!?r.4Höck43.5« b u n g des für 1927 in London geplanten Internationalen Kongresses auf das Jahr 1928 vorzuschlagen. Di« englische Arbeiterpartei hatte diesen Wunsch damit begründet, daß es ihr nach dem Generalstreik und dem Bergarbeiterstreik nicht möglich wäre, die International- im Jahre 1927 würdig zu empfangen. der Kampf um Masarpk. «Hn tschechischer rechtsgerichteter Gegenkandidat? Prag. 28. August.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend fordern die nationoldemokratischen Blätter zum erstenmol deutlich und entschieden die Aufstellung einer b ü r g e r l i-ch c n Kandidatur bei der Prasidentenwohl. Sie stellen mit Genugtuung fest, daß auch in der größten bürgerlichen Partei, bei dey tschechischen Agrariern. der Widerstand gegen die Politik der B u r g. damit ist die Richtung Wasaryk-Benesch gemeint, im Wachsen ist. Die bürgerlichen Parteien besäßen die Zweidrittelmehrheit(aber nur mit den Bürgerlichen der Minderheitsnationen, die kaum einen tschechi- schcn Chauvinisten wählen werden. Red. d.„V."). Die allnationalc Koalition sei von den Sozialisten gesprengt worden und könne nicht allein zur Präsidentenwahl erneuert werden. Die bürgerliche Ma- jorität müsse einen eigenen rechtsgerichteten Kandidaten aufftellen. Es scheint, daß die politischen Verhandlungen und die Ereignisse in der Herbstsession des Parlaments ganz im Zeichen des Kampfes um Masaryk stehen werden, über dessen Wiederwahl bei der gegebenen Kräitcvertcilung wahrscheinlich die D e u t s ch c n zu entscheiden haben werden. Amerikas vorbehalte. Gegen den Haager Schiedshof. Genf, 28. August.(Eigener Drahtbericht.) Am 1. September traten im Gebäude des Internationalen Arbeitsamts die Vertreter der Mitgliedsstaaten des Internationalen Gerichtshofes zu- sommen. Sie werden sich mit den Vorbehalten des amerikanischen Senats für den Beitritt der Dereinigten Staaten für diesen Gerichts- Hof befassen. Es scheint vorläufig sehr zweifelhaft, ob die Konferenz die amerikanischen Vorbehalte anerkennt und damit der Beitritt Amerikas zum Internationalen Gerichtshof ermöglicht wird. Ins- besondere der Punkt 5 der Senatsentschlicßung, wonach der Gerichts- hos in ollen Fällen, an denen die Vereinigten Staaten mitinteressiert sind oder zu sein behaupten, nur dann Gutachten abgeben soll, wenn die Regierung der Bereinigten Staaten dazu ihre Zustimmung gegeben hat, stößt neuerdings auf starken Widerstand. vorwärts-veelag G.m.b.H.» Serlin EW. 68, Lindenstr.Z Possilheiktont«: Berlin 27 52»— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Anaesteklten und Beamten, WalUtr. 65; Dialaato-Sclcllschait, ScpaRtcnkassc iiadenftr. 3. Volk und Völkerbund. Deutschland auf dem Wege nach Genf. Morgen, am 30. August, beginnt in Gens mit dem noch- maligen Zusammentritt der„Stildienkommission" der Ablauf jener Formalitäten, an deren Ende— wenn alles programmmäßig verläuft— Deutschland als Mitglied des Völkerbundes in Erscheinung treten w-ird. Hat die Vollversammlung Deutschlands Zulassung genehmigt, hat der Rat die Einräumung eines ständigen Sitzes für das neue Mit- glied beschlossen und die Vollversammlung diesem Beschluß zugestimmt, dann wird die deutsche Delegation in Berlin einen Zug besteigen und nach Genf reisen, um an den weiteren Arbeiten des Völkerbundes teilzunehmen. Störungen in diesem Programm sind möglich. Man schätzt in Berlin ihre Gefahr gering: in Paris, wo man italienische Intrigen wittert, höher. Man darf aber in Deutschland allen Möglichkeiten ohne Nervosität entgegen-' sehen. Deutschland braucht um seine Aufnahme in den Völkerbund nicht zu zittern. Denn die Politik, die es ge- trieben hat, um diese Aufnahme in die Wege zu leiten, sein von der Welt als aufrichtig empfundenes Bekenntnis zu einem System der internationalen Verständigung haben ihm eine Stellung gesichert, die durch Zwischenfälle bei den neuen Beratungen in Genf nicht ohne weiteres ge- schädigt werden kann. Solche Zwischenfälle haben sich auf der vergangenen Tagung ereignet und sie haben der noch sehr vervollkommnungsfähigen Institution des Völkerbundes schweren Schaden zugefügt— aber der Stellung Deutschlands haben die Quertreibereien Brasiliens keinen Eintrag zu tun vermocht. Im Gsgenteil. der Wunsch. Deutschland endlich mit am runden Tisch zu sehen, ist dadurch noch gestärkt wor- den, und wenn in den nächsten Tagen Deutschlands Eintritt vollzogen werden wird, dann wird durch den größten Teil der Welt ein Aufatmen der Erleichterung gehen. * Der Zweck des Völkerbundes soll es sein, blutige Auseinandersetzungen zwischen den Völkern zu vermeiden und an ihre Stelle die friedlich-schiedliche Beilegung der Streitigkeiten zu setzen. Ob der Völkerbund in seiner heuti- gen Form— auch nach dem Eintritt Deutschlands— für die vollständige Erreichung dieses Zweckes jede Gewähr bietet, kann billig bezweifelt werden. Aber es kann keinen wirk- lichen Sozialisten geben, der diesen Zweck nicht billigt und der nicht bestrebt ist, ollj» auf Sicherung des Weltfriedens gerichteten Bemühungen tatkräftig zu fördern. Es ist unmög- lich, diese Förderung bis zu dem Zeitpunkt zu vertagen, an dem die kapitalistische Wirtschaftsordnung be- seitigt und überall durch eine sozialistische ersetzt sein wird. Durch die kapitalistische Welt gehqi zwei Tendenzen, von denen die eine darauf gerichtet ist, den Markt mit allen Mitteln für die eigene Volkswirtschaft zu erobern, und eine andere, die den Prozeß der Verschmelzungen und Vertrustungen international fortsetzt. Gewiß kann man sich vor- stellen, daß sich dabei verschiedene Gruppierungen ergeben, die miteinander konkurrieren und durch diese Konkurrenz auch wieder die politischen Gegensätze zwischen den ent- sprechenden Staatengruppen verschärfen. Aber natürlich ist die Entstehung größerer auch politisch gleichinteressierter Wirt- schaftsgebiete zunächst für die Sache des Friedens ein wichtiger Fortschritt. Roch ist nicht gegen alle Eventualitäten einer fernen Zu- kunft Vorsorge getroffen. Noch können an jedem Tage irgend- wo weit draußen in der Welt bewaffnete Konflikte aus- brechen. Aber ist nicht schon viel gewonnen, wenn zunächst einmal die Staaten Europas von dem barbarischen Brauch abkommen, ihre Interessengegensätze mit Hekatomben von Menschenopfern auszugleichen? * Rußland hat in neuester Zelt seinen kleinen Nach- barn, den baltischen Staaten und Polen, weitgehende Schieds- vertrüge angeboten. Der Streit, ob und inwieweit das heutige Rußland als«in„sozialistisches Staatswesen" anzu- sehen ist, soll in diesem Zusammenhang nicht neu aufgerollt werden. Alu!r sicher gibt es niemanden, der bereit wäre. Polen, Lettland, Estland usw. als„sozialistische Staatswesen" zu betrachten. Auch Deutschland, mit dem Rußland einen ähnlichen Vertrag geschlossen hat. ist ja kein„sozialistisches Staatswesen". Trotzdem zeigt sich Rußland— nach kommu- nistischer Meinung das Musterland des Sozialismus— bereit, ein ganzes System von Verträgen zu schaffen, das in seiner Vollendung ein gewisses Gegenstück zum Völkerbund darstellen würde und das mit diesem durch seine nichtrussischen Vertrag»- glieder ja auch schon direkt verbunden wäre. Angesichts dieser Tatsache brechen alle Argumentationen der Kommunisten gegen die sozialdemokratische Völkerbund- Politik vollständig in sich zusammen. * Die Sozialdemokratie hat von Anfang an den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund betrieben, nicht weil ste sich über den Grad der Vollkommenheit dieser Einrichtung irgend- welchen Illusionen hingab, sondern einmal, weil der Grund- gebaute dieser Einrichtung ihren eigenen Grundsätzen ent- spricht, dann aber auch vor allem, weil durch sie ein b e s s e- res Verhältnis zwischen Deutschland und seinen Nachbarn herbeigeführt werden kann. Zur Sicherung des Friedens zwischen Deutschland und seinen Nachbarn wird der Völkerbund ein desto wirksameres Mittel sein, je stärker in den Massen des arbeitenden Volkes der Abscheu gegen den Krieg und der Wille zum Frieden Wurzeln faßN Hier ebensowenig wie sonstwo erwarten wir das Heil von oben. Es kann nur von unten, aus den Völkern selbst kommen. Und so wird auch der Völkerbund das sein, was die Völker selb st aus ihm machen werden. Sicher würde er von diplomatischen Intrigen unterwühlt und eines Tages von einer neuen Kriegsflut weggespült werden, wenn nicht der Friedenswille der Massen Wacht an seinen Deichen stände. Wer diesen Friedensweilen aber in sich fühlt, der wird das vorhandene Instrument nicht verwerfen, weil es iinvolliomtnen ist, sondern wird bereit sein, an seiner Vervoll- kommnung zu arbeiten. Und das ist gegenüber dem Völker- bimd die graste Aufgabe der internationalen sozio- l i st i f ch e n Bewegung. * Nach den grauenhaften Erfahrungen des Weltkriegs sehnt sich die ganze Menschheit nach der Sicherung des Friedens. Jeder Staat, der als Unruhestifter erscheint, verscherzt sich die Sympathien ungezählter Millionen außerhalb seiner eigenen Grenzen, jeder Staat, der sichtbar für internationale Verstän- digung und Abrüstung eintritt, gewinnt sie. Deutschland hat durch den Abschluß des Loearnovertrags und durch seinen Willen, in den Völkerbund einzutreten, alte Feind- schaften besänftigt, alles Mißtrauen besiegt und viele Sym- pathien gewonnen. Daraus erklärt sich die unleugbare Besse- rung seiner Stellung in der Welt. Wir wollen nicht, daß das Gewonnene wieder aufs Spie! gefetzt wird, und darum würden wir es geradezu für ein? Frivolität halten, wenn der schwarzweißroten Pauken- 11 n d Trompetenpolitik, wie die Deutschnationalen sie zu treiben belieben, wieder der Weg zur Regierung ge- öffnet werden sollte. Wenn die D e u t s ch n o t i o n a l e n erst vor wenigen Tagen mit den Kommunisten für den An- trag stimmten. Deutschland solle sein Gesuch um Eintritt in den Völkerbund wieder zurückziehen, so gibt es für ein solches Verholten nur zwei Deutungen: Entweder sie haben nicht be- griffen, was das Interesse Deutschlands erfordert, oder aber sie haben es begriffen und tun das Gegenteil davon. Wenn diese inneren Hindernisse mit Leichtigkeit über- wunden wurden, so ist das auf die Tatsache zurückzuführen, daß die erdrückende Mehrheit des deutschen Volkes den Ein- tritt in den Völkerbund und die Politik, die zu ihm führen soll, als zweckmäßig und richtig erkennt. Und hier stnd es wiederum die sozialdemokratischen Massen, die van Anfang an verständnisvolle Träger dieser Politik gewesen sind. Der Gedanke, daß diese ganze Entwicklung vorläufig abschließen sollte mit der Errichtung einer deutschnatio- nalen Herrschaft über Deutschland, ist absurd— und ganz gewiß würde ein derartiger Abschluß nur ein sehr vorläufiger fein! Denn schließlich setzt sich die innere Logik der Entwicklung durch. Sie wird sinnlos gewordene Reste der Vergangenheit auf den Kehrrichthaufen fegen. die Internationale unS öer vSlkerbunö. � Zürich, 2R. August.(Eigener Drahtbericht.) Die Exekutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale setzte am Sonnabend ihre Arbeit fort. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die große Debatte über die Stellung zu», Völkerbund. B r a ck e- Frankreich legte zu- nächst den Standpunkt der Mehrheit der franzosischen Sozialisten dar. In einer glänzendesi Rede trat de Brouckere- Belgien für die positive Mitarbeit der Sozialisten«m Völkerbund ein. Ihm ant- wartete in der Nachmittagssitzung Bauer- Oesterreich, der d-e Ge- fahren dieser Mitarbeit zeigte, wenn sie sich nicht unter der Kontrolle der Parteien und der Internationale vollziehe. In der Debatte sprachen zahlreiche Redner, darunter Camp und B r o ck w a y- England, W e l s- Deutschland, R e n a u d e l- Frankreich(Minder- heit) und W i b a u t- Holland. Schließlich wurden de Brouckere und Bauer beauftragt, für die Sonntagssttzung eine Entschließung auszuarbeiten. Der abcssinischc Protest. Gens. 28. August.(Eigener Drahtbericht.) Die abessinische Regierung hat auf die Anfrage des Bölkerbundssekretariats, ob die Protestnote gegen däs britisch-italienische Abkommen im Völkerbunds- r a t oder in der Völkerbunds Versammlung verhandelt werden soll, geantwortet, daß sie bis zum il>. September einen endgültigen Bescheid geben wird. Man legt diese Antwort dahin aus, daß die al'essintsche Regierung während der ersten Tage der Völkerbunds- versannnlung noch mit mehreren Delegationen über die Behandlung ihrer Rote Rücksprache zu nehmen beabsichtigt. Der Hilferuf Nicaraguas— gefälscht?! Mexiko. 28. August.(WTB.) Der Außenminister und der Gesandte Nicaraguas bestreiten die Echtheit des angeblich von der Regierung von Nicaragua an den Völkerbund gesandten Telegramms, in welchem behauptet wird, daß Mexiko den Auf- ständischen in Nicaragua geholfen habe. die Roman-Exzellenz. HugcnbcrgS Anti-Polizci-Gcwährsmann. Jener„Dr. jur. can. et. ehr. Hölscher," den Hugenberg mit einem Juristen-Jnteroiew auf die Prooinzleser losgelassen hat, scheint eine noch seltsamere Errungenschaft zu sein, als man zunächst von „Seiner Exzellenz" vermuten tonnte. Das„Berliner Tageblatt" ergänzt uesere Mitteilungen über den erlauchteten Mitarbeiter der Hugenberg-Presse noch durch einige besondere Perlen. Danach hat der wegen Geisteskrankheit freigesprochene Hölscher seit der Verhaftung in seiner Meineldssach« einen geradezu fanatischen Haß auf die Polizei geworfen, und er hat diesem Haß bereits in zahlreichen früheren Artikeln und sogar in einem Roman über die Polizeiverhältnisse in Berlin Zlusdrnck gegeben. Nach eigenen Briefen an das Berliner Polizeipräsidium hat er, nur zum Zwecke von Angriffen auf die preußisch« Polizei, ein umfangreiches Studium der einschlägigen Literatur getrieben, und es ist lehrreich festzustellen, daß die an- geblichen Zleußerungen des.nordamerikanischen Juristen Whecler" sich in vielen früheren Artikeln Hölschers und auch In dem erwähnten Roman zum Teil wörtlich wiederfinden. In dem erwähnten Roman wurde zum Bei- spiel auch der„größte nordamerikanische Strafjurist" bereits mit den Worten crwöhnt:..... der große amerikanische Jurist Wheeler meint, daß es, solange es Kulturvölker gebe, sich noch kelns durch seine viehische Polizei so außerhalb der Grenze der Menschheit ge- stellt habe wie das preußische....* Run mag die geisteskranke„Exzellenz" soviel Blödsinn schreiben, wie st« Lust hat. Festzuhalten ist nur, daß die Redensarten dieses Einundfünfzigers für die Hugenberg-Leute gerade gut genug waren, um für die Provinzlesor eine neue Hetze gegen die preußische Polizei zu entfachen. Ob„Angelsachse", ob geisteskrank— für die nationalen Belange der„Cokal-Anzelger'-Leser sind sie immer will- kommen, um dem Seoering-Preußen eins auszuwischen. Verkümmerung öer Schule. Auch ein bayerisches„Reservatrecht". Seit der Zeit des Kahr-Putfches mußten sich die bayerischen Volksschullehrer daran gewöhnen, Stück um Stück der Errungen- schaften zu verteidigen, wobei der Erfolg naturgemäß selten auf ihrer Seite war. Dieser Kampf hatte aber wenigsten» den einen Erfolg: die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer großzügigen »nd opferbereiten Abwehr gegen die Reaktion in der Schule hat sich in den weitesten Kreisen der Lehrerschaft mehr und mehr vortieft. Das offenbart sich Immer deutlicher auf allin Tagungen, die der Bayerische Lehreroerein, in dem die übergroße Mehrheit der bayerischen Bdlksschullehrer organisiert ist, in der letzten Zeit veranstaltet hat. Bei der jüngst in Cham abgehaltenen Tagung der 40l1 Lehrer der Oberpsalz, der tlerikalen Hochburg in Bayern, gab der Leiter der berufswissenschastlichen Hauptstelle des Bayerischen Lehreroereins, Dr. Strehler, ein geradezu erschütterndes Bild der bayerischen Landschule, deren Aufbau nach modernen Grundsätzen der Kultur vom bayerischen Kultusministerium grund- sotzlich verweigert wird. Eine selbstverständlich gewordene Forde- rung ist die Aufhebung der einklassigen Schule, soweit das irgendwie möglich ist. Während alle anderen deutschen Länder seit Jahr und Tag an der Lösung dieses Problems arbeiten, ist in Bayern davon nichts zu hören. Von den in Bayern be» stehenden 7023 Schulen sind immer noch 3172 un» geteilt, d. h. in mehr als 3000 Schulen sitzen Schüler von 6 bis 13 Jahren unter eineip Lehrer in einer Klasse beisammen. Selbst in Städten gibt es infolge der starren konfessionellen Trennung noch 13 solche ungeteilte Schulen, die unter dem Namen Bekennt- niszwergsch ulen bekannt geworden sind. Hier eine Aende- rung herbeizuführen, weigert sich das bayerische Kultusministerium und stützt sich dabei auf die Behauptung desbayerischenKon. tordats. daß einklassige Schulen nicht minderwertig seien. Diese Behauptung ist aber unhaltbar. Eine Scheidung der Schüler nach Geschlecht und nach Bekenntnissen liegt nicht im Interesse der Schule. Bezeichnend für die bayerische Landschule ist die u n e r h ö r t h o h e Schülerzahl in diesen ungeteilten Schulen; 49 Proz. sind von S1 bis 120 Schülern besetzt. Der Durchschnitt in den ungeteilten Schulen Bayerns beträgt zurzeit S3. während es der Schulverwaltung Oesterreichs z. B. gelungen ist. die Durchschnitts- schülerzahl aus 31 herabzusetzen. Würde in Bayern eine Durch. schnittvschiilerzahl von nur 50 verwirklicht werden, so müßten 1516 ungeteilt« Schulen verschwinden. Besondere bedenklich ist, daß die Mehrzahl aller Landschulen im Sommer Halbtagsschulen sind. In 600 Orten bestehen sogar noch Halbtagsschulen während des ganzen Jahres. Infolge- desien verliert ein Landkind 300 bis 1000 Unter- richte stunden in 7 Jahren, d. h. ein ganzes Schul- jähr. Das bayerische Kultusministerium weigert sich auch nach wie vor, auf dem Lande die achtjährige Schulpflicht einzu- führen. So kam es. daß an der tschechisch-bayerischen Grenze Eltern ihre Kider vielfach über die Grenze schickten, um sie dort das achte Schuljahr, das in der Tschechoslowakei einheitlich einge- führt ist. besuchen zu lassen. Erst als es im bayerischen Landtag einen Sturm gegen dieje Rückständigkeit gab, bequemte sich das bayerische Kultusministerium, wenigstens in Bayerisch- �Eisenstein das achte Schuljahr einzuführen. Bezeichnend ist auch, daß 84 Proz. aller bayerischen Schulen heute noch keine Schulgärten und Turnplätze haben. Das Hetzblatt von Greifenbeeg. Der amtliche Charakter bereits entzogen. Das„Gretfenberger Kreisblatt" hatte— wie wir am 17. August mitteilten— am Verfasiungstag« gegen den Flaggenerlaß des preußischen Ministeriums gehetzt. Die„Republikanische Be- schwerdestelle" wandte sich beschwerdeführend an den Landrat in Greifenberg. Sie erhielt folgende Antwort: „Der vorerwähnten Zeitung ist bereits feit Januar d. I. der amtliche Cbar.akter entzogen; das Blatt selbst bezeichnet sich auch nicht mehr wie früher als„Amtlicher An- zeiger für den Kreis Greifcnberg, Pommern", sondern als„Täg- sicher Anzeiger pp." Mir steht hiernach ein Einsluß auf die Artikel, die diese Zei- tung bringt, nicht mehr zu." Run setzt der„Tägliche" fort, was der„Amtliche" trieb. Der Landrot hat das Seine getan. Das übrige gegen diese papierne Pest zu tun, bleibt dem Verständnis des Lcsepublikzms überlassen. Ischitscherin wird sich demnächst wegen seiner Zuckerkrankheit in Frankfurt a. M. behandeln lassen und später ein Sanatorium in Westdeutschland aufsuchen. Die Zlagge öer Republik in öer Schule. Da bei der Verfassungsfeier 1926 das preußische Kultus« Ministerium den Schulen die Hisiung der Reichsfarben oorschriob— oder besser gesagt, anheimstellt«, weil es sich zu einem klaren, un- eingeschränkten Befehle noch nicht aufzuschwingen vermochte— schrien die politischen Lager rechts von schworzrotgold bereits über Berge roaltigiing der Meinungsfreiheit und Notzucht on schwarzweiß- roten Gefühlen. Beschließt irgendein Gemeinde rat m Irgendeinem Tüntenhausen aus irgendeinem Grunde dl« Entfernung irgendeines monarchischen Bildnisses aus den Gemeindebureau, oder Schulen: prompt blökt irgendein schwarzweißroter Leithammel irgendwo über Gewalt an seinen heiligsten Empfindungen! Paukt aber irgendwo ein oornovemberlicher Steißtrommler seiner Klasse das ABC im Diktat von Sätzen ein, die sich auf die vergangene kaiserlich-schwarzweißrote Herrlichkeit beziehen: ja Mensch, das ist dann ganz was anderes! Pfleg« der Tradition, donkbar« Er. inn«rung an bessere Zeiten, Würdigung der Aera des Glanzes und Wohlergehens usw. Daß die Arbeiter in der Revolution mit ihren Widersachern und später die Republikaner mit den Feinden der Republik zu gelind« umgegangen seien— ist eine beliebte Klage. Aber nicht Reflexion, sondern Anschauung regiert unsere Zeit. Das haben die Monarchisten bester erkannt als die anderen und demonstrieren überall, bei der Arbeit wie bei der Erholung, ihre schwarzweißrot« Trikolore. Sie erzwingen ihr« Beachtung: meist deswegen, weil die anderen ihre Farben nicht zeigen! Wie dabei republikanisches Selbstbewußtsem Allgemeingut werden soll, bleibt ihr Gehennnls. Auch die Nordamerikaner wissen die Bedeutung des Symbols der nationalen Farben wohl zu schätzen. Auch si« wollen nationale Einheit repräsentieren, obwohl selbst der lOyprozentige Amerikaner der fünften Generation sein Blut ursprünglich aus allef, hauptsächlich ober der europäischen Well, hergeleitet bekam. Macht nichts: heute sind sie eben Bürger der„Staaten", deren Fahne die Stern« und Streifen. Und dies Symbol zeigt man drüben wo man nur kann. Artur Feiler schreibt in seinem vortrefflichen Amerikabuch zu diesem Thema: „... Die Fahne mit den Sternen und Streifen schmückt als Wauddekoratton ständig die Amtszimmer der Behörden. So oft als möglich erscheint dieses Symbol der Nation auch draußen auf den Straßen. Und»orallem In den Schulen ist das Hissen der Flagg« durch die besten Schüler beinahe wichtiger und feierlicher als dos Morgengebet; wird gax bei versammelter Korona die Fahne entrollt, wobei auch die Erwachsenen, Männer und Frauen militärisch salutieren, die Hacken zusammen, die rechte Hand an die(nicht vorhanden«) Mütze geführt, so fühlt jeder ernst, daß seine Ehrenbezeugung dem gilt, was mehr als all« anderen Einrichtung«, gerade die Schule ch den au» allen Nationalitäten und Rasten zusammengewürfelten Schülern zu pflanzen berufen ist: Amerika.:." Immerhin: das schmeckt gewiß schon etwas nach Chauvinismus. Aber da diese Farbenoerehrung schließlich doch harmlos ist und endlich auch das zweifellos demokratische Gefühl prägt, Bürger eines unabhängigen und selbständigen Landes bleiben zu wollen, das eben zurzeit noch keine wichtigeren Sorgen kennt. Wäre es nicht ganz nützlich, wenn das schwarzrotgolden« Deutsch. land auch aus diesem Gebiet« einmal etwas von Amerika lernen wollt« und wenigstens dafür Sorge trüge, daß In sämtlichen Schulen sein« Farben aus der Armensünderecke etwas ins Licht gerückt würden? Damit seine Schüler, endlich einmal aus der Ungewißheit geristen, erführen: a) Daß schworzrotgold dir Farben der deutschen Republik sind, b) Schwarzweißrot nur noch dekoralivoe Bedeutung für privat« Leranstallungen besitzt? Ob wirtlich nur Narren auf Antwort warten sollen?