagers gingen infolgedessen in die Luft. 14 weitere Sprengstosstager sollen stark gefährdet sein. Nach den letzten weldungen sind bisher 17 Tote geborgen worden. Dörfer vollkommen zerstört.— 100 000 Granaten vernichtet. Die ungeheure Explosion, der infolge eines Blitzschlages das amerikanische Marinearsenal mit riesigen Beständen an Munition zum Opfer gefallen ist, hat einen Schaden verursacht, der jetzt schon auf rund 199 Millionen Dollar geschätzt wird. Davon entfallen aus den Materialverlust der Kriegsmarine etwa 87 Millionen Dollar, auf den der Heeresverwaltung 3 Millionen. Auf über 19 Millionen Dollar dürfte sich der Schaden beziffern, den Privatpersonen erlitten haben. Sind doch in einem Gebiete von über 199 Ouadratmeilen rund 25 Ortschaften und Dörfer durch die Folgen der Explosion stark in Mitleidenschaft gezogen, zum Teil sogar völlig zerstört worden. Ein großer Teil der Häufer dieser Dörfer hat Volltreffer von Gra- naten erhalten. Viele Tausende sind obdachlos: die Zahl der Toten konnte noch nicht genau ermittelt werden. Insgesamt sind 19 Millionen Pfund Pulver und 199 999Granaten vernichtet worden. Ein befriedigender Ausgleich von Orchester- und Singstimmen ist bei Uebettragungen aus der K r o l l o p e r noch immer nicht ge- funden worden. Was bereits bei der Uebertragung von Schrekkers „Fernem Klang" vor einigen Wochen auffiel, bestätigte am Sonntag abend die Uebertragung der„Meistersinger von Nürnberg". Im Finale des ersten Aktes und in der Prügelszene wurde das Orchester von den Solisten und dem Cor völlig zugedeckt, trotzdem auf dem Orchester der Hauptakzent ruht, übrigens litt auch die Sendeoper„Tristan und Isolde" unter denselben Mängeln Der Orchesterklang entfaltet sich nicht. Am besten gelangen daher, die Monologe des Hans Sachs, die Lieder Stolzings und die Ansprache PagnerS, überraschend klar heraus- gearheitet auch erschienen die einzelnen Stimmen in dem großen Ensemble des ersten Aktes, dagegen war der Kirchenchor zu Beginn unhörbar, und im zweiten Akt störten Schwantungen in der Ton- stärke, hervorgerufen durch den Aufbau der Bühiie. Die Sänger unter Kleibers Leitung waren zum Teil ausgezeichnet, an erster Stelle standen Böhme, Henke und Hütt. Am Nachmittag sprach Thekla L i n g e n eigene Dichtungen, und Dr. James Simon spielte mit virtuoser Technik Chopin und Schumann. Da; Ganze nannte sich„Frauenlyrik", ein zu weit fassender Titel. Sicherlich ist Thekla Lingen alles andere eher als repräsentativ für Frauen- lyrik, man mag über diese denken wie man will. Diese Karnevals- gedichte klingen mit ihrem Juchhe und mit ihrer Rührungströne „Wie aus der Ferne längst vergangener Zeiten". Händel? Concerto grosso in G- Moll leitete„Deutsche Reden" ein. Die Auswahl war mit großem Geschick getroffen. Nicht, wie man fürchtete, besonders deutsch betonte Worte, sondern Menschlich-charakteristisches�kennzeichnete diese Reden. Luthers Worte zum Ruhme der Schreiber und Sänger bedeuteten ebenso wie Goethes Shakespeare-Rede den Einblick in eine Lebensan- schauung. Grillparzers Worte am Grabe Beethovens waren an sich weniger bedeutungsvoll, wurden aber wichtig durch den großen Toten, dein sie galten: würdig klang die Rede in den feier- lichen Trauermarsch aus der„Eroika" aus. Stark, lebendig, fast wie aus der Gegenwart geboren, hörte man dann die Worte Lassalles aus einer Verteidigungsrede: Kampf gegen die politische Einstellung der Richter.„Lieber möchte ich mein Leben lang die Nacht des Kerkers nicht mehr verlassen, als dies Urteil gefällt zu heben." Dreiviertel hundert Jahre haben hier nichts bester werden lasten. Bismarck war nur mit bekannten, fast aphoristischen Redeausschnitten oertreten, die kaum den Staats- mann, mehr den geschickten parlamentarischen Redner verrieten. Wertvoll und interessant war U n r u h s Goethe-Bekenntis, das das Weltbild zeichnete, das der junge Mensch aus dem Wert des großen Lehrers zum Menschentum gewinnt. Alfred Braun verdient als Mittler des Abends Dank. Von den Vorttägen fei besonders der Dr. Rolf Friedlaenders hervorgehoben wegen der inter- essanten Ausführungen, die er im Rahmen des Themas„Der Wert der Leibesübungen" machte. Vor allen Dingen ist der Vorschlag, Preise für die beste gesundheitliche Derfastung im Rahmen von Wettspielen zu geben, beachtenswert. Das Rundfunkprograinm. Dienstag, den 13. Juli. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 12 Uhr mittags: Die Viertelstunde für den Landwirt. 3 45 Uhr nachm.: Stunde mit Büchern. Richard Wilhelm:„Die Seele Chinas*. Dr. F. Bärnstein-Rosta;„Mandana Baschi", V. Chamier-Glisezinski:„In Kamerun*. Harry Koenig:„Ueber See!* 6— 6.30 Uhr nachm.; Kachmittajrskonzert der Berliner Funkkapelle, Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theater- und Filmdienst. 7 Uhr abends; Hans-Bredow-Schnle(Hochschulknrse). Abteilung Versicherungs- lehre. Prof. Dr. Alfred Manes:„Streifzüge in die Versicherungswissenschaft(Versicherungsvermittlung)-. 7.30 Uhr' abends; Ma- gistrats-Oberbaurat Walter Koeppen:„Die städtebauliche Entwicklung Groß-Berlins*. 7.55 Uhr abends: Hans-Bredow-Sohule (Hochschulkurse). Abteilung Heimatkunde. Dr. Georg Wegen er: „Eine Wanderung durch deutsche Gaue(Die Wasserkante)*. 8 30 Uhr abends: Uebertragung aus Hamburg Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. KSnigswusterhausen, Dienstag, den 13. Juli. 3— 3.30 Uhr nachm.: C. M. Alfleri und Fräulein v. Eysoren: Spanisch für Anfänger. 3.30— 4 Uhr nachm.: Studienrat Heering: Der Bedarf als die Summe der wirtschaftlichen Güter. 4—4.30 Uhr nachm: Studienrat Heering: Das Wesen der Produktion 4.30 bis 5 Uhr nachm.; Mitteilungen des Zentralinstitutes. 5— 5.30 Uhr abends; Anni Macke: Der Mensch im Spiegel des Märchens. 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus Berlin. Die Explosion war im Umkreis von 49 Kilometern hörbar, 5 Kilo� meter entfernte Häuser stürzten unter dem Lustdruck zusammen. Alle Telephon- und Telegraphenleitungen sind weithin zerstört. Dover(New Jersey). 12. Juli. In den von den Munition?» depots am Lake Denmark benachbarten, oerwüsteten Städten erplo- dierten noch die ganze Nacht hindurch 12- und 14zöllige Granaten. Als die Explosionen heute früh zeitweilig aufhörten, drangen Marinejoldaten in das verwüstete Gelände des Marinedepots vor, um nach Leichen zu suchen. Sie fanden 14 Tote, von denen einiae furchtbar verstümmelt waren. Dashington. 12. Juli.(MTB.) Die erste Sympathie- k u n d g e b u n g, die den amerikanischen Marinebehörden aus An- laß der Erplosionskatastrophc von Lake Denmark zuging, war ein Telegramm des deutschen AdmiralsZenk er an den Marinesekretär Wilburn, in dem er die tiefste Anteilnahme der deutschen Marine zum Ausdruck brachte. Rcichsehrenmal bei Berka. Das Reicheehrenmal für die im Weltkrieg Gefallenen soll nun- mehr endgültig in der Form eines„Heiligen Hains in der Gegend von Bad Berka bei Weimar erstehen So hat in Weimar der mit der Vorbereitung beauftragte Ausschuß nach Abschluß einer längeren Besichtigungsreise zu den in Frage kommenden Orten(Rheininseln bei Lorch. Wesergebiet bei Höxter®0®Iar' Eisenach. Koburg und Augustusburg) entschieden. Ausschlaggebend waren dabei di« zentrale Lage und die Tatsache, daß ein Ehrenhain keines kostspieligen Denkmals bedarf. Außerdem haben sich famtliäie Frontkämpfer-Verbände. auch das Reichsbanner, für die Idee eines Ehrenhains ausgesprochen.__ Sozialiftische Arbeiterjugend Groß-Serlin. Sie Beeichtsiagcn für die Monate April-Juni niülsen sofort dem Seftctaiiot C 1' �Viroantcrnnq tom 8.— 15. August. Wer teilnehmen will, melde sich recht � AbttUunMiciter! Rechnet die Sonnenwendkarten ab. Heule, Diensiog, 13. Juli, abeuds 7� Uhr: Sesnadbenunen: Elhule Eotenburger Str. 2. Vortrag:„Aeichsfonferenz in Lildesheim".— Wedding Nord: Schule Miillerstr. 48. Miighedemersomm- lung.— Nordost I: Jugendheim Neue Königstr. 21. Vortrag:„Vorn Iiet zum Menschen".— Prenzlauer Vorstadt: S6:ulc Danziger Str. �. Mitglieder- versomiitlung.— Rosenchaler Porfiadt: Schule SlisabetHlirdtztr. 18..Heinrich. Helne-Abend.— Schönhauser V-istadt I: Schule Driesenn: Str. 20. Vor. rag. „Parle! und Jugend".— Sencselder. Viertel: Schule ftheresmalder Ott. 10. irclrag:„Aberglaube des Bolkes".— Raeiends-s: �Ue«chule. Dorfltraße. Zimmer 7. D-rtrag:„Die Arbeiterbewegung�.— Ne»kSlln l: Iugendhewr Sobrecht. Ecke Sandersrraste. Vortrag:..Was ist Arbeiterdichtung?-»ue>,- hol,: Lolal oon Rossack. Hauptstr. 71. Vortrag:..Die Erdzeitalter.—»ictw.- schönhausen: Lafol von Reibe, Aaiser.Wildelm.SIr. 10. Lon». Abend. vortrage, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Sefchäft, stelle: Berlin S. 11, EebaNianNr. 87/33. Set 8 Zt. ffriehTiefifihain: Die Sportabenbe finden regelmszig jeden Dr.. -w-a-e- 7 Ul>r. im Friedrichsbain, Plag 3, statt.—«reuzberg: Aungmann. fchoft Sstden Di., d. 13.,« Uhr, haben alle Kameraden bei Bieler. Dlefsenbach. strafte 7«, ,u erscheinen.— Steglift: Dr.. d. 15.. 8 Uhr. Vorstands-, guz. und Sruppeuftthrerstftung bei Schuh. Virfduschstr.»o.—«euUllN! Iungnuiiinschait und Spielleiter Di., d 13.. Abmarsch zur«önigoheide. 7 Uhr Herftbergplatz.— Weiftenlee(«xei»): Di., d. 13., 7 Uhr, Sportplatz. Bei Regenwetter 8 Uhr Turnhalle._ «rbeitee-Samariterlolo litte Berlin e.V. Sekchtiftsstelle:»1. Schrbderstr. 0. Monatsversaiu inlungen haben solgende Abteilungen: Dienstag, 13. Juli: Urledrichshain: Bortusch, ssriedenstr. 88. Kermsdars: Schule Roonstrafte. weddina: Lolal von Bellin. Schul- Ecke Rubeplatzstrafte.— Donnerstag, 15. luli: Charlotteubuig: Jugendheim Rosiuenftr. 4. Lichtenberg: Lolal von Zlotborf Ziigaer Sit. 95. Tiergarten: Lokal von Lausch, Bredowstr. 35. Pren,- lanee Berg: Schule RaftcnienaDcc 81,82. Pankow: Lokal von Decker, Kissingen. strafte 1. Treptow: Lokal Beermann- Ecke Eisenstrafte. Steglitz: Lokal von Schul,. Dirkbuschstr. 90.— Freitag. 18. Juli: Mitte: Leibnij.Gr.mnastum. Mariannenplatz. SchSneberg: Lokal von Rosenthal, Edersstr. 88.— er o n n. abend. 17. Juli: Renlölln: Lo&rt von Beckinaun, Reuterstr.«7.— Deginn der. Versammlungen 8 Uhr.. �......„.„„_. «inhettoverban» so,. Sandel- und«ewertetreidender»nd sonstiger Veens". Monntsversmnmlung Donnerstag, 15. Juli. 8 Uhr, Rungeftr. 30. Tagesordnung: 1. Bortrag bim. Plauderei des Denosten Direktor Herm. Gruber, Vetlii:. über:„Was ein jader von neuzeitlicher Propaganda wissen sollte und was ein Unternehmer davon wissen muft". 2. ffeeie Aussprache. 3. Verschiedenes. D:: Mitglieder werden gebeten, pilnfllich gu erscheinen. Gäste willkommen. Männerchor Harmonie Charlottenburg. Di« Uebungsstunden finden jetzt Dienstags in der Aula Sdfoftstr. 27 statt. Kursus de? Chormeisters Paäzaln» Hannover. Erscheinen ist Pflicht. Mitglieder aus anderen tlhären lännen daran teilnehmen. Sonngbend, 17. Juli: Vierteljahrsversammlung im Pereins. lokal._ Sport. Boxkämpfe im Friedrichshain. Auf dem Sportplatz Friedrichshain veranstakteke der DFD. „Teutonia" zusammen mit dem VC.„Heros" am Sonntag nachmittag einen gelungenen Boxkampftag. In sämtlichen Klassen gab es spannende Kämpfe zu sehen. Be- sondcres Interesse beanspruchte der Kampf der Schwergewichtler Knöpnadcl(Heros) 169 Pfd. und Habermann(Teutonia) 164 Pfd. Knöpnadel war seinem Gegner in allen drei Runden überlegen und holte sich einen sicheren Punktsieg. Einen guten Kampf, wie er sein soll, zeigte P a n n a(Teutonia) 158 Pfd., der F ö r st e r(Heros-Hamburg) 152 Pfd. zwar nicht ko. schlug, sich aber einen haushohen Punktsieg holte. Die übrigen Ergebnisse: Bantamgewicht: Taubensen(Serosl gegen Hundertmark(Teutonia); Sieger Kunderlmark, nach Punkten. Ionschker sTeutonia) gegen Hamann sKero». Kamburgi: unentschieden.— isedergewicht: S. ssunk(Heros) aefirn Wolfs (Teutonia): Sieger Wolff in der drillen Runde durch ko.