Nr. ZSS ♦ 43, Jatpeg. Mosgabe A Nr. 19Y Bezugspreis. WSKrnilich 70 Pfennig, stonaiTltS 3,— Reichsmark voraus safttbot, Unter Kreirzband für Deutschland. Dcryia, Saar- und Memelaebiat, Oellcrreich, Litauen, Luremdurg 4,50 Reichsmark, für da» übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der.Vorwärts' mit der illustrierten Sonntagsbeilage»Boll und Zeit' sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen'..Aus der Filmwelt', „Frauenstimme',.Der Rinder- freund",„Jugend- Vorwärts' und „Blick in die Bücher weit' erscheint wochcntäglich ,weimal, Sonntag» und Montags einmal. Telegramm-Adrcsse: „Sozlaldeenotriil Berlin" Morgenausgabe Derlinev VolKsbl�tt (10 Pfennig) Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille» »eile 80 Pfennige Reklaniczcil« 5,— Reichsmark.„Rleine An, eigen' das fettgedruckte Wort 25 Pfennig Uulasfig ,wei fettgedruckte Worte), iedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, iedes weitere Wort Ist Pfennig. Worte über 15 BuSi- stabcn tählc» fit: ,wci Worte. Arbeitsmarkt Zeile stst Pfennig. Familienan, eigen fiir Abonnenten Zeile Ist Pfennig. An, eigen für die nächste Nummer müssen bis i'A Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW 68, Linde». strastc 3, abgegeben werden. Geäffnet von 8M> Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchcn parte» Deiitfcblands Neöaktion und Verlag: Serlin EW. HS, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Vorwärts-Verlag G.m.b.H., Serlin SW. 68, Linöenffr.Z Postscheckkonto: Berlin 37 53«— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angesteltcn »nd Beamten, Waüstr.«5: DIskonto-Geseüschaft. Devosttenkaste Lindenstr. 3. Lohnverhanölungen im Ruhrbergbau Leistungssteigerung ohne Lohnerhöhung bedeutet Wirtschaftskrise. heule beginnen im Rohrbergbau Verhandlungen zwischen den Organisationen der Bergarbeiter und den Zechenbesihern des Ruhr- kohlengebiets. Sie werden sich aosschliehlich um die Löhne drehen. Von allen deutschen Industrien zuerst hat man im Ruhrbergbau die sogenannte Rationalisierung begonnen, d. h. man hat die technischen Einrichtungen des Ruhrbergbaus den Fortschritten angepaßt, die im Kohlenbergbau seit 1914 im Auslande gemocht wurden. Man hat das vor allen Dingen so gemocht, daß man massenweise Zechen st i l l e g t e, die wohl an sich ganz ertragreich waren, aber weniger ertragreich als andere Zechen. Durch diese Zusammenlegung hat man zunächst eine tönst- lichc.Herabsetzung der Kohlenförderung erzeugt, um aus den Markt zu drücken, hat aber dann durch organisatorische und technische Maßnahmen die Kohlenförderung wieder so gesteigert, daß sie nicht nur die Kohlenförderung In den Rachkriegsjahrea wieder erreichte, sondern sogar noch überschritt. Während im Ruhrgebiet die orbeitstägliche Förderung in 1900 Tonnen berechnet im Jahre 1913 durchschnittlich 378,6 betrug und in den Nachkriegsjahren ganz erheblich aus den bekannten Ursachen zurückging, war sie im Durchschnitt des Jahres 1923 wieder auf 344,5 gestiegen. Im Jahre 1926 aber betrug die arbeits- tägliche Förderung: Januar 344,6, Februar 335,4, März 317,9, April 323,2, Mai 3�7,4, Juni 374,0 und in den vier Juliwochen 362,3, 366,6, 375,0 380,6. Bis zum März war also infolge der eingangs erwähnten Maß- nahmen die Förderung ganz erheblich herabgedrückt worden, um dann von April ab sortgesetzt zu steigen und im Juli die Förderung der Vorkriegszeit zu erreichen und schließlich noch zu übersteigen. In diesen Zahlen kommt aber die Leistungssteigerung nicht voll- kommen zum Ausdruck. Infolge der Stillegungen der Zechen wurde die Belegschaft ganz erheblich herabgedrückt. Die Bergarbeiter wurden rücksichtslos aufs Pflaster geworfen. Und ebenso rllcksichts- los wurde aus den Bergarbeitern eine erhöhte Arbeitsleistung herausgepreßt. Während die Belegschaft im Ruhrkohlenbergbau einschließlich der Rebenbetriebe im Jahre 1913 insgesamt 428 806 Per- sonen betrug und im Jahre 1924 auf 467 107 gestiegen war, ist von da ab ein Abbau der Belegschaft vorgenommen worden. Im 3 um 1926 betrug die Belegschaft des Ruhrkohlenbergbau» nur mehr 366 ZS2 Personen, oder 63 000 Personen weniger als 1913. Vergleicht man aber die Förderung mit der von 1913, so ergibt sich folgendes Bild: 1913... 1924... 1022... 1926 Januar Februar Mär,. April. Mai. 943 827 046 1022 1068 1072 1072 1 102 100.0 Proz. »0.0. 100,3. 111,6. 113,3. 1 14.0. 114,0. 117,2 Die Leistung der Ruhrbergarbeiter ist also absolut wie relativ ganz erheblich gestiegen. Anders verhält es sich mit den Löhnen, die keineswegs gleichen Schritt gehalten haben mit der tatsächlichen Teuerung, die seit 1913 eingetreten ist und die trotz der ganz erheblichen Leistungssteigerung seit Beginn der Rationa- listcrungsperiode im Ruhrkohlenbergbau sich nicht mehr geändert haben. Die Zechenbesitzer haben immer, ohne Rücksicht aus die Folgen für das Ruhrgebiet selbst und für die Bergarbeiter im besonderen, Konjunkturpolitik betrieben. Sie haben es auch verstanden, jede ernsthafte Kontrolle über ihre tatsächlichen Gewinne zu ver- hindern. Wie es aber mit diesen Gewinnen bestellt ist, dafür liefern die Kurse der Aktien, die an der Börse gehandelt werden, ein aus- gezeichnetes Barometer. Wir führen hier nur die Kurse einiger Kohlenaktien an: laoa Deutsch-Lux. Harpener Gelsenkirch. Mülheimer lwäö Bergb. AG. Bgb. AG. Bergw.AG. Bergw.AG. 1. Mai.. 94.2 112,8 09,2 92,2 12. Mai.. 93,2 112,2 97,0 02,2 I.Juni.. 109 122,2 110,5 104 12. Juni.. 117 131,0 122 102 1. Juki.. 139 143 122 120 15. Juli.. 140 139,5 170 110,5 2. Aug... 150.8 127,2 170.2 126 10. Aug... 126 152 177,3'127,3 Wie man sieht, hatte sich der Ruhrkohlenbergbau trotz der verschiedenen ungünstigen Umstände, die auf dem Kohlenbergbau lasten, hauptsächlich infolge der Entwicklung der Elektrizitötswirt- schaft, der Oelheizung, der Fortschritte der Wärmetechnik und der allgemeinen Wirtschaftskrise, ausgezeichnet saniert. Die Aktionäre der Ruhrzechen haben seit der Rationalisierung ganz er- hebliche Gewinne gemacht. Die einzige Steigerung, die für die Bergarbeiter eingetreten ist, ist die der erhöhten F ö r- d e r u n g. Die Löhne dagegen sind die gleichen geblieben. In Wirklichkeit sind sie g e s u n ke n, denn für die erhöhte Leistung ist keinerlei Ausgleich geschaffen worden. Auch eine Reihe von Neben- arbeiten, die vor dem Krieg bezahlt wurden, müssen die Hauer heute umsonst oerrichten. Die Rationalisierung, die im Ruhrkohlenbergbau begonnen wurde, war eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Sie ist aber nur dann durchführbar, wenn mit der Leistungssteigerung einhergeht eine Steigerung der Löhne und somit der Kaufkraft. Dieser Prozeß hat sich vor dem Kriege in normalen Formen vollzogen. Es ist der Arbeiterschaft gelungen, die technischen Fort- schritte durch entsprechende Lohnerhöhungen, wenn auch nur teil« weise auszugleichen. Gegenwärtig vollzieht sich der Prozeß in krisenhafter Form. Die Unternehmer glaubten zunächst, und glauben heute noch, ihre technische und organisatorische Rück- ständigkeit und den Rückgang der Ausfuhr durch eine Herabsetzung der Löhne ausgleichen zu können. Damit haben sie aber die Wirt- schaftskrife nur verschärft. Die Bergarbeiter, die eine Erhöhung ihrer Löhne fordern, haben damit ihre Entschlossenheit bekundet, die Wirtschaftskrise wirksam zu bekämpfen. Nagöeburg in Huüapeft. Raba widerruft den Widerruf. Budapest, 18. August.(Eigener Drahlbericht.) Der wider- ruf des Geständnisses des windischgräh- Sekretärs Raba am Dienstag hat schnell Aufklärung gesunden. Raba hat seine Aussage im ersten Prozeß, durch die er den Ministerpräsidenten Gras Bethlen schwer belastet hatte, zurückgezogen und behauptet. daß sie ihm von seinem damaligen Verteidiger suggeriert worden sei. Am Dienstag abend erschien aber Raba bei seinem damali- gen Verteidiger und bat ihn wegen dieser Behauptung um Ver- z e i h u a g. Er erklärte, es sei nicht wahr, daß ihm etwas suggeriert worden sei, und er halte seine damaligen Aussagen aufrecht. Am Mittwoch wollte Raba in der Verhandlung eine solche Erklärung abgeben, der Vorsitzende ließ ihn aber zunächst nicht zn Worte kommen, da man zuerst Akten verlesen müsse. Erst nach Beendigung der Verlesung verhörte er ihn nochmals und suchte ihn durch ironische Fragen zn beirren. Raba blieb aber dabei, daß seine Aussagen im ersten Prozeß richtig gewesen seien. Man erfährt jetzt auch, wie der widerruf seines Geständnisses zustande gekommen ist. vor einigen Togen haben Zu st iz minister und Ministerpräsident mit dem Gcneralanwalt konferiert, und dieser hat daraus den jetzigen Verteidiger de» Jiaba zu sich beschieden. Dies« brachte Raba dazu, seine Anklagen zurückzuziehen. 3n oppositionellen Kreisen wird erklärt, daß Win- difchgräh, der angekündigt hatte, in der Berusungsverhandlung aufsehenerregende Enthüllungen zu machen, deshalb gehindert wurde, zur Verhandlung zu erscheinen. Oer Gnthüller Gsküüt verurteilt. Budapest, 18. August.(WTB.) Der Staatsgerichtshof ver- urteilt« heute den ehemaligen Prioatsekretär des veiftorbenen Acker. bauminifters Szabo-Nagyatad, Ludwig E s k ü d t, wegen sechsfacher Verleumdung, darunter wegen der Behauptung, Mitglieder der Regierung hätten anläßlich der Schweizer H e u l i e f e- rungen 14 Milliarden verdient, zu einem Jahr Gefängnis und 18 Millionen Kronen(1080 Reichsmark) Geld- strafe. Selgien unü Eupen-Nalmeüp. Dementi offizieller Verhandlungen. Brüssel. 18. August.(Agence Belg«.) Die belgische Regie- rung stellt formell die Meldung der Pariser„New Port Herald" in Abrede, daß Belgien eine Summe von IM Milliarden an Holland schuldet, und daß gegenwärtig zwischen Belgien und Deutschland über ein Abkommen betreffend die Rückgabe vo» E upeu und Walmedy verhandelt würde. Kontinentale Weltbewegung. Panamerika— Panasien— Pancuropa. Bon R. N. Coudenhove-Kalorgi. Das Jahr 1926 ist ein Entscheidungsjahr, in der Geschichte der kontinentalen Bewegung wie das Jahr 1848 ein Ent- fcheidungsjahr war in der Geschichte der europäischen National- bewegung. Denn im Jahre 1926 finden drei kontinentale Kongresse von Weltbedeutung statt: im Juni der panamerikanische Kongreß in Panama: im August der panasiatische Kon- greß in Tokio: im Oktober der paneuropäische Kongreß in Wien. Der Panamerikakongreß fand als Zentenarfeier des ersten panamerikanischen Kongresses statt, den B o l i v a r, der Befreier Südamerikas, in Panama veranstaltet hatte. Dieser Kongreß war die positive Ergänzung der negativen Monroe- Doktrin, durch die zwei Jahre zuvor die nordamerikanische Republik den europäischen Imperialismus von Südamerika ferngehalten hatte. Das Ziel dieses ersten Panamerika- kongresses war die Kundgebung der panamerikanischen Soli- darität und des panamerikanischen Friedenswillens gegenüber der übermächtigen Alten Welt. Dieser panamerikanische Kongreß des Jahres 1826 war nicht der Beginn, sondern der Vorläufer der pan- amerikanischen Bewegung, die erst ein halbes Jahrhundert später einsetzte und zur Schaffung der Panamerikanischen Union führte. Diese Bewegung entwickelte sich langsam. Die Ursache liegt in der relativ dünnen Bevölkerung der amerikanischen Republiken, die ebenso die Reidungsflächen vermindert wie die Berührungspunkte. New Pork ist von Südamerika weiter entfernt als von Europa. Die panamerikanische Eisenbahn, die New Pork mit Buenos Aires verbinden soll, ist noch nicht vollendet. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika allein sind doppelt so groß wie das ganze Paneuropa. Es fehlen also hier die Hauptgründe, die Europa zum Zusammenschluß zwingen. Dennoch hat der panamerikanische Gedanke des Friedcms und der Solidarität im 20. Jahrhundert einen größeren Zu- sammenstoß zwischen amerikanischen Mächten verhindert, während Afrika, Asien und Europa Schauplätze schrecklicher Kriege waren. Das Ergebnis des letzten Panamerikakongresscs in Panama war der Beschluß zur Schaffung eines von Genf unabhängigen panamerikanischen Völkerbun- des. Der Antrag war die Antwort auf die Märztagung des Völkerbundes und dessen wachsende Europäisierung. Er ging aus von Ecuador, das nie Mitglied des Genfer Bundes war. Bolivien war die einzige Macht, die widersprach, während Brasilien und die.Vereinigten Staaten, die bereits vorher ihre Stellung zu Genf präzisiert hatten, sich der Stimme enthielten. Dieser Panamerikakongreß bildet eine neue Etappe aus dem Wege der kontinentalen Emanzipation AiPcrikas, die mit der Weigerung der Vereinigten Staaten, dem Völkerbund beizu- treten, begann und im demonstrativen Austritt Brasiliens feine Fortsetzung fand. * Während die panamerikanische Bewegung konservativen und pazifistischen Charakter trägt— ist der Charakter der panasiatischen Bewegung nationalistisch und revo- lutionär. Ihr Ziel ist die Freiheit der asiatischen Völker und ihre internationale Gleichberechtigung mit Europäern und Ameri- kanern: das Mittel: die asiatische Solidarität. Da Asien kulturell und historisch aus mehreren Konti- nenten besteht— Indien, Vorderasien China, Japan, ab- gesehen vom asiatischen Rußland— konnte die panasiatische Bewegung nur entstehen unter dem gemeinsamen Druck der weißen Völker auf Asien. Das erste Aufflammen des panasiatischen Solidariläts- gefühls wurde ausgelöst durch die japanischen Siege gegen Rußland, die als Siege Asiens gegen Europa empfunden wurden und das Selbstbewußtsein Asiens erweckten. Dieses Gefühl wuchs während des Weltkrieg.'?, als Europa weltpolitisch Selbstmord beging und alle europäischen Mächte Asiaten gegen Europäer zu Hilfe riefen. Es nahm zu, feit die pazifistischen Weltmächte Ausnahmebestimmungen gegen die Einwanderung aus Asien einführten, die das asia- tische Selbstbewußtsein verletzen mußten. Der größte Borkämpfer des panasiatischen Gedankens war S u n j a t s e n, der Befreier Chinas. Sein Tod bedeutet einen schweren Schlag für den panasiatischen Gedanken, für den auch Rabindranath T a g o r e warb. Infolge der Schwächung Chinas ging seit dem Tode Sunjatsens die Initiative der Bewegung auf Japan über, nachdem vorübergehend Rußland(Kongreß von Baku) ver- sucht hatte, die Führung zu übernehmen. Das erste praktische Ergebnis dieser Bemühungen ist der erste panasiatische Kongreß, der dieser Tage in Tokio statt- fand und zur Schaffung einer Panasiatischen Union führte, Dieser ffongreg ffttsrle ga yesNy««mikvversm ga/fäni Chinesen und Japanern. In diesem Gegensatz liegt für Panasien die gleiche Gefahr und Schwierigkeit, wie für Pan- amerika im Gegensatz Mischen Lateinern und Angelsachsen, In Paneuropa zwischen Deutschen und Franzosen: aber gerade aus der Entfernung erkennen wir, wie sinnlos diese Riva- litäten sind, wo es sich um ein gemeinsames Ziel handelt. Der panasiatische Kongreß kann zu einem historischen Ereignis in der Geschichte Asiens werden, wenn die Führer der Bewegung es verstehen, die Gegensätze auszugleichen, nichts zu übereilen die Machtverhältnisse richtig einzuschätzen und die Völker auf ihre künftige Mission vorzubereiten. » Panamerika ist konservativ: Panasien ist revolutionär: Paneuropa ist evolutionär. Sein Ziel ist der schrittweise Umbau des europäischen Staatcnsystems in eine föderative Einheit. Der Weg dahin ist die Prüfung aller politischen und wirtschaftlichen Einzel- Probleme und die gleichzeitige Umwandlung der öffentlichen Meinung, der höchsten Instanz europäischer Politik. Als ideelles Ziel, als Traum von Dichtern und Denkern, ist Paneuropa Jahrhunderte alt: als politisches Programm und politische Bewegung entstand es erst nach dem Weltkrieg durch die Gründung der Paneuropäischen Union im Jahre 1923. Seither entfaltet Paneuropa in allen europäischen Staa- � ten eine rege Propaganda. Die Bewegung hat sich zu einer Massenbewegung entwickelt, die mit erstaunlicher Geschwin- digkeit um sich greift. Führende Politiker, Schrisssteller und Wirtschaftsführer bekennen sich heute zu Paneuropa, Bücher, Broschüren und Artikel befassen sich überall mit dieser Frage, die jeden Europäer unmittelbar betrifft. Die Paneuropäischc Union hat sich in einer Reihe euro- päischcr Staaten organisiert. In Deutschland führt L ö b e, in Frankreich H e r r i o t, in Oesterreich S e i p e l, in der Tschechoslowakei S ch u st e r, in Belgien D e st r 6 das Präsidium. Diese Union ist die Organisationsform der Bewegung, deren Ziel der dreifache Abbau der europäischen Zwischen- grenzen ist: der strategischen durch ein obligatorisches Schieds- system: der wirtschaftlichen durch eine Zollunion: der natio- nalen durch Minoritätenschutz. Dieses dreifache Programm sichert allen Europäern Friede, Wohlstand, Freiheit. Paneuropa ist gegen keinen anderen Kontinent gerichtet. Seine Feinde sind der Krieg, das Elend und die Leute, die diesen beiden Feinden Europas aus Blindheit oder Egoismus Vorschub leisten. Der erste Paneuropakongreß, der vom 3. bis 6. Oktober in Wien stattfindet, wird die erste große Kundgebung des europäischen Einigungswillens fein. Er bildet in gewissem Sinne die Antwort auf Panamerika und Panasien. * Diese kontinentalen Bewegungen bergen analoge Gefahr in sich wie einst die nationalen. Sie müssen sich vom An- beginn davor hüten, vom Imperialismus mißbraucht zu werden. Darum ist es gut, wenn sie sich innerhalb der Welt- organifation entfalten können und nicht gegen sie. Darum ist Genf als Gegengewicht gut. Aber es muß sich so ver- ändern, daß es von diesen völkerpsychologischen Strömungen Kenntnis nimmt, statt es sich ihnen zu verschsießen. Es muß sich gliedern und muß bei dieser Gliederung besondere Rück- ficht nehmen auf Weltmächte, die mehr als einen Kontinent umfassen, wie das Britische Reich und die Sowjetunion. Nur so kann die kontinentale Weltbewegung zum Frieden führen! Treu deutsch allewege! Bor allem im Schwindeln. Ms kürzlich angekündigt wurde, daß Reichsdeutsche in Amsterdam eine Verfassungsfeier veranstalten und daß dazu Reichstagspräsident Lobe erscheinen wolle, begleitete das «-L-__ ßerr Urion auf Reifen. Von Hermann Lücke, Eisenach. ,.Wissen Sie/ sagt er,»neulich habe ich einen Riesenspaß gehabt." ???? Also ich gerate gerade zufällig in ein Abteil, in dem so eine Horde deutscher Heldenjünglinge im Fastnachtskostüm und Zigaretten- rauchend gerade wieder mal im Begriff sst,.siegreich Frankreich zu schlagen". Nachdem sie damit oermöge ihres gewaltigen Mund- aufreißens fertig geworden sind und ich inzwischen meine republi- konische Minderwertigkeit still in eine Ecke gedrückt habe, geht die Unterhaltung los. Anfänglich kümmere ich mich wenig um ihr Gerede, zumal ich auch in die.Wahrheit" vertieft bin und mir den Ausmarschplan des Reichsbanners(natürlich reine Wahrheit) zu Gemüte führe. Bis dann so einzelne Worte des erzählenden Haupthelden mich aufhorchen lassen. Ich angle nach dem Bleistift und notiere aus dem Zeiwngsrand: Schlamassel, Schmu, mogeln. Dalles, meschugge, Moos, schofel, Pleite, Schmus. Das langt. Nun greife ich vorsichtig in die Debatte ein: schöne Erinnerungen, große Zeit, Wehrhaftmachung der Jugend, Mist heute, Jammer- läppen die Linkser, tir Marxisten— Juden— Heissa! das war das Stichwort! Nun prasselts. Das ganze Feuerwerk des Antisemi- tlsmus pufft explodierend in den Zigarettenqualm. Ich komme erst wieder zu Worte, als schon einige Großbanken zusammengehauen sind. .Ja, sage ich,„wir sind alle verseucht: wenn schon Ludendorff—* „Quatsch mit Ludendorsf!