«V.Z7»�4Z.�oheg. Busgabe A Nr. 194 Bezugspreis. DS-.iUifl, Saar» und SHcmelgebitt, Oesterreich, Litauen, Lurenibur« 4,30 Reichsmark, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat« Der„SfltiDärtff* mit der illustrier. tcn Sonntagsbeilag«.Volk und Seit* sowie den Beilagen.Uirterhaltunz uns Wissen*..Aus der Filmwelt*, „Frauenstimme",„Der Kinder» i reund*.„Zugend-Vorwärts* und „Blick in die Bücherweit* erscheint wochentäglich zweimal. Eonntag, und Montags einmal. Tclegramm.Adresse: �Sozialdeiuokrat Berlin" Morgenausgabe Devlinev Volksvlcrkt (lO Pfennig) Anzeigenpreise: Die einspaltig« Nonpareille» geile 8« Pfennig. Rcklamcgeile i,— Reichsmark..Kleine Anzeigen* das fettgedruckte Wort 2S Pfennig fzuläfsta zwei fettgedruckte Wortes, jedes weiter« Wort 12 Pfennig. 'Stellengefuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- ftaden zählen fstr zwei Worte. Arbeitsmarkt Seile 50 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten geil« 40 Pfennig. Anzeigen fllr die nächste Nummer müssen bis 4>/h Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 58, Linden. stross« 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8>ch Uhr früh bis 5 Uhr nachm. 2entralorgan der Sozialdemokratircben parte» Deutfchlands Neüaktion und Verlag: öerlin SW. öS, �indenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff SVS— SS7. Freitag, den 13. August 1926 Vonvärts-Verlag G.m.b.H.» Serlin SW. b8, Lindenstr.Z Postscheckkonto: Berlin»7 536— BanNonto: Bank der Arbeiter, Augefteltea und Beamten, Wollftr. 65: Diskonto-Seselllchast. Deposttenlasse Liadenstr. Z. Senkung öer /lrbeitslosenziffern! Willkürliche Aendernng in der amtlichen Statistik der Erwerbslosenfürsorge. Amtlich wird mitgeteilt: Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in der zweiten 2ulihälste zeigte einen stärkeren Rückgang. Die Zahl der männlichen hauptunlerstühungsempsänger hat sich von 1 383 000 am 15. Zuli aus 1 328 000 am 1. August verringert. Die Zahl der weiblichen hauptunlerstühungsempsänger, die bisher in geringem ZNahe gestiegen war. von 335 000 aus 324 000. Die Ge» s o m t z a h l der haupwnterstühungsempsänger ist demnach von 1 718 000 auf 1 652 000— also um 6 6 0 0 0 o b e t 3, 2 JJ r o j. die Zahl der unterstützten Jamilienangehörigen sZuschlagsempsänger) von 1 70g 000 aus 1 045 000 gefalle n. Während des ganzen Monats Juli ist die Zahl der männlichen hauplunterslühungsempsönger von 1 408 000 aus 1 328 000 zurückgegangen, die der weiblichen hauptunterstützungs- empsänger von 333 000 aus 324 000, die Gesamtzahl von 1 741 000 aus 1 852 000, also u m 8 S 0 0 0 oder rund 5 Prozent. Di« ZZestlmmwigen über vssentlich« Notstandsarbeiten vom 30. April 1925 besagen in§ 9, daß die Beschäftigung der Erwerbs- losen bei Notstandsarbeiten«in« Form der Erwerbslosen- f ü r s o r g e ist. In seinem Kommentar zur Erwerbslosensürsorge sagt Dr. Bernhard Lehfeldt, Ministerialrat im Reichsarbeitsmini- fterium, deshalb mit Recht, daß zu den Erwerbslosen auch die Notstandsarbeiter gehören. Di« Beschäftigung Erwerbsloser bei Notstandsarbeiten begründet also kein freies Arbeitsverhältnis. Um die damit ver- bundenen Schädigungen zu mildern, bestimmt der vorerwähnte ß 9 ausdrücklich, daß dennoch ein« Beschäftigung gegen Entgeld im Sinn« der Reichsversicherung vorliegt, damit Pflicht- beiträg« zur Sozialversicherung entrichtet werden. Ueber die Be- zohlung ist vorgesehen, daß die Notstandsarbeiter an Stelle der Erwerbslosenunterstützung ein« Vergütung erhalten, die der Leistung anzupassen ist. Soweit die Art der Arbeit es irgend zuläßt, ist eine Akkordoergütung oder die Gewährung vtm Leistungsprämien vorzusehen. Falls dies nicht möglich ist, muß mindestens ein bestimmtes Maß an Arbeitsleistung sür den Arbeitstag festgesetzt werden. Mit dieser Maßgabe wird die Vergütung der Nolstandsorbeiter in ihrer höhe nach der tariflichen oder, mangels einer solchen, nach der orts- üblichen Entlohnung bestimmt, die für Arbeiten gleicher Art am Orte der Notstandsarbeit gezahlt wird. Nach lj 10 der eingangs erwähnten Bestimmungen können den zurückbleibenden Familienangehörigen des Erwerbslosen für die Dauer der Beschäftigung bei der Notstands- arbeit die Familienzuschläg« der Erwerbslosenunkerstützung ganz oder teilweise gewährt werden, wenn der Erwerbslose zu einer Notstands- arbeit überwiesen wird, die einen Wechsel des Aufenthaltsorts bedingt. Auf Grund dieser Konstruktion des Notslandsarbeiterverhäll. nistes find die Tlotstandsorbeiter haupwnterstühungsempsänger: die Rotslandsarbeiter waren deshalb in den veröffentlichleu Zahlen der haupwnlerstühungsempfänger mit enthalten. Seit Ansang dieses Jahres, also kurz nach Beginn der gewaltigen Arbeitslofigkeit, ist das nicht mehr der Fall. Das ist eine Irreführung der Oessentlichkeil. Wir stellen nachstehend die amtlichen Zahlen der hauptunter- stützungsempfänger mit den totsächlichen seit Januar dieses Jahres gegenüber: Die amtliche Die wirkliche Veröffentlichung Zahl 15. Januar.... 1 762 305 1 803 086 15. Februar.... 2 058 853 2145 867 15. März..... 2 017 461 2160 795 15. April..... 1 883 626 2 046 845 15. Mai..... 1743 429 1 913 534 15. Juni..... 1749 111 1903339 15. Juli..... 1 718 801 1 862 556 In der oben vcröffentlichien amtlichen Bekanntmachung vom 12. August wird über einen erheblichen Rückgang der unter- stützten Erwerbslosen berichtet. Soll das etwas Entschei- dendes über den tatsächlichen Rückgang der Ar- beitslosigkeit besagen? Da? kann im Ernst nicht bc- hauptet werden. Es mag sein, daß die Arbeitsmarktlage in der Landwirtschaft und im Bergbau sich etwas gebelfert hat. Es würde für die unterstützende Erwerbslosenfürsorge aber erst dann von Bedeutung sein, wenn in anderen Wirtschaftszweigen keine Ver» f chlechterung der Arbeitsmarktlage eingetreten ist. Der Rück- gang i» der unterstützenden Erwerbslosensürsorge ist sehr wahr- schcinlich zum größten Teil aus das Ausscheiden von lang- fristigen Unterstützungsempfängern aus der Er- werbslofenfürsorge zurückzuführen. Diese sind alsdann auf die Armenfürsorgc angewiesen oder man überläßt sie ihrem Schicksal. Der Reichsarbeitsminister Dr. Braun hat im Sozialpolitischen Ausschutz des Reichstages mitgeteilt, daß Anfang Mai allein in Preußen die Zahl der Ausgesteuerten 43 000 betrug. Das sind Erwerbslose, die seit Mai vorigen Jahres schon arbeitslos sind. Damals betrug die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempfänger nur 274 091: es ist also ein sehr erheblicher Anteil von Ausge- steuerten. Angesichts dieser Sachlage muß man immer wieder fragen: wie lange will der ReichsarbeilsMinisler mit dek Verlängerung der llntcrstühungsdauer noch warien? Offener örief. An Herrn Dr. Gürtner, derzeit bayerischen Justiz- minister. Herr Minister! Wir haben vor vierzehn Tagen über Ihre Wirksamkeit in Sachen der Fememörder in der Oeffentlichteit Feststellungen gemacht, deren Gewicht uns voll bewußt gewesen ist. Die deutsche Oessentlichkeil hat ihnen keine geringere Bedeutung beigemessen und hat die g e> richtliche Klärung als eine Selbstverständlichkeit angesehen. Sie selbst, Herr Minister, desgleichen: Sie haben in oer Oeffentlichkeit die Nachricht verbreiten lassen, daß Sie den Schritt unternommen haben, der nach Lage der Sache der einzige ist. der mit Ihrer Stellung an der Spitze einer großen Justizverwaltung verträglich ist: Gegen uns die Offizialklage wegen Beleidigung ein- zuleiten. Herr Minister, es ist gegen Sie der Vorwurf erhoben und durch einen prima tacie-Beweis bestärkt, unter Ihrer Mitwirkung seien überführte Mörder der gesetzlichen Strafe entzogen worden. Kann das ein deutscher Minister aus sich sitzen lassen? Bis heute, Herr Minister, warten wir auf die uns angedrohten Schritte. Es ist in diesen Tagen— aber lediglich durch die Presse— tue Nachricht gegangen, daß Sie beabsichtigen, den Rcichstagsabge- ordneten B u ch m a n n, verantwortlichen Redakteur der„Reuen Zeitung* in München, unter Anklage zu stellen, und Buchmann hat im wesentlichen doch nichts anderes getan, als unsere Behauptungen zu wiederholen. Wir. Herr Minister, sind die E r st o e r a n tlv o r t l i ch e n. Es ist nicht mehr als publizistischer und politischer Anstand, daß wir von Ihnen fordern, daß Sic sich an u n s halten. Es kommt noch hinzu: einem der Unterzeichneten steht der Schutz der parlamentarischen Immunität zu. Er wird alles, was chm mög- lich ist, tun, damit die Immunität aufgehoben wird und er vor Gericht seine Behauptungen unter Beweis stellen kann. Nach Lage der Sache ist die Aufhebung der Immunität gegen chn so gut wie sicher, nicht aber gegenüber dem Abgeordneten Buchmann, für den die gewichtigen Gründe, die für Aufhebung der Immunität in diesem anderen Falle sprechen, nicht zutreffen, und der nach den Gepflogen- heilen des Reichstages der Strafverfolgung nicht würde ausgesetzt werden. Herr Minister, indem Sie»» Abgeordneten Buchmann verfolgen und uns nicht verfolgen, erwecken Sie den Verdacht, sowohl daß Sie eine Klage erheben wollen, von der Ihnen bewußt ist, daß sie an der Immunität Buchmanns scheitern wird, als auch daß Sie es nicht wünschen, daß die von Ihnen zu erhebende Klage vor anderen als solchen Gerichten erhoben werde, die Ihrer Verwaltung unterstellt sind. Herr Minister, Sie diskreditieren die Münchener Gerichte, wenn Sie nach außen den Anschein erwecken, daß nur ein Mllnchener Gericht imstande sei, das von Ihnen gewünschte Urteil zu fällen. Wir aber meinen, daß die Sache eines deutschen Just izmi nisters hieb- und stichfest vor jedem deutschen Gericht sein müsse. Herr Minister, wir, die kommenden Angeklagten, fordern Sie heraus, uns anzuklagen. Der Staatsanwalt in diesem Lande wird Ihnen, dem Justizminister des zweitgrößten Bundesstaates, allen Schutz gewähren. Wir, die künstigen Angeklagten, fühlen uns ge- drängt, Ihnen, Herr Minister, Mut zuzusprechen: Stellen Sie endlich den Strafantrag, und verklagen Sie uns hier in Berlin. Seien Sie überzeugt, es gibt noch Richter in Berlin! Berlin, den 12. August. Paul Leo i. Curt Geyer. deutsch-französtsche verfaffungsfeier. Auf dem Weltfriedenskongreß. pari», 12. August.(WTB.) Gestern abend haben mehrere Tausend junger Deutscher und Franzosen auf dem 6. Internationalen Demokratischen Friedenskongreß in Bieroille den Jahrestag der Gründung der deutschen Republik festlich begangen. Ein Fackelzug, dem deutsche und französische Fahnen vorangetragen wurden, begab sich unter dem Gesang von Friedensliedern vom Friedensfeld« aus unter Führung des Theuterdirettors F i r m i n G e m i e r nach dem im Freien errichteten Theater, wo der Abg. Marc Sangniar ftachol. Dem.)«ine Rede hielt. Schule und Völkerversöhnung. In Frankreich.*) Von Josef Diner-Dönes(Paris). Die alldesttschen Brunnenvergifter, voran die hugenberg- Presse, behaupten, daß die sranzösischen Schulbücher nichts als Schmähungen gegen Deutschland enthielten, und sie benutzen diese ihre Behauptung zu einer ausgiebigen Agitation gegen die Völkerversöhnung. Allerdings, auch in Frankreich gibt es in den klerikalen, sogenannten„freien" Schulen Lehrbücher, die alles weniger denn auf Völkerversöhnung gestimmt sind. Das aber sind nur Ausnahmen von der Regel.. Da in Frankreich die Wahl der Lehrbücher nickst nur in den privaten sogenannten„freien" Schulen, sondern auch in den Staatsschulen fast gänzlich vom Lehrerpersonal abhängt, die Volksschullehrer und Lehre- rinnen aber in den Staatsschulen mit nur ganz wenigen Ausnahmen den Links organisationen angehören oder unter deren Einfluß stehen, ist es nur selbstverständlich, daß sie für ihre Schulen keine Lehrbücher mit chauvinisti- schen und völkeroerhetz enden Tendenzen wählen. Wohl muß jedes Buch, das auf den Titel„Schulbuch" An- spruch haben will, dem Obersten Unterrichtsrat unterbreitet werden. Wenn aber ein Buch nicht gegen die Moral (worunter natürlich nur die sexuelle Moral verstanden wird), gegen die Verfassung oder die Gesetze verstößt, kann man ihm den Titel„Schulbuch" nicht oerweigern. Von diesem Titel zum wirklichen Lehrbuch ist aber noch ein weiter Weg. Hierzu mpß ein solches„Schulbuch" auch noch in die Departements- litte der Schulbücher eingetragen sein. Denn nur aus dieser Liste können die Lehrer und Lehrerinnen der Staatsschulen die Lehrbücher wählen. Nun will man diese hetzerischen Schulbücher boykottieren. Bisher wurden 26 Schulbücher auf die Boykottliste gestellt und gemäß dem Syndikatsbeschluß bei den pädagogischen Konserenzen aus den Departementslisten gestrichen. Sowohl Geschichts- wie Lesebücher befinden sich darunter. Mit B.e- schluß vom Oktober 1925 wurden auch die Arbeiterorgani- sationen ersucht, den Lehrern behilflich zu sein, bei diesem Kreuzzuge gegen die kriegerischen, gegen die Haß provozieren- den Schulbücher. Im Departement FinWre z. B. hat die Lehrerorgani- satisn noch im Vorjahre die Boykottbewegung kräftig auf- gegriffen und sich sofort an mehr als 20 Verleger gewendet, ihnen die Lifte der in ihrem Verlage erschienenen boykottierten Schulbücher mitgeteilt und sie gleichzeitig aufgefordert, den pazifistischen Bestrebungen der Lehrer Rechnung zu tragen. Von nicht weniger als sechs Verlegern, darunter den größten Häusern, kamen sofort entgegenkommende Antworten. Heute sind schon fast alle französischen Schulbücher- verlege? drum und daran, sich in ihren Ausgaben den Forderungen der Lehrerschaft anzupassen. Die Prinzipien, von denen die im„Kvnckicat national" organisierten Lehrer und Lehrerinnen ausgehen, haben sie in folgende Leitsätze zusammengefaßt: 1. Wir wollen nicht mehr jene Geschichtsbücher und Lese- bllcher, die die kleinen französischen Schüler Tag um Tag in das „M useum der Kriegsgreuel" führen. 2. Wir wollen nicht mehr jene verfälschte Geschichte, die im Keime Mißtrauen, Verachtung, H a ß u n d K r ie g in sich trägt. 3. Wir stellen jene Autoren aus den Index, die sich in ihren Werken an der Wahrheit vergangen und dem Hasse hinge- geben haben. Neben dieser negativen Arbeit leistet aber das /.Kvnüioat national" auch eine positive Aufbauarbeit. Eine ganze Reihe der besten Mitglieder arbeiten jetzt an einem vollständig neuen Aufbau der französischen Schulbücher. So wurden zum Ge- brauch an den Volksschulen einige wirklich mustergültige „Schulbücher für Geschichtx" geschaffen. Die gleiche Aufmerksamkeit wird den sogenannten„Lese- büchern" zugewendet, in denen nicht nur konsequent alles auf den Krieg Bezügliche vermieden wird, sondern auch besonders darauf Gewicht gelegt wird, das Kind schon von frühester Jugend an zu einer gesunden, freien Anschauung des prakti- schen Lebens zu führen. Ebenso werden die Kinder schon in der Volksschule mit dem öffentlichen Leben des Staatsbürgers bekanntgemacht. Da das„Svnckiest national" zu allererst den jugend- lichen Köpfen beibringen will, was allen Völkern gemeinsames Eigentum ist, sie nicht trennt, sondern verbindet, war nahe- liegend der Gedanke, ein universales Geschichts- buch zu schaffen. Denn die nationalen Geschichtsbücher legen das Hauptgewicht doch auf die Geschichte der eigenen Nation und regen damit unwillkürlich im Kinde den Ge- danken wach, daß die eigene Nation die auserwählte fei. Das universale Geschichtsbuch müßte einfach zeigen, was im heuti- gen Kulturbesitze allen Völkern gemeinsames Gut geworden. Ein solches Buch könnte dann in allen Ländern als Schul- *) Stehe auch Str. 359 d. Ll. vom 2. Auarst. buch benutzt werden und damit ein Gemeinsamkeitsgefühl aller dieser Völker wachrufen. Nun ist dieses„Geschichtslehrbuch" fertig geworden. In einem kleinen Büchlein:„llistoire Universelle des Civili- sations"(Universalgeschichte der Zivilisationen) hat der große Kulturhistoriker Charles Richet versucht, ein Buch für die Schuljugend aller Völker zu schaffen. Die Münchener„Süddeutschen Monatshefte" berufen sich in ihrer die Tatsachen gröblich verfälschenden Darstellung auf vier angebliche Schulbücher. Davon sind wohl drei tatsächlich Schulbücher, sie befinden sich aber auch längst schon auf der Boykotlliste. Das vierte, mit dem man besonders paradiert und aus dem Jllustrationsproben gebracht werden, war, wie eine Untersuchung einwandfrei festgestellt hat, niemals einSchulbuch; es befand sich weder in Paris noch sonstwo in der Liste der Schulbücher. Dieses Buch:„L,es Beiles images et les Beiles histoires poür les Tout petits"(Die schönen Bilder und die schönen Geschichten für die ganz Kleinen) ist auch nicht, wie die Mllnchener behaupten, im Jahre 1923 erschienen und in Hunderttausenden Exemplaren verbreitet worden. Wie Genosse Lapierre im diesjährigen Maiheft des„Bulletin Mensnel" mitteilt, ist dieses Buch im Jahre 1916, also während des Krieges, erschienen, und zwar nach Angabe des Verlegers in 3600 Exemplaren, von denen 1500 noch immer unverkauft sind und demnächst zum Ein- stampfen kommen werden. Ebenso vermengen die„Süd- deutschen Monatshefte" wissentlich„Bilderbücher für Kinder", für die doch nur die Autoren und die Verleger verantwortlich gemacht werden können, mit„Schulbüchern", um so ihren eigenen Hetzereien ein besseres Relief zu geben. Nun sind ja zweifellos solche„Bilderbücher" nicht minder verwerflich als analoge„Schulbücher. Und die französischen Volksschullehrer halten mit ihrer Meinung über solche Mach- werke durchaus nicht hinter dem Berge. Sie verfolgen sie mit ebensolcher Energie, wie die schädlichen„Schulbücher", einer Energie, die der Lehrerschaft anderer Länder zum Vorbild und Ansporn dienen könnte. Drei Jahre Stresemann. n Müniben vom Künstlerverein wäbrcnd der Sommermonate veranstaltet. Sie wurde am Donncrstaa eröffnet. Das Amallenbod In Dien, vielleicht daS großartigste und schönste Bad der Welt, eine Schöpfung der Gemeinde Wien im Arbeitsbezirt Favoriten, da» am 8. Jult eröffnet wurde, zählt« bi» zum 11. August, also innerHaid «ine» Monat», 100000 Besucher. Die neue Oaltantrise. Der Völkerbund, das mazedonische Problem und der Friede auf dem Balkan. Nlilitarisierte Justiz. Bayerisch-Volkspartciliches zum Fall Magdeburg. Das Organ der Bayrischen Volkspartei, der„B a y- rifche Kurier", nimmt in einem„Wahre und falsche Autorität" überschriebenen Aufsatz grundsätzlich Stellung zu den durch den Magdeburger Skandal aufgeworfenen Fragen. Er geht aus von der Behauptung, daß die Autorität der Rechtspflege erschüttert werde sowohl durch zersetzende Kritik von außen her als auch durch mißbräuchliche Handhabung von innen her. Die erste nehme die zweite, und die zweite nehme die erste zum Anlaß und Vorwand. Dann heißt es: „Die richterliche Autorität ist schon deshalb, weil das Richteramt ein S t a a t s a m t ist, und weil der Staat auch eine äußere Seite hat, eine äußere Autorität: sie beansprucht äußere Geltung und äußeren Schuß, ganz unabhängig von der Art ihrer Betätigung. Daneben und vor allem ist die richterliche Autorität auch eine innere sittliche Autorität: denn die richterliche Tätigkeit steht im Dienst der sittlichen Idee der Gerechtigkeit. Wer von dieser sittlichen und inneren Seite der richterlichen Autorität absieht, wersiezueinerbloßenForm veräußerlicht, der kein Inhalt mehr entspricht, der tut nichts anderes, als daß er die Autorität zerstört, die er zu kräftigen vorgibt. Die typische Form dieser Deräußerlichung oder "lnshöhlung der richterlichen Autorität aber ist jene„M ilitari- s i e r u n g", deren Früchte in Magdeburg so deutlich in Erscheinung getreten sind. Die richterlicheAuto- r i t ä t wird hier mit der militärischen Autorität völlig auf eine Stufe gestellt. Wie die militärische Autorität eine un- bedingte und kritiklose Unterordnung fordert, so ver- langt auch die militarisierte richterliche Autorität bedingungs- lose Anerkennung. Jede Kritik, und zwar ganz unabhängig davon, ob sie innerlich berechtigt ist oder nicht, ist verboten, weil dadurch die Autorität angeblich„untergraben" wird: die äußere Autorität darf auch dann nicht angetastet werden, wenn ihre Be- -nNgung mit dem sittlichen Zweck der Rechtsprechung in offenbarstem Widerspruch steht. Die Wahrung der äußeren Geltung gilt als ab- foluter Wert, demgegenüber die Frage, ob die Autorität auch auf innere Geltung Anspruch erheben kann, unbedingt zurücktreten muß. Die richterliche Unabhängigkeit wird demgemäß(ebenso wie die militärische Befehlsgewalt) zumSelb st zweck: sie verlangt darum auch völlig folgerichtig von den Mitgliedern des Richterstandes un- bedingte.Solidarität", d. h. bedingungsloses Füreinandereintreten auch in dem Falle, da die Betätigung der richterlichen Unabhängig. kcit zu rechtspolitisch unhaltbaren Ergebnissen führt. Auf diesem Boden erwächste dann die Anschauung, daß man Vorwürfe gegen bestimmte Maßnahmen der Rechtspflege lediglich damit abzutun oermöge, daß man sie als von den Feinden der Unabhängigkeit der Gerichte herstammend darstellt. Ob die Kritik eine sachliche Grundlage hat oder nicht, ob ihr ein tat- sächlicher Mißgriff zugrunde lidgt oder nur ein vermeintlicher, diese Frage scheidet gänzlich aus. Die Tatsache, daß der Vorwurf von politischen Gegnern erhoben wird, genügt, um seine sachliche Unhaltbarkeit darzutun. Es soll hier nicht untersucht werden, in welchem inneren Zu- sammenhang ein solcher Autoritätsbegriff mit den staats- und rechtsphilosophischcn Ideen bestimmter politischer Richtungen steht. Entscheidend ist hier nur die Frage nach den rechtspolitischen Wirkungen einer Militarisierung der richter» lichen Autorität. Und diese Wirkungen sind aus einem doppelten Grund verhängnisvoll: einmal deshalb, weil dadurch der falschen Verallgemeinerungstendenz der Gegner der richterlichen Unabhängigkeit in der folgenschwersten Weife Vorschub geleistet wird. Fordert die richterliche Autorität. daß auch unzweifelhafte Cinzelmihgrisse„gedeckt" und verleidigt werden, dann wird dem Gegner des bestehenden Systems der vor- wurf geradezu auf die Zunge gelegt, daß es sich um„Fehler des Systems" handle. Schlimmer noch aber ist ein anderes. � Da die Deräußerlichung der richterlichen Autorität dazu führt, daß die äußere Geltung von ihren inneren und sittlichen Voraussetzungen all- -''ählich l o s g e l ö st wird, besteht Gefahr, daß die also verabsolu- tierte richterliche Unabhängigkeit ihrem eigentlichen Zwecke, der Gewährleistung einer gerechten Rechtspflege, entfremdet und— wenn auch unbewußt— in den Dienst von anderen Zielen gestellt wird. Die„Politisierung" des Rechtes, die man durch die Veräußerlichung der richterlichen Autorität vermeiden will, wird so gerade zur Folge der äußeren Ueberspannung des Auto- ritätsbegriffes. Und diese Politisierung reißt dann Ihrerseits wieder jene verhängnisvollen Abgründe zwischen Staat und Rechtspflege, zwischen Rechlsbewußtsein des Volkes und richterlicher Betätigung. in die uns der„Magdeburger Skandal" hat hineinschauen lassen." Diese Ausführungen— eine deutliche Ablehnung der Politisierung der Justiz und der Einzelmißgriffe aus politi- fchen Gründen— heben sich bemerkenswert ab von der Stellungnahme der Rechtspresse zum Fall Magdeburg. Unternehmer unü Serufsgenoffenschasten. Warum die Unternehmer gegen das Mitbestimmungs- recht der Versicherten sind. Von wenigen Ausnahmen abgesehen gehören die Träger der Reichsunfalloersicherung, die Verufsgenossenschasten, zu den rückschrittlichsten Versicherungsträgern. Mit äußerster Zähigkeit sträuben sich die Unternehmer, die a l l e i n die Ver- waltung der Berufsgenossenschaft führen, gegen jedes Zuge- ständnis an die Versicherten, insbesondere gegen ein Mitbestimmungsrecht der Versicherten, das in jedem anderen Zweige der Sozialoersicherung selbstver- ständlich und in der Reichsverfassung ausdrücklich vorgesehen ist. Man ist hübsch unter sich und möchte es auch bleiben. Warum? Darüber gibt uns Dr. h. c. Meesmann im „Arbeitgeber" vom 1. August Auskunft. In einem Artikel über die Berufsgenossenschaften wird u. a. ausgeführt: „Wenn man berücksichtigt, welche Bedeutung die Berufsgenossen- schaften, in denen durch gesetzlichen Zwang alle Unternehmer gleich- artiger Betriebe vereinigt sind, für den Aufbau unserer Wirtschaft- lichen und Arbeitgeberorganisationen ausgeübt haben, so wird man verstehen, welches Gewicht jene(die sozialpolitischen. Schriftleitung) Kreise einer Beseitigung der Berufsgenossenschaften beilegen. Viele, namentlich der jüngeren Generation angehörende Vertreter der Wirl- schasl wissen es nicht mehr, wie dieser neutrale Boden der Unfallversicherung die Organisation unserer wirtschaftlichen und Arbeil. geberverbände gefördert, ja manchmal erst ermöglicht hat." Das ist in der Tat reizend. Herr Meesmann weiß, für die Existenzberechtigung der Berufsaenossenschaften nichts Besseres anzuführen, als ihren Nutzen für die w i r t s ch a f t- l i ch e Organisation der Arbeitgeber. Daß die Unternehmer aus sozialen Gründen die Unfallversicherungsträger zu unterstützen hätten, diese Einsicht traut Herr Meesmann Am Mittwoch wurde in Sofia eine gemeinsame Note der südslawischen, der rumänischen und der griechi- schen Regierung übergeben. In Sofia halte man, nach den An- kündigungen, von dieser Note Schlimmeres erwartet. Gefordert wird Verschärfung der bulgarischen Grenz- k o n t r o l l e und endgültige Abdrosselung der Banden- t ä t i g k e i t. Die bulgarische Regierung soll dafür sorgen, daß den revolutionären Komitees ein Ende gemacht wird. Di« Note ist nicht eigentlich ultimativ, aber sie bezeichnet sich selbst als letzte Warnung. Im ganzen glaubt man, den verhältnismäßig milden Ton auf das Einschreiten Englands, Frankreichs und Italiens in Belgrad, Bukarest und Athen zurückführen zu können. So ist wenigstens vorläufig der mazedonische Konflikt vor ernster Wirkung bewahrt geblieben. Es ist aber recht zweifelhaft, ob die bulgarische Regierung imstande ist, die Tätigkeit der mazedonischen Organisa- tionen wirklich zu ersticken. Die Macht der Mazedonier im Beamtenkörper und Heer Bulgariens ist viel zu stark, als daß ein entsprechender Beschluß der Regierung wirksam ausgeführt werden würde. Der einzige bulgarische Regierungschef, der ernst- Haft den mazedonischen Einfluß in Sofia brechen und den ganzen Streit durch Annäherung an Südslawien beenden wollte, Stambulijsky hat diese Politik mit feinem Leben bezahlt. Der Völkerbund muß sich diesmal mit dem mazedonischen Problem wieder befassen: wenn das mazedonische Komitee zunächst dieses Ziel verfolgt«, als es die letzten Ueberfälle inszeniert«, dann ist seine Absicht voll erreicht. Aber auch der Völkerbund kann dort nicht Frieden garantieren, wo ein durch die Jcchrunderte mit Blut ge- tränkter Boden immer neu« Konfliktteime treibt. Der Balkanfriede seinen Lesern gar nicht erst zu. Kein Wunder, wenn er schließ- lich zu folgendem Schluß kommt: „Die Berufsgenossenschoften stellen sich demnach dar als ein hori und Bollwerk des Unternehmertums gegen die sozialistische Einstellung unserer heutigen Gesetzgeber." Das ist ein bezeichnendes Eingeständnis. Es zeigt, wie wichtig und dringlich die Verwirklichung des Verfassungs- grundsatzes von der maßgebenden Mitwirkung der Ver- sicherten auch in der Unfallversicherung ist. Weltwirkung öes englischen Streits. Frankreichs Kohlenversorgung. Paris, 1Z. August.(Eigener Drahtbericht.) Der Minister der öffentlichen Arbeiten, T a r d i e u. hat am Donnerstag in seinem Ministerium Beratungen über die Rückwirkungen gepflogen, die der englische Kohlenstreit für die französische Kohlenverforgung haben könnte. Einem offiziellen Kommunique zufolge sind derartige Rück- Wirkungen zunächst nicht stark bemerkbar. Bewilligungen für französische Kohlenausfuhr nach England wurden feit dem 2. jJuli nicht mehr ausgestellt. Aller Voraussicht nach wird die französische Kohlenversorgung vorläufig durch den Streik nicht beträchtlich gestört. Dieser offizielle Optimismus ist, wie„Paris Soir" bemerkt, nicht ganz berechtigt. Belgien, das in den letzten beiden Mo- naten 650000 Tonnen Kohle, insbesondere Hausbrandkohle, nach Frankreich ausführte, hat, durch den englischen Streit ebenfalls be- troffen, diese Ausfuhr eingeschränkt. Da außerdem keine englische Kohle mehr nach Frankreich kommt und die französische Ausfuhr nach Belgien nur Industriekohle und nur verhältnismäßig geringe Mengen, rund 140 000 Tonnen pro Monat, betrifft, hat die französische Regierung die Absicht, mit Belgien darüber zu ver- handeln. Aus politischen Gründen kann außerdem Frankreich seine Ausfuhr nach der Schweiz nicht einstellen, so daß der Winter für die Versorgung Frankreichs mit Hausbrandkohle trotz der deutschen Reparationskohle ziemlich schwierig werden dürfte, falls der Streik noch andauern und noch größere Einschränkungen der gegenseitigen Kohlenabgabe zwischen den einzelnen Ländern nach sich ziehen sollte._ Frankreich verlangt Gajüa-Untersuchung. Der Skandal noch nicht erledigt. Prag, 12. August.(Eigener Drahtbericht.) Auch bürgerliche ts ch e ch i s ch e Parteien wenden sich jetzt immer mehr von Gajda ab. Hinter ihm steht nunmehr außer den fanatischen Faschisten und, nach- dem selbst Frankreich eine Untersuchung der An- gelegenheit verlangt hat, nur noch das Nationalvertcidi- gungsministerium und dessen früherer Chef, der seinerzeit Gajda in den Generalstab brachte. Auch das Blatt der Legionäre erklärt, es sei unfaßbar, daß ein Legionäroffizier, der den Glorienschein des Heldentums trage, öffentlich die Beschuldigungen der bezahlten Spionage gegen Frankreich für Rußland über sich ergehen lasse, ohne etwas zu seiner Verteidigung zu unter- nehmen. Der Skandal dürfte jedenfalls ohne gründliche Bereinigung nicht aus der Welt geschafft werden. Das zeigt auch eine Meidung des tschechischen sozialdemokratischen Zentralorgans, nach der in Moskau im Zusammenhang mit der Gajda-Afsäre eine Tschechin namens Naprstkova von den Sowjetbehörden verhaftet worden ist. Eine Faschistenversammlung in Prag, die der Reklame für Gajda dienen sollte, ist o e r b o t e n worden. Die Sesatzungsfrage. Eine Londoner offiziöse Erklärung. London, 12. August.(WTB.) Mit Bezug auf die Besprechungen, die kürzlich zwischen dem deutschen Botschafter in Paris und Briand über die Frage einer Herabsetzung der alliierten Streitkräfte im Rheinlande stattgefunden haben, erfährt Reuter, daß der deutschen Regierung zur Zeit der Konferenz von Locarno mündlich die Zusicherung gegeben worden sei, daß eine gewisse Herab- setzung der Streitkräfte im besetzten Rheinland von den Alliierten durchgeführt werden würde, Die bereits durchgeführten Maßnahmen hätten eine erhebliche Herabsetzung der Ordonnanzen für das Rhein- land zur Folge gehabt, so daß in dem normalen Leben der besetzten Zonen eine möglichst geringe Einmischung stattfinde. Auch die Rückkehr bestimmter deutscher Beamter sei zugestanden worden. Hinsichtlich der Herabsetzung der gegenwärtigen Truppenstärken kündigten Pariser Meldungen einen weiteren Schrill in der gleichen Richtung an. Es verlaute jedoch, daß ke i n e W a h r- sch e i n l i ch k e i t für eine weitere Herabsetzung der muß schließlich von den Balkanvölkern selbst gemacht werden, vor allem zwischen den beiden slawischen Dalkanstaaten, deren nationale Verwandtschaft sich allerdings immer wieder als Bruder- haß äußert. Die jüngsten Ereignisse haben die Aussichten Bulgariens auf eine Völkerbundsanleihe zur Ansiedlung der aus Griechenland vertriebenen thrazifchen Bulgaren wieder ver- schlechter t. Die Herbsttagung des Völkerbundes wäre berufen gewesen, die schon in Aussicht gestellt« und vom Völkerbundrat grund- fätzlich bewilligte Anleihe zu bestätigen und flüssig zu machen. Bei der Debatte darüber werden natürlich die Absender der Kollektivnot« als A n k l ä g« r Bulgariens auftreten. Das unglücklich« Bulgarien droht an seiner Irredenta zugrunde zu gehen. Bulgarien will üie Grenze sperren. Sofia, 12. August.(Eigener Drahtbericht.) Die Antwort der bulgarischen Regierung aus die Kollektivnote der anderen Balkan- staaten wird voraussichtlich am Sonnabend in Belgrad, Athen und Bukarest überreicht werden. Die Regierung hat inzwischen größere Truppenabteilungen an die Grenze beordert und den strengen Befehl gegeben, jeden Grenzübertritt ohne Erfüllung der vorgeschriebenen Formalitäten zu verhindern. Im Falle der Gegen- wehr besteht für die Soldaten die Pflicht, von ihrer Waffe Ge- brauch zu machen. Auf den anfänglich geplanten scharfen Charakter der Note wurde nicht nur nach einer diplomatischen Aktion des französischen und englischen Gesandten in Belgrad, sondern auch nach V e r m i t t- lung des tschechischen Außenministers Benesch ver- zichtet. Zahl der britischen Truppen in den besetzten Gebieten im gegenwärtigen Augenblick bestehe. Anmerkung des WTB. Der Abbau der Ordonnanzen ist auch nach Ansicht der Rheinlandkommission noch nicht vollendet, vielmehr steht die Aufhebung einer großen Anzahl von Ordonnanzen noch bevor. Ueber die Rückkehr bestimmter deutscher Beamter ist in Locarno nichts vereinbart worden, da diese Frage bereits in Lo n d o n l924 geregelt wurde, bzw. in den zu ihrer Ausführung geführten Koblenzer Verhandlungen im darauffolgenden Oktober 1025. Eng- land hat in der Tat nur noch eine Division im Rheinland stehen, ein für England verhältnismäßig geringes Kontingent. Ob sich England noch an der Herabsetzung der Truppenstärke beteiligen wird, ist eine interne Frage der Besatzungsmächte untereinander. Worauf es Deutschland ankommt, ist die Verminderung der Besatzungsstärke insgesamt. Eine wesentliche Herabsetzung der Bqsatzungstruppen ist nicht etwa nur mündlich in Locarno zugesagt, sondern in der feierlichen Form einer N o t e a l l e r in der Botschasterkonferenz vertretenen Regierungen an den deutschen Botschafter in Paris vom 14. November 1025 versprochen worden. Italienische Sankkrachursachen. Etwas für Lobpreiser faschistischer Sanierung. Die häufigen Bankzusammenbrüche der letzten Zeit in Italien� haben eine Diskussion darüber hervorgerufen, ob nicht eine Kontrolle des Staates über die Banken am Platze wäre. Der bekannte Natio- nalökonom Senator L o r i a veröffentlicht darüber im„Echte C o m m e n t i" einen Artikel, in dem er verschiedene Angaben macht, die weiteren Interesses würdig sind. „Im vergangenen Jahre", so schreibt Prof. Loria,„haben von 730 Millionen neu investierten Bankkapitals 113 Millionen zur Er- richtung neuer Banken gedient. Aber von diesen neuen Banken sind allein 22 in Liquidation geraten, ohne die vielen anderen aufsehenerregenden Bankerotte zu zählen, die in der letzten Zeit uns aus dem Finanzmarkt so geschädigt haben. Es ist nicht zweifelhaft, daß verschiedene spekulative El-mente unter dem An- schein ehrenhaften und soliden GeHabens zum Schaden des Landes gewirkt und dabei den Erfolg erzielt haben, sich auf kürzere oder längere Zeit jeder Kontrolle und dem Gesetz zu ent- ziehen." Nach Prof. Loria ist der Krach der Landwirtschaftlichen.)?ank� von Parma nur eine Episode und ein aufsehenerregendes Symptom� für den Maffentod von Banken in der letzten Zeit gewesen: hieraus folgert Loria die Notwendigkeit, alle Ueberwachungsmaßnahmen für Kreditinstitute im Interesse der Sparer zu verschärfen. Der„Aoanti" bemerkt hierzu, das Problem fei aktuell, fein« Lösung aber strittig. Diese unaufhörliche Reihe von Bankkrachen beweise, wie gesährlich bereits die feinsten Instrumente des wirt- schaftlichen Lebens in Italien von der Korruption infiziert feien. U. a. sei es auch notwendig, heute die Freiheit zu besitzen, um über die Tätigkeit gewisser Anstalten und Leute zu diskutieren, die heute in Italien gutes und schlechtes Wetter machen können. Zur Genfer Tagung der Znlerparlamenlarifchen Union sind, wie uns zur Berichtigung einer früheren Meldung mitgeteilt wird,' fol- gende Mitglieder der deutsche» Gruppe delegiert: Jnterxarlamen- tarischer Rat Dr. Schücking, Lobe, Kommission für Minderheiten und Kolonien Dr. Schnee, Heile, Wirtschafts- und Fmanzfragen- Kommission, Dr. Braun-Franken, Kommission für juristische Fragen Dr. Schücking, Kommission für Abrüstung Sollmann, Kommission für soziale Fragen Frau Schröder, Schleswig-Holstein, Kommitüon für politische und Organisationsfragen Dr. Wirth. Letzte Nachrichten. Die Explosion von Esepel. Zu der Explosionskatastrophe in der ungarischen Munitionsfabrik auf der Donauinsel Csepel— vgl. den lo Halen Teil— wird spät nachts noch gemeldet: Budapest istinfieberhafterErregung. Ein- zelheiten über das Unglück sind noch nicht zu erhalten, zumal f ä m t- liche T e l e p h o n l e i t u n g e n der Insel unterbrochen sind. Nach den bereits vorliegenden Nachrichten ereignete sich die erste Explosion um 7 Uhr abends im Artilleriemagazin der Pulver- fabrik. Nach wenigen Sekunden erfolgte die zweite Explosion, der einige Minuten später eine weitere Explosion folgte. In einem Umkreis von 20 Kilometern sind sämtliche Fensterscheiben durch Lust- druck eingedrückt worden. Um 9 Uhr ist auf der Station S o r o k s a r derersteTransportzugmitTotenundVcrwundeten eingetroffen. Die Zahl der Toten beträgt bisher 14, die der Verletzten 29. Diese Ziffer dürfte sich jedoch auf mehrere Hundert erhöhen. SeweeMastsbewegung Es ist erreicht! Aeyer-llnion, Deuszchnationalc und Gelbe Arm in Arm. Durch dos Ausscheiden eines Mitgliedes aus dem Geschäfts- sührenden Ausschuß des Gesamtbetriebsrates der Berliner Siemens- Werke war die Neuwahl des Ausschusses notwendig. Bei der Ein- reichunq der Dorlchlagslisten ereignete sich folgendes: Die freigewcrk- schofrlicfren Kollegen reichten eine Lifte ein. Es wurde dann noch eine zweite L i st e eingereicht, die wir unter Namensnennung der betreffenden Kandidaten und der Gewerkschaftsrichtung bekanntgeben, damit nicht etwa die Weyer-Union behaupten kann, es träfe nicht zu: l. K i e s« l e r, Hermann, Wener- Union(Werner-Wcrk), ?..Kleinschmidt. Deutschnot ionaler Handlung S- oshilsenocrband(Werner-Wcrk), 3. F r o m k e, Weyer-Union(TLSSU.), 4. Schröder, Deutschnationaler Handlungs- ae Hilfenoer band(Kabelwcrkt, 5. Neuschel, Weyer-Union(Dynamowerk). Der erste aus dieser Liste ist im Frühjahr dieses Jahres aus der KPD. ausgeschlossen worden, weil er bei der Betriebs- rätewahl im Werner-Wcrk mit den Weyer-Leuten eine Sonderliste ausstellte. Der dritte war früher Mitglied des Deutschen Metallarbeiter- nerbandes, ist aber ousoeschlossen worden, weil er für seine Derlemn- düngen oon Gewerkschoftskollcgen den Wahrheitsbeweis schuldig bleiben mußte. Bei der Abstimmung erhielt nun diese deutschnotional-revo- tionäre Liste die vier Stimmen der Weyer-Leute, die drei Stimmen des Deutschnotionalen Handlungsgehilsenoerbandes und auchdieeineStimmederGelben.Io daß ein Weyer- Mann mit dieser befreundeten Hilfe in den Ausschuß gewählt wurde. Wir gratulieren der Weyer-Union zu diesem Radikalersolg, der in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung einzig dasteht. Was mag bloß die Siemens-Firma dazu sagen, daß mit Hilfe ihrer gelben Schüglinge ein„Revolutionär" gewählt worden ist? Die Sewegung im EinzelhanSel. Auch der ZNantellarif der Arbeiter gekündigt. Die Arbeitgeber im Einzelhandel haben, nachdem sie den Lohn- abbau für die Hondelsarbeiter durch Schiedsspruch nnr- genommen haben, dem Berkehrsbund zum 30. September den Mantelvertrag gekündigt. Zu dieser Manteloertrags- kündigung werden die Funktionäre der Handelsarbeiter im Einzel- Handel am kommenden Donnerstag Stellung nehmen. Die Unternehmer scheinen wohl der Ansicht zu sein, es könne jetzt gleich auf einmal ein großes Reinemachen vorgenommen werden. Die Handclshilfarbeiter sind jedenfalls entschlossen, nicht mit verschränkten Armen zuzusehen. Zur Tariflage im Einzelhanüel. Steliungnuhme der Junktionäre des ZdA. Es war zu erwarten, daß der von den Einzelhandels-Arbeit- gebern oersuchte Gehaltsabbau noch mehr aber das provozierende Borgehen in einzelnen Betrieben zu einer Erbitterung weiter Angestelltenkreise ge- führt hat. Es scheint beinah« so, als ob gerade dieses Verhalten der Arbeitgeber die Angestellten erneut von der unbedingten Not- .wendigkeit des gewerkschaftlichen Zusammen- schlusses überzeugt hat. Jedenfalls tonnten die Funktionäre der .-Fachgruppe Einzelhandel im Zentralverband der Angestellten in ihrer Versammlung am 9. August auf die Tatsache hinweisen, daß sich der Betriebe eine lebhafte Bewegung bemächtigt hat, die in vielen Einzelfällen bereits zu dem Ergebnis geführt hat, daß die alten Gehaltssätze weiter in Kraft bleiben. Immer deutlicher ergibt sich aus der Lage in den Betrieben des Einzelhandels, daß die organisierte Arbeitgeberschaft des Einzelhandels in ihrer Gesamtheit kein Interesse am Gehaltsabbau besitzt, dieser vielmehr lediglich von einigen Groß- betrieben mit Hilfe ihrer Machtstellung innerhalb der Einzelhandels- gemeinschaft gezwungen wurde. Die Funktionäre des ZdA. faßten in ihrer Versammlung folgend« Satschliehung: Di« am 9. August versammelten Funktionäre der Fachgruppe Einzelhandel im Zentraloerband der Angestellten stellen erneut fest, daß die derzeitige Tarislosigkeit im Groß-Berliner Einzel- Handel die Folgeerscheinung einer Gehaltspolitit darstellt, die an den berechtigten wirtschaftlichen und kulturellen Forderungen der Ange- stelltenschast achtlos vorübergegangen ist und lediglich bedacht war auf«in« rücksichtslos« Ausnützung der durch die bedauer- lichc Arbeitslosigkeit bedingten Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt. Es ist allgemein bekannt, und die letzten wirtschastsstatistifchen Er- Hebungen im Textileinzelhandsl haben es erneut bewiesen, daß von einem schlechten Geschäftsgang des Einzellhandels keine Rede fein kann. Auch während der Verhandlungen konnte nicht die Spur eines Beweises für«ine etwuig« Notlag« im Einzel- Handel erbracht werden. Die Funktionäre der Berliner Einzelhandels-Angestellten bedauern eine solche Gehallspolitik der Arbeitgeber und betrachten sie nicht nur deshalb als falsch, weil die Lebenshaltung votj über 40 000 Angestellten und deren Familien auf dem Spiele steht. Di« Einzelhandels-Funk- tionäre erblicken in dieser Behandlung der Gehaltssroge den Ausdruck einer versehlten und durch die Entwicklung längst überholten sozial- politischen Airffassung. Gerade der Einzelhandel hat allen Grund, an der Aufrechterhält ung der Kaufkraft weiter Arbeitnehmerkreise interessiert zu sein und nicht durch eine falsch« und unsoziale Gehallspolitik sich selbst zu schädigen. Die Funktionäre beauftragen den Zentralverband der Angestellten, als die maßgebende Jnteresienoertretung der in den Berliner Warenhäusern. Kaufhäusern und Spezialgeschästen tätigen Angestellten, nichts zu unterlosien, was geeignet erscheint, zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes beizutragen. Gleichzeitig aber erkennen die Funktionäre an, daß die Angestellten nur durch entschiedene Selb st hilf« zu den ihren berechtigten Wünschen entsprechenden Gehältern gelangen können. Den machtvollen Verbänden der Unternehmer gegenüber, müssen sich die Angestellten ihrer eigenen Kraft bewußt werden. Wenn der Appell an die sozial« Einsicht der Einzelhandels-Arbeit- gebcr versagt, wird der gewerkschaftliche Zusammenschluß im Zentraloerband der Angestellten Mittel und Weg« zur Er- reichung sozialen Zieles bedeuten. Die Funktionäre werden ihr« ganze Kraft daran setzen, die noch abseits stehenden Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft zuzu» führen. Den Angestellten des Berliner Einzelhandels rufen ihre Ver- trauenslsute zu: Nur Einigkeit und Geschlossenheit führt zum Ziel! Hinein in den Zentralverband der Angestellten! Dcutschnatronale Flüchtlingsfürsorgc. Die skrupellos von gewissen Rechtsparteilern die Notlage von Flüchtlingen ausgenutzt wird, zeigst folgender Fall: Zwei jMcht- tinge, die im Optantenlager Schneidemühl untergebracht waren, bekamen dort den Rat, sich bei ihrer Ankunft in Berlin wegen weiterer Unterstützung an den„Christlichsozialcn Ausschuß zur Pflege russischer Flüchtlinge", Bernburger Str. 24. Zimmer 15, zu wenden. Sie wandten sich auch nach ihrer Ankunft in Berlin an diesen„Aus- schuß", wo man ihnen versprach, bei ganz geringer Verzinsung eine eigens Scholle oder sonstwie eine Existenz zu oerjchassen, wenn..., ja wenn sie einen Fragebogen unterschrieben, der nach einer Anzahl oon Fragen über die Personalien am Schluß den Satz enthält: „Der Unterzeichnete ist bereit, Mitglied des„Der- bandes nationalgesinnter Erwerbslosen" zu werden." Dieser Ausschuß ist in den Geschäftsräumen der Deutsch- nationalen Volkspartei untergebracht. Es ist nicht unbe- könnt, daß die Rechtsparteiler üch jedes Mittels bedienen, um de- sonders in Not geratene Volksgenossen vor ihren Parteikarren zu spannen. Es ist aber gesetzlich verboten, daß irgendwelche Arbeits- Vermittlungsstellen die" Arbeitsvermittlung von einer bestimmten Parteizugehörigkeit abhängig machen. Don den zuständigen Be- hördev muß verlangt werden, daß sie ihre Beamten im Optanten- lagcr Schneidemühl anweisen, keine einseitige Partei- Propaganda zu treiben, sondern den beklagenswerten Flüchtlingen auf gesetzlichem Wege eine Existenz zu verschaffen. Berhanblunncn im Ruhrbergbau. Essen, 12. August.(M'b.) Die Verhandlungen zwischen dem Zechenverband, und den Bergarbeitcrverbänden sollen a irr 19. August in dem Geschäftsgebäude des Zechenoerbandes statt- finden. In unterrichteten Kreisen ist man der Ansicht, daß die Forderungen der Bergarbeiter nach Lage der Verhältnisse seitens der Zechen abgelehnt werden.— Ganz abgesehen davon, daß die„Ablehnung" stets das für die Unternehmer nächstlieHendste und prositlichste Verhalten ist, hat dos Kohlcnsyndikat es nicht an Vorarbeit zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung fehlen lassen, um dieses Verhallen als„wirt- jchastlich" begründet erscheinen zu lassen. Allein die Bergarbeiter werden nicht verfehlen, bei den Verhandlungen ihren Forderungen die gegebenen Begründungen folgen zu lassen. Die Unfälle im Steinkohlenbergbau. Im 2. Vierteljahr im Dortmunder Bezirk. Dortmund. 12. August.(MTB.) Vorläufige Zahlen nach Mit- teilung des Oberbergamts in Dortmund: Im 2. Vierteljahr sind im Steinkohlenbergbau des Oberbergamtsbezirks Dortmund 15 112 G e f a m t u n f ä l l e(Verletzte und Tote) gegen 15 355 im 1. Viertel- jähr 1926, davon 2 10 tödliche Unfälle im 2. Vierteljahr gegen- über 178 im 1. Vierteljahr zu verzeichnen. Auf 1000 Besch äf- t i g t e kommen im 2. Vierteljahr 42,652 Gesamtunfälle und 0,5 97 tödliche Unfälle gegenüber 49,554 Gcsamtunfällen und 0,574 tödlichen Unfällen im 1. Vierteljahr. Im Vierteljahrs- durchschnitt 1901 bis 1910 ereigneten sich 165 tödliche Unfälle oder 0,573 auf 1000 Beschäftigte. Im Bierteljahrsdurch-j schnitt 1925 zählte man 18.549 oder 48.964 auf 1000 Beschäftigte Gesaftunsälle und 273 oder 0,721 auf 1000 Beschäftigte todliche Unfälle._ Unterstützungsaktion für Cnglanö. (IGB.) Die am 5. und 6. August In Amsterdam abgehaltene Dorstandssitzung des Internationalen Gcwerk- fchaftsbu'ndes befaßte sich eingehend mit der L a g e i n E n g- l a n d und den zugunsten der englischen Kameraden durchgeführten Hilfs- und Unterstützungsattionen. Im Namen der englischen Gc- werkschaften dankte P u r c e l l für die vom IGB. und den ange- schlossenen Landcszentralcn unternommenen Schritte. Der Vorstand nahm die zwischen dem Generalrat des britischen Gcwerkjchajlsbundes und dem Sekretariat des IGB. geführten Verhandlnugen zur Kenntnis. Ferner wurde mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen, daß, abgesehen von dem ourch Sammlungen aufgebrachten großen Betrag zur Unterstützung des Generalstreiks in England, dem bri- tischen Gewerkschaftsbund noch eine sehr bedeutende Summe als Anleihe zur Verfügung gestellt wurde, um allen Organisationen, die sich an den britischen Generalrat wenden, die nötige Hilfe ge- mähren zu können. Aus diese Weise Hai der IGB. die britischen Gewerkschaften mit einer Summe von rund 1>- Millionen holländischen Gulden unterstützt. Schließlich nahm der Vorstand einstimmig mit Befriedigung von den Schritten Kenntnis, die das Sekretariat in vachen der Unter st ützung der Bergarbeiter und der übrigen in die Bewegungen der letzten Zeit verwickelten Organisationen unter- nommen hat. Der Vorstand hofft, daß die bis jetzt an den Tag ge- legte Solidarität auch weiterhin zum Ausdruck kommen wird._ flufruf zur Unterstützung See Sergarbeiter. (3<5B.) Am 9. August erhielten wir ein Schreiben vom Gene. r a l r a l des englischen Gewerkschoslsbundes, durch das wir in Uebereinstimmung mit den für die Internationalen Hilfsaktionen de- flehenden Bestimmungen ersucht wurden, eine hilfsatlion für die englischen Bergarbeiter einzuleiten. wir kommen dieser Aufforderung sofort nach und haben die Londeszentralen bereits ersucht, unverzüglich in der ihnen geeignet erscheinenden weife Sammlungen einzuleiten. wir zweifeln nicht daran, daß die internationale Arbeiter- s ch o s t mit Freuden bereit ist. den englischen Bergarbei- lern in ihrem schweren Kampfe beizustehen und ihnen in gleicher weife, wie bei der soeben abgeschlossenen großen Anterstühungsaklion. zugunsten der ganzen britischen Gewerkfchasls. bewcgung internationale Solidarität zu beweisen. Amsterdam, den 9. August 1926. Znler nationaler Gewerkfchaftsbund, Amsterdam. Internationale Konferenz der Bergbauangestcllten. Düsseldors, 12. August.(TU.) Der Internationale Bund der Privatangestcllien hält am 6. und 7. Oktober in Düsseldors eine internationale Konferenz der Bergbauangestellten ab. Ein Bericht über die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Lage der Bergbau- angestellten in den verschiedenen Ländern wird vorher verötsemlicht werden. Der Internationale Bergarbeiterverband hat zugesagt, an dieser Konferenz teilzunehmen. Lohnerhöhungen in, franzöfischcn Bergbau. In einer«itzung der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeit- nehmer des französischen Bergbaues der Nord pro v i n z n, wurde nach längeren Verhandlungen eine Lohnerböhung be- schlössen. Der Vorschlag der Arbeitnehmer ging dahin, die Grundlöhne um 10 Proz. und die Effektivlöhne um 20 Proz. zu er- höhen. Infolge des Widerstandes der Arbeitgeber einigle man sich dann aus einen 15prozentigcn Lohnzuschlag, sowohl für die Grundlöhne wie für die Effettivlöhne. Die Lohnerhöhung tritt ab 16. August 1926 in Kraft._ Jfreie Sewerkschaftstilgcnd. Lcut«, tZrettaq, 7� Ufit, toflnt die©niopenr Keimanavli!»: fZuscnbfKtm Sonders». 11. Ecke Siobretfitftrofir Sortro«:„Dos UlMtot und leine Bedeutunq".— Bcddina: Iuacndbcim Gerichtsir. 65,69. Au» dem Leben eine» ÄrbcitcrsiilirerZ.— Oberschöncweid«! Iugendbeim L-ufener Strakc 2. Sinei- uns Spiclabend. Zugendorupve de« 3dA. Heute, sZrcitao, 7',i Uhr, finden Dcranstoltungcn folacnder Abteilungen liott: Osten: Jugendheim Große tzranksurter Str. l6 (Zimmer 6). Bortrag:„Bcrufskronkheitcn, ihr Ursprung und ihr« Perhiiiung". — Südost: Jugendheim Rcichcnbcrger Str. 66. Heinrich-Heine-Abend.— 3üfc nie ft: Zugcndhcim Belle-Alliance-Etr. 7,16. Vortrag:„Rationalisierung". — Spandau: Jugendheim Lindcnufcr. Vortrag:„Die Lehren de» englischen Generalstreiks". Achtuug, Zimmer«, Bezirk 1! Sonnabend. 14. August, 71? Uhr. Bezirks- Versammlung im Lokal oon Rott, Strastmonnstraßc. Um vollzählige» Er- scheinen wird ersucht. Die Bezirksleitung. Verantwortlich für Politik: Dr. tlurt Geyer: Wirtschaft: Aetur Saternu«: Dewrrkschastsbcwcgung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokale, und Sonstiges: Friß Karftädt; Anzeigen: lh.»lock«: sämtlich in Berlin. Verlag Borwärts-Berlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Vorwäits-Buchdruckerei und Verlogsanstalt Paul Singer u. Co. Berlin EW 68 Lindcnstraße 3. Hierzu 2 Beilegen und..Unterhaltung und Willen". Dcnfedie Kampfepiel- Loflerfe Haupt-Ziehung unwiderruflich vom 26.bis31.Äugust im Dienstsebäude der Preußischen General- Lotterie- Direktion 39 640 Gewinne Im Gesamtwerte von 412000 RM. Höchstgewinn auf 1 Doppellos im Werte von 200000 filiir�hripfp 5 Eln«"osen sort,ert UIUliKdUlIClC aus verschied. Tausenden RM. 100000 rm. 2 mal 60000 RM. 2 mal 40000 RM. Einzeliose 1 rm., Poppellose 2 bm. 5 RH. h"'fGl«cftbneie �'���10 RM.I Höchstgewinn auf 1 Einzellos Im Werte von H. C Kröger A.-G.9 8« Berlin ws Friedrichstrafte 192-193 an der Leipziger Straße Drahtamede: Boldqualle Fenupredieri Merkur 2233, 4136 Postscheckkonto Berlin; Stocklaternen mit Licht u. Sto(Jc Dtzd. 75 u. 90 Pf. Packeln Dutzend 75 Pf. Lampions von 5 Pf an. jeder Art, Sorti- rCUCrWCFK mente von 1 M. an. Rcnsalfeuer, 20,30 50 Pr. Wachsfackeln. Papierbaiions, Mützen« Dutzend von 20 Pfennig an. Alle Vereins• Sommer« artikel sehr billig;. Seit 36 Jahren Markgrafenstr. 64(an der Llndenstr.l Achtung! Billiger Flelscli- umi Wurslverkaut von 8—3 Uhr 40 Thaerstraße 40 Gegen Schwaben giM es nur«ln sicheres Mittel, da» nicht »in» mehr übrig lästt. Reichel»„Pouche Marnal-, stärhsi«, Radihalmistel von ver. beerender Wirkung, zerstört die Brut» Nester restlos. Man nehm« nur Original- pachungen u. verweigere Nachahmungen. M 0.70, M 1.40, m 2.60, Pfund M 5.50. 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Zu dem bedauerlichen Unfall, der sich am Dienstag abend bei einem Uebungsschießen deutscher Torpedoboote ereignete und zum Untergänge des dänischen Seglers„Sigrid" führte, ist, wie WTB. auf Grund näherer Feststellungen mitteilt, aus be- sonders unsichtige Witterungsverhältnisje zurückzuführen. Es handelte sich um ein gefechtsmäßiges Schießen, das in der Nacht bei völliger Dunkelheit und schlechter Sicht stattfand und sich über ein Gebiet von 2ll-QuadrMieilei, erstreckte. Nach näherer Untersuchung des Vorialles wird die Schadenersatztrage selbstverständlich in einer den dänischen Schiffer befriedigenden Weise geregell werden.;• Explosion einer ungarischen Munitionsfabrik. Budapest. 12. August.(WTB.) In der Munitionsfabrik Man- s r e d W e i ß auf der In s e l Cs e p c 1 erfolgte heilte abend 7 Uhr eine gewaltige Explosion, die einen großen Teil der Gebäude in Brand setzte und zum Teil zertrümmerte. Die Flammen sind in einem Umkreise von 60 Kilometer sichtbar. Die staatliche Radioslotion ist beschädigt. Es sollen mehrere Personen getötet sein. vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". S-kchSktsft-Il«: Berlin 6 14, ScboftianBr. 37,38. Hof 2 Tr. Bafferlpsetabteiwng. gua Obersprce und Faltboot: Sonntag, d. l5., 3 Uhr. nachniittaas.«orsofabrt sämtlicher Boote. Pflichtvcranstal. tung. Anschlieäcnd Bcrfassungsfeur im Wendcnschloh.— FrieSrichshaia: So., d. 14.. nachm. Kit, Uhr. Webcrmicse. Eonntaa, d. 15.. 215 Uhr nachm., Nitskrin-r Pla*.— Tempelhos: Fr., d. 13..»Vi Uhr. Adrechnung der F°>t- vlatettcn im Geselllchaftohaus Maricndorf. Thausseestiaßc. So., d. 14.. 74« Uhr. Antreten Zum Fackelzua am Bhf. Tempelhos. Sonntaq, d. 1»., nachmittags 1% Uhr, Antrete» Jim Festumtu» am Bhf. Tempelhof. Nachmittags 4 Uhr Berfaffungsfeier im Gefetlfchaftshaus Maricndorf. Chauffeeftrahe. Konzert, Fcftrrdc. Ulttrio. Tan» und Beluftiaunaen aller Art. Eintritt 75 Pf. eiafchl. Tan».— Steglitz fJtreU» So., d. 14.. Antreten zum Fackelzug 8 Uhr Augusts- platz Lichterseide. Ztachziigler Handelplotz. Berliner«amerahen sind hiermit nochmals eingeladen.— Zeestow(Kteis): Beteiligung an der Verfafsungsfeicr des greises Köpenick. Di» Kameraden treffen sich lll.öv Uhr auf dem Wkihelm- platz tSiadtthcater» in«llpenick. Tambourtorps gleichfalls. Abmarsch daselbst 1 Uhr. Naineraden. di« am S2. August per Auto nach gehlendorf fahren wollen, mUsie» sich bis spatesten» Sonntag bei den ftanieradschaftsfuhrern melden.— Schöneberg-isriedenau: So., d. 14. 8 Uhr, Antreten Lichterfelde Sändewlatz»um SackeUug. Pflichtveraniialtung. Verfassungsfeiern des Reichsbanners. Enttprecheob den Anweisungen der Bundeslcitung finde» di« Kappt. Mrfaffnngsfrier» de» Reichsbanner« nm Sa., d. 14.. und Sauntag, d. 13.. statt. Am So., b. 14..»erauftaltet der greisnereiu Steglitz i«..Albrechts- Hof'. Rathnnsptatz I. sein« Berfaffungsfeier. der ein ga, im Etadtvark Spandau. Redner: Professor Hobohm.-- Wilmerstarf: Ab 4 Uhr im Biktoriagarten. Wilbelmsaue Redner: Äamerad Schriftsteller Breuer.— Zempelhos: 4 Uhr im Gesellschaftsbaus Morienborf. Cbauficestr. 305. Redner: Reichstagsabgeordncter Julius Moses.— Kipenick: Ab 4 Uhr im Restaurant Wcndenschloß. Redner: Kamerad Dr. Srundei.— Baukau»: Ab 4 Uhr bei Linder. Breit« Etr. 34. Redner: Dr. Mischler-Pots. dam.— Reinickendorf: Ad 3 Uhr im Seeschloß Hcrmodorf. Redner: Kamerad Aushiiuser. Sämtlich« Feier» finde» Im Rahme»»an BoNesefirn Mit Rufik-»nd che- sangoarträge», spartliche» Barfuhrnngr». ginbcrbeluftiannqen und sonstige» Unterhaltungen statt. Sief» Berauftaimngen des Reichsbanners, an denen teilzunehmen mir die Parteien und Oeroerkichalten ansgefordert haben, werde» den Abschluß der dieslährige» Perfaffunasseier» bilde». Pslau»eruerei» Re». Tempelhof. Sonntag. 13. August. Bolksfeft unter dem Motto:„dinft und jetzt".(Ein Fest»ug. ausgehend von der Bockdraueret, in welchem dir alte und dir neue Feit verkörpert wird, eröffnet dir Beranstaltung um 2 Uhr. Räch Eintreffen auf dem Festplatz Aufführung der Rinder sowie Artistengruppen. Fackelzug und Feuerwerk. Berband«olksgesundheit. Ortauerein Berlin. Freitage 13. Auaufi. 7 Uhr. Schul« Goßlerstr. tzl lnahe Warschauer Brücke). Diskussions-Zugendabend. Sinti- Rriegsfeier.— Am 15. August Sportsonntag in Müggelheim. Esperant». Berband(»rapata)«erli». Freitag. 13. August, tz Uhr.«0ll- ditmi Dobrln. Hockescher Markt: Monalsversammlun«. SSstr willkommen. Wetterbericht der SffenMchen Setkerdienftstelle fflr Verl!».(Aach Hr. vrrd.) Wechselttde BewSlkung. strichweise noch Regenschauer. Temperatur noch wenig geändert,«estliche Binde.—«r veusichland. Im Dsten stark bewölkt mit Regensöllen, sonst wechjelnde Bewolkmig. strich»eist noch Siegen. schau er, überall etwas wärmer. NOCH 6 PREISE! MAPK Brrrrrßi*! pKwEEpW ■�jANrn-n" Das berliner ZortbilüungsschulWesen.'l ii. Erweiterung der Aortbildungsschulpflicht. Leider sind noch drei Gruppen von jugendlichen Personen nach dem Orlsgeseg„vorläufig" von dem Besuch der Fortbildungs- !chulen befreit, nämlich die,„welche als Hausangestellte, als Haustöchter oder in landwirtschaftlichen Bc- l r j e b e n tätig sind". Erfreulicherweise ist aber hinzugefügt worden, daß„der Zeitpunkt durch Gemeindebeschluß festgelegt wer- den wird". Es ist auch nicht einzusehen, worum diese geringere Rechte haben sollen. Die hauswirtschastliche Ausbildung der Haus- angestellten und der Haustöchter läßt in vielen Haushalten zu wünschen übrig. Warum sollen sie nicht dieselbe theoretische und praktische Ausbildung in Erziehungskundc und in Säuglingspslege erhaltxn wie die kaufmännischen und gewerblichen Angestellten, Ar- beiherinnen und die weiblichen Angestellten? Sind die Housan- gestellten in reichen Familien tätig, in denen manche nahrhasten Lebensmittel oft verschmäht werden, weil sie billig sind(z.B. Heringe), und manche nur deswegen genossen werden, weil sie teuer sind(z. B. Kaviar), so müssen sie in den Fortbildungsschulen die Kunst lernen, billige und doch nahrhafte Kost herzustellen. Wie viele Hausfrauen wissen z. B. nicht, daß die in dem Verhältnis zum Aährwert billigsten Nahrungsmittel die Hülsenfrüchte sind? Ist es jür das„gnädige Fräulein" nicht auch von hohem erzieherischen Wert, wenn es mit„dem Dienstmädchen" ein- bis zweimal in der Woche auf der Schulbank sigt? Ist das eine Ergänzung der ge- Meinsamen Erziehung in der Grundschule? Der von der Genossin Hoppe in der Deputation gestellte Antrag, die Hausangestellten jegt einzuschulen, ist leider von den Bürgerlichen abgelehnt worden. Sie konnten ober die Notwendigkeit der Einschulung nicht bestreiten und erklärten, später auch für diese eintreten zu wollen. Auch auf die Einschulung der in den l a n d w i r t- schaftlichen Betrieben tätigen jugendlichen Per- s o n e n wird die Stadt Berlin, die in ihren Außenbezirken eine nicht geringe Zahl von ihnen hat, nicht dauernd verzichten können. ?!och dem"Ortsgesetz soll sich der Unterricht zwar aus 160 Stunden und 20 Wochen beschränken: dieser sollte aber auch bald eingeführt werden.« Die berechtigten Wünsche der Aortbildungsschullehrer. Wer dos Fortbildungsschulwescn fördern will, muß auch die berechtigten Forderungen der an den Fortbildungsschulen tätigen L c h r er unterstützen und dafür eintreten, daß diese hinter den Lehrern anderer Sch'ulgattungen nicht zurückstehen. Die Zahl der Hilfslehrer ist an ihnen sehr groß. Biele sind über<10, manche über 45 Jahre alt. An der mit einer Handelsschule und einer bäheren Handelsschule verbundenen kaufmännischen Fortbildungs» ichule in Neukölln sind von 28 hauptamtlich tätigen Lehrkräften nur '—6 angestellt. Daher ist es zu begrüßen, daß.der Magistrat fiirZ< (ich beschlossen hat, 78 L eh r er uhd Lehrerinnen av.zll- stellen. Der Ausbau des Aachschulwesens. Bei dem Ausbau des Fortbildungsschulwesens darf der des Fachschulwesens nicht vernachlässigt werden. Die Deputation nir das Berufs» und Fachschulwesen hat kürzlich beschlossen, den Kursus der Handelsschulen, der jetzt IVj Jahr umfaßt, a u f 2 Jahre auszudehnen. In 17 preußischen«tädteu ist dies längst ocschehen. Berlin ist in dieser Beziehung leider auch rückständig. Es ist ferner die Einrichtung einer elektrotechnischen Ab- l eilung in der Beuth-Schule auf Antrag der Verwaltung kürzlich >,on der Deputation beschlossen worden. Kürzlich hat sich dies- mit der Errichtung einer städtischen Krastfahrschule beschäf- tigt, ohne sie indes bisher beschlossen zu haben. Die Notwendigkeit einer solchen kann bei der großen Zahl der Unfälle nicht bestritten werden. Die privaten Schulen dieser Art reichen nicht aus. Die lausenden Kosten sollen durch das Schulgeld gedeckt werden: die einmaligen werden sich auf etwa 82 000 Mark belaufen. Eine Ver- zinsung und Amortisation dieser Summe ist bei einer guten Ent- Wicklung der Schule möglich. Damit aber alle bildungsfähigen m,d bildungswilligen jungen Männer die Handelsschulen und gewerb- lichen Fachschulen besuchen können, ist es vor allen Dingen nötig, die Zahl der Freistellen nicht auf eine bestimmte Z a h l z u beschränken. Bei den höheren Schulen hoben wir Sozialisten nach langen Kämpfen die Beseitigung dieser Einschrän- kung erreicht. Eltern haben wiederholt den Leitern von Fachschulen oegenüber ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck gebrocht, daß ibre Kinder auf dem Lnzeum oder der Realschule kein Schulgeld zu bezahlen hatten und auf der Handelsschule ein solches zu entrichten haben, obwohl die finanziellen Verhältnisse der Familie sich nicht gebessert haben. •) Vergleiche Stadtbeilage vom 29. Juli 1926. Kein Einsichtiger wird die von mir in dickem Aufsatze ausgestellten Forderungen für überspannt halten. Sie sind im Gegenteil sehr mäßig. Ich habe z. B. mit Rücksicht auf die schlechte Finanzlage der Stadt weder die Errichtung von Lehr- Werkstätten noch die von Wirtschastsschulen vorgeschlagen. Diese letzteren sind auf der Reichsschulkonferenz von dem Ausschuh für Fach- und Fortbildungsschulen gefordert worden: in ihnen sollen aufstrebende, bildungsfähige und bildungswillige Leute aus der werk- tätigen Bevölkerung im Alter von 20 bis 35 Iahren eine wissen» Ichastliche Ausbildung erhalten und besonders in Volkswirtschafts- lehre, Rechtslehre, Verwaltungslehre, Buchführung, Lcbenskunde und einer fremden Sprache unterrichtet werden. Dr. Erich Witte. Unfallgefahren im Haushalt. ' Die Gefahren für Gesundheit und Leben, die den im Haushalt tätigen Personen drohen, deßR Haussraucn sowohl wie den An- gestellten, sind zahlreicher und größer, als im allgemeinen an- genommen wird.. Zwar wissen wir alle von Verletzungen� die durch Fett- spriger, Wasserdämpfe, durch Ausrutschen van Messern, durch das Heben zu schwerer Gefäße, z. B."bei der Wasche, durch Sturz von der Leiter beim Fensterputzen usw. entstanden sind, von denen zähl- reiche Fälle zu dauerndem Siechtum oder gar zum Tode geführt haben. Trotzdem gilt der 5)oushalt als„ungefährlicher" Berufs- zweig, und seine Angestellten unterstehen nicht dem Unfallgesetz. In- sölgedessen werden die vorkommenden Uniäll« auch nicht registriert. Abgesehen.von besonders schweren Einzelfällen erfährt deshalb die Oesfentlichkeit nichts oder doch nur wenig von den Gefahren, die der Haushalt in sich birgt. Neuerdings ist eine neue Gefahrenquelle in Er- scheinung getreten: nämlich der elektrische Strom. Zwar wird für Haushalts.zwecke, Beleuchtung, Heizung des Bügeleisens Und der Koch- und Heizapparate fast ausnahmslos eine Verhältnis- mäßig geringe Voltspannung verwendet. Aber selbst diese kann zu schweren Gesundheilsstörungen, ja selbst zum Tode führen, wie aus den jetzt vorliegenden Berichten der Gewerbeaussichts- b e a m t e n für Preußen über das Jahr 1925 hervorgeht. Da die Fälle, über die hier berichtet wird, sich in jedem Haus- halt ereignen können, sei aus sie ausdrücklich aufmerksam gemacht, mit der Absicht, Haussraucn und Hausangestellten zur Warnung zu dienen. Aus dem Aufsichtsbezirk Berlin wird berichtet: „Unter den durch elektrischen Strom verursachten Unfällen waren wiederuin mehrere, auch tödliche, die beim Ein- und Aus» schrauben von Lampen von 220 Volt-Spannnng, also der üblichen Berliner Netzspannung, vorgekommen sind. Aller- dings standen die Verunglückten dabei aus Eise nmaste n." Daß aber allein schon das Anfassen des nicht gut isolierten Um- sassungsringes mit feuchten Händen, Stehen auf feuchtem Boden usw. zu tödlichen Verbrennungen und schweren Lähmun- gen führen kann uich geführt hat» wird wiederholt aus Aufsichts- bezirken üeskgestellt.. Aufklärend und lehrreich, dürfte folgende SchilderichW-jK« der G r em z m a r k Posen— W e st p r e u ß e n sein: Ein Elekiroiriftallationslehrling,"der auf dem feuchten Boden einer Waschküche stehend, die Glühlampe, des Raumes< gegen eine von höherer Kerzenstärke auswechseln wollte, wurde durch den elektrischen Strom getötet. Nach Entfernung der lieber- glocke hatte sich auf der Glühlampe Wasserdampf niedergeschlagen, da der ganze Raum mit solchen Dämpfen ausgefüllt war. Die Oberfläche dieser Glühlampe war auf diese Weise leitend geworden. sie stand also unter der gleichen Spannung wie das Gewinde der Glühlampe. Als der Lehrling die Glühlampe berührte, bot daher der Körper des Verunglückten unter Berücksichtigung des feuchten Fußbodens einen guten Leiter für den elektrischen Strom. Die Lampe wurde mit Wechselstrom gespeist. Die Spannung betrug 220 Volt mit Nulleiter." Aus dem Aufsichtsbezirk Düsseldorf wird sogar von einem tödlichen Unfall durch Berühren einer 110 Volt-Spannung bc! Regenwetter berichtet. In der feuchten Waschküche, im Baderaum, ja in jedem anderen Räume der Wohnung, und besonders in der Küche, können sich ähnliche Up- falle ereignen, wenn über die Gefahren, die der elektrische Strom verursachen kann, nicht genügend Aufklärung verbreitet wird. Ganz besonders wichtig dürfte zu wissen sein, daß Nässe und Feuchtigkeit gefährlich werden können, weil sie gute Leiter sind. Keinesfalls dürfen elektrische Leitungen mit nassen Händen berührt werden. Reltungshilssstellen im Bezirk Irepiow. Im Dezirk Treptow befinden sich folgende Rettungshilfsstellen: Alt-Glienicke, .Köpenicker Straße 19: Adlershof. Hackenbergstraß« 14: Johannisthal. Friedrichstraße 58: Niederschöneweidc, Grünauer Straße 9(Feuerwache): Oberschöneweide, Luisen- stroß« 33: Treptow- Nord. Wildenbruchftraße 38/39: Trep- tow-Süd, Ernstskraße 14— 16. Serlins Jremöenverkehr im Juli. lieber tausend Fremde mehr als im Juni. Nach einer Zusammenstellung im Einwohnermeldeamt' des Polizeipräsidiums Berlin wurden im Juli 134 446 Frc nrdp (gegen 133 081 im Juni) gezählt. Davon entfielen die meisten aus das Polizeiamt Mitte, wo sich die großen Hotels und Pensionen befinden, nämlich 76 360(76 467), dann folgten die Polizeiämter Kreuzberg mit 28 922(27 910), Eharlottenburg mit 8862(8691),'Tiergarten mit 8716(8203) und Friedrichshain mit 7417(7930) Fremden. Die wenigsten Gäste wiesen die Polizeiänitcr Pankow (22), Treptow(17), Weißensce(17) und Tempel Hof(1) auf. Bon den 134 446 Fremden waren 21712(20 882) Ausländer. Dävon stammten aus Albanien 2(2), Andorra 270), Belgien 80(118), Bulgarien 77(50), Dänemark 1354(1019), Danzig 1127(1088), Estland 163(214), Finnland 275(583), Frankreich 256(363), Georgien 20(12), Griechenland 126(96), Großbritannien 1295(1109), Island 13(6), Italien 293(371), Jugoslawien(Serbien, Kroatien, Slowenien, Montenegro) 75(100), Lettland 445(414), Liechtenstein l(2), Litauen 242(236), Luxemburg 4(21), Memelgebiet 55(51), Niederlande 867 (988), Norwegen 284(428), Oesterreich 1568(1799), Polen 1317 (1579), Portugal 24( 20). Rumänien 314(377), Rußland 755(818). Schweden 1506(1675), Schweiz 686(602). Spanien 151(173), Tschechoslowakei 1117(1099), Türkei 112(102), Ukraine 40(53), Ungarn 588(669), Afrika 48(49), Argentinien 128(142), Chile 38 (42), Mexiko 44(39), aus den Vercinigien Staaten von Nordamerika 5356(3591), aus sonstigen amerikanischen Staaten 275(206), aus China 57(55), Japan 206(206), aus sonstigen asiatischen Staaten 120(103), aus Australien 38(17), staatenlos 175. Frcibaden in der Stadt verboten. Eine Beschwerde des Reichsverbandes der Dxutschen Privatschiff- fahrt hat dem Kommandeur der Berliner Schutzpolizei Veranlassung gegeben, die ihm unterstellten Aussichtsbeamten auf die Polizeiver- ordnungen hinzuweisen, die sich mit dem Baden im Freien und dem Schutz der Schiffahrt befassen.— Die Beschwerde hebt hervor, daß sich besonders an der O b e r b a u m b r ü ck e, an der I a n n o w i tz b r ü ck c und an der B r o in m p b r ü ck c während der verkehrsreichen Stunden zahlreiche Schwimmer auf der wpree bewegen und an den Brückendurchfohrten eine ernstliche Behinde- rung der Schiffahrt verursachen. Verschiedentlich werden auch die an den Usern verankerten Kähne als Absprungftcllc benutzt. Auch ist wieder die Beobachtung gemacht worden, daß von den Brücken aus die durchfahrenden Schiffe von Kindern mit Steinen beworfen werden. Die Polizei wird gegen diese Freibäder in der Stadt mit aller Schärfe vorgehen. Die Tvberkulosesürsorgestelle Neukölln im Zahre 1925. Im Jahre 1925 hat die Tuberkulosesürsorgestelle Neukölln fast. 80 Pro.z. der an Tuberkulose im Bezirk Neukölln Verstorbenen vor ihrem Tod« in der Fürsorge ersaßt: im Jahre 1924 waren es fast 70 Paoz., 1923 50 Proz., 1922 dagegen nur 23 Proz. Die GesamtsterbliDeit an Tuberkulose ist im Jahre 1925 dieselbe geblieben(367 Fälle) wie im Jahre 1924(368 Falle), während die Sterblichkeit im Jahre 1923 höher war(468 Fälle). Es ist also im Vorjahre erfreulicherweise 4m Bezirk Neukölln die Sterblichkeit an Tuberkulose ni ch t gestiegen. Dagegen Hot die Zahl der Tuberkulose� k r a n k e n, die sich in Fürsorge besairdcn, wiederum gegenüber 1924 und 1923 zugenommen: 1925 standen 2222 onsteckuugsfähige Tuberkulöse in Fürsorge gegenüber 1902 Kranken im Jcchrc 1924 und 1550 im Jahre 1923. Eine wesentliche Verbreitung der Tuber'. kulose innerhalb der Neuköllner Bevölkerung kann jedoch hieran? nicht abgeleitet werden, vielmehr geht aus diesen Zahlen nur die bessere Erfassung der tuberkulös Erkrankten seitens der Tuberkulose- fürsorgeftelle hervor. Erössnung einer zweijährigen höheren kmndelsschule. Die Depu- tation iür das Berufs-, und Fachschulwesen beabsichtigt zu Michaeli? 1926 eine zweijährige höhere Handelsschule(Förderklosse) mit>6 Wochcnstundcn für begabte ehemalige Berufs- und Handels- schüler(innen) zu eröffnen. Die Schüler(innen) können nebenher be- ruslich tätig sein. Die Aufnahme in der Färdcrklassc wird abhängig gemacht von dem Bestehen einer Aufnahmeprüfung. Zu derselben werden zugelassen: 1. Ehemalige Schüler(inncn) der kaufmännischen Berufeschule, die z) die Schule laut Abgangszeugnis mit gutem Erfolg durch. lausen, b) sich jm Deutschen und in einer fremden Sprache weitergebildet c) und sich in vierjähriger kaufmännischer Tätigkeit bewährt haben. 2. Ehemalige Schüler(innen) einer anerkannten Handelsschule, die a> die Handelsschule laut Abgangszeugnis mit gutem Erfolg durchlaufen, d) sich im Deutschen und in einer fremden Sprache weitergebildet c)i> Dose Vi Kirschen ohne siein... 1.15 Konden«. Vollmilch 0�5? 0.35 Pflaumen lÜelo 0.85 sfein 0.70 Sprotten In Oel dos« 0.40 Senfgurken«ur-Dose2.75 Heringe i'«iitoni,i.Tomaien 1.35 Tafelöl f lasche 0.60 0.90 1.50 Rindfleisch Im eigenen San 1,40 Olivenöl»ose 0 CO 1.50 2.95 Gulasch Dose 0.75 1.40 Vnniüftron Erdbeeren, Kirsch. 1 Johannis.| liCuliluTcU Elmer Aprlkes, OrsnSea 1 15 beeren IM Pflaa Ken 90 Fische Seelachs£?* u. Dorsche"-»<> 15». Kabeljail obB* Sopl,«an sc FiMbs... Plmad 20 rr. Rotbars«Sne Kopt.......... PI and 25 tt. Frische Hechte....... Ph»d,o« 902 Lebende Aale............. i«»« Lebende Krebse...«<» 65" Käse u. Butter Kömmelkäse schies, pro. 0.38 Limburger..... Pfund 0.48 Stangenkäse Aii?au. p». 0.53 Gouda dünisdicr..Pfund 0.78 Edamer...... Pfund O.SO Steinbuscher1 Bicrhlte 0.S5 Mund Tilsitnr rollfetl o. danisch- 1 no • ll8ller Schweiler. Piund'■uö Schweiler bayrischer. Pfd. 1.50 Emmentaler schier, pm. 1.60 Margarine..... Pfund 0.56 Molkereibutter p.k.o.w 0.85 Tafelbutter.... Piund 1.90 Kolonialwaren u. Puddings Tafelreie...... ptund 0.24 Puddingpulver ni.v«niiie- AiisTiirmehl br.mrt n Ofi undMsndel-Oesehmsck.Prd. 0.48 Auszugmehl.... Pfund 0.26 Ro1e e�.s.uiver Pfd. 0.72 Weizengrieß.... Pfund 0.28 Saucenpulver«zes»maa. 0 72 lava Vollreis..- Pfund 0 32 Makkaroni(Brndo piund 0.44 Schokoladen-Speise, mll gehackten Mandeln, Pld. 1. 10 HollSnd. Kakao 35 p<- um JOet Konsum'Pralinen pf�nd 0.25 Konfekt-Melange'/«pm. 0.25 Frisches Fleisch duerrippe Schmorfleii pt ............ Pfand 80 Pt- .9—�0. und Roastbeef p, .jtslSCn mit Knochen... Pfond MS Pt. Kalbskamm u. Brust----p»»-- 85». Kalbsnierenbraten....."«><> SO«. Kalbskeule«»»«>d•..«>-»«> 95 p«. Schweinebauch u. Blatt Im Schweineschinken u.Kamm, Pfd. Kaßler Rippspeer u, Kamm«- 1 ,, Fettes Ochsenffleisch«<»<> 55«. Obst u. Gemüse EObirnen■.«ud Weißkohl.. Pfund 2pt Birnen M,ul"pf�5 12 pt Wirsingkohl«d. 3pt Hangebirnen 13 pt Rotkohl...pomd 4pt Eßäpfel"""'fand 20 pl Rhabarber«"><> 5pt Pflaumen Ua« 20 Pt Schlangen-Ourktnn. 8» Pfirsiche pf-»d 22 pt Grüne Bohnen pm. 9 m. Aprikosen PfoBd 40 Pf. Schmorgurken pid. 12 Pt Zitronen �"on 35 � Blumenkohl Kol," 10 � Räucherwaren Fettböcklinge pm. 0.24 0.35 Sprotten...... Pwnd 0 64 Schellfische... Piund 0.40 Aale.........»und 0,48 Seelachs......«und 0.40 Aale..... pfund VOD 2.35 od Gebrannter Kattee Äi Konsum-Mischung Pfund 2.40 Haushalt Misch, pmnd 2.60 Globus-Mischung Pfund 3.80 Sonder Mischung Pfund 3 00 Residenz-Misch. Pfund 4.20 Olympia-Mischung Pid. 3.40 Elite-Mischung.«und 4.60 Spezial Mischung mit«»,« Bohnenkaffee, Pfund 0.76 mit 40«* 1.20 Wurstwaren Landleberwurst-Pfund|.|5 Speck fef> o. b«««-. Pfd. 1.50 Roiwurst...... Pfund|.I5 Jagdwurst..... Pfund 1.55 Gefüllt. Schinken«und 1.40 Feine Leberwurst Pfund|.65 Knoblauchwurst Pfund 1.40 Westf. Plockwurst Pfund 1.65 Polnische Wurst Pfund 1.50 Zervelat u. Salami P'und 1.80 Mettwurst an u.DSd,vpefund 1.50 Schinkenspeck.. Pfund 2.00 Rosen ihalcr Sir., KCnlgsir. a. Morllzplalz: Sülzwurst pie 0.95 Oampfwurst Pfd. 1.20 Teewurst Pfd. 1.80 Geflügel u. Wild Junge Gänse..........««.de«. SS» Holland. Hühner f-»-. pf«.d ea» i,,«. Poulets................. Piund ron 1 40 an Hirsch-Ragout..........«and zg« Hirsch-Blätter, Rücken u. Keulen billigst Wein Preise für Vi flAsdte eins&iXirUUdt Berliner Qetr&nkesiener, ohne Qlos Edelaptelwein 0.55 1922 Enkircher Tiach- und Bowlcnmos«! U./y 1924 PianigerRosenbo.„ »um?, mild 0.85 1922 Aldegund.Palmbg., nrt »tahllger Tlschmoscl I.UU 1923 Forster Straße, lieblicher Pfälzer 1.15 1922 Trittenheimer Saarley »Uffljf,(ordernd|.|5 1921 Bullayer Herrenwald bluralc, voll|,35 1924 Liebfraumilch, n feine Art und 6üßc l«OU 1921 DhronerHengelbg., (lacoby; gute Mosclarl l./ü 1918 Me'doc �D&»u, 1.25 1921 Mettenheim. Micheiberg Wachst. Mulh, rhcln. Rotwein 1.65 TarragonaRotsun.voragi. I.I0 Himbeersaft_ on �,.. sein,>, PI. 0.80 U PI. 1.40 Deutscher Weinbrand... .Bio- 2.90 Verschiedener Wein vom Faß Nr. 37S ♦ 43. Jahrgang 2. Heilage öes Vorwärts Noch ein baperijcher Jememoröftanöal. Der Fall Dobner. Genosse Felix Fechenbach schreit uns: Im November 1S20 feierte die damals m München erscheinende, von der bayerischen Einwohnerwehr(E. W.) mit Geldmitteln unter- stützte Zeitschrift„Die Rote Hand" den Mörder des Genossen Kurt E i s n e r, den Grafen Arco-Dalley, als den National- Helden, der den Grundstein zum Wiederaufbau Bayerns gelegt Hab«. Daß man auch in der bayerischen Einwohnerwehr den Mord als Grundstein zum Neuaufbau des Staates ansah, geht schon daraus hervor, daß unter Leitung des Oberleutnant B ra u n die Wirtfchafts- stelle der Einwohnerwehren zugleich ihre Mörderzentrale war, die den Fememördern alles Nötig«(Autos, Waffen usw.) zur Der- fügung stellte. Sie hatte im Bedarfsfall« auch dafür zu sorgen, daß die Mörder dem Zugriff von Polizei und Justiz entzogen wurden. Dabei ergab sich ein verständnisvolles Zu- fammenarbeiten zwischen E. W. und bestimmten amtlichen Personen und Stellen. Neben den bayerischen Fememorden an dem Dienstmädchen Sandmayer, am Kellner Härtung und an dem Landtags- abgeordneten, Genossen Karl Gareis gehört der Mordversuch an dem ehemaligen Reichswehrsoldaten Dostner zu den schlimmsten Polizei- und Iustizskandalen in Deutschland. Dobner, der mit einem Dolmetscher der Ententekommission Georg P racher in Verbindung stand, war von diesem mit Einwohnerwehrleuten bekannt gemacht worden, die Interesse für Wafsenlager hatten. Dobner wußte von einem solchen Lager in Mirstofen und sollte es den Beauftragten der Einwohnerwehr gegen Bezahlung von 3000 Mark zeigen. Totter- sallbesitzer und früherer Oberleutnant B ö hm stellt« zu diesem Zwecke sein Auto zur Verfügung. Am späten Nachmittag des 20. Oktober 1920 fuhr dann Dobner zusammen mit den Studenten Schuster und B e r ch t o l d vom Hauptbahnhof in Mächen in Richtung auf Freising im Auto ab, angeblich zur Besichtigung des Waftenlagers. Das war selbstverständlich nur ein V o r w a n d, denn Mirskofen > war«in altes Waffenlager der E. W., das sich die beiden Studenten nicht erst von Dobner zeigen lassen mußten. Dobner war aber aus den Schwindel hereingefallen und wußte nicht, daß die Fahrt nur unternommen wurde, da- mit er im Auto ermordet werden könne. Sobald es dunkel geworden war, fielen die beiden Studenten mit Totschlägern über ihn her. Nach dieser„Bearbeitung" stellt« sich Dobner tat. Er wurde nun mit einer Taschenlaterne beleuchtet und Schuster sagtet „Der ist schon hin! Dos Schwein blutet. Mt dem hat es lange gedauert, derhotein zähes Leben." Schuster wollte ober sicher gehen und schlug vor, den Dobner noch mit der Hand zu drosseln, aber Berchtold erklärt«, er habe «inen Strick dazu. Der wurde dam Opfer nun um den Hals gelegt und Dobner konnte sich nur dadurch vor dem Erwürgtwerden retten, daß er zwischen Strick und Hals seinen Finger schob, in der Dunkelheit den Strick zu seinem Mund bracht« und ihn mit den Zähnen durchbiß. Der Chauffeur Leutnant N e u n z e r t fragt« nach rückwärts:„Seid ihr sicher, daß er tot ist?" Das wurde bejaht und man vereinbarte, den Dobner hinter Freising hinauszulegen. Inzwischen hotte sich der Todeskandidat freigemacht und war aus dem fahrenden Auto gesprungen. Der Mord war mißlungen. Als am anderen Tag die Polizei durch ihre Einwohnerwehr- Vertrauensleute von dem Vorfall erfuhr, begann«ine wilde Jagd,— aber nicht auf die Mordstudenten—, sondern aus Dobner! Er wurde von einem Heer von Krimialbeamten und Spitzeln durch all« Vororte Münchens von einem Versteck zum andern gehetzt und wandte sich schließlich hilfesuchend an den Abgeordneten Karl G a r e i s, der dann zusammen mit Genossen Timm die Einsetzung eines parla- mentarischen Untersuchungsausschusses im Landtag durchsetzte. Da aber die Einwohnerwehren sich des besonderen Schutzes der bayerischen Regierung erfreuten und Beamte der Münchner Polizei mit Recht beschuldigt waren, in die dunkle Affäre verwickelt zu sein, hatten die bürgerlichen Parteien des Landtags ein größeres Interesse an der Vertuschung, als an der Aufklärung des Falles. Die beiden Mordstudenten, von denen der ein«— Schuster— Mitglied der Deutschnationalen Volkspartci war, standen in engster Beziehung zur Polizei und die Waffengeschäfte der E. W. wurden unter Assistenz von Offizieren desWehrkreiskommandosderReichswehrundvon Beamten der Polizeidirektion München ausge- führt. Dabei bediente sich die Polizei auch des bei der Entente- kommission beschäftigten Georg Pracher, der Dobner mit den Mördern bekannt gemacht hatte. Interessant ist es, zu erfahren, wie Pracher dazu kam, der Polizei bei ihren Wafsengeschäften Dienst« zu leiestn. Er erfuhr durch seine Tätigkeit bei der Ententekommission von manchem Waffenlager und teilte sein« Kenntnisse aktiven Offizieren mit, unter anderem auch dem des Mordes an der Sondmayer und am Abgeordneten Gareis verdächttgen früheren Leutnant S ch w e i k a r t, der ihn dafür bezahlt«. Eines Tages wurde Pracher ängstlich und fürchtete, er könne sich strafbar machen. Darauf erklärte ihm Schweikart: „wenn Sie verhastet iverden und zur Polizei kommen, werden Sie sofort wieder enllasscn."t!) Pracher wurde taffächlich wegen semer Wafsengeschäfte verhaftet. aber auf Intervention des Schweikart gegen das Versprechen, nunmehr der politischen Polizei zu dienen, wieder entlassen. Seitdem worder Ententeogentim Spitzeldien st für Waffengeschäfte der Münchener Polizei tätig undwurde dafürbezahlt. Als aber die Geschichte durch den mißlungenen Mardanschlag auf Dobner brenzlich wurde, ließ die Polizei ihren Spitzel fallen und verhafteteihnwegenseiner Beziehungen zur Ententetommission, die der PolizcibisdahinAnlaßwaren.ihnzubeschäftigen und z u bezahl« nl Auch Dobner, der ermordet werden sollte, wurde verhaftet, nicht aber der Mörder Berchtold. Schuster war noch ein paar Tagen Hast wieder freigelassen worden. Die Polizei verkündet« dann in der Press«, daß Dobner des Mordes an der Sandmeyer verdächtig sei. In Wirklichkeit hatte er von dieser Angelegenheit keine blasse Ahnung. Im Landtag verstanden Regierung und bürgerliche Parteien recht geschickt, die Untersuchung des Mordsalles und die Aufklärung der Beziehungen der Polizei zu den Waffenschiebern und Mördern zu sabotieren und am 12. Januar 1921 kam es dann zu einer Verhandlung vor dem Münchener Schöffengericht gegen Pracher, Dobner und einige ander« Angeklagte wegen „Verrats militärischer Geheimnisse". Pracher wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, Dobner freigesprochen. Während des Prozesses hatte das Gericht all« Fragen der Verteidi- gung, die sich auf die Tätigkeit des Leutnants Schweikart bezogen, nicht zugelallen. Ebenso wurden all« Beweisanträg« abgelehnt, die Licht in dieGnerkwürdig« Roll« hätten bringen können, die die Polizei in der ganzen Angelegenheit gespielt hatte. Der ehemalige Ober- leutnant Böhm— bei dem übrigens S ch w« i k a r t beschäftigt war— hatte große Summen für die Waffengeschäfte zur Verfügung gestellt, in seinem Auto sollte Dobner ermordet werden, er war also an dem Mordanschlag beteiligt und wurde trotzdem vereidigt als Zeuge vernommen. Der Verteidiger fragte Böhm, warum er die in München erscheinende USP-Zeitung„Der Kamps" nicht verklage, da doch in diesem Blatt gegen ihn der Vorwurf des Mordes er- hoben wurde. Der Zeuge gab keine Antwort. Dos Gericht kam ihm sofort zu Hilfe und ließ die Frage nicht zu. Böhm atmet« erleichtert auf. frektag, 13. ftugust142H Die beiden Mordstudenten wurden nicht im gleichen Prozeß mitoerhandelt, sondern in«inem besondcren Ver- fahren in Freising. Der Prozeß fand am 25. Januar 1921 vor dem Schöffengericht in Freising statt. Kennzeichnend für die Ein- stellung des Gerichts ist folgender Vorgang: Der Angeklagte Berchtold erklärte unter anderm, er habe mit Oberleutnant Böhm im Der- schieben von Waffen noch nie zusammengearbeitet. Daraus fiel ihm der Vorsitzende in die Rede:„Es handelt sich doch nicht um Ver- schieben! Es handelt sich doch um Rettung der Waffen vor unseren Feinden!" Dobner, der aus unaufgeklärten Gründen in„Polizeihaft" war, wurde unter Eid als Zeuge vernommen. Er schilderte wahr- lzeitsgemäß den Hergang des Mordversuches, während die Ange- klagten sich nach Möglichkeit herauszulügen versuchten. Unter anderem konnte sich Schuster„nicht erinnern"(I), daß er gesagt habe, bei anderen sei es schneller gegangen. Die Verteidiger der Mörder und der Amtsanwalt nahmen nun Dobner in ein Kreuzverhör, um ihn in Widersprüche zu oerwickeln und seine Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Dobner blieb aber bei seiner eidlichen Aussage. Das Verholten des Amtsanwalts war so merkwürdig, daß man überhaupt nicht mehr wußte, wer in diesem Prozeß die Anklage vertrat. Der interessanteste Zeuge war Oberleutnant Böhm, der schon im Pracherprozeß in München vernommen worden war. Er hatte das Mordauto gestellt und dem Pracher 1000 Mark für das Wafsenlager bezahlt. Da sein Auto am Abend nicht mehr zurückkam, ging er am andern Morgen zu Polizeisekretär Glaser(!) und erkundigte sich nach seinem Wagen. Gloser war in die ganze Angelegenheit eingeweiht, wußte aber angeblich nichts von dem Verbleib des Autos. Böhm schilderte nun als Zeuge, daß Pracher dazu gekommen fei und sehr erregt nach Dobner gefragt habe.„Da Pracher sehr aufgeregt war, gab ich ihm weitere 1000 Mark." Das Gericht fand es scheinbar in schönster Ordnung, daß solch« Gespräche in einem Polizei- bureau geführt wurden, und kam gar nicht auf den Gedanken, daß die 1000 Mark Schweigegeld gewesen fein könnten. Glaser wurde übrigens nicht als Zeug« geladen. Ebenso hott« man auf alle anderen Zeugen verzichtet, die Berchtold und Schuster be- l a st« n, oder die merkwürdigen Beziehungen der Münchener Poliz« aufdecken konnten. In seinem Plädoyer beantragt« der Amtsanwalt gegen jede» Angeklagten wegen Körperverletzung und Bedrohung 6 Wochen Ge- fängnis. Von Mordversuch war keine Red«. Seine wesentlichste Tätigkeit richtete der Amtsanwalt» aber gegen den Zeugen Dobner, dessen Glaubwürdigkeit er herabsetzte und gegen den er schließlich Haftbefehl wegen Verdachts des Meineids beantragte. Dobner war der gefährlichst« Zeug« für die Angeklagten. Seine Aussoge mußte deshalb entwertet werden. Das Urteil lautete dann gegen die beiden Angeklagten Schuster und Berchtold wegen je eines Vergehens der Körperverletzung aus je 150 Mark Geldstrafe und wegen Bedrohung auf je 100 Mark Geldstrasc. Gegen Dobner wurde Haftbefehl wegen Verdacht des Meineids erlassen! Damit war der Ankläger zum Angeklagten gestempelt. Dobner blieb einige Zeit in Haft, wurde aber dann wieder freige- lassen. Das Meineidsverfahren ist nie durchgeführt worden, weil Dobner unter Eid die Wahrheit ausgesagt hgtte. Aber der Haftbefehl hatte seine Schuldigkeit getan. Dobners Aussoge wpr entwertet, die Angeklagten hatte man für glaubwürdig erklärt und man brauchte sie nicht wegen Mordversuchs zu verurteilen. Sechs Wochen später beteiligte sich dann der in Freising vom Mordverdacht gereinigte Berchtold und Leutnant V e u u z e r t. der das Mordauto beim Ueberfall auf Dobner gelenkt hatte, an der Ermordung des Kellners Härtung in Zusmarshaufen. Damit die Sache aber nicht noch einmal schief gehe, wurde Härtung von elf Revoloerkugeln durchbohrt. Man hatte aus dem Fall Dobner gelernt. Wie die Mörder des Hortung dann ihrer gesetzlichen Strafe entzogen wurden, ist bereits bekannt. Der Abgeordnete Karl G a r e i s, der den Mördern und ihren Hintermännern durch sein« Enthüllungen gefährlich wurde, wurde dann am 9. Juni 1921 im Auftrag der Münchener Mörderzentrole ermordet. F. KÜKENTHAL VlCi% o�eTC \jv .<.««• Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. Für eine Verkürzung der Arbeitszeit. Die Hoffnung, daß in diesem Jahre sich langsam«ine U« b e r- Windung der Wirtschaftskrise anbahnen würde, muß als trügerisch bezeichnet werden. Aus den Kreisen von Industrie und Handel, überall da, wo mit kritischem Blick Ausschau gehalten wurde, wird immer wieder betont, wie wenig Anzeichen vorhanden sind, die auf eine Besserung der Konjunktur deuten, und man sieht mit großer Sorge dem kommenden Winter entgegen, der uns wahr» scheinlich eine Verschärfung der Krise bringen wird. Selbst die gewiß nicht unbedeutenden Notstandsmaßnahmen in Reich, Staat und Gemeinden werden keine so groß« Zahl von Arbeitskräften beanspruchen, um die Arbeitslosenziffer auf ein erträgliches Maß hcrabzudrücken. Man findet sich deshalb wohl oder übel mit dem Gedanken ab, daß für die nächsten Jahr« noch dauernd mit einer großen Arbeitslosigkeit zu rechnen ist. Viele« spricht für diese Auffassung.— Die Industrie hat sich verhältnismäßig schnell mit der Situation abgefunden. Die Ein- st e l l u n g auf die gegenwärtige langandauernde Krise beruht im wesentlichen darauf, daß besonders von der Großindustrie ein« Iusammenfasiung der Betriebe, Stillegungen, Syndikate und Kartellorganisationen betrieben wurden. um im Endergebnis die Produktion mehr dem gesunkenen Bedarf anzupasien. Die Finanzierung dieser Operation erfolgt nicht ohne Opfer. Schon jetzt aber hofft man, daß die dioidendenlose Zeit vorbei ist, und die Börse hat dafür das richtige Gefühl, indem sie die Kurse stetig heraufsetzt. Diese Neuordnung stößt sich nicht an dem Arbeitslosen» Problem. Sie ist nur dem Streben entsprungen, eine gesicherte finanzielle Basis zu finden, um aus eigenem die Loslösung von dem wirtschaftlichen Druck zu betreiben. Die Kräfte sind stark ge- nug, das Ziel zu erreichen; sie bilden im Wirtschaftsgetriebe eine Macht für sich. Ist die Umstellung in der Groß industrie eine planmäßige, die sich nicht leicht und ohne Verluste durchsetzt, so ist die Lage der mittleren und kleinen Betriebe viel bedrohlicher, da ihnen die Hilfsmittel gleicher Art nicht zur Verfügung stehen. Die R e i n i g u n g s k r i s e ist hier noch nicht beendet, das Unheil wird weiter fortschreiten. So ist im gewissen Sinne das Schicksal des Kleinbürgertums mit dem der Arbeiterschaft oer- knüpft, ihr« Aussichten sind gleich trübe. Das Kennzeichen dieser Entwicklungsepoche ist, daß die in der Inflationsperiode zusammengerafften Unternehmungen, die in großen Konzernen plan- und ziellos eingebracht wurden, nun erst ihren organisatorischen Schliff bekommen. Ueberflüssiges ist beseitigt, zu schwache Gebilde sind zusammengebrochen, aber der Rest entwickelt sich zu einer kräftigen Neugestaltung in der Betriebs- iührung der Produktionsweise. Dieser Prozeß hätte sich viel schneller vollzogen, wenn nicht der starke Kapitalmangel, die Kreditnot, die Umstellung ver- langsamt und erschwert hätte. Gewiß, wir sind noch nicht am Ende dieser Entwicklungsepoche, aber wir sind sehr rüstig voran» geschritten, und ein Aufhalten gibt es hier nicht mehr. Der organi- satorische- Aufbau in der deutschen Industrie ist nie rückständig gewesen. Was sich hier im Zusammenschluß der Unternehmungen in Konzernen, Syndikaten und Kartellen zeigte, mag nicht das amerikanische Beispiel erreichen, aber es steht wohl an e r st e r Stelle neben den übrigen Industriestaaten. Man darf sogar be- haupten, daß die deutsche Industrie führend ist in dem Bemühen, die kapitalistische Herrschaftsau-dehnung und«ine Ausgleichung der Gegensätze auf dem internationalen Markt herbeizuführen.— internationale. Kartelle, die eine Preisfestsetzung be- stimmen, Absatzgebiete verteilen, sind ins Leben gerufen. Ihre Machterweiterung wird mit Eifer und Geschick betrieben. Mit dieser Entwicklung ging die technische und organisatorische Umstelliing der Betriebe Hand in Hand, um eine höhere Leistungs- fähigkeit in der Produktion zu erzielen, eine Wandlung, die not- wendig wurde, aber im wesentlichen auch zu Lasten der Ar- beiter ging. Jede neu« Maschine, jede Mechanisierung der Ar- beitstätigkeit, jeder Zusammenschluß zu großen Konzernen macht Arbeitskräfte überflüssig, sleigerk die Arbeiksloslgkeil. Die Tatsache wird niemand leugnen.— Nun ist aber das Absatz- gebiet nach innen und außen beengt sowohl durch die politische wie durch die wirtschaftliche Neuordnung. Der Ausdehnung des Auslandsmarktes stehen große Hemmungen entgegen. Auch mit den Handelsverträgen werden wir eine Besserung nur in bescheidenem Umfang durchsetzen. Der Krieg hat in den europäischen Staaten eine Verarmung der Völker herbeigeführt, die nur langsam beseitigt werden kann, um nur die ehemalige Konsumsähigkeit wieder zu erlangen.. Dazu kommt, daß zu keiner Zeit die industrielle Entwicklung in den Staaten, die früher ein günstiges. Absatzgebiet für uns boten, so ge- fördert wurde wie in den letzten Jahren. Durch hohe Schutz- zöll« wird die Einfuhr nach den Staaten erschwert, wenn nicht für bestimmt« Waren unmöglich gemacht. Vicht Freiheit der Bewegung aus dem Weltmarkt, überall Eia- engung und Rückgang! Wir aber brauchen bei der technischen Entwicklung, der unausgesetzten rapiden Steigerung der Produktionsleistung, ein« im gleichen Tempo zunehmende Aufnahmefähigkeit des inneren und des äußeren Marktes. Am Inlandsmarkte wird die Notwendigkeit der Erweite- rung seiner Ausnahmefähigkeit von keiner Seite bestritten. Der Reichsverband der Deutschen Industrie will sie erreichen durch niedrige Löhne und lange Arbeitszeit. Das heißt also in einer Zeit, in der durch die Rationalisierung der Betriebe Tausende von Arbeitskrästen frei werden, die Zahl der Arbeitslosen weiter er- höhen, da durch oermehrte Leistung des einzelnen weiter Arbeits- kräfte überflüssig werden. Zugleich aber wü»de man den Konsum der großen Masse durch niedrige Löhne herabdrücken. Wir haben gegenwärtig etwa 2 Millionen Arbeitslose und IVi Millionen Kurzarbeiter. Das bedeutet, daß mit den Angehörigen rund 10 Millionen Menschen in ihrem Konsum beschränN sind auf den allernotwendigsten Bedarf an Lebens- Mitteln; alle Ansprüche an Kleidung, Wäsche. Hausrat müssen zurückgestellt werden. Diese tO Millionen Menschen sind ein Sechstel der deutschen Bevölkerung. Drosseln wir nun noch den Bedarf der übrigen, dann kann nun und nimmer die Krise behoben werden. Das Problem war und ist, durch Rationali- sierung und Verlängerung der Arbeitszeit die Warenpreise zu senken und von dieser Seite den Konsum zu heben. Ist das er- reicht?— Der Lebenshaltungsindex weist seit dem Januar 1925 bis zum Juni dieses Jahres keine Steigerung der Kaufkraft auf. Die Crstarkung der Industriekonzerne und die Zollpolitik der Agrarier wirken einer dauernden Preissenkung entgegen. Nun ist uns vielfach da» amerikanische Beispiel zur Nachahmung empfohlen. Es kann auf die Formel ge- bracht werden: niedrige Warenpreise hohe Löhne, kurze Arbeitszeit, Erweiterung des Innen- Marktes durch Hebung des Massenkonsums. Volkswirtschaftlich eine Einstellung, die großzügig genannt werden kann, und die in Amerika von Erfolg gewesen ist! Das wäre auch für Deutschland der Weg: aber es gibt in deutschen Unternehmerkreisen kaum eine prominente Persönlichkeit, die ähnlich wie der Ameri- kaner Ford einen solchen Grundsatz im Kampf mit den anderen oer- treten würde. Gewiß, Amerika hat eine wichtige Voraussetzung für seine wirtschaftliche Entfaltung: es hat die Rohstoffe für seine Industrie im Lande: es hat einen Ueberfchuß an Agrar- erzeugnisfen und dazu einen reichen Kapitalbesitz, der immer neuen Anreiz zur Ausbeute des Reichtums gibt. Aber das alles darf auch uns die Erkenntnis nicht verschließen, daß bei einer gesteigerten Produktionsfähigkeit, daß bei einer höheren Leistung der menschlichen Arbeitskraft durch Anwendung technischer und organisatorischer Hilfs- mittel der Absatzmarkt über den Rahmen dieser Entwicklung noch erweitert werden muß, weil wir die in diesem Prozeß freiwerdenden Arbeitskräfte wieder aufnehmen müssen. Das deutsche Unternehmertum will davon nichts wissen. Es will durch möglichst geringe Steuern, niedrige Frachten, niedere Löhne alle Konkurrenz auf dem Weltmarkt unterbieten, obwohl mit jeder Preissenkung die Schutzzollmauern in den Einfuhrländern sich erhöhen. Diese Kurzsichtigkeit beherrscht nicht nur das deutsche Unter nehmertum, es kehrt auch in den übrigen Indu st rie st aaten E u ro p a s wieder. Ist es nicht eine überaus törichte Auffassung, wenn die englischen Bergwerksbesitzer mit aller Zähigkeit daran fesb halten, durch niedrige Löhne und verlängerte Arbeitszeit das Preis Niveau der Kohle zu halten oder auch zu senken in der Hoffnung, einen größeren Absatz zu gewinnen? Die Preislage ist letzten Endes nicht das Entscheidende, darauf beruht die Kohlentrise nicht. Im Bergbau haben wir es mit einer Ueberproduttion zu tun, die keine Preissenkung beseitigt. Es wird in Deutschland nicht gelingen, das Unternehmertum zu einer Einstellung zu bringen, die der der amerikanischen Wirt ichaft entspricht, obwohl in der Lohnfrage der starke Hebel an- gesetzt werden kann, um den Innenmarkt zu beleben. Die Arbeiter ichaft wird nicht darauf verzichten können, den Kampf immer wieder für eine Erhöhung ihrer Lebenshaltung aufzunehmen. Das liegt nicht nur im unmittelbaren Interesse der Arbeiterklasse, es ist mehr denn je eine wirkschaflliche Notwendigkeit geworden. Was wir jetzt an Notstandsarbeiten vornehmen, an Aufträgen der Eisenbahn und Post, stärkere Förderung des Woh- nungsbaues usw. ist gut. Aber wir sind uns auch klar darüber, daß wir der drohenden dauernden großen Arbeitslosennot mit stärkeren Mitteln entgegenwirken müssen. Es ist ein Verbrechen an unserer Arbeiter- s ch a f t. wenn heute noch in Betrieben über acht Stunden gearbeitet wird. Machen wir uns das Widersinnige des Zustandes klar. In Industrie und Handel dürften ungefähr 10 Millionen Arbeiter und Angestellten tätig sein. Rechnet man, gering veranschlagt, zwei Millionen Vollorbeitsloser(auch die Kurzarbeiter mit ihrer nie- deren Arbeitsleistung zu Vollarbeitslosen umgerechnet), so ergibt das eine Zahl der Beschäftigten von acht Millionen. Nehmen wir ihre Arbeitsleistung mit täglich acht Stunden an, so entsteht eine Gesamtstundenzahl von 64 Millionen Arbeitsstunden täglich. Wollten wir diese Stundenzahl gleichmäßlD verteilen auf die zehn Millionen Tätigen in Industrie und Handel, so kä me auf jeden 6,4 Stunden täglich« Arbeitszeit. Es würde also nach dem gegenwärtigen Stand der volkswirtschast eine Arbeitsleistung von sieben Stunden reichlich genügen, um das notwendige Quantum von Warenerzeugung und Dienstleistungen mifzubringen, wenn all« zur Verfügung siebenden Arbeitskräfte im Betriebe Aufnahme fänden. Natürlich gäbe es ein großes Hallo der Unternehmer. sobald diese Forderung erhoben wird. Sie wird erhoben werden. weil keine andere Lösung zu finden ist. Wenn wir uns nicht bei- zetten dazu verstehen, die Umstellung in der Arbeitszeit vorzunehmen, dann werden wir einen langen Leidensweg beschreiten, ehe die Errkenntnis sich durchringt, daß wir den Eingriff vornehmen müssen, weil es keinen anderen Ausweg gibt. Eine solche Verkürzung der Arbeitszeit darf nicht dazu führen, sie für alle Zeiten als unabänderlich feststehend zu erachten, vielmehr muh je nach der Lage des Arbeitsmarktes auch eine Verlängerung wieder möglich sein. Man nimmt an, daß wir in diesem Jahre ungefähr IZ* Milliarden Mark an Arbeitslosen- Unterstützung aufbringen müssen. Die Summe kann sich im Winter leicht erhöhen. Auch diese Belastung muß die Wirtschast trafen: kein Staat kann sich heute der Verpflichtung, für die Arbeitslosen zu sorgen, entziehen. Eine Verkürzung der Arbeits- zeit auf das genannte Maß würde folgende Berechnung von der Lohnseite ergeben: Nimmt man an, daß der Lohn für eine siebenstündige Arbeits- leistung derselbe sein soll wie bei einer achtstündigen, so ergibt sich, vorausgesetzt, daß die Leistung um ein Achtel zurückbleibt, eine Lohnerhöhung um denselben Bruchteil. Die tarifmäßigen Stundenlöhne betrugen nach den Ermittlungen des Statistischen Amtes im Juni d. I. für gelernte Arbeiter 94 Pf., für ungelernte 65,7 Pf. Vorausgesetzt, daß alle 10 Millionen Arbeiter bei sieben- stündiger Arbeitszeit wieder Beschäftigung finden und dabei keine Lohnreduktion oortzenommen wird, so entstünde durch die zwei Millionen wieder in Arbeit Gekommenen eine Belastung im Jahr— das Jahr angenommen zu 300 Arbeitstagen— von: 0,86 M. X 8 X 2000 000 X 300— 4, 0 8 0 Milliarden Mark. Von dieser Summe käme uns nun ein erheblicher Teil der für Arbeitslosenfürsorge und Notstandsarbeiten aufgewendeten Mittel zugute, so daß man mit einer Belastung von rund 3 M i l- liarden Mark rechnen kann. In Aufrechnung käme noch ein Betrag für die Sozialversicherung: aber im ganzen eine Be- lastung, die. auf die Preise umgeschlagen, eher zu tragen ist als der jetzige Zustand. Soviel ist klar: mit dem Herumlaborieren kommen wir auf die Dauer nicht aus. es müssen durchgreifend« Mittel in An- Wendung kommen. Was heute geschieht, genügt nicht und ist, volks- wirtschaftlich besehen, sehr oft zwecklos und unvernünftig. Volks- wirtschaftlich bedeutet es eine Vergeudung der Kräfte, wenn Millionen Arbeitslose aus dem Produktionsprozeß aus- geschaltet werden und wenn in einer solchen Zeit des wirtschaftlichen Druckes diese Millionen Arbeitslose, auch nur dürftig unterstützt, erhalten werden aus der produktiven Arbeit. Aber auch vom all- gemeinen Standpunkte des politischen Interesses ist es ein dringendes Erfordernis, so unser Wirtschaft-getri-be einzurichten, daß mög- l i ch st alle Arbeit haben. Die Lösung müssen wir finden, vielleicht auch in Verständigung mit den übrigen Staaten. Je eher wir dazu übergehen, um so besser. RobertSchmidt. die deutsche Reichsbahn im Juli. Der Eisenbahngüterverkehr ist im Monat Juli weiter gestiegen. Auf den orbeitstäglichen Durchschnitt entfielen bei 27 Arbeitstagen gegen 26 im Juni rund 128 700 Wagen gegen 125 000 Wagen, was eine Zunahme von 3 Proz. bedeutet. Die Gesamtwagengestellung erhöhte sich um 6 Proz. Die Verkehrs- zunahm« hat zum Teil ihren Grund in dem gesteigerten Versand an Feld- und Gartensrüchten, Holz und Getreide, wodurch ein Mehr» bedarf von 146 000 Wagen entstand. Der anhaltend« Bergarbeiter- streik führte weiter zu vermehrtem Absatz deutscher Kohl«, es wurden 68 000 Wagen Kohle mehr obbefördert als im Juni. An der Ruhr erreichte die Wagengestellung bei einem Versand von 2,584 Mill. Tonnen fast den Vorkriegsstand: an einzelnen Tagen mußten im Bezirk Essen 146 Sonderzüge ge- fahren werden. Die Kipper waren Tag und Nacht im Betrieb. Auch nach Hamburg und Stettin nahmen die Kohlentransporte aus Polen stark zu. Im Braunkohlengebiet ging die Junibelebung verloren. Der Eilgutoerkehr war lebhaft. Der Kraftwagenwett- bewerb konnte weiter eingedämmt werden. Die Frühkartoffel-, Brot- getreide- und Mehlbeförderung hat sich erhöht. Auch der Zuckerver- sand wurde lebhafter. Der Fischverkehr Hot wesentlich abgenommen. Hinter dem Juli 1925 blieb der Düngemittelversand um 13 Proz. zurück. Die Baustosfverladungen waren gering. Der Personen- verkehr war recht günstig. Die im Juni geleisteten Zug- kilometer stellen sich auf 47 566 000(Mai 45 410 000). Aus den Neuerungen im T a r i f w e s e n ist zu erwähnen, daß die Ausnahmetarife 6 K. 14 b. 92, 119, 120 und 121 des Reichsbahn- gütertarifs eingeführt wurden. Der AT. 98 wurde wieder eingeführt, der AI. 47 und 109 ist aufgehoben. Im Verkehr mit den Nachbar- ländern sind neue Umbchandlungstarife eingeführt worden. Im Juni 1926 wurden insgesamt 372 662 000 M. oereinnahmt und 379 751 000 M. verausgabt. Für den Dienst der Reparations- schuld oerfchreibungen wurde die monatliche Zahlung geleistet, daneben ist das Steuererträgnis aus den Beförderungen im Mai an den Generalagenten abgeführt worden. Der P e r f o n a l b e st a n d betrug im Juni zusammen 710 602 gegen 707 855 im Mai. Die Vermehrung betrifft in der Haupt- sache Zeit- und Aushilfsarbeiter. Sau- unS öesthaffungsprogramm See Reichsbahn. Durchführung und Berleiluog. Mit dem der Reichsbahn von der Reichsregierung zur Der- fügung gestellten Kredit von 100 Millionen Mark wird folgendes Bau- und Beschaffungsprogramm von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschast durchgeführt: 1. Erweiterung des Gleisumbauprogramms um 500 Kilometer 30MillionenMark. hiervon entfallen Aufträge auf die E i s e n i n d u st r i e 13,6 Millionen Mark, auf die Holz- industrie 6,6 Millionen Mark, auf die S t e i n i n dust r ie 4,9 Millionen Mark, auf Löhne 6.9 Millionen Mark. 2. Fortführung und Erweiterung des Programms der gr o ß e n Bauten(Brückenumbauten. Erweiterung von Bahnhöfen, neue Werkstätten. Elektrisierung, Wohnbauten) 1 5 M i l l i o n e n M a r k. hiervon treffen Aufträge auf die Metallindustrie 5 Millionen Mark, auf Bauunternehmungen aller Art 10 Millionen Mark. 3. Beschaffung von Werkstoffen und E r s a tz st ü ck e n zur Verbesserung des Fahrzeugparks 35 Millionen Mark, hiervon treffen Aufträge auf die M e t a l l i n d u st r i e 29 Millionen Mark. auf die H o l z i n d u st r i e 2 Millionen Mark, auf die Glas- i n d u st r i e 1 Million Mark, auf die T e x t i l i n d u st r i e 1 Million Mark, auf die G u m m i i n d u st ri e 2 Millionen Mark. 4. Elektrisierung der Berliner Stadt- und Ringbahn 20 Millionen Mark, einschließlich des aus Reichsbahnmitteln zur Verfügung gestellten Betrages von 20 Mil- lionen Mark treffen Aufträge auf E l e k t r o i n d u st r i e 11,40 Mil- lionen Mark. Eisenindustrie 11,20 Millionen Mark. Draht- undKabelindustri« 4.70 Millionen Mark, Waggonfabri- ken 3 Millionen Mark, Maschinenfabriken 0.45 Millionen Mark. Si g n a l b a u a n st a l t e n 0,90 Millionen Mark. Bau- Handwerker 6,40 Millionen Mark, Ziegeleien und Zement- fabriken 0,40 Millionen Mark, Holzindustrie 1,35 Millionen Mark, Porzellanfabriken 0,20 Millionen Mark. Naturgemäß erfolgt die Ausgabe der Mittel entsprechend dem Fortgang der Arbeiten. Um die Elektrisierung der Stadtbahn entsprechend dem letzten verwaltungsratsbefchluß mit möglichster Beschleunigung durchzu- führen, schafft die Reichsbahn- Hauptverwaltung dafür eine b e- sondere Organisation, die rascheste Entscheidungen ermög- licht und jede Umständlichkeit im Geschäftsgang vermeidet. Grundlegende Anordnungen für die Elektrisierungsarbeiten werden von einer Ober st en Leitung für die Stadtbahn- elektrifierung getroffen werden. Ihr gehört als Vorsitzender der Direktor der maschinentechnischen Abteilung der Hauptverwaltung Dr.-Ing. Anger, und als Mitglied u. a. der Präsident S t a p f f der Reichsbahndirektion Berlin an. Unter dieser Obersten Leitung wird eine bei der Reichsbahndirektion Berlin eingerichtete besondere Abteilung für die Stadtbahnelektrisierung unter dem Vizepräsidenten W a l l b a u m die Elektrisierung durchführen. Durch die Organisation sind in den Elektrisierungsfragen Haupt- Verwaltung und Direktion organisch vereinigt. Unter der Direktions- abteilung werden die örtlichen Baustellen ohne Zwischeninstanz arbeiten. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 11. August berechnete Großhandels- indexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem 4. August um 0,3 Proz, auf 125,9 zurückgegangen. Von den Haupt- gruppen hat die Indexziffer der Agrarerzeugnisse um 0,4 Proz. auf 127,3. die Indexziffer der Industriestoffe um 0,2 Proz. auf 123,2 nachgegeben._ Reichsbank. Nach dem Ausweis der Reichsdank vom 7. August hat in der ersten Augustwoch« die gesamte Kapitalanlag« der Bank in Wechseln, Schecks, Lombards und Effekten um 144,4 Millionen Mark auf 1224,2 Millionen Mark abgenommen. Von dieser Abnahme erlsallen 71,8 Millionen Mark auf den Rückgang der Wechselbe stände und 72,6 Millionen Mark auf die Ver- Minderung der Lombardbestände. Der Umlauf an Reichsbank- noten und Rentenbankscheinen hat sich um insgesamt 198,4 Millionen Mark aus 4271,5 Millionen Mark verringert. Di« Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen gingen um 7,9 Millionen Mark auf 1979,4 Millionen Mark zurück. Die Abnahm« entfällt lediglich auf den Bestand an deckungsfähigen Devisen, der sich um 7,9 Millionen Mark auf 486,9 Millionen Mark ermäßigte, während der Goldbestand eine Zunahme um 27 000 Mark erfuhr. Di« Deckung der Noten durch Gold allein erhöht« sich von 48 Prozent am Ende der Vorwoche auf 50,2 Prozent, die Deckung durch Gold und deckungssähige Devisen von 64 Prozent aus 66,6 Prozent. Keyllng a. Thomas, SL-ffl. Obwohl die Lage der Eisengießerei vorm. Keyling u. Thomas, die wir früher unter der Spitzmarke „Moderne Unlernehmerpraktiten" würdigten, nicht die günstigste ist. hält die Verwaltung es für abgebracht, den Verwaltungs- ap parat durch Zuwahl in den Aufsichtsrot zu ver- größern. Ueber die Verwertung der 500 Aktien des eigenen Unternehmens, die der Gesellschaft zugefallen sind, wurden in der Generaloersammlung kein« Mitteilungen gemacht, obwohl die Flüssig. keit des Unternehmens sehr zu wünschen übrig läßt. Der Geschäfts- gang hat sich im laufenden Jahr gebessert. Der Gesellschaft ist es gelungen, neue Kuuden heranzuziehen. Di« Zahl der Belegschaft unterliegt jedoch nur unbedeutenden Schwankungen. Der dänische Großhandelsindex hat zum erstenmal seit Monaten a n ge z o g e n, und zwar steigerte er sich im Verlauf des Monats Juli von 141 auf 143. Partesnachrichten für Groß-Serlin Sillse-dunge» sLr diesk ZiilbrU sind ll /jJP* W Hets an da» Bazirkas-rretariat. Berlin SS 68, Lindenstratze 3, 2. Hos, 2 Zrep. recht», zurichten. Z. Kreta TIernartrn. ffreita«. AI. August, findet«in» Bersammlun« aller lomunalnolitisch tätigen Senossen des«reifes sowie aller derjenigen statt, wcltbe bei der Wohl zum Volksentscheid in den amtlichen Wahlburcaus als Leiter oder Beisther tätig waren. Die Abteilungsleiter werden dringend ersucht, die ihnen bekannten Genossen bestimmt einzuladen. Die Versammlung findet um 8 Uhr bei Berger, Leoehow- Eck- Jagowstrahe, statt. heute, Freitag. 13. August: M. Abt. 8. Grupv«: 8 Uhr bei Köhler Zahlabend. Vortrag de» Genossen Mar Wardin-Königsbeig. 47. Abt. Die Bezirke mästen die Bannermarken abrechnen. Auch die fälligen Akontozahlungen sind zu leisten. Morgen, Sonnabend. 14. August: 83. Abt. Lichteefeld«. Sämtliche Genossinnen und Genossen beteiligen sich an der Berfa, ssungsfeier des Reichsbanners. Um 8 Uhr Fackelzug, beginnend am Auguslaplah Lichterfeld«. Um S Uhr Kundgebung am Diippcluloh in Stegkit,. Anschließend Festveranstaltung im Albrcchtshof, Steglitz, Rat- hausplatz 1. * 44. Abt. Die Mitglieder beteiligen sich am Sonntag, l!i. August, an der Vor- fastungsfeier des Reichsbanners in der Vockbrauerci, ssidicinstr. 2/3. Antreten der Kameraden nachmittags 2 Uhr Fontancvromenade. Jungsozialisten, heule. Freitag. 13. August: Gruppe Mitlr: 8 Uhr in der Schule Gipsstr. 23a Vortrag:„Genosscnschafts- uxfen*(2. Abend). Referent Genosse Groppler. » Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Groß-Berlin: Lelseraueflug am U.nä. Auaust nach Rowowes. Treffpunkt: Sonnabend, 14. August,« Uhr, Bahnhof Eharlottenburg, Stuttgarter Viag. Kelter, die mit dem Rad fahren, treffen sich ebenda. Alle erwachsenen Teilnehmer sammeln sich auf dem Bahn- steig v. Wer nicht am Sonnabend mitfährt, muß Sonntag früh um 7 Uhr in. Keim sein, da wir dann mit unserer Tagesordnung beginnen(Arbeits- «emeinsihast Kurt Löwenstein:„Die Weiterbildung der Helfer�). Sozialiftische flrbeitersugenü Groß-Sert�H. Wer beb«, rk Renkölln: Sonnabend. 14. August, 6 Uhr. im Jugendheim Kanner Straße erweiterte Werbebezirksoorftandsfitzung. Anschließend um ■*8 Uhr Funktionärkonferenz. Referat dr, Genossen Diederich über:„Unsere Werbearbeit". Zungfozialislen, Kinderfreunb« und parteigenössisch« Lehrer sind dazu eingeladen. Heule, Freitag. 13. August: RenkZI, TT: Schul« Bergflr. 29. Antimilitaristischer Abend.— Moabit I: Waldenscrstr. 20. Vorlroa:„Einführung in die ollgemein« Literatur".— Wcdding R»rd: Schönstedtstr. l. Vortrag:.Körperkultur".— Rordoste» II: Danziger Str. 62. Mitgliederversammlung.— Risenthalee Borstadt: Gips- frroße 23». Vortrag:„lltopisch-r Sozialismus".— Feankfnrtvr Viertel: Rigaer Str. 102/103. Aus der Praxis der Jugendfürsorge.— Stralauer Viertel: Goßlerstr. Kl. Vortrag:„Einführung in die sozialistisch« Gedankenwelt".— Waschaner Viertel: Tivlter Str. 4tZ. Vortraa:„Geschichte der Arbeiterjugenb- beweaung".— Köpenicker Viertel: Drangelstr. 128. Vortrag:„Die Reichs- Verfassung".— Sherlottenburg-Mitte: Rostnenftr. 4. Vortrag:„Das AeltereN- Problem".— Eharlott-abnra-Rord: Rostnenftr. 4. Vortrag:„Unsere Bildungs. arbeit".— Renkölln I: Rütlischule. Vortrag:..Entwicklung des Flugwesens". — Reukölln IV: Echierkestr. 44. Vortrag:„Die Berufsschule".— Adlershof: Roonstr. 16. Vortrag:„Die Weimarer Verfassung".— Köpenick: Grünauer Straße 5. Vortrag:„Die Reichsverfassung".— Riederschineweide: Berliner Straße 81. Arbeiterdichter-bend.— Lichtenherg-Rard: Vorlaue 10. Vortrag: ..Di» Technik im Dienste he» Sozialismus".— Spandan: Lindenufer I. Vortrage.„SAJ. und Verfassungswesen". * Westen: Wir beginnen wieder mit unseren reetelmäßigen Turnabenden in der Kalle Eulmstr. Ii, Genossen, beteiligt euch daran. Arbeitersport. Internationales Arbeitersporlfest im Stadion Grunewald. Di« Lei cht« th«l« t i k-L«r«lniaungdeT 1..Kreises(L.V.> veranstaltet gemeinsam mit der Miirtischen Spielvereini- gung(M.S.B.) Sonntag, am 22. August im Stadion Grüne- roald international« Wettkämps«, zu denen finnisch« und russische Arbeitersportler oerpflichtet worden sind. Das hohe lportliche Können der Finnen ist noch von der Arbeiter-Olympiade her in aller Erinnerung, die Finnen tonnten in fast allen Kon« kurrenzen die Sieger stellen. Der sinnisch« Arbeitersportverband ent- 'endet als Bertreter sein« diesjährigen Bundesmeister. Viel« von ihnen sind nicht mehr unbekannt. Namen wie C t h o l e n. fjeinänen. K o r p i, Lindborg, Borg. Jokela, S a r o i m ä t i und Kristoffersson dürften für jeden Freund und Anhänger des Sportes ihre Wirkung nicht verfehlen. Di« Stärk« der sinnischen Fuhball-Mannschaft steht einwandfrei sest, so daß die kombiniert« Berliner Mannschaft keinen leichten Stand haben dürste. Von der sportlichen Leistungsfähigkeit der Russen weiß man, daß ein« 1924 in Rußland weilende kombinierte deutsch« Leichtathletik-Mann- schaft sich nicht recht zur Geltung bringen konnte. Zur Vervoll- ständigung des Programms finden Flieger- und Mann- schastsrennen zwischen russischen und deutschen Radfahrern statt. Di« Taisache, daß die Veranstaltung nicht nur sportlicP, sondern als A r b« i t e r- Veranstaltung auszuwerten ist. gibt diesem Inter- nationalen besondere Bedeutung. Es wird hier keinen.Kamps der Nationen" geben, sondern zielbewußt« Proletarier werden vor der breiten Oessentlichkeit für die Idee des Arbeiter-Sports, wie für die internationale Arbeiterbewegung werben. Nicht„Rekordleute" und ,.Kanonen" wollen sich umjubeln und krönen lassen, sondern Arbeiter- sportler werden zeigen, wie sie sich zum friedlichen Kamps gerüstet haben._ Stralau-Turnier. Da» Endspiel»«Igte da» im diesjährigen Turnier trahitlsnelle Srgebni,: unentschieden. Briternnia mußt« schon in der Voerund« gegen Frisch-Fret und in de: Zwischenrunde gegen Stralau zweimal spielen. Run kommt Kertha 22 an die Reihe. Das am Dienstag stattgesundene Spiel endete unentschieden l: 1. Das erste Tor erzielte Kertha in der 0. Minute. Erst zehn Minuten loäter gelingt Vritannia der längst»erdiente Ausgleich. Die beiberseitigen Anariff» werden von den Hintermannschaften unschädlich gemacht. Rat, der Baus« ist Hertha ständig überlegen, doch hält der Britannia-Torwait einfach alles. Die Gegenangriffe Britannigz ende» schon bei den Läufern, oder der Sturm spielt so zersahren. daß e» der Bertctdigung ein leichte« ist, die Sitlia- tion zu klären. Am Resultat können auch einige Ecken für Hertha nicht» ändern. Die Wiederholung findet am Sonnabend. 21. Augnst, auf dem Sport- »laß in der Goftlerstraße statt.— Verichtigungl Im Bericht de» Meister- schrflsspieli St:alou gegen Alemannia ist«in Irrtum»nterlause». Eine Stelle lautet:..Zeitweise glaubte man. der Mittelststrmer spielte zum...." Es muß heißen:„... der Mittel I ä u k e r.. Fußballspiele am 15. August. Rur wenige Spiele finden am Sonntag statt. Die Bereine schonen an- scheinend ihre Spieler zur neuen Serie. Woltersdorf fährt mit zwei Mann- fchg-ien zu Adler nach Mariendarf. Sadowa stattet dem Sportverein Kirch. möler einen Besuch ab. Di« n-ugebiidetcn Altjugendmannlchaften haben sol- gende Gesellsehaftsspiele vereinbart: Adler 12 gegen Borwärts-Kennigsdorf in der Ehristianiastraße. Trebbin gegen Treptower Balllpielklub in Trebbin. Lichtenberg 3 gegen Buch in Friedrichsfelbe. Tresckowallce. Wilmersdorf gegen Fichte. Gesundbrunnen in Wilmersdorf. Württembergische Ecke Zühringer Straße. In Neukölln. Inn- Eck««aiser-Friedrich-Straße. stehen sich Rllstig. Vorwärt» und Fichte-Nord mit zwei Mannschaften gegenllber. Ansana 3 Uhr. Arn Sonnabend treffen sich auf dem Sportplatz in der Goßlerstraße Wacker 20 und Stralau abend» IHK Uhr._ «o» betanke bei»en„Freien Gagel-»nd«annfatrer» Eharlottenbnrg e. V.'. Anläßlich«ine» Sommernachtsfestes wird der Berein die Tauf« von mehreren Paddelbooten, zw«, Danderjollen und einem Motorboot vornehmen. Die Feier beginnt am Sonnabend, 14. Augnst, 8 Uhr, auf dem herrlich gelegenen Boots- hausvlatz In Tiefenwerder Rr. 20 bei Spandau. Straßenbobn l!»4 und 34 bis Svavdau.„Reue Welt". Freunde de. Berein, herzlich willkommen. Freier Sportverein Verlin ltll«. V. Sonntag, 15. August, findet wie all» i ährlich der Etadtedreitampf im Schwimmen statt. Di« Gegner find in diesem Jahre Wittenberge und Luckenwalde. Die Wetttitmvfe kommen im Luftbad in Sübende, an der V-rostrohe.»um Austraa„nd beginnen um Z>.h Uhr. Ein- tritt für Erwochsenc 50 T>f. für Kinder 25 Vf. Die Teilnehmer versammeln sich zum Festrimzuq um 1 Uhr am Echildbornvlatz in Steglitz. Arbeiter. Spaet. und Knlturkartrll Weißenlee. Freiten,, 13. August, 8 Uhr: Kartellbelcaierlenvollsttzung bei Iäckel, Berliner Allee 227. Soorttartell Schöneberg. Delegiertenversammlung Montag, 1«. August, >48 Uhr. bei Lehmann. Fritz-Reuter- Ecke- Rarstraß«. Aebeiter-Nadsahrer-Bund„Solidarität". Sonn tag, 15. August, Gauwander- sohrten folgender Bezirte nach vier Zielorten: daselbst Belichterftattung vom Bundestag. Erste, Ziclvrt Forst i. d. L. der Bezirle 5. 8, 9. Zweite» Ziclort Ferch der Bezirk« 1, 2 und 24. Referent Genosse Karras, nachdem zur Grün- tungsfeier der Ortsgr. Caputh. Dritter ZieUrt Friedeberg(Rm.) der Be- zirke 13. 14, 15 und 28. Vierter Ziclort Angermünde der Bezirke 17, 18, 19, 20 und 21. Referent Genosse Hanisth. Sammelftart in allen vier Zielorten vor- mittag, 11 llhr ab. Starts des Bez. 1: 1. Abt.: 14., abend, 9 Uhr, Über Brandenburg nach Ferch. 15.. früh 5 Uhr Start Bülowstr. 55.— 2. Abt.: Früh 5 Uhr Start Diessenbachstr. 36.— 3. Abt.! Früh 5 Uhr Start Lausitzer Platz.— 4. Abt.: 14„ nachts 12 Uhr: 15., früh 5 Uhr. Start Weberwiese.— 5. Abt.: Früh 5 Uhr Start Landsberger Platz.— 6. Abt.: Früh 5 Uhr Start Echäuhauscr Allee 164.— 7. Abt.: Früh 5 Uhr Start Kaloniesir. 147.— 8. Abt.: Früh 4 Uhr Start Arminiusplatz.—». Abt.: Früh 5 Uhr Start Schulst». 114. — 16. Abt.: Früh 4 Uhr Start Eomeniusvlatz.— 11. Abt.: Früh 4 Uhr Start Blochplatz.— 12. Abt. Rotorfghrcr: F:UH 7 Uhr nach Ferch. Start Frank- flirtet Ecke Warschauer Straße. Motofahrer willkommen: sie erhalten Rat und Ktlf«.— Bez. 2, Ortsgr. schönederg: Start frllh 7 Uhr Stubenrauchftr. 5».— Ortsgr. Britz: Früh 5 Uhr nach Ferch. Start Ehausseeftraße iBrücke).—. Ortsgr. Treptow- Baumichutenweg: Früh 5 Uhr Start Bahnhof Baumschulen. weg.— Ortsgr. Eharlotirnbnrg: Früh 5 llhr nach Ferch. Start Saivanistr. 13. — Ortsgr. Renkölln: 14., abend» 6 Uhr, und 15., früh 5 Uhr, nach Ferch. Start für alle Bahnhof �«rmannstraße.— Bez. 21. Ortsgr. Weißenfe«: 14., nachmittags 5 llhr, nach Angermllnd«. Start Alitonplatz.— Ortsgr. Reinicken- bvrf: 14., nachmittags 5 Uhr. Angermünde. Start Residenz str. 109.— Ortsgr. Lichtenberg: Frllh 4 Uhr Angermünde. Start Trapevlatz.— Ortsgr. Tegel: 14., nachmittags 5 Uhr. nach Angermünde. Sterrt Schlieperftr. 64.— Ortsgr. Rirderfchönhanf«»: Dauwanderfahit. Start Friedensplatz.— 2. Bez.: Gammel- start für den 2. Bezirk 10 Uhr pormittags in Michendorf.— Lettfahrer und Wettfahrausfchnß! Dienstag, 17. August, 74h Uhr, Zusammenkunft Lokal„Zur schwedischen Heimat", Neu« Friedrichstr. 1. Togcsorduung: Stadionrenuen, Ausgabe der Lizenzkarten, dir nächsten Straßenrennen. Alle Rennfahrer und Bettfahrausschußmitglieder müssen zur Stell« sein. Die Lizenzkarten zum Stadionrennen können ab Sonnabend. 14. Auauft. bei Meiner!, Brückenftr. 5b, rechter Seitenflügel 4 Treppen, aboeholt werden. »rbeitrr.Tnrn- nnd Sportverein Pankow. Eämllich« Abteilungen treffen sich Sonntag, 15. August, nachmittags 124h Uhr, auf dem Marktplatz, Breit« Straße, zum Festzug« des kartelllportfestes. Das Turnen wird wieder vom 12. d. M. von der Mädeh«»- und Frauenabteilung von 6—10 Uhr in der Turnhalle Görkchstraße aufgenommen. Ebenso findet vom 13. d. M. ab der Turnbetrieb regelmäßig von 6—10 Uhr in der Turnhalle Kaiser-Friedtich- Straße für die Knaben. Jugend und Männerabteilungen statt. Werbesportfest de« SC. Berolina, Reufölln. Sonntag. 15. August, nach- mittags, auf dem Sportplatz«alser-Friedrich» Ecke Innstraß« iit Reulölln schwer. utid leichtathletisches Werdesporifest. U. a. Fußballspiel FT. Berolina gegen FT. Eintracht. Außerdem findet ein Pstttzkonzert statt, Eintritt 50 Pf. Arbeiter. Nadfahrer-Berein Groß-Berlin. Sonntag, 15. August, früh 5 llhr, nach PrirosbrÜck. Nachmittags 1 Uhr nach Rauchfangswerder. Start Waldemar- strafte Ecke Mariannenplatz. Gäste willkommen. «rbeiter.Spvrt- nnd Knltnrkartcll Ehgrlottenbnrg. Die fällig« Sitzung am 19. August fällt aus. Rächst« Sitzung erst im September. All« Anfragen In Sachen Arbeitersport sind zu richten an die Geschäftsstelle: Walter Laube, Eharlottenburg. Krumme Str. 8V II. Rnberverein„Eoflegia" Eharlottenburg e. 8. Bootshaus Tiefwerder bei Spandau. Freitag, 13. August, 74h Uhr, Generalversammlung bei Thunack, Eharlottenburg, Wieiandstr. 4. Erscheinen aller Mitglieber est Pflicht.— Sonntag, 15. August. Fahrt nach dem Weißense« bei Nedlitz, verbunden mit einer Motorbootfahrt der Anaehäriaen. Schachspieler der Abt. Nordwest. Unser Sommerturnier muß bi» zum 24. August erledigt sein. Alle daran beteiligten Eehachfreund« müssen ihre Känaende Partien gespielt haben. Spielabend fcden Dienstag 7 llhr. in den Arminiushallen, Bremer Str. 72/73. Gäste stets willkommen. Rationsler Wettstreit. Sonntag. 15. August, veranstaltet die Sportlich« Bereinigung Lichtenberg-fTriedrichefelde 04 E. B. auf dem Sportplatz in Friedrichsfeld«, Tresckowallee, gegenüber dem Schloßpark, einen großen natio- nalen Wettstreit im Ringen. Heben und Leichtathletik, wozu 250 Konkurrenten gemeldet sind. Anfang des Wettstreits pünktlich 10 Uhr. Die leichtathletischen Wettkämpf« beginnen um 2 Uhr. Bei ungünstiger Witterung finden die Kämpfe im Ringen und Leben im Saale von Tempel statt. Beeichtignng. Frei« R Ilde, er- und Kanufahrer. Zur Bootshausweihe des Saatwinkler Padbeltlud» 1924 heißt es Sonnabend, 14. August, und nicht Sonntag. 14. August. A-.hletik-SportNub E. B. Alle Mitglieber werden aufgrforbert, wegen de» Internationalen Sportfestes der LB. am 22. August im Stadion Grunewald an den Trainingstagen am Training teilzunehmen. Die Trainingstage sind: Männer. Frauen, Schüler: Dienstag, und Donnerstag» ab 5 llhr. Jugend: Dienstag» und Freitags ab 5 llhr auf dem Fiehte-Sportplatz, Treptow-Bauni- fchulenweg, Eickbufchallec." Boxkampf In Fürstenwalb«. Sonnabend, 14. August, 8 Uhr, veranstaltet die Fürstenwalder Abteilung des Sportklubs Lurich 02 in der Philharmonie in Fürstenwalb««inen Boxkampfabend. Tonriftenperein„Die Ratnrfrennde"(Zentrale Wien). Abt. Eharlotten- bürg: Freitag, 13. August, 4H8 llhr. im Heim Hoeieierftr. IKd Antilrieg». abend.— Abt. Friedenau: Freitag. 13. August, 4H8 Uhr, im Heim Offenbacher Str. 5» Mitgliederversammlung— Abt. Sesundbrunnen: Fteitog, 18. August, Schill er-Lnzeum, Pank- Eck« Bättcherftraße. August Bebel. Vortrag»um Todestag«. Referent Dr. M. Schütte.— Abt. Südost: Freitag. 13. August, im Heim Reichenberger Str. 66. Geschichten aus dem Tierleben. 4H6— 4H8 Uhr Kinderabteilunq im Jugendheim— Abt. Revtölln: Freitag. 13. August, 8 Uhr. im Heim Kopfstr. 55. Geschäftliches und Singsang. Iugendgruppe im selben Raum'47—8 Uhr. R-chtspfleae.— Abt. Tempelhos: Frcltaa. 18. August, 8 Uhr. Volkstänze an der Rennbahn Mariendorf. Montag, 16. August. Lieder- abend in- Mahlow.— Abt. Treptow: Freitag, 13. August, im Seim Elfenstr. 8 Bunter Abend.— Abt. Wedding: Freiiaa, 13. August. Heidesviel«. Treffpunkt 447 Uhr See- Eck« Lllttichere Str.— Photogemeinschaft. Montag, IK.August, 4,8Uhr, im Keim Ebertvstr. 12. Vorsatzlinsen. Bildwettbewerb: Der märkisch« See— Raturwissenschgftlieh« Abt.: Montag, 16. August, im Heim Stralauer Str. 55. Wie heftinrmo ich Pflanzen? Arbeiter.Turn. und Sportbnnd, 1. kreis, kreisfchnle. Männer- und Jugend» Nasse: Montag, 16. Auaiift, beginnen wieder die regelmäßigen Uebungsstunden in der Turnhalle Bauchestraße. Wohltätigkeit,»», stellung. Sonntag, 15, August, veranstaltet der Artisten. verein„Union-Biktoria", Mitglied des AAS®., in der Kindl-Braucrei, Reu- tölln. Sermannstraße, sein Wohltiitigteiisfest zum Besten der Unfallkasse. Ein- tritt 60 Pf. Kinder 25 Pf. SE. Lurich 02. Abressenändernug. Di- Geschäftsstelle befindet sich bei Willi, Menee. Reukölln, Sonderst». 16 l. Ansichreibrua für den Zehnkampf der Tnrnersparte am 22. August im Stadion Grunewald. Beginn vormittag,» Uhr. Der Zehnkampf desteht aus ie einer Vflicht- und Kürttbung am Reck, Barren, Pferd, Kllrfreillbunq, Weit- svrung, Kuaelstoßen. I00.Met«r-Lauf. Er wird ausgetragen in folgenden Gruppen: für Männer: Altersturner. Oberstufe. Mittelstufe: für Jugend lUehungen wie Männer-Mittelstufe): Iahrgana 08/09, 1910 und jünger: für Frauen: Jahrgang 1910 und jünger. 1909 und älter. Startgeld 20 Pf.:«z ist mit den Meldungen bis zum 15. August zu senden an M. Zeilinger, Schäne- berg. Edersstr. 59. Ovgrtiere für«ettkämpfor vom 21. bis 22. August. Um den von außer- halb eintreffenden Genossen(teilweise arbeitslos) den Aufenthalt in Perlin zu erleichtern, werden die Bundes- und Parteiaenossen, welche«in Nachtlager zur Beifügung stellen können,«rlucht, dies per Postkart«(mit Angabe, ob Turnerin oder Turner o-wllnscht wird) zu melden an obiq« Adresse Da» Aebeiter-Turu. uud Sportkartell teilt mit: All« Zuschriften sind an den 1. Borsitzenden Paul Weinert. Berlin SO 86, Wiener Str. 57, zu richten. Der ehemalige Sportskollege Reinhold Müller. Berlin SO 86, Wiener Str. 59d. ist wegen Unregelmäßigkeiten aus dem kartellverband für Sport und Körper- pflege oueoefchlossen. Iiu-Kiifv-Knrse. Der Sportklub Lurich 02 beginnt mit neuen Iin-Iitfu- Kursen für Damen Montag, 16. August, und für Herren Donnereswa. 19. August. Unkostenbeitraq. Anmeldungen Dienstag» und Freitag» Turnhalle Köpenicker Straße 2 tu der Zeit von 8—10 Uhr abends. Sport. Rennen zu Ruhleben am Donnerskag. den 12. Augnst. 1. Rennen. 1. Weinbrand(E. Trruberz), S. Weinminze(B.Heckert), 3. Nowla(F. Bahr). Toto: IS: 10. Platz: 12, 13, 20: 10. Ferner lirfen: Torrazzo. Sphinx I. Radiola, Alvenkönig. 2. Rennen. 1. Malteser(L. Weiß), 2. Regenbogen(Inuß fr), 3. Eiparlette sherm. Schlruiener). Toto: 43: 10. Platz: 15. 16, 22: 10. Ferner liefen: Ebrenbctg. Wichtelmann, Erster Seehoser, Vikar, Fanner, Ida Polos. Z.Rennen. 1. Gölterbote(F. Bahr), 2. Qcean Girl(I. Mills), 3. Unheil(W. Rödler). Tolo: 30:10. Platz: 13. 12. 17:10. Fernerllesen: Wainsca. Hcttie, Malta, Baron Watts jr., Winnie, Ouera. 4. R e n n e n. 1. Willy A. sJaiist jr.), 2. Barmaid(F. Schmidt), 8. Altmart(Hcckert). Toto: 43:10. Platz: 22, 36, 27:10. Ferner liefen: Sonntaasprinz, Frettchen. Königsadler. Notalis. Lockung, Native Fordes. 5. Rennen. 1. Eadiac Axworthh(Aauß jr.), 2. Tudora(Lauten- bcrger), 3. Prinzessin Etawab(H. Arubei. Toto: 84: 10. Platz: 35, 43, 25: 10. Ferner liefen: Ocidemann. Kluck, Dompfaff 1. Carl tzllexander, Besfie, Katzbach, Erster Wolserlomer. Diagonale, Prinz Adbell, Ginori. 6. Rennen. 1. Novelle I(W. Lemzer). 2. Stapellauf(F. Brand), 3. Blaue Sldria pro!• Moutagnc, mittelvollcr, vorzagL ßotwein/ Flasche Flaschen mß Roter Tarragor.a, vorzügliche, süsse QaalitÄt, Flasche 1,25, 10 Fl. 12,00 Deutscher Weinbrand, gute Qualität......... Flasche 2, SS, 10 Fl. 27,50 Himlieer- und KirscösDft 70. k l30 Mengcnahgabc vorbehalten und Gemüse Welsskohl... Ptand 2pf. Wirsingkohl.. Fisnd 4pf. Rotkohl...... Flund 4pf. Rhabarber... piand 3pr. Zwiebeln...pinndfipr. Schmorgurkenpfd. 13pt Schlangen- Gurken StBck TonWpf. an Zitronen..Dutzend SOpr. Strudeläpfel grosse t........ Pfnnd 16Pf. Schinkenspeck l90 Pfnnd Speck fett und macer «49 Pfnnd| Neue kartoffein Wurstwaren Hausmach.-SQIze.. Pfund 35pt Hausm.-Lebcrw.. Pfund 90Pf. Speckwurst pmed 98pf. BeH.Mettwurstpid.98pf. Jagdwurst... pfnnd 1,20 ff. Leberwurst pfd.1,40 KnoblauChW. Pfand 1,20 Schinken w...Pfand 1.45 Teewurst... Pfand 1,70 Hdisf. Zervelatw.Pfd 1.75 Holst.Salamtw.PfiL 1.75 Frisches Fleisch Pa. Kaibmlmitzel....... Pfund 2,20 Eolbskesleo...........„.Pfund 1,1 o Pa. Schmorfleisch o. Knocit, pfa. 1 ,30 Schnlierblait............. Pfund 1,10 Pa. RooladeD............. pfnnd 1,40 ScbweiDekaoun mit sehnn, tu. 1,40 Snppenfieisch........... pf-nd SOpl Kassier.................. piund 1.40 FebiriDDe n Brnsi...... Pfund 90pf. Eisbein gepskeit, m» spitze, pta. 60pf. Bammelvnnlorfieisch____ Pfund 92pf. Pa. BiodertalS seibstausgei.�id. 56pf. BammBlrflcli.pfd.l,00,-hBülenpiil,l0 Gehackies*............ Pfund 76pf. Gefrierlleisch Pa. Ocbsenbacfeen». Kn.. Pfd. 54pf. Pa.0cbsenschmorneisch«ita,pid90pt. Pa. OcbseasamieDileiscb Pfand Sbpf. Pufr-Schweiaskopfa m.-«!-» m. 48pf. Rolonifllii/aren Haferflocken Pfd. 23p£, Welzengriess pid.27pf. Hartgrless..pfnnd 29pf. Tafelreis....Pfnnd 20rf. Valencla-Rels Pfd. 32pf. Käse Schles.Kanunelkäse«1,35 pt, AJ14, SiMöPakäss Pfd. 55pf. Slelnbnsciier voUf.,Pfd.90p t Etoer........ piund90pi. Biyw. Schweiler pmnd 1,60 Molkerei- butter i-Pfd.«|*| dti k C#OP' Teeüutter 4-Pland-Stttck SV Dänische Butter Stek.SFOP< Freitag Schlusstage Sonnabend 211 Freitag, den tf.Aagiist nachmittags 3 Uhr Komische Oper S1/, Dir. James Klein 8'/, Die große Revue Berlin ohne Hemd! Allabendlich 9.30 Uhr Die sensationelle Einlage: Satans Brantnacht! Ueber 200 Mitwirkende! Nach erfolgter Renovation HISmeM Erölfnoags-Spielplan! U. a. Enrico Bastelli— Otto Beotter Friedenspreise! Rauchen pestattet! Reichshailen-Theater sielflner Sänger hen: „Singende Bäume" Waldidyll von Meysel Anf. 8 Uhr. PuptBre Pmi«! Park. 1.20-1.70. Log. 2 M. Sonntag 29. 8.: Ente' IhilMiiltigi-fcrsttllinn n holben Preisen I Saal und GarteiT: VarletF— Konzert— Tanz Mt MÜ ♦ HUNDE ♦ Katzen, Papageien und alle Haustiere werden behandelt. Tlerärzflldie Polikilnlü ChausseestraSc 93 ♦ neben Kriegervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 4-6 Uhr BerUnerElcSüriker Genossenstfiall angeschl. dem Verb. soz. Baubetriebe Berlin N.24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 6525, 6520 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhausstr.4. Tel.: Pfalzburg 9831 AuasteilunggrSume und Laxer: Alexanderstraße 39-40(Alexander Passage), Telephon: KSnlgstadt 540 Herstellung elektr. Licht-, Kraft- und Signalanlagen. Verkauf aller elektr.Bedarfsartikel Ausführg. sämtl. Reparaturen 3 Vergessen Sie auf keinen Fall: MORGEN ERÖFFNUNG MaixenaJ:z7 dl a S f O f t iff Chi undQtbädc FettbOckllnge Pfd. 28pf. Seelachs ger, Pfd. 38pl Bundaale.. Band 40pt Räucherlachs in Stücken..... Pfand 1,30 f----\ Herzlichen Dank sage ich auf diesem Wege allen Freunden und Genossen, die mir anläßlich meines 60. Geburtstages in so großer Anzahl herrliche Geschenke und Gratulationen zuteil werden ließen. 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Preisen d.voltePro�ramm LtttZOW 7557 « ibeatsr Täglich»»/« Uhr: Asla Wieisen Bila Cavallfni Deutsches KQosll.- Theater Tägi. 8>/< Uhr: Der Hobelpreis KomMiev.Hjalrrarüenmac Tb. a.Knrfijntendaiiün Täglich 8 Uhr: Yvonne Vatiln.v. ntldharillRibo«' Kolik?. Hugo Hirsch Rose-7heater 8>/« Uhr: Olaf, Tragödie eines Sportlers Gartenbühne: S Uhr: Konzert und Bunter Teil 8 U-* Sein HeneBijung:« '.l.tfildeW' khes W**ser' "'tl'*™"'! 9eS• j,- Es ist 1e inS rnildestc lWcl�CS hnc ltetigeS 'i** 1 artet das **�4 ____ Perflor niemals heiß auj WUUjfaß, " Unterhaltung unö AAissen Neues zur Relativitätstheorie. Von Dr. Rudolf Lämmel. Zu den eigenartigsten Eindrücken, die der denkende Mensch er- langen kann, gehört die sonderbare Empfindung, die man beim ge- naueren Nachdenken über die Bewegung der Erde und aller anderen Stern« im Weltraum erfährt. Die im Vordergrund stehenden Fragen oe« täglichen Lebens erscheinen uns freilich so wichtig, daß wir selten genug dazu gelangen, unsere Gedanken vom Erdraum hinweg zu himmlischen Höhen und Tiefen zu wenden. Es scheint, daß darin die Gegenwart früheren Zeiten bedeutend nachsteht. Denn als vor wenigen Jahren die moderne Relativitätstheorie auskam, tat alle Welt außerordentlich überrascht, als ob nun das Bild der Welt in ganz unerhörter Weise verändert worden wäre und Einstein die bisher erkannten Gefcxe und Beziehungen als ungültig erwiesen hätte. In Wahrheit aber hat schon Newton um 168S die Unmöglichkeit begriffen, irgend eine Bewegung in unserer Welt absolut zu er- kennen, weil uns jene unbeweglichen Körper fehlen, auf die wir uns beziehen müßten. Ja, man kann sogar noch weiter gehen und sagen: sogar wenn irgendwelche Sterne in unserem Weltall die Eigenschaft hätten, unverändert ihre Lage im Raum beizubehalten— so fehlte uns doch die Möglichkeit, diese Tatsache zu erkennen. Die zahllosen Fixsterne, die wir nachts am Himmel sehen, und deren Strahlung den Raum mit Licht und Schwere erfüllt, sind wie ein in bunter Bewegung begriffener Mückenschwarm. Der Anblick der Gc> stirne ändert sich für uns freilich erst in geologischen Epochen, aber immerhin— die Steine unseres heutigen Himmels haben eine andere Anordnung als jene, die dem Menschen der letzten Eiszeit leuchteten. Diese Vorstellung von einer stets fließenden Welt hat etwas Unheimliches an sich. Man entgeht ihr, indem man annimmt, die Welt sei von einem absolut ruhenden Stoff durchzogen, dem Acther. Das ist sozusagen der liebe Gott in der Physik. Es ist es, an den inan sich halten kann, wenn man bange Hot. Der absolute und alles durchdringende Weltäther ermöglicht die Festlegung der abso- luten Natur einer Bewegung. So wie man mit einem Stock einen Strich aus Sand zeichnen kann, so hinterläßt jede Bewegung eines Körpers im Weltraum irgend eine Spur von sich im Aethcr. Unter- sucht man diese„Spur", so hat man die„wirkliche" Gestalt der Bewegung des Sternes. Leider ist es aber bis heute nicht gelungen, das Dasein dieses Aethers nachzuweisen, und daher kann man auch die absolute Bewegung nicht erkennen. Der Aether ist wie bisher eine Sache der physikalischen Religion geblieben... und es gibt Ketzer, die an sein Dasein nicht glauben wollen. Die Relativitäts- theorie hat ein Weltbild ausgebaut, dos zwar nicht gerade sehr leicht zu verstehen ist. das aber jedenfalls den Aether nicht benützt. Das ist nun«in« rein wissenschaftlich« Angelegenheit, die aber trotzdem einen merkwürdigen Stich ins Polltische bekam, weil die teutschen Mon- archisten glaubten, gegen die Theorie auftreten zu mllsien. Unglück- licherweise war nämlich Einstein Jude— laut englischem Zeugnis der größte seit Jesus Christus, obgleich doch jo viele dazwischen waren—, und sonach konnte sein« Theorie ebenso wenig wo» rechtes sein wie— na da begeben wir uns ja wieder in die Religions- posttit. So kam es, daß die deutschen Monarchisten zugleich mit den maßgebenden Bolschewisten Gegner der Relativität wurden und An. Hänger der„absoluten Mechanik". Diese Stellungnahme prägte sich im Schlachtruf aus: es gibt doch einen WeUäther Der angesehen« und sehr oerdiente Chemiker Nernst machte den Weltäther, den niemand gesehen oder sonstwie nachgewiesen hat, sogar zum Jung- brunnen der Element«, zur ewig wirksamen Quell« der Stoffe. Aus dem Aether soll alles entstehen, was als Eisen und Kupfer, Sauerstoff und Wasserstoff die Welt erfüllt. Und zu Aether soll alles werden, was an solchen„gewöhnlichen" Formen der Materie im Raum existiert. Das ist durchaus keine unvernünftige Theorie— doch nie- mand kann für sie etwas andcres�ns Feld führen, als daß es eben so sein könnte! Aber gerade dieser Aether hat es den Leuten angetan. Sie wollen ihren Aether haben— sie bestehen darauf. Wenn die Erde durch das Weltall saust, so muß sie irgendwie mit diesem Aether etwas zu tun bekommen. Im Vorjahr bewies ein amerikanischer Physiker, daß der Aetherwind im Hochgebirge weht. Also war der Aether da, und der Jude Einstein hat unrecht. Nun ging ein Auf- atmen durch den deutschen Blätterwald. Von der„Neuen Zürcher Zeitung" bis zur„Deutschen Allgemeinen" gab es ein Frohlocken: Der Aether war nachgewiesen. Ein neuer Gottesbeweis war entdeckt �lvorden! Hallcluja! Leider erwies sich der Nachweis des Aethers nach jener ameri- kanischen Methode als Bluff. Die siebzehn deutschen und schweize- rischen Professoren, die daraufhin Artikel schrieben�daß Gott wieder „5eien wir gulen ZNuts. Kollegen! Noch ist nicht aus- gemacht, ob wir die Treppe'runter oder'rauf fallen!" lebendig wäre, sind hereingefallen. Aber das ließ nun doch den Ber- liner Astronomen Eourvoisier nicht ruhen. Er bewies Gottes Dasein auf einem anderen Weg. Was Eourvoisier nachwies, ist von anderer Seite bisher nicht bestätigt worden. Es ist aber an sich recht inter- essant und doppel: interessant, wenn es auch wirklich wahr ist. Cr will nämlich herausgefunden haben, daß unser ganzes Sternen- system samt Sonne und Erde eine Geschwindigkeit von 75>) Kilometer pro Sekunde im Weltäther habe. Infolge dieser ungeheuren Be- wegung werde die Erde um 40 Meter in der Richtung ihres Laufes zusammengedrückt. Da die Erde sich aber ständig um ihre Achse dreht, während die Bewegungsrichtung absolut gleich bleibt, so wandert der Durchmesser, der am meisten gedrückt wird, binnen einem Sterntag einmal um die Erde. Die Richtung der Bewegung geht nach Alpha-Capello, einem sehr hellen Stern. Es gibt danach«ine stän- big die Erde umlaufende Schollenbewegung, als deren Folge ein« Reihe von Veränderungen von sonst als konstant geltenden Größen auftritt. So muß ein regelmäßiges Heben und Senken um 40 Meter ein ebenso regelmäßiges Verkleinern und Vergrößern eines Gewichtes (gemesien an einer feinen elastischen Feder) zur Folge haben. Es muß ferner die Höhe des Polarsterns schwanken, die Richtung des öeUage des vorwärts Lotes und der Mittagslinie dauernd in einem zwölfstündigcn Rhyth- mus zittern. Diese Erscheinungen hat Eourvoisier alle nachgewiesen. Er folgert daraus, daß es„doch" einen Aether gibt. Unseres Erachtens sind die Erscheinungen, deren Wirklichkeit nicht bestritten werden soll, durchaus kein Beweis für das Dasein Gottes— Pardon, deK Aethers. Da wir über die Natur der Schwerkrast nichts wissen, ihren Zu- sammcnhang mit dem Licht nicht kennen, ist kühnsten Erklärungs- versuchen freier Raum gegeben, die sämtlich auf dem Boden der modernen Mechanik bleiben. Von einem Sturz der Relativitäts- theorie ist keine Rede, es ist auch keine Aussicht vorhanden, daß der „Absolutismus" in der Wissenschaft je wiederkehrt. der Mückenstich. Von Dr. B. B e r n e r. Dies Thema wird jedes Jahr aktuell, wenn mit dem warmen Wetter das Heer der stechenden Insekten„kommt", das heißt, wenn die Insekten anfangen sich rascher zu vermehren oder aus ihren Winterschlupfwinkeln hervorzukriechen. Die Auswahl ist nicht leicht und wenn wir es nicht so genau nehmen und auch die Ameisen dazu rechnen, die jo eigentlich nicht stechen, sondern beißen und einen ätzenden Saft in die Wunde spritzen, dann haben wir eine ganz beträchtliche Zahl von unangenehmen Gegnern im Sommer. Was aber macht denn eigentlich die Stiche so unangenehm, was bewirkt die Entstehung der unangenehmen, juckenden Quaddeln? Die Antwort lautet für die verschiedenen Tiere ganz verschieden. Der Bienenstich, der übrigens nicht juckt, sondern eine recht unangenehme, schmerzhafte Entzündung hervorruft, kommt durch die Einwirkung eines Giftstoffes zustande, der unter Ilmständen übrigens von Heilwirkung fein kann. Die Ameise ätzt richtig, sie macht ein Säureattentat: wenn sie auch beißt, ist ihr Angriss Biß und Säureattentat zugleich. Am merkwürdigsten aber ist die Wirkung des Mückenstichs. Die Mücke— nur das Weibchen sticht— bohrt ihren feinen Rüssel durch die Haut, um Blut zu saugen. Durch den Rüssel aber läßt sie Speichel in die Stichwunde, und dadurch entsteht die Quaddel, entsteht das brennende Jucken. Aber es ist nicht etwa ein Gift, das dabei zur Wirkung kommt. Vielmehr handelt es sich um Bakterien, die mit dem Speichel in die Stichwunde gelangt sind bzw. um deren Absonderungen, die wie Eist wirken. Di« Mücken stehen mit diesen Bakterien im Verhältnis der Sym- bicse. Symbiose heißt Zusammenleben: solch friedliches Zusammen- leben von Bakterien mit anderen Tieren kommt auch bei den Säugern vor. Im menschlichen Dann leben ungeheure Mengen von Batterien. Plan spricht geradezu von einer Darmslora(Flore heißt Pflanzenwelt), und tatsächlich besteht infolge der gewaltigen Zahl der Bakterien, die von unserer Nuhuing mitleben, ein große, Teil des abgehenden Kotes aus lebenden Batterien, ist eine leben- big« Masse. Durch die rasche Vermehrung der Bakterien kommi eine ständige Neubildung zustande, und es werden ihrer nichi weniger, mögen auch Milliarden täglich ausgestoßen werden. Bei den Stechmücken ist ein ganz merkwürdiger Fall von solcher Symbiose gegeben. In ihr leben besondere Bakterien, di, mit dem Speichel beim Stich in die Wunde gelangen: wie man durch Einreibeversuche der Haut mit diesen Bakterien feststellt. rufen sie» und nicht der Stich, die Quaddeln hervor. Die Mücke äsi also nur die bedingt Schuldige an den peinlichen Folgen des cm sich bbrmlosen Stiches. Auch bei der Wanze hat man festgestellt, daß da» brennende Jucken nach dem Stich und die Quaddelbildung auf Batterienwir- kung zurückgeht. Wahrscheinlich ist der biologische Sinn dieser Er- lcheinung darin zu suchen, daß durch die Vaktericnwirkung(die Quaddeln) dos Blut in der Umgebung des Stichkanals vor Ee> rinnung geschützt wird und so für die Mücke das Saugen'M-erhaupl erst möglich wird. Aber zunächst wissen wir nichts Genaues darüber: wissen nur, daß uns die Mücke zwar sticht, aber daß nicht sie es ist, die uns juckt._____ Der älteste Mann Europas ist ein Engländer, William Smith mit Namen. Er wohnt in Saintsield bei Belfast und zählt jetzt lZ5 Jahre. >» Frankreich hat seit 1570 eine Bevölkerungsvermehruug um 10 Proz., Deutschland um 56 Proz., Japan um 75 Proz. der alte unö öer neue Rock. 2] Von Ignä t Herrmann. Eines Tages geschah es. daß der liebste und älteste Freund des Vaters, erwähnter Schneidermeister, Herr Rödl, der in seinem Fache beinahe als Künstler galt, am Abend wie gewöhnlich zu uns auf Besuch kam, und als man die Ereignisse des Tages, die politischen, dann die kommunalen, endlich die gesellschaftlichen, durchdesprochen hatte, warf der Herr Rödl plötzlich ein: „Aber, Väterchen, da hätte ich etwas, wenn er sich ein hübsches Stück gönnen wollte.(Mein Vater und fein Freund waren aus dem alten Säkulum und titulierten einander nie anders als„er".) Ich Hab' da einen Rock, ein schönes Sakko, um einen Pappenstiel für ihn. Es ließ sich es der Herr Kunesch nähen und brachte sich selbst den Stoff, aber wie es fertig ist, gefällt ihm auf einmal das Muster nicht, und er läßt mir das Ganze, damit ich mir den Rock verkaufe, sagt er,— für den Stoff verlange er nichts. No, ich gcb' ihni ihn dafür, was mich der Arbeiter gekostet hat, sechs Gulden vom Nähen. Gönn' er sich's, Väterchen. Kunesch hat seine Figur, es wird ihm wie angegossen passen." Der Vater blickte den Herrn Rödl überrascht an und fragte: „Was ist das für eine Farbe? Dielleicht eine schreiende?" „Aber, aber! Eine graue, sein Gusto! Wenn er sich es ansehen will, könnte der Nazi um den Rock zu mir nach Hause springen. Die Marie wird ihm ihn geben." Der Dater wandte sich zu mir und kommandierte abgehackt, wie er es in der Gewohnheit hatte: „Mütze heraus! Spring' zum Herrn Rödl!" Und ich flog schon. Innerhalb zehn Minuten war ich zurück und brachte ein schönes Sakko, graufarbig, mit weißem Karo, mit Samtkragen und glänzenden, schwarzen Knöpfen. Der Vater unter- suchte das Röcklein mit Wohlgefallen, woraus er mit einer sehr wichtigen Miene das Kleidungsstück anzuziehen begann. Herr Rödl hatte recht, das Sakko paßte wie angegossen. Nun aber begann Vaters wirtschaftlicher Geist in Täsigkeit zu treten. Seine Stirn trat in Furchen, seine Augenbrauen zogen sich in die Höhe, und er rümpfte kaum merklich seinen Mund. Der Dater rechnete, wo er die sechs Gulden abreißen könnte! Diesem Gegenstände widmete der sparsame und bescheidene Mann etwa soviel Zeit und Ueberlegung. wie wenn ein anderer ein Haus um Zwanzigtausend kaufen würde. Ich merkte des Voters Kampf, ich sah, wie er von Zeit zu Zeit fragend die Mutter anblickle, und die Mutter verstand scheinbar die Blicke des Gatten.£ du mein Goct! Der Vater hatte vielleicht schon zehn— fünfzehn Jahre nichts Neue" am Körper. Obgleich die Mutter in dieser Sache kein entscheidendes Wort sprechen wollte— denn sie kannte genau so wie mein Vater den Wert und die Kaufkraft von sechs Gulden—, aber sie wollte doch wenigstens indirekt zum Kaufe raten, und so sprach sie mit haldlauter Stimme: „Nun, der Rock ist das Geld wert! Das ist ein Stoff, reine Wolle, und der Strich ist wie Seide." Es war damals zu Beginn des Borherbstes, der Vater hätte etwas Wärmeres dringend benötigt. Die Worte der Mutter waren ausschlaggebend und entschieden des Daters Kamps. Aber er hatte noch eine Sorge. „Nun also, ich möchte mir den Rock nehmen, Daterle, aber ich muß Ihm sagen, daß ich sechs Gulden nicht auf einmal habe. Ich würde drei am Ersten— den Rest wieder nächsten Ersten geben." „Wari ich denn auf das Geld?" sprach der wackere Herr Rödl. „Nehm' er sich den Rock und basta. Zahlen kann er, wie er will!" Der Vater stand aus, zog den Rock nochmals an, drehte sich einigemal vor dem Spiegel um und indem er den Rock auszog, hängte er ihn vorsichtig m den Kleiderschrank. Ich bin fest überzeugt davon, daß an jenem Abend der Vater lange vor Freude nicht einschlafen konnte, daß er so gut und billig gekauft hatte. Der nächste Tag war ein Sonntag. Ein schöner Tag gegen Ende September, blauer Himmel, und in der kristallklaren Lust duftete der letzte, flüchtige Sommer, die Sonne wärmte nicht sehr, es wehte ein angenehmer, frischer Wind. Ein Tag, der für Vaters neuen Rock wie bestellt worden war. Nach dem Mittagessen stand der Dater auf, sagte zur Mutter: „Frau, zieh dich an!", ging in die kleine Küche, um sich die Schuhe zu überwichsen, wusch sich die Hände, band sich ein schwarzes Atlas» tuch um den Hals und zog sich dann langsam und bedächtig den neuen, feinen Rock an. Ich sehe ihn, wie er das Haus freudig verließ, und wie sich die Mutter einhängte, sprach er zu ihr wie im Scherze: „Da werd' ich dir heut ein Gigerl machen, gelt?" „Ich sagte:„wie im Scherze", aber er meinte es aufrichtig, und auch die Mutter schaute mit Wohlgefallen aus den neuen Rock. Wir zwei Kleinsten, ich und Bruder Hans, schritten jeder an einer Seite dahin und blickten mtt Stolz auf des Vaters neuen Rock. Wir glaubten, daß heute die ganze Welt von nichts anderem spreche« werde als vom neuen, grauen„Sakko" des Vaters. Langsamen und gemessciien Schrittes begaben sich die Eller« vom Puloertunne aus zum„Spitz", wo der Vater für ein Biel sechs Kreuzer verausgabte, wir olle tranken davon, und nachdem wir »och bis zu Kuklena gingen, kehrten wir dann wieder langsam heim. Wir kamen noch bei Tageslicht zurück, und da wir uns anständig aufgeführt hatten, wurde uns Buben gestattet, noch auf die Gaffe herunterzulaufen. Unglückselige Erlaubnis, unglückselige Gossel ?iach einein Weilchen kam Koasnicka, nach ihm Prochaska,— unS ehe mon fünfzig zählen konme. wurde ein großes Manöver hinter der Kirche zum hl. Geiste veranstaltet. In der unfernen Laube war die Gestalt de» Verräters Rzchak flüchtig zu sehen, der neidisch unserem Treiben und der heftigen Stetnkanonade zuschaute, aber nicht den Mut besah, sich zu uns zu gesellen. Ich hatte nach dem Rzehak das Oberkommando über den Gassen- bubenchor in der Gegend des Ziegentores geerbt, und heute über- nahm ich zum erstenmal die ordentliche Führung. Ich schleudert« die Kieselsteine derart meisterhast, daß mich alle bewunderten, und sobald mich der jüngere Bruder ermahnte, doch nicht so heftig zu werfe», weil ich etwas zerschmettern könnte, antwortete ich ihm verächllich: „Du Trottel, du verstehst was davon!" Ich erhob wieder einen Stein, wieder schmiß ich gegen die Dechantei, der Stein flog etwas hoch— ich beugte mich, als ob ich dadurch den fliegenden Stein niederziehen könnte, aber« war zu spät: ein schmetternder Schlag— und schon klirrten starke Stück« Glases auf den Pflastersteinen. Die große, glockenförmige Gemeinde- loternc mit der inneren Oellaterne und dem Luftrohre— alles war zertrümmert, und an der Ecke des dechantlichen Hauses, auf dem eisernen Arm« waren nur noch die Trümmer des Beleuchtungs- apparatcs übriggeblieben. Es stockte mir der Atem. So etwas war mir bisher noch nicht gelungen. Als ob zwischen uns geschossen worden wäre, so liefen wir sogleich auseinander, und der Spielplatz hinter dem hl. Geist war wie reingefegt. Im Hausflur steckte ich dem Bruder einen Kreuzer zu, den ich in der Früh vom Großvater erhallen hatte, um mir so sein Schweigen zu gewinnen, und mit schwerem Herzen betrat ich die Wohnung. Ich dachte, daß mein Verbrechen aus meinem Gesichte geschrieben stünde, und setzte mich zum Erstaunen meiner Ellern und Schwestern hinter— meine Schulbücher. Das war schon lange nicht passiert! (Schluß folgt.) Wieder eine Höch/tlei/l>una!-Ungiaublich billig! Mengenabgabe vorbehalten. Renforce so mittelkräft Qualität Mtr. Frottierhandtüch.|SC! guter Kräuselstoff... Vv Pf. Büstenhalter tL C aus feinem Wäsche tuch Ff. Einsatzhemden 165 für Herren, hübsche Streifen I Sportkrasen O � für Herr., aus Ripspique tj> Pf. Dam.-Strümpfe aus gntam Seidenflor, modern« Farben............ 95 pf. 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DtDlidittllletailaMeAlianil Sonnabend, den 14. August, abend» ?'/, Ahr. im cotal.Zur Schlesilchen Heimat- tInhaber: Möhring), Reue Ariedrichstr.ltnaheBahnh.Jannowitzbr.) Branchenversammlung der Aulogen- u. Elefkroschweiher sowie Schweiherinnen. Tagesordnung: Stellmignahme zu dem Schweißerlursus. Mitgliedsbuch legitimiert. In Anbetracht der sehr wichtigen Tages. ordnung ist zahlreiches und pllnttliches Erscheinen notwendig. vi« Orlsuermoltung. wlriesamsinctclle IZesUIIUvFS g, chnen Anzeigen In der aesamt.AnflaKe f.JHJ.w) de» Vorwärts und trotedem• Birkenwerder Billige Parzellen haben wir von unserem großen Besitz in Birtenwerder, zum Teil an gevllasterter Straße.>0 Min. vom Bahnhos gelegen, bei geringer Anzahl, u. angemesi. Zinsen abzuged. Gute Bodenbeschaffenheit. Durch den elektrischen Betried der Nord- bahn wird die Fahrzeit vom Stettiner Dahn- hos von bv Minulen aus nur 26 Minuten abgekürzt. 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Ausdehnung oder Besserung hin zu kontrollieren,— Um unserer Kundschaft Jederzeit eine solche Kontrolle zu ermöglichen und an Hand derselben den wohltuenden Clnflub auf den Organismus bei Gebrauch unseres Stuvkamp-Salxes feststellen lassen zu können, haben wir uns entschlossen, für unsere verehr! Kundschaft Urin- Untersuchungen kostenlose ausführen zu lassen. Senden Sie uns Ihre genaue Adresse und den Deckel unserer Stuvkamp-Packung mit Kopf (wie nebenstehend) sowie 60 Pfg. für Fort! Ver- padeungsspesen und ArzneigeflUs. Nach Erhalt wird Ihnen in diskreter Weise per Post eine Ver- ssnd'Flasche übersandt nebst genauer Anweisung. Nach einer eingehenden chewslsch-medarlnlsch* mikroskopischen Untersuchung (nicht nur auf El weih und Zucker) lassen wir Ihnen den ermittelten Befund ha verschlossenen Brief zageben. Dadurch versetzen wir Sie in die Lage, Abweichungen Ihres Oesoadheits- zustandes kennen zu lernen und nehmen Ihnen somit alle Sorgen der steten Ungewißheit. Nach Erhalt eines dahingehenden B.-fundes überlassen wir es Ihnen, sich in Arztliche Bchandlnng zu begeben rcap. die geeigneten Maßnahmen zu treffen. Irgend wiche wolterow Unkosten entstehen Ihnew nicht« auch gehen Sie keinerlei Vcrpftichtung ein« All« Anschriften sind zu richten an das inslimt fflr cbetmscb-medlzlaiscxi-znUirofisoplKiie omersac&iuuiea Abt. Stuvkampt Berlin SW 68« AlexandrinensAr. 87 Postscheckkonto i Berlin 82891. Onkel Siuv.kemp Stwimiauszug 5. RlaH» 27. Preußlsch'Süddtlltlche Klassen-Lotters«. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesalleo, und zwar i» einer aus la den bei Lose iden Abteilungen I ur leicher Rümmer 2. Ziehungstag IL August 1926, nachmittags Dn der Rachmlltagsziehung wurden Gewinne über 156 M. gezogen 6 Gewinn« zu 5000 M. 91240 191626 289991 14 Gewinne zu 3000 M. 4985 17192 65347 144555 193619 217141 239944 18 Gewinne zu 2000 M. 59284 93001 141949 143190 170072 235158 259433 262678 286357 18 Gewinne zu 1000 M. 19275 20878 38104 94212 96002 128173 133348 252942 276376 96 Gewinne zu 500 M. 1381 1842 4294 18233 18586 24271 30282 37364 41594 42559 42573 45519 63284 69905 71415 73250 82041 89243 111748 118513 124536 132544 139198 139296 146991 155323 155339 158622 1676-17 185261 186067 186872 194592 201374 208109 214267 220036 224496 225233 246069 260833 272234 277426 282161 284806 297334 299465 299948 196 Gewinne zu 300 M. 1750 4720 4877 5828 14899 27446 29012 29682 32007 42333 42385 44100 48025 48405 52943 54161 54814 56066 62331 65815 65898 66007 70251 70851 79557 79620 84458 88864 91327 92193 96019 100608 101225 104721 109791 111165 114237 115683 116363 117195 117279 117635 119894 141531 184190 221809 240853 257616 266966 122045 152229 203673 231053 249537 258806 275105 122080 154583 203816 231219 249945 259275 281585 130843 158700 210164 232431 250874 260041 584998 132210 166013 215117 234103 253478 261240 287031 135036 166525 216208 236530 234130 262831 287495 137624 173237 217227 238102 255179 262998 297160 119699 140770 176718 �21504 238663 255195 266536 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich boh« Gewinne gesallen, und zwar je einer aus die Los« gleicher Rummer in den beiden Abteilungen I und II Benin getragene, teils auf Seid« ae- arbeitete, erstNalstgo Iackettanzüae, Frack- onzüae, Smokinganzüae. Sehrockanzüae Cutaways. Sommervoletoi». Eadartzine- Mäntel. Bauchanzllge. Mr jede Figur passend, außerdem hochelegante neue Garderobe zu staunend billigen Preisen im Leibbaus Lowick!. Prinzenstr. 105. eine Treppe. Keine Lombardwaie. vewinnauszug S. Klasse 27. Preubisch-Süddeutsch« Klasien-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten 3. Ziehungstag 12. August 1926. vormittags In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 25000 M. 235618 2 Gewinne zu 5000 M. 254138 6 Gewinne zu 3000 M. 73463 192023 268434 6 Gewinne zu 2000. M. 25952 199425 237637 24 Gewinne zu 1000 M. 11360 17543 21288 58729 94881 103430 112022 151954 209953 223741 233721 236507 88 Gewinne zu 500 M. 1593 5797 12962 16383 32019 34344 37169 49707 53110 55324 66510 72071 72524 74207 86040 100003 102550 116144 138493 145260 146315 151779 152475 154905 157676 162088 170806 186339 189525 200838 201473 213968 228379 234747 237957 243145 257280 259937 263067 265497 276097 282302 285445 294318 168 Gewinne zu 300 M. 2597 8915 9098 11535 14285 16530 16893 17116 27449 28880 29765 47472 48344 48780 50208 57064 57144 65091 67121 68104 70001 71418 72301 76201 76424 88582 89119 91254 96221 97429 100051 100215 107375 111350 123910 124828 130084 130891 132805 133149 134987 138398 141648 146163 154953 160316 160534 160923 163775 169387 172647 173426 173858 180400 I 83311 189580 196008 196087 196582 197730 202655 204590 205579 206526 214194 215892 219647 224566 225706 232779 235685 238604 246496 263721 264459 265024 265272 266066 266425 279703 292138 293224 297522 298836 Verkäufe Leiterwaae», Echlauchwagen, Schubkarren. 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