Qg.SSt ♦ Ausgabe A Nr. Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pfenniz, monatlich S,— Reichsuiarl voraus zahlbar. llntcr Kreuzband iiie Deutschland. Deuzia. Saar- und Mcmclacbiet. Leiterreich, Litauen, Luxemburg 4.b0 Reichsmark, für das übrige Ausland S.SV Reichsmark»ro Monat. Der.Vorwärts" mit der illustrier- tcu Sonntagsbeilage.Volk und Zeit" sowie den Beilagen.Unterhaltung »ins Bissen",„Aus der Frlmwelt". ».Frauenstimme",.Der Kinder- srcund",„Zugcnd-Vorwärts" und .Blick in die Bllcherwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Tclegramm-Adrcsse- �Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsansgabe G. Devliner Volksvlcrkt Pfennig) Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille. geile 80 Pfennig. Reklamczcile 5,— Reichsmark.„Kleine Anzeigen" dos fettacdruckle Wort 28 Diennig szulässta zwei settgcdrucklc Wories, jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buch» staben zählen fstr zwei Worte. Arbeitsmarkt steile 00 Pfennig. ssamilienanzeigcn fstr Abonnenten steile 40 Pfennig. «»zeigen für die nächste Nummer müssen bis 4lb Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SWOS/Lindcn» strasse 3, abgegeben werden. Geäffnet von 8 vi Uhr früh bis s Uhr nachm. Zentratorgan der Sozialdcrnokratifcben Partei Deutfchlands ReSaktion und Verlag: Serlin SW. HS, �inöenftraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Sonntag, den 15. August 19S6 Vsnvärts-Verlag G.m.b.H., Serlin EW. öS, Linöenstr.3 Poftfchecklonto: Berlin 37 530— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallftr. OS: Diskouto-SefeAschost. Dcoositcnkass« iindenftr. 3, Schwarzroigolö Reichsbannertagung a Dürnberg. Ii. August.(Eigener Drahtbericht.) Die offizielle Berfassungsfeier des Reichsbanners wurde eingeleitet mit einem grohcn Fackelzug, an dem sich Taufende und aber Taufende von Reichsbannerkamcraden beteiligten und bei dem fast 2(10l1l><1 Menschen Spalier bildeten. In vorzüglicher Disziplin begann diese Demonstration, sie nahm ebenso ihr Ende. Die ganze Stadt steht im Banne der großen Feier. Bon Stunde zu Stunde mehren sich die schwarzrotgoldenen Fahnen in den Straßen. Die Stadtverwaltung allein hat nicht weniger als 16 riesige Fahnen in den Reichs- und Stadlfarben ge- setzt. Auch die Hotels und Geschäftshäuser beteiligten sich demon- strativ an der Veranstaltung: ebenso die Straßenbahn und die Om- nibusse. Am Sonnabend nachmittag traf die Bundesleitung ein, an ihrer Spitze Obcrpräsident H ä r s i n g. Im Anschluß an eine kurze Begrüßung der aus Oesterreich und aus allen deutschen Gauen er- schicncncn Persönlichkeiten, erfolgte die akademische Versassungs- seier in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste. Die Festrede hielt nach einer kurzen musikalischen Darbietung Slaakskanzler a. D. Renner. Er führte aus: „In den sieben Jahren, schwer an Kämpfen, hat sich die Deutsche Republik behauptet. Wir sind stolz, als O c st c r r e i ch c r mit in Weimar bei der Schöpfung der Lcrsasiung dabei gewesen zu sein. Die Verfassung hat der deutschen Nation ihre Achtung in der Welt verschasft. Die Reichsvcrsassung ist im Volke verankert, und unerschütterlich wird nach ihr Recht und Gerechtigkeit werden. Ein Zweifel komitc dann nicht mehr sein, als in den legten Jahren die R e i ch s b a n n e r z ü g e auf dem Lande und in der Stadt zur Festigung und zur Wahrung dieser Verfassung aufmarschier- ten. Wir denken heute vor allem auch unserer � Feinde, die uns die Bevölkerung in die Arme getrieben haben. Fürstenabfindung und Iustizskandale haben die rechtlich Denkenden für die Weimarer Der- sassung gewonnen. Der alte Staat war ausgebaut aus der Ideologie„vlut kittet, Eisen bezwingt wir haben unsere versassung nicht aus die Gewalt von Eisen, sondern aus die Gewalt der Idee ausgebaut. Die deutsche Demokratie besteht als die v o l i k a m m e n st e aller Völker Die westlichen Demokratien stehen lcilmeise noch unter dem Einfluß der Plutokrntic. Der andere Teil, die östlichen Nationen, sieht unter Diktatur der Faschismus. Wir wissen, daß die Ver- sassung, der deutsche Staat, nur guf den Schultern des Volkes ruhen kann. Gerade das erfreut uns, daß die Heimstätten der Ar- beiter heute so reich mit den Farben der Republik geschmückt sind. Nur der Staat, dem es gelingt, seinen Staatsgedankcn bis in die Hütten der Allerärmften zu tragen, wird Bestand haben. Die Reichsversassung spricht nicht nur von Rechten, sondern auch, und das ist ein großer Unterschied, von den Pflichten des Staates gegen seine Bürger. Der Gedanke der Volkssürsorge als Pflicht des Staates, das Programm der sozialen Ausgestaltung, die soziale Verfassung überhaupt, wird und muß die Arbeiterschaft für die Verfassung gewinnen. Die deutsche Nation hat einen langen Leidensweg hinter sich, und zwar durch die Fürsten hervorgerufen. Fürsten haben in verräterischer Absicht das Land verschachert. Fürsten haben aus dem Marktplatz der europäischen Staaten mit deutschen Einwohnern im deutschen Lande Schacher getrieben. Der Monarchismus ist über Nürnberg! if bayerischem Boden. das historische Unglück der Deutschen. Die Nationen des Westens sind schon 200 Jahre selbständig. Wir erst seit 1919 und zu einer Zeit, als wir geschlagen daniederlogen. Wenn unsere Ver- sassung trotzdem im deutschen Volke soviel Anklang fand, so nur, weil sich die Republikaner in den letzten Jahren zu wehren gewußt haben. Deutschöstcrrelch muß zu Deutschland kommen. Wir warten darauf, dz-ß sich eines Tages die Tore des Deutschen Reichstags öffnen, um die Vertreter der österreichischen Republik einzu- lassen. Wir sprechen eine Sprache und gehören kulturell zu einer Nation. Wir sind 800 Jahre vereint gewesen, und doch steht in den Friedensverträgen vo» St. Germain und Versailles das Diktat, das eine Einigimg nicht gestattet. Burgund und Frankreich ist nur die 5)älstc dieser Zeit vereint. Was würde Frankreich sagen, wenn andere Nationen verlangen, daß Burgund und Frankreich selbständige Nationen sein müssen. Der Gedanke der Trennung ist in allen Nationen entstanden, weil Fürsten jähr- hnndertelang Handel mit d er Einheit des Reiches aus dem Markt der europäischen Nationen getrieben haben. Wir setzen an die Stelle der Gewalt die Gewalt der Idee. Durch diese Gewalt hoffen wir, daß eines Tages auch Deutschland mit Deutschösterreich vereint ist. Wenn der Geist von 1789 in Frank- reich wieder einzieht, und die Anzeichen deuten daraus hin, wird auch für unsere Einigkeit die Zeit kommen." Mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf das freie, ge- einigte deutsche Volk im Rate aller freien Völker schloß Redycr seine Rede. Reichstagspräsidenk Löbe nahm dann das Wort, um über die Iustizskandale zu sprechen. Es find in der letzten Zeit Angriffe aus monarchistischem Lager aus Führer unserer Bewegung erfolgt. In der heutigen Kundgebung, überhaupt an dem Derfassungstag, wollen wir nochmals erklären, daß wir geschlossen hinter unserem Bundesvor- sitzenden Otto Hörsing stehen. Von ihm wird behauptet, er soll sich erlaubt haben, die deutsche Justiz zu kritisieren. Wir sagen: Du hast den Finger auf die klaffendste, schmerzendste Wunde des deutschen Volkes gelegt. Gibt es eine schneidigere Kritik der heutigen Justiz, als wenn ein Reichskonzier und früherer Reichsjustizminister sagt, wir gehen nicht mehr vor Gericht? Wir erinnern nur daran, daß es Skandalprozcsse waren, die gute Republikaner, wie unseren Reichspräsidenten Ebert, zu Tode gehetzt haben. Wir sagen das mit besonderer Trauer, weil wir wissen, welchen Ruf die deutsche Rechtsprechung aus anderen Ge- bieten und in anderen Fällen genossen hat. Das Mißtrauen gegen die deutsche Justiz hat sich erheblich verschärft durch die Fürsten- Prozesse. Veraltete, volkssremde Richter sprechen Justiz, die dem deutschen Ansehen�Schaden bringt. Im alten Staat schützte die Justiz die hohen Staatsbeamten. Leute, die heute nach Autorität schreien, tun sonst alles, um Autorität nicht auskommen zu lassen. Wir brauchen eine Justiz, die uns hilft, den freien Volksstaat auf- zurichten. Die Rede des Reichstagspräsidentcn war von lebhaften Beifalls- kundgebungen begleitet. Mit einem Hoch auf die großdeutsche Republik nahm die Ver- anstaltung ihr Ende. Einfuhrscheine unö Hrotverteuerung. Hein dcutschnationalcr Antrag. Im Handelspolitischen Ausschuß des Reichstags stellte der deutschnationale Abgeordnete Stubbendorf am Sonn- abend folgenden Antrag: Der 21. Ausschuß wolle beschließen, die Rcichsregierung zu er- suchen, das Gesetz betreffend die W e r t b e st i m m u n g der Ein- s u h r s ch e i n e sür eine Uebergangszeit mit sofortiger Wirkung aufzuheben und der Wertbestimmung der Einfuhrscheine die jetzt geltenden Zollsätze zugrunde zu legen. Die Beratung des Antrages wurde auf kommenden Frei- tag vertagt. Der Zweck ist, die erhöhten Zollsätze für die Preisbildung auf dem Inlandsmarkt voll wirksam werden zu lassen. Wir haben die brotverteuernde Wirkung der erhöhten Zollsätze in Nr. 380 bereits aufgezeigt. Die Wertbestimmung der Einfuhrscheine auf der Grundlage der erhöhten Zollsätze würde die Brotpreise noch weiter in die Höhe treiben._ Die Gelügeber üer Vaterlänüischen. Eine Anfrage des„Jungdcutschcn Ordens".. Die Monatsschrift des Jungdeutschen Ordens,„Der Me i st e r", wirft die Frage nach der Finanzierung der Daterländischen Verbände auf. Mehrsache Aufforde- rungen an die Leitung des Iungdeutschen Ordens, dem Vorstand bei- zutreten, wurden von dieser mit der Gegenfrage beantwortet: „Welche Verbände sind angeschlossen? Und wer finanziert die ® e s ch ä s t g st e ll e?* Die Fragen wurden von der Geschäftsstelle niemals beantwortet. Bislang ist nur bekannt geworden, daß wirklich angeschlossen folgende Bereinigungen sind: Deutscher I Offiziersbund, Nationalocrband Deutscher Offiziere, Deutsche Adels- | genosjenschaft, Iungdcutschlandbund, Verein schriststellernder Lehre- rinnen und die Werksgemeinschaften. Ob der Alldeutsche Ver- band angeschlossen ist, ist nicht bekannt. Im Vorstand befindet sich jedoch Oberfinanzrat Bang, einer der ersten Führer des All- deutschen Verbandes. Zur Frage der Finanzierung selbst sagt die Zeitschrist: „Bei einer größeren Sitzung der BVV. wurde ein Kassenbericht abgegeben. Dabei stellte sich heraus, daß an Beiträgen so gut wie nichts eingegangen war, daß aber die Ausgaben wäh- rend eines kurzen Zeitraumes eine selbst für die großen vaterlän- dischen Verbände geradezu unerschwingliche Summe dar- stellten. Die Annähme ist also unabwendbar, daß die Geschäftsstelle von einer sehr geldkräftigen Seite finanziert wird. Nun ist es aber ganz selbstverständlich, daß es heute keine gcld- kräftige Gruppe gibt, welche ohne eine Gegenleistung eine solche Geschäftsstelle finanziert. Die großen vaterländischen Verbände, welche i« der Oeffentlichkeit auf Grund des Titels mit dieser Ge- schäftsstelle in Verbindung gebracht werden, haben daher ein Recht, die vorher schon genannten Fragen zu stellen, darunter ganz be- sonders die Frage, wer die Geschäftsstelle finanziert. Die VVVD. werden um die Beantwortung dieser Fragen nicht herumkommen. Sollten sie dieser Verantwortung ausweichen, so muß sich der Ver- dacht festigen, daß irgendeine großkapilalistische Interessengruppe die Geschäftsstelle zu politischen Zwecken erhält. Tatsache ist. daß die sich um den Geheimrat Hu- g e n b e r g gruppierende Presse, sowie die damit verbundenen Nachrichtenbureaus jede Entschließung der VVBD. der Oesfentlich- keit mitteilen und in der ganzen Art der Verlautbarung den Ein- druck erwecken, als ob die großen vaterländischen Verbände hiermit ihre politischen Ansichten ausdrücken." Die Ausführungen der Zeitschrift lassen darauf schließen, daß die Beziehungen Hugcnbergs zu den Vaterländischen Verbänden mehr als platonischer Natur sind. Ihre materielleUnter- stützung würde nur in den Rahmen der Hugenbergschen Intrigen gegen die Republik passen. i Krise öer Handelspolitik. Interessenten an Stelle des Staates— Gegenwehr« Der Handelspolitische Ausschuß des Reichstags hat gestern dem Abkommen über die Regelung des Wirt- schaftsverkehrs mit Frankreich und d e,m Saargebiet zugestimmt. Dieser neue Staatsvertrag ist eine weitere Etappe zur Verständigung der beiden Völker über die wichtigsten Produktions- und Absatzfragen. Er bringt der deutschen Warenausfuhr und damit der deutschen Arbeit neue Erleichterungen. Darum— und weil die Beschaffung von Ar'beitsmöglichkeiten die dringendste Sorge wahrhaft proletarischer Wirtschafts- Politik sein muß, hat die Sozialdemokratie im Gegensatz zu den Kommunisten und Deutschnationalen den Vertrag ge- billigt. Er gilt nur für sechs Monate— leider!—, aber er-ist zugleich die Grundlage für eine dauernde wirtschaftliche Zu- sammenarbeit beider Völker, die in dem jetzt vorzubereitenden langfristigen Handelsvertrag ihre feste Form erhalten soll. Das Zusammenwirken der beiden Staaten ver- hindern oder hinauszögern, hieße jene wirtschaftlichen und politischen Rivalitäten künstlich aufrechter- l�a l t e n, die eine friedliche Verständigung über die großen Fragen der Reparationen, der internationalen Rohstoffver- sorgung und der Neugliederung der europäischen Absatzmöa- lichkeiten bisher ausschlössen. Es ist also ein Werk des Friedens, das hier vollzogen wurde— allerdings nicht in dem Sinne, wie es bürgerliche Pazifisten im Ueberschwang der Gefühle darstellten. Schon einmal hat der Weltkrieg das engmaschige Netz von Paragraphen zerrissen, das die Wirtschastsinteressen der Welt zu umschließen schien. Niemals wird die vertrag- liche Begrenzung des internationalen kapitalistischen Konkur- renzkampfes allein genügen, um die imperialistischen Aus- Wirkungen des Profitstrebens überhaupt zu beseitigen. Dazu bedarf es des engsten Gemeinschaftswillens und engster Ge- meinschaftsarbeit der Völker. Bisher jedoch waren es die Gegensätze der großen Kapitalsgruppen, die ein solches Zu- sammenwirken von vornherein störten. Daher ist das Ab- kommen trotz aller seiner Mängel zu begrüßen als ein An- satz, die Sperren z u beseitigen, die den Weg der Völker zueinander verschlossen. Deshalb braucht das Ab- kommen in Form und Inhalt längst nicht zu befriedigen: wir selbst haben scharfe Kritik daran geübt, und diese Kritik er- weist sich um so berechtigter, je mehr man die Methoden der modernen Handelspolitik unter volks- und weltwirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. * Früher waren es die Staaten, die— der Zwangsvorstellung merkantiler Selbstbeschränkung entwachsen— den Weg zu internationaler Absatzregdung in Verträgen über die gegenseitigen Absatzbedingungen suchten. Staaten und Völker bestimmten den Ton und den Inhalt der Verträge, mit denen man die zwecklosen Hemmungen einer auf Abwehr fremder Konkurrenz und künstlicher Hochzüchtung eigener In- dustrien eingestellten Zollpolitik wieder auf ein vernünftiges Maß zurückzuschrauben suchte. Ueber dem Abkommen zwischen Deutschiand und Frank- reich hingegen walten nicht mehr die Kräfte des Staats allein. Die Macht der industriellen, Konzerne ist weit über die Landesgrenzen hinaus gewachsen. Ueberall stoßen und reiben sich die Interessen der verschiedenen nationalen Produktionsgebiete. Krieg, Valutawirrnis, Hochschutzzoll- und Reparationspolitik sowie die neue Aufteilung Europas nach dem Weltkriege haben die Entwicklung verstärkt, anstatt sie aufzuhalten. Der Wirtschafts imperialismus, der einer einzigen Völkergruppe die Herrschaft über die übrige Welt verhieß, ist zerschellt. Aus seinen Scherben wächst eine neue Machtgruppierung, getragen von dem Auswärts- streben der Unterdrückten und den inneren Widersprüchen der Sieger untereinander. Aber— das ist das tragische Ende des Zerstörungsprozesses, den vier Jahre imperialistischer Repa- rationspolitik allen beteiligten Staaten brachte: der S t a a t s- g e d a n k e als solcher tritt zurück hinter den Interessen- mächten, die mit ihrer Versügnng über die Produktions- mittel das Recht der Herrschaft über Völker sich anmaßen. Und so schwankt die Handelspolitik unter dem Machtstreben kleiner aber mächtiger Gruppen hin und her. Daraus erwuchs die Krise der Handelspolitik, deren Wirkungen gerade im deutsch-französischen Vertrag so deutlich zutage traten. � * Das Provisorium, das unsere Wirtschaftsbeziehungen mit Frankreich regelt, ist voller Lücken. Wohl haben große In- dustriezweige Vorteile— aber erst die Hälfte der aufgewor- fenen Fragen ist gelöst. Ein großer Teil ist zurückgestellt. Warum?— Weil die amtliche Wi r t s ch a f t s p o l i t i k erst abwarten muß, was die übermächtigen privaten Wirt- schaftsgruppen tun. Die Handelspolitik des Reiches kann allenfalls gröbste Hemmungen der wirtschaftlichen Volksoer- ständigung aus dem Wege räumen. Den zweiten, e n t- scheidenden Schritt muß sie Priostleix ten über» lassen, um dann erst am Schluß sich darüber klar zu werden. inwieweit die Interessen der Verbraucher und Arbeitnehmer eine Korrektur der privaten internationalen Abmachungen durch Staatsverträge erforderlich machen. Ueberall schiebt sich die Macht der Großkonzerne und Trusts zwischen die Staaten und Völker. Dazu kommen dann noch die Unternehmerorganisationen, die oft ein weit über ihre volkswirtschaftliche Bedeutung hinausgehendes Machtwort mitzureden haben. So waren es die W e i n b a u i n t er e ss en te n, die von deutschnationaler Agitation befangen, sich gegen eine Herabsetzung des Weinzolls wandten. Sie wußten nicht— weil die Agitation ihrer Syndizi es ihnen vorenthielt—, daß sie damit den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Denn wie sollen die minderen Konsumweine Absatz finden, wenn die Arbeiter des südwestdeutschen Industriereviers keinen Lohn erhalten, weil es keine Arbeit gibt? Wie aber soll den er- werbelosen Weinverbrauchern geholfen werden, wenn man nicht der Industrie neue Absatz- und damit Arbeitsmöglichkeit erschließt? Alle diese Bedenken gibt es für die deütschnatio- nale Agitation nicht. Sie erreichte bei der Regierung,- daß der Aufrechterhaltung des Weinzolls die Exportinteressen der Industrie geopfert wurden. Und als sie es erreicht hatte, lehnte die deutschnationale Fraktion den durch ihre Arbeit verstümmelten Vertrag ab!— Neudeutsche Handelspolitik. Weil die chemische Industrie Deutschlands mit derjenigen Frankreichs rivalisiert, muß die Regierung warten, bis der chemische Großtrust mit seinem Rivalen jenseits der Grenze sich verständigt hat. Da das bisher nicht geschehen ist, bleiben wichtige Fragen ungeregelt. Ueber dein ganzen Vertrag aber steht der deutsch- französische Eisenpakt, jener Privatvertrag zwischen deutschen, französischen, belgischen und luxemburgischen Schwerindustriellen, der nunmehr vollständig abgeschlossen ist und lediglich der formellen Zustimmung der belgischen und französischen Organisationen bedarf. Der formelle Ab- schluß, der bis zum 12. August fertig sein sollte, hat in letzter Stunde eine Verzögerung erfahren und wird wohl erst am 11. September erfolgen. Geschieht das, so ist das Kriegsbeil zwischen den mächtigsten Industriekonzernen Mittel- und Westeuropas für einige Zeit begraben. Die Staaten aber können ihre langfristigen Verträge nicht abschließen, ehedieInteressentenmiteinander im reinen sind. * Es sind Tendenzen der neue st en überstaat- lichen kapitalistischen Entwickelung, die in dieser Krise staatlicher Handelspolitik ihren Niederschlag finden. Nicht als ob wir gegen die privaten Abmachungen als solche ankämpfen wollten. Es hieße, sich in die Rolle des Hundes versetzen, der den Mond anbellt, wenn man diese im Wesen der kapitalistischen Entwickelung begründeten Ten- denzen mit Schlagworten aus der Welt hinwegschimpfen wollte. Zu warnen aber ist vor den Gefahren, die die monopolistische Verquickung der kapitalistischen Interessen industrieller Großstaaten für die Rechte und Bedürfnisie der übrigen Voltsteile der verschiedenen Staaten bringen muß. Aeußert sich doch die so bewirkte Unsicherheit der amtlichen Wirtschaftspolitik in Erscheinungen, für die jeder .pexständige Mensch nur noch ein Kopfschütteln übrig haben kann. So erfährt man aus einer Beschwerde der verarbei- tenden Industrien, daß die deutschen Unterhändler bei ihren Beratungen über einen deutsch-polnischen Vertrag aus dem Reckst der Einreise für P a st o r e n nach Polen eine große Affäre gemacht haben. Man hat nach der sonstigen Praxis der Handelsverträge volles Verständnis dafür, wenn Deutsch. land die Exportfreiheit für Industriewaren, Polen diejenige für Kohlen und Kattoffetn fordert. Was der Export von Pafto- ren aber in einem Handelsvertrag zu suchen hat, dafür sucht man vergeblich nach einer Erklärung. Wird so versah- ren, daß man neben den industriellen und landwirtschaftlichen Organisationen noch allen kirchlichen Jungfrauenver- Die Unermüölichkeit der Kreatur Von Lola Landau. Wenn der Mensch müde geworden ist, entsinnt er sich der Ur- formen seines Daseins. Auf einer Wiese landet er zwischen kriechen. den Käsern und Blumen. Seine Hände liegen erstaunt und träge an den Hüften. Durch ihre Haut scheint die Sonn« wie durch die dreiten Blätter, sie strahlen und spreizen sich in pslanzenhaftem Glück. Der ganze Körper saugt sich mit Sonne voll, die Augen weiten sich, große Poren, durch die das Licht in das Blut hineinstürzt. Und der Erschlaffte glaubt einzugehen in den Dämmerzustand, w dem Pslanze und Tier ewig zu ruhen scheinen, eingewiegt selbst in ihr Wachsein wie in den großen Schlaf. Aber dieser Trost enthüllt sich als eine Täuschung. Diese Be. ruhigung vergeht vor dem neuen Geheimm», der Unermüdlichkeit der Kreatur. Nach kurzem Schlaf sind Pflanz« und Tier in einer unaufhörlichen Wut des Lebens gespannt. Sie werden nicht müde, sich unendlich zu wiederholen, in den gleichen Spiralen ihrer Blüten, in demselben Gang ihrer Glieder die Figur de» eigenen Wesens voll- kommen zu zeichnen. Wenn sie einmal ihre Kraft treiben lassen, leben sie rastloser als der Tätigste, ohne Pause, ohne Abschweifungen. Die Ausdauer und die grenzenlose Geduld ihrer Arbeiten beschämen den erschöpften Menschen. Da kriecht an seinen, spielerischen Finger ein Insekt empor. Bor dem winzigen Tier schwankt der Finger wie ein Baum im Gewittersturm und schüttelt es grausam ab. Aber immer wieder versucht das Geschöpf mit rasender Hartnäckigkeit denselben drohen- den Weg, um den Wipfel des nächsten Grashalms zu erklimmen. lind auch dieser Grashalm ist von dem ungeheuren Willen geschärft. Wievieler unsichtbarer Bewegungen bedurste es wohl, um so gerade mit seinem spitzen, grünen Kolben die Luft zu durchstoßen! Der ruhende Mensch im Grase erschrickt vor dem Lärm des Lehens, indem er sich schlafen legte. Die Wies« ist»in gepeitschter Urwald. Das Summen um ihn wird zu dem majestätischen Brausen der Arbeit. Und wie anders tönt ihn, plötzlich der idyllisch« Triller der Lerche über seinem Haupt. Bier kleine Töne sind in die Brust des Vogels hineingetan. Mit dem vollen Atem seines Körpers stößt er sie wild aus sich heraus und beginnt sogleich mit unverminderter Ärast. Immer dieselben Töne, die rührende kleine Kette der Melo» die, den gleichen Strahl läßt er fallen und steigen in gläsernen Kugeln. Sein Gesang wird ewig und steht stell ist der Lust. Wo nahm der Mensch jemals eine solche Gewalt der Freude her, die nicht ermüdet? Ist seine Lust nicht kurz und lässig, kann er das gesteigerte Gefühl nur zwei Atemzüge auf demselben höchsten namenlosen Ton erhalten?* Hinter de» grünen Schleiern der Wiese bricht überall das Lehen in Ekstasen aus. Aber es ist eine Ekstase, die seltsamerweise dauert, eine Leidenschast, die nicht unterbrochen wird, eine Trunkenheit der Freude und des Schmerzes, die sich nicht ernüchtert. einen ein Recht auf Mitbestimmung im der Handels- Politik einräumt, so braucht man sich nicht darüber zu wundern, wenn die Völker über die Wahrung und gegenseitige Ab- grenzung wirtschaftlicher Bedürfnisse sich nicht einigen können! * Was im Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich erreicht wurde, war nur ein A n f a n g. Hoffentlich kommt es trotz des erwähnten Zwischenspiels auch mit unserem anderen Nachbar Polen bald zu einer Verständigung. Von Dauer, weil von innerer, zwingender Ueberzeugungstraft, werden alle Verträge, ob private oder staatlich«, nur dann sein, wenn nicht nur kleine Interesiengruppen. sondern das arbeitende Volk der verschiedenen Staaten sich zu enger Zusammen- arbeit verständigt. Diese Zusammenarbeit wird oft nicht mit, sondern entgegen den Wünschen der kapitalisti- schen Interessenten zustande kommen müsien, die überall im eigenen Lande sich als hochnational ausgeben, um zugleich als Schrittmacher der k a p i t a l i st i s ch e n Inter- nationche zu wirken. Sozialistisches Wpllen, schon jetzt in internationalen Verbänden organisiert, wird neue Formen internationaler Arbeiter- und Konsumenten- zusammenfasiung finden müsien, um der gewaltigen Macht- Häufung kraftvoll gegenübertreten zu können, die sich heute bereits in den Händen und Köpfen kleiner Kapitalsgruppen verkörpert und den Staat nur noch respektiert, wenn er ihren Willen tut. Cin verteiöiger Dr. Gürtners. Staatsanwalt Dr. Schaeffer und die„Deutsche Zeitung". Der Staatsanwalt Dr. Schaeffer, deutschnationaler Reichstagsabgeordneter und Mitberichterstatter im Feme- Untersuchungsausschuß des Reichstags, hat in der„ M ü n- chen-Augsburger Abendzeitung und in der „Deutschen Zeitung" die Verteidigung des bayerischen Iustizministers Dr. Gärtner gegen unsere Angriffe unter- nommen. Seine Verteidigung geht parallel mit der Verteidigung Gärtners durch die bekannte Erklärung des bayerischen Justizministeriums. Er behauptet: 1. Gürtner habe nur den Bericht der Staatsanwälte entgegengenommen, 2. Gürtner habe keine Weisung gegeben, sondern 3. den Staatsanwälten freie Hand gelassen, 4. es habe sich bei dem Bericht der Staats- anwälte nur um eine beschleunigte Berichterstattung gehan- delt, 5. die Staatsanwälte hätten noch vor der Abfahrt von Augsburg den Beschluß zur Aufhebung der Haftbefehle ge- faßt, 6. der Entschluß sei rein sachlich gewesen. Wir sind auf diese Art der Verteidigung wiederholt ein- gegangen und haben gezeigt, was sie vorsichtig ver- schweigt: die Intervention der Landeslei- tung der Einwohnerwehr durch Gademann. Der Prozeß gegen den„Vorwärts" wird nun Ge- legenheit geben, die dunklen Punkte aufzuhellen, die bei der eidlichen Vernehmung der Staatsanwälte vor dem bayerischen Gericht merkwürdigerweise nicht angeschnitten worden sind. Die„Deutsche Zeitung", die die Verteidigung Gärtners durch Staatsanwalt Schaeffer veröffentlicht hat, scheint des Erfolges des Prozesses gar nicht sicher zu sein. Sie bemäht sich jetzt schon das Berliner Gericht zu diskreditieren: »Zweifellos: es gibt noch Richter in Berlin; genau wie In Magdeburg. Aber es gibt in Berlin außerdem noch dos Justizministerium mll dem durch Herrn Severins be- ratenen Herrn Äm Zehnhoff und mit Staatssekretär Fritze, dem Mann« des Rechts„in Ansehung der Person"; und»s gibt fernerhin die Presse der Linken, der es nicht um das Recht geht, sondern darum, daß ihre Freunde recht behalten. Es gibt noch Richter in Berlin— aber wehe ihnen, wenn sie es wagen, unabhängig Recht zu sprechen— und dieses Irgendwo schreit ein« Ziege, der das Lamm geraubt wurde. Tag und Nacht perläßt nur dieser grauenhafte Laut den zitternden Leib des Tiere«. Ein Schrei, der mager geworden ist und kläglich w seiner Verlasienheit, aber nicht aufhört. Dann wieder reihend, zerfleischend, mit bitteren Zähnen gräbt sich dieser Mutterschrei in das Erdreich. Kein Geruch eines süßen Krautes kann ihn ersticken, es gibt keine Erschöpfung in dieser schrecklichen Qual. Wo ist der Mensch, der di, Kraft hat, einen Schmerz so lange auszuhalten wie die Kreatur, die sich nicht davor flüchtet in tausend Verstecken des Trostes? Das Steingesicht des ruhenden Mannes auf der Wiese zerströmt. . Wir süßen und trüben uns das heilsame Wasser, wir schmecken nicht mehr die reine, w!lde Empfindung der Erde, wir sind selten trunken, wir ermüden zu leicht im Gefühl, o wundersame Anstrengung der Freude! Wie sind wir träge in unserem atemlosen Fleiß." Er erhebt sich von seiner Rast und über ihm zerspringt der mächtige Himmel des Mittags. Der„llrsoust" in den Heidelberger Festspielen. Es war eine glückliche Tat Gustav Härtung», zur Ausführung des„Urfaust" den Bandhaussaal des Heidelberger Schlosses zu wählen, denn hier ist die Umgebung der Gretchen-Tragödie ohne großen szenischen Apparat schon in der Architektur des zejtios-fchlichten Raumes gegeben. Nichts deckt sich hier mit dem Begriff eines Theaters. Eins Wendeltreppe führt aus dem feucht-dunklen Erdgeschoß, das neben dem Standbild des trinkfesten Hosnarren Perkes das große Faß birgt, in den Band- hausfaal. Kleine, in der Form sehr einfache Laternen leuchten im dumpfen Licht einer leisen Dämmerung, und gleich beim Eintritt in den Saal legt sich der Druck einer geheimnisvollen Stimmung auf die Seele. Die Unmittelbarkeit eines starken Erlebnisses beginnt. Die Bühne verfließt mit dem Raum, die Menschen tauchen in den Geist der Dichtung unter. Die Zweifel Faustens greifen an die Seelen, und die Herausforderung unirdischer Mächte bedrängt die Gemüter. Die Spannung, die �aust(Fritz Volk) zu immer un- seligeren Momenten vorwärtsstößt, steigert sich— Mephisto, glaub- würdig bis zum Entsetzen von Alben Steinrück dargestellt, beginnt seine teuflischen Ränke um Faust und Greichen zu spinnen, das von Gerda Müller vollendet mädchenhaft verkörpert wird. Das Spiel ist furchtbar in seiner Wirkung— keine Pause unterbricht es, lindernd oder entspannend. Es ist ein stetes Emporpeitschen zu immer stärkerem tragischen Erleben, das von der Wirkung des Raumes noch gehoben wird. Esther Wangenheim. Rückkehr einer russischen Expedition au» Zeniralamerika. Die vor einem Jahr vom Botanischen Institut in Leningrad nach Zen- tralamerika entsandte wissenschaftliche Expedition ist jetzt nach Ruß- land zurückgekehrt. Die Expedition hat sich in Mexiko, Panama, Kolumbia und aus der Insej Kuba aufgehalten. Ihre Aufgabe war, die Lebensbedingungen der in den genannten Ländern heimischen Kulturpflanzen zu studieren und die Möglichkeit ihrer Verpslanzung in die südlichen Länder des Sowjstgebiet» festzustellen. Diejenigen Pflanzen, die nur in tropischem Klima gedeihen können, wurden ausgeschaltet, dagegen kommen mexikanische Arten von Mais, To- malen, verschiedene Arten von Beeren und Kartoffeln zur Ver- Recht der Linken und ihren Vertretern in den leitenden Aemtern nicht genehm ist!" Wenn die„Deutsche Zeitung" jetzt schon den Ruf aus- stößt: das Berliner Gericht wird nicht unbeeinflußt Recht sprechen! so läßt das wohl auf Vertrauen in die Verteidigung Dr. Gürtners durch Dr. Schaeffer schließen. Dr. Gürtner und öas Republikschutzgesetz. Das Münchener kommunistische Organ ist a u f G r u n d des Republitschutzgefetzes wegen Beleidigung des bayerischen Iustizministers Dr. Gürtner verboten worden. Dazu bemerkt der„Bayrische Kurier", das Organ der Bayerischen Volkspartei: »Diese Bestimmungen sind im gegebenen Falle zum ersten Male in Bayern angewandt worden: ihre juristische An- wendbarkeit hängt selbstverständlich— entgegen der in einem demokratischen Organ vertretenen Meinung— nicht von der parteipolitischen Stellung des beschimpften Re- gierungsmitgliedes ab, da in der Uebernahme eines Ministeriums notwendig die Anerkennung der Geltung der gegen- wärtigen Verfassung des Reiches und der Länder liegt. Die Bezug- nähme auf die Bestimmungen des Gesetzes zum Schutze der Deutschen Republik ist im übrigen um so bedeutsamer, als eine andere (bindende) Bestimmung des gleichen Gesetzes(§ 9) in einem viel erörterten Urteil eines bayerischen