(sollte mir einfallen, denke ich)— wir sind rasserein." .Es tut mir leid, nach der Unterhaltung, die Sie vorhin führten, genau das Gegenteil annehmen zu müssen." Fragende Augen in bedrohlich verfinsterten Gesichtern. Ich schaue auf meinen Zeitungsrand. .Sie sprachen von Schlamassel?" Er nickt..Na, halten Sie sich ein bißchen an der Rückenlehne fest. Das Wort stammt aus .dem Talmud und heißt soviel wie Unglück." Er sieht ein wenig verstört aus. .Im Zusammenhang mit den Kriegsiieferanten gebrauchten Sie dann die Wörter.Schmu machen" uttd„mogeln". Schmu bezeichnet dasselbe wie das Wort„Rebbach", dessen Herkunft Ihnen sicher nicht zweifelhaft ist. Der Ausdruck„mogeln" !- tt aber mit dem„Mohel" zusammen. Das ist der Chirurg, der bei den Juden die Beschneidung vollzieht." � Er wird blaß--- „Ich habe mir dann hier aufgeschrieben:„Dalles",„Moos" und „Pleite", Dalles ist das hebräische dallah gleich Armut, Moos vte /Vevssche TogesMrmg" w BerAn mV fügender„eigener Draht- Meldung" aus Amsterdam: „Am II. August wird Herr Reichstagspräsidcnt Löbe in Amsterdam für das dort dieser Tage gegründete Reichsbanner sprechen. Er kündigt eine offizielle Audienz an, die allerdings in einer Kneipe sechsten Ranges in dem Viertel der Seeleute- prostituierten stattfinden wird." Die Absicht dieser Meldung liegt so klar zutage, daß wir darüber kein Wort zu sagen brauchen. Die„Deutsche Tageszeitung" trägt als Motto an ihrem ZeitWigskopf die Worte„Für das deutsche Volkl Für deutsche Art!" Wenn aber Deutsche sich in Holland zu- sammenfinden, um für ihre Heimat zu zeugen, so werden sie dafür in demselben Blatt„für deutsche Art" beschimpft! Jetzt muß das Agrarierblatt indessen eine Berichtigung von dem Inhaber des Hotels bringen, in dem die Verfassungsfeier stattfand, muß feststellen, daß dieses Hotel nicht eine Kneipe sechsten Ranges sei und nicht im Viertel der Seeleute-Prostituierten liege. Das Hotel„Union" sei vielmehr das Vereinslokal des deutschen Gesang- Vereins.Liederkranz" und des„Deutschen Werkmeisterbundes" und erfreue in weiten deutschen Kressen Amsterdam« sich eines guten Rufes. Wenn das Agrarierblatt von Arbeiter, und Angestelltendingen auch nur«inen kleinen Schimmer von Kenntnissen- hätte, müßt« es wissen, daß der Deutsche Werkmeisterbund eine„ch r i st l i ch- nationale" Organisation sst. In Unkenntnis dieser Tatsache aber leistet es sich im Anschluß an die Berichtigung folgende neu« Flegelei: „Wir glauben gern, daß sein Hotel in kl einbürgerlichen und Arbeiterkreiscn einen guten Ruf hat. Unser �..-Korrc- spondent wollte lediglich daraus hinweisen, daß diese Gastwirtschaft klein und unansehnlich ist. Sie liegt in der ü b e l b c- rüchtigtsien Gegend ganz Amsterdams. Das zuständige Polizeirevier, das gleichfalls seinen Sitz unmittelbar in der Nähe des Hotels hat, gilt als das gefährlichste der ganzen Stadt. Wir glauben gern, daß in dem diesbezüglichen Lokal inmitten des Sumpfes eine edle schwarzrotgoldene Lilie blüht und daß das Reichsbanner und Reichstagspräsident Löbe sich dort sehr behaglich gesuhlt haben... Wir hängen diese Lümmelei gegen die im Aus- lande lebenden Deutschen nur niedriger. Man kann aus ihr erkennen, wie hochnäsig die Agrarier über„Kleinbürger" und „Arbeiterkreise" urteilen und wie gut die Sittlichkcitsapostel von den Landbundtagungen über die Viertel der Prostitution sogar in Amsterdam unterichtet sind:„Für deutsche Art!" das ftaatsgefährliche Reichsbanner. Weisheit eines schwarzweisirotenOberstiirgermeistcrs. Mülheim a. Rh., 18. August.(Eigener Drahtbericht.) Die hiesige Ortsgruppe des Reichsbanners hat die Absicht, am 4. und 5. September d. I. ein« Bannerweihe zu veranstalten. Der Vorsitzende setzte die Stadtverwaltung davon in Kenntnis und ersuchte um Freigabe des der Stadt gehörenden Kahlenbergs, den der Bismarckturm krönt, zur Abhaltung einer republi- konischen Kundgebung. Darauf gab der O b e r b ü r g e r- meister folgenden Bescheid: „Ich erhielt Ihre an die Stadtverwaltung gerichtete Zuschrift vom 12. August d. I., bedaure aber. Ihnen mstteilen zu müssen. daß die Sladtverwaltung für eine politische, aus eine Aenderung der Grundlagen unseres staatlichen Lebens abzielende Kundgebung wie die vor dem pismarcklurm beabsichtigte, ein städtisches Grundstück nicht zur Verfügung stellen kann. Mit Rücksicht auf die er- wähnte politische Tendenz der Veranstaltung ist auch die Bau- abteilung nicht in der Lage, die ihr ausgesprochenen'Wünsche zu � erfüllen. � gez�z üembck e-, Sberburgeinneister." Derselbe Herr, der den Umsturz der Staatsgrundlage durch das Reichsbanner verhindern will, entblödet sich nicht jedem Krieger- vereinsrummel zu präsidieren, kaiserliche Prinzen feierlichst zu begrüßen und bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit seine schwarzweihrote Gesinnung zu demon- strieren. Nur während der Besatzungszeit war er im Verkehr mit den französischen Militärs äußerst konziliant. Dem Umstände ist es wohl auch zuzuschreiben, daß er als einziger Oberbürger- m e i st e r im Jndustriebezirk der Ausweisung entgehen kommt als mees oder mäs(Mehrzahl von meo gleich Pfennig) in der Mischna vor, Pleite ist unmittelbar vom hebräischen pleto abzu- letten." Und blässer-- -„Schließlich nannten Sie Ihren Nachbarn„meschugge" und Ihr Gegenüber„schofel", als er keine Zigarette herausrücken wollte. Schofel heißt hebräisch niedrig und meschugge ist das Partizipium von dem hebräischen Zeitwort sug, das abweichen bedeutet." Cr knickt sichtbar zusammen. „Und nun sagen Sie nur nicht zu mir wie vorhin zu Ihrem Kameraden: Mach keinen Schmus; denn auch damit haben Sie nur den hebräischen Plural schmuah„verdeutscht", in der Uebertragung Nachricht oder Geschichte. Es sst still geworden im Kreise der dunkelhaarigen Teutonen. Der Zug läuft eben ein und die Türklinke schon in der Hand wende ich mich noch einmal um:„Wissen Sie übrigens, wozu man diese und ähnliche Ausdrücke, die Ihnen so geläufig über die rassereine Zunge gingen, rechnet? Zur Gaunersprache." Und verschwand vor ihren Augen im Gewühl der dem Ausgang zuströmenden Reisenden. EntSeckungsreise ins Surgenlanö. Als ich drei Tage lang keinen einzigen wandernden Fremden, nicht einmal einen Reichsdeutschen getroffen hatte, beschloß ich, den reichsdeutschen Zeitungslcsern davon zu erzählen. Denn ein Gebiet stärkster völkischer Gegensätze ohne völkischen Kampf verdient unser Interesse. Ja, es klingt fast wie ein Märchen: Ich kam durch rein kroatische Dörfer, duich Städte mit magyarischer Mehrheit, durch Ortschaften, in denen Christen und Juden sich die Wage hielten, sah drei Gottes» Häuser, drei Schulen, drei Friedhöfe nebeneinander in einer Ge- meinde— und noch nirgends Spuren des aufreizenden Kampf- getriebes anderer Grenzgebiete. Ein Blick auf die neue Karte zeigt, welche Schwierigkeiten der hat, der wie' ich vom Süden her in das österreichisch gewordene Burgenland eindringen will. Denn die Ungarn haben ihr west- liches Grenzgebiet vernachlässigt, vor allem seinen Anschluß an das österreichische Verkehrsnetz verhindert. Zu Fuß auf meist elend schlechten Feldwegen stiefelt man hinein— und steht unversehens schon an der neuen ungarischen Grenze, deren Verlauf den Eindruck macht, als habe sie ein Tollhäusler gezogen. Ja, an einer Stelle wird das burgenländische Gebiet bis auf 5 Kilometer Breite verengt! Keine Bahn, keine halbwegs sakrbare Landstraße durchzieht das Gebiet in der Längsrichtung. Und doch stößt es im äußersten Süden noch an einen Zipfel jugoslawischen, im Nordosten an tschechoslowakisches Gebiet. Ob dos Zufall ist, dieser Korridor zwischen den Verbündeten der Kleinen Entente, dfr in Versailles- St.-Germain nicht durchzusetzen war und dann eben s o gemacht wurde? Absatzgebiete sind von ihren Quellen getrennt, und beide ver- kümmern: bloß weil man nationalstaatliche Grenzen ziehen wolltet konnte. Von fetnem Kuinpfesinut zeugt auch die Tassach«, daß er bei den kommunistischen Wirren nach dem Kapp-Puisch durch ein Kellersensier des Rathauses das Weite suchte und es seinem Beigeordneten neidlos überließ, sür das Wohl und Wehe der Stadt zu sorgen. Gegen den Entscheid ist selbstverständlich P r o t e st ein- gelegt worden._ Schwarzrotgolö in Pommern. Aufmarsch des Reichsbanners. Aus Stettin wird uns geschrieben: In drei Städten der Provinz— Stettin, Stralsund und B e l g a r d— war das Reichsbanner in Pommern am letzten Sonntag aufmarschiert. Unter ungeheurer Beteiligung der Be- völkerung fanden Kundgebungen zur Feier des Berfassungstoges statt. Es zeigte sich, daß der Zustrom der Massen des Volkes zu den Zhindgebungen des Reichsbanners noch weit stärker war als in den vergangenen Iahren. In Stettin bot am Sonnabend abend ein Fackelzug einen glänzenden Auftakt. Zehntausende umsäumten die Straßen, durch die sich der Zug des Reichsbanners bewegte. Am Sonntag hatten sich auf dem Marktplatz an der Grünen Schanze etwa, zwanzigtausend Teiluehmer.und Zuhörer eingefunden. Hier begrüßte der O b e r p r ä s i d e n t der Provinz Pommern Lipp- mann das Reichsbanner und schloß Mit einem Bekenntnis zur demokratischen Verfassung der deutschen Republik. Der R e- gierungspräsident Dr. Höhne war nicht erschienen, halte auch keinen Vertreter entsandt und es nicht einmal für nötig gefunden, auf die Einladung zu antworten! Polizeipräsident F e n n e r sprach als Reichsbannerkamerad und fand treffende Worte, um den Willen zur Einheit unter den republikanischen Volksgenossen zu betonen. Als Festredner sprachen dann noch Studienrat Dr. Müller, Potsdam und der Gauvorsitzende, Landtagsabgeordneter Hartwig. In Stralsund waren aus ganz Vorpommern Tausende aus allen Schichten der schaffenden Stände zusammengeeilt,, um das Barner der deutschen Republik durch die Straßen zu tragen. Der Regierungspräsident hatte einen Vertreter entsandt, Stadtbehörden waren nicht vertreten. Als Festredner sprachen hier der Reichstags- abgeordnete Stelling, Berlin, der zweite Gauvorsitzende des Reichsbanners Rechtsanwalt Dr. B e r n d t, Stetttn und der Gau- sekretär V o l l a ck.— In Belgard. in der finstersten Ecke Pommerns, trafen sich die Republikaner in starker Anzahl. Auch in Hinterpommern ist das Reichsbanner eine starte Macht geworden. Als Festredner sprachen hier der Reichstagsabgeordnete Georg Schmidt, Berlin, das Gauvorstandsmitglied Drewelow und der Kamerad Nicolai, Stettin. Diese Aufmärsche des Reichsbanners und die Kundgebungen haben bewiesen, daß der Wille zur Einheit der republikanisch gesinnten Schichten des schaffenden Volkes in Pommern im ersreulichen Wachsen begriffen ist. Der spionierende General. Frankreich hat Beweise gegen Gajda. Prag, 18. August.(Eigener Drahtbericht.) Aus zuverlässiiger Quell« verlautet, daß die Strafuntersuchung gegen den abgesetzten Generalstabschef Gajda auf Verlangen der französischen Rsgienmg eingeleitet worden ist. Die französische Regierung besitzt angeblich einwandfreies Material darüber, daß Gajda für Ruß- land gegen Frankreich spioniert hat. Der Abbau der Sichloermerkerei. Bereits in Europa weilenden Nordamerikanern ist die Einreise über die deutsche Westgrenze, und zwar über Bentheim. Aachen, Kehl und Basel auch ohne Sichtver- merk gestattet, und zwar bis zum 31. Oktober. prolestslreik in Tanger. In Tanger ist die Bevölkerung zum Protest gegen die Unterdrückung der Presse- und Per- sammlungsfreiheit in einen Streik eingetreten. Omnibusse und Droschken verkehren nicht. Die Geschäfte sind geschlossen. In Flugblättern wird die internationale Verwaltung von Tanger in der schärfsten Form angegriffen.> Und doch sind Innerhalb jedes Staatsgebietes Inseln mit fremder Mehrheit geblieben. Seit Jahrhunderten leben hier Magyaren und Deutsche mit Zigeunern, Juden und Kroaten friedlich beiein- ander: erst unserer Gegenwart war es vorbehalten, das Nationali- tätenprinzip zu entdecken und Staatsgrenzen nicht zunächst nach den wirtschaftlichen Lebensinteressen der Landeseinwohner, sondern noch der Sprachzugehörigkeit zu bestimmen. In einer welligen Landschaft erheben sich auf Felsbergen ge- waltige Ritterburgen. Hier standen römische Kastelle, hier brachen sich die ersten Wellen der Völkerwanderung, hier wurden die Ungarn, die Türken zurückgeworfen, nur auf Burg Güssing zeigt die Wettersahne noch den Halbmond. Und jetzt liegt das Land und wartet. Möge die österreichische Verwaltung mit geschickter Hand diesen einzigen.Lriegsgewinn" pflegen. Rudolf Zwetz. Ein Theokerral in Dänemark. Der dänische Iustizminister Steincke hat einen Theaterrat gebildet, der zu Beginn der neuen Spielzeit sein Amt antreten soll. Dieser Ausschuß, dem je ein Ver- treter der dänischen Dramatiker und Reoueoerfasser, zwei Vertreter der Schauspieler und ein Vertreter der Privattheaterdirektoren an- gehören, soll das Recht haben, Klagen über die Theaterleitungen dem Ministerium direkt zu unterbreiten und über die Rechte der Dramatiker und Schauspieler zu wachen. Ferner soll er dem Ministerium Vorschläge über Vergebung und Entziehung von Theatertonzessionen machen. In den Kreisen der Dramatiker und Schauspieler wird diese neue Einrichtung lebhaft begrüßt. Dagegen ist den Theaterdirektoren naturgemäß diese Kontrollstelle sehr un- angenehm, und sie haben deshalb bisher die Ernennung eines Mit- gliedes für den Theaterrat abgelehnt. Die radikalsten unter ihnen spielen sogar mit dem Gedanken, die Theater als Protest gegen die Maßnahme des Ministeriums so lange geschlossen zu halten, bis die Rechte des Theaterrates nach ihren Wünschen abgeändert sind. Die„Wildente- mit Moisfi imd Toni van Eick. Wie wir erfahren, bringt Direktor Robert in der Tribüne als»weite Neuinttcnierung der nächsten Spielzeit Ibsens„Wildente- zur Aofführuna. Den Hjalmar Eldal spielt Alexander Moisfi, die Hedwig gibt Toni van Eick Konzerte. Im kommenden Winter finden wieder sechs grofie Sinfonie« Konzerte imter Leitung von Meneralmufikdirektor Vruno Walter statt. Die Ausgabe der Abonnements an die Jnbaber von Berechtigungsscheinen bat begonnen. Edwin Fischer veranstaltet im kommenden Winter einen Zyllus von vier Beethoven-Abenden im Abonnement. Karten für alle vier Abende zusammen find bereits bei Bote& Bock und Wertheim, Leipziger Strafie, erhältlich. Zllusttprofeffar Carl Zuschneld gestorben. Gestern starb in Weimar der bekannte Musikpädagoge und Mufikvroscssor Carl Zuschneld. Der Künstler war langjähriger Leiter und Direktor deS städtischen Konservatoriums zu Mannheim und hat fich in den letzten Jahren durch zahlreiche Neu- bearbeitungen in der Klavierliteratur besonders verdient gemacht. Ein rlimlfche» Grobmal aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. wurde bei Ausgrabungen in Neustadt a. H. zutage gcsördert. Aus der guterhaltencn Steinplatte süid eine Anzahl figürlicher Darstellungen zu erleniien. Ausici- dem wurde eio Altar gcsuntcn, der die Figur des Gottes Meckur trögt. Deutsche ssorichnng-cxpcdiiion nach Tibet. Der bekannte deutsche Tibet- sorscher Waller Stötzncr hat sich entschlossen, eine neue wissenschastlnhe Expedition auszurüsten, die bereits zu Beginn des kommenden JaHreS ab- reife» wird. Rußlanös innere Keife. Stalin gegen die Sowjetbnreaukratie. In Rußland ist zweifellos der Stein ins Rollen gekommen. Die immer schärferen Differenzen in der Kommunistischen Partei zeugen von den st a r k e n Spannungen, die die Wirtschafts- cntwicklung des Landes zur Folge hat. Die Diktatur wird durch den Druck der Tatsachen gezwungen, schließlich doch Rede und Antwort zu stehen. Sie muß gegen ihren eigenen Willen in der Auseinandersetzung mit der Opposition die Entwicklung eines selb- ständigen politischen Lebens in der Bevölkerung fördern. Das zeigten schon die Ergebnisse der letzten Sowjet- wählen, die Parole der S o w j e t d e m o k ra t i e, die eine Verbeugung vor dem Bauerntum bedeutet. Jetzt veröffentlichen R y k o w, der Vorsitzende des Rats der Volkskommissare, Stalin, und Kuibyschew, der Vorsitzende des Volkswirtschaftsrats, einen gemeinsamen Aufruf über die bisherigen Ergebnisse der Sparsam- kcitskampagne. Der Aufruf ist die politische Antwort auf das Auf- treten der Opposition. Fast im Stile der oppositionellen Kommu- nisten beschuldigen die drei Hauptsührer der KPR. die Behörden und Wirtschaftsmänner, daß die Rationalisierung(Sparkampagne) sich in vielen Fällen gegen die Arbeiter richte, denen alle möglichen materiellen und sozialen Vorteile aus Sparsamkeits- gründen genommen würden, während in den Bureaus zuviel A n- g e st e l l t e seien die Auto führen, R e i s e l u x u s trieben und auf alle mögliche Weife sich Sonderverdien st e sichern. Es fei notwendig, die Mittel zur Weiterentwicklung der Industrie durch Ersparnisse von mindestens 300— 400 Millionen am Wirtschaftsapparat herauszuwirtschaften. Man könne diese Erspar- nisse nicht durch neue Belastung der Bauern, aber auch nicht durch Belastung der Arbeiter gewinnen. Das Manifest der drei russischen Führer gibt keine Einzelwege an, wie dieses Programm verwirklicht werden soll, nachdem über die Sparkampagne ein halbes Jahr lang ohne Erfolg nur geredet worden ist. Das Manifest zeigt aber die starten Schwierigkeiten der politischen und Wirtschaft- lichen Lage der Diktatur, die jetzt gezwungen wird, sich gegen die Hauptträger ihrer Herrschaft, die Sowjetbureaukratie, zu wenden. Politik in öer �lrmee verboten! Moskau, 18. August.