Hr. 334 ♦ 43« fahret. Ausgabe A Nr. 172 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich V.— Reichsmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Caar- und Mcmelgebiet, Oesterreich. Litauen. Luxemburg «.S0 Reichsmark, sür das übrige Ausland Wo Reichsmark pro Monat,. Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beilage»Volk und Zeit" mit.Sied- lung und Kleingarten" sowie der Pcilage.Unterhaltung und Wilsen" und Frauenbcilage.Frauenstimme" erscheint wochcntäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adreffe: .Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Devlinev Volksbl�kk (15 Pfennig) Anzeigenpreise: Die einspaltig« Nonpareille- zeile«o Pfennig. Rellamczeile S.— Reichsmark..Kleine Anzeigen" das fcttacdruckte Wort 25 Pfennig lzulässtg zwei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12' Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buch- stabcn zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Feile 00 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Feile«0 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis«M- Uhr nachmittags im Hauptgeschäst, Berlin SW 08. Linden» straheS, abgegeben werden. Geöffnet »on öih Uhr früh bis S Uhr nachm. Tentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Ncöaktion und Verlag: ö erlin Ew. HS, Lindenftraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292-297. Vorwärts-Verlag G.m.b.H.. ösrlin Ew. öS, Lindenstr.Z Postfcheikkoato: Berlin S7 SZI— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angeftelte» und Beamten. Wallftr. 65: Diskonto-Gefelllchaft. Dcposttcnkasse Lindenftr. S. Kabinett Srianü-Caillaux gestürzt. Durch Eiugreifen Herriots für die Rechte des Parlaments, gegen die Vollmachten. Paris, 17. Juli. sEigener Trahtbericht.) Tas zehnte Kabinett Brianb ist g e st ü r z t. Tie Kammer hat mit 288 gegen 243 stimmen abgelehnt, in die (finzelberatung des Ermächtigungsgesetzes einzutreten. Tie Regierung hatte dazu die Vertrauensfrage gestellt. Sofort nach Bekanntgabe des Abstimmungsergeb- niffes zogen sich die Minister zurück, um das Rück- tritts schreiben abzufassen, das noch im Laufe der Nacht dem Präsidenten der Republik. Doumcrgue. übereicht werden soll. Oer Rücktritt örianös. Paris. 17. Juli. tWTB.) Ministerpräsident B r i a n d hat sich nach Schlusi der Kammersitzuug mit seinen Kollegen ins Elysee begebe», um dem Präsidenten der Republik die Demission des Kabinetts zu über- bringen. Präsident Toumergue hat die Demission an- genommen und die Minister gebeten, die Geschäfte vorläufig weiterzuführen. Präsident Doumergne beginnt bereits heute abend mit seinen Beratungen zur Bildung des neuen Kabinetts. Die Kammersttzung. Hcrriot gegen die geforderten Bollmachten. Paris, 17. Juli. lWTB.) Die Kammer begann heute nach- mittag unter dem Vorsitz des Präsidenten B o u l> s s o n mit der Be- ratung des Finanzsanierungsgesetzes. Der Generalberichterstatter des Ausschusses, Chappedelaine, betonte in seinem Bericht, datz im Grunde genommen zwischen dem Entwurf der Regierung und demjenigen, den der Finanzausschuh vorlege, keine tiesgehende Verschiedenheit bestehe, und wies daraus hin, dah C a i l l a u x das Ehrenwort gegeben habe, sich streng an die im Annex bezeich- neten Mahnahmen über die Durchführung der Finanzsanierung zur Währungsstabilisierung zu halten, abgesehen v«n dem Fall natio- naler Gefahr. Chappedelaine legte dann die Lage des Schatzamtes dar und sprach die Erwartung aus, daß die Kammer angesichts der in den kommenden Monaten, besonders für die Bezahlung der Aus- landsschulden zu unternehmenden Anstrengungen, sich ihrer Verant- wortung nicht entziehen könne. Belgien habe ein Beispiel der Energie gegeben und die französische Kammer werde ihrerseits end- gültig die finanziellen Schwierigkeiten des Landes im Rqhmen der Verfoibing lösen. Herriot für das Recht der Kammer. Nach dem Berichterstatter ergreift Herriol, der den Vorsitz in der heutigen Sitzung nicht übernehmen wollte, um in die Debatte eingreisen zu können, das Wort, um zwei Fsragen zu stellen. Er erklärte, seit einem Jahr habe er sich bemüht, der Regierung zu helfen. Die Kammer erinnere sich einer Nacht,>no er sogar von seinem Präsidentcnstuhl niedergcftiegen sei, um für das Kabinett , Briand zu stimmen, aber heute könne er diese Haltung nicht mit gutem Gewissen einnehmen. Das Finanz. Programm der Regierung habe tiefgehende Beunruhi- gung geschaffen, ihm schienen die Regi'enin�pläne unmöglich zu sein.(Diese Erklärung wird auf der äußersten Linken und auch von dem. Abgeordneten Tardieu begrüßt.) Er spreche nicht als Führer einer Partei. sondern wende sich in seiner Eigenschaft als Kammerpräsident on den Ministerpräsidenlen. um an ihn in der dringendsten und, wie er hoffe, wirksamsten Weise zu appellieren. herriot geht dann auf die beiden Artikel des Ermächtigungsgesetze» ein, das seiner Ansicht nach die Verfassung sür einige Mo- nate volltonimen ausschalte. Kammerpräsident herriot erklärte weiter, es sei Aufgabe der Kammer, an die vorhandenen Gesetze der Verfassung zu erinnern. Die Steuerbewilligung sei eine Prärogative, die das Parlament nicht das Recht habe, jemand zu überlasscp. Das Parlament sei nicht souverän, das Land allein sei souverän. Ich weiß sehr wohl, daß eine Stabilisierung der Währung in ihren Einzelheiten nicht ge- regelt werden kann. Aber es besteht ein Abgrund zwischen den für die Regierung notwendigen Freiheilen und den Uebertragungs- rechlen, die sie fordert. Weder der Ministerpräsident, noch der Fi- nanzminister können bezichtigt werden, keine guten Republikaner zu sein. Aber es ist doch möglich, daß später an ihrer Stelle Männer stehen worden, die einen Mißbrauch mit der Machtbefugnis treiben werden, die man ihnen überträgt. Zch kann das Kammerpräsidium nicht weiter führen, wenn die Rechte der Kammer vermindert werden. Aus diesem Grunde stellt herriot die Frage, ob man einen Stand- punkt der Annäherung finden könne, um eine konstitionelle Lö s u n g zu schaffen, herriot schließt, indem er erklärt, er könne dem vorliegenden Gesetzeste�t seine Zustimmung » i cht geben. Ueberschätzung sei nicht gut, deshalb müsse man Besseres suchen. Vor allen Dingen aber müsse man in der r e- publikanischen Linie bleiben. Die Regierung müsse mit dem Parlament zusammenarbeiten, sie dürfe es nicht beseitigen. herriot erntete Beifall bei den Sozialisten und bei den linksstehen- den bürgerlichen Parteien sowie bei einem großen Teil der Mittel- Parteien. Briands Antwort. Nach der Rede herriots besteigt Ministerpräsident Briand die Rednertribüne. Er erklärt, nicht ohne Schwanken habe er sich als aufrichtiger Republikaner zu dem Wege entschieden, den er jetzt vorschlage. Er habe es getan in der Ueberzcugung, daß man das Ansehen des republikanischen Parlaments nicht herabsetze, sondern im Gegenteil vermehre, wenn man es auffordere, der Regierung Folge zu leisten. Er könne nicht sagen, daß die republikanischen Einrichtungen nicht in sich— so tragisch die Umstände auch seien— die Mittel enthielten, um das Land zu retten. Dadurch, daß er bei seinem Beschluß bleibe, habe er die Ueberzeugung, seinem Lande und der Republik zu dienen. Er habe auch den Wunsch zu sehen, daß die republikanischen Einrichtungen sich den Ereignissen anpassen. Während des Krieges sei er der erste gewesen, der die Mitarbeit des Parlaments angerufen habe. Mit vibrierender Stimme erinnert Briand dann an die t r a- gischen Stunden vor Verdun, an die geheimen Sitzungen der Kammer. Auch damals sei ihm der Gedanke gekommen, daß das parlamentarische Verfahren gewinnen würde, wenn man es beschleunigte. Der vorliegende Gesetzentwurf sei von den gleichen Gefühlen eingegeben. Von der Sorge um das öffentliche Wohl. Herrlot erhebt sich und ruft dazwischen:„Meine Worte auch!" Briand erwidert: Ich weih nicht, welchen Ausgang dieses Duell...(Widerspruch bei den Radikalen und seitens herriot.) Briand fährt fort: Warum soll ich die Dinge nicht beim rechten Namen nennen? Ich erkläre, daß zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Kammerpräsidenten eine Auseinandersetzung über eine grundsäh-, liche Frage stattfindet, die im jetzigen Augenblick als ein «ragisches Ereignis bezeichnet werden muß. herriot hat durch seine Rede der Kammer drei Vertrauens- fragen gestellt. Das ist tragisch. Mein Gewissen sagt mir: „Tue deine Pflicht". Man kann ein wahrhaft guter Republikaner sein, den Grundsätzen der Verfassung ergeben, und doch darüber nachdenken, wie man den augenblicklichen Bedürfnissen und Rot- wendigkeiten des Landes genügen kann. Soll man denn wegen eines parlamentarischen Mechanismus das hell des Landes opfern? (Beifall von rkchts bis in die Mitte.) Briand erinnert herriot daran, daß eine Aussprache über alle Paragraphen des Anhangs zum Gesetz endlos sein werde. In einem Augenblick wie dem jetzigen sei das e t w a s U n m ö g-- l i ch e s. Herriols Eingreslen habe die Loge der Regierung heikel gemacht. Die Regierung werde vielleicht gestürzt werden, aber dann stürze sie wegen der Stellungnahme, die sie sür richtig halte. Vor ein paar Tagen habe man schon einmal verhandelt. Damals habe die Kammer genau gewußt, wohin man steuere. Als man der Re- gierung das Vertrauen ausgesprochen habe, sei man über den Ge- setzentwurf, der jetzt vorliege, unterrichtet gewesen. Jetzt müsse rasch gehandelt werden. In den nächsten 48 Stunden müsse das Land wissen, ob es eine Regierung habe, die fähig sei, zu handeln. Der sozialistische Abgeordnete Blum ruft dazwischen:„Ich ziehe unter diesen Umständen einen König Ihnen vor." Briand schließt, die Kammer müsse sagen, ob der Minister- Präsident sich getäuscht habe. Sage sie jq, dann werde er ohne Groll in die Reihen der Abgeordneten zurücktreten imd nach Möglichkeit der neuen Regierung Hilfe leisten. Unter allgemeiner Unruhe ergreift alsdann der radikale Abge- ordnete Ehaulemps das Wort. Angesichts des Lärms der Rechten kann er sich kaum Gehör verschaffen. Marin gegen Eaillaux. hierauf ergreift der Abgeordnete Marin das Wort: In außer» ordentlich scharfer Weise spricht er sich gegen das Ermächti- g u n g s g e fe tz aus. Die Kammer könne ihre Machtbefugnisse nicht auf das Ministerium übertragen, sie könne auf ihr Steuerbewilli- gungsrecht ebenso wenig verzichten, wie sie ihm das Recht zu er- kennen könne, ausländische Anleihen abzuschließen oder über die Goldreserve der Bank von Frankreich zu verfügen. Der Abgeordnete Marin schließt seine Rede mit der Erklärung, er und seine Freunde könnten schließlich einem anderen Finanzmann Haut �rbdtsnachweisgebäuöd Eine Aufgabe für produktive Arbeitslosenunterftützung. Der Arbeitslosenkrawall im Berliner Arbeitsnachweis in der Gormannstraße hat das eine Gute zur Folge gehabt, daß er die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit aus die Zustände lenkte, die in- folge der unzulänglichen Räumlichkeiten auf den meisten Arbeitsnachweisen in Deutschland herrschen. Nicht nur in der Gormannstraße, sondern auf den meisten Berliner Arbeitsnachweisen, und nicht nur in Berlin, sondern bei weitaus den meisten Arbeitsnach- weisen in Deutschland leidet die Arbeit der Nachweise darunter, daß weder für die Angestellten der Nachweise noch sür die Arbeitslosen zweckmäßige und menschenwürdige Räzime zur Verfügung stehen. Aus allen Teilen des Reichs kommen daher fort- gesetzt Klagen über diesen infolge der gesteigerten Arbeitslosigkeit im Laufe des letzten Halbjahrs geradezu unerträglich gewordenen Mißstand. In Breslau ist z. B. der Arbeitsnachweis in dem ehemaligen Arbeitshaus untergebracht, in Könitz sberg in einer völlig unzulänglichen Holzbaracke. Das gleiche gilt von Dutzenden und aber Dutzenden Städten in Deutschland. Nur in ganz wenigen Orten, wie z. B. in Nürnberg, stehen den Arbeitsnachweisen Räumlichkeiten zur Verfügung, die den Anforderungen einiger- maßen genügen. Die maßgebenden Stellen hätten sich längst sagen müssen, daß angesichts der Massen- und Dauerarbeitslosigkeit die Räumlichkeiten der meisten Arbeitsnachweise nicht mehr genügen. Die Zusammenpserchung der Arbeitslosen in engen unfreundlichen und zum Teil unhygienischen Räumen konnte im Winter vielleicht gerade noch hingehen: denn im Winter kommt es in erster Linie auf eine warme Stube an. Aber das Zusammenpferchen der Er- werbslosen in den unzulänglichen Räumlichkeiten der Arbeitsnach- weise im heißen Sommer ist eine Brutalität. Schließlich sind die Arbeitslosen auch Menschen, und man muß auf ihre Nerven Rück- ficht nehmen. Daß es bisher in den Arbeitsnachweisen nicht zu Explosionen und zu Krawallen gekommen ist, muß geradezu als ein Wunder bezeichnet werden. Man soll aber doch nicht die Ge- duld der von der Not der Zeit ohnehin so fürchterlich mitge- nommenen Menschen mißbrauchen. Was bisher in dieser Hinsicht an den Arbeitslosen gesündigt worden ist, muß schleunigst wieder gutgemacht werden. ✓ Was wir brauchen, sind Arbeitsnachweisgebäude, die dem Zweck der Arbeltsnachweise angepaßt sind. Ebensowenig, wie man ein Restaurant in einem gewöhnlichen Wohnhaus auf» machen kann, ebensowenig' kann man einen Arbeitsnachweis einfach irgendwo unter vier Wänden unterbringen. Ein Arbeitsnachweis hat ganz bestimmte Ausgaben. Er soll vor allem möglichst schnell die Abfertigung der Erwerbslosen vornehmen und darüber hinaus noch ein paar Minuten für seine eigentliche Aufgabe, d. h. die Arbeitsbeschaffung, übrig haben. Je mehr ein Arbeits- Nachweis durch Dinge, die nicht sein müssen, belastet wird, desto mehr Erschwerung der eigentlichen Aufgabe des Nachweises. Ein gut funktionierender Arbeitsnachweis kann ganz selbstverständlich für seine eigentliche Aufgabe mehr leisten als einer, in dem die An- gestellten in Angst leben müssen, beim nächsten Krawall von rabiaten Elementen uistcr den Erwerbslosen tätlich angegriffen und tot- geschlagen zu werden. Es ist geradezu unfaßbar, daß die maß- gebenden Stellen noch nicht auf den Gedanken gekommen sind, die Gelegenheit der Zusaminensührunz der Arbeitslosen beim Arbeits- Nachweis beim Schopf zu parken und ihnen ihr bitteres Los durch eine gute Lektüre oder durch einen belehrenden Film zu erleichtern. Was im amerikanischen Kino zum Beispiel mög- lich ist, das sollte doch schließlich bei einer so ungeheuer wichtigen Sache wie dem Erwcrbslosenproblem auch möglich sein. Die Gewerkschaften verlangen, daß jetzt endlich einwand- freie Arbeits Nachweis Häuser in Deutschland gebaut werden. Die Ministerialkommission zur Arbeitsbeschaffung ist augenblicklich bei der Arbeit. In der Arbeitsnachwcisfrage wäre eine gute Gelegenheit, um Arbeit zu beschaffen. Baut Arbeits- nachweisgcbäude! Noch sind 22 Proz. der deutschen Bau- arbeiter ohne Arbeit. Sie könnten bei diesen Bauten Beschäftigung finden. Und die Mittel? Sie können aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge genommen werden. Schließlich dient ja jede Verbesserung des Arbeitsnachweises— und dazu ge- hören doch auch die Häuser und Räumlichkeiten der Arbeitsnach- weise— dem Abbau der Arbeitslosigkeit. Reich und Länder müssen sich endlich dazu aufrassen, gerade in dieser Frage ohne viel Feder- lesens zu einem Entschluß zu kommen. Wie wir hören, soll aus- gerechnet die Bureaukratie in Preußen Schwierigkeiten machen. Daran darf aber doch eine so wichtige Frage unmöglich scheitern. Die Reichsregierung, auf die es in erster Linie ankommt, würde pflichtvergessen sein, wenn sie in der Frage der Arbeitsnachweis- gebäude die Dinge einfach so treiben lassen will wie bisher. Vollmachten erteilen, aber nicht einem Manne, wie Caillaux, dem Verfasser des Rubicon.(Eine Anspielung aus den Hoch- verratsprozek gegen Caillaux vor dem Senat,)— Um diese An- spielung verständlich zu machen, erhebt sich Andre lardleu und ver- liest eine Stelle aus dem Rubicon, in der Caillaux diktatorische Befugnisse sür den Ministerpräsidenten und Schmälerung der Vor- rechte des Parlaments fordert.— Caillaux erwidert nichts.— Die Anspielung auf seinen Hochoerratsprozeß hat jedoch sichtbare Verstimmung bei der Mehrheit des Parlaments hervorgerufen. Die Sozialisten gegen das Ermächtigungsgesetz. Nach dem kommunistischen Abgeordneten Renaud Iean, der sich gegen die Uebertragung der Vollmachten ausspricht, ergreist der so- zialistische Abgeordnete Rcnaudel das Wort. Er wendet sich eben- falls gegen das Ermächtigungsgesetze Die Sätze des Er- möchtigungsgesetzes seien zu unbestimmt. Die jetzige Regierung habe die Mehrheit aufgelöst. Die Anhänger von Marin hätten keinen Entwurf vorgebracht, die Sozialisten aber ihr Finanzprogramm ent- wickelt. Man wolle nicht, dah die französische Regierung von der inter- nationalen Lankwelt abhänge. Lriand wirft ein, wenn die Regierung der Agent der inter- nationalen Bankwelt wäre, könnte sie über Geld verfügen. Renaudel fährt fort: Wir fürchten, nicht nur ein nationales Drama, sondern auch ein soziales Drama. Gestern haben in Toulon hereits 400g Menschen aus Elend manifestiert. Wenn die. Sozialisten die lleberzeugunij hätten, daß das Borgeschlagene zum Ziele führe, dann würden sie an die Seite der Regierung treten. Jetzt handelt es sich darum, ob die Kammer vor der Regierung ab- danken will. Nach den Ausführungen des sozialistischen Abgeordneten Renaudel wurde die Generaldebatte geschlossen. Be- vor über die Frage des lfeberganges zur Einzelberatung abge- stimmt wurde, ergriff Finanzminister Caillaux das Wort, um den von ihm vorgelegten Sanierungsplan zu rechtfertigen. Er erklärte: es gäbe keine andere Haltung. Die Kapitalabgabe sei undurchsühr- bar, so bleibe nur die Stabilisierung, entweder mit Hilfe von Auslandskrediten, oder mit Hilfe des M e t a l l b e st a n- des der Bank von Frankreich. Die Regierung müßte daher den von ihr vorgelegten Text aufrechterhalten. Hierauf stellte der stellvertretende Kammerpräsident den U e b e r- gang zur Einzelberatung zur Abstimmung. Finanzminister Caillaux erklärte, die Regierung stelle sür den Uebergang zur Einzclberakung die Vertrauensfrage. Auf verschiedene Anfragen aus der Mitte der Kammer stelle er fest, es handle sich um den Kommissionenentwurf. Ministerpräsident B r i a n d erklärte, die Regierung werde diesem Entwurf den ihrigen als Gegenentwurf gegenüberstellen und für ihn wiederum die Vertrauensfrage stellen. Es folgte die bereits gemeldete Abstimmung, durch die der Ueber- gang zur Einzelberatung mit 2SS gegen 243 Stimmen abgelehnt wurde. Ueber das Stimmenverhältnis liegen bisher nur allgemeine Angaben vor. Danach stimmten dagegen die Sozialisten und die K o m m u n i st e n. Eine Anzahl Sozialrepublikaner und Radikale enthielten sich der Stimme. Andere stimmten dagegen, während der Rest der Radikalen sowie einige Srzialrepublitaner für die Regierung stimmten. Auch die radikale Linke stimmte sür die Regierung. Bei den übrigen Mittelparteien war die Abstimmung uneinheitlich. Die Demokratische republika- nische Vereinigung und die zu keiner Fraktion gehörenden Abgeord- neten waren in ihrer großen Mehrheit gegen die Regierung. Kabinett herriot-poincars 1 1 Part». 