Nr. 486 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 248 Bezugspreis. Böchentlich 70 Pfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der illuftries. ten Sonntagsbeilage, Boll und Zeit" fowie den Beilagen Unterhaltung und Wissen"," Aus der Filmwelt", Frauenstimme",„ Der Kinderfreund", Jugend- Borwärts" und Blid in die Bücherwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblattf 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. Beile 80 Pfennig. Neklamezeile 5,- Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( aulässig awei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennia. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Vandervelde führte ungefähr aus: Auf meinem Wege als Friedenspilger, als Sozialist und als Teilnehmer der internationalen Konferenzen in Frankfurt, Hamburg, bis Locarno und Genf, bin ich folgerichtig geblieben und habe. nichts von meinen Ueber zeugungen und Hoffnungen geopfert. Selbst in Belgien, dessen Lebensinteresse doch so klar den Frieden erheischt, gehen die Ansichten über die internationale Lage weit auseinander. Die einen wollen einen Siegfrieden, einen Eroberungsfrieden, gestützt auf Waffen und unabänderlichen Status quo, ge gründet auf Berträgen, die man für immer heilig proflamiert. Die anderen wollen Frieden ohne Sieg, von allen Teilen freiwillig afzeptiert, gegründet auf Gerechtigkeit und auf Berträgen. Was die einen als ungerechte Kapitulation verschreien, erscheint den anderen als notwendige Konzession im Friedensintereffe und als glückliche Selbstüberwindung. Man hüte sich vor allem vor einer einseitig nationalen Auffassung. hören wir auch die andere Seite, z. B. die Kriegsschuldfrage. Gewiß, was Belgien anbetrifft, dürfen wir mit Recht behaupten: Diese Frage existiert nicht. Sie ist bereits durch Bethmanns Be tenntnis im Reichstag längst erledigt. Aber was die anderen Länder betrifft: Darf man heute noch nach allen amtlichen und nichtamtlichen Veröffentlichungen die absolute ausschließliche Kriegsschuld Deutschlands als unberührbares Dogma betrachten, worüber man nicht einmal disfufieren darf? Entwaffnung und interalliierte Militär tontrolle sind ein anderes, brennendes Problem, wobei die Die Koalitionsbesprechungen in Preußen. Zum 3. November vertagt. Die interfraftionelle Besprechung der preußischen Regierungsparteien hatte das erwartete Ergebnis. Der preußische Ministerpräsident Braun wird am 3. November, dem Wunsch der ießigen Regierungsparteien entsprechend, mit den Frattionsführern der Deutschen Bolkspartei über die Umbildung der preußischen Regierung verhandeln und dann das Ergebnis dieser Besprechungen den Regierungsparteien mitteilen. Einberufung des Reichstages. Zum 3. November. Der Reichstag ist endgültig für Mittwoch, den 3. RoDember, einberufen worden. Auf der Tagesordnung dieser ersten Plenarsizung nach der Sommerpause stehen zunächst nur fleine Borlagen. Der Präsident hat sich aber vorbehalten, weitere Punkte auf die Tagesordnung zu setzen. Gewiß, amtliche Berichte laffen feinen Zweifel, daß Deutschlands Entwaffnung noch unvollendet ist und daß von deutscher militärischer Seite alles getan wird, um einer Eniwaffnung zu entgehen. Solange dies der Fall ist, wird eine Annäherung natürlich überhaupt erschwert. Auch kann man die Reichswehr faum als republifanische Garde betrachten. Aber es gibt auch ein anderes frieg. Da muß gefagt werden: wenn Deutschland wirklich entwaffnet Deutschland, das den Frieden will und feinen Revanche. werden soll, dann müssen auch die anderen Länder entwaffnen. Darum begrüße ich die Bemühungen von Benesch, Paul Bon maffnungsfonferenz. cour, de Broudère in Gens auf Einberufung einer Ent = Bunkte intereffierten auch Belgien. Die französische Regierung Ueber Thoiry sagte Vandervelde, die meisten dort berührten wolle diese Fragen im Einvernehmen mit den anderen Alliierten prüfen und diese Brüfung habe tatsächlich schon begonnen. Ueber den Dawes Blan sei in Thoiry nicht gesprochen worden, aber es tönne feinem entgehen, daß der Tag nahe ist, an dem die Regierungen die Frage der Reparation, und der interalli ierten Schulden im Geiste der Frankfurter Sozia liftenkonferenz überprüfen müßten. Wenn diese Prüfung stattfindet, werde Belgien die Frage der während der deutschen Be fegung in Belgien zwangsweise eingeführten Bapiermart auf werfen, was die Reichsregierung schon unter Erzberger als gerechtfertigt anerkannt hat. Bandervelde schloß: Ich werde den Kampf für meine Ideen auf internationalem Gebiete fortsetzen: für eine Befriedung der Geister, für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, für eine nicht aufgezwungene und einseitige, sondern freiwillige und gegenseitige Entwaffnung, für die Schaffung der wirtschaftlichen Grundlage der Bereinigten Staaten Europas, auf der der Frieden aufgebaut werden wird. fich um zwei voneinander unabhängige Berträge handeln. Um dieser Schwierigkeit aus dem Wege zu gehen, haben sich beide Delegationen damit einverstanden erklärt, daß gemeinsame Besprechungen der deutschen und polnischen Borsigenden beider Kommissionen stattfinden. Auf diese Weise soll der ganze Vertrag in allen seinen Teilen gleichzeitig erwogen werden, um ein gegenseitiges Entgegenkommen zu erreichen, welches den Abschluß des Vertrages nicht nur ermöglichen, sondern auch be schleunigen dürfte. Der Vorsitzende der Kommission für die wirtschaftlichen Bestimmungen des Vertrages, Geheimrat Ernst, fehrt Ende dieser Woche nach Berlin zurüd und es ist zu erwarten, daß Anfang der nächsten Woche die beiderseitigen Kommissionsvor. fizenden beraten werden und in der für Donnerstag nächster Woche festgesetzten Sigung der Einreise und Niederlassungskommission das von polnischer Seite zu gewährende Entgegenkommen bestimmte Formen annimmt. Die neue Prager Regierung. Inhaltlose Programmerklärung. Prag, 14. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag Die deutsch- polnischen Dauerverhandlungen Barlament vor. Die vom Ministerpräsidenten Svebla abgegebene stellte sich die neue tschechisch- deutsche Roalitionsregierung dem Bolen gegen politische Forderungen Deutschlands. Regierungserklärung ist äußerst dürftig und verschwommen. Warschau, 14. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Außenminister Sie nimmt zu den aktuellen Problemen überhaupt nicht Stellung Zalewsti erklärte den Pressevertretern zu den deutsch- polnischen und enttäuscht besonders alle die, die von der Regierungserklärung Handelsvertragsverhandlungen, daß Bolen diesen Erörterungen mit irgendwelche tonfrete Aeußerungen zur nationalen Frage er gutem Willen begegne. Er sei überzeugt, daß auch die Gegenwartet haben. Die deutschen Regierungsparteien und Minister feite diesen guten Willen befize. Bolen könne dagegen nie die von Deutschland erhobenen Forderungen politischer Natur berücksichtigen und es sei zu hoffen, daß Deutschland durch diese Forderungen nicht den Gang der Berhandlungen zu gefährden beabsichtige. Der Stand der Verhandlungen. Die Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und Bolen haben am Montag dieser Woche begonnen, und zwar in der Rommiffion für Einreise und Niederlassung. Die polnische Delegation erklärte, wie wir erfahren, den deutschen Forderungen entgegenkommen zu fönnen, wenn ihr Gelegenheit gegeben werde, die Stellung der deutschen Delegation den polnischen Forderungen gegenüber fennenzulernen. Die Polen haben nämlich eine Forde rungen im Zusammenhange mit den deutschen Einreise- und Niedertaffungswünschen. Die polnischen Forderungen umfaffen das wirt Ichaftliche Gebiet und da dieser Gegenstand einer anderen Kom mission zugewiesen ist, so ist eine Verständigung über das gegenseitige Entgegenkommen sehr schwer. Durch die Teilung in zwei Rommiffionen nehmen die Berhandlungen einen Berlauf, als würde es wurden nicht mit einem Wort ausdrücklich erwähnt. Der Labourkongreß fordert Abrüstung. England soll genaue Vorschläge machen. London, 14. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die Ronferenz der Arbeiterpartei in Margate beschäftigte sich an ihrem vierten Tag zunächst mit der Außenpolitit, wobei sie sich in allen entscheidenden Fragen wie in den vorangegangenen Tagen hinter die Politik der Exekutive stellte. Eine Entschließung, in der die Annullierung des Dawesplanes gefordert wird, wurde ab gelehnt. Annahme fand dagegen eine von der Eretutive vorgelegte Resolution, in der Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund begrüßt und die britische Regierung aufgefordert wird, der Vorbereitenden Entwaffnungsfommission genaue Vorschläge für eine englische Entwaffnung zu unterbreiten, um andere Regierungen dadurch zu ähnlichen Vorschlägen zu veranlassen und die Abhaltung einer Weltabrüstungskonferenz zu ermöglichen. Gleichzeitig fordert die Konferenz, daß die Teilnahme Ruß lands an einer brüftungskonferenz herbeigeführt werde. Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftschecktonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angeftelten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft. Desontentafie Lindenstr. 3. Die Republik und ihre Beamten. Versäumte Gelegenheiten. Von Willy Steintopf. In einer seiner letzten Reden hat der Reichskanzler Dr. Marr den deutschen Beamten in aller Offenheit erklärt, welche Stellung zur Republik er von ihnen verlangt. Seine Worte wurden mit stürmischer Zustimmung aufgenommen. Sie war besonders start, als Dr. Marg die glückliche Wendung gebrauchte, daß gerade die höheren Beamten in der Achtung und Ehrerbietung vor der Weimarer Verfassung auch höhere Pflichten hätten. Hiermit hat der Reichstanzler eine der schmerzlichsten Stellen der Republik berührt. Denn daß gegen diese Beamten dauernd verstoßen wird, ist öffentlichtes Geheimnis. höheren Pflichten bewußt und mit Absicht von den höheren Die Republik frankt an ihrer höheren Beamtenschaft. Ausnahmen bestätigen, wie überall, auch hier nur die Regel. In der bürgerlichen republikanischen Presse ist in der legten Zeit unendlich viel darüber geschrieben worden. Herangenehmsten Fälle erörtert. Doch sie haben es vermieden, vorragende Parlamentarier haben die peinlichsten und unan den Kern des Problems heranzugehen und auszu= Sprechen, wie das Uebel anzupacken und zu beseitigen ist. Mit dem Aufzeigen und Kritisieren noch so unerhörter Fälle erreicht man gar nichts. Die Situation ist genau die gleiche, die Karl Marg in seinen Aufsätzen aus den Jahren 1851/52 Revolution und Konterrevolution in Deutschland" fennzeich nete. Die Demokratie regiert oben. Sie kann sich aber nicht durchsetzen, weil die hohe Bureaukratie es nicht duldet. Geiß, in verschiedenen Ländern ist es nicht mehr ganz fo schlimm. Severing und andere haben sehr viel getan. Reich liegt es aber um so trostloser. Im Das wäre unmöglich, wenn die hohe Bureaukratie im Sinne der Bejahung der Republit arbeiten und auf die Förderung der Intereffen der Republik bedacht wäre. Jedoch findet man statt dessen überall die Tendenz: wie ist die überlieferte Tradition zu sichern und etwaigen Angriffen Dorzubeugen? Das ist das Leitmotiv der höheren Beamtenschaft der Republik. Gegen diese Dinge nüßen feine Worte und Ermahnungen. Sie sind schon zu oft ungehört verhallt. Ja, als der Reichsminister des Innern Dr. Külz im Frühjahr d. J. in seiner Etatsrebe von den Beamten die Bejahung der Republik forZeter und Mordio. Die Beamten sollten sich einem Joch derte, schrie das Organ der höheren Post beamten beugen, und wo denn die Garantien der Verfassung blieben! Und die deutschnationale Beamtenschaft Berlins", zumeist höhere Beamte, verbat sich jede Gesinnungsschnüffelei. Die Antworten auf die letzte Reichskanzlerrede dürften nicht anders ausfallen. So muß man sich entschließen, andere Wege zu gehen, rung herbeizuführen. Zunächst muß die Personalpolitik des menn man überhaupt den ernsten Willen hat, eine AendeReichs von Grund auf geändert werden. Es nüßt nur wenig, sterium verschwinden. Das Hauptgewicht liegt in diesem Fall wenn einmal ein paar reaktionäre Leute aus einem Mininicht so sehr in den Ministerien, als gerade in den Außenverwaltungen. Es wird leider noch nicht genügend erkannt, was der höhere Vorgesetzte, der höhere Beamte überhaupt und auch der mittlere Beamte als Borsteher einer Reichsbehörde draußen im Lande zu bedeuten hat. Diese Beamten sind in den Städten und auf dem Land die Vertreter der Reichsbehörden, wird sehr scharf beobachtet. Treten sie, wie es eigentlich ſelbſtdie Repräsentanten der Republik. Ihre Stellung zur Republik verständlich sein sollte, dienstlich und außerdienstlich jederzeit für die Republik ein, wird die Wirkung auf die Bevölkerung nicht ausbleiben. Beispiele beweisen es. Lassen sie aus gesellfrhaftlichen oder anderen Rücksichten aber erkennen, daß auch fie der Meinung sind, es sei eigentlich unanständig, Republifaner zu sein, und sie seien es nur gezwungenermaßen und soweit es ihre Stellung unumgänglich verlangt, dann allerdings leisten sie dem republikanischen Gedanken einen Bärendienst. Leider trifft dieses in der weit überwiegenden Zahl der Fälle noch zu. Der Einfluß auf die nachgeordneten Beamten ist natürlich noch viel größer. Der Borgefehte ist tonangebend. Wer sich nicht fügt, muß leiden. Legion sind die Beispiele, in denen der Borgesetzte den unbequemen und politisch anders denkenden Untergebenen durch Nadelstiche mürbe und gefügig gemacht oder ihn beseitigt hat. In neunundneunzig von hundert Fällen läßt sich dabei gar nichts beweisen und folglich auch dagegen nichts tun. Jeder, der in diesen Dingen steht, wird es bestätigen fönnen. Daß das Bekenntnis zur Republik bei diesen Beamten geradezu ausgerottet wird, braucht kaum erwähnt zu werden. Der Rückhalt, den die Beamten in den großen Städten bei den breiten Massen der republikanischen Bevölkerung haben, ist in den mittleren und fleinen Städten und auf dem Lande nicht vorhanden. Sie sind jeder reaktionären Einwirtung preisgegeben und wirken schließlich auch so auf die Bevölkerung. Diesem unheimlich weit verbreiteten Uebel ist man bisher| chistische Beamte zu gebrauchen, ist eine weitere Folge der noch nie zu Leibe gegangen. Und doch gibt es dagegen eine antirepublikanischen Personalpolitik. sehr einfache und wirksame Methode. Diese ist eben die Die Schäden liegen also flar zu Tage. Es handelt sich republikanische Personalpolitit. Nach dem Tode um eine Kamarilla höherer monarchistischer Beamten. An ihr Rathenaus wurde auf sozialdemokratischen Antrag vom frankt die Republik und wird solange daran tranten, bis diese Reichstag die Entschließung gefaßt, die Personalrefe- Ramarilla beseitigt ist. Der Reichskanzler hat das lebel errate in allen Zweigen der Reichsverwaltung nur solchen kannt. Mag er nun auch zugreifen, und es beseitigen. Dann Beamten zu übertragen, die fachkundig und unbedingt wird er vor den Beamten der deutschen Republit nicht mehr zuverlässige Republitaner sind. Die Bestellung| zu flagen brauchen, daß die höheren Beamten der Republik von Beamten zu Personalreferenten bei den nachgeordneten der Weimarer Berfassung die notwendige Achtung und EhrBehörden bedarf der Bestätigung durch den zuständigen erbietung versagen. Minister". Diese Entschließung ist aus unbekannten Gründen nie in die Tat umgesetzt worden. So frankt die Republik daran, daß gewollt oder ungewollt die Personalreferate bei den Zentral- und Bezirksbehörden fast ausnahmslos in den Händen reationärer antirepublikanischer Beamten liegen. Da es weiter unbestrittene Tatsache ist, daß die meisten Ministerialreferenten und die meisten Chefs der Bezirksbehörden ebenso gefinnt find, liegt fast das gesamte Personalwesen der republikanischen Reichsbehörden in antirepublikanischen Händen. Wie ein Nez ist diese antirepublika nische Personalpolitit über der gesamten Reichsverwaltung ausgespannt. Mit ihm wird jeder unerwünschte republikanische Beamte abgefangen und unschädlich gemacht. Dies Netz muß zerrissen werden; es raubt den republifanischen Beamten und dem Bolt Licht, Luft und Freiheit. Man wechsle die antirepublikanischen Bersonalreferenten aus. Man forge endlich dafür, daß, wenn irgendwo die Stelle eines Chefs einer Bezirts- oder Ortsverwaltung einer Reichsbehörde zu besetzen ist, ein geeigneter republikanischer Beamter her angezogen wird. Wenn man systematisch darauf hinwirkt, daß, wo immer es fei, die freiwerdende Stelle des Borſtehers des Finanzamts, des Wasserbauamts, des Bostamts, des Bahnhofs mit einem zuverlässigen und geeigneten republikanischen Beamten besetzt wird, dürfte die Wirkung nicht lange auf sich warten lassen. Dasselbe gilt natürlich in verstärktem Maße von der Besetzung der Stellen der Bezirkschefs. Frech und feig. Ein würdiger Kommunist. Der fommunistische Landtagsabgeordnete Schulz- Ditters bach, der die Ehefrau des Genossen Osterroth, eine Mutter von zwölf Kindern, im Landtag in nicht wiederzugebenden Worten schamlos beschimpfte, hat die Stirn, durch ein Berliner Nachrichtenbureau eine Erflärung verbreiten zu laffen, er sei sich nicht bewußt, den Namen der Frau erwähnt" zu haben. Nachdem die beiden ältesten Söhne Osterroths dem Schimpfbold außerhalb des Landtages eine Büchtigung zuteil werden ließen, hat er augenscheinlich die Erinnerung an feine eigene Schamlosigkeit verloren. Aber die Bewußt. einstrübung tann ihm nicht zur Freisprechung ververhelfen. Der Mann ist 27 Jahre alt. Er stammt aus dem Kreife Waldenburg in Schlesien. Er war noch ein Hofenmah, als Genoffe Dfterroth in dem gleichen Wahlkreis schon für den Bergarbeiterverband tätig war und lange Gefängnis ftrafen für seinen Kampf im Interesse der Arbeiter einsteckte. Der Schulz aus Dittersbach wagt es, nicht nur Ofterroth als Buhälter" zu beschimpfen, sondern auch dessen Frau in den Schmutz zu ziehen, eine Frau, die die Sorge für zwölf Kinder trug, als Schulz noch nicht einmal die Schule besuchen durfte! Zu der Rüpelhaftigkeit gefellt sich die Feigheit. Er Leider geschieht dies heute nicht. Einmal, weil die anti- ftreitet öffentlich ab, was er angerichtet. Ihm fehlt das„ BeLeider geschieht dies heute nicht. Einmal, weil die anti- wußtsein". Er sollte schleunigst von seinen Wählern zur republikanischen Bersonalreferenten usw. die Republikaner Ordnung gerufen werden. Und mit ihm die anderen, die den geflissentlich von diesen Stellen fernhalten. Ein Zufall ist es, Ton der Raschemme als proletarischen Klassenkampf" ausgeben! wenn es einmal anders fommt. Zum andern aber verschanzt man sich hinter die Berfassung, die feinen Staatsbürger von der Zulassung zu einem Amt ausschließt, wenn er geeignet und fachkundig ist. Man übersieht dabei, daß für solche Stellen nur der Beamte geeignet ist, der fachkundig und republikanisch zuverlässig erscheint. Dem Antirepublikaner mangelt diefe doppelte Eignung. Er fann sich also auf diese Ber. faffungsbestimmung nicht berufen. Um fo merkwürdiger ist es deshalb, daß trozdem fast mur Antirepublikaner für leitende Stellen und Personalreferate geeignet befunden werden. Man sieht, wie das Netz wirkt. Dasselbe gilt für die Aus wahl des Nachwuchses. Hier also schaffe man Remebur, indem man jene Entfchließung des Reichstags durchführt und für eine republikanische Personalpolitik sorgt. Kein Geschrei der Monarchisten darf davon ablenten. Um vollen Erfolg für den republikanischen Gedanken zu erringen, ist noch etwas anderes notwendig. Man beginne endlich, die Ausfälle monarchistischer Beamten gegen die Republik disziplinarisch zu ahnden. Es ist ein großer Mangel der republikanischen Gesetzgebung, daß Verfassungsverlekungen ftraffrei sind, wenn sie nicht zugleich ein im Strafe gesetzbuch oder im Gefeß zum Schuh der Republit vor gesehenes Delikt darstellen. Bei den Beamten aber liegt es so, daß eine Berlegung der beschworenen Berfaffung auch ein Berstoß gegen das Reichsbeamtengesetz darstellt. Daß man dies Gefeh mit größter Schärfe bei den geringfügigsten dienstlichen und außerdienstlichen Bergehen anwendet, wenn es sich um Republikaner handelt, dagegen durch nichts zu bewegen ist, es bei Verfassungsverlegungen auch gegen monarBlauer Frack und goldene Knöpfe Von Hans Bauer. Es gehen grundlegende Aenderungen vor sich im Auswärtigen Amt. Bisher mochte es dessen hohen Herren geschienen haben, daß mit dem Aufrücken in gehobene Stellungen ihre Persönlichkeit eindeutig firiert sei. Jegt ist es offenbar geworden, daß das Problem doch tiefer liegt. Wohl bleibt es wahr, daß der Wert des Menschen eine Beförderungsfrage ist, aber die Beförderung wieder, die ist eine Kleiderfrage. Was nüßt es, von sich zu wissen, daß man einen Diplomaten darstellt, wenn die auswärtigen Diplomaten, wie es verschiedentlich vorgekommen sein soll, einen für einen Kellner anjehen! In der früheren, in der faiserlichen Zeit, mochte es einfach gewesen sein, folch einen falschen Einbrud zu zerstören. Der deutsche Diplomat ließ sich in ein Gespräch mit dem fremben Diplomaten ein. Dieser mertte dann an dessen politischer Unintelligenz schnell, daß er mindestens einen ehemaligen Bonner Borussen, aber unmöglich bloß einen geweckten Kellner vor sich haben tönnte. Heute dürfte das in der Regel schon anders ge= worden sein und wir wollen gera fonzedieren, daß das Korps des Herrn Stresemann durch ein Gespräch sich in pofitivem Sinne zur Geltung zu bringen weiß, aber bleibt es da nicht noch immer fürchterlich, bis zum Augenblic eines in Gang tommenden Gesprächs eventuell für einen Bediensteten gehalten zu werden! Herr Stresemann möchte seine Mannen in 3utunft feinesfalls mehr der Schmach dieser Vermutung aussehen und er weiß auch, wie's gemacht werden muß: Der schwarze Frad muß fallen und dem blauen mit goldenen Knöpfen, dem Schifferfrad" eines uralten Zeremoniells aus der Kaiserzeit soll Plaz gemacht werden. Das Ganze wird ein Zweispitz überdachen. Natürlich wird diese Kleidung außerdem nüanciert sein. Denn, nicht wahr, eine Verwechslung mit Volt schlösse diese Uniformierung, wenn auch nicht prinzipiell, so doch praktisch aus: da die Portiers ja, im Gegensatz zu Kellnern, feinen Zutritt in diplomatische Salons haben, aber stünde nicht zu befürchten, daß bei gleicher Kostümierung die höheren Organe des Auswärtigen Amtes mit dessen niederen Organen in einen Topf geworfen würden! Aus diesem einleuchtenden Grunde werden jene Straußenfedern auf dem Zweispitz tragen, diese hingegen des Schmudes entraten. Ganz ist die Gefahr der Standesverfennung auch dann noch nicht gebannt, da diese Regelung noch immer grob und undifferenziert erscheint und prattischerweise mit jeder Gehaltstlaffe der Umfang der Feder fich vergrößern und beim Herrn Minister persönlich fich finngemäß zur Pfenfeder steigern müßte. Aber das wären, im Vergleich zur elementaren Wichtigkeit dieser Kleiderneuregelung an sich, immerhin Kleinigkeiten, in die man sich vorerst wohl nicht verlieren möchte. Als die Konferenz von Locarns tagte, hörten wir etwas von Anbruch des unzeremoniellen Zeitalters, denn zu verschiedenen Gigungen waren die Diplomaten ganz unförmlich), schlechtweg im Straßenanzug erschienen und das war auch ein Weg, dem gräßlichen Schicksal der Verwechselung mit der Kellnerschar zu entgehen. Heute ist unsere Staatsfunft über die Irrungen die Monschenwürde untergrabender Ansichten längst hinausgebiehen, Zeugniszwangsverfahren. Ein Uebergriff der sächsischen Justiz. Löbau, 14. Oftober.