Nr. 186. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Friedrich Engels ist uns als Lebender lange der beste Vorkämpfer gewesen und sein Name wird vom klassenbewußten Proletariat nie vergessen werden. Sein Körper ist jetzt in Asche zerfallen. Am Sonnabend hat in London die Feuerbestattung der Leiche stattgefunden. Wir erhalten darüber folgende Depesche: Die Feuerbestattung von Friedrich Engels mußte aus formalen Gründen um einige Stunden verschoben werden. Um 2 Uhr nachmittags versammelten sich die Theilnehmer auf der Eisenbahn- Station Westminster, von wo sie ein Extrazug nach Rockwood führen sollte, wo sich die Nekropolis ( Todtenstadt) mit der Verbrennungshalle befindet. Im Wartesaal wurde der Sarg aufgebahrt, Kränze von den Sozialisten aller Länder gespendet, bedeckten ihn. Das Trauergefolge bestand aus etwa achtzig Personen, darunter Sam Moore, einer der ältesten englischen Freunde von Marx und Engels, Quelch Thorne, Mary's Tochter Eleonore Mary- Aveling, die Schwiegersöhne von Mary, Lafargue und Dr. Aveling, Leßner, Anseele, Kautsky, van der Goes, Bebel, Liebknecht, Singer, Eduard Bernstein, Dr. Lütgenau, die Vertreter der Berliner Parteigenossen Schulz und Augustin, eine Deputation des Londoner Kommunistischen Arbeiter- Bildungsvereins und der Socialist ligue, Rußland war vertreten durch Stepniak und Vera Sassulitsch, ferner waren anwesend Mendelsohn und ein Armenier. Als Vertreter der Familie hatten sich eingestellt vier Neffen von Friedrich Engels aus Barmen und die in England lebenden Familienangehörigen. Auf Engels Wunsch hatte die Leichenfeier einen streng privaten Charakter und von irgendwelcher Demonstration wurde abgesehen. Sonntag, den 11. August 1895. lichen Verdienste und die unvergängliche historische Bedeutung von Mary und Engels hin, alle gelobten die Lehre der großen Bahnbrecher zu bethätigen und ihren Willen zu vollstrecken. Um 3 Uhr 30 Minuten fuhr die Trauerversammlung nach Rockwood, wo sie um 5 Uhr ankam. Die Verbrennung dauerte 14 Stunde. Ihr wohnten bei als gesetzliche Zeugen Sam Moore, Aveling, Lafargue, Bernstein iebknecht und Singer. Um 26 Uhr kehrte der Extrazug mit den Theilnehmern nach London zurück. Ein ausführlicher Bericht der troh ihrer schlichten EinExpedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Auch dem internationalen Textilarbeiter- Rongreß machte der englische Delegirte Hardyns Mittheilung vom Tode Engels! Er beantragte, daß der Kongreß seine Theilnahme ausdrücke der Familie und den Freunden des großen Todten, der in die Welt die große und mächtige Aufforderung des Zusammenhalts, die Der Delegirte Ashton beantragte im Namen der englischen Worte Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" gerufen hatte. Delegirten die Absendung einer Kondolenzdepesche. Einstimmig wurde dieser Antrag afzeptirt. Die Revolte der Bentrumsagravier. Als im vorigen Jahre der Freiherr v. Schorlemer- Alst, fachheit imposanten Feier folgt brieflich. Eine Massen- der sogenannte westphälische Bauernkönig, wie ihn seine kundgebung hatte Engels sich verbeten. Ein pomphaftes Schmeichler nannten, zu Grabe getragen wurde, waren er Schaugepränge wäre des Verblichenen nicht würdig ge- selbst und seine engeren konservativ- agrarischen Gesinnungsgenossen innerhalb der Zentrumspartei in den Hintergrund wesen. Die kleine Schaar der Theilnehmer vertrat Millionen gedrängt worden. Das demokratische Element der Partei hatte bei den Neuwahlen 1893 die Oberhand behalten und sich und eine Welt, die Welt des internationalen Sozialismus, seitdem auch in der Führerschaft ohne ernstliche Anfechtung die Engels in Gemeinschaft mit Mary für uns entdeckt und behauptet. Wenn die schwere Reiterfraktion", wie die erobert hat, und die die alte Welt des Kapitalismus über- Schorlemer, Huene und Konsorten spöttisch von ihren bürger winden wird." * 營 noch folgende nach: Von den Trauerkundgebungen um Friedrich Engels tragen Die Sozialdemokraten Barmen 3, des Geburtsortes des verstorbenen Vorkämpfers, haben die folgende Trauerkundgebung nach London gelangen lassen: lichen Kollegen benamset werden, bei jener Gelegenheit so schlechte Geschäfte gemacht hatte, so lag das indeß nicht sowohl an ihren agrarischen, als vielmehr an ihren militaristischen Neigungen. Sie wurden kaltgestellt durch die Masse der Zentrumswähler, weil sie den Mehrforderungen für das Heer ihre Zustimmung geben wollten. Aber durch ihre Bes seitigung erhielt das Zentrum zeitweilig einmal wieder auch auf anderen Gebieten eine intensivere demokratische Färbung, etwa wie zu den Zeiten, da Windthorst innerhalb der Partei den Ton angab. Es wäre aber sehr irrthümlich gewesen, aus dieser Dem großen Vorfämpfer des Klaffenbewußten Proletariats, Friedrich Engels, senden die Sozialdemokraten seiner Baterstadt Barmen einen letzten Gruß ins Grab, mit dem Gelöbniß, unerschütterlich und raftloz auf der Bahn vorwärts zu schreiten, Burückdrängung der Huenelinge den Schluß zu ziehen, die er uns so klar vorgezeichnet hat." Die„ Gazeta Robotnicza", unser polnisches Partei- Organ, daß auch die agrarischen Sonderstrebungen innerhalb der widmet Engels einen warm gefühlten Nachruf, dem wir die Zentrumspartei überwunden gewesen wären. Die gleichfolgende Stelle entnehmen: zeitigen Erfolge des niederbayerischen Bauernbundes gaben Nach dem Tode von Karl Mary vervollständigte Engels die einen deutlichen Fingerzeig ab für die Stärke der vernachgelassenen Werke seines verstorbenen Freundes und legte schiedenen Strömungen, die sich innerhalb der dadurch den festen theoretischen Grund für die Sozialdemo- tatholischen Wählermassen geltend machten. Wo die An der Bahre sprachen Neffen von Engels aus einzelnen, der sozialdemokratischen Bewegung kein Abbruch ge- durchsetzt war, siegte sie über die Schaukelpolitik der fratie, so daß jest, nach seinem Tode, durch das Hinscheiden des agrarische Bewegung stark mit demokratischen Tendenzen Barmen und Moore, hierauf Liebknecht namens than werden kann. Friedrich Engels war stets ein Freund der polnisch- sozial- Bentrumsführer; die bayerischen Bauern der deutschen, Bebel namens der österreichischen Sozial- demokratischen Bewegung; den besten Beweis hierfür lieferte er sich als weit entschiedenere Gegner des Militarismus, demokratrie, im Namen des parti ouvrier( der französischen in seiner Vorrede zum Kommunistischen Manifest, welche er be- als die Lieber, Gröber, Spahn und Bachem, von denen Sozialdemokratie) sprach Lafargue. Als Vertreter der fonders für die polnische Ausgabe schrieb. man bis zum letzten Augenblick irgend ein Schachergeschäft Wir, als internationale Sozialdemokraten verzweifeln nicht mit der Regierung erwarten konnte. Wo aber die agrarischen belgischen Partei sprach Anseele, für die holländischen an dem Sterbebette unseres tapfersten Führers, zielbewußt und des Bestrebungen sich mit junkerlich- militaristischen Neigungen Genossen van der Goes, für die englischen Aveling. Sieges sicher, werden wir die Theorie des Verstorbenen in die Bestrebungen sich mit junkerlich- militaristischen Neigungen. verschmolzen, unterlagen sie, da die Militärfrage jener Zeit Hierauf wurden Telegramme aus Rußland, Ungarn, Wirklichkeit übersetzen. Dänemark, Italien und aus anderen Ländern ver- jedes Proletariers übergegangen, so daß wir nicht eher ruhen der Mars- und Aegirsöhne in den Hintergrund getreten. Friedrich Engels starb, aber seine Worte sind in das Blut für das Volk im Vordergrunde des Interesses stand. Mittlerweile ist der Kampf gegen die Begehrlichkeit Sämmtliche Redner wiesen auf die unsterb- werden, bis sein Wille in Erfüllung geht. lesen. [ Nachdruck verboten. aus dem südamerikanischen Skizzen Hinterlande. 12 Bueno," sagt der Gaucho gleichmüthig,„ Eure Uhr scheint wirklich etwas zu taugen, Patron... und nun will ich Euch etwas sagen... wir sind gerettet, heute Abend werden wir süßes Wasser haben Alles blickt wie auf einen Schlag nach dem Westen vor Eine halbe Stunde darauf steht die Sonne schon be- ihnen aber der Gaucho muß sich dieses Mal getäuscht trächtlich höher und der Thau aus dem straffen Grase ist haben, oder er macht einen übel angebrachten Scherz. beinahe verschwunden. Tiefes Schweigen ruht auf der Ge- Derselbe Kamp wie früher, dasselbe tödtende Einerlei. Was sellschaft, während sie Schritt vor Schritt vorwärts zieht. will er. Mr. White bringt ein Augenglas an seine Augen Kaum mustert einmal einer den anderen mit einem hastigen und läßt es enttäuscht fallen. Don German sieht auf des Blick, um zu ersehen, wie er wohl selber ausschauen mag Gaucho Geficht. Der macht, als wenn ihn der Westen gar in des anderen Augen. Hagere Gestalten mit Gesichtern, die nichts anginge. Um seine Lippen zieht eine Art nachaussehen, als wenn die Besitzer undenkliche Zeit keinen lässigen Lächelns, dann weist er mit seinem Finger vor die Schlaf gehalten hätten. Vorwärts in den Tod oder ins Füße seines Pferdes und sagt: Leben! Seht Ihr nichts da, Don German...?" bekundeten Die Peone haben sie eben erkannt und brechen in ein freudiges Gekreisch aus. „ Hui... ih. ih..." und darauf schreit ein langer, dunkler Geselle in das ih... ih..." auf einmal hinein:„ ü......) was ein allgemeines Ge lächter in der Gesellschaft verursacht, die auf einmal guter Dinge geworden ist. " Ja, wir werden Wasser haben, Senores," wiederholt Bonifacio, der bei dem Ausruf des Peones einen Augenblick mit gelacht hat, wir werden ohne jeden Zweifel Wasser haben... Auch die Thiere scheinen etwas von der eben geführten Unterhaltung begriffen zu haben, sie schreiten sichtlich rascher und mit längeren Schritten aus. Nach einigen Minuten hält man vor der Guayaba. Ein kleiner unansehnlicher Die Stunden schwinden langsam. Es ist gegen zehn" Nichts, Bonifacio," erwidert dieser, eifrig vor sich hin- Strauch mit einigen dünnen Aestchen wie Besenreis; ein wenig vergilbtes Blattwerk flattert an ihm herum, und an Uhr und die Sonne brennt schon wieder wie Feuer. Der suchend Gancho an der Spitze scheint heute gar keinen Blick" Ich bin nur ein Gaucho, Don German, aber ich sehe einem Zweiglein klebt ein miserabler Zwerg von Frucht. für sein Ziel zu haben. Er sieht nicht nach der Ferne aus, ab und zu mehr als ein europäischer Patron, der sehr ge- Wer würde einem solchen Strauch sonstwo Aufmerksamkeit sondern heftet seine Augen mit gesenktem Kopf beharrlich lehrt ist... seht Ihr nicht jene kleine Pflanze dicht am geschenkt haben. Der Gaul des Gaucho hat jetzt die ganze Situation so genau begriffen wie sein Reiter. Er betrachtet auf den Boden unter seinen Füßen. Sucht er was? Da linken Hufe meines Braunen.. hält er plötzlich still und sein Begleiter schaut ihn an. Ein unscheinbares Pflänzchen, verkümmert und müh- die kleine Frucht mit sichtlichem Verständniß und schnappt " Patron", ruft der Gaucho zu dem Engländer, der selig, kaum einen Zoll groß mit drei, vier kleinen Blättchen dann zu, und Frucht und Sträuchlein verschwinden stumm und verdroffen den Zug beschließt wie gestern, Ihr sprießt in der Nähe eines großen Grasbüschels empor. Das in seinem Maule. Es war eine wirkliche Guayaba, scheint er zu meinen. Und man geht weiter mit der sicheren Hoffhabt eine sehr gut gehende Uhr... meine Uhr dort oben", scharfe Auge des Gauchos hat es gesehen und er zeigt kurz mit einer Kinnbewegung nach der Sonne," Wir werden heute Abend füßes Wasser haben," nung auf das Leben, obwohl man von dem gehofften Para" sagt mir, daß es zehn Uhr ist, wollt Ihr Eure Uhr mit Caballeros," sagte der Gaucho jetzt mit einem stolzen Tone, dies noch nichts sieht. wir nähern uns dem Ende des Salpetergebietes... diese lieren, auf solche kleine, kaum bemerkbare Planzen, die zwischen Der Gaucho deutet manches Mal, ohne ein Wort zu vermeiner vergleichen?" und dann Pflanze wächst nicht auf salzigem Boden.. seht dorthin" und er zeigte wieder in die Ferne, wo man dem Grase wachsen und der Deutsche beachtet sie ebenso, nach längerem und scharfem Hinsehen zwischen dem Kamp- ohne ein Wort zu erwidern. grafe einen etwas hervorragenden Gegenstand bemerkte. Man konnte nicht sagen, ob es ein etwas größeres Grass büschel war oder was sonst. Der Engländer zieht seinen kostbaren Chronometer aus der Tasche. Es ist ein vorzügliches Werk englischer Arbeit und vor Jahren auf der Sternwarte zu Greenwich fontrollirt. Mr. White rühmt der Uhr nach, daß sie innerhalb dreier Jahre, daß er sie besitzt, noch um keine Sekunde voroder nachgegangen sei. Es ist zehn Uhr genau..." • ,, Das ist eine Guayaba.. es sind fünf Tage heute, daß wir die letzte gesehen haben..." *), ü", ein in der Schrift sehr schwer wiederzugebendes Wort der Guaranisprache. Es ist ein kurzer tiefer Kehlton, der tief von unten her zu tönen scheint, und den man anhören muß, um ihn richtig zu sprechen. Er bedeutet" Wasser". Gott Moloch knurrt zwar aus unstillbarem Hunger wie 1 Unterstützung fand er bei dem Freiherrn v. Fechenbach-| Erhaltung ihrer Partei nöthig sind, dann spricht das für je; doch das ist der deutsche Michel allgemach Lauterbach, der den Mund voll nahm, als stände er auf die Schlechtigkeit ihrer Sache und für das niedrige Niveau gewöhnt. Er wird nicht aus seiner Ruhe aufgeschreckt, so der Tivoli Tribüne, indem er gegen die heimtückischen ihrer Parteigänger. lange das Molochsgeknurr nicht in heißhungriges Brüllen manchesterlichen Einflüsse in der Partei donnerte; dann auch Unsere Gegner aus dem Lager der Großgrundbesitzer übergeht. Gleichzeitig indeß hat sich die mißliche Lage bei einigen Zentrumsblättern, die wenigstens eine Agrarier und Schlotbarone wissen, daß sie mit dem Opfermuthe mancher Grundbefizer verschlimmert. Der mittlere Grund- vertretung in ländlichen Zentrums- Wahlkreisen billigten, deutscher Proletarier nicht konkurriren können. besitzer besonders, der Landjunker kann, ohne sich immer während die„ Germania", das Berliner Organ der Partei, tiefer in Schulden hineinzureiten, sein früheres Herren durch lendenlahme Artikel einen Ausgleich zwischen den bekanntlich auch Reichstags- Abgeordneter für einen Der Sohn des gegenwärtigen Reichskanzlers ist Teben nicht mehr führen. Da hat er angefangen zu klaffenden Gegensäßen der Partei herbeizuführen strebt. Bater Der schreien, zu schreien wie weiland Ajay der Telamonier Es wäre verfrüht, wollte man aus diesen Berwürfnissen elsässischen Wahlkreis. Und zwar wurde er es, als sein mit der Kraft von tausend Stieren. Sein eigenes den Berfall der Zentrumspartei prophezeien; aber zerbröckeln Bater Statthalter in Elsaß Lothringen war. junge Volksvertreter, von dessen Verdiensten um persönliches Ungemach nennt er nach der Lehre seines Vor- wird der Thurm mehr und mehr. Immer schwächer wird sich bas Baterland übrigens bisher noch nichts bekannt bildes im Sachsenwald diplomatisch die„ Moth der Landwirth- die Bindekraft der eigentlichen katholischen Interessen erweisen, geworden, trotzdem sein Vater jetzt sogar zum Reichskanzler schaft" und hat es demnach richtig fertig gebracht, allerhand immer stärker die Anziehungskraft der wirthschaftlichen. avancirt ist, nimmt es übrigens sehr ernst mit seinem fleineren Landwirthen, die eigentlich nichts mit ihm gemein Aus einer geschlossenen konfessionellen Partei, die sich über Beruf. So berichtete dieser Tage ein Weißenburger Blatt: haben und denen er selbst und seine Vorfahren früher das die Stellungnahme zu wirthschaftlichen und sonstigen poli- Der Reichstags- Abgeordnete Prinz Alexander zu HohenFall über die Ohren gezogen haben, einzureden, daß sie tischen Fragen von Fall zu Fall verständigt, um kirchliche Tohe- Schillingsfürst ist gestern zum Besuche seines Wahlkreises gemeinsame Sache mit ihnen machen müßten gegen alle Vortheile von den anderen Parteien oder der Regierung zu eingetroffen. Heute Vormittag wird der Pring etwaige übrigen Berufe. Die agrarische Bewegung ist erstarkt überall erschachern, wird sie zu einer lockeren Bundesorganisation Wünsche der Bevölkerung entgegennehmen." und hat auf alle jene bürgerlichen Parteien, die sich wesentlich werden, deren einzelne Theile und Glieder in erster Linie um Gewöhnliche Reichstags- Abgeordnete, die nicht Prinzen auf die Landbevölkerung gestützt haben, einen umgestaltenden, wirthschaftliche Interessen kämpfen, vielleicht gegen ein- sind und deren Vater nicht Reichskanzler iſt, pflegen ihren oder auch zersetzenden Einfluß ausgeübt. ander kämpfen werden, und nur beim Auftreten katholischer Wählern über ihre Thätigkeit im Reichstage von Zeit Die schwächlichste, bröcklichste derselben, die national- Interessenfragen sich zu gemeinsamem Handeln zusammen zu Zeit Bericht zu erstatten. Ob der Prinz hierzu liberale, droht von dem agrarischen Anstoß gänzlich in finden. Diese Entwicklung kann ein etwaiger Versuch zu vornehm, oder ob er sich selbst einer solchen Trümmer zu gehen. gehen. Zum theil siedeln sich ihre Mit der gegenwärtigen Führer, die konfessionellen Bestrebungen Thätigkeit nicht bewußt ist, darüber verlautet nichts. glieder in einem anderen Lager an der Diederich Hahn in den Vordergrund zu drängen, vielleicht aufhalten, aber nicht Es ist ja auch für die Wähler, die die Ehre genießen, einen fräht jetzt auf einem konservativen Haufen- zum theil ver- auf die Dauer hindern. Den Hauptvortheil werden gewißlich Prinzen zum Abgeordneten zu haben, genug, ihm allerLiert sie ihre Mandate, wie Waldeck, um das der Umsturz- bei dieser Ueberwucherung der wirthschaftlichen Interessen submissest die Wünsche der Bevölkerung" vortragen zu Böttcher weint, an konservativ antisemitische Agrarier. Die Agrarier haben, da die ländlichen Wahlkreise im Zentrums- dürfen. Konservative und Antisemiten ihrerseits fließen mehr und mehr bereich überwiegen. Die junkerliche Richtung der Strachwitz Zu derselben Zeit, als der Prinz in seinem Wahlkreis zu einem Reaktionsbrei zusammen, in dem die ostelbischen und Fechenbach kann aber nur auf die vorläufige Gefolg war, brachte die amtliche Straßburger Korrespondenz" Junter mit agrarpolitischen Schlagworten die führende Rolle schaft der schlesischen, ermländischen und westfälischen Wahl- folgende Mittheilung: spielen. treise rechnen. In ersteren beiden Gruppen überwiegt der Aus dem Kreise Weißenburg wird uns gemeldet: AllJebt regt es sich auch wieder im Zentrumslager. Die Großgrundbesig wie im übrigen Ostelbien, in Westfalen die gemeine Befriedigung ruft die Nachricht hervor, daß Lauterburg 1893 zurückgedrängte junkerliche Froude wirft mit agra- großbäuerliche Wirthschaft. Im Rheinland, in Bayern und die Ausführung der Bahnlinien Weißenburg rischem Feldgeschrei den sogenannten Demokraten der Partei beni übrigen Süddeutschland wird sich aber eine agrarische und Wörth- Lembach so viel wie ſicher ift... Borarbeiten Vorarbeiten sind in vollem Gange, die die erforderlichen den Fehdehandschuh hin. Demokratie herausbilden. Schon hat die bayerische Strebite für beide Bahnlinien werden voraussichtlich in den Zuerst ritt auf dem Bundestage des katholischen Adels Bentrumspartei klugerweise nach dieser Richtung ge- nächsten Etats des Reiches und des Landes beantragt werden. in Schlesien der Graf Strachwik in die Schranken. Seine schwenkt, um den Bauernbündlern den Wind aus den Segeln wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir das Hauptverdienst, Rede deckte sich inhaltlich völlig mit dem, was wir auch zu nehmen. die maßgebenden Behörden der Reichsverwaltung von der Nothvon pommerschen und sonstigen ostelbischen Agrariern über Von unserem Standpunkt aus können wir diese Entwendigkeit beider Linien für unsere Gegend überzeugt zu haben, die Noth der Landwirthschaft" und daß ihr abgeholfen wickelung nur mit Genugthuung begrüßen. Das Erstarken den unablässigen Bemühungen unseres Reichstags- Abgeordneten, werden muß, seit Jahresfrist zu hören bekommen haben. der agrarischen Richtungen muß auf das katholische bes Legationsrathes Prinzen Alexander zu Hohenlohe- SchillingsDie Handelsverträge sind des Uebels Kern und deshalb Industrieproletariat einen Rückschlag ausüben, der schließ- fürst zuschreiben." Natürlich, wozu hätte man auch einen Prinzen zum dadurch wird sein Auftreten bedeutsam für die Zentrums- lich dem Erwachen seines Klassenbewußtseins zu gute Abgeordneten! partei darf von einem vorwiegend ländlichen Zentrums- tommen muß. So wird auch diese, wie alle die anderen wahlkreise nur ein Abgeordneter gewählt werden, der sich auf krampfhaften Zuckungen der bürgerlichen Gesellschaft schließdie Beseitigung der Handelsverträge und sonstigen agrarischen lich den Bestrebungen der Sozialdemokratie zu gute Forderungen verpflichtet. Das würde in Schlesien allein kommen. 