17. ZuN.(EJXB.) Zn den Wandelgängen der Kammer hatte man nach Schluß der haillgen Sitzung den Eindruck. daß eine große Zahl von Abgeordneten als die in erster Linie sür die Bildung des neuen Kabinetts in Frage kommende Persönlichkeit H e r r i o t betrachten. Titan nimmt an, daß er in der Lage sein wird, eine weilgehende republikanische Mehrheit zu bilden, der Po- litiker der verschiedensten Parteien angehören würden. Man be- Häuptel, daß er die Absicht habe, falls ihn der Präsident der Re- publik mtt der Reubildung de» Kabinett» beauftragen würde, an poincarö heranzutreten, polncarö selbst wurde übrigens auch als möglicher Präsidentschaftskandidat genannt. Die Fahrt ins Grüne. Du hast's gewollt, mein Eheweib Luise! Es war umsonst des Gatten Widerstand. Hinaus ins Grüne! lautet die Devise. Den Rucksack fülltest du mit zarter Hand. Siehst du am Bahnhof dort die Riesenschlange? Sie will Billetts. Mein Kind, noch sind wir frei. Doch du bleibst hart. Mir wird so angst und bange. Ihr guten Götter, war' die Fahrt vorbei! 5)ier sitz' ich nun, gekeilt auf fremde Stullen, Mein Atem röchelt, und ich schwitze Blut, Aus dem Gepäcknetz poltern Kognakpullen Auf meinen neuen märchenhaften Hut. Ein freies Leben führt die Oelsardine, Wie ernst und sorgenschwer ihr Los auch fei. Ich stöhne leis mit gramdurchfurchter Miene: O war' die grause Schreckensfahrt vorbei! Wir sind am Ziel. Du untersagst das Fluchen Und schwärmst vom Wald und seiner Wunderpracht. Wir schreiten vorwärts unter braunen Buchen, Die Vögel singen, und die Sonne lacht. Dort drüben winkt der See, der spiegelblanke. Nein, dies ist wirklich schön. Drum. Kind, verzeih'. Nur, frei heraus, es quält mich der Gedanke: Wärj, Lieschen, doch die Rückfahrt auch vorbei! Henning Duder st ad t. Seine Majestät der dollar. Skandalöses aus Musfolinien. Lugano, im Juci. .Du sollst keine anderen Götter haben neben mir"— läßt Mussolini predigen und durch seine Richter einbläuen. Mussolini ist groß, aber kein Richter kann verhindern, daß der Dollar noch größer ist. Rockefeller jun. hat dem König Fuad von Aegypten bekanntlich zehn Millionen Dollar zur Schaffung eines archäologischen Museums in Kairo angeboten, hat aber fein Schenkungsangebot zurückgezogen, als König Fuad sich weigerte, das Museum einem aus Fachgelehrten zusammengesetzten internationalen(lies: amerikanischen) Ausschuh zu unterstellen. Rockefeller jun. hat vor zweieinhalb Iahren der i t a l i e- nischen Regierung ein ähnliches Anerbieten zur Malaria- bekämpsung gemacht. Aber das imperialistische. Rom war nicht so heikel, wie der armselige ägyptische König. Man hat es auch gar nicht der Mühe wert gesunden, einen internationalen Ausschuß auch Ein unmöglicher Vorsitzender. Freiherr von Lüninck und die Preußische Regierung. Der bekannte reaktionäre Vorsitzende der Landwirtschastskammer für die Rheinprovinz, Freiherr von Lüninck, hatte kürzlich die Stirn, an den preußischen Ministerpräsidenten Braun ein Schreiben zu richten, in dem ausgeführt wurde, daß„die rheinische Landwirtschaft seit fast zwei Monaten vergeblich sich bemüht hat, seitens der preußischen Staatsregierung irgendwelche Erklärung oder Begründung für das Vorgehen der Staatsregie- r u n g und der preußischen Polizeiverwaltung gegen den Unterzeichneten und gegen die rheinische Landwirtschaftskammer zu erhalten". Da auch sonst, wie es in dem Brief weiter hieß, bei der preußischen Staatsregierung„vielfach die genügende Berücksichtigung der berechtigten Wünsche der rheinischen Landwirtschaft in wirt- schaftspolitischer Hinsicht vermißt" worden sei, wurde M i n i st e r- Präsident Braun eingeladen, an einer Versammlung der samt- lichen Kreisvorstände der landwirtschaftlichen Organisationen oder an einer Sitzung des Vorstandes der Landwirtschastskammer der Rheinprovinz teilzunehmen, um bei dieser Gelegenheit.ausschließ- lich die Stellung der preußischen Staatsregierung zur rheinischen Landwirtschaft in persönlicher und sachlicher Hinsicht zu besprechen". Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Staatssekretär des preußischen Staatsministeriums Dr. Weis- mann das Schreiben des Freiherrn von Lüninck mit folgendem Brief beantwortet: „Auf das gefällige Schreiben vom 10. dieses Monats— A. 2148— teile ich Ihnen ergebenst mit, daß Herr Ministerpräsi- dent, wie er dies unlängst im Preußischen Landtag ganz allgemein für landwirtschaftliche Tagungen erklärt hat, sehr gern bereit ist, mit Vertretern der rheinischen Landwirt- schaft in mündlicher Verhandlung sachlich die Lage und Wünsche der Land Wirtschaft zu erörtern. Durch eine derartige Aussprache würden die chemischen Landwirte auch die Ueberzeuguna gewinnen können, mit welcher Anteilnahme und Hilfsbereitschast Herr Ministerpräsident gerade der rheinischen Landwirtschaft, die infolge der Besatzungsverhältnisse schwer zu leiden gehabt hat und noch leidet, gegenüber steht. Angesichts der unsachlichen, jede» Gefühl sür die Crh«llung der Slaölsautoriläl außer acht lassenden Angrisse jedoch, die Sie, Herr versitzender, vor kurzem gegen die Staatsregierung gerichtet hoben, würde eine solche Aussproche zu gegebener Zeit nur dnnn slaltfinden könocn, wenn sie nicht aus Zhre Einladung und unter Zhrem Vorsitz er. folgte. Im übrigen muß Herr Ministerpräsident es selbstverständlich ablehnen, mit Ihnen in eine Erörterung über die polizeilichen Haussuchungen einzutreten, zumal diese Dinge mit der Lage der Landwirtschaft nichts zu tun haben." Der Brief des Staatssekretärs W e i s m a n n ist die einzig mög- liche Antwort auf die Unverfrorenheiten des Herrn von Lüninck, der in seinen Skripturen von neuem beweist, daß er zwar ein rechts- radikaler Agitator üblichen Kalibers sein mag, aber von den Auf, gaben und Grenzen seiner verantwortlichen Stellung keine Ahnung hat. Man kann es nur bedauern, daß die rheinische Landwirt- schaftskammer einen Vorsitzenden hat, der die Kammer mit einem rechtsradikalen Parteibureau»erwechselt und die Interessen der rheinischen Landwirtschast aus diese Weise schädigt. Schlußkrach in Weimar. Vertagung des Landtags.— völkisch-kommunistische Prügel gemeinschast. Weimar, 17. Juli.(Eigener Drahtberichk.) Der Landtag von Thüringen schloß am Sonnabend seine Tagung und ging für 3 Monate in Ferien, kurz nach Schluß der letzten Sitzung übersiel der Führer der Rationalsozialisten Dr. Dinker den sozial- demokratischen Abgeordneten Dr. Sieß beim verlassen des Sihungs- saates von hinten und versehte ihm einen Schlag in den Racken. so daß Kieß die Brille verlor, die dabei entzwei ging. Der Vorgang spielte sich folgendermaßen ab: Nach Schluß der Sitzung, als Kietz noch auf seinem Platz saß. stellte Dinier ihn zur Rede, ob er seine Behauptungen gegen die Nationalsozialisten vom Tage zuvor zurück- nthme. Kieß erklärte:„Dos fällt mir gar nicht ein, Sie haben mir nur anzubieten. Italien, das die Geburtsstätte der ganzen modernen Malariatheorie ist und durch seine praktische Malariabekämpfung der ganzen Welt vorbildlich wurde, sollte einmal von den Amerika- nern lernen, was Malaria ist und wie man sie bekämpft. Was aus den verheißenen Millionen gew»rden ist, darüber weiß man bis jetzt nichts: aber der amerikanische Direktor ist da und zeigt den Pro- fessoren Marchiafaoa, Bignami, Dionisi usw., was eine Harke ist. Und die Regierung hat sich beeilt, der amerikanischen Kommission gratis einen der schönsten Paläste Roms einzuräumen, um, da man schon die furchtbare Wohnungsnot Roms nicht beseitigen kann, doch wenigstens die der Rockefeller-Stiftung zu beheben. Das alles könnte noch hingehen. Es ist ja überall eine Spezia- lität der Nationalisten, das eigene Land bloßzustellen und würdelos vor dem Ausland zu kriechen. Das Unerhörte ist, daß man den Herren der Rockefeller-Stiftung lebendige Menschen als Versuchsmaterial zur Verfügung stellt. Die Leute wollen nämlich ein Experiment, das von Größeren schon gemacht worden ist, noch einmal wiederholen— Menschenleben sind ja billig. Sie beabsichtigen, die Malaria auszurotten, indem sie ihre Ver- breiter, eine gewisse Sorte Stechmücken, vertilgen. Das hat der Entdecker dieser Anophelesart, der im vorigen Jahre verstorbene G r a s s i, bereits versucht, um sich nach langjähriger Arbeit zu überzeugen, daß es unmöglich ist, eine Ticrspezies in der für uns Menschen in Betracht kommenden kurzen Zeit«uszurotten. Jetzt fangen die Amerikaner da an, wo vor 20 Jahren Srassi aufgehört hat. Sie führen den Kampf gegen die Malaria als Kampf gegen die Stechmücken und ihre Larven, besonders durch Vergiftung der Sümpfe und Tümpel mit Schweinfurter Grün, das heute eleganter „Pariser Grün" heißt. Damit aber ihr Experiment Beweiskraft habe, dürfen sich die in dem Gebiete beschäftigten Ar- beiter nicht durch Chininprophylaxe schützen. Sie sollen sich in Gottes Namen eine Krankheit holen, an deren Folgen sie ihr ganzes Leben lang siech bleiben können, wenn nur das Rocke- feller-Experiment beweiskräftig wird. Als wolle man zu dem Schaden auch noch den Spott hinzu- fügen, hat man den Amerikanern als Wirkungskreis die Zone um F i u m i c i n o angewiesen, wo Grassi jahrzehntelang gewirkt hat, und wo er auf seinen Wunsch begraben wurde. Dort haben die Kriegsteilnehmer eine große Siedlung geschaffen, mit großen Milio- rationsarbeiten. Diese Leute haben die Segnungen der Chininpro- phylaxe in den vergangenen Iahren erproben können. In diesem Jahre ist es ihnen nun verwehrt worden, sich gegen Bezahlung eine prophylaktische Station zu erhalten. Die Arbeiter haben die hohe Chre, durch ihre Malariaerkrankung beweisen zu dürfen, daß die amerikanische Mückentöterei nicht ausreicht. Die Sache ist nm so empörender, als es sich um einen Versuch handelt, der, wie gesogt, schon vor 20 Iahren von Grassi unternommen werden ist: Grassi wurde auf Grund des Ausgangs seiner Versuche zu einem begeisterten Anhänger d«r Chininprophylaxe. Heute macht man den Versuch noch im Plenum keine Zeit gelassen, zu Ihren Behauptungen Stellung zu nehmen. Sie können mir außerhalb des Plenums gestohlen bleiben." In diesem Augenblick wurde Dr. Kieß ans Telephon ge- rufen. Als er aus der Türe des Sitzungssaales auf den Korridor trat, schlug ihn Dr. Dinier von hinten mit der Faust gegen das rechte Ohr. Als Dr. Kieß sich zur Wehr setzte und dem' völkischen Angreifer seinen Angrisf heimzahlte, mischt« sich ein bürgerlicher Abgeordneter, den Streit schlichtend, ein. Als Dinier nochmal einen Angriff versuchte, wehrte ihn Dr. Kieß so kräftig ab, daß der völkische Held davonlief. Wenige Minuten später kam es im Landtag zu einem neuen Zwischenfall, indem der Renegat Müller-Brandenburg mit einem Kommunisten in einen Wortwechsel geriet. Die Kommunisten stellten Müller die nach dem Zusammenstoß Dinier- Kieß begreifliche Frage, was er im Landtag wolle, und einer fügte hinzu, nach dem hinterlistigen Ueberfall auf Dr. Kieß müsse man vorsichtig sein.„Einer von Ihrem Verbrechergesindel hat Kieß über- fallen." Daraufhin griff Müller-Brandenburg in die hintere Tasche seiner Hose und erweckte damit den Eindruck, als ob er nach einem Revolver greife. Er brachte aber nur einen sogenannten Totschläger zum Vorschein, immerhin ein Znftrumenl, mit dem man mit einem Schlag kampsunsähig machen kann. Diese Waffe wurde Müller-Brandenburg im Handgemenge von den Kommunisten abgenommen, noch ehe er sie gebrauchen konnte. Dabei bezog er von den Kommunisten Prügel und einige Ohrseigen. Lockerung üer Wobnungszwangswirtschaft. Beschlutz des Thüringer Landtags. Weimar, 17. Juli. Der Thüringer Landtag nahm in seiner heutigen Sitzung folgendes Gesetz an: Das Thüringische Ministerium für Inneres und Wirtschaft und das Thüringische Finanzministerium können die gesetzliche Miete sür einzelne Arten von Wohn- und Geschäftsräumen abweichend von den allgemeinen Sätzen festsetzen, auch derart, daß ein höchstsah sür den hausbesihcr- antcil bestimmt und innerhalb dieser Grenze die freie Vereinbarung zwischen Vermieter und Mieter zugelassen wird. Ist eine solche Ver- einbancng getroffen, so findet die Bestimmung in Absatz 4 des§ 13 des Gesetzes vom 21. Mai 1926 keine Anwendung. Neuer Kurs in Mecklenburg. Einführung der Kurzarbcitcrunterstühung. Schwerin, 17. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Der mecklen- burgische Minister des Innern erließ am Sonnabend eine Der- sügung, nach der für- den Freistaat Mccklenburg-Schwerin die Kurzarbeiterunter st ützung mit sofortiger Wirkung ein- geführt wird. Da in Mecklenburg eine große Anzahl Kurzarbeiter beschäftigt sind, wird diese Verfügung bei allen davon betroffenen Arbeitern und Angestellten außerordentlich wohltuend empfunden werden. Der frühere veutschnationale Innenminister v. Branden- st e i n hatte von der reichsgesetzlichen Ermächtigung, die Kurz- arbeiterunterstützung zu gewähren, während seiner Amtstätigkeit keinen Gebrauch gemacht. Milöe Sühne. Das Urteil gegen die Hannoverschen Radanstudenten. - Hannooer. IT—Juli. fa-rx Deztilardeiter-Werbeausschuh. Mittwoch, 23. Juli, 7 Uhr, im Bureau Andreasstr. 17 Sigung des Werbcausschullc». Bortrag:„Nach dem Volksentscheid, die Aufgaben und Ziele unserer Partei". Refe- rent: Mlhelm Richter. Sympathisierende sind eingeladen. Baugewerksbund. Baugewerkschaft Berlin. Mkordmanrer! Am Mittwoch, 21. Juli, 50? Uhr. im Saal 11 de» Gemerkschaltchauses Ver- sammlung der Akkardmaurer mit äuherst wichtiger Tagesordnung, die i» der Versammlung bekanulgegedea wird. Wir ersuchen die Alkordmaurer, pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch ist am Saaleingang vorzuzeigen. Ohne dasselbe kciu Zutritt. (GewertschasNiches siehe auch 2. Beilage.) Verantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternua: Eewerkschaflsdewcgung: Fr. Ehkorn: Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokale» und Som'iiacs: Sri* starstädt: Anzeiaen: Tb. Slorle: sämtlich in Berlin. Verlaa: Borwärts-Beriaa G. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärls-Buchdruckeret und Vcrlaasanflalt Paus Sinaer u. So. Berlin SW SS LindenktraKe 3. Kierzu 2 Beilagen.„Uuterhaltnng und Wisicn" und„Au« der Film-Welt". 1.-21..Juli Kleid Sportkleid ui weißem Panama m. farbig. Besatz ed. aus Wollmusselln mit Spachtel- SAISON-AUSVERKAUF tlrrm �..6.90 Reisemantel auavonügi. rtQ OO imprägn.reinwoll Gabardine Jm/iJ•\J\J Damenwäsche Taghemd Trägerform, mit Hohla. QC od. Stickerei V/ec/O Taghemd m. Stickerel- Einsab u. Hohl-•! AC Beinkleid mit Q QA Mum....... XchTtO Stickerei-Eins. Wäschestoffe Madapolam 80cm.. 