( WIB. Gegen den Rebatteur Hugo Efferoth der sozialdemokratischen Boltszeitung für die Oberlaufig ist vom Amtsgericht Löbau das Zeugniszwangsver fahren eingeleitet worden. Efferoth sollte Auskunft über Die Berfafferschaft eines die Maßnahmen der Baugener Staatsanwaltschaft fritisierenden 3 ei tungsartikels geben, die er unter Berufung auf das Breffegeheimnis verweigerte. Diese unerhörte Maßnahme ist ein Ausfluß des neuen fächsischen Justizfurses unter dem Justizminister Bünger. Das Zeugniszwangsverfahren gegen Redakteure wird in Breußen nicht gehandhabt. Noch in jedem Falle, in dem es angewandt werden sollte, hat das preußische Justizministerium eingegriffen. Die Sächsische Justiz befleißigt sich, in den Bahnen des vorrevolutionären Systems zu wandeln. Grft vor furzem wurde ein bekannter demokratischer Rechtsanwalt und Notar in Leipzig angeklagt und verurteilt, weil er gegen über einem unhaltbaren Gerichtsurteil den Ausdruck juristische Haarspaltereien" gebracht hatte. In der Revisionsinstanz behauptete der Berteidiger, der fächsische Justizminister Bünger habe ein Abkommen mit dem sächsischen Richterverein geschlossen, in dem er sich verpflichtet habe, gegen jebe Kritit an Gerichtsurteilen flagbar vorzugehen. Es ist schön, wenn die Welt bescheinigt, daß man was tann, aber der Schneider muß auch dokumentieren, daß man was ift. Go wird es also sehr farbenfroh an Empfangsabenden des Auswärtigen Amtes zugehen, die von deffen Kostümfesten wohl werden unterschieden werden müssen, zu denen die hohen Herren sich ja allerdings wenn auch nicht das Blau des Blutes, so wird doch wenigstens nun auch nicht gerade als Rabaretthumeristen verkleiden dürften. das des Anzuges vorherrschen und von einer bestimmten Rangstufe an wird man sich sogar mit Federn und nicht einmal mit fremden schmücken dürfen. Die Einführung bes spanischen Hofgeremoniells aus dem 15. Jahrhundert hingegen dürfte wegen großer Roalitions. gefahr vorerst noch nicht bevorstehen. Lehre des Apothekers von Nancy gedeiht, ist auch für die Theo. Vortrag der Katherine Tingley. Derselbe Boden, auf dem die fophie fruchtbar. Kuriert der Couéismus die Schäden des Leibes, und, wenn man will, des Lebens, durch die Macht des Unterbewußt feins fo nimmt die Theosophie dazu die Macht der Seele. Jeden falls sehen beide Theorien dem realen Faktor der Wirklichkeit ihren irrealen entgegen, beide im festen Glauben an seine lebermacht und Kriegen und sozialen Nöten zerrüttetes Jahrhundert sucht ein Ziel, beide, in ihren Grenzen natürlich, mit Erfolg. Denn unser von und ist doch zu traftlos, es fich selber in der Beseitigung dieser nächstliegenden Leiden aufzustellen. So finden Oftultismus und alle nächftliegenden Leiden aufzustellen. So finden Oftultismus und alle Geheimwissenschaften lebhaften Zulauf, und auch die gewiß ernster zu nehmende Lehre der Theosophie refrutiert ihre Anhänger aus der Schar diefer lebensschwachen Menschen. Immerhin darf man nicht unterschäßen, daß Theosophie etwas Positives ift: die Lehre von der nächstenliebe, nicht, um bibelgläubig Opfer zu bringen und den Himmel zu erwerben, sondern um das Leben auf dem einfachsten und geradeften Wege zu erfüllen. Die Amerikanerin Katherine Tinglen, die im Beethoven- Saal über Theosophie, die natürliche Religion der Menschen, sprach, hat jedenfalls auch schen hinreichend bewiesen, daß ihre Lehre vom Gutsein mehr ist als eine Theorie. Aber die Fülle von Mystizismus, Dunkelheiten, die außerdem die Theosophie birgt, wird viele dieser das Dogma von der Wiedergeburt des Menschen, die zahlreichen Lehre fernhalten, auch wenn sie nicht Anhänger eines primitiven Materialismus find. E98. Gazette" meldet, hat der Propst von Eton, Dr. M. R. James, Ein neues Apokryphen- Evangelium? Wie die Westminster foeben in der Bibliothek der Kathedrale von Hereford eine Handschrift gefunden, die die Geschichte von der Geburt Chrifti mit viel reicheren Einzelzügen erzählt als die Evangelien. hält seine Entdeckung für ein Fragment des Apotryphen- Evange Der Gelehrte llums des heiligen Betrus, von dem bisher nur ein ganz fleiner Teil befannt war. Dieses. Evangelium soll im 4. Jahrhundert Don angelsächsischen Pilgern von Rom nach England gebracht worden sein. Ursprünglich foll es griechisch geschrieben und im 13. Jahr hundert dann von einem Unbefannten ins Lateinische übertragen worden sein. Diese Uebersetzung hat James jetzt gefunden. Im Titel wird der Bericht dem Jakob, einem Sohn Josephs des Zimmermanns, zugeschrieben. Der Erzähler ist danach Augenzeuge der berichteten Borgänge gewefen; er spielt jedoch selbst in dem | Kritik an der Justiz verboten das ist die Auffassung der sächsischen Justiz. Aus dieser Auffassung entspringt die Absicht, einen Redakteur, der der beruflichen Ehrenpflicht nachfommt, das Pressegeheimnis nicht zu verlegen, dem Zeugniszwangsverfahren zu untertoerfen. Gegen diesen Berjuch wird sich die Berufsorganisation der Presse zur Wehr sehen müssen. Die Geschäftslage des Landtags. Heute dritte Beratung der Hohenzollern- Vorlage. Der Aeltestenrat des Preußischen Landtages besprach am Donnerstag vor der Plenarsizung die Geschäftslage. Am Freitag wird, wie in Aussicht genommen war, die Hohenzollern- Borlage zur britten Beratung gestellt. Außerdem stehen die Abstimmungen über die Mißtrauensanträge und die Entscheidung über Ein fprüche von Abgeordneten wegen ihrer Ausschließung von den Landtagssigungen zur Erledigung. Präfident Bartels erflärte, daß Maßnahmen getroffen feien, um die Wiederholung von Szenen, wie sie sich am Mittwoch ereignet haben, zu verhindern. Es werde eine Bache im Hause sein und eine strenge Kontrolle Zuhörern gegenüber geübt werden. Der Landtag will sich dann bis zum 3. November vertagen. Noch einmal die Silverberg- Rede. Billigung durch den Vorstand des Reichsverbandes der Industrie. bandes der Deutschen Industrie unter Vorsitz des Geheimrats Duisberg zu einer aus allen Wirtschaftsgebieten des der Tagesordnung stand neben der Berichterstattung des GeheimReiches außergewöhnlich start besuchten Sigung zusammen. Auf der Tagesordnung stand neben der Berichterstattung des Geheimsprache über die Dresdener Mitgliederversammrats Kast über die deutsch- englischen Besprechungen die Auslung. Man tann die Berliner Tagung am Donnerstag als eine Fortsegung der Düsseldorfer Tagung des sogenannten Langnamen.. vereins( Berein zur Wahrung der wirtschaftlichen Intereffen in Rheinland und Westfalen) betrachten. Nach einem vom Reichsverband der Deutschen Industrie am Donnerstagabend veröffentlichten Rommuniqué erklärt sich der Vorstand des Reichsverbandes nach eingehender Aussprache einstimmig mit folgender, vom Präfibium orgelegten Entschließung einverstanden: Am Donnerstag trat der Vorstand des Reichsver In der Präfidial. und Vorstandssigung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie wurde in Verbindung mit einer Besprechung der Ergebnisse der diesjährigen Mitgliederversammlung auch die Rede des Herrn Dr. Silverberg: Das industrielle Unternehmertum in der Nachkriegszeit" eingehend erörtert. Als Ergebnis dieser Aussprache wird folgendes einstimmig festgelegt: „ Die Mitglieder des Reichsverbandes der Deutschen Industrie sind bei ihren Reden und Vorträgen in feiner Weise gebunden. Sie haben das Recht, ihre Meinung frei zu äußern und sind feinem Mehrheitsbeschluß unterworfen. Präsidium und Vorstand sind der Auffassung, daß sowohl das Betenntnis der Unternehmerschaft zum Staat als auch die Aufforderung zur Zusammenarbeit zwischen Unternehmerund Arbeiterschaft nur eine neue Betonung der auch bisher von den Spikenorganisationen der Industrie verfolgten Ziele darstellen. Präsidium und Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Industrie begrüßen alle Bestrebungen, die geeignet find, die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmern und Arbeitern zu fördern. Zu den parteipolitischen und parteitaktischen Auslegungen und Auswertungen der Rede des Herrn Dr. Gilverberg nehmen Präsidium und Vorstand feine Stellung, da es nicht Aufgabe des Reichsverbandes der Deutschen Industrie ist, Parteipolitik zu treiben." Danach hat sich der Kreis um Silverberg und Duisberg gegen eusch und Gefolgschaft, die feit Bochen in ber Deutschen Bergwerkszeitung" gegen Silverbergs Rede kämpfen, durchgesetzt. Bericht teine Rolle. Das Jakob- Evangelium gehört gleichfalls zu den Apotryphen. Das Hereford- Manuskript folgt nicht nur dem Bericht des Matthäus, sondern auch einer bis jetzt unbekannt gebliebenen Quelle und führt eine neue Person ein: Simeon, einen der Söhne, die Joseph in der ersten Ghe gehabt haben soll. In Wie der bisher bekannte Teil des Petrus- Evangeliums, hat auch feinem anderen Evangelium wird dieses Sohnes Erwähnung getan. das Manuskript von Hereford eine ausgesprochen antijüdische Tendenz. Es wird geringschäßig von den jüdischen Propheten ge( prochen, die orientalischen Weissagern gleichgesezt werden. James teilt noch mit, daß er nach diesem Fund noch zwei andere Lesarten der Geburtsgeschichte Chrifti entdeckt habe. Die eine befindet sich im British- Museum, die andere ist ein trisches Manuftript, bas merkwürdigerweise die nichtorthodoren Stellen des Manuskriptes von Hereford nicht enthält. minifter hat sich fürzlich an fünf der größten ungarischen Ber Lebensversicherung einer Armee. Der ungarische Honvedsicherungsgesellschaften mit dem Ersuchen gewandt, ihm die Bedingungen mitzuteilen, unter denen sie bereit wären, die gesamte ungarische Armee gegen Krankheit, Unfall und Tod zu versichern. Ob sich die Lebensversicherung auch auf das Rififo des Kriegsfas fünf befragten Gesellschaften einstimmig die Antwort erteilt haben, bezieht, ist nicht bekannt. Seltsam ist es aber jedenfalls, daß die daß sie die Versicherung gegen Krantheit ablehnen müßten. Da gegen erflärten fie fich bereit, unter bestimmten Bedingungen Lebensversicherungsverträge und solche für Unfall abzuschließen. „ Die Frauenwelt" bringt auf dem neuen Heft 21 ein schönes Titelbild Strandwäsche" von A. D. Hoffmann, Berlin. Aus den Beiträgen heben wir hervor:„ Der Chinese" von E. B. Schröder, Bufriedene Menschen" von M. Theile und die Beilage Kinderland". Auf die Fortsetzung des Romans„ Die vier Tage der Hanne Werth" von Eva Klaar haben die Leserinnen der Frauenwelt" schon mit Spannung gewartet und die flebenseitige Modenbellage bringt wieder eine ganze Anzahl von Neuheiten und praktischen Anweisungen. Die Frauenwelt" ist das Blatt der schaffenden Schnittmusterbogen 10 Bf. mehr. Bu beziehen durch alle Bolks. Frau, erscheint vierzehntägig und toftet pro Nummer 30 Pf. Mit buchhandlungen und Postanstalten oder direkt vom Verlag 3. H. B. Die Nachf., Berlin S. 68. Amtliche Führungen finden statt am 17. 10 bis 11, Uhr vorm., im Iten Museum( Römische Kaiserköpfe), Dr. v. Massow; im Kaiser. museum für Böllerfunde( Gingeborenenfulturen in Ditafrika), Friedrich Museum( lamische Seramit), Dr. Kühnel und im Dr. Baumann. Bulaßtarten zu 50 Bf. find vor Beginn am Eingang der genannten Museen in beschränkter Anzahl erhältlich. Ein Berzeichnis der preußischen Mafurfukgebiete. Das erfte Inventar der preußischen Naturschuhgebiete ift foeben von der Staatlichen Stelle für Natur denkmalpflege in Breußen( Berlin- Schöneberg, Grunewaldstr. 6/7) fertiggestellt worden. Es berzeichnet nicht weniger als 180 Schußgebiete, beren rechtliche Sicherung, Umfang und naturwissenschaftliche Bedeutung eingehend geschildert werden. Dem von Dr. Hued zusammengestellten Verzeichnis sind zahlreiche Stärtchen und Abbildungen beigegeben. Der Literarhiftorifer Berthold Cigmann, zuleht Profeffor in Bonn, der Er hatte sich besonders auf dem Gebiet der Theatergeschichte betätigt. felt einiger Bett in München lebte, ist dort, 69 Jahre alt, geftorben. Eupen'Malmeöv. Erdrückende Mehrheit für Deutschland bei den Gemcindcwahlen.— Große sozialistische Erfolge. Die ehemals preußischen Kreise Eupen und Mal- m e d y sollten nach dem Friedensvertrag an Belgien fallen, wenn sich die Bevölkerung nach den Grundsätzen des S e l b st- bestimmungsrechts der Völker dafür erklären würde. Eupen und Malmedy sind Belgien aber als Gouvernement angegliedert worden, ohne daß eine solche Ab st im- m u n g stattgefunden hat. Die seinerzeit unter Druck derBesatzung mit Mehrheit erfolgte Option für Belgien kann als eine die wirkliche Volksstimmung wiedergebende Willensmeinung nicht angesehen werden. Damals mußte jeder, der nicht für Belgien optierte, gewärtig sein, des Lan- des verwiesen zu werden. In der Oefsentlichkeit hat das Problem Eupen- Malmedy dann jahrelang keine Rolle gespielt, bis vor wenigen Monaten die Erörterungen über die Rückgabe dieses Gebietes, über die im geheimen schon lange verhandelt wurde, infolge einer Indiskretion von französischer Seite plötzlich wieder zur allgemeinen Diskussion gestellt wurde. Diese von Poincarö zerschlagenen Verhandlungen haben auch bei den Gemeindewahlen in Eupen- M a l m e d y eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Die deutsche Bevölkerung sah in diesen Wahlen die erste Möglich- keit, unbeeinflußt abzustimmen und auch die belgische Agita- tion verstärkte die Parole:„Hie Deutsch— hie B e l- g i s ch", indem sie in den schwärzesten Farben alle die ver- meintlichen Nachteile schilderte, die bei der Rückkehr zu Deutschland der Bevölkerung von Eupen-Malmedy erwachsen würden. Insbesondere in den beiden Kantonen Eupen und Malmedy wurde der Wahlkampf sehr lebhaft geführt, wäh- rend in dem Kanton St. V i t h die deutschen Einheitslisten zumeist ohne Gegenkandidaten gewählt wurden. Das Wahlergebnis ist außerordentlich inter- e s s a n t und auch politiich bedeutsam. Es ist ein aus- gesprochenes Bekenntnis der Bevölkerung zum Deutschtum. Von rund 270 zu wählenden Ge- meindevertretern sind m i n d e st e n s 23S deutsch und nur 33 belgisch. Ganz genau läßt sich die Stellung der auf probelgischen Listen gewählten Kandidaten wegen der Eigenart des belgischen Wahlsystems nicht übersehen. Man kennt hier keine gebundenen Listen, und da auf probelgischen Wahlvorschlägen aus taktischen Gründen auch mancher ver- zeichnet stand, der Ansehen bei der deutschen Bevölkerung genießt» so ist es nicht ausgeschlossen, daß auch Gemeinde- Vertreter, die auf pro-belgischen Listen gewählt wurden, im deutschen Sinne stimmen. Vor allem bemerkenswert sind die Ergebnisse in den drei Städten des Gouvernements. In Malmedy ist fol- gendes Ergebnis zu verzeichnen: Sozialisten..... 1283 Stimmen(6 Mandate) Deutsche Bürgerliste.. 983.(i,) Belgische Liste.... 888.(1,) Die 388 Stimmen für die belgische Liste dürften im wesentlichen von den 200 zurzeit in Malmedy ansässigen altbelgischen Beamten und ihren Angehörigen stammen. In E u p e n, wo der an der Spitze der belgischen Liste stehende probelgische Bürgermeister durchfiel, verteilen sich die abgegebenen Stimmen wie folgt: Sozialisten..... 1122 Stimmen(2 Mandate) Christl. Dem.(«rbdtcrl.) 17G5,(5,) Christi. Bollöpartei.. 2028.(8.) Belgische Liste �... 886,(0,) In S t. V i t h wurde die deutsche Einheitsliste mit 9 Kandidaten gewählt. Nur in H e r b e s t h a l, wo in- folge des Eisenbahn-Grenzverkehrs zahlreiche altbelgische Beamte wohnen, ist eine probelgische Mehrheit (5: 4) vorhanden. Besonders wacker haben sich unsere Genossen ge- schlagen, trotzdem sie unendliche Schwierigkeiten zu über- winden hatten. Vor dem Krieg gab es in dem fast ausschließ- lich ländlichen Eupen-Malmedy keine sozialdemokratische Organisation. Um so bemerkenswerter ist, daß es gelang, in der zweitgrößten Stadt, in Malmedy, in der es bisher nur 4 sozialistische Mandate gab, die Mehrheit au erringen. Der ganze Kampf wurde von unseren Genossen in U e b e r- einstimmung mit der Zentraleder belgischen Partei auf dem Boden des Selbstbestimmungsrechts der Völker geführt. Sie erklärten sich aus politischen, wirt- schaftlichen und kulturellen Gründen für die Rückkehr zu Deuts ch'l and, bekämpften aber auch gleichzeitig die nationalistischen Heißsporne auf deutscher Seite. Der Stand der Sozialisten im Wahlkampf wurde durch die nach zwei Seiten zu führende Abwehr sehr schwierig. Von belgischer Seite versuchte man die wallonischen Kreise mit dem Hinweis auf die Unterdrückung der nationalen Minderheiten im alten Preußen kopfscheu zu machen» während man den Arbeitern die deutsche Sozialgesetzgebung gegenüber der belgischen als minderwertiger erscheinen lassen wollte. Auf der anderen Seite galt es den Kampf gegen die deutsche Kleinbürgerseele zu führen, die sich mit der Republik nicht abzufinden oermag. Erwerbslosenfragen im Lanötag. Debatte ohne Zwischenfälle. Die üeutschen Vertreter in Genf. Verfrühte Kombinationen? MTB. teilt mit: Gegenüber den zahlreichen Meldungen der letzten Zeit über diplomatische Personalien in Derbin- dung mit dem Völkerbund wird von zuständiger Stelle erneut darauf hingewiesen, daß es sich hierbei nur um K o m b i n a- t i o n e n handeln kann, da irgendwelche Bestimmungen diesbeziig» lich noch nicht getroffen sind und auch in der nächsten Zeit nicht zu erwarten sein dürften. * Diese Erklärung bezieht sich offenbar auf eine Meldung des „Reichsdienstes der deutschen Presse", wonach der 1. Botschaftsrat in London Dusour-Föronce zum Untergeneralsekretär des Völkerbundes in Genf ernannt werden soll. An seiner Stelle käme der bisherige Reichsprcssechef Kiep nach London, dessen Stelle der bisherige stellvertretende Pressechef Geheimrat Zechlin erhalten würde._ �luseinanöerfehunyen in Doröeaux. Herriot verteidigt sich— lehnt aber eine Wiederwahl ab. pari». 14. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Der P a r t e i't a g der Radikalen Partei, dessen Entscheidungen man in allen politischen Lagern Frankreichs mit berechtigter Spannung entgegen- sieht, ist am Donnerstag vormittag in Bordeaux»röfsuet In der Donnerstagssitzung des Preußischen Landtages erhob Abg. Pieck(Komm.) zu Beginn Einspruch gegen das Verbot der kommunistischen Fürstendemonstration. Aus der Tagesordnung standen die Anträge zum Arbeits» beschaffungsprogramm. Der Hauptausschutz schlägt vor, für d!« L a h n k a n a l I s i« r u n g 1,26 Millionen zu bewilligen, den Fischereischutzhafen in Neukuhren fertig zu bauen, weitere 35 Millionen für die produktive Erwerbslosen- f ü r s o r g e bereitzustellen, neue Arbeitsämter zu bauen und die Beschaffung zweiter Hypotheken zwecks Belebung des B a u m o r k t e s durch Staatsgarantien zu erleichtern. Ferner soll von der Vermittlung Erwerbsloser, die Ehrenämter in der Ge- meinde bekleiden, in auswärtige Arbeitsstellen grundsätzlich Abstand genommen werden und beim Reiche der Bau der Eisenbahn- linien Essen— Buer— Haltern dringend befürwortet werden. Abg. Rüster(Dnat.): Wir kämpfen umsonst gegen die Arbeits- losigkeit. Schuld an ihr ist der V e r s a i l l e r Friedensvertrag und Deutschlands Abrüstung. Abg. Schulz-Breelau(Kommy: Die Sozialdemokraten wollen den Arbeitslosen gar nicht helfen. Abg. Wende(Soz.): Wir begrüßen mit Genugtuung, daß di« Staatsregierung endlich daran gegangen ist, die produktive Erwerbs. losenfllrsorge nachdrücklich in die Hand zu nehmen. Die Arbeits- losen haben keinen anderen Wunsch, als den nach Arbeit, und der Staat muh alles tun, um ihnen Arbeit zu verschaffen. flbg. hartleib sSoz.): Gewiß hat der Bersailler Vertrag zum großen Teil die euro- päische Wirtschaftskrise verschuldet. Aber dieser Vertrag wurde uns von den siegreichen Ententestaaten aufgezwungen, und daß wir ihn schlucken muhten, haben die Gesinnungsfreunde des Herrn Rüster verschuldet. (Sehr gut! links.) Im übrigen hängt die Arbeitslosigkeit mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem ouis engste zusammen. Auf dem jüngsten Parteitag der Deutschen Volkspartei in Köln hat Herr Stresemann erklärt, wenn die Rationalisierung nicht dazu beitrage, der großen Mass« der Bevölkerung günstigere Lebens« und Existenz- bedingungen zu verschaffen, dann habe sie ihren Zweck verfehlt. Diese soziale Erkenntnis fehlt leider den weitesten Kapitalistenkreison. Deshalb müssen die Arbeiter sich fester in ihren proletarischen Organisationen zusammenschließen, um durch gewerkschaftliche Selbsthilfe vorwärts zu kommen. Taufende von Technikern arbeiten unaus- gefetzt an der Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch mechanische Mittel und an der Steigerung der Gütererzeugung. Diese dauernde Erhöhung der Produktivität geht weit über die Konsumkraft der Masse hinaus.(Zuruf bei den Kommunisten: Ruft doch die Arbeiter zum Kampf.) Ueber die Art des gewerkschaftlichen Kampfes brauchen wir keine Belehrung von den Kommunisten. Wie lange ist es denn her, daß Ihnen Moskau die Zerschlagung der deutschen Gewerkschaften zum Ziel gesetzt hatte!(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten. Zuruf des Abg. Kilian: Di- Gewerkschaften wären längst kaputt, wenn wir Kommunisten sie nicht«rettet HSttenI Große Heiterkeit.) Rur wenn es gelingt, den Massen erhöhte Kaufkraft zu geben, kann für die gesteigerte Produktion Absatz gefchaist werden. Nur wenn die Arbeitszeit verkürzt wird, kann verhindert werden, daß die ständige Verbesserung des technischen Apparates und der Betricbsorgarnsation dauernd neue Arbeiter- massen auß die Straße wirft.— i---- Leider versucht di« Unternehmerschast mit wenig«, Ausnahmen, trotz Rationalisierung und Steigerung der Arbeitsleistung, die preis« doch zu hallen oder gar noch zu erhöhen. Diesen kapitalistischen Tendenzen gegenüber mästen die proletarischen Organisationen durch die Wucht der Masse aus eigener Kraft durchsetzen, was für die Existenz der Arbeiterklasse notwendig ist. Di» von den Rechts- Parteien geforderte Arbeitspslicht märe ein grober Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht und die Freiheit der Arbeiter. Die deutsche Arbeiterschaft kennt in ihrer Gesamtheit nur ein Bestreben: sich durch eigene Arbeit den Lebensunterhalt zu erwerben. Da» Furcht- barste an der Arbeitslosigkeit ist für den deutschen Arbeiter das dauernde vergebliche Suchen nach Arbeit. Deshalb streben wir Sozialdemokraten nach gesellschaftlichen Zuständen, in denen die Ge- samtheit die Verpflichtung hat, alle mit Arbeitsgelegenheit zu ver- sorgen. Aber von diesem Gesellschaftsideal sind wir noch weit ent- fcrnt. Jetzt kommt es darauf an, in der Gegenwart den Arbeits- losen Hilfe zu bringen. Diese positive Gegenwarksarbeil ist auch der einzige Weg. aus dem wir dem Sozialismus naher kommen. (Zuruf b. d. Komm.: Große Koalition!) Wenn die Arbeiter sich nicht zersplittern ließen, sondern all« gemeinsam daran arbeiteten, den Einfluß der Arbeiterklasse im Staate zu stärken, dann tönmen wir die bürgerlichen Parteien viel weiter zurückdrängen als heute möglich ist.(Sehr gut b. d. Soz.) Aber diejenigen, die Illusionen nachjagen und im praktischen Wirken nur Dummheiten machen, ver- sündigen sich am Proletariat und versündigen sich doppelt an den Opfern des Kapitalismus, den Erwerbslose».(Lachen b. d. Komm.) Die bisherige Entwicklung, Ihr Parteiwirrwarr und unsere Partei- stärke ist der beste Beweis für die Nichtigkeit praktischer sozialdemo- tatischer Politik und Arbeit.(Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Abg. Schubert(Komm.) wendet sich gegen die geplante Ar- beitslosenoersicherung.— Die Abstimmung ergibt die Annahme der Hauptausschußanträge. In der nun folgenden Fortsetzung der Debatte über Sen Magöeburger Justizskanüal spricht zunächst Abg. Müller-Franken(Wirtsch.-P.): Vor der Beendigung der Disziplinarverfahren gegen Hossmonn und Kölling können wir kein Urteil über die beiden abgeben. Hörsings Vorgehen ist nicht zu billigen. Abg. Körner(Völk.) behauptet, daß Haas nicht unschuldig sei. Haas sei in Rottmerslcben und in Berlin mit Schröder gesehen worden. Hilde Götze ist zu Unrecht, verhaftet worden.(Gelächter links.) Staatssekretär Frihe ersucht den Abg. Körner, ihm sein Material über Haas zur Verfügung zu stellen. Bis jetzt hätten aber alle ähnlichen Zlnzeigen ein negatives Resultat gehabt. Die Götze ist nicht verhastet worden, sondern folgte freiwillig den Beamten von Köln nach Magdeburg. Abg. Dohner(Dem.) setzt sich mit aller Entschiedenheit für den Oberpräsidenten Hörsing ein. Es sei soweit gekommen, daß In die schwarzweißrote Fahne, die Fahne des politischen Mordes, sich in Mageburg der gemeine Raubmord hüllen könne.