Volksgerich- tes(Hitlerprozeß) nicht zurAnwendung gekommen ist. In dem jetzt erfolgten Verbot der»Neuen Zeitung" kann in- sofern eine scharfe Kritik des damaligen Urteils gesehen werden." In dieser wohlabgewogenen Bemerkung liegt Kritik und Abrücken von einem Einzelfall eines Iustizmißgriffes in Bayern. Nur eben darf es bei der Kritik nicht verbleiben. Es gibt sticht nur diesen Einzelfall eines Iustizmißgriffes in Bayern, sondern noch eine Reihe anderer Einzelfälle, die nicht nur der Kritik, sondern der Bereinigung bedürfen. Seginn der Parlamentsarbeit. Ticdlungsausschuß— Wohnungsansschuß. Im Reichstag treten in der nächsten Woche die Unterausschüsse des Wohnungs- und des Siedlungsausschusfes zusammen. Der Siedlungsausschuß, dessen Sitzung aus Donnerstag abend angesetzt ist, nimmt zu den Grundsragen der Landbeschassung(Be- dingungen für die Beschaffung, Schutz gegen Wucher, Sicherung des Eigentums und dergleichen) Stellung. Bisher war die Siedlung Sache der Länder. Nachdem das Reich sich finanziell an der Baucrnsieolung beteiligt, hat es die Möglichkeit, auf die Gestaltung der Grundsätze in der Sied- lung Einfluß zu nehmen. Für die Ostsiedlung hat das Reich 850 Millionen bewilligt, von denen in den nächsten fünf Jahren je 60 Millionen pro Jahr verwendet werden. Der Wohnungsuntcrausschuß, der am Mittwoch tagt, muß zunächst über Grundgedanken und Ziel für das große Bauprogromm kür die nächsten drei Jahre Klarheit schassen. Auf der Basis der Richtlinien des Ausschusses wird dann das Reichs- arbeitsministerium sein Bauprogramm aufstellen. Der Bau von 20 000 weiteren Wohnungen ermöglicht. Di« Verhandlungen zwischen dem Reich und den Ländern über die Finanzierung des zusätzlichen Wohnungsbau- Programms sind, wie das Reichsarbeitsministerium amtlich mitteilt, nunmehr abgeschlossen. Das Reich gewährt denjenigen Ländern, die wie Preußen zur Durchführung eines zusätzlichen Bauprogramms bereit find, sosort vorschußweise die erforderlichen Mittel. Das zusätzliche Bauprogramm ermöglicht nach der Schätzung des Arbeitsministeriums für das Reich dje Herstellung vo n etwa 29 909 Wohnungen über das Jahresbauprogramm hinaus. Das Ministerium erwartet, daß überall, wo in den Kreisen der Bau, arbeiter noch Erwerbslosigkeit besteht, di» Durchführung des zu- sätzlichen Bauprogramms umgehend in Anspruch genommen wird und die ersorderlichen Mittel baldigst vom Reich angeordnet werden. Pflanzung nach Südrußland in Frage. Besonders hofft die Ex- pedition, eine Verbesserung der Kartosfelzucht herbeiführen zu können. Es soll auch der Versuch gemacht werden, den Chinarinde- bäum in der Krim und an der kaukasischen Schwarzmeerküste anzu- pflanzen, wobei es allerdings noch die Frage bleibt, ob die dortigen klimatischen Bedingungen sür die Kultur dieser Bäume genügen. cautschristliche Sammlung der dculschen Dolksmclodlen. Im Rahmen eines von dem Berliner Psychologen Prof. Carl Stumpf geplanten Unternehmens hat mit Unterstützung der Deutschen Aka- demie Dr. Karl Huber bayerische Bolksmelodien mit der Schallwalze aufgenommen- Auf einer Reise durch die bayerischen Alpen ver- hörte er die bekanntesten Volkssänger: daran schloß sich eine Ver- onstaltung in München, bei der eine Reihe von dazu eingeladenen Gebirglern sang oder auf ihren Instrumenten Volksweisen spiclie. Der Erfrag an neuem Material war über alles Erwarten reich. Prof. Stumpf schwebt nun nichts Geringeres vor, als ein« lautfchrift- liche Sammlung aller noch in Deutschland, lebendig gebliebenen Volks- lieber. Wie auch diese Beobachtungen wieder zeigen, sind unsere großen Liedersammlungen, so besonders die grundlegende von Erk und Böhme, unvollständig: sie konnten aber auch gar nicht so ange» legt werden, daß die landschaftlichen Verschiedenheiten in Rhythmus und Tonart berücksichtigt wurden. Erst die Schallwalze crmöglich'e es, auch die feinsten Unterschiede in der Melodiensührung scstzuhalten und Eigentümlichkeiten, wie Jodler, zu permitteln. Wie bedeutungs- voll ein solches Unternehmen nicht nur für die Musikwissenschaft, sondern gerade in unserer Zeit des Rundfunks und des Schlager« auch für die Pflege und Schätzung des Volksgesangs und für die Be- fruchtung des Aeroinsgesangs ist, braucht nicht auseinandergesetzt zu werden. Das anlirachilische vllamin. Vor kurzem ging die Nachricht durü) die Oesfentlichkeit, daß es drei Forschern an der Leipziger Universitär gelungen sei, das antirachitische Vitamin D künstlich herzustellen. Dazu wird der„Deutschen Medizinischen Wochenschrist" von autori- tativer Seite mitgeteilt: Das Ergebnis der Arbeit der beiden Leipziger Physiker ist im wesentlichen die Konstruktion einer Lampe, die ultraviolette Strahlen aussendet und bei Gegenwart von Luft brennt. Die Behauptung, daß die Strahlen oder" ihr Emwirtungs- Produkt auf Nahrungsmittel in der genannten Richtung biologisch wirksam sei, ist indes keineswegs durch biologische Versuche irgend- welcher Art gestützt. Vitaminforschungen werden in Leipzig an der Universitäts-Kinderkllnik und am Tierphysiologischen Institut der Leterinär-Medizimschen Fakultät angestellt. Beide Stellen haben sich mit der neuen Lampe befaßt. Bevor aber durch sorgsältige Fütlerungsversuche an einem sehr großen geeigneten Tiermaierial die biologische Wirksamkeit der Strahlen und ihr Heisessekt bei der sogenannten künstlichen Rachitis nicht sichergestellt ist und dann auch an der Rachitis der Kinder erprobt ist, sollten solche Behauptungen die vier Wände einer ernsthaften Forschungsstätte nicht verlassen. Eröffauag der»Deutschen Dholographilcheu Ausstellung'. Gestern vor- mittag wurde in Franlsurt a.!vi. die»Dentsche Photozrapdlsche SIndslellung' eröffnet. Sie gibt einen vollständigen Nebcrbiick über den heutigen Stand der Photographie und ihre vielseitige Perwendung im Dienst der bildlichen Darftellung in der Kunst, der Wissrnschast, besonders in der Medizin und der Krwltnaiistik. Die wirklichen Erwerbslosenzahlen. Eine Verteidigung des Reichsarbeitsministeriums. Unsere Veröffentlichung über die seltsame Verschleierung der wirklichen Ziffern der Erwerbslosigkeit hat das Reichsarbeitsmini- sterium veranlaßt, eine Erklärung zu verössentlichen, in der es heißt: „Der Umstand, daß seit Jahresbeginn die Notstandsarbeiter in der Statistik der Erwerbelosensürsorge gesondert ausgeführt werden, wurde als Irreführung bezeichnet. Tatsächlich mußte eine Regelung erfolgen, weil die Arbeitsnachweise im Hinblick auf die besondere Stellung der Notstandsurbeiter sie teils in die Statistik aufnahmen, teils überhaupt wegließen. Bei der Neuregelung war folgendes zu beachten: Allerdings ist in bestimmten juristischen Beziehungen die Beschäftigung von Erwerbslosen bei öffentlichen Notstandsarbeiten eine Form der Erwerbslosen- fürsorge. Bei der Statistik der Erwerbslofenfürsorge aber kommt es nicht hierauf an, sondern auf die wirtschaftliche und soziale Seite. In wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht sind aber die Notstands- arbeiter nicht erwerbslos, sondern stehen in Arbeit und erhalten abweichend von der früheren Regelung— grundsätzlich Tariflöhne. Es war demgemäß richtig, sie in der Statistik der Erwerbslosen- fürsorge gesondert zu führen. Unzutreffend ist ferner, wenn in Teilen der Presse der beträchtliche Rückgang der Ziffer der unterstützten Erwerbslosen in der zweiten Iulihälfte auf das Ausscheiden von langfristig Unterstützten aus der Fürsorge zurückgeführt wird. Im Gegenteil liegt eine un- bestreitbare Verbesserung des Arbeitsmarktes vor. Dos wird u. a. durch die Berichte der gewerkschaftlichen Verbände dargetan, die für den Monat Juli ebenfalls einen Rückgang in der Zahl ihrer arbeits- losen und ihrer in Kurzarbeit stehenden Mitglieder berichten." Diese Erklärung des Reichsarbeitsministeriums oersucht den eigentlichen Streitpunkt zu verschleiern. Das Reichsarbeitsministerium gibt zu, daß seit Jahresbeginn eine A e n d e r u n g in der Statistik der Erwerbslosenfürsorge ein- getreten ist. Es wäre Pflicht des Reichsarbeitsministeriums ge- wesen, die Oessentlichkeit mit allem Nachdruck auf diese Aen- derung aufmerksam zu machen, weil sie ein« k ü n st l i ch e Senkung der veröffentlichten Zahlen über die Hauptunter- stützungsempsänger bedeutet. Bis Ende 1g2S waren in diesen Zahlen die N o t st a n d s> arbeiter mitenthalten. Seit Anfang dieses Jahres ist das nicht mehr der Fall. Was das bedeutet, haben wir zahlen- mäßig in Nr. 378 des„Vorwärts" gezeigt. Am sinnfälligsten tritt das in die Erscheinung bei der Veröffentlichung am 15. Mai. Die amtlichen Veröffentlichungen weisen 1 743 429 Hauptunterstützungs- «mpfänger aus; tatsächlich hätten 1 913 534 ausgewiesen werden müssen. Durch die neue Methode des Reichsarbeitsministeriums erscheint der Rückgang der Hauptünterstlltzungsempsänger viel größer wie er tatsächlich ist. Um diesen Sachverhalt zu verdecken, polemisiert das Reichs- arbeitsministerium über Dinge, die gar nicht zur Diskussion stehen. Es erklärt:„Der Umstand, daß seit Jahresbeginn die Notstands- arbeiter in der Statistik der Erwerbslofenfürsorge gesondert a u f g e f ü h i t werden, wurde als Irreführung bezeichnet." Das ist eine Verdrehung unserer Feststellungen. Wir haben behauptet, daß seit Anfang dieses Jahres Notstandsarbeiter nicht mehr als Hauptunter stützungsempsänger erscheinen und durch diese willkürliche Aenderung in der Statistik der Erwerbslofenfürsorge die Zahl der Hauptunter- stützungsempsänger künstlich gesenkt wurde. Das ist so un, bestreitbar, daß auch das Reichsarbeitsministerium nicht wagt, diesen Tatbestand zu bestreiten. Früher waren die Notstandsarbeiter, trog, dem sie immer gesondert ausgewiesen wurden, in der Zahl der Hauptunterstützungsempsänger mit enthalten und jetzt nicht mehr. Das ist die Aenderung und die Verschleierung! Um ein Beispiel anzuführen: Di« amtliche Veröffent- l i ch u n g sin der Presse) über die Zahl der Hauptunterstützungs- empfänger am 15. Juli weist 1 7lS Sßl aus; die Zahl der Notstands- arbeiter wird mit 143 695 ausgewiesen. Um aber den Veihältnissatz der Notstandsarbeiter zu den Hauptunterstützungsempfängern zu erreichen, addiert das Reichsarbeitsministerium 1718 861 und 143 695; das ergibt die von uns veröffentlichte Zahl von 1 SLZ 556) Diese Ziffer wird aber verschwiegen. So entsteht, besonders bei Anwendung einer falschen Verhältniszahlberechnung, ein durchaus falsches Bild von der Gesamtlage. Da Statistiken nur Wert habe», wenn sie fort- laufend gelesen werden können, so müssen sie auch nach gleich- bleibenden Grundsätzen aufgestellt werden. Jede Veränderung dieser Grundsätze aber muß deutlich erkennbar sein. Das ist hier nicht der Fall. Der Nachweis für die Richtigkeit unserer Behauptungen wird überaus schlüssig durch die Ziffern des Arbeitsministeriums selbst erbracht. Es entsteht in diesem Zusammenhange auch noch die andere Frage: Sind die Notstandsarbeiter nach der gegenwärtigen recht- lichen Regelung Erwerbslose oder freie Arbeiter? Das Reichsarbeitsministerium hütet sich, das letztere zu behaupten, weil es im Gegensatz zu den Forderungen der Gewerkschaften daran festhält, daß die Beschäftigung bei Notstqndsarbeiten eine Form der Erwerbslofenfürsorge bleibt, also kein freies Arbeitsverhältnis wird. Das hat zur Folge, worauf auch Lehfeldt in seinem Kommentar zur Erwerbslosenfürsorge hinweist, «daß gesetzliche Vorschriften, die sich auf Arbeitsverhältnisse beziehen, auf die Beschäftigung von Notstandsarbeitern grundsätzlich nicht an- zuwenden sind; d. h. sie sind nur insoweit anwendbar, als sich das aus einer anderen Vorschrift ergibt. Nicht anwendbar auf Not, standsarbeiter sind also insbesondere die Vorschriften des B e- triebsrätegesetzes; weder werden die Notstandsarbeiter den Arbeitnehmern zugerechnet, deren Anzahl nach den ZZ 1 ff. des Be- triebsrätegesetzes maßgebend für die Errichtung eines Betriebsrates oder die Wahl eines Betriebsobmannes ist. noch sind die Notstands- arbeiter zur Mitwirkung bei den Wahlen nach dem Betriebsrätegesetz berechtigt usw.", Also Lehfeldt, der Ministerialrat im Reichsarbeits- mintsterium. Er stellt weiter fest, daß zu den Erwerbslosen die Notstandsarbeiter zählen. Will das Reichsarbcits- Ministerium die Beschäftigung bei Notstandsarbciten zu einem freien Arbeitsverhältnis machen, es wird unsere nachdrückliche Unterstützung finden. Was die Fage anbelangt, ob der Rückgang der Zahl der Haupt- Unterstützungsempfänger auf einer Besserung des Arbeitsmarktes oder auf das Ausscheiden von ausgesteuerten Erwerbslosen aus der Erwerbslofenfürsorge zurückzuführen ist, so ist dazu zu bemerken, daß wir selbst darauf hingewiesen haben, daß die Arbeitsmarktlage in der Landwirtschaft und im Bergbau sich gebessert haben mag. Es wäre sehr schlimm, wenn wir den gegenwärtigen Stand des Arbeitslosenheres beibehalten würden. Worauf wir in diesem Zu- sammenhange hinwiesen, ist die unbestreitbare Tatsache, daß ein Rückgang in der Zahl der Hauptunterstützungsempsänger auch durch das Ausscheiden von Ausgesteuerten automatisch ein- tritt. Es wäre verderblich, davor die Augen zu verschließen. Der Reichsarbcitsmlnister hat im Reichstage selbst darauf hingewiesen, daß wir mit einer langandauernden großen Arbeits- l o s l g t e t t zu rechnen haben. Angesicht, dieses Sachverhaltes ist es unverständlich, daß die Reichsregierung daran festhält, die Unterstützung der Auegesteuerten der Armenfürsorge zu überlassen und von der Möglichkeit einer Verlängerung der Unterstützungs- dauer in der Erwerbslofenfürsorge kein Gebrauch machen will. Reichshilfe für Sie Saarbeamten. Zum Ausgleich für die Frankcncntwertung. Das Reich hat zur Entschuldung der Beamten des Saargebiets, dessen Frankenwährung von der Jnslation heim- gesucht ist. rund 1 Million Mark zur Verfügung gestellt. Die Saar- beamten bis Gruppe 4(Stufe 4) erhalten, wenn verheiratet, 159 M., wenn ledig 120 M., von Gruppe 4(Stufe 5) bis Gruppe 8(Stufe 2) 200 bzw. 160 M., von Gruppe 8(Stufe 3) bis Gruppe 14(Stufe 3) 250 bzw. 200 M., von Gruppe 14(Stufe 3) bis Gruppe 19 300 bzw. 240 M. Man fragt sich unwillkürlich, warum ausgerechnet nur die Be- amten entschuldet werden. Brauchen z. B. die Sozialrentner nicht ebenso dringend Hilfe? Gerade sie stehen doch infolge des Frankensturzes gegenüber dem Nichts. Warum nur diese halben Maßnahmen, die nur verstimmend wirken? französische Steuern im Saargebietl Saarbrücken, 14. August.(Mtb.) Das Saargebiet weist so manche Kuriosa auf: Sogar innersranzösische Steuern werden an den Grenzen des Saargebietes durch die französische Zollbehörde von den Einwohnern oes Saargebiets erhoben. Es dürfte wohl beispiellos dastehen, daß eine Regierung sich der Steuerhoheit begibt. Reue Belege hierzu liefert die Handelskammer, die berichtet: Durch Dekret vom 3. August 1926 sind sämtliche innerfranzösischen Verbrauchsabgaben sehr wesentlich erhöht worden. Diese Erhöhungen haben im Saargebiet selbstver- ständlich keine Gültigkeit. Trotzdem ist anscheinend die Zoll- Verwaltung, der durch Verordnung der Rcgierungskommission die Erhebung der Verbrauchssteuern für Kolonialwaren übertragen wurde, in einigen Fällen bereits dazu übergegangen, die neuen Sätze zu erheben. Ein derartiges Borgehen ist ungesetzlich und daher abzulehnen. Im Saargebiet haben nach wie vor die bisherigen Steuersätze Gültigkeit. Die Handelskammer bittet, alle Fälle, in denen die Zollverwaltung die französischen Sätze zur Erhebung bringen will, ihr zur Weitergabe an die Regierungskom- Mission unverzüglich mitzuteilen. Der Völkerbundsrat sollte nicht Unterlasten, seine Saar- regierungskommission zur Wahrung ihrer Steuerhoheit, auch gegen sranzösisch« Zollbeamte, aufzumuntern! Irieüetisreüen in Paris. Auf dem Kongreßfrllhstllck bei Briand. Paris, 14. August.(Eigener Drahtbericht.) Außenminister Briand veranstaltete am Sonnabend im Quai d'Orsay zu Ehren der Delegierten des 6. internationalen demokratischen Friedenskon- grsstes ein Frühstück mit 130 Teilnehmern. Don Ministern waren auch Barthou, Painlev« und Sarraut anwesend. Reden für Völkerversöhnung und Frieden hielten der Veranstalter des Kongresses, Marc Sangnier, Iustizminister Barthou und der Präsident der Liga für Menschenrechte. Ferdinand B u i s s o n. preistreiberprozeffe in Frankreich. Auftrag au die Staatsanwälte. Paris. 14. August.(Eigener Drqhtbericht.) Der Justizminister hat an olle Staatsanwälte Frankreichs ein Zirkular erlösten, in dem er auffordert, Preistreibereien, und zwar besonders in der Nah- rungsmitelbranche, scharf zu überwachen und gegebenenfalls mit allzr Schnelligkeit und Energie vorzugehen. Der Minister verlangt, über alle Strafverfolgungen weitgehend unterrichtet zu werden, da- mit jeder Willkür vorgebeugt wird. �upen,Malmeöp. Sine tendenziöse„Temps"-Mcldung. pari», 14. August.(Eigener Drahtbericht.) Die seit einiger Zeit öffentlich erörtert« Möglichkeit deutsch- belgischer VerHand- lungen über Eupen— Malmehy scheint einer gewissen Richtung in der französischen Politik so unsympathisch zu sein, daß sie ver- sucht, ihr entgegenzuwirken. So meldet der„Temps" aus Brüssel, der belgischen Regierung habe Dr. Schacht mehrmals den Bor- schlag gemacht. Eupen— Malmedy an Deutschland zurückzugeben, das dafür die Okkupationsmark irgendwie einlösen soll«. Dabei soll Schacht die Unterstützung des belgischen Vertreters bei der Repara- tionskommistion, de l a E r o i x, gefunden haben, der sich angeblich sogar bereit erklärte, für die finanzielle Durchführung der Schacht- schcn Vorschläge die Verantwortung übernehmen zu wollen. Vie fingst vor potemkin. Auch in Prag. Prag. 14. August.(WTB.) Wie„Pravo Lidu"(tschcch.-soziald.) erfährt, wurde der Prager giliiizenlur der Film„Panzerkreuzer Potemkin" zur Begutachtung vorgeführt. Bei der Abstimmung über seine Zulässigkeit ergab sich ein Stimmenverhältnis von 4: 5, was das Verbot des Films bedeuten würde. Noch längerer Ver- Handlung wurde beschlossen, den Film noch einem breiteren Zcnsurkollegium vorzuführen, dos die definitive Ent- scheidung treffen soll. Mussolinis Gelögeber. Frankreich hat ihm die Kriegspropaganda bezahlt. Paris. 14. August.(Eigener Drahtbericht.) Die Revolutionärin Mario Rygier erzählt in den„Er« Nouvelle" von einem Miß- grschick, da» von peinlichen Folgen für Mustolini sein kann. Maria Rygier hat bis vor kurzem im Palast Borghese in Rom gewohnt,«in Hotel, das gegen die Uebergrjffe der Faschisten durch die Eigenschaft feiner Mieter, die fast ausnahmslos der hohen Aristokratie an- gehören, und dadurch geschützt war, daß auch die südslawische Ge- sandtschaft dort untergebracht ist. Mario Rygier erfuhr, daß die italienische Polizei wiederholt während ihrer Abwesenheit mit Falschschlüsseln in ihre Wohnung eingefallen war. Die Karabineri haben dabei«inen Teil ihrer Korrespondenz und ihrer Bücherei mitgenommen. Di« Wäsche und die Garderobe wurde geplündert, Porzellan und anderes zerbrechliches Ge- schirr zerschlagen, die Möbel beschädigt. Maria Rygier hatte sofort eine Beschwerde über diesen Ein- bruch eingereicht. Da sie aber nicht des Glaubens ist, daß die ita- lienischen Richter in der Lage sind, die Uebergriffe der Diktatur zu züchtigen, hält sie es für wirksamer zur Wahrung ihrer Inter- essen,»ine Warnung an die Adresse Mussolinis in der Presse zu veräffentlichen.„Ich fordere", so schreibt Maria Rygier,„die vollkommene Wiederzustellung meiner Papiere, Zeitungen und Bücher, die mir geraubt worden sind und deren genaues und detailliertes Verzeichnis ich besitze. Die Nachprüfung dieser Papiere wird der Regierung außerdem beweisen, daß. wenn sie glaubte, sich durch dieses verbrecherische Mittel in den Besitz von Dokumenten zu setzen, dt- mich oder dt« vppvsition kompromittieren. sie einen vergeblichen Uebergriff begangen hat. Ich versichere tm übrigen, daß ich seit der Haussuchung vom 17. Februar tatsäch- l i ch gesährliche Papiere in meinem Besitz hatte, die aber s o g u t ver st eckt waren, daß die Polizei sie nicht finden konnte. Ich habe nicht nur die kompromittierenden Papiere so- fort im Ausland in Sicherheit gebracht, sondern auch ein umfangreiches Aktenbündsl, das alle möglichen interessanten Dinge und unter anderem auch meine Korrespondenz mit dem sranzösi- schen Minister Guesde. und ich bin sehr davon überzeugt, daß dies Herrn Mussolini zu denken geben wird, der weiß, welche Rolle Herr Guesde bei der Gründung der„P o p o l o d' I t a l> a" gespielt hat, besonders wenn ich die Tatsache hinzu- füge, daß ich es gewesen bin, die der französischen Regie- r u n g im eSptember 1914 die Idee eingegeben hat, in Mailand «in interventionistisches Organ erscheinen zu lassen, das die deutschenfrcundlich� Propaganda des von Herrn Mussolini geleitete«„Avant i" in ihren Wirkungen ausheben würde. Um dem„Duce" zu zeigen, daß ich sehr viel von ihm weiß, werde ich nächstens verschiedene bisher unveröffentlichte Details berichten, die die letzten von Herrn de Am bris gemachten Enthüllungen bestärken werden(der„Vorwärts" hat seinerzeit darüber berich- tet. Anm. der Red.), und wenn die gestohlenen Papiere mir nicht schnellstens zugestellt werden oder wenn mir oder meinen Freunden Widerwärtigkeiten daraus entstehen, werde ich Herrn Mussolini auf seine Unkosten nachweisen, daß der wertvollste Teil meines s,oli- tischen Archivs trotz seiner Zöllner, seinen Schwarzhemden und seiner Polizei, die Grenze überschritten hat." Unsariscke Klassenjustiz. Ter Regicrungökrieg gegen die„Nepszava". Zwei Tage nach dem Schandurteil gegen Rakosi und Genossen wurde Genosse S z ö k e als Verantwortlicher des sozialdemokratischen Zentralorgans„Nepszava"(Volksftimme) von einem Gericht unter dem Vorsitz des berüchtigten Törcky zu 1� Iahren Ge- fängnis verurteilt und der„Nepszava" 69 Millionen ungarische Kronen G e l d st r a f e auferlegt. Diese Geldstrafe ist die Haupt- fache, denn das Ziel ist, die materielle Existenz des sozial- demokratischen Tageblattes zu untergraben. Der„Grund" für diese Verurteilung ist ein sehr einfacher. Das Blatt hat gewagt, von den 64 Menschen, die am 14. August 1919 in Waitzen von der mit den rumänischen Bcsatzungstruppen vereinigten ungarischen Brachial- gewalt ohne Urteil getötet worden sind, zu sprechen. Aber die Richter Horthys waren diesmal geradezu milde. Denn frühere Redakteure der„Nepszava", die Genossen S o m o g y i und B a c s�o wurden von Herrn Horthy selbst in hie Donau„baden geschickt", in seinem höchst persönlichen Austrage ertränkt. Dieser Mord ist noch ungesühnt, und da soll erlaubt sein, von den anderen Morden der ungarischen Konterrevolution zu sprechen. Da? Reichsschulgcseh ist inzwischen soweit fertiggestellt, daß sich eine der nächsten Kabinettssttzungen mit ihm besasseu wird. Reform üer Justizverwaltung. Sntlastunft des Prozcßrichters. Die Stockung in der Erledigung der gerichtlichen Geschäfte, die durch den außerordentlichen An stürm von Prozeßsachen veranlaßt ist und sich nach Beendigung der Gerichtsferien verschärft bemerkbar machen wird, hat den Bund Deutscher Justizamtmänner in Berlin veranlaßt, in einer dem Rechtsausschuß des Reichstages eingereichten, eingehend begründeten Denkschrift darauf hin- zuweisen, daß durch wirksamere Gestaltung des den amfs- gerichtlichen Prozehverfahren obligatorisch vorangehenden Güte- verfahren» eine Befreiung des Streitrichters von der großen Zahl der von ihm heute noch zu bearbeitenden, tatsächlich überhaupt nicht streitigen Sachen möglich sei.(Von 800 000 Prozessen sind 1924 z. B. nur 200 000 durch ein streitentscheibsndes Urteil beendigt; alle anderen konnten durch Vergleich. Anerkenntnis, Ver- zicht, Versäumnis oder Rücknahme der Klage erledigt werden.) Die Denkschrift über das Güteverfahren stellt im einzelnen fest, daß ebenso wie in anderen Ländern(besonders in der Schweiz) auch an verschiedenen deutschen Gerichten sehr gute Erfolge erzielt worden seien, und kommt zu dem Ergebnis, daß etwaige Mißerfolge lediglich auf der unzweckmäßigen Ausgestaltung und Handhabung des Güt»verfahrens beruhten. Ein Hauptmangel fei die Ueberlastung des schlichtenden Richters, der bei einem Tagespensum von 100 bis 150 Sachen eine eingehende Er- örterung des gesamten Streitoerhültnisses nicht vornehmen könne. Neben der deshalb nötigen Vermehrung der Schlichter sei aber ferner erforderlich, daß das Gütevorfahren von dem Streitversahren getrennt werde. Bei einer erforderlichen Trennung des Güteoer- fahrens vom Strettverfahrcn könne die Vermehrung der Schlichter ohne Neueinstellung von Beamtenkräften erfolgen, wenn die Gerichtsamtmäniier, deren Befähigung dazu vom Reichsjustiz- Ministerium in dem Entwurf der Verordnung vom 13. Februar 1924 bereits anerkannt sei, am Güteverfahren beteiligt würden. In einer weiteren Denkschrift des gleichen Verbandes werden eingehende Borschläge zu einer Reform des Verwaltunge- b e t r i e b s in der Justiz gemacht werden. Die Borschläge hohen zum Ziele, zwei gegen das heutige System hauptsächlich vorgebrachte Mängel zu beseitigen: die Kostspieligkeit de» Verwaltung»- apparoles und den V u r e a u k r a t i s m u s. Die Denkschrift sucht diese Ziele u. a. zu erreichen: durch Dezentralisation, d. h. Heber- tragung von Geschäften oberer Behörden auf untere, durch Aus- scholtung von Zwischeiiinftanzen, durch Uebeftragung von Geschäften der Beamten höherer auf Beamte ni»drigsrer Vesoldungsgruppen derselben Behörden, durch Umorganisation und M o d e r n i f t e- r u n g des Bureaubetriebee, durch Umgestaltung der Laufbahnen der Beamten. Zum Schluß weist die Denkschrift daraus hin, daß die Verwilktichung der Rcformvorschläge nicht nur eine Vereinfachung, Verbilligung und Verbesserung der Justizverwaltung herbeisühren, sondern auch eine Hebung der Arbgitsfreudigteit der Beamten zur Folge haben würd«. OewerMastsbewegung 25 Jahre Gewerksthasts-Internationale! Die Feier der Berliner Arbeiierschafi. Am nächsten Sonnabend, dem 21. August, sind 2S Jahre verflossen seit der Schaffung der gewerkschaftlichen Internationale. Dieses Jubiläum bot Veranlassung, die Woche vom IZ. bis 18. Sep. lember als eine internationale gewerkschaftliche Agilalionswochc festzusetzen, in der ganz besonders für den Anschluß an die frei- gewerkschaftlichen Organisationen geworben werden muß. Und zwar weniger durch besondere Veranstaltungen, als vielmehr durch Haus- a g i t a t i o n und Agitation in den Betrieben. Der Berliner Ortsausschuß des ADGB. überläßt es den einzelnen Gewerkschaften, diese Agitation in der ihnen am zweckmäßigsten erscheinenden Weise zu betreiben. Er beschränkt sich auf die Abhaltung einer großen Funktionärkon serenz der freien Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften am M i t t- »och, den 15. September, im Lehrcroercinshaus. Als Abschluß der internationalen Agitationswochc treffen die Gewerkschaften an allen Orten der einzelnen Länder am Sonntag. den 19. September, besondere Veranstaltungen zur Dierteljahrhundertseler der inlcrnalionalen Gewerkschastsbewegung. Die für die Vorbereitung der Gewerkfchaitsfeier in Berlin vom Orrsausschuß des ADGB. eingesetzte Kommission hat eine Kundgebung aus der Spielwiese in Treptow beschlossen. Der Aus- morsch der einzelnen Industriegruppen, denen je eine Musikkapelle gestellt wird, soll so erfolgen, daß er um 2K Uhr beendet ist und die Kundgebung beginnen kann. Die Einleitung erfolgt durch Musik- stücke und Gesänge des?l r b e i t e r- Sängerbundes, der sich mit seinen gesamten Ehören zur Verfügung gestellt hat. Don zehn Rednertribünen aus sollen dann Ansprachen erfolgen und die Kundgebung durch Gesang beendet werden. Im Anschluß hieran finden sich die Teilnehmer in den Treptower Lokalen, wie auch im Gewerkschastshaus zusammen, wo je eine Kanzertkapellc und ein größerer Gesangverein vertreten sein werden. In den Lokalen, die am Wasser liegen, soll nach Eintritt der Dunkelheit ein großes Feuerwerk stattfinden, in den übriaen Lnkaleu sollen statt dessen artistische Vorführungen geboten werden. Wo Säle zur Verfügung stehen, soll auch Tanz- gelegenheit geschassen werden. Der Eintrittspreis ist auf 50 Pf.(Tanz 50 Pf. extra) festgesetzt worden, und für Kinde- über 6 Jahre auf 10 Pf. ?lrbeitslose haben mit ihren Familienangehörigen freien Ein- tritt, müssen sich jedoch durch Vcrbandsbuch und Erwerbs- l o s e n k a r t e ausweisen. Die Vertcibing der einzelnen Industriegruppen auf die Lokale wird noch bekannt gegeben, doch sind die Gewerkschaftsmitglieder an kein bestimmtes Lokal gebunden. Die Eintrittskarten berechtigen vielmehr zum Besuch aller der Feier dienenden Lokale. Nach diesen Vorbereitungen darf wohl die Beteiligung aller Berliner Gewcrtschaftsge nossen und-ge- n o s s i n n e n a» dieser Kundgebung erwartet werden, so daß sie sich zu einer recht eindrucksvollen Manifestation des gewerkschaftlichen Organisationsgcdankens ge- staltet und zu einer würdigen bescheidenen allgemeinen Volks» frier. Gewerkschaftliche Aufbauarbeit. Das Bezirksjugendlreffen drs DZNV. Der Deutsche Meiallarbeiterverband hat zu gestern und heute sein erstes Bezirksjugcndtreffen für Berlin und die Provinz Brandenburg veranstaltet. Vor einem Jahre noch gab es in der Provinz Brandenburg-Bcrlin nur vier Jugendgruppen im DMV., heute sind es bereits 22 Jugendgruppcn mit rund 5000 Mitgliedern. Daran allein schon läßt sich die gewaltige Aus- WMMSmMlM! Arbeiter und Angestellte Berlins! Schon seil vielen Wochen befinden sich die englischen Bergarbeiter in einem schweren Abwehrkamps gegen Lohnabbau und Der- längerung der Arbeitszeit. Der vorstand des Inlcrnalionalen Gewcrkschafls- b u n d c s hat die internationale Arbeilnehmerschaft erneut zur Unterstützung dieses Kampfes aufgerufen. Entsprechend diesem Ausrufe hat der vorstand des Allgemeinen Deutschen Gcwerkschastsbundcs die Ortsausschüsse beauftragt, die Sammlungen sofort in die Hand zu nehmen. Wir folgen diesem Buse und richten an die Berliner Arbeit n e h m c r s ch af t das dringende Ersuchen, sich an dieser Sammlung nach Kräften zu beteiligen. Wohl wissen wir. daß die Berliner Kollegen und Kolleginnen selbst sehr schwer unter der wirtschaftlichen Bot zu leiden haben. Wir wissen ober auck), daß sie, wenn es sich darum handelte, S o l i- d a r i l ä l z u üben gegenüber kämpfenden Brüdern, niemals an letzter Stelle gestanden haben. Aus diele Solidarität bauend, erwarten wir. daß die englischen Bergarbeiter nicht u m s o n st an die ljilfe der Berliner Arbeil- nehmerschas! appcllicrcn. Darum. Kollegen und Kolleginnen, gebt, was in Euren Kräften steht, ober gebt schnell? Sammellisten sind ab Dienstag früh bei den Ortsvcrwal- tungen in Empsang zu nehmen. Arbeiter und Angestellte zeichnen aus gemeinsamen Listen. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Orlskartell Berlin: Reichclt. Allgemeiner Deutscher Gewcrkschaftsbund. Ortsausschuß Berlin: Sobath. baiiarbeit ermessen, die hier im Deutschen Meiallarbeiterverband geleistet worden ist. Der große Saal des Gewerkschaftshauses kennte die Massen der Jugendlichen nicht fasten, die der Eröffnungsfeier beiwohnten. Mieles, der Bezirksfekretar der Provinz Brandenburg, H e l b i g, der Sekretär der Iugcndgruppe Berlin, und schließlich der erste Bevollmächtigte, Genosse Z i s k a, hielten an die Jugend A n- sprachen, in denen sie den jungen Metallarbeitern und'Arbeite- rinnen den Gedanken, den Weg und das Ziel der gewerkschaftlichen Organisation vor Augen rückten. Wir hätten dabei vielleicht noch etwas mehr, als es geschehen ist, gewünscht, daß auch die Bedeutung der Arbciterorgani- s a t i o n über die eigentlichen gcwerkichaftljche» Dinge hinaus unter- strichen worden wäre, daß mehr, als es geschehen ist, auf die Er- gänzung des gewerkschaftlichen Kampfes, auf den polltifchen Kampf. hingewiesen worden wäre. Alfred B e i e r l e vom Staatstheater riß die Anwesenden mit seinen Rezitationen zur Begeisterung fort. Zweifellos die Krönung dieser so gelungenen Begrüßungsfeier waren die Gesangsoorträgc der Gesangsgemeinschaft Roseberry d-Arguto, die in wundervoller Reluhcit und künstlerischer Vollkommenheit die Empfindungen für das Große und Schöne erweckten. Alles in allem kann man sagen: Hier ist die Zukunft! Hier ist gewerkschaftlicher Aufbau! Hier geht es vorwärts! Die Cntüeckung Sowjetrußlanüs. Ein Brief aus Moskau. Der Vorsitzende der sogenannten„zweiten deutschen Arbeiter- delegation", Fritz Körber, schickt uns eine Erklärung, in derber das von uns in der Abendausgabe vom 0. August besprochene In- teroiew mit dem Vertreter der„Roten Fahne" als richtig de- st ä t i g t. Körber fügt dem hinzu, daß es ihm in Rußland„wie Schuppen von den Augen gefallen" sei, und daß er„kontrollierte..., daß der„Vorwärts" ständig falsch uMerrichtet ist über die wirklichen und tatsächlichen Verhältniste in Rußland". Zu dieser zweiten Erklärung bemerken wir nur, daß der„Vor- wärts" über die„wirklichen und tatsächlichen" Verhältnisse in Ruß- land Auszüge aus der offiziellen Sowjetprcfse bringt. So kritisch wir den Aeußerungen einer Monopolpresse gegenüber- stehen, so glauben wir doch, daß die russischen Zeitungen über Ruh- land besser unterrichtet sind als ein der Landessprache Unkundiger, der ein paar Tage lang unter Führung von offiziellen und osfiziösen Vertretern der Sowjetregicrung einige Betriebe besichtigen darf. Damit schließen wir für heute dieses Kapitel. Die Auseinander- setzung mit den„Arbeiler-Delegiertcn", die niemand delegiert hat, wird erfolgen, wenn sie zurückgekehrt sind. Tic Modckranklicit der Unternehmer. Der Verband Berliner Baugcschäftc und die A r- beitsgemeinschast der Deutschen industriellen B a u u n t e r n e h m u n g e n hotten den Tarifvertrag für die Putzer am 30. Juni zum 30. September gekündigt. Sie teilten den Tarif- organisationen gleichzeitig mit. daß sie ihre Abänderungsvorschläge, die nur redakti onellcr Natur seien, in Kürze ebenfalls schrift- lich überreichen würden. Die Unternehmer ließen sich aber mit der Uebcrreichung ihrer Abänderungsvorschläge reichlich Zeit. Einen Tag vor der Versammlung der Putzer, am Mittwoch, also 6 Wochen nach der Kündigung, liesen die Vorschläge ein. Die angekündigten „redaktionellen Aenderungen" sind in Wirklichkeit nichts anderes als ein verschleierter Abbau der Akkordpreise in ziemlichem Ausmaße. Die im Baiigcwerksbund organisierten Putzer nahmen am Donnerstag in einer gut besuchten Versammlung in den Residenz- scstsälen zu den Forderungen der Bauunternehnicr Stellung und be- austragtcn die Organisation, die Ausnahme derartiger Verschlechte- rungen in den Tarifvertrag glatt abzulehnen. In einem ein- st i m m i g angenommenen Antrag behalten sich die Putzer alle weiteren Schritte vor, wenn mit den Unternehmern nicht bis zum 30. September, dem Ablaufstermin des Tarifvertrags, eine Einigung erzielt ist. (Gewerkschaftliches siehe auch 2. Beilage.) Bcranlworllich für Politik: Dr. macht, und wundert sich nun bodenlos, daß„d i e" Frau alles so haar- genau weiß! Denn e» scheint, daß es den wenigsten der Klienten dieser modernen Sybillen mal einfällt, aus die recht einfache Technik zu achten, mit der es gelingt, wirtschaftlich oft ausgezeichnet zutreffende Bilder, nicht der Zukunft, sondern der Gegenwart zu entwerfen: aus kleinen, unverfänglichen Fragen bauen sie schnell ein Spinnetz, in dem sich die Kundin fängt, ihre Lage, ihre Hoffnungen, ihre Befürchtungen verrät, und lassen dann Orakelsprüche los. von denen einer oder der andere immer zutrifft. Gewöhnlich wird ein kleiner Verlust,«in kleines Geschenk für die nächste Zeit schon in Aus- ficht gestellt, während das„große Glück" erst später zu erwarten ist, irgendwo liegt„eine dunkle Dame", durch die man Aerger haben wird,„ein Ehepaar" ist nicht ganz aufrichtig, und besonders bei jüngeren Damen liegt außer dem Herzkönig immer noch ein anderer „Herr mit guten Gedanken zu Ihnen". Wenn Frau Schulze dann ihren Regenschirm oder einen ähnlichen Wertgegenstand in den nächsten drei Monaten einbüßt, dann„hat es die Kartenschlägerin richtig gesagt", Frau Müller kriegt von ihrem Mann einen neuen Jumper, die„dunkle Dame" und das beargwöhnt« Ehepaar ist in jeder Bekanntschaft— im,— und jedes junge Mädel schmeichelt sich, nicht n ur für den Herzkönig die Herzkönigin zu sein... Und alles hat die Sybille gewußt!„Ihr Mann ist ein Schürzenjäger!", sagt sie der kleinen, verhärmten, reizlosen Frau:.�as stnnmt!" anwortet die Ueberrascht«. Und nun kann die ihr blaues Wunder von blonden und schwarzen Damen, die ihr Mann umgaukelt, erleben! An drei Berliner Typen habe ich meine Methode probiert. All« drei sind in ihren Kreisen recht bekannt, werden oft von denselben Leuten konsultiert. Ich habe geschwiegen oder willkürlich falsch« Hilfen gegeben, und alle sind prompt hereingefallen. Kein gelzeimnis- «oller sechster Sinn warnte sie vor der Fallgrube, die ihnen gelegt wurde.., /In den Ufern See panke. „Astrologisches Büro"! Lebensmanuskriple bei genauer Angabe von Geburtstag und Stunde. Handlesekunst, Zukunstssorschung. So verheißt ein Blechschild am Zaun des Bauplatzes. Gegenüber leuchten die Sommerblumen der Laubenkolonien, munter rauscht die Panke, hier ein noch nicht durch die Großstadt verdorbenes Landkind. Auf dem Bauplatz steht ein fabelhafter Palast aus alten Eierkisten, die Fassade der Laube ist kulissenartig in allen Stilarten von den Pharaonen bis zur Sezession bemalt. In der Nähe steht ein Wohn- wagen, dessen Räder schon halb Wurzel geschlagen haben. Hier haust ein„Wahrsager und Hellseher", der In dieser Gegend ziemlichen Ruf hat. Als ich um sechs komme, sitzen drei Frauen in der quadratmeter- großen Vorhalle des Palastes, eine dicke Schlächtermeistersftau führt das Wort.„Allens weeß der ooch nich! Ick habe ihn jefracht, ob mein Oller mir treu is.„Ireier kann een Mann jar nich sind!" hat er jesacht, dabei filtert der Oll« son« spillrije Stenotypistin mit meine Schlackwirschte! Aber det ick mal an'n Unterleib operiert bin, hat er mir jleich jesacht!" Endlich darf ich herein zu dem Erleuchteten. Nun brennt schon eine Petroleumlampe, die Luft in der engen Laub« ist verbraucht, und der Hellseher erklärt klagend:„Wenn de Sonn««rscht wäch is, jeht det Delepathisieren nich mähr so jut!" Als ich aber nichts von„Wieder- kommen" sage, nimmt er doch die astrologischen Karten vor. Sie sind in'n Saturn geboren: da wär'n se immer gut laben, Saturn is jut jejen seine Kinder!"(der mythologische alte Herr hat sie gefressen!) Die pfisfigen Aeuglein des ehemaligen Schaustellers tasten meine Er- scheinung ab. Ich trag« keinen Ehering, also redet er nur von meinem „Harren", der„'n doppelten Charakter" hätte. Ich markiere etwas Eifersucht, gebe zu, älter als mein„Härr" zu sein, auch gut zu ver- dienen(verzweifelt ratet er herum, in welcher Branche) und schon hat er sein Bild fertig. Er warnt mit halben Worten vor meinem „Härren", der eigennützig wäre, ist dann aber ganz konsterniert, als ich vor allem geschäftliche Dinge in den Vordergrund schiebe und meint ärgerlich:„Nu, Sie stürben ooch mal nich an jebrochenen Härzen!" Dazwischen mahnt er, sprechen Se sich man reene aus, meine Liebe!" Er füllt die unterschobene Vorlage:„Unabhängige Frau", jüngerer„Verehrer", aber kühles Verhältnis, beiderseits ge- schästlich« Interessen vorherrschend, sauber aus. Für die Stunde Arbeit, die er damit halte, liquidierte er eine Mark, aber meist find die Konsultationen der weniger schwierigen Kunden in ,20— 30 Minuten beendet. Den ganzen Tag ist sein„Borzimmer" besetzt, schon morgens kommen die Frauen mit der Markttasche mal hier herein. nachmittags warten stets mehrer« Personen, selbst Männer! Und dieser Mann, der nicht einmal ein guter Psychologe ist, nur über die »I Die Sigurantin. Roman eines Dienstmädchen» von Leon Frapiä. Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen von Kunde-Grazia. Ach, er würde sehr verwundert sein. Ich weiß nicht, ob jer Scham empfände, Bedauern oder sonst was, vielleicht Be- friedigung, aber er würde sehr verwundert sein, daß während der bezahlten Hingabe Borstellungen von einem guten Gott, Gedanken rein kindlicher Art, von Gerechtigkeit und Güte gegen jedermann auftauchen— Gedanken, groß wie die Erde, zu groß, um in Worte gekleidet zu werden, die aber nichts ersticken, noch töten, noch vernichten kann... Das ist der Grund, weshalb die Resignation die Augen geschlossen hält. Sie sollen schließlich selbst sagen, ob ich es lieb habe, das Bild meiner Kleinen, nachdem ich soviel Geld mit solcher Mühe monate- und monatelang geschickt habe!— Ja, ich habe nichts als das Bild meiner Kleinen,..Es ist ein Jahr her, da ist sie gestorben." 7. Sulette schloß sich hauptsächlich an Rosalie an, ein kräf- itiges, üppiges Mädchen von liebevollem Naturell, welches in ganz eigener Weise ihr zartes, ausdrucksvolles Gesicht küßte. Sulette ließ sich nicht ungern die Liebkosungen dieses rund- lichen warmen Körpers gefallen, aber sie möchte nicht die auf ihrem Mund haftenden Küsse. Lange Gespräche fanden abends in Rosaliens Kammer statt, die neben jener Sulettes war. Rosalie setzte sich auf ihren Koffer und überließ den Stuhl der Freundin: die Kerze brannte auf dem weißen, mit Seifenwasser beschmutzten Holz- tisch zwischen Kamm und Waschbecken. Längs des Ganges knarrten Betten, dazu vernahm man frivoles Gelächter, Rufe und ironische Befehle zum Aufstehen. Rosalie sprach aufrichtig, mit ruhigem Ton, als resi- gnierende Magd, die im Grunde nicht bösartig war: „Man niag Herrn Benoit noch so sehr verachten, rechtgeben muß man ihm. Die Herrschaften sind anständige Leute, weil sie nach ihrem Behagen leben können, wenn sie abgeschlossen und beengt wären, wie wir, da würde man was erleben... Einmal als ich aus Gewohnheit hinter der Salon- tür lauschte, hörte ich d'e Frau zu einer Freundin sagen: Meine Liebe, ich. die ich mich so gut auf unsere kleinen, eigennützigen Pläne verstehe, ich zittere, wenn ich daran l&gh welch KtTchtejeficho MyjtvMchm Ä abgLgeben hätte." Und das ist wahr: wenn du eine schöne Kanaille von Dienst- person willst, dann brauchst du dir nur eine frühere Herrin, die in den Dalles geraten ist, vorzustellen... Als Sulette— bei Erwägung ihrer vorigen Stelle auf dem Boulevard Beaumarchais— die Ursache der Feindselig- keit des Portiers auseinandersetzte, sprang Rosalie vor Ueber- raschung vom Sitz auf: „Wie, keinen Liebhaber in deinem Alter? Was? Nicht möglich! Noch Jungfer? Aber wie kann das möglich sein? Wie bist du deinen Herren, Vätern wie Söhnen, den Gästen, Kaufmannsdienern, den Fleischergesellen, liebenswürdigen Herren auf der Straße, deinen Landsleuten, alten Kupple- rinnen entgangen? Und in den Wohnungen. Mansarde� auf den Treppen, in den Kellern, Hinterläden? Und wenn man ohne Stellung, ohne Geld ist? In den verrufenen Hotels mit billigem Preis, wo man ein paar Tage wohnt?" „Ich will nicht," sagte Sulette, leicht errötend, während ihr rechtes Knie in nervöser Bewegung zuckte. Trotzdem war sie nach ihren Aeußerungen nicht der Mei- nung, daß die Liebe ohne Heirat ein Verbrechen sei; sie hätte sich sogar lieber aus Neigung hingegeben als legitimer Zere- monie sich verkauft. „Aber," fügte sie hinzu,„bis jetzt haben mich alle Männer, die mir nachliefen, einzig an das Tier im Menschen, in den Augenblicken der Sinnlichkeit erinnert, und mich oerlangt nach anderem. Und dann, ich habe Ehrgeiz, ich fühle, daß ich, so wie ich bin, mehr Wert habe... ich warte... ah, was weiß ich... Kurz, ich will nicht." „Aber man hat gut nicht wollen," sagte Rosalie.„Siehst du. man geht in seine Kammer hinauf, ist tot vor Ermüdung und traurig. Man fühlt sich ganz allein in diesem großen Paris und hat niemand, der gut und lieb zu einem ist... im Gegenteil, nichts als schmutziger Geist ist um dich... Man liegt so zerschlagen, so entmutigt dy... weint in seine Kissen hinein... Und plötzlich. Es bedeckt jemand dein Gesicht mit Küssen... man ist so matt, so blöd vor Traurigkeit, es ist dunkel... man kann doch die Lippen nicht kratzen, welche einen liebkosen... Ich. ich habe immer den Verdacht gehabt, daß es der Herr war, der mich zum erstenmal besaß.., Der Herr war schon alt, trotzdem ist es schmeichelhafter."' Auf ihrem Koffer sitzend, das Unterjäckchen offen, hielt sich Rosalie den Kops, indem sie ihren Ellenbogen auf den weißen Hol-tisch stützte: eine der welken Brüste ruhte am Tischrand, dicht beim Auskämmekamm. Sulette hörte mit verlorenem Llitl zu, so nag« Lfcfcia aat txm Lippen; fe* lehnte sich gegen den Stuhlrücken, mit emporgezogenen Schul- tern, beide Hände zur Verteidigung im Schoß ihres Kleides ineinandergepreßt. Am Schluß, wie Sulette schlafen gehen wollte, hielt sie Rosalie in einer Umarmung fest und raunte ihr, mit Be- wunderung ausdrückender Ueberraschung zu: „Und du bist sogar den Kupplerinnen entgangen? Ma- dame Coqueho hat dich nicht verführt?" 8. i Frau Coqueho. die zu Hause Karten legte,— übrigens nannte man sie auch„die Vorsehung der Dienstmädchen",—. arbeitete mit dem Geschäftssystem, abends nach 10 Uhr die von 6cn Bediensteten bewohnten Etagen aufzusuchen. Sie machte ihren Rundgang an genau festgesetzten Tagen, wie eine gewissenhafte Verkäuferin, die ihre Kundschaft versorgt. Mit ihren 50 Jahren, der großen kräftigen Ficzur, dem kupferfarbenen Gesicht, dem Mund, der einem breiten und weichen Fischmaul ähnelte, einer unwahrscheinlich' großen, scheinbar angesetzten Nase, dick geschwollenen Augen, zeichnete sie sich außerdem durch den riesigen schwarzen Hut mit schwankenden Federn durch lange Pelerine und eine ansehn- liche schwarze Ledertaschc aus, die mehr ein Koffer war. Sie widmete Sulette besondere Sympathie, sparte für sie ein bezauberndes, nicht endenwollendes Lächeln, das ihre trüben Augen schwellen machte. „Sehen Sie, mein Kätzchen, ich bin die Vorsehung der Dienstmädchen, ich kümmere mich um alles... Ich muß Ihnen doch die Karten legen, Sie haben kein gewöhnliches Lärvchen, ich erkenne an mehr als einem Zeichen, daß Sie Abenteuer erleben werden... Und Sie haben gar kein Mittelchcn nötig? Eine Unklugheit ist schnell begangen: Rosalie kann Ihnen sagen, ob meine Pillen unfehlbar sind!...Möchten Sie nicht eine ausgezeichnete Stelle bei einem einzelnen Herrn? O, das ist ein Mann, wie er nur sein muß..« und ungefährlich... seine Zeit ist vorbei.". j Anfangs weigerte sich Sulette, selbst im Scherze die ver-: kuppelnden Angebote der Frau Coqueho zu hören, aber eines Abends drang diese in Gesellschaft Rosaliens in ihre Kammer. Seitdem ergab sich Sulette in diese von Zeit zu Zeit wiederkehrenden Besuche. Gleichwohl blieb sie so argwohnisch, daß sie in Abwesenheit Rosaliens die Tür offen zu lasten verlangte, wie wenn sie irgendeine Zauberei vermutete, bei geschlossener Kammer gefürchtet hätte aus Schwachheit der Versucherui oochzuMeu. oder, gar, hehert, hypnotisiert zu r:.-1, W Gorchivmgrttgtt J Eerissenheit des ehemaligen Schaustellers oerfügt, verdient täglich l6— 20 Mark, eine Rente, die ihm die Dummheit der Menschen laufend garantiert! Maöame X. Madam« I. ,chie bekannt« Chiromantin und Hellseherin� inseriert in einem Hausfroucnblatt, das in jeder Rümmer zwei Spalten ähnlicher Anzeigen dringt. Madame X. wohnt im Westen. Sie ist heut den ganzen Tag nicht zum Esten gekommen, ständig saßen Damen in ihrem Vorzimmer, die über den Verlauf der auf der Sommerreise angeknüpften Beziehungen Auskunft haben wollten. Madame X. ist teuer, sie nimmt 4 Zliark für die Konsultation, doch ist sie bei Minder- bemittelten entgegenkomnrend, und schließlich sieht sie ja garantiert „hell!"— Zuerst nimmt sie die Hände: ihr Zustand, gepflegt oder vernachlässigt, verarbeitet oder geschont, pflegt ihr schon allerlei zu ver- raten. Bei mir rät sie auf„pflegende Talente", sieht«ine lange Lebenslinie, eine ungebrochen« Herzenslinie, drei Kinder(von denen aber ein oder zwei auch Tod- oder Fehlgeburten sein können). Ihre Fragen sind sehr geschickt gestellt, sie reagiert auf jedes unwillkürliche Muskelzucken, ihre„Chiromantie" ist aber«in recht vager Umriß de» Lebensbildes, der erst durch„Karteschlagen" aus die verschiedenen Herzenswünsche, bei denen die Klientinnen ja reichlich Hilf« geben, Farbe bekommt. Dann kommt das„Hellsehen". Madame 1. nimmt die rechte Hand der Klientin, bedeckt ihre Augen iaber je weiter die Sitzung fortschociiet, desto mehr blinzelt sie durch die Finger). Als ich ihre Sitzung verlaste, kenn« ich— mein Schicksal?— Nein, das Schicksal der besorgten Geschäftsfrau, die Mann und Kinder ernährt. die schon Heiratspläne für ihre älteste Tochter spinnt, deren Kopf voll kleiner Hausfrauensorgen steckt— kurz, das Schicksal der Person, die ich ihr vorgespielt habe. Und mit dieser Hexerei, die kein« ist, verdient Madam« X. 20—40 Mark am Tage! Gewiß vielfach von begüterten Müßiggängerinnen: aber auch mancher Groschen einfacher Haus- stauen, mühsam vom Wirtschaftsgeld erspart, ist dabei. Und gerade die schwören aus Madame T., denn Madame ist geschickt, ist«ine gute Psychologin, und modest alles mit unverfänglich scheinenden Angaben zuvecht ,�nna K. Nachfolgerin.� Eine Armcleutegegend von Moabit. Das früher ganz respektvolle Haus ist böse verwahrlost. Im ersten Stock öffnet uns ein altes Wciblein.„Ach, se woll'n woll zu mir! Kommen se man rein! Maxe, mach Platz!"— Maxe ist ein dackelsau res Mopsoxyd, das unsere Peine umkläfft. Das Vorderzimmer der von niehreren Parteien de- wohnten Wohnung ist unglaublich verdveckt! Aus dem Tisch liegen »uibezogene Betten, an den Wänden hängen leer« Vogelbauer, Hotz- Hoben liegen im Haufen in der Ecke, und zwischen all dem Dreck stelzen„Nippsachen", zwischen denen Spinnennetze hängen, Trödel und Stolz eines zugrunde gegangenen Kleinbürgerdaseins. Auch das alte Weiblein ist keine Hexe. Bei ihr werde ich prompt, wie ge- wünscht, Stenotnpisrin mit heimlichen Ambitionen auf die Liebe des Chefs, kriege Aerger mit blonden Damen und Neid von Kolleginnen prophezeit und die beruhigend« Zusicherung, daß der Chef„in I danken bei Ihnen'st, er kann's blas nich so von sich jeden!"— Aber da» alt« Frauke scheint nicht sehr erfüllt von ihrer Kunst. d:-> sie, wie sie erzählt, im Kriege zuerst ausgeübt hat„forn paar Kartoffeln oder'« Stick Speck, sonst war mein Mann ja verhungert!— Na nu is er dot, mi hat er's jut!"— Und als wir bei ihr noch ein« Zigarette rauchen, wird sie ganz fidel, erzählt sogar einen Witz, der so wenig wie„Maxe" ganz stubenrein ist, und schließlich rezitiert sie ein langes 6 edicht über die ZRoabitec Unruhen und die abgehackte Hand, über T augotl von Iagow und sein« Warnung an Neugierige,„allen? selbst gemacht!" Und sie scheint heilfroh, daß wir sie nicht mehr mit Fragen einer Zukunft quälen, die ihr so dunkel ist wie uns... Armer Schelm, dir gönn« ich die Mark!— Mehr wie ein« oder zwei nimmt das alt« Frauke am Tage nicht ein, die arme Betrügerin aus Not... «- Und mm— wen wieder einmal die Neugierde auf die Zukunft plagt" der gehe mal mit versiegelten Lippen zu einer Sybille— er wird M mufldern, wie dunkel dann die Aussprüche der„Hellseherin" werden!' Metebeihilfen. Schnellere Arbeit der Aürsorgestellen. Nach der am 1. Juli 1920 in Kraft getretenen Abänderung des Mieterschutzgesetzes wird, wie bereits kurz mitgeteilt, der Gerichts- schreiber des Amtsgerichts verpflichtet, vom Eingang einer Miet- aufhebungsklagc wegen Mietschulden— nicht wegen anderer Gründe!— der Fllrsorgebehörde unter Angabe des rückständigen Mietbetrages unverzüglich Mitteilung zu machen. Der preußische Iustizminister hat die preußischen Amtsgerichte noch besonders auf äußerste B e- s ch l e u n i g u n g dieser Mitteilung hingewiesen, damit das Räu- mungsurteil möglichst abgewendet werden kann durch Eintreten der Fllrsorgebehörden für den Schuldner bis zum Ablauf von zwei Wochen seit Erhebung der Klage, spätestens jedoch bis zum Schlüsse derjenigen mündlichen Verhandlung erster Instanz, auf welche das Urteil ergeht. Wird innerhalb dieser Frist gezahlt, so ist der Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt zu erklären. Allerdings muß dann der beklagte Mieter die Kosten des Verfahrens tragen. Diese für Mieteschuldner geschaffene Erleichterung erfordert gleich- mäßig ein schnelleres Arbeiten der Fürsorgebehörde und eine tat- kräftige Hilfe. Die ungewöhnlich vielen Hilssanfprüche, die noment- lich während der letzten Monate bei den Wohlsahrtskommistionen und Wohlsahrtsämtcrn gestellt wurden, ließen es leider nicht zu, aus den verfügbaren Mitteln so zu Helsen, wie es nötig gewesen wäre.' Gewöhnlich wurde nur ein geringer Teilbetrag der Schuld als Mietbeihilfe bewilligt, mitunter auch der Betrag einer Monats- miete, oder die Fürsorgebehörde trat für die Deckung der Miete des kommenden Monats ein und vermittelte eine Vereinbarung über Abzahlung der Schulden in kleinen Raten seitens des Mieters. Viel- fach wurde von Wohlsahrtskommistionen gefordert, daß vor ihrem Eintreten die Räumungsklage schon eingeleitet oder mindestens fchrift- lich angedroht fein mußte. Treten aber die Wohlfahrtsbehörden möglichst frühzeitig ein, so wird der Mieter auch von den erheblichen Kosten der Mietaushebungsklage entlastet. So wurde die Hilfe bis. he» oft nur zum Tropfen auf den heißen Stein, besonders wenn Hauswirte sich mit kleinen Beihilfen nicht zufrieden gaben. Es ist klar, daß den Fürsorgebehörden erheblich größere Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden müssen, um auch wirklich im Sinne des Gesetzes die Gefahr der Verurteilung und der Mumung vom Mieter abzuwenden. Aus naheliegenden Gründen ist auch er- forderlich, daß Mietbeihilfen nur an den Hauswirt oder den Verwalter gezahlt werden, wogegen dieser sich natürlich verpflichten muß, gerichtliches Vorgehen aus dSr gleichen Schuld zu unterlassen bzw. einzustellen. »Vir slnü Maurer!� Ein lvächter, der Spitzbuben die Tür öffnet. Die Tricks der Herren Spitzbuben sind mitunter in ihrer Einfachheit doch so wirksam, daß sie, abgesehen natürlich von der ernsten kriminalistischen Seite dieser Angelegenheit, doch ein Lächeln ab- nötigen. Hat.sich da ein Juwelier in der I n v a l i d e n st r a ß e zur nächtlichen Bewachung seiner glitzernden und schimmernden Kost- barkeiten einen Wächter bestellt, der Nacht für Nacht im Hausflur Wache halten muß. Der Mann hat stets ernst und gewissenhaft seine Pflicht erfüllt und hat es selber wohl nicht für möglich gehal- tcn, daß er, wie jetzt geschehen, einem Spitzbuben auch noch die Tür öffnen und ihm so zum Entkommen behilflich sein würde. Am Sonnabend früh um 4 Uhr betrat vom Hofe des Grund- stückes her ein Mann mit einem kleinen Jungen, der sich möglichst im Dunkeln hielt, den Haucslur des Vorderhauses. Beide trugen Rucksäcke. Der Große wandte sich an den Wächter:„Wir sind Maurer in Dahlem und müssen um S Uhr schon auf dem Bau sein." Dabei reichte er dem Wächter ein paar Zigaretten. Dieser nahm sie donkbar an und schloß den beiden„Maurern" bereitwillig die Haustür auf. Erst später ergab sich, daß er Einbrechern unbewußt hinausgeholfen hatte. Die„Maurer" waren, ohne daß der Wächter im Vorderhaus etwas sah oder hörte, durch das Klosett- f e n st e r in das Erdgeschoß des Seitenflügels eingestiegen. Sie ver- stopften Türritzen und das Schlüsselloch mit Watte, verhängten auch das Fenster noch mit Papier, um den Schall zu dämpfen, und brachen dann ein Loch durch eine massive VA Stein starke Wand nach dem Juwelenladen zu. Durch diese Oeffnung kroch der Junge und, un- erfahren wie er war, stürzte er sich auf alles, was glänzte. So raffte er 150 Doubleringe zusammen und ließ die goldenen, die da- neben lagen, ruhig liegen. Auch dos Silberzeug rührte er nicht an. Um so begieriger nahm er Alpakkasachen, die schöner gsänzten, auch Rickelzeug, wie 36 kleine Weckeruhren und dergleichen. Von Schmuck- fachen hatten es ihm Korallenhalsketten und Bernsteinketten an- getan, von denen er 11 und 12 aussuchte. Von echten Silbersachen nahm der Kleine nur 10 Schnurrbartbürsten. So kam es, daß die Beutestücke zwar groß an Zahl, aber verhältnismäßig nur gering an Wert waren. Die beiden„Maurer" sind noch nicht er- mittest, sie werden aber an ihrer Beute keine große Freude hoben. Buch eine ,VerfaMagsfeier�. Charakteristisch dafür, wie die schwarzweißrvte Oberlehrer- schast der Gymnasien die Derfastungsfeier sabotierte und in der skrupellosesten Weise den Tag der Republik zu unverblümter Ler- herrlichung des monarchistischen Systems mißbrauchte, ist die Feier im Wilmersdorfer Goethe-Realgymnafium.„Auf ministeriellen Erlaß", so ungefähr sprach der Herr,„feiern wir heute den Berfastungetag. Am 11. August 1919 gab die Weimarer Nattonalversammlung dem deutschen Volk«, nachdem 1% Jahr« Wirren und Unruhen das Land beherrschten, die Verfastung, die mit dem Tage der Verkündung in Kraft trat. Nicht ganz tonnte die alt« glorreiche Zeit vergessen werden. Und so behielt man den Namen Deutsches Reich, Reichspost, Reichswehr usw. bei. Das Deutsche Reich blieb ein Bundesstaat. An der Spitze steht unser unvergeßlicher Generalfeldmarschall v. Hinden» bürg als Reichspräsident, der voriges Jahr von Millionen von deutschen Männern und Frauen gewählt und in der Reichshaupt- stadt begeistert empfangen wurde. Die Fahnen des Deutschen Reiches sind schwarzrotgold, und zur See schwarzweißrot mit der Gösch, dem schwarzrotgoldenen Mappen. Doch unser hochverehrter Herr Reichspräsident bemüht« sich vor kurzem, zusammen mit dem ehemaligen Reichskanzler Dr. Luther, eine Einheitsflagge zu schaffen. Die' Dersässung oerdanken wir' zum größten Teil den alten Beamten und Offizieren. Den Offizieren, indem sie die Spartakisten niedergekämpft haben, den Beamten durch ihre treue Pflichterfüllung und Gerechtigkeit� Ein unvergleichliches Beispiel dieser Treue gibt unser hochverehrter Generalfeldmarschall o. Hindenburg, der Sieger von Tannenberg, der bis zum letzten Augenblick nach dem Zusammenbruch bei seinen Truppen blieb und wartete, bis der letzteSoldat den Rhein über- schritten hatte. Die Nationalversammlung glaubt«, den Schandfrieden von Versailles annehmen zu müssen. Solang« noch mehrer« tausend Mann Besatzung deutsches Reichsgebiet im Westen besetzen, solange deutsche Bersammlungen gestört werden, und deutsche Turner im Aus- lond nicht gebührend empfangen werden, solange ist wohl on eine Erziehung im Sinne der Völkerverständigung nach 8 1�8 der Reichsoerfassung nicht zu denken. Es liegt nun an Euch, das Deutsche Reich in seine Herr- lichkeit zurückzuführen, daß es in seiner alten Größe wiedererstehe. Das walte Gott." Es wird Sache des Kultusministeriums sein, gegen den Ober- studienrat,, der sein Amt, das ihm die Republik bezahlt, in so gröblicher Weise mißbraucht, mit den schärfsten Maßnahmen vor- zugehen._ Vin neuer Flugzeugthp im deutschen Luftverkehr. Gestern vormittag wurde im Flughasen Staaken ein neuer Bertehrsflugzeugtyp von der Deutschen Lusthansa für ihren Betrieb übernommen. Es handelt sich um eine Konstruktion der Bremer Focke-Wuls-Werke, einen Hochdecker, der mit zwei Motoren zu je 70 HS. ausgerüstet ist und drei Passagiere mit Ge- pack befördert. Während der Vorsührungsflüge, die in Gegenwart von Vertretern des Reichsoerkehrsministeriums und des Dorstandes der Deutschen Lufthansa aus dem Tcmpelhoser Feld stattfanden, wurde wiederholt durch Abstellen des einen Motors gezeigt, daß der Apparat trotz des Drehmoments des anderen Motors mit Hilfe eines großen, aber ausgeglichenen Seitenruders genau geradeaus weiterfliegen kann. Die Deutsche Lufthansa wird dieser Tage diesen Typ im Zubringerdienst einsetzen. Ein Qpfer studentischen Mensurunfugs. Man hat nach dem Kriege mancherlei über die innere Um- und und Einstellung der deutschen Studenten gehört, aber die Einstellung der sarbentraycnden und Satisfaktion gewährenden(d. h. Kränkun- gen und Beleidigungen mit der Waffe rächenden) studentischen Ver- bindungen hat sich grundsätzlich keineswegs geändert. Soeben ist dem Unfug der sogenannten Mensuren, die angeblich der Erziehung zur Tapferkest dienen sollen, wieder ein blühendes junges Menschenleben zum Opfer gefallen. Im Urbankranken- Haus verstarb der Student der Rechte Erwin Vehr aus Bern- bürg i. Anh. an den Verletzungen, die er sich vor drei Wochen bei einer Schlägermensur zugezogen hatte. Vehr, der der Wehr- schast Saxo-Borussia angehörte, hatte eine Freundschafsmensur mit einem Mitglied der Wehrschaft Reo Rhenania ausgetragen. Die Angelegenheit wurde der Staatsanwattschajl übergeben. Wann wer- den die Farbenstudenten dazu kommen, diese Ueberreste des alten deutschen Rausstudcntentums abzuschütteln und die Erziehung zu Mut und Tapferkeit durch Sport zu betreiben? Der ,bWge hunö" in d« öahnhofswirtjchast. Der Stacheldrahtzaun und der bissige Hund spielen eine große Rolle in dem idyllischen Dasein der als„Villenbesitzer" außerhalb Berlins wohnenden Kapitalisten. Und selbst wenn sie das ihnen gehörige Terrain auch noch nicht mit einer Villa mit dorischen Säulen geziert haben, ist der Stacheldrahtzaun und das ominöse Plakat schon vorhanden. Auch„Achtung! Fußangeln!" kann man gelegentlich lesen. Wer hätte nicht schon mal am Ufer eines unserer so idyllischen märkischen Seen gelegen und sich on dem Spiel der bescheidenen Welkem ergötzt— suchst du nach etlichen Iahren wieder die Stelle auf, so ist der Zugang zum See durch Stachel- drahtzaun abgesperrt und der Erholungsuchende ist auf die staubige Landstraße angewiesen. So begreiflich es ist, daß der Züchter von Obst und Gemüse und Blumen sich nicht um die Früchte seiner Ar- best durch gemeinen Diebstahl bringen lassen will, so wenig er- freulich ist der Anblick genannter Abwehrmittel dort, wo es eigent- lich nur die freie Natur zu schützen gibt, die allerdings laut Grund- buch Herrn Soundso dienstbar gemacht wurde.— Was soll man aber sagen, wenn sich das Plakat„Vorsicht! Bissiger Hundt" gar in eine Stätte verirrt, die, wie man annehmen sollte, nur von ver- trouenswürdigen Menschen besucht wird! In dem Wartezimmer einer Bahnhofswirtschaft der Berlin— Zossener Vorort st recke hängt eme solch«„Warnung" aus, und der Ein- tretende, dem die Schrift gleich zu Gesicht kommt, wird geneigt sein, das Lokal wieder zu verlassen. Die Fälle, daß ein„btssiger" Hund auch auf einer Bahnhofswirtschaft nötig ist, sind wohl ziem- lich selten— vielleicht auf einer einsam gelegenen Station, ober doch nicht im Vorortverkehr Berlins. Wer garantiert, daß der Hund nicht von selbst erscheint und feinen Zorn an Unschuldigen ausläßt? Auch das nicht im Warteraum versammelte Publikum und die Beamten können durch die wohl niemals ganz verhütete Bewegungsfreiheit des Tieres gefährdet sein; also Gründe genug, um eine durchgreifende Abänderung zu treffen. Gegen die kleinen Tagesdiebe und die gefährlicheren Nachteinbrecher schützen doch an- dere— mechanische— Abwehrmaßregeln(Klingeln usw.) ebensogut, ja vielleicht noch bester, als der„bissige Hund". Vorläufiger Strafaufschub für die Gräfin Bothmer. Frau o. Dierks, die frühere Gräfin Bothmer, hat. nachdem von dem Beauftragten für Gnadengesuche beim Landgericht Potsdam ihr Gnadengesuch abschlägig beschieden war, nunmehr durch ihr« Rechts- anwälte erneut ein Gnadenoerfahren eingeleitet. Sie hat sich mst einem Gesuch unmittelbar an den Rechtsausschuß des Preußischen Landtages gewandt und gleichzeitig einen Antrag auf Aussetzung der Strafvollstreckung, die am gestrigen Sonnabend beginnen sollte, bei dem zuständigen Staatsanwalt in Potsdam gestellt. Der Staats- anwalt hat dem Antrage stattgegeben und von einem Haftbefehl gegen Frau v. Dierks bis zur Entscheidung des Rechtsausschufles über ihr erneutes Gesuch Abstand genommen. Lappalien! Der Mieter eines Haufes in der K i a u t s ch o u st r a ß e mußt« wegen längerer Arbeitslosigkeit und wegen Krankheitsfällen in seiner Familie mehrere Monate die Miete für seine Wohnung schuldig bleiben. Bor Gericht kam ohne jede längere Verhandlung ein Ver- gleich zwischen ihm und dem Verwalter des Hauses zustande, nach dem der Mieter sich verpflichtete, wöchentlich 6 M. auf den Miete- rückstand abzuzahlen. Die laufende Wohnungsmiete wird jetzt von dem Mieter so, wie auch früher schon, regelmäßig bezahltt Dieser Tage machte die Frau des Verwalters dem Mieter die Mit- teilung, daß, dem Verwalter bei der Prozeßführung außer- gerichtliche Kesten in Höhe von 3,50 M. entstanden wären und daß dieser Betraa laut Anweisung des Gerichts bezahlt werden muß. Die vorgelegte Slufftellung zeigte, daß sich der Verwalter dafür, daß er den Hauswirt auf dem Termin vertreten hatte, 3 M. in An- rechnung gebracht, daß er außerdem das Fahrgeld und mehrere Male Porto angesetzt hatte. Ein sogleich vorgebrachter Protest, besonders gegen die 3 M.