--—> Künstler-Theater:„Veronika." O weh, welche Berlrrung! Ueber dieses Trauerspiel, das allerdings versöhnlich endet und der Kindespslegerln Beronita den Ausweg in ein besseres Dasein er» öffnet, darf nicht gestritten werden. Es ist ein unnachahmlicher Schund Hans Müller besitzt das größte Talent im Herrichten von dramatischen Lügen, das sich heute denken läßt. Hans Müller hat alles zusammengetragen, was zur bösesten Kolportage gehört. Em Akt Im Kinderspital, ein Akt im Gerichtssaal mit dem barbarischen Staatsanwalt und dem(natürlich entzückenden) Berteldiger und richtige Kinder, die im Hemdchen auf die Bühne kommen, und vom lieben Gott erzählen. Und dazu diese Schwester Veronika, die ein» mal etwas Liebe haben wollte und dadurch die unschuldige Ursache am Tod eines Kindleins wurde. Und dann noch das garstige Mädel. die Gegenspielcrin des frommen, die so niederträchtig ist, Veronika in Schande zu bringen und ihr sogar ihr Amulett stehlen zu lassen. Hans Müller verdient das Lob, daß keiner imstande ist, ihn an Verlogenheit und falscher Rührung zu übertreffen. Run haben zwei wundervolle Künstlerinnen, Käthe Dorsch und Franziska Kinz, ihre Kraft hergegeben, um dieses Schauspiel zu adeln. Das war Mißbrauch von Menschen, die viel wert sind. Künstlerinnen, die das Recht haben, etwas auf sich zu halten, müßten solchen Dienst verweigern. Käthe Dorsch hat mit aller Holdheit diese Kinderpflegerin Äeronika gespielt. Dieses weiche, fromme Sa- maritertum, das sich einmal aus der Keuschheit befreit, um doch den irdischeren Himmel zu erlangen, war ganz die Natur von Käthe Dorsch. Sie gab alle» her, sie gab sogar zuviel. Da die Dichier heute nicht hoch hinauswollen, könnten die Schauspieler, die einige Macht in Händen halten, dem Theater aus eigener Energie helfen.' Franziska Klnz hatte die Intrigantin, das böse Luder, die Verderberin in diesem Schauspiel darzustellen. Man hätte sich freuen können, daß Frau Dorsch und Frau Kinz einmal auf der Bühne verbunden waren. Die Herbheit der Kinz mußte aber in das Komödiantisch« entgleisen, weil Han« Müller oer Künstlerin Unmögliches zumutete. ________._______________... M. H. Die Sonnenbrand- SIlhouelken. Di« malerischen Fähigkeiten der Sonne, die der Haut«ine heute von der Damenwelt so hoch- geschätzte braune Tönung verleiht, wird in den eleganten sranzö- fischen Seebädern zu einer wunderlichen Verzierung des Rückens ausgenutzt. Die eleganten Damen mögen noch so mit Schmuck be- laden in den Spielkosinos und den Ballsälen erscheinen, ihre Toi- leite ist nicht vollständig, wenn sie nicht auch nnt einer„Sonnen- brand-Silhouctte" geschmückt sind. Durch die Sehnsucht nach einer solchen Zeichnung aus der yaut hat das Sonnenbed erst seinen höchsten Reiz und seine größte Beliebtheit erhalten. Die Erringung einer Sonnenbrand-Silhouette ist recht einsach. Bevor man das Badekostüm anlegt, schneidet man auf dem Rücken irgendeine Zeich- nung heraus. Man kann seine ganze Ersindungskraft in der Art dieser Zeichnung beweisen und sie anbringen, wo man will. Manche Damen bevorzugen kleine Kraftwagen, die in der Nähe der Schulter prangen, andere wieder schneiden Rosen ans dem Rücken aus oder Katze» oder Affen, noch andere Pierrots und Chinesen. Die Figur muß nur originell und charakterjstisch sein. Mit diesem Ausschnitt im Badekostüm setzt man sich nun der prallen Sonne aus, und die Sonnenstrahlen bräunen die Haut an den ausgeschnittenen Stellen. so daß die Linien der Figur sich gegen die weiße Haut deutlich absetzen. Auf diese Weise ist rasch eine braune Silhouette erreicht, und wenn die Dame dann am Abend in großer Toilette sich Ihren Bewunderern zeigt, dann hat sie am Nacken, auf der Schulter oder auf dem Rücken die so heiß begehrte Sonnenbrand-Silhouette. Die Türkei wird feucht. Bekanntlich verbietet der Koran den Mohammedanern, alkoholische Getränke zu genießen. Die neue Zeit, die eine Modernisierung des gesamten türkischen Lebens herbcioe- führt hnt, hat auch dazu geführt, daß selbst strenggläubig« Anhänger des Propheten den Verlockungen des Weins nicht mehr widerstehen können. Es hat sich ein polmsches Syndikat gebildet, das nach lang- wlerigen Verhandlungen für 25 Jahre die Erlaubnis erhalten hat. Flaschen herzustellen. Brennereien einzurichten und alkoholsialtige Ge- tränte oller Art, Likör«, Weine und Bier einzuführen. Eine Aktien- gesellschast mit einem Kapital von zwei Millionen türkischen Pfund ist soeben gegründet worden, die den Türken die Abstinenz abge- wöhnen will. »« Ibeatertarleuverkaul. der in Berlin bi»ber stlir den Vorverkauf) ein Monopol der Flrnia Wertheim war, ist vom Verband Verllner Vübnev. leitcr gettlndigt worden, weil er sich durch ein tlbkommen Wertdeim» mit den Reinliaidt», BarnowSkh. und Robert-Bühnen benachteiligt süblt. Vom 5. September werden auch andere Warenbäufer, wSbelonder« die stirma Tiep, und diese auher in ibren drei Warenbäuiern auch w einer rigcncii Verkaufsstelle am Kürsürstendamm den Theatcrbillettvertaus eröffne». Genoste Vsarrer vieler spricht am Sonntag, den LS. Auguit 1S26, vor- mittags 10 Ubr im Rahmen einer religiöfen Feierstunde im'Gemeindehaus der TnnitaiiSkirche Chariottinburg, Leibnizstr. 79, über das Th,ma: .Ist die Ehe ein Ideal?- «In« neue Mufik ,«m.Zaust- bat der lrühere Rachener Thcaterkapcll- meilter(Ulbert Nehring gefchafsen. Die Musit wurd- bereits lür die bevor« stehenden„Faust-. Zlumihumgen am Aachener Stadttheater und aur Deut- schen VoltStheaLer tn Dien erworben. Goelhe-Zeier in Phllodelpbia. Stuf der Ausstellung anläßlich dcS IbO. IabreStage» der amerttnmfchcn IlnahhänglzkeitScrtlärung wurde}U Ehren Deutschland» der Geburtstag Goethe» als deutscher Tag sesilich begangen. / Monarchistenpleite in Nürnberg. Einziger Erfolg: Zerstörung der Berfafsnngslinde! Dürnberg, 28. August.(Eigener Drahtbericht.) Der schwarzweih- rate Tag in Nürnberg wird eine monarchistische Pleite. Di« völkischen und die bayerischen Monarchisten liegen sich bereits in den ihaaren. Die von L u d e n d o r f f beeinflußte völkische„Feld- post* ist heute Sonnabend mit einer Sondernummer herausgekom- mcn, die sich an die Festteilnehmer wendet und worin es heißt: „Wir bedauern die Kameraden, di« hierher gekommen sind in Unkenntnis der politischen Zweck«, für die sie aufgeboten wurden. Wer hinter die Kulissen der heutigen Veranstaltung ge- sehen hat. der weiß, daß sie ein werk der Reaktion insbesondere der bayerischen königsmachec isk. Gegen die Kundgebung des republi- konischen Reichsbanners vor vierzehn Tagen soll heut« eine m o n» orchistische Gegendemonstration stattfinden. Wenn der Ausschluß Ludendorsss allein nicht schon für uns genügt hätte um fernzubleiben, so würde sicher dieser politische Zweck der heutigen Veranstaltung uns fernhalten.' Freitagabend gab es eine große Enttäuschung sür die Arran- geure des Armee- und Marine-Gedenktages und auch für die Zu- schauer. Der Fackelzug der Schwarzweißroten und der Blau- weißen machte einen deprimierenden Eindruck. Als dann noch ge- sungen wurde, um die Stimmung zu heben„Siegreich wollen wir Frankreich schlagen' wurden die Festteilnehmer vom Publikum st e ll e n w e i s e a u s g e l a ch t. In der Nacht zu Sonn- abend wurde von nationalen Lausbuben ein Attentat auf die Verfassungslinde, die in städtischer Obhut steht, ausgeübt und dem Baum die Krone zerstört. Beflaggung war nur Im Bahn- hofsviertel und in der inneren Stadt zu sehen, die Vororte nahmen überhaupt kein« Notiz von der Veranstaltung und selbst die An- gebot« der Festleitung an Arbeitslose, sie bekämen «in Z e h r ge l d, wenn sie an dem Festzug« teilnehmen, ist wirkungs- los abgeprallt. Bisher sind äü Generäle da, darunter Prinz Oskar von Preußen, General v. B e l o w, General von lylander und Exkronprinz Rupprecht Wittelsbach. Am Freitagnach- mittag ist Geckeral v. Mackensen in Nürnberg eingetroffen, der angeblich von Holland kam, wo er Wilhelm II. besucht hat. 30 Offiziere haben ihn abgeholt, vom Publikum waren etwa 300 Personen am Bahnhof anwesend. Der„Reichsbund vaterländischer Arbeiter', der seinen zweiten Bundestag anläßlich der schwarzweih- roten Tagung zu Nürnberg hält und dessen Fahne am Sonntag in der Lorenzkirche geweiht werden soll, ist äußer st schwach vir. treten. Morgen Sonntag soll der große Festzug stattfinden. Wenn die Zureist von Sonnabend auf Sonntag nicht stärker wird, so dl*ste auch dieser Festzug eine große Pleite werden. Eine weitere Absage. München, 28. August.(Eigener Drahtbericht.) Eine bezeichnende Absage an die Nürnberger Monarchistenparade hat der Führer der«Emden'-Mannschaft, Kapitänlcutnant a. D. von Mücke erteilt. Mücke findet, daß in den Mittelpunkt des Nürnberger Spektakels Lu d e n d o r f f gehört hätte, den man aber mit Rücksicht aus seinen intimen Feind Rupprecht von Wittelsbach, den.Schirmherrn' des Armee-Tagc», ausgeladen hat. In seinem Briefwechsel mit den Urhebern der Veranstaltung, den der.Völkische Beobachter' veröffentlicht, erklärt Mücke, daß zu der Schirmherrschaft Rupprechts kein zwingender Grund vorgelegen habe, und daß jetzt statt einer Geschlossenheit der nationalen Front eher das Gegenteil zum Ausdruck komme. Den die Tagung im wesentlichen veranstaltenden Offiziereverbänden stellt der Kapitänleutnant, der es wissen muß, das wenig schmeichelhafte Zeugnis aus, daß er sie nicht zu denjenigen Triebkräften zählen könne, von deren Stoß- traft und Zielsetzung er die Schaffung der zur Erringung der Freiheit für unser Volt zunächst notwendigen Vorbedingungen er- hoffe. Es handle sich in Nürnberg um ein betont bayerisches Unternehmen und im Hinblick auf die Veranstalter und die bc- kannten Untcrströmungen in Bayern sei zu erwarten, daß.die nach außen sichtbaren Auswirkungen der Tagung letzten Endes monarchistisch-reaktionär sein würden.' Den ehemaligen Throninhabern versetzt Mücke schließlich noch einen bösen Seitenhieb mit der Bemerkung:„Ich erblicke in einem Monarchen den obersten Führer eines Volkes, erwarte aber von Ihm auch, daß er sich seines obersten Führervor- rechtes nicht begibt, seiner Gefolgschaft vor st erben zu können.' Der Brief schließt mit dem Satz:.Möchten bei dem Ehrentag nur solche Männer in Erscheinung treten, deren Taten In der Vergangenheit sich widerspruchslos vereinigen lassen mit dem, was sie in Worten für die Zukunft fordern.' Präliminarien. Graf Westarps Monolog an das Zentrum. Getreu seinem Programm, daß den Deutschnationalcn die Teilnahme an der Regierung über alles gehen müsse, be- schäftigt sich der Führer der Deutschnationalen, Graf W e st a rj), in der ,K r e u z ze i t u n g' zum zweiten Male mit der Frage: wie ist das Zentrum der deutschnationalcn Politik dienstbar und dem Gedanken einer Rechtsregierung zugänglich zu machen? Vor einer Woche hatte er seinen Anhän- gern und Lesern erzählt, es bedürfe großen politischen'Ge- schicks, um das Zentrum zu gewinnen. Gestern unternahm er die Probe aufs Exempel, und stellte sich als geschickten Werber um die Gunst des Zentrums vor. Dazwischen liegen freilich so unangenehme Affären, wie die Abstimmung der Deutschnationalen im Auswärtigen Aus- schuß und die Ablehnung der Berufung des Professors Hoetzsch— aber darüber gleitet der Werber um die Zentrumsgunst leicht hinweg. Es gilt noch andere Dinge einzurenken, wenn die Werbung nicht von vornherein erfolglos fein soll. Vor wenigen Tagen erst hat ein deutfchnationaler evangelischer Pastor in der„Kreuzzeitung' über die Republik gezetert: „Wir sehen die Begünstigung der katholischen Kirche und des Judentums; es ist für die R e p u b l ik bezeichnend, daß sie der evangelischen Kirche gegenüber den Kirchenaustritt begünstigt, die katholische Kirche aber zu restau- rieren sucht.' Er hat sich dafür vom Organ der Bayerischen Dolkspartei, dem„Bayerischen Kurier", sagen lassen müssen: .Soweit die Zuschrift. Sie zeigt, wie unendlich unduld- s a m man gerade in gewissen. rechts st ehenden' evan- g e l i s ch e n Kreisen ist. Man sieht eine„Begünstigung' der katholischm Kirche schon darin, daß die neue Verfassung der Kirche in mancher Hinsicht jene Freiheit gab, die sie früher nicht besessen hat.' Diese Pastorenungeschicklichkeit muh nun Herr Graf Westarp mit der von ihm verkündeten Geschicklichkeit wiedergutmachen. Er richtet seine Ode an das Zentrum, teils flehend, teils dbohend: seht, wir sind bereit, ein Schulgesetz mit euch auf der gemeinsamen christlichen Grundlage zu machen. Ihr sollt nichts zu be- klagen haben, ihr sollt nun gleich zufrieden sein! Aber wie, ihr schweigt, keine Antwort? Ihr habt auf dem Breslauer Katholikentag geredet, und ihr habt nicht vom Schulgesetz gesprochen? Der Herr Graf Westarp zählt auf: Rsichskanzler Marx hat im Katholischen Volksverein gesprochen, aber: „so ist es für den politischen Beobachter doch nicht ohne inter- essante Bedeutung, daß sich, jedenfalls nach den Sermaniaberichten, in seinen Ausführungen nichts über die gesetzgeberische Aufgabe der von ihm vertretenen Reichsregierung findet, nach sieben Jahren vergeblichen Mühens endlich das von der Lerfasiung verheißene Reichsschulgesetz unter Doch zu bringen und ihm die Rechte der christlichen Kirche und christlichen Elternschaft sicher- zustelle,!.' Die Herren Generaldirektor Dr. Hohn und Oberprä- sident Dr. Proste haben beherzigenswerte Worte ge- ffprochen. aber: „aber nichts über die Notwendigkeit eines christlichen Schul- gesevee.' Ueber eine Kundgebung der„Schulorganisation' des Zentrums sei berichtet worden, aber: .nur eine ganz kurze Notiz, in der die Schulgesetz- gebung nicht erwähnt ist.' Und nun wird der Herr Graf drohend. Wenn das Zen- trum nicht an das Schulgesetz heran will» werden wir ihm es aufzwingen: „Gerade das Schicksal der Schulgesetzgebung in der Republik und das völlige Versagen auf diesem Gebiete zeigt so besonders deutlich, daß die L i n k» p o l i t i k, an der das Zentrum sesthalten zu müssen glaubt, die christlichen Rechte und Interessen an der Schule nicht zu wahren vermag. Im Bund« oder auch nur durch Kompromisie mit der r e l i g i o n» s e i n d l i ch e n Sozialdemokratie und mit der Demokratie läßt sich eben der christliche Charakter der Schule nicht in dem ihr noch verbliebenen Bestand« sichern, geschweige denn ausbauen.' „Achnliche Kunde hat man schon oft gehört. Sollte sie sich auch diesmal nicht bewahrheiten, so werden die kirchlichen Schulorgani- sationen und die christliche Elternschaft gewiß sein, daß wir durch Initiativanträge die Sache vorwärts treiben und zur Entschcldung bringen werden.' Der Werber um die Zentrumsgunst hat also gleich den Revolver mitgebracht, um im Fall der Ablehnung das Zen- trum zur Liebe zu zwingen. Hinter dem Schulgesetz soll alles andere verschwinden: die Heuchelei der Deutschnationalen in der Frage des Ein- tritts Deutschlands in den Völkerbund, die nationalistische Demagogie in allen Fragen der Außenpolitik, die Gegner- schaft der Deutschnationalen gegen die Verfassung von Wei- mar. Denn die Dcutschnationalen wollen in die Regierung. ohne ein offenes und rückhaltloses Bekenntnis zur Weimarer Verfassung abzulegen. Sie wollen es bei der Versicherung genug sein lasten, daß sie die Verfassung als binden- des Recht anerkennen, ihre Aenderung aber auf ge- fetzlichem Wege erstreben, ohne das monarchistische Programm preiszugeben. Westarp und die Seinen wollen zurück in die Regierung des Jahres 1925. In der historischen Linie gesehen» verläuft ihr Plan so: unversöhnliche Opposition gegen den Dawes- plan, das„zweite Versailles". August 1V24 fünfzigprozentiger Verkauf der„nationalen Opposition" gegen die Zusicherung von Ministersitzen. Januar 1926 Eintritt in die Regierung. Teilnahme an der Vorbereitung von Locarno. Nach Locarno Rückzug aus der Verantwortung und der Regierung in die bequeme Haltung der nationalistischen Demagogie, nachdem die Zollnovelle zugunsten der Agrarier gesichert war. Ueber- nähme der Verantwortung für Locarno, und nun für den Eintritt in den Völkerbund durch die Mittelparteien— dann aber wieder Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung. Den Mittelparteien die Verantwortung— den Deutschnationalen ohne außenpolitische Verantwortung die beherrschende Position in der Regierung. Der Monolog des Grafen Westarp zeigt, was er will. Die Antwort der'Mittclparteien muß zeigen, was sie wollen. Daß ein neuer Rechtsblock nach dem Muster von 1S25 dem Volkswillen nicht entspricht, ist klar. Die politischen!ulter- nativen sind damit gegeben., deutsche Touristen in dänemark. Eine Gcgcndarstcllung. Man schreibt uns zu dem Vorfall in Korför und der gleichzeitig damit veröffentlichten dänischen Auskunst: sts handelt sich um zwei deutsche junge Arbeiter aus Neukölln (Neukölln am Rhein, schreibt ein dänisches Blatt!), die im Besitze eines ordnungsmäßigen Passes über eine zugelastene Grenzüber- gangsstelle in Dänemark eingewandert sind, und, wie es in Deutsch- land junge Arbeiter oft tun, durch das Land wandern wollten. Sie wanderten zu Fuß, aber schliefen und speisten in Wirtshäusern, wo sie überall bezahlten. Sie kamen durch das halbe Land und wurden in K o r s ö r vom dortigen lokalen Polizeibeamten verhaftet, wie dieser selbst sagt, weil sie„schäbig gekleidet' wären. Es muß bemerkt werden, daß Pein ein«m-guten Hotel gewohnt und ihre Rechnung bezahlt hatten. Nach der Verhaftung wurden sie ohne weiteres ins Gefängnis gesteckt, für das Verbrecher- album photographiert und von ihnen ein F i n g e r a b- druck gemacht. Dann wurden sie ausgewiesen, ohne daß man ihnen erlaubt hätte, sich mit der deutschen Gesandtschaft in Verbindung zu setzen. Al» Grund für ihre Ausweisung wird an- gegeben, daß sie nur noch drei. Kronen Geld besaßen. Die dänische Behauptung, daß nach„einem deutsch-dänischen Abkommen über den Grenzvertehr' jeder Deutsche, der nach Dänemark kommt, SO Kr. de- sitzen soll, stimmt Insofern nicht, als es sich um ein dänisches Gesetz von 1910 handelt, das aber auch diese Summe n u r s ü r A r- b e i t s u ch e n d e vorschreibt, im übrigen aber durch das deutsch- dänische Grenzabkommen von diesem Mai als aufgehoben gelten muß. Völlig zu verurteilen ist die Verhinderung der Beiden, mit ihrer Gesandtschaft in Verbindung zu treten. Das ist um so unerklärlicher, als im Auslande im allgemeinen der Brauch gilt, daß die Gesandtschaft des Heimailandes von der Verhaftung von Landesangehvrigen sofort durch die Polizei selbst b e n a ch- r i ch t i g t wird, was in diesem Falle nicht nur nicht geschehen ist. sondern es ist sogar die private Benachrichtigung durch die beiden Deutschen unterbunden worden. Sowohl di« deutsch« Gcsandtschast In Kopenhagen wie der dortige deutsche Hilfsverein haben in ähn- lichen Fällen stets solchen Deutschen eine Fahrkarte nach Deutsch- land zurück zur Verfügung gestellt, so daß sie die Bekanntschaft mit dem dänischen Gesängnis und dem dänischen Verbrecheralbum nicht zu machen brauchten. Die Photographierung und Fingerabdruck- nähme ist ein Kapitel polizeilicher Lächerlichkeit sür sich, es herrscht in der dänischen Polizei eine reine Fingcrabdruck-Hyfterie. Im übrigen haben die beiden jungen Deutschen darin besonderes Pech gehabt, daß sie einem Polizeideamten In die Hände sielen, der schon vor«inigen Jahren einmal in der dänischen Presse wegen seines merkwürdigen Verhaltens gegenüber deutschen Touristen festgenagelt wurde. Es handelt sich also zweifellos um eine Härte einer lo- kalen Polizeibehörde, der jeder schlecht angezogene Mensch verdächtig ist. Sowohl der dämsche Iustizminister wie die deutsche Gesandtschaft in Kopenhagen beschäftigen sich mit der Angelegenheit, und e? ist zu erwarten, daß sie eine Regelung treffen werden, die derartige unnötige Vorfälle in Zukunft verhindert. Im übrigen aber seien die deutschen Arbeiter bei dieser Gelegenheit vor einer Zu- reise nach Dänemark gewarnt. Dänemark hat selbst eine riesige Arbeitslosigkeit und weist jeden Ausländer aus, der ohne ausdrückliche Erlaubnis irgendwo im Lande Arbeit nimmt. Finger- abdruck und Photographie und 48 Stunden Gefängnis können noch hinzutreten. Tangerkonferenz in Genf! Spanien beantragt— England winkt ab. London, 28.August.(WTB.) Reuter erfährt, in informierten Londoner Kreisen werde erklärt, daß die spanische Regierung in ihrer Note den Vorschlag gemacht habe, sür nächsten Mittwoch in Genf eine Konferenz einzuberufen, die sich am Vorabend der für Donnerstag angesetzten Zusammenkunft des Völkerbundrates mit den Ansprüchen Spaniens auf Tanger beschästigen soll. Wie ver- lautet, wird die englische Regierung möglichst umgehend auf diesen Vorschlag antworten. Es herrscht allgemein der Eindruck, die britische Regierung werde erneut erklären, daß dl« überstürzte Abhaltung einer derartigen Konferenz zu t e i n e r le i brauchbaren Ergebnissen führen könne. Di« britische Regierung werde infolge- dessen wohl vorschlagen daß die Beratung der spanischen Ansprüche bi» nach der Sitzung des Völkerbundsratcs vertagt wird. Der w i ch t i g st« Beratungsgegenstand dieser Sitzung sei bekanntlich die Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund, und nach Ansicht der britischen Regierung solle, da dieser Angelegenheit der Vortritt vor allen anderen zukomme, keine außerhalb des Rahmens liegende Frage zugelassen werden. Es wird angenommen, daß dir französische Regierung sich dem von England vertretenen Standpunkt anschließen wird. die Teuerung in Paris. Nutzlose Regierungserlasse. Pari», 28. August.(Eigener Drahtbericht.) Die nationalistischs „Libcrtö' muß aus Grund einer Umsrage bei verschiedenen zu- ständigen Stellen zugeben, daß die Teuerung in Pari» der Offensive Poincares siegreich widersteht. Di« Markthallenoerkäufer nehmen die Regierungsoorschristcn gar nicht ernst und scheuen sich nicht, das der Presse mitzuteilen. Dem Blatt zufolge sagt man allgemein ein neues Anziehen der Lebensmittel- preis« für den IS. September versus, wenn taufende Pariser aus der Sommerfrische zurückkehren. die diebspoliziften örohen. Versuchte Vertuschung des Warschauer Panamas. Warschau, 28. August.(Eigener Drahtbcricht.) Der„Glos Prawdy' berichtet, daß die Kriminalpolizei gegenwärtig fieberhaft tätig sei, um die Spuren ihrer„Versehen" zu verwischen. Die Zciiung verlangt deshalb die sofortige Einsetzung einer Unter- suchungskommission, die alle Mißstände nachprüfen soll. Jeder Tag, den die Kriminalkommissare zu ihrer Verfügung haben, würde dazu benutzt, das belastende Material fortzu- schaffen.„In geheimen Sitzungen'— so fährt das Dlatt fort— „besprechen die Kriminalkommissare die zu unternehmenden gemein- samen Maßnahmen zur Vertuschung ihrer Verbrechen. Es wird auch versucht, unsere Redaktion zu terrorisieren. Ee wurde zu verstehen gegeben, daß man zu den allerschärsst«n Mitteln greifen würde, um eine weitere Verössentlichung der Mißstände in der Kriminalpolizei zu verhindern. Wenn einem von uns etwa» geschehen sollte, so wird di« Oeffentlichkeil wljsen, wo die Täter zu suchen sind. Sollte es selbst zu einer Verwirklichung der Drohungen kommen, wir werdrn den Kampf gegen die Schweinerei nicht ausgeben.' Komsomol-Kontrolle. Bespitzelung der Sswjet-Jugendorganisation. Moskau. 27. August.(Ost-Expreß.) Das Zentralkomitee der kommunistischen Jugendorganisation des Sowjetbundes(„Komsomol") hat die neuen Vorschriften über die Kontrolle und die R e o i» s i o n des Komsomol bestätigt. In allen Zwcigorganisationen in den autonomen Gebieten, Gouvernements und Kreisen, müssen besondere Revisionskommissionen gebildet werden. Ihr« Aufgabe wird nicht nur in einer gewöhnlichen Kontroll« der Gcschästssührung und der Arbeit bestehen, sondern vor allem in einer sorgfältigen Prüfung des Personalbestandes. Auch der„Apparat", d. h. die Leitung der einzelnen Gruppen unterliegt der Kontrolle dieser Kommissionen. Wer nicht pariert, der fliegt. Moskau, 28. August.