M-rgena«ssab°(lowenni.) Be,«gspreis. A Anzeigenpreise: Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich. Sie einspaltig« Nonpareille- S— Neichsinart voraus»aizlbar. V MI geile 80 Pfennig. Reklame, eile Unter«reuzdand für Deutschland.....-*■. Rj b- Reichsmark,.»leine Antigen' Sanzig. Saa� und Mnnelgebiet. Av■ da» fettgedruckie Wort 20 Pfennig M'e'i�ma�r bÄTg? H MM Wl«■f WM T �-t° Worte). «usland 0.00 Reich-mart pro Monat. II l[J|i M�Ms If�l III I 1 MTB� 6»�'® f«B« Ci FW � II l|l| II| w) l• 1� joSil: WaR-"ee" sowie den Beilagen.Unterhaltung I W M_?B. UNS Wissen".„Aus der ZUmwel,-.-��>1>> W W WL« W» W M �SvÄW»/. Arbeitomartt»eile KO Pfennig. »lrrauenslimme",.Der Kinder» II �HL �Äßr MW( gamilicnan, eigen für Abonnenten freund".„Iugcnd-Vorwärts" und I I � � Seile 40 Pfennig. .Blick in die Bticherwelt" erscheint V �- wochentäglich zweimal. Sonntags � A'— Ml An, eigen filr die nächste Nummer und Montag,«mmal.____. /W/ miillen bis 4ib Uhr nachmittags im �. W � M W�. M�. M—*■» T/ Sauptgefchäft, Berlin SW 68, Linden- �n$ä33&,• MHVH.INVV 3P0lK$iUlÄlt rs«W!KÄ?Ä Zentralorgan der Sozialdemokratsfchen parte» Deutfchlands Redaktion unü Verlag: öerlin SW. öS, Linöenstraße Z �»�-ß'7 vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin SW.H8,Linüenstr.Z ??ernst>reck>er- Dönboff 292—297 A�»r»»sr»ll, ven J.•«-etlluini llf&fj P»ftlche«-nt-:«e�in 37 531- PanNonto: Bank der Arbeiter, Angestellten _"� ,yrC")EC>-�""gPTT'ZV****• 0 01 und Beamten. Wallftr.«5! Siskonto-Sesellschalt. De»°Iitenr°Ise«indenftr. 3. Neuer Kam Spaniens Forderung Am 27. August wird sich dos Rcichskabinett wahrscheinlich das letzemal vor dem Zusammentritt dc- Völkerbundes mit dem Eintritt Deutschlands und mit der Zusammensetzung der deutschen Delegation befassen. Man erwartet bis dahin die offizielle Einladung zur Teilnahme an der S t u di e n k o m m i s s i o n für die Verteilung der Ratssitze, die(auf Antrag Spaniens) zum 30. August einberufen ist. Die spanische Regierung hat ihre Forderung damit begründet. daß dem Rat und vorher der Kommission ein Protokoll der Kam- missions b e s ch l ü s s e vorgelegt werden müsse. Hinter dieser for- Mellen Begründung steckt der Wunsch, vor dem Zusammentritt des Völkerbunds noch einmal einen Versuch zur Erlangung eines st ä n- d i g e n Sitzes für Spanien zu machen. Die Aussichten hierfür sind gering, aber es besteht.die Gefahr, dah die neuen Beratungen in einem Augenblick, wo ein großer Teil der Völkerbundsdelegierten bereits in Genf versammelt ist, zu neuen Komplikationen führen, man sich auseinanderredet und vor lauter neuen Vorschlägen wieder vor einem Nichts steht. Jetzt schon machen sich o e r m i t- telnde Bemühungen geltend, die über die Kommijsionsbe- schlüsse vom Mai hinausgehen. Der Turnus, in dein die Inhaber der nichtständigen Sitze wechseln, soll danach von drei Jahren auf fünf Jahre verlängert' und außerdem die Wiederwählbarkeit Spaniens— mit Zweidrittelmehrheit— schon jetzt und nicht erst nach Ablauf der sünf Jahre ausgesprochen werden. In der Praxis würde dieser Vorschlag zweifellos dazu führen, daß auch Polen das gleiche Recht für sich in Anspruch nimmt. Auch könnte Irgend- ein Zugeständnis über die Kommissionsbeschlüsse vom Mai hinaus andere, bisher nicht in Betracht gezogene Mächtegruppen eben- falls zu neuen Forderungen oeranlassen, ohne daß ein Ende abzu- sehen wäre. Es wäre deshalb am besten, wenn an den Kommissionsbeschlüs- scn vom Mai nichts g e ä n d e r b wird. Der Völkerbund muß höher stehen als der Wunsch eines einzelnen Landes, dessen Er» süllung auch die neue Völterbundstagung scheitern lassen könnte. * Die Tel.-Union meldet, daß eine Sitzung der Reichsregierung tm August nicht mehr zu erwarten sei,. es wäre denn, daß die außen- politisch« Entwicklung noch vor Zusammentritt der Studienkommission am 30. August eine Wendung nimmt, die sofortige Beratung und Beschlüsse der Reichsregierung als notwendig erscheinen lassen würde. Skandinaviens Stellungnahme. Kopenhagen. 16. August.(WTB.) Die Nordische Inter- parlamentarische Delegiertenversammlung hat folgende Entschließung angenommen: Die Versammlung spricht ihre Befriedigung über den Standpunkt aus, der während der Delegiertenversammlung des Völkerbundes im März d. I. von den nordischen Ländern in der Frage der ständigen Ratssitze eingenommen wurde. Die Auffassung der Versammlung geht dahin, dah es im Interesse des Völkerbundes ist, die Zahl der ständigen Sitze nicht über den Platz hinaus zu erhöhen, der Deutschland bei seinem Eintritt in den Völkerbund zufällt. MeUons öefuch in Paris. Mit Spannung erwartet. Paris, 16. Llugust.(Eigener Drahtbericht.) Der Nordamerika- Nische Schatzsekretär Mellon ist nach den Besprechungen, die er ln Rom mit Mussolini und dem Finanzminister Volpi hatte, am Sonntag in Eoian am Genfer See eingetroffen und wird für die nächsten Tage in Paris erwartet. Die Presse betont, dah diesem Besuch angesichts der gegenwärtjgcn Spannung zwischen Frank- reich und Amerika wegen der Schuldenfrage eine außerordentliche Bedeutung beizumessen sei, da der Schatzsekretär mindestens offiziös beauftragt wäre, in Rom, Paris und Brüssel über die Schuldensrage zu verhandeln. Er soll in Paris eingehende Be- sprechungen mit Poincarö und dem Gouverneur der Bant von Frankreich haben. Dem linksstehenden Abendblatt„Paris Soir* hat das Finanzministerium auf Anfrage mitgeteilt, daß. das Datum der Ankunft Mellons noch nicht festgesetzt sei, daß aber das Finanzministerium der Ankunft Mellons mit großer Spannung entgegensehe. Die Aus- führung des Poincaräschen Finanzprogramms sei— so schreibt das Blatt— bis jetzt bis aus den delikatesten Punkt, nämlich die Franken st abilisierung, soweit gelungen. Der Minister- Präsident habe sich in der letzten Zeit zu der Ansicht der Sachver- ständigen bekehrt, nach der eine Stabilisierung ohne Aus- landskredite unmöglich sei und diese nur nach R o t i f i- zierung der Schuldenabkommen zu erlangen seien. Dies werde ober nicht ohne Schwierigkeiten vorgenommen werden können, denn es sei bekannt, daß sogar innerhalb des Ministeriums über diesen Punkt starke Meinungsverschiedenheiten herrschen. Kommunisten stören eine Gefallcncnbcstattunk. Paris. 16. August.(WTB.) In Francooille(Arrondissement ka« es anläßlich der Bestallung eines von der Zront pf in Genf. nach ständigem Sitz. übergeführten gefallenen Soldaten zu Z u s a mm enstößen mit Kommuni st en, die sich des Sarges bemächtigten. die Trikolore durch die rote Fahne ersetzten und den Toten zum Gemeindefriedhof trugen. Erst nach einem Handgemenge aus dem F r i e d h o s konnte die Bestattung vor sich gehen. Spanien verlangt Tanger. Ablehnung in Paris. Paris, 16. August.(Eigener Drahtbericht.) General Primo de Riveva hat in einem Interview die Einverleibung Tan- gers in die spanische Marotkozon« verlangt. Das hat hier, besonders in den Linkskreisen, peinliches Auf- sehen hervorgerufen. Man bringt dies« plötzliche Forderung Spaniens mit dem kürzlich zwischen Spanien und Italien abgeschlossenen Freundischastsoertrag in Zusammenhang. Bereits jetzt aber widerspricht die französische Presse dieser spanischen Forde- rung und betont, daß Frankreich nicht geneigt sei, irgend. welche Aenderungen an dem internationalen Statut von Tanger vor- zunehmen. polen unö Litauen. Außenminister Zalesti gegen Moskauer Hetze. Warschau, 16. August.(TU.) Der russische Gesandte in Polen, W o j k o f f, hatte eine Unterredung mit dem polnischen Außen- minister Zaleski. Dieser betonte dabei, daß die Hetze der russischen Presse wegen angeblicher polnischer Angrisfsabsichten auf Litauen ungerechtfertigt sei. Die Konzentrierung der Trup- pen an der polnisch-litauischen Grenze sei nichts weiter als Armee- manöver; es müsse eine Besserung der polnisch-russische» Beziehungen eintreten. Dies könne durch einen Besuch Tschitscherins in Warschau geschehen. Die Kleinkalibrigen. Eine Umfrage des Reichsinnenministers. Der Kleinkalibersport der rechtsradikalen Vereinigungen wächst sich täglich mehr zu einer inneren Gefahr für das Reich aus. Den Reichsinstanzen fehlt jede Kontrolle über die im Besitz der Rechtsverbändc befindlichen Waffen und die Schätzungen ein- geweihter Kreise weichen so stark voneinander ab, daß sie nicht einmal eine sicher erscheinende Vermutung über die tat- sächliche Zahl der im Gebrauch befindlichen Kleinkaliber-Gcwchre gestatten. Die einen rechnen mit 30 000, die anderen 100 000, und es gibt Leute, die weit über Jbiese Zahl hinaus bis zu einer Million Gewehre schätzen. Die Schwierigkeiten bei diesen Schätzungen liegen zum großen Teil in der unerlaubten Einfuhr von Klein- kaliberwasfen aus dem Auslande. Es ist z. B. nur noch ein offenes Geheimnis, daß unsere„nationale n* Organisationen von Belgien aus eifrig Waffen beziehen und sie, ohne die erforderlichen Waffenscheine zu besitzen, an ihre Angehörigen aushändigen. Infolge- dessen ist selbst an Hand der Wafsenschcinlisten eine genaue Schätzung der Kleinkaliberwaffen nicht möglich. Die Republik ist also in der beneidenswerten Lage, nicht einmal annähernd die Stärke ihrer Gegner zu kennen. Dieser Zustand ist unhaltbar, und wenn jetzt nicht unmittelbar eingegriffen und Ordnung geschaffen wird, ist das Reichsbanner einfach verpflichtet, zur Selbsthilfe zu schreiten. Der Reichsmini st er des Innern hat, wie der„S o z. P r e s s e d i e n st* erfährt, an die Regierungen der Länder eine Umfrage über ihre Erfahrungen mit dem Kleintalibersport gerichtet. Das Ergebnis dieser Enquete soll zum Anlaß von neuen reichsgesetzlichen Bestimmungen über den Klcinkalibcrsport genommen werden. Der Reichsminister des Jns�n beabsichtigt, bevor derartige Maßnahmen getroffen werden�mit den Länderregierungen persönliche Rücksprache zu nehmen. Eine entsprechende Konserenz ist vorläufig für Anfang September in Aussicht ge- nommen. Mittel für öen Wohnungsneubau. Preußen gibt 60 Millionen. Die preußische Staatsregierung hat beschlossen, zur Minderung der Erwerbslosigkeit im Baugewerbe einen Kredit in Höhe von 60 Millionen M. aufzunehmen. Der Betrog soll, wie der Anttliche Preußische Pressedienst schreibt, zur Hergabe in Form sogenannter H a u s z i n s'st e uc r h h p o t h e k e n für die Schaffung neuer Woh. nungen verwendet werden. Die Bewilligung der Mittel im einzelnen' wird über die Gemeinden und Gemeindeoerbände ge- schehen. Es wird damit gerechnet, daß mit Hilfe der neuen Bewilli- gung das diesjährige Bauprogramm in Preußen um wenigftens 12000 Wohnungen vergrößert wird, Staatsbejahung. Die-deutschen Universitäten und der heutige Staa't/j» Von Professor Dr. S. Marck, Breslau. Der in diesem Jahre unternommene Versuch einer Gruppe liberaler Hochschullehrer, alle Elemente an den Uni- versitäten, die sich, aus welchen Motiven immer, zur Reichs- Verfassung bekennen, zusamenzufassen, ist gewiß angesichts der immer noch stark vorherrschenden Strömung an den Universitäten dankenswert. Die vorliegenden Referate der Weimarer Tagung aber zeigen seine ganze Schwierigkeit. Das erste Referat des bekannten volksparteilichen Juristen Wilhelm Kahl ist schwarzweißrot mit kleiner schwarz- rotgoldener Gösch, Meineckes Vortrag ist gemäß der Ideologie der Liberalen Vereinigung schwarzrotgold mit starker schwarzweißroter Gösch, Rodbruchs schwarzrot- goldener Stellungnahme kommt durch den skeptischen Klang und die skizzenhafte Fassung seiner Ausführungen nicht sehr kraftvoll zur Geltung. Kohl ist„verfassungsmäßiger Repu- blikaner auf dem„Boden der Tatsachen", und die Anerken- nung dessen, was ist, ist heute bei einem rechtsstehenden Politiker und Hochschullehrer gewiß gewichtiger und schwerer, als solche Haltung 1918 war und ein Zeichen von Liberalis- mus. Aber die Verbeugung vor den akademischen Vater- ländischen Verbänden, die Trennung des Staates von der Staotsform, der tatsachenfremde Vorwurf, daß die Atmosphäre der Zwietracht auf das Konto der jungen Republik käme und die Absonderung zu republikanischen Bünden gerade ein einheitliches Staatsbewußtsein störten, zeigt doch die ganze Kluft zwischen einem solchen Gedankengange und entschiede- nem Republikanismus. Auch bei Meinecke Überwiegt vielfach die Schonung der Empfindlichkeit der tonangebenden Universitätskreise und ihrer gesellschaftlichen Macht, über das Bekenntnis zu den starken Volkskräften außerhalb der Universität. Auch er will das Weimarer Zusammentreffen scharf von einem Zusammen- schluß republikanischer Akademiker abgrenzen. Aber.er ist der Mann des psychologischen Tatsachensinns und der klaren Selbstkritik. So spricht er von der„oerkchrtenjwlitischcn Mentalität", der„professoralen Kriegsliteratur", bei der auf ihrem Fachgebiete nüchterne Forscher„außer Rand und Band" gerieten, so erkennt er an, daß ein Staat, wie das alte Deutsche Reich nicht mit ungefestigter populärer Basis in den Existenz- kämpf gehen konnte, so sieht er in der Republik den relativ größten Zusammenhang von Staat und Volk, der eigentlich auch den rechts Gerichteten zur nationalen Demokratie bekehren müßte. Aber den Gesinnungsrepublikaner wird die Wendung verstimmen, man hätte 1919 die Seeflagge zur nationalen Einheitsflagge machen müssen, und dem Arbeiter wird Schwarzrotgold nicht schmackhafter gemacht, wenn.es zur Beruhigung des Bürgertums gegen Rot ausgespielt und damit die Erinnerung an schwere proletarische Bruderkämpfe herausbeschworen wird. Auch der soziale Reform- wille, den Meinecke gegen einen sozialrevolutionären Republikanismus setzt, ist etwa an Wirths kräftigem sozial- republikanischen Bekenntnis gemessen, auffallend dünn. Bei R a d b r u ch stehen manche erfrischende Deutlich- leiten, mehr aber steht zwischen den Zeilen.„Nichts ist gut- gläubiger, als ein Professor außerhalb seines Fachwissens", so charakterisiert er die politische Betätigung mancher Kollegen. Bon feinem Skeptizismus aus, der der Universität keine nationalpolitische Aufgabe, keine Aufgabe der Führer- erziehung zuerkennt, bezeichnet er das van den Studenlen im heutigen Gemeinwesen beanspruchte Führermandat als in breiten Kreisen lächerlich wirkend. Aber es ist doch sehr fraglich, ob Erziehung zum„heiligen Zweifel", Schulung im Relativismus der Parteienlehre im Studenten außer Skepsis und Toleranz auch eine so entschiedene praktisch? Stellung- nähme erzeugen werden, wie sie eine einzigartige Erscheinung wie Max Weber mit theoretischem Relativismus verbinden konnte. Anderseits fordert Radbruch auch aus theoretischen Gründen eine entschieden republikanisch orientierte Rechts- Wissenschaft, er hofft manches von den heute noch wenig zahl- reichen Arbeiterstudenten und bekennt sich zum Schluß zum Satze des alten Lichtenberg, daß beim Uebergang einer Monarchie zur Republik jeder Stein anders behauen werden müsse, wozu freilich Zeit gehöre. Man wird aus diesen Proben und aus den Gegensätzen innerhalb der Referate selbst gesehen haben, daß das gevckiß dankenswerte Hervortreten der Vernunftrepublikaner an den Universitäten, den Kampf derer, denen die Republik Ueber- zeugungssache ist, vor allem, wenn sie ihr als Sozialisten einen ganz anderen Inhalt als bisher geben wollen, in keiner Weife überflüssig machen kano. Im Gegenteil, die Fülle der Konzessionen, die bei diesen Kreisen den Todfeinden der Republik gemacht werden, zeigt die ganze Notwendigkeit dieses Kampfes. Die Erfolge *) Die deutschen Universitäten und der heutige Staat. Referat, erstattet auf der Weimarer Tagung deutscher Hochschullehrer am 23. und 24. April 1926 von Wilhelm Kahl, Friedrich Meinecke, Gustav Radbruch. 1926 I. E. B. Mohr, eines solchen entschiedenen und kompromißlosen republika» nischen Bekenntnisses bei manchen studentischen Wahlen der letzten Zeit, die Rührigkeit der kleinen Opposition auf dem letzten Studententage, haben die Notwendigkeit dieser Taktik, die mehr als bloße Taktik ist, ebenfalls bestätigt. M i t einer verwaschenen S t a a t s b e j a h u n g, die amEndenochzwischenStaatsformundStaat überhaupt unterscheidet, ist dem entschieden republikanischen Akademiker nicht gedient. Dem rücksichtslosen Rechtsradikalismus an den Universitäten muß ein völlig selbständiger und entschlossener republikanischer Wille entgegengestellt werdest. Der sozialistische A k a- d e m i k e r vollends, der den zukünftig auf der Tagesordnung stehenden Problemen internationalen und sozialen Inhalts entgegenlebt, hinter denen Verfassungsstagen der europäischen Einzcistaaten zurücktreten müssen, kann mit jenem National- liberalismus oder Nationaldemokratismus wenig anfangen. Freilich weiß er, daß in jenen kommenden Kämpfen das Akademikertum zwar keine völlig belanglose, aber keine aus- schlaggebende Rolle spielen wird, daß auch gewaltige geistige Probleme, die damit auftauchen, von aufsteigenden Kräften außerhalb der Universitäten, und wenn es sein muß, gegen die heutige Universität zur Lösung kommen werden. Die große Rechte. VolkSpartcilichc Beklemmungen. � Die Parole des Aufrufs Gayl-Jarres findet bei der Rechten immer noch starken Widerhall. Ein Landesparteitag der Deutschnationalen Volkspartei für den Wahlkreis Hannover-Ost hat jetzt wieder eine Entschließung angenommen, in der„angesichts der fortschreitenden Bolsche- wisierung(!) des öffentlichen Lebens" auf Grund dieses - Aufrufes die Bildung einer„großen Rechten" gefordert wird. Interessanter als diese geistreiche Resolution ist der Kommentar der„Täglichen Rundschau". Sie schreibt dazu: „Daß der hier als Ziel bezeichnete Zusammenschluß sehr w ü n- schenswert wäre, brauchen wir kaum noch einmal zu betonen. Aber es zeigt sich auch hier wieder, daß für die notwendige Grundlage dieser Politik nicht mit genügender Klarheit gearbeitet wird. Welches sind die tragenden Grundsätze deutschnationaler Politik, die nicht preisgegeben werden sollen? Sind es dieselben, die die Deutschnationale Volkspartei in eine scharfe Opposition gegen eine Regierung getrieben haben, die bereit war, das Schwergewicht der Politik nach rechts zu oerlegen, die aber in der A u ß e n p o l i t i k den wirklichen Verhält. nisien Rechnung tragen mußte? Sind es dieselben Grundsätze, die dahin führen, daß man praktische Errungenschaften preisgibt und erbitterten Gegnern zu Triumphen oerhilft. nur um von t h c o r e- tischen Bekennrnissen nichts ausgeben zu müssen? Wir sehen vorläufig noch nichts von den Anfängen zu ein-er praktischen Zusammenarbeit, die die Erreichung eines gemeinsamen Ziels über die unbedingte Recht- h a b e r e i in der Wahl der einzelnen Mittel und Wege stellt. Sollten wir uns darin irren, so werden wir die Anzeichen dafür um so freudiger begrüßen." � Die deutschnationale Resolution sprach die Zuversicht aus, daß die„tragenden Grundsätze deutschnationaler Politik nichtpreisgegeben" werden möchten. Die volkspartei» kiche„Täsikiche Rundschau" verlangt gerade das G e g e n t ei l. Man sieht noch nicht recht, wie bei solch auseinanderstrebenden Tendenzen die große Rechte zustande kommen soll. Probleme ües Eisenpaktes. England, Amerika und der internationale Eisentrust. Die Verhandlungen zur Bildung eines kontinentalen Eisentrustes, die nach den letzten Berichten nunmehr kurz vor dem Abschluß stehen, sind besonders von England, das sich an diesen Verhandlungen nicht aktiv beteiligt hat, mit großem Interesse verfolgt worden. Ein(jelö von heute. Von Max Hochdorf. Der Proletarier vestchenkt sein Blut. Pariser Blätter haben erzählt, daß eine Dame zu viel Geld gekommen ist, indem sie an alte und gebrechliche, aber mit einem guten Scheckbuch gesegnete Leute ihr Blut spendete./ Sie wurde außerordentlich gut dafür bezahlt, daß sie ihre Pattenten noch für einige Zeit vom. Jenseits rettete, und die tüchtige Frau rühmte sich dessen, daß sie die schwere Zeit durch ihren Blutzoll spielend überstände. Run ist auch dieses Gewerbe des Blutverschenkens durchaus nicht einträglich für jene, die den armen Greis oder die notdürftig vegetierende Greisin mit neuer Lebenskraft beschenken wollen. Auch der schon über eine stattliche Anzahl von Fachleuten verfügende Stand der Blutspender wurde, wje das heute so kommt, langsam proletaristert. Und der beste, der freigebigste und zum Opfer bereiteste unter diesen prole- tarischen Blutspendern ist der Pariser Markthallenkasflerer Leopold Briez, von dessen Menschenfreundlichkeit und himmlischer Güte die Zeitungen voll sind. Briez verdient sich sein kärgliches Brot, indem er auf seinem bescheidenen Posten ausharrt. Dann aber verschwendet er den Ucbersluß, den ihm die Natur bescherte, an alle Bedürftigen) die schwächer sind als er selber. Er weigert sich direkt, für Leute mit dickem Portemonnaie, die ihn reichlich entlohnen würden, sein Blut herzugeben. Briez. der bescheidene Held, denkt und blutet nur für die Bewohner und Bewohnerinnen der Armenhäuser, die entträstek in die Hospitäler eingeliefert werden. Jetzt hat er schon an die hundertmal dieses Werk der Nächstenliebe getan. Nicht einmal der Nachtschlaf wird ihm immer gegönnt. Er hat oerlangt, daß er gerufen wird, wenn die Not am höchsten Ist. Und man holte ihn, wie er es wünschte. So geschah es. daß er in einer Nacht drei arme Leute vor der letzten Katastrophe bewahren mußte, und er stellte sich ohne Zögern zur Verfügung. Dann war er selbst auch ein wenig mitgenommen. Doch die strotzende Natur unterstützte ihn, und er konnte sich des Erfolges freuen, in dessen Dienst er sich gestellt hatte. Sieht man diesen tapferen Mann, diesen Sohn des Volkes, im Bilde, dann glaubt man nicht, daß er neben seinem Hauptgeschäfte noch ein so wenig nahrhaftes und ein so sehr menschenfreundliches Gewerb« betreibt. Er ist rundlich anzusehen, er ist durchaus nicht abgezehrt, er gleicht durchaus einem behaglichen Dorfpfarrer, der es sich tagtäglich bei einem knusprigen Braten und gutem Rotwein wohl sein läßt. Doch nein. Leopold Briez ist kein Prasser, er ist ein mäßiger Mann, der gar nichts Besonderes tut, um den Reichtum seines gesunden Blutes mit Ueberkrast zu erfüllen. Trogdem wurde ihm alles von der Natur gegeben, was er braucht, um mit seiner Güte zu walten. Letztens wollten die spleenigen Amerikaner, die schon etwas bleichsüchtig sind und einen so robusten Mann sehr gut in ihren Spitälern brauchen können, Leopold Briez über de» Ozean Wie die„Konjunktur-Korrespondenz" aus diplomatischen Kreisen erfährt, gedenkt die englische S ch w e r i n d u- st r i e weder den internationalen Stahltrust zu bekämpfen, noch vorläufig Schritte zu unternehmen, sich daran zu beteili- gen. Solange der internationale Trust seine Tätigkeit auf rein europäisches Gebiet beschränkt und englische Uebersee- Märkte nicht gefährdet, wird sich die englische Industrie dem Trust gegenüber passiv verhalten. Sobald jedoch englische Märkte für die englische Industrie unsicher gemacht werden, wird diese den Versuch machen, sich an dem Trust zu beteiligen, um eine Einteilung des Weltmarktes zu sichern. Man glaubt nicht in englischen Stahlkreisen, daß Amerika durch den Trust gefährdet oder diesen bekämpfen wird, da amerikanisches Kapital so stark an dem deutschen Stahltrust beteiligt ist. Eine Gefahr für die amerikanische Stahlindustrie würde nur dann bestehen, wenn England sich auch an dem internationalen Trust beteiligen sollte. In diesem Falle wäre ein Weltkrieg der Schwerindustrie zwischen Europa und Amerika mit Preisschneiden und allen anderen Begleiterscheinungen unbedingt zu erwarten. Heute Wiederaufnahme der Verhandlungen. Paris, 16. August.