6 Zentrumisabgeordneten das Genick brechen und noch vielen anderen, allen sogenannten Demokraten im Westen und Süden insbesondere, falls sie nicht der Agrarierfronde löblich sich unteriverfen wollten. Politische Nebericht. * ** * Deutsches Reich. Die Herr Schönstedt an der Arbeit. Das JustizMinisterialblatt veröffentlicht ein Erkenntniß des Reichsgerichts vom 14. Juni d. J., wonach der Boykott als grober Unfug zu bestrafen ist. Die Veröffentlichung im JustizMinisterialblatt dürfte wohl keinen anderen Zweck haben, Berlin, 10. August. al3 die Staatsanwälte zu Anklagen anläßlich aller Sie zeigen aber- wenigstens vorläufig nicht, wie Die 1000 Mark, die unserer Partei die Betheiligung Boykotterklärungen aufzufordern. Freilich alle Boykotts können man immer bei Zentrumspolitikern in weltlichen Fragen an der Kolberg Kösliner Reichstagswahl auch nach der reichsgesetzlichen Auffassung durch den Strafrichter hinzusetzen muß noch keinerlei Neigung dazu. gekostet hat, veranlassen die„ Norddeutsche Allgemeine Btg." nicht getroffen werden, sondern nur die, bei deren Erklärung Ihr Organ, die„ Kölnische Volkszeitung", suchte und die„ Kreuz- Zeitung" zu Ausführungen, die wir uns und Durchführung direkte öffentliche Aufforderungen an die sofort die Revolte im Keim zu ersticken. Unter wohl gefallen lassen können, weil sie den guten Kredit, den Konsumenten ergehen. Man kann aber auch anders boykottiren. der Zusicherung baß natürlich wie zuvor alle die Sozialdemokratie bei vernünftigen Leuten ohnehin hat, 3uzug ist fernzuhalten". Für die Zulässigkeit agrarischen Bestrebungen auch von der Gesammtpartei die nur noch steigern müssen. Die„ Norddeutsche" möchte, wenn dieser in unserer Presse vielfach wiederkehrenden Aufforderung hat thunlichste Berüchsichtigung finden sollten, erklärte sie doch wir ihren Seufzer recht verstehen, gern wissen, wie hoch das Landgericht Halberstadt in der Beschwerdeinstanz sich ausc3 für unzulässig, daß innerhalb der Partei einzelne eigentlich der Fonds ist, über den die Sozialdemokratie gesprochen. In Halberstadt war die Nr. 30 der SonntagsBeitung" vom 28. Juli d. J. auf Beschluß des dortigen AintsInteressen eine besondere Vertretung finden dürften. Graf verfügt. Unermeßlich ist er, liebes Kanzlerblatt, gerichts beschlagnahmt worden. Dagegen wurde Beschwerde beim Strachwitz ließ sich aber nicht einschüchtern. Er ist zwar denn zu ihm steuert der Glaube an eine gute Landgericht eingelegt. Es hat folgenden Beschluß ergehen lassen: nicht so rabiat, auch den Antrag Kanitz befürworten zu Sache bei. Und die" Kreuz Zeitung" ermahnt Auf die von dem Verleger der Sonntagszeitung H. wollen, sonst aber bestand er auf seiner Forderung, erklärte ihre konservativen Freunde", aus der sozialdemokratischen hierselbst gegen den die Beschlagnahme der Nummer 30 dieser mit der Unkenntniß der Thatsachen, die den politi- Opferfreudigkeit die naheliegenden Schlüsse zu ziehen", Beitung anordnenden Beschluß des Königlichen Amtsgerichts firenden Junker auszeichnet, die Handelsverträge für nämlich für die" Kreuz- Beitungs"-Sache ebenso fleißig zu bierselbst vom 27. Juli er. erhobene Beschwerde wird genaunter so schlimm wie eine verlorene Schlacht und schloß seine Er- berappen. Für das Blatt der Edelſten der Nation haben Beschluß aufgehoben und die Rückgabe der beschlagnahmten klärung mit den Worten:" Das Bentrum wird agra- wir zu unserem Bedauern keinen Trost. Wenn nicht einmal Exemplare angeordnet. Die Kosten der Beschwerde werden der Staatstaffe auferlegt. risch sein, oder es wird nicht sein!" die Konservativen die paar Groschen herausrücken, die zur " Wenn Ihr jetzt Euer Glas gebrauchen wollt, Patron," fagt der Führer nach Verlauf einer Stunde, jetzt dürftet Ihr etwas zu Gesicht bekommen..." Im Westen zieht sich am Horizont eine grane, nicht besonders breite Linie hin, die höher ist als der Horizont, und die genau und scharf gegen die Farbe desselben rechts und links absticht... es ist das Reiseziel. V malt hat, sondern es ist ein lebendiger irdischer Vogel, der frächzend das Weite sucht und den Blicken im Innern des großen Palmars sich entzieht. Als die Sonne sinkt, beleuchten ihre Strahlen das murmelnde Wasser eines krystallklaren Bachs, der über glatté Kieseln mit hellem Geschwät daherspringt. Die Gesellschaft ist gerettet. Mensch und Thier erlabt sich an dem klaren erfrischenden Wasser. die Gauchos eine Gründe: " elsch Das fönigliche Amtsgericht hierselbst hat auf Antrag der föniglichen Staatsanwaltschaft durch den angefochtenen Beschluß die Beschlagnahme der Nr. 30 der Sonntagszeitung" auf grund der SS 94 flgd. Strafprozeßordnung und der§§ 41, 360 Nr. 11 Strafgesetzbuches angeordnet, weil es in dem Artikel dieser Zeitung, beginnend mit den Worten:" Hofbildhauer der Kaiserin", fo nennt sich das Atelier von G. Kunzsch hier 2c., ben Thatbestand des groben Unfugs als vorliegend ansieht. In Frage kommen die Worte dieses Artikels: Der Streit ist somit Mr. White sett wirklich das Glas vor die Augen und unumgänglich. Wir richten nun an alle Rollegen die dringende mustert den Streifen. Er will eine Art Stolz darin sehen, In der Nacht sieht man ein eigenthümliches Bitte, den Zuzug streng fernzuhalten." Die Kollegen sollen also nach ihm nicht länger als nöthig zu sehen. Wieviel Bild. Die Peone haben trockucs Strauchwerk zusammen- dafür Sorge tragen, daß nicht weitere Bildhauer nach Wernigerode solche Fahrten hat er schon in Afrika und Australien mit geschleppt und ein unendliches Fener angezündet, um ziehen und bei dem G. Kungsch, dessen Arbeiter die Arbeit niedergelegt, Arbeit nehmen. Daß durch diese Aufforderung ein gemacht! Er läßt sein Glas wieder fallen. Aber im nächsten das sie herumsitzen und schwagen. Das Vieh ist an den Druck auf das Publikum in feiner GesammtAugenblick hebt sich sein Arm wieder fast unwillkürlich, und schlanken Palmenstämmen angebunden. Es liegt ruhig am heit ausgeübt wird, dasselbe eingeschüchtert, in der lange Zeit hindurch schaut sein Auge, während sein Pferd Boden und känt wieder. Die Pferde scheinen sich Ge- Freiheit seiner Entschließung beeinträchtigt und auf diese vorwärts geht, nach dem Westen. schichten zu erzählen, denn sie wiehern in einem fort. Zwei Weise die öffentliche Ordnung, in welcher sich der VerEs ist dieses Mal keine Fata Morgana, kein Phan- Mann sind eifrig beschäftigt, an Holzspießen saftigen Spieß- fehr des Publikums bewegt, gestört, und das Publikum tasma, obwohl das Bild von gestern wieder erscheint braten zu bereiten. Die Reste des eben geschlachteten Rindes selbst ungebührlich belästigt wird, hat das Beschwerdegericht nur in umgekehrter Reihenfolge. Man macht auch nicht hängen noch all demi umherstehenden Buschwert nicht annehmen können, zuinal da es sich nur um wenige PerHalt über Mittag, die Thiere spannen wie von selber ihren umher; sonen handeln kann, die vielleicht beabsichtigen bei der erwähnten der scherzen; einer, Firma in Arbeit zu treten. Letzten Rest von Kraft au, und so entwickelt sich aus dem Guitarre auf dem ganzen Wege mitgeschleppt Es war deshalb der Beschwerde stattzugeben und werden ungewissen Nebel in der Ferne zuerst eine Menge verschieden hat, spielt irgend eine Weise aus dem wilden Kamp. die Kosten derselben der Staatstaffe auferlegt. dunkel gefärbter Flecke, die immer mehr zunehmen und Mr. White aber hält sich etwas apart. Er hat eine Menge Halberstadt, den 3. August 1895. größer und breiter werden. Die obere Umgrenzungslinie, von allerlei Utensilien ausgepackt, die er eben, wie es Königliches Landgericht, Ferienkammer I. die früher wie mit dem Lineal gezogen erschien, beginnt scheint, in irgend einem eleganten Bazar gekauft hat. Gr gez. v. Berg. Strube. Sachse. zackig zu werden. Es ragen woltige Spizen empor. tocht sich in einem silbernen Kessel Wasser für seinen Thee Daß das erste Urtheil nicht aufrecht erhalten werden konnte, Die Flecke sondern sich зи einem System ver und unterdessen, bis sein Thee fertig ist, benützt war selbstverständlich. Bei den Absonderlichkeiten unserer Rechtsschwommener dunkler und heller paralleler senkrechter Linien. er die Zeit, um sich am Scheine des Wachtfeuers nach Pflege ist das aber keine Gewähr dagegen, daß ein anderes Gericht demnächst anders entscheidet. Diese Linien beginnen immer fester zu stehen auf dem wie allen Regeln der Kunst zu rasiren. Er macht voluminösen aus der Tiefe sich erhebenden festen Erdboden. Dafür einen Seifenschaum - Das Beschwerberecht der Hamburger Ges scheint es oben über den Linien zu schwanken und hin und fümirten Seife, wischt sich den über sein Gesicht und fangenen war bekanntlich durch einen Erlaß des Senators her zu wogen. Das ermüdete Auge glaubt grüne Farben zu frakt ihn sorgfältig mit einem echt englischen Rasirmesser Herz illuforisch gemacht worden. Derselbe lautete folgendererkennen. Vor den Füßen der Wanderer laufen große mit einer mit Gold ausgelegten Schale heraus; danu Die Beschwerde ist selbst dann unberechtigt und disziplinar braune und schwarze Ameisen, die gegen die Hufe der wäscht er sich zuerst mit warmem Wasser, darauf mit einem widrig, wenn der Beschwerdeführer in dem einen oder andern Pferde drohend ihre Kiefer erheben; ein kleiner Käfer parfümirten Toilettenwasser säuberlich ab und pudert sich Falle die Strafe wirklich nicht verdient hätte. Auch eine unverschlupft vorüber an einigen verrotteten Grasstengeln und behutsam mit einer Puderquaste aus Schwanendaunen und diente Strafe, die im Disziplinarwege auferlegt wird, muß mit birgt sich vor den Tritten in seinem Schlupfwinkel; dort einem weißen, durchdringend riechenden Puder. So ist er Bescheidenheit und Ergebung bingenommen werden." steht ein Strauch, zwar dornig und fast blätterlos, aber er fertig; er nimmt seinen Thee dieses Mal leider ohne Kognat; Beschwerden gegen die Entscheidung des reicht dem Reiter bis an die Hüfte und zerreißt, wie der ist gestern seinen eignen Weg gegangen und ist dann Direktors in Disziplinarfachen giebt es nicht. solche werben bei mir nie Gehör finden und um ihn zurückzuhalten, krazend seine Beinkleider; da blüht bereit und aufgelegt, morgen seine interessante Entdeckungs- Solche werden bei mir nie Gebör finden und jedesmal scharf, wenn nöthig mit der schärfsten eine große gelbe Blume, eine wirkliche Blume, wenn auch reise weiter fortzusehen. Strafe geahndet werden." einer aus par nur eine. Es ist kein Trugbild. Und da schwanken so nahe, Die braunen Peone verfolgen sein Gebahren fichernd als wenn man sie mit den Händen faffen könnte, die Wedel und auf ihre Weise kritisirend. Eine Stunde später liegt der Palmen. In majestätischer Ruhe ragt über die niederen das Lager in voller Ruhe. Alles schläft auf dem Poncho; Schwarzpalmen die Königspalme in die Luft, als wenn sie nur Mr. White hat seinen Bettsack in einer seidenen Hänge in die Wolken wachsen wolle; an den Schwarzpalmen matte aufgeschlagen, die er an zwei Palmen befestigt hat. hängen die riesigen gelben Blüthen, und da schwebt wieder Sie ist sehr praktisch, denn sie ist in England und einigen wie gestern der große Ara zwischen den Wipfeln; ab andern Ländern auf mehrere Jahre patentirt und ihre und zu bewegt er seine langen Flügel, die Sonne Brauchbarkeit besteht darin, daß sie unzerreißbar ist und schillert auf seinem bunten Gefieder; aber es ist sich zusammengelegt bequem in einer Brufttasche unter tein Spukgebilde, das der Teufel in Person der Teufel in Person ge- bringen läßt. ( Fortschung folgt.) maßen: Hiergegen erhob sich ein Sturm in der Deffentlichkeit, worauf nun das Beschwerderecht in den Hamburgischen StrafvollzugsAnstalten durch folgende Bestimmungen geregelt wurde: 1. Ueber Beschwerden, welche einzelne Gefangene über die Aufseher oder die sonstigen Vorgesetzten zu führen sich berechtigt glauben, entscheidet e ndgiltig der Chef Direktor oder bessen Stellvertreter, ohne daß den Gefangenen eine weitere Beschwerde zufsteht. 2. Ebenso entscheidet der Direktor oder dessen Stellvertreter endgiltig und ohne weiteres Beschwerderccht über alle von den Aufsehern oder sonstigen Vorgesetzten gegen Gefangene vor gebrachten Anzeigen und verhängt die ihm im einzelnen Falle befriedigt. Wir begreifen, daß der Antrag Ranih und die Von der Agitation. Die Parteigenoffen in Guben ver angemessen erscheinenden Disziplinarstrafen. bimetallistischen Forderungen, zum Gesetz erhoben, unseren theilten am 30. Juli 1000 Exemplare des von der Redaktion 3. Beschwerden an die Gefängniß Deputation seitens der nothleidenden Großgrundbesitzern werthvoller erscheinen, als der„ Gleichheit" zur Propaganda für das Frauen- Wahl. Gefangenen find nur zulässig, soweit sie sich gegen den Ge- die lange Reihe von Gesetzen, die den Agrariern zu recht herausgegebenen Flugblatts, ferner 3000 Exemplare eines fängnißdirektor selbst richten und sich darauf gründen, daß Liebe gemacht wurden. Obgleich diese zum theil direkt in anderen Flugblatts, worin die Handlungsweise des Rolberger Derfelbe die ihm gefeßlich zustehende Strafbefugniß überschritten baare Münze umsetzbare Vortheile in sich bergen, so wollen die Bürgermeisters, der der Sozialdemokratie den Kurhaussaal oder sich sonst einer Gesegesverlegung zum Schaden der Ge- Agrarier nicht früher zufrieden sein, bevor alle Schichten der zur Wählerversammlung überließ, zu dem Verfahren der fangenen schuldig gemacht habe. Solche Beschwerden deutschen Bevölkerung so start zu ihren gunsten geschröpft werden, Subener Stadtbehörde in Gegenfah gebracht ist. ziehen, wenn sie unbegründet befunden werden, daß es mit ihrer Noth bezw. mit dem was sie so nennen, für Parteipresse. Die Mainzer Boltszeitung" wird unfehlbar schwere Disziplinar strafen nach sich immer ein Ende hat, dafür aber die Lebensbedingungen der von nächster Woche ab in vergrößertem Format er4. Da gegen die Entscheidungen des Gefängnißdirettors nach breiten Konsumentenmassen aufs schwerste verschlechtert werden. scheinen. den Sägen 1 und 2 keine Beschwerde gegeben ist, so findet auch Dazu muß der Antrag Kanit Gesez werden. Und nicht früher eine solche nicht an den Präses der Gefängnißdeputation ge- wollen sich die Herren zufrieden geben. legentlich der Inspektion des Gefängnisses statt. 1 an. ชิน " Der Bürgermeister des badischen Fleckens Singen ist derjenige gewesen, der die Veranlassung gab, daß wegen des Der militärfromme 3entrumsagrarier Formell erscheint die neue Beschwerde- Ordnung als ein In seiner Angst vor den vielen, vielen Fortschritt. Thatsächlich ist aber nichts wesentliches geändert. Freiherr von Huene tritt, wie der Schlef. 3tg." aus Boltsfestes auf dem Hohentwiel Militär in Bereitschaft albemutat Sozialdemokraten telegraphirte er: 4000 Sozialdemokraten Der Fall, daß ein Strafanstalts Direktor in einem Konflikte Berlin gemeldet wird, am 1. Oktober feine Stellung als Go meldet der Offenzwischen Aufsehern und Gefangenen zu gunsten seiner Beamten Direktor der unter dem Namen Preußische Zentral- angekommen. Hilfe nothwendig." Genossenschafts Kaffe" bildenden Zentralanstalt zur burger Volksfreund", der Partei nimmt, wird wohl häufiger vorkommen, als das GegenVolksfreund", der weiter gehört hat, daß auf theil; es ist denkbar, daß dies bei einem Direktor, der die Förderung des genossenschaftlichen Personalkredits in Berlin das Telegramm hin 150 Mann Soldaten, mit je 30 scharfen Autorität der Aufseher Freiherr von Huene, der der rechte Mann zur Patronen versehen, nebft Offizieren, 2 Aerzten und Lazarethals das Fundament der Ording in den Gefängnissen betrachtet, zur Regel wird. parlamentarischen Führung der Zentrumsagrarier wäre, weil er gehilfen bis nachmittags 5 Uhr in der Kaserne zu Konstanz, Ein solcher im Bereiche der Möglichkeit liegender Zu- sich von den Plöz, Mirbach und Kanit nur in der Kouleur, nicht bereit gehalten worden seien. Daß für das Militär auch ein aber in der Sache unterscheidet, soll sich nun wieder um ein vielleicht ganz verhindert werden 150 Soldaten 30 scharfe Patronen, macht 4500 Schüsse, wird der alte Erlaß für die Gefangenen seinem Geifte nach be meldungen die Reichstags- Kandidatur für Pleß- Rybnik, also für was für die 5000 Sozialdemokraten, die auf dem Hohentwiel Durch die Möglichkeit der Beschwerdeführung. In der Praxis Mandat für den Reichstag bewerben. Er hat nach Beitungs. Extrazug bereit stand, ist schon mitgetheilt worden. stehen bleiben, denn aus Furcht vor den angedrohten schweren einen der sichersten Reichstags- Wahlkreise angenommen.- waren, allerdings noch nicht ganz zugelangt hätte, um sie Disziplinarstrafen wird kaum ein Gefangener eine Beschwerde gegebenenfalls in das Jenseits der deutsch- christlichen„ Religion ristiren wollen. Ob der Kriegsminister Bronsart - Einschränkung der politischen Rechte der der Liebe" zu spediren. Beamten. Einer Meldung der N. Fr. Pr." zufolge steht ein". Schellendorf diese Kriegszurüstung auch zu den Aufgaben Regierungerlaß bevor, in welchem" die Staatsbeamten über die der Feuerwehr" rechnet, die gegen die Sozialdemokratie Pflichten, welche ihnen ihre Stellung auch in bezug auf ihr genügen soll, wird er uns hoffentlich in der nächsten Weichstagspolitisches Verhalten im öffentlichen Leben auferlegt, eindringlich session verrathen. belehrt werden sollen. Es handelt sich selbstverständlich hier um stand tann gemildert, Glänzendes Elend. Gegen den Premierlieutenant außer Dienst Krafft, den Verfasser der Aussehen erregenden Broschüre Glänzendes Elend", ist das ehrengerichtliche Verfahren eingeleitet worden." " Warum wird nicht vor dem Schwurgericht geflagt? Die Deffentlichkeit könnte die Verhandlung über den Inhalt Buches ertragen. des Desterreich. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. stimme" hat der Stadtrath von Hainichen Strafantrag wegen - Gegen die Redaktion der Burgstädter Boltsstimme" hat der Stadtrath von Hainichen Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. Todtenliste der Partei. In Wattenscheid ist der beeine gegen die Sozialdemokratie gerichtete, in ihrem Erfolge währte Parteigenosse Peter Weber gestorben. sicherlich wirkungslose Maßregel, die durch die Erfolge der Agitation unter den Eisenbahn Arbeitern veranlaßt wurde. - Wie Protest tundgebungen im Reiche des Aehnliche Erlaffe in Preußen haben die Sympathien der Herrn v. Stephan zu stande kommen, kann wieder Subalternbeamten für die Sozialdemokratie sicherlich nicht ab durch ein Attenstück illustrirt werden. Anläßlich geschwächt. einer Debatte betr. Aufnahme eines ehemaligen Bofibeamten in den sozialdemokratischen Verein für Ottensen und Umgegend kam das folgende Schriftstück zur Verlesung, welches feiner= zeit den Post- und Telegraphenbeamten zur Unterschrift vorgelegt wurde: ,, Liebe Kollegen! Frankreich. er in " Be-In Goslar soll der Parteigen offe Roßtamp 20 M. Strafe bezahlen oder 5 Tage Haft verbüßen, weil er zwei Damen des sozialistischen Abgeordneten angerathen hat, das boykottirte Tivoli nicht zu besuchen. Das Thivrier. Man schreibt uns aus Paris unterm 9. Auguft: ist auch nach Ansicht der Berufungsinstang grober Unfug" ge Genosse Thivrier, der sozialistische Abgeordnete von Montluçon, wesen. ist gestern Mittag an den Folgen eines Darmgeschwüres, das Aus Staßfurt wird uns geschrieben: Der auch in Bei Berathung des Postetats vom 9. bis 15. Februar d.. schon vor Jahren eine Operation nothwendig machte, in Commentry weiteren Kreifen befannt gewordene Bildungsverein für hat sich der sozialdemokratische Abgeordnete Herr Dr. Schoenfant im Kreise der Seinen plöglich verstorben. Am 16. Mai 1841 Staßfurt und Umgegend hat nicht allein eine recht wirkbesonders als Vertreter der Post- und Telegraphen Unter- geboren, hat er somit nur ein Alter von 54 Jahren erreicht. fame Thätigkeit, sondern auch eine recht bewegte Vergangenheit beamten dargestellt. Mit Entrüstung haben wir diese Berichte Thivrier war kein Parlamentsredner, aber dafür ein desto hinter sich. Im Beginn von 1890 gegründet, fiel er sofort der gelesen, weil dieser Herr unsere hohe vorgesetzte Behörde in der besserer Volksredner und eifriger Propagandist und Organisator, Verfolgung anheim. Nicht allein, daß Unternehmer ihren Ar schmählichsten Weise angegriffen hat. Herr Dr. Schoenlant, dem nichts wie dies seine Wirksamkeit im Allier- Departement, namentlich beitern mit Kündigung drohten, wenn sie ihm nicht fern blieben, weniger als das Wohl und Wehe der Post- und Telegraphen- unter den dortigen Kohlenarbeitern zeigte. Thivrier war schon es hat auch der ebenfalls in recht weiten Kreisen bekannt ge Unterbeamten am Herzen liegt, sondern nur die Propaganda für unter dem Kaiserreich für die Sache des arbeitenden Volkes wordene Bürgermeister Reinhard von Staßfurt feine Partei, hat uns in den Augen des Publikums lächerlich und thätig und wurde 1874, da er noch selber als Grubenarbeiter die Mitglieder des Bildungsvereins, so weit sie ihm bekannt geverächtlich gemacht, indem er uns" Posttulis"," Hungerleider", thätig war, zum Gemeinderath und 1883 zum Maire von worden sind, auf seine berühmte schwarze Liste" ge Speziell hat Tagelöhner" 2c. genannt hat. der Anlage E des Commentry gewählt. In dieser Eigenschaft hat er an den 1888 fett. Kollegen! Wenn nun auch unsere Stellung keine glänzende in Bordeaux stattgehabten sozialistischen Kongreß eine Adresse schlusses vom 12. März 1890 und des Rundschreibens vom ist und wir eine Aufbesserung unserer Lage sehnlichst wünschen, gerichtet, infolge deren er der Regierung abgefeßt 13. März 1890 den Unternehmern 51 Personen als Mitglieder so protestiren wir doch energisch gegen die Aeußerungen dieses worden war. Die Wähler rächten ihn dadurch, daß dieses Vereins denunzirt. Weiter wurde der Verein von Lokal Herrn und bestreiten ihm das Recht, sich als unser Vertreter sie ihn im folgenden Jahre zum Generalrath und 1893 zu Lokal getrieben, bis er schließlich im Jahre 1893 auf anhaltiniaufzuspielen. Wir erklären ferner, mit ihm und seiner Partei zum Abgeordneten wählten. Als solcher hatte er fich schem Gebiet, in Leopoldshall, eine Zuflucht fand. Die anhaltischen nichts gemein zu haben resp. etwas gemein haben zu wollen. am 27. Januar 1894 eine Rüge mit zeitweiligem Aus Polizeibehörden aber fanden heraus, daß der Verein politische Eine Aufbefferung unserer Lage wünschen wir nur von unserer schluß aus der Kammer zugezogen. Als nämlich an diesem Tage Zwecke verfolge, und hohen Behörde oder den regierungsfreundlichen Parteien im einer der Regierungsabgeordneten einen durch nichts gerecht Reichstage beantragt und genehmigt zu sehen, und so lange fertigten Ausfall auf die Kommune machte, schrie Thivrier ein werden wir in festem Vertrauen zu unserer Behörde und in donnerndes Vive la Commune!" in den Saal. Von Dupuy, unerschütterlicher Liebe und Treue zu Kaiser und Reich ver- der damals Kammerpräsident