(Eigener Drahtbericht.) Die systematische Amtsenthebung von Anhängern der Opposition gegen die russische Regiorungspalitik beschränkt sich nicht nur auf oppositionelle Führer. Es wird jetzt bekannt, daß seit dem letzten Parteikongreß bi» zum 10. August insgesamt 10S h ö h« re Sowjetbeamt« fristlos aus dem Dienst entlassen worden sind. Au» sranzSsischer Sesangenschafl entlassen hat man di« beiden Oberschlesier Satzek und Ioschke, die französisches Mill« tär während der Belotzungszeit verdaftet halte und dl« feit zirka fünf Iahren in rheinischen Gefängnissen schmachteten. Run ist kein Oberschlesier mehr in sranzösischer Hast. pllfudsk! ist nun zum Generalinspettor der Armee— wie un» aus Warschau gemeldet wird— durch Dekret des Staatspräsidenten ernannt worden. Er bleibt daneben Wehrmintster. Solschewististhe örüöerlichkeit. Wie die anglo-russischc Einigkeit aussieht. Als wir zu den Erklärungen des Vorsitzenden der russischen Delegation im anglo-russischen Komitee, Zl n d r e j e w, Stellung nahmen, hatten wir gleich betont, daß wir etwas skeptisch sind über die versprochene Nichteinmischung in die internen Gewerkschafts- angelegenheiten der anderen Länder. Schneller als wir glauben konnten, ist unsere Auffassung bestätigt worden. Di«„Rote Fahne" vom Sonnabend bespricht in einem längeren Artikel die Erklärung von Andrejew, indem sie offenbar bemüht ist, den Fllhr«r der russischen Gcwcrkschaftsdelegation zu berichtigen. Aus dem Artikel zitieren wir nur folgende, an die Adresse der englischen Delegierten gerichtete, ungemein brüderlich klingende Blütcnlcsen: „Verräterische Passivität",„Abwürgung des General st reik s",„W iederhclung des Verrates am Generalstreik". Schließlich wird die englische Delegation als eine Vertretung der königlichen Kohlenkommis» s i o n gekennzeichnet und ausdrücklich hinzugefügt, daß sie keine Vertretung der Bergarbeiter des englischen Proletariats sei. Zum Schluß wird ganz eindeutig hinzugefügt, daß die russischen Gewerk- schaften gar nicht daran.denken, mit ihrer Taktik irgendwie zu brechen. Wörtlich sagt die„Rote Fahne": „Aber es ist ebenso klar, daß die Sowjetgewerkschaften mit derselben Klarheit und Offenheit wie bisher ihre Meinung über den verderblichen Verrat der reformistischen Führer und über die Notwendigkeit einer revolutionären Gewerkschasts- taktik aussprechen werden, daß diese Meinung von« n t- scheidendem Einfluß auf die revolutionären Arbeiter in den Gewerkschaften aller Länder bleiben wird, und daß sich die revolutionären Arbeiter auf der ganzen Welt nach den Erfahrungen des englischen Streiks mit doppelter Kraft dafür einsetze» werden, daß der verräterische Geist von Amsterdam und seine Vertreter aus dcy Organisationen des Klassenkampfes ver- schwinden und den revolutionären Kampfmethoden der wahren proletarischen internationalen Solidarität Moskaus Platz mache n." Damit ist mit einer Klarheit, die nichts zu wünschen übrig läßt, gesagt, daß die Politik Moskaus auch künftig darauf hinausgeht, die Amsterdamer Internationale zu verdrängen. Wir wollen durchaus tticht untersuchen, wie weit damit Andrejew und die russischen Ge- werkschaftler von den offiziellen Diktatoren in Moskau desavouiert worden find, und wie weit die Redaktion der Roten Fahne" die Ab» sichten Moskaus ungeschickter vertritt als Andrejew. Da man aber weiß, daß die„Rote Fahne" nur das veröffentlicht, was die Dilta- toren in Moskau wünschen, so nehmen wir hiermit zur Kenntnis, daß die bolschewistische Gcwerkfchaftspolitit nach wie vor auf die Spaltung der Gewerkschaftsbewegung aller Länder hinausläuft, und daß das anglo-russischc Einheitskomitce nur ein„M a- n ö v« r" ist. Der Prozent-Schwinöel wirü weiter betrieben! ?n der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom Freitag, den 27. August brachten wir auf der dritten Seite des chauptblottes unter der Ueberfchrift: Kommunistischer Schwindel ein« Er- klärung des Vorstandes des ADGB., die sich gegen die Behauptung der kommunistischen Presie wendet, der ADGB. habe den« n g l i- sehen Gewerkschaften ein Darlehen nur zu dem Zinssatz von 1l Proz. gegeben. In Wirklichkeit beträgt der zwischen dem IGB. und dem Generalrat der englischen Gewerkschäften verein- barte Zinssatz nur 4 ft! Proz. Diese Erklärung hielt„Die Welt am Abend" nicht ab in ihrer gestrigen Ausgabe den Säiwindcl in anderer Form zu wiederholen. Sie gibt folgende Stell« aus dem Bericht eines Vertreters der „Inprekorr." über ein« Unterredung wieder, die dieser mit dem in Berlin anwesenden Vorsitzenden des Internationalen Gewerkschaftsbundes, Purcell, gehabt hat: „Die englischen Gewerkschaften, die durch den Generalstreik finanziell schwer getroffen sind, waren genötigt, eine Anleihe beim ADGB. aufzunehmen, um den Verpflichtungen ihren Mitgliedern gegen- über nachzukommen, obwohl es die englischen Gewerkschaften lieber gesehen hätten, daß ihnen der ADGB. diese Anleihe Zinsen frei gewährt, wie dies in England üblich ist, wenn eine Gewerkschaft der anderen Geld leiht, mußte sie doch, um nicht eine teuere Anleihe bei einer Bank zu machen, auf die B e- dingungen des ADGB. eingehen, der, nachdem man eine höhere Forderung(!!) abgewiesen hott«. 1 V* Proz. verlangte. Die Anleihe beträgt 10 000 Pfund." Purcell kann nicht behauptet haben, daß die englischen Ge- werkschaften IVt Proz. Zinsen zu zahlen haben, da er diese Behaup- tung wider besieres Wissen hätte machen müssen. Es ist wohl nur ein„Druckfehler" des Blattes, der sein« Wirkung nicht verfehlen wird. Immerhin ist es bemerkenswert, daß der Präsident des Internotio- nalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam einem Vertreter der Mos- kauer„Jnpretorr." in dieser Weise seinem gepreßten 5ierzen gegen den ADGB. Luft macht. Zu dem Zinssatz von Proz. bemerkte der Vorstand des ADGB.:„Es dürfte hinreichend bekannt fein, daß der in Deutschland üblick>e Zinssatz wesentlich höher ist, so daß also unsere Verbände, die das Darlehen an die Engländer gegeben haben, keine„Wucherzinsen" dafür nehmen, sondern im Gegenteil einen erheblichen Zins- verlust erleiden." Die„Rote Fahne" stellt in ihrer gestrigen Ausgabe den Schwindel zwar richtig, benntzt jedoch diesen Anlaß zu einem niedrigen Anwarf gegen den ADGB., der einen Zinssatz von 4)-< Proz. nehm«,„nach- dem er die geforderten S bis 10 Proz. nicht bekommen konnte". Die Moskauer Stipendiaten sind freilich großzügiger, bei ihnen spielt Geld ja kein« Roll«. Wenn eine deutsche Gewerkschaft von einer anderen im Notsalle ein Darlehen aufnimmt, ist es für sie selbstver- ständlich, daß sie der Gewerkschaft, die ihr aus der Verlegenheit half, auch den Zinsverlust ersetzt. Die ausländischen Gewerkschaften können bei Darlehen nicht gut anders behandelt werden als deutsche Ge- wertschaften. Und als die deutschen Gewerkschaften in der Inslations- zeit gezwungen waren, Darlehen ausländischer Bruderorganisationen in Anspruch zu nehmen, haben sie ebenfalls die entsprechenden Zinsen als selbstverständlich gezahlt. Wir erwarten nicht, daß mit der wiederholten Darlegung des Sachverhalts der Schwindel aus der Kommunistenwelt geschaffen ist. Doch wo er in den Betrieben weiter kolportiert wird, müssen unsere Genossen ihm energisch entgegentreten. Kommunistische Betricbsrätcvollversammlungen. Vom Gesamtbetriebsrat der Gemeindebetriebe der Stadt Berlin wird uns mitgeteilt: Die„Rote Fahne" vom 26. August veröffentlicht eine Ein- ladung zu einer angeblichen„Betriebsrätevolloersamm- l u n g", unterzeichnet„Boll mann, Gesamtbetriebsrat der Gemein de betriebe". Dazu möchten wir feststellen, daß der Gesamtbetriebsrat der Gemeindebetriebe zur Einberufung einer derartigen Versammlung überhaupt nicht Stellung genommen hat. Ein Antrag, eine solche Versammlung einzuberufen, ist ihm nicht zugegangen. Die Ein- ladung und die Unterschrist sind somit irreführend. Der Gesamtbetriebsrat der Cemeindebetriebe hat damit nicht das geringste zu tun." Verbindlichkeit des Ruhrschiedsspruches bcanZrag� Essen. 28. August.(TU.) Der Schiedsspruch im Ruhrbergbau, der von Arbeitgeberseite sofort als untragbar abgelehnt wurde, ist von Arbeitnehmerseite angenommen worden. Auf Grund der Ab- lchnung durch den Zechcnverband hat man von Arbeitnehmerjeite Verbindlichkcitsertlärung beantragt. Es ist anzunehmen, daß die Vcrbindlichkeitserklärung erfolgen wird. Lohntarifkündigungen im Bergbau. Essen, 28. August.(WTB.) Von den beiden Bergarbeiteroer- bänden ist nach einer Meldung der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung der Lohntaris sowohl für die Aachener Steinkohle wie für die Braunkohle zum 1. September gekündigt worden. Tariffordcrung der Hamburger Hafenarbeiter. ftamburg, 28. August.(TU.) Nachdem die Verhandlungen über die Forderungen und Anträge zum Mantcltarise der Hamburger Hafenarbeiter ergebnislos verlaufen sind, haben beide Parteien den Schlichtungsausschuß angerufen. Dieser soll sich, wie verlautet, ab Dienstag nächster Woche für einige Tage mit der Erneuerung des Hafenarbeitertarifes beschäftigen. Zur Lage im englischen Bergbaukonflikt. London, 28. August.(WTB.) Der B-rgarbeiterverband ver- breitet eine öffentliche Erklärung, in der er feststellt, er sei zur Anknüpfung von Verhandlungen über die Pergarbeiter- löhne bereit, aber gleichzeitig erneut betont, daß er an dem Grundsag der 7stündigen Arbeitszeit und eines A b- k o m m e n s für den g e s a m t e n g li s che n Kohlenbergbau fest- halte. Der Bergarbeitersekretär Co o k ist zu einer Propaaandareije nach den Midlands abgereist, wo zurzeit verschiedene Tausende von Bergarbeitern die Arbeit aufgenommen haben. Er erklärte, er sei entschieden dafür, daß die Bergarbeiter endgültige Vorschläge vor- legen, um der Regierung die Möglichkeit zu geben, die Bergarbeiter und die Arbeitgeber zusammen zu bringen. Scharfer Konflikt im polnischen Bergbau. i Warschau, 28. August.(Eigener Drahtbericht.) Die Lohnrer- Handlungen zwischen den polnischen Unternehmerorganisationen und den Lergarbeitern sind am Freitag ergebnislos verlaufen. Die Vergarbeiterorganisation hat deshalb zum Dienstag eine Delc- giertenkonferenz einberufen. Sollte die Regierung bis dahin nicht eingreifen, dann dürfte mit einer Streikerklärung zu rechnen sein. Ortsausschuß des ADGB. und des Afa-Bundes. Kombinierte Versammlung der Delegierten zu den Plenarversammlungen und der Verstandsmitglieder der Ortsverwaltungen am Montag abend 7 Uhr im„Dresdener Kasino". Tagesordnung: Der englische Bergarbeiter- streik. Referenten Tom Cape, Mitglied des englischen Unter- Hauses, und I a n s ch e k, Vorstandsmitglied des Deutschen Berg- arbeitcrvcrbandes und M. d. R. Berichtigung. In dem Aufruf an die Betriebsräte, Arbeiter- und Angeftclltenrätc sind als Bertreter für die Angestellten: Hermann Henke(ZlVdB.) und Cl. Henke(Butab) versehentlich weggeblieben. (Gewerkschaftliches siehe auch 3. Beilage.) Perantilwrtlich für Politik: Dr. finrt Geyer: Wirtschaft: Ar!»r Satrrnu»: Gewerlschaslobcwcgunq: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. John Sch>k»»>,ki: Lotole» und Sonitifle«; Sftift»arftödt: Ameiorn: Th. Gloele: sämtlich in Terlin. Berla«: Vorwärt«. Verlad G. m. b. K.. Berlin. Druck: Vorwärto-Buchdruckerei und Verlaasanstalt Paul Sinaer u. Co.. Berlin ED SS. Lindenlirad- Z. s>er»n 3 B-il-a-n...Unterhalt»»» und Dillen'..,»u» der zilm-Delt' SKSFMZIZ'• BERLIN C» SPAN DAUER STRASSE* KÖNIGSTRASSE Grosser Teppich-Verkauf su extra billiaen Preisen sügliche, bewahrte Qualitäten Marke Mossul Haltbare Plüschqualitat« Axirnnster JS'24.- 2™ro- 2M 250 x yy 300 x 350cm i i 300 52.- 3�63. 400cm 104." Marke Schiras Axminoter. vorzügliche Qualität mox34.- 2�49.-*£x74. 250 X JQ y � 300 x 350cm 400cm 148.- Marke Kasak Mit Fransen, besonders baltbare Qualität �92.-�126.-�145.- 200 300 104.-�154.-�208.- Mottled-Vorleger Wollplusch mit Fransen I200cm..4.50 135cm.. 6.50 Brücken MOSSUI 90x180 cm....... 14.50 —,. Axminatcr, gute Ol*7 C ScniraS Qualität 90x180 cm.wT. 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August 1026 Berlin steht im Zeichen des Drachens: nicht des chinesischen, nein, des schönen bunten, selbstgeklebten. Jede größere Freifläche wird zum.Sportplatz', über dem die bunten Boten des Herbstes stehen. Denn jetzt mutz jeder daran glauben, der bisher immer noch vom „Sommer' fabulierte: Es wird Herbst. Die Drachen steigen, auch im steinernen Berlin, draußen in den Borstädtcn hängt schon oft der leichte blaue Rauch der Kartoffelfeuer in der Luft, und an allen Ecken und Ende» feiert man Erntefest. Erntefest! In Berlin, in der„Steinwüste'! Ja, man feiert's, mit dem alten Berliner Motto als„jrade wat Schönet"— und wer mal richtige Berliner Ernte- feste mitgemacht hat, der weiß, daß hier mit Humor und Selbftironie ein Stückchen sommerlicher Karneval lebendig wird, der oft viel, viel liebenswürdiger ist als fein in winterlich dumpfen Sälen regie- rcnder Bruder.. war in heinersSorf... Wie lange ist es denn her— zwanzig oder fünfundzwanzig llahrc—, da lagen zwischen dem„Verbinder' und Weißensec und Heinersdorf noch schöne Felder, zwischen denen man auf labkraut- duftenden Wegen seinen Sonntagsspaziergang machen konnte. Früh morgens klapperten die Wagen der Heincrsdorfer Gärtner und Milchfuhrleute die Prenzlauer Lbaussee entlang, im„vrdonnanzhau»' h der Reuen Königstraße und in den anderen Ausspannungen der Vrenzlauer Vorstadl waren alle Ställe besetzt von den Frachtfuhr- hüten der Orte, die nun an der Reinickendorf-Liebenwalder Bahn liegen. Ach, war die„Prenzlauer Vorstadt' noch ländlich! Noch einen richtigen Gutshof hatte sie, bei dem alten„Amtmann Bötzow 'apperten im Herbst sogar noch die Dreschflegel im Dreitakt.— lind wenn in der Prenzlauer Vorstadt auch nicht mehr Erntefest gefeiert wurde, kurz hinter dem„Perbinder', in Heinersdorf, gab es noch ein richtiges Erntefest, mit„Kronebindcn' und einem Erntezug mit herrlich falscher Blasmusik, der vor jeder der Haustüren Festlicher Abend im Schloß ScbSabaasea am 31. August. 3n den Laubenkolonien. U eberall, wo die Häuser ein wenig Raum gaben, hat die Natur- sehnsucht des Großstädters Laubenkolonien hingepslanzt. Wenn er auch mit gutmütiger Selbstironie über sein„Rittergut" spricht, im Innersten seiner Seele ist er doch unbändig stolz auf alle seine land- wirtschaftlichen Erfolge. Und niemand, der nicht schon selbst so ein Stückchen Erde bebaute, kann ermessen, wieviel jzreude auf den paar Quadratmetern Sand oder Lehm wachsen kann, wie so ein kleines Stückchen Erde gleich der Natur nahe bringt, wieviel ver- bundener allem Werden, Wachsen und Vergehen in der Natur der Laubenkolonist ist als der landlose Großstädter, der der Natur nur alle Sonntage eine Respektsvisit« macht.— Im Herbst, wenn die Drachen in den Lüsten stehen und ein Beet ums andere kahl wird, dann hat die Laubenkolonie noch mal ihren großen Tag! Bunte Papierwimpel leuchten um die Wette mit den Herbstblumen, jede Laube ist herrlich herausgeputzt, und am Nachmittag bewegt sich der „Erntezug" durch die benachbarten Straßen. Die Musik bläst bald so schön falsch wie damals in Heinersdorf, und wenn man leider keinen richtigen Dorfschulzen beibringen kann, dann spielt irgendein Kolonist in Bratenrock und Zylinder die Rolle— oder auch ein Fuhrwerksbesttzer schirrt seine Rosinante vom Wagen und spielt hoch zu Roß den„Gutsherrn". Dann aber kommen in buntgeputzten Wagen oder in langem Zug die Kinder, mit Blumenkränzen im Haar die Mädel, hemdärmlig die Jungen, mit blumcngesthmückten Harken oder Hacken, und aus allen Augen leuchtet die Freude über i h r Erntefest. Das Schönste an den Festen unserer Laubenkolonisten aber sind ihre Gäste: denn seit dem Kriege ist in den wirklichen Arbeiterbezirken wohl kaum ein Fest gefeiert worden, zu dem die Kolonisten nicht Kinder von Arbeitslosen, Waisenkinder oder alte Leute zu Gast gebeten hätten. Und damit die Gäste auch recht teil an aller Erntesreude haben,»werden sie jedesmal reich beschenkt. Die Laubenkolonien sind ja die Domänen der kleinen Leute, der Kleinen, die nicht große Mittel für„Wohltätereien' im üblichen Reklamestil zur Verfügung haben. Was aber hier mit beschränkten Mitteln an materieller Hilfe und Gaben von Mitfreude und Kinder- glück geleistet wird, das verdient wohl ein besseres Lob als die paar trockenen Zeitungszeilen: �heute feierte der Pflanzerverein.. geben können. 23} Die Sigurantin. Roman eines Dienstmädchens von Leon Frapie. Autorisierte Uebcrfetzung aus dem Französischen von Kunde-Grazia. Die noch etwas eckigen Formen offenbarten vielleicht mehr Neiz als die gewöhnliche Rundung weiblicher Linien. Die Schultern zeichneten sich unterm Gewand ab: die Einbuchtung des biegsamen Rückens verriet die heißblütige und mächtige Spannkraft des Katzengeschlechts. Das rote Mieder legte sich geschickt in Falten, um die säumige Entwicklung des Busens zu verbergen: die Hüften fingen an, deutlich, etwas zu stark, hervorzutreten. In der eleganten Wohnung der Familie Leroy fühlte sich Sulette sogleich heimisch. Trotzdem ahnte sie, daß die Existenz des Herrn Albert sich ihr allzusehr aufdrängen würde: überall in der Lust sog sie die Gegenwart des jungen Mannes e n: daher ein Bangen, eine leichte Betäubung, was ihr, der Neuheit halber, gar nicht einmal unangenehm war. Als Herr und Frau Leroy schon von Tisch gegangen waren, blieb Albert eines Abends, Mandeln verspeisend, zurück. Sulette hatte schon abzuräumen begonnen: während sie zwischen Tafel und Büfett hin und her manövrierte, begann er höflich in gemächltchem Ton der Verdauungs- Unterhaltung Fragen an sie zu richten. „Sie heißen Sulette? Ein garnicht gewöhnlicher Name! Die Abkürzung von Ursula? Woher stammen Sie? Gefällt Ihnen Paris?" Auf die lakonischen Antworten Sulettes bemerkte er, wie wenn irgendein Vergleich zwischen ihnen beiden erwachsen könnte: „Ich bin in Paris geboren, ich bereite mich auf das Examen von Saint-Eyr vor." Seit jenem Augenblick behielt er den Ton zerstreuter Bertraulichkeit, den alte Bekanntschaften gestatten» bei. Er blieb oft als letzter bei Tisch und machte sich immer gern in den Zimmern, wo Sulette allein war, zu schaffen. Er ließ sich nicht bedienen, befahl nicht, gebrauchte kurze, ganz natür- liche Wendungen, um seine kleinen Erlebnisse zu erzählen, um z. B. zu sagen, aus Grund welchen Entschlusses er den Hut wechselte, um zu fragen, ob das Wetter schön bleiben würd? oder auch, welchen Braien man zun: Diner äße. Trotz ihrer scheuen Natur vermochte sulette nicht daran zu denken, stch gegen diese Unbefangenheit, die keine Hutter- gedanken verriet, zu verteidigen, und sie vertraute ihm, ge- wähnte sich daran, bei Verrichtung der Arbeit, wenn sie von einem Zimmer ins andere kam, auf Albert zu stoßen, ihn nahe zu wissen. Und es schien ihr, daß diese große Nähe, dieses erzwungene Beisammensein im Grunde nichts Unge- fundes bedeute. . Zuweilen plauderte Albert, ohne sie anzusehen, ohne sich in seiner Beschäftigung zu unterbrechen: andere Male wieder ließ er alles im Stich, ruhig hafteten feine Augen an ihrer Gestalt, als spräche er zu einem Altersgenosien. Seine Ma- Nieren bewiesen, daß Vertrauen, Kameradschaft, Gleichheit zwischen ihm und dem Dienstmädchen herrschten. Nach Verlauf einiger Wochen vervollkommnete sich diese Harmonie zu einem geheimen Einverständnis: „Sulette. unterlassen Sie jene Kleinigkeit nicht, Mama würde Sie auszanken, ich kenne ihre Manier. Sulette, ich möchte Kaffee trinken, ich habe einen Kater, Sie werden nichts verraten,— nehmen Sie doch ein wenig davon. Wollen Sie Rum?" Dann verfiel Albert wieder in einen spaßig-befehlshabe- rischen Ton: „Sagen Sie doch, Sulette, Sie schreiben ebenso gut wie ich, das habe ich aus Ihrem Ausgabenbuch ersehen: Sie würden sehr nett sein, wenn Sie mir drei oder vier Seiten aus dem phisikalischen Kolleg abschrieben, ehe Sie schlafen gehen. Ich habe mir das Kollegienheft eines Kameraden ge- borgt." Die Schmeichelei, die in diesem Ersuchen lag, erweckte in ihr eine träumerische Bewunderung für Herrn Albert, der Wissenschaften studierte, von denen man fast gar nichts ver- stand. Und der junge Mann ließ es dabei nicht bewenden, er gewann noch auf eine andere Art einen liebenswürdigen Einfluß auf das Dienstmädchen. Sie mußte die Befehle des Herrn und der Frau verletzen und ohne Erlaubnis für ihn Tabak kaufen, Briefe auf die Post schaffen. Manchmal ver- langte er während des Waschens, nackt bis an die Hüften, Wasser, bat dann, daß man ihm den Hemdtragen zuknöpfe. Eineunwiderstehliche Herrschaft bildete sich aus dem Zu- fammentreffen verschiedenster Elemente: dem normalen Des- potismus des Herrn, den Ansprüchen des verwöhnten Kindes, der Bildungsüberlegenheit, der Zartheit und dem Freimut, der haibvertraulichen, ungewohnten Bitten um Dienste. E:ne gewisse Genugtuung überkam Sulette, der sie sich unbewußt hingab, sie fühlte sich dein vulgären Bedientenstand entrissen, trat in ein anderes, ihr aufgespartes, unbekanntes Dienstver- hältnis. Die Gärung in den beiden zu eng nebeneinander leben- ven Menschen hörte nicht mehr auf. Als man definitiv bei familiärer Gleichstellung anlangte, nach und nach die Befehle auch vertraulichen Ton annahmen, als Sulette sich zu einer Fügsamkeit, ähnlich bei einer Amme, Mutter, älteren Schwester, verstanden hatte, brauchte Albert nur mehr aus diesem Vorteil Nutzen zu ziehen; jetzt konnte er sich erlauben zu spaßen, zu necken, zu tändeln, zu belästigen: keine Bewegung, keine Weigerung oder Verstimmung war ja ernst �u nehmen, und außerdem hatte Sulette von ihrer ungebärdigen Kraft eingebüßt, sie konnte nicht mehr zornig ihren Wunsch,„in Ruhe gelassen zu werden", zum Ausdruck bringen. Von nun an gab es vom Morgen bis zum Abend von feiten Alberts knabenhafte Signale, Augenzwinkern freund- schaftlichen Einverständnisses, neckende Mienen, lokalisierte Androhungen, schon fast Berührungen, die nahe tätliche Kühn- heiten vorbereiteten. Wirklich kamen diese Späße, diese Schein- Plänkeleien zwischen Jüngling und Jungfrau der Beschlag- nähme eines Individuums durch ein anderes gleich: gewisse Arten, sich etwas in die Ohren zu schreien, den Atem ins Gesicht blasen, �ich nahe zu kommen, gedrängt beieinander zu stehen, sich in die Augen zu schauen, mit feinem Willen den ihren zu beeinflussen, brachten die gleiche Verschmelzung des Lebens hervor, als wenn eine Berührung der Körper vor sich gegangen wäre. Die Folge war, daß an dem Tage, da Albert auf den Zehenspitzen in die Küche schlich und unversehens einen Kuß auf Sulettes Nacken preßte, diese zwar rief:„Ach, Sie haben mich erschreckt... ich will dieses Benehmen nicht!" aber doch kaum mehr eine Steigerung wahrnahm: Albert hatte, in Winkel verborgen, ihr schon einmal Furcht vor einer Um- armung eingeflößt Sie hatte das erste Ansinnen erduldet: es war zu Ende, sie gehörte sich selbst nicht mehr, es konnte noch mehr oder weniger Zeit vergehen, aber die verführe- rischen Zärtlichkeiten mußten sie völlig gewinnen. Herr und Frau Leroy beschäftigten sich außerhalb des Dienstes nicht mit dem Mädchen und schienen keineswegs das Treiben ihres Sohnes zu bemerken. Wenn Sulette das Frühstück aufzutragen begann, heftete Herr Leroy immer einen bedächtigen Kennerblick auf sie: das war eine schnelle und strenge Untersuchung, der eine vollständige Gleichgültig» keit folgte,(Fortsetzung folgt-), f llnd noch eine andere Sorte von Berliner Erntefesten gibt es: sie sterben freilich aus, sterben aus mit den alten Häusern, in deren qro�en Höfen noch eine Kinderschar gemeinschaftlich heranwuchs. Kinder, deren Eltern jahrzehntelang im selben Hause wohnten und bei denen die lange Hausgemeinschaft die Trennung zwischen Norderhaus und Hinterhaus fast ganz überbrückt hatte. Ohnehin war ja die Kluft hier nie zu groß, denn diese Häuser stehen alle im Norden, Osten oder Süden— der„noble" Westen wußte nie etwas von diesen kinderfrohen Erntefesten. Zille hat sie geschildert mit oll ihrer Freude, ihrem Uebermut und ihrem Elend, und noch heute kann man sie hier und da erleben. Einhundertfünfzehn Kinder waren wir in dem großes Haus, auf dessen zweitem Hof ein kleines Gärtchen grünte, ein„richtiger" Baum, vier Rhabarberstauden und sechs Rosenstöcke. Einhundcr'tfünfzehn Kinder in einem Haus! Und wenn die Jungens die Drachen hervorholten, dann ging eine Deputation der Kinder zum Hauswirt, der, noch heute sei es zu seiner Ehre gesagt, ein seltenes Juwel unter seinesgleichen war.