(WTB.) Zu der Nachricht der Brüsseler „Derniere heure" über den bevorstehenden Abbruch der Pa- riser Verhandlungen über die Bildung eines Stahltrusts verlautet, daß tatsächlich Schwierigkeiten bestehen, die auf die Forderungen der französischen und beson- ders der belgischen Vertreter nach Hinaufsetzung der ihnen zugewiesenen Kontingente zurückzuführen sind. Diese Kon- tingente sollen nach französischen Angaben bei den letzten Unter- Handlungen für Deutschland aus 43 Proz., für Frankreich auf .37 Proz. und für Belgien auf 12 Proz. festgesetzt worden sein, während die restlichen 8 Proz. Polen, der Tschechoslowakei und Oesterreich vorbehalten seien. In Frankreich hoffe man. noch im Laufe des Sep- t e m b e r zu einer Einigung zu gelangen, während die Wider- stände Belgiens ernstlicher Natur seien, ohne daß man allerdings von einem Abbruch der Verhandlungen zu sprechen brauche. Wie französischerscits verlautet, sollen bereits morgen (also Dienstag. Die Red.) die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Jedenfalls steht fest, daß zwischen den deutschen und luxemburgischen Vertretern eine restlos« Derständi- gung erzielt worden ist. Kamenews Amtsenthebung. Auch Pjatakoff beurlaubt. Aus Moskau wird jetzt die seit langem angekündigte Amts- enthebung Kamenews von seinem Posten als Volkskom- missar für Außen- und Innenhandel gemeldet. An seine Stelle tritt ein der weiteren Oefsentlichkeit bisher unbekannter Mann aus den engeren Kreisen Stalins, Mikojan. Er ist wie Stalin Kaukasier und war zuletzt Sekretär des Nordkaukasischen Komitees der Kam- munisttschen Partei. Auf der letzten Vollsitzung des Zentralkomitees, die zur Absetzung Sinowjews führte, wurde er zum Stellvertreten- den Mitglied des Politischen Bureaus gewählt. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß P j o t a k o w, der Stellvertretende Vorsitzende des Volkswirtschaftsrats, auf zwei Monat« in Urlaub ist. Er wird zweifellos agf seinen Posten nicht z u.r ü ck k e h r e n pnd ebenso wie Sinowjew und Kamenew endgültig aus ollen maßgebenden Staatsstellen-.ausscheiden. Damit ist die Opposition in der Kommunistischen Partei Rußlands, soweit sie sich bemüht hatte, organisatorisch hervor- zutreten, vollständig enthauptet. Während der Debatten des 14. Parteitages erklärte Stalin noch, daß niemand im Zentral- komitee an irgendwelche Maßregelungen denke. Das war kaum ausgesprochen, da fuhren schon all« Größen der offiziellen Parteimehrheit nach Leningrad und stülpten die Leningrader Organi- sa�ion um. Alles was nicht unbedingt„zuverlässig" war, wurde ge- maßregelt. Nachdem Sinowjew die organisatorische Basis in Lenin- grab genommen war, folgt« er selber. Stalin hat also zweifellos die «I holen. Sie boten ihm gleich 20 000 Dollar bar auf den Tisch. Doch Briez schlug ab. Und warum? Er hat es selbst erzählt. Seine leibliche Mutter braucht das Blut ihres Sohnes. Damit die alte Mutter nicht eingeht, muß der Sohn sie mit seinem eigenen Blute ernähren. So darf er zurückgeben, was ihm einst gespendet wurde, als er selber Schutz und Beistand gebrauchte. Und nun weiht er sich vor allem diesem Kindesdienst, damit die Mutter ihm noch lang« erhalten bleibt. Er verschmäht die Dollars. Er bleibt der be- scheiden« Markthallenkassierer und lächelt nur weise und voll Mildig- teit, wenn überkluge Leute ihm vorwerfen, daß er eigentlich ein Narr ist. Zwei heine-venkmale. Hamburg ist seit Jahren der Aufbewahrungsort zweier Heine-Denkmale, die beide eine schicksalsreiche Geschichte hinter sich haben. Im Durchgang des Barkhofes, eines großen Kontorhauses in der Nähe des Hauptbahnhofes, stand unter einem grünbemalten Holzverschlag ein Heine-Denkmal, das Julius Campe 1909 dem Hamburger Senat zur össentlichen Aufstellung angeboten hatte. In der Kunstholle befand sich ebenfalls seit Iahren ein von Hugo Lederer geschaffenes Heine-Denkmal. Beide Erinnerungszeichen erblicken jetzt das Licht der Oefsentlichkeit, und zwar hat das Denkmal von Lederer bereits im Stadtpark Aufstellung gesunden. Das andere Denkmal ist vom A l t o n a e r Magistrat übernommen worden. Man hat es bereits vom Barkhof in Hamburg nach Altona gebracht, wo es im Donnerschen Park Aufstellung finden soll. Am interessantesten ist die Geschichte des sogenannten Campe- schen Denkmals. Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, die eine große Verehrerin Heines war, hatte sich das Denkmal für ihr Schloß aus Korfu herstellen lassen. Nach der Ermordung der Kaiserin Elisabeth übernahm Kaiser Wilhelm II. das Schloß. Das Denkmal wurde entfernt. Ein Nachkomme des Hamburger Heine-Verlegers Camp«, Julius Campe, kaufte das Denkmal und stellte es dem Hamburger Senat zur Verfügung. Damals entspann sich ein lebbaster Pressekampf um das Denkmal, da der Senat das Geschenk ablehnte. Julius Campe stellte darauf das Heine-Denkmal in dem Durch- gang des Barthose, auf. Jugendliche Attentäter verunstalteten das Denkmal durch rote Farbe. Darauf erfolgten Gegendemonstrationen. Da die Polizei eingriff, gab es wieder lebhatte Auseinandersetzungen. Schließlich baute man um das ganze Denkmal einen Holzoerschlag, so daß es jahrelang völlig unsichtbar wurde. Durch den Beschluß des Altonaer Magistrats ist es jetzt der Vergessenheit entrückt. Im Jahre 1909 hatte im Namen des Berliner und des Ham- burger Komitees für Errichtung eines Heine-Denkmals in Hamburg Alfred Kerr ein telearaphisches Ersuchen an den Hamburger Senat gerichtet, für ein Heine-Denkmal einen Platz zu bewilligen. Der Senat erwiderte unter dem 18. Oktober 1909, daß er einen Platz bewilligen würde, wenn von den vereinigten Berliner und Hamburger Komitees ein hervorragendes und geeignetes Kunstwerk angeboten würde und seine Aufstellung gesichert erscheine. Es waren auch bereits 45 000 Mark an Mitteln vorhanden. Da brach der Krieg aus und oerhindert« die Aufstellung. Lederer» Werk wurde in die Kunsthalle gebracht. 12 Jahre mußte es dort warten, bis e» öffenllich Zeugnis ablegen durste für H. Heine. Absicht, rücksichtslos durchzugreifen und jeden Wider- stand gegen seine Diktatur im Keime zu ersticken. Die Opposition wird damit nicht oerschwinden, aber sie wird aus der offiziellen kommunistischen Partei herausgedrängt, sie wird zur Illega- lität oerurteilt. Die offizielle kommunistische Partei Ruß- lands verschiebt immer deutlicher ihre soziale Basis. Sie wird die Partei des Bauerntums und der Nep-Bourgeoisie. Für einige Zeit wird wieder Ruhe sein, bis spätestens auf dem nächsten Parteitag neue Konslitte zum Ausbruch kommen, die den Prozeß der Abstoßung der kommunistischen Elemente und der weiteren Rechtsorientierung der KPR. beschleunigen werden. Kriegsopfer unü Ehrenhain. Erst ausreichende Versorgung, dann Ehrenmal! Bei der bisherigen. Erörterung der Frage der Schaffung eines Reichsehrenmals für die im Weltkrieg Gefallenen sind, wie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten mitteilt, die Kriegsbeschädigten- und K r i e g e r h i n t e r b l i e b e- nen-Organisationen wicht beteiligt worden: Erst am 10. August hatten sie Gelegenheit, in einer Sitzuno, die beim Herrn Reichskunstwart stattgefunden hat, ihre Auffassung zu äußern. Mit Bezug auf diese Besprechung halten sie es für ihre Pflicht, nochmals auf das eindringlichste zu betonen, daß sie die b e st e E h r u n g d e r Gefallenen in einer ausreichenden Versorgung der deutschen Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterblicbenen sehen. Daß die Versorgung bis jetzt, im achten Jahre nach Kriegsschluß, nicht den Erfordernissen entspricht, hat der Reichstag in seiner Sitzung vom 1. Juli 1926 durch eine mit großer Mehrheit gefaßte Entschließung ausdrücklich anerkannt(Drucksachen des Reichstages Nr. 2-509 und Stenographischer Bericht der 222. Sitzung). In einer Eingabe an den Reichspräsidenten, den Reichsminister des Innern und den Präsidenten des Reichstages heißt es weiter: Bevor an die Errichtung eines Ehrenmals herangegangen wird, müßte erst die brennende Frage der Versorgung in befriedigender Form geregelt werden. Die Organisationen geben sich der bestimmten Erwartung hin, daß dies umgehend, spätestens aber im Zusammenhang mit der Aufstellung des Voranschlages des Reichshaushalts für das kommende Rechnungsjahr, geschieht. Bei Erfüllung dieser Voraussetzung würden die Organi- sationen die äußere Ehrung der Gefallenen in Form eines würdigen Ehrenmals unterstützen. Die äußere Ehrung der Gefallenen müßte nach der einmütigen Auffassung der Verbände auch in Form von Zweckbauten zum Ausdruck kommen. Solche Zweckbauten(Erholungsheime, Unter- kunftshäuser für Sieche) könnten im Zusammenhang mit einem Ehrenhain errichtet werden. Die Verbände sind dabei der Auffassung, daß hier ein Weg gegangen werden muß, der ohne Aufwendung erheblicher Mittel zum Ziele führt. Deshalb unter- stützen sie auf das nachdrücklichste den Plan der Schaffung eines EhrenhainsbeiBerkain Thüringen. Die für die Errichtung eines Ehrenmals notwendigen Kosten müßten vom Reich und von den Ländern aufgebracht werden. Die Dornahme einer L f f e n t- lichen Sammlung wird von den Organisationen entschieden abgelehnt. Diese Eingabe ist unterzeichnet vom Bund erblindeter Krieger, vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten usw. und vom Reich»- verband deutscher Kriegsbeschädigter. Ptp Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz- Rpt-Göld hat am Montag dem Reichskanzler in einem Schrei- den mitgeteilt, daß die Organisation der republikanischen Frontkämpfer für den Bau eines Reichsehrenmals an Berka festhält. Die Reichsregierung wird, wie der„Soz. Pressedienst" erfährt, in Anbetracht der Streitigkeiten über den Platz für das Reichsehren- mal auch in der nächsten Zeit noch keinen endgültigen Beschluß fassen. In Regierungskreisen vertritt man jetzt viel- mehr die Auffassung, daß die Länder von sich aus die Initiative zum Bau des Ehrenmals ergreifen sollen. Dabei können die Mit- teilungen des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten ihm wertvolle Fingerzeige geben. Grammophon stall Fräulein vom Amt. Es ist in allen Ländern dasselbe Elend: die Telephonverwaltung bittet die Fernfprech- bcnutzer immer wieder, die neuen Anschlußnummern der TeilneKmer im Telephonbuch nachzuschlagen, aber niemand tut es. Das Fräu- lein vom Amt ist ständig überlastet, dennoch muß sie stets dieselbe langatmige Erklärung abgeben, daß der Anschluß geändert sei. Zwei neue Pariser Telephonämter haben da eine bemerkenswerte Neue- rung zur Entlastung ihres Personals eingeführt. Verlangt ein Fernsprechbenutzer eine nicht mehr bestehende Nummer, so hört er ein knackendes Geräusch und einen Augenblick darauf eine be- merkenswert liebenswürdige Stimme, die äußerst höflich erklärt: „Würden Sie, bitte, im neuen Fernsprechbuch nachschlagen, die Nummer Ihres Teilnehmers hat sich geändert. Würden Sie, bitte. im neuen..." Stopp, Schweigen. Man ist nämlich mit einen, kleinen Raum verbunden gewesen, in dem von 7 Uhr morgens bis 11 Uhr abends ein Grammophon unaufhörlich diese Worte wieder- holt. Wann endlich wird diese praktische Erfindung auch im Privat- leben angewandt werden? Jeder, der von der Reise zurückkelirt. würde aufatmen, könnte er eine Grammophonplatte in sein Tele- phon sprechen lassen:„Ja. es war schlechtes WetteH auch mich haben die Mücken gestochen" usw. usw. Die Fahrt der modernen Wikinger. Mit der Leistung des Wikingers Leif Erikson, der vor 900 Iahren die nordamerikanische Küste erreicht haben soll, wetteiferte der norwegische Kapitän Gerhard Folgero. der auf einem kleinen, nach dem Modell eines Wikinger- Schiffes gebauten Segelboot den Atlantischen Ozean überquerte. Das Schiff, das 42 Fuß lang und 6 Fuß tief ist und den Namen J2eif Erikson" führt, wurde in Bergen erbaut, und der moderne Wikinger segelte mit drei Gefährten auf der Route über Island, die die alten Nordmänner eingeschlagen haben sollen. Nach einer Fahrt von 60 Tagen erreicht« er St. Johns und hat im ganzen 6400 eng- tische Meilen zurückgelegt. Das Schiff geriet in schwere Gefahr in einem Orkan in der Höhe von Labrador und kam später zwischen Packeis, durch das das kleine Fahrzeug beinahe zermalmt worden wäre. Die Forschungen über die Bewegung der Sonlinenle. Am 1. Ok- tober werden die großen internationalen Vermessungsarbeiten be- ginnen, die zur Nachprüfung der Frage dienen sollen, ob die Kon- tinente in ihrer Lage zueinander bzw. zu den Meeren sich bewegen. Zwanzig Länder, darunter die Vereinigten Staaten, England, Frank- reich, Belgien, Spanien, Australien, Japan, China und Indien werden an den Arbeiten teilnehmen. Die Messungen werden mit größter Genauigkeit gemacht. Zur Sicherung genauer Zeitangaben werden die Resultat« der einzelnen Beobachtungsstationen funk- telegraphisch übermittelt._ •I« deussch« Gesamtausgabe Zalef Gaarab». von dem unIZn«» oer. starbenen englischen Romonlchrtslsteller Josef tlonrad. der, von Geburt Pol«, zu den gelesensten Autoren des anglo-amerikanischen Sprachgebiets gehört, wird im S.-Fischer-Verlag eine deutsche Gesamtausgabe vorbercilel. Sie soll etwa tv Bände umfassen. Ein Opfer seiner Forschungen. In der Nacht aus Montag starb in L o n d o n Dr. Hall E d w a r d S, der aus dem Gebiet der Srsoischung der X-Strählen bahnbrechend tätig war und bei seinen wissenschaftlichen Forschungen den linken Arm und später auch vier Finger der rechten Hand Der Kampf ums Surgenlanö. Z«m fünfjährigen Geburtstag. Au» dem deutschösterreichischen Bundesgebiet Burgenland, das den anderen Bundesländern rechtlich gleichsteht, schreibt man dem„Vorwärts': Am 29. August 192! sollte die Uebernahme des Burgenlandes durch die Republik Deutschösterreich erfolgen. Der Vertrag von St. Germain hatte Oesterreich einen Teil der deutschen Gebiete Westungarns zugesprochen, und der Vertrag von Trianon hatte Ungarn verpflichtet, der Entente dieses Gebiet zur Uebergabe an Oesterreich abzutreten. Ungarn machte aber allerlei Ausflüchte, es stellte wirtschaftliche Kompensationen in Zlussicht, wenn Oesterreich auf das ihm zugesprochene Gebiet velzichte. Der österreichische Nationalrat beschloß aber, auf der Uebergabe des Landes aus nationalen Gründen zu beharren. Die interalliierte General skommission in Oeden- bürg, die vom 23. August bis zum 6. September das abzutretende Gebiet verwaltete und die Verantwortung für die U e b e r- gäbe übernommen hatte, setzte fest, daß das Land am 28. und 29. August von der ungarischen Gendarmerie zu räumen sei. Für die Uebergabe an Oesterreich war der 29. August bestimmt. Da es bekannt geworden war, daß Ungarn das Burgenland nicht ohne Wider st and hergeben wolle, hatte Oesterreich die Absicht, die Besetzung des Landes durch das Bundesheer vor- nehmen zu lassen. Die Gcneralkommission untersagte dies aber und ordnete an, daß Gendarmerie unter Führung von Ententeofsizieren das Land übernehmen soll. �Für die Besetzung hatten die Ententeossiziere da» Land in zwei Zonen eingeteilt. Als in der ersten Zone sich Widerstand von Banden fühlbar machte, die. wie einwandfrei festgestellt ist, aus Inner- Ungarn gekommen waren, weigerte- sich Ungarn, die zweite Zone zu räumen. Und nun setzte der Bandenkrieg ein, der sogar a l t österreichisches Gebiet bedrohte. Dieser Sleinkrleg kostete Oesterreich— abgesehen von den male- riellen Opfern— das Leben von 1l> Gendarmen und 40 wehr- männern: 18 Gendarmen und öS Nehrmanner wurden schwer verletzt. Nach einem aufreibenden Kleinkampfe von 12 Tagen wurde die Gendarmerie am 8. September mit Zustimmung der Generals- kommission zurückgezogen. Inzwischen hatte die ungarische Regierung ihre Bemühungen, einen Teil des Burgenlandes, namentlich aber die Hauptstadt Ocdenburg zu behalten, nicht ohne Erfolg fortgesetzt. Am 2. Oktober beschloß die Botschafterkonferenz der Entente in Paris auf Vorschlag Italiens, die Regierungen von Wien und Budapest zur Entsendung von Bevollmächtigten nach Venedig ein- zuladen, wo unter dem Vorsitzenden des italienischen Außenministers T o r e t t a ein Uebereinkommen geschlossen werden sollte. So wurde am 13. Oktober das Protokoll von Venedig unterzeichnet, in welchem Ungarn sich oerpflichtete, die Räumung des strittigen Gebietes von den Banden durchzusetzen, während Oesterreich seine Zustimmung dazu gab, daß unter Leitung der interalliierten Generalskommission acht Tage nach der Besriedung des Landes in Ocdenburg und acht Uingebungsgemeinden eine V o l k s a b st i m» m u n g über deren staatliche Zugehörigkeit stattsinden solle. Der in diese Zeit sollende Putschversuch des Exkönigs Karl verzögerte die Säuberung des Landes von den Banden. Erst einige Zeit später wurde das Gebiet freigemacht, und am 4. Dezember war die Uebemahme planmäßig und ohne Zwischenfall durchgesührt. Die Botschafterkonserenz setzte die Volksabstimmung aus den 14. Dezember an. Da aber trotz des Versprechens der Botschafter» konferenz, die Freiheit und Unparteilichkeit der Ab- stimmung zu gewährleisten, und entgegen der Bestimmung des Denediger Protokolls die Verwaltung der fraglichen Gebiete durch die Geueralkommisfion vorsah, Ungarn noch immer die Staats- Hoheit ausübte, erklärte die österreichische Regierung, sie würde sich an einer Abstimmungs komödie nicht beteiligen. Die Bor- schaftertonserenz ermächtigte daraufhin die Generalskommission, die Voltsabstimmung auf den 18. Dezember zu verschieben, um bis dorthin wenigstens die mangelhaften Stimmlisten in Ordnung zu bringen. Da die Generalkommission trotzdem die Abstimmung in Oedenburg für den 14. und in den Umgebungsgemeinden für den 16. Dezember anordnete, zog Oesterreich seine Abstimmungs- kommissare zurück und beteiligte sich amtlich nicht an der Ab- stimmung. Trotz des Druckes der ungarischen Terror- banden und trotz der ganz offiziell gefälschten heimatscheine, die neue Oedenburger Bürger erzeugten, siel die Abstimmung nicht so aus, wie sie Ungarn erhofft hat�e. ZS Proz. der abgegebenen Stimmen fielen in Oedenburg Oesterreich zu, in den Umgebungsgemeinden aber erhielt Oesterreich 63 Proz.l Es ist kein Zweifel, daß bei gerechter Abstimmung, richtigen Stimmlisten und bei Ausschaltung des Terrors des ungarischen Militärs und der Gendarmerie, die, wie gesagt, im Abstim- mungsgebiet verblieben waren, Oesterreich auch in Oedenburg die Mehrheit bekommen hätte. So ist denn Oeden- bürg bei Ungarn geblieben. Nicht zu seinem Vorteil! heute ist Oedenburg eine dahinwelkende Stadt, und eine neue Ab- stimmung würde jetzt ganz anders ausfallen. In dem Gebiete, das Oesterreich zufiel, hat der Anschluß an das deutsche Brudervolk überall nur Genugtuung und Freude ausgelöst. Man faßte allenthalben diesen Anschluß nur als Symbol auf für jenen größeren Anschluß, den alle ersehnen, heute mehr als ehedem, den Anschluß an Deutschland. Der Arbeiter im rutschen Kommunismus. Zur Soziologie der russischen Parteikrise. Die russische Kommunistische Partei führt eine laufend« Statistik ihrer Mitglieder, die einen gewissen Einblick in die soziale Struktur der Partei gewährt. Die Ergebnisse dieser Statistik sind im allgemeinen nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt, doch werden sie zuweilen in der Presse erörtert. So bringt die Zeitschrift „Bolschewik'(1926, Nr. 12) einen Artikel des Leiters der Sta- tiftischen Abteilung der kommunistischen Parteizentrale, E. Smitten, „lieber die Ergebnisse der Regelung des Partei- Wachstums', in dem eine Reihe neuester Angaben der Partei- statistik mitgeteilt wird. Am 1. Januar 1926 zählte die Partei 1 002 500 Mitglieder, darunter 58,1 Proz Arbeiter, 24,6 Proz. Bauern und 17,3 Proz. Angestellte u. a. Bei dieser Gruppierung werden jedoch zu den Arbeitern(resp. Bauern) auch alle Staats-, Partei-, Gewert- schaftsbeamten usw. gezählt, die früher als Arbeiter(resp. Bauern) tätig waren. Wenn man aber nicht den früheren, sondern den gegenwärtigen d. h. den tatsächlichen Berus der Parteimitglieder berücksichtigt, so erhalten wir folgendes Bild: Arbeiter(Land- orbeiter miteingeschlossen) 42,0 Proz., Bauern 11,4 Proz., An- gestellte u. a. 46,6 Proz Die Arbeiter bilden somit weniger als die Hälfte der Partei, die als Trägerin der proletarischen Diktatur gelten will. Die Gesamtzahl der kommunistischen Arbeiter(d. h. der tatsächlichen Arbeiter) in den Industriebetrieben hat am 1. Januar 1926 die höhe von 267 000 oder 14,4 Proz. aller Industrie- a r b e i t e r erreicht. In den einzelnen Industriezweigen war diese Zahl sehr verschieden: von 8,7 Proz. bei den Textilarbeitern steigt sie bis 23,4 Proz. im graphischen Gewerbe. Bezeichnend ist, daß der Prozentsatz der Kommunisten mit der Größe der Betriebe abnimmt: von 27,2 Proz. in den Fabrik- betrieben mit einer Belegschaft von weniger als 200 Arbeitern sinkt dieser Satz bis zu 13,1 Proz. in den Betrieben mit 500 bis 2000 Arbeitern und bis zu 8,7 Proz. in den Riesenbetrieben mit mehr als 5000 Arbeitern. Je größer der Betrieb, desto ge ri n g e r ist im Verhältnis die Zahl der zu besetzenden Verwaltungsposten, und desto geringer ist im Verhältnis auch die Zahl der Kommunisten. Dieselbe Erscheinung läßt sich in den Betrieben des Verkehrswesens beobachten: in den Betrieben mit weniger als 200 Arbeitern zählte man 39,7 Proz. Kommunisten, bei 201 bis 500 Arbeitern 27,8 Proz., bei 50! bis 2000 Arbeitern 19,5 Proz., darüber hinaus 13,9 Proz. Die Mitgliederbewegung im Jahre 1925 verdient eine ganz besondere Beachtung. Sie zeigt in der zweiten Hälfte des Jahres eine ausfallende Verschiebung zugunsten der Bauern und Beamtenschaft auf Kosten der Arbeiterschaft. So bildeten unter den neuausgenommcnen„Kandidaten' der Partei die 2l r- beiter in der ersten Jahreshälfte 57,8 Pr o z, in der zweiten 40.1 Proz, die Bauern entsprechend 11,5 und 22,1 Proz., die Angestellten 20,0 und 25,6 Proz. Die Zahl der Industrie- und Verkehrsarbeiter in der Partei ist vom 1. Juli 1925 bis zum 1. Januar 1926 um 6,8 Proz.. die der Bauern um 34,2 Proz., die der Angestellten und der staatlichen Beamten um 13,2 Proz. ge- stiegen. Noch bezeichnender sind die absoluten Zahlen des Zuwachses im Lauf« des Halbjahres: bei den Industrie- und Verkehrs- a r b« i t e r n 2 60 0 0, bei den Bauern 29 200, bei den An- gestellten 42 200. pj, E. Smitten weist mit Bedauern auf die Tatsache hin,, daß die .Beamten viel leichter in die Partei ausgenommen werden als die Arbeiter und Bauern. So wurden im Laufe des Jahres von den Angestellten 78,3 Proz., von den Industrie- und Derkehrsarbeitern 66,0 Proz., von den Bauern 39,5 Proz. und von den Landarbeitern nur 23,6 Proz. aller Bewerber aufgenommen. Die Zahl der aus der Partei ausgetretenen und aus- geschlossenen Mitglkeder mag an sich nicht sehr bedeutend sein, zeigt aber direkt entgegengesetzte Tendenz: die Zahl der Arbeiter ist hierbei in ständigem Wachsen be- griffen. Co sind im' Jahre 1924 1.4 Proz., im Jahre 1925 2,2 Proz. der Arbeiter aus der Partei ausgetreten: der Prozentsatz der ausgeschlossenen Slrbeiter hat sich entsprechend von 0,1 Proz. auf 1.2 Proz.