(Zuruf des Abg. Bcuermann(D. Vp.): Trotzdem treten wir für sie ein!) Alle Anträge, den Magdeburger Fall betreffend, werden darauf zusammen mit einem vom Abg. Menhel(Komm.) begründeten An- trag über den Hungerstreik politischer Gefangener in Cottbus dem Rechtsausschuß überwiesen. Es folgte die Beratung des kommunistischen Antrages auf Einstellung der Ausbesserungsarbeiten in der Siegesallee. Abg. Darlels-Crefeld bezeichnet die Siegesallee als Berbrecher- Salerie und schildert an der Hand von Maurenbrechers Hohenzollern- egende die Regierungstätigkelt sämtlicher dort aufgestellten Hohen- zollern. Als er dabei die Königin Luise eine liederliche Person nennt, verlassen die beiden Rechtsparteien lärmend den Sitzungs- faal. Abg. Meler-Berlin(Soz.): In einer Zeit, wo jeder Pfennig für Wohnungsneubauten fehlt, braucht man nicht die neue Invaliden- straße zu reparieren, die den monströsen Ungeist der Hohenzollern in Stein darstellt. Den hungernden Künstlern kann man dankbarere Aufträge zuweisen(Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Abg. winkler(Dnat,):. Es ist nicht Sache des Preußischen Land- tage«, die Geschichte des preußischen Staates in den Schmutz ziehen zu lassen. Wir beantragen Schluß der Debatte und Ablehnung des Antrages. Bon den bürgerlichen Parteien wird der Antrag Winkler gegen Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Nächste Sitzung Freitag vormittag 10 Uhr: Dritte Lesung des Hohenzollernvergleichs. Von den Kommunisten wird gegen die Tagesordnung der Freitagsttzung keinEinspruch erhoben.— Schluß 5X Uhr. worden. Außer mehreren hundert Delegierten der Provinzialver- bände ist die Parlamentsfraktion ziemlich vollzählig vertreten, dar- unter auch die drei dem Kabinett angehörenden Mitglieder der Partei: Herriot, Sarraut und P e r r t e r. Schon die B e- grüßungsansprache des Vorsstzenden Archimbaud gibt einen leichten Vorgeschmack von der Leiden schaftltchkelt» die die Debatte annehmen zu wollen scheint. Er übt ungewöhnlich scharfe Kritik an der Haltung der Parlamentsfraktion, deren Mangel an Disziplin die einheitliche Aktion der Partei gefährde und bei jeder Parlamentsabstimmung in drei Teil« auseinander- falle, von denen die einen für, die anderen gegen stimmen und die dritten sich der Stimme enthalten. Die Partei könne dieses Schauspiel nicht länger dulden und habe die Pflicht, durch Aufstellung einer einheitlichen Doktrin und die Einführung einer strafferen Disziplin diesem Zustand ein Ende zu machen. Die Nachmittagssitzung wurde zum größten Teil durch die Rede herriots bestritten, der seinen bereits angekündigten Beschluß, den Vorsitz der Partei niederzulegen und eine Wiederwahl unter keinen Umständen annehmen zu wollen, offiziell zur Kenntnis gab, obwohl eine am Vorniittag abgeyastene Generalversammlung der Generalsekretäre der Provinzialverbände ihm in einer Resolutton nicht nur das v o l l e Vertrauen der Partei ausgesprochen, sondern ihn auch nachdrücklichst ersucht hatte, Vorsitzender zu bleiben. Herriots weitere Ausführungen galten ausschließlich der Verteidigung und Rechtfertigung seines Eintritts in da» von Poincarä konstruierte Ministerium der Rationalen Einheit. Ohne neue Argumente ins Treffen zu führen, beschränkte er sich im wesentlichen auf die Wiederholung dessen, was er bereits am letzten Sonntag in Lyon gesagt hatte. Die von sozialistischer Seite an seiner Halwng geübte Kritik suchte er zu entkräften durch den Einwand, daß er nicht oerstehe, daß einem bürgerlichen Demokraten das zum Vorwurf gemacht werde, was in der Monarchie Delgiens einem Sozialisten erlaubt sei. Strafmüüerungen für Sie Zrankenfälscher. Durch die Berufungsinstanz. Dudapest, 14. Oktober.(WTB.) Die Kurte verkündete heute das nunmehr rechtskräftige Urteil in dem Franken- fälschungsprazcß. Danach ist die Strafe des Prinzen Wlndlschgrätz. da er der Urkundenfälschung nicht schuldig befunden wurde, von 4 Iahren Zuchthaus in 4 Jahre Kerker abgeänderi. Die übrigen verhängten Geld- und Rebenstrafen bleiben depehtn. Die Straf« R a d o s s y s wurde von 4 Iahren Zuchthaus auf ZU Jahre Zuchthaus herabgesetzt. Die Strafe des Leiters des Kartographischen Instituts Alexander Kurz wurde von 1 Jahr Kerker auf 6 Monate Kerker, die Strafe G e r o e s von 1% Jahren auf 1 Jahr Kerker, die Strafe R a b a s von 1 Jahr Kerker auf 10 Monate Kerker und endlich die Strafe des Kammerdieners des Prinzen Windischgrätz Kovacs von 1 Jahr Kerker auf 6 Monate Kerker herabgesetzt. Die Strafe des k l e i- neren Ange st eilten des Kartographischen Instituts wurde durch die seit Januar verbüßte Haft als vollständig abgebüßt erklärt. Rücktritt der Regierung. Dudapest, 14. Oktober.(WTB.) Unter Vorsitz des Minister- Präsidenten Grafen Vethlen hielt die Regierung heute nachmittag einen außerordentlichen Ministerrat ab, der beschloß, daß die Re- gierung, nachdem der juristische Teil der Frantenfälscheraffäre von der königlichen Kirn« rechtskräftig erledigt wurde, es als ihr« ver- fassungsmäßig« Pflicht erachtet, die Bertrauensfrage im Hin- blick auf di« politisch« Verantwortung aufzuwerfen und zu diesem Zwecke dem Relchsverwefer di« Demission der Ge- samtregierung«inzureichen. Horchy hat sich di« Entscheidung vorbehalten und die Bethlen-Regierung mit der Weiterführung der Geschäft« be- auftragt. Oer große Kampf in England. Verschärfung im Bergarbeiterstreik gebilligt. London. 14. Oktober.(WTB.) Die Abstimmungen in den einzelnen Bergwerksdistrikten ergaben ein« Billig» ngdesDor- s ch l a g e s der Londoner Konferenz der Bergarbeiterdelegierten, die Sicherheitsleute aus den Schächten zurückzu- Ziehen, mit 460 150 gegen 284 336 Stimmen. Diesem Ergebnis wird in politischen Kreisen keine allzu große Bedeutung beigemessen. da man die Durchführung dieser Androhung für unmöglich hält. Es wird jedoch erklärt, daß die Regierung„angemessene Schritte" tun werde, falls irgendein Eingriff in den Betrieb der Kohlenbergwerke in irgendeinem Teile des Landes erfolgen sollte. Die nationale Sorge um Drcilscheid je. läßt die„Deutsche Tageszeitung" trotz halbamtlicher Widerlegung der Falsch- Meldungen weiterfaseln. Darum nehm« sie zur Kenntnis, daß Breitschdd jr. gleich vielen anderen jungen Leuten b«,m Arbeits- amt zeitweilig angestellt ist und den Dienst in verschiedenen Abteilungen mitmacht. Um ihn kennen zu lernen. klage gegen das„Hamburger„Echo". Das Reichcernährungs- Ministerium hat gegen das„Hamburger Echo" Klage erhoben wegen eines im„Echo" veröffentlichten Artikels über angebliche Privat- spetulatione« de» damalige» Staatssekretärs Hageddr n. Der Achtstundenkampf. Debatte im Internationalen Arbeitsamt. Genf, 14. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Im Berwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes, der am Donnerstag seine dreitägige Herbsttagung begann, tam es bei der Beratung des Tätig feitsberichts zu einer großen Debatte über das Washingtoner Arbeitszeitabkommen. Genosse Schürch- Schweiz ersuchte die Regierungsvertreter um nähere Arfklärung über die Stellungnahme ihrer Regierungen zur Arbeitszeitfrage. Ministerialrat Dr. Feig. Deutschland teilte mit, daß die Reichs regierung ihren auf der Arbeitskonferenz angekündigten Entwurf eines Arbeitsschußgeseges inzwischen durch die zuständigen Regierungsstellen und die Organisationen der deutschen Unternehmer und Arbeiter habe durchberaten lassen und ihn demnächst dem Reichstag vorlegen werde. Der deutsche Regierungsvertreter wies dabei darauf hin, daß die Arbeitszeitverlänge rung, die in letzter Zeit in einzelnen Ländern, sei es allgemein oder für einzelne Industriezweige eingetreten sind, den Stand der Reichsregierung vor dem Parlament erschweren werden. Genosse Hermann Müller Lichtenberg bestätigte dies und fügte hinzu, die deutsche Arbeiterschaft sei mit dem Stand des Arbeitszeitabkommens gar nicht zufrieden. Zwischen den deutschen Spizenverbänden der Arbeiter fänden zurzeit Beratungen statt über die Forderung eines Notgesezes, durch das die Frage der Arbeitszeit für sich vor dem allgemeinen Arbeiterschutzgesetz behandelt werden solle. Müller sprach dann sein Bedauern über sollen geglaubt, um tags darauf selbst hinzugehen und das zu tun, was bis dahin teine andere Regierung getan habe, nämlich das Washingtoner Abkommen, das bereits mit Vorbehalt ratifiziert war, zu durchbrechen. Das sei ein Wortbruch, gegen den die Arbeiterschafts aufs schärffte protestieren müsse. Wenn der Verwaltungsrat nicht den Mut fände zur Stellungnahme, so müsse es sich die Arbeitergruppe überlegen, ob sie dem Internationalen Arbeitsamt nicht den Rücken tehren solle. Das sage er, schloß Genosse Jouhaur seine eindrucksvolle Rede, nicht als Drohung, sondern zur Kennzeich mung der Stimmung der Arbeiterschaft. In gleichem Sinne, wenn auch gemäßigter im Tone, sprach der englische Genosse Poulton, indem er u. a. die Tatsache erwähnte, daß eine englische Arbeiterfonferenz eine Entschließung auf Austritt aus dem Internationalen Arbeitsamt zwar abgelehnt habe, aber die Tatsache ihrer Einbringung sei doch bezeichnend. Der britische Regierungsvertreter wiederholte die schon früher abgegebene Erklärung, daß seine Regierung wegen des Kohlenstreits die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens nicht habe vornehmen können. Die inzwischen eingetretene Verlängerung der Arbeitszeit der Bergarbeiter werde eine allgemeine Arbeitszeitverlängerung nicht nach sich ziehen. Durchführungen des tunbentages muß von ben Baudelegierten und Betriebsräten mehr als bisher gehalten werden. Der Redner ermahnte die Versammelten, die Zeit bis zum Ablauf des Abkommens am 28. Februar 1927 rege zu nügen, die irregeleiteten Bauarbeiter, die durch die Unferstützung des Industrieverbandes, meist unbewußt, sich selbst schädigen, wieder einzugliedern in die wirkliche und verantwortliche Interessenvertretung der Bauarbeiter, den Deutschen Baugewerksbund. Dem Vortrag folgte eine verhältnismäßig furze Aussprache, die fich zumeist in zustimmendem Sinne bewegte. Der Bergarbeiterstreik in England. Zunahme der Streifenden. London, 14. Oktober.( WTB.)„ Daily Herald" meldet im Gegensatz zu den von anderer Seite vorliegenden Berichten, daß infolge der Propaganda Cooks zahlreiche Bergarbeiter, die die Arbeit bereits wieder aufgenommen hatten, gestern erneut in den Ausstand getreten sind. In Derbyshire handelt es sich um 12 000 Bergarbeiter, in Nottinghamshire um 1200. Deutschösterreichs Staatsangestellte. Ramet droht mit dem Rücktritt. Wien, 14. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag wurden die Verhandlungen zwischen dem Bundeskanzler und den auch ein neues Angebot des Bundeskanzlers für ungenügend, Vertretern der Beamten fortgesetzt. Die Beamtenvertreter erklärten worauf der Bundeskanzler mit seiner Demission drohte. Er erflärte, wenn er nicht imftande sei, den Angestellten zu beweisen, daß der Staat nicht mehr geben fönne, so würden sie seinem Nachabend fortgesetzt. Der italienische Regierungs- sowie der Unternehmervertreter nahmen ihre Regierung in Schuh. Die italienische Arbeitszeitver längerung sei eine vorübergehende Krisenmaßnahme. Der polnische Regierungsvertreter beantragte, eine Kommission von neun Mitgliedern einzusetzen, die den jetzigen Stand der Ratifikation des Arbeitszeitabkommens genau prüfen und Vorschläge machen folger glauben müssen. Die Verhandlungen wurden am Donnerstag folle für eine schnellere Ratifizierung. die Arbeitszeitverlängerungen in England und Italien aus. Genosse Jouhaur Frankreich wandte sich scharf gegen die Arbeitszeitverlängerung in Italien. Er ging von der Tatsache aus, daß jeinerzeit gegen die Arbeitszeitverlängerung Deutschlands sowohl im Verwaltungsrat wie auf der Arbeitskonferenz formelle Ber wahrungen erfolgten, wobei nicht die Arbeitervertreter die schärfsten Worte geführt hätten. Jezt gelte es, tonsequent zu fein und nicht das gutzuheißen oder stillschweigend an dem vorüberzugehen, was man damals verurteilt habe. Die Arbeiterschaft habe thr in Washington gegebenes Wort gehalten und müsse immer dringender verlangen, daß die Regierungen es auch tun. Jouhaur erinnerte schließlich daran, wie damals der italienische Regierungsvertreter im Verwaltungsrat wiederholt in gleichem Sinne gesprochen hat. Noch auf der Londoner Ministerkonferenz habe die italienische Regierung andere Regierungen verdächtigen zuvormittag vertagt. geführt. Genosse Jouhaur widerlegte in einer längeren Erklärung Am Nachmittag wurde die Debatte noch über eine Stunde fortdie Ausflüchte der beiden Vertreter Italiens. Außerdem wandte er sich scharf gegen die Arbeitszeitverlängerung im englischen Kohlenbergbau. Die Arbeiterschaft fämpfe seit 1919 gegen ein unaufrichtiges diplomatisches Spiel, dessen die Arbeiterschaft allmählich überdrüssig geworden sei. Die Abstimmung über den Antrag Sofal- Polen wurde auf Sonnabend Achtung, Zimmerer! Die Baustelle in Teltow, Potsdamér Ece Razbachstraße, der Firma Industriebau A.-G. ist gesperrt Die Firma verlangt von den dort beschäftigten Zimmerern daß sie in Akkord arbeiten. Die Kameraden haben dies abgelehnt. lebt Solidarität mit den Streifenden; meidet die Baustelle! Zentralverband der Zimmerer Deutschl. Zahlstelle Berlin u. Umg. Freie Gewerkschaftsjugend. Seute, Freitag, 15. Oftober, 7% Uhr, tagen die Gruppen: Hermannplag: Jugendheim Sanderftr. 11, Ede Sobrechtstraße. Boltslieber- und Tanzabend. Wedding: Jugendheim Gerichtstr. 65-69. Aus spracheabend: Schilderungen aus unserem Berufsleben". Oberschöneweide: Jugendheim Laufenerstr. 2, Roter Gaal. Unsere FGJ. ihr Wesen und Aufe bau." Reppelinplak: Jugendheim Luxemburger, Ede Genter Straße. Dis Jugendkollegen! Die Abzeichen der FGJ. find eingetroffen. Verkauf in der Sprechstunde der Jugendzentrale jeden Freitag von 4-7 Uhr. Rück- und Ausblick im Baugewerksbund. mu bezweifelt werden. Die Bauarbeiter mußten in den Bezirken, fuffion:" Mein Beruf". In der vom Baugewerksbund zum Mittwoch abend nach dem Gewerkschaftshaus einberufenen Versammlung sämtlicher Betriebsräte und Baudelegierte des Hoch-, Tief- und Betonbaugewerbes sprach der Vorsitzende Genosse Drügemüller über die Lohnverhandlungen por dem zentralen Schiedsgericht vom 26. bis 29. September, über die wir bereits ausführ lich am Dienstag voriger Woche berichteten. Er betonte, daß man wohl darüber streiten fönne, ob es richtig war, nach Abschluß des großen Bauarbeiterstreits im Vorjahre das zentrale Schiedsgericht einzusetzen und bis zum 28. Februar 1927 auf Lohnkämpfe zu verzichten. Eine Ruhepause mußte nach diesem großen Kampf naturgemäß eintreten, denn feine Organisation fann einen Rampf in Bermanenz führen. In den Bezirken, wo neben einem guten Organisationsverhältnis auch genügend Arbeit vorhanden war, wäre wahrscheinlich ohne ein zentrales Schiedsgericht mehr erzielt worden. Db aber die Gebiete, wo die Geschäftslage äußerst ungünstig war, und das Schiedsgericht einen Abbau der Löhne aussprach, ohne das zentrale Schiedsgericht feine Lohnfürzungen gehabt hätten, wo die Unternehmer nicht organisiert sind und somit auch fein Schiedsgericht besteht, infolge der schlechten Arbeitsmarktlage auch Lohnreduzierungen hinnehmen. Soviel fann jedenfalls gesagt werden, daß es dem Baugewerksbund gelungen ist, die Bauarbeiterlöhne und vor allem die der Hilfsarbeiter zu halten. Es ist ohne Zweifel auch ein Erfolg gewesen, daß es den Unternehmern bei den letzten Verhandlungen über die Berliner Löhne nicht gelungen ist, mit ihrer Absicht, die Bauhilfsarbeiterlöhne. uni 6 Bfg. pro Stunde herabzusetzen, beim Schiedsgericht durchzubringen. Eine Gefahr droht den Bauarbeitern aber durch einen Teil ihrer Berufskollegen selbst, die es fertig bekommen, noch heute Ueber. stunden zu leisten, wo noch eine große Zahl von Bauarbeitern unfreiwillig zum Feiern gezwungen ist. Den Unternehmern, die bei jeder Verhandlung die Notwendigkeit" der längeren als achtstündigen Arbeitszeit im Baugewerbe zu begründen versuchen, wird durch die freiwillige Mehrarbeit, die von ihnen statistisch festgehalten wird, die Argumentation erleichtert. Auf die strengere A.WERTHEIM Leipziger Platz • Königstraße Obst u. Kochbirnen Pfund 0.05 Kaiserkronen... Pfund 0.10 Grau- u. Bergamottbirn. 0,10 Eẞ- u. Kochäpfel. Plund 0.10 Goldparmänen... Plund 0.12 Tafeläpfel Pfund 0.15 gold u. blau Weintrauben Pfd. 0.33 Kranzfeigen neue.. Pid. 0.33 Preiselbeeren... Pfd. 0,35 Rosenthaler Straße Gemüse Weißkohl..... Pfund 0.03 Rot- u. Wirsingkohl Ptd. 0.04 Möhren gewaschen, Pfund 0.04 Zwiebeln( Dauer), Pfund 0.05 Märkische Rübchen Ptd. 0.06 Sellerie..... Pfd. 0.10 0.15 Rosenkohl..... Pfund 0.30 große Blumenkohl 0.35 an Köpfe, von ( Winterrote) Kartoffeln 10 Pfund 0.35 Wurstwaren Braunschweiger Filetwurst..... Pfund 1.60 Mettwurst Art. Pfund 1.60 Feine Leberwurst Pfund 1.70 Bierwurst..... Pfund 1.70 Zervelat u. Salami Pfund 1.80 Blut- u. Leberwurst Pid. 0.72 Landleberwurst. Pfund 1.20 Rotwurst. Pfund 1,20 Westf. Mettwurst Pfund 1.45 Mortadella..... Pfund 1.45 Speck fett u. mager, Pfd. 1.50 Schinkenspeck.. Pfund 1,90 Rosenthaler Str., Königstr. u. Moritzplatz: Sülz- u. Jagdwurst Pfund 1:10 Dampfwurst.... Pfund 1.20 Landleberwurst.. Pfund 1.10 Fleischwurst... Pfund 1.20 Butter u. Käse Tafelbutter. Pfund 1.65 1.75 Dänische Butter. Pfund 1.95 Margarine... ..... Pfund 0,55 Talg. 1 Pfund- Paket 0.62 Kokosfett.1 Pfund- Paket Q.65 Schweineschmalz Pfund 0.79 Romatour bayr... Silick 0.28 Limburger..... Pfund 0.54 Gebrannter Konsum- Mischung Pfd. 2.40 Haushalt- Misch.. Pfund 2.60 Sonder- Mischung Pfund 3.00 ... Harzer Käse.... Kiste 0.58 Brie- Käse Pfund 0.60 Stangenkäse Allgäu., Pfd. 0.65 Edamer u. Holländer Pid. 0.88 Steinbuscher.. Pfd. 0,95 Tilsiter vollfett... Pfund 0.95 Schweizer bayr... Pfund 1.35 Emmenthaler echt, Pfand 1.45 Kaffee eigene Rösterei Olympia- Mischung Pfd. 3.40 Globus- Mischung Pfund 3.80 Residenz- Misch.. Pfund 4.20 Allerwelt- Brandt, das Aufbau- Kaffee- Getränk ganze Körner 1/2 gemahlen 1/2 i Pfund- Paket 0.50 Pfund 0.26 1 Pfund- Paket 0.55 Pfund 0.28 MONDAMIN Moritzplatz Boa- Lie ZitronenGärungsgetränk Verkauf: Drogen- Abtellung Ausschank: Erfrischungsraum Frisches Fleisch Jugendgruppe des RDA. Seute, Freitag, 7% Uhr, finden fogende Beranstaltungen statt: Bezirk Often: Jugendheim Große Frankfurter Str. 16 ( Rimmer 8), Aufbau unserer Organisation". Bezirk Spanbau: Jugendheim Lindenufer 1, Seimabend. Bezirk Südwest: Jugendheim Belle- AllianceStraße 7-10, Liederabend. Berantwortlich für Bolitik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. H. Discher; Lofales und Sonstiges: Frin Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämilich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Mufifaufträge übergibt man nur dem Nachweis bes Deutsch. Musikerverbandes, Berlin 027, Andreasstr. 21( Königstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbefuch Lebensmittel Soweit Vorrat. Obst, Gemüse, Fleisch u. Fische werden nicht zugesandt Hammel dicke Rippe u. Brust.. Pfund 78 Pt. Hammelrücken Hammelkeule danza. geteilt Kalbskamm u. Brust Kalbsrücken Schmorfleisch und Roastbeef . Pfund 85 Pt. Plund 95 PL. Pfand 80 Pf. Pfund 85 PL 90 Pf. mit Knochen, Pfund m. Blg. Pfund Schweinebauch u. Rücken Schweinekamm u. Blatt.. Pfund 105 Konserven 1/1 Dose Junge Brech- u. Schnittbohnen 1 0.60 I. 0.85 .11 Junge Erbsen 0.73 fein 1.40 Kaiserschoten...... 1.90 Junge Erbsen m. Karotten 0.73 Gemischt. Gemüse fein 1.10 mittel2 Pfund- Eimer •.. 1/1 Dose Birnen ganze Frucht... 0.65 Mirabellen .... 1.30 Ananas extra Qualitat.. 1.80 mit Pflaumen Stein 0.85 Stein 0.68 Sardinen portug., Dose 0.30 0.48 0.78 Norw. Heringe 360 g- Dose 0.55 ohne in Tomaten Konfitüren orangen, men 105 Johannis- 115 Apr 135 Linsen 120 Liesen Ffund 95 Pt. Gehacktes Pfand 70 Pf. Kaßler, Speer u. Kamm... Pfund Prima Ochsenfleisch gefroren, Pfund 54 Pt. Kamm u. Brust gefroren..... . Pfand 60 Pf. Geflügel Große Tauben Suppenhühner u. Hähne Pfund v. 95 PL Junge Gänse Junge Brathühner Schellfische .. beer Kolonialwaren Ana nas 160 Pfund 0.19 Weizengrieß.... Pfund 0.26 Haferflocken... Pfund 0.22 Eierbandnudeln. Pfund 0.44 Tafelreis. Pfund 0,24 Gemischt. Backobst Ptd. 0.46 Weizenmehl Pfund 0.24 Eiermakkaroni.( Brach) 0.48 Auszugmehl 5 Pfund- Beutel 1.30 Olympia- Hühnerbouillon- Würfel Post. 0.50 0.95 S. 2.25 St. Dose 10 Konfitüren Holl. Kakao Marke Kamphays 2 an Stück 68 a. 78 PL ... Pfund von 95 Pf. an Pfund von 135 an Fische 28 PL. M. 25 PL. Pfand 28 Pt. Pfund 58 Pt. Pfund von 85 Pan Grüne Heringe Goldbars ohne Kopf ... Pfund 20 Pfund 20 Lebende Bleie grobe.. Lebende Hechte an Lebende Spiegelkarpfen Pfund 115 Lebende Schleie ....... Pfund 120 an Räucherwaren Fettbücklinge Pfd. 0.45 u. 0.38 Schellfische.... Pfund 0.45 Kieler Bücklinge Pfund 0.45 Flundern Pfund 8.40 u. 0.68 Aale Pfund 2,30 an Bund 0.52 zum Backen und Kochen, vorzüglich für Mondamin Kuchen, Suppen, Tunken, 225- Gr.- Pak. 33Pf. Mondamin- Backpulver o. Pulvergeschmack, Beutl. 8 PL. Abteilung Frische Blumen, nur Leipziger Straße bellebte Sort. 20 50 in Blechdosen Pid. 290 Pid. 1 60 p. 80 PL 1% Pfund 0.25 Berkenschokolade im Karton Sandgebäck ca. 75 Gr. 0,35 ca. 150 Gr. 0.55 Sandgebäck m.Schokolade 0.35 Wein 1% Pfund Preise für Masche einschlieich Berliner Getränkesteuer, ohne Glas Edelapfelwein Tafest 0.55 sehr mild 1922 Bretzenheimermild 0.90 1922 Liebfraumilchleb- 1.05 1922 Lieserer Niederbg. sehr sung 1.35 1924 Laubenheimer Karthäuserberg Riesling sehr bukettreich, bestechend 1.80 1921 Berncasteler feine Moselart 2.00 San Antonio mild. Rotwein 1.00 1923 St. Justin fein. span. 1.25 Rotwein Burgund. 1918 Beaujolais milder 1.50 1921 Château Galais Propr. Lépré, Bordeaux 2.15 1922 Sauternes eleg. Süße, weiß. Bordeaux 1.75 Feiner Frucktwein Johannisbeer-, Stadrelbeer Heidelbeerwein, Cyder und Deutscher Weinbrand0.90 Verschnitt sehr mild.. 2.60 Jamaica- Rum- Verschn. * 40 Vol.%....... 3.10 Wein vom Faß zu Extraprelsen Mondamin- Puddingpulver Päckchen 8 Pf. 12 Pf. Mondamin- Vanille- Soßenpulver.... Paket 7 P1. Obstbäume u. Sträucher Herbatpflanzung Große Auswahl in Spalier- u. Fächer- Obst Zusendung in Groß- Berlin frei Haus 10 St. 3.25 für die gute Mondamin- Feinkost- Pudding Küche, Schacht. 25 PL Pudding- Sortiment 1 M Johannisbeer Bische Stück 35 Pl. Stachelbeer Busche 10 St. 6.50 Stück 70 Pt. Kirschen u. Aepfel Bsche 150 an Birnen u. Pflaumen Büsche 2M an St. von St. von Kirschen u. Aepfel Mittelstamm 225 Birnen u. Pflaumen Mittelstamm 275 von Stick Stück Blütenstauden Winterharte 20 Pf. an Hyazinthenzwiebelns: 45,60 Pt. Nr. 486 ♦ 4Z.Iahrgang 1. Beilage des vorwärts 5reitag, 15. Oktober 1926 Entwicklung öer �nnenstaöt Berlins Stadtverordnete und Magistrat sollen über Wege zur Fördernng beraten. Die Stadtverordnetenversammlung räumte gestern wieder kräftig auf und erledigte ein tüchtiges Stück ihres reichlichen Arbeitspensums. Wegen eines Mädchensürsorgeheims einer konfessionellen Organisation kam es zu einer Auseinander- setzung darüber, ob die Stadt gegenüber derartigen Unternehmungen mehr Vorsicht üben soll. Genossin Todenhagen wandte sich scharf gegen die Erziehungsgrundsätz« konfessio- neller Anstalten und berichtete über üble Vorkommnisse, die aus einer solchen Anstalt bekanntgeworden sind. Ein von der Linken angenommener Veschluh erinnert den Magistrat an die Pflicht der Gemeinde, die eigenen A ü st a l t e n zu vermehren. Im letzten Teil der Sitzung wurde über einen Antrag der Demokraten verhandelt, der eine Förderung der Entwicklung der City Berlins fordert. Stadtrat Genosse W u tz k y wies auf die Widerstände hin, die von Reichs- und Staatsbehörden den Straßen- durchbruchsplänen der Stadt bereitet werden. Auch Genosse Reuter tadelte die Zugeknöpftheit der Behörden, die der Stadt das Arbeiten erschwert. Aber er mahnte auch die Tiefbauverwaltung des Magistrats, sich etwas mehr zu beeilen. Die beantragte Einsetzung einer gemischten Deputation wurde beschlossen. * Nach Erledigung einer ganzen Reihe kleinerer Vorlagen, die meist debattelos angenommen wurden, gelangte in der gestern abgehaltenen Sitzung der Stadtverordneten eine Magistratsvorlage zur Beratung, die die Uebernahme einer Bürgschaft von 40 000 M. für den deutschen Gemeinschafts- Diakonicverband zum Gegenstand hat. Der Verband will in einem bei Oranienburg zu kaufenden Haus ein Heim für gefährdete Mädchen er- richten. Frau Hoffmann-Gwinner ftkomm.) lehnte namens ihrer Fraktion die Vorlage ab. Sie oersprach sich von einer Aenderung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung mehr Hilfe für die gefährde- ten Mädchen als durch solche konfessionell betriebenen Heime. Die deutschnationale Stadtverordnete Ulbrich trat lebhaft für die Ueber- nähme der Bürgschaft ein. Unsere Genossin Todenhagen sagte den bürgerlichen Parteien, wie unsere Fraktion über solche Heime denkt. Wenn wir die Garantie dafür hätten, daß in dem Heim die Pflege an den Mädchen wirklich neutral ausgeübt würde, könnte man sich schließlich mit der Vorlage befreunden. Diese Garantie fehlt aber gerade bei dem Diakonieverband. Er hat die Absicht, das Heim rein konfessionell zu leiten und da machen wir nicht mit.