(Rd.) Das Militärkommando des Lenin- gradcr Gouvernements hat untersagt, in den Truppenteilen der Roten Armee Versammlungen, Referate und Vorträge zu ver- anstalten. Das Verbot wird auf die von der Opposition in der Armee geführte Agitation zurückgeführt. Wie bekannt wird, sind innerhalb der Roten Armee besondere politische Grup- pen entstanden, deren Tätigkeit jetzt Anlaß zum Einschreiten der obersten Militärbehörde gegeben hat. Neue Kehergerichte. Die Diktatur als Schutzschild für die Bourgeoisie. Dem offiziellen Ausschluß O s s o w s t i s aus der Kommunistischen Partei Rußlands ging in der„Prawda" die Veröffentlichung eines Artikels von vi e r u n d z w a n z i g(!) Spalten voraus. Auf den 24 Spalten wird Ossowski gründlich geschlachtet. Leider lernt man den Originaltext des von Ossomski in der Zeitschrift„Bolsche- wik" veröffentlichten Artikels nicht kennen. Aber einig« Zitate zeigen doch die Tendenz der Gedankengänge dieses Mannes, der von der „Prawda"— ob mit Recht oder Unreäsi, können wir nicht kon- trollieren— als der extremst« Vertreter der Opposition bezeichnet wild, der das sage, was zu sagen die anderen zu vorsichtig seien. O s s o w s k i setzt in seinem Artikel offenbar auseinander, daß bei dem sozialen und wirtschaftlichen Charakter des Sowjetstaates die Kommunistische Partei als einzig« führende Partei in eine sthwierige Situation gerate, weil sie die politisch« und' moralisch« Ver. antwortung für ein« Politik übernehmen müsse, die der Natur der Sache nach nicht nur die Klasseninteressen des Prole- t a r i a t s, sondern auch die Klasseninteressen anderer Schichten, auch des Bauerntums und des Bürgertums vertrete. Schon Lenin habe festgestellt, daß Rußland nicht ein Arbeiter- staat, sondern ein Arbeiter- und Bauernstaat sei. Das Bauerntum habe aber den Vorzug, daß es gegenüber der Kommunistischen Partei die Möglichkeit freier Kritik habe, während die Arbeiterschaft in ihrer Kritik durch die moralisch« Verantwortung der KPR. g e- b un den sei. Die„Prawda" zitiert aus dem Aufsatz Ossowfkis frlgende Stellen: „Es muß hier an die Worte Lenins auf dem 8. Rätekongreß erinnert werden, daß unser Staat nicht ein Arbeiter-, sondern ein Arbeiter, und Bauern staat ist. Die Leninsche Defini- tion, Arbeiter- und Bauenistaat hat zur Voraussetzung das un- vermeidliche Vorhandensein einer ganz bestimmten D i st a n z, in der sich das Proletariat und bis zum gewissen»Grade auch das Bauerntum von diesem Staate befindet. Versuche, diese unweigerlich existierende Distanz zwischen dem Arbeiter- und Bauernstaat und dem Proletariat künstlich zu verschleiern, müssen für die proletarische Revolution katastrophale Folgen haben. Solche Versuche würden nur im Dnleresse derjenigen ktlassen liegen, die im Gang der objektiven geschichtlichen Bedingungen nicht in der Lage waren, das Erbe des alten bankerotten Systems selbst zu übernehmen, und die jetzt dieses Erbe antreten möchten, und dabei die reiche angesammelte organisatorisch« Erfahrung des Proletariats ausnutzen möchten. Für diese Klassen muß es angenehm sein, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt das wirkliche Antlitz der Volkswirtschaft und des Staates zu maskieren, indem sie ihn hundertprozentig sozialistisch oder wenigstens beinahe ganz sozial!. stisch nennen(„soll er sich doch so nennen lassen"), um auf diese Weis« die Wachsamkeit des Proletariats einzuschläfern und sich selber derweil zu ihrer neuen geschichtlichen Ausgabe vorzubercilen." O s s o w f k i zieht aus dieser Analyse der sowjetrussischen Situation den Schluß, daß gegenüber der offiziellen Staatspolitik die Kommunistische Partei«ine größere Bewegungsfreiheit haben müsse. Infolgedessen ist nach ihm die Zulässigkeit von Gruppierungen und Fraktionen innerhalb der KPR. gegeben. Er verlangt die Legalisierung der Opposition, er rechnet schließlich mit der Möglichkeit zweier komn unistischer Parteien. Hier trifft ihn der ganz« Zorn der„P r a w d a", der es natürlich nicht schwer fällt, nachzuweisen, daß die Konsequenz einer solchen Analyse die Legalisierung auch anderer, mindestens sozialistischer Parteien und damit der Uebergang von der Diktatur zur Demo- kratie sei. Und die Demokratie, das ist für die Gläubigen der „Pvawda" der Untergang der WeltI Das Auftreten Ossowstis zeigt aber, wie die sozialen Spannungen inimer stärker aus die politische Partei drücken. Mit dem bloßen Hinauswerfen unbequemer Elemente werden die Diktatoren das ruffische Problem nicht lösen. Ossowski hat schon früher aufgemuckt. Moskau. 17. August. Fälle zur Verhandlung: aus dieser reichen Fülle hier einige Einzelfälle. * Ein Maler klagt gegen ein Lichtspieltheater auf Zahlung von Lot) M., denn der Besitzer weigert sich, ihm den Arbeitsverdienst aus- zuzahlen. Der Moler war in einem Kino beschäftigt, das seinen Be- sitzer wechselte. Auf Zureden des ersten Besitzers, der ein anderes King übernehm, ließ er sich von diesem als Plakatinaler engagieren. In dem neuen Kino waren aber Ausbesserungen notwendig, di« länger« Zeit dauerten. Inzwischen konnte der Maler nicht beschäftigt werden. Als die Spielzeil begann, erklärte der Besitzer plötzlich dem Zllaler. daß er ihn nicht mehr brauche. Energisch streitet nun der Kinobesitzer sein« Aussage ab. Da ober der Maler den Eid darauf leistet, wird der Beklagte zur Zahlung der 230 M. verurteilt. Unter lautem Fluchen und Schimpfen verläßt der Arbeitgeber den Der- handlungsroum. • Zwei jugendliche Tänzerinnen klagen aus Zahlung von läO M. Sie waren für einen Mona: noch auswärts verpflichtet. Die Gag« betrug fünf Mark. Eines Abends aber sind sie plötzlich nach der Vorstellung entlassen worden. Als Grund wird angegeben, sie hätten, als eine Sängerin auftrat, in der Garderobe, hinter der Bühne Lärm gemacht. Ja, der Lärm soll so groß gewesen sein, daß er sogar die Vorstellung gestört Hobe. Di« Klägerinnen streiten nichts ab. Aber sie hätten in der Notwehr geschrien. Sie wären von einer älteren Kollegin, die mit dem Direktor ein Verhältnis unterholt«, geschlagen worden, und nur deshalb hätten sie geschrien. Das Gericht stellte sich in diesem Fall« merkwürdigerweis« auf den Standpunkt, daß die beiden Tänzerinnen aus diesem Grunde nicht berechtigt gewesen seien, Lärm zu schlagen, sie hätten bis nach der Vorstellung warten sollen. Ihre Klag« wird abgewiesen. * Ein Kellner klagt aus Wiedereinstellung und Zahlung des ent- gangenen Arbeitsverdienstes. Er war Betriebsrat, und ist fristlos entlassen worden, weil er, wie das beklagte Restaurant angibt, im Restaurationsraum geschlafen hat. Der Kellner erwidert, er habe sich lediglich zu einer Zeit, als kein« Gäste im Lokal waren, in einer Ecke an einen Tisch herangesetzt. Seine Entlassung sei erfolgt, weil er Betriebsrat ist. Nach kprzer Beratung wird der Reftouroteur zur Wiedereinstellung und Zahlung von 220 M. verurteilt. Im nächsten Fall« klagt ein Schlosser auf Nachzahlung von 2l M. Er habe immer nur Akkordarbeit zugewiesen bekommen, bei der er nicht einmal den Blindeststundenlohn verdient hätte. Die Frage, ob ihm der Mindeststundenlohn garantiert worden sei, ver- neint er. Der Vorsitzende belehrt ihn, daß er dann zwecklos klag«, er handle besser, wenn er di« Klage zurückzieh«. » Dann wird einer der typischen Fälle verhandelt. Ein Transport- arbeiter klagt gegen seine frühere Firma aus Wiedereinstellung. Länger« Zeit war er krvnk gewesen, als er die Arbeit wieder auf- nehmen wollte, erklärte man ihm, daß er entlassen sei. Unoerständ- licherweis« hat er dann bei seinem Austritt«inen Schein unterschrieben, den er nicht gelesen Hot, auf dem aber steht, daß er mit seiner Entlassung einverstanden ist und keine Ansprüche an die Firma mehr zu stellen hat. Dieser Schein sei ihm, so betont er, so zugeschoben wor- den, daß er ihn nicht lesen konnte. Doch. daraus legt das Gericht keinen Wert: Er habe eben zu lesen, was er unterschreiben soll. Die Klage wird abgewiesen. Der Betriebsrat ist entlassen worden. Als Grund gibt die Firma an, er hätte in seiner Eigenschoft als Betriebsrat in einer Betriebs- Versammlung die Arbeiter aufgefordert, weniger zu arbeiten. Ins- besondere soll er die Akkordarbeiter ermahnt haben, nicht zu schnell zu arbeiten, da sonst die Sätze erniedrigt werden, wenn die Be- triebsleitung einen relativ hohen Verdienst feststellt. Der Betriebs- rot streitet ab zur Wenigerarbeit aufgefordert zu haben. Was die Firma behaupte, sei ihr von einem Zuträger hinterbracht worden, der sich aber verhört haben muß. Beide Parteien nennen Zeugen, die zum nächsten Termin geladen werden. ch Andere Fälle sind sofort erledigt. Weder Kläger noch Beklagte sind erschienen. Manchmal kommt nur der Kläger oder der Be- klagte und teilt mit, daß man sich geeinigt habe. Dann wieder erlebt man erregte Auseinondcrsetzurgen, die Parteien stürzen aus- einander los und werfen sich Lug und Betrug vor. Es ist hin und wieder nicht leicht, Ruhe zu schaffen. Andere begrüßen sich vor dem Richtertisch mit einem Händedruck und führen unter sich eine Eitn- gungsverhandlung, wobei dem Vorsitzenden in der Regel die Rolle des Verwittlers zufällt. Gewerkschasllich organisierte Arbeiter bringen sich ost einen Vertreter au» ihrer Gewerkschaft mit. Die Praxis lehrt, daß sie gut daran tun, denn jede Gewerkschaft Hot einen oder mehrere Angestellte, die sich bei ihren ständigen Vertretungen auf den Gewerbegerichten eine gute Kenntnis der gewcrbegcricht- lichen Gepflogenheiten und Rechtsprechungen angeeignet hob�n. Obwohl vielfach der Arbeiter als Kläger austritt, so ist er aber keineswegs immer der Gewinner des Prozesses. Ein erheblicher Teil der angestrengten Klagen wird abgewiesen, weil der Kläger sich im Unrecht befindet. Es hält schwer, ihm das klar zu machen, ober die Dinge liegen oft totsächlich sehr ungünstig für den Kläger. In vielen.Fällen hat der Arbeiter ungelcsen irgendeinen Zettel unterschrieben, der ihm den Verlust aller Ansprüche bringt. Zu spät wird die Torheit bemerkt. Vereinbarungen, die mündlich ge- troffen wurden, streitet der Arbeitgeber meistens ab. Es wäre gut, wenn die Arbeiter bei ollen solchen Dingen die Augen ein wenig offener hielten, sie würden sicherlich weiter dabei kommen. Der Hilferuf. Kleinigkeiten legen manchmal wie leuchtende Scheinwerfer die Seele einer ganzen Zeit bloß. Es gibt Dinge, denen man begegnet, auf Schritt und Tritt, und die doch in uns kein Echo wecken, weil wir müde und apathisch hindämmern, bis irgendein Ruck Plötz- lich tiefsten Nachhall weckt. In der Potsdamer Straße, nahe dem Potsdamer Platz, hängt an einem Baum, zerknittert und sehr unbeholfen beschrieben, ein Zettel folgenden Inhalts:„Tischler, lange arbeitslos, sucht auf diesem Wege Existenzmöglichkeit, gleich welcher Art, da kein Geld mehr zum Inserieren vorhanden." Der Zettel ist nicht von gestern. Er ist wohl schon Wochen alt. Tausende eilen vorüber, hie und da streift den Hilferuf der flüchtige Blick eines Menschen, dem Zeit Geld ist und dem die Möglichkeit abgeht,„sentimental" zu sein. Dieser arbeitslose Tischler, der Schutz vor dem Hungertode sucht, ist nicht der einzige, dem die Not an der Gurgel sitzt. Er ist ein winziges Teilstück in einem unendlichen Drama. Aber das ist es ja, was den Einzelfall so tragisch und den Zettel in der Potsdamer Straße so erschütternd macht: Spiegelbild einer verhärteten Zeit. Menschen eilen an der Klage des Hungers vorüber. Autos. Straßenbahnen, Omnibusse, dicht besetzt... Es geht ihnen allen, die da fahren und gehen, nicht gut. Und doch sehr gut wiederum. Daß einer so still und so tödlich gewiß ohne viel Lärm oerreckt, ersahren sie erst durch eine Dreizeilennotiz der Tageszeitungen. Und' bedauern es wohl. Aber dann hosten sie weiter. Zum nächsten Fall, der wahrscheinlich im Schicksalsmeer der Millionenstadt ebenso spur- los versinken wird, wie di« Geschicke hunderttausend anderer Kleinen und Unbekannten. Das perlenhalsbanü öer Kaiserin Zita. ..Die unglückselige Perlenkette." Ein merkwürdiges Schicksal hatte eine Perlenkette, die den Gegenstand, stundenlanger Erörterungen vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte bildete. Als sich im Verlaus der Verhandlung ein Sach- verständiger über diese Kette äußerte, war das Schluhergebnis seines Gutachtens ungefähr folgende Feststellung: Der Wert alter Bilder, Möbel, Teppiche oder Brillanten steigert sich für den Verkauf, wenn die Gegenstände aus altem gräf- lichen oder fürst lichen Besitz stammen. Ihre Richtigkeit beweist die auffallende Tatsache, daß d i c' K c t t e von einer gericht- lich vereidigten Taxatorin auf 3 2 0 0 ü M a r k geschätzt wurde, weil sie aus dem Nachlasse des Grafen Alexander von G e r s d o r f stammen sollte, und schließlich statt dieses Liebhaber- wertes nur einen Realwert von 4000 Mark hatte. Ihren Kreislauf unter allen möglichen für den Verkauf in Betracht kommenden Juwelieren hatte die Perlenkette von einer Gräfin von Gersdorf aus begonnen. Ihre Herkunft gestaltete sich dann immer interessanter und vornehmer. So wurde sie zuletzt als ein Perlen- kollier der bekannten Hofdame der früheren Kaiserin, der Grosin Gersdorf, mit der jedoch die erwähnte Gräfin keineswegs verwandt war, oder sogar als ein Perlenhalsband der Kaiserin Zita ange- priesen. Trotzdem mißlang der Verkauf immer und immer wieder, so daß das ruhelos wandernde Schmuckstück schließlich unter den Berliner Händlern den Beinamen erhielt:„Die unglückselige Perlen- kette". Endlich wurde die Gräsin an den Fabrikanten Otto Stcinborn verwiesen, der ihr auch die Kette für l4Z00 Mark abkaufte, aber nur 2000 Mark darauf anzahlte, die er sich von cinein gewissen Bodeckc geborgt hate. Von dem Rest zahlte er nach längerem Drängen auch nur einige Hundert Mark. Das Ende vom Liebe war, daß die Gräfin sich betrogen fühlte, und auch der Staatsanwalt nahm an, daß Steindorn mit Hilfe des Bodeckc von vornherein daraus ausgegangen sei, die Verkäuferin um den Rest des Kaufpreises zu bringen, da er nie in der Lage gewesen sc' mehr als dos geborgte Geld abzuzahlen. In der Verhandlung er- klärte dann die Gräfin Gersdors, die inzwischen einen oclannten Richter geheiratet hat, daß die Kette an einen hiesigen bckannlen Industriellen für 9000 Mark oerkauft worden ist, von dem sie nur 300 Mark außer der Anzahlung erhallen hätte. Auch dieser hat zu- viel bezahlt, weil die Kette in Wahrheit gar keinen Liebhaberwert besitzt. Ts stellte sich nämlich in der Verhandlung zur allgemeinen Ilcberraschung heraus, daß das Perlenhalsband weder der Kaiserin Zita noch der Gräfin Gersdors gehört hat, sondern einer gut bürgcr- lichen Freundin der Gräsin, die, ohne daß es der Mann merken 14J Die Sigurantin. Roman eines Dienstmädchens von Leon Frapie. Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen von Kunde-Grazia. Frau Coqueho beeilte sich, mit einem Lächeln, dos ihre mütterlichen und etwas spöttischen Augen mit Wasser süllte, zu beantworten, sie hatte immer ein drolliges Abenteuer aus Vorrat: es gehörte zu ihrer Begabung, die ZuHörerinnen zum Lachen zu bringen, um ihnen leichter Pillen aufzuschwatzen oder die Karten zu legen oder sie zu einem einzelnen Herrn zu bringen. Sie verfuhr gerade umgekehrt wie Herr Benoit, der die Dienstmädchen einschüchterte, um sich sein Geschäft zu er- leichtern. Und sie hatte in reichem Maße das Glück gehabt, in voller Wirklichkeit auf Personen zu stoßen, die eigens dazu geschaffen schienen, eine endlose Folge gesprochener Feuilletons zu liefern. Wenn man Dirginie in die Kategorie der Pyänome reihen konnte, dann mußte man gestehen, daß Fumeron und feine Eltern auch nicht gerade gewöhnliche Individualitäten verkörperten. Während Virginie ihr männerlockendes Schmarotzer- dasein längs der Avenue des Gobelins führte, lebte der 23jährige Fumeron behaglich mit den Händen in der Hosen- tasche: eine ziemlich seltene Eigenschaft in dem Quartier, wo man sonst— mit erhobenen Fäusten— vom 17. bis 25. Jahre schwer zu kämpfen hat. Er, Fumeron, hiest sich abseits von allem: von der Arbeit wie vom Militärdienst, denn er sah sich als Deserteur, ohne es zu wollen, ganz unschuldig: auf Ehrenwort! Beweis: Fumeron, vom 20. Jahre der Rekrutierung von Paris zugehörig, wurde in ein östliches Regiment, in Toul» eingestellt. Nach sechs Monaten war er mit einem Urlaub von vierzehn Tagen heimgekommen und, wahrhaftig ohne schlimmen Borsatz. doch nie wieder dahin zurückgekehrt. Der Fahrpreis, der vierte. Teil der gewöhnlichen Karte, nach Toul beträgt 7 Franken. Dreimal zeigte Fumeron den guten Willen, zu reisen: er hatte sich ganz verständig nach dem Ostbohnhof, mit dem nötigen Geld versehen, auf den Weg gemacht, und dreimal war er auf Veranlassung von Käme- raden, infolge von Begegnungen. Zufällen und Weinstuben. gn dem Schalter ohne Geld sür sein Billett angelangt. Das erstemal würde er gerade am Ende seines Urlaubs wieder eingetroffen sein, das zweitemal hätte er eine nicht beträchtliche Verspätung gehabt und das drittemal wäre er gerade noch dort gewesen, ehe man ihn als Deserteur erklärte. Als die letzte Frist verstrichen, wurde es jedermann klar, ebenso seinen Eltern wie der Virginie, daß er ganz ruhig in Paris bleiben mußte. Er war ein regelrechter Deserteur, sein Fall blieb allerorten der nämliche: zwecklos sich vom Fleck zu rühren, nichts zu machen gegen ein Unglück von überlegener Gewalt. Er hatte seinen Militäranzug abgelegt und war wieder wie vorher— der Pächter genannter Virginie geworden, ohne sich zu verbergen oder die Wohnung zu wechseln, ohne aufzuhören, die Eltern zu besuchen. In zwei Jahren hatte die Militärgewalt ihn nicht gekapert, so undurchdringlich äußerte sich die im Quarster bestehende Solidarität. Etliche Sicherheitsogcnten kannten Fumeron: sie hüteten sich auf Grund einer klugen Schlußfolgerung sehr, ihn fest- zunehmen:„Das ist ein Mann, der Hoffnungen erweckt: er ist schon Deserteur, also abwarten: er wird sicher noch etwas Folgenschwereres begehen. Man muß mit seinen Erwartungen haushalten." Der Polizeikommissar war von der nämlichen Idee geleitet: „In ganz unbeschränkter Weise." sagte er,„muß man das sich entwickeln lassen. Die Festnahme eines Deserteurs ist magere Ausbeute, der Kriminalpolizei unwürdig.