�lbenSaasgabe Hr. 381 ♦ 43. Jahrgang Busgabe B Nr. 188 SMuasbeitnstmetit unb anitistnKWtf» lin» in btr Morgenailzzabe onflcaeictt Rebattion: sw. SS, Ciabenfttafje 3 ?-rosprech»r: Dönhoff 292— 2ST XcL-Sbreffe: Sojialbemotcal Berlin Vevlinev Volksblatt (10 Pfennig) Sonnabenü 14. Buguft 142H Verla« unb Anzeigenabteilung! Geschäftszeit SVi bis 5 Uhr Verleger: Vorwarts-Verlag GmbH. verlln STB. 68, Linbenstrobe i Zernsprecher: Dönhoff 292— 297 Zcntralorgan der Sozialdcmokratifdieti Partei Deutfcblands Das öeutsth-franzöfljche Abkommen. Im Reichstagsansschuß angenommen. Der handelspolitische Ausschuß des Reichstages beschäftigte sich heute vormittag mit dem vom Reichsrat bereits angenommenen Handelsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich. Ministerialdirektor Posse vom Reichswirtschastsamt gab einen Bericht über die Verhandlungen, der für vertraulich erklärt ivird. lieber das Ergebnis der Verhandlungen selbst führte er aas, daß besonders auf dem Gebiet der Woll- und Baumwollindustrie erhebliche Zugeständnisse erreicht worden seien, die die deutsche Industrie in Frankreich wieder konkurrenzfähig machen würden. Auch auf die Industrien, die eine besonders starke Arbeits- losigheit hätten, wie die M a s ch i n c n i n d u st r i e und die chemischeIndustrie.sei besondere Rücksicht genommen worden. Das werde sich voraussichtlich im kommenden Winter auswirken. Die wirtschaftlichen Verhältnisie in Frankreich blieben allerdings unsicher, man wisse noch nicht, ob es Poincarä gelingen werde, den Franken zu stabilisieren, was ja nur dann möglich sei, wenn sich die Franzosen mit der Tatsache abfänden, daß sie einen ganz erheblichen Teil ihres Vermögens schon verloren hätten. Stach dem Schlußprotokoll soll ein Monat, nachdem die französische Zolltarisnovclle zustandegekommen ist, in neue VerHand- lungen über den definitiven Vertrag eingetreten werden und erst dann, wenn auch die französische Inslation überwunden sei, werde inan zu dauernd geordneten Verhältnissen kommen. Thomsen(Dnat.) beantragt Vertagung der Verhandlungen bis Mittwoch, da seine Fraktion noch nicht genügend Gelegenheit gehabt habe, sich mit der Materie oertraut zu machen. Ministerialdirektor Ritter, Wissel(Soz.) und Eremer(D. Vp.) widersprechen. Sie weisen daraus hin, daß das Abkommen schon am 21. August in Kraft treten foll und daß doch nur ein Ja oder Nein möglich sei. Dazu bemerkt v. Stubcndors(Dnat.), es fei für ihn und seine Freunde eine harte Zumutung, jetzt schon mit einem Ja oder Nein zu antworten. Die Vertagung wird darauf mit allen gegen die Stimmen der Deutschnationalcn abgelehnt. Reichert(Dnat.) nennt das Abkommen ein großes Wagnis. Man wiiie nicht, wie sich die sronzösische Wirtschaft weiter entwickeln werde. Unser Jnteresic an einem Abschluß sei gar nicht so groß. England und die Vereinigten Staaten würden von Frankreich besser behandelt als Deutschland. Die deutsche Handels- bilänz Frankreich gegenüber sei passiv. Was werde mit der ZIZprozenligen Ausfuhrabgabe? Was aus dein Nieder- lasfungsrecht praktisch werden wird, ist zweifelhaft. Wie ist es mit der Beschlnagnahme des deutschen Vermögens auf Grund des Versailler Verlages? Ist diese Gefahr ausgeräumt? Unklar und auslegungsfähig ist auch Artikel 3, der Deutschland vor willkürlichen Zollerhöhungen bei neuen Frankcnftürzen schützen soll. Wissell(Soz.): Wir können die handelspolitischen Bindungen mit Frankreich nicht entsprechend den Wünschen der Deutschnatio- nalen bis dahin vertagen, bis die französischen Finanzen stabilisiert sein werden. Das Handelsabkommen bietet wenigstens eine Grund- läge für ersprießliche wirtschaftliche Be- Ziehungen. Eine Zollerhöhung von französischer Seite könnte erst im Herbst eintreten und die Bestimmungen des Artikels 3 scheinen mir durchaus klar. Werden die Tarifsätze nur um 3l> Proz. erhöht, so berührt uns das überhaupt nicht, werden sie aber auf etwa 50 Proz. erhöht, dann, steigern sich die Zölle, die wir zu bezahlen haben, von 100 auf 120 Proz. Eine weitere Erhöhung ist nur möglich, wenn der Index um weitere 20 Proz. steigt. (Ministerialdirektor Posse bestätigt die Richtigkeit dieser Darlegung.) Das scheint mir doch eine ganz erträgliche Regelung. Es ist auch zu bedenken, daß jede Milliarde Export Beschäftigung für 300 000 bis 400 000 deutsche Arbeiter schafft. Für freie Ausfuhr aus dem Saargebiet nach Deutschland sind wir unter allen Umständen, weil die Saar doch eigentlich deutsches Gebiet ist.� Wir werden aus diesem Grunde sowohl dem deutsch-französischen Han- deksabkommen wie auch dem Abkommen über das Saargebiet unsere Zustimmung geben. Rosenberg(Komm.) kündigt die Ablehnung der Vorlage durch seine Partei an, da das Abkommen nur Interessentengruppen Extraprofite zuschanze, aber der Allgemeinheit nicht diene. Dem Ge- danken einer mitteleuropäisch n Wirtschastsgemein- schaft stimmt er im Prinzip zu. Ministerialdirektor Ritter äußert sich vertraulich über die 2kpro- zentige Ausfnhrabgabe und über den§ 18 des Versailler Vertrages, der von der Beschlagnahme deutscher Vermögen handelt. Bezüglich der Zulassung in den Kolonien habe Frankreich Deutschland größere Zugeständnisse gemacht, als bisher den anderen Ländern. Schlichlich wird das deutschsranzäsisch« Handelsabkommen gegen die Stimmen der Deutschnalionalen und der Kommunisten angenommen. Gärtners Klage. Ein Erfolg des„Lffenen Briefes". München. 14. August.(Eigener Drahtbericht.) Von der amt- lichen Bayerischen Pressestelle wird folgende Antwort auf den Offenen Brief der Gcnosien L e v i und Geyer veröffentlicht: ..Der Staatsministcr Gürtner hat den Strasantrag gegen Levi und Geyer am 30. Iuh unterzeichnet. Der Antrag wurde mit einer Sachdarstellung alsbald nach Berlin abgegeben. In dem Begleitschreiben vom'3. August wurde ausdrücklich betont, daß für den Herrn Staatsminifter mit Rücksicht auf die maßlos ausfälligen Beschimpfungen in einem Teil der deutschen Presse das allergrößte Jntercsie an der beschleunigten Durchführung des Der- sahrens bestehe, daß zwar die beschleunigte Verfolgung des Abgeordneten Levi durch die Lorschrift des Artikels 37 der Rcichsverfassung gehindert werde, daß aber kein Hindernis gegeben sei, das Verfahren gegen Geyer sofort und unabhängig von dem Strafverfahren gegen Levi zu betreiben. Abgeordneter Levi weiß, daß die Einleitung eines Strafverfahrens gegen ihn von der Genehmigung des Reichstages abhängig ist. Es wird dem Staatsanwalt in Berlin trotz der von Levi m dieser Richtung in Aussicht gestellten Geschäftigkeit nicht möglich sein, die Genehmigung vor dem Zusammentritt des Reichstages zu erwirken. Auch von einer Verzögerung des Strafverfahrens gegen Geyer .kann schon nach dem ordentlichen Gesetzesgange keine Rede sein. Im übrigen besteht kein Anlaß, auf den Sachverhalt, dessen V c r- d r e h u n g unverkennbar ist, näher einzugehen." Der Offene Brief hat also die Wirkung erzielt, die mit ihm beabsichtigt war. Wir erfahren endlich, daß der Strasantrag tat- sächlich gestellt ist und freuen uns, daß endlich ein außer- bayerisches Gericht über die bayerischen Justizzustände unter Gürtner zu urteilen haben wird. Tagung üer Saarvereine. Köln, 14. August.(Mtb.) Aus dem Bcgrühungsabend der Saartagung sprach der Geschäftsführer Th. Vogel- Berlin über die weltpolitischen Gefahren der Saarfrage. Er sagte unter anderem: Wie richtig die Gefahren der in Versailles von Frankreich oerfolgwn Saarpolitik selbst von Wilson und Lloyd George erkann: weiden sind, ergebe sich aus dem Ausspruch Lloyd Georges im Viererrat 1913:.Lossen Sie uns keine neuen C lsaß-Lothringer schaffen." An den Zielen der französischen Besatzung habe sich nichts geändert, gleichgültig, welche Regierung den außenpolitischen Kurs in Paris bestinime. Die Eaar-Frage sei auch beute noch nicht im Geiste von L 0 c a r n 0 erledigt. Für die Saarbenölkerung gebe es nicht einmal ein M i t bcstimmungsrccht, viel weniger ein Sclbstbcstiminungsrccht. Man müsse sich die fron- zösische Besatzung gesollcn lassen, obwohl sie einen Bruch des Versailler Vertrages darstellt, müsse ausländische Beamte über sich regieren lassen, müsse jetzt insolge der vertragswidrigen Einführung der französischen Währung eine zweite Znslalionskalastrophe durchmachen, die den größten Teil der Soargcbictsbevölkerung an den Bettelstab bringe. Die Losreißung von der beut- jchen Lozialverficherung habe auf ollen Gebieten der sozialen Fürsorge einen Notstand geschaffen, wie er sich schlimmer überhaupt nicht denken lasse. Da.bei handele es sich bei all diesen von der Saarregierung gegossenen Maßnahmen keine»- weg? um die Durchführung vertraglicher Bestimmungen, sondern um die vertragswidrige systematische Ab- trennung des Saargebiets auf allen Gebieten vom deutschen Mutterlandc in der politischen Absicht, jegliche Verbindung zwischen Saargebiet und übrigem Deutschland zu zerschneiden, um damit die für l93Z vorgesehone Volksabstimmung im französischen Sinne zu beeinflussen. Trotz Locarno sei die vom völkerbuni! bestellte Regiernngskommisfion nichts anderes als ein Organ französischer Annexionspolitik. Wenn diese Bestrebungen auch keinen Erfolg gehabt hätten, weil die Saarbevölkerung in ihrer Gesamtheit sich ihnen entgegenstellte, so bedeute das dennoch nicht, daß die Gefahren für das Saargebiet endgültig beseitigt sind. Die j ü n g st e n Vorgänge in der Be- satzungsfragc lassen das Gegenteil befürchten. Der französische Ein- fluß in der Saarregicrung sei trotz Ersetzung des französischen Saar- Präsidenten Rault durch den Kanadier Stephens vorherrschend ge- blieben, so daß alle Entscheidungen der Saarregierung auch in Zukunft von französischen Interessen diktiert sein würden. Aus dieser Taisachc, die sich mit zahlreichen Unterlagen belegen läßt, ergibt sich die dringende Notwendigkeit, daß das gesanfte deutsche Volk in der Forderuno der L i q u i d i e r u n g der Saar- frage nicht nachläßt und ohne Unterlaß den Kampf um die Deutsch- crhaltung des Saargebietes unterstütze. §all Graff liquidiert. Unschuldig verurteilte begnadigt. Wie man sich erinnert, hat