— Leichtgewicht: Degener(Teutonia) gegen Müller(Heros): nach sehr flottem Kampf siegte Degener in der 1. Runde durch ko.— Mittelgewicht: Schonning(Heros) gegen Schilling(Teutonia): unentschieden. Säirdder(Heros) gegen Ottens(Westen): unentschieden.— Halbschwergewicht: Pistulla(Heros) gegen Thtll(Teutonia): Sieger Pistulla nach Punkten._ Rennen zu Hoppegarken am Rlonkag, den 12. ZuN. 1. Rennen. 1. stMitral(2. Darga). Toto: 10:10. Platz: 10: 10. 1.-fRarsoS(H. Brown). Tow: 22:10. Platz: 12:10. 3. ltundi» ,0? Tatra,). Platz: 12:10. Ferner liefen: Kudlich, Rogina II, Orizaba. Rücksscht.' 2. R e n n e n. 1. Farron(O. Echmidt). 2. Vardat(Hanne,). 3. Mni- morgen(Williams). Toto: 37: 10. Platz: 12, 13, 18: 10. Ferner liefen: Mohrenalück, Lsterlilio. HelioS, Fanlasca, Edclweift, Prachtroje 3. Rennen. I. Marapodi,(Binzen,). 2. Tante Lotte(D. Tarra,). 3. Imperator(P. Ludwig). Toto: SZ: 10. Platz: 35, 66. 66: 10 Ferner Uesen: Fraueninfel. Konradin, Poriboia, Marianne, Sanskrit, Rofenlelch. GralZritter, Malepartus. Symphonie. 4. R e n n e n. 1. Augenweide(O. Schmidt). 2. Ostrau(Suguenin). 3. Toutono(Krüger) Toto: 19: 10. Platz: 12, 20, 19: 10. Ferner liefen: Alida, Taunu,. Semper idem, San Marco. Waldrada. 5. Rennen. 1. Faoor(O. Schmidt), 2. Prilep(2. Varga), 3. Nibla (William,). Toto: 17: 10. Platz: 12, 12:10. Ferner liefen; Curaeao, Taugenichts. 6. R e n n« n. 1. Torreno(Biedermann). 2. Podargo,(W Hellebrand). 3. Tito(R. Schmidt). Toto: 34: 10. Platz: 16, 33. 24: 10. Ferner lieicii: Morgenstern. MeneS, Kronprinz, Doromi, Herbert, Pommer, Sallust, Cherry Brandy. Ehpriennc. 7. R e n n e n. 1. Mab Jong(S. Pargo), 2. Tullu, Hostiliu,(Hayne,), 3. Marler(William,). Toto: 36: 10. 3 liefen. 8. Rennen. 1. Ratibor(2. Varga). 2. Petroniu»(R. Derfchug), 3. Raffke sKohl). Toto: 490:10. Platz: 155. 39. 247: 10. Ferner liefen: Primadonna. Fauftinu«. Rubel, Brandmeister, Hormy, Polton, Osüi», GlaShäger, Petrarca, Rofe Matte, Slammherr. Großes Stehee-verby aus der Llympia-Radeennbahn. Räch 4wöchiger Pause finden am kommenden Sonntag, den 1 8. I u l t, wieder die ersten Radrennen aus der Olympia. Radrennbahn statt. Di« Tauerrennen haben wieder eine ganz beroorragende Besetzung gesunden. Sawall. Di l ti g. F e j a und Möller, vier unserer besten Dauerfahrer, haben die beiden schnellsten Franzosen, Faris ot und Maron- nier. zu(Legnern. Die Dauerrennen iübren über 10. 40 und 50 km. Mehrere F I i e g e r p e n n e n mit erstklassiger imerna'.lonalcr Besetzung oervollständigen das Programm. Die Rennen beginnen um 4 Uhr. Selterbericht der SffeafNchen Ivellerdlenstfielle ISt Berlin(Rachdr. derb.) Trocken, ziemlich heiler und warm.— Iiir Deutschland: Ueberall trocken bei noch steigenden Temperaturen. Mehr Klarheit über üen Setriebsersolg! Publizität öffentlicher Wirtschaftsunternehmungen. Der von der Reichsregierung und vom Reichstag eingesetzte Enquete- Ausschuß hat sich ein umfassendes Prcgramm gesetzt, um die Struktur unserer Wirtschast nach allen Seiten zu durchleuchten. Ob seine Bemühungen den gewünschten Erfolg haben werden, muß vorläufig noch dahin- gestellt bleiben. Jedenfalls zeugt die bloße Tatsache seiner Ein- setzung davon, wie sich auch bei uns langsam, namentlich infolge der amerikanischen Ersahrungen, immer mehr die Ueberzeugung durchsetzt, daß eine planmäßige Beeinflussung der Wi rts ch a f ts en t w i ck l u ng durch Staat und Gesetz- g e b u n g, wie auch durch die Organisationen der Wirtschaft selbst immer unentbehrlicher wird. Obwohl Deutschland sich rühmt, das Land des Kathedersozialismus zu sein, ist wohl nirgends die Herrschaft veralteter manchesterlicher Auffassung so stark wie bei uns. Während man z. B. in dem Lande wirtschaftlicher„Freiheit", in Amerika, bei allen beteiligten Stellen, beim Staat wie bei der Industrie, das größte Gewicht darauf legt, durch Erforschung wirtschaftlicher Tatsachen und Zusammenhänge sowie durch Ver- ösfentlichung von Rentabilitätsberechnungen Klarheit in den Gang der Wirtschaftsentwicklung, in den Zusammenhang der Kon- junkturschwankungen usw. zu bringen und aus diese Weise mit Hilfe erstklassig ausgestatteter Forschungsinstitute den kapitalistischen Mechanismus zu höherer Leistungsfähigkeit zu bringen, gilt bei uns in Deutschland nach wie vor das Geheimnis der Betriebsführung als heilig und unantastbar. Die Geschäftsberichte unserer großen Aktienuntern eh- m un gen srhen ihre Hauptaufgabe darin, die tatsächlichen Zu- sammenhänge zu verschleiern und die Möglichkeit einer Kritik ihrer Wirtschaftsführung, einer objektiven Kontrolle ihrer wirklichen Leistungen zu unterbinden. Bei der starken Bureaukratisicrung der ausschlaggebenden Großindustrien wird da- durch jede crnsthoste ideelle Konkurrenz um höhere Leistungen und Steigerung der industriellen Rentabilität nicht erleichtert, jon- dern erschwert. In diesem Zusamnienhang ist deshalb einmal auf die große Rolle hinzuweisen, die die wirtschaftlich und finanziell sehr starken öfsentlichen Unternehmungen des Reichs, der Län- der und Gemeinden spielen könnten, wenn sie von sich aus einen entschlossenen Schritt zu stärkerer Publizität, zu größerer Offenlegung ihrer Bilanzen und Gefchästsergcbnisse wagen würden. Die gemeinwirlschastlich gebundenen Betriebe Deutschlands machen bereits einen großen Prozentsaß der gesamten Wirtschost aus. Die verschiedenartigsten Unternehmungen zur Erzeugung von Gas, Wasser, Elektrizität, Verkehrsuntcrnehmungen usw. gehören der öffentlichen Hand und darüber hinaus auch olle möglichen Arten anderer Betriebe. Seit den erheblichen Reformen, die in den letzten Jahren in der Führung dieser Unternehmungen vorgenommen sind, werden sie meistens als Aktiengesellschaften oder Ge- sellschaften mit beschränkter Hastung aesührt. Unter- nehmungen wie die Viag, die Preußag, die Sächsischen Werke und die Großbetriebe der deutschen Großstädte publizieren jährlich aus Grund der handelsrechtlichen Bestimmungen Bilanzen und Geschäfts» berichte. In den Aussichtsräten aller dieser Unternehmungen sitzen zahlreiche sozialdemokratische Vertreter, die es schon auf Grund ihrer politischen Einstellung als ihre Pflicht ansehen, diese Betriebe mit der größten Sorgfalt zu betreuen und Wirtschaft- lich zu fördern, weil sie ösjeistliches Eigentum sind. Unseren Ver- tretcrn in diesen Unternehmungen erwächst aber, je mehr die- Privat- indüstrie Wirtschaftsoorgänge zu verheimlichen sucht, eine neue Auf- gäbe. Die„Fachleute" alten Stils können sich in Deutsch- land immer noch nicht von der überlebten Methode frei machen, in den Geschäftsberichten die wahre Lage ihrer Unternehmungen und wirtschaftlichen Ergebnisse soweit als möglich zu v e r stch l e i e r n. Sic verwechseln dabei meistens auch noch Betriebsgeheimnisse im engeren, technischen Sinne mit der Notwendigkeit, sich und der Oesfentlichkeit volle Rechenschaft über die Wirtschast- lichkeit des Betriebes abzulegen und dadurch einen Ansporn zur Eni- wicklung gleichartiger Betriebe zu geben. was können gute Geschäftsberichte erreichen? Man kann schon jetzt mit vollem Recht auf die Bilanzen und Geschäftsberichte der großen Aktiengesellschaften der Stadt Berlin hinweisen, die zu den größten Unternehmungen dieser Art in Deutschland gehören. Die Berichte z. B. der Berliner Städtischen Gas- und Wasserwerke oder der Nordsüdbahn-A.-G. enthalten eine fast lückenlose Darlegung der Wirl- schaftlichkeit nicht nur des Gcsamtuntcrnehmens, son- dern auch seiner einzelnen Teile. An der Hand dieser und der ihnen angefügten Schaubilder, Statistiken und Selbstkostenbercchnungen der verschiedenen Zweige der Verwaltung der einzelnen Untcrbetriebe läßt sich der gesamte Pro- duktionsprozeß sowie, was das Wichtigste ist, seine t e ch- nische und wirtschaftliche Entwicklung im Lause des Jahres auf das genaueste verfolgen. Solche Publikationen bieten für die öffentliche unabhängige Kritik die beste Unterlage zur Be- urteilung nicht nur dieser Unternehmungen, sondern auch zur Be- urteilung anderer Unternehmungen derselben Branche. Daß sie gleichzeitig eine vorzügliche Wusse im Komps gegen die Verleumdungen der Privatlndustrie gegen öffentliche Betriebe sind, sc! nur nebenbei erwähnt. An Hand solcher Berichte kann man an die Prioatindustrie die Forderung stellen, in gleicher Weise ihre Verhältnisse ossenzulegen und damit zuverlässiges Material zur Beurteilung der gesamten Wirtschastsentwicklung und der„Belange der Wirtschaft" zu bieten. In Berlin ist der Uebergong zu weitest- gehender Publizität in erster Linie dem ununterbrochenen Drängen der sozialdemokratischen Vertreter zu verdanke», die sowohl in den einzelnen Aufsichtsräten als auch in der städtischen Finanz, und Äteuertommission stets auf die moralische Verpflichtung öffentlicher Wirtschaftsunternehmungen hingewiesen haben, ihre ge- samten Verhältnisse offen darzulegen. Die Wirkungen aus den Betrieb selbst. Die Erfahrungen, die gerade hier mit dieser Geschäjtspolitik gemacht worden sind, sollten unsere Vertreter auch in anderen Auf- sichtsräten veranlasten, auf eine solche Offenlegung zu drängen. Es wird dadurch auch erreicht, daß die Unternehmungen selber gezwungen werden, ihre Betriebs st ati st ik auszu- bauen und sorgsamste Sparwirtschaft zu treiben Erfreulicherweise hat auch der Deutsche Städtetag sich eine Anregung über das Geschäftsgebaren der Stadtbanlen und Sparkassen zu eigen gemacht und in einem Rundschreiben seine Mitgliedsstädtc ausgefordert, die Bilanzen dieser Unternehmungen so durchsichtig wie möglich zu gestalten und durch regelmäßige Publikation von Be- triebsergebnisfen die Arbeit der Sparkassen auf dem Wege durch die Presse der Oesfentlichkeit zugänglich zu machen. Ursprünglich be- stand bei den deutschen Städten eine starte Abneigung gegen eine allzu sorgfältige Bearbeitung ihrer Finanzoerhältnisse. In der vom Reichstag beschlossenen Finänzstatistik sahen sie ganz sälschlichcrweisc eine Bedrohung ihrer Selbständigkeit. Inzwischen hat man sich wohl davon überzeugt, daß das Gegenteil der Fall ist, daß zuverlässige und lorgsöltigc Statistiken eine sehr wertvolle Unter- stützung für die Arbeit der Städte sein werden. Auch diese Wandlung ist mit eine Folge des ständigen Drängens sozial- demokratischer Vertreter. Für die bei uns so notwendige unabhängige öffentliche Wirt- schaftskritik wie für die weitere Aufwärtsentwicklung des gesamten deutschen Produktionsopparates kann dadurch wertvolle Hilfsarbeit geleistet werden. Plan- mäßige Wirtschaftspolitik ist nur möglich, wenn die Wirtschafts- Verhältnisse offengelegt werden. Das gilt sowohl für den einzelnen Großbetrieb wie für die Gesamtheit aller Unternehmungen. Es ist ein veraltetes Vorurteil, daß solche Offenlegung dem Einzelunter- nehmen schaden müsse. Das Gegenteil wird eintreten. Nur durch den Wetteifer um bessere Leistungen kann eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Nur die Förderung systematischer betrixbswisse�schojtlicher Durcharbeitung der Industrkeünternehmungen kann Ersparnisse und billigere Produktion ermöglichen. Die moderne Betriebswissenschaft hat auf diesem Gebiet schon Bedeutendes geleistet. Die Nutzanwen- d u n g der Ergebnisse ihrer Arbeit wird durch das Festhalten am Betriebsgeheimnis, das ganz falsch oerstanden wird, außer- ordentlich gehemmt. Hier kann von den öffentlichen Unter- nehmungen aus ein starker und auf die Dauer sicher fördernder Druck aus die Privatindustrie ausgeübt werden, die berufenen Btit- arbeitet der gemeinwirtschaftlichen Unternehmungen sollten an dieser wichtigen Aufgabe systematisch mitarbeiten. E r n st Reuter. Eleklroonleihen in Amerika finden noch immer eine gute Auf- nähme. So wurde die Anleihe der Großkraftwerk