„Vertretungsgelder", wurde von der Frau des Ver- Wolters nicht angenommen, die Zahlung unterblieb. Nicht wenig erstaunt war der Mieter, als tags darauf der Gerichtsooll- z i e h e r in seiner Wohnung erschien und wegen der nichtbezahllen 3,50 M. das Sofa pfändete� Der Verwalter, der im Hauptberuf Gefangenenaufseher in der Strafanstalt in Moabit ist, hat es also fertig bekommen, sich die Vertretung vor Gericht, die doch schließlich zu seinen Obliegenheiten als Hausoerwalter gehört, extra bezahlen zu lasten, obwohl er als Beamter in festem Monats- gehalt steht. Der Vtieter versichert uns, daß er die restlichen 50 Pfg. anzuerkennen bereit wäre. Die 3 Mark zu bezahlen, weigert er sich natürlich auch jetzt noch und hdt deshalb Beschwerde beim Gericht eingelegt. Der Verwalter wurde uns von unserem Gewährsmann als ein Mann geschildert, der sich auch schon anderen Mietern gegen- über ähnlich verhalten hat. Die Frage scheint nicht ganz unberechttgt, ob wegen solcher Sachen wirklich die Gerichte beschäftigt werden müssen.__ Die Sparkasse belohnt das Sparen! Die Spartaste der Stadt Berlin wird gelegentlich der Er- reichung der ersten 100 Millionen Reichsmart Spareinlagen eine größere Zahl von Geschenkspar- b ü ch e r n mit Beträgen von 10 bis 300 M. stiften. Diese werden durch Los unter diejenigen Sparer verteilt, die an dem Tage Spar- gelber eingezahst haben, an dem die ersten 100 Millionen Reichsmark Einlagen erlangt sind. Die Geschcnksparbücher werden ein Titelblatt mit Widmung erhalten, das Guthaben wird auf ein Jahr gesperrt. Der Tag, an dem die ersten 100 Millionen Reichsmark Spareinlagen voll eingezahlt sein werden, ist natürlich im voraus nicht bekannt. Jedem Sparer der Sparkasse der Stadt Berlin bietet sich die Mög- lichkeit, an der Verteilung der Geschenksparbücher teilnehmen zu können, wenn er in der bevorstehenden Zeit fleißig spart. Uit Zugiederniatratze 80 cm breit ~ weiß oder Hl schwarz Mit Zugfedermatratza 26 mm Bügel, schöner Messingstab- Verrinrung 90X190 weiß cde; schwarz Nr. M6> Bettwäsche WaM-eitoll,«larhlidlg Oberbett..... c». jsoxmo 480 Kissen.......... eoxsol48 Linon Ulntidlg Oberbett....... isoxJoo6aB Kissen.......... soxsn 1 89 13" 620 c Bettlaken Reinleinen... isoxao'•0 680 Unon......... 160x220 42! Ctnialne Kluanbecago Hohlsaum titndjaroge« S28 2" Stlckarei- Einsatz...»»«I»« Languetten....... Mit Zugfedermatratze 33 mm stark, geschlossen. Rohrbügel, hochelegante Messing- varzierung 90X190 wei3 oder schwarz Ruhebetten mit bantem besag and gater Polsterung 3304 Ruhebetten mit Bettkasten and Fall» brett•••••»••••••••» Kamelhaar»™ Decke .140X180 73" 13" Nr. 621 Daunendecke Bunt iL 0«unenp«rinl, 40 PL Dtunu.... 190X200~ZZ9* Kissenbezüse. Reinleinen»x» 2 Komplette Schlafzimmer Frottierhandtuch 85 pf g�TbTr-i ■ Inrlchlungen für Hotel«, Loglorhlunor u. Vlllnn Damenwäsche Hemdhose mit SpttwiHnirninj 1 88 1 Nachthemd»» uotn..... 2 66 Datedlogt größtes InMM benWM für Bettfedern, Betten nnd Mlatzininierliedaiii Lu�S�rjPrinzenstr. Till 1110Ch0 Sebastianstr. Verfassungöfeiern Kes Reichsbanners! Die Mehrzahl der Berliner Kreisvereine des Reichsbanners Schworz-Rot-Gold seiert heut« im Rahmen von Volksfesten den Verfassungstag. Wir weisen nachstehend nochmals aus die ein- zelnen Veranstaltungen hin: Derlin-ZNitte: Gcwerlschastshaus, ab 6 Uhr. Redner: Franz K ü n st l e r, M. d. R., ab 2 Uhr Plaft- konzert auf dem Arkonaplatz. Wedding: Platzkonzert im Schiller- park ab 3 Uhr, Schultheiß-Patzenhofer, Chausseestraße 64, ab 4 Uhr. Redner Otto Meier, M. d. L. Vrenzlauer Berg und Weißen- see: Schloß Weißeniee. Beginn 4 Uhr. Redner: Bürgermeister Dr. Ostrowski. Ariedrichshain und Lichtenberg: bei Schonert am Rummelsburger See, Kienaststrahe. Anfang 3 Uhr. Redner: Bürgermeister M i e l i tz. Kreuzberg: in der Bockbrauerei, Fidicin- straße 2, ab 4 Uhr. Redner: chellmut v. Ger lach. Spandau: bei Löbel— Karlslust— im Stadtpart Spandau. Beginn 3 Uhr tiO Minuten. Redner: Professor ch o b o h m. Wilmersdorf: im Viktoria-Garten, Wilhelmsaue, ab 4 Uhr. Redner: Kam. Schrift- steller Robert Breuer. Tempelhos: im Gesellschoftshaus Marien- dorf, Chausseestraße 365. Beginn 4 Uhr. Redner: Dr. Julius Moses, M. d. L. Köpenick: Restaurant Wendenschloß, ob 4 Uhr. Redner: Kam. Dr. Gründet. Pankow: Konzerthaus Linder, Breitestraße 34. Beginn 4 Uhr. Redner: Kam. Dr. M i s ch l e r, Potsdam. Reinickendorf: im Seeschloß Dermsdorf, ab 3 Uhr. Redner: Kam. 21 u f h ä u s e r. SonntagSausflug nach Warnemünde. Am Sonntag, den 22. August, verkehrt, wie die Reichsbahn- direktion Berlin mitteilt, bei ausreichender Beteiligung ein Sonn- tagssonderzug 4. Klasse zu ermäßigten Fahr- preisen nach dem Ostseebad Warnemünde. Der Zug fährt von Berlin, Stettiner Bahnhof, um 6,12 Uhr vormittags ab, von Gesundbrunnen um 6,19 Uhr, und von Oranienburg um DU«eaofsea und©enofsinnen an» Relaickeudors-west(137. Abt.), die sich an der verfafsungSseier beteiligen, treffen sich nicht um 2'/„ sondern bereits um ll/4 Uhr im Volkshaus Scharnweberstratze. Arbelter.Snllnr.karkell Groh-verlin. Im Winter 1328/27 vier große Arbeiter-Sinsonie- Konzerte im großen Saal der Philhar- monie, Bernburger Ätr. 1. 1. Konzert: Sonnabend, den 9. Oltober, abends 7'/, Uhr. Werke von Strawinskh. Beethoven nnd Mahler. L.Konzert: Montag, den 27. Dezember 192». abends 7'/, Uhr. Werte von Bach. Mozart. Honegger und Richard Strauß. 3. Konzert: Sonntag, den 27. Februar 1927, nachmittags 3'/, Uhr. Werte von Cberubini, Schönberg, Schubert. 4 Konzert: Sonnabend, den 19. März 1927. abends 71/, Uhr. Werke von Beethoven und Brahms. Solisten: Professor Arthur Schnabel, Proseffor Gustav Havemann. Mufikalische Leitung: Kapellmeister Jascha Härenstem. Das Philharmonische Orchester. Die vier Konzerte kosten im Abonnement 5M. Einzeichnungslisten liegen aus in den Vorwärtsspeditionen. bei den Bildungs-Obieuten der Kreise und Ab- teilungen, in den VerbandsbureanS, im Zigarrengeschäft Horsch. Engel- user 24/25, im Zentraloerband der Angestellten, Belle-Allianceitr. 7— 10, bei den Funktionaren der Verbände, im Touristenverein.Ratursreunde', im Zigarrengeschäst Linke, Jnselstr. 6, in der Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2, beim Arbeiter-Abstincntenbund. Engelufer 29, und im Bureau des Bezir.'sbildungSausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hos ll, Zimmer 8.— Drei Proletarische Feierstunden im Großen Schauspiel- haus. Sonntag, den 26. Dezember 1926<2. Weihnachtstag), vormittags 11'/, Uhr: ein Weihnachlsspiel für Sprechchor mit Äustk, Gesang und Tanz. Sonntag, den 13. Februar 1927. vorm. 11'/, Uhr:.Dynamo", Drama in musikalischen Rhythmen von Friedrich Neubauer, Sonntag, den 10. April 1927, vormittags 11'/, Uhr:.An die Erde", Weihespiel für Sprechchöre von Bruno Schönlank. Sport. in Berlin, Stettiner Bahnhof, 12,64 Uhr nachts. Der Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt beträgt von Berlin 16,26 M., von Oranien- bürg 8,86 M. In Warnemünde ist Gelegenheit zu einer See- fahrt mit dem Fährschiff nach Gjedser(Dänemark) gegeben. Auch für diese Fahrt ist der Fahrpreis ermäßigt, und zwar sür die Hin- und Rückfahrt auf 6 M. Für die Reisenden, die an der Seefahrt teilnehmen, wird bei Lösung der Fahrkarten ein Bestellschein ausgegeben, gegen dessen Vorzeigung in Warnemünde Schifskorten ausgehändigt werden. Die Teilnahme an der Seefahrt ist bis spätestens Sonnabend anzumelden. Der Fahrkartenoerkauf beginnt am Dienstag, den 17. August, bei den Fahrkartenausgaben Stettiner Bahnhof, Gesundbrunnen und Oranienburg, sowie bei den vier Ausgabestellen des MER.-Bureaus Potsdamer Bahnhof, Bahnhof Friedrichstraße, Kaufhau» des Westens und Reisebureau Unter den Linden 57/58. 600 Leipziger Buchdrucker kommen nach Berlin. Am So n n- tag, den 2 2. August treffen 666 Buchdrucker, aus Leipzig kommend, zum Besuche der Reichshauptstadt im Sonderzuge ein. Die Veranstaltung ist vom„Bildungsverbande der Deutschen Buch- drucker" im Einvernehmen mit dem Fremdenverkehrsbureau der Stadt Berlin organisiert. Nach Besichtigung ihres neuen Ver- bandshaufes in der Dreibundstroße, das bekanntlich eine Sehens- Würdigkeit Berlins ist, werden die sächsischen Gäste auf vom Fremdenverkehrsbureau eingerichteten Sonderrundfahrten mit der Straßenbahn und Sonderfahrten mit der Hoch- und Untergnind- bahn mit den Schönheiten Berlins bekannt gemacht werden. Casino-Theater:„was Liebe vermag". Ob's solch weibliche Kraftmeierei des Herzens in unserer entgötterten Zeit wohl noch gibt? Der Sohn des Multimillionärs, der eine arme Maid zum Weibe erkor, und sich durch diese Mesalliance die Gunst des Herrn Papas oerscherzte, kommt in den Verdacht,-deinen gemizrkst zu haben. Nun setzt die Märtyrerschast der Ehegesponstin ein. Erstmals putzt siK den Kriminalkommissar feste runter(ganz• im Sinne des Publikums, denn er war in jeder Beziehung un- genießbar), dann sagt sie dem Schwiegerpapa, der unausgesetzt fürchterlich rollende Augen und den Eindruck eines schwer Gallen» steinleidenden macht, feste Bescheid, gewinnt den Anwalt des feind- lich gesinMen Papas als Verteidiger des verstoßenen Söhnleins usw. Zum Schluß begibt sie sich zugunsten der Schwiegermama— die auch noch so n bißchen Liebe naschen wollte— in den Verdacht einer Liebelei mit dem Verstorbenen, bis dann der schlaue Herr Anwalt die Chose aufklärt und die Heldin in die sämilich ausgebreiteten Familienarme führt. Wie heißt's doch im schönen Liebe:„Das kommt wohl in Romanen vor, im Leben gibts dos nicht!" Aber selbst über die unglückselige Epoche derartiger Romane sind wir doch gottlob schon hinweg. Was soll uns all dies? Es gibt doch auch gute Stücke und dito Schauspieler. Hier vermißte man beides äußerst schmerzlich. Einzig der vorangegangene Lariete-Teil war gut. Da braucht man aber schließlich nicht ins Theater gehen. Schwerer Unfall im staatlichen Schauspielhaus. Im staatlichen Schauspielhaus, wo zurzeit Renovierungsarbeiten vorgenom- men werden, fiel gestern der 15jährige Lehrling Hör st Mantel aus der Freiherr-oom-Stein-Straß« zu Schöneberg von einem acht Meter hohen Gerüst herab. Beim Stürzen durchbrach er eine gläserne Schachtscheibe. Mit schweren inneren Verletzungen und Schnittwunden wurde der Verunglückte durch einen Wagen des Städtischen Rettungsamtes in das Krankenhaus Moabit geschafft. Siebenke Zlusstellung„Rädel und Schere". Die Schneider- innung zu Berlin veranstaltet vom 28. bis 31. August d. I. zu Berlin im Saalbau Friedrichshain, 2lm Friedrichshain 16/23, am Königstor, Alexanderplatz, die siebente Ausstellung„N a d e l und Schere". Die Ausstellung ist mit einer Lehrlingsarbeiter-Aus- stellung der Damen- und Herrenschneiderei und der Kürfchnerfach- ' hule verbunden. Nähere Auskünfte erteilt das Jnnungsbureau, erlin C 2, Brüderstr. 7, Fernruf Merkur 1416. Kurse im Klelnkaliber- und im Bogenschießen beginnen in der Deutschen Hochschule sür Leibesübungen(Volkshochschulkurse). Klein- kaliberschiehen am Sonntag, dem 15. August, vormittags SM- Uhr, auf dem Schießplatz Halensee am Kronprinzendamm; Bogenschießen ebendort am Montag, dem 16. August, nachmittags 4 Uhr. Auskunft im Bureau Kurfürstenstr. 48. Telephon: Kurfürst 1369' überyibt man nur dem Nachweis des Deulsch.MufikerverbandeS. Berlin 027, Andreasstr. 21 sKönigstadt 4310, 4048). GelchästSzeit 9 bis 5. Sonntags 10 bis 2 Uhr. Aul Wunsch Vertrcterbesuch 7ln öorö üer �hamburg�. Don Hamburg aus fand in diesen Tagen eine kurze Fahrt für die Geladenen der gesamten deutschen und ausländischen Presse auf dem neuesten Hapag-Dampfer„Hamburg" nach Cuxhaven statt. Das 21 666-Tonnen°Schiff, das zu dem Typ der Zweischrauben- Turbinendampser mit Oelfeuerung gehört, zählt zu den mit den neuesten Errungenschaften der Technik ausgestatteten Ozeanriesen und ist sür den Verkehr zwischen Hamburg und New Park in Dienst gestellt. Wie ihre beiden Schwesterschiffe ist die„Hamburg" mit den rahmschen Schlingertanks, kombiniert mit den Foersterfchen form- stabilen Anschwellungen(zu beiden Seiten des Schiffsrumpfes auf etwa zwei Drittel Länge sich hinziehende wulstartige Ausbuchtungen), ausgestattet. Die Einwirkung der Wellen auf das Schiff wird durch diese Anti-Schlingeranlaae beträchtlich gemindert. Versuche, die wäh- rend einer stürmischen Uebersahrt vorgenommen wurden, ergaben, daß bei abgesperrter Schlingeranlage das Schiff sich um fast 16 Grad nach beiden Seiten neigte, hingegen bei geöffneten Tanks die Neigung nur 5 Grad betrug. Die Möglichkeit, von der lästigen Seekrankheit befallen zu werden, ist dadurch auf ein Minimum reduziert. Das Schiff hat am Freitag feine vierte Fahrt über den Ozean an- getreten.— Wir werden auf dieses neueste Werk der Schiffsbaukunst noch ausführlicher zurückkommen. das Langenbacher Eisenbahnunglück. kein Ergebnis der amtlichen Unterfuchung. Alünchen. 14. August.(WTB.) Einer amtlichen Er- k l ä r u n g der Reichsbahndirektion München ist u. a. zu entnehmen, daß über die Ursache des Unfalls in Langenbach auch heute ein abschließendes Urteil nicht abgegeben werden kann. Die Erklärung stellt fest, daß während der Umbauarbeiten an der Einfahrtsweiche, hinter der die Entgleisung erfolgte, das Gleis ordnungsmäßig durch Haltesignale ge sperrt und die Sperrung sowohl dem Personal der eigenen Station als auch dem der Nachbarstationen bekanntgegeben worden war. Um 9 Uhr 15 Minuten meldete der die Arbeiten leitende Rottenmeister an die Station Langenbach, daß das Gleis Landshut— München wieder fahrbar sei. Die Erklärung schildert die Begleitumstände der Entgleisung �yd ihre Folgen und stellt, weiter fest, daß noch kein Urteil darüber abgegeben werden kann, ob die Weichenzunge in ein- wandfreier Weise festgelegt war und ob die Umbaustelle mit unge- minderter Schnelligkeit befahren weiden durfte. Die Diebstähle an der Ostsee unaufgeklärt. Zu den Diebstählen in den Ostsecbädern erfahren wir, daß die Berliner Kriminalbeamten, die zur Aufklärung dorthin gesandt waren, nach Berlin zurückgekehrt sind. Nachdem ihre Entsendung und ihre Ankunft sich herumgesprochen hatte, haben die Hauptspezialisten, die ihre Hand im Spiele gehabt haben müssen, es vorgezogen, bald von der Insel Rügen uno überhaupt von der Ostsee'zu oerschwinden, denn sie mußten damit rechnen, daß die Berliner Beamten, denen sie ja nicht unbekannt sind, ihnen bald auf die Spur kommen würden. Größere Diebstähle kamen dann auch nicht mehr vor. In S o l z w e d e l wurde nun vor einigen Tagen ein bekannter Hoteldieb Gottlieb Kangsy festgenommen. Von ihm ist erwiesen, daß er zur Zeit der Diebstähle sich auf Rügen aufgeholten hat, und zwar mit einem gewissen Wulff zusammen, der von der Kriminalpolizei in Berlin festgenommen worden ist, weil er noch eine Strafe zu verbüßen hat. Ob Kangsy und Wulss auch bei dem Diebstahl bei dem Schrift st eller Erdmann beteiligt gewesen sind, ist noch nicht erwiesen. Die Ermittlungen nach dieser Richtung schweben noch. Der verhaftete Frank hat, wie bekannt ist, das Geständnis dieses Diebstahls widerrufen. Von den gestohlenen Schmucksachen, die 36 666 Mark wert sind, ist noch nichts zum Vor- schein gekommen. Sozialistische �rbeiterjugenö Gr.-Serlin «cht»»«,«enoffc»! Werdet Mitglieder bfr Iugendvolksbühn». Anmeldu». gen werden nur noch die Mittwoch, 1«. August, abends, im Zugendsetretffriat entgegengenommen. Einfchrcibegcbilhr 1,50 M. heute, Sonntag. 15. August: Pankow: Beteiligung an dem Sportfest des Sporttartells auf dem Bollc.Plaß in Niederschonyausen-Nordend. Treffpunkt Zjl Uhr im Jugendheim Pankow, Breite Str. 32. Abends 6 Uhr Heimabend in Pankow.— Neukölln II: Spielen in der nönigshcide. Treffen vormittags 8 Uhr Ringbahnhos Neukölln. Andere Abteilungen sind eingeladen. Morgen. Montag, 16. August: «erbebezirk tlee»,b«rg: Lindenstr. S Arbeitsgemeinschaft.— Werbebezirk Nenlölln: Turnhalle Donauftraßi Turn- und Volkstanzabcnd.— Werbebczirk Tiergarten: Di« Aelterengruppi tagt jeden Dienstag in der Schule am Stephan. pl-h. * Die Arbeitsgemeinschaft de»«Senoffen Abraham(Dienstaggruppe) beginnt am Dienstag. 17. August, Tii Uhr, im Jugendheim Lindenstr. S ein« auf etwa tlwei Monate berechnete Behandlung des Themas:„Wirtschaftsgeschichte". Hieran können inlereffierte Genossen und Genossinnen noch teilnehmen. vle deutschen Naüsport'Meifterjchafieo. Lorenz Aliegermeister! Vor schlecht besuchten Tribünen gelangte gestern die Deutsche Fliegermeisterschaft auf der Olympiabahn zum Aus- trag. Di« Meisterschaft, die über 1 Kilometer ging, sah 8 Vorläufe. 2 Befähigungsläufe, 3 Zwischenläufe, 1 Hossnungslauf und endlich den Endlauf vor. Die Ersten eines jeden Vorlaufs kamen in die Zwischenläufe, während die zweiten den Befähigungslauf zu bestreiten hatten. Im 1. Vorlauf siebte B u f chenha g en gegen Riegen, wähernd im zweiten der Titelverteidiger Gottfried als erster das Ziel vor Stolz passierte. Den dritten Vorlauf holte sich Knappe vor Peter. Mühlhoff gewann den vierten gegen Hahn, und Stabe den fünften vor Schamberg. Im sechsten Vorlauf zeigte F i n k e feine geradezu bestechende Spurt- weise und sicherte sich den ersten Platz gegen Kirbach. Der lange Lorenz war der Mann des siebentenVorlauss vor Henry Mayer. Im achten Vorlauf siegte dann O. R ü t t leicht gegen Techmer. Hahn und Stolz qualifizierten sich im e r st e n, K i r- dach und Schamberg im zweiten Befähigungslauf für die Zwischenläufe. Kirbach, Mählhof, Gottfried und Hahn trafen im e r st e n Z w i s ch e?i l a u f. Hier trug Hahn den Sieg gegen Gott- f r i ed davon. Lorenz und F i n k e sicherten sich im zweiten und R ü t t und Buchenhagen im dritten Zwischenlauf die Plätze. Die ersten der Zwischenläufe bestritten dann den Endlauf, nachdem noch im Hossnungslauf(er brachte die Zweiten der Zwischenläufe an den Start) F i n k e sich für den Endlauf herausschälen konnte. Run zum Endlauf: Hahn, Lorenz, Finke und R ü t t hatten um den Meistertitel zu ringen. Erst vorsichtiges gegen- feitiges Abmessen, bis Hahn inder Zielkurve innen durch- geht und so als erster das Ziel passiert. L o r e n z und R ü t t legen egen Hahns Fahrweise Protest ein. Das Schiedsgericht ent- ' eidet: der Endlauf wird noch einmal gefahren! Jetzt ist Lorenz auf der Hut und fetzt alles daran, den einen 5 6 6. M e t e r- Spurt anziehenden(!) Finke den führenden Platz streitig zu machen. Und es gelingtl Hahn wird Zweiter vor Finke und Rütt. Lorenz fuhr im Endlauf die letzten 266 Meter in 13!4 S»» künde. Unter den Klängen des Deutschlandliedes fährt dann der neue deutsche Meister Lorenz, geschmückt mit dem schwarz- rotgoldenen Meistertrikot und schwarzrotgoldener Kranzschleife die Ehrenrund«. Am heutigen Sonntag wird nun KarlSaldow seinen Steher- titel gegen Wittig, Bauer, Rosellen lind Lewanow zu verteidigen haben._ Rennen zu Strausberg am Sonnabend, den 14. August. 1. R« n n- n. 1. Frußi(W. Wolff), 2. Falter(W. Schmidt), 3. Nieder- wald(Schöning). Toto: 35: 10. Platz: 16. 16. 24: 10. Ferner liefen: Killelvitt, Kiß me quick, Donna Lita, Sabin«, Hobe, Gallipoli II, Velle- jus, Borgo. 2. Rennen. 1. Viktoria(Huguenm), 2. Dora(Fackel), 8. Protla- mation(Saagcr). Toto: 50: 10. Platz: 23, 19, 16: 10 Ferner liefen: Eiio. Eherry Brandy. Halca, Venezianerin, Bolksrache, Aphrodite, Schalmei, Sultan. Nimrod, Baffano, Lava, Cyprienne. 3. R e n n e n. 1. Fastnacht(E. Eichhorn), 2. Werdandi(Mesa), 3. Magier(Häuser). Toto: 41: 10. Platz: 14, 19, 12:10. Ferner liefen: Wingolf, Reisende Frucht. Aas«, Altenessen, Octavian, MöroS, Irrlehre, Theano, Skandal. Zingareska. 4. Rennen, t. Ondina(Huguenin), 2. Himalaha(Jaekel), 3. Gaudium(Schönfisch). Toto: 31: 10. Platz: 12, Ii, Ii: 10. Ferner liesen: Nina, FamoS, Varadur, Kewurah. 5. Rennen, l. Fippa(Moritz). 2. Mlnenhos(D.Schmidt), 8. Barsuß (Müschen). Toto: 90: 10. Platz: 37, 31, 24: 10. Ferner liefen: Nordlicht. Le Challenge, Credulite, Quo vadis, Gerold. 6. Rennen. 1. Heliotrop(R. Torle), 2 Teifi(Bleuler), 3. Landolo (Br. Wenzel). Toto: 73:10. Platz: 23, 19, 62: 10. gerner liesen: Enzian, Sambur, Llowhlin, Blauselche, Jlscnstein, Guslava. 7. Rennen. 1. Doremi(Lismart). 2. Oullon(R. Derschug), 3. Bensberger Kadett(OetteH. Toto: 3t: 10. Platz: 17, 20, 37: 10. Ferner lielen: Elotbilde, Verschwiegenheit, Earissima, gef., Gamsbart, 1 Rosenracker, Glorius, Obligo, Jilderim, Ouednau, Osiris.'.1| Srieskaften öer Redaktion. V. W. 500. 1. Das Einkommen der Ehefrau untcrlieAt in poller Höhe der Berlicuerung. 2. Ein«inkommensteuerfreier Betrag für die Ehefrau besteht nicht.— 9k. 3t. 100. Stundung oder Erlaß der Hauszinssteuer umsaßt auch die Wemeinbezuschliige.— A. St. 86. Es gibt»war«ine Zwangszustellung durch den Derichtsvallzieher. ste erscheint aber in Ihrem Falle Überflüssig. Sie müssen den Wirt auf Pvrnahme der Reparatur verklagen.—t wen» Sie D- Thompson's Seifen pul ver •er wenden. ts wäscht muhelos •nd ohne Reiben ,'urch ein viertelstilth diges Kochen die Wäsche schneeweiß Li erspar! viel Zeit und Arbelh CHArST/AfSfUS in elspögiten � Stüc&'Fäickung A.Wertheim Leipziger Platz KönigstraOe Rosenthaler Str. Moritzplatz Schriftliche Bestellungen an die Versand-Abteilung, Berlin W9 SFerieilsm Montag, Dienstag, Mittwoch Soweit Vorrat Außerordentlich billiger Verkauf SFtorsdllbm Meißner Blumen%�d- Kaffee- u. Teetassen 95pl Mokkatassen.... 75pr. Kaffeekannen 225 bis 425 Teekannen... lao bis 275 Zuckerdosen. I25 u. I55 Milchtöpfe.. 65 pr. bis Izs Kannen-Untersätze 65??. Kuchenteiler. l.... Iw Dessertteller 50??. u. 65??. Butterdosen... Isou. I75 Eierbecher...... 30??. Fabrikat Rosenlhal „Maria weiß" Speiseteller tief und flach I20 Dessertteller.... 65??. Kompotteller.... 45?? Bratenplatten 1 50 bis 11 50 Gemüseplatten tief.fiach 425 Fraglos, Mark« BertfkrUlall Kompottschalen 25 p.. b. 1 45 Kompotteller.... 22?? Kuchenteller 32 cm... 1 so Käseglocken...... Iso Buttergiocken..... I25 Milchsatten»/»Liter.. 18??. Bonbonnieren 85??. Likörkelche giatt... 20i>l Weinkelche veÄn,M28?t Kristallrömer cu-de�?) 325 Bierbecher mU 85??. Weiß Porzellan, muFeu«« Spelsetelier flach 25 pt Terrinen...... 275 Salats Viereck. SOptbisIzs Speiseteller tief 32??. Kartokfeinäpfe.. 175 Bratenplatt. 95??. disl« Dessertteller.. 18??. Saucleren..... I25 Beilageschalen 35 pt Kompotteller.. 6??. Salats nmd 65 n. 75??. Tassen m. Untertassen 18??. Für Hotels und Restaurants Speiseteller tfefuf 35pl Dessertteller 25 Pf. Einsatztassen 35 pl Steingut Bauerndekor, Handmalerei t®" Kaffeekannen?»b 2» �''Ä'®55** 35?? Butterdosen.... iss Dessertteller.. 28Pt Teekannen�l2�l75 Hon,gdosen. Tassen.... Mokkatassen 90 pt Waschgarnituren>>«>1 Sts�IIzs mucou 75om.17so Wasserkrüge mit Goid 125 bis 275 Waschschüsseln bunt 1 1 0 bis 2 35 Salatschüsseln"*"• 85 w. Tafelservice stemgutdekor. 23 Ten. 775 für Elnkochgläser, neue herabgesetzte Preise '/« V.'/« 1 Liter für■/, I IV, 2 Ufr Sm 28 30 32 34rt ffir_ weite Form 38 40 42 45» Gummiringe dm jo sma 20 p*.«. 40 p*. Dekoriert Dejeuner 5Tefle.t2Pere. 175 Kaffeeservice 425 Szs Kaffeeservice 15 5SSJ5 8 so Kaffeeservice 975 Tafelservice 27« Tafelservice 8?�«? 85 m Tassen Kantendekor.. 35 Pt Tassen m. Goldrand, 3 St 85 Pt Kuchenschüssel tX�Its Mokkatassen m.Fehlern 12 it. CeitftaM>>U,M „•«nta Fabrikat HatKbeorraihaa Speiseteiler ti«■. flach 85 pt Dessertteller.....50 k Kompotteller..... 35 pt Bratenplatt, orail« bis 10« Gemüseplatten nmd 32s fädms Bleikristall 0w?*SÄn?ttta« Kompotteller...... Its Kuchenteller 9« 12« Vasen 26 cm....... 8 m Schalen 19— 24 cm Sts b« 9?» Llkörf laschen. v. Liter 475 Kunstglas-Vasen farbig(dw LaipMaw pui») 45 U. 95 pt Erste Genossenschaftsbrauerei Berlin-Friedrichshagen Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Preisausschreiben! Am t. September 1926 sind es 25 Jahre, daß die Erste Genossenschaftsbrauerei Berlin-Friedrichshagen auf ein erfolgreiches Bestehen zurückblicken kann. Aus diesem Anlaß wollen wir einem Gebräu nadi Pilsner M eine eigenartige Bezeidinnng geben, einen Namen, der charakteristisch aus der großen Menge von Biemamen hervortritt Es ist nur eine Nennung einer Bezeichnung zulässig. Wer flndci einen soidicn Namen? Dieser Name muß folgenden Anforderungen entsprechen: 1. Kurze und volkstümliche Bezeichnung. 2. Treffsicherheit im Ausdruck zur Kennzeichnung der Biersorte. 3. Einfachheit und leichte Faßlichkeit. 4. Gesetzliche Schutzfähigkeit. Erste Genossenschaftsbrauerei Berlin-Friedrichshagen August Pauli Arthur Göhler Erich Ritter Für die trefflichste Lösung dieser Aufgabe sind folgende Preise ausgesetzt: 1 Hauptpreis....... 500 M. 1 zweiter Preis...... 300 M. 1 dritter Preis....... 200 M. 1 vierter Preis....... 100 M. 50 Trostpreise cMO M.■, 500 N. zusammen: 1600 M. Preisbewerber werden gebeten, ihre Vorschläge brieflich mit der Aufschrift„Betrifft Preisausschreiben" an die Erste Genossenschafftsbrauerei, Abteilung Stralau, Berlin-Stralau, Alt-Stralau 13—16, bis zum 1. Oktober 1926 ZU senden. Ein Preisrichterkollegium, bestehend aus Herrn Emil Köster, Präsident des Deutschen Gastwirts-Verbandes, Herrn Paul Ei Hin. stellvertr. Präsident des Deutschen Gastwirts-Verbandes, Herrn Reichstags-Abgeordn. Otto Strauß, Präsident des Verbandes der Gast- u. Schankwirte von Berlin und der Provinz Brandenburg, sowie den Mitgliedern des Vorstandes u. Aufsichtsrates der Ersten Genossenschaftsbrauerei, wird über die Verteilung der Preise entscheiden. Bei Prämiierung einer mehrfach genannten Bezeichnung entscheidet das Los. Die Entscheidung ist unanfechtbar und wird bekanntgegeben. Außerdem werden die Preisträger brieflich benachrichtigt. Nr. 582 ♦ 45. Jahrgang 2. Seilage öes Vorwärts«. Die Erwerbslosigkeit sind ihre Bekämpfung. Mängel der Zlrbeitsmarktstatistik.- Ein Vergleich. Nachdem sich die amtliche Wirtschaft- und Sozialpolitik glücklich zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bereit gefunden hat, kommt es darauf an, einklaresBtldüberdieLagedesArbei ts- Marktes zu gewinnen. Nur eine genaue Kenntnis der E n t- wicklungslinien in der Wirtschaft kann uns sagen, w o eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einzusetzen hat, ob kurz befristete Notstandsmaßnahmen oder auf lange Sicht gesiebte Wirtschaftspolitik im Vordergrunde der Arbeitsmarktpolitik stehen muß. Wiederholt hallen wir Gelegenheit, die statislisch-methcdischen Mängel der Er- Hebungen über die Arbeitslosigkeit festzustellen. Aber nicht nur hier ergibt sich ein starker Widerspruch zu der Wirtlichkeit. Es ist noch in wurden, die die Lage der Gesamtwirtschaft im rosigsten Licht er- wurden, die die Lag« der Gesamtwirtschaft in politischem Licht er- scheinen ließen. Spätere Berichte besonders aus den V e r a r- beitungsindustrien haben unsere Auffassung bestätigt, daß dieser Optimismus mindestens nicht in vollem Umfange de- r e ch t i g t war. Der Einfluß des englischen Kohlenstreiks, der nicht nur unsere Montanindustrie begünstigt, sondern z. B. selbst bis in die Textilindustrie übergreift, und die Wirkungen der Saison- konjunktur, besonders der Erntceinbringung haben Hoffnungen ent- stehen lassen, die näherer Betrachtung nicht voll standhalten. Aehnlich ist es mit den Beobachtungen am A r b e i t s m a r k t, wo es eben- falls nicht an Widersprüchen zwischen den Hoffnungen und den Tat- fachen fehlt. Znduskrieberichle und Arbeiksmarkt. Die halbamtliche Darstellung der Verhältnisse am Arbeitsmarkt erweckt immer wieder den Anschein, als ob die deutsche Wirtschast neuerdings ganz wesenllich aufwärts schreitet. Hält man demgegen- über die Berichte, die das„R e i ch s a r b e i t s b l a t t" allmonatlich zusammenstellt, so ist von einer derartigen Besserung der Gesamtlage wenigzu merken. Der am ö. August abgeschlossene Monatsbericht für den Juli und den Anfang August ergibt zusammengefaßt das folgende Bild: Nach den Einzelberichten, die aus der Industrie für rund zwei Millionen Beschäftigte vorliegen, zeigt sich wiederum eine schwache D e r b e ss'e r u n g d e s Grades der Beschäfti- g u n g. 3860 unter den Einzelberichten typischer Betriebe verschiede- ner Industriezweige haben vergleichbare Angaben über den Be- schäftigungsgrad wie über die Anzahl der am la. Juli und 15. Juni Beschästigten gegeben. Danach waren im Juli 6 4 Proz. der trotz der Verdoppelung noch immer gering, insbesondere gegenüber dem Vorjahre. Die Besserung, die aus diesen Zahlen hervorzugehen scheint, erstreckt sich aui einige ganz wenige Gewerbezwcige. besonders in der RaH? und H a l b st o f f i n d u st r i e. In der oerarbeiten- den Industrie überwiegen weitaus noch die Berichte, die eine Verschlechterung oder mindestens einen Stillstand der Kon- junttur erkennen lassen. Das trllt noch ganz deutlich hervor bei solchen Industriezweigen, deren Entwicklung von der statistischen Berichterstattung des„Reichsarbeiteblattes" genauer ersaßt wird. In �der Metollverarbeitung zum Beispiel wird die Entwicklung als nicht einheitlich bezeichnet. Für die Groß- industrie sind Besserungsaussichten vorhanden: der Auftragseingang hat sich verschiedentlich gebessert, wenn auch nicht allgemein. In den Industriezweigen der Kleineisenindustric und Metallwaren dagegen sind zum Teil noch weitere A b> schwächungen des Beschäftigungsgrades zu oerzeich- nen. Von den 283 Berichten typischer Betriebe der Metallindustrie zeigen die 160 Berichte von Großeisenwerten und Gießereien eine leicht« Zunahine dcr�Beschäftigung, während sich für Kleineisen-, Metallwaren- und Schmuckindustrio eine weitere Zunahme des Anteils der schlechtbeschäjtigten Betriebe ergibt. Insgesamt wird von den 283 Berichten die Beschästigung als schlecht für 82 Proz. der Arbeitskräfte angegeben(den gleichen Anteil wie in, Vormonat): als befriedigend wird der Geschäftsgang sür 15 Proz.(gegen 14 Pro.z. im Vormonat) bezeichnet, als grit nur für 3 Proz.(gegen 4 Proz. im Lormonat. Trotzdem nach den Feststellungen der Landesarbeitsämter Betriebszeitoertürzungen und Ar- beiterentlassungen besonders in der ersten Hälfte, dann aber auch um die Wende des Berichtsmonats stattfanden, ist im ganzen eine weitere Verminderung der Belegschaft nicht mehr vor sich gegangen: nach den Einzelberichten ist durch geringe Wieder. einstellungen in der Großindustrie eine Zunahme der Beschästl- gungszahl vom 15. Juni vis 15 Juli um 2 Proz. eingetreten. Die Arbeitsmarttlage im Metallgewerbe wird von de» Landesarbeitsämtern als nach wie vor ungünstig geschildert, obschon für einzelne Berufszweige vereinzelt Neueinstellunyen von Spezialarbeitern stattfanden. Der Umsang war nicht beträchtlich: jedenfalls konnte in allen Bezirken die sich regende Nachfrage nach Fach- arbeitern leicht befriedigt werden. Nicht anders ist das Bild vom Maschincnmarkt und der Elektroindustrie. Hier hat sich die Beschäftigung nicht wesentlich verändert. Immerhin sind vereinzelt Verbesserungen des Auftragseinganges festzustellen. Nach 762 Einzelberichten typischer Betriebe des Maschinenbaues wurde die Anzahl der Be- schästigten vom 15. Juni bis 15. Juli noch um 2,5 Proz. oermindert (von 264 300 auf 257 700). Der Geschäftsgang war im Juli für 88 Proz. der Arbeitskräfte in den berichtenden Betrieben schlecht(gegen 89 Proz. im Vormonat, doch gegen 46 Proz. im Juli des Vorjahres). In der Elektroindustrie wird eine Belegschasteverminde- rung um 2 Proz. verzeichnet. 