das Kriegsgericht der belgischen Besatzungsarmee am 27. Januar 1023 wegen Ermordung des Leutnants Graff vier. Angeklagte, nämlich Reinhardt, Klein, Grabert und Riedle zum Tode oerurteilt, die weiteren Angeklagten T 0 r m ö h l e n zu 20 Iahren Zwangs- arbeit, Dömland zu 15 Jahren Zwangsarbeit, Elisabet Heck- mann zu S Jahren Zuchthaus, Noack und Klimas zu drei Jahren Gefängnis. Kurz danach bezichtigten sich die drei deutschen Polizei- beamten Engeler Kaws und Schwirrst vor deutschen Behörden des Mordes. Das Schwurgericht iii Stettin verurteilte am 8. Juli 1924 Kaws und Engeler zum Tode und sprach Schwirrat frei. Die Klärung der Schuldfrage wurde durch ein im Ztovember 192ä abgeschlossenes Abkommen einem deutsch-belgischen Schiedsgericht übertragen. Das Gutachten dieser Instanz kotpmt zu dem Schluß, daß im Gegensatz zu dem belgischen Militärgerichts- urteil Kaws und Engelcr das Verbrechen begangen haben: diese hätten in Begleitung von Schwirrat die Straßenbahn bestiegen, in der sich Leutnant Grafs befand und die tödlichen Schüsse abgegeben. Angesichts dieser Schlußfolgerung der Internationalen Juristen- kommission hat der belgische König auf Vorschlag des Justizministers und in Ilebereinst-inmung mit dem Ministerrat Reinhardt und Ge- »offen begnadigt. Die deutsche Regierung hat der belgischen ffiegierung die Versicherung gegeben, daß sie über die gerechte Sühne des Verbrechens wachen werde, dessen Kaws und Engelcr durch das Stetlincr Schwurgericht für schuldig erklärt worden sind. Der unerwünschte Steuerzettel. Stcuerrebellion nach Muster Bcrncastel. In den letzten Wochen sind allerorts den Einkommen- steuerpflichtigen— mit Ausnahme der Landwirtschaft und der Gewerbetreibenden, deren Geschäftsjahr spätestens, am 30. Juni 1925 endete— die Steuerbescheide zugegangen. Diese Steuerbescheide beruhen auf dem festgestellten Einkommen des Kalenderjahres 1925. Sie stellen somit die Rückkehr zu dem seit vielen Jahren �bestehenden Prinzip der deutschen Einkommensbesteuerung dar. In der Zeit der Rot war dieses Prinzip verlassen worden. Auch die Einkommensteuer wurde noch dem Umsatz oder nach dem Vermögen bemessen, die Höhe des Einkommens blieb unberücksichtigt. Das führte in manchen Fällen zur Ueberbelastung, in anderen zur Minderbelastung, entsprach selten der wirtlichen Leistung?- fähigkeit und konnte daher nur solange ertragen werden, als eine bessere Grundlage für die Steuerleistung nicht gegeben war. Die jetzt ergangenen Steuerbescheide entsprechen daher weit mehr den tatsächlichen Einkommensv r. Hältnissen der Steuerpflichtigen als die nich rohen Merkmalen festgesetzten Borauszahlungen, wie sie bisher zu leisten waren. Trotz alledem wird an diesen Steuer- bescheiden in zahlreichen Fällen heftige Kritik geübt. Es bat den Anschein, als ob sie den großen Vorteil, der in dir Bemessung der Steuerleistung nach dem wirklichen Einkorn- wen liegt, mißachte. Das ist verständlich, soweit es sich um Bescheide handelt, deren Höhe mit Recht angefochten«erden kann. Diese Fälle aber sind zweifellos viel weniger zahlreich als diejenigen Fälle, in denen die bisher geleistete Varaus- Zahlungen zu niedrig waren, so daß Nachzahlungen erforderlich sind, damit die gesetzliche Steuerleistung erfüllt'st, Außerdem aber gibt es auch zahlreiche Fälle, in denen die Steuerbescheide Erstattungsansprüche feststellen, wo also de? Steuerpflichtige bisher zu viel gezahlt hat und nun Rück- Zahlung beanspruchen kann. Man braucht garnicht zu bestreiten, daß bei der Durch». führung der Veranlagung Fehler und Mängel sichtbar geworden sind. Dabei darf man aber auch nicht die Umstände' vergessen, unter denen die Finanzämter gegenwärtig zu arbeiten haben. Es muß gleichzeitig Einkommensteuer, Zier- mögensstcuer und Erbschaftssteuer veranlagt werden. Auch ist das Reichsbewertungsgesetz, das der Verschiedenheit der Bewertung von Vermögensgegenständen ein Ende macht, zum' erstenmal anzuwenden. Da für alle diese Aufgaben nur kurze Fristen zur Verfügung stehen, sind die Finanzämter in einem Maße überlastet, das der Qualität ihrer Arbeit sicherlich nicht förderlich ist. Besonders schwierig liegt die Sache aber bei der Einkommensbesteuerung. Sie ist' stets eine große Aufgabe gewesen. Diese Aufgabe ist jetzt seit langen Jahren wieder zum erstenmal zu lösen. Daraus ergeben sich besondere Schwierigkeiten. Soweit die Steuerpflichtigen Bücher führen, kann aus den Ergebnissen eines Jahres luniir- gemäß nicht mit derselben Sicherheit auf ihre Leiftungssähig- kcit geschlossen werden, als wenn erst einmal die Unterlagen über mehrere Jahre vorliegen. Bei den kleinen Steuerpflich- tigcn ober, die keine Bücher führen, müssen in diesem Jahr wie auch früher Schätzungen an die Stelle individueller Er- mittlung des tatsächlichen Einkommens treten. Auch f.ir di�ke Schätzungen müssen erst Erfahrungen gesammelt gebaut werden können, daß sie die individuelle Einkommens- ermittlung voll ersetzen können. Eine sorgfältige und genaue Einkommensteuerveranlagung kann niemals nur die Sache eines Jahres sciu, sondern kann nur in der Arbeit von Jahrzehnten allmäffiich durchgeführt werden. Dielfach wird versucht, in der Durchführung der Der- anlagung cinyi Gegensatz zwischen F i n a n z m i n i st e- r i u m und Finanzämtern zu konstruieren, als ob die Praxis der einzelnen Finanzämter allzu fiskalisch eingestellt sei. Für eine solche Beurteilung fehlen zunächst die Anhalts« punkte. Im Gegenteil hat das Finanzministerium gerode in letzter Zeit bei den Finanzämtern auf strengere'Durchführung der Veranlagung drängen müssen. So hat der Reichsfinanz- minister in einem Erlaß vom 2t>. Juni erneut auf die Mog- l'chleit hingewiesen, Steuerpflichtige, die, trotzdem sie über ein erhebliches Vermögen verfügen, nur ein ganz geringes Einkommen deklariert haben, zur Veranlagung nach dem Verbrauch heranzuziehen. . Schließlich kommt noch hinzu, daß die Neigung der Steuerpflichtigen zu wahrheitsgemäßen Angaben viel zu wünschen übrig läßt. Daß infolgedessen die Finanzmnrer den Angaben der Steuerpflichtigen häufig mißtrauisch gegenüber- stehen, wird man wohl bedauern, aber auch begreifen müssen. Dieses Mißtrauen der Finanzämter gegen die Steuerpflich- Ilgen wird durch die Art der Tätigkeit gewisser Unternehmer- organisationen und politischer Parteien gefördert. Diste sehen ihre Aufgabe vielfach darin, den Gegensatz zwischen Finanz- Verwaltung und Steuerpflichtigen zu verschärfen, statt den letzteren begreiflich zu machen, daß das verarmte Reich auf den vünktlichen Eingang der Steuern zwinaend angewiesen ist. Auf dem Parteitag der Deutschen Wirtschafts- partei z. B. ist eine Entschließung angenommen worden, die die Finanzämter beschuldigt, willkürlich Umsatz und Ein- kommen höher einzuschätzen als sie es tatsächlich sind. Das ist ganz offensichtlich eine ungerechtfertigte Uebertreibung. Jedermann weiß, daß gegen solche Willkür in der''eiebs- abgabenordnung weitgehende Schutzbestimmungen irr den Sleuerpslichtigen enthaften sind, deren Anwendung mühelos zur Abstellung eines solchen Verfahrens führen würde. Die t�o.'ge des Beschlusses der Wirtschaftspartei ist nun, daß überall Protestkundgebungen abgehalten, und die Steuer- Pflichtigen zum Widerstand gegen die Finanzämter angereizt werden. Berncastcl macht also Schule. Daß für viele kleine Steuerpflichtige bei den jeß�en Winschaftsverhältnissen jede Sleuerleistiingen. auch die Deinste, eine schwere Last ist, ist durchaus verständlich. Aber jede? verständige Mensch wird begreifen, daß!ed:r. dessen Ein- lammen über das geringe steuerfreie Existenzminimum hin- ausreicht, mit seinen bescheidenen Kräften zu den allgeme-nen Lasten beitragen muß. Er kann nur verlangen, daß ihm das soweit als möglich erleichtert werde. Dem ist bereits durch einen Ei laß des Reichsfinnnzministeriums vom Juni tOPH Reclliiiing getragen. Angesichts der Tatsache, daß durch die Zustellung des Steuerbescheides vielfach neben der laufenden Vaiauszahlung auch nach eine Nachzahlung zu erfolgen lirt, find die Finanzämter angewiesen worden, die Abtragung der Nachzahlungen in Raten unter Anpassung an die Wirtschaft- liche Leistungsfähigkeit der Steuernfliciumen rn r»'lauen. Damit ist allen billigen Wünschen entsprochen, zumal daneb n die allgemeinen Bestimmungen über Erlaß und Stundung van Steuern weiterbestehen. Gegenüber den vielen Uebertreibungen ober muß doch mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß noch immer die großen Massen der Lohn- und Gc- Ilaltsempfänger die größten Lasten tragen. Die Verbrorrfissteuern und Zölle, die reine Kopfsteuern sind, ruhen zum allergrößten Teil auf idren kargen Löhnen und Gehältern. Sie tragen ferner bis hinunter zu den kleinsten Einkommen Woche für Woche und Monat für Monat die Lohnsteuer. Ihr Ertrag ist fast doppelt so hoch wie der der E-nkommensteuer aller übrigen Steuervstichtigen. Sie ist aber oftmals auch für den einzelnen Lohnsteuervstichtigen viel härter als für den Selbständigen, auch wenn seine Lage noch so drückend ist. Wenn z. B. ein Lobnsteuerpflichiige? noch monatelangcr Erwerbslosigkeit endlich den ersten Wochenlcbn erhält, so wird ihm soso-'! die entsprechende Lahnsteuer ein- behalten. Das ist zweifellos eine viel größere Härte, als sie jetzt bei der Veranlagung eintreten kann. Die von dem einzelnen zu entrichtonde Steuerlast ist zweifellos hock. Aber nicht nur weil die Gesamtsteuerlast Deutschlands schwer ich, sondern vor allem, weil sie sehr ungerecht verteilt ist. Die besitzenden Schichten halten es für ihr gutes Recht, sich der Steuerlasten nack Möglichkeit zu entziehen. Je mebr das geschieht, um so höher wird die Lost der übrigen. Die Erfahrung lehrt, daß die Finanz- behörden allein der geringen Steuermorol nickt Herr werden. Es ist deshalb nicht nur ein Interesse der Lohnsteuerpflichtigen, sondern aller ehrlichen Steuerzahler, daß die Steuerleiltung der öffentlichen Kontrolle unterworfen wird. Der„Inüustrie-Nationalismus". Eine Erklärung des Reichsbaukpräsidenten. Wir haben gestern ein Jnteroiem kritisch besprochen, das der