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Ihrer wuchtigen, erdrückenden Mehrheit mußte sich von jeher der einzelne, ob gerecht oder ungerecht, unterwerfen. Das Forum der alten Römer war der Schauplatz wichtiger öffenllicher Begebenheiten in der Politik, und das Tribunal entschied. In den Schlösiern und Palästen spann man feinere, aber nicht minder unerbittliche Fäden und stürzte oder krönte nach eigenem Kodex. So ist die große Masse unzertrennlich mit allen wichtigen Ereignissen im menschlichen Leben verknüpft. Die Klassiker ließen in chren großen historischen Dramen und Schauspielen gewaltige Doiksmassen aufmarschieren. Als man diese Werke in den Film zu bannen begann, bedurfte es notur- gemäß eines kolossalen Menschenaufgebots, und die Armee der Film- lomparsen wuchs mit der Zeit zu einer wahren Legion an. Dsr Niedergang. Im Oktober 1S2S setzt«— als Folgeerscheinung der allgsmeinen Wirtschaftskrise— de? Niedergang der Filmindustrie so plötzlich und intensiv ein, daß im daraufsolgeitfen Winter bereits 75 Proz. aller beim Film Beschästigten arbeit*#? waren. Der Abbau machte sich hier um so schrecklicher fühlbar, als es sich ja ausschließlich um Menschen handelt«, die bloß eine tageweise Veschäfligung und einen tageweisen Verdienst hatten und mit einem Male direkt auf der Straße sagen. Die Ziffer der Filmkomparsen schätzt man auf rund 2000, wovon knapp ein Viertel davon ab und zu tageweise Beschäftigung findet, so daß etwa l500 Menschen ohne jegliche Ein- nähme sind. Massenszenen, die früher mit Hunderten von Menschen dargestellt wurden, hat man heut« auf 30 bis 35 Personen reduziert. Dazu kommt noch, daß die Herstellung von Filmen mit Massen- szencn auch immer geringer wird. Die Beschäftigung eines Film- ftatisten— soweit von einer solchen überhaupt die Rede ist— beträgt im Laufe eine? Monats meist nur wenige Tage. Wovon lebt er die übrige Zeit und wovon leben die unzähligen Nichtbeschäftigten? Gage unü flrbeitszelt. Für ein« Aufnahme im Straßenanzug gibt es pro Tag 7,50 ML, im besseren Anzug oder Uniform 10,— ML, Gesellschafiskleidung 12,— Mk., bei mehrmaligem Kleidungswechsel eine Extravergütung von I,— Mk., für Pelze eine solche von 2,— Mk. Reiter und Schwimmer erhalten ein lageshonorar von 15,— Mk Sämtliche > Prioatkleidung muß der Darsteller natürlich beibringen. Di« Dauer der Beschäftigung loll acht Stunden betragen— was natürlich niemals«ingehalten wird— und mußte mit der vierten Nachmittags- stund« beendet sein, damit dem Darsteller Gelegenheit gegeben ist, sich auf der Filmbörse um fünf Uli? zur Entaegennabme eines neuen Engagements für den nächsten Tag einzufinden. Ist die Arbeits- zeit um 4 Uhr nicht beendet, so hatte der Beschäftigte von dieser Zeit ab Anspruch auf die Bezahlung eines zweiten Tages. Es sei bei dieser Gelegenheit unter anderem eines höchst unliebsamen Vor- falles in Neu-Babelsberg gedacht. Man bestellte die Darsteller morgens zur Ausnahm« und nachmittag- um 3 Uhr begann man glücklich mit der Arbeit, die natürlich in einer Stunde nicht fertig- gestellt sein konnte. Als die Leute später Bezahlung des nächsten Tage» verlangten, einigte man sich mit denen, die man unbedingt baben mußte, alle anderen— und es war eine recht stattliche Anzahl— ließ man einfach gehen und ersetzte sie zum Teil durch Arbeitslose oder solch» Personen, die eben mit allem einverstanden waren. Aus derartigen Vorfällen ergibt sich auch die ungeheure Schwlerigkett einer einheitlichen Organisation, die solche Vortomm- Nisse einfach unmöglich machen würde. Trötz aller Bemühungen der sich sogenannt«„wilde" Filmbörsen. Eine von diesen tagt zurzeit im ehemaligen Kabarett„Schall und Rauch", und es ist trotz An- zeige bei der Polizei und beim Landesarbeitsamt nicht gelungen, mit Erfolg dagegen anzukämpfen. vle Zilmborse. Im„U l a s>' am Lehrter Bahnhof, vor dem Schweizerhaus. kann man täglich um die vierte Nachmittagsstunde lebhafte Menschengruppen beobachten. Manchmal ist der Andrang vor den um diese Zeit noch verschlossenen Toren ein derartiger, daß die Polizei Ordnung schaffen muß. Von 5 bis IVi llhr lagt hier die Film- börse. Hier harren in nervöser Ungeduld viele, viel« hundert ab- gehetzte, körperlich und seelisch ausgepumpte Menschen auf den Er- lüser, den Messias, in Gestalt des Filmregisseurs. Don ihm er- warten sie ihr Heil durch eine Rolle, ein Röllchen oder bloß des Die Filmborsc im U'.ap. Mitwimmelns in der großen Masse. Dichtgedrängt. Kopf an Kopf sitzen sie hier, bunt durcheinandergewürselt. Der Heldenvater neben dem Backfisch, der jugendliche Liebhaber, der Intrigant, der kühne Sportsmen und dann noch all die vielen undefinierbaren Gestalten. So verschieden sie sind, so gleich ist der Wunsch, der sie beseelt: Brot, wenigstens für morgen. Der goldene Leichtsinn ihres Boheme- tums läßt sie ja immer noch auf ein Wunder hoffen! Während der langen, langen Geduldsprobe— die Regisseure kommen meist sehr spät, wenn überhaupt— tauschen sie gegenseitig ihre kleinen und doch so riesengroßen Alltagssorgen aus. Zwischendurch flattert auch mal ein kecker Witz, denn der Humor ist das einzige, das einigen Wenigen noch geblieben. In diese große Gesellschaft, die bereits feit 4 Uhr hier versammelt ist, weil sie leider wieder mal unbeschäftigt waren, kommen dann, gleich einer aufgescheuchten Vogelschar, halb abgeschminkt, mit wehenden Haaren und flackernden Augen die paar Glücklichen angerast, die tagsüber zu tun hatten. Endlich erscheint er, der Langersehnte, der Regisseur! Im Moment seines Einirills umschließt ihn eine ungeheure Rienschenwoge, die ihn umringt, bedrängt, beschwört. Hunderte von Armen strecken sich nach ihin, Hunderte von Augen betteln um Verdienst. Der Mann, der ab- gehetzt von der Arbeit kommt, ist nervös, rätlos all dem Elend gegenüber. Rasch engagiert er die wenigen, die or benötigt, und sucht das Weite. Und wieder müssen so Unzählige resignieren und auf ein glücklicheres Mvrgen hoffen. Ein Menschenmarkt grauen- haftesten Elends. Die Alten lind stumpf und mürbe geworden im harten Kampf, die Jungen hoffen und warten... Sie.stellen das große Kontingent der traurigen Phantasten, die Bühne und Film noch immer und trotz� allem fürs Märchenland der unbegrenzten Möglichkeiten halten. Sie sind verkannt, man wird sie eines Tages entdecken und chren. Arme, große Kinder! Es ist ein Festklammern an einen eingebildeten Beruf, ungeachtet des kümmerlichen Daseins und seiner verheerenden Folgeerscheinungen! Was sollen diese Leute aber beginnen? Es handelt sich in der Haupt'ache um Menschen, die in irgendeiner Beziehung zur Kunst stehen oder gestanden haben. Dieser Beruf ist ihnen heute mehr denn je verschlossen und andere Bcrufszweige sind— gabz abgesehen von den notwendigen Vorkenntnisse» und der Eignung hierzu— ebenfalls überfüllt. Und doch— trotz dieses fürchterlichen Berufselends drängen sich immer noch neue dazu, die dann all den Jammer erst am eigenen Leibe erfahre» nnissett. Eine Gewissen- losigteit sondergleichen sind die sogenannten F i l m s ch u l e n. Pie Inserate verheißen armen Unwissenden„glänzende Laufbahn in kürzester Zeit, sofortige Beschäftigung bei Aufnahmen" u. dergl. schöne Redensarten mehr. In Wirklichkeit knöpfen sie den Leuten Geld ab sür ein„Studium", das überhaupt keines ist. Nicht genug aber, daß diese„Film-Universitätcn" eine Menge Geld schlucken, verwenden sie auch ihre Schüler zur Erlangung der notwendigen Rouiine"— zu Filmaufnahmen ohne jedwede Entschädigung. All dem sollte mit aller Emschiedenheit gesteuert wenden. Der Wobbly. 35� von B. Traven. Buchmeister-Verlag. Berlin und Leipzig. In jeder Hinsicht war ich billig davongekommen. Das Uebersetzen mit der kleinen Fähre würde nach meiner Schätzung eine volle Woche gedauert haben. Auch dabei konnten Tiere verlorengehen, die abspringen, oder die man bei einem so langen Aufenthalt an einem Fluß durch Tiger und Alli- gatoren einbüßt. Man hat an tausend verschiedene Kleinig- leiten und Nebenumstände zu denken. Dazu kam noch das Fährgeld. Und was ich an Fährgeldern. Brückengeldern, Wegegeldern, Weide- und Wassergebühren sparte, ging in meine Tasche und gehörte mit zu meinem Verdienst. Was ich hier bei diesem Uebergang über den Fluß gespart hatte, verdankte ich niemand sonst, als meinen lieben kleinen Kälbern. Sie hatten die Liebe, die wir ihnen und ihren Müttern entgegengebracht hatten, reichlich vergolten. 22. Es wäre sa kein echter Transport gewesen, wenn er ohne die Mithilfe von Banditen zu Ende gegangen wäre. Man erwartet sie eigentlich immer, und man wundert sich nur dann. wenn wieder einmal ein Tag vorüber ist. ohne daß sich der eine oder der andere Trupp hat sehen lassen. Ein solch großer Diehiransport geht ja nickt schweigend vor sich. Dutzende von Ind'anem sehen ihn. und es spricht sich herum. Und man weiß n'e, wer den Kundschafter macht sür eine Horde. Die Mehmohl der Banditenhorden sind die Ueberbleibsel der Revo- lutiansarmeen. die gegen die Arbeiterormeen kämpften. Es sind die Reste jener Truppen, die von den Diktatoranhängern. von den großen Landeigentümern, von einer Clique ameri- tenischer Kapitalisten geworben wurden, und die bei Beendi- gung der Revolution übrigblieben, weil sie das Freischärlertum vorzoaen. Eines Morgens kamen Sie. Genauer gesagt, eines Morgens trafen wir sie. Sie kamen ganz unschuldig an- geritten. Sie konnten Peons sein, die irgendwohin zu Markte ritten oder auf der Arbeitsuche waren. Sie kamen aus der Flanke. Wir zogen auf einem breitm Buschwege, und plötzlich standen sie an der Seite des Weges, am Ausgange eines schmalen Buschpfades. „Hallo!" rief der Führe».„Keinen Tcquila?" „Nein," sagte ich.„Haben keinen. Aber wir haben Tabak mit. Könnt hundert Gramm abbekommen." „Gut. Nehmen wir. Habt ihr Maisblätter?" „Zwei Dutzend können wir wohl abgeben." „Nehmen wir auch." „He, wie ist es denn mit Geld? Der Transport hat doch Geld für die Fähren und Drücken und so." Jetzt wurde es heiß. Das Geld. „Wir haben kein Geld mit," sagte ich.„Wir haben nur Schecks." „Schecks ist Dreck. Kann ich nicht lesen." Die Leute sprechen etwas zueinander, und dann kam der Sprecher herangeritten und sagte:„Wegen des Geldes wollen wir doch einmal nachsehen." Er durchsuchte meine Taschen und das Sattelzeug, aber ich hatte kein Geld. Er fand nur die Schecks, und er sah ein. daß ich recht hatte. .Lühe können wir auch gebrauchen," rief er nun. „Die brauche ich selbst." sagte ich.„Ich bin nicht der Besitzer, ich habe nur den Transport." „Dann tut es Ihnen ja nicht weh, wenn ich mir ein paar aussuche." „Bitte," sagte ick.„heften Sie sich nur. Ich bade eine Kufkr-inke Kuh. Dkb Kuh ist gut. sie milcht in drei Monaten. Den Hus können S'e kurieren. Ist frisch." „Wo ist sie denn?" Ich ließ sie heraustreiben, und sie geliel ihm. Wöhrend der ganzen Zeit wanderte der Transport natürlich weiter. Der läßt sich ja nicht so auf Kommando halten, besonders wenn keine Weide da ist, sondern nur so dünnes, mageres Gras am Wege entlang steht. Die guten Leute ritten neben mir her. Der Führer sagte:„Schön, eine haben Sie mir gegeben, jetzt bin ich an der Reihe und darf mir eine aussuchen." Er suchte sich eine aus. aber er verstand nichts vom Vieh. Sie war nicht viel wert. Ich verschmerzte sie leicht. »Nun dürfen Sie mir wieder eine aussuchen." Er bekam sie. Dann suchte er wieder eine aus. Diesmal nahm er eins der milchenden. „Jetzt sind Sie wieder an der Reihe, Senor," sa�te er. Ich versuchte es mit einem Scherz. Ich rief einen meiner Leute heran, der das Kalb trug, die sich der Wegelagerer ausgesucht hatte. „Hier haben Sie das Jungtier dazu," sagte ich und händigte ihm das Kälbchen aus. Mit dem Angebot war er sehr zufrieden, und er ließ das Kalb für ein Volltier gellen. Das tat er nicht aus Generosität. Nein, viele der Indianer können die Kühe nicht melken. Sie können nur melken, wenn das Kalb gleichzeitig saugt, sonst kriegen sie keinen Tropfen aus den Zitzen. Die Miich muß so halb von aliein fließen, die Kuh muß glauben, daß sie die Milch dem Kalb gibt. Darum war ihm das zugehörige Kalb so willkommen, denn nun konnte er die Kuh melken, und sie hatten Milch daheim. Dann war er wieder an der Reihe. Als sie fortritten, zogen sie mit sieben Kühen und einem Kalb von bannen. Kostete mich, wenn ich das Kalb nicht rechnete, hundertfünfundsiebzig Pesos. Denn auf welche Weise ich die Tiere verlor, das war ' �chgultig. Was mir fehlte, wurde mir abgezogen. Mit o--., Banditen wurde gerechnet und mit den Zöllen, die man ihnen zu zahlen hatte. Es kam eben daraus en, wie man mit ihnen handelseinig wurde. Man mußte handein mit ihnen wie mit Geschäftsleuten. Dmlomat'e spielie eme Rolle. Sie hätten ja auch mit fünizehn abziehen können oder mit vierzig. Das alles sind Transportunkosten. Gehört zur Fracht. Kaan überall geschehen. Wo anders entgleist ein Zug, oder es verbrennt oder scheitert ein Schiff, und der Transport ist fertig. Zu all dem hat man die hohen Versicherungsprämien zu zahlen Hier versichert niemand. Keine Versichenings- gesellschaft übernimmt das Risiko, oder sie übernimmt es nur zu Sätzen, die ZU zahlen sich nicht lohnt. Wo anders sind es die Ve�'c-dekosten, die Fütterungskosten und wer weiß, was loust noch alles für Kosten. Hier sind es die Fluß'äuse, Die Pässe, die Schluchten, die Sandstreckcn, die wasterloscn Strecken, die Banditen, die Jaguare, die Klapperschlangen, die Kupserschlangen, und wenn es ganz schief gehen soll, eine Seuche, die dem Vieh auf dem Marsche irgendwo von anderem Bieh, dem es begegnet, mitgegeben wird. (Fortsetzung folgt.) fünfzig �ahre Treptower park. Zur die Berliner war lange Zeit die einzige parkähnliche Er- dalungsstätte der im Westen liegende Tiergarten. Unter Friedrich II., der die Jagd nicht liebte, wurde er als Jagdrevier end- gültig aufgegeben, und der Plantenzaun fiel. Der König„schenkte' den Berlinern, was zwei Jahrhunderte früher fein Vorfahr, der Kurfürst Joachim II., ihnen gestohlen hatte. Jener kurfürstliche „Landcsoater" hatte die bis dahin im Besitz der Stadt gewesene Waldung zwischen dem Stadtgebiet und dem Nachbardorf Liegen (dem heutigen Charlottenburg) kurzerhand in Beschlag genommen und zu seineiy Jagdrevier erklärt, ohne einen Pfennig Entschädigung dafür zu zahlen. Die Hundertjahrfeier des Regierungsantrittes Friedrichs II. wurde im Jahre 1840 von der Stadt zum Anlaß genommen, im Nordosten einen„F r i e d r i ch s h a i n' zu schaffen, der die erste eigiene Parkanlage Berlins ist. Das war der Anfang der Bemühungen, dem immer mehr zur Großstadt sich entwickelnden Berlin einen Kranz von Parks zu geben, die der Be- «ölkerung als Erholungsstätten dienen konnten. Ein knappes Vierteljahrhundert später, im Jahre 1864, schritten die Gemeindebehörden zu einer weiteren Parkplanung, die für den Norden eine kleine Parkanlage und für den Südosten eine größere vorsah. Zuerst wurde die Ausführung des Parkes für den Norden in. Angriff genommen, des nach Alexander von Humboldt benannten „H u m b o l d t h a i n s'. Das Jahr 1869, das hundertste seit Humboldts Geburt, ist das Geburtsjahr dieses Parks, der ein dem großen Naturforscher gewidmetes Denkmal bedeutet. Mit der Aus- führuug des Pgrks für den Südosten konnte erst i m Jahre 1876, vor jetzt fünfzig Jahren, begonnen werden. Die erste Arbeit war, ein schon vorhandenes Eichenwäldchen varkähnlich auszugestalten. Es liegt an dem Austritt des Landwehrfanals aus der Spree und hat seinen alten Namen„Schlesischer Busch' bis aus den heutigen Tag behalten. Danach entstand, von der Ring- bahn bis zur alten„Kolonie Treptow' sich erstreckend, der T r e p- t o w e r P a r k Er ist die prächtigste Schöpfung des städtischen Gartendirektors Meyer, dessen Büste später im Park, nahe dem großen Spielplatz, aufgestellt wurde. An landschaftlicher Schönheit übertrifft der Treptower Park mit seinen freien Durchblicken den Tiergarten, dem die Eigenart eines geschlossenen Waldes im wescnt- lichen erhalten geblieben ist. Daß der Treptower Park auf niedrigem Wiesenland angelegt ist, kann man noch heute in manchem nassen Frühjahr sehr deutlich sehen. Nicht selten sind die weiten Rasen- flächen des Parkes von aussteigendem Waster überschwemmt. Der Boden ist hier im Spreetal günstiger für die Entwicklung des Rasens als im Friedrichshain und im Humboldthain, die schon zu dem Rand der trockeneren Hochebene Barnim gehören. Für die Fußwege des Treptower Parks mußte der Boden sorgfältig befestigt werden, wobei bedeutende Sand- und Klesinassen verwendet wurden, die man vom kleineu Müggelberg herbeischaffte. Der bei der Anlegung des drei- einhalb Hektar großen Teiches gewonnene Aushub diente zur Auf- hö'hung einer Terrasse, die den gleichfalls dreieinhalb Hektar großen Spielplatz umgibt und mit einer oierreihigen Platanenallee bepflanzt ist. Die Treptower Sternwarte, die im Park steht, entstand— zunächst als dürftiger Behelfsbau— im Jahre 1896, dem Jahr der Gewerbeausstclluna. Fünfzig Jahre alt, wie der Treptower Park, ist jetzt auch der P l ä n t e r w a l d, der hinter der längst nur noch aus Gastwirtschaften bestehenden alten„Kolonie Treptow' beginnt und als Fortsetzung des Treptower Parkes sich an der Spree ent- lang bis zum Bauinschulenweg erstreckt. Auch der Plänterwald ist eine künstliche Anlage, mit deren Ausführung gleichfalls 1876 be- gönnen wurde. Ursprünglich diente der Plänterwald nur als„Baum. schule' der Stadt, und erst um die Wende des Jahrhunderts wurde er durch fortschreitende Ausstattung mit Fußwegen in einen Park umgewandelt. Fünfzig Jahre vor der Anlegung des Plänterwaldes hatte da draußen noch ein richtiger Wald gestanden, die alte T ö l l- nifche Heide, der Gemeinde wald von Cölln an der Spree. Er wurde in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts abgeholzt, weil die Holzdiebstähte überhandnahmen und die Bewachung zu schwierig war. Schlesischer Busch, Treptower Park und Plänterwald bilden eine fünf Kilometer lange Kette von Parkanlagen, die zusammen etwa 209 Hektar Fläche haben. Hiermit bleibt diese„Lunge des Südostens' an Größe nicht viel hinter dem Tiergarten zurück, der rund 250 Hektar Fläche hat. Im Jahre 1864 glaubte der Magistrat, daß er mit seiner dama- ligen Parkplanung dem Bedürfnis„für alle Zukunft' genügen werde. Aber schon in demselben Jahr 1876, in dem man endlich mit den Arbeiten zuni Treptower Park und zum Plänterwald begann, wurde auch der im nordwestlichen Moabit gelegene l e i n e T i e r- garten' in eine Parkanlage umgewandelt. Wenige Jahre nachher entstand der neue Plan, für den Südwesten der Stadt einen Part auf dem Kreuzberg anzulegen. Mit der Ausführung wurde Ende der achtziger Jahre begonnen. Das neue Jahrhundert brachte dann dem dichtbevölkerten Stadtteil Wedding in Berlin-Nord den schönen Schill er- Paart._ Keine Schulkinder als Versuchsobjekte. _er Magistrak hat dem Beschluß der Sladlverordnetenversamm- lung zugestimmt, bei der Schulayssichlsbehörde dahin zu wirken, daß den Schulleitern der gesamten Berliner Schulen sofort Anweisung gegeben wird, in keinem Falle Schulkinder an Schau- stellungcn oder Uebungen aller Art, auch Rettungs- Übungen, teilnehmen zu lassen. 