94 Proz. der Betriede sind schlecht beschäftigt. Einer geringen Zunahme der Inlandsausträge steht ein Rückgang der Auslandsaufträge gegenüber. «was besser gestaltet sicki die Lage in der T e x t i l i n d u st r i e. I' Die Arbeitsmarktlage in der Textilindustrie ist wenig einheitlich. Die Zahl der Beschäftigten in 450 typischen Textilbetrieben stieg um 1,2 Proz., und auch die Zahl der gut bzw/ mittelmäßig be- schästigten Betriebe stieg von 27 Proz. auf 32 Proz. Eine Besse- rung der Lage verzeichnen namentlich Brandenburg, Thüringen, Freistaat Sachsen und die Pfalz, während die übrigen Bezirke über eine schwankende, meist aber ungünstige Lage berichten. Im Bekleidungsgewerbe ist die Gesamtzahl der Ar- bciter in den erfaßten Betrieben im Juli nicht verändert. Aus dem Nahrungs- und Genuhmittelgewerbe wird zusammensasiend berichtet: Nach 442 Berichten typischer Betriebe ist im ganzen eine leichte Besserung des Beschäftigungsgrades eingetreten. Ausschlaggebend dafür waren das Brauereigewerbe und die in der Saison befindliche Konservenindustrie. In der Süßwarenindustrie ist dagegen— ebenfalls der Jahreszeit entsprechend— die Beschäftigung zurück- gegangen. Insgesairn hat sich durch sie die gesamte Beleg- s ch a s t in der Zeit vom 15. Juni bis zum 15. Juli um 1,2 Proz. verringert. Also selbst die gute Beschäftigung des Braugewerbes tonnte die Gesamtlage der Nahrungs- und Genußmittelindustrie nicht wesentlich besseni. Di« Gesamtlage im Holz- und Schnitz st osf- e w e r b e zeigte nach den Berichten der Verbände und typischen ietnebe im allgemeinen gegenüber dem Vormonat keine Ver- anderung. Bei 181 berichtenden Einzelbetrieben waren rund dreiviertel der beschäftigten Arbeitnehmer in Betrieben mit schlechtem Geschäftsgang tätig, 20 Pro.z. in Betrieben mit befriedigendem und nur 6 Proz. mit gutem Geschäftsgang. Während in der keramischen Industrie der Geschäfte- gang weiter zur Verschlechterung neigt, blieb die Lage nach 460 Berichten typischer Betriebe der Glasindustrie im ganzen unverändert, zum Teil verschlechterte sie sich etwas. Nach den Berichten der Landesarbcitsämter war die Beschäftigung in der Glasindustrie der Provinz Brandenburg, wie teilweise in Schlesien. Hannover, Thüringen und im Rheinland rückläufig, im Freistaat Sachsen uneinheitlich. Sogar au» der Leder- und Gummiindustrie wird nach Berichten von 110 typischen Industriebetrieben eine Ver- schlechterung der Loge gemeldet, obwohl hier der Umschwung am Leder- und Häutemarkt hätte belebend wirken müssen. Dieser Ueberblick über die vom„Reichsarbeitsblatt* genauer beobachteten Erwerbszweige zeigt, daß von einer! durchgreifenden Besserung im Zoll überhaupt nicht die Rede sein kann, daß sogar hier und da noch gerade in den Der- arbeitungsindustrien der katastrophal« Mangel an Aufträgen angehalten hat. Diese Feststellungen des„Neichsorbeitsblattes" stehen in einem schroffen Widerspruch zu der optimistischen Aus- wertung der Arbeitsmarktstotistik, mit der man da» ganze Elend der Erwerbslosen als halb so schlimm hinzustellen sucht. Es wäre immerhin angebracht, daß man im Reichsarbeitsministerium ge- legentlich das Reichsarbeitsblatt" liest,«he man«In Urteil über die Gesamtlage fällt. Vielleicht würde man dann wenigstens ver- nünstige, vorausschauende Sozialpolitik treiben. Nun hat sich seit Ansang Februar bis Mitt« Juli die Zahl der Erwerbslosen nach amtlichen Angaben vermindert. Ist gleichzeitig der Bcschäsligungsgrad der Industrien gestiegen? Die Frage ist zu besahen. Aber die Besserung bezieht sich nur auf wenige Gewerbezweige und durchaus nicht auf die Industrie als Ganzes. Legen wir wieder die Vergleiche, di« dos „Reichsarbeitsblatt" selbst anstellt, zugrunde, so ergibt sich folgendes Bild:' gehl der«etchiisitaie Davon in bmeuri-oni Ardouer mit) jut MrieMgfnb schlecht Betriebe AngkttcllI« keschtlliglen Belrteden Februar 1926. SSöS 1347 250 8% IS«', 77»/, Juli 1926.. 3860 1 S40 827 10«/, 26»/, 64°, Zwei Tatsachen treten in der Segenüberstellimg unoerkennbar hervor: Eine Besserung des Beschäftigungsgrades ist sestzustellen. Ein« Besserung aber, die an dem Punkt haltmacht, wo noch fast volle zwri Drittel der Betriebe unbesriedlgend beschäftigt sind, kann doch wohl nicht gut als die Entlastung der Wirtschaft angesehen werden, von der man heule so viel sprechen hört. Hinzu kommt noch, daß der Einfluß der Rohstossindustrien(Kohle. Eisen) mit ihnen riesigen Arbeiterzohlen das Gesamtbild günstiger erscheinen läßt, als es für eine große Zahl mindestens ebenso wichtiger Betriebe anderer Eewerbcgruppen zutrissl. Z. B. ergibt ein Vergleich der M a s ch i n« n i n d u st r i« im Februar und im Juli, daß im letzten Monat 88 v. H. der Arbeiter in schlecht beschäftigten Betrieben tätig war, gegen 89 o. H. im Februar. Die Besserung beträgt in diesem wichtigen Gewerbezweig ein volles Prozent! Was lehren diese Zahlen? So sehr auch wir hoffen möchten, daß die unverkennbar« Besserung in der Industrie anhält, die Tat- fachen sprechen ein beredres Wort für die Notwendigkeit, jetzt keinesfalls in der Arbeitsbeschaffung nachzulassen, sondern alle Kräfte daran zu sehen, um die Ansähe zu einer Besserung der Konjunktur einer dauernden Gesundung nutzbar zu machen. Es geht nicht nur um das Schicksal Hundertausender von Erwerbslosen, es geht darum, Nutzgrad und Absatzfähigteit der industrie- ellen Arbeit so zu steigern, daß ein möglichst großer Teil des Volkes die Aussicht auf die Erhaltung seiner materiellen E x i st c n z wiedergewinnt. hanöelspoUtische Mittel gegen öle Erwerbslosigkeit. WTB. Handelsdienst bringt zu dieser Frage folgende beacht- lichen Aueführungen: Das Erwerbslosenproblem beschäftigt in der Gegenwart in mehr oder minder zunchmendei» Maße die Oesfentlichkeit aller europäischen Länder. Könne» hat schon 1925 darauf hingewiesen, daß das europäische Bevölterungsproblem im Begrisse stehe, das größte aller Wirtschastsproblcine der nächsten europäischen Zukunft zu werden und daß es notwendig sei, der handelspolitischen Bewältigung dieses Problems die erjorderlichc Aufmerksamkeit und das nötige Änleresse zu widmen. In diesem Zusammenhange wird daran erinnert, daß nahe- zu 75 Proz. des deutschen Doltseinkommens aus Lohnarbeit stammen und daß deshalb Veränderungen im deutschen Tlußenhandel von besonderer Bedeutung sür die Bewer- tung handelspolitischer Maßnahmen Deutschlands sind. Als ehe- mal» größtes Deredelungsland der Weit verliert Deutschland mit der zunehmenden Industrialisierung seiner früheren Absatzgebiete in Europa und in Uebersee immer mehr Veredelungsarbeit Dabei gewinnt Deutschland zwar zum Teil Vercdelungearbeit anderer Art. Zugleich wird jedoch nationale Arbeit in Deutschland durch Aalutadumping untervalutarischer Nachbarländer verdrängt. Zur handelspolitischen Bewältigung dieser Probleine genügt die Be- zifferuna des jeweiligen deutschen Aussuhrüberschusses längst nicht mehr. Sollen dem Zweckbewußtsein deutscher Handelspolitik konkrete Unterlagen für wirtschaftspolilische Beschlüsse geboten werden, di« der Gegenwartelage der deutschen Wirtschaft eulsprechen, dann er- scheint es als dringend notwendig, daß durch eiitsprcchende st a- tistische Erfassung die inneren Veränderungen de» deutschen Außenhandels herausgestellt werden. Wie groß sind die Summe» der Anteile nationaler Arbeit und der Anteile nationaler Rohstosfe an den deutschen Zlusfuhrwerten der Gegenwart? Bis zu welchem Grade erscheint die Einfuhr von Pro- duktcn sremder Land- und Diehwirtschaft vermeidbar, und bis zu welchem Grad« lännen solche Einsuhren durch Verbilligung des lanv- wirtschaftlichen Realirediles und Verbilligung sonstiger' landwirt- schoftlicher Produktionsmittel, durch bäuerliche Siedlung talsächlich vermieden werden? Würden solche und ähnliche Fragen unter be- sonderer Einstellung aus Möglichkeiten der Minderung d?ut- scher Arbeitslosigkeit statistisch behandelt werden, dann könnte sich daraus vielleicht manche Aenderung in der han- delsvolitischen Bewertung von Ausfuhrinteresien und Zu-. geständnisieu bei Hondelsvertragsverhondlunoen ergeben. Auch in innerwirtschaftlicher Beziehung wäre es zu hegrüßen, wenn Zölle, Frachten. Steuern. Bewilligung von Veredelungsverkehren usw. in erster Reihe auf Minderung der Erwerbslosigkeit abgestelft würden. Die Schaffung konkreter Unterlagen füx derartige Wirtschaft»- politische Beschlüsse zur Minderung der Erwerbslosigkeit könnte eine dringende Aufgabe für Fachausschüsse der W i r t s ch a f t S- e n q u e t e werden. Es ist für ein Land noch immer vorteilhofter, Erzeugnisse seiner nationalen Arbeit zu erpörtieren. als die Bor- treter dieser Arbeit selbst in Form der Auswanderung. Rückgang öer Erwerbslosigkeit in öerlin. Leichte Entspannung, kein Umschwung am Arbeits- markt. Das Landesarbeitsamt Berlin berichtet über die A r b e i t s m a r k t l a g e in der abgelaufenen Woche. Die Ge« samtlage zeigte eine schwache Entspannung des Arbeits- Marktes. Di« Zahl der E r w e r b s l o s«n ist wiederum zurück- gegangen, und zwar um rund 1900 Personen, so daß in den letzten drei Wochen ein Rückgang von insgesamt rund 4450 Per- sone» zu oerzeichnen ist. Dieser Rückgang kann jedoch nicht ol» ein Zeichen eine» günstigeren Umschwunges bewcrtck werden, da hierzu die Senkung der Arbeilslosenzahlen noch viel zu gering ist. Der Stand der Beschäftigungslosen mit 273 758 Personen ist sür Berlin noch ein außerordentlich hoher. Im allgemeinen ist auch weiterhin die Unsicherheit im Wirtschastsleben vorherrschend geblieben, da noch andere Umstände wirtschaftlicher Natur einer entscheidenden günstiger» Wendung entgegenstehen. Bei einem Ver- gleich der Lage in den einzelnen Berus«» zeigt sich die Kurve sehr wcchsclooll. Der Abstieg bei einzelnen Berufen wird durch den Aufstieg anderer Gruppen wieder aufgehoben. Bei der Ungunst der heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse müssen auch die A n- sprüche und Bedürfnisse des Publikums, die nicht m FRITZIMASSARY 34 inASSARY RITTER zum täglichen Leben gehören, sehr eingeschränkt werden. Dies wirkt sich noturgemäk unter anderem sehr ungunstig aus die Be- schüsligungsmüglichkeitli der K ü n st l c r s ch a st aus. Die.>hl der Erwerbslosen ist hier deshalb eine ungewöhnlich hohe. Nicht Minder werden von der Erwerbslosigkeit die Artisten sowie die Musiker und andere Kreise, die in engster Berührung mit dicjcii Bcrufsgruppen stehen, betroffen. Um nur eine Gruppe hcrauszu- greifen, betrögt die Zahl der erwerbslosen Artisten gegenwärtig rund 1000 Personen. Hervorgehoben zu werden verdient, daß die Jugendlichen zurzeit mit 7394 Personen einen wohl kaum dagc- wesenen Stand erreicht haben. Es waren 273 738 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- getragen, gegen 275 b3g der Vorwoche. Darunter bcsindcn sich 17(5 839(177 098) männliche und 96 899(98 541) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 132 834(134108) männliche und 68 808 <69 857) weibliche, insgesamt 201 642(203 965) Personen. Außer- dem wurde noch an 33 890(33 181) Personen Erwcrbslosenhilse gezahlt und 3948(4091) Perionen bei Notstandsarbeitcn beschöstigt. Bemerkenswert 4 ist, daß in der M e t a l l i n d u st r i e er- höhte Bedarfsmeldungen vorlagen, insbesondere von der Taschen- lampcnindustrie für weibliche Spezialkräfte. Auch Bauschlosscr und -klempner wurden in erhöhtem Maße angefordert. In den an- deren Grupcn ist die Arbcitsmarktlage jedoch weiterhin ungünstig. Der Rückgang der Arbeitsuchenden ist demgeinäß verhältnismäßig nur geging. Im S p i n n st o f f g e w e r b e bot die Kunstseidenindustrie für Fachkräfte und die Konfektion für Maschinenstickerinncn gute Be- sthäftigungsmöglichkeiten. vor öer Grünöung eines Clektrotrusts. An der Berliner Börse wollen seit Tagen bestimmte Kreise wissen, daß die Verhandlungen zur Bildung eines Elektro- trusts durch die verschiedensten Gruppen wieder aufgenommen worden sind. Bor allen Dingen legt man die über Amsterdam kam- nicnden Meldungen über Amerikaanleihen für die Elektroindustrie dahin aus, daß bestimmte Kreise, man nennt sogar die Regierungen einzelner Länder, sich für ciire internationale Interessen- gemeinwirtschaf t in der Elektrowirtschast in der Art der Jnter- nationalen Rohstahlgemeinschait einsetzen. Die Gerüchte erhalten dadurch Bedeutung, daß eine rheinisch-westsälische Bankgruppc, die über die Borgänge in der Elektroindustrie immer gut unterrichtet ist, sich stark auf dem Markt für Elektrowcrte engagiert hat. In diesem Zusammenhang erwähnt man den alten, bereits vor dem Kriege erörterten Plan, die bekannte Clcktrofinna Bergmann Zl.- G. vorerst mit einer großen Elektrogruppe zu fusionieren. In Frage kommt nach den neuesten Meldungen der Anschluß an den Siemenstonzern. Wie es heißt, soll der persönliche Widerstand, der die Einbeziehung der Bergmann A.-G. in einen Großkonzcrn bisher verhinderte, fortgefallen sein. Sanierungsschwierigkeitcn in der Pianoforlesabritalion. Ein interessantes Bild von den Schwierigkeiten, die der Klaoierbau bei seiner Umstellung auf Massenfabrikation zu über- winden hat, erhielt man durch die Ausführungen der Verwaltung in der Generalocrsamlung der L u d w i g- H u p s e l d A.-G., Böhlitz-Ehrcnberg bei Leipzig. Die Vcrsamlungm hatte über den Vcrfchmelzungsvertrag mit der Pianofortcsabrik G e- b r ü d e r Zimmermann A.-G. zu beschließen. Dabei gab der Vorsitzende des Aufsichtsrots Dr. Schon ein Bild über die geschäftliche Entwicklung, die zur Notwendigkeit der Vcr- schmclzung geführt habe. Fraglich sei nach Aufsassung vieler Aktionäre, od der Stand der Hupscld A.-G. so ungünstig sei, daß lediglich ein Austausch der Aktien im Verhältnis 4: 1 erfolgen könne. Die G e s a in t v c r o i n d l i ch t e i t e» der Hupfeld A.-G. betrügen bis nach Ablauf des Geschäftsjahres 1925 per 30. Juni etwa 5,7 Millionen Mark, während die Zimmermann A.-G. nahezu schuldenfrei dastehe.'Auch im abgelaufenen Geschäftsjahre habe die Hupfeld A.-G., wenn auch die Berechnung der Lager- bestände noch nicht abgeschlossen sei, zweifellos mit Verlust zu rech- ncn. Zurückzuführen sei die schlechte Lage der Gesellschaft auf die Umstellung der Luxusfabrikation auf billige Produktion, die infolge der Wirischaflskrise u n u m g ä n g- lich notwendig gewesen sei. Diese Umstellung habe eine große Entwertung der vorhandenen Lagcrbestände zur Folge gehabt. Da die Zimmermann A.-G. großen Wert daraus lege, die Fusion sofort abzuschließen, habe man nicht gewartet, bis eine Bilanz per 30. Juni 1926 vorgelegt werden könnte. Ein Weiterarbeiten der Hupscld A.-G. aus eigener Kraft sei unmöglich. Die Gesellschaft wird den Namen: Leipziger Pianoforte- und Phonola-Fabrikcn H u p f c l d- G c b r. Zimmermann A.-G. führen. Ein Zeichen der Zeit. Eine der bekanntesten Luxusschuhfabriken Deutschlands, die Schuhiabrik Herz Sl.-G. in Frankfurt a. M. stellt ihren Betrieb auf billige Erzeugnisse um. Die Luxusschuh. Herstellung ist eben heule nicht mehr rentabel. Die Gesellschaft ist nicht in der Lage, für 1925/26 eine Dividende auszuschlltten. Außer- dem sind die Umsätze nicht so groß, daß die volle Beschäftigung der Werkstätten der Gesellschaft gesichert ist. Die Belegschaft ist von 1 00 0 Mann auf 500 Mann reduziert worden. Dieser Rest ist allerdings voll beschäftigt. : Gabardine, reine Wolle, für Damen-Kostüme, viele Färb., hervorr. Qual., Mir. 3.90 1.95 .1.45 Gelegenheit zu VEBGNÜGUNGS- UND ZEHOL UKGSRLISEN ZU* SEE mit Jen Dampfern der regelmäßigen Dlenite Auskü nfte un d Drucksachen durch alle Reisebüros und Vcrtretüngen der HAMBURG-AnERIKA LIN!E HAMBURG /ALSTERDAMM 25 in; Berltu W. 8, unter den Linden 8. nnd Vertcchrsbnnu Hnrlflrsten- önmm 237. Frndllansllflntle erteilt das Schiflslrachton- Kontor ü. m. b H., Berlin W. R, Unter den LindcnR. Fernspr.; Zentrum:6448— 4V, 9197— 99. Achtung! Billiger Fleisch- und Wurslverkauf roa 8—3 Uhr 40 Thaerstraßc 40 Möbel ohne Anzahlung] liefert aKreoommiertes Möüellians Itomplelle Zimmer, sowie EinzelmSbel, Rüchen in allen Farben. Ankleitleschränke. Rleider- schränke, Solas, Bücherschränke, Beltslellen in Holz und Melall, Teppiche und vieles andere j bei denkbar bequemsten Ratenzahlungen! Beste Qualitäten I Billigste Preise l| 1 Qefl, Anfragen unter D, 27 an die Hauptexped. des I Vorwärts, Berlin SW 68 Manchester sehr gute Qualitit• far KostrTne und Kleider, ulUlfC moderne Farben, 140 cn breit« Cfnffo ,i,r Dameoübcrjrangsmäntel 9 9*1 ulUlIC 140 breit, in vielen srhönea Farben. QlnHo>40 eni hielt, ir.od. Muster 1 7« u IUI IC«..r Herrer- und Knabeninzüpe. Meier u Sloffe 140cTn kür Kostüme, Röcka�u�w. � fjQ Hossnstoffabschnitte o"n,h.'i.n'!d!' 3.— Damen-Pullover � Ä 3.30 Strickwesten fTDamen und Ht-rtn. 3.6 J Strickjäckchen.ffT 1.95 Kind.-Strickmante! ÄÄ&s 2.75 Männer-Barchenthemden---- 1.95 Herren- Einsatzhemden...&. 4 1.25 Unterjacken ÄÄ Dämea.. 1.25 Herren Unterhosen or. 4 1.25 Frauenhemden Thkoi, guteouiiist. 1.50 Damen-Strümpfe 0.30 Kunsiseid- Damenstrümpfe � 1.10 Damen-Strümpfe St,d;°o£'™ rLb« 0.70 Herren-Taschentucher we,ß(; smck 0.90 Damen-Taschentüch er 5�3 st 0 25 ....... 0.30 schön'-'e Färb, n An Qrööc 35 U-9U Größe 50 0.35 Socken bum....... Kinder-Schlupfphos. Knabenhemden augutiubt Mädchenleibchen g«rickt..... 0.33 Muccclina imif« 80 rm breit» Lute Qual, f) Cfl Musseline neueste Muster.... Meter v.uu Wäschestoffe«. so cur breit..... 0.45 Satins �1.. .chönen Q ß,] . Meier Sweater lür K,nd"- 0.50 Hemden- u. Blusenstoffe oÄ': 0.50 Lakenslofte 1.40 Laken-Nessel �.br!it: 135 Züchen-Barnitur 8.25 Bettbezüge ÄÄT':? Äin. 8.95 Handtücher Wtiß, ges. u. gebänd., Stück 0,55 LüsterjackettSüM Waschjoppen 4.— Herren-Windjacke......... 6.— Herren-Sportanzug orößM 44-45 12.— Herren-Sportanzug 22- Herren-Waschanzüge sc>uii.t°ii« 12.50 Herren-Gummimäntel...... 11.93 Damenmäntel Honwspua...... 6.— Knab.-Waschanzüge 1.8» Knaben-SchulanzügeZsirrÄ:* qn .epun, hochgeschlossene loDoznform. Gr. 0—6"»vü Matrosenanzüge Schul-Leibchenhosen aus Homespun und Waschstoffea. blau und tarbi�, C£11 Größe 0-3 von 0. Jü an 1.45. Feldgraue Hose aus Origmal-Miiiiärstoffen........ 6.95 Damen-Wiftschaftsschürz.QO�i;1.40 j Barchentdecken..... 0.90 Ooer Soisia« Berlin N. 44 Von der Reise zurück Hantarzt Dr. A. Beer Zurück Dr. Ernst Meyer Facharzt für Lungcnleiden Snvignyplatz II, II. □Bnle8flK.an Hochwvib» u. t'onbpatscllcii, ca. 15 Min. von Blckciwccder, birett an Etaalsforsi. Dtclänscc lägt, im Restaurant„Ailrp Berg schiag-, Birtcnwrrber. Nieger, verlin(£.,©ontorbflc. 5 LehensiangSidie Garantie leiste ich als Selbstherstellor auf die bei mir gekauften naszr Clnauss�esdvadle eS9-30 Trauringe zu billigsten Preisen in den sediegemten flnilnrngen Ständig ca. 5090 St. auf tager: Hermaim Wiese, Berlin TMäa Sil Umlnidi»er in fm»n nu giituftio Singe inatrbalb ninn Jähret um nlln Prti»»ridguommn.■ Preisliste gratis! Ges. geschützt Von der Reise zurück Dr. Caro, Westend, Der guie ftämtän- KaiilaDaB,,,ÄÄS"- C. Ktfckcr, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Korbmöbel Große Auswahl! Billige Preise! Peddigrohrliseh von 5,75 M. an Peddigrohrsesse! von 7,50 M. an Spniel-Korbnilbelliiiis Edn-. undVoS NeukAlln, brlintr Str. 14. Anzahlung gestaltet Sport-Stiefel Wanderstiefel:: Bergsteiger nur in dem bekannten Speztclgeichdst bj. Väbr 0. s» e � 9lüJc Metallbetten Stehlmatratzen, Kinderbetten jOailii u Piie. Kat. 650 Ig. Eisenmftbelfahrik Suhl Thür. Paul Hanke's Brotbäckerelen liefern von jetzt ab Brot von n Dasselbe zeichnet sich durch seinen lieblichen, schönen Geschmack aus, ist kräftig und hält sich lange frisch. Das neue Roggenbrot Der Schnitter froh die Sense schwingt Im reifen Aehrenfeld;— Und über ihm die Lerche singt Am blauen Himmelszelt.— Die vollen Aehren drischt sodann Man auf der Scheanendiele, Die gold'nen Kömer bringet man, .Zum Mahlen in die Mühle.— Das beste Mehl— so zart und gut Bringt zu Panl Hanke man, Der backt in heiJüer Ofeoglut Ein prächt'ges Brot alsdann.— Vom neuen Koggen— ein Brot so fein— So süß— so dultig— so frisch; Panl Hanke nur kann ganz allein Es bringen uns auf den Tisch.— Panl Hanke's Brot bleibt jederzeit, Von neuem Koggen zumal— Das größte, trotz seiner Billigkeit I Das beste auf jeden Fall— PaDj Haute's BioMiteieiee Iii 54 Kltc Cchönhaxser Ctr. 39,40 N Snooltbenttrob« 156 a Schererstrab- 19 , stiuibuster Siratze 20 , Pantstrast« 91 m Bettermanusteaste 84 , Freieuwatber e trotze 28 , Miillerstratz« 166» NO eanbibetett BDe« 128 » bratz* lVranffurtet Strotz, 88 » Pollsobeostrotz, 2 O Strotzmaoostrotze 2 ,«artnerftvatz« 23 , Boghogrocr Strohe 119 SO ftSpeafdcr Strotze 23 „ Configer Strotze 16 8 Stostschrel berstratze 32 a , Dresdener Strotz« 38 »(Bcäfeftratze 12 W Steglitzer Strotz» 73 „»lellendort strotz» 40 , Starnberger strotz, 22 NW«9il«nocker strotz« 45 . voubelstrotze 3» , Wolbstrotze 17 aieoitvilre! Hermonnstrotz« 226 «ottbnsser Tamm 69 Kr!«d«lftr-b» 24 25 Pajikotrt «olloakstzotz» 88 Prima braan Rindb.-Damen- Wandertchnhe englischer Absatz. Quartier und Blatt dnrchbrochea Braun Rindledcr' SandalCD durebgeolht Gr.iS�ö 5.50v 81-354,25, 27-303,90, 25/20 3, BÖ, 23/24 2,95....... 3842 WeinLeincn-Spangen- tchube 2 KnBple,(HacA- futter, echt l/)BiJ XV.-AlwaU, Or. Zy- 42 ,,»»««»««»»»» SB �VeisBl-einen-vootS- aeb„I,M uiit weisser ange- »«-tiuiic gossener Gummi- soWa, Gr. 43-48 B,25, 36-42 4,50, 31-35 3,90, 27-30 3.75, 23/23 3,90, 23/24 3,25 Das grösste Schuh-Spezialhaas mit der grbssten Auswahl Beriins GsWerMQDbsWegung Streikabstimmung 5er örauereiarbeiter. Der Streikbeschluß so gut wie sicher. Die Funktionäre der Berliner Brauerciarbeiier, die l�rganisa. lionsleitunqen und die Lohnkommission wenden sich mit einem Fklugblatt an die Berliner Brauereiardcitcr, wo- un der im„Vorwärts" bereits erörterte Lohnkonflikt be- bandelt wird. Der Behauptuna, für die Brauindustrie ergebe sich eine»unsichere Geschäftslage", wird die Meldung entgegengestellt, dost die Ä l t i c n der S ch u l t h c i h- P a tz c n h o s c r-B r a u c- r c i ganz besonders gesucht werden, da mit einer Dividende von lg bis 18 Proz. gerechnet werd.'. Umfangreiche Neu- und Umbauten werden nach Ausweis der Geschäftsberichte aus lausenden Mitteln bestritten. In der Kriegszeit wurden die Löhne der Brauerciarbeiier niedrig gehalten, weil die leidende Brauindustrie die Löhne der Nüslungsindnstrie nicht zahlen könne. Jetzt aber, wo in der Vrauindustrie Konjunktur herrscht, berufen die Unternehmer sich auf die allgemeine ungünstige Wirtschaftslage. »Kollegen! Dieses Theater spielen wir nicht länger mit!"— beißt es in dem Flugblatt, das die Broucreiarbciter auf Beschluß der Funktion ärkonserenz aussordcrt, bei der Ur- n b st i in m u n g morgen Montag und am Dienstag einmütig für den Streik zu stimmen. Der Streik wird dann auch zweifellos mit großer Mehrheit beschlossen werden. Bekanntlich ist eine Lohn- crhöhung von vier Mark wöchentlich gefordert, mithin 8� Pfennig pro Stunde. Die Herren Brouereidirektoren hoben inzwischen noch genügend ,Jeit zu der Ucberlegung, ob sie es aus einen Streik ankommen lassen, oder aber die nötigen Zugeständnisse machen wollen, um den wtreik -i vermeiden._ (apcrrc der Zimmerer gegen die Firma Tchlüschcn. Im Mai ersuchte die Firma Schlüschcn die bei ihr beschäftigten Zimmerer, i n A k k o r d z u a r b e i t e n. Da die Zimmerer dieses Ansinnen ablehnten, wurden sie von der Firma gemäß- regelt. Am 8. Mai wurde daraufhin vom Zentralverband der Zimmerer folgende Sperrnotiz verosfentlicht: Achtung, Zimmerer! Die Bausirma Schlüschen, Span- d a u. ist wegen Einführung der Akkordarbeit aus der Baustelle Spandau, Zeppelin st raßc>gespcrrt. Kameraden, wenn die Firma glaubt, daß die Zeit für sie günstig ist, die Akkordarbeit einzusühren. so wird dieses an der Geschlossenheit unserer gemäß- regelten Kameraden scheitern. Durch eine einstweilige Verfügung wurde die Organi- s-tinn gezwungen, die Sperre auszuheben. Durch Eiegenklage vor dem Landgericht ist die einstweilige Dcrsügung aufgehoben und bestätigt worden, daß die Sperre zu Recht bestand. Die Firma Schlüschen hat trotzdem bisher der Forderung. die Gemaßrcgelten wieder einzustellen und nicht in A k k o r d ji rbeiten zu lassen, nicht entsprochen. Daher besteht die Sperre weiter. Kameraden, übt Solidarität mit den Gemäß- regelten!_ Ter Kellner war nicht zur Stelle. Im»Pschorrbräu" in der Tauentzienstraße erschien ein Gast. Nachdem er fünf bis sechs Minuten auf den Kellner gewartet hatte, der augenblicklich nicht im Revier war. räsonniertc er auf die un- -»a—■a�——— ai���—— zuverlässige Bedienung, entfernte sich und beschwerte sich bei der Geschäftsleitung. Die Folge davon war, daß der Kellner e n t- lassen wurde. Beim Gcwcrbegcricht focht er seine Entlassung als unbillige Härte an und sührte zu seiner Rechtfertigung an, er sei zur frag- lichcn Zeit in der Küche gewesen, um eine bestellte Speise in Empfang zu nehmen, was natürlich einige Minuten Zeit ersordcrte.— Die Geschäftsleitung begründete die Entlassung auch damit, daß der Kläger im Lokal einen hestigcn Streit mit einem seiner Kollegen gehabt habe.— Vor Gericht wurde jedoch festgestellt, daß sich der Streit»ach Schluß des Geschäfts abspielte und daß höchjtwohrschcin- lich nicht der Kläger, sondern der andere der agrcssive Teil im Streit gewesen ist. Das Gericht ließ den Streit denn auch nicht als Entlassungsgrund gelten und scheint hinsichtlich der vernachlässigten Bedienung des Gastes ein gcwiiscs Verschulden des Klägers angenommen zu haben, denn dos Ilrtcil ging dahin, daß es eine Ungehörigleit sei, daß der Kläger den Gast 5 bis<> Minuten warten ließ. Aber dieser ein- ni u l i g e Verstoß sei kein Grund zur Entlassung. Wenn sich solche Vcrsiöße trotz Verwarnung wiederholen, würde die Entlalsung be� g> im de: sein. Beharrliche Verstoße seien ober nicht bewiesen. Die bcflaote Firma wurde deshalb verurteilt, den Kläger wieder c-n- zustellen oder ihn mit öOO M. zu entschädigen. , Zusammenbruch öes Sergarbeitersireiks.'' Der Wunsch der Regierung und der Unlernehmer. Londov. 11. August.(Eigener Drohtbcricht.) Die amtliche englische Agentur Hot am Sonnabend in der ganzen Welt v c r- s ch i e d e n o Meldungen über einen„Zusammenbruch des Berg- arbeiterstreiks" verbreitet. Diese Nachrichten sind tendenziös und stark übertrieben. Es ist richtig, daß in einem Teil der Bergbaugebiete unter dem Druck der Rcgierungsmaß- nah m e n die Arbeit mehr und mehr wieder aufgenommen wird. Aber im Vergleich zu den noch nicht angefahrenen Bergarbeitern ist die Zahl der Arbeitswilligen vorläufig noch nicht sehr be- trächtlich. Am Montag wird der Zentralrat des Bergarbeiter- verbände? sich mit der Loge befassen. Soll die finanzielle Hilfe nicht zu spät kommen, muß sie un- verzüg lich geleistet werden! Wie die Meldungen aussehen. London, 11. August.(Reuter.) In ollen Bergwerken des äst. lichcn Midland-Distrikts wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Die meisten Schächte sind in vollem Betriebe und arbeiten auf der Grundlage des Achtstundentages. Ungefähr 7 0 P r o z. der Bergarbeiter haben trotz des Abratens Cooks, der den Distrikt besuchte, die Arbeit wieder aufgenommen. Man glaubt, daß die Bergarbeiter in der kommenden Woche die Arbeit wieder allgemein aufnehmen werden. Die Zahl der zur Arbeit zurückkehrenden Bergarbeiter im wichtigsten Schacht von Nordwales zu den alten Bedingungen steigt ununterbrochc». Wo Reuter liebl. kann hugenberg nicht hassen. London, 13. August.(TU.) In englischen Gewerkschastskreisen herrscht über den bevorstehenden Zusammenbruch des Bergarbeiter- ftreiks die größte Bestürzung. Bereits mit dem Scheitern des Ge- ncralftreiks hatte die englische Gewerkschaftsbewegung einen empfind- lichcn Schlag erlitten. Dieser Schlag droht sich jetzt zur Katastrophe auszuwachsen, wenn auch die Bergarbeiter die Waisen strecken müssen. Und dies hält man für gewiß, da weder die durch den Generalstreik erschöpften englischen� Gewerkschaftskassen noch die Amsterdamer Internationale eine Summe von einer Million Pfund für die Fort- setzung des Bergorbeitcrstreiks aufdringen können. Im September befürchten die englischen Gewerkschaftler einen großen Krach auf ihrer Jahreskonferenz, wo die geicheilertcn Streiks zur Abrechnung kommen werden. Wie im Jahre IgZI noch dem ersten Bergarbeiter- streik wird jetzt eine starke Austrittsbeweguüg aus den Gewerkschaften erwartet.— Aon wem wird sie erwartet? Von oll denen, denen die Gewerkschaften ein Dorn im Auge sind. Beschlüsse des englischen Gewerkschasksratc. London, 11. August.(MTB.) Wie verlautet, hat der Generalrot der englischen Gewerkschaften nach einer längeren Sitzung Dar- kehrungen getroiicn,»m einen erneuten Zusammentritt des e n g l i s ch- r u s fischen Komitees in einer Stadt des Konti- nents, wenn möglich zu Ende nächster Woche, herbeizuführen. Außer- dem bildeten die Vorkehrungen für den Zusammentritt des Ge- wcrkschaftskongrcsses im nächsten Monat in Bournc- mouth den Gegenstand der Beratung. Tagung 5er Textilarbeiter-Internationale. Sludienreisc nach Indien, China und Iapan. Prag, 15. August.(Eigener Drahtbericht.) In der vergangenen Woche tagte in Prag die Exekutive der Textilarbeiter-Jnternationale. Im Anschluß an einen Bericht des Generalsekretärs Tom Shaw wurde eine ausführliche Debatte über die Lage der Textil- orbeiterorganisotionen der einzelnen Länder geführt und das Programm des nächsten Kongresses der Textilarbeiter-Jnternationale erörtert. Aus dem Geschäftsbericht geht her- vor, daß die Textilarbeiter-Jnternationale gegenwärtig i n 14 Staaten vertreten ist und 9 4 2 3 61 Mitglieder umfaßt. Es wurde u. a. beschlossen, eine Studienreise nach Indien, China und Japan zu unternehmen, um mit den dortigen Textil- orbeiterverbänden, die eine immer stärker wachsende Bedeutung für die Internationale erlangten, in unmittelbare Verbindung zu treten. Abschließend wurden Berichte aus den einzelnen Ländern vorgelegt. aus denen hervorging, daß die Textilindustrie überall. England nicht ausgenommen, eine schwere Krise durch- macht. Gleichzeitig wurde über die Regelung der Unterstützung schwächerer Organisationen in einigen Ländern gesprochen. Der nächste Kongreß der Textilarbeiter-Jnternationale dürfte in Brüssel stattfinden. SVD.-Wetallarbeileri Mittwoch. 13. Auuusi, 7 Uhr. JfraUionsocifamnüuno in hen Sclihcns-Srit- fülcn, eonhshtraer Str. 31. In Anbetracht her wlchtigru Tagcolvnnng ift das Srfdicinrn»Irr OcnofTcn unbrbtngt crfarbcrlich. netnet bort fehlen: Partei» und©erbontsbuch icnilhnicrcn. Per ffrattiansoorftanb, fiftfic fSewerkichaftsjxqend. Wir beteiligen uns heule an den Veg cht! qnn zeit her Metallarbeiterjugend: Tempelhnfer Klugltose.» und Zoologischer(bctlen. Treffvunlt: iZlughasen vormittags!» Uhr TemvelHeifer Ghausiee. Zaolozischer ©orten nachmittags 2 Uhr am Zoo. Zngenbgenppe be« ZdA. Abt. Norden: Morgen, Montag, 7>/i Uhr, Jugend. beim Schule Danziaer Sir. 23 Heimabrnb. Verband der Maler und Lackierer. Dienstag. 17. August, 7 Uhr. Int ©emerkschaflsbe-s. öngclufct 24/25, Saal 3, Lackiererversammlung. Vortrag. Setbanbsanqcregenhetfcn. Sie Scftionslcitung. Dochbecker und©cnifogeitoffen. OeffenNiche Werbeversammiung am Mill» woch, 18. August. 7 Ubr, Ecwerkschaflsdaus. Cngelufcc 24 25(öoai 1). Bauhandwerker! Macht unsere unorganisierten Aollegen daraus ausmerisam. Der Tiorstnob. velleidungsorbeiier.Zugnid. Eonnabend. 