eMann- hei in A. G. und Pfalz-Werke A. G. in Höhe von 3 Mil- lionen Dollar noch am ersten Zeichnungstage überzeichnet. Normifierung oöer Sureautratismus Z Ein Beitrag zurRalionalifierung derAnlernehmungsleitungen. Von Kurt Heintg. Es sind umfangreiche Untersuchungen von A r b e i t n e h m e r- seite veröffentlicht worden, die statistisch nachgewiesen haben, daß wir heute unter einer übermäßigen Vergrößerung des Lei, tungsapparates der Industrie leiden. Die Unter- nehmungsleitungen sind aber nicht nur umsangreicher, sie sind auch komplizierter und damit umständlicher geworden. Das ist ein Erbe der Inflationszeit und der Periode, da jeder Unternehmer möglichst einen eigenen„Konzern" beherrschen wollte. Ein Bremer Schifssbaudirektor schrieb kürzlich in der„Deutschen Bergwerkszeitung"— und das ist sicher kein arbeit- nehmerfreundlichcs Blatt— bei der Erörterung der übergrößerten Verwaltungskörper der Werstindustrie: „Die Rentabilität st cht im umgekehrten Ver» hältniszurAnzahlder Direktoren!". Dieser Sachverständige von Unternehmerseite illustriert die Ueberbesetzung der Dircktionskörperschaften mit dem schönen Bei- spiel, daß es Unternehmungen gäbe, bei denen die Post- k o n f er c n z— die tägliche Besprechung der eingegangenen Früh. post— einer Parlamentssitzung vergleichbar sei. Dieser Unternehmersachmann verschweigt aber, daß heute die Bankenvcrtreter und die einzelnen Besitzer von Aktienpaketen mit und ohne Aufsichtsratsmandat außerdem ebenfalls noch in die Be- triebsleitung viel mehr hineinreden als jemals früher mög- lich und üblich war. Dazu kommt, daß die Herren General-, Sub- und Bizedirettoren sich heute mit manchmal geradezu lächerlich anmutenden umfang- reichen rechnerischen Stäben umgeben. Diese vielen Köche verderben den Brei! Was dabei herauskommt, das zeigt sich, wenn einmal die Der» laufs Methoden unserer Industrie an praktischen Bei- spielen untersucht werden. Da ist eine bekannte Großfirma der Heizungsbranch«. Ein Kunde, dem diese Firma die Hausheizungsanlage hergestellt hat, bittet sie, einmal den Ofen zu untersuchen. Darauf folgte: 1. der Besuch eines Vertreters, der dos Objekt jach- verständig betrachtete, 2. die schriftliche B e st ä t i g u n g des erteilten Aus- träges, 3. die Zusendung der umfangreichen schriftlichen Aus- führungsbestimmungen, 4. die schriftliche Erläuterung jener dem Kunden aus. oktroyierten Bedingungen, 3. nach der Erledigung der Arbeit und der unterschristlichen Bestätigung des Kunden über die von dem Arbeiter der Firma verbrauchte A r b e i ts z e i t, 6. die Zusendung einer detaillierten und komplizierten Rech- nung, die so gründlich ist, daß eine Reichsmark dem Werte von"/,? D o ll a r entspricht. Zum Schluß erklärt sie noch, daß bei dem ausgefertigten Rechnungsbetrag— es waren 19,55 M.—„Irrtum vorbehalten" bleibe! Der brave Kunde hat die Lieferung?- und Ausführungsbedin- gungen der Firma, die 25 Paragraphen umfaßt, selbstverständlich nicht gelesen. Aber in der Firma sind entsprechend den sechs ein- zelnen Auftrogsoorgängen sechsmal Buchungen und Ver- merke gemacht worden, es wurden Kontrollen durchgeführt und Registraturen gewälzt— olles für 19,55 Mark! Dabei ist zu fürchten, daß diese Firma auf ihre glänzende De- triebsorganisatio- cuch noch st o l z ist! Betrachten wir einen anderen Fall, der eine unserer größten deutschen Unternehmungen der Elektroindustrie betrifft. Ein Interessent fragt telephonisch wegen eine» Einzelgegen- standcs im Werte von rund 150 M. bei dieser Firma an. Darauf erhält er nicht nur einen Formularbrlef, aus dem er ent-, nehmen kann, daß das ihm gemachte Angebot mit einer fünf- ftclligen Nummer registriert worden ist, er erhält zugleich netterweife eine ganze D r u ck s ch r i s t über den gewünschten Gegenstand. Die Betriebsnummer dieser Druckschrift wird ihm ebenfalls— mit dtt Schreibmaschine geschrieben!— mitgeteilt. Weiter bekommt er die „allgemeinen Lieferungsbedingungen" der Firma („dritte Ausgabe vom Juni 1923!") und allgemeine„Verkaufs- bcdingungen" vom soundsovielten Monat des Jahres 1926. Ter Kunde hätte zwei Stunden zu tun, wenn er jene zusammen vier engbedruckten Seiten„Bedingungen" durcharbeiten wollte— er tut es zum Glück nicht. Er tut es deswegen nicht, weil er schon LDUSI?GSN!S ALEXANDER PLATZ Oer gllte«LvUSK- HaarabaK��Älfr- C. R#cker, Berlin" j Lichtenberger StraSe 22, Kgst. 3861 VW Betrifft Friizi Massary Wir bringen Fritzi Massary, die unvergleichliche 3-Pf.-Zigarette, jetzt auch ohne Mundstück in rundem, vollem Format in vornehmer, geschmackvoller Silber-Originalpackung * welches In seiner Idealen Zugatnmensetznng ein hervor- Tagendes Hilfsmittel darstellt, das Blut gesund und leicht- flössig*a erhalten, die erste Vorbedingung für eine normale Funktion der lebenswichtigen Organe wie Herz, Leber, Galle, Nieren, Es handelt sich am das rühmlichst bekannte millicncnfach bewährte STUVKAMP-SALZ welches hente ein ler«stehende r BegillT ist. Jeder, such der Gesunde, weiin er eich selbst In vorge- rücktem Alter Jugendfrische. Elastizltit and Leist angs- fähigkelt bewahren will, sollte stuvkasnpen! für 3 Pfeunlc pro Tos! Kaufen Sie sich noch heute eine geschlossene Original. Packung mit Eotslegel, in Jeder ApofüeUe und Drogerie • erhlUlich. frei M. är— und IL 2.—. Stuvlcamp-Salz-Werlc O. ns. b. H.. Hamburg. Niederlassung; Berlin SW 68, Alexandrinenstrraße 27. pernsprecher: Dönhofl 5023, ZIGARETTEN DIEGUTEN 1 M den ersten Paragraphen gemertt hat. daß er ein ganz unsicherer und unsolider Mensch sein muß, gegen den sich die Firma noch vor der Auftragserteilung durch einen ganzen Paragraphen. wald vorsorglich schützt. Er kommt nur bis zu dem Punkt, an dem er seststellt, daß die Anzeige der Verladebereitschaft »der Lieferungsbedingung gleichzuachten isr, daß also sein« Pflichten zu laufen beginnen, e h e er auch nur die Ware von weitem gesehen hat. Das ist die Verkausspraxis unserer größten und in ganz Deutsch. land bekannten Unternehmungen! Da» ist kein« Normisierung, son- dern schlimm st« Bureaukratisierung. Das ist kein „Dienst am Kunden", sondern eher die strafweise Versetzung eines den Kauf oersuchenden Unbekannten in den industriellen und kauf- männischen Anklagezustand. Was die Industrie macht, das machen die Banken, was die Banken machen, das tun die Preiskonventionen, Kartelle und Syndikate. Ganz Deutschland gleicht weniger einem kaufmännischen Unternehmen, dafür aber mehr einem allgemeinen Korrektionshaus, in das die Kunden eingesperrt werden. Und nicht nur die Kunden werden so behandelt, sondern auch diejenigen, die es erst werden wollen. Wo bleibt gegenüber diesem allgemein verbreiteten Unverstand der„Reichsverband der deutschen Industrie", wo bleibten die Hunderte von Unternehmerorganisationen, die sortgesetzt an den Arbeitern und Angestellten neue Mängel finden? Doppelter Umsatz, gute Gewinne, keine Dividende. Diese Logik mutet die Bereinigte Berliner Mörtelwerke A.-G. der Oeffentlichkeit und den Aktionären zu. Mögen sich die Aktionäre damit ab- finden. Für die Oeffentlichkeit ist wichtig, daß der Umsatz verdoppelt wurde, und zwar, wie der Geschäftsbericht hervorhebt, durch die Belebung des Groß-Berliner Baumarktes aus der st ä r- teren Verwendung von Hauszins st euerbeträgen für den Wohnungsbau. Auch bedeutende Gewinne wurden erzielt. viel größere als die ausgewiesenen mit 48 700 M. Sie wurden nur im Geschäft sofort wieder verwendet. Die Bereinigten Berliner Mörtelwerk« bringen nämlich das Kunststück fertig, bei einem doppelt so großen Umsatz die Bilanz summe gegenüber dem Bor- jähr noch zu verkleinern(2,S8 gegen 2,67 Millionen). Das ist »otürlich nur möglich durch größere Abschreibungen, durch sehr niedrige Bewertung der Neuzugänge und durch Rückzahlung von Schulden. Da keine neuen Schulden ausgenommen sind, geschieht das alles aus den Betriebsllberschüssen. Tatsächlich sind die Gewinne aus Waren und Fabrikation in der Gewinnrechnung auch von 2�t7 auf 1,95 Millionen erhöht. Und die(übrigens sorgfältig aufgezählten) Ausgaben zeigen Steigerungen auf, wie verdoppelte Betriebsunkosten(0,77 Millionen) und verdoppelte Fuhrunkosten 4 Mir in a Niler» lsestlSlen, Tieckltr. 2i, Mitgllederversannnluns. Aeulierst wichtiq« Abirilunesangeleuenheiten. ljm.»dt. Bchmberf. 8 Uhr bei Heimann. Waltersdorfer Strai«, erweitrrt« Vorftantissihung. Mitgliederversammlungen und Zahlabende Mittwoch. 14.Zul!: J. Übt. 7i4 Uhr in der Schulaula Auflulwstr. 68 Bortra«: ,L!ach dem Vlstk». entscheid*. Referent! Gustav Eckhardt. 2.»dt. 7ZH Uhr Zahlabend bei Ohngeinach. itonnnandantenstr. 88. 3.?bt. Uhr im Saal 5 de» Gewertschaftshauses. Engelufer 34/25, Vor- trag:„Nach dem Bolksentscheid*. Referent: Theodor ttohur. Die Bezirks- fithrer laden«in. t. Abt. 7H Uhr im Zeichensaal der Schul« Meine Frankfurter Str. 8 Bor- trag:„Amerikareise*. Referent: Kurt Leinig. Achtung! Die Funktionäre tagen bereit» um Slh Uhr ebenda. S. Abt. 7l4 Uhr im Rosen, Haler Hof. Rosentholer Str. 10/17. Bortrag:„Die volitische Lage*. Referent: Bürgermeister Karl Leid, M. d. L. I. Abt. T.i Uhr bei Büttner, Echwedter Str. 23. Vortrag:„Nach dem Bolksentscheid". Referent: Arwr Eri»vien. M. d. R. 8. Abt. 7� Uhr Zahlabende. Rickert, Steinmehstr. 36».— Seiler, Stein. inctzstr. 20,— Meier, LUstowstr 7. 16. Abt. 7li> Uhr Mitgliederversammlung In der Schul« Alt-Moabit 23. Tagesordnung:„Räch dem Volksentscheid*. Referent: Genosse Ruit Rosenfeld. 35. «. Abt. 7% Uhr bei Berget, Levestowstr,«.«rschelne» ist 13. Abt. 8 Uhr in Artushos. Perlederger Str. 29, Bortrag:„Bas lehrt uns der Volksentscheid". Referent Erich Luttner, M. d. L. Alle Mit. Sliedec müssen undedingt erscheinen,._. lbt. 7% Uhr Zahlabcnde bei Gottschalk, Stark, und Bank. 15. Abt, 7'v Uhr bei Goldbach, Binetaplah 7, Vortrag:„Sozialdemokratie, Volksentscheid und Reichstagsausläsung*. Reserent Bernhard«rüger. Außerdem wichtige Tagesordnung. 1«. Abt. 714 Uhr bei Müller. Scheringstr. 10, Bortrag:„Die polltisch« Lage*. Referent Stadtverordneter Gustav HSdicke. 17. Abt. 714 Uhr Zahlabende bei Schreiber, Triftstr. 63.—«erth, Tegeler Str. 50 und Uthnehmer, Triftstr. 49. 18.«dt. 714 Uhr Zahlabende. Sachse, Lindower Str. 26.— Schade,«9s. liner Str. 9.— Schmidt,«olberger Str. 24.—«öpke, Pankstr. 45.— Mllllrr, Uferstr. 12. 1». Abt. 8 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 20. Abt. 714 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 21. Abt. 714 Uhr Zahlabcnde in den bekannten Lokalen. Referenten:»e. nassen Fendel, Drcws, Vahle,«lein.____, 23. Abt. 714 Uhr Zahlabende. 1. Gruppe: Rösner, Immanuelkirchstraße. 1» Gruppe: Schmidt, Marienburger Straße. 2. Kruppe: Winzer, Ehrist» durger Straße, Ecke Winsstraße.— Vortrag:„Das Leid«N>erger Pro. gramm*. Refcrentin Ellen Beidler.— 3. Gruppe:«ohler, Schweizer» 2«.«btf�ls Uhr bei Beinlich, Weißenburger Str. 1. Vortrag:„Die politisch« Laae*. Referent Dr. Aisred«orach. 27. Abt. 714 Uhr in den Schönhauser ffestsolen, Schönhauser Allee 129, Vortrag:„Die politische Lage*. Referent Genosse«loth, M. d. L. 28. Abt. 714 Uhr in ollen Bezirlen Zahlabende in den bekonnten Lokalen.. 29. Abt. 714 Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62, Bortrag:„Du wir». schafispvlitische Lage". Referent Paul Iudrian._.. 36. Abt. T- Uhr im Ledigenheim, Pappelallee 15, Vortrag:„Roch dem Bolksentscheid*. Referent Robert Breuer. Alle Mitglieder mllssen un. bedingt erscheinen.,, 32. Abt. 714 Uhr Zahlabcnd in den bekannten Lokalen. Gruppe Haose: Vortrag des Genossen Furtwängler über:„Reiseeinbrücke in Amerika*. Abt. 714 Uhr Zahlabende. 1. Gruppe: Töpper, Rigaer Str. 85.— 2. Gruppe: Schule. Samariterstr. 20.— 3. Gruppe: Bombe, Boigistr. 25. — 4. Gruppe: Borkoroski, Echreinerstr. 32. 