9er Magöeburger Morö. Unfähigkeit der Untersuchenden oder was sonst? (Erweiterung des deutschen Luftverkehrs. J/nmer enger werden die Maschen im Netz des Deutschen Luft- Verkehrs. Die anfängliche Scheu, sich einem Flugzeug anzu- vertrauen, ist allmählich gewichen, besonders da nach dem Bericht der Deutschen Lufthansa im Verlauf des letzten Jahres kein einziges deutsches Passagierflugzeug verunglückt ist. Seit der Eröffnung der Flugsaison, am 1. April, ist die Zahl der Linien von 39 auf 50 gestiegen. Ungefähr 120 Flugzeuge, die teils dem Dornier-, Junkers-, Fokker-, Grulich-,' Albatros- oder Udettyp an- gehören, vermitteln den Verkehr. Ueber 75 Flughäfen werden täglich .angeflogen, eingerechnet die ausländischen Häsen, die mit dem deutschen Flugverkehrsnetz verbunden sind. Seit dem g ü n st i g e n Ausgang der Pariser Luftfahrtoerhandlungen ist die Flugverbindung n ach Paris hergestellt worden. Leider besteht dagegen noch immer keine direkte Lustverbindung mit Polen, der T s ch e ch o- f l o w a k e i und Italien. Es sind politische Gründe, die die Aufnahme� eines bereits projektierten Strcckenverkehrs verhindern. Geographische Hindernisse stehen der Einrichtung des Luftverkehrs mit Italien z. B. nicht im Wege. Unter den Strecken des von der Lufthansa in Gemeinschaft mit zahlreichen ausländischen Luft- »erkehrsgesellschaften betriebenen mitteleuropäischen Luftverkehrs be- Magdeburg, 17. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Magdeburg ist gegenwärtig der Schauplatz einer polizeilichen Tra gikomödie. die in der Geschichte der deutschen Kriminalistik vielleicht einzig dasteht. Zunächst sei kurz der Tatbestand zusammengefaßt: Seit dem 10. Juli 1925 wurde der Buchhalter Helling ver- mißt. Er war viele Jahre hindurch zweiter Buchhalter bei der großen Eisenfirma Haas u. Co. und bezog in der ersten Zeit nach der Stabilisierung ein Monatsgehall von 1 900 Mark. Dann sollte sein Gehalt auf 800 Mark reduziert werden, er wollte 900 Mark haben und da er sich mit seinen Arbeitgebern nicht einigen konnte, wurde er abgebaut. Gleichzeitig mit ihm wurde sein unmittelbarer Bor- gefetzter, der Hauptbuchhalter Johannfen mit einer größeren Ab- findungssumme ebenfalls abgebaut. Bon diesem Tage an waren beide Herren auf die Firma sehr schlecht zu sprechen, behaupteten, es seien dort Steuerhinterziehungen vorgenommen war- den und erstatteten eine dahin gehende Anzeige Das Finanzamt leitete sofort Ermittlungen ein, die jedoch anscheinend zu keinem Er- gebnis geführt haben, da die noch unter einem großen Aufwand von Revisoren und dgl. weitergehen, ohne daß es bisher zu einem Ver- fahren, oder auch nur zu einem Strafbescheid gekommen ist. An jenem 10. Zuni 1925. an dem Helling aus dem Finanzamt vernommen werden sollte, verschwand er. Er suchte damals durch Zeitungs- Inserate eine neue Stellung und wurde an diesem Tage von einem Mann in Chausfeurunisorm abgeholt. Seitdem sah man ihn nie wieder. Nach einigen Monaten wurde in einem Magde- burger Waffengeschäst ein junger Mann dabei erwischt, als er einen kauf mit einem Scheck begleichen wollte, von dem es sich sehr bald herausstellte, daß er aus dem Scheckbuch de« vermißten Helling stammte. Aber ehe diese Feststellung gemacht werden konnte, war der junge Mann verschwunden. Sein Signalement wies als besondere Kenn- zeichen Schmisse auf. Kurz danach wurde derselbe junge Mann bei einem ähnlichen Versuch, mit einem Scheck aus dem hellingschen Scheckbuch in einem Geschäft zu bezablen, wieder erwischt und diesmal festgenommen. Es war ein gewisser S ch r ö d e r, der früher Schmiede- lehrling, dann Reichswehrpionier in Magdeburg gewesen war, dann einer völkischen studentenartigen Verbindung beigetreten war und bei dem es sich herausstellte, daß er unter eigenartigen Um- ständen in den Besitz des elterlichen Hauses in Groß-Rottmersleben in der weiteren Umgebung von Magdeburg gekommen war; Zunächst war fein B a t e r angeblich durch Unfall verbrannt, später war seine Mutter durch chn angeblich auf fahrlässige Weise bei der iReinigung eines Revolvers erschossen worden. Die Mutter hatte kurz vor dem mit ihm einen Konflikt wegen der Unterbringung seiner„Braut', einer Kölnerin namens Götze, gehabt. Schröder erhiell wegen fahrlässiger Tötung eine kurze Gefängnisstrafe, erbte sodann das Haus und zog mit feiner Braut sofort darin ein. Er bezeichnete sich dort al» Dr. jur. und es wurde ihm sonderbarer- weise von seiner Umgebung geglaubt. Er trug Hakenkreuz und sonstige völkische Abzeichen. sowie eine Studentemnütze und hatte sogar über seinem Schreibtisch ein Doktordiplom mit Stempel. Da er schließlich auch schmiharlige Narben hatte, hielt man ihn im Dorf für einen richtiggehenden Akademiker. Später hat sich herausgestellt, daß das Doktordiplom natürlich gefälscht und die Schmisse selbst mit einem Rasiermesser beigebracht worden waren. In den Taschen des Schröder fand man Pfandscheine eines Kölner Leihhauses.. Die dortigen Ermittlungen ergaben, daß die Götze auf feine Veranlassung zwei Uhren zu Geld gemacht hatte. Die Uhren wurden in einem Kuvert mit vielen Briefmarken versehen in der Kölner Pfandleihe vorgefunden— es waren llhreu aus dem Besitze von Helling. Schröder behauptete, er fei von einem reichen Herrn, dessen Namen er nicht kannte, für den er aber verschiedentlich Gänge besorgt hätte, dazu gedungen worden, gemeinsam mit seinem Freunde Fischer die Leiche des bereits ganz unabhängig von ihm ermordeten Helling fortzuschaffen. Er sei durch den Fischer mit dem reichen Herrn, von dem er lediglich den Dornamen„Adolf' kenne, auf dessen Wunsch bekannt geworden. Daraufhin wurde, vor mehr als vier Wochen, der Direktor Rudolf Haas, der Sohn des Begründers der Firma, verhaftet. Die Magdeburger Polizei nahm nämlich sofort an, daß zwischen der Anzeige des Helling und seinem Verschwinden, zumal am Tage einer beabsichtigten Vernehmung auf dem Finanzamt, ein Zusammen- hang bestehen müsse, der durch die Angaben des Schröder über „Adolf', den reichen Herrn, bekräftigt schien. Haas verlangte sofort unter energischster Bestreitung jedes Mitwissens über das Schicksal des Helling seine Gegenüber st ellung mit dem ihm völlig unbekannten Schröder. Diese Gegenüberstellung ist ihm bisher vom Ilnlersuchungsrichlcr Kalling hartnäckig verweigert worden. (Nebenbei bemerkt wurde Haas erst am sechsten Tage nach seiner Verhaftung zum erstenmal v e r no m m e n. Die. schwerreiche Familie des angeschuldigten Haas griff nun ein und setzte eine hohe Belohnung für die Auffindung Hellings aus, von dem bis dahin noch gar nicht feststand, was aus ihm ge- worden sei. Der Berliner Kriminalkommissar Busdorf, der auf Veranlassung des Oberpräsidiums zugezogen worden war, nachdem er kurz vordem mit überraschender Schnelligkeit im Magdeburger Bezirk zwei Mordsachen restlos aufgedeckt hatte, die die Magde- burger Kriminalpolizei monatelang nicht hatte aufklären können. leitete nun unter allerhand Erschwerungen, die ihm von den Magdeburger Polizeibehörden bereitet wurden, Ermittlungen ein. Es stellte sich zunächst die geradezu hahnebüchene Tatsache beraus, daß die Magdeburger Polizei gar nicht auf den geradezu sewswer- sländlichen Gedanken gekotnmen war, nach Groß-Rottmersleben zu fahren und das Haus des Schröder zu durchsuchen. Der erste Mensch, der das Schrödersche Haus, das verschlossen war, betrat. war der Berliner Kriminalkommissar. Dieser stellte Ermittlungen im Dorfe an, erfuhr durch den Amtsvorsteher Rätsel, daß Schröder einen Mann dafür hatte gewinnen wollen, ihm einen unterirdischen Gang zu bauen, was dieser mit der Begründung abgelehnt hatte, daß Schröder ja selbst als ehemaliger Pionier, dos viel besser würde tun können. Na�> wenigen Stunden Arbeit hatte der Kommissar Busdorf bereits fest- gestellt, daß die Leiche im Keller oergraben war. Er mußte jedoch seine Arbeit unterbrechen, well er an dem- selben.tag eine dringende dienstliche Reise nach Ostpreußen antreten mußte. Er verständigte jedoch vor seiner Abreise den Untersuchuugs- richter über seine Entdeckung und ersuchte darum, seine Arbeit in wenigen Tagen nach seiner Rückkehr fortsetzen zu könpen. Die Ausdeckung der Leiche war für die Magdeburger Polizei eine um so größere Blamage, als sie es monatelang versäumt hatte, sich überhaupt in Groß-Rott- merslcben umzuschauen, was jeder Kriminallehrling als sclbstver» ständlichen ersten Schritt getan haben würde. Jetzt beeilte sich der Magdeburger Kriminalkommissar Tenholt, dem der Unter- suchungsrichter von der Ermittlung Busdorfs Kenntnis gegeben hatte, endlich nach Groß-Rottmersleben zu fahren, grub die Leiche völlig aus und ließ durch einen amtlichen polizeilichen Bericht am Donnerstugmittag, den er selbst verfaßt hatte, seine hervorragenden V e r d i e n st e feiern. In dem gleichen Bericht wurde auch der dringende Anstiftungsverdacht gegen Haas ausge« sprachen. Die Familie Haas hatte öffentlich eine Belohnung von 3000 M. für die Auffindung der Leiche ausgesetzt! Angesichts dessen mutet der plötzliche Eifer seltsam an. Inzwischen hat der am Freitag aus Ostpreußen in die Magde- burger Gegend zurückgekehrte Berliner Kommissar Busdorf seine Ermittlungen wieder ausgenommen und noch am selben Tag den Freund und früherer Reichswehrkameraden Schröder, Grosse, in der Altmark verhaftet. Es ist so gut wie sicher, daß Grosse, der gerade zur Zeit der Mordtat in einer Autofahrschule den Ehauffeurberuf gelernt hatte, mit dem Mann in Ehouffeurunniform identisch ist, der Helling am 10. Juni 1925 abgeholt hat. Grosse leugnete zunächst, daß er Schröder überhaupt jemals nach chrer gemeinsamen Entlassung aus der Reichswehr gesehen hätte, mußte aber innerhalb weniger Minuten vorläufigen Verhörs durch den Kommissar Busdorf mm- bestens drei Begegnungen mit Schröder zugeben, darunter einen Bs» such.in Groß-Rottmersleben,-. . Der Untersuchungsrichter und di« Magdeburger Po.« lizeikommisiare haben dem Berliner Kommissär bisher nicht nur jede Möglichkeit eines Verhör» der Verhafteten unterbunden, sondern ihm auch nicht einmal die Einsicht in die Akten gestattet. Trotzdem hat Busdorf an Aufdeckungen und Verhaftungen alles geleistet, was l' eigentlich die Ausgabe der Magdeburger gewesen wäre. Der Grund dieses überaus seltsamen, um nicht zu sogen verdächtigen Verhallens der Magdeburger, liegt darin, daß Busdorf bereits nach wenigen Stunden Ermittlungen zu der Ueberzeuguny gelangt ist, daß es[ich um einen ganz typischen Raubmord handelt, und daß die Kombinationen der Magdeburger Behörden hinsichtlich einer Akt- stiftung durch Haas einer ernsthaften Prüfung nicht standhalten können. Der Kriminalkommissar Tenholl ist in Magdeburg als ein fanatischer Stahlhelmmann und Völkischer bekannt. Die Haas sind Juden. Ein Schwager des verhafteten Haas ist Kassierer des Reichsbanners. Tenholt hat seit der Bcr- Haftung von Haas wiederholt Aeuherungen antisemitischer Art getan, die seine Freude über die Verhaftung von Haas und seine Entschlossenheit, ihn um jeden Preis zu überführen, bekräftigen. Das mag manches erklären, was sonst unerklärlich schien.. findet sich eine reine See st recke(Stettin— Stockholm) und insgesamt fünf Bäderflug st recken, auf denen die Seebäder Borkum, Norderney, Helgoland, Westerland, Swinemünde und Sellin angeflogen werden._ Zunahme öer Verkehrsunfälle. Bei der starken Entwicklung des Verkehrs in den Städten hat auch eine starke Zunahme der Verkehrsunfälle sich überall gezeigt. Zwar erreichen die Ziffern der Berliner städtischen Verkehrsunfälle nicht entfernt die Höhe der entsprechenden Ziffern in Amerika. Trotz. dem sind sie beunruhigend, und für die Großstodtoerwaltungen er- gibt sich mit zwingender Notwendigkeit die neue Aufgabe, durch Straßendurchbrüche und raditale städtebauliche Maßnahmen dem ständig anwachsenden Verkehr neue und sichere Bahnen zu schassen, Wie notwendig gerade für Berlin durchgreifende Maßnahmen ge- worden sind, zeigt die neueste Statistik über die Straßenunfälle un 2. Vierteljahr 1926. Danach sind in der Zeit vom 1. April bis zum 3 0. Juni 3423 Unfälle im Straßenverkehr durch die Verkehrsmittel herbeigeführt worden gegen 3189 Im ersten Vierteljahr 1926. Bei diesen Zusammenstößen sind insgesamt 32 Personen getötet und 1408 Personen oerletzt worden. Davon entfallen 726 Fälle auf die Prioatautomobile und 416 Fälle auf die Kraftdroschken. Straßenbahn und Kraftomnibusse dagegen verursachten die wenigsten Unfälle. Die Zahlen dieser Unfallstatistik decken sich ungefähr mit dem Ergebnis der Untersuchung über die Berliner Verkehrsunfälle, das unlängst Dr.-Jng. Wentzel in der.Aerkehrstechnik' veröffentlicht hat. Nach dieser Untersuchung entfallen die weitaus meisten Verkehrsunfälle auf das Konto der Privatautomobile und zum geringeren Teil auf die Straßenbahnen. Auf einen Unfall durch die Straßenbahn kamen 58 durch die Privatautomobile. Hieraus geht hervor, daß der Straßenbahnwagen trotz ssiner Bindung an die Spur des Gleises und der damit verbundenen Unmöglichkeit, einem Hindemis auszuweichen, an erster Stelle der Sicherheit steht. Die preußischen Sparkassen Im Mai 1926. Die Spareinlagen haben sich während des Monats Mai um weitere 65,4 Mill. M„ d. h. um 4,6 Proz gehoben und so am Monatsende den Stand von ziemlich 1Z� Milliarden erreicht. Seit Jahresbeginn hatten sie sich um 395,5 Mill. M. oder um 36,1 Proz. erhöht. Der Maizuwachs ist übrigens um 4,5 Mill. M. größer gewesen als der entsprechende Monatszuwachs des Vorjahres. Der Arbelterchor.Namenlos' gibt auf Veranlaffung de» BczirktamtS FriedlichSdain D:cn§tng, den 20. Juli, abends 7 Uhr, am. O st bahnhos' ein öffentliches Konzert. JVe Amen Sie meines Saison ,Ausvepkaufs wahnf, CS'nnl.Ouei Seiler. äs Ängebott Daunendecken ia bunter Elsasser Daunen- Perkai mit prima Daunen in div.-yg« Mustern, t SO v 200 J Steppdecken Satin• Ober celta. � Ä_ In rerechiedenen VF Farhe-n. 1 PoatBn Oberbett- Bezöge Pelm» Ltaoo_ 4«■■ mmKnöplsD B* O ISOxaciO.... > Pottan Bettlaken Kater, krftf- � äs» tigerLinon ä&9 15 tV'20.... Mengeaabgabe vorbeßallcn 1 Posten Reiniein.Handtüdier I» Gor-tf ako m. K£) StOox«PO Pf. Laken-Dowlas 1.45 rate, krtftlge «•. 160 cm Ware, breit ileter Oberbetten 11.90 graarotea tatet« mit grauen Federn i„fpBWCTMwirrtsich!GUStaV. D ispssüsSiTurm-Ecte dle, Unkosten� elner Wohlfahrts!stterie. Ueber 75 Prozent. Das preußische Wohlsahrtsministerium verbreitet durch den»Amtlichen Preußischen Pressedienst'" folgende Er» k l ä r u n g über die Verwendung der Gelder der vom»Roten Kreuz" und der»Arbeitsgemeinschaft für chandwerkstultur" seinerzeit veronstnlteten Lotterie„Wohnung und Hausrat". »Es ist beanstandet worden, 1. daß der Ertrag der Lotterie nicht bestimmungsgemäß verwendet worden sei, 2. daß die Gewinne nicht den im Gewinnplan angegebenen Wert gehabt haben. Die Lotterie war genehmigt zugunsten der Aufgaben der Arbeitsgemein» schaft für Handwerkskultur auf dem Gebiete des Wohnungswesens und zugunsten der Tuberkulosefürsorge des Deutschen Roten Kreuzes. Sie wurde in Verbindung mit den an mehreren Orten gleichzeitig veranstalteten Ausstellungen»Wohnung und Haus. rat" durchgeführt und bestand aus 420 000 Losen zu 1 M. Von diesem Spielkapital sind nach den bisherigen Feststellungen aufge- wandt worden: für die Gewinne rd.......... 116 000 M. für Lolteriesteuer.......... 41 000, an Raballen für Lolebändler...... 100 000» für sonstige Unkosten, R i z c t t o(Italien), Schwab t Schweig). Die deutschen Farben finden ihre Verteidiger u. o- in Stabe, Ostermeier. Behrendt, Longardt, Stolz, Netna». Rudel, Leisener, Techmer usw.— Di« Rennen beginnen um 4 Ahr. vortrage, vereine unö Versammlungen. (f 3 fr Reichsbanner �Schwarz- Rot Goid". EetibLttsllell»: Berlin S 14. Tedatiianltr. 3T38 Bot i Tr. "•yliv Miele; 1., 3. und 4. Sameradschaft Sonntag, 1. August, Damvler- rv-ii«» fahrt nach Berliner Schme',. Sämtlich« Sameraden bei Sreisce find hierzu eingeladen, ssahrtarten zum Breisc von 2 M. vro Btifon sind nur im Borvertauf bei den Sameradschasi-sührcrn zu haben.— Neulöln-Briz; 2. Sameradschast Monatsvcrsammlung Mo., d. IS.. S Uhr. 1. gug Ideal- Postage, Weichsel straß«, 2. Sug Saale» Ecke Unstrutftraste. Bericht van Soltbu» und Wien.— Wcddina: Mo., d. IS., triff! sich die Srisgrupoe um 7�4 Ilhr Svortplah Rciniicnbotf.— Teepton, tSreis): Mo., b. IS., großer Sporlabend auf dem Sportplah Pkänterwald. Anfang 7 Ilhr. Deutfchee Arbeiter-Mandolinlftenbund. Bezirk Groß. Berlin! Montag, IS. Juli, 3 Uhr. im..Säugerheim" Wsddingstr. 9 Berliner Delegicrtenstimna, zu der auch die Lo.sthcnden der angcfchlostcncn Mandolinenverein« eingeladen find. Mandollnen. und sitoircoereine. die sich der Organisation anschließen wollen, erhalicn Auskunft durch die Seschöftssteller Berlin NW, Zagomstr. IS. Boret» der Freidenker für xellcrbesteittnvi,». v. Bezirk II scküneberg: Mit'moch. 21. Juli. Tth Uhr. im Lindenpark. Bauvtstr. 13, Mitgliederv» rfammlg. Brdeiter.Samariter.Solonve Beilin S. v., Schröderstr. S. Die Berfammlung am Montag, IS. Juli, findet in Schinkels ffestfälen. Drllckenstr. 2, statt. Sozialiftistbe firdekterjugenü Groß-Serl!a. Der Genoste, welcher auf der Wanderleiterkonfcrenz am leßteiz Donnerstag aus Berschen das Leinwondfutteral de» Lichtbildipvarates mitgenommen hat, wird gcdeteu. dasselbe scssrl beim Sekretariat abzuliefern. Amsterdamfehrerl Die letzten Bilder de» Setiosten Äart Stich stnd ein- geirosicn. —»»na— „A m Strande" zu sein wünscht sich gewiß gar mancher in diesen heißen Sommertagen. Doch vielen, deren Sehnsucht danach aus Mangel an Zeit oder Geld ungestillt bleiben muß, bot das Hörbild, das unter diesem Titel der Berliner Sender über- mittelte, gewiß reichlichen Trost. Das also ist die See: Musik, Musik, Musik, vom verballhornten Volkslied bis zur unzulänglich gespielten Wagner-Oper. untermischt mit allen denkmöglichen Ge- rauschen— ausgenommen das ewige Branden des Meeres? Länger als ein und eine halbe Stunde halt das kein Sterblicher aus, und der auch dann nur, wenn er gerade die Radiokritik des Tages schreiben muß. Jedenfalls mögen sich alle, die nie in Wahrheit.am Strande" weilten, angesichts dieses Hörbildes ihres Zu-Hause- bleibens ehrlich gefreut haben: wer aber das Meer kennt, der wird für diese Darbietung nur ein Wort gefunden haben: Kitsch, dem man zudem bei Weglassung einiger ganz belangloser Sätze genau so gut jeden anderen Titel hätte geben können. Daß einzelne Sprecher Gutes leisteten, blieb angesichts dieses Rahmens bedeu- tungslos.