21. August. Dondersabrt nach Bernou-Uegdork. Uedernachtung in der Jugendherberge dort. Treffvunst CH Uhr vor dem Stettiner Bororlbahnhos. Rege Beteiligung erwartet die« Zugendkommission. 3. A.: Sa Ibach. (Gewerkschafilichcs stehe auch 4. Seite Kzauptblatt.) FUzhut Frauen-■ form mit Bandgamitur 1 um unseren bisherigen Kunden unsere Leistungsfähigkeit zu beweisen und neue Kunden zu werben Filzhut form m-Bandaarnicrung Kleiderstoffe Baumwoiiwaren Damenkonfektion Hauswäsche Gardinen Crepe-Marocain gute Qualität, mod. Farben, Mater FlTOtte In neuen Streifen, Meter Volt-Voile ÄÄ aparte Kletdermmfer.... Meter Qafin 0"te Oualitlt, in vielen aaiin Parben...... Meter Putloverstoffc SSÄ Kinderschotten doppell breit, reue Stellungen, Meter Popeline moderne Farben Meter 0.52 0.68 0.95 0.95 1.25 1.25 1.95 3.75 Waschseide wdO oder farbig...... Meter Kimsl'Selde m~oh*mT' ln '5'r'«.S5 «".1.35 bübKften Mortem X. 1.65 I Herren-Artikel mit Kragen u. llm>d)lagmanschetten Oberhemden mansd>e Vorhemd mit Seitenteil und paaeendem Krnflen Oamltur 3L5 0.95 Herren-Hüte 3.90 Herren-Mü�enp�Xm 1.50 Selbstbinder breite Form, 1.- modemete Hmmuslerung,,. X.fzO Stehumlegekragen �- In verachledenep Formen..... Hosenträger auakrSfögcm /N Qir Gummiband, mit Ledertdlen... v�«c/0 nnniininNmniiitiiinMiitniiiiiiiiiiii f Inrnsdiatie hu umpnawi iniiiininHmniiitiiininiiiiiiiiiiiiMiiiiiuiiiiiiiuiiininiuiiiiiuiiiiiiinij mit Chromleder« sohle 11.65 z- 1.95§2.25§2.75 iiiiiiiuuiuuiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiuifiiiiiimiiHiiiniiiiiiiiiil I Rohnessel _ 0.38 Hemdentuch 0.43 Renforce guamä'l"3e. Meter 0.58 Rein Mako 0.95 Louisiana 0.72 Louisiana krlktlgea Oewebe, Dechbeltbrelte........ Meter Lakenstoff Hauamaifceratt gebleicht, ca. 140 cm breit.. Meter Wirkwaren Herrenhosen normal- 1 farbig, starke baltbare Qualität., Herrenhemden Ä. Qc mit Doppel brüst, haltbare Qualität. Herrenhemden l�p,.« QC Mako, felnfädig, gut Fabr., 3 Größen«Jsc/O Herrenhosen �"Tor. 2.95 Herrenjacken 2.45 Schlupf hosen n «tark. Qual, mit angerauhtem Füller\J»tJo Schlupfhosen««c Kun«t«elt,m. rotenSlr«lfen.ca-4«Xl00 V.OO Stubenhandtuch»«n-noc vellgeblelcht ca. 44X100, gea-u. geb. V/.i? O F rottierhandtuch farbig, guter Kriuselstoff.., ! ßegensüiirmeD�ent» qb f | moderne Topform, 12 teilig... wa ar v= niiiiiniiiiiiiimuiiiiiiiiiiiiimiiiiuiniMiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiimmuiiiiiiiiiiH Damenwäsche DamemTaghemdsi aua gutem Stoff, hflbidi garniert■|> tm\ß Hemdhose* Qe gmet Wäschestoff, mit Spitzen gam. I. Nachthemd t% Rcalorc� mit Spltzengarnienmg.-fcaWJ Frinzeßrock o mit hohem Stldcerci-Volant.... _ ,0.78 Frottierhandtuch m>. 1 gutem farbig. JaequaTd.KrXaacUtoff I.OD Strumpfwaren Damenstrümpfe'ZM n. Q schwarz, Ferse und Spitze verstlrkt W*frO Damenstrümpfe SSko. f arbig odjehwarx, Ooppels Ohle, Noch. A Q C ferse, br. Doppelrand,«ehr haltbar W.c/O Damenstrümpfe AL Seidcnflor mit Doppeltohle u. Hoch- 4 A C ferse, moderne Farban und achwat, X.TSÜ Damenstrürnpfe�.��- ul Sohle, fehlerfrei, farbig u. schwarz X«c/0 Herrensocken SSTgcu. a na melletf, Ferse und Bpltre versllrkt V.OO Herrensocken jTeÄ n Qc muster, farbig, haltbare gnutitlt. Wsc/O Schweißsocken a wollhaltigc Qualität, acht haltbar. V.( O Künstlergamitur. buntfarbig, 3 f eilig.... Fenater ft.UO Bettdecken engus-h ran 2.95 Waffelbettdecken weiß mit Fransen....... 2.95 doppeltsei tig es. 140X300, viele moderne Farben c/*( O nrnniniuiuiiniiiiniiiniiiinin f tlnoleoBi-taoltr j Wsli-Tinesln-Vorlagsn Minitinitmmnmiiiiniiuiitimtitiiiiinmn Berufskleidung Monteur- Jacke o qc ed.»Hoau. Köper, krlftlga gualltlt Z.&0 1.951 Ä 2.95 1 iMiimiiiniiiiiinitniitnniiiMiüi Malerkittel aus festem Rohnessel, Mechanikerkittel aas gutem, grauen Nova.. Berufsmäntel farDam«. Rohneosel« gute gualit&t...... Berufsmäntel rar Damen, aua gutem, grauen Nova. .4.95 Gummimäntel ia tc für Herren, Köper, mit Gürtel.. 1 V*( O nmmiuwmiujwniiiiMuumiiuuuuBiiwuiuaiuiuiiMiuiiuiuiugu. f Turnsöiuiie 1 j§ 1.75§2.25§ 2.55§2.95 UlllUaMlIfWiUlUJUWIlllUIIUlUIUlllMUlllllllUinillHIIINIIIIMUltimKlir Belle-Alliance-Str. ❖ Gr. Frankfurter Str. ❖ Brunnenstr. ♦ Kottbusser Damm ❖ Wilmersdorf er Str. i 1 Paket reicht fit«V* Eimer was»"- � nehtlge Selige%rsil TU Hehme»._ Btv*» UngewghnUthe* t Entzückende, reinwollene Weiße Rips-Kleider neue Formen, m. aparter Qamlerung 25.' mit plissiert. Rock, feinstes Genre. Iderlrimph aller Mebole! KonlgstTa ££-<26 1*Stock herzeageade Beweise: Crdpe de chine- Kleider einfarbig und mit entzückenden Handmalereien in den apartesten Farben 2«.- 30.- 39.- bildschöne lEtn Angebot von seltener Preiswürdigkeit l Winter- Mäntel Vel vei-Mäntel Farben aus vorzügüdien, reinwollenen Veloursstoffen, mit reichem Pelzsthmadt versehen 39.» ganz auf Seidenfutter für den Herbst sind angekommen. Die neuen V Cf'JLCt! II Die Kennzeichen dafür slndt Außerordentliche Schönheit der Formen, herrliche Farben, wundervolle weiche, seidenartige Qualitäten und angewöhnliche Preiswärdigkeit. -59.- KS.- 79.-—89.- Einsegnungs-Kleider so schön wie selten zu finden 25.-20.- in Taft. 90. Velvet u. Eolienne 30•' Jede Konfirmandin ecKtli ein Qesdtenkl Besonders elegante Seidcnplüsdi- Mäntel feinste Ausführung, ganz auf Damastfutter vorzügliche Qualitäten 59.- 69.- ä79,- Fesche imprägnierte Regenmäntel aus gut AEwettersioff, in mod. Sportformen große Weiten 25.- 30.- moderne HVoll- KlctdCV Herbst tn besonders schönen, fugendl. Formen u. reicher Ferben- auswahl Z«.- 25.- 2«.- BAD-NAUHEIM Ganzjährige Kurzelt O-Zug-Statfon der Linie HÄmburg-(Bdflin)-Caaael-Frankfurt a. M.-Besel (45 Minuten von Frankfurt am Main) 1 Prosotkt durch nad- und Kurven»a tnne Welt&erütkmtc Sko Mensdur eveidne Matfksalzifkcrmen[b, (303�9%. VCelsJ UnarrataHt bei Mar«, und Artarlankrankhaltan, Rheuma, Qlcht, Bronchitis, ROckenrasrka. Nerven- und Frauanlaldea Ermäßigte Kurabgabe ab 1. September Vaterbeltvcisen a. Sport eller Art- SeMaer BcbolanftMulentbeH' VeridtU Uaterkwaft Im ejlea Frelslmgea. Nr. Z82 ♦ 43. Jahrgang 3. Seilage öes vorwärts Sonntag, 15. Mgust 7426 Einle-dciigea svr diese Rubrik sind Berlin SW 68, Liudrnstraße 3, Porteinachrichten für Groß-Serlin slctz an das Dejirkasekretariat, 2, Hos, 2 Sttp. recht«, zu richten. t. itrci» Ritt». Gormioß. 13. August, gemeinsame Demonstration mit Reich«. bann«. Treffpunkt 2 Uhr Arlonapiatz. Sioii 2— 4 Ukt PlaliMusir daselbst. Ab ViS Uljr Vcrfostungsscier im Gcwerkschastohaiis. Monjag.!'i. August, 8 Uhr, bei Lotschert, Reue ssrirdrichslr. las. engere Berstandesttlung. 2. llrei» Tiergarten. Am Frei lag.»a. August, sindct eine Versammlung aller kommunalpolitisch tätigen«cnosten des»rcises sowie aller oerienigcn stall, welche bei der Wahl zun, Volksentscheid in den amtüäie» Ajohl. burcau« als Leiter oder Brisistcr tätig waren. Die Adteilungsleitcr werden dringend ersucht, die ihnen bekannten Genossen bestimmt einzuladen. Die Versammlung findet um 8 Uhe bei Berg«, Levctzowstr. 21, Eekc Iagow- straße, statt. 5.»rei, zriedrichahai». Sitiung der MitgNcder des Bildungsausschusscs am Montag, 1k. August, 8 Uhr. bei Schmidt, Fruchtstr. 36». Jede Abteilung muh vertreten sein. 7. Kreis Sharlottenbnrg. Der Vorbercitungsunterricht fiir die am 26. Sep. tembcr stattkindende Jugendweihe beginnt ani Montag. 16. August, nachmittag« 4 Uhr. im Jugendheim Rostnenstr. 4, vom 1 Tr.. und wiederholt sich an jedem Montag. Anuleldungcn werden dortsclbst entgegengenommen. — Sonntag. 2S. September, grvhe» Daldfcst der Freien Schulgcmcind«, Kinderfrcunde und Arbeiterjugend in der Waldschule. ». Krei» Wllm«r»d»rs. Heute, Sonntag, veransiallct das Reichsbanner Wl» mcrsdorf eine Verfassungssei« im Biktoriagarie», Wilhclmsauc. Die Ab. tcilungcn 67 bis 78 werden ersucht, sich mit ihren Fahnen zu beteiligen. Antreten ans deck Fcbrbellincr Plah nachmittags 2% Uhr. Rachmittags 4 Uhr Feier im Viktoriagarten. 13. Krei, Zempelhof, Marieudari, Marirnseld«. Lichtenrade. Am Dienstag. 17. August. Ausfiug der Genossinnen nach Machnower Schleus«. Treffpunkt am Tivoli. Tempelhvf. Abfahrt daselbst 10 Uhr mit der S6. Bon Lichter- selde-Dst 11,06 Uhr mit Linie 100. Kaffee wird gratis verabfolgt. Ar- beitslose Senostinnen und Jugendliche freie Fahrt. Nachzügler werden bis 3 Uhr an der Gndhallestelle an der Schleuse erwartet. 14. Krei, Reutöllu. Dienstag. 17. August, 7Vö Uhr, erweiterte Kreisvorstands» fihuna an bclannter Stelle. II. Krei» Pankow. Sämtliche Genossinnen und Genossen bctciliqen(ich heute, Sonntag, an der Derfaiinngsieier in Pankow, Kvnzerthaus Linder. Breite Strohe. Dir bitten die Mitglieder, stch an dem Umzug, der nachmittags 1>4 Uhr Bornholmer Etrahe Elke Schönhauser Allee beginnt, rege zu beteiligen. heule. Sonntag. 15. August: I. Abt. Di« Genossinnen und Genossen treffen sich zum Festumzug nach. mittags 2 Uhr am Artonaplah im Parteilokal Dobrohlaw, Ewinemündcr Strohe 11, Reoe Beteiligung ist»ringend«forderlich. 7. Ab». Alle Genossinnen und Genossen treffen stch nachmittags 2 Uhr am Arkonaplatz. 34. Abt. Samtliche Mitglieber beteiligen sich an der Bttfassnngsfei« de» Reichsbanners im Lokal Schoner». AIt«Strolau. Beginn nachmittags 3 Uhr. Mittwoch. 18. August. 7� Uhr, Gadiner Str. 10 wichtige Funktionär» sthung. Sämtlich« ausaogebrnen Fragebogen sind mitzubringen. 4S. Abt. Die Genossen werden hiermit gedelen, mit ihren Familien an der Bcrfassungsfeicr des Reichsbanners in der Boekbranerei, Fidicinstr. 2/3, teilzunehmen. 47. Ab<. Die Genossen werden oebeten, stch mit ihrer Familie an der Ber» fastunqsfeier de» Reichsbanner» in der Dotfbranerci, Fidicinstr. 2,3, zu beteiligen. 71. Abt. Wilmersdorf. Die Abieilnna beteiligt stch geschlossen an der Ber- fassunosfeier de» Reichsbanners in Wilmersdorf. Antreten nachmittag» 2\ Uhr auf dem Fehrbellin« Pia». 73. Abt. Schmargendorf. Sämtliche Genossinnen»nb Genossen beteiligen stch an der Berfassungsfri« de, Reichsbonners in Wilmersdorf. Biktoriagarten. Antreten zum Fcstumzug nachmittag, 2?« Uhr Fehrhelliner Platz. Wir erwarten reoe Beteiligung. 83. Abt. lempeltzof. Rachmittaa» 2 Uhr treffen stch sämtliche Genossinnen und Genossen zum Umzua des Reichsstann«» am Bohnhof Temvclhof. 141. Abt. Rosenthal«nb Riederlchönbauien-Best. Die Genossinnen und G«. nassen werden hiermit a»fgefotdert. stch acschlosscn an der Berfossungsfeier des Reichsbanners im Eccschloh H«msdorf zu beteiligen. Anfang nach. mittag, 3>,V Uhr. Morgen. Montag, t6. August: 32. Abt. Kommunale Äotffercnz 7V; Uhr bei Ballentin. Krenfistt. 36. Res«. rcn! Genosse Stadtrat Mann. Fu erscheinen haben alle kommunal tätigen Genossinnen und Genossen. Ebensalls alle zur Wahl oorgcschlagcncn. Arauenveranstaltungen: Sin Feaiennachmitt», findet am Dienstag. 17. August, ab nachmittags 3 Uhr. in Karlslust. Hakenieldc bei Spandau, statt. Siadtoberdidliothekar Dr. Wies« spricht Uber:„Alt-Bceliner Humors Die Berliner und Ghar» lottenburgcr Genossinnen sind hindurch herzlichst eingeladen und bitten wir um reae Beteiligung. I. Krei, Wilmersdorf. AreisansschnK für Arheiterwoblsahrt. Frauenabend» besucherinnen und Kindeefreundet Dienstag, 17. August, nachmittag» 4 Uhr. aeielliars Beisammensein in Dahlem, Lokal Schilling. Känigin-Luise-Str. 46, dicht an der Untergrundbahnstalion Dahlem-Dorf. 2». Abt. Dienstag. 17. August, 7>v Uhr. im Echroderbans, Malplaauetstrohe, Lichtbildervorirog-. Griie Hilfe bei Unglllekssällen". Bortragender Dr. S. Moses vom Arhki»«-Samorit«.Bund. 23. Abt. Mittwoch, 18. August. 7!, Uhr, bei Kästner, Glblnger Str. 23, Be. svrechung de» nächsten Ansflngs. 43. Abt. Montag. 16. Auaust. 7VH Uhr, bei Wienzicr». Reichendergcr Str. 104. Bortrog:..Die Frau im Ghcrecht". Refcrcnti» Else Scheibcnhubcr. Gäste stnd eingeladen. 74. Abt. stehlendoef. Montag. 16. August. 3 Uhr. Kaffeekoiben bei Genossin Balcniin. Prinz-Sandjerti-Str. 46. Der Ausflug»ach Tikfwerder ffndet nicht statt, weil wir bort keine» Kaffee kochen können. IN. Abt.«otzssdorf. Dienstag. 17. Auaust. 8 Ubr, im Lokal Heimann, Wolicrsdorfer Str. 100, Heiterer Abend. Rezitationen, Lieder zur Laute. Borlraacnd» Hertha Gotlhelf und Lila Albrecht. 128. 130. Abt. Pa»k,». Dienstoa, 17. Auaust, 8 Uhr. bei Meeh. Berliner Strohe Ecke Lindenpromenade. Heiterer Ahrnd. Vortragender Theo Marct. 4- Arbeit»gtmel»schoft der Kind«»!«»»»». Krei, Mitte- Rontag. 16. August, pvnkff'ch 8 Uhr. im Keim Blumcnstr. 77 Beginn unser« Arbeitsgrmeinschaft über neuzeitliche Pädagogen. Thema de» ersten Abends: Hermann Lietz. Int«. essicrte Genosscn sind eingeladen. Jungsozialisten: Gruppe Weihensee: Montag. 16. August, 7>h Uhr, im Jugendhrim Roelcke- Gike Gharlottendurgrr Ettahe Mitgliederversammlung. Aussprache über: Reue Arbeit.— Gruppe Süden: Dienstag, 17. August. 8 Uhr, in der Jnrisfischen Sprechstunde, Lindenste. 3. Literarischer Abend: Schund.- Gruppe Ttsegart»»: Nächste Zusammenkunft Mittwoch. 18 Ammst, 8 Uhr, i» der Borwärtssvcdition Wilhelmsbaoener Str. 48.„Erlebnisse während der Revolution in Ungarn" «benoile Gndrenm). Am Nochmittag sprach Arnold Zweig über das Wesen der Ballade, das er in dem Kampf des Menschen mit den Schicksals- gemalten erblickt. Dieser Kampf bildet die Baraussetzung für jede Ballode, gleichgültig, wie sich das Schicksal verkörpert. Im Gegen- setz zum Drama handelt es sich in der Ballade um den Menschen schlechthin und nicht uin eine besiimmtc Persönlichkeit. Die geistvollen Ausführungen Zweigs waren als Einlciwng zu den Rezi- tationen nioderner Balladen gedacht, die Wolfgang Z i l z e r von den Saltenburg- Bühnen sprach. Die Dichtungen von Kaiser, Brecht, Zweig, Hayin und Klabund können aber kaum, von wenigen Ausnahmen abgesehen, als Balladen bezeichnet werden, denn die Ballade ist in erster Linie eine Erzählung. Das erzählende Mo- ment fehlt hier jedoch, dos Geschehen wird nur zum Ausgangs- puntt für die Betrachtungen des Verfassers. Damit erhält die mo- derne Ballade einen lyrischen Charakter. Und auf diese Note stimmte auch Zilzer seine Rezitation ob. Ein ausgezeichneter Sprecher mit modulotionssähiger und ausdrucksgesätiigter Stimme, fand er den Ausgleich zwischen Erzählung und Beseelung, ohne den Rhythmus zu zerreißen, oder ins Deklamieren zu verfallen. Am Abend Josef Plaut. Bieles ging im Rundsunk verloren, es fehlte die Geste und die Mimik, besonders in der Lohengrinparodie. auch bei den sächsischen und ostpreuhischen Anekdoten. Am besten und ausgeglichensten gelangen die beiden Andersenschen Märchen, mit denen der Abend eröffnet wurde, und die Plaut einfach und anspruchslos las. Aber zu dieser Mischung von Kabarett und Rezitation ist die Bühne notwendig. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 15. August. 6.30— 8 00 vorm.: Frühkonzert de» Mnsikkorps der 171.(Prenß.) Kachrichten-Abteilung(Potsdam). Leitung: Obennasikmeister Walter Harraens. 1. Hochzeitsmarsoh aus.Ein Sommernachtstraum", v. Mendelssohn-Bartholdy. 2. Ouvertüre z. Op.„Mignon", von Thomas, 3. Potpourri aus dem Ballet„Coppelia", von Delibes. 4. Aufforderung zum Tanz, von Weber. 5. Triumphmarsch a, d. Op. „Aida", von Verdi. 6. Waltbers Preislied aus.Die Meistersinger von Nürnberg", von Wagner. 7. Fantasie a. d. Op..Hoffmanns Erzählungen", von Offenbach. 8. Kosenkavalier-Walzer, v. R.Strauß; für Militärmusik arrangiert von Hackenb erger. 9 Uhr vormittags: Morgenfeier. 11.30—1250 Uhr vorm.: Unterhaltungsmusik der Kapelle Davydoff. 1. Die Tage unseres Lebens. Marsch. 2. Solo aus dem Ballett.Fiamotta". 3. Dubinuschka, Volkslied. 4. Valse .Faun", von Andreeff. 6. Zigeunerin Mascha(Zigeunerromanzo/I. 6. Elegi, von Massenet. 7. Kasbek: Kaukasisches Lied. 8. Sadremal tichly ssad. 9. Bog swami, russische Romanzen. 10. Ich fahr' auf 14 Tag' nach Swinomünde. Fortrott von Katecher. 11. Mutti, der Mann, der will was von mir. Foxtrott von Vardner. 12. Gib mir dein Wort. Boston von Calson. 13. Ach du! Fortrott- Lied, von Rapee und Heimann. 14. When yon love more than one, Foxtrott von Bryan und Wright. 15. Tango, von Davydoff. 16. Comin hove, Foxtrott von Kälman, Rudy und Little. 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow-Schule(Bildungskursej. Abt. Landwirtschaft. Diplom- Landwirt Bohne:.Die Bedeutung des Saatgutes für die Erntesteigerung". 3.30 Uhr nachm.: Funkheinzelmanns neue Märchen. S— 6.30 Uhr nachm.: Aua dem Biedermeier. Einleitende Worte: »Die Biedermeierzcjt"(Dr. Gustav Manz). Anschließend: Rat- schlag# fürs Haus. Theater- und Filmdienst. 7 Uhr abends; Dr. Robert Volz:.Das schöne Baden". 7.25 Uhr abends: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper am Platz der Republik am 16. August. 7 55 Uhr abends: Dr. Leopold Hirschberg:.Goethe und Beethoven"(2. Teil). 8.30 Uhr abends: Was Berlin singt— nnd gesungen hat. I. 1. Wie schön war's doch in früh'rer Zeit am grünen Strand der Spree(Konzertmeister Fredy Kauffman, Violine; Ernst Wassing, Cello; Arthnr Andrae, Klavier). 2. a) Soo- mannslos. Lied von Adolf Martell(Alexander Fleßburg. Tenor; Trio Kauffman); b) Großmütterchen, Ländler, von Langer(Charlotte Freyer. Sopran; Trio Kauffman); c) Heimatlied, von Siegmar Rosendal; d) Am Eiterngrab, Lied v. Wintcr-Tymian(Alexander Fleßburg. Trio Kauffman); e) Ich bab' einen Crärtnor für mich ganz allein. Volkslied(Hermann Frev), von Otto Lindemann (Charlotte Frevcr. Alexander Fleßburg, trio Kauffman). II. 3. Das Rurapfhubn. Couplet(Hermana Frey), von Albert Böhme(Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 4. a) Immer an der Wand lang, Couplet(Hermann Frey), von Walter Kollo; b) Der Tanzmaitre von Treuenbrietzen, Couplet(Hermann Frey), von Albert Böhme(Alesander Fleßburg, Berliner Funkkapellc); c) Alexander, geh' mit mir nicht auseinander(Hermann Frey), von Walter Zachar(Charlotte Froyer(Berliner Funkkapelle). 5. Bummelpetrus, Intermezzo(Hermann Frey), von Max Werner» Kersten(Berliner Funkkapelle). 6. a) Da sitzt er ja! Shimmy fHermann Frey), von Martin Knopf(Charlotte, Freyer Berliner Funkkapelle); b) Gurken-Rheinländer(Hermann Frey) von Paul Bcndix(Alexander Fleßburg, Berliner Funkkapolle); c) Der Nennewitzor(Warum kommt der Töpfer nicht zu Frau Nennewitz?), Couplet(Hormann Frey), von Otto Lindemann(Charlotte Freyer. Berliner Funkkapelle); d) Wenn die Spatzen schlafen gehn, Couplet (Hermann Frey), von Albert Böhme(Alexander Fleßburg, Berliner Funkkapelle): e> Komm, hilf mir mal die Rollo drebn, Couplet (Hermann Frey), von W. Kollo(Charlotte Freyer, Alexander Fleßburg, Berliner Funkkapelle. III. 7. a) Warum denn weinen, wenn man auseinandergeht? Couplet(Rebner), von Hugo Hirsch (Charlotte Freyer. Alexander Fleßburg, Berliner Funkkapelle): b) Ausgerechnet Bananen-! Shimmy(Beda), von Silver und Cohn; c) Wenn du meine Tante siehst, Öne-sten(Rndolf Schanzer), von Rudolf Nelson(Älekander Fleßburg. Berliner Funkkapelle); d) Wenn vom Himmelszelt mal ein Sternlein fällt, Lied(Hermann Frey), von Martin Knopf(Charlotte Freyer, Alexander Fleßburg, Berliner Funkkapelle). S.Valencia, von Padilla(Berliner Funkkapallei. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30—12 Uhr abends: Tanzmusik(Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Montag, den 16. August. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau(Elsa Oester- reicher:„Was bringt die Küche im August?") 5 Uhr nachm.: Novellen. Richard Wilde liest aus eigenen Werken. 5 30—8 30 Uhr abends: Barock-Musik. Anschließend: Ratschläge fürs Haus. Theater- und Filmdienst. 6.50 Uhr abends: Gartendirektor Ludwig Lesser:.Rundschau für. Garten- und Blumenfreunde(Gang durch einen Kleingarten)". 7.15 Uhr abends; Personen Verzeichnis und Inhaltsangabe zu der Uebertragung aus der Staatsopor. 7.30 Uhr abends: Uebertragung aus der Staatsoper(Platz der Republik). Spielzeit 1926/27. 1. Uebertragung„Zar u. Zimmermann". Komische Oper in drei Akten von Albert Lortzing. Peter der Erste, Zar von Rußland, unter dem Namen Michaolow als Zimmergesell»; Peter Iwanow, ein junger Kusse, Zimmergesolle; van Bett, Bürgermeister von Saardam: Mario, seine Nichte; General Lefort, russischer Gesandter; Lord Syndham, englischer Gesandter; Marquis voa Chateau- neuf, französischer Gesandter; Witwe Brown, Zimmermeisterin. Zimraerleute, Einwohner von Saardam, holländische Soldaten, Magistratspersonen, Matrosen. Ort der Handlung: Saardam in Holland. Zeit im Jahre 1698. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theator- und Filmdienst. Königswusterhausen, Montag, den 16. August 1.10-— 1.40 Uhr nachm.; Englisch für Schüler.(Stad.-Rat Friebel und Lektor Mann). 1 45-1.55 Uhr nachm.: Mitteilungen des Koichj- städtehundes 3-3.30 Uhr nachm.: Englisch für Anfänger(Studr-frat Friebel und Loktor Mann). 330-4 Uhr nachm.: Englisch für Fori- geschrittene(Stud.-Rat Friebel und I,oktor Mann). 4—4 30 Uhr nachm.: Dr. Hans Lebede:„Mittelalterliches Theater". 4 30— 5 Uhr nachm.: Prof. B Dürigen:„ Natürliche Brut und Aufzucht der Hühner". 5— 5.30 Uhr nachm.: Else Steup: Die Kolonien im Jugendbuch. Ab 7.30 Uhr abends; Uebertragung aus Berlin. «iuheitsunbanb sozialistischer Handel». UN» Sfewerbeteeibender nnd souftipe? Beense. Donnersto«. 19. Auaust, 8 Uhr. findet untere Monats» versammluna Runqestt. 30 mit folgender Tagesoednuna statt: l. Vor. traq de, Genossen Rechtsanwalt Dr. Tichauee über:..Soziale Diekunaen des Wietichaftsrechts, Kaitellrechi». Konditionen. Verleagsrecht uiw. 2. Freie Ausipeache. 3. Mitteiinnaen nnd Verschiedenes. Bei der für jedermann wichtigen Tagesordnung wird vollzähliger Besuch erwartet. Der«arftaud. Sterbetafel der Groß-öerliner Partei-Grganifation 43. Abt. Genossin und Genosse I r r g a n g sind nach langem Leiden ner» schieden. Die S>näsch«un« hat ihrem Dünsche gemäh in oller Stille statt— gefunden. Ghte ihrem Andenken! vortrage, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-Eot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14. Eebastianstr. 37/38, Hof 2 Tr. »il«er»d»rf: Sonntag, d. 13., grosie Berfassungsfeier im Viktoria. Garten. Wilhelmsaue. Festumzug mit mehreren Musikkapellen um 3 Uhr ob Fehrbellin« Phatz. Pffichtveranstaltung. Revudlikoner al» Gäste willkommen.— Schiueberg.Frieden»»! Ma.. d. 16.. 8 Uhr. findet unser Turn» abend in der Warlburaschu!» statt. Di« Kameraden sind anzuhalten, voll» zählig zu erscheinen.— Reuköln.Britz: Radfahrer Sonntag, d. 15., Agitation». tone durch unirrn Kreis. Abfahrt 1 Uhr Bhf. Hermannstrasie. 1. Kameradschaft Mo. d.>6..« Uhr. Kameradschaftsnersammluitg in her Kottbnsser Klauie. Kottbusser Damm 90. Vortrag Franz KUnstl«, R. d. R. 3. Kameradschaft Mo., d. 16.. Jugvrrsommlungen: 1. Zug 8 Uhr bei Käftep, Karl»gartenstt. 4: 8ug Gbert 8 Uhr bei Rudolf. Hermannste. 136: Ina Eber» Gruppenführer 7 Uhr. — Weitzensre: Di., d. 17., 8 Uhr. Turnhalle.— Giku«: Die Cr»• vereinr. hie an unserer Bonnerweihr teilgenammen hoben, werden gedelen. uns die Fahl ihrer ardeitslesen Mitglieder, die den Wunsch hoben, noch unstr: Fcswlaictte zu erhalten, mittetlcn zu wollen. verein der Freidenker für Fenci bcsiattun«. 4. Brrwgltuuqebezirr Pren>. laver Bcig: Dienstag. 17. August. 7 Uhr. im Lokal von Büttner, Schwedltr Strohe 23/24, Mitgliederversammlung. � Arbeiter-Aguarien, und Tcriarienuerei», Gruppe Berli». Fusommcnknnst h« Genossen Dienstag, 17. August. 8 Uhr. bei Eggert, llharlottenburg. Wäll- strasic 9». Arbeitcr-Radioffub Deufchland» e.V. Bezirk sgrnppe Berlin: Berlin SO 26. Oranienstr. 182. Gruppe Eharlottenburgi Jeden Dienstag Wielandstr. 4.— Gruppe Feiedeickshain: Jeden Montag Warschauer Str. 38/30.— Gruppe Kptt. busiee Zoe: Jeden Tonnersiag Adalbcrtstr. 21.— Gruppe Lichtenbe-g: Jeden Dienstag Aronp»inzenstr. 27.— E-rnppe Lichäerfelde-Ost: Jeden Freitgg Lerenzstr. 36.— Gruppe Neukölln: Jeden Freitag Prinz L-ai licrndStt. 76. Am 20. August Basteiabend mit Erpeiimenlieren am Bastelbeett.— Gruppe Pienzlauer Berg: Jeden Donnerstag Schönhauser Allee 1343. Am 16. August Arbeits« bend in der Werkftätte des Radioirenndes Richter, Grelffir. 29. Am 19. August Mttglicderversammlung mit Vorstaiidswahl. Letzier zghltag für die Teilnahme an der Auto-Ptopagandafahri nach dem Eprcewald.- Gruppe Schoneberg! Jeden Donnerstag Sedanitt. 33. Am 19. August Thema: Spore. und Kulturkartell. Wie stellt sich der Arbeit« zum Rundfunk?— Gruppe Südost: Jeden Donncrslag Soraucr Ecke Görlitz« Sirohe.— Gruppe Wedding: Jeden Donnerstag Pafewalier Str. 3. Borttaasreihe: Bom Deickior di» zum Vierröhrrngeeät.— Gruppe Wilmersdorf: Jeden Freitag Augustaftr. 18. Gäti» überall willkommrn. �_ wetterber'chl der östenilichen Wetterdienststelle für verlin.(Rackdr. verb.) Drchsclndc zcilweise gelinge Bewölkung, ltrichwcije leichte Regenschauer bei mästigen westlichen Winden. Tcmperaluren wenig verändert.— Für veatich- lond: In Nord, und Mitteldeutschland wechselnde Bewölkung und strichweise leichte Rcgcniälle, sonst ziemlich heiler ohne erhebliche Negensälle., Ct'ntt iua/s dem andetnf GÄRBWTY BOSNIA SPORT ■föfß TtJUH? Aji- wi�-My Sfa jUwßiy 3l$ �i�AX�Ul� /m. Spt- udo«rMuWMkiu Siemens-smuKeti uno(Dlfimompeumetl (»«-Pf. Kasse) «m Mittwoch, btn 18. August, aboad» 7 Ahr, flndet(int AuSellilOeulWe(üenetul- Beifornmlung in den«rmiuluohallru, Btctnet Strub« 72/73, statt. Tagoardnung: Serichterflattung über üie /lufwertung Mitgliedsbuch legitimiert. Mitglieder, welch« von der Firma ausgeschieden und nicht im Brslde Ihre, Buche« sind, erdalten dasseive geaen Legiiimalion am Saaletngang ver vorstund. IWe«««««»»ASSSS' f, Genossen Paul Meyer, „. Beleranenstt. 7, herzlichsten • chiaawunlch zun, 2» jahrlgeu « purlrisudtiau». -u stlr(ienossinnen unli tienossrn �«tri 493. kerirds, 6. Abteilung. �SSSSSSS»o««SSSS« vantsogung. Für dl« vielen Beweis, herzlicher Anteilnahme anläßlich des piöhiichen Hinscheiden» meine» lieben Bianne» Otto Müller sage ich allen Freunden u. Bekannten, den Genossen der»0. Abt.. den Ber- band»- und Betriedstollegen meinen herzlichsten Dank. Erna Mfiller, Settledsrüle und Mtionüre! Im Juli sind von der Benvailung an die Betriebsräte oder Funktionäre Frag«' bogen geschickt. Ein großer Teil dieser Fragebogen ist dl» heute noch nicht wieder in Besch der Verwaltung gekommen. Wir ersuchen,»n» dringend da« Material umgehend wieder zuzusenden. Montag, den 1«. August, uaichmlttag» 2 Ahr. Im Saal 1 de, Sewertichasta hause«, Gugetoser 24 25 9- Versammlung � avrr erwerb»losen Mrialldrücker und Polierer Groß-verlin». Erscheinen oller stollegen ist Pflicht. r�oFsiifi H Bekleidungs«Industrie G. m. b. N 54. lelzlBranncnslr. 188/90 Neubau-Wohnunsen i in Brilr,»tri. fiermtnli-Preinenid«, j beste Lage. 2 u 3 Zlmmtr, Bad. gr. Loggl« p. I. XII. 26„i reimieten. Ausiunfi dorl selbst im Laubllro oder Strukölln 741«. Mittwoch, dea 16. August, noch. mittag» 5 Ahr. im votai von vftug Zeughos-,(tue Mu»laoer Strohe Versammlung der Badeapparate- Klempner. Die Ortsoernialtuap. Von der Reise znrfldi Prof. Dr. H. Schirokauer W 62, LuthentraOe 12. vewinnauszug 5. Klais« 27. Pktubilch.Eüddtllilch« KlaUcn-Lollerl«. Ohne Gewähr Nochdruck verbotea Auf fede gezogene Nummer sind zwel gleich hohe Gewinn« gelaUen, und zwar I« einer aus vi» Lose gleicher Rümmer in de» beide» Abteilungen I und II 4. Ziehungstag 13. August 1926, nachmittag, Ön der Nächmlttagzzlehung wurden Gewinne über 150 M. gezvge» 10 Gewinne ,u 3000 M. 27766 40954 58736 172745 267851 20 Gewinn« ,u 2000 M. 36Z76 60221 69984 108945 148930 196231 210920 243984 271869 299017 30 Gewinne zu 1000 M. 12563 43167 44250 60665 86238 127103 134179 173689 196868 202264 210708 217826 264514 273266 289130 58 Gewinne 69849 70617 142090 162642 271807 276494 u 500 M. 9985 20198 32817 38982 50179 61170 84487 88253 102223 105902 106833 135962 162810 179048 198146 215630 218814 265277 281126 284519 294552 299321 206 Gewinne zu 300 M. 1564 5766 6109 9659 10691 16688 17625 22376 23139 27682 37044 37058 45528 53600 53971 54242 59644 61383 62342 65322 70807 74159 76186 76542 76818 80467 82794 83056 89068 89250 91500 95611 95748 101157 104273 106152 107257 109767 109842 113058 118002 139515 151219 183469 195299 222545 263352 282942 124862 139880 155684 185536 199999 235423 263712 285034 125310 143272 162163 186711 206329 235622 264319 298886 126388 144301 162963 191855 21 1182 243194 266148 299243 126458 144291 163261 192)86 211305 244876 266369 113556 129751 145060 166878 193544 216667 250936 269416 113776 132372 146741 183343 193566 217329 256261 271513 1161 10 136878 150393 183400 193616 221488 259098 272974 Gewlnnanszug 5.«lasse 27. Preubisch-Siiddeutsch««lasfen-Lotteri«. Ohne Gewähr Rachdruck verbot«» Aus j«b« gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewi«»« gesallcn, und zwar je einer aus die Lose gleicher Rummer in den beiden Ableiiungen 1 und II ü. Ziehungstag 14. August 1926, vormittag, La der Vormittagsziehung wurden Gewinn« über 150 M. gezogen 6 Gewinne zu 5000 M. 22947 25242 156874 8 Gewinne zu 3000 Mi. 49196 83972 151958 246235 10 Gewinne zu 2000!0t. 65472 194800 222269 258219 277661 22 Gewinne zu 1000 M. 9698 107319 122785 128763 195325 201399 208239 218387 21908« 248727 290729 72 Gewinn« zu 500 M. 21275 22740 23586 26103 56520 61724 61930 69366 95742 111774 121969 126871 131312 131915 137785 155526 159689 162578 163436 163638 179935 188155 195468 200649 204349 205042 209405 216594 221529 224105 225650 250056 283430 289123 298368 298492 206 Gewinne zu 300 M 5694 5770 6904 8322 13468 14376 19233 20972 21631 21639 29605 30603 33316 35559 38027 40447 43261 52392 58219 59394 60733 62205 63494 63918 67164 69321 71414 73923 81292 82636 83618 85157 88897 89105 93987 101340 103238 116649 118055 118488 119750 122959 132066 146417 166138 205296 222880 293283 266400 289966 132156 147157 167512 206452 227945 257408 271334 292864 137186 153341 175569 207482 238638 260314 272,347 293427 138466 156198 177518 212874 242951 263462 275459 299420 140510 157179 184292 214357 244725 264245 278856 141922 161374 186369 216479 244736 265190 280657 145827 162383 192098 217820 247298 124074 145842 163624 198597 218072 251794 265656 266326 281458 281909 -ß l H. Geöffnet von SV, bis 7 Uhr. Elegante HerrenbeKleldnng fertig und nach Maß GuterSitzt Beste Verarbeitung! Billige Preise! Anzüge zur Jugendweihe in allen Groden und Preislogen Loden- u. Gummimäntel Windjacken in allen Gröben und Preisen Fahnen •owle aUe Ausrüshingsgegemfände für da, Retdubanner Neu aufgenommen: Herrenartikel: Hüte, Oberhemden, Krawatten, Strümpfe,'Kragen usw. la. Eidlrlettföse � Pfd. M. frko Dampf käs effabrlk Rendsburg:. ItoumpeaDcn Itder Art i leiert vre>» w eri Paul Oollet«. vormals iebtri iieru Marianncn«tr.,V Jimt Moriavi. 103O3 roolö-nnö Wsiervmeüen deiiediqe Gebste. verk i Wendilch-Bilchbolz. Stnt. Haide. Streck» giinigswiisterhousen der qm V) di» 60 PI >e nach Loa», bequeme Fähig. Srfitttl. Antr Imajc, ffl. mbH. Berlin.Frtedrichstr BS Eichwalde Sandhau, ohne Woh> nunasamt, ob. Hans» zinsstener, 2 gimmer, Wobnbiel». gliche Preis 8500.—, Aw zahlung R000—. v»r> faitft fl. Baron, Baiimlchulenweq. I'uintr. 1. zdendwii'. Zliü % SONDBRZUG» i nrlllilt. Uu S tibi SO t W....>/,. 7,10 , lTutittwer'/,.. 7.40 ab hier Nachnahme Normanola, Nortor» IHol!it.)lP2 (2 lldüMiillüglte beste im Ort, vert Tblel, Maurermste.. Rdmtoental.Tristst 7t Verkäufe Lriteewoaev, Echlauchwaaen, Schuh» karrrn. Einzelräder. Achsen, Federn. Globus. Dresdenerstrade dd. Morigpia» 72788.» wenig aeteageve«avalieraarderobe oon stiiillionären. Aerzien. Anwiiiien. Fabelhaft billia« Preise. Emofedle Taillenmäntel. Paletot». Frack«. Em». kina». Dedrockanzllae. Solen. Sport- Gehpelze. Geleaenheitsläuf« tn»euer Gardeeobe. Weitester Wea lohnend. ------- LotKrlnaerstrahe SC, 1 Treppe. Zlolen» Beacht»n»»ertl Deutsche» Teppichbau» tbaler Ploh. LL. �«»«Ast. Poletat» nach Rah , Jtnr!n, fnü!Vrima Stoffe. Etoffannahme. Aller» oioE? Polsdamer» bulligst, Anfeiligungspreisc. Gcristalt �--ü- rll.-.«lapper, Wasse.wrstrafle SS. Teppich«, Diwandecken. Tischdecken.