(!) erhöht. Die entsprechenden Zahlen für die Angestelltengruppe werden nicht mitgeteilt. Was die Bauern anbetrifft, so wird ausdrücklich hervorgehoben, daß ihr Austritt resp. Ausschluß aus der Partei verhältnismäßig niedrigere Zahlen al» bei der Arbeitcrgrupp« aufweist. Diese Zahlen werfen ein grelles Licht auf die sozialen Ilm- schichtungen, die in der Kommunistischen Partei zutage treten und die auch in der letzten Parteikrise zum Ausdruck gekommen sind. Amtsblatt gegen Kultusministerium. Tie Berfafsungsfeier eines amtlichen Kreisblattes. Das»Greisenberger Kreisblatt', Amtsblatt des Kreises Greifenberg in Pommern, das nach dem Volksentscheid die Ortschaften, die sich der Abstimmung fernhielten, lobend hervorhob, bracht« am Tage der Verfassungseier folgende Bctrach- tung: Die Beflaggung der Schulen eine ungesetzliche Aorderungl Der p r e u h t s ch e M t n< st e r für Wissenschaft. Kunst und Volks- bildung Dr. Becker hat auf Grund eines Landtagsbeschlusses durch Erlaß vom 30. Juni d. I. angeordnet, daß die ö f f e n t- lichen Schulen die Reichsflagge zu beschaffen haben. Diese Anordnung ist ungesetzlich und unwirksam. Da» Schulgebäude Ist nicht Eigentum des Staates, sondern der Schul- gemeinden. Alle außerhalb der Schulausgaben liegenden Aus- Wendungen, Neuanschaffungen oder Veränderungen können daher mit Recht vom Schuloorstande abgelehnt werden. Da die alte Reichsfahne nicht zu dem gesetzlich vorgeschriebenen Inventar der Schulen gehörte, so gilt dies auch für die neue Flagge: denn die Flagge kann inzwischen nicht zu einem au» pädagogischen Grün- den notwendigen Anschaungs-, Lehr- und Lernmittel geworden lein. Der Minister hat also aus parteipolitischen Gründen eine Verfügung erlassen, deren Durchführung er im Verwaltungsstreitoersahren niemol» durchsetzen wird. Die Schul- vorstände können getrost die Beschaffung ablehnen. Es ist höchst bedauerlich, daß der Minister durch diesen Erlaß die Landlehrer in eine schwierige Stellung gebracht hat. Es darf ihnen, da sie kraft ihres Amtes Anordnungen übergeordneter Stellen nachkommen müssen, wegen ihrer etwaigen Stellung- nähme kein Vorwurf gemacht werden. In de» meisten Fällen werden sie durch Stimmenthaltung das Richtige treffen. Bedauerlich ist auch, daß für einen unnötigen Zweck über eine Million Mark vergeudet werden soll, während Zehntausend« von Junglehrern abseits von der Schule in bitterster Not leben.<£» ist au» allen diesen Gründen wünschenswert, daß die Durchführung dieser ungesetzlichen Anordnung an dem festen willen der großen Mehrheit der Schul- «rtcWInfc: scheitert. So hetzt dieses„Amtsblatt' gegen die Reichsflagge und gegen die Anordnungen.der preußischen Regierung. Da» ist da» ein- zigc, was es zum verfassungstag zu sagen halt der britische Sergarbeiterstreik. Reichskonferenz der Organisation. London, 16. August.(Eigener Drahtbericht.) Die Konferenz der Bergarbeiterocganisationcn prüfte heute in vielstündiger Sitzung die Ergebnisse der Urabstimmung, die die streikenden Bergarbeiter über den Vermllllungsvorschiag der Bischöfe durchgeführt haben: wobei die Mehrheil sich für Ablehnung dieser Vorschläge ausgesprochen hat. Ein größerer Teil der Bergarbeiter in den schottischen Bezirken hat an dieser Abstimmung nicht teilgenommen, die Gründe diese» Verhallen» sind noch nicht ganz klar. Die Besprechung de» Abstimmungsergebnisse» und der darau» zu ziehenden folgen dauerte bis in den Abend hinein und wurde schließlich aus Dienstag. 10 Uhr vormittag, vertagt. weitere Nachrichten im gewerkschaftlichen Teil diese» Blatte». hinter den Kulisten öes Faschismus. Der Minister Federzoni von Farinacci geohrfeigt. Paris, 16. August.(Eigener Drahtbericht.) Ein Bericht des „Corriere degli Jtaliani' aus Parma enthüllt wichtige Einzel- heilen darüber, was hinter den Kulissen des Faschismus vorgeht. Der Kampf zwischen dem Innenminister Federzoni und dem früheren Generalsekretär der Faschistenpartei, F a r i if a c c i, hat eine beispiellose Festigkeit angenommen. Die Entfernung Fori- naccis aus dem Generalsekretariat der Partei ist die Folge diese» Mißverhältnisse» zwischen den beiden gewesen. Federzoni hat seinerzeit den Duce vor die Entscheidung gestellt, entweder Farinacci fallen zu lassen oder die Demission seines Innenministers anzu- nehmen. Es kam zu einer tragischen Sitzung in Gegenwart Mussolinis. Farinacci fühlte sein Abruzzenblut in Wallung geraten und bedachte den Innenminister mit zwei Ohrfeigen. Von diesem Ereignis an war Farinacci gezwungen, das Generalsetre- tariat der Partei aufzugeben und sich nach Cremona zu verfügen. wo er den Tag der Wiederauserstehung erwartet. Dort bereitet er seine Rache vor. Indem er Dokumente gegen Mussolini sammelt, der ihn im Stich gelassen hat. Sein treuer Freund D u m i n i, der Mörder M a t t e o t t i s, hat sich wieder mit ihm zusammen- getan. Dumini und Farinacci zusammen sind eine schwere Sorg« für da» Regime. Dumini weiß genau, von wem er den Be- fehl zur Ermordung Matteottis erhalten hat und weiß auch, wem er den B c w e i s für diesen Mordbesehl ge- geben hat. Lediglich die schwierige wirtschaftliche und finanzielle Lage ist schuld daran, daß die Mißhelligkeiten zwischen Federzoni und Farinacci im Augenblick übersehen werden: sie können noch große Ueberraschungen bringen. Gajüa auch noch Setrüger? Siidslawische Behauptungen. Prag, 16. August.(Eigener Drahtbericht.) Die Enthüllungen über den inzwischen verabschiedeten Generolstabsches G a j d a nehmen immer größeren Umfang an. Jetzt wird au» Belgrad gemeldet, daß sich das südslawische Ossizierkorps bereits einmal gegen einen Besuch Gajdas entschieden verwahrt hat und ein Belgrader Arzt beweisen will, daß Gajda in Rußland B e- trügereien schlimmster Art begangen habe. (ftasdas Putschgefährten. Prag, 16. August.(EP.) Das Faschistenblatt„Narodni Novini' behauptet, daß das Präger Strafgericht dieser Tage einige Offiziere als Zeugen vernommen hat, die der Teilnahme an dem von Gajda geplanten faschistischen Umsturz beschuldigt werden. Dem Blatt zufolge handelt e» sich um die zweite Phase der Affäre Gajda, die zur D e g r a d i e r u n g des Generals führen soll. Die Verhaftung zweier hochstehender militärischer Persönlich- leiten stehe bevor._ De? Kirchenkampf in Mexiko. Exkommunizierung friedensbereiter Pfarrer. New Jork, 16. August.(EP.) Aus Mexiko wird gemeldet. daß der Justizminister 56 Bezirksanwälte ihrer Stellung enthoben hat, weil sie die Kirchengcsetze nicht mit der genügenden Strenge durchführten. Ein offizielles Kommuniguö teil außerdem mit. daß 14 Priester beschlossen haben, sich den Kirchengesetzen zu unterwerfen und darum die Erlaubnis er- hielten, den Gottesdienst in ihren Kirchen wieder aufzunehmen. Alle 14 Geistlichen sind darauf von den Bischösen e x k o m m u n i- ziert worden. Am Sonntag war die Lage im Lande ruhig, nur in einer Vorstadt von Mexiko kam es zu einem Handgemenge zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung, wobei ein Mann getötet wurde.— 15 Mönche, die aus Mexiko ausgewiesen worden sind, trafen in St. Louis ein. Sie sind auf dem Wege nach To- ronto. Sie haben erklärt, daß ihnen die mexikanischen Behörden nur acht Stunden Zeit gegeben hätten, um die Klöster zu räumen. fluch Nachbarputscherei verboten. Verhaftung mexikanischer Putschisten in der Union. San Aranci»co, 16. August.(WTB.) In San Diego (Kalifornien) haben Beamten der Regierung den mexikanischen General Estrada und 150 mexikanische Staatsan- gehörige verhaftet, die Vorbereitungen für eine Revolution in Mexiko getroffen haben sollen. Große Mengen von Waffen und Munition sollen beschlagnahmt worden sein. Dqs brasilianischeRegierungsblatt hetzt gegen Mexiko. Iranksurl a. 16. August.(TU.) Nach einer Meldung der „Frankfurter Zeitung' au» Rio de Janeiro beabsichtigt der mexikanische Botschafter am 23. August die brasilianisch« H a p p t- st a d t zu verlassen, da die Erklärungen der brasilianischen Regierung �us eine Beschwerde Mexiko» al» ungenügend angesehen werden. Der mexikanische Botschafter hatte sich über die Artikel der offiziösen„Gazeta Noticias' zum Kirchenkamps in Mexiko beschwert. Frantenfälschcrprozeß Nr. 2. Berufungsverhandlung. Budapest, 16. August.(WTB.) Heute vormittag wurde die Verhandlung gegen die Frankensälscher vor dem Gericht zweiter Instanz, Senatspräsident Gada, eröffnet. Sämtliche Angeklagte, mit Ausnahme des Prinzen Windisch-Graetz, Ludwig Halt». Alexander Kurz' und Kaspar Kooacs' waren erschienen. Der Verteidiger Windisch-Graetz' gab zu Protokoll, daß sein Klient morgen erscheinen werde. Auch der Vertreter der Bant von Frankreich, Collard-Hostingue, war an- wesend. Es wurde zunächst durch einen der Beisitzer der Verlauf der Frantcnsälschungsaktion dargelegt und sodann das Urteil de» Gerichtshofes erster Instanz oerlesen. Sergarbeitertoü im Golüschacht. Prag, 16. August.(MTB.) Wie die..Prager Abendzeitung' au» S ch c m n> tz(Slowakei) meldet, stürzte in der hiesigen Gold- grübe eine infolge eindringenden Grubenwassers stark durchnäßte Grubenwand plötzlich in einer Breite von etwa 30 Metern ein, wobei jüuf B e rga rveil« r getötet wurden. GewerMastsbewegung vor der Einigung der öeamtenbünüe. � ustimmung im Deutschen Beamtenbund. Die DE.-Korrespondenz meldet: Wie wir von gutunterrichleter Seit« erfahren, gewinnt der Plan ber Wiedervereinigung des Deutschen Beamtenbundes mit dem Slllgemeinen Deutschen Beamten bund iminer mehr an Wahrschein- lichkeit, In der legten Sitzung des Deutschen Betnntenbundes hat die mir den Verhandlungen beauftragte Kommission dem Bundes- vorstand über die bisher geleisteten Vorarbeiten Bericht erstattet. Der Bundesvorstand hat die Tätigkeit der Kommission daraufhin gebilligt imd sie beauftragt, mit den Delegierten des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes weiter zu verhandeln. Wie wir weiter erfahren, ist damit zu rechnen, daß nunmehr der Wiedeioereimgiliig der Organisationen keine e r n st c n Schwierigkeiten im Weg« stehen, und daß die kommenden Aerhandlungen sich mehr mit organisatorischen Fragen beschäftigen werden. Die chcruptschwierigkeiten für das Zusammengehen der beiden Bünde scheinen jedoch nach den uns gewordenen Mitteilungen nunmehr beseitigt zu sein, um so mehr, als auch große Gruppen der Eisenbahner im Deutschen Beamtenbundc sich für die Zentralisierung der Bcamienbewegung ausgesprochen haben * Nach unseren Ermittlungen ist es richtig, daß am Freitag der Bundesvorstand des DBB. einen derartigen Beschluß gesaßt hol. Im DBB. wie im ADB. ist sich die groß« Masse der Beamten- schaft heute darüber klar, daß es der hohen Bureaukrati« im Reichs- ftnanzminifterium durch die Zersplitterung gelungen ist, die beiden Spxtzenorganisationen gegeneinander auszuspielen und ihr« Wirksamkeit zum guten Teil lahmzulegen. Besonders die große Kundgebung auf dem Gendarmenmarkt hat gezeigt, daß die verschiedenen parteipolitischen Auffassungen kein Hindernis zu sein brauchen für eine geschlossene gcwerk- schaftlichc Aktion. Gewiß sehen die Anhänger des ADB. ihre politische Vertretung in der Sozialdemokratie. Aber sie sind trotzdem entschlossen, die strikteste parteipolitische Neutralität zu beobachten im Interesse der gewerkschaftlichen Einheit. Die Frucht ist jetzt reif. Darum frisch ans Werk für die große gewerkschaftliche Einheitsorganisation der Beamrenschast. 15 vlenststunöen in einem städtischen Krankenhaus. X Bezirksamt Wilmersdorf als Tarifbrecher und Ausbeuter. Uns wird geschrieben: Unglaubliche Zustände herrschen an dem st ä d t i s ch e n Krankenhaus Berlin-Wilmersdors. Di« Leitung dieses Krankenhauses, in dein nur lehr wenig VoUschwestero, dafür aber um so mehr«chwesterschülerinnen beschäftigt werden, versteh: es trefflich, menschliche Kräfte ihr anvertrauler junger Krankenschwestern auszunützen. Entsprechend den tariflichen Vereinbarungen mit dem Verband der Gemeinde- und St-atsarbeiter und den Vorschriften für die Ausbildung in dm Betrieben des städtischen Gesundheitswesens sind die Schwester- schülerinnen in den städtischen Krankenhäusern praktisch und theoretisch auszubiiden. Die Lehrzeit beträgt zwei Jahre. -•uf IH- Jahr sollen die dos theoretische Wissen vermittelnden Kursusstunden eines 200 Stunden umfassenden Kursus verteilt weiden. Für die geleistete praktische Arbeit erholten die Schülerinnen eine geldliche monatliche Vergütung von 25 Mark. x In dem städtischen Krankenhau» Berlin-Wilmersdors sind in den ersten Jahren der Lehrzeit überhaupt keine Kursus stunden abgehalten worden, um die Schule- rinnen nicht der dem Haus« nützlichen praktischen Arbeit für einig« Stunden zu entziehen. Um das vorgeschrieben« Pensum jedoch zu erreichen, werde): die jungen Krankenschwestern seit zirka zwei Monaten in unverantwortlicher Weise mit A r b e i t s sku n d e n überlastet. Der ordnungsgemäße Tagesdienst der Kranken- schwestcrn in diesem Haus« beginnt früh um 7 Uhr und endigt abends um 8 Uhr, mit einer Mittagspause von IM: Stunden. Der übliche Nachtdienst beginnt um 8 Uhr abends und endigt früh um 7 Uhr, ahn« Pause. Da für die Schwesterschülerinnen in den letzten �zwei Monaten allabendlich von 8 bis 10 Uhr Kürfusstundsn abgehalten werden, so haben diese jungen Krankenschwestern praktisch täglich einen Dienst von 15'A bis 14 Stunden(denn sehr oft schließt der theoretische Unterricht erst um Vzll oder%11 Uhr abends) zu verrichten! Das Städtische Krankenhaus Berlin-Wilmersdors hat bekanntlich in einem fpüheren Miets Wohnhaus Platz gesunden. Es genügt insolZedeslen in hygienischer Beziehung an und für sich nicht allen Anforderungen unserer Zeil. Die engen, unübersichtlichen Raum- verhätrnisse erschweren naturgemäß die notwendige Lüftung. Dadurch ist der Dienst für das Pflegepersonal besonders schwierig und anstrengend. Bei 1Z- und llftündiger Arbeitszeit am Tage wird eine Erholung in der frischen Luft für die Krankenschwestern völlig ilhrsorisch und kann apch durch den«inen freien Tag in der Woche nicht ausgeglichen werden. An sechs Togen je 13 bis 14 Arbeits- .stunden sind 78 bis 84 Arbeitsstunden in der Woche! „Wir haben in Deutschland grundsätzlich den Achtstundentag!" Wer beantwortet die Fragen:„Wie lange sollen diese Zustände andauern?" und:„Bestehen sie mit Zustimmung des Gesundheits- bzw. Bezirksamtes?" Wenn nein, wie gedenkt man die verantwort- lichen Personen zur Rechenschaft zu ziehen?," * Dt« geschilderten Zustände schienen uns kaum glaubhast. Wir erkundigten uns beim Verband der Gemeinde, und Stoatsarbeiter nach den Verhältnissen. Dort wurde uns folgendes erklärt: Es besteht zwischen dem Magistrat der Stadt Berlin und unserer Organisation«in Vertrag, der das Arbeitsverhältnis der Schüler und Schülerinnen regelt. Während man sich in den übrigen Anstalten Berlins nach diesem Vertrag richtet, macht das Kranken- Haus Wilmersdorf, das dem Bezirksamt untersteht, ein« Aus- nähme. Dos Verhalten der Krankenhausleitung stellt einen V« r- tragsbruch dar, wie er krasser nicht gedacht werden kann. Wir IZ.-IS.Seut.: MemstiMle MettWftl. WWWmA IS. September: v!exleljii!irhuOertsejeri>erll!terl>Mol!.Se!verWlisksbelveWl!g haben uns unter eingehender Schilderung des Sachverhalts mündlich und schriftlich an das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin gewandt und müssen feststellen, daß nunmehr dieser Ange- legenheit wegen, zwischen dem Bezirksamt Wilmersdorf und dem Hauptgesundheitsamt ein Kompentenz st reit sich«nt- sponneit hat. Unzweiselhast hat das Hauptgesundheitsamt Anweisung erteilt, den Vertrag«inzuhalten. Der leitende Arzt des Krankenhauses Wilmersdorf hat jedoch den Schülerinnen mitgeteilt, daß nun, nachdem man ihn„verpetzt" habe, sich erst recht an den bestehenden Berhältniffen nichts ändern werde! Wir haben in den letzten Tagen wieder eindringlichst dos Hauptgesundhestsamt der Stadt Berlin ersucht, auf Durchführung des Vertrages zu halten, haben jedoch bis zur Stunde keine Antwort daraus. Anstatt die Ver- hältniss« zu bessern, ist man im Krankenhaus Wilmersdorf bemüht, den„Schuldigen" zu finden, der es gewagt hat, dem Verbände der Gemeinde- und Staatsorbeiter von diesen Verhältnissen Mitteilung zu machen. Die Schüler und Schülerinnen des Wilmers- darfer Krankenhauses werden in einer Ar: und Weife ausgebeutst und mit Arbeit überlastet, daß die Versorgung der Kranken darunter leiden muß. Soweit unsere Ermittlungen. Es dürste genügen, wenn wir diese schandoollen Zustände im Wilmersdorfer Krankenhaus ver- össentlichen, um den Magistrat sofort zum Emschreiten zu veranlassen. Der Skandal hat schon zu lange gedauert. Es muß vor allem ver- langr werden, daß der leitende Arzt zur Verantwor- tung gezogen wird. Unionisten und Gelbe. Auch Weyer will ausschliehen. Paul Weyer vom problematischen„Jndustrievcrband" der noch problematischeren„Union der Hand- und Kopfarbeiter" schreibt uns folgende wunderbare Berichtigung: „Sie brachten in Ihrer Morgenausgabc vom Freitag, den 14. August 1926, Nr. 378, 43. Jahrgang, unter der Rubrik„Ge- werkschastsbewegung" einen Artikel mit der Ueberichrift:„Es ist erreicht!— Weyer-Union, Deutschnationale und Gelbe Arm in Arm." Aus der Tendenz diese» Artikels geht hervor, daß die Verbands- leitung des Deutschen Jnditstrieverbondes mit den von Ihnen ge- schilderten Machinationen einverstanden ist. Wir berufen uns auf 8 11 des Pressegesetzes und ersuchen um Aufnahme folgender Be- richtigung: Es ist wohl wach r. daß Kieseler, Fromke und Reuschel auf einer gemein sa in en Liste mit den Deutschnationalen kandidiert haben, es ist aber nicht wahr, daß diese Mit- glieder unseres Verbandes im Auftrage oder mit Ein- vernehmen der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Industrie- Verbandes gehandelt haben. Der Deutsche Industrieoerband wird gemäß§ 8 seiner Sagungen gegen Kieseler usw. das Ausschluß- verfahren eröffnen." * Wir haben keineswegs behauptet, die Ortsocrwaltung habe extra einen Auftrog zu einem Bündnis mit den Gelben erteilt. Somit hat ÜLeycr gar nichts zu berichtigen. Wenn er jetzt nach der Wahl und nach unserer Veröffentlichung ankündigt, daß er ein Ausschluß- verfahren eröffnen wird, so wird ihn niemand der Ueberstürzung anklagen können. falsche Information des„Deutschen". Die Tageszestung der christlichen Gewerkschaften,„Der Deutsche", bringt in Nr. 18S vom 10. August 1926 eine Notiz mit der Ueber- schrist:„Der sozialdemokratische Landorbeiter- verband fördert das Hofgängerunwescn." Diese Notiz enthält die Bemerkung, daß Vertreter des Deutschen Land- arbeiterverbandes bei Besprechungen im Reichsernährungs- Ministerium, die sich mit der Einbeziehung der Landwirtschaft in den Entwurf eines Gesetzes betr. Lehrlingswesen und Ausbildung jugendlicher Arbeiter be- faßten, gegen eine Einbeziehung der Landwirtschaft und Semrtf für eine Sonderveglung dieses Berufes ausgesprochen hätten. Das Gegenteil ist wahrl Der Deutsche Landarbeiter- verband hat den Standpunkt vertreten, daß die Landwirtschaft in das allgemeine Gesetz aufgenommen werden soll. Mit dieser Fest-- stellung, die der„Deutsche" sich vom Reichsernährungsmimsterium bestätigen lassen kann, entfallen alle, auch die in der Ueberschrift dieser Notiz gezogenen Schlüsse. Der vom„Deutschen" gebrachte Unsinn ist sicher auf eine ent- sprechende Information des deutschnationalen Zentralverbandes der Landarbeiter zurückzuführen. Dem„Deutschen" sollte aber doch allmählich klar geworden sein, wie Informationen dieses Verbandes zu werten sind. In der ch r i st- lichen Gewerkschaftsbewegung ist man sich langst darüber klar, daß alle Handlungen des deutsch- nationalen Zentralverbandes der Landarbeiter mit besonderer Vorsicht genossen werden müssen. Daran möge sich der„Deutsche" auch stets bei passenden Gelegenheiten erinnern._ Die englischen öergarbeiter beraten. heute voraussichtlich Beschluß über Verhandlungen. London, 16. August.