— Das Nachmittogskonzert litt wieder an dem alten Uebel: einem völlig unzulänglichen Programm: denn selbst im Juli sst die Zusammemvürfelung von Werten Webers, Schuberts, Tschaitowskys, Mussorgskys, dazu schmalzige Translateur-Walzer und Onesteps eine unerhörte Geschmacklosigkeit.— Interessant waren die Vorträge von Heinz Stroh»Vom Wesen der Kritik" und Dr. H. H. Kritzinger.Der Pulsschlag der Welt". vss Kundfunkproxramm. Sonntag, den 18. Juli. 6.30— 8 Uhr vorm.: Frühstonzert de« Berliner Fanfaren-Bl&eer» Vorp«. Leitucr: Martin Middeldorp. 1. Apitios: Altdeutscher Fajuarenmarsci für Heroldstrompeten und Pauken. 2. Suppd: Ouvertüre zu der Operette-Flotte Bursche". 3. Wagner: König Heinrichs Aufruf und Gehet, ans der Oper.Lohengnn*. 4. Teike: Nur ein Versuch. Walzerrondo. 6. Teike: Graf Zeppelin, Marsch. 6. Gelbke rJETeiinkehr(Horch, die alten Eichen rauschen), Lied. 7. Morena: Na, denn man los, Potpourri. 8. Ed. Strauß: Bettel» student-Quadiille. 9. Graf v. Moltke: De« Grellen Kurfürsten Reitcnnarsch. Während der Pause:-Gymnastik durch Rundfunk". 9 Uhr vorm: Morgenfeier. 11.30— 12.50 Uhr vorm.: Musikalische Miniaturen(Kapelle Boulanger). 1. Max von Sehillings: Wcnn's dunkelt. 2. Boulanger: a) Souvenir elegiqne, b) Bin Brief, cl Romance triste. 3, Joachim Albreoht von Preußen: a) Aibum- blatt, b) Nächtliches Mückenspiel. 4. Max von Schillings: Mai- liedcben. 5. Boulanger: a) Promenade printaniöre, b) Darling» ■�jlzer, c) Norinka, Serenade, d) Bora, rumänischer Tanz. 6. Sarasate: Malaguena. 7. Boulanger: a) Exprompte ronmain, bl Mazurka. 2 50 Uhr nachm.:.Die Postwertzeichen des Deutschen Reiches". 3 Uhr nachm.: Hans-Bredow-Schule(Bildungsknrse). Abteilung Landwirtschaft Diplom-Landwjrt Dr. Fritz Steding: .Wettbewerb zwischen Pferd und Motor in Landwirtschaft und Industrie*. 3.30 Uhr nachm.; Funkheinzelmann:.Da« Märchen vom Struwelprinzen" von Hans Bodenstedt. Erzählt vom Funk- heinzelmann. 4.20 Ohr nachm.: Artar Silbergleit;.Der Wald in der deutschen Dichtung, Malerei und Musik. 6— 6.SO Uhr nachm.: Altwiener Bänkel und Walzer. Mitwirkende: Berliner Funkkapelle, Rudolf Hofbauer. Leitung: Konzertmeister Franz v. Srpanowski. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theater- und Filmdienst. 7 Uhr abends: Prof. Martin Hönemann:»Die zeichnende Kunst". 7.23 Uhr abends: Dr. Paul Zucker:.Reise und Kunsterlebnis (Bauten und Bilder)". 7 33 Uhr abends: Theodor Kappstein:»Eine Mittelmeerfahrt(Konstantinopel)'. 8 30 Uhr abends; Wagneir- Abend. Dirigent: Selmar Meyrowitz von der Berliner Staatsoper; Solistin: Belli Hermann, Sopran; Berliner Funkorchester. 1. Vorspiel zu»Lohengrin". 2.»Einsam in trüben Tagen", aus»Lohen- grin". 3.»Meistersinger"- Vorspiel. 4.»Tannnäuser'-Onvertüre. 5. Hallenario aus»Tannhänser". 6. Ouvertüre zu»Rieufi". Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst 10.30—12 Uhr abends: Tanzmusik(Kapelle Keimbach. Leitung": Kapellmeister Otto Kermbaoh). Montag, den 19. Juli. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4 10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau. Dorothea Goebeler:»Dein Kind und die andern' 4.30 Uhr nachm.: Franz Wilhelm Marks:»Der deutsche Alpen-Südeu". 5 Uhr nachm.: Novellen. Erich Ebermayer liest aus eigenen Werken. 6.30 bis 6.30 Uhr nachm.: Sonaten. Anschließend: Ratschläge fürs Hans, Theater- und Filmdienst. 7 Uhr abends: San-Rat Dr. Paul Frank:.Medizinisch-hygienische Plauderei". 7.23 Uhr abends: Dr. Arno Schlrokaner:.Gespensterdichtung in alter und neuer Zeit". 7,45 Uhr abends: Personenverzeichnis und Inhaltsangabe zu der Versuohsübertragnng ans dem Komödienhaus. 8 Uhr abends: Versuchsübertragung aus dem Komödienhans»Der Garten Eden". Komödie in vier Akten von Rudolf Bemauer und Rudolf Oester- reicher. Gebhard v. Wemeoke, Dozent: Egon v. Jordan; Herbert v. Wemeoke, sein Onkel: Artur Retzbaoh-Erasimy; Mathilde, dessen Frau: Emmy Wyda; Generaldirektor Glässing: Alfred Haase; Madame Süß, Besitzerin des Vergnügungsetablissemonts »Palais de Paris" in Klausenburg: Emmv Wyda; Tilly Hassel- berger. Liedersängerin; Herta Schroeter; Lotte, Aranka. Ida, die Manchester-Girls: Käte Kaßner. Annemarie Auer" ach. Ilse Traut- schold; Rosa. Garderobenfrau: Marta Hartmann; Horwitz. Kellner: Felix Bressart; Karmany, Polizeioberkommissar: Hans Waschatko; Fürst Ebersmark: Emst Neßler; Minister Graf Lundt: Hans Oonradi; Graf Leininges: Hans Waschatko; Herr v. Kaulsdorf: Julius£. Hermann; Roasio, Tanzmeister: Felix Bressart; Der Maitre d'hotel: Emst Neßler; Georg. Philipp. Kammerdiener: Karl Gutten berger; der Inspizient: August Tost. Der erste Akt snialt in der Kellergarderobe des Vergnügungsetablissementa »Palais de Paris" in Klausenbnrg; der zweite 14 Tage später im Hotel Eden an der Riviera, der dritte wieder acht Wochen später in einem allerersten Großstadthotel; der letzte am darauffolgenden Tage in einer kleinen Pension. Pause nach dem zweiten Akt. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- and Film dienst. Königswusterhausen, Montag, den 19. Juli. 1.10—1.40 Uhr nachm.: Stud.-Rat Friebel und Lektor Hann: Englisch für Schüler. 1.43— 1.53 Uhr nachm.: Mitteilungen de« Reichsstädtebundes. 3— 3.30 Uhr nachm.; Studienrat Friebel und Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 8.30—4 Uhr nachm.: Stndien- rat Friebel nid Lektor Mann: Englisch für Foitgescnritteno. 4—4.30 Uhrnachm: Prof. Dnnkmann: Die statistischen Grund- krälte(Macht. Herrschaft, Autorität). 4.30— 5 Uhr naohm.: Prof. Dnnkmann: Die sozialen Grundverhätnisse(Familie, Volk. Staat, Wirtschaft, Schule. Kirche). 9—5.30 Uhr nachm.: Helene Braun: Die Mutter und das lernende Kind. 7.30 Uhr abends: lieber- tragung aus Königsberg. Heule, Sonntag, 18. Juli: Südwest: Nechmiticgsspaziergsng. Treffpunkt pünktlich 2 Uhr Nor dem Vorwärts.— Steglitz l: Epazirrgcng mit anschließendem Baden. Treffpunkt nachmittags 3 Uhr Heim. Morgen, Montag. 13. Inkl. abend» 7X llhr: Singer und Musiker!?m Zugenicheiw Siudeustr. S Befprechsrug»Her musikalisch iutcrestierter Seapstiuueu und Senssteu. Moabit I: Schul« Waldenferstr. 20. Vortrag:„Ferdinand Sassall«".— Moabit II: Eemeinbefchule am Stephausplatz. Vortrag:„Was ist Bildung?" — Südost S.-B.: Jugendheim Reichenderger Str. 66. Aussprach«:„Unsere Feitschrist Arbeiter-Iugend.— Westen: Jugendheim Hauptstr. IS. Aussprache: .Jtörpetkultur".— Hermodors: Zieue Bi,ma».«1»mi 65pt Platten vessertteller. 40«. D!a„r„ � te SJ.— M„ or» Platten rund. Bsdi II. B«f 375 Kompotteller. 30«. B8llasescha|e 80pi Terrinen°v»i 025 975 galats I20 170 220 3« Kartosielsektissel 820 Zsnfgefaß...... I30 Saucleren 265 29o3io Salzgefäß....70pl Satz Salats ö"Äc 95«. 7-rekle I45 Waschbecken 55«. Wasserkannen 75«- Teekannen 95 pt Kaffeekannen Q(. hlr 12 Personen"■*' PI. Milchtöpfe 8� 55». Zuckerdosen. 10 pl Tassen..... 22 pt Waschbecken Waschgarnituren bunt. vcrschied.Musier, A nc «6 cm, 5 lellig.. von HBrt8lelnjrut,38cm.EIfenb. 625 Täfelgeschirr bunt.zsreüe 6is «95pf.c»l85*SS295 Butterkühler Ton Iso Hartsteingut-Vasen Blumendekor lio iso Iss 12 � 1050 12 � 1350 Rosenthal-Porzellan »VM«MiWNw/«IMIMlMMMw0UüMUIlUltMUüliUUllNII!.'tUUUlil!Il.'i!l!>fII!IIIUNIl!üMUUÜll» Meißner Blumen, Goldrand Bonbonnieren oval u. rund lio I45 1»; 1 0; 210 Schalen oval und rund 45 PI. 60«. 70pi. 95«. Vasen....... 2m Kakesdoscn 1»« 2io Tafelgestfibr Flora(nur Leipziger Str.) moderne viel/atbige tveige Teller«ef ond nach 1» Salpficrcn 2m 573 vessertteller 75 Pä KompoiteUer 55?«. Tarrtncn IOts 14« Kartoffelsd-iüsseln 5�0 Saucie cn 4»« 5«> Platten<-voi 74 d!««cm i*0 dl» 13m Pistken rurd.'iet. stach 5 M Beih gcfchelcn 1 44 Tassen habsark 1 75 Porzellan- Kaffeegeschirr, mod. Kante Kaffeekannen von 2,� Desseitteller Teekannen 235 375»»cm SOpt. 1» cm 75pt Zuckerdosen von 1» Brotkörbe— 2i5 Milchtöpfe 1 10 1 251 35 Kuchenteller � I70 Butterdosen 135b. 235 Tassen SSpi.«lnu 90 pi. Ne. 334 ♦ 43.?ahrgaog 2. Heilage öes Vorwärts \ «c* Soaatag, 1«. Jnü 1426 Gefährliche Znteressenpolitit. Kaliindustrie und Agrarier gegen Kleinbauern und Verbraucher. So erfreulich es ist, daß die Regierung neuerdings mit einem NotsUmdsprogromm Versuche zu einer Bekämpfung der Albeit». lcsigteit unternimmt— sie hat lang« genug dannt warten lassen—, so wenig darf darüber vergessen werden, dah eine nachhaltige und aussichtsreiche Bekämpfung der Wirtschaftskrise beginnen musj mit einer Neuorientierung der Wirtschastspolitik, die die rasche Ausbreitung der Arbeitslosigkeit herbeigeführt oder zum mindesten nicht verhindert hat. Gerade in den legten Tagen er- lebten wir eine Reihe von Beispielen, wie die V e r f i l z u n g der Interessen einzelner machtvoller Gewerbegruppen der notwen- digen Gesundung des Absadmarkte« geradezu entgegenarbeiteten. Am deutlichsten trat da» bei der vom Rolisyndikat angekündigten E r- höhung der Kolipreij« zutage, deren Berkündung heute wohl nur noch Formsache ist, nachdem die Landwirtschaft grund» sätzlich dagegen keinen Einspruch erhoben hat. Jede Kalivreiserhö- hung bedeutet eine Erschwerung und Verteuerung der Nahrungsmittelerzeugung. Wenn es wirklich der Land- Wirtschaft so schlecht geht, wie es-die Führer der Großagrarier immer wieder versichern, so hätten sie mit aller Kraft gegen die profettierte Erhöhung der Kalipreise um durchschnittlich etwa 20 Prozent schärfsten P r o t« st erheben müssen. Sie hätte sich dabei in der besten Gesellschaft befunden, denn noch vor wenigen Monaten war e» der Kaliindustriell« Rost erg. der Führer des Winters- Hall-Konzern», der eine derartige Politik der Preisermäßigung für Kali nachdrücklich oertreten hatte. Allerdings, l�err Rofterg Ist seinen damaligen Prinzipien abtrünnig geworden. Da» hindert aber nicht daran, daß seine Gedankengänge von damals richtig geblieben sind. Unsere Kallindustrie ist viel zu leistungsfähig, als daß sie auch nur eine geringe Einengung de» inländischen Absatzmarktes vertragen tännt«. Mit Preiserhöhungen sedoch wird der Absatz eingeschränkt und nicht erweitert. Weder der inländische Markt noch auch der Export kann davon Nutzen ziehen: kündigen doch die A m e r i» kaner bereit» an, daß sie an die Ausbeutung ihrer eigenen Ä a l i l a g« r in erhöhtem Maße herangehen werden, wenn ihnen der Bezug dieses wichtigen Rohstoffes durch das deutfch-französische Mo- nopol welter verteuert wird. Warum dann also dies« Preiserhö- hung, warum stimmt ihr gerade die Landwirtschaft zu. die doch davon nur Nachteil haben wird? Das Geschäft aus Segeuseitigfeit. Die Gründe, die das Kalisyndlkat für ihre Preiserhöhung angeführt hat, konnten wir bereit« früher mitteilen.?n der Haupt- fache beruft sich die Kaliindustrie daraus, daß die Frücht« der umfassenden Rationalisierung in diesem Gewerbezweig aus- geblieben sind daß gleichzeitig die große, für Rationalisisrungszweck« aufgenommene Ausländsanleihe einen hohen Zinsendienst ver- schlingt. E« ist bemerkenswert, daß das Kalisyndikat selbst nicht die Lohnerhöhungen dafür verantwortlich macht, die in- zwischen erfolgt sind, sondern erklärt, daß die Lohnsteigerung infolg» des bessereu Betriebe« keine Steigerung der Gestehungskosten her- beiführten. Einen wesentlichen Teil der Belastung des Kalisyndikats stellen die hohen Abfindungen für die Besitzer still- gelegter Zechen dar. die entgegen den Forderungen der Ar- besterschaft nach wie vor gezahst werden. Al» dt« Landwirtschaft Im vorigen Jahre ihr« Schutzzölle durchsetzte, hatte sie auch Vertreter der Kaliindustri« auf ihrer Seite. Al, dann später trotz der Schutzzölle die Gctreidepreise zeitweilig niedrig standen, war e» die K a l i i n d u st r i«, die zusammen mit der Stickstofstndustri« da« erst« Kapital zur Schaffung der Getreide- Handels-A.-G. aufbrachte, die dazu beitragen sollte, durch Ankauf von Brotgetreide die Preis« hochzuhalten und Schwantun- gen zu mildern, wenn wieder mal ein Rückgang drohte. Die Land- Wirtschaft hat diese» Kapitalgeschent der Kaliindustrie gern an- genommen. Sie hat ferner mit Hilfe der Jndustrieoertreter in den bürgerlichen Parteien auch da» neu« Zollkompromih durch- gesetzt, da» bekanntlich eine Erhöhung der Getreidezölle brachte. So waren die Führher der Großlandwirischast der Salnndustrie weit» gehend verpfNchtet. Und so erklärt es sich auch, daß der Reichsland- bund schweigt, wenn jetzt der gesan t«n deutschen Landwirtschaft jährlich 20 bi- SO Millionen Mark mehr für Kali abgenommen werden, al» bei einer rationellen Wirtschaftsführung erforderlich wäre. Di« Großagrarier rechnen eben damit, daß sie gegen diese» Zugeständnis auch in Zukunft die Hilfe der mächtigen Industrie- gruppen sich sichern, wenn st« mit neuen Zollforderungen hervor- treten. E« ist also ein Geschäft auf G e g e n s« i t i g k e i t, das die Kaliindustri« und die Großlandwirischast miteinander einge- gangen sind. wer sind die Leidlragenden? Dl« Geschädigten sind natürlich in erster Linie die Konsu- m e n t« n. auf deren Rücken derartige Geschäft« au, getragen werden. Sie müssen in erhöhten Pieiien für da» Endprodutt, da» fertig« Nahrungsmittel, alle die Pttytte und Profitchen mitbezahlen, die einmal die Industrie der Landwirtschaft, das ander« Mal die Landwirtschaft der Industrie zuschanzt. Aber nicht nur die Konsu- mcnten werden unter einer derartigen Regelung der Kalipreise zu leiden haben, sondern auch diesenlgen Kreise der Landwirtschaft, die vorwiegend solche Produkte herstellen, bei denen der Z o l l s ch u tz in geringerem Maße wirtsam ist, als bei Brotgetreide. Hier- ü gehören in erster Linie die Bauern, die in großen Mengen lelsch, Fett, Milch und Milchprodukte liefern. Alle diese Waren nd auch bei stärkstem Zollschutz erheblichen Preisschwankungen unterworfen, je nachdem, ob der inländische Markt taufkrästig genug ist oder nicht. Cs ist ia eine bekannte Tatsache, daß sich der Konsum sofort tn großem Umfange der minderwertigen Nahrung zuwendet, wenn die hochwertige Fleisch- und Fettnahrung sich all- zusehr verteuert. Während also die Großagrarier durch die rigorose Handhabung der Schutzzölle und durch ihre Stützungsaktion am Getreidemartt einigermaßen sicher sein können, daß sie ihre Ce- schenke an die Industrie einigermaßen herausholen, ist das bei den Bauern nicht der Fall. Auch dies« Teile der Landwirtschaft, also gerade die Werktätigen, werden ihren Anteil an den Kosten der Interessentenwirtschaft zu tragen haben. Wo bleibk die Reichsregierung? Don amtlicher Seite liegt bisher leine Aeußerung za dvr Kalt» Preisfrage vor. obgleich diese tief in die Interessen weitester Volks- kreis« eingreift. Man könnte auch die ganze Kalipreisangelegenheit auf sich beruhen lassen, wenn nicht ähnlich« Erscheinungen der Interessenocrsilzung mit zunehmender Konzentrotion des Ka- pital» und wachsender Kartellierung der Gewerbezweig« an allen möglichen Stellen der Wirtschaft auftauchen würde. Das schweripdustriell-agrarische Vünbni» zur gegenseitigen Bewilligung von Schutzzöllen, das seit 1870 bi» auf den heutigen Tag besteht, läßt sich aus der deutschen Wirtschaftsgeschichte nicht mehr hinwegdenken. Aehnliche Interessenoerslechtunqen spielen eine gewichtige Rolle bei der Verteilung des Kapitals. Hat man doch bis vor kurzem den Gemeinden die Ausnahme von Ausländsanleihen für Produktionsanlagen erschwert, während|l" keine Stimme aus Lankkreism dagegen regt, daß bei dem no immer vorhandenen Mangel an Kapital deutsche Schiffahrtsgesell schalten lediglich aus Prestigegründen große Summen Ins Ausland schicken, um die mehr zur Reklame als zu wirtschaftlicher Bctriebsführung bestimmten Linienschisse von den Amerikanern zu- rückzukaufen. Noch immer steht der gewaltigen Geldstauung an der Börse, die zu den gewaltigen Kurssteigerungen geführt hat, ein Mangel an Mitteln für den absolut notwendigen Häuserbau udn für die Rationalisierung lebensfähiger Klein- und Mittelbetriebe gegenüber. Bei all diesen Kapitaldisposstionen spielt die Interessen- Verflechtung kleiner aber ausschlaggebender Kapitalgruppen eine entscheidende Rolle. Neuerdings greißen die Kortellierungsbestre- bungen wieder weit über die Landeegrenzen hinaus. feit längerem mit den fremden Trusts engere Verstechtunq der Interessen zwls> scheu Industrie und ie daß da« amerikanisch« Kapital bereits seine Hände na. der großartigsten Erfindung ausstreckt, die die deutsche Industrie In den letzten Jahren verzeichnen konnte, nach den Patenten zut Verflüssigung der Kohle. Gelingt die Lösung dieses Produktionsprobiems, so ist mit einer geradezu r e v o l u t i o- nären Umwälzung der Industrie zu rechnen: Deutschland würde dann von dem internationalen Petroleummonopol voll- kommen unabhängig werden. Obwohl viel versäumt wurde, um die fabrikatlonsreiken Verfahren im großen ausprobieren zu kännen, kann man setzt, wo der chemische Eroßtrust die Sache In die Hand genommen hat, damit rechnen, daß in absehbarer Zelt unter stärkerer Ausnutzung der verfügbaren deutschen Kohlenschätze Oel und Ben- z I n billiger durch diese« Versabren als aus den Petroleum- quellen gewonnen werden kann. Tatsächlich hatten der englisch« und der amerikanische Petroleumhilst auch sofort versucht, eine Interessengemeinschaft mit der deutschen chemischen In- dustrie herzustellen. Erfreulicherweise hat die IG.-Farbenindustrie derartige Bindungen bicher abgelehnt. An anderer St-elle, nämlich in der Deutschen G a s o l i n- A.