„Wir möchten ein Ernte- fest machen, bitte schön, erlauben Sie's doch!" Und er erlaubte es nicht nur, nein, er stiftete uns sogar noch die„Dekoration" und die Stocklaternen, unser Bäcker vom Haus gab zwölf große Napfkuchen, in der Kneipe durfte Kaffee gekocht werden, alle Mieter legten zu- sammen für die Musik und das Feuerwerk, und wir feierten Ernte- fest, ein Erntefest, um das uns die ganze Straße beneidete! Es war herrlich, und es dauerte bis zwölf, bis der Ziehharmonika endlich die Puste ausging und mit einem letzten„Dreher" das Fest zu Ende war. Wir Kinder, deren Kenntnisse vom Kreislaus der Natur nur aus dem Friedrichshain stammten, die kaum je Saat und Ernte erlebt hatten, wir hatten doch noch eins: unser Erntefest, ärmlichster Abklatsch, Parodie auf Erntesreude und Ernteglück, und doch, und doch... ein Kinderparadies, ein Stück Freude, von denen die Aermsten unter uns, denen Vaters Arbeitslosigkeit sogar die Weih- nachtsfreude stahl, das ganze Jahr hindurch träumten. Krieg, Not und Elend sind über uns hingegangen, ober eins ist jetzt besser: Ferienkolonien und Heime nehmen doch mehr der Kinder aus. so hoffnungslos eingeschlossen in das Gefängnis des steinernen Berlin wie damals wird fast kein Kind mehr groß. Damals, als die Sechsjährige zum erstenmal einen Kiefernwald erlebte und sich wunderte,„wo hier im Sommer das Eis herkommt, weil der Boden so rutschig ist",--- es waren die Kiefernadeln! * Das sind die Erntefeste Berlins, Erntefeste, ganz oder halb umklammert von dem steinernen Polypen„Großstadt", Ernteseste, in denen die letzte Natursehnsucht und-Verbundenheit des Groß- stadtmenschen sich mit halbem Trotz und Selbstironie noch einmal durchringt... der verfall üer Wohnhäuser. Wer kümmert sich um das Haus Duuckerstrahe 79. Tagtäglich lausen bei uns zurzeit eine Unmenge Anklagen von Hausbewohnern der äußeren Bezirke ein, die nach langen, oergeb- lichen Bemühungen, das Herz des Hauswirts zu rühren, als letzten Versuch den Weg in die Oeffentlichkeit betreten. Auch heute liegt wieder ein besonders krasser Fall vor. Die Bewohner des Hinterhauses Juncker st raße 7g waren durch Verschulden des Hauswirtes, der die Wastergebühren nicht bezahlte, verschiedentlich einen ganzen Tag und darüber ohne Wasser. Durch schadhaste Wasserhähne, die naturgemäß eine überniäßig hohe Wasserberechnung im Gefolge hatten, ist her ganze Keller voll Wasser gelaufen, was sich in un- fingenehmster und gesundheitsschädigender Weise in den darüber liegenden Parterrewohnungen bemerkbar macht. Gerade über diesem durch Pilz und Schimmel verseuchten Keller wohnt eine nerven- und lungenkranke Kriegerwitwe mit ihrem ebensalls kranken achtzehnjährigen Sohn. Beim Eintritt in das Zimmer schlägt einem eine feucht-moderige, an Grabgewölbe mahnende Lust emgegen. Unter dem Fenster, hinter dem Spind, zeigen die Wände deutlich Näsiespuren: die Wäsche- und Kleidungs- stücke jm Schrank ft o ck e n und setzen Schimmel an. Des vielen Ungeziefers(Ratten) wegen gibt es im Haufe eine Unmenge Katzxn, und die Frau ist aus diesem Grunde gezwungen, die Fenster stets geschloffen zu halten. Die Aussicht auf ein richtiges Stückchen Rasen hat man ihr durch Ausbau von Schutt, Ofenabfällen und dergleichen ebenfalls genommen. Nicht genug an dem, hat über- dies der Sohn dieser Frau seit seinem zehnten Lebensjahre ein starkes Darmleiden. Da für die oigs Parterrewohnungen nur ein Abort vorhanden ist, muß die arme Mutter ständig Wohnung und Wäsche des Kranken säubern, und man kann sich vorstellen, ii� welch ungesunder Luft diese Frau, deren Leiden eine besonders reine und reichliche Luftzufuhr erfordert, dahinvegetiert. Ihre Bemühungen beim Wohnungsamt blieben natürlich fruchtlos. Sämtliche Keller- f e n st e r fehlen, die schadhaften Kcllergitter wurden, nachdem erst kürzlich abends ein Kind fast verunglückt wäre, notdürftig zu- fammengepflickt. Die äußere Giebelwand des Hauses ist derart morsch und altersschwach, daß bei heftigem Regen der Kalk heraus- fliegt, und das Wasser mit aller Gewalt angepeitscht wird. Die Fensterkreuze sind in einem solchen Zustande, daß niemand es wagey durfte, sein Gewicht beim Reinigen der Fenster dem Fenster- kreuz anzuvertrauen. Die tollste Verwüstung findet sich jedoch jg einer anderen Parterrewohnung. Dort ist der Fußboden nicht— chie in sämtlichen anderen Wohnungen— bloß schadhaft, sondern im Abort i st er durchgebrochen. Ein Mitglied der Familie fiel auch bereits durch und konnte sich nur mit vieler Mühe vor einem Sturz in den Keller bewahren. Der Hauswirt ist sowohl gegen mündliche wie schriftliche Klagen taub. Als man ihm eine Wohnungskommission auf den Hals schickte, ließ er sich kurzerhand als„verreist" verleugnen, wurde aber durch Hausbewohner als in Berlin anwesend festgestellt. Oer seinerseits beim Wohnungsamt erbetene Aufschub der Hausbesichtigung gewährt ihm natürlich wieder für eine lange Weile Ruhe vor einer Kontrolle. Welcher Weg bleibt nun diesen an Leib und Seele geschädigten Menschen? Tparkassendircktor und Geldvermittler. Die Darlehensgeschäfte des Kreises Liebenwerda, die schon einmal/ wie erinnerlich, den Landrat Vogel in Konflikt mit den Strafbehörden brachten, führten gestern den Sparkassendirektor M e r r e s wegen Amtsunterschlagung vor das Große Schöffen- gericht Berlin-Mitte. Als seinerzeit der Kreis Geld brauchte, war Merres mit der Darlehensbefchaffung beauftragt worden und durch Vermittlung des Kaufmanns Bonus mit der„Lujsenstädtischm Genossenschaftsbant" in Verbindung getreten. Es wurde von dieser auch ein Darlehen gegeben, in Höhe von fiMOOM Mk. in bar und 5 000 000 Mk. in sogenannten Gegenwechseln. Dafür sollt« Bonus 3 Proz. bekommen. Wie verlautete, hat nun Merres bei diesem Geschäft auch verdient, und es wurden Ermittlungen angestellt. In den Kreisakten befand sich eine Quittung des Bonus über 30000 Mk. für erhaltene Provision. Während dieser selbst angab, nur 15 000 Mk. erhalten zu haben, und weiter nach Borhatten der Quittung erklärte, diese sei deswegen von ihm unbeanstandet unterschrieben worden, well er zufrieden gewesen sei, wenigstens IS 000 Mk. von Merres bekommen zu haben. Merres stellte dann die Behauptung quf, daß er von Bonus an dem Tage, an dem er die 30 000 Mk. Provision auszahlte, von diesem Gelde IS 000 Mk. als D a r l e h e n bekommen und darüber noch später einen Schuldschein ausgestellt habe. Bonus blieb aber bei seinen wiederholten Vernehmungen dabei, daß ihm hiervon nichts bekannt fei und so wurde Merres wegen lkntcr- schlagung von IS 000 Mk. angeklagt. Im gestrigen Termin be- statlgte dann mit einem Male Bonus die Angaben des Angeklagten. Er erschien dem Gericht jedoch der Teilnahme verdächtig und bkieh deshalb unvereidigt, weiter hielt das Gericht feine neuen Angaben für unglaubwürdig und nahm an. daß vielmehr seine früheren Behauptungen richtig gewesen sind. Nach Ansicht des Gerichtes Sandelt es sich um er« abgekartetes Spiel zwischen Bonus und Merres, um zwischen ihnen beiden die Provision zu teilen. Zur Täuschung des Kreises hätte dann Bonus die Quittungen über die ganze Summe unterschreiben müssen. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust gegen den Sparkassendirektor. Seginn öer Turn- unü Sportwoche. Die Stadt Berlin unterschlägt Schwarzrotgold. Am Sannabend war der Anstakt zur Berliner Turn- und Spori- woche, bei der Oberbürgermeister B ö ß im L u st g a r t e n die aufmarschierten Vereine aus den verschiedenen Bezirken begrüßte und auf die Wichtigkeit der sportlichen Arbeit hinwies. Auch der Vertreter des Reichsausschuffes.für Leibesübungen, Dr. Kork D i e m, begrüßte die Sportler im Namen des Reichsausschuffes und beglückwünschte die Stadt Berlin zu ihrer außerordentlichen Tätigkeit in der Schaffung der Spiel- und Sportplätze usw.— Bemerkenswert bei der ganzen Veranstaltung im Lustgarten war, daß die Stadt Berlin scheinbar keine schwarzrotgoldenen Fahnen zur Verfügung hat. Es war bezeichnend, daß das Gros der aufmarschierten Sportler sich aus Arbeiterbezirken re- krutierten, während aus den westlichen Bezirken, in denen der bür- gerliche Sport eigentlich zu Hause sein sollte, verhältnismäßig wenige erschienen waren. NeichsbankpräsiÜent Schacht als Kläger- Aufwerlungsverbäade gegen Reichsbank. Seit geraumer Zeit wird von den sogenannten Aufwertungs- verbänden ein heftiger Feldzug gegen die Reichsbank und ihren Präsidenten Schacht geführt, so daß in mehreren kleineren Fällen die Gerichte sich mit den Behauptungen der Führer dieser Bewegung beschäftigen mußten, wobei die Leiter der Organisationen zu mehr oder minder hohen Strafen verurteilt worden sind. In Berlin be- steht der„Reichsbantgläubiger-Berband", Reichs- zentrale Berlin, eine Bereinigung, die fett Jahren das Ziel verfolgt, von der Reichsbank die Auswertung der rotgestempel- ten Tausendmarkscheine 100prozentig zu verlangen. Das Reichsgericht hat bekanntlich dargetan, daß die Bestrebungen von falschen Voraussetzungen ausgehen und daß an eine derartige Auf- wcrtung niemals zu denken fei, zumal auch die ein- schlägigen Gesetze das verhinderten, selbst wenn überhaupt eine finanzielle Möglichkeit dazu bestände. Trotz alledem bestehen in Deutschland noch eine ganze Anzahl dieser Gruppen und Grüppchen, die von ihren Mitgliedern sehr hohe Beiträge verlangen— eine sächsische Organisation soll nicht weniger als 1,6 Millionen Goldmark von ihren Mitgliedern, meist armen Leuten, zusammengebracht hoben. Die Gründer und Leiter dieser Organisationen begnügen sich offenbar jedoch nicht nur mit den Einnahmen, die sie auf dem Wege der Zahlungen ihrer Mitglieder erhalten, sondern es besteht der Ver- dacht, daß sie mit den rotgestempelten Tausendmarkscheinen im Aus- lande sehr zum Schaden des Reiches finanzielle Transaktionen vor- nehmen, über die noch zu sprechen sein dürfte.— Vom Z6. bis 28. April dieses Jahres hatte der obengenannte Reichsbankgläubiger- Verband eine Anzahl Propagandaoersammlungen in Berlin abgehalten, in denen der Führer, Verlagsbuchhändler und Spielwarenfabrikant Gotthold Roll, sprach. In diesen Versamm- lungen bezeichnete Roll den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht als „den Henker der deutschen Volkswirtschaft", und erklärte u. a.:„Die Reichsbank ist eine Filiale des internationalen Großkapitals und Dr. Schacht ist ihr Söldner."„Die Reichsbank verübt Betrug gegen- über ihren Gläubigern, sie ist der Henker der deutschen Volkswirt- fchast, Dr. Schacht ist kern Betrüger, sondern ein Schwindler, die Taten Dr. Schachts stinken zum Himmel, Dr. Schacht ist ein reihen- der Wolf." Die Staatsanwaltschaft hat gegen Roll darauf- hin Anklage erhoben und Dr. Schacht hat sich diesem Ber- fahren als Nebenkläger angeschloffen. In der Verhandlung dürfte der Reichsbankpräsident auch noch einmal zu dem Thema der rot- gestempelten Tausendmarkscheine Stellung nehmen. Kritik an den„Ttern"-Tampfern. C■> Die außerordentliche Generaloersammlung der Spree- Havel- Dampfschiffahrts- Gesellschaft„Stern" A.- G. fand gestern statt. Die Kämpfe um den Besitz der Aktien- Majorität, die in dieser Generalversammlung langausgedehnte De- batten unter den Anwälten der beiden Parteien auslösten, sind für die Oeffentlichkeit von sehr geringer Bedeutung. Wohl aber inter- essiert der Vorwurf, der der Leitung der Gesellschaft gemacht wurde. Von der Opposition wurde nämlich die Behauptung aufgestellt, daß die Geschäftsführung u n k a u f m ä n n i s ch und der modernen Zeit durchaus nicht entsprechend sei. SeitSOIahrenseienkeine neuen Dampfer mehr gebaut worden, und außerdem lege die Gesellschaft auf Propaganda viel zu wenig Wert. Der Direktor mußte zugeben, daß Neubauten feit 20 Jahren nicht mehr vor. genommen worden seien. Krieg und Inflation und außerdem die Behauptung, daß die liquiden Mittel des Vorjahres durch die Aus- Zahlung der zehnprozentigen Dividende aufgebraucht seien, sind vielleicht eine Erklärung dafür, daß in den letzten zehn Jahren keine Einstellung von neuen Dampfern in den Dienst erfolgt ist. Aber in den vorhergehenden zehn Jahren hätte doch auch etwas geschehen müssen. Hierfür hat die Direktion keine Erklärung gefunden. Die Fahrpreise auf den Dampfen« sind, trotzdem man sie volkstümlich nennt, doch so, daß die Gesellschaft in der Lage war, 10 Proz. an die Aktionäre zu oerteilen. Im Zeitalter der Rationalisierung ist es vielleicht nicht unangebracht, daran zu erinnern, daß mit niedrigeren Fahrpreisen und neueren Dampfern die Gesellschaft ein besseres Geschäft inachen würde als jetzt bei hohen Fohrpreisen und schlecht ausgestatteten Dampfern._ Eröffnung der Ausstellung„Nadel und Schere". Im Saalbau am Friedrichshain wurde gestern in Anwesenheit von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden, befreundeter Verbände und der Tages- und Fachpresse die 7. Ausstellung„Nadel und Schere" eröffnet. In seiner Begrüßungsansprache wies der Borsitzende der Schneiderinnung, Obenneister Max Hgke, auf die Schwierigkeiten hin, die sich der Ausstellung diesmal entgegengestellt hätte». Er gab der Hoffnung Alisdruck, daß diese Ausstellung zum Wohle der mit Nadel und Schere arbeitenden Berufe dienen, und daß sie nach den schweren Jahren des wirtschaftlichen Niederganges zum allgemeinen Aufstieg beitragen werde. Stadtrat Ahrens über- brachte die Grüße des Berliner Magistrats. Den Ansprachen schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellung an, die«ine außerordent- tich reichhaltige Schon aller Schneidereiartikel bringt Sie zeigt alles, von der Nähnadel bis zum fertigen Stück. Auf der Bühne haben die Berliner Städtischen Elektrizitätswerke einen Bau er- richtet, auf den» unter anderem auch ein Riesenmodell des größten Kraftwerkes der Welt in Berlin-Rummelsburg gezeigt wird. Be- fonderes Interesse erwecken ferner die Arbeiten der Kürschner-Fach- schule mit der neuesten Pelzverarbeitung. In einem besonderen Räume werden chemische Stoff- und Moterialuntersuchung-n vor- gcnommmen. In dem neueröffneten Gortensaale werden täglich um 4 Uhx und um 7 Uhr Modevorsührungen der neuesten Modelle und Pelzsochen veranstaltet. Die Ausstellung ist bis zum Dienstag, den 3l. August, täglich von 10 Uhr vormittags bis 10 ilhr abends ge- öffnet. � Vermißte Faltbootfahrcr. Arn Freitag wurde auf der Hovel bei Eladow ei» unbemanntes Faltboot treibend aufgefunden. Dem Re'chbwasserschußpolizei. koinmqnds Spandau ist ce gelungen, die Personen festzustellen, die das Faltboot benutzt hotten. Es handelt sich um den Turn- und Sportlehrer Max R e i ch in u t h aus Spandau, bekleidet mit hell. braunem Sportanzug, braunen Schnürschuhen, weißem Oberhemd, Armbanduhr, und um den Kausmang Fritz � i e g o st aus Span- bau, bekleidet mit srhParzem Anzug mit Hetzen seineu Stseifcu, schwarzen Schnürschuhen, weißem Oberhemd, schmalem Ledergurtel, ohne Kopsbeoeckung. Die beiden hatten gemeinsam am 27. August vormittags 11 Uhr eine Faltbootpartie von Pichelsdorf nach Wann- fee machen wollen. Sie beabsichtigten, um 4 Uhr wieder zu Clause zu sein. Bis zur Stunde fehlt von ihn«n jede Spur. Bei dem böigen Wind sind sie wahrscheinlich ertrunken. Bei Auffinde« der Vermißten erbittet das Reichswafferschutzpolizeikommando Spandau (Telephon 2591) Nachricht._ Wieder ein Darlehnssthrvinöler. 40 Anzeigen von Betrogenen. Ein gefährlicher Darlehnsschwindler, den die Kriminalpolizei bereits seit geraumer Zeit vergeblich suchte, tonnte jetzt von Bqamten der Dienststelle v 1 in Woltersdorf bei Berlin ermittelt und festgenommen werden. Der 43 Jahre alte frühere Tischler Paul W i e b r i n g machte bekannt, daß er k u r z s r i st i g e D a r l e h e n von Selbstgebern suche und versprach 40 bis 50 Mark monatliche Zinsen und entsprechende Sicherheiten. Geldgebern, die sich mit ihm in Verbindung setzten, bot er Wechsel als S i ch e r h e i t an. Wurden sie abgelehnt, so suchte er das Mißtrauen der Leute dadurch zu beseitigen, daß er ihnen seine Wohnungseinrichtung in Moabit zum Pfände gab. Andere führte er nach Wannsee hinaus und zeigte ihnen dort ein schönes Segelboot, das er als sein Eigentum bezeich- nete. Nachdem er die Geldgeber so sicher gemacht hatte, verschwand er mit den Darlehen und dachte natürlich nicht ap das Zurückzahlen. Die Getäuschten mußten später erfahren, daß weder die Wohnungs- einrichtung noch ein Boot ihm gehörten. Die Möbel waren viel- mehr Eigentum seiner Wirtsleute, bei denen er als Untermieter wohnte.'Die Ermittlungen der Kriminalpolizei, bei der die Ge- schädigten Anzeige erstatteten, ergaben, daß Wiebring, der sich auch „Wiener-Winsberg" nannte und aus Oesterreich stammen wollte, sich jetzt in Woltersdors aufhielt, wo er bei einer Freundin Unter- schlupf gefunden hatte. Dort wurde er f e st g e n o m m e n. Bisher sind etwa 40 Anzeigen von Betrogenen eingegangen. Es ist aber anzunehmen, daß der Schwindler noch weit mehr Leute ausgeplündert hat. Wer mit ihm zu tun hatte und noch keine Anzeige gemocht hat, wird ersucht, sich bei Kriminalkommiffar Linne- mann im Polizeipräsidium zu melden. Nachweislich hat Wiebring mit seinen(Schwindeleien wöchentlich etwa 700 bis 800 Mark erbeutet._ Zuchthaus für ein paar gestohlene Konservenbüchscn. Ein kleiner Diebstahl, der mit einer geringfügigen Straie ge- sühnt worden wäre, war der Anlaß, daß der Händler Gustav i. wegen Verleitung zum Meineide vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte stand und statt für kurze Zeit ins Gefängnis, für ein Jahr ins Zuchthaus muß. Der Angeklagte hatte einem Bekannten eine Anzahl Konservenbüchsen entwendet und war von diesem dafür angezeigt worden. Da setzte sich K., der kein un- beschriebenes Blatt mehr war und deshalb wohl einige Bedenken hatte, hin und schrieb dem Besitzer der Konservenbüchsen eine Post- karte, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Mtt dürren Warten ersuchte der Schreiber ihn, möglichst nur auszusagen, daß er, der Angeklagte, ihm einen Schaden verursacht und diesen bereits zum Teil ersetzt habe. Ausdrücklich betonte er dann noch auf der Karte, daß er.' wie er wohl wisse, seine Aussoge werde beschwören müssen. Der Adressat hielt es nun für ratsamer, statt dem Wunsche des Angeklagten nachzukommen, der Polizei die Karte zu über- geben. So kam K. auf die Anklagebank. Bor Gericht konnte er nicht angeben, was dagegen spräche, daß die Karte lediglich zur Ber- schleierung der Wahrheit dienen sollte. Das Gericht konnte daher nicht anders als zu einem Schuldig kommen. Es oerurteilte den An- geklagten zu der Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus bei so- fortiger Verhaftung. Ob es wirklich nötig war, wegen ein paar Konservenbüchsen sofort zur Polizei zu laufen mit dem für den An- gezeigten vernichtenden Erfolg? Einbrechergesellschaft„Kolonne Miksit". Von der„Kolonne Miksik", wie eine gefährliche Einbrecher- gesellschaft genannt wird, waren fünf„prominente" Mitglieder in dem Händler Willy Malchin, dem Kaufmann Karl Miksik, dem Monteur Karl F u e ch t, r. dem Heizer Otto Wiese und eine.» gewissen Willi Peters vor dem Großen Schöffengericht Berlin- Mitte oertreten. Acht vollendete und zwei versuchte schwere Diebstähle, die ihnen zur Last gelegt werden, und der Bande etwa 70 000 M. in bar einbrachten, legten Zeugnis ab von ihrer umfangreichen Tätigkeit, bei der sie von der Frau des Malchin unterstützt wurden. Alle Angeklqgten find schon erheblich vorbestraft und bestreiten ihren Lebensunterhalt ausschließlich aus ihren Diebstählen. Die Kolonne Miksik führte nach dem jüngsten aber„tüchtigsten" Mitglied den Namen. Hat sie einmal unliebsame Begegnungen mit der Polizei, so sucht einer den anderen durch falsche Angaben zu decken, und infolgedessen war es bisher immer sehr schwer, die Ge- sellschaft zu überführen. Ihre Spezialität sind Einbrüche in große meistens im Zentrum gelegene Kaufhäuser durch Fußböden oder Decken, die sie mit eigens dazu hergestellten kunstvollen Werk- zeugen zu durchbohren pflegen. Wie geschickt sich hierbei, insbe- sondere der Angeklagte Malchin zeigt, ist daraus ersichtlich, daß er falsche Schlüssel nachdem Gedächtnis ansertige» kann, wenn er einmal die richtigen gesehen hat. Stoffe, Hemden, Decken, Strümpfe, Textilwaren, Leinewand u. a. m. waren gewöhnlich die Beute, die zum Teil an einen Galizier mtt dem Spitznamen Fischet verkauft oder in einem Schuppen in der Grenadierstraße unter- gebracht wurde, wo sie dann zweimal von anderen Spitz- buben gestohlen wurde. Jetzt waren die Angeklagten im wesentlichen geständig, und das Urteil war deshalb verhältnismäßig milde. Die Ehefrau Malchins und der schwer an Rückenmarks- schwindfucht leidende Fuechter kamen mit sechs Monaten Gefängnis davon, Malchin erhielt zwei Jahre drei Monate Gefängnis, Miksik zwei Jahre sechs Monate Gefängnis, Peters ein Jahr drei Monate Zuchthaus und Wiese, der augenblicklich im Sonnenburger Zuchthaus sitzt, sechs Monate Zuchthaus zusätzlich. Außerdem erhielten alle süns Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaussicht. Anregunge« und Wünsche für den Reiseverkehr! Das reffende Publikum, das aus der Sommerfrische zurück. kehrt, hat oft manche Wünsche und Anregungen auf dem Herzen. Solche Wünsche, die aus eigenen Erfahrungen entstanden sind, werdxn zwar in mündlichen Unterhaltungen oft lebhaft erörtert. geraten aber dann nach einiger Zeit gewöhnlich in Vergessenheil. Dadurch gehen oft Angelegenhetten von prinzipieller Bedeutung für den peulsche» Reiseverkehr verloren. Die Reichszentrale für deutsche Verkehrswerbung. Berlin W 35, Potsdamer Privatstr. 121b. die Zentralstelle für die Förderung des Fremdenverkehrs nach und in Deutschland und der Allgemeine Deutsche Bäderverband, Berlin 6W. 11. Königgrätzer Str 29/30, als Spitzenorganisation der Deutschen Heil- bäder und Luftkurorte, würden es begrüßen, wenn Anregungen, Wünsche und Vorschläge in sachlicher Form ihnen.zugelettet werden. Derartige Zuschriften werden gern eingehend geprüft und ihre Vor- schläge sollen nach Möglichkeit durchgeführt werden. Ei« weiteres Wohnhaus in Berlin-Mitte. Ivos Bezirksamt Mitte hat in der Gormann« st r a ß e 6. Ecke Eteinstraße, aus Mitteln des Wohnungs- a m t e s wiederum ein Wohnhaus errichtet, das am 1. September dieses Jahres seiner Bestimmung übergeben werden soll. Dos Haus ist auf einem bisher brachliegenden städtischen Gelände erbaut und schließt eine häßlich wirkende Baulücke. Es enthält 2 2 W ö h- n ii n g e n von zwei bis drei Zimmern mit Badezimmer und elek- txischem Licht und ist zu einem die Friedensmiete kaum übersteigen- deg Petrgze an WohnungsjMxiche xexAebxz Atz tzkiv geschoßräume des chauses sind zweckmäßig dozu verwendet worden, der Volksspeisung des Bezirks ongsmessene Wume zu verschaffen. Zugleich werden diese Räume vom Beginn der rauhen Tchreszeit od als Tagesheime für Notleidende verwendet. Erweiterung des Groh-Bcrliner Polizeibereichs. Der Polizeipräsident teilt mit: Unter Zustimmung des Prooinzialrates der Provinz Branden- bürg hat der preußisch« Minister des Innern die verkehrspolizeUich« Zuständigkeit des Berliner Polizeipräsidenten auf die Berlin— Oranienburger C h a u sfe von der Gemarkung Hermsdorf bis zur Gemarkung Frohnau insoweit ausgcdehnt, als sie sich aus vor- beugende und abwehrend« Maßnahmen erstreckt. Demzufolge gelten die für Berlin erlasienen oerkehrspoktzeilichen Vorschriften nunmehr auch für den genannten Teil der Berlin— Oranienburger Chaussee. Stratzenarbciters Tod. Von einer Motax totgefahren wurde gestern nachmittag gegen Mb Uhr der SSjährige Arbeiter August Scheiwe aus der Loh- mühlenstraße 62 zu Treptow. Die Kraftdroschke geriet ins Schleudern und erfaßte den mit Straßenarbeiten beschäftigten Arbeiter Sch., der mit schweren Verletzungen in das Westender Kranken- Haus gebracht werden muhte. Cr v e r st a r b kurz nach der Ein- lieferung. Die Schuldsrage bedarf noch der Klärung. Uebcrfallanruf in Spandau. Am 29. August wird das Selbstanschlußamt Spandau eröffnet. Von diesem Tage an können die Fernsprechteilnehmer im Bereiche dieses Selbstanschlußamts das Uebersalltommando der Schutzpolizei selbsttätig durch Drehen der am Fernsprechgehäus« an- gebrachten Nummernscheibe rufen. Das Uebcrsallkommando hat die Anrufnummer 6. Zur Vermeidung von Verzögerungen in der schnellen Herbeirufung des llebrsallkommandos muß die Anweisung zur Handhabung der Selbstanschlußapporatc auf das genaueste de- achtet werden. Der Tod im Plankschbecken. Gestern mittag ertrank der Ii Jahre alte Jean de la Garde, Liebigstr. 17, im Plantschbad in Ober- schöneweide. Der hinzugerusene Wasierschutz fand die Leiche bald und stellte sofort Wiederbelebungsversuche an, die aber erfolglos blieben. Selbstmord auf dem Grabe des Vaters. Besucher des Neuen Friedhofs in Potsdam hörten gestern einen Schuß fallen. Auf dem Erbbegräbnis der Familie Kriften fand man den l>. phil. Georg K r i st e n aus Neukölln erschossen auf. Kriften hat mehrere Abschiedsbriefe geschrieben, darunter einen an das Lehrer- kolleaium des Realgymnasiums in Neukölln. Den Beweggrund des Selbstmordes konnte man aus den Briefen nicht ermitteln. „verweigerte Hilfeleistung.