(MTB.) Nach einer Beratung über die Ergebnisse der Befragung in den Bergwerksdistrikten betreisend die kirchlicher! Vorschläge wegen der Beilegung des Konslibtes, ver- tagte sich die Konferenz der Bergarbciterdelegierten auf morgen. Die Konferenz faßte keinen Beschluß hinsichtlich der Wie der- aufnähme der formellen Verhandlungen. Die Zahl der Bergarbeiter, die die Arbeit wieder aufnehmen, steigt täglich. Nach den letzten Nachrichten arbeiten im Lanarkshire 5383 Berg- leute, im Warwickshire 3880, in Eannock 3191 und in den mittleren Kohlenbecken 3500. Heute hoben alle Arbeiter der drei Zechen in Shropshire, 1680 an der Zahl, die Arbeit wieder aufgenommen. (Die Zahl der Streikenden beträgt rund eine Million. Danach kann man die Bedeutung der paar tausend Streikbrecher abschätzen.) Amerikonischc Unterstützung für die englischen Bergarbeiter. Chicago. 16. August.(WTB.) Der Arbeiterverband von Chicago hat beschlossen, den Streik der englischen Bergarbeiter zu unterstützen und einen Ausschuß einzusetzen, der Hilfsmittel für die britischen Bergarbeiter sammeln soll. Bcamtenkonflikt in Oesterreich. Wien, 16. August.«Eigener Drahtbericht.) In dem Konflikt der Postangestellten mit Se? Regierung wird die Entscheidung am 20. August fallen. Die Angestellten erwarten, daß die Regierung schon in den nächsten Tagen die Verhandlungen einleitet. Falls das bis zum 20. d. M. nicht der Fall ist, wird der erweiterte Vorstand der Postgewerkschaft zusammentreten, um das an die Regierung zu stellende Ultimatum zu beschliehen. Die Loge ist jedenfalls sehr ernst.__ Achtung, Baudelegierte! Am Donnerstag, dem 19. August, nach- mittags 5 Uhr, findet im„Dresdener Kasino", Dresdener Str. 96, eine Baudelegicrtenverfammlung statt. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß die S a m m e l l i st e n zugunsten der englischen Berg- arbeiter sofort im Bureau, Zimmer 38, abgeholt werden müssen. Wir rechnen damit, daß bereits am Donnerstag in der Baudele- giertenversamnilung die Listen zurückgegeben und n e u c in Empfang genommen werden können. Jede Baustelle muß im Besitze von Sammellisten des Ortsausschusses des ADGB. und in der Baudelegiertenversammlung«m Donnerstag vertreten sein. Mit- gliedsbuch und Delegiertenkarte legitimieren. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Der Vorstand. SpD.-ZNelallarbeiker. Mira«». Rittwich,«b«»»« 7 Uhr, Friktwainerfammlung in txn Refttxn:- 5fofiiäI»tt, L<>nd«b«rgrr Str. 31. In«»brtracht der wichtig«» T-g-xoidnung ist das Slscheiarn allcr Scaaifcn imbedinat«»forderlich. Änntt darf f-hlcn. Partei- und Berbaadobuch legitimier«». Der �eaktronovorftand. Verband der Waler und.Lackierer. Betricboräte, Bertra»cn»lc»t«»nd Bezirkslichrer: Am Da»aer»taq. den 1». August, abend, Uhr. im«ewerrschaltsha»»,«ngelufcr 2«— 25. Saal 1. «unktioaärkonfer»»». Die Arbeitsuerhältnifle in dea Betriebe». Diskus sia» und»erschiedrnes. � Der vorstand. Zugendgr»»»« de» RdA.. Heute. Dienstag, abends 7 Uhr, gemeinsame Spiele der Abteilungen Sndweft und Schöneberg auf dem Spielplatz an der Zlatzbachltrotze. Zsreie Gewerkschaitsjugenb. Heute, Dienstag, abends 1A Uhr, tagen die Gruppen: Landsberger Platz: Jugendheim Diestelmeyerftr. b. Leseabend: ..August Bebel aus feinem Leben".— Frankfurter Allee: Jugendheim Tilsiter Strafte 4— ö. 1 Tr. Unterhaltungsabcnd.— Lichtenberg: Jugendheim Dossc- strafte 22. Vortrag:„Dos bürgerliche Gerichtswesen".— Treptow: Zugendhcim Wildenbruchstr 53— bl. Heiterer Abend:„Alles lacht".— Spandau: Jugend- heim Lindcnufcr 1. Spirlabend.— Cs fvieleD im Freien die Gruppen Süd- west, Sportplatz am Urban: Oberfchönewcide und Köpenick auf dem Sportplatz der Mctallarbcilcrjugend an der Obcrsprec. Der Zlordkrei, geht baden, Treffpunkt lh7 Uhr Amrumer, Ecke Afrikanische Strafte. Die Sparkasse der Dank der Arbeiter, Angestellten und Veamlea A.-G., Berlin, wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Uhr und b— 7 Uhr, Sonnabends von 9—1 Uhr geöffnet. Verantwortlich für Politik: Dr. Gurt Geyer; Wirtschaft: Artnr Goternus: Gcwertschaftsdeweguna: Z. Steiner: Fcuilleion: Dr. Zahn Schikowski: Lakalcs und Sonstiges: Fritz Karftädt; Anzeigen: Th. Stocke; sämtlich in Berlin. Verlag: VorwärIZ.Vcrlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerct und Verlagsanstalt Paul Einger u. Co.. Berlin SW»8. Lindrnstrafte 3. Hierzu 2 Beilage» und..Unterhaltung und Willen". Hundert I., II. und III. Preise pie Meisterschaft von Deutschland über 100 km wurde von Willig auf ARCONA-RAD gewonnen. Wieder ein Beweis der grossen Klasse und Oualltäl. Katalog nach auswärts gratis und franko. ERNST MACHNOW Berlin C, Weinmeister str. 14. Orössles Fahrrad-Speslalhaus Deutschlands- Am 16. August besinnt wie alljährlich der Obste, Gemüses und Kartoffelverkau! auf dem Ouishof in Bln.-Rooeoifaäl- Verkaufzeit: 8—12 und 2— 6 Uhr. Berliner Stadtgliter G. m. b. H. Gutsverwaltnng Blankenfelde, v°' äute Kapilfin- Hanlabak'�sisr C. Röcker, Berlin Lichtenberger Stralle 22, Kgst. 3861 Von der Reise zurddt Prof. Dr. H. Schirokauer W 62, Lutherstraße 12. Metafllbetten Stablmairaizen, Kinder heuen ginsfiiaPm. Kau 630 tr. Eisenmöbelfabrik Suhl Thür. Ht. 3$4< 4Z. Jahrgang 1. Heilage öes vorwärts Vlenstag, 17. August 142S Das vkelumstvittene Warenhaus überrascht in diesen Tagen mit einer neuen V->rkaufsorganisation. Es soll ihm hier kein Lob gesungen werden, aber man kann auch sagen, in der heutigen Wirt. schoftssorm reichen sich die Vorteile und Nachteile des Warenhauses getreulich die chand. Die Kämpfe, die einst von den Mittelparteien gegen die Konkurrenz der Warenhäuser gesührt wurden, haben sich anderen, schwerer schädigenden Wirtschaftsgebilden zugewandt. Das viergeteilte Portemonnaie. Die neue Verkaufsorganisotion ist die des viergeteilten Porte- monnaies: es werden bestimmte Warenserien zu einem Einheits» preis von 95 Vf.— 1.90 M.— 2.85 M.— 4,50 IN. ausgeboten. In r> erwirkender Aufmachung, mit der suggestiven Macht, die nur der große Reklameapparal des Warenhauses entfalten kann, werden diese Zahlen immer und immer wieder dem Publikum in der Großstadt vor Augen geführt: im Inserat der Zeitung, in bunten Riesen- lottern auf den Fronten der fenstcrdurchbrochenen Fassaden der Warenhäuser, durch gleitende Transparente in den Schaufenstern, die immer nur diese vier Einheitszahlen wiederholen, durch einen farbenrauschenden Wald von bunten Plakaten und Asfichen im Inneren der Häuser. Die Aufforderung ist zu zwingend, das Publi- tum kann nicht anders, es muß hingehen und sich die neue Attrak» äion ansehen. Wie die Herren vom Theater rüsten die Chefs der Warenhäuser mit ihrem Generalstab, den Abteilungsvorstehcrn und den Einkäufern, die große Revue der Warenschlager, die ebenso wie dort den ungeschriebenen Gesetzen des wandelbaren Modegeschmacks unterstehen. Aber was verbirgt sich hinter den Zahlen? Ist es nur die Idee eines gerissenen Kaufmanns? Wie kann sich der diffe- renzierte Geschmack eines vielfältigen Publikums in nur vier Preis- kotegorien einzwängen lassen? Vielleicht, so denkt mancher, wird aus den Rückbeständen des verflossenen Saisonoerkaufs die Ware zur Hebung des Umsatzes auf dieses Vierklhisen-System zugeschnitten, etwa so, daß die Waren, die den Preis nicht erreichen, nach oben hin erhöht, die teueren Waren dem Preisschema entsprechend herab- gesetzt werden. Diese Aussasiung ist falsch, wie schon ein Gang durch die Verkaufsstände sofort aufzeigt. Was erhält man für fein Gelö t Die Waren der neuen Einheitspreise tragen durchaus nicht das Merkmal des billigen Ausverkaufs, sie sind neu, extra für diesen Verkaufszweck hergestellt und zeigen die Sorgsalt, einem praktischen Bedürfnis gerecht zu werden. Jedenfalls drängen sich die Kunden um die besonders ausgezeichneten Warentische, prüfen und kaufen. Eine Mannigfaltigkeit der AuswaHMjerrscht trotz der Beschränkung. Man kann für 4,50 M. eine ganze Serie von praktischen Dinge» er- stehen, mag es sich dabei um eine Joppe oder ein Kleid oder sonstigen Bedarf handeln. Für 2,85 VI. erhält man schon eine Kaffeemühle oder eine Auiwaschwannc oder ein Sporthemd, ebenso Konfektion on maxse. Für 1,95 Hl. kann man eine Emailleschüssel kaufen oder einen Satz Sticlkasserollcn aus Aluminium, einen Manikurekasten oder einen Mädchen-Prinzeßrock: für 95 Ps."rhält man einen Buttcrkühler oder ein echt silbernes Eßbesteck mit einem Garantie- schein für ein Jahr, oder ein paar Tassen mit Goldrand: einen Damenregenhut oder einen Kopfkissenbezug u. a. Mit diesen kleinen Beispielen soll nur die Anwendung des Serienkaufsystems aufgezeigt werden. Jedesmal auf meine Frage versicherten die Verkäuferinnen: .Das ist alles reguläre Ware!" Die Wirtfchafilichkeit üer Einheitspreise. Der Chef eines der großen Berliner Warenhäuser gab uns dazu folgend« Erklärungen: Zuerst korrigierte er den Irrtum, daß die Idee der Einheitspreise durchaus nicht neu sei, daß sie schon seit Jahren in vielen Warenhäusern zur Anwendung gebracht wird. Neu daran wäre nur das konsequente Prinzip, wie es in jedem reellen Warenhaus zur Anwendung kommt, nur wirklich preiswerte und gute Sachen in den Einheitspreis hineinzustellen. Der große Köuferkreis mit seinem blicksicheren Urteil nimmt das Einheitspreis- System durchaus günstig auf und hat sofort verstanden, von welchen Gesichtspunkten hier der Kaufmann ausgeht. Es ist nicht dabei gedacht, Ramschware etwa billig an den Mann zu bringe», wenn auch herabgesetzte Qualitätsware aus alten Lagern, soweit sie sich in die Preise einfügen läßt, mitverkaust wird. Man versolgl in erster Linie die Absicht, die ftausfreudigkeit des Publikums in einer flauen Zeil, wie es die Sommermonate sind, zu heben. Dieses kauf- männisch berechtigte Bcrlangen hat den wirtschaftlichen Hintergrund, einmal den lebendigen, bis in seine kleinsten Funktionen durchorgani- sierten Verkaufsapparat des Warenhauses kräftig zu erhalten und zum anderen Mal den großen, vom Warenhaus abhängigen In- dustricn und Gewerben mit ihren tausenden von Arbeitern neue Aufträge zu schaffen. Es mußte etwas erfunden werden, um die flauen Wochen, die sogenannten Uebergangezeiten bis zur beginnen- den neuen Saison auszufüllen. Denn die Aufträge für die Winter- saison können nicht früher ausgegeben werden, ehe nicht die Ein- stellung der Mode und des Bedürfnisses und der allgemeinen Wirt- fchoftslage für den kommenden Markt festgestellt wurden. Die Unternehmungen müßten also bis dahin feiern. Dos neue Einheits- system greift demnach über die privatwirtschaftliche Einstellung des Warenhauses hinaus und sucht seiner wahren Aufgabe, ein billiger Konsumverteilcr zu sein, mit dieser neuen Lösung gerecht zu werden. Die Fabrikanten erhalten also Großouslräge nach einem bestimmten Einheitsdiirchschnltt. Bei genauester Berechnung des Fabrikats, viel- leicht auch durch Vereinfachung und Ersparnis an Ausstattung läßt sich bei einem solchen Großauftrag eine verbilligung des Gegenstandes ouskalkulieren, ohne seinen Verkaufswcrt zu schädigen. Bei der Herstellung kleiner und vieler differenzierter Muster muß der Fabrikant ganz anders rechnen, andererseits-erfüllt' er gern auch den lohnenden Großaustrag für den Einheitspreis, wenn er einer Be- triebsstockung damit vorbeugen kann. Hier ist nlso eine rationelle Art, den Bedarf zu vereinfachen und die Arbeitsmaschine in Schwung zu erhalten. * Auch auf das Publikum wirkt sich der Serienverkauf erzieherisch aus. Der konzentrierte Bedarf ist auf die Konsum- sähig kert des Käufers zugeschnitten. Es wird ihm nicht zu- gcinutet, daß er, wenn er nur 95 Pf. für seinen Luxus oder Bedarf ausgeben kann, dazu verführt wird, für die gleiche Sache einen höheren Preis auszugeben. Er kann nur die bestimmte Ware� für einen fcstumgrenzten Preis erhallen. Bei größeren Ansprüchen muß er eben die andere Falte seines Portemonnaies öffnen. Und jede Ware in ihrer Preisart entspricht ihrem genauen Wert. Anierika mit seinen 5- und 10-Cent-Läden hat sich fast durchweg aus dieses Konsumbedürfnis eingestellt. Auf reeller Basis aufgezogen, wird das Einheitspreissystem auch bei uns ein Mittel sein, das Vertrauen zwischen Verkäufer und Publikum neu zu befestigen. Cin modernisierter öetrieb. Neue Zernheizanlagen im Krankenhaus Zriedrichshain. Im Krankenhaus Friedrichshain fand gestern eine Be- sichtigung der neuen F e r n h e i z- und Fernwarm wasser- Versorgungsanlagen statt. Stadtrat Genosse R o s i n vom Bezirrsaml begrüßte die Erschienenen. Die bisher in Betrieb befindlicher� Heizungsanlagen waren als s e l b st ä n d i g e Heizungen in den einzelnen Pavillons unter- gebracht; ihr Betrieb war nicht nur wegen des ho�en Kohlenverbrauchs unrentabel geworden, der Rauch belästigte auch stark Patienten und Anwohner. Man entschloß sich daher von einer Zentralstelle aus die Pavillons, die Wirtschafts- und Verwal- tungsgebäude zu beheizen und mit Wannwasser und Dampf zu ver- sorgen. Zu diesem Zwecke ist im Anschluß an das Maschinenhaus ein Fernheizwerk gebaut worden, das mit den neuesten Ein- richtungen versehen ist. Abgesehen davon, daß der Betrieb jetzt un- verhältnismäßig rentabler arbeitet, fällt auch die Hauptursache, die Rauchentwicklung und Rauchbelästigung fort. Die Heizung ist mit Rauchgasprüfern ausgestattet, die in jedew Augenblick vom Heizerstand aus eine Kontrolle der richtigen Beschickung der Kessel und der vorschriftsmäßigen Verbrennung der Kohle gestatten. Eine große Anzahl der Pavillons ist schon an die neue Heizanlage an- geschlossen, die übrigbleibenden Gebäude werden nach und nach dafür eingerichtet. Ein Rohrnetz von etwa 1000 Meter Länge ist in unterirdischen begehbaren Kanälen untergebracht, wodurch etwaige Reparaturkosten auf ein Minimum herabgedrückt werden. Das warme Wasser wird durch Kreiselpumpen durch das Rohrnetz ge- trieben und hat in etwa 300 Sekunden seinen Kreislauf einmal be- endet. Es fließt in die Kessel wieder zurück. � Gleichzeitig ist eine Müllverbrennungsanlage einge- richtet morden, in der auch unter Beobachtung aller hygienischen Vorschriften Verbandstoffe und andere Abgänge rauchlos verbrannt werden. Mit diesen Neueinrichtungen ist das Krankenhaus Fried- richshain wieder in die Reihe der niodernen Krankenhäuser ge- bracht worden. Die Kigurantin. Roman eines Dienstmädchens von Leon Zrapie. ßlutorssierte Ueberfetzung aus dem Französischen von Kunde-Grazia. Ihre oberflächlich geweißte Kammer besaß ein kleines, hoch oben über der Dachrinne eingelassenes Fenster. Es war ein genügend großer Raum, dessen mit Stearintropfen be- fleckter Boden seit langem nicht gescheuert worden war. Das übliche Mobiliar ähnelte dem in Rysaliens Kammer: dieselbe eiserne Bettstelle mit zwei Matratzen aus Flockseide, gleicher strohüberzogener Stuhl, auf dessen Lehne das Handtuch zum Trocknen hing, gleicher Tisch, auf dem Haarnadeln und die Seife in zerbrochener Untertasse liederlich herumlagen. In diesem Verschlage verhinderte die Hitze, im Sommer zu schla- sen, im Winter, die Kälte, sich mit Muße zu waschen. Kein Lüftchen entfernte diesen den Dienstbotenkammern eigenen Geruch, den Gestank oerbrannten Fettes und durchnäßter Wolle, der sich mit scharfem Moschusduft ablöste. Kein Ge- schrei hob diesen so fernen und verworrenen Pariser Lärm auf, der mahnend an die Trennung der sechsten Etage von der übrigen Welt erinnerte. Sulette blieb fluchtbereit stehen. Frau Coqueho setzte sich, kreuzte die Hände über der großen schwarzen Tasche und ließ ihr zweideutiges Gelächter vernehmen. Sie zählte Empfehlungen auf: mehrere Schützlinge hätten ihr Glück gemacht, und sie setzte hinzu: „Sie dürfen nicht glauben, daß ich der ersten besten meine Angebote mache, jedoch Sie, Kleine, haben einen Duft von Orangeblüten und ich schätze die Neuheiten nach ihrem Werte../ Meist anwortete Sulette nur mit Einsilbigkeiten oder Kopsschütteln, aber einmal spöttelte sie, durch Rosalie belehrt: „Ich weiß, daß Sie nach Neuem suchen und Ihnen das sogar gerichtliche Nachstellungen wert ist...* Frau Coqueho sprang auf.„Ganz recht, Fräulein! Der Bund zur Unterstützung der Zugereisten hat Streit mit mir gesuckt, weil ich junge Mädchen aus der Provinz, denen eine Stelle versprochen war, an der Bayn erwartet habe. Aber meine Ehre ist nicht angelastet worden." Nach dieser letzten Redensart, die die gerichtliche Be- strafung nicht in Abrede stellte, entstand eine Pause. Die scklworze Tasche wurde zu mehreren Malen aeöfsnet und wieder zugeklappt, als wenn sie Beweise von Ehrbarkeit in sich berge, dann �suhr Frau Coqueho im Tone plötzlichen Frei- fNWU»-. fort' 1 „Ich werde Ihnen mehr darüber sagen, als Sie davon wissen! Ich kaufe Mädchen, die in die Netze der Händler ge- fallen sind! Na, das fällt Unter den Paragraphen, was! Nun übergebe ich sie einem Ehepaar. Philantropen, dem Herrn und der Frau Balcant, die in der Hauptsache das beste Mittel ge- funden haben, um dem Schacher mit der Unschuld zu steuern: Eine gewisse Anzahl armer Mädchen muß verkauft werden, das wird man niemals hindern— nun gut! Seien wir ret- tende Käufer. Und sie haben recht: zwecks einer wirtlichen, unmittelbaren und andauernden Rettung ist es nötig, daß der Handel besteht, das Uebel wirklich vorhanden ist und man den Opfern die schreckliche Gefahr zeigen kann, aus der man sie befreit: Der Agent, den Sie gehört haben, glaubt Sie für eine Ausbeutung, schlimmer als der Tod, zu verkaufen, man hat ihm zweihundert Franken bezahlt, wenn andere als wir es gegeben hätten, waren Sie verloren. Wird„vor dem Ver- kauf" interveniert, dann weiß man nicht, ob man eine Rettung bewerkstelligt, greift Mädchen auf, die gar nicht gefährdet waren, sich überhaupt nicht hätten in die Fallq locken lassen." Sulette zuckte leicht mit den Achseln: „Warum arretiert man nicht einfach die Händler?" „Die Dummheit und die Leichtgläubigkeit, zu gleicher Zeit auch die Hoffnung und der Wunsch nach einem besseren Los, müßte man bei den armen Dienstmädchen arretieren lassen! Denn die Händler, das würde nichts helfen, weil ihre Nachfolgerschaft sogleich von anderen Unternehmern ange- treten würde: übrigens ist es fast unmöglich, sie zu fassen. Seit die Justiz sich fo stürmisch der Sache annimmt, haben sie ein Gitter zwischen sich selbst und den wahren Klienten oder denen von der Polizei errichtet. Anders ausgedrückt, man handelt nicht direkt mit ihnen, muß sich an Zwischenhändler wenden, die nicht zu fassen sind(diese treiben ja in Wirklich- keit nicht selbst den Handel— befördern nur den Auftrag weiter, ohne etwas zu versprechen). Zum Beispiel, ich wende mich an Fumerrm, den Mann der�Virginie, eines früheren Dienstmädchens: ich brauche ein junges Blut, etwa 1K Jahre, genügend Fleisch, Novize usw. Er trinkt sein Glas und antwortet mir nicht einmal auf diese Bemerkung. Ich empfange das Kollo(wie seine stehende Redensart ist) nach etlichen Tagen: die Unschuld führt sich ganz allein ein, in der Hand trägt sie als verabredetes Zeichen ein Kuvert, das nur weißes Papier enthält. Ich händige Fumeron das Geld ein. es gibt keine Quittung, keine Spur. Die bewußte Unschuld hatte Fumeron niemals zu sehen ge- kriegt, ihn niemals sprechen hören, ist nicht imstande, genau zu sag», M«? fie zo mir schickte," „Was machen denn nun Ihre Philantropen?" fragte Sulette.', „Das sind reiche, sehr reiche Leute. Jedes gekaufte Mädchen behalten sie bis zu sicherer Unterbringung bei sich, ohne es arbeiten zu lassen. Als Asyl dient in ihrer Wohnung eine Kammer, die immer besetzt ist. Das sind wahre Men- fchenfreunde! Aber vergessen Sie auch nicht mein Verdienst! Ohne mich wären sie ohnmächtig, wohin solltest sie sich wen- den? Ferner merken Sie sich diesen originellen Umstand: Wenn die Händler wüßten, daß die jungen verkauften Mäd- chen nicht der Ausschweifung anheimgefallen sind, würden sie ihre Ware behalten. Also bin ich auch eine Wohltäterin und laufe ernsthafte Gefahr, denn die Händler sind furchtbar rachsüchtig, und ich täusche und bestehle sie, indem ich vln ihnen Geschöpfe für das Laster verlange und dieselben der Tugend überliefere." Sulette war nicht sehr von der Existenz der Philantropen überzeugt, sie fragte,„was es für Leute wären". „Herr und Frau Balcant stehen in den Vierzigern, sind kleine, dürftige Gestalten, und in Hinsicht auf Schönheit nicht bevorzugt: er ist kahl, hat einen Weinfleck auf der linken Backe, sie den kleinen Hcnnxnkopf, eine Schulter ist höher als die andere. Nun stellen Sic sich den rührenden Charakter ihrer Wohltätigkeit vor. Die gekauften Mädchen sind immer stramme, schöne, gcsundheitstrotzende Geschöpfe, die ihnen eher so etwas wie Eifersucht einflößen müßten. Nun gut, je hübscher, frischer ein Mädchen ist— um so mehr erscheint folglich Frau Balcant neben ihr benachteiligt—, um so mehr aber schützt sie die Frau, gibt ihr Ratschläge, verhätschelt sie, und um so mehr spricht der Herr mit einer Art Ergebenheit und Achtung zu ihr... sicher, sie hegen eine von der Schön- heit erregte Bewunderung, deshalb ängstigen sie sich auch. haben Furcht vor Begierden, Verbrechen, die die Schönheit veranlaßt. Einmal habe ich ihnen eine bildhübsche Breta- gnerin, och! war die schön, übergeben, die sie der Oeffentlich- keit nicht aussetzen wollten, die statteten sie aus und verheira- teten sie." � Nach diesen Worten kam Rosalie. Sie konnte erst um 11 Uhr abends zu Bett gehen, ihre Herrschaften hatten Gäste zum Diner gehabt. Sulette machte sie mit dem Laufe des Gesprächs bekannt. Der Frau Coqueho Verdienst um die Tugend gab ihr viel Grund zum Lochen: sie ließ sich auf den Koffer fallen. „Nun, und wenn Sie Sulette eine Stelle bei einem ein- zelnen älteren Herrn vorschlagen," sagte sie herausfordernd, JtH* ig dcnm fein Handel?"