- G. arbeitet sie jedoch bereits fremden Trusts zusammen. Wann«ine r Interessen zwischen der deutschen chemi- len internationalen Petroleumtrust» sich viel- leicht einmal zwangeläufig aufdrängen wird, läßt sich noch nicht übersehen. Aber schon jetzt muß davor gewarnt werden, daß die zukunftsreiche Ausbeutung des Patents von vornherein an ein internationales Monopol gefesselt wird, dessen größte» Interesse die H o ch h a l t u n g der Preise ist, während es darauf ankommt, zunächst durch Senkung de» Preis» Niveau» einen großen Markt für die noch aufzuschließende Pro- duktlon zu schaffen. In diesen wie tn allen anderen Fällen der oolk««irtschast»> feindlichen Intercssenverqulckung hat die bürgerlich« Regierung in den letzten Iahren alle Jniative vermissen lassen. Sie hat immer dem Druck der Interessenten nachgegeben, anstatt von sich au» durch eine zielbewußte Wirtschaslspolitik an der Schaffung der Bor» aussetzung für die Ueberwindung der Knie mitzuwirken. Diese Voraussetzung ist die Senkung der Produktion»- kosten und der Preise bei gleichbleibenden oder Nei- genden Löhnen, damit der verbilligten Produktion der aus- reichend« Markt geschaffen wird. Man kann daher gespannt sein. ob die Regierung wenigstens eine Spur von Initiative jetzt bei dem neuen Interessentengeschäft zeigen wird, da» zugleich mit der Erhöhung der Kallpreise eine Bedrohung der Konsumen- t e n und großer Teile der werktätigen Dauernschaft zugunsten des Großgrundbesitzes und der Industrie bedeutet. Die Kursgewinne an See öörfe. Während die Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit trotz geringe« Rückganges in einzelnen Gegenden gerade in den Zentren der In- dustrie und in den Großstädten noch immer anhält, hat sich an der Börse ein gewaltiger Aufwertungsprozeh des AttteR- kapital» vollzogen. Eine Haussewelle jagte die andere, bis dl« stürmische Bewegung etwa ver einer Woche nachließ. Wie groß die Wertsteigerung der Aktien seit Ansang dieses Jahre» war, dafür geben die von der Deutschen Bank errechneten Indexzissern der Aktienkurse deshalb einen besonders guten Anhalt, weil nicht die einzelnen Kurse, sondern vielmehr die Notierungen sämt» licher, an der Berliner Börse gehandelten Papier«, und zwar unter Umrechnung auf das Aktienkapital, aus das sich die einzelnen Aktien beziehen, umsaßt. Demnach stellt sich die Kurs- bewegung folgendermaßen dar: Durchschuittstur» oller Aktie«...... davon: Bankaktien...... Industrie- undSchiffahrkS- astien....... Sämtliche Terminpapiere Sämtliche variabel nolteri. Papiere...... Sämtliche Kassapapirre. « Durchichniitekur» 4. Jttnuar! 0, Jimi 1Ö20 j 1U2« 8. Juli 1926 Jude; 9. IUNl! 0.«.tzutt 19& 19» * Jan. 1090 100 149,34 135,04 151,67 163,13 147,96 134,21 174,08 160.78 179,08 194,88 166,6» 151,60 Der Durchschnittsturs aller Aktien ist also in der Zeit bi» zu« 9. Juli um volle 74 Proz. des Standes von Anfang Januar ge-. stiegen. Am stärksten sind dabei die eigentlichen Spekulation»! papiere, die auf Termin gehandelt werden, in die Höh« ge» gangen. Deren Kursstand hat sich um fast 95 Proz. erhöht, also nahezu oerdoppelt. Kein Wunder, daß angesichts de» spetulativen 1 Ü harakters der Bewegung und der bevorstehenden hohen Ansprüche> an den Kapitalmarkt bereit» warnende Stimmen ertönen,' die vor den Ausschreitungen der Spekulation warnen. Auch die Deutsch« Bank erklärt in ihrem letzten Monatsbericht:, »Wenn sich auch im Vergleich zum Vorjahre die Zahl det' dividendenlosen Aktien erfreulicherweise vermindert hat, so stehe»; die Kurse vielfach in keinem angemessenen Ver» hältnis zu der gegenwärtigen Rentabilität des angeleg. en Kapitals. Auch der Umstand, daß die außergewöhnlich große l inncrn, daß es ein Maß in den Dingen gibt/ Da» ist ein« deutliche Warnung. Immerhin: gerade in den Zeiten des größten Elends für Arbeitslose und Klein- r e n t n e r sind die Aktienkurse um drei Viertel ihres alten Stande» gestiegen. Das Kapital, das solche Gewinne erzielte, hat kein Recht, mit dem beliebten Hinweis aus die mangelnd« Rentabilität die notwendige Vorsorge für die Bekämpfung de» Massenelend» od» zulehnen. ßernwirkungen Ües Kohlenstreiks. Erleichterungen für die deutsche Schwerindustrl». Die englische Schwerindustrie ist bekanntlich von dem britisch» Kohlenstreik stark in Mitleidenschast ssezogen. Den Vorteil Hab«» Eisen erzeugen. ttons», davon die anderen Länder, die in großem Umfang So konnte die Deutsche Rohstahlgemeinschaft ihr Produkt Programm von bisher KS Proz. aus 6?� Proz. der Syndikats-! quote heraussetzen. Wie uns weiter ein eigener Drahtbericht meldet,' hat der Auftragsbestand der Dereinigten Stahl» werke A.-G. in der letzten Zeit infolge der Auswirkungen dt» englischen Berqarbeiterstrcik» eine nennenswert« Steigerun» erfahren, so daß bei Andauem der zurzeit günstigeren Geschäftslage die Möglichkeit der Wiederinbetrtebnahme der stillgelegten Wert« de« Härder Derein» besteht, und zwar des Thomas-Werke«,; des Blechwalzwerte» de» Feinwolzwerkes, sowie eines Hochofen», j Ein endgültiger Beschluß soll erst in einigen Wochen gefaßt werden. Amerika alS Nutznießer. Der englische Lergarbeiterstreik hat, wie zu erwarten war, auch Amerika bisher recht erhebliche Vorteile gebracht. S« ist da»> amerikanisch« Stahlgeschäst noch nie so gut gegangen wie jetzt. Di« bei der U. S. Steel Corporation eingegangenen Bestellung«» Snd in den ersten 10 Tagen des Juli täglich um 2000 Tonn«» öher gewesen als in der gleichen Zeit de« Vor- monats. Das Geschäft ist nach den jüngsten Berichten noch weiter renz in seinen Hauptabsatzgebteten für Stahl z» machen, dadurch, daß es seine Preise besonder» niedrig hält. Es sind bereits große Stahlbestellungen erfolgt für Mexiko, Mittel- amerika und Rangoon, die sonst vorwiegend von England besiefert wurden. Auch Im Kohlengeschaft macht Amerika gut« Fortschritt«: so haben vier amerikanische große Kohlenfirmen Abschlüsse jsttr Lieferung von rund 1,5 Mill. Tonnen Kohle nach England in den nächsten zwei Monaten getätigt. Erleichterung de» Handelsverkehr» nfR Dänemark. A» 19. Juli treten die Vereinbarungen zwischen dem Deutsch» Reich und dem Königreich Dänemark über Zollerlelchterunge» für dänische Erzeugnisse und Behandlung deutscher Handlung»- N5U5 ZIGARETTE! / refjenber in Dänemark in Kraft. Was die Behandlung �andlungsreifender in Dänemark anlangt, so unterlag die Ausübung ihrer Tätigkeit in Dänemark bisher« bekanntlich einer einmalig im Jahre zu zahlenden Steuer non 400 Kranen. Diese Gebühr muhte ein Reisender zahlen, auch wenn er nur einmal im Jahre für kurze Zeit in Dänemark geschäftlich tötig war. Durch die Einsührung von Zulassungsschcinen für 45 Tage zu 100 Kronen sind in Zukunft die Unkosten sür chandlungsreisende, die nur einmal oder zwei- mal im Jahre Dänemark bereisen, ermäßigt worden. Außerdem ist auch die Jahresgebühr selbst von 400 Kronen auf ZOO Kronen nerabgescßl worden. Es wird dem deutschen chandlungsrcisenden in Zukunsl auch möglich sein, die Kundschaft auf dem flachen Lande zu besuchen, während er bisher nur in den wenigen größeren Haildelsplagcn tätig sei» durste. Die wirknngen der Axankenlnslallon aus die deutsche Blech- verorbcilung werden in dem lesiten Bericht der Weiß- und Schwarz- blech verarbeitenden Industrie geschildert. Nachdem über die Er- höhung der Rohstofspreise und sonstige Schwierigkeiten geklagt wurde, heißt es:„Während der Laufzeit des deutsch-sranzösischen Handelsvertrag sprovisoriums konnte eine Ausdehnung der Ausfuhr nach Frankreich nicht erzielt werden. Infolge der i n f l a t o r i s ch c» Prcisftellung der französischen Industrie war es in den meisten Fällen nicht einmal möglich, aus der Vor- kriegszeit herrührende Gcschöftsbeziehungen wieder aufzunehmen. Erst eine Stabilisierung des»französischen Fran- k e n sowie weitgehende Zollcrmäßigungcn in einem endgültigen deutsch-franzvsischcii Handelsvertrag werden hier Abhilfe schaffen können/ Diese Aeußerungen zeigen das große In- teresse» das große Teile der Fertigindustrie an einer baldigen Ge- sundung der französischen Währungsverhältnisse haben. Zur Liquidation der Sculschcn werke. In der Generalver- sommlung der Deutschen Werke, in der die Liquidationseröffnungs- bilanf vorgelegt wurde, wurde nach einmal mitgeteilt, daß die Ver- einigten Jndustricunternehmungen A.-G. sich verpflichtet haben, das der Deutschen Werke A.-G. gehörige Gesamtoermögen mit allen Rechten und Verbindlichkeiten zu übernehmen und bis zum Ablauf des Spcrrjohres die Verbindlichkeiten zu erfüllen sowie diejenigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die notwendig sind, um die nicht ich Eigentum der Viag besirfdlichen Aktien der Gesellschaft ein- /pu l ö j e n. Die Vermögenswerte der Gesellschaft erscheinen in der Bilanz mit 38,5 Millionen. Außerdem enthält die Aktivseite noch einen Po'tcn Kalle, Devisen usw. in Höhe von 1,2 Millionen Mar?. Auf der Passivseite stehen außer dem Aktienkapital von 29 Millionen Kreditoren in Höhe von 10,7 Millionen, darunter das Darlehen des Reiches mit rund 10 Millionen. Wie wir erfahren, ist der Ge- lchäftsgang bei den Unternehmungen, die aus der Liquidation der Deutschen Werke hervorgegangen sind, recht g ü n st i g. Nur der Umsatz der Betriebe in Hoseihorst, in Fahrrädern und Kraft- sahrzeugen läßt zu wünschen übrig. Die Graßbanken als Leiter der Sonzenlrolion. Eines der her- vorstcchendste» Merkmale der deutschen Konzentrationsbewcguna ist die beherrschende Rolle, die die deutschen Großbanken dabei spielen. In Oesterreich scheint es ähnlich zu sein. Wie der„Industrie- und Handelszeitimg" zuverlässig ans- Wien gemeldet wird, haben die Wiener Großbanken beschlossen, einmal nach Möglichkeit olle österreichischen Privatbanken so auszusaugen, daß nur mehr die Kreditanstalt, die österreichische Bodenkreditbank und die Ziieder- österreichische Eskomptcbank als Großbanken übrig bleiben: sodann eine möglichst weitgehende C n t industrialisierung durchzuführen. Als einer der ersten Schritte ist der Auskauf der Äutoinobilsabriken und die Zusammenlegung auf eine einzige tSteyr) geplant. Wenn auch der Ausdruck„Ent�industrialisiening schief sein dürfte, so ver» zeichnen wir doch die Meldung, weil die Parallele mit den deutschen Vorgongen und die absolute Notwendigkeit der Rekonstruktion der österreichischen Wirtschaft Perspektiven ösfnct, die sich für die deutsche Oesfcntlichkeit zu beobachten lohnen. Die Ralianali'ierung der Produktion In Oesterreich. Auch Oesterreich, dessen Lebensbedingungen feit dem Friedensvertrag be- sonders erschwert sind und das als Industrieausfuhrland mit der( gesteigerten Konkurrenz der anderen Länder zu kämpfen hat, muß eine weitgehende Umstellung seines Produktionsapparates vor- nehmen. Wie aus dem von der Kammer für Arbeiter und An- gestellte herausgegebenen außerordentlich lehrreichen„W i r t- schafts statistischen I a h r b u ch", dessen eingehendes Studium wir wärmstcns einpfchlen, hervorgeht, ist der größte Fortschritt auf dem Gebiet der Rationalisierung in der Landwirtschaft zu verzeichnen. Die Vermehrung der Intensität der Anbanmethoden »nd die rationale Ausgestaltung der Viehhaltung und Milchwirt» fchast vermochten den Ertrag an Getreide, Kartoiseln, Zuckerrüben und Milch wesentlich zu steigern. Damit ergibt sich eine Erweite- rung des inneren Marktes, die für die österreichische Industrie an- gesichts der Schwierigkeiten der Jnduftricausfuhr sehr bedeutungs- voll ist. �n der I n d n st r i c zeigt sich der Umstellungsprozeh vor- nehmlich tIi dem Abbau der Arbeitskräfte, welcher durch organi- satorische Aenderungcn und Zusammenschlüsse in der Produktion er» möglicht wurde. In der M e t n l l i n d u st r i e ist der Rückgang der Arbeitcrzahl am größten. Den Sachverständigen des Völker- bundes, Layton und Rist, zufolge soll die industrielle Produktion im Durchschnitt bereits etwa 80 Prozent des Friedensstandes erreicht haben. Im Wirtschaftsstatistischen Jahrbuch wird bezweifelt, daß ein Land, in dem rund ein Viertel der industriellen Arbeiter- und Angestelltenschaft beschäftigungslos ist, in den ein weiterer Prozent- saß durch Pensionierung vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus» geschieden wurde, vier Fünftel seiner Vorkriegserzeugung erreicht nabcn könnte. Nach der Meinung der Arbesterkammer kann die technische Modcrniesierung der Betriebe unmöglich so weitgehend fortgeschritten sein. Immerhin steht ohne Zweifel fest, daß trotz Zunahme der Produktion sich die Arbeitslosigkeit infolge der Rationalisierung erhöht hat. Aaniboni und öer Spitzel. Hinter den Kulissen des Prozesses Zaniboni. Lugano, im Juli 1926. Das Mailänder Organ Mussolinis brachte vor kurzem eine Anspielung auf eine Summe von 309 999 Fronken, die die sozial islische Einheitspartei aus dem Ausland erhalten haben sollte. Anstatt mit Gegenanspielungen zu antworten, die bei dem betreffenden Blatte— in französischer Frankenwährung— ganz besonders wohlfeil wäre», halten wir es für richtig, die Sache klarzustellen. Persönliche Rück- sichten auf Zaniboni, die eine solche„Klarstellung" gegen- über dem ehemaligen Parteigenossen als wenig edelmütig er- scheinen lassen könnten, fallen heute weg. Es steht dahin, ob man nicht die Pflicht hatte, sie schon früher wegfallen zu lassen. Zu Anfang Juni 1925, als das Exekutivkomitee der Zweiten Internationale in Paris tagte, erfuhr Genosse Claudio Treues, der Vertreter der sozialistischen Ein- heitspartei, vom Genossen Gustav Winter, dem Ver- trcter der tschechoslowakischen Sozialdemokratie, daß er (Winter) im August 1924 dem früheren sozialisti- scheu Abgeordneten Tito Zaniboni die Summe von 399 999 Franken ausgehändigt hatte, die dieser als Ver- treter und Beauftragter der Sozialistischen Einheitspartei und des Komitees der antifaschistischen Aktion in Empfang ge- nommen hatte. Genosse Winter gab leiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß er von der Einheitspartei nie ein Wort über den Empfang dieser Sumine erhalten hatte. Treves, dem die Sache ganz überraschend war, konnte nur erklären, daß seine Partei nie von einer anderen Partei eine Unterstützung oder ein Darlehn erbeten hatte und daß sie dem Komitee der antifaschistischen Aktion nicht angehörte. Sobald Treocs wieder in Rom war, berichtete er alles dem Parteivorstand, der sofort Zaniboni bitten ließ— durch Briefe, die das Datum des 15. und 29. Juni tragen—, nach Rom zu kommen,„um über dringend? und wichtige Fragen, die ihm persönlich angehen", Auskunft zu geben. Zaniboni antwortete aus Mantua unter dem 22. Juni 1925: Lieber Basso! Ich habe Deinen Brief erhallen und bedauere Deine Ent- täuschung. Ich kann in diesen Tagen nicht noch Rom kommen. Ich kann das Feld nicht verlassen, weil der Kampf von Tag zu Tag schwerer wird. Es ist meine Pflicht als Mensch, nicht einen Augen- blick das Feld zu verlosten. Um welche Art Kampf es sich handelt, kann Dir der Ueberbringer dieses, der Advokat Quaglia, jagen, der mir mehr als Freund, der mir Bruder ist. Er weiß alles, ganz genau, und wenn Ihr also Informationen über mich und meine Aktion wollt, so könnt Ihr ihn danach fragen. Wenn Ihr Sachen habt, die er nicht wissen soll— und ich wüßte nicht, was das fein könnte—, so gebt ihm einen geschlossenen Brief, den er niemand mitteilen kann. Ich werde Euch sehr ausführlich ant- warten. Aber, um Himmcipwillcn, keine Klatschgeschichten: genug der Jämmerlichkeiten, die mich furchtbar irritieren. Ich führe eine Schlacht, aus der ich sehr wahrscheinlich nicht lebendig herauskommen werde, eine Schlacht, die keine Unterbrechung kennt und die jede Form des Wagens und der Entsagung erheischt: um Himmelswillen, stört mich nicht mit Jämmerlichkeiten! Seid gut! Herzlich Euer Zaniboni." Es wurde nun der Parteivorstand zum 11. Juli einbe- rufen und Zaniboni von den gegen ihn erhobenen Anschuldi- gungen in Kenntnis gesetzt und aufgefordert, persönlich Rede und Antwort zu stehen. Auf diese Aufforderung vom 4. Juli antwortete Zaniboni durch ein Telegramm vom 9., das die Anschuldigung als„scheußlich erlogen" bezeichnet. Der Partei- sekretär telegraphierte zurück, daß angesichts der Tatsachen die telegraphische Rechtfertigung nicht ausreiche und bestand noch einmal auf ZaNibonis persönliches Erscheinen. Schließ- lich entschloß sich Zaniboni, nach Mailand zu gehen und mit T r e v e s zu sprechen. Nach Kenntnisnahme dieser Unter- redung beschloß der Parteivorstand, Zaniboni aufzufordern, sich zu einer persönlichen Aussprache mit dem Genossen Winter, in Gegenwart des Genossen Baldini, nach P a r i s zu begeben, und zwar innerhalb von 19 Tagen, um v o r dem Zusammentritt des Internationalen Parteitages von Mar- s e i l l e zu einer Klärung zu gelangen. Zaniboni leistete der Ausforderung nicht Folge, und als sich Treves in Marseille befand, legte ihm Genosse Winter die Abschrift einer Quittung mit folgendem Wortlaute vor: „Paris, 21. August 1924. Ich bestätige hierdurch, von Dr. Gustav Winter, dem Delegierten der tschechoslowakischen sozialdemo- lratischen Partei, zwei Anweisungen über je 150 000 Franken er- hallen zu haben, als Beisteuer der besagten Partei zu dem K o- mitee der antifaschistischen Aktion, in dem die sozio- listische Einheitspartei eine hervorragende Stellung einnimmt. Gez. Zaniboni." Auf Grund dieses Tatbestandes wurde dann Zaniboni am 29. September ausderEinheitspartei ausge- schlössen, bei deren Sektion in Monzombano(Provinz J Mantua) er org am stiert mär, obwohl be? PartelvorstonL dieser seiner Parteizugehörigkeit keine Kenntnis hatte. Der Vorstandsbeschluß wurde in einem Schreiben vom 25. Sep- tember 1925 dem Ausgeschlossenen mitgeteilt, doch ist dieses Schreiben Zaniboni nie zugestellt worden, weil man seinen: Wohnsitz nicht ausfindig machen konnte. Dies die Tatsachen. Am 4. November erfolgte das sogenannte Attentat. Es steht wohl keinem Genossen an, mit Zaniboni über sein Verholten zu Gericht zu gehen. Wer ent- schlössen ist, sein Leben hinzugeben, kann