- Bettvorioaer. Läuferftott», prachwolle Auswahl,«rtra billige Geleaendetten. Fischer. Potsdam er stratie 109. Tr», Tellzahlaaa sofort«Willing». wagen. Kinderwagen. Kinderbetten, drei. monatlich. Diskretion zugestchert. Ball. Drohe Frankfurterftrah« 47. �«Grünau-� Alt-Glienicke.» Neusiedlung, 500 Pariellen, 200 Ml Anzahlung. Siedlung Aechitett L. K. Winkler, geh. iendors, Teltower Str. 8, geHiendorf 2228. Eiedlungs- Pläne gratis! Fahrräder Phtvizsahrrädee ohne An�hlung bil- lig». Seringe Wochenrate. Berliner Pbönir, Schbiieweiderstrahe 7. nahe Ringbahnhaf Neukölln._ ' 3,— Mark Wochenrate genügt. An- »ahlung nach Bereinbarung. Branden. durgstrafle vier. Einig» bcschädigl« Bäder sollen dillig für jeden Peel» abgegeben werden. Fahrradhau» BrandenburgftraKe vier. nahe Gitschtnerstrafl«._* Nicsen»u»«ahl in gebrauchten Motor. rädern von tA,— an. Ein Besuch lohnt sich wirklich. Nur hei Weiü.(Stehe Franifurlerslrasi» 28/2,._* Motorräder 100,— an. Piaga. Greste Franksurterstr. 57._ Fohrräd«r 2S.— oh, Laternen ILO. Nennsöttel 3L0. Schläuche l.20. Decken 2,80. Freiläuse 2,50. Fahrräder Wochenrate 3,—. Schon- leinstroste 2. Kaufgesuche gahngcbifl», Edelmetallbruch. Queck. fllbrr. ginn, Blei. Eilherschmelz» Cbristionot. Kopenickerstrast» 20» tMan- teustelNraflei._* Strvhsäck«, geltdahnftott. Polstermat» rial. Leiterwagen, Malerteiteirn billig. Kettner, Neukölln, Richardsiraste Gedraachte, Billard, gut erhallen, ver- kaust O 17, MUHIenslraste lS._ Schreibmaschinen. Neparatur. Werkstatt verlaust Neukölln. Bipperfttast« 6. Parzelle in Strausberg, komplett«in- gezäunt, verkauft billig Baxhagener- tröste 98 lFriseurgeschäst». «;»•* atii.j.siui Wabrti u.a Leihhau» M»ristplag 58» verkauft von Kavalieren wenig gettagene Anzüge. Paletot». Taillenmäntel, Frack» und Smoking», teil» auf Seide, von 30— an. Peizwaren 50 Proz. horabgesestt.* Herrengarderoben Gesell- für korpulente Fiauren Getraaene schatisanzllae >». WVWW»W» »rast«, iestt»ormannstrast, 2572« und Moriannenstrast« 2ch>» »ierinigt« Herrengarderob« wie neue Iackeitanzüge, Rockau, llge. Gesellschaft»- anzllge(auch leihweife) verkauft spott- billig Alexanderftrastr 28», Hochparterre. Betteaveekans! Reue lZ,— l is.50! Peochtpolle 25,-1 30,-1 Harbdaun» 39,501 Kinderbetten 8,751 Siep-becken! Tülldecken! Stores! Gardinen! Bett. wasche! Alles spottbilligl Keine Lom- bardwarel Rur Leihhaus Brunnen- strast««7._» »»aftig« Gelegenheit. Pelzworen vom Kürschnormeister.«elzmänlel. Pelz- M' Üe, kreuz.. Silber-, Ehlna-giegen. lackrn, Herrensportpelze, Kr gobel-, Alaska- FUchse. W Skunk». Amerikanisch-, Australisch Skunksopossum, Muffen, Pelzhllie. Pelz- decken sowie alle Arten von Pelzwaien. Droste Auswahl. R. Michaelis. Berlin RQ. 18. Graste Frankturierstraste 99. " Etage, am Strausbergervlast. Damen-Koasektion zu enorm billigen Preisen. Sie sparen bei mir Geld. Graste Auswahl. Rur''It, moderne Ware. Th. gickel. Eharlottenburg, Spreestraste 311, am Wilhelmsplast. Einzelverkauf und engro». «iase«nang»aazäg». blau, schwarz, marengo, 19,50, 21.50. 2B,— und Häher. 3n unserer Mastschneiderei fertigen wir EinsognungsanzUge in reinwollenen Eheviots-Kammgarnen, Twill» für 35,—. Reinwollene Kammgarn- und Eheviot- anzllge nach Mast mit zwei Anproben 100-—. Saeeoanziige, Sportanzüge. Tanzanzllge, Sttastenanzllg«, beste Stoff», schonst« Dessins, unter Garantie des guten Sistes mit 1-2 Anproben für »5,—. Ständige Ausstellung oon 1000 fertigen Anzügen, 19,95, 23,« 27— •«5,—, 56,—. Bersiiumen Sie biefe» austergewähnl.ch« Angebot nicht. opeziolschneiderel Wolter Stein. Berlin Invalid, nstrost« 135. zwischen Berg. UN» Gartenstraste. Slettinerdahnhof.» bdodil Patentmatrasten..Primisflma«, Meiass betten. Auflegematrasten. Ehaiselonguea W.umTtnbtttttttU a(6ticf,nd Gediegene Möbel, mtrf drn Sad baut Gleiser. Alerandervlast. Aleronder- »raste 42. 400 vreiswerte gimmereinrich- tunaen. Illustrierirn Prachtkatalog 33 kostenlos._« Wir geben einen Riefenvosten Schränk« Bertikos. Betten in Hol, und Metalls Ruhebetten. Tische, Stühle, Trumeau» Büfett». Kredenzen. Sofa», Standuhren, Waschtische. RachNische, Schreibtische, Bücherschränke. Küchen in allen Farben trotz billiger Preise auf bequem» Teil- zahlunq ob. Besichtigung unbedingt lohnend. Moabiter»rediihaus. Turm- strast« 81,«int Treppe.» TeilzahluRg. Komvlett« ssimmer ckirn »elmöbel billig. Wenger. Marflliu». straste 8 lAleranberpIa»). Droste Frank- kurterstraste fechsundfüntzlg.» Möbel. Teilzahluna.«ärifch. Etra� lauerplast 1—2. Schlefllcher Bahnhof.« SchlaschaiselaagAea, B-ttck>aileIovaü«a Ehailelongueadecken 9.— Wandbehönae 5.—. Potentmatrasten It.—, Polsteraus.' logen. Wochenabzahiuna 3.—. Pappel- aller 12: Pankow, Schmidtstrast« l.» Retallbetten mit AuNaaen Papvelallee 12: Pankow. Schmibtstr. l. Teilzohlaag. MSbel ieder Art. Gel ringe Anzahiuno. beaueme Abzahlima. Möbelhaus Luisenstadt. Köpenicker- Brafle 77778. Eck« Brückenssraste._• Mokettelosa. neu. 70.—. Chaiselonav«. neu. 15.—. Möbelhaus Sottlieb. RU- aenerstraste dreizehn.» elonerrs ieltkeam sind die KLEINEN ANZEIUEN Ig deelZeaamr auf läge de» „Vorwirta" und truizdem nhiimn Auffallend billg! Echter Rustbaum- Ankleidelchrank mit Evieaellcheide 82. Reu» fournterte Ankleideschränke, 150 breit, mit Eviegel. Wäscheadieilung, 1«.—. Reue englisch« Bettstellen mit dreiteiliger Auflage SS,—. Nachttisch« mit Marmorplatte 15,—. Apotheken 12.—. Plüschsofa 45.—. Diplomaten 35.—. Säulenbllfett 75,—. Reue Küchen, lackiert, mit Berglasung. 85,—. Est zimmer. Schlafzimmer, ebten Marmor. Drellauflagen 235,—. Riesenauowahl in leder Ausführung. Möbelhaus Gottlied. Rügenersttaste dreizehn. Bahnhos De sundbrunnen. Freilieferung. Gelegenhritl Vertiko 15.—. Wasch toilett« II.—. Rustbaum-Echreibiilch 25.-. Küchen 24,-. PIllschsofa 15,—. Mäbelhau» Sottlieb. Rügenersttaste drei- zehn. Speise, immee 350,-. Kahluiigserleichterung. ftonienallee 50. Klubsofas 85,—. Kamerling, ka »öbel-Boebel. Oranienstr. 53 lMorlk- Plast). Fabrikgebäude. Aeusterst nie- drig« Preise für einfache und elegante Schlafzimmer. Speisezimmer. Herrenzim. wer. Küchen. Bücherschränke. Schreib- tisch«. Büfett». Anrichten, rund« Tische Standuhren. Antleibeschränke. alle Grö- strn. Sofa«, Ruhebetten. Eventuell Kabluna»erleichterung.' Polsterkeller«roiitsttaste 2, G-'—'-l- Mar-Straste 4. Riesenlager bildschöner Chaiselongue», Kastenruhebetten. Auf- leaemattasten, Sola», Feldbetten Metall- betten. Wochenzahl-, na._» Teilzahlang, kulant. M0b-i.«>fch.» Teilzahlva», billig, Mäbel-Mtsch._• Teilzablung. reell, Möbel. Misch, Groste Frankfuriersiraste 45.40.• Ein Gewinn für Sie bedeuten unser« Oualitätsmöbel. Aparte» Serrrn, immer. oroft« Bibtioihek mit»riftallfacetten, schwerer Schreibtisch mit englischen Au». zllgen. komplett mit Tisch und Sillhle» nur 030.— Mark. Berliner Möbelhaus. Morih Sirschowi», nur Südosten. Ska- listcrflraste 25. Hochbahn Kottbuffer Tor. Ftzu-ihinsIrumSiistr- Piano, preiswert. klapirrmache, Link. Brunnenstraste 35» Piano», Flügel, neu und g, braucht. groste Auswahl, langjährige Garantie, 50.— monatlich, verkauft Pianohaus Käniggrästcrssrast, 81 Mietviano». teilweise«ausanrechnuna. Teilzahluno. Bahrt. Sauvtstraste I. Scke Grunewaldstrast».__» Piano» 475,—. 525,—, in neuer groster Auswahl. 50.— monatlich ohne An- zohlung, verkauft Herer, Brunnen. »raste 191. 1. Etage, am RoCenIhaler Plast.__» »eldloraen wegen verkaufe mein fa- brikneue». erstkloffiars Markenviano für ganz fpoltbilligen Preis. Kunitz. Raa- bit, Rathenowerssraste I, vorn III. Uaherötze« kauft Linienstrast« IL, Kloo lere kauft fofort von privat Halcnhcide 5307.* Unterricht Berlitz School. Fremd« Sprachen. Leip- zigetstraste 123». Ecke Wilhelmstrast«, Taucnaienstraste 19». Einzel- und Kirkel- unterrichl._ Einttitt iederzett._' Putzkurse, Privatschul« für Damenputz von Thea Simon, jetzt verehelicht« The» relc Baruch, Markgrafensttast« 18. Frei- vrof pekt._ � Zechnische Brivotschule Dr. Werner. Regierungsbaumeister. Berlin. Reander- straste 3. Maschinenbau, Elektrotechnik, Hochbau. Abendlehrgänge. Togetlehr- gänge.____________________ Einjährigen. Abituranstalt lBolk»- schlller). Direktor Dr. Fackelmann. LoKeiizollcrndamm ISZ._* Fräbel-Oberlin-Znstitut. Privat-Hous- hallungsfchule. InHader H. Pollak, Berlin, Wilhclmsttaste 10. Beste Alis- biidung in alle» hauswirtsckialtlichen Fächern. Schneidern, Kochen usw Ein- tritt an jedem Ersten des Monaio.* Danksag» Ii«. Sage Herrn Chauffeur Alfred Hitziger. Berlin. Sprengelstt. 14, der mir meinen vcrlorcitgegangenen Wochenlohn wiederbrachtt. hiermit mei- nrn herzlichsten Dank._ A. Abraham._ Aulpolstee»»«. Matratzen. Sofa», 5,— an. �Ganake. FranstcktTstraste 18._ Walch»»ach Gewicht. Halbtrocken zu- rück per Pfund nur 20 Pfg.. trocken zurück nur 25 Pfg. Dampfwäschriet ..Merkur', Frankfurter Me« 307. Kö- niastadt 2320._________• «erttauen«»olle Auskunft. Unttr- fuchung aewissenhaft. Acrztlich. Frau Erdmann. Pllckirrstraste 9. Laden. Röhe Gärlitzer Bahnhof. Auch Sonntags_• ,.R»rdenwäscher«i'. Feldstroste 10, wäscht Rollwälche bllltenweist. billig. Oberhrmden-, Kragen'pctterei. Ab- holung jederzeit.» vertdaee-teeho Pfandleihe. Löchstbeleihu»«. Roritzplatz. Aschingerhau». Laug«. Vermietungen G»schäft»l«den, atstandslo». Zwei- Zimmer-Wohnung, Bad, beschlagnahme- frei. Miete 80,—. Kosmo», Potsdamer- »roste 118. Wohnungen Kauoreiaig»»«, schöne Zwei. Zimmer- Wohnung gegen gleiche privat zu lau- scheu. Elerzierstrost« st» Suergebäud, Trepp«, Ganzer. 'Tinimsr An kinbctloft» Ehepaar Zimmer»u vermleten mit kllchcndenutzung per so- fort. Mctzner, Eharlottenburg, Era«- musstraste 5, Quergebaud« IV. Jkrdeitsmsrkt StcIIsnUngchsI« Pcrtientellung inni.Prfiat Villi ubi ibUhsitr.m. /Ilir|(i lichnGutro.mSilitmi durdttnltrloiölbeiwr ig Biltlmii htm n bcuiin. S«!llr, urf«. iflfort bortfl WchnuBj mit«isinm B-dtzImnci- bankf onS niiiicktt GirlQtr nn Seif, alt ntw Zajiiuti. Mi"- fitnftlidu»»jtMU Bit Itän'ti iateulHlu Wohlgcmuih. Wilhelmsir>00 Meister, vollkommen o. rfett. mit nur In Z»iign>ssen.s grösteren medernen Belried ge» sucht Ferner einige liichligrBuIkaniseure. Ausiüdrliche Ange- böte u. M. M. B. 6 0 an Ala-Haasenstein u Bogler.Manndeim I-anf jung«- lchuientiassen, infort verlangt,«isred Enbrel«, Bureau- dedari.DessauerSIr S. en Auflage liegt ein Unserer Prospekt der Voilladühn«"». V7 bei. worauf»tr onsere Leser besonder» hin- weife». für Sporksleute schont Herz und Nerven Sonntag 15. Mgvst l?2ö Unterhaltung unö ÄAissen Seilage des Vorwärts Der Sucklige. Von Andrei Sfobolj. Unmittelbar bevor der Inn«« mffische Dichter Andrei Sfobolj Selb Ilm ord bczin», ist ein« neue Sammlung feiner tlrzilblungen in Mootau erfchicnen. Wir bringen ein« von ihnen hter zum Ab» druck. In der vorliegenden Erzlihlung fviegelt flch die Seelen» ftimmung. die Sfobolj vor feinem Tod« beherrfcht«. Heute, am 25. Mörz, dem Mariä-Verkündigungstag, um 12 Uhr mittag», wird Esergei Petrowitsch Skorabogatschesf, Professor der Literatur an dem einstigen Mariengymnasium für Mädchen, auf» gehört haben zu existieren. So muß es sein, so ist es notwendig, und so ist e» vorher- bestimmt. Und Skorobogatschcsf bin ich selbst. Ich erinnere mich, wie wir als Kinder an diesem Festtage anne kleine Vögelchen aus ihren Käfigen befreiten. Ich erinner« mich, wie wundervoll und wie ungebunden sie diesen Käsigen entflogen, dem klaren, in seiner Klarheit so weißen Himmel entgegen. Und nun, in etwa zwei Stunden, wird sich auch meines Käfig, Pförtchen öffnen. Der Himmel ist heute leicht bewölkt. Dos Glück ist mir nicht hold: in irgendeinem Winkelchen meiner Seele hatte ich doch g«. glaubt, es werde ein sonniger Tag sein. An einem sonnigen Tag ist es leichter, die Lebcnsbilanz zu ziehen, an einem sonnigen Tag ist es leichter, sich selbst in die Augen zu sehen. Morgen sicherlich (das Glück ist mir ja hold), da wird sich der Tag gänzlich ausheitern. die Kanäle werden rauschen, da» Spatzengrzwitscher wird lustiger sein, aber ich kann nicht warten. Ich habe 36 Jahre hinter mir, 36 Jahre der Erwartungen, doch kann-ch„es" nicht um einen l«g hinausschieben,— und so möge mea' denn heute geschehen. Nur so— und nur heute. Ich bin also 36 Jahre alt,«ms meinem Ueberzieher wackeln die hellen Uniformknöpfe(sie wackeln tatsächlich, noch ein Weilchen, und sie werden abreißen und zu Boden sollen): ich bin verheiratet und habe einen siebenjährigen Jungen. Meine Frau ist hoch gewochsen, hager, sie gleicht heute einem Reiherocgel und verkauft in der Nikolajewsklstraße Zeitungen. Sie verkauft sie heimlich und verstohlen: sie hat es irgendwie zuwege gebracht, die Moskauer„Jswestlsa" zu ergattern: die.Prawda" wird ihr nun schon zwei Monate lang versprochen. Und wenn unser kleiner Igor raunzt und Süßigkeiten haben will, dann bittet ihn meine Frau, zu warten, bis' einmal unser Nachbar, der Eisen- bahner, ihr endlich die..Prawda' bringt. Die„Pfaroba* soll also unser Hauswesen von Grund aus ver- ändern. In unserer Familie lebt die Nein« Schurotschka. Sie ist mein« Nichte. Ihr Vater, mein Vi uder, ist bei Erzerum gefallen, und ich habe sie noch damals zu mir genommen. Sie ist wohl schon 17 Jahre alt. aber bucklig und nicht viel größer als mein Junge. Auch sie treibt Handel, verkaust irgendwelche seltsame Zucker- Plätzchen, die sie den Käufern als„Eibtschzeltchen' anbietet. Sie tut dies errötend: die kleinen Jungen, ihre hauptsächlichen Kunden, hauen sie dabei über» Lhr, aber sie hält wacker stand. Und sie tröstet mich: „Ts wird noch auch gut gehen.' Während mein« Frau und Schurotschka mit der Zubereitung all dieser„Eibischzeltchen' beschäftigt sind, riecht«, im Zimmer uner- träglich nach Siegellack. Ich weiß wohl, daß Siegellock nichts Eßbares ist, aber der Geruch erinnert mich doch daran. In solchen Stunden verschmachte ich vor Kopfschmerzen, so daß ich ausschreien, heulen möchte, mir ist jedoch um Schurotschka leid. Und ich spaziere von einer Zimmerecke in die andere und leiere einen blöden und, soweit mir die» aus den Kinderjahrcn erinnerlich ist, unschicklichen Vers vor mich hin. Bis endlich Schurotschka mtt ihrem Tragbrettchen auf die Straße geht. Da» Bretlchen ist zweimal so groß als sie: sein Riemen zieht sie noch tiefer zur Erde hinab, und der kläglich« kleine Buckel kriecht so betrüblich, so hoffnungslos betrüblich zur Straße hin. zum schlackerigen Kot, zu den nassen Gehsteigen, zu einer neuen Hofs- nungslasigkeit. Während ich mir an dem Verschluß der Wohnungstür zu schaffen mache, bei der ich Schurotschka hinauslasse, zittern mir die Hände(wir sind stets noch in Angst vor jemandem und haben einen schweren Verschluß an der Tür). Schurotschka merkt diese? Zittern und sogt: „Laß gut sein, Onkel, ich gehe über die Hintertreppe.' Schurotschka läßt sich'» nicht nehmen, mir beim Fortgehen die Hände zu küssen: ich bemühe mich aber, sie zu verstecken, denn sie sind schmutzig, haben abgekaute Nägel. Gerade Schurotschka hat sie anders gekannt: in früheren Zeiten habe ich mich gerne parfümiert, und Schurotschka pflegte zu sagen: „Die Unseren(das waren die Schulmädchen, ihre Kolleginnen) nennen dich immer.den Goldigen', du duftest so gut, bist über- Haupt goldig!' Ich werde also verschwinden. Es gibt Leute, die verschwinden mit Zähneknirschen: andere wieder verfluchen Himnrel und Hölle, che sie von hinnen gehen: ich aber gehe ohne Murren, ohne«ine überflüssige Gebärde. Ich bin im allgemeinen stets ein Feind von heftigen Körper- bewegungen gewesen. Und nun— so leise heute das Frühlingsnahen, so leise ist auch mein Weh: so leicht eben jetzt der Lenzeshauch, so leicht ist auch meine Trauer. Ich bin auf dem Lande aufgewachsen, kam zur Stadt, als Ich schon ein Jüngling war Bin aufgewachsen rhne Aufsicht, hob« die Tage und Nächte auf den Feldern. ,n den Wäldern verbracht, Hobe Wochen hindurch an den Flußmündungen gefischt. Die Natur ist für mich immer ein geliebtes und aufgeschlagene. Buch gewesen. Ich bin bloß durch einen dummen Zufall Philologe geworden. Zu meiner Schande gestehe ich, daß ich noch heute den amphibrachischen mit dem daktylischen Vers verwechsle. Dafür weiß ich. wie die Wachteln leben, wo der gelbe Steinklee wächst, wo der Portulack erblüht und wo die Schleihen zu Hause sind.— und e» tut mir weh, daß ich heute nicht auf dem Felde oder im Wald sterben kann. Ick) sterbe in der Stadt— da ist nichts zu machen,— in eben jener Stadt, wo ich mich vor 12 Iahren in einer kleinen Kirch« trauen ließ, in der ich. als wir den Altarteppich betraten, meiner Braut sagte: „Mein Gott, wie schön du bist!' Heut«, wenn sich mein« Frau vor mir ausNeidet, wende ich mich ab. Der starte Lanögerichtsöirettor. .Ich habe dem zusammengeknickten Sölling durch Handschlag meine Unterstützung angeboien!' .Ich habe den Brief an den potizeiprSstoeuten Menzel entworfen!' .Ich habe als UizeprSsident kölling zur veröffent- lichung de» Briefes in der Rechtspresse veranlagt!' .Aber die Verantwortung trägt allein Herr Solling!' Hier hat e» nur ein Heim für Feuerwehrleute gegeben, wo sich bloß von Zeit zu Zeit Schauspieler einfanden, die sich aus Wände- nmgen durchhungerten. Im Sommer bog sich die Stadt unter dem Staub, im Herbst versank sie im Kot: in den Schenken zerschlugen die Leute einander die Köpfe mit Tabou retten, auf dem Fluß photo- graphicrt« der städtische Tierarzt, hinter Büschen versteckt, die baden- den Frauen und Mädchen und beschenkte hierauf seine Freunde mit einer Kollektion Phvlogiaphien: mitunter lärmten die Arbeiter und prügelten die älteren Gesellen durch: und heute gibt es in der Stadt zwei Zeitungen, eine Menge von verschiedenen Institutionen, ein Denkmal Lassalles und einen Dichterklub. Ich sterbe aber nicht deshalb, weil dort, wo die Bauern sich «inst an Markttogen zu Füßen des Revierinspektors gewälzt, das Denkmal Lassalle» steht, nicht weil unser Inspektor, Jakob Iwanowitsch, in vergangenen Zeiten der Freund des Dichters Gleb Uspenskis jetzt den Schnee vom Gehsteig wegschaufelt. Dom Reoierlnspektor bi» zu Lasialle ist ja allerdings eine ganz beträchtliche Distanz.« Habe doch auch ich, Skorobogatschesf, der ich vor drei Jahren morgens bei Kaffee und Butterbrot die„Rußkia Wjedomosti' las und der ich heut in einem zerrisienen Ueberzieher umhergehe, aus dem die Knöpfe wackeln(noch ein Weilchen und sie werden abreißen und zu Boden fallen), Denkmale umgestürzt und andere ausgerichtet. Und ich muß gestehen, ich tat die» mit weniger Erfolg, al» e« die Heutigen tun. Ich sterbe auch nicht deshalb, weil sich ein hübsches Fräulein in der Villa des Fabrikanten Lischnew Kommandantin nennt: hat sich doch auch der gewesen« Kreispolizeichef einm für den Kreis von Gott Gesalbten genannt, und er war doch roh wie ein Ochs«, stahl wie«in Zigeuner und war heimlich Aktionär der Freudenhäuser. Und doch habe ich mit ihn: Grüße getauscht, ja sogar häufig als erster den Hut vor ihm gezogen. Und ich sterbe auch nicht deshalb, weil ich mitunter nichts zum Esten hob« und weil die schwarzen Strümpfe meiner Frau mit rosa Fäden gestopft sind. Wenn eine Welt in» Wanken geraten ist, sind auch rosa Fäden aus schwarze» Strümpfen nicht schrecklich und können sogar noch fester ans Leben fesseln al« ein geteertes Seil. Ich sterbe, weil... darüber weiß Schurotschka Bescheid. Wenn sie heimkehrt(und sie kehrt spät heim, bis sie ihre„Eibisch- zeltchen" vertaust hat), findet sie mich schon nicht mehr unter den Lebenden— und sie wird verstehen, wird wissen. Sie wird sich über mich neigen, mich küssen, mir keine Vorwürfe machen, wird nur unmerklich nur ins Ohr slüstern: .Onkel, ich weiß, Onkel, es war nicht anders möglich.' Meine Frau natürlich, die wird mir Vorwürfe machen: wie konnte ich es wagen, aus der Welt zu scheiden, wenn ein Pfund Brot soundsoviel tostet, wie tonnte ich es wagen, meinem Leben ein Ende zu bereiten, wo es doch allgemein heißt, daß die Marienschule für Mädchen in zwei bis drei Monaten wieder eröffnet und den Lehrern Ihr Gehalt für die ganzen verlorenen Jahre ersetzt werden wird. Schurotschka aber— Schurotschka wird noch kleiner werden, noch gebückter sein, ihre link« Schulter wird noch mehr herabsallen, ihre grauen Augen mit den schwarzen Pünktchen werden sich völlig trüben. Und leise(es wird dies nachts sein, wenn meine Frau nach einem langen, mühevollen Tag erschöpft auf dem Diwan cingeschlasen ist), da wird Schurotschka zu mir kommen und mir sagen: „Onkel, ich weiß olles, du bist bucklig" Und sie wird noch leiser hinzufügen: „Man hat mich als Kind zu Boden fallen lasten, ich wuchs bucklig heran. Ich war wie eine Tanne, nun bin ich eine Mißgestalt. Auch du hast sozusagen 36 Jahre gerade verlebt und jetzt, im 36., erst wahrgenommen, daß du bucklig bist. Ach, welch großen Buckel du hast! Und wohin sollst du, Buckliger, dich wenden, wo doch alle Geraden so heftig dahinstürmen? Wie könntest du da mittun? Das Haft du eben begriffen— bist vor der Wahrheit nicht erschrocken. Andere jedoch haben Angst und verbergen ihren Buckel. Und ihre Lippen nähern sich mir, und sie flüstert zärtlich und liebend: „Schlaf, Teuerer. Schlaf ruhig. Den Buckligen streckt nur das Grab gerade. Schlaf Liebster." Und sie bekreuzt mich. Und ich schlummere ein... Ich schlummere ein... Der Pilgerzug für öen Zrieöen. Fernab von Paris, gegen Orleans zu, liegt ein stilles Schloß. Zwischen uralten Ulmen und gcündigcn Seen. Alter französischer Adel saß darauf, der sich hier von Paris erholte. Bielleicht einst gefürchtet und noch m.chr gehaßt. Heute ist es das Salem Frank- reichs, die Geburtsstätte des neuen Frankreichs, Bierville... Sein Besitzer ist Marc Sangnier, Depuriertel von der Partei Herriot», der Gründer der„Jungen Republik". Anfänglich verspottet, wuchsen seine Ideen zur großen Friedensbewegung.„Liebe überwindet den Haß und den Krieg." Aus katholischen Kreisen heraus geboren, vereinigt die„Junge Republik" heute Friedensfreunde aller Rich- tungen, Sozialisten, Demokraten. Das.ossizielle Frankreich Poin- carös ist kein Freund Marc Sangniers, seine erbitterten Käinpse in der Kammer und«n der Presse gegen Poincarä sind' noch in zu frischer Erinnerung. Marc Sangnier ist der französische Josef Wirth. Beide haben denselben reinen Glauben an die Mensch- heit, verbunden mit jenem Optimismus, der alle Widerstände mit dem Lächeln der Gewißheit überwindet. Von diesem Mann spricht man heute in Frankreich. Sein Schloß ist der Mittelpunkt und die Sammelstättc der Friedensfreund« der ganzen Welt. Der «Friedensmonat August" ist in aller Mund. Tausend Deutsche sind nach Bierville gesahren, acht Tage durch Nordsrantreich.«Der Pilgerzug de» Frieden».' Acht Tage be- richtete die französische Presse von Marc Sangnier. der tausend Deutsche durch Frankreich führt. Zur selben Zeit tagte in Le chavre ein nationalistischer Kongreß, bereitete man ein nationales Meeting, einen französischen Tag in DersaAles vor. Nun mußten die Geister aufeinanderplatzen. Da» alte Frankreich, das nichts vergessen und nichts dazu gelernt hatte, schäumte vor Wut und sprach von Marc Sangnier und seinen Horden und erinnerte daran, daß auch die deutschen Sozialisten die heilige Erde Frankreich» betreten haben. Das neue Frankreich aber, das seit der Dreyfus- Affäre wächst und wächst, bereitete den Äongressisten einen über- aus freundlichen Empfang, einen Empfang, der so herzlich war, daß man gerne jenes Offiziersliebchen vergißt, das die Zunge heraus- streckte, als sie an mir vorüber ging und ein docbe' hinzu- fügte, oder jenen Nationalisten, der von Le Havre zurückkehrt- und mir im O-Zng nach Paris den Platz verwehren wollte. Das sind wie gesagt Einzelfälle, die dem Sozialästen und Reichsbanner- mann in Berlin in deutscher Variation noch viel häufiger passieren. Reims: Alle verfügbaren Hotels find von Deutschen belegt. Ueberall Herzlichkeit und Liebenswürdigkeit. Die Deutschen sind gekommen. Die Deutschen, die die Stadt zusammengeschossen haben, die selbst die Kathedrale nicht verschont haben? Nein, deutsche Männer und deutsche Jugend sind zum französischen Volke geeilt, um ihm zu zeigen, daß keine Feindschaft mehr sei. Im Rathaushof von Reims hat die deutsche Jugend einen Friedensbaum gepflanzt, ein lebendes Zeugnis des neuen Geistes der deutschen Jugend. Als die Verse Claudius' verklungen waren:„Mit uns zieht die neue Zeit", bot der sozialistische Bürgermeister der Kriegsstadt Reims der deutschen Jugend seine herzlichste Freundschaft an. Und wie eine Drohung aus vergangener schwarzer Zeit starrten die Mauer- stümpfe zerschossener Häuser in den Himmel.„Die Jugend über- windet den Krieg, und wenn die Jugend den Frieden will, ist er uns sicher." Reims stand im Zeichen der Friedensidee, nur ein Unentwegter verkaufte vor der Kathedrale deutsche Helme als Kriegsandenken. Die„Reoancherei" tauften wir feine Boutigue. Mit dem Auto fuhr man hinaus zur Höhe 108. die vielen Tausenden ein sürchter- lichcs Grab geworden. Ein Bild aus Dantes Unterwelt. Der Hügel hat sein Eingeweide herausgedreht. Nur Totenblumen wuchern. Eine schüchterne Vogelstimme irgendwo. Es fällt schwer, an sie zu glauben. Man fährt hinüber zum Ehemin de Dame. Das Grausen des Krieges packt uns. Kein Wort im Wagen. Da war Craonne, ein einziger armseliger Grabstein ist übrig geblieben, sonst nichts, ein Grabstein, sonst nichts. Wo man Steine sucht, findet man Granatsplitter, und wo einer nach Schätzen im Boden graben ' sollte, würde er auf Leichen stoßen.„Die Straße des Grauens." Mit leichten Schwingen flattert ein Schmetterling über Stachel- drähte hinweg. So totenstill ist es hier, daß man seinen Flügel- schlag zu hören vermeint. Niemand wagt den Boden dieses Landstriches mit dem Pflug zu berühren. Er scheint verflucht. In armseligen Baracken hocken die Bewohner. Daneben die neuen Häuser. Auch sie stehen zum Teil leer. Das Land ist unteroölkert. A m i e n s ist beflaggt. Auch hier empfängt ein sozialistischer Bürgcrnieistcr die Deutschen. In Rouen ist der große Zirkus dem Sonderzug zur Verfügung gestellt. Die Bevölkerung nimmt den lebhaftesten Anteil an den Kundgebungen.„Nie wieder Krieg, erkämpft den Frieden." Von Paris werden die Teilnehmer in Autos nach Bier- v i l l e gebracht. 80 Autoomnibusfe. Von jedem leuchtet in großen Buchstaben:„?c>ur le psix"(Für den Frieden). Bierville hat sich zum großen Empfang gerüstet. 40 Hektar Park, Wald, Weiden- gebiet steht zur Verfügung. Auf einer Anhöhe ist ein Zeltlager aufgeschlagen. Der französische Kriegsminister stellte 40 Militär- zelte, und ein großes Fliegerzelt für die Armee des Friedens zur Verfügung. Französische Soldaten richteten das Lager her. 2000 Menschen können untergebracht werden bei diesem internationalen Meeting. 30 Nationen find vertreten. Die bedeutendsten Männer und Frauen der Welt haben ihre Zustimmung zum Kongreß zum Ausdruck gebracht. Viele haben ihren Besuch zugesagt. Diese Wocke hat der Kongreß begonnen. Wir begrüßen ihn als einen der Pioniere für den Frieden und der Völkerverständigung. Von jeder Seite, von der die Friedensarbeit auch kommen möge, ist sie unserer Unterstützung gewiß. Das französische Volk, insbesondere die arbeitende Bevölke- rung, will den Frieden und die Versöhnung, wie der deutsche Arbeiter. A. A n s m a n n. vergessene Schätze. Von Ingenieur W. Hagen. In Budapest findet jetzt eine Taguno für Städtereinigung statt, wobei auch Deutschland vertreten ist. Hier wird u. a. die Frage der Mülloerwertung diskutiert, ein Problem, das durch die jüngsten Fortschritte der Technik in Deutschland höchst, aktuell wurde. Mülloerwertung.— Gibt es denn etwas Wertloseres, Ueber- flüssigeres, als Müll? Anscheinend nicht. Dennoch beweist die Wissenschaft, daß im Müll eine Menge Werte enthalten sind, die verhältnismäßig leicht nutzbar gemacht werden können. Unsere Kinder wissen das längst schon. Für sie hat der Müll- abladeplatz von jeher eine große Anziehungskraft. In einer Industrie- ftadt fand ich sogar, daß die kleinen Müllbuddler organisiert waren, sie suchten Metalle aus dem Müllhaufen heraus und hatten sich spezialisiert, die'einen für Nickel, die anderen für Kupfer usw. So ein kleiner Fachmann vertraute mir an, daß er schon an manchen Tagen für 30 Pfennig Kupfer gefunden hätte. Nun, die Technik macht es ähnlich, wie diese fixen Jungen. Durch geeignete Maschinen wird der Müll in seine wertvollen Bestandteile zerlegt, ausbereitet sagt der Techniker, und dann weiter verwertet. Müll besteht aus drei Bestandteilen: Grobmüll, Feinmüll und Sperrmüll. Grobmüll enthält die gut oerbrennbaren Stoffe, er bildet die größte Masse, etwa 60 Proz. Sperrmüll enthält alle sperrigen Teile, die sich schlecht oder gar nicht verbrennen lassen, wie Eisen, Zinn, Glas, Porzellan, Knochen, Papier usw. Er macht etwa 10 Proz. aus. Feinmüll enthält ganz feinen Staub, der eine Verbrennung sehr hindern würde und daher abgesiebt wird. Er beträgt im höchsten Falle 30 Proz. Mit welch gewaltigen Mengen Müll man>zu rechnen hat, zeigt folgende Ueberlegung: In einer Großstadt, wie Berlin, erhält man täglich 2000 Tonnen Müll, also 200 Eisenbahnwagen oder vier lange Lastenzüge. Durch Verbrennung des Großmülls lassen sich daraus, bei ganz vorsichtiger Berechnung, 400 000 Tonnen Dampf jährlich gewinnen, was einer Wärmemenge entspricht, zu deren Er- zeugung'man sonst 80 000 Tonnen Kohle benötigen würde. Außer- dem erhält man noch beträchtliche Mengen von Eisen, Zinn aus Konservenbüchsen, Glas, Altpapier ufw. Die Einnahmen für Dampf, Eisen usw. würden bei richtiger Betriebsführung nicht nur alle Kosten decken, sondern einen lieber- fchuß ergeben, der eine Million und mehr betragen könnte. Heute hingegen zahlt die Stadt bedeutende Summen zu, um den Müll fortfahren und, in einiger Entfernung von der Stadt, in ebenso un- hygienischer wie unwirtschaftlicher Weise, auf freie Felder schütten zu lassen. Sehr wesentlich für die Müllverwertung ist auch eine neue Er- findung, wonach man aus der Schlacke, die bei der Verbrennung des Grobmülls entsteht, unter Zumischung des sonst ziemlich unvcrwcnd- baren Feinmülls, einen Stein herstellen kann, der sich für Straßen- bau und Häuserbau vorzüglich eignet und sehr billig abgegeben werden könnte. Man hat ausgerechnet, daß aus dem Berliner Müll soviel Steine gewonnen werden könnten, daß sie für den Bau von lährlich 3000 Einfamilienhäuser» ausreichen würden. Das wäre eine ganz hübsche Wohnungshilfe. Bei all dem handelt es sich keineswegs um Theorie. In Amerika und England baut man feit etwa 50 Jahren Mülloerwertungsan- lagen und hat gegen 250 in Betrieb. Man tonnte in dieser Frage also schon reiche Erfahrung fummeln. Sie auch bei uns der Allgemeinheit nutzbar zu macheck, wirtT Aufgabe der nächsten Zukunft sein. Das Interesse für diese Vro- bleme beginnt sich bereits in weiteren Kreisen bemerkbar zu machen, Auch ein praktisches Ergebnis ist schon zu verzeichnen: eben hat die Stadt Köln die Mittel zum Bau einer großen, modernen Müll- verwertungsanlaae bewilligt und die Stadt Zürich eine Studien- tommission ins Ausland geschickt, um dort die entsprechenden Anlagen zu studieren. Vilöe Tiere unü zahme Menschen. Bor einigen Wochen beschäftigte sich die Oeffentlichkeit mit der Heldentat eines Filmregisseurs, der in den Rüdersdorfer Bergen ein Pferdegespann in den Abgrund jagen ließ. Im Publikum war alles männiglich empört ob der Tierquälerei. Es soll an dem Regisseur keine Mohrenwäsche versucht werden— sicher ist, daß er diese Aufnahme auch ohne Tierquälerei hätte zustande bringen können; aber auch ohne Schuld des Regisseurs frißt der Film Menschen und Tiere, er ist für ein gut Teil unseres zivilisierten Publikums Arena und Stierkampfersatz. Wenige Menschen nur gibt es, die sich darüber klar sind, was es mit dem Berufsrisiko des Filmschauspielers auf sich hat. Nur dem Eingeweihten können diese Dinge verständlich sein, die große Menge tröstet sich bei den gewagtesten Filmsituationen leicht mit dem Wott„Trick" darüber hin.