(Fortsetzung folgt.) die Elektrisierung üer Stadtbahn. Eine neue Eisenbahnwerkstatt bei Berlin. Zur Unterhaltung der e l e k t r i s ch e n T r i e b w a g e n- «lig« der Berliner Stadt- und Vorortstre-ken wird von der Deut- schen Reichsbahngesellschasi demnächst zwischen Niederschöne- weide und Adlershof an der Landstrahe eine neu« Elsew bahnwertstatt erbaut werben. Der Umbau bereits in Berlin b?' stehender Eisenbahnwerkstätten hätte kein voll besriedigendes Er gebnis gehabt und dabei soft die gleichen Kosten verursacht wie der Neubau. Die neue Eisenbahnwerkstatt wird der Eigenart der ,;ahr. zeuge entsprechend eingerichtet werden. Der Zugang wird von der Chaussee aus erfolgen, die Zu- und Abfuhr der Züge durch Ab- zweigung eines Gleises von der Strecke nach Spindlersfeld un- mittelbar hinter der Eisenbahnbrücke über die vorgenannte Chaussee. Die Abzweigungeweiche ist bereits eingelegt, so dah mit der An- schüttung der Rampe zu dem niedriger gelegenen Gelände alsbald begonnen werden kann, lieber die nach modernen arbeitstechnischen Grundsähen erfolgend« Einrichtung der Werkstatt wird demnächst näheres mitgeteilt werden. Die landespolizeliche Prüfung des Pro- lekts ist im Gange. Sofort nach ihrem Abschluh wird mit dem Bau begonnen werden. Die nach dem Programm für die Einrichtung de» elektrischen Betriebes aus den Stadt-, Ring« und Bor- ortstrecken zur Verfügung stehende Bauzeit für die Werkstatt ist knapp. Die neue» elektrischen Züge sollen bereits in dieser Werk- statt montiert werden. Danach nmhten noch in diesem cherbst die Fundamente und ein Teil der Hochbauten wenigstens im Rohbau fertiggestellt werden._ Wilderer in der Ztadtforst. Aus zwei Wilderer, die schon lange ihr Unwesen treiben, stieh am Sonnabend nachmittag gegen Uhr ein Förster in der i�öpenicker Forst bei Müggelheim. Beide pürschten in einer Schonung. Als der Förster auf eine kleine Schneise heraustrat, fand er ihnen aus 30 Schritt« gegenüber und sah. dah beide Gewehre latten. Die Wilderer nahmen sofort Deckung. Der Förster gab mehrere Schüsse ab. Beide warfen jetzt ihren Rucksack ad, ergriffen ?ie Flucht, nahmen aber ihre Gewehre mit. In der dichten Schonung kamen sie dem Förster bald aus den Augen. Dieser fand. rls er jetzt die Schonung durchsuchte, an einem Baum ein männliches liehkitz. das noch schweihte, jilfo erst kurz vorher geschossen sein muhte und an einer anderen Stelle zwei Fahrräder, die ohne Zweifel von den Wilderern im Stich gelassen worden sind. Das eine, Marke .Phönix', hat-ein grünes Gestell, gelbe Felgen und einen gelben Kotfänger. Auf der Klinqel.-dic nach älterer Art am Borderrad mit nner über ein kleines Rad lau'mden Schnur befestigt ist, steht üngraviert„Franz Marguard". Der Förster kann die ent 'ommenen Wilderer nicht beschreiben, weil es in der Schonung chon zu sehr dunkelte. Nach den Fuhspurcn, die der Förster früher �han wiederholt und auch jetzt wieder aufgenommen hat. sind es dieselben, die sich seit mehr als einem Jahr in der Forst dort herum- treiben. Bor drei Jahren hat die Stadt in einem Gatter Damwild ausgesetzt. Im vergangenen Jahre wurden zwei-vamhirsche von diesen Wilddieben abgeschossen. Wer über„Franz Marquardt' und die Eigentümer der Fahrräder etwas mitteilen 'ann, wird gebeten, sich bei Kriminalkommissar Dr. Anuschat, Dienst- belle ö. s. ins Polizeipräsidium zu melden. Die letzte Bannerweihc im Berliner Reichsbanner. Nachdem im Lauf der letzten Monate sämtliche Berliner Käme- 'adschasteit und Kreisvereine des Gaues Berlin de» Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold die Weihen ihrer Banner vorgenommen haben, -efchlieht der Kreisoerein Zehlendorf(einschliehlich Dahlem und W a n n f e e) diese Festlichkeiten mit der Weihe eine».Krei»banner» und seiner Kameradfchastssahne am Sonnabend, den 21. und Sonntag, den 22. August, durch eine grohc Feier, bei der nahezu sämtliche bedeutende Berliner Kreisoerein« auf- marschieren werden. Ain Sonnabend geht ein Fackelzug mit Kom- »er» voraus. Die Festrede'bei dem eigentlichen Festakt, der am Sonntag, nachmittag» 2 Uhr, auf dem städttschen Spielplatz in Zehlendorf-Mitte, Spandau«? Strohe, stattfindet, wird Senats- Präsident Dr. Arohmann halten, während die Einweihung der Fahnen der zweite«auvorsitzende Ministerialrat >) a e n tz s ch e l vornimmt. Den Prolog spricht Alfred Beierle, der auch aus dem Kammer» politische Zeitsatiren sprechen wird. Am Anschluh an den Festakt findet in den drei größten Zehlendorfer Lokale» ein Volksfest statt. Da« Fest verspricht die -»röhte republikanisch« veranstaltunq zu werden, die der Berliner Auhenwesten bisher gesehen hat. Die Kemmunislen hatten am Montag abend ihre Parteimitglieder zum Görlitzer Bahnhof gerufen, um ihren Genossen Melcher, der ,ach Aerbühiing einer zweijährigen Gesäliguishaft nach Berlin zurück- 'ehrte, zu empfangen. Auch die Roten Frontkämpfer waren mit Kapellen und Fahnen erschienen. Auf dem«ahnhos sprachen der 'ommunistische Landtagsabgeordnöte Pieck, ein zweiter Kommunist und Melcher selbst. Ein Zug bewegte sich, den Freigelassenen an der spitze, durch die Straßen des Südosteiis zum Michaeltirchplatz, wo Melcher wohnt. Hier wurde noch neuerlichen Ansprachen die Jnter« national« gesungen. Bon einem geringfügigen Zwischenfall abgesehen, ist die Demonstration ruhig verlaufen. «»»»«rnelaifft»»»!«„girtfr'estl-, b,«e«.). ,m Ilrinlfla. den IT.,«lxnd» 7 Uhr. findet im Biktoeilivort. au, Dcntmal, ein »kkentliche» Partton, rrl statt. Abermals ein Eisenbahnunglück in Frankreich. Am Montag früh sind zwei Wagen des Schnellzuges Nantes— Cnan nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof Bierzon in einer Weiche entgleist. Eine Frau wurde getötet. Zwei weitere Reisende wurden leicht verletzt. Die Untersuchung des Eisenbahnunglücke« auf dem L y o n e r Bahnhof in Paris hat ergeben, daß dos Unglück zwei Tote, zwei Schwer- und 3? Leichtverletzte gefordert hat. Die Untersuchung ergab ferner, daß die Ursache des Unglücks auf das Nichtfunktionieren einer elektrischen Weiche zurückzuführen ist. Keine Aufklärung der Budapester ExplosionSkatastrophe. Budapester Blätter zufolge sind die drei Arbeiter, die unter dem verdacht sestgenominen wurden, die Explosion in Csepel «rursacht zu haben, da sie ein einwandfreie» Alibi nachweisen konnten, wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Raubmord bei Rlarienbod. Gut zehn Minuten vom Bahnhofe des Dellbades Marienbod wurde in der kleinen Gemeinde Schoffer- häufln die Gastwirtin Marie D r i ck als Leiche aufgefunden. Sie war an den Tisch gebunden, gefesselt und geknebelt. Das Hau» war vom Keller zum Dachboden durchwühlt, doch steht nicht fest, was geraubt wurde Große Beute hat der Mörder jedoch nicht gemacht. Ein furchtbares Eisenbahnunglück ereignete sich in' der Nacht zum Montag auf der Eisenbahnstrecke Döbeln— Riesa. Zwei sunge Männer au» Riesa, ein Arbeiter und ein Handlungsgehilfe. stiegen während der Fahrt auf da» Dach eine» Wagen». Als der Zug etwa einen Kilometer vor der/ Station Stauchitz eine Brückenüberführung passierte, fchlugen sie mit voller Wucht gegen die Mauer der Ueberführung. Sie wurden aus da» Dach de» drstt- nächsten Wagen» zurückgeschleudert, wo sie in Riesa tot aufgefunden wurden. Schwere» Autounglück tm Rheinland. Ein mit sieben Per- sonen Metzes Automobil sauste infolge Reisenbruchs einen Ab- hang bei M e r z i g hinunter, stürzte über die Böschung eines Boches und überschlug sich im Bach. Eine ganze au» vier Personen besteheitd« Familie wurde getötet, außerdem wurden drei Per- ionen schwer verletzt. <{« wilöwesisiück bei Sangerhaufen. Ein Geldschrank aus dem Zug geworfen und beraubt. Rordhausen, 16. August.(B. S.) Bon einem mysteriösen Diebstahl war vor etwa einer Woche der Wanderzirlu» de» Kommerzienrats Gleich aus Köln bei einer Tournee durch Mitteldeutschland betroffen worden. Nach einem Gastspiel in Aschersleben war der Zirkus abends auf einen Sondergüterzug ver- laden und während der Nacht nach Nordhausen abtransportiert worden. In einem zweiten Sonderzug folgten die Arbeiter und Angestellten des Unternehmens. Bei der Ankunft in Nordhauscn entdeckte man, daß aus dem auf offener Lore stehenden Wohn- und Bureauwagen des Zirkus ein Geldschrank mit wertvollem Inhalt spurlos verschwunden war. Nach Lage der Dinge mußt« der Raub während der nächtlichen Bahnfahrt oerübt worden sein. Die Ermittlungen der Nordhausener Kriminalpolizei führten auf Grund bestimmter Anhaltspunkte zur Verhaftung zweier Angestellter des Zuges, der Gebrüder Svarz aus Prag, die feit mehr al» drei Jahren als Maschinisten bei dem Unternehmen beschäftigt waren. In dem Bureauwagen hatte man nämlich Zigaretteiistuminel einer bestimmten Marke gesunden, die, wie man wußte, nur von den beiden Brüdern geraucht wurde. Beide stritten jedoch die Tat sehr energisch ab und wiesen auf die Tatsache hin, daß sie mit dem übrigen Zirkuepersonal rechtzeitig im zweiten Sonderzug in Nord- Hausen angekommen seien. Ein« Absuchung der etwa 100 Kilometer langen Bahnstrecke Aschersleben-Nordhausen durch Kriminalpolizei und Ueberwachungsdienst der Reichsbahn hatte keinen Erfolg. Der Geldschrank blieb verschwunden und die beiden Svarz mußten schließlich wegen Mangel an Beweisen wieder aus freien Fuß gesetzt werden, wurden aber vom Zirkus sofort entlasten. Nun beauftragte der Zirkusbesitzer einen Berliner Detektiv mit den weiteren Nach- forschungen. Dieser ließ zunächst die entlassenen Gebrüder Svarz weiter beobachten und nahm dann nochmals eine sorgfältige Absuchung der betreffenden Bahnstrecke vor. Nach tagelangen Bemühungen fand der Detektiv auf der Strecke zwischen Sanderslebcn und Sangerhausen am Kilometerstein 167,1 verdächtige Spuren an der Böschung des Bahndammes, die darauf schließen ließen, daß an dieser Sielle ein schwerer Gegenstand herab- gestürzt sei. Auf dieser Strecke, die durch dichten Wald sührt. und Was ist Biedermeier? Bestimmt kein Zeitsticl, trotzdem diese P«riod« heute hauptsächlich durch die entzückenden Möbel bekannt ist. Es war eine Angelegenheit des deutschen Bürgertum» in seiner puritanischen Beschränkung und Bedürfnislosigkeit, ein Auslchnit» au» einer Zeit, in der sich politische, kulturelle und künstlerische Revolutionen vorbereiteten, und es blieb aus Deutschland beschränk:, denn in Frankreich schrieben damals Balzac. Heine und Börne, und die Maler von Barbston revolutionierten die klassisch« Malerei. Für die„Gartenlaube' sind dies« harmlosen und gemütsdurchsonnten Liedchen de» Biedermeier, die am Sonntagnachmittag Klara B r a t t sehr hübsch und innig sang. Aber sie geben uns heute so gut wie nicht«. höchstens werden sentimental« Herzen an die Großeltern erinnert. Ilebrigen» gehört Loui» Angely einer spateren Zeil an. Der Abend brachte unter dem Titel..Was Berlin singt— und gelungen hat' ei>» Revue aber di« Schlager, die ungefähr von IRlb fei» zur Gegenwart im Zenii der Bolkstttmlichkeit flanden...Da»-Seemanns- los' und„Am Elterrtgrab' wirken schon beinah« klassisch. Alexander F l e ß b u r g und Chorlotte F r e y e r sangen die Dinge leise paro- dierend, aber ohne diese Tendenz unangenehm zu betonen. Die neuen Schlager haben bestimmt weniger Melodie als die alten, aber ihr Rhythmus ist trotz der belanglosen Melodie sprühend. Am Montag nachmittag las Richard Wilde eigene Novellen, so stand es jedenfalls im Programm. Aber man kann kaum diese Äen~"'Unebenen Feuilletons als Novellen bezeichnen. Skizzen klingt weniger anspruchsvoll. Es fragt sich min ob diele Nachmittaasvorlesungen notwendig sind Der Rundfunk brachte bis jetzt hauptsächlich Feuilletonisten. die sicherlich sehr gut schreiben, deren Arbeiten ober kaum allgemeines Interesse erwecken. Hier mühte endlich Klarheit geschaffen werden. Der Rundsunk hat die Macht, unbekannte Begabungen der großen Oesfent- lichkeit vorzustellen, ein höchst verdienstvolles Unternehmen, oder er kann Dichtungen bekannter Schrift ft eller vortragen lasten, die die weitesten Volksschichten interessieren. Bis jetzt ist ober nichts dergleichen geschehen, man beschränkt sich allein auf eine gewisse Art mondän frisierter Feuilleton»— Ebermayers Goethe-Novelle bildete eine Ausnahme— � auch diese Art kann ge- pflegt werden, doch nicht ausschließlich. Nach dem Vortrag folgte ein erlesenes Konzert, das Bach. Händel und Caldara ver- einigte und den Titel„B a r o ck- M u I i k' trug. Wie weit diese Bezeichnung berechtigt ist, wag dahingestellt bleiben. Die Aueführung war vorzüglich, an erster Stelle stand der Cellist Julius Berg er, während die Sopranistin Romana H a m b r i g k über eine gut ge- schulte, aber etwas dünne Stimme verfügt. Am Abend folgte dann eine Uebertrogung von Lortzings„Zar und Zimmermann' aus der Stoatsopcr. Die Uebcrtragung war diesesmal frei von störenden Nebengeräuschen, die Stimmen kamen klar heraus, selbst die großen Ensemblesätze waren nicht verwischt, überraschend gut gelang da» für jede Ileberiragung klippenreiche Sextett im zweiten Akt. Dss Rundfunkprogramm. Dienstag, den 17. August. Außer dem üblichen T»gosprogr»mm: 12 Uhr mittags: Tie Viertelstunde für den Landwirt. 4.30 Uhr nachm.: Stunde mit Büchern. Gustav Berthold Volz; ,'Friedrio.h der Große und Vr'ilhelmine von Bayreuth'.— Leo Tolstoi;„Die Rettung wird kommen'.— Manfred Kyber:„Einführung in das Gesamtgebiet des Okkultismus'.— Eduard Schneider:„Eleonore Duse*.— Paul Heinrich:„Das alte Rothenburg ob der Tauber'. — Hans Müteel;.Vom Lendenschur»»ur Modetracht'.— Fritz Giesa:„Girlkultur'. 5— 6 30 Uhr abends: Aus Mozart-Opern. Dir.: Bruno Seidler-Winkler. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theater- und Filmdienst 7 Uhr abends: Eugen Fedamann:„h'eun Monate bei Abd el Krim'. 7.30 Uhr abends; Dr. Alfred Enger: „Strefrecht und Richteramt'. 7.S5 Uhr abends: Dr. C. F. W. Behl: „Hens Jakob Christoffel von Grimmelshausen'(anläßlich des J60. Todestages des Dichters). 8.30 Uhr abends:„Gruppe 1925'. Einleitende Worte:_ Hermann Kasack. Aus eigenen Werken lesen: Ernst Blaß, Friedrich Bursehell, Alfred Döblin, Hermann Kasack, Alfred Wolfenstein. 9.S0 Uhr abends: L Paul Hindemith: Sonate für Violine und Klavier, op. 11 Xr. 2 Es-Dur(Maprits van den Berg) Violine: Philipp Jarnach, Klavier. 2. Philipp.! arnach: Sonate fA-Moll) für Violine allein. Allegrodesciso— Lento espressivo— Sostenuto— AJlegro moderato(Maarit* van den Berg) J. Phil. Jarnach: Sonatine kür Klavier. AUegretto vivace— Scherziuo—- Largo(Phil. Jarnach). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Fümdienst Königswusterhausen, Dienstag, den 17. August. S— S.SO nachm.: Spanisch(C. M. Alfierl und r. Eyseren). 3 30 bis 4 Uhr nachm.; Berufssehuldirektor Willi Fender:„Siitarbeit in der Lebenngemeinscbaft wirtschaftliche Pflicht'. 4—4 30 Uhr nachra- Stud.-Dir. Dr. Björose:„Niederdeutsche epische Dichtung'. 4.30—5 Uhr nachm.: Prof. Dr. Dürigea:.Künstliche Brut und Aufzucht der Hühner'. 8—8.30 Uhr nachm.: Maria Clorer:.Die vor änderte Modelinie des Herbstee. Formen und Farben des neuen- Kleides'. Ab 8.30 Uhr sbe&ds: üsbertragzmg aus Berlin. wo her Bahndamm mindestens 15 Meter hoch ist, Haben die Züge nach Nordhausen eine st arke Steigung zu uberwinden und können infolgedessen nur langsam fahren. Alle äußeren Umstände sprachen also dafür, daß hier der Geldschrank aus dem Zuge gestürzt worden war. Bei gründlicher Absuchung des Gebüsches am Fuße des Bahndammes wurde dann tatsächlich halb vergraben und von Schotter und Erde bedeckt der Geldschrank erbrochen auf- gefunden. Daraufhin stellte man die beiden Tschechen erneut, die sich nun in Einzelverhören in Widersprüche oerwickelten und schließlich die Tat eingestanden. Sie hatten ihren Raub raffiniert vorbereitet. Unbemerkt hatten sie sich in den ersten Sonderzug ein- geschlichen, den Geldschrank während der langsamen Fahrt aus dem Wagen gestürzt, waren dann selbst schleunigst abgesprungen, um mit mitgebrachten Werkzeugen den Schrank auszubrechen. Sie fanden in ihm Borgeld in Hohe von mehr als 6 0 00 M k.. eine Sammlung alter deutscher Münzen und wertvollen Schmuck im Ge- samtwerte von etwa 5 00 00 M k. Ihre Beute hatten sie. wie sie weiter eingestanden, etwa drei Kilometer von der AbwUrsstelle entfernt im Wald« unter einer Eiche oergraben. Dann legten sie sich am Bahndamm wieder auf die Lauer und warteten aui den mit mehreren Stunden Abstand folgenden Sonderzug des Personals, auf den sie bei der longsamen Fahrt ungesehen wieder aufsprangen. Auf Grund der Angaben der Täten konnte der gesamte wertvolle Inhalt de» Geldschrankes an der bezefchneten Stelle gesunden und sichergestellt werden. Die Gebrüder SvarZ wurden der Polizei über- geben und erneut oerhastet. parteinachrichten für Groß-öerlln «ieirmbamgen ffit dies« Jtedril smd BerN»«»»8, 8i»6«nftrofe« 3. stets am hea Sciidsiebttatimt, 2. H»s, 2 Step, rechts, richten. 4. flreis VreNzlnner Bttfl. SSittaodi, den 18. August, abend» 7 UV, SitzunU ,, tc«.«v»«ii«tttn«rrisvorstande» bei ftlua, D-nz.ger 6tr. 71. 1<.»reis Lichtenberg Heule. Dienslac, den 17. August, abend» Ttb UV. eikung der eeitung-kommislien im Lokal Tempel,(budrunstr. 7. Sämtliche �'IflheVr»! üffeii unbebinat erscheinen. «f. aeirldenboef. Die für deute. vien»taa, oneiesestte Liftung fämtlicher utiernbeuet« de» streife» rnuk umständehalber verschoben werden. Svätcrer Termin wird noch betonntgegeben. Heule. Dienstag, den 17. August: �rijuniik. A«, g»nH«s-w"- w«,..*»"-.-----------------•-.- ebrnfall»«ingeloden. Eltern,«rfcheint olle, c»»eht um die 15. lvemeinde- fchulii. »«.»dt.«artend», f. Di- Urlistr der ,u Schöffen und Defchworenen«««!!> neten Personen siel» vom 19. bi» eivfchliehl ch J5. August von 9 bis 2 UV. «rn Sonntag, den 22. August, von 10 bis 12 UV.>n der Rothouistr. 09— 72, ? Ir.. stinimer 17, ou». Die in der Doifstrast, un» Doim.erVaste wohnen. den Senoffen lind«ur Einstchinahme verpfllchlet. Die Eintiagungoiiummer ist dein Adtcilung»I'iter miliutcilen. K. Abt.»cnlZIm. 7-, UV 3-lilabend. Bcirfe 14, 29, 80 Vi»auter. taner. Straft««8.«orqen. Rillwoch. den IV August, 7« UV. stahladend der «Mitte 72. 7» Vi Schneider. Zioseustr. 7. Auf beidrn tz-hlaVudem wichtige Wilteilungen, dc»hald Srlchcinrn aller Mitglieder unbedinat erforderlich. 10».»dt. Johann i»ibal. IM Uhr bei»odin.«oonftr. 2. wichtige Slstung fämt- Ilcher ltuntlionüre. Niemand darf fehlen. Morgen, Mttkrvoch. den IS. August: Zt.»dt. 7 UV Vi«roll. Ulrechler Str. 21, wichtige ffunttionürftSung. 2«.»dt. 7>h UV Vi Lrinlich. Weiftcndurger Sir 1.«»gliedem-�amw. lung. Bortrag:„Die Boreang« in ffbina". Referent Wilhelm Stichler. All««ilglieder mUsten ertcheinen. Gaste stnd ein»elo!>«n. 20.«dt. 71, UV im»lletfVim, Danziaer S:r. 62, Milgliederperf-Mwluast Vortrag:„Die wiitfchafiuchc Loac'. SUierrn, Paul Zudrian. 38.«dt. V'v Uhr in d:r Schule Samfuirerftr. Hl«»gliederverfammluna ¥«m«a:„Da» Problem der Ardeilslosigleit und«rdeitSVschoffjinr. Sri, rem Slodltot florl gobienfe. 38. Abt. Vi Uhr gab labend,. 153. Stsirf: Strouft Palis-devstr. 71, A> 9 Uhr: Neferrnt»enofse Wendiäe. 1B5. und 184.«Mief: Trunk. Pali. ladenstr. 2V. Rlferent Scnosse«ilchner. 180 Sezirt: Wach«. Friedensti. 58.. Thema.„Der lonimuniftlfche Sumpf. 188. bi» 188. und 195.«Mnl: Mogwiti,«otniinilr. 13.-Jltfttrr.t Genosse Franke,«ciirk 139»: Rosen. derg. Langrndelkftr. I. Slcfcttm Genosse llohn. Die übrigen«ezirie in. den ockannlcn Lokalen. Ierea Ävelicd hat m«rlcheinen. 43. Abt. lb3.«tjirl: 7'., Uhr tri aJ.crO.ct. Imsjenbochstr. 74, Sah ladend. ÄW 4*i.*l,vr«r. sawviiung.«orlrog:..Rriferiiidriirre oon der Wiestfohri dta Reiche- baimm". Referent tbeuosse ficnlri.— 3». Abt.. 8 Uhr fchlabnid. 1. Cmubpc bei Lierlch. stouilrr.»2; 2. Gruppe Vi Iostowiach. Holhendaril- tlrohe 20.— 58. Abt. 7� Uhr im Sitluimsfrol Rankestr. 4, vor» 4 Tr,. Mllglirk-rversammlung. Vortrag:„Politik und politische Parttie« in itrontreich'. R»f«:rnt Genosse S'einer-Iullien. »7.»dt.»euneoold. 8 Uhr bei Grurza, Lindenech. Adttilungsversgmmlun». Di« v«»irl»illh:cr lobe» Vltimmt dm., hestpder» ein. 72. Adt. 011«tc«t»tf.?>« Mitglied« rvcrfommlung füllt und findet«m 28.»>-gust statt. 73.«bt. Schmargendorf. 8 Uhr Mitglirderperfammlun« im Lehrer»immer der Gemeiudefchul». Der Vorstcnd und die ffunktioniire tagen bereit» um 7>? Uhr rlrenho. Schineberg. 77.»dt. 8 Uhr stahladende: 1. Peuirk Vi Milde, Rollendorf. stroste 18. 2. Vrtzrk VI gllrgea». Bardgrassaftr. l>». Referent Genosse Wilberg. 3. Bezirt bei steügnre, Orugewaldstr. 3«. Auosprache Uder die politische Laee. 4. Bezitk Vi Will. Mai iin-Luth-rStr. 89. Vortrag: , Rcroenkranlheiten'. Rcferen»«rnossc Dr. Stein.