sehr wohl bereit sein, auch mit formellen oder wesentlichen Forde- rungen der Rechtschaffenheit zu brechen. Wenn Zaniboni sein" Weg als der richtige erschien, sojehr als der richtige. daß er den Preis seines Lebens nicht"für zu hoch erachtete. so schrumpft das unkorrekte Mittel der Geldbeschaffung tat-- sächlich zu einer Jämmerlichkeit zusammen. Wenn er sich gesagt hat:„Ihr wißt nicht, was ihr tun sollt; ich weiß es, und tue es. bereit, dabei zu sterben", so konnte er sich durch den Gedanken entlasten, daß er das Geld für eine Parteisache erhalten und auch nur für sie ausgegeben hat. Mehr als einen moralischen Fehler haben wir dann einen i n t e l l e k- tuellen Irrtum vor uns. Tragisch an der Sache ist das blinde Vertrauen, das Zaniboni in Quaglia setzte. in den Spitzel des Ministeriums des Innern. Wenn Zaniboni Geld nahm, um sein Leben aufs Spiel setzen zu können, so nahm Quaglia Geld, um Zaniboni und seine Partei ans Messer zu liefern. Quaglia ist der Korrekte, dem es gut gehen wird auf Erden. Sobald man sich auf das Gebiet ethischer Wertung begibt, so ragt Zaniboni turmhoch über den Wicht hinaus, durch den ihn die regierende Partei verderben ließ. Für unsere Parteileitung, die sich weder in dem Nerven- zustand der Exaltion befand, noch prinzipiell und taktisch die von Zaniboni gewählten Wege billigen konnte, war dagegen die Ablehnung seines Vorgehens selbstoerständlich. Die Psychologie des einzelnen zu durchdringen und zu richten. war nicht ihre Aufgabe-, die Haltung des Parteimitgliedes konnte sie um so weniger rechtfertigen, als Zaniboni das Be- wußtsein haben mußte, nicht im Einklang mit der Einheits- partei zu handeln und trotzdem im Namen dieser Partei sich Geldmittel verschaffte. Unter diesen Umständen halten wir es für einen Mißgriff, daß die Partei die Ausschließung Z a ni b o n i s nicht schon im September bekanntgegeben hat. Wir wissen, daß dafür die Unmöglichkeit ausschlaggebend war, taniboni selbst in Kenntnis zu setzen. Bei einer so wichtigen ache war es aber, unseres Erachtens, das Recht der Partei- enossen, von der Tatsache des Ausschlusses unterrichtet zu ein. Daß der Parteivorstand nach dem Anschlag und nach der Verhaftung Zanibonis die Geldgeschichte nicht zur Sprache gebracht hat, entsprach einem elementaren Gefühl des Anstandes gegenüber dem früheren Genossen, welches Gefühl stärker sein mußte und stärker war als die Gebote der Vorsicht. Nun aber die faschistische Presse die Sache an die Oeffentlichkeit bringt, ist es zweckmäßig, wenig- stens im Ausland die Haltung des Parteivorstandes ganz klarzustellen. Damit sagt man übrigens nichts, was im Ministerium des Innern nicht längst bekannt wäre, denn der Rechtsanwalt Quaglia hat feine Geldgeber von Anfang an auf dem laufenden erhalten. Die psychologische Entwicklung des Attentats strahlte ja nicht bokl Zaniboni aus, um über Quaglia von Federzoni erfahren zu werden, sondern der Weg war umgekehrt. Sesthästliche Mitteilungen. Di« Schlicht-«« de» S-isouaugoerkauis b«i Im Soh» Dctlia» 4, Shmlsseeftr. 29/3», sind Montag. 19. Juli. Dienstag. 20. Juli, und Miltwoch, 21. Juli. Was an diesen drei Echlichi-ocn an Preiswliidigkeit von Dar.-« bester Qualität in den Bahnen der Mäglichkeit geleistet werden kann, gesckueht und wird auf diese Weise»u einem kaufmännisch grosien Ereignis der Au»- verkaufsbeendigung. Die Erzeugnisse der bekannten«leide iwerk« marschieren mit den Fabrikaten der eigenen Dummimänielsadrik der Baer Sohn A.-G. al» tonangebende und empfchlenswerte Einrichtung der BeNcidungsbronche an erster Stelle. Der Saisoo-usoerkauf bei Emil Lef�ire. dem allbekanirien deutschen Tevvich- hau», seit 44 Iahren nur Oranienstr. IS», Rohe Morihplah, erfreut sich grohe» Zuspruchs. Die olldekannlc. streng reelle Firma hat für die diesjährige Saison ganz ousicrgewdhnliche Preisheradsehungen vieler Artikel ihrer Riesenläger oor- genommen, so daß e» sich empfiehlt, während des Ausverkaufs den Einkauf miigllchst in den Vormlttagostunden zu machen, da der Andrang nachmittag» lehr Istart sein dürste. Rur»och kurze Zeit dauert der R>ese»saiso»a»,»irk»»s bei der Firma Stiller. Weil oie Firma Eiiller mit«rohen Posten ihres Riesenw-renlager« unbedingt räumen muh, um neuen Plah für die Wintcrartitel zu schaffen, bat sie sich entschlossen, weisere beträchtlich« Vorräle von fast allen Artikeln noch mit in den Ausverkauf bineinzunehmen. Infolgedessen ist die Auswahl nach wie vor noch ouherordentlich«roh. und die wirklich fabelhaft billigen Preise, die im Interesse der vollständigen Räumung bei einzelnen Artikeln nochmal, derad- ««seht sind, bilden«inen gewaltigen Anreiz für das PubNkum. Besonder, vorteilhast sind die Angebote von Rest- und Einzelvaaren sowie von au». sortierten Modellen, teilweise der aller, icuesten Mode. Wetterbericht der ösfeuMckev wetlerdln, Welle für SerNi,(Nachdr. derb.). Etwa» wärmer und ziemlich heiter. Jfit Leolschlavd: Ueberall warm. trocken und ziemlich heiter. I Herren-Sakkoanzug.......... 1B00 Herren-Sommer- u. Winter-Ulster 24°° Herren-Sportanzug otm« 44-4»... Il�o Touristen-Anzug im imprlgmertem Lodm 22®� 270° 3900 1090 15co , 650 , 440 Gabaidine-Spottanzug mu swch». 4 teiliger Sport-Anzug Gummimäntel<0r l>»m«> und Hören.., Lodenmäntel3°«.» imu. m-d d-». 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Nach dem Luxus zu urteilen, den diese Gesellschaft nach außen treibt, könnte man annehmen, daß die Lage ihrer Angestellten zu- friedenstellend sei.. Doch ist nicht alles Gold was glänzt. Trotzdem die Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr 40 Prozent Dividend« ausschütten konnte, sucht sie ihre Angestellten mit Löhnen abzu- speisen, die als unwürdig zu bezeichnen sind. Den Schaffnern bezahlt sie einen Monatslohn von 95 M. davon muß derselbe noch seine Uniform, sowie Dienstutensilien als z. B. Lochzange, Stempel, Seife und Toilettenpapier bezahlen. Die Behandlung durch den Oberkontrolleur O. Röbling spottet jeder Beschreibung. Derselbe glaubt die Rolle eines preußischen Feldwebels spielen zu müssen. Er verlangt z. B., daß die Angestellten militärische Haltung annehmen, und militärisch grüßen. Er verbietet den Angestellten, unter- einander zu sprechen, oder sich mit Händedruck von einem dienst- hobenden Kollegen zu verabschieden. Ja, sein Eifer geht schon so weit, daß er glaubt, bestimmen zu müssen, wie sich seine Angestellten im Privatleben verhalten sollen.. Eine Arbeitsordnung besteht in diesem Betnebe nicht. Der Dienst wird willkürlich durch den Allgewaltigen Röbling eingeteilt, und zwar immer so, daß einzelne bevorzugt werden. Die deutschen Gesetzesbestimmungen scheinen für diese Herren nicht zu existieren. Den Schaffnern ist es verboten, andere als die beiden Außenabteile des Wogens zu benutzen. In der Regel jedoch werden diese Plätze zuerst verkauft, sodaß die Schaffner sich mit ihren Dienst- papieren in der Toilette aushalten müssen. Andere Abteile, auch wenn solche frei sein sollten, dürfen als Aufenthaltsort von den Schaffnern nicht benutzt werden. Der Dienst tfr Schaffner und Baggisten beträgt mitunter 26 und 40 Stunden, während dieser Zeit ist es ihnen strengstens untersagt zu schlafen. Wer dabei festgestellt wird, wird rücksichtslos bestraft. Sogenannte besondere Dienstabteile gibt es bei dieser noblen Gesellschaft nicht. Für den Verlust oder Bruch des Jnven- tars haften die Angestellten. Die Machtvollkommenheit des Herrn O. Röbling geht soweit, daß er P u tz e r n, die einen Wochen- lohn von 30 Mark erhallen, Geldstrafen von fünf Mark pro Woche auferlegt, ohne vorher sich mit dem Betriebsrat in Vcr- bindung zu setzen. Dies nur ein Bruchteil der Schikanen innerhalb dieses Be- triebe?. Nachdem die Angestelllen ihren Betriebsrot, besten Wahl man monatelang sabotiert hat, beauftragt haben, diesem Treiben Emhalt zu gebieten, wurde derselbe bei der Direktion vor- stellig. Herr Oberinspektor B e i e r hält es jedoch nicht für not- wendig, eine gesetzliche Regelung des Dienstes wie der Arbeit berbeizuführen. Aus diesem Grunde lehnte e r e s a b, mit den Vertretern der beruflichen Organisationen zu verhandeln. Es wäre Aufgabe der Aufsichtsbehörden, sich mit diesem De- trieb in Berlin einmal zu befasten. Zum Konflikt im englischen Sergbau. Die englische Regierung hat die Gelder zur Subventio- nierung des Bergbaues zum Fenster hinausgeworfen. Der B e- richt der Kohlenkommission zeigte ihr drei Wege zur Gesundung des Bergbaues: erstens bessere Ausnutzung der Er- gebnifse der angewandten Wistenschaft in bezug auf Förderung und Verwendung der Kohle: zweitens Zusammenfassung der Produktion und Dertellung in größeren Einheiten-, drittens weitergehende Gemeinschaft von Unternehmern und Arbeitern. Anstatt die kleinen, unkentablen Kohlenquetschen zu schließen und die Unternehmerorganisatton dazu anzuhalten, deren Pächter irgendwie abzufinden und die nötigen Reformen herbeizuführen, beschloß die Regierung die Einführung der Achtstunden- durch die HNfsqnesten der Kohlenindufirie garantiert werde» würde. ausgeglichen werden. Zur Beratung des definllioen Abkommen» soll eine aus Vertretern der beiden Parteien bestehende Kommission unter einem neutralen Vorsitzenden eingesetzt werden, dessen Stimme im Falle von Uneinigkeit den Ausschlag geben würde. Eine Anzahl her- vorragender Bergwerksbesitzer scheint bereit, diesen Plan ihrer Organisation anzuempfehlen. Auch die City soll ihm günstig gegenüberstehen. Nach„Daily Ehronicle' erklärte der Sekretär des Bergarbetter- Verbandes, Cook, gestern: Die Bergleute verlangen für die Periode der Reorganisation der Industrie d t e gleichen Arbeitsbedingungen, wie vor dem Streik. Sie glauben, daß dre Reform, wenn sie ehrlich durchgeführt wird, eine Lohnverminderung unnötig machen wird, sind aber jedenfalls durchaus bereit, die wirtschaftliche Lage zu berücksichtigen, nachdem die Anempfehlungen der Kohlenkommission durchgeführt sind. Auch„Daily Expreß" sagt, Cook habe in einem Interview die Bereitschaft der Bergleute erklärt, eine Lohnverminderung zu erwägen, wenn zuerst der statu, quo wiederhergestellt und die Durchführung der Reformoorsch'läge gewähr- l e i st e t sei. Aus eine Verlängerung der Arbeitszeit dagegen würden sich die Bergleute bestimmt nicht einlassen. Der Korrespondent des„Daily Telegraph" für Arbetterfragen be- zeichnet die Zusammenkunst des Generalrats des Gewerkschoftskon- gresses mll den Bergarbeiterdclegierten vom Donnerstag als isie Einlei t�tng zur baldigen Lösung der Krise in der Kohlen-« industrie. Trotz des Worttauts des offiziellen Kommuniques über die Zusammenkunft ist es, sagt das Blatt, nicht wahrscheinliche daß die Bergleute die Unterstützung erhalten werden, die sie für die Fort- führung des Streiks für notwendig erachten. Deutsche Reichsbahn und Bcrgarbcitcrstrcik. RD. In dem Bericht, den die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft für den Monat Juni erstattet, wird auf die Auswirkungen de? englischen Bergarbeiter st reiks mit einigen recht de- achtenswerten Zahlen hingewiesen. Aus den wichtigsten Kohlen- gebieten wurden nämlich im Monat Juni 185 000 Wagen mehr als im Vormonat abbesördert. Der Bericht betont allerdings, daß hiqr- für auch die zum 1. Juli erfolgte Kohlenpreis st eigerung und die durch das Hochwasser verursachte Verkehr?- a b w a n d e r u n g aus die Eisenbahn mitgewirkt habe. Immerhin wird aber erklärt, daß sich die Kohlenabfuhr zum großen Test nach den Seehäsen richtete, wobei bei dem außergewöhnlich hohen Verkehr die Umschlageeinrichtungen in den Häfen zum Teil nicht ausreichten. In Allona, Hamburg, Harburg und Stettin sind iniolgedessen erhebliche Verzögerungen in der Entladung eingetreten. Auch für die Brennstoffsendungen nach Ruhrort und Duisburg mußte eine övprozentige Annahmesperre verhängt werden. Die Abfuhr erstreckte sich dabei sowohl auf den Ruhrbezirk. wo an einzelnen Tagen bis zu 140 Sonderzügeen mit Kohlen gefahren wurden, wie auch auf Polnisch-Oberschlesien, von wo 450000 Tonnen in zahlreichen Bedarfszügen abgelassen wurden. Für Deutsch-Oberschlesien lautet die Wagcnzahl für den Juni 122890, gegenüber 104 602 im Mai und 8Z894 im Juni vorigen- Jahres. Diese starke Zunahme der Kohlenabsuhr ist nicht zuletzt mit darauf zurückzuführen, daß die Transportarbeiter- Internationale es abgelehnt hat, den Transport von Kohle nach England zu verhindern. Man hat in den Beratungen darauf verwiesen, daß auch die englischen Eisenbahner und Transportarbeiter nichts gegen die Einfuhr ausländischer Kohle noch England unternähmen, so daß für die Eisenbahner und Transport- arbeiter des Kontinents keine Veranlassung vorläge, attdere Beschlüste zu fasten. Trotz des zunächst fehlgeschlagenen Vermittlungs- Versuches neigt man aber In London allgemein der Ansicht z», daß der Streik noch vor Ende dieses Monats liquidiert werden tvird. �Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) schicht und stützte damit das Unternehmertum in der Fort- w u r st e l e i. Die Bergarbeiter hätten schließlich in diesem oder jenem Punkte nachgegeben, wenn sie irgendwelche Garantten gehabt hätten, daß unverzüglich darangegangen wird, gründlich Remedur zu schassen. Statt dessen mutete man ihnen eine erhebliche Einschrän- wng ihrer Lebenshallung zu, ohne daß auch nur die Absicht zu er- kennen war, daß ihre Opfer aus absehbare Zeit beschränkt und nicht nutzlos gebracht würden. Die Empörung über diese Einstellung gegen die Bergarbeiter führte zum Generalstreik. Die neun Tage Generalstreik hatten keinen direkten Erfolg. Die Seeleute unter dem wenig rühmlich bekannten Hovelock Wilson versagten von vornherein. Der Generalstreik nahm die Kassen der beteiligten Gewerkschaften stark in Anspruch und hinterließ auch deshalb ziemliche Mißstimmung. Es ist noch frag- lich, ob ohne den Generalstreik bei der Beschränkung des Kampfes auf die Bergarbeiter und auf die Unterstützung der Bergarbeiter, deren Position heute nicht günstiger sein würde. Nach dem Generalstreik erklärten die Vorstände der englischen Eisenbahnerverbände, sämtliche Güter, einschließlich bri» tischer oder ausländischer Kohle, zu befördern. Und Edo F i m m e n, der gewiß nicht im Verdacht steht, ein„rechter" Führer zu sein, mußte erklären, daß angesichts dieses Beschlusses der Vorstand der Internationalen Transportarbeiterföderation sich nicht für be- r e ch t i g t hiell, zu einer Aktion der Transport- und Verkehrs- arbeiter auf dem Festlande aufzurufen,„da diese die Lasten allein nicht tragen können". Die Leitung der Bergarbeiter mußte aus dieser Situation die unvermeidlichen Schlußfolgerungen ziehen und versuchen, zu einer Verständigung zu kommen. Statt dessen spielte Cook den starken Mann, riß die Taktik des Generalrats herunter und versperrte durch starres Festhalten an seiner Parole: „Kein Kompromiß!" jede Einigungsmöglichkeit. Der Bericht des Generalrats bezeichnete dieses Verhalten Cooks als„Machenschaft". Es sei keineswegs der Auedruck der Führerschaft, einfach unbeweglich auf einem Standpunkte zu ver- harren, während Hunderttausende von Männern mit ihren Familien wegen eines Schlagwortes Not leiden. Die Kohleneinsuhr nach England wird wenig behindert, sie nimmt zu. und damit verliert die ohnehin vage Erwartung aus einen vollen Erfolg, selbst bei ausreichender finanzieller Unterstützung, an Boden. Cook scheint nun endlich sein starres System aufzugeben und zu Verhandlungen bereit zu sein. Kann die Verlängerung der Arbeitszeit abgewehrt werden. so bedeutete dies immerhin einen Erfolg der Bewegung, der selbst bei einer vorübergehenden materiellen Einbuße auch insofern wertvoll ist, als die Front der Bergarbeiter intakt bleibt und die Organisation aus die Durchführung der Reformvorschläge den not- wendigen Einfluß behält.- Die Moskauer mögen bei ihren Stilübungen die wirtschaftlichen Tatsachen nach wie vor brüskieren, um über„Verrat" und „Streikbruch" der Amsterdamer weiterhin zu räsonnieren. Wir Hossem daß es nun bald zu einer Verständigung, zu einer „Abwürgung des Streiks"— nach dem Moskauer Lexikon— kommt, eine Niederlage der Bewegung verhütet wird. Vorschläge zur Beilegung des BcrgarbciterstreikS. _ London, 17. Just. sWTB.) Die Morgenblätter sprechen von der Möglichkeit, daß der Streik im Kohlenbergbau in absehbarer Zeit sein Ende finden wird. Dem politischen Korrespondenten der„Daily Mail" zufolge wird in ministeriellen Kreisen das Eingreifen der Bischöfe und anderer geistlicher Organe in die Angelegenheit nicht begrüßt, da in ihren Vorschlägen eine Erneuerung der Kohlensubvention vorgesehen ist. Der Korrespondent, der bestimmt erklären zu können glaubt, daß die Regierung diesen Vorschlag ab- lehnen werde, häll den Plan, der die Wiederaufnahme der Arbeit unter den alten Bedingungen für die Zeit der Reorganisation der Industrie und der Verhandlungen über eine end- gültige Regelung vorsteht, für aussichtsvoller. Die Diffe- r enz zwischen den alten Löhnen und den Löhnen, zu deren Zahlung die Industrie sich imstande erklärt, soll nach diesem Plan durch eine von den Londoner City aufzubringende Anleihe, die der letzten Woche unseres Saison-Ausverkaufs: Rest« und Einzelpaaife Leinenschuhe Sportstiefel Sandalen, Reiseschuli«?, Opanken, Tourenstiejel, Seglerschuhe Modeilpaare aus unserer eigenen, Luxusschuhfabrik zu nie gekannt billisen Preisen Das grösste Schuh-Spexialhaus mit der grössten Auswahl Berlins Beginn 1. 