Nr.4S0 ♦ 43.?ohrg. Ausgabe A Nr. 2Z0 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pfennia. monatlich 3.— Reichsmark voraus jaftlbat. Unter«reutband für Deutichlanv. TN: tat«, Laar, und Memelaebiet, Oesterreich. Litauen, Luremburs 4,öv Reichsmark, titr das übria« Ausland 5.SO Reichsmark pro Monat. Der„Zormäris" mit der Illustrierten Eonntagsbeilag«»Boll und Zeit" sowie den Beilagen»Unterhaltung uno Wissen",»Aus der Filmwelt", »Frauenstimme",»Der Linder» freund"...Iugend-Borwörts" und »Blick in die Bllcherwelt" erscheint wochentäglich gweimal, Eonntags und Montags einmal. Telegoamm-Adresse: .Sozialdemokrat Berlin- Morgenausgabe Nerliner VolKsvlÄlt (10 Pfennig) Anzeigenpreise: Di««Insvaltlg« Nonpareille« zeile 80 Pfennig. Reklame, eile 5�- Reichsmark,„tlleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 2S Pfennig fzulässsa ,wci fettgednicktc Worte), iedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch. staden zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienan, eigen fiir Abonnenten geile<0 Pfennig. Anzeigen fllr die nächste Nummer müssen bis V/i Uhr nachmittags im Kauptgeschäft, Berlin EW 68, Linden» strafte 3. abgegeben werden. Deössnet von 8% Uhr sriih bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratircben partei Deutfchlands Neüaktion und Verlag: Serlin SW. öS, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Freitag, den Ä4 September vorwärts-verlag G.m.b.H., Herlin SW. 68, Jlindeystr.Z Postlcheckkont»!«erli» 87 53«-«anNonto: Bank der Arbeiter. Angestellte- und Beamien. Wallftr. b5: Diskoato-Sesellschaft, Depoiitenkasse Liadenstr. 3. Stresemanns Rückkehr. PoinearL redet Montag über die Unterredung von Thoiry. Reichsaußenminister Dr. S t r e f e m a n n ist gestern nachmittag in Begleitung des Staatssekretärs Dr. W e i ß m a n n und des Leiters der Reichspreffestelle, Ministerialdirektors Dr. Kiep, mit dein fahr- planmäßigen Genfer O.Zug um S Uhr auf dem Anhalter Bahnhof «ingetroffen. Zum Empfang Dr. Stresemanns hatten sich u. a. Reichskanzler Dr. Marx, Reichsernährungsminister Haslinde, Reichsjustizminifter Dr. Bell und Reichswirtschaftsminister Curtius «ingefunden. Der englische Botschafter Lord D'Abernon, der französisch« Geschäftsträger De Laboulaye, der belgische Ge- sandte E o e r t s, der Schweizer Gesandt« Dr. Bogel sowie der tschechoslowakische Geschäftsträger Har licet waren ebenfalls er- schienen.— Kaum war der Zug, der vier Minuten vor der angesagten Zeit m den Bahnhof«inlief, zum Stehen gekommen, als ein wahrer Sturm auf den Sonderwagen des Ministers einsetzte. Der Außen- minister nahm die Glückwünsch« seiner Kollegen, sowie der Bertreter der auswärtigen Staaten entgegen. Als er schließlich das Auto be- stieg, halte sich inzwischen in der Möckernstraße ein« nach mehreren Hunderten Leuten zählende Menge eingefunden. Hindcnburgs Dank an Stresemann. WTB. meldet: Der Herr Reichspräsident empfing heute nachmittag 6 Uhr den Reichsminister Dr. S t r e s e m a n n zum Be- richt über die Genfer Verhandlungen. Nach dem etwa«instündigen Vortrag dankte der Herr Reichspräsident dem Reichsminister Dr. Stresemann für seine mühevolle Arbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die jetzt angeknüpften Verhandlungen zur Lösung der noch schwebenden schwierigen Fragen und zur baldigen B e- f r e i u n g des Rheinlandes und des Saargebietes führen möchten. Sevorftehenüe Reöe poincarös. Die Richtlinien einstimmig im Kabinett gebilligt. Paris. 23. September.(Eigener Drahtbericht.) P o i n c a r e hat am Donnerstag dem Ministerrat die Richtlinien seiner poli- tischen Rede unterbreitet, die er am Montag bei der Eröffnung des Generalrats seines Departements in Bar-le-Duc zu halten beab- sichtigt. Diese Richtlinien wurden vom Ministerium e i n sti m m i g gebilligt. Poincarä wird darin u. a. auch über die außenpoli- tische Lage Frankreichs sprechen und dabei Gelegenheit nehmen, sich zu der Unterredung von Thoiry zu äußern. Aus der einmütigen Billigung, die feine Rede im Ministerrat gefunden hat, wird man schließen können, daß er nichts zu sagen gedenkt, was die Fort- führung der deutsch-französischen Verhandlungen zu b e e i n- trächtigen geeignet wäre. Brüsseler Echo. Brüssel, 23. September.(Eigener Drahtbericht.) Die deutsch- französischen Besprechungen werden in Belgien mit gespanntem Interesse verfolgt. Ueber die Haltung der belgischen Re- g i e r u n g ist bisher nichts Bestimmtes bekannt geworden, aber es unterliegt keinem Zweifel, daß sie jeden Schritt zu einer deutsch- französischen Verständigung als im Interesse des europäischen Frie- dens und damit auch Belgiens liegend herzlich begrüßt. In der Presse ist bisher fast kaum eine eigene unabhängige Stellung- nähme bemerkbar. Die Blätter folgen im wesentlichen der Haltung derjenigen nationalistischen bzw. demokratischen Pariser Organe, von denen sie sich gewohnheitsmäßig beeinflussen lassen. Die liberale �ndependance Belge*, die dem früheren Außen- minister und jetzigen Justizminister H y m a n s nahesteht, meint, die belgisch« Regierung werde demnächst eingeladen werden, an den deutsch-französischen Besprechungen teilzunehmen. Manch« der in Thoiry angeschnittenen Fragen seien ohne Belgiens Mitarbeit nicht lösbar, andere Fragen bzw. Abänderungen von Verträgen be- dürften der Zustimmung Belgiens. Belgien wünsche eine Besrie- dung wie kein zweites Land. Aber die Boraussetzung dafür sei eine wirklich friedliche Gesinnung Deutschlands. Dazu gehöre auch, daß die deutsche Reichsregierung jede Zweideutigkeit in der Kriegsschuldfrage vermeide. Namentlich mühte Deutschland seine Schuld in bezug aus den Einbruch in Bel- g i e n bekennen und es mindestens vermeiden, die Wahrheit zu oer- dunkeln. Das aber habe Stresemann in seiner Genfer Rede getan und damit die Befriedung erschwert. Völkerbundstagung noch in der nächsten Woche? Genf, 23. September.(Eigener Drahtbericht.) Da die heutige Vollsitzung der Völkerbundsversammlung die Abrüswngssrage nicht zu Ende beraten konnte und die nächste Vollsitzung erst zu morgen nachmittag einberufen ist, ist es sehr fraglich, ob die Völker- bundsoersammlung ihre Arbeiten am Sonnabend wird erledigen können und nicht aus die n ä ch st e Woche hinausgeschoben wird. Rücktritt Konüplis'. Eine Botschaft an das griechische Volk. A t he n. 23. September.(lvTS.) Minlsterpräsidenl S o n- d y l i s führt in einer Botschaft an das Volk, in der er seinen Eni» schloß kundgibt, sich endgültig aus dem politischen Leben zurückzuziehen und bei den nächsten Wahlen nicht zu kandidieren, aus, obwohl er an der Spitze der National» demokratischen Partei stehe, wolle er sich polltisch nicht betätigen, um dem Lande die Rückkehr zum normalen parlamenlarischen Leben zu erleichtern. Er bitte seine Freunde und Rlitarbeiter, sich an- deren republikanischen Parteien anzuschließen oder unabhängig zu bleiben, aber immer Republikaner. Ferner rät er dem Volke, durch seine Haltung zur Gesundung des politischen Lebens und zur Einstellung der Sämpse um die Regierungssorm bcizu- tra«n. Die Armee fordert er auf. sich jeder Einmischung in die Politik zu enthalten. Zum Schluß sagt kondylis: Ueberzengl. daß ich durch den Verzicht aus politische Tätigkeit eine gebieterische valerländische Pflicht erfülle, erNäre ich. daß unsere Regierung ihr Programm weiter durchführen wird. Die Wahlen werden zum festgesetzten Zeitpunkt nach dem Verhältniswabloersahren stattfinden. De Rivers will noch bleiben. Meuternde Generäle in den Ruhestand versetzt. Paris, 23. September.(Eigener Drahtbericht.) Der spanische Diktator erklärt in einer Unterredung mit einem französischen Ionr- nalisten, daß der jetzige F i n a n z m i n i st c r Ealvo Soielo zum Präsidenten der verfassungsgebenden spanischen Nationaloer- sammlung ernannt werden würde. Gleichzeitig kam Primo de Rivera auf seine frühere Behauptung zurück, daß er mindestens noch drei Jahre am Ruder bleiben müsse. Trotzdem versichert die rechts- stehende..Liberte", aus guter Quelle in Spanien erfahren zu haben, daß in 8 bis 10 Tagen eine völlige politische Um- wälzung in Spanien zu ermatten sei. Der König hat ein Dekret unterzeichnet, durch das neun Artillene- Generale wegen Teilnahme an der Meuterei in den R u h e st a n d Zersetzt werde», vor üen Gemeinöewahlen in Delgien. Die Sozialisten einig.— Die Sanierungskrise noch nicht vorüber. Brüssel, 23. September.(Eigener Bencht.) Am 10. Oktober finden �in ganz Belgien die Gemeindewahlen statt. Der Wahlkampf hat nunmehr mit voller Kraft eingesetzt. Bis vor kurzem hatten die Gegner gehofft, der Arbeiterpartei eine Schlappe bereiten zu können, da angenommen wurde, daß breite Massen der Wähler sie für die finanziellen Nöte des Landes wesentlich mitverantwortlich machen würden. Aber schon jetzt sehen sich die gegnerischen Parteien, darunter vor allem auch die Kommunisten, die gelegentlich dieser Wahlen eine große Kraftanstrengung beabsichtigen, gezwungen, diese Hoff- nungeu sehr stark herabzuschrauben. Entgegen ihren Erwartungen beginnt der Wahlkampf unter nicht ungünstigen Bedin- g u n g e n für die Sozialisten. Trotz der zeitweise starken Opposition, die sich innerhalb der Partei gegen die Politik der Regierungs- beteiligung erhoben hatte, tritt die Sozialdemokratie absolut einig und geschlossen in den Kanipf, während sich sowohl bei den Katholiken wie bei den Liberalen zum Teil enisthafte Spaltung?- erscheinungen bemerkbar machen. Was die Kommunisten anbetrifft, so bleibt noch abzuwarten, in welchen Gemeinden sie die Aufstel- lung eigener Kandidaten wagen werden. In einer großen Wählerversammlung in einer Brüsseler Vor- stadt sprach Arbeitsminister Genosse Wauters anläßlich der be- vorstehenden Wahlen über die finanzielle Lage. Er erklärte, die Regierung habe die Gewißheit, in kurzer Zeit die Franken- st a b i l i s i e r u n g erfolgreich durchführen zu können. Die Schmie- rigkesten, die die im Ausland aufgelegte schwebende Schuld heute noch bereitet, würden in kürzester Zeit aus dem Wege geräumt sein. Er fügte aber gleichzeitig hinzu, daß die Lösung der Finanz- krise noch schwere Opfer erfordern werde. Zahlreiche Unter- nehmungen, die nur dank der Inflation bestehen konnten, werden oerschwinden müssen, und dem Volke müsse offen und ehr- lich gesagt werden, daß das Ende der Jnflationsperiode wenigstens zeitweise eine Massenarbeitslosigkeit zur Folge haben werde. Sobald aber die Krise überwunden ist, schloß Wauters, werde ich der erste sein, der auf eine Politik großzügiger Sozial- reformen bestehen wird. Sozialisten im Völkerbund. Mitarbeit notwendig. Von Louis de Brouckcre. An der gegenwärtigen Völkerbundstagung in Genf nehmen zehn Sozialisten als Delegierte teil. Zehn auf mehr als 200 Vertreter ist sicherlich nicht viel, und zweifellos steht diese Ziffer in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Stärke des Sozialismus in der Welt. Immerhin ist das Ergebnis meiner Rechnung keineswegs entmutigend: denn die be- fcheidene Zahl von zehn Delegierten ist die h ö ch st e, die jemals verzeichnet wurde. Sie war selbst geringer in jener Zeit, als von der Labour Party unter Führung Macdonalds als Ministerpräsident des großen Weltreiches die englische Delegation in Genf gebildet wurde. Von den zehn Delegierten vertritt ein einziger eine sozialistische Regierung, zwei sind für Regierungen delegiert, an der Sozialisten beteiligt sind, während die Parteien der restlichen sieben ausschließlich in der Opposition gegen ihre Regierung stehen. Sie alle leisten hier gute Arbeit, und ich bin der Meinung, daß der Völkerbund überhaupt der sozia- listischen Idee bedarf, um seine Aufgabe durchführen zu können. Innerhalb weniger Jahre ist Gens das Zentrum der Weltpo li ti k geworden und wird-es sicherlich nach dem Eintritt Deutschlands noch mehr werden. Der Völkerbund umfaßt heute schon sämtliche Staaten Europas, da Spanien selbst ihm formell noch angehört, und höchstwahr-' scheinlich seinen Platz wieder einnehmen wird, sobald das spanisch» Volt in dieser Frage seinen Willen frei zum Ausdruck bringen kann. Auch die Staaten Asiens und Afrikas, mit der einzigen, wohl nur einstweiligen Ausnahme der Türkei sind ihm angeschlossen. Alle britischen Dominions und die Ratio- nen von Südamerika sind ihm ebenfalls beigetreten. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika selbst können sich nicht mehr völlig abseits halten, und was die Sowjetföderation betrifft, die so etwas wie einen Sonderkontinent bildet, lassen viele Anzeichen erkennen, daß auch sie ihre systematische feind- selige Haltung nicht mehr sehr lange wird aufrechterhalten können.! Der Völkerbund bildet das großeinternatio.nale Verwaltungszentrum, in das alle Iniformationen münden und wo die Zusammenfassung der so zahlreichen Dienstzweige erfolgt, die tausenderlei Einzelheiten im Völker- leben regeln. Im Schöße des Bundes werden alle großen Fragen der internationalen Politik behandelt. Kein wich- tiger Konflikt, der irgendwo in der Welt ausbricht, entgeht ihm: es gibt keine Verhandlung, die hier nicht ihr Echo findet. Endlich hat er die Mission, die wichtigsten Allgemeinheits- interessen der Menschheit zu regeln. Die Tagesordnung der gegenwärtigen Session gibt dafür ein gutes Beispiel. Ich finde dort als einen Hauptpunkt„Die Organisation der Wirt- schaftstonferenz", d. h. die vernünftigste Methode, geordnete Arbeits- und Produktionsverhältnisse der Völker herbeizu- führen. Weiter„Sie Organisation der Abrüstungskonferenz"» Ist es notwendig, ihre Wichtigkeit zu betonen und alle glück- lichen Ergebnisse auszuzählen, die ihr Erfolg mit sich bringt, all die furchtbaren Folgen zu nennen, die ihr Mißlingen nach sich ziehen würde? Schließlich„Die Annahme einer Kon- vention gegen die Sklaverei", deren Tragweite für die Herstellung menschlicher Beziehungen zwischen den Völkern Europas und denjenigen der Kolonialwelt außerordentlich bedeutungsvoll ist. Es ist für jede dieser Fragen eine Partei vorhanden, die zu kühnen, edlen und fruchtbaren Lösungen drängt. Leider findet sich auch eine andere Partei, die mächtig ist und die kaum von den Wegen der Vergangenheit abgeht. Wer aber wagt zu behaupten, daß die Sozialisten sich an diesem Kampf nicht interessieren dürfen, von dessen Ausgang die ganze unmittelbare Zukunft der Welt abhängen kann und auf den sie einen entscheidenden Einfluß ausüben können? Vor einigen Jahrzehnten gab es Genossen, die verlangten, daß die Arbeiterklasse sich von den Parlamenten als bürgerlichen Institutionen fernhalten sollen. Alle, die heute wollen, daß man nicht zum Völkerbund geht, erinnern mich an diese „naiven Antiparlamentarier" der Anfangszeit. Sie vergessen, daß man, um praktische Politik zu machen, sich zuerst der vor- handenen Werkzeuge bedienen muß. Sicherlich darf ein Sozialist nicht nach Genf gehen, um eine beliebige Aufgabe zu erfüllen. Die Exekutive der Arbeiterinternationale hat völlig recht, wenn sie sagt, daß kein Mitglied unserer Organi- sation sich dazu hergeben darf, auf Instruktionen zu hören, die im Widerspruch stehen zu den Prinzipien der Partei. Es ist ebenso selbstverständlich, daß ein Delegierter wie jeder Parteigenosse den Kontakt mit den politischen und gewerk- schastlichen Organisationen der Arbeiterklasse aufrechterhalten muh und es wäre zu wünschen, daß dieser Kontakt die Orga- nisationen ihrerseits dazu veranlassen würde, für die Arbeiten des Völkerbundes ein immer größeres und immer aktiveres Interesse zu zeigen: denn an dem Tag, an dem der sozio- l i st i s ch e Einfluß in den internationalen Versammlungen des Völkerbundes ebenso groß ist. wie in den nationalen Parlamenten, wird es um den Frieden der Welt um vieles besser stehen. Deutschnationaler Schmutz. ffin Rückfall in die Methoden der Mordhchc. Die deutschen und die französischen Nationalisten haben sich während der Genfer Verhandlungen die Bälle zuge- warfen, um den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu sabotieren, um gegen die verantwortlichen Staatsmänner zu Hetzen und das Werk der deutsch-französischen Verständigung zu stören. Die französischen Hetzer lobten Stresemann als Redner, die deutschen Briand. Dann schrien sie: die Deutschen loben Briand, also ist Briand ein Verräter— und: die Franzosen loben Stresemann, also ist Stresemann ein Verräter. Nun setzt die„Kreuz-Zeitung" dies saubere Handwerk fort. Diesmal arbeitet sie nicht mit der Gegenüberstellung Briand— Stresemann, sondern mit der Gegenüber- stellung Briand— Otto Braun. Sie schreibt: „Wir haben unser Erstaunen seinerzeit ausgesprochen, als Staatssekretär Weismann als„Fachmann" mit nach Gens ging, und uns gefragt, was er dort tun soll. Die„Germania" plaudert nun in einer Charakteristik, die ihr Genfer Korrespondent von den einzelnen Mitgliedern der deutschen Delegation gibt, offen aus, daß Herr W e i s m a n n über die Polizei stärke mit den Franzo- sm verhandelt habe. Wichtiger scheint uns aber die Mitteilung, daß Herr Weismann auch von B iand empfangen worden ist. Bei dieser Gelegenheit soll Briand sich wohl informiert gezeigt und mit anerkennenden Worten für das sie- den Jahre alte Ministerium Braun nicht gegeizt haben. Auf so viel Gnade werden die Herren Braun— Seve- ring wohl nur dadurch antworten können, daß sie getreulich die französischen Wünsche betr. die Polizei er- füllen. Wir haben es wirklich herrlich weit gebracht in Preußen. Daß Herrn Briand das heutig« Regime in Preußen gefällt, glauben wir wohl. Nur steht leider der Geschmack des Herrn Briand im umgekehrten Verhältnis zu der Auffassung derjenigen, die ein starkes und diszipliniertes Preußen für die notwendigste Grundlage unserer Gesundung halten. An sich ist es allerdings nicht» Neues, daß unser« Sozialdemokratie sich der französischen Gunst aus begreiflichen Gründen erfreut." Es ist die alte infame Methode: Gestern war Herr Strese- mann ein Landesverräter, heute ist es wieder die Sozial- demokratie. Was bisher für die Befreiung der besetzten Gebiete er- reicht wurde, ist erreicht worden durch die Sozialdemokratie gegen die Deutschnationalen. Den Deutschnationalen bleibt nur die Beschimpfung der wahren Patrioten. Russischer Krach. Kommnnistenbonzen untereinander und Monarchisten. bonzen untereinander. In der russischen kommunistischen Partei wird ein er- bitterter Fraktionskampf ausgcfochten. Das russische Voll und sein Geschick sind Obsekte dieses Kampfes. Der Fraktions» kämpf greift auf alle Parteien der kommunistischen Internationale über, er tobt in Berlin so gut wie in Moskau. Die russischen Monarchisten sehen diesem Kampf mit illu- sionären Hoffnungen zu. In ihren Illusionen glauben sie der Macht näher zu kommen. Je mehr sie es glauben, um so erbitterter wird ihr Fraktionstampf: Nikolai Nikolaje. witsch gegen den Prätendenten.Laren Kyrill". v' Der kommunistische Fraktionskrach tobt in der„Roten Fahne", der russisch-monarchistische Fraktionskrach in der „Kreuz-Zeitung. Die„Rote Fahne" ist das Organ des legitimen Diktators Stalin gegen die illegitime Oppo- sition um Sinowjew, die.Kreuz-Zeitung" macht sich zum Organ des„legitimen Zaren Kyrill" gegen den illegitimen Prätendenten Nikolai Nikolajewitfch. Es ist also Vorsorge genug getroffen, daß das deutsche Publikum den Krach des amtlichen und lebendigen Rußland und den Krach Mitternachtsstunde am Zensier. BonSarl Lückert. Ich stand in mitternächtlicher Stund« an der stürmischen See, ich durchwanderte um Mitternacht den Wald und ich lag in dieser Stunde in der mondbeschienenen Heide. Das Brausen der Wellen, das Rauschen der Bäume und das Zirpen der Grillen waren Balsam für den Großstadtflüchtling. Und doch— es fehlte das Raunen der Großstadt. Ich bin hinausgezogen, um es zu ver- gessen, aber die Sinne sind umfangen vom pulsierenden Leben, von der Kraft, von dem Rhythmus der Arbeit. Es dauert lange, bis die Gedanken sich abwenden vom Alltäglichen, bis sie sich ab- wenden von dem, was schnell vergessen werden sollt», um neuen Eindrücken Raum zu geben. Und wenn dann endlich die Gedanken in andere Bahnen gelenkt sind, wenn sie hinauswandern m die Ferne und Wachsen und Vergehen erforschen wollen, ist auch bald die Zeit da, um sie wiederum umzustellen auf dos Tempo der Groß- stadt. Nun stehe ich wieder an meinem Fenster. Es ist wieder Mitter. nacht und das Haus ist von Finsternis umgeben. Hier und da schimmert noch Licht hinter Borhängen. Wem mag es leuchten?— Hier unterscheidet sich die Mitternacht der Großstadt von der Mitter- nacht der Heide, der See, des Waldes. Nacht ist eben nicht einfach „Nacht". Großstadtnacht ist niemals dunkel und findet niemals Ruhe. Unzählige Menschen dürfen nicht schlafen: sie alle helfen durch ihre Arbeit den Zeitenlauf gestalten. Wieder andere machen durch Müßiggang die Nacht zum Tage. Leben gibt dem Tage das Aussehen und Leben bestimmt den Ton der Mitternacht. Menschen sterben, Menschen werden geboren, Menschen arbeiten und Menschen tanzen, vielleicht gleichzeitig in einem Hause, ohne daß es einer vom andern weiß. Meine Gedanken halten nicht an an den Mauern. Sie über- fliegen weite Strecken und lasten noch einmal die in der Einsam- teil durchlebten Mitternachtsstunden vorbeiziehen. Die Sturmnacht der See hüllte mich in tiefstes Dunkel. Gepeitschtes Master bäumte sich auf als wollte es sich auflehnen, weil es aus seiner Ruhe ge- stört war. Sonst war nichts zu hören. Der Geruch der Heide- Mitternacht kehrt nochmals zurück und das mitternächtlich« Rauschen des Waldes glaube ich noch einmal zu hören. Jetzt ziehen Wolke» am duuklen Himmel in ferne Gegenden. Di« einsamen Lichter sind gestorben, alles fft in ttefftes Schwarz gehüllt. Bon der Straße dringt Lärm von Pflasterarbeitern, von ferne dröhnen Autohupen und andere späte Geräusche— Großstadt- nacht hat keine Ruhe. wie k-aslgläser entstehe,,, wird im KunftgewerbehausFried- «Weber Friedrich-Ebert-Str. 8. gezeigt. Dort arbeitet ein Glasblaser, d« allerlei Vasen und Schalen au» Gla» vor den Augen dcS -ouvtttmns entstehen laßt. des emigrierten verfaullen monarchistischen Rußland erfährt. Die Krachs sind so ähnlich! Der legittme Diktator St a l i n herrscht mit eiserner Faust und beschuldigt die Oppo- sition der Reaktion, für den„legitimen Zaren Kyrill" pro- klamiert die„Kreuz-Zeitung" das Prinzip der eisernen Faust: „In der Geschichte der Welt aber und gleicherweise in der Ge- schichte Rußlands hatten in Zeiten der Umwälzung oder des Ueber- ganges immer nur scharf umrissen« Ziele und die Politik der eisernen Faust Erfolg." Dafür beschuldigt sie den illegitimen Prätendenten der Reaktion: „Die breiten monarchistisch gesinnten Masten des russischen Volkes und die erhebliche Anzahl gleichgesinnter Emigranten haben längst erkannt, daß die Vertreter der schärf st en Re- aktion im Lager des Großfür st en Nikolai zu suchen sind. Ihre Hoffnungen konzentrieren sich aus den legitimen Zaren, der mit jenen ehemaligen Größen und ihren Plänen durchaus nichts zu schaffen hat und zu schaffen haben will. Es ist der echte Kommunistenkrach— nur auf der an- deren extremen Seite. Man nennt sich gegenseitig Verräter. man beschuldigt sich gegenseitig reaktionärer Gesinnung und niedriger Absichten. Der Sprachgebrauch ist überaus ähnlich: „Großfürst Nikolai scheidet als Kronprätendent vollkommen aus: zwischen ihm und dem Zarenthron stehen noch acht, zur legi- timen russischen Thronfolge berechtigte Mitglieder des Hauses Ro- manow. Er ist, nichts weiter als der politische Partei- f ü h r e r einer Fraktion, die in der Hauptsache die eigenen Klassen- und Vermögensinteresten im Auge hat. Das Bemerkens- werteste aber ist die äußere Orientierung dieser Fraktion, deren Bonzen sich in Paris, Prag und Warschau aufhalten." So liest man in der„Kreuz-Zeitung". Krach bei den russischen Kommunisten, Krach bei den russischen Monarchisten. Es geht nicht ohne Krach._ Ueberall kommunistische Zersetzung. Neurat an der Spitze der linken Opposition in der tschechischen Partei. Prag, 23. September.(Eigener Drahtbericht.) Der Zersetzungs- Prozeß des Bolschewismus, der, von Rußland ausgehend, sich zu- nächst in Deutschland ausgewirkt hat, ergreift nunmehr auch die große Kommunistische Partei in der Tschechoslowakei. Im Reichenberger Kreis, der Hochburg der Kommu- nisten im deuffchen Gebiet der tschechischen Republik, hat sich unter Führung des Kreissekretärs Kreutz, der bei der Parteispaltung seinerzeit eine große Rolle spielte, eine Fraktion gebildet, di« mit Sinowjew sympathisiert. Kreutz hielt geheime Konferenzen ab, in denen er die offene Spaltung betrieb. Wie jetzt bekannt wird, hat die oppositionekle Bewegung bereits größere Aus- d e h n u n g angenommen. An ihrer Spitze ficht tatsächlich der erste Theoretiker der KPD., N e u r a t, der nicht nur die Bolschewisierung der tschechischen Partei leitete und die rechten Element« aus der Partei geworfen hat, sondern eine Zeitlang auch der Kommissar der Komintem für die Kommunistische Partei Oesterreichs war. Da der Führer der Partei, Schmeral, der seit je sehr weit rechts stand, vor einigen Wochen aus Moskau zurückgekehrt ist und die Zügel fest in der Hand hat, ist um so eher anzunehmen, daß der Konflikt zum AusschlußderlinkenElemente führen wird. Die �Schwarze Reichswehr" beleidigt! Eine Berliner Gerichtsentscheidung. Eine bekannte Berliner Gerichtskorrespondenz weiß folgendes zu melden: Wegen Beleidigung der Schwarzen Reichswehr und der Reichswehr überhaupt hatte sich gestern der Arbeiter Nico- laus vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte zu verant- warten. In angetrunkenem Zustande war er aus einem Hause in Neukölln herausgekommen und hatte ausgerufen:„Nieder mit der Schwarzen Reichswehr, diesen Mördern, schämen sollte man sich, eine solche Uniform zu tragen." Da er diese Rufe Ein hunöebesttzer... Bon Dr. Alfred Korach. Die Ansichten darüber, wann ein Mensch einen Anspruch aus öffentliche Hilfeleistung haben soll, sind sehr oerschieden. Zwar gibt es zahlreiche Paragraphen, die eine Fülle von Bestimmungen hierüber enthalten: es werden aber mitunter ganz merkwürdige, absonderliche Meinungen oertreten. Hiervon ein Beispiel. Hoch oben im Berliner Norden, in einem Proletarierbezirk, lebt ein altes Männlein, ein früherer Tischler, der vor Iahren einen Unfall erlitt. Die Arbeitskrast ließ im Laufe der Zeit immer mehr nach. Der alte Tischler wurde„Arbeits- lcser", wurde„Unterstützungsempfänger". Sein Lebenszuschnitt pestaltete sich immer bescheidener, sein Lebenswandel immer ein- jamer. Nur einen einzigen Neuen Freund und Gefährten besitzt der alte Tischler: Hektar, seinen Hund. Eines Tages ging der alte Mann wieder einmal zum Wohl- fohrtsarzt, dem er seit langem sein Leid klagte. Der Doktor unter- sucht« ihn und stellte einen Magenkatarrh fest.„Sie haben sicherlich deshalb einen Magenkatarrh, weil Ihre Zähne so schlecht sind," meinte der Arzt.„Sie brauchen ein künstliches Gebiß, dann wer- den Sie die Speisen bester kauen und verdauen können, und Ihr Magenkatarrh wird wieder verschwinden. Ich werde die Be- ichafsung eines künstlichen Gebisses dringend befürworten." Doch ach, was geschah?— Ein Wohlfahrtspsleger suchte unseren alten Tischler auf, um sich von seiner Bedürftigkeit zu überzeugen. Da sah er Hektar..Ist das Ihr Hund?"—„Ja."—„Wird der Hund von Ihnen versteuert?"—„Ja, die Nachbarn geben ein Scherslein dazu."— Es gibt Hundefreunde und es gibt Menschen, die keinerlei psychologisches Verständnis für die Beziehungen zwischen Mensch und Hund besitzen. Der Wohlfahrtspsleger gehört offenbar zu der letztgenannten Menschengmppe: zu Hause angelangt, schreibt er seinen Bericht: „Solange Antragsteller noch in der Lage ist, sich einen Hund zu halten, kann ich den Antrag auf Zahnersatz nicht befürworten." Die Wohlfahrtskommission schloß sich dem Standpunkte des Pflegers an. Der Sekretär des Wohlfahrtsamtes, der für die Akten des alten Tischlers„zuständig" ist, ein erfahrener und ver- ständiger Beamter, machte den Bermerk:„Wegen des Hundes doch nicht— oermögend," und das Wohlfahrtsamt war großzügig und bewilligte das erforderliche Geld zur Beschaffung des künstlichen Ge- bistes. « Rittergutsbesitzer, Hausbesitzer, Apothekenbesitzer und Rennstall- bksitzer sind eben vermögende Leute, ein Hundebesitzer nagt zuweilen am Hungertuche und läßt die größten Entbehrungen über sich er- gehen, um sich von leineni treuen vierbeinigen Freunde nicht trennen zu müssen. im Borbeirennen an einem Reichswehrsoldaten ausgestoßen hatte, bezog dieser es auf sich und oeranlaßte die Feststellung des Dcmon- stranten. Obwohl der Angeklagte bestritt, auch die Reichswehr im allgemeinen gemeint zu haben, hielt ihn das Schöffengericht doch.n vollem Ilmfange für schuldig und oerurteilte ihn zu einer Geldstrafe von S0 Reichsmark. Mit Rücksicht auf die Vermögenslage des An- geklagten, der jetzt arbeitslos ist, wurde ihm die Abzahlung, der Strafe in Raten von monatlich S M. bewilligt. Den beleidigten Parteien— Schwarze Reichswehr und Reichswehr— wurde die Befugnis zuerkannt, das Urleil an der Gerichlslasel zum Aushang zu bringen. O weiser und gerechter Richter! Dein Name sollte nicht untergehen, obwohl ihn die Korrespondenz verschweigt. Daß du die Schwarze Reichswehr, die nach amtlichen Gutachten nie existiert hat und sicher nicht mehr als existierend gilt, trotz- dem„beleidigt" sein läßt, das ist schon viel. Aber unendlich wertvoller ist es, daß du die nicht existiert habende und nicht existierende Schwarze Reichswehr ermächtigst, das Urteil an der Gerichtstafel auszuhängen! Ein Urteil, das einem an- geblich nicht Vorhandenen gerichtlich Lebensodem einhaucht! verkrachter öürgerblock. Keine bürgerlichen Einheitslisten in Sachsen. Dresden. 23. September.(Eigener Drahtbericht.) Di« Deutsch- nationalen, Bolksparteiler und Wirtschaftsparteiler oerbreiten fol- gende Erklärung: „Die drei genannten Parteien sind darin einig, daß der Ge- danke einer bürgerlichen Einheitsliste wegen grund- sätzlicher Meinungsverschiedenheiten und vor allem angesichts der erwiesenen Unmöglichkeit, sämtliche Parteien und Gruppen zu- sammenzufasten, nicht weiter oerfolgt werden kann. Sie sind aber weiter darüber einig, daß die Gruppen, die sich um die Einheitsliste bemüht haben, insbesondere die drei genannten Parteien, nach wie vor bestrebt sein müssen, alles daran zu fetzen, um eine nichtsozialistische Mehrheit im bevorstehenden Landtags- wahlkampf zu erlangen." Damit ist der sächsische B ü r ge rblock, der von gewissen reaktionären Stellen schon vor Wochen als vollzogene Tatsache hin- gestellt wurde, endgültig gescheitert. Das bedeutet zu gleicher Zeit eine schwere Niederlage für die vaterlän- dischen Verbände, von denen die Bewegung des Zusammen- schlustes ausging. Neuwahlen am ZI. Oktober. Dresden. 23. September.(WTB.) Der Sächsische Land- tag trat heute nachmittag zu seiner ersten Vollsitzung nach den Semmerferien zusammen. Der Präsident teilte mit, daß die Re- gierung die Absicht habe, die Neuwahlen für den Landtag a u f den 31. Ottober auszuschreibeit Das Haus nahm hiervon ohne Widerspruch Kenntnis. Ferner kündigte der Präsident an, daß das große Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung noch von diesem Landtage, und zwar in der voraus- sichtlich letzten Sitzung am 7. Oktober, behandelt werden soll«. Hier- auf wurde die Regierungsvorlage über Aenderung des Landeswahlgesetzes, welche die Einführung amtlicher Stimmzettel vorsieht und die Vorschriften des Landeswahlgesetzes den entsprechenden Bestimmungen des Reichswahlgesetzes anpaßt sowie die Vorschrift enthält, daß für den Wahlvorjchlag einer neuen Partei ein Betrag von 3000 M. einzuzahlen ist, welcher zurück- gezahlt wird, wenn der Partei mindestens ein Sitz zufällt, an den Rechtsausschuß verwiesen. Nach Erkedigung deri. übrigen Punkte der Tagesordnung oertagte sich der Landtag bis zum 5. Oktober. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Schlußberatung über das Landeswahlgesetz._ Die Dolizeldlreklion München hat den.Münchener Neuesten Nachrichten" zufolge die Wochenzeitschrift„A r m i n i u s" sowie die Halbmonatsschrift„Der Frontkämpsec" aus Grund des Republikschutz- gefetzes wegen eines Artikels, in welchem eine Berherrlichung der Rathenau- Mörder erblickt wird, für einen Monat o«:- boten. Deshalb gönne man auch solchen Hundebesitzern, falls es not- wendig ist, selbst— ein künstliches Gebiß! Oder sollte man etwa mit dem Zahnersatz warten, bis Hektar das Zeitliche gesegnet hat?.. »»» Zusatz: Erfreulicherweise haben in Berlin wirffchaftlich be- dürftige Personen über 0V Jahre, die einen Hund besitzen, das Recht, eine Ermäßigung der Hundesteuer auf ein Fünftel(d. i. gleich 3 Mark vierteijährlich) zu beantragen und bewilligt zu erhalten. Reform des Medizinstudiums. Im Reichsminifterium des Innern sind zurzeit Erhebungen im Gange, um eine endgültige Regelung der Prüfungsvorschristen für Mediziner herbeizuführen. Namentlich bandelt es sich um die endgültige Festsetzung der Dauer und der Gliederung der oorklinischen Studienzeit, da das Neben- einander verschiedener Vorschriften(4 Semester gemäß der Prüfung»- ordnung vom Juli 1924, wahlweise 4 oder 5 Semester nach neuerer Verfügung) mißlich ist. Auch noch über andere Punkte sollen die Erfahrungen mit der neuen Prüfungsordnung ausgetauscht werden. Das Reichsministerium hat zu diesem Zweck eine Erörterung mtt Vertretern der medizinischen Fakultäten, der ärztlichen Berussorgani- sationen und der Studentenschaft in Aussicht genommen. Geistige Rotstandsarbeilen. Die Stadtverwaltung von Budapest wird den Versuch machen, arbeitslose geistige Arbeiter während des Winters in sogenannten geistigen Notstandsarbeiten zu beschäftigen. Das ungarische statistische Staatsamt wird zunächst 1000 Hilfskräfte mit höherer Schulbildung einstellen, um das in der Nachkriegszeit liegengebliebene statistische Material aufzuarbeiten. Die Stadtver- waltung hat einen entsprechenden Zuschuß zur Verfügung gestellt, aus dem weitere 3000 Hilfsarbeiter im Laufe der nächsten fünf Monate allmählich«ingestellt werden sollen. Ausgrabungen alljüdischer Architektur. Bei den Ausgrabungen in Palästina, die eine international« archäologische Expedition unter Leitung des Berliner Profestors Sellin ausführt, find 30 Meilen nördlich von Jerusalem bemerkenswerte Funde altjüdstcher Archi- tektur gemacht worden. Man fand einen Baaltempel, einen Palast und eine Akropolis, die sämtlich von den ersten jüdischen An- siedlern nach der Rückkehr au» der ägyptischen Gefangenschaft ge- baut sein durften. Hier ist vermutlich der Altar gesunden, an dem Abraham die Opferung Isaaks vorbereitete, und an dem Joseph begraben wurde._ Die«aasthandlimg Viktor Hartberg. Schönebergrr Ufer 4t. zeigt vom 28. September bi» 25. Oktober eine Sonder-ZluSstellung von«emälden und Aquarellen Leo Aitchelson. «ae flaatNch« Alufithochschal««a hambarg? Der verein der Ton- tünstler und MufiNehrer Shofi-Homburgz, Ortsgruppe bei ReichSvcrbondcS deutscher Tonkünstler und Mufiklehrer, bat beim Senat beantragt, mit tun- lichster Beschleunigung in Hamburg eine staatliche Mustkbochlchulc zu er- richten und der Bürgerschaft einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegeu. vagoburg wird sorbig. Die Bestrebungen auf eine sarbigere Gcilaltunz de» Stadtbildes, mit deren praktischer Realisierung bekanntlich Man ihrer morgigen Sitzung erwägen wird, welche Lage sich aus der Tatsache ergibt, daß die Vorschläge der Bergarbeiter nach Ansicht der Regierung und der Zechenbesitzer keine Grundlage sur eme Regelung der Streitigkeiten im Bergbau bieten. Internationale Seamtentagung. Sola. 23. September.(Eigener Drahtbericht.) Der Dollzugz» ausschuß der Internationalen Vereinigung von öfsentlichen J8e- amten, Angestellten und Lehrern hielt am 21., 22. und 23.«ep- tcmber 1926 in Köln eine Sitzung ab. Vertreten waren Frank- reich, England, Irland, Holland, Deutschland, die Tschecho- slowakei und Schweden als Gast. Die Tagung beschloß, an den gleichzeitig in Paris stattfindenden Internationalen Kongreß der Post- und Telegraphenorganisa- t i o n e n ein Sympathietelegramm zu senden. Eine aus- führliche Debatte entspann sich über die Frage der Organisic- rung der Lehrerschast. Der internationale Sekretär, Ke- nosse Noordhoff(Haag), und der Vertreter Frankreichs, Laurent, wurden beauftragt, hierüber mit dem Interna- tionalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam zu ver- handeln. Am 31. Oktober wird in Kopenhagen eine Kon- ferenz der Bcamtenorganisationen der nordischen Staaten statt- finden, zu der der gegenwärtige Präsident des Vollzugsausschusses, Ministerialrat o. D. Genosse Falkcnberg(Berlin), und der internattonale Sekretär Noordhoff delegiert wurden. Ueber das Problem der Beamtenvertretung in den einzelnen Ländern wird von den angeschlossenen Organisationen Material gesammelt, das zu einer Broschüre verarbeitet wird. Vorbereitende Besprechungen galten auch dem nächsten internationalen Kongreß der JAL., der für September 1927 nach Nürnberg einberufen wird. Schlnft des Internationalen PostkongreffeS. pari». 23. September.(Eigener Drahtbericht.) Der inte?- nationale Postkongreß ist am Mittwoch mit einer großen Rede des Generalsekretärs des französischen Gewerkschaftsbundes I o u h a u r zu Ende geführt worden. Er führte u. a. aus, daß die Arbeiter- bewegung eine moralische Aktion unternehmen müsse, die die Zu- lassung der Arbeiterklasse zur Kontrolle und Führung der ösfem- lichen Geschäfte ermöglichen solle. In diesem Sinne müßten die Organisationen der Arbeiterbewegung ihre Tätigkeit entfallen. Der deutsche Delegierte K o l s o n erstattete einen Bericht über die Ein- führung des automatischen Fernsprechbetriebes. Schließlich wurde noch die Frage der Z u l a s s u ng der russischen Postgewertschaften aufgeworfen. Nach einer längeren Aussprache machte der Vorsitzende den Vorschlag, die Entscheidung über diese Frage zu oerschieben, bis die Beziehungen zwischen den russischen Gewerkschaften und der Amsterdamer Internationale endgültig geregelt seien. Dieser Vorsthlag wurde angenommen. Als Ort des nächsten Kongresses im Jahre 1928 wurde London bestimmt. Einsetzer und Tischler! Wegen Lohndifferenzen sind für Ein- setzer und Tischler die Bauten Bellerman st ratze des Zwischen- Meisters Lange gesperrt. Deutscher Halzarbeiteroerband. Di« Ortsoerwaltung. Zspendaru»»- k»» 8ML Heut«, jsreitag, TVi Uhr, fulqend« Abteilunarn: Ost«»: Iugcidixim©rofe« Rroittfurtcc Str. 15, Zimmer 8. Lortraz:»T»z neue zSoliftino"> ZeckienSochi— Sßkofl: 3u(|«nt)brtm Reichend« eaer Str. 55. SorttOfl:.Das WeUriisten als Gefadr für den JtrtCfl"(Lache).— Südwest: Iuaenddeim Belle-Älliance-Str. mo. Sortrarv:.Die Frau und der Eo»ia. lismua"(Zftno).— Spandau: Iuzrndheim Linden uter 1..Srlebniffe auf einer Fronkreichreise". Fr«ie Sewerlfchaftsjnstenb. Heute, Freitag, TV, Uhr, tagen die Gruppen: Kenaannplaft: Zug«ndheim Sanderstr. 11. Ecke Hobrechtstraße. Unterhattungs. abend.— Skddtag: Jugendheim Gerichtstr. 65,69. Heimabend.— Oderfchiuc» weide: Jugendheim Laufener Str. 2(Ratet Saal). Diskusswnsabend.— Achtung! Die Sprechstunde in der Iugendzentrale findet heute nur bi» 147 Uhr statt. Berantwortlich für Politik: Dr. Snrt Geyer; Wirtschaft: Artnr Safer nu«: Gewerkschaftsbeweguna: I. Steiner; Feuilleton: Dr. Zoh» Schikawski: Lokale» und Sonstig«,: Frist»nrstädt; An, eisen: Th. Gl»«: filmtlich in Berlin. Seriag: Borwärt o-Berlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Borwärt». Buchdruckerei und Berlagsanftolt Paul Singer u. Eo. Berlin SW 68 Linden straste 3. Hier,» 2 Beilagen und„Luterstaltuug und Wisse»'. A. WERTHEIM lelpsiasr Plate KdnigairaBa Roaanttialer Straft« MoHtaplate Boa-Lie Zltronen- (Sfirungsgetränk Verkauf: Drogta»AMaflang Aasftchank: Erfrisch eegsrao«! CebensmiUel Soweit Vorrat Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Frisches Fleisch Rcickenfeftt u. Liesen«-»d 95 w. Kammes SlSf.o ppc: 90 et Hammelkeule«-»» ECalbskamm«...««d 88«. Schmorfleisch Schweinebauch S:ÄbSnd Schweinekamm m»». n*. Kaßler Speer u. Kavnmpfd. 95 pt los lio Iso Prima Ochsenffleisch 58«. Fische BratschoElen......... ptnd 10 n Seelachs oh-e Kop''"iS.a 15« Qrilne Heringe....... 18 pt Kabeljau................. 17 rt Schellfische.......... pk°»d 24 pt Lengflsche ohnr Kovi- FÄ 28 f.. Frische Barse........ pf°»d 55 pt Zander gefroran.......... Pfund 75 PL Lebende Brathechte pf»d90?L- LSChS««froren, stanae Flui, e.... Pfund 1 40 Butter Margarine•.«und 0,58 Kokosfett t Pfd.-T«f. 0.65 Schweineschmalz 0.84 Grieben8ChmalzPfd.0.98 Molkereibutter pm. 1.70 Tafelbutter•• pm. 1.84 Dänische Butter«f 2.08 Limburger..«und 0.54 Allgäuer pm. 0.65 u. Käse Camembert 0.75 Edamer— Pfund 0.82 Holländer.. Pfund 0.82 Gouda dünlsch., Pfund 0.80 Steinbuscher pulüd 0.95 Holländer 0.98 Schweizer.., djn., in boyr, Pfd.■•wv Pfd. Li U Obst ii. Kochbiroen 3 p». 0.10 Tomaten 3 Pfund 0.20 Butterbirnen pUd 0.08 Beurre blanc pftnd 0.10 Gute Luise.. Pfund 0.10 Mußäpfel grof*. Pfd. 0.14 Goldparmänen■ pw. 0.18 Reinetten sraa«. Pfd. 0.18 Goldwein... Pfand 0.32 Gemüse Wirsing- Weißkohl 0.03 Rotkohl... Pfand 0.04 Zwleboln... Pfand 0.05 Kürbis.... Pfund 0.05 Blumenkohl 0.08 an Schmorgarken pu. 0.10 Senfgurken.. Pfand 0.14 Sellerie.... ptad 0.18 Kartoffisin. 10 p«. 0.28 Kolonialwaren KartofTelmebl PfundQ.iO Hartgrieß..Pbnd 0.29 Java-Reis vu. 0.24 Eierbandnudeln Pfd. 0.44 Auszugmehl-s Pfund-Bentel I.zg Olympia-Hühner-Bouillon-Würfel Dose 10 Würfel 0.50*> Würfel 0.95 86 WtWW 2.25 eigene Röste rei Gebrannter Kaffee Konsum-Mischung P'und 2.40 Haushalt-Mi8ch.pid.2.60 Globus-Misch. Pfd. 3.80 Sonder-Misch. Pfd. 3.00 Re8idenz-Mi8ch.m.4.20 Olympia-Misch. Pfd. 3.40 Elite-Mischung p». 4.60 ~ mit Spezial-Mischung mit 20»/o Bohnenkaffee 0.76 ilt««/ Bohnen 1.20 Räucherwaren Fettbücklinge o*? 0.35 Schellfische Pfand 0.32 Flundern*0' 0.40 Seelachs... Pfund 0.42 Bücklinge«icier ptd. 0.48 Geflügel Junge Gänse Pfund t.t* a.M U.OÖ Suppenhühner... Pfund 1.45 US 0.ÖO Junge Hühner ,"5 1.40 Poulets stock(.40 1.65 Hirschfleisch Pfd. 0.45 an Konserven Vi Dose Karotten eeschnltten 0.42 Junger Spinat... 0.50 Gemüseerhsen... 0.62 Junge Erbsen"�"'0.92 Junge Erbsen 1.68 Gemischt Gemüse 0.90 Rote Rüben..... 0.50 Kirschen rot.ohncstain 1,15 Ananas Exira-Quaiiiei 1.80 Gulasch U-Rlndflelid. 1.35 Milch£i,rr°I££ 0.24 Oeisardinen 30,48,78pf "fffo Holländischer Kakao 2 Pfd. 290 t Pfd. IM Vi Pfd. 80 PI V> Pfd. 40 PI S Tafeln 4 lOO Oramm t w•"''Vi' geht acnoKOiaae vonmUA, ftlicii, Zetiaicfe,»artfert■ M Oblsardm Konfitüren h* �Pfund-Eimer Stadtküche Leipziger Platz Malossol- Kavial gmBkemle,>/, Pfvna SJO Kat toßclscäat Pfd. O.OS Italien. Salat Pfand 1JIO Krabbensalat Ptma 1JSO Gemüsesalat Pfand 1.40 Heringsalat Pfand Ijoo Hummer-fiayonn. ODO Wurstwaren Blutwurst.. Pfund 0.75 Schinkenwurst Pfd. 1.50 Leberwurst. Pfand 0.75 Landleberwurst Pfd. 1.20 Rotwurst.. Pfand 1.20 Mettwurst.. Pfund|.45 Mortadella.. Pfand 1.45 Jagdwurst.. Pfund 1.50 Speck feun-o««, ptd.|.50 Filetwurst.. Pfuod|.55 Mettwurst WS3- 1.55 Zervelat- u. Salami 1.85 Schinkenspeck Pfd. 1.90 Nußschinken Pfand 2.00 Eotwafbalcr Strebe, Könf�ttraO«. Norltzpl*tz: Speckwurst. Pfand|.05 Dampfwurst. Pfand 1.20 Sülzwurst.- Pfand 1.05 Hausmachorwurst 1.40 Fleischwarst Pfund|.20 Knoblauchwurst Pfd.1.40 Wein Preise für Vi Flasche einsdifießlldi Berliner QefrSnkesieuer, ohne Qlas 1921 Oppenheimer, voll nnd krüfllg>.5v 1922 Piesporter Falken- bOfQ blumfg.prlckelnd(.60 1920 Forster Straße Wachst. WIruerverefn■ »ehr mUd und fein. I./3 1920 Rüdesheimer Berg Spätlese 2.00 1923 St. Justin, feiner»pan. Rotwein* 1921 Mettenheim.Michel- bnrn Wachaium Muth l gc D8r9 rhtin. Rotwein' 1922 Chät. Cap de Haut Propr. Lasacre«* clegranler Bordeaux I D Edelapfelwein. Borsdorfcr,»ehr mfld Ö.55 1922 Enkircher„ milder Tischmosel U.oO 1922 Berncasteler ansprechend U.öo 1924 Oaseier Richter stahligr. pikant 0.95 19�2 Maikammerer- Oberhaardter sehr blumig, mild! 00 1922 Liebfraumilch. lieblich, fordernd 1.10 1922 Lieserer Niederberg sehr sum«.. 1.35 6 Sorten ILcih VOJTl Fofi zu£xtra- Preisen Im Wintergarten, Leipziger Strafic Ausstellung und Verkauf von Kakteen Rekhhattlg« Sortlm« Nr. 450 ♦ 4Z. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Freitag, 24. September 1420 Noch kein Hejchluß über die Erwerbslosenanträge. Die Berliner Stadtvercrdnetenoersammlung ar. b eilet« gestern eine tüchtige Menge Reste auf und schritt dann zur zweiten Beratung der aus dem Ausschuß zurückkommenden kam- munistischen Erwerbslosenanträge. Es wäre nützlich ge- wesen. noch in dieser Sitzung fertig zu werden und zu einem Beschluß zu kommen. Aber der kommunistische Redner wollte seine wohl- vorbereitete Agitationsrede los werden, um aus die Zuhörer. tribüne zu wirken. Er sprach so lange, bis die Rechte größtenteils den Saal verkästen hatte. Als er geendet hatte, zog man es vor, zu vertagen. » In der gestern abgehaltenen Sitzimg der Stadtverordneten wurde durch den Dorsteher Genosten Haß an Stelle des zum Stadtrat in Meißensee gewählten Genossen Reimann der Genoste L e m p e r t eingeführt. Einem Antrag der Kommunisten, der die Wahl von Vertretern zum neuerdings von ihnen propagierten so- genannten»Kongreß der Werktätigen' durch die Versammlung verlangte, wurde die Dringlichkeit versagt. Dann beantwortete Stadtmedizinalrat Prof. Dr. v. Drlgalski eine Anfrage der Kommunisten wegen der Erkrankungen im Kinderheim Buch. Die Auskunft des Stadtmedizinalrates deckt stch mit den Mitteilungen, die der»Vorwärts' in dieser Angelegenheit ge- macht hat. In einer Anfrag« beschwerten sich die Deutschnationalen über den Direktor des Leibniz- Gymnasium», der, obwohl er nicht mebr der evangelischen Kirche angehört, dennoch die Religionsprüfung der Abwrienten vorgenommen hätte. Der Stadt- verordnete kierzog lDnat.'» sprach in der Begründung von einer Verletzung der religiösen Gefüble der Elternschaft und fordert« da- gegen entsvrechende Maßnabmen vom Magistrat. Stadträtin Saußler(Dnatl.) erklärte als Magistratsvertreterin, daß da, Ministerium für Kunst. Wistenichaft und Volksbildung geantwortet hätte, der Direktor hätte an sich das Recht gehabt, die Prüfung vorzunehmen, hätte aber taktvollermeis« aus die evangelische Eltern- schaft Rücksicht nehmen müssen. Sie, die Rednerin.»hätte an- geordnet, dem Direktor(der. nebenbei bemerkt. Kommunist ist!), das erforderliche zu eröffnen'. Stadtverordneter Genoste Schnitze begründete dann kurz ein« Anfrage unserer Fraktion. Das Bezirksamt Spandau hat nämlich dem Klewkaliberfchützenverein Spandau einen Wanderpreis bewilligt. Bürgermeister Scholtz betonte, daß das Bezirksamt nicht berechtigt fei, derartige Preis« auszusetzen. Der Kommunist Sevboim, der für sich immer in Anspruch nimmt, die Interessen der Arbeitersportler in der Stadtverordnetenversammlung zu ver- treten(was für die Arbeitersportler wirklich nicht vorteilhaft ist!), benutzte die Angelegenheit, sich in großmäuliger Weise an unserer Partei zu reiben. Die Situation benutzte der deutschnationale Renommierarbeiter Slein dazu, für die Kleinkalib-rvereine Stim- mung zu machen. Er gab der chofsnung Ausdruck, daß wir wieder einmal»international« Wettkämpf« im Schieß« n'(!) bekommen würden(Entrüstunasrufe links:„So«ine elende Schieß- budenfigur!') und da dürfe Deutschland beim Ueben nicht zurück- 6IeifUm 7 Ubr erfolgten die ausstehenden Abstimmungen über verschieden« Anträge. Unsere Genost« hatten im Frühiahr dieses Jahres den Antrag gestellt, die durch den Magistrat erfolgt« Dahl des Bürffenn-dsicr» Scholtz zum Mitglied des Ueichsrates als Vertreter d«r Stadt Berlin wieder rückgängig zu machen, da diese Dahl der Ansicht der republikanischen Bevölkerung Berlin« widerspricht. Bürgermeister Scholtz gehört zur Deutschen Bolkspartei. Für den Antrag stinnnte die Linksmehrheit des chaufes, bestehend au, Sozialdemo. traten und Kommunisten. Di» Demokraten brachten es bis auf wenig« Ausnahmen fertig, gegen den Antrag ihre Stimme abzugeben. Die Versammlung beschloß ferner, die seinerzeit zurück- gestellten Aenderungen der Besoldungsordnung nunmehr zur Ausführung zu bringen. Die deutschnationalen Beamtensreunde waren gegen diese Forderung. Genosse heilmann erstattet« Bericht über die Verhandlungen des Ausschusss für Angelegenheiten der Erwerbs- losen, der eine ganze Reihe von Anträgen behandelt hatte. Der .Vorwärts' hat über die Beschlüsse des Ausschusses eingehend unter der Ueberschrist„Bekämpfung der Arbeitslosigkeit" am 21. dieses Monats berichtet. In der Aussprache bemängelt« Stadt- verordneter Roth(KPD.), daß der Kämmerer angeblich die Absicht babe, von dep der Erwerbslosenfürsorge zur Verfügung gehaltenen Geldern etwas abzuknapsen. Es könne für die Erwerbslosen mehr geleistet werden, wenn nur mehr guter Wille vorhanden wäre. Im übrigen brachte es der Redner fertig, zu behaupten, alle Anträge, die den Erwerbslosen Hilfe bringen sollen, seien von den Kommu- nisten veranlaßt worden. Unsere Genossen nahmen diese und ähn- liche Behauptungen Roths von der humoristischen Seite. Der Redner hatte sich offenbar darauf eingerichtet, daß er mit seiner Rede früher herankommen werde. Auf jeden Fall muhte aber da» Manu- skript erledigt werden: nach drei Viertelstunden be> dauerte er, sich mit der Zeit einschränken zu müssen! Der Erfolg der fast einstündigen Dauerrede war. daß schließsich die Versammlung, ohne Beschlüsse zu fasten, auseinander ging. Da in dernöchsten Woche aus Dorschlag de« Aeltesten- ausschustes keine Sitzung stattfinden soll, weil die Deutsche Volk»- portei ihren Parteitag abhält— im Aelt«stenrat waren auch die Kommunisten dafür!— so ergibt sich die Situation, daß die Erwerbslosen infolge des unbezähmbaren Redebedürs- niste? ihrer angeblich besten Freunde zwei Wochen länger aus die Erledigung ihrer Angelegenheiten warten müssen. Di« Kommunisten hätten es wirklich nicht nötig gehabt, in der letzten Beratung der Antrag« im Plenum noch stundenlang« Reden zu halten, nachdem sie im Ausschuß hinreichend Gelegenheit dazu hatten. Ueberdies fanden die dem Plenum vorliegenden Entschlüsse des Ausschusses ihr Billigung bei der Ausschußberatung. Lediglich um ihr A g i t a t io n s b e d ü r f n i» vor den vereinzelten Roten Frontkämpfern und den hinbestellten Bczirksocrordneten auf der Tribüne zu befriedigen, muhte Roth sein Manuskript herunterredcn. Ob nachher für die Erwerbslosen wirtlich etwas Positives heraus- kommen tonnte, war die geringst« Sorge der Kommunisten. Weil unsere Genossen dieses frevle Spiel mit den Aermsten der Armen zur Genüge kennen und weil die Kommunisten durch einfache Annahme der Ausschußvorschläge die Hilfsmaßnahmen verabschieden dessen konnten, so stimmte d«nn auch unsere Fraktion für die Empfehlung des Aeltestenrates, in der nächsten Woche die Sitzung aussallen zu lassen. Den Kommunisten kommt es lediglich darauf an, Agitaion zu treiben, wir aber werden dafür sorgen, daß di« Erwerbslosen und di« in den Betrieben Stehenden erfahren, wie mit ihren Interessen Schindluder getrieben wird von einer Partei, di« immer noch vorgibt, Arbeiterinteresten zu vertreten Zrüher Zrost in Sicht? Zu den Unbilden de« diesjährigen Sommerwetters scheint stch noch di« Gefahr zu gesellen, daß«in frühzeitig eintretender Nacht- frost die empfindlicheren Gewächse zum schnellen Tod« oerurteilt. Schon am Sonntag war des Morgens in der weiteren Umgegend von Berlin Reif zu verzeichnen und die Dahsien, die jetzt den chaupt- schmuck der Gärten ausmachen, zeigten in ihren welk hängenden Blättern Symptom« dieser Kälte. Wenn der„Mensch ohne Ahr und chalm' sich an den heiß herabfallenden Strahlen der Sonn« er- freut, di« der sonstigen Hundstagstemperatur ein« verspätete Aus- erstehung ermöglichen, weiß der Gärtner und Kleinstedler, daß die nächtliche Abkühlung dieser rosig geschminkten Tagesschönheit un- heilvoll auf dem Fuß folgen kann. Zumal wenn Ost- oder Nord- wind auskommt, der schon bei Tag« das sorglose Genießen der Wärme beeinträchtigt. In den Radio-Ankündigungen de» voraus- sichtlichen Wetters wird den abends nicht mehr durch die Zeitung erreichbaren, weiter draußen wohnenden Leuten ein gutes Mittel geboten, sich über die drohende Gefahr des Nachtsrostes zu ver. gewissern. Freilich, ganz sicher ist auch di« heutige Wettervorhersage noch nicht und zudem spielen auch Momente, wie offene oder ge- schützte Lage eines Grundstückes bei der Wirkung des Temperatur- rückganges eine Rolle. Die Wissenschaft hat vielfach versucht, eine einfache Methode zur Erkundigung des nächtlichen Wetters zu er- sinnen. Ein- der einfachsten Methoden sei hier mitgeteilt: Um zu erfahren, ob die Temperatur der folgenden Rocht auf oder gar unter den Gefrierpunkt sinken wird, umwickelt man nach Prof. Dr. Drudes Verfahren die Ouecksilberkugel des Thermometers mit Gaze, die in ein Gefäß mit Wasser niederhängt, und mißt nach- mittags 2 Uhr die Temperatur. Von der erhaltenen Zahl der Grade zieht man Grade nach Celsius oder 4 Grade nach Reau- mur ab. wodurch stch der tiefste Stand der Nachttemperatur bis annähernd an% Grad ergibt.— Erfahrene Landleute haben ihr« eigenen Methoden und richten stch nach Windrichtung und Wolken- bildung. In diesen Kreisen ist die Ansicht, daß wir einemfrühen und kalten Winter entgegengehen, stark verbreitet— eine nicht sehr angenehme Aussicht im Hinblick auf unsere ökono- mischen Verhältniste. Für die nächste Zeit dürfte, da die angekündigte „Trübung' eingetreten, mit einer akuten Frostgefahr nicht zu rechnen sein. Keine Tpphusgefahr für Serlin. Nicht der geringste Anlaß zur Beunruhigung.' Zu der Meldung eine» Spätabendblattes, daß in Ber- lin gegenwärtig 61 Typhusfäll« aufgetreten seien, erfahren wir von zuständiger städtischer Seite folgende Einzelheiten: Die Meldung, daß gegenwärtig in Berlin 61 Typhussälle vorgekommen sind, entspricht nach keiner Richtung hin den Tatsachen. Die Meldung ist vielmehr geeignet, lin- ruhe in der Bevölkerung heroerzurujen und Gefahren vorzu- täuschen, die in Wirklichkeit überhaupt nicht vorhanden sind. Es ist richtig, daß im Bezirk Krcuzberg 41. im Bezirk Mitte 20 Typhus- fälle amtlich festgestellt und gezählt rvorden sind. Aber diese VI Fälle verteilen sich auf die Monate Juni, Juli, August und September. Die Berliner städtischen Gesundheitsbehör. den haben jeden Ertrnnkungsfall sorgfältig überwacht, und die Kranken sind, soweit nicht weitgehend Garantien dafür vorlagen, daß die infizierten Personen in ihren Wohnungen streng isoliert werden konnten, in Krankenhäuser übergeführt worden. Es ist richtig, daß die Zaist der Typhnsertrankuiigen in Berlin im Gegen- sah zu den Vorjahren etwas höher ist, doch ist die Differenz nur verschwindend. Insgesamt hat Berlin in diesem Jahr etwa 1S0 bis 140 Typhustranke gehabt, eine Zahl, die zu der Bevölkerung«- ziffer der Millionenstadt in einem Verhältnis steht, dos man wirk- lich nicht als ungünstig bezeichnen kann. DcS Gesundheitsamt besitzt eine Karte, auf der sämtliche Häuser Berlins verzeichnet sind und jedes Haus, in dem ein Typhusfall vorkam, ist rot markiert Diese« Einzeichnen der Krankheitshäuser bot den Zweck, zu untersuchen, ob Zusammenhänge zwischen den ein- zelnen Krankheitsfällen bestehen, eb ein Seuchenherd vorhanden ist, um den sich die Krankheitsfälle gruppieren. Es steht aber un- widerruflich fest, daß alle bisher festgestellten Typhussälle durch Einschleppung oder andere Ursachen entstanden sind. Das Entstehen des Typhus ist in diesem Sommer vor allem durch die feucht« Witte- rung begünstigt worden, da Speisen, namentlich Obst, leichter ver- derben konnten als sonst und da durch die anormale Witterung Darmkrankheiten an sich begünstigt wurden. Die Gerüchte, die be- faupten wollen, daß auch däs Berliner Trinkwasser ver- e u ch t sei. sind direkt lächerlich. Berlin überwacht täglich alle Pumpstotionen und im Gegensatz zu vielen anderen Städten kann nur betont werden, daß unser Leitungswasser keimfrei ist. Die Typhussälle in Berlin sind auch nicht durch bakterienhaltige Milch verursacht, denn die ständige Ueberwachung der jede Nacht in Ber- lin eintreffenden Milch auf Entkeimung verhindert von vornherein, Der Weg des blinden Bruno. Roman von Oskar Baum. „Du hast mir ja gar nichts gemacht," stotterte er schließ- lich,„aber warum bin ich nicht so wie du? Warum, warum!" stieß er schreiend heraus und stampfte auf den Boden. Ratlos saß Anni, da. sah ihn an und dachte nach, was sie ihm sagen könnte.» � Da faßte Bruno sie plötzlich hart bei beiden Armen, sein Gesicht hatte einen entschlossenen, fast bösen Ausdruck, zu dem die immer noch feuchten Wimpern und Wangen nicht mehr paßten:.Lch lasse dich jetzt nicht eher los. bis du mir alles er- klärt hast, was ich nicht begreife. Alles, alles! Das Mädchen war ganz blaß vor Schrecken und zitterte an allen Gliedern. „Ist es richtig, daß du ein kleines Mädchen blst, ja? Anni drehte es sich im Kopf: Was wollte er? War er vielleicht verrückt und man wußte es nur nicht?" „Lüg' mich nicht an!" begann er wieder drohend, als sie schwieg,„sonst halte ich dich so, bis mein Bater kommt. Und wenn es bis abends dauern sollte! Der wird schon alles aus dir herausbringen. Oder bist du vielleicht«in böser Geist. der über mich Gewalt hat, weil meine Mutter gestorben ist? Aber ich werde doch sehen, ob ich mich quälen lassen muß! Und er schloß die Finger noch fester um ihre Arme. Da sagte sie leise:„Deine Mutter hat mich sehr lieb ge- habt und hat mir immer Schokolade gegeben, wenn sie vom Einkauf kam, und hatte sie nichts anderes, so wenigstens Mandeln und Lebkuchen. Weißt du's denn nicht mehr, Bruno? Du warft ja so oft dabei; die Mutter führte dich immer an der Hand." Da ließ Bruno sie los: flüchtiges Rot fuhr über sein Gesicht, aber dann zuckte er trotzig die Achseln:..Wie hätte ich dich erkennen sollen? Du hast ja damals wohl nicht ein- mal„Danke" gesagt." Anni stand auf und wollte gehen. Bruno, der sich schämte, so dumm und grob gewesen zu sein, wollte sie so nicht fortlassen. Aber sie sollte nicht glauben. er fürchte, deshalb ausgezankt zu werden.„Du sollst auch Schokolade und Obst bekommen, wenn die Mutter nicht da ist," sagte er von oben herab,„ich werde es Melli sagen. Warte ein Weilchen!" Und Z>ilni, deren Gedanken jetzt sehr mit dem Gebrechen des seltsamen Knaben beschäftigt waren, wunderte sich, wie flink er hin- und herlief: in die Speisekammer, in die Küche. Und als er zurückkam, war er poie verwandelt. Cr sprang umher, neckte sie und trieb Unsinn, um sie vergessen zu machen, daß sie hatte roeggehen wollen. Er brachte eine vollkommen eingerichtete Puppentüch« aus einem Winkel eifrig herbeige» schleppt und alle von Melli erlangten Dittualien wurden nun gerieben, gerührt und auf mannigfache Weise gekocht und, nicht eben sauberer geworden, auf den zierlichen Tellerchen und Schüsselchen kredenji. Und als sie endlich ging es war sehr spät geworden— begleitete er sie bis vor die Tür Hinaue. Cr konnte sich gar nicht von ihr trennen. Und draußen sagte er, indem er ihre Hand ergriff— sie tvar ganz erstaunt, da sich noch niemand von ihr je so förmlich verabschiedet hotte—:„Nicht wahr, du kommst bald wieder, Anni, und wirst dich nickt vor mir fürchten?" Er ließ ihre Hand nicht los,„und jetzt— da» kannst du mir glauben— werde ich deine Stimm« schon er» kennen, und wenn wir uns in Afrika treffen!" „Afrika!" dachte sie bewundernd und sagte ihm zu. gleich nachmittags wiederzukonnßen. Beim Mittagesien sah sie dann ungewöhnlich still und nachdenklich und antwortete ihren Geschwistern wenig, die sie mit Fragen über den wunderlichen Jungen bestürmten, den sie immer scheu von ferne betrachtet hatten. Nur. daß er alles auf der Welt konnte und wußte, sagte sie, vieles sogar, das sie noch nie in der Schule gehabt hatten. Aber das wollten sie ihr nicht glauben. Professor Görnitz bewies es trotz Kapelans Einspruch als wichtig, daß Bruno erst zum Schuljahrsbeginn in die Anstalt eintrete. Lorenz und Melli bedurften fast keiner Fürsorge mehr, und er hatte nun so lange nur für Bruno und die Kranke gelebt, daß es plötzlich ganz ohne Last zu traurig ge> wesen wäre.— Diese Monate zu Hause wurden eine bewegte Zeit. Bruno war's, als würden Käfiggitter geöffnet. Bater hatc seine Auf» fassung von gesunder Erziehung bei Mutters so gesteigerter Aengstlichkeit lange schon untervrückt. Run gab» Zimmer» turngeräte, Springen. Klettern, Schaukeln: draußen Eis» laufen, Schwimmen, Tandemfahren. In allen Stockwerken des Hauses mußt« er sich zurechtfinden, auf der Straße drunten, in mehreren gar nicht unbelebten Straßen der Um» gebung. Der Kreis wurde allmählig immer mehr erweitert. Ganz stolz holte er dem Vater aus dem Laden gegenüber Zigarren, aus einem Wirtshaus um die Ecke Wein. Die Leute kannten ihn schon überall und zeigten ihn einander. Manchmal erreichte ihn solch«in Ausruf der Bewunderung. Wehe aber, wenn jemand, bog er einmal zwei Schritte zu bald oder zu spät ein, ihm Helsen wollt«. Da riß er sich sogleich wütend los, als hätte man ihn kränken wollen, und dem Bater— hörte er davon— machte das großes Vergnügen. Aber als Bruno einmal in Vaters Gesicht tasten wollte, dessen Form. Ausdruck, Bildung sich unvergeßlich einzuprägen, da wandte der Vater unwillig den Kopf weg:„Rein, Bruno, das gehört sich nicht!" sage er zu dessen Verwunderung sehr streng. Unter Selbständigkeit verstand der Vater, daß er sich möglichst wenig von Sehenden unterscheide, in ollem wie jeder andere sei. Und vieles mußte Bruno unterdrücken, ohne recht zu ver» stehen, warum. Er gewöhnte sich sogar ab, nach Gründen zu fragen, da ihn das schon zu unterscheiden und in aller Augen herabzusetzen schien. Das Schönste der Freiheit waren die Spiele mit den wilden Kindern im Hof. Ehrgeiz, große Uebung, Vertrautheit mit der Oertlichkeit, Abhärtung durch unaufhörliche kleine Unfälle machten ihn ganz wie ihresgleichen. Mit harmloser Schaden- kreude lachten sie lustig auf, wenn er wo scharf an eine Ecke fuhr oder an einem vorstehenden Nagel sich ritzte. Regnete es oder hing Wäsche zum Trocknen im Hof, so kam Anni zu Bruno hinauf. Sie hockten an seinem schon viel zu kleinen Tischchen, schleppten die Menagerie hervor— auch sie liebte die Tiere so— und sie spielten Zirkus oder Naturgeschichte- stunde, und er hielt Vorträge über Heimat und Lebensweise aller Gattungen, führte seUene und gefährliche Tiere in ihren Käfigen vor und verbreitete sich besonders über die Gefahren jener fernen Gegenden. Und wie er selbst sich alles glaubte. obwohl manche Verwechslung, freie Erfindung und unsichere halbe Erinnerung dabei war, so lauschte auch sie ehrfürchtig jedem Wort, und in der Beherrschung dieser gefügigen Tier- welt, der gläubigen Demut des lieben kleinen Mädchens, fühlte er eine Unendlichkeit von Macht und Glück, wie nie wieder nachher in seinem Leben. Um die Zeit, als Bruno in die Anstalt kam, übersiedelten die Seinen in einen anderen Stadtteil. Bruno konnte diese beiden Ereignisse auch später in seinem Gedächtnis niemals auseinanderhalten. Ihm schien, als wäre eines ohne das andere unmöglich gewesen. „Ich werde von Anni nie mehr gestreichelt und geneckt werden, und die Spiele, die niemand anderer so spielen kann, sind für immer vorbei!" Der Begriff des Sterbens schwebte ihm vor: Jemand liegt da im Zimmer und man weiß nicht, daß er da liegt. Es ist ihm etwas Schreckliches zugestoßen, und niemand kann ihm helfen, ihn zurückbringen, weil man nicht weiß, wo er ist und es nie wissen wird! Er dachte ja nicht, daß sie gestorben sei. aber ihm war's, als dächten die Leute anders darüber als er. (Fortsetzung folgt.) Zusammenfassend sei jedoch noch einmal betont, daß Seuchengefahr oder eine Weiterverbreitung des Typhus für Berlin überhaupt nicht in Frage kommt. l-ius verschmähter£iebe. Bersuchter Totschlag und mißlungener Selbstmord. Ein doppeltes Revolverattentat brachte den Hilfselektromonteur Gustav M. wegen Anklage des versuchten Totschlages in zwei Fällen vor das Schwurgericht I. Er hatte je einen Schuß auf seine Frau und deren Nachbarin und dann zwei Schüsse aus sich selber ab- gegeben. Dem Untersuchungsrichter erklärte M., daß er zur Woh- nung seiner geschiedenen Gattin gekommen sei. um sich auf dein Flur das Leben zu nehmen; daß er aber hier eine Unterhaltung und ein Lachen über sich erlauscht habe und derartig in Wut geraten sei, daß er auf die Frau und die Nachbarin geschossen habe. Wie alles gekommen sei, könne er nicht sagen. Cr erwies sich als erblich belasteter Psychopath. Er neigt zur Schwermut und fällt leicht in Erregung. In Jahre 1916 heiratete er die junge A. L. Die Ehe verlief glücklich, bis er im Jahre 1917 eingezogen wurde. Die Briese seiner Frau ins Feld, in denen fi« ihm mitteilte, daß sie sich abends von bekannten Männern nach Hause begleiten lasse, veranlaßten ihn, zweimal zu deser- t i e r e n. Nach dem Kriege führten A r b e i t s l o s i g k e st und Eifersüchtelei zum Ehezerwllrsnis. Er wollte es nicht dulden, daß sie sich am Hausklatsch beteilige und zu viel mit den Nachbarn verkehre: sie wieder war darüber ungehalten, daß er kein Geld nach Hause brachte und machte ihm Szenen. Er begann zu trinken, beschimpfte seine Frau, bedrohte sie, geriet in schlimme Gesellschaft, hatte sich dreimal wegen Diebstahls zu verantworten. Er behauptete aber gestohlen zu haben, weil seine Frau immer wieder Geld verlangt habe. Sie erlernte das Nähen und oerdiente sich nun ihr Geld durch Heimarbeit. Als er das letztemal im Ge- fängnis saß, erlangte sie die E h e sch e i d u n g. Als er aus dem Gefängnis kam, ließ ihn die Frau nicht mehr zu sich, gab ihm auch nicht seine Sachen heraus. Er wohnte nun bei der Mutter, klagte ihr immer sein Leid, weinte oft nachts nach seiner Frau: er hatte eben nie eine andere Frau gekannt und konnte sich auch keine andere suchen. Am Vorabend der Tat erzwang er eine Aussprache, die ihm zeigte, daß für ihn gar keine Hoffnung bestehe, zu seiner Frau zurückkehren zu können. Da beschloß er, sich das Leben zu nehmen. Er kaufte bei einem Trödler einen Revolver, verbrachte den Tag in voller Einsamkeit, ohne einen Bissen zu sich zu nehmen, und begab sich gegen 6 Uhr nach der Wohnung feiner Frau. Ein- mal hatte er schon versucht, sich mit den Hosenträgern an ihrer Tür zu erhängen. Nun sollte sie ihn erschossen auf dem Flur finden. Es kam aber anders. Das Gericht glaubte ihm nicht, daß er nicht die Absicht gehabt habe, die Frau und deren Nachbarin zu töten und verurteilte ihn wegen doppelten versuchten Totschlags zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Es blieb aber zweifelhaft, ob er in dem Augenblick den Vorsatz gehabt habe, die Frau nicht zu töten.___ Die Polizeiausstellung im Aufbau. Das mächtige Mesiegelände am Bahnhof Witzleben befindet sich feit Tagen im Mittelpunkt einer regen Aufbautätigkeit. Hier ersteht zurzeit in Tag- und Nachtschichten die Große Internationale Polizeiausftellung Berlin 1926, die am Sonnabend eröffnet werden soll. 1600 Arbeiter sind zurzeit auf diesem Gelände bc- schäftigt, das riesige Werk bis zum Eröffnungstermin fertig zu stellen. Die drei großen Hallen sind in den Dienst der Sache gestellt worden. Sie sind zu einem ganzen durch eine Brücke rmd einen überdachten Gang verbunden worden, so daß eine gvößt- mögliche Geschlossenheit der Ausstellung erreicht wird. Man betritt die Ausstellung durch das Hauptporkäl in der allen AutoHalle, ver- läßt diese durch einen Gang in der Mittelfront, der über die Straße zu der neuen AutoHalle führt. Von hier aus führt dann eine Brücke am Ende der Halle über die Oftpreuhenallee nach der Funkhalle, die die Gehcimnifse der Kriminalpolizei birgt. Auf dem Gelände selbst gaben sich in diesen Tagen große Möbelwagen aus ollen Teilen des Reichs und aus dem Auslande ein Stelldichein. Sie waren beladen mit den großen Kisten, die die Sammlungen der einzelnen Polizeidirektionen enthielten. Furchtbare und schreck- liche Dinge waren zum Teil darunter. All die Beweisstücke der großen Mordfälle, die die Oesfentlichkeit in den letzten Jahren be- schäftigi haben, die gräßlichen Zeichen wüster Bluttaten, die oft schon lange ihre Sühn« gefunden haben, sie werden der Gesamtheit gezeigt, gegen die sie gezückt waren. Aber es ist schließlich nicht alles so grauenvoll, womit sich die Polizei zu beschäftigen hat. Dort, wo sie zum Schutz der gewerblichen oder wirtschaftlichen Einheit auftritt, gewährt sie iitteressaMe Einblicke in ihre Tätigkeit. Einen der Hauptanziehungspunkte für die Massen der Besucher wird z. B. das Be r g w e r k bilden, das zur Demonftratton der sicherheitspolizeilichen Anordnungen feine Stollen weit unter dem Boden des Kaiserdammgcländes getrieben hat. Der Eintrittspreis für die drei Hallen und dos gesamte Frei» aelände füllende Ausstellung ist auf 1�L0 M. für einmaligen Besuch festgelegt. Für Interessenten, die mit einem einmaligen Besuch nicht auskommen, besteht die Möglichkeit, sich eine Dauerkarte für dreimaligen Besuch zum Preise von 3 M., a n st a t t 4,S0 M., zum siebenmaligen Besuch für 6 M. anstatt 10,50 M. zu lösen. Der Preis für die Dauerkarte, die zum uneingeschränkten Besuch �er Ausstellung während ihrer ganzen zweiundzwanzigtägigen Dauer berechtigt, beträgt 9 M. Während alle Arten von Dauerkarten nur an den Kassen der Ausstellung erhältilich sind, kann man Tageseintrittskarten zum Originalpreise auch an den Schaltern der Stadt- und Untergrundbahn, sowie bei den Schaffnern der Straßen- bahniimen 53, 72, 75 und 93 kaufen. Die Ausnutzung dieser Möglichkeit ist bei dem zu erwartenden Andrang an den Kassen des Ausstellungsgeländes besonders zu empfehlen. Am Tage der Eröffnung der Großen Polizeiausstellung(Sonnabend, den 25. Ssv- *embcr) ist dem Publikum der Besuch ab nachmittags Ml Uhr gestattet. »• Zur Begrüßung der Großen Berliner Polizeiausstellung, die. am kommenden Sonnabend ihren Anfang nimmt, smd an zirka -wanzig Stellen Berlins Begrüß üngspfo st en errichtet worden, die sehr repräsentativ wirken. Hohe Fahnenmasten, die bekränzt und in den schwarzweißen Farben des preußischen Staates --eich bewimpelt sind. Weithin sichtbar sind die neuen blauen Wappen der Polizei, die Polizeisterne, angebracht. Die Masten tragen ein Transparent, auf dem Ort und Daten der Polizeirevue angezeigt sind. Nächtlicher Höllenspektakel. Berlin wird von seinen 50 000 Autos, von seinen Tausenden von Straßenbahnwagen, Eisenbahnwagen, Lokomotiven, Autobussen, Motorrädern nahezu 22 Stunden vom Tag von Lärm überslutet. Aber ein paar Stunden der Ruhe braucht nun auch der lärmge- wohnte Berliner unbedingt, und die Behörden sollten alles tun, um dem Bürger, der nicht gerade an ausgesprochenen Verkehrsstratzen wohnt, seine 6 bis 7 Stundeck nächtlicher ungestörter Ruhe zu gewährleisten. Wie wenig mitunter für diese unentbehr- liche Ruhe gesorgt wird, dafür konnten wir vor einiger Zeit ein befremdendes Beispiel aus einem Miethause in Charlotten- bürg beibringen. Heute aber können wir über einen weit schlimmer liegenden Fall aus der L i n i e n st r a ß e be- richten. Im Gegensatz zu der parallel laufenden Elsasser und Lothringer Straße ist die Linienstraße eine sehr ruhige Straße und wird deshalb auch von Studierenden der Berliner Hochschulen gern als Wohnstraße bevorzugt. Durch Vermieten von Studentetzzimmern haben>die Bewohner dort eine bescheidene Nebeneinnahme, die bei Arbeitslosigkeit des Wohnungsinhabers häusig gar nicht zu entbehren ist. Weil nun aber inundvordemHausLinien- st r a ß e 109 sich nächtliche unerhörte Zustände entwickelt haben, denen merkwürdigerweise die Polizei hilf- und machtlos gegenüber- steht, sind die S t u d en t e n, denen die Nachtruhe unerträglich ge- stört wird, bereits in Scharen abgerückt und die Ver- mieter erleiden schweren Schaden. In dem Hause Linienstraße befindet sich einer jener Bouillon, k e l l e r, die aus Gründen, die der Polizei wohl nicht unbekannt sind, Nachtkonzession haben. Das könnte noch hingehen, wenn die sich aus solchem Betrieb ergebende Unruhe auf das betreffende Haus beschränkt bliebe, sofern sich die Mieter selbst damit abfinden. Seit Wochen aber ist das Haus nachts zwischen 1 bis 5 Uhr auch eine Sammelstätte von Autos, die bis zu 20 Stück vor dem Lokal an- und abfahren und halten und mit ihren Hupen und Motoren einen geradezu höllischen Lärm vollführen, dem die Anwohner der Gegend fast in jeder Nacht ihren Schlaf opfern müsien. Der wirtschaftliche Schaden, der ihnen durch das Ausziehen der Studenten erwächst, wurde schon erwähnt. Die Anwohner haben sich an die Polizei, an Stadt- und Bezirksausschüsse gewandt. Umsonst. Der Gerhard Pohl, der schon mehrfach im Rundfunk Verständnis- volle Einführungen in die Werke der neueren Literatur gab, sprach diesmal über Leo Nikolajewitsch Tolstoi. Mit liebevollem Ver- ständnis für den Menschen, mit Verehrung und Bewunderung für den Dichter, mit sicherer Kritik für den Propheten. Dieser viel- umstrittene Russe, um den sich wie zu seinen Ledzeiten noch heute zahlreiche Gruppen bilden, die ihn als Künder und Verfechter ihrer Gedanken reklamieren, ist von seinen Anhängern unabsichtlich und absichtlich nur allzu oft mißverstanden worden. In seinem Streben nach reiner Menschlichkeit wurde der alternde Tolstoi zum Fanatiker seiner Ideen. Aber er verrannte sich in Sackgassen. Und gerade die Tatsache, daß dieser Fanatiker gegen den Dichter, der er einst. war, wie gxgen einen Feind zu Felde zog, hat manchen Tolstoi ferngerückt. Pohl zeigte die tieferen Zusammenhänge in diesem unruhigen und wirrnisvollen Leben. Dann sprach Kortner aus den Werken des großen Russen. Mit dem Unterton des fanatischen Bekenners wurde der Tolstoi der letzten Epoche lebendig. In einem gut gewählten Abschnitt aus dem„Leinwandmesser"' aber auch der unsterbliche Dichter. Die Volkslieder aus Skandinavien, richtiger aus den nordischen Ländern vervollständigten die Abenddarbietungen. Alfred Wildes weicher Tenor eignete sich gut für dieses lyrische Programm.— Im Rahmen des Nachmittagskonzerts erwies sich Walter K a e m p f e r als Chopininterpret von nicht alltäglichem Format. Man kann sich die Mazurken zwar schärfer geprägt denken, Kaempfer brachte sie kaum noch in Tanzscrm, fastübernllanciert. Auch die Darbietungen des Funtorchesters unter Franz o. Szpa- n o w s t i s Leitung hielten sich auf erfreulicher Höhe: vas I�unäfunkproxrsmm. Freitag, den 24. September. Anßer dem üblichen TajfesproBxamm; 4 Uhr nachm.: Zehn Minuten kür die Frau(Dorothee Goebeler: „Die Frau und die Geselligkeit des Winters*). 4.30—6 Uhrabends; Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theater- und Filmdienst. 6.30—7.20 Uhr abends: Hans-Bredow- Schule(Bildungskurse). Abteilung Gartenbau. Professor Dr. Karl Ludwins:„Formveränderungen unserer Gartenpflanzen durch Schädlinge und Krankheiten". 7 Uhr abends:(Hochschulkurso). Abteilung Geschichte. Dr. Albert Brackmann:„Grundzüge der europäischen Geschichte.(„Der angebliche Untergang des Abendlandes"). 7.30 Uhr abends: Felix HoUacnder: Einführung zu dem Sendespiel„Macht der Finsternis". 8 Uhr abends: Sendespiele. „Macht der Finsternis", Drama in vier Akten yon Leo Tolstoi. Peter, ein reicher Bauer; Emil Lind. Anissja, seine Frau: Lucio Höflich. Akulina. Peters Tochter aus erster Ehe: Lore Braun. Anjutka, Peters Tochter aus zweiter Ehe: Blandine Ebinger. Nikita, Knecht in Peters Hause: Fritz Kortner. Akim. sein Vater: Paul Graetz. Matrjona, seine erste Frau: Elsa Wagner. ■Marinka, seine zweite Frau: Charlotte Hagenbruch. Dünitritsch, ein alter Knecht; Albart Florath. Martha, Peters Schwester; Ma- rinkas Mann; Aknlinas Bräutigam: Polizeiboamter; Unteroffizier; Gemeindeältester; Fuhrmann; Gevatterin; Nachbarin; Frei- werber; Heiratsvermittlerin; Brautführer; erstes Mädchen; zweites Mädchen; Gäste; Hochzeitsleute; H�ern; Musikanton; Weiber; Mädchen. Die Handlung spielt in einem großen Dorf. Zeit: Gegenwart. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30—12.30 Uhr abends:, Tanzmusik (Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Königswusterhausen, Freitag, den 24. September. 12— 12.30 Uhr nachm.; Karl Graef: Die Kunst des Spiechens für Schüler. 3—3.30 Uhr nachm.; 0. M. Alfiori und v. Eyseren: Spanisch. 3.30—4 Uhr nachm.: Karl Graef: Die Kunst des Sprechens. Einführung. 4—4.30 Uhr nachm.: Dr. Käthe Gaebel: Warum brauchen wir eine Berufsberatung? 4.30— 5 Uhr nachm.: Aus dem Tätigkeitsbereich der Staatlichen Stelle für Naturdenk- maispflege in Preußen. 5— 6 Uhr abends: Dr. Muckermann: Das Problem der Menschenrassenmischung und-beeinflussung. 6.30 bis 7 Uhr abends: Dr. Feilchenfeld: Aufbau und Aufgaben der deutschen Handelskammern. 7—7.30 Uhr abends: Dr. Margot Kiess: Der Arbeiter in der Kunst 730—8.25 Uhr abends: Wissenschaftliche Vorträge für Aerzte. 8 30 Uhr abends: Uebertragung aus Frankfurt a. M. Sonatenabend. nächtlich« Särm bleibt bbS wirb immer toller. Wenn aber ein harmloser Betrunkener nachts einmal auf der Straße sein Liedchen grölt, bekommt er Polizeistrafe. Wollen hier die Be- Hörden untätig zusehen, bis den Anwohnern die Geduld reißt, d. h. bis ihre ausgepeitschten Nerven durchgehen und die Menschen zur Selbsthilfe schreiten? Dann würde die Polizei wahrscheinlich sofort einschreiten gegen die, die sie jetzt zu schützen anscheinend nicht im- stände ist. Die Polizei ist aber unter allen Umständen verpflichtet, nächtlichen ruhestörenden Lärm, wie er hier von Autos und randa- lierenden betrunkenen Lebemännern und Kontrolldirnen vollführt wird, zu unterdrücken. Ellernbeiratswahlen in Friedrichshagen und Steglitz. Am Sonntag, den 26. September, findet in der Zeit von 9 bis 3 Uhr für die Knabenschule in Friedrichshagen die Wahl des Elternbeirats statt. Wegen eines Formfehlers hatte der Wahl- vorstand die Listen„Kind in Not" und„Schulausbau" für un- gültig erNärt. Dem hiergegen eingelegten Einspruch hat die Schul- aufsichtsbehörde stattgegeben. Die Eltern der SPD. und KPD. hoben sich jetzt auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag, Kennwort: Einheit? l'i st e gegen Schulreaktion, geeinigt. Heute abend 8 Uhr findet in Schröders„Gesellschaftshaus, Friedrich. straße 137, eine öffentliche Versammlung statt, in der Bezirksstadtschulrat Goß spricht. Die Genossen werden zu reger Beteiligung aufgefordert.— An den Gemeindeschulen 2, 3. 4. 8 und 9 in Steglitz finden am kommenden Sonntag, den 26. Sep- tember, die Neuwahlen zum Elternbeirat statt. Alle Parteigenossen und Freunde von Schulfortschritt wählen die Vereinigte Liste ..Schulaufbau",„Kind in Not". Kein wahlberechtigtes Elternpaar darf sich durch Lauheit oder Jnteresselosigkest der Stimme durch Fernbleiben von der Wahl«nchalten. Da» Urft der lUbernrn Kochzeit feierte» am Dienataz, it. Eeptember, der Stellmacher Otto Kriedrich und kein« Ehefrau Ida, ZiO IS, Wederstr. 26. Eisenbahnattentat öreier Schüler. Zwölf- und Dreizehnjährige als Urheber. Drei zwölf- und dreizehnjährige Schüler führten auf der Strecke Aschersleben— Halber st adt«inen Anschlag aus, um einen Zug zur Entgleisung zu bringen. Auf dem einen Gleis befestigten sie größere Steine mit Draht, auf dem Gegengleis errichteten sie sogar ein 5 Meter langes Hindernis. Das Unterfangen war um so gefährlicher, weil am Tatort die Strecke ein Gefälle aufweist und in einer unübersichtlichen Kurve liegt. Die drei Schüler hatten sich auf der Böschung versteckt, um Augenzeugen der Entgleisung zu sein. Der Personenzug Halle— Halberstadt, der zuerst die gefährdete Stelle passierte, überfuhr das Hindernis, ohne daß die schwere Maschine aus dem Gleise sprang. Der Zugführer meldete jedoch sofort den Vorsall, und Beamten, die die Strecke unter- suchten, gelang es, die drei Schüler festzunehmen, als sie die Flucht ergreifen wollten. Schweres Eisenbahtmuglück bei Paris. Am Mittwoch morgen 6 Uhr fuhr bei Vulaines-sur-Seine, 75 Kilometer von Paris entfernt, der Schnellzug Lyon— Paris auf drei Wagen, die«in vorausfahrender Personen- zug unbemerkt auf freier Strecke infolge Bruchs der Kuppelung verloren hatte. Der Lokomotivführer bemerkte das Hindernis und bremste mtt aller Gewalt, er konnte aber den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Die Wagen des Personenzuges sowie die Lokomotive des Schnellzuges wurden schwer beschädigt, während zwei Packwagen und drei Personenwagen des Schnellzuges fast völlig zertrümmert wurden. Fünf Reisende fanden den Tod, zwanzig wurden schwer verletzt. Der Personen- zug hatte inzwischen seinen Verlust bemerkt und war wieder zurück- gefahren. Mit ihm wurden die Reisenden des D-Zuges und die Verletzten nach Paris befördert. Eine Leichenhalle als Wohnung. Weimar, 23. September.(Eigener Drahtbericht.) In dem kleinen Ort Wallrabs bei Hildburghausen in Südthürtn- gen haben die Verwaltungsbehörden einem Arbeiter mit feiner Familie, der zwangsweise aus seiner Wohnung herausgesetzt worden war, die Leichenhalle des Ortes als Wohnraum zuge- wiesen. Das geschieht in dem Thüringen, das nächst Württemberg den am meisten abgebauten Mieterschutz und die a m meisten abgebaute Wohnungswirtschaft hat, in dem gleichen Thüringen, in dem Dutzende von Schlössern als Leer- räume den ehemaligen Monarchen zur Verfügung stehen. Man muß schon sagen, es ist weit gekommen in Deutschland. Sport. Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, den 23. September. t. Nennen. 1. Bellae(W. Wolfs), 2. Fuchsie(Etangl), 8. Capua (Schreier). Toto: 14:10. Platz: 11,12,16:10. Ferner liefen: Selladonaa, Coiliilrvüde, JrkutSk, Putzta. 2. Si e n n e n. 1. Mhron(Häuser), 2. Sturm(Klotz), 8. Philister (Schnitzerl. Toto: 21: 10. Platz: 12, 16: 10. Ferner liefen: Spiritist, Harry Whinstone,(Sjernin. 3. Rennen. 1. Rücksicht(R. Derfchug), 2. Hu» beut(Krön, lein). 3. Ratibor(Bismark). Toto: 27:10. Platz: 14, 21, 2t: 10. Ferner Uesen: Enzian, Ouilow, Normanne, Sieglinde H, Turba, Pina Pono, Clolhilde. Raffke, Ardoritin. ».Rennen. 1. Raubritter(Lentn. Iah). 2. Jmmelmann(Schnitzer) 3. Otavt(o. Borke). Toto: 20: 10. Platz: 13, 12: 10, Ferner liefen: Stummer Teufel, Entschluß, gef. 5. Rennen. 1. Münzmeister(Derlei), 2. Laufjunge(KukulieZ). 3. PrometheuZ(Moritz). Toto: 45: 10. Platz: 12. 14. 14: 10. Ferner liefen: Piksieben, Automedon, gef., Alexander der Grobe. Rubel. Mimosa. Kili. 6. Rennen. 1. Eigensinn(Häuser), 2. Final(«.Thiel), 3. Tuberose (Franzke). Toto: 14: 10. Platz: 10, 13: 10. Ferner liefen: Genius, Venezianerin. 7. Renne n. i. Felsenquelle(Staudinger). 2. Sarazener(Hr. König). 3. Irrlehre(v. Bachmayr). Toto: 354: 10. Platz: 78, 16, 18:10 Ferner liefen: Mainberg, Traunegg. Chiemgaunerin, Magier, Herbert. Enkel. Fllnf Steher am Soaotog aas der«Üst-Arena. van Ruhne Bei!) t, Do b e und E o r r h werden sich am kommenden Lewanow, Koch. ".- v i i—-_-'~~~ � v i. l if ivciucn jiuj um loiunituucu Sonntag aus der Rutt-Arena stn.B r u» o-D e m k e- E r i n n e- rungSpreiS" treffen. Hervorragende Fliegerrennen umrahmen daS Programm. «. � wetterdieuststelle fftr Beriia.(Rachdr. Verb.) Wechselnd wolkiges und wieder ziemlich kühle», etwas windig e» Wetter ohne «rhebltche R.edersch oge,_ Zile veutichlaad: In der nordöstlichen Hälfte Deutschlands unbeständig und strichweise Regen, im Südwesten trocken und zeitweise«*---]»-—_ heiter: überall ziemlich kühl. Der Kampf um öie Grunöfteuer. Die im Juni dieses Jahres von der Berliner Stadtverordneten- Versammlung auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion mit Hilf« der Linksmehrheit beschlossene S t a f f e- lung der Grund st euer für die Stadt Berlin, wurde im Juli vom Oberpräsidenten Dr. Meier abgelehnt und ihr die behörd- liche Genehmigung der Aufsichtsbehörde versagt. Gegen diesen Entscheid des Oberpräsidenten hatte der Magistrat eine aussührlich begründete Beschwerde an das Ministerium des Innern eingereicht. Jcgt hat auch der Minister des Innern gemeinsam mit dem vreusiischen F i n a n z m i n i st e r die Genehmigung der Berliner Grundsteuerstasselung verweigert. In der Begründung heißt es u. a.: „Der Magistrat irrt zunächst, wenn er meint, daß es den Gemeinden frei stehe, in ihren Grundsteuerordnungcn Befreiungs- und Ermäßigungsvorschriften vor- zusehen, auch wenn diese im Gesetz nicht ausdrücklich auf- geführt find. Die Frage, ob ein Grundstück der Gemeindegrund- steu er unterliegt oder von ihr befreit ist, ist, soweit es sich um die vositiven Voraussetzungen der Steuerfreiheit handelt, lediglich nach den Vorschriften i m§ 2 4 K A G. zu beurteilen. In diesem ist die Frage der Steuerbefreiung erschöpfend geregelt. Da- neben kommen Steuererlasie und-Niederschlagungen nur in Einzel- fällen aus bes o n d e r e m Anlaß in Frage. Abgesehen hiervon wird die Höhe der beschlosienen Zuschlags- iätze, wie auch der Magistrat Berlin zutreffend ausführt, von der Auswirkung der eingeführten Steuererleichterungsvor- schriften wesentlich beeinflußt. Die Auswirkung dieser Bor- schriften ist aber andererseits wiederum von dem Verhalten des einzelnen Grundstücksbesitzers abhängig, auf den ein Zwang zur Stellung des fast ausschließlich im Interesse seiner Mieter liegenden Steuererleichterungsantragcs nicht ausgeübt werden kann. Es besteht daher die Tatsache, daß nach der von der Stadt Berlin ge- trosfenen Regelung die Entscheidung darüber, mit welchem Hundertsatz ein einzelnes Grundstück mit Grundvermögenssteuer belastet wird, zu einem wesentlichen Teil in die Hand des Steuerschuldners gelegt ist. Damit ist der Rechtsboden der Real st euer völlig oerlassen und namentlich auch gegen den Grundsatz der gleichmäßigen Heranziehung aller der Besteuerung unter- worfenen Steuerpflichtigen verstoßen. Schließlich sprechen auch die vom Oberpräsidenten bereits zu- treffend gewürdigten Bedenken, daß die getroffene Regelung eine ungewöhnlich. hohe Belastung nur Verhältnis- mäßig weniger Mieter zur Folge habe, und daß unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen die Leistungs- iähigkeit des Wohnungsinhabers vielfach nicht in einem bestimmten Z Schönhauser Allee. Tegel U gegen Union in Borsigwalde. Staue Ernst. Ecke itanradstratza. Biloria gegen Alemannia in Sberawalde. Wacker 30 gegen Fichte U auf dem Tieiganen-Nportpla». Ipachimsihal gegen Sowiet in Zoachimathal. Bernau gegen Borussia in Zepernick. Einigkeit gegen chelvetia In Niederschönhausen. Kaiserwcg. Teutonia gegen Wittenau in der Ehrtslianialtratze.— Bezirk Osten: Aekania gegen Sri. tannia in tzöpenick. Sritne Trift. Sadowa gegen Stralau in«öpenick.Nord. Treptower BallfpielUub gegen Wrieten im Bllinterwald. Tasmania gegen verein für Beweaungaspiele Lustig. Fidel ln Lichten. rnbueg 03 in Netjensee, Stenn. Hahn. Saabart gegen Woltcredois in Taadort. Iohanni-lhal gegen Berliner Sportverein 15 tn Johannisthal, an der Buschiolonie. Alt-Mrenicke gegen Zeuthen in Ali-SIIenicke. am«iesdeeg. Äamct gegen Lichtenberg M in Fitrsienwalde. Sparta gegen Friodrickshagen In Lichtenberg. Hauffstratz». Adlersboi gegen Berliner Sportverein 23 in Adlerchhof. Löpenicker Ehaullee. Fichie-Siidast gegen Neuenhagen in Treptow, Ficht,-Turntdatz. Germania gegen Frisch-Frei in Weitzenfee Stennbahn.— Bezirk Stidwest: Teltow gegen Eintracht 35 in Teltow. Zn Luckenwalde spielen Luckenwalde ll goren Stau. kütlner Ballspielklub, Luckenwalde III gegen Eharlottenburg und Frisch-Auf gegen Riisiig-Borwärt». Beroöina gegen Berlin All auf dem Tlmperhofer Feld. Stawawee gegen Botsdam in Stowawes. Prieftersirafie. Kirchmöser gegen Wannsee in ftltdnnSset. Brandenburg gegen Jossen in Brande nhu�z an der Havel. Zehlendorfer BallfpielNub gegen Wilmersdorf in Zehlendorf. Svandauer Stratze. Viktoria gegen Fortuna 23 in Tewvelhok, verlängerte«aiserin- Auausta�tratz«. Schmargendorf gegen Union-BeSI!» in Eichfamp. Lanfwitz gegen Lolzenburg in Lankwitz Gemeinde park. Schöneberg gegen Staukölln. darf bei Luckenwalde. Ballspielklui Ntaabit gegen Luckenwalde V im Staffel. «rund. Bahnhof Beulst' auf Freie»ninerschaft Graß-Berlin. Sei.(Jäben. Kandb-MpielweiHeiag Sonntag, 36. September, auf dem Städtischen Spielplatz am Urban. Barmittage »an 3—13 Uhr Männerabteiliingen. Rachmiiiaga van m— Wi Uhr Turne, od. Bahnhof Beusselftratze. Beginn der Spiele Mi Uhr. Borher untere Mannschaften. Bormittag« fast allen Mätzen Jugend- und Schlllerspiele. rinnen, Jugend Männer. Eintritt frei. Nach dem Svielm abends 7 Uhr nemiltndica Beisammensein im Alexandriner. Alepandrinen- Ecke Oranien» liratze. Eintritt so M.— Ab Freitag U September. Badeabend bea Bezirks in der altan Schwimmhalle Bärwatd stratze von S'h— 10 Uhr. Erwachs 30 Bf.. Zuarndliche bis 15 Jahre lö Vf., Linder 10 Vf. Gäste willkommen. Babeatende der dem«rheitep.Epart. und ftultnrkgrtell Bezirk ftrenzbeeg angeschlossenen Bereine: Montag« tZg— 10 Uhr Arbeiter-Turn. und Svortdund. «Ire Halle. Mittwoch, 7— H# Uhr Berliner Schwirr, m-Union 1713, alte Halle. Mittwochs Vä— 10 Uhr Turn, und Srorlverein Fichte, eile Halle. Mütwochs buch oder-karte als Ausweis mitbringen. Tnrnfpiele.®ic Naffballlpieler besinnen am 26. Sepiembor mit 12 Manne». 7 Zugend- und 4 Frauenmannschaften ihre Serie. In der 1. Gruppe spielen Weitzenlee l. Schwante 1. Schwedt 1. Fichte 13 1 und 2 und Fichte 23 3. Turnerinnen nur Vankow I. Weitzenlee 1 und 2 und Fichte de| gemeldet stnh. Weitzenlee hat ans dem«onnhahnvlatz Lochhetrieb. Die 1. Zagend beginnt am 2 Uhe gegen 23. Jagend: 3.10 Uhr spielen die I. and die 2. Turnerinnen- Mannschaften, während um 4 Uhr die 2. Männermannschaft gegen Fichte 33 1 spielt. Die 7 ZugendabieAung hat nm 3 Uhe in Baumschulen»-* bid 13. Zuoendabirilung. und 2a Tu:nmnnen um 340 Uhr Pankow zu Gaste. Haekeg-Wetispiel. ASE.-Berlin gegen Leipzig-Wurzen am Sonntag, 26. Sep- iember, von 3— 4H Uhr nachmittags, auf dem Platz Ägnaststratzo am Bahnhof Stralau-Rummolsiurg. Borhor 2. Mannschaften._. SB. Sparta. Leichiaihletif. Heute 7 Uhr Dollvers-mmlun- bei Schmidt, Wdinger Str. 7. Wichtige Tagesordnung: unter anderem: Wrntcrvrranstal. luneen, Hallentrainina. Stnberce und ftanafohtec Im 1.«reis. Sonnabend, 2S September, 614 Uhr, Sitzung der stetinchmer, Starter und sseitrichter im Bootshaus„Vorwärts. «rbeiter-Teauis-Detriniguna- Hauptversammlung Sonnabend, 25. wep. iomber. 7>4 Uhr. Zaaendbeim Gotzlerstr. 61..,..„ Touristenvereiu„Die aatuifrcuabc"(Zentrale Wien). Bit. CboilalfcnBmrg: Freitag. 24. September. S Uhr. im Heim Hrrielerstr. ISd. Begetarlsmus.— Abt. Fitebenou: Freitag. 24. September. 3 Uhr. im Heim Orfenda»« Str 6a Heimabend.— Abt.«enföllo: Freitag. 24. September. 3 Uhr. Ltchibtldervor.rag im Heim«opfstr. 55:.Mit«äscher und Lupe durch Tstmpel und Pfützen.- Vbt. S übest; Freitag. 24. Septamber.» Uhr. im Keim Reichenberger Str.«. „Erziebungssraaen�.— Abt. Südwest: Freitag. 24. September, 8 Uhr. im Stirn Bärwalbsiratze(Badeanstalt). Grschästliches.- Abt. Tempechof: Freltag. 24. September. 8 IT&t. im Heim Martendorf. Dorfst�fte, Svlel und Tam. Montag in Lichtenrade.»ailer-Wilhelm-Str. 73.- Abt. Treptow: Freitag. 24. September. 143 Uhr. im Heim Edscnstr. z.„Ernstes und Hetieres au» dem Parlament. Referent Genosse Adolf Hoffmann.— Weebrbczrrf Norden. Ge- fangsgrnppe: Freitag, 24. September. 8 Uhr. Danziger Str. 62, Barage 3, Uetunosstunde. Genossen, welcke Interesse am Gesang haben, sind zur Mit» arbe't herzlich willkommen.- Wintersportabieilnng: Dienstag. 28 September. 8 Uhr. im Heim ENrnstr. 3, Treotaw. Beschaffung von Schneeschuhen. Trocken. kursu«, W-ihnacht-sahrt.— Ortoarapve Berlin: Am Sonntag. 26. September. fallen alle Fahrten ans. All- über 20 Jahre alten Mrialieder treffen stch um 8 Uhr moraens am Bahnhof Grunewcksh, Ausaana nach Schrldhorn. Betei.r» aung aller Mitglieder Pflicht- Sbataarrneinsdiaft: Montag. 27. September. US Uhr. im Seim Sbcrinstr. 12. Borfsthrung der Satrap-Sermlampe— NatnewiFeaschaf liche Abteilung: Montar 27. September, im Seim Strrsaner Strotze 53. Geschäftliche,.— Abi. Schäurberg: Montag, 27. September. 8 Uhr, im Seim Sanvtstr. 16(Thstrinaen, immer) Liederabend. Arbeite'. Radwbrkrbnnd.Solibaei ärt. Touren für Sonntag. 26. September. »ez. I. I. Abt.: Früh 6 Ubr Grotzboeren. 1 Uhr Teltow. Deitzer Schwan. Start Bülowstr. 5».— 2. Abt., Friih 6 Uhr Bezirksrcnncn Grotzberren. 1 llbr Teltow, Meitzer Schwan. Start Dirifenbachstr. 36.— 3. Abt.: Früh. Itpr Bdtfe» bei Strausberg, l Uhr Radebrück. Start Lausitzer P.atz.— 4. Abt.: Früh 6 Uhr e-fnmt: Set 1 Uhr Si+flBberge. Alter Freund. Start Weder- wiese.— 6. Abt.: Früh 3 Uhr S-rtif-iW Seiliaens-e— Finkenkru»— Svanhau. Sta-t Landsberoer Platz— 8. Abt.: llrüh 7 Uhr Schnitzeliaad»irfcharrten. Waldhara. Desgleichen mittag» 12 Uhr. Start Schänhaufer Allee 164.— 7. Abt: Früh 7 Ubr Teerofen. 1 Ubr Glienicke a. b. N. Start«oloniestr. 14.. — tz. Abt.: Früh 6 Uhr Lienewitzsee. 1 llfir Wannlee. Start ArmiNlusvlatz. —». Abt.: Früh 6 Uhr Drettzlee. 1 Uhr Birkenwrrdcr. Japan. Start Schul- stratze 114.—>0. Abi.: 25., 7 Uhr abends. Lampiontour Ablershof. Fteae. 26.. friih 6 Uhr, Strostinsee. Start Someniiisvlotz.— 11. Abt.: Früh 6 Uhr Gorinf-e. Start Blochplatz.— 12. Abt. Mofortahrer: Frsth 7 Ubr Prrnzlanrr Allee Ecke Seinersdorfer Stratze nach Werbellinfee-Alienhof.— Fahrwar-r des 1. Bezirks: Donne'staa. 30. September. 8 Uhr. Rnngestr. 17. Erscheinen aller Ableilunaen ist VMcht.— Bez. 2. vrtsgr. RenISlln:«di. Motortahrrr nach, Rathenow über Brandenhuro: zurück über Nauen. Start 7 Uhr Bahnhof Herwannstratze. 1. Abt.: Tschistnuloe(MIlaoelhort): Start Hertzherataatz. 2. Abt.: Bahnhof Hermann strafe, ie 7 Uhr friih.' Ortsar. Eharlattanbnrgr ZS-sfclde(Havesschsotz). Start 12 Uhr Galvanistr. 13.— Ortsar. Schoneberg: Itrsth g Uhr Grotz-Gfenick�. Start Swbenrauchstr. 5a.— Ortsgr. Gratz. Lichterfelde: Frsth 6 Uhr WarbrttUee. Start Hindenburgdamm.— vrt-sr. Sieglitz: F:üh 8 Uhr SchnitzeUaod Richtung GMeraotz.— ortsar. Treptow- Banwichnlenweg: Früh 8 Uhr Rnpgsdo'fer See Start Baumlchulenwea.— Brz. 21, Ortag». ffeitzenfee: Frsth' 8 Uhr Meitzner, Hof. Statt Berliner Allee 227._ vrtoar. Hrinersdoef: Früh 8 Uhr Plötzlee. Start Kirche.— vrtsar. Banfew: Frsth 7 Uhr durch den Krämer. Start Kissing- Ecke Granitz- stratze.— vltsgr. Tegel: 25 abend» 6», isbr. Nachttour nach Neurnvvin. Start S-ftlieperstr.«4.— vrtear. Reinickenderf: 25.. 5 Uhr nachwfttaas, Rheinebern. 26. früh 7 Ubr. Mecheiee. Start Rrtidenzstr. 109.— vetsgr. Riederschönhanlen: Fr!!b 7 Uhr am Start Friedensplatz.— vrtsgr. Lichtenberg: Mittag» 12 Ild' Pserdebncht. Start Trapeplatz. Arhe ftee Rechs aheer-Be re> n Gratz-Berlin. Sonntgist, 28. September, früh 6 Ubr. nach Rstd-esdorser Kalkdcrge Nestanant zur Linde. N-chmittags 1 Uhr Hirscha»rten. Kellers Waldbnrg. Motaefahrer eine Stande später am Start. Start Waldemarstratze Ecke Mariann-nptatz. Gäste willfommen. Stratz-nrennen des ARB.„Salibarttärt. Die Rennfahrer de« Arbeifer» Rabfohrerbnndes. Sal'barität� haben ihr nächstes Sioatzenrenn-n Sanntag. 26. Seriember. Das Rennen geht über 40 Kilometer auf der Sirecke hinter Marieutelbe. G rotzbeeren. Abrensdorf, Siniben, Ganshage», Greßheeren. Marienkelbe. Startherechiiat stnd aüe Se-eFuna»grten. auch die Altersfahrer. Sammelstart ist für alle Fahrer in Marienfelbr. Bertinck Str. 114 Restaurant zum Sporthaus, früh 7 Uhr. Anhänger des Rennfnoris und Gäste willkom- men. Anskunf- erteilt R. Meinert, B-rlin. Brücken str. 5b. Sinberriaglemrf Rntzland— Trulichlorb. Für den bereits aemolbeten Länderrinofampf Rutzland— Deutschland ist folgende Besetzung dee Kämpfe fest- aeleat worden: Fliooengewicht: Alepeion Sininlosston geaen Kköhn(Lurich 05). Bantamgewicht: Muailon Borifonko gegen Wuschke(Norden 92). Foderaewicht: Niiolston Zwanowou gegen Droa,(Berokina). Leichtgewicht: Mastlion Ribseron gegen K-ntfchel(Berokina). Loichtmirtelaewicht: Georgion Zwakowon gegen Seelenbinder(Berolina). Schwermitieloewlcht: Wlabiomo» Ekaideinon gegen Willi Paul(Sieafried 081. Schwergewicht: Zwanon Mincevon gegen Sneifu« (Nauen). Zm Schaeergewicht tritt»ur Beroollständigung des Programm» die Heb-rmennschaft dar Soortlicken Bereinigung LiStandorg-Friedrichsfelde an, welche stch zurzeit in brtier Berfaffuna befindet. Damit auch die Ziu-?i>si» Anhänger zu ihrem Recht kommen, finden Klmvfs Zwischen den Vereinen Lurich 05, Nord-Ost. Allzeit bereit und Liberia» statt. Dem russischen Mittelsaewichisborrr Gradovoloff st-hi der Berliner Mittelgewichtler Adam- kigwie»(Nord-Ost) aeoenliber. Autzerdem finden noch drei Boxkämpfe statt. welche»an den besten Boxern unsere» Kreise» besetzt stnd. so datz auch die Anhänger de« Borloorte« etwa» Gute, ,u sehen bekommen. Beranstalter ist der Arbeiier-Alhletenbund Deutschsands. Die Kämpfe ftnden am Freitag. 24. Septaaiber. TVtz Uhr. in den Germaniafälen. Ehausseeftt. HO, statt. Eintritt 1 M. Berliner«-beiter�chachklnb. Die Abteilung Mitte spielt letzt jeden Donnerstag 7 Uhr im Lokal Pol, in, Gormannstr. 14. D'e Abteilung Ne>n>ckon. darf eben fall» Dostnerstaas 7 Uhr im Lokal Metzgor. Reinickendorf. Nestdenz- stratze 108. Gäste stets willkommen. PERFIOR ceazepe. sc/bsfhäftqC' S cifenf/ockerv bei den pulvrigen selbslläfigen Wasdimifleln sei mehr im Pakel I Das Paket ist fast zur Hälfte gefüllt mif wertlosen und scharfen Füllmitfeln, die keine Seife sind. Perflor dagegen isl reinste Seife in Flodcenform mit selbsttätiger aktiver Wasdikraft. Weniger ist Im Leben oft mehr« so auch hier, denn dasleichlere Perflor-Pakel leistet durdi seine hochwertige Qualität dasselbe, wie das schwerere, minderwertigere Pulverpakel, schont aber im Gegensatz zu diesem die Wäsdie vollkommen und machl sie nicht dünn und löcherig. Wer bequem, schneeweiß, fleckenlos und schonend waschen will, der nimm! Perflor. Perflor ist das einzige hodiwcrtigeg des einzige miicie selbsttätige Woschm Ittel Perflor kalt oder handwarm, niemals heiß auflösen. Nr. 450 4 4?. Jahrgang 2. Heilaae öes Vorwärts 5reitag, 24. September I02ö Die neue Irankenerfthütterung. Poincarss hartnäckiger Kampf.- Eisenpakt und Thoiry. Die großen politisck)en Ereignisse der letzten Wochen, Deutschlands Eintritt in den Völkerbund und der Kampf um den Eisenpakt, haben die öffentliche Anteilnahm« am Schicksal der Frankenwährung in den Hintergrund gedrängt. Die Bedeutung der Frankenstabili- sicrung für die Gesundung der gesamteuropäischen Wirtschaftsverhält- nisse ist darum nicht geringer geworden. Di« stärkeren Schwankungen der Frankenoaluta in den letzten Tagen fordern wieder zur Ausmcrk- samkeit heraus. Die Entwicklung des Irankenkurses. Für die Bewertung, die der Franken im Ausland findet, ist zu- nächst festzustellen, daß der P a n i k t ie f st a n d vom Juli, 2�0 bis 200 Franken gegen ein englisches Pfund Sterling, seitdem n i e wieder erreicht wurde. Auf der anderen Seite wurde der günstigst« Stand von Mitte August, etwa 160 Franken gegen das englische Pfund, bis in die allerletzten Tage nicht beträchtlich unter- schritten. Der belgische Franken lag immer um einig« Punkte schlechter als der französische. Seit Ende August bewegten sich all« Frankenschwankungen für Paris in der engen Spanne zwischen 163 und 172, für Brüssel zwischen 172 und 179. In den allerletzten Tagen ging die Pariser Devise in London bis 177, die Brüsseler Devise bis 186 herunter. Ein« langsam fallende Tendenz ist also unverkennbar. Welche Gründe dafür maßgebend sind, ob die Pariser Finanziers mit ihrem Mißtrauen, daß ein« weiter« Inflation unvermeidlich sei, im Recht sind, ist nicht ohne weiteres. zu sagen. Die Ainaaz- und Verwallungsreform in Frankreich. Poincares Programm ist zweifellos sehr unklar. Vor allem läßt es das bewußt« Hinsteuern auf die Stabilisierung zu einem bestimmten Kurse oermissen. Sicher ober ist, daß Poincarö mit äußerster Hort- nöckigkeit durch ein« Bielzahl an sich kleiner, in ihrem Zusammen- treffen ober zunächst wirksamer Mittel für die Festhaltung eines relativ günstigen Uebergangs kurses kämpft. Er hol auch zweifel- los Erfolg«. Seiner großen psychologischen Aktion zur Erzwingung des öfsentlichen Vertrauens in den Franken vom 10. August, die den umlaufenden nationalen Verteidigungsbonds durch Verfasiungs- garantien die jederzeitig« Einlösung sichern soll, ist ein scheinbar be- trächtlicher Mehreingang von Steuern gefolgt, der die Lag« des Schatzamts sehr erleichtert hat. Da der relativ stabil« Franken- kur» bisher die Zahlkraft der Steuern nahezu voll erhiell, war«in« Inanspruchnahme neuer Notenkredit« bei der Bank von Frankreich nicht erforderlich. Es wird im Gegenteil gemeldet, daß feit dem 22. August die Borschüfl« der Bank von Frontreich an den Staat sich um IX Milliarden auf 37 Milliarden verringert haben. Erhebliche materiell« Bedeutung haben auch die durch Dekret vom S. September durchgeführten Sparmaßnahmen im Staats» ap parat, die der nachträglichen Genehmigung durch das Parlament bedürfen und drakonische Abbaumaßnahmen in den verschiedensten Zweigen der Derwallung darstellen. Sicherlich werden dies« Maßnahmen stark kritisiert werden. Nach ihrer rein finanziellen Seit« bedeuten sie jedoch in jedem Falle eine Ent- last u ng de s Staatshaushalts, wie sie Frankreich im Kampf um sein« Währung braucht, bei deren Kritik es nur die ein« Frag« geben kann, ob dies« Ersparnisi« nicht bester an anderen Stellen oersucht werden sollten. Französische Anleihen. Gegenüber Amerika hat Poincare sein« hartnäckige Ablehnung der definitiven Schuldenregelung beibehalten. Es ist ihm sogar ge- lungen. entgegen allen ungünstigen Voraussagen, noch vor der Stabilisierung des Franken Ausländsanleihen in Europa unter- zubringen/ Am 9. September wurde in der Schweiz die Zeichnung auf«ine 7 prozentige 60-Million«n-Schweizer-Frank«nanleihe mit vielfacher Ueberzeichnung geschlossen. Dieser Tage wird in Holland eine 30-Million«n-Guldenanleih« emittiert(ebenfalls 7 Proz., Zeichnungskurs 94 Proz.). Beide Anleihen dienen wieder der inneren Stärkung des französischen Schatzamts; ihr Erlös wird zur Abtragung von Darlehen benützt, die die französischen Staatseisenbahnen dem Staate gewährt haben und zur Abtragung von Valutoschulden. Etwas skeptischer allerdings wird die französische Tabakanleihe anzusehen sein, die am 7. Oktober in Frankreich selbst aufgelegt werden soll. Soviel bekannt ist. sollen 3 bis 5 Mil- liarden Franken begeben und die Verzinsung durch das Tabakmonopol garantiert werden. Di« Anleihe wird von der am 10. August ge- gründeten Amortisationstasse begeben; für ihren Erfolg wird viel daraus ankommen, wie sich die Banken und die Sparer zu ihr stellen werden. Jedenfalls wird ihr Erfolg oder Mißerfolg«in« Prob« auf das Vertrauen Frankreichs auf die Poincaräsche Politik fein. Belgien und Luxemburg. In Belgien und Luxemburg ist die Lag« infolge der stärkeren Industrialisierung der beiden Länder etwas kritischer als in Frankreich. Beide Länder drängen deshalb schärfer auf die endgültig« Stabilisierung durch Festlegung eines bestimmten Stabilisierungzkurses hin. Di« Industrie hat weitgehend zur Selbsthilf« gegriffen, indem sie ähnlich wie 1922 die deutsch« Industrie sich durch Index-, Gold» und Dollarklauseln gegen die Währungsschwankungen schützt. Diesem Drängen der Industrie nach fester, risikoloser Rechnung kam insbesondere die luxemburgische Re- England war«in Mißerfolg, und von den Verhandlungen über die 50-Million«n-Dollaranlcihe in Amerika und London Hai man lange nichts Positives mehr gehört. Der Eisenpakt.— Deutsche Stabilisierungshilse? So läßt sich weder für Frankreich noch für Belgien sagen, daß irgendwelche Gewißheit für das Gelingen der Frankenstabili- si«ruirg besteht. Tritt, was wahrscheinlich ist, der deutsch-französisch- belgisch-luxembnrgische Eisen pakt bald in Wirksamkeit, so könnt« die Aussicht der Schwerindustrie dieser Länder aus sicheren Absatz und gute Preis« wenigstens deren Furchtvorein« in Konjunktur- r ü ck s ch l a g nach der Stabilisierung verringern. Ein wichtiges und nicht nur psychologisches Moment für neu« Jnflationsgefahren fiel« damit weg. Auf der anderen Seite ist die Möglichkeit einer deutschen Stabilisierungshilfe, die Stresemann und Briand in Thoiry bei Genf diskutiert haben, für das Schicksal des Franken von erheblichem Gewicht. Der Reparationsagent Hot bekanntlich fiir 11 Milliarden deutsch« Reichsbahnobligationen als Reparationspfand im Besitz, zu deren Verzinsung die deutsche Reichsbahn schon jetzt verpflichtet ist. Würde für die Frankenländer davon ein Teil auf den Kapitalmarkt gebracht, so würde kein« neue Belastung Deutschlands daraus entstehen. Die Frankenländer bekämen aus einmal bedeutende Mittel in die Hand, die die Stabilisierung erleichtern könnten. Ungewiß wäre dabei nur das Verhalten Amerikas, weil das Problem der Alliierten-Schulden aufgeworfen würde. Bliebe es bei den bis jetzt genannten 114 Milliarden, so würde zwar um diese IX Mil- liarden der internasionale Kapitalmarkt auch für Deutschland ärmer, falls Deutschland mit großen Anleihen ins Ausland muß. Der Dienst aber, der für den Wieraufbau Europas geleistet würde, zu dem die Stabilisierung des Franken unentlxhrliä) ist, könnt« sehr groß sein; der Gewinn Deutschlands daraus jeden- falls größer»ks olle möglichen Nachteile. Daß Deutschland für die zukünftige Gestaltung der Reparationsverpsiichtungen durch die Transaktion festgelegt würde, träfe höchstens für den kleineren Teil einer Verpflichtung zu, die die Reichsbahn fiir das Reich heute schon voll erfüllt. Fakturen......._.. Erfahrungen, die wir in Deutschland während der Inflation mit der «inseitigen Goldrechnung der Industrie gemacht haben, ein äußerst gefährliches Verfahren, das für die Währung um so gefährlicher werden muß, je später die Stabilisierung gelingt. Jedenfalls hatte Belgien bisher in der Einbringung von Auslandsanleihen weniger Glück als Frankreich. Nach den Erklärungen der belgischen Regierung ist zwar das Budgetgleichgewicht hergestellt, die inner« Schuld ist konsolidiert und die kurzfristigen Auslandsschulden sind teilweise zu- rückgezahlt. Aber der Versuch mit den belgischen Eisenbahnbonds in Neues Kapital für die Elektroindustrie. Ein Teil der Elektroindustrie hat nach wie vor einen Verhältnis- mäßig guten Geschäftsgang. Slädtijche und staatliche Austrage fiir den Ausbau der ösfentlichen Licht- und Krastversorgung, das Modcrnisierungs- und Arbeitsbeschafsungsprogramm der Reichspost, endlich die Umstellung der Industrie auf elektrische Wärmewirt- schaft im Rahmen der Rationalisierung steigern die Beschälti- guna. Die Betriebsmittel reichen offenbar nicht mehr aus. Für die Lage ist das Zusammentreffen dreier Kapitalerhöhungen syn ptomatisch, die bei drei führenden Gesellschaften der vcr- schicdenen Hauptzwcige der Industrie vorgenommen werden Di« Siemens-Halske-Schuckert-Gruppen haben bereits ein« g«- m e i n s a m« Kapitaloerstärkung um den riesigen Betrog von 140 Millionen beschlosien. Nach einem Kommunique der beiden Gruppen werden die Anleihen jetzt aufgenommen. In New Bork werden 24 Millionen Dollar 61-prozentig« Obligationen zu dem hohen Zeich- nungskurs von 99 Proz. aufgelegt, von denen 6 Millionen Dollar auch auf den holländischen und schweizerischen Kapitalmarkt kommen. In Deutschland werden 25 Millionen Mark begeben. Von dem Ge- samtbetrag bleiben also noch rund IS Millionen Mark offen. Be- merkenswert an der Amerika-Anleihe ist ziveierlei. Erstens werden sofort nur SO Proz. aus die Obligationen einge, zahlt, das sind rund SO Millionen. Die restlichen SO Millionen können von den Gesellschaften jederzeit, spätestens nach drei Iahren entsprechend dem Geldbedarf angefordert werden. Zweitens verpflichten sich die Gesellschaften, wenn sie mehr als 7 Proz. Dividende verteilen, auf jedes Mehrprozent de» Obligationären X Proz. Zinsen mehr zu zahlen. Ein interessanter Versuch, sich durch einen Gewinnanreiz bei niedriger Verzinsung einen hohen Zeichnungspreis zu sichern und sich gleichzeitig eine Kreditreserv« im Ausland bereit zu halten, um den nicht sofort verwendbaren Teil der Gesamtanleihe nicht zu niedrigeren Zinsen im Inland anlegen zu müssen. An den Anleihezwacke» hat sich nach dem Kopimunique nichts geändert, so daß auch heute noch große Mittel zu ebentuellen Konzentrationen zur Verfügung stehen. Außerdem erhöht die Gesellschaft für elektrische Unternehmungen(Gesfürel) Berlin ihr Aktienkapital um 10 Millionen von 40,01 aus SO, 01 Millionen Mark. Endlich nimmt die süddeutsche Krastmaschinenfirnio Brown, Boveri u. C o. eine Kapitalerhöhung von S auf 15 Millionen vor. Die Gesfürel weist ausdrücklich aus die Notwendigkeit nachdrücklicher Kapitalunterstützungen ihrer Tochtergesellschaften hin und bei Brown. Boveri u. Co. ließen schon der sehr günstige Jahres- abschluß und die stark gestiegenen Auftragsbestände eine baldige Kapitalerhöhung erwarten._ Bevorstehende Stillegung des gesamten Hochofen- Werkes der Tonncrsmarck-Hüttc. Die Direktion der Vereinigten Hüttenwerke Oberschlcsien, zu denen die Donnersmarck-Hütt« in Hindenburg seit den Fusionie- rungen in der oberschlesischen Industrie gehört, hat den Beamten und Arbeitern des Hochofenwerts die gänzliche Stillegung der Produttion im Monat Oktober augekündigt. Die ersten Kündigungen sind bereits zum 10. Oktober erfolgt. Die Stillegung des Werkes in Hindenburg soll zur Hebung der Produktivität durchgeführt werden. Für die Hindenburger Industrie bedeutet die gänzliche Einstellung des Hochofenbetriebes das Ende der Eisenerzeugung. Das einst so bedeutende Hochosenwerk der Dounersmarck-Hütte, zu dem vier Hochöfen gehörte», ist schon 1924 infolge des Absatzmongels gewaltig eingeschränkt- worden. Die Gesamtzahl der auf den Gruben und Hütten der Donnersinarck-Hütte beschäftigten Arbeiter ist sei 1914 von 10 000 auf 5400 gesunken. Die Stillegung des letzten Hoch- osens bedeutet eine weitere Einschränkung dieser Ziffer um 423 Ar- beiter und 23 Angestellte. Auch dürfte die Einstellung des Hoch- ofenbetriebes alsbald die Stillegung der Kokerei, welche fast aus- schließlich für die Hochösen produzierte, nach sich ziehen. Die große Erwerbslosigkeit in der Stadt Hindenburg wird durch diese Still- legungcn katastrophal gesteigert. Schritte gegen die Betriebscin- fchränkungen find von den oberschlesischen Abgeordneten bereits bei der Reichs- und Landesregierung unternommen worden. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 22. September berechnet« Großhandels- indexzstser des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem 15. Scp- tember von 127,4 auf 126,7 um OL Proz. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer der Agrarerzeugnlfse um 0,6 Proz. auf 128,0 und die Indexziffer der Industrieftoffe um 0,2 Proz. auf 124,5 nachgegeben. Aus der Zuteinduslrie. Die im Juni erfolgte Neubildung des deutschen Iutesyndikats(I. G. Deutscher Iuteindustrieller), das 86 Proz. der deutschen Iuteindnstrie uinfoßt, wird im Geschäfts- bericht der Braunschweigijchen A.-G für Jute- und Flachsindustrie lebhaft begrüßt. Die erste Lebensäußerung des Syndikats bestand in der Zentralisierung des Ge- famtabfatzes(bisher nur der Absatz an Groß Handel und Großverbraucher) beim Syndikat und in der Erhöhung der Preise durch Liesening nur noch„ab Weberei-Versandstation", statt wie bisher„frei Verbrauchsstation". Die Iuteindustriellere werden mit ihrem Syndikat also zufrieden sein. Die braunschwei- gische Firma oerteilt diesmal nur auf die Vorzugsaktien eine Divi- dend«(im Vorjahr 8 Proz. auf 1,2 Mill. Stammaktien). Der Fabri- kationsgewinn wird mit 496 000 gegen 680 000 M. niedriger ausgewiesen als im Vorjahr. Die Zinskoften sind erhöht, obwohl die Gläubiger von 2,08 aus 1,75 Mill. zurück gegangen sind. Steuern und Abgaben sind von 228 000 auf 185 000 M. g e sii n k e n. Da das zweite Werk in Vechelde stilliegt und wieder 60 600 M. Abschreibungen möglich waren, ist das Ergebnis nicht ungünstig. Sehr laut, aber mit wenig Grund, klagt der Geschäftsbericht der Jute- S p innere! und Weberei Kassel. Sic Hot im vorigen Jahr 15% Proz. Dividende verteilt und in diesem Jahr sind es 10 Proz. Die Produktion hat sich in den legten drei Jahren auf 4,24 Mill. Kilogramm Garn(3,69 und 3,05 Mill.), 6,76 Mill. Kilogramm Gewebe(5,85 und 4,91 Mill.) und 5,56 Mill. Stück Säcke(4,79 und 2,63 Mill.) gesteigert. Wie die Verglcichszifiern der Vorjahre zeigen, ist die Produktions- steigerung sehr bedeutend. Außer den Abschreib'mgen von92 0W M. beträgt der Reingewinn 114 000 M. Die Raisseisenbank erwirbt den„Russischen Hof". Die Deutsche R a i s f c i s e n b a n k, die durch ihre unzweckmäßige Gcldverwcndung in Schwierigkeiten gekommen war und on das Hotel„R uf s i s ch e r Hos" in Berlin Forderungen von 4,2 Mil- lionen Mark hatte, erwarb dieses Hotel bei der Zwangsversteige- rung zum Preise von 2,4 Millionen Mark. Vorläufig soll der Hotclbetrieb weitergeführt werden. Das europäische tamsyndiko! fertig. Das schon mehrfach ange- kündigt« europäische Leimsyndikat ist zustande gekommen. Der Ver- trageabschluß umfaßt die gesamte knochenverarbeitende Industrie von 15 europäischen Staaten. Vorverhandlungen fiir diesen Abschluß wurden seit dem vorigen Jahre auf mehrfachen K unseren zeu (Paris, Brüssel, Frankfurt. London) zwischen 18 Staaten geführt, und zwar ohne daß es möglich war, den bislzerigen Widerstand der Leim-, Knochenkohle- und Gclalineherstcllcr Hollands zu brechen. Da die zwei großen holländischen Fabriken ohnehin viel mehr Knochen zur Verarbeitung brauchen, als Holland liefert, hatten sie vom deutschen Scheidemaiidel-Koiizern verlangt, daß er die ihnen in Amsterdam auf die Nase gesetzte Konkurrenzsabrik beseitige. Di« ge- ringer« Zahl von beteiligt«» Staaten läßt darauf lchließen, daß H o l l a n d mit einem jährlich«» Knoch«nv«rdraiich von 30 000 Tonnen sich am Syndikat noch nicht beteiligt hat. Dessenungeachtet wird das Syndikat»«itaus den größten Teil der europäischen Knochenverarbeitung umfassen und damit den Leimmorkt iveitgehend beherrschen. Aehnlich wie im kommenden europäischen Eisenkartell der deutsch« Stahltrust, so wird im Keimsyndikat der deutsch: Scheidemandel-Konzern die belzerrschend« Roll« spielen, aus den im deutschen Knochensyndikat rund 60 Proz. entfallen. (Jährliche Knockzenoerarbeining 50 000 bis 60 000 Tonnen.) Zunehmende deutsche Brennslosscinsuhr im August.— TKeilere Exportsteigerung. Gegenüber den endgültigen Ziffern über i-ie deutsche Brennstoffeinfuhr im Juli, die sich für Steinkohle auf 119 627 Tonnen, für Koks einschließlich Koksgrus auf 7137 Tonnen und fiir Braunkohle ans 175 84? Tonnen beliefen, weisen, wie dein Fachblatt„I n cku st r i e- K u r i e r" berichtet wird, die bisher eilt provisorisch ermittelten Einsuhrzahlen für den Monat August eine beträchtliche Steigerung, namentlich des Steinkohlcn'inports, auf. Sie stellten sich(in 1000 Tonnen) in; Steinkohle auf 239,6, Broun- lohle aus 184,6, während die Äoksziisuhren auf 2,1 zurückgingen. Trotzdem ist die Einfuhr an Kohle nach wie vor sehr niedrig, was hauptsächlich auf den«nglischcn Berga rbe.tcistrcik zurückzuführen itt. — Die Brenn st ossausfuhr Deutschlands Hot noch den bis- hcrigen Ermittlungen im August eine weite"-- bedeulende Zunahme erfahre». Sic belief sich(in 1000 Tannen) in: Steinkohle aus 39 7 3,7(Juli 3640,2), Koks auf 586.6(�02) und in Braunkohle aus 3.3(2). Verschmelzung der Stadtbank Halle mit der Girozentrale Rlogdcburg. Die infolge der großen Verluste der S t a d t b a n k Halle geplante Verschmelzung des genannten Unternehmens mit der Girozentrole Magdeburg soll in der Weise vor sich gehen, daß beide Institute je 2S0 000 M ausbringen, wobei die Stadt Halle diese Summe durch eine Anleihe decken würde. Das neue Unternehmen wird sich voraussichtlich„Kommunal-Bonk" nennen und seinen Sitz in Halle haben. Hauptausgabc der neuen Bank wird die Zl b w i ck l u n g der faulen Konten der Stadt- bank sein. übergibt Vinn mir dem flndjiref# des Tcuisib.MuiikeinerbiinbcZ. Verbn 027, Andirndttr. 21 kKöniglladt 4310, 4018). Gclchältkzeit 9 bis Sonntag» 10 bis 2 llbt.«ul Wunich Lertriterbeiuch Wer" reclirxen rrx xißr raucht eine 3- Pfennig-Zigarette, deren Tabake mit Sachkenntnis und feinstem Geschmack ausgesucht und gemischt sind. Er wählt deshalb NN/ Scherif Kibari Thealer Lichtrpieie nlw. TTTTTTTTTTTTTTTTT Staats-Theater Opernhuus a. Platt d.Hepubl. T'/jUhr: O b ero n Schauspielbaus 8 Uhr: Die RSuher Schiller» Theater 8 L'hr: Peer Oynt Charlottenburp ?>/- L'hr: Otto u. Theophano Abonn.-Turnus IV aeotsäes Ihsater Norden I033S— 38 x L'hr Androklus und der Löwe Von Bernard Shaw Regie: Erich Engel Kammerspiele Norden 10334—38 8». Uhr: WeeK-end (Ueber'n Sonnlag) con Noel Coward Reele: Erich Engel Die Komödie Bismarcs 3414. 7516 8 Uhr: Sie Gefangene Von Bourdet Regie: M. Reinhardt BtrmnkT-üilua Theaier Kdaiddraix�ir. TcH3(renheid.21IC Letzte Aufführungen! 8 Uhr Zweimal OllTer Fei.: Norden 0304 8 Uhr »MI. MM Kurfür»! 6456 8 Uhr: Internat. Variete Sonntags 3" zu ermäü.Preisend. volle Programm Kosc-Theater 8V« Uhr Die Stecknadel im Heuwagen Beniner Thenier uhr. Miß Amerika Kleines n». sVt Die fleißige Leserin netropoi» Thetu. läghch■ Uhr: D'e gioSe Revue Wieder fietropol Betldeni'TiL. 8V, Absteigequartier Eintritt Jujfndliito mbctoi Tnolia-Tticaler uAr OerBitierpelz Regie: Berth Viertel Tbeater des Westens Tdittwn: Sltinpl. 931 Täglich 8 Uhr: Die Revue Der Zug nadi dem Westen Vormkant uncctcrcroicn Preise 2—16 Mark Watlner-Th. Allabendlich 8 U dcrgroSeErfolg d. Volksstückes Jiseniins TJditer Park.2.-,II.Rang l.- Vorverk-Theat-K. u. bei A.Wertheim. M Tägl. SV.Uhr| Theater im Admiralspalast Rletencrioig Kaller- Kenne Ana. Aus Preise von 2-16 M I Irwin' wrafiitr D Oeotsebes (Onsll.-Tbeiler ■>'/« Uhr: VeronlKa Lessinr-Theztcr 8 Uhr Cromwell TL iJorttrstsgdanin > Uhr Es geht sdifln besser Lostsplelhans vi, m- Uhr V' Kukuli Stelieoangebots| finln in Varwirft| besteßeaditüDg; \�3% VUNEKStOftFEKSTItM Vein %&"■ V5ER 50« 1 AI.-SHelkasserolIe, 14 cm 50 Pf. 1 Btnaille-Sdtflstel, 30 etn. 50» 1 Emaille-Eimer, extra gro� 50 M 1 Porz.-Kaffeek.mod.Dekor 50 w IRfim.gesdiI., SSon.Dek. 50 Pf. 1 Roiweinglas, getefaliff., 3 Sonnen Dekor... 50„ I Römer, versdi. Formen 25„ 1 Kuchenteller, 29 cm.. 50 Pf. 1 Wasserflasche m. Glas ge- (dUitfen....... 50» 1 KleiderbOrstengarnilnr. 50 M 1 PlÄttbretl...... 50 M 1 lackierter Briefkasten. 50„ 1 echt Alpaka-Eßlöffel. 50 Pf. 1 Alpaka-Kaffeelöffel.. 25„ 1 Britannia-Eßlöffel u. Bri- tannia- Kaffeelöffel zui. SO Pf. 3 Brifan.- Kaffeelöffel zus. 50„ 1 Sportmütze, mod. 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Mit Sirak, V4 csxely, Vr tri, Biets. ■ Boettcher, Hell 6 Vorterkauf ununurbr. t. 10 U. an IvdCAjk-a-ioijluoiucjl!-«.*-«-*-«-*-' mvkweli Smtat 2 X 3+ »Vt Du Rarganz karz. Herbstgastsp. Clrcus'Attraktioncn Die 1 1H(J. IscW Berlin lacht wieder Ober die lustigen Anekdoten des PzMMi.!d?DT.Wassm»aii � Atlolrla auf d. Rummelsb. See Stg. nachm. 3 U-- Kinderbelustigungen Täglich 8V« Uhr Endo prSzIse 11 Uhr Preise M. 1.00— 15.00. Sonntag! nachm.SUhrnnsrckürzte Vor- stcllnnp zu crmllBiet. Preisen CäSlHO■ TBB ATIB• 8 Uhr Was Liehe vermag Ab 1. Oktober: Gräfin Tippmamsell Gutschein 1—4 Pees Hei Vorzeig, der Annonce Faut. nur 1.03 Mk„ Sessel 1.5: 1 APOLLOTHEATER' Dir. Otto Kreimeyer S Dbr Nur kurze Zeit: 8 vhr Martstein Stolz der 8. Kompagnie Vorher: i Gllozendea ipezialtllKn-Progr., KRONE Sücr Nur noch 12 Tage bisö.Oktober {•At* BHaa a' � Hildaf ardstraße l-Cl'/llluC K.lhe Berliner Str. Telephon Pfalaburg 791B. 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Ken In der GesemteuQage de»«Vorwärts* lind besonder» wtritom und trotzdem sebrumgi frektag 24. September?92b V Äntechaltung unö Wissen Seilage öes vorwärts Velcreöere. Von Arih Müller, parlenkirchen. Fünfzigtauscnd Menschen werkten bei der Riesenfirma. Dos Kupferwerk war nur ein Stück mit knapp fünfhundert. Und einer war der Much. Dreißig Jahre zog der Much schon Kupfcrdrähte, dick in die Oese, dünn heraus, dick dünn, dick dünn.... Einen einzigen Draht hatte er eimnal vermurkst. Das war, als ihm durch den Kopf ging: dick dünn— warum nicht einmal von der anderen Se>te her dünn dick— der Draht verstauchte sich und bäumte sich, fast hätte er den Much durchbohrt. Eine Schleife schlug er nach dem Mauerkasten, hob dessen Tür aus den Angeln und tvtirf ein dickes Buch herunter, mit dem der Much sei Wochen lesend zur Fabrik kam und mit dem er lesend die Fabrik verließ. Gnädig war es abgegangen. Aber Spaß war's keiner. Spaßhaft war es aber, wie der Much vom Arbeitsplatz herunterstürzte und das dicke Buch aufhob und wieder auf das Brett im Kosten legte, wie einen Schatz, so sorgsam. Der Oberingenieur warf einen Blick daraus: Eugen Sue, Die Geheimnisse von Paris. „Na, Much, noch nicht zu alt für derlei Zeug?" Much sagte nichts. Much zitterte. Der Ingenieur, der in dem dicken Buch hatte blättern wollen, ließ es sein:„Na, Much, der Schrecken noch?" Dann ging er. Much hörte auf zu zittern. Nach Feierabend strömte es heraus, zu Tausenden. Ein wenig abseits ging der Much. Lesend. Starr in beiden Händen ausge- streckt das dick« Buch. „Much!" rief ein Genosse. Er hörte nicht. „Kommste heute abend In Die blaue Kneipe, Much?" Much las und las. „Döskoppl" „Laß man," sagte ein anderer,.'n jeder besaust sich so gut er kann." „Besaufen?" „Nu ja, der in Bier— dünne is es man genug jetzt— und'n anderer in Büchern— da vergißt er es vielleicht noch besser." „Vergessen?" „Nu ja, man munkelt, was sein Sohn is— natürlich hoch hinaus und uf Schreiber hat er'n lernen lassen—* Die Stimme sank:„Im Bureau jeklaut, verstehste, tznd wenn's der Bater nicht ersetzt— bscht, der Oberingenieur."-» Beim Vorübergehen sah der Ingenieur dem Much ins Buch- Seite 23, stellte er fest. Am nächsten Abend konme er's nicht lassen, wieder über des Muchs Schulter zu lugen: Seite 23 Er stutzte, blieb zurück, wartete, bis die anderen sich verlausen hatten, bis Much, immer lelend, allein in eine Gasse einbrg. „Much!" tiat er herrisch auf ihn zu. Much fuhr zusammen. Aus den Händen glitt das dicke Buch. Mit den Deckeln nach oben klatschte es aufs Pflaster. Der In- g-nieur hob es auf. Kleine Kupferbarren kollerten heraus. Stumm untersuchte er das Buch. Bis Seite 23 waren's Blätter. Von da waren sie bis Seite 800 zusammengepappt und zur Hälfte au.'gehöhl. In dieser Höhlung war das Kupfer. Much stand verstarrt, die Augen gesenkt. Der Ingenieur wog die Kupferstücke prüfend in der Hand.„Drei Wochen." murmelte er sachlich,„also 21 bis 75 Goldmark, schätze ich, insgesamt." Vom Much ein puppenhaftes Nicken.„Ja," sagte er dumpf, „soviel hat er unterschlagen." „Wer?" „Mein Sohn— bei Merk U. To." Ein langes Schweigen. Dann der Ingenieur:„Eine Unter. fchlggung also, meint Ihr, macht man mit der anderen gut?" Jetzt sah der andere bittend zu ihm auf:„Ich— ich dachte," stotterte er,„unser großes Werk— sünfzigausend—" „— geteilt in 75 Mark, trifft auf den Kopf noch nicht einmal ein siebentel Pfennig, dachtet Ihr, also nicht der Nede wert, nicht wahr? Leide, ist die Rechnung falsch, mein Lieder. Denkt einmal, ein jeder macht es wie Ihr. Multipliziert, nicht dividiert muh werden, Much. Vier Millionen ist dein Diebstahl, aus das Werk vergrößert. Eine kleine Firma kann sich deinen Diebstahl leisten, eine große nicht—" „Ihr zeigt mich morgen an?" „Ich muß! Denkt einmal, Ihr hättet mich betroffen— was tätet Ihr?" „Ich? Ich würde forschen." „Forschen? Was denn— wo?" „In mir selber— gute Nacht," sagte der alte Arbeiter. Die Dämmerung hatte ihn oerschluckt. Der Ingenieur stand allein. Er hatte mit dem Fuß stampfen wollen:„Was erlaubt Ihr Euch!" Er stampfte nicht. Er machte langsam Kehrt.'Die Abendnebel wallten, zupften ibn an seinem Mantel:„Weißt du noch?" „Ich weiß nichts." „Wie euer Lehrer euch die Zeichenblocks besorgte?" „Ich weiß von keinen Zeichenblocks." „Das Stück zu 58 Pfennig, die ihr ihm bezahlen mußtet. Alle zahlten. Nur der Sicvers nicht. Du kennst den Sievers doch?" „Du wirst mir meinen Namen nicht verschimpfen können." „Verschimpfen? Nein. Nur erinnern. Erinnern, wie dein Vater dir dos Geld nicht gab. Wie er auf die Schule schimpfte. Wie er Abend für Abend bei den Kartenspiclern sah und dich zwang, dabeizusitzen." „Ich— ich habe nie gespielt." „Nein, nur die Kafle hattest du zu führen. Auch an dem Abend jenes Tages, wo der Lehrer sagte, wenn du nicht bis morgen zahltest, mahne er dich nicht mehr, sondern schenke dir die fünfzig Pfennig. Merkwürdig, daß die Kartenkasse, die du jenen Abend führtest, soviel Fünszigpfennigstücke hatte und am Ende— dennoch eins zu wenig, Sievers." „Sie hätten's doch vertrunken!" sagte er, nein, schrie er in den Abendnebel. „Schon möglich. Nicht wahr, siebeneinhalb Prozent zahlt euer Wert in diesem Jahre. Macht aus die Aktie fünfundsiebzig Mark. Wie, wenn der Much jetzt geltend machte, die gestohlenen fünfund- siebzig seien gerade jene, die irgendeiner draußen vom Ertrag ver. tränke? Nicht zornig, bitte— ich weiß ja schon, im Jahresbericht eurer Wertschule ist zu lesen:„Wie seit Jahren, so hat auch diesmal ein Ungenannter den Unbemittelten die Zeichenblock, gestiftet." Das nächste Jahr wird freilich noch was zuzusetzen sein. Zwischen den Zeilen und lesbar nur für dich: Derselbe Ungenannte hat den alten Much angezeigt, anzeigen müssen natürlich..." „Ich könnte morgen—" „Morgen kann's zu spät sein." Eine Stunde später klingelt/ es an einer Haustür in der Ar- beiterkolonie. Eine verweinte Frau öffnete:„Bedauere, Herr Ober- ingenieur, mein Mann kam nicht nach Hause." „Wo— wo wohnt ihr Sohn?" erwiderte er aufgeregt. „Zweite Querstraße rechts, das Häuschen mit dem Garten, Erd- geschoß." Er stürzte davon. Erste Querstraße, zweite Querstraße. Garten- haus. Im Erdgeschoß ein erleuchtetes Fenster. Mit dem Rücken davor die Umrisse eines jungen Mannes. Am Zaun eine dunkle Gestalt. Eine Gestalt, die einen Re- volocr hob— »Laßt das, Much. Weiß schon, die nächste Kugel war für euch. Seid vernünstig. Mit Kugeln kann man Rechnungen durchlöchern, Mussolini unö Marianne. Marianne:„Was schimpfen Sie aus da» Asylrecht für politijche Flüchtlinge, Herr Mussolini/ Sie werden viel- leicht auch noch einmal davon Gebrauch machen!" nicht quittieren. Rechnungen sind zum Bezahlen da. Die eure habe ich mitgebracht. Der Lichtschein dort genügt zum Lesen. Seht, Herr Much, ab Werk geliefertes Kupfer, Summa 75 Mark, zu ttlgen in Monatsraten von 5 Mark. Die fünfzehn Briefumschläge mit der Aufschrist habe ich mitgebracht. Ist's recht so, Much?" Ein paar Monate später ging der Oberingenieur durch den Kesselraum. Er hörte den Kassierer lachen:„Da ist nun schon zum drittenmal ein Umschlag mit fünf Mark ohne Absender. Ich weiß nicht, wie ich das verbuchen soll." „Buchen Sie's auf Delcrederekonto," sagte der Ingenieur. „Das hat doch keinen Sinn. Delcredere koinmt her vom—" „— guten Glauben, den wir uns erhalten müssen, ich setze meinen Kops dafür, das ist das richtig« Konto." Marseille. Sonderberichk für den„Vorwärts" von Richard huelsenbeck. Als ich in Paris am Bahnhof von Lyon stand und mir ein Billett nach Marseille lösen wollte, traf ich einen Deutschen. Die Deutschen in Paris von heute sind nicht mehr die Deutschen in Paris von vor dem Kriege. Damals gingen sie in dem traditionellen Lodenmantel und dem Jägerhütchen mit der Spielhahnfeder, wie sie durch die Zeichnungen des elsässischen Zeichners Hansi bekanntgeworden find. Jetzt sind sie die Leute mit der gehobenen Valuta, elegant, von einer gewissen Bonhomie, nicht ganz ohne Witz, wenn es sich darum handelt, etwas einzukaufen, was man in Deutschland mit dem dreifache» Preise bezahlen muß. Aber davon soll hier nicht die Rede sein, es handelt sich um Marseille. Vor Marseille warnte mich jener Bekannte, ich sollte nicht vergesien, Insektenpulver mit- zunehmen! es gäbe so viele Fliegen, daß man aufgefressen würd-, alle Kutscher seien Gauner, die in die Bastille gehörten, so sie noch vorhanden wäre. Hygiene, Bäder, Seife, Lavabos seien unbekannte Begriffe— und so fort. Nun fällt es schon aus. daß in dem kleinsten Hotel im Quartier latin in Paris fließendes Wasser ist, während in Magdeburg— aber reden wir nicht von Magdeburg. Jedenfalls haben die ältesten, mit der Schwere einer mehrhundertjährigen Tradition belasteten Hotels in Paris einen Kompromiß mit der modernen Technik ge- troffen, der die Erwartungen übertrifft. In Marseille ist das noch überholt. Man glaubt sich in einer nrittlersn Stadt Louisianas oder Nebraskas, es gibt einfach keinen Marsciller, selbst den einfachsten Hafentuli nicht, der nicht wenigstens eine undeutliche Vorstellung von einem W. C. hätte. Was allerle' besagen will. Man kann sogar sagen— in einem gewissen Sinne ist Marseille die Stadt der Technik in Frankreich. Paris hat seinen Eifseltunn, aber Marseille hat seinen„pont trensborcieur". Wenn man am alten Hafen in Marseille steht, an diesem buntesten«uro- päischen Pier, den ich kenne, sieht man über dem Wasser in der En:- sernung von einigen hundert Metern eine ungeheure stählerne Spinae. Und man sieht, wie diese Wunderspinne mit ihren vielfach verschlungenen Eisenarmen eine Fliege, einen Eisenkasten, in sich und mit sich bewegt. Das ist der„pont transbordeur", die Fähre über den Hafen von Marseille. Paris hat die Untergrundbahn, die Metro, aber Marseille hat eine Zahnradbahn ohnegleichen in der Welt. Diese Zahnradbahn führt nämlich zu ciner Kirche, zu der berühmten Kirche Nötre Dame de la Garde, der Behütcrin der Seefahrenden. Wenn ich es mir recht überlege, besteht die ganze Außer- ordentlichkcit dieser Zahnradbahn nur darin, daß sie zu einer sehr hochgelegenen Kirche führt. Die Vereinigung von Mystik und mo- derner Technik frappiert. Wieviel romantischer wäre es, wenn man auf kleinen Eseln, von denen es hier noch so viele gibt, den Berg hinaufritte, auf dem die schützende Mutter Gottes thront! Davon kann keine Rede fein. Ich sah heute in ciner Straße einen katho lischen Priester auf einem Motorrad dahinbrausen, als wollte er es zum ersten Chanipion von Frankreich bringen. Das ist sehr charakte- ristisch, Städte und Menschen, die, wie wir glauben, romantisch dahinträumen, ergreisen das moderne Leben mit einer Kraft und Gewandtheit, die einem Staunen und Achtung abzwingt. Marseille ist die Stadt, wo die Autos den meisten Lärm machen. Es ist etwas Tierhaftes in dem Gebrüll der Hupen, die die ganze Nacht hindurch ein fernes und nahes Konzert ausführen. Ganz nahe ist hier Afrika, und Marseille hat viel Afrikanisches in seinem Aeußeren. Die Hupen keifen und gellen wie Schakale, ein merk- würdiges Wiederauferstehen der Raubtiere, die es in Nordafrika wie hier nur noch in zoologischen Gärten gibt. Gefühl für Lärm hat dieses südliche Volk überhaupt nicht. Es hat gar kein Gefühl in unserem nordischen Sinne. Die Welt ist hart und die Herzen sind hart, darum kann alles mtt seinen natürlichen Farben auftreten, darum ist alles so bunt. Man läßt jedem das Leben, man kümmert sich aber auch nicht darum, wenn es ihm schlecht geht. Es gibt keine„cliaritx", wie der Amerikaner das nennt, jeder hat für sich selbst aufzukommen. Man schlägt die Esel, bis sie zusammenbrechen. Die Bettler, die ausgehöhlt, krank, triefäugig an den Wegen lungern, erhalten nicht aus Mitleid etwas, sondern weil die Mutter Gottes es so will und weil man gesellschaftliche Rücksichten hat. Ich sah, wie vor einer Destille ein« alte betrunkene Hure zusammenbrach, niemand sah sie an, niemand kümmerte sich um sie, mochte sie ulttkommen. Zwei Schutzleute standen in der Nähe und unterhielten sich eifrig, sie dachten nicht daran, etwas zu unternehmen. Das einzelne Leben hat hier nicht den individualistischen Glanz wie bei uns im Norde». Marseille ist eine orientalische Stadt. In öer Taucherschule. Die Taucherschulen, in denen die Schatzsucher auf dem Meeres- gründe ausgebildet werden, gehören wohl zu den seltsamsten Unter- richtsanstalten der Welt. Die größte Taucherschule befindet sich auf der englischen Whale-Insel bei Portsmouth, wo junge See- leute nach Ablegunq der Taucherprüfung ihr Taucherdiplom er- halten. Alle Unterrichtsstunden finden unter Wasser statt. Zunächst wird den Schülern eingeprägt, daß mit dem Tauchen nicht die geringste Lebensgefahr verbunden ist. Sobald die Ausrüstung tadellos ist und richtig angelegt wird, und der Taucher die notwendigen Regeln befolgt, läuft er unter Wasser weniger Gefahr als. beim Lenken eines Kraftwagens. Der erste Unterricht erfolgt in einem großen Glastank, dessen Tiefe 15 Fuß beträgt. Durch die Wände dieses riesigen Behälters kann der Lehrer das Ver- halten seines Schülers genau verfolgen und ihn auf alle Fehler aufmerksam machen, die er bei seinen Bewegungen unter Wasser begeht. Später wird dann der Unterricht im ossenen Meer fori- gesetzt, wobei der Lehrer mit seinen Schülern auf den Meeresgrund hinabsteigt. Selten befindet sich der Taucher länger als ei» paar Sekunden in aufrechter Haltung unter Wasser! gewöhnlich bewegt er sich kriechend fort, weil er so den Strömungen weniger Widerstand entgegensetzt. Ist die Strömung besonders stark, so muß er sich gelegentlich flach auf den Bauch legen. Dos Luft- ventil ist auf der rechten Seite angebracht. Während der Hebung-- arbeiten liegt der Taucher stets auf der linken Seite, so daß das Ventil nach oben zeigt. Will er an die Oberfläche zurückkehre!:, so schließt er das Ventil und pumpt dadurch seinen Anzug niit Luft voll, so daß er sich ohne Hilfe von selbst nach oben befördert. Jede nur erdenkliche Vorsicht gegen unvorhergesehene Unfälle wird beobachtet. Es sind immer Leute an der Oberfläche, die daraus zu achten haben, ob die Spur von Blasen aussteigt, die von jedein Taucher ausgeht, der in der Tiefe arbeitet. Hören die Blasen auf, so ist das«in Zeichen, daß etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. und sofortige Hilfsmaßnahmen werden eingeleitet. Das kommt aber sehr selten vor. Ein beschwerter Strick wird mit jedem Taucher nach unten gesandt, und mit diesem ist ein Seil verbunden, das der Taucher niemals verlieren darf. Hat er seine Arbeit beendet. so tastet er sich an diesem„Ariadne-Faden" bis zu dem beschwerten Seil zurück und ist sicher, die Oberfläche an der richtigen Stell? wieder zu erreichen. Wann ist das Bett erfunden worden? In früheren Zeiten de- gnügten sich die Menschen damit, auf Teppichen zu schlafen und sieh mit Decken oder Tierfellen zuzudecken. Zum ersten Male wird bei Herodot von der Benutzung von Betten gesprochen. Der griechisä>e Schriftsteller schildert, wie der Tyrann von Samos im Jahre löst v. Chr. einen persischen Gesandten empfing, während er„auf einem Ruhebett lag, das Gesicht der Wand zugekehrt, und ohne die Höflichkeit zu besitzen, sich nach seinem Gast umzudrehen". Es handelt« sich dabei um ein richtiges Bett, in dem man langausgestreckt lag und nicht etwa saß. Das Bett der damaligen Zeit war ein erhöht auf- gestellter Diwan, aus dem viele weiche Kissen lagen. Genau wie«in moderner Diwan bestand es aus einem viereckigen Gestell, das auf vier Füßen ruhte, und dem Reichtum des Eigentümers entsprechend waren die Stützen aus Bronze, Gold, Silber, Eisen oder Holz. Die Matratzen bestanden aus Gurten oder Riemen, über denen sich«ine Leinwanddecke befand: darüber lagen Lederkissen, die mit L-einen oder mit Federn gestopft waren. Aber das Bett stand so hoch, daß man zu seiner Benutzung«in« klein« Trepp« braucht«, um hinaufzu- steigen. Erst einige Jahrhunderte später wurden Betten gebaut, über denen sich«in viereckiger Rahmen befand, an dem ein Baldachin be- festigt wurde. Diese Betten waren besonders in Italien verbreitet- Au» der Geschichte der Krankheitsdiagnose. Eine von englischen Gelehrten vorgenommene Neubearbeitung der Veden, insbesondere der „Ayur Beda" hat interessante Details über die Methode der Krank- heitsdiagnose bei den Hindus vor 2000 Jahren ergeben. Es be- standen damals schon eingehende Vorschriften über die Beobachtung der Haut, der Zunge und der Augen des Patienten und über die Auswirkung der.beobachteten Erscheinungen für die Feststellung der Krankheit. Ebenso war die Prüfung des Pulsschlagcs den alten Hinduärzten bereits vollkommen bekannt, und ihre Feststellungen über Nervenkrankheiten, konstitutionelle Störungen und Gehirn- erkrankungen sind selbst für den heutigen Stand der Wissenschaft noch lehrreich. Geschäftliches. «er neue AerSII. und fflintcrtotatoa der Riimu Barr Sohn eigene «lcidcrwerkc. TH-ussccNr. 2» Z0. zeigt in praktischer Uebersicht eine Zusammen- Stellung van Bekleidung fllr!>rrrcn und Damen, Knaben und Mädckien. ednijhlentciio sind die Kleidungsstücke in de» eigenen Werken hergestellt, Ltofse bester Leschalfenhcit, Musterungen des In- und Auslandes und neueste Echöpfungen der ModckiinUer tragen dazu bei, der ftirm« auf dem Gebiete des Bekleidungswcscns eine besondere Rote zu verleihen, s�ur Verarbeitung -werden der Vesckmfscnhell der Stoffe entsprechende crstklasstge Zutaten verwendet, In den Zlöumlichkeiten der Kleidcrwrrke besindet stcki als Abzweigung der Iirnia Barr Sohn A,-K, eine Gnmmimiintelfabrik, Die aus Iabriken �zagenen Clesfc werden dort dem tbuinmierungsversahren unterzogen, erprobt und veraibcitet. tk.ne besondere Sorgfalt wird der Serstcllung und dem Der- trled vo» Autoklciduna lind Palzen zugewendet. Das gleiche gilt von Leder- kletduni. die meist!» ligruen Werkstiittcn verfertigt wird. Einscndungea silr dies« Rubrik sind Berlin SW ti8. Lindrnstrahe S, parteinachrichten für Groß-Serlin stet» an da» Bezirk»sckretariat, ?. Hof-- Step, recht», zu richten. ilus Anlah dsc Bestattung des Genosten Richard Fischer wird dos Sekretariat am Sonnabend, den 2b. September, mittags 12 Uhr, gefchtossen. Die angesetzte Sitzung des erweiterten Bezirksvorstandes findet am ZNontag, den 27. September statt. » 1. Kreis Milte. Heute, ffreitag, 2*. September, 7S Uhr. in den Sophien» siilcn. Sophirnstr. l7/I8, Kreisdelegiertenversammlung, Vortrag: Justiz in.Dculschlond", Referent Rechlsanwalt Dr. Alfred Klee. Alle Genossinnen und Genossen Wilsten unbedingt erscheinen. 14. Krei» Reukölln. Achtung! Die Versanimlung der Abtcilungeinietrroblleut« und Mirtervcrtreter findet nicht, wie irrtilmlich angegcben, am Freitag. 24. Scolember. sondern erst am Freitag.». Oktober, piinktlich 7 Uhr. im Ideal-Kastno Weichselstraste statt. 15. Krei» Trep vw. Sämtliche Abtcilunge» des Kreises treffen stch mit ihren Fahnen und Bannern am Sonnabend. 25. September, nachmiltag» 2�, Uhr, vor dem Friedhof Kirfliolzstraste in Baumfchulrnweg. !d. Kreis Reinickendorf. Die Abtcilungskassierer werden dringend ersucht, unbedingt bis zum 50. September beim Kreiskassierer Paul Sonnenburg, Reinickendorf-Ost, Wiikestr, 2 III. abzurechnen.— Achtung! Montag, 27. September, findet voraussschtlich die Sigung des erweiterten Kreis- Vorstandes statt. Aus Sonntagnotiz ist zu achten. heule, Freilag. 24. Seplembcr: 25, Abt. Die Pezirksfilhrer werden etiucht, bis spätesten» zum ZK. September ihren Malenäestnnd abzurechnen beim Genossen(Wide. Die Kartothek ist mitzubringen. IM. Alt Reinickcndorf.vst. Di- Bezirkskwssierer mllssen unbedingt b>, zuw. ihren Markende stand abzurechnen beim Genossen Güde. Die Kartothek ist straste 2 III, abrechnen. Morgen. Sonnabend. 25. September: 44. Abt. Bon 4—6 Uhr Abrechnung der Bezirkskossierer beim Genossen Echmolinslp. Raunnnstr. 41.......„ 46. Abt. Di- Beiiestung des am Montag eingeäscherten Genossen Bernau findet vormittags»>-- Uhr im Krrinatorinm Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung der Mitglieder wird gewllnscht..... S». Abt. Brih-Buckow. Pünktlich 7 Uhr wicht ig? Funktronärststung in der Wohnung de» Genossen Günther, Ghausseestr. 48 II. Die Mitglieder der Wolinungskoinmission Brist stnd besonders«ingeladen. All« Funktionäre müssen unbedingt crsä>einen._ 161. und 102. Abt. Trcptow.Pnnmschulenwcg. All« Senossrnnen und Genossen treffen sich um 2V, Uhr am Bahnhof Baumschulenweg zur Teilnahme an der GinSscherungsfcier des Genossen Fischer. Uniflort« Parteibanner sind mitzubringen...... 14«. Abt, Borstgwald«. All« Genossinnen und Genossen b«t«,ltgen stch am Sonnabend und Sonntag am Fackelzug und an der Fahnenweibe des Reichsbonners, Die Rochbarabteilungen sind hierzu«benfall, herzlichst eingeladen, Gäste willkommen. Jungsozialiflen. heule, Freilag. 24. September: Gruppe Renkölln 1- 8(4 Uhr in der Kinderlesehollr Rogatstr. 11/12 Diskussion über de» BSIkerbund,— Gruppe Tempelhof-M-riendors: Fahrt Nieder. finow— Gharinchen. Treffpunkt Sonnabend, 25. September, nachmittags 5% Uhr Kaiscrin-Augusta�L tröste. Am Sonntag: früh 4% Uhr Kaiserin- Augusta-Straste,— Gruppe Mitte: 8 Uhr in der Schul« Gipsstr. 22» g«. meinlamer Gruppenabend mit der EAI, Frauenveransiallungen am Sonnabend, 25. September: 12Zo Abt. Kaulsbarf-Ssid. Di« Genossinnen treffen sich 8 Uhr im ISgerheim zu einem qemlltlichen Beisammensein, Die Genossen sind herzlichst ein- a« laden. Ebenfalls die Genossinnen und Genossen der Rochbargdteilungen. I Sterbetafel öer Groß-Serliner Pactel-Grganifatkon! 52. Abt. Am Montag, 20, September, verstarb unser Genosse Julius Döring, Kleine Andreassir, 12. Trouerfeier am Freitag. 24, September,»ach. mittags 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstrostc, Wir erwarten reg« Beteiligung. 88. Abt. Lichtenrade. Unter langjähriger Genosse Jakob Seist ist verstorben, Wir werden ihm«in ehrendes Andenken bewahren. Die Einäscherung hat bereits stattgefunden._ Sozialistische flrbeiterjugenü Groß-öerlin. heute, Freitag. 24. September, abends 7.� Uhr: Weddiug-Rord! Jugendheim Schönstedtstr. I. Bortrog:.Unser« Stellung zu Religion und Kirche".— Rordost II: Jugendheim Danziger Sit.«2. So- tirifcher Abend.— Rifeuthaler Lorstadt: Schule Gipsstr. 2Za. Lortrag: den Faschismus".— Weisteusee II: Schule RoelSestraste. Aussprache:„Erste Silsc bei Unglücksfällen".— Osten Etr.-V.: Jugendheim Gostlerstr. 61. Heitere Dichtungen.— Warichaucr Viertel: Jugendheim Tilsitcr Str. 4. Milglisder» Versammlung,- Südost K.-B.: Schule Wrangelslr. 128. Literatu: abend: „Rcoolalionärc Dichtungen",— Andrea,plast: Jugendheim Greste Frantfuricr Straste 16. Arbeitsgenicinschaft: Bortrog:„Jugendfürsorge".— Schöncberq I: Jugendheim Hauptstr. 15. Vortrag:.Proletarilch« Dichtkunst".— Schineberg ll: Jugendheim Hauptstr. 15. Vortrage„Wanderungen".— Eharlsttrnburg: Jugendheim Rostnenstr. 4. LichtbiZdervortrog:„Der modern« Zeitungsbctrieb". — Eharlottenburg-Rard: Zugendheim Rostnenstr. 4. Vortrog:„Diktatur oder Demokratie?"— Neukölln II: Jugendheim Bergstr. 2?, Vortrag:„Bas sührte 1218 zum Zusammenbruch?"— Reulöll» IV: Jugendheim Rogatstr. 53. Vortrag:„Das gute und das schlechte Buch".— Reukölln vi: Schule Herstbergplast. Vortrag:„Wir und die KZ,"—«dlershos: Jugendheim Roonstr. 16. Löns- Abend,— Baumschulenweg: Jugendheim Ernftstr. 16. Bortrag:„Geschichte der Arbeiterbewegung" 2, Teil.—«icderschönewerde: Schule Berliner Str. 51. Vortragsreihe 2. Teil.— Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3. Vortrag:„Volks- lieb und Volkstanz".— Pankow: Jugendheim Breit« Str. 52. Vortrag:„Karl Marx und sein Werk".— Spandau: Jugendheim Lindenufer 1. Plattdeutscher Abend.— Südost R.-V,: Treffpunkt zum Ggmnastikkurfus 947 Uhr Kottbusser Tor. * Derbebezirk Müggelsee: Sonntag. 2«. September, in Erkner sIugendheim Rundstedlung» abends 7 Uhr Lichtbildervortrag:„Der Sozialismus in der Karikatur". Die Abteilungen treffen stch 947 Uhr Bahnhof Erkner. Unkosten» beitrug 10 Pf.— Die Abteilungen, die am 26. September nach Erkner auf Fahrt gehen, sind eingeladen. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Reichsbanner.Schwan-Rot-Gold�. Geschäftsstelle: Berlin E 14. Sebastianstr. 57/58, Hof 2 To. Ganuorstand: Wir machen nochmals auf die Sonntag stattfindende Beranltaltung in Wildau-Borfigwalde aufmerksam und bitten die Berliner Areife, dies« Beronstaltung recht zahlreich zu unterstüsten.— Lichte»- borg nebst Uutergruppeu: So,, d. 25., abends 10! o Uhr, bei Krüger, Türr- fchmibtstrast«. Pflichtantreien,— Adlershof: Sonntag, d. 26., Autofahrt nach Mldan. Treffpunkt 12'4 Uhr Bhf. Adlersbof. Abfahrt 12,4« Uhr.— P-ter». Hagen. Feedersdorf: Sonntag, d. 26,, Wcrbeperfammlung im Lokal Förster. klause, Bruchinllhlrnstraste. Anschliestend geselliges Beisammensein. Die Kaute- raden treffen üch 5 Uhr Bhf. Fredersdorf. Erscheinen aller aktiven und passiven Klnneraden Pflicht.— Eichwald«: Sonntag, b. 36., beteiligt stch die Kamerad. schoft geschlossen an der Peranstaltung in Wildau. Antreten 1 Uhr am Bahnhof Eichwalde._ Arbeit ogemeiuichast der freigeistige» verbäude, 14. Bezirk. Die Jugendweihe findet Sonntag, 26. September, im„Crpheum", Hasenheid«, vormittags 9 und 12 Uhr statt. Einlost eine Stund« früher. Einlastkarten stnd noch bei Gärtner, Wistmannftr. 14. bei den Zählstellen sowie an der Kasse zu hoben. llleagennlällal»« Torbeballen•»1? VM«INNMMlMIII«UIlIM«lUIMIII!I!IIUMttU»II»IMINM0lIUIIIIIIUM»l!M!II»INI«»««>Il»IUi:NNNIIU' und Obst | üßisskoh!... plaBd 3pi KoclilJlrnsn..pia„a 5«. J i Wirslns-u.Roikoiii na ifk. Kocliilpiel Pkunä lOpr.= I MÖfcrSfi..... 3 Pfand Iflpf. KgllZPLNliSNSN. kck 1 gpk. J 1 wleZLlki...... Pkunä 5..., Gr.StfüößlfipfeUZöpk. i i SdllMgurHßll m8pi D5iD� S8rg2B!C!;Bp,a,8pt 1 l Riiröis!m.8inzen»na5pf. l!i!Pß!eGas-Ste..pfd.lOpf. 1 Wurstwaren Konserven Delikatesssfilze. P:d. ZSpr. Hausm.-Leberu'. Pfd. fläPi. Grobe RTettwurst Pfd. 95Pf. Speckwurst..... Fluad 1,10 Hausm.-Fleischw. ml,20 Knoblauchwurst Pid.1,30 Jagdwurst...... Piand 1,30 Schinken ecken..Pmnd 1,35 Mottw. n.BraapsclT. Ar« 1,40 Holst. Zervelatw. pm. 1,83 Holst Salamiwurst pm. 1,80 Teewurst....... Pfand 1,80 SchweinekISfnfl.",#«i«67Pi. Rindfleisch l. tig.laft.'/idti 1,35 Gulasch......>/, Voss 75PI. Cornedbeefvos.ca.iPfd. 85 PI. Cornedbecf es. 2 Pfand 1,63 Port-Oelsard. v. 48,55, 70Pf. Port.Oelsard. ca. 2P(d.2,25 Sardellen ca.5?(d. brutto 2,95 Gowfirzgurk.ll«:. ti s ü!« 1 ,95 Frisches Fleisch RSnderkamm........... pmnd TOpi. FehlrSppe u. Brust..ptnndSOpf. HasnneSvorderfl...pmnd LS?.-. Hanßntelriicken......pmnd SLpi. KaSbskeule............. pmnd 1,�0 Schw.-Schuiterblatt na. 1,15 Schweineschink.» iid(i.piii. 1 ,25 Pa.SchinorfIeischo.Kq,jpfd 1 ,20 Pa. Rouladen......... pmnd 1,30 CCass93r Pkand 1,35 Eisbein aap-, mit eulte»....Pfand 60p f. Starke Liesen.........pm«d1,00 Gefrierfleisch Ochsensuppentl. p.„ pm. 54pf. Hammelrficken pmnd 7€pl Ochsenschmorffl.pm., pid.BSpr. Gehacktes............... pmBd74p>. HajnraeSwerderfi.p«., PM.6«rf. Rindertalg ansgeussea........ 62??. Verkauf nur soweit Vorrat sminiuianumiiniiiiiinniininriiintnttnitiiiiimniKiiNiiMiituiniiiimuiinnnumHitminnuiminffinc 1 Fische und Räucherwaren I 1 Sctlßiiflsctl.l l Rottoin..... f Mßrlan..... 1 SßßlDClKt* Pmnd 15. f Grüne Hßrlngß p«d. ZOrr. 1 Zander �0™..... 80?/. Jfltten-FlnndßrpM.B»f.| 3imHininÄimnnnuMimnnmnnnmirniiiitiirmninMnmnrmmnHinnimiiitjnmiinumnnininifnnf» Schellfisch g.Ä32p(. 1 FetthDchlIngepid.38pL| Seelachs....pmnd�pf. i IIMgclierHopfJSpf.| Seeaal........ pmnd 65?). i aimliaer-, Erdbepr- nnil<35 KlntÜiiODtitiirSEinw:a.2Pf4.i QänSe frisch geschlichtet..Pfand vonöSptui Junge Enten.......... pmnd I38 Gänsebrust............ pmnd I50 Gänsekeulen....... pmndl00 GcJnSekleSn ohncMsgen, Stück 1 Kolonialwaren KartoffolTnehl.. Pmnd 19Pf. Auszugmehl.... Pmnd 27Pf. Linsen gut kochend, PM. 20p k. Valencia-Reis..Pmnd 32 Ff. Hartgriese..... Pfand 29Pf. Eierfadennadeln PM. 50Pt Eierschnittnudeln pm. 45rf. Eiermakkaroni Pmnd 52Pt. Käse 40 POUletS.................. Pfand 1 SuppenhUhner pmndvcn 11° Kaffee ß&z elg.Eö«terei.Plnnd von z 40 Romatour........ stuck 27 et Holländer....... Pmnd 85Pt Edamer........ Pmnd 85Pt Ste'nbuscher.. Pmnd 95PC Tilsiter Toiiiett, Pmnd 95Pf. Edamer Toiifstt..pmnd 1,10 Bayr. Schweizer Pmnd 1,35 Holländer voiiiett, pmnd 1,10 Tafelbatter>|<-Pfd.-stck.83il Teebutter'/.-Ptd.�tuck 95Pf. Dän. Butter I;rPfd.-6tck.l,00 J/r merer Xoiffimit-flbfgJim i Besonders preiswerte Tlschwelne u. Fruchtsäfte 1 7«««wet Xenfitänn-fifeiiMag 1920er Dlenhelmer Farrenberg 1 ifni.Si Hlmbeer-, WfSCh- Und" Vollmilch............ lOO�-Tifei 35pf. 8 Tafeln 1 ,00 I 1922er»ockenh. Sonnenberg--------- 16 130�25? 1922er BurrwellererSchlossbg.jJI JU Sandgebäck............................. pmnd 1,00; Schokoladenkeks.................. pmnd 1,30 Pralinen-Mischung ... Pfand 95pf.! Zitronensaft u Qaeumt, mit prima B&fflnade cin�kocht VjFL,«f.FLeSI J0X61 VOllnillCll-NUSS...100-g-Tafel3Spi STsfeln 1,00 Preise veretcken sich Oha« Klssohe Schmelz-Borke...».................... pmnd 1,40; siHHinfMtinniiiimi iinm«iMnnmrnHnimjtmiMiiiiiiHiirfmiiiiiiMinrimimmtmiru:ninm!nimin«iriimiiTimmimmnrmMiinmiiiiiiiiimiimimiimiiMfttfmtnu»iHiiminTmninmnint»iiimiiniiiimiiiniiuuntminrninmmrmimfmiiimnimioiiiniw»nniniiiiiiiimni?imiMaiiimmimtrnimrmiiniina»imjmi�� Verein der Berliner Buchdrucker und Schristgießer. Laut Beschlust der Genernlverssmmlunq vom 22. September IgZ6 beträat der Beitrag ab 20. September 1020 Wf. 2.80. ErftmaNg ist dieser Bettrag zu zahlen an» 24.--prnmb.. 1928. wenig getragene, teils auf Seid« gearbeitete.«rstklassta« Iackettanzüa«. Frack- anzllge. Smokinaanzüge. Gehrockanzllae Eulawons. Winterpaletots. Ulster. Bauchan, üg«. für ied« Figur pastcnd. austerdcm hochelegante neue Darderobe sowie Pelzmäntel, Pelzjocken. 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