Reichsbankpräsident Dr. Schacht dem deutschamerika- nischen Journalisten Viereck gewährt hatte und wegen einiger Wendungen in Polen unangenehmes Aufsehen erregt hat. Herr Dr. Schacht schreibt uns heute dazu: Zu Ihren Ausführungen im Abendblatt des lZ. d. M. bitte ich bemerken z» dürfen, baß Interviews die in lebendiger Unterhaltung nvrgcbrachten Ansichten naturgemäß nicht immer so korrekt wieder- gcben können, als dies in einer schriftlich irohlformulierten Aus- suhrung der Fall ist. Schon die Form des Interviews bedingt in der Wiedergabe eine lebhaftere und feinere Darstellung. So koinmt es, daß manche Ansichten nicht so präzis und nicht immer in der ge- wünschten Abstufung ihres Wertes zutage treten. Ich bitte deshalb auf diesem Wege, da Sie speziell aus Polen Bezug genommen haben, dessen Name übrigens im Interview gar nicht vorkommt, ausdrücklich feststellen zu dürfen, daß ich nicht nur die Sanierung der polnischen Währung, sondern auch die Herbeiführung prosperierender wirtschaftlicher Verhältnisse in Polen, ganz besonders auch im Interesse des benachbarten Deutschlands, herbeiwünsche und mich einer dar- auf abzielenden internalionalen Aktion nicht nur nicht entgegenstellen, sondern sie dankbar begrüßen würde. Der Leitgedanke des Interviews war, die Notwendig- keit der europäischen Zusammenarbeit zu betonen, wofür ich allerdings in den sehr oft nicht durch wirtsckaflliche, sondern durch nationalistische Momente getragenen hohen Zollgrenzen eine Gefahr sehe, die nicht etwa nur Deutschland Abbruch lut, sondern den eigenen Interessen derjenigen Länder zuwiderläuft, die mit hohen Kosten neue Industrien auszubauen suchen, obwohl die eigenen beschränkten Märkte sür eine Rentabilität nicht ausreichen und an einen Export zu Konkurrenzpreisen angesichts der bestehenden älteren Industrien in den übrigen europäischen Ländern nicht zu denken ist. Ich oermag nicht zu erkennen, wie das Er- merbslosenproblem gelöst werden soll, wenn nicht eine über ganz Europa sich erstreckende gewisse wirtschaftliche Arbeitsteilung herbeigejührt werden kann. Diese Anschauungen entstammen nicht irgendeiner bei nur vorhandenen Gegensätzlichkeit zu diesem oder jenem unserer Nachbar- länder, sondern der Sorge um das Schicksal der europäischen Zu- kunst. Gelegentliche unvermeidliche Schieihciten in der Wiedergabe von Interviews sollten den Ernst solcher Ueberlegungen nicht ab- schwächen dürfen._ Kommunistische Einheitsfront. Wie es in der eigenen Partei aussieht. Alle Tage versichert die„R o t e F a h n e", daß die revolutionäre Einheitsfront marschiert. Selbstverständlich unter Führung der Kommunistischen Partei! W i c diese Einheits- front aussieht, das zeigt das folgende Rundschreiben der Ber- liner Parteileitung, das sie am 9. August an die Mitglieder des Neuköllner Verwaltungsbezirks richtete. Wörtlich heißt es dort: „Im Einverständnis mit dem Zentralkomitee hat die Berliner Bezirksleitung die Wiederholung der Wahlen zur Stadtdelegierten- Versammlung und eine neue Stadtdelegiertenversammlung beschlossen. welche sich noch einmal mit den politischen Fragen und der Neuwahl der Neuköllner Berivaltungsbezirksleitung beschäftigen soll. Aus der Neuköllner Stadtdclegiertenkonse- renzwurdcunterindcrPartcicinzigdastehcndem Bruch der primitin st en Grundsätze der Partei- dcmokratie die Neuwahl der Neuköllner Bezirks- leitung vorgenommen. I n der Versammlung wurde mit 5 7 gegen 53 Stimmen ein Antrag auf paritätische Zusammensetzung der Bezirksleitung angenommen. Trotz dieses Beschlusses der Mehrheit der Ver- snmmlung wurde eine Bezirksleitung gewählt, in welcher die Anhänger des ZK., die ungefähr die Hälfte von Neukölln bilden, völlig ausgesckialiet sind. Diese Ausschaltung kam zustande, obwohl in der Versammlung die Anhänger der Parteilinie die Mehrheit hatten. Aber am Vorstandstisch lagen neun schriftliche Erklärungen von oppositionellen Genossen, mit deren Hilse die Minderheit in der Versammlung natürlich jeden Beschluß nieder st imn>en konnte. Mit Hilse dieser neun schriftlichen Erklärungen wurde auch der Wille der Mehrheit der Stadtdelcgiertenoersammlur.g aus paritätische Zusammensetzung der BL. vergewaltigt und durch Hinzuzählung der neun schriftlichen Erklärungen mit drei Stimmen Mehrheit eine rein oppositionelle Bezirksleitung gewählt. Der eindeutige Be- schiuß der Versammlung aus paritätische Zusam- mensetzung wurde in brulalster Weise mit hilse der neun schrlsl- lichcn Erklärungen ignoriert. Ein solches Verhalten muß zu einer Zerreißung der Partei führen. Wenn trotz des Beschlusses der Bersammlung, die Bezirks- leitung paritätisch zusammenzusetzen, bei ungefähr gleicher Stärke der zwei Richtungen im Bezirk, die Anhänger der Parteimehrheit völlig ausgeschaltet wurden, so muß ein solch unerhörtes Bei- spiel der Verletzung der Parteidemokratic in der Partei ver- h« e r e n d wirken. Solche Methoden müssen die pollklsch«» Dlsie. renzeu in schärfster Welse auch organisatorisch zuspitzen. Sie machen eine Gesundung der Partei unmöglich. Wir appellieren daher an alle Genossen in Neukölln, in den jetzt. stattfindenden Zcllenvcrsammlungcn gegen solche Methoden zu protestieren und mit allen Kräften dabin zu wirken, daß trog der parteipolitischen Differenzen eine gemeinsame Arbeit zum Wohle der Partei stattfindet. Wir appellieren an alle Genossen von Neu- kölln, die Diskussion sachlich zu fuhren, so daß die Partei politisch und organisatorisch einen Gewinn aus dieser Diskussion ziehen kann. und ersuchen alle Mitglieder, vollzählig zur Zellenvcrsammlung zu erscheinen. Mit komm. Gruß Zentralkomitee der KPD. Bezirksleitung Berlin-Brandenburg der KPD. Die Zellenversammlungen der KPD in Neukölln werden also ausnahmsweise sich mal nicht mit dem„V e r r a t" der Sozialdemokratie, sondern mit den Verrätern in der KPD. beschäftigen. Vielleicht geben auch die wertvollen dem Polizei- Präsidium gegebenen Anregungen, wie„die Ordnung in den Straßen aufrechterhalten werden und wie die zu- nehmende E r r e g u n g�d er Massen beruhigt werden könne", ausreichenden istotf zur Diskussion. An die Ent- wicklung in S o w j e t r u ß l a n d braucht dabei noch gar nicht gerührt werden. vie Stimme üer Opposition. Der Kampf in der russischen Partei spiegelt sich in den inneren Auseinandersetzungen der KPD. aufs lebhafteste wider. Im allgemeinen ist die kommunistische Opposition auch in Deutschland aus„illegales" Materiol angewiesen, nur gelegentli chgibt die „Rote Fahne" Dokumente der Opposition in vollem Wortlaut wieder. So teilt sie heute eine Erklärung der„W e d d i n g e r Opposition" mit, die ungefähr der oppositionellen Stimmung in der Berliner Mitgliedschaft entsprechen würde. Dies Dokument ist interessant genug, um es zum Abdruck zu bringen. Es heißt in ihm: „Das Wiederaufleben des russischen Parteikonflittes bestätigt unsere Auffassung, daß die damals ausgeworfenen Streitfragen nicht durch mechanische Unterdrückung der Opposition seitens des Stalinschen ZK. aus der weit zu schassen sind, sondern daß dieselben einer grundlätzlichen und allumfassenden Dislujsion innerhalb der KPdSU, und der Komintern bedürfen. Trog des Versuches des ZK. und des EKKI., den Fortbestand der Opposition nach dem l4. Parteitag abzuleugnen, tobte der Kamps gegen ein System, daß durch die Bucharinsche Parole„vereichcrl euch" signalisiert wurde und im Stalinismus seinen zeitgemäßen Ausdruck findet, mit unvermindetcr Schärfe unterirdisch weiter. In diesem Kampfe wendet sich die Leningradcr Opposition u..a gegen die Bejahung der Möglichkeit des Sozialismus in einem Lande für die unverminderte Porwärtstreibung der revolutionären Be- wcgung in den übrigen Ländern, in engster Verbindung mit den, sozialistischen Ausbau in Rußland bis zum Triumph des So.zia-is- mus durch den Sieg der Weltrevolution. Gegen die Idealisierung des gegenwärtigen Znstandes der russischen Siaatsindustrie als kon- scquente sozialistische. Für eine illusionsfreic Charakterisierung der russischen Staatslvdustrie. atS zwar„tonsequeM sozialistischen Typus" (Art), aber noch nicht rein sozialistisch.—,- Gegen die Uebertreivung der Ncp, wie„.sie besonders kroß. durch das geflügelte Wort„Bereichert euch" signalisiert wurde und in der Praxis z. B. durch die neue Landesgesetzgebung, im Warenaustausch. Freihandel usw. ihren Ausdruck findet. F u r die Beschränkung der Nep aus die ihr von Lenin gestellten Aufgaben. Gegen jegliche Lockerung der Diktatur des Proletariats gegen- über der Stadt- und Dorfbourgeoisie durch Ausdehnung der Sowjet- demokratie usw. Gegen den falschen innerparteilichen Kurs, durch Anwendung von Unlerdrückungsmaßnahmen(Beschränkung der viskusiionsfrei- heil, Maßregelungen usw.). Ver Garten in öer Zabrik. Von Richard Götz(Wien). Hier ist dos Tor der Fabrik. Do gehen die Arbeiter des Morgens hinein. Sie müssen an ber Wohnung des Direktors vorbei, zur Rechten, und oen Garten de» Direktor», zur Linken. Sie gehen durch einen glosoerfchalten Gang.„Guten Morgen" sagt der Portier der Fabrik. Do sind sie noch Menschen.„Guten Morgen" sagen die Kontrolluhren. Da werden sie zu Maschinen. Sie verlieren ihren bürgerlichen Namen und bekommen«ine Nummer dafür.„Tick, tack," sagt die Uhr,„Nr. 21?, du kamst heut« um zehn Minuten zu spät, das werde ich melden, das kostet dich Lohn".—„Mein Kind siel auf der Treppe sich blutig," sagt die Nummer,„das kostete einen Weg zum Arzt".