36. Abt. 714 lldr Zahlabcnde in den bekannten Lokalen. Ausgabe der Sin. laßkartcn zu unserem am Sonntag, den 25. Juli, im„Steuerhaus*, Lands. beraer Allee, stattfindenden Sommerfest. 37. Abt. 714 Uhr Zahlabende, 1. Bezirk: gepke, Ebertnstr. 6.— 2„ 3. B«. zirk: Ierasch, Ebertnstr, 10.— 4,. 5., 6. Bezirk:«öhler, Matternstraße, Tazesordnung: Reuwohl de» Vezirksführers. Wegen der wichtigen Tages» ordnung müssen unbedingt alle Mitglieder erscheinen, 36. Abt. 714 Uhr im Jugendheim, Lindenstr, 3, Bortrag:„Was geschieht auf der wirtschaftspolitischen Weltbllhne?" Reserent San» Jahn,— Achtung! Um 6 Uhr abends ebenda wichtige Funktionärsttzung, 46. Abt. 714 Uhr bei«eufner. Hagelberger Str. 20».«ortrag:„Räch dem Bolksentscheid". Referent Waldemar von Buttiamer. 41. Abt. 714 Uhr Zahlabende. Simon, Belle.Allianee.Straße 30.— Schuster, Ehamissoplaß 4.— Lutze. Bergmannstr. 93.— Mend«, Gneisenaustr, 6». «2.«dt. 714 Uhr Zahlabende. Wiersdorfs. Urbanstr. 6.— Vogler, Mitten. walder Str. 16.— Buhr, BMcherstr, 38.— Sechaase. Willibald-Aleris. Straße 5, 43. Abt. 714 Uhr Zahlabende in den bekannten Bezirkslokalen. Dir er. warten rege Beteiligung. 44. Abt. 714 Uhr in der Schulaula Reichenberg er Str. 44/45 Vortrag:„Nach dem Volksentscheid*. Referrnt: Felix Fechendach. 4». Abt. 714 Uhr bei Burckhardt. Görlitzer Str 53, Vortrag des Genossen Franz«Unstler, M. d. R, Diskussion. Abteilungsangelegenheiten. Alle Genossinnen und Genossen müssen wegen der wichtigen Tagesordnung unbedingt erscheinen. 47. Abt. 714 Uhr Zahlabende in den bekannten 5 Lokalen. 48. Abt. 8 Uhr in Sliestnas Festfälen. Wassertorstr. 68. Vortrag:„Die Wirt. schaftskrise und die Aufgaben der Partei". Referent: Max Urich. Eharlattrabvrg. 51. Abt. 714 Uhr Zahlabende. 1. Gruppe: Schellbach,«Lnigin. Elifadeth-Str. 6. 3. Gruppe: Dort, Danckelmannstr. 18.— 52. Abt. 8 Uhr Vortrog:„Die volitische Lage". Referent: Martin Stein. Vorwärtsleser und Gäste herzlich willkommen.— 53. Abt. 714 Uhr Zahlabende. 1., 2., 3 Bezirk: Echweikert, Erosmusstr. 2. 4., 5., 6., 7. Bezirk und Plötzense«: Lux, Huttenstr. 20.— 54.»bt. 714 Uhr im Iugezrdheim Rosinenstr. 4 Vortrog:„Roch dem Boltsentscheid*. Referent: Ernst Tost.— 55. Abt. 8 Uhr bei Reimer. Wilmersdorfer Str. 21, Vortrag:„Freihandel odeo Schutzzoll". Referent: Dr. Otto Friedländer. Gäste herzlich willkommen.— 57. Abt. 714 Uhr Zahlabende. 1. Gruppe: Arndt,«antftr. 51. Lichtbilder. vertrag:„Di« deutsche Reichsverfassung". Referent: Genosse Bredigkeit. 2. Gruppe: Thunack. Wielandftr. 4.— 58. Abt. 714 Uhr Zahlabend,«urzer Vortrag:„Volksentscheid.— Was nun?" Allgemeine Diskussion. Ranke. straße 4. vorn 4 Treppen. 68.«dt. Lalevsee. 8 Uhr bei Sandmann, WeMälische Str. 42, Vortrag: „Erwerbslosen und SPD." Reserent: Wilhelm Richter. Die Bezirk». führ«! laden ein. vllwersdoes. 6». Abt. 8 Uhr im Turnerheim Württembergische Straße Bor. trag:„Außenpolitische Fragen". Referent: Redakteur Wolsgong Schwarz. — 76. Abt. 8 Uhr bei«roih», Lolsteinische Str. 60. Bortrog:„Die po- litisch« Lage". Referent: Arno Scholz. Schäneberg. 77. Abt. 714 Uhr Zahlabend«. 1. Bezirk: Mild«, Rollcndorfstr. 16. 2. Bezirk: Zllrgenz. Barbarossastr. So. 3. Bezirk: Zeugner, Grunewald- straße 3«. Bortrag:„Iustizreform*. Reserent: Dr. Bendix. 4. Bezirk: Will, Martin-Luther-Str. 69.— 78. Abt. 8 Uhr Zahlabende in den de» kannten Bezirtslokalen. Uoqesordnung:„Die politische und wirtschaftliche Lage nach dem Volksentscheid*. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tage». ordnung wird reg« Beteiligung erwartet.— 79. Abt. 7(4 Uhr Zahlabende. 1. Bezirk: Arndt."Bautzener Str. 10. 2., 8. Bezirk: Grunow, Geßlerstr. 13. 4. bis 6. Beziik: Groß, Sedonstr. 17. 7. Bezirk: Podszu». Ecke Sachsen. dämm und Reichardtstraße. 8. Bezirk: Siedlung Lindenhos. Lokal Achten. Hagen, Röblingstraß«. In allen Zahlabenden allgemein« Aussprache. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. 81. Abt. Feledeaau. 8 Uhr Zahlabende. 1. bis 3. Bezirk:«labe.' Kandier». straße 60/61. 4. bis 6. Bezirk: Baginski, Taunus- Ecke Etubcnrouchstraß«. Politische Aussprache. 63. Abt. Liidterseld«. Der Zahlabend für Lichterfelde-West findet 8 Uhr im Lokal Schmidt. Kindenburgdamm Ecke Roonstraße statt. Bortrag:„Sozial« Bauwirtschaft und Eiedlungswesen*. Referent: Ken, Galla. 84. Abt. Lankwitz. 8 Uhr bei Lehmann,«aiser-Bilhelm-Str. 29/31. Die Funktionäre laden«in. 83. Abt. Tempelhas. 714 Uhr Zahlabende. 1, Bezirk: Lokal Mendt, Borussia. straße 75. 7. Bezirk: Koppelt, Gottlied-Dunkel- Ecke Germaniastraße. 3. und 4. Bezirk: Der Zahlabend fällt aus. 86. Abt. Mariendors, 7"� Uhr Zahlabend«. 1., 2.. 7. Bezirk: Reumeper, Schänebergcr Straß«. 8. di» 6. Bezirkt Niendorf, Ehausseestr. 19. 8. bis 10. Bezirk: Findeisen, Friedenftr. 6. 87.«bt, Marienfelde. 8 Uhr bei Schuster,»irchstr. 68. Zahlabend. 88. Abt. Lichtenrade. 8 Uhr Mitgliederversammlung an bekannter Stelle. Erscheinen ist Pflicht. Reukall». 89. Abt. 714 Uhr Zahlabende. 1. bi» 5. Bezirk: Brose, Sander. straße 10. 6.. 1l,, 12. Bezirk: Gläser, Pannier» Ecke Pflügerstraße. 7. bis 10., 18., 19. Bezirk: Fischer. Kobrecktstr. 64. Referrnt: Georg Roibl« llbcr „Die politische Log«".—>6. Abt. 8 Uhr Zahlabende. 18. Bezirk: Rüdiger, L-hmühlenstr. 36. 15. und 26. Bezirk: Jahn, Fuldastr. 45. 16. und Bahnhof» «ällnische 25. Bezirk: Janicke. Iansaftr. 11. 17. und 24. Bezirk: Lehmann. T-llstr. 8. 22.. 23. und 36. Bezirk: Schittler, Donaustr. 118. 34. und 43. Bezirk: «leistner. MUnchener Str. 54. 35. Bezirk: Ideal-Lasino.—«1.«b». 714 Uhr Restaurant Bergschloßhöhe,»arlsqaitenltr. Sm.«efereni:«art Schneider,-»2.«bt. Zahlabende. 14„ 29.. 30. Bezirk: Gautrr Karzer �, 1—.....___ ä»» e%£t net 09 Ol»», mW» /VmaIa fvTKa- Ecke wichtiger Angelegenheiten müssen alle Mitglieder dieser Bezirke bestimmt erscheinen. 72., 73. Bezirk: Schenk. Rosrnstr. 24. Vortrag. Der Zahl- abend der Bezirke 31. 44. 45. 55 sollt in diesem Monat-US. Erscheinen für die Mitglieder der übrigen Bezirke unbedingt PNlcht,— 94. Abt. 714 Uhr Zahlabende. 51.. 52.. 68.. 76. Bezirk: Lokal Schröder. Steinmetz. straße 52. 04.. 65,, 66., 67., 77.. 78. Bezirk: Lokal Günther, Schiller- Promenade 11.- 95.»bt."i-o Uhr bei«rieger. Lessingstr. 9. Bortrag: „Räch dem Bolksenlscheid*. Referent: Stadtrat Richolf cchlichtrng. Er. scheinen ist dringend erforderlich. Gäste willlommen.— 96. Abt.?!4 Uhr Zahlabende. Tagesordnung in alle» Bezirken:„Die Lehren des B°>ks. entscheid-". 80.. 87.. 88. Bezirk: Lübden. Thomosstr. ll, 98., 94 Bezirk: Frentel. Schierke- Ecke Bodestroße. 86„ 100. Bezirk: Müller. Thüringer Straße 5. 101.. 102., 103. Bezirk: Die Zahlabende fallen aus. Die Bc. zirksführer werden gebeten, die Mitteilungsblätter vom Eenossen ImTko, Schönweider Etr. 6, abzuholen.— 97.«bt. 7>,4 Uhr un Lokal Rudolf. Kermannstr. 156. Bortrag:„Soziale Umschichtung in Deutschland seit 1918*. Reserent: Dr. Alsrcd Freund.- 98, Abt. Die Abtellungsveriamm. lung fällt aus._.„_-.. 166. Abt. Rudow. 8 Uhr bei Krüger. Bendastr. 71. Zahlabend. 161. Abt. Treptow. Der Iuli-Zahlabend fällt aus.. 102. Abt. Baumichulenweg. 714 Uhr bei Borgmann, Baumschulenstraße, Agitationsoersaminlung. Bortrag des Genossen Stadtrat«arl Wermuth. Vorwärtsleser und Jympathisterende sind herzlichst willkommen. 163. Abt. Oberschöneweibe. 714 Uhr bei Imberg, Wilhelminenhofstr, 34, Dortrag:„Die Stellung der Partei zur Fürsienabsindungsfrogc". Refe- rent Bruno Thcek._ 104. Abt. Ried-rsch-n-weide. 714 Uhr bei Raethel. Brückenstr. 15, Vortrag. „Die politische Lag- nach dem Volksentscheid*. ReferrntlN Klara Böhm. 105. Abt!� ANcrshos�' 714 Uhr bei Vogel, Bismarckstr, 74, Vortrag:„Wege zur Förderung des internationalen Gedankens*. Referent Wilhelm Floerke. Gaste willkommen.„..._, 166. Abt. z-hannisthal. 714 Uhr bei Schreiner, Frredrichstr. 6, Vortrag. „Die franzöjische Revolution als Grundlage des modernen Europas. Referent Dr, Karl Sörth, 108. Abt.»öpenick. 8 Uhr Zahlabende.— Dammvorstodt: Schulz straße 34,-«ießoorstadt: Ziebach. Müggelheimer Str, 1.- Vorstadt: Stippekohl. Echönerlindcr Etr. 5. Tagesordnung: Der Volks. entscheid und seine Lehren, 109.«bt. Friedrichshagr». 8 Uhr bei Scholz. Friedrichstr. 80. Vortrag:.Mach dem Volksenischeid". Reserent Willi Großmann. 116. Abt, Grünau. 8 Uhr bei Werner, Neuwahl des Vorstandes. Alle Se» nossinnen und Eenossen müssen ganz bestimmt erscheinen._______ Iii.«bt. Bohusdors. 8 Uhr bri Seimann. Waltersdorfer Straß«, Mitglieder. Versammlung._„.„,_. Lichtenberg 114. Abt. 714 Uhr bei Piecheck.«rossen» Skr. 14, Vortrag:„Die Lehren des V°Iksentsch«lds". Referent: Erich Fraenkel.— 115-«bt, 714 Uhr bei Eeivkc.«ronorinzenstr. 47. Ecke Scharnweberstraße Vortrag: „Warum keine ReichstaosauNösung?" Referent: Adolf Wuschick. Alle Mitglieder müssen erscheinen.— 116.«bt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Beitragszahlung bei den Funktionären.— 117. Abt.<14 Uhr in der Schule Lückstr.«0 Bortrag:„Die Stellung der Sozialdemokratie nach dem Volksentscheid". Referent: Stadtrat Eugen Rosemonn. Wichtige Parteiangelegenheiten.— 11«. Abt. 714 Uhr bei Tempel. Gudrunstr. 7. Vortrag:„Die Kohcnzollernlegende als Mittel im«lassenkampf". Referent: Hans Komm. Gäste herzlichst willkommen,— 119. Abt. Laut Beschluß der Funktionärsttzuna fällt der Iuli-Zahlabend aus. 121.«bt.«arlsdarst. Der Abladend im Juli fällt aus. �. 124.»bt. Mahlsdors. 8 Uhr Zahlabende bei Breidau und für den mittleren Bezirk bei Anders, Am Bahnhof. 128. 130. Abt. Pankow. 714 Uhr Zahlabende. 1. Bezirk: Lokal Weiß,«aiscr. Friedrich. Straße. Ecke Berliner Straße.— 2. Beztrk: Meeß, Berstner Straße, Ecke Lindenpronienade.— 3. Bezirk: Dreier,«isstngenstr.>.— 4„ 5., 7. Bezirk: Jugendheim Breite Str. 32,— 6, Bezirch Lokal Reu. mann. Mendelstr,>7,— 8, 9. Bezirk: Dohnkc. Wollankstraße. Tages. ordnung: Die weltliche Schule. 131. Abt. Riedeeschönhanien. 8 Uhr im Lokal Wilhelmshof.«aiser-Willjelm. Straße, Bortroa:„Warum die KMproz. Friedensmiete?" Referent Stadt. verordneter Hermann Amberg. Alle Genossinnen und Genossen mllssen erscheinen. 132. Abt. Blankenburg. 714 Uhr bei«lug, Dorfstr. 2, Mitgliederversamm. lung. Sämtliche Genosstnnen und Genossen müssen unbedingt erscheinen. 134. Abt. Buch, Der Zahlabend in diesem Monat sällt aus. 135. Abt.«aeow. 8 Uhr Zahlabend bei«lir, Pankarofenstr, 3, 137. Abt, Reinickendors.West."14 Uhr Zahlabend, Bezirke 1, 2, 3 und 5 bei Mattern. Eichbornstr. 94.— Für die Bezirke 4. 6, 7 und 8 im Volks. haus. S-starnweberstr. 114. Vortrag:„Die politische Lage*. Referent Arthur Häußler, 138. Abt. Sermsdorf. Der Zahlabend fällt aus. 140. Abt.»orsigwalde. 714 Uhr im Lokal Woitschach. Ernstsir. 1. Vortrag: „Der Bolksentscheid und sein« Folgen". Referent Hermann«rüger. Sämtliche Genossinnen und Genossen müssen unbedingt erscheinen. 140, Abt. Wittenau. 8 Uhe im Lokal Schulz, am Bahnhof, Vortrag: Irijrt uns der BoTk-entschrid?" Reserent: Adolf Kirsch. 143. Abt. Waidmnnnslnft. 8 Uhr Zahlodrnd bei Dreißig, Waidmannstr, 4. Alle Mitglieder müssen erscheinen..* Jungsozialisten, heute. Dienstag. 13. Juli: Gruppe Lichtenberg: 714 Uhr im Jugendheim Parkaue 10 Vortrag:„Ar. deiterjugend. Jungs», ioliften und Partei". Referent: Genosse Otto Lamm. Zahlreiches Erscheinen, besonder, der Arbeiterjugend, notwendig.— Gruppe Süden: 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Literarischer Abend. Gäste willkommen. Weoen Behandlung wichtiger Gruppenangelegen. heilen ist das Erscheinen aller Mitglieder erfordci7ich. Arauenveranstallungen: 7.»rei» Eharlottenbnrg, Die Genossinnen treffen sich am 27. Juli, nach, mittag« 3 Uhr, zum«asseekochen im Restaurant Stadtpork Spandau(Straßen- bahnlinie 154). Räherr Auskunft bei der«reisleiterin, Meinickestr. 25. 