- Am Dienstag früh berichteten wir unter dieser Ueberschrift, wie bei dem Sturm am vergangenen Sonntag auf dem Tegeler See mehrere Boote kenterten und wie um Hilfe angegangene Motorbootsbesitzcr diese verweigerten. Wir schrieben, daß das dieselben waren, die immer noch mit den schwarzweißroten Flaggen fahren. Bei uns haben sich nun mehrere Mftglieder der Motorbootsabteiluna des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs sÄDAC.) mit Protestschreiben gemeldet, obwohl wir diese Vereinigung mit keinem Wort genannt haben. Die Proteste sind also unangebracht. Oder sollten sich die Mitglieder des ADAC, lediglich deshalb getroffen fühlen, weil wir die Hilfe- Verweigerer als schwarzweihrote Wasserfahrer bezeichnet haben? .Da» Schnellbad in 15 Minuten-. Dazu teilt uns das Bezirks- emt Prenzlauer Berg, Deputation für Gesundhestswesen, mit, daß in der städtischen Volksbadeanftatt Oderberger Straße den Besuchern der Brausebäder 20, der Wannenbäder 30 und der Schwimmbäder 48 Minuten einschließlich An- und Auskleiden für das torismäßige Eintrittsgeld zur Berfügung stehen. Diese Sätze sind in jeder Zelle angeschlagen. SoMe tatsächlich ein Badewärter lwos diese bestreiten) vor Ablauf dieser Zeit einen Bodegast zum Verlolsen der Zelle aufgc fordert haben, so hätte ein Hinweis auf den Anschlag oder die Hcrbeirusung des Verwalters dem Badegast zu seinem Recht verholfen. Ein Maler als tiindesfchänder. Ein Kindesschänder wurde gestern in der Goltzstroße festgenommen. Ein Hausbesitzer dort hatte einen Maler Rudolf Kauf beauftragt, die Fenster der Wohnungen zu streichen. So kam Kauf auch in die Wohnung eines Arbeiters, der außerhalb beschäftigt war. Als nun dessen" Frau ebenfalls ausgehen mußte, mißbrauchte der Unhold das n e u n- jährige Töchterchen. Platzkonzerte der Reichswehr. Am Sonntag, den 29. August. werden nachstehende Platzkonzerte ausgeführt: vom Musikkorps der Kommandantur am„Neuen See- im Tiergarten in der Zeit von 1 bis 2 Uhr nachmittags, vom Musikkorps der Fahrabteilung 3 am Kreuzberg im.Viktoriapark- in der Zeil von 12 bis 1 Uhr nachmittag». An unsere Leser in Llchterselde-west. Von Sonntag, den 29. August, an besindet sich unsere Ausgabestelle Lichterfelde-West nicht mehr bei Herrn Berndt, Steglitzer Straße 19. Di« Be- lieferung unserer Abonnenten erfolgt durch die Lichterfelder Aus- gabestelle des Herrn Höhn, Zehlendorf, Teltower Straße 3. Telefon: Zehlendorf 1852. Seltene Echsen Im Aquarium. Das Berliner Aquarium hat jetzt wieder einige Krötenechsen, merkwürdig platte, mit ver- einzelten dicken Stacheln besetzte Wesen, die auf wüsten, dürren, sonnendurchglühten Flächen des südwestlichen Nordamerikas zu Haufe sind, wo sie ihrer Insektenjagd nachgehen. Die Tiere werden, roh ausgestopft, von den Amerikanern vielfach wegen chrer Sonderbar- keit zum Kaufe ausgeboten. Nachts, wenn die Luft ihrer Heimat stark abkühlt, graben sie sich in den warmen Boden ein. Leider sind diese etwa handlangen Geschöpfe in der Gefangenschost nicht sehr haltbar, denn es ist nicht ganz leicht, Ihre natürlichen Lebens- bedingungen nachzuahmen. rovelsteavereia.Die Jtatnrfreimb«*(zentrale Bleu) Ortsgruppe vertw. Die für Sonntag angesetzte Beteiligung am Sportfest in Kremmen findet nicht statt. FreirellgiSie Gemeinde. SonniagvormIItag 11 Uhr, Pappelallee 18 Bortrag de« Herrn Sl. Demdeh:„Da« Wunder de» Leben«-. Harmonium- Boltzlieder. Gäste willkommen. Arbelter-tlulwrkarlell Groß-verll«. Im Winter 1926/27 vier große Nrbeiter-Einfoniekonzerte im großen Eaal der Pbilhannonie, Bernburger Straße. 1. Konzert: Eonnabend. den S. Oktober, abend» st, Uhr. Werke von StrawinSkv. Beethoven und Mahter. 2. Konzert: Montag, den 27. Dezember 1926. abend« 7st, Uhr. Werke von»ach. Mozart. Honeaaer und Richard Strauß. 8. Konz er t: Sonntag, den 27. Februar 1927. nachmittag» 3'/, Uhr. Werke von Cberubini. Echönberg. Schubert. 4. Konzert: Sonnabend, den 19. März 1927. abend» 7st, Uhr. Werke von Beethoven und Brahm». Solisten: Proiefsor Artur Schnabel. Prosefior Gusiv Havemann. Musikalische Leitung: Kapellmeister Iaich» Horcnstein. Da« Philbarmonische Orchester. Die vier Konzerie kosten im Abonnent 5 M. Ein-richmmqslisten liegen au» in den Vorwärt»- lpediiionen, bei den Bildung»obleuten der Kreise uud Abteilungen, in den Verbandsbureau«, im Higarrengelchäft Horch, Sugeluser 24/25. im Zentral- verband der Angestellte», Belle-Alliance-Str. 7— 10, bei den Funktionären der Verbände, im Tonristenvereia.Naturfreunde-, im glgarrengeichäft Linke, gnsetstr. 6. in der Buchhandlung Vorwärts. Lindenstr. 2. beim Arbeiter-Nbftinentenbund, Engeluser 29, und im Bureau de» Bezirk»., bildungsausschusse». Lindenstr. 8, 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 8. vrei Proletarische Ze> erstunden im Kroßen Schauspielhau». Sonntag, den 26. Dezember 1226(2. Weilrnachtstag). vormittag» �11 st, Uhr: Ein Weibnach und Tanz. Sonntag, den 18. Februar, vormittag» llst, Uhr: �Dhnamo-, Drama in musikalischen Rhythmen'von Friedrich Reubauer. �~ M» mittag« tlst, Uhr: Schönlank. m .An die Erde- Sonntag, den 10. April 1927, vor- Weihespiel jitr Sprechchör« von Bruno wkeüer eine Siegerin über öen Kanal. London, 28. August.(TU.) In Dover ging heute nachmittag, drei Uhr zehn Minuten, die Amerikanerin Frau C o r s o n nach er- folgreicher Durchschwimmung des Kanals in der Zeit von 15 Stunden 40 Minuten an Land. Ihre Landsmännin Ederle brauchte für dieselbe Leistung 14� Stunden. Unfall des Flugzeugs Danzig— Berlin. Das im regelmäßigen Streckenverkehr zwischen Danzig und Berlin fliegende L u f t h a n s a- F l u g z e u g v S80 hat gestern nachmittag zwischen Labes und Dramburg eine N o t l a n- d u n g auf unebenem Gelände vornehmen müssen, bei der die Maschine beschädigt und ein Teil der Istsassen leicht ver- letzt wurde. Zu Desorgnisien liegt keine Veranlassung vor. Verbandschränke in v-Zugwagen. Zur Erhöhung der Sicherheit für die Retsenden werden die 0-Zugwagen nunmehr mit besonderen Verband- schränken ausgerüstet, die bei etwaigen Unfällen die er- forderlichen Verbandmittel, Verbandstoffe usw. zur ersten Hilfe- leistung enthalten. Es wird besonders darauf geachtet werden, daß für den Inhalt der Verbandschränke in den Zügen und der Rettungskästen, die auf den Bahnhöfen aufgestellt sind, nur gute« Materiol zur Verwendung lowt. Warum aber nur in v-A»ge«? Sind die Personenzüge weniger Gefahren ausgesetzt?« Italienische Kricgerfriedhöfe in Deutschland. Nach Mitteilung der Italienischen Kommisston für Vermißten. Nachforschung in Deutschland sollen die sterblichen Reste aller im Reichsgebiet beerdigten stalienischen Kriegsgefangenen auf vier Sammelfriedhöfen in Deutschland bestattet werden. Dem, nächst soll die Zusammenlegung der im westlichen Deutschland ver- streut beerdigten italienischen Kriegerleichen auf dem Südfried» Hof in Köln beginnen. Die Ausgrabungsarb esten werden unter Leitung einer amtlichen italienischen Kommission durchgeführt. Paratyphosvergistuagen in osfenbach. Die Ursache der durch Genuß von Speiseeis hervorgerufenen Vergiftungserfchemungen bei 40 Personen ist nunmehr festgestellt. Es handelt sich um P a r a. typhu». Die meisten Erkrankten sind auf dem Wege der Beste. rung. Für zwei besteht noch ernstliche Gefahr. Radiovorsührungen in österreichischen Zügen. Auf der Eisen» bahn st recke Wien-— Graz ist soeben Pressevertretern die zur Einführung gelangende Neuerung von Radiovorträgen im rollenden Eisenbahnzuge vorgeführt worden. Die Versuche hatten ein so gutes Ergebnis, daß vom 1. September ab auf den Strecken Wien— Villach und Wien— Salzburg das reisend« Publikum gegen Entrichtung von 1 Schilling(60 Pf.) pro Stund« an dem Unterhaltungsrundfunk teilnehmen kann. Schwere» Unglück bei einem französischen Autorennen. In Boukogne-sur-Mer ereignete sich kurz nach Beginn«ine« Autorennens ein schwerer Unfall. Ein englischer Wagen fuhr mit 120 Kilometer Geschwindigkeit in einer Kurve gegen einen' Baum und wurde zertrümmert. Der Führer war sofort tot. Außer» dem wurde ein Zuschauer getötet und mehrere andere Pen» sonen, darunter zwei Polizisten, schwer verletzt. Ausdehva»� der Choleraepidemie In Schanghai. Nach eine» Meldung aus Schanghai greift die Choleraepidemie in den Eing», borenenvierteln in perhängnisooller Weife um sich. wellerberichk der SffeuMcheo Wetterdienststelle für Berlin.(Nachdr. verM Trvcken und vlelfach heiter, am Tage etwa» wärmer.— AOr Dentschtavdtz Ueberall trocken und vielfach heiter. l-sipTlgsi- Rata: Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz A. WERTHEIM Schriftliche Bestellungen an die Versand- Abteilung Berlin W9 Taghemd girier U/Asdiesloß mit Sütkerei 1 55 Wäschestoffe Wäschestoff Mtr. 38 W?.*8pr. Madapolam welche QuolltSt, Mir. 60 Pf. RenfOrc£ gute Qualitit, Meter 75 PL Madapolam ÄSirÄ 95 pl Renforcö empfehlenswerte Qual., Meter 1 05 Wäschetuch 1 is Louisianatuch 58 pl Louisianatuch... Iis Bettsatin KUsenbrcUe. Meter 95 PL 1l5 Bettsatin oe�delthrefte. 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P i a t s ch e k ver- ösfentlicht in der.Kölnischen Zeitung" einen außerordentlich bc- achtenswerten und objektiv wohltemperierten Mahnruf an die deutsche Industrie, sich mehr um die Zukunft des indu- ftriellen Führertums zu kümmern: es stünde, im ganzen genomnwn, mit dem Nachwuchs fragwürdig. Uns scheint ebenso wichtig, daß die derzeitigen Leistungen der wirtschaftlichen Führerschaft in helleres und kritisches Licht ge- rückt werden. Wir meinen damit nicht ihre Erfolge auf dem Gebiete der Spekulation und des Börsenbluffs, da haben ja eben erst unsere rheinisch-westfälischen Jndustrieherzöge und Finanzgeneräle der Behrenstraße bei der Einführung der Stahltrustaktie bewiesen, daß sie nach wie vor über dem Durchschnitt stehen. Es gilt eine Untersuchung, warum lroh der so umfangreichen und großzügigen technischen Neugestaltung der Industrie die Preise nicht weichen wollen. Dabei ist im besonderen festzustellen, woher das Geld zu jenem außerordentlichen Umbau der Produktions- niittel gekommen ist und warum viele dieser modernisierten und rationalisierten Betriebe heute mit halber Kapazität, also kurz arbeiten. Erinnern wir uns: Als olle Schleier der Inflation fielen, wurde als unfehlbares Mittel gegen die hohen Selbstkosten und für die Wiedererlangung der Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt der Personalabbau entdeckt. Man baute die eingearbeiteten Menschen ab und behielt die alten Maschinen. Dann begann die romantische Schwärmerei für Amerika. Ganz fixe Fachleute brachten von ihren Studienreisen die allermodernstcn Maschinen— so ähnlich wie etwa den.letzten Schrei" der Pariser 5zutmode— gleich mit. Es wurden lange Tische für Fliehfabrikation mitten in altmodische Maschinenparks hinsingesetzt und dl« Ingeniösesten Automaten zwischen Transmissionen und Holzkisten eingebaut. Wenn damals die Industriellen Führer von den Banken soviel Kredit bekommen hätten, wie sie verlangt haben, sie hätten die ganz? Wirtschaft.fließend" bandagiert. Mit der Zeit kam man— wie Herr Piatschek jetzt ebenfalls sagt— auch dahinter, daß es mit der vertikalen Konzentration nicht so einfach ging, es wurde horizontal gearbeitet, und die Betriebe wurden im ganzen, allerdings mehr technisch als organisatorisch, durchgeknetet. Damit sind zweifellos er- hebliche Erfolge erzielt worden. Es wird niemand mehr behaupten können, daß in den wichtigeren deutschen Industrien die technische Einrichtung heute ernstlich hinter derjenigen zum Beispiel der amerikanischen Industrie zurückstehe. woher kam das Geld zur Rakionalisierung? Außerordentliche Ausgaben sür die innere Um- gestaltung der Betriebe wurden vor dem Kriege gern durch O b l i- gationenanleihen oder durch iunge Aktien gedeckt. Seit der Stabilisierung ist da» bisher noch anders geblieben. Es fällt der deutschen Produktion recht schwer, mit dem Kapitalmarkt wieder in normale Wechselbeziehungen zu treten. Stur die großen und inter- national bekannten Unternehmungen oermochten bisher, erst den ausländischen und neuerdings auch den inländischen Geldmarkt für sich zu mobilisieren. Als bekannt kann unterstellt werden, daß bei der Goldmark- eröffnungsbilanz die Aktiven der deutschen Aktiengesellschaften zwar etwa 10 Proz. höher ausgewiesen wurden als sie vor dem Kriege gewesen waren, daß es sich dabei aber vor allem um festliegende, um immobilisierte Kapitalien, um so- genannte Sachwerte handelte. Mobiles Betriebskapital war außerordentlich knapp. Die Banken haben diesem Mangel für das laufende, also für das kurzfristige Geschäft in nicht unwesentlichem Umfang seither— mit recht gutem Gewinn— abgeholfen. Aber für die allgemeine technische Ueberholung der Betriebe war damit noch kein Geld geschaffen. Die Mittel zur einmaligen außerordentlichen Betriebsverbesserung sind auf einem anderen Wege ge- mannen worden. Dieses notwendige flüssige Kapital hat sich die deutsche Industrie auf die Art verschafft, daß sie koslenoerbilllgende Methoden einführte, ober zugleich mit Hilfe ihrer Preiskonventionen und Kartelle die Preise möglichst aus der alten höhe hielt. Die Rohgewinne nahezu aller wichtigeren Unternehmun- gen sind, wie sie in ihren Geschäftsberichten zumeist selbst ganz offen zugeben, seit 1924 sortgesetzt und ganz erheblich gestiegen. Daraus find nicht nur die außerordentlichen Betriebs- Verbesserungen gedeckt worden, aus ihnen sind auch wieder Aktiv- salden bei den Banken entstanden, es sind Reserven erwachsen, die zum Beispiel bei verschiedenen großen, mit Auslandskredit arbesten- den Unternehmungen ganz offen schon wieder zum Rückkauf jener Schuldtitel benutzt wurden. Es besteht nicht die Absicht, hier darüber Klage zu führen, daß die deutschen Jndustrieherren eigentlich gegen die Theorien der Nationalökonomie verstoßen, wenn sie Betriebseinnahmen in Kapital umwandeln, statt außerordenttiche und einmalige Investierungen durch Käpitalaufnahme zu decken. Die Wirtschaft wird immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen, weil er der für sie billigste ist. So hat sie jenen anderen Weg schon lange entdeckt. Sie ist ihn aber selten so allgemein und mit jolchem Erfolg gegangenwiejetzt. ,.{ produklionskoslen und Preise. Es ist zweifelsfrei, daß durch den Abbau, durch Betriebs- Zusammenlegungen und durch Verbesserung der technischen Appara- tur die Produktionskosten im alllgemeinen ge- s u n k e n sind. Die Geschäftsberichte der deutschen Aktiengesell- schasten bestätigen dies, wie schon einmal gesagt, tagtäglich unter Beibringung von Material. Auch die Steuern sind erheblich herab- gesetzt worden! Um so verwunderlicher erscheint, daß die Groß- Handelspreise nach wie vor kaum ernsthafte Rück- g ä n g e aufweisen. Wir hoben zwar auf dem Markt der industriellen Fertigwaren schon seit Oktober 1925 eine abwärts gerichtete Preistendenz, man kann aber beim besten Willen nicht davon sprechen, daß es eine Preis bewegung nach unten wäre. Nach den Berechnungen der Großhandelspreise, wie sie vom Statistischen Reichsamt regelmäßig durchgeführt werden, stand zum Beispiel die Indexziffer für Möbel(Ziminer und Küche) im Juli 1925 auf 159,0, im Juni 1925 auf 162,4. im Juli 1926 aus 159,2. Hausgerät aus Eisen und Stahl, Glas, Porzellan und Steingut ist gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres um einige Punkte gefallen. Für Hauswäsche und Betten wurde ahnliches registriert. Aber dieser Rückgang um einige Punkte hat nicht seine Ursache in einem aus der Verbilligung der Produktion gewollten Abbau der Preise, sondern darin, daß es sich hierbei um Konsumgüter handelt, die der verringerten Kaufkrast entgegen- kommen müssen und das oft auf Kosten der Qualität tun. Bei den industriellen Fertigerzeugnissen, die als Produktionsmittel angesprochen werden können, ist die Preisbewegung nunmehr schon seit einem Jahre ganz verschwindend gering. Landwirtschaft- liche Arbeits- und Antriebsmaschinen sanken von 129,9(Juli 1925) auf 127,6(Juli 1926). Die Maschinen für Metallbearbeitung sanken von 146,9 auf 144,3, die für Holzbearbeitung von 136,7 auf 135,2. Berbrennungs- und Elektromotoren, Werk- zeuge und Geräte, La st kraftwage n, Fahrräder. Schreibmaschinen usw. sind im Preise seit dem Bor- jähre im wesentlichen völlig unverändert ge- blieben. Für bestimmte industrielle Fertigerzeugnisse, wie Elektromotoren und Schreibmaschinen, muß man sogar feststellen, daß sie ihren Preis f ch e m a t i f ch festgehalten haben, obwohl doch gerade hier die betriebliche Verbesserung der Produktion und da- mit die Berbilligung der Herstellungskosten ganz erstaunlich« Fort- schritte gemacht hat. Wir haben somit einen bündigen Beweis dafür, daß die Ratio- nalisierung bei Feslhallung veralteter Preise den Betrlebsgewlnn vergrößert hat. Die Ausrvirkung. Volkswirtschaftlich gesehen, setzen betriebliche Verbesserungen entsprechende Vergrößerungen des Bedarfes voraus. Bewußt herbeigeführte Bedarfs st eige- rung kann man innere Kolonisation nennen. Die Ameri- kaner, die 90 Proz. ihrer Produktion im Inland absetzen, haben darin Großartiges geleistet. Unsere Industrieführer haben nicht mit, sondern gegen den Konsumenten rationalisiert. Der.Erfolg" ist greifbar. Wir haben zum Beispiel bei der AEG. einzelne Ab- teilungen, so den Schalterbau, er ist durch die Einrichtung der fließenden Fabrikation so leistungsfähig geworden, daß er— bei Festhalten an den alten Preisen— nur vier Tage in der Woche beschäftigt werden kann. Die Mehrzahl unserer rationalisierten Betriebe arbeitet heute praktisch unrationell, well sie nur zu einem Teile beschäftigt sind. Bei uns in Deutschland glaubt der Unternehmer, er gäbe sich eine schlechte Zensur, wenn er statt fünf Mark nur vier verlangt! Die Konsequenzen dieser falschen Preispolitik liegen noch auf'einem anderen Gebiet. Bei den derzesiigen Preisen wird für viele ratio- nalisierte Betriebe für die nächste Zeit eine volle Produttions- kapazität, die alle Kurzarbeiter beschäftigt und vom Arbeits- markte weitere Kräfte ansaugt, kaum möglich- sein. Sicher wird von den Konsumindustrien aus auch hier einmal der Stoß entstehen, der die hohen Preise zerstört, aber keine verant- wortlich sühlende Wirtschaftsleitung kann und darf solange warten. Wenn wir ein Wirtschastsministerium hätten, das neben Akten auch noch Aktionskraft besäße, so könnte sehr wohl im volkswirtschaftlichen Sinne entsprechend den Bedürfnissen der Allgemeinheit gesteuert werden. Aber im Reichswirtjchaftsministe- rium wird vorwiegend erwogen. Man wird warten, bis so viel rationalisierte Betriebe zusammenbrechen, daß die Ueberfüllung des Arbeitsmarktes zu Explosionen führt. Kurt Hein ig. Der Höhepunkt üer Krise überwunden? Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit in Berlin. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt in seinem Wochenbericht über die Arbeitemarktlage: Die Entwicklung des Arbeitsmnrktes zeigt feit einigen Wochen eine st ä n d ig e. wenn auch mäßige Slufwärtsbewegung, die allerdings in dem geringen wöchentlichen Zeitraum nicht so deutlich in Erscheinung tritt. Ein Vergleich der gegenwärtigen Arbeitslosenzahl mit der Ende Juli gemeldeten ergibt eine 2l b• nähme von rund 10 400 Personen, woran die Berichts- woche mit 2623 Personen beteiligt ist. Wenn diese Abnahme auch nicht als ausschlaggebend für die Bcschäfttgungsverhältnisi« ange- sprachen werden kann, so ist doch unoerkennbar, daß der tiefste Stand der Krise bereits überschritten zu sein scheint. Das schließt jedoch nicht aus, daß in«inzeliien Berusszweigen noch immer eine ist. Die Entlastung auf dos Konto der !onfektion und des Bau- gcwerbes. In letzterem macht sich bereits bei einigen Facharbeitern ein Mangel bemerkbar. Anzeichen einer Belebung zeigen sich neuer- dings auch im Veroielfaltigungsgewerbe für Handsener und Maschinenmeister, von der aber die übrigen Gruppen bisher noch unberührt blieben. Bemerkenswert Ist auch, daß in der Karton-£ und Kartonnogenbranche eine größere Nachfrage vornehmlich nach' weiblichen Arbeitskräften einsetzt. Es waren 267 798 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingt-�( tragen, gegen 270 421 der Vorwoche. Darunter befanden sich 174 377 (175559) männliche und 93 425(94 862) weibliche Personen. Unter- stützung bezogen 131694(132 422) männliche und 67 058(68436) weibliche, insgesamt 198 742(200 858) Personen. Außerdem wükde' noch an 34 950(34 463) Personen Erwerbslosenhilse gezahlt und 4017(3904) Personen bei Notstandsarbeiten beschäftigt. Sur europäische Wirtschastsgemeinschast. Borschlag für einen internationalen Rahmen- vertrag. Bei der Internationalen 5>andelskammer in Paris steht gegen? wärtig eine Denkschrift des früheren österreichischen Gesandten in Berlin. Riedel, zur Beratung. Riedel schlägt vor, daß«in Internationaler Staatsvertrog über Grundsätze des internationalen Handels geschlossen werden soll- und zwar soll dieser Vertrag etwa das enthalten, was in der Regel im ersten Teile eines Handelsvertrages steht(Niederlassungerecht, Besteuerung. Verkehrsfragen usw.). Dieser Rahmenvertrag soll im ganzen 12 Punkte umfassen. Er soll auf eine Dauer von zehn bis zwölf Iahren geschloffen werden. Danach wäre ein weiteres inter- nationales Abkommen zu schließen über die Maximal- höhe der Zollbelastung. Riedel schlägt als zulässig« Höchstbelastung einen Wertzoll von 20 bis 30 Proz. vor. Sodann soll ein internationale» Uebereinkommen getroffen werden über die Einrichtungen einer ständigen europäischen Zoll- und Handelskonferenz. Auf diese Weise glaubt Riedel, der europäischen Zollunion ick drei Etappen näher zu kommen. Die Zoll, und Handelskonftrenz wäre dann die europäische Einrichtung, die den allmählichen Abbau der Zölle innerhalb der europäischen Grenzen zu be- treiben hätte. ur Prüfung des Vorschlags Riedels ist ein besonderer Aus» I'■*''' u ß von der Internationalen Handelskammer eingesetzt worden» cm Riedel selbst, und von deutscher Seite Minister o. D. Hamm angehören. Zum Sparkaß'enlag in Augsburg. Der diesjährige Sparkassen? i g, der am 5. und 6. September in Augsburg stattfindet, ist di« jum tag, der am dritte Tagung seit der Bildung des Einheitsoerbandes, in den be- kanntlich der Deutsche Zentralgiroverband, der Deutsche Sparkassen- verband und der Verband der kommunalen Banken aufgingen. Im Zusammenhang mit den auf der Tagung behandelten Fragen des Kommunalkrcdits und Giroverkehrs steht ein in Sparkajsenkreisen diskutierter Plan zur Förderung de» ländlichen Realkrcdits. Um die ländlichen Sparkassen, die auch in der nächsten Zukunft aus eigenen Mitteln die an sie gelangenden Kreditansprüche nicht werden befrie- dig«n können, in den Stand zu setzen, vor allem ausreichende kleineHypothekarkreditezu gewähren, sollen die größeren städtischen Sparkassen veranlaßt werden, ihnen vorübergehend die ist echt TOtttel hierfür zu? SerfÜPMg zu stellen. Dieser Plan ein» Sre« ditausgleichs wird in Augsburg zur Befchluhfafsung kommen. Angesichts des bevorstehenden Sparkassentagcs dürfte eine Gegen- überstcllung der K a p i t a l v e r h ä l t n i s s e der privaten und öffentlichen Banken nach ihrem gegenwärtigen Stande(Ende Juni 1926) von besonderem Interesse sein. Eigene und fremde Mittel der Sparkassen 3,469 Milliarden, Girozentralen(nebst angeschlosse- neu Landesbanken) 1,562 Milliarden, Sparkassen und Giro- zentralen insgesamt 5,001 Milliarden, demgegenüber private Banken 7,105 Milliarden, darunter die sechs Großbanken 5,487 Milliarden Mark. vle deutsche« Abrechnungsstellen tm Jahre 1SZS. Die Statistische Abteilung der Reichsbank legte soeben eine in der bekannten Weise gründlich und übersichtlich geordnete Schrift über die deutschen Abrechnungsstellen im Jahre 1925 vor. Danach zeigt der deutsche Abrechnungsverkehr entsprechend der allgemeinen Bele- bung eine erhebliche Steigerung. Es wurden beispiels- weise in den Berglcichsjahren 1925, 1924 und 1913 abgerechnet 50 926 Millionen Mark bzw. 31 462 Millionen Mark bzw. 73 634 Millionen Mark. Im Bergleich zum Jahre 1913 ist in den Stück- zahlen eine Zunahme um 82,3 Proz. zu verzeichnen, allerdings bleiben die Beträge noch um 30,8 Proz. hinter denen des letzten Frledenssahres zurück. Betrachtek man die«emegung der Ab- rechnungsbeträge in den einzelnen Monaten, so zeigt sich, datz eine fortlaufende Steigerung nur in der ersten Jahreshälfte stattfand, während die Umsätze in den folgenden Monaten unter Schwankungen durch Einwirkung der wirtschaftlichen Depression im allgemeinen zurückgingen. Der D e z e m b e r hat von allen Monaten die niedrigste Ziffer. Die Sparkasse der Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten A..G., Berlin. Wallslr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von S— 3 Uhr und 5— 7 Uhr, Sonnabends von S— 1 Uhr geöffnet. !! 200 Zimmer!! jeder Art sowie Küchen weiß und lasiert, Klub- und Einzelmöbel W zu jedem annehmbaren Preise!"WD auch bei. kleinsten An- und Abzahlungen nur im Möbelhaus Humboldt An der Jannewitzbrücke 3-4 Straßenbahn: 11, 28, 29, 35, 36, 41, 44, 45, 49, 82, 123 Danksagung. Mr bie vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meine« lieben Ranne«, unsere« guten Vater, Kiekard Kasel sagen wir allen Freu n bfn. Bekannten so- wie den Nollegen und bem Metallarbeiter- BUdgNb unseren herzlichsten Dand. Frau Hulda Basel tmb ftinber .. Marienborfer unfe erung meine« lieben Manne« und eres Baters Wilhelm Wienarick sagen wir auf diesem Wege unseren herz- lichsten Dank. miioc wlonariek und Rinder. AnNeideschränke 120,—. Nachttische 20,—. Zahlungsetleichterung. Römer- ling.. Rastajjienallee 56.-• f 1 Nur wodienll Pnise E Ml?. Jeilrak htrjli- giutit Ii. Eideriettkise » P(d. 