(Hört! hört! rechts.) Jair-ohl. meine Herren und Damen! Wenn es noch nötig war, meine Achtung vor solchen Heimen herabzusetzen, so ist dies kürzlich im Diako- nifsenhaus Teltow geschehen. Hier in dieser von einem Pfarrer Wiesener geleiteten Anstalt haben wir Mädchen gefunden, die vom Pfarrer in Dunkelarreslzellen gefleckt worden waren. (Pfuirufe links.) Wenn wir nicht selbst die Mädchen im Dunkel- arrest angetroffen hätten, wahrlich, wir hätten nicht geglaubt, daß ein geistlicher„Erzieher" Menschen mit solchen Mitteln glaubt erziehen und bessern zu können. Der Eindruck, den wir' erhielten, war niederschmetternd. Wir können die Stadt Berlin nicht von der Verpflichtung entbinden, s e l b st die Fürsorge in die Hand zu nehmen. Aus diesem Grunde kann die sozialdemokratische Fraktion nicht für die Vorlage stimmen.(Bravo! links.) In namentlicher Abstimmung wurde die Uebernahme der Bürgschaft ab- gelehnt. Angenommen wurde aber eine Entschließung des Aus- fchusses, die eine beschleunigte Bearbeitung des Heimpro- jetts beim Krankenhaus Reinickendorf verlangt.— Angenommen wurde ferner ein Antrag der Kommunisten, der eine Durchführung der Schulspeisung in größerem Umfange ver. langt.— Ende September d. I. war den Berliner Hauswirten die Mitteilung zugegangen, daß alle hauszinssteuerflundungen aufgehoben seien. In der Zukunft sollen von den bisher Befreiten allmonatlich besondere Slnträge gestellt werden. Die KPD.-Fraktion forderte in einem Antrag den Magistrat auf, diese Anordnung sofort rückgängig zu machen. Nach längerer Aussprache betonte Hauptsteuerdirektor cange als Magistratevertreter, daß durch die gesetzlichen Bestim- mungen die Stundung der Hauszinssteuer zunächst auf 6 Monate stattgefunden hat. Jetzt müsse der Magistrat die Neueinreichung der Stundungsanträge verlangen. Wenn damit Schwierigkeiten für die Mieter verbunden sind, so trage der Magistrat keine Schuld daran. Auf jeden Fall soll nach dem Willen des Magistrats irgendein« Benachteiligung der Mieter nicht stattfinden. Wenn infolge des zu erwartenden Andranges von Stundungsanträgen eine fristgemäße Erledigung der Anträge nicht möglich sein sollte, so ist Vorsorge ge- troffen, daß trotzdem die Hauswirte nicht mehr Hauszins- steuern abzuführen brauchen als bisher. In der Ab- stimmung wird folgende Fasiung des Ausschußbeschlusses ange- nommen: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, an zuständiger Stelle dahin vorstellig zu werden, daß durch Abänderung der ein- schlägigen gesetzlichen und sonstigen Bestimmungen die mit der gegenwärtigen Regelung der Hauszinssteuerswndungen verbun- denen Belästigungen beseitigt werden. Es wäre erwünscht, daß an Stelle der seitherigen Stundung und Nieder- schlagung der Hauszinssteuer wegen Bedürftigkeit einzelner Mieter eine entsprechende Hilse für dieselben Personen durch Mietunter- stützungen der Fürsorgeämter in der Höhe der bisherigen Haus- Zinssteuerstundungen tritt." Der Sorge um die Entwicklung der Berliner City war ein Antrag der Demokraten gewidmet, der bereits zu Anfang dieses Jahres gestellt wurde. Sie verlangten die Einsetzung einer ge- mischten Deputation zur Beratung der Frage. Stadto. Merten is alles in Eile hinein. durchschritt dann die Säle, nahm Abschied von allen, lieh dabei von Alwin und anderen soviel Geld als möglich. Sie umdtängten hin, gaben, was sie hatten, zählten es gar nicht erst, freuten sich, daß er sich nicht duckte, nicht unterkriegen ließ, niemand über ihn triumphieren konnte. (Fortsetzung folgt.) mit den Gelben Männern, die ihn wiedererkannt haben wollen, verhandelt habe. Er sei erst auf die Personenverwechslung getommen, als in der ersten Verhandlung behauptet wurde, er habe eine feidene Weste angehabt, die er aber nie besessen habe. Von einem Baum erschlagen. Drei Arbeiter schwer, einer leicht verlegt. Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich gestern nachmittag furz nach 2 Uhr in der Ede Dorf- und Mozartstraße zu Biesdorf. Drei Straßenarbeiter, die mit dem Legen von Bordschwellen beschäftigt waren, wurden durch einen umstürzenden Baum schwer, ein anderer leicht verletzt. Zu dem bedauerlichen Unfall erfahren wir folgende Einzelheiten: Die Chaussee, die von Friedrichsfelde- Ost nach Mahlsdorf führt, war schon seit langer Zeit ausbesserungs- und umbaubedürftig. In ihrem damaligen Zustande war sie eine stete Gefahr für den starken Automobil- und Wagenverkehr. Den vielen Bemühungen der dortigen Einwohner war es gelungen, einen Umbau der Chaussee zu erreichen. Wegen der notwendig gewordenen Verbreiterung der Fahrstraße mußten zahlreiche starke Bäume bis zu dreiviertel Meter Durchmesser, die in einer Reihe längs der Chaussee stehen, gefällt werden. Auch im Laufe des gestrigen Vormittags war eine Arbeitstolonne mit dem Ausroden von Bäumen beschäftigt. An einem befonders starken Baum war bereits in den Vormittagstunden mit den Vorarbeiten begonnen worden. In unmittelbarer Nähe arbeitete eine Kolonne, die Bordschwellen legte. Die Wurzeln des Baumes waren gerade freigelegt, als sich ein starter Wind stoß in der Baumfrone verfing und den Baum ins Wanken brachte. Ehe noch jemand recht zur Besinnung fam, stürzte dieser unter lautem Krachen um und begrub drei von den Bordschwellenarbeitern unter fich. Arbeitskollegen eilten herbei und befreiten die Verunglückten, die schwere Verlegungen erlitten hatten. Ein vierter Arbeiter, der rechtzeitig zur Seite springen konnte, tam mit leichten eilte der Biesdorfer praktische Arzt Dr. Philippsthal an die Unfallstelle, der als erster die notwendigen Hilfsmaßnahmen leitete. Durch die inzwischen herbeigerufene Berliner Feuerwehr und einen Brivatkraftwagen wurden die Verunglückten in das St. HubertusKrankenhaus zu Lichtenberg geschafft. Ihre Namen find: Flammentod einer Greifin. Hilflos umgekommen. Ein entfeßliches Brandunglück ereignete sich gestern vormittag in dem Hause Goßlerstraße 14 im Nordosten Berlins. Die 85jährige Witme Julie Ganter hat hier zusammen mit ihrem Sohn Hans eine kleinere Wohnung inne. Gestern früh begab sich Hans G. wie gewöhnlich auf seine Arbeitsstelle. Als er am Nach mittag ahnungslos heimkehrte und die Wohnungstür aufschloß, tam ihm ein eigentümlicher Brandgeruch entgegen. Zu seinem Entsetzen fand er seine greise Mutter in völlig verbrannten Kleidern auf dem Korridor liegend leblos vor. Ein sofort hinzugerufener Arzt konnte nur noch den schon etwa morgens gegen 7 Uhr eingetretenen Tod feststellen. Nach den bisherigen Ermittlungen wollte Frau G. einen Ofen anheizen und be= nugte hierzu Zeitungspapier. Durch irgendeine Unvorsichtigkeit fingen ihre Kleider Feuer. Sie versuchte die Wohnungstür zu erreichen, brach dann aber wahrscheinlich in folge der Rauchein. wirtung bewußtlos zusammen und verbrannte ohne auch nur einen Hilferuf ausstoßen zu können. Von den Hausbewohnern war der schreckliche Vorfall nicht bemerkt worden. Die Leiche wurde beschlagnahmt und in das Schauhaus geschafft. Die Berliner Musiferschaft( zusammengeschlossen im Deutschen Musikerverband), seit Jahren im schwersten Eristenzkampf stehend und seit Jahren einen schweren Kampf gegen Beamtenmusiker und Nebenberufler ausfechtend, sieht sich zur Selbsthilfe gezwungen. Aus diesem Grunde veranstaltet das Streichorchester des Deutschen Musikerverbandes am heutigen Freitag, den 15. Oktober, in der Neuen Welt", Hasenheide, ein Konzert ausgeführt von 50 Musikern unter Leitung von Johann Strauß aus Wien, schaft weiten Kreisen zu zeigen und weiterhin um Arbeitsmöglicheinesteils, um das hohe künstlerische Niveau der Berliner Musiker feiten für erwerbslose Musiker zu schaffen. Hautabschürfungen davon. Sofort nach Bekanntwerden des Unglücksgelegt wurde, auf wie merkwürdige Art die Schneiderin B. zu einem 1. Karl Säwirt, Lichtenberg, Kronprinzenstr. 37, schwere Brustquetschungen und innere Verlegungen. 2. Julius Wulf, Friedrichsfelde, Prinzen- Allee 60, schwere Schädel- und Rüdenverlegungen. 3. Erich Matiszik, Lichtenberg, Wartenburgstr. 68, Brüche und innere Verlegungen. Während M. und S. zwar erhebliche, doch nicht lebensgefähr liche Verlegungen erlitten haben, ist der Zustand Wulfs besorg. niserregend. Die Schuld an dem Unglücksfall soll die Bauleitung treffen, die in gröbster Vernachlässigung ihrer Vorschriften nicht die notwendigen Absperrungsmaßnahmengetroffen hatte. In dem vorstehenden Falle ist der Baum vorzeitig durch eine Boe zum Umstürzen gebracht worden. Aber gerade beim Ausroden von Bäumen fönnen oft unvorhergesehene 3wischenfälle eintreten, so daß die Bauleitung in feinem Falle dulden durfte, daß in der Gefahrzone eine andere Arbeitskolonne zu gleicher Zeit tätig war. Diese grobe Fahrlässigkeit hätte beinahe vier Arbeitern das Leben gekostet. Zu den Chauffee- Umbauarbeiten wird uns noch mitgeteilt, daß man von vornherein sehr schlechte Vorberet tungen für den Straßenumbau getroffen hat. Die an und für sich nicht sehr breite Fahrstraße ist halbiert worden, so daß auf einer Seite Umbauarbeiten vorgenommen werden, während sich auf der anderen Seite der Verkehr nach beiden Richtungen abwickelt. In keiner Weise ist hierbei aber auf die Verkehrssicherheit Rücksicht genommen worden. Seit dem Sonntag haben sich hier bereits nicht weniger als drei Verkehrsunfälle ereignet. Es ist geradezu als ein besonderer Glücksumstand zu bezeichnen, daß sich noch fein weiteres größeres Unglück ereignete. An diesen gefährdeten Stellen ist bisher froß vielfacher Vorstellungen der dortigen Einwohner fein Polizeibeamter zur Verkehrsregelung aufgestellt worden. Es ist dringend notwendig, daß diesem Uebelstand sofort abgeholfen wird. Groschenbüchermesse. Durch das große Eingangstor des Gewerkschaftshauses am Engelufer gehen Wissenschaftler, Funktionäre, alte Arbeiter, Leutchen aus der Jugendbewegung in ihren bunten Ritteln, Sozialdemokraten, Kommunisten. Im Saalgebäude des roten Hauses peranstaltet die Bereinigung linksgerichteter Verleger schon seit einer Woche eine Groschenbüchermesse. Restauflagen, welche schon seit Jahren in den Kellern der Verlagsanstalten bestaubt geschlummert haben, erblicken wieder das Licht des Tages. In den Arbeiterbuchhandlungen vergessene einzelne Bücher und Broschüren aus der Revolutionszeit, aus der Inflation tauchen wieder auf, und manch einer sucht schon seit Jahren nach einem Werf, welches er hier für einige Pfennige zu seiner Freude erstehen konnte. Viele Käufer erscheinen Tag für Tag wieder, weil dauernd neues wieder auf die Verkaufstische gelangt. Die Ausstellung ist bis Sonntag, den 17. Ottober einschließlich geöffnet von morgens 9 Uhr bis abends 7 Uhr. Jeder kommt auf seine Kosten. Der Soziologe, der Sammler politischer Literatur, der Freund schöner Kunstmappen, der Literat, der junge Mensch, jeder findet dasjenige, was ihm zusagt. Es ist eine Raufgelegenheit, wie sie wohl nie wieder geboten wird und man kann daher jedem empfehlen, die Ausstellung zu besuchen. Tumult ini Arbeitsnachweis. Hugenbergs Nachtblatt bringt in Fettdrud eine Meldung über Unruhen vor dem Arbeitsnachweis in der Klosterstraße, die stark übertreibt. Der Tatbestand ist folgender: Donnerstag mittag gegen 12 Uhr versuchte ein nicht anerkannter Arbeitslojen ausschuß in die Abteilung für weibliche Angestellte zu gelangen, um der Leiterin bestimmte Forderungen vorzutragen. Als der Sprecher nicht zugelassen wurde, drang er gewaltsam ein. Das herbeigerufene Ueberfallkommando brauchte jedech nicht in Aktion zu treten, da der Mann bereits durch Beamte des Nachweises aus dem Hause entfernt worden war. Es hatte sich eine größere Menschen= menge angesammelt, die jedoch ohne größere Schwierigkeiten zerstreut wurde. Die Behauptung der Nachtausgabe", daß mehrere Sistierungen erfolgten, ist unrichtig. Wie das Polizeiprüfibium mitteilt, find feine Festnahmen oder Feststel. lungen erfolgt. Es paßt in den Rahmen journalistischer Berant wortungslosigkeit, diesen verhältnismäßig recht harmlosen Vorfall mit der alarmierenden Ueberschrift„ Unruhen im Arbeitsnachweis" als Großaffäre aufzubauschen. " Eine blutige Familientragödie. Gestern nachmittag 3 Uhr ereignete sich in der Meter Str. 43 eine blutige Familientragödie. Der Klempnermeister Arthur Leuchner, der mit seiner Frau seit längerer Zeit in Streitigkeiten lebte, erichoß seine Frau und beging dann Selbstmord dadurch, daß er sich den Hals mit seinem Taschenmesser durchschnitt. Wie wir feststellen konnten, haben die Streitigkeiten in der Familie den Grund, daß Frau Leuchner seit längerer Zeit ein Liebesperhältnis mit einem anderen Mann unterhielt. Ihr Mann hat wieder holt versucht, sie von dem Fremden abzubringen, was ihm aber nicht gelungen ist. Gestern machte Leuchner, der 59 Jahre alt ist, feiner Frau Borwürfe darüber, doß sie ihrem Freund das Sparfaffenbuch, auf dem ein Betrag von 5000 m. stand, gegeben hat. Die Streitigkeiten spizten sich derart zu, daß es zu sehr erregten Auseinandersetzungen fam. Frau Leuchner, die an den Folgen der Verlegungen sofort st ar b, steht im 54. Lebensjahr. Leuchner selbst wurde ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Das Ehepaar soll in guben Berhältnissen gelebt haben. Zum Falscheid getrieben. Unter dieser Ueberschrift hatten wir einigen Tagen einen Prozeßbericht veröffentlicht, in dem dar( fahrlässigen) Falscheid gekommen war. Die Hauswirtin der Frau B. hate die Annahme der ihr von der B. eingesandten Miete verweigert. Die B. hatte das Geld durch die Post zurückbekommen, hatte das wohl vergessen. In dem vorausgegangenen Zivilprozeß B. zu, die ihn unbegreiflicherweise leistete. Die Hauswirtin hatte sollte die Hauswirtin den Eid leisten. Sie schob ihn aber der Frau aber Kenntnis von dem Eingang des Geldes bei der B. und erſtattete sofort Anzeige wegen Falscheid. Ein inzwischen auch von der B. ergangener Widerruf des Eides kam zu spät. Die B. wurde nun unter Bewährungsfrist zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Im Anschluß daran hatten wir der Verwunderung darüber Frau B. eine Tatsache habe schwören lassen, die durch Nachfrage bei Ausdruck gegeben, daß das Gericht die psychisch nicht ganz intakte der Polizei hätte festgestellt werden können und daß das Gericht fein habe, die die B. in das Verderben hineingetrieben habe. Zu diesem Wort der Rüge für die Zeugin, nämlich die Hausbesitzerin, gefunden Bericht nun teilt uns der Herr Präsident des Landgerichts II Berlin erklärend und berichtigend mit, daß bei dem prozessualen Berhalten der Parteien der Zivilprozeßrichter nach den gesetzlichen Vorschriften nicht in der Lage war, eine Auskunft bei der Post( es hieß bei den Eid als Beweismittel angewiesen. Es hätte uns irrtümlich Polizei) einzuholen, sondern er war allein auf höchstens fraglich sein können, ob der Richter der schwurpflichtigen Bost hätte nahelegen sollen. Schließlich aber hat der Borsigende Beklagten den Antritt von Gegenbeweis durch Berufung auf die des Schwurgerichts am Schluß seiner mündlichen BegrünFUNK WINKEL Aus rein technischen Gründen bedeutet die Sendung von Pension Schöller" eine glückliche Wahl des Rundfunks. Trotzdem Typ des Situationsluftspiels gehört, kann sich der Hörer doch allein dieser bereits eingestaubte Schwant von Karl Laufs durchaus zu dem durch das gesprochene Wort ein ungefähres Bild der Bühnenvor: gänge aufbauen. Das liegt daran, daß der Dialog meistens nur zwischen zwei Personen geführt wird, besonders im zweiten Att. entsteht, wenn mehrere Personen miteinander sprechen. Ein anderes Es fällt also von vornherein die Unübersichtlichkeit fort, die dann Moment hinzu: Der Wiz liegt hier weniger in der Situation als in Dialog durch besonderen Geistesreichtum auszeichnet. Der Schaudem gesprochenen Wort, womit nicht gesagt sein soll, daß sich der spieler 3. B., der den Konsonannten nicht aussprechen kann, ist bereits vollkommen durch seine Sprache charakterisiert. Eine andere Frage ist es, ob die moderne Lustspielliteratur nicht ähnlich gebaute Stücke aufweisen kann, und ob es tatsächlich eine dringende Notwendigkeit allerdings nicht leugnen, daß das Stück trotz der Kindlichkeit seiner war, diese unwahrscheinlich alte Posse zu übertragen. Man fann Vorgänge, noch immer wirksam erscheint, man lacht viel und damit ist schließlich der 3med der Uebung erreicht, aber man möchte doch etwas anderes hören, als eine Geschichte, die beinahe in jener Zeit vor sich geht, da der Großvater die Großmutter nahm. Gespielt wurde sehr ordentlich. Allen voran Jacob Tiedtke mit seinem breiten faftigen Wiz. Vorher sprach Egon Jacobsohn über das Thema„ Von unbekannten Dingen, die man wissen muß", fleine, nette Miszellen über die Entstehung mancher Rebensarten. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 15. Oktober. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Goebeler:„ Wenn Männer untreu werden"). 4.30-6 Uhr abends: 4 Uhr nachm.: Frauenfragen und Franensorgen( Dorothee Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theater- und Filmdienst. 6.30 Uhr abends: Major a. D. Geyer: Sportfliegen in den ersten Jahren, jetzt und in Zukunft". 7 Uhr abends: Chefredakteur Dr. Kurt Mühsam: Wie komme ich zum Film?" 7.25-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7.25 Uhr abends: Abteilung Philosophie. Dr. Arno Sprache). 755" Uhr abends: Die Schönheit in der Sprache). 7.55 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abteilung Technische Naturwissenschaft. Dr. Adolf Marcuse: Wissenschaftliche Grundlagen der Luftschiffahrt in allgemeiner Darstellung".( Physik der atmosphärischen Luft). 8.30 Uhr abends: Populäres Orchesterkonzert. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. 1. Künnecke: Jagdouvertüre. 2. Ailbout: Spanische Suite. 3. Chabrier: Habanera. 4. César Franck: Les Eolides, sinfonische Dichtung. 5. Rabaud: Divertissement über russische Lieder. 6. Enesco: Erste rumänische Rhapsodie. 7. Müller- Buessow: Spreewellen, Walzer. 8. WappenDritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. schmitt: Festliche Musik.( Berliner Funkorchester). Anschließend: Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. bis 12.30 Uhr abends: Tanzmusik( Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Königswusterhausen, Freitag, den 15. Oktober. 10.30 12-12.30 Uhr nachm.: Karl Graef: Sprechtechnik für Schüler. 3-3.30 Uhr nachm.: G. v. Eyseren, O. M. Alfieri: Spanisch. 3.30 bis 4 Uhr nachm.: Karl Graef: Praktische Atemübungen. 4 bis 4.30 Uhr nachm.: Dr. Käte Gaebel: Die Organisation der Berufsberatung. 4.30-5 Uhr nachm.:' Aus dem Tätigkeitsbereich der staatlichen Stelle für Naturdenkmalspflege in Preußen. 5-6 Uhr abends: Professor Dr. Hartmann: Zelle und Vererbung. 6-7 Uhr abends: Chefredakteur G. Bernhard: Börse und Börsenpapiere. 7.30-7.55 Uhr abends Dr. Thomalla, Berlin: Das Problem der 7-7.30 Uhr abends: Dr. Margot Rieß: Die Poesie der Großstadt. Verjüngung. 7.55-8.20 Uhr abends: Dr. Konrad Cohn: Zahnpflege in der Schule. Ab 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus Stuttgart. bung des Strafurtells und der ber Angeklagten gewährten bebingien Auslegung eines Teils ihrer Strafe nachbrüdlich zum Aus. drud gebracht, daß die Gegnerin( die Hausbesizerin) hinter hältig gehandelt und dadurch den Meineid heraufbeschweren habe, zu dem es bei der Aufdeckung der in ihren Händen befindlichen: postalischen Auskünfte vor der Eidesleistung nicht gekommen wäre und daß dies zugunsten der Angeklagten mit in Betracht gezogen worden wäre. Uns will es nunmehr am besten erscheinen, daß der schwer geprüften Frau B., die, wie man zu fagen pflegt, in die Sache hineingetorfelt ist, ohne doch im schwersten Sinne schuldig zu sein, auf dem Gnadenwege die ganze Strafe erlassen wird. Großer Dachstuhlbrand in Spandau. Gestern abend furz nach 8 1hr wurden die Spandauer Wehren nach der Straße Nr. 40, nach dem sogenannien Radeland, alarmiert, wo der Dachstuhl in Flammen stand. Die Mannschaften hatten mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es mußten allein 2000( 3weitausend) Meter SchlauchLeitung gelegt werden. Bei Redaktionsschluß waren die Feuerwehren noch an der Brandstelle tätig. In den Abendstunden wurden mehrere Löschzüge nach der Andreas str. 19 gerufen, wo in einem chemischen Laboratorium Feuer ausge brochen war. Nach einstündiger Tätigkeit fonnte der Brand gelöscht werden. Preisverteilung auf der Polizeiansstellung. Das Berliner Messeamt hatte gestern nachmittag zur Preisverteilung geladen. Einleitend sprach der Direktor des Berliner Messeamtes, Schick, seinen Dank allen denjenigen aus, die an dem Zustandekommen der Ausstellung, die einen ganz außerordentlicher Erfolg aufzuweisen hatte, mitgewirkt haben. Einen ganz besonderen Dr. Abegg das Wort. Er betonte, daß die Ausstellungsleitung Dank erstattete er der Industrie. Hierauf ergriff Staatssekretär hoffe, alle die Zwecke erreicht zu haben, die sie sich gestellt, so die estigung der Verbindung zwischen Polizei und Publitum, Fortbiet des Polizeiwefens, Verbindung und Zuſammenarbeit mit dem bildung der Beamten, Einigkeit der deutschen Länder auf dem Ges Auslande und schließlich die Förderung der Zusammenarbeit mit der Industrie. Der Preisausschuß, der aus einem Vertreter des Innenministeriums, zwei Beamten- Fachmännern, einem Vertreter des Ausstellungs- und Messeamtes der deutschen Industrie und einem künftHinzuziehung des Arbeitsausschusses des Messeamts und eines Sachlerischem Mitgliede bestanden hat, hat in jedem einzelnen Falle unter verständigen der betreffenden Branchen die Wahl bestimmt. Zur Verteilung gelangen acht Große Staatspreise und 35 Staatspreise. Alle übrigen Firmen erhielten Dantesurfunden. Darauf erfolgte die Verteilung der Staatspreise und der Dantesurfunden. Unter den Firmen, die den Großen Staatspreis erhielten. Lübeck, der Siemens- Konzern Berlin usw. Die Polizeiausſtellung befinden sich das Deutsche Tuch- Syndikat Berlin, das Draeger- Werk Berlin wird am Sonntag, den 17. Oftober unwiderruflich ge= Veranstaltung nicht vorliegt. An den letzten drei Tagen, also am schlossen, da eine technische Möglichkeit zur Verlängerung der Freitag, Sonnabend und Sonntag wird die Ausstellung bis 10 Uhr geöffnet sein. * Kehraus in der Polizeiausstellung. Ehe die Große Polizeiausstellung Berlin 1926 zu Ende geht, sollen zu einem„ Kehrausfeft" am 15. Oftober abends 8 Uhr in den Gesamträumen des 300logichen Gartens die Beamten des Ministeriums des Innern und des Polizeipräsidiums mit allen denen vereinigt werden, die in irgendeiner Form zum Gelingen der Ausstellung oder ihrer Nebenveranstaltungen beigetragen haben. Das Fest ist so gehalten, daß es jedem möglich sein wird, daran teilzunehmen. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Die Kosten für Speisen und Getränke sind so niedrig wie irgend möglich gehalten. Es werden 7 Tanzorchester spielen und in den Sälen abwechselnd bekannte Kabaretttünstler auftreten. Kommunistische Mätchen. An Stelle der verbotenen Lustgartendemonstration hatten die Kommunisten eine Anzahl Versammlungen in geschlossenen Räumen einberufen. Da Ausschreitungen befürchtet wurden, traf die Bolizei Sicherheitsmaßnahmen, hielt sich aber sonst sehr zurück. Die Bersammlungen standen im Zeichen des Kampfes gegen die Derräterische" Sozialdemokratie. Mit hemmungslefer Demagogie wurde von den kommunistischen Rednern die neueste Parole, der Hohenzollernvertrag, ausgenügt. Das Verbot der Kundgebung im Lustgarten war eine unfreiwillige Reklame für harus sälen in der Müllerstraße forderte ein Redner ein die Saalveranstaltungen. Sie waren recht gut besucht. In den revolutionäres Forum", um die Führer der Sozialdemokratie abzuurteilen". Solche Mägchen erzielten bei fonanz. Bor Böers Festfälen in der Weberstraße fam es dem willigen Publikum begreiflicherweise nicht unbeträchtliche Rezu einigen Ansammlungen. Doch brauchte auch hier die Polizei nicht brauerei und im Kreuzberg im Reichenberger Hof waren gut besucht. einzugreifen. Die Versammlungen in Neukölln in der Kindi500 Personen faßt, zu klein war, im Garten veranstaltet wurde, In der Versammlung in Neukölln, die, weil der Saal, der nur sprach der Landtagsabgeordnete Bartels, der sich in wüsten Beschimpfungen erging und die bekannten Phrafen gegen of war ven ungefähr 1000 Menschen besucht. Zu Störungen und die Partei verbrachte. Die Versammlung im Reichenberger Zwischenfällen ist es in beiden Bersammlungen nicht gefommen. * verlief, fam es in der benachbarten Utrechter Straße zu einem Nach der Versammlung in den Pharusfälen, die selbst ruhig 3usammenstoß zwischen zwei Schupo beamten und würfen die Tschakos vom Kopf geworfen, auch ging die Menge einem Trupp Kommunisten. Den Beamten wurden mit Steintätlich gegen sie vor. Zur Abwehr gaben die Beamten mehrere Schüsse ab. Verlegt wurde glücklicherweise niemand. Die Angreifer formten nicht festgestellt werden. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 24. Oktober, nachmittage 3 Uhr, im Theater der Vollsbühne am Bülowplay Borstellung. Zur Aufführung fommt Lysistrata", eine Komödie von Leo Greiner nach Aristophanes. Eintrittstarten, einschließlich Garderobe und und Abteilungen, im Bigarrengeschäft Horsch. Engelufer 24/25, TabakTheaterzettel, zum Preise von 1,20 M. bei den Bildungsobleuten der Kreise vertreib GEG., Inselstr. 6, Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Luisenufer 38, in den Vorwärtsspeditionen, in der Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2 und im Burau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof II, Zimmer 8. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 14. Oftober. 1. Rennen. 1. Maidi( H. Schmidt), 2. Fuge( Br. Wenzel), 3. Baba ( 2. Varga). Toto: 382: 10. Plaz: 86, 57, 44: 10. Ferner liefen: Formosus, Kileriti II, Bers, Drthos, Andovera, Sonechilde, Lukas, Wegweiser, Diofletian, Der Harz, Beltesche, Bision II, Ignatia. 2. Rennen. 1. Morgenstern( Bleuler), 2. Schneewittchen( Jaekel), 3. Die Königin( P. Ludwig). Toto: 38: 10. Plaz: 13, 13, 16: 10. Ferner liefen: Frasquita, Herbert, Zier, Diana. 3. Rennen. 1. Favorit( Jaekel), 2. Süd Cap( Bleuler), 3. Munin ( Binzenz). Toto: 89: 10. Blaz: 24, 42: 10. Ferner lief: Araber. 4. Rennen. 1. Impressionist( E. Krüger), 2. Mistral( L. Barga), 3. Persephone( D. Schmidt). Zoto: 40: 10. Plaz: 18, 26, 23: 10. Ferner liefen: Amenophis, Mutatis mutandis, Torrone, Mydear, Lebenstünstler. 5. Rennen 1. Tibia( Haynes), 2. Rosa( Grabsch), 3. Goldenes Blume, Rosanera. Horn( Narr). Toto: 14:10. Plat: 15, 23: 10. Ferner liefen: Blaue 6. Rennen. 1. Phantasie( Vinzenz), 2. Schmerzenstind( Narr), 3. Merkurius( Hahnes). Toto: 166: 10. Blak: 58, 19, 25: 10. Ferner liefen: Lichtstrahl II, Frintrop, Kriemhild, Rivalin, Dfterdingen, Helgoländer, Die Afrikanerin, Ritornell, Festinalente, Felsenspike, Gunthrada. lingsbote( Haynes). Toto: 66: 10. Plat: 22, 21, 21: 10. Ferner liefen: 7. Rennen. 1. Eichlage( Olejnit), 2. Nutria( D. Schmidt), 3. Früh Märchen, Bodargos, Herenmeister, Stronpring, Cebria, Pistole, Reumarter, Baroid, Estorial, Besel, Primadonna II, Antiope, Missa. 7 Groß- Berliner Parteinachrichten. Agitationsmaterial für die Werbewoche wird im Jugendheim, indenstraße 3, bereit gehalten. Die Abteilungen werden ersucht, davon rege Gebrauch zu machen. Sonnabend ist das Jugendheim zur Materialausgabe bis 5 Uhr geöffnet. Der Bezirksvorstand. * 2. Kreis Ziergarten. Achtung. Mitglieder der 9., 10., 11., 12. und 13. Abt.! Die zum Sonnabend, 16. Oftober, anberaumte Demonstration vom Kleinen Tiergarten ab findet aus besonderen Gründen nicht statt. Weitere Mitteilungen folgen später. 7. Kreis Charlottenburg. 51., 52., 56., 57. bt.: Die Sandzettel für die Donnerstagversammlung sind im Jugendheim Rosinenstr. 4 abzuholen. ( Bei Bunge melden.) Das Material für die Werbewoche holen diesmal die Abteilungen selbst von der Lindenstr. 3, Jugendheim, ab. Sonnabend, 16. Oftober, 7½ Uhr, im Jugendheim Rosinenftr. 4, Sigung der Jugend-! tommiffion. 17. Kreis Lichtenberg. Heute, Freitag, 15. Oktober, 7 Uhr, außerordentliche Funktionärtonferenz im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße. Sämtliche Funktionäre haben unbedingt au erscheinen. 19. Kreis Bankow. Achtung! Der zweite Borlesungsabend der Genessin Minna Todenhagen über Wohlfahrtspflege findet, wie vereinbart, im Türkischen Zelt, Bankow, Breite Str. 14, statt und nicht bei Meeß. Heute, Freitag, den 15. Oktober: 80. bt. Schöneberg. Die noch nicht zurückgegebenen Listen für die Werbewoche müssen unbedingt bis spätestens Sonntag, 17. Oktober, vormittags 9 Uhr. bci Gürlich, Begasftr. 1, abgeliefert fein. 93. bt. Reutögn. Heute abends 7 Uhr Eltern- und Einführungsabend der Arbeiterjugend, Gruppe IV, im Jugendheim Canner, Ede Böhmische Straße ( Rinderhort). Seiteres Programm. Eintritt frei. Es wird gebeten, daß alle Genossen mit ihren Kindern dort erscheinen. Werbt für die Jugend und unterstützt sie! 117. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr Gruppenversammlungen bei Brunn, Türrschmidt 40, und am Sonnabend, 16. Oktober, 7% Uhr, bei Klose, Rupprecht-, Ede Eitelstraße. Ausgabe des Werbematerials. Sonntag, 17. Oftober. treffen fich alle Mitglieder nachmittags 12½ Uhr bei Krüger, Türrschmidtftraße 33, aur Demonstration. Die Hauslisten find bestimmt mitzubringen. 21. Abt. Niederschönhausen. Ausgabe des Werbematerials ab 6 Uhr Blücherstraße 14. Morgen, Sonnabend, den 16. Oktober: 3. Abt. Sämtliche Genoffinnen- und Genossen beteiligen fich am Werbeumzug des 1. Areises: Treffpunkt nachmittags 3½ Uhr auf dem Arkonaplah. 26. Abt. Von 4 Uhr nachmittags ab bei Beinlich. Weißenburger Str. 1, Flugbi ttverbreitung. Die Bezirksführer bringen die Sauslisten mit. 27. t. Die Bezirksführer holen das Agitationsmaterial von Mehlberg, Gandystr. 6, nachmittags von 4-5 Uhr ab. 30. Abt. Nachmittags 5 Uhr bei Pohst, Linchener Str. 103, Ede Stargarder Straße, Flugblattausgabe an die Funktionäre. Achtung! Zahlabend Hoffmann Flugblattausgabe von 5% bis 6% Uhr bei Hoffmann, Lychener Straße 8. 31. Abt. 5 Uhr Fluablattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. 32. Abt. Die Bezirksführer fönnen von 5 Uhr ab Broschüren und Werbematerial von Kromphardt, Paul- Singer- Str. 49, abholen. 33. Abt. 7 Uhr bei Lojad, Benmestr. 8, wichtige Funktionärsigung. Materialausgabe für die Note Woche. 36. Abt. Nachmittags 4 Uhr und Sonntag von 8 Uhr früh ab Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. 41. Abt. Bon 5 Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5, empfangen sämtliche Funktionäre Werbematerial aur Roten Woche. Reiner darf fehlen. 55. Abt. Charlottenburg. Flugblattverbreitung von 5 bis 8 Uhr. 1. Gruvve: Liersch, Rantstr. 62; 2. Gruppe: Holzendorffitr. 20. Alle Mitglieder müssen fich unbedingt beteiligen. Sonntag, 17, Oktober, von 8 bis 10 Uhr in denselben Lokalen Flugblattverbreitung. 83. Abt. Lichterfelde. Alle Genossen von West" treffen sich nachmittags 5 Uhr bei Quandt, Moltkestraße, Ecke Hindenburgdamm. Erscheinen Ehrenpflicht. ift 84. Abt. Bantwik. Feier aus Anlaß des 20jährigen Bestehens bei Lehmann. Aaifer- Wilhelm- Str. 29-31. Wir bitten die Genoffen, für guten Besuch Gorge at tragen. Karten sind bei den Bezirksführern erhältlich. Neukölln. 93. Ast. Zur Werbewoche holen die Bezirksführer Broschüren und anderes Material nachmittags 3 Uhr von Thormählen, Serkbergstr. 22, ab.- 95. Abt. Werbematerial und Flucblätter von 5 bis 6 Uhr abholen von Sürtler, Prinz- Handjern- Str. 34. Bezirke zur Verteilung einladen. Alle Genoffinnen und Genossen müffen sich beteiligen. 106. Abt. Johannisthal. 6 Uhr treffen sich alle Genossen bei Gobin. Roonstr. 2, zur Empfangnahme des Materials für die Werbewoche. Erscheinen unbedinat erforderlich. 8 Uhr Mitaliederversammlung im Restaurant Jägerheim. Facesordnung: Unsere Werbewoche. Erscheinen aller Mitalieder ist Pflicht. Abt. 123a Raulsdorf- Sid. 138. 9bt. Hermsdorf. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen sich an der Reranstaltung der Arheiteriunend und Rinderfreunde im Lobal Forsthaus, Anguste- Riktoria- Straße. Beainn 7½ Uhr. 143. Abt. Waidmannnsluft. Die Genoffinnen und Genossen werden gebeten, sich reftios an dem Elternabend der Arbeiterjunend Hermsdorf im Lokal Forfthaus, Auguste- Bittoria- Straße in Hermsdorf, zu beteiligen. Beginn 7½ Uh Uhr. britted as 36. bt. Die am Sonntag, 17. Oftober. beabsichtigte Ronfumgenoffenschaftsanlagenbesichtigung findet megen der am aleiden Tage stattfindenden Rreisdemonftration erst am Sonntag, 24. Oftober, ftatt. 97. Abt. Neukölln. Ru der am Sonntag. 17. Oktober, nachmittags 4 Uhr, in Beckers Gesellschaftshaus. Brik. Chausseeftr. 97, stattfindenden Fahnenweihe find Eintrittskarten nur bei den Raffierern zu haben. Abendkasse findet nicht statt. Jungfozialisten, heute, Freitag, den 15. Oktober. Grupne Mitte: Ab 6 Uhr Arbeitsabend für die Rote Woche in der Schüle Gipsstr. 23a. Erscheinen ist Pflicht. Gruppe Reukölln I: Der Gruppenabend fällt aus. Große öffentl. Versammlungen Heute, Freitag, den 15. Oktober: Friedrichsfelde: 7% Uhr in Tempels Festsaal, Prinzenallee. Tagesordnung: Die Sozialdemokratie im heutigen Staat. Redner Ernst Heilmann, M. d. 2. Morgen, Sonnabend, den 16. Oktober: Biesdorf- Süd: 7½ Uhr im Lokal Dies, Köpenider Str. Tagesordnung: Die Aufgaben der Sozialdemokratie in der Republik Redner: Wilhelm Richfer., Männer und Frauen, erscheint in Massen! 17. Kreis Lichtenberg: Sonnabend, den 16. Oftober abends 7½ Uhr im Lofal Tempel, Gudrunstr. 7( kleiner Saal, FrauenWerbeabend. Mitwirkende: Gesangverein Fichte Georgi nia", Rezitationen: Genosse Schuchmann. Vortrag der Genoffin Gertrud Hanna, M. d. L. Im Anschluß daran gemütliches Beisammensein. Gäste herzlichst willkommen. Trepiow: Jugendheim Elfenftr. 3, Mitgliederversammlung. Spandan: Jugendheim Lindenufer 1, 8immer 5, Vortrag:„ Der Volkstanz und seine Bedeutung". Werbebezirk Teltowianal: 8 Uhr im Seim Steglis, Albrechtstr. 47, Aelterengruppe. Vortrag: Lassalle, Arbeiterprogramm". Werbebezirk Webbing: Sämtliche Genossen beteiligen fich an der Sprechchorprobe im Jugendheim Schönstedtstr. 1. Beginn 8 Uhr. Often( Stralaner Biertel): Eltern- und Werbeabend, Schulaula NagTerstraße( nicht Hohenlohestraße). Orchestermusil, Sprechchor, Jugendchor, Rezitationen, Boltstänge, Jugendspiel. Beginn 7 Uhr. Eintritt 25 Pf. Neukölln VI: Einführungs- und Elternabend, Jugendheim Canner Straße. Heiteres Programm. Beginn pünktlich 28 Uhr. Erscheinen aller Genossen mit Eltern ist Pflicht. Niederschönhausen: Unterhaltungs- und Werbeabend, Gesellschaftshaus Thiele, Bismarcstr. 44. Programm: Ansprache, Rezitationen, Boltstänze, Sprechchor usw. Eintritt 50 Pf. Schulentlassene und Kinder frei. Alle Parteigenoffen, Freune und Gönner find herzlichst eingeTaden. Beginn 7% Uhr. Bankow: Werbefeier, Aula des Lnzeums Görschftr. 42. Programm: Mufit, Rezitationen, Szene von Gläßbrenner, Ansprache, Schattenspiele, Jugendspiel:" Der neuen Reit entgegen. Eintritt 80 Pf., Rinder 15 Pf. Erwerbslose frei. Beginn 28 Uhr. Werbebezirk Kreuzberg: Morgen, Gonnabend, Werbebezirksfunktionärsizung im Jugendheim Lindenstr. 3. Wichtige Tagesordnung. Werbebezirk Teltowkanal: Morgen, Sonnabend, Borsigendenkonferenz im Jugendheim Tempelhof, Germaniastr. 4-6, Eingang Kinderhort. Alle Borfitenden müssen erscheinen. Werbebezirk Reinidendorf. Sämtliche Genoffen beteiligen fich an der Werbefeier der Abt. Hermsdorf. Zugverbindung: 7.02 Uhr Bhf. Schönholz, 7.09 Uhr Bhf. Wittenau( Nordbahn). Sermsdorf: Sonnabend Eltern- und Werbefeier im Alten Forsthaus", Auguste- Biktoria- Straße. Besonderes Programm. Alle Parteigenossen und Gäste find herzlichst eingeladen. Eintritt frei. Beginn 48 Uhr. Werbebezirk Müggelsee: Ab Sonnabend, 16. Oftober, findet tegelmäßig ( Sonnabends) im Gemeinschaftshaus der Gartenstadt Falkenberg b. Grünau ein Bolkstanzkursus statt. Unkostenbeitrag 20 Pf. Mitglieder anderer Abt. tönnen sich noch beteiligen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin 14. Sebastianstr. 37/38. Sof 2 Tr. Wassersport- Abt., Rug Oberfpree: Sonntag, d. 17., Arbeitsdienst.. Pflichtbeteiligung. Gämtliche Rüge treffen sich am gleichen Tage nachm, ab 3 Uhr zum gemütlichen Beisammensein im Bootshause, Marienstraße 122, Kolonie Wendenschloß( Straßenbahnlinie 83). Tiergarten: Go., d. 16., 8 Uhr, Werbeumzug im Westen, Steinmegstr. 36. Anschließend Tanz und Vorträge im Nationalhof. Gonntag 10 Uhr Bhf. Bellevue. Beteiligung in Botsdam. 211 Uhr Kleiner Tiergarten zur Teilnahme an der Beerdigung des Kam. Walter Cohn. Friedrichshain: Sonntag, d. 17., vorm. 10% Uhr, Ritstriner Blak, mit Musik und Fahnen. Kreuzberg: Sonntag, d. 17., Herbstfest des Tambourkorps in den Rentral- Feftfälen, Alte Jakobstr. 52, Beginn 5 Uhr. Eintritt 75 Pf. Kameraden, welche am 23. bzw. 24. die Fahrt nach Luckenwalde( Sonntagsrückfahrkarte 2,20 M.) mitmachen, melden sich umgehend bei den Abteilungs- und Jungmannschaftsführern, unter Angabe, ob Gonnabends- oder Sonntagsfahrt. Bilmersdorf( Kreis): So. d. 16., 7% Uhr, Antreten in Bannerkleidung mit Must und Fahnen im Vorhof des Sportpalastes, Botsdamer Str. 72, zur Teilnahme an dem republikanischen Boltsfest im Sportpalast. Eintritt frei. Starke Beteiligung dringend erwünscht. Rameraden, die an der Rundgebung in Botsdam teilnehmen, treffen sich vorm. 11 Uhr im Garten des Ronzerthauses Potsdam, Wilhelmstraße. Schöneberg. Friedenan: Sonntag, d. 17., nachm. 1 Uhr, treffen fich die SPD.- Kameraden zum Werbeumzug auf dem Ebersmarkt. Der Ummarsch erfolgt pünktlich 1½ Uhr. Wir verweisen nochmals auf die Fahrt nach Ludenwalde und ersuchen, die Meldungen bis spätestens Do., d. 21., in der Geschäftsstelle abzugeben. Fahrgeld 2,20 m.- Steglik( Kreis): Sonntag, b. 17., große Werbefundgebung. Antreten 114 Uhr Carmerplak, Schützen, Ecke Birkbuschstraße. Alle Berliner Rameradschaften find eingeladen. Berliner Rameraden treffen fich Bhf. Steglig. Tempelhof( Kreis): Sonntag, d. 17., nachm. Ummarsch in Mariendorf. Gruppenführer laden ein. Neukölln- Brik( Kreis): Go., d. 16., 7 Uhr. Propagandaverf. im Buschkrug. Teilnahme für 4. KameradGo., d. 16., 8 Uhr, erster Rug Pflichtveranstaltung, Marquardt Treffpunkt. Sonntag, d. 17., vorm. 29 Uhr, Grüner Baum, in Bannerkleidung. Bflicht. Broschitren- und Flugblattverbreitung. Nachm. 1 Uhr ebenda mit Banner und Fahnen, Teilnahme Arnswalder Blak. Mantom( Kreis): Sonntag, Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. haft Pflicht, für alle andern, befonders Spielleute, erwünſcht. Beißenfee: Abteilungsleiter, liefert die Monatsprogramme für November und die Berichtsbogen vom 3. Quartal ab. Die Bücherstube ist heute, Freitag, geöffnet von 5-7 Uhr. Achtung, Abteilungskassterer! Heute, Freitag, von 5-7 Uhr Abrechnung. Ausgabe des Jugend voran" und der Arbeiter- Jugend". Achtung! Werbebezirksleiter, bildungsobleute und Bildungsausschußmitglieder: Kommenden Sonntag vormittag 10 Uhr Zusammenkunft im Jugendheim Lindenstr. 3. Thema:„ Die Organisierung unserer Bildungsarbeit". Gruppen, welche Führungen durch die Betriebe der Ronsumgenossenschaft, Lichtenberg, Rittergutstr. 16-26, veranstalten wollen. tönnen dieselben am Sonntag, 17. und 24. Ottober, vormittags von 9-12 Uhr durchführen. Führer werden von der Ronsumgenossenschaft aus gestellt. Heute, Freitag, abends 7% Uhr: Besten: Wegen einer wichtigen Angelegenheit werden fämtliche Jugendcenossen ersucht, heute pünktlich um 28 Uhr in der Turnhalle Kulmſtr. 15 zu erscheinen; besonders auch diejenigen, welche sonst nicht zur Turnhalle kommen. Moabit II: Schule Bochumer Str. 8b, Bortrag: 8wed und Ziele der SAJ." Ballan: 306. Gemeindeschule, Mandelstraße. Bortrag: Rörperkultur". Rorboft I: Jugendheim Neue Rönigftr. 21, Politisch- fatirischer Abend. Norboft II: Jugendheim Danziger Str. 62, Borttag: Was lebt in der deutfchen Jugendbewegung?" Lichtenberg- Nord: Jugendheim Parkaue 10, Ausspracheabend. Weißensee: Jugendheim Partaue 36, Aussprache:„ Das Wohnen". Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4, Lichtbildervortrag: Das Land der roten Erde". Brik: Jugendheim Rathaus, Chauffeestr. 48, Glaßbrenner- Abend. Neukölln III: Schule Weisestr. 19, Einführungsabend. Neukölln IV: Jugendheim Nogatstr. 53, Einführungsabend. Neukölln V: Beteiligung am Werbeabend der Gruppe Neukölln VI. Bringt eure Eltern mit. Röpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5, Uebungsabend zur Revolutions. feier. Baumschulen weg: Jugendheim Ernststr. 16, 5- Minuten- Referate. Niederschöneweide: Schule Berliner Str. 31, Bortrag:" Warum Arbeiterjugend?" d. 17., nachm. 12% Uhr, sämtliche Spielleute Schönhauser Allee. Ede Bornholmer Straße, zum Werbeumzug mit Musit. Mo.. d. 18.. 8 Uhr. Turnhalle Grunewitraße, alloemeine Zusammenkunft. Hermsdorf: Fr., d. 15., 8 Uhr, Mitgl.- Verf. bei Böttcher, Waldseestraße, Bortragsabend. Bezirk Görliger Bahn: Eichwalbe, Bildau, Königswusterhausen. Mittenwalde, Töpchin und Zenpig: So.. d. 16., Gründungsfeier in Groß- Beeften. Alle Ortsgruppen richten sich so ein, daß fie um 7 Uhr zum Fackelzug in Groß- Beesten zur Stelle sind. Deutscher Arbeiter.Mandoliniften- Bund( Bezirk Groß- Berlin). Seute finden folgende Spielabende ftatt: Mandolinen- Club harmonie" abends 8 Uhr im Restaurant Reniz, Reinickendorf- West, Scharnweberstr. 59; Bolkschor Mandolinata" abends 8 Uhr im Restaurant Gängerheim, WeddingStraße 9( am Nettelbedplak); Mufitgruppe der Proletarischen Bühne abends 8 Uhr im Restaurant Gutsche, Dresdener Str. 37. Mandolinen- und Gitarrefpieler. welche sich einem Arbeiter- Mandolinenverein anschließen wollen, find hier willkommen. Landsmannschaftsverein heimattreuer Schlesier 1921. Sonnabenb, 16. Ottober, 5. Stiftungsfest im Lokal des Bolksgartens Nordost, Landsberger Allee 76/77, abends 8 Uhr. Berliner Biochemischer Berein. Am Montag, 18. Oftober, 8 Uhr, im Schwarzen Adler, Frankfurter Allee 99, Lichtbildervortrag. Referent Dr. Nüvemann. Der Deutsche Verband der Sozialbeamtinnen veranstaltet am Mittwoch, 27. Oktober, 8 Uhr, im ehemaligen Herrenhaus- Saal, Leipziger Str. 3, zugunsten feiner Unterstügungskaffe cinen Vortragsabend, an dem Seine Exzellenz Bro feffor Dr. von Harnad über„ Die Bedeutung geistiger Werte für Arbeit und Wirtschaft" sprechen wird. Eintrittskarten für jedermann zu 1, 3 und 5 M. durch die Geschäftsstelle des Verbandes, Rurfürstenstr. 124, 3 Tr. Mittwoch und Freitag 10-6 Uhr, Montag, Dienstag und Donnerstag 10-5 Uhr. Arbeitersport. Herbstwaldlauf der Leichtathletik- Vereinigung. Im Friedrichshagener Forst( Freibabseite) geht am 24. Ottober, nachmittags 3½ Uhr, der Waldlauf der Arbeitersportler vor fich. Neben dem Einzel- und Mannschaftslaufen findet ein Propagandalauf statt, der durch die Hauptstraßen von Friedrichshagen, führt. Alle Genoffinnen und Genossen, die nicht an den Wettkämpfen beteiligt, find zum Propagandalauf zu verpflichten. Ms Umfleideräume stehen die Schulen zur Verfügung. Die Waldlaufftrede ift ant 17. Oftober, vormittags 10 Uhr, zum Training frei. Die Friedrichshagener Genoffen empfangen ab 9 Uhr die Waldläufer am Bahnhof und führen fie zum Umkleidelokal. Genossen! Macht regen Gebrauch von diesen Probeläufen. Renntnis der Strecke ist sehr gewinnbringend für den Wettkampf. Nordost- Ringer- Abteilung. Die Uebungsstunde am Sonnabend, 16. Oktober, fällt der Klubmeisterschaften wegen aus. Am Sonntag beginnen die Rämpfe vormittags 10 Uhr. Abwiegen 9 Uhr. Arbeiter Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonnabend, 16. Oftober, 16. Stiftungsfest im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Gonntag, 17. Oftober, Katerbummel Johannisthat, Restaurant Botha. Start 2 Uhr. Motorfahrer eine Stunde später am Start. Start Waldemarstraße Ecke Mariannenplaz Gäste willkommen. haus stattfindenden Generalversammlung des Ortsausschusses für Jugendpflege Arbeiter- Sportkartell, 19. Bezirk Pankow Zu der am 18. Oftober im Rat hat jeder Verein einen Pflichtdelegierten zu entfenden. Kartellgeneralversamm lung Montag, 25. Oktober, 128 Uhr, in der Schulaula Pantow, Grunomstraße. Wassersportverein" Recomania". Sigung Freitag, 29 Uhr, bei Hoffmann, Wismarplas 2. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Sandball: Magdeburg- Berlin. Sonntag, 17. Oktober, 10 Uhr vormittags, veranstaltet der SV. Sparta einen Spieltag im Friedrichshain. Das Haupt treffen ist das Spiel des Kreismeisters Magdeburg- Fermersleben gegen Spartas 1. Mannschaft. Vormittags 10 Uhr Schüler Ablershof- Sparta, anschließend Jugend Fichte- Süd- Sparta; nachmittags 1 Uhr Neukölln II- Sparta II, 2 Uhr Sodenwerbespiel, 4 Uhr Magdeburg I- Sparta I. Eintritt 20 Pf., Erwerbslose 10 Bf. Rinder in Begleitung Erwachsener frei. Arbeiter- Rabfahrer- Bund Solidarität". Touren für Sonntag, 17. Oktober. Bezirk 1, Ortsgr. Berlin: Sonnabend, 16. Oktober, 22. Stiftungsfest im Saalbau Friedrichshain. Eintritt 1 M. Erwerbslose Bundesgenossen 35 Bf. 1. Abt.: 1 Uhr am Start Bülowstr. 55. 2. Abt.: 9 Uhr Römerschanze, 1 Uhr Rehlendorf( Mickley). Start Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: 8 Uhr Gorinsec, 1 Uhr Schönwalbe. Start Laufiger Vlag. 4. Abt.: Ahrensfelde( Schneider). Start 1 Uhr Weberwiese. 5. 2bt.: 12 Uhr Geefeld. Start Strausberger Plaz.- 6. Abt.: 1 Uhr Glienice a. d. N. Start Schönhaufer Allee 164. 7. Abt.: 1 Uhr am Start Roloniestr. 147. 8. Abt.: 1 Uhr Streifzüge durch den Grunewald. Start Waldenferstr. 12. 9. Abt.: 5 Uhr Frankfurt a. d. D., nachmittags 1 Uhr Gaatwinkel. Start Schulftr. 114. 10. Abt.: 1 Uhr Johannisthal( Bota). Start Comeniusplag. 12. Abt. Motorfahrer: 1 Uhr Adlershof( Riege). Gfart Schlef. Tor. Bezirk 2, Ortsgr. Reukölln: 7 Uhr Salbe. Start beider Abt. Bhf. Neukölln. 8 Uhr Rörbistrug. Start: 1. Abt. Herzbergplak, 2. Abt. Bhf. Hermannstraße. Ortsgr. Treptow- Baumschulen. weg: 8 Uhr Sirschfelde. Start Bhf. Baumschulenweg. Ortsgr. Schöneberg: Stiftungsfest im Ibachhaus, Potsdamer Str. 39a. 17. Oftober Ratertour Havelberge. Start 1 Uhr Stubenrauchstr. 5a. Ortsgr. Lichterfelbe: 1 Uhr Start Hindenburgbamm. Ortsgr. Wilmersdorf: Früh 6 Uhr Brandenburg. Start Aue. Bezirk 21, Ortsgr. Reinidendorf: 16.: Nachm. 5 Uhr Kloster Lehnin. Start Residenzitr. 109. Ortsgr. Heinersdorf: 1 Uhr Kartoffel- und Heringstour. Start Kirche. Ortsgr. Pankow: 9 Uhr Sumt, Schnikeljagd. Start Granik, Ecke Risingenstraße. Drtsgr. Tegel: 1 Uhr am Start Schlienerftraße 64. Ortsgr. Weißensee: Fuchsiagd nach Marzahn. Start 8 Uhr Vereinslokal. Nachmittags Heringseffen im Bereinslokal. Abt. Abt. Touristenverein Die Naturfreunde". Rentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Ant Am 16./17. Oktober ist die Luchhütte wegen des Führerfurfus gefverrt. Freitag, 15. Oktober, im Gikungssaal der Bezirksverordneten, Borditr. 11, Lichtbildervortrag: Durch die Schweiz an die oberitalienischen Seen". Referent Genoffe Krämer. Beginn 48 Uhr. Karten à 40 Pf. on der Abendkasse. Abt. Charlottenburg: Freitag, 15. Oftober, 8 Uhr, im Heim Berliner Str. 137, Krankenkassenhaus. Sonntag, 17. Oktober, Nonnenfließ. Rhythmus. Abt. Südost: Freitag, 15. Oftober, 8 Uhr, im Heim Reichenberger Str. 66, Lichtbildervortrag. Abt. Südwest: Freitag, 15, Oktober,% 48 Uhr, Lichtbildervortrag. Yordstr. 11. Abt. Neukölln: Jugendgruppe Freitaa. 15. Oktober, 7 Uhr, im Heim Kopfftr. 55. Spiele. Montag. 18. Oftober, 8 Uhr, Turnen in der Turnhalle Brik, Werderstr. 