4- Gruppe Handelshochschule der Vereinigung sozialdemokratischer Studenten. Die Gruppe veranstaltet heute. Dienstag, 13. Juli, 8 Uhr, im Sozialwissen. schaftlichen«lud. Wilhelmstr. 48. ihre erst« öffentliche Stubentenversammlung. All« Studenten. Bekannte und Körer sind herzlichst«ingeladcn. Sterbetafel üer Groß-öerliner Partei-Grganifation 31. Abt. Am 6. Juli, früh 414 Uhr. verstorb plötzlich unser Genosse Willi Wege, Driesener Str, 27. Einäscherung heute, Dienstag. 13. Juli, abends 6 Uhr. im Krematorium Gerichtstroße. Kranzspenden dankend oerbeten. Wir erwarten rege Beteiligung. tetöltoMOM-Mll! Achtung! Achtung! erwerbslose Mallarbelker! Mittwoch, bau 14. Fall, nachmittags 1 Ahr, in den„Sophien.vai«n", Sophienstr. 11/18: JW- Versammlung'•e aller erwerbslosen Mtlglleder des DeulschenMelallarbeiieroerbande» Tagesordnung: Die Wirtschaft. liche Lag« und di« Arbeitslosigkeit. Zutritt nur geaenBorzeigung derStempel. karte und des Mitgliedsbuches. Um! Verttavevslellte! Um! Tbtitn in Nlowpliti 8 Uhr; Damtier läßt sidi reden hrliner Billirtegn ig 3 Uleo Morgen 8 Uhr; Damber läßt sidi reden Am Donnerstag, den 1». Zali finden in den bekannten Lokalen die IkZDllieD?erlrZDeDUZDDeM1«eD!i!D statt— Ohne Mitgliedsbuch und Legiti malionskarte lein Zutritt. Schtunq! Beftitfßliitt«chtung! Die Beiriedsräte- Zeitschrift Nr. 14 ist erschienen und kann gegen Borlegung der Legitimalionskarte de» Bettiedsrat». odmannes kür da» Iadr 1926 in unserem Bureau, Zimmer 5 oder nach 4 Uhr tm Zimmer 4. entgegengenommen werden. vonnoastag, dan 1». Fnli,»b»»d» T Ahr, im««warrichoflshaafe. »ngalnf«« 24 26: w Versammlung"Ml der Werkzeugmacher, Schars- schleiser und werkzeughärier Tagesordnung: 1. Unsere Lohn- und Arbeitsverhältnisse.— 2. Dislussion.— 3 Verschiedene». E» ist Pflicht aller Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. vi» Or>»o«owaltnng. Berliner Nouköllo.« Lttottr.14/Tti Biita! Staats-Theater Operniiso* a. Platz d.Republ. 8 Uhr: Der fliegende Holländer Oeottdiei Mer Norden 10334—38 Ggshgitldintliea Itbaert 8'/, Uhr Max Adalbert in Bas 8bel Berliner THealer »>/, Uhr: Donnerwetter, tanz famot Die Komödie Bismarck 2414,1516 S'/g Uhr: Weett-end (Utber'n Sonntat) Deuisches IQnstl.-Tlieiier Tagl 8'/. Uhr- Der IrObUdie WelnDem Kemiscne Oper S'Jt Dir. James Klein 81/« Ole große Revue Berlin ohne Hemd! Allabendlich 9 30 Uhr Die sensationelle Einlage: Satans Braotnachtl lieber 200 Mitwirkende! Dienstag, den 13. Joli nachmittags 3 Uhr �Lesslng-Tb. Paul Henckels zum 526. Male: Schneider Wibbel latw, Cigltaiiskr Sommerpr. 14 M. litgU.Veikibgh., Cnnrt- idigft. Rndnlugin ieggg Iginth pite Plähi 1 1.50, ggdi gg IggeMrigg �KlelnesTh. UAeiiseii Vor«, dieses zahlt 50°/, d. Kassenpr Id. in RuriiiistendiDB 8'/, Uhr: Kavalier Jack Operette in 3 Akten Musik von Caiila von Hont Sommerpr. 2—6 M. �Senuier-T«. Optrifhesplelzrlt. 8 Uhr; famjp �JsaMC Besldeni» rneai. «>,, Uhr: Der Masterratte I. linkirdm. 0. Sdilittr ElltC'Mnder ZAgL S»hr: «aitspiel berCngiwol HaßdebDiJer Elite-Sioter. Biesen- fnBnno! Reichshallen- Theater Anfang 8 Uhr Stettiner Sünger .JiHSbillbeileyer's" Vom 16. 1.— 31. 7.: Ogjhpill te Dresdner fiktPria-Sängcr Dönhoff-Brettl(Saalg.Cnt.) Tarletet— Konzert)— Tanzt IrouetioenDen seder Art liefert vretsweri Paal chialleta. vormals Robert Ninr Mariannenstr. 3. Amt MoritzvI. 10303 Räch schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief am 10. Juli im 70 Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater. Groß. vater und Bruder Ingo Hasdimann In tiefer Trauer um stille Teilnahme bittend. Im Namen der Hinterbliebenen Harle Flasdunann geb. Lindstaedl. Berlin, Treptow Donauwörth, Halles, d S., London. Die Einäscherung findet am Freitag, den 16. Juli. nachmittag, 5>/, Uhr. im Krematorium»erichtstr. statt. t>s>6>lt,.ptdc„ Sornmerpreise neater HftolMratzJtr. T.:Hasenheid.21lC S'l, Uhr: Gefallene Engel Homödlenliaus Tel.: Norden 6304 6 Uhr Der Garten Eden Danksagung Für di« vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei der Einäscherung meiner lieben Fräu Emilie Burg sage ich allen Freunden, Parteigenossen und Betannten, tnsdesondere meinem Parteifreund Wilhelm Hänlein für seine vortrefflichen Motte, dem Ge- sangverein Prenzlauer Berg, edenfall» den Bettretern der Gastwirt», und Patteiorganisation meinen herzlich» sten Dant, Der tieftrauernd« Gatte ZDIIHeloi Sarg. Berlin, den 13. Juli 1926. Sonnabend. 10, Iuli,vorm!0>/,Udr. verschied sanst nach langem Leiden im 70. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Bater, Großvater. Schwiegervater und Bruder, der Putzer EudTvix Tornow Im Bim« der Iraaente Bistrtlieteiio Frau Emma Tornow. Berlin-Lichtenberg, den 12. Juli 1926. Gotthestr. 18 Trauerteier: Donnerstag. 15. Juli, nachm.4 Uhr. t-Krem Baumichulenweg Ver�suke Leiterwagen» Schlauchwogen, Schuh» karren. Einzelräder. Achsen. Federn. Globus. 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Ein Schulpedell im Westfälischen— ein kleiner Mann mit mar. tialischem Schnauzbart und einen verglommenen Ehrgeiz, er hieß Rüdiger— hatte neben zwei Töchtern, die beide bereits verheiratet waren, die eine an einen Tischler, die andere an einen Postbeamten, einen spätgeborcnen Sohn, Anselm, aus den sich seine väterliche Liebe und der bescheidener gewordene Ehrgeiz konzentrierte. Der Pedell lief, immer gehetzt und ein bitzchen brummend, durch die Hallen der Schule, die er zu beaufsichtigen hatte, erstarb in einer Verbeugung vor dem Direktor und bot ihn eines Tages herz. klopfend um eine Audienz. Da der Direktor, ein jüngerer Mann, den Pedell, der diesen Posten schon zu seiner Schulzeit inne hatte, als altes Inventarstück seiner auch im übrigen gut möblierten Jugend gern hatte, bewilligte er ihm die gewünschte Unterredung und be- stellte ihn aus den nächsten Tag in sein Bureau. Es handelte sich um Anselm. Er sollte, waghalsiger Traum- wünsch eines kleinen Lebens, das nichts zu verlieren hat, Lehrer werden, ein großes Aiel erreichen, das dem Vater versagt geblieben war. Und der Direktor, getreu seiner anerkannten Jovialität, ver- sprach, ein Gesuch um ein Stipendium befürworten zu wollen, woraus der kleine Pedell mit zuckendem Schnauzbart undeutliche Worte stammelte und verschwand. Als die Nachricht kam. daß das Stipendium bewilligt sei, be- griff Anselm, ein stiller Knabe mit schmächtigen Schultern, das Glück, das ihn betroffen hatte, aus dem Gebaren seiner Umgebung. Der Vater, scheu verehrter Patriarch seiner Familie, wurde weich und witzig, die Mutter, vergrämtes Arbeitstier, sprach ausgelasien in wirren und heiteren Sätzen mehr als sonst in einem Jahr. An diesem festlichen Tage begrub man mit unbedachtem Jubel die Jugend Anselm Rüdigers. Nicht hatte er fürder mehr Zeit, um mit anderen Kindern in Straßen und Wäldern zu jubeln, mit Ge- nassen seiner Jahre erstmalig zu versinken in seltsamen Begegnungen � mit blonden oder braunen Mädchen, mit Kameraden seines Alters erste laue Nächte zu durchschwärmen. Er hatte keine Zeit und keine Sehnsucht nach der Lieblichkeit der Natur, denn hinter ihm stand dos gläubige Gebet und die Hoffnung alter Leute. So erwuchs er, blaß und mit schmächtigen Schultern,«in stiller Jüngling, und wurde so scheu und einsam, daß, selbst als eines Tages, unerträumt mit verzehrender Ungeduld, das Ziel erreicht war und die weißhaarigen Leute daheim beide weinten, er sich nicht froh fühlte, sondern nur müde. Er kam an eine Mädchenschule, eine Volksschule, in einer Klein- stadt Sachsens, erfaßte dort feine Pflicht mit stets gleichem Eifer, mit gleicher Selbstverständlichkeit und wurde, seltsam, obgleich er immer hilflos war vor der grausamen Tücke der Kinder, obgleich er scheu sich allmählich in eine langweilige, unbunte Sachlichkeit hüllte, beliebt bei den Geschöpfen seiner Erziehung. Die Schule war grau und lag hinter schmutzigen Gassen, die Schulzimmer waren stets dunkel und die kleinen Mädchen, die aus den dumpfen Wohnungen armseliger Häuser müde und unausge- schlafen kamen, wurden still vor dem langen, hageren, traurigen Lehrer. Ein paar armselige we.ße Blüten lagen einmal aus seinem Pult, als er in das Schulzimmer kam, da sah es aus, als ob er weinen wollte. Dies Leben ging so einige Jahre hindurch. Das Dasein des Lehrers Anselm Rüdiger, monotones Uhrwerk im Getriebe der Welt, war ein stilles, scheues Degetieren ohne Erregungen. Er hatte ver- lernt, Dinge zu denken und zu sehen, die außerhalb seines Berufes logen, seine Kammer war winklig und ohne Sonne— seine einzigen Freunde und sein einziger Verkehr waren die kleinen, sieben- jährigen Schulmädchcn, denen er manchmal, aber sehr selten, zu- lächelte. Aüi die Eltern kurz hintereinander am gleichen Tage starben. ging er hinter ihrem Sarg, unnachde.iklich und sehr betrübt, ein lang ciifgeschoisener schmaler Bursche mit eckigem Schädel und seltsam träumerischen, graublauen Augen. Er trug einen schwarzen Anzug mit weißen Nadelstreifen, der Anzug war recht alt und sormlos, man kann fast sagen, er schlotterte, und seine stumpfen, unblanken, zcrnarbten schwarzen Schuhe waren trauriger anzuschauen als der Leichenwagen, der über das regnerische Pflaster holperte. Und dann, nur wenige Wochen später, trat dos große Ereignis ein, das, wahrhast berichtet, dem Leben des Lehrers Anselm Rü- diger ein vorschnelles Ende bereitete. Er erhielt die lakonische Anfrage seiner vorgesetzten Behörde, ob er in den bevorstehenden großen Ferien einen Transport seiner Schulkinder in das Kinderheim eines Nordseebades auf der Reise und während des Ausenthalts dortselbst beaufsichtigen wollte. Ueber- rascht, ja fast geblendet, war er voy dem hellen Licht, das plötzlich in sein Leben siel. Aber jede Ueberlegung und Befürchtung erstickte in ihm das Gefühl der Subordination und demütig sagte er zu, ausgewühlt und bedrängt im Innern von lockeren, schillernden Träumen, gegen die er sich vergebens wehrte in Scham und in Furcht. Er wurde einfach nicht fertig damit. Wußte nicht, w»» sein auf graue Gleichheit gestimmtes Sein weiße, sonnige Welt, tön- delnde, erregende Launigkeiten, buntes, intensives Anderes emp- fangen sollte, wurde ratlos und verfiel auf die Manier des Bogels Strauß: Nichts hören und nichts sehen als die Arbeit, an die Gyn- tax denken und die speziellen Sorgen der Mütter der ihm anver- tiauten Kinder. � Das Heim lag mitten in einem schönen kühlen Nadelwald, ab- seits vom Strand, aber immerhin von dort in einer Stunde Wegs erreichbar. So wanderte er an der Seite der Schar kleiner Schul- mädchen Tag für Tag um die gleiche Stunde zum Strand und um die gleiche Stunde zurück Eines Tages aber nahm ein fern im Meer liegendes Kriegs- schiff den Atem der Kleinen gefangen. Sie schauten und phanta- sierten u,.d dichteten Fabeln um das serne Ungetüm, bis auch der Lehrer ein erregtes Kmd war und mitten unter ihnen lag und fa- bullerte. So kam es, daß man den Heimweg vergaß, und da der Lehrer wußte, daß daheim die Schwester Marie pünktlich das Abendbrot aufzutischen pflegte, ging er mit seinen Zöglingen den sonst gemiedenen, kürzern Weg über die Strandpromenade des Modebades. Da sah er, was er nie vorher derart berauschend gesehen hatte: ollen Luxus der großen Welt, alle seltsamen Träume ersüllt. Links schritten sie, der hagere, schwankende, junge Lehrer an der Seite seiner kleinen Herde, vorbei am Musikpavillon— der Kapellmeister zückte den Stab über das brausende Heer, die Geigenstöcke glitten aus weichen Tönen hin und zurück, dumpf und innig schluchzende Lä-llis. harte Rhythmen warf der Mao» am Klaiüer mit totem Ge- sicht in das wundersame Gewirr— und es wurde dunkel, ein sei- denes Tuch spannte sich der Himmel über den Abend. Rechts ober saßen auf der Kurterrasie Gamins,, weiße, schlanke Frauen mit Zigaretten und köstlichen Düften, Frauen mit sphinxhaften Ge- sichtern wie