-. und außerdem geht das die Gendarmerie an. Jeder seinen Dienst.. Fumerons Eltern waren feit fünfzehn Iahren in dein nämlichen Hause, auf der Rue de Gobelins, Portiers: über- flüssig zu erwähnen, daß sie sich der allgemeinen Achtung er- freuten. Die Mutter war ein„Artistenkind" gewesen; sie hatte einst aus den Brettern als Kunstreiterin, Chonteuse,„utilitee" paradiert, und das aus dieser glorreichen Epoche eine sestgc- wurzelte Komödianterie beibehalten, die übertriebene Sprech- weise des Melodrams, ein Bedürfnis nach theatralischen Posen, die jedesmal durchbrachen, wenn sie zu zahlreich Traudenbranntwein getrunken. Seit zwei Jahren spielte sie in den Stunden, wo sie an- geheitcrt, eine glänzende, richrende, deklamatorische Rolle: sie war„die Mutter des Deserteurs"! Man mußte sie sehen, l hören, in der Loge, im Hausflur, vor den Geschäften: sie i stellte dar, stand aus der Szene im„Ambigu", ihr tragisches Organ erklomm die höchsten Töne, ihr großartiges Mienen- spiel kam zur Entfaltung: „Das Herz einer Mutter ist so �art! Für mich gibt es keine Ruhe, kein Glück mehr, alles ist aus. Ich bin die in Tränen aufgelöste Mutter, die Tag und Nacht zittert. Denken Sie doch, sich hoffnungslos sagen zu müssen: mein Sohn ist Deserteur! Ueberall, im Verborgenen, in der Oesfentlichkeit. auf der Straße, in meinem Schlummer höre ich eine ver- hängnisvolle Stimme, die mir ins Ohr schreit: Deserteur! Deserteur! Und dann fürchte ich beständig, daß er ergriffen, denunziert, verurteilt wird: er ist so leicht erkennbor durch seine Schramme an der rechten Wange, die Chausseurmütze, seinen kastanienbraunen Samtanzug, und weil er drei Mi- nuten von hier wohnt, in Nr. 185 der Avenue, fünfter Stock, die Tür gegenüber, und alle Tage um 11 Uhr hierher kommt. uns zum Frühschoppen zu besuchen! Ach, ich wüßte ihn trotz meiner weißen Haare zu verteidigen!... Man loll nur kommen, ihn suchen!... Nein, mein Herr, nein, meine Dame, nichts wird mich zwingen, mein Kind zu verleugnen! Ich werde weiter mein Leben ihm zum Opfer bringen, wie ich jetzt tue. Mein Leben wird in Heroismus end'gen! Um so mehr, als, von seiner Desertion abgesehen, mein Sohn lauter gute Eigenschaften hat: es gibt keinen anständigeren Menschen, saß niemals prügelt er seine Frau, die Virginie. die trotzdem nicht ohne Fehler sein soll... wenn das bloß ihre Gefräßigkeit wäre... Und begabt ist er! so, daß er betrunken noch viel entzückender ist, als nüchtern! Da ist er so, meine Dame, daß man ihn die ganze Zeit betrunken haben möchte!... Und Sie sollen sehen, mein Mutterherz leistet so vielen Qualen Widerstand!" Selbst der Vater, ein ehemaliger Maschinist, erhob sich, wenn er etwas zuviel Traubenbranntweni hinter die Binde gegossen hatte, bis zu moralischer und bürgerlicher Größe: er wurde antike Persönlichkeit, der alte Römer, der fähig war, seinen Sohn mit eigenen Händen aus Sem Altar des Vater» landes zu-opfern. Frau Fumeron-Mutter war eine sehr gute Freundin der Coqueho: sie beteiligte sich an deren pharmazeutischen und wahrsagerischen Kniffen, und mit oder ohne Wissen lieferie sie Beiträge für die humoristische Zeitung, die die dienende Kundschaft so schätzte. � � v(Fortsetzung folgt.) sollte, sich für die Perlen Pelze verschaffen wollt«, und sie deshalk» der Gräsin zum Verkauf übergeben hatte. Wie ein Zeuge Dr. N. bekundete, fühlt« auch er sich gleich dem Angeklagten übervorteilt, weil die Gräsin ihm einen Smaragdring als Fomilienschmuck zu einem den Wert weit übersteigenden Preise verkauft habe. Diesen Umstand machte Rechtsanwalt Dr. Ball für den Angeklagten St. als strafmildernd geltend. Das Gericht oerurteilte St. zu zwei Monaten Gefängnis unter Zubilligung einer Bewährungsfrist. Bodcckc wurd»? freigesprochen. Der Kaub im Eisenbahnzug. Bei dem toten Räuber vier Damenportemonnaies gefunden. Der Ueberfall, dem in der Nacht zum Mittwoch die Darm- � städter Dame in den, Zuge Bentschen— Berlin bei Rahnsdorf ausgesetzt war, und der erst auf Umwegen und ver- spätet zur Kenntnis der Kriminalpolizei kam, wird jetzt vom Raub- dezernat A. 5 weiter untersucht. Die Friedrichshagener Kriminalbeamten des Polizeiamt» Kö- pcnick stellten fest, daß die bei dem toten Räuber gefundenen vier Damenportemonnaies alle noch Geld enthielten. Eins der Portemonnaies, wahrscheinlich das der Frau Tyen, lag etwa 20 Meter von der Leiche entfernt Es enthielt SV M. deutsches Geld > und eine Fiinfdallarnote. Der der Frau lyen vom Finger gezogene Trauring, der S. T. gezeichnet ist, wurde in der oberen Westentasche des Räubers gesunden. Dieser hatte auch noch mehrere Uhren bei sich, darunter eine silberne cherrenremontoiruhr mit Nickel, kette und eine Armbanduhr mit Lederriemen. Die cherrenuhr trägt den Namen Z. O. chosfmann, die Armbanduhr die Nummer 2 966 096. 5n der Tasche hatte der Räuber serner einen Zettel mit dem Namen Tyen. Er hat ihn ohne Zweifel aus der chandtaschc Herausgenom- men und eingesteckt. Was diese chandtasche sonst noch enthielt, ist noch nicht festgestellt. Ob die auf den Namen des Gärtners Willy Brohm lautende» Papiere die eigenen des Räubers sind, steht noch dahin. Festgestellt wurde bisher, daß dieser Brohm im Jahre l924 aus Argentinien heimgekehrt ist. Es wird oermutet, daß der Räuber i ihm die Papiere gestohlen hat. Di« hiesige Kriminalpolizei hat Beamte des Raubdezernats und des Erkennungsdienst«» entsandt, die von dem Toten zur Feststellung der Persönlichkeit Finger» abdrücke nehmen. Es ist möglich, daß sich der Räuber vor de», Uebersall bei Rahnsdorf in dem Zuge die drei Portemonnaies mit geringerem Inhalt nicht durch gewaltsamen Ueberfall angeeignet, sondern eingeschlasenen reisenden Damen gestohlen hat. Das Raub- dezernat A. 5 richtet jetzt seine Ermittlungen auch darauf, ob für andere Verbrechen, die auf der Strecke vorgekommen sind, darunter auch ein Mord, der getötete Räuber als Täter in Betracht komme. Die Pistole, die man bei ihm fand, war geladen. Zlußerdem befaß er noch 15 scharfe Patronen. Tic Zustände in Grotzbecrcn. Das Schöffengericht Berlin-Lichterselde wird beute gegen den Genossen S ch l o m b a ch aus Groß-Beeren inr Kreise Teltow verhandeln, der angeklagt ist? bei einer polizeilichen Feststellung Widerstand geleistet zu haben. Der Genosse Schlombach Hätz dagegen 25 Zeugen namhaft gemacht. Als Be- lastungszeugen>sind sechs Landjäger geladen. Wir hoffen, das der Prozeß endlich einmal die Vorgänge in Groß-Beeren aufklärt. Seit dem vorigen Jahre, dein Tag von Groß-Beeren, wüten einige chitlerleute gegen unsere dortigen Genossen und gegen Reichsbannerleute, ohne daß es bisher möglich war, die Landjäger zu bewegen, energisch gegen diese Menschen vorzugehen. Die Vor- gänge haben daher unsere Fraktion im Preußischen Landtag veranlaßt, folgende kleine Anfrage einzubringen: „Die Zustände in Groß-Beeren haben sich derart zugespitzt, daß jetzt täglich nur abends 5— 6 Landjäger aus anderen Bezirken dort eintreffen, die Mitglieder des Reichsbanner einer scharfen Beob- achtung unterziehen und sich bemühen, Konflikte' zwischen Stahlhelm und Reichsbanner herbeizuführen. Wir fragen das Staats- Ministerium 1. Billigt es das Verholten der Polizeibeamten gegen- über den Republikanern? 2. Billigt es das Verhalten des Amts- Vorstehers T e s k e. der zusieht, was sich die Beamten an Gesetz- Widrigkeiten erlauben? 3. Wenn nein, will das Staatsministerium diese Beamten zur Verantwortung ziehen und mit allen Mitteln gegen sie vorgehen? 4. Will das Staatsministerium diese Beamten aus Groß-Beeren entfernen? Da für den heutigen Prozeh mehrere von diesen Landjägern geladen sind, wird hoffentlich endlich einmal die Stahlhelm. freundlichkeit der Landjäger in Kreis Teltow aufgeklärt werden. Unterschlagene Zchulgcldcr. ••' Wegen Unterschlagung i in Amt hatte sich der Schul- Hausmeister Stüwe vor dem Großen Schössengericht Berlin-Schöne- -berg zu verantworten. Stüwe war seit dem Jahre 1910 als Schul- Hausmeister in dem Augusta-Vittoria-Lyzeum in der Rothenburgstraße angestellt. Als Soldat hatte er sich im Kriege so gut geführt, daß er im Felde zum Offizier befördert wurde. Jnfolgedesien wurde ihm in seiner wieder aufgenommenen amtlichen Tätigkeit von allen Seiten das größte Vertrauen ent- gegengebracht und ihm im Jahre 1924 das Amt«ine» Schulgeld- crhebers übertragen. Dieses Amt hat Stüwe nun in schnödester Weise mißbraucht, indem er in einem Jahre von den einkassierten Geldern gegen 7000 Mark unterschlug. Weiter beging er Betrügereien bei den Einnahmen, die er von Besuchern der Aula erhiest. Hier stellte er die Rechnungen über höhere Beträge aus, als die Stadt tatsächlich zu verlangen hatte, und behielt von den ein- kassierten Geldern den so erzielten Ueberschuß für sich. Stüwe . behauptete zu seiner Entschuldigung, daß er die Uebersicht bei seiner Arbeit verloren habe. Das Gericht hielt dies jedoch für ausgeschlossen und war vielmehr der Meinung, daß der Angeklagte ein Mann war, der weit über seine Verhältnisse lebte, zumal er die Gewöhn- heit hatte, Rennbahnen zu besuchen und dort zu wetten und deshalb diese Unterschlagungen beging. Nur mit Rücksicht daraus, daß der Angeklagte durch seinen Lebenswandel in eine wenn auch selbstverschuldete Notlage geraten sei, bewilligte das Gericht ihm mildernde Umstände. Es verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis und Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von fünf Jahren. Festnahme eines entwichenen Strafgefangenen. i- Beim Rücktransport von der Charite nach dem Zellengesängnis in der Lehrter Strgßc entfloh gestern der 26 Ähre alte R e i n h o l d Leschak seinem Transporteur und sprang auf eine im selben Moment vorbeifahrende Kraftdroschke, deren Führer er durch Vorhalten einer aus Brot täuschend nachgemachten P i st o l e zum Weiterfahren nötigte. Am Reichstagsplatz sprang er plötzlich von dpr Droschke und floh. Ein zufällig auf seinem Rade vorbeikommender Polizeibeamter tonnte den Flüchtling nach kurzer Jand auf dem Platz der Republik stellen und zum 20. Polizeirevier einliefern, von wo er sosort dem Zellengefängnis zugeführt wurde. Leschak hat noch eine Zlsjährige Zuchthausstrafe zu oerbüßen. em Hau» Nr. 11(Frauen) eine Liegehalle mit 30 Plätzen errichtet werden. Der Magistrat hat die Errichtung der Liegehallen sow'e die Entnahme der Kosten aus zentralen Barbehaltsmitteln für 1926 be- schlössen und die«tadtoerordnetenversammlung in einer Vorlag« ersucht, zu beschließen: Die Stadtverordnetenversammlung erklärt sich mit der Errichtung von Liegehollen im Hospital Buch einverstanden und bewilligt für die zunächst zu errichtenden 3 Liegehallen 2100 M. i 5ur unsere Herbst-�ugenüweihen. am 12., 19. und 26. September werden Anmeldungen unter gleich- zeitiger Bezahlung von 69 Pf. Einfchreibegcbühr in den nachstehen- den Anmeldestellen angenommen: Wir Berlin«BtoSes Cchausvielhou«)! Iueendsekretoriat Groll» Berlin, Linlienftr. S, 2. Äof, 2 Treppen(gimmct 11), lltöffnct von 9 bis 4 Uhr. Mit!» wochs und Freitags von 9 bis 7 Uhr. E Joseph. NW. 21, Wilhclmshavcner Straße 4« lSpedilion): A. Lönisch. R. KS, Müller», Elle Utrecht« Straße lSvedition): H. Mllikc, R. KZ, Bariuestr. 18: P. Kroll, 31. 65, Uti echter Str. 21 lN-stauravt): Soffinann. 91 58, Lvchencr Str. 8(Restourant): V. Dobrohlaw, R 87, Swinemünder Str. 11 sRcslatirant): S. Obst. N 89, Ackcrstr. 174 lSpedi. tion): 5. Getth, N 113, Grcisenhagencr Str. 22 sSpedition): K. Airdergon. 31 31, Strolsunber Str. 19; Fischer, 91 20, B-stiaaltr. 7; W. Gilde, 910 18, L-nd-berg« Allee 45, 1 Tr.t V. DSU, NO 55, Immanuelkirchstr. 24 lSpedi- tion); Arndt. O 17, Markusstr. 86< Spedition)! M. Wartmonn, O 84. Köllig». b«ger Str. 37(Laden): L. Wittschuß, O 34. Petersburger Str. 5(Restaurant)! A. Melle. O 34, Pctersburaer Ploh 4(Svcdltion): P. Li«, SO 26, Naunvn- Nraße 9(Restaurant): I. Pctkc. SO 36. Glogou« Str. 30, v. 4 Tr.: Böhm. SO 36, Laulißcr Ploß 14—15(Spedition):®. Schmidt, Böriraldstr 47.— Für Trept-w-Baumschulenweg!®. Galla«. Baumschulenweg, Schräder. straße 16. 3 Treppen: S. Meckclburg. Treptow, Sraexstr. 50(Spedition).— Für Schöncberg» Friedenau: Frou Klawittcr. Schönebcrg, Avvstcl. Baulus-Straße 7; R. Petrie. Schönebna. Gbersstr. 70: 98-Ihmonn. Schöneb««, BeUieer Str. 27(Spedition): G. Schaudt. Friedenau. Bach«. straße 9: Frau Unaerer, Wilmersdorf, Sonaucr Str. 43(Siedlung).— Für Lankwitz, iichtcrfelde»nd Steglitz: Cmil gieac. Lichterfelde-Os«. Loren, Nr. 15: Karl Schönwetter. Lichterfelde-Welt, Köndelviatz 5: Fritz Samburg, Steglitz, Schloßstr. 103: Wilb. Skubia. Steglitz, Ringstr. 7, Gartenhaus Z Tr.: Günther Feleentreu. Lankwitz, Gbarlottenstr, 84.— Für Ch-rlottenburg(Schiller- Theater. Grolmanstraße): I. Zinrichsen, Banrcuther Str. 2Zs: F. Schmidt. RalinenNr. 4(Laden): O-k-r Korstia. Sickingenstr. 58: S. Katzenstein. Niebuhr- straße Q: Borwärts-Svedition Kaiscrdamm 102, Gartenhaus l Tr.— Für Pankow»nd 19. Kreis(Aula des Lrueums Pankow. Eürschstr. 42— 44): «onsumverl-uf-Nellen Pankow. Wollankstr. 102. Berlin« Str. 47 und Breit« Straße 16: Konsumverkaufsstellen Niederschönhaulen. Koiscr-Wilhelm-Str. 79 und koiserwog 60.___ Die Pflanzervereine Jteu-Xempclljof und Jtcu- Berber feierten am Sonntag ihr„Erntefest". Ein historisch-grotesker Feftzug, mit viel Liebe und originellen Gedanken von Mitgliedern erdacht und ausgeführt, versammelte sich in der Bockbrauerei. Fidicinstr. 3/5, um über das. Tempelhofer Feld, von zahlreichen Neugierigen be- gleitet, zur Laubenkolonie zu marschieren. Biel Vergnügen bereitete,? die beiden Festwagen„Familie Schulze 1850" und„Familie Schulze 1926", eine prächtige Zeitglossierung von„Einst und Jetzt". Das Fest hat bewiesen, daß die beiden Vereine trotz ihrer schweren Arbeitsmöglichkeit gerade in der„Musterkolonie" Tempelhof mit der diesjährigen Ernte mit Recht zufrieden fein können. Das„große'' Erntefest will der Verein erst feiern, wenn die Kolonie Dauer- kolonie ist und eine große Autofahrstrahe Tempelhof und Lauben- gelände verbindet. fjerbssjugendweihe Pankow. Der Vorbereitungsunterricht für die Jugendweihe am 26. September beginnt am Donnerstag, den 26. August d. I. im Jugendheim, Pankow, Breite Str. 32. und findet dann regelmäßig jeden Donnerstag nachm. von 4 bis 6 Uhr statt. Anmeldungen werden dort noch entgegen genommen. Anmeldungen für Pankow-Süd auch bei Scharfstädt, Spiekermannstr. 39. herbstjogendweihen im 17. kreis Lichtenberg. Die cherbstfugend- wechen für die weltlichen Schulen finden für die 34 und 38. Schule am 19. September(1 Uhr). 36-/5 und 37. Schule am 26. September (19 Uhr). 35. Schule am 26. September(1 Uhr) in der Aula des Reformgymnasiums, Parkaue, statt. Anmeldungen nehmen die Leiter der weltlichen Schulen in der Scharnweber-, Pfarr-, Friedrich-, Leo- vold-, Markt- und cholteistraßc entgegen. Dort auch Bekanntgabe des Borbereitungsunterrichts. Einschreibegebühr 59 Pf. Die Rentenmarkscheine zu 1 und 2 Rentenmark mit dem Aus- fertigungsdawm vom 1. November 1923- werden eingezogen. Weiteres hierüber ,n dem Anzeiger.:eil der heutigen Nummer. Die Rotstonds-Voriete-Kommlsflon der erwerbslosen Artisten. die seit Februar d. I. in Berlin Notstandsoorstellungen zum Besten der erwerbslosen Artisten veranstaltet, lud zur Abschiedsvorstellung in der„N e u e n W e l t", chasenheide, ein. Diese legte Vorstellung hatte ebenfalls, wie alle die vorhergehenden Veranstaltungen, ein lehr gutes Programm, das sich diesmal noch durch besondere Reich» haltigkeit auszeichnete. Von 6 Uhr abends ab war— mit kurzen Pausen— ununterbrochen Vorstellung bis lange nach 19 Uhr. Da gab es wieder erstklafsige Vertreter auf sämtlichen Gebieten der Artistik zu sehen. Akrobaten, Equilibristen, Kunstschügen, Ercen- triker, Dresseure usw. Eine eigenartig interessante Vorführung bot ein sogenannter„menschlicher Hydrant". Durch anormale Körper- beschafsenheit ist er imstande, ganz außergewöhnliche Mengen von Flüssigkeit in sich aufzunehmen und sie nach einiger Zeit in beliebig kleineren oder größeren Fontänen durch den Mund wieder von sich zu geben. Unter anderem trank er auf der offenen Bühne 29 Bier- gläser voll Wasser hintereinander aus, inszenierte hierauf auf einer großen Fläche einen Benzinbrand und löschte mit Hilfe seiner eigenen Waiserspritze den Brand binnen weniger Sekunden. Das finanzielle Gesamtergebnis dieser Notstandsvorstellungen war leider infolge des schlechten Wetters und des damit verbundenen schwachen Besuches kein sehr erfreuliches, doch hofft die Kommission, daß es ihr gelingen wird, im Herbst bessere Geschäfte zu machen, 199 999 jugendliche Krüppel in Deutschland. Nach den Fest- stellungen des Professors Biefalski zählt Deutschland 190 999 fugend- liche Krüppel, von denen die Hälfte hätte geheilt wer- den können, wenn rechtzeitig etwas sür ihre Wiederherstellung getan worden wäre. Mehr als die Hälfte alles Krüppeltums ist nach den neuesten Ergebnissen der Wissenschaft überflüssig. Der ange- borene Klumpfuß ist, wenn das Kind beizeiten in Behandlung ge. nommen wird, zu beseitigen. Die angeborene Hüftoerrenkung kann im zweiten Lebensjahre unblutig eingerenkt werden. Rachitis ist mit Sicherheit innerhalb weniger Wochen zu beseitigen, wenn das Kind im blühenden Stadium der Krankheit mit Höhenlunne bestrahlt wird. Arbelterkullur-Karkell Groh-verlln. Im Winter 1326.27 finden vier große Arbeiter-Sinioniekonzerte im großen Saal der Phil- Harmonie, Dernburger Straße 22. statt, 1. Konzeit: Sonnabend, den S. Oktober 1926, abend? 