—„Tick, tack," sagt die Uhr,„das versteh« ich nicht, tick, tack," sagte sie,„das höre ich nicht". Di« Kontrolluhr ist der Grenzstein zwischen Bürgertum und Proletariat. Sie sieht harmlos aus, ungefähr wie ein Kanditen- outomat. Aber ihr Schlund speit diesem Leben kein« Süßigkeiten aus, sondern schluckt es. Er schluckt das Privatleben. Er schluckt auch die Privatseel«. Jeden Tag schluckt er sie, und sie wird ge- mahlen. Drüben fällt sie dann in den Mehlsack der Organisation. Der ist ihr« Rettung. Was wäre so ein Stäubchen Seele ohne die Masse der Bruder! Aus dem Glasgang treten die Nummern in den Hof der Fabrik. Der Garten läuft ihnen ein Stuck Weges nach. Er ist nur von einem niedrigen Lattenzaun begrenzt, so daß man hineinsehen kann. Ist es kurz, ist es lang her, da blüht« der Flieder darin. Goldregen ließ schwerbepackt« Bliitentrauben zu Boden hängen. Nun stehen Rosen an den Stöcken und Tulpen, stehen in einem Beet und halten die bunten Köpfe hoch, es sind Duc oan Toll und stehen wie die Herzöge und tragen ein gesättigtes Air zu Schau. Und der Rasen schwillt wie ein Teppich. Es stehen bloß wenige Bäum« in dem Garten und junge. Es ist ein junger Garten. Mit offenem Antlitz sieht er zum Himmel und trinkt mit offenem Mund das Licht und die Lust. Es ist«in junger Garten. Aber es ist ein rechter Rausch darin und ein« rechte Freud«. Der Garten läuft den Arbeitern ein Stück Weges noch. Durch den Hof ber Fabrik. Di« Erde unter den Füßen der Arbeiter ist schwarz. Sie ist angesressen mit Kohlenstaub. Hier sprösse kein Grashalm. Hier steht kein Rosenstrauch. Hier sind Haufen von Kohl« und Berge von Kohle geschichtet. Ein« alt« Blechröhr« liegt über dem Weg« und wird vom Rost gefressen. Eine Oellache zerrinnt traurig und spiegelt einen fettigen Regenbogen, der an keinem Himmel steht. Hier ver- schwendet die Sonne sich ins Grau eines ewigen Werktags. Hier gehen die Arbeiter in die Fabrik. Und das Glück des Gartens laust ihnen nach. Aber es darf nicht zu ihnen. Ein Lattenzaun steht zwischen ihnen und ihm. Ein vorgeschichtliches Alphabet. Sollte es wirklich bereits in vorgeschichtlicher Zeit Schrislzcichen gegeben hoben? Der Beweis dafür würde auf die Erfindungskraft des Urmenschen ein überraschendes Licht werfen und für die Ansänge der Geisteskultur von großer Bedeutung sein. Die aussehen- erregende Behauptung, ein vorgeschichtliches Alphabet gesunden zu haben, stellt der französische Archäologe A. Morlet in ciitcin Aus- satz der„Naturc" aus. In dem französischen Dorfe Glozel in der Nähe von Vichy hat ein Landwirt E. Fradin aus einem ihm ge- hörigen Felde eine Siedlung der jüngeren Steinzeit entdeckt, und der glückliche Finder hat zusammen mit Dr. Morlet eine eingehende Beschreibung der Funde in drei Bänden erscheinen lasten. In einem ovalen Grabe, dos mit großen gelblichen Ziegeln gepslastert war, traten verschiedene Ziegel mit zahlreichen merkwürdigen Zeichen ans Licht. Die Borgeschichtssorscher hoben schon ost gegen Ende der Steinzeit Zeichen gesunden, die auf Knochen eingeritzt waren. Aber die in Glozel gefundenen Zeichen sind so zahlreich »nd so eigenartig, daß sie nach der Anschauung Morlets ein richliges Alphabel darstellen dürften, und zwar behauptet er. daß dieses Alphabel bereits auf einer Stufe stehe, in der die Bilderschrift in eine Silbenschrift übergeht. Die Menschen von Glozel„waren bereits dahin gekomincn, die Auszeichnung der Klänge mit der Dar- stellung gewisser Begriffe zu verbinden und durch gewisse Zeichen. gruppen das Lautbild einzelner Worte wiederzugeben." Die Zahl der Zeichen, die bisher festgestellt ist, beläuft sich aus 9l>, und das ist mehr als für ein reines Alphabet naiwendig ist, viel weniger ober, als man für eine Bilderschrift bedarf. Der Gelehrte zieht daraus den Schluß, daß es sich um«ine Verbindung von Bilder- schrist und Lautschrift handelt: viele der Zeichen haben noch einen Bildcharaktcr, andere aber schon nicht mehr. Die Inschriften von Glozel zu entzisfern, ist Morlet bisher nicht gelungen. Er glaubt aber durch den Vergleich dieses vorgeschichtlichen Alphabets mit den ältesten bekannten Alphabeten zahlreiche Aehnlichkeiten mit der phönizischen Schrist festzustellen. Dos Datum dieses Alphabets ist durch den Fund selbst gegeben, der in eine Zeit zurückfuhrt, in der das Renntier noch vorhanden war— denn der Mensch von Glozel bat es sehr gut gezeichnet— aber schon allmählich verschwand. Dies Alphabet der jüngeren Steinzeit würde die Grundlage darstellen, aus der die Schriften der'Mittelmeerländer entstanden sind, und die Erfindung der Schrift durch den vorgeschichtlichen Menschen be- weisen._ Sommerschwank. Im„Residenz-Theater" wird Moral abgehandelt. Aus jämmerliche Art. Mit Schwung, schmalz und dem Bestreben, die Zwerchfelle zu erschüttern. Auch die Porte- monnaies sollen ausoeknöpst werden. Ter Theaterbesucher wird wie ein Halbgott umschmeichelt. Noch niemals wurde einem Men- schen so liebenswürdig zugelächelt, wie heute einem Herrn oder einer Dame, die ganz oder auch nur zu einem Viertel ihr Billett bezahlen. Wer heute mit einigem Bargeld an die Kasse tritt, erlebt geradezu die Freuden eines Milliardärs. Wenn es auch drinnen im Theater, im dunklen Parkett oder oben hinter der hellen Rampe, so fröhlich wäre! Im Residenz- theoter haben die Leute, wie der Augenschein lehrt, sich vorläufig nicht zu betlagen. Dort wird bewiesen, daß der Stromer auch ein Kavalier sein kann. Es wird bewiesen durch einen Schwank von Malbern»nd Schwarz, die ihr Stück„Dos goldene Kall' taiifen. Und ver Haupttomiker, der ihnen hilft, ist Martin K r t t n e. osscnbar ein deftiger Berlincc, der Maul und Herz auf dem rechten Fleck hat. Da also das Stück»m dos goldene Kalb tanzt, kann man sich denken, welche hübschen, die Rationalökanomie unlr» grabenden Gegensätze zwischen Strome? und Millionär heran- geschält werden, wortwonlicli herausgeschält, wie die Eommr kartanel au» der weichen Pelle, wenn sie zusammen mit dem g':.- gewässerten Matjeshering aus den Tisch kommt. Im Reside-: Iheater spielen die Schauspieler diesen Schwank, bei dem viel gelach wird, mit großem Fleiße und derbster Bemühung. Alles das is. notwendig, damit eine Augustpremiere nicht ins Wasser fällt. M. H. Trianon-Ihealcr.„Der Himmel streikt." Jawohl, der Himmel streikt. Denn diese Revue dürfte in Berlin einzig dastehen. Sic enthält an geistwsen Bildern, kitschiger Sprache, ungeschickter Musi'. dilettantischem Spiel und primitiver Ausmachung so ungefähr olle�. was sich eine schlechte Provinzbuhnc ausdenken kann. Die sogs- nannte Musikkapelle(vier Mann mit einem guten Sologeiger.) spielt unabhängig von den Singenden, die ihr eigenes Tempo nehmen. Diese Sänger sind von beschämendem Mangel an Könner. Ich nenne außer dem Hauptdarsteller F o r m e s, der doch wenig- stens Routine hat, teme» Mitwirkenden. Dilettantismus auf de? ganzen Linie. Rur die Bei liner Girls bringen ein bißchen Leben in die Bude. Auch das einfache Publikum streikte mit seinem Deifoll. K. S. Büßer des Schicksals. Wegen der vom ihm in Gemeinlchait mit dem Stahlhelmführer Postmeister Bartelt verübten Scheck- schwindeleien wurde kürzlich der„Dichter" Knaust.zu einer mehr- jährigen Gesängnisstrase oerurteilt. Lange bevor ihn das Verhäng- nis ereilte, widmete er der Bolksbucherei seines Heimotsortss Berlin-Hermsdors ein Exemplar des von ihm verfaßten Romans „Büßer des Schicksals". Mit dem prophetischen Blick des Dichters setzte er handschristlich auf die erste Seite den Ausspruch Schapen- Hauers:„W as aber die Leute gemeiniglich das Schick- sal nennen, sind meist nur ihre eigenen dummen Streiche." Die darunter geschriebene Mahnung:„Stark sein!" war wohl nur für die Mitmenschen bestimmt. Nun, da er selbst „Büßer des Schicksals" geworden, bietet ihm seine zeitweilige Zlb- geschiedenheit Muhe zu weiteren Betrachtungen über die„Welt als Wille und Borstellung"._ Erflaufführuagen der Woche. Ireltag: Berliner-Theater: ,?! i jj Amerika». llraolo-veranstallungni. Täglich(8, Sonntag s Uhr):„Dänemark". Sonnlog(S u. 7):.Im braliltanischen Urwald". Ab woatag täglich(7):„Sonncnsreudlgtett und Körperkultur". Av Dienstag täglich(5 u. 9): ,?l u i Tiersang in A b e ss ini en". Rethel Aasstellnog in der Batlonalgalerle Tie Berliner Nationalgalerle erössnct am Dienstag, mittag» 12 Uhr eine Ausstellung der Zeichnungen und tiicmälde von Alsred Rethel. dem großen Hislorieninalcr. Ein« v>ertelt«n.0rgel. Professor Piacho». ein Spezialist silr orientalische Musik, hat ein orgelariige» Instrument konstruiert, da» i2 Intervall« auf die Ollav, ausweist. Da» Instrument ist besonder« dazu bestimmt, die Musik orientalischer Völker, eivschlieglich der alten byzantinischen Mufik, wiederzugeben. Für die Ausgestaltung der innerpolitischen Demo. k r a t i e und der Heranziehung oller Genossen ohne Unterschied ihrer partcitaktischen Stellung zur verantwortlichen Mitarbeit, für Auf- Hebung aller Diskussionsverbotc ufm. Die Weddinger Linke wird jede Strömung unterstützen, die auf der Grundlage der Opposition des 14. Parteitages der KPdSU, den Kampf gegen den Stalinismus führt. Die Weddingcr Opposition, die sowohl den Kampf gegen den Opportunismus innerhalb der KPD. mit aller Heftigkeit'führt, als auch die absolute Schädlichkeit der künstlichen und mcchani- schen Majorisicrung durch den Parteiapparat zur genüge kennt, appelliert an die Gesamtmitgliedschaft der KPdSU., den verhängnisvollen politischen und innerparteilichen Kurs schleunigst zu ändern und so die Gefahr der Parteispaltung zu bannen. Die Fragen der KPdSU, sind für die gesamte Komintern von größter Bedeutung. Deshalb muh das ZK. der KPD. endlich für eine genaue und objektive Information der Mitglied- fchaft sorgen und die gründliche Diskussion über die russischen Pro- bleme smit Korreferaten russischer oppositioneller Genossen) in der KPD. sofort eröffnen." Hoffnungslos ist die Naivität dieser kommunistischen Ar- bester. Man stelle sich einmal vor, daß diese deutschen Arbeiter, für die eine freie Auseinandersetzung über Streitsragen etwas ganz Selbstverständliches ist, von S t o l i n oerlangen, daß oppo- sitionelle russische Kommunisten Korreferate halten dürfen! Für solche„menschewistisch-liberole Gedankenüberbleibsel" würde Stalin die guten Leute höchstens nach Sibirien schicken. Die Wcddinger Opposition hat offenbar immer noch nicht begriffen, daß in Rußland Diktatur herrscht und daß es keine Meinungs. f r e i h« i t gibt. Aber gerade je mehr die Diktatur in Rußland über- spannt wird, desto mehr mobilisiert sie gegen sich alle Kräfte und zuerst d i e Kräfte, die sie selbst erzeugt hat. Der Verfassungskampf in Mexiko. Erklärung der mexikanischen Gewerkschaften. Man nützt in wohlüberlegter Absicht den Konflikt zwischen der mexikanischen Regierung und der Geistlichkeit dazu aus, die Ar- beiter im allgemeinen als r e l i g i o n s f e i n d l i ch hinzustellen und den Kampf der mexikanischen Arbeitcrregierung zu einem Fcldzug gegen eine Religion zu stempeln. Um diesen Gerüchten mjt Fest- stellungen aus erster Ihond begegnen zu können, wandte sich das Sekretariat des Internationalen Gcwcrkschaftsbundes an den Mcxi- kanifchen Gewcrkschaftsbund und erhielt nachstehende vom Sekretär T r e v i n o des Mexikanischen Gewerkschaftsbundcs unterzeichnete Antwort: „Um die euch angeschlossenen Organisationen und die ganze Ar- beiterbewegung über den wahren Sachoerhalt zu unterrichten, teile ich euch mit, daß der Mexikanisch« Gcwerkschoftsbund die Regierung unter st ützt, weil es sich darum handest, Gesetze der Per- fassung durchzuführen. Die katholischen Geistlichen vcr- lassen die Kirche aus Protest gegen diese Gesetze, durch die sie ge- zwungen sind, sich bei den Gemeindebehörden, die für die Erhaltung der Kirchen als Eigentum der Notion verantwortlich sind, ein- schreiben zu lassen. Die gleichen Gefetze verbieten Geist- lichen, sich in politische Fragen einzumengen. Di- Geistlichkeit setzte sich jedoch mit dem internationalen Kapital in Verbindung, um die Abschaffung der Artikel 27. 