war, aufgefordert, sich zu recht harren. fertigen, sagte er, daß er nicht wie der Auvergner sei- Dupuy stammt aus der Auvergne-, der für dieselbe Sache ein Ja und ein Mein habe. Er habe gegenüber den gegen die Kommune geschleuderten Infamien„ Es lebe die Kommune!" gerufen und er halte seinen Ruf vollständig aufrecht. Dies zeichnet auch den ganzen ehrlichen Thivrier, der bereit war, für die Sache der Arbeiter sein Herzblut zu opfern. " 93\ " von ba er den für politische Ber eine geltenden Bestimmungen nicht nachgekommen war, kurzerhand er geschlossen und eine Anzahl wurde seiner Mitglieder in Strafe genommen. Bwar ergab die richterliche Beweisaufnahme in zwei Instanzen nichts, was auf eine politische Thätigkeit des Vereins hätte schließen In der am 28. Februar d. J. stattgefundenen Versammlung lassen, und die in Strafe genommenen Mitglieder wurden in vom Vorftande und Vertrauensmännern des Deutschen Poft beiden Instanzen freigesprochen, aber trotzdem hielten die Verund Telegraphen- Unterbeamten Vereins zu Hamburg- Altona" ist waltungsbehörden in Anhalt, bis hinauf zum Staatsministerium, diese Sache erörtert worden und haben diefelben einstimmig er die Schließung aufrecht, weil der Verein nach dem Ergebniß der flärt, durch Namensunterschrift ihre Einwilligung zu geben. Wir von herzoglicher Regierung beziehungsweise herzoglicher Kreisbitten nun sämmtliche Kollegen, schleunigst ein gleiches zu thun, direktion veranlaßten Ermittelungen entgegen der ausdrücklichen damit die Unterschriften bis spätestens am Donnerstag, den Vorschrift des§ 3 feines Statuts mit öffentlichen Angelegenheiten - Der Direktor des Bergwerts in Carmaux fich befaßt" habe. Die Verfolgungen des Vereins hatten indeß 1. März d. J., im Besitz des ersten Vorsitzenden, Geldbriefträger hat den Deputirten Jaurés und das Organ unserer französichen damit ihr Ende noch nicht erreicht. Die Mitglieder hatten sich Kummer beim Postamt 2 sind." Daß die Aufforderung zur Unterschrift dieses Schriftstückes leumdung" verklagt." Beide haben den Herrn wegen seines Ver- tagten dort ruhig weiter. In demselben Lokal tagte noch ein Parteigenoffen, die Petite Republique française" wegen Ver- wieder in Staßfurt, also in Preußen, ein Lotal verschafft und jeden Postbeamten in eine unzweideutige Zwangslage gebracht haltens gegenüber dem Glasarbeiter und Mitglied des Bezirks- anderer Verein, der den Namen Freundschaft" führt. Dieser haben wird, versteht sich von selbst. Ein Verweigern der Unter- raths Baudot, den er maßregelte, und überhaupt wegen seines Berein hatte ein schreckliches Verbrechen begangen. Er hatte fchrift tam einer Rennzeichnung als Sozialdemokrat in den Verhaltens gegenüber den Arbeitern scharf mitgenommen. Ronduitelisten gleich. Was dies bei der Postverwaltung bedeutet, braucht nicht weiter auseinandergesetzt zu werden. Rußland. Türkei. Kuba. " " am nämlich eine Festlichkeit veranstaltet, allwo man bis zum Morgen Italien. Bier getrunken und getanzt hat, und ganz fröhlich gewesen wäre, Mémorial diplomatique" berichtet - Die unerfättlichkeit der Agrarier. Von - Kriegerische 3. Mémorial diplomatique" berichtet wenn nicht ein Polizeisergeant in unschuldiger Bürgerkleidung den zu gunsten der Landwirthschaft neuerdings feitens der Reichs- aus Rom, daß Italien große Kriegsrüstungen vorbereite. Der ich eingemischt hätte, bis man ihn hinausbeförderte, wobei er mit seinem Schießgewehr drohte. Das Vergnügen des Vereins resp. der preußischen Regierung getroffenen Maßnahmen geben Kriegsminister habe Befehl gegeben, alle Munitions- und Waffen sollte nun ein öffentliches gewesen sein, weil auch andere Personen die B. P. N." folgende Zusammenstellung: niederlagen zu inspiziren und ihm einen eingehenden Bericht über als Mitglieder Zutritt gehabt hätten. Bewiesen konnte das faller. " In den letzten Tagen hat der Staats- Anzeiger" wieder das Ergebniß einzusenden. Ferner hat der Kriegsminister Bericht bings nicht werden, aber das Rammergericht entschied, der Berein die" Ausführung zweier vom preußischen Staatsrath in der über den Zustand der Kriegsschiffe und der Fouragemagazine Freundschaft" sei gar kein Verein, mithin wäre das Bergnügen Sigung vom 20. März d. J. zur Hebung der Lage der Land- eingefordert. ein öffentliches gewesen. Vermuthlich um dies festzustellen, wirthschaft empfohlenen Maßnahmen veröffentlichen können. brauchte man die Mitgliederliste. Da diese aber nicht zu haben Unter den Vorschlägen, welche der Staatsrath damals genehmigte, Ausfuhr Erleichterungen burch Tarif. war, so schritt die Polizei zur Beschlagnahme. Sie beschlagwar der erste auf die Beschränkung der gemischten Transit- ermäßigungen auf den Eisenbahnen will das russische Finanz- nahmte aber nicht das Mitgliederverzeichniß des Vereins ben Schrank des läger nebst ihrem Zollkredit auf solche Läger, welche ministerium schaffen. Da werden die deutschen Agrarier wieder Freundschaft", sondern öffnete dem Transitverkehr dienen und nicht für den Inlands- Beter und Wordio schreien und die Nothwendigkeit hervorheben," Bildungsvereins" und beschlagnahmte deffen Protokollverkehr ausgenügt werden, gerichtet. Am Mittwoch veröffent- die Ranih'schen Luftschlösser zu realisiren. buch, seine Bibliothek und noch andere Dinge. Zwar wurde lichte der Staats- Anzeiger" eine Anweisung des Finanzministers alles, da es gar nichts mit der Sache zu thun hatte, wieder an die Provinzial- Steuerdirettoren, welche diese von einem eine zurückgesandt, aber erst, nachdem der Erste Untersuchungs- Kriegsvorbereitungen. Die Pforte hat in richter solche Beschränkung der Zulassung gemischter Privattranfitläger Landgericht in Magdeburg, Herr Meinanordnenden Beschlusse des Bundesraths in Kenntniß sette. Am Sofia erklären lassen, daß sie nöthigenfalls auf grund des hard, von dem Protokollbuch Abschrift hatte nehmen Donnerstag veröffentlichte sodann der Staats- Anzeiger" das Artikels 15 des Berliner Vertrages die strategisch wichtigen lassen, denn darin standen gar schreckliche Dinge, so Gesetz über die Errichtung einer Zentralanstalt zur Förderung Punkte Oftrumeliens mit türkischen Truppen besetzen werde.- 3. B. auch, daß der Bildungsverein einige Bücher dem Vorstand bes genossenschaftlichen Personalkredits. Diese Beröffentlichung ber fozialdemokratischen Partei geschenkt hatte, daß sogar ein entspricht dem zehnten Vorschlage des Staatsraths, der die als Sozialdemokrat bekanntes Vereinsmitglied mehrfach Geld Sieg der Aufständigen. Auf Cuba hat, wie vom Verein erhalten hatte. Natürlich ist solch ein Verein ein " Bildung eines Landes- Kreditsinstituts im Anschluß an die Seehandlung zur Förderung des Genossenschaftskredits" aus New- Yort gemeldet wird, am Dienstag ein erbitterter Rampf politischer, b. h. er erörtert politische Angelegenheiten. Da er empfahl. Von den elf Vorschlägen des Staatsraths ist stattgefunden. Die Rebellen schlugen die spanischen Truppen voll aber weder seine Versammlungen angemeldet, noch das Mitglieder außerdem die Reform der Zucker- und Branntweinsteuer- Gesetz- ständig und nahmen Rio Bombo ein. verzeichniß eingereicht hatte, da er sogar Frauenspersonen" als gebung, abgesehen von der für die nächste Tagung vorzubereitenMitglieder aufgenommen hatte, so wurde er auf Anordnung des den Novelle zum Zuckersteuergesetz, sowie die Herabsetzung der Untersuchungsrichters Meinhard vorläufig geschlossen und eine Bors Eisenbahntarife für landwirthschaftliche Roh- und Hilfsstoffe untersuchung über vier Vorstandsmitglieder verhängt. Das geschah durchgeführt. Die Reform der Produktenbörse ist in einem dem Agrarprogramm. Im Wahlverein in Rappel bei im Dezember 1894. Eine große Anzahl Personen wurden als Bundesrathe bereits vorliegenden Entwurfe geplant. Wegen der Chemniz wurden die Vorschläge der Agrarkommission von sämmt- Beugen vernommen und jetzt, nach fieben Monaten der UnterUnterstützung der genossenschaftlichen Errichtung von Kornspeichern lichen Rednern verworfen. fuchung, mußte der Staatsanwalt selbst beantragen, die Ange behuss zweckmäßigerer Gestaltung des Angebots der Produzenteu Ueber eine Diskussion, die sich in einer Versammlung des schuldigten außer Verfolgung zu setzen. Die Straffammer beschloß kann auf die Erklärungen des Landwirthschaftsministers im sozialdemokratischen Vereins in Düsseldorf zwischen unserem demgemäß, hob die vorläufige Schließung des Bildungsvereins Landtage verwiesen werden. Die innere Kolonisation Genoffen Dr. Lütgenau und dem Bodenbesitzreformer wieder auf und gab alles beschlagnahinte Vereinseigenthum frei. dürfte durch das im Entwurfe vorliegende Gesetz über das Dr. Wehberg abspielte und die auch auf das Agrarprogramm Der Bildungsverein für Staßfurt und Umgegend kann demnach, Anerbenrecht bei Renten und Ansiedelungsgütern ge überging, fagt die von Lütgenau redigirte Rheinisch- West- nachdem er, nebenbei bemerkt, nun dreimal freigesprochen fördert werden, es dürften aber auch noch andere Maß- fälische Zeitung":" Hierbei war es interessant zu beobachten, daß worden ist, in altgewohnter Weise weiter tagen. nahmen auf diesem Gebiete zu gewärtigen sein. Die der Entwurf weit mehr den Beifall des Dr. Wehberg als den des Verbesserung des landwirthschaftlichen Realkredits wird durch Sozialdemokraten Lütgenau und überhaupt der Genossen fand. den voraussichtlich bald überall zu erzielenden Abschluß der Einen Passus des Entwurfs, denjenigen, der die Aufhebung der Erörterungen über die Aenderung der Statuten der landschaft- Grundsteuer verlangt, konnte allerdings selbst Herr Dr. Wehberg lichen Kreditinstitute erreicht. Es bliebe also eigentlich von den nicht verdauen. Vorschlägen des Staatsraths nur noch die Bildung eines staatlichen Meliorationsfonds und die Erleichterung der Ausführung von Meliorationsarbeiten übrig. Aber auch auf diesem Gebiete ruhen die Arbeiten nicht. Wenn man bedenkt, daß der Staatsrath seine Berathungen am 20. März d. J. beendigte, so wird man den Zeitraum, innerhalb deffen die Vorschläge zur Besserung der Lage der Landwirthschaft durchgeführt oder vorbereitet wurden, sehr kurz finden müssen." Die Deutsche Tageszeitung", das Hauptorgan der Agrarier, das die Arbeiter stets der Begehrlichkeit zeibt, ist natürlich von all' diesen Liebesgaben, der Gewährung der kleinen Mittel, nicht Partei- Nachrichten. Zum Begräbniß Friedrich Engels' widmeten ferner Kranzspenden die Sozialdemokraten der Städte Bremen, Elberfeld, Barmen, Hamburg. Soziale Uebersicht. Allein 750 M. für die Kriegervereine, die am 1. September ein„ Voltsfest" abhalten wollen, haben die Stadtverordneten Brandenburgs a. H. aus dem geduldigen Stadtfäckel bewilligt. Die Brandenburger Zeitung" schreibt hierüber: Die Anordnungen treffen die Kriegervereine, die Kosten kommen aus dem Eine Gedächtnißfeier hielten am Freitag die Stutt- großen Säckel der Steuerzahler; diese bezahlen die Beche, so be garter Parteigenossen ab; Redner war Wilhelm Blo3. In schließen es die Stadtverordneten. Ein Trost ist dabei, daß mit Bremen geht die Gedächtnißfeier am Dienstag vor sich; die diesem Jahre die den Völkerfrieden verlegenden Demonstrationen Rede wird Dr. Diederich halten. ihr Ende erreichen sollen, da ist es natürlich begreiflich, wenn sich die Patrioten noch einmal austoben wollen. Die Kreiskonferenz für die Weft- Prieguit wird Sonntag, den 1. September, in Wittenberge in der Bentralhalle des Herrn Danehl abgehalten. Vom Schlachtfeld der Arbeit. In den einer englischen Gesellschaft gehörigen Asphaltgruben bei dem Dorfe Ahlem im hannoverschen Kreise Linden wurden durch herab- lands nur auf furze Zeit den Zuzug von Leipzig ftreng fern- fammenhang geriffen und beweist ihre eigenthümliche Zusammenstürzende Erdmaffen drei Arbeiter verschüttet, von denen einer halten, müssen die Unternehmer nachgeben. Deshalb, Kollegen, stellung, daß dem Ueberwachenden jedenfalls das Ver. tobt, einer schwer verwundet und der dritte vermeidet den Zuzug unter allen Umständen. Auch von ständniß abgeht, politischen Erörterungen folgen zu leichter verlegt hervorgezogen wurden. Im Jahre 1881 Herford und Flensburg ist noch Zuzug fernzuhalten. können. Auch bestreite fie, fie, die Worte so gebraucht fanden an derselben Stelle Stelle fünf Arbeiter Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. zu haben, oder daß diese den ihnen vom Ueberwachenden unterihren Tod. Letzteres berechtigt zu dem Schluß, daß es an genügenden vom Baumeister Plauert beschäftigten Steinarbeiter die die Wahl- und sonstigen Rechte der Frauen und über die Auf der Brauerei Felsenkeller in Dresden legten die geschobenen Sinn gehabt hätten. Nach den Bekundungen des Polizeibeamten soll die Rednerin unmittelbar, nachdem sie über Vorsichtsmaßregeln gefehlt haben wird. Wir erwarten eine strenge Arbeit nieder, weil ihnen der für harten Sandstein aus Welsch- Militärpflicht der Söhne gesprochen, den inkriminirten Satz ge Untersuchung des Vorfalls. hufe geforderte 20prozentige Zuschlag nicht gewährt worden war. äußert haben. Daß bei der bestehenden festgefügten Staats- und Gesellschaftsordnung die in diesem Saße ausgesprochene Absicht nur durch rohe Gewaltthaten würde verwirklicht werden können, liegt auf der Hand," heißt es in der Anklageschrift, welche- ein deutschen Rechtspflege- die Richter mit der Ablehnung des immerhin beachtenswerther Fall in der neueren preußischAnklage beantwortet haben. der Bäder in Aussicht, weshalb Zuzug zu unterlassen ist. In Frankfurt a. M. steht wegen Lohndifferenzen ein Streit B In Offenbach find in der Schuhwaaren Fabrit von S. Schönhof Söhne, Bahnhofstraße, Differenzen aus gebrochen, weshalb um Vermeidung des Zuzugs ersucht wird. " Eine neue Blüthe hat die bayerische EisenbahnSpar" politit getrieben. Wie der Fränkischen Tagespost" mitgetheilt wird, wurde den unverheiratheten Ar beitern, die in Fürth arbeiten und in den umliegenden Ortschaften wohnen, die Lösung von Arbeiter Fahrkarten untersagt. Sie müssen sich von jetzt ab Vollbillette lösen. Anfangs glaubte man, daß hier ein Mißverständniß des Schalterbeamten vorliege, aber auch die Kondukteure erklären, daß die In Wien stellten 68 Arbeiter der Fabrik von Eckstein Unschuldig zum Tode verurtheilt? Zur Affäre des wege Arbeiterbillette unverheiratheter Arbeiter feine Giltigkeit mehr. Romp., VII. Andreasgaffe 11, wo optische Waaren haben. Die Eisenbahn- Beamten selbst schütteln über diese Ver- hergestellt werden, wegen fortwährender Lohnherabseßung und Luftmordes zum Tode verurtheilten Gastwirths C. Breitrück in Altona erfahren wir folgendes: Ein fürzlich wegen Diebstahls ordnung den Kopf. Wem haben wir, fragt die Fränkische wegen Nichteinhaltung früher gemachter zugeständnisse die Arbeit zu drei Jahren Zuchthaus verurtheilter Malergeselle Bendler hat ordnung Kopf. Tagespost", denn wohl diese weise Anordnung zu verdanken? ein. Optifer, Gürtler, Schleifer und Metallarbeiter überhaupt fich vor einiger Zeit aus der Glückstadter Strafanstalt der Staats Unsere Verkehrsanstalten würden dem Publikum einen Dienst werden ersucht, in dieser Fabrit nicht in Arbeit zu treten. anwaltschaft vorführen lassen und sich bezichtigt, den Knaben erweisen, wenn sie den Namen des Urhebers dieser Rückwärts- Die Lohnbewegung der Amsterdamer Diamantarbeiter Raczka ermordet zu haben. Da von diesem Umstand maßregel der Deffentlichkeit preisgeben würden. Daß unser nimmt wieder größere Dimensionen an. Viele Juweliere laffen bisher weder dem Verurtheilten Breitrück Verkehrswesen viel zu wünschen übrig läßt, ist bekannt. Die noch immer unter dem festgesetzten Tarif arbeiten. An zwei noch dessen Vertheidiger Dr. Suse das Bevorzugung der Besserfituirten durch Beförderung in Schnell- Arbeitsstellen ist die Arbeit niedergelegt worden. Die Nachricht ringste mitgetheilt ist, hat letterer an den Justizzügen, bequem eingerichteten Wagen 2c. hat die bayerische Eisen- vom Siege der Diamantarbeiter in Hanau wurde in Amsterdam minifter das dringende Ersuchen gerichtet, ihm eine Abschrift des bahn mit den übrigen Bahnen Deutschlands gemein. Daß man mit großer Freude aufgenommen. Protokolls über die Vernehmung des Bendler zuzustellen und aber zwischen Ledigen und verheiratheten Passagieren einen Unterschied macht, haben wir noch nicht gehört. eine Entscheidung über das vom Vertheidiger eingereichte Gnadengesuch inhibiren zu wollen, damit noch andere Schritte in der den endgiltigen Ausgang der Sache, in der schon vor einem höchst dunklen Sache gethan werden könnten. Man darf auf halben Jahre vom Altonaer Schwurgericht das Todesurtheil gefällt ist, in der That gespannt sein, zumal Breitrück tagtäglich noch immer vom Untersuchungsgefängniß aus die umfangreichfien Entlastungsbeweise anzutreten sucht. Gewerkschaftliches. An sämmtliche Bauarbeiter Deutschlands! Von seiten der Arbeiterbeisiger des Berliner Gewerbegerichts ist an den Ausschuß desselben ein Antrag gestellt, in dem die Bauarbeiter einen gesetzlichen Schuh gegen die schwindelhaften Bauunternehmer_verlangen, die durch ihre Manipulationen die Arbeiter um ihren fauer verdienten Lohn prellen. Um diesen Antrag wirkungsvoll Internationaler Textilarbeiter- Kongres in Gent. Die weiteren Beschlüsse betrafen folgendes: Für den nächsten Kongreß, der im Jahre 1897 stattfindet, iſt Roubaix in Aussicht genommen. Die Resolutionen des Kongresses werden den Textilarbeitern zugeschickt. In den Ländern, wo die Arbeiterpartei im Parlament vertreten ist, sollen die Abgeordneten aufgefordert werden, die Resolutionen zur Sprache zu bringen.( Ausführlicher Bericht folgt wegen Erkrankung des Berichterstatters später.) Soziale Rechtspflege." hatte Gerichts- Beitung. " Eine außerordentliche Rohheit führte den Dienstknecht worten hat. Tage Fremde beschimpft und belästigt, dafür spricht, daß er seiner Sinne nicht mächtig gewesen ist, weshalb das Gericht annimmt, daß er sich bei den Rekontre mit den Schußleuten in einem Zustande befunden habe, welcher seine freie Willensbestimmung ausschloß, aus welchem Grund Freisprechung ers folgte". Ein Stückchen vollendeter Klaffenfustiz ist, wie unser Harburger Parteiorgan meldet, fürzlich in Hamburg gefällt worden. Aus einer heiteren, wahrscheinlich distinguirten" Gesellschaft kommend, hatte ein Kommis", der Sprößling einer zu begründen, bedarf es eines geeigneten und zuverlässigen Gewerbegericht. Ein Barbierherr adressirte fälschlicher- Sport „ Stütze der Gesellschaft", Passanten angerempelt, bekanntlich ein Materials. Unterzeichneter wendet sich daher, und zwar speziell weise die Bestellung eines Gehilfen an den Besizer des Lofals, Sport der„ goldenen Jugend". Dieferwegen von einem Schuhan die Berliner Bauarbeiter mit dem Ersuchen, ihm geeignetes in welchem der Gehilfenverein seine Versammlungen abhält. uniformirten Wächter der Ordnung einen" Fake" genannt, mann zur Ordnung ermahnt, hat das das Bürschlein den Material zur Verfügung zu stellen. Trotzdem gelangte, wenn auch etwas verspätet, die Bestellung an Es ist dazu erforderlich, daß die Bauhandwerker uns alle den Arbeitsnachweis jenes Vereins, dem sie zugedacht war. weshalb er sich heute wegen Beamtenbeleidigung zu verant Fälle, in denen sie erst auf dem Wege der Klage bei den Ge- Mittlerweile Der Sohn aus besserem Hause" behauptet sich der werbe-, Amts- oder Landgerichten ihre Forderungen beitreiben darüber, daß der bestellte Gehilfe nicht schnell genug Sinne" gewesen sei, was sowohl von dem beleidigten SchutzBarbierherr, ungehalten ungehalten heute, daß er sinnlos betrunken" und nicht Herr feiner mußten, mittheilen und die diesbezüglichen Erkenntnisse eintraf, anderwärts die benöthigte Hilfskraft besorgt, und nebst deren Begründung einsenden. Namentlich find solche als ihm vom Nachweis des Vereins der verlangte Barbier manne, wie auch von einem feiner Kollegen, welcher mit dem Fälle erwünscht, wo der Kläger, trotzdem seine Forderung zugeschickt wurde, verweigerte er dessen Annahme. Eine Ent- Raufmannssöhnchen bei jener Gelegenheit amtlich in Berührung durch irgend welchen Gerichtsbeschluß anerkannt Ent- fam, bestritten wird. Die Beamten wollen dem Angeklagten nur wurde, schädigungsklage des Zurückgewiesenen gab dem Gericht Gelegen Angetrunkenheit, nicht aber„ totale" Besoffenheit zugestehen. wegen Fruchtlosigkeit der der Exekution bei dem Unter- heit, sich über Engagements auf Aushilfe dahin zu äußern: Ein Der Amtsanwalt glaubt den beiden Schuhleuten mehr als dem nehmer, dennoch nicht zu seinem verdienten Lohn kommen konnte. Vertrag auf Aushilfe ist dann als zustande gekommen anzusehen, Angeklagten und beantragt gegen ihn eine Geldstrafe von 30 M., Für den letzteren Fall genügt die Mittheilung über die Art und wenn die Bestellung dem Vermittler richtig zugestellt ist und sich event. 