7'/, Uhr, Werte von Strawinski. Beethoven ,md Mabler. 2. Konzert: Montag, de» 27. Dezember f2. Weibnacht«. tag), abends 7>f, Uhr. Werke von Bach, Mozart, Honeagcr und Richard Strauß. 3. Konzert: Sonntag, den 27. Februar 1927, nachmittag» 3'/« Uhr, Werte von Cherubini, Schönberq, Schubert, 4, Konzert: Sonn- abend, den 19, März 1927, abend» 7'/, Uhr, Werke von Beethoven und Brahm». Solisten: Professor Arthur Schnabel und Professor Guitav Havemann. Musikaltsche Leitung: Kapellmeister Jascha Horenilein, da« Pdiikarmonische Orchester, Die vier Konzerte kosten im Abonnement S Mark. Einzeichnungslisten liegen au» bei allen Bildungsobleuten der Kreiie und Abteilungen, in den Vorwärlsjpeditionen, in den Bureau« der Verbände, im Allgemeinen Deutschen Beamlenbund, Likdenstr, 42, Hosting,, im Jugendsekretarial. Lindenstr, 3, bei den Funltio- nären der Arbeiterjugend, im Zentralverband der Angestellten(Den. Elch- bach), Belle-Allianee-Straße 7—19, bei den Funktionären des ZdA., bei den Jungsozialiiten, bei den Naturfreunden, im Sprechchor für Proletarische Feierstunden,— Im Großen Schauipielhau« werden drei prolela- rische Feierstunden veranstaltet, Sonntag, den 26, Dezember <2. Weihnastitstag), vormittags II1!, Uhr: Ein Weihnachtsipiel für Sprech. chor und Orchester, mit Mnsit, Gesang und Tanz, Sonntag, den 18. Februar 1927, vormittag« 11'/, Uhr:„Dynnmo", Drama in musikalischen Rhythmen von Friedrich Neubauer. Sonntag, den 19, April 1927, vormiltag« 11'/, Uhr:.An die Erde', Weihejpiei sür Sprechchöre von Bruno Schönlant. HAG Kaffee Hag, der coffeinfreie Bohnenkaffee. kann lungenkranken, die immer zu beschleunigter Herztätigkeit neigen, nicht genug �mpfotilen werden. Prof. Dr. Höllar(Deutsche ftmezeltunffl Schweres Hagelunwetter an der Saar. Unwetter in Frankreich und England.— Erdbeben in Italien. Uebcr Saarbrücken und das obere S a a r t r l ging am Dienstag ein schweres Unwetter nieder. Hagelkörner in der Größe von Kieselsteinen sielen 29 Minuten lang auf die Stadt und aus die Fluren nieder. Viele Fenster wurden zertrümmert und Ziegelsteine von den Dächern gefegt. Die Fernleitungen nach dem Westen sind v o l l st a n d i g z e r st ö r t. Die Obstbäume und Felder wurden stark beschädigt. Auch aus Frankreich, England und Amerika werden große Unwetterschäden gemeldet. In den Argonnen gerieten durch Blitzschlag 39 999 Liter Benzin und 2999 Liter Oel in Brand. In Palermo wurde am Dienstagmorgen ein mehrere Sekunden dauerndes starkes Erdbeben verspürt. Nach kurzem Zwischen- räum folgten zwei weitere Stöße. Am stärksten bebte der Boden aus den L i p a r i s ch e n Inseln. In Catania oerbrachten die Be. wohner die Nacht im Freien._ „Verein roter Hahn." In der Amtsmannschaft Bautzen ist eine sensationelle Brand st iftungsasfäre aufgedeckt worden. Die Ort- schaften Malschwig, Guttau und B a r u t h wurden in den letzten Jahren unaufhörlich von Bränden heimgesucht. Malschwitz zählte unter allen Ortschaften im Reich die meisten Brände. Längst war der Verdacht ausgekommen, daß es sich um eine organisierte Brandstiftung handelt. Auf der Suche nach den Uebeltätcrn stellte sich heraus, daß der Hornist der Ortsfeuerwehr, namens Domaschk, das Niederbrennen älterer Gebäude, Scheunen usw. be- rufsmäßig betrieb und sich dafür Beträge von 199 bis 1999 Mk. auszahlen ließ. Dos Geständnis Domafchks führte zur V e r h a f- t u n g von weiteren acht Personen, darunter Guts-, Gasthofs- und Hofbesitzer, die alle an den systematischen Brandstiftungen be- teiligt sind. Die Brandstrsterei muh sich gut gelohnt haben, denn Herr Domaschk konnte sich ein eigenes Haus bauen. Zu der organi- sterten.Brandstiftung kam es deshalb, weil die Versicherung einen 99 proz, Unterstützungszuschlag beim Wiederaufbau zahlte. Kriminalkommissar Busdorf in Hannover. .Der in letzter Zeit in Verbindung mit der Magdeburger Mord- affäre oft genannte erfolgreiche Berliner Kriminalkommissar Bus- bork ist soeben nach Hannover berufen worden, um an der Auf- kiärung des Doxpelniordcs im D e ist e r g e b i r g e bei Hannaver mitzuhclsen. Der Regierungspräsident in Hannover hat eine B e- lohnüng von 1999 Mark auf die Ergreifung des Täters oder der Täter ausgesetzt._ Ucbcrfuhrung des Binzer Juwclendiebcs. Sleliia. 18. August.(TU.) Der wegen des Juwelendiebstahls in Binz an dem Berliner Schriftsteller Erdmann verhaftete Seemann Otto Frank ist heute in das AmtsgerichtsgefängniD Greifswald übergeführt worden._ Zwei schwere Flngzeugunfällc in England. Ein französisches Passagierflugzeug, das den Dienst zwiichen London und Pari» versieht, ist in der Röhe von Lympne abgestürzt. Eine Person wurde getötet. 14 verletzt.— Ein englisches H e e r e s fl u g z e u g ist auf einem Golfplatz bei Cambridge verunglückt. Der Apparat ging in Flammen auf. Der Führer wurde getötet. Erben gesuchll Am 9. Januar 1922 verstarb in Soerabaia in Riederländisch-Jndien der anscheinend deutsche Reichsange- hörige Wilhelm Reiß, angeblich früherer H e i z e r auf dem deutschen Dampfer„Wismar" unter Hinterlassung eines Bar- Nachlasses von einigen Hundert holländischen Gulden. Etwaige Erb- berechtigte mögen sich unter Einreichung ihrer Legitimation bei der Reichsstelle für Nachlässe und Nachsorschungen im Ausland, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 613, melden. Sinsend»»»«» für diese Rubrik sind Perlt« GW 6«. Liudenstroße 3, parteknachrichten für Groß- Berlin stet»«a da, Bezirkssekretariat. Z. Hos, 1 Trep. recht», zu richten. vezirksvorstanü. Sonnabend, den 21. August, abends 6 Uhr, Sitzung des er- wetterten Bezirksvorstandes im Jugendheim Lindenstraße Z. 2. kreis Ticroartr». Achtunpl Heute, Donnerstag, den 19, August, findet die Dersammluna aller kotnmnnalpolitisch tätigen Genossen und aller der» jenjgen statt, welch« bei der Wayl zum Volksentscheid in den Wahlburcau» ai» Bcisißer oder als Walilleiter tänc: waren. S» wird gebeten, pünktlich tu erscheinen. Die Versammlung beginnt um 8 Uhr bei Beuger, Leoeßow- (kraß« 21. Ecke Iagowstraße. 7, Krei» Gbarlottrnburg. Aibeiterwohlsahrt: ffreitaq. den 20. August, abend» 8 Ubr. findet im Ratbaus, fiimmer 201,«:n« Sitzung aller in der Wohl- fahrtspileg« tätigen Genosstnnen und Genossen statt. Um pünktliches und zablreiche» Grscheinen wird gedeten, 14. krei» Reukälln. Die Pillet!» vom Sommerfest sind umgehend an der Stell« abzurechnen, von der ste entnommen stnd. Frauenveransialluugen: 11«. Abt. Gruna»,(sreitaa. den 90. August, abend» 7H Uhr, gemütliches Bei. lammeniein bei Uthmann. Spielplatz. * Arbeit egcmeinlchaft der Kiuderfreund« Reukill«. Freitag, ben 20. August. abend» 7)4 Ubr, Lelferverlammlung in der Baracke Ganghoferstraße. Um 6)3 Uhr daselbst Borstandssttzung.— Sharlottcnburg: Sonnabend, den 21. August, Glternverfammlung auf unserem Spielplatz, Spandauer Chaussee. Grundstück de» Wasserwerks. Thema:„Unsere Sommerfahrt-. Zungsozialisten, heule. Donnerstag, den 19. August: Rcukill» 17s Der Gruppenabend sällt umständehalber au», lfortletzuna der Arbeitsgemeinschaft Donnerstag, den 26, August, im Seim,— Gharlottenbuig: 7)8 Uhr im Jugendheim Rostnenstr. 4 Besprechung de» Iulihefte«, Zungsozialisten. morgen. Freitag, den 29. August: Pankow: Der Vortrag über.Licuc Kunst" fällt aus. « 5.»bt. Sonntag, ben 22, August, isamilicndusflug nach Schmöckwitz. Trefspunkt wird noch dekanntgegeben. Sport. Rennen zu Grunewald am Mittwoch, den!S. August. 1. Rennen. 1. Diana sOIcjnIt), 2, Landoto(Schröder). 3, Tbalyssa (M Schmidt). Toto: 26:10. Platz: IS, 49. 82: 19, Ferner liesen: Krön- prinz, RoSkilde, Neumärter, Slalhold, Alle« neu, Herbert, Geniu«, Lob- lieb, Silvia. 2. Rennen, t. Pilgerin(O.Schmidt), 2. Brünne(Zebmisch), 3. Florida ltzuguenin). Toto: 36: 19. Platz: 16, S3, 15: 19, Ferner liefen: Saladin, Korea, Reichstag, Dolusion, Flämin. Loisach, Pedelle, DcSdemona. 3. R e n n e n, 1. Jlex(Suguenln), 2 Opponent(Jaekel), 3, Auto- medon(Eiiletn). Toto: 58: 19, Platz: 29, 28, 28: 19. Ferner Uesen Malepartu«, Proipere, Perikle«. Seno«, Mydear, Gradurg, 4, Nennen, 1, Mah-Jonz lü. Varga), ,2. Fockenbach(W, TarraS). S, Salvia(Janke). Toto: 29: 19. Platz: 10, 10: 10. gerner lief Da« Lied. S. Rennen. 1. Euraoao(Hayn«»), 2. Hornbori(W. Tarra«), 3, Her.de Legend«(Wölfs). Toto: 193:10. Platz: 41. 16, 68:10. Ferner Uesen: Mamlaß, Narie«. Walateita, Oberon II, Amana. 6. Rennen l. Geranium(W, Tarra«), 2. Sarifraga(2. Pargo), 3, Maidi-M. Ientzich), Toto: 89:19, Platz: 23, 19, 51: 10. Ferner liefen: Lujilania, Cbinaslor, M'ion, Tuor. 7, Renne n, 1. Oriola(William«), 2, Lissa(O, Tchtnidi), 3, Welduls (M, Jentz'ch), Toto: 147: 19, Platz: 35, 21, 42: 10. Ferner liefen: Piasti/ Fauilinu«, Hexenmeister, Fliegender Fuch«, Fegefeuer, Lederitrumpi, GlaShäger. Tor dt Oumle, Meli», Palma, Karo Bube, Kadewüt, Marciii», VaSIo Weiße Dame. Zwklil'SriiM- Hill! SfeMofst der Mler. Die 2 7. Generalversammlung der Kaste findet gegen» wärtig in Frankfurt a, M, statt. Drei noch lebende Veteranen der vor .59 Jahren erfolgten Gründung der Kaste werden aus Vorschlag des Vorstandes eingeladen, der Tagung als Ehrengäste beizuwohnen. Es sind dies die Genosten Fromm- Dessau, O r b i g- Gießen und F l e i s ch m a n n- Frankfurt a. M. Die Generalversammlung ist von 43 Delegierten und 4 Vorstandsmitgliedein besucht. Als Vorsitzende mit gleichen Rechten werden B a n z ha f- Hamburg und Liepe« Berlin gewählt. Dem von B a n z h a f gegebenen V 0 r st a n d s b e r i ch t ist zu entnehmen, daß die Kaste die Rückschläge der Inflation überwunden hat. Viel böses Blut habe es gemacht, als die Leistungen vom 18- fachen auf das 12sache hcrabgesetz werden mußten. Dielleicht war der erste Satz zu hoch gegriffen, so daß die Kasse bei der einsetzen» den großen Arbeitslosigkeit den Anforderungen nicht gewachsen war, Das sei nicht allein den Hilfskassen so gegangen. Den Kassenbericht gab H u k- Hamburg. Nach der Ein» � führung der Goldwährung betrug das Gesamtvermögen 398 954,59 Mark. Gelang es, im Jahre 1925 einen kleinen Ueberschuß zu erzielen, so brachte das 1. Quartal 1926 wieder eine Mindereinnahme. Aus diesem Grunde'wurden die Leistungen vorübergehend reduziert, inzwischen jedoch wieder erhöht. Die Zahl der Mitglieder betrug am Ende des Jahres 1925 63 167. Die Besserung der Finanzen. hielt an, so daß jetzt ein Bermögensstand von 134 932,24 M. zu vcr» zeichnen ist.. An die Berichte schloß sich eine lebhafte Aussprache. Die von der Reoistonskommission erbetene Entlastung wurde einstimmig ge- geben. � Die Nachmittagssitzung brachte dann den Beginn der großen Auseinandersetzung über die Be rs chmelzung sf rag«. Für den Vorstand sprach H u k- Hamburg. Aus allen Bemühungen fei lediglich der Vertragsentwurs zustande gekommen, der eine V e r s ch m e l, zu ng mit der M e t a l l a r b e i t e r k r a n k e n k a s s e vorsieht. In der Aussprache, an der sich Griese- Charlottenburg, König» Karlsruhe, Liepe- Lichtenberg, Köhler- Neukölln und K u n t e r» mann- Fürth beteiligten, wurde die Frage der Verschmelzung von allen Seiten beleuchtet. Die Fortsetzung der Aussprache wird vertagt, Sozialistische Brbeiterjugenö Hroß-öerlin. Heute, Donnerstag, den 49. August: Schönhauser Vorstadt ll: Gberswolder Str. 10. 3. 11. Vortrag:„Sexuelle Fragen".— Friedenau: Offenbocher Str. 5-, Vortiagl:„Proletärtsch, Dich- tunq",— Schönhauier Vorstadt I: Driescner Str. 22. Dlskussson:„Tages» politik'— Werbebezirk Osten: Dossestr. 22, Wcrbcbczlrksvorlwndssstzung. D-4 Abteilungsleiter ssnd«ingelaben.- Wcrbedezirk«-c»,b«rg: Lindenstr. 3. Wcrbcbezirksvorstandssstzunq.__ Wochenendkursc für unsere Funktionäre und sonstigr lnteressicrte � Genossen finden diesen Sonnabend/Sonntag, 21./2L. August, statt: W 1. für die Weriebezirke Oberspres und Müggelsee in der Jugendherberge ="«lew-köri»: 2. für dir Wcrbcbcztrkc W-bding und Pankow in der Jugendherberge Brieselang: 3, sür den W-rbed-zirk Teltowkanal in der Jugendherberge Zossen, überall mit folgenden Themen: 1. Wesen, Aus. gaben und Geschichte der sozialistischen Augendbcwegung: 2. Auibou der Organisation und praktisch« Arbeit; 3 Der einzelne und die Be- mvgung.— Das ff üf)r er ptoblcm.— Es empfiehlt fidf)« 23Iciittft und Papier, ferner Schlafdecken und Ebgrschirr mitzubringen. Freitag, de» 20. August, abends 7 Uhr. in der Aula Dttttenwalder Str. 36, ffunttionäcDcrfammlimg: Unsere» Herbst- und Winterarbeit. Erschemen aller ffunktionäre ist Pflicht. Ohne Mitgliedsbuch kein Autritt. vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14. ScbasNonssr. 37/3». Hof ,2 Tr. Friedrichshai»: So,, d. 21., 10 Uhr abends. Radfahrerokteilung. küstriner Pl-tz. Fahrt noch Lübbe».-«rcuzberg: Bei der Vor. fassungsseier in der Bockbrauerei ist ein Sommerpaleiot gefunden worden. Ab» zuholen dort beim Oberkellner.— SchZ°ebe-g.F-ied««au: Kameradschaft Rollen- dort: Am So., d. 21.. findet unsere Mitgl.-Vers, bei Treptow, Kyishauscr- straft«, slatt. kam. Dr. Schüftinger spricht über die Frontsoldatenbewegung:« Frankreich. Die Kameroden werden ersucht, zahlreich zu erscheinen.— Treptoiu: Sonntag, b. 22., norm. 10»% Uhr, müssen alle aktiven Kameraden jiit Pflicht- Veranstaltung nach Zeblendorf mit Auto, Abfahrt von der Kicfholz». Ecke Elsen» strafte. Die Kameraden müssen bis 21. bei kam, Adrnan 70 Pf. sür Me Fahrt entrichten,—«dlershof: Do., d. 19,. be: L-Hngut. Sedanstr. 3. Mttgl,.Vrrs. abendo T? Uhr.— Pantow(kreis): Do,, d, 19,. abends 7 Uhr. bei Mee». Berliner Strafte. Ecke Lindenpromenadr,«rmeiterte Borstandssitzung mit dem gesamten Tambouriord». Sonntag, d. 22., Familienausflug nach Hohenneuen- darf. Antreten nachm. Ith Uhr Rordbhf.. Wallonistrvftc, mit Tambourkorp, und Fahnen, Radfahrer tieften sich um 12 Uhr Marktplatz. Spielgeräte und Badrzeu» mitnehmen, Nachrichtendienst ladet«in. Gibt e» reklamelosen Umsatz? Ueder diese zeitgcmLfte Frage wird am Mittwoch. 25. August. HS Uhr. im VDI.-Sau». Friedrich. Ebert-Str. 27, „Pankower Krei» sür Werbrarbeit" gesprochen, Veidand Voirsgesnndheit, Ort-verei» Berlin. Donnerstag. 19. August, 8 Uhr, in der Stliuie Ifslandstr. 9(nahe Iannowiftbrücke), Ritglicdcroersamm- lung. Freitag. 20. August. 7 Uhr, Diskussionsabend der Jugend im Kenn Goftlerstr. 61. Thrma:„Die Kirche und wir". Frcic Aussprache. Gäste herz- lich willkommen. Deutichjer Esperanto-Bund, Ortsgruppe Berlin. Freitag, den 20, Auault. 8 Uhr, Konditorei Dobrin, Kackcichcr Markt, Ucbungsabend. Döste willkommen, Smstasten der Redaktion. 0. G. 78. Erst kochen, dann waschen. Ivellerbericht der ässenlsschen Ivellerdlenslsteile für Berlin.(Nachdr. Verb.) Wechselnde, zeilweise stärkere Bewöllunz mit leichten Regenfällen, Gewliter nicht ausgelchlosjen. Temperaluren wenig verändert.