10. Abt. Tempelhof: Freitag, 15. Oktober, im Heim Mariendorf, Dorfstraße, Tanzabend. Abt. Treptow: Freitag, 15. Oktober, im Seim Elsenstr. 3.„ Borläufer des Sozialismus." Norben: Sonntag, 17. Oftober, Märkische Schweiz. Abf 6.43 Aleranderplak. Abt. Friedrichshagen: Sonntag. 17. Oktober, Chorinchen- Oberberg. Friedrichshain: Sonntag, 17. Oftober, Nikolasfee. Treffpunkt 17 Uhr Schlef. Bahnhof. Abt. Prenzlauer Berg: Sonnabend/ Sonntag, 16./17. Oktober, Schorfheide. Abt. Lichtenberg: 16./17. Tiefensee. Abt. Webbing: Sonntag, 17. Oftober, Strausberg- Ertner. Treffpunkt 6% Uhr Bhf. FriedrichStraße. Gesangschor, Werbebezirk Norben: Freitag, 15. Oftober. 8 Uhr. in der Danziger Str. 62, Barade III, Uebungsstunde. Photogemeinschaft: Montag, 18. Oftober. 18 Uhr, Lichtbildervortrag: Dolomitenzauber" und In Könio Laurius' Rosengarten". Ausstellung: Spielende Kinder. Naturwisenschaftliche Abt.: Montag, 18. Oktober, im Seim Stralauer Str. 55, Tiervinchologie". 2. Teil. Sonntag. 17. Oftober, Bernau. Abf. 7.40 Stett. Bhf. Abt. Schöneberg: Montag, 18, Oktober, 8 Uhr, im Seim Hauptstr. 16( Thüringenzimmer), Heimabend. Wiaterfvort- Abt.: Dienstag, 19. Oktober. 8 Uhr, in der Schule Weinmeisterstraße. Einleitung zum Trodenturfus, Stibeschaffung, Weihnachtsfahrt. Zum Trodenturfus tönnen fich auch Nichtmitglieder anmelden, n Der Arbeiter Radio Klub Deutschlands, e. B., Gruppe Neukölln, veranstaltete am 9. und 10. Oktober zwei öffentliche Ausstellungs- und Vortragstage, fulturellen und technischen Borträgen wurden den Besuchern die Ziele des ARR. gezeigt und eine Ausstellung von 85 hochwertigen felbstgebauten Apparaten vorgeführt. Der Besuch von 550 Gästen belohnte den Fleiß der Aussteller und forderte jeden Radiofreund auf, am Ausbau des neuen Kulturfortschritts zu helfen. Die Gruppe Neukölln tagt jeden Freitag 8 Uhr im Lotal W. Lempe, Prinz- Handjern- Str. 70. Gäste willkommen. Geschäftliches. Er Weiße oder farbige Damenwäsche? Aus Anlaß feines Jubiläumsvertaufsveranstaltet der Verband Deutscher Wäsche gefchäfte und Wäschehersteller, e. V., einen Wettstreit der Meinungen. lädt hierzu die gesamte Frauenwelt zur Beteiligung ein. Es gilt die Frage zu entscheiden: Bevorzugen Sie weiße oder farbige Damenwäsche? Für die besten Begründungen sind vom Verband Deutscher Wäschegeschäfte und Wäschehersteller, e. V., Berlin, und vom Verband Deutscher Damenwäschefabrikanten, e. V., Berlin, Preise im Gesamtwerte von über 2000 m. ausgefeht, und zwar vier größere und 100 Trostpreise. Die Preise bestehen aus Damenwäschegarnituren und Wäschestüden. Das Ergebnis wird in der Presse bekanntgegeben und außerdem den Preisträgern schriftlich mitgeteilt. Bordrucke für das Breisausschreiben find fostenlos erhältlich in fämtlichen deutschen Wäschegeschäften, die sich an dem Jubiläumsverkauf des Verbandes Deutscher Wäschegeschäfte und Wäschehersteller. c. B., beteiligen. Jede schriftlich an die Adresse des Verbandes Deutscher Wäscheneschäfte und Wäschehersteller, e. V., Berlin SW. 19, Leipziger Straße 76, bis zu dem angegebenen Termin portofrei abgesandte Antwort wird von dem Preisgericht gewertet. In dieser Jubiläumswoche, die bis zum 18. Oktober bauert, foll in allen Wäschespezialgeschäften und Kaufhäusern beste Wäsche gezeigt werden, beste Stoffe von der Faser bis zur Fertigstellung. Das Publikum soll felbft erkennen, was man ihm bietet, damit es fich fünftig fein eigenes Urteil bilden kann. Der Verband gibt auch ein für die Konsumenten sehr brauchbares Heftchen über den richtigen Einkauf von Wäsche und Leinen heraus. Briefkasten der Redaktion. R. 2. Ihre Anfrage ist so nicht zu beantworten. Was ist E. P. D.? B. B. 78. Gefeßlich ist die Frage in Preußen nicht geregelt: fie dürfte aber zu bejahen sein. G. R. 22. 1. Ja. 2. Darüber läßt sich nichts Bestimmtes fagen. 3. Sa. Eventuell muß der Alageweg beschritten werden. S. R. 43. Nur für die Arbeitstage. Ar. 25. 1. und 3. Ja. 2. Jm ganzen höchstens 63 M. E. B. Die Aufwertung kann bis zu 6000 m. erfolgen. Ueber die Höhe entscheidet die Aufwertungsstelle. D. G. 86, 1. Bestalozzi- Fröbel- Haus, Berlin W. 30, Karl- Schrader- Str. 7-8. 2. Ministerium für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung, Berlin, Unter den Linden. 3. Maßgebend ist die Quadratmeterzahl der beheizten Fläche. 5000 Paar täglich- 125 Verkaufsstellen Lonrad Schüffabris Wir fabrizieren täglich zirka 5000 Paar. Diese kommen nur in unseren eigenen 125 Verkaufsstellen zum Verkauf. Mädchen- u. 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Das Statistische Reichsamt hat soeben seine Vorschätzung der deutschen Getreideernte veröffent licht, die wir nachstehend in abgekürzter Form und im Vergleich mit den Vorjahren wiedergeben. Es betrug die Ernte von Weizen Roggen Gerste Hafer 1925 1926 1924 in Millionen Doppelzentner 30,5 32,2 75 80,6 26,2 26 24,3 57,3 24 55,8 194,6 56,5 162,1 65,7 197,4 Nach diesen Zahlen würde die Ernte in Weizen und Roggen hinter der Borjahrsernte zurückbleiben, in Gerste fie um ein weniges übertreffen, in Hafer beträchtlich größer sein. Zu beachten ist freilich, daß nach dem neuesten Saatenstandsbericht ,, die Erträge nach den Druschergebnissen hinter der VorSchäzung mehr oder weniger zurückbleiben". Man wird also annehmen müssen, daß die endgültige amtliche Schäzung um einiges niedriger als die vorläufige Schäzung sein wird. Jedenfalls aber wird auch eine solche Reduktion an der Tatsache nichts ändern können, daß die deutsche Ernte von 1926 um 15 bis 20 Prog. über der Ernte von 1924 liegt. Zu dieser amtlichen Statistit, die auf Erhebungen der einzelnen statistischen Landesämter beruht, die ihrerseits auf den Mitteilungen ehrenamtlich tätiger Vertrauensmänner basieren, tritt nunmehr eine neue private Statistit hinzu. Der Deutsche Landwirtschaftsrat, die zentrale Organisation der Landwirtschaftstammern in den einzelnen deutschen Ländern und Provinzen, hat mit Hilfe der Landwirtschaftskammern eine Ernteschägung wenigstens teilweise gegeben. Unter Zugrundelegung der bisher vom Deutschen Landwirtschaftsrat vorgelegten Zahlen ergibt sich für die Ernte des Jahres 1926 etwa das folgende Bild: Weizen. Roggen Gerste Hafer 24,0 Millionen Doppelzentner 59,0 22,6 57.4 163,0 Millionen Doppelzentner Diese Berechnung ist nicht vom Deutschen Landwirtschaftsrat auf gestellt worden, sondern nach seinen Angaben gefchätzt. Nach den Ermittlungen der Landwirtschaftskammern würde also die deutsche Ernte von 1926 nur um ein wenig über der Ernte von 1924 liegen, in Weizen und Gerste wäre der Ernteausfall fogar ungünstiger als 1924. Diese Angaben des Deutschen Landwirtschaftsrats find zweifellos außerordentlich geeignet, dem Getreidemarft eine fräftige Stüße zu geben. Im Erntejahr 1924/1925 importierte Deutschland 4,2 Millionen Tonnen Getreide insgesamt. Im Erntejahr 1925/1926 importierte Deutschland 3,2 Millionen Tonnen insgesamt, zu denen im Juli eine Boreinfuhr von rund 900 000 Tonnen tam. Hat das Statistische Reichsamt mit seinen Schäzungen recht, so wäre anzunehmen, daß wir in den tommenden Monaten des Erntejahres bis Juli 1927 etwa 2,5 millionen Zonnen Getreide und Meh! zu importieren hätten; hat dagegen der Deutsche Landwirt fchaftsrat recht, so ist anzunehmen, daß Deutschland einen Einfuhrbedarf von mindestens 3 Millionen Tonnen haben würde. Ein solcher Mehrbedarf Deutschlands würde auf dem Weizen markt der Welt faum eine große Rolle spielen. Die Welt Weizenernte ist im Jahre 1926 beträchtlich größer als im Jahre 1925. Sie scheint die größte Weizenernte der Weltgeschichte zu sein, wenn man von Rußlands Weizenproduktion absteht. Es ist also taum zu befürchten, daß auf dem Weizenmarkt eine Verfnappung und erhebliche Preissteigerung eintreten wird. Anders steht es dagegen mit dem Roggen marft. Unter Zugrundelegung der deutschen amtlichen Vorschätzung kommt das Internationale LandwirtschaftsInstitut auf die Annahme einer Welt- Roggenernte( unter Ausschluß der russischen Ernte) von etwa 210 Millionen Doppelzentner. Deutschland produziert mehr als ein Drittel des nichtruffischen Roggens der Welt. Ist die deutsche Roggenernte, mie der Deutsche Landwirtschaftsrat behauptet, wirklich um 16 Millionen Doppelzentner geringer als amtlich angenommen wurde, so würde Die Welt- Roggenernte dieses Jahres unter dem Durchschnitt ber Jahre 1920/1924 liegen. Es wäre also zu befürchten, daß sich in diesem Jahre die große Knappheit am Welt- Roggenmarkt wiederholt, die 1924/1925 eintrat, als zeitweilig die Roggenpreise über den Weizenpreisen lagen. Beder der Deutsche Landwirtschaftsrat noch das Statistische Reichsamt haben sich bisher bemüht, die großen Unterschiede zwischen den beiden Ernteschäzungen zu erklären. Um so wichtiger ist es jedoch, sich darüber klar zu sein, daß der Deutsche Landwirtfchaftsrat naturgemäß ein gewisses Interesse daran hat, vor allem die Roggenernte fo flein wie möglich erscheinen zu lassen. Unter diesem Gesichtspunkt hat also feine Schätzung einen etwas zweifelhaften Wert. Im übrigen bleibt die Welternte auch bei Hafer und Gerste um einiges hinter der Vorjahrsernte zurüd. Auch die Maisernie dürfte fleiner ausgefallen ſein aus in Borjahre. Es ist also ziemlich sicher damit zu rechnen, daß der Weltmarkt für Futtergetreibe in diesem Jahre höhere Preise aufweisen wird als im vergangenen Jahr. NUR 4+ Die überflüffige Zollerhöhung. übersehbaren Gestaltung der Ernte die letzten zollpolitischen MaßBetrachtet man unter dem Gesichtspunkt der jetzt einigermaßen nahmen der Reichsregierung, so ist die ablehnende Haltung der Sozialdemokratie gegenüber diesen Anträgen, die inzwischen Gesetz geworden sind, vollauf gerechtfertigt. Die Verknappung des Futtergetreidemarktes hätte auch ohnehin zu einer Preissteigerung für das ausländische Futtergetreide geführt, deffen die inländische Biehwirtschaft dringend bedarf. Wir haben bisher noch immer angemessene Weizenpreise, und der Roggen preis liegt jegt an 35 bis 40 Broz. über der Höhe der Borkriegszeit. Ohne die Zollerhöhung, die die Sozialdemofratie abgelehnt hat, würde der Roggenpreis immer noch um 25 Proz. über dem Vorkriegspreis liegen und damit ein höheres Preisniveau aufweisen als die vom Statistischen Reichsamt in seinem Großhandelsinder erfaßten Industriestoffe. -O Was fut die Getreidehandelsgesellschaft? Diese Zollerhöhung war um so überflüssiger, als fich inzwischen für die Deutsche Getreidehandels- Gesellschaft m. b. H. anscheinend die Möglichkeit ergeben hat, in recht erheblichem Umfange auf dem Getreidemarkt in die Preisbildung einzugreifen. Es scheint die Politik der Getreidehandels- Gesellschaft zu sein, in redyt großem Maßstab Getreide zu erwerben, um den Preis auf seinem gegen wärtigen Niveau zu halten. Diese Politik dürfte auch die weitere Folge haben, daß angesichts der günstigen Preise das landwirt fchaftliche Angebot sich verhältnismäßig start zurückhält. Gleichzeitig soll die Getreidehandels- Gesellschaft auch Getreide zu einem Preise, der unter dem Inlandspreise liegt, ins Ausland abgestoßen haben. In der Tat wird es bei dem gegen wärtigen Preisniveau für die Gesellschaft vorausgesetzt, daß die Borschäzung der Roggenernte durch das Statistische Reichsamt nicht gar zu sehr nach der günstigen Seite hin irrt- notwendig sein, entweber erhebliche Mengen auf Lager zu nehmen oder sie billig ans Ausland abzugeben. Mit anderen Worten, die Getreides handels- Gesellschaft hat die Wahl, Roggen in Lagerhäusern verderben und von den Mäufen freffen zu laffen oder den deutschen Roggen zu billigem Preise für die Fütterung der dänischen und holländischen Schweine zur Verfügung zu stellen. Diese Politit, die auf dem Rücken der Verbraucherschaft der Landwirtschaft recht er. hebliche Gewinne bringen dürfte, wird durch die übermäßige Höhe der gegenwärtigen Zollfäße der Getreidehandels- Gesellschaft erleichtert. Die gegenwärtigen Bollfäße bleiben vorläufig bis zum 31. Dezember 1926 in Kraft. Dann wird man prüfen müssen, ob nicht die soeben erhöhten Säge für Brot- und Futtergetreide angesichts der Welt. marktlage und der Notlage der Verbraucherschaft eine Sentung erfahren müssen. Auch Reichsbankhilfe zur Frankenſtabilisierung. Ein Vertrauenskredit von 30 Millionen Dollar. Ueber die belgischen Pläne zur endgültigen Stabilisierung des Franken, bei der nach neueren Meldungen die Einführung einer nuen Währung nicht beabsichtigt ist, besteht jetzt Klarheit. Belgien wird unabhängig von Frankreich stabilisieren und wird auch seine Anleihepläne selbständig ausführen. Die von uns bezweifelte Meldung über die Aufnahme einer 60- Millionen- DollarAnleihe bei englischen, holländischen und schweizerischen Banten findet durch folgenden endgültigen Plan ihre Klärung: die belgische Nationalbant erhält von fünf europäischen Zentralbanten( Bant von England, Deutsche Reichsbank, Schwedische, Schweizerische und Holländische Nationalbant) zunächst einen Redistontkredit von 30 millionen Dollar. Die Beteiligung der Bundesreservebant in New York steht noch nicht fest. Die Leitung der Transaktion liegt bei der Bant von England, die auch die Kreditbedingungen für sämtliche Netenbanken festlegen und voraussichtlich keinen größeren Betrag bereitstellen wird als die Deutsche Reichsbant. Neben diesem kurzfristigen Rediskontkredit tommt eine langfristige belgische Staatsanleihe über 70 millionen Dollar im nächsten Jahr zur Ausführung, an der sich Deutschland nicht beteiligen wird. Die große allgemeine Bedeutung, die der Stabiiifierung der noch schwankenden Europawährung beizumessen ist, fonnte feinen deutlicheren Ausdruck finden, als es in dem soli. barischen Borgehen der wichtigsten europäischen Rotenbanken jetzt geschehen ist. Ohne gesunde Währungen ist eine gesunde Wirtschaft in Europa unmöglich. Daß die Notenbanken der Stabil währungsländer der belgischen Nationalbank vereinigt ihren Kredit zur Verfügung stellen, ist ebenso erfreulich, wie es als erste große Solidaraktion der europäischen Notenbanken neue Garantien für die zukünftige Gesundheit der europäischen Währungen schafft. Es ist sicher, daß auch Frankreich zur gegebenen Zeit mit einem solchen Garantiekredit wird rechnen können. Besonders erfreulich ist die Teilnahme der Deutschen Reichsbank. Es würde fast eine herabjegung der wirklichen Bedeutung gesunder Währungen in Europa bedeuten, wenn man die aktive Teilnahme der Reichsbank nur aus dem speziellen Handelsinteresse begründen wollte, das die deutsche Wirtschaft an der Frankenstabilisierung hat. Freitag, 15. Oktober 1926 Im übrigen wird der kurzfristige Rebistonttredit sich vielmehr als eine das Vertrauen in die Frankenstabilisierung stärkende Bereitstellung auswirken, denn als wirklich in Anspruch zu nehmender Kredit. Ihren Borgänger hat dieser Kredit der fünf Zentralbanken in dem bekannten Rediskontkredit, den die deutsche Golddiskontbant 1924 von der Bank von England bereitgestellt erhielt. Auch dieser ist nie in Anspruch genommen, war aber als Rückendeckung von internationaler, demonstrativer Wirksamkeit. Grundsähliche Entscheidung zum beschlagnahmten Eigentum. Die Farbpatente in Amerika. Vor dem obersten Bundesgerichtshof der Ver= einigten Staaten ist ein Prozeß zu Ende gegangen, der wegen der gefällten Entscheidung Beachtung verdient. Der amerikanische Staat hatte gewissermaßen gegen sich selbst geflagt. Der frühere Verwalter des beschlagnahmten feindlichen Vermögens hatte 4500 deutsche Chemiepatente an die von ihm selbst gegründete Chemical Foundation Co.", eine chemische Verwerfungsgesellschaft, zu dem lächerlichen Preis von 250 000 Dollar verfauft, während der tatsächliche Wert auf 19-20 Millionen Dollar geschäzt mar. Der amerikanische Staat fam dadurch in den Verdacht, an einem betrügerischen Standal beteiligt zu sein und flagte gegen die Chemical Foundation Co. auf 5) erausgabe der Patente. In letter Instanz haben die amerikanischen Gerichte diese kloge jezt abgewiesen. Der Verkauf wurde von den Gerichten als zu Recht bestehend anerkannt, weil der Verkauf amtlich durch Wilson und den Unterstaatssekretär Poll angewiesen und durchaus gesetzlich gewesen sei. In der Begründung findet sich nun die wichtige Bemerkung, daß der Zweck des Gesetzes über den Handel mit den feindlichen Staaten nicht nur in einer Schwächung der feindlichen Länder durch Eigentumskonfiskation bestand, sondern auch in der Förderung der amerikanischen friegswichtigen Produktion. Die deutschen Eigentümer hätten feinen Anspruch auf eine Ent schädigung, da das Gesetz eine solche nicht vorgesehen habe. Die Freigabe des befchlagnahmten Eigentums, für die in Amerika eine starte Bewegung besteht, und die bisher nur Erfolge für die kleinen Beträge bis 10 000 Dollar erzielte, wird durch diese Begründung teine Förderung erfahren. In Deutschland ist es merkwürdigerweise, seit die Börsenspekulation andere Antriebe erhalten hat, mit der Ausmalung der Erwartungen für die Freigabe ziemlich ruhig geworden, obwohl es sich um Milliardenbeträge handeln soll und obwohl die Freigabepartei in Amerifa gerade diese Entscheidung zur energischen Fortführung ihres Kampfes benußen will. Berlufte im Stöhr- Konzern. Die Rammgarnspinneref Etöhr u. Co. A.-G., Leipzig, ist die Muttergesellschaft eines Staaten start an zwei großen Kammgarnwerfen beteiligt, die nach deutschen Wollverarbeitungskonzerns und zugleich in den Bereinigten langer Beschlagnahme wieder in die Hand des amerikanischen Zweigs der Familie Stöhr gekommen find. Von den ameri Berlufte gemeldet. Sie betragen allein für das erste Halb tanischen Gesellschaften werden jetzt sehr beträchtliche jahr 1926 über 3 Millionen Dollar oder über 14 Millionen Marf. Da die Gesellschaften selbst ihre Dividendenzahlungen auf die Vorzugs attien eingestellt haben, ist damit zu rechnen, daß die Ameritabeteiligung des deutschen Stöhr- Konzerns überhaupt ge fährdet ist, Zuletzt wurde die deutsche Stöhr- Beteiligung mit 7 Millionen Marf genannt; doch ist es fraglich, ob die Beteiligung in die letzte Stöhr- Bilanz schon aufgenommen war, weil die Gesellschaft sehr lange bei den amerikanischen Gerichten um die Anerkennung ihrer Forderungen fämpfte. Jedenfalls würde die Gefährdung der amerikanischen Gesellschaften auch für den deutschen Stöhr- Konzern eine empfindliche Verlustgefahr bedeuten. Diefe braucht immerhin den durch hohe Dividenden bisher sehr verwöhnten Stöhr- Konzern nicht zu erschüttern. Kapitalerhöhungen bei Hypothekenbanken. Die feit Anfang dieses Jahres außerordentlich start gewachsenen Pfandbriefemissionen der Hypothekenbanken haben für diese die zwangsläufige Folge, daß fie ihr Rapital erhöhen müssen. Die gesetzlichen Bestimmungen über das Hypothekenbankgeschäft begrenzen nämlich die Ausgabe von Pfandbriefen auf ein bestimmtes Vielfaches des eigenen Kapitals und der Reserven. Ist dieses überschritten, so muß entweder das Eigenfapital erhöht werden, oder weitere Emissionen find unmöglich. Bor diese Notwendigkeit fah fich fürzlich schon die Rheinisch- Westfälische Bodenkreditanstalt in Röln gestellt. Jetzt erhöht auch die Preußi fche Pfandbriefbant, die von der Roggenrentendant, mit 50 Prozent fontrolliert wird, ihr Kapital von 4 auf 7 Millionen Mart. Der Umlauf an Goldpfandbriefen und Kommunalobligationen insgesamt ist in diesem Jahre allein um 50 bis 51 millionen Mart gestiegen, so daß die obere Grenze der möglichen Pfandbriefausgabe bald erreicht wäre. Die Bremer Dampfschiffahrtsgesellschaft Hanja" Neue Schiffsfäufe. Kapitalverdoppelung der Hanja- Reederei. verdoppelt nach einem Aufsichtsratsbeschluß ihr 16- Millionen- Sapital ( 12 Millionen Stamm- und 4 Millionen Borzugsaktien) auf 32 Millionen Mart. Aehnlich wie bei Hapag und Norddeutscher 21oyd hängen die Kapitalerhöhungen mit Erweiterungsplänen zusammen. Bekannt wurde bisher der Ankauf von vier englischen Dampfern, der Prince- Linie mit einer Bruttotonnage von 34 500 Tonnen. Wie bei der Hapag geht aber die neue Kapitalbeschaffung beträchtlich über den Wert der getauften Schiffe hinaus, fo daß entweder eine weitere Ausdehnung oder eine Schuldenentlastung aus den überschüssigen neuen Mitteln zu erwarten ist. Die Hapag und Norddeutscher Lloyd) an die dritte Stelle der deutschen Großreedereien rüden, nachdem sie durch die Englandfäufe ihrem Schiffsbestand nach( vor Austral- Kosmos) schon an die dritte Stelle gerückt war. Jhr füßer milder Duft ist überaus beliebt und bringt in jedes Heim Behaglichkeit und Freude Maffary Perle EINE ZIGARETTE VON RANG 2_1 fro ZZZZZ DES STADT BEILAGE Die Wohlfahrtspflege und ihre Ausgaben. Das ist eine Steigerung gegenüber im Jahre 1924 um. " 1925 1926 1913 1924 183 Prog. 348 535 59 Proz. 125 W " 1925 1 1 RK VORWARTS 興 Die Arbeit der Gehag. Vor wenigen Wochen sind die ersten Wohnungen der Großsiedlung Brizz bezogen worden. Die Erbauerin dieser Siedlung, die mit dieser Tat die Anerkennung weiter Kreise errungen. In den Finanzberichten über die Berliner städtische Verwaltung| und werden im Rechnungsjahre 1926 nach dem Haushaltsplan und Gehag( Gemeinnützige Heimstätten- Spar- und Bau- 2.