6 Tage Gefängniß. Das Gericht ist gegentheiliger AnHöhe der Forderung, sowie Angabe der Zeit, welche zwischen daraufhin der betreffende Mann dem fraglichen Arbeitgeber zur dem Tage des Eintretens bis zum Ausfall derselben lag. Ganz Verfügung gestellt hat. Daß die Bestellung erst auf einem Um- icht und hält durch das eidliche Zeugniß der beiden Schuhleute besonders machen wir die gewerkschaftlichen Organisationen im wege an ihr Biel gelangte, habe hier sogar der Beklagte verweil schon die Thatsache, daß ein den befferen Ständen die Behauptung des Angeklagten nicht genügend widerlegt, Baugewerbe auf die Wichtigkeit dieser Erhebung aufmerksam, schuldet, er sei also umsomehr haftbar. Beklagter wurde ver- angehöriger junger Mann auf öffentlicher Straße am hellen und ersuchen dieselben um thatkräftige Unterstützung. Der Sache urtheilt. förderlich wäre es, wenn die Gewerkschaften, welche durch den Rechtsschuß, den sie ihren Mitgliedern bei Lohnforderungsklagen gewähren, das in ihren Besitz gekommene höchst schätzbare Material dem Unterzeichneten für furze Zeit zur Verfügung stellen würden, zu bemerken ist hierbei, daß alle Lohnausfälle, bis zum Jahre 1890 zurückreichend, berücksichtigt werden. Selbst: Landgericht Berlin II eine Verhandlung wegen Geheimbündelei" Polen in Gefahr? Auf den 19. August ist vor dem verständlich erhalten die Inhaber solcher Schriftstücke dieselben in gegen etwa ein Dutzend polnischer Studenten anberaumt. Die fürzester Zeit zurück. Bewußt, daß unser Vorgehen im Intereſſe Boruntersuchung hatte über ein Jahr lang gedauert. Schließlich uns die weitgehendste Unterstützung zu theil wird. Besonders stellen lassen, daß eine Anzahl polnischer Studenten zu wissender Allgemeinheit nothwendig ist, hegen wir die Erwartung, daß foll troß aller Bernehmungen u. 1. w. nur das sich haben fest. Depeschen und lehte Nachrichten. bitten wir, die Bauarbeiter in umfassendster Weise auf vorstehendes schaftlichen Besprechungen sich zusammengethan hatten, ohne der wie die„ Kölnische Volkszeitung" meldet, wegen Herausforderung Köln, 10. Auguft.( W. T. B.) Freiherr v. Stumm wurde, aufmerksam zu machen. Der Ausschuß des Berliner Gewerbegerichts. Polizei Nachricht hierron zu geben, und daß selbstverständlich auch hier und da von den wohl fast sämmtlich dem polnischen zum Duell zu 14 Tagen und der Hüttenbesizer Vopelius wegen J. A.: R. Millarg, Berlin, Grenadierstraße 10, 1 Treppe. Großadel angehörigen jungen Leuten in etwas feuriger Weise Kartelltragens zu 5 Tagen Festungshaft verurtheilt. Das wiederholt und besprochen ist, was im Reichstag und im Au die Gewerkschaften Berlins! Die Gewerkschafts- Abgeordnetenhaus seitens der polnischen Fraktion als ziel auf Augsburg, 10. August.( W. Z. B.) Die„ Augsburger Tommission giebt hiermit bekannt, daß alle für die streifenden gestellt und vertheidigt ist. Und darum auf die Anklagebant! Abendzeitung" meldet aus Neunkirchen bei Trier: Auf der Grube Ristenmacher bestimmten Gelder, sowie die gezeichneten SammelHeiniz" ist gestern beim Einfahren von 28 Bergleuten infolge listen für dieselben Grenadierstr. 10 I abzuliefern sind, da die Julius Tribute it aus Waldburg in Ostpreußen auf die Andes Bruches einer Bank am Eingange der zweiten Tiefsohle Regelung von dieser Stelle aus geschieht. 3 der bisherigen flagebank. Am 23. Juni d. J. gerieth der 21jährige Angeklagte einem Bergmann der Kopf zerschmettert worden; zwei Brüder Mittheilung über den Verlauf des Streiks können wir noch in der Bergstraße zu Rixdorf aus geringfügiger Ursache mit wurden durch Bruch der Wirbelsäule tödtlich verlegt und außer= ergänzend hinzufügen, daß nunmehr in 20 Fabriken die Forde einem Schneider Kottisch in Wortwechsel. Sofort zog T. sein dem noch vier andere Arbeiter schwer verwundet. rungen bewilligt sind. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Taschenmesser hervor und bedrohte den R. damit, sodaß tommission. J. A.: R. Millarg. München, 10. Auguft.( B. H.) Der wegen Gotteslästerung Passanten, welche die Szene beobachteten, herbeieilten, um eine Die Differenzen, die bei dem Maurermeister Remmniß in Blutthat zu verhindern. A13 T. sah, daß K. Silfe beu einem Jahre Gefängniß verurtheilte Schriftsteller Dr. Paniza Charlottenburg entstanden sind, haben für die Arbeiter eine fam, ergriff er die Flucht, wurde aber von R. ver hat hente feine Strafe in Amberg angetreten. Sein Strafaufgünstige Erledigung gefunden. Nachdem die Arbeiter auf den folgt, wobei letzterer einigen jungen Leuten, schub Gesuch wurde ebenso abgelehnt, wie die Bitte um Um Bauten Wittenberg- Platz und Bayreutherstr. 30/31 die Arbeit plaudernd in der Nähe standen, zurief, fie möchten wandlung der Gefängnißstrafe in Festungshaft. niedergelegt hatten, ist ihnen die Erhöhung des Stundenlohnes den Fliehenden halten. Hierzu halte jedoch niemand Luft, tro- Ausbruch der Cholera in Przemysl find unbegründet. Die dort Lemberg, 10. Auguft.( B. H.) Die Gerüchte über den von 50 auf 521/2 Pf. bewilligt worden. dem stieß T. im Vorbeilaufen einem der jungen Männer, dem Achtung, Former! Die Kollegen der Firma Bruns, Schloffer Friedrich Strakon, das Meffer mit voller Wucht in vorgekommenen verdächtigen Todesfälle wurden von den Aerzten Schönleinstr. 24, haben wegen Lohndifferenzen die Arbeit den Arm. Jetzt wurde der Messerheld natürlich verfolgt, fest als nicht durch Cholera verursacht bezeichnet. Triest, 10. August.( B. H.) In dem Hafenort Lussin piccolo niedergelegt. Buzug ist strengstens fernzuhalten. Der Vorstand genommen und der Polizei übergeben. Straton mußte ärztliche des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Hilfe in Anspruch nehmen und war 14 Tage arbeitsunfähig,( Istrien) ist gestern Abend gegen 6 Uhr ein starker, 5 Sekunden dauernde Nachtheile hat Berlins und Umgegend. die Verlegung glücklicherweise andauernder Erdstoß verspürt worden. nicht im Gefolge gehabt. Am Freitag wurde Trübu= Rom, den 10. August.( W. T. B.) Die Tribuna" meldet, Die Unterhandlungen mit dem Porzellanfabriteit dem Rigdorser Echöffengericht aus der Untersuchungshaft daß der Gerichtshof des Tribunals für Straffachen in Rom die tanten Zielsch in Altwasser find bis jetzt insofern vorgeführt, um sich wegen Rörperverlegung mittels gefährlichen Unzuständigkeit der richterlichen Behörde bezüglich der von ergebnißlos gewesen, als von 166 Streifenden nur 35 eingestellt Werkzeugs zu verantworten. Einen Entschuldigungsgrund für Cavallotti gegen Crispi eingereichten Anklage erklärt hat. und auch die Akkordlöhne nicht aufgebessert werden sollen. Die feine That vermochte er nicht anzugeben und so beantragte der Arbeiter haben Herrn Zielsch mitgetheilt, daß fie darauf nicht Amtsanwalt gegen den Angeflagten mit Rücksicht auf die kolossale führlich die Flottendemonstrationen in Maroffo und meinen überLondon, 10. August.( B. H.) Die Blätter besprechen auss eingehen fönnen. Die Verhandlungen sollen fortgesetzt werden. Rohheit auf ein Jahr und sechs Monate Gefängniß, In Bielefeld sind die Differenzen beigelegt, die zum Aus- obwohl T. bisher nur einmal wegen Thierquälerei mit 14 Tagen einstimmend, die Ankunft des englischen Geschwaders habe in ftand des Personals der Schuhwaaren- Fabrik von Antrage gemäß, brachte jedoch einen Monat auf die erlischen Schiffe sei veranlaßt durch die Anwesenheit von KriegsHaft vorbestraft ist. Der Gerichtshof erkannte dem Tanger große Erregung hervorgerufen. Das Eintreffen der engSteinrüd u. Krögel geführt hatten. littene Untersuchungshaft in Anrechnung. Der Angeklagte, auf schiffen anderer Nationen vor Tanger. Die Demonstration sei Die zehustündige Arbeitszeit haben die Gerber der den das Urtheil keinerlei Eindruck machte, erklärte gelassen, daß unbedingt nothwendig, damit sämmtliche Mächte die Zulassung Gerberei von Gebr. Danglowig in Halle a. G. er die Strafe annehme und auf Rechtsmittel verzichte. einer Konsularvertretung in Fez erlangen. durchgesetzt. Bisher mußten sie 1012 Stunden arbeiten. Misgeschick der Polizei. Vom fönigl. Landgericht zu In der Lederfabrik von Hack mat u. Sternheim in Halberstadt ist unserer Genoffin Ihrer folgender Beschluß zuHarburg stellten am Donnerstag 40 Gerber wegen Verstellt worden: Der Antrag der königl. Staatsanwaltschaft gegen weigerung des Zehnstundentages die Arbeit ein. Die Arbeiter die Ehefrau des Apothekers Emanuel Jhrer, Emma geb. Rother der Fabrit von Wilkens u. Besser schlossen sich an. Im in Bankow bei Berlin wegen Vergehen gegen§ 130 des Strafganzen find nun rund 70 Mann im Ausstand. Die Fabrikanten gefehbuches das Hauptverfahren vor der Straflammer des tgl. und Shetland, der letzten bisher noch ausstehend gewesenen Unter London, 10. Auguft.( W. T. B.) Bei der Wahl auf Orkney haben sich bei 1000 m. Konventionalstrafe verpflichtet, falls nicht Landgerichts hier zu eröffnen, wird abgelehnt, da aus der haus- Wahl, wurde Sir Leonard Lyell( liberal) mit einer geringeren etwas anderes unter ihnen vereinbart wird, den zehnstündigen einzigen der Angeschuldigten zur Laft gelegten Aeußerung: 28ir Majorität als bei seiner letzten Wahl wiedergewählt. Arbeitstag nicht zu bewilligen. wollen die heutige Gesellschaftsordnung umstoßen und auf deren Trümmern eine andere ausbauen"- deren genauer zu Belgrad, den 10. Auguſt( W. T.- B). Nach hier eingeIn Peine haben die Holzarbeiter wegen Differenzen fammenhang mit den vorhergehenden und gangenen Nachrichten aus Nestüb ist eine aus Rüftendil kommende die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist zu unterlassen. nachfolgenden Aeußerungen der Angeschul. 200 Mann starke Insurgentenbande vor 5 Tagen von türkischem Die Leipziger Steinsetzer sind am Sonnabend in den digten nicht festzustellen ist, eine Anreizung zu Ge- Militär geschlagen und zerstreut worden. Streit getreten. Sie verlangen einen Stundenlohn von 50 Pf., waltthätigkeiten nicht ersichtlich ist." Die Vorgeschichte dieses Sofia, 10. Auguft.( W. T. B.) Der wegen des Verdachts für die Ueberflunde 75 Pf., ferner die neunstündige Arbeitszeit. Schlußatfordes einer staatsanwaltlichen Aktion einer staatsanwaltlichen Aktion ist furz der Theilnahme an der Ermordung Stambulow's verhaftet ge= Vor drei Wochen unterbreiteten die Steinsetzer dem Unternehmer- erzählt. Am 2. März dieses Jahres hielt unsere Genossin wesene Tüfektschieff ist gestern aus der Haft entlassen worden. thum einen Tarif, durch den nur der alte Lohnsatz von 45 Pf. in dem Harzstädtchen Quedlinburg eine Rede in einer Volts- Buenos Ayres, 10. Auguft.( W. Z. B.) Zwischen der und die zehnstündige Arbeitszeit festgelegt werden sollte, weil die versammlung über die Bedeutung der politischen und gewerk- brasilianischen Regierung und den Aufständischen in der Provinz Innungsmeister in den verflossenen Jahren unter Ausnußung schaftlichen Agitation der Frauen. Als amtlicher" Zuhörer Rio Grande ist Frieden geschlossen. der Konjunktur oftmals ganz erheblich davon abgewichen waren. wohnte der Versammlung ein Polizeiwachtmeister bei, auf dessen Tanger, 10. Auguft.( W. T. B.) Der englische Kreuzer Bis auf 35 Pf. Stundenlohn gingen einzelne der Herren her- Notizen hin nachher die obige Anklage erhoben wurde. In der„ Arethusa" und der französische Kreuzer Chanzy" find hier einunter. Da die Unternehmer die Gehilfen ohne Antwort ließen, Antlageschrift, welche davon spricht, daß Frau Ihrer namentlich getroffen. Gegenwärtig liegen 9 fremde Kriegsschiffe auf der beschlossen diese am Freitag in einer außerordentlich stark be in Voltsversammlungen als Redner aufzutreten pflegt, wird hiesigen Rhede. suchten Versammlung einmüthig den sofortigen Streit und zwar als Beweismittel außer dem Zeugniß und den Aufzeichnungen Zanzibar, 9. August.( W. T. B.) Einem Gerücht aus für die eingangs erwähnten neuen Forderungen. Der Geschäfts- des Polizeibeamten theilweises Geständniß"( der Angeschuldigten) Uganda zufolge erhängten die Belgier den Kaufmann Stokes in gang ist günstig. Eine ganze Anzahl Straßen sind im Bau be- aufgeführt. Das Geständniß bezieht sich, wie die Angeklagte an- Lindi im Kongostaate. Stokes verkaufte Pulver und Gewehre griffen und müssen in furzer Zeit fertig gestellt sein. Wenn nimmt, darauf, daß sie bei ihrer kommissarischen Vernehmung in an den Eingeborenenhäuptling von Kibonge, welcher Krieg gegen daher die Steinsetzer( Pflasterer) und Berufsgenossen Deutsch- Berlin aussagte: Die inkriminirten Säße sind aus dem Zu- die Belgier führt. die Loudon, 10. August.( W. T. B.) Nach einer bei Lloyds eingegangenen Depesche aus Quessant ist der Hamburger Dampfer „ Miranda", von Valparaiso kommend, auf den Jument- Felsen gestrandet und bald darauf gesunken. Das Schicksal der Mannschaft ist unbekannt. Entwortlicher Redakteur: Max Pfund in Falensce. Jür den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin, Druck und Verlag von Max Vading in Berlin. Sieran 2 Beilages 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 186. Sonntag» den 11. Angnst 1893. 12. Jahrg. Lvsumung. Von schweizer Parteigenossen geht uns wiederholt das Er- suchen zu, Parteigenossen, welche infolge ihrer Thätigkeit in der Arbeiterbewegung mit den Strafbehörden in Konflikt gcrathen find, vor der Auswanderung nach der Schweiz zu warnen. Häufig find es lächerlich geringfügige Vorgänge— Verurtheilung zu einigen Wochen Gefängniß, oft die bloße Er- Hebung einer Anklage,— welche zum Vorwande für die Flucht nach dem Auslande, und speziell nach der Schweiz, benutzt werden. So sollen zur Zeit, nach den Mittheilungen unseres dortigen Vertrauensmannes, in Zürich allein 161 flüchtige Deutsche sich befinden, wovon allerdings die Mehrzahl zu den Militärpflichtigen gehört. Abgesehen aber von der letzteren Kategorie, welche uns nichts angeht, sind unter den übrigen Flüchtigen eine ganze Anzahl Genossen, welche aus durchaus unzureichenden Gründen Deutschland verlassen haben und nun, mehr oder weniger unseren schweizer Parteifreunden zur Last liegen. Letztere erklären sich aber außer stände, allen an sie heran- tretenden Anforderungen nachkommen zu können, und die Flücht- linge sehen sich deshalb in vielen Fällen dem größten Elende ausgesetzt. Besonders sei darauf aufmerksam gemacht, daß die schweizer Behörden keinen Ausländer zu längerem Aufenthalt dulden, wenn er nicht im Besitze ausreichender Legitimationspapiere — Heimathsschein— oder im stände ist, Kaution in Höhe von SOOo Fr.— zu leisten. Daß die wirthschaftlichen Verhältnisse in der Schweiz mindestens so schlimm sind, wie in Deutschland, ist schon oft genug hervorgehoben worden und haben die Flücht- linge deshalb nur sehr geringe Aussicht, jenseits der Grenze Brot für sich und ihre Familien zu finden. An die Vertrauenspersoncn und sonstigen bekannten Partei- genossen richten wir das Ersuchen, überall, wo sie dazu im stände sind, den Fluchtversuchen im Interesse der Fluchtgeneigtcn selbst entgegen zu wirken. In den allermeisten Fällen handelt es sich um unerfahrene Personen, welche das Opfer unvorsichtiger Bierbankäußerungen geworden sind. Diese Menschen sind sich selbst und unseren Genossen im Auslande zur größten Last und in der Regel müssen sie doch wieder in die Heimath zurückkehren und die Strafe über sich ergehen lassen, nach- dem sie vorher alle Schrecken des freiwilligen Exils durchgekostet haben. Wir warnen also wiederholt dringend vor jeder unbedachten Ausreißerei, wer es aber trotzdem thut, der mag sich bewußt fein, daß er es auf eigene Gefahr thut und keinen Anspruch auf Unterstützung und Hilfe hat. Mit sozialdemokratischem Gruß Berlin. 10. August 1SSS. Der P a r t ei v o rst a n d. UokAles. Achtung vierter ReichstagöwahlkreiS! Listen zur Ein- zeichnung für die Parteispedition liegen an folgenden Stellen aus: Für den S ü d o st e n bei: Erbe, Cuvrystr. 25; Tolks- d o rf. Görlitzerstrahe 58; T r i t t e l w i tz, Falkenstein- straße 7; Schilling, Pücklerstraße 55; Koppen, Reichen- bergerstraße 13; G e s ch e, Wrangelstraße 63- Thiel, Partei-Spcditionslokal, Lausitzerstr. 2, sowie bei allen Kommissions- Mitgliedern. Für den Osten bei: Lock, Friedrichsberger- straße II; Zabel, Frankfurter Allee SO! B a u m g a r t e n, Königsbergerstr. 7; Wilke, Andreasstr. 26; Böhl, Rüders- dorferstr. 8; Wenzels, Partei-Speditionslokal, Fruchlstr. 30, sowie bei allen Kommissions-Mitgliedern. Die Sokalkommisston giebt bekannt, daß am 24. August die nächste Lokalliste erscheint. Die Parteigenossen werde» er- sucht, Aenderuugen und Neuaufnahmen bis zum 20. August dem Unrerzeichneten einzureichen. Folgende Lokale stehen der Arbeiterschaft zur Verfügung: Sozialpolitik unlev Fvivdrickz Milhelm I. „Die soziale Mission der Hohenzollern" gehört zum eisernen Bestände unserer zeitgenössischen Historiker und auch einer be- stimmten Kategorie von Nationalökonomen, die gegenwärtig das große Wort führen. Demgegenüber sei der Unterdrückung eines Streiks unter Friedrich Wifhelm I. gedacht. Neben seiner Vorliebe für Soldatenspielereien zeichnete sich bekanntlich Friedrich Wilhelm 1. noch durch eine andere Eigenschaft aus, die charak- teristisch für den Cäsarenwahnsinn ist, nämlich durch seine Bauwuth. Auf ihn ist bekanntlich die Gründung der Friedrich- und der Dorolhcenstadt zurückzuführen, die er allerdings in sehr sparsamer Weise so bebauen ließ, daß er wohlyabenden Bürgern Baugrund schenkte mit der Ver« pflichlung, denselben bebauen zu lassen. Berlin vergrößerte sich dadurch zwar in fabelhaft rascher Weise, aber da für die zahl- reichen, wie Pilze aus der Erde geschossenen Häuser nicht genug Bewohner vorhanden waren, konnte der Baukrach natürlich nicht ausbleiben. Damals wie heut aber suchten die Bauherren die Baukosten zum größten Theil auf die Bauhandwerker ab- zuwälzen; man suchte eben aus den Maurern und Zimnierleute» eine Deckung für das Risiko des Baues herauszuschlagen oder wenigstens in Lohnkürzungen eine Risikoprämie zu gewinne». Natürlich ließen sich das die Bauhandwerker nicht gesallen und sie griffen zum Streik, über den Baumeister Dr. D. Joseph urkundliches Material im„Bau" an das Tageslicht bringt. In der angezogenen Handschrist heißt es: „Am 9. Mai dieses Jahres(1735) war aus dem Berlinischen lllathhause ein großer Aufstand, von denen Maurer- und Ziluniergeselle». welche an dem neuen Ban ans der Friedrichs- und Dorotheen-Stadt nicht mehr arbeiten wolle», weil ihnen anstatt der täglich pro Mann gezahlten 10 Gr., weiter ein mehreres nicht als 3 Gr. inkl. des Meister- Groschens, gereichet worden und sie auch eine Stunde mehr, nämlich bis 7 Uhr abends, davor arbeiten sollen. Und, ohn- erachtet sie vom Präsidenten Neuendorff zur Ruhe angewiesen und ihnen Nomine Negis angedeutet worden, daß die Wider- spciistigen an Leib und Leben gestraft werden sollten, haben sie sich dennoch darnach nicht achten wollen, sondern wie man zwei von denen Redelssührer» durch die Wache in Arrest bringen E. Zühlke, Dennewitzstr. 13; R. Winkler's Konzerthaus, Dresdener- straße 52/52; Schröders Weddingpark, Müllerstr. 173. Am 17. August findet ein vom Rauchklub„Cap der guten Hoffnung" arrangirtes Sommerfest im Artushof. Perleberger- straße 23, statt. Dies Lokal ist für die Arbeiterschaft gesperrt. I. A. der Lokalkommission: Karl Scholz, Wrangelstr. 32. Eine außerordentliche Sihnng der Stadtverordneten- Versammlung findet am Montag, den 12. d. M., nachmittags 5 Uhr statt. In derselben gelangen in erster Reihe die Ein- spräche gegen die Wählerlisten zur Bcrathung. Ferner werden 10 000 M. als Beihilfe an die Gemeinde Brotterode zur Linderung des durch Brandunglllck dort entstandenen Nothstandes verlangt. Als weiterer Berathungsgegenstand steht die Bewilligung von 109 460,12 M. zum Erwerb zweier Flächen des Zoologischen Gartens zwecks Verbreiterung des Kurfürstcndamnies zwischen der Kurfürstenstraße und dem Augusta-Viktoria-Platz aus der Tagesordnung. Endlich steht auch noch eine Vorlage des Magistrats auf der Tagesordnung, die die Bewilligung von 6000 M. zur festlichen Begehung des diesjährigen Sedan- tages in den städtischen Schulen" begehrt. Die 6000 M. sollen zur„Ausschmückung der Festräume", in denen die einzelnen Schulen Feierlichkeiten veranstalten sollen, und zu Beihilfen von etwa 20 M. an jede Gemeindeschule„zur Erleichterung von Aus- flügen einzelner Schulen an diesem Tage" verwendet werden. Außerdem beabsichtigt der Magistrat noch 50 000 M. für den Sedanrummel zu fordern. Wir haben darüber bereits an anderer Stelle berichtet. Hat der Magistrat vergessen, daß die Stadt- verordncten-Versammlung sich mit Bcrathung„politischer Gegen« stände" nicht befasse» darf und hat er vergessen, daß erst kürzlich der Oberbürgermeister vom Oberpräsidentcn deshalb angewiesen ist, den verständigen Beschluß der Stadtverordneten gegen die Umsturzvorlage zu beanstanden? Oder würde der Oberpräsident einen Beschluß, 50 000 Mark zum„Sedansest" zu bewilligen, nicht beanstanden? Hoffentlich erspart ihm die Stadtverordneteu-Versammlung durch Ablehnung der Vorlage die Mühe, den Stadtverordnelcnbeschluß zu beanstanden. Ueber die Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wähler- liste wird die außerordentliche Stadtverordnelen-Sitzung morgen beschließen. Der Ausschuß hat vorgeschlagen, in die Wählerliste nachträglich aufzunehmen: die Tischler Nätebusch, Weinigel, Großmann, Zeschke, den Schneider Köhler, den Kammmacher Holz, den Hausdiener Traun, den Schuhmacher Protz, den Hut- machcr Räder und den Arbeiter Nest. Bei alle» diesen hatte der Magistrat die Aufnahme in die Wählerliste abgelehnt, weil die benannten oder ihre Familienmitglieder erkrankt, in Kranken- Häusern ausgenommen und die von dem Magistrat begehrten Summen noch nicht voll bezahlt haben. Den Arbeiter Wolter will auch der Ausschuß nicht in die Wählerliste ausnehmen, weil seiner Ehefrau vom Armenarzt Milch und Rindfleisch im Werth von etwa 2,80 M. verschrieben war. Auf dem Einspruch des Tuchmachers Lehmann will der Ausschuß die Aufnahme in die Wählerliste versagt wissen, weil dieser zwar mit einem Ein- konime» von 750 M. eingeschätzt, von diesem Einkommen aber 150 M. für drei Kinder unter 14 Jahren in Abzug gebracht sind. Der Handelsmann Hiebowski konnte in der Wählerliste nicht Ans- nähme finden, weil er zu einem Einkommen unter 660 M. veranlagt ist. Die Einsprüche des Oberstlieutenant a. D. Knack, der Kaufleute Samuel Freund und Emil Lieber. des Journalisten Raucnforth und des Musikers Muchseldt waren abzulehnen, weil sie sämintlich am 15. Juli 1395 noch nicht ein Jahr lang in Berlin ansässig waren. Der Schneidermeister Barnick hat mit seinem Einspruch denselben Mißerfolg gehabt, weil er gar nicht in Berlin wohnt. Originell ist endlich der Einspruch des Polizeiwachtmeisters a. D. Schulz. Dieser verlaugte, daß 5 stimmberechtigte Bürger aus der Liste gestrichen werde», weil sie Krankenhauspflege erhalten habe». Der Ausschuß beantragt mit Recht, dieser polizeilichen Be- anstandung den Erfolg zu versagen. In der morgige» Sitzung wird es sich entscheiden, in wieweit die Versammlung die Aus- schußnnträge genehmigt oder über sie hinausgehen wird. Wann tverdcn die Leichen in der Charitee Ver- storbcner sezirt? Wir theiltcn vor kurzem mit. daß eine auf Kosten der Ortskraukenkafle der Schneider in der Charitee be- handelte Frau dort verstorben und ohne Genehmigung ihres Ehemannes sezirt sei. Alls die wegen dieser auf- fallenden Behandlung erhobene Beschwerdeschrist ist dem Wittwer folgende Antwort seitens der Chariteedirektion zugegangen: „Auf die Aufrage vom 11. Juli erwidern wir Ihne» ergebenst. daß die Sektion der Leiche Ihrer verstorbenen Gattin, welche an Blinddarmentzündung gestorben ist, im Interesse der Wissenschaft und des medizinischen Unter- richts bewirkt worden ist. Nach den Bestimmungen des für die Charitee giltigen, in der Ministerialinstanz ge- wolle», haben sie selbige nicht lassen, sondern alle mit in die Wache gehen wollen und die Woche dergestalt insultirt, daß sie genölhigt gewesen, die Bayouette aufzu- stecken, um die Leute abzuhalte», wobei aber einige bei weiterem Eindräugen hart verwundet worden sind. Wobcy Magistratus sich obligirct gesehen, heimlich vom Rath- Hause zu gehen, weil sie befürchtet, sie möchten ihres Lebens nicht sicher seyn. Hierauf sind alle Bursche in Arrest genommen und sollen zwoy davon, welche am meiste» an solchem Ausstand schuld, nächstens auf des Königs darüber eingekommene Ordre gehangen werden. Den 13. dito Sindt abgedachte Maurer- und Zimmer-Ge- sellen anderweit zu Rathhause vernommen, und welche arbeiten wollen, loß gelassen, die andern aber krumm doppelt zusammen in denen Gesängnissen geschlossen worden." Das war die bewährte soziale Praxis des Hohenzollernfürsten. Gehangen und krumm geschlossen werden die Strcilführer ja heutzutage nicht mehr, wenn auch unsere lieben Kapitalisten, be- sonders auch unsere heutigen Bauschwindler, mit einer solche» „Sozialpolitik" ganz einverstanden wäre». N»»N und Wille,>Mafk. Lefsing-Theater. Der lustige englische Schwank„Niobe" wurde am Freitag zum ersten Male in dieser Saison wieder aufgeführt. Tie Vorstellung hatte insoweit einiges Interesse, als Fräulein Tilly Waldegg in der Titelrolle auftrat. Die Künstlerin hielt sich maßvoll und das war das beste, was sic thu» konnte. Ihr mochte selber das Gefühl vorschweben, daß der überlegene und übersprudelnde Humor, der Fräulein Groß auch in dieser Rolle eigen, eine über ihren schönen Horizont hinaus- gehende Eigenschaft ist, und so hütete sich die im klassischen Ge- wände dem Publikum allerdings anfänglich etwas spanisch vorkommende Schönheit fast ängstlich vor allen etwa übel zu deutenden Extravaganzen. Das war vernünftig von Fräulein Waldegg, aber gleichzeitig bekundete die in pikanteren, modernen Lustspielrollen oft vorzügliche Künstlerin, daß sie selber sich in dieser neuen Rolle nicht heimisch fühlte. Die neue Niobe wird daher wohl auch nur ein Provisorium für die Spätsommer- Saison bedeuten solle» und binnen kurzem einer überlegeneren Vertreterin Platz machen. Vorzüglich, wie bisher nehmigten Leichenreglements soll in der Regel keine Leiche der Sektion entzogen werden. Ausnahmen sind nur in ganz besonderen Fällen zulässig. Ihre G e- nehmigung war nicht erforderlich; ein Widerspruch Ihrerseits ist übrigens nicht erfolgt. Ein Grund zur Beschwerde liegt deshalb nicht vor." Das Leichenreglement ist uns äugen- blicklich nicht zugänglich. Bestimmt es aber in der That, daß auch ohne Anfrage bei den Verwandten der Ver- storbenen und ohne deren Genehmigung eine Sektion der in der Charitee Verstorbenen zu erfolgen habe, so liegt ein Grund mehr für die Mitglieder der Orts- Krankenkasse der Schneider vor, gegen die Möglichkeit Stellung zu nehmen, die Krankenkassen-Mitglieder der Charitee zu überweisen. So wenig an sich dagegen zu sagen ist, daß im Interesse der Wissenschaft Sektionen stattfinde», um so ent- schiedener muß dagegen Protest eingelegt werden, daß die Leichen von Arbeitern, die in der Krankenkasse.sind, ohne Ge- nehmigung ihrer Hinterbliebenen sezirt werden, hingegen die Sezirung von Leichen solcher, die aus eigener Tasche zahlen, nur mit Genehmigung und auf Wunsch der Verstorbenen oder ihrer Angehörigen erfolgt. Die Mängel beim Eisenbahn- Signalwesen waren in früheren Jahren ein stehendes Thema für öffentliche Erörterungen, zu denen Eisenbahnunfälle und Strafversahren gegen Eisenbahn- betriebs-Beamte vielfach herausforderten. Inzwischen sind Pro- zesse dieser Art so häusig geworden, daß sie das öffentliche Jnter» esse ermüden und im Jahre 1892 trat die neue Signalordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in kraft, so daß aus dem gegenwärtigen Schweigen der Kritik leicht geschlossen werden könnte, es sei nun bei dem Signalwesen alles in bester Ordnung. Leider versichern die Beamten, besonders die bei der Sache am meiste» interessirten Lokomotivführer, das Gegentheil und man wird sehr geneigt, ihnen zu glauben.weun man beim Eintritt der Dunkelheit einmal versucht, etwa von der Warschauer Brücke aus, oder auch von der Chaussee-Ueberführung bei Westend aus. dre Signnl-Lichter zu studiren, die dort zu Hunderten nach beiden Fahrrichtungen hin augebracht sind und unter denen der Blick des Lokomotivführers sich im Moment, in der Geschwindigkeit des Vorüberfahrens, zurechtfinden soll, wobei das geringste und entschuldbarste Versehen unübersehbares Unglück zur Folge haben kann. Vor dem Inkrafttreten der I8S2er Signalordnung war von fachkundiger Seite bereits wiederholt aus die ganz eigenartigen Verhältnisse im Berliner Stadtbahn, Ringbahn- und Vororts- Verkehr hingewiesen worden, der an einigen Punkten so unübersichtlich und schwer zu kontrolliren ist, daß be- sondere Vorkehrungen für die Sicherheit des Signaldienstes nöthig erschienen. Als solche kritischen Verkehrspunkte galten damals schon und gelten heule noch die Verbindung zwischen dem Süd- ring und der Görlitzerbahn, ferner die Verbindungen zwischen Charlottenburg und Spandau, Westend und Spandau und die Kreuzungen der Slettiner- und Nordbahn mit dem Nordring beim Bahnhos Gesundbrunnen. An allen diesen kritischen Punkten sind im Laufe der Zeit Eisenbahnunfälle passirt und wer die sinn- verwirrende Fülle der Geleise zwischen Charlottenbnrg, Grüne- wald und Westend betrachtet, der wird solche Unfälle sehr be- greiflich finden. Man wird den Eisenbahnbeamten glauben dürfen. welche versichern, daß eine derartige Verzwicktheit der Schienen- wege, wie in» Osten und Westen von Berlin in keiner anderen Gegend Deutschlands, selbst nicht in den industriereichen Orten Westfalens und der Rheinprovinz vorkommen. Schon vor dem Erlaß der 1S92er Signalordnung hatten hiesige Fachleute aus diese ganz ungewöhnlichen Verhältnisse Berlins hiiigewicsen und eine besondere Einrichtung der Signale verlangt. Während früher und auch heute noch die Signale seitwärts von den Geleisen stehen und an den Signalmasten fileichzeitig mehrere Signale für verschiedene Geleise angebracht i»d, wodurch begreiflicherweise bei der geringsten Unaufmerksam- keit die folgenschwersten Bahnunsälle herbeigeführt werden können, wurde damals das Verlangen mit Nachdruck geltend gemacht, daß der Signalapparat für jedes einzelne Geleise über dem- selben angebracht werden sollte, wodurch dann mit einiger Sicherheit ein Jrrthum ausgeschlossen war. Ans diesen Vorschlag wurde damals aber nicht eingegangen j angeblich sollte die mechanische Bewegung dieser Signale mit zu großen Schwierig- keilen und Unsicherheiten verbunden sein. Von anderer Seite wurde dies entschieden in Abrede gestellt und nur anerkannt, daß die Signale über dem Geleise für Berlin einen Ver- stoß gegen die burcaukratische Einförmigkeit der geplanten neuen Signalordnung darstellen würden. So habe» wir denn auch für den Berliner Eisenbahnverkehr unsere hochragenden Signalmasten behalten, die an den vor- erwähnten kritische» Verkehrspunkten oft zu vieren nebeneinander- stehen und von denen jeder seine vier Signale enthält. Die Bedeutung in dem drolligen Schwank waren Herr W a l d o w als Peter und Fräulein v. P ö l l n i tz als garstige Helene. Theaterspielpla» für diese Woche: Für die Oper bei Kroll: Sonntag: Bajazzi, Carneval; Montag: Häusel und Grete!; Slavische Brautwerbung; Dienstag: Martha(Lyonel Herr Heinrich Bötel, vom Stadltheater in Hamburg, als Gast); Mittwoch: Der Evangelimann; Donnerstag: Mignon; Frei- tag: Zur Feier des 100. Geburtstages Heinr. Marschners, neu einstudirt: Der Vampyr; Sonnabend: Hänscl und Gretel, Die Puppenfee; Sonntag: Lohengrin(Lohengrin Herr Otto Holldack, Antrittsrolle, Heerrufer: Herr Mitterlein a. G.). Anfang l/e7 Uhr; Montag: Der Vampyr. Für das Schau- spielhaus: Sonntag: Halali, Die stille Wache; Montag: Ter Revisor; Dienstag: Die Braut von Messina; Mittwoch: Ter Tngendwächter, Die Dienstboten; Donnerstag: Faust, Anfang 7 Uhr; Freitag: Die Schule der Frauen, Der eingebildete Kranke (erstes Wicdcraustreten der Frau Conrad); Sonnabend: DieJour- naliste»(Bolz: Herr O. Wymetal, vom Stadttheatcr in Brünn, als Gast); Sonntag: Die Quitzows; Montag: Wie die Alten snngc» (Annalise: Frau Clara Meyer. Ehrenmitglied des Königliche» Schauspiels).— Im Deutschen Theater kommt Donners- tag»eneinstiidirt„Don Carlos" zur Aufführung. Die„Weber" werden am Montag, Mittwoch und Sonnabend gegeben.— DaS Lcsfing-Theatcr kündigt für den Sonnabend nächster Woche seine erste Novität an, und zivar ist es der drciaktige Schwank„Clrerclie? la feinrne", zu dessen Autorschaft sich zwei der erfolgreichsten französischen Bühnendichter vereinigt haben: A. Hennequin und E. de Najac.— Das Schiller-Theater zeigt die Wiedereröffnung für Donnerstag, den 15. August, mit Minna von Barnhelm an.— Das Adolph Er n st- Theater eröffnet seine neue Spielzeit am Freitag, den 16. August, mit der Andran'schen Vaudcville- Posse„Madame Suzette", welche a» diesem Abend zum 55. Male in Szene geht. In der Rolle des Itobiquet wird Herr Richard Jürgas vom Lcssing-Theater debntiren, während die übrige Be- fetzung dieselbe sein wird, wie am Tage der ersten Aufführung. Forschungsreise nach der EiSmeerküste. Aus Ebers. wald- berichtet der dortige„Stadt- und Lnndbote": Professor Ramann von der hiesigen Forstakademie bat in Begleitung des Malers Friedrich Nath-Berli» und des Lieutenants Schnacken- berg eine Expedition nach dem nördlichen Finnland und der der Signalarme und Richter hier einzeln zu beschreiben, würde besonders frohen Wiederklang. Desto mehr Boden dürfte die Kindes erkennend stürzte Frau Torn auf den Treppenflur und zu weit führen, aber das ist auch ohne weiteres einleuchtend, daß Anregung finden, auf die Kellner einen entsprechenden Druck sah in dem eine halbe Treppe höher gelegenen Flurfenster ihr das geringste Versehen, bei Schneefall, Regen 2c. dem Lokomotiv zum frommen Wirken auszuüben, und von ihnen zu den Kosten Töchterchen stehen, das sich noch an dem Fensterkreuz festhielt. führer verhängnißvoll werden kann und den Fahrgästen für Beitungen, Instandhalten des Lokale u. f. w. auch noch Raum hatte die Mutter den Angstschrei:" Selma!" ausnicht minder. Dabei stehen diese Signalmasten oft in ziemlicher regelmäßige Aegirgroschen zu erheben. Auf diese Weise wird gestoßen, als das Kind ihr nochmals den Abschiedsgruß Entfernung von dem befahrenen Geleise, so z. B. an der südlichen bald die gottgefällige Summe aufgebracht sein. Also frisch auf zurief, fich lo3ließ und auf den Hof hinabstürzte. Mehr Einfahrt bei Westend, so daß optische Täuschungen bei der Dunkel- zum frommen Wirken. Kellner, zahlen! fliegend als laufend eilte die Mutter die Treppe hinab auf den heit oder bei grellem Sonnenlicht leicht möglich sind. täuschend bemerkbar macht. amten ernstlich bedacht genonimen werden müßte. Verin 3n neuerer Beft find nun auch die Mängel dieser Signal- Vom Berliner Milchhandel theilt der Bericht der Welteften of, wo sie das noch lebende Kind einem Hausbewohner, der es masten und die Bestimmungen der neuen Signalordnung über der Kaufmannschaft folgendes mit: Die Versorgung Berlins mit aufgehoben hatte, abnahm, um in demselben Augenblick mit ihm haupt von hervorragenden Betriebsbeamten besprochen worden. Milch erfolgt: 1. Durch eine größere Anzahl Händler, welche, in susammenzubrechen. Ein Feuerwehrmann trug das schwerverDer Betriebsdirektor der elfaß- lothringischen Bahnen hat die Berlin wohnhaft, die Milch einzelner Güter oder Ortschaften letzte Kind in die Wohnung hinauf, wo es in den Armen der Mangelhaftigkeit und Unzweckmäßigkeit der Vereinigung meh- pachten, an geeigneten Stellen sammeln und der Stadt regelmäßig Mutter, die sich inzwischen wieder erholt hatte, kurz vor 7 Uhr rerer Sigualzeichen an einem Signalmast auf das eingehendste durch die Bahn oder durch Fuhrwerk zuführen. 2. Durch außer verschied. Es war bis zum letzten Augenblick bei Bewußtsein. Ein Arzt hat schwere innere Verlegungen und verschiedene nachgewiesen; er verlangt eine Vereinfachung des Signalwefens, halb wohnende Produzenten, welche die Milch meistens auf Knochenbrüche festgestellt. Eelma Torn war ein aufgewecktes da es heute noch mehrere Signale, s. 2. Die Nachahmungs- und eigenen Fuhrwerken einführen, und 3. durch eine Reihe in der Mädchen und besuchte die 1. Klasse der 75. Gemeindeschule in Zustimmungs- Signale, gebe, die für den Lokomotivführer gar Stadt felbst gelegener fogen. Sanitätsmolkereien mit eigenen der Barutherstraße. Weder ihre Lehrer noch Angehörige noch teinen praktischen Zweckt haben, deren Beachtung ihm aber gleich- meist leineren Viehbeständen. Die Gesammtmenge der in wohl zur Pflicht gemacht wird. So gewöhnt er sich leicht an die Berlin untergebrachten Milchmengen betrug im vorigen Jahre auch sonstige Personen trauen der Kleinen eine Nichtbeachtung diefer Signale und dabei kann dann auch nach bester Schätzung etwa 160 903 000 Liter. Gs wurden eingeführt treuung zu. Eine Arbeiterin( Mäntelľnäherin) hat ein Patent auf einen einmal ein wichtiges Signal übersehen und können schlimme mit der Bahn ca. 89 218 000 Liter, eingeführt mit Fuhrwerk Folgen herbeigeführt werden. Diese Mängel der Signalordnung Der Einkaufspreis betrug im Durchschnitt frei Berlin 11-12 Pf., Batientin sich in einem Krankenhause befand, gewann bei ihrer ca. 41 245 000 Liter, in Berlin selbst erzeugt ca. 30 440 000 Liter. Büstenhalter mit Leibbinde erhalten. Die Erfinderin, die als haben sich doch als so bedenklich herausgestellt, daß von deren Einführung für die Reichslande Abstand genommen worden ist während sich der Einzelpreis auf 20-22 Pf. für ein Liter stellte. Strankheit die Ueberzeugung, daß die von ihr benutte Binde und auch die bayerischen Staatsbahnen auf die Einführung ver. Ein ganz netter Profit, den ein so unentbehrliches Nahrungs- unbequem und nicht zweckentsprechend sei, und sie grübelte des und auch die bayerischen Staatsbahnen auf die Einführung vermittel einbringt! Höhere Preise, 35-50 Pf. pro Liter wurden halb so lange über eine neue, zufriedenstellende Konstruktion nach, zichtet haben. Als besonders bedenklich wird noch die Schwierigkeit ge- gezahlt für sogenannte Kindermilch, eine Spezialität, welche auf bis sie das Problem gelöst hatte. Der Büstenhalter, der vor schildert, die farbigen Signallichte zuverlässig erkennbar zu Gütern gewonnen wird, deren Vich unter thierärztlicher Kon- nehmlich für tranke Damen bestimmt ist, hat die Anerkennung machen, da namentlich bei größerer seitlicher Entfernung des trolle steht und während des gangen Jahres ein genau vor der Auftaktsärzte gefunden. Signals der erleuchtete Raum zwischen dem farbigen Glase und Art Milch auch ein entsprechend höherer Engrospreis angelegt fommt, zog sich ein in Treptow wohnender Klempner zu. Er geschriebenes Trockenfutter erhält. Selbstredend muß für diese Eine schwere Blutvergiftung, wie sie wohl selten vor. dem bahinterstehenden Lichte sich störend und unter Umständen auch werden. Die Grenzen des Bezirkes, aus dem die Milch mit der Das sind denn doch so zahlreiche und schwerwiegende Mängel Bahn nach Berlin befördert wird, liegen weit entfernt. Wir rug, wie es bei der Arbeit an heißen Tagen üblich ist, an feinen gegen eine wichtige Verkehrseinrichtung, daß auf deren Berbefferung nennen hier die Stationen: Blankensee( Nordbahn), Brenzlau Mückenplage herrscht, traf es sich, daß der Mann von einigen bloßen Füßen sogenannte Pantínen. Da jetzt allenthalben die im Intereffe der Verkehrssicherheit und besonders der verantwortlichen und Tankow( Stettiner Bahn) und Stensch( Niederschlesisch dieser Qualgeister am Fuße gestochen wurde. Um das lästige und für geringes Gehalt wahrlich ohnehin genug geplagten Be- Märkische Bahn), welche in der Luftlinie von Berlin 105, 95, Stigeln los zu werden, war der Klempner so unvorsichtig, die 105, beziv. 160 Kilometer entfernt liegen. betreffende Stelle mit seinen Fingernägeln, an denen wahr Unterstühungen and dem Reichs Juvalidenfonds. vieler Droschkentutscher und anderer Führer von Gefährten in fraßen. Die Folgen waren heftige Schmerzen und eine so bes Schlechtes Trinkwasser für Pferde soll nach Aussagen scheinlich von der Arbeit herrührender Metallstaub haftete, zu Nachdem in weiten Kreisen bekannt geworden ist, daß aus dem Berlin vorhanden sein. Wie die Rosselenfer mittheilen, müßten deutende Anschwellung des Fußes, daß die Ueberführung des Reichs Invalidenfonds Mittel zu guadenweisen Bewilligungen" fie oft weite Umwege machen, um ihre Thiere zu tränken. Die Leidenden nach dem Krankenhaufe Bethanien vorgenommen an Personen, welche au Kriegen und Feldzügen theilgenommen Droschten und andere Kutscher würden sich freuen, wenn dem werden mußte. Obgleich daselbst eine umfassende Operation am haben, zur Verfügung zu stellen sind, werden an die Bernebelstande abgeholfen werden würde, indem vielleicht, wie es in Fuße vorgenommen wurde, steht es sehr in Frage, ob der Fuß waltung dieses Fonds zahlreiche Unterstützungsgesuche gerichtet. anderen Städten geschieht, in den verschiedenen Stadttheilen wird erhalten werden können. Das Schicksal des Mannes erregt Um den Betheiligten Beit, Mühe und Kosten zu ersparen, Tränkstellen für Pferde errichtet werden. bei seinen vielen Freunden und Bekannten große Theilnahme. wird darauf aufmerksam gemacht, daß der jährlich festgesetzte Tränkstellen für Pferde errichtet werden. Ausgabebedarf zu Bewilligungen auf grund des Gesetzes So eine Arbeiterkantine in einer Militärwerkstatt Einen unerwartet en Tod fand Freitag Abend der in der vom 22. Mai 1895 R.-G. BI. S. 237 nach Artikel III wirft einen ganz passablen Entbehrungslohn ab. In der Kreuz- Georgenstraße wohnende Bauunternehmer Riedel. Derselbe wollte § 5 den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten zur gefeß- Beitung" lesen wir: In Kochsee ertrant infolge eines Herz- der Einladung eines Freundes zum Geburtstag Folge leisten, mäßigen Verwendung überwiesen wird. Demgemäß sind Gesuche schlages der 44jährige Rentier und Eigenthümer Ernst Schroweg sich umkleiden und stand, die Kravatte befestigend, vor dem um Gewährung von Beihilfen und Unterstübungen auf grund aus der Schloßstraße zu Charlottenburg, während sich seine Spiegel, als der kräftige Mann plötzlich lautlos zusammenbrach. des vorerwähnten Gesetzes an die zuständigen Landesbehörden Familie in einem Badeorte befand. Der Berunglückte war Der sofort hinzueilende Sohn des 48jährigen Mannes hielt nur zu richten, und nicht an die Verwaltung des Reichs- Invaliden- früher Pächter der Kantine der Gewehrfabrik zu noch eine Leiche in seinen Armen. Ein Herzschlag hatte dem fonds, die gefeßlich nicht befugt ist, aus diesem Fonds Unter Spandau und soll hierbei in einem Zeitraum von nur Leben des Bauunternehmers ein Ende gemacht. Ebenso wurde ftübungen oder Beihilfen zu bewilligen. wenigen Jahren ein Kapital von über 200 000 Mart am Mittwoch Nachmittag eine Frau Leon aus Neuenberg bei Freienwalde im Eisenbahnzuge zwischen Grünau und Königs= erworben haben! Die Sprechstunden der Gewerbe- Juspektoren für Berlin Armen von Passagieren. Die Leiche der 64jährigen Frau, welche Wusterhausen vom Herzschlag getroffen und verstarb in den und Charlottenburg find wie folgt angefegt: Die erste Gewerbe- ihren Sohn in Halle hatte besuchen wollen, wurde in KönigsInspektion im Polizeidienstgebäude auf dem Alexanderplatz, Treppe, Bimuner 188, ist Dienstags und Freitags von 12/2 bis Wusterhausen aus dem Zuge geschafft und tags darauf in die 11/2 Uhr mittags, Donnerstags von 7 bis 8 Uhr abends, sowie Heimath überführt. jeden ersten und dritten Sonntag im Monat, im Sommerhalbjahr Die Angelegenheit der Hoffmann'fchen Ehelente macht morgens von 8 bis 10 Uhr und im Winterhalbjahr von 12 bis den Behörden viel zu schaffen und es hält schwer, das Dunkel, 2 Uhr, zur Vorbringung von Beschwerden u. f. w. geöffnet. welches über der Sache schwebt, zu lichten. Bekanntlich werden Gang diefelben Sprechstunden hat die dritte Gewerbe- Inspektion, die Hoffmann'schen Eheleute beschuldigt, ihren Knaben, der anLintstr. 22. Die zweite Gewerbe- Jnspektion, Tempelhofer Ufer 10, geblich von Bigeunern entführt sein sollte, deffen Stelett aber in hält ihre Sprechstunden gleichfalls zu der gedachten Beit ab, nur Nixdorf gefunden wurde, ermordet zu haben. Jetzt wird die mit dem einen Unterschied, daß dort am ersten und dritten Untersuchung gegen den Ehemann Hoffmann auch ausgedehnt auf eine Anzahl anderer Verbrechen und Vergehen, nämlich Sonntag Winter und Sommer von 8 bis 10 Uhr geöffnet ist. auf„ falsche Beurkundung bes Personenstandes", weil er ein fremdes Kind als das seine auf dem Standesamt an. gemeldet haben soll, ferner auf Nothzucht, Meineid und betrüge. rischen Bankrott. Hoffmann liegt mit seiner Ehefrau seit etwa Jahresfrist in Scheidung und sie ist es, die ihren Ehemann jetzt der erwähnten Strafthaten bezichtigt. Hoffmann, der dem Rechtsanwalt Dr. Haase seine Vertheidigung übertragen hat, leugnet entschieden und will ein Opfer der Rache seiner Ehefrau sein. Für den Sedanrummel will der Magistrat von der Stadt verordnetenversammlung nicht weniger als 50 000 m. verlangen. Diese Summe foll ain 2. September nicht etwa zur Speisung hungriger Schulkinder oder zu sonst einem menschenwürdigen Zweck verwendet werden, sondern der Magistrat will diesen Seredit" für allerhand Tamtam und Feuerwerk bewilligt haben. Es versteht sich, daß die sozialdemokratischen Stadtverordneten einer solchen auf Kosten der Steuerzahler getriebenen Begeisterung den nöthigen Dampfer aufsetzen werden. Schneidermeister Walsch, der Denunziant in dem Schneidermeister Walsch, der Denunziant in dem Majestätsbeleidigungsprozeß gegen die beiden bulgarischen Studenten und frühere Polizei agent, wohnt, wie wir unseren Lefern mittheilen wollen, in Berlin N., Linien ft r. 159. Unsere gestrige Mittheilung, daß der Denunziant im Rott buser Anarchistenprozeß, uh, in Friedenau, Rheinstr. 52, wohne, wird uns nachträglich noch von verschiedenen Seiten be stätigt. Professor Dr. Michaelis, der frühere Vorsteher des stenographischen Bureaus im Herrenhause ist hier am 9. August, 73 Jahre alt, gestorben. Die Freisprechung der beiden bulgarischen Studenten Rittergutsbesitzer als Gemeindevertreter. Der Ritter hatte noch ein polizeiliches Nachspiel. Bahlreiche Freunde der gutsbesitzer Wrede in Brig ist auch Mitglied der dortigen Berhafteten, die ihrer Entlassung aus dem Gefängniß harrten, Gemeindevertretung. Wie nun dieser Herr seine Pflichten als wurden nicht wenig überrascht, als sie die beiden Freigesprochenen solches auffaßt, geht daraus hervor, daß er in den bisher in in Begleitung zweier Kriminalbeamten aus dem Thore heraus diesem Jahre stattgefundenen 18 Sigungen nur" neunmal treten faben. Die Beamten bestiegen mit ihren Begleitern eine gefehlt hat! 21s nun der Gemeindevorsteher Becker in vor dem Gefängniß haltende Droschke 1. Klasse und fuhren mit der am letzten Donnerstag stattgehabten Sitzung wiederum mitihnen zum Polizeipräsidium. Wie die Sache weiter verlaufen theilte, daß Herr Wrede sich entschuldigt habe, weil er eine ist, fonnte nicht ermittelt werden; man erzählt, daß die Ausgrößere Reise angetreten, beantragte unser in der Gemeindeweifung der Studenten bevorstehen soll. Der Verhandlung im Gerichtssaal wohnte der Kriminalkommissar Bösel und ein halbes Dugend seiner ihm speziell unterstellten Beamten bei. Vermift wird seit einigen Tagen der 22jährige Kaufmann Gustav kaso w aus der Fürbringerstr. 20a. Es wird vermuthet, daß der junge Mann sich ein Leid angethan habe. Polizeibericht. Am 9. d. M. Nachmittags wurde in der vertretung fißende Genoffe Dorn, den Herrn Rittergutsbesitzer Waßmannstraße ein sjähriges Mädchen durch einen Geschäftsfeines Mandats für verlustig zu erklären und wagen überfahren und erheblich verlegt. Ein 10jähriges chleunigst eine Neuwahl auszuschreiben. Jeden Mädchen stürzte sich aus Furcht vor Strafe wegen Unterschlagung falls wäre der Antrag auch angenommen worden, wenn nicht der einer kleinen Geldsumme aus der im vierten Stock eines Hauses Fabrikbesitzer Wegner für den Herrn Rittergutsbesitzer Partei der Mittenwalderstraße belegenen elterlichen Wohnung auf den genommen hätte, weil dieser wirklich viel zu thun habe"; man of hinab und starb bald darauf. Abends gerieth eine Vermöge daher den Herrn erst schriftlich an seine Pflicht erinnern. fäuferin, als sie in der Königgrägerstraße auf einen in der Fahrt Dieser Vorschlag wurde denn auch von der Versammlung befindlichen Pferdebahnwagen aufspringen wollte, unter die Räder afzeptirt. Ob das„ Ermahnungsschreiben" etwas fruchten wird, und wurde am rechten Fuße überfahren. Im Laufe des Tages ist freilich eine andere Frage. fanden fünf unbedeutenbe Feuer statt. Kellner, zahlen! Der gestern von uns erwähnte Aufruf an die Gastwirthe Deutschlands, für die Orgel der Aegir tirche noch 30 000. zufammen zu sammeln, findet in den eigenen Taschen der Herren Alkoholverzapfer bekanntlich keinen Emeerküste angetreten. Die Forschungsreise, welche von der deutschen und russisch- finnischen Regierung unterstützt wird, soll namentlich Aufklärung über die Entstehung der nordischen Eis- einem bisher noch nicht aufgeklärten schweren Vergiftungsfall, Ans Bernau erhält die„ N. A. 3." die Mittheilung von steppen( Tundren) zu gewinnen suchen. In Aussicht genommen dem ein Menschenleben zum Opfer gefallen ist, während fünf ist ein längerer Aufenthalt im finnischen Zentralgebirge und andere Personen schwer unter der Bergiftung zu leiden hatten, am infelreichen, 1421 Quadrat- Stilometer großen Enare- See, aber wieder hergestellt worden sind. Am Sonntag erhielt der in den noch kaum bekannten, nur von Lappländern mit ihren Lehrer an der dortigen Gemeindeschule, Karl Stage, den Besuch Nennthierheerden durchzogenen, innerhalb des Polarkreises seines Stiefsohnes, des Schriftsetzers Behler aus Berlin mit liegenden Gebieten des höchsten Nordens von Europa. Familie, bestehend aus Frau und vier Kindern. Auf den AbendWitterungsübersicht vom 10. August 1895. Stationen. Aus Kaffel meldet der Telegraph: Jn ber am Sonnabend tisch tam u. a. auch ein Griesflammeri mit Kirschensaft. Alle abgehaltenen letten Sigung der 26. Jahresversammlung der Personen, die von dieser Speise genossen hatten, erkrankten in der Swinemünde deutschen anthropologischen Gesellschaft er- Nacht darauf unter schweren Vergiftungserscheinungen; es waren Hamburg schien, von der Versammlung freudig begrüßt, Profeffor Virchow dies Herr Stage, deffen alte Mutter, Frau Behler und drei ihrer Berlin und sprach über die Verbreitung der Kelten. Als Tagungsort Kinder. Herr Stage, ein Mann von 52 Jahren, ist der Vergiftung Wiesbaden für die Versammlung des nächsten Jahres wurde Speyer be- am Mittwoch Abend erlegen. Von der Staatsanwaltschaft wurde München ftimmt. Bum ersten Borsigenden wurde Professor Virchow, zum verfügt, daß seine Leiche obbuzirt werde. Man vermuthet von Wien zweiten Vorsitzenden Freiherr Andrian- Wien, zu deren Stell- ärztlicher Seite, daß sich in dem zu der Speise verwandten Gries Haparanda Betersburg. vertreter Professor Waldeyer gewählt. der Giftstoff befunden habe. Cort Aberdin. Paris. " " Barometerftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. ดี ดี Windrichtung Windstärke (-321221321 Wetter Temperatur ( 5° C. 4°.)! 758 MSW 758 WSW 760 28 761 Still Regen woltig halb bedeckt bedeckt 16 16 18 17 764 SW halb bedeckt 18 761 NM wolkenlos 19 763 DND halb bedeckt 12 -753 753 SGD SW 14 16 760 wolkig woltig woltig 19 Berliner Wetterbureau. Versammlungen. ,, Ade liebe Mutter." Mit diesen Worten ist Freitag Nach Die Kulturanfgaben leiden nicht. Prof. Siebenmann in Bafel, der die zu begründende außerordentliche Professur für mittag um 6 Uhr im Süden der Stadt ein junges Mädchen Ohren und Halskrankheiten in Breslau übernehmen sollte, hat, vor den Augen seiner Mutter in den Tod gegangen. Dem er wie die Voss. 3tg." mittheilt, die Berufung nach Breslaut ab schütternden Unfall liegt der folgende Thatbestand zu Grunde. Wetter- Prognose für Sonntag, 11. August 1895. gelehnt. Er folgt damit dem Beispiele der Profefforen Körner Die 111/2 jährige Tochter Selma der Maurer Torn'schen Che- Ziemlich heiteres Wetter mit schwachen südlichen Winden in Rostock und Walb in Bonn. Der wesentlichste Grund der leute, die im 4. Stock des Hauses Mittenwalderstr. 18 wohnen, und zunehmender Erwärmung; Gewitter nicht ausgeschlossen, Ablehnung ist der Umstand, daß der zu berufende Dozent sich trug dadurch zum Verdienste der Familie bei, daß sie für einen sonst trocken. erst das nothwendige Unterrichtsmaterial beschaffen soll. E3 Bäckermeister S. aus der Solmsstraße vor Beginn der Schulzeit Seit dem 1. D. M. fehlt bis jetzt in Breslau eine Universitätsklinik für Ohren- und Frühstück an die Kunden austrug. Durch einen Jungen Halsleiden. Die Unterrichtsverwaltung glaubte sich bisher der wurde sie in dieser Beschäftigung da die Fürsorge für eine solche überhoben, weil der Privatdozent erfeßt, wurde. Arbeit zu umfangreich Zu bedienten von der Kleinen Tr. Gottstein, dem der einschlägige Unterricht oblag, aus den von Kunden gehörte auch Der Sozialdemokratische Wahlverein des dritten Beeeigenen Mitteln eine Poliklinik unterhielt. Mit Dr. Gottstein's eine Frau in der Solmsstraße, die mit dem Bäckermeister liner Reichstags- Wahlkreises tagte am 8. August in der Tod ist die Unterrichtsgelegenheit für die Universität verloren wegen Bezahlung rückständiger Frühstücksgelder vor einigen Ressource", Kommandantenstr. 57. Vor Eintritt in die Tagesgegangen und es gilt eine neue zu schaffen. Die Universität Tagen in Meinungsverschiedenheit gerieth. Der Bäckermeister ordnung ehrte die gutbesuchte Versammlung das Andenken des Breslau hat überhaupt schlechte Erfahrungen damit gemacht, daß wollte noch eine Forderung von 4 M. 20 Pf. haben, während verstorbenen Parteigenossen Friedrich Engels durch Erfie es oft Sache der Universitätslehrer sein ließ, für das noth- die Kundin diesen Betrag an die kleine Torn bezahlt zu haben heben von den Sitzen. Anknüpfend an die Worte des Vorwendige Unterrichtsmaterial zu sorgen. Professor Soltmann, der behauptete. Als nun am Freitag Nachmittag gegen 612 Uhr fitzenden wies auch Genosse Frig Kunert auf die Bedeutung bis vor kurzem den Breslauer Lehrstuhl für Kinderheilkunde Selma Torn das Grundstück Mittenwalderstraße Nr. 18 mit des großen Todten für das kämpfende Proletariat hin und ging verfah, benutzte für die Unterweifung der Studirenden ein nicht einer Handarbeit verlassen wollte, trat eine Frau wahr dann zu seinem Vortragsthema über: Unsere Stellungnahme als akademisches Kinderhospital, dessen Leitung ihm durch Sonder- scheinlich die früher von ihr bediente Kundin des Bäcker- Sozialdemokraten zur Gesetzgebung, Rechtsprechung und zum und führte mit ihr vertrag überwiesen war. Nach Soltmanns Berufung trat au meisters auf sie zu ein noch Strafvollzuge." Der Redner vertrat die Ansicht, daß wir auf Dabei sollen, wie allen diesen Gebieten tief einschneidende Reformen zu fordern feine Stelle im Kinderhospital sein langjähriger Assistent, der nicht näher festgestelltes Gespräch. Kinder gehört haben wollen, von Seiten nicht dem Lehrkörper der Universität angehört. Damit schied das andere der hätten. So sei unsere Gesetzgebung nach jeder Richtung hin ein Kinderhospital aus der Reihe der Unterrichtsanstalten für die Frau Drehungen gefallen sein. Selma Torn eilte nun die Treppe Ausfluß der Klassengegenfäße. Das sei nicht zum Wohle der sondern den Wünschen einer bevorzugten Studirenden aus und Professor Soltmanns Nachfolger bei der des Seitenflügels, in dem die elterliche Wohnung liegt, wieder Gesammtheit, des Volkes entsprechend. Die Forderung Universität, Professor Czerny, hat eine Poliklinit ins Leben rufen hinauf, und alsbald hörte die Mutter von der Küche aus zwei Minderheit mal den lauten Ruf:„ Ade liebe Mutter!" Die Stimme ihres nach direkter Gesetzgebung durch das Volk", | müssen. wie sie unfer Programm enthält, habe in erster Linie einen möglichst Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer] sich noch auf Reifen befindlichen Meister, der noch mehr solche vervollkommneten Parlamentarismus zu ihrer Voraussetzung. hielt am 8. Auguft eine Versammlung ab. Bor Eintritt in die Streitbrecher nach Flensburg schaffen will, durch Worte Das Juristendeutsch in den heutigen Gefeßen, dem Laten fast Tagesordnung ehrte die Versammlung durch Erheben von den drastisch zum Ausdruck brachten, waren wieder andere empört unverständlich, lasse an Klarheit, oft auch an Präzision viel, Pläßen das Andenken an den verstorbenen Parteigenossen über die Sicherheitspolizei, die, wie es scheint, mehr ihr Augenwenn nicht alles, zu wünschen übrig, passe aber der heutigen Friedrich Engels. Den ersten Gegenstand der Ver- mert auf die streikenden Maurer, als auf die Pfuscharbeit der Rechtsprechung um so mehr in den Kram, als es die ungeheuer handlung bildete die Beschlußfaffung über die Festsetzung eines Streitbrecher richtet. Nachdem das Unglück passirt, sah man fich lichsten Deduktionen zuläßt. Die vielen, dem Rechtsbewußtsein Verkehrslokals. Die Versammlung entschied sich für das Lokal veranlaßt, einige Latten vor den Bauplatz zu schlagen. Hoffent des Volkes unverständlichen Urtheile aus legter Zeit, können das von Wilke, Andreasstr. 26. Vom Vorsitzenden wird sodann den lich wird jetzt die Polizei und Staatsanwaltschaft ebenso gegen Vertrauen zur Rechtsprechung nur erschüttern, führen aber dem Mitgliedern bekannt gegeben, daß am 31. Auguft eine Ver- diejenigen, die das Unglück verschuldet haben, ihres Amtes walten, Sozialismus neue Truppen zu.- Abhilfe könnte in vielen Fällen fammlung im Lokal von Wilte stattfindet mit der Tagesordnung: als es bis jetzt gegen die streifenden Maurer und Bauarbeiter eine bessere Berufsinstanz schaffen, während jetzt bei Straffammer- Das Leben und Wirken von Ferd. Lassalle". Der Versammlung geschah, die weiter nichts verübten, als was ihr natürlicher urtheilen bekanntlich nur Revision zulässig ist. Die Revision aber habe wird fich ein gemüthliches Beisammensein anschließen. Selbsterhaltungstrieb ihnen gebot. nur dann Erfolg, wenn dem Richterkollegium Formverstöße gegen Bei Besprechung der VereinsAngelegenheiten gelangen gesetzliche Bestimmungen nachzuweisen seien. Von Unheil für die wiederum Ans Königshütte in Oberschlesien wird vom Sonnabend die Mißstände auf ben Bauten zur BeJustiz wie für das öffentliche Leben überhaupt sei auch die In Sprechung. berichtet: Auf der Margrube bei Laurahütte sind durch herabSo wurde von einem Redner mitgetheilt, fallendes Gestein mehrere Bergleute verschüttet worden; zwei ftitution der Staatsanwaltschaft, welche Ansicht der Referent daß auf einem Bau in der Yorkstraße 12 bis 18 Stunden Mann davon sind todt, zwei sind tödtlich verlegt. eingehend begründete. Der Strafvollzug in deutschen Gefäng- gearbeitet wird. Doch damit nicht genug, haben die Arbeiter niffen fei oft echt russisch, wie die Behandlung„ politischer Ver- fogar einmal 38 Stunden hinter einander gearbeitet, und zwar Aus Brotterode wird uns vom 9. d. M. geschrieben: In brecher" in deutschen Gefängnissen genügend beweise. Großes von morgens 6 bis am anderen Tag abends 8 Uhr. Diese Mit- den Baracken des neu entstehenden Ortes ist unter den Kindern Intereffe erregte bei den aufmerksamen Zuhörern die Schilderung theilung rief in der Versammlung die lebhafteste Entrüstung die Masernepidemie in erschreckender Weise aufgetreten. der Zustände in den Breslauer Untersuchungs- und Strafgefäng- hervor. Solche Zustände sind allerdings nur möglich, weil die Die armen Kleinen liegen auf bloßem Stroh ohne weitere Unternissen. Als Schmach für unser Zeitalter bezeichnete der Vor- dort Beschäftigten tein Interesse für die Organisation und ihre lage und jegliche Bedeckung. Hier thut schnelle Hilfe noth, und tragende die Prügelstrafe, soweit diese noch vorkomme und andere Bestrebungen bekunden. zwar um so mehr, als auch unter den erwachsenen Personen harte Disziplinarstrafen für Inhaftirte. Die Abschreckungstheorie eingetretenen fühlen Witterung zu betrachten find. Es fehlt beallerlei Krankheitserscheinungen auftreten, die als eine Folge der sonders an warmen Decken. Sind denn wirklich von Staats Mart füffig zu machen, wo wieder einmal die freie werkthätige wegen im Reiche der Sozialreform nicht einige zehntausend Hilfe Schiffbruch zu leiden scheint Hilfe Schiffbruch zu leiden scheint habe ebenso gründlich Fiasko gemacht, wie die Besserungstheorie. 8. August eine öffentliche Versammlung bei Gründel in der Für die Steinfeger und Berufsgenossen fand am Auch die Todesstrafe sei als ein Ueberreft der Blutrache früherer Brunnenstraße statt. Beiten verwerflich. Deoner setzte zum Schluß auseinander, daß widmete am Eingang seines Referats unserm aus dem Leben geDer Referent, Genosse Hoffmann, das Verbrechen als soziale Maffenerscheinung in unseren heutigen fchiedenen Borkämpfer Friedrich Engels einen turzen Nach elenden wirthschaftlichen Verhältnissen begründet sei, und daß nur der Sozialismus durch Aufrichtung einer neuen Gesellschafts- ruf; die Versammelten erhoben sich zu Ehren des Dahin gefchiedenen von ihren Plägen. Zum Vortrage übergehend, be- Eine merkwürdige Krankheit herrscht gegenwärtig unter ordnung es vermag, dem Verbrecherthum die Wurzeln ab- handelt der Vortragende in interessanter Weise das Thema: den Schulkindern in Rehlingen bei Saarlouis. Bei einem zwölfzugraben.( Lebhafter Beifall.) In der Diskussion sprachen Glaube und Vernunft. Hierauf giebt der Vertrauensmann die jährigen Mädchen kam sie plöblich zum Ausbruch. Die Ber Genoffe Pönig und Jahn. Letzterer erzählte feine Erlebnisse Abrechnung bekannt, die einen Bestand von 14,99 M. aufweist. anlaffung bildete ein heftiger Schreck über einen gewaltigen aus dem Kottbuser Gefängniß. In seinem Schlußwort erläuterte Genoffe Kunert die Uebersetzung von interessanten Attenstücken, sammlung den Kollegen Markgraf, der zu gleicher Beit das Amt völligem Bewußtsein tritt plöblich ein heftiges Bittern der Arme Genoffe Kunert die Uebersetzung von interessanten Attenstücken, Bum Delegirten der Gewerkschaftskommission wählte die Ver- Donnerschlag. Die Aerzte behaupten, es sei Weitstanz. Bei welche Gavallotti zur Kennzeichnung Francesco Crispi's welche Cavallotti zur Kennzeichnung Francesco Crispi's des Vertrauensmannes übernimmt. Zur Regelung der Kaffen- und Beine ein, welches sich so steigert, daß das Kind förmlich auf dem in seinem Plico veröffentlichte und diesen als den Typus eines Erzgauners und modernen Verbrechers auf den Höhen des gesell- perhältnisse mit den Restanten wurde eine dreigliedrige Kom- Boden trampelt und die Arme sich bewegen wie bei einem Trommelschläger. Der Anfall dauert ein bis zwei Stunden, öfter auch länger. schaftlichen Lebens brandmarken. Die Versammlung nahm mission ernannt. sodann folgende Resolution einstimmig an:„ Die Versammlung Die Droschkenkutscher hatten der an sie ergangenen Ein- Tritt bei einem Kinde diese Muskelunruhe auf, so dauert es Die Droschkenkutscher hatten der an sie ergangenen Ein- nicht lange, und sämmtliche übrigen beginnen mit denselben ist mit dem Referenten der Ueberzeugung, daß es eine unabweis ladung der Agitationstommission zur öffentlichen Versammlung Buckungen. Es läßt sich dies wohl nur so erklären, daß das bare Nothwendigkeit ist, a) für eine vom Geifte der Humanität am 9. d. bei Steller ziemlich zahlreich Folge geleistet. Ueber Betrachten der Krämpfe bei den übrigen Kindern einen solch Buchungen. Es läßt sich dies wohl nur so erklären, daß das und Gerechtigkeit durchdrungene Gefeßgebung, b) eine volts- 400 Berufsgenossen hatten sich, zum großen Theile mit ihren starken psychischen Eindruck hervorruft, daß der Nachahmungs thümliche Rechtsprechung und c) einen einheitlichen, rationellen Frauen eingefunden. Der Aufforderung Stiller's, das Antrieb die Willenskraft überwindet und auf diese Weise dieselben Strafvollzug einzutreten, damit die gesammte Rechtspflege nicht denken an Friedrich Engels durch Erheben von den Plätzen zu Krämpfe veranlaßt. In der ersten Mädchenklasse sind 29 Kinder in einseitiger Weise zu gunsten der herrschenden und begüterten ehren, wurde seitens der Versammelten in einmüthiger Weise erkrankt, davon die Hälfte schwer. Die zweite Mädchentlasse Klasse, sondern durch tief eingreifende Reformen für alle Schichten entsprochen. Den Vortrag des Abends hielt der Genoffe des Volkes gleichmäßig wirksam werde." A. Hoffmann, welcher über das Thema:" Glauben und Ver- sählt 4 Erkrankte. In der oberen Knabentlasse sind 4 und in der Mittelklasse 3 Knaben erkrankt. Die erste Mädchenklasse ist nunft" sprach und seine Hörer zum Lebhaftesten wiederholten bis zum 14. August geschlossen worden. In Rehlingen ist der Der Verband der Bauarbeiter und Berufsgenossen Beifall hinriß. Nachdem erstatteten Stiller, Hermann Veitstanz bei Kindern in den letzten Jahren mehrfach vereinzelt tagte am 4. Auguft in der Waldemarstr. 75. Das Referat hatte Schulz und Kranz als Beisiger zum Gewerbegericht Bericht Beitstanz bei Kindern in den letzten Jahren mehrfach vereinzelt Genosse Rohriad übernommen, der in einem sehr beifällig über ibre Thätigkeit, darauf verweisend, daß die Droschten aufgetreten. aufgenommenen Vortrag über: Arbeitslohn und Kapital- futscher noch vielfach der Aufklärung bedürftig seien, In Triest wurde am Freitag Abend ein schwacher, welleneinkommen" sprach. Von einer Diskussion wurde Abstand ge- weshalb er dringend wünsche, daß bie Arbeiterpresse förmiger Erdstoß verspürt, welcher brei Sekunden ans nommen, und gelangten zum Schluß einige interne Angelegen- mehr gelesen werde. Namens der Revisionskommission dauerte. Auch in Foggia, Ferma und Neapel fanden Erderheiten zur Erledigung. für den Hutstreit erstattete sodann August Schulz Bericht. schütterungen statt. Derselbe konnte nicht umhin, die Agitationskommission in mehrfacher Weise anzugreifen und wurde hierin von Büchle und Rant unterstüßt. Infolge dessen tam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Revisions- und Agitations Briefkasten der Redaktion. fommiffion, welche lettere die Versammlung fast ausnahmslos wir biten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben ober eine Baby auf ihrer Seite hatte und die Angriffe glücklich parirte durch anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. den Hinweis auf den Umstand, daß der Ausschuß der Gewerk- Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag schaftskommission, welcher die Streitführung und Abrechnung wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und geprüft hat, feinerlei Veranlassung zu Monitas gefunden habe. Stath in Rechtsangelegenheiten ertheilt. Die Revisionskommission erachtete die ihr zugewiesene Aufgabe nunmehr für erfüllt und legte the Amt nieder." Vermischkes. G. B. B. Mußte wegen Raummangels zurückgestellt werden. Gerischer. Gedrängte Mittheilung über die Angelegenheit wäre uns baldigst und dringend erwünscht. M. B. 25. Fräulein Dr. Bluhm wohnt Lühowstr. 55. Der Ganverein Berliner Bildhauer beschäftigte sich in einer gut besuchten Versammlung, die am 6. August tagte, mit der Frage: Ist die Einführung des Achtstundentages für die Holzbildhauer in Berlin möglich? An der Hand einer guten Statistik, die der Verein im vorigen Jahre aufgenommen hat, wies der Referent Dupont nach, daß jetzt die Arbeitszeit der Holzbildhauer 91/4 Stunden exkl. Baufen betrage. Dies bedeute gegen das Jahr 1889, in welchem allgemein die 81/ 2stündige Arbeitszeit eingeführt wurde, einen erheblichen Rückschritt. Nachdem Redner einen Bergleich zwischen Wien und Budapest, wo der Achtstundentag im Bildhauergewerbe durchgeführt ist, und Berlin gezogen hatte, erklärte derselbe, die Erringung des Achtstundentages sei in Wien und Budapest lediglich dem Umstande zu verdanken, daß während der Forderung der Bildhauer gleicher Zeit in Desterreich politische Forderungen gestellt wurden, die wohl J. H. Eine Klage gegen den Postmann wäre aussichtslos. geeignet waren, dem Kampf mehr Energie zu verleihen. M. W. Der Käufer eines Hauses übernimmt die Rechte Nachdem noch die Verhältnisse einiger Werkstätten besprochen Unglückliche Folgen von Streifbrecherarbeiten. Der und Pflichten aus den bestehenden Miethsverträgen. Zu einer waren, wurde beschlossen, eine rege Werkstattagitation zu betreiben, schon kurz gemeldete furchtbare Bau- Unfall in Flensburg einseitigen Menderung der Vertragsbestimmungen, insbesondere Damit wenigstens die Zustände, welche 1889 errungen waren, vom 7. August wird von unserem Kieler Parteiblatt wie folgt des Miethszinses, ist er nicht berechtigt. Anders steht es im wieder zur Durchführung gelangen. Zeigt sich dann eine günstige geschildert: Gestern Abend geschah in der Rosenstraße ein furcht- Falle des Erwerbs in einer Subhastation. Die Subhastation Konjunktur für uns, tönne man auch an die Erringung des Acht- bares Unglück. Beim Abbruch eines alten Hauses in des Grundstücks hebt zwar die Miethsverträge nicht auf, giebt Stundentages gehen. genannter Straße ließ man die linke Seitenmauer stehen, aber dem Ersteher und den Hypothekengläubigern das Recht, die ohne auch nur die geringste Schutzvorrichtung zu treffen. Als Räumung mit Ablauf des auf die Subhastation folgenden Der Verband aller in der Metallindustrie be- nun gestern Abend die bei Herrn Maurermeister Bandholz in Quartals zu verlangen. Ist gekündigt, so hat der Miether das schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hatte Arbeit stehenden Streitbrecher die Baustätte verlassen hatten, Recht, bereits mit Ablauf des Quartals zu räumen, in dem der am 7. Auguft für den Bezirk Moabit und Charlottenburg eine ohne sich um die stehengebliebene Seitenmauer zu bekümmern, Buschlag erfolgte. Endlich ist für den Fall freiwilliger VerBersammlung einberufen, in der Genosse Nät her in einem mit stürzte diefelbe plötzlich zusammen, 4 Kinder unter den Trümmern äußerung der Miether dann berechtigt, vom Vertrage zurückBeifall aufgenommenem Vortrag über das Thema: Wohlfahrts- begrabend. Ein 14 jähriger Knabe war sofort todt, während zutreten, wenn der Miethsvertrag vor dem Verkauf geschlossen einrichtungen und Klassenkamps" sprach. Eine Diskussion fand 3 Knaben lebensgefährlich verletzt sind. Der eine der Verletzten ist und die Miethszeit noch nicht zur Zeit des Verkaufs be= nicht statt. Unter Verbandsangelegenheiten wurde bekannt ge- dürfte wohl schwerlich mit dem Leben davonkommen. Schreiber gonnen hat, also z. B. wenn am 1. Juli ein Miethsvertrag für geben, daß am 25. August zwei Urania- Vorstellungen stattfinden; diefes eilte gegen 91/2 Uhr nach der Unglücksstätte und fand die die Zeit vom 1. Oktober ab geschlossen ist und das Haus vom Billets sind bei allen Kassirern, sowie in allen Bahlstellen zu Rotestraße noch voll von Leuten, die sich sämmtlich in der größten 1. August verkauft ist. In solchem Fall ist der neue Käufer nur haben. Ferner wurde bekannt gemacht, daß die Versammlungen Aufregung befanden. Während einige ihrem Unmuth und Born dann an den Miethsvertrag gebunden, wenn er bei Abschluß Laut Generalversammlungs- Beschluß pünktlich eröffnet werden. gegen die gewissenhaft arbeitenden" Streitbrecher und gegen den des Kaufvertrages von seinem Vorhandensein Kenntniß hatte. Ausstellung Italien in Berlin. Heute, Sonntag, den 11. August 1895: Dierzehnter Tag des 30 tägigen Hunger- Experimentes des Signor Giovanni Succi. Der Eintritt in das Beobachtungszimmer des großen Pavillons, in welchem fich Signor Succi unter strengster ärztlicher Ueberwachung aufhält, ist jedem Besucher der Ausstellung Italien gestattet. In der Ausstellung: Heute: Grosses Fest Programm. Konzert des weltberühmten Symphonie- Orchesters unter Leitung des Maestro Gialdini. Promenaden- Konzert der Bersagliere. Dirigent: Maestro Galli, Auftreten von 22 ital. Musikkapellen, sowie der Tarantella- TänzerinnenGruppe Marano u. Giletti. Borführung des Edison'schen Kinetostopen durch den Phyfiter Herrn Karoly. Die ital. Industrie- Ausstellung kann während des ganzen Tages besichtigt werden. Entree 50 Pf. Ostbahn- Park Hermann Jmbs. Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Platz. Theater- und Spezialitäten- Vorstellung Garten- Concert von der 24 Mann starten Haustapelle unter Leitungdes Musikdirettors W. Carlon's. Anfang Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Pf. Wochentags 5 Uhr. Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu foliden Preisen. Schweizer Garten. Am Königsthor. Täglich: Am Friedrichshain. Konzert und Vorstellung. Nette Matrosen. Die Allerwelts wittwe. Ein moderner Rasirsalon. 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Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedr.- Wilhelmstädtischer Park. Berlin amüsirt sich. Montag: Diefelbe Vorstellung. Neues Theater. Tata- Toto. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Liane, die zweite Frau. Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Berliner im Feuer und Wasser. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Rund Ein Flug durch die Luft! Allgemeiner Arbeiter- und ArbeiterinnenVere in Berlins u. Umgegend. Todes- Anzeige. Am Freitag verstarb nach kurzem Krankenlager unser Kollege Fritz Kitzer ( Arbeiter bei Schering). Wir verlieren in demselben einen aufrichtigen, ehrlichen Kollegen, der zu jederzeit opferfreudig für die Intereffen der Kollegen und des Vereins eintrat. Er hinterläßt eine schwangere Frau und vier kleine Weisen. Die Beerdigung findet Montag, den 12. August, nachm. 41/2 Uhr, vom Bentral- Kranken- n.Sterbelasse] Für Parteiblätter! der Tabakarbeiter. Für einen verheiratheten Schrifts Berlin I. setzer, der infolge einer anderthalbDen Mitgliedern die traurige Nach- jährigen wegen Presvergehen vers hüßten Gefängnißtrafe am linken richt, daß unser Mitglied, die Frau Arme nervenleidend ist, wird anderweit Emma Trompa am 8. d. M. nach schwerem Leiden Stellung gesucht als Hilfsredakteur, im Krankenhaus Korrektor oder Expedient. Nähere Friedrichshain gestorben ist. 189/1 Die Beerdigung findet am Montag, Auskunft durch J. Auer, Berlin, Kazbachstraße 9. der Leichenhalle des Krankenhauses aus den 12. d. M., nachm. 31/2 Uhr, von nach Wilhelmsberg statt. Alte Jahrgänge Sonntagsbeilage Neue Welt" werden gekauft. Off. A. B. 22. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. " 3015L* 2618b Königstadt- Kasino, Zenöre werden von einem Geſangverein( Mitgl. des Arbeiter= Bestrafte weibliche Eitelkeit. rauerhause Weddingstr. 8 aus statt. Br. u. II. 3üle,' 400 Berf. fassend, Sängerbundes) gesucht. 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Nach längerem Leiden verstarb am ( ehem. Weimann's Volksgarten) Freitag vorm. 1/211 Uhr die Wittwe Gesundbrunnen, Badftr. 56/57. Direktion: Max Samst. Heute, sowie täglich: Grosses Konzert u. Theater- Vorstellung. Spezialitäten I. Ranges. Auftreten des beliebten Tanzkomikers Eugen Milards. des Buchdruckers Theodor Stolle Clara Stolle geb. Wascher im Alter von 43 Jahren. Um stilles Beileid bitten die hinterbliebenen Kinder. Die Beerdigung findet statt am MonChansonetten, Soubretten, Liederfänger, tag, den 12. Aug., nach 3 Uhr, vom Luftgymnastiker 2c. f. Täglich: Familien- Ball. Raffenöffnung 3 Uhr. Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pf. Ref. Pl. 40 Gebe den prachtvollen Weimann'schen unentgeltlich ab. Volksgarten an Vereine wochentags Keller's Feftfäle Koppenstr. 29 Koppenstr. 29 5 Minuten vom Schles. Bahnhof. Grohes Mufit vom Kapellmeifter A. Wiedecke. Sonnabend, den 17. August 1895: Regie: Mar Samst. Dirigent: Kapellmeister A. Wiebecke. Beleuchtungseffekte vom Obermaschinen- Vokal- u. 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Wittwe Wessel nebst Sohn. Danksagung. Verwandten und Bekannten für die große Betheiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau Ecke Versand- Abtheilung D. Musikinstrumente, Saiten und Bestandtheile, Möbl. Schlafft. an 2 H. 3. verm. Melchiorstr. 17 v. 4 Zr. I. Schlafft.( sep. Eing.) Fruchtstr. 59 p. r. Anst. Schlafft.( sep.) Reichenberger nur beste Arbeit unserer voigtländischen straße 127 v. 1 Tr. bei Tauchert. Genossen. Verkaufsstelle u. ReparaturWerkstatt nur NW., PerlebergerSchlafft. bess., f. 2 H. fof. od. z. 1. traße 264 bei Sparfeld.[ 23355ouifen- Ufer 53 3. verm. Thurfum. hat, - Stoff fertige Anzug 20 M., feinfte Zuthaten, Wirkliches Feuer, wirkliches Waſſer Verband deutscher Zimmerlente Martha Kebelmann Wer Morgen: Dieselbe Borstellung. und verwandter Berufsgenossen Bahlstelle Berlin C. Fröhlich's zur Feier d. XIII. Stiftungsfestes Gesellschaftssäle und Garten Schönhauser Allee 161. Jed. Sonntag, Dienstag u. Sonnabend: Concert, Specialität.- Vorstellung. 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Sie hat den Kündigungszettel gesehen Die am 30. Juli vertagte Verhandlung gegen den stud. phil." Anarchist" gänzlich unbekannt. Echließlich wird noch ein Bilder- und gehört, daß Walsch mit der Anzeige drohte. Als Iwanoff Jwanoff, aus Warna in Bulgarien gebürtig, und den Hochschüler bogen, welcher die Erschießung von 6 Anarchisten in Barcelona bei ihr wohnte, soll derselbe bei Besichtigung der Kaiserbilder geder fönigl. Thierarzneischule Raynoff, aus Burgas in Bulgarien darstellt, den Angeklagten vorgelegt. Bei Rayuoff wurde außer fagt haben, er fürchte sich nicht, er habe einen Revolver bei sich. gebürtig, wegen Majestätsbeleidigung, fand gestern vor der IV. Straf dem eine Photographie von Stambulow vorgefunden, welche den Diese Aeußerung war in bezug auf die todten Bilder gethan, die fammer desLandgerichts I statt. DenVorsitz führte Landgerichtsdirektor selben mit einem Todtenkopfe um den Hals darstellt und dessen ihm nichts anthäten. Denso, während die Rechtsanwälte Sonnenfeld und Schlomann die Orden aus Kränzen von Todtenköpfen bestehen. Dieses Bild Der Rechtskandidat Hermann Friedländer, welcher Vertheidigung übernommen hatten. Beide Angeklagte befinden hat Raynoff aus Bulgarien erhalten, wo es auf allen Straßen vom 1. Mai bis 12. Juli d. J. bei Walsch wohnte, hatte sich fich feit dem 1. Juni d. J. in Untersuchungshaft und bestreiten, verkauft wurde. mit diesem erzürnt. Er kündigte und der Streit war fertig, sich einer strafbaren Handlung schuldig gemacht zu haben. Bei Jwanoff schien es der Anklage verdächtig, daß er am wobei ihm angedroht wurde, er werde ebenfalls wegen 5. Mai d. J., als Krebs verhaftet wurde, schnell ein Packet Majestätsbeleidigung belangt werden. Auf diese mit Nummern des Vorwärts" wegschickte, und als die Aussage hin nenut Walsch den Studenten wiederholt einen Luft wieder rein war, die Zeitungen wieder zurückholte! Beide Lügner. Angeklagten bleiben am Schlusse des Verhörs dabei, daß sie Vorsitzender: Na, einer leistet einen Meineid. teine beleidigenden Aeußerungen in bezug auf den Kaiser aus- Wieso Walsch auf solche Drohungen in seiner Phantasie gesprochen hätten und Raynoff will am 12. Mai ordnungsmäßig tommen tonnte, dafür giebt der Zeuge eine Erklärung. Er habe gekündigt haben. in der That von seiner Wirthin verlangt, daß die Bilder, welche Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. vorstellten, von der Wand abgenommen würden, aber nicht als Kaiserbilder, sondern wegen der Wanzen, da die Bilder an der Bettwand hingen. Dem Zeugen May Bock gegenüber, welcher als Geschäftsführer der Buchhandlung von Engelmann die auf Abzahlung genommenen Bücher abholen wollte, weil während der Haft die Raten nicht gezahlt wurden, hatte Walsch dieselben beschuldigen den Angaben bezüglich der Majestätsbeleidigung gemacht. Majestätsbeleidigungs- Projek Baranoff geschriebene Postkarte vorgelegt, auf welcher der Aussage unerschütterlich ist. Schreiber im Auftrage des" gefürchteten" Anarchisten Die Zeugin Krebs erklärt, daß ihr Mann kein Anarchist Von feiten des Staatsanwalts und des Gerichtshofes liegen teine Bedenken vor, die Deffentlichkeit auszuschließen, weshalb die Verhandlung unter großem Zudrange stattfindet. Der Angeklagte Jwanoff befindet sich seit dem 20. Februar in Berlin, nachdem er zuvor in Bern( Schweiz) studirt hatte. Von seiner Mutter, sowie von der bulgarischen Regierung erhielt er pro Semester eine Unterstüßung von 2-500 Mark, welche ihm je nach Bedürfniß das dortige Ministerium einfandte. Dafür war er verpflichtet, später als Lehrer in staatliche Dienste einzutreten. An der hiesigen Univerfität hörte er außer den mathematischen Fächern besonders die Kollegia des Professors Pichon. " In der Beweisaufnahme wird der Schneider Karl Walsch unter Aussehung der Vereidigung zuerst vernommen. Seit dem 14. Februar wohnte bei ihm Raynoff und am 1. Mai zog Iwanoff von Krebs aus zu ihm. Am 28. April aber, dem Sonntage vorher, machten alle drei schon den Ausflug nach Plößensee, Raynoff ist akademischer Hochschüler und Hörer der Veterinär wo die geschilderten Vorgänge sich abgespielt haben sollen. funde. Er fennt den Mitangeklagten von Bulgarien her und Seiner Frau hatte er dies gleich mitgetheilt, machte aber keine studirte mit ihm zusammen in Bern. Sie famen zu gleicher Zeit Anzeige davon, weil er das Treiben noch weiter beobachten nach Berlin. Jwanoff nahm zuerst in der Artilleriestraße bei wollte. Als er aber dem Jwanoff ernste Vorstellungen machte, Auf grund der Beweisaufnahme hielt der Staatsanwalt Wolff Wohnung und zog dann zu dem Anarchisten Krebs, sollte derselbe geäußert haben, daß nichts darauf kommen könne, beide Angeklagte für überführt. Wie weit dem Walsch Glauben wo er 14 Tage bis drei Wochen wohnte, und wechselte außer eine Ausweisung, denn in Bern habe er auch schon mal zu schenten sei, möge dahin gestellt bleiben. Frau in demselben Hause, Linienstraße 159, fein Quartier, drei Monate auf Latten gelegen. Am 20. Mai hätten sie ihm Krebs hat zugegeben, daß am nächsten Montage nach dem Ausindem er mit zu seinem Freunde Raynoff zog, welcher ein Bild des Fürsten Bismarck gezeigt in einer Zeitung, welche fluge ihr die Majestätsbeleidigung mitgetheilt sein,( Frau Krebs eine Etage tiefer bei dem Schneidermeister Walsch ein der„ bulgarische Ult" sei. Hier umstanden Männergestalten mit macht eine verneinende Kopfbewegung) also sei es Thatsache, Hofzimmer bewohnte. Jwanoff bezahlte monatlich) 21 M. rothen Mützen und schwarzen Quasten den Erkanzler und daß damals dieselbe gefallen sei. Erschwerend sei für die Bes und Raynoff 25 M. Miethe. Dieselbe war bis zum 1. Juni d. J. bohrten ihm eiserne Stangen in den Leib. Jwanoff machte strafung, daß beide als Studenten vom preußischen Staate aufbezahlt. Jwanoff wollte alsdann kündigen, weil er von seiner die Erklärung, er würde mit dem Dolche demselben das Herz genommen wurden und sie die Vorrechte genossen, sich aber ſchwer erkrankten Mutter bereits 200 M. Reisegeld erwartete, aus dem Leibe reißen und nicht erst in den Hals stechen, wie einer solchen Gastfreundschaft nicht würdig gezeigt hätten. um nach Warna zu fahren. man es bei Carnot machte. Bei allen Aeußerungen will der Dies verlange eine um so strengere Sühne, weshalb gegen Saynoff dagegen schaffte schon am 31. Mai früh zwei Koffer Beuge gedroht haben, daß er, wenn es nicht unterbleibe, alles Ivanoff 1/2 Jahre und gegen Raynoff ein Jahr Gefängniß ge nach Charlottenburg, wo er eine neue Wohnung gemiethet hatte, zur Anzeige bringen werde. Von seiner Frau erhielt er einen rechtfertigt jei. Bei letzterem sei die Strafthat eine mildere. indem er sich für berechtigt hielt, zu ziehen, weil er ordnungs- Bettel von Naynoff, auf welchem stand: Kaufen Sie mir einen gemäß gekündigt hatte. An dem genannten Tage hörte er noch bis Leuchter, am 1. Jumi ziehe ich mich aus." Den am 12. Mai 5 Uhr seine Rollegia, fuhr gegen Abend mit seinen Studienfreunden empfangenen Bettel will er nur dahin verstanden haben, daß ein vom Bahnhof Friedrichstraße aus nach Charlottenburg und Leuchter gekauft werden solle, den Raynoff beim Entkleiden betehrte mit denselben ca. 10 Uhr auf dem Rückwege in den Belten nutzen wolle. Weil dieser dennoch ausrücken wollte, ließ er ein. Um 11 Uhr fam er nach Hause, konnte aber nicht in sein ihn festnehmen. Zimmer hinein und der Schneider Walsch verlangte, daß er erst die Miethe für Monat Juni zahlte. Hierbei kam es zu einem großen Auftritte, Hausbewohner mischten sich ein und Walsch ( wohnhaft Linienstr. 159) requirirte die Polizei, indem er die beiden Studenten als Anarchisten bezeichnete und somit ihre sofortige Verhaftung veranlaßte. Die Zeugin Henriette Walsch will den Zettel schon am 10.? Mai empfangen haben. Sie war allein zu Hause und frank, als sie den Bettel auf dem staffeebrett vorfand. Sie hat nichts besonderes gehört, nur wahrgenommen, daß die Vorhänge, trotzdem das Zimmer nach dem Hofe hinauslag, stets verhangen waren. Auch die Tochter Louise bekundet, daß der Vater am 31. Mai d. J. darauf drang, die Miethe für Juni müßte bezahlt weiden, da nicht gekündigt sei. " Rechtsanwalt Sonnenfeld beantragt, noch einmal in die Vers handlung einzutreten. Die Frau Krebs hat nicht eingeräumt, daß sie gleich am nächsten Tage, am 29. April d. J., von der Majestätsbeleidigung erfahren habe. Nach längerem Besinnen der Zeugin wird dies dahin aufgeklärt, daß sie am 6. Mai d. J. davon erfuhr, als bezüglich ihres Mannes bei ihr eine Haussuchung stattfand. Bei dieser Gelegenheit hat ihr Walsch, mit dem sie erzürnt war, die Beleidigung mitgetheilt. Der Vertheidiger führt infolge deffen aus, daß, wenn dem Walsch Glauben geschenkt würde, der Thatbestand erwiesen sei. Es bleibe also nur übrig eine Verurtheilung oder eine Untersuchung gegen Walsch wegen wissentlich falscher Denunziation.. Den Inhalt des Kündigungszettels legt er sehr geschickt ganz anders aus, als jeder Unparteiische, weshalb seine Glaub würdigkeit sehr fraglich erscheine. Ein ähnlicher Fall wie ber den Angeklagten lag bei dem Zeugen Friedländer vor, welcher zwar nicht den Wortlaut, aber den Sinn der Drohung wieder gab, welche Walsch bestritt. Daß dieser Zeuge ein sehr auf Den Angeklagten wird zur Last gelegt, auf einem Spazier gange nach Plößensee eine Majestätsbeleidigung ausgesprochen zu haben. Am 28. April d. J., eines Sonntags, ging der Schneider Walsch mit beiden spazieren. Bei Plößensee kamen sie, der An- Bei der Vernehmung der Schuhmannsfrau Mack, einer flage zufolge, an dem Restaurant zum deutschen Kaiser" vorüber. geborenen Französin, wird die Gerichtssigung sehr stürmisch. Sie Jwanoff machte bezüglich der Inschrift eine beleidigende Neurßerung hat die Vorgänge in der erwähnten Nacht mitangehört und verauf den deutschen Kaiser und beide Studenten spuckten darauf aus. sichert unter ihrem Eide, daß Walsch sagte, den beiden geregter Mensch ist, wurde mehrfach bestätigt. Die Studenten Bei dem weiteren Spaziergange famen sie an dem Denkmale Rothen, den Bulgaren, werde ich es besorgen, hielten daselbst ihre Zusammenkunft zu wissenschaftlichen Arbeiten, des im Duelle mit Herrn von Rochow gefallenen Polizeipräsidenten bezahlen sie nicht, zeige ich sie an."