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August 1926. nachmittags Sn der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über ISO M. gezogen 2 Gewinne ,u 5000 M. 252080 6 Gewinn« zu 3000 M. 228623 255142 269669 12 Gewinne zu 2000 M. 19138 19185 77702 96682 228388 269544 30 Gewinn« zu 1000 M. 9117 19225 20013 44524 87362 90088 109998 161942 162996 187488 192832 204308 208434 211018 218122 90 Gewinne zu 500 M. 3449 7542 9481 11727 15406 34425 34537 40235 43807 51894 57019 57350 79251 84043 87145 87787 88061 91475 100557 101302 106907 114470 128351 129632 148040 162202 166942 169253 174949 180355 186902 191531 199477 220047 225361 225767 232924 248096 259252 260139 271842 274832 281093 291957 297669 204 Gewinne zu 300 M. 3516 6480 9546 10443 11262 15043 15354 15714 16031 16367 20258 22650 23601 33180 37411 38539 42968 44133 47036 47596 53583 58660 60535 60823 62422 63195 64128 65911 76905 82755 83164 86761 87676 91568 92658 94870 95241 97294 100941 106523 109290 115556 122739 124142 127269 130428 131025 136328 137491 137559 145053 156604 159828 161529 161716 162573 162903 163290 164076 164699 169399 177182 183415 184039 188924 190526 191418 168833 193898 195625 200354 201133 202209 203664 215005 217035 221242 222963 228234 231532 240952 246731 247782 252216 253918 257393 260667 261534 265172 268575 273241 274157 278926 279817 280019 287778 288895 290254 294012 294113 294735 298572 Gewinuauszua-i■ 5. Klasi« 27. Pttutzisch-Sübdeuisch�«lasse�Lotterit. Ohne Gewähr Nachdruck'Mr boten Aus feilt gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesalleu,«ad»war s» einer aus die Los« gleicher Nummer in den beiden Ableilungen I und 11 17. Ziehungstag 28. August 1926. vormittags In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 219400 6 Gewinn« zu 3000 M. 1 15648 177730 293296 10 Gewinne zu 2000 M. 12186 65268 111752 118870 290045 44 Gewinn« zu 1000 M. 5383 56163 59335 60498 66793 66998 75240 90074 101634 135283 191962 200169 204487 205077 208484 218385 235403 237467 252635 269673 286281 296916 72 Gewinn« zu 500 M. 1697 8792 13913 15467 23802 33464 37059 58830 64992 72797 89248 99987 115641 126739 138882 148985 149774 152708 153190 169077 190047 194344 196615 209502 210108 215903 217737 222381 224913 229387 230847 236434 251576 270002 271965 283873 178 Gewinne zu 300 M. 2727 4375 6434 13807 17493 25568 26246 27683 30034 30401 33201 37753 51056 59563 59948 63865 64379 69457 77930 78377 78843 79024 88900 93328 95441 99891 102456 104197 112746 113672 123524 126078 127975 135908 136336 139357 147206 147835 147890 150460 151302 151591 155840 161945 168063 169048 169123 182593 191005 193711 193760 198786 202940 204724 206807 209185 210174 210207 216345 218348 221696 224296 224951 229479 232801 240213 243980 244489 245232 250373 255389 256447 265675 267017 267843 271988 272674 272677 275311 277065 287073 287451 287994 288902 289692 295194 296123 Die Bezeichnung Lustig« umfaßt die Begriffe: Preiswürdigkeit Qualität Auswahl. f Meine bisherigen Ausstattungstage erhalten fortan die Beieichnung LusfigTage ak Unterscheidungsmerkmal ■gegenüber Nachahmungen. 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Das Vorhandensein von Haulausschlägen, Pickeln, kleinen Geschwüren entstellt Sie und behindert ihre Tätigkeitl Ich habe mit einem Haut. eusscblag und Furunkeln etwa 8 Wochen in der BerlinerCharitÄ gelegen. Nach fünfwöchiger Behandlung durch Salben, Bäder und Spritzen(intensive Bestrahlung nützte nichts) war eine Besserung eingetreten. Leider kam{«doch der Anschlag nach zwei Tagen erneut hervor. Ich wurde von einem Bekannten auf„Hollan-Derpan" hingewiesen und machte nun einen Versuch. Dieser wirkte geradezu verblüffend. Ich bin meinen Ausschlag los und habe selbst auf der Kopfhaut, wo er am hartnäckigsten war, eine völlige Heilung erzielt. Schon 4 Tage nach Gebrauch von ..Hollan-Derpan*4 fing der Hci- ■ IviUgsproreß an. Ida bin Ihnen für die Salbe herzlichst dankbar und kann sie bestens empfehlen. Berlin, den 30, Juni 1926. J. A. Meine Tochter Marie hatte einen hartnäckigen Hautaus» schlag am Halse und Nacken, der trotz mannigfacher Behandlung mit verschiedenen Salben und Jodbepinselun�eo nicht weichen wollte. Nach viermaliger Einreibung mit„Der- pan extra* verschwand der bereits 5 Wochen andauernde Ausschlag vollkommen. Ich kann„Derpan* nur aufs beste empfehlen. Frau C. Sch. Seil etwa 20 Jahren litt ich an einer Röte im Gesicht, welche ich durch ärztliche Behandlung nicht beseitigen konnte. Durch .Derpan* bin ich in ganz kurzer Zeit meine Röte los.•• Frau A. R. Ich litt seit etwa 8 Jahren an einer Flechte an der Nase. Aerzt- licherseits wurde mir viel empfohlen. habe alles angewandt, und nichts half. Nach kurzem Gebrauch von„Derpan- war meine Nase geheilt. Ich bin so .voller Freude darüber, kann es jedem auf das beste empfehlen.. A. B. ... Sie haben nicht viel behauptet. Ibr„Derpan* hat wirklich meinen jahrelangenGesichts- ausscfalag vollständig beseitigt. Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll, denn nun kann ich midi endlich wieder ohne he- drückendes Gefühl unter Menschen sehen lassen... M C. Wenn bei Flediten jeder Art und anderen Hautausschlägen falle Mittel -versagten, machen Sie einen letzten Versuch mit Hollan-Derpan, die Wirkung wird Sie überraschen- Preis pro Packung M. 4.—, erhafilich in allen Apotheken oder zuzüglich Porto durch die ßollan- 'Derpan jes, gesdi. Auenahmalos erfolgreich i angewandtes Mitteigegen i i Nasse u. trockene| Flechten. Hautröte. Hautausschlag. | kleine Geschwüre 1 ! usw. Im Gaslcht und an; ■ sonstigen Körparstellen Hoilan G. m. b. HL, Berlin 128. Mittelstr. 58 Lebenslänglidie Garantie leiste ich als Selbsthersteller auf die bei mir gekauften Trauringe zu billigsten Preisen iD deo zediWiM AoilniiigeQ Ständig ca..tOCO St. auf l.ager: Hermann Wiese, Berlin"JÄM | Sri IMauA wirdri fit»m nir gitnffn Bioqr imtrtulb lin« htm nie nl)n Preis» tDrUinurmn.| _ Preisliste gratis! Oes. • SONDERZUG O 9 srliliit. 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Richard VOgOly Berlin, Friedrfchstraöa 43, und PotsdamerStraQe 14. Linoleum, Teppiche, Läuferstoffe, Schlafdecken. Str. 406 ♦ 43. Jahrgang 3. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 24. August 1426 GeVerMastsbewsgung Reichswehrleute als Landarbeiter. Mißbrauch zur Lohndrückerei. Dem Verbandsvorstand des Deutschen Lnndarbeiterverbandcs wurde aus Schlestmg-Holstein mitgeteilt, dah dort in zwei Fällen eine unberechtigte Beschäftigung von Reich stDehr- feutcn durch landwirtschaftliche Unternehmer stattgefunden hat. Der erste Fall spielt auf dem Gut U h l e n h o r st, Kreis Eckernförde. Dort wurden Arbeiter mit 3V Pf. Stunden- lohn und Mittagskoft angefordert. Nach der ersten Lohnzahlung erhielten die Leute trotz mündlichen Vertrages nur 33 Pf. Stundenlohn. Die Mittagsmahlzeit wurde in An- rechnung gestellt. Das gab sämtlichen Arbeitern Veranlassung, die Arbeit niederzulegen, weil, wie erklärlich, ein ver- heirateter Arbeiter bei dieser Entlohnung seine Familie nicht er- nähren kann. Darauf hat sich die G u t s v« r w a l t u n g mit dem Reichswehrkommando Flensburg in Verbindung gesetzt, um die nötige Anzahl Reichswehrleute zur Erntearbeit zu erhalten. Das Kommando hat diesem Ersuchen nicht st a 1 1 g e- geben. Trotzdem wurden aber Leute noch Uhlen- Horst geschickt. Nach zuverlässigen Informationen hat das der Hauptmann Brockdorf veranlaßt. Der zweite Fall betrifft den chof Hohenhain, Kreis Eckernsörde. Hier wurden drei Arbeiter vom Verwalter mit der Be- gründung entlassen, daß genügend und auch billigere Arbeits- kräfte von der Reichswehr zu erhalten seien. Am Sonntag, den 13. August trafen auch fünf Reichswehr leute aus Schleswig(Reiter-Regiment Nr. 14) ein, um die arbeitslos ge- wordenen Kräfte zu ersetzen. Solche Vorkommnisse verdienen schärfft« Kritik. Hier wird den Reichswehrleuten eine Rolle zugemutet, die den arbeiterfeindlichen Bestrebungen der landwirtschaftlichen Unternehmer dienen soll und die sie in den Augen jedes gerecht denkenden Menschen herabsetzen mutz. Jede wirtschaftlich« Bewegung der Landorbeiter verliert unter diesen Umständen ihren Sinn. Obwohl das Wehrkreiskommando in Stettin in der Sache b«. reits beschäftigt wurde, wird auch das Reichswehrmini st«. r i u m nicht umhin können, sich dazu zu äußern. Es wird vor allem zu erklären haben, durch welche Maßnahmen für die Zukunft ein ähnlicher Mißbrauch der Reichswehrleute verhindert wird. Unfallverhütung in See Landwirtschaft. Die Tlachlässigkeil grenzt an Sabotage! An einem Bericht der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für die Provinz Schlesien zeigten wir kürzlich die Rück- st ä n d i g k e i t der landwirtschaftlichen Betriebe auf dem Gebiet der Unfallverhütung. Nach dem Bericht wurden 3992 Hauptbetriebe und 43 Nebenbetriebe kontrolliert. Hierbei wurden in 3897 Haupt- betrieben und 37 Nebenbetrieben Beanstan- düngen einzelner Einrichtungen vorgenommen. Völlig in O r d- n u n g waren nur 95 Hauptbetriebe und 6 Nebenbetriebe. Run stellte die Landwirtschaftliche Berussgenossenschast für die Vr ov i n z Sachsen ähnliches fest. Sie hat in Süß Gemeinden der Kreise Halberstadt Stadt und Land, Magdeburg Stadt, Wolmir- stedt. Querfurt, Saalkreis. Sangenhausen, Torgau und Schleusingen in 687 Tagen die Betriebe erstmalig revidiert. Nachkontrollen fanden an 457 Tagen in den Kreisen Halberstadt Stadt und Land, Wernige- rode, Wolmirstedt, Salzwedel, Schweinitz und Langensalza statt. Dabei hat sich herausgestellt, daß von den erstmalig revidierten Betrieben nur 1466 den Unfallverhütungsoorschrif- lÖMan Der gute Damen "innuMti# 3&ch&. Seeland <5er>fr>aadfen3tn. 20/21 t e n entsprachen. 9351 gaben zu Bemängelungen, zum Teil recht erheblicher Art, Anlaß. Bo» den erstmalig nachkontrollierten Betrieben waren 3664 in Ordnung, während bei 2563 noch immer llnzulässigkeiten fest» gestellt wurden. Am häufigsten wurden, wie in den früheren Jahren, dos Fehlen des Messerschutzes des Ausrückers an Häcksel- Maschinen, des Schutzes an Wellen und Riemen, des Geländers an Treppen, der ijandgrisfe an Luken, der Sicherheitsoorrichtungen an den Oeffnungen in den Fußböden(Wurflöcher usw.) und der'Siche- runaen gegen Zuschlagen, gegen Ausheben der Tür usw. festgestellt. Im Jahre 1923 haben die technischen Aufsichtsbeamten 395 Maschinenfabriken und 5)ändler besucht, um mündlich dar- aiif einzuwirken, daß neue Maschinen nur mit den vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen geliefert werden. Trotz einem Rund- schreiben an die Baupolizcibehörden ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß bei Abnahme neuer Wirtschafts- gcbäude den Unfallvcrhütungsvorschristen keine Beachtung geschenkt wurde. Um die ersten Hilseleistungen bei Unfällen zu fördern, wurden von der Landwirtschaftlichen Be- rufsgenossenschaft an 266 Gemeindeschwestern-Stationen der Pro- vinz 6156 Mark Beihilfen gezahlt. In 18 Fällen wurden aus Grund des§ 963 der Reichsversicherungsordnung gegen Betriebs- Unternehmer Regrcßansprüche gestellt, weil sie Betriebs- Unfälle grobfahrlässiger Weise verschuldet haben. Diese Feststellungen beweisen, daß die Handhabung der Unfall- Verhütungsbestimmungen noch viel zu nachsichtig und rücksichtsvoll ersolgt. Hier, wo da» Leben von Menschen aus dem Spiel steht, sollte mit aller Energie und Rücksichtslosigkeit durchgegriffen werden. flrbeiterfthuh in Sowjetruftlanö. Cr steht meist auf dem Papier. Der Korrespondent des„Trud' in Artemowsk im Donezgebiet (5. August 1926, Nr. 178) schreibt zu diesem Thema: '„Wir konnten uns niemals rühmen, einen genügenden Ar- beiterschutz zu besitzen. Jetzt sind aber auch die erzielten Ergebnisie bedroht. Sehen wir uns mal die Ueberstundenarbeiten an. Wir bekämpfen sie. Auch die Betriebsverwaltung des Kramatorskschen Werkes hat oerfügt, daß Ucberftunden nicht gemacht werden, zugleich aber angeordnet, daß die Arbeit im Laufe eines Normal- arbeitstages erledigt werden muß. Daraufhin arbeiten die Ange- stellten, aus Angst, entlassen zu werden, über die nor- male Arbeitszeit hinaus ohne jegliche Bezahlung, denn der Personalbestand ist verkürzt und Arbeit gibt es viel. Der Achtstundentag der Steiger wird ebenfalls nicht ein- gehalten und die Ärbeitsinspektion stößt in diesem Punkt auf große Wider st ände bei den Betriebsleitungen. So hat sich z. B. eine Bergwerksleitung geweigert, irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen, um den sechsstündigen Arbeitstag wieder- herzustellen, mit dem Hinweis, daß eine Steigerung der Kohlen- förderung unerläßlich sei. Eine ganze Reihe von Betriebsleitungen kommt absolut nicht den sanitären Anfordern ngen'nach, die sie mit dem Trust selbst vereinbart hat und die im Laufe dieses Jahres durchgeführt werden sollten. Die Kredite, die für eine Instandsetzung und Erweiterung der Schutzvorrichtungen gewährt worden sind, werden längst nicht in vollem Maße ausgenutzt. So hat z.B. das Rgkowsche Kombinat 75 666 Rubel für den Bau einer Ventilationsanlage er- halten, ober diesen Bau überhaupt noch nicht in Angriff genommen. Dabei sind in letzter Zeit zwei Fälle von B e r- giftungen mit tödlichem Ausgang vorgekommen und eine ganze Reihe von leichter«,, Fällen. Die mit der Inspektion vereinbarten Maßnahmen werden entweder überhaupt nicht oder bestenfalls in ganz geringem Slusmaß verwirklicht. Im ganzen Bergwerksbezirk ist die Wasserversorgung nach wie vor in einem sehr mangelhaften Zustand. Die unterirdische Bewässerung bleibt ungenügend. Selbst gering- fügige Maßnahmen aus dem Gebiet des Arbeiterschutzes werden unterlassen. So weigert sich die Konstantinowsch« Metall- fabrik nicht nur Waschtische und Schränke für Kleidung und Effen einzurichten, sondern auch Seife und Handtücher zu liesern. Die Inspektion hat seinerzeit festgestellt, daß in den meisten Fällen die Grubenhölzer nicht die vorgeschriebene Stärke haben, sondern um die Hälfte und mehr schwächer sind. Das har natürlich schlimme Folgen, und die Fälle von Einstürzen mit töd- lichem Ausgang haben sich vermehrt. Ueberhaupt nehmen die Un- fälle, entsprechend der Verschlechterung des Arbeitsschutzes, zu. Im Bergbau kamen auf 1666 Arbeiter im ersten Quartal 19X5/26 53 Unfälle, im zweiten 62 und im dritten 79. Auch die Zahl der Todes- fälle bietet ein sehr trauriges Bild. Im ersten Quartal waren es 12, im zweiten 14 und im dritten nach unvollständigen Angaben— sogar 19.� Einsendungen sfit diese Rubeii find «erlin TW»«, Lindensirntze 3. Parteinachrichten für Groß-Serlm stet» an da» Bezirk» Sekretariat 2. Hos, 2 Trep. recht», ,u richten 1. strei» Mitte. Die siir Dienstag fällige erweikertc Zireisvorstandsfidun» findet Miiiwoch, t. Ccptembcr. Iii Uhr, bei Dodrohlaw, Ewinemlind« Straße 11, statt. 3. strti» Beddiwg. 22. und 22. Abt. Am 5. September findet der 2. Ausflu, nach dem Restaurant Wieseitgrund am Spandauer Schifsabrtskanal statt Abmarsch 1 Udr nachmittag» See- Ecke Mllllerstraßc lAIhombra). 7. ffrei» Eharlo.tcnburg. Der Dorbereitungaunterricht zu der am 2«. Se» temder im SSiillerNieaicr stattfindenden Herbstjugendweibe findet Montag, von«—« Udr im Jugendheim Rofincnstr.« statt. Derselbe-wirb erteil vom Drnosscn Lehrer Schmücker. Die Weihcrcdc hält Stadtverordnetn Kenofie Dr. Lohmann. 12. Zirei» Dempeih»!, Rariendarf, Marirnfelde, Lichtenrade. Montag 20. August, V.i Uhr, Eihung des Kreisdildungsausschufies bei Riendori Mariendorf, Schau sseeltr. 19. Zsraktloiisfihung am Montag 8 Uhr Tempel Hof, Darfstr. 42, Zimmer 28. 17.»rei, Lichtenberg. Mittwoch, 1. September, TA Uhr, ikeisvorstandsfidun, bei Albrecht. Boxhagener Ecke Reue Bahnhvfttraße. 18. Riet» Weißrnsce. Der Festausschuß trisft sich beute vormittag 10 Uhr ig Schloß Wcißcnscc. heute. Sonntag. 29. August: Arbeitsgemeinschaft der Riuderfrennd« Reukölln. Wir treffen un, heute ml allen Rindern um li2 Uhr am Hcrßhergpioß und gehen aefchlosfen naf der Rönigsheide ,»m Waldfcst der TAI. Beginn 3 Uhr. Ilnserc Sprech stund« fällt ani Mittwoch der Helfrrversammlung wegen au». Morgen, Montag. 39. August: 23. Abt. Rarten für die Operuvorstellung, die bei dem Genossen Schlomsl bestellt worden sind, können ab Montag abend 8 Uhr beim Genosse, Schmidt. Tegeler Str. 81, abgeholt werden. 21. Abt. 8 Uhr bei Burg Funktionärsißung. 38. Abt. Die Bezirkssllbrer rechnen Montag zwischen 6 und 8 Uhr bei» Genosse» Schmidt. Dolziger Str. 8, ob. 88. Abt. Eharlottenburg. 8 Uhr bei Reimer, Wilmersdorscr Str. 21, Fun! tionärsißung. Achtung!«Ii Uhr Sißvna her Rreisobleute der Zeitungokommission im Borwärt»gebälldc Lindcnstr. 3. 1. Hos link» 1 Treppe link». Arbcit,gemeinfchast der Rinderfeeunde. Reei, Mitte: 8 Uhr im Heim Blumen stroßr 77 Fortsrßung der pädagogischen Arbeitsgemeinschaft. Thema d» Abend»: Rerschensteiner. Referent Erich Hawrante. Arauen Veranstaltungen. 4«. Abk. Ti Uhr bei Böttcher. Hagelberger Skr. 9. Thema: Wa» ist unt was will der Sozialismus? Refrrentin Dr. Hrnriques. 91. Abt. Rentölln. TA Uhr bei Liidickc, Rarlsgartcnstr, 12. Bortrag d« Genossin Echeibenhuber. II». Abt. Treptow. TA Uhr bei Oettinger, Elsen- Ecke Ricfholzstroßc Dchmel abend. Vortragende Genossin Schumann. Dienstag. 31. August: sa. Abt. 7'4 Uhr i�unktionSrfonfePcnz bei Trilmprr. ftTenafcurflor Str. 3. 36. Abt. 7% Uhr bei Busch, Tilsit«r Str. 27, Funktionärkonferen4. Erschein» sämtlicher Funktionäre sowie Bezirks- und Stadtverordnete und der Mit «lieber des Lommerfestkomitees ist notwcndia. ßasenbleiche unmöglich yollwertigor Cssafz: Seifix Cs bleidil die Wasche durch ein viertelsfün- diges Kochen schneeweiß und isf vollkommen unschädlich breit Eine Woche Wolle denn die Herbstneuheiten sind eingetroffen: 950 FVicollo ckee oxxlera« fitrtchitaT. Voll» .rilaClld mjt Seide, viele effektvolle Leeden. 120,130 cm breit...... M. 13 SO .Sfrrrlrcfnffo reine Wolle nnd inl» ocncitsione Kuneteelden- Effekten. hoehektucU für Jeden Klcldunßsiweck. 140cm � �50 . M 18.-, 18.-. 13,50. Neue Kinder- Schotten In unerreichter Auswahl 70, 90 und 100 cm �25 breit............. M 6.60. 2 60 4 Kasha-Zibelin Mlntele 140 cm breit..... 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An alle Genossinnen ergeht hiermit ein dringender Mehnrnf. IM.«bt. Iohannlsthnk. Mittwoch, 7. September. 7'h Uhr. bei Schreiner. !?ri-drich!tr.« Mitgliedervrrsommlung. Thema! Di« Weimarer Bei- iosiung. Befrrent Genosse Wilhelm Richter. «rbeitsgemein'chast der siinderfceund». töelserpersommlung Mittwoch, l. Erp. tembrr. 7'-! U�e, im Zugendheim Lindenstr..7. Tageenednun-r: I. Bericht des Genossen Trsorek an« Wien Uber die öslerrcichilchcn Bote» ssolken. 2. W�hl. der Delegation ii»r Reich»lonferr»>. 8. Unsere Wintcrarbeit. 4. Berschiedenc«. Tie Bersicherungsbeilritg« sjlr dr» neue IaV sind mit- iNlbrin�cn(pro siind 18 Pf.l. da die?!e.hl der versicherten siindrr als Grundlage für unser« Delegation angefchen wird. Vorträge, vereine und verfammwngen. » 7?eid!sbcnncr �SdinjarvKof-dJoIb". Deechöstssielle- Berlin£14, Sebastian»?. 37/38, öcf 2 Tr. Ritte, Jugend Do., d. 2.. abends 8 Uhr, Zusammenkunft bei Junik», Artillerie»!. 11.— Pankow(Jtreis): Di., d. 81., siamerad» fmcft Karow mit Untergruppen Blankenburg, Buch und Buchholz Kamerad- schas'sversammluna bei Göpser! in Buch. S Uhr. Pankow'Nord! Mi., d. 1., obcnb« 7V4 Uhr. Komerais.hastspersaminlrnq hei Meier, Breite Str. 14. Nachrichtendienst ladet ein.— Wilmersdorf: Mi., d. l.. abends 7 Uhr. ZUHrerver- sammlnng und um 8 Uhr Kieiovallversammlung im Biktoriagortcn, Wilhelms» aue. sitihrer laden ein. Nepublikaner. auch ifrauen. könne» rinzesUbat wer- den.— Lichtenberg und Untergruppen! Mi., d. 1.. Bcllversammlung bei Wege- ncr. isrankfurte: Aver 23«. 1H8 Uhr.— Kreuzberg: Kameraden, die am 4. September die Bahnfahrt nach Templin mitmachen, melden sich umgehend bei ihren Atthrern. Fahrpreis 3.00 M. Sehr rege Teilnahme crwilnfcht. Di., d. 81., kurze Befprechung der Funktionäre mit erweitertem KrcispoNand bei Reim, Ulbanstr. 23. Bnfchlichend Abrechnung.— Traplap,(Kcrie): Sonntag, d. 23.. Kameraden, die sich an dem Waldfest der SAZ. i» der Wuhtheide beteiligen, treten um 2 Uhr Dhf. Niedcrschönewcide an. Tambanrkorps ebenda. Bernau: Di», d. 31.. 3 Uhr, Borftandssitzung mit Führern bei Modisch. Mgndolin-nNnb, Sana!« 1307". Dienstag. 8'h Uhr. im Restaurant Rohr». dorf. Kastanienallce 12. Damen und Lerrcn als Mitspieler willkommen. «»rzschriit-ereia Stelze.«chrrq zu Berlin sgcar. 1303). Uebungen Dienstag» und Freitags im Köiilgstadtischen Gpmnasinm. NO. 18, Elifabeihstr. 37—38, oo:> 7~H10 Uhr. Anfängcrunicrrlcht beginnt jederzeit. Di« Arbeitsgemeinschaft enlfchicdener Republikaner, Grschäftsstelle Prinzcn. alle««3, hält ihren 13. republikanischen Abend Dienstag. 31. August, 8 Uhr. im Askanier, Anlraltstr. 11, ab. Thema:„Die Bereinigten Staaien von Europa. Rcpublikancr aller Parlcirn willkommen. Der Preuhifche Landesverband fiir«inheiisk-rzschrikt hält rinen Biertcl- iahrkurius für Lehrträfie aller Schulen zur Erlernung der amtlichen Einheit»- rurzfchrift ab im Französischen Gymnasiinn. Bc.Iin. Dächcn.lich eine Doppelstunde abends. Der Unterricht ist kostenlos. Anmeldungen bis 13. Seviember an Groffunder. geprüfter Kurzschrifllrhrer, Berlin-Treplow, Rcihelflr. 4. Tänger herbeil Der Gemischte Ehor Groh-Berlin. M. d. D. A. S. B., kD/rigent Iafcha Korenstcin) studiert jeht die 3. Sinfonie oon Beethoven ein und zwar fllr eine fcstl.che Arbettergnffilhrun.q mit dem Philharmonischen Orchester in der Philharmonie. An die Berliner A' boiterschaf! /Männer und Francn), die über gute Stimme» und über musikalisches Gehör verfugen, «rgeht der Nus. sich als Mitglied des Ehorc» aufnehme» zu lassen. Urhungs- stunden leben Freitag von 8—10 Uhr In der Aula de» Gnmnasium«„Zum grauen Kloster"' in der Klosterstr. 7-l 75. Notcnkenntnisse nicht erforderlich. Auskunft«iteilt b. Slenzel, Lichtenbe»», Marlmiltanstr. 4. 3 Treppen. Ge. Israel bietet daher in dieler Woche mancherlei Anregung und dürste sich i» einem äusserst lohnenden gestalten. H. SCHULMEISTER Kottbusser Tor Ü Sinsecnungs- Anzüge "Ä 25.-28.- 32.- 33.- 38.-43.-49.- 54.- 7r&fungS'Anzflgs ÄKttT! Durch eigene Fabrikefton schalte ich den Zwischenhandel aus übergibt man nur dem Nachweill dell DeuIlch.Musikerverbandcs, verlin 027, WnhieaSitr. 21 sKünigstadt 4310, 4048). Gelchchflkzeit 9 610 5, ConntagO 10 fiiO 2 Uhr. Aul Wunsch Vertreterbeluch Reizende EINSEGNUNGSGESCHENKE Juwelen, Uhren, Gold' und Silberwaren in bekannter Preiswürdigkeit Bitte unsere ScJiau/enster su beachten t J om CSm Berlin Leipziger Str. 97 der Charlotlen- Königs fr. 30 T&äS!? Selbst bei einer Szene wie bei der zwischen Oranien und Cgmont, die ganz auf das Wort gestellt ist, fehlt die Biihne. Plötz- lich hört man Seufzen oder andere unartikulierte Laute, die man nicht zu registrieren weiß. Auch der„E g m o N i" zeigt die ganze Problematik der Sendespiele. Dramen, die für die Pühne bestimmt sind, kommen im Rundfunk zu keiner Wirkung: selbst„Egmont" nicht, trotzdem das Geschehen hier stark verinnerlicht ist: denn allein zur Orientierung über die äustcren Borgönge bleibt das Bühnenbild eine notwendig« Voraussetzung, gar nicht zu reden von seiner Wichtigkeit für' die Charakteristik der Personen. Schon der Austritt Oranicns oder Albas, ihre Haltung und Geste charakterisieren diese Figuren eindringlicher als die längsten Tiraden. Auherdem ver- licren die Voltsszenen jeden Umriß, die Stimmen gehen durchein- ander, am Ende versteht man überhaupt nichts mehr. Durch das Fehlen des mimischen Ausdrucks werden die Schauspieler zu Ueber- treibunaen in der Sprache gezwungen. Theodor Laos verleiht seinem Dranien, um den kühlen Diplomaten herauszubrinacn, einen leise iniriganiischen Ton, verändert damit natürlich das Gesicht der Figur. K r a u ß als Alba schwankt zwischen kurzem Befehlsion und Verschleppung der Sähe, und E b e r t als Egmont fehlt das Strah- lende, Sieghafte. Leichtsinnige, er ist von Anfang an das„totgeweihte Haupt", von Schwermut umdüslert, aber ein kluger und überlegener Sprecher. Sehr gut der Brackcnburg H a r d a n k s und Lucie Mannheim als Klärchen. Ausgezeichnet wurde die Egmont- Ouvertüre gespielt.— Am Rachmittaa übertrug man die Eröffnungs- feier der Berliner Sporiwoche Im Lustgarten: warum allerdinas eine Bierielstunde lang nur die Domglocken zu hören waren, ist un- erfindlich. Das Rundfunkprogramm. Sonn»at;. Hsn 20. Ain»u«t. 6.30— 8 Uhr rfirnv; Frühlronrert des Sinfoniechnn Blnsorcbestera .Oroß-Berlin". Oirifent.: Oberim)siltmei«ter a. D. Rnboc-oI-Cher. 1. 0. Korkert; Mit leichkem Schritt. Marsch. 2. Halöry: Ouver- tflre zu der Over ,T)er Blitz". 3. Moronal Siesta am Gardasee, Walzer. 4. Rnbinstein: Erster Bniadcreetonz a. d. Oper �Fernrnora". 5. Anber; Selektionen aus der Oper„Fr» Diarolo". 6. A. Holz- tnann: Fließender Bfoil. Tntermezzo. 