Gemmen, blitzende Steine an der Hand, und weißen Perlen gleich schimmernden Zähnen. Und Männr mit lässigen Be- wegungen voll Verachtung und Sicherheit. Der Lehrer ging weiter mit seiner Schar. Hundert unbeant- wartete Fragen der kleinen Mädchen machten sie befangen ver- stummend, denn der Lehrer hatte sie vergessen, und das war das erstemal. Er starrte in diese Welt und seine gebändigten Emp. findungen erwachten und schrien bitter und neidisch. Sie mußten an der Kurpromenade vorbei. Jetzt streiften die seltsamen Düfte und manchmal sogar ein Rock und ein Blick den Lehrer Anselm Rüdiger. Sie tändelten vor ihn, alle biegsarn, in weißen Kleidern und bubenhaft frechem Haar, schlank und so ver- lockend und so fern. Dann war alles vorbei. Der Wald kam, verlorene Klänge der Musik sprangen zwischen die stillen Bäume. Schweigend kam er daheim an und aß. Bis hierher hat der Chronist dieser Geschichte alle Ereignisie den Tagebüchern entnommen, die der Volksschullehrer Anselm Rü. diger hinterließ. Das seltsame Ende der Geschichte aber vermag man nur aus flatterhaften und gleichgültigen Berichten der der- zeitigen Kurgäste zusammenstellen, die zwar glaubhaft sind, aber nicht verbürgt. Am Abend spät erhob sich der Lehrer. Er konnte nicht ein» schlafen. Er ging durch nächtliche Bäume. Kühle Zweige schwangen sich übe� ihm, Vögel schrien fern in Träumen. Er ging und wußte nicht, wohin es ihn trieb, er ging und er wunderte sich darüber. Er ging und er ging. Kam in die Terrassen der Hotels, wo Springbrunnen nachts zwischen Marmor rauschten, sah in die erleuchteten Fenster wie in Heiligenbilder, hinter geschlossenen Gardinen sichere und hochmütige Frauen. Kam in den Bannkreis der Musik, schon bewußtlos wie ein Insekt ums Licht, sah ein fremdes Leben, gierte danach und verlor seine alten Götter. Sein Dater hatte eine blaue Lüsterjoppe an, die war schon sehr, sehr vertragen, er hatte einen martialischen Schnauzbart und putzte sich Sonntags die Zähne. Er erkannte die Distanz. Es brannte in ihm, nicht Hochslam- mend und wärmend— ausbrannte er wie ein klägliches Feuer in der Morgendämmerung. Sie tanzen auf der Terrasse. Licht fällt wie geschüttet, Musik taumelt in schwermütigen, berauschenden Rhythmen. Ihn streifen die Düste der erhitzten Tänzer. Da ist er wohl gegongen. Keiner sah ihn und keine verlor ein Lächeln an ihn. Seine Schuhe waren stumpf und trübe, seine Schultern hager und der Anzug, der schwarze mit den Nadelstreifen, schlotterte. In dieser Nacht schwamm der Volksschullehrer Anselm Rü- diger in das Meer hinaus. Die Fischer, die ihn am Morgen— es war fahl und es regnete— fanden, wissen nicht, ob er verunglückt ist oder ob er es so wollte. Wasserfeinöe. Der Wasseroerbrauch der alten Römer.— Menschen, die sich da» ganze Leben laug nicht waschen.— Die sauberen Zopauer. So sehr die heutigen Italiener auch in der Kultur fortgeschritten sein und einen so ausgiebigen Gebrauch an Wasser und Seise sie auch machen mögen, so können sie sich nach dieser Richtung hin doch nicht annähernd mit ihren Vorsohren, den allen Römern, messen. Bei diesen gab es in Hülle und Fülle östentliche Bäder sowohl wie private, die alle 24 Stunden eine Wassermenge von anderthalb Milliarden Liter verschlangen, das sind S4l)() Liter aus jeden Ein- wohner Roms. Heute wird zu diesem Zweck noch nicht der hundertste Teil dieses Wqsserquantums in Rom benötigt. Ja, glaubwürdigen Berichten zufolge gibt es heute und gab es schon seit Johrhuiiderlen in Rom wie in Italien überhaupt eine nicht geringe Menge Menschen, die dem Wasser als Reinigungsmittel ihr ganzes Leben lang nach Möglichkeit aus dem Wege gehen bzw. gingen. Der be- kannte italienische Physiologe Paolo Montegazza erzählte einmal, einen Landsmann gekannt zu haben, der sich rühmen konnte, seinen Körper niemals gebadet zu haben, abgesehen von dem einen Falle, wo er genötigt war, einen Fluß zu durchwaten. Das Stiftsfräulein Elloania, die Schwester des berühmten Arztes und Mathematikers Rufs im<1765 bis 1822), die ein Alter von 60 Jahren erreichte, konnte von sich sagen, daß sie sich in ihrem Leben niemals weder die Hände noch das Gesicht noch irgendeinen anderen Körperteil gewaschen habe. Das einzige Wasser, das sie mit den Fingerspitzen berührt hatte, war dos Weihwasser, zu dessen Berührung sie der damalige Ritus beim Empfang des heiligen Abendmahls zwang. Diese Dame war in ihrer Todfeindschaft gegen das Wasser eine würdige Kollegin der Mangangas in ZeMralajrika, eines Volksftammes, der sich niemals wäscht. Livingstone erzählt von«wem alten Eingeborenen, daß er einmal tn seinem ganzen Leb««m Bad genommen habe, das fei aber so lange her, daß er sich nicht mehr erinnern könne, was für einen Eindruck dos Wasser auf ihn gemacht habe. Ganz im Gegensatz zu derartigen Wasserfeinden gibt es auch wahrhaft fanatische Wassersreunde, zu denen in erster Linie die Japaner zu rechnen sind, von denen einmal der Engländer Holl Ehambcrlain, der lange Zeit unter ihnen lebte, behauptet hat, daß sie, wenigsten die Japaner von allem Schrot und Korn, ohne Bade- wanne überhaupt nicht denkbar seien, ja, daß sie einen ganzen Monat in der Badewanne zubringen können. Was natürlich' scherzhaft ge- meint, für die Wasserliebe des Japaners aber bezeichnend ist. In Europa könnten ihnen, allerdings mit weitem Abstände, höchstens die Engländer an die Seite gestellt werden. Der Wasserverbrauch Londons für die körperliche Reinigung wird auf 60 Liter täglich pro Kopf bezifsert, er steht also immer noch weit hinter dem des alten Roms zurück. G. Dr. Neisegejchwinüigkeiten m alten Zeiten. Daß früher das Reisen sehr unbequem war, ist bekannt, es ging jedoch auch sehr langsam vor sich. Noch vor ungefähr 100 Iahren dauerte die Reise zwischen Berlin und Leipzig 36'Stunden, ein Reisender, der von Stuttgart nach Frankfurt a. M. fuhr, war mehr als 40 Stunden unterwegs, wer von einer Küstenstadt der Ostsee nach Breslau wollte, hatte sich auf eine Reise von wenigstens sieben Tagen einzurichten. Schuld daran waren nicht nur die vielen Zoll» schikanen an den einzelnen Landesgrenzen, auch die schlechten Wege trugen dazu bei. Die alten Römer mit dem vorzüglichen Landstraßennetz, das sie sich gebaut hatten, waren schon viel schneller gereist. Es steht fest, daß im alten Rom selbst mit der einfachen Staatspost aus weite Strecken hin Durchschnittsgeschwindigkeiten von annähernd 260 Kilo- mewr den Tag erreicht worden sind. Bei besonderen Gelegenheiten reisten aber einzelne Römer bei ausreichendem Pserdewechsel noch raschere. So legte Kaiser Tiberiiis einmal in der Zeit von 24 Stunden eine Streckejjon annähernd 300 Kilometer zurück. Da die Straßen in Deutschland bis weit in das 19. Jahrhundert hinein sehr schlecht und nicht selten auch noch unsicher waren, wurden in Deutschland, wo es irgend anging, die Ströme zum Reisen be- nutzt. Besonders auf dem Rhein und aus der Donau hatte sich seit dem Mittelalter ein sehr flotter Personenverkehr entwickelt. Im 18. Jahrhundert soll es auf dem Rhein schon gegen 1300 Passagier» schiffe gegeben haben. Das waren zwar alles nur kleine Schiffe, sie waren jedoch schon recht bequem eingerichtet, jedenfalls reiste es sich auf den Schiffen bequemer als in der Postkutsche. Aber Reisen auf solchen kleinen Schiffen dauerten noch länger als mit der Post» kutsche. So mußte eine Reise von Frankfurt a. M. den Main und den Rhein hinab bis Köln aus sieben bis acht Tage veranschlagt werden, und eine Reise von Regensburg die Donau hinab bis Wien war kaum unter zehn Tagen zu machen. Heute sind viele Reisende schon ungeduldig, wenn ein Eilzug einmal einige Minuten Ver, spätung hat.' A. M. wie der Radiumgehall von Heilquellen festgestellt wird. Di« Heilquellen, die legt im Sommer von so vielen Genesungsbedürstigen besucht werden, sind meist radiumhaltiq, oder, wie der Fachausdruck heißt: radioaktiv. Die Anschauung ist vielleicht nicht falsch, daß dieser Radiumgehalt der hauptsächlichste Heilsaktor der Quellen ist, denn nur so läßt es sich erklären, daß die Hcilwässer an der Quell« viel wirksamer sind, als wenn man sie zu Hause, fern von den Kurorten, trinkt. Die Kenntnis der Radiumhaltigkeit dieser deutschen Quellen stammt erst aus den letzten Iahren.' Sie hat einzelnen deutschen Bädern zu größerem Ansehen als früher verHolsen, da es gelungen ist, den Radiumgehalt des Wassers für Heilzwecke nutz. bar zu machen. Es dürfte deshalb von Interesse sein, zu erfahren, wie man den Radiumgehalt im Wasser feststellt. In der Regel erfolgt der Nachweis radioaktiver Substanzen im Wasser durch die sogenannte„Radiumemanation". Die Radiumemanation, jetzt auch von der Wissenschaft als„Niton" bezeichnet, ist ein Gas, die Form, in der das Radium sich mit dem Wasser verbindet. Die Radium- emanation löst sich im Wasser auf und erzeugt dadurch den Radium- geholt des Wassers. Die Feststellung der Radiumemauation erfolgt sehr einfach dadurch, daß man eine Wassennenge mit Lust schüttelt. � Aus diese Weise wird die Emanation von dem Wasser getrennt und ist in der Lust meßbar. Sie erhöht die elektrische Leitfähigkeit der mit dem Wasser in Berührung gekommenen Luft. Die Messung des Grades der Radioaktivität des Wassers erfolgt mit Hilfe eines be» sonderen Instruments. Die Nutzbannachung der Emanation erfolgt auf eine ganz ähnliche Weise, indem eine Wassermenge zerstäubt wird, wobei sich die Emanation der Luft mitteilt. Der Fraucnkops als Seilerei. Michael Terry, der soeben von einer Automobiltour durch Nordaustraliei: nach London zurück» gekehrt ist, weiß allerlei Ergötzliches über die Sitten und Gebräuche der Eingeborenen zu erzählen, deren Leben sich noch völlig auf der Kulturstufe der Steinzeit abspielt. Merkwürdig ist vor allem auch die Gepflogenheit der Wilden, das Menschenhaar zu Seilen auszu- spinnen. Der Mann ist durch uraltes Stammrecht befugt, über das Haar seiner Frau und ihrer weiblichen Angehörigen nach freiem Willen zu verfügen. Ohne jede Förmlichkeit ergreist er das Woll» haar der Schönen, rafft eine Handvoll zusammen und schneidet es mit einem geschärften Stein so geschickt ob. wie es nur ein Friseur mit einer scharfen Schere zu tun vermöchte. Er rollt dann die abgeschnittenen Wollsträhnen zu einem Kneuel, aus dem er Fäden zieht. Diese werden durch Ziehen und Dehn« über dem Obev» schenket zu langen Fäden gedreht, die der Seiler um sein« Taifl« schlingt» um sie jür spateren Gebrauch zur Hand zu hob«. •..