— Ein Buch, in dem ein Fachmann des Films aus der Schule plaudert, ist somit als Quellenwerk um so höher zu schätzen. Im Vorjahr erschien im Verlag Dieck u. Eo.. Stuttgart, ein Buch des Filmregisseurs Jos. Delmont,„Wilde Tiere im Film", das längst nicht nach Gebühr gewürdigt wurde. In glänzend geschriebenen Skizzen berichtet der Verfasser über seine fünfzehn Jahre lange Tätigkeit beim Film. Tiere, wilde Tiere sind die Helden seiner Erzählungen— aber zwischen den Zeilen muß man das noch Ungeschriebene Heldenlied des Filmdarstellers lesen, das des lieben Publikums wegen nur diskret durchtönt. Da ist die Geschichte von Sally, der kleinen wilden Bärin. Um einem sinnig-kitschigen Einfall des Manuskripts zu folgen, muß die Dar- stellerin der„Waldsee" der kleinen Bärin einen Austrag ins Ohr flüstern; sie wurde dabei durch einen Tatzenhieb halb skalpiert, ver- unstaltet für den Rest ihres Lebens.� Die Aufnahme aber war gelungen und sicherte dem„süßen" Film einen Dauererfolg.— Dann die„Kondortragödie". Einem unglaublichen Kitsch zuliebe wird hier ein Kind in Lebensgefahr gebracht— und für die Aus- führung des„Tricks"(dem Kampf mit dem Kondor werden kluger. weife gleich drei Leute bereitgestellt, damit durch„unvorher- gesehene" Unfälle die Aufnahmen keine UMerbrechung zu erleiden brauchen. Das Resultat: Ein Schwerverletzter, ein Toter— und ein großer Filmersolg. Den Hinterbliebenen wurde die Prämie von 8000 Dollar von der Versicherung gezahlt— der Arbeitsunfähige erhielt 40 Wochen lang je 28 Dollar. Und so spricht jede Seite vom Risiko des Filmschauspielers. Immer dasselbe Bild: Das Manuskript volle? an den Haaren herbeigezogener Sensationen, der Star, dessen Gage zu seinem Risiko oft in umgekehrtem Ver- hältnis steht, und der Komparse und Artist, der die Sensationen ausführt und ihnen oft genug zum Opfer fällt. Daneben dann die zahllosen„kleinen Unfälle" der Operateure und Hilfsarbeiter. Und wie sind die Filmleute gegen die Folgen dieser Berufsunfölle geschützt?— Nun, die Gesellschaft ist in einer Haftpflichtverfiche- rung; geht aber eine Sache schief, dann vertritt sie nicht das Interesse des geschädigten Darstellers. So steht jeder der Filmleute fast schutzlos den beiden Kapitals- möchten gegenüber. Und trotzdem findet der Film leicht und täglich neuen Ersatz für den Ausfall an Menschenmaterial. Menschen find zahm) Menschen sind billig, es gibt ja keine„Menschenschutz- vereine...." Bor wenigen Monaten erlitt Joseph Delmont selbst einen schweren Unfall bei einer Filmausnahme. Pielleicht schreib! er nun einmal das Buch von den„Zahmen Menschen im Film". r. e. RicseN'Elekkro-Lokomolive. Die schweizerische Lötschbergbahn hat eine neue elektrische Lokomotive in Dienst gestellt, die gleichwertig ist mit drei der größten und schwersten modernen Dampflokomo- tiven. Die Lokomotive vermag Züge von 80 Wagen mit 60 Kilo, nreter Stundengeschwindigkeit zu befördern. Die Maschine hat sechs Triebachsen, die von sechs Motoren getrieben werden. Ein Motor- defekt macht nicht viel aus— die fünf anderen Motoren treiben die Maschine fast ebenso gut weiter. Die größte Geschwindigkeit auf ebener Bahn beträgt 120 Kilometer in der Stunde, und di? größte Steigung, die bei 8V Kilometer Stundengeschwindigkeit nach überwunden werden kann, ist beinahe 3 Proz. Die Leistung der Lokomotive ist 4500 Pferdckräfte, und sie ist damit die stärkste Loko- motive Europas. Man stelle sich ein Gespann vor, daß von 4800 Pferden gezogen wird! Diese Pferde würden eine Strecke von etwa 8 Kilometern bedecken, wenn sie paarweise nebeneinander gespannt würden. Die elektrische Lokomotive ist aber nur 20 Meter lang! f HiiHiiiiininiritiiniimniHiiiiHliiiiiniiiiimiraiimYHiinniuiniiniiiiti Hemdhosen Hemdentneh, mit Stickerei reich veirlert kVSsKe ----------— ümii« 2�5 Nachthemden� 995 Stoff, m.KIO]>pcIspitze n. Motiv reich ansgest. mm Hemdhosen... m V5 larbigen Opal, mit feiner bpitze.......... �<>000<>00C<><><><>0<><><>0<>0<>0000C>00<>00<>0<><>! Funk'Radioschau».'Verkauf Crosse Neuerung! %ffl Vorf**lrunt&** ntnen Apparates 9/151 'Radioaüoarat mit krVfi*er Bnd klarer Empfang V darc h Spezi alfaeh- r___... in Lautsprecker. komclstter— B& lente während der LrOBZVe-JilCnrf actiröhrs Apparat ohne Spulen...... 9U Empfangsstunden* g......................... Leipziger Strasse und Älexcuiderplatz: l Während der Setyltstunden von 4.30 nachmittags ab Vorträte and Demonstrationen£ ailUlllllllllUlt________________•...................................... iiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiutHiiiiiniMimi IIMinMIimUlMIMMIMIMIMIIilllMIMIIIIilUlllllllintlllllllillMIIKIMIHnnT larbigen Opal, mit feiner bpitze gjiiiminiiiiniimiiiiniriinininnitiniitmimtiifRiiimmnfliiiimiiH IHQMter = voi.i znm Knöpfen, mit 4 ans- = vecbselbaren Ilaltern....... iBilstenliolter = ans gutem Klortrikot, vorn 1 = aum Knvplen.............. tdP Pf. s Fiiiimraraimrannmmmmiiiimmnmimmimmmmfflmi '.<><>&<>o<>oook>><><>oo<>oo<>oo<>o<>o<><>c>o<><>oo<><> LflcR-Spanjenstliulie«!?1250 Blonde Spansensjhulie...... 11° Hodellschulie...„..14" Heim-HallisMe stss. Sl™ 8M ) 31-35 36- 2"2 Sttilotosett «miiiiiiniiiiiiiuiniiwiiiiuiiiiiiiiKniiiiiiiiii Dimen-Scltlupfliösclien äs Baumwolle, fein gestrickt.................. Dtusen-fienidiiosen eä 145 feingewebt, weiss und farbig.................. 6 Dninen-ScIilOpfek ä 1»S vielen schöneu Farben......... Gr. 42-16 9 Herren-Hosen in allen ördssen....... Herren-Hemden For- Q50 bran � achwarz' VlIilNiiplillli#! 21-24 25-30 31-35 36-42 Turnscnune ia.ChromledersohI.1haltb.Qaai■ I Mako imitiert, Kesvev-KMSel fleiren-Obertiemden s FerkaO, geffftiecte Brust, mit 2 Kragen..... Herren-Oiserhemden 7 Zepfclr, gefttltcrte Brust, mit Kragen....... m Herren-Sportliemäen SM Trlcoline, elegant, farbig, m. 1 Kragen Selbstbinder '90 Dameet-Slliifctt liiiiiiiiiiniiiiiiinuiiiiiiiiiiuiiuiiiimttnNninimnn�Mriumminvrmiim � 25 Crlpt, mit langen Aermeln and Kragen Jumper A50 offen u.gcscnloesen zu tragen, langeAermel Jumper Äwollenem gestreift, mit Knopfgarnierung,,. "JiwuuuiiiiiniijmmnnirmnmiinmnnninBnmmuiiuiBWfc IDuoetinehüle>125 = gamlert,kIeinefeschcrorraer ÄA 5 in modernen Farben........ � iTratteomiite 450! ~ ausFilzstoff.gesteckterKopf, am 3 = mit fescher Ripsbandgarnltur■ äimnmmiminniiniiiiiniimiimininmiiiiuuumimaraiaBiiiS '90 fiiiiniiüN.minmfip.i�ninniwiniiinrTffnntei •i reine Seide. 490 gSS Herren-Filzliüte VOfd90 moderne Formen u. Farben mP Leipziger Sirasse Alexanderplakz Frankfurter Allee «Strümpfe NiiiiiiiniiiiuiuiiiiiiiiiuuiiaiiuitRniuuiiidii Dnmen-Sfrümpte 05,,, tit, in allen modernen Farben......... Paar Dam-Strüinpfe sr 5ä weis» oder farbig.......................... Paar 1 Danißn-Strüinpfß mu-ä 2" Hßrrßn-SocKßn ssä..... l35 Sßrrßn-Sßckßn jÄgÄs l95 Äus öer Sonätag 15. August 1926 Die Lage öes öeutsthen Zilms. Bon Dr. Herbert Feld. � Der den Aufbau und die Zusammenhänge innerhalb der deutschen Filmindustrie nicht kennende Theaterbesucher wird geneigt sein, ein optimistisches Urteil laut werden zu lassen und die Lage dieses im Rahmen deutscher Arbeit hervorragenden Gewerbezweiges bedenklich überschätzen. Tatsächlich hat die der gesamten Wirtschast arg zusetzende Krise vor dem deutschen Film nicht halt gemacht, fi« hat sogar eine Reihe noch vor Jahresfrist fleißig arbeitender größerer und kleinerer Unternehmungen zur Strecke gebracht, und es ist im Augenblick nicht abzusehen, wann diese deni deutschen Film abträgliche Entwicklung zum Stillstand kommen wird. Der Theaterbesitzer leidet unter der Arbeitslosigkeit und er um so mehr, als ja das Haupth-ntingent der Theaterbesucher Arbeiter und Mittelstand stellen, also Volksschichten, die heute in erster Linie be. lchäftigungslos sind. Ein zweites die gesamte deutsche Filmindustrie schwer schädigendes Uebel ist die Lustbarkeitssteuer, die der Theater- besitz« nach der jüngst erfolgten Neuregelung an den Staat abzu- fuhren verpflichtet ist und die in einer Höhe von mindestens 15 Proz. erhoben wird. Doch die Unkosten des Theaterbesitzers sind an sich schon recht erheblich«. Er hat die Leihmiete für den Film ouszu- bringen, die je nach der Qualität des Films und Größe des Theaters 15 bis 30 Proz. des Kartcnpreises ausmacht, er hat die Kosten für Vorführer und Platzanweiser zu tragen, die Kapelle zu emlöhnen, Beleuchtung, Heizung und die von Monat zu Monat sich steigernden Mieten zu zahlen und die allgemeinen Verwaltungskosten zu decken. Und von dem Einirittspreis, dessen Höhe schon seit Jahr und Tag festliegt, hat der Thecierlesitzer die hohe Lustbarkeitssteuer zu enr- richten Es wird also keinen oerwundern, daß dos Theotergeschäst arg laboriert. Im Jahre 1925 haben die Theaterbesitzer nahezu 75 Goldmillionen an Steuern abgeführt, ein Betrag, welcher genügt hätte, mehrere Hunden gute deutsche Filme herzustellen, die dem deutschen Film xrgenüber dem amerikanischen ein entscheidendes Uebergewicht verliehen hätten. Um die Misere des Theaterbesitzers noch an einem anderen Beispiel zu illustrieren, sei darauf hinge- wiesen, daß in einem guten Geschästsmonat wie im März mittlere und kleine Berliner Kinos eine Fehleinnahme von rund H Million gegenüber dem Borjahre verzeichnen mußten. Geht es dem Theaterbesitzer schlecht, so geht es auch dem Ver- lecher schlecht, denn er kann keine günstigen Berleihpreise mehr er- zielen. Und da in vielen Filmtheatern heute das Zwei-Schlager-Pro- gramm Mode ist, so sinkt die Verdicnstjpann« des Verleihers um ein Beträchtliches. Denn der Theaterbesitzer, der um Publikum anzu- locken, ein umfangreiches Programm bieten will, kann dem Verleiher natürlich im ganzen keine höheren Preis« bezahlen. Das Zwei- Schlager-Programm ist demnach für den Verleiher'ein Schaden, für den Theaterbesitzer andererseits kein Nutzen, da erfahrungsgemäß diese Methode zu einer Belebung des Theaterbesuches nicht ge- führt hat. Daß i» einer solchen Situation, wo Theaterbesttzer und Ver- leiher den Kopf voller Sorgen haben, die Fabrikatton nicht gerade blüht, erscheint wenig verwunderlich. Das Grundübel, an welchem der deutsche Film gegenwärtig krankt, ist die Kapitalnot. Dieser Kapttalnot ist es vornehmlich zu danken, daß der amerikanische Film auf dem deutschen Markt noch immer das Uebergewicht hat. In den ersten Monaten des Jahres 192k wurden von den Berliner und Münchener Filmprüfstellen 30 Proz. deutsche gegenüber 70 Proz. ausländische Filmstreifen zensiert. Dies« Zahlen sprechen Bände. Sie erhellen blitzartig die katastrophale Lage, in der sich der deutsche Film befindet. Und dieser Nieedrgong trotz der Stützung de» deutschen Film» durch das sogenannte Kontingent. Das Kontingent macht die Einfuhr eine» ausländischen Film» von der Herstellung eines deutschen abhängig, trifft somit Borforge, daß die deutsche Filmindustrie nicht dem ausländischen Konkurrenten vollends unterliegt. Dennoch beherrscht in der Tat der amerikanische Film den deutschen Markt. Um noch die Loge de» deutschen Film» auf dem Weltmarkte kurz zu skizzieren, sei hier vermerkt, daß Amerika rund 97 Proz. de» internationalen Filmmarktes beherrscht, während der Anteil des deutschen sich auf 2 Proz. beläuft. In letzter Zeit zeigt da» Ausland. vornehmlich Amerika, ein größeres Interefle an deutschen Spitzen- filmen. Amerika muß eben auf Grund der mit dem Ufa-Konzern getroffenen Abmachungen den deutschen Film günstiger als bisher plazieren. Immerhin muß man sich vor einem allzu großen Optimismus hüten. Die Situatton ist durchaus noch nicht reif, den Bor- marsch de» deutschen Films in der West zu begünstigen. Die Zilnte öer Woche. ("Primas- JJdast.) Man darf nicht an den Potemkin-Film denken, und doch muß man an ihn denken, wenn es sich um eine Darstellung aus der russischen Revolution handelt. Dieser ungeheure Ernst, diese absolute Geschloffenheit und Sachlichkeit, die den Potemkin über alles erhebt, fehlt den Amerikanern. Herr Fox, der immerhin das Verdienst hat. Filmthemen aus dem unmittelbaren Leben der Jetztzeit aufzugreifen. macht ein« große Oper mit Sensationen aus dem Stoff, aber zu- wellen ergreift ihn das Thema doch so. daß er alle Mätzchen und Rücksichten auf Publikumserfolg(mit den gewohnten Mitteln) ver- gißt und echte tragische Wirkungen erzielt. Freilich ohne eine Liebesgeschichte, ohne Schwarzweißmalerei und Heldenallüren geht es nicht ab. Zwei Kinder eines vornehmen russischen Hauses, Sonja und Khrill, verlassen das Wohlleben ihrer Familie und wandern in ein kleines russisches Städtchen aus, um der Sache des russischen Volkes zu dienen. Sie als Lehrerin, und er als Gehilfe in einem chemischen Laboratorium. Ihre friedliche Arbeit wird jählings ge- stört, ein Gouverneur mit Kosatengefolge soll die Steuern ein- treiben, die die arme Bevölkerung nicht aufbringen kann. Mit Roheiten und Grausamkeiten, die schon sadistisch anmuten, werden die Bewohner heimgesucht. Sonja und ihr Bruder werden unter dem Verdacht, revolutionäre Propaganda zu treiben, mißhandelt und davongeschleppt, ein Gefährte von ihnen, Egor, wird auf das grausamste ausgepeitscht. Ein jung« Gardeofizier, Petrofs, der eben noch in Petersburg sich den tollsten Ausschweifungen hingab. wird von dem muttgen Auftreten Sonjas fasziniert, er beschützt sie vor der Gewalttätigkeit eines Kosakenoffiziers und nimmt sich ihrer auch in Petersburg an. Zunächst haßt sie ihn, denn sie hält ihn irrtümlich«weis« für einen Verrät«. Sonja und ihr Brud« w«den noch Sibirien verbannt, ein lang« Leidenszug von V«brechern und Politischen zieht an unseren Äugen durch die Schneewüsten vor- bei, Elend und Not harrt ihrer in der V«bannung: das ganze infame Regime des Zarismus wird in ergreifenden Bildern auf- gedeckt. Eines Tages wird Petroft— inzwischen ist d«.Krieg aus- gebrochen— nach Sibirien versetzt. Wied« nimmt« sich Sonjas an, wied« weiß er sie vor den Bedrohungen des Kosakenoffizier« zu schützen, vmd als nicht« and«es hilft, erschießt er ihn. Sonja und« werden zum Tode verurteilt. Ab« nun ist die Revolution in Rußland ausgebrochen, und die Gewaltherrschaft wird auch im fernen Sibirien gestürzt. Neue Zwischenfälle, neue Intrigen retar- dieren die Handlung. Ein Kampf auf Leben und Tod emspinnt sich zwischen Petrofs und einem der neuen Gewalthaber, der auch sein Auge auf Sonja geworfen hat. Die Flucht im Schütten, die Be- gegnung und der Kampf d« beiden Widersach« geben Anlaß zu den nun einmal in Amerika beliebten Sensattonen. Sogar ein Rudel Wölfe wird ins Spiel geführt, aber das Paar Pettöff-Sonja ent- geht glücklich allen Gefahren. Sie haben sich gefunden und reisen einem neuen besseren Leben entgegen. D« Film wird in seiner Wirkung gerettet durch dos starke Spiel der Alma Rubens, die sich als eine neue große Film- begabung erweist. Ihre Schlichtheit und Ratürlichkest, die auf alles EchöMun v«zichtet, ihre Hingegebenhell an die Sache und ihre fee- lisch« Ergriffenheit halten uns im Banne, atemlos folgt man in den großen dramatischen Momenten ihrem nuancenreichen Spiel. Neben ihr kann nur noch Edmund Lowe, freilich in großem Äbstand, be- stehen. Ausgezeichnet ab« sind die nicht genannten Darstell« zwei« komisch« Chargen. Rette Naturaufnahmen vom Zill und eine Foxgroteske„D« wilde Waldemar", die mit ihren Gewaltsamkeiten in Deutschland nicht zum Lachen reizt, gingen voran. D. ,Vie drei Mannequins.� (ZNarmorhoms.) Ein Film aus d« Konfektion wird in Berlin immer Interesse finden, besonders wenn« Gelegenheit gibt, einen Durchschnitt durch allerlei Gesellschaftskreise zu geben. Drei Mädchen aus verschiedenen sozialen Schichten w«den ins Treffen geführt, die Geheimratstochter, die ihr« v«armten Familie helfen möchte, die Budikerstochter, die in ein höheres Milieu will, und das gerissene Mädchen, die den reichen Freund und den Weg zum Filmstar sucht, sie alle drei kommen unter als Probiermamsell und gehen von dort ihrem Schicksal entgegen.„Glanz und Elend d« Mannequins" könnte man den Film betiteln, aber d« Manuskriptv«fass« Max G l a ß läßt seine Schutzbefohlenen nicht untergehen. Alle drei Mädchen landen, nachdem sie ihre Abenteu« bestanden und ihre Träume aus- geträumt haben, in einer gutbürgerlichen Ehe. Das Milieu des Modesalons fft mtt Witz und Laune gezeichnet, mit der Vorführung schön« Beine wird nicht gespart: ob« im ganzen fft das Thema doch nicht ernst angepackt, wie schon d« gute Ausgong zeigt. Das wirkliche Leben ist«heblich härter, und am End« solcher zweifel- haften Karriere steht keineswegs immer der brave junge Mann, der über die Vorgeschichte seiner Liebsten huldvoll hinwegsieht. Erfreulicherweise fehlen nicht ein paar satirische Streiflichter, die das Thema etträglicher machen. Die Lehrschule der Mannequins, die nichts als ein Ausbeuteinstitut fft, wird drastisch vorgeführt, und der Ausslug m den Film, den das eine Mädchen mit Hilfe des reichen Mannes unternimmt, fft ausgezeichnet geraten. Er endet natürlich mtt einem völligen Fiasko, die Schieberregisseure haben die Gelegen- heit nur benutzt, um den Geldmann auszuplündern. In der Tat ist eine Modekönigin, wie es im Tttel heißt, noch lange kein Filmswr, und em Filmwerk kein Geschentartikel für die Gelüste eines Kom- merzienrats. Iaap Speyer weiß mit leichter Hand über die Fährnisse, die dem Film bei ernsterer Betrachtung drohen, hinweg- zugleiten, und immer int«essant und spannend das Bild zu re- gieren. In den Mannequinsrollen waren starke Kontraste auf- geboten: Helga M o ri, n d e r war ein reizendes Mädchen aus gutem Haufe, Elisabet P i n a j« f f entwickelte eine entzückende Frechheit, und Grit Haid war diesmal durchaus am Platze. Ferry S i k l a und Paul G r ä tz sorgten für den Humor, Lydie P o t e ch i n a assfftiette ihnen aufs beste: auch die Liebhaberrollen waren mit Hans A Ibers, Hans Brausewetter und Anton P o i n t n e r vertresflich besetzt.— r. Seilage öes Vorwärts ,vie dritte Eskadron." (Alhambra. Surfürsteadamm.) Es fft etwas höchst Eigenartiges um den Ehrgeiz unser« Film- industrie. Weil„Liebe und Trompetenblasen"" ein groß« Erfolg war, bringt die kommende Saison nur Militärhumoresken mit wienerischem Einschlag. Man strebt nicht nach eigener Leistung, man strebt nur nach d« Kopie eines erfolgreichen Stückes. An der Spitze marschiert die dritte Eskadron. Im Mittelpunkt steht ein Leutnant, d« die eine küßt, mit d« andern verlobt fft und die dritte heimlich und aufrichtig liebt. Doch man lernt nicht nur seine Sorgen, man lernt auch die treuen Anhängsel d« dritten Eskadron kennen, einen Geldverleih« und eine Tänzerin. Aus dem allgemeinen Durcheinand« finden zum Schluß zwei Paare den Weg ins Ehe- glück. Dorh« nahm d« Regisseur Carl Wilhelm weidlich die Gelegenheit wahr, das Iubelleben d« Offizi«« detailliert auszu- malen, als Hoch auf die Schlamperei. Die Darstell«, von denen nur Ernst Derebes, Paul Heidemonn, Paul Morgan. Ralph Arthur Rodens, Arno, Kurt Vespermann und Julius von Szöreghy erwähnt seien, halfen ihm wack«. Sie wirkten auf die Lachmuskeln und spielten die feschen Kerls zum Entzücken all« nnlttärfrommen Back- fische. Die weiblichen Rollen waren bei Ciaire Romm«, Camilla Spiro, Ida Wüst und Resse! Orla gut aufgehoben. Letzt«« verstand es ab« gar nicht, sich zu schminken. D« Regisseur hat manches nachempfunden, mitunter gab« eigenes, und dann war« von an- steckend« Lustigkett. So gelang ihm die Schilderung des Alarms vorzüglich, als Menschenbeine und Pf«debeine durcheinanderquirlen, selbst der Herr Rittmefft« nicht in die Uniform findet und es den Pferden nicht fchw« fällt, sich ihr« Bürde zu entledigen und ohne Reiter zur Stelle zu sein. Alles in ollem lag ihm ober doch wohl nur am regelrechten Militärfchmarren. Darum wird der gütige Kais« Franz Joseph zitiert, drei preußische Offiziere müssen monokel- geschmückt beim Regimentsfest die Grüße ihres allerhöchsten Kriegs- Herrn übermitteln und d«gleichen überwundene Kink«litzchen mehr, _ e. b. , Taumel." (Mozartsaal.) Die Lorgänge lassen an Kindlichkeit nichts zu wünschen übrig. Stellenweise benimmt sich der Film, als ob er für die Prohibition Reklame machen wolle, ein liebenswetter Papa bekommt bereits einen Herzschlag, als« bei seiner Tochter einen Schwips bemerkt, so grundanständig sind die Leute m diesem Film.„Ein Bild unserer Zeit", wie der Untertttel lautet, ist er allerdings nicht. Daß ein paar amerikanische Millionäre nicht wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen, kann noch nicht als besonderes Charakteristtkum der Gegenwart angesprochen werden. Die Handlung ist ganz einfach geführt. Zwei Menschen heiraten, die zueinander nicht passen. Er liebt Alkohol und Feste, fie die Zurückgezogenheit und Eis- limonaden. In Paris kommt es zum Bruch, als sie bemerkt, daß er auch noch andere Frauen liebt. D« fällige Nervenzusammenbruch setzt ein, ab« ein Freund, da» Must« puritanischer Lebenshaltung, ist vorhanden, der das gefährdete Dollarkind nach Amerika in den Hafen der zweiten, diesmal wohlanständigen und alkoholfreien Ehe> führt. Der wüste Ehemann stirbt rechtzeitig bei einem Autounfall. Der Himmel bleibt eben eine weise und gerechte Einrichtung. Son- derbar berührt es imm« wieder, wie naiv im amerikanischen Film das Leben der fünften Avenue gezeichnet wird. Man nimmt immer Rücksicht auf die Unberührthett d« Bewohner weit abgelegener Territorien. Den Höhepunkt bildet ein Tanz' zwischen Sektgläftrn, alle Limonadenherzen erbeben. Doch d« Film ist merkwürdig in einer anderen Beziehung. Er zeigst die übliche Einteilung der Menschen in Weiß und Schwarz, Mischungen kommen nicht vor, ober innerhalb dieses eng gespannten Rahmens versucht der Re- gisseur S a n t o l l psychologische Ausdeutung zu geben. Er begnügt sich nicht damit, einen Affekt plötzlich hinzustellen, wie es sonst im amerikanischen Film üblich ist.(Ausnahmen bilden bekanntlich nur Werke, die europäische Regisseure wie Lubitsch oder Sjöström inszenierten.) Santoll zeigt nun das allmähliche Wachsen oder Ver- dämmern eines Affektes mit Hilfe von Großaufnahmen, aber er begeht den Fehler, daß er sie zu häufig anwendet und dadurch den Film zerdehnt. Was Europa in letzter Zeit überwunden hat, scheint in Amerika die große Mode zu werden. Fraglich bleibt es nur, ob diese Technik dem amerikanischen Film, der dadurch seine Eigen- art verliert, zum Vorteil gereicht. Santoll selbst hat aber aus- geprägten Sinn für filmische Wirkungen und bildhaften Aufbau der Szene, die niemals den Menschen erdrückt, hinzu kommen eine ausgezeichnete Photographic und diskutierbare Schauspieler wie Harlan od« Ford. Corinna Grisfith spielt die Hauptrolle sehr stark im Affekt, ohne dabei in Pose zu verfallen, mit Uebergängen und Nuancen, eine der wenigen amerikanischen Schauspielerinnen, deren Gesicht über Ausdruck verfügt. F. S. G«hart haaptmaan hat eS übernommen, die Texte zum Faust. Film der Ufa zu dichten. E§ geschieht zum ersten Male, dag ein Dichter vom Range Hauptmanns sich in diejer Weise in den Dienst des Films stellt. Eine Rieseadallc wird von der Ufa in Babelsberg für Filmaumahmen gebaut. Länge 123 Meter. Breite 58 Meter, bebauter Raum 100 000 Kubik- mcter, Grundfläche 5800 Quadratmeter. Es ist möglich, in dieser Halle eine Stratzc von 52 Meter Breite und fast 90 Meter Tiefe auszubauen. Der neue große Fox-Film SIBIRIEN Grausame Gewaliherrschaft/ Kettenklirrendc sibirische Kerker/ Am Vorabend der russischen Revolution mr Täglich 5, 7, 9 Uhr PRIMUS« PALAST, Potsdamer Strasse 19 tfhlkoäU- x �"(teligddffi outci) j\=•—= if sä Miffi B I WV/ V/ V/1 Wi*Jv\AAJU untt Henngsdorf• bietungen° i'"''-1:: ÄvottAeme«t für Deutsches Theater-- Kammerspiele Direktion Reinhardt Theater in der Königgrätzer Straße° Komödienhaus Direktion Viktor BarnowsK� Theater am Nollendorfplatz= Die Tribüne Direktion Luken Robert 5este Tage -10 Vorstellungen- September �1926 bis 3uni 192Z 5.- 350 2- gafftnprei� 12.- g, 10.- Kassenpreis S.- v. 7.- Nassenvreis S.- u. 4.— Lede« LJottat eine Sovstellung 5este Plätze Die evften Äluffühvnngen Turandot von Gozzi, in der Bearbeitung von Karl Vollmöller(Galzburger Festau fführung- Ztegl« Max Reinhardt)- Gerhard Hauptmann: Dorothea Angermann(llraufführung. Helene Thimig- Werner Krauß- Regie Max Reinhardt)- Und Pippa tanzt lToni van Eyck- Heinrich George- Eduard von Winterstein- Regie Heinz Hilpert)- Zweimal Oliver von Georg Kaiser(Moisfl- Ourieux- Regie VittorLarnowsty-Eäsar und Kleopatra von Vernharb Shawsglisabeth Äergner- Regie Viktor Samowsky)- Unterwegs von Rittner(Regie Eugen Robert)- vi« Wildente von Ibsen(Moisfl- Regie Eugen Robert)- Androklu« und der Löwe von Vernarb Shaw(Max GiZlstorff- Kurt Götz- Rosa Valetti- Regie Erich Engel)- Oer Herr von Saint Audiu (Ralph Arthur Roberts)- Napoleon von Unruh(Uraufführung. Napoleon: Werner Krauß)- Neidhardt von Sneisenau von Wolfgang Goeh(Werner Krauß- Regle Heinz Hilpert) «UtsKedev Bergner, Helene Thimig, Orska, Dnrieux, Valetti, Rainer, Sysoldt, Thellmann, Mosheim, DarvaS, MeweS, Haack, van Eyck, Kersten, Unruh, Haid, Wüst, Werner Krauß, Pattenberg, Kur« Götz, Moisfi, Gülstorff, Deutsch, Hermann Thimig, LooS, Ralph Arthur Roberts, Brausewetter, Otto, Alexander, Winterstein, Steinrück, Zunkermaan» Müthel, Vattenttn, Romanowsky, Schroth, Gronau, Meyerin?, Wieman, Achaz, Herrmann, Iannsen, Stahl- Nachbaue, Wattburg u. a. m. Anmeldungen, Prospekte, Auskunft veutsches Theater, Theater in der Königgrötzer Straße, Komödlenhaus sowie in der Komödie, Am Weiden- 10ZZ4-10Z36 Kurfürstendamm 206t bei A. Werthelm» Gesellschaft der Junkfreunde, dämm 1», im Abonnementshauptbüro, Schumannstraße 23, Amt Norden 48 76: 96- nach nmm Hum-Scdm:% flmMmg-IM bü zu SlUcmtycat&n/ "SXUSS WUti Eigene Fabrikation• Eigene MaBschneiderei fertrajsüeteranl von Eisubahi- e. Postbeamten, sowie Iber M anderer Beaatu-, Bank- n, Industrie-Wirtscbaftsstellen Staats-Theater Opernhaus a. Platx d.Republ. 7 Uhr: A i d a Sdhanapielbans Geschlossen Scblller-Theater Geschlossen Deotsdioj TUBater Norden 10334—30 CahsiaUinktin Rifcnert 8'/« Uhr Nur noch 14 Tage! Max Adalbert in Das Shel Die Komödie Bismarck 2414, 7316 8'/. Uhr HiseLeserio Residenz-neai. 8'/, Uhr; Bat soldfine Kalb Martin Kettner SCAM LOIZOW 2551 Täglich 8 Uhr; Singers Midgets Revue u. „Toto" Sonntags 3» zu ermaa.Preisen d.rolleProgramm Kleines Hei Täglich 8V« Uhr; Asla Nielsen BUa Cavalllni Thealer HOnidöraiz.str. T.:Hasenheid2110 8 Uhr: Qsr GarteD M Homödleiihaus Tel- Norden 6304 8 Uhr: Drei Mädel von heute OpmthyM Hans May Komische Oper 8V4 Dir. James Klein S1/« Dl« große Revue Berlin ohne Hemd! Allabendlich 9 30 Uhr Die sensationelle Einlage: Satans Brautnacbt! Heber 200 Mitwirkende! Nachm. 33° Ermäßigt Preise! CO Heute 1 Vor«tellungen 1 mit dem glänzenden EriSttnungs- Splilplu Abends 8 Uhr Friedenspreise! 0.1 . Enrico Rastelll— Otto Reutter Rauchen gestattet!_ Sttenetto Ho&tmrRcme Theater i Admtralspalast „Jkiuntnm!* vaa Herrn. Haller/ Rtdeamns W11U Wollt Musik: Walter Kollo Leiter d.Gesamt' Ausstatt. Ludwig Kainer Premiere Mittwoch, den 18. August präzise? Uhr Ab Donnerstag, tiglich 8�4 Uhr Preise von 2.— bis 16b— Mark Vorverk. an unterbroch. 3 kür die ganxe Woche KS Rennen u Karlshorst Sonntag, den 15. August nachmittags 3 Uhr w BEROLINA Oer neue große Fox-Film SIBIRIEN Das dumpfe Grollen eines geknechteten Volkes/ Am Vorabend der russischen Revolution Täglich 5, 7, 9 Uhr PRIMUS-PALAST Potsdamer Straße 19 &eMix Jüartatfk dirigiert f Berliner Illk-Trio Neukölln. V Lahnstr. 74/751 Uhr Was Ueiie vermag Vorher bunter Teil Gutschein 1-4 Pars. Bei Vorzeigung der Annonce zahlen Sie Faut. u. Balkon 1 M. Loge u. Sessel I SO Hose-Theater 8V. Uhr; Olaf, Tragödie eines Sportlers Gartenbohne: 5 Uhr: Konzert und Bunter Teil HU- Saig Himujiuigi UFA PALAST GLORIAPAIAST KURFORSTENDAMM HOZARTSAAL TAUEHTZIENPALÄST NOLLENDORFPLATZ 8 KAMMERLIGHTSPIELE Restanrant Gewerksdiaftshaus§ SO 16, Engelufer 15 Reichhaltige Mittags- und Abendkarte Anerkannt vorzfigliche KQche Täglich Konzerf« Zivile Preise Verbandskegelbahnen Sfile in Jeder Gröhe für alle Veranstaltungen Reichshallen-Theatar Stelllaer Säuger Neu: „Singende Bäume" Waldidyll von Meysel Anl. 6 Uhr. Ptfilin Pn«»! Park. 1.20—1.70. Log. 2 M. Sonntag 29. 8.: Ersti Hadunittaps-Vonteliiinp n halben Preimil ÜBnhOU-BreU'i. Saal und Garten; Varfeti— Konzert— Tanz FRIEDRICHSTRASSE TURMSTRASSE KÖNIGSTADT Wieder- Erfiffnung 19. August Rudotph Valnntlna dar ishOngt« Mann dar Wall i> Monalaur Beaacaira W«sn zu Kraft und SchBnhalt Ernouerto Auaqabs Corinna Gritfith U Taumal Ela Film unserer Zeil KnWuka, dar Barbier u. die 3 OlcnatmSdohan Damen:,, f. 1 Part. Gsit Lohte Htrrr Uedtke, Madj Chrlitlaiu Der Mann ohne Namen III. u. IV. Teil Joe MayaMeislerwerk Oas In- sibe Giabmal(II.Tiil) m.t Mia May Kablnlie, der Barbier u. die 3 Dienatmidoben Daneeif. r. 4. Hart.Sai;. Lihtt Sublnke, der Barbier n. die 3 DtenalmSdobcn Damentp. f. d. Part. Dutt. Latte Paul Wegner, Oer Geiern, ale er In die Welt kam. Bühnanachau Theater des Westens Iilefot; Stiigpi. 931 Tiglich 8 Uhr; Die Revue Der Zug nadi dem Westen '.'smtktal unuatertTwhen Theaterkasse, Werlheim etc. BerllnerPrater Kastanien-Alice 7-9 Tiglich: International es Varletd- Programm. Anf.: Wochentags 5 U, Sonntags 4 U. Eintritt 50 Pf. Kaffeekochen, Tanz -Müdien- roh emailliert Haine Lotttnen 42 n. so n. „ durisune 15„ 125„ mit Anrichte Riesenauswahl roher, lackierter, lasierter Küchen, einzelner Kleiderund KQchenschränke. Himmel LotliriDgerStr.ZZWiiliaQserTor) Zurückgekehrt San.- Rat Dr. Vollmaim, Berliner Tbeuer •ill, Uhr: Donner «euer, ganz famos Deulsehes KOnstl.-Tlieater Tigl. 8'/» Uhr: Der lobelprels baMle i.lilalgurSvgaie Tk.(.UDifllntutaH Tiglich 8 Uhr: Yvonne ViedtM. lliilkvtillEktr Kulkt. Hugo Hirsch GllWilMM Benlfelbl. Sovel L llilkl. Herrlich am Waibe unb fflalrt gelegen. nimmt SammergSsfe auf. Penston pro Tag 4 R.-M. Elite-Sänger Kottbuseer Str. b PI, 31. 8. tiigl 8 Uhr » Oaflfplcl I der Magdeburger Eiite-länger mit Dbilig neuem Programm U a. D.Boxerfimmcf mit Schorsch Äulelli Sornrnerpreife! TooloS. Karle» Tiglich ab 4 vhr Konzert Agnarlnm geSifnel v.?— 8U TlerBunet» Ausstellung Frauenarzt Der Kermann Steppkes beabstchfigt die Errichtung einer Dachpoppenfabrik In Berlfa-Scincrsdorf auf dem Srundstihfe am DstferbaHnHof der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelbe an der Malchower Straße. Etwaige Einwendungen gegen diese «nlage sind bei dem unterzelchn-len Sfadfausschust binnen 14 Tagen,«om Tage nach der Verissenflichung ab gerechnet. schrifflich in doppelter Ausfertigung ober zu Protokoll anzubringen. Nach Abiaus dieser ffrist Vinnen Ein. Wendungen nicht mehr erhoben werden. Lcschteibung und Zeichnungen her geplanten Anlage liegen In unserem Bureau. Berlin EL, Waisenstraste 27, 1 Trepp«, stimmer Nr. 60, an den Er- schäftstagen in der Reit von 8 bis 2 Uhr während der oben bezeichneten Frist»ur Einsicht aus. stur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Ein» Wendungen wird r>or unserem Äom- milsar, Herrn Etadtoberinspektor Eenst. ans Dienstag, den 81. August 1826. vor- mittags 8 Uhr, in unserem Bureau ein Termin anberaumt,»u dem der Unternehmer sowie die Wibersprechcnben unter der Eröffnung geladen werden, dast auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen borge- gangen wird. Berlin, den 11. August 1826. Der Stabtausschuh Berlin,«bi. L Schneider. Bettfedern aus erster Sand. Dsd grau 60 Pf, geicht. 80 Pf, Rupf 1.75, Haibdaune 2.75. 4 weih irlaumrups, 4 beste, 5 Daune, 7 weiß. 8— 10 Schleihbaune. 4 OberberL la»chtsörb. stöver 8 Pfd. 18, 18, Kisten 8 Pfd. 350, 550 aufm, gegen Nachn. Muster, Preis! freL fein Ristfo. Richtpastend turiut. KSbm. Bettfedernspezialhaus Sachsel& Stadler, Berlin E, Landsberger Str. 43/12. Richard VOS�By Berlin, Friedrichstraße 43, und PotadamerStraße 14. Linoleum, Teppiche, Läuferstoffe, Schlafdecken.