— 89. Abt. Zth Uhr Ad- »'ilung»r>erfamml»»g Im ürlacho!1l»G>i«>naftum. Vortrag:..Zustizfragen— VUnchen.Vogdeburg.Verliu'. aieferent Se, rosse Dr. Seliiifrhn. 82. Abb. Stestlitt. IM UV bei Schrllhafe Abornstrahe. MitAledi-reerfam«. Inn«. Bortrag:„Die Lrhren de» Bolfoeolscheid»'. Reserent Dr. Alfred fsreund. 95. Abt. Reuköl». Die Abirilungovcrfanrmlung fällt«US und findet fväter statt. 121. Abt. sterlohorst. 7>„ Uhr im Restaurant Dau»oronn Treokowollee»4, Mitgliederverkammlung. Borlraa:„Erwerbslvftgkeit und Srwerbslofcn- furlorge'. Refnruten: Genossen Splirdt und Brühl, ssrfastwahleo. Ast» Mitglieder müssen erfcheinen. Säfte willkommen. 122. Abt. Sleadorf. 1>: Uhr bei Poraih. Morlahner Str. 81. Milgkiederver. fommli'ng. Bortroa:..Sorialdcmekra'ie und Religion'. Referent Genosse Pfarrer Weier. Alle Mitglieder müssen»rfcheineu. lddste stud«ingeladen. 14». Abi. Reichabrudeiei. Rachmiltage 4 Uhr im Graphischen Bereinshou». Alexandrinenstr. 44. v-ichtlge Miioliederrerfommlung. Bortrag:„Dia Boraänge in Ching'. Referent Wilhelm Richter. Lvmpathisserenb» stnd hrrilichft»ingclgde».»er Borftand. Rowawe,. 3 Uhr im Eifendahnholel wichtige Miigfiederverfammlung. Tage». ordnung:„Der Bolfrenifä eid und feine Lehre»'. Referent Re!ch»tZg»- odgrcrdncter Genosse Stelling. » BollverfamnUnng de« Sliernbeirdt, und Sehe«, eiste..SebnIonfSan' am Mitt- wach, den 18. August, aheildo 7 Uhr, im Kaifer-Ifrledrich. Realgymnasium, staiferI. Mittwoch, den 18. Aueust. Ausflug nach steuthen»um Genossen Letmann Thiel. Treffpunkt»echmillaa» 1 Übt Bahnhof Grünau. Zungsoziaüsten. heute. Diensiag, den 17. August: Grnpp« Lichtende'«: 7V4 Uhr im Jugendheim P-riave 10, Kortfehung der Aussprache Ober„Iungfo»ialif>en und Parläi'. Porteigenossen und dl« »fe steh t«r--> Ardrileriugend Vr»lichst eingeladen. Geschästttche Mitteilungen. Gin Wettbewerb, Vi de» niemand leer au»glht. Die Raucher unlv unleren �..�rn machen wir aus den grossen Wettbewerb aufmerksam, den die bekannte flirina Oldenfott.Recs veronstaftet,«» sind elf Kragen au» dem Gebiet de, R»uch«n»»u beantworten: eine inletessonte Bcschhfiieuna mit der Aussicht, stch«inen der grossen Gewinne<1000, bno, 800. 200 M. bar usw.) ju holen. Unsere Leser werden sich gewiss„hlreich beiriligen, um so mehr, ala i«Vr mindestens«inrii Ttsstpreis erhält. Teilnahnicbedinsunlien bei den Tabak- fpeoielgefchiiften ader direkt von Sldenksll.Pees. Belfrrfeeiid)! d r öffenllicheo Vxiierd enfiflebe fir Striin.(Tgchtr. Derb.) Lechiriiide. zunächst geringe, ipäler stärker« Lewcilung, zeihvriie mit Ziei. guug»u Regrnjällen, Temperatur« ew wenig niedriger. JOr veulsch- laad: In Kord«, st« und Mitleldeuischland wieder stitkere Bewölkunz, sollst ziemlich Heller. Temperaturen wenig verändert. dkenstag 17. August 1926 Unterhaltung unö AVissen Vellage ües vorwärts Republik unö völkerfrieöen im ,/lbenteuerlichen Simplizijfimus�.. Von Felix Fechenbach. Zum 2Sl>. Mal« jährt sich am 17. August der Todestag des •Jjans Jacob Christoffel o. Grimmelshausen, der nach einem abenteuerlichen Leben im Jahre 1676 als Schultheih zu Renchen in Baden starb. Bon den vielen Schriften, die von ihm bekannt find, ist der„Abenteuerliche Simpliziffimus' nicht nur fein bedeutendstes Werk, sondern zugleich der früheste, aber auch beste Vagabunden- roman: ja er ist bis heute.die einzige große Gefellschaftsdarftellung unserer Literatur' geblieben. Es ist nicht halb so merkwürdig, als es im ersten Augenblick scheinen mag, wenn wir im.Eimplizissi, mus' schon Pläne finden, nach denen die deutsche Einheit auf republikanischer Grundlage geschaffen werden soll, und wenn dabei einem.ewigen, republikanischen Frieden zwischen allen Völ- kern in der ganzen Welt' das Wort geredet wird. Der.Simpli- Mimus' erschien zum erstenmal im Jahre 1669, also zu einer Zeit. da Deutschland an den verheerenden Folgen des Dreißigjährigen Krieges noch furchtbar litt. Wilde Soldatenhaufen aus aller Herren Lander hatten dreißig Jahre lang Deutschland die Kreuz und Quer durchzogen und ausgeplündert. Und mitten in dos zügellose Leben der Soldateska führt uns der„Simplizissimus' hinein. Wir er- leben ihre Kämpfe, ihr Logerleben und ihr« Raubzüge. Ein.wunderlicher und seltsamer Vagant' ist dieser Simpli- zisstmus. Als zehnjähriger Junge von Soldaten des Dreißigjährigen Krieges aufgegriffen, trieb er sich bei allen Heeren herum, wurde Page, Schalksnarr, Troßbube, Soldat, Räuber, Wunderdoktor und Glücksritter..Wo und welchergestalt er nemlich in diese Welt kom- men, war er darin gesehen, gelernet, erfahren und außgestanden, auch warumb er solche wieder freywillig quittiert,' das ist hier ..überaus lustig und männiglich nutzlich zu lesen'. Reben den vielen «ollen und abenteuerlichen Streichen des Helden, die zuweilen recht derbkantig, ober stets voller Humor geschildert sind, lernen wir im „Abenteuerlichen Simplizissimus' aber auch das Leben und Wesen der Stände, den Aberglauben und selbst die Wissenschaften jener Zeit kennen. Ja, es scheint, als wolle Grimmelshausen zugleich Abrechnung holten mit den Fragen, die seine Zeit am tiefsten be- «egten. Cr entwirst politische Reformpläne, die den deutschen Zu- ständen des 17. Jahrhunderts weit vorauseilen, findet aber nicht den Mut, sie offen als seine eigenen Forderungen auszustellen, sondern laß sie im„Simplizissimus' von einem Narren und.Erzphantasten' vortragen. Das Verlangen nach der Einheit Deutschlands und der Ge- dank« des Völkerfriedens stehen im Mittelpunkt dieser Pläne. Ein.teutscher Held' soll erstehen, um der Welt den.Universalsrieden' zu schassen. Aber eine besser« Zukunft Deutschlands sieht dieser ..Erzphantost' nur, wenn der Tyrannei der Fürsten«in Ende gemacht wird, wenn sich die Städte als republikanische Gemeinwesen auf ewig mitein. ander verbinden, ein Parlament schaffen,„die Leib- cigenschasten samt allen Zöllen, Akzisen, Zinsen, Gütern und Um. gelten durch ganz Teutschland ausheben ynd jolchq AystLlten machen, daß man von keinem Fronen, Wachen,' Kontribuieken, Kriegen noch einziger Beschwerung beim Bclk mehr wisseifwird Dem..Phantasten' wird dann die Frage vorgelegt, was die Fürsten und Herren' wohl dazu sagen werden, wenn ihnen das Ihrige ab- genommen und den Städten unterworfen werden soll. Aber Grim- melshausen will eine gründliche Fürstenentcignung, denn er läßt seinen Narren antworten:„Hierumb wird sich der Held wenig kümmern: er wird alle Großen in drei Teil« unterscheiden und die- jenigen, so unexcmplorisch und verrucht leben, gle-ich den Ge- meinen strafen.' Den übrigen soll die Wahl gegeben werden, im Land zu bleiben oder nicht.„Was bleibt und sein Vaterland liebt, die werden leben müssen, wie andere gemeine Leute. Die anderen aber, die Herrscher bleiben wollen, die wird er nach dem Balkan und nach Asien führen„und alle Ariegsgurgeln in ganz Deutschland mitgeben'. Dort mögen sie Krieg führen und herrschen. Mit seinen Parlamentsherren will der Held dann wieder nach Deutschland zurück und sie.die Vorsteher und Väter seines deutschen Vaterlandes nennen.... Alsdann wird wie zu August! Zeiten ein ewiger beständiger Friede zwischen allen Völkern in der ganzen Welt sein.' Grimmelshausen hatte richtig erkannt, daß das Werden des einigen Deutschen Reiches durch die Macht der Tsilsürsten oerhindert wurde. Sie mußte also gebrochen werden. Die Städte, die als stärkste ökonomische Macht den Kampf gegen die geistlichen und weltlichen Herren hätten führen müssen, hatten nicht Kraft und Willen dazu. Im sechzehnten Jahrhundert waren die vereinzelten Aufstände, zuerst des niederen Adels unter Hutten und Sickingen, dann Ler Bauern und ltädtischen Plebejer der Gewalt geistlicher und weltlicher Fürsten erlegen. Grimmelshausen glaubte aber, selbst nach Beseitigung der Fürstentyrannei ohne Bereinigung des Religionsstreites den dauernden Frieden nicht sichern zu können. Deshalb läßt er seinen.Phantasten' die Vereinigung aller christlichenKirchen der Welt anstreben. Aber im Dreißig- jährigen Krieg waren ja Religionsgegensätze nicht die letzten treibenden Kräfte. Viel bedeutsamer war das Widerstreben der Fürsten gegen die Festigung und Llusbreiiung der kaiserlichen Macht und die Sicherung des fürstlichen Raubes aus der vorhergegangenen Reformaiionsepoche. Es handelte sich dabei, wie Franz Mehring richtig sagt, um die Auseinandersetzung mit dem Papsttum, das den Völkern das letzte Mark aus den Knochen sog.„Diese Auseinander- setzung mit einer ökonomischen Macht, die unter religiösen Formen herrscht«, konnte sich nur als ein ökonomischer Widerstand unter religiöse« Formen vollziehen.' Das hat Grimmelshausen, der nur die äußeren Erscheinungsformen der Kämpfe seinerzeit sah. noch nicht erkennen können. Sein„Abenteuerlicher Simplizissimus' ist zum Teil als eine Art Selbstbiographie anzusehen, worin er seine Einzelerfahrungen meisterhast zu einem Gesamtbild seiner Epoche gestattet. Dadurch wird der.Simplizissimus' zur hervorragenden Kultur, und Sittenschilderung der furchtbaren Zeit de» Dreißig- jährigen Krieges, der Deutschland um zwei Jahrhunderte in der Entwicklung zurückgeworfen hat. „Haltet aus!' (Der Zuvgdeutsch« Orden hat neue, vewetematerial dafür beigebracht, daß die Vater- lüadlschen verbände van großkapitalistische» Zaleresseagrappe»«»»gehalten werden.) Unbekannt« Seen. Trotzdem der größte Teil unseres Planeten durchforscht ist, gibt e» hier und da noch neue geographische Cnt- deckungen. Bei der Vermessung von 60 000 Quabratmeilen un- bekannten Landes zwischen dem Aihabaska und dem großen Sklaven- see in Kanada, nördlich des 60sten Vreitei, kreise», stieß man aus eine Seenkette von Z70 Kilometer Länxe. Bisher waren, nur spärliche Angaben au, dem Gebiet bekannt, die von einer Durchqueru�g Samuel Hearne» im Jahre 1772 stammten. In unseren Atlanten sind die Seen als unsicher mll strichlinierten Linien angedeutet. Mes hat seine Gründe. Gin Leib- und Magen-Lied der vaterländischen verbände, das bekannte ,'a heißt, ist ein Irländer, der seinem wallenden Bart Königstitel und Thron zu verdanken hat. Bor dem Weltkrieg war er Beamter einer britischen Eisenbahngesellschast. Nachdem er seiner Militärpflicht genügt hatte, trieb ihn sein abenteuerlicher Sinn in die Welt hinaus. Der Zufall oder sein guter Stern führte ihn zu der weltverlorenen Insel. Er fand wegen seiner stattlichen Gestalt und besonders wegen seines üppigen Bartwuchses bei der weiblichen Bevölkerung die herzlichste Aufnahme und wurde, als der eingeborene Herrscher das Zeitliche segnete, einstimmig zum König gewählt. Unsichtbare Bakterien. Die Kenntnis von der Ursache der an« steckenden Krankheiten war bis in die jüngste Zeit durch die mittel» des Mikroskops und seiner besonderen Untersuchungsmethoden stcht- baren Bakterien begrenzt. Da diese aber nicht in allen Fällen eine befriedigende Erklärung zuliehen, kam man zu der Annahme, daß es nicht sichtbare, durch bestimmte feine Filter hindurch- gehende Keime von filtrierbaren Giststossen gibt. Räch den heuti- gen Anschauungen kommen letztere bei wichtigen epidemischen Krank« Helten, z. B. bei Pocken, gelbem Fieber, Masern» Scharlach, spinnler Kinderlähmung usw. in Betracht. Das Wesen dieser Giftstoffe kennt man heute noch nicht genau.� Die Annahme, daß es sich möglicherweise um«ine bestimmte Form eines bis jetzt nicht bekannten Lebenstyps handelt, darf durchaus nicht von der Hand gewiesen werden. Neuerdings macht der Ameri- kaner Twort vom entwicklungsgeschichtlichen Standpunkt aus darauf aufmerksam, daß man schwerlich. glauben könne, daß das Leben auf der Erde vom Bakterium oder von der Amöbe ausging, vielmehr müssen noch einfacher« Formen vorausgegangen sein, die heute noch vorhanden sind und zu denen vielleicht die siltrierbaren Gifte gehören. Wegweisend war ja in dieser Hinsicht die Entdeckung des Bakteriophagen(Bakterienfresscr) durch den Franzosen d'Herelle. Dieser Bakterienfresser vernichtete in Kulturen lebende Bakterien und wird von seinem Entdecker sür einen auch mit den besten Hilss- Mitteln nicht sichtboren lebenden Organismus gehalten, während ihn andere Forscher als unbelebt bezeichnen und zu den Fermenten (Gärstofsen) rechnen. Dabei muß aber bedcnht werden, daß gewisse niedere tierische und pflanzlich« Lebewesen, zumindest zeitweis«, die Möglichkeit haben, zu den ollerniedersten Formen, eben diesen filtricrbnren. zurückzukehren. Unter diesem Gesichtswinkel gewinnen ober bestimmte Ein- schlllsse in den Körperzellen, z. B. die Rogrischen Körperchen bei der Hundswut, bei Pocken usw.,«ine neuartige Bedeutung: Sie wären eben dann dieser Giftstoff, umgeben von einem Mantel von Re- aktionsprodukten. Jedenfalls wird aber durch diese neuen Entdeckungen sich das zu bearbeitende Gebiet der ansteckenden Krankheiten ganz erheblich er- weitern und wohl auch auf solche Krankheiten(z. B. Geschwülst« und Stosfwechselstörungen) ausgedehnt werden müssen, die man bis jetzt noch nicht als infektiös ansieht. E. Schild. Vulkan und Geysir al» Kraftwerke. Durch die Eruption der Vulkane verpuffen große Energlcmassen nutzlos. Es scheint aus- sichtslos, diese unregelmäßig austretenden Erscheinungen jemals industriell verwerten zu können. Dagegen hat vor Jahren einmal ein phantasieooller amerikanischer Ingenieur Vorschläge ausge- arbeitet, die periodisch wiederkehrenden Ausbrüche der Geysire zu verwerten. Bisher hat man Vulkane und Geysir« lediglich zu geolo- ischen Beobachtungen benutzt. Die Geophysiker wollen nun durch systematisch« Arbeit die Quellen dieser Energien erforschen, und e» ist auch der Vorschlag gemacht worden, in der Nähe der Krater der auf Alaska befindlichen Vulkane Observatorien und Laboratorien zu errichten, die vor allem auch für die Erdbebensorschung und-vorher- sage wichtige Dienste leisten sollen. Aber damit ist es keineswegs genug. Die Ausnutzung der Energien des Erdinnern steht in weiter Ferne. Aber das amerikanische Innenministerium glaubt, diese Naturschätze auf andere Weise finanziell verwerten zu können. Es wird eine große Propaganda in der amerikanischen Touristenwelt getrieben, und für die gewaltigen Schönheiten der Vulkane und der Geysir« im Pellowstone-Part Stimmung gemacht. Run wird man in den Einöden von Alaska Luxushotels errichten, und bald wird sich ein Frcmdenstrom in diese nördlichen Gegenden ergießen, der vielleicht dasselbe Geld in diese Gegenden zurückbringt da» vor vielen Jahrzehnten die Goldgräber mühsam dem steimgen Boden entrissen haben. Hilgenberg hetzt! Der„Lokal-Anzeiger" gegen die Leipziger Bundesschule. Der �Lokal-Anzeiger" hat eine hochwichtige Entdeckung gemacht: Er hat herausgefunden, daß der„Arbeiter-Turn- und Sporttmnd" an das Reich einen Antrag um Bewilligung eines Z u- s ch u s s e s für feine Bundesschule in Leipzig gestellt hat. Einzelne Städte und Gemeinden hätten schon über IM(XX) Mark für diese Sportschule(der„Lokal-Anzeiger" seht Sport in An- führungsstrichc!) dewilligt und daher sei es um so„dringlicher not- wendig"(!), daß endlich ein lautes„ch a l t" gerufen wird. Bei der Einstellung des„Lokal-Anzeigers" ist es ielbstverständ- lich, daß er die Schuleinrichtungen der bürgerlichen Spitzenorgani- sationen als genügend erachtet und empfiehlt. Wenn er aber de- hauptet, daß die Bundesschule in Leipzig nicht eine Lehr- und Ucbungsstätte für Leibesübungen sein wird, so ist vielleicht von unserer Seite ein W o r t des Protestes doch am Platze. Wir wollen nicht behaupten, daß auf den anderen Sportschulen nur Persönlichkeitssport getrieben wird, aber die Erziehungs- arbeit, die von diesen Instituten ausgeht, gipfelt in der gesamten bürgerlichen Sportbewegung denn doch in der Rekordsucht und rn der Effekthascherei. Das ist ungefähr das Entgegengesetzte von dem, was der„Arbciter-Turn- und Sportbund" mit seiner Bundesschule erreichen will. Reben der körperlichen Aus- bilbung der Schüler geht natürlich auch die g e i st i g e, die dahin strebt, den einzelnen als Glied des Ganzen zu erziehen und ihn dieser seiner Stellung bewußt werden zu lassen. Das ist der große Unterschied, und den wollen wir gegenüber dem schwer- industriell-hugenbergschen„Lokal-Anzeiger" gebührend herausstellen. Eich mit den anderen Anwürfen des„Lokal-Anzeigers" gegen den„Arbeiter-Turn- und Sportbund" zu beschäftigen, ist unnötig. Sie zeigen eine derartige Verranntheit, daß jedes Wort der Erwide- rung Verschwendung wäre._ Sunüestag ües �rbeiter-flthleten-Sunües. Im Rathaus Neukölln fand kürzlich der von 48 Delegierten de- fchickte Bundestag der Arbeiter-Athleten statt. Die tn der Zentralkommission vereinigten Arbeitersportoerbände, sowie der österreichische Arbeiter-Athleten-Bund hatten Vertreter entsandt. Die Schweizer, Lettländer, Franzosen und Finnen sandten schrift- Lche Begrüßungen. Der E m p f a n g s ckbe n d am Sonnabend sah die Ueber- reichung einer Bundessahne an den Bundesvorstand anläßlich des Zlljährigen Bestehens und ein auserlesenes sportliches und artistisches Programm von Vereinen des 4. Kreises Berltn-Bran- denburg, wie es keine Varietebühne besser zeigen kann. Ueber 2000 Besucher füllten die„Reue Welt" in der Hasenheide. Sonn- tags früh begannen die Verhandlungen mit der Erstattung des Geschäftsberichtes. Die Mitgliederzahl hat eine Abnahme erfahren, die aber infolge der großen Arbeitslosigkeit nur scheinbar ist. Davon zeugt die Zunahme der Vereine von 1040 auf 1160 und die überaus große Inanspruchnahme der obligatorischen ll n f a l l k a s s e, die in beiden Berichtsjahren 48 Proz. der MoNats- beitrüge verschlungen hat. Im übrigen leistete die Bundes- lasse erhebliche Zuschüsse zu den Bundesmeisterschaften in Luwigs- Hofen, dem achttägigen Lehrgang für Leicht-, Schwerathletik und Boxen an der preußischen Hochschule für Leibesübungen in Spandau und dem Wiener Arbeitersportfest. Der Verband bekennt sich als sozialistische Organisation, und hat seine Agitation darauf «ingestellt, erzieht und verpflichtet auch sein« Mitglieder zu Partei »nd Gewerkschaft. Leidev fehlt es noch immer an der Unterstützung dieser Korporationen. Die Beitragszahlung wird insofern auf eine andere Grundlage gestellt, als ab 1. Oktober 1926 jeder Bundes- verein mit der Geschäftsstelle abrechnet. Die 22 Kreise ziehen Kreis- ibeiträge und Startgelder ein. Es haben in der Berichtszeit Kämpfe mit lettischen, sinnischen, französischen Mannschaften stattgefunden, m diesem Jahr stehen noch Kämpfe mit Ungarn. Belgien und Ruß- fand in Aussicht. Das Bundesorgan soll im kommenden Jahr 14tägig erscheinen. Einzelmeisterschaften sind nicht gestattet, auch nicht das Stiften von Wcrtgegenständen als Ehrenpreise. Gute Bücher, Sportkleidung und Sportgeräte sollen zweckdienlicher Er- tfatz sein. Die Berichte der Bundessportwarte im Gewicht- heben, Ringkampf, Leichtathletik und Boxen waren sehr interessant, spitzten sich aber zumeist auf die Uebungsregeln zu. Der g e s ch ä f t s- .führende Ausschuß verbleibt in Magdeburg. Der er- wetterte Vorstand besteht aus je einem Funktionär aus Leipzig, Frankfurt, Essen und Nürnberg. Der nächste Bundestag findet 1928 in Dresden statt. � Bedingung oder Hoffnung? > In der«Roten Fahne" von gestern wird wieder einmal im„Einheitsfront" gemacht. Daß man diese Einheitsfront am besten zustande bringt, wenn man den Gegenpart so ordinär wie «ur irgend möglich beschimpft, ist für das Bolfchewistenorgan längst ausgemacht, und so begleitet man das Liebeswerbcn mit echt »evolutionärem Krakeel, bei dem die Worte„mit unerhörter Dumm- hcit gepaarte Frechheit, Saboteure der Einheitsfront, Kulis" usw. die geringsten sind. Sa bezeichnet man Mitglieder des Bundesvor- ftandes. Anlaß zu dem Geschimpfe bietet ein Aussatz der„Freien Sportwoche"— dem Bundesfußballorgan— der zum deutsch-russische?, Sportabtommen Stellung nimmt. Besonders der Satz hat es den Leuten von der„Roten Fahne" an- getan: i„Denn auf die Dauer ist ein wirtlich aufrichtiger, freund- i schaftlicher Verkehr auf dem Boden der Gleichberechtigung mit den sozialistischen Genossen nicht möglich, solange man den Sozia- - listen in eigenen Lande die politische Freiheit vorenthält. Dies � letztere sind jetzt keine Bedingungen, aber es find Hoffnungen, ohne deren Erfüllung die Einheit nicht eintreten kann." _ Man muß zugeben, daß damit die Bolschewiki an der emp- Undlichsten Stelle berührt werden. Trotzdem kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß in Rußland Andersdenkende, be- fonders sozialdemokratische Arbeiter, nicht nur keine Gleichberechti- gung, sondern Verfolgungen und Einkerkerungen erfahren. Der „Arbeiter-Turn- und Sportbund" hat den russischen Sportlern die Tätigkeit in Deutschland durch das Sportabtommen ermöglicht: der Ausbau der Beziehungen ist die nächste Ausgabe. Hoffentlich zeigen dabei die russischen Sportler, soweit sie wirkliche Arbeiter- sportler sind, mehr guten Willen und Anstand, als die„Rote Fahne", die vorgibt, ihre Interessen in Deutschland zu vertreten. Im Jnter- esse der Sache ist es bedauerlich, daß die Weitherzigkeit, die den Russen entgegengebracht wurde, von den Aucheinheitsfrontlern der „Roten Fahne" so belohnt wird. Vielleicht hätte man die politische Gleichberechtigung der Arbeiter in Rußland doch zur Bedingung machen, und fich nicht auf„Hoffnungen" oerlassen sollen, wie PS jetzt die„Freie Sportwoche" tut. 40: 67. Zum Entscheidungsspiel am Nachmittag traten W e i ß w a s s e r und P e n z i g an. Zur Halbzeit stand es 29: 18 für Weißwasser, sse konnten in der zweiten Halbzeit aufholen, so daß es am Schluß 43: 43 stand. Nach 10 Minuten Spielverlängerung konnte Weißwasser mit S0:53 die Vcrbandsmei st erschuf t erringen. Bei den Turnerinnen waren die Neuköllner die Glücklichen, die ihre Spiele alle gewannen. Neukölln— Weihwasser 30: 61, Neukölln— Görlitz 35: 58, Weihwasser— Görlitz 45: 