■,.. v';:iV V.;:' IN et« ge- als sich die Das wiener �rbeiterfportfeft. Das Internationale Atbeitetspottfest in Wien Saht in ganz großen Ausmaßen oo». sich. Am Ende der vorigen Zoche fanden die leichtothletis'chen Wettkämpfe statt. Taufende von Zuschauern folgten den durchweg spannenden Kämpfen. Es zeigte sich, daß die heimischen Arbeiter-Leichwthleten seit der Frankfurter Olympiade vieles zugelernt haben. Besonders bei den Kurzstreckenläufern verfügt Oesterreich in den Ge- nassen Fehler, Freudmann, Unzeitig und cholzer über ganz ausgezeichnete Leichtathleten. Fehler lief 100 SlRct er bereits im Vorlauf tn 11 Sekunden, also einer Zeit, die auch von den bürgerlichen«Kanonen' nur selten reicht wird. Die deutsche Sportler, nnen st affel brauchte für die 4 X 1000 Meter nur zwei Sekunden länger die W e l t r e k o r d z e i t ist. In den Wettkämpfen zeichneten ganz besonders die lettischen Sportgenossen aus, aber auch Deutschen konnten manchen Sieg nach Hause bringen. Am Freitag wurden die Einzelkämpfe im Stemmen und Ringen ausgetragen. Die größte Leistung wurde nicht im Schwergewicht, sondern im Mittelgewicht erzielt. Im all' gemeinen waren die O e st e r r e i ch e r im Stemmen überlegen. Deutschland konnte nur in zwei Gewichtsklassen den dritten Platz erreichen. Dagegen haben aber die Reichsdeutschen eine An- zahl Ringkämpfer gestellt, die ihren Gegnern viel zu schassen machten. Ganz außerordentlich waren die Vorführungen im Keulenschwingen. Uebereinstimmend wurde auch von den Fachleuten anderer Sportzweige sestgestellt, daß die Leistungen im Keulenschwingen alles übertrafen, was auf diesem Gebiet bisher in Oesterreich gezeigt wurde. Unter den Frauen wurde Erna B r u n n e r. Wien mit 49 Punkten Erste. Im Bombenjong- l i e r e n erlangte Leopold Mark mit 123 Punkten den Sieg. Die 1. Internationale Konserenz der Arbeiter- s a m a r i t e r fand im Parteihaus statt. Anwesend waren Vertre- ter der Arbeitersamariter D e u t s ch l a nd s, O e st o r r e i ch s, der Tschechoslowakei und Lettlands. Für die Schweiz und Frankreich waren Delegierte aus anderen Ländern nominiert. Aus Belgien war Bridou?, der Vertreter der Luzerner Sportinter- nationale, erschienen. Schau n, bürg- Deutschland und W o d a t- Oesterreich wurden zu V o r s i tz e n dj: n gewählt. B ridoux bc. grüßte die Tagung im Namen der Sporlinlernalionale, Deutsch im Nomen des Parteioorftandes und des Schutzbundes, Professor T a n d l e r im Namen der Gemeinde Wien, Heinz für die Jugendinternationale. lieber die Aufgaben der Arbeiter. s a m a r i t e r sprach Kretzschmar- Deutschland, von dem man erfuhr, daß in Deutschland eine mächtige, 900 Kolonnen mit 38000 Mitgliedern umfassende A r b e i t e r samariterbewe- g u n g besteht, die ein mächtiges Gegengewicht gegen das reaktionär- militaristische Rote Kreuz bildet und eine umfassende Wohlfahrt?- pflege von Ersthilfeleistungen und Krankentransporten bis zu Kinderhilfsaktionen betreibt. Auch auf dem Gebiete der Auf- klärungs- und Erziehungsarbeit haben- die Arbeiter- famariter reiche Betätiaungsmöglichkeit. W o d a k- Wien berichtete, daß in Oesterreich die Arbeitersomariter dem Schutzbund eingeordnet sind. Aus den Darstellungen U l l m a n n s- Tschecho- siowakei. Rosenbergs- Wiener-Neustadt, B r i d o u x'- Belgien und dem Vertreter Lettlands zeigte sich, daß die Organisation?- form der Arbeitersamariter in den verschiedenen Ländern noch keine einheitliche ist. Das beeinflußte auch die Stellungnahme zum zweiten Punkt der Tagesordnung, dem internationalen Zusam» nienschluß der Arbeitersomariter. Es wurde beschlossen, zunächst für den eim fammens sorgen. E» soll keine neue Internationale, sondern nur ein inter- nationales Informationsbureau errichtet werden, das in steter Per- bindung mit dem Bureau der Sportinternationole arbeitet. Die Dorarbesten wurden der Leitung der deutschen Arbeitersamariler. beweaung(Kretzschmar) übertrogen. Im Mittelpunkt der Wassersportkämpfe stand die Ruderregatta im Arbeiterstrandbad. Zum ersten Male sah Wien» Bevölkerung eine Ruderregatta von Arbeiter sportlern gefahren. Im großen KonzertHaussaal fanden Vorführungen der Bundesschule statt, die bewiesen, daß der Name„P r o l e. tarische Hochschule für Leibesübungen' wirklich zu Recht geführt wird. Zwar waren es nur kurze Ausschnitte aus dem mannigfachen Uebungsbetrieb, aber die Arbeit der Bundesschule trat zielklar hervor. Eingeleitet wurde der prachtvolle Abend mit Hebungen der T u r n e r. Daran schlosien sich G y m n a st i k- K ü r- Übungen; die vielfältige Ausnützung weniger Turngeräte trat dabei besonders in Erscheinung. Die Turnerinnen zeigten Uebungen zur Beweglichkeit des Körpers, wie Laufen, Springen, Lockerung?- und Entspannungsübungen. « Die Berliner«R o t e F a h n e' schiebt ihre Wiener Schwester vor, um das glänzende internationale Arbestersportsest begeifern zu lassen. Die Begrüßungsfeier hätte vor einem.gesiebten' Publi. kum stattgefunden, man hätte sogar dem Vertreter der kommunisti- Sien Partei Oesterreichs das Wort verweigert und auch die russischen rbeitersportler nicht eingeladen. Wir hatten schon früher einmal angefragt, wer sich denn in Oesterreich-Wien mit den Moskowitern beschäftigen soll. Die sogenannten Kommunisten sind in Oesterreich eine so kleine, bedeutungslose Sekte, um die sich kein Mensch kümmert, daß es wirklich stark ist, zu oerlangen, sie als gleichberechtigt anzuerkennen. Die darauf eingestellte Taktik unserer österreichischen Genosien hat wenigstens das internationale Arbeiter- fportfest vor kommunistischem Radau bewahrt. Mihstäade beim Wassersport. Noch ein Jahrzehnt vor dem Kriege war die Ausübung des Wassersport» ein Vorrecht der begüterten Kreise. Die Zahl der Arbeiter-Ruder- und Seglervereine war gering, ihre Mitglieder- zahlen mäßig. Die hohen Beiträge durch die Anschaffungskosten der aus edlen Hölzern gebauten Qualstätsboote waren die Ursache. Nach- dem durch den Bau von einfachen Booten nach dem Kriege der Kanusport eine nie geahnte Ausdehnung genommen hat, fühlen sich jene Kreise in ihren Vorrechten beschränkt und schreien überall vom überhandnehmenden„wilden' Wassersport. Zum Teil besteht ja leider zwischen den verschiedenen Wosiersportarten eine Rivalität. Der Ruderer blickt auf seinen Kollegen von der anderen Fakul- tät, den Paddler, mit etwas mehr oder weniger Geringschätzung herab. Die langsamer fahrenden Paddler, meint er, versperren ihm oft absichtlich den Weg. Die Paddler können die hinter ihnen kommenden Ruderer natürlich nicht sehen und fo entstehen die Reibereien. Die Segler, vom Winde abhängig, haben das Vorrecht auf den Wasserstraßen und nutzen es auch aus. Ruderer und Kanufahrer müssen, wenn die vielen, vielen Segler kreuzen, alle Augenblicke halten, was ihrem Vergnügen natürlich au» nicht forderlich Ist. So mancher Segler könnte oft bequem hinter dem Ruderer oder Paddler herumfahren oder ausweichen: viele tun es leider nicht. Di« Motorbootbefitzer, darunter viele Neureiche und viele Nichtsachleute, halten die Wasserläufe für Auto mobil st raßen, die nur für sie da sind. Mit 30 und mehr Kilometer Geschwindigkeit durchpeitschen sie das Wasser, daß sich die Wellen zu tletnen Bergen türmen, unbekümmert um die Ruderer und Paddler tn ihren leichten Fahrzeugen. Die Angler wiederum pachten ganze Flußläufe und Seen und wollen die Aus- Übung jeden anderen Sportes in„ihren" Gewässern am liebsten ver» bieten. Der„Deutsche Anglerbund' hat an die Behörden und di« Presie eine Beschwerdeschrift gerichtet und verlangt, daß das Betreten der Buhnen, Ufer und Uferwege in„feinen' Gewässern oerboten wird. Keineswegs kann man leugnen, daß Auswüchse vor- kommen. Es soll nicht verkannt werdech daß die meisten Groß. stadtmenschen glauben, die Wiesen und Wälder seien nur für sie da, wo sie ihr Stullenpapier, ihre Eierschalen, Konservenbüchsen und Flaschen abladen können. Beliebt ist es auch, solche Dinge ins Wasier zu werfen, damst die Badenden sich die Füße zerschneiden können. Ruderer und Paddler, die zusammengehören, sollten Rück- ficht aufeinander nehmen. Die Paddler in engen Fahrstraßen zur Seite fahren, die Ruderer nicht durch lautes„Achtung-da-oorn'- Brüllen sich einbilden, für si« muß unbedingt Platz gemacht werden. Segler und Motorbootfahrer, die nicht auf Muskelkraft angewiesen sind, müssen auf die anderen mehr Rücksicht nehmen, bei Unglücks- fällen ist gegenseitige Hilfe selbstverständlich. z kinüersportfest in Schweüt a. ü. O. Während viele Arbeitersportler nach Wien geeilt waren, um an dem internationalen Fest der deutschösterreichischen Arbester. sportler teilzunehmen, fuhr die.Freie Turnerjchaft Groß- Berlin' am letzten Sonnabend mit ihren Kinderabteilun- e n nach Schwedt a. d. O., um mit den Kinderabteilungen der reien Turnerschaft.Jahn'- Schwedt gemeinsam ein Kindersportfest zu veranstalten. Die Gastfreundschaft der Schwedter Einwohner ermöglichte es, weit über 300 Kinder und eine größere Anzahl erwachsener Sportgenossen mit ihren Frauen in Bürgerquarticren unterzubringen. Wie notwendig es ist, die Provinzvereine durch solche Werbemöglichkeiten zu unterstützen, trat hier so recht in Erscheinung. Am Sonnabend abend noch fanden Freiübungen sämt- sicher Kinder auf dem Marktplatz statt: daran schloß sich eine Weihe der Fahne für die Kinderabteilungen der Freien Turner- schaft„Jahn". Die Arbeiterschaft der Stadt Schwedt wohnte diesem Festakt bei und erfreute sich an den exakt durchgeführten Uebungen, die nach Musik geturnt wurden. Der Redner der.Freien Turner- schaft Groß-Berlin' konnte unter gespannter Aufmerksamkeit in kurzen Zügen die Ziele des Arbeitersports entwickeln und dem Gedanken der Zusammengehörigkeit aller Arbeitersportler Ausdruck verleihen. Die Miiarbeit am Erziehungswerk der Jugend wird hier den Arbeitersportlern noch recht schwer gemacht, denn man kann doch wirklich nicht behaupten, daß Maßnahmen der Schul- leitung, wie das Verbot des Tragens unseres Bundesabzeichens am Turngürtel oder die Feststellung der Kinder, die dem Arbeitersport- verein angehören, dazu angetan sind, großes Vertrauen zu erwecken. Der Redner forderte weiter, daß alle Teilnehmer solche Festakte als eine proletarische Feierstunde empfinden mögen. Rot- wendig sei es aber auch, ebenso wie für den Arbeiter-Turn- und Sporlbund auch Bekennermut für die Republik und für ihre Farben aufzubringen. Trotzdem kann ungeschmälert die rote Fahne das Panier des Arbeitersportlers fein. Lautlos» Stille oller Zuhörer bewies das Interesse, mit dem sie den ernsten Mahnungen und Worten des Arbeitersportlers folgten. Die Kinder- abteilungen der FTGB. hotten für die Fahne ein Fahnenband gestiftet und einen vergoldeten Bären(das Abzeichen der FTGB.) mit entsprechender Widmung. Schwedt hatte am Sonnabend und Sonntag sein Ereignis und die Schwedter Turner da, Bewußtsein, dem Gedanken der Zu- sommengehörigkeit des schaffenden Volles und damit auch den Ar- beitersportlern einen Dienst erwiesen zu hoben. Kreis-Vasserballmeisterschaflev dss!. Kreises. Die diesjährigen Wafferballmeisterfchaften wurden am Sonnabend und Sonntag in der eigenen Badeanstalt des „Rathenower Wasserfport-Veretns' ausgetragen. Zum Empfang der auswärcigen Vereine hatten sich viele Raihenower Genossen eingefunden, die ihre Gäste unter Vovantritt eines Tambour- korps zur Badeanstalt führten. Abends schwammen die Rathenower «inen Lampionreigen. Am Sonntag vormittag wurden di« Bor- rundenfpiele in der B°Klasse ausgetragen. Im ersten Spiel: Vorwärts-Süden gegen Reptur.