— Für Deuischlandz lln Nordwest- und Milleldeutichland wechselnde Bewölkuilg mit leichten Regenfällen. sonst überall ziemlich heiter, vereinzelt Gewitter, Temperaluren überall wenig oerändert. RMZMLmMDH über den Aufruf und die Einziehung der Rentenbankscheine zu I und 2 Rentenmark mit dem Ausfertigungsdatum 1. November 1923. Mit Genehmigung der Reichsregierung rufen wir hierdurch gemäß§ 21 der Durchführungsbestimmungen vom 31. Januar 1925 zum Gesetz über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen(R.G.B1. II S. 29) die jlentenbanhscheing zu 1 a. 2 flentonniark mit dem Ausfertigungsdatum I. November 1923 zur Einziehung auf. Die aufgerufenen Scheine können bei den öffentlichen Kassen noch bis 39. September 1926 in Zahlung gegeben, bei den Kassen der Reichsbank aber bis 15. Dezember 1926 gegen andere Rentenbankscheine oder gegen gesetzliche Zahlungsraittei umgetauscht werden. Mit Ablauf des 15. Dezember 1926 werden die aufgerufenen Rentenbankscheine kraftlos, und es erlischt damit auch die Umtausch- und Einlösungspflicht der Deutschen Rentenbank. Berlin, den 16. August 1926. Deutsche Rentenbank Lipp Or. Kißler Samrnsieölung tut not! Für großzügige Jnnenkolonisation. Angesichts der herrschenden Krise müssen alle Kräste daran ge� setzt werden, neue Arbeits- und Nerdienstmöglichkciten zu schaffen. Dieses Streben lietz neuerdings wiederholt die Forderung ent- stehen, durch umfassende B a u e r n s i e d l u n g den Arbeits- und Lebensspielraum des deutschen Volkes zu erweitern. Dieser Frage kommt auch nach anderer Richtung eine ungewöhnliche Bedeutung zu. Die deutsche Handel S�politik baut sich noch immer im wesentlichen darauf auf, daß der agrarische Großgrundbesitz einer besonderen Förderung bedürfe. Daher die besonders hohen Schutzzölle auf Getreide und Mehl, die deni arbeitenden Volke die Nahrung verteuern, daher auch die Unnachgiebigkeit deutscher Unter Händler bei den Handelsvcrtragsoerhandlungen, die immer wieder dazu führt, daß der deutschen Industrie der ausländische Markt für ihre Fertigwaren nicht genügend erschlossen wird. Die Führer der Großlondwirtschaft verteidigen ja die Zölle des Weinbaues und des Gartenbaues nur deswegen', weil sie mit deren Herabsetzung früher oder später auch ihre eigene Domäne, den Hoch Schutzzoll auf die wichtigsten Acker früchte bedroht sehen. Gs ist daher von besonderem Wert, zu beobachten, wie die deutsche Wissenschaft in steigendem Maße sich von der Theorie des lückenlosen Hochschutz� olles abwendet. Diese Wandlung in der Meinung der führenden Agrarwissenschafter hat freilich auf die amtliche Wirtschaftspolitik bisher keinerlei Eindruck gemacht. Trotzdem wird die Arbeiterschaft nicht an ihr vorüber- gehen können, schon aus dem Grunde, weil sich die Sch l u ß f o l g e- r u n g e n der modernen Agrarwisienschaft sehr weitgehend mit den Forderungen decken, die die organisierte deutsche Arbeiter- jchaft zu der Agrarpolitik und der Handelspolitik erhoben hat. Jetzt hat der agrarische Sachverständige und frühere Anhänger der Schutzzollbewegung, Professor S e r i n g, im Verlag von Paul Parey ein Buch über„Die deutsche Wirtschaftskrisis* herausgebracht, das sich in außerordentlich interessanter Weise mit den Problemen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und ihren Auswirkungen aus die deutsche Londwirtschast stescltzistigt. Nicht in asten Punkten seiner Beweisführung wird man dein Verfasser zustimmen können. Man wird insbesondere die Frage offen lassen müssen, die Sering als entschieden ansieht und die ihm ein Grundpfeiler seiner für die wirtschastspolitischen Schluß- folgerungen aufgestellten Thesen ist. Sering erklärt nämlich an Hand der von Großagrariern und ihren Interessenvertretungen ver- öfientlichten Buchsllhrungsergebnisse, daß der Großgrundbesitz während der letzten Wirtschastskrise viel schlechter ab- geschnitten ist, als die eigentlich werktätige Landwichschast, nämlich die mittleren und kleineren Bauern. Diese Darstellung wird sicherlich nicht unwidersprochen bleiben. Trotzdem ist sie für den Wirtschaftspolitiker— so paradox es klingen mag— ohne Belang. Denn auf den gleichen Statistiken bauen sich die Forderungen der Großlandwinschaft auf Sic gehen dahin, daß die ganze übrige Bevölkerung für die Aufrechterhaltung Jind Unterstützung des landwirtschaftlichen Großbetriebes eine Sonderabgabe in der Aorm der Brot-, Fleisch- und Milchzölle zu entrichten hat Und mit der Tatsache dieser Forderung, nicht mit ihrer statistischen Begründung hat der Wirtschaftspolitiker zu rechnen. Wenn die deutschen Großagrarier seit 47 Iahren immer wieder die gleiche Forderung erheben, immer wieder das Opfer der Verbraucher für die Stützung des Großgrundbesitze» gebieterisch verlangen, so muß es dem Wirtschastspolitiker gleich fein, wie sie dieses Armutszeugnis begründen und ob nicht diese Begründung vielleicht eine falsche ist. Nach unserer festen lieber- zeugung sind die von der Jnteressenstatistik veröffentlichten Ergeb- nissc der Buchführung in den Großbetrieben unrichtig. Es wäre sonst ganz unerklärlich, daß die Agrarier unausgesetzt bc- hauchen, es gehe ihnen schlecht, sie könnten ihre Steuern und Zinsen nicht zahlen, während sie gleichzeitig große Mittel für ihre reaktiv- närc politische und wirtschaftliche Propaganda und für manche dunkleren Zwecke übrig haben. Es wäre auch unerklärlich, weshalb diese seit anderthalb Mcnschenaltern bestehende„Not" der Agrarier, über die man von Jahr zu Jahr lauter schreit, nicht zu einer Auf- lösung des Großgrundbesitzes geführt hat, sondern ihn iin Gegenteil gefestigt hat. Wer die Großagrarier wollen ja, daß man ihre Beweis- führung anerkennt. Wenn nun Sering diese für richtig hält, trotzdem aber zu Forderungen kommt, die durchaus mit denen der Zlrbeiterschast übereinstimmen, so beweist das nur, daß selbst die Anerkennung der agrarischen Beweisführung nicht die grundsätzliche Richtigkeit unserer Aussassung in Frage stellt Obwohl Sering der Meinung ist. daß der Großgrundbesitz i-. der Krise schlechter abge- schnitten ist wie die kleineren und mittleren Bauern, obwohl er also in diesen(übrigens auch in anderen) Punkten durchaus mit den Ber- tretern der Schutzzollpolitik einig geht, lehnt er auch nach der neuesten Entwicklung der deutschen Landwirtschast den l ü ck e n- losen Zolltarif ab. Er begründet das eingehend mit seiner Schilderung der Entwicklung der deutschen Wirtschastskrise und mit einer sorgfältige» Beobachtung der Vorgänge in der landwirtschast- lichen Produktion und auf dem Nahrungsmittelmarkt. Gegen die Darstellung wären einige Entwendungen zu erheben, die hier nicht interessieren. Nachdem Sering aber die kritischen Zustände im Großgrundbesitz anerkannt hat, kommt er zu dem schon von der klassischen Nationalökonomie vertretenen Schluß, daß nur eine ent- sprechende Verminderung des Großgrundbesitzes zu einer Befreiung von den drückenden Schuldenlosten führen könne. Sering verleugnet dabei keinen Moment seine gesühlsmäßige Zuge- Hörigkeit zu der Gesellschaftsklasse, in deren Dienst seine langjährig- Forscberarbeit gestanden hat. Irogdcm sieht er den Ausweg aus der Krise, wie sie sich ihm darstellt, nur in einer U m o r g a n i s a- t i o n der Landwirtschaft in der Richtung der großzügigen Bauernkolonisation. Wörtlich schreibt er hier: Die deutichen Mittel- und Kleinbauern haben die schwere Agrarkrisis im ganzen siegreich bestanden. Es. gibt Hundert- taufende von Kleingrundbesitzern, welche die Ge- legenheit gern ergreifen würden, um ihren Besitz abzurunden oder zu veräußern, um nnt dem Erlös in den Großgüter- bezirken sich selbständig zu machen. Hunderttausende von Bauernsöhnen und-töchtern sitzen auf dem väterlichen Hos, ohne »oll beschäftigt zu sein. Es fehlt ihnen die früher gegebene Möglich- teit, in der Industrie oder in der bewaffneten Macht ein Unter- kommen zu finden und einen eigenen Hausstand zu begründen. Dieses Heer von gutgeschulten Landwirten gilt es unter sorgfältiger Auswahl auszuheben uich anzusiedeln. Die Jnnenkolonisation ist bisher wesentlich nur unter den Gesichtspunkten der Kräftigung des Volkstums, des Ausgleichs der sozialen Gegensätze und der politischen Sicherung betrieben worden. Zeht gilt es, die deutsche Volkswirtschaft vom Loden her auszurichten, eine Minderung der landwirtschaftlichen Produktion zu verhindern, vielmehr ihre Steigerung herbeizuführen. Soll die volkswirtschaftliche Ausgabe gelingen, so darf man sich nicht daraus beschränken, wie bisher KM'bis 3000 neue Bauernhöfe im Jahr zu begründend Es müssen alljährlich 20 000 bis 30 000 neue selbständige hüse errichtet werden. Dies kann allerdings nur mit umfassender sinanzieller Beihilfe des Reiches und der Länder geschehen. Barmittel sind auch auf den Bauernhöfen kauin zu finden Mancher Vater aber wird bereit fem, eine Goldpsandbriefhypothek auf seinen Hoi eintragen zu lassen, »m dem Sohn oder der Tochter eine Anzahlung zu ermög- fichf Sehr melc kvnue» ihre ansiedlungslustigen Kinder mit lebendem und totem Inventar, das von der Inflationszeit her reichlich vorhanden zu sein pflegt, ausstatten. Der auf das einfachste zu haltende G e h ö f t b a u muß durch Hypotheken aus dem Ertrage der Hauszinssteuer ermöglicht werden. Diese nur init 1 Proz. verzinslichen Hypotheken wurden bisher fast mur für die Erweiterung der schon übermäßig ausgedehnten Städte verwendet. In einem armen Volke aber sollten Häuser der Regel nach nur da errichtet werden, wo zugleich die Gllterproduktion vermehrt werden kann. Ist die Baufrage gelöst, svjtlcibi nur noch das Restkaufgeld für den Boden zu begleichen. Seine Verzinsung wird keine zu großen Schwierigkeiten machen, wenn die Bodenpreise ganz ent- sprechend dem hohen Zinsfuß gesenkt sind. Die erforderlichen Mittel müssen vom Staate, wenn nicht beschafft, so garantiert werden. Nennenswerte Ausfälle sind nach allen Erfahrungen dabei nicht zu erwarten. Außerdem aber müssen einige Freijohre, frei von Zins und Amortisation, frei auch von Steuern des Reichs und der Länder gewährt werden. Ich schätze, daß für die Freijohre ein Auswand von 20 bis 35 Millionen Mark und an Krediten für die Ansicdlung im ganzen jährlich bis lSO Millionen Mark erforderlich sein werden. Die ohne Zwang durchführbare Znnenkolonisation bringt die deutsche Agrarkrisis von ihrer Hauptwurzel her zur Heilung. Indem sie die überlasteten Großbetriebe durch Abstoßen von Land entschuldet oder durch Bauerndön'er«rietzt, beseitigt sie die wichtigste Ursache, welche die Agrarpreise in Deutschland unrentabel machte und weite Flächen in die Gefahr unwirtschaftlicher Extensivierung oder gar Dcvasticrung brachte. Die Errichtung und Ausstattung von 20 000 bis 30 000 Höfen im Jahre wird den Baumorkt be- leben und vielen Arbeitslosen sofort Beschäftigung geben. Die Verdichtung des Landvolkes, die Aufrechterhaltung und Mehrung der landwirtschaftlichen Produktion sichert der In- dustrie dauernd einen großen Absatz, sie festigt den Bau der ganzen Volkswirtscbaft. * Diese Forderungen Se rings scheinen uns wert, einer breiteren Oeffentlichkeit, besonders von Arbeikern, zugänglich gemacht zu werden. Der Kenner des sozialdemokratischen Parteiprogramms und der sozialistischen Agrarbewegung wird deutlich die Z u s a m- menhänge erkennen, die zwischen den hier vorgetragenen Ge- dankengängen und den sozialdemokratischen Forde- rungen und Anträgen im Reichstag bestehen: auch diese sind getragen von dem Wunsche, die landwirtschaftliche Ver- edlüngsproduktion durch die Stärkung eines arbeitsfähigen Bauernstandes zu fördern und zu steigern, ohne dabei den Konsu- menten mehr zu belasten, als es zur Erreichung dieses Volkswirt schaftlich richllgen Zieles notwendig ist. kapitalerhöhvvg der Visconto-Hefellsihast. Die Direktion der Disconto-Gesellschaft wird im Hin- blick auf die zunehmende Ausdehnung ihre« Geschäftsverkehr» zu einer Erhöhung ihres jetzt lOO Mill. Mark betragenden Kom- monditkapitals schreiten und zu diesem Zwecke schon in den nächsten Tagen eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Die Kapitalerhöhung ist mit 35 Mist. Mark in Aussicht ge- nommen, doch sind hiervon nur 25 Mill. Mark für den deutschen Markt bestimmt. 20 Mill. Mark der neuen Anteile sollen den alten Anteilseignern im Verhältnis von 5: 1 zu einem Kurse von 130 Pro- zent zum Bezüge angeboten werden. Don den restlichen 15 Mill. Mark werden 10 Mill. Mark von dem amerikanischen Bankhause D i l l o n R e a d u. E o. in New Aork mit einem vereinbarten Ab- schlage gegen den Tageskurs mit gewisien Sicherungen fest über- nommen. Dem amerikanischen Bankhaus ist eine Option auf weitere 2 Mill. Mark junger?lnteile eingeräumt worden. Die rest- lichen 3 Mill. Mark Anteile bleiben zur Verfügung der Verwaltung, doch ist nicht beabsichtigt, diese Anteile in nächster Zeit an den Markt zu bringen. Durch die Kapitalerhöhung werden nicht nur da» Grund- kapital der Disconto-Gesellschaft eine erheblich« Erhöhung er- fahren, sondern auch die offenen Reserven, welch« heute, ohne Berücksichtigung der offenen Reserven der Norddeutschen Bant und des 21. Schaaffhausenschen Bankvereins, nach Uebernahme der Bank für Thüringen sich auf 30100 000 M. belaufen. Der Ausschwung der Kreditgenossenschaften. Aus dem Reserat des Anwalts Profesior Dr. Stein auf der 03. Gcnossenschaftsiagung des Deutschen Genosscnschostsverbandes über die Ausgaben des Verbandes ging hervor, daß die'Bilanzen bereits für das Jahr 1925 für die Mehrzahl der Genosienschaften eine steigende W i e d c r e r st a r k u n g zeigen. Die Bilanzsummen, die entscheidenden Ziffern für die Geschäststätigkeit der Kreditgenossenschaften, zeigen folgende Ent- wicklung: Gesamtkapital 1913: 2,17 Milliarden Mark, 1924: 0,39 Milliarden Mark. 1925: 0,67 Milliarden Mark. 30. Juni 1926: 0,09 bis 1 Milliarde Mark(geschätzt). Das eigene Vermögen(geschätzte Gutlzaben und Reserven) hat folgenden Entwicklungsgang: 1913: 490 Millionen Mark, 1924: 80 Millionen Mark. 1925: 125 Millionen Mark. 30. Juni 1926: 135 bis 140 Millionen Mark, bei 526 berichtenden Genosienschaften. An Spareinlagen hatten diese Kreditgenosienschasten 1913: 1434 Millionen Mark. 1924: 96 Millionen Mark. 1925: 252 Millionen Mark. 30. Juni 1926: 3 20 Millionen Mark(geschätzt). Die Umsätze allein sind im Jahre 1925 nnt 21 Milliarden Mark der Ziffer im Jahre 1913 mit 22 Milliarden Mark nahezu gleichgekommen. Auch die Bantkredite waren im Jahre 1925 im starken Abbau begriffen. Die Kreditgenossenschaften haben beträchtliche B a n k g u t- haben angesammelt. Bei den genosseisichastlichen Zentralkassen ist die Steigerung der Geschäftstätigkeit gleichermaßen fortgeschritten. Von den 15 berichtenden Zentralkasien haben 10 einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Reichsmark erreicht gegen 4 Millionen im Vorjahre. Eine Zentralkasi« hat die. Bilanzsumme von IX Mil liarden Reichsmark überschritten. Bei den Handelsgenossenschaften ist die Entwicklung nicht so günstig, aber auch bei ihnen ist im Durchschnitt das Eigen- kapital, sind die Umsätze, die Roh- und Reingewinne gewachsen. Beträchtliche Steigerung wiesen die großen Einkaussgenosien- schaften des Handwerks auf, bei den B a u g e n o f f e n- schaften ist ein Wachsen der Reserven und der Geschäftsguthaben festzustellen. In den Genosienschaften des Deutschen Genossenschasisverbandes sind alles in allem 1.3 Millionen Mitglieder organisiert, davon in den Kreditgenossenschaften 1 Million, in den Warengenollenschaften 250 000, de/ Rest entfällt in der Hauptsache aus die Baugenossen. schaflen.__ Ein belgsisch- französisches kohlenabkommen. Zwischen Frankreich und Belgien werden zurzeit Verhandlungen geführt, die ein Abkommen über gegenseitige Kohlenlieserungen zum Ziele haben. Infolge der durch den englischen Bergarbeiterstreik ver. änderten Lag« will man versuchen, einen gewissen Ausgleich zwischen belgischer und französischer Kohle zu erzielen, und zwar wünscht Belgien eine stärkere Einsuhr von Gaskohlen aus Frankreich, wöh- rend Frankreich seinerseits mehr Kohlen� zu Hausbrandzwccken aus Belgien benötigt. In den nächsten Taften wird eine Zusammenkunft der leitenden Persönlichkeiten in dieser Frag« stattfinden, bei der der Modus der Zusammenarbeit festgelegt werden soll, v« Kampf zwischen dem Ehilesalpaler und dem künstlichen Stickstoff. Seil es den Deutschen Haber und Bosch gelungen ist, Stickstoff bzw. Ammoniak oder Ammoniumsulfat aus künstlichem Wege her- zustellen, hat dieser synthetische Stickstoff immer größere Teile des Weltsttckstoffmarktes erobert. Während noch 1913 in sämtlichen Ländern nur 7000 Tonnen Stickstoff künstlich hergestellt wurden, waren es 1923 bereits 320 000 Tonnen, und 1927 wird die Welt- Produktion an künstlichem Stickstoff schätzungsweise 550 000 bis 600 000 Tonnen erreicht haben. Deutschland ist das führende Land in der Herstellung von synthetischem Stickstoff. Seine Produktion kann für das Jahr 1926/27 auf 540 000 Tonnen geschätzt werden, so daß, wenn man die anderweitige Stickstosfer, zeugung hinzurechnet, etwa 600 000 Tonnen Stickstoff in Deutschland erzeugt werden. Davon wurden 1925 fast 3K Millionen Doppelzentner Ammonium- sulfat ausgeführt, d. h. 3�mal soviel als 1924. Demgegenüber nahm nattirlich die Einfuhr von Chilesalpeter beträchtlich ab. Sie betrug 1925 nur noch 24 500 Tonnen gegenüber 950 000 Tonnen 1913. Auch in anderen Ländern ist der Absatz von Chilesalpeter gesunken. Von Juli 1925 bis Juli 1926 wurden etwa 2 Millionen Tonnen Chilesalpeter abgesetzt, d. h. 350 000 Tonnen weniger als ein Jahr zuvor. Diese Zurückdrängung des natürlichen Stickstosses beruht vor allem auf der größeren Billigkeit des synthetischen Stickstoffs. Der Preis für ein Kilogramm des letzteren stellt« sich auf 0,90 bis 1 M., während der natürliche Stickstoff 1,20 bis 1,25 M. tostet. Trotzdem wird der Chilesalpeter nicht völlig vom Weltmarkt verdrängt werden. Einmal, weil er sich besonders gut zur Düngung in trockenen, heißen Kegenden eignet, zum anderen, weil er von den Pflanzen besser ausgenutzt werden kann. Der künstlich« Stickstoff kann im Vergleich mit dem natürlichen nur zu 61 Proz. ausgenutzt werden. Nur ein sehr niedriger Preis für künstlichen Stickstoff könnte diese Vorteile völlig aufheben. Voraussichtlich wird früher oder später ein« Der- ständigung zwischen den Stickstoffproduzenten der Welt über die Absatzmärkte erzielt werden. Allerdings war die im Jahre 1921 an- gebahnte Verständigung noch an dem Widerstand der chilenischen Produzenten gescheitert._ Reichsbank. Der Ausweis der Reichsbank vom 14. August er> gibt, daß die gesamte Kapitalsanlage der Bank nur um 15,6 Millionen Reichsmark aus 1208,7 Millionen Reichsmark a b- genommen hat. Dagegen oermehrten sich die fremden Gelder der Bank um 102,5 Millionen auf 703 Millionen Mark. Die Bs- stände an Gold und deckungsfähigen Devisen zeigen eine Verwinde- rung um 81 Millionen Mark auf 1898,4 Millionen Mark. Don dieser Verminderung seien die Goldbestände nicht betroffen, die sogar ein« geringfügige Zunahme von 45 000 Reichsmark aufweisen. Die Deckung der Noten durch Gold allein erhöhte sich von 50,2 Proz. am Ende der Vorwoche aus 52,2 Proz., die Deckung durch Gold und deckungsfähige Devisen zusammen ging dagegen von 66,6 Proz. auf 66,3 Proz. zurück. Auslandscmteih« de» Deutschen Sparkassen- und Giro- Verbandes. Nachdem die Beratungsstelle für Auslondskredite beim Reichsfinanzminsiterium den Plan befürwortet hat, hat der Deutsch« Sparkassen- und Giro-Berband vorbehaltlich der staatlichen Gcnehmi- gung den zweiten Teil seiner Auslandsanleihe im Betrage von 8 Millionen Dollar mit dem Banthause Harri» Fordes and Co.. New Pork, abgeschlossen. Der Uebernahmepreis für diesen zweiten Teil der Anleihe stellt sich auf 93l4 Proz. gegen 90 Proz. de« ersten Teiles der Auslandsanleihe. Dies« Verbesserung des Uebernahme- kurses soll jedoch allen an der Auslandsanleihe des Deutschen Spar- tassen- und Giro-Verbandes(erster und zweiter Teil) beteiligten Kommunaloerbönden im Verhältnis ihrer Beteiligung zufließen. An der Ausländsanleihe sind 188 Städte, Landgemeinden und Zweck- verbände beteiligt. werden die Nahrungsmittelzölle vom Zuland oder vom Ausland getragen? Bei den Zallcrhöhungen werden die Verbraucher vo» den Regierungen vielfach mit dem Hinweis vertröstet, daß die Zoll- belastung gar nicht oder bloß zum Teil von ihnen getragen werden muß, während im Übrigen die ausländsichen Der/äufer die Zölle selbst zu tragen hätten. Solche oersänglichen Behauptungen können freilich nur aus Grund eingehender Untersuchungen entkräftet werden. In bezug auf den schweizerischen Zolltarif unternahm Dr. A. Reichlin in seiner Arbeit über die Wcrtzollbelastung der schweizerischen Einfuhr, zu zeigen, daß in der schweizerischen Einsuhr von Nahrungs- mittel» nur in wenigen Ausnahmefällen eine Ueberwälzung aus das Ausland bzw. eine nicht volle Auswirkung auf den schweizerischen Konsum erfolge. Er gelangt zu dem Schluß, daß die Nahrungs- mittel der schweizerischen Bevölkerung durch die geltenden Zölle bei gleicher Preislage wie 1923 um 10 bis 12 Prozent ver- t e u e r t werden. Auch sucht er die mittelbaren Zollwirkungen. die ebenfalls zu Preissteigerungen führen, darzustellen. So sühren z. B. die hohen Zölle auf Vieh und Flesich zur Verteuerung der Milch— in dem Milchland Schweiz hat man die höchsten Milch- preise— indem die Landwirte statt Milch lieber Vieh und Fleisch produzieren. Der amtliche Bericht der schweizerischen Regierung trachtete diese Darstellung zu entkräften und zu beweisen, daß die Belastung der Konsumenten durch die Nahrungsmittelzglle im all- gemeinen nur 11 Prozent, unter Berücksichttgung besonderer Um- stände jedoch, welche die Ueberwälzung des Zolles aus das Ausland bewirken,„nur" 8 Prozent beträgt. Dr. Reichlin zeigt nun im letzten Heft der Zeitschrift für schwehzerische Statistik und Volkswirt- fchaft, daß dieser Gegenbeweis vollkommen unrichtig sei und nur bestätige, daß Regierungen in Zollsragen vollkommen Partei sind. Es ist daher erwünscht, daß die Frage der Zollüberwähzung von un- abhängigen Wirtschajtswissenschastlern untersucht würde. Aus der Berliner Metallindustrie. Anläßlich des Geschäfts- berichts der Esiengießerei A.