7. Wagner: Fantasie ans der Oper.Bebenxrrn". 8. Mbszkowsky: Serenata. S.A.Schreiner: Trrl!chter-Potponrri. 10. Rosnv: The Handicap. Marsch. 9 Uhr vorm.: MorJrenteier. 1130—12 50 Uhr nrchm.: üebcrtrnpun? des Festaktes anläßlich des SBjSbripon Jubiläums des Berliner SKnehr- burdes nue der Sinpakedernie. 1..T. S.Baoh: Toccata D-Moll(Prof. Walter Fischer). 2. Fr. Schubert: Snnctus(Berliner Lebrerjresansr- verein. Leitnejr: Professor H, Rödel). 8. Be�rüßnn�s- und Fest- anspräche(Rektor R. Runse. Vorsitzender des Berliner Sänger- hundes). 4 Ansprache des Herrn Oberbürgermeisters O. Böß, Berlin. 6. Ansprache des Herrn Rechtsanwalts Friedrich Eist. Vorsitzender des Deutschen Sängorbundos. Berlin. 6. Ansprache des Herrn Stnatsmimsters a. D. Dr. Boolita. 7. Ansprache des Herrn Rektors H. Hoffmann- Soran, Mitglied des Haupt- ausschnsses des Berlin-Brondenbnrgischen Provinzialsängerbnndes. 8. Ehrungen. 9. Max Stange: JubilBumsgesang(Berliner Lehrer- gesnngverein. Leitung: Professor H. Rudel). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow-Schule(Bildungekurse). Abteilung Landwirtschaft. Dr. O Liehr:, Die volkswirtsobafMicho Bedeutung der neuzeitlichen Grünfuttorkonsorvierung". 3 30 Uhr nachm.: Punkheinzelmanns neue Märchen..Funkhein» elmenn am Sternenhimmel" von Hans Bodenstedt. Erzählt vom Funkheinzelmann. 5— 6 30 Uhr abend«: Bunter Nachmittag. Anschließend: Ratschläge fürs Haus. Theater- und Filmdienst. 7 Uhr abends: Dr. Georg Zehden:«Mit Euch. Herr Doktor, zu spazieren..." 7.25 Uhr abends; Dr. Herbert Heyde:«Die Bedeutung der-Landkarte in Schule und Leben". (Die geopraphisohe Karte und ihre Anwendung). 7.S5 Uhr abends; Dr. Friedrich Luther:.Das Spiel,«ein Wesen und seine Bedeutung"(2. Teil). 8 30 Uhr abends: Hermann Löhns(zu seinem 60. Geburtstag). 1. Einleitende Worte(Dr. Wilhelm Spickernagel). 2. nl Husarenlied, b) Um die Uhlenfluoht o) Abendsprache(Harry Rothe. Rezitation). 3. Schubert: Dno für Violine und Klavier, op. 102. A-Dur(Konzertmeister Franz y. Szpanowski, Violine; Bruno Seidlep-Winkler. Flügel). 4. a) Hausfriedensbruch, h) Teck- liges— Allzuteckligcs(Harry Rothe), Anschließend: Klabnnd spricht aus seinem demnächst zur Uraufführung gelangenden Drama«Cromwell". Ferner: V�tterdienst. Zeitansage, Bekennt» gäbe der neuesten Tagesnachriebten. Sportnachrichten. 10 30 bis 12 Uhr abends; Tanzmusik(Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). KSnlgswusterhausen, Sonntag, den 29. August. üebortragnng des Berliner Programms, außer den Vorträgen um 3.00, 4.20, 7.00, 7 25 und 7.55 Uhr. Montag, den 30. August. Außer dem üblichen TagGsprogramm> 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau(Margarete Caemmerer:«Menschen untereinander"). 6 Uhr nachm.: Novellen. A. Kantorowioz liest aus eigenen Werken. 5.30— 6.30 Uhr abends: Nachmittagskonzert. Anschließend: Ratschläge fürs Haus. Theater- und Filmdienst. 7 Uhr abends: Medizinisoh-hygionischo Plauderei (Ministerialrat Dr. med. Alfred Beyer). 7.25 Uhr abends: Bürgermeister Dr. Alfrod Werner:«Das Bildungswesen im heuticon Rußland"(2. Teil). 7.55 Uhr abends: Hans-Brodow-Sohule(Bildungskurse). Abteilung Wirtschaftswissenschaft. Chefredakteur Georg Bernhard:«Was können internationale Wirtschaftsverein- barungen leisten?"(Die Formularisiernng der Handelsverträge!. 8.30 Unr abend«: Untorhaltungsabend. 1. Boulftnger: Stranderinnerungen(Kapelle Boulanger). 2. Cesare Giardi: Russischer Karneval(Alfred Liohtenstoin, Flöte). 3. Rezitationen(Maria Ney). 4. Hugo Leonhard! a) Rokoko-Tdyll(Hermann Kling); b) W Engelherger: Matrosenchor(Walter Mehring)(Peter v. d. Osten. Am Flügel: Theodor Mackebon). 5. KAIraän: Komm Zigan(Kapelle Boulanger). 6. Boulanger: Potpourri über russische Zigeunerlieder(Kapelle Boulanger). 7. Cdcilo Ohaminade: Oon- certino, op. 107(Alfred Lichtenstein). 8. Hamburger Chansons (Maria Ney). 9. a) Erich Eineg: Es war einmal ein Zigeuner. b) Ratarplen. Aus dem Altfranzösischen, o) Münzer: Die Perlen des Jaroslei(Alberts)(Peter v. d. Osten). 10. Boulanger: Vier Variationen über«Lieber Augustin"(Kapelle Boulanger. Am Flügel: Theodor Mackeben). Ansehließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnaeb richten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. KSnlgswusterhausen, Montag, den 30. August. 1.10— 1.40 Uhr nachm.: Stud.-Rat Friedet und Lektor Mann: Englisch für Schüler. 1.45—1.55 Uhr nachm; Mitteilungen des Reiohsstädtebnnde«. 3—3.30 Uhr nachm.: Stud.-Rat Friebel und Loktor Mann: Englisch für Anfänger. 3 80—4 Uhr nachm.; Stud.- Rat Fnebcl und Lektor Mann: Englisch für Fortgeschrittene. 4— 4.30 Uhr nachm.: Dr. Hans Lebede: Prospekt und Kulissen- bühno. Klassisches Theater Weimar. 4 30—5 Uhr nachm.: Mitteilungen des Zentralinstitutes. 5—5.50 Uhr nachm.: Else Steup; Jugendbücher unserer nordischen Freunde. 8 30 Uhr abends: Ueoertragung aus Berlin. SozwMsche �rbeiterfugenö Groß-SerNn. Heute. Sonntag. 2g. August: Aufmarsch der Sczialistifcken Aibciteijvgend Im Südosten. Waldfest des Werbebezirl» Obertpre« im Volkspark Wuhlheide in Obeischöneweide. Auf- fUhriing der Rote» Revue auf der Freilichtbühne. Musik, Gesang, Bolkslänze für alle, Kasperie-Theoler, heilere«orlrägc. sportliche Welikämpfe. Abends Fackelzug. Abmarsch nochmrtlags 2 Uhr vom Bahnhof Niederfchanewerd« mit Musik und unter Vorantriit der Revriefpieler in ihren Masken..,, Neukölln Hl: Treffpunkt zum Waldfest tri Uhr verfurthpla».- S-lRchalss. Plate B-tciligung am Waldfcst des«erbebezirks Obcrfpre- in der Wuhlheide. Treffen 7 Uhr früh Bahnhof Prenzlauer Allee.— Pankow: 6 Uhr Heimabend Breilc Skr. 32.— Treptow: Treffen zum Waldfcst des Werbcbczirks Oberfprce 1 Uhr Bahnhof Trep ow.___. W--bcbc,tle Wculälln: Nachmittag» HS Uhr In der Königsheid«(Ferien. fpielptassl Baldfrst. Ericle, Ausführungen, Rezitationen. Tänze. Teilnehmer. aebühr 20 Pf. Die Parteigenossen und Genossinnen werden gebeten, stch hieran zu beteiligen. Die Werbebezirtl sind eingeladen. Treffpunkt H2 Uhr Bahnhof Zdeukelln. Mustfinfirnmen!« mitbringen. � Werbebezirk Mügaellc«: Beteiliquna am Waldfest de« Werbebezirk» Ober. svrre. Treffen H2 Uhr Bahnhof Adler, Hof. Fahnen und Instrumente sind mitzubringen. Morgen. ZNontag. 30. August: Freden-»! Dffcnbacher Str. 5». Diskussion: Unsere Abteilung.— Schöne- herz llll Hauplstr. 15. Bortrag: Wandern.— Sharlot�uburg-Vstr Rosinen. strade 4. Bortrag: Das Lchrverhältur» einst und i-sst.— Fotlenbergr Am Fallenderg 117. Vortrag: Die deutsche Rcvolulton und ihre Folgen.— Baum- schul'' n weg: Ernststr. 18. Mltgllederversommlung.• Werbebezirk Neukölln: Abends 8 Uhr Boiksianzabend in der Turnhalle Donaustrasse. Rur sllr SAI.-Mitglieder. Instrumente mitbringen. » Werbebezirk Müggelsee: Der Schulnngskursu« beginnt am Dienstag, 31. August, H8 Uhr, im Jugendheim Adlcrshof, Roonstr. 16. Thema: Die Arbeit der einzelne» Funktionäre. Alle Funktionäre müssen erscheinen. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den 28. August. 1. Rennen. 1. Falter kW. Schinidt). S. Lebcnöwonnc(SS. Müller), 3. Primavera(Schiinma). Toto: 27: kO. Platz: 14, 32, 33: 10. Ferner liefen: Maiprinz, Tauentzlen, Hohe Sonne, Harry Whinston, Demetrius, Baidung. 2. Rennen. L Abteilung: 1. Dominikus(AlberZ), 2. Leib« küraisser(Zachmeier), 3. Altpreiissc(Krilger). Toto: 37: 10. Platz: 11, 11, II i 10. Ferner liefen: Isländer, Bowlenjunge, Fanlasca, Osterlllic, Opar.— 2. Abteilung: 1. Mca Diana(it. Torie), 2. Sonechiide (Thielemann), 3. Felsensv'tz«(Huller). Toto: 47: 10 Platz: 19. 31, 14: 10. Ferner Uesen: Paket, RIgveda, AdoniS, San Marco, Burschenschaft. Thema. 3. R e n n» n. I. Riederwald(Lenin. Fah), 2. Fechterin(v. Gütz), 3. Sluinmcr Trnscl(v. Barckc). Toto: 40:10. Platz: 17,16:10. Ferner lies: Räuberhallptmann. 4. R e n n e n. I. Pvrla Wcsslallra(K. Edler), 2. Msinzmelster(Derlei), 3. Rubel<5k. Schüller). Toto: 131: 10. Platz: 3«. 23. 25: 10. Ferner liefen: Rorty Taps, Heckenstrauch, Siiberbotzen, Rosen, Sichwald, Dauben- Ion, Habicht, PerikleS, Teifi. Mumpitz. Pelion. 5. R c ii n e n. 1. Eigensinn(Häuser). 2. Brandmeister(Lüdet), 3. Hagen (51 Sdler). Tale: 15: 10. Platz: 12. 30. 24: 10. Ferner iiesen: Jmpc- rater, Silvo, Nomreise, Linonia, Final, Sandbase. O.Rennen 1. Eulalia(»laudinger), 2. BellejuS(v. Borcke), 3. Laftele(n. LewInSki). Toto: 17: 10. Platz: 11. 15:10. Fenicr li-senk Entschluss, Händlerin. 7. Nennen. 1. Nblellung: 1. Profpero(Marltz), 2. Rücksicht (Häuser). 3. Nerita(St. Edler). Toto: 107: 10. Platz: 36, 15, 28: 10. Ferner liefen: Solila, Dora, MarS, Rosenracker, Mirabelle. Sigurd, Ralibor, tScniuS.— 2. Abteilung: 1. Amarhlli«(Walter Heuer), 2.»egenwart(K. Thiel), 8. Ludwig Thoma(Detfcl). Toto: 60.- 10. Platz: 15, 25, 12: 10. Ferner liefen: Ausbau. CiolhIIdc, Äabe, Per- schwiegeuheil, Flotzhllde, Reisende Frucht, Eicolo, Irrlehre, Heideprinzessin. Melsterschask von veukich'and de» LVR. Mm 28. und 29. Nuguft bringt der B u n d D e n 1 s ch e r R a d s a h r« r aus der Radrennbahn in Slcltin di« Meist erschalle n von Deutschland über 1000 Meier und 25 ftitameter sowie ein Vereins-Mannschaftsfahren zum LluSirag. Für da» Rennen haben die besten deutsch-» Amateur« ihre Metdung abgegeben, so datz der Bund gezwungen war, die VercinSmeisker- um den HmrlchS-PrelS und ei« Prämiensahren um den Prei» von DeIend kommen inner zum MuStrag. Unangenehme Wäscheflecke. In einer Zeitschrist stand kürzlich die Anfrage einer Adonnenlin, die seit Verwendung eines oerzinkten Waschkessels nach dem Waschen dauernd häßliche Flecken von weihlich-grauem Aussehen in ihrer Wäsche beobachtete. Bei dem bis dahin gebrauchien hölzernen Waschgerät mar niemals derartiges vorgekommen. Diese Flecke— im Volksmund meist unter dem Begriff„Kalkslecke" bekannt— werden neuerdings oon der Hausfrau häufiger beobachtet, die über ihr Entstehen natürlich im unklaren ist und fälschlicher- meise leicht dazu neigt, dem gebrauchten Waschmittel bzw. der ge- brauchten Seife die Schuld zu geben. In der Tat haben selbst unsere Fachwissenschasller längere Zeit vor einem Rätsel gestanden. und erst neuerdings ist man, wie ein wertvoller Auffntz in' der Zeit- schrift der Deutschen Oel- und Fett-Industrie erkennen läßt, der Ursache auf die Spur gekommen. Bei näherer Untersuchung hat sich regelmäßig gezeigt, daß, wie auch in dem oben erwähnten Falle, ein verzinktes Waschgeschirr in Benutzung gewesen ist. Beim Waschen in derarUgen Gesäßen— einerlei, ob sie zum Ein- weichen oder zum Kochen genommen werden— zeigt es sich sehr ost, daß sich Teile der Bcrzinkung lösen, die mit der Wäsche- lauge eine Verbindung eingehen, die die oben beschriebene Ver- schmierung der Wäsche hervorruft. Die Flecke treten besonders stark dann ouf, wenn die Wäsche fest gepreßt und über Nacht in einem Zinkgeschirr(Wanne oder Kessel) gestanden hat, wie es ent- weder beim Einweichen der Wüsche der Fall ist oder.wenn die Wäsche nach dem Kochen bei erfolgter Abkühlung nicht gleich aus dem Kessel genommen w.rd, sondern noch längere Zeit darin stehen bleibt.»— Bei Derwendung von emaillierten sowie hölzernen Gefäßen zeigen stch derartige Flecken nicht. Hausfrauen also, die über Ver- schmierung Ihrer Wäsche, wie oben beschrieben. Klage führen, tun gut, besonders das gebrauchte Zinkgeschirr genau Im Auge zu be- halten und es nicht mehr zum Waschen zu oerwenden, wenn sich derartige Mängel wiederholt zeigen sollten. Merkwürdigerweise treten die Flecken nicht bei jedem Ztnkgerät auf. Es ist möglich. daß dies seine Ursache in der Art d:r Verzinkung hat: äußerlich erkennbar ist dies aber nicht» es ergibt sich in jedem Falle erst durch den Gebrauch. Die Beseitigung der Flecken aus der Wäsche ist verhältnismäßig leicht möglich: man legt die verunzierten Stücke in Wasser, das im Liter etwa 3— 1 Eßlöffel Küchenessig enthält, und erwärmt langsam auf 40— 50 Grad Celsius. Nach 10 Minuten nimmt man das Stück heraus, spült gut in warmem Wasser und kocht das Stück in Bleichsodalösung auf. Nach mehrmaligem Spülen sind die Flecke verschwunden. f SO ffandaiic.-Daaoea 8—4 Pfd. t. starken Deckbett Belli edern 7.80 Daunen »§0 NopflABssen b. flOXHocBi, gr au-röt. mit w u.4.39 grauen Federn 12 YS fireft.Cfi�tec« ka graa-rot mir grauen B.IJ.SO Federn H S?S vasn.««»PMisiev H roht tllfki�ch-rot. * mit Mandarinen- Daunen Fertige liiellc 6.99 vdcrvett. 5.59 DRlerbef» 1.95 Nl«sen: rotgestreift SO59", Ionen- Deetbetl mit 3 Piund Mandarinen-Daunen 50 vsvuen-vcatdett 130v2'0 cm. echt ttlrk.- rot mit 4 Pfd. Mand.-Daunen sr»« r fv-Obcrncl« X'200 cm, mit 8 Pf und weißen Daunen ceiüllt 15 00 SlepDflecHen rft HaDdaibell, ISO 1200 «._4.E0 ow, In allsa Farben Dttoisamedcen. ia» LI! om, mit pa Gär.seJanr-n 1« alten Fmben so«0 ao0» a««o Feldbettstellen von JJJ®® an 34" Ra e Ret icd mit buntem Bezug, gut pepoJslert 13 50 BeMstfeElen mit Patent toden weiß oder schwarz Netten Bettstellen ishwanad. weiB.m.Zug- («dcrmitretre.stark.Mod, WIsickrsBdio Maihg, mit Keilkisiän, daru peasend.. 90X190«mZn*. Mntrats« 61/lsö 1358 18.- 13/ 90/190 |95G 14/ 150, 200 35/ 30/ Mongen- »bg&be ' Ich weiß einen Wald, den niemand kennt. ' Gar nicht weil von dem breiten Bruchwege ist er gelegen: viele Mensche» kqmmen an ihm vorbei: doch keiner betritt ihn, Dorn und Dickicht hegen ihn ein, Moder und Morast befriedigen ihn an drei Seiten, und an der vierten ein tiefes Wasser. Auch steht der Busch in bösem Ruf: man sagt, es gehe darin um. Eine weiße Gestalt läßt sich nachts dort sehen, ringt die Hände und seufzt und stöhnt, und glühende Augen starren den Wanderer an, der um diese Zeit dort vorüberkommt. Kein Mädchen und keine Frau geht abends an dem Busch vorbei, und selbst am Tage blicken sie scheu zur Seite, führt sie ihr Weg dort entlang. Ich liebe das kleine Holz, denn seltsam und eigen ist es darin, »nd kühl und schattig, selbst an den heißesten Tagen, wenn ringsum über den Heidebergcn und auf den Wiesen die Lust sichtbarlich bebt. Schöne Blumen und stolze Sträucher stehen dort, und manch seltenes Kraut. Auch ist nirgendswo das Getier so vertraut wie hier. Des- halb nannte ich das Gattergehölz bei mir den Märchenwald. Im Dorfe heißt es das Mühlenholz. Auch heute bin ich in meinem Walde eingekehrt, als ich vom Hähneverhören aus dem Moore kam, und habe mich im Moose lang gemacht. Auf der Heide ging ein kühler Wind: aber hier ist es warm und still. Das Sonnenlicht fällt durch die Wipfel der Fichten, zerspringt auf dem dunklen Efeulaube, das die grauen Eichenstämme umsponnen hält und prallt in tausend silbernen Blitzen von den zackigen Stechpalmenblättern zurück, ehe es den Boden erreicht und die freundlichen Osterblmnen streichelt, die wie Sterne im alten Moose stehen. Die Quelle zu meinen Füßen gluckst: der Täuber über meinem Haupte ruckst: im schneeweiß blühenden Schlehenbusch singt das Rotkehlchen ganz leise sein verträumtes Lied. Der Wind bewegt die Zweige der Fichten gemächlich hin und her: wunderliche Schatten laufen über das tote Laub und das junge Gras. Ab und zu stiehlt er sich bis ins Unterholz hinein, und dann wehen die fahlen Wedel des Königsfarns unwillig hin und her. Auch komm! einmal eine Wolke vorüber und verdrängt das Sonnen- licht: dann ist es kalt und trübe ringsumher. Der Efeu verliert seinen Schimmer, die Stechpalme ihren Glanz, und die Ostcrblumen stehen da, als frören sie. Wenn die Wolke aber vorübergezogen ist, blitzen und funkeln die dunklen Blätter, und die Blumen lächeln von neuem. Rund um mich her tönt ein verworrenes Rieseln und Rauschen, klingt ein Strudeln und Sptudeln. Die vielen, vielen Quellen sind es, die zwischen den knorrigen Wurzeln aus dem Boden springen, und deren klare Wellen sich hier vereinigen und dort trennen, wenn ein Baum sie dazu zwingt, sich wieder zusammenzufinden und aber- mals auseinanderzulaufen, in engen Schluchten dahinpoltern oder in breiten Becken sich dehnen, in denen der weihe Sand quirlt. Nirgends kommt er zur Ruhe, nicht bei Tage und auch nicht bei Nacht: weder wenn ringsumher olle Tümpel trocken liegen, darf er rasten, noch zur Winterzeit, wenn der Frost auch die schnellsten Gräben bändigt. Immer laufen die Quellen im Holze und treiben mit ihm ihr Spiel. Darum ist es ein gefährliches Gehen hier; bis an die Hüften saugt der Schlemmsand den Menschen ein und hält ihn so lange fest, bis er matt und müde und halb tot vor Angst sich herausarbeitet und gelobt, nie wieder einen Schritt in den tückischen Wald zu tun. Es blühen schöne Blumen in ihm und süße Beeren wachsen hier: aber keinem Mädchen gelüstet es, die einen zu brechen, und kein Kind pflückt die anderen, der Quellhexe wegen, die unter den Wurzeln lauert, wie es die Großmutter Winterabends bei der offenen Flamme erzählt hat. Den Tieren des Waldes tut die Tückefrau oder nichts, und deshalb sind sie hier viel zutraulicher als andersc... Eine ganze Zeitlang trat der alte heimliche Bock bei mir herum, labte sich an den jungen Himbeerschossen und an dem frischen Grase, äugte mich groß an, als die Luft mich ihm verriet, stampfte mit den Border. iäufen und zog dann dem Mllhlenkolke zu. Nach einer Weile kam ein Hase an, hoppelte, die Nase am Boden, unruhig hin und her, bis er an meine Stiefel geriet, die er verdutzt beschnüffelte, ohne sich zu erschrecken, und suchte darauf weiter hinter der Häsin her, auf deren Spur er war. Eine Singdrossel ließ sich aus dem Stein nieder, der keine drei- Fuß weit vor mir in dem blühenden Sauerklee liegt, zerschmetterte die Schnecke, die sie im Schnabel hielt, fraß sie auf, blieb ein Weilchen sitzen und sah über mich hinweg, als sei ich ein Baumstumpf. Es ist wirklich ein Märchenwald, dieses Holz: tausend Wunder sind um mich. Auf den Zweigen der Eberesche brennen silberne Lichter, an der Birke funkeln grüne Flämmchen, die Porstbüsche sind rote Fackeln. Sind das wirklich drei gelbe Zitronenfalter, die dort über dem reichblühenden Dotterblumenstock umhertollen, oder Sonnenelsen, die Schmctterlingsgestalt annahmen? Der Machandel da, der mit so bösem Gesicht hinter der alten Eiche hervorschaut, ist ein Gespenst, das dem späten Wanderer mit rauhen Fingern über den Nacken streicht. Aus der unheimlich ge- krümmten Wurzel, unter der die Quelle hervorhüpft, wird, wenn die alte Kirchenuhr im Dorfe die Mitternacht ansagt, eine feurige Schlange, die sich über einen vergrabenen Schatz ringelt und kringelt. Doch auch der Tjelllchke Totz Tjal Mb seine G�estimlsse, WundsR und Zaubereien. Wäre es sonst zu glauben, daß das Blaukehlchc,� dieses bescheidene Vögelchen, das seine kornblumensarbige Brust niemals dem Menschen zeigen mag, stolz danüt prahlt, dicweil es zwischen den leuchtenden Blüten des Milzkrautes nach Würmern stöbert? Nun hüpft es sogar auf einen alten Stumpf, der ganz von glänzendem Moos berankt ist, macht einen Diener nach dem andern und trägt mir sein schnurriges Liedchen vor. In der Zwille der Eiche, hinter der der Machandelbusch hervorblickt, baut ein Schwanz, meisenpaar ohne Scheu sein Nestchen: unter dem Wurzelgeslecht des« selben Baumes fliegt der Zaunkönig hin und her, mit Moosfäserchen in dem Schnabel, und unter dem Wipfel der Fichte meißelt sich ein Specht eine Höhle für sein Weibchen. Sie alle tun, als sei ich gar nicht da: obgleich ich mich hin und wieder rege. Sogar die vorsichtigen Tauben, die sonst lange Zeit warten, ehe sie zur Tränke fallen, besinnen sich kein bißchen: eine nach der anderen flattert aus den Kronen herunter, läßt sich auf dem angeschwemmten Sand nieder und trinkt sich satt, ohne sich erst viel umzusehen. Die Quellen rauschen und die Bäche schwatzen, die Finke» schlagen und das Rotkehlchen singt: Schatten und Lichter laufen über Blumen und Gras und überall im Moose rührt sich das junge Lebe». Ein heller Schmetterling, der die Spitzen seiner Schwingen in das Morgenrot tauchte, spielt um die zarten Schaumkrautblüten, die sich in dem klaren Wasserbecken besehen: die jungen Triebe des Königs. farns, wie Bischofsstäbe gerollt, wickeln sich langsam auseinander; eine Blindschleiche, stolz auf ihr neues, veilchenblau gesprenkelte» Kleid, dehnt sich in der Sonne: immer noch hämmert der Specht, Hummeln läuten, und von den weißen Wolken am blauen Himmel kommt der Lenzruf des Habichts herab. Die Augenlider werden mir schwer und warm. Biete goldene Schmetterlinge schweben dahin, die Quellen reden mit Zungen, und die Bäche plaudern so deutlich, daß ich jedwedes Wort verstehe. Ich kann hören, was der Täuber sagen will, ich fühle, was die Zweige der Fichten meinen, und weih, was die Osterblumen wollen, weint sie mir zunicken. Und die Augen werden mir immer müder. Mein Märchen» wald will mir sein schönstes Märchen schenten. der Traum von dem, was nicht werden wird. kMit Erlauini» des 1sri-i>rich.»er�ch.Derloat«. Bad Pyrmont, dem.LSns-Buch" entnommen.) Der Sodasee. Obwohl jede Hausfrau mit Soda zu tun hat, so wird doch wohl kaum ein« von ihnen wissen, woher dieser nützliche Stoff kommt. Ein großer Teil der Soda, die in Europa verwendet wird, rührt von einem merkwürdigen See der Kenja-Kolonie her, dem Magadise«. Das ist ein« etwa 25 Kilometer lange und 7 Kilometer breite Wasserfläche, die selbst in den Zeiten der größten Sommerhitze den Eindruck hervorruft, als sei sie von einer Küste zur anderen zugefroren. Dies« Wirkung rührt von den riesigen Mengen von Natrium-Karbonat her, das sich in dem Wasser befindet und z« Sodakristallen bildet. Die Sodaschicht des Sees ist mehrer« Zoll dick. Darunter befinden sich große Wassennasien, die aber mit dem kohlen« sauren Natrium so gesätttgt sind wie die Wasser des Toten Meers mit Salz. Di« Kruste, die sich an der Oberfläche gebildet hat, ist so standhast, daß ein Mensch darauf gehen kann. Oute Wm*eu Jbilltve Bettbezüge, weifc f.OHSlönflJriCil» I groser Bezug, 2 Kitten..... M. 10,50 LlnOD Ifl» I groBer Bezug, 2 Kitten, bettickt. M. 14.00, 11,90 Dtmlfl, beste Wer............... 11.50. 14,50 Damast.................»».75.14,50 Bettbezüge, bunt ZfigiCn, 1 groter Bezug, 2 Kissen,.. Bellhallun, I groser Bezug. 2 Kissen M.».50, 10,90 . m 10.50 Bettlaken NCSSCl, starke Ware, 140/200........ 2,75 DOWlaS, eztra schwer, 140/200, i»»»»»»» l». 4,72, 3,95 Bantienflaken,.«0,,«............«. 3.90 BardienflaHen,««i. Bordure. ixnw..... m. 4,50 Tischtücher und Gedecke Damast-Tlsdilfidier, H«iweioen, 120/120... 2,70 DamaSMISOlliidier, schOne Muster, 110/I2S.. M. 3,10 Lelnen-Damast-Ilsmmdier ä™-«. 4,70 HaüeedeCBei»n larwger Bordüre, 130/130 3,50 KaÜeededieB«» taiMger Bordüre, 130/160 4,25 Haflcegededf, Deck» 1�60 nd 6 servien-u.;. 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Man tanzt Contre und Galopp, man stellt r>ne Polonaise. Der Zar macht in Leutseligkeit. Da plötzlich die .Nachricht, die sibirischen Tartaren sind im Ausstand, an ihrer Spitze rm Ogarcfs. Das Bild wechselt. Ueber die Steppe rasen cic Mongolen aus ihren dürren Kleppern. Während das Hosorchester uo Chopiiische Polonaise in �-Dur intonierte, blasen die Auf- s,and>ichen zum Sturm auf Omsk, metzeln Bauern nieder und oer> brennen die Gehöste.� Das Tempo steigt, die steife Würde ist dahin, ik waidcotiiztcrc wirbeln im Galopp mit ihren Damen durch den tmal, aber noch schneller stieben die kleinen Mongolenpferdchen durch die Einöden Sibiriens. Blitzschnell erfolgt der Wechsel der �nder, alles ist auf Tempo gestellt, ein prachtvoller Auftakt. Der Air cntl endet den Hauptmann Michael Strogosf mit einer wichtigen Depesche nach Irkutsk, der sibirischen Regierungshauptstadt. Strogoif nnis; durch die Reihen der Aufständischen hindurch, aber sn Omss wird er erkannt und gesangen genommen. Man blendet nm, trotzdem gelangt er im richtigen Augenblick nach Irkutsk und reitet die Stadt. Auch sehend wird er wieder, und der Zar erhebt >u den ,türstenstand, und am Schluh heiratet Strogoff die Frau, ,>e er im sibiriichen Expretzzug kennen lernte und die alle Gesahren mit ihm teilte. Das Ganze ist Kitsch, rührselig, unwahrscheinlich, gewesen.