- Weißensee konnte eine Entscheidung nicht erzielt werden. Während das Spiel nach der ersten Halbzeit noch 3:1 für Vorwärts stand, änderte sich dieses durch die Schuld des Vorwärts-Torstehers vollkommen. Am Schluß der regulären Spielzeit stand das Spiel 3: 3. Nach Spielverlängerung trennten sich beide Mannschaften mit 5: 5. Dennoch war die Dorwärtsmannschast im Felde ihrem Gegner etwas überlegen. Das zweite Spiel Freie Schwimmer-Neukölln— Ber. liner Schwimm. Union gewann Union nach überlegenem Spiel mit 9:2(Halbzeit 5: 1). Bei der Jugend siegte Freiheit über Rathenow 10:1 und Vorwärts-Lichtenberg über Welle 6:2. In den S ch w i m m w« t t k ä m p f e n waren die Berliner den Rathenowern überlegen. Im Schauspringen wurden verschiedentlich gute Sprünge gezeigt. Das dann stattfindende Wasserballspiel Vorwärts-Lichtenberg gegen Reu- k ö l l n in der Jugendklasse sah zwei gleichwertige Gegner, die sich den technisch schönsten und schnellsten Kampf de. Tage» lieferten. Resultat 2:2. Dagegen könnt« das Männer-L-Spiel Neptun- W e i ß e'n s e e gegen Berliner Schwimm. Union gar nicht gefallen. Beide Mannschaften spielten sehr körperlich und ließen fast jede Technik vermissen. Viel« Freiwürfe und einig« Herausstellungen waren die Folge. Resultat 7:3 für Union. Lichtenberg I schlägt Leipzig-Eutritzsch 5:2(1:0). Da» mit«roker Spannuna«üwartet« Treffen beider Vereine endet» nut obigem Resultat. AI» sich die Spieler anschiltten, Ausilellung zu nehmen. tteifU »in Flieger über dem Vlotz und warf auf«tn Reichen den Ball ab. S» war die» da» erstemal, daß sich Arbelterlooitler einer derartige» ReName b*> dienten. Lichtenberg eröffnet« dann da» Spiel, doch kamen st« nur bi» zu den Läufern. Aber auch die Leipziger finden bei der Hintermannschaft Lichtenberg, kerne Degenlicbe. So bleibt da, Spiel bis zur 5. Minute offen. Da gebt Lichtenbergs Halblinker burch.»nd mit scharfem Schuft stftt der Ball im Reg. Icet wird Leipzig überlegen. Linkaouften lchafft gute Auogleichtmäglichkeiten. doch wird von der Mitte kein« ausgenuftt. Auch zwei Ecken können nicht verwertet werden. Lichtenberg kommt nur fetten vor do» Tor. Eelingt e» ibnen aber, dann muft der Torwart fein« ganze Traft und Sefchicklichkeit«In» festen, um weitere Tore zu verhüten. Kurz vor Halbzeit ist Lichlevberg wieder vor. Salbrecht» schießt scharf auf» Tor, doch kann der Torwart den Ball noch abklatschen. Sofort ist die Mitte Lichtenberg» zur Stell« und sendet den Ball -- dem Torwart tn die Hand. Roch der Baus« ist Leipzig in den erste» „hn Minuten welter im BorteN. Dann macht stch ein« Ilederan strengung bemerkbar. Lichtenderg bat nunmehr da» Heft in der Hand. Zn gleichen Ad. ständen wird der Ball noch dreimal in, Rest gelegt. Iestt versucht Leipzig da» Resultat günstiger zu aestaltrn. Zn der»7. Minute kann Haldrecht» auch ein Tor aufholen. Doch Lichtenberg stellt noch 2 Minuten da» alte Berhältni» wieder her. Schon glaubte olle«, dost stch am Resultat nicht» mehr ändert, da sendet die Mitte Leipzig» noch da, zweite Tor ein. Dann ist Schluß. Lichtenberg hat den Sieg in der Kauptsoche dem schußfreudigeren Sturm zu»er. danken. Wahrend ber erste« GpieIHSlfte war Lcio'ia stkindig überlegen, doch liefttn st« nach der Baus« noch. Vorher spielten Lichtenderg I i gegen Tegel Z 2: ö. Lichtenberg 1 3 gegen Tegel 3 0:2. Lichtenberg Jugend gegen Wacker- Lankwist 9: 0. Da, Avmvahlkviel am Sonnabend aewann die A-Mannschoft hoch mit 7: 0. Treptower Dallspielklub gewann oegen Teutonia mit 5:0. Unentschieden Irl trennten stch Stralau und Zieulöllner Ballspielklub. Adlershos stcher!« stch die weitere Teilnahme am Lichtcnherg-I-Turuigr durch einen«: Ü-Sieg übet Bor- värt».Hennig»dars.— Am heutiocn Dien»iaq findet da» Turnier seinen F»rt- aano. Brandenburg Ol und Lichtenberg I treffen stch am Kahnhof Stralau- Rummelsburg abend«# Uhr._ Das Stäblefußballfplel Mailanb— München, das am Sonntag in München ausgetragen wurde, endete mit einem Unentschieden. SporlärzlNcher Dienst in Hamburg. Das Hamburger Arbeiter-Sportkartell ist dazu übergegangen, für scine Vereine einen geregelten sportärztlichen Dienst einzurichten. Eine Reihe Hamburger Aerzre hat sich den Hamburger Arbeiter-Sportoereinen selbstlos zur Verfügung gestellt. Ein Aus- schuß wird zunächst für die Aufgaben des sportärztlichen Dienstes Richtlinien festlegen und sie den Arbeitersportlern zur Begut- achtung übermitteln. Sofort in Angriff genommen werden soll die umfassende Untersuchung aller Sportler, die sich einem regelrechten Training unterwerfen wollen. Beobachtende Unter- suchungen während des Trainings schließen sich an und für sehen Sportler wird ein Gesundheitsbogen geschaffen. Außer- dem soll in Vorträgen. Kursen und Presseartikeln eine allgemeine medizinisch-hygienische und sportpsychologische Beratung stattfinden. Sportteistungen der Schulkinder. In dem Jahresbericht des Norwegischen Landesvereins für Sport finden sich interessante Zahlen über die sportlichen Leistungen von Schul- lindern. Gemessen wurden die Fähigkeiten im Wettsprung bei 2500 Knaben und 1635 Mädchen. Die Knaben von 12 Jahren erreichten im Weitsprung durchschnittlich drei Meter, Zwanzigjährig- dagegen 4.41 Meter. Die Durchschnittsleistung wächst gleichmäßig bis zum 16. Jahr und nimmt dann ebenso gleichmäßig vom 16. bis 20. Jahre ab. Die Leistung der M ä d ch e n ist bis zum 14. Jahr nicht wesentlich oerschieden von der dcr Knaben, bleibt aber vom 14. bis 16. Jahr stehen und geht dann ebenfalls zurück. Die nor- wegische Schuloerwalttmg will, angeregt durch diese Feststellungen. nunmehr Untersuchungen über die sportlichen Leistungen von Schülern und Schülerinnen in größerem Umiange veranstalten, in der Annahme, hierbei reiche Erfahrungen für die Ausgestaltung eines zweckmäßigen Schulturnunterrichts sammeln zu können. Eine Hochburg weiblichen Muckertums scheint der Franensport- oerband Frankreichs zu fein. Nach den Vorschlägen eines so- genannten„S i t t l i ch k e i t s a u s s ch u s s e s' hat er eine neue Klei Verordnung für die Sportlerinnen herausgegeben. Da- nach muß das allein erlaubte Sportkostüm für Domen Aermel van mindestens 25 Zentimeter länge aufweisen. Die Hose mutz in dunkler Farbe gehalten sein, das Knie nicht nur bedecken, sondern noch 10 Zentimeter darunter gehen. Amtlich vorgeschrieben ist außer- dem der Büstenhalter. Schließlich wird jeder weiblichen Sport- treibende»„jede unnütze Gestikulation' und jeder„weibliche Schrei" verböte», weil darin sträfliche Koketterie erblickt wird. Zuwider- handelnden ist der Ausschluß aus dem Verband angedroht. Arbclsersporl in Kanada. Die im Laufe der letzten Jahre nach Kanada ausgewanderten ehemaligen Mitglieder finnischer Sportvereine haben sich auch im fremden Land zusammengesunden und einen kanadisch-sinnischen Zlrbeitersportoerband gegründet. Sie sind bereits mit zwei größeren Darbietungen an die Oeffenttichkeit getreten. Znlernattonales Sportfest der teichlothletlk- Vereinigung. Zum ersten Mole ruft die Leichtathletik-Vereinigung zu einem Internationalen Sportie st am 22. August im Stadion Grunewald auf, unter Mitwirkung.der Mär- tischen Spielvereinigung. Der bürgerlichen Sportbewegung, die mit vielen nationalen und internationalen Festen aufwartete, muß unbedingt etwas Ueber- ragendes entgegengesetzt werden. Die Veranstaltung muß zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den Arbeitersport werden. Die Meldungen sind unter Beifügung des Startgeldes an Erich L i p p e t t, Berlin-Rummelsburg, Mo. zartftr 7, zu senden. Erstes Destdeukschrs Arbellerlurn- und Spork fest In kgln. Dom 6� bis 9. August findet In Köln ein A-beitersportfest statt, • i dem die Vorbereitungen in vollem Gange sind. Die letzten Vor- bereitungen für die Abwicklung des technischen Programms werden in einer Sitzung sämtlicher technischer Funktionäre, Kampfrichter und technischer Helfer am Freitag, den 6. August, abends gettosfen. � Samstag beginnen bann in oller Frübe auf bem idealen W-It» kampfgelände des Kölner Sportparks die Kämpfe selbst. Um 10 Uhr treten Turner und Turnerinnen zu den Proben für die Mafsenfreiübungen an. Nachmittags 1�4 Uhr Fortsetzung der Weit- kämpfe. Um 8 Uhr, Samstag abends, sammeln sich die Sportler zu einem großen Begrüßungsabend in der Festholle der Kölner Melle. Das technische Programm dieser Veranstaltung wird im wesentlichen die Bundes schule bestreiten. Das nächtliche Dunkel des Rheins wird von einem groß angelegten Boots- Fackelkorso der Arbeiterwassersportler durchbrochen werben. Hauptsport tag ist der Sonntag. Ab 6H Uhr ist im Stadion wieder Sportbetrieb. Um 10 Uhr wirb der F e st z u g gestellt, der nach seinem Marsch durch das Stadtinnere gegen 12,15 Uhr im Stadion einmarschiert. Arischließend Lauskonkourvenzen. Massenfreiübungen der Männer und Frauen, internationales z�uß- ballspiel. Daran anschließend Abmarsch unter Fübrung der gesamten Spielleute durch die Stadt zum Festabend in den Messehallen. M o n- tags werden die Wetttämpfe fortgesetzt. Von 9 Uhr ab wird sich der Kinderfestzug durch die Straßen Kölns bewegen. Im Stadion ab 3 Uhr: K i n d e r s p o r t s e st. Em neue. Seglerbuch. Im Verlag Gretbleln u. Co., Leipzig und Zürich, ist in neuer Auflage erschienen: .Segeln mit kleinen Fahrzeugen' von Dr. Des- sauer, da» der bekannte Segelsportfachmann Willy Jacob neu bearbeitet und erweitert hat. Das Buch ist mit 38 Bildern und in- strukttoen Zeichnungen oersehen und bietet namentlich auch dein Kanufahrer eine ausgezeichnete Handhabe. Aeb«iter<8p»rtka>test Pankow. Ru dem am tb. August stattfindenden »artellfvortfeft ergeht hiermit die Aufforderung an olle Vereint, stch an folgen. den Wetilämvsen zu d-leiligen und Meldungen zu senden an Max Sanien- her» Riederschönhausen, Blatanenstr,!. Der Eintrittspreis berechtigt zur Teilnobme Dreikampf! Männer: Sochfvrung, 100 Reter, Medizindollstoßeir. lluaend- Tuoclstoften. Weitsprung. 100 Meter. Frauen: Ballwcitrverfen, Seil- svrliM«» 100 Meter.— Stas-ttrn: Männer: 4x100 Meter. Jugend: 4X100 Meter Frauen: 4X100 Meter. Alte Herren: 4X100 Meter. Linder: 10X50 Meter!— Einzelkäwpfe: Männer: 3000 Meter. Jugend: 1500 Meter. Tsrn-»nd Spottseft in Buch. Di« Arbeiter-Turn» und Sportvereinigung Berlin-Buch veranstaltet am 1» Juli ein Turn, und Svortfest auf der Sladti. Mien Spielwiese. Eingeleitet wird das Fest durch einen Fackelzug am Sonn- abend. 17. Juli. Wir bitten die Bereine, ihr« Ausslügsparti« nach Buch zu verfege«. um un» am Nachmittag zu llnterstüßen. Auch di» rot« Lavalle ri« ift berglichst eingeladen. T-nrist-nverei»„«>- Ratnrfrennd«' sRentrale Wien). Abt. Fri«d,Ich»hain: Dienstag. 13. Iull.«bendwanderung Friebrichsfelder Bark. Treffpunkt 7 Uhr Darschauer Straft« Ecke ffranksurter Allee.— Abt. Friedenau: Dienstag, 13. Juli, Sternenwanderung. Treffpunkt 7 Uhr vor dem Seim.—«5t. Morden: Dienstag. 13. Juli, Baden im Bolkspark Zungfernheid». Treffpunkt >ä7 Uhr Bahnhof Inngfcrnheide.— Adr. Ttergortenr Dienstag. 13. Juli. 3 Uhr, Keim Wie'efstr. 5. Rimmer 8, Leseabend.— Abt. T-epto«: Dien»«aa. 13. Juli. Tressen 7 Uhr Bahnhof Treotow. Keim SIscnstr. 3 wegen Renovierung ge- schlössen— Abt. Wedbing: Dienstag. 13. Juli. 8 Uhr Helm Lütticher Str. 47/fz. iSeschäftliche».—«»stbtemelnschost: Mittwoch. 1«. Juli, 3 Uhr. bei Lehmann. Dandvsir. 21. tlebuna-iiuadc. Mitglieder welche noch Roten spielen, werden zur Mitarbeit aufgrfordert.— Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag. 15. Zu!!, Abendwandernng. Treffpunkt W Uhr Bahnhof Grunewald.—«bt. Lichta- her«: Donn«r,tag. 15. Zirli. HS Uhr, Seim Parkau« 10. Gründungsfeier fbuirtt« Programm) im Keim.— Abt. Südwest: Donnerstag, 15. Juli, 7 Uhr. Bolkspark Tcmvelhofcr Feld.— Abt. Rrnkölln: Donnerstao, 15. Iull. 7 Uhr, Evielen in Treptow. Wies« 4.— Vrtsgrnpve Berlin: Donnerstag, 15. Juli. 9 Uhr. engerer«erstand bei Naftvhuhl. Erscheinen ist Pflicht.— Achtung' Der am Sonnadend, 17. Znli. ebenba 10,08 Ith-, cb Anh-sster Bahnhof mit nach Eisenach fahren will, kann stch bei Br. Damnift. N 85. Lüd-riftstr. 5S. hetr. Fahrvreisermäftigung melden. Dcs-Ieichen werden noch Teilnehmer gc- sucht, die am Sonntag. 18. Juli, morgen», noch der Insel Rllgen fahren. Adresse steh« oUn. Freie nannfahre» Berlin E. B. Nächste Mitaliederverfammluna Freitag. 18. IckN. H» Uhr. Fdeal-Llaus«, Neukölln. Mareschstr. 14. Aufnahme neuer Mitglieder. Arbeiter-SpvrtpereiA Adler»Hof. Sonnabend, 7. August, Straßenlauf guer dtttch Adleeshof. Die Streck« beträgt 2000 Meter: es sind 10 Läufer dazu erforderlich. Beginn: abends 7 Uhr. Meldungen bi» 3. August erhelrn an: Erl» Schmidt. Beelin-Adlershgf. Bi-marckitr. 31. BerNuee«rbefter-TchachNnb. Abi. DNkap« Dienstag, 8 Uhr. Mitglieder- verfgmmlnng Bericht von der Generalrerfammlung. Ausgabe der Ber- anügungskorten. Mittwoch. 3 Uhr. Teilnahme an der Werdevetan staltung der Abt. Baltikum, nochhann- Ecke Pintschstrost». Freitag, 3 Ilh:, Bortrag über AI>ech>n-ErZsfnun, bei Rotbrosf Rioae- Strafte. Dun- sab Sport» ereiu-guuft Ait GIienicke 1308. Am 17. und 18. Juli Feier de» 20säbrio«n Bestehens. Sonnabend abend 7 Übe zum eeftrnmal Stafetten lauf 10X100 SBcter„Quer dur» den Ott". Anschließend Festkommere. Sonntag ab 9 Uhr leichtathletisch« Wrttkämpfe.