- G.), hat sich wird darauf hingewiesen, daß die Steigerung der Gesamtausgaben dem Nachtragehaushalt etiva 146 000 000 m. betragen. gegenüber der Borfriegszeit zu einem wesentlichen Teile auf das Anwachsen der Aufwendungen für die Wohlfahrtspflege zurückzu führen ist, und auch das Ergebnis der vergleichenden Finanzstatistik für Berlin( von Stadtfämmerer Dr. Karding, Berlmer Wirtfchaftsberichte 1926, Nr. 19, Seite 261-262) betont mehrfach die Steigerung der Ausgaben auf dem Gebiete der offenen Wohlfahrtspflege und fommt am Schluß zu der Feststellung, daß diese für 1926 die des Vorjahres um weitere 33 Millionen übersteigen und dann mehr als das 5% fache der Vorkriegszeit ausmachen werden. Diese an sich zutreffende Tatsache ist einerseits darauf zurückzuführen, daß durch den Krieg und seine Folgen die Zahl der auf die öffentliche Fürsorge angewiesenen Personen gonz erheblich gestiegen ist und daß andererseits die Kosten der Lebenshaltung auch für die Bedürftigen fim gegenüber der Vortriegszeit wesentlich erhöht haben und daß ferner entsprechend der Wandlung der Ansichten über Broed und Aufgaben der öffentlichen Fürsorge deren Beistungen über das Niveau der früheren Armenpflege gehoben woorden sind. Während im letzten vollen Friedensjahre 1913 in ben Gemeinden, die legt zu der Gesamtgemeinde Berlin zusammengeschlossen find, insgesamt etwa 55 000 Personen in der offenen Armenpflege laufend unterstützt wurden, betrug in der jegigen Stadt Berlin die Zahl der laufend unterstützten Sozialrentner. leinrentner . sonstigen Berjonen guiantinen im Juli 1924 1925 62 967 14 083 25 149 61 174 17 642 28 589 102 179 107 855 Dazu treten für Juli 1926 noch die in der städtischen Notstandsaftion laufend unterstüßten Berionen so daß die Gesamtzahl der in der städtischen öffentlichen Fürsorge laufend Interfiüßten betrug 1926 60 650 20 348 33 549 113 647 83 181 146 728 42 Proz Stellt man diefen Wohlfahrtsausgaben die Gesamtausgaben( BruttoStellt man diefen Wohlfahrtsausgaben die Gesamtausgaben( Bruttoausgaben) der Stadt Berlin, die im Jahre 1913 462 000 000., im Jahre 1924 ohne außerordentliche Berwaltung rund 464 000 000 m., im Jahre 1925 rund 548 000 000 m. betragen haben und für 1926 auf rund 669 000 000 m. angenommen werden, gegenüber, so ergibt sich für erstere im Jahre * 1913 ein Anteil von 5 Bros. 1924 14 1925 19 " 1926 22" wenn hiernach der Anteil der Wohlfahrtsausgaben ohne die Gesamtausgaben in Berlin auch nicht größer als in anderen großen Städten Deutschlands ist, so bedeutet er doch eine ganz erhebliche ständig steigende Belastung des städtischen Haushalts, was um so schwerer wiegt, als leider die Einnahmen aus dem Anteil an der Reichseinkommensteuer und aus der Hauszinssteuer von rund 120 000 000 m. im Jahre 1924 nicht etwa in gleicher Weife geStiegen, sondern im Gegenteil auf rumb 82 000 000 m. im Jahre 1926 gefallen sind. Das ist um so bedenklicher, als bei einem Fortbe= tehen der langen Erwerbslofigteit mit einem weiteren Steigen der städtischen Wohlfahrtsausgaben( für ausge steuerte Erwerbslose, Mietunterstützungen usw.) gerechnet werden müßte, wenn die Absicht der Reichsregierung, die Sorge für die ausgesteuerten Erwerbslosen den kommunalen Berbänden zu überlassen und diesen zu ihren Aufwendungen nur einen Sufchuß von 50 Proz. zu gewähren, zur Ausführung gelangt. Da es sich bei den ausge Steuerten Erwerbslofen um einen ganz neuen Wassen Die Ausgaben der offenen Wohlfahrtspflege sind von 1740 00 m. not ft and hanbelt, mit dem beim Erlaß der Fürsorgegefehe und im Juli 1924 auf 2515 000 2. im Jult 1925 und auf 4614 000 2. im Juli 1926 gestiegen. Das bedeutet eine Steigerung 1924 gegenüber 1913 • 1925 1913 1926 1918 " 1925 1924 " 1926 1925 " 1926 1924 bei b. Unterstützten Unterstügungen um 85 Proz. 95 " 165 5 " 17 44,5 Proz. 83 165 36,7 43,5 Dem Steigen der Ausgabe in der offenen Wohlfahrtspflege entspricht auch das Anwachsen der Gesamtausgaben auf dem Gebiete der öffentlichen Fürsorge( einschließlich Jugendwohlfahrt). Diese Aus gaben haben sich erhöht von im Rechnungsjahr 1913 1921 1925 ettva 23 000 000 202 auf 65 000 000 103 000 000 " „ Bevölkerungspolitik." Eine Konferenz der Berliner Arbeiterwohlfahrt. Am Dienstag, den 12. Ottober, fand in den Sophiensälen eine rom Berliner Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt einberufene Konferenz statt, in der die Genoffinnen Todenhagen und achenheim über die bevölkerungspolitische Tagung in Jena sprachen. Genossin Todenhagen streifte zunächst das Referat des Genossen Stein, der in Jena die geschichtliche Entwid lung der Arbeiterwohlfahrt behandelt hatte. Die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt wurde aus den Möten geboren, bie der Krieg und die durch ihn bedingte wirtschaftliche Umwälzung hervorgerufen hatte. Die Sozialdemokratie der Nachkriegszeit fonnte sich nicht mehr damit begnügen, Agitationspolitik zu treiben, fie mußte in täglicher Kleinarbeit an die Dinge des Lebens selbst herantreten, um ihr Ziel zu verwirklichen. Jedem Menschen soll Die Möglichkeit gegeben werden, seine Fähigkeiten zum Mußen der Gesamtheit zu entwickeln. Die Rednerin ging dann auf die Aus führungen des Genossen Löwenstein ein, die in Jena einen großen Eindruck hinterlassen hatten. Er bezeichnete die Arbeiter wohlfahrt als einen wichtigen Teil innerhalb der Gesamtpartei. Er hatte darauf hingewiesen, daß die sozialistischen Bertreter sowohl in den Gemenden, als auch in Staat und Reich troß der Finanznot auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege Borbildliches leisten fönnen. Insbesondere ist Berlin durch seine umfassende Fürsorge für Mutter und Kind allen anderen Gemeinden weit vorangegangen. Leider er schweren die kirchlichen Organisationen sehr die im sozialistischen Sinne geleistete Arbeit. Diese Erschwerung ist um so mehr fühlbar, als unsere Weltanschauung leider noch lange nicht weit genug in die breiten Massen eingedrungen ist. Jedes Parteimitglied sollte sich verpflichtet fühlen, irgendein Amt in Staat und Gemeinde zu über nehmen, wenn es dazu aufgefordert wird und wenn die Verhältnisse ihm die Ausübung erlauben. Der Wohlfahrtspfleger vermag auch in den Gemeinden, die keine staatliche Beihilfe für die Unterflügung von Minderbemittelten erhalten, manches Gute zu wirten. leber Schwangerschaftsunterbrechung und Verhütung hatte Elisabeth Kirschmann Röhl und Dr. med. Rautsty gesprochen. Sie hatten den mangelnden Schuß für Mutter und Säugling, ferner das Fehlen einer Mutterschaftsversicherung auf breitester Grundlage gefennzeichnet. Die Frau wird durch Not und häufige Geburten als Kulturträgerin start behindert. Der Kampf um den§ 218 ist nicht ILLIGE PULLOVER für Damen, Wolle m. Kunstseide, in vielen Farben u. Dessins 8.75 für Damen, Wolle m. Kunstseide, ap. neue Must., mod. Farb. 9.75 für Herren. orig. englisch, 12.75 in vielen hübschen Dessins.. Die Gründung der Gehag ist ein Wert der drei Spikenorganisationen der Gewerkschaften, des ADGB., des ADB. und der Af, in Verbindung mit der Devog( Deutschen Wohnungsfürsorgegesellschaft). Außerdem ist noch die Wohnungsfürsorgegesellschaft der Stadt Berlin beteiligt. Die Gehag unterscheidet sich von den privaten Gesellschaften. grundsäglich. Sie ist nicht spekulativ eingestellt, sondern dient nur bestimmten gemeinwirtschaftlichen Interessen. Daher wird sie auch von den Kreisen des privaten Baugewerbes start angegriffen und bekämpft. Troß alledem aber konnte fie fich ausgezeichnet entwickeln. Der geistige Schöpfer der Gehag, Dr. Martin Wagner, hatte den Plan, eine Organisation zu schaffen, in der es möglich sein sollte, alle technischen Erfahrungen und Neuerungen zusammenzutragen und in einer großen Wohnungsbauorganisation eine Stelle zu schaffen, die den Wohnungsbau erheblich verbilligt. großzügiger zur Anwendung zu bringen, und um die HerstellungsIn den letzten Jahren hat die Gehag, um alle technischen Hilfsmittel fosten der Wohnungsbauten zu verringern, sich dem Reihenbau, der Großsiedlung, zugewandt. Neben der gewaltigen Erleichte rung in der technischen Herstellung hat eine so große Organisation den Borteil einer schnelleren und sicheren Beschaffung von Hypothe fen. Finansieringsobjefte werden einer großen Gesellschaft immer schneller gelingen, als fleinen Bauunternehmern. Die Finanzierung der auszuführenden Wohnungen geschieht folgendermaßen: Die Hauszinssteuerhypothet bringt 50 bis 55 Broz. der Baukosten. Hierzu tommt eine erste Hypothet, die weitere 30 Broz. deckt und der Rest von 20 Broz. wird durch die Genoffenschaften, für die die Bauten ausgeführt werden, entweder durch Spargelder oder durch Mieterzuschüsse bestritten. Die Zulayhypofhefen gibt meist, bei den Bauten der Gehag, die Volksfürsorge in Hamburg. Die aus der Arbeiterklasse kommenden Gelber werden also, wenn sie richtig ange= legt werden, bei der Konsumgenossenschaft oder auf der Bank für Arbeiter und Angestellte, wieder in Gesellschaften hineingepumpt, die die Arbeiterschaft unterhält, um billige Wohnungen bauen zu können. Auftraggeber der Gehag sind meist die Baugenossenschaften und Behörden. Die Gehag selbst übernimmt die gesamte Durchführung bes Bauvorhabens vom ersten Entwurf bis zur Endabrechnung. Die Bauten selbst werden durch die Bauhütfen ausgeführt. Wohnungen davon find in Hochbauten mit einer durchschnittlichen Bisher hat die Gehag 1174 Wohnungen gebaut. 344 Wohnfläche von 50 Quadratmetern( Stube, Kammer, Küche) und 48 Wohnungen mit durchschnittlich 60 Quadratmetern( 2 Stuben, Kammer, Küche) und 44 Wohnungen größerer Art( bret Stuben und Wohnungen mit vier Räumen gebaut. 500 Wohnungen von den 1174 liegen in der Großfieblung Briz. Bei allen Bauten ist auf solide Bauart Wert gelegt, so hat jebe Wohnung eine Badeanlage, die Gefchoßbäufer eine Maffivtreppe, alle bewohnbaren Räume Doppelfenster. In der Küche find Spültische eingebaut und die Treppenflure in Delfarbe, meift. fogar farbig gestrichen. Die Kosten für die fertiggestellten Bauten beliefen sich auf rund 15 millionen Marf und für die in Bau und in Vorbereitung befindlichen Bauten werden sich die Kosten auf rund 16 Millionen Mart belaufen. Die Baustellen liegen in den verschiedensten Stadtbezirken. Im Augenblick baut die Gehag an zehn Stellen. Die größten Baupläge sind in Brig, in Neukölln Weigandufer, in Weißenfee Buchallee, in Tegel auf dem Gelände der Freien Scholle und in Bohnsdorf. Troß beschränfter Mittel hat die Gehag sich ftalten. Die Architekten Bruno Laut, Dr. Martin Wagner, immer bemüht, die Häuser architettonisch einwandfrei zu geGehag zur Ausarbeitung der Baupläne hinzugezogen. Die Gehag Professor Häring und Salvisberg werden von der will feine überladenen Fassaden bauen, sondern Wohnungen schaffen mit ganz besonders peinlich durchgearbeiteten Grundrissen in hygieich und organisatorisch vollkommenbiter Anlage. Das flache Dach praktischen Gründen angewandt. Das flache Dach ist bei einem wird für die mehrgeschossigen Bauten aus rein wirtschaftlichen und breigeschossigen Hause, also bei sechs Wohnungen und einem Treppenhaufe, etwa um 300 Mark pro Wohnung billiger als ein schräges Dach. Für das Einfamilienhaus im Maffenbau ist das flache Dach nicht wirtschaftlich. Bei diesen Bauten wird das obere Geschoß in das Dach mit eingebaut, es wird also die Dachschräge nutzbar gemacht. Würde auch das flache Dach bei einem Einfamilienhaus verwandt werden, dann müßten zwischen dem Obergeschoß und dem Dache ftarte Wärmeschutzmittel eingebaut werden, die die erzielte Ersparnis bei der Durchführung des Finanzausgleichs nicht gerechnet worden ist und nicht gerechnet werben fonnte, würde eine solche Regelung der Erwerbslosenbetreuung nicht nur die Leistungsfähigkeit der tommu nalen Berbände bei weitem übersteigen, sie würde auch dem§ 59 des Finanzausgleichsgesetzes, wonach das Reich den Ländern oder Gemeinden neue Aufgaben, gerechnet nach dem Stande vom 1. April 1920, nur zuweisen oder bestehende Aufgaben nur mefentlich erweitern darf, wenn es gleichzeitig für Bereitstellung der erforder- Zubehör) ausgeführt. In den Flachbauten find fast ausschließlich lichen Mittel Sorge trägt, widersprechen. Um eine geordnete Finanzwirtschaft der Kommunen überhaupt noch zu ermöglichen, muß daber mit größtem Nachdruck darauf gedrungen werden, daß, soweit nicht die gesetzliche Erwerbslosenfür forge für erwerbslos Gewordene eintreten kann, das Reich die Für forge für diefelben finanziert und die Gemeinden gefeßlichen Erwerbslosenfürsorge höchstens mit ein Reuntel der Aufwendungen beteiligt werden. 1 mie bei der nur fittlich, er ist auch wirtschaftlich zu begründen. Swar ist der Baragraph gemilbert. Aber bei der heutigen wirtschaftlichen Lage fann der jetzige Stand der Gesetzgebung nicht genügen. Das Weib muß selbst in der Lage sein, zu bestimmen, ob es mutter werben soll oder nicht. Dazu seien die Popularisierung der ungefährlichen und ärztlich befürworteten Borbeugungsmittel, sowie die hygienische und gesundheitliche Belehrung der Frauen auf mo dernster Grundlage notwendig. Ferner ist der Ausbau der Ehe beratungsstellen zu fördern. leber Brostitution und Reglementierung hatten Dr. med. 2. B. Knad Hamburg und Quife Schröder. Altona refertert. Sie fennzeichneten den Zusammenhang der Prostitution mit der sozialen Frage im allgemeinen und leiteten daraus für die Sozialdemokratische Partei die Pflicht her, im Stampi gegen diese Institution die Führung zu übernehmen. Der Staat fennzeichnete die Prostitution bisher als ein notwendiges, nicht zu überwindendes Uebel. Die Sozialdemokratie aber sieht in ihr nur ein Ueberbleibsel aus der alten Zeit. Die Prostitution hängt zu sammen mit der feruellen Unehrlichkeit, mit wirtschaftlichen und sozialen Schäden Der Kampf der Sozialdemokratie richtet sich gegen blese Schäden. In dem Maße, als dieser Kampf erfolgreich ist, wird es auch gelingen, die Prostitution felbft zu beseitigen. Die Redner waren dann sehr eingehend auf den Gefeßentwurf zur Bekämpfung der Geschlechtsfrankheiten eingegangen und hatten insbesondere untersucht, inwieweit dieser Gefeßentwurf die Forderungen der Sozialdemokratie berücksichtige. Genoffin Bach enheim schilderte insbesondere die Wohl fahrts- und Jugendpflegearbeit im Rheinland. hier ist die katholische Kirche überaus eifrig tätig. Der Charitas- Verband fordert, daß ihm alles, was irgendwie mit Wohl fahrts- und Jugendpflege zusammenhängt, überwiesen werde. Unter Jugendpflege will er nur die Kinder von Dissidenten, deren Eltern wahrscheinlich Sozialisten feien, von der sozialdemokratischen Beht fahrtspflege betreuen laffen. Die katholische Kirche nimmt für sich das Recht in Anspruch, auch über die Religion der Kinder in gemischten Ehen zu wachen und sie in ihrem Sinne zu beeinflussen. Dieses Borgehen hat sich die evangelische Kirche zum Vorbild genommen, auch sie versucht, in ähnlicher Weise Einfluß zu gewinnen. Die Vormundschaft wird durchaus im Sinne der Kirchengemeinden geregelt. Nur Berufsvormundschaft ist nicht an das Bekenntnis gebunden. Eine Aussprache über diese beiden Berichte konnte der vorgerückten Zeit wegen nicht stattfinden. Sie soll im nächsten Monat nachgeholt werden. wieber aufheben würden. Die Gehag verfolgt bei ihrer Tätigkeit die besondere Absicht, neben der allgemeinen Zweckmäßigkeit der Wohngelegenheiten, bie größt mögliche Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung der Wohnungen zu erreichen. gen zu erreichen. So ist es gelungen, durchweg Wohnungen zu bauen, deren Miete, an bestimmten Berhältnissen gemessen, niedrig genannt werden kann. Es ergeben sich zum Beispiel bei Bergleichen von Mieten einer Neuköllner Firma mit den Mieten in der Brizer Siedlung, bei Anwendung gleicher Finanzierungsgrundlage, Unterschiebe von 27 bis 32 Mart pro Wohnung und Monat augunsten der Miete der Gehagbauten. Noch vieles wird auf dem Gebiete des Wohnungsbaues zu leisten sein. Hauptproblem wird die Verbilligung der Wohnungsherstellung bleiben. Die Gehag hat mit ihrem Bauetat von 1500 Wohnungen im Jahre das Mittel in der Hand, um durch Großeinkauf der Baumaterialien, Anwendung maschineller Hilfsmittel eine umfassende Berbilligung der Wohungsherstellung erfolgreich anzustreben. Zu einem Informations- Nachmittag versammelten fich fürzlich im„ Meistersaal" sozialdemokratische Stadt- und Bezirksverordnete. um einen Vortrag des Gen. Dr.- Ing. Martin Wagner über die siedlungspolitischen Aufgaben der Gehag in Berlin- Brig und ULLOVER QUALITÄTEN FERNER: Blusenschoner für Damen, reine Wolle, verschied. Farben 2.95 Sportwolle, alle Farben, 0.50 4 dr. 50 gr. Tücherwolle, alle Earben, 0.60 2 dr. 50 gr. Kaufe billig und gut bei DIE HALTEN SEIT 1872 GRUMACH.. Ferner aussergewöhnlich preiswert: Strümpfe, Handschuhe, Trikotagen GEBR. KÖNIGSTR. ECKE SPANDAUERSTR. ihre Bedeutung für die Gemeinwirtschaft entgegenzunehmen. In 1 recht verständlicher Weise wußte der Referent, dem zahlreiche Licht bilder zur Verfügung standen, die Arbeitsmethoden der Gehag", die sie in ihrer immer mehr der Vollendung entgegenjehenden Großsiedlung Briz anwendet, zu schildern. Gen. Wagner verbreitete fich zunächst über den Aufbau der„ Gehag", um dann ihr Bauvorhaben näher zu erläutern. Von den bis jetzt fertiggestellten 2343 Wohnungen entfallen allein auf die Siedlung Brig 1028, eine Zahl, die die Größe des Werfs scharf erfennen läßt. Das gemeinnügige Wesen der Gehag" wird zunächst dadurch zum Ausdrud gebracht, daß sie da baut, wo das Allgemeininteresse es verlangt. Ist doch in den Jahren 1923 und 1924 der Wohnungsbau in Neukölln derartig vernachlässigt worden, daß es höchstens notwendig erschien, hier einzu greifen. Die Stadt Berlin faufte daher das Rittergut Briß und gab der„ Gehag" und der„ Dege wo" einen Bauauftrag über 2000 Wohnungen. Einen Bauauftrag über 1028 Woh nungen hat, wie schon erwähnt, die„ Gehag" erhalten und läßt diesen durch ihre Bauhütten Deutsche Bauhütte und Bauhütte Berlin die 2000 Mann beschäftigen, ausführen. Der Volksgesundheit wird auf dem Brizer Gehag- Bau im weitesten Maße Rechnung getragen. Entfielen boch auf 1 Hektar Neuköllner Bebauungsfläche, wenn privatfapitalistische Firmen den Bauauftrag hatten, 600 Köpfe, während es in Briz nur 228 sind. Aehnlich ist es bei den öffentlichen Freiplähen. Beim Gehag- Bau entfallen auf 1 Hektar 2560, beim privaten Bau jedoch 17 700 Köpfe. Zahlen, die für sich sprechen. Mit diesem Bauauftrag ist erst ein fleiner Teil des Gutes erschlossen. Aufgabe der Stadt müsse es daher sein, hier weitere Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die rationelle Arbeitsweise, die die Gehag zum Wohle der Allgemeinheit in Briz anwendet, weiter beibehalten werden kann. Anschließend an die Ausführungen des Referenten fand eine Besichtigung dei Großfiedelung statt. Die Siedelung selbst gliedert fich in dreistöckigen Hochhäusern und in Einfamilienhäusern, für deren Architektur die Genossen Wagner und Taut verantwortlich zeichnen. Der untersten Standardwohnung steht hier 50 Quadratmeter Raum zur Verfügung und hat Stube, Kainmer( mit Ofen), Küche, Bad und Klosett. 64 Quadratmeter Raum sind bei der folgenden Woh nung auf zwei Stuben, Kammer( wieder mit Ofen), Küche, Bad und Klosett verteilt. Zu jeder Wohnung gehören Boden und Keller. Bei den Einfamilienhäusern zählt man 4 bzw. 5 Bimmer, Küche, Bad, Klosett, zwei Keller, Waschküche und Boden. Hier ist der Hausgarten etwa 150 bis 200 Quadratmeter groß, im Gegensatz zu den Gärten der Hochhäuser, wo man natürlich nur fleinere bzw. Gemeinschaftsgärten anlegen tonnte. Eine Blanschwiese bleibt den Mietern, die in dem in Hufeisenform geschaffenen Hochbau demnächst ein ziehen werden, erhalten. Bei der Besichtigung wurden auch die Werkstätten, die das Rohmaterial zum Fertigmaterial bearbeiten, gezeigt. Eigene Tischlereien auf dem Gelände arbeiten in rationeller Weise. Mit Recht wies der Vorsitzende des Betriebsrates, Gen. Riaulehn, in feiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß diese Arbeitsweise nur dann der Allgemeinheit Gewinn bringen tönne, wenn der Betrieb fortlaufend Arbeitsmöglichkeiten erhalte. Bum Schluß sah die Führung noch einen Bagger, dessen Leistung etwa die von 70 Arbeitern beträgt. Winterfuren in Tageserholungsstätten für Frauen und Mädchen. Mit der vom Bezirksamt Treptow im diesjährigen Sommer eröffneten Tageserholungsstätte in Berlin- Oberschöneweide, Köpenider Straße 26/29, find hinsichtlich der Erholung und Kräfti gung der Patienten die besten Erfahrungen gemacht worden. Bei der Entlassung wurde in den meisten Fällen volle Arbeitsfähigkeit erzielt. Um für die auch im Winter vorhandenen erholungsbedürf tigen Personen eine Stätte zu bieten, wird die Tageserholungs stätte auch im Winter geöffnet sein. Der Berpflegungsfat ist mit Rücksicht auf die während der falten Jahreszeit entstehenden Mehr fostent ab 1. Oftober 1926 auf täglich 2,30 festgelegt worden. Auf nahme finden Frauen sowie Mädchen über 14 Jahre, die an Blutarmut, Nervosität, Erschöpfung, Refonvaleszenz nach schwerer Krantheit und ähnlichem leiben oder sonst einer Erholung bedürfen. Die günstige Lage und leichte Erreichbarkeit bietet vielen Frauen einen guten Ersatz für Verschickung nach auswärts und schließt eine bei längerer Abwesenheit sich ergebende Störung des Familienlebens aus. Aufnahmeformulare fönnen jederzeit vom Gesundheitsamt Treptow, Rathaus, Zimmer 66, Telephon Morigplay 12 480, 2n schluß 20, angefordert werden. Aus den Bezirken. 1. Bezirk- Mitte. frage der SPD. wegen Zusammenfassung der gesamten Unter In der Sigung am 8. d. M. wurde die Beantwortung der Anftüßung der Erwerbslosen bei der Erwerbslosenfürsorge zur Entlaftung der Wohlfahrtskommission zurückgestellt. Die weiteren Anträge der SPD. und KPD., die sich mit der Betreuung aller Unterstüßungsbedürftigen befassen, gelangten zur Annahme. Die KPD. hatte außerdem ihre bekannten Anträge wegen Ueberlassung von Räumen für den Erwerbslosenausschuß sowie Entsendung zweier Vertreter zum Kongreß der Werktätigen gestellt. Genoffe Brendel legte die Meinung unserer Fraktion zu den Anträgen dar und erflärte, daß nach unserer Meinung für die Regelung dieser Fragen nur die freien Gewerkschaften zuständig feien. Brompt sezte daraufhin das übliche Geschimpfe der KPD. ein. Die Kommunisten zeigten wieder einmal, daß es ihnen nur durch flegelhaftes Benehmen darauf ankommt, die Arbeiterbewegung herunterzureißen. Ihr Betragen fennzeichnet die Partei der sie angehören und deren geistigen Inhalt. 11 15. Bezirk Treptow. Die Kommunisten wollten in der Sigung der Bezirksversammlung in Treptow am 6. Ottober einen Großfampftag machen. Neun Anträge und Anfragen waren allein von der KPD. gestellt. Den Reigen der kommunistischen Anträge eröffnete ein Antrag, zur Gejolei nach Düsseldorf von jeder Bezirksverordneten fraktion auf Kosten des Bezirksamts einen Vertreter zu entsenden. Unser Genosse Lehmann erklärte, daß wir lieber die hierfür notwendigen Gelder für unsere Wohlfahrtsempfänger und Erwerbs losen verwenden wollten. Genoffe Bürgermeister Grunow teilte mit, daß das Bezirksamt für diese Zwecke keine Mittel zur Verfügung ftellen werde. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Antrag fteller abgelehnt. In einem weiteren Antrag wünschte die KPD., daß den Rotstandsarbeitern in der ersten Woche der Arbeitsaufnahme ein Borschuß gezahlt werde. Bom Bezirksamt fonnte mit geteilt werden, daß die Bezirksverwaltung solchen Wünschen stets entsprochen habe. Den unvermeidlichen Antrag, Bildung eines Erwerbslosenausschusses", brachten die Kommunisten auch diesmal wieder ein. Genoffe te umann forderte zu diesem Antrag eine Auskunft des Dezernenten des Arbeitsamtes. Dezernent ist selbst Kommunist. Er hat nichts gegen die Bildung Der eines solchen Ausschusses unter Hinzuziehung des Obmannes des bereits bestehenden wilden Erwerbslosenausschusses" einzuwenden. Genosse Strieb er mußte dem fommunistischen Stadtrat einige Rechtsbelehrungen zuteil werden lassen. Die Versammlung nahm einen Antrag unferer Frattion an, eine aus neun Mitgliedern bestehende Erwerbslosenfürsorgekommission, die nur aus Bezirksver ordneten besteht, folle eingerichtet werden. Ein weiterer Antrag betreffend Einbeziehung der ausgesteuerten Erwerbslosenunterftüßungsempfänger in die Krantenfaffenversicherung wird von der PD. gestellt. Genosse Emil Lüdke wies darauf hin, daß uns dieser Antrag nicht ausreichend sei. Die Familienmitglieder der ausgesteuerten Erwerbslosen müßten ebenfalls von der Krankenversicherung erfaßt werden. Nach Zurückziehung des Antrages durch bie KPD. wird ein Antrag mit den von uns gewünschten Zusätzen angenommen. Im letzten Antrag beantragten die Kommunisten, bei den Notstandsarbeiten keine Affordarbeit und leberstunden zuzu laffen. Genoffe Lempert mußte den Kommunisten alte gewerk schaftliche Grundsähe über die Akkordarbeit erläutern. Auf Grund einer Abhandlung im Erwerbslosen" brachten die Kommunisten eine Anfrage ein, nach der Genosse Stadtarzt Dr. Roeder in einem Fall einem Erwerbelosen nicht die verschriebenen Höhensonnenbäder bewilligt haben soll. Genosse Dr. Roeder berichtete der Versammlung furz, wie vom Gesundheitsamt des Bezirks die franten Erwerbslofen betreut werden. Beschwerden über seine Arbeiten und über das Gesundheitsamt seien ihm bisher nicht bekannt geworden. Int Gegenteil ist bisher von allen Fraktionen die vom Gesundheitsamt geleitete Arbeit, die gerade jetzt besonders schwierig ist, anerkannt worden. In einer weiteren Anfrage ersuchte die KPD. um Aufschluß, ob die Notstandsarbeiter in der Wuhlheide Staffee, Tee oder derstandsarbeiter schon seit Wochen Kaffee usw. erhalten und daß die gleichen erhalten. Genosse Stadtrat Bessen teilte mit, daß die NotVorarbeiten hierfür schon beendet waren als die KPD. noch nicht daran dachte. In ihrer lezten Anfrage hatten sich die Kommunisten einen Beamten des Wohlfahrtsamtes vorgenommen. Zwei Unterftügungsempfänger sollen von dem betreffenden Beamten nicht gebührend behandelt worden sein. Genosse Bürgermeister Grunow stellte die Angelegenheit richtig. Schließlich begründete Genosse Strieder noch einen Dringlichkeitsantrag unserer Fraktion betreffend Bau von 35 Wohnungen in der Kiefholzstraße in Treptow. Die Versammlung nahm unseren Antrag einstimmig an. Die Kommunisten sind trotz bestellter Tribünenbesucher nicht auf ihre Roſten gekommen. Bertreterin der Arbeiterschichten des Bezirks ist und bleibt die SPD. Ein städtisches Boltskonzert, ausgefährt vom Berliner Sinfonieorchester, finbet heute abend 8 Uhr in den HubertusFestsälen in Reinickendorf- Ost, Provinzstraße 64/65, am Bahnhof Schönholz, statt. Das Programm bringt u. a. die 5. Sinfonie „ Aus der neuen Welt" von Doorat. Eintrittspreis 40 f. Rechtsauskunftsstelle Lichtenberg. Die Sprechstunden sinden seit bem 15. September im Stadthaus, Türrschmidtstraße 25, stait, und zwar Montags, Mittwochs und Donnerstags nachmittags von 3 bis 7 Uhr, und Dienstags und Freitags vormittags