— Jules Berne hat bessere Romane geschrieben als den ..Michael Strogosf"— aber alles Unausgeglichene und stofflich Ab- fiogcudc vergitzt man über dem rasenden Tempo, über der Span- nüng und über dem genialen Spiel Ivan Mosjoukins wie über der meisterlichen Regie W. T u r j a n s k i j s. Dem Film fehlt die Schwere. Man nimmt diese Gefahren, die der Hauptmann Strogoff besteht, nicht weiter ernst, auch seine Blendung, die in einem naturalistischen Film nicht zu ertragen wäre, verliert hier viel von ihrem Grauen. Das Ganze ist ein Abenteurer-' roman, an dessen Wirklichkeit niemand glaubt, ein Märchen mst Allüren des 19. Jahrhunderts, das man mit Behagen und Spannung pe, netzt. Allerdings wird die alte russische Nationalhymne zu oft gespielt. Alerander II., der die Leibeigenschast der Bauern in seinem Lande aufhob, erscheint in einem zu verklärten Licht, und in Michael Strogoff lebt so etwas wie von mittelalterlicher Mannentreue. Aber trotzdem soll man den Film nicht verwersen und ihn an realistischen Vorbildern messen. Die Massen, gleichgültig, ob es sich um fliehende Bauern, Tartarenhorden oder Soldaten handelt, haben keinen Selbst- zweck, Turianskij gebraucht sie allein zur Steigerung des Tempos. Alles löst Turjanftij in Bewegung auf. Er stellt wundervolle Bilder! aber diese Bilder haben Leben, sie sind der Rahmen für die Hand- lung. inemals dienen sie allein der Dekoration. Und wie er Massen und Bühnenbild behandelt, so auch den Schauspieler. Kein Hervor- treten in Großaufnahme, keine rührenden Soloszenen. Der Schau- srieler ist nur dienendes Glied des Filmgedankens, auch wenn Masjoukin die Hauptrolle kreiert hat. Merkwürdig, welche Stille um diesen Schauspieler webt, mit welcher Virtuosität er den see- tischen Ausdruck ins Bildhafte überträgt, mit welchen einfachen Mitteln dieser Darsteller arbeitet. Jede Geste, jede Bewegung des S.'ficht- ist mit Ausdruck gesättigt. Die anderen Darsteller sollen weder augenehm noch unangenehm auf. Und das Fazst?— Ein -alm, der sich in die hergebrachte Registratur nicht einordnen läßt. Abenteurersilm?'Bielleicht. Historischer Film? Vielleicht. Ein Film, der Rhythmus hat, ein Film, besten Tempo mitreißend ist, cm st Um, der nur Film sein will ohne jede Tendenz, und der selbst die grauenhaftesten Vorgänge noch mit spielerischer Grazie umkleidet. _ F. S. ,£öty Vinüermeres Jacher.' (Capifol.) Was ein wirklicher Filmregisseur, der die Welt bildhaft sieht, aus einem Dramenstoff machen kann, dafür ist dieser L u b i t s ch> Film ein glänzendes Beispiel. Wildes auch in Deutschland ost gespieltes Lustspiel ist als Drama betrachtet nicht allzuviel wert. Es hat die blendende französische Technik des Saloudramas mit ihren starken Effekten. Seine wahre Bedeutung liegt in dem Aufgebot von Esprit und in der ironischen Beleuchtung der hocharistokratischen englischen Gesellschaft, deren boehastcstcr Kritiker Wilde ist. Ein schlechter Regisseur hätte Szene für Szene ins Bild gesetzt, die Bor- gcschichte eingeslochtcn und aus eigener Erfindung Ueberslllssiges iiinzugefügt. Lubitsch schafft im Anschluß an das Manuskript von K r ä l y ein wirkliches Filmluftspiel, das sich nicht mit fremden Federn schmückt, sondern im eigenen Glänze erstrahlt. Natürlich tann er über das Milieu nicht hinaus, sein Gegenstand bleibt die steisleinene konventionelle, heuchlerische Londoner aristokratische Gesellschaft, und das Thema ist ja auch nicht allzu neu: die Mutter mit Vergangenheit, die in das Leben ihrer Tochter, ohne von ihr rekannt zu sein, eingreift und an einem dramatischen Wendepunkt ihre Retterin wird, sich selber opfert, um dem geliebten Kinde, für das sie längst tot.ist, Glück und Reichtum zu bewahren. Die weiten Zimmer mit den hohen Türen, die sormcllen Menschen atmen den typischen Geist englischer Langweiligkeit: Atmosphäre, Kostüm, Menschendarstelluna, alles ist echt. Der hohe Reiz des Films be- steht darin, daß alles Literarische abgestreift ist und im Sinne des echten Films alles bildmäßig vor sich geht. Lubitsch ist so geistreich wie Wilde, aber in seiner Art. Er schafft eine Fülle feinster Nuancen, die blitzartig die Situation erhellen und wie ein Blitz einschlagen. Wunderbar ist die Rennszene, bei der die Zuschauer- schaft auf die lustigste Art ersaßt ist. Wie die Repräsentantinnen der vornehmen Welt naserümpfcnd und schulterzuckend die Dame mit der Vergangenheit beaugenscheinigen, wie die Herrenwelt sich stcif zurückhält und wie dann einer sich aufmacht und der sich ent- sernenden Dame nachgeht, das ist voll köstlichen Reizes. Noch über- boten aber wird diese Szene durch jene andere, in der Frau Erlynne im Salon ibrer Tochter erscheint und von der hochnäsigen Gesellschaft zunächst geschnitten wird, aber es durch ihren Keift und Witz ver- steht, erst die Herren- und dann die Damenwelt um sich zu grup- pieren. Die Knalleffekte des Dramas sind auch die Höhepunkte des Films: wie sich Mutter und Tochter gegenüberstehen, die Tockiter eifersüchtig auf die Mutter, die sie ja nicht kennt, oder wie die Mutter die Situation für die beinahe kompromittierte Tochter rettet, indem sie in den Salon des Junggesellen mitten unter die Herrengesellschaft eintritt, um den vergessenen Fächer ihrer Tochter zu holen, den sie angeblich aus Versehen mitgenommen Hai, oder die große Abschieds- szene, wo die Mutter den Trennungsschmerz niederkänipst und doch immer wieder in ihrem Gesicht widerspiegelt. Dem Film kam die glänzende Besetzung zustatten, die der Frau Erlyune zuteil wurde. Irene R i ch war wirklich eine vollendete Dame von Welt und dar- über hinaus eine Frau von höchstem Liebreiz in Mienenspiel und Erscheinung, der man auch das warme Muttergcfühl glaubte. Sie feierte wahre Triumphe im Ausdruck feinster Nuancen. Lubitsch verstand es, ihr würdige Mitspieler auch in der ziemlich farblosen Herrenwelt und in ihrer eigenen Tochter, der Lady Windermcre, zur Seite zu stellen. Freilich hätte deutscher Geschmack gewünscht, daß May Mo Avcy als Lady Windermcre manchmal einen weniger ausdruckslosen Mund gehabt hätte. D. »Im weißen Röß-l.' (Gloria-Valast.) Weil die bevorzugten Lustspiellieferanten des deutschen Theater- Publikums von einst, Oskar Blumenthal und Gustav Kodelburg, einmal ein sehr ersolgreichcs Stück„Im weißen Röss'l" geschrieben haben, hielten es die Herren Alfred Halm und sein Regisseur Richard Oswald für eine unentrinnbare Pflicht, daraus einen Film zu machen. Sie verliebten sich so sehr in das Vorbild, daß sie alle Filmgesetze vergessen und alle Witze des Stücks als Text pro- duzierten, anstatt sie in Filmwirkung umzusetzen.. Was aber an der Handlung gut war, das vergröberten sie so, daß der gute Oskar Blumenthal sicher noch im Grabe darüber boshaft werden wird. Die Abenteuer des Berliner Glühstrumpffabridantcn Wilhelm Giesecke in dem bewußten Hotel am Attersee, die zu seiner Aus- söhnung mit seinem Prozeßgegner und außerdem zu drei Verlobungen führen, sind gehörig ausgeschlachtet. Giesecke ist als später Nachkomme aus der Familie Buchholz, der sich allem Fremden und Neuen gegenüber auf das ulkigste benimmt, während der Berliner gerade umgekehrt für dergleichen eine wahre Dorliebe und hervor- ragende Anpassung besitzt. Immerhin wird dadurch eine Reibe auch in der Bildwirkung humorvoller Situationen geschaffen. Besonders herhalten muß die bekannte Regensucbt des Salzkammerguts, auch die Sucht bergunerfahrener Norddeutscher, die. schwierigsten Gipfel zu besteigen, wird weidlich ausgenützt. Der Höhepunkt des Films ist die schlaflose Nacht Giejeckes! die wirklich mit silmgerechten Ein- fällen ausgefüllt wird. Die berühmte Wirtin des Lustspiels wird durch Liane Haid repräsentiert, die für die Rolle viel Schmuckes mitbringt, ober doch zu jungmädelig und auch zu übertrieben forsch ist. Henry Bender mimt den Berliner Weißbierphilister. Von den übrigen Darstellern ist nicht allzuviel zu sagen. P i ch a steuert einen Gelehrten im Stil der„Fliegenden Blätter" bei, und Ferdinand Bonn stellt frei nach Anzengruber und anderen Vorbildern eine Art Gemeindesepp hin, der es aber dicke hinter den Ohren hat. Natürlich wurde viel gelacht, selbst über die ältesten Witze Blumen- thols. Sollte die Zeit schon wieder reif für ihn sein? r. „Jagd auf Menschen.' (Alhambra, Kurfürskendamm.) Bei einem solchen Manuskript konnte der Regisseur Nunzio M a l a s o m m a beim allerbesten Willen keinen in sich geschlossenen Film schaffen. Obwohl die Rolle extra sür Carlo A l d i n i ge- schrieben wurde, tat man ihm keinen Gefallen damit. Er soll als Detektiv ein Kind entführen, verliebt sich aber in die Mutter und heiratet sie. Alle anderen Personen, zum Beispiel der geschiedene Mann und die falsche Freundin, handeln vollkommen unbegründet und unerklärlich. Alles, alles, Menschen und Sachen, sind nur dazu da, damit Aldini sich als Kraftmensch hervortun kann. Um zum Ziel zu gelangen, macht er die größten Umwege, er springt über Automobile und Klaviere. Aldini steht der Gesellschastsanzug nicht, überdies kann er nicht spielen. Sein sportliches Können in Ehren, aber warum verwendet man es so grundfalsch. Es zeugt weder von Ehrgeiz noch von Nachdenken, in heutiger Zeit einen solchen abgedroschenen Detektivfilm zu drehen. Man machte zwar gute Landschastsausnahmen, aber sie waren nur Staffage, man be- mühte Schauspieler von Ruf und hatte für sie nichts zu spielen. Die Bühnenschau hingegen war wiederum erstklassig, wie man das in der Alhambra gewohnt ist. e. d. »Die elf Schillsthen Offiziere.' (Tauenhien-palast.) Was blasen die Trompeten vom Kinosöller in die Tauenpien» straße hinaus, daß die Leute in Haufen stehenbleiben? Die Reklame- trommel schlug zum Streite. Im Treppenhaus ein elektrisches Biwakfeuer und Pappfiguren, die sich die Uniformbrust aufreißen. Hinlänglich erhoben nimmt mqn Platz,„Deutsche, trinkt deutschen Wein!" zuckt's vorbei, und der von Rudolf Meinert gesteuerte Streifen fetzt sich in Gang. Die Sache beginnt schon recht depri- mierend mit Friedensglocken. Schill im Kreise seiner Freischärler empfängt die Botschaft, daß der Friede ausgebrochen fei. Alle sind einfach niedergeschmettert. Der Feind, als Besatzung im Lande, nimmt sich das Vieh, und der Bauer muß selber ackern. Helden- jünglinge drängen Schill zum Ausstand. Noch sitzt man bei Tisch, schmucke Leute prosten einander zu mit innigen Blicken, die be- kannten Fäden knüpfen sich. Der Freiherr von Wedel schreitet zur Berdauung ehrfurchtsvoll am Fridericus-Kaminbild vorüber und denkt sich Patriotisches. Dann geht es los. Händedrücke und blitzende Augen gibt es wie Brombeeren. Phrafengefpenster um- flattern den Aufruf zur Befreiung des Vaterlandes:„Lieber ein Ende mit Schrecken usw.": das Publikum wäre gleich dabei und applaudiert vorläufig mit Hurra ins Bild. Mit Freibier und in der Kirche wird die große Sache gleich eingesegnet. Aber der schlappe König ist dagegen. Und Verrat liefert Schill und seine Ge- treuen den Franzosen aus. Natürlich hat dabei so ein verdammter „Pollacke" seine Hand im Spiele, aber er bekommt auch, zum Gaudium der Anwesenden, tüchtig die Jacke voll. Allerhand Reiter- stiickchcn und heroische Episoden können nicht hindern, daß Schills Truppe im Kampfe überwältigt wird. Der Führer fällt, die Ossiziere kommen vor«in aus lauter Possentypen zusammengesetztes Kriegs- gericht und werden exekutiert. Man wird die unglückliche Schill-Revolte je nach den, Stand- Sunkt sehr verschieden beurteilen können: als ein provokatorisches nternehmen wie das Schlagcters oder als denkwürdige Heldentat. Sie im historischen Zusammenhange und in der Körperlichkeit wirk- lich gelebten Geschehens vor uns aufzurollen, das wäre aus dieser wie aus jener Einstellung heraus immerhin eine Möglichkeit,— wenn schon schwerlich eine besondere Notwendigkeit für den Film. Dieses traurige Fabrikat jedoch, das in einer lahinen Tom-Mix Technik das Niveau nationaler Groschenhefte noch unterbietet und aus eine kindische Konstitution zugeschnitten ist, die in Begeisterung ausbricht, wenn ein deutscher Osfizier über eine Barriere setzt, und die französischen Verfolger vom Gaul purzeln, ist einsach Kinoschund. Ein Kostümwechsel— und keine Hand würde sich regen: man stecke die Franzosen dieses Films in deutsches Feldgrau und mache aus den Freischärlern belgische Franktireurs— und plötzlich ist der Fall ganz anders zu bewerten, nicht wahr? Auch ein bedeutenderer Meister des Films würde selbst mit nennenswerteren Darstellern kaum mehr zu künstlerisch gewaltigem Ausdruck gelangt sein; denn die schöpferische Entwicklung einer neuen Kunstform kann nur durch zukunststrächtige Ideen befruchtet werden. Wdt. »Zopf und Schwert.' (Primus-Palast.) Es ist nicht Gutzkows Drama, es ist nicht ein im Parademarsch erstickender Fridericus-Rex-Film, es sind Rokokobitdcr der aller- zierlichsten Gewandtheit, die Viktor I a n s o n in Szene setzte. Sie spielen in Potsdam und Rheinsberg und führen in die Zeit, wo heiratsfähige Prinzessinnen ein beliebter Exportartikel waren, um die eine hohe Diplomatie weidlich schacherte. Das hohe Königshaus war bei solchen Verkaufsverträgen nicht ganz uninteressiert und intriguierte seinerseits: so will im vorliegenden Fall der König die Prinzessin nach Oesterreich, und die Königin sie nach England ver- heiraten. Das Streitobjekt jedoch liebt den Erbprinzen von Bny- reuth, er liebt sie, und die beiden werden ein glückliches Paar. Das Publikum freut sich riesig, wenn der König, der Haustyrann, von den listereichen Liebenden besiegt ist. Hohe-Kinopolitik wird nur einmal getrieben, als der König die Aussteuer für die Prinzessin gespart hat und dafür ein neues Regiment Soldaten anschasft,„w-mn sie auch lochen in Versailles". Man verdrehte ein wenig die Ge- schichte und schuf sür die Schauspieler glänzende Rollen, so nament- lich für Mady Christians. Wie sie einst als Nanette, so macht sie jetzt als Wilhelminchen alles. Ein liebenswerter Verehrer war Wilhelm D i e t e r l e als Erbprinz von Bayreuth, während Walter Janssen recht matt als Kronprinz wirkte. Vorzüglich war Albert Steinrück als Friedrich Wilhelm I., ganz Militär, der keinen neben sich duldet. Julia Serba schuf eine feine Studie als seine Gemahlin. Nicht unerwähnt soll Karl Drews Photographie bleiben._— g. »verfilmte Räuberrsmantik.' (Piccadilly.) Dem Film„Die Banditen von Sandy-Bar" liegt ein Romanmanuskript zugrunde. Es führt in die Zeit, in der die Euro- päer und eingewanderten Amerikaner vom Goldfieber ergriffen waren, Indianer noch eine Rolle spielten und gut berittene Banditen ihr Unwesen trieben. Der Held der Geschichte gehört auch zu den Auswanderern, doch sucht er nicht Geld, sondern treibt Ackerbau. Er rettet einen gefährlichen Banditen, von dessen Schlechtigkeiten er SAL AM AN DE D-SCHUHE FÜR JEDE JAHRESZEIT 1250 BEACHTEN SIE BESONDERS DIE PREISLAGEN 1450 SÄLÄMANP nichts weiß, vom Tode des Ertrinkens. Er bleibt dem Uebeltäter treu, als er dessen chandwerk erfährt, ja, er oersucht sogar durch Ein- segung des eigenen Lebens, den Freund zu retten. Da richtet der Bandit sich selbst, und der Biedere wird mit dessen liebreizender Witwe glücklich. Harry C a r e y spielte die Hauptrolle. Mit ganz einfachen Mitteln zeichnete er den Ansiedler in seiner vollen Ur- sprünglichkeit. Das ist der reine Tor als einsamer Ackerbauer in Wildwest. Harry Earey ist natürlich in seiner Hingabe" für den Freund, in der Abweisung käuflicher Barmädchen, in seinem taten- reichen Zorn gegen einen Bersührer und in seiner Liebe zu der schönen, stillen Frau. Der Film entstand unter Eccil B. de M i l l e s künstlerischer Oberleitung. Der eigenartige Reiz der Landschaft ist gut ausgenutzt und all die Wild-West-Szenen, die rauhen Menschen, die gut galoppierenden Pferde sind nicht künstlich in sie hinein- komponiert, sondern mit ihr verwachsen. Man hat an dieser illustrier- ten Banditengeschichte seine Freude, weil die Illustrationen gut ge- macht sind. t In der zweiten Darbietung„Eine Frau von Rasse" sin- den die liebebedürftige Verlobte und der arbeitsam« junge Aegypto, löge erst zueinander, als sie gemeinsam in einem Pharaonengrab verschüttet sind. Damit dieser Schluß erzielt wird, wurde ein ganz unmögliches Manuskript zusammengestoppelt. U. a. spielt ein ägyp- tischer Prinz eine Rolle, der einem wilden Tiere gleich die schöne rau anfällt, in Gegenwart aller möglichen Menschen andauernd hrfeigen bezieht und dennoch in den exklusiven englisch-ägyptischen Kreisen gesellschaftlich eine große Rolle spielt. Man muß es Cecil B. de Mille sehr oerargen, daß er sein Können an ein solches Manu- skript verschwendete. Er kann altägyptisches Leben aufwachen lassen, wie er es bei dem Zug durch die Wüste bewies, doch wird seine Ar- beit bei einem derartigen Manuskript nur zu einer blöden Spielerei. Beatrice I o y war bei diesen Liebesnächten am Nil die Frau, um die sich alles drehte. Sie ist eine eigene Bubikopffchönheit. Ein glänzender Typ der mondänen Frau von heute. e. b. LtZAk-TKesier Opernhaus a. Platz d.Republ. tl/f Meister» sloRer Schauspielhaus 8 Kyritz> Pyi itz SkChlü er-Theater Geschlossen WM Ofei Cbarlattcnburf! Vi, Uhr: CM:hi. Vorstellung Clirmen lU!M mm Noraen lOiJt-a« Cuhgitlürül on Kuhntn Unr letne Vorsicllun«! Mai Adalbert in Bas 8Uel Sommcrpreise Donnerstag 2. Sept. , 1', um Zum ersten Male Aadrokius cr-d der Lfiwe Von Ceroaro Sha* Re e: t.riih Enge Ns Kdniödle K s.-nye',- gtu. 7.iif Liilll 3 VwiloJycjjn! 'S Uhr Eis ftwlä Rf'S« 2. 4. 0 MK ricita■, den 3. Sept Vi, Uhr: 'um. rsttn Maie B'.2 ßefüiipne \otv Bourclet P a?ie M. Reinhardt cfsttn r meoier h r— Lhr M AiüSfika Kur:ürst btM Täglich 8 Uhr; Singers Midgets Revue u »Toto" Sonntags 3* tuernSB.Preisen J.vollct'rozramm Boss-Tbsater ä1/, Uhr. Olaf, Tragödie eines Sportiers Oartenbühne: > Uhn Kon xart und Bunter Teil « U.; ttin Hnniuiiinr Komisetic Oper S'/, Dir. James Klein 8V, IniolRe auswärtig. Gastspiele rur i.och< Tage die einzige Eerliner Theater- Sensa'.ion Berüu ohne Hemdl Gr. Revue 200 Mitwirkende Klrtne Preise -Theater Dir. Otto Kreimeyer friüridistr. 218 Tel. Hascnhsits 1806 Mittwoch, den I. Seplbr., 8 Ohr: Das große 1 Eräffnungs- Programm mit Harfsfeln Jer Stolz der 3. Kooipegnie" | Nicht zu überbietende Latfastiirme! I V olkst. Eintrittspr.isE V orvtikmi erOtfnet! Letzter Sonntag 2 VorslEliii njen Nachm. 3.30 ErmäSigt Preise! Abends 8 Uhr Friedens- Preise! Enrico Rastelli dem Wunder der Jonglierkunst und dem MeM ErtttDanis-Spielslan I Rauchen geatatiet! Beichshallen Theater lfeotti!atlini.3llhr-<- Abends 8 Dhr; Sieüiner sanaer Singende Bäume Kadiniiftats hailie Preise. m Uönhoff-BreU'l (Saal ii.liart.):Varietö-IConzert-Tani m -4.ÄMMKMMMWUK 1 Kammerspiele Norden 10334—33 Dienstag, Ji.August /VjUhrzum I.Male iöilPiSiiä tanzt... v Qerh.Haupimann "tjit: Heinz Hilpert uer Vorverkauf ha: begonnen Bzmvsky-Saiigni TlieaSer HöniSörati.Str. TuHaaenheidzilO 8 Uhr: M Saften[dep ifomOdietthans Tel.: Norden 6304 Täg.ich 8 Uhr ierrv.iaint-Otiin der Circus der Massen mit seinem gewaltigen Aufgebot an Menschen ü. Tieren kommt zum dritten Male nach Berlin Kaiser an der Hildegardstraße NShe Berliner Straße Fahrverbindungen: Untergrund Bayerischer Platz, Fehrbelliner Platz, Heidelberger Platz. Strassenbahnen: 3, 7, 8, 10, 20, 25, 44, 46, 51, 56, 69, 191. Autobusse: 8, 10, 20, 25. Stadtbahn: Wilmersdorf- Friedenau Eröffnung: Sonnabend, den 4. September, abends 8 Uhr Trotz der enorm hohen Spesen, trotz der Massendarbietungen ganz billige Preise die der heutigen Wirtschaftalage entsprechen. Nur Sitzplätze. BS nü UFA PALAST V. 5, 1, S. 3, a, I,« Uhr GLORIAPÄLAST V. 1.«", 5. 5, 7, 9" Uhr Iwan Memjufcln In Der Kurier des Zaren Llana Haid „Im welBen RSfil" KURFÜRSTENDAMM Wegen Renovierung gaschloaaanl nOZARTSAAL | W. 7, 9 Uhr, 5. 5. 7., Ohr TAUENTziENPÄLÄST W. 7,9 Uhr, S. t, 7, 9 Uhr | NOLLENDORFPUTZ ;|KAMMERLIciiTSpiELE W. 7. 9 Uhr, 5. 5. 7. 9 Uhr FWEDmCHSTRÄSSE I V. 7, 9 Ohr, 5. 5, 7, 9 Uhr TURMSTRASSE W. 7, 9. S. S, 7, 9 Uhr K0NI6STADT W. 7, 9, S. 5, 7, 9 Uhr Intrigen einer Tänzerin Dl* elf Schlllschen Offiziere mit Rudolf Melnert Geschlossen zwecks Vorbereitung mr Ben-Hur-Premiere Die elf Schlllschen Offiziere mit Rudolf Meinert Wien- Barlin Ein Liebesspiel zwischen Spree und Donau Ellen Richter, Paul Helde- mann In dem ElleB-älchter-FII« der Uli Wie einst tm flai Ellen Richter. Paul Heide* mann in den ElleD-RIcäter-Film der Ufa Wie einst im Hai Geöffnet tAglicfa von 10 t'hr vormittags bis 8 Uhr abends, Sonnabend und Sonntag bis 10 Uhr abends. EI n fr Iiis— pretft l.SO MarK. Beim Kauf von Eintrittskarten an den Schaltern der Berliner Hoch- and Untergrundbahn, der Stadt- and Ringbahn and der Bahnstationen der ersten Vorortzone, sowie bei den Schaffnern der Straßenbahnlinien 53. 7*. 75 und 93 wird freie Hin- und RUcltlnlari gewahrt.. Berliner Theater 8 Blllettbest.Dfinli. 170.171,172 8 Der Blesenerlor bei pnbllkiun»na 'fcewe: Mifi Amerika Musik; Walter Bromme Lenfeldl. OsH. Karlweis(Wien) »•eti. Arno, iniih febouwer, keiva tiocbei, Priiz Beaunanii Vorverkauf für die ganze Woche ■ ab II Uhr.— preise u. a. 1. Rang Balkon 3 SO, Park.-Faut. 4.-, 4 50, - II Rang 1,50. 2.-, 2.50 zu Sonntag, den 29.Angnst nachmittags 3 Uhr Montag, den SO.ADgnst nachmittags 2V, Uhr Besldenz-Tbeal. 3*/, und Uhr Sas goUEQi! Kaili Man n Kettner Theater des Vesteos Teicha; StiliFl. 93: Täglich 8 Uhr: Die Revue Der Zog nadi dem Westen ygmrtnl ggotutodiec Theaterkasse. Wertheim etc. CadN-Mtr unr Was Liebe femias Vorher bunter Teil Gutschein 1-4 Pers Bei Vorzeigung der Annonce zahlen Sie Fant u. Balkon I M Loge u. Sessel l.5( Berliner Praler Kastanien-Allee 7-9 Täglich: Internationales Varietä- Programm. Ant: Wochentags 5 ü. Sonntags 4 U. Eintritt SO PI. Kalfeekocben.Tanz WWtM8«M'M« Funktionäre Mittwoch, den 1. September, abends 7 NHr, in den „Germania-Säleiv� CHausseestr. litt Funktioiiärversammlung aller im Deutschen Melallarbeiker- verband organisierten Vertrauensleute und Betriebsräte. Tagesordnung:.Die internationale Gewerkschafls- bewegung und ihre Auswirkung aus die Arbeiter der ein- zelaea Läader". Referent: Kollege Schulhe, Mitglied des Vor- standeS de? Allgemeinen Deutschen GewerlschaktSbundes. Die Konferenz ist als Information für die Funllionäre zur internationalen Werbewoche gedacht. Es ist deshalb Pflicht jede-; Funktionärs, in der Konferenz anwesend zu sein, um in den Besitz des Materials zu gelangen, welches für die Werbetätigkeit des ein- zelnen Funktionärs unbedingt notwendig ist. Autritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches und der Vertrauensmänner» oder BetriebSräie-LegitimalionSkarte. Zur Beachtung! Die vezirks-vertrauensmännerkoaserenzcu fallen in diesem Monat aus. Die Monatsberichte für die Vertrauensleute werden in der allgemeinen Funktionärkonferenz ausgegeben. �"11! MkMgMer Oienslog. ben 31. Unsnfl. abenbs 1 Uhr, im tSemertfifiaftahanfe, (Engelnfee 24/25 Branchenversammlung der Werkzeugmacher, Werkzeug- härter und Scharischlelser. Tage-nrhnung: Bertraq de« Ztoltegen glppel Uder:„Aushau und Aus- gaben her Srwertfchaftrn". 2!Lis- knsston. Z BranchenangetegenHeiten. 4. Verschiedenes. Ohne Verdandsbuch lein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird enoarteL limMlose WlMMl MWIlkMWS-bttlllS! Montag, ben 30. Mngufl. nnchmtltng» 2 Uhr, im tvewertsthnstahanfe, Qngelnfct 24 25 ErtverbSiosenverfammlung JjnS- In Anbetracht derwichtlgenTagc«- ardnung sind alle ÄoUrgen verpflichtet, zu erscheinen. Die OrtSverwaltuug. �cvien. Sonntags[3][|] 0[Ö] Wethen tags|T](7][Ö] Ufapalast am Zoo Wallner-Thealer Mittwoch, den 8. September, abends Ä Uhr Eröffnungs-Vorstellnng unter der Direktion FerdliiABfl lieysci „Hasemanns Töchter" VolksstOck m Oes. v. A. L'Arrongc TarverHmd vom 1 Sept. an an der Kasse des Wanner-Tne.il'jr.s und bei A. W e r t h e i m Tageskasse 11—2, Abendkasse «h 4(mr— Popnlire Preise! Parkett 2 M., Orch.-Sllz 3 M., 2. Rang 1.50 u. 1 M., 1. Rang 3 SO M., Logen 4 und 5 Mark Billetts stets 8 Tüte vorher Ohne Autgeld I Donnerstag, d. 0. 9., und folg. Tage: „Hasemanns Töchter" Uns Ttatei Tiglich SV, Uhr: Unvidernill. letzte Tage Ms elnschlieU lieb 30. August Alto Nielsen BUa Cavalliol S>!Uir|-91hou Deutsches (GnstL-Tbeater S Uhr: Veronika Tb. a.KuifürsteiidaEra S Uhr: Yvonne Lostsplelhaos 8 Uhr: Kukuli ZOOlO�. Carlen Täglich ab 4 Uhr Konzert Aquarium geöifnet v.9— SU Tlerknnat- Ausstellung Tbeoisr a. Kottb. Tor Kottbuser Str.(. 9hirnoch wenlgeTaea thuftfoirl her Magdeburger Elite-Singer «b 1. 9. Wiederaus» treten b« Elite- Sänger mit Schorsca Russin und einem Programm voll unbän- _ biger HritertrU. Von der Reise zurück; Dr. Jacobson Arzt für BioAemie 7VS— 10, aVz-S'/r Humb. 4297. 80 WetBenburger StraBe 80 kl14- i Unreines bi"": •öringidenlod!" !Eine Kur mit Clf-■' tUnlin reinigt dast ■ Blut, sördert die Ver- S • dauung, kräftigt die! ■ Nerven, ß« 4|ler.! ■ inneren Leiden von! » hervorragender Wir»! • Eung. Zanixeidie An-! • erkenmmgen. Nur! - edit von dem jlMriisir RiültfliJas: • A.Holland 1 [•Paket 1 kl. 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