-G. vorm. Keyling u. Thomas wiesen wir daraus hin, daß die Firmit in den Zeiten der Wirtschaftskrise nicht genug darauf bedacht war, ihren Bettieb rattonell zu ge- stalten. Dies« Gesellschast hat neue Angliedentngen vorgenommen und dadurch sehr große Verluste gehabt. Wie berechtigt diese Kritik sit, geht daraus hervor, daß ihre wesentlichst« Konkurrenz, die zum ÄEG.-Konzern gehörende Härtung A.-G. Berlin-Lichten- berg, durch Anschaffung arbeitsparender Maschinen und Einrich- tungen, die neben wesentlicher Verbesserung der Qualität eine erheb- liche Senkung der Gestehungskosten ermöglichten, einen Rein- gewinn von 182 140 M. auf das Aktienkapital von 3 Millio- nen erzielte und daraus eine Dividende vom 6 Proz. zur Verteilung bringt. Das Unternehmen hat sich mit der landwirtschaftliche Ma- schinen herstellenden Eyth Lesser Maschinenfabrik A.-G., an der es beteiligt war, fusioniert.— Die ersten Monate des neuen Geschäfts- jahres litten, nach den Mitteilungen in der Generalversammlung, durch schwachen Absatz in Landmaschinen und durch geringe Beschäftigung in der Maschinenindustrie. Neuerdings Hot sich das Geschäft belebt, so daß die Gießerei ausreichend mit Auf- trägen oersehen ist. Bekämpfung der Forstschädlinge mit Flugzeugen. Im vorigen Jahr hat die Chemisch« Fabrik E. Merck-Darmstadt in Gemeinschaft mit der Iunkers-Flugzeugwerke A.-G., Dessau, umfangreich« Der- suche mit Erfolg durchgeiührt, und zwar wurde das bereits aus dem Weinbau bekannte Mittel Esturmit mst Hilfe eines besonders konstruierten Verteilungsapparates auf die Wälder ver- streut. Nachdem Merck-Iunkers bereits für die preußische Regierung und die Regierung Mecklenburg-Strelift größere Auf- träge auf mehreren tausend Hektar Waldbestand mit zufrieden- stellendem Erfolg in diesem Jahre erledigt hoben, hat auch die bayerische Regierung der Firmengruppe mehrer« Austräge erteiv. Wiederausnahme der Verhandlungen über den Verkauf de» sranzösischen Zündholzmonopols. Wie aus Paris gemeldet wird, ist man neuerdings dem von dem schwedischen Zündholztrust gemachten Angebot auf Uebernahme des französischen Zündholzmonopols wieder nähergetreten. Bekanntlich hatte der schwedische Trust bereits während der Ministerschaft Caillaur ein solches Angebot gemocht. das dann infolge des Wechsels der Minssterien nicht weiter verfolgt worden ist._______ Unterhaltung unö �Vilsen Die Uhr. Don George» Maureoer t. Macht Euch nicht lächerlich mit Euren Behauptungen! Paris soll schlaff und entnervt sein? Paris bleibt Paris, das Substrat oller Tugenden und aller Laster, alles Häßlichen und alles Schönen, oller Schande und allen Heldentums!... Nur muß man da» olles zu entdecken wissen! Es ist eine harte Arbeit, aber sie lohnt! Ich kann da etwas mitreden, meine lieben Freunde! Ich habe Rezon- oille, Gravelotte und Orleans mitgemacht, habe die Kommune de- kämpft! Alle im Klub wußten, daß das beste Mittel, au» dem alten Soldaten eine Geschichte herauszulocken, war, ihn seinen Betrach- tungen zu überlasten. Auch diesmal gelang der Trick. .Paris entnerot, schlaff, Paris!" knurrte er leise vor sich hin... Ich möchte Euch mal sehen, Euch allesamt!-- Als es sich für die Bersailler darum handelte, Paris zurückzunehmen, Paris!... Viertel für Viertel!... Straße für Straße... Hau» für Haus... Da hättet Ihr sehen können, ob Paris entnervt ist, wie Ihr sagt... Und wenn nur Männer gegen uns gewesen wären, das wäre noch angegangen... Es war schon sehr schlimm, daß man gegen seine eigenen Landsleute feuern mußt«, nachdem man es sechs Monate gegen die Preußen getan hatte... ober es gab da auch Greise, Frauen und mutige Mädchen,— Kinder! Wenn ich Rheumatismus im linken Arm habe, so verdank« ich da» einer schönen Teufelin von Mädchen, die mit wehenden Haaren, wogen- dem Busen— mein Schnurrbart gefiel ihr— eine drollige Geschichte übrigens, die ich Euch einmal erzählen muß— mir von einer Barrikade einen Chastepotschuß> in die Schulter jagte— Sogar Kinder waren dabei. Ja, hört mir zu und sagt mir, ob Euch das nicht einen weihevollen Begriff von herzzerreißendem Helden- tum gibt, das man an jeder Straßenecke in diesen Tagen des oer- fluchten Aufruhr» entdecken konnte!... Es war am Donnerstag. den 26. Mai-- zwei Tage, bevor ich von der Amazone, von der ich eben sprach, verwundet wurde. Ich war damals Kapitän im ü. Regiment, Korps Elinchant. Die Rue de Rivol! war kaum wiedergewonnen, mit welchen Anstrengungen, weiß Gott allein!... Ich habe da an der Rue de l'Oratoire du Louvr« einen meiner besten Freunde, den Leutnant Medard, gelösten, der wie ein Löwe den ganzen Feldzug gekämpft hat, ohne daß ihm das Geringste widerfahren ist, und den eine dumme Kugel, als er auf einer Barri- kad« die Fahne hißte, sofort niederstreckte. Es handelte sich für un» darum, bis zu den Places von Chäteau d'Eau und la Bastille vor- zudringen, um die Kommunarden mit Hilfe der Korps Ladmirault, Eissey und Dinoy in die Stadtviertel von Bellevill« und Menil- montaut zurückzudrängen. Auf dem Plan ist da» olles ein Kinder- spiel, aber in Wirklichkeit war e» die Hölle. Die Kräfte de» 5. Korps mußten eine ähnliche Aktion im Z. Arrondisfemenl in den engen, verfallenen Gasten de» alten Pari» ausführen, in den Straßen Saint Martin, Beaubourg, du Temple, de» Areluve», Bielle du Temple usw. Wahre Mördergruben, besonders damals... Meine Kompagnie hatte Befehl, die Rue du Temple zu re>- nigen, einen Schlupfwinkel der Aufftändischen... Barrikaden all« hundert Meter, an allen Ecken der Straßen, die wir stürmen oder mit dem Bajonett eine nach der anderen ausheben muhten. Di« Soldaten durchsuchten alle Häuser, die nicht ihre Türen und Fenster offen stehen hatten... Schwarzes Pulver an den Händen, mili- tärifche Abzeichen genügten, um die Leute allesamt zu verurteilen. Furchtbar! Di« meisten starben bewunderungswürdig... Ein Lächeln auf den Lippen stellten sie sich selbst an die Mauer, ent- bläßten die Brust... Rrrranl Und man ging wtiter. Mir hatten die Barrikade der Rue Montmorency und Chapon heruntergerissen. Die Insurgenten hatten sich am Square du Temple zusammengezogen. Es war 2 Uhr nachmittags, die Sonne brannte heiß. Ich erinnere mich noch, uns rann der Schweiß über die Gesichter. Um uns einen Augenblick auszuruhen, und einen Bisten zu genießen, machten wir hinter der Barrikade in der Rue Ehapon halt. Aus den Rachbarstraßen hörte man feuern. Der Ort, an dem wir uns befanden, schien relativ ruhig, ober wir waren auf unserer Hut— und die Gewehre waren geladen. Plöjzlich sahen wir im Laufschritt den Posten, der die Straßen Pastourelle und Gravilliers bewachen sollte, heraneilen. .Achtung, Herr Hauptmann! Eine Bande kommt au» der Rue Pastourelles!" Ich befahl meinen Leuten, sich hinter der Barrikade still zu verhalten und die Ereignisse abzuwarten. Ich erklettert« die Barrikade, die in der Eile au» Pflastersteinen, Matratzen und Wagenteilen errichtet worden war, faßte Posten hinter einer Schießscharte zwischen zwei Steinen und einer Matratze und wartete... Ein Bengel von fünfzehn Iahren erschien an der Ecke der Rue Pastourelle. Er trug ein Käppi der Nationolgarde, und seine blaue Bluse war von einem roten Gürtel gehalten, in dem ein Revolver und ein Säbelbajonett steckte..., In der Hand trug er ein Gewehr. Die Straße, die mit Leichen und Kommunarden bedeckt war, erschien ruhig.... Da» lieh ihn zweifello» glauben, daß die Barrikade verlosten wäre und daß wir durch die Rue Montmorency oder Haudriettes abgerückt seien. Er gab ein Zeichen, und ich sah plötzlich etwa fünfzig Insur- genten auftauchen.... Sie hielten eine kurze Beratung ab, dann stürmte der Junge vor. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er voller Sorglosigkeit auf die Barrikade losstürmte, ganz stolz über seine Bedeutung. Meine Leute warteten dahinter, die Hand an die Flinten gelegt.... Ich winkte ihnen mit der Hand ab und gebot ihnen mit einem Augen- blinzeln Ruhe. In zwei Sätzen hotte der Bengel die Barrikade erklettert— Und blieb wie versteinert stehen, als er uns bemerkte.... .Schrei nicht, oder du bist de» Todes!" Ich machte mir seinen Schreck zunutze, ergriff ihn an einem Fuß und warf ihn hinter die Bgrrikad« zu meinen Leuten. Aber— bevor man ihn noch daran hindern konnte, sprang er auf und schrie, die Hände al» Sprachrohr benutzend, au» Leibeskräften: ..Zurück! Feinde!" Und während die Soldaten die Barrikade erkletterten, waren dle Kommunarden verschwunden, gerettet durch den infamen Bengel. Zwei Männer hatten ihn entwaffnet und hielten Ihn fest. Er war der Typ«ine» Pariser Gassenjungen, blond, sommersprossig, mit Stupsnase und frechem hellen Blick! Er spöttelte in seinem Vorstadtjargon:. „O weh, o weh! Welch Pech!... Ich wollte gerade nach Pause laufen!,,, Ich wohne hier nebenan in der Saint Avoye- 111' .So, du wolltest nach Hause, du Bengcl?" sagte ich zu ihm. .Was wolltest du denn dort damit anfangen?" Ich zeigte dabei auf seine kriegerische Ausrüstung: Revolver, Säbel, Gewehr... .Ach, wissen Sie,� Herr Hauptmann." erwiderte er scherzend, .manchmal kommt man in schlechte Gesellschaft!" .Dein Fall liegt ganz klar!" sagte ich, um zu Ende zu kommen, .rasch an die Wand!..." Schlecht maskiert! Die Befehle lauteten ausdrücklich: Jeder Aufständische, der bewaffnet angetroffen wurde, muß sofort erschossen werden. Meine Leute zielten schon... da wandte der Bengel sich zu mir: .Hören Sie, Herr Hauptmann, es ist wirklich kein Schwindel, was ich Ihnen da sage. Ich wollte gern nach Hause, hier ist der Beweis..." Und er zieht au» seiner Tasche eine alte silberne Uhr, die in Papier, eingewickelt ist. „Es ist die Uhr meiner Mutter, sie ist hier nebenan Portier- fvau... Sie hat sie bei dem Uhrmacher in der Rue Portefoin zur Reparatur gehabt, und ich habe sie ihr eben abgeholt... Dorf ich sie ihr noch bringen?.. In zwei Minuten bin ich wieder da." ,D>u kannst mich meinen Kopf tosten. Junge..." „Ich schwör««, Ihnen Herr Hauptmann, ich komme gleich wieder." „Du willst mir hier Märchen erzählen! Deine Mutter läßt dich doch nicht wiederkommen." „Aber denken Sie denn, daß ich ihr etwas davon sage?" Verdammter Bengel!.. Er schien aufrichtig zu sein, und ein Mitleid stieg in mir auf... So jung und sterben!.. „Also," sagt« ich, ganz sicher, daß ich ihn nicht wiedersehen würde,.erledige da» noch und komme dann wieder.., Marsch, aber rasch!" „Ich danke Ihnen. Herr Hauptmann..." Und er lief wie ein Besessener in die Saint Avoyegafse. „Sie haben Unrecht getan, Herr Hauptmann!" sagt««in Leutnant zu mir,„diese Bengel sind oft gefährlicher als Männer. Das muß man im Keim ersticken..." „Aber mein Lieber, etwas mehr Menschlichkeit, zmn Teufel!.. In diesem Alter hat man noch kein« Verantwortung... Weiß er denn überhaupt, was er tut? Wir müssen weiter, vorwärts!" Di« Soldaten rafften ihre Sachen zusammen und machten sich zum Abmarsch bereit... „Hier bin ich. Herr Hauptmann, hier bin ich! Hat man mich vergessen?.. Ich bitte um Verzeihung, man ließ mich nicht gleich wieder fort." Ich wandt« mich um... Er stand vor mir, der unglücklich« Bengel, ganz rot im Gesicht, offen und aufrichtig. „Hier bin ich!" Ich ging zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter. Er glaubte zweifellos, daß ich ihm das Gesicht fortdrehen wollte, um ihn von rückwärt» zu erschießen. Er sah mich vorwurfsvoll an, Tränen standen an seinen Wimpern. „O. Herr Hauptmann ich habe kein« Angst." „Ich weiß es. du Lump, ich weiß es!" Ich stieß ihn vor mir her und gab ihm einen ordentlichen Tritt. „Laß dich wo anders herunterschießen. Marsch, fort, aber so rasch du laufen kannst." Und diesmal ging er langsam, ohne sich zu beeilen, die Hände in den Taschen, sah sich hin und wieder nach mir um, und fragte sich wohl, was es bedeuten sollte, alle diese Ungerechtigkeiten und falschen Rechtsbegriff«. O du Leonida» der Straß«, Held der Gossel Di« Zukunft, meine Herren, wird dem gehören, der dies« Herr- lichen, mehr unwissenden als schlechten Kräfte zu nutzen versteht." lBerechligt« U»blrsl»una von Alle« N e u m a n n.) INehr Süßigkeiten! In Amerika hat die Vereinigung der Kon- sekthersteller eine Million Dollar für einen Propagandafeldzug aus- geworfen, der die amerikanifche Nation auffordern soll, mehr Süßig- ketten, Konfekt, Pralinees, Schokolade usw. zu vertilgen. Die Fabri- kanten beabsichtigen, Gutachten von medizinischen Autoritäten ins Feld zu führen, aus denen hervorgeht, daß der Genuß solcher Dinge für die Gesundheit außerordentlich nützlich ist. Uebrigen? haben die Amerikaner schon bis jetzt keinen geringen Konsum an Konfekt ge- habt: der Betrag, der im Jahre 1925 hierfür ausgegeben wurde, wird auf 7S0 Millionen Dollar geschätzt, veklage ües vorwärts Die �Riesenörachen" Ostindiens. Die Gerüchte, daß es in Holläl.disch-Ostindien riesige.Drachen" gäbe, haben vor dem Kriege großes Aufsehen und noch mehr Un- gloubigleii hervorgerufen. Die Möglichkeit des Vorhandenseins solcher Riesenrepiilien konnte auch von der Wissenschaft nicht geleug- net werden, denn es gab in der Urzeit Eidechsen von W und 30 Fuß Länge, und ihre kleineren Nachkommen leben noch heute. Die „Kabra Goya" von Ceylon und der sogenannte gestreifte Monitor von Ostindien erreichen beide eine Länge von 9 Fuß, und ein Exemplar der legieren Gattung von 7 Fuß 7 Zoll Länge befindet sich im Londoner Zoologischen Garten. Aber selbst der gestreifte Monitor ist unbedeutend im Vergleich zu der Rieseneidechfe derselben Familie, die bis 1912 nur einigen wenigen Zoologen bekannt war. Die Gerüchte von einer Drachenart, die in Höhlen im Innern der Insel Komodo im Malaiischen Archipel leben sollte, wurde 1912 durch einen nüchternen Bericht bestätigt, den der holländische Natur. forscher Ouwens in der Zeitschrift des Botanischen Gartens von Buitenzorg auf Java veröffentlichte. Komodo ist ein sehr dünn bevölkertes, baumloses Felseneiland, das zwischen den größeren Inseln Flores und Sumbawa liegt. Es ist von den größeren Inseln durch zwei sehr gefährliche Meeresstraßen getrennt, durch die die Gezeiten zweimal täglich mit gewaltiger Schnelligkeit rasen. Do es hier keinen guten Landungsplatz gibt, so wurde die Insel nur selten besucht, und die Drachen, die bis 30 Fuß lang und sehr gefährlich sein sollten, blieben lange eine Mär. Ouwens gab eine einfache Er- zählung von Tatsachen. Zwei Holländer, einer von ihnen ein Be- amter von Flores, hatten Komodo besucht, zwei kleine Drachen ge- schössen und das Vorhandensein viel größerer Exemplare festgestellt. Ein japanischer Sammler hatte dann ein 9 Fuß langes Tier getötet und zwei Junge, wenig über 3 Fuß lang, mitgebracht, die In der Gefangenschaft bis zu 8 Fuß heranwuchsen. Di«.Haut de» ge- töteten Tieres wurde nach dem Naturhistorischen Museum von Leyden geschickt. Ouwens nannte diese neue Art, die zu der Eidechsen- samilie der Waranen gehört,.Varanus komodensis". Der Krieg lenkte die Aufmerksamkeit von diesem Drachengeschlecht ab. Nunmehr hat aber eine amerikanische wissenschaftlich« Expedition die Riesendrachen der Insel Komodo genau erforscht und nach einem Bericht der.Times" die Angaben von Ouwens bestätigt. Man hat mehrere Exemplare von 13 Fuß Länge erlegt: Tiere von 20 Fuß Länge gesehen und über ihre Lebensweise reiches Material ge> sammelt. Daß die größten Exemplare nicht geschossen werden konnten, liegt daran, daß die Eingeborenen den Jägern jede Hilfe verweigerten. Man fürchtet nämlich die ungeheure Kraft und Wut dieser Tiere, die imstande sind, die halbwilden Pferde der Insel zu töten und zuweilen mehrer« zusammen Wildeber besiegen. Ihre langen gelben Zungen, die gezackten Kämme auf ihren Rücken und Schwänzen, ihre Gewohnheit, sich des Nachts in Höhlen und Löcher zurückzuziehen, stimmen durchaus mit den mittelalterlichen Berichten über die Erscheinung und Gewohnheiten der Drachen überein. Alle Eidechsen der Waranensamilie sind gefährlich, auch wenn sie viel kleiner sind. Sie benutzen ihre kräftigen Schwänze ol» Waffe, um andere Tiere zu sangen, und können mit einem Schlag leicht einem Menschen die Beine zerbrechen. Sie sind sehr schnell, und ihr Biß ist furchtbar: außerdem gebrauchen sie ihre gefährlichen Klauen. Jäger, die diese Tier« kennen, stimmen darin überein, daß man leichter ein Krokodil als solch eine Eidechse fangen kann. Monitorechsen von 4 Fuß Länge verschlucken mehrere Ratten ganz, und die Komododrachen werden durch ihre Stärke und ihre Gier dem Großwild gefährlich. Während des Krieges besuchten zwei deutsche Sammler Komodo auf einem malaiischen Segelboot und hatten das Glück, einen 10 Fuß langen Drachen zu erlegen. Aber als sie das Ungeheuer an Bord des Schiffes gebracht hatten, wurde es wieder lebendig, zerriß seine Fesseln, brachte das Boot zum Kentern, so daß die Insassen fast ertrunken wären, und verschwand im Meer. Da man fürchtet, daß man nach dem Bekanntwerden dieser Drachen- ort ihre Ausrottung als einen gefährlichen Sport betreiben könnte, will die holländische Regierung die Tiere, die nur auf der kleinen Insel Komodo und auf Labuan Batjo, dem westlichen Ausläufer von Flores, vorkommen, unter Schutz stellen, um diese letzten Nach- kommen der vorsintflutlichen Drachen zu erhalten. Vanölungen öee Klimas. Die letzten Jahr« und sogar Jahrzehnte haben ein« so starte Verschiebung der warmen Sommer und der kalten Winter gezeigt, daß man bisweilen«in« vollkommen« Veränderung unseres Klimas onnehmen konnte. Der schwedische Astronom Soant« Arrhe« n i u s vertritt in seinem Buch«„Erd: und Weltall" die Meinung, daß dies« Wandlung des Klimas durch die Schwankungen de» Kohlen- äuregehalts der Luft hervorgerufen werden. Dies« Schwankungen ind vor allem während starker vulkanischer Zeiten eingetreten, weil a die Gasmosten, die aus dem Erdinnern kommen, hauptsächlich aus Wasserdampf und Kohlensäure bestehen. Auch die Geologen teilen die Ansicht, daß das Klima durch das Freiwerden enormer Gasmasten in vulkanischen Epochen wärmer gewesen sei. Das Kohlensäuregas besitzt die Eigenschaft, die Wärmestrahlung entweder zu verschlucken oder zurückzuwerfen: es läßt sie also nicht in den Aether entweichen. Andererseits läßt es die Lichtstrahlen durch, ohne sich zu erwärmen. Di« Kohlensäure und der Wasterdampf lasten die Lichtstrahlen der Sonne ungeschwächt auf die Erde gelangen, ober nicht die von der erwärmten Erde ausgehenden Wärmeftrohlen tn den Luftraum hin» ausgehen. Arrheniuv hat nun berechnet, daß ein Verschwinden der ge- ringen Kohlensäurebeimengung der Luft«in« Erniedrigung der Tem» peratur auf der Erde um etwa 21 Grad bedeuten würde. Di« mittlere Temperatur würde dann aus 9 Grad Kälte herabsinken. Di« Folge davon wäre ein« solche Verminderung des Wasterdampf«» in der Luft, daß der wesentliche Wärmeschutz der Erde verschwinden und damit die Abkühlung der Erde bis auf 40 Grad Kälte sinken würde. Je nach der l&ermehrung oder Verringerung der Kohlensäure- menge in der Luft gehen wir demnach kälteren oder wärmeren Zeiten entgegen. Bei der Annäherung einer tropischen Zeit würde sich wahrscheinlich ein« starke Wolkenschicht über der Erde lagern, die die Sonnenwärm« in den oberen Luftschichten zurückhielte, so daß auf dem Erdboden eine starke Luftbewegung vorhanden wäre. Nach Arrhenius sprechen manche Anzeichen für«ine Zunahme des Kohlensäuregehalis der Lust in der letzten Zeit. Es zeigt sich aber, daß dieser Kohlensäuregehalt über dem Meere um 10 Proz. geringer ist als über dem Festland«. Da» Meer verbraucht mehr Kohlen- säure, hat also früher mit einer Luft in Berührung gestanden, die ärmer an Kohlensäure war. Demnach scheint das Klima in West- europa wohl etwas wärmer zu werden, weil es mehr Seeklima wird. Di« Gletscherbildungen in den Alpen gehen in der Tat fast olle zurück, und auf Spitzbergen und der Bäreninsel wurde in den letzten Iahren ebenfalls ein bedeutender Rückgang der Gletscherbildungen beobachtet. Sicher würde die augenblicklich anscheinend vorhanden« Zunahme der Kohlensäur« menge der Lust sich bemerkbar machen, wenn nicht da» Meer so viel davon verbraucht«. Auch die Zerlegung der Kohlensäure der Luft durch die Pflan.zen reguliert diese Aende- rung sehr stark, so daß ganz wesentliche Wandlungen des Klimas einstweilen noch nicht bevorstehen dürften. Immerhin ist nach Arrhe- niu» die Annahm« nicht von der Hand zu weisen, daß in den kommenden Jahrzehnten die Winter etwa, wärmer, die Sommer etwas kälter werden, I r Tbealer iudilfiiicfe | EtW....... Staats-Uieater Opernhaus a. Platz d.Republ. «Vi U.; Lohengrin Schauspielhaus 8: Kyrltz• Pyritz Schiller-Theater Geschlossen viMlliZ! Ttiiater Norden T0334— 38 Cnhpiildinlrt'm Rahneri 8'/4 Unr Vnrletzle Woche! Max Adalbert Bas 8kel Sommerpreise Die Komodie Bismarck 2414, 7516 8'/. Uhr UiBiselMiD Preise; 2, 4, t> Mk, Komische Oper S'/e Dir- James Klein 8'/, Die große Revue Berlin ohne Hemd! Allabendlich 9 30 Uhr Die sensationelle Einlage; Satans Brautnacbt! lieber 200 Mitwirkende! Berliner IHeaier Gescnloss. Fieitag 7V« U zum 1. Male. Pftft AmerfiHa SCAtA Lützow 7657 Thgiich 8 Uhr: Singers Midgets Revue u. „Toto" Thenier HOiihifiraiz.«r. Tchasenheid�UO 8 Uhr; 9er Garten[den HomOdieniunt Tel.: Norden 6304 Letzte Vorstellg I 8 Uhr: Drei Mädel von heute Opmttem« nans May Theater des Westens Telifni: Stiinpl. 931 Täglich 8 Uhr: Die Revue Der Zug nadi dem Westen Varvnkiut gsinihrtniter Theaterkasse, Wertheim etc. Residenz- meoi. 8-, Uhr: Das soidece Kalb Marl n Ketlner Deutsches (Onstt.-Theaier Tägl. VI, Uhr: Der Nobelpreis Komidie v-HjalmarBergmao Th.«.HurfllritendamiTi Täglich 8 Uhr: Yvonne 7H4n i. NtidhitdHrbm Inik r. Hugo Hirsch GibnzeDder MWgt-WßlZli! Enrico Raslelli— Cito Reuller Frfedenspreise!— Rauchen gestattet! jWM Es empfiehlt sich, rcchtlcitig ßiilettezu lösen! T«�L 8'/- mir 1 Theater im fifimiralsealast Nene Haller-Bevne An und Aus Preise von 2—16 Mark Cigaretten REEMTSMA SASCHA (5 Pf.) Deultdier Metallarbeiter-VerbaDd. Verwaltungsstelle Berlin. Ken RoDtgrn zur Rochricht, datz unser Kollege, der Anschläger flugo Zernicke ont 14. August gestorben ist. Die Beerdigung findet am Bonners- tag, 19 August, nachm. Z Uhr. aus dem Thomas- Kirchhof in Neukölln. Hermannstraße I7S, statt. der Ferner starb unser Kollege, Werkzeugmacher Gnstav ßarzmana Landsberger Allee 4, am 16. August. Die Einäscherung findet am Sonn- abend, 21. August, nachm. 4 Uhr, im Kremalorium(sterichtstraße. statt, Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Örlsoecntalfnag. Kennen» Karlshorst Donnerstag, den 19. August nachmittags 3 Uhr Woreo-JagdreDnen. WIM I Reichshallen-Theater Sleidner sanger Ken: Singende Bäume Ankann 8 Uhr Preise 00 PI. Us 2.50 Sonnlag 29. 8.: Erste nadiniittigs-Vontellgiig zu halben Preisen' DönllOll-BrettT. Saal und Garten: Varleti— Konzert— Tanz Tabake: Aus Insgesamt 32 verschiedenen Provenlenzen gemischt M azedonische Höhengewächse aus den Distrikten Cavalla und Seres mit Samsoun und Smyrna, Verpackung: Patentierte Schiebeschachteln bis ru 20 Stck. Inhalt Kartons bis 100 Stück Inhalt Geschmack: Extrem mild und duftig aromatisch. MundstGck: Mit Coldbelag und ohne Mundstück. Format; Dick, hochovat Preis; 5 Pf. Brand: Reiche Duftentwicklung und sehr sparsam im Verbrauch. Oantsngung. Für die vielen Leweise herzlicher Teilnahme anläßlich des plöhlichen Hinscheidens meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Robert Tbomss sagen wir allen Derwandten, Freunden und Bekannten, den Kollegen oom Statistischen Amt, den Genossen der 16. Abt, den Bsrbandskollegen und den Mitgl. der 263. Wohls.-Koinmis- sion sowie den Mielern des Hauses und insbesondere dem Redner Herrn Dr. Christiani unseren innigsten Dank. Ww. Emma Thomas u. Kinder. �'m�Merda-Seife- Gewtmiauszog S. Klais» 27. Prtubilch-Eüddculsch« Klassen. Lotterie. Ohne Dewähr Nachdruck verboten Zlus jede gezogen» Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gesallen, und zwar je einer aus die Los» gleicher Rummer io den beiden Abteilungen I und ll 7. Ziehungstag 17. August lstSij. nachmittags La der Nachmiilagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 25000 M. 13762 2 Gewinne zu 5000 M. 64830 8 Gewinne zu 3000 M. 85429 109700 212962 270375 20 Gewinne zu 2000 M. 17536 68109 106603 110260 151075 180001 190701 191752 201990 241855 34 Gewinne zu 1000 M 20480 28722 55420 64190 66617 82195 89026 111582 128633 144849 185983 200125 239011 250092 250361 267453 299678 74 Gewinne zu 500«. 14359 25699 29277 34273 48970 49554 50806 54629 66450 66686 71541 74706 90669>05808 1 14655 135344 I37I43 163696>93788 198476 20I55I 218304 219458 225741 225854 226028 237044 238757 242642 243033 247110 250673 276355 281769 288376 290210 293121 200 Gewinne zu 300 M. 19630 20677 21683 21741 21772 22574 25041 26615 29501 29703 33004 39336 39772 48985 50181 51991 60661 63254 65552 66230 66975 79921 85183 87380 90561 91777 91923 93897 94727 95464 96227 99836 99843 102915 104627 111197 111906 120019 122281 123368 130102 131825 133854 135623 136032 137218 139426 146025 146599 147539 148086 149201 149971 154435 156397 I 65148 165835 166854 170162 171017 173565 174860 176599 180204 182468 183317 188008 189681 193324 195117 260488 201025 202168 202782 204949 206631 207730 213815 213918 222738 224430 228882 240426 242700 248693 258538 266230 269424 271225 272037 276049 276816 278568 278869 287084 290509 294289 294988 209036 299940 Vewlnnauszug 5. Klasse 27. Preubisch-Sübdeulsche Klassen-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verhole» Aus jebt. gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar je einer aus die Lose gieicher Rummer In den beiden Ableiluagen l und ll 8. Ziehungslag 18. August 1926, vormittags Ln der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 160 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 74410 6 Gewinne zu 5000 M. 79845 I42I86 179897 6 Gewinne zu 3000 B!. 4167 74802 115292 14 Gewinne zu 2000 M. 23353 57945 68237 86670 146472 171600 182861 34 Gewinn« zu 1000 M. 14666 18290 30990 54871 62294 70300 77380 79645 96450 105096 140677 168068 185594 226265 252286 261036 281748 68 Gewinne zu 500 M. 10585 35453 37934 43581 44834 63642 81616 81700 85370 95812 97060 121157 123946 130514 131731 140920 155898 160377 161190 171055 189625 195676 210262 210447 237080 239949 243494 244439 254476 254836 273368 273730 281250 293124 196 Gewinne zu 300 M. 332 793 3695 10580 14121 20276 20785 22811 24890 37653 39521 43501 43565 45150 46521 51710 54096 56539 69103 76796 77500 78202 79176 79263 87998 89165 89740 89902 93948 95401 98476 99152 99677 101343 106818 113469 114777 116687 123872-126661 127913 132859 133550 135596 135651 136130 143882>47455 149184 149883 150120 155835 163986 171630 176281 177248 179620 181579 184666 186261 190900 192316 194929 198155 198432 200910 201858 209748 215714 216826 217391 218238 225006 225121 231130 233681 236133 241011 245606 247453 254205 254786 261841 262337 263010 269002 269084 269542 279864 281737 282980 283961 288922 292756 293165 293795 294997 298231 Thpatpr Rose-Theater[Elite- Sänger I UvUlbl Ol/ ITH-. hr /v t# H i. s c A r /* Täglich SVd Uhr: Asia Nielsen Rita Catrallim [asiDO-Tbeater ut Was Liebe vermag Vorher bunter Teil Outschein 1-4 Pers, Bei Vorzeigung der Annonce zahlen Sic Paut. u Balkon I M. Loge u. Sessel I 30 »>,. Uhr: Olaf, Tragödie eines Sportlers GartenbQhne: 3 Uhr: Konzert und Bunter Teil HU.: Sein Htrznsjmge Berliner Prater Heute: Mn Volkstag ÜBlritt jafall Piä'! lol.Us! 50 P£Ö. Kalfeckochen. Tanz. Kottbusser Str. 6 Bis 31. 8. tägl. 8 Uhr (Bofffpicl dcr Magdeburger Elite-Sänger mit völlig neuem Programm U a.: D.Boxersimmel mit Schorsch Ruselli Sammerpreisel Inlerieren bringt ERPOLQi Brause- Pianos zur Miete AnsbactaerStr. l, EAeKnrffirrieigtnBe Kinderarzt Dr. J.Proskaner zoracü. Frankiurter Allee 40. IrflueriuenDca teber Art liefert vr e> s w eri Panl GolIetE, vormals Roktri Mmi. Marjannenstr. J. Amt Mortßpl. 10303 Korbmöbel Grolle Auswahl! Billige Preise! Peddigrohrtiseh von 5,73 M. an Peddigrohrsessel von 7,50 M. an Speziil-Ilorbiiibbellins Edmund Voß Neukölln, Berliner Str. 14. Anzahlung gestattet Bad Landeck in Schlesien 450 m 0. d. M. mitten im Hechwaid gelegen Außerordentliche Heilerfolge bii Auskunft und Prospskte durch die stadtische Badeverwaltung — Fernsprecher 26 und 82— und Auskunftsbureau J. Danneberg, Berlin V/ 8, Unter don Linden 5(Hotel Bristol) Starkradioaktive Schwelelquellen MSBige Preise Bäder Sommer und Winter geöffnet Gicht, Rheumatismus, Frauen- und Nervenleiden, Unlallsfolgen, Herz- u. Gefäßkrankheiten u. a. m. HÄiteSEtatoteüEr-te&i! rnml DenöfllfungsaiitfllieDet! Iffd" Morgen. Freitag, den 30. Anguft, findet leine Sißung der Mittleren Orts- Verwaltung statt. VI« Orlaocrmallung. Kinderarzt Dr. Paul Pränkel verzogen nach Blsmarckstr. 87, Eingang Scsenheimcr Str. 12. Hühneraugen� Qualen Ein nnerbittlirhes Geschick entriss uns unseren verdienstvollen langjährigen 1. Verbandsvorsitzenden Herrn Friedrich Becker Mitglied des Rclcfatanudiuttcs für Kriegsbescchldlgica' und Kriegeblnterblfebcnenffirsorie Xach mehr als einjähriger Krankheitsperiode ist er am 17. August 19-26 einem hartnäckigen Magen- und Dannleiden erlogen. In tiefer Trauer stehen wir an der Bahre unseres verdienstvollen Kührers, dessen Wirken und Schaffen für die deutschen Kriegsopfer weit über den Rahmen unseres Verbandes«egensreich und vorbildlich war. Das Andenken an den Entschlafenen wird unverlösch- lich sein. Berlin SW 68, den 18. August 1926. Zimmerstr. 5-6. Reiduverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, e. V. Sitz Berlin. Die Beisetzung erfolgt am Freitag, dem 20. August, nachm. 3'/, Ühr, von der Kapelle des Südwest-Kirchhofes Stahnsdorf aus. Sofortige ErlÖSsarsg durch DU Schölls ZinoPads 1.»«ficht. D. bezeugt Herr TZ. M. Sachmann in Kodyitn. indem er schreibt:»Weil?dre Herda. Seif« meiner Tochter dt« nassen Flechten binnen>4 Tagen geheilt und jetzt »ine ganz Nor« haut vorhanden ist, sag« ich sow. mein« Frau den besten Dank. Meiner Schwester, welch« t.ch«sicht rot« Flecken hatte. auch auf d. stlal«. find d. Flecken vergang.- Der St.M.-.65, 30% verstärkt W. 1.» Zur oiachdehandig. ist Herda-Erem« des.?» «-nvseht. 3. had. t. all. Apotd., Drog. u. Part Verkäufe Erschießung Zlobert Blums, Original. vbofoaravhie. 30x25 Zentimeter, ocr. käuflich. Angedate unter M. 27 an den Borworts-Vetlag. Seit>eiilung55lücii'd. Wische us* Setraaeue Herrengardcroben Gesell. schastsanzstae für korvulente Fiaureir staunend billig. Naß, früher Mulack» straße. jetzt Dormannstraße 25126 und Moriannenstroße 26.• Möbel Möbel. Teilzahlung. Särisch. Ctro. lauerplatz 1—2, Schlesischer Bahnhos. � Küchen 63.—. Flurgarderoben 35,—, Zahlungserleichterung. Kamerling. Ka» stanienallee 56._* Patentmatratzen„Primisfima", Metall. betten, Auslegematratzen. Chaiselongue». Walter. Elargarderftraße achtzehn, Svezialaeschäst.__• Möbel, Bördel. Oranienstr. 58(Moritz. platz). Fabrilgebäude. Aeußerst nie. driae Preise fllr einfach« und elegante Schlafzimmer. Eveisczimmcr, Herrenzim. mcr. Kstchen. Bstchcrschränke. Schreib. tische. Bstfctts. Anrichten, rund« Tisch«, Standuhren. Ankleideschränke, alle Drö» ßrn. Sofas. Zlubebcttkn. Eventuell Zahlunaserlcichteruna.____• Wir geben einen Birsenvoftrn Schränke, Bertikos. Betten in Holz und Metall, Ruhebetten. Tische, Sisthle, Trumeaus, Büfetts. Kredenzen. Sofas, Standuhren, Waschtische, Nachttische, Schreibtische, Bücherschränke. Küchen in ollen Farben trotz dilliger Preise ouf beaucme Teil» zahlung ab. Besichtigung unbedingt lohnend. Moaditer Kredithaus, Turm- stroße Sl. eine Treppe.» Musikinstrumente, Piono, 475,—, 525.—, in neuer großen Auswahl, 50.— monatlich ohne An- zahlung. verkauft Hcrer, Brunnen. strafte 191, 1. Etage, am Rolcnthaler Platz.________* Vianot vreisroert. Klaviermacher Link. Brnnnenstratze 55.' 3,— Mark Wochcnrate genügt. An. zahlung nach Vereinbarung. Branden. burgstraße vier.__• Einige beschädigte Räder sollen billig für jeden Preis abgegeben werden. Fahrradhaus Brandenburgstraße vier. nahe tSitschinerstraße.' Riesenanswahl in gebrauchlen Motor. rädern von 150,— an. Ein Besuch lohnt fich wirklich. Rur bei Weist, Eroße Frankfurtcrstraße 23/26.» Fahrräder kauft Linienstraße 19. Unterricht Technische Prioatschule Dr. Werner, Regierungsbaumeistcr, Berlin. Reander. straße 3. Maschinenbau. Elekfolcchnik, Abcndlehrgänge, Tageslehr- Hochbau. gänge. in drei Formen gegen: Hühneraugen, Lallen und Hornhaut. Preis pro Karton 1 Mark. Zu beziehen durch alle Apotheken u. Drogerlen. Dr. Schöll s Generalvertretung BEBLIN W 62, Lutherstrasse 52, TELEPHON! KUHFOHST Nr. 8463 Gedenken zum Sterbetage. Frau Elisabeth Radike geb. Noll •f* 19. August 1924 Unersetzlich— Unvergeßlich! Reichenberger Straße 57 Die Kinder Verschiedenes Schoner Erholungsaufenthalt nahe anr Walde, sonnig« Zimmer mit guter Ber. pfleguna 4,50 Mark täglich, olles ein. begriffen. Fr. Sennicke. Ballcnstcdl iur Harz, Drünestraßc 67. iV.T;Ge|dwerkehr Pfandleihe. Höchstbeleihuna. Lange, Moridvlak. Aschingerhaus. � Arbeitsmarkt, Stellenengebote Malchinenforwer, der nachw�shar auf Aluminium und Roiguß gearbeitet hat, wird verlangt. Schriftlich« Angebot« unter R. 27 an den„Borwärl»" er» beten.