- Walsch springt auf und Raynoff betheiligte sich weniger daran, weil er ganz andere von Hinfelden vorüber, und als sie Walsch darauf aufmerksam und nennt die Zeugin Lügnerin. Ferner wollte er die Frau Studien trieb. Wäre der Zweck ein anderer gewesen, so hätte machte, spuckten beide( nach der Anklage) wiederum auf das Grab. Krebs verhaften laffen und sie zur Anzeige bringen, weil sie mit sich der Freund nicht abgesondert. Schließlich stellt der VerFerner sollen sie auf ihren Wohnzimmern bei heruntergelassenen der Frau Freundschaft halte. Letztere bestehe aber nur so weit, theidiger noch mehrere Beweisanträge, darunter die Vernehmung Rouleaux Versammlungen sozialdemokratischer Natur abgehalten wie es unter Hausbewohnern der Anstand verlange Der Ver eines Dr. Weil, welcher vor neun Jahren bei Walsch haben, woran sich 5-8 Personen betheiligten. Als Beweismittel theidiger Sonnenfeld hält dem Zeugen Walsch vor, daß er wohnte und wegen einer militärischen Uebung ziehen mußte. wurden die bei der Haussuchung vorgefundenen Schriften und früher Polizei- Agent war, und fragt nach dem Diesem machte Walsch auch noch in letter Stunde allerlei Bücher vorgelegt, darunter ein in Bern bereits gekauftes sozial- Grunde des Austritts. Dem Zeugen paßte der Dienst nicht Schwierigkeiten und erpreßte von ihm 6 M. für beschädigte Sachen. demokratisches Liederbuch, sowie eine Broschüre über den inter- mehr, weil er einmal einen hieb vor den Kopf er- Die Angeklagten waren noch nicht zwei Monat in Deutschland nationalen Anarchismus, die in Berlin gekauft war. Als wich halten hatte. In heftiger Erregung warfen fich und hatten sich nicht politisch bemerkbar gemacht der VorSonntagsplauderei. alt, wenn gewaltthätiger Faust zu Boden schmettert, die Wahrheit des Spruches auf, den ein Dichter einmal vor der Büfte eines Denkers ersonnen hatte: Sieh diese reine, heitre Stirn, dann gehts dir ein wohl in das Hirn, wie daß ein milder, starter Geist sich als ein tapferer Sieger erweist. Etwas Dent Der 18. Auguft ist der große Tag, an dem die Hammerschläge der Fürsten und Generale verkünden werden, hier wird dereinst das Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm sich erheben. Verstummt auf immer ist der sprachenkundige Mund, der In dem sonst ernsthaften Pariser Blatte Journal des Dés beredte, der bald anzufeuern verstand, wie in Jugendgluth, und bats" war dieser Tage eine eingehende Studie über deutsche bald zu mahnen und zu rathen wußte, aus der Vollreife reicher Zur Zeit allerdings ist unser Bürgerthum wenig geneigt, Kunstentwicklung zu lesen. Sie schloß mit dem merkwürdigen Erkenntniß. Redlich hat er, wie es in Ulrich Huttens Trußlied das sieghafte Heldenthum der milden und kühnen Geister zu Sate, es sei Wilhelm dem Zweiten nicht gelungen, seinen Plan, heißt, Füß und Händ' gebraucht", um zu protestiren gegen das preifen. Jetzt hat es alle Hände voll zu thun, um die Heroen Berlin vor München zur Kunstmetropole Deutschlands zu machen, Unrecht und Widersinnige unserer Welt. Er hat das höchste des männermordenden Krieges, der nationalen Großthaten zu durchzuführen. Welche seltsamen Vorstellungen man sich da im Glück genossen, bis ins späte Greifenalter frei zu bleiben von ehren. Nicht daß irgendwo auf deutschem Boden Enthusiasmus Ausland von geistigen Einflüssen macht, die Deutschland beherrschen! Ermüdung und nicht der trüben Entsagung zu ver- und Feuer mit elementarer Gewalt hervorbrächen; hübsch fünft- Die Geschichte des Nationaldenkmals für Wilhelm I ist an sich schon fallen, die die letzten Lebenstage so manchen heißblütigen lich werden die Flammen entfacht; aber schließlich folgt der der beredteste Beweis dafür, wie irrthümlich die Auffassung des Kämpfers arg verdüsterte. Und nun sind Füß und preußisch- deutsche Bürger seinen Lehrern und Kommandanten; Pariser Journals ist. Das deutsche Proletariat steht der ErHänd", die regsamen, zu Asche verbrannt, das Herz, das getreue, er überlegt, was er feiner nationalen Ehre schuldig sei und stimmt bauung des Nationaldenkmals für Wilhem I. falt gegenüber. und das Hirn, das nimmermüde, sind nicht mehr. Nicht bäng- vorschriftsmäßig in das freudige Hurrah zum Gedenken von 1870 Jm Reichstag hat August Bebel auf eine Anzapfung Manteuffel's liches, weibisches Wehklagen erhebt sich, um Friedrich Engels, ein. Vielleicht wird das Hurrahrufen voller und kräftiger, wenn flar und deutlich erwidert: Wir setzen einer Persönlichkeit feir dem heute die Vertreter des internationalen Proletariats die erst in den kommenden Tagen der Grundstein zu den National Denkmal, die zwölf Jahre lang das Sozialistengesetz gegen uns letzten Ehren erwiesen haben. Dem todten Kämpen den letzten, denkmal für Kaiser Wilhelm gelegt und die Stimmung zu den Sedan- gehandhabt hat. Doch als charakteristischer Beitrag zur Geschichte andächtigen Weihegruß und dann rüftig weitergefchaffen, im festlichkeiten dieses Jahres vorbereitet wird. Vorläufig hat der, furor der Feigheit und Erniedrigung unseres Bürgerthums hat die Ge Geist und in der Absicht des Entschlafenen. teutonicus", die deutsche Berserker Begeisterung, sich nicht gerade schichte des Kaiser Wilhelm- Denkmals auch für das Proletariat Als vor kurzem im deutschen Parlament das Gezänke um übermächtig imponirend geäußert. Als am Gedenktag von ihren Werth. Als nach dem Tode Wilhelms I. die Jdee des die Umsturzvorlage sich erhob, man thut der niedrigen Weißenburg, am letzten Sonntag, der große Veteranen- Aufzug in Nationaldenkmals auftauchte, wie ging man damals frischKomödie viel zu Ehre man fie mit den Straßen Berlins sich entfaltete, da gab es ein gar dürftiges fröhlich ins Beug. Einziges sollte geschaffen einem tobenden Kampf vergleicht, da fiel vom Ministertisch Schauspiel. Kühl, wie bei irgend einem gewohnten Parades werden. Berlin sollte ein Monument erhalten, zu wallfahrt, das Wort von den zwei Welten, die gesondert nebeneinander Aufzug, verhielt sich das Publikum und frostig verlief der Auf- man wie zu Den Kunst denkwürdigsten leben. In der sozialistischen Welt war es wieder einmal tund- marsch der feiernden Veteranen. Das fiel den gutgefinnten werken der Welt. Der Berlinische Spießbürger insbesondere, gethan, welche Gemeinsamkeit der Empfindung in ihr bei Er- Patrioten unangenehm auf und das lieblose, undankbare der künstlerisch zwar verdammt schwach veranlagt, aber eignissen, wie dem Tode von Engels, geweckt werden kann. Wenn Berlin mußte sich an mancher Stelle scharfe Strafpredigten an Sonn- und Feiertagen dennoch gern für höhere Kunst schwärmt, in der bürgerlichen Welt jemand dahingeschieden ist, der über gefallen lassen, mit dem ewig wiederkehrenden Refrain: schwelgte in glänzenden Zukunftshoffnungen. Aber es tam, wie den Durchschnitt hinausragte, so bläst man selbst die Trauer- Ja, wenn derlei in Paris passirte! Wenn die Pariser allgemein bekannt ist, anders. Auf den modernen MonumentalChorale womöglich auf nationalen Posaunen. Als von der Gelegenheit hätten, ihre alten Krieger, die Sieger in schöpfungen Berlins ruht kein Segen. Die Preisbewerbung ver Themse her die Trauerkunde vom Hinscheiden von Engels sich schweren, entscheidenden Schlachten zu feiern. Und dabei, lief nach einem Machtwort des jungen Monarchen ergebnißlos. verbreitet hatte, da verspürte man den Echlag nicht blos in trotzdem man mit allen möglichen Mitteln den furor teutonicus Manchen großgedachten Plan hatten Deutschlands Bildhauer Berlin oder Leipzig, sondern der Stärke des Verlustes war man aufzustacheln bemüht ist, brütet man die seltsamsten Phantasie- und insbesondere Deutschlands Architekten entworfen. Die Preisfich gleichmäßig bewußt in Brüssel wie in Pest, in Paris wie in stücklein aus. Der eine jammert, daß die Begeisterung, der richter hatten das anerkannt und die öffentliche Meinung auch. Wien. Keine Spur nationaler Eifersüchtelei regte sich; heroische Enthusiasmus aus großer Beit, heute so fpärlichen Allein als die Willensäußerung des Monarchen bekannt nirgend drängte man sich vor, wie es in der die Ansichten der Preisrichter verwarf, da der Widerhall finde. Ter andere renommurt, daß die sozialbemo war, der die z Welt der Bourgeoisie üblich üblich ist, um die parlamentarischen Vertreter der Bourgeoisie lautesten tratischen Führer ihre liebe Noth damit hätten, um die Disziplin| wurden an der Bahre des großen Todten ausrufen zu dürfen: Er war in der proletarischen Arbeiterschaft aufrecht zu erhalten. Denn zaghaft und beklommen und die Berlinischen Kunstphilister verunser!" Und wenn Franzosen oder Ungarländer von Engels, der Arbeiter, der eine große, erhebende Kriegsepoche mitgemacht gaßen ihre trunkene Schwärmerei und aus dem stolzen National dem geistigen Haupt des deutsch en Sozialismus, sprechen, so habe, brenne vor Begierde, seinem jubelnden Herzen Luft zu machen. Denkmal wurde eins der üblichen Fürsten- und Reitermonumente. fetzen sie alsbald, mit ergriffen, hinzu: Auch wir verloren einen Denn der Arbeiter von Hause aus sei deutsch, also bieder und Wo Deutschlands Künstlerschaft nach neuer, reicher Bethätigung Führer und Freund in diesem Patriarchen des Sozialismus. Ja, fromm, erst die berufsmäßigen Heßer wandeln seine fromme verlangte, da entschied abermals fürstliches Mäzenatenthum und selbst die Bourgeoisie ist eigenthümlich berührt von solcher Ein- Denkungsart in Gift und Rebellion. Soll man mehr über die die höfifche Gnadenfonne leuchtete über Reinhold Begas der Bildhauer ließ sich so müthigkeit im Proletariat. Vereinzelt greift man die wissen Thorheit, die sich was vorlügt, oder über die Frechheit armer und von dieser Sonne schaftliche Bedeutung des Mannes an, der an der Seite Schelme lachen, die wie die richtigen Prahlhäuse auf offenem ger bescheinen. Es wird noch Gelegenheit sein, hierauf von Karl Marx am lebhaftesten die vermeintlich feste Grund- Markte schreien: Was haben wir noch für mächtiger Einfluß! zurückzukommen. Das eine ist gewiß: wie sich vordem lage der Bourgeoisie untergraben half. An sein lauteres Neuen Kredit wird sich das Prahlhausenthum darum doch nicht das Bürgerthum an dem Gedanken seines National- Denkmals Streben, an seine idealistische Hingabe für das, was er einmal verschaffen. berauschte, wie es sich später demüthig duckte, als man ihm als recht erkannt, wagt sich nicht einmal die Verläumdung heran. Wir wollen ja sehen, ob die Feier der Grundsteinlegung auf zurief, dir taugt kein Nationaldenkmal: so ist jetzt all sein Und vielleicht dämmert selbst in dem Kopf des vorurtheilsvollsten der Berliner Schloßfreiheit mit ihrem höfisch- militärischen Bomp Rausch verflogen und sein altes Phlegma ist eingefehrt. Das Mannes, der in einem glorreichen Kämpfer nur eine Helden- die bisher verborgene Begeisterung des Volkes in hellen Flammen militärisch- höfische Gepränge vom 18. Auguft wird dies Phlegma faum zu überwinden vermögen. Alpha. gestalt sich vorstellen kann, die eine Schaar von Feinden mit auflodern lassen wird. am " Bruderherz, Krautfir. 6, bei di adolf.. fi bude bestätigt, daß laut Bericht auf eine Anfrage bei der po- 1 Ferner wurde bekannt gemacht, daß sich die Zahlstelle bis auf weiteres teder hatt, Köpenickersir. 101 bei Foge. 3ufunft 1, Steglit, horr litischen Polizei diese Behauptung richtig sei als sie der Belle- Alliance- Play 6 befindet. Günther( Bodenleger) beklagt fraße 15a, Echelhose's Gambrinus. Arbeiter Gefangverein Vorwärts III, Lichtenberg- Friedrichsfelde, Brinzenfrühere Polizei- Agent so schwerer Vergehen bezichtigte. Es wurde sich über die Theilnahmslosigkeit der Bodenleger an den Bezirks- Allec c het Karl Schulz.- Bieberzweig, Waidmannslust, Berlinerstraße Die Freisprechung beantragt. Der zweite Vertheidiger schloß sich versammlungen. Für die nächste Versammlung, die im Westen bei Berbe. Siebesfreiheit II, Strausberg, Briegenerstraße bet Loot, Bürgergarten. Glodenrein( gem. Chor) Schönhauser Allee 16 diesen Ausführungen auch bezüglich der Beweisanträge an. Der einberufen wird, steht auf der Tagesordnung: Die Umgestaltung bei göhne. Gyrene, Echönhauser Allee 28 bei stelle. Arbeiter- GesangStaatsanwalt bat, dieselbe abzulehnen. des Arbeitsnachweises. Die Mitglieder werden schon jetzt darauf verein Wacht auf II, Ertner, Restaurant Seebad" am Dämmeriz- See, aufmerksam gemacht, recht zahlreich zu erscheinen. Montag, den Wilhelmshöhe".- Arbeiter- Gesangverein der Enterbten, Swinemünder 19. d. M., findet die Versammlung der Vertrauensmänner bei fraße 49. – Soffnung II, Deutſch- Wilmersdorf, Günzelſtr. 39.- xen. blüthe, 8eughofstr. 8, Nestaur. Behlendorf. Gefangverein Liberte: Bubeil statt. Wrangelstr. 84 bei Redanz. Männerch or Sangeslust II, Pafewalterstr. 3 bet Ad. Neumann. Gefangverein Freiheit 3, gemischter Chor, Bernau, " Harmonie 2", Weinstr. 11, Restaurant Sussitenstraße," Elysium". Klingmüller'sches Nach längerer Berathung verkündete Landgerichts- Direktor Denso, daß es mit einer Majestätsbeleidigung ein eigen Ding sei. Die langjährige Erfahrung fehrt, daß stets ein jeder nicht sofort Mittheilung davon macht, weil er sich vielleicht genirt, mit solchen Leuten verkehrt zu haben. Meist wird erst dann Gebrauch davon Rigdorf. Die freie Vereinigung der Bau- und gewerblichen gemacht, wenn eine feindliche Gesinnung eintritt. Bei Walsch Hilfsarbeiter nahm in ihrer Versammlung am 20. Juli die Abist es unwesentlich, daß er nicht sofort Anzeige machte. Für eine rechnung vom letzten Quartal entgegen. Der Verein hatte mit Belastung der Angeklagten bedarf es des Beweises. Wenn nun einem Bestand von 14,20 m. vom vorigen Quartal eine Einaber blos ein Beuge ist, so muß dieser in jeder Weise glaubhaft nahme von 30,60 M., der eine Ausgabe von 24,19 m. gegenüber fein. Gegen die Ehrbarkeit des Zeugen sei nichts einzuwenden(!), steht. Der Rechnungslegung schloß sich die Wahl des Vorstandes aber bedenklich ist es, daß er in seiner Aussage mit den beiden an, die folgendes Ergebniß hatte: Heinemann erster, Ofler anderen Zeugen, dem Kandidaten Friedländer und der Frau Mack, zweiter Vorsitzender; Hohensee erster, Hirt zweiter Schriftführer; nicht übereinstimmt. Gegen die Glaubwürdigkeit dieser Zeugen Meyer erster, Neumann zweiter Kassirer; Weber, Dertel und liegt nichts vor, beide haben ihre Aussagen beschworen, während Kunert, Revisoren. Die Fachkommission bilden die Mitglieder Walsch bestritt, gesagt zu haben, zahlt er nicht, so zeigt er an. Lüben, Jauersch, Schneegaß, Weber und Schönberg. Außerdem die Drohung gegen Friedländer, ihn wegen MajestätsBeleidigung bezüglich des Abnehmens der Bilder zu belangen, gebe Grund, auf Freisprechung zu erkennen. Das Vorfinden des Liederbuches, der Zeitungen 2c., das lasse wohl annehmen, daß fie sozialdemokratischen Tendenzen huldigten. Zum Schuldig fehlte ein ausreichender Beweis, weshalb sie beim Verlassen des Gerichtssaales nicht die Ueberzeugung haben sollen, daß sie ganz unschuldig sind. Beide Angeklagte wurden freigsprochen. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt und die sofortige Entlassung aus der Untersuchungshaft angeordnet. Versammlungen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Eine leider nur schwach besuchte Versammlung für den Bezirk West und Südwest tagte am Montag, den 5. August bei Zubeil, Lindenstr. 106. Kollege Schöpflin hielt einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über„ Die Folgen der kapitalistischen Produktion und die Aufgabe der Gewerkschaften". Da von einer Diskussion Abstand genommen wurde, gelangten hierauf einige Vereinsangelegenheiten zur Besprechung. Der Beitragssammler für Südwesten legte sein Amt nieder und trat an seine Stelle das Mitglied Schulz. bet Tomatscheck. ilaria, Blumenstr. 46 eindt.-„ Einigkeit 3", Groß- Lichterfelbe, Amalienſtr. bei&. Senger. Doppelquartett, Neu- Weißenfee, Langhansstraße bei w. Busch. Süd- Ost 1, Falkensteinsir. 7 bet Trittelwiß. Alpen veilchen, gemischter Chor, Lindowerfir. 26 bet Eachse. Solidarität, Oranien firaße 109 bet Greiser." Freya 2"( gem. Chor), Nixdorf, Hermannstr. 45 Bittoria- Säle". Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ( Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind zu richten an P. Gent, Adalbertstraße 95.) Sonntag: Vergnügungsverein Selgoland II", Rüdersdorferfir. 45, Gesellschaftshaus Ostend", nachm. Montag: Pfeifentub Felsenfest, Andreasstraße 26 bet von 4-6 hr. Wilfe. 1 Vergnügungsverein Felsen fest, Rirdorf, Hermannstraße 21 bet Hornburg. Kartentlub Lustige Brüder, Krautfraße 48 bet Rattte. Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstr. 35 bet Wolf. Arbeiter Bitherverein Einigteit, abends 9 uhr, Nebung bei Nowack, Manteuffelstr. 9. Theaterverein 2ie b'esglück, Große Frankfurterstraße 74 bet Breuer, an jebem 1. und 3. Sonntag im Monat. 1 Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstagswahlkreis Stralsund- Franzburg- Rügen. Sonntag, den 11. Auguft, vormittags 10 Uhr, bet Linte, Jüdenfir. 36, Versammlung. den 11. August, nachmittags 2 Uhr, gemüthliches Beisammensein bei Kaffee- gesellschaft Satur" abends 49 Uhr, bet Specht, Markgrafenſtr. 83.- privat Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Sonntag, tochen, Vorträgen und Tanz in den Kurfürsten- Hallen, Kurfürstenstr. 31. Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenban- Aktiengesellschaft. Heute Zahltaa: Ackerstr. 123 bet Marten. Glfafferfir. 26( großer Saal), Fidelitas. Vergnügungsverein Stalia. Sonntag 6 Uhr im Restaurant Roland, Geselliger Arbeiterverein Bruder kette. Sonntag, den 11. August, nachmittags 6 uhr, Ohmgaffe 2, Sitzung, nachdem Fidelitas. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, 10-12 Uhr: Nord Schule, Müllerstr. 179a: Leftüre( unentgeltlich). Südost- Schule, Waldemarstr. 14, Lektüre( unentgeltlich). Montag, abends 7%-8% Uhr: Lektüre. 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Nationalötonomie.( Das Verhalten des Kapitals bei der Werthbildung, der Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.) Südosts Schule, Waldemarstr. 14: Boltsthümliche Medizin.( Bau und Lebenserscheinungen des gefunden und tranten Menschen.) Theil II. Wärme, Stoffwechsel, Bewegungsapparat, Neven, Sinneswerkzeuge.). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jederzeit aufgenommen. Grube, Mariendorferstr. 5." Auftlärung" jeden 1. Montag im Monat Lese- und Diskutirklubs. Karl Marr, Montag, abends 9 Uhr, bei Gigung, jeden 3. Montag im Monat Bücherwechsel bei Ferger, Sebastianstraße 73. Mar Kayser, jeden Sonntag vormittags 10% Uhr im abends 9 Uhr bei Lange, Sauptstr. 59. Restaurant Schömann, Heimstr. 16.- Franz. Buchholz, jeden Montag Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 1. Vorsitzender: d. Neumann, Pafewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstraße 49, v. 2 Tr. Montag, Abends 9-11, nebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. ie dertafel der Maler, Annenstraße 6, bei Ehrenberg. Brauerei Friedrichshain, am Königsthor. Sonnabend, den 17. August: Gr. Sommernachtsball arrangirt vom Verband aller in Holzbearbeitungs- Fabriken u. auf Holzplätzen besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands Filiale Berlin I Um 1 Uhr: Grosse Fackelpolonaise bei bengalischer Beleuchtung. Die Mufit wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufs musiker Berlins und Umgegend unter Leitung des Herrn Loppe ausgeführt. Entree: Herren 50 Pf., Damen 30 Pf. 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J., abends 71/2 Uhr, bei Herrn Cohn, Sommer- Regelbahnen zur Verfügung. Kleiner Saal( 40-70 Personen) noch einige Tage an Vereine zu vergeben 23832* Beuthstraße 20: Verlammlung. Tages- Ordnung: Vortrag der Genoffin Ottilie Baader über: Die deutsche Frauenbewegung. Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Gäste, Damen und Herren sehr willkommen. Nach dem Vortrag er halten nur noch Mitglieder Zutritt. 55/6 Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler. Max Kliem. Richard Schiele's Concordia- Garten z. Wasserwerk Lichtenberg, Landsberger Chaussee 1. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Volksbelustigungen aller Art im großen Garten. Kaffeeküche. 8 Regelbahnen. Saal mit Theaterbühne für 600 Pers. für Vereine und Versammlungen frei. Hochachtungsvoll Richard Schiele. Wilh. Groth's Danziger Volksgarten Danzigerstr. 50/51, Haltestelle der Pferdebahn Moltenmarkt- Weißensee. Jeden Sonntag: tags), an Vereine zu vergeben. Raffeeküche geöffnet. W. Groth, Gastwirth d. Neuseeländer Ackerpächt. 11. 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Ber: einsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 2630b Arbeitsnachweis bei Zack, Oranienstr. 16. Monatlicher Beitrag 30 Pf. Algem. Verein der Löpfer und Berufsgenossen Deutschlands ( Filiale Berlin). Kastanien- Wäldchen ( Inhaber: N. Ballschmieder) Gesundbrunnen, Badstr.16. Jeden Sonntag: Gr. Militair- Concert ausgeführt von der Kapelle des Kapellmeisters Herrn Franz Wolfer. Im Parquet- Saale: Gesellschafts- Stunde unter Lettung des Tanzlehrers Hrn. Köpernick. Anfang 4 Uhr. Entrée 15 Pfg. Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag: Frei Concert. Am Dienstag, den 13. August, abends 71/2 Uhr, in Stein's Saal( früher Raffee- Küche von 2 bis 6 Uhr geöffnet. Zwei Philipp), Rosenthalerstrasse 38: Verlammlung. Zages Ordnung: 1. Die gegenwärtige Lage der Organisation unter besonderer Berück fichtigung des Vereins der Töpfer Deutschlands. Referent Rollege Kaulich. 2. Die Mißstände im Baugewerbe. Referent Kollege Babiel. 8. Ergänzungswahl zum Zentralvorstand.- Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünft liches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. C. Manthe, Putbuserstr. 26. Oeffentliche Versammlung 192/3 d. Zivil- Berufsmusiker Berl. u. Umg. Dienstag, den 13. Auguft, vormittags 101 r, im Lokale des Herrn Brühning, Rosenthalerstr. 12. Tages Ordnung: 1. Bericht der Agitationskommission. 2. Neuwahl derfelben. 3. Bericht des Delegirten der Gewerkschaftskommission. 4. Neuwahl desselben. 5. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Die Agitationskommishon der Zivil- Berufsmusiker. 2084b Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Familien- Kaffeekochen am Sonntag, den 18. Auguft, bei Zubeil, Lindenstrafte 106. Beginn 3 Uhr. Um 5 Uhr: Bundes- Berlammlung. Vortrag des Genoffen Ad. Hoffmann. Bundesangelegenheiten und Fragekasten. Nachdem: Tanz. Bei ungünstigem Wetter: Raffeekochen im Gartenfaal. schöne Kegelbahnen, sowie Bolts- Belustigungen jeder Art. 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