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Freunden und De» kunnlen die sehr traurig» Nachricht. d»t«eine innlgqeltebte grau ßlsrtda«lllZdaroil! nach langem. dUterddsem Seiden, Nie- renaereiterung mti Bialenta arrd. im «»er»an SS Jahren am Mitt«och,d. i4 Juli, sanft»nischlaten ist. Der tieiirauernd» Theaalle nedft Sohn und Tonsine ff.»»charafi. Julian ftnchot»fl u«»», Sr»ylf«.gr>edrich!ir.»iS IV Sie ikinlllcherung findet am Diend- »aa nachm. s Uhr im Krematorium artlchiftta&r 37 statt (dt Daaffagaag Dan stiarteigenosten und Freunden ! die Teilnahme det« Zunlcheiden meine» Ileben Manne» de« Polizei- 0der«ach meister» Alfred Adolph h ertlichen Dan! ttnaa ZIdatpst and Rinder Gem>,ckt»r Cyor Gr.-Sertttt j Die««erdigung d»rSange,fchw«iirr\ Baumert finde« an Dien»«-», den 20 Zntt 1928.{ nachta 3'/, Uhr. auf dem Friedhaf Paniaw Iii. Bahndailir.. statt Etroßendahn nach Schünhalj 23. Zt. 38 und tb ch. O»»a,«l, Lichienderq. Wuileimstr. 82 Korbmöbel UroOe Aaswabll Billige Prcihe! 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Tagesordnung: l. Arbeit», und Kassenbericht des Vorstandes. 2. Verschiedenes. Genossen, die ihren Beitrog silr das Sommersemelter(Mai-Iuni-Juli d A> Ps l noch nicht begahlt haben, wollen da» bitte am Dienstag, 20. Juli, oder in der Woche vom 19. bis 24. Juli in den Vormittagspausen an unserem Brett in der Universität tun. Sterbetafel der Groß-Serliner paetei»l»»Ill>lIl»Il!IIIIl»lI»»I»»IIIiI»II!IUII»IIlL Stündliche Leistung eines Auto- Ofens bis zu 12000 Stück Kleingebäck! /lutomatische Bäckerei- Hnlagen! Produktion in jeder Woche: reine Ro�enbrole 2 Millionen Stück Kleingebäck (Schrippen und Knöppel) 12000 Kilo Rost-Kaffee 18000 Kilo Malz-Kaffee 300000 Flaschen Mineralwasser und Limonaden Mus öer Partei. Franz Vlerenkämper gestorben. Am Sonnabend morgen ver- starb in Bochum nach langem Leiden an den Folgen einer Ope- ration der langjährige Redakteur des dortigen„Bolksblattes". Franz Pierentämper. Der Kollege war seit 29 Iahren Mit» alied der Bochumer Redaktion und hat im Laufe dieser Jahre alle Leiden eines sozialistischen Redakteurs auszufechten gehabt. Geld- und Gefängnisstrafen und die zermürbende Tätigkeit in der poli- tischen Bewegung des Ruhrgcbietes schwächten den starken West» falen dermaßen, daß schließlich ein langjähriges Magenleiden zu seinem Tode führte. Am 13. April 1926 mußte er sich seiner Krank- heit wegen von seiner redaktionellen Tätigkeit zurückziehen. Eine im letzten Augenblick erfolgte Operation konnte leider die erhoffte Heilung nicht mehr bringen, sondern führte zu seinem schnellen Trde. Pierenkämper galt mit Recht als einer der besten Kenner der Bergarbeiterbewegung im engeren Ruhrgebiet. Auch als Heimatforscher hat er"sich rühnilichst hervorgetan und Anerkcn- nung bis weit in die bürgerlichen Kreise hinein gesunden. Parteinachrichten für Groß-Serlkn Einsendungen fflt diese Rubrik sind P}f stet» an da» Bezirkasekretariat. Berti» SB«8, Liudeustrassi V 2. Hos, 2 Trip, recht,, zu richte». 14. Krei, Reu kill». Montag. 19. Juli. 7 Uhr. Sitzung der Mietervertreter im Sekretariat Ne-karsir. 2. Morgen, Montag, IS. Juli: ZZ. Abt. Abrechnung mit den Bezirksfllhrern 7 Uhr bei Peter. Schreiner- strass« Z8. Um 8 Uhr ebenda wichtige sZunktionäifitzung. 77. Abt. Schöucberg. 7i, Uhr Apostel-Paulus-Etr. 7 wichtig« Borstandsfttzung. 127. Abt. Reinitkendors-Dest. 7th Uhr im Bolkshau» Echarnweberstr. 114 wichtig« lsunktwnarsttzung. Alle Funktionäre müssen bestimmt erscheinen. Mittwoch, 21. Juli: 49. Abt. Schwerhörig«. 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 8. 2. Hof. z Treppen. Mitgliederversammlung. Bortrog de, Genossen Dr. Alfred Freund. Alle Mitglied« müssen erscheinen. Gäste und Swnpathlsserend« ssnti herzllchft eingeladen. 122. Abt. Bie«d«rf. Titz Uhr bei Porath, Marzahner Str. 81, wichtig« Mit- gliederversammlung. Bortrag:„Stach dem Volksentscheid". Referent: Erich Fvaenkel. Gäste und Vorwärt-Ieser find herzlichst eingeladen. Zrauenveranstaltungeo am Montag. IS. Juli: 2. Krei, Tiergarte». Da, angekündigt« gesellig« Beisammensein der Frauen im Artuihof, Perleberger Str. 2». findet nicht am Montag, 19. Juli, sondern am Montag. 26. Juli, ebenda statt. Näher« Bekanntmachungen erfolgen noch. 9. Abt. Di« Genossinnen treffen sich bestimmt im Artu-Hof. Perleberger Strasse 29. zum gemütlichen Beisammensein. Abend» gesellen sich die Genossen dazu. Tanz 20 Pf. Gäste herzlich willkommen. 25. Abt. 744 Uhr bei Kästner. Elbinger Str. 24. Sitzung mit den Strossen- fuhrerinnen zwerk» Besprechung de» Ausflug«,. Interessierte Genossinnen find herzlichst eingeladen.. 45. Abt. ssainilienausslug nach dem Restaurant Sadowo. Treffpunkt vor- mittag,. 9 Uhr am Schlefischen Tor. Fahrt mit der Etrasscnbahn 87 oder 187 di» Freibad Oberschöneweib«. Badeanzüge mitbringenl 48. Abt. Rachmittag» Z Uhr im Restaurant Kaiserbad in Treptow gemütlich«, Beisammensein mit Kasfcekochen. 82. Abt. Steglitz. Frauenausflug. Treffpunkt 994 Uhr vormittag, Bannsee. bahnhof Steglitz. Abfahrt 10 Uhr. Kaffeekochen. Badegelegenheit. Rege Beteiligung wird«wartet. Arauenveraufialtungen am Dienstag, 20. Juli: 85. Abt. Tempekhes. 8 Uhr bei Bus«, Werder- Eck« Kaiser-VlilHelm-Strasse. Frauenabend. Bortrag der Genossin Hille über ihr« Amerikareise. Gäste willkommen. 128./1Z9. Abt. Pankow. Der Frauenobend fövt au». Dafür findet am Dien». tag, 27. Juli,«in gemeinschaftliches Kaffeekochen im Restaurant Schüssler lSchlosspark), Niederschlnhausen, statt. Treffpunkt dort nachmittag, 2 Uhr. Frauenveranstaltuugen am Mittwoch, 21. Juli: 24. Abt. Di« Genossinnen laden zu dem am Mittwoch stattfindenden Ausflug nach der Iungfernheide. Bolkepark,«in. Treffpunkt 9 Uhr vormittag» am Bahnhof Weissense«. Rachmittag, Bortrag der Genossin Albrccht über KilrpervNege. 98. Abt. Familienousflll« nach dem Lindenpark, Hohenschönhausen, Orank«. strassl. Treffpunkt nachmittags 144 Uhr Landsberger Platz. Kaffee frei. Rachzügl« treffen fich im Lindenpark oder auf d« Wiese. Genossinnen> und Gäste herzlichst willkommen. 49. Abt. Dil Genossinnen tttlsen sich zum Ausflug noch Friedrichshagen vormittag» 8'4 Uhr Schlefischen Bahnhof. Rachzügler treffen fich im Restaurant ,Lum Wiesengrund" in Friedrichshagen. Zu»gs»zi»lift«a. Gruppe T1«rs»rte»! Montag, 19. Juli, Beteiligung an der Gcsamtveranstalwng. Nächste Siupp«nveranstoltuna am Mittwoch. 21. Juli. Treffpunkt 1% Uhr Stadtbahnhof Bellevue. Die Iuni-Rummer der„Jung. sozialistischen Blätter" ist eingetroffen und wird an diesem Abend ausgegeben. Arbeitegemeiuschaft der Kiaderfreund«. Kreis Mitte: Dienstag, 20. Juli, 6 Uhr, Nähnachmittag sür da, Kasperletheater in der Blumenstr. 77. Die Mädchen aller Gruppen werden gebeten, fich daran zu beteiligen. Nähnadel und Fingerhut find mitzubringen. 99. Abt. Unsere Genossin Kucharski. Friedrichstr. 218, ist verstorben. Einäscherung Dienstag, 20. Juli, nachmittags 9 Uhr, Krematorium Gericht- strasse. Wir erwarten rege Beteiligung. übergibt man nur drin NachtrelS ds« ?• tisch. Mufikerv erbandeö, Berlin 0 27, Bndlengstr. 21 kKönigstadl 4310,4048), KeschästZzcit 9 bis S, Sonntags 10 Bill 2 Uhr. Aus Wunsch Bertrrtcrbesuch 5 Kühlwaggons argent. Ochsenfleisch 1 Million Stück Eier/ 640 Kist. Zitronen 20000 Dosen kondensierte Vollmilch WkMMMAlS 15000 Kilo reines Schweineschmalz______ Letzter laltrcsamsatz: 33 000 VW M. Unsere MiigUcder erhalten an Rückvergütung 1 Mlilliotl MlctTlC in fast allen Abteilungen Schlussta Hiimitiiiisinin.'tniiMiütnniimmiiinmiiiiniiriiiiiinnfimnramiiMiiiiMtiiiiiiimtKi� _ 90 Baumwoll musselin. Kleid nunuiiMiiiii A Enorm billig Pameii■ Bekleidung Enorm billig 501 AlpoKamontel 12 gatzitzende Form.................. 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Nenwehlen! a) des Borsienbes, b) Gr» setiwehlen zum Aufsichtsrel. S, BeschlubsesfungllberwrttereBeuprojekte. ». Eo Anirege ber Genossen 7. Belchlunfassung Uber Aufwertung der Evereinlegen, Deriehen unb Schuld. ve schreibungen ous 25 Prozent des Golbbetreges. Der Dorstenb. G. Dorner, P. Schiffte, s Pfeiffer. lIiiiuie8Nlt.an Hochweib- u. Lenboerzellen, re 15 Mm. ooi Birtenwerber, birett em Steetssorsr Perteuser legi, im Resiaueent.Altes Bergschloh, Birlenwerber". Nlegor. Berlin E., Sonlorbstr. 8 Beochtezswertl Deutsches TevviAhous Emil Lesbvrr seil 18S2 o.ur Orenien- straffe ISS. fteinerlei Beziehuneen zur Firme gleichen Namens Potsbamer- straffe.' Sau», est«. Evorizelle., Persenning flösse, Wenbereusrüstung. billig. Preise liste ensorbern.«glwent. EwinemUnber- straffe 0Z. VerKsufL Beuperzellen. Anzahlung 150 Mark, monatlich 30 Merl Abzahlung. Au»- funft W. Laubenburg, Faltenhein. Post Finkenkrug._ Sirnuseitel 3,50. Pedale 1,50. Reiten 1,60. Laternen 1,20. Schuhbleche 0,80. Decken 2,80. 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Darum hatte der Klub der Kameraleute Deutschlands in das E f a- Atelier zu einem Dortrag des Augenarztes Dr. Martin Reichert eingeladen, der aus reicher versönlicher Erfahrung, auch solcher aus den Filyrateliers, eingehend das Thema„S ch ä d i g u n> gen der Augen durch Kunst licht und ihre Der- hütung" behandelte. Er verwies darauf, daß den Schädigungen der Augen durch Sonnenlicht solche durch künstliches Licht parallel laufen. Bei der im Dolksmuno sogenannten Schneeblindheit, einer starken Bindehautentzündung, die mit großer Lichtscheu und ge- schvollenen Lidern verbunden ist, gehen sehr oft nicht von direkten, sondern von reflektierenden Sonnenstrahlen die Schädigungen aus. Das gleiche kann bei künstlicher Beleuchtung eintreten. Die das Unheil anstiftenden ultravioletten Strahlen sind in jeder Lichtquell«, besonders aber in dem hellwirkenden elektrischen Licht vorhanden. Das Innere des Auges ist vor ihnen nicht sicher. Dunkle Brillen oerhindern zwar die Gefahr, doch kann sich der Schauspieler dieser Abhilfemittel nicht bedienen. Ein Dorbeugungsmittel ist das Ein- träufeln eines nach mühevoller Arbeit von Aerzten ersonnenen Präparates. Es dringt in Binde- und chomhaut ein, setzt sich dort fest und imprägniert die sichtbaren Häute des Auges mit einem Schutzstofs, der die ultravioletten Strahlen absorbiert. Das Mittel behält drei Stunden sein« Wirkung. Es ist unschädlich, wie Uni- varsitätsversllche ergaben. Ein« Gewöhnung tritt nicht ein, da das Präparat mir ein mechanischer Schutz ist, der wie«in Vorhang wirkt. Daß bei der in den Filmatelier, verwendeten Beleuchtung Derbrennung�prdZisse des inneren Auges vorkommen können, be- wies der Redner an drei Kaninchen. Eins der Tier« hatte eine schwere Verletzung der Netzhaut, obwohl es nur eine halbe Minute bestrahlt war. Bei einem Tier, das vor% Iahren bestrahlt wurde. sah man, daß die Netzhaut zugrunde gegangen ist- Au» der sehr lebhaften Diskussion erklang deutlich die Forde- rung, die vorkommenden Schädigungen der Augen der m den Film- atelie?» beschäftigten Personen als Berufskrankheit anzu- erkennen, für die voller gewerblicher Schutz zu gewähren ist. vie Zilme öer Woche. ,Jch Hab' mein herz in heiüelbexg verloren.� (Alhambra. Surfürstendamm.) Studentenfilme dieser Art können von vornherein auf ein ziem- lich große» Entgegenkommen beim Publikum rechnen, Das sau- sende, raufende, Schulden machende Studentum ist ja eben von Poesie umwoben. Ohne Zweifel gibt e» sogar in Heidelberg ar- bettende, mit wirtschaftlichen Nöten aller Art schwer ringende Stu- denten, aber die rauhe Wirklichkeit wird übertönt durch die lär- mende Freud« der Genießenden. Wie dem auch sei, zu Heidelberg gehört«ine unglücklich« Liebe. Darum verliebt der Sohn des Pastors sich in Klärchen. Das wäre an und für sich ja noch kein Konfliktstoff, doch sie ist die Tochter des Korpsdieners und er ist Korpsstudent. Folglich ist die Heirat unmöglich, denn er würde. falls er seinem Herzen folgte, aus dem Korps ausgestoßen. Auf diese furchtbaren Folgen machen Mama und Papa Pastor nalb- drücklichst aufmerksam, nebst anderen guten Freunden. Das ergibt einen traurigen Ausging, weil der Jüngling mit dem Zwongsver- lobten Klarchens in Streit gerär und sich nun schießen muß. Der Student stirbt am Herzschuß, die Ehre des Korps ist gerettet und die Postorenfamilie ist vielleicht von ihren gesellschaftlichen Bor- urteilen befreit. Artur Bergen führt die Regie. Er hat recht viel Gefälliges in das Werk hineingearbeitet. Alle landschaftlichen Schönheiten genoß das Publikum mit großer Befriedigung, während es den ulkigen Einfällen mit lebhaftester Zustimmung folgte. Doro- theo Wieck spielte das Klärchen, gemesien an eigener anderer Leistung, matt. Hingegen ist als sehr gute Type Karl Platens Korpsdiener anzusprechen. Lorweg lief.Im Zauberbann von Nothenburg*. ein Spiel aus alter und neuer Zeit, das nicht filmisch wirkte, da es zu sehr die Freude am gestellten Bild verriet.— g. ,heimrvet> nach ütt Hasse.' (Mozart-Saal.) Ein rührsamer Film nnt einem dünnen Manuskript, an dem ein gewandter Regisseur und tüchtige Darsteller ihr« Kunst be- weisen. Die.bekannte" Novelle von Boulet, die dem Drehbuch« zugrunde liegt, dürste wohl den wenigsten deutschen Kinobesuchern bekannt sein, dafür aber em Dutzend andere ähnlichen Inhalts: Das Kipd aus armem Haufe wird von einer reichen Dame adoptiert, fühlt sich aber in all dem Glanz und Zwang nicht wohl und sucht den Heimweg zur Gasse, die hier übrigens erne durchaus gutbürger- liche Straße ist. Der Scheck,»um die Ausbildung zu vollenden", wird dem kleinen Jean Fovest außerdem den Ausweg für alle Fälle offen halten. Die Haupterfordernisse des„modernen" Films, „Rührseligkeit mit gutem Ausgang", besitzt also auch dieser von Frankreich importierte. Aber trotzdem ist etwas Besonderes daran: Witz und zusammenhängende Handlung— das heißt wenig Filn� texte Und das ergibt sich ganz zwanglos, ohne daß ein großer Apparat dazu aufgeboten wird. Die— bis auf den kleinen Jean Fovest— ungenannten Schauspieler verfügen über eine ausgezeich- nete Darstellungskunst, über ein« sehr beherrschte Mimik, über unbetonte und doch sprechende Gesten. Die Rührung wird ganz en passant erledigt, man weint weder in Großaufnahmen noch kilo- meterlang. Zudem hat der Regisseur Jacques Feyder ausmerk- sam alle humoristischen Momente festgehalten. Sehr witzig ist zum Beispiel, wie die Erzählung der reichen„Wohltäterin", wie sie zu ihrem Adoptivsohn kam, immer wieder im Bilde auftaucht, jedes- mal übersteigert und immer stärker van falschem Pathos erfüllt. Der kleine Jean Fovest, ein älterer Filmbruder Iackie Cooaans, ist als Darsteller sicher so tüchtig wie dieser— hat leider auch ein klein wenig schon besten Routine. Nicht sehr merklich oder störend. nur manchmal spürt man sie in Gesuhlsubergängen, die— man möchte fast sogen— bereits„erfahrungsgemäß" erledigt werden. Aber trotzdem ist der kleine Jean noch ein Filmtind, das man auf der zweiten Silbe betonen kann. Er wie der ganze Film gefielen dem Publikum sichtlich.— Ein Wort noch zur vorausgehenden Ufa-Woche. Da gibt es u. a. einig« Meter Filmstreifen von dem Unglücksoutorennen aus der Avus. Den Start, die jagenden Autos, die Unglücksstätte. Und zwischen all dem eine erhebende Groß- aufnahm«: des Exkaisers ältester Sohn, malerisch an eine Bretter- wand gelehnt. Es ist nicht bekannt geworden, daß er etwa als Sieger aus dem Rennen hervorgegangen ist: das wäre ja sonst immerhin eine Begründung des Bildes. Tes. ,v!e einzige Iran.' (Capitol.) Da» Cavitol legte bisher Wert darauf, erstklassige Amerikaner zu bringen, darum paßt.Die einzige Frau" nicht in den gewohnten Rahmen. Ein Geschäftsmann hat Geld, das ihm nicht gehört«, ver- spekuliert. Das weiß ein anderer Kaufmann, der die Tochter des Ruinierten zwingt, seinen Sohn zu heiraten, der ein Gewohnheits- trinke? ist. Warum er seinen Plan so brutal verwirklicht, wird nicht erklärt. Die Tochter will den Dater retten und bringt sich zum Opfer. Dieses nicht gerade originelle Filmthema wird hier noch weiter aus- gesponnen, weil die tüchttge Frau noch den zweiten Mann errettet, und zwar den ihr angetrauten Gatten vom Teufel Alkohol. Danach sollte ihr vertragsgemäß die Freiheit winken, doch sie bleibt bei ihrem Manne, denn die beiden haben sich inzwischen lieben gelernt. Das Manuskript ist schlecht angelegt, es enthüll keinerlei Charakteristik. sein« Hauptaufgabe wurde in der Heraufbeschwörung einer Katastrophe gesehen. Die bestcht in dem Zusammenstoß einer Jacht mit einem anderen Schiff. Wie das bei Amerikanern lelbstverständ- lich stt, wurde diese Kollision eine beachtenswerte Filmlesttung. Doch es ist sonderbar, beim Untergang der Schiffe liebte der Registeur Sidney Olcott die Wirklichkeitstreue und bei der Inneneinrichtung der Jacht störten ihn viele Umnögllchkeiten der Kuliste nicht. Das Manuskript aber verfällt selbst bei der Schilderung der Auswirkung des verhängnisvollen Zusammenprolls in eine ungeschickte Taktik. Denn die Ueberlebenden sind zwei Trunkenbolde und die Frau, die den Säufer nicht verließ. Dadurch wird man unwillkürlich an dos Sprichwort erinnert, das behauptet, die Betrunkenen hätten einen Schutzengel. Das ist Pech, denn man wollte offenbar anttalloholisch wirken. Der deutsche Text rettete nichts, im Gegenteil, er ließ es sich angelegen fein, alle amerikanische Süßlichkeit noch dick«i über- zuckern. Normo Talmadg« und O'Brien spielten zurückhaltend» während andere Darsteller sich aufdringliche Gesten zuschulden kommen ließen."«. b. Das Elend der Verdauungsstörnnst wird recht bald zu einer Angelegenheit der Vergangenheit ge- hören, wenn Sie nach Ihren Mahlzeiten einen halben Kaffeelöffel Biserirte Magnesia mit etwas Wasser einnehmen. Innerhalb weniger Minuten nach Einnahme der ersten Dosis werden Sod- brennen, Blähungen, Brechanfälle, Wind usw. verschwinden. Biserirte Magnesia neutralisiert den Säureüberschuß in dem Magen, der fast stets als der Urheber Ihrer Magenschmerzen anzusehen ist, und sichert Ihnen eine leichte und schmerzlose Berdauung. Biserirte Magnesia ist in ollen Apotheken erhältlich. Bisntrte Magnesia kommt in �loschen gefüllt zum Verkauf und ist daher unbegrenzt baltbar. 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