Nr. 4S0 ♦ 43» �ahrg. Ausgabe A Nr. 245 Bezugspreis. WSih-ntlich 70 Pfennig,«onatNch S,— Reichsmark voraus»ahlbar. Unter ltreu»bant> sllr Deutschland, Dan» in. Saar- und Mentelaebiet. Oellerreich. Litauen. Lurcmbur» 4,50 Reichsmark, für da- übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Ser.SonvSits' mit der Muftrier. ten Sonntagsbeilage.Boll und geit' sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen'.»Aus der Filmwelt'. »Frauenstimme'..Der Kinder- sreund'..Lugend-Vorwärts' und »Blick in die Bllcherwelt' erscheint wochentäglich»wcimal. Sonntag« und Montags einmal. Telegramm-Adresse! »Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe ZZevlinev VolKsblatt (10 pksnnls) x Anzeigenpreise: DU einspaltig« Ronpareille- »eile 80 Psennig. Rerlame»eil« ts— Reichsmark..Kleine An, eigen' das fettgedruckte Wort 25 Pfennig lzulässtg»wei f-tiaedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Psennig. fede» weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- fiaben»ählen für»wei Worte. 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Mit der Ablehnung der letzten Regierungsvorschläge, die ein nationales Appellationsgericht im Bergbau vorsahen, und mehr noch, mit der Annahme einer radikalen Resolution, in welcher u. a. auch die Zurückziehung der mit den Sicherungsarbeiten in den Bergwerken beschäftigten Arbeiter gefordert wird, ist der Kampf im Bergbau noch einmal in vierundzwanzig Stunden in ein neues Stadium getreten. Die Ablehnung der Regierungsvorschläge be, deutete die automatische Zurückziehung dieser Vorschläge durch di« Regierung: die Annahme der neuen Resolution durch die Delegierten- konferenz eine völlige Liquidation der von der Ver- bandsexekutive in den letzten Wochen eingeschlagenen K o m p r o» m i ß p o l i t I k. Das erste offizielle Bulletin hatte zwar die Oeffent- lichteit von der beabsichtigten Zurückziehung der Sicherungsarbeiter unterrichtet und damit auf eine Verschärfung der Situation hinge- deutet. Aber erst der voll« Wortlaut der Entschließung zeigt, daß durch die Delegiertenkonferenz— und das ist viel bedeutungsvoller als die eventuelle Abberufung der Sicherungsarbeiter— ein glatter Strich unter die Politik des Kompromisses gemacht wurde und di« alt e Dreiheit der Forderung nach zentralen'Lohnver- Handlungen, nach dem Stand vom 30. April hinsichtlich der Löhne und Arbeitszeit in ihre allen Rechte wiedereingesetzt worden Ist.' Damit ist das Pendel mit einem plötzlichen Ruck wieder zurück- geschwungen und wir stehen nach beinahe sechs Monaten äußer. lich wieder auf genau demselben Fleck wie zu Be- ginn des Kampfes. Das Zustandekommen dieser radikalen Resolution ist nicht ohne Interesse: ursprünglich ein Beschluß des Distrikts der Bergorbeiter von Südwales, ist diese Entschließung der Konferenz über- raschend vorgelegt und trotz dem Widerstand des Prä- sidenten des Verbandes, Herbert Smllh, mit einer überwältigenden Mehrheit von der Konferenz angenommen worden. Konservative Blätter weisen darauf hin, daß die Resolution eine auffallende Aehnlichkeit mit der von der kommunistischen Minder» h e i t s b e w e g u n g für den Kohlenkampf aufgestellten Grund- linien besitzt. Dies ist unleugbar der Fall und es ist ebenso unbe- streitbar, daß der Kongreß mit dieser Resolution taktisch über» rumpelt worden ist. Daß st« zur Annahme gelangen konnte. bedeutet jedoch kein bewußtes Bekenntnis zur Politik der Minderheitsbewegung, sondern ist der Ausdruck einer grenzenlosen Verbitterung unter denjenigen Bergarbeitern, welche weiter Widerstand leisten. Den Delegierten sind offenbar nach der Annahme dieser Resolution Bedenken aufgestiegen und so hat der Kongreß in seiner Schluß- sitzung die Durchführung der Resolution suspen- d i e r t und die Entscheidung den Distrikten zur Abstimmung über- wiesen. Ein ernstlicher Zweifel über das Ergebnis dieser Ab- stimmung ist jedoch nicht möglich. Die Stimmung der im Kampf Gebliebenen ist m den letzten Wochen zusehends gereizter ge- worden und die grenzenlose Enttäuschung über das völlige Per- sagen der Regierung hat«in Uebriges getan, um di« Stimmung zu oerschärfen. Damit ist in einem Augenblick, wo der Hunger an di« Tür ungezählter Arbeiterwohnungen klopft, wo stch die Berichte über Todesfälle aus Unterernährung tn den Bergarbeiterfamilien in erschreckendem Maße mehren, ein völliger Stillstand eingetreten: die Regierung ist als Bermittler mit der Zurückziehung ihrer Vorschläge vom Schauplatz abgetreten und die Haltung ihrer engeren Anhänger ist derart im rechtskonser- vativen Sinn« verschärft, daß«in neuerliches Eingreifen bis auf weiteres nahezu zur Unmöglichkeit geworden ist. Die Unternehmer sind nach wie vor entschlosten, nicht eher Frieden zu schließen, als bis alle Ihre Forderungen nach Zerschlagung de» Verbandes, verlänge- gerung der Arbeltszeit und Verkürzung der Löhne erfüllt stnd. Die Bergarbeiter stnd. nachdem ihre Kompromiß- bereitschast kein Echo gesunden hatte, auf ihren alten Standpunkt der Unnachgiebigkeit zurückgeworfen worden. Damit stnd aber alle jenseits der kämpfenden Parteien stehenden Kreise, welche die in jEngland als Kräfte faktor keineswegs zu unterschätzend« öffent- lich« Meinung bilden, neuerlich vor den Kopf gestoßen und es herrscht, wie jeder Blick in die bürgerliche Presse zeigt, die Gefahr, daß die Bergarbeiter im kritsschsten Augenblick des Kampfes neuerlich morallsch isoliert find. Di« öffentliche Meinung scheidet' damit°l» ein. auf einen für die Bergorbeiter ehrenvollen Frieden hindrängender Faktor aus. Das ist um so bedauerlicher, als diejenige Forderung der Berg- orbeiter, die für diese Entfremdung hauptsächlich verantwortlich ist, die Forderung nach Zurückziehung der mit Sicherung-arbeiten be- schästigten Arbeiter, praktisch auf«inen Schlag ins Wassers hinauslaufen dürste. Der Bergarbeiterverband umfaßt lediglich 40 Proz. der mit Sicherungsarbeiteu beschäftigten Arbeiter- kategorien und die übrigen 60 Proz. sind in zwei eigenen Der- bänden organisiert, die sich— bisher wenigstens— ollen Aufforderungen von feiten des Bergarbeiteroerbandes gegenüber als unzugänglich erwiesen haben. Aber selbst wenn es dem Druck« der Bergarbeiter gelingen sollte, diese Sicherungsarbeiter zur Arbeitsniederlegung zu veranlassen, so stehen nachgerade überall genügend Streikbrecher zur Verfügung und es bleibt, als letztes Mittel, noch immer die Einsetzung der Marin« als»tech- Nische Nothilf«* durch die Regierung möglich. So ist also anzunehmen, daß auch dieser letzte verzweifelte Versuch, die Macht- lag« zugunsten der Bergarbeiter zu oerändern, verpuffen und letzten Endes am widerstand der organisierten Staatsgewall scheitern wird, genau so, wie die Berkehrssperre des Generalstreiks. Und es ist zu befürchten, daß auch hier— wie im Generalstreik— die Arbeiter selbst den größten Schaden davontragen werden. Der Kampf ist damit in ein Stadium getreten, das zu den ernstesten Episoden gehört, welche die Geschichte der Arbeiterb«- wegung kennt: denn die Allernative heißt nunmehr eindeutig: Er- füllung der gesamten ursprünglichen Forderungen der Berg- arbeiter oder derjenigen der Unternehmer. Da das erster«, der voll« Sieg der Arbeiter aller menschlichen Voraussicht nach in diesem Stadium unmöglich geworden ist, so bleibt— als das Resultat eines beispiellos heroischen Kampfes— nur das andere, «ine Aussicht, di« im tiefsten und letzten Sinne des Wortes tragisch zu nennen ist. Zerfplitterungsverfuche der Unternehmer. London, ll. Oktober.(Eigener Drahlberichl.) Es beställgl sich nunmehr, daß der Distrikt L e i c e st e r f h i r e auf Grund einer Verabredung zwischen den Unternehmern und den Gewerkschaften des Distrikts die Arbeit wieder ausgenommen hat. Obwohl dieser Schritt zahlenmäßig nicht ins Gewicht fällt, da be- reits der größere Teil der Arbeiter dieses Distrikts zur Arbeit zurückgekehrt war, kommt ihm insofern gewisse Bedeutung zu. al» es sich um den ersten Distrikt handelt, der sich offiziell von der Politik des Bergorbeiterverbandes losgesagt hat. 3a den übrigen Distrikten ist eine vermehrte Aktivität der Unternehmer bemerkbar, die Arbeiter zur Bückkehr zu bewegen. Aus allen Distrikten find bei der Zentrale des Bergarbeiterverbandes m London Nachrichten des Inhalts eingelrossen, daß die Unternehmer den zur Arbeit zurückkehrenden Bergarbeitern Sonder- Zulagen bis zu S Schilling pro Schicht anbieten, um sie zur Bückkehr zur Arbeit zu veranlassen. Der zahlenmäßige Erfolg dieser Kampagne war bisher jedoch unbedeutend. Es gelang den Unter- nehmern allerdings, zwei neue Zechen in Lancashire, wenn auch nur mit geringer Arbciterzahl. in Betrieb zu nehmen. Amerika uns sie Eisenbahnobligationen. Widerspruchsvolle Pariser Mcld»»ngen. Pari», 11. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) lieber die Auf- nahm«, die der angekündigte französische Schritt in der Angelegen- heit der Mobilisierung der deutschen Eisenbahn- Obligationen bei den zuständigen Washingtoner Stellen gefunden hat, liegen hier außerordentlich widerspruchsvolle Berichte vor. Nach der einen Version soll das amerikanische Staatsdepartement sich dahin geäußert haben, daß Amerika jede Initiative zu fördern bereit fei, die auf dem Wege einer deutsch- französischen Verständigung zur Konsolidierung der politischen Ver- Hältnisse in Europa beizutragen imstande sei. Eine andere Dar- stellung besagt dagegen, daß der Gedanke der Mobilisierung der Obligationen auf den amerikanischen Märkten nach wie vor auf sehr kühle Aufnahme stößt. Einzelne Blätter wollen end- lich wissen, daß die Regierung ihre endgültige Abstimmung von der vorherigen Ratifikation des Washingtoner Abkommens a b- häng ig machen werde. die Bttentatsmanie. Schon wieder ein Anschlag auf die Eisenbahn. Gladbeck. 11. Oktober.(WTB.) heute in den Mittagsstunden wurden mehrere junge Burschen auf der Bahnlinie Oberhausen— Hamm beobachtet, die sich zunächst vergeblich bemühte«, mehrere auf einem Bebengleise stehende Eisenbahn- waggonszumAbrollenzubringen. Als ihnen dies nicht gelang, schleppten sie von dort einen schweren Eisenteil auf den Hauptbahnkörper und legten ihn quer über das Gleis. Einige in der Bähe befindliche Arbeiter, die den Vorfall bemerkten, eilte« herzu,«raus die Burschen flüchteten. Mehrere der Täter find Hohenzollernvergleich. Die Haltung der preußischen Landtagsfraktion.' Aus der preußischen Landtagsfraktion wird uns ge» schrieben: Die gestrige erste Lesung des neuen Vergleichsentwurss zwischen Staat und Hohenzollern bestand im wesentlichen in allerlei eindruckslosem kommunistischen Theater. In den Händen der Kommunisten wird die ernsteste Sache der Welt zu einer Farce. Sie haben heute die Diskussion über das Schicksal des Hohenzollernvermögens nur um drei Behauptungen bereichert: daß alle preußischen Landtags- abgeordneten von den Hohenzollern bestochen seien, daß der Hurenbock von Charleville nur ein Eunuch wäre und daß der preußische Innenminister Grzesinski ein Mißtrauens- votum verdiene, weil er zwar am Abschluß des Vertrages unbeteiligt, aber seinem ganzen Charakter nach dringend ver- dächtig sei, daß er einmal etwas Aehnliches tun könnte. Gegen solche Argumente läßt sich dann freilich mit Vernunft- gründen schwer operieren. Die Sozialdemokratische Landtagsfraktion hat eine ruhige Erklärung abgegeben, die ihren Standpunkt zur Frage des neuen Hohenzollernvergleichs präzisiert. W i r sind nicht in der Lage, für diesen Vergleich f u stimmen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand und ind in unserem Feldzug für die Fürstenenteignung jedem, der sie hören wollte, erschöpfend dargelegt worden. Wir betrachten die Frage des Fjjrstenvermögens vor allem als politische Frage. Den geborenen Feinden der Re- publik Dutzende von Millionen in die Hand zu geben, scheint uns mit der Sicherheit des republikanischen Staates unver- einbar. Aber auch wirtschaftlich können wir es nicht verantworten, angesichts eineinhalb Millionen Er- werbsloser und eineinhalb Millionen Kurz- arbeiter, angesichts einer riefigen Wohnungsnot und der hunderttausende schlecht versorgter K r i e g s b e- s ch ä d i g t e r einem halben Dutzend Familien zahlreiche Schlösser und ein Riesenvermögen auszuhändigen. Der Inhalt des neuen Vergleichs wird von uns in keiner Weise gebilligt, und was immer er für den Staat rettet, er gibt für unser Urteil den Hohenzollern zu viel, viel zu viel. Aber über dieser grundsätzlichen Anschauung dürfen wir nicht die gegenwärtige taktische Lage vergessen. Der Volksentscheid auf Fllrstenenteignung ist eben ein- mal gescheitert. Er ist in höchst ehrenvoller Weise ge- scheitert, und wir wissen, daß in den 14� Millionen Stimmen, die für die Enteignung der ehemals regierenden Häuser ge- stimmt haben, die wahre Mehrheit des Volkes st e ck t. Aber alle diese Betrachtungen helfen nicht darüber hinweg, daß verfassungsmäßig die Fürftenenteignung nicht durchgesetzt worden ist, und die praktische Möglichkeit, noch einmal einen Volksentscheid über Fürstenenteignung herbei- zuführen und beim zweiten Versuch die fehlenden 5Z4 Mil- lionen Stimmen aufzubringen, besteht für keinen vernünftigen Menschen. Ein Reichsgesetz über M? Fürstenvermögen ist b i s- her nicht zustande gekommen. Die letzte Vorlage der Reichsregierung, auf die sich die drei Mittelparteien des Reichstages geeinigt hatten, ist angesichts der Unmöglichkeit, die Zweidrittelmehrheit dafür zu finden, von der Reichs- regierung zurückgezogen worden. Gegenwärtig liegt über diese Frage dem Reichstag weder eine Regierungsvorlage noch der Antrag einer Partei vor. Eine wirklich begründete 5)offnung, daß im Reichstag etwas Zustandekommen könnte, was uns mehr befriedigt als der vorliegende Vergleichsent- wurf, ist nicht vorhanden. Können doch im gegenwärtigen Reichstag, von allen anderen Schwierigkeiten abgesehen, Kommunisten, Deutschnationale und Völkische jederzeit das Zustandekominen einer Zweidrittelmehrheit verhindern. Nun läuft Ende des Jahres das Sperr- fl e s e tz ab, das den ehemaligen Fürsten verwehrt, ihre An- prüche auf gerichtlichem Wege durchzusetzen. Nicht unmög- lich, daß dieses Sperrgesetz noch einmal um ein Viertel- oder ein Halbjahr, unseretwegen um ein ganzes Jahr verlängert worden wäre. Solange kein positiver Anhalt dafür besteht, daß in dieser Frist eine Regelung zustande kommt, die uns einigermaßen befriedigt, wäre damit gar nichts gewonnen. Wie die politische Lage heute ist, muß als gewiß erwartet werden, daß eines Tages das Sperrgesetz abläuft, ohne daß die Frage der Fürstenvermögen in einem die Arbeiterschaft befriedigenden Sinne geregelt ist. Ja, es besteht noch eine größere Gefahr: der Reichstag kann ohne verfassungsändernde Mehrheit mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien allein beschließen, die ganze Frage der Fürstenvermögen einem Schiedsgericht zu unterbreiten, das auf Grund des geltenden Rechts Staatseigentum und Fürsteneigentum zu sondern hätte. Das aber wäre für den preußischen Staat ebenso ge- jährlich, ja verhängnisvoll wie die Entscheidung durch preu- ßische Richter. Unter dem vielen Unsinn, den die Kommunisten heute im Landtag geredet haben, war ein sehr zutreffender Satz: „Dieser Vergleich stellt die Flucht des preu- tzischen Staates vor dem preußischen Richter d a r." So ist es in der Tat. Vor der Gefahr, daß Richter oder Schiedsrichter auf Grund des geltenden Rechts die Frage des Fiirstenvermögens entschieden hätten, ist die preußische Regierung in diesem Vergleich ausgewichen und angesichts des drohenden Milliardenschadens, der wesentlich größer ist als das, was nach dem Vergleich den Hohenzollern bleibt, kann ihr die sozialdemokratische Landtagsfraktion dabei nicht in den Arm fallen. Wir haben klipp und klar die' Frage gestellt, ob uns jemand einen praktischen Weg zeigen kann, auf dem der Staat mit geringerem Schaden aus dem Fikstenver- mögensstreit herauskommt als in diesem Vergleich. Niemand hat einen solchen Weg gewiesen und niemand kann ihn weisen. Die Kommunisten haben uns auf die proletarische Diktatur verwiesen. Sollte sie kommen, nun gut, dann wird sie diesen Vergleich zerreißen wie alle anderen' Gesetze. Aber da wir noch nicht den genauen Tag wissen, an dem sie errichtet wird— unsere kommunistischen Freunde haben den Termin be- reits mehrfach verlängert— so müssen wir einstweilen mit den gegebenen Machtverhältnissen rechnen, und da Volksentscheid und Reichstag keine praktische Begrenzung der unmäßigen Fürstenansprüche gebracht haben, müssen wir eben diesen Vergleich als einzig möglichen Schutz vor dem drohen- den großen Uebel der Fürstenprozesse passieren lassen. Von der Rückberufung der chohenzo llern ist dabei natürlich keine Rede. Mit Ausnahme des früheren Kaisers sind sie ja alle im Lande, und dieser ist durch das Gesetz zum Schutz der Republik vorläufig verbannt. Die Frage seiner Rückkehr ist lediglich Sache der Zuständigkeit des Reiches und wird durch den preußischen Vergleich in keiner Weise auch nur indirekt berührt. DiepreußischeRegie- rung hat heutedie Erklärung abgeben lassen, daß sie eine solche Rückkehr weder für wün- schenswert noch für möglich hält. Der Vergleich mit den chohenzollern wird am Freitag dieser Woche Gesetzeskraft erlangt haben.' Die Sozialdemo- kratilche Fraktion wird ihm aus ihren grundsätzlichen politi- schen Erwägungen heraus die Zu st im mung versagen, aber sie wird auch seine Annahme nicht hindern, da kein ver- antwortungsbewnßter Mensch die dann eintretende unendlich viel größere Schädigung der Staatskasse verantworten könnte. Koalitionssehnsucht. Zlllcrlei Manöver der Deutschen Volkspartei. Die Deutsche Volkspartei will in die Preußenkoalition. Sie ist bei den Demokraten bisher auf Ablehnung gestoßen. Im Zentrum hat man ihre Sehnsucht bisher höflich aber kühl aufgcnommcu. Die Volkspartei hat darauf— wohl um ihre Koalitionsfähigkeit zu beweisen— erklärt, daß sie für den kommunistischen Mißtrauensantrag gegen den neuen Innenminister, Genossen Grzesinski, stimmen werde. Nun könnte es scheinen, als ob eine entscheidende Wen. dung in der bisherigen Sachlage eingeireten sei. Durch das Nachrichtenbureau des Vereins deutscher Zeitungsverleger und durch die Telegraphen-Union wurde gestern abend folgende Nachricht verbreitet: „Der Vorsitzende der Zentrumsfraktion des Preußischen Land- iv'lie«. A b g. D r. P o r s ch, hat heute nachmittag imoffiziellen Auftrage seiner Fraktion den Vorsitzenden der Deutschen Volkspartei im Preußischen Landtage, D r, von Camp«, zu einer Besprechung üher die Frage der Regierungsumbildung in Preußen aufgefordert." Diese Nachricht, die von der Deutschen Volks» partei stammt, hat, wie wir erfahren, den Vorsitzenden der Zentrumsfraktion des Landtags, Herrn Dr. Porsch, sehr überrascht. Wie behauptet wird, haben inoffizielle Besprechun- gen stattgefunden, aber von einer derartigen Aufforderung sei keine Rede gewesen. Es scheint also, daß die Koalitionssehn- sucht der Volkspartei eine Zweckmeldung geboren hat, die von ver letzte Aristokrat. Von Paul Gulmann. Vor einigen Tagen war von der Leitung des Rundfunks für die„Stunde der Lebenden" ein Vortrag über den Dichter Stefan George mit anschließender Rezitation seiner Gedichte angesagt worden. Der Vortrag war beendet, als zum Erstaunen der Hörer verkündet wurde, daß der Dichter Einspruch gegen die Wiedergabe seiner Dichtung erhoben hätte. Somit blieb sei» Wesen hinter vagen Andeutungen oerhüllt, und es war nur den wenigsten klar, daß dieser Einspruch eine feindliche Haltung gegen das bedeutete, dem der Rundfunk dient, gegen das Volk. Der Vortragende hatte mit Recht George als den Neubeleber einer erlesenen Sprachkunst geschildert, er hatte aber nur ohnen lassen, was jener Dichter eigentlich ist, die letzte Säule einer versunkenen Welt. Es ist eine Ironie des Schicksals, daß zur selben Zeit, wo Tolstoi in flammenden Aufrufen und erschütternden Werken die Befreiung des Menschen von jeglicher Art Gewalt predigte, wo Zola seine Heldenepen von den ausstrebenden Massen schrieb, Gerhart Haupt- mann vom Elend der Weber und der Bauern packende Dramen dichtete, eine ästhetische Bewegung einsetzte, deren Anführer den Cüsarenirrsinn eines Heliogabel, die Priestergestalt Leos des Drei- zehnten, die Körperschönheit antiker Epheben feierte. Versunkene Landschaften von gekünstelter Pracht find die Hintergründe, vor denen müde Verächter der Wirklichkeit ein schattenhaftes Dasein posierten. Es ist dieselbe Zeit, wo Wilhelm den großen Friedens- fürsten spielte, wo alle Art hohles Theater über den Mangel an Wesenheit hinweg täuschte. Ach ja, es war ebenfalls ein schönes Wortgeklingel, wenn der Dichter George den Sklaven, vom Dolch Algabals zu Tode getroffen, ausrufen läßt:„Ich sterbe gern, weil mein Gebieter schrak" und der sich dann noch ästhetisch an farbigem Bilde weidet:„Mit rotem Blute spielt die grüne Lache." Dieselbe Zeit, in der George und seine Jünger dantesk einher wallten, war es auch, wo Wilhelm eine feudale Ritterzeit in Bauten und Trachten wiederherstellen wollte. Jene Jünger, die in den Formen verwester Zeiten dachten und fühlten, welche die Bannerträger einer edlen Zukunft zu sein fich vermaßen, sie waren im Grunde die Fastnachts- narren einer sterbenden Bergangenheit. .Es war freilich kein gewöhnliches Spiel, das da aufgeführt wurde, sondern das geistige Raffinement von Jahrtausenden stand dieser doch wesentlich bürgerlichen Kunst zu Gebote. Bildung im höchsten Sinne war es, was sie beseelt«, weder Gefühl noch Glaube an irgendein Ideal. Gerade das Spiel galt ihnen als aristokratisch, das Spiel mit Worten, mit Bildern, mit dem religiösen Zeremoniell heidnischer und katholischer Riten. Gewiß, es war strengste künstlerische Zucht und höchste Geistigkeit i» ihrem Gehaben, die Geistigkeit des gealterten Goethe, ober ohne dessen weltweites Gefühl, ohne seine Leidenschaft, ohne seine Güte. Und dies« Gütelosigkeit im letzten Qiunbe ist es. die Georg« verhindert, vor das Volk zu treten, vor ähnlichem Geschick zeugt, wie die Zustimmung zu dem tommu- nistischen Mißtrauensvotum. Mit diesem Mißtrauensvotum glaubte die Deutsche Volks- partei wohl einen Revolver in der Hand zu haben? Sie will wohl die Koalitionsparteien zur Liebe zwingen? Nach einer Aeßerung der„Kölnischen Zeitung" muß man es an- nehmen. Sie veröffentlichte am Montag an der Spitze des Blattes eine Zuschrift von„besonderer Seite" der Volkspartei, in der es heißt: „Für die Volkspartei bleibt keine andere Wahl, als jetzt unter annehmbaren Bedingungen in die Preußenregierung einzutreten oder eine Opposition zu machen, die zur Auf- lösung des Landtages führt. Im Laufe des Winters wird die Regierung im Landtag eine Reihe von Finanzgesetzen vorlegen müssen, die bei einer starken Opposition der Volkspartei nicht ver- abschiedet werden können. Mit der Drohung, daß ein Kampf der Volkspartei in Preußen Rückwirkungen auf das Reich haben werde, wird man diesmal nicht wirken. Die Reichspolitit kann auch das Minus, daß durch die ungeklärten Verhältnisse in Preußen erwächst, nicht ausgleichen. Wird jetzt das Zentrum seinen offen- baren Willen, die Voltspartei in die Regierung zu bringen, durch- setzen können? Wird einer der beiden demokratischen Minister sich zum Verzicht durchringen? Es liegt soviel an und in dieser Frage. Sehr lange auf Antwort zu warten hat die Volks- partei keinen Grund." Die Volkspartei will zurückkehren zu jener Taktik der Einheitsfront mit den Kommunisten, mit der sie kläglich Schiff- bruch gelitten hat? Die Kommunisten sollen ihr in die Koalition helfen? Viel Vergnügen zu so selbstmörderischer Taktik. Schweigharö im verhör. Er sucht sich auszureden.— Die Rolle des flüchtigen Stempfle. Vor dem Fcmcausschuß in München wurde weiter Schweigharl, des Mordes an der Sandmeier verdächtig, als Zeuge vernommen. Seine Vereidigung wird ausgesetzt und er wird vom Vorsitzenden genau darüber belehrt, daß er nicht als Angeklagter, sondern sozu- sagen als von dem Gericht Freigesprochener vor dem Ausschuß stehe, daß er aber die Aussage verweigern könne, wenn er sich dadurch selbst belasten könnte. Schweighart steht heute im 32. Lebensjahr, war am Ende des Krieges Leutnant, dann berufslos und erst nach seiner Enihaftung wegen des Falles Sandmeier(Dezember 1922) Forst Praktikant auf einem Gut der Gräfin Törring. Heute ist er Angestellter in dem Autogeschäft des Böhm, der ihn seit dem Jahre 1921 mit Geld und anderem unterstützt. Böhm wird am Dienstag vor dem Ausschuß als Zeuge gehört. Der Vorsitzende erörterte mit dem Zeugen Schweighart zu- sammen in der eingehendsten Weise die Hauptverdachts- gründe im Fall Sandmeier und im Fall G a r e i s. Dabei erklärt Schweighart, daß er weder in Odelshausen bei den Angehörigen der Sandmeier gewesen sei, noch in der Wohnung der Sandmeier in München. Er bestreitet desgleichen, daß er in der Mordnacht mit der Sandmeier irgendetwas zu tun gehabt habe. Diesen Aussagen, die Schweighart bereits in den wiederholten Untersuchungsverfahren gemacht hat, stehen bekanntlich die eldNchen Aussagen einer Reihe von Zeugen gegenüber. Schweighart bleibt aber auf seinen Behauptungen bestehen. Das gleiche ist der Fall hinsichtlich der Verdachtsmoment« gegen ihn im F a l l G a r e i». Er behauptet, während jener Zeit(Januar 1921) in Graz g e- wesen zu sein. Sein genauer Ausenthalt ist aber noch nicht einwandfrei festgestellt. lieber seine Flucht kreuz und quer durch Deutschland und Oester- reich im Anschluß an die Erinordung der Sandnieier machte Schweig- hart eine Reihe sehr unwahrscheinlicher Angaben, die noch weiterer Aufklärung harren. Vors.: Waren Sie mit B e r ch- t o l d gut befreundet? Zeuge: Jawohl! Vors.: Können Sie sich erklären, weshalb Berchtold behauptet, er kenne Sie überhaupt nicht? Cr hat krampfhaft versucht, Ihren Namen zu verschweigen, trotzdem Sie auf Ihrer Flucht bei ihm nächtigten. Haben Sie eine Erklärung dafür? Zeuge: Nein! Vors.: Sie wollen also sagen, jenes Bolk, aus dem alle echte Kunst ihre Nahrung ziehen muß, wenn sie nicht verdorren soll. Der Priester einer versunkenen ästhetischen Welt verachtet eine Einrichtung, die auch den ärmsten Tagelöhner, die Blinden und Bresthaften instand setzt, die göttlichen Liebesworte des Franz von Assisi und die heroischen Hymnen Beethovens zu ver- nehmen. Das helle Licht dieser Zeit bekommt den Magiern und ägyptischen Priestern schlecht, die nur hinter einer Wolke von Weihrauch sich den Begünstigten zeigen. Auf Welle 670 kann zwar die Neunte Sinfonie, dahinbrausen, aber das Enge, Brüchige und Vergängliche tut gut, seinen priesterlichen Nimbus im privaten Allerheiligsten der Luxusdrucke zu wahren. Zuchthäusler als Zournalisten. Gcföngniszeitungen sind zwar schon verschiedentlich entstanden, aber die erste größere Zeitungs- organisation, die eine ganze Menge von Zuchthäusern und Gcfäng- nissen mit Nachrichtenstosf versorgt, ist die seit 1924 in Görlitz er- scheinende Zuchthauszeitung„Der Leuchtturm". Ueber dieses Zei- tungountcrnehmcn wird im.Zeitungsoerlag" näheres berichtet. Der Chefredakteur ist der Görlitzer Strafanstaltsinspsttor, aber die ein- zclncn Redakteure sind alles Sträftinge, und der Inhalt ist zum größten Teil von Zuchthäuslern geschrieben. Die Auflageziffer de- trägt.20 000, und die Leser sind nur Insassen der verschiedenen preußischen und auch einiger nichtpreußischer Gefangenenanstalten. Entstanden ist die Zeitung aus der Verordnung, daß die Gefangenen über die lausenden Tagesereignisie dauernd unterrichtet werden sollen. Da sich die mündliä)« Orientierung nicht bewährte, kam man in Görlitz auf den Gedanken, eine eigene Zuchthauszeitung heraus- zugeben.„Der Leuchtturm" bringt so ziemlich alles, was eine Zei- tung ihren Lesern bieten mutz. Nur fehlt natürlich die Parteivolitik völlig und der Leitartikel ist durch eine chronikartige Uebersicht der Wochenereignisse ersetzt. Ebenso fehlt aus naheliegenden Gründen jede Berichterstattung über Verbrechen und Aehnliches. Eine befon- dere Not« erhätt das Blatt durch die Beröffentlichuugen aus den Kreisen der Anstaltsinsassen. Die EinßSnge sind sehr beträchtlich und bestreiten zum großen Teil die Gedichte und Beiträge novellisti- scher oder weltanschaulicher Art, die in dem unterhallenden Teil er- scheinen. Die gesamte technische Herstellung erfolgt in der Straf- anstatt: der Satz wird in Handsatz geleistet: für den Druck steht eine Schnellpresse zur Verfügung: selbst Illustrationen fehlen nicht. Das Blatt wird den Gefangenen zum Preis, von 10 Pf. im Monat geliefert. Dichter, Mathematiker und Kalenderresorrnalor. Ein für dir Geschichte der altpcrsischen Literatur hochbcdeutsamer Fund wurde kürzlich bei Erdarbeiten in der Näh« von Karatschi in dem indo- britischen Bezirk Sindh gemacht, dem Land, das dem Indus oder Sindhfluß seinen Namen verdankt. In einem ausgegrabenen Messingkasten hat man ein Manuskript gesunden, das viel« bisher unbekannte Vierzeiler des weltberühmten persischen Dichters Omar Ebajiam enthielt. Diese Dichtungen sind durch Uebersetzungen auch in Deutschland verbreitet worden. Bisher war es völlig unbetannr, daß Omar Indien bclucht hatte, eine Tatsache, die besonders des- halb von Bedeutung ist, weil in den ousgefundenen Beesen des be- rühmten persischen Dichters auch auf Median hingewiesen wird. einen der Eroberer des Sindhlandes, dessen Geschichte im Nebel Ihre Flucht war damit hinreichend geklärt, weil Sie lediglich als Zeugs nicht gefunden werden wollten? Zeugs: Ja. Vors.: Mit Ihrer Flucht hängt wesentlich die Finanzierung Ihres Lebensunterhalts in der Zeit der Flucht zusammen Woher haben Sie die Mittel bekommen? Zeuge: Ich habe bei Leutnant Heinz in Münster gearbeitet. Heinz war nach Auflösung der Brigade Obcrfeld an einem Pfcrdetransport beteiligt. Dort habe ich als Bureauangcftellter gearbeitet. Vors.: Haben Sie auch aus München Gelder bekommen? Zeuge: Ich persönlich nicht. Die 2000 Mark wurden von All- weyer angefordert und Böhm hat sie geschickt. Mit diesem Geld wurde lediglich meine Rückfahrt nach Bayern bestritten. Man sagce mir nämlich, ich sollte nun wieder nach Bayern zurückkehren, um weiter zu arbeiten in Waffenbergungsangelegen- h e i t e n. Vors.: Sie sind in der ganzen Zeit, in der Sie in Süd- deutschland waren. Gast von guten Freunden gewesen? Zeuge: Jawohl, oder doch wenigstens von Leuten, die in ähnlichen Kreisen verkehrten wie ich. Vors.: Warum sind Sie Ende Dezember, als Sie nach Kufftein fuhren, auf versteckten Wegen über die Grenze gegangen? Zeuge: Ich stieg in Kufstein über die Bretterwand der Zollkontrolle und bestach drei dort stehende Zollbeamte mit einigen Litern Wein, wie das so üblich ist in Oesterreich. Ich blieb dann bis zu meiner Verhaftung in Oesterreich, um ruhig arbeiten zu können. Vors.: Warum sind Sie unter falschem Namen gegangen? Zeuge: Ich durfte meinen richtigen Namen wegen der Zusammen- hänge mit der Wafsenbergungsangelegenheit nicht abgeben. Vors.: Warum haben Sie denn in Oesterreich mehrere falsche Namen benutzt? Sie wechselten doch dreimal Ihren Namen? Zeuge: Weil ich immer wieder mit anderen Behörden zu tun hatte. Ich habe nie länger als zwei Monate einen gleichen falschen Namen behalten. Der Ramx Janas Schmidt wurde mir cmfoklroylerl. ver paß wurde mir von Berchtold in Salzburg, wohin ich lelegraphisch von ihm bestellt war. tu dl« Hand gedrückt. Vors.: Haben Sie Berchtold nicht gefragt, woher der Paß ist? Zeuge: Nein. Erst später hat mir der Berchtold gesagt, daß der Paß von Slempfle war. Vors.: Sie haben dem Kern gegenüber, den Sie in Wien trafen, nach dessen eidlicher Aussag« erklärt, Sie seien wegen der Forstenrieder Sache auf der Flucht. Zeuge: Das habe ich nie gesagt, Kern gegenüber nie. Am Schluß des Fragcspiels des Vorsitzenden erklärt der Abg. £ev>, er verzichte auf Fragen, weil er zuvor die Jeugen Böhm und All weyer, die Schweighart auf der Flucht stets geHolsen habin, hören müsse. Schweighart wird hierauf entlassen. Am Dienstag soll der Rest der Zeugen vernommen werden. darunter Timm. Böhm, Herzog Ludwig, Bracher, der aus dem Zuchthaus Straubing vorgeführt wird, ferner All- weyer, Stempfle und Kanzler, die bisher nicht auf- zusinden waren. Am Mittwoch wird der Vorsitzende dem Ausschuß bestimmte Richtlinien für die Würdigung der Beratung in München vorlegen, so daß am Mittwoch nachmittag die Tätigkeit des Feme- ausschusses in München beendet sein dürste. Regierung und FuckerzoU. Eine Erklärung des RcichsernährnngsministerinmS. Das Reichsernährungsministerium macht darauf aufmerksam, daß die Veröffentlichung der„Jndustrie.undHandelszeitung' über die Stellung der Reichsregierung zur Erhöhung des Zucker- z o l l s keinen offiziösen Charakter trage. Es handle sich lediglich um die private Meldung dieses Berichterstatters, für die die Redaktion der„Industrie- und Handelszeitung" ausschließlich die Deraiitwor- tung trage. Mrlh und Himmelsbach. Die Firma Himmclsbcich legt gegenüber einem Ausdruck unserer Notiz in Nr. 478„Politik und Hetze" Wert auf die.Feststellung, daß Reichskanzler a. D. W i r t h mit der Firma Himmelsbach nicht verwandt ist, sondern in geschäftlicher Beziehung zu der Firma steht. So war es ja auch gemeint! der Sage verschwindet. Auch das Leben des Dichters Omar Chajjam ist, wie das aller alten persischen Dichter, von Sag« und Legende umwoben. In der Literatur ist er als der gelehrteste Mann seiner Epoche und der erbittertste Feind eines heuchlerischen Klerus her- vorgetreten, den er in seinen berühmten Vierzeilern in schonungs- losester Weise verspottet. Der Dichter hat aber auch eine Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten versaßt, vesonders eine grundlegende Ar. beit über Algebra und astronomisch« Fragen. Bekannt ist auch seine Reform des persischen Kalenders nach einem ähnlichen Prin- zip, wie es Papst Gregor XIII. später ersonnen hat. Fort mit der Hälle! Einen Borftoß gegen die Vorstellung von einem Ort ewiger Qualen hat der bekannte englische Schrisrsteller Ierome K. Jerome bei einer Festlichkeit unternommen, die zur Feier des Jubiläums des hl. Franz in London veronstaltet wurde. „Die Zeit ist gekommen", erklärte er,„da die christliche Kirche— welchen Bekenntnisses sie auch sei— den Namen ihres Begründers vonvcm Stigma befreien muß, er habe als ein Gott der Grausam- keit und Rache gepredigt. Wo das Wort Hölle im alten Testament erscheint, bedeutet es nur wie der griechische Hades den Ott der Schatten. Einige Watte Christi, die sich darauf beziehen, dürfen nicht wörtlich genommen werden. Die kirchlichen Behörden würden am besten tun, wenn sie die Hölle abschassten, und sie würden danvt im Geiste des heiligen Franz handeln." Der Bischof von Liverpool, der den Vorsitz bei der Versammlung sühtte. stimmte dem Borschlag Jeromes zu. Gegen die Hinrichtung eines ISjährlgen Mörders. In den Ver- einigten Staaten hat die Ankündigung, daß der fünfzehnjährige Adam Burreß, der wegen eines an einem neunjährigen Mädchen begangenen Lustmordes zum Tode verurteilt worden war, om 29. Oktober durch den Strang hingerichtet werden soll, eine lebhafte Protestbewegung ausgelöst. Man hat Tausende von Unterschriften gesammelt und den Gouverneur von West-Dirginien, in dessen Be-.irk der Prozeß oerhandelt wurde, aufgefordert, eine Revision des Ur- teils gegen den Kindermörder einzuleiten. Bei der ersten Lerhand- hing hatte der Vorsitzende des Gerichts die Geschworenen ausdrücklich ermahnt, auf die Jugend des Angeklagten keine Rücksicht zu nehmen, und der Erfolg dieses Appells war, daß nach einer B" ratung von neun Minuten die Geschworenen mit dem„Schuldig!" in den Gettchtssaal zurückkehrten. Richard Strauß beginnt seine Titigkeit an der Staateoper Donnerstag mit.Salome'. In den Hauptrollen: Kemp,»ranzell, Soot. Janssen, Jiken. Im cessing-Mascum sinket Donnerstag, 8 llsir. eine Chodowiecki- Feier stalt. Dr. Wolsganz Bruhn hält den Vortrag(mit Lichtbildern). Eröffauva der hygieneakaoemie. In Dresden fand Montag in der ehemaligen Tierärzilichen Hochschul« ,uglcich mit dem Beginn des ersten Lehrganges über Gesundheits. und Wohlfahrtspflege für Lehrer die Er- Öffnung der Hhgieneakademie Dresden statt. SchSoheilspfleg« und vottswirtichast. Kürzlich hat da, Handels- departemcnt der Vereinigten Staaten eine sliiistellung veröffentlicht, nach der im Iabre ISZö in den Ilnionstaaten über 80 Millionen Dollar iür Puder, Lippenstift« und tonstige Schönheiismiitel ausgcgebeu worden sind. Dividiert man dicse Ziffer durch die Zahl der in den Vereinigten Staaten lebenden Frauen, so ergibt sich, datz jede Amerikanerin im Durchschnitt für die Erhaltung und Erhöhung ihrer Zietze dreimal mehr ausgibt, als skr ihr« Nahrung. Der hohenzollernverglesch im Landtag Kommunisten sprengen die Sitzung. Der Preußische Landtag trat am Montag nachmittag um 1 Uhr in die Beratung des Vergleiches zwischen der Preußischen Staatsregierung und dem chohenzollernhauss ein. Abg. Pieck(Komm.) beantragt Verschiebung der Beratung um vier Wochen.— Der Antrag wird abgelehnt. Als zur Begründung der Vorlage Finanzminister Dr. H ö p k e r- Aschoff das Wort ergreift, wird er von den Kommunisten durch dauernden Lärm unterbrochen. Da die Ruhe sich nicht wieder her- stellen läßt, o e r t a g t Präsident Bartels die Sitzung um fünf Miituten.— Noch Wiederaufnahme der Sitzung bittet der Präsident, den Finanzminister ruhig anzuhören, widrigenfalls er von den Mög- lichkeiten Gebrauch machen werde, die ihm die Geschäftsordnung zuspreche. Linanzminlster vr. höpker-�fchoff gibt einen geschichtlichen Rückblick über den Kampf um das Hohen- zollernoermögen und erklärt, daß nach dem Scheitern des Volksent- icheidcs und der Bemühungen im Reichstag die preußische Regierung keinen anderen Weg mehr gesehen habe, als den neuer Ver- gleichsverhandlungen. Bezüglich des in der Oeffentlichkeit angefochtenen Z 7— W o h n r e ch t des ehemaligen Kaisers und seiner Frau in Schloß Homburg— gibt er die Erklärung ab. daß es sich hier um eine rein theoretische Bestimmung handle. Schloß Homburg sei an die Reichsfinanzverwaltung vermietet, und der frühere Kaiser habe auf sein Wohnrecht verzichtet. Die Rückkehr des früheren Kaisers nach Deutschland unterstehe der Entscheidung lediglich der Reichsregierung, aber die preußische Regierung halte eine solche Rückkehr weder für erwünscht noch für möglich. Ein Vorteil des Vergleiches bestehe darin, daß nach seiner Annahme « �lsiziellen Beziehungen zwischen dem Staat und dein Hohen- zollernhause aufhörten und daß es dem Staate gegenüber künftig keine andere Stellung hätte, wie jede andere Familie.(Pfuirufe bei den Kommunisten.) >. Pieck(Komm.) beantragt ein Mißtrauensvotum gegen den Ministerpräsidenten. ort. Parlels-Krefeld(Komm.): Sämtliche preußischen Abgeordneten sind von den Hohenzollern bestochen.(Ordnungsruf.) Nur die Korruption dieser bestochenen Hohenzollernbande erklärt die lammerliche Feigheit dieser sogenannten Republikaner. Aber zittert vor den Proletariersäuften!(Lebhafter Beifall bei den Kommunisten.) fibg. tzeilmann tSoz-j: Die Sozialdemokratische Partei hat bei der Propaganda für die Volksbefragung und den Volksentscheid ihre Anschauungen über die Hohenzollernfrage vor allem Volke dargelegt. Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß dem Gesetz der Revolution und dem neuen politischen Ausbau der deutschen Republik nur die E n t- « i g n u n g des Vermögens der ehemals regierenden Fürsten ent- sprachen hätte. Leider hat der Volksentscheid nur zu einem großen moralischen Sieg des E n t e i g n u n g s g e- dankens, aber nicht zu der erforderlichen vollen Zahl von 2 0 Millionen Stimmen geführt. Nach dem Scheitern des Volksentscheids hat der Reichstag ver- sucht, das von den M i t t e l v a r t« i e n, insbesondere von dem Reichskanzler Dr. Marx während des Abstimmungskampfes ge- gebene Versprechen einzulösen, die Hohenzollernfrage einer vernüns- tigen und gerechten reichsgesetzlichen Lösung zuzuführen. Auch diese Bemühungen sind ohne Erfolg geblieben. Der Gesetzentwurf der Reichsregierung, beruhend auf den sogenannten Kompromißbeschlüs- sen des Reichstags, war inhaltlich sehr unbefriedigend und ist schließ- lich, da er keine Auesicht hatte, die nach Ansicht der gegenwärtigen Reichsregierung verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittel» Mehrheit Zu erlangen, von der Regierung selbst zurückgezogen worden. Aussichten dafür, daß im Winter im Reichstag eine bessere Rege. lung getroffen wird, sind nicht vorhanden. Mit Ende des Jahres läuft das Specrgcsch ab. da» den ehemaligen Fürsten verwehrt, ihre vermeintlichen Rechts- ansprüche auf gerichtlichem Wege zur Geltung zu bringen. Diesem Zeitpunkt müßte die preußische Regierung mit berechtigter Sorge ent- gcgensehen. Angesichts des Umstandes, daß kein verfassungs- mäßiger Weg zu einer gründlichen Lösung der Frage des Fürstenoermögens mehr aussichtsreich erscheint, kann man gerechter- weise der preußischen Regierung einen Vorwurf daraus nicht machen, daß sie nochmals den Weg des Vergleichs betreten hat. Der vorliegende Vergleichsentwurs hält sich in seinen Grund- zügen im Rahmen der Reichstagskompromißbeschlüsse und ist ebenso ungenügend und unbefriedigend wie diese waren. 2ln Einzelheiten sei nur hervorgehoben das Belassen dreier Palais in Berlin im Privatoermögen der Hohenzollern und das Wohnrecht des ehemaligen Kaisers und seiner Gemahlin in S ch l o ß Homburg. Dieses Wohn-recht, das sei übrigens sestgestellt, stellt lediglich eine privatrechtliche Verpflichtung des' preußischen Staates als Vermieter dar; die Landesverweisung der ehemaligen Fürsten, soweit sie durch das Gesetz zum Schutze der Republik aus- gesprochen ist oder sonst verfügt wird, wird dadurch in keiner Weise berührt. Nicht weil wir mit dem Inhalt des Vergleichs irgendwie einverstanden wären, sondern lediglich, weil die preußische Regie- rung in dem Vergleich den einzigen Weg sieht, noch größere Schädi- gungen der Staatskasse abzuwenden, werden wir seiner Verabschie- düng Hinternisse nicht in den Weg legen. Eine Zustimmung zu dem Vergleich vermag indessen die sozialdemokratische Fraktion nicht in Aussicht zu stellen. Wir müssen daran festhalten, daß es für die Republik gefährlich ist. ihren natürlichen Feinden so große Vermögensniassen in die Hand zu geben und daß es sozial nicht tragbar ist, in dieser Zeit allge- ineinster Not und weitverbreiteter Arbeitslosigkeit eine so gewaltig« Vermögensmasse, die einstweilen im Besitz des Staates ist, an wenige Familien herauszugeben. Wir vermögen dem um so weniger zu- zustimmen, als Vorgänge der jüngsten Zeit in der Reichswehr be- wiesen haben, daß die Hohenzollem die notwendig« politische Zurück- Haltung keineswegs beachten. wir bedauern, daß die ausschlaggebenden bürgerlichen Mittel- Parteien dem großen moralischen Gewicht der WA Millionen Stimmen, die für die Fllrslenenleignung abgegeben worden sind. nicht besser gerecht geworden sind. Wir konstatieren mit Genugtuung, daß durch diesen Abstimmungs- feldzug der gegenwärtig vorliegende Vergleich von 1326 gegenüber den beiden früheren Vergleichsentwürfen bedeutende Verbesserungen aufweist. Aber grundsätzlich ist auch dieser Vergleich für das Inter- esse der Republik und der Staatskasse unbefriedigend und wir ver- mögen ihm deshalb unser« Stimm« nicht zu geben. Abg. Pieck(Komm.) verlangt die Herbeirufung des Minister- Präsidenten. Der Antrag wird abgelehnt. Abg. winckler(Dnat.): Wir begrüßen das weitgehende Ent- gegenkommen des Hohenzollernhaufes, das diesen Vergleich ermöglicht hat und erhoffen von ihm eine Entgiftimg des politischen Kampfes. Abg. Eberlein(Komm.) beantragt«in Mißtrauensvotum gegen den Innenminister G r z« s i n f k i. Sein Charakter und seine ganze Mentalität bürge dafür, daß er«in eben so widerliches Subjekt der Hohenzollern werden würde, wie die anderen Minffter.(Schal- lende Heiterkeit.) Abg. Dr. Leidig(D. Vp.), von den Kommunisten mit den Zu- rufen„Koolitionsgenosse",„neuer Minister",„Barmat-Hausknecht" empfangen, begrüßt den Vergleich, da dje neuen Verhandlungen auf Anregung der Volkspartei eingeleitet feien. Abg. Sabotka(Komm.) beantragt die Herbeirufung des Ministers für Handel und Gewerbe. Der Antrag wird abgelehnt. Abg. Kasper(Komm.) gießt über die Stenographen ein Glas Wasser aus und wird von der Ätzung ausgeschlossen. Abg. Obuch(Komm.) beantragt die Herbeirufung des Justiz- Ministers. Der Antrag wird abgelehnt. Abg. Dr. Falk(Dem.) beantragt die Herbeirufung aller übrigen Minister. Der Antrag wird einstimmig abgelehnt. Abg. Grube(Komm.): Die Volksentscheidpropaganda muß neu aufgenommen werden. Di« kommunistisch« Avantgarde wird die Schwarzweißroten und die Schwarzrotgoldenen zurückwerfen und die Diktatur des Proletariats aufrichten.(Beifall bei den Kommunisten.) Abg. Pieck(Komm.) beantragt die Herbeirufung des Land- wirtschaftsminssters. Der Präsident erklärt diesen Antrag für un- zulässig, weil bereits abgelehnt. Abg. Herold(Z.) beantragt Schluß der General- d« b a t t«. Der Antrag wird unter großem Länn der Kommunisten angenomrnen. Im Schlußwort für die kommunistischen Anträge auf Enteignung und Landesverweisung der Hohenzollern erklärt Abg. Bartels- Krefeld, daß die bewaffnete Macht des Proletariats leben Vergleich zerreißen und die Diktatur aufrichten werde. Die Vorlage wird an den Hauptausfchuß überwiesen. Nächste Sitzung Dienstag, 12 Uhr, zweit« Lesung des Hohenzollernvergleiches, Fortsetzung der Debatte über den Magdeburger Iustizskandal.— Schluß 6 Uhr. hohenzollernvergleich und öetriebsfunktionäre. Die Versammlung der Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre der Sozialdemokratischen Partei in Groß-Berlin in den Musikersälen, die gestern abend tagte, nahm nach kurzer Aussprache einstimmig folgend« Entschließung an: „Die Berliner Funktionärkonferenz erklärt, daß der dem Preußischen Landtag vorliegende Vergleich mit den Hohenzollern für die Sozialdemokratische Partei unannehmbar ist. Die Konferenz erwartet, daß die Landtagssraktion diesen Vergleich a b- lehnt und seine Annahme mit allen Kräften zu verhindern sucht." Kongreß üer Labour partp. Kläglich mißlungener kommunistischer Borstoß. London, 11. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) In Anwesenheit von 1100 Delegierten wurde am Montag in Margot« der Ken- greß der Arbeiterpartei durch ein« Rede des Parteivor- fitzenden Robert Williams eröffnet. Williams setzte sich mit allen, die englisch« Arbeiterbewegung in diesem Augenblick beschäftigenden Fragen auseinander und wandte fein besonderes Augenmerk der Frage der industriellen Kämpfe und insbesondere dem Berg- arbeiterkampf zu. Er stellte fest, daß die Arbeiterbewegung das Recht auf Streik behalten müsse. Es gebe Anhänger der Arbeiterbewegung, die schon jetzt für einen neuen General st reik eintreten. Darauf könne er nur mit dem Hinweis auf die Bedingungen antworten, die einer Reihe von Gewerkschaften von den Unternehmern am Ende des Generalstreiks diktiert worden seien. Williams wandt« sich darauf der Frage der Kohlentrans- p o r t f p« r r e zu, die vom Bergarbeiterverband propagiert würde und verwies auf das Versagen dieser Methode im Jahre 1321. Das müsse im Jahre 1326 als Warnung gelten. Williams wandt« sich darauf Rußland zu und stellte fest, die englische Arbellerbewegung hätte sich stets gegen militärische oder ökonomische Interventionen von England in Rußland gewandt, ebenso müsse er sich aber auch gegen eine Intervention Rußlands in der englischen Arbeiter- bewegung wenden. Im Anschluß an die Rede Williams, die wegen ihres konzilianten Charakters und der Feststellungen hinsichtlich der Unmöglichkeit einer Transportsperre für Kohl« auf Widerspruch gestoßen war, er- lolgt« der erwartet« kommunistische Vorstoß. Trotz der auf dem Kongreß in Liverpool 1320 beschlossenen Ausweisung der Kommunisten aus der Arbeiterpartei war es infolg« der eigentüm- lichen Struktur des englischen Delegierungssystems zum Kongreß einigen Kommunisten gelungen, als Delegierte ihrer lokalen Orts- gruppe oder ihrer Gewerkschaft am Kongreß teilzunehmen. Während dem kommunistischen Vertreter einer lokalen Organisation'das Wort entzogen wurde, war dies dem Kommunisten P o l l i t gegen- über, der als Vertreter seiner Gewerkschaft am Kongreß teilnahm, nicht möglich. Pollit forderte ein« neu« Diskussion über die Stellung zu den Kommunisten innerhalb der Arbeiterpartei. Dieses Verlangen wurde zur Abstimmung gebracht und annähernd mit 3 Rlillionen Stimmen gegen 300 000 abgelehnt. * Di« Ausführimgen Robert Williams' sind gerade deshalb be- merkenswert, weil der Redner selbst bisher zu dem radikalsten Flügel der englischen Arbeiterpartei gehörte. Er galt sogar lange Zeit als Kommunist und ist jetzt Geschäftsführer des Londoner „Daily Herald", dessen Gesainieinstellung alles eher den bolschewisten- feiichlich ist. Selgiens Hemeinöewahlen. Wachstum der Partei.— Noch keine klaren Endergebnisse. Brüssel. 11. Ottober.(Eigener Drahtbericht.) Ein völlig klares Bild über das G« m ei nd« wo h l« rge b n i s kann auch am Montag noch nicht gegeben werden. Es bestätigt sich, daß keine wesentliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse einge- treten ist. Die bürgerlichen Blätter fabeln von einem sozialistischen Mißerfolg. Davon kann ernsthaft keine Red« sein. Es scheint viel- mehr, daß die Partei im ganzen ein Wachstum wird verzeichnen können. Irgendwie«rnsthaste Verlust« erlitt sie nirgends. Dagegen errang sie in bisher fast unberührten Gebieten«inen er- hsblichen Erfolg. Bisher steht fest, daß die Sozialisten 2 4 G e> meindeoerwaltungen neu eroberten, während sie in 14, wo sie bisher«ine Mehrhiet hatten, diese einbüßten. Bisher bleiben insgesamt III Gemeinden in sozialisti- schem Besitz. Die Ehristlich-Demokraten erzielen erheblich« Erfolg« auf Kosten der Katholisch-Konservativen. Das kann für die allgemeine Politik von Bedeutung werden. Soweit die bürger- lichen Parteien Erfolg« hatten, erklärten dies« sich aus einem starken Rückgang oder Verschwinden kleiner Gruppen, wie„Frontkämpfer" und„Flämische Nationalisten". England ehrt ein(dpfer Mussolinis. «alvemini an englische Universitäten berufen. Wie wir aus London erfahren, ist der bekannte italienische Historiker und Politiker Professor Gaetano Salvemini beauf- tragt worden, an der Universität von Manchester und der wirtschaftlichen Hochschule von London einen Lehrgang über„Die italienischen Gemeinden im 13. Jahrhundert(der Epoche Dantes)", zu übernehmen. Außerdem hat ihm die Universität Oxford einen Lehrauftrag für die„Außenpolitik Italiens von 1871 bis 1314" gegeben. Der hervorragende Gelehrte. Professor Salvemini. ist einer der fünfzehn italienischen Staatsbürger, denen jüngst durch Regierungs- dekret die italienische Staatszugehörigkeit genommen worden ist. Mussolini wollte durch diese seine in der Geschichte und Gesetzgebung aller Kulturnationen einzigartige Maßnahme den Menschen und den Gelehrten treffen, der mit Wissenschaft- licher Beweisführung für die Weltgeschichte festgestellt hat, daß Mussolini der Auftraggeber des Matteotti- mordes und anderer faschistischer Verbrechen gewesen ist. Salve- Minis Ernennung ist eine bezeichnend« Antwort der englischen Gelehrtenwelt auf die Rachemaßnahmen Mussolinis. Ein protestschreiben ües flbg. Masstmo Nocca. Der difstdente faschistische Abgeordnete M a s s i m o R o c c a. der zu den im letzten Dekret ausgeführten ausgebürgerten italienischen Emigranten gehört, richtet an uns folgenden Brief aus Paris: „Ich beehrte mich, Ihr Augenmerk aus einen besonderen und wahrlich grotesken Fall der Anwendung de« falchistischen Gesetzes gegen die Emigranten in Italien hinzulenken. Es ist das erstemal, feit es Parlamente in Europa gibt, daß«in Abgeordneter sein Mandat durch ein Regierung»dekret verliert In der Tat mußte ich, da eine Opposition in Italien nach dem zugestandenen Willen Mussolinis weder in der Presse noch in der Kammer weiter möglich war(in die man nur eintreten kann, wenn man vorher dem Ministerpräsidenten Mussolini eine Ehrenbescheini- gung ausgestellt hat), auszuwandern, um mein Mandat so gut wie möglich ausüben zu können und mich den B e d r ü ck u n g en, Gewalttaten und Erpressungen zu entziehen, dl« der Faschismus seit 1324 gegen rr� oerübte.. Herr Mussolini beschuldigt mich nunmehr.„Italien im Auslande herabzusetzen" und oergißt dabei, daß ich bereits Patriot war. bevor ich mich 1314— 1915 als F r e i w i l l ig« r verpflichtete, zu einer Zeit. da er noch„die Fahne auf den Misthaufe»" pflanzte, well ihn» dos . Ausland noch nicht seinen neuen italienischen Patriotismus an- sehnlich bezahlt hatte. Er entzieht mir die Bürgerrechte und die Nationalität, die nicht einmal die Vatermörder verlieren: und schließ- lich fordert er unter der Rechtfertigung, ich sei nicht mehr Italiener, von einer ihm ergebenen Kammer, mein Mandat als Abgeordneter für erloschen zu erklären. Alles dies ohne jedes reguläre Urteil, durch die Anstalten einer Kommission, die mich nicht einmal von der gegen mich eingeleiteten Untersuchung benachrichtigt hat, und mit Begrün- düngen, die ebensoviel« Lügen sind. So ist es z. B. unwahr, daß ich den König beleidigt und Italien im Auslande herab- gesetzt habe. Ich habe in italienischer Sprache geschrieben und mit sehr viel Mühe meine Veröffentlichungen an die in Italien lebenden Italiener geschickt: es ist nicht meine Schuld, daß Ich sie habe jen- seits der Ereuzen drucken lassen müssen, weil esinItalienkeine Freiheit undSicherhcit mehr selbst für die Druckereien gibt. Auf jeden Fall habe ich Herrn Mussolinie angegriffen, der nicht Italien ist, sondern vielmehr sein Tyrann und seine Schande: und indem ich eine Herausforderung aufgriff, die er früher selbst an seine Gegner gerichtet hat, habe ich ihn angeklagt, Matteotti und Amendola ermorden lassen, Mi- s u r i und F o r n i zu töten versucht, das Haus von R i t t i zerstört, die Häuser der katholischen Vereinigungen in der Lombardei im April 1324 verwüstet, die Brandschatzungen und Massen- morde in Florenz im Dezember 1324 und Oktober 1326 a n- befohlen zu haben. Ich habe ihn ebenfalls der Feigheit geziehen, da er stets dte feine Befehle ausführenden Komplicen verraten hat, um die eigene Haut zu retten. Ich glaube nicht, daß diese sebr genauen Beschuldigungen durch die gegen mich und morgen wahrscheinlich gegen andere ergriffenen eigenmächtigen und oerfassungswidngsn Maßnahmen ausgelöscht werden, durch die Herr Mussolini die Illusion nährt, sich jeden Geg- ners entledigen zu können, der sich nicht zum Stillschweigen ver- pflichten will.' gez.: Massimo Rocea, Abgeordneter des italienischen Parlaments. Indem wir dieser Zuschrift Raum gewähren, identifizieren wir uns natürlich keineswegs mit dem Wirken ihres Verfassers. Wir erfüllen andererseits gegen ihn eine Pflicht der Loyalität, die twr erst vor kurzem, in unserer Morgenausgabe vom 6. Oktober, In einem Artikel aus Lugano erwähnt haben, daß schwere Beschuldigungen— Unterschleife und Bestechung iin Zimt— gegen Rocca als den früheren Leiter der staatlichen Versicherungsanstalt in Rom erhoben werden. Allerdings muß auch daraus hingewiesen werden, daß die faschistische Regierung diese Anklagen erst bekanntgegeben hat, nachdem der Abgeordnete Rocca mit Wissen der Behörden ausgewandert war und seine Enthüllungen im„Nuovo Paese" gegen Mussolini eingeleitel hatte. Zwei unpolitische Reiseerlebniffe. Es war in den letzten Wochen der Ministerzeit Severings. Wer da einen Zug von Düsseldorf nach Berlin benutzte, tonnte diesen Minister zusammen mit dem Reichsminister Dr. Bell treffen. Beide in einem beliebigen Abteil zweiter Klasse, das sie mit anderen Mitreisenden teilen mußten. Einfache Zivilpersonen, Bürger der deutschen Republik. Etwa vierzehn Tage später befindet sich unser Gewährsmann im D-Zug, der am Sonnabend, den 26. September, 2 Uhr 16 Minuten ab Anhalter Bahnhof nach München fährt. Der Zug ist überfüllt, auch in der zweiten Klasse. Aber ein Abteil— ebenfalls 2. Klasse— ist noch leer. Drinnen sitzt ein hoher Ossizier in der Friedensuniform der schwarzen Husaren. Er und sein Adjutant ertragen fremde Gesellschaft nicht: das Coupe ist abgeschlossen— Zivilpersonen haben keinen Zutritt. Frage: Wer ist's?— Kein anderer als Generalfeldmarschall a. D. v. Mackensen mit seinem Begleiter! Seit wann haben Generale der alten Armee Rechte, die nicht einmal die höchsten Beamten der Republik für sich beanspruchen? Diese Frage drängte sich vielen Mitreisenden auf. Aber eine andere ist an die Behörden zu richten. Bei der sprichwörtlichen Sparfam- keit des preußischen Militärs ist doch nicht anzunehmen, baß Mackensen das ganze Abteil selbst bezahlt hat. Wer hat e, ihm nun zur Verfügung gestellt und auf Grund welcher Anweisungen ist die sonst bekanntermaßen notleidende Reichsbahngesellschast in der Lage, den Führern zur Niederlage des deutschen Volkes derartige kostspielige Privilegien zu gewähren? Die Arbeitslosigkeit in Serlin. Anteil der Kraue«.— Folgen der Rationalifierung. Unsere graphischen Darstellungen zeigen, wie die Arbeitslosig. feit fi' m a l mar. Dagegen zeigt das Jahr 1926 ganz Plötzlich das Aus» brechen einer ungemein starken Krise, die mit ver- hältnismästig geringen Schwankungen bis jetzt andauert. Dia erste Graphik zeigt in einer die absoluten Zahlen dar- stellenden Linie den Berlaus der Arbeitslosigkeit getrennt nach Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit 611.* 0 im Bezirk Gr olX-Berlm/ 1753 MS.«,,- IM.» '•olSO. 686.1 1925 tmd 190.6 Stand am'B.Januar 192 5»100 SSiS., ?399., 386., 2. 2. 6. 9. 1- 6. 3. 7. 5. 2. 7. 9. 1. 1. S. 2.?. 3. 7. 9. 2. FMAdlU.) ASONDJFHAMOOA SO 1 9 4 5 1 9 4 6 Männern und Frauen. Die zweite Graphik zeigt die pro- zekituole Zunahme der Arbeitslosigkeit, einerseits der Fronen, andererseits der Männer, seit Anfang 1925. Die dritte Graphik schließlich veranschaulicht den prozentualen Anteil der ii r a u c n an der gesamten Arbeitslosigkeit. Dabei fallen zwei Tatsachen ins Auge: Das prozentuale An- steigen der Arbeitslosigkeit der Frauen ist ein viel größeres VerAri�eil an äer fesam�en Arbeitslosigkeit ;i9.7 Die Art eitslo si�keit der Frauen ' im Bezirk Groß'B erlin 119�5 u«d 19Q6 z 5. 2. 4. 6. 9. 1. 6. 3. 7. 5. 4. 7. H.1. 1. 5. 3. 7. 3. 7. 9. 2. 0 F M AM J J ASONDO FM AM 0 J ASO 1945 194 6 als das der Arbeitslosigkeit der Männer. Don einem kurzen Ein- ichnitt im Sommer 1926 abgesehen, stieg deshalb auch der Anteil der Frauen an der Arbeitslosigkeit von einem starken Fünftel auf ein starkes Drittel. Die Einschnitt im Somkner 1925 ist daraus zurückzuführen, daß damals die Agrarier ein starkes Interesse hatten an der schnellen Hereinbringung der Ernte und des- halb sehr viele Frauen zu Erntearbesten engagierten. Aber von diesem außer der industriellen Entwicklung gelegenen Einschnitt ab- gesehen, hatte sich die Arbestslostgkest der Frauen seit Anfang 1925 etwa oersiebenfacht, während die Arbeitslosigkeit der Männer nur um ungefähr das Dreieinhalbfache gestiegen ist. Damit ist die allgemein verbreitete Auffassung widerlegt, als würden die Männer entlassen, um den billiger und williger arbeitenden Frauen Platz zu machen. Wir werden gelegentlich noch auf diese Erscheinung zurückkommen. Jedenfalls geht aus unserer Darstellung klar hervor, daß die Arbeitslosigkeit in der Hauptsache eine Folge der Rationalisierung ist, die Ende 1925 in Deutschland zur Einführung kam. Sessenbach 60 Jahre alt. Am 12. Oktober wird Sassenbach 66 Jahre alt. Er feiert diesen Tag als Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes, d. h. als Führer der Zentrale einer Bewegung, die er selber begründen half und deren Wachstum und Gedeihen er mit erlebte und förderte. Safsonbach ist von Geburt Rheinländer. Sein Vater war Sattler- meister und trieb daneben Ackerbau. Im 13. Lebensjahre irat er bei einem Dorfmeister in die Lehre ein und erlernte das Sattler- Handwerk. Eine lange Zeit der Wanderschaft führte Sasienbach durch ganz Deutschland, die Schweiz, Südfrankreich, Italien und Oesterreich. Als er in die Heimat zurückgekehrt war, half er zuerst die Lokalorganisation seines Berufs ausbauen, um dann fpäter, aus- gerüstet mit allen Erfahrungen der anfänglich besonders schwierigen Kleinarbeit, zum Vorsitzenden des Sattlerverbandes aufzurücken, einen Posten, den er von 1891 bis 1901 bekleidete. 1897 bis 1900 war Sasienbach Vorsitzender des sozialdemokratischen Wahlvereins für den 5 Berliner Reichstagswahlkreis, 1898 bis 1923 Geschäftsführer des Berliner Gewerkschaftshauses, 1906 bis 1915 Stadtverordneter, 1915 bis 1919 Stadtrat, 1902 bis 1923 Mitglied des Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. 1909 bis 1921 Sekretär der internationalen Vereinigung der Sattler und Tapezierer. Abgesehen von dieser gewerkschaftlichen Tätigkeit und seiner Rolle im öffentlichen Leben Berlins, wußte Sassenbach auch auf g« i st i g e m Gebiete mit der Zeit zu gehen. In den Iahren 1895 bis 1896 gab Sasienbach den„Sozialistischen Akademiker", 1896 bis 1898 die Monatsschrift„Neuland" heraus. Daneben schrieb Sassen- bach eine Geschichte der Berliner Gewerkschaftskommission sowie Schriften über das Freimaurertum, die Inquisition usw. Im Jahre 1920 wurde Sassenbach zum Sozialattache der deutschen Botschast in Rom ernannt, wo er bis zum Jahre 1923 wirksam war. 1923 siedelte er nach Amsterdam über und ist seither Sekretär des JGB. Schon die einfache Aufzählung der Würden und Aemter, die Sasienbach bekleidete, zeigt, welche geistigen Kräfte hier zur Eni- soltung kamen. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß Sasienbach in vier Sprachen zu Hause ist. Er verkörpert ein fest- sames und in seiner vollen Entfaltung seltenes Gemisch von Idealis- mus und praktischer Nüchternheit. Er ist sozusagen der ewige Student, der mit unermüdlichem Fleiß sich in Wissensgebiere ver- gräbt, die scheinbar weit abseits liegen von seinem eigentlichen Wir- kungskreis, gerode aber dadurch für seine Tätigkeit in der Arbeiter- bewegung ein geschärftes und nüchterne» Urteil erwirbt. Unsoziales von Oer Reichsbahn. Zu dem Artikel„Unsoziales von der Reichsbahn. Cme Eni- laflung im Ausbesserungswerk Tempelhof" in Nr. 461 des„Vor- wärts" vom 2. Oktober 1926 schreibt uns die Reichsbohndivektion Berlin, gezeichnet Arnold: „Ein unbedeutender Vorfall, der sich am 15. Juni d. I. ereignete, wurde die Veranlassung zu einem Tob-suchtsarvfall eines Arbeiters. Es wurde daher auf krankhaft« Veranlagung des Arbeiters geschlossen. Do im März dieses Jahres bereits«in ähnlicher Anfall ai'fgeireten war, sah sich die Werkleitung genötigt,«in bahnärzlliches Gutachten über den Gesundheitszustand dieses Arbesters einzuholen. Das Guiachten ergab sein« Untauglichkeit für den WerkstSttendienst. Gegen die hierauf oorgenonmien« Kündigung erhob die Betriebs- Vertretung Einspruch beim Gewerbegericht. Die Klag« wurde ab- gewiesen, da die Kündigung nicht als unbillig« Härte gemäß § 80 Abf. 4 der BRV. anzuerkennen fei." Di« tatsächlichen Mitteilungen, die in dieser Zuschrift enthalten sind, haben wir bereits mitgeteilt. Allerdings ist es nicht richtig. daß der betreffende Arbester einen„T o b s u ch t s a n f a l l" erlitten hat. Wir möchten doch wissen, auf welches ärztliches Zeugnis die Reichsbahndirektion sich stützt, wenn sie von«inem Tobsuchtsansall spricht. Der„unbedeutend« Vorfall" stellt sich so dar, daß einem Arbeiter, der auf einer Leiter arbeitet«, die Leiter unter den Füßen wegrutschte, so daß der Arbeiter sich in seiner Geistesgegenwart nur dadurch rettet«, daß er sich an das Gerüst klammert«. Di« Reichs- bahndirektion spricht von einem„bahnärztlichen Gutachten", aber nicht von den Gutachten zweier Spezialisten, die dem bahnärztlichen Gutachten widersprechen. Warum geht aber die Zuschrift der Reichsbahndirektion nicht auf den eigentlichen Kern unserer Kritik«in? Wir hatten es bedauert, daß man dem entlassenen Arbeiter, der sechs Jahr« im Werke Tempelhof gearbeitet hat,«in Zeugnis ausstellte, das dem Arbeiter die Erlangung einer anderen Arbeitsstelle fast unmöglich macht. Ist das etwa nicht unsozial?_ Die Seminare der Berliner Gewerkschaftsschule. Die Ersahrungen innerhalb der Berliner Gewerschaftsschul« haben bewiesen, daß«in« beträchtliche Zahl interessierter und be- fähigter Gewerkschaftsmitglieder m jahrelanger Arbeit bemüht ist, die «rforderliche Reiß- für den Besuch der Seminar« zu er- langen, um dort mst noch stärkerer Intensität und selbständiger Mit- arbeit sich wissenschaftlich« Tatsachen und Forschungsergebnisse zu eigen zu machen. Mitte Oktober beginnen folgende Seminare der Gewerkschaftsschule ihre Arbeit: Ein a rb eit s r« chtl i ch« s Seminar,«in Seminar für praktisch« Nationalökonomie,«w kulturpoliti» s ch e s und ein sozialpolitische» Seminar. Die Teilnahm« an der Seminararbeit steht nicht nur den in den Arbeitergruppen der Gewerkschaftsschule vorbereiteten Schülern offen, sondern allen Ge- Werkschaftsmitgliedern, welch« die notwendigen Vorbedingungen an Kenntnissen und persönlicher Ausdauer erfüllen. Die Aufnahme in die Seminare erfolgt nur nach vorheriger persönlicher Anmeldung. und Rücksprache im Schulbureau(Engelufer 24-25) während der Lehrberatungssprechstunden(Montags und Freitags von 4 bis 7 Uhr). Die Teilnehmerkosten betragen für Vollerwerbstätige 1,50 M.(für je zehn Arbeitsabende), für Kurzarbeiter 75 Pf. Für Erwerbslose ist auch in den Seminaren die Teilnahme unentgeltlich. Jubilar-Ehrung der Buchbinder. Der Berliner Ortsverein des Verbandes der Buchbinder und Papierverarbeiter ehrt auch in diesem Jahre diejenigen Mst- glieder, die 25 Jahre der Organisation angehören. In einer Iubiläumsnummer des Berliner Mitteilungsblattes wird die Tätig- keit der Jubilar« und die allezeit bewiesene Treue zum Verbände gewürdigt. Für die diesjährige Iubilarfeier werden ISS Mitglied«. davon 126 männliche und 32 weibliche, gezähst. Eine weit größere Zahl von Verbandsmitgliedern konnte schon früher auf eine fünsundzwanzigjährige Zugehörigkeit zur Organisation zurück- blicken... Von den Jubilar«« ist ein großer Teil noch heute als Funktionär tätig. Sie alle haben zum Ausstieg der Organisation beigetrogen. Gleichzeitig sind 25 Jahre vergangen, seit der Berliner Arbeits- Nachweis für Buchbinder und verwandte Berufe ins Leben ge- rufen wurde. Am Sonnabend, den 16. Oktober, veranstaltet die Ortsverwaltung im Gewerkschaftshaus ein« würdige Iubilarfeier. Als Anerkennung für die dem Verbände geleffteten Dienst« wird den Iubilaren eine Ehrenurkunde überreicht. Ncichskonfcrenz der Textilarbeiterinnen. Am Montag begann in Gera der erste Reichskongreß der deutschen Textilarbeiterinnen, die im Deutschen Terlilnrbeiterverband organ-siert sind. Ueber 400 weibliche Delegierte nahmen an der Tagung teil. Weit über eine halbe Million Frauen und Mädchen sind im Textilarbeiterverband organisiert, das ist mehr als Zweidrittel der Mitgliedschaft. Die schweren gesundheitlichen Gefahren, der die Textilarbeiterinnen ausgesetzt sind, stehen im Mittelpunkt der Beratungen. Unfallgesahr, Unfallver- h ü t u n g, insbesondere bei schwangeren Textilarbeiterinnen, werden von Praktikern und Theoretikern behandelt werden. Unter den Referenten befinden sich die Frauensekretärin des ADGB. Gertrud Hanna und Genosse Dr. med. Moses- Berlin. Während der Tagung findet eine große Demonstration statt, an der sich außer den 400 Delegierten die gesamte organisierte Textilarbeiterschaft von Gera und Umgebung beteiligen wird. Polizeiterror in Sukareft. Aus B u k a r e st wird gemeldet: Während die Funktionäre der unitarffchen Gewerkschaft der Typographen ein« Sitzung ab- hielten, drang die Polizei ins Gewerkschaftshaus e i n und verhaftete alle Anwesenden. Die gesamten Schriften, wie auch die Bibliothek wurden beschlagnahmt. Während dessen hielt in einem Nebensaal die Gewerkschaft der Metallarbeiter eine Sitzung ab. Nachdem man von der Verhaftung erfuhr, wurde eine Pro- testresolution dagegen angenommen, worauf die Polizei auch hier eindrang und alle Anwesenden, über 500 an der Zahl, v e r h a f- tele und abführen ließ. Die Presse nimmt mit großer EMrüstung dazu Stellung, verlangt die sofortige Freilassung aller Ge- fangenen, strengste Untersuchung gegen die Polizeikommissare, da die Gewerkschaftstättgkeit durchaus legal wäre. Erfolgreicher Streik in MoSka«. Moskau, 11. Oktober.(MTB.) Der Streik der Angestellten der indoeuropäischen Telegrgphengesellschaft aus dem Gebiet« der Sowjet- union ist nach 49tägiger Dauer beendet worden Die Verwaltung hat die Forderung der Streikenden nach Erhöhung des Arbeitslohnes erfüllt._ «djittitfl,»«trieb« ä!« u»d Baudeleaiert« des Deutsch«« Bauqcwerk-bu-tes. Beuqcwerlschast»erli»! Am Mittwoch nachmittag S Uhr findet im Dewerk- fchaftohau«.«roher Saal,«ine Baudelegiertenversannnlung de» Hoch-, Ties- und Be.-anbaugewerb«» mit äuherst wichtiger Tagesordnung statt. Die BetriebsrSte sowie Baudelegierten werden ersucht, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte ist am Saaleingana vorzuzeigen! ohne sie kein 8utritt. Der Beecinsoorftaad. Graphische» Gewerb».„Der stilucpfer-' Nr. S ist von heut« od abzuholen bei Senning, Alerandrinenftr. 44. Wir bitten aüe Funktionär« und Parteigenossen, für weiteste Berbreitirng in den Betrieben Sorg« zu tragen. Der Werbcausschuh. Berband der Maler und Lacklerer. Dienstag. 12. Oktober, 7 Uhr, im©e- werkschaftshaus. Engelufer 24— 25, Saal 2, Lacksererverfonnnlung. Taae»- ordnung: 1. Di« wirtschaftliche Lage im Bau- und Lackierergewmch«. 2. Be- richt von der Beiratssshung und Delegirrtenversammlung. Die Scktionsleitung. grei« Seweekschaftsjugenb. Seut«. Dienstag, 12. Oktober, Uhr, tagen die Grirppen: Landsberger Plag: Jugendheim Diestrlmeverftr. 5. Lichtbild«». werboabenb:„Eine Wanderung durch die Mark". Eintritt 15 Pf.— giraak- fnrter Alle«: Jugendheim Tilsttcr Str. 4— 5, 1 Tr. Diskussion:„Schlllerriite und Iugendvertrauensleute".— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22. Wir leken au»„Iunakämvferinnen".— Treptow: Jugendheim Wildenbruchstr. SS— 5J. Vortrag:„Arbeitgeber- und Arbeitnehmerrrganifationen".— Spandau: Jugend- heim Lindenufer l. Spiclabend. Iugendgruppe de, ZbA. Heute, Mittwoch. 7>,z Uhr, fiirden folgende Ber» «nstaltungen statt: Bezirk Lichtenberg: Jugendheim Schul« Goßlerstr. bl. .,6 weck und 3iel des 8t>A."— Bezirk Wedding-s-fundbrunnen: Jugendheim Schönstedtftr. 1 sLedigenheim), 5 Tr.„Das Wirken von starl Marx und Friedrich Engels" tLange).— Bezirk Reukölln: Jugendheim Rogatftr. SS. Ausspräche- abend.— Bezirk Schöneber,: Jugendheim Sanplstr. 15 fZrankenlandjimmer). „Moderne Kunst" fLevinMl. Bezirk»« mt Rrinickendarf. Wichtige sTraktionsverkammIung oller beim Be- zirksamt beschäftigten Genoss-n am ssreitag. 15. Oktober. IVi Uhr im Volks- haus Reinickcndorf-West, Scharnweberstr. 114. Sympathissrrendo'stnd«inzu- führen._ Der �raktionsoorstand. vi« Sparkasse der Sank der Arbeiter. Angestellten and Beamten A.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Uhr und 5—7 Uhr. Sonnabend, von 9—1 Uhr geöffnet. Verantwortlich für Polllik: Dr. Enrt Genet; Wirtschaft:»rt»r Saternu»: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; sseuilieton: ff. ch. Döichcr: Lokale» und Sonstiges: I?rih ff-rstadt! Anzeigen: Th.»locke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag S. m. b. S.. Bcrliv. Druck: Borwärts-Buchdruckerel und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindcnstraste 3. chiet» 2 Beilage» und..Unterhalt-»»»»» Will-»". -ArbeHsnot und höbe Steuern belasten die deutsche Wirtschaft unerträglich. Willst Du dem tat« kräftig entgegentreten?— Dann kaufe nur deutsche Reifen 1 Das neueste Produkt Deutschlands größter Reifenfabrik ist der„Conti» ncntal- Schwarz"; er erzielt erstaunlich hohe Kilometerleistungen- t Nr. 460<• 43. Jahrgang ?. Heilage öes Vorwärts vienstag, 12. Oktober 1420 (Eine, neu? Welt hat sich aufgetan: das Kind ist en't deckt worden!— Wcih: hastig, neu entdeckt, so unglaublich es auch klingt. Und oft nur langsam begreift die ältere Generation, daß in diese Welt nicht einfach unsere altgewordenen und verknöcherten Begriffe hineingetragen werden dürfen. Wenn wir die Kinderbilder unserer klassischen Kunst sehen, von Velasquez bis zu den Malern des Ztokoto sehen wir lleure Puppen, Zlesfchen der Erwachsenen, die kindlichen Körper in„Gcsellschaftskleidung" eingeschnürt. Und noch vor wenigen Jahrzehnten konnte man in„Familienzeitungen" den guten Rat finden, daß sorgsame Mütter ja darauf achten sollten, ihre kleinen Töchter ja recht zeitig, schon im siebenten und achten Jahre, an das Korsetr zu gewöhnen,„um eine schöne Figur zu er. zielen". Und das waren nur gutgemeinte Verschönerungsmaßnah- > en! Wie stand es da erst um die Erziehung sonst! Wie oft wurde s> nach Wilhelm Büschs Versen geübt: Dies ist Druffen seine Regel: Prügel machen frisch und kregel Und sie wirken ganz probat Sowohl nach wie vor der Tat! Nun hat sich vieles, vieles geändert. Das Gesetz schützt heute das Kind in einem Maße, das unseren Großeltern noch recht über. Zmmer noch leben Kinder in einer gespenstischen Well, in der alle Begriffe verkehrt sind, in der„Muster" oder„Vater" nur Be- griffe sind für feindliche Mächte, denen man restungslos ausgeliefert ist. Es brauchen immer nur Stiefeltern zu sein, oft wird gerade ein Kind aus einer größeren Geschwisterreihe das Opfer irgendeiner tiefen Abneigung einer der Ellern, wie das kleine dreijährige Mädel- chen, das jetzt in dem Heim des„Vereins zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung" lebt. Die eigene Mutter hatte dies, chr zweites Kindchen, so mißhandelt, daß die Kleine schon einen fast idiostschen Eindruck machte. Erst eine längere Beobachtungssrist stellte fest, daß alle anormalen Erscheinungen bei diesem Kinde nur auf eine grenzenlose Verschüchterung zurückzuführen waren. Das Mädclchen ist jetzt von dem Vorstand der Wilmersdorfer Ortskranken- lasse gewissermaßen adoptiert worden: er hat ihm eine Freistelle in dem Heim gestiftet, um ihm eine ungestörte Entwicklung zu sichern. Gerade dieser Fall weist wieder auf eine Lücke in unseren gesetzlichen Bestimmungen hin. Es ist schon nicht leicht, die Fälle körperlicher Mißhandlung so festzustellen, daß sie eine entsprechende Sühne finden können. Aast immer wird sich der oder die Zlngeklagle da mit„erzieherischen Absichken" herauszureden ver- suchen und es oft genug auch können. Gar nicht zu fassen sind meist die seelischen Quälereien, denen diese unglücklichen Kinder unter- warfen werden. Das Kind darf sein Herz an nichts hängen— und wäre es die zerlumpteste Puppe, sie wird zerstört: es wird ihm ein Arbeitspensum gegeben, dos bei aller Krastanspanmmg nicht bewältigt werden kann, nur damit die Furcht vor der angedrohten Strafe die Qual verschärst. Es wird ihm verboten, mit anderen Kindern zu spielen, das Kind wächst als Ausgestoßener auf. Wie mancher„unerklärliche" Schülerselbslmord gehl aus derarlige häusliche Erziehung zurück, und in wieviel sensiblen Kindern wird so der Grund zu Neurosen, zur Hysterie gelegt! Besonders Trunkenbolde sind oft raffinierte Quäler der eigenen Kinder. Darum schlägt der „Verein zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung" vor, in das Strafgesetzbuch einen Satz einzufügen, der es auch unter Strafe stellt, auf Kinder„psychisch so einzuwirken, daß ihre körper- liche oder geistige Entwicklung gehemmt wird". vie Unehelichen. Die Erziehung der Unehelichen steckt voller Probleme. Das schwerste aber ist wohl dies: keins dieser Kinder darf, wenn sie es oerlangen, den natürlichen Eltern vorenthalten werden. Oftmals meldet sich die„Elternsehnsucht" aber erst dann, wenn das Kind in ein Alter gekommen ist, in dem man seine Arbeitskrast ausnützen kann. Dann wird, nach dem Buchstaben des Ge- setzes, das Kind den Pflegeeltern, die es oft Jahre, manchmal von der Wiege an betreut haben, fortgenommen, um in eine Umwelt zu kommen, die ihm fremd, zu Menschen, denen es nur Ausbeulungs- objekt ist. Nach dem Gesetz Ist weder dem Kind noch den Pflegeeltern zv Helsen, so lange„Sorge- und Erziehungsrecht" dem verlangen- den Elternteil nicht aberkannt sind. Da reklamiert eine Mutter ihren 14jährigen Sohn, um den sie sich seit ihrem Wochenbett nicht mehr gekümmert hat. Die Pflegemutter Halle schon eine Konditorlehr. stelle für ihn: aber die Mutter, Landarbellerin, kann ihn nun gut als„Hofgänger" gebrauchen. Und er muß hin zu ihr; denn„Ar- beit" ist„Arbeit". Und so wird ein junges Leben gerade in den entscheidenden Entwicklungsjahren gebrochen, weil da eine Lücke im Gesetz ist. Die Aufopferung dieser Pflegeeltern, die ein fremdes Kind, für das sie wenige Groschen Pflegegeld erhalten, durch Jahre betreuen und erziehen, ist oft über jedes Lob erhaben. Und gerade darum müßten hier Kinder wie Pflegeeltern davor geschützt werden, daß plötzlich ein„natürliches Recht" geltend gemacht wird, um das sich, so lange daraus kein Vorkeil zu ziehen war, niemand beküm- merte. Hier muß vorgebeugt werden. Die vaterlanöslosen. Im August 1325 tagte der erste Kinder wohlsahrtskongreß in Genf. Aber noch hat sich nichts an dem Schicksal der Kinder gc- ändert, die das Unglück haben, in irgendeinem europäischen Staat von fremder Nationalität zu sein: für sie gibt es weder in Schulen noch in Heilstätten Freistellen, für sie existiert die Fürsorge des Staates, in dem sie leben, in dem sie oft schon geboren wurden, nicht. Da muß eine fünfjährige kleine Polln in ein Nervensanatorium gebracht werden: jetzt ist sie in einem Privatkinderheim, der Vater ist mittellos und keine beamtete Stelle ist zuständig. Ebenso steht es Der Weg des blinden Bruno. 21] Roman von Oskar Baum. „Nein, wie hübsch er ist!" rief Fräulein Kritsch, als Bruno wieder in den Saal trat. Und die Mädchen umringten lhn, drehten ihn hin und her. Die Kleider waren ein wenig zu eng und kurz, aber das gerade machte allen so viel Spaß. „Es passe zu dem romantischen Adenteuer," sagten sie. Für Bruno wurde nachserviert, während man nun wieder musizierte. Seltsame Folter: Fisch, Braten und dann reaschwerk essen, indes in herrlichstem Ausdruck Jubel, Trauer. zitternde Zweifel der Liebe, Haß das Innerste zerwühlten! Wer weiß, an welchem Fenster jetzt Alwin sich den Hals aus- renkt, vereinzelte Melodiensetzcheii einzufangen! Und wieder empfand Bruno das Glück nicht als besondere Sluszeichnung; es gebührte ihm, oh, er würde noch viel mehr erreichen! Während der eingestreuten Pausen plauderten kleine Gruppen in Ecken, bei Fenstern, ums Klavier, am Büfett, und Bruno— man rief ihn da und dort— mußte sich allein im fremden Raum zwischen den Gruppen bewegen. Die- selben, die eben noch bewundert hatten, daß er ohne Hilfe essen konnte, hätten nun auch noch viel Wunderbareres von ihm als ganz selbstverständlich erwartet. Man»führte ihn auch nicht zum Klavier, als man ihn zum Spielen aufforderte. Und bei ihm, da es an die Grenzen des Möglichen ging, erwachte die Leidenschaft, über sie hinauszukommen. Er wurde beweglicher als die anderen, sprach bald bei diesem, bald bei jenem Kreis ein Wörtchen mit, gab gespannt auf die Verschiedenheit der vielen fremden Sstmmen acht, doch es geschah ihm zweimal, daß er, um durch seine Sicherheit zu verblüffen, jemand ohne Not mit Namen anredete, und sich irrte. Quälende kleine Stille entstand da immer und über fein Gesicht verbreitete sich e'-sig die blamable kindische Hitze, als wäre sein Gebrechen eine Schande. Ein Fräulein, das ihm schon beim Essen mit einem Scherz auf. ganz ungezwungene Weife das Glas Wein zur Hand gereicht hatte, zog ihn Mit einem Gespräch über seine Zukunft in eine Fensternische, hielt ihn dorr lange fest und blieb auch den weiteren Abend fast ununterbrochen an seiner Seite. Sie fragte ihn nach Mutter, Schwestern und, da er ein wenig kühl und hoffnungslos von Heim und Liebe sprach, schwärmte sie davon, wie schön es sein müsse, anderen das Glück zu bereiten, daß sie einem notwendig feien! „Bon ihr lassen Sie sich nur nicht raten! sagte der Vogel aus dem Konservatorium im Vorbeigehen,„Sie weiß sich selber nicht Rat!" Viele in der Gesellschaft waren, wie Bruno aus anzüg- lichen Scherzen merkte, dem sanften Mädchen, das Vilma Zehsem hieß, böse, weil sie gute Engagements ausschlug, um ihren kranken Vater zu pflegen und für ihre jüngeren Ge- schwister den Haushalt zu führen. „Dazu nimmt man Leute auf!" sagte Lizzi Geik, jenes Fräulein mit der kleinen runden Stimme. Irgendwo fängt doch auch die Pflicht gegen sich selber an." Mit Lizzi Geik sprach Bruno am liebsten. Er hörte so gern den Stimmklang. Ihr Wort, ihre Art, zu denken, war freilich nicht so anmutig. Vom ersten Satz an umhüllte jeden ihr Ernst, eine trocken sachliche, fast wissenschaftliche Gründlich- keit, auch wenn es Zartestes betraf. Als man Bruno zu spielen aufforderte, mußte sie, wie alle, gemerkt haben, daß er, selbst von den Mängeln seiner Schule gepeinigt, zwischen den vollendetsten Vorträgen hier sein geschmackloses Opernpotpourri noch hölzerner und häß- sicher herunterksopfte, als er hätte müssen. Aber von ihr hörte er keines der schonend freundlichen Worte, nicht einen Ton Bewunderung, Mitleid. Rührung. Sie erhitzte sich auch nicht mit der Empörung Aller über das gewissenlose Ver- nachlässigen edelster Begabung, die solche Lebensfrage der ohnedies von der Natur Zurückgesetzten war.„Es läßt sich nicht leicht feststellen," sagte sie,„ob Ihre minimalen Leistun- gen nur aus der schlechten Lehrmethode resultteren." Doch sie setzte ihm ausführlich die Fehler seiner Finger- und Handhaltung auseinander, zeigte ihm Uebungen, die Unarten zu bekämpfen, erklärte Sinne und Mittel der Kultur des Anschlags, der modernen Technik, nannte ihm eine kleine Reihe Klavierstücke, die er abschreiben und lernen solle. Dankbar empfand er ihre abweisende kühle Schärfe, wenn sie dazwischenfuhr, sobald man ihn zu viel nach interessanten Einzesheiten seiner Erziehung, Ursache seiner Erblindung und allerhand vermutlichen Sonderbarkeiten seiner Gefühlswelt ausfragte, z. B. nach der Möglichkeit von Farbenwiedergabe durch Töne oder vielleicht gar durch Tastempfindungen-' Meist kam derlei aus deni übermütigen Kreis um Fräulein Kritsch, dessen unerschöpfliche ansteckende Lustigkeit, die nur mühsam die Stille während der ernsten Musikstücke ohne kleinen' Zwischenfall überstand. Diesem Kreis war Sentimentalität und schmerzliche Sensation Werkwürdig nahe. Einer fragte einmal, ob Bruno nicht vielleicht die Menschen von einiger Entfernung auch noch dem Geruch erkenne. „Das kommt darauf an," versetzte Bruno lächelnd und alle klatschten ihm Beifall. Endlich begannen einige sich zu verabschieden, und Bruno beeilte sich, nicht der Letzte zu sein. Als Erich von Kröß ihn wieder zu seinen inzwischen ge- trockneten und gereinigten Kleidern hinaufführte, fragte er Bruno eindringlich, fast bittend, nach seiner Meinung über Lizi Geik. Es wäre psychologisch interessant, weil Bruno von ihrer Schönheit unbeeinflußt sei, und es habe für ihn persönlich eine besondere Bedeutung, fügte er sich entschuldi- gend hinzu, Bruno sei so unvoreingenommen, unbeteiligt: sein gewiß höher entwickelter Instinkt, von praktischen Erwägun- gen noch ungetrübt--- Er wartete wirklich mit großer Spannung auf Brunos zögernde, unsichere Antwort und erzählte ihm, daß das Mädchen mit ausgesprochenem Widerwillen gegen das Theater Sängerin werde. Sie hatte das kühl als die beste Möglichkeit berechnet, aus ihren kleinen, gedrückten Verhält- nisien herauszukommen. In heldischer Nüchternheit zertrete sie ihre Natur: mit übermenschlicher Opferung alles Unwill- kürlichen stoße sie bereitstehendes Glück von sich und ringe in Verblendung mit angespanntem Krampf aller Kräfte nach einem Leben, das ununterbrochene Qual werden müsse. Wie ihn seine Worte aufwühlten! Er lehnte zitternd nahe dem Tisch: vielleicht an einer Stuhllehne, vornübergeneigt und merkte gar nicht, daß Bruno mit dem Ankleiden schon fertig war. Unten fanden sie dann alle voll Ernst und Eifer bei der Beratung, wie Bruno und seinem Freunde raschest und gründlich zu helfen sei. Man wollte zum Direktor, ihm ordent- lich die Meinung sagen, die skandalösen Zustände in die Zeitung bringen, eine Untersuchung vorgesetzter Behörden verlangen! Vilma Zehsem warnte vor Gefahren, die für ihre jungen Freunde hierbei größer wären als mögliche Erfolg«. Lizzi sprach bei dem„Unsinn" überhaupt nicht mit. Sie forderte Bruno auf. Fräulein von Kröß zunächst seine und seines Freundes Zukunftspläne vorzulegen und zu sagen, was nach seiner Meinung für sie getan werden könnt«. (Fortsetzung folgt.) mit dem Schulunterricht heroanrcigend begabter Kinder-, auch für sie gibt es nur dann die Möglichkeit einer besseren Ausbildung, wenn sich ein privater Mäzen findet.— Dieses Problem der„Vaterlands- losen' wird wohl erst dann seine Regelung finden, wenn in den Kinderwohlfahrtskongressen wirklich international gearbeitet wird. -kc 3-t6 Fälle wurden dem Verein im Jahre 192Z neu gemeldet, 493 Kinder wurden von ihm in Heimen und Pflegeanstalten unter- balten. Oft ist das Eingreisen dieses Vereins trotz der Jugend- ämtcr erforderlich, wo es gilt, sofortige, schnelle Hilfe zu bringen: denn es ist fast unmöglich, die in„Ausführungsbestiminuirgen" und Paragraphenschlingen gefangen« soziale Hilfsbereitschaft so schnell zu mobilisieren, wie es die dringlichen Fälle erfordern. Und die Akten des Vereins geben Kunde davon, wieviel Hilfe hier doch noch not tut. Lvkaltermm im Moröprozeß Hochme. Die Hauptbclastungszxttgin widerruft. Gestern nachmittag um 1 Uhr begann t der Lokaltermin im Mordprozetz Bochme in Groszröhrsdorf. Von Dresden aus fuhr das Gericht in einem großen Rundfahrtomnibus nach der Unfallstelle, in einem zweiten Wagen folgte dann der Angeklagte unter Polizei licher Bedeckung, und den Schluß bildeten zahlreiche Wagen der Presse. Kurz nach 1 Uhr trafen die Wagen in Großröhrsdorf ein, einem recht idyllisch gelegenen Dörfchen zwischen Pirna und Lieb- stadt. Zunächst machte man vor dem Wohnhaus Dr. Boehmcs halt. Gendarmerie hatte den Platz abgesperrt, da die Dorfbewohner' sich samt und sonders in dichten Rechen aufgestellt hatten. Nach einer kurzen Besichtigung des in einem sauber gepflegten Garten ge- legenen Landhauses ging es dann nach der Unfallstelle selbst. Der Lokaltermin i gestaltete sich in seinem weiteren Verlaus außerordentlich günstig für den Angeklagten, da die H a u p t b c l a st u n g s z e u g i n, Frau Schoffrath, ihre bis- herigen Angaben fast vollkommen widerrief. Sic Hatto bisher ausgesagt, daß sie unmittelbar nach dem zweiten Schuß, der gefallen war, sich umgedreht und dann die Lorgänge gesehen hätte. Auf Vorhalt des Vorsitzenden und anderer Zeugen erklärte sie schließlich unter graßer Bewegung der Anwesenden, sie habe über- Haupt keinen Schuß gehört, sondern sich bei der Arbeit ein- mal zufällig umgedreht und die Gruppe der drei Personen erst in dem Augenblick gesehen, als der Förster Winter bei der toten Frau Dr. Bochme angelangt inar. Der Vorsitzeirdc ließ eine Gruppe bilden, so wie sie damals sich bewegt hat. Ein Gendarnt stellte Frau Dr. Bochme dar, ein zweiter den Angeklagten, während Förster Winter die ganze Szene dirigierte. Es wurde dann festgestellt, daß der Förster von dem Punkt aus, wo er den zweiten Schuß gehört hatte, bis zu der zu Boden gesunkenen Fran Boehme 16 Sekunden gebraucht hat. Die Hauptbelastungszeugin Schoffrath hat also seiner- zeit die ganzen Vorgänge erst eine Viertel Minute später gesehen, als sie ursprünglich angegeben hatte. Dann fand noch eine Besichtigung der sogenannten Raben- f eisen statt, wo Dr. Boehme angeblich oersucht haben soll, seine Frau in den Abgrund zu stoßen. Die Rabenfclscn, die in mancherlei Beziehung eine Miniaturausgabe der Bastei sind, stürzen jedoch nicht senkrecht in die Tiefe, sondern bauen sich terrassenförmig in Stufen von 2 bis 4 Meter Höhe auf. Falls Dr. Boehme überhaupt seine Frau hätte herabstürzen wollen, so wäre sie höchstens 2 bis 3 Meter tief gefallen, da die einzelnen Absätze dieser merkwürdigen Formation 16 bis 12 Meter Breite haben. Das Gericht überzeugte sich selbst, indem es mehrere Stufen hinobkletterte. Auf jeder Plattform konnten bequem Gruppen von 76 bis 86 Menschen stehen. Gegen 4 Uhr nachmittags wurde dann die Verhandlung abgebrochen und wird am Dienstag Morgen um 1416 Uhr im Landgericht Dresden wieder weitergeführt werden. (Sine Modefrisur-Schau. Jede Mode hat ihre Zeit, und der Herrenschnitt soll zugunsten weicherer, weiblicher Kopfumrahmung seinen Abschied nehmen. Da man kurze Haare bekanntlich nicht lang machen kann, greift man zu künstlichen Lockengebilden, die mit einem kühnen Griff am Bubikopf befestigt werden und es entsteht eine tadellose richtig- gehende„Frisur'. Zur festlichen Abendkleidung empfinden die Frauen, die keine anderen Kopfschmerzen kennen, den herben Jung- lingskopf als„zu wenig dekorativ' in der Wirkung des Gesamtbildes. Der Bund deutscher Haarformer sührte in den Räumen des Zoo im Rahmen einer F a ch m u st c r n> e s l e die neuesten Schöpfungen auf dem Gebiete der modischen Haartracht vor. Das kurze Haar, das nun einmal da ist, wird nicht mehr straff und mann- lich, sondern wellig und lose frisiert und zur Abendtoilette durch verschiedenartigen Schmuck zur Frisur ergänzt. Außerdem sah man bunte Perücken in rosa, lila, auch zweifarbig, zum Ballkleid. Die Kleidung nimnit Rücksicht auf Taille und Hüften, das schlichte ärmellose Hemdchenkleid hat losen, faltigen Röcken, blusigen Taillen, bauschigen, kapriziösen Aermeln das Feld räumen müssen. Es gibt wieder Spitzen, Rüschen und all die vielen Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtwirkung eben das Ewig-Wcibliche verkörpern. Die Mesie- stände boten alles Sehenswerte auf dem Gebiete der Berschönerungs- kunst in bezug auf Kosmetik und Haarpflege. Der verband der Friseurgchilfen hielt gestern seinen ersten Saisonabend„Mode in Weiß" ab. Gezeigt wurden hübsche Frisuren in Weiß, einer Mode, die augenblicklich etwas in den Hintergrund gedrängt ist. Aus dem Preisfrisieren gingen als Preis- träger Erich Jahnke, Arthur Veit und Paul Meine! hervor. Mit Trostpreisen wurden Karl Weißlogel und Edith Backhaus bedacht. Die Vorführungen der Berliner Feuerwehr und der Industrie auf dem Fahrgelände der Polizeiausstellung finden in dieser Wcche am Dienstag, den 12., Donnerstag den 14., und Sonnabend, den 16.. nachmittags 3 Uhr, statt. Ein Lehrkursu» über Sexualwissenschasl wird im Hörsaal des I n st i t u t s für Sexualwissenschaft(In den Zelten da) von Sanitätsrat Dr. Magnus H i r f ch f e l d unter Mitwirkung verschiedener Aerzte abgehalten. Der Kursus ist für Mediziner und Juristen berechnet und mit Vorstellung klinischer und forensischer Fälle verbunden. Beginn Mittwoch, 13. Oktober, abends 8 Uhr. Der Kursus(8 Abende) ist unentgeltlich, abgesehen von einer Ein- schveibegebühr von 2 M., die am zwetten Abend erhoben wird. Das Kommando der Schuhpolizei befindet sich seit dem 16. d. M. in der ehemaligen Alexanderkaserne, Prinz-Friedrich-Karl- Straße 2. Eingang am Weidendamm. Telephon Zentrum KS84---87 und Humboldt 4462— 03. Stuf est snnm jüt tiefe Rutrtl sind «erlin 6 SB 68, Sluteuftriche 3, partemachrichten für Groß-öerlln flets an das Be�i-keselreturtat. 2. Hof, i Step, recht», zu richte u. öözirksarbektsgemeinschast sszialöemokratifther öeamten Groß-öerlin. Mittwoch, den 13. Oktober, abends 8 Uhr, Sitzung in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 3, erster Hof, links. Tages» ordnung: 1. Die Werbearbeit während der„Roten Woche'. 2. Der Bezirksbeamtentag. Alle Obleute müssen erscheinen! _ Die Leamtenzenlrole. Heule, Dieru-kag. den 12. Oktober: 2. Steil Tiergarten. Ächtung, Äbteilungsleiterl Die Abteilungsleiter werten gebeten, hurte Dienstag, den 12. Olteter, atents 7 Uhr, wichtiges Pro. vagantaiubterial von Ärüger, Putlitzstr. 10, abholen zu lassen. 13. lte-ls Teworthof, Naricnterf, Marlenfelde, SIchtcnrate. Sonnabend, den 13. Oktober, im Jugendheim, Ümtenstr. 8, Vortrag:„Die(Entstehung einer Tageszeitung." Im Anschluß daran Führung durch die Borwartsdruckerei. Trcffpuntt abends 6 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3. GS. Abt. Tempelhof. 8 Uhr gah labende. 2. und 5. Vezirk: Bus«, Werderstrahe Scke Kaiser. Wilhelm. Straße. 3. Dczirl: Lange, Nlngbahnstr. 4, Vortrag: „Wie werbe ich in der Roien Woche?" 93. Abt. Reutölln. Uhr bei Lensch, Hermannstr. 199 tSlashasse), Vortrag: „Kommunalpolitik." Referent: Mar Fechner.' Diskussion. Abteilungs- angclegenhclicn. Kein Mitglied darf schien. ZUorgen, Mittwoch, den 13. Oktober: Mitgiiederversammlungen und Zahtabende. Thema in allen Versammlungen: „ver Kampf um Sie politijche Macht." 1. Abt. TU Uhr Schule Auguststr. 33. Referent David Sletter. Düste will. kommen. 2. Abt. 7ii Uhr bei Ohngemach, Kommandantenstr. 83. Referent Stadtrat - Genosse Schmäht. I. Abt. 714 Uhr im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, ikngelufer 24�5. Vor. trag:„Arbeiter- und Denossenfchaftsbewegung." Referent: Bruno Eroppler. Käste herzlichst willkommen. 4. Abt. 7,/j Uhr im gcichcnlaal der Schule Kleine Frankfurter Str. 3. Vor. bereilunge:: zur Werbewoche. 3. Abt. 7% Uhr im Rofenthalcr Hof, Rofenthaler Str. 1061. Tagesordnung: „Unsere Wcrbewoche." 3. Abt. 8 Uhr bei Büttner, Schwedtcr Str. 23, Vannerweihe der Abteilung. Festrede: Stadtverordneter Adolph Hofsmann. Mitwirkende: Eesangoerem Prenzlauer Vcrg und das Reichsbanner. Es wird um vollzähliges Cr. scheinrn familichcr Mitglieder gebeten. Gäste herzlichst willkommen. 8. Abt. T/j Uhr im Nationalhof, Bülowstr. 37. Referent: Dr. Micrendorff. 0. Abt. Ti Uhr im Artushof, Pcrlebergcr Str. 29, Portrag:„Die Arbeits» losen und die deutsche Wirtschaft." Referent Hermann Harnifch, M. d. L. ..Vorwärts".Lsfer, Freunde und Bekannte sind hiermit herzlichst eingeladen. 10. Abt. Uhr in der Schule Alt-Moabit 23. Referent Dr. Theodor Tlchauer., 11. Abt. 7!4 Uhr bei Berger, Levctzowstr. 21, Vortrag:„Die Aufgaben der Sozialdemokratie." Referent: Dr. Alfred Freund. 12. Abt. T/i Uhr bei Schmidt. Wiclcfstr. 17. Referent Ernst Neumann. Gäste willkommen. Alle Mitglieder müssen unbedingt erscheinen. 13. Abt. 7!4 Uhr im Aitushof, Pcrlcbcrgcr Str. 29. Referent Genosse Fritz Wilbung. 14. Abt. 8 Uhr ftahlabende bci Bonk, Gottschall und Stark. 13.-Abt. 7!4 Uhr bei Goldbach, Vinetaplatz 7, Gemeinschaftlicher Zahlabend. Tagesordnung:„Unsere Arbeit in der Roten Woche." Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Genossinnen und Genossen dringend eriörderlich. il. Abi. 7H Uhr bei Müller, Schcringstr. 10. Referent Viktor Krüger. 17. Abt. 7' f. Uhr Zablabendc bei Herth, Tegeler Str. 30, Schreiber, Trift. stratze 63, und Bader, Triftstr. 49. 18. Alt. 7'/. Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 19. Abt. 8 Uhr Zohlabendc in den bekannten Lokalen. Alle Mitglieder müssen unbedingt erscheinen. Di«„Stunde der Lebenden" vereinigte Prokofieff.Krenek und K a u n. Drei Komponisten, die zuerst als Gegensätze erscheinen. Kauns Musik erinnert an die deutsche Romantik, eine etwas schwer» mütige, versonnene Melodie, verinnerlicht und� leise profcssoral, Pro- kofiess dagegen von kalter Ueberlegenhest, Spötter und Jongleur. Aber beiden wie auch Krenek ist die Sehnsucht nach der Melodie gemeinsam, alle drei sind Romantiker, und Prokofieff vertritt etwa wie Tieck das mephistophelische Element, wenn sich auch seine Ironie weniger dem Leben als den überkommenen Kunstschablonen gegen- über äußert. Witzig und sprühend umriß Prof. W e i ß m a n n das Bild dieser Musiker, und Elisabeth K l e p n e r sang mit angenehmer, ousgeglichener, aber kleiner Stimme drei Lieder von Krenek. Max Hansen und Paul Morgan zeigten sich seit langer Zeit wieder in ihren Dialogen als Opti- und Pessimist, gewisiermaßen gaben sie eine geistreich pointierte, wenn auch nicht durch beißende Schärfe verwundende Satire aus allerlei Zeitereignisse. Das Abendprogramm war aber in seiner Zusammensetzung durchaus verfehlt. Man sollte nicht Hermann S t e h r am Sonntagabend vorlesen. Dieser schwer- blütige, erdverbundene Dichter, dessen Romane und Erzählungen von einer monumentalen Einfachlzeit sind, eignet sich nicht zum Sonntags- Vortrag. Der Rundfunk fällt von einem Extrem ins andere. Nachdem Lucie Höflich die Stehrsche Erzählung„Die Großmutter' gelesen hat, folgt ein„heiterer Teil', der mit abgestandenen Chansons, von Fritz B e r g e r und Edith Karin übrigens recht nett gesungen, aufwartet. An sich ist es geschmacklos, unoriginelle Kabarctthuter auf Stehr folgen zu lassen, und der Rundfunk könnte sich bemühen, hier eine Auswahl zu treffen. Ueberflüssig aber ist am Sonntag be- stimmt die literarische Pose, die der Rundfunk zu unpassender Zeit anzunehmen beliebt. Dem Gedenken Anton Bruckners galt das Montag-Abend- Konzert. Vor dreißig Iahren starb dieser große Sinfoniker, damals nur von wenigen gekonnt, der Ruhm Brahms verdunkelt« ihn. Man spielte die siebente Sinfonie in B-Dur, durch die einstmals Nikisch Bruckner zum erstenmal in den Brennpnnkl des Interesses rückte. Ja, Bruckner stand unter dem Einfluß Wagners, er begeisterte sich an diesem berauschenden Orchestertlang, an dieser Farbigkcit und diesem Glanz, aber er verband damit ein tief reli- giöscs Gefühl: Barockes lebt in ihm, feine Musik ist pompös und berauschend wie eine Kirche des Barocks und dabei doch von ergreifen- der Vcrinncrlichung und von manchmal erschütternder Melodik. lind neben den Sinfonien stehen seine Messen für großes Or- chester, Chor und Solostimmen. Der Rundfunk gab das Credo aus der B-Moll-Messe. Die Aufführung unter Götz zeigte hohes Niveau. Bielleicht hat diese Aufführung das Interesse weiter Kreise für Bruckner geweckt, der in Norddeutschland noch immer nicht das eingesessene Heimatrecht erworben hat, das er verdient. Dss Rundfunkprogramm. Dienstag, den 13. Oktober. Außer dem üblichen Taffespropramm; 1230 Uhr nnchm: Die Viortelstnnde für den Landwirt. 4 Uhr nachm.: Dr. RudoU Wegnor:„Raubvogel schütz". 4.30 Uhr abends; Josef Wiener-Braunsberg liest aus eigenen Werken.(Zn seinem 60. Geburtstag). 5—6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkopelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski. Anschließend: RatschlSge fürs Hans, Theater- und Filmdienst 6 30 Uhr abends: Stunde mit Büchern. Max Bruns:„Selige Reise". Hausmärchen der Gebrüder Grimm. Die schönsten Schilderungen aus Brehms Tierlebon. Die Tierbücher. E. War- litz:„Gesalzenes und Gepfeffertes". 7 Uhr abends: Hans-Bredow- Schnfe fBildungskurse). Abteilung Volkswirtschaftalehre. Dr. Oskar Stillich:„Einführung in die Nationalökonomie".(Grundlegende BegriSej. 7.30 Uhr abends: D. Dr. Friedrich Lange: „Geistige und seelische Anschlußfragen". 8 Uhr abends: Serde- spiola„Ädrionno", Operette in drei Teilen von Pordos-Milo und Günther Bibo. Musik von Walter W. Goetzo. Dirigent: Bruno Seidler-Winkler. Leitung: Oornelis Bronsgeest. Personen: Anna Xwanowna. verwitwete Herzogin von Kurland: Molly Wessely; Moritz von Sachsen: Erik Wirl; Baron v. Kayserling: Artur Hell; Bestuscheff, Oberkammerherr: Willi Winter; Adrienne Leoouvrour, Mitglied der Comidie Frarnjaise: Martha Serak; Fleury, Tänzer beim Hofhallett in Paris: Hermann Böttoher; Iwan Poppowitaeh, Diener des Moritz von Sachsen: Hermann Blaß. Offiziere, Kammerherren, Hofdamen, Heiducken. Zeit der Handlung: 1726/27. Anschließend: Dritte Bekanntgabe dar neuesten Tagesnaoh- richten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und ITlm dienst. Königswusterhausen, Dienstag, den 13. Oktober. 8—3.30 Uhr nachm.: G. v. Eystzren, C. M. Alfleri: Spanisch. 3 30— 4 Uhr nachm.: Prof. Dr. Lowandowski; Die Tuberkulose im Schnlalter. 4—3 Uhr nachm.: Dr. Hans Labcdo: Klassische Dramen auf der Bühne(Gontho). S— 8 Uhr abends: Professor Dr. H artin an n: Zelle und Vererbung. 6— 6 30 Uhr abends: Geh. Ob.- Reg.-Rat Geitel: Deutsohe Technik. 7—7.30 Uhr abends: Dr. phil. Wegner: Winterfütterung der Vögel. Vogeltränken. 7.30—8 Uhr nachm.: Dr. Fechter: Mümford: Vom Blockhaus zum Wolkenkratzer. Ab 8 Uhr abends: Uebertragong aus Berlin. 23. Abt. 7!4 Uhr Zahlabendi in dcn bekannten Lokalen. Wegen der wich. tigcn Tagesordünag ist das Erscheinen samtlichrr Mitglieder unbedingt ersarderlich."„., 21. Abi. 7i4 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen., 22.«bt. 8 Uhr Zahlaoende bei Scholz, Fehmarnsir. 1, Radzap, Brüsielrr Str. 43, Herms, Aiüllerstr. 23. 23. Abt. 7is Uhr gahlabende bci Lcwandowski, Seestr. 134, Taube, MMer. stratzc, und Tietzc, Barfußstr. 9, Vortrag:„Kommunale Politik." Refe. - rent: Eenosse Ärcienbrink. �. 24. Abi. 7V3 Uhr Zohlabendc. 1. Gruppe: Rosner, Jnunanuelklrchstrnße. U. Gruppe: Schmidt, Marienburgsr Srraße. 2. Gruppe� Winzer, Win«. stratzc Ecke Ehristburger Ciratze. 3. Gruppe: Köhler, Greifswalder Strotze. 23. Ad),'s?Ü)C Zahlabendc bei Gott, Kniprodestr. 6, Kästner, Elbinger Sirotze 24, und Voronfki, Postcurstr. 3. Wichtige Tagesordnung. ,,Por° wärts"-Lescr willkommen. � 2«. Abt. 7hj Uhr bei Vcinlich, Weitzenburger Str. 1. Refercnt: Dr. Sieg. fricd Wctnderg. Thema:„Unsere Werbewoche" 27. Abt. 7itz Uhr Mi-.glicdervcriammluiig mit Fahnenweihe in den Schön» Häuser Fcstsäicn, Schönhauser Allee 127. Festansprache: Artur Erispien, M. d. R. Gaste wiülommen. Wir erwarten zahlreiche BcteUigung. 23. Abt. 7 Vi Uhr gahlabende in den bekannten Lokalen. Einteilung der Agitationsarbeiien für die Rote Woche. 29. Adt. 7li Uhr im Altersheim Danziger Etr. 62. Vortrag:„Partei und Freie Schule." Referent Richard Schröter. Gäste willkommen. 39. Abt. Tii Uhr im Ledigenheim, Poppelallec 13. Referent Theodor Kotz'ir. Alle Genossinnen und Genossen müssen unbedingt erscheinen. Gäste herz. lichsl willtommen.' 31. Abk. IVt Uhr in der Schule, Schönfließer Sir. 7, Vortrag:„Genf oder „Boikerbundl" Referent Viktor Schiff. Gäste willkommen. 32. Abt. 7Vi Uhr Gruppenzahlabende tu dcn bekannten Lokalen. Alle Mit. glteder sind oerpsiichtct, zu erscheinen zwecks Arbeitseinteilung zur Roten 33.«H?e'7H Uhr gahlabende bei Wegner, Etralaucr Alle« 31, Hofsmann, Stralaucr Allee 17; jenseits der Bahn bei Kienitz, Limon-Dach-Etr. 24. 34. Abi. Vli Uhr bei Rosin, Gubener Sir. 19. Referent Stadtrat Wilhelm Kühne, ivlückc, Warschauer Str. 17. Referent Wilhelm Richter. Für die anderen Bezirke Zahladend« in dcn bekannten Lokalen. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Gäste herzlichst willkommen. 33. Abt. Uhr gahlabende bei Gruppe 1 Töpper, Rigaer Sit. 85. Gruppe 2 Schule, Samariierstr. 20. Gruppe 3 Bombe, Voigtstr. 23. Gruppe 4 Borkowski, Schreincrstr. 32. 33. Abt. IVi Uhr gahlabende in den bekannten Lokalen. Tagesordnung: „linscrc Wcrbewoche." I» der 2. Gruppe spricht Genosse Schröder über: Was ist Sozialismus und was will er erwirken?" Achtungl Um 614 Uhr bei Busch, Tilflter Sir. 27, wichtig« Funkilonärsitzung. 38. Abt. 714 Uhr pünktlich Zahlabende in de» bekannten Lokalen. Alle Zahl. abcnde bcfancn sich mit der Vorbereitung zur Roten Woche. Kein Ge. nosse dars fehlen, sonst wird er geholt. Bezirk 183, 186, 187, 193: Mogwitz, Darnimstr. 13. Fortsetzung des Vortrages des Genossen Reinhardt über: „Ärankenlossen frage»." Bezirk 133: gahiabcud diesmal bei Rose, Grotzc Frankfurter Str. 18. 39. Abt. 714 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3, Vortrag:„Unsere Kommu, nalpolitik." Referent Fritz Schneider. ,. Unsere Rote Woche." 41. Abt. 714 Uhr gahlabende bei Schmidt, Teltower Etr. 18, Schuster, Chnmissoplatz 4, Lutze, Bcrgmannstr. 93, Mcnde, Gneisenaustr. 6a. 42. Abt. 7", Uhr gahlabende bei Wognrr. Vlücherstr. 61, Wiersdorfs, Urban. ftratzc 6, Vogclcr, Mitlcnwaider Str. 16, Vuhr, Vlücherstr. 38, Seehok, Willtbald-Alexis-Str. 3, Höhlkc, Bergmannstr. 69. Alle Mitglieder müssen erscheine». Gäste willkommen. 44. Abt. 7Vi Uhr in der Schulauln Reichenbergcr Etr. 44/43. Vortragt „Bottswirtschast und Weltwirtschast." Referent Paul Iudrian.„Unsere Rote Woche." 46. Abt. 7»-. Uhr bei Vurckhardt, Görlitz«! Sic. 53. Abteilungsangelegen. Helten, iie Vezirksführcr laden ein. Vollzähliges Erscheinen unbedingt erforderlich. 47. Abt. 714 Uhr gahlabende. Stadtbezirke 82, 83 Timpe, Adalbertsir. 17. Bezirk 97 Lier, Nauitpnstr. 9. �«ezirk S8�l>ts 109 Siedcnwpf, Muskauer 48. M. d. St. Gäste willkommen. Gharlottendurg. 31. Abi. 714 Uhr gahlabende. 1. Gruppe Schellhach„ Königin- Elisabeth. Str. 6. 2. Gruppe Scheidthauer, Sophie-Charlotte-Str. 24. 3. Gruppe Dörre, Tanckelmonnstr. 18. Vorbereitungen zur Roten Woche. Alle Mitglieder müssen unbedingt erscheinen.— 32. Abt. 8 Uhr bei Büttner, Kaiserin-Augusta-Allee 81, Vortrag:„Auslandspolitik und Lozialdemoktatic." Restreni Genosse Hepdemann, M. d. L. Die Role Woche. Verschiedene«.„Vorwärts-.Leicr und Gäste herzlichst willkommen. — 33. Abt. 714 Uhr Zahlabende. Schwcikcrt, Erasmusstr. 2. Referent Hermann Krüger. Lux, Huttcnstr. 26. Neserent Franz Waluga. Thema: „Der Kampf um die politische Macht." Gäste willkommen.— 34. Abt. 8 Uhr im Jugendheim, Rossncnstr. 4. Tagesordnung:„Die Rote Woche." - 33. Abt. 714 Uhr bei Reimer, Wilmersdoifer Etr. 21, Vortrag:„Die Sozialdemokratie in Staat und Gemeinde." Referent Eduard gachert, M. d. L. Gäste herzlichst willkommen.— 36. Abt. 8 Uhr gahlabende. 1. und 3.«W"'- m—------------— angelegenb erforderlich...__..,_______ L mKf st ratze 31. Vortrag:„Aufbau der kommunalen Verwaltung." Referent Genosse Eharlinskt. 2. Gruppe Thunack, Wielandstr. 4. Referent Genosse Katenstein. Gäste willlommcn.— 38. Abt. 744 Uhr im Ranle-Haus. Ranke» stratzc 4, vorn 4 Tr. Vortrag:„Der Schug der illcpudlik in der Recht. fprrchung." Referent Dr.- Miltner. Abrechnung und unsere Werbetätigkeit. 66. Abt. Spandau. 8 Uhr Markthalle, Ptchoiodorfer Ecke Adamstratze. Refr. rentin Margarete Echcnkalowsky. Gäste herzlichst willkommen. »7. Abt. Grunewald. 8 Uhr im.Findeneck", Hubertusbader Str. 8. Refe. rcnt Regierungsrat Otto Albrecht. Gäste willkommen. 68. Abt. Halens«. 714 Uhr Zahladend bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Vortrag:„Die Sozialdemokratie in der Kommune." Referent Stadtver. ordnete! Hans Woywod. Die Vezirksführcr laden ein. Wilmersdorf. 69. Abt. 8 Uhr bci Andreas, Pfalzburger Str. 63. Referent Dr. Albert Stein. Alle Mitglieder müssen erscheinen.— 76. Abt. 8 Uhr bei Kroihs, Holsteinische Etr. 60, Bortrag:„Meine Erlebnisse und Ein. drücke aus der Völkerbundsiagung in Genf.' Referent Dr. Rudolf Brett- scheid, M. d. R. Gäste herzlichst willkommen.— 71. Abt. 8 Uhr bei Jonas, Durlacher Ecke Bruchsal«! Stratze. Referent Dr. Alfred Korach. Gäste willkommen.— 72. Abt. 8 Uhr bei Schäfer, Augustaftr. 81, Bortrag: „Wie werbe ich für die Partei?" Referent Arno Scholz. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr im Lehrerzimmer der Gemeindeschule Mit. Vortrag:„Freie Echulgcmeindc." Referent Genosse Eduard Hahn. 74. Abt. gehlcndorf. 714 Uhr bei Mickley, Potsdamer Str. 23. Vortrag: „Mieterschutz und Wohnungsbau." Referent Ernst Rüben. Gäste herzlichst willkommen. Vorstnndsersatzwahlen. Bericht des Kafsscrers. Schöneberg. 77. Abt. 714 Uhr Zohlabendc. l. Bezirk Milde, Rollendorfstr. 16» Vortrag:„Deutsche-Außenpolitik vor dem Kriege." Referent Paul Bern. stein. 2. Bezirk Jürgens, Bardarossaslr. 5». 3. und 4. Bezirk Will, Martin.Luthcr.Str. 69,— 78. Abt. 714 Uhr gahlabende in allen Be- zirkcn. Wegen der bevorstehenden Agitaiionswoche müssen alle Mitglieder erscheinen.— 79. Abt. 714 Uhr gahlabende. 1. Bezirk Arndt, Bantzener Strasse 19. 2., 3. Bezirk Grunow, Gesslerstr. l». Bortrag:„Wohnungs- Wirtschaft und Hauszinsstcucr." Referent Genosse Mendt. 4. bis 6. Be. zirk Grotz. Scdanstr. 17. Portrag:„Innen, und Außenpolitik." Refe. rcnt Genosse Willberg. 7. Bezirk Podszus, Sachjendamm Ecke Reichardt. strasse, Vortrag:„Jnncn. und Autzcnpoliiik." Referent Adolf Hirsch. 8. Bezirk, Bezirk Lindcnhof Achtenhagcn, Vortrag:„Innen, und Aussen. Politik." Referent Dr. Friedrich Hertneck. Vollzähliges Erscheinen ist im. bedingt erforderlich. 60. Abt. 714 Uhr im Helmholtz-Gymnasium, Rüben». strasse 29. Vortrag:„Warum Sozialdemokratie?� Referent Wilhelm Landa. Gäste herzlichst willkommen. n. Abt. Friedenau. 8 Uhr gahlabende. 1. bis?. Bezirk Klabe, Handjerv. strasse 60/61, Bortrag:„Kapitalistische oder sozialistische Wirtschaftsform 7" Recfreni Emil Buchbolz. 4. bis 6. Bezirk Baginski, Taunusstr. 7 Ecke Etubenrauchftrasse. Politische Aussprache. ...mW WW ;; CD«! IDWi UöltUUCi Cö Ml€11 Ki üaöOlCÜJ \ 6 sorosain geiitüteo KMUgM sind am Mttivoch abend die Mieilungs- Versammlungen! Keiner darf fehlen! 82.«bt. St-glit,. TV, Uhr Mlaicnfic. 1., 2., S., 4. und 7. Bezirk Zahl. abend in den bekannten Lokalen. 3., 6. und 8. Bezirk im Lokal Laasch, Ringsir. 28. 9. Bezirk W-rmcke, Berliner Ecke Ringstrasc. 8Z.«bt. Lichterkeldc-West. S Uhr im Lokal Reinh. Schmidt, Hindenburg. dämm Eck- Äoonstrabe, Vortrag:«Moderne Literatur." 8t.«dt. Laniwitt. 8 Uhr bei Lehmann, tkaiser.Wilhslm.Str. 29/81, Vortrag: «Der Kampf um die politische Macht." Referent Helmut Lehmann. Gäste herzlichst toilllommen. 55. Abt. Tcwpclhof. 8 Uhr Zahlabende. 1. Bezirk Mendt, Borussiasir. 71. 8. und i. Bezirk Primus, Werder Ecke Friedrich-Karl-Strahe. 7. Bezirk Hapveldt, Gottlieb-Dunckel'Strahc Ecke Germaniastraße. Vortrag:»Wie werbe ich in der Roten Woche?" 87. Abt. Marienselde. TV Uhr Zahlabend bei Schuster, Kirchstr.«8. Tages. ordnui-.g«Die Rote Woche." Alle Mitglieder müssen erscheinen. 88. Abt. Lichtenrade. 8 Uhr i» der Schule Roonstraße. Wegen der wichtigen Tagesordnung Erscheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. Neukölln. 8». Abt. TV Uhr Zahlabcndc. 1. bis 4. Bezirk Brofe. Sander- straft« 10. 6., 11., 12. Bezirk Gläser, Pannicrslra'm Eck- Pfliigerstraße. 5.» 7., 8. Bezirk Rockmann, Reuterstr. 47. 9. 10., 18., 19. Dezirk Fischer, Hobrcchtür. 54. Referent Robert Breuer.— 99. Abt. 8 Uhr Mitglieder. uerfammlungen. 13. Bezirk Rüdiger, Lohmühlenstr. 86. 1Z., 26. Bezirk Uhr im Restaurant Berg. «Religiöser Sozialismus." Kdealkasino, Wcichsclstr. 8.—»1. Abt. 7'/, schkoßhohe, Karlsgartenstr. 6/11, Vortrag:_______ M..WW>.. Referent Bernhard Göring. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Düste herzlichst willkommen.— 92. Abt. TV Uhr Zahlabcndc. 14., 29., SO. Bezirk Eauter, Harzer Str. 88, Bortrag:«Ameriiareise." Referent Genosse Plettl.??., 28., 32., 83. Bezirk Ewald. Elbcstrassc Ecke Weserürasse. Bor- trag:«Die Bedeutung der Presse für die Partei." Referent Otto Meier, M. d. L. 81., 44., 43. 55. Bezirk Wolfs, Kaiser-Friedrich.Sir. 178, Bor. trag:«Polizei und Justiz bei den Fememorden in Bayern. Referent Felir Fechendach. 46., 47., 59. Bezirk Dehn, Richardstr. 108, Borirag. 72., 73. Bezirk Schneider, Rosenstr. 7, Vortrag. Alle Mitglieder mllssen unbedingt in ihren Aahlabend-n erscheinen. Ausserdem sehr wichtig« Mit- teilungen auf den gahlabenden.— 93. Abt. TV Uhr Zahlabende. 57. Le. zirt Beizer, Treptower Str. 23. 56., 58., 81. und S5. Bezirk Zimmer- mann, Stuttgarter Str. 41. Bortrag des Genossen Klausner, M. d. L., über»Die nächsten Aufgaben der Partei." 82. und 97. Bezirk Restaurant Kuiser-Friedrich-Str. 95, Vortrag:«Wirtschastskrise und Industriegemein- schaft." Referent Genosse non Ungern-Stcrnbcrg. 83., 84. Bezirk Riss- mann. Bähmische Str. 7. 95. Dezirk Pritzkow, Richardstr. 53. W. und 98. Bezirk Kdnig. Cannerstragc Ecke Elstersiraße. 99. Bezirk Warnstedt, Thüringer Str. 22, Sicdclung im Bärwinkel. Tagesordnung in allen Zahl- adcnden:«Unsere Arbeit in der Werbcwochc.—»4. Abt. TV Uhr. Zahl- abcnde. 51., 52., 08., 76. Bezirk Lokal Schräder, Steinmctzstr. 52. 64., 65., 66., 67., 77., 78. B-zirt Lokal Günther, Schillcrpromenade 11.— 95.«bt. TV Ubr in Wolfs» Gcsellsch-scshaus,«irchhofstr. 41, Vortrag: «Die aussenpolitssch« Lage." Referent Rechtsanwalt Dr. Eilgmund Kall- mann. Alle Mitglieder müssen unbedingt erscheinen. Gäste herzlichst will- kommen.- 97. Abt. TV Uhr Zahlabcnde. 79., 89,. 92. Bezirk KuhU. Leinestr. 1. 90.. 81. Bezirk Helmke, Warthcstr. 43. 1»4. bis 106. Bezirk Krüger. Emser Etr. 86-87. Refrrenten und Thema werden tu der B-r» sammlung bekanntgegeben.. 99. Abt. Brih-Bnckow. TV Uhr Zahlabend. 2. und 4. Bezirk und Groß. Siodeluna Britz im Lokal Bufchkrua. All«-ndci-n Bezerke in den be. kannten Lokalen. Alle Mitglieder müssen unbedingt-rschemen. Gäste will- 107. Abt!� Treptow. TV Uhr«nz-lz-hlabend«. 1. und 2. Jtzirt Stephan, «raetzstr. 1. 3. bis 5. Bezirk O-ttinger, KiefholzstraZe Eck- Elsenstratze. Lortrag:«Die Arbeit der Sozialdemokratie." Winke für dt« Agitation. Einteilung der Arbeit für die Rote Woche. 152. Abt.«anmschalenweg. TV Uhr bei Borgmann, Baumschulenstratze Ecke Kiefholzstrasse, Bortrag de» Genossen Dr. Adolf Braun. Sämtliche De- nassinnen und Genossen müssen erscheinen. Gäste und«Larwllrt�'-Leser herzlichst willkommen. 190.«dt Oberschineweide. TV Uhr bei Imberg. Wikhelminenhosstr. 54. Bor» trag über örtlich« Schulfragen. Referent: Genosse D-mdey. 2. Di« Rote Woche. Gäste können teilnehmen. 194. Abt. Riederschöneweide. 7V4 Uhr bei Raethel, Brückenstp. IS. Vortrag: ..Der deutsche Einheitsstaat". Referent Erich Steuer. 106. Abt. Johannis thol. TV Uhr bei Schreiner. Friedrichstr.«. Bortrag: ..Di« nächsten Aufgaben im Bezirk". Referent: Bürgermeister Srunow. Gäste willkommen. 199. Abt. Friedrichohage». 8 Uhr bei Scholz. Friedrichstr. 81. Vortrag:„Die Erwerbslosenfrage und der Berliner Mogisirat". Referent: Etadtverord» ne»er Robert Rohde. Il5. Abt. Grünau. 8 Uhr bei Werner. Käpenicker Str. 125. Vortrag:„Warum müssen wir UN» arqanineren?" Refereniin: Marie Kunert. W. d. R. Alle Miiglieder müssen erscheinen. Gäste herzlichst willkommen. III. Abt. Bchnsdorf. 8 Uhr bei Heimann. Waltersdorfer Etr. 100. Referentin: Luise Kahler, M. d. L. Gäste herzlichst willkommen. Lichtenberg. 114. Abt. 71h Uhr bei Piechek, Krossener Str. 14. Vortrag des Genossen Gnuno Theek. Sämtlich« Miiglieder müssen»rtchemen.— 115. Abt. Auf Beschluß der Funktionäre fällt die Abteilung-oersammlung au». Di« Genossen finden sich restlos in den bekannten Zahlabend- lokalen«in. Die Bezirksfllhrer weiden gebeten, dazu einzuladen.— lI5. Abt. TV Uhr in der Schul« Marktstr. 10—11. Referent: Dr. Karl Gerth. Gäste willkommen. Alle Mitglieder mllssen unbedingt erscheinen. - 117. Abt. TV Uhr in der Schul« Lllckstr. 53. Bortrag:«Die Rummel». burger Kraftwerke". Referent: Etablrat Rudolf Schlichling. Gäste will- tommen.— 118. Abt. Gruppenoersommlungen bei Kirsch, Vürgerheim» llroß«: Tempel, Gudrunstraße: Mix. Margaretenstraße und Eiewert, Irenen- liraße. In allen Gruppen Referatc zur sozialdemokratischen Werbewoch«. Gäste willkommen.— 119. Abt. 711 Uhr im Cäcilien-Lnzeum. Rathau«- straß« 8, Zelchensaal. TagesoUtnung:«Deutschland, der Bälkerbunh und die Ankoaben zur Raten Woche. Referent: Pollzeioberst a. D. Dr. Echlttziu- aer. Alle Mitgliedc: müssen erscheinen. Gäste willkommen. 724. Abt. Karlsborst. 8 Uhr bei Sausmann. Treskowallee 94. Vortrag und Bericht». Das Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. 122. Abt. Biesdorf. 8 Udr bei Parath. Marzahner Str. 31. Vortrag:«Die Aufgaben der Sozialdemokratie in der Republik". Referent: Erich Fraenkel. Gäste willkommen. 123. Abt««aul-do-f. 8 Uhr bei Ess-rich, Frankfurter Str. 85. Referent: Stadtrat Eugen Rosemann. 124. Abt. Mahledorf. TV Uhr Zahlabend für den Rordbezlrk bei»reldau, Liähnower Str. 5: für den übrigen Ortsteil bei Ander«, Vahnhofstraße. Das Erscheinen aller Mitglieder ist wegen der Vorbereitungen zur Roten Woche unbedingt erforderlich. � 125. Abt. W-iß-nsce. TV Uhr Zahlabend«: 1. V-zirk im Restaurant Ragel, Straßdurger Str. 82: 2. Bezirk bei Galla», Lchderstraße: 8. Bezirk der Poblmann. Lang« Str. 102: 4. Bezirk bei Iäckel, Berliner Alle« 228: 5. Bezirk im..Gillnen Baum" Berliner Allee 204. 127. Abt. SehenfckSnhinisen. TV Udr in der Schule Fr-Ienwalder Str.«. Portrog des Genossen Lehrer Rogge. Sämtliche Mitglieder müssen wegen der wi-siligen Tagesordnung erfchcinen. Gäste willkommen. 138./1S!).«bt. Pankow. 71, Uhr Zahlabend«: 1. Drupv» hei Roack. Kaiser- Friedrich-Str. 53. Referent: Genosse Stiealitz: 2. Gruppe im Restaurant Schwelzerhstlte, Maxlmilianstr. 41». Referent: Genosse Schmidt: Gruv»« 2» IM Restaurant Meeß. Berliner Straße. Ecke Llndenpromenad«. Referent: Genosse Flotau: 3. Gruone bei Dreier. Kisstnoenstr. 4. Referent Genosse Kubig: 4. Gruppe im Türkischen Zelt. Breite Str. 14. Referent Bernharb Krüger: 5. Gruppe im Restaurant Florastr. 73, Referent: Georg Ratbic: 5. Gruvve bei Reumann. Mcndclstr. 17. Referent: Stadtrat A. Rlemann: T.K. Gruppe im Forsthaus. Wellankstr. 115, Referent: S-n« Kamm: 9. Gruppe im Restaurant Dohnke. Mollonkstr. 81. Referent Otto Allst. M« Mitglieder mllssen erscheinen. Säst« herzlichst willkommen. Heiaersdorf. 8 Uhr bei Radatz. Tiniuastr. 65. Referent: Paul Brendel. Gäste herzlichst willl-mimen. 131. Abt. Ricbe-schänha>-sen. Vi Uhr Im Lokal Wilhelmshof. Kaiser-Wilhelm- SIraß« 64, Ecke«ichenstraße. Vortrag:«Vällerbund— Genf". Rcfcrent: Otto Bach,«äste kännen Eingeführt werden.„ m, 132.«it. Rlaak-nburg. TV Uhr bei»lug. Dorsstr. 2. 4.«DI- Bolks'Nrsorac und ihre B-d-utun« für die Arbeiierschafl". 2. Unsere W-rb-moch«. Er- scheinen eines feden Mitgliedes Pflicht. Säst« herzlichst w-llkomm-n. 133. Abt. Bv.chholz. 8 Uhr bei Rossock. S-uplstr. 71, Zahlabend. Tagesordnung: Di« Ro'e Wach«. 184. Abt. Buch. 8 Uhr im Lokal V8pfcrt. am Bahnhof. Tag-sordnung: Oraanisationsfragen. 185. Abt. Karow. 8 Uhr Zahlabend bei Klar. Pankgrafenstraße. Wegen der Einteilung ,ur W-rbewoche wird um pünktliche» Erscheinen ersucht. 137. Abt. R-inISeadorf-West. TV Uhr Zahlabend für alle Bezirk« Im Volk»- han». Scharnipeberstr.'114. Llchtbilderroetraa de» Genossen Kunkel:«Land und L-Ut- in den Dolomiten, und der Faschismus In Alt- und Reu-Italirn". Boiboreitunaen zur Raien Wo»- verschiedenes. 149. Abt. Borsigwalde. TV Ubr Zahlabend im Lokal Woitlchach. E-irststr. 1. Vortrag des Genossen Dollschläaer über„Die Tätiakelt der B-zirksper. ordneten im 20. Bezirk". All- Genossinnen und Genossen werden dringend gebeten, bestimmt zu erscheinen Obt. 149» Wittenau. 8 Uhr IM Lokal Schulz, am Dahnhof. Bortrag:«Unsore Kustiz". tzielerent: Gerb-rd Krämer. Gäste lännen eingeführt werden. Sämtlich« Mitglieder müssen erscheinen. 141. Abt Rasen thal und«lederichluhansen-lgeK. 714 uhr im Lokal Kübel. Riederlchänhaulen-Mest, G-nnanenstraß«. Tageso-dnuna: Unsere Werbe- woche. Jede» Mitglied muß erscheinen.»Vorwärts".Leser und Säst« ssnd 143. Abt?� Watt mann- In». 8 Uhr bei Dreißig. Maidmannstr. 4. Zahlabend. Referent: Willi Großmann. We Mitglieder erscheinen. Gäste können«in- geführt werden. Iungsozlalistea. heute. Dienstag, den 12. Oktober: Grnppe Lüden: 8 Uhr in der Juristische« Sprechstunde. Lindenstr. 3.„Evolution und Repolution"..— Arbeitsgemeiuschast der«inderf-enade. 82. Abt. Steglitz. Haute,«i-n-tag. 12. Oktober, nachmittag, 4 Uhr. Svlclen im Hoim Albr-chiftr. 47. Sterbetafel üer Groß-öerltaer ParteUGrgimtfation Sport. Pollzei-Hanöballmeisterlchast. Es war ein« recht stattliche Sportgemeinde, die sich am Sonn- tag nachmittag auf dem Sportplatz an der Avus eingefunden hotte, um Zeuge des Entscheidungsspiels um die deutsche Handball- Meisterschaft Zwischen der Berliner und der sächsischen Poli- zeimannschaft zu sein. Der unaufhörlich wehende Sturm behinderte Zwar die Spieler, tonnte aber die Leistungen beider Mannschaften nicht wesentlich beeinträchtigen. Gleich nach dem Anpfiff geht Berlin heftig Zum Angriff vor, verlegt die Kampfftäit« vielfach auf oie gegnerische Seite. Der Sturm findet sich lehr schnell zusammen, Durchbruch auf Durchbruch gelingt. Bis zur Halbzeit müssen die Torlatten Sachsens fünfmal das Leder passieren lassen. Sachsen kann dagegen nur einmal erfolgreich schießen. Berlins Torwächter Texhcimer war unverwüstlich und hielt wiederholt vorzüglich. Nach der Halbzeit wird der sächsische Sturm besser, kann aber den großen Vorsprung der Berliner Polizisten nicht mehr aufbolen. Berlin ge> lingen noch drei, den Sachsen noch vier Tore. Mit dem Resultat 8: 5 Tore verlassen die Gegner den Rasen. Berlin ist also Hand- ballmeister. Im Anschluß hieran fand ein Fußballspiel zwischen den Polizeisportvereinen Berlin und Wien statt. Das Spiel endet« mit 3:2 Toren für Berlin. Während Berlins Sturm in der ersten Spielhälste besser wirkte, zeigten die Wiener in der Zweiten Hälfte ein vorzügliches Kombinationsspiel. Trotzdem ge- langen ihnen nur noch zwei Tore.(Halbzeit 2: 0 für Berlin.) Rennen zu Hoppegarlen am ZNonkag. den 11. Oktober. 1. Rennen. 1. Morgenstern<2. Dargal, 2. Herbert sJaekel), 3. Ouilon(Huauenin). Toto: 32: 10. Platz: 17, 20, 15: 10. Ferner liefen: Nina, Aase, Dalid. Fratzquita. Romreise, Diana. 2. Rennen. 1. Wanderer(2. Varga). Toto: 48:10. Platz: 17, 44, 19:10. 2. tSomo kHahncZ). 2. tzJSlam sJaekel). Platz: 15. 40, 17: 10. Ferner Helen: Theoderich. Ilntrigant, Allenberg, Ten, Pollflet. 3. Rennen. 1. Tante Lotte sW. Tarraä). 2. Fllrstenbrauch(K.Narr) 3. Silbersasan(AlberSs. Toto: 143: 10. Platz: 38. t04. 25: 10. Ferner liesen: Persephone, Staffelstab, Sonnenwende, BardcS Bruder, Eleazar, Lasella, Heliotrop, Champagner. 4. R- n n e n. 1. Löwenberz II(®. Tarra»), 2. MiltiadeS(Vilek). 3 Tikiator(Bleuler). Toto: SS: 10.. Platz: 29. 51. 22: 10. Ferner liefen: Storm Cloud. Parffsal, Fürst Emmo, Memnon, Goncza Tora, Geisenheim. 5. R e n n e n. 1. Mardnck(H. Brown), 2. Weißdorn(2. varga). Toto: 34: 10. Zwei liesen. 0. Rennen. 1. Grafenkrone(O. Schmidt), 2. Orgel(Huguenw), 3. Lahncck(W. Tarras). Toto: 17: 10. Platz: 12. 15, 21: 10. Ferner liefen: Mea Diana, Vision II, Dämmerstunde, Florida, Svanahild. 7. Rennen. 1. Patrizier(Huguenin), 2. Goldenes Horn(ffi. Narr), 3. Romeo iVwzcnz). Toto: 38:>0. Platz: 17. 44. l9: 10. Ferner liefen: Dorn II, Torronc, Fasum, Radio, Grand Moufseur. Opponent, Greät Gala. La Piawe. Gesthästliches. Das Zeichen„E 3". Die Direktion der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke Akt.-Ges. halle schon bei verschiedenen Anlässen Gelegenheit genommen, auf eine begrüßenswerte Neuerung hinzu- weisen, welcher die Zahlungserleickterungen auf dem Wege der Ratenzahlung zugrundeliegt. Seit dem 1. Oktober leuchten bereits aus der Mehrzahl der Berliner Installations- und Elektro-Fach- gefchäste dem Publikum wirkungsvolle Transparente mit dem Zeichen„E 3' entgegen. Jeder Käufer, sofern er Aromabnehmer der Bewag ist, kann einen dort vorrätigen, gedruckten Antrag an die Bewag einsenden, woraufhin diese den nach Leistung einer An- Zahlung verbleibenden Rechnungsbetrag gegen einen fünf bzw. zehn- prozentigen Aufschlag für ihn vorlegt. Die Rückzahlung erfolgt dann in fünf oder zehn Monatsraten zugleich mll der Strom- rscknung, wobei festgelegt ist, daß die erste Rate erst in dem zweiten Kalendermonat, der auf die Lieferung folgt, erhoben wird. Nicht nur Beleuchtungskörper, Heiz-, Koch- und Haushaltsapparat«, sowie kleine Motore fallen als„E ä-Artikel" in den Bereich dieses Ge� fchäftes, sondern auch Installationen werden bevorschußt. wobei jedoch ein etwas anderer Weg gewähll wurde. Schwarz»der nicht schwor,? Me h«Im Wapen Linienführung. Ausbau und Farbe der Mob« untermorfcn sind, so gibt man h«ut« d«n modern«» Reifen eine vorteilhafte schwarz« Farbe, di« sogenannten schwarzen Reifen. Dieser Umstand ist itdoch ohne Einfluß auf die Qualität, well man bekanntlich i«l>« Summisort« ckemisch schwarz färben kann. Und doch d« deutet der von Deutschland» größter Reifcnfabrik herausgebracht« neu« Reifen„Eoutinental schwarz" eine außer- o: deutlich« Oualitätsoerbesserung. da er geradezu unverwüstlich und«igen« für unsere schlechien deutschen Straßen geschaffen ist. Leistungen von 30 000 bis 40 000 Kilometer sind kein« Sclienheit. Es kommt eben auf di« Qualität und dann erst auf die Farbe an.„Eontinental— Schwarz" ist die Bezeichnung von höchster Qualität. I�am ein Vogel gekiogsn. I-ieß sich nieder in Berlin. 12. Abt. Am Freitag, 8. Oktober,»erstarb unser langiähriger Genosse Ernst Ggllsch. Waldstr. 25. Beerdigung am Dienstag, 12. Oktober, nachmittags 2 Ubr, auf dem HcHands-Kirchhof, Plötzensee. Zahlreich« Beteiligung erwartet. Udbe Berliner? Unsere„Haipaus Mocca" ist nichts„Neues" sondern etwas„Besonderes". Wir haben unsere„Haipaus Mocca" zuerst in Rheinland und Westfalen auf den Markt gebracht; man hatte dort sehr rasch herausgefunden, daß„Haipaus Mocca" wirklich etwas Besonderes ist, daß diese Cigarette auf Grund ihrer besonderen Qualität erheblich mehr wert ist, als sie kostet. Das ist für uns die beste Anerkennung für unsere besondere Art, unsere Rohtabake einzukaufen. „Haipaus Mocca" ist eine besonders gute und besonders preiswerte Cigarette. - 5 Pfg.- H ALP AUS-CIGARETTEN-FABRIK G. M. B. H. BRESLAU UND KÖLN 26 Jahre»Freier Segler-Verband. Ein Jubiläum im Arbeitersport. Der.Freie Segler-Verband" tonnte sein diesjähriges Herbstfest mit dem Jubiläum des LSjährigen Bestehens des Verbandes verbinden. Im Riesensaal der.Neuen Welt* hatte sich am Sonnabend eine festlich gestimmte Schar von Arbeiterseglern mit ihren Damen unter den Verelnsstandern und der Verbandsflagge versammelt, um das Jubiläum zu feiern. Verbunden mit dem Fest war eine Preisver- teilung an die Sieger der diesjährigen Verbandsregatten. Die große Zahl der ausgestellten Preis« bewies, daß unsere Arbeitersegler Regatten fahren und Siege erringen können. Besonders der große „Falk«nstein-Wanderpreis* fand viele Freunde nicht nur bei den Seglern, sondern auch bei den vielen G ä st e n, die der Einladung der Festleitung gefolgt waren. Einige Silberpotale waren für die Sieger wertvollerer Rennen gestiftet, während eine große Anzahl von Einheitsplaketten— von Künstlerhand in Bronze ausgeführt— allen Siegträgern ausgehändigt wurden. Der� Preisverteilung voraus ging der eigentliche Jubiläums-Fe stakt. In seiner Ansprache gedachte der erste Vorsitzende P o s ch a r s k i der Pioniere des Verbandes, die vor 25 Jahren und in der Folgezeit die Grundlagen schufen, auf denen die Entwicklung des.Freien Segler-Verbandes* möglich war. Die freien Segler mußten sich ihren Weg gegen den Ansturm der bürgerlich-reakttonären Vereine selbst suchen und ebnen, aber es gelang und heut« steht das Werk, wenn auch nicht vollendet, so doch groß und achtunggebietend da. Ueber Berlins Grenzen hinaus nehmen in vielen deutschen Städten die freien Segler an ihrem Jubeltage teil; gerade diese Ausbreitung des Verbandes über seinen Ursprungsort hinaus beweist seine Notwendigkeit und seine Größe. In den ausgesetzten Preisen sehen die Mitglieder des Verbandes eine Anerkennugn für geleistete Arbeit, für Mut und Ausdauer im Sport. Poscharfki schloß mit einem begeistert aufgenommenen Gut Wind— Ahoi aus den Verband. Für die Wassersportvercine des Arbeiterturn- und Sportbundes überbrachte Schreck- Vorwärts herzliche Wünsche. Unter den vielen schriftlich eingegangene Glück- wünschen war auch eine schön ausgestattete Urkunde der.Freien Turnerschaft Groß-Berlin*. Nach Gesangsvorträgen des Friedrich-Hegar-Chores und der .Fidelen Typen* kam der Tanz zu seinem Recht. Die Jugend und auch manche alte Wasserratte bewiesen dabei, daß sie auf dem glatten Parkett ebenso zu Hause sind wie auf ihrem ursprünglichen Element, dem Wasser. Der.Freie Segler-Verband* hat m den zurückliegenden 25 Jahren seine Notwendigkeit bewiesen, er wird auch in der Zukunft der Sammelpunkt aller fortschrittlich und freiheitlich gesinnten Segler sein. Strdsjentoilf und Sportfest in Moabit. »Trotz der Ungunst der WitterungT Unter diesem Motto führten am Sonntag die Berliner Arbeitersportler ihren Straßen- lauf»durch Moabit*, der vom SV. Moabit ausgeschrieben war, unter großer Beteiligung von Einzel- und Stafettenläufern durch. Starke Teilnahme des Publikums in den durchlaufenen Straßen und am Ziel ließ erkennen, daß sich der Arbeitersport auch in diesem Stadtteil wachsender Beliebtheit erfreut. Der Verlauf des Straßen- laufes ist als großer Erfolg für die Bewegung zu buchen.— Resultate: «imcIISHfet, SM. A; 1. Blankenburg I. Moabit 27:18; 2. Fenglar.Droß.Besten. — Ansang«!: 1. Nakoins-AEC.: 2. öossmann-Echönow.— Ä«lt«!, Sportler: 1. Eonnenburg-Moabit: 2. SUcnnnttcin. Moabit.— Man nlchaltsw«rt»na: 1. Moabit I. 10 Punkt«; 2. ssrci.Etcttin, 11 Punkte.— Stafette nlans. 3X2,5 ftilometer, SM. At 1. Lichienberg, 27 Min.; 2. gichte-Wesi I, 7 Meter zurück.— SM. B: 1. SBeifienf« I; 2. Weißens« II.— Äl. D(Ruder- und Schwimm oerein): 1. Ruderoercin„Collcgia"; 2. Berliner Echwimm-llnion.— Stafettealans für Jugend, 5X1,5 jkilometcr: 1. Moabit I 22:58:02.— Sesamt-Stfasfcment der Mannschaften! 1. Lichtenberg: 2. Fichte-Wcst I; 8. Moabit. • Kürzlich hielt der im Nordwesten Berlins bestens bekannte Ar- beitersportverem„Moabit* sein traditionell gewordenes Herbstsport- fest aus dem Städtischen Sportplatz im Tiergarten ab. Zu diesen Sportfesten zieht SV. Moabit immer noch einmal alle Kräfte des Sports zusammen, um zum Abschluß der Saison zu zeigen, was im Sommer über erreicht wurde. Etwa 4 Sportler beteiligten sich an den Wettkämpsen und Uebungen. Nachstehend einig« Resultate: Sinzelläuse, Zugend: 1. Schulie(Schiineberg) 12,5.— 100 Meter Sportlerinnen: 1. Rau(Groß-Berlin) 13 Sei.— 100 Meter Männer(B>: 1. Sprenger (S.-O.) 11.9;(«lasse A): 1. Wienecke 11,5.— 100 Meter Aeltere Sportler: 1. Richter(Schöneberg) 13.5.— 1000 Meter Männer(«lasse B): 1. Höhne(ASC.) 2:50,6;(«lasse A): 1. Beyer(S.-O.) 3:43,9.— 300 Meter Mönner: 1. Baldt <�ichte-Siid> 37,6.— 200 Meter Aeltere Sportler: 1. Bergmann(Schöneberg) 24.8.— 3000 Meter Zugend: 1. ffiölfch 9:54.- 200 Meter Jugend: 1. Kriegel (Fichte-Süd) 24,8.— Stafetten: 4X100 Meter Männer(A): 1. ASS. 46,3.— 4X10« Meier Sportlerinnen: 1. 6.-0. 55,9.— 4x100 Meter Jugend: 1. ASS. 47,5.— 3X1000 Meter Zugend! 1. Groß-Berlin(Wedding) 9:18,6— 4X400 Meter Männer: 1. ASS. 8:37,3; 2. S.-O. 3:38,3.— lb-Stunden-Paarlaufen: 1. Dresden. Cotta 10,285 Kilometer.— AlXX.Zinndenstaffel: 1. AST. 1 9:38,5; 2. West 9:44,4.— Weitsprung: 1. Teller(West) 620 Meter.— Hochsprung Männer: 1. Lippert 1,70 Meter; Zngend: 1. Häusler(ASC.) 1,66 Meter.— Stabhochsprung Männer: 1. Kynast 340.— Speerwerfen Jugend: 1. Piel (Fichte-West) 44,73 Meter; Männer: 1. Klang(Groß-Berlin) 42,56 Meter.— Diskuswersen Männer: 1. Stadthaus(Fichte-West) 32,90 Meter: Sportlerinnen: 1. Socin(ASS.) 24,23 Meter.— Kugelstoßen: 1. Starke(Sparta) 10,81 Meter. Kaöccnncn„Soliüarität". Wer am Sonntag vom Bahnhof Treptow kommend in der achten Morgenstunde durch den herbstlich gefärbten Treptower Part schritt, traf auf der großen Wiese im sogenannten Treptower Stadion die Rennfahrer des ARB.„Solidarität* an, die zu ihrer radsportlichen Herbstveranstaltung in recht stattlicher Zahl angetreten waren. Trotz der frühen Morgenstunde umsäutnten einige tausend Zuschauer die Bahn, den Mantelkragen hochgeschlagen, tief die Hände in dieTaschen vergraben: Es war ein zu ungemütliches Wetter. Dennoch entschädigten die Leistungen der Arbeiterradsportler für die imange- nehme Witterung und man konnte mit Genugtuung die Feststellung machen, daß Wettfahrtausschuß wie auch Radrenner inzwischen viel, sehr viel zugelernt haben. Es lag ein gedrucktes Programm vor, das acht Nummern umfaßte. Mit einem Fliegerrennen über zwei Runden 1800 Meter wurde die Veranstaltung eröffnet. Von sechzehn Konkurrenten qualifizierten sich aus den drei Vor- laufen Soge(Schöneberg), Behrendt(8. Abteilung) und W. Harbach(8. Abteilung) für den Endlauf. Soge siegle in shSK Min. In dem daraufsolgenden Jugendfahren über zwei Kilometer ging H. Z u ck(1. Abteilung) in 4,11 Min. durchs Ziel. Sehr interessant war ein Stafetten fahren über 4SOO Meter, das viel Abwechselung bracht«. Schlauchreisenfahrer wechselten mit Läufern, Wulstreifenfahrern und Saalfahrern ab. Die 8. Abteilung, deren Mannschaft sich aus Fischer, Marien, Ahrendt, Belling, Eich- berg und Maraun zusammensetzte, wurde in der Zeit von 8,53 Min. überlegener Sieger. Viel Heiterkeit erregte«in Langsam- fahren über eine Bahnlänge von 100 Metern. Von acht Startern gelang es nur zweien, über die 1 Meter breite Bahn ohne zu stürzen hinwegzukommen. Den Vogel im Langsamfahren schoß E i ch b e r g von der 8. Abt. ab, der für die 100 Meter nicht weniger als 5,56,1 Min. benötigte. Weniger glücklich„erfolgreich* war Fuchs- Neukölln, der schon nach 3,56 Mm. das Zielband überfuhr. Im Hauptinteresie der Veranstaltung stand dos M a n n f ch a f t s- fahren über 50 Runden— 45 Kilometer. Am Start fanden sich 18 Mannschaften ein, die von je zwei Fahrern gebildet wurden; Ablösung war nach Belieben. Nach je 10 Runden fand eine Wertung statt. Schon nach der vierten Bahnrunde war das Feld weit aus- einandergezogen. Sieben Fahrer lagen noch in der Spitze. Das Gros folgte in verschiedenen Abständen. Bald zeigte sich, daß nur die Mannschaften Mummert-Holzapfel(2. Abt.), Mahlow-Marien (8. Abt.), E. Behrendt-Andrejewski(8. Abt.) und F. Steinicke-P. Ihne ernsttich für den Sieger in Frage kamen. Wohl lagen noch einige Fahrer in der Spitzengruppe, ihnen aber fehlte das Spurtvermögen. Pech hatten Mahlow-Marien in der 34. Runde, Marien stürzte und mußte das Rennen aufgeben. Mit einer Verluftrunde wurde eine neue Mannschaft Mahlow-Pinnike gebildet. Pinnikes Partner war gleichfalls wegen Sturzes ausgeschieden. Den letzten Spurt mit 10 Punkten holten sich Steinike-Jhne und rückten hierdurch mit 19 Gesamtpunkten den Mummert-Holzapfel in gefährliche Nähe, die aber mtt 20 Punkten knapper Sieger wurden. Den Schluß der Veranstaltung bildete ein an spannenden Momenten reiches Rasenradballspiel zwischen Reinickendorf und Berlin. Nach 16 Minuten Spielverlängerung gelang es Berlin, das einzige Tor zu schießen. Schwimmerpremiere. Die LerlinerSchwi m«n union eröffnete vor einer Woche in der Badeanstalt an der Schillinobrücke den Reigen der Hallen- fchwimmseste. Trotz des herrlichen Herbstwetters war die Veranstal- tung sehr gut besucht. Einleitend wurde ein Figurenliegen von 16 Schwimmerinnen der„Freien Schwimmer Neukölln* in exakter Weise durchgeführt. Die beiden sportlich stärksten Vereine „Vorwärts* und„Neukölln* belegten wieder in den meisten Kon- kurrenzen den ersten oder zweiten Platz. Der Kampfoerlauf war fast immer spannend. Die Rettungsvorführungen zeigten in anschaulicher Weise, wie man sich bei der Rettung Ertrinkender zu verhalten hat. Weitere Abwechslung in das 22 Nummern aufweisende Programm brachte der Mannschastsmehrtampf. Die Teil- nehmer hatten dabei 40 Meter mit dem Ball zu dribbeln. 40 Meter zu paddeln und den Weit- und Zeitwurf auszuführen. Hervorzu- heben ist noch das Wasserballspiel Borwärts-Weißensee. Der Schiedsrichter hatte es jederzeit in der Hand, so daß nicht allzu scharf gespielt wurde. Bei Halbzeit trennten sich die Gegner mit 2:1 für Weißensee. Nachdem konnte der Bundesmeistcr noch mehrmals einsenden; mit 5:2 für Weißensee wurde dos Spiel beendet. Mehrere Startende kamen um ihre Erfolge, weil einige notwendige Distanzierungen vorgenommen werden mußten. Bier Stunden Schwimmfest war diesmal wieder reichlich lang. Es empfiehlt sich, bei nächster Gelegenheit das Programm etwas zu kürzen, wenn man sich«in sportfreudiges Schwimmerpublikum erhalten will. Fallboolfporl im Touristenverein„Die Naturfreunde*. Die Ar- beiterfportbewegung hat es zu einer Sammlung der Faltbootlcr in ihren Reihen bisher noch nicht gebracht. Deshalb ist es zu begrüßen und als durchaus in der Linie der Entwicklung liegend zu bezeichnen, daß der T o n r i st e n v e r e i n„Die Naturfreunde*, die internationale Wanderorganisation der arbeitenden Bevölkerung, den Entschluß faßte,.eine Faltbootgruppe zu gründen. Gestützt auf eine Anzahl Mitglieder, die schon längere Zeit Besitzer von Booten sind, zeigte die Gruppe vom ersten Tage ab das regste Leben. Die Ziele der Gruppe sind: gemeinsame Sportausübung, Planung von Ferienreisen mit Unterstützung der weitverzweigten Organisatton der Naturfreunde, gemeinsamer Bezug von guten Booten zu preiswerten Bedingungen und nicht zuletzt die Pflege des Selbstbaues. Befon- ders die letztere Tätigkeit wird für die Wintermenate in Frage kommen. Die Gruppe verfügt auch auf diesem Gebiete über gute Erfahrungen und wird durch praktische Solidarität die Arbeit so weit wie möglich erleichtern und verbilligen. Di« nächste Besprechung der Faltbootqruppe findet am Donnerstag, den 14. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal Juntke, Artillerieftr. 11, statt. Es werden zwei der gebräuchlichsten Faltboottypen gezeigt und aufgebaut. Gäste, auch solche, die nicht Mitglied der Naturfreunde sind, willkommen. An- fragen an Fritz Böttcher, N. 24, Friedrichstr. 125, bei Campbell. Der Spork als Heilsakkor. Die Leipziger Ortstranken- lasse bewilligt« für den Bau der Bundesschule einen Betrag von 1000 M., in der richtigen Erkenntnis, daß Borbeugen bester ist als Heilen. Menschen, deren Körper gepflegt, geübt und ab- gehärtet sind, belasten das Konto der Krankenkassen bedeutend geringer als die Stubenhocker. Das Leipziger Beispiel sollte über- all Nachahmung finden. Wiener Arbeiterschwimmer trainieren für den Aermelkanol. Zwei Mitglieder des Wiener Arbeiterschwimmvereins, Bernhard H e n i u s und Edi B e r n a t, beabsichtigen im nächsten Jahr die Durchschwimmung des Aermelkanals zu versuchen. Sie haben vor vier Wochen«in« lOstündige Schwimmtour in der alten Donau unter- nommen und vor 14 Tagen die Streck« von Linz bis Greifenstein in 20stündig«m Schwimmen zurückgelegt. Im nächsten Frühjahr wollen die beiden als größte Probe für den Kanal quer durch ganz Oesterreich von Pasiau nach Hainburg schwimmen. Mannschafkssport im kannfahren. Die schnelle Entwicklun« de» Kanusport» läßt auf eine steigende Beliebtheit dieser Sportart, besonders in den Arbeiterkreisen, schließen. Seine Ausllbung in Licht. Luft und Sonne wirkt stählend aus Körper und Geist und gibt dem freudlesen Proletarierdasei» einen neuen, anregenden Inhalt. Leider ist e» aber de», größten Teil der an diesem idealen Wandersport interessierten Arbeiterschaft nicht möglich, ein solche» Fahrzeug sich anzuschaffen. Führende Kräfte de» Arbeiter-Kanusporl» haben nun darauf hingewirkt, diese gesunde Sparta r!»echr«l» bischer m erschließe». Dem ftweck entfppeche»t>, habe» die „Freien Kanufahrer Berlin, e. B. einen Kanuvierer mit Steuermann herausgebracht. Dieses Mannschaftsboot, im Selbstbau unter großen Opfern von fachkundigen Genosse» hergestellt, wird am Sonntag, 17. Oktober. 2 Uhr auf dem Bootsplaße des„FKB." in Köpenick, Marienstraße(Stadion oder Glashütte Marienhain) getauft. Gäste herzlich willkommen. Die Arheiter-Tennisoereinigung hält Sonnabend, 16, Oktober, 7 Uhr, in der Schule Weinmeisterstraße eine Mitgliedeipersoinmlung ob, auf der die Weiterentwicklung der Bereinigung besprochen werden soll. Alle Mitglieder und für den Tennissport interessierte'Genossen sind hierzu eingeladen. Aubballresullate vom 10. Okiober. Ohne Ueberraschungen scheint e» In der diesjährigen Herbstrunde nicht abzugehen. Im Rinden ist die Ueberraschung die Niederlage von Spandau 25 gegen Staaken mit 2: 3. Sparta-Naucn und Keßin teilten sich mit 3: 3 dte Punkte. Hansa und Fichte-Rord trennten sich mit dem Resultat 2; 5. Uneni- schieden 4: 4 spielte Velten gegen Minerva, troßdem Velten bis zur Pauie schon 4: 2 führte. Wittenau gegen Nord-Oranienburg 4: 1. Sachsenhausen gegen Vorwärts-Hennigsdoif 2: 16. Das Spiel Rordiska gegen Pankow 08 mußte beim Stand 0: 1 wegen Regen abgebrocken werden. Adler 12 gegen Arbeiter-Sporiverein 24 2: 1. Briß gegen Hertha-Steinfurth 2: 7. Viktoria gegen Fichte- Gesundbrunnen 0: 3, Tegel 24 gegen Blau-Weiß 7: 0. Adler 18 gegen Amateure 5: 1. Union-Pankow gegen Alemannia 2: 6. Fichte 24 gegen Wackrr 24 4: 1. Bernau gegen Nacker 20 5: 2.— Im Osten lautet dte Ueberraschung Johannisthal gegen Lustig-Fidel 2: 1. Das Ortsderby Straleu gegen Lichtenberg I sah Stralau fast dauernd im Vorteil. Lichtenberg I konnte vor der Pause mit dem starken Wind als Bundesgenossen zwei Tore vorlegeu. Auch Stralau schwor einige heikle Momente oor dem Tote der Lichtenbergrr herauf, die aber nur zu sech'S Ecken führten. Nach der Pause legte sich der Wind und wurde nun ein sässlnes Spiel gezeigt. Stralau konnte zwar noch gleichziehen, zmn Sieg reichte aber die Feit nicht mehr aus. Aslania und Ketschendorf trrnntcn sich 4: 0. Richierswalde gegen Verein für Bewegungs- spiele 2: 3. Treptower Ballspiel-Tlub gegen Sadowa 7: 0. Vorwärts 20 gegen Britannia 1: 1, wegen Regen abgebrochen. Oberspree gegen Berliner Sportverein 16 8:1. Hertha 22 gegen Zeuthen 2: 0, wegen Regen abge- brechen. Weißensee gegen Lichtenberg II 2:2. Tasdorf gegen Branden- bürg 02 1: 5. Adlershof gegen Adler 5: 1. Komet gegen Beilinen Sport- perein 22 2: 4. Fichte-Sil da st gegen Lichtenberg III 2: 5. Friedrichshagen gegen Frisch-Frei 2: 0. Germania-Weißensee gegen Neuenhagen 1:4.-— Be- zirk Südwesten: Hertha. Luckenwalde gegen Neuköllner Ballspiel-Tlub 6:1. Berlin All gegen Jüterbog 7: 0. Teltow gegen Berolina 5: 2. Lücken- walde n gegen Eintracht 25 6: 1. Nowowes geaen Wannsee 6: 1. Schmargen- dors gegen Zehlendorfer Ballspirl-Elub 2: 1. Viktoria-Tempelhof gegen Deeliß 9:1. In Potsdam scheint ein großer Toreshnnger ZU herrschen. Mit 0: 23 mußte sich Zossen geschlagen geben. Lankwih gegen Frisch-Auf 0: 3. Kreuz- berg gegen Reukölln-Briß 6: 2. Fußballring gegen Luckenwalde III 1: 5. Rlkstig-Borwärts gegen Eharlottenburg 3: 3. Woltersdorf gegen Britannia- Neukölln 3: 9. Ruhlsdorf gegen Fichte 21 3: 1. Am Sonntag weilten auch zwei auswävtige Bereine in Berlin. Ten- tania 09 halte sich die Stettiner Germania geladen und konnte knapp mit 4: 3 siegreich bleiben. Sparto-Lichtenberg erhielt den Besuch pan Latrdsdeeg a. d. Warthe und trennten sich die Gegner unentschieden 3: 3. Hockey. Die am 6. Oktober im©ewerkschaftshaus siattgefundene Generalversammlung der MSB. Hockey wählte folgenden Borstand: Voksihende: Walter Krüger. Eharlottenburg, Kaiserin-Augusta-Asiee 44(Freie Turnerschaft Eharlottenburg); Franz Tesch,' Senefelderstr. 33(SB. Roland): Schriftführer: Albert Henlel. Wilmersdorf, Hildeqardstr. 17(Fichte-Weft); Kassierer: Hans Mend-wski. Zablonfkistr 32(Lichtenberger Sportler): Meldestelle: Hans«lahn, Lichienberg. Eitelstr 21/22(Lichienberger Sportler): Spielausschußobmann: Georg Zahn. Brunnenstr, 125 sFreie Turnerschaft Groß-Berlin): Schiedsrichterobmann: Willi Schrodeck. Stockholmer Str. 30(Freie Turnerschaft Schönholz). Serienspicle Sanniag, 17. Oektober, Gruppe Ao Fichte-West I— Freie Turner. schoft Groß-Berlin I im Friedrichshain von 2—3'i Uhr. Schiedsrichter ASS. Schönholz I— ASE. I in Schönholz von 10— lila Uhr. Schiedsrichter Pankow. Pankow I— Eharlottrnburg I in Westend von 3— 4)i Uhr. Schiedsrichter Schön- holz.— Gruppe B: Fichte 12 I— Lichtenberg 2 I in Schönhauser Allee von 10%— 12 Uhr. Schiedsrichter Roland. Schmargendorf I— Lichtenberger Sportler In der Schönhauser Allee von 12—1% Uhr. Schiedsrichter Lichtenberg N.— Gruppe C: Roland I— Fichte 10 I in der Schönhauser Allee von 3—10% Uhr. Schiedsrichter Fichte 12. Sharlottenburg II— Schönholz II in Westend von 12—1% Uhr. Schiedsnchteo Moabit.— Gruppe D: Groß-Berlin II— Schön- holz IN in der Schönhauser Allee von 1%— 3 Uhr. Schiedsrichter Schmargendorf. Pankow II— ASC. n in Westend von 1%— 3 Uhr. Schiedsrichter Thar- lottenkmrg.— Gruppe E(Frauen): Pankow— Schönholz in der Schönhauser Alle« von 3— 4 Uhr. Schiedsrichter Groß-Berlin N. Sämtliche Spielberichte sind an Handtie. Telephon Humboldt 35. bis 5 Uhr nachmittags lnirchzuzeben. Turnspiele. Die Männermannschaft der Freien Turnerschaft Groß-Berlin hatte ans dem Plaß„Am Urban" im Handballspiel Fichte-Süd zu Gaste. Groß-Verlni tm't mit Ersaß an. während Fickie-Sild vollständig ist. Fichio�Süd svielt mit Wind und befindet sich dadurch ferst ständig vor dem Grvß-Berliner Tor. Troßdem kann Groß-Berlin nach 12 Minuten das erste Tor erringen, dem F-Sle-Sstb nach weiteren 10 Minuten den Ausgleich entgegenseßen kann. Bis zur Halbzeit wurde t:oß wettsselvoNe:, Spieles nichts mehr errungen. In der zweiten Hälfte kann Groß-Berlin noch zwei Tore blicken, während Fickie-Süd 10 ten vor Schluß neck, zum zweiten Tor einsenden kann. Troß des Narre» und Wechselvellen Windes gaben sich die Spieler alle Mühe, ein einwandfreies ck Spiel zu liefern. Die Turnerinnenmannlchaft konnte leider durch zu späte Ab- sage von Neukölln nickt spielen. Die Bezirke Norden 1 und Norden 2 d'a gleichen Bereins veranstalteten mit allen Mannschaften nachmittags auf dem Plaß Schönhauser Allee einen Spieltag. Zuerst betraten die Iugendmann- schaften das Spielfeld. Eine Ueberlegenheit des Bezirk» Norden 2 machte sich während des aanzen Spieles bemerkbar, was sich in dem Resultat von 3: 0 s3: 0) für Norden 2 ausdrückte. Die Tirrnerinnenmannschaften zeigten nur c.n Anfängersptcl. Norden 1 begriff nach einigen Entsckteidunoen der Schied»rick er schnell die Svielreaeln und zeigte dadurch eine bessere Spieltechnik. S:e befanden sich fast ständig vor dem Tore von Norden Z. troßdem reichte es bei beiden Mannschaften nicht zu einem Tore. Im Geaensaß dazu zeigten die Männermannschaften etwas mebr Snielerfahnma und beweaten sich in der ersten Hald-eit in beiden Svielfeldhälf'en. In der zweiten Halbzeit hielt � Norden 1 fast ständig vor dem oegnerifcken Tore auf: sie konnten zwei Tore erringen Leider mußte das Spiel wegen des einbrechenden Hagelunwettrrs 10 Minuten lang unterbrochen werden. Die leßten 15 Minuten munden auf vollständig durchnäßtem Boden gespielt. Weitere drei Tore verdarb sich Norden 1 leider durch Abseits._ 0 Sportabend„Rord-Wesi". Sonntag. 17. Oktober, begeht die Berliner Sport- Vereinigung„Nord-West 07" im großen Saale des Moabiter Gesellschafishauses, Wielefstr 24. ihr 39. Stiftungsfest, verbunden mit einer großen Gala-Sporlvor- stellung im Boren, Ringen und Heben. Anfang 4% Uhr. «ichtnng, Sckiwimmctsterprüfunq! Sonnabend, 23. Oktober, 7 Uhr, im Lokal Linsener, Mühlenitraße. Ecke Brammnbrücke. Vortragsabend. Schwimwvereia„Vorwärts" Berti» 1897, e. B. Donnerstag, 14. Oktober, 7 Uhr, im Geweikschaftshaus, außerordentliche Dereinsversammlung. Tages- ordnung! Bericht vom Bundestag 1926 in Hamburg. Referent A. Buck. Die Mitglieder aller Arbeiter-Schwimmvereine sind zu dieser Bersammlnng ei»- ��Tourisien verein„Die Rawrfrennde", Zentrale Wien. Ortogruppe Berlin: Mittwoch 13. Oktober. 8 Uhr, im Gesangssaal bes Sophien-Lyzeimis, Sein- mristerstr. 16—17.„Dir Volksbühne als Kutturfaktor." Referent Genosse Lau. Bericht von der Bolksbühneniugendtagung in Friedrichroda. Laienspiele. Jugend und Theater usw. Zlaturfreunde, die an der Bildung einer Abt. Pankow inier- essiert sind, werden gebeten, ihre Adresse beim Genossen Friß Sinn, R. 20, Stettiner Str. 20. anzugeben. Freitag, 16. Oktober, Im Sißungssaal der Be- zirksverordneten. Pvrckstr. 11. Lichtbildervortrag:„Durch die Schweiz an die oberitalieniscken Seen. Beginn 648 Uhr. Karten» 40 Pf. an der Abend- lasse.— Abt. Friedtichshain: Dienstag, 12. Ottober, 8 Uhr, Jugendheim Ebertysir. 12, Leseabend.— Abt. Friedenau: Dienstaq. 12. Ottober. 8 Uhr, Jugendheim Offenbacher Str. 5».— Abt. Norden: Dienstag, 12. Okiober, 8 Uhr, Heim Sonnenburger Str. 30, Z. 5,©eschäftlichrs und Singabend.— Abt. Tiergarten: Dienotaa, 12. Oktober, 8 Uhr, Heim Wiclefsir. 5, Z. 6. Ratnrwissen- fchaftliches(Bogelkunde).— �t. Treptow: Dienstag, 12. Oktober. 8 Uhr. Heim Elfenstr. 3, Gefangsaruppe.— Abt. Wcdding: Dienstag. 12. Oktdber. 8 Uhr, Heim Luremburger Str. 7. Ecke Genter Straße, Geschäftliches.— Abt. Pre»z. lauer Berg: Donnerstag, 14. Okiober, 8 Uhr. Heim Danzlger Str. 23. Vortrag: „Darwin".— Abt. Lichtenberg: Donnerstag, 14. Oktober, 8 Uhr. Heim Park- aue 10, Musikabend.— Abt. Frirkrichshagen: Donnerstag, 14. Oktober, 8 Uhr, bei Freu, Friedrichstr. 73, Liederabend.— Abt. Gesundbrunnen: Donnerstag, 14 Oktober, 8 Uhr. Pank». Ecke Böttcherstiaße. Vortrag:„Was ist Psycho- analyse".— Musikgemeinschaft de»«erbebezirk» Norden: Mittwoch. 13. Oktober, %8 Uhr. bei Lehmann. Gaudystr. 21. Uelmnasstunde.— Abt. Reinick-ndo.f: Donnersiag. 14. Ottober. 8 Uhr. Reinickendorf-Ost, Keimabend.— Abt. Reukölln: Der Turnaberid am 12. Oktober fällt aus. Turnabende seden Montag 8—10 Uhr Beiß. Worderstr. 10. Donnerstag, 14. Oktober, 8 Uhr, im Seim Sanderstr. 11, Heimabend. Rnderverein.Eolleg«". Freitag. 15. Ottoher, hei Thnnack. Sh-irlostenbu-g, Wiolandstr. 4. Vortrag des Kollegen Zinck: ,,Wos der Steuermann eines Svort- fahrzeugrs von der Wasserpolizeiverordnuna missen muß?" Hierauf Ansetze» zmn Abrudern am Sonntag, 17. Ottoder, nach dem Breiten Horn. Oer zerstörende Einfluß o ni die Gesundheit, die Stimmung, die Verdauung, den Schlaf sowie da» Aussehen es Menschen ist grojz. Vorzeitige Älierserichemungen sind die Folge, müde Haltung, 'ülerbie Laune, grotze Reizbarkeit und ein schlechtes Aussehen. Giotze und nachhallige Erfolge haben Nervöse mit einer Biomalz-Nerven-Nähr- und Auf- frischungsmethode mit Lecithin «rzielt. Unser Lecithin ist patentiert. ES hat in langen Stoffwechselversuchen tn der chemischen Abteilung des Rudolf-Virchow-Krankenhause« sein« Feuerprobe bestanden. nervöser Beschwerden E« ist wissenschaftlich unanfechtbar. Es ist restlos verdauliib wohl. schmeckend und daher eine Nerven-Nahrung von denkbar größer Volllomnicnhcu fflen also nervöie Beschwerden quälen und wer elwas Energisches tun will, der nehme Biomalz mit Lecithin. Man fühlt sich veijüngt, und ein frischere», blühenderes Aussehen legt Zeugnis davon ab, in wie tiefgreifender Weise diese Nährmethode auf da» Wohl- befinden deS ganzen Menschen einwirkt. Preis einer Dose Biomalz 1,90 Mk, mit Eilen(zur Stäelung für Blutarme und Bleicksiichtige) 2.20 Mk., mit Kalt extra szur Stärkung für Lungen erdende) 2.50 Ml. mir Lebertran(überraschend angenehm im Ge- lchmack) 250 Mk., mit Leetthin 5.— Mk. Slornalj-ScDoroIaftc je 100-Gramm-Tafel 60 Pf. und viamal,- Bonbon«, bestes Linderungsmittel bei Husten und Heilerteit. ie Beutel SO Pf, Dose 50 Pf. Ausführliche Drnchchrhteu und de» illustrierten Prospekt„Biomalz-Btdmicn* kostenfrei von Gebr. Patermann, Teltow b. Berlin 10. Nr. 480 ♦ 45. Fahrgang 2. Heilage öes Vorwärts dlenstag, 12. Oktober 1020 berliner Konsumgenossenßhast 1025/20. Ztusdehltung der Betriebe.— Steigende Umsätze trotz der Krise. Wie wir bereits kurz mitteilten, hat die K o n s u m g e n o s s e n- schaft Berlin und Umgegend auch das letzte Geschäftsjahr mit gutem Erfolg beenden können. Da die Genossenschaften nicht um der Gewinnerzielung da find wie der private Handel, läßt sich der Aufstieg der Bewegung am leichtesten an der Ausdehnung und dem Ausbau der vorhandenen Produktions- und Verteilungsanlagen erkennen. Hier ist die auffallende Tatsache zu oerzeichnen, datz die Konsumgenossenschaft Berlin in derselben Zeit, wo viele Tausend privater Handelsbetriebe unter den Wirkungen der entsetzlichen Wirtschaftskrise zusammenbrachen, nicht nur wachsende Umsätze erzielen konnten, sondern auch ihre A n- lagen zur dauernden Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit ver- mehren und oerbessern konnten. Hierzu teill der vorliegende Bericht mit: „Wir haben in dem hinter uns liegenden Geschäftsjahr wiederum neue Abgaben stellen eröffnet, vorhandene verlegt, oder deren Einrichtung renoviert. Im August 192S haben wir die Stamm- anteile der Neuköllner Grobhandelsgesellschaft erworben, damit die 40 Lebensmitteloerkaufsstellen und die Wurstiabrik dieser Gesellschaft in Besitz genommen�und haben dies« Geschäfte unter der alten Firma weitergeführt. Wir haben im Februar d. I. mit einem Neubau auf unserem Geschäftsgrundstück in Lichtenberg begonnen und den bereits im vorigen Geschäftsjahr in Tempelhof begonnenen vollendet. Im April 1926 erwarben wir das Rittergutstr. 27/39 gelegene, zum Teil bebaute Grund- stück der Firma Lubszynski, das im kommenden Geschäfts- jähr für unsere Zwecke umgebaut wird. Im Innern des Betriebes wurden ebenfalls wesentliche Erweiterungen vorgenommen. In den Bäckereien in Lichtenberg und Tenipelhof kamen S p e z i a l» b a ck ö f« n für Kleingebäck zur Aufstellung. Unser Fuhrpark wurde wesentlich vergrößert. Im Mai 1926 würde ein Wanderauto in Betrieb genommen, damit unsere in den entlegenen Siedlungen wohnenden Mitglieder die Möglichkeit haben, bequemer als seither einkaufen zu können. So haben wir, während ringsum um uns Einschränkungen und Erschütterungen des Einzelgeschäfts Platz griffen, unseren Betrieb erweitert und haben dank der genossenschaftlichen Treue, die unsere Mitglieder zum Ausdruck brachten, unseren Warenumsatz gegenüber dem Vorjahre wesentlich steigern können." Die hauptsächlichsten Umsahzahlen haben wir bereits mitgeteilt. In den eigentlichen Ge- nossenschaftsbetrieben, den Lebensmittelabgabestellen, den Warenhäusern und Fleischabgabestellen erhöhte sich der Umsatz von 27.4 auf 29,9 Millionen Mark; die Umsatzsteigerung betrug hier 9,39 Proz. Wesentlich größer nimmt sich jedoch der Umsatz aus, wenn man die beiden Tochtergesellschaften des Konsumvereins, die„Hoff. nung", Bekleidungsindustrie GmbH., und die„Neuköllner Großhandelsgesellschaft" mit in Betracht zieht, in denen die Genossenschafter ibre Waren zu den gleichen Bedingungen wie in den genossenschaftlichen Abgabestcllen erhalten können. Einschließlich dieser beiden Tochtergesellschaften hatte die KGB. im letzten Jahre den stattlichen Umsatz von 33 Millionen Mark. Dieser verteilte sich auf rund 133 999 Mitglieder. In dem Mitgliederbestand ist rein ziffernmäßig ein Rückgang um 21 999 zu verzeichnen, der sachlich jedoch nicht so ins Gewicht fällt. Man hat nägilich die Listen von jener Sorte Gcnossenschaster gereinigt, die während des Krieges oder der Inflation die genossen- schaftlichen Einrichtungen so vorteilhast empfanden, daß sie vie Mit- gliedschast erwarben. Satzungsgemäß sind während de» letzten Geschäftsjahre? nicht weniger als 39999 solcher Mit- glieder gestrichen worden; der tatsächlickie Rückgang im Mit- gliederbestand ist aber geringer, da 11999 Mitglieder neu aufge- nommen wurden. Unter den Produktionsbetrieben ist die Bäckerei von besonderer Wichtigkeit, da diese allein fast ein Viertel, genau 23,1 Proz. des Gesamtumsatzes liefern. Hier ist die erfreuliche Fest- stellung zu machen, daß die Konsumvereine das Pfund Brot bei bekannt guter Qualität mit 15 Pfg., also um 3 Pfg. billiger als die Konkurrenz abgeben konnten. Die Bäckerei steigerte ihren Mehlverbrauch von 11,5 auf über 12,9 Millionen Kilogramm. Etwas langsamer, aber immerhin aufsteigend war die Entwick- kung bei den genossenschaftlichen Warenhäusern. Dagegen konnte die„Hoffnung", Bekleidungsindustrie GmbH., die Tochter- gesellschast der Konsumgenossenschaft, ihren Umsatz annähernd um dicHälfte, genau um 44,3 Proz. auf über eme halbe Million Mark erhöhen. Bei alledem zeigt die Gliederung der Umsätze, daß ein großer Teil der Mitglieder noch immer nichtgenügendenGebrauch von den genossenschaftlichen Einrichtungen macht. Es bleibt also noch viel Ausklärungs- und Organisationstätigkeit zu leisten. Ueber den günstigen Erfolg der Sparkalse haben wir bereits berichtet, ebenso über die Verteilung des Reingewinns, der sich nach Abzug von 3 Proz. Rückvergütung an die Mitglieder auf 179 493 stellt. Davon erhalten erwerbslose Mitglieder als Unterstützung 69 999 M.; das übrige kommt den Reserven zugute. Interessant ist die Entwicklung der Bilanz im Verhältnis zum Vorjahre: ihre hauptsächlichsten Posten ergaben das folgende Bild: Bilanz der SGL. 1925/26. Vermögen. 1926 1926 1. Grundstücke und Gebäude.. 4 922 699,— 6 672 999,— 2. Inventar u andere Einricktungen 448 391,— 717 291,— 3. Bestände an Waren u. Materialien 2221895,69 2 942 131,41 4. Zinsbar angelegte Gelder und Außenstände....... 5. Beteiligungen an genossenschaftlichen Unternehmungen.... 789 669,46 1 996 449,94 6. Kosienbestand......._ 18 386,46_ 16 519,13 2 485 898,56 5 826 778.37 Schulden. 1. Geschäftsanteile der Mitglieder 2. Reserven......... 3. Aufgenommene Gelder.... 4. Betriebsschulden...... Erübrigung......... 19 877 461,97 1925 718 594,12 1 197 852,59 7 116 895,94 1 686 172,51 158 936,91 16 980 078,95 1926 1042 849,13 1 359 853,05 11 323 250,63 2 174 722,81 179 403,33 10 877 461,07 1 6 080 078,95 Die Bilanzsumme hat sich demnach wesentlich erhöht, dabei ist trotz einer Steigerung der Anleihekonten und der Materialvorräte das Gesamtbild wesentlich flüssiger geworden. Fast 6 Millionen Mark zinsbar angelegte Gelder und Außenstände stehen sofort greifbar zur Verfügung. Geschäftsanteile der Mitglieder und Reserven sind erhöht, obwohl nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Mitglieder seinen Anteil voll eingezahlt hat. Unter den B e- triebsschulden befinden sich die 923 682 M., die für die Rück- Vergütung an die Mitglieder bereitgestellt wurden. Warenschulden betragen lediglich 1,2 Millionen Mark. So ist die Konsumgenossenschaft Berlin gestärkt aus der schweren Krise des letzten Jahres hervorgegangen. Im Interesse der Verbraucherbewegung, der sie dient, wird man ihr weiter guten Erfolg wünschen. Dieser Erfolg wird ihr auch beschieden sein, wenn sie nicht nur ihre Werbe- und Aufklärungstätigkeit fortgesetzt, sondern getreu der im Geschäftsbetrieb wiederholt be- kündeten Auffassung weiter bemüht bleibt, für die Mitglieder das Beste zu leisten. Hierzu gehört, daß sie den überaus groß- zügigen Organisationsbestrebungen im privaten Warenhandel Gleichartiges in der genossenschafllichen Warenvcrteilung gegenüberstellt. Das gute Ergebnis der beiden ersten Monate des neuen Geschäftsjahres läßt einen weiteren Ausstieg erhoffen. Die Veltkrastkonferenz 1020. Ueber die Bedeutung der Weltkrafttonferenz für Volks- und Wellwirtschaft hiell Dipl.-Ing. zur Nedden im Rundfunk einen Vortrag. Die Konferenz, die von 799 Teilnehmern aus fünfzig ver- schiedenen Staaten beschickt war, fand etwa gleichzeitig mit der Genfer Völterbundstagung in Basel statt. Der Referent bezeichnete als Zweck dieser Konferenz die Klärung des großen Problems, wie die zivilisierte Menschheit am besten mit Licht, Kraft und Wärme zu oersorgen ist. Dieses Problem reiche weit über technische Fragen hinaus. Die gegenwärtigen sozialen Spannungen, unter denen wir alle leiden, seien in hohem Maße dadurch bedingt, baß die hohen Transportkosten die Menschenmassen so eng an die Stätten industrieller Erzeugung binden. Gelänge es, den industriellen Menschen der Natur näherzubringen, so könne man diese Spannungen mildern. Dazu aber ist die möglichst zweckmäßige Versorgung mit Licht, Kraft und Wärme über Grenzen und Länder, ja selbst mit Untermeeresleitungen die Voraussetzung. Es sei un- geheuer wichtig, bei einem Lande, das jährlich 5 Milliarden M. für seine Kraftgewinnung aufwende, wenn man nur den Preis einer Kilowattstande um einen Pfennig senken könne. Es sei ferner un- geheuer wichtig, daß keine Fehler bei der Versorgung der Industrie und des Volkes mit Kraft gemacht würden. Die Wellkraftkonferenz befaßte sich zunächst mit der Frage, ob der Energiegewinnung aus Wasser oder der aus Kohle der Vorzug zu geben fei und empfahl die Kombination dieser beiden Kraft- gewinnungsmöglichkeiten. Ferner nahm die Elektrifizierung der Eisenbahnen in den Beratungen einen wesentlichen Raum ein. Besonders wichtig war das Problem der Elektrizität in der Landwirtschaft. Diese Frage ist für uns besonders bedeu- tungsvoll. Der Strom ist teuer aufs Land hinauszuschaffen, die Leitungen werden im Jahre verhältnismäßig wc.nig benutzt, kosten aber Verzinsung und Tilgung, so daß dadurch der Strompreis her- aufgeschraubt wird. Und doch muß der Strom billig genug sein, um ihn voll für die Produktion nutzbar machen zu können. Mit elektrisch betriebener Feldberegnung und Futterfrischhaltung (Silage) könne man den Landwirt weitgehend von den Schwankun- gen des Wetters und ihrer Wirkung auf den Produktionsertrog unabhängig machen. Auch sonst sind, besonders bei der Viehhaltung, noch große Möglichkeiten für die Ausnutzung elektrischer Energie gegeben. Redner wies abschließend noch darauf hin, daß für den Austausch von Elektrizität zwischen den Ländern der Freihandel gefordert worden sei und regte an, daß man zur Ueberwindung der Sprachschwierigkeiten sich künftig bei derart wichtigen Tagungen des Esperantos bedienen möchte. Neue Jusisn in der kraflfahrzeugl'ndustue. Neckarsulm und Schebera vereinigt. Obwohl die Automobilindustrie diejenige war, in der an, frühesten und lebendigsten die Konzentrations- und Trustsrage dis- kutiert wurde, ist das Fortschreiten zur Konzentration bei ihr relativ gering, das T e m p o der Konzentration relativ langsam. Dennoch wird die Produktion der einzelnen Zweige, Kraftrad, Krafllast- und Kraftpersonenwagen, zunehmend vereinigt werden müssen, wenn durch Billigkeit und überlegene Qualität der kleine Markt des Inlands erweitert und der Vorsprung ausländischer Großproduzenten eingeholt werden soll. Die Hemmungsmomente gegen die Konzentration wiegen offenbar schwer. Der„Erziehungs"- zcllschutz und die Schein konjunktur von 1925 mußte durch die schwere Krise im Winter und Frühjahr 1926 auch im Bewußtsein der Produzenten erst auf ihren wirklichen Wert reduziert werden. Die überlegene Stellung des Käufers gegenüber dem Pro- duzenten zusammen mit der Krise wußte die Auswahl der Tüchtigen, die sich nicht von selbst vollziehen kann, erst fördern. Wie die Hemmungen überwunden werden und wie der Selektionsprozeß sich vollzog, zeigt die breite Spur der Konkurse, Sanierungen, Kapital- Zusammenlegungen von Automobilfabriken, schließlich auch die Not- fusion von Daimler-Benz. Man wird die jetzt gemeldete Fusion der Neckarsulmer Fahrzeugwcrke A.-G. und der Schebera A.-G. unter dem Gesichtspunkt betrachten müssen, daß der Reinigungs- und Ausscheidungsprozeß seinen Höhepunkt er- reicht hat und der rationelle Zusammenschluß starker und sich er- gänzender Werke beginnt. N e ck a r s u l m und Schebera sind Gesellschaften, die beide seit der Stabilisierung Dividenden verteilt hoben. Neckarsulm in- folge der überlegenen Marksstärke seiner Produkte, Schebera nicht zuletzt oermöge seiner guten Verkaufsorganisation. Daß Schebera auch Karosserien baut, kommt der vom Kraftsahrrad sich stark auf Personenkraftwagen ausdehnenden NSU.-Firma sehr zu paß., Neckassulm baut gegenwärtig in Heilbronn ein neues großes Werk, dessen zukünftige Belegschaft aber wohl übertreibend in der Presse einmal mit 8999 Mann angegeben wurde. In der Zeit der stärksten Produktion beschäftigte Ncckersulm allein etwa Tausend Mann. Heute liegt die Beschäftigtenzahl noch nicht unbeträchllich tiefer. Der Zusammenschluß entspringt dem Willen zur kostensparenden und die Konkurrenzfähigkeit steigernden Rationalisierung und Absatzsteigerung. Die Betriebe der beiden seit langem befreun- deten Gesellschaften ergänzen sich in jeder Hinsicht, so daß vom Rohmaterial der NSU. über den gemeinsamen Fahrzeugbau bis zur Absatzorgonifation der Schebera A.-G. der Ring geschlossen ist. Der Vorgang bei der Vesschmelzung ist so, daß Neckarsulm die Schebera A.-G. vollständig in sich aufnimmt. Das kommt auch in der finanziellen Seite der Verschmelzung zum Ausdruck: Neckassulm nimmt die 4,92 Millionen Scheberaaktien im Umtausch 4: 3 gegen Hergabe von NSU.-Akticn auf und erhöht zu diesem Zweck sein eigenes 8-Millioncn-Kapital auf 121b Millionen Mark. Den fusionierten Firmen wird also aus der Kapitalerhöhung noch neues Betriebskapital von mindsstens IIb Millionen übrig- bleiben. Es wird jedoch noch eine weitere Kapitalserhöhung für Neckassulm gemeldet und zwar auf 23 Millionen Mark. Da im vorigen Jahre eine Viermillionenanleihe aufgenommen wurde, werden die erweiterten Neckarsulmer Fahrzeugwerke bald über ein Kapital von weit über 39 Millionen verfügen. Sie rücken damit in die Reihe der größten deutschen Kraftfohrzeug- werke ein. Zu erwarten ist, nachdem Neckarsulm in Front gegangen ist, daß ähnliche Verschmelzungen starker Gesellschaften folgen werden. Ge- schieht dos, so ist die Bahn zur späteren Vertrustung frei. Bis dahin wird auch die Erziehung des kraftfahrendcn Pu- b l i k u m s weiter fortgeschritten sein als heute, wo die spielerischen Sonderwünsche der einzelnen Käufer noch ein starkes Hindernis für die rationelle Zusammenfassung und Durchgliederung der Produktion bilden. Sludiengssellschasl für kohlenverwerlung. Die Slud'engesell- schaft für die geplante Gesellschast für Kohlenverwertung ist mit einen, Kapital ocm 162 999 SN. gegründet worden, das zunächst von fünf Zechengescllschaften übernommen wurde. Wenn auch einige wenige Zechen noch Vorbehalte gemacht haben, so darf doch angc- nommen werden, daß der Studiengesellschaft sämtliche Syndikats, nit- glieder beitreten werden. Eiine Sdiachlel echter Perle 1 Mark nVßC SozkaWische Arbeiterjugend Groß-Serlin. «dirUunnoltitcr, liefert die M-notspr-sramm« für November und die Berichtsbogen vom z. Quartal ab. heule. Dienstag, abends VA Uhr: Scsnudbrunnen! Schule Dotcnburser Str. 2, Einfichrungsabend.— Wedding. Nord: Iugcndbeim See», Ecke Turiner Straße. Einführungsabend.— Ballan: 306. Geincindefchulc. Mondelftraßc, Bortrag,:„Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunisinus".— Schönhauser Vorstadt Ii Schule Driesener Str. 22. Vortrag:..Warum sind wir SAI.?"— Senefclder-Biertel: Schule Eberswalder Straße 10, Elaßbrcnner-Abend.— Kascnhetd«: Badeanstalt Bärwaldstr. 6t, Literowrabend.— Südost(St. V.l: Besuch der Gruppe Hosenheide. Treffpunkt >/,6 Uhr vor dem Seim.— Südwest: Jugendheim Bclle.Alliance.PIaß, Dortvag: ..Die Ansänge der Warenproduktion". Friedenau: Schule Offent>ock>er Str. Sa. Vortrag:„Arbeiterjugend und Beruf".— Tchvnebcrg I: Jugendheim Saupt- ftraß« IS, Vortrag:„Die Bewegungen rechts und links von uns".— Ehar- lottcnburg: Jugendheim Sjosinc�tr. 4, Ucbungsabend zur Echulentlallungs. frier.— Wilmersdorf: Jugendheim Sildegardstr. 4, öffentliche Iugendversamm» Tung.— Mariendorf: Alte Schule, Dvrfstr. 7, Salzer, Abend.— Stegliß Ii Jugendheim Albrcchtstr. 47, Aussprache über die„Arbeitcr-Iugend".— Neu- löll» III: SckiUle Weisestr. 19, Zimmer 7, Vortrag:„Was ist Kapitalismus?"— Nenkälljl V: Jugendheim Nogatstr. 53, Einführungsabend.— Sermsdors: Neue Bismarckstr. 42. Prob« zum Elternabend.— Ncinickendorf-Ost: Seebad, Residenz. straße, Sermann-Löns-Abend.— Rcinickendorf-West! Iugendhaus in der Seidel. straß«, lO-Minuteu-Referate.— RiedcrschSnhansen: Gemeindeschule Blanken- burger Str. 09—70. Vortrag:„Intcriiationalc Jugendbewegung".— Werbe» bezirk Schöneberg: Jugendheim Sauptstr. IS, erste Probe des Sprechchors für die Revolutionsfeier im Großen Schauspielhaus. Sämtlich« Genossen haben pünktlich HS Uhr zu erscheinen. Werbebezirk Osten: Genosse Max Adler-Wien spricht am Donners- tag, 14. Oktober, in der Schulaula Koppenstr. 76 über„Marxistische Staatsauffassung". Anfang>»3 Uhr. Unkostenbeitrag 20 Pf. vortrage, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner„Schwar�-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14, Sebostianstr. 37/R. Hof 2?r. Ritte: Do., d. 14.. VA Uhr, Rosenthaler Löf, Vortrag des Kam. Schneider:„Durch ssrankreich und Belgien". Anschließend gcmüt- liches Beisammensein. Eintritt frei. Eingeführte Gäste können teilnehmen.— Prenzlauer Berg, Kameradschaft Rordkapi Do., d. 14.. 7H Uhr, Vollvers, bei Sachißki, Echievelbeiner Str. 10. Vortrag des Kam. sfranz v. Puttkamrr: Innere Politik in Deutschland": Kameredlchaft ssalke: Do., d. 14.. bei Bour» doillier. Milastr. Sd: Wörther Plaß: Sr, d. 15., bei Büttner, Schwedter Straß« 25: Kameradschaft Königstor: Kam. Serrenberg ist gestorben. Becrdi- gnng Di., d. 12.. 2 Uhr. Nene Salle jüdischer Friedhof Weißensee. Lothringer Straße. Treffpunkt Uhr Hanpteingang. Arbeitsfreie Kameraden werden gebeten teilzunehmen.— Lankwiß: Auf Beschluß der Mitgl.»Ders. finden ab Di., d. 12., im Restaurant Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 31, wöchentliche Kameradschaftsadende statt.__ Bund freier Menschen im D. B., Landesverband Berlin-Brandenburg. Dr. Marie Kriefch« spricht in einer Voriragssolge von vier Abenden in der Schule Gipsstr. 23» über„Die Scrualmoral des Urmenschen und des Alter. tums".—„Die Ecxualmoral des Mittewltcrs und der Gegenwart".—„Die Scrualmoral im sozialistischen Zukunftsstoat".—„Die Eeschlechiskalte der Fron. Beginn Dienstag. 12. Oktober, 8 Uhr. Zweiter Abend: Dienstag. 26. Oktober. Dritter Abend: Dienstag, 9. Zionember. Vierter Abend: Dienstag. 23. Ro» vember.— Bezirk Tiergarten: Freitag im Seim Bülowstr. 33. Vortrag:„Aftro. nomie".— Bezirk Krcnzbero: Mittwoch im Seim Belle.Alliancc.Plaß 1. Thema:„Sistorischcr Materialismus".— Bezirk Norden: Montag im Seim Eartcnplat; 4. Buchbesprechung:„Nacktkultur— Körperbildung".— Bczir- Charlottenburg: Dicusiag iu: Seim Eliarlottcnburg, Lcibnizstr. 2. Thema: „Religion lind Sozialismus".— Bezirk Friedrichshain: Sonnabend im Atelier Königin-Augusta-Etr. 12. Emnnastischc Arbeitsgemeinschaft.— Bezirk Osten: Mittwoch hei Schröder, Strausbergcr Str. l3. Thema:.Individuum und Ge- mcinschaft". Die Abende beginne» UN, 3 Uhr. Gäste herzlich willkommen Berliner Sandwe:tcr»eicin. Mittwoch. 13. Oktober, 3 Uhr, Sophien. straße 13, Vortrag von Dr. Ernst Eohn-Wiencr:„Meine Forschungsreisen in Zcntralasten im Jahre 1924/2Z und ihre Ergebnisse". Lichtbilder.___ Kursus sät Selker in der Trinkcrsürsorge. Mittwoch. 13. Oktober, 7>4 Uhr, Dorvthccnstr. 28, Bortrag:„Alkohol und Geistesstörungen". Referent Eanitats» rat Dr. Braß. Direktor der Wittcnaucr Heilstätten. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform. Versammlungen Dienstag, 12. Oktober. 7*! Uhr. Bezirk Moabit: Lokal„Zur Gießkanne". Etephanstr 31. P. Krämer:„Lungenentzündung und Lungentuberkulose". Bezirk Reinlckcn» dorf: Lokal Rößlcr, Relidenzstr. 100. O. Fölbcr:„Aus der biochemischen Praxi-. Gäste willkommen. Eintritt frei. Longfcllow English Dcbating Elub, W.. Bülowstr. 104. Mittwoch. 13. Otto- ber, 3 Uhr. Prof. Wendlandt:„Io Prohibition posstbl« in Sermany?" Wellerbericht der SffentNchen welterdienststeüe für Berlin. kNachdr. verb.) Meist stärker betvölkk, windig und ziemlich kühl, mit einzelnen Regenschauern. Für Deutschland: Im Norden windig und Regenschauer, im Süden oer- änderlich, überall kühl. 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Oktober. früh B9/, Uhr, mein innigaeiiebter Mann, mein lieber Bater, Schwiege:- söhn. Bruder, Schwager und Onk«!, der Buchbindermeister PrledHcb Keese im 54. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliedenrn Emma Keese geb. Naasner und Tochter(ierda. Berlin, den 9. Oktober 1926. Rastenburger Str. 13. Die Einäscherung findet am Mitt» woch. den 13. Okiober, nachm. 12'/, Uhr, im Krematorium Gerichtftraß» statt. � Eiserne Oefen• Kadieloefen' BtosteSe für Kohle und Gas i* Der gute Kapiian- Kauialialis;��äii?r- C. Rtfclicr, Berlin Lichtenberger Straße 22. Kgsi. 3361 Brkreidungsslücke, Wäsche usw Wenig getragene Kavaliergardcrobe von Millionären. Aerzten. Anwälten. Fabclhait billige Preise. Empfehle Taillcnmäntel, Paletots, Fracks. Smw kings, Echrockanzilge, Hofen. Sportpelze. Gehpelze. Gelegenheitskäufe rn neuer Garberobe. Weitester Wca lohnend. Lothrinacritraße S6. 1 Treppe. 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November sucht' der Sozlaldemokratiscbe Verein für das Ilambnrgiäcbe Staatsgebiet einen Parteiseftrelär. Bewerber müssen rednerisch voll befähigtsein.die Parteiorganisation lenau kennen und eine langjährige 'arteitätigkeit nachweisen können. Bewerbungen mit Angaben über Paneitätigkeit und Lebenslauf sind bis 20. OKlOter zu richten an: Max Leclerilz, Hamborfi 36 Gr. Theaterstr. 44 1. j Musteroäherinnen vertelt auf bunte und weiße elegante Schürzen,(üt unser Atelier gejucht. ZedSrzellkabrikkll A.-K. Köpenicker Straße 416 Unterhaltung unö �Villen sz*. MEggnMB— BH—CaMOEB— a—, n n| M a|| im|| mm| m I IMMM IM 1 1 1 II MM—|BM||H||II IIM I lllllll■ I m|■■—1■m———■■—■■■---- Saperns Justiz vor öem Jemeaussihuß „vös Menfih soll net rem sein!— Rein is's scho! Mir ham's nur seit anno nemzehn net g'walch'n!" Die leöige Mutter. Von Agnes Smedley. Zum erstenmal war die kleine Alice im Gefängnis. Sie war mitten in den Lebenskampf hineingestoßen worden, ehe sie ihm auch nur einigermaßen gewachsen war. Sie war erst 17 Jahre alt: ihre Izaut war zart und ihre Augen ebenso blau und unschuldig wie die Augen ihres Kindchens. Niemand wußte, wer sie war und woher sie kam, obgleich die Polizeibehörden jede erdenkliche Methode anwendeten, ausgenommen körperliche Gewalt, um es herauszubekommen. Die Augen des Mäd- chens weiteten sich vor Furcht, wenn man in sie drang, aber ihr Mund preßte sich zu einer eigensinnigen, schmalen Linie zusammen. Das einzige, was man erfahren hatte, war, daß sie ein ganz guter- zogenes Mädchen war, daß sie ein uneheliches Kind hatte und daß man sie wegen Diebstahls verhaftet hatte. Ihr drei Monate altes Kindchen lag auf dem Bett in ihrer Zelle. Sogar das Gefängnis erschien ihr ein herrlicher Ort, wenn sie ihr Baby im Arm« hielt. Di« Frau, die Alice verklagt hatte, war ein Ricsenweib mit einem Busen wie ein Rollpult und Ohrringen so groß wie chühner- eier. Sie betonte bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit ihre Respektabilität. Si« klagte, daß Alice vor zwei Monaten in ihre Pension gekommen wäre, als ihr Kindchpn noch keinen Monat alt war und um Arbeit gebeten hätte. Sie selbst, so fuhr sie in ihrer weitschweifigen, satten Art und Weise fori, wäre eine vornehme, großmütige Frau, die unglücklicherweise in solchen sichr, sehr trau- rigen Fällen schon Erfahrung hätte. Die Polizeibcamten betrach- tcten die vollbusige Frau und blickt«« einander verständnisinnig an. Sie fuhr fort: Alice hatte ihr für die Erlaubnis, das Kindchen bei sich zu behalten, angeboten, für weniger Lohn zu arbeiten als die Mädchen sonst tun und da sie trotz ihrer Respektabilität doch sehr großmütig war, wie sie schon gesagt hätte, so hatte sie herzliches Mitleid mit dem Mädchen gehabt. Sie hatte ihr zehn Dollar monat- lich gezahlt und ihr Wohnung und Kost gegeben. Rein, mit zehn Dollar könnte man nicht auskommen, das gab sie zu, aber das Mädchen hatte ja Kost und Logis und man mußte in Betracht ziehen, daß sie ihr Kindchen bei sich haben durfte und daß keine ander« vornehme Frau sie ausgenommen haben würde. Die dicke Dame machte eine großartige Handbewcgung, als ob sie vor einer ungeheuren Zuhörerschaft spräche:„Aber da sieht man den Lohn für seine Großmut! Nachdem sie einen Monat in meinem Hause oerbracht hotte, in meinem Hause, in dem wohn«n zu dürfen, sich manch eine freuen würde, hat sie mir ein Halsband gestohlen und es in einer Pfandleihe verkauft! Sie kam halb betrunken zurück und gab mir das Geld, weil sie über ihre eigene Tat entsetzt war. Die Pfondleih« weigerte sich, mir mein Halsband für das Geld wieder zu geben, das sie dem Mädchen dafür bezahlt hatten. Es war ein wertvolles Halsband, das mir mein zweiter Mann geschenkt hat, ehe wir uns heirateten, er war Vorarbeiter in den Gaswerken... Zarte Erinnerungen knüpfen sich an das Halsband, denn mein Mann starb in sehr schlechtem Gesundheitszustande und seine letzten Worte waren.. „Das hat mit der Sache hier nichts zu tun/ unterbrach die Polizei.„Sind Sie geneigt, die Klage fallen zu lasten, wenn die Verwandten des Mädchens zahlen, was nötig ist, um das Halsband zurückzukaufen?' „Jawohl. Und ich möchte auch, daß sie ihr sagen, sie muß mich um Berzeihung bitten, weil sie mich so beschimpft hat, Schimpfworte hat sie gebraucht.. so ein Mädel hat doch kein Recht, eine vor- nehme Dame zu schimpfen.' Dann erzählt Alice ihre Geschichte in Gegenwort der Frau: „Ich habe wie ein Pferd gearbeitet, ich mußte ganz allein an einem Tage sechzehn Zimmer sauber machen. Sie hat mir zehn Dollar monatlich versprochen, was nicht einmal ausreichte, um meinem Kindchen Kleider zu kaufen. Sie hat gesagt, sie würde mein Geld für mich„aufheben'. Sie hat es aufgehoben. Sie hat immer- fort gesagt, ich müßte ihr dankbar sein, weil ich mit so einem Kindchen, wie meinem, in einem anständigen Hause wohnen dürfte. Als ob ich nicht respektabel wäre, weil ich ein Kindchen habe... sehen Si« es sich nur an! Ich erlaube keinem Mensche» mir zu sagen, ich wäre nicht anständig, weil ich Mutter bin! Ich habe in ihrem Hause so schwer gearbeitet, daß ich keine Milch mehr für mein Kindchen hatte. Ich besaß noch zwei Dollar und da bin ich immer hinuntergelaufen und habe mir ein Glos Bier gekauft, weil eine Pensionärin mir gesagt hatte, daß ich davon mehr Milch bekommen würde. Ich habe das Geld aufgebraucht und mich gefürchtet, um meine zehn Dollar zu bitten, aus Angst, daß diese Frau mich weg- schicken und mir keinen Pfennig zahlen würde. Ich wußte nicht, wo- hin ich sollte, und die Leute mögen keine Frau mit einem Kindchen. Ich war immer totmüde. Eines Tages machte ich ihr Zimmer sauber und sah ein Halsband auf ihrem Schreibtisch liegen. Sie hatte so- viel Schmuck, daß ich nicht glaubte, sie würde sich viel daraus machen, wenn ich dies eine nähme. Sie hatte mein Geld, dachte ich. Ich verkaufte das Halsband und ich wollte mein Kindchen nehmen und weglausen. Auf dem Rückweg trank ich ein großes Glas Bier, das machte mich schwindlig. So schwindlig, daß ich nicht mehr wußte, was ich tat. Dann traf ich diese Frau im Borsaal und ich gab ihr einfach das Geld und sagte ihr, daß ich das Halsband verkaust hätte.' „Haben Sie sie geschimpft?' „Natürlich habe icb sie geschimpft! Sie hat mich Diebin genannt und Dirne... die, die... die ganze Zeit mein Geld hat!' „Wer sind Ihre Eltern und wo leben sie?' Alice schwieg eigensinnig still. Nichts rührte sie.„Ich will es nicht sagen,' sagte sie schließlich.„Es war schlimm genug, daß sie mir gesagt haben, ich hätte Schande über sie gebracht, weil ich ein Kindchen bekommen habe.' „Wer ist der Vater Ihres Kindes?' „Ich bin wegen Diebstahls hier und Sie brauchen ihn nicht mit hineinzuziehen.' „Welches ist Ihr Familienname... wollen Sic uns da» nicht wenigstens sagen?' � Die Polizei bat.„Sie sind sehr jung. Alice. Diese Dame wird die Klage fallen lassen, wenn Ihre Eltern dos Geld bezahlen.' „Sie kann ja mein Geld verwenden, das sie behalten hat, um das Halsband zurückzukaufen.' „Das ist nicht genug.' „Dann soll sie nur ihr Halsband einbüßen, sie ist eine schlechte Frau!" Di- Frau erhob sich empört, aber die Polizei winkte ihr, sich zu setzen. Da sie ängstlich bedacht war, weiter vornehm zu sein, ge- horchte sie. ...u-......(Schluß foJsjt.) Sruckner als Dorfmuflkant. (Zu seinem 3 0. Todestag«, 12. Oktober.) Bruckner hat selbst einmal sein Leben als ein„Märchen" be» zeichnet, und wenn auch das Dasein jedes großen Genies ein Wunder ist. so hat doch der Ausstrieg des armen Dorfschulmeisters zum großen Tonschöpfer etwas besonders Märchenhaftes, zumal dar Meister stets «in Kind blieb und die Welt um sich durch die Reinheit seines Gemüts verklärte. Blicken wir heute in die Jugend- und Lehrzeit Bruckners, so erkennen wir, daß hier bereits die Grundlagen für sein„göttliches Musizieren' gelegt wurden. Freilich mußte er sich durch seine Organistentätigkeit in der Dorfrirche und durch Aufspielen bei Bauern- Hochzeiten jene köstlich« Naivität erwerben, die auch noch in seinen gewaltigen Kompositionen durchklingt. Als Sohn eines armen Dorffchulmeisters geboren, zeigte der „Tonerl' schon in frühester Kindheit seine musikalisch« Begabung. Mit vier Jahren spielte das Kind, wie einst Haydn, vor dem Herrn Pfarrer auf einer Kindergeige. In die Schule ging er nur gern, wenn Singstunde war. Der Vater, der auch Organistendienst ver- sehen mußt«, ließ ihn früh an die Orgel heran, und schon in seinem zehnten Jahre zeigt« er sich zum erstenmal öffentlich auf der Orgel. Später mußte er den Vater, der schwer erkrankt war, in der Schul« und Kirche vertreten. Als der Vater starb, war er elf Jahre und kam als Sängerknab« in das nahe Augustincrchorherrenstift St. Florian. Mit 17 Jahren wurde er Schulgehils« in dem weit- vergessenen Dorf« Windhaag an der Maltsch, und nun spielte er so wacker beim Gottesdienst auf, daß der alt« Schullehrer manchmal jammert«:„Der schlägt mir noch die ganze Orgel zusammen." Damals begann er zu komponieren, und oft sah man, wie er bei seinen Spaziergängen die Kappe vom Kopfe riß und, dieselbe als Unterlage benutzend, zu schreiben begann. Man nannte ihn daher den„halbvernickten Gehilfen". Mit einem Schüler und einem alten Mann«, der die Trompet« blies, mußte er den Bauern auffpielen. Im Fasching war es Brauch, daß die jungen Leute in einem bestimmten Haus zusammenkamen, wo die Mädchen bei ihrem Spinnrade fleißig arbeiteten und sich durch Erzählungen die Zeit vertrieben. Dann stellte sich Bruckner mit den anderen in«in« Ecke, und si« begannen fröhlich zun: Tanz auszw spielen, die ganz« Nacht hindurch. Dieses sogenannt«„Nockengeigen" wiederholt« sich jede Woche in einem anderen Bauernhaus, und jeder Musikant erhielt dafür drei Zehner. Ja, er mußte sogar niedrig« Landarbeit oerrichten, und als er sich einmal weigert«,„Mist zu fasten", wurde er strafweise nach Kronsdors oersetzt. Hier ober kam er zu einem viel verständigeren Schullehrer, der ihm die weitere Ausbildung im Orgelspiel ermöglicht«. Der größte Verlag üer Welt. Die größte Berlogsanstolt der Welt befindet sich— in Rußland. Es ist die Staatliche Verlags st cllc der Sowjctre- g i e r u n g, die kür die Hebung des Buchwesens in Rußland das Wichtigste getan hat. Dieses schnelle Emporblühcn der russischen Vor- lagstätigkcit nach tiefstem Niedergang betont Peter Hein in einem Aussatz über das russische Buchwesen im„Börsenblatt für den beut- schen Buchhandel'. 1920 gab es nur 3600 Neuerscheinungen in Ruß- land, 1924 bereits über 13 000 und 1925 mehr als 22 000. Ein großer Teil dieser Neuerscheinungen ist von dem Staatsverlog hergestellt worden, der sog. G o s i z d a t. Dieser Verlag, dessen Verössent- lichungcn sich 1024 auf 2180 Bücher beliesen, stellt zusammen mit den anderen offiziellen Verlaasinstituten 75 Proz. aller in Rußland erscheinenden Druckschriften her. Die Prioatverleger bringen nur wenig heraus: es sind zwar rund 150 Verlegerlizenzcn erteilt, ober nur die Zlrbeiten von 15 bis 20 Verlegern verdienen Erwähnung. Die Gosizdat bringt hauptsächlich sozialpolitische Schriften: so gibt sie u. o. die Gesamtausgaben der großen Sowjetpolitiker heraus. Das wichtigste dieser Werke waren die„Gesammelten Werke Lenins" in 20 Bänden. Eine unerschöpfliche Literatur ist um die Person Lenins entstanden. Das erste Blich nach seinem Ableben, betitelt „Das Leben Lenins und der Leninismus', stellte einen merkwür- digen Rekord auf. Es wurde von zwei Schriftstellern in 24 Stunden geschrieben, auf 104 Oktavseiten gedruckt und war in einer Auslage von 25 000 Ereinplaren bereits bei der Totenfeier völlig vergriffen. Nun folgten Auswahlbände aus seinen Schriften in unabsehbarer Reihenfolge.„Lenin für Landwirte",„Lenin für Maschinenarbeiter", „Lenin für Studenten",„Lenin für Schulkißder' das sind nur einige wenige Titel dieser zahllosen Bände. Seine Aussprüche und Ansprachen bei den verschiedenste» Gelegenheiten wurden zusammen- gestellt. Es gibt unzählige„Führer zu Lenin' und„Katechismen des Leninismus". Ja selbst auf den Abreißblättern der Kalender erbaut Lenin an jeden, Tag mit einem Zitat. Die letzte große Gesamtausgabe der Gosizdat war die Verössentlichung der ge- sammelten Schristen Trotzkis in 23 Bänden: der dritte war der verhängnisvolle Band, der den Führer von seinem hohen Amt hin- wegführte und dem Direktor der Gosizdat Amt und Brot kostete. Der Staatsverlag bringt auch alle Schul- und Unterrichtsbücher heraus, von denen nach dem neuen llnterrichtsplan der Sowjetjchul- behörde in jedem Halbjahr 18 Millionen erforderlich sind. Die Erdgasquelle als Laterne. Die Ukraine zeichnet sich durch eine bedeutende Anzahl von Erdgasquellen aus, wie sie sehr häusig auftreten. Vor mehreren Jahren wurde bekanntlich auch in Deutschland, in der Nähe von Ham- bürg, eine große Erdgasquelle entdeckt, die wirtschaftlich aus- gebeutet wurde. Die meisten dieser Erdgasquellen haben allerdings den Nachteil, daß sie nach kürzerer oder längerer Zeit versiegen oder daß zum mindeste» der Druck sehr stark nachläßt. Ost genug lohnt es nicht, größere Ausgaben zur Errichtung vo,, Gaswerke» zu machen, da man vorher nicht die Ergiebigkeit dieser Quellen mit vollständiger Sicherheit feststellen kann. Die Ukrainer habe» bisher von den Gasquelle» allerdings eine» Gebrauch gemacht, der sie aller Sorgen zur Herstellung von Gaswerken enthebt. Sie be> nutzen nämlich das eiilsträmcndc Gas direkt als Laterne und haben auf dies« Weise gewissermaßen organische Lampen, ohne jede Röhrenleitung und'ohne jede besondere Installation. Dies sind vielleicht die seltsamste» Laternen, die jemals von Menschen verwendet worden sind. Die Ergiebigkeit der Quellen hat bisher noch nicht nachgelassen und es ist auch nicht anzunehmen, daß sie nochlasten wird, denn das Gas strömt immer mit derselben Gewalt hervor, wie seit mehreren hundert Jahren. Eine ähnliche Erscheinung wie diese Gasquellen find ja die natürlichen Springbrunnen, die als heiße Quellen aus der Erde immer init derselben Gewalt hervor- brechen und zu gewaltigen Höhen geschleudert werden, ohne daß jemals die Kraft des Brunnens nachläßt. Mehrere heiße Quellen im Pellostone-Park in Amerika haben sogar«in« so regelmäßige Tätigkeit, daß man danach die Uhr stellen kann. ITIrtfii Staats-Tneater D e«rolie Revue WleilEf Mfitrop Opernhaus ». Platz d.Republ, T1/,: Der fliegende Holländer. Schauspielhaus 8U.: Amphitryon Schiller' Theater 8 Uhr: Peer Qynt Charlottenburc 6'/, Uhr; Erstaufführung Euryanme Musik. Leitung: B. Walter Abonn.-Turnus III Residenz- Ttaeat. Täglich S'/.Uhr; Alisleigpüuariie Eialrltt lezeeiii»«»erbalpi itiaUa-Theisier uhV DsrBiliorpE Regie: Berth Viertel Id-slei des Westens Der Zug nach d. Westen (Miltes Iltoaier Norden 10334—38 8 Uhr: �eriphsHe v.F. Langer. Regie: Max Reinhardt Hammerspiele Norden 10334—38 letzte Vurstelliingen 8 Uhr. Androklu* und der LSwe Von Bernard Shaw Regie: Erich Enge Die Komödie BismarcK 2414, 7516 « Uhr: Vis Gefangene Von Bourdet Regie M. Reinhardt oarnowsky- Ohnen nteaier Köniftörniz.str. 8 Uhr: Urs,[heneys Ende Homomentious 8 Uhr: Einbruch Id. a. tlollendertplalz Gastspiel d. Moskauer kflnstler. Theaters Habima 8Uhr: Dybuk Mittw.zum I.Male 7'/,: Der Golem Rose-Theater 8Vi Uhr Ehrliche Arbeit Deutsches «ilnstl.- Theater S'l, Uhr: Idas tcroßo Abenteuer Condi, Pallenberq Lessing-Theaier 8 Uhr: Mentos und ilebemensdi Id. i.Kuifüistendanini 8 Uhr; Revue: Es geht schon hesser Musik: R. Nelson Lustspieihaus Uhr Kukuii 13. d. Mts 7'/, Uhr Premiere Die Serzoginv. Elba �einesTheate Täglich 8 Uhr: MsnsEliDnfreoDile Mittw. nachm. 4Uhr Gr. Kindervorstcllg idineewiltdiüD Wallner-Th. Bis 14. 10. tägl.8 U. dererolSeErlolf „Hasemiiiins Tüditef" Ab 15. 10. Gastsp, rlermlne Kürner „Die Marionetten der Zarin" Philharmonie 8 Uhr: Sinfonie-Konz. d. Philharmon.Orch Dirig.: Prof. Prüwer unt. gefi. Mitwg. von Heida Hermanns Ilat.-Koni. D-Koll/ Satli H (Bernunni), 4. Sief, Irttm Ihealer a. Kotth. Tor KottbusFr Str. 8. TdgL a Uhr u. Sonn- wg nachm. 1 Uhr lzu ermäßigten Preisen) fEiue Sänger > unb bos In». Damen- Gesanqs- QuarteltPopott d l'ägl, 6';« Uhr I Theater im Admiralspatast RlesenerfolR Haller- Aeoue An u. aus Preise von 2-16 M | Vannrlut»eniibrtt> Hffil Kurfürst 6456 8 Uhr: Variete- Neuheiten circus Busch laU'/fcSlp. 2>3-f-7'i, lior bis 31. Oktober D. gr. Circus-Progr. und ,Papa Wränget, Volks büh ne Theater an BDIovplati 8 Uhr: Sysisfrafa Morgen 8 Uhr: Sysistrafa Tb. in Sdütthauerdanm Täglich 8 Uhr: Das Orabnial des unbekannten Soldaten. Täglich 81/« Uhr End« präzise 11 Uhr Preise M. 1.00— 16.00. Sonntag nachra.3 Uhr nnjc�kU rite Vorstellung zu crniUllist. Preisen Neoes Theater am Zoo■■ 8„Ich Hab Dich lieb" 8 Pirk. 1-5« SBiil6*.Vomrk.»«nlirbr.Stpl.537l Während der Beschäftigung mit der RAUCHER-UMFRAGE der REEMTSMA A.-G. erhalten wir die Nachricht, daß unsere Bestrebungen um die Verfeinerung des Cigarettengenusses mit dem DIPLOM DES KÖNIGLICHEN HAUSES VON ITALIEN ausgezeichnet wurden. Diese sehr seltene Auszeichnung beweist die internationale Anerkennung unserer Arbeit REEMTSMA A.-G. Fabriken für hochwenige Orientcigaretten. Lieferanten des kaiserlichen Monopols von Japan-Korea, de* königlichen Monopols von Italien und vieler anderer Länder. CASINO. THEATER 8 Uhr: Gräfin Tippmamsell Qutscheln 1—4 Pers Bei Vorzeig, der Annonce Faut nur 1,00 Mk„ Sessel MO LUNG BERLIN 1926 25. StPTBfBH BIS ZU, OKTOBEB Täglich von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends gefitfnet Einlaß bis 9 Uhr Reichshallen.Theaier 8 Uhr u. Sonnlas nachm. 3 Uhr Sleiflaer Sfinüer Das entzückende M Programm I Nachmlttvs halbe Preise. 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Trog der schweren Rrise und der da» mit verbundenen ungeheuren Arbe:is» losigkeit in der Merallinduftrie wenden wir uns wieder an unsere in Arbeit Kehenben Mitglieder, um zu ermöglichen, unseren arbeitslosen und erwcrds» unfähigen Mitgliedern zu Weihnachten durch Sewähtung von Seldmtitein eine klein« ffrcude au bereifen. Jtltale: Splttelmarkl, Ecke Seydelstraste, nno W. Rtk-Iab-rger Platz 2, Ecke T:-nfcnausttastc Revarat ied. Art.— Illnstr� Breiskafalon grafie—— � HSgih»»�«»f»i, auf> Doppelina <8 9 den Plana): 2 Million en HOcbstgewiaui auf 1 gaoxea Loa: 1 Million B.-Matu 4 mii ZVGGGSm. 2 aal 300000«. 2 mi 200000«. lOOOOO«. P,'.V v» 3,>/. 6.'/> 12,'/- 24 FL Doppellose M. Kiögei9äS'!ii FrlednästraBe 192193, i d, Lelizigs; im! iFerMpr: Merkur 2233u.41�| Postscheckkonto 31048 I