123 und 130 der Verfassung . der Republik herbeizuführen. Zu diesem Zwecke versuchen die Geist- lichen auch, das G e f ch ä f t s l c b e n der Nation lahmzulegen. Der Mexikanische Gcrwerkschastebund w-idersetzt sich diesen Umtrieben und ist bestrebt, die Unterbindung des Gefchäftslebens zu vereiteln. Im übrigen versichern wir cuch� daß die Regierung und der Gewerk- schaftsbund die Gewissensfreiheit voll respektieren." Tagung der Internationale. Exekutivsitzung in Zürich. Die Exekutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale wird End« August in Zürich zu einer Beratung zusammentreten. Auf der Tagesordnung steht vor allem die Frage der S i ch e r u n g d e s Achtstundentages. Der Fortschritt, der. durch die Ratifikation der Washingtoner Konvention in Belgien erzielt wurde, wird der Aktion in den anderen Ländern neue Impuls« erteilen. Die Sitzung findet unmittelbar vor der September-Session des Völker- b u n d e s statt. Die Exekutive wird nicht nur zu den Problemen, die den Völkerbund gegenwärtig beschäftigen, Stellung nehme», sondern auch die Frage der Stellung der Arbeiterklasse zum Völkerbund als Institution erörtern. Hierzu haben die französischen Genossen den Antrag gestellt, daß Parieimitglieder nicht Vertreter einer bürgerlichen Regierung im Völkerbund sein dürfen! dieser Antrag richtet sich gegen die Funktion des Genossen Paul Boncour als Vertreter Frankreichs im Völkerbund. Außerdem werden eine Reihe von politischen Fragen, die�ein- zelne Länder betreffen, sowie organisatorische Fragen. unter diesen die des Internationalen Frauenkomitäcs i zur Behandlung kommen. Die Sitzung der Exekutive beginnt am 28. A u g u st. Ihr voran geht die konstituierende Sitzung der Kommission für A b r ü st u n g s f r a g e n am 26. August und eine Sitzung des Bureaus am 27. August. Auch die Kommission sür K o l o n i a l- politik und die Minderheitenkommission wird während dieser Tagung zusammentreten. Ruhrabrechnung der Micum-Mächte. Ein französisch-belizisches Abkommen. Brüssel. 14. August.(Eigener Drahtbericht.) Die französische und die belgische Regierung haben ihr« Zlbrechnungen über die gemeinsame Ausbeutung des Ruhrkohlenreviers fertiggestellt. Belgien schuldete Frankreich noch ungesähr 310 Millionen Fronken an D o r s ch ü s s e n, die es nach dem Wasfcnstillftond von Frankreich erhalten hat. Demgegenüber schuldete Frankreich Belgien noch einen großen Teil der Gelder, die Frankreich im Ruhrgebiet ein- gezogen hat. Die Differenz beträgt ungesähr 150 Millionen Fronken zugunsten Belgiens. Durch ein gestern unterzeichnetes Abkommen Hot sich Frankreich verpflichtet, diese Summe aus der dritten Jahreszahlung des Dawesplones zustehenden Geld zurück- zugeben. Forderungen der französischen Gewerkschaften. Ueber die bereits im heutigen Morgen-„Vorwärts" erwähnte Unterredung der französischen Gewerkschaftsabordnung mit dem Ministerpräsidenten Poincare meldet uns ein eigener Drahtbericht aus Paris noch folgendes: Genosse Iouhaux schilderte die Erregung der Arbeiterschaft über die wirtschaftliche und finanzielle Loge Frankreichs. Dem Ministerpräsidenten wurde u. a. nahegelegt, den Gesetzentwurf über die Sozialversicherung. der bisher vom Senat immer noch nicht verabschiedet worden ist, in kurzer Zeit durchzusetzen. P o i n c a r t erwiderte, daß er ihre Forderungen mit dem größten Wohlwollen prüfen und besonder« Schritte tun würde, um den Gesetzentwurf über die Sozial- Versicherung möglichst bald von dem Senat oerabschieden zu lassen. sJegt sind aber Parlamentsserien! Red. d. V.) I / Das Abzeichen. Das Abzeichen soll wohl die Kennzeichnung des inneren Menschen sein. Bald deutet es auf irgendeine Liebhaberei seines Trägers, bald ist es der Stempel seiner Passion auf sportlichem oder kultu- rellem Gebiete,- ein andermal ist es der Ausdruck einer Weltan- schauung. Sein Träger will sagen:„Diese Zlnschouung habe ich»nd bin stolz darauf, diese Bestrebung fördere ich." Wenn man sagt: „Wo sich zwei Deutsche zusammenfinden, gründen sie einen Verein," so müßte man hinzufügen:„und schaffen ein neues Abzeichen". Ts hat nie soviel Abzeichen gegeben wie heutzutage. Man kennt sich nicht mehr aus. Man eilt durch die Straßen Berlins, achtet kaum der Vorübergehenden. Doch wo so ein kleines auffälliges Ding auf dem Anzug figt, blickt man unwillkürlich hin. Im Vorbeigehen kann man es meistens nicht feststellen. Aber in der Bahn, wo man Zeit zum Betrachten hat: Musterung vom Kops bis zum Fuß, gering- fchötzigcn Blick, mitleidiges Betrachten, flüchtiges und gleichgültiges Ueberschen. Je nachdem, was sich gerade gegenübersitzt. Ist es einer von der gleichen Brüderschaft, dann leuchtende Augen, ein freund- liches Nicken oder eine sich entspinnende Unterhaltung. Drüben sitzt ein Mann mit dem Abzeichen der Arbeitersportler, das es in vcr- fchiedcnen Variationen gibt. Man glaubt ihm die Kraft und Ge- wandthcit anzusehen. Er sieht, daß ich ihn betrachte, guckt auf meine Rcichsbannernadel und scheint davon befriedigt zu sein. Wir wissen, welcher großen Armee wir angehören, wenn wir auch bei anderen Waffengattungen dienen. Der junge, kaum der Schule Entwachsene mit dem Abzeichen der Arbeiterjugend wird später auch mein Ka- mcrad, das sagen mir seine Augen. Ich muß ihn ordentlich mit Wohlgefallen betrachten. Wir reden nicht zusammen und doch sind wir Freunde. Er betrachtet mich wie einen Vater, ich ihn wie meinen Sohn. Mancher betrachtet meine Rcichsbannernadel lange, guckt weg, muß immer wieder hinsehen und kann sie anscheinend doch nicht definieren. Es kommt vor, daß mich jemand grüßt und ich weiß im Augenblick nicht warum. Nachher merke ich erst, daß er das gleiche Abzeichen trägt. Wir sind also Bekannte. Man fühlt sich dann wie auf einer kleinen Oase inmitten einer großen Wüste. Manchmal höre ich auch ein freudiges„Frei Heil!" Das klingt mir heimisch, wie das bayerische„Grüß Gott". Wenn aber mein Gegenüber ein Stahlhelmer ist oder gar ein Hakenkreuzlcr, dann schießen die Augen ordentlich Blitze herüber und hinüber. Wir gucken uns lange in die Augen und versuchen, wer es am längsten aushält. Wenn er aus- steigt und weiß, daß er beobachtet wird, schmeißt er sich in Positur, als wollte er mit Schiller sagen:„Zu Gottes schönem Ebenbild kann ich den Stempel geben." Ich möchte ihm mit Goethe antworten: „Du toller Wicht, gesteh nur ossen, man hat dich auf manchem Fehler betroffen." Nach einer Spanienreise verhastet. Festnahme eines hauptführcrs de? Reizig-Solonne. Eine Einbrecherbandc, die aus 8 bis 10 Mitgliedern bestand, trieb in denJ3ahrc» 1922— 1924 in ganz Berlin ihr Unwesen. Nach dem ersten Führer hieß sie die„Reizig-Kolonnc". Ende 1924 ge- lang es, sie.iu sprengen und 0 Mitglieder hinter Schloß und Riegel zu setzen. Gegen 30 große Einbrüche in Konfektionshäuser und Wohnungen wurden der Bande nachgewiesen. Die Verhafteten wurden zu 3 bis 10 Jahren Zuchthaus oerurteilt. Die beiden Führer, Reizig und ein 38 Jahre alter Gustav Humbart, entkamen, Rcizig nach Südamerika, wo er sich auch jetzt noch aufholten soll. H u m b a r t entfloh nach Spanien. Hier tauchte er mit cinein falschen Paß auf und wurde. aus Ersuchen der Berliner Kriminal- polizei auch an mehreren Stellen. jestgenoinwen. Emwcdcr entfloh er aber jedesmal wieder oder verstand. es,„seine Unschuld nachzuweisen", bevor auf internationalem Wege durch Ueberjendung der Fingerabdrücke usw. seine Person einwandfrei festgestellt werden konnte. Kriminalbeamte der Dienststelle B. 5 erfuhren jetzt, daß der Verbrecher seit dem Mai d. I. wieder in Deutschland sein sollte. Ihre fortgesetzten Beobachtungen führten zu der Feststellung, daß er endlich wieder nach Berlin gekommen war und sich bei einer Geliebten am Schönhauser Tor versteckt hielt. Fünf Mann besetzten heute früh um 5 Uhr all«'Hauseingänge, während andere gegen die Wohnung, in der man den Gesuchten vermutete, vor- gingen. Humbart aber war hier nicht zu finden. Endlich ent- deckten die Beamten eine sehr gut verkleidete Tapetentür, die zur Nebenwohnung führt. Diese war aber aus der anderen Seite mit Eisenblech beschlagen und durch Kunstschlösser und mehrere Riegel gesichert, daß ein herbeigeholter Schlosser nicht imstande war, sie zu öffnen. Jetzt griffen die Beamten zur Axt. Schon aus die ersten Schläge gab sich Humbart, der in die Nebenwohnung ge- flüchtet war, verloren, schloß von der anderen Seite auf und ließ sich sestnehmen und nach dem Polizeipräsidium absühren. Der Hauswirt, der keine Mieter mag. In dem Hause Hermsdorf«r Straße 11, Hinterhaus 4 Treppen, steht seit etwa zwei Iahren eine aus Stube und Küche bestehende Wohnung leer. Die Wohnung befindet sich in ganz verwahrlostem Zustand, der Kalk bröckelt von der Wand, und der Hauswirt weigert sich entschieden, irgendwelche Ausbesserung vornehmen zu lassen. Aus diesem Grunde sahen sich die letzten Mieter auch nach einer besseren Behausung um. Die Wohnung verfällt nun immer mehr und mehr, und der Hauswirt erklärte auf die ihm ge- machten Vorholtungen, er denke nicht daran, in der Wohnung vnd überhaupt im ganzen Hausc etwas ausbessern zu lassen, denn das Haus bedeute ihm als Materialwert mehr, denn als Mietsobjckt. Um sich der lästigen Wohnungsonwärter zu entledigen, zeigt er die Wohnung einfach gar nicht mehr. Damit nicht genüg, lehnt er es sogar ab, die Wohnung auch solchen Mietern zu vermieten, die sie sich auf eigene Kosten reparieren lassen wollen. Er scheint überhaupt fürs„Antike" zu schwärmen, denn im Vorder- Hause löste sich früher einmal der Stuck unter dem Dache, und nach- dem die Baupolizei ihn ein ganzes Jahr lang zur Aus- besferung angehalten hatte, beguemtc er sich dann endlich dazu. Vor ganz kurzer Zeit fiel die altersschwache Haustür, deren obere Hälfte aus Glas bestand, als Kinder beim Spielen dagegen anfuhren, aus den Angeln, und es ist ein glücklicher Zufall, daß dabei kein Unglück passierte. Dies alles find doch gänzlich unhaltbare Zustände, die einer sofortigen Abänderung bedürfen. Der Haus- besigerübermut scheint allmählich wiederkehren zu wollen. Dringend not tut deshalb die Mietcrfchutzgesetzgebung, die die Behörden in diesem Falle zur praktischen Anwendung anspornen sollte. Ein gewerbSmäßigcr Fahrradmardcr. Zum sechstenmal hatte sich gestern der Arbeiter Otto Splitt vor dem Schöffengericht Charlottenburg wegen Diebstahls zu oerantworten. Bei dieser Anklage handelte es sich, wie auch bei allen früheren Fällen, um verübte Fahrraddicb stähl e.- Eines Abends hatte sich Splitt mit zwei anderen Männern in der Kantine eines Fußballklubs aufgehalten. Alle drei Männer hatten draußen Fohrräder zu stehen, und Splitt äußerte, daß das doch gefährlich sei. Die Räder könnten gestohlen werden. Er holte daher sein Rad hinein, während die beiden anderen Männer sorgloser waren. Nach einiger Zeit verschwand Splitt mit dem Bemerken, daß er einen verschwiegenen Ort auftuchen müsse. Er setzte sich aber auf eines der fremden Fahrräder und fuhr damit in die nahe ge- legene Laube seines Schwagers. Dann erschien er wieder, als ob nichts passiert sei. Zufällig war der Bestohlenc aber, zum Pech sür Splitt, diesem unmittelbar auf dem Fuße gefolgt, weil er nach Haus« fahren wollte. Er sagte dem Splitt daher den Diebstahl direkt auf den Kopf zu. Splitt lies davon und versuchte, das Rad in einer fremden Laube nebenan zu verstecken, wurde dabei aber j doch ertappt. Das Schöffengericht Eharlottenburg erblickte in Spkltt einen gemeingefährlichen gewerbsmäßigen Fohrradmarder, auf de» nur eine sehr strenge Strafe abschreckend wirken könne. Splitt wurde zu einem Jahr Zuchthaus und füns Jahren Ehroerlust vcc- urteilt und sofort in Hast genommen. Zusammenstoß von Straßenbahn und Kraftwaarn. Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßenlwhn- zug der Linie 3 und einem Lastkraftwagen ereignete sich gestern nach- mittag an der Wilmersdorfer Ecke Scharre nftraßezu Charlottenburg. Der Straßenbahntriebwagcn, den der Führer nicht mehr rechtzeitig zum Halten bringen konnte, fuhr dem in die Wil- mersdorfer Straße einbiegenden Lastkraftwagen in die Flanke. Durch den Zusammenprall wurde der Vorderperron der Straßenbahn voll- kommen eingedrückt. Sämtliche Fensterscheiben zersplitterten. Der Führer Otto N ö tz e l t aus der Gitschiner Straße 19 und ein Fahrgast, der 4(5jährige Kaufmann Max Petznitf aus der Waitz- straße 19, zogen sich stark blutende Verletzungen zu. Die herbei- gerufene Feuerwehr nahm die Zlufräumunqsarbeiten vor. Durch den Vorfall entstand eine sehr empfindliche Verkehrsstörung von über cinhalbstündiger Dauer. Rote Frontkämpfer gegen Schuhpolizei. Als Ersatz für die gestern von der Kommunistischen Partei ge- plante Straßendemonstration fand in den Pharussälen in der Müllerstraßc eine Kundgebung statt, die ziemlich gut besucht war. Während die Versammlung und auch der Abmarsch der Teilnehmer ohne Zwischenfälle verlief, kam es dagegen nachts in der B« u s s e l-, E ck e H u t t e n st r a ß e zu schweren Ausschreitungen. Ein auf der Streife befindlicher Schupobcamter wollte einen Rotcn-Front- Kämpfer, der Plakate an die Hausmauern klebte, feststellen. Auf ein Signal eilten noch etwa Ill�Frontkämpfer herbei, die den Be- amtcn tätlich angriffen und den Festgenommenen zu befreien suchten. Auf die Hilferufe des Beamten eilten Kameraden herbei. Inzwischen hatten sich aber mehrere hundert Menschen angesammelt, die den Beamten gegenüber ein« drohende Haltung«innahmen. Einige Zivilpersonen wurden von den Tumultanten als Spitzel bezeichnet und übel zugerichtet. Der H a u pt r ä d e l s f ü h r e r' konnte dann festgestellt werden. Auf dem Wege zur Wache wurden die Beamten erneut angegriffen, so daß sie van ihrem Gummiknüppel und sogar von der Schußwaffe Gebrauch machen mußten. Ein Roter-Front- Kämpfer soll verletzt worden sein. Er wurde aber von seinen Leuten in Sicherheit gebracht. Schwere Folgen von Streitigkeiten. Das Ueberfalltommando wurde gestern abend nach der Base- st r a ß c in Tcmpelhof gerufen, wo in einem Hause zwischen dem Kaufmann Karl Z. und dem Monteur Erwin K., die dart wohnen, infolge Familienaus«inandersetzungen es zu einem Streit gekommen war, in dessen Verlaus sich K. aus dem Fenster der im zweiten Stock gelegenen Wohnung stürzt«. Er erlitt einen Schädel. bruch und mußte in bedenklichem Zustand« in das Urban-Kranken- haus gebracht werden.— Ecbenfalls nach voraufgegangsnen Stretig- keiten kam es an der Ecke Wilmersdorser Straße und S t u t t g a r t e r P l a tz zwischen dem 30jährigen Kaufmann Willi E. und dem 40jährigen Oberingenieur Otto R. zu einer Siblägerci, in deren Verlauf E. eine stark blutende Kopfwunde davon- trug. R. erlitt«ine Gehirnerschütterung. Außerdem wurde die Ehefrau S., die an dem Wortwechsel teilgenommen hatte. an der linken Schulter erheblich verletzt. Alle drei konnten nach Anlegung von Notverbänden und Behandlung auf der nächsten Rettungsstelle ihre Wohnungen auftuchen. Ein Greis von einem Kraftwagen überfabrsn. In der Genthiner Straß« wurde gestern abend der 7Sjährig« Gürtler Richard Kraffel aus der Schöneberger Straße 16 beim Uebcrschreiten des Fahrdämmes von einer Kraftdroschke überfahren und schwer verletzt. Er wurde in das Elisabethkrankenhaus gebracht. 2Z.)ahrfeier der Geaosienlchaslsdrauerei Lerllv-Arlkdrlchshogen. Die von den organisierten Gastwirten Gros:-Berlins ins rieben germcne Eiste tSenosscnschastsbraucrei Berlin-FricdrichSbagcn tonn am I. September d. IS. aus ihr 25 jähriges Bestehen zurückblicken. Sic ging ans der bis 1901 in Fricdrichsbagen bestehenden„Bianclci Mägactilblötzchen" bei vor, die ihrer- seitS aus dem Braubclricbe des alten.rriedrickzshagcner liehntchulzengutes am Müggelgemündc entstanden war. Das Jubiläum soll am Moniag. den 16. August, durch ein großes Familienicst der Gcnosscnschast in dem der Brauerei gehörigen Miiqgclschlösjchcn und im südlich davon am Müggelsee gelegenen Restaurant Rübezahl gestiert werden. Gesonqsgemelnschaft ko'ebcry d'Arxulo. Sangessrcunde. Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder, die gewillt sind, an der Gestaltung und Pstcge einer im sortschiittlichcn Sinne sGristc) geleileten neuen Chol« und VollSgesangs-Geincinschast sich mitznbeteiligcn, finden Ausnahme in der Resorinierlen Gcsangschulc Rostbern d'ülrguto. S 50, Rantcitraßc 28. Tie Ausbildung erfolgt kostenlos. NolenkemitniS sowie besondere Stimmillel sind nicht ersordcrlich. lim Slnschluk cuiitcr Chorvcreinigungcn wird gebeten. Uebungsoit wird nach Uebcrcintommcn(der Mitglieder) festgesetzt. Anmeldung nur schrlstlich(mit Portoeinlagc). Ein weiteres Todesopfer der Eisenbaßnkatastrophe. Di« Eisenbohntotastrophe bei Langenbach hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Heute nacht ist im Freisinger Krankenhaus die siebenjährige Johanna Buchner gestorben, so daß sich die�Zahl der Toten auf zwölf erhöht l>at. Der schwerverletzte Konrad Lehner aus Nürnberg schwebt in schwerer Lebensgefahr. Gestern wurden noch einig« Berletzte in die Krankenhäuser von Freising und Moßburg eingeliefert, darunter eine schwer verletzte Dam« namens Liselotte Schocker, geb. van Rsrdheim, aus Erfurt, die eine schwere Gehirnerschütterung erlitten hat. An der Unglücksstelle sind die Aufräumungsarbeiten beendet: nur der umgestürzt« Wagen konnte noch nicht wieder aufgerichtet werden. Seit heute nacht 12 Uhr ist der zweigleisige Betrieb in beiden Richtungen wieder aufgenommen worden. Zur Explosion aus der Insel Csepel. Nach den letzten Fest- stellungen wurden bei der Explosionskatastrophe auf der Insel Csepel nur zwei Personen schwer verletzt. Di« Ursach« der Katastrophe ist noch nicht genau festgestellt. Die Esepeler Tuchfabrik, die etwa tausend Arbeiter beschäftigt, muß ihren Betrieb sür acht bis zehn Tage einstellen An maßgebender Stell« erklärt man gegenüber einer Meldung, daß in der Esepeler Anlage, in der die Explosionskataftrophc stall- fand, nur Kriegsmaterial verfertigt werde und ein« I n- tervention der Interalliierten Millitärkon- trollkommission bevorstehe, daß Ungarn die Bcstimmungen des Friedensvertrages noch jeder Richtung hin erfüll«. In Csepel wurde nur soviel Munition und anderes Kriegsmaterial er, zeugt, als nach dem Friedensvertrag von Trianon möglich war. Die Jnter- alliierte Militärkvntrollkommisiion sei über die Erzeugung in den Ejepeler Werten auf das Genaueste informiert gewesen. Zwei Personen«ms dem Deister erschosfen ausgesunden. Aus Bennigsen am Dcistergebirge wird mitgeteilt: Gestern abend wurden der 80' Jahre alte Holzhauermeister Heinrich Bode aus Bennigsen und der Hilfsschafsner Heinrich Meyer, ebenfalls aus Bennigsen, auf dem Kamm des Deister in einem Gebüsch erschossen aufgefunden. Beide waren vollständig beraubt. Das Gewehr des Hilis- fchaffners wurde später wiedergesunden. Man vermutet, daß die Tat von Wilderern begangen worden ist. Groß-berliner Parteinachrichten. IS. Krei» Pankow: Eömtlich« DenoMnnen und Denosten beteiligen sich morgen Eonnlog. den>5. August, an der Persassung.seier in Pantow, Konzerthau, Lindner, Breitcstrabe. Wir bitten die Miiglieder. sich an den Umzug, der nachmittag» 1',, Uhr, BornhoUner Straße Ecke Schönhauser Mee beginnt, rege zu betriiigen. GeVerMsstsbewegung Einigung üer Seamtenorganifationen? Unverbindliche Verhandlungen. Eine Berliner Korrespondenz berichtet über Verhandlungen, die gegenwärtig zwischen den leitenden Persönlichkeiten des Allgemeinen Deutschen Bcaintenbundes und des Deut- schen Bcaintenbundes stattfinden, mit dem Ziele der V e r- e i n i g u n g oder vielmehr der Wiedervereinigung dieser beiden Spigcnorganisalionen. In dieser Korrespondenz wird dann be- hauptct, daß diese Wiedervereinigung aus große Schwierig- leiten stoße, die von den Reichsbahnbeamtenorganisationen des DBB. ausgehen und ihre Wurzel haben in dem Streik im Jahre 1921. Eine andere große Schwierigkeit bestände darin, daß der ADB. seine Gcholtspolitik eingestellt habe auf die Angleichung der Beamten- gchälier an die Arbeiterlöhne. Diese letztere Behauptung ist natürlich barer Unsinn. Der ADB. ist wohl für eine sozialere Gestaltung der Beamtenbesoldung, vor- ziiglich der unteren Gehaltsstufen eingetreten, hat aber niemals verlangt, die Beamtengehälter miißten den Arbeiterlöhnen angepaßt werden. Die„Beko" schreibt über diese Verhandlungen: ..Die gegenwärtig kursierenden Gerüchte über Einigungsver- Handlungen zwischen dem DBB. und dem ADB. gaben dem Borstand des Allgemeinen Deutschen Beamtcnbundes— wie die„Beko" erfährt— Veranlassung, seinen Unterorganisationen folgende Tat- sachen bekanntzugeben: O s f i z i c l l c Verhandlungen zwischen den Bundesvorständen des ADB. und DBB. haben bisher nicht stattgefunden, vielmehr haben sich einzelne Mitglieder beider Bundesvorstände zu einem unverbindlichen Meinungsaustausch zusammengefunden. Ein Grund, diesen Aussprachen aus dem Wege zu gehen, lag um so weniger vor, als das Problem die Zusammenfassung der gesamten Reichs-, Länder-, Gcmcindebeamtcn, Reichsbahnbcamtcn und Lehrer zu einer ge- schlosieneii Organisation seit der Staatsumwälzung niemals von der Tagesordnung verschwunden ist. In ungezählten Lersaminlungen ist von Bcrtretcrn unseres Bundesvorstandes die Erklärung abgc- geben wmden. daß nur die Personensroge der großen Idee der Zusainmensailung der Beamten zu einer modernen E.'werkschaft »ntcrordnen. Voraussetzung muß aber sein, daß die neue Spitzen- organisatian auf gewerkschaftlichen Grundsätzen ausgebaut werde. Ob unter Berücksichtigung dieser in den bisher privaten Meinungsaus- lausch zutage getretenen Ausfassung einiger Borstandsmitglieder des DBB. weitere Verhandlungen zustande kommen werden, hängt davon ab, ob der Vorstand des DBB. die Haltung dieser seiner inoffiziellen VerHändler billigt und den ADB. zu offiziellen Ver- Handlungen auffordert." Nach unseren Ermittlungen ist es allerdings richtig, daß bisher unverbindliche Besprechungen zwischen einzelnen führenden Persönlichkeiten der beiden Spitzenorganifationcn statt- gefunden haben. Ueber dieses Stadium sind die Verhandlungen bis- her noch nicht hinausgelangt. Es erübrigt sich wohl zu betonen, welche Tragweite für die Beamten selbst die Verschmelzung der beiden Spitzenorganisationen haben müßte. Innerhalb des ADB. legt man sich sehr wohl Rechenschaft darüber ob, daß eine derartige Verschmelzung nicht ohne Konzessionen von beiden Seiten vor sich gehen könnte. Man ist sich innerhalb des ADB. durchaus darüber klar, daß eine vereinigte Spitzenorganifation der Beamtengewcrkschaften nicht olle Ziele sich zu eigen machen wird, die sich der ADB. bei seiner Gründung gesteckt hatte. Es wird wohl insbesondere darauf verzichtet werden müssen, daß eine derartig oereinigte Spitzen- organisation der Bcamtengewerkschaftcn sich dem Internationalen Gewerkschaftslnind in Amsterdam anschließt. Andererseits sind sich auch die führenden Persönlichkeiten im DBB. darüber klar, daß sich die Beamtenorganisalionen nicht in den großen Wirlschoftsfragcn abseits von den Arbeitnehmerorgani- sotioncn und viellicht in G'cgcnsatz zu ihnen stellen können. Es wird also ein Ausgleich zu finden sein, der schließlich vor ollem im Interesse der Beamtenarganisationcn selbst liegt, der unter Be- ronung der besonderen Eigenart und der Unabhängigkeit der Beamtenorganisationen doch die einheitliche Auffasiung aller Arbeit- uehmerorganisationcn in großen wirtschaftspolitischen Fragen zur Geltung bringt. Wir können nur wünschen, daß eine Einigung auf dieser Grundlage zustande kommt. Englisch-ruPfihe Uneinigkeit. Eic Engländer wollen sich nicht bolschewisicren lassen. Moskau. 1-4. August.< Telegraphen-Agentur der Sowjetunion.) Ln der Plenarsitzung, des Zcntralrats der russischen Gewerkschaften erstattete A n d r e> e w, der Führer der russischen Abordnung einen Bericht über die Besprechungen des cnglisch-russischcn Komitees in Paris. Er erklärte, die Englander hätten es abgelehnt, die Frag- der Unterstützung der englischen Bergarbeiter, die zuerst mit Einverständnis des Gencrolrots der englischen Gewerkschaften auf die Tagesordnung gesetzt worden sei(?), zu diskutieren. Sie hätten verlangt, daß die russischen Vertreter die Erklärung des Zentral- rats der russischen Gewerkschasten zurückziehen» in der die Taktik der Führer des englischen Gewerkschaltsrots während des Generalstreiks verurteil! wird. Die russische Aboronung habe diese Forderung abgelehnt und erklärt, die russischen Gewerkschaften hätten keinen Grund, ihre Etellungnahme, die in dieser Erklärung niedergelegt>ci, zu ändern. Die russische Abordnung habe weiter hervorgehoben, daß die russischen Gewerkschasten nach wie vor bereit seien, ihre Hilfsaktion für die englischen Bergarbeiter fortzusetzen. Die russische Abordnung habe weiter erklärt, daß sie nach wie vor für das Weiterbestehen des sogenannten(!) eng- lisch-russischen Komitees eintrete, wies aber auf die Notwendigkeit hin, die Freiheit in der gegenseitigen Kritik nicht zu beschränken. Der Zentralrat der russischen Gewerkschaften hat nach Entgegen- nähme dieses Berichts die Hallung der russischen Vertreter ein- slinunig gutgeheißen und ein Begrüßungstelegramm an die eng- tischen Bergarbeiter gerichtet. Dieser abgetönte Auszug an» des Verhandlungen de»»söge- nannten eng l i s ch- ru ssis ch en Komitees", wie die oskiziöfe russische Tclegraphenagentur schreibt, läßt tief blicken. Er zeigt deutlich, wie sich die Engländer sofort auf die Hinterbeine stellten, als die Bolfchewisten versuchten, ihre unverschämten Methoden, die sie bisher nur auf dem F e st l a n d e anwendeten, auch in E u g l a n d zu gebrauchen. Die englischen Gewerkschaften werden nach diesem ersten praktischen Versuch, die..Einigung" nach Moskauer Art herzustellen, ohne weiteres begreifen, warum sich die festländischen Eewcrkjchastcn gegen diese„Einigung" wehrten, die in Wirklichkeit nur ihre Spaltung zum Ziele hat. Wir stellen mit Befriedigung sesß daß dieser mit Hilfe der englischen Gewerkschaften versuchte Spallungsoersuch gescheitert ist. Etwas anderes haben wir auch nicht erwartet. Die Kpd. sabotiert weiter. Gegen die Sammluvgen für die englischen Bergarbeiter. Mit einer oierzeiligen, über die ganze Breite des Blattes gehenden Ueberfchrift versehen, schreibt die„Rote Fahne": „Nachdem unter dem Druck der internationalen Arbeiterschaft die Amsterdamer Gcwcrkschaftsinternationale die einzelnen Landesorganisationen ebenfalls zu Sammlungen für die engliichcn Bergarbeiter aufforderte, hat der Vorstand des AOGB. kolgenden Aufruf erlassen:"(Run folgt der Ausruf des ADGB.) Jedes gewerkschaftliche Kind weiß, daß die Amsterdamer Gewert- schaftsintcrnationale bei Ausbruch des Generalstreiks in England zur Sammlung für die englische Arbeiterschaft aufgerufen hat und daß ste weiter für die englischen Bergarbeiter 1% Millionen holländische Gulden zur Verfügung gestellt hat. Jedes gewerkschost- liche Kind weiß auch, daß diese Sammlungen imEinverständnis mit den englischen Gewerkschaften eingestellt wurden und daß der JGB. jetzt zu Sammlungen aufruft auf Wunsch der englischen Gewerkschaften. Wenn sich die„Rote Fahne" dümmer stellt als sie ist, so hat das seinen guten Partei- politischen Grund, der allerdings nichts zu tun hat mit der wirksamen Hilfe für die englischen Bergarbeiter. Die„Rote Fahne" schreibt in demselben Artikel unter anderm: „Da der ADGB. in dieser unerhörten Weise sabotiert, muß selb st ver ständlich die Sammelaktion der IAH. weitergehen. Aber der Kampf gegen die Sabotage der ADGB.-Führer muß mit aller Kraft fort- gesetzt werde n." Die gcwerkschastliche Hilfsaktion soll also sabotiert werden. Die Arbeiter sollen veranlaßt werden, statt aus die Sammelliste der Gewerkschaften, auf die der unkontrollierbaren IAH. zu zeichnen. Es genügt vollkommen, wenn wir diesen Sabotageversuch festnageln, um ihn unwirksam zu machen. Zum �Lohnabbau der Handelsarbeiter. Eine gut besuchte Bersaminlung der Handelshilssarbeiter der Firma I a n d o r f nahm am Freitag im Gewerkschaftshaus nach dem Viertcljohrsbericht des Arbeiterrates zu der L o h n b c w c- g u n g und zu den von der Firma verlangten Einwilligungen in einen Lohnabbau Stellung. Von den einzelnen Rednern wurde das Vorgehen einzelner Gcschäftsleitnngcn heftig kritisiert. Trotzdem die Hauptgcschäjts- lcitung erklärt hat, keinen Zwang zur Unterschriftsleistung oder Einwilligung zum Lohnabbau auszuüben, werden Handels- Hilfsarbeiter von einigen Geschäftslcitungcn unter Androhung der Entlassung dazu gezwungen. Die über dieses Vorgehen sehr empörte Versammlung forderte die Organisationsleitung auf, für dos gesamte Personal Versammlungen einzuberusen, in denen zu diesen Maßnahmen der Firma Stellung genommen werden soll. Die Stimmung der Versammlung fand in einer entsprechenden, einstimmig angenommenen Entschließung ihren Niederschlag. Vorher und nachher. Eine Lohnbewegung der Arbeiter der Felsenkcllerbrauerei in F r o i t a l bei Dresden hatte als Ergebnis eine Zulage von einer ganzen Reichsmark für die Woche. In dem Bericht über die Be- triebsvcrsammhmg der Brauereiarbeiter heißt es: „Dieselben Unternehmer, die noch vor Wochen Millionen gegen das Gemeindebe stimmungsrecht zur Agitation verwendeten und sich nicht scheuten, die Arbeiter zur gemeinschosllichen Demonstration für die Erhaltung der sogenannten..Existenz"(damii ist natürlich nur die Erhaltung der Existenz der Unternehmer ge- meint) aufzurufen, dieselben kannten in der Frag« der Ausbesserung der Löhne der Arbeiter keine gemeinschaftlichen Interessen." des Die Lage üer Straßenbahner in Italien. „Segnungen" des Faschismus. CCHiasso, 13. August.(Eigener Bericht.) Der Generalsekretär italienischen Strahenbahneroerbandes, S a r d e l l i, untersucht in der oppositionellen römischen„Vt o n d o" die Lage der Straßen- bahner. Danach ist das Gesetz über den Achtstundentag offensichtlich verletzt worden. Die Arbeitswoche schwankt zwischen einem Minimum von 52 und einem Maxim u m von 72 Arbeitsstunden, was den von der italienischen Regierung unterzeichneten internationalen Abmachungen widerspricht. Der Lohntarif, der ein L o h n m i n i m u m für die Angestelltenschast der Straßenbahnen vorgesehen ha:te, ist in ganz Italien unwiderruflich unterdrück! worden. Bis gestern noch ist der Staat dafür eingetreten, daß«in Minimollohn eingesetzt werde, über den hinauszugehen verboten war. Dieses Minimum war auf die Leistungen und die Arbeitsoerantwortlichkeit der Straßenbahner aufgebaut. Nunmehr hat die Regierung be- stimmt, daß der endgültige Lohnsatz, der durch das Ueber- einkommen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder durch den Schlichtungsausschuß zustandekommt, den Durschnitt des Lohnes der letzten fünf Jahre nicht übersteige» darf. Das ist nichts anderes als eine Wiederbelebung der alten Formel der Lohnausbeutung und moralischen Erniedrigung. Die B e t r i« b s a u s i ch ü s s e, die bisher zufriedenstellende Ergebnisse erreicht haben, sind unterdrückt worden. Diese Ausschüsse haben«ine wirksame Grundlage für die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschaffen. Deshalb blefl die Zerstörung einer Organisation unverständlich, die dem gewerk- schastlichen Geiste entspricht. Als minderwertiger Ersatz für diese Betriebsausschüsse fungieren jetzt die„Vertrauensmänner" der faschistischen Korporationen. Di« Bertreter des Personals, die in der Vergangenheit von den daran interessierten Arbeitnehmern erwählt wurden, werden heute von der Behörde er- n a n n t. Diese Tatsache wiegt um so schwerer, als man in Rechnung ziehen muß, daß diese von den Ministern ernannten Vertreter dazu angehalten worden sind, Verträge von langer Wirkung und einer Dauer von nicht unter fünf Jahren abzu- schließen. Auf dem Gebiete der Sozialversicherung sind neue Maßnahmen eingeführt worden, die auf das empfindlichste die In, teressen der Arbeitnehmer schädigen. Tatsächlich ist die Pen- f i o n salt e r s g r e n ze um weitere fünf Jahre erhöht worden._ Passivität der englischen Regierung. London, 14. August.(Eigener Drahtbericht). Die Regierung läßt alle Meldungen dementieren, nach denen sie bereit sein joll, Anfang der kommenden Woche die Bergarbeiter zu Verhandlungen über die Beilegung des Streiks einzuladen. Die Bergarbeiter selbst wären zu solchen Verhandlungen selbstverständlich bereit. Eine Entschei- dung darüber, ob sie von sich aus einen neuen Barschlag machen werden oder nicht, wird erst am Montag in der Sitzung des Zcn- tralkomitses der Bergarbeiter gesällt werden. Eine Erklärung des Sekretärs des Bergarbeiterverbandes, Cook, vor der Presse lautet: Wir haben genug gelitten, und wir werden nicht dulden, daß wir noch mehr leiden müssen. Verhandlungen im englischen Bergbau? Mansfield, 14. August.(WTB.) Zwischen den Bergwerks- besitzem und den Bergarbeitern finden hier Verl)and!ungen über die Wiederaufnahni« der Arbeit auf einer Anzahl von Gruben in Nottinghainshire und Derbyshire statt, wobei, wie es heißt, ein Arbeitstag von 7)b Stunden und annähernd die alte Lohnskala zugrunde gclegl werden._ Ms öer Partei. „Bücherwarke" und..Arbeiterbildung". Das soeben erschienene Augusthest der„B ü ch e r w a r t e" bringt einen umfangreichen Artikel von Simon Katzen st ein „Die deutsche Gcnosscnschaftsbcwegung", in dem das Wesen und Werden der deutschen Genossenschaften sowie die verschiedenen Strömungen auf oicsem Gebiet b-handetl werden. Zahlreiche Literaturangabcn, die sich bis in die jüngste Zeit erstrecken, erhöhen den Wert dieses Aufsatzes, der sicherlich nicht nur die in der Genossen- schastsbewegung tätigen Genossen, sondern darüber hinaus auch weiteren Kreisen willkommen sein dürste. Dasselbe Ziel der Verlicsung der sozialistischen Erkenntnis und der Zurückführung auf die geschichtlichen Quellen verfolgt der Aufsatz von Franz Klühs„Sozialistische Führer" in dem als Beilage zur„Büchcrwarte" mit heransgezebenen Augusthest der „A r li e i t e r- B i l d u n g". Klühs läßt die bedeutendsten Führer des deutschen und internationalen Sozialismus, soweit ihre Lebeitc- schilderungcn in d:utsck)cr Sprache vorliegen, Revue passieren. Er gibt damit einen kurzen geschichtlichen Abriß des Sozialismus, ver- körpcrt in den großen Männern, die der modernen Arbciterbcwc- gung Ziel und Richtung gegeben haben. Namentlich die jüngeren Genossen werden viel aus dteseni Artikel lernen. 'Neben den genannte» Aufsätzen enthalten..Büchcrwarte" und „Arbeiterbildung" noch eine Reihe aktueller Artikel, die dem in der praktischen Arbeit stehenden Genossen wertvolle Fingerzeige geben. A. Sa lern us liefert eine Vorlragsdisposition zum Thema ,. Kampf gegen die Zlrbeitslosigtcit". A. Stell, macht praktische Vorschläge zur Organisation der Bildungsarbeit im bevorstehenden Wintersemester, W. B ü s ch c r- Bochum behandelt das jetzt beson- der- aktuelle Thema„Rundfunk und Arbeiterklasse". In zahlreichen Buchbesprechungen werden in der..Bücherwartc" die wichtigste» Neuerscheinungen aus dem Gebiet der auswärtigen Politik, erzählen- den Literatur, Kunst und Architektur, Lander- und Völkerkunde. Naturkunde, Politik, Statistik. Völkerrecht und Volkswirtjchajt be- sprochcn...r Die„Bücherwarte" mit Beilage„Arbeiterbildung ist zum Preise von 1,S0 M. für das Vierteljahr durch die Post oder Büch Handlung zu beziehen. Bestellungen werden durch die Buchhondlu»! I. 5z. W. Dictz, Lindcnstraße 2, sowie durch alle„Vorwärls"-Spedi- tionen entgegengenommen. Einzelnummern kosten 73 Pf. Ein neues Parteiprogramm legi der Vorstand unserer deutsch- österreichischen Bruderparlei den Parteimitgliedern zur Diskussion vor. Der Entwurf füllt drei volle Seiten der Wiener „Arbeiter-Zeitung". Theater öer Woche. Vom 15. Zlugust bis 23. Ruguft 1926. vper am ZJIa* brr Stcpafrlck; IS. Aid«. 16. 3at iinb Zimmermann. 17. Boh-'me. 18. Zioeunerbaron. 19. Lol>e»qr>n. 29. und 23. Ecschtolsenc Bor- flcHinifl für den Bi'.hnrnvolkshnnd 21. ZaudcrNötc. 22. Carmen.— Schon- svielhtnl,! 19. bis 23. flnnR-BariR.— Dcntsch«, Theater: Dos Ckel.— Tie ftamäbi:: Tic flcifiiflc Leserin.— Theater in der«öaiaaräher Strahe: Tr- Karten Cdcn.— Theater des Westens: Der Zug nach dem Westen.— Lustspiel- Haus: Eifersucht.— Temlches NunsNe' Theater: Der ziphclvreis.—»amöd.cn. Haas: Drei Mädel von heute. Ab 20.chlossc».— Berliner Theater: Si„ 17, Donnerweiicr—«an* famas! 18.. 19. Geschlossen. Ab 20. Mist Amerika. Trianan-Theatcc: Der Himmel streikt.— Restden,. Theater: Dan golden« Nnlb. — Schlller-Theoicr: Dlc leirfite Zsabcst.— flämische Oper: Berlin ohne Hemd. — Meirapol. Theater: Schneider Wihbel. Ab 1«. geschossen.— Theater am flurssirstendamm: Zloonnc.— flleines Theaeer: Asto Nielsr».— Zkose Theate': Olaf, Tragödie eines Eparllers.— flastno-Theatrr: Was Liebe vermag.— Theater in drr Lüstowstraste: Spreewaldinädel.— 1 Schlostpark-Theatrr Stegllst: Bis lg. Schroauwa'.dmädel. Ab 20. Krühlingslust.— Wintergarten: Baricte. — Seala: Inlernatianales Borleto. Leranlwortlich für Palltik: Dr. Curt Seger; Wirtschaft: Arlur Soternus: Gewerkschaslsberoegung: Z. Striner: Keuwelon: Dr. John Schikowski: Lokales und Sonstiges: Keil, flarstädt; Anzeigen: Tb. Slaike; sömllich in Berlin. Perlag: Vorwärts-Verlag E>. nr. d. H., Berlin. Druck: Borwäns-Buchdruckere! und Berlagsanstalt Paul Singer u. Ca.. Berlin SW 88. Lindenstraste 3. r— 1 crlinerEIeMriker GenosiensdiaU angescb I. dem Verb. soz. Baubetriebe Berlio N. 24, Elsisser Str. 86-88 Fernsprecber: Norden 6523, 6320 Filiale Westen, Wilmersdorf Landhautstr.4. Tel.: Pfalzburg 0R31 Ausatellongsriuine und Lagen Alexandersirafte 39-40(Alexander Pataage), Telephon: Königstadt 540 Herstellung elektr. Licht-, Kraft- und Signalanlagen. Verkauf aller elektr. Bedarfsartikel Ausiührg. sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit b 4 >■ Hin.. Co« ■ad Sein, wenr IntLIntgoMIt in IC I«??n slt( iHivn Fn« dauilip nrdai. Unmlaiinan Keilartalai Hntiklim nnd Rafamuan. irztl. empfohlen. hniliiintnli 108. Ml. 1-4. Simttg 10-12. Jaust Ifnial- iibanil. da, fär Isdiias MetaBBbetten Stahlmatratzen, Kinderbetten gäufig an Prlr. Kai. 6S0lr. Elsenmöbelfahrlk Suhl Thür. Für Sommer' und Hinderlesle PapiermOtzen, Sctaerzsacben, niominalions arllhe!, Feuerwerk. Wadisfadieln, Tomkola'Sorümente. Lose— Nieten. Nummernblocks QroBe Auswahl. Billigste Preise. Pohl li Weher Jfachf. Spittclmarki 4-5 ITr. Verlangt Sommerpreisliste Nr. 5 Mieten Sie von uns &ü- ili"WcLttCJl v*??. IlTiscbe Berlin W6ö leipziger»1rasse 122123 Adolf Hoffmann Knorke Sdiulhumoreske mit IIluifraHonen von Willi Steinen Preis 50 Pfg./ Porto 5 Ptg. Vorrätig in allen Verwärts-Ausgabestellen ♦ HUNDE ♦ Katzen, Papageien und alle Haustiere werden behandelt. Tlerärzflldie PollhiinlH ChausseestraRe 93 ♦ neben Kriegervereinshaus Sprechstunden; 11-1 a.4-6 Uhr DtR KLE 1 Nt BROCKHAUS Preis M. 23,— Aucb in Ratenzahlung Zu beziehen durch J, U.V. Dletz Nachf. G.m.b.H. Berlin SW. 68, LindenstraBe 2 (Abteilung Sortiment) und simtl. Vorwärts>AuseabesteIIen (d» gnfe Kapttön- Haulabab";,ssjr . C. Rdc k er, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861