53. Im Trommelballspiel der Turnerinnen wurden folgende Resul- täte erzielt: Zossen— Breslau 67: 95, Forst— Breslau 75: 85, Zossen— Forst 81: 87. Verbandsmeister sind Männerfaust- ball: Weißwasser, 16. Kreis: Turnerinnenfaustball: Neukölln� Turne- rinnen-Trommelball: Zossen. Die Genannten treten am Sonntag. den 22. August, zur Bundesmei st erschuft in Weihwasser an. Verbandsmeisterschaften der Turnspiele. Am Sonntag fanden in Brandenburg die Verbands- Meisterschaften im Faust, und Trommelballspiel statt. Im ersten Spiel standen sich Brandenburg und Weiß- wasser gegenüber. Man merkte e- dem Spiel an, daß sich zwei alle Rivab'n gegenüberstehen, nur gefiel der Einschcnker von Bran- denburg nicht: er hat ein groß Teil Schuld an der Niederlage. Mit 29: 49 Angaben tonnte Weißwasser das Spiel gewinnen. Weitere Resultate sind: Pcnzig— Stettin 32: 64, Weißwasser— Stettin 38: 71,.Penzrg— Bcanderchu rg 28: 48, B randenbMg— Stettin Oos öerlmer Internationale. Das internationale Arbeitersportfest am 22. August im Stadion verspricht ein Ereignis ersten Ranges zu werden. Das Meldeergebnis ist überaus befriedigend. Stehen die Leistungen der gemeldeten Finnen von vornherein fest, so zeigten die internationalen Wcttkämpfe in Paris, daß mit den auch in Berlin startenden Russen allen Ernstes zu rechnen ist. Nicht nur die russischen Sportler, sondern auch die Sportlerinnen können beachtenswerte Leistungen zeigen, die den deutschen und auch den finnischen Teilnehmern viel zu schaffen machen werden. Interessant ist, daß zu den bisher gemeldeten deutschen Wettkämpfern sich noch einige gesellen, die an dem Sportfest am vergangenen Sonntag in Riga teilgenommen haben. Di«„Leicht- athletik-Vereinigung des 1. Kreises" ist mit der endgültigen Mann- schaftsaufftellung noch nicht ganz fertig, da nur wirklich auserlesenes Material zusammengestellt werden soll. Aus diesem Grunde müssen noch in dieser Woche einige Ausscheidungskämpfe zur Ermittlung der Besten vorgenommen werden. Auch im Reiche rüstet man sich tüchtig. Die Leichtathleten wollen mit aller Energie unter Beweis stellen, wie ernst gerade dieser Zweig der Leibesübung von ihnen genommen wird. Der Vorverkauf der Einlaßkarten, bei dem nur nume- rierte Logenplätze zur Ausgabe gelangen, hat bereits begonnen. Da die Nachfrage nach Einlaßkarten außerordentlich groß ist, empfiehtt es sich, sich rechtzeittg mit Vorverkaufskarten zu versehen, da nume- rierte Plätze, die dicht beim Ziel liegen, nur im Vorverkauf zu haben sind. Den teilnehmenden Genossen bereiten die Veranstalter des „Internationalen" am Sonnabend, den 21. August, abends 7 Uhr, m der Berliner Kindl-Brauerei, Neukölln, einen Empfangsabend in Gestalt eines Gartenkonzerts. Hier werden Gastgeber und Gäste sowie die Vertreter der Organisationen zu Worte kommen, um Freundschaftsbeweise auszutauschen. Sport- liche Vorführungen bereichern das Programm. Der Einlaß zu dem Begrüßungsabend beträgt 30 Pf. Die Vasserballbunöesmeisterjchast. Anläßlich des ersten Westdeutschen Kreisturn, und Sportfestes des Arbeiterturn- und Sportbundes in K ö l n wurde auch die Bundesmeisterschaft im Wasserballspiel ausgetragen. Am Sonnabend traten„SV. Esse n— ASE. N e p- t u n Berlin-Weißensee" und„ASB. L« i p z i g— SV. Franken Nürnberg" zur Vorrunde an. Im erOen Spiel siegten die Berliner mit 6:1 Toren, im zweiten war Leipzig mit 4:3 sieghaft. Im Endspiel um die Wasserballbundesmeister. schast wirft Berlin an. Flottes Feldspiel. Leipzig drängt, doch ist der Berliner Torwart auf der Hut. In seiner Manier hält er zwei scharf aufs Tor gegebene Bälle. Leipzigs linker Stürmer ist dauernd in der Zweimeterlinie. Aus einem Gedränge vor dem Berliner Tor ergibt sich ein Strafwurf. Er geht übers Tor. Der Linksaußen Berlins nimmt einen Freiwurf an, ein weit gegebener Ball führt die Berliner zum zweiten Erfolg. Leipzig holt ein Tor auf. Der Ausgleich winkt, Leipzig drängt. Der linke Verteidiger Leipzigs hält unfair einen Berliner Stürmer. Der fällige Strafwurf wird glatt verwandelt. Dann macht Leipzig große Anstrengungen, um aufzuholen. Ein zweites Tor ist der Erfolg. Kurz daraus geht Berlin nochmals schön vor und stellt seinen Sieg endgültig sicher. 4:2 für Neptun Weißensee lautet das Schluß- e r g e b n i s. Berlins Mannschaft war bedeutend besser als in der Vorrunde: schnell und hart im Wurf. Die Mannschaft war ein ge- schlossenes Ganzes, zum Schluß jedoch sichtbar ermüdet. Leipzig, in der Kombination besser als Berlin, litt an Ueberkombinatton. Der Tormann war eine Klasse für sich, doch gehen zwei Tore auf sein Konto._ ver Leichtathletikkampf in Niga. Riga. 16. August.(Eigener Drahkbertchl.) 3m leichtathleti- scheu Wettkamps Deutschland gegen tettland. der am Sonnabend und Sonntag in Riga skoklsand. siegten die Letten. Sie erreichen 69 Punkte gegenüber 49 der deutschen Arbeilersporkler. Der Sieg der lettischen Mannschaft ist dadurch zu erklären, daß Lettland für jede Sportart drei Teilnehmer stellen konnte, während Deutschland in drei Sportarten"nur einen Teil- nehmer und in zwei Sportarten nur zwei Teilnehmer zur Ver- fügung hatte. Der Wettkampf wurde nach Punkten gewettet und so konnte Deutschland in verschiedenen Sportarten nur für einen Mann Punkte ausweisen. Die lettische Mannschaft bestand aus 23, die deutsche nur aus 14 Teilnehmern. Die deutsche Mannschaft hat sich trotzdem sehr gut geschlagen. Die Ergebnisse der einzelnen Sportarten dürsten zeigen, daß sie sehr gute Einzelleistungcn ver- zeichnen konnte. Zlllerslurner. Alterssportler Groh verlins. Di« diesjährige gemeinsam« Serbstvarti« der Alterstirrner-Bereini. gung Grvft-Berlins find«! am U. und 12. Seotember statt. Um«in schon lange gevlantcs Zusammentreffen mit d«n Leipziger Turnern und Sportlern ,u er- möglichen, ist D e s s a u. die Kauptstadt von Anhalt, als Ziel gewählt worden. Abfahrt mit Sxtrazug Sonnabend, den 11. September, abend»» Uhr, vom Anhalter Bahnhof nach Coswig. Am Sonntag früh 3 Uhr grohe» Becken durch die vereinigten Epielleute. Bach einer Wanderung durch den Park von Wörlih findet«ine etwa dreistündig« Dampferfahrt nach Dessau statt. Dort Zusammen- treffen mit den Leipziger Turnfreunden. Nachmittags Sesellfchaft». und Bett- spiele im Barlauf. Faustball und Wasserball. Anschltefiend daran Kommers. Mickfahrt nach Berlin gegen 8 Uhr abends. Di« RicgenfllKre: werden gebeten. baldmöglichst an Richard Sommerfeld. 0. 17, Paul-Singer-Str. 67. Mit- teilunq zu machen, wieviel Genossen sich an der Partie beteisigen. Gesamt. Unkosten etwa 7 M. Fahrkarten bei Sommerfeld und Willi L« s ch e, SB-A, Schleicrmacherstr. 15._ Außballresuliote vom 15. August. Der Sonntag stand unter dem Zeichen der unentschiedene« Spiel«. Char- lattenburg gegen Berliner Sportverein 22 0:6 F, cht«. Nord gegen Rtistii». Borwärts 1: 1. Union gegen Arbeiter-Turnverein Pankow 8: 3. Nahlsdorf gegen Wollersdorf 6: 5. Stralau gegen Wacker 26 1: 1. Adler 12 gegen Gin- tracht-Neukölln 3: 1. Arminia gegen Bernau I: 7. Fichte-Gefundbrunnen gegen Moabit 7: 0. Tasmania gegen Neucnhagen 1: 0. Werbefportfest in Köpenick: Berein für Bewegungsspiele 2 gegen Oberfpree 2 1:2. Lichten. berg II«»gen Konkordia 1: 2. Obersprr« gegen Brandenburg 62 2: 2. Fried- richshagen gegen Berein für Beweguwgsspicl« 1: 2. Ziu-Zilfn in der Spo-tllchen«ereinignnq„Nord-Vst-. Die Iiu.Iitfu. Abteilung.,Rord.?st- dcainn: wieder Mit Anfängcrkurseu für Jugendliche und Erwachsene regelmägig Moniags und Donnerstags 7— 10 Uhr ghends in der Turiihollc Christburgcr Str. 7. Kurfusgebühr wird nicht erhoben. Arbeitslos« halbe Beiträge. Die Iiu- Iitsu-Abteilung„Osten* kann mit dem Training infolg« Renovierung der Turnhall« Ehrenberastraso erst wieder am Dicnstaa,> den 24. yinaiift. abends 8 llbr. deKnaen. 1 «SB. voewirt,« tagt ieden Freitag-4» Uhr im Lokal von Rase-»««. Sangenbeckstr. 1. Zur Bervallftändigunq unserer Jugend- und MEnnernnurn» schatten werden Genossen noch aufgenommen, die sich dem Fuhballsport widmen "�Dte Nitt-lttreck-nleh'ltund« wird für Mittwoch, den 18. August Plag Schön. Häuser Allee. Beginn 6>4 Uhr. neu festgesestt. Eportadteilung Llcht-nb-rg. Arbeiter spielt Schach! Die Ableilunq Thorlottenburg des Brrliner Ar- deiter-Schachbundes spielt Dienstags 8 Uhr Bismarck.. Ecke«-lser.Frledrich. Straße, bei Gottichalk, und Donnerstags 8 Uhr Polsbelmer«rt. 12 f*t Ullrich. Freund« und Gönner de» Schachspiels sind herzlich eingeladen. Anfang«.. Unterricht wird erteilt Donnerstag, den 19. August. 8 Uhr, rm Lokal Thoilotten. bircg, Potsdamer Str. 12. Großer Weroeabrnd mit Simultanspiel des Schach. genossen Bogt. Gäste willkommen._,_...... Tonriftenoerein„Dir Natursren nde*. Zentrale Wien. Abt. Fmdnchsha». Dienstag, 17. August.',48 Uhr. Jugendheim Ebertystr. Ut Gelangsabend.- Abt. Friedenau: Dienstag, 17. August. 8 Uhr. Iugenohcim Offcnbacher Str. ö». Goethes Faust fFortfcßungl.— Abt.«orden: Dienstag. Ith August, fällt aus.— Abt. Tiergarten: Dienstag. 17. August. 8 Uhr. Seim Wiclefftr. s. Z. 6.— «bt. Bidding: Dienstag, 17. August, zum Bolkspork Iungsernheide. Trcft. punkt>.7 Uhr See.. Ecke Lütticher Straße.—«bt. Prenzlaner Berg: Donners- to«, 19. Auqust, Abendwanderung nach dem Schloßpark Pankow, Broser-Park. —«bt. Lichtenberg: Donuersiaa. 19. August. Abendwauderuny nach Sadowa. Treffpunkt 8 llbr Bhf. Karlshoist.- Abt. Südwest: Donnerstag. 1». August. 7 Uhr. Bolkspark Tcmvelhofer Feld.— Abt. Südost: Donners, o«. 19. Augu't, Spielen in Dreptow, Wiese 4.— Musikgemeinschaft de« Werbe bezrrks Norden: Die Uebunasstunde beim Genossen Lehmann. Gaudnstr. 21. am Mittwoch, den 18. August, findet trog der Ortsgruppenoerfammlung statt. Sämtlich« Spieler müssen aus irden Fall erscheinen wegen Kottdus.— Abt. Reinickendort: Donnerstag. 19. August. 8 Ubr. im Seim Reinickcndarf.Weit, Bolkstonz.— Abt. Nrnkölln: Donnerstag. I». August. Spielen in Treptow, W>«i» 4.— Vrtsgruvp-«eelin! Mittwoch, 18. August, 148 Uhr. in der Aula des Sophien. Lyzeums. Weinmeistrrstr. 16-17, Bortraasabenb de« Genossen Bruno Theek: „Bon der Vernunft des Körpers*. Erscheinen alle» Mitglieder ist Pflicht. Gaste willkommen.„ �™„ Freie Turnerschaft Eharlotteatnrg. Fahnenweihe Freitag. 26. August, 148 Uhr. in der Turnhall« Dilmersdorfer Straße sKunstgewerbe-Sandwerker. schulel. Alle Mitglieder haben in Sportkleidung zu erscheinen. Gäste will- kommen. Sonntag. 22. August. 141 Uhr. Epreestnaße, 15. Gemci nde schule, ge- meinsamer Abmarsch oller Abteilungen nach dem Stadion, auch Liberto. Spartabend in Moabit. Der SC. Siegfried 69, zusammen mit der Sport. lichen Bereinigung Nordwest 87. Mitgl. d. AABD.. bringen Sonnabend, den A. August. 814 Ubr. in ihrer Kamvfstäli«. Moabitcr Gesellschaftshaus, Wiclef- straße 24.»in vorzüqliches Sportprogramm. Eintritt IM. Zugendmehrkämpfe der Leichlarhl-tik.ver-i-igu-g.«naschaeibapg zu den am 5 September auf dem Eicheplatz in KSpenick stattfindenden Iugendmehr- kämpfen der LB. des 1. Kreises. W« t t k ä m v f e: Sechskamps für männlich« Jugend 08 09 und 1612. Fünfkampf für weibliche Jugend 16/12. 6. Mann- lich« Jugend. Jahrgang<«-(». Sech-konipf: 100 Meter. 1060 Meter. H-chsprung. Diskuswerfen. Kugelstoßen 5 Kilogoamm und Schwedenstafette l466. 300. 206. 100 Meter).— B. Männliche Jugend. Jahrgang 10/12, Sechstanpf: 100 Meter. 1600 Meter. Hochspruno. Speerwerfen, Kugelstoßen 5 Kilogramm und 4*100. Meter�ötafette.— C. Weibliche Jugend. Jahrgang 10/12. Fü.isk-rmpf: 100 Meter. Sochsprung. Weitsprung, Kugelstoßen 5 Kilogramm. 4X100.Meter�Swfette.— Die Mannschaften für den Sechskamvf können 5—9 Teilnehmer, für den Fünf. kämpf 4—8 Teilnehmer stark sein. Jeder Teilnehmer darf»irr an einer Kon- kurrenz. ausschließlich Stafetten, teilnehmen. Mitglieder einer Mannschafr dürfen nur in derselben starten, auch bei den Stafetten. Slartgelb wird nicht erhoben Jeder Teilnehmer zahlt ein Eintrittsgeld von 20 Pf. Arbeitslose fror aeqcn Borzeigung der Stempelkarte. Meldeschluß: 22. August. Die Meldungen stnd namentlich auf das beftimmteft« zum»orgenannlen Termin an Erich Lippert, Berlin-Lichtenberg. Mozartstr. 7, zu senden. Sport. Außbaklspiel Budapest— Lersta 2:4, Als Auftakt der neuen Spielserie hotte sich der VVD.(Der- band Brandenburgischer Ballspielvereine) die Städtemannschaft von Budapest verpflichtet. Spieltechnisch wurde nichts Außergewöhn- liches geleistet. Berlin siegte unverdient mit 4:2. während bis zur Pause die Budapester schon mit 2:9 in Führung lagen. Kritik verdient an dieser ganzen Veranstaltung durch den VBB. die Organisation. Wenn man noch davon abiehen will, daß aus Versehen statt der ungarischen die italienische Fahne gezogen wurde, die man erst nach Protest dadurch auszuwechseln versuchte, daß man die quergestreifte Flagge als längsgestreifte aufzog, wobei noch die unteren weißen und grünen Streifen abrissen, so daß nur dos Rote am Mast übrig blieb, so ist besonders zu tadeln, daß in der Pause an die 3999 Zuschauer über die Aschenbahn in das Innere des Platzes liefen und erst auf den lebhasten Protest der übrigen Zuschauer und des Schiedsrichters das Feld räumten. vewknauszug ö. Klasse 27. Preabssch-Süddeussch« Klassen-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verbvten Aus jede gezogen» Rummer find jwet gleich hob« Gewinn« gefallen, und zwar se einer aus die Lose gtelcher Rümmer in den beiden Ableilunge» 1 und ll i 5. Ziehung-tag 14. August 1926, nachmittq� In der Rachmittagsziehung wurden Gewinne über 159 M. gezoge, 2 Gewinne zu 59999 M. 48491 2 Gewinn« zu 25999 M. 295699 2 Gewinne zu 19999 M. 18929 6 Gewinne zu 3999 M. 174996 262769 299163 2 Gewinn« zu 2999 M. 247475 24 Gewinn« zu 1999 M. 2164 9170 26839 98697 129482 139763 155155 I 57815 213922 241948 254946 263483 76 Gewinn« zu 599 M. 543 953 3697 24734 39989 34599 45174 49429 49481 52375 69592 69192 89963 96959 97185 1 19552 II 1643 128273 132868 136499 143167 147654 I5I777 159999 178782 I 79781 188697 193954 198345 215369 217789 227325 244992 283179 286936 287355 238218 294799 296 Gewinne zu 390 M. 1568 1893 9699 9912 12994 13694 18329>9796 27247 27691 29519 29521 33664 35151 35929 43842 45167 48849 49613 52179 53389 61872 67936 72419 72829 74186 75532 79313 79488 89989«1876 83173«4973 92245 94429 19503« 19993« 119987 121 163 125175 127927 127967 133288 136227 137269 137792 138499 I4397I 149226 152934 155989 169339 16948«>65472>69581 I7I639 173811 189141 I8254I 185652 186697 18767« I88102 199597 191377 IS7484 205464 212186 212252 224873 230379 233358 239332 239559 240726 258893 259113 259698 260412 260461 261160 261230 262037 267165 267787 268352 270982 274827 274859 276469 280725 283730 284322 285404 288467 289500 289608 291021 291075 297044 297183 297282 297578 Gewinnauszug 5. Klasse 27. Preußssch-Süddeutsche Klassen-Lotterie. Ohne Dewähr Rachdruck verholen Aus jede gezogen» Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Los« gleicher Rümmer In den beiden Abteilungen I und ll 6. Ziehungstag 16. August 1926, vormittags «Zu der Bormittagszichung wurden Gewinn« über 159 M. gezogen 2 Gewinne zu 300000 M. 284934 2 Gewinn« zu 10909 M. 207849 4 Gewinne zu 3909 M. 136855 194579 16 Gewinne zu 2990 M. 26327 76437 92173 116275 166674 167985 265881 284421 36 Gewinne zu 1999 M. 1982 3497 7361 15397 16993 47395 135787 136842 138127 146459 151439 199991 298699 215964 230596 239106 28300« 295000 79 Gewinne zu 599 M. 6865 30491 34756 36993 49757 48342 52519 69592 79712 71969 9344« 195566 197467 148869 149719 151467 168115 199237 190359 191097 198868 206853 225384 231123 235213 2376II 23992« 244947 248795 251614 265557 266215 274939 281315 2S2SI9 219 Gewinne zu 399 M 749 1773 2939 7391 8772 S684 9832 19542 14533 19442 29434 22183 24459 26601 29109 3698? 37891 42995 45273 48965 4S884 53913 55659 69698 61973 6379« 65167 67629 69167 72987 7534« 84687 85997 85193 85411 91732 9297« 92567 94799 95914 I0957S 199149 199151 I19I35 N9886 129611 121156 124996 124255 126949 132730 133671 138019 13854« 139262 141574 143379 147635 151563 15I9II 153914 155596 163842 165921 177581 I779I7 178162 182799 184847 I9253I 197266 29027« 292515 293692 211097 217627 220708 224095 227937 234479 237647 237929 25I59I 253671 257176 257954 258739 269222 261443 26265« 266849 270523 271262 271985 272191 276496 278311 282190 282864 290417 290452 232263 lWirei 9QVUQ QQVjfiO Nr. 384 ♦ 43. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts dienstag, 17. August 1928 von öer„notleiöenöen' Industrie. Die Leitungskosten der Wirtschaft.- Ein interestanter Prozetz. Vor dem erweiterten Schösfengericht der kleinen bayerischen llnivcrsitätsstadt Erlangen spielte sich in den letzten Wochen ein Prozeß ab, der weit über das Weichbild dieser srommen prote- ßantischen Theologenstadt hinaus Aufsehen erregte, weil er den Beweis erbrachte, daß zwischen de» heiligen Mauern doch auch recht viel Unheiligcs blüht. Darüber hinaus sind die Einzelheiten, tie dieser Prozeß zutage förderte, außerordentlich kemizcichnend für die V c r s ch w c n d u n g s w i r t s ch a s t, die in der Leitung eines großen Konzerns geübt wurde und die noch heute in zahl- reichen anderen Unternehmungen trotz oller Klagen über die Krise fortgeführt wird, wenn man den Aussagen der Beschuldigten, der Verteidiger und der Zeugen Glauben schenken darf. Dadurch gewann die Gerichtsverhandlung eine große Bedeutung für die B e u r- teilung der Leitungskosten in der deutschen Wirt- f ch a f t, so daß es sich schon verlohnt, die wichtigsten Ergebnisse der Verhandlung einem breiteren Publikum von Interessenten, ins- vcsonherc aber der Arbeiterschaft bekamit zu geben. Unter der Führung des früheren Generaldirektors der Elektro- medizinischen Firma Reiniger, Gebbert u. Schall, des Ehrenbürgers der Stadt, Geh. Koyim.-Rat und Dr. me>t. Ii. c. Karl Zi tz m a n n, kam«in gxoßer Konzern(Jnag- Industrie- Unter- nehmungen A. K.) zustande, der zu 7S Proz. die ärztliche G e- röte herstellenden Firmen, insgesamt 49, umfaßte. Diese allseits gefeierte Persönlichkeit mußte sich, wie bekannt, wegen a k t i c n- rechtlicher Untreue vor dem Kadi verantworten. Mitangcklagt waren der Baron v. M i ch e l- R a u l i n o, bc- kannter Tabakindustrieller, Mitbesitzer des..Bamberger Tagblatts", irrner der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Berlitzheimer, gegen den das Verfahren wegen schwerer Erkrankung abgetrennt wurde. Blitzartig beleuchtete der 14 Tage dauernde Prozeß unser heuti- nrs Wirlschastssystem. Dr. Z i tz m a n n, dessen Stammfabrik rund Arbeiter beschäftigte, verstand es hervorragend, seinen Aussichts- rat nach feiner Pfeife tanzen zu lassen. Es gelang ihm durch sein brüskes Auftreten, von den Gesellschaften Reiniger, Gebbert u. Schall i nd Jnag nach und nach solche Beträge herauszupressen, so daß der KonzcrnandcnRanddcsAbgrundesgebracht wurde. 'Als Retter sprang die Firma S i c m e chs- ch a l s k e ein, der der aroße Konkurrent Reiniger, Gcbbert u. Schall längst ein Dorn im Auge war. Zitzmann gelang es. fein jährliches Einkommen aus 490 000 Goldmart zu steigern. Außerdem bezog er täglich von beiden Gesellschaften 37 3 Koldmark Reisespesen. Reben diesem Einkommen an Gehalt und sonstigen Vergütungen hat sich Zitzmann in den Jahren 1921 bis 1924 außerdem noch außerordenj- lich hohe Vermögenswerte zu verschossen gewußt. Der Auf- sichtsrot genehmigte Zitzmann die Mittel zu einem„einfachen Landhaus" in Niederpöcking. Aus diesem Landhaus wurde je- doch ein Schloß m i t 2 Z Z i m m e r n. darunter zwei großen Sälen, und ein eigenes Gärtnerhaus. Die Schreinerarbeiten im Werte von 143 000 Koldmark lieferte die Firma gratis. Außerdem bezahlte sie 20 000 Goldmark als Architcktenhonoiar. chcute repräsentiert dieses Schloß einen Wert von 700000 Gold mark. Einer .Freundin" ließ Z. aus einem Aktiengeschäit 116 221 M. zukommen. An nicht weniger als 17 Fällen wußte er den Aujsichtsrat zu bestimmen. ihm rund 7 22 000 M. gleichsalls im Zeitraum von vier Jahren zu schenken. Für eine Dienstwohnung in Erlangen bekam er 52 000 M. Aus einem Dispositionsfonds in chöhe von "30 000 Schweizer Franken, der ihm zur Finanzierung der Firma Schaerer- Bern überlassen wurde, verstand es Zitzmann, sich AX) 000 M. anzueignen. Bei diesen in Goldmark umgerechneten Beträgen ist zu berücksichtigen, daß sie in den Jahren 1921 bis 1923, nemessen an den Kosten der Lebenshaltung, rund das Zweieinhalb- bis Dreifache der errechneten Goldmarkbeträge an Kaufkraft darstellten. Nach Beendigung der Inslation ließ Zitzmann sich sein Gehalt, das ihm schon zweimal aufgewertet wurde, 1924 zum drittenmal, und zwar in Goldmark rückwirkend ab 1 Juni 1923, aufwerten. Zur Illustration sei angesührt, daß ein Arbeiter in jener Zeit der Inslation bei genannter Firma sage und schreibe eine Goldmark Wochenlohn verdiente. Zitzmann ging noch weiter und hals— zu seinem Vorteil � im Jahre 1923 die deutsche Währung zu zerstören. So hatte er in der größten Inslations- eit als Borstand von Reiniger, Gebbcrt u. Schall ein« Reihe von Wechseln im Gesamtbeträge von rund 366 000 Goldmark aus- stellen und auf die Jnag ziehen lassen. Der rein« Zinsgcwinn van rund 15 000 Goldmork und bei weiteren ähnlichen Geld- . eschästen im Betrage von nind 46 000 Goldmark floß in seine e-genc Tasche. Seine Handlungen wirkten noch besonders schädlich. '"eil sie sich mit der Finanzlage der Gesellschaften in jener Zeit nicht vertrugen. Di« vordringlichsten Er- weiterungsbautcn bei der Stammsabvik in Erlangen, die seine mel- kende Kuh war, an der er die Entziehungskuren vornahm, unter- blieben. Als einmal für eine Baracke 23 000 M. benötigt wurden, versagte Zitzmann die Genehmigung. Einige Tag« später jedoch lauste er für 19 000 M. ein Luxusauto. Der Mitangeklagte Freiherr v. Michel- Raulino spielte in der Zeit von 1917 bis 1925 bei beiden Gesellschaften den Aussichts- ratsooriitzenden und bezog für seine„aufreibende" Tätigkeit in dieser Zeit jährlich 3230 M. Ihm liegt zur Lgst, teils gemein- lchastlich mit Dr. Zitzmann und Dr. Berlitzheimer sich auf Kosten und zum Nachteil der Gesellschaften unberechtigte Bermögcnsvorteile versckosst zu haben. So ließ er sich Aktien im Werte von 53 000 M. schenken und schloß mit der Firma einen Beiratsvertrag ab. der ihm einen monatlichen Bureauspes«n.zu!chuß von 600 M., ein den Gesellschaften aehör«ndcs Automobil mit Chauffeur und außerdem auf die Dauer von zehn Jahren noch extra 57 000 M. jährliche Entschädigung sichern sollte. Ucber die Tätigkeit Raulinos befragt, äußerte Zitz- mann, daß man Raulino wegen seiner„guten Beziehungen, seiner schönen Figur und seines klingenden Namens" manches verdanke. Di« Litte all dessen, was der Prozeß aufwühlte, ist viel zu !ang, um hier ausführlich gebracht werden zu können. Hervor- zuheben sind nur noch die Bezüge derjenigen Herren D i r e t- t o r c n, die Zitzmann beseitigten. Diese„Reiniger" des Konzerns haben während des Jahres 1923/24, also noch dem Ausscheiden Dr. Zitzmanns, folgende Goldmarkgehälter einschließlich Tantiemen, Nachvergütungeu, Umsatzprämien usw. erhalten: Dr. Müller.,...,. Dr. S e h in e r....... Kommerzienrat Niendorf.. Direktor Anderlohr annähernd 94 000 M. 66 500 M. 100 000 M. 70 000 M. Dr. Schmer, der frühere Syndikus des bayerischen Indu- striellenverbandes, berichtigte zwar im Verlaufe des Prozesses, er habe 1924„nur" 53 623 Gold mark bezogen: weitere Bc- richtigungen erfolgten nicht. Besonders erfuhr man nicht, was die Herren jctz-t, wo Reiniger, Gebbert u. Schall zum Siemens- Konzern gehört, verdienen, denn sie sind sogar ehrenwörtlich ver- pflichtet, davon nicht zu sprechen. Dem Oberregierungsrat Glaser, der zweieinhalb Jahre bei Reiniger, Gebbert u. Schalt beschäftigt war, wurde, da er bei der Verschmelzung der Reiniger, Gebbcrt u. Schall mit Siemens ausschied, durch Vertrag die Summe von 4 50 00 0 M. zugebilligt, die im Zeitraum von zehn Jahren raten- weise ausbezahlt wird. Dos verkündete Urteil lautete: Dr. Zitzmann erhält«ine Gefängnis st rase von neun Monaten und 200 000 Mark Geldstrafe, sowie Tragung der Kosten des ZZ«rsahrcns: Raulino wurde freigesprochen, teils wegen N i ch t s ch u I d. t«ils wegen nicht genügenden Nachweises einer Schuld. „Ohne jeden Verdacht", fügt« di« Urteilsbegründung hinzu,„geht Raulino aus diesem Prozeß nicht hervor." Der Staats- a n w a l t hat jedoch gegen beide Urteil« Berufung eingelegt, weil ihm das Urteil gegen Zitzmann zu niedrig und der Freispruch Raulinos ungerechtfertigt erscheint. In der Urteilsbegründung gegen Zitzmann wird unter anderem hervorgehoben: „Nichl minder schwer ist der moralische Schaden, den er durch sein Handeln der deutschen Wirtschost zufügte, denn als den schwersten Schaden wird man... auch die Zerstörung des Glaubens an die Ehrlichkeit im deutschen Wirtschaftsleben betrachten müssen. An dieser Zerstörung hat der Angeklagte Dr. Z. kräftig mitgewirkt und er hat den Ruf der deutschen Wirtschast... schwer geschädigt, denn schon regen sich Stimmen, die in dem trüben Bild, das dicfer Prozeß enthüllt hat, eine typische Erscheinung aus der deutschen Groß- industrie sehen wollen. Die nieisten großen bürgerlichen Blätter, die recht.zoghast an die Erörterung dieses typische» Prozesses herangehen, bemühen sich lediglich auf Grund des Prozcßmaterials di« Notwendigkeit der Reform des Aktienrechtes zu fordern und beteuern des langen und breiten, daß es sich hier um einen Einzel-fall in der deutschen Wirtschaft handele. Aus den vielen interessanten Aeußerungen während des Prozesses seien nur die folgenden hervorgehoben, die schlagend beweisen, daß der Fall Z. kein Einzelsall ist. So äußerte Raulino, der im Aufsichtsrat von 2 0 beut- schen Gesellschaften fitzt und also um die deutsche Industrie sicher Bescheid weiß, in bezug auf die hohen Gehälter Zitzmanns: „Daß dieselben fiir den Leiter eines großen Konzerns nicht zu hoch waven, denn er kenne Herren in ähnlicher Stellung, die im Frieden schon 800 000 Mart Einkommen hatten. Nach seiner Ansicht hat Dr. Zitzmann nie zuviel bekommen." Der Verteidiger Raulinos, Dr. Müller-Heintz meinte,„daß die Bezüge Raulinos von jährlich 57 000 Mark für dessen Leistungen (siehe schöne Figur— d. R.) im Vergleiche zu Gehältern, wie sie in der Industrie bezahlt werden, nicht zu viel sind. Mit diesem Geld kann man kein großes Leben führen. Und der Zeug« Deutsch-Retze, Direktor eines der größten deutschen Banklsiiuscr, der ebenfalls in vielen Aussichtsräten sitzt, äußerte gelegentlich:„Bei allen anständigen Gesell- s ch a f t« n wird den Ausfichtsräten nach einer Sitzung ein Kuvert mit 1000 Mark Inhalt in die Hand gedrückt." Der Verteidiger Zitzmanns, Dr. G a d e m a n n, der bekanntlich in die Iustizaffär« des bayerischen Iustizministers Gürtner ver- wickelt ist und der im Hitler-Prozeß als Verteidiger des völkischen Oberstleutnants Kriebel und des damals initangeklagten Stiestohnes Ludendorffs, Pernet, auftrat, betonte in feiner sehr schwachen Ver- teidigungsred«, daß die„400 000 Mark Iahresgehalt Zitzmonns nichts Außergewöhnliches waren, sondern sich im Rahmen des Ueblichen hielten". Genügen diese Aussagen nicht, um zu beweisen, daß der Fall Zitzmann nicht Einzelfall, fondern typisch ist. Wenn der Prozeß Zitzmann dies« Erkenntnis förderte und somit weitesten Kreisen zeigte, wie notwendig es ist,«ine Wirtschaftsweise zu schassen, die der Ausbeutung solcher Parasiten am Volks- körper ein Ziel setzt, dann hat er nicht umsonst getagt. Export und �rbeitsmoglichkeit. Eine der deutschen Industrien, deren Aussuhr noch immer weit unter dem Friedensstand zurückbleibt, ist die L e d e r i u d u st r i e. Im Vergleich zum Jahre 1914(sünf Monate) stellte sich für die ersten fünf Monate des laufenden Jahres die Ausfuhr an Täschner- waren nach den wichtigsten Abnahmeländern wie folgt: 1926 1914 (in Doppelzentner) England.«>»1»,»»»»,,» 2885 5325 Niederlande............. 697 1018 Oesterreich und Ungarn— 621 Schweiz 247 583 Belgien.....— 576 Frankreich.............— 313 Rußland, Türkei, Finnland, Australischer Bund— 563 Italien.............. 101 333 Eine kleine Besserung ist für die Ausfuhr nach Schweden und den Bereinigten Staaten eingetreten, und zwar besserte sich die Ausfuhr nach Schweden von 252 Doppel- zcntner vor dem Kriege auf 290 Doppelzentner in den ersten fünf Monaten des Jahres 1926 und die Ausfuhr nach Nordamerika von 169 aus 250 Doppelzentner. Für die Aussuhr van Reisetaschen und Handkoffern aus Leder ergibt sich ein ähnliches Bild. Da die Leder- waren- und Reiseartikelindustrie hochwertige Qualitäten und besonders Handarbeitcn herstelle», bedeutet der Aussall gerade im Export von Lederwaren für Deutschland eine empfindliche Ein- büße an hochwertiger Arbeit. Das ist noch mehr der Fall, da ja in den Lederwaren auch noch eine hochwertige Metall- Verarbeitung steckt, so daß zugleich mit der Lederindustrie die Metall- Industrie in Deutschland getrosten wird. Ohne Zweifel ist gerade. diese Entwicklung, die eine Abdrängung von weiterverarbeiten- den deutschen Waren vom Weltmarkt bedeutet, nicht ohne Folgen für die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland geblieben. Bekanntlich wachsen ja die Arbeitsinöglichkeite» mit dem Grad der Veredelung. Allgemein führt inan die Wendung immer»och aus den Krieg zurück, und zwar zum Teil mit Recht. Während des Krieges haben viele Länder eine eigene Lederwaren- und Reise- artikclindustrie künstlich großgezogen. Dabei spielt der P r o t e k I i o- n i s m u s auch eine Rolle, der das Absatzgebiet der neuen Industrie im Auslande gegen die Waren der deutschen Lederindustrie schützt Andererseits macht sich gerade im Absatz von Luxuswaren die Tatsache geltend, daß eine allgemeine Verarmung in Europa eingetreten ist, wodurch der Markt an skiner früheren Ausnahme- fähigkeit verloren hat. Sicherlich ist das Problem des Exportrückganges für deutsche veredelte Ware» eins der wichtigsten, und es ist klar, daß alle möglichen Versuche gcniacht werden, den Export wieder zu steigern. Vorbedingung dürste aber wohl sein, daß der weiterverarbeitenden Industrie das Rohmaterial(Häute, Felle, Leder usw.) zu onge- messenen Preisen zur Vcrsügung gestellt wird. Der Glaube, aus Grund von Bindungen Höchstpreise behaupten zu können, zerstört jede Vorbedingung, der deutschen Industrie die alte Stellung aus dem Weltmarkt wieder zurückzugeben. M. Eine neue Warenhausgründung, die nach amerikanischem Muster die besondere Pflege des Einheitspreis-Kaushauses betreiben• soll, ist unter Beteiligung des Rudolf-Karstodt-Konzerns unter dem Namen„E p a". Einheitspreis-A.-G., mit 250 000 M. Aktienkapital gegründet worden. Das neue Unternehmen soll in besonders zu diesem Zweck bestinunten Räumlichkeiten, also nicht im Rahmen der bereits bestehenden Warenhäuser, den Verkauf von Waren zu Einheitspreisen vornehmen. »Fließarbeit" betitelt sich eine Sonderausstellung, die im Rahmen der technischen Messe in Köln(12. bis 17. September) veranstaltet wird. Die Ausstellung, die unter der technischen Leitung des Aus- schusscs für wirtschaftliche Fertigung beim Reichskuratorium für Wirtschastlichkeit(Berlin) steht, soll durch praktische Dar- st c l l u n g von F l i e ß z e i l e n aus mehreren Industriezweigen einen Ueberblick über den Stand und die Möglichkeiten dieser Arbeitsweise geben. Eine Reihe großer Firmen, deren Betriebe nach den neuen Grundsätzen der Rationalisierung eingerichtet sind, werden fließende Fertsgung vorführen, bei der jedes einmal migc- faßte Stück bis zur endgültigen Form zeitlich und örtlich fori- lausend fertiggestellt wird. Gezeigt wird z. B. das Zusammensetzen von Motoren, Kistcnverpackung, Hemdcnsobrikation, die Aiiierti- gung von Arbcitcrkleidung, die Herstellung von Pralinen, das Abfüllen von Weinbrand bis zur vcrsandscrtigcn Packung und anderes mehr. Mit der Sonderausstellung wird eine wissen- schaftliche Tagung verbunden, aus' der die technische und die betriebs- und volkswirtschaftliche Bedeutung der Fließarbeit behandelt werden soll. Zur Lage des tiokelgeschäsls. Immer wieder wurde in den Generalversammlungen der Hotclbetriebs-A.-G., Eonrad Uhls Hotel Briftol-Centralhotel gegen die Verwaltung der Vorwurf erhoben, daß sie gegen die Interessen der Aktionäre eine Thesau- rierungspolitik treibe, indem sie ihre Gewinne einbehalte, anstatt große Dividenden zu verteilen. Ii» letzlcn Jahre hat diese Politik ihre Früchte getragen. Das Jahr, das infolge der ungünstigen Wirt- schaftslage auch für das Hotelgewerbe, noch Auskunft der Ver- waltung, trotz der Hebung des Fremdenverkehrs schlecht war. erbrachte einen Reingewinn von 1 164 838 M. Hiervon erhalten die Aktionäre 7 Proz. und aus den, Reservefonds einen Bonus von 4,6 Proz. Wenn die Verwaltung die Polizeistunde für die ungünstige Lage des Bchcrbungsgewerbes verantwortlich macht, ist doch daran z» erinnern, daß die Art, wie in der Inslations- zeit die Fremden in Berlin behandelt wurden, sicherlich nicht dazu beigetragen hat, Berlins Ruf zu erhöhen und daß heute Berlin als Fremdenstadt immer noch darunter zu leiden hat. Hinzu kommt die Konkurrenz der Länder mit unterwertiger Valuta. Sie ziehen die Fremden an.� Nach Deutschland kommen heute vorwiegend Fremde, die geschäftlich oder beruflich hier zu tun haben. Das wirkt natürlich auf die Ergebnisse des Hotclgeschäfts zurück. Elend und Reichtum in Indien. In Indien soll jetzt die Gold- Währung eingeführt werden, ein sehr wichtiges Ereignis angesichts der Tatsache, daß in diesem Lande seit Jahrhunderten die Silber- Währung besteht. Zur Einführung der Goldwährung soll eine Noten- bank errichtet und der Ilmtausch der Banknoten in Gold innerhalb fünf Jahren bewerkstelligt werden. Der Uebergong zur Gold- Währung gibt zur Feststellung des G o l d b e d a r s s Indiens Anlaß. Es wird daraus hingewiesen, daß das �Jahreseinkommen für die indische Familie von etwa sünf Könien sich um etwa 120 bis 140 Goldmark i m I a h r e zu bewegen pflegt. In einem Lande, das mit derartig kleinem Verbrauch zu rechnen hat, wird die Goldinünze und die Goldnote im täglichen Verkehr nicht gebraucht werden, sondern nur im Verkehr des Großhandels. Auf der anderen Seite ist bekannt, daß Indien von Jahr zu Jahr ungeheure Goldmengen in das Land zieht. Die indische Zahlungsbilanz ist infolge der durch die Armut der Bevölkerung übermäßig großen Aussuhr dauernd aktiv und erlaubt deshalb die Goldzusuhr. Im Jahre 1924 wurde' Gold im Wert von 600 Millionen Mark, 1925 im Wert von 800 Millionen Mark nach Indien eingeführt. Diese Goldmengen dienen fast aus- schließlich zur Aufspeicherung von Schätzen i» Form von Schmuck und Goldgegenständen für die Reichen. Auch für die zu- reichende Deckung der Banknoten befindet sich bereits mehr Gold als nötig im Lande. Für die Vereinigten Staaten»nd für das Britische Reich ist dieser Zustand sehr erwünscht. Letzteres als Goldproduzent, erster- als Besitzer ungeheurer Goldmengen sind beide stark daran interessiert, daß Indien weiter ein großer Ab- nehmer von Gold bleibt. 11 interessante tragen l n ij n s s r m grossen 0 1 d e n k o 1 1- R e e s Wettbewerb für Raucher setzen wir für die besten Antworten 75000 Mark Preise aus! Verlangen Sie Bedingungen und Fragebogen bei Ihrem Händler oder direkt bei uns. Oldenkott-Rees, Fabrikanten der Kiepenkerl, Madastra, Riet Hein Tabake. Sozkalifti'scbe �rbestersugenü Groß- Berlin. Ach!» NA, E?n»sicn! Werdet Muslieder der Iuscndvolksbuhne. Anwewun. qcn werden nur noch bio Mittwoch, IS. August, abends, dm IugendleKutoriut entgeeengenommen. Einscktreibegebllhr 1 50 3R. Di« Atbcit»g«i««inlch«st de» Ibenosteu»braha« tDienetogorupuci beginnt «m Dienstag, 17. August, 7\4 Uhr, in; Jugendheim Lindenstr. 3 eine guf etwa »ire; Monate terechnct» Behandlung de» Shemus:..Dirtschai.sgelchichte'. Sieran lönncn inl»;«ssterte Ecnosten und Denoslinuen noch teilnehmen.— Di« bisherige D enstaggrugpe kommt bereit« um �7 Uhr«ulnmmen� heule, Dienstag, den!7. August: Eelundbrunnen: Gothenburg« Str. 2. Vortrag:„Die deutsche Justiz.— Vedding-Roid- MiMer ftr. 48. Borirag: �tugii'.dlchuh und Iugendrccht".— P;«n*l»ne-«olstad!! D-Ngtger Str. 28. Bortrag:..Arbeitsmethoden».— Sine- reyärnälSSi Skr. 10, S. Ii..»onlumMnoss enichakscn," uptstr. 15. Vortrag;„ Weltkrieg 1314—1018".— Rcnlolln III; bilduna— Raiikkullur".- SMlaitfeabotf-Ofl: Seebad. Best. s«Vn-Vl«!cl: SSefiwilFit Schöucdug II: chauotst Bortrag: ,�>Sr»«rtilduna-----------—-- �! den, straft«, Lortroq:„Schund und Schmutz".—«uchhoU: Lokal R-lsock, Hau?;. strafte 71. Dortraa:„Zweck und Ziel« der SA?."— Baillow: Brette Strafte. Vortrag:„Reformkleidung",- Moabit I; Sprechchorvrob« hei«rllger. Butlttz. strafte 10. Alle mststen erscheinen.-«erbeb«, Irl ri-rgart»ni«elterengruvoe. Schul« Stenhanoolaft.— Werbebezirk Areujbe-g: Lindenstr. 8,«elterengruove. Vortrag:„Der Amsterdamer Slongreft". vortrage, vereine und Versammlungen. Mandolinenklud.Slonate>007". Dienstag. 81b Uhr, im Restaurant„Rohrs- dorf", stastanicnalle« 12. Damen und Herren als Mitspieler willkommen. Arbeitsqemeinlchast entschiedener Republikaner. Donneretaa. 10. August, 8 Uhr, i» der Dönhoff-stonditorci. Somman d-ntenftr. 84, öfsentliche Sitzung de» Ardeilsauslchussro. entschiedene Republikaner aller Parteien willkommen. und Jugend beratung". eintritt frei. chrziehnng«. und Zürserge-ar-i- für qeiftia �»-Lckgebliebea« fichwachsinnige) Rinder. Montag. 23. August. 148 Uhr. im Saal, 109 de» Rathaus-«(Eingang Zitdenstrafte).-nfterordenUich« Mi:glied-ro»r>ammluna. Tazeeordnung u. a.: Der 3.«ongreft für Heilvädagogik, B-richterstatl-r Rclior Snerlich. «andoNnenkln»(Mitgl. d. DAMB.l. Mittwoch, 18. August, SH Uhr. Mitgliederoerfammlung bei Schulze. Emdener Str. 82, Ecke Siemens- straft«. Vorstand ssitzung ih Stund« oarher im gleichen Lokal. Staats-Theater Opernhaus a. Platz d.Republ. 8 U.: Die Bohöme Schauspielhaus üeschlossen Schlller-Theater Geschlossen Deutsdies Ibeater Norden 10324-88 OaifspieldirtM so Itulnxrl »st« Unr Vorletzte Woche! Max Adalbert in Das 8kel Sommerpreise Die Komödie Bismaran 2414, 7516 »'/, Uhr DielleißisslessriD Prt ise 2. 4. 6 MK, l>«ruh r TDeaier 6 st« Uhr; Donner- «euer, f an; jam o- Besidenz- Ttieni. 8>« Uhr. Das soideoe Kail! i�art n Keltner Kleines Hiealei Täglich SV« Uhr Asta Nielsen Rita Cavalllni LUtzow 7>S7 Täglich 8 Uhr; Singers Midgcts Revue». „Toto" Tlisater des Westens liltfcg; Stiinpl. 931 Täglich 8 Uhr: Dl. Revae Der Zug nadi dem Westen Viimknl teunierbndnn Thealerkasse, Wende m etc. tComisene Oper 8'/« Dir. James Klein SV« Die groBe Revue Berlin ohne Hemd! Allabenonch st 30 Uhr Die sensationelle Einlage; Satans Brantnacht! 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Die ia.rlruu«nsinan>iar-tt«af�:.u3 der Schwarzdlechdranch« findet ein« Wod'k fpiiler statt_ Um! BöMnwTflfl?!! Du Srauchauuersourmluug find.l in diesem Monat ntchi statt Die w.nerulucrsummlnug findet um- stiindehatder, r st am TO. Septem»«» Natt TDahlfCrperuecfammlungen finden statt in der Zeit vom 3». Aug. die II. Septb. Eoentuelle Neuanmeldungen von Deik- aierten müssen fpäteftens bis 13. September ersolgen Dl« Octsaerroallnno. Achtung! Achtung! Alts kmOll! des w« vom«9. Juli 1914 bis 5. August 1914 zu kauten gMucht Desgleichen Berliner Tageblati Germania und andere. Off. u. L. 27 Hauptexp d Vorwärts naeoter KOnikllrauJtr. TuHaienh.ldlliii 8 Uhn Osr ßartPD Med KonKMieahani ktzl.: Norden 6304 8 Uhn Drei Mädel von lieuts Opmtteniisans May Wai Lle&D venoap Vorher bunl.r Teil Gutschein 1-4 Pees Bei Vorzeigung der Annonce«ahlen Sie Fauhu Baikon l M. Loge u. Sessel I Ji Deulsehes KDDSd.-Tbeaier Tdgl S>/« Uhr Der Mobelpreis ll40000 mM" ZPrlnlM Im W. t. Merk Elnzeilos M. 1— Doppellos M. 2.— Porto asd Liste 30 Pt.«stra. GlUcksbriefe SütSTtSiSZ 5 Hark dildiibriefe XVe�K�K fonark H.LKrogerA.-G., Berlin W 8 PrledrlchsiraBa ia3-193 an dar Lalpzlgar Str. Po.Uehaokkonto Berlin SIS esonders wirksam sind dl« KLEINEN AMtlQEN Im „Vorwine- und irotzden Rbuiign 'Junge Frau, Wasche Deine Wäsche! Gefährde nicht Gewebe und Farben durch schlechte Waschpulver oder Seifen. Sun licht Seife ist reine Seife, ihr reicher müder Schaum löst schnei! allen Schmutz, schont die Wäsche und gibt ihr köstlichen Duft Dresdner Bank AuBerordenfliche Generalversammlung. Hiermit werden die Aktionäre zu einer aaBerardeatlUheB aeaeralvercemnlunK, die Dienstag« d. 7. September 1926« mittags 12 Uhr. im Btnkgebäudc Dreeden, johinnitnäe 3, sUttllnden wird, eingeladen, Mieten Sie von uns ......_-r. U Pesehlulfattnng RM 74 000 000— TAGESORDNUNG; Ober die Erhöhung de« Grundkapitels von nom _____... um nem. RM ZätOOOOO— auf nom RM 100 000 000— durch AusgaHe von roOOO StDCk neuen Akileft Im Nennweit von je KM 100— Und 16OO0 Stück reuen Aktien Im Nennwert von)e RM 1000 welche sämtlich auf den Inhaner lauten und tQr das Qeschlitsjahr 1926 zur Hlllta gewlnnanicll&erecht!|i sein sollen. Aus.chluS des gesetz liehen Betugsrechies der Aktionäre Festsetzung des Mindestkurses und der Bedingungen für die Begehung der neuen Aktien. 2. Beschlußfassung Uder die Aendcrung des S 4 der Satzungen(HOha und Zerlegung des OrundKepitais). 1 BeschluSfassung Ober die Aenderung des fi 19 der Satzungen(Streicher der Bestimmung Uber die Tragung der AuisIChtsratssieuer). 4. Beschluäisssuna Uber die Aenderung des§ 21 der Satiungen(Erleichterung der Hlnterlegungsdestinimungen). 5. Wahlen zum Aufsichtsret. Zur Teilnahme an der Generalversammlung sind dieienigen Aktionärs berechtigt, welche bis bis zum l September Ihre Akt en bezw. Ante Ischeine oder eine Bescheinigung Uder bei einem deutschen Noter bis nach Abheilung der Generalversammlung hinter egte Aktien bzw. Ameilssehelne tbl einer der nachverraichneien Stellen hinterlegt haben; bei der Dreedner Bank in Dr.cdcn und•arlia sowie Ihren übrigen Niederlassungen. bei der DOreocr Bank in Ddren. bei dem Bankhaus. Simon nirtchlaiid In Beaaa, hei dem yenkhause L.& B. Wrrthelmbar In Praakfart a. kl., Hanbarg, ________ nana in uiueoourgr. bei der Meckleaburgleeben Baak in Schwerin I. Ist. bei der Neavorpommerechen Spar, und Credtlbank Aktlea-Oe- sellscbaft in Stralsund. bei den Herren Proahl ch Gutaann in Amsterdam. Zur Teilnahme sind auch dla Akiionate berechtigt, die Ihre Aktien In gleicher Welse bei der Bank des Berilaer Kaeecnverelne in Berti», bei dem Dresdner Kassen-Verein A.-Q in Dresden, bei dem Rhelntecb-Wssttällsclien Kasaen.Vcrcin A.G In Besen- Ruhr, bei der Frankfurter Bank in Pranktur« a. kl.« bei dem Kdlaer Kasscn-Vereln A. G. in KOIa hinterlegt haben Die Hinterlegung Ist auch dann ordnungsmäBig erfolgt, wenn Aktien mit Zustimmung eine, Hinterlegungsttelle für sie bei anderen Barkfirtnen bla zur Beendigung der Generalversammlung In Sperrdepot gehalten werden. Dresden, den 14, August 1926 bei dem Benkbause A. C*vt in KSin, bei dem Benkhau.e P. A. Neubauer in klaadebarg und bei der Oldenburglsehen Landeebank in Oldenburg, Der Vorstand Nathan Outmana IJUERGENS AUEXANOER PLATZ Berlin H Oö Ieip7.iger»irasse 122-123 Verkäufe B«*Ia4R?I3fl5�?6?Se?�tderöb« oon Millionären. Aerzien. Anwälien. lfobelbaft dilllo» Preise. llinpleble lailltnmdntel. Dolewl«. ilrock». Sme- kinae. Sebrockanaiia«. Bolen. Sport-, Sedvelse. tbelraenbellekSuie in»euer Sardereb«. Weitester Wen lohnend. Lotbrinaerstraft« 50. 1 Treppe. Rosen- ! Haler Platz. Möbel Btebel-Boedel. Vranienstr. 58(M-ritz» -laftl. ifabrikqebäude.«eufterst nie- driae Presse für einfache und eleaant« Schlafzimmer, Svessezunmer. Leeren, im. mer. ttilchen. 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