von 10 bis 1 Uhr. Die Berwaltung Berlins im Bericht. Vom ersten Berwaltungs. bericht der Stadtgemeinde Berlin ist nunmehr ein weiteres Heft, enthaltend die Berichte über das Wohlfahrtswesen sowie über das Schul, Kunst- und Bildungswesen, erschienen. Die Berichtszeit vom 1. Oftober 1920 bis zum 31. März 1924 umfaßt gerade die Zeit der schlimmsten Not, von der vor allem die Großstadtbevölkerung besonders betroffen wurde und die völlig neu aufgebaut werden mußte, hohe Anforderungen stellte. an die Wohlfahrtspflege im neuen Berlin, die zudem ebenfalls Infolgedessen gewinnt der vorliegende Bericht der Wohlfahrtspflege besondere Bedeutung. Behandelt werden die Allgemeine Wohlfahrts pflege, die Kleinrentner und Sozialrentnerfürsorge, die Blindenpflege, das Stiftungswesen u. a., weiter die Striegsbeschädigten- und Jugend wohlfahrt. Letztere insbesondere mußte nach dem Kriegshinterbliebenenfürsorge sowie das gesamte Gebiet der Kriege vielfach neue Wege beschreiten. Der zweite Teil der Veröffentlichung gibt einen Ueberblid über das Allgemeine Schulwesen und behandelt zugleich auf diesem Gebiete die Alt- Berliner Schulverhältnisse. Da nach dem Gesetz in Berlin in jedem Ber waltungsbezirk besondere Schulbehörden bestehen, werden hinsichtlich des Allgemeinen Schulwesens die Berichte der einzelnen Bezirke noch nähere Angaben bringen müssen. Ueber die Fach- und Berufs= fchulen wird dagegen für ganz Berlin einheitlich berichtet. Den Abschluß bilden die Berichte über das Kunst- und Bildungswesen der Stadt Berlin, Märkisches Museum, Büchereien, Lesehallen usw. Das Heft ist, wie auch das bereits früher erschienene Einleitungsheft Politik und Wirtschaft, Berlin SW 68). des Berwaltungsberichts, im Buchhandel zu beziehen( Berlag für übler und zeitweise bewöllt mit Neigung zu Niederschlägen. Wefferbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Für Deutschland: Unbeständig und strichweise Regenschauer bei sintenden Temperaturen. TRIER ( 6 H N BAUS NEUERBURG ORD Dans Haus tenerburg * O* H* G* Köln Trier Hamburg- Dresden JEDER 3.RAUCHER einer 5- Zigarette RAUCHT OVERSTOLZ Der Gefamtverbrauch aller deutfchen 5fg Zigaretten beträgt nach den letzten amtlichen Ziffern monatlich 918 Millionen Stück. Davon entfallen über 300 Millionen auf unfere Marke OVERSTOLZ Daß unter hunderten von Sorten fich eine einzige Marke in fo überragendem Maße zum Standard- Typ ihrer Preislage entwickeln konnte, ift für deutsche Verhältniffe ungewöhn lich, wird aber verftändlich, wenn. man die Urfachen betrachtet. Diefe Entwicklung war möglich, WEIL urfprünglich eine gute fachliche Leiftung vorhanden war, auf der fich eine flarke Nachfrage aufbaute, WEIL wir alsdann nicht nur unfere fabriken vergrößerten, fondern auch unfere Betriebseinrichtungen verbefferten, WEIL hierdurch die Güte der Arbeit gehoben und gleichzeitig die Unkoften gefenkt wurden, WEIL wir den Baraus entfpringenden Nutzen nicht für uns behielten, fondern ihn immer wie Der dazu verwendeten, noch höhere Preife für den Tabak anzulegen. Der Konflikt in den Verkehrsbetrieben. Die Löhne müssen hinauf! | Wie wir bereits mitteilten, hatte der Deutsche Verkehrsbund| Begründung. Wir haben daher den Schlichtungsausschuß im Auftrage feiner Funktionäre sämtliche mit den Berliner Ver- Groß- Berlin angerufen." Pehrsbetrieben abgeschlossenen Lohntarife zum 30. September gefündigt, um eine Erhöhung der Löhne für die Arbeiter dieser Betriebe durchzusehen. Diese Forderung auf Erhöhung der Löhne ist um so mehr berechtigt, als einmal seit dem Abschluß des letzten Lohntarifes am 1. November v. J. eine unschwer nachweisbare Berteuerung der Lebenshaltung eingetreten ist, zum anderen wohl fein Unternehmen so glänzende Geschäfte gemacht hat und noch macht, wie gerade die Berliner Verkehrsunternehmen. Auf die einzelnen Löhne hier einzugehen, würde bei deren un sinniger Differenzierung zu weit führen. Es soll nur die Entlohnungsform mit einigen groben Strichen skizziert werden. Die in den einzelnen Lohnverträgen festgesetzten Spizenlöhne sind mit geringen Ausnahmen fast in allen Betrieben die gleichen. Jedoch sind die zur Erlangung der Spitzenlöhne erforderlichen Dienstjahre grundverschieden. Bei der Straßenbahn erreicht das beschäftigte Personal den Spizenlohn nach ein- bis zweijähriger Dienstzeit, bei der Omnibusgesellschaft nach fünfjähriger Dienstzeit und bei der Hochbahngesellschaft, die auch hier wie in vielen Dingen eine unrühmliche Ausnahme bildet, erst nach elfjähriger Dienstzeit. Wenn man nach den Erfahrungen mit den Berliner Verkehrsbetrieben oder deren Syndici schon nicht viel Verständnis für die Lage ihrer Arbeiter erwarten durfte, so fonnte man doch von ihnen nicht annehmen, daß sie nicht den Mut zu direkten Verhandlungen mit den Tarifparteien aufbringen würden. Oder hofft man bei den Schlichtungsinstanzen das nötige Verständnis zu finden für die schlechte" wirtschaftliche Lage dieser Betriebe, die eine Lohnerhöhung untragbar" erscheinen läßt? Die Ueberstürzung, mit der man den Schlichtungsausschuß anrief, läßt diese Bermutung sehr nahe legen. Das Personal der Verkehrsbetriebe ist der Ueberzeugung, daß die Verhandlungen längst im Fluß wären, wenn es sich um eine Reduzierung der Löhne handelte. Die Geduld des Personals in den Verkehrsbetrieben ist erschöpft. Reform der Erwerbslosenfürsorge. Die dringendsten Forderungen. Allerdings nur das Verkehrspersonal. Durch die soge. nannten Alterszulagen, die nach einer Dienstzeit von 12, 14, 16, 18 und 20 Jahren gezahlt werden, erhöhen sich diese Löhne bei der Hochbahn nur um ein Geringes über die gewöhnlichen Spigen löhne. Das technische Personal der Hochbahn hat sich bisher erfolgreich gegen diese Dienstaltersstaffel gewehrt und erreicht im allgemeinen den Spitzenlohn nach einjähriger Beschäftigungsdauer. Außer diesen Dienstalters staffeln gibt es noch Gruppierun- lingen im Handelsgewerbe zu erlaffen; b) Maßnahmen gen nach Altersklassen( von 18 bis 24 Jahren), Beruf und Tätigkeit. Der Zweck dieser Differenzierung ist ganz offensichtlich der, nur einer beschränkten Zahl von Beschäftigten die Spizenlöhne zu zahlen. Soviel steht jedenfalls fest, daß die Löhne in den Berliner Verkehrsbetrieben nicht mehr ausreichen, den durch die hohe Arbeitsleistung und lange Arbeitszeit eintretenden Kräfteverbrauch auszugleichen, noch dazu, wenn man berücksichtigt, daß seit der letzten Lohnfestsegung im November v. 3. die Mieten und Lebenshaltungskosten nicht unbedeutend gestiegen find. Die Erregung des Personals zwang die Tarifparteien und die Funktionäre dazu, die Lohnverträge zum 30. September zu tündigen und ab 1. Oktober eine Lohnerhöhung von 8 Pf. pro Stunde zu fordern. Bis jetzt haben Berhandlungen über diese Forderung nur mit der Direktion der Straßenbahn stattgefunden, die aber zu feinem Ergebnis führten. Die Leitung der Straßenbahn versteckte sich hinter nichtssagenden Redensarten; eine flare Antwort gab sie nicht. Die Verschleppungspolitik der Straßenbahn, die sie bisher bei jeder Lohnverhandlung getrieben hat, tritt auch diesmal wieder klar zutage. Die für die Verhandlung in Frage kommenden Direktoren haben sich nicht gescheut, sich verleugnen zu laffen, wenn Organisationsvertreter wegen einer schnelleren Erledi gung der brennenden Angelegenheit vorsprachen. Die Straßenbahn begründet diese Verschleppung mit der in Aussicht genommenen Tariferhöhung. Es dürfte aber nicht unbefannt sein, daß die städtischen Körperschaften einer Tariferhöhung faum zustimmen werden, da sie sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß die Straßenbahn schließlich nicht die milchende Kuh der Stadt Berlin sein kann. RBOY Ganz sonderbar bei dieser Lohnbewegung ist jedoch die Stellung nahme der Omnibus und der Hochbahngesellschaft, denen am 7. Oftober ein Teil der Forderungen des Personals überreicht wurde. Schon am 8. Oktober lehnte der Arbeitgeberverband der Deutschen Straßen-, Klein- und Privateisenbahnen, ohne überhaupt die Gesamtforderung zu kennen, im Auftrage der beiden Gesellschaften die Forderung mit folgender Begründung" ab: " Die gestellten Forderungen finden weder in einer etwa eingetretenen Beränderung der Lebensverhältnisse der Arbeitnehmer, noch in der wirtschaftlichen Lage der Unternehmungen irgendwelche Auf der Tagung des AfA Bundesausschusses ist nach eingehender Erörterung des ganzen Erwerbslesenproblems der nach lichsten Reformen der heutigen Erwerbslosenfürsorge werden die stehende Beschluß zustande gekommen. Die darin aufgestellten dring. GPD.- Fraktion schon in der allernächsten Zeit eingehend beschäftigen. stellt mit Bedauern fest, daß die Reichsregierung es bisher unter Die 3. Bundesausschußfizung des AfA- Bundes vom 12. Oktober lassen hat, die Beschlüsse des Reichstags zum Schuhe her schriften über die höchstzahl für das Halten von Lehrälteren Angestellten durchzuführen, und zwar: a) Borzugunsten erwerbsloser Angestellten zu treffen, die den Berlust von Versicherungsanwartschaften verhindern; e) eine Ergänzung des Reichsgefezes in die Wege zu leiten, um die Mißstände, die auf dem Gebiete der Chiffre anzeigen fich herausgebildet haben, zu beseitigen. Der Bundesausschuß erwartet, daß die Reichsregierung diese com Reichstag geforderten Maßnahmen unverzüglich durch führt. Als weitere Maßnahmen fordert der Bundesausschuß die Verwirk lichung der einstimmigen Beschlüsse des Reichstagsunterausschusses. Die darin vorgesehene Meldepflicht aller offenen Stellen ist zu ergänzen durch die Verpflichtung aller Arbeitgeber, die offenen Stellen durch den öffentlichen Arbeitsnachweis zu besetzen, srweit dieser in der Lage ist, geeignete Kräfte nachzuweisen. Anmelde- und Benutzungszwang find unerläßliche Voraussetzungen für eine den sozialen Erfordernissen entsprechende Arbeitsver. mittlung. 3ur Entlastung des Arbeitsmarktes der Angestellten von penfionierten oder auf Wartegeld gesetzten Beamten und Offizieren verlangt der Bundesausschuß die Berwirklichung der in den Leitsäzen des AfA- Bundes aufgestellten Forderungen. Die unerträglichen Zustände in der Erwerbslosenfürsorge sowie die völlig unzureichenden Unterstützungssäge erfordern eine sofortige gefegliche 3 wischenregelung, die nicht bis zur Berabschiedung des Arbeitslosenversicherungsgefeges vertagt werden fann. Dazu gehören: 1. Wesentliche Erhöhung der Unterstügungs. fäße, 2. Sicherung eines Rechtsanspruches auf Er. werbslosenunterstüßung, 3. Verlängerung der Bezugsdauer, 4. Beseitigung der Pflichtarbeit. Die ungeheure Vermehrung der stelleniesen Angestellten ist nicht Eine unsoziale Tarifpolitik der Schlichtungsbehörden hat dazu ge zuletzt die Folge einer Verlängerung der Arbeitszeit. führt, den Achtstundentag in weitem Umfange durch die Verpflichtung zur Leistung unentgeltlicher Mehrarbeit illusorisch zu machen. Darüber hinaus fann sehr häufig weiter Ueberarbeit gegen Bezah lung verlangt werden. Die Arbeitszeit der Angestellten ist viel. fach länger als vor dem Kriege. Der Bundesausschuß ruft die Angestellten auf, durch Zusammenschluß in den freien Angestelltenverbänden diesen unerträglichen Zuständen ein Ende zu bereiten und den Kampf für die gesetzliche Einführung der auch von der Internationalen Bereinigung für sozialen Fortschritt geforderten wöchentlichen Höchftarbeitszeit von 45 Stunden aufzunehmen. Unserem Genossen Heinrich Wienicke Wilmersdorf, Wegenerstr. 1-2 zur Bollendung seines 60. Lebens. jahres die herzlichsten Glückwünsche. 69. Abteilung der SPD. 99999*# eeeeee Aus Anlaß unserer goldenen Hochzeit sind uns so viele Glückdaß es uns nicht möglich ist, jedem wünsche entgegengebracht worden, persönlich zu antworten. Wir ſagen deshalb allen denen, die so freunddiesem Wege unseren herzlichsten lich unserer gedacht haben, auf Dant. Ferdinand Mieke u. Frau. Adolf Hoffmann Knorke Schulhumoreske mit Illustrationen von Willi Steinert Preis 50 Pfg.| Porto 5 Pig. Vorrätig in allen Vorwärts- Ausgabestellen Ata Henkel's Am 11. Oftober verstarb unser Angestellter, Herr Wilhelm Reimann Er war uns ein lieber Mitarbeiter, und werden wir sein Andenken in Ehren halten. Der Borstand der Allgemeinen Ortsfrantentaffe Berlin- Lichtenberg Am 11. Oktober verstarb unser Rollege Wilhelm Reimann Wir verlieren in ihm einen aufrichtigen Kollegen und werden sein Andenken in Ehren halten. Die Kolleginnen und Kollegen der Allgemeinen Ortskrankenkasse Berlin- Lichtenberg. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Zentral- Friedhof statt. Dantjagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Hinscheidens meines lieben Sohnes Bruno Hubrich fagen wir allen Beteiligten unsern herzlichften Dank. Scheuerpulver ATA SCHEUER PULVER HENKELSATA Maria Hubrich nebst Sohn. in handlicher Streuflasche! Sichert sparsamste Verwendung BTZ Biller Rebensmillel 3PT 238 Mengenabgabe vorbehalten Obst und Gemüse Kochbirnen..Pfund 6pf. Weisskohl Pfund Essbirnen weiche..Pfund 8Pf. Rotkohl.... Pfund Kochäpfel.. Pfund 10P. Möhren...... 3 Pfund 10PI Tiroler Apfel Pa. 10P. Zwiebeln..... Pfund 5P1 Essäpfel... Plund 10Pf. Märk.Rübchenpfa.6P Bananen.. 3 Pfund 1,00 Sellerie grosse Pfd. 18P Kolonialwaren Ptund 22Pt. Kartoffelmehl..Itund 20Pt. Auszugmehl P.und 27Pt. Tafelreis Eier- Fadennudeln Pfd. 50Pf. Eier- Schnittnud. Pfd. 45 Pf. Eier- Makkaroni Pfund 55Pf. Kaffee tr.g r., Pfd.2,40bis3,20 Fettwaren Margarine....... Piund 55Pt. Schweineschmalz Pfd. 80Pt. Speisetalg 1- Ptd.- Paket 60Pf. Kokosfett 1- Pfd.- Tafel 65Pf. Tafelbutter Pfd.- Pak. 83Pt. Teebutter 2- Pfd.- Pak. 95 Pf. Dän. Butter-Pfd.- Pak. 1,00 Geflügel Suppenhühn.Pid. y.95Pf.an Jg. Hühner Pfund 1,25 Gänse Pfund von 98Ptan Gänsestückenfleisch, Pid.95Pf. Tauben........ Stück 75P. Gänsekleino.M., Stck. 98Pf. Fetter spanischer Speck Pfund 110 In unserer ZigarrenAbteilung Hate Stumpen 20 Stück 100 Buena oder Blaue Nuss..... Stück 10P. wema II. Wahl, 80% Ersparnis, Stück 15Pt. Frisches Fleisch Schweineschulterblatt Pr. 105 Pa. Hammelvorder. Pfand 75Pt. Schweinekamm....... Pfand 118 Pa. Hammelrücken..Pfund 88Pt. Schweinekotelett..... Pfand 125 Pa. Kalhskamm........ Pfund 88Pt. Pa. Ochsenschmorfl... Pfund 120 Pa. Kalbskeule u.-blatt Pra. 100 Pa. Ochsenrouladen..Pfand 130 Kasslerrand 125 Liesen Pfund 105 Pa. Suppenfleisch... Pfand 74Pt. Eisbein gepökelt, mit Spitzbein 72Pi. Pa. Fehlrippe u.- Brusted. 85P. Rückenfett bratfertig durch 98Pf. Gefrierfleisch Prima Ochsenbrust..Pfand54Pt. Prima Hammelvorderfl. Pid 68Pt. Pa. Kamm u.Querripper.60P. Prima Hammelrückenpfund 78Pt. Pa. Schmorfleisch. Koch. 86. Prima Hammelkeule..Ptand88P Gehacktes Prand 74P. Schweinsköpfe mit Back54Pt. Rinderherzen......... Pfand46rt. Pa. ausgel. Rindertalg Prd 60Pt. Schweinefleisch- 50, Rindfleisch 544 Pfund Besonders billig! Pt. im eigenen Saft gedreht..... Pfund Dose 135 Dessertweine 85 Wohlgepflegter Tafelweine. 1750 Malaga, Vermouth- Cora 180 1780 einschliesslich Stenor and Flasche Pf. Insel auch sortiert, einschl. Steuer und Flasche unseren bekannt 50 Weine u. Spirituosen vom Fass guten Qualit Spezial Borsdorfer Apfelwein 5010Liter 50| Weinbrand- Verschnitt 3Ltr. 10 voll und dunkel Liter 15 Liter 6 Unsere Spezialitat", Liter 43Ltr. 1300 Liter gute Qualität........ Liter 00 Weinbrand*** 50 * Gefässe bitte mitzubringen! Freitag und Sonnabend Verkauf nur soweit Vorrat Fische und Räucherwaren GrüneHeringertd.24rt. Leb.Hechte Pid.v. 90 Pt.an Seelachso.K.Lg, Prd. 28Pt. Leb. Karpfen Pfund 120 Rotbars ohne K., Pfd. 30Pt. Leb.Schiele.. Pfund 135 Kabliau.K.1.gz., Pfd. 34Pt. Hamb. Fettbückl. Prd.42PL Rollmöpse, Heringe in Gelee oder Bratheringe... Käse Camembert vollt., Schtl. 30Pi. Harzerkäse.Pfund 50Pf. Allg. Stangenkäse Pid. 60Pt. Steinbuscher vollf., Pfd.90Pf. Holländer Käse Pfund 85Pf. Edamer Käse... Pfund 75Pf. Tilsiter vollfett.. Pfund 95 Pf. Emmenthaler 6tig. Schil. 78Pt. Dose ca. 1 Liter 80Pl. Konfitüre Eimer, ca. 2 Pfund Pflaumen- Konfitüre.. 1,05 Orange- Konfitüre.... 1,05 Johannisbeer- Konf. 1,15 135 Himbeer- Konfit.) Erdbeer- Konfit. Kirsch- Konfit. Ananas- Konfitüre 1,60 Wurstwaren **** Grobe Mettw.Ptd 951. Mildesheimer Ptd. 1,10 Jagdwurst Prund 1,10 Mettw..Braunschw.rt, Ptd. 1,25 Speckwurst Pfund 1,10 Knoblauchw.Pid.1,20 Holst. Salami- u.Zervelatwurst Pfd. 1,55 Blocksohokolade....... 500 g 100 In unserer KonfitürenAbteilung 3 Milchnuss 100- T.30 Pt. T.85PL. Schokoladenkeks..... Pfund 30 Schlusstage unserer Textil- Messe frettag 15. Oktober IY24 Unterhaltung unö AAissen Seilage öes vorwärts Der Einbruch. von Paul Zlg. (Schluß.) „Wo Hab ich denn meinen Revolver? Hat denn keiner eine Waffe bei sich? Wir müssen ihm doch entgegenl Wir müssen, es Hilst nichts, wir müssen!" rief er außer sich, indem er mit der Rechten Haar und Bart mißhandelte. Der Major fuhr noch einmal hastig und gedankenlos in beide Westentaschen, aber ich merkte ihck an. daß er im Ernst auch nicht daran dachte, seine kriegerischen Lorbeeren zu vermehren. „Bitte, du hast den Vortritt! Ich verspüre nicht die geringste Lust, mein Leben für nichts und wieder nichts, für«in« blau» Bohne einzusetzen!" entgegnet« ich schnöd, worauf sich mein Freund end- lich ermannte,«in« volle Weinflasche ergriff und tapser g«gen die Treppe vordrang. Der Major und ich stellten die Nachhut, aber frei- lich schlug uns das Herz weniger vor Begeisterung, als au» Furcht vor der gefährlichen Schwenkung um die Ecke. Es ging gut. wir stiegen hinauf, hinunter, stöberten olle Ecken aus. beruhigten dt« verstörten Nachtwandler und stellten schließlich mit ziemliche: Eicher- heit fest, daß der Halunke sich inzwischen durchs Badezimmer auf den Hol hinabgeschwungen habe. Aber das dicke Ends kam nach. Er hatte nämlich den Inhalt der Kasse, das ganze Wirtschaftsgeld mitlaufen lasten. Die Polizei erschien und protokollierte, die herbeigerufene Wirtin rang jammernd die Hände, im Flur versammelten sich die Pensionäre in mehr oder minder anziehender Notstondokleidung und in fünf Minuten waren alle einig, daß der Dieb unmöglich hätte entwischen können, wenn»die drei Herren" gleich nach dem Ruf„Diebe" aus dem Plan erschienen wären. Ich weiß nicht, wer die Parole ausgab, aber plötzlich war sie in jedem Mund:„Drei Männer!" Ob sich wohl jemand vorstellen kann, welche Abgründe von Spott und Verachtung sich im Ton der beiden Wörtchen vor uns auftaten! Stern taler stand immer noch mit der Flasche„Liebfrauenmilch" in der Hand auf der Kontorschwelle und gab sich, etwas bleich, etwas kleinmütig, alle erdenkliche Mühe, unsere Zurückhaltung durch den Nachweis zu rechtfertigen, daß überraschte, verfolgte Einbrecher den Rückzug meisten» mit tödlichen Massen erzwingen. „Nun ja, wo» hätten Sie davon, wenn einer von uns ange- schosten oder mit einem Stich im Leibe auf der Trepp« läge? Das wäre doch keine Genugtuung, man wirst doch sein Leben nicht vor die Hunde! Sie müssen doch wohl zugeben, daß eine vernünftige Uebcrlegung mehr wert ist. als ein blindes Draufgängertum!" Er sucht« in jedem Gesicht, wie billig ein Zeichen von Zu- stimmung, stieß fast überall auf dl« gleich« Grimasse von Staunen und Mitleid. Sein« Stirn« war feucht vor verhaltenem Zorn. „Wenn da» so ist, will ich mir morgen gleich einen Revolver anschaffen!" bemerkte Fräulein Elfreich, auf die mein Freund ohe- dem«in sehr zärtliches Auge zu werfen pflegte. Das war so gut wie ein blauer Brief. „Ja, ja, leben bleiben und auch sterben für das Vaterland ist süß!" zitierte der schadenfrohe Schriftgelehrte. O, ich ätte schon mit die and, ohne Pistol, gefangen, presto, presto, una, du«, tre!" beteuerte ein junger Herr aus Kalabrien in Boxerpos«, wofür er einen gläubigen, schmelzenden Blick der Brasilianerin erntet«, die immer ein wenig aussah, wie au» dem Mehlsack gezogen und da» ganze Hau« erfüllte mit tropischen Wohl- gerüchen. „Also müßte jetzt Ihre Grobschrift lauten: Hier siegt«in dummer Esel!" entgegnete Sterntaler verächtlich. Mit seiner Fassung war e» Matthäi am letzten, er entwickelt« großartig« Theorien über Not- wehr, führt» krasse Beispiel« an. rang zwischendurch krampfhaft nach Humor und macht«, wie gesagt, auf der ganze» Linie Fiasko. Ich hatte es bester. Infolge meiner nüchternen Anschauungen war Ich schon lange als sittlich minderwertig gekennzeichnet. Von mir hatte keine der Damen„etwas anderes" erwartet. Und der Major war gewistermaßen durch seine ehrwürdigen weißen Haar«, sowie durch seine Gichtbein« entschuldigt. Darum sahen die Holden, wenn sie dl« Hände zusammenschlugen und kopfschüttelnd„drei Männerl" riefen, immer nur meinen armen, romantischen Freund mit dem Gambrinusbart und der Cheruskerbrust an. Endlich lies «r wütend hinaus und zerschmetterte die unschuldig« Flasche an der Gartenmauer. Aber trogisch wurd« dl« Geschicht« erst am folgenden lag. Ein gedämpfte» Hohnlächeln zuckte in allen Mundwinkeln, als Sterntoler aufrecht wie je im Eßfaal erschien. Er hätte wohl besser getan,«in» kleine Reise zu machen. Von nah betrachtet, sah«r gereizt, übernächtigt, entwürdigt au». Wie auf den Mund ge- schlagen, würgte»r Speis« und Trank verbittert hinunter und errötete recht wie ein Schuljung, bei der schalkhaft«» Frag- seiner Nachbarin, ob er in letzter Nacht gut geschlafen habe. Alles prustete und scharrte mit den Füßen. „Ja, das sind mir Kerle!" meint» Herr Iselin kichernd. Halb sarkastilch. halb zerknirscht gab mein Freund zu verstehen: „Bitte, meine Herrschaften, tun Si, sich nur ja keinen Zwang an! Lachen Sie nach Herzenslust! Ich seh« ja selbst ein. daß ich in Ihren Augen ein« lächerlich« Figur bin! Aber ebenso komisch verzeihen Sie, sind mir Ihr« Begriff« von Tapferkeit. Do» reinst» Theater!" „In welchem Du 61» heut« als erster Held aufgetreten bist!" konnte Ich mich zu lachen nicht enthalten. Selbst dl« beraubte Wirtin behandelt« ihn mit fühlbarer Herablassung: sie ging einher mit einer oerklärten Leiden»mien», die etwa besagen wollt«:„Daru». Vorus, gib mir meine Dublonen wieder!" Die Aufwärterinnen blickten zu Boden, wenn sie an ihm vorbeikamen, besonders jene. d>» ihn durch ihren unfreiwilligen Zusammenstoß mit dem Ein- brecher tief beschämt zu haben glaubt«. Und wenn er jetzt vor aller Augen vier Mamiluken«rwürgt hätte, die Rolle«ine» echten Ritter» ohne Furcht und ohn« Tadel tonnt» er nicht mehr spielen. Sein Nimbus war erloschen. Von da an sühlt» er keinen Drang mehr, in schwellenden Metaphern zu sprechen, seine mächtige Stimme erschallen zu lassen. Ich glaub«. beim ersten hohen Ton hätte ihn die kalte Dusche«Ines allgemeinen HohngelSchters getroffen. Er gewöhnte sich ein nachdenkliches Schwelgen an und fein» unumgänglich« Rede war nach dem Bibel- lpruch:„Ja. ja. nein, nein!" Auch seine Haltung kam mir seither nicht mehr so unerbittlich kriegerisch vor. Ei war irgendein Bruch entstanden, der den Menschen Sterntaler auf seine natürliche Größe zurückführt«. Im gleichen Maße sedoch, als er bei den Frauen in Ungnade fiel, gewann er meine Sympathie. Heute ist er gleich mir ein gesunder Ironiker, sehr mißtrauisch gegen jeden Heroen- tultu», allen großen Worten grimmig seind— kurz, ein eifrige» Mitglied d«s Verein» zur Verbreitung schlichter Sitten. Zum Tode Paul Kammerers. Von Willi Ley. Die Wissenschaft hat einen schweren Verlust erlitten. Der Wiener Biologe Professor Dr. Paul Kammerer ist nicht mehr.--- Die Presse brachte nur kurze Notizen über seinen Tod, so daß man in der Öosfentlichkeit schnell zur Tagesordnung überging. Und doch ist hier«in Mann gestorben, der es verdient, daß auch dl« breiteste Masse«lne halbe Stunde stillen Gedenkens für ihn erübrigt. Der Darwinismus(ich gebrauche das Wort für die gesainte Em- Wicklungslehre) hat durch ihn«ine wesentliche Förderung erhalten. Darwin hatte gelehrt, wie durch Variieren der Arten(Schwankungen individueller Art, die z. B. einen braunen Frosch einmal grün werden ließen) neue Arten entstehen könnten, wenn der Daseinskampf diele Schwankung begünstigte. Lamarck hatte seinerzeit mehr an eine Art „Uebung" gedacht, die sich vererben sollte. Hier kam Weismann als wahrer Jupiter tonans dazwischen. Erworbene Eigenschaften. Zum Zoll Zrieöers. Auