Morgenausgabe(10 Pfennig; Bezugspreis. Anzeigenpreise: Wöchentlich 70 Pfennio, monatlich... Die«inlnaltiae Nonvarcille» Z.— Reichsmark voraus zahlbar. JfSHBf/\ Ml t»eil« 80 Pfcnnia. 9tt(IommiK Unter»reuzband für Deutlchian». f"nM f.. A»fl; 6,— Reichsmark,.«leint Anzeige»'' Da�ia. Saar, und Memelaebiet. RH A.. Av.. M da- fettaedruckte Wort 2Z Pien,�. ää W m �4M> �-�me�e"»z�'Pknni«' Ausland 5�0 Reichsmark uro Mona:. W MW« M■ LT■ 9 I A K 6�nat!Ü*. IT«JZri Der..Bormärts' mit der illustrier. �BbB B B B fl B 9| B fl B � B Bj- J i, D�nn'a. Kbc� weitere Wo � ten Sonntagsbeilage.Volk und Zeit" W�W sW» D■■ W M M B H B B B/ r..' in.-Mor.e iomie den Beilagen.Unterhaltung W WB B WWW W W W W wben»ahlen siir zwe. Worte. und Wissen»..Aus der ffilmwelt". KM W Hl �Hi JBL\.MLx HRi HB PH IM W! Arbeitsmarkt kiclle 60 Ptennia. .Frauenstimme».„Der«inder- �M gm B � IHl JB�>BLyf�V JBHV B gamilienanzetgen für Abonnenten treund»,„Jugend-Norw-rts" und �H �Hi. Hl» fitile<0 Bfcnnia. „Blick in die BUchcrwelt» erscheint �W/ MM X' IM- mochentäglich zweimal. Sonntags �B.> Anzeigen für die nächste Nummer und Montags einmal. � � müssen bis 4V4 Ubr nachmittags im - iV�' Sauptaeschäft. Berlin SM 6«. Linden. Delegromm-AdreUe: /84-Cl%'W� I M■ WM I I?-1�4 BT I 4,■ IT strvsseZ, abgegeben werden. Eeösfnet .Soztald-m-kri,, Berlin»\ 4-»'♦»•■V'V'"V" 4 ♦ V"M 4 �#•4-4' von Ubr friib bis» Ubr nachm. �entrslorgan der Sozialdcmokrati fchen parte» Deutfd�lands ) Neüaktion und Verlag: Serlin EW. 68, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292—297. Sonnabend, den 4, September 1926 vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SW. 68, Linöenskr.3 Postscheckkonto: Beelin 37 53«— Bankkonto: Bank der«rieitee, Angestellten und Beamten. Wakiftr.«5: Siskonto-Sesestschnst. Deposttenkaffe Lindenftr. Z. der Schwindel mit der Lira. Faschistische Finanzkünste. Der italienische Finanzminister V o l p i ist ein Glückspilz. Er darf nicht nur die italienischen Finanzen regieren, er hat seine Hand gleichzeitig in einer großen Anzahl bedeutender industrieller Unternehmungen, ja sogar in einem der größten Kr e d i t i n st i t u t e, der„Banca Commerciale Jtaliana" in Mailand. Außerdem ist er B e- sitzer der offiziellen Agentur Stefan!, die es ihm ermöglicht, sich im Auslande eine ausgezeich- nete Presse zu verschaffen, die die Meldungen und Jnsor� mationen der Agentur Stefani fast mit verbundenen Augen hinnimmt. Das läßt sich Herr Volpi allerdings auch einiges kosten. Hat er doch H.u nderte von Millionen Lire für Propaganda im Auslande in den Staatshaushalt eingestellt. Wie sieht es aber um die Finanzverwaltung dieses Glücks- pilzes Volpi und damit um die Finanzen des italienischen Staates in Wirklichkeit aus? Man hat die Lage des Budgets schön gefärbt, man hat große Summen zur Aufrechterhaltung des Wechselkurses aus- gesetzt, große öffentliche Arbeiten ausgeschrieben, um einen Wohlstand vorzutäuschen, und man hat die In- dustrie mittels der Banken zu den gefährlichsten Spekulationen verleitet. Trotzdem gilt in unterrichte- ten Kreisen die Lage der italienischen Finanzen als äußerst bedenklich. M u s s o l i n i, der keine Ahnung von den wirtschaftlichen Erscheinungen und den finanziellen Tatsachen hat, erklärte zwar im Augenblick seiner Machtbesteigung feierlichst, e r werde i n kurzer Zeit die Lira auf einen Stand von 50 Gold- centefimi bringen. Aber seit dem Eintritt des faschistischen Regimes hat die Lira nicht aufgehört zu sinken. Unter dem Ministerium N i t t i stand das Pfund Ster- ling im ersten Halbjahr 1919 auf 50,08, im ersten Halbjahr 1920 aus 09,73, unter dem Ministerium G i o l i t t i im zwei- ten Halbjah/ 1920 durchschnittlich auf 85,55 und im ersten Halbjahr 1921 auf 92. Im zweiten Halbjahr 1922, das dem Marsche des Faschismus auf Rom voraufging, stand das Pfund auf 99,61. Mussolini machte sich also anheischig, es im Handumdrehen auf den Stand von 50 zurückzubringen. Aber seit die faschistische Regierung das Heft in Händen hat, ist das Pfund dauernd gestiegen: im Augenblick steht es auf 145. Die einsichtsvollsten italienischen Industriellen und Bon- kiers stellen das Horoskop, daß die Lira, sobald die zu ihrer künstlichen Aufrech terhaltung bereitgestellten Mittel erschöpft sind, das heißt wahrscheinlich nach wenigen Monaten, bald den Stand von 250 erreicht haben wird. Ein besonderer Grund für die Gefährdung der Lira liegt darin, daß das Defizit der Handelsbilanz am Ende des laufenden Jahres sich z w i s ch e n 10 u n d 12 M i l l i a r d e n Lire bewegen und daß die schlechte Ernte zu bedeutenden Käufen zwingen dürfte. Der Faschismus will den Eindruck einer„großartigen industriellen Entwicklung" im Lande erwecken. Die italie- nifchen Banken haben unter dem Drucke der Regierung eine unverantwortliche Politik getrieben. Man muß sich dabei einmal klar darüber werden, daß das jährliche Sparkapital in Italien nur ein Drittel des fran» zö s i f ch e n beträgt. Im Gegensatz hierzu jedoch sind in Jta- lien 3 bis 4mal soviel Aktiengesellschaften ins Leben gerufen worden. Infolge dieser unoerantwovtlichen Politik ist naturgemäß die Zahl der Bankerotte in Italien von beängstigender Höhe. Italien hat im Verhältnis zur Ausdehnung seiner Industrie mehrBankerotteals jedes andere europäische Land. Absolut ge- nommen hat es sogar mehr Geschäftszusammenbrüche als England, das eine mindestens zehnmal so große Industrie wie Italien besitzt. Der monatliche Durchschnitt der Bankerotte in Italien betrug vor dem Faschismus 297 im Jahre 1922. Seit der Herrschaft des Faschismus stieg er auf 474 im Jahre 1923, 007 im Jahre 1924, 602 im Jahre 1925 und im Januar 1920 betrug er 630. Das ist die letzte Ziffer, die uns augenblicklich zur Verfügung steht. In England betrug derselbe Durchschnitt 451 im Jahre 1923, 428 im Jahre 1924 und 418 im Jahre 1925. Im Monat April des laufenden Jahres wurde er mit 389 festgestellt. Die italienischen Banken befinden sich in einer sehr bedenklichen Lage, die der Oeffentlichkeit noch nicht offenbart worden ist. Von den Industriegesellschasten sind mindestens für 8 Milliarden Industriepapiere ausgegeben worden, die der Markt nicht aufgenommen hat. Die italienischen Sparer haben, selbst wenn sie zu zahlen in der Lage wären, keine Neigung, diese Aktien zu erwerben. Die„Banca d'Italia", die nach der Verschmelzung mit der Banco di Rapoli und der Banco di Sicilia(ein geheimnisvoller Vorgang übrigens, der auch der Klärung bedarf!) die einzige Emissionsbant Jta- liens ist, ist mit einer Unmenge faulerAktien belastet. Die Kurse der Jndustriepopiere an der Börse sind ebenso künstlich wie die Wechselkurse. Wie lange noch wird man sie Das programv Tagung des Reichsverbandes.- T A. S. Dresden, 3. September.(Eigener Drahtbericht.) Der Reichs- verband der deutschen Industrie hat seine diesjährige Tagung auf den Stil einer großen Demonstration zugeschnitten. Nicht weniger als 3000 Teilnehmer füllten den großen Saal des Vereinshauses bis zum letzten Platz. Auf den blumengeschmückten Tribünen sah man neben dem Vorstand des Verbandes Behörden- Vertreter in ungewöhnlicher Zahl. Die Tagung wurde mit einem Orgelpräludium eingeleitet. Herr Moros vom Verband sächsischer Industrieller gab den Ton an, den später der Vorsitzende Geheimrat Duisburg noch stärker zum Klingen brachte, als er seine Rede mit einem starken Appell an die Einigkeit ausklingen läßt. Unter den Referenten befinden sich der sächsische Wirt- f ch a f t s n, i n i st e r Müller, der Sachsens Bedeutung für die deutsche Industrie betont und der Reichswirtschafts. m i n i st e r C u r t i u s, der dem Reichsverband für seine verdienst- volle Mitarbeit und seine Unterstützung der Regierung dankte. Tas Programm des Reichsverbandcs. Das große programmatische Referat des Geheimrats Sastl brachte gegenüber der früheren Denkschrift des Reichsverbandes der deutschen Industrie keine wesentlichen neuen Forderun- gen. Das Referat war aber wiederum darauf zugeschnitten, an die Rc- gierung die Forderung zur Erleichterung der Wirtschastslage zu richten. Ein Entgegenkommen an die Auffassung der Gewerkschaften kann man wenigstens darin sehen, daß der Reichsverband der deutschen In- dustrie heute die Erwerbslosenunterstühung als notwendig anerkennt und da» Arbeilsbefchaffungsprogramm der Reichsregierung billigt. Im übrigen stellt er hier in den Mittelpunkt seiner Ausführungen die Forderung, die den Finanzausgleich und die Steuer- g« l e tz e de» Reiches z u r ü ck r e v i d i« r e n soll in der Richtung, daß auch das lohnsteuerfreie Existenzminimum wieder zur Gemeinde- steuer herangezogen werden soll. Ter Reichsfinanzminister vor den Industriellen. Nach der Kritik, die der Referent des Reichsverbandes an die Finanzpolitik des Reiches knüpfte, war es geradezu ausfallend, daß der Reichssinanzminister Reinhold sich vor den Industriellen einen geradezu glänzenden rednerischen Erfolg sichern konnte. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold gedachte zuächst der trostlosen Wirtschaftslage, die das zweite Kabinett Luther bei seinem Amtsantritt vorgefunden habe und führte weiter aus: In den vergangenen Iahren mußte die Sorge um die Stabilisierung und Erhaltung der Valuta in den Vordergrund gestellt werden, so daß 1924 ein zu scharfes Angreifen der Steuerschraube vielleicht berechtigt war. Aber daß trotzdem zu sehen war, wie bei oerminderter Wirtschaft di« öffentlichen Kassen sich füllten und diese Steuerpflichten solange aufrecht erhalten wurden, dos war wohl gegenüber der deutschen Wirt- schaft und damit gegenüber dem Vaterlande«in ganz schwerer Fehler. Die ganzen öffentlichen Gewalten, Reich, Länder und Kommunen breiteten sich mit ihrem Geld in der Privatwirtschaft aus. Ueberall floß öffentliches Geld hinein, nicht immer zum guten, und der Kreis der öffentlichen Steuerzahler wurde dadurch außerordentlich eingeschränkt. Wir wissen, wie in diesen Jahren di« Gemeinden mit den Steuergeldern sich außer- ordentlich viel Grundbesitz zugelegt haben. Wenn wir di« vollständige Statistik darüber sehen, dann werden uns vielleicht die Haare zu Berge stehen. Di« Wirtschaft muß sich daran gewöhnen, daß das Reich nicht die Ausgabe hat, Bankier der Wirtschast zu sein, daß es ein ganz unerhörter Zustand ist, daß man den gutgeleiteten Betrieben die Steuern abnimmt, um damit schlecht arbeitende und faule Kon- kurrenten zu stützen. Wir müssen den Bedarf einschränken auf dos Minimum: aber dann müssen wir auch die Verpflichtung des Kredits der Wirtschaft den dazu geschaffenen sachverständigen Instanzen, in erster Linie den Banken, überlassen. Es erscheint mir für unser Volk, das im Augenblick unendlich hohe Lasten zu tragen hat, ganz falsch, wenn wir auch d i c L a st e n, die wir mit Recht verteilen können aus spätere Zeiten und Generationen, jetzt auch»och zu den nnvermeid- lichcn unserer Wirtschaft aufbürden. Ich habe deshalb nach hartem Kampf ein Steuermilde. rungsprogramm eingebracht und möchte daraus hinweisen, daß erst dieses Programm die gefährlichste und sinnloseste Steuer, die Luxussteuer und damit die Besteuerung der deutschen Quälitäts- arbeit beseitigt hat. Wen» viele bisher von der Luxussteuer be- trosfenen Industrien jegt die belebende Wirkung der Aufhebung dieser Steuer feststellen, so ist das für mich die best« Rechtfertigung. Aehnlich war es mit der Herabsetzung der F u s i o n s st e u e r. Erst dadurch haben wir den wirtschaftlich notwendigen Prozeß der Zu» sammenfassung unserer Industrie nach gesunden Gesichtspunkten er» möglicht. Daß wir weiter in dieser Zeit der Kredit- und Geldnot einen Termin der Berivögensstcuer ausfallen ließen, hat gewiß dazu beigetragen, daß dieses Frühjahr für viele Betriebe erleichtert wurde. Die Ermäßigung der Umsatz st euer gehörte zu meinem Programm. 350 Millionen, die nicht in die öffentlichen Kasten ge- flössen sind, sind in der Wirtschaft geblieben, und ihr belebender % der Industrie. ie alten Forderungen an den Staat. Einfluß ist in der Wirtschast sicher bester gewesen. Wir müsten uns endlich daran gewöhnen, daß wir die Ausgaben anpassen an die Einnahmen. Der Minister behandelte dann die Fragen der Verwaltung»- resorm. Es sei bestimmt richtig, so führte der Minister aus, daß in Deutschland den Beamten in den letzten Jahren sehr viel zuge- mutet worden sei, und daß in einer Zeit der überhosteten Gesetz- macherei die Beaintenschaft Ungeheures geleistet habe. Die Ver- waltungsrcform müsse noch in diesem Jahre ihrer Lösung zugeführt weiden. Eng damit im Zusammenhang stehe der Finanzausgleich. Der Minister sei entschlossen, den Finanzausgleich durchzuführen, sobald die nötigen Unterlagen beschafft worden seien. Die Grundzüge dieses großen Planes müßten in erster Linie darin bestehen, daß die fina n zielle-Selb st Verwaltung der einzelnen Körper- schaften, wieder gestärkt würden. Der Minister kam dann noch aus die Frage der Auswertung zu sprechen und erklärte, es fei schon mehrfach betont worden, daß im Vordergrund unserer finanzpolitischen Erwägungen die absolute Erhaltung unserer Währung stehe. Vermutlich werde in der nächsten Zeit ein neues Ereignis eintreten, das beweisen werde, wie fest, auch in der ganzen Welt, unser« Währung stehe: Wir haben durch den Dawes-Plan ganz allmählich an die Stelle der Gewalt und Willkür die Vereinbarungen gesetzt, die auf wirt- schastlichen Erwägungen fußten. Wenn man heute das Ab- kommen, das der Minister mit dem Reparationsagentcn getroffen habe, läse, so müsse man zugeben, daß es für Deutschlands wirtschaftliche und finanzielle Zukunft besser sei, wenn„genllemens agreements" an die Stelle von Noten der Militärkommission träten. Mit voller Loyalität werde er die Verpflichtungen au» dem Dawes- Plan erfüllen, solange die wirtschaftliche Möglichkeit dazu gegeben sei. Daß er aber ebenso für die vernünftige Anpassung an die wirtschaftlichen Notwendigkeiten Deutsch- l a n d s eintreten werde, sei gewiß. Der Minister erörterte dann im einzelnen das getroffene Abkommen und drückte die Ueberzeugung aus. daß die ganze Welt einmal sich gegen die Dawes-Zahlungen wehren werde. Wir werden unser Reich durchretten zu einer besseren Zukunft und den schweren Weg der Arbeit gehen müssen, der zur Freiheit führt. Ich weiß, daß dieser Weg schwer ist: aber wir müsten, welch politischen Glaubens wir auch sind, gemeinsam den Weg gehen, weil meiner festen Ueberzeugung nach nur am Ende dieses Weges das Ziel steht, zu dem wir alle streben: Der Wiederaufbau unserer Nation, di« alte deutsche Größe und die neue deutsche Freiheit!"(Stürmischer, lang anhaltender Beifall: die Versammlung erhebt sich und bringt dem Minister brausende Ovationen dar.) vie alten Vorschläge! In der Vorstandssitzung des Reichsverbandes der Deutschen In- dustrie in Leipzig wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Reichevcrband der Deutschen Industrie wiederholt nach nochmaliger eingehender Prüfung die Vorschläge, die er im Dezember vorigen Jahres in seiner Denkschrift zur Wirt- schasts- und Finanzpolitik vorgetragen hat. Er bedauert, daß selbst denjenigen seiner Anregungen, die nahezu einmütige Bil- ligung sämtlicher Wirtfchaftskreise und auch maßgebender Regierung-- stellen gesunden haben, nur in ungenügendem Maße entsprochen worden ist. Insbesondere erneuert der Reichsverband seine Forderung einer endgültigen Lösung der Frage des Finanzausgleichs mit dem Endziel, eine Milderung der Steuerlast in Reich, Ländern und Gemeinden als Voraussetzung für die unbedingt notwendige Nenbil- dung von Kapital zu erreichen und der Wirtschaft wieder eine Ren- tabilität zu sichern. Der Reichsoerband erhebt unter Anerkennung der Notwendig- keit der Fürsorge siir die Erwerbsunfähigen und Erwcrbsbefchränk- ten Bedenken gegen eine zu weilgehende Ausgcslallung der sozialen Abgaben. Er warnt vor der vorzeitigen Verabschiedung eines Arbeitsschußgcsehes und vor verfrühten vindungen auf dem Gebiete der Arbeitszeil, die unser mit schweren Reparationsverpflich- tungen belastetes Land zur Wettbewerbsunfähigkeit auf den Welt- Märkten verurteilen würden. Unter grundsätzlicher Billigung de» Arbeilsbeschassungspro- gromms der Rcichsregierung betont der Reichsocrband die Not- wendigkeit, die Finanzierung unter Ausschluß von Stcuererhöhungcn oder Erschließung neuer Steucrquellcn aus dem Anleihewege zu be- wirken. Die auszuführenden Arbeiten müssen sich entweder in abseh- barer Zeit rentieren, oder doch die nllgenieinc Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu steigern geeignet sein. Das Arbeits- befchaffungsprogramm muß in die normale Entwicklung der deut- fchen Wirtschaft so eingegliedert werden, daß Störungen durch Massierung von Austrügen unterbleiben. An die übrigen Wirtfchaftskreise richtet der Reichsverband die Bitte, sich seinen im Gcsamtinteresse der deutschen Wirtschaft liegen- den Dorschlägen anzuschließen und gemeinsam mit ihm die Regie- rung um beschleunigte Durchführung der in der damaligen Denk- schrist niedergelegten und jetzt von neuein vertretenen Dorschläge zu bitten." r überhaupt ausrecht erhalten können? Die Baisse hat sich be- bereits bemerkbar gemacht, aber schon in der nächsten Zeit dürfte sie in der unerwartesten Form sich auswirken. Mussolini pflegt, wenn er bemerkt, daß die Dinge schief gehen, die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit durch Ankündi- gung neuer großer Pläne und Projekte abzulenken. Und da er die Mittel besitzt, sich in ein»r gewissen ausländischen Presse Resonanz zu verschaffen, gibt man sich den Anschein, als ob man ihn ernst nähme. Einmal läßt er ankündigen, er werde aus Rom die größte Stadt der Welt machen, eines anderen Tages will er Süditalien über Nacht reich machen: dann wieder haben er und Federzoni die Maffia zerstört, jenes bekannte organisierte Verbrechertum auf Sizilien: aber er vergißt dabei, zu erwähnen, daß diese im Faschismus aufgegangen ist! Wallstreet hat bis heute ein gewisses Wohlwollen für den italienischen Faschismus an den Tag gelegt. Rur ungenügend unterrichtet, hat sie geglaubt, die saschistische Regierung sei eine„Regierung der Ordnung". Mussolini hat glauben machen können, er hätte Italien„vor- der Revolution errettet". Die großen Finast,zleute neigen bekanntlich zur Reaktion. Die amerikanischen Finanziers haben sich mit den Erklärungen Mussolinis zufrieden gegeben. Jeden- falls haben sie nicht bedacht, daß alle diktatorischen Re- gierungen immer in Revolution oder Krieg oder beiden zu» gleich zu enden pflegen. Aber die amerikanische Oeffentlichkeit ist einsichtsvoller und mißtrauiscker gewesen. Sie war sich klar darüber, daß jede dem faschistischen Italien gewährte Anleihe die Unordnung in Europa nur noch erhöhen müsse. Die Morgan-Anleihe für Italien hat daher im amerikanischen Publikum nur eine schlechte Aufnahme ge- fundcn, ihr Kurs an der Börse ist bald auf 89 gesunken! Nachdem sie in Amerika keine weiteren Anleihen für ihre politischen Zwecke erhalten konnten, fordert Mussolini und Volpi die italienischen Industriellen auf, für sich selbst Industrieanleihen in Amerika aufzunehmen. Sie ver- f folgen dabei die Absicht, sich diese Anleihen für die Regierung anzueignen. Mit Herrn Volpi zusammen erschien als Sendbote Mussolinis Herr Alberto Beneduce, Direktor der Kreditanstalt für gemeinnützige Unternehmen, in Amerika. Tatsächlich haben sie teilweise ihren Zweck erreicht: Für das Weiterfunktionieren der italienischen Industrie sind ihnen verschiedene Anleihen für mehrere Zehntausende von Dollar bewilligt worden. Nach diesem Erfolge der Send- boten hat aber die faschistische Regierung eine Verord- n u n g herausgegeben— deren Abdruck der Presse verboten war und die in Amerika völlig un- bekannt ist—, eine Verordnung, durch die der Finanz- minister„ermächtigt" wird,„von der Kreditanstalt für ge- meinnützige Unternehmen zu einem vereinbarten Kurs in ausländischer Valuta die von der genannten An- statt erworbenen Auslandsanleihen aufzu- kaufe n". � Es ergibt sich also folgendes: Die privaten Unter- nehmen und die großen italienischen Industriegesellschaften, die Fiat, Edison u. a., die Anleihen in Amerika ausnehmen, erhalten Dollar. Die amerikanischen Bankiers sind des Glaubens, ihre Dollar würden der Entwicklung der italie- irischen Industrie dienen und diese würde Stahl, Baumwolle, Maschinen usw. vor allem in Amerika kaufen. In Wirklich- keit aber geben die italienischen Industriellen ihre Dollar dem Finanzministerium gegen Papierlire hin. So also gehen die von dest italienischen Industriellen in Amerika oder England erworbenen A n le i h e g e ld e r in die Hände des Staatsschatzes über. Durch sie wird die Währung künstlich aufrechterhalten. Weiterhin hat der faschistische Finanzminister durch sie Bewegungsmittel zur Verfügung, um die von einem Sturz bedrohten Induftriepaviere an der Börse zu stützen., i Der Minister Volpi nimmt also täglich an der Börse eine Reihe von Lirekäufen vor. Wir glauben nicht weit von der Wahrheit entfern! zu sein, wenn wir versichern, daß der so entstandene Verlust italienischer Staats- mittel bereits eine Milliarde Lire über- schritten hat. Die faschistische Finanzpolitik, die an gewissen Stellen ernst genommen wird, ist nichts als eine ReiheoonAus- beutungen und Abenteuern. Es ist leicht vor- auszusehen, daß dieses System künstlicher Machenschaften schließlich die verhängnisvollsten Folgen herbeiführen wird. Der Zusammenbruch der faschistischen Finanzen, künstlich hinausgezögert, wird plötzlich und wie mit einem Schlage eintreten. Dann wird man endlich einsehen, daß der Faschismus Italien mehr Schaden zugefügt hat, als es jeder Barbaren- einfall hätte bewirten können. Helfershelfer üer öacmeisterei. Tie Kommunisten lärme» mit. Der Runderlaß des preußischen Innenministers gegen den Strahenterror gibt dem Berliner Organ des Ekti Anlaß, wieder ein- mal den Vvlkszorn der Roten Frontkämpfer koche» zu lasten, soweit diese nicht schon zu den„Agenten der Bourgeoisie" gehören. Eevering hat angeordnet, daß gegen alle Terrorakt«, Uebersälle und Angrisse in jedem Fall mit Entschlostenheit und Nachdruck einzuschreiten sei. Um zu verhindern, daß bei Demonstrationen Waffen mitgeführt werden, sollen bei Umzügen die Lastkraftwagen usw. durchsucht werden. Gerade die Kommunisten sollten gegen diese Anordnung am wenigsten elpwenden. Denn ihre Bertreter haben doch erst vor kurzem der Berliner Polizei ausdrücklich erklärt, daß sie ein leb- Haftes Interesse an der Ausrechterhaltung der Ordnung auf der Straße hätten. Die Presse der Stahlhelm-Parteien spielt überlegen den Uebeteiligten. Sie suggeriert den Polizeibeamtcn, daß der ganze Erlaß sich nur gegen Kommunisten richte. Und die ..Rote Jahne" beeilt sich, durch ihr aufgeregtes Geschrei das zu be- stätigen. In Wirklichkeit richtet er sich ebenso gegen jede Gruppe, die Terrorakte begeht, also auch gegen die„Stahlhelmer", denen in letzter Zeit der Kamm so geschwollen schien, daß sie in offener Auf- lehnung gegen das Stockverbot ihre Mitglieder aufforderten, trotz allem ihre Eichenscheite mitzunehmen. Polizeibeamte, die den klaren Weisungen de« Ministers zuwider die Stahlheliner und andere Rechtsradikale sich bewaffnen lassen, würden zur Verantwortung gezogen werden müssen. Aber die„Rote Fahne" weist nach, daß sich der Erlaß gar nicht gegen die Rechts- radikalen richte, daß er nur ein„Roske-Erlaß" gegen die Proletarier sei! Wenn die Polizeibeamten nun der„Roten Fahne" glauben sollten, so würde der Erlaß des Ministers tatsächlich nur gegen Kom- munisten oder Arbeiterdemonstranten angewandt. Die gegenwärtige Leitung der KPD. hätte dann wieder einmal Recht behalten. Aber auch sie ist nahe daran, in den„Verein der Agenten der Bourgeoisie" abgeschoben zu werden. Und ihre Nachfolger werden dann schon wieder etwas anoeres erfinden, um ihre komische Traditionsrolle nicht zu verlieren. der Stahlhelmer als Morüanftister. Das Opfer des Anschlages ermittelt. Der Chefredakteur der Stohlhelm-Zeitung sitzt unter dem Ber- dacht der Mordanstiftung in Untersuchungshast in Gießen. Sein« Freunde bemühen sich, die Taten zu verdanke ln. dt wird aber kaum etwas helfen. Denn inzwischen ist da» Opfe r jen e s Mordver- suche», der zur Berhaftung des Chauffeurs Schwing in Nauheim und schlteßlich zur Festnahme des Stahlhelm-Heinz führte, in Berlin ermittelt worden. Der angebliche frühere Hauptmann W a g e n« r, der auf Befehl de» Stahlhelm-Heinz„umgelegt" werden sollte, war bei dem Ueberfall nicht ganz getötet worden, wurde später ins Lazarett ein- geliefert und Ist nach seiner Genesung und Entlassung aus dem Lazarett verschwunden. Er hielt sich in Berlin verborgen, da er. wie der„Soz. Pressedienst" meldet, selbst eine Reihe von Vergchcir gegen die Strafgesetze auf dem Kerbholz hatte. Wagener wird vor- aussichtlich als Zeuge in dem Prozeß gegen Schwing und Heinz auftreten. Wenn es zum Prozesse kommt, wohlgcmcrkt. Denn inzwischen werden alle Kräfte der Unterwelt mobil gemacht, um die Ausdeckung der Femezusammenhänge, die jetzt auch offiziell mit dem Stahlhelm verknüpft sind, zu verhindern. Zurcht vor öer Abrechnung. Bemühungen um einen Stahlhclmblock in Thüringen. Weimar, Z. September.(Eigener Drahtbericht.) Aehnlich wie in Sachsen bemühen sich gewisse reaktionäre Kreis« Thüringens, für die nach gut oerbürgten Nachrichten noch Anfang Dezember stattfindenden Landtagswahlen eine neue Auslage des Z924 unter dem Druck der Reichswehr entstandenen Regierung s- b l o ck s herbeizuführen. In Gotha sind die Ortsgruppen des All- deutschen Berbandes, des Deutschen Offiziers- bundee, des Frontkriegerbundes, des National- verbände» Deutscher Offiziere, des Stahlhelm und trotz Mahraun auch des Iungdeutfchen Ordens mit der Ent- schließung herausgekommen, alle nationalen Kreise bei den Landtags- wählen zu einer Einheit» front zusammenzuschließen, um das „Unglück einer roten Parteiherrschaft, wie wir sie früher gehabt haben, abzuwehren". Trotzdem ist d« Schicksal der„Drdnungsregie- rung" in Thüringen besiegelt._ Eitler unö Csser unter Aleineinüsverüacht. Das Srmittlungsvcrsahren abgeschlossen. München, 3. September.(Eigener Drahtbericht.) Das Ermitt- lungsoerfahren der Mllnchener Staatsanwaltschaft gegen Hitler und Esser wegen Meineidsverdacht» ist jetzt ab- geschlossen. Es handelt sich dabei im wesentlichen um die eid- lichen Aussagen der beiden völkischen Führer im Luppe-Streicher- Prozeß über die hoch- und landesverräterischen Borgänge am 1. Mai 1923 in München, wo sich zum erstenmal die bayerische Staatsgewalt und die Hitlerfchen Kampfverbände in einer militärischen Macht- probe gegenüberstanden. Die Frage, ob der Staatsanwalt jetzt gegen Hitler und Esser Klage wegen Verbrechens des Meineids er- heben will, ist n o ch n i ch t g e k l ä r t. In dem Ermittlungsoer- fahren wurden von dem Untersuchungsrichter u. a. der Landtags- abgeordnete Genosse Auer und der frühere Innenminister S ch w e y« r vernommen. Straßenbau zur Arbeitsbeschaffung. Ausarbeitung eines Zusatzprogramms im Arbeitsministerium. Augenblicklich wird vom Reichsarbeitsministerium in Verbin- dung mit den Ländern«in zusätzliche» Straßenbau- Programm zur Vermehrung der Arbeitsgelegenheit ausgearbeitet. Am weitesten sind die Borarbeiten für die Straßenbaupläne in Baden und Lippe: ihnen folgen die preußischen Provinzen Rhelnland-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hessen-Nassau. Es handelt sich in erster Linie um die Ber- besserung und den Bau von Durchgangsstraßen in besonders ver- kehrsrejchen Gegenden. Die Finanzierung de» zusätzlichen Straßen- bauprogramms ist> soweit-die Hilfe des Reichs dabei in Frage kommt,-? füt drei Jahre gesichert. Der gesamte Finanzbedarf für die Reparatur des Straßennetzes im Reich wird auf zwei Milliarden beziffert. Bei der Be- deutung de» Straßennetze» für den gesteigerten Kraftwagenverkehr sollte man nicht zögern, etwa» Durchgreifendes zu schaffen. Der Straßenbau setzt«ine ganze Reihe von Industrien, Steinindustrien. Teerfabriken, Zementwerke, Maschinenfabriken usw. in Bewegung. Ein große» Straßenbauprogramm ist natürlich nur aus dem Wege der Anleih« zu sinanzieren. Gegen die neue Lex Heinze. Bon Hans Würtz, Direktor des Oskar-Helene-Krüppelheims in Dahlem. Der Entwurf des Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzgeschichten ist beschämend blind gegen den überreichten Zuschuß Neuerkenntnisse und Einsichten, die wir durch die moderne Psychologie, Psychiatrie, Soziologie und Kulturkunde gewonnen haben. Es steht nicht einmal auf der Durchschnittshöh« des Zeitalters, von dem ohnehin das Wort Goethes gilt: „Zu ollen Zeiten sind es nur die Individuen, welche für die Wissenschaft gewirkt, nicht das Zeitalter. Das Zeitalter war'», da» den Sotrates durch Gift hinrichtete, das Zeitalter, das Hus ver- brannte: die Zeitalter sind sich immer gleich geblieben." Wie erst ist ein Gesetz einzuschätzen, das nicht einmal die Durch- schnütsstufe in seiner ganzen, jedem reaktionären Einfluß nachgeben- den Struktur erreichte? Zur Kritik jugendschädlicher und massenbe- drohlicher Veröffentlichungen sind nur erfahrene Träger der prak- tischen Volksarbeit berufen. Bor allem müßten die Erfahrungen und Vorschläge der Iugenderzieher, der Iugendschriftenausschllsse. der Lehrervereinigung für Kunstpslege und der Jugendämter weit ausgiebiger beachtet und behördlich beansprucht werden. Will man allgemeine Gesichtspunkte in die Erörterung ziehen, darf man den besonderen Charakter unserer Uebergang»zeit nicht unberücksichtigt lassen. Niemand weiß, welche Ausgaben unsere Nation in den nächsten Dezennien zu lösen hat, welche Kräfte und Fähigkeiten gerufen werden. Wir wissen nur so viel, daß ein so erschüttertes und gefährdetes Land wie Deutschland sich in allen seinen Gliedern aufs alleräußerste wachhalten muß für die konkrete Wirklichkeit. Dazu bedarf es kritischer Augen und charaktervoller Wahrheit»- bekenner, die unerschrocken die jeweilige Knlturlage dem Volke «relden.>. Alles Neusehen und Schärfersehen beginnt immer in den ein- zelnen Bahnbrechern, die ander» sehen als die allgemeinen In- .stenzen/denen daher nicht die Befugnis gegeben werden darf, den Urteilen schöpferischer Vorkämpfer durch ein bevormundendes Ge- setz im Stile der Lex Heinze vorzugreifen. Wir haben nur dann ein Recht auf die Pflege der Kultur, wenn wir uns dadurch die ganze MainisLoltigkeit von Einstellungen und Wertungen geben, welche die dsutfche Neuorientierung fordert. Jeder Volksgenosse darf als verantwortungsvoller Staats- börger sür sich in Anspruch nehmen, wa, Goethe al» Menschenrscht bezeichnete: eine lebendige Heuristik, ein ewig neues Suchen und Finden der Gesetze, die das Leben schützen und regeln. Wir be- dürfen dieser lebendigen Heuristik, der aller Kultursortschritt ent- quillt, heute mehr denn je, und gerade die freien Schriftsteller und Künstler waren zu allen Zeiten die Aufsinder neuer Pfade zu neuen Quellen kultureller Kraft. Wurden nicht hervorragendste Werke der Kultur, wie da» Evangelium, die Schriften Luther« und Giordano Brunos, die„Grashalme" Walt Whitman» von allge- meinen Instanzen ihrer Zeit al»„Skandalon" empfunden und al« destruktive Schmutzschriften verurteilt? Wo ist denn heute der un- fehlbare Maßstab für die Lebenesruchtbarkeit eine» Wertes, die ge- rode oft in äußerlich anstößigen Formen zur Wirksamkeit durchstößt, zumal es dem neuschöpferischen Geiste unendlich erschwert wird, in der Unmenge der Veröffentlichungen entdeckt zu werden? Für die Unschädlichmachung einer ausgesprochenen Sudelschrist sind schon jetzt gesetzliche Handhaben genug geboten. Wir brauchen kein neues hinterhältiges Urteilsblendungsgesetz in dieser problemschwangeren Zeit. Die Volksseele verschlammt gerade dann, wenn man die Hebe- und Saugbagger kritischen Schrifttum» dort nicht gelten läßt, wo der Strom des Geistesaustausche» sich mit dem Meere der großen Weltprobleme vermählt. Dem deutschen Geist hilft man am besten durch positive För- derung der wirtschaftlich schwerbedrohten produktiven Kräfte unseres Lölkes und durch eine Erziehung des Geschmacks. Gesittung kann man durch äußere Gebote und Verbote weder schaffen noch regeln. JKm vrabe von Jean Jaures. Paris hat viele Nationalheiligtümer. Gie sind genau wie bei uns im Führer mit zwei Kreuzen versehen. Da ist der Triumph- bogen, auf dem alle siegreichen Schlachten wohlkonseroiert sind. Die Schlachten des Weltkrieges fehlen. Der„große Krieg" ist für Demon- ftrationen einer lächerlichen Eitelkeit zu ernst.»Hier ruht ein unbe- kannter Soldat, der für sein Vaterland geitorben ist"— da« ist die große Sinfonie des Krieges, vor der alle Siegesfansaren zu schweigen haben. Da ist der Jnvalidendom mit dem Grabe Napoleons, an dem die Nationalisten Kränze niederlegen. Da ist schließlich das Pantheon.„Seinen großen Männern das dankbare Vaterland", steht in goldenen Lettern über der Stirnseite. Sechs Säulen tragen den mächtigen Bau. Am Eingang sitzen drei Wärter, denen über dem Ernst und der Wichtigkeit ihres Daftins große Schnauzbärte ge- wachsen sind. Wie altpreuhische Feldwebel sehen sie aus. Wir zahlen 2,50 Franken und haben dafür die Erlaudnie, die Schlachten- bilder im Innern zu betrachten, die genau so aussehen wie die in Deutschland. Nur die Front ist gewechselt. Es lebe die Internatio- nale des Kitsches! Der Eingang zu den Grabkammern ist noch geschlossen. Einer der Feldwebel tritt an uns heran und bedeutet uns, daß er uns für eine Extravergütung von 10 Franken zu den Gräbern führen wolle. Wir brauchten dann nicht mit der allgemeinen Führung zu gehen. Das Angebot ist verführerisch.— Nein... wir nehmen es nicht an. Wir wollen nichts vor anderen Menschen voraushaben, wenn wir zu Jean Jauree gehen. Wir schließen uns der allgemeinen Führung an. Kalte Luft haucht uns entgegen. Wir steigen zu den großen Männern Frankreichs hinab. Schon hat die geschäftsmäßige Führung begonnen: Hier ist das Grab von Lazare Carnot, geboren am..., gestorben am..., übergeführt in Pantheon am... usw. Wir gehen am Grabe der großen Wegbereiter der französischen Revolution vorbei. Aus Rousseau« Grab greift«ine Hand, die eine Fackel hält. Dem Andenken Voltaires schuf die Nationalversamm- lung 1791 einen Sarkophag, in strenger Klassik gehalten. Neben Generalen haben Dictor Hugo und Emil« Zola ihre letzte Ruhestätte. Wir stehen vor dem Grobe von Jean Jaures, der nun auch zu den großen Männern Frankreichs zählt. Im Herzen des französischen Bolkes war er schon längst sein Großer. Die Arbeiterschaft der ganzen Welt kennt seinen Namen, wie man den Namen Napoleon? kennt. Nun hat ihn auch da» offizielle Frankreich zu den Großen gereiht. Im Totenhause kriegsbereiter Generale schlummert der Held und Märtyrer des Friedens. Ein Kranz mit roter Schleife deckt den Stein. Zwei Tage in Paris werden der Erinnerung lebendig: Krieg ballt sich zusammen: schon zucken s«ine Blitze.„Gebt Raum dem Haß und zerschmettert die Liebe!" Der erste Blitz trifft Jean Jaures. Die sranzöfische Arbeiterschaft feiert. Ihr großer Freund wird ins Pantheon übergeführt. Einen solchen Tag hat Paris noch nicht gesehen. Immer neue Scharen quellen au» den Seitenstraßen her- aus, um sich dem großen Zug anzuschließen.„Krieg dem Kriege!" Albert Ansmann. Da» Sündenregister de» Maharadscha. Aus Bombay kommt die Kunde, daß die empörten Untertanen des Maharadscha von Idar, einem kleinen Fürstentum von 250 000 Seelen, der britischen Regie- rung eine Anklageschrift überreicht haben, die ihren Herrn und Ge- bieter einer langen Reihe von Missetaten beschuldigt. Die wesent- lichsten Punkte der Anklage gegen den Maharadscha von Idar be- stehen darin, daß er über seinem liederlichen Leben die Staats- geschäfte vernachlässige, und daß er auf alle möglich« Art seinen Beutel zu füllen suche, ohne sich darum zu kümmern, woher das Geld kommt. Keine Frau sei mehr vor ihm sicher, und alle Augen. blick« falle eine dem Lüstling und seinen würdigen Kumpanen zum Opfer: ja, was das Schlimmste fei, der Maharadscha scheue sich nicht. den heiligen Tempel durch seine Dirnen schänden zu lassen. Die Anklagen werden durch das Zeugnis von drei Priestern gestützt, die erklären, daß sich der Maharadscha erst kürzlich wieder mit zwanzig Freunden und Frauen in einen Tenipel begeben habe, um dort eine wüste Orgie zu feiern, deren Einzelheiten nicht wiederzugeben seien. Einen Hermann- Lüns-Vb ent» verangaltet am Sonnabend, abend« 8 Uhr im Lehrerncretntbau» am Mexanderplad die Literarisch« Vereinigung de« Berliner Lebrervcrein». Frau Else Beyer spricht Proben au« den Werken de« Dichter«. Mannequin» mit Matten. Die letzte Neuigkeit bei Londoner Modevor- sührungen ist da» Austreten von maskierten Mannequins. Die Modehäuser verraten bisher nicht, wa» fie zu dieser Neuerung veranlaht hat, und man ist also aus Vermutungen angewiesen. Entweder glaubt man, daß zu jedem Kleid ein bestimmter Gesichtstyp gehört, der zurecht gemacht wird, wenn man ihn nicht lebend vorfindet, oder der Mannequin-Berus wird jetzt teilweise von Damen der Kesellschast ausgeübt, die nicht erkannt werden wollen Berichtigung. In dem gestrigen Theaterbericht über„Androkulus und der Löwe- itt eni Satzsehlcr enthalten. Es mutz beitzen: voinolka ist ein wüster Krasthuber Fcrroviu«, der dos UHrislentum aus seine robuste Art auffatzt, tzan» Brausewctter«in lieber, juugenhaster, gutherziger Hauptmann. Danzjger Zinanzsanierung. 3m Boltstag gegen die Tcutschnationalcn beschlossen Danzlg. 3. September.(Eigener Drahtbericht.) Das seit Wochen schwer umkämpste S a n i e r u n g s w e r k ist am Freitag im Volks. tag endgültig zustande gekommen. Damit haben auch die innerpolitischen Auseinandersetzungen, die den Fortbestand der jetzigen Regierungskoalition der bürgerlichen Mitte mit den Sozialdemo- traten gefährdeten, vorläufig ihreiAlbschlufj gefunden. Die in der Hauptsache von der Sozialdemokratie betriebene SanieiPng ist vom Finanzausschuß des Völkerbundes zur Voraussetzung für die Empfehlung ihrer größeren Anleihe gemacht worden. Danzigs Staatshaushalt weist«inen F e h l b e t r a g von 16 Millionen Gulden auf, der in der Hauptsache durch eine Minderung der Zoll ein- nahmen infolge des Rückgangs des polnischen Zloty entstanden ist. Ueber die Erhöhung des Danziger Anteils an den Zöllen wird mit Polen verhandelt. Der Finanzausschuß de, Völkerbundes forderte von Danzig eine Ersparnis oon lü Millionen Gulden. Sie soll erzielt werden durch eine Einschränkung des von der früheren deutsch- nationalen Regierung unnötig ausgeblähten Beamtenapparats. Bei den Beamtengehältern, die im Gesamthaushalt von 117 Mil lionen allein 46 Millionen ausmachen, sollen �.Millionen durch Ge Haltsabbau gespart werden. Die BllrgerlichSn hatten auch eine Kürzung der Erwerbslosenunterstützung gefordert. Diese Forderung konnte die Sozialdemokratie vereiteln. Dafür wird eine N o t abgab« vom Arbeitsverdienst von je 1 Prvz. für Arbeit geber und Arbeitnehmer eingeführt, gleichzeitig als Vorbereitung für «ine Erwerbslosenversichcrung. Außerdem wird die Einkommensteuer um 3 Proz. erhöht. Für die Ledigen mit mehr als 106 Gulden Monatseinkommen fällt die soziale Steuerermäßigung fort. Durch all diese Maßnahmen wird der Etat ins Gleichgewicht gebracht werden. Man erwartet, daß der Völkerbundsrat, dem diese Beschlüsse durch eine Danziger Delegation unterbreitet werden, die Gewährung einer Anleihe in Höhe von 66 Millionen Gulden emp> fehlen wird, die zur Förderung des Danziger Wirtschaftslebens dienen soll._ Die Warschauer Polizeigauner. Einer soll Berliner Hauobcfitzer sein. Warschau, 3. September.(Eigener Drahtbericht.) In der War schauer Press« werden weiter haarsträubende Mißstände ,n der Warschauer Kriminalpolizei aufgedeckt, die kaum glaublich erscheinen, wären die Angaben nicht so genau und die Gewährs männer nicht so zuverlässig. Di« meisten Vorwürfe richten sich gegen den Kriminalaspiranten B a ch r a ch. Er war seinerzeit beaustragt, einen Kaufmann, der 12000 Dollar veruntreut hatte und nach Ru niänien geflohen war, zu verhasten. Er erhielt als Reisespesen 600 Dollar und begab sich nach Rumänien. Anstatt den Betrüger aber zu verhaften, verhalf er ihm zur weiteren Flucht nach Wien, worauf B. nach Warschau zurückkehrte und erklärt«, die Ver. hastung sei erfolgt, die Auslieferuno müsse auf diplomatischem Wege erreicht werden. Tin anderer KMmann hatte seine Gläu biger durch Wechsel um 100 000 Dollar geschädigt. Die Kriminale polizei lehnte ein« Verhaftung ab. da es sich um eine„zioilrechr licht" Angelegenheit handle. Dem Kaufmann gelang es. zu ent- fliehen: er fuhr über Hamburg nach Amerika. Jetzt stellt sich her aus, daß Bachrach es war, der den betrügerischen Kausmann auf seiner Fahrt bis Hamburg begleit etund ihm zur Flucht ver- Holsen hat. Gegen einen Freund Lachrachs, den Kriminalkommissar Kur n a t o w s k i, wird der Vorwurf erhoben, daß er in B e r l 1 n, Maybachufer 237 und Warnemünder Straße 30j drei Häuser auf seinen Ramen und den seiner Frau überschreiben ließ. Ueber die näheren Einzelheiten dieser Hauserwerbung werden weiter« Enthüllungen angekündigt. Kommunistcnverfolgung. Warschau. 3. September.(Eigener Drahtbericht.) In der Nacht zum Freitag wurde in Warschau eine kommunistische Geheimdruckerei entdeckt, die seit einiger Zeit ganz Polen mit kommunistischen Bro- schüren versorgt«. Die Polizei will dahinter gekommen sein, daß die Druckerei in enger Verbindung mit den Sejm-Abgeordneten der Un> abhängigen Bauernpartei. Ballin, Wojewotti und S ch a- piro gestanden habe. Der Staatsanwalt beabsichtigt, vom Parla- ment die Auslieferung der drei Abgeordneten zu verlangen. Am Donnerstag find in Warschau etwa 100 Personen unter dem Ver- dacht der Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei ver- hastet worden.(Die Kommunistische Partei als solche.ist in Polen so gut wie verboten, jede legale Tätigkeit verwehrt man ihr. Red. d. V.)_ /wch Konüplis findet Opposition. Bei den Wcniselistcn. Athea. 3. September.(Eigener Drahtbericht.) In Griechenland beginnt es wieder langsam zu gären. Alte Feindschaften flackern wieder auf und machen sich geltend durch scharfe öffentlich« Auseinandersetzungen zwischen dem Ministerpräsidenten K o n d y l i s und dem weniselistischen Parteiführer Kassandaris. Unter seiner Führung wird in den letzten Tagen gegen den Minister- Präsidenten mit aller Schärfe der Vorwurf erhoben, daß auch er unter dem Einfluß der militärischen Kreise stehe, die Pangalos be- herrscht haben. Ministerpräsident Kondylis antwortete auf diese An- griffe in der Presse, daß die Weniselisten in ihm keinen schwachen Gegner finden werden— und es scheint, als ob diese Gegensätze eine» Tages zu einem neuen Machtkampf führen werden. ! Rechtskräftiger tzinauswurf. Das Ekki bestätigt die Ausschlüsse aus der KPD. Moskau. 2. September.(Ost-Expreß.) Im Präsidium der Exekutive der Komintern wurde ein Bericht über die Lage in der Kommunistischen Partei Deutschlands erstattet. Das Präsidium bestätigte einstimmig den Beschluß über die Aus- schließung der R u t h F i s ch e r und M a s l o w aus der Partei und billigte die taktische Linie des Zentralkomitees der SPD. Grubenunglück in Norüamerika. 200 Bergarbeiter in Lebensgefahr. lamoka(Oklahoma). 3. September.(WTv.) In einer hiesigen Grube, deren Belegschaft gewöhnlich mehr als 200 Bergleute beträgt, erfolgte eine Explosion. Ueber die Zahl der Opfer liegen noch keine genauen Meldungen vor. Einige Bergleute konnten sich retten. Andere, die zumeist schwere Brandwunden erlitten haben, wurden von den Rettungsmannschaften herausgebracht. Man fürchtet für da» Leben der noch in der Grub« besindSch» Bergleute. Argentinien unö öer völkerbunö Interview mit dem argentinischen Vertreter in Genf. V. Leb. Gens. 3. September.(Eigener Drahtbericht.) Die rege Beteiligung Argentiniens an den Arbeiten der Studienkommission macht die Frage, ob dieses Land wieder aktiv an den Geschäften des Völkerbundes teilnehmen wird, um so aktueller, als nach dem Aus- tritt Brasiliens es doppelt wünschenswert erscheint, daß sich Argen- tinien, der zweitgrößte südamerikanische Staat, dem Völkerbund wieder zuwende. Außerdem kann der von der Studienkommission auf Antrag Uruguays ausgesprochene Wunsch, daß stets drei s ü d- amerikanische Staaten im Rat sitzen sollen, nur den Sinn haben, wenn zumindest Argentinien seinen Platz wieder einnehmen würde, den es vor sechs Iahren verlassen hat. Daher fragte ich den Gesandten Argentiniens in Lissabon, C a n t i lo, der in der Studien- kommission sehr aktiv mitgearbeitet hat, welche Absichten Argentinien gegenüber dem Völkerbund habe. Er gab folgend« Antwort: Argen- tinien hat 1020 den Völkerbund nicht formell verlassen, sondern es hat damals lediglich erklärt, daß es an seinen Arbeiten so lange nicht würde teilnehmen können, als diese Einrichtung jenen Charakter der demokratischen Universalität vermissen lasse, der im Sinne seines Vorkämpfers Wilson lag. Der jetzige Präsident der argen- tinischen Republik, A l v e a r, hat nun im vergangenen Frühjahr beschlossen, der Einladung des Völkerbundsrates Folge zu leisten und Vertreter in die Studienkommisiion zu entsenden. Diesen Entschluß haben übrigens manche Politiker Argentiniens getadelt. Nun wird der bevorstehende Eintritt Deutschland» in den Völkerbund«inen wichtigen Schritt auf dem Weg« jener Ent- Wicklung des Völkerbundes darstellen, deren Vorkämpfer wir stets gewesen sind. Dieses Ereignis wird sicher dazu beitragen, die Auf- gäbe derer zu erleichtem, die unter Führung de» Präsidenten Alvear wünschen, daß Argentinien an den Arbeiten des Völkerbundes wieder aktiv teilnehm« und zwar in einer Atmosphäre, die«ine andere sein wird als 1020. Uebrigens sind die Bande zwischen Buenos Aires und Genf niemals ganz zerschnitten gewesen, denn mein« Regierung hat nicht nur weiter den Anteil an den Kosten des Völkerbundes getragen, sondern sie hat verschiedene seiner Einladungen angenommen, z. B. zum Institut für geistige Zusammenarbeit, zur Vorbereitenden Abrüstungskonferenz und zuletzt zur Studienkommission, der ich an- gehörte. Außerdem sind wir seit Anbeginn Mitglieder der Organi- sation des Jntemationalen Arbeitsamts." »Besteht nun die Möglichkeit, daß diese Wiederbeteiligung Argentiniens an den ordentlichen Arbeiten des Völkerbundes sich noch auf der jetzt bevorstehenden Tagung der Vollversammlung aus der Grundlage der von der Studienkommission vorgesehenen neuen Vereinbarungen vollzieht?" »Ich kann leider im Augenblick nicht in bestimmter Form auf diese Frage antworten, denn der Präsident Alvear ist durchaus der Auffassung, daß ein Beschluß des argentinischen Kongresse» abgewartet werden muß, bevor eine offizielle Delegation zur .Dölkerbundsoersammlung ernsandt werden kann. Nun ist zwar gegenwärtig der Kongreß in Buenos Aires mit einer sehr aus- giebigen Tagesordnung versammelt, aber ich bezweifle, daß es materiell möglich sein wird, eine Entscheidung so rasch zu treffen, daß Argentinien noch an den Arbeiten dieser Genfer Tagung wird teilnehmen können. Aber es ist denkbar, daß auf der n ä ch st e n Tagung des Völkerbundes die letzten Schwierigkeiten überwunden sein werden, unh di�argxistinische Republik in der Mitte der Völker- bundsoersgnzknlung wied».Lgchxjpe� ryird."� �.... Zu diesen Ausführungen des argentinischen Vertreters wäre noch zu bemerken, daß es zweifellos der lebhaft« Wunsch der Völkerbunds- ftaaten und auch besonders Deutschlands ist. dps stets zu dem neutralen Argentinien die herzlichsten Beziehungen unterhalten hat, daß dies« Hoffnung sich erfüll«.- Offenbar will man in Buenos Aires den Verlauf der jetzigen Tagung abwarten, bevor man eine endgültige, zumal aus innerpolitischen Gründen stark umstrittene, Entscheidung trifft. Memel unö Manöatsgebiete. Gens, 3. September.(Eigener Drahtbericht.) Die Antwon Spaniens ist bis Freitag abend nicht in Genf eingetroffen. Der spanische Vertreter in der Studienkommission, der sonst keinerlei Voll- machten besaß, also auch nicht als spanisches Ratsmit» glied in Frage kam, reift von Genf ab. Der V ö l k e r b u n d s r a t, der den Bericht der Studienkom- missiion auf die Tagesordnung seiner Freitagssitzung gesetzt hatte, vertagte dessen Beratung aus eine spätere Sitzung. Es gelangte dann die Beschwerde des memelländischen Landtags gegen die litauische Regierung zur Verhandlung, ohne daß man auf den materiellen Inhalt einging. Auf Antrag Chamber- lains wurde beschlossen, die Frage des Verhandlungsversahren», da» in einer früheren Sitzung des Rates bereits festgelegt worden war, von einem Juristenausschuß nochmals prüfen zu lasten. Das soll innerhalb 10 Tagen geschehen. Eine längere Diskustion rief der Bericht des schwedischen Rats- Mitgliedes Gen. II n d ä n über die Tätigkeit der Mandats- kommission hervor. Es lag ein neuer Fragebogen für die Der- waltungsberichte der Mandatsmächte zur Genehmigung vor, sowie die Anregung, in besonderen Fällen die Beschwerdeführer direkt zu vernehmen. Ch a m b e r l a i n setzte sich dagegen energisch tzur Wehr. Er bezeichnete den neuen Fragebogen als v i e l zu weit- gehend und erklärte die Vernehmung von Eingeborenen durch ein Völkerbundsorgan als geradezu verhängnisvoll. Schließlich müßte doch klar unterschieden werden, wer die Verant- wortung für die Mandatsverwaltung trägt, die Mandatsmächte oder die Mandatskommission. B r i a n d unterstützte seinen englischen Kollegen, wogegen Vandervelde zu größter Vorsicht in der Behandlung der Mandatsgebiete mahnte. Der Vizepräsident der Mandatskommission verteidigte ganz entschieden deren Auffassung unter Hinweis auf Artikel 22 f>es Dölkerbundspaktes und ihre fünf- jährige Erfahrung. Endlich wurde beschlossen, die Mandatskommission um eine bestimmte Fassung ihrer Anregung zu ersuchen. Ueber den neuen Fragebogen sollen sich di« Mandatsregierungen zunächst noch schriftlich äußern können. kunögebung an Spanien. Genf, 3. September.(Eigener Drahtbericht.) Di« Studien- kommission hat folgende, von Lord Robert Cccil entworfene und an die Adresse der spanischen Regierung gerichtete Entschließung gefaßt: „Die Mitglieder des Prüfungsausschusses richten vor ihrem Aus- einandergehen an ihren spanischen Kollegen die Bitte, seiner Re- gierung den Ausdruck ihrer bestimmten Hoffnung zu übermitteln, daß sie seinen Bemühungen, dem Wunsch« der spanischen Regierung soweit entgegenzukommen, als es die Umstände erlauben, eine wohlwollende Würdigung zuteil werden lasten möge. Den Ausschuß hat die Schaffung wiederwählbarerRats- fitz« empfohlen, hie ihre Inhaber m den Stand setzen werden, solange Mitglieder des Völkerbundsrates zu bleiben, als sie sich des Vertrauens der übrigen Völkerbundsmitglieder erfreuen. Um diesen Ratssitzen den Clzarakter der Würde und Sicherheit zu verleihen, hat der Ausschuß bestimmt, daß die Qualifizierung für diese Sitze nicht gleichzeitig mit der' Erneuerung aller nichtständigen Ratssitze, sondern auf dem Weg« einer besonderen Wahlhandlung der Ver- sammlung erfolgen soll. Um serner zu oerhindern, daß«ine Periode eintritt, während deren die Länder mit einem gerechten Anspruch auf solch« Sitze hinsichttich ihrer Stellung in Unsicherheit verharren müßten, hat der Ausschuß bestimmt, daß di« erst« Qualifizierung für diese Ratssitze unmittelbar nach der Ratswahl von 1926 vorgenommen werden soll. Um schließlich zu vermeiden, daß hinsichtlich der Dauer dieser Mandate der Eindruck der Ungewißheit entsteht— ein Punkt, hinsichtlich dessen di« spanische Regierung Bedenken geäußert hatte— Hot der Ausschuß seinen Antrag, der die Völkerbundsversammlung zur Anordnung einer allgemeinen Neuwahl oller nicht- ständigen Ratsmitglieder ermächtigte, zurückgezogen. Der Ausschuß hofft, durch diese Bestimmungen zu zeigen, daß die einmütig von den Ausschußmitgliedern abgegebenen Erklärungen ihres guten Willens gegenüber Spanien kein« leeren Worte sind, sondern den unwiderlegbaren Beweis ihrer Absicht darstellen, den spanischen Wünschen soweit entgegenzukommen, als es ihre Pflicht gegenüber einer Organstation.zuläßt, an der Spanien � bis jetzt in einer so bedeutsamen und ehrenvollen Weise teilgenommen hat." Srrlärungen des spanischen Außenministers. San Sebastian, 3. September.(WTB.) Zu den Entschei- düngen des Völkerbundsrates erklärte Außenminister P a n g u a s Journalisten: Die Vorschläge des Völkerbundsausschusses Hinsicht- lich der ständigen Sitze im Rat waren vorauszusehen und zwar selbst von denjenigen, die die Entwicklung des Problems außerhalb der Kanzleien verfolgten. Immer bestrebt, eine korrekte izaltung einzunehmen, war die spanische Regierung der Meinung, daß sie die offizielle Antwort auf ihr Gesuch abwarten müste. Die Regierung ist sehr angenehm berührt von den Be- zeugungen der Achtung und Sympathie, die Spanien im Verlauf der Tagung des Ausschusses von den Delegierten aller darin vertretenen Nationen zuteil wurden und insbesondere von den herzlichen Worten der Vertreter Englands und Italiens an Spanien. Der Rat ist nun- mehr zusammengetreten, aber unser Vertreter Ouinones de Leon wird entsprechend den Weisungen der spanischen Regierung nicht an seinen Sitzungen teilnehmen. Auf die Fraget ob Spanien aus dem Völkerbund a u» tr e t e n werde, beschränkte sich Minister Panguas auf die Erklärung, der einzuschlagende Weg set schon von der spanischen Regierung bestimmt, die immer mit dem größten Ernste handele Und aufs äußerste bestrebt sei, jeden Anschein eines B l u f f s zu v« r m c i d e n. Vorbesprechung öer deutschen siborönung. Am gestrigen Freitag beriet das Reichsaußenminifterium mit den Parlamentariern, die der deutschen Abordnung zum Völkerbund an- gehören. Es wurde festgestellt, daß in die sechs Kommissionen der Völkerbundsversammlung der Außenminister, der Staatssekretär des Auswärtigen und die vier Reichstagsabgeordneten eintreten. Genosse B r e i t s ch e i d wird Deutschland in der Kommission für humanitäre Fragen(Opiumhandel, Flüchtlingssürsorge usw.) ver- Iresegr",. ,12 rTOri'ty--.v Die Delegation wird abreisen, sobald i» Gens die Aufnahme Deutschlands und. die Zuweisung eines ständigen Ratssitzes in allen Instanzen entschieden ist. Das dürfte Mitte' der nächsten Woche der Fall sein. Auch Gertrud Bäumer Delegationsmitglied. Auf Dorschlag des Reichsinnenministers wurde Frau Minifterial- rat Dr. Gertrud Bäu m er zum Mitglied der deutschen Dele- gation ernannt: sie soll besonders an Ausschußberatungen über Kulturpolitik und internationale geistige Zusammenarbeit mit- arbeiten. Das Recht ües Saarlanües. «ozialdemokratifchc Vertretung in Genf. Saarbrücken, 3. September.(Eigener Drahtbericht.) Die sozial- demokratische Saardelegation, bestehend aus den Genossen Land- tagsabgg. B e tz und Bender und Redakteur Braun, wird am Sonnabend abend in Gens eintreffen. Da der Dölkerbundsrat sich diesmal vor allem mit der Frage des Militärs im Saargebiet beschästigen wird, die Anwesenheit französischer Truppen im Saar- gebiet aber weder nach dem Versailler Vertrag noch gar nach dem Abkommen von Locarno irgendein« Berechtigung hat, werden unsere Genossen in Genf den Standpunkt vertreten, daß zur Sicherung des Durchgangsverkehrs weder sranzö- sisches Militär noch Technische Nothilse erforderlich ist. Die franzö- fischen Bedenken bezüglich der Sicherstellung dieses Bertehr, können am besten dadurch behoben werden, daß zwischen den zuständigen Gewerkschaften und der Regierungskommission des Saar- gfbiets eine Verständigung erfolgt. Im übrigen haben unsere saarländischen Genossen niemal» ein Hehl daraus gemacht und werden es auch diesmal nicht tun, daß sie das Zwerggebilde an der Saar, da» in der Zeit der Frankenentwertung erst recht nicht leben und nicht sterben kann, al» ein Ding der Unmöglichkeit betrachten. Sie fordern daher, daß alles getan wird, damu dieses Gebiet so rasch wie möglich wieder zu einem offiziellen Bestandteil der deutschen Republik wird. Verband für europäische verftänöigun' Gründungstagung in Genf. Genf. 3. September.(WTB.) Hier trat eine Konferenz sammen, welche den Zweck verfolgt, eine Verständigung und � sammenarbeit unter den europäischen Nationen herbeizuführen. L soll ein Verband für europäische Verständigung in» Leben geruse werden, welcher in enger Zusammenarbeit mit dem Völterbuiü arbeiten soll. Hervorragende Politiker aus 18 europäischen Ländern haben ihre Zustimmung zu. dem Unternehmen gegeben, für welches sich in Deutschland besonders interessieren: Reichskanzler Dr. Mar x, Graf Bernstorsf, der Präsident des Reichsgerichts Dr. Simone und der Arbeiterführer Rudolf W i f s e l l, in Frankreich: Kriegs- minister Painleve, Prosesior Emile Barel und Abg. Barthelemy: in England: der ehemalige Ministerpräsident Macdonald, der Oxforder Universilätsprofessor Gilbert Murroy und der ehemalige liberale Unterrichtsmintster Fisher. 12 Deutsche stehen vor dem spanischen Kriegsgericht in M e- lilla(Nordafrika) wegen. Verrats militärischer Ge- h e i m n i s s e. Es sollen Hamburger sei» Der Deutsch-völkische Barteltag wurde gestern im Festsaale des Preußschen Landtages eröftnet. Am Sonnabend wird die eigentliche Reichstagung der Völkischen Freiheitsbewegung stattfinde«. Tagung üer Sergarbeiter- Internationale. Am 9. September in London. Am 9. September tritt in London die Exekutive der Berg- arbeitcr-Znternationale zusammen, um zu der Lage im Bergbau Stellung zu nehmen, von deutscher Seite werden an der Tagung voraussichtlich der Vorsitzende des Bergarbeiterverbandes h u s e- mann und Dr. B e r g e r teilnehmen. Suchürucker reisen nicht nach öerlin. Die Unternehmer wollen die Löhne abbauen. Der Berein Berliner Buchdruckereibesitzer schreibt uns: Sie veröffentlichen in Nr. 404 des„Vorwärts" vom 28. August ein« Notiz „Buchdrucker. Gau Berlin. Vor Zureis« nach Berlin wird gewarnt. Konditionsannahm« in Berlin kann nur durch den Arbeitsnachweis erfolgen, da die Prinzipal« sich weigern, den Nach- weis zu benutzen, und denselben zun. Lohndruck gebrauchen wollen. Bor Konditionsannahme find in allen Fällen Erkundigungen auf dem Gaubureau, Engelufer 24 I, einzuziehen. Der Gauvorstand", die mit den Tatsachen in Widerspruch steht. Der zwischen dem Gau Berlin der Buchdrucker-Gewerkschaft und dem Verein Berliner Buch- druckereibesitzer geführte Schriftwechsel enthält kein Wort davon, daß sich die Prinzipale„weigern", den Arbeitsnachweis zur Ver- mittlung von Gehilfen zu benutzen. In dem Schreiben vom 14. August 1g2ß, auf das sich zweifellos die Notiz stützt, hat der Werein Berliner Buchdruckcreibesitzer darauf hingewiesen, daß es sich nicht vermeiden lasten wird, daß Buchdruckereibesitzer Personal auch ohne Benutzung des Arbeitsnachweises«in- ft e l l e n, solang« die überspannten Lohnforderungen der auf dem Arbeitsnachweis vorhandenen Gehilfen(Maschinensetzer, Stereoty- peure!) fortbestehen. Der Brief schließt mit der an den Gauvorstand gerichteten Bitte, in bezug auf Lohnforderungen wieder tarifliche Zu- stände herbeizuführen, da es dann den Arbeitgebern ein Leichtes sein'würde, den von der Gewerkschaft geäußerten Wünschen hinsichtlich ausschließlicher Benutzung des Ait>eitsnochro«ises nachzukommen. 3 n dem ganzen Schreiben ist mit keinem Gedanken eine Weigerung enthalten. Zu dieser Berichtigung, die sich eigentlich schon selbst berichtigt, sind folgende Feststellungen zu machen: Der Verein Berliner Buchdruckereibesitzer hat auf das Schreiben des Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer überhaupt nicht geantwortet. Er hat dos Schreiben dem Vorsitzenden des Kuratoriums für die Arbeitsnachweise übergeben und dieser Vor- sitzende, ein Unternehmervertreter, hat, ohne das Kuratorium einzuberufen, wie es sein« Pflicht gewesen wäre, das Schreiben beantwortet. Also zunächst antwortet der Verein Berliner Buchdruckerei- Besitzer überhaupt nicht, und dann gibt der Vorsitzende des Kurs- toriums«ine Antwort, ohne die Arbestervertreter auch nur zu hören. Ein sonderbares Verfahren, das sich die Unternehmer da«rlauben. Sie sollten aus jahrzehntelanger Erfahrung misten, daß die Organi- sation der Buchdrucker und Schriftgießer nicht nötig hat und nicht gewillt ist, mit sich Schindluder treiben zu losten. Was sagt aber der Brief des Vorsitzenden des Kuratoriums, der Brief, den der Verein Berliner Buchdruckereibesitzer auf dem Weg« einer Zeitungsberichtigung zu feinem eigenen macht? Er sagt aus- drücklich,„daß es sich nicht vermeiden lassen wird, daß Buchdruckerei- besitzer Personal auch ohne Benutzung des Arbeits- Nachweises einstellen". Damit wird also ausdrücklich be» ftäligt, was die Herren Buchdruckereibesitzer berichtigen möchten. Und warum wollen die Buchdruckereibesitzer den Arbeitsnach- weis nicht benutzen? Weil angeblich die auf dem Arbeitsnachweis vorhandenen Gehilfen„überspannte Lohnforderungen" stellen. Da die Buchdruckcreibesitzer verlangen, daß„wieder tarifliche Zustände" herbeigeführt tnerden, sei hiermit festgestellt, daß die Buch- druckereibesitzer nichts anderes wollen, als«inen versteckten und übrigens tarifwidrigen Lohnabbau durchzuführen. Sie wollen den Grundlohn zum H ö ch st l o h n machen. Darauf läuft der mit so zweifelhasten Mitteln betriebene Versuch der Buch- oruckereibefitzer hinaus. Dazu wird weder der Verband der Buchdrucker und Schrift- gießer, noch werden die Gehilfen jemals ihre Hand bieten. Vor Zureise nach Berlin wird nach wie vor gewarnt. Kondition»- annahm« m Berlin kann nach wie vor nur durch den Arbeitsnachweis erfolgen. Das ist der Beschluß des Gauvorstandes, und nach diesem Beschluß und nicht nach den Wünschen der Unternehmer werden die Gehilfen handeln. Schieüsspruch im Streik bei Panzer. Einstimmig beschlossen. Gestern fanden auf Veranlassung des Polizeipräsidiums vor dem Schlichtungsausschuß Verhandlungen statt, um den Konflikt beizu- legen, der zur Arbeitsniederlegung bei der Panzer A.-G. geführt hat. Bekanntlich ist es zur Arbeitsniederlegung gekommen, weil die NUSUeler des DMV. Ihr müßt vollzählig die Wahlkörperversammlungen besuchen! Firma diktatorisch und ohne Entschädigung die Gepäckeinnahmen der Kraftfahrer für sich behalten hat. Auch bei den Verhandlungen, die gestern vor dem Schlichtungs- ausschuß stattfanden, lehnte die Firma jeden Verglcichsvorschlag ab und weigerte sich auch, selbst einen Vergleichsvorschlag zu machen, es müsse bei dem Abzug bleiben. Nun ist zu bemerken, daß nach Angabe der Kraftwagenführer ihr wöchentlicher Verdienst 21 bis 24 vlork beträgt, nach Angabe der Firma 24 bis 27 Mark, ein- schließlich der Einnahmen für Gepäck. Ist es schon rätselhaft. wie Menschen, Familienväter, die für das Leben und die Sicherheit der Fahrgäste verantwortlich sind, bei einem solchen Einkommen existieren können, so zeugt es von einer unverantwortlichen Ge- wistenlosigkeit und Gewinnsucht dieses in jeder Hinsicht ungenügende Einkommen noch zu kürzen. Der Schlichtungsausschuß hat sich diesen Tatsachen nicht ver- schließen können und hat e i n st i m m i g, sowohl mit den Stimmen der Arbeitgeber- wie der Arbeitnehmerbeisitzer einen Schiedsspruch gefällt, wonach ein Ausgleich für den Fortfall der Gepäckuhr- einnahmen ein Zuschlag von III Prozent aus den Tages- verdienst zu zahlen ist. 3n der Begründung heißt es, daß die unbestreitbar niedrigen Löhne der Kraftfahrer, die knapp das Existenzminimum erreichen, nicht noch weiter auf Kosten der Verkehrssicherheit, die im öffent- lichen Interesse gelegen ist. vermindert werden dürsten. Die Zlrbeitervertreter erklärten, diesen Schiedsspruch a n- nehm e.n zu wollen. Der Vertreter der Firma dagegen, der mit aller Bestimmtheit vorher seine Ablehnung jedes Vergleichsvor- schlages bekundet hatte, ersuchte um eine Bedenkzeit von einer Woche, die ihm merkwürdigerweise auch vom Vorsitzenden zu- gestanden wurde. Das ist weiter nichts, als ein offenbares Verschleppungs- Manöver. Der Polizeipräsident hat im Verkehrsinteresse ein Offizial- verfahren vor dem Schlichtungsausschuß beantragt. Die Firma Panzer A.-G. scheint andere Sorgen zu haben. Nationalisierung unü Lohnabbau. Bei Arydrychowicz und Ullstein. Am 31. August tagte im„Alexandriner" eine Versammlung der in den Schwesterbetrieben Frydrychowicz und Ullstein bc- schästigten Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen, um zu der bevorstehenden Verlegung beider Betriebe nach dem im Bau befind- lichen neuen„Ullstcin-Haus Tempclhos" Stellung zu nehmen. Die gut besuchte Versammlung nahm zunächst mit großem Interesse ein Referat des Genossen Kurt H e i n i g über:„Amerikanische Arbeitsmethoden und das deutsche Unternehmertum" entgegen. In der daran anschließenden Aussprache kam zum Ausdruck, daß man sich mit den Ausführungen des Referenten eins fühlt. Die Buch- bindereiarbeiterschast genannter Betriebe stellt sich technischen Ver- besserungen nicht hindernd in den Weg, sondern ist bestrebt, diese nach Kräften zu unterstützen, verlangt aber, daß diese nicht auf Kosten der Beleg schoit gemacht werden. Rationali- sierung und die dadurch erzielte Produktionssteigcrung müsse auch am Wochenschluß aus der L e h n t ü t e zu„lesen" sein. Die Absicht der Firma geht jedoch dahin, einen Teil der im bisherigen Druckerei- betrieb beschäftigten Kollegen und Kolleginnen in ihren Bezügen zw schmälern. Folgende Entschließung gelangte zur Annahme und beendete die vom Zusammengehörigkeitsgefühl getragene imposante Versammlung: „Die Versammelten begrüßen jede technische Entwicklung und sind bestrebt, dieselbe zu unterstützen, in der Erwartung, daß die s» erzielte Produktionserhöhung cmch ihnen in Gestalt von besseren Lohnverhältnissen zugute kommt. Andererseits werden sie- aber auch jeden Versuch, verschlechterte Arbeitsbedingungen zur Einführung zu bringen, mit den ihnen zu Gebote stehenden� Mitteln abwehren." Die Betriebsräte beider Betriebe sowie die anwesenden Organ:- sationsoertreter versprachen, in vorstehendem Sinne zu wirken und die Belegschaften nach besten Kräften zu unterstützen. Zum Streik üer Zwisihenmeisier. Zn der Schürzen- und Unterrockkonfettion. Der Reichsoerband des Lohngewerbcs der deutschen �.extil-- und Bekleidungsindustrie als Spitzenorganisation der Zwischen- meisteroerbände hat wegen des Streiks der Zwischcnmeister der obengenannten Gruppen den Schlichtungsausjchuß zur Aer- mittlung angerufen. Die Verhandlungen werden voraussichtlich am nächsten Mittwoch stattfinden. Auch das Rcichsarbeitsmini- st e r i u m hat sich zur Vermittlung bereit erklärt, da die Gefahr besteht, daß der Streik auf die g e s am t e Berliner K o n- f e k t i o n übergreifen könnte. Welche schweren wirtschaftlichen Folgen das nach sich ziehen würde, kann man leicht ermessen, wenn man bedenkt, daß in der gesamten Berliner Konsektion etwa 701X) Zwischenmeister(Lohngewcrbetreibende) mit etwa 8l>(XK) Heimarbeiterinnen tätig sind. Zum Streit selbst ist zu bemerken, daß sich seit dem Streikbeginn am Montag die Zahl der Streikenden bis heute bedeutend erhöhe hat. Die stark überfüllte Streikversammlung am Donnerstag zeigte, daß man von einer restlosen Beteiligung am Streik sprechen kann. Es ist zu erwarten, daß die Schlichtungsinstanzen die Konfekt'ons- firmen zwingen werden, solche Zuschläge zum Heimarbeitcrrvim zu zahlen, daß die Zwischcnmeister in der Lage sind, ihren Heim- arbeiterinnen den vom Fachausschuß festgesetzten gesetzlichen Lohn zu zahlen._ A«s dem tariflofen Cinzclhandel. Veranstaltet vom ZdA. und vom Verkehrsbund fand am Dicns- tag eine überfüllte Versammlung des kaufmännischen und gcwerb- lichen Personals des Warenhauses Hermann Tietz statt. In der Versammlung wurde festgestellt, daß auch im Hause Tietz das bei den großen Konturrenzfirmen Jandorf und Wertheim schon oft gekennzeichnete System einzureißen scheint. Darunter haben besonders die älteren Angestellten zu leiden, zumal die Umsatzquotcn für einzelne Läger standig erhöht werden und es geradezu unmöglich wird, die von der Firma verlangte Umsatzhöhc zu erreichen. Die Versammelten waren sich einig in der Auffassung, daß diesem System sowie der falschen Lohn- und Gehaltspolitit der Unternehmer des Einzelhandels der schärfste Kampf angesagt werden müsse. Die wichtigste Ausgabe der nächsten Wochen wird die Wiedererringung der alten Löhne und Gehälter sein. Um das zu erreichen, werden die Arbeiter und Angestellten keine Mühe scheuen und sich enger als bisher an die Gewerkschaften anschließen. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen. die den Angestellten- und Arbeiterrat bcaustragt, gemeinsam mit dem ZdA. und dem Verkehrsbund Verhandlungen mit der Firma herbeizuführen und die Forderung der Belegschaft aus Beibehaltung bzw. Wiedereinführung der alten Löhne und Gehaltssätze zu vertreten. Beendigung des Tnrifstrcites im Ledergrosthandel. Wie wir erfahren, ist es im Ledcrgroßhandel zwischen den Ar- beitgebern und den Angestellte» zu einer Einigung gekommen. Der Mantcltarif wurde von beiden Parteien angenommen, und das bis- herige Gehaltsabkomnrcn wird bis zum 30. September verlängert. Verantwortlich fitr Politik: Dr. lue« cheqcr; Wirtschaft: Artnr Saternu»! tSswerklchaftobewcguna: Z. Steiner: gcuilletoii: Dr. zolin Schikowoki: Lotales und Sonltiacs: isriz Narftadt: An�eiarn: Zh. Dloeke: silmtlich in Berlin. Verlan: Vorwärts-Vcrlaa G.m.b.H.. Verlin. Druck: Vorwärts-Vuchdruckerel und Verlaasansiali Paul Sinaer u. Co. Verlin EW 68. Lindenslraßc 3. Hier,» 1 V-ilna« und..llaterbnltnna»nd Will«»'. Cxtra ebote... ü '• N: w i W l W Damen Nachthemden aus entern Hemdentuch, in verschiedenen Ausführungen 2 95 Küchen- Handftücher weis« Gerstenkorn mit roterKante, gesäumt u. gebänd., c«. 45 X 100 cm 48 Batisl- HemeHtoten farbig, mit Spitze reich ausgestattet 2 75 Haltbare Kolltücher gut« Qualität, mit Stniienmnstcr 95 Pf. Leder-Reise- und o85 Hausschuhe I: 1 Wa m •y Gemeinschaffts-Abonnemerfit der ersten Berliner Bühnen ohne jede VoraysaEahiisng Das Abonnement umfasst u.a. die Abendvorstellungen folgender Bühnen: Lessfng-Thsaler, Deutsches KGnsHcr-Theafer, Lustspiclhaus, Thealer am KurfCrtfendamm, Mefropol-Thcafcr, Komische Oper, Kleines Theater, Residenz-Theater, Neues Theater am Zoo u.a.m.- Revue- u.Opernvorsiellungen. Jeder Abonnent auf mindestens 2 Pl&txe erh< als Prämie zweimal zwei Freivorstellungcn. erm&uigten Abonne- Gattung III b �00 Gattung III � � Gattung II das let-te! Gattung I dle b«l«� ersten ��9 5«hwerhSrise erhaben als Gatwng I a ni bt.<- mSsUchZt vordere PIStae pro Plate wie folgt: ffl. und DL Rang...■| öalkonu. ü. Rang-Dalk.■ I Drittel des Park. u. I. Rang dfi| Drittel(LParlu I. Rg.-Dalk.u.Log. �" Die ungew6hnlkh rnentepreise sind (höchstens bis zur 11. Reihe von der Bühne) und gute Logenplätze HERMAHN UETZ oocooooooooo Heute Schlusstag oooooooooooo unseres Ausstattungs- Verkaufs Teibanden mit einer Ausstellung nnd einem Wettbewerb; .Dar Tisch der frohen Stunden". »»■ ttr. 416 ♦ 43. Jahrgang 7. Heilage ües vorwärts Sonnabenö, 4. September 1426 \\q Hen Die Bekämpfung der Ratten, dieser lästigen Plagegeister, muß immer wieder oen neuem erfolgen(wie in den bevorstehenden �erbstwochen in Berlin), da ihr Auftreten in großer Anzahl von großem Schaden sein kann. Sie sind die Uebertrager schrecklicher Krankheiten, wie der Trichinose, die allerdings infolge der eingefuhr- ten Fleischbeschau in ihrer Ausbreitung erheblich eingeschränkt ist. Sie sind die Verbreiter der Pest, die im Orient noch jährlich viel« Opfer fordert, in unseren Breiten allerdings infolge der günstigeren Wohnungsverhältnisse und sanitären Maßnahmen nur noch selten austritt. Doch kann durch Ratten die Verbreitung dieser Krankheit, falls sie einmal lokal auftreten sollt«, schnell vor sich gehen. Nicht zu vergessen und zu unterschätzen ist der wirtschaftlich« Schoden, den sie uns durch Vernichtung von Erntevorräten und Lebensmitteln, durch das Rauben und Zernagen von Haustieren, durch dos Unter- wühlen von Gebäuden zufügen können. Die öekämpfung. Die Bekämpfung der Ratten erfolgt häusig nach den Vorschriften der Polizei und sollte, namentlich bei Verwendung von Bisten, überall gleichzeitig erfolgen. Mit unzähligen Mitteln wird gegen die Ratten Krieg geführt. Die Verwendung von Giften erfordert aber Vorsichtsmaßnahmen, da die Ratten vergiftete Brocken verschleppen können, auch häufig das Gefressene wieder ausbrechen und auf diese Weise zufällig Lebensmittel, wie Getreide und Kartoffeln, vergiften können. die dann den Menschen und seinen Haustieren gefährlich werden. Harmloser ist die Verwendung von Fallen und eines Gemischs von Malz und ungelöschtem Kalk, das den Ratten an ihren Lieblings- orten hingelegt wird. Ihr Durstgefühl wird dadurch sehr angeregt und da- aufgenommene Wasser verursacht ihren Tod. Die natürlichen Feinde der Ratten sind andere Tiere, wie die Eulen und Raben, das Wiesel und die Katzen, die ihnen auch erfolgreich nachstellen. Manche Katzen allerdings vermeiden'es, mit den Ratten anzubändeln, da sie wohl ihr Gebiß fürchten. Auch manche Hundearten, namentlich Terrier und Pinscher, jagen gern Ratten und werden häusig zu diesem Zwecke gehalten. Die beiden Rattenarten. In unserem Daterlande treten zwei Rattenarten auf, die beide gleich gefährlich sind und denen unsere Kriegserklärung gilt. Es ist die kleinere graue Hausratte und die größere, mehr bräunlich gefärbte Wanderratte, welche eine Länge von über 40 Zentimeter, einschlieh- lich ihres Schwanzes, erreichen kann. Erster« soll in Deutschland schon seit langem beheimatet sein, während letztere erst in geschichtlicher Zeit aus dem fernen Osten auf dem Land- und Seewege nach Deutschland gelangt sein soll. Größer und kräftiger als die Hausratte, macht sie auch von ihrer körperlichen Ueberleaenheit ausgiebigen Gebrauch und verdrängt ihre schwächere, eingesessene Verwandte immer mehr, so daß diese recht selten zu finden ist. Vis in die erste Hälfte des lS. Jahrhunderts beherrschte die Hausratte Europa allein, von dieser Zeit an macht ihr die Wanderratte das Gebiet streitig und mit welchem Erfolg, haben wir bereits gesehen. In Deutschland ist sie noch allenthalben vereinzelt zu finden. Sie tritt nicht in größerer Anzahl auf. wie es bei der anderen Art der Fall ist. Noch in der Mitte und gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts war sie in manchen Gegenden Deutschlands allein anzufinden, die Wanderratte hatte ihre Herrschaft noch nicht überallhin ausgedehnt. In manchen Gegenden teilen silhl beide Arten ihr Herrschaftsgebiet, so daß die Hausratte die Dachböden und oberen Etagen der Häuser, die wander- ratte dagegen die Keller und Ställe und die tiefer gelegenen Gebäude bewohnt. wie kam Sie wanüerrotte nach Europa l Ueber den Zeitpunkt und die Art der Einwanderung der Wander- ratte aus ihrer Heimat Indien nach Europa herrscht noch keine Klar- heit. Ein älterer russischer Naturforscher behauptet, daß die Ratte im Jahre 1727 durch massenhaftes Ueberschreiten der Wolga den Zutritt von Vorderasicn nach Europa erlangt hat. Dem stehen aber Bedenken entgegen, daß nämlich die Tiere im vorigen lhrhundert noch nicht Vorderasien bewohnt haben, wahrscheinlich Ist die Wanderratte aus dem Seewege nach Europa gelang»; sie ist, „was für sie viel bequemer war, auf dem Seewege von Ostindien aus, dos schon früher von China her von ihr überzogen war. mit Schiffsgelegenheit nach Europa und vermutlich zuerst nach England gekommen, angeblich im Jahre 1732. Wie sehr die so überaus un> sauberen Wonderratten das Wasser und den Ausenthalt auf Schiffen lieben, ist bekannt. Sie laufen nachts in den Häsen von den Schiffen entlang der Ankertaue im Gänsemarsch bis in die Nähe des Landes uiid durchschwimmen die legte trennende Strecke, vortreffliche Schwimmerinnen, wie sie sind, mit Leichtigkeit. Ebenso' gelangen sie umgekehrt vom Lande aufs Schiff. Sie klettern auch, wenn sie Durst haben, hoch in die Takelage hinauf, um das Wasser, das sich bei vorhergehendem Regen in den Falten der Segel gesammelt hatte, zu sausen." Ihre Lebensweise. In der Lebensweise, in ihren Sitten und Gewohnheiten stimmen beide Arten, abgesehen von wenigen Unterschieden, sehr llberein. Während die Wanderratte sich mehr in den unteren Teilen der Ge» bäude, in feuchten Kellern und Gewölben, in Abzuggräben, in Senk- gruben und an Flußufern, an Orten voll Schmutz und Unrat aushält, bevorzugt ihre Verwandte mehr die Dachböden, Kammern und Korn- böden. Die Hausratte springt und klettert besser, die Wanderratte dagegen ist wieder eine gute Schwimmerin, kampslustiger und räuberischer. Peidc Arten sind die steten Begleiter des Menschen. Wo er sich niederläßt, Häuser, Dörfer und Städte baut, überallhin folgen sie ihm und werden seine Peiniger, gegen die er sich mit allen Kräften wehren muß. In allen möglichen Räumlichkeiten menschlicher Woh- nungen, die ihnen Nahrung versprechen, sind sie zu finden. Ueberoll- hin bahnen sie sich ihren Weg. Dicke Eichenbohlcn und Mauern bieten keinen Schutz, sie werden durchnagt und unterwühlt. Ja, sie sollen sogar die Llechrohre der Wasserleitungen durchnagen, um einen Ausweg zu finden oder um an däs Wasser zu gelangen, um ihren Durst zu stillen. Ueberschwemmungen in den Wohnungen sind die Folgen. Nur tief eingelassene Grundinauern, deren Fugen gut und fest verputzt sind, schützen gegen ihr Eindringen. Weit größeren Schaden richten sie durch die Art ihrer Nahrungsaufnahme an. Ihnen ist alles Genießbare recht. Nicht nur fallen sie über menschliche Nah- rungsmittcl her, sondern sie zernagen und zerstören andere Stoffe, sie fallen über lebende Tiere her, ja sie sollen sogar auch über wen- schen, wie wehrlose kleine Sinder, hergesallen sein. Die Ueberfälle von Ratten aus Menschen, die manchmal erzählt werden, halten nicht immer der Nachprüfung stand. Doch haben sich einige Fälle als wahr erwiesen. So soll im Herbst 1904 in der Nähe von Paris eine Ratten- schar einen angetrunkenen Mann in seiner zerfallenen Behausung bei lebendigem Leibe vollständig zerfleischt haben. Ueberfälle von Ratten auf kleine Kinder und wehrlose Kranke sind hier und da be> kannt geworden. Daß sie in Schweineställen deren Insassen an den Ohren oder sonstigen Körperstellen, daß sie Geslllgel, Kaninchen und sonstige Kleinttere angefressen haben, ist wohlbekannt. Die Verweh- rung, namentlich der Wanderratten, ist außerordenllich groß. Un- gefähr einen Monat nach der Begattung, die unter lautem Quieken und Schreien vor sich geht, gebären die Weibchen 5 bis 22 Zunge, die recht nette Tierchen sind. Die Jungen wachsen schnell heran und werden mit drei bl» vier Monaten ebenfalls sortpflanzungsfähig. Im Laufe eines Jahres setzt ein Rattcnweibchen mehrere Würse in die Welt, von denen die weiblichen Nachkommen in der angegebenen Zeit ebenfalls für die Vermehrung ihrer Sippe eintreten. Unter diesen Umständen kann man sich vorstellen, welch außerordentlich zahlreiche ZZermehrung die Ratten erfahren und wie notwendig ihre Bekämpfung ist. Die Anzahl der in den Großstädten lebenden Ratten ist naturgemäß sehr groß. So wurde die Zahl der in Paris lebenden Rotten auf mindestens eine Milliarde geschäht. Nach Berichten wur- den l8S0 in Paris 144 361 Ratten von den zünftigen Rattenfängern getötet und ihre Schwänze auf dem Rathaus abgeliefert. Ueber die Anzahl der in Berlin lebenden Ratten stehen anscheinend keine Zahlen fest. Sie wird wohl kaum hinter der der französischen Hauptstadt zurückstehen. Immer gab es Rattenplagen. Rattenplagen sind in allen Zeiten und aus aller Herren Länder bekannt geworden, denn die Ratten haben das„weltbürgerrecht" erworben." Im 15. Jahrhundert verhängt der Bischof von Antun über die Ratten den Kirchenbann, wahrlich eine erfolgreiche Bekämpfung der Tiere; in Sondershausen wurden sogar Büß- und Bettage an- gesetzt, um der Rattenplage zu begegnen. Mit allen Mitteln suchten die Menschen sich dieser lastigen Plage zu entledigen. Und da alles nichts hals, da mußten die Kirche und ihre Pfarrer gegen die Ratten zu Felde ziehen! Im Freileben tritt' unter den Ratten eine merk- würdige Erscheinung zutage; mehrere Tiere wachsen mit den Schwänzen zusammen; man nennt diese Bildung„Rattenkönig". Es handelt sich hier stets um Tiere aus demselben Nest, die sich gegenseitig die Schwänze anknabbern. Beim Zusammenliegen im Nest berühren sich die Wundslächen und wachsen aneinander, was bei glcichblütigen W, Die Sigurantin. Roman eine» Dienstmädchens von töon Frapie. Autorisierte Ucberfetzung aus dem Französischen von Kunde-Grazia. 17. Die Agentur Bizon, Rue Saint-Antonie, beschäftigte sich speziell mit Dienstmädchen, die körperliche Gebrechen hatten, zu altersschwach od/r zu häßlich, kurz: irgendwie mit einem Schaden behaftet waren. Unter der einen Bedingung, daß sie im voraus bezahlen konnten, übernahm sie es. dieselben mit Wohnung und Essen zu versorgen und ihnen Stellen zu ver- schaffen. Die philanthropische Agentur, bekannt wegen ihrer Spe- zialität minderwertiger, wohlfeiler Dienstboten, besaß eine sehr gemischte Klientel geiziger oder verschrobener Leute, die sich aus den verschiedensten Klassen zusammensetzten. Und es ge- lang, die Invaliden, Buckligen, Alten, Krummbeinigen unter- zubringen— aber man fand, um die Wahrheit zu sagen, niemals Abnehmer für die schwangeren Mädchen. Die Agenten ließen trotzdem diese letzteren umherlaufen, solange deren Ersparnisse reichten. Am Margen nach dem Weihnachtsfest machte sich Sulette mutig auf den Weg. Mit ihrem weißen Häubchen, dem schmälen einfachen Kragen ihrer grauen Bluse, dem schwarzen Rock trug sie den Stempel ihres Berufes deutlich zur Schau. Die Qual der letzten bei Frau Leroy verbrachten Tage hatte sie abmagern lassen, und ihr interessanter Zustand svrang jetzt in die Augen. Mit heiterer und entschlossener Miene eilte sie dahin wie eine Person, die aus dem Pflaster von Paris heimisch ist, und das Gedränge der Vorübergehenden störte sie nicht in ihren Gedanken: „Schließlich bin ich bei der Arbeit ebensoviel als eine andere wert, trotz meiner Schwangerschaft. Zuerst wird man mich verwundert ansehen, aber dann wohl bedenken, daß jeder Mensch leben muß." Die Agentur schickte sie nach dem Kai Anjou auf der Ile Saint Louis. Paris hatte hier etwas Altertümliches, provinz- mäßig Starres: der Tag war düsterer, der Nordwind schnei- dender. In einem Haus, dessen Erdgeschoß vergitterte, ver- staubte Fenster an Stelle von Ladenscheiben aufwies, stieg Sulette eine breite, mit schmiedeeisernem Geländer versehene Treppe auf niedrigen, ausgetretenen Stufen empor. In der obersten Etage klingelte sie und eine dürre, blasse Frauensperson, mit dem Aeußeren einer alten Betschwester führte sie mit kleinen verstohlenen Schrittchen in das infolge der ungewöhnlichen Höhe der Decke imposante Vorzimmer. Der Zettel des Vermittlungsbureaus veranlaßte keine Be merkung, aber der Anblick Sulettes wurde Urkgche eines er- schreckten Ausrufs: „Ach mein Gott, ich hole meinen Herrn Bruder!" Jene sehr betagte, knochige, in einen Schlafrock gehüllte Persönlichkeit hatte das bleiche und glattrasierte Gesicht eines Mitgliedes des Richterstandes. Er blieb zunächst in einiger Entfernung, mit verblüffter Miene, das linke Handgelenk mit der Rechten umspannend, stehen, dann trat er ganz dicht heran und seine Stimme tönte in gemessener Strenge:„Die Moral verbietet mir, Ihre Dienste anzunehmen. Entfernen Sie sich und lassen Sie es sich angelegen sein, die Gesetze zu achten." Er hatte die Tür geöffnet und Sulette entfernte sich, ihn bestürzt von der Seite ansehend, ohne ein Wort der Er- widerung zu finden. Im Flur streckte er seine beiden Hände mit gespreizten Fingern nach vorwärts, um die Drohung mit den Gesetzen zu verstärken und reine Luft zu schassen. Und Sulette verstand, das schwangere Mädchen durfte nicht betteln, nicht vagabundieren, nicht stehlen, nicht zu früh gebären, nicht Selbstmord begehen, und man brauchte ihr nicht Arbeit, Brot oder Asyl zu gewähren. Und als fordere er in eigener Person den jahrhundertealten Fluch des widerhallen- den Gebäudes, blieb der Alte i�hen, anklagend die Hände er- hoben, stehen, bis Sulette die eisige Oede der Treppe aus Stein und Eisen hinter sich hotte. Der Leiter der Agentur schien über die klar ausgesprochene Ablehnung seiner Klientin vom Kai Anjou sehr verwundert. Trotzdem entschuldigte er sich brieflich bei diesem„wegen des bedauerlicherweise vorgekommenen Irrtums" und schickte ein etwas idiotisches, in einem Kloster erzogenes Mädchen hin, das ihnen zusagte. Sulette verbrachte den Rest des Tages auf ihrem Koffer, sitzend, den Kopf in die Hände gestützt. Aber am anderen Morgen war ihr Mut wiedergekehrt. „Nein! Ich bin keine- Verbrecherin!... Und in der Stadt muß ich Hilfe finden." Ein Ausweis führte sie auf die Rue Soint-Honore, in die Nähe Hallen zu Geschäftsleuten, diese brauchten jemand, der ihren Haushalt versorgte, während sie im Laden tätig waren: die Schwangerschaft des Dienstmädchens dürfte sie auf alle Fälle gleichgültig lassen. Sulette ging die Rue de Rivoli entlang, und nach Ueber- schreiten des Boulevards de Sebastopol bestätigte die Phy- siognomie von Paris ihre Hoffnungen. Ein allgemeines, ver- worrenes, aber fröhliches und nicht rücksichtsloses Getriebe herrschte überall: die Bewohner des Quartiers des Halles er- kannten einander an ihrem geröteten Gesicht, den sröhlichen Augen und kräftigen Stimmen: die blaue Bluse, die Mütze oder die mit Taschen versehene Schürze kennzeichneten sie nicht weniger als fidele Leute. Da konnte keine unerbittliche Moral Hausen. Wirklich war der Empfang bei den Reflektanten keines- wegs ein strenger. Es waren Verkäufer eingesalzener Flcischwaren— Mann und Frau— korpulent, etwa vierzig Jahre alt. Sie brachen beide, die Fäuste in die Hüften ge- stemmt, in ein fürchterliches Gelächter aus. „Erlauben Sie! Sie haben wohl die Wassersucht, mein Kind?" schrie die Frau. „Sie bringen gleich jemand zur Hilfe mit? Wieviel ver- langen Sie denn Lohn für sich beide?" witzelte der Mann. ' Sie erzürnten sich angesichts des duldsamen und beharr- lichen Wesens Sulettes, die, wenn man wollte, zur Rolle des verhöhnten Dienstmädchens bereit war. „Sie sind eine putzige Person! Muß einen Bauch haben! Aber man muß einen wie wir haben! Schauen Sie, daß Sie mit Ihrer Schundware weiterkommen! Die Geißel des Spottes empörte die Widerstandskraft Sulettes. Sie wollte um jeden Preis Geld verdienen und Wäsche für ihr Kind kaufen. Man würde schon sehen! Und Paris sollte sich nicht lustig über sie machen. Sie würde doch die Kinderwäsche haben! Gutes versprach sie sich von einem Gang in das Quartier der Bö»se. Um 3 Uhr sollte sie sich vorstellen. Der liegen- bleibende Reif gab der Straße ein so staubbedecktes Aussehen wie mitten im Hochsommer. In ihre Pelze gehüllte Herren spazietten mit brennenden Zigarren daher: Kutscher mit prachtvollen Gespannen, blinkende Automobile fuhren längs des Trottoirs: schöne Weiblichkeit verbreitete Blumenduft und veranlaßte olle Zylinder, sich umzuwenden. Uebrigens zeigte der allgemeine Anblick, daß in diesem Zentrum der Stadt das Weih nach seinem höchsten Werte ein- geschätzt wurde. Die Geschäfte fesselten die Vorübergehenden durch ihre Ausstellungen von Kunstwerken: hier umrahmten entzückende Landschaften mit pocsievollem Grün Idyllen der Liebe: milchfarbene Nuditäten hoben vom blauen und röt- lichen Grunde ihre erzitternde Vollkommenheit, die Verkün- digerin der gereiften Begierde, ab. Dort riefen Marmor und Bronze hinaus, daß es nichts Erhabeneres auf der Erde gibt, als den Bau des weiblichen Körpers, der heilige, die Menschheit fortpflanzende Betätigungen offenbart. (Fortsetzung folgt.) Tieren möglich ist. Derartige„Rattenkönige" sind verschiedentlich gefunden worden und die Anzahl der dazu vereinigten Ratten ist recht verschieden. Es gibt 5ein Tier außer der Ratte, dem ein allgemeiner Ver- nichtungskrieg erklärt worden ist. Mit allen zu Gebote stehenden Mitteln wird gegen sie vorgegangen. Sie sind schädliche und gefähr- lich« Tiere, an deren Bekämpfung die Menschheit ein Interesse hat, da sie zu ihren schlimmsten Feinden zählen. Das Erpeta!. Es gibt noch Nnturschönhciten in der Mark, die, wenig besucht von der großen Masse der Zlusfliigler, an Nalurlichkeit und Ur- wüchsigkeit trotzdem nichts zu wünschen übrig lassen. Fährt man mit der Bahn nach Friedrichshagen, so blickt man kurz vor dem Ort zu beiden Seiten auf lieblich grünende Wiesen, die von einem Bächlein durchzogen werden— es ist das Erpetal. Vor Jahren, als es noch nicht zu Berlin gehörte, wollte ein geschäftstüchtiger Unternehmer hier Torf stechen, was aber durch eine Verordnung des Landrats von Niederbarnim verhütet wurde. Das kleine Gewässer, das sich in vielen Windungen durch das Wiesental schlängelt, um später bei Köpenick in die Spree einzumünden, ist die Erpe. Sie kommt aus der Gegend westlich von Alt-Landsberg, wo st« als schmales Rinnsal in engem Wiesenbett unter den, Namen Teiergraben durch die Feld- mark flieht. Nu nzieht dos Fließ seine Bahn durch«inen bald enger, bald weiter werdenden Wicsengrnnd, immer in südlicher Rich- tung, über choppcgarten, unter dem Namen Zochegraben, über Dahl- wig als Mühlenfließ, wo Kiefernforsten die Bachlondschast umsäumen. Im Westen sind es der Dahlwitzer Forst und die Köpenicker Mittel- Heide, im Osten die Krummendaumer Heide.— Will man die Schön- Heiken des Erpctols genießen, so beginnt man am Bahnhof Hirsch- garten, den Lauf der Erpe aufwärts verfolgend. Auf der westlichen Seite unter Kiefern wandelnd, mit freiem Ausblick auf grüne Wiesen mit Gruppen von Erlen, sind wir bald in Ravenstein. Bis hierher dürften viele Berliner vorgedrungen sein. Hier beginnt aber erst die Schönheit der Landschaft, die in ihrer Ursprünglichkeit und natürlichen Beschasfenheit manchmal recht wildromantisch anmutet. Gehen w-ir hinter Ravenstein über den Spielplatz in nördlicher Richtung, so wandern wir bald unter dem Schotten alter knorriger Eichen und Akazien. Das Wiesental rechts von ons bildet hier eine Viehweide, auf der sich eine große Herde Kühe und Pferde tummelt. Wir er- blicken bald die Gebäude des Vorwerks Heidemühle. Der Weg führt mitten durch den Gutshof. Wir kehren uns nicht an das Hundegebell, nicht an den zischenden Gänserich und die aufgescheuchten Hühner. Rechts um den Mühlteich herumgehend, kommen wir bald in eine wilde Landschaft. Das Fließ ist jetzt links von uns und durchläuft einen mit Schilf bestandenen sumpfigen Morast, von Weiden und Erlen umsäumt. Der Wald ist mit seinem Unterholz so dicht, daß er teilweise nicht zu betreten ist, lediglich am Rande fuhrt ein Neiner Weg entlang. Wilder Hopfen und andere Schlingpflanzen ranken gleich Lianen an den Bäumen empor. Wir befinden uns hier im Reiche des Herrn v. Treskow,. Zum Teil ist hier Rieselfeld? aber die Düste machen sich aus dem angegebenen Wege nicht bemerkbar. Man kann bis Dahlwitz vordringen und wird ein immer wechselndes Landfchaftsbild vor sich haben. die karower Morütat. Böttchers Geständnis. Das furchtbare Verbrechen, das Karl Böttcher gestern früh den Kriminalkommissaren eingestand, wird, wie wir schon mitteilten, noch nicht- der Schlußpunkt seines Schuldkmttos sein. Die erneuten Nach- forschungeg. in der Mordsache Eckert, die. Kriminalkommissar Engel betrieben hat, erbrachten ein« ganze Reihe wichtiger Zeugenaussagen. Darunter ist einer der wichtigsten ein Arbeiter, der sich jetzt ge- meldet hat. Er war im vergangenen Jahre mit Böttcher zusammen bei den Rohrlegungsarbeiten an der Karower Chaussee beschäftigt. Er und seine Arbeitskollegen hielten Böttcher, wie er sagt, für„dow". Sein verschlossenes und zurückhaltendes Wesen legten sie als Dummhett aus. Sie empfanden es als lächerlich, daß der junge Mensch während der glühenden Sommerhitze im steifen Kragen und Jackett die Erdarbeiten verrichtete. An dem Mordtage sah der Zeuge in der Mittagszeit den jungen Böttcher hinter dem Kornfeld entlanggehen und einen Seitenweg nach Buchholz einschlagen. Am nächsten Tage fragte Böttcher den Arbeitskollegen, ob wohl der Vorarbeiter sein Fehlen bemerkt und nach ihm gefragt Hobe. Der Zeuge verneinte das, kam auch später, als der Mord entdeckt wurde, nicht auf den Ge- danken, daß das Verschwinden des Burschen eine besondere Be- «ondtnis gehabt hoben könnte. Erst jetzt wurde er durch die Zeitungsnotizen stutzig und erinnerte sich der Vorgänge. Diese Ge- dankcnlosigkeit hat viel dazu beigetragen, daß die Nachforschungen der Mordkommission ergebnislos Verliesen. Ueber ein gutes Gedächtnis muß Böttcher oerfügen, wie aus seiner Schilderung des Mordtages hervorgeht. Er erinnert sich, daß er in wütender Stimmung von seiner Wohnung wegging und in den Lokalen in der Brunnenstraße reichlich dem Bier und dem Schnaps zusprach. Er wußte noch, in welchem Geschäft er die Flasche Kognak gekauft und daß er dafür 2,75 M. bezahlt hatte. Während der Straßenbahnfahrt nach Buchhotz stand er auf d«r vorderen Plattform und trank auch jetzt wiederHoll aus der Flasche. Der Straßenbahnschassner, der wohl sah, daß Böttcher angetrunken war, oerwies ihm das und drohte, ihn von der Weiterfahrt auszu- schließen, wie es seine Vorschrift war. Er schildert dann eingehend die Vorgänge bei der Ermordung des kleinen Mädchens. Nach der Tat trank er den Rest de» Kognaks aus und warf die Flasche achtlos beiseite. Jetzt siel ihm ein, daß er schon lange den Wunsch gehabt hatte, einnial die damals stattfindenden Schauflüge auf dem Tempel- hofer Feld anzusehen. Gegen 2 Uhr nachmittags kam er dort an, betrat aber nicht den eigentlichen Flugplatz, sondern blieb am Zaun stehen. Neben ihm stehende andere„Zaungäste" unterhielten sich darüber, daß bei Straßenarbeiten in Lankwitz Arbeiter eingestellt wurden. Böttcher ließ sich die Firma nennen und wanderte zu Fuß nach Lankwitz hinaus, wo er gegen 4 Uhr ankam. Zur Rückfahrt be- nutzte er die Stadtbahn, kam gegen 8 Uhr abends auf dem Pots- damer Bahnhof an, ging nach Hause und legte sich zu Bett. Böttcher gibt an, daß er bei dem Morde an der kleinen Eckert unter dem für ihn unheilvollen Einfluß des Alkohols gestanden haben müsse. Es kommt hinzu, daß er sehr leicht erregbar ist. Selbst bei seinen Vernehmungen fällt es ihm schwer, sich zu beherrschen. Er sagt, daß das Zusammentreffen mit dem Kinde ein rein zufälliges war. Er sprach zu niemand von dem Morde und las auch keine Zellung. Später, als er einen Söulenanschlag zu Gesicht bekam, erinnerte er sich nicht einmal mehr, welche Kleidung sein unglückliches Opfer ge- tragen hatte. �Nach einigen Tagen gab Böttcher die Arbeiten in Karow auf. Später war er beim Straßenbau an der Kraftfahrer- kaferne in Lankwitz beschäftigt. Die Kriminalpolizei beschäftigt sich zurzeit mit der Nachprüfung, ob Böttcher fiir das Sitttichkeits- attentat, das in der Nacht zum 30. August in Lankwitz oerübt wurde, als Täter in Frage kommt. Damals wurden in der Steglitzer Straße zmei Damen angefallen und beraubt. Der Unteroffizier der Reichswehr, Fritz M ä tz i g, der auf die Hilferufe herbeieilte, wurde von dem Wegelagerer angeschossen und durch einen Rückensteckschuß schwer verletzt. Die Untersuchung darüber ist noch nicht abgeschlossen. Weiter wurde festgestellt, daß Böttcher im Jahre 1924 in dem Hause Garten st raße 89 ein Sittlichkeitsattentat auf ein damals acht Jahre altes Mädchen verübte. Dieses Verbrechen gab er auch zu. 5abrikbranö in üer SpanSauer Straße. Schwerer Schaden bei Schuchardl und Schütte. Auf den Alarm Großfeuer rückten gestern nachmittag drei Züge der Feuerwehr nach dem Grundstück Spandauer Str. 28-29, wo sich die Hauptverwaltung und Ausstellungsräume der Werkzeug- Maschinen- und Werk.zeugfabriken von Schuchardt und Schütte A.-G. befinden Auf diesem Grundstück liehen ein Vorder-, ein Mtttel- und ein Hintergebäude, die zwei Höfe um- schließen. Um die genannte Zeit brach plötzlich auf der linken Seite im Hinterhaus Feuer aus, und wenige Minuten später sah man auch Flammen aus der rechten Seit« des Mittelgebäudes herausschlagen. Der Brand dehnte sich sehr schnell aus und sprang auch auf das Vordsrgebäude über, fo daß bald e in ungeheures Flammen- m e e r über dem ganzen Grundstück emporloderte. Bei dem Ver- suche, einig« Gegenstände aus der Wohnung zu retten, erlitt der Hausmeister K ü b l e r, der im vierten Stock des Hintergebäudes wohnt, leichte Brandwunden und trug auch eine Rauchoer- giftung davon. Ebenso wurde ein Fahrstuhlführer durch die Flammen verletz!. Erst in der vierten Stunde gelang es der Feuerwehr, die Flammen zu löschen. Der Schaden ist ziemlich erheblich, da die auf den Bodenräumen befindlichen Reparatur- und Modellwerkstätten fast völlig zerstört sind. Allem Anschein nach� liegt eine Brand- st i f t u n g vor, da das Feuer zu gleicher Zeit im Hinter- und im Mittelgebäude ausgebrochen ist. Ein weiteres gefährliches Feuer kam am Freitag nachmittag gegen 3 Uhr in den Lagerkellereien der Firma Gebrüder Elsner, Druckerei, in der Oranienstraße!40/42 zum Ausbruch. Im Keller lagerten größere Mengen Zelluloidreste, die wahrscheinlich insolge Selbstentzündung in Brand gerieten. Das Fener dehnte sich auf unten lagernde Papiervorräte aus. Die Feuer- wehr, die mit mehreren Löschzügen zur Stelle war und unter großen Schwierigkeiten an den Brandherd gelangen konnte, hatte längere Zeit mit der Bekämpfung des Feuers zu tun. Eine Fischbackstube im Norden. In der Ehauss«cstraß«91 hat sich vor wenigen Tagen«ine„Deutsche Fischbackstube" aufgetan, die nach dem Vorbild der mit staatlichen Mitteln eröffneten Fischback- stube in der Mfttelstraße den Berlinern des Nordens die Annehmlichkeit der gebackenen Fssch« zum Munde führen will. Wenn auch der Betrieb kaum auf den starken Konsum jener Fischstube eingestellt ist, so kann er sehr wcchl auf größere Bafis geftihrt werden. Die Portion Fisch kostet 59 Pfennig, es werden Seefische verschiedener Sorten wie Rotzunge, Seelachs, Makrelen u. a. oerarbeitet. Di«„Deutsche Fisch- backstube" veranftoltet, allerdings wohl aus Propogandagründen, unentgeltliche Armenspeisungen, auch sollen Erwerbslose gegen Bor- zeigen ihrer Stempelkarte an verschiedenen Togen der Woche die 59-Psennigration für 39 Pfennig erhalten. Die im Rahmen der Berliner Turn- und Sportwoche vorgesehen« F« st v o r st e l l u n g mit anschließendem Ball in der Städtischen Oper am Sonnabend, den 4. September 1928, fällt aus. Am Vormittag übertrug man die Eröffnung der Dritten Deut- scheu Funkausstellung mit allen schönen Reden, die dort geschwungen wurden. Seidler- Winkler spielte mit dem Funkorchester die dritte Leonoren-Ouoertüre. aber dieses Mal gestrafst und mitreißend besonders im großen Creszendo. Nachmittags im Rahmen eines hübschen Konzertes Werber, Verdi, Liszt. Schubert und Lehar, und am Abend begann der Ziftlns.Zweitausend Jahre Orchester-Musik". An den Anfang stellte Seidler-Winkler die E-Dur- Sinfonie van Dittersdorf, es folgte darauf ein Orchcstertrio von Stamitz. Eigentlich hätte Stamitz an der Opitz« rangieren sollen, denn er ist der Begründer des neuen Orchcsterstils, der hauptsächlich in dem Wechsel des Tempos und des Ausdrucks innerhalb eines Satzes beruht. Dittersdorf fußt auf ihm, aber der geniale Neuerer und Revolutionär wie auch Dittersdorf waren bald durch die Leistungen Haydns und Mozarts in den Schotten gestellt. Was empsindet der moderne Hörer bei jenen Komponisten? Etwa dieses: ein Mozart ohne bezaubernde Grnzie, ohne die quellende Melodik, ein beinahe stampfender Haydn. Die Begründer der neuen Form beherrschen sie noch nicht souverän, sie haben noch nicht die spielende Ileberlegenheit, das Instrument gehorcht noch nicht völlig seinem Schöpfer. Den Abstand merkt man sofort, wenn das Orchester daraus Haydn spielt. Hier ist bereits die Erfüllung. Haydn lächelt, das Orchester und die Sologeige singen, die Figuren zeigen Anmut, liebenswürdige Grazie. Der Geiger Maurits v. d. Berg spielt leicht und selbstverständlich, das Instrument Ningt. Auf hohem Niveau steht die Leistung des Orchesters. Man kann sich auf die Fortsetzung des Zyklus freuen. vss Kundfunkpi-oxi-amm. Sonnabend, den 4. September. Außer dem üblichen Tasesprogramm: 12 Uhr mittags: Die Viertelstunde für den Landirirt. 4.30 bis 6 Uhr abends: Nachraittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz y. Szpanowski. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theater- und Pilmdienst. 6.30 Uhr abends: Hauptmann Rohde:..Abessinien, Land und Lenta'. 7 Uhr abends: Vortragsreihe anläßlich der großen Deutschen Funkausstellung Berlin 1926. Dr. Berthold Cohn:„Die Deutsche Fnnlrindnstrie. 7.30 Uhr abends: Einführung zu dem Sendespial.Das Glöckchen des Eremiten". 8 Uhr abends: Sendespiel:.Das Glöckchen des Eremitcrf", koroische Oper in drei Teilen. Nach dem Französischen des Lockroy und Cormoa. Deutsche Bearbeitung von Ferdinand Gnmpert. Musik von AimiS Maillart. Dirigent: Selmar Meyroivitz von der Berliner ätaatsopar. Leitung: Co'rnelis Brons- geest. Thibaut, reicher Pächter; Albert Reiß; Georgette, seine Frau: Agnes Lonbach; Bolamv, Dragoner-Unteroffizier; Comelis Bronsgeest; Sylvaxn, erster Knecht des Thibaut: Karl Jöken; Hose Friquet, eine arme Bäuerin: Grete Merrem-Nilrisch; Ein Prediger: Louis van de Sande, Dragoner, Bauern, Bäuerinnen. Ort der Handlung: Ein französischer Gebirgsort, nicht weit von der Savoyisehen Grenze. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagosnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Pilmdienst. 10.30— 12 Uhr abends; Tanzmusik tTanzorchester Ette). Königswusterhausen, Sonnabend, den 4. September. l-'O— 1 40 Uhr nachm.: Dr. Leonhard Blaß: Musikalische Darbietungen für Schüler: 1. Rezitationen."2. Gran. Funk, König, Wehlstein: Staats- und Domchor. 3—3.30 Uhr nachm.: Professor Dr. Amsel und Oberschnllehrer Westennann: Einheitskurzsobrift. 3 30—4 Uhr nachm.: Gurtcnschullouar Hans Höhne: Die nntor- richtlicho Auswertung der Gartennrbaitr-schulo 4-4 30 Uhr nachm.; Dr. Wilhelm Ebert; Wasser und Obstbau. 4.30—5 Uhr nachra: Mitteilungen des Zentralinstituts. 6—5.30 Uhr nachm.: Diplom- Handelslehrer Hans Wieg: Bodenreform und Volksemährung. O.SO Uhr abends: Uebertragung ans Berlin. Schwerer Unfall beim Vau öes Großkraftwerkes. wieder zwei Arbeiter abgestürzt. Ein neuer folgenschwerer Unfall ereignete sich gestern auf deiri Gelände des im Bau befindlichen Großkraftwerkes Rum- melsburg. Zwei Arbeiter, der 23jührigc Monteur Fritz S t e i n k c aus der Usedomstraße 29 und der 29jährige Monteur Edmund Pflug aus der Prenzlauer Straße 9, waren mit Montagearbeiten aus einem Eisengerüst beschäftigt. Aus bisher nach nicht ganz ge- Härter Ursache, wahrscheinlich durch das vorzeitige Lösen eines Eisenmastes, stürzten beide aus etwa 15 Metern Hohe in die Tiefe, wo sie mit schweren Verletzungen besinnungslos liegen blieben. Während Steinke zwar erheblich, doch nicht lebens- gefährlich verletzt ist, gibt das Befinden des verunglückten Pflug, der im Hubertus-Krankenhaus in Lichtenberg Aufnahme fand, zu Besorgnissen Anlaß._ Verhaftung eines Sittlichkeitsvcrbrcchcrs. Einem im Hause Bergstraße 61 wohnenden Arzt und einem anderen Mieter fiel gestern vormittag ein etwa vier Jahre altes kleines Mädchen auf, das bitterlich weinend aus dem Hofe stand. Als man das Kind fragte, klagte es, daß ein.fremder Onkel" es .angefaßt" habe. Den Nnchforschungen der beiden Männer gelang es auch, einen jungen Mann zu ertappen, der sich bei ihrem Rahen. eilig aus dem Staube machen wollte. Nach kurzer Verfolgung fonnie er aber an der Ecke der Invaliden- und Bergstraße gestellt und der Polizei übergeben werden. Aus der Wache des 5. Reviers ent- larvte ihn die Kriminalpolizei als einen 25 Jahre alten Johann Amin aus der Exerzierstrahe 3. A., der augenblicklich ohne Be- schästigung ist, hatte sich planlos in den Straßen umhergetrieben, das kleine Mädchen an sich gelockt und versucht, sich an ihm zu vergehen. Die erschrockene Kleine war weinend davongelaufen und so vor dem Aergstcn bewahrt geblieben. Der Festgenommene ge- stand weiter ein, daß er vor etwa 14 Tagen ein Sittlichkeitsver- gehen an einem vier Jahr« alten Mädchen auf dem Treppenilur des Hauses Bergstraße Ifi verübt hatte. Der Unhold wurde dem Polizeipräsidium eingeliefert._ Zur Kriminalität her jugendlichen. Eine Zusammenstellung der in Berlin im Jahre 1925 abgeschlossenen Strasoersahren gegen Jugendliche ergibt 2992 Fälle. Daran waren die männlichen Jugendlichen allein mit 2421 Fällen, die weiblichen nur mit 481 Fällen beteiligt. Bon der Gesamtzahl kamen auf die Altersklassen der 14- bis 15jährigen 293 männliche und 41 weibliche Jugendliche, der 15- bis Ifijährigen 455 und 99, der Ifi- bis 17jährigcn 651 und 159, der 17- bis 18jährigen 1922 und 182. Die Straftaten gehörten in zwei D r id t e l aller Fälle zu den Vergehen gegen dos E igen- tum, bei 1618 männlichen und 355 weiblichen Jugendlichen. Gegen Staat, Religion und öffentliche Ordnung hatten sich 66 männliche und 19 weibliche oergangen, gegen die Person 243 und 28. Da.zu kamen Uebertrettingen von 195 männlichen und 39 weiblichen. Der Rest, 299 männliche und 49 weibliche, oerteilte sich auf eine Reihe sonstiger Verfehlungen._ Blumcnschau in Berlin C. Der Bezirk Osten des Verbandes Deutscher Blumengeschäfts- inhaber, Ortsgruppe Groh-Be'rlin, hält zurzeit in den Alhambra. Festfälcn, Wallnerthcaterstrgße 15, eine Blumenjchou ab. Der Eingang wirkt in seinem tiefen Grün der mit Tannerrrcifig ver- kleideten Wände und dem Spalier hoher Oleanderbüsche düster, fast böcklinartig und gibt ein wirksames Gegenstück zu der farbenfreudigen Helle, die den Besucher im Ausstellungsraum empfängt. Da gibt es. bunt durcheinandergewurfelt, prächtige Chrysanthemen in ollen Farbschattierungen, die zartgetönren pastellsarbenen und die leuchten- den Schwertlilien, Dahlien, verschiedene Primelarten und noch viele andere schöngepfkcgte und geschmackvoll arrangierte Blumenarrange- ments. Ein blumengrschmucktes, sollkommen eingerichtetes Braut- gemach mit Myrthen engros, Brmttjdfttier und allen daz» gehörrgen poetischen Requisiten. Ein prächtig gedeckter Hochzeitstisch sei bejon- der» erwähnt. Gleich-daneben— das Leben ist nun mal eine Tragikomödie— eine Schaustellung von allerlei Grabschmuck auf dem Gebiete der Blumenkunst. Sehr hübsch wirkt ein Kakteenhain, der die Eigenart dieser absonderlichen Pilanzenformen wirksam zur Geltung bringt. Eine Markisenfobrik hat die Veranda eines Sommer- Hauses mit Korbmöbelgarnitur, Garienkies, lustigen Vorhängen und den passenden Blumenarrangements gestellt. Don den Balkons grüßen hübsche Dekorationen von Primeln und anderen Tops- Pflanzungen. Der duftende Hain ist noch nicht ganz serriggestellt. Hier wird noch eine Schleife angebracht, dort werden Vasen und Körbe zurechtgerückt, nlles arbeitet fleißig, prüft mit Kennerblicken die Wirksamkeit und harrt der Besucher. Vicrköttcr in Berlin. In einein sechssitzigen Domierkometfingzepg III ist Dierkötter. der Kanalbezwinger, um 5,29 Uhr von Köln auf dem Tempelhofer Feld angekommen. Di« Fahrt Köln— Berlin legte das Flugzeug in 4 Stunden zurück. Di« Lufthansa hatte ihre sämtliche Flaggen aufgezogen, ein strenger Absperrungsdienst sorgte dafür, daß sich auf dem Flugplätze nur geladenes Publikum ver- sammelte. Das Tempelhofer Feld war von vielen hundert Menschen besetzt, aus der Ansahrtstraße zum Flughafen standen die Neugierigen in Scharen. Als Vierkötter dem Flugzeug kntstieg, ging«in unbe- schreiblicher Tumult los. Di« Schupokett« wurde von den wild- gewordenen Enthusiasten überrannt, indes 29 bis 39 Photographen ein« Art Serienfeuer eröffneten. Die Ansprache des Direktors Milch von der Lufthansa, der Vierkötter ein Modell des von ihm auf der Berlinfahri benutzten Dornierflugzeuges als symbolisches Ge- schenk überreichte, sowie die Begrüßungsworte des Obennagistrats- rats Häusler als ZZertreter des Magistrats fielen dabei fast völlig unter den Tisch. Frau Vierkötter mit Kind und Echwieger- ellern waren anwesend. Schwimmvereine überreichten«inen Kranz. Als Vierkötter im Auto abfahren wollt«, kam es auf der Straß« zu wilden Szenen. Di« Polizei hatte größte Mühe, dem Wagen Passage zu verschaffen. Im Rathaus fand anschließend ein Empfang des Schwimmers statt. Berliner Turn- und Gportwoche. Langsam nähert sich die Berliner Turn- und Sportwoche ihrem Ende. Die Veranstaltungen am gestrigen Freitag blieben an Zahl gegen die der Bortage erheblich zurück. Für den Sonnabend sind noch eine große Anzahl von turnerischen und sportlichen Dar- bietungen geplant, die am Sonntag mit etwa 59 programmäßig sestgesetzten Sportveranstaltungen ihren Höhepunkt und zugleich ihren Abschluß erreichen werden. Gestern wurden wieder im Lustgarten, im Schiller-Park, aus dem Sportplatz Schönhauser Allee, auf der Weberwiese und out dem Platz vor dem neuen Rothous in Schöneberg Boxkämpfe und von den Schwergewichtlern Ring- k ä m p j e.�G e w i ch t h c b e n und Erpanterziehen gezeigt. Aus den Sportplätzen Kynast- und Normannenstraßc in Lichten- berg traten mehrere Mannschasten zu Faustballwettspielen an. Im Stadion im Grunewald fand wie im Vorjahre ein Zapfenstreich der Reichswehr mit anschließendem Fackelzug statt. Zum Schluß wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Die Zuschouerttibünen zu beiden Seiten der großen Sportarena waren knapp zur Hälfte gefüllt. Die Farben der Republik, die man eigentlich, oder selbstverständlich an den Fahnenmasten er- wartet hätte, suchte man vergeblich. Ein ftorkbejuchier Box« kampfabend kam abends in den Kammersälen in der Teliower Straße zum Austrag. Die Rcpcäseutaiioen der Berliner Boramoteure traten gegen Hamburgs Auslese in den Kampfring. Es gab durch- weg schöne und harte Kämpfe in allen Gewichtsklassen zu sehen, n» denen sich die Hamburger als tapfere Kämpfer erwiesen. Straßenbahnzusammenstoß in üer Elbinger Straße. L Personen verletzt. �.ii solgenschwercr Straßenbahnzusammen stoß er. eignete sich gestern nachmittag gegen�%5 Uhr cor dem Hause E l b i n g e r Straß,? 2 0. Ein Straßenbahnprobewagen vom Bahnhof 25 fuhr auf einen haltenden Straßenbahnzug der Linie 5 mit voller Wucht aus. Die Plattformen beider Wagen wurden eingedrückt und sämtliche Scheiben zertrümmert. Der Fahr- gaste bemächtigte sich eine Panik. Zwei Frauen wurden durch herumfliegende Tlassplittcr erheblich verletzt. Eine weitere erlitt einen Nervenschock. Ein Arbeiter zog sich eine starke Schulter- quetfchung zu und zwei andere erlitten im Gesicht durch Glas- splittsr erhebliche Verletzungen. Die Verletzten begaben sich teils zur nächsten Rettungsstelle, wo ihnen Notverbände angelegt wurden, und teils in prioatärztliche Behandlung. Die Ursache des Zusammen- stoße? soll auf Versagen der Bremse des Probe- wagens zurückzuführen fein. Eine genaue Untersuchung ist ein- geleitet worden. Die Nordsüdbahn nach Tempclhof. Die geplante Weitcrsührung der Nordsüdbahn vom Bahnhos Kreuzberg nach Tcmpekhof wird nicht mehr lange aus sich warten lassen. Der Magistrat hat beschlossen, daß�mit den Bauarbeiten aus der über das Tempelhofer Feld führenden«strecke begonnen wird. Die Erdarbeiten bei der Ausschachtung des Tunnels werden die Mög- lichkeir geben. Erwerbslosen die langersehnte Beschäftigung zu schoi- fen. Im Anschluß an den Bau dieser Strecke wird auch die Tempel- hoser Chaussee so umgestaltet werden, daß sie eine Mittelpromenade und zwei Fahrtämme erhält._ Junglehreranstcllungcn. Der Magistrat der Stadt Berlin teilt durch sein Nachrichtenamt den Zeitungen mit: Den berechtigten Wünschen der Iunglehrerschast an den hiesigen Volksschulen entgegenkommend, hat der Magistrat beschlossen, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die An- stdlung der 10 und mehr Jahre im städtischen Schuldienste tätigen Schulamtsbewerber und-bcwerberinnen zum 1. Oktober d. I. durch- führen zu können. Die Entscheidung über die Anstellung früherer Jahrgänge muß einem späteren Zeitpunkt vorbehalten bleiben. Nicht aus Entgegenkommen hat der Magistrat diesen Beschluß gefaßt, sondern well er jetzt wieder mehr Lehrer und Lehrerinnen braucht. Die plötzliche Ebbe im Zuwachs sechsjähriger Schulanfänger, die im Jahre 1926 als naturgemäße Nachwirkung des außerordent- lichen Geburtenrückganges der Kriegszeit eingetreten war. ist vorüber. Schoo zu Ostern 1926 hatte sich eine Wiederzunahme der Einschulungen bemerkbar gemacht, und für Ostern 1927 darf man eine weitere Zunahme erwarten, so daß neue Klassen und mehr Lehrkräfte nötig werden. Viele der Junglehrer und Junglehrerinnen, denen auf eine Reihe von Jahren die Möglichkeit, in ihrem Berus zu arbeiten, genommen war. werden nicht ohne dauernden Schaden'sich durch diese schwere Wartezeit hindurchgcrungen haben. Für nur zu viele ist sie noch lange nicht zu Ende. Zirkus Krone wieder iu Bcrliu. In vier Extrazügen ist am Freitagoormittag Zirkus Krone in Berlin eingetroffen. Auf dem Güterbahnhof Wilmersdorf herrschte sckon in den frühen Morgenstunden reger Verkehr. Die großen Güterhallen werden eingerichtet, um den Tierpark des Zirkus bis zur fertigen Aufstellung der Zelte aufnehmen zu können. Der erste Zug krachte schon in den frühen Morgenstunden dos Material, das zum Aufbau der Stallungen und zum Aufbau des chauptzeltes benotigt wird. Der sehr unebene Platz an der Kaiserallee ist schon seit Tagen vorbereitet worden. Zunächst werden die Stallungen m sechs großen Zelten aufgebaut, dann bringt der zweite Transportzug den eigent- lichen Zirkusbau und die Inneneinrichtung. Der dritte Zug bringt die Tiere und die übrigen Requisiten. In einer Taaesarbeit hat sich ein freier unbebauter Platz in eine Zeltstadt verwandelt, chic von Igst tausend Menschen und fast ebenso vielen Tieren beoolkert ist. Der' Tierpark des Zirkus ist erheblich vergrößert. Als Seltenheit reisen mit dem Zirkus zwei junge Giraffen, die ein eigenes Zelt und eigen» konstruierte Transportwagen haben. Bald ist das Durcheinander geordnet. Und. wenn das Licht die Zeltstadt durchflutet, denkt niemand mehr daran, wie alles wurde. Straßensammlung für jugendliche Krüppel. Di« im jugendlichen Alter Verkrüppelten veranstalten am 4. und S. September «ine vrm Berliner Polizeipräsidium genehmigte Straßen- fammlung. Ohne Anspruch aus gesetzmäßig« Renten, vielfach auch ohne sonstige Unterstützungen, sind die Körperbehinderten außer- dem auch der Arbeitslosigkeit besonders ausgesetzt. Viele von den schwer Bewegungsgehemmten kommen in langen Jahren nicht einmal hinaus in die freie Natur. Darum erstrebt der Bund für jeden Schicksalsgefährten: Kostenlose Beratung, Erfahrungsaustausch, Weiterbildung und Beschaffung geeigneter Arbeit auch für die Schwerstbehinderten und dazu Ankauf von Rohmaterialien, Hand- «erksgeräten, Kleinmafchinen. Einrichtung eines Wohn- und Arbeits- heims' für die Bewegungsgehemmten. Groß-Besten. Am Sonntag, den 5. September, nachmittags 2'A Uhr, Bannerwcihe der SPD., Festredner Genosse Breuer, Unser« an der Görlitzer Bahn liege irden Organisationen werden er- sucht teilzunehmen. Do» große Los für kleine Leulc. Die beiden Prämien der preußischen Klassenlotteric im Betrage von je ZOOOOO Mark sielen am Freitag vormittag, dein letzten Ziehungstage, aus das Los Nr. 22? 243. Der Gewinn des Loses beträgt in jeder Abteilung 3000 M. In der ersten Abteilung ging das Los nach Krefeld, wo es in zwei Hälften gespielt wurde. Die glücklichen Gewinner der 503 000 M. sind zwei kleinere Fabritanten. Die zweite Abteilung fiel nach dein kleinen Ort Schmiedeseld im Kreise Schlcusingen (Thüringen). Hier verteilt sich der große Gewinn aus zahlreiche kleine Leute. Das Los selbst wurde in Achteln gestielt, die Spieler hatten es ober in kleinere Teile ausgeteilt. Die Folge ist, daß etwa 30 bis 35 Personen glücklickx Gewinner des großen Loses geworden sind, fast ausschließlich Kleingewerbetreibende und He-m- orbeiter. Die Erregung über den Glücksfall, von dem so viele Ein- wohner betrossen sind, ist natürlich groß in dem kleinen Oertchen. ' cohnstcuer lleberweisungsblätter. Nach einer Anordnung des Reichsfinanzministeriums vom 23. Juli 1926 haben die Arbeitgeber die L o h n st e u e r ü b c r w e i s u n g s b l ä t t c r für 1926 allgemein auszuschreiben. Das Reichsfinanzministerium weist darauf hin, daß die V o r d r u ck e zu den Ueberweisungsblättern und den zugehörigen Nachweisungen und Zusammenstellungen den Arbeitgebern unentgelt- lich zur Vexsügung gestillt werden. Sobald die Vordrucke bei den Finanzämtern vorrätig sind, wird dies den Arbeitgebern durch die Presse bekanntgegeben. 5« AlSaaerchoe Zriedrlchshain. Der Chor wirkt bei der Dannemeihe der Partei(Bezirk SSeihecheei am Sonntag, den 5. September, mit. Trenvunkt und Zeit werden am Freitag in der UebungSftunde bekannt gegeben ES ist allo Pflicht, zur UebungSstunde zu erichcinen und am Sonntag ebenso pünktlich und vollzählig anzutreten. zc»ui.b>eiz?eit Kottbii»»«,' Tor lüKT A.A.' 32.- 31- 38.-43.-«.- Zt.- ?rfifnngs-Anzüge Dimh eigen« FeMfcMfc»«beide kh den Zwiedtenbendel eos Ms öer Partei. ZNäanerkursu» ia Tinz. Die Heimvoltshochschule Tinz-Gera ladet zur Teilnahme an ihrem zehnten Männerkursus ein. Die Lehrfächer, die in Tinz im Vordergründe stehen, sind: Wirtschastslehre, Geschichte, Kulturlehre, Verfossungs- und Verwaltungs- künde, Arbeitsrecht, Gewerkschastswesen, Er- ziehungsfragen. Aufnahme finden Bewerber im Alter von 15 bis 30 Jahren, die keine höhere als Volksschulbildung genossen haben. Die Bewerber haben an die Schulleitung ein Gesuch und «inen selbstgeschriebenen Lebenslaus einzureichen, aus dem neben den allgemeinen Daten über Alter, Staatszugehörigkeit, Berufs- ausbildung usw. der Bildungsgang und der Zweck, der mit dem Desuch der Schule angestrebt wird, hervorgeht. Dos Schulgeld, in dem die Kosten für Wohnung und Verpflegung einbegriffen sind lBettwäfch« ist mitzu- bringen), beträgt für den ganzen Kursus für Thüringer 125 M., für die übrigen Reichsdeutschen 150 M., sür Ausländer 200 M. Das Schulgeld ist bei Kursusbeginn zu entrichten. Dazu tritt die Ber- pflichtung, durch regelmäßigen Arbeitsdienst(6 Stunden wöchentlich) an der Erhaltung der Schule mitzuarbeiten. Der Kursus beginnt am 15. Januar 1927 und dauert bis 30. Juni 1927. Bewerbungen sind spätestens bis 15. Oktober 1926 einzureichen. Die Entscheidung des Lehrerkollegiums über die Auf- nähme erfolgt nach Beendigung der Bewerbungsfrist. Eivlendlmgen für diese SintrU sind Berlin«« 68, Llndenftr-He 3, Parteinachrichten für Groß-Serlln stet»»n da» Sezixbfclzctaciat, 2. Hos, 2 Step, recht», zn richten. 2. Stzei» Tiersarten. Sonnabend, den 4. Sevtember, abend» 8 Uhr, areis. noxftuttbsRftuitt» bei Itümpet. Ülen»burger Str. 8. 8. JUci« Seddins. 22. und 23. Abt.: Morgen. Sonntag, Ausflug »ach dem Restaurant..Wiesengrund" am Spandaner Echiffahrtsdonal. Trestpunlt Müller-, Ecke Seestrasie, vor der Alhamdra um 12'/, Uhr. 4. lim» Prenzlane, Sem. Wichtige groftionsCchtina am Montag abend l47 Uhr im Zimmer 29 des Bezirksamtes. 7. strei, Sharlattenburq. Heute, Sonnabend. Sisiung der Zugendfmnmrfsion adrnd» 8 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4. Jede Abteilung muh ver. treten lein. 18. Jtni* Weihensee. Die Parteigenossen treffen sich zum Sonntag nachmittag W Uhr Prenzlauer Promenade, Eck«<5 Strohe. Sämtliche marschfähigen Kinder bitte mitbringen. It. strei» Pankow Montag abend 7>4 Uhr Kreisdelegiertrirversammlung bei Meier, Tlirkisd�« Zelt,»reite Str. 14 lPandowl. DollzShliqe» Erscheinen bringend ersorderlich. 28. Kreis»einickendarf. Montag abend 7 Uhr erweiterte SreiHoortzands- sisiun« im Backshaus Reinckenbvrf-West. Schar luveberfa. 114. Alle Ad- trilnngen müssen besiimmt vertreten sein, da die Derbeorberten besprochen werden. heute, Sonnabend, den 4. September: 22. Abt. B«»irk»f!ihrer, welche Abzeichen für den Ausflug erhalten haben, rechnen dieselben ab 7 Uhr beim Eenoffen Schmidt. Tegeler Str. 31. ad. Bi» zum Sonnabend nicht abgerechnete Abzeichen gelten als vertauft. 23. Abt. Die Bezirksfiihrer müssen heute die Ausflugnabel beim tbenvssen Petcrmann, Seesir. 104, in der Zeit von Z— 6 Ubr abrechnen. Morgen. Sonntag, den 5. September: 9. Abt. Die Genossen und Seoossinnen treffen sich jnm BoSzfeit in Weihen. see nachmittag» 1224 Uhr Bahnhof Putlisistvasi«. 18. Abt. Treffpunkt zur Abfohrr nach Weihensee nachmittag» 1 Uhr bei ltrüger, Hussitcnsir. 34. 19. Abt. IZ-li Uhr pünktlich am Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang Badftrosi«, Treffpunkt aller Genossen und Senofsiunen zur Teilnobme an Demoa» slratiou und Parteifess in Weisiensee. Reg« Beteiligung wird erwartet. 2t. Abt. Rochmittag, 1 Uhr«reffen sich alle Partermitglieder dei Kroll, Utrechter Str. 21. znr gemeinsamen ff Olm nach Weißens»«. Gäste und .,Vorwart»".Leler bcrzlich willkommen. Nachzügler treffen sich Prenzlauer Promenade. Ecke Gustav-Adolf Straße. Weisirnfre. 2 Uhr. 38. Abt. 932 Uhr Prenzlauer Promenade, Ecke Gustan�ldoif-Sitrasi«, Weihen» see. Treffpunkt zur Bannrrweibe. Die Genosscn sammeln sich um da, Banner der 38. Abt. 46. Abt. Treffpunkt l2 Ubr bei Wollentin. Gärliter Str. 72. zur gemeinsamen ffahrt»ach Weißens« zur Demonstration und Bannrrweibe. 47. Abt. W-. Uhr Treffpunkt Säpenicker Brücke zur Bannerweihe Weißensee. Eharlottenburg. 54. Abt. 12 Uhr Treffpunkt zum Ausflug nach Weihens« vor dem Jugendheim Rosinenstr. 4 mit Banner.— 57. Abt. ffamilienaus» flu, zum Porteifesi in Weißens«. Abfahrt 12J0 Uhr Holtestell« der Straßenbahn 72 fSavignpplat). Alle Genossinnen und Genossen nehme» daran teil. 74. Abt. Zehlrndors. Teilnehmer an her Weißenseer Bonnerweih« treffen sich '812 Uhr por der Wohnung de» Genosscn Müller. Teltower Str. 2. Starke Beteiligung erwünscht. 7». Abt. Schöne berg. 12>4 Uhr von Groß. Eehansir. 17, Abmarsch zur Banner. weihe Weißens«. 88. Abt.»euklln. 1288 Uhr bei Griegcr. Lessingstr. 9, Treffpunkt«im BaSs» fest Weißens«. 1«8. Abt. Adler, hos. Di« Genpssinnen und Genossen beteiligen sich an der Bonnerweihe de» Reichsbanner», Abt. Adlershof. Nähere» siehe Mit. teiluna de» Reichsbanners. Lichtenberg, tl». Abt. Di« Genossen, welch« an der Bonnerweihe Mahlsdorf. Süd tciinehmen, treffen sich 1 Uhr Bahnhof Stralau-Rummelsburg. ffahrt nach Üäpenick.— 117. Abt. Die Genossen treffen sich 12% Uhr Bahnhof stieß-Rummelslnir« zur Teilnahme an der Bannerweihe Mahlsdorf-Süd. 123. Abt. llnnl,darf. Die Genossen beteiligen sich an der Banneiweih« im Hubertus, Mahlsdorf-Süd. oder am Werbefost de« Reichsbanner«. Ab. marsch 2 Uhr Pom Bahnhof Mahlsdorf. Dir ffunktionärsißung findet am nächsten Mittwoch ftatt. Abt.»23,«auUbotf,®»». Beteiliguna an der Bannerweihe der Abt. 124» Mahlsdorf-Süd. Abmarsch pünktlich IZH Ubr nachmittag» vorn Genosse» 5. Schul,. Ulmensir. 40. 124. Abt. Mahledoes. Abmarsch mit Parteidanner nachmittag, 2 Uhr von Ander, zur Bonnerweihe her Abt. 124» Mahlsdorf-Süd. Di« Genosse» werden auch gleichzeitig auf da, Werdcfest de, Reichsbanner» daselbst hin- qewiesen. ?! P) Abt. 124«»ahl«l>»rf.S«». Im Hubertu». Köpenicker All« 99. rf Bannerweihe. Gartenkonzert, Tanz. Tombola, ffcstredner Landricht« : i Ruhen. Nochmitlag, 2'i Uhr bei günstigem Wetter auf der Wiese(in k�l der Nähe de» Lokal»): bei nnglinstjgein Wetter nachmittag» 3 Uhr im fl Lokal. Eintritt inkl. Tanz 50 Pf. Genossen und ffreund« herzlich F3 willkommen. BT 128./130. Abt. Pankow. Abfahrt 12% Uhr an der Pankower Rrrche zur Bonnermcihe in Weisiensee. »32. Abt. Blankenburg. Di««enasstnnen und Genossen beteiligen sich am Bolk». fest, verbunden mit Bannerweihe, im Schloß Weißens«. 136. Abt. Reinickenborf-vst. Di« Genossen, weiche sich an der Bonnerweihe in Weißensee beteiligen, treffen sich nachmittag» 1 Uhr am Einqang he» Bahnhofe» Gesundbrunnen. Jungs», ialisten. Grnpp« Lichtenberg: 8 Uhr morgen» Treffpunkt am Bahnhof ffronkfurler Alle« zur ffahrt nach Bernau. »inderseennb« ReinIck-nbrrs-Oft. Treffpunkt zum Wald fest der Arbeiterjugend in Reinickendmf.Best, Außenspielplo». nachmittag» l Uhr. Jugendheim Seebad. Genossen und ffreunde unserer Bewegung herzlich willkommen. Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz-Rot�vold''. Geschäft, stell«? Berlin<5 14, Sebastianstr. 87/88. Hof 2 Sr. ffricdrichshain: Sonnabend, 4. September. Rabfohrer-Atteilung, Eüstriner Dlcß. Wedbing: Sonntag. 5. September, mittag» l? Uhr, Start der Radfahrer-Abteilung bei Bondke, Schulstr. 74. Pflichtsahrt nach Adlerahof.— siret, Treptow: Sonntag. 5. September, nachmittag» 2 Uhr. Antrete» sämtlicher gameraden. auch passiven. Bahnhof Adlarehos. Pflicht. peransialtunq.— Eöpenick: Sonntag. 5. September. Antreten 1 Uhr Willnischen Plo» zur Teilnahme an ber Bannerweih« Adlershof.— Weißens«: Sonntag. 5. September, pormittag» 9 Uhr. Antreten ohne Bannerkleihung. Srllner Baum. Arbeitsdienst. Nachmittag» 1 Uhr: Grün« Baum in Bonnerkleidung mit ffahnen zum llmzu«.__ Deatsch-te Ai be:te-,Gönger-Bund. Gau Berlin, veranssaltel»m Sonnabend. 4. Septomder. gr? Uhr. aus dem fforckendtckplag, am Zentralvirhhof. Haupt» eingang. ein Plahkonzzrt. ffreireligiäse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr. Pappelall« 15. Vortrag de» Herrn E. Ditthauer:.Religiöser Jahrmarkt'. Homnonrnm: siol rridrer /Bruch). Geiste willkommen. De« Jung« Thor. Sonnlag. 5. September. ThorfahLt nach Ludwigsfelde— Siethener See. Wir singen in der Erziehungsanstalt Struweshof. Treffpunkt morgens Uhr Anhalter Bahnhof. Gäste willkommen. Arbeiter-Gawariter-Kolonne Berlin e. V. Am Sonntag, ä. d. Mts., nach. mittags 2 Uhr, veranstaltet die Kolonne auf dem Gelände am ffreibad Pläßen. see l Schleuse Kanalseile) eine große Uebung. Es soll der Bevölkerung Berlins Gelegenheit geoeben werden, sich von dun Kännen der Ardeiter-Samariter zu überzeugen. Die Bevölkerung Berlins, sowie die Behörde». Gewerkschaften. Parlcien und Vereine seien hiermit freundlichst eingeladen. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Wir erwarten rege Beteiligung, ffohrtverbindungen sind die Linien 4. 5, 9. 14. 12. 25, 28. 29. 6«. 99' Reichsbund der siriegsbeschädigten, sie reiste ilnehwer und siriegerhinter. bliebe»«», Bezirk Wedding 3. Mitglieberverfammlung: Montag. 6. September. 8 Uhr abends. Chausseeslr. 64, Paßenhofer. Referent Kamerad Schubert (Dausetretär). stnrzschrist-Berrin Stolze-Schreq zu Berlin /gegr. 1996). Hebungen Dien». !ag» und ffreitog» im Königst. Gvmnanum, NO. 18. Elisabethstt. 57-58. Bon 7— iblO. ff ranz. engl. Diktate. 3 ffortdildungs-. 6 Diktat-Abteilmrgen. Au-- kunft daselbst und von 12—6 Uhr unter Königswdt 8623. Anfängerunterricht beginnt jederzeit. „ffreie Schwimm« Treptow 1926." Zu der am Mittwoch. 8 September. abend» 7� Uhr. im Lokal von Münzberg, Lohmühlenftt. 37, stattfindenden „Werdcversammlung" werden Interessenten au» dem 15. Bezirk freundlich«in- geliaden. Laboristal läo-vnlono Karnaradi, ni exkursos ye saturdio dl ca sernano al Devin-laeo. Ni renkontro, vespere ye 6'/, Kl. avan la Stettiner pre-urbal- staciono. Omnu asistez! /Srbeitersport. Beginn der Jutzballsaison. Am Sonntag deainckl in Berlin die neue ffußballsaiso». Großen Zuwach, Imt die Arheiter-ffußbollbewegung vor allem in den Bereinen in der Provinz. Einzelne dieser Bereine verfügen jeßt schon über«ine beiräkdtliche Svielstärke. so daß sie den Berlin« Berelnen manche harte Nuß zu knacken gebe» werden. In Ziatbenow treffen sich ffrcibeit und Spandau 25. öiemensstadt und Briefe- lang stehen sich auf dem Ererzierploß in Siemensstadt gegenüber. Nauen hat Kyriß zu Gast. In Spandau, ffalkenhagen« Ehaussee, spielen Spandau 63 und Staaken. Vorwärts empfängt in Hennigsdorf ffichte-Nord. In Borsig. walde, Ernst-, Ecke Eonradftraße. treffen sich Minerva und Wittenau. Velten gegen Nord-Oronienburg in Velten. Bößowstraße. Sachsenhausen gegen Birken. werder in Sachsenhausen. Arbeiter-Svortverein 24 gegen Pankow 68 in der Ehriftianiostooße. Arbeilee-Turnnerrin Pankow qegen Nordista in Pankow. Andreas-Hofer-Plaß. Brist gegen Adl« 12 in Brist bei Sberswalde. Eisen. fpalterei gegen Her Iba in Eisenspalterei. Union gegen Wacker 24 in Pankow. /y T r 9 1 9 iT> ev v»\ iy y-£1 n Clf T——• � A— A-1— 1 4 M � A T dVJ■—«l I———— Ia.'i_ � o-e v—...TTS � 1 r_ Borussia gegen Einigkeit in Reinickendorf, Lindau« Straße. Sowjct gegen ffichte 24 in Zepernick. In Ioachimsthal treffen sich der dortig« Sportverein und Bernau.— Im Osten spielen Askania gegen Lichtenberg l in Köpenick. Grüne Trift. Britannia gegen Tasmania in Lichtenberg. Kartellplast. Wttezen gegen Sonkordia in Wriezen. Ketschendorf qegen Sadowa in Ketsch«». darf. Berein für Beweguiigsspiel« gegen Treptower Ballspiel-Clud in Köpenick. am ffttedbof. Ettalau gegen VorwSrt» 26 am Babnhof Stralau-Rinmnels- bur», Knnaftftroß«. Brondenbittg 02 gegen Hertha 22 in Lichtenberg, Eitel- ftraße. Lichtenberg II gegen Oberspree im Lichtenberger Stadion, Herzdirg- straße. LuAg-ffidcl gegen Alt-Glienicke in Rudow, Neuköllner Sttaße. B«. liver Sportperei» 16 gegen Zeuthen in Lichtenberg, Treskowallre. Tasdorf gegen Weißcnfee in Tasdorf. Johannisthal gegen Woltorsdorf in Johannis- thal. Lichtenberg NI gegen Neuenhagen in ffriedrichsfelde, Treskowollee. Sparta gegen Komet in Lichtenberg. Hauffstraße. Berliner Sportverein 22 gegen Adler in Hohenschönhausen. Sommerstroße. Adlershof gegen Germania tu Adlershof. Bismorckstroße. ffrifch-ffrei gegen ffichte-Südost in Nieder. fchöneweiöe, an der Gasanstalt.— Ssidwesten: Luckenwalde I gegen Ein» tracht 25 in Luckenwalde. Berolina gegen Hertha auf dem Tcmpelhofer ffeld. Teltow gegen Luckenwalde in Teltow. Beelist gegen Rowawe» in Beelist. Potsdam qegen ffortuna 23 in Potsdam. Bornstedt« ffeld. Zehlendorf« Ballfpiel-Eluh gegen Kirchmöser in Zehlendorf, Gemeindesportplast. Schmargendorf gegen Biktoria In(Schmargendorf. Neuköllm-Brist gegen Luckenwalde III in NeukSlln. Dammweg. Kreuzberg gegen Schöneberg auf dem Tempelhofer ffeld. ffrilch-Auf gegrn ffußballring in Luckenwald«. Charloltonburg gegen Kolzenburg in Eharlottenburg. Luckenwalde V gegen Trebbin In Luckenwalde. Mariendorfer Spnrt-Glub argen Britannia in Mariendorf. Eckernpubl. ffvankenfeld« gegen Stern-Marienfeld« in ffrankenfelde. Beginn der Spiele nachmittags 5 Ubr. Vorher Spiele d« unteren Mannschaften. Bormittag»: Jugend, und Schülerfviel« auf allen Plätzen. In Wetßenser. Langhonssttaße, hat d« Pankower ffußball-Elub Adler 68. den stärksten Widersach« des Bundesmcisters. als Gast. Dresden-Pieschen, die gegen den Dresden« Sportoerein im letzten Serienspiel mit 3: 1 gewinnen tonnten, schlugen die Pankower in Dresden mit 5:2. Ob ihnen dies« Sic, zum»weitenmal gelingt, steht sehr in fftoge. Beginn des Spieles nachmittag, 3Vi Uhr. Borher Iugendspiel.__ ffostzng der Spo'tkegl«! Au, Anlaß der Bannerweihe veranstaltet d« Bezirk Berlin-Weften des ffreien Keglerbunde» Deutschlands am kommenden Sonntaa«inen ffestzua durch den Berliner Westen. Der ffestzug beginnt um 2 Uhr nachmittags am Luisenvlost in Eharlottenburg, passiert die Berliner, Maresch-, ffronklin-, Gostkowskv-, Turm- und Beusselstraße, und endet gegen 3>n Uhr im ffesilokal„Kattshof'. Plösteirsee. Kennen 8i sclion V�riZIe>f k�su- Londons? V�enn nicht— dann machen Sie sofort einen Versuch. Dieses erprobte, aus den besten Rohmaterialien hergestellte Kau- Konfekt wirkt dauernd erfrischend auf Mund und Atem. Vorzüglich fürdieZähne Appetitanregend. Verdauungfördernd. Von vielen Aerzten und Zahnärzten empfohlen. Päckchen— 4 Stück— 10 Pf. C.F» P. K.KAU-BONBONS Erhöhen Kartelle Sie Leitungsuntosten? Ein Beitrag zur Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Im Zusammenhang mit dem„Berbandstag de» Reichsverbandes der deutschen Industrie* ist die deutsche chandelspresse mit Artikeln von Industriesührern geradezu überschwemmt worden. Dabei wird nicht nur erkennbar, in welcher Linie die Wirtschaftspolitik der deutschen Unternehmer sich setzt zu bewegen gedenkt, es zeigen sich auch bei genauerer Untersuchung recht interessante Widersprüche mit den Tatsachen. Die Unternehmer klagen darüber, daß die Rcichsregierung ihren Kartellen das Leben allzu sauer machte, weil sie annehme, daß die Kartelle die Preise hoch hielten. Im übrigen behandelte auf der anderen Seite die Regierung die„Lohnkortelle*, lies: die Bemerk schaften, überfreundlich Zu diesen beiden Argumenten seien hier einige grundsätzlich« Richtigstellungen vorgenommen. Die Gewerkschaft ist kein Lohnkartell. In den Vereinigten Staaten haben die Gewerkschaften Iahr> .zehnte dagegen gekämpft, daß die Antitrustgesetzgebung immer wieder auf sie angewandt werden sollte. Es hat dabei tiefgehende Ausein- andcrsetzungen gegeben, deren Erkenntnisresnltate wir den deutschen Unternehmern, die gor zu gern von.Lohnkartcllen" sprechen, ins Stammbuch schreiben möchten. Im Elayton Act von 1914 heißt es: »Di« Arbeit eine» menschlichen Wesen» ist nicht eine Ware oder «in Handelsartikel." Auch die deutschen Unternehmer wollen„den Stahlarbeiter und die Stahlschiene, die er erzeugt, den Techniker und die Röhre, di« er zieht, den Zimmermann und die Säge, die er benutzt, den Buch- drucker und die Typen, die er setzt, auf eine Stuse stellen.. Das sind die Worte, mit denen die amerikanischen Gewerkschaften den Standpunkt verteidigten, daß die Arbeit„die große, schaffende, schöpferische Kraft des Universums, daß sie dos ist, was de in menschlichen Leben Würde, Adel und Zweck oer- l< i h l". Die deutschen Unternehmer sehen keinen Unterschied zwischen Menschen und Sachen, wenn sie von„Lohnkartellen" sprechen und da/mit die Gewerkschaften meinen. Außerdem vergessen sie— und ran muß ihnen dabei das Unwissen abstreiten—, daß es keine Macht in Deutschland gibt, die einen Arbeiter daran zu hindern rermag, aus der Gewerkschaft auszutreten. Dagegen sind die Mehr- zahl der Kartelle ausgeklügelte Knebelsystemc, die das ausscheidende Mitglied häufig genug nicht nur jahrelang binden, sondern e» auch praktisch aus der Wirtschaft ausstoßen! Wir haben ställe erlebt, bei denen austretende Kartellmitglieder auf drei und vier Jahre paragraphsngemäß au» allen reellen Verdienstmöglichkeiten verjagt, gewissermaßen ökonomisch ausgelöscht wurden! Man komm« uns nicht mit der Ausrede, daß es sich hier um einzelne Mißbräuche handele, die„auch verurteilt" würden. Es handelt sich bei diesen Metboden des wirtschaftlichen Boykotts nicht um Mißbrauche, sondern um ein Kartellprinzip. Wir sind der Auffassung, daß das R«ichswirtschaftsministerium bei seiner Bokämpfung der Kartelle gänzlich ungenügende Arbeit geleistet hhat, mag es auch, wie die Unternehmer behaupten, seit November 1923 über 900 Kartelle zu Satzungsände- rungen gezwung en haben. Wo bleibt überdies di« amt- liche Zusammenstellung dieser gesetzlich erzwungenen Abänderung von Kartellbestimmungen? wirken die Kartelle preisverteuernd? Nach unserer Auffassung heißt es die Diskussion auf ein falsches Gleis schieben, wenn die Kartell« aus die Art verteidigt werden, daß man sagt, von den 1399, die wir in der Industrie de- sitzen, seien etwa S99 bis 699 reine Preiskartelle. Ebenso ist es eine Verschiebung der Untersuchungsgrundlagen, wenn immer wieder behauptet wird, daß die Rcichsregierung m übergroßer Gefällig- keit gegenüber den Arbeitnehmern die Kartelle, die als Volkswirt- fchaftlichc Ordnungsglieder nicht entbehrt werden könnten, zu zer- stören bemüht sei. In der gleichen Richtung liegt jene Behauptung, daß die in der Oeffentlichkeit während der jüngst vergangenen Jahre besonders scharf kritisierten Preisbeschlüsic mancher Industrie- kartelle fast durchweg nicht eine Erhöhung der Gewinnrot«, sondern die Ausschaltung der Verlustkäuse bezweckt hätten. Die Totbestände liegen so, daß niemand, der eine blasse Ahnung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen hat. die Kartelle be- seitigen will. Die Entschließung, die die Sozialdemokratische Partei am 13. März 1926 bei der Beratung des Etats des Reichswirt- fchaftsministeriums dem Reichstag vorgelegt hat, zeigt das sehr ein- deutig. Sie verlang» die Entschleierung der Kartelle. Sie sollen «benso auf offenem Markte ihr« Interessen wahrnehmen, wie die Gewerkschaften. Es gilt, d i e Kartellmethoden zu bekämpfen, die mehr dem Statut wirtschaftlicher Femegesell- schaften ähneln, als den Vereinbarungen von Industriellen oder Kaufleuten, die sich ihrer Pflicht gegenüber der Allgemeinheit bs- wüßt sind. Das Entscheidend« bleibt, daß die Kartelle nicht etwa ausge- löscht werden, sondern daß sie bisher den Beweis dafür schuldig geblieben sind, daß sie die von ihnen behauptete Ver- billigung der Produktion fördern. Faktisch ist es so, daß di« Kartelle heute allzuhäufig die Produktion nicht vereinfachen, sondern nur deren Verwaltung bureaukrallsieren und komplizieren und daß sie darüber hinaus häufig die Leitungsunkosten, die sich doch auch ,m Preis« ausdrücken, vergrößern. Wir möchten hier nur auf zwei Beispiele hinweisen. Bor nicht allzulanger Zeit sahen sich rechts stehende Jndustrieblätter ge- zwungen, über die Bureaukrati« im Verbands- und K a r t e l l w e s e n in der deutschen Eisenindustrie öffentlich Beschwerde zu führen. Es sei unterstrichen, daß e» sich dabei nicht um kleine Kartelle, sondern im besonderen um die Mißstände han- delte, die sich seit der Bildung d«s Grobblcchverbandes bei der Erledigung von Anfragen und Bestellungen herausgestellt hotten. Im übrigen ist merkwürdigerweise bisher völlig unbeachtet geblieben, was während der Leipziger Messe über die„B e r k a u s s v e r- einig ung deutsch«« Poppensobrik«n" veröffentlicht wurde Diese Kartellorganisotion soll angeblich nicht anderes als ein notwendiges Bindeglied zwischen Herstellern und Verbrauchern sein. Diese Verkaufsoereinigung gehört zu jenen, beinahe„gemeinnützigen", Organisationen, die„auf die Preisbildung keinerlei Ein- fluß ausüben". Man nimmt nur die Aufträge entgegen und kassiert die Fakturenbeträge. Dabei wird ober nicht nur der notwendige Zuschlag zur Deckung der Unkosten dieser Zentralstelle erhoben, der Generaldirektor erhält außerdem eine Umsatzprovision, die sich sogar auf Exportgeschäfte und direkte Geschäfte mit angeschlosienen Fabriken erstreckte. Aus dieser kleinen Provision von einem halben Prozent auf den Gesamtumsatz, verdiente der Generaldirektor dieser „Verkaufsoereinigung deutscher Pappenfabriken" im Jahre 1921 zirka 82 999 M. und im Jahre 1923 sogar 129 999 M. neben 21 999 M. f e st c m Gehalt. Weniger wichtig erscheint uns, daß jener tüchtige General- direktor es verstand, diese Provisionen seiner von ihm geleiteten Verkaufsvereinigung zu einem sehr anständigen Zins- faß zu leihen. Gewissenlosigkeiten gibt es überall. Es kommt nur darauf an, ob es eine Ausnahme oder ob es System ist. Uns ist das Wichtigste, daß in den erwähnten beiden Beispielen zweifels- frei wird, daß Karlellen die Tendenz innewohnt, die Leitungsun- kosten zu vergrößern. Auch jetzt wieder klagt der„Reichsverband der deutschen In- dustrie" darüber, daß man seine Mitglieder in ihrer Äartellarbeit nicht ungestört lasse. Der„Reichsverband" sollte endlich einmal den ö f f« n t l i che n Nachweis erbringen, was er bisher zur Bekämpsung der eben erwähnten Mißbräuche im Kartellwesen getan hat. Im übrigen braucht«r ja sein Licht nicht unter den Schessel zu stellen. Warum schlägt er nicht seine Akten auf? Warum hat er nicht den Mut, das, was einzelne seiner Mitglieder im Klub und im Privat- gespräch mit den schärfsten Worten geißeln, wenn auch ofsiziell abgc. schwächt, in der Oeffentlichkeit zu wiederholen? Di« deutschen Unternehmer verlangen von oller Welt offenen Bankauszug, sie verlangen hundertprozentigen Glauben, während sie selbst für sich und ihren Beirieb verlangen, als unsterbliches und aus besonderem Stoff entstandenes Gewächs betrachtet zu werden. Sie möchten am liebsten die ganz« deutsche Reichsregi«rung mit Besen ausrüsten, die vor anderen Türen kehren. Außer- dem wundern sie sich, wenn andere bei ihnen einen Abbau d«r Leitungsunkosten für notwendig halten. Kurt cheinig. /Inhaltenüe Getreiüehausse. Die Preispolitik der GetreidehandelSgesellschaft. Die für den augenblicklichen Zeitpunkt— unmittelbar nach der Ernte— außergewöhnlich hohen Gctreidepreise konnten sich auch in dieser Woche, wenn auch unter gewissen Schwankungen, auf ihrem Stande behaupten. Insbesondere ist es den Haussiers gelungen,«inen zeitweiligen Einbruch in di« Roggenpreise wieder fast vollkommen auszugleichen. Dies war um so leichter möglich, als das Angebot der Landwirtschaft nach wie vor sehr knapp bleibt, so daß die Nachfrag« der Mühlen- iudustrie kaum befriedigt werden kann. Es hat sich aber doch gezeigt, daß, sobald die Roggenprcise auch nur vorübergehend einmal nach unten tendieren, die Abgabeneigung der Landwirte sofort zusehends sich steigert. Dann scheinen die Feldarbeiten plötzlich weniger dringend zu sein, und man hat merk- würdigerweise doch noch Zeit, um sich um den Verkauf der geernteten Eetreidemengen zu kümmern. Wäre der Geschäftsbetrieb an den Märkten ein natürlicher, dos heißt nicht durch das künstliche Ge- bilde der Getreidehandelsg«s«llschaft unnatürlich be- einflußt, so müßte sich der bei unerwartet verstärktem Angebot eiiv tretend« Rückgang der Preise fortsetzen, bis dies« ein Niveau er- reicht hoben, das der Situation entspricht. Denn sowohl die Mühlen als auch der Handel sind klug genug, um zu wissen, daß der Preis unter ein« bestimmte Höhe nicht sinken kann, wenn nicht«ine auch ihren eigenen Interessen widersprechend« irreguläre Marktlage nach der anderen Seite eintreten soll. Wie die Dinge aber heute li«gen. kann ein Nachgeben der Roggenpreise nie länger als höchstens einen Tag dauern. Denn die Getreidehandelsgesellschaft verfügt nicht nur über das nötige Kapital. sondern, wie schon früher ausgeführt wurde, auch über die sonst erforderlichen Machtmittel, um sofort erfolgreich eingreifen zu können. wenn— wie sie die Dinge anstoßt—„Not am Mann" ist. Aus diese Weis« ist im Momeirt»och nicht abzusehen, bis zu welcher Höhe und bis zu welchem Zeitpunkt sich die Hausse fortsetzen wird. Selbstverständlich kann man das gegenwärtige, sehr gefährliche Spie! nicht bis in alle Ewigkeit betreiben. Denn in der Wirtschaft läßt sich die Logik für die Dauer nicht vergewaltigen, und schließlich hat auch der Preis für eine so unentbehrliche Ware, wie das wichtigste Brot- gelr«ide, einmal eine Grenz« an der Kaufkraft der Massen. S«hr eefvhren« Kaust eut« und gewiegte Sachverständige d«r Getreidewirtschast holten daher, wie schon angedeutet, die gegen- wärtig an der Berliner Börse betriebenen Geschäftspraktiken für sehr gefährlich, und es fehlt keineswegs an Stimmen, welche früher oder später einen vollkommenen Zusammen- b r u ch der jetzigen Politik voraussagen. Jedenfalls kann man ohne Uebertreibung behaupten, daß sich niemals eine privat« Firma bereit finden würde, um nach den Methoden der Getreidehandels- gesellschoft Börsengeschäfte zu forcieren... Das Risiko wäre denn doch zu groß. Die Gesellschaft kann ihre Wege auch nur aus dem Grunde so bedenkenlos beschreiten, weil es nicht private Kapitalien sind, die hier aufs Spiel gesetzt werden. Hat sie doch, darauf muß immer wieder und wieder hingewiesen werden, vom Reiche«inen Kredit von 39 Millionen erhalten, den sie lediglich zur„Stützung der Roggenpreise" zu verwenden hat! Ueber den Ausgang dieser schneidigen Husarenattocke auf dem glatten Burgstraßenparkett kann man daher gespannt sein. Einst- weilen wird von den interessierten Stellen natürlich alles unter- nommen, um die Position der Getreidehandelsgesellschaft zu festigen und ihr. wenn möglich, auch einen günstigen geschäftlichen Abschluß zu beschassen. Das nächste Ziel, das van agrarischer Seite mit oller Energie verfolgt wird, betrifft die schon früher erwähnte„A n- passung der Einfuhrschein« an die neuen Zölle". Hierüber wird sich, wie verlautet, der zuständige Reichstagsausschuß in seiner nächsten Sitzung am 19. September schlüssig werden. Ge- lingt es den Agrariern und ihren deutschnationalen Sachwaltern im Parlament, dem Ausschuß ihren Willen aufzuzwingen und ihr Ziel zu erreichen, dann steht einer Ausfuhr deutschen Getreides im größten Umfange kein Hindernis mehr entgegen, und, da einstweisen noch kein« Möglichkeit zur Einsuhr preiswerten Roggens erkennbar ist, besteht die Möglichkeit, durch Abgaben an das Ausland eine Verknappung der Inlandsware und somit ein weiteres Moment für Preissteigerungen herbeizuführen. Der einzige Lichtblick in dieser verfahrenen Lage ist der Um- stand, daß der Mehlhandel doch große Bedenken zu haben scheint, die wilden Spekulationen in Getreide mitzumachen. Im ganzen Mehlgeschäft, ganz besonders aber auf dem Roggenmehl- markte, zeigt sich schon seit Beginn der Roggenhausse größte Zurück- Haltung. Man sst durchaus bestrebt, lediglich für den dringendsten. augenblicklichen Bedarf sich einzudecken, und hat offenbar die oller. größten Bedenken, sogenannt«„Meinungskäufe" in größerem Um- fang««bzu schließen. D«r Mehl Handel scheint also keine„Meinung" zu haben, daß sich die augenblickliche Hausse längere Zeit wird be« haupten können. Jedenfalls lehnt er es ab, mit am Tische zu sitzen. wenn die Suppe, die man jetzt einbrockt, ausgelöffelt werden wird. Gewiß besteht die Möglichkeit, daß diese lleberlcgung falsch ist und daß im weiteren Verlauf der Dinge der Mehlhändler noch höhere Preise bezahlen muß, als sie jetzt gefordert werden. Diese Even- tualität ist indessen in ihren Wirkungen bei weitem nicht so schlimm, als wenn man die jetzigen hohen Preise spekulativ anlegt, und dann ein immerhin möglicher Rückschlag eintritt. Dieses Verhalten des Mchlhandels sollte auch andere Kreise zum Nachdenken oeranlassen. Oer Kampf um üen Serliner Koksmarkt. Am Berliner Markt spielen sich zurzeit heftig« Kämpfe um die Koksversorgung ab, die bereits die Oeffentlichkeit beschäftigt haben. Dazu hören wir aus Kreisen, die den städtischen Gaswerken nahestehen, folgendes: Den größten Teil des Koksbcdarfs hoben bisher die Berliner Gaswerke gedeckt. Sie konnten in bezug auf die Preiskalkulation mit anderen Kokserzeugern deswegen konkurrieren, weil sie ja nur zum Teil aus der Kotserzeugung und aus dem Koksoerkauf eine Wirtschaftlichkeit ihrer Werke erzielen wollten. Den Hauptanteil ihrer Erträgnisse niuß selbstverständlich die Gaserzeugung bringen. Vor dem Kriege bildet« die Existenzbasis der Berliner Gaswerke ausschließlich der Gasverkauf. Wenn diese Einstellung auch heute noch vorhanden wäre, dann würden wir in Berlin Gaspreise zahlen, die das Doppelte, ja vielleicht das Dreifache dessen ausmachten, mas jetzt das Gas kostet. Unter diesen Umständen mußten zur Niedrighaltung der Gaspreise, ohne daß die Wirtschaftlichkeit der Werke darunter leidet, ander« Methoden bei dem Betrieb der Gaswerke zur Anwendung gebracht werden, als vor dem Krieg«. Damals wurde auf die Qualität des erzeugten Kokses sehr wenig Wert gelegt. Heute hat man Umbauten bei den einzelnen Gas- werken vorgenommen, die es.ermöglichen, einen Easkoks herzustellen, der an Qualität dem westfälischen Schmelzkoks nicht bloß nicht nachsteht, sondern ihn sogar teilweise übertrifft. Die Gaserzeugung durch Generatoren ist beseitigt worden und man hat Kokereien eingebaut, die ganz genau wie in den Zechen des Ruhrgebietes ein« qualitativ hochwertige Kokserzeugung ermöglichen. Da die Gaswerke Berlins von den verschiedensten Produktions- gebieten in Deutschland mit Kohle beliefert werden, hat man auch die Möglichkeit, die verschiedenen Kohlensorten derartig zu mischen, daß der qualitativ höchstwertige Koks erzeugt wird. Die Gaswerke haben vor den anderen Konkurrenten, die für den Berliner Markt in Frage kommen, in bezug auf die Preisstellung nach«iner anderen Richtung einen Vorsprrmg. Der Koks fällt zwangsläufig durch die Vergasung der Kohl« und die Be- arbeitung in den Kokereien aus der Kohle ab. Es wäre unwirtschafl- lich. wenn dieser erzeugte Koks nicht mn Orte zur Verwendung ge- langte, solange hier danach Bedarf besteht. Unwirtschaftlich wäre es auch, würde man ihn, wie dies bis vor kurzem der Fall war, i n s Ausland schaffen und dort zu einem Schundpreis infolge des Wettbewerbes anderer kokserzeugender Länder abgeben müßte. Die Leidtragenden derartiger Verlustgeschäfte wären die Berliner Gas- Verbraucher, die durch Preiserhöhung für Gas die Verluste aufbringen müßten. Run ist als Hauptwetrbewerber gegenüber den Berliner Gas- werken die Preußag getreten. Sie hat einen Kohlenhandels- bevollmächtigten ernannt, und dieser soll nun besonders die Behörden nach der Richtung hin bearbeiten, daß ihr die Kokslieferungen über- trogen werden. Bisher war dieser Kampf erfolglos. D«r Bedarf des gesamten Berliner Marktes wird auf 999999 bis 1 999999 Tonnen geschätzt. Di« Berliner Gaswerk« decken hiervon 699 999 Tonnen. Sie müssen diese Menge absetzen, da aus diesem Absatz die Berechnung ihres Gaspreises basiert. Da aber eine Steigerung der Absatzquote der Berliner Gaswerke festzu- stellen ist, und auf der anderen Seite«in ständiger Rückgang des Absatzes an westfälischem Koks, so ist der Zeitpmikt nicht nvehr fern, wo die Berliner Gasmerke mit ihrem Koksabsatz den Berliner Markt ohne jede Konkurrenz beherrschen. An westsälischem Koks wurden vor dem Kriege zirka 199 999 Tonnen abgesetzt, das letzte Jahr weist einen Rückgang auf 299 909 Tonnen auf. Schlesien liefert 199 999 Tonnen nach den: Berliner Markt. Der Kohlenhandels- bevollmächtigte hat mit Preisunterbietungen gearbeitet. Er konnte das, weil der Koks, der für die Belieferung Berlins in Frage kam, nicht den Syndikatsbcstimmungen unterlag, sondern zu dem sür den Eigenbedarf der Zechen freigegebenen Koks gehörte. Di« Berliner Gaswerke stehen auf dem Standpunkt, daß sie um jeden Preis den Berliner Markt halten müssen. Sie sind Großabnehmer der Preußag sür Kohle. Es sollte doch der Preußag viel mehr daran gelegen sein, einen Großabnehmer für ihre Kohlen zu haben, als ein paar hunderttausend Tonnen Koks auf den Markt zu werfen. Es wäre äußerst unerwünscht, wenn dieser Kampf zweier öffentlicher Kokserzeuger um den Koksabsatz in Berlin zu noch schärferen wirtfchastlichen Auseinandersetzungen führen würde, bei denen nur Außen st ehende, besonders der private Kohlen- Handel, Nutzen ziehen würde. Die Deutsche Reichspost im Juli 1926. Nach dem nunmehr vorliegenden Monatsbericht für Juli 1926 hat sich der B r i e f v c r k e h r wenig geändert, dagegen ist der Paketvcrkehr zurückgegangen. Der Kraftwagenverkehr hat bei weiterer günstiger Entwicklung höhere Einnahmen als im Vormonat gebracht. Im P o st s ch e ck v e r k e h r hat sich gegenüber dem Juni die Zahl der Postscheckkunden um 2727 und der Umsatz um rund 399 Millionen M. erhöht. Die Anzahl der Buchungen betrug 59,6 Millionen Stück und die Guthaben 532 Millionen M. Der T e l e g r a m m v e r k c h r hat sich ebenfalls gehoben und die Zahl der Rundfunkteilnehmer ist um 13 999 auf 1 237 963 ge- stiegen. Der Kassenabschluß sür Juli zeigt in den Einnahmen 21 Millionen M. mehr als im Juni. Die Einnahmen haben das Monatsdurchschnittssoll um 1,3 Millionen M. überschritten. Dies ist hauptsächlich dqrauf zurückzuführen, daß im Juli größere Viertel- jahresbcträge(Fernsprech- und Zeitungsgebühren usw.) vereinnahmt worden sind Der Einnahmerückstc-nd sür die ersten vier Monate des Wirtschaftsjahres belauft sich gegenüber dem Soll auf 71 Mil- lionen. Die Ausgaben haben sich im allgemeinen planmäßig ent- wickelt. Die Finanzlage der Deutschen Reichspost läßt noch keine Besserung erkennen. Die Ausnutzung des deutschen ZS0-2Nill..kredils an Sowjek- rußland. Bisher find auf Grundlage des deutschen 399-Mill.-Kredits an«owjetrußland feste Abschlüsse über etwa 73 bis 71 Mill. Mark getätigt worden. Die Vergebung der Austräge im Rahmen des Kredits verläuft normal. Die Verhandlungen mit den deutschen Firmen werden im Einvernehmen mit dem inter- ministeriellen Ausschuß weitergeführt. Steigende ltmsähe der amerikanischen Aulomobilinduslrie. Nach den nunmehr vorliegenden Zahlen über die Verkäufe der zehn ersten Automobilgesellschaften ergibt sich ein« Steigerung der Verkäufe gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres um 39 Proz. und «ine Steigerung des Reinrerdienstes um 19 Proz., und zwar stiegen die Verkäufe von 972 998 auf 1 356 3 69 Wagen. Der Rein- gewinn betrug im ersten Halbjahr 1925 rund 119,5 Millionen Dollar gegen 153,9 Millionen Dollar in den ersten sechs Monaten 1926. Von den 19 Automobilgesellschoften steht die General Motors mit rund 89 Millionen Dollar Reingewinn an der Spitze, es folgt Dc-dze mit rund 12 Millionen, Nafb mit 19 Millionen, Studeboker mit 8,7 Millionen, Packavd mit 8,6 Millionen, Chrysler mit 9 Mil- lionen, Willys Ooerland mit 7,1 Millionen, H-mdfon mit 6 Millionen. Hupp mit 2 Millionen und Paige-Detroit mit 1,2 Millionen Dost«. . Unterhaltung unö AAissen Schwäne im See. Don Fritz Müller-Partcnkirchen. (Schluh.) „Schon gehört, nun hat er sich gar selbständig gemacht, der Streber?"—„Wer will es ihm oerdenken? So slcihig, wie der ist! Ich danke schön, wenn ich so schuften müßte."—„Mich wundert nur. woher er das Geld hat, um sich zu etablieren."—„Woher? Gespart natürlich. Keine Erholung, kein Vergnügen, durch oll die Jahre nur Tarife, Tarife..." Das Bankkonto schwoll. Noch ein Jährlein oder zwei, und es mußte so hoch sein wie die Summe, die der Gärtner damals nannte, als der Junge mit dem Lorbeerfrachtbrief ehrerbietig fragte:„Und was müb das alles gekostet hoben!" Und wenn dann der Inhaber des rührigsten Speditionsgeschäftes am Platz sich dies« Villa sichern würde, so wäre das nicht mehr als recht und billig. Aber zwischen recht und billig schob sich knapp vor ipe genannte Summe die Hand eines ungetreuen Kassierers: Bis auf die Grundfesten erschütterte es das Bankkonto. Di« Schwäne darin slohcn erschreckt über die Fläche mit wasserschlagenden Flügeln. Um das Ufer lief ein zerarbjiteter Mann und lockte und lockte wieder jahrelang mit eiserner Arbeit. Da kamen sie wieder, die Schwäne. Ganz nahe waren sie am Ufer. Gleich würden sie.— Da machte die Bank bankrott. Aus Mathias Konto schwammen nur noch Trümmer. Kein Schwan mehr weit und breit. Manche in der Stadt dachten: Kein Wunder, wenn morgen eine aufgetriebene müde Leiche darauf schwämme. Aber die so dachten, wußten nichts von den Zähigkeiten eines ersten Jugendtraums. Mathias arbeitete sich zum zweiten Male hoch. Dos Konto überstieg die angesetzt« Ufermarke. Und eben jetzt starb in der Villenoorstodt der Konsul. stand sein Besitztum zum Verkauf. Mathias glaubte zu verstehen: Darum hatte ihn das Schicksal nicht schon früher landen lasten? Der Häusermakler lächelte:„Sie scherzen wohl? Diese Summe mag das Besitztum wohl vor fünfzig Jahren wert gewesen sein. Seitdem aber die Grundpreise so gestiegen sind..." Die Leute im Speditionstontor schüttelten die Köpfe. Nun hatte es doch geheißen, daß der Alte sich in den Ruhestand begeben würde. Und da werkelte er nun noch ärger als zuvor. Was er wohl im Sinne habe? Sicher würde er einmal in den Sielen sterben. Er starb- nicht in den Sielen. Fünf Jahre später gehörte ihm die weiße Villa, die Schwäne und der See. Während einer großen Gefchästsreise hatte er alles richten lasten. Jetzt saß er in dem Zug »ach Hause. Er lehnte in einer' Ecke und träumte: Heute noch würde er einziehen— heute noch— heute noch... Weiter nichts als„heute noch" konnte er denkep. Die zerwerkelten Gesichtsfasern wollten im Traume nicht die Villa auferstehen, nicht die Schwäne über seine Seele ziehen lassen. Der Schlaf wurde traumlos leer. Der erschöpfte alte Mann in der Ecke merkte es gar nicht, daß der Zug unterwegs immer wieder aufgehalten wurde. Es wurde Abend, als er in der Heimatstadt eintraf. Die Haushälterin war am Bahn- Hof: Ob der Herr doch heute noch in das neue Heim gehen wolle. oder ob er nicht vorzöge, die Nacht noch im Hotel zu schlafen, und erst am Tage, wenn er alles sehen könne.— „Nein, heute noch!" unterbrach er sie barsch und stieg langsam in den Wagen. Der rollte eine lange Strecke. Wie ein Nebel, ein undeutlicher, zog ihm sein Leben während der Fahrt durch die Seele. Es war ihm, als sei es das Leben eines Fremden, zu dem er keinen Zugang habe. Brr, der Wagen hielt. Er stieg aus. Alles dunkel. Selbst die neuvergoldeten Gitterstäbe. Selbst der frische gelbe Kies. Selbst die neugestrichene Villa, die doch über fünfzig Jahre durch alle Nacht und durch die Tagsron herübergeschimmert hotte. „Ich will noch allein ein wenig an den See hinab zu den— zu den Schwänen. Gehen Sie ins Haus. Sie können mich ja rufen. wenn das Abendesten fertig ist." Da saß der alte müde Mann am S-estrand, seinem Seestrand. Die Knie hatte er angezogen, wie in feiner Jugend, als er das Gcfchichtenbuch im zweiten Hinterhofe las. Er blinzelte über den See. Aber er konnte nich� unterscheiden. Lag es an den Augen? Wenn jetzt nur die— die— die— ei. was war es doch, was er hier erwarten wollte? Wie doch das Gedächtnis nachließ, wenn man von der Reife abgerackert ist. Aber zum Donnerwetter, er mußte doch wissen, warum sie ihn, den alten fröstelnden Mann. in dieser kalten Nacht an dieses feuchte Ufer herausgelockt hatten. anstatt daß sie ihn nach der langen Reise in seinem Bette schlafen ließen? „Zu dumm!" ächzte er zwischen den gelben Zähnen. Und dann bemühte er sich immer wieder, verlorene Zusammenhänge onzu- knüpscn. Es gelang ihm nicht. Aus der Ferne kam ein dünnes Rollen.„Dos ist vom Güterbahnhof," dachte er. sich an dieses auf- tauchende Bild anklammernd. Es stand ihm mit der alten tausend- mal erlebten Arbcitsklarheit vor der Seele. Er war wieder Spcditionsgehilfe. Mit einem Manne vom Frachtenkontor des Güterbahnhofs stritt er sich herum:„Dummes Zeug. Zement fällt unter Ausnahmetarif Zb, ich kenne die Tarife bester, als Ihre Herren Beamten..." Von der erleuchteten Terrasse der Villa kam die Stimme des Mädchens:„Herr Kommissionsrat!" Mathias hörte wohl ein Rufen in seine Sinniererei. Es störte ihn. Er machte es wieder wie damals im Hinterhof: Die beiden Zeigefinger in die Ohren. So, jetzt war wieder Ruhe.„... und wenn Sie etwa glauben sollten, daß ich nicht wüßte, warum in diesem Falle nur der Spezialtarij Geltung hat, so täuschen Sie sich. Ich habe hier das Interesse meiner Firma, und nichts als dies wahrzunehmen, und ich muß Sie bitten..." „Herr Kommissionsrat!' rief das resolute Mädchen jetzt mit erhobener Stimme in den duntLn Garten hinab. Die Zeigesinger rutschten aus den Ohren. Das alte Gedächtnis sprang mit einem Satz zurück. Es war ihm wieder, wie im Hinterhof, über den vom dritten Stock Mutters mahnende Stimme scholl: „Herr Kommissionsrat!" „Ja. Mutter!" „Herr Kommissionsrat— bitte, hären Sie— dos Abendesten ist aufgetragen— die Zeitung habe ich auf Ihr Zimmer getragen— im Kamin brennt das Holz— Der Wind am Abend eines zerwerkelten Lebens zerriß die Töne und flickte sie anders zusammen:„Juiige, heute hörst du wieder gar nicht— die Abendmilch ist noch nicht geholt— die Zeitung noch nicht ausgetragen— nicht einmal das Holz ist klein gemacht—!" „Ja, Mutter, ich will's schon klein yiochen," sagte da eine riüh- same Stimme eines stolpernden Greises vom Terrastenrande her zu dem bestürzten Mädchen. „Ich dachte, Herr Kommisfionsrat," stotterte es,„ich— ich dachte— haben Sie— haben Sie die Schwäne noch sehen können Herr Kommissionsrat?" „Die— die Schw— Schwäne?" In dem milden Fensterlicht aus der Villa sieht das Mädchen zwei Augen erstaunt auf sich gerichtet. Zwei leere Greiscnaugen, in denen das mühsam Ergatterte eines langen Lebens in einem Augenblick ertrunken ist— rettungslos. Und nur obenauf schwamm ein Stück von einem Ausnahmetarif und einer Mutter Stimme. Das Neueste aus voorn: öarttracht»Geknickte �rieüenspalme'! das Rätsel öes Geschlechts. Von Dr. K. Banner, Leipzig. Auf einem französstchen Gutshose lebte vor wenigen Jahren ein Huhn, das durch«in eigenartiges Schicksal nichl nur sein« nächste Umgebung in Erstaunen setzte, sondern weit über die Landesgrenze hinaus in der wissenschaftlichen Welt bekannt wurde. Dieses Huhn verwandelte sich nomlich von selbst innerhalb einer kurzen Zeit in «inen Hahn! Im Juni 1920 schlüpft« es aus dem Ei, wuchs wie jedes andere Huhn heran und begann auch im Februar des nächsten Jahres Eier zu legen. Zur normalen Zeit erwachte im Sommer der Brutinstinkt, und das Huhn brütet« zwölf Küchlein aus, die es als tedellos« Mutter betreute. Im folgenden Jahre legte es wieder Eier, ober nur ganz kurze Zeit; dann wurde es plötzlich steril. Im April ereignete sich nun etwas ganz Eigenartiges: das Huhn begann genau wie ein Hohn zu krähen, focht mit anderen Hähnen erbittert« Kämpfe aus und benahm sich auch sonst ganz wie ein männliches Tier! Aeußerlich machten sich allmählich gewisse Umwandlungen be- merkbar, die sich besonders auf den roten Kamm und die Kopflappen bezogen. Diese für den Hahn charakteristischen Schmuckorgane wuchsen gewaltig heran, und schließlich zeigte der Kamm ein« für Hähne typische Größe, wie P. Murisier in seiner Untersuchung über dieses Tier berichtet. Dos Gefieder dagegen verändert« sich kaum. So blieb es bis zum Tode des„Huhnes", der unter Krankheitserscheinungen im Winter desselben Jahres erfolgte. Die Untersuchung ergab nun, daß sich am Eileiter eine groß« Krebsgeschwulst befand, die dem Körper viele Stoff« entzog und vor allem verhinderte, daß die Eier im Eierstock weiter heranwuchsen. Auf das Vorhandensein dieser Krebsgeschwulst sind zweifellos die eigentümlichen Veränderungen des Tieres zurückzuführen, die in diesem Falle nicht auf der An- Wesenheit von männlichem Keimdrüsengeweb« beruhen, wie es etwa bei den bekonnten Steinachschen Experimenten an Säugetieren der Fall ist. Experimentell« Untersuchungen an Hühnern haben in letzter Zeit ebenfalls zu recht bemerkenswerten Ergebnissen geführt, die das Problem des Geschlechtes nur noch schwieriger gestaltet haben. Di« Arbeiten von Zawadowsky, Bcnoit und Damm hoben ergeben, daß im Vogelweibchen mannliche Anlagen versteckt vorhanden sind. Bei den Vögeln ist nämlich der recht« Eierstock nur schwach entwickelt und mit ganz wenigen Ausnahmen funktionslos. Wird nun aber der normalerweise tätig« linke Eierstock frühzeitig ensternt, so wächst der recht« Eierstock heran— aber nicht, um nun Eier hervorzu- bringen, sondern um sich in ein hodenähnliches Organ zu verwandeln. In einigen Fällen hat man in dem ehemaligen„Eierstock" sogar Samenfäden gefunden, so daß man an der„Vermännlichung" des Vogelweibchens nicht zweifeln kann! Noch eigenartiger sind die Geschlechtsoerhältniss« bei den Fröschen. Untersucht man beispielsweise in der Mllnchener Gegend jung« Kras- frösche, die sich erst wenige Wochen zuvor aus Kaulquappen ent- wickelt haben, so wird man stets nur Weibchen feststellen. Jedes Jahr macht man die Beobachtung, daß sämtliche jungen Frösche in den tiefgelegenen Teilen Süddeutschlands und der Mittelmeerländer weiblichen Geschlechts sind! Ganz anders ist es in den Alpen oder in Norddeutschland. Unter den Jungsröschen von Daoos oder Königsberg findet man stets zur Hälfte Männchen, zur Hälft« Weibchen. Die erwachsenen Frösche, die im vierten' Sommer gefchlechtsrcif wurden, sind aber überall, auch in den Mittelmeerländern, zur Hälft« weiblichen Geschlechts. Die sllddeutyhen Grassrösch«, die anfangs alle weiblichen Geschlechts waren, müssen sich also zur Hälfte in Männchen umgewandell haben! Das ist in der Tot der Fall, wie die Untersuchungen von Pflüger, Witscht u.a. erwiesen haben. Nach der Ausbildung des Geschlechts kann man nämlich zwei Gruppen von Grassroschrassen unterscheiden: die undifferenzierten und die differenzierten Rassen. Bei den undifferenzierten Rossen wird die Keimdrüse der Kaulquappe stets erst als Eierstock angelegt: alle Tiere sind also Weibchen, wenn sie sich zum Frosch oerwandelt haben. Allmählich oerschwindet aber bei 5t> Proz. der Tier« das Eierstock- gewebe und wird bis zur Geschlechtsreife durch Hodengeweb« ersetzt — so entstehen die Männchen! Die Weibchen dieser undifferenzierten Rasten haben ebenfalls ein« starte Neigung, sich»ach der vollendeten Seilage öes vorwärts Geschlechtsreife in Männchen zu verwandeln. Dabei kommt es nicht selten zur Entstehung echter Zwitter, die zugleich Eier und Samen- fäden erzeugen und durch Selbstbefruchtung Nachkommenschast er- geben können! Bei den differenzierten Rassen dagegen sind die Ge- schlechter von Ansang schon bei den Kaulquappen getrennt. Bei uns kommen diese verschiedenen Rasten voneinander isoliert vor; in Amerika hat man indessen beim Ochsensrofch, der hinsichtlich des Ge- schlecht? ähnlich« Verhältnisse wie unser Grassrosch zeigt, undifferen- zierte und differenziert« Rassen nebeneinander in demselben Tümpel gefunden, so daß keinesfalls äußere Faktoren die rätselhaften Ge- schlechtsverhältnisse bestimmen. Schließlich müssen in diesem Zusammenhang noch die Kröten erwähnt werden, bei welchen es Harms und Ponse gelungen ist, echte Männchen in echt«, eierlegende Weibchen zu verwandeln. Die Krötcnmännchen besitzen nämlich neben dem Hoden noch ein eigen- artiges Organ, das für gewöhnlich funktionslos ist. Dieses sogenannte Biddersche Organ läßt sich aber experimentell in Tätigkeit setzen, wenn den Tieren die Hoden entfernt werden. In diesem Falle stmktioniert dann dos gewaltig herangewachsene Organ als typischer Eierstock, der sogar«ntwicklimgfähige Eier hervorbringt. Wie«in- gehende Studien ergaben, entwickelt« sich bei den männlichen Kröten- larven zuerst der vordere Abschnitt der Keimdrüsen z» einem Eier- stock: erst später geht aus dem Hinteren Abschnitt ein.Hoden hervor, während zugleich der Vorderteil als funktionsloses„Biddersches Organ" bleibt. Die erwähnte experimentell« Umwandlung der Kröten- Männchen in Weibchen ist übrigens bisher der einzige Fall, in dem ein« wirkliche Gefchlechtsumstimmung erfolgte! Denn durch die be- kannten Versuche von Steinach wurden Söugetiermännchen nur äußerlich in Weibchen verwandelt: sie waren ober niemals imstande, selbst Nachkommen zu erzeugen, wie es bei den ehemaligen experimentell' erzeugten Krötenmännchen der Fall ist! Cin ehrbarer Kot unö fein Schlächter. Ein Stückchen Klassenkampf im Jahre 1539. Kämpfe gab es, als das Handwerk Befreiung suchte von den zu eng gewordenen Fesseln des Zunftzwanges, unter dem das Handwerk im Mittelalter stand. Welch groteske Form diese Aus- cinand-rfetzung manchmal annahm, dafür mag ein wahres Geschicht- chcn aus Potsdam— geschehen im Jahre 1599— als heiteres Beispiel dem Dunkel der Vergessenheit entrissen werden. Der Hauptheld ist ein Schlächter, der einzige, den es damals in Potsdam gab. Prügel und große Aufregung und Beschwerden an die Landesherrin hat es gegeben, als der Streit losgebrochen war. Es muh ein kecker, verwegener Bursche gewesen sein.' Irgendwie hatte er das Mißfallen des Stadtrates erregt, und dieser hatte ihm schließlich das Schlachten verboten und einen anderen Schlächter«im gesetzt. Doch unser Fleischer nahm den Kampf auf und setzte sich auf seine Art zur Wehr. Zu welchen Austritten es dabei kam, mögen einige Säge aus der langen Beschwerde zeigen, die der Stadtrat schließlich an die Kursürstin Katharina, die damalige Herrm der Stadt, sandte. Wir übertragen die Sätze zum leichteren Verständnis in das Deutsch unserer Tage:„Ein Teil unserer Bürgerschost ist widerspenstig gemacht worden, sonderlich unser alter Schlächter. Hans Schmidt, der in Potsdam niemals gutes ausgerichtet hat und dem Rat allen Widerwillen tut. Er schilt uns auf den Gasten Schelme und Diebe, so daß wir zur Zeit seines Schlochtens unsere Kinder und Mägde wegen seines garstigen Maules�nicht haben zum Markte schicken dürfen." Am Ende pfiff Hans Schmidt überhaupt auf das Schlachteverbot und verkaufte weiter Fleisch auf offenem Markte. Stolz rief er über den Platz:„Laßt sehen, was die ochelme machen wollen." Anscheinend ist die Kundschaft dem Hans treugeb lieben, und mit der Behauptung des Stadtrates, das Verbot sei ersolgt „wegen seines Unvermögens, die Stadt mit Fleisch zu versorgen", scheint es nicht weit her gewesen zu sein. Als auch eine Wieder- holung des Verbots nicht fruchtete, ließ der Rat dem Ungehorsamen das Fleisch wegnehmen. Der Erfolg dieses Eingriffs war kläglich, denn Schmidt stand am nächsten Morgen mit demselben Fleisch wieder auf dem Platze. Er hatte es während der Nacht aus dem Rathaus« wieder heimlich herausgeholt, und des Rates eigener Anis- schreiber hatte ihm offenbar dabei geholfen. Nun ging die«sache an das Kammergericht. Es entschied, daß Meister Schmidt zwar weiter einige Kälber und Hammel schlachten tonnte, daß er sie aber nicht mehr auf dem Markte feilhalten dürfte. Schmidt, durch den Erfolg seines bisherigen Widerstandes ermutigt, kehrte sich auch nicht an den Spruch dieses Gerichts. Der Rat ent- ichlaß sich, noch schwereres Geschütz aufzufahren. Der Schlächter sollte verhaftet werden,«chmidt erhielt rechtzeitig Wind von der drohen- den Gefahr— anscheinend hatte wieder sein heimlicher Helfer, der Amtsschreiber, seine Hand im Spiele—, er floh über die Stadt- grenze und setzte seiner Keckheit die Krone auf, indem er dort draußen zwei Stadträte überfiel und verprügelte. Nach einiger Zeit kehrte er wieder in die Stadt zurück, stand wieder mit seinem Fleisch auf dem Markte und erklärte, der Stadtrat habe kein Recht, einen Bürger in Haft zu nehmen. Nun ging die oben erwähnte Beschwerde des Rates an die Kurfürstin ab, und wir erkennen jetzt auch, woher Schmidt die Kühn- heit nahm, und warum der Rat so machtlos war. Gleichzeitig mit dem Schreiben des Rotes ging nämlich nicht nur ein Verteidiqungs- schreiben für Schmidt vom Amtsschreiber ab, sondern auch noch eine Eingabe der Zünfte der Stadt, die das Recht des Schlächters vertrat und die heftige Angriffe gegen den Rat enthielt. Nach dem letzteren Schreiben mutz der Schlächter sich bei verschiedenen Gelegenheiten, besonders während einer Pcstepidcmie, geradezu für das Wohl der Bürger aufgeopfert haben. Die Sache ist schließlich im Sande verlausen. Schmidt Hot am Ende das Schimpfen und Wegelagern unterlassen, dafür hat ihn der Rat nicht mehr beim Verkauf seines Fleisches gestört. So lustig das Geschichtchcn heute hlingt, so unwahrscheinlich mutet es an. Und doch ist es nur getreulich nach den aus jenen Tagen erhaltenen Akten, besonders nach den darin genannten Briefen und Beschwerden wiedererzählt. keine vogelsedern nach England! Die englische Tierschutz- bewegung, die in manchem der deutschen(Helgolonder Vogelmord! l) überlegen ist, hat einen neuen Erfolg errungen. Schon seit längerer Zeit besteht in Großbritannien und in seinen Kolonien ein mehr oder minder streng durchgeführtes Logelfchutzgefetz, das noch vor kurzem durch einen Zusatz ergänzt wurde, nach dem künftighin jegliche Ein- fuhr von Vogelfedern allgemein verboten wird. Es soll jeder bestraft werden, der Federn verkaust— gleichgültig, von welchem Vogel sie stammen. Nur zur Einfuhr von Federn für die Zwecke der Museen uich wissenschaftlichen Untersuchungen sollen Erlaubnis- scheine ausgegeben werden. In der Liste der geschützten Vögel sind nur Häher, Elstern und Stare nicht genannt. Zu bedauern ist es. daß dieses Gesetz nicht einige Jahrzehnte früher erlassen worden ist, wo sich die Damen noch allgemein mit den Federn der Vögel schmückten und nicht daran dachten, daß sie durch ihr mit einer höheren Kultur nicht zu vereinbarendes Modebedürsnis zu Mördern wurden und eine ganze Vogelwelt nahezu zum Aussterben brachten. Hosfentlich wird auch das deutsche Volk bald aus semer Gleichgültig- keit gegen Fragen des Tierschutzes aufgerüttelt und erläßt ähnliche Schutzgesetze! Oder sollen uns auch erst wieder andere Völker drohen. so wie englische Zeitungen vor kurzem verlangten, daß man Deutsch- land die Insel Helgoland wegnehmen müsse, weil dort die Vogel. schutzgesetze nicht.durchgeführt würden? Sozialistische Arbeiterjugend Groß-öerlin« heule, Sonnabend, den 4. September: wochexeilddttl« Mr unsere Funktionäre unk» sonstige interessiert« lSenossen finden statt: s fUr die Derbebczirkc Neukölln und Sreuederg in der Jugend- derberge.Bossen; 2. für den Werdebenrk Prenzlauer Borg in der Jugend- oerderae Brieselang, ilberall mit folgenden Tdemen: 1. Wesen, Du, gaben und lbesckichte der sozialistischen Iugendbeweguna: 2. Aufbau der Organisation und vrattischc Arbeit: 3. Der eintelnc in der Bervegung.— Do« Fllbrerproblem. Es emvkilblt stch. Bleistift und) Panier, ferner Schlafdecken und Estgefchirr mitzubringen. Südwesten: Tresfvunkt zum Wochenenikursu« K lldr Potsdamer Babichof. Wochencndkurs»» Pirnzlaucr Berg: Treffpunkt pünktlich Uhr abend» Bhf. Prenzlauer Allee, ssabrt auf Erunnenfahrschein« bi» Brieselang. Räch. ziigler: Sonntag, pünktlich d Uhr früh. Bhs. Prenzlauer Allee. Decken, Blei- stitt. Rot:, panier. Musttinstrumente mitbringen. Werbe bezirk SmläUa: Treffpunkt zum Wochenendkursu» abend»« Uhr und still Ubr Bht. Neukölln. Nofenthaler Lorstadt: Wochenendkursu» in Brieselair«. Treffpimkt H7 Uhr ilnnalidcnstraste. Eck» Will>elmuscr. ffabrgeld mit Quartier 75 Pf. Schön'bcrg IN: Rackitfahrt. Treffpunkt abend» 7 Uhr Bhs. Echöneberg. Morgen. Sonntag, den 5. Sevlember: Steglitz I: Besuch de« Botanischen Saricn». Treffpunkt nachmittag« Z Uhr Ratbau».— Tcmpelhas: lsahrt Spandau. Treffpunkt%7 Uhr Bhs,— Köpenick: Besuch de» Kao. Treffpunkt 7 Uhr.— Lichtenberg- Mitte und-West: fWjrt fttunnne Lanke. Treffpunkt 6 Ubr SM. Strolau-Num meleburg.— West«»: ssahrt nach Bernau. Treffpunkt Sstb Uhr Lhf. Btilmpftraß«. Gesthästliche Mitteilungen. Der lisch der frohe» Sluuden. Unter diefem Motto veranstaltet die Firma Hermann Tie>. Leipziger Strastc und Sllexanderplatz im Rahmen ibre« AuZstottungtzverkaufZ eine ZluSstelluna und einen Welt- bemerb. Dieser einzigartig besonders gut gelungene Wettbewerb, für den die Firma Hermann Tictz für richtige Lösungen Weit- und Geldpreise im Gesamtbetrage von Ktz» M. ausgesetzt bat, erfreut sich protzer Beliebtheit. Von Künstlern und Künsllerionen, dl« sich an dieser BeraustaUunp beteiligen. seien genannt Frau Malsaida Sab titrtf, Fran Kate Haak, Lotte Werkmeister, Cläre Waldost. Bros. Heinrich Zille und Wilhelm Bendow. Der schöne Blumenschmuck, der von der Firma Strahl u. Falle ist. gibt der Beran- staltung ein besonderes Gepräge. Da» moderne ste»sier. Der Ehrgeiz eins, Schaufensterdekorateur» gehl heute dahin, innerhalb der modisch.stiengeu Linie— je nach Beschaffende!: der an»- gestellten Artikel— den praktischen oder kulturellen Wert der Ware richtig zur Eieltung zu bringen..«:« der Schauspieler oft durch starke» Abfallen de« �rqancs oewustt gesteigerte Konzentration des Vudlikmns schafst, so null ote —-~ � nicht durch marktschreierisches Werden, sondern durch ' licke Effekte die Aufmerksamkeit auf sich lenken. ___ Eewcben. oder ganzen Kleidern darau», erziel: man d-rch bestimmt« Lichlestekt« Wirkung, während bei Artikeln de» täglichen Bedarfes nur da. Praktisch« und Fweckmösiig« betont wird._ Line btfaniitc feder Art Berufskleidung«in separates stenstcr gewidmet. In einem gibt es also: Aerztekitte!, Schwesternkleiduug. kurz alle», wo» sich auf. Mn Beruf der Kianlenpflege bezieht,«in andere» sscnster zeigt sämtliche Kleldung des Bau- gewerbes, der Kellner usw. Durch diese Art der Einteilung erhält das Sanze naturgemäsi«ine protz« Ucbcrsichtlichkcit. Das unsichtbare„Kalt' besteht hier — hauptsachlich abend«— in der Lichtwirkima der sti-nrren gegen den Hinter- arund. E» sind dies, allerdings etwa, stark vräraffaclitisch wirkende Eesta.tcn au» wcitzer Pappe mit Blau, die gegen«inen gelb roten Hintergrund lehnen. Ein ssenstcr repräsentiert sich als Autzenseiler. Oder geschah«» mit Absicht? Setterbericht der«ffenMche» Wetterdienststelle für Bertln lSlachdr. verb.) Temperaturen ei» wenig uiedriger bei zunehmender Bewölkung. Gewitter nicht miSgeichlolten.— Für Vevtschlavd: Ucberall Bewölkungszunahme. strichweise Gewitter, Temperaturrtl überall ein wenig niedriger. �»»»»»■ Thealer Lldiffplele ■IW. Staats-Theater Opernhaus a.Platzd.Republ 8 Uhr: TOSCA Schauspielhaus 7 U.* Amphltryon Schiller- Theater 8 Uhr Fahrt nach der SQdsee Städtlsdie Optf Charlottenbure Die Festvorstellung „Fatinitza" mit an- scülieB Ball(indet nicht statt. Die Stadt. Oper bleibt am Sonnabend, den < Sept. geschlossen Uentidies Hieaur Norden 10334—38 1 Uhr- Androklu« und der Ldwe Von Bernard Shaw Regie: Erich Engel Kammerspiele Norden 10134—38 * Uhr: Und Pippa tanzt... v. Qerh.hlauptmann Rifh: Heinz Hilpert Heute nicht vergessen! September Ba b e n d s 4. I 8 Sonnabend| Uhr Eröffnunst- Vortteliuns CIRCU Kaiser-Allee FahrvcrMndungen; üntergrand Bayerischer Fiat». FehrbeU'ner Platz, Heidelberger Platz ✓ Strassen bahnen: L, 7, 44, 45, 51, 56, 66. 77, 177, 161 Antobnss- Linien; 5, 10, 20, JS/ Stadtbahn; Wilmersdorf- Friedenau Preise(nur Sitzplatze): 60 pf.. 1.30, LAN» bie 10 Hark Torverfcauf t Ununterbrothcn ab 10 Uhr an den Clrcnskotseo, bei 0. Wertbelm n. K- d. V. Sonnlag: 2 Vorstellungen 4 und 8 Uhr Tier-Abnormitäten und Indcrsebao taglleta ob st, 10 I'br grebf Inet Hcrttner Tneaicr um: Miß Äraerika Kielnei Tta. 8>; Die Komödie Bismarcs 2414. 7516 8 Uhr: Die Gefangene Von Bourdet Regie M. Reinhardt Immkr-StliMe Thealer HOnlMratUtr. T.:Hascnheid.211C Heute zum I.Male 7V, Uhr: Zweimal Ollrer UomädlenhaD« Tel: Norden 6304 8 Uhr ßefrv.SalDt-ObiD SCAtA Kurfürst 6456 8 Uhr: Internat. Variete Sonntags V zu ermäB.Frels.dis volle Programm SiilBünrfSSbiun Deulsehes (Bnstl.-Tbllaler h'/j Uhr: Veronika TL i.Kortürstenilaiin 8 Uhr: Yvonne Lastspiclbini S'l, Uhr: Kukuli -Thealer IUr Prtoi« Gromwell aesiaeni■ meai. »»« Uhr 031 goideiie Kalb Mart'n Kettner Thaiu-Theaier uhr: DirKiberpeli Regle:Benh. Viertel Theater des Westeos Ukkn; SWopl. 931 Täglich 8 Uhr: DI» Revu» Der Zog naöi dem Westen Sonntag pachm 3 Uhr: Ungekürzt Vorstellung zu halben Preisen! und doch sehrgui! Sekeril: Kibari: flach ♦ Gold fesic Packung dick• rund ohne Mundsiück Volks büh ne Tlinttr in Mlnrjüjti 8 Uhr Der ööfsdie Midie! Morgen 8 Uhr; Oer dotsdie Michel TL w Sdiiffimierdjnra Täglich 8 Uhr: Das OrahBial des nnhekanite« Ssldaten. Rose-Theater (F/e Uhr; Die Stecknadel im Heuwagen Casioo-Tbeateri Vorher Bunter Tel Gutschein 1-4 Pers. 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Oianstag. den 7. September: 12. Bezirk:..Albrechfhos". Steglitz Aldrechtslr. t. nachm. 5 llhr. 18.,„SchMeriaal LC h a r I o t t e w dura. Bismarckstratze llst, abend» 7 Ubr 14.. Roadtter Sefellscha'tsban-, Wiclefstr 24. nachm. 4 Uhr. 15.* Polk»>,au».R»ini ckendorf- West. Scharnweberstr. IIL abend« 7 Uhr. 7elfcablnng! l Kulfili RdiifHia! lAbzablungv. 2 50 an Cdricke, Brennabor Opel.MuliipIex.NSÜ Wsttler, Monopol. Triumph, Spezlalräder bar45-. Damenräder DO,—, Rahmen 20,-. Sehlavt. iiriii 145. Wticnieistisstr. Tier � HUNDE< Katren, Papageien und alle Haustiere werden behandelt nerfinfluue Poilhilnlif Chausseestrafta 93 neoen Kriegervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 4-6 Uhr 'S RaichshaileifThaater lIUMlid 8 Uhr nl Smitig udinjthgs 3 Ubr Sfefttaer Sänger Singende Bänme Nachmittgs halbe Preise, volles Programm! OönhoH-Bratn (Saal b. 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Wie bekannt, findet anläßlich de» 25 jäh- rigen Bestehen» de» Zmernaltonalen De- werllchastsbunde» am Sonntag, den >9 September, nach der gemetnichastlichen Demonstration aller freien Dewertichalien anschließend ein gemeinsame» Dewert- fchafuWt in sämtlichen Räumen Treptow» statt. Dem Deutschen Metallarbeiterverband ist von feiten de» Ortsauefchuste« de» All- gemeinen Deulschen Dew»rkschaft,bunde« da» Lokal Abtei und der Viktaria-Derten ananviesen worden. Der Elnfrittsprei» beträgt M. 0.50 ein- fchlirtzfich der Steuer.— Dir erwarten. baß unsere Rolleg«» sich mit ihren ga- mUieu an dieser Beranstaliung restlo, de- teiligen und bitten unsere FunltUmäre. dte dementsprechend« Anzahl Eintrittskarte:: im Bureau. Linienstr. 88/85. Parterresaal, Schalter 1, gegen sofortige Bezahlung ad- zuholen. Nach 4 Uhr, außer Sannabend», können Mich.starten in Zimmer 4 edenfall« gegen folarltge Bezahlung abgeholt werden. Eine Zurstcknahme der bezahlten starten erfolgt nicht und wird d«»halb gebeten. nur so ptel starten abzuholen, wie tat sächlich oertauft werden. vte OcteaanMlhmg. s isdilas......... ntom fsile beeiilp nrim. Ciertitkarr Hillirfoki wlZIiiiiii, ud bivanr. ärztl. empfohlen. larilitastrati tili. 9-11. 1-4. Seuht 19-il. Jnjbr il mt, Eslt «»4 hie.»enr Intt.fntjestdll. Ii ll Tiger ilsc •MMMMtM 5. Stlail« 27. Prtubqch.Eüdde»t|ch««lasien-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Rümmer sind zwei gleich dode gesallen, und zwar je emer aus die Lose gleicher io deu beiden Sbleiluugen I uud ll Gewinn« Rümmer 22. Ziehungslag 3. September 1926, vonnittags Da der Vonntttogszlehung wurden Gewinne über 160 M. gezogen 2 Gewinne zu je 3000 M. und 2 Prämien zu je 500000 M. fielen auf Nr. 223243 2 Gewinne zu 10000 M. 244529 2 Gewinne zu 5000 M. 75333 8 Gewinne zu 2000 M. 127920 154766 178522 226429 6 Gewinne zu 1000 M. 39151 145090 271802 50 Gewinne zu 500 M. 1514 3923 4258 14844 16450 47509 55485 56170 57321 58411 84696 110738 133589 150853 171605 207880 21 4961 222019 223642 241017 254774 265331 268666 273189 279004 108 Gewinne zu 300 M. 23 17868 22011 22517 28629 32034 33202 34279 35764 37493 45892 54574 55075 70731 71646 71783 77017 77496 79530 84894 93963 95988 117985 119749 124440 127616 130324 134218 135093 143070 149424 152045 153008 154237 171 143 172507 173532 175998 181459 186957 188653 195104 202788 225863 229105 236808 243917 244962 252814 264143 2824» 288700 290337 292821 ist das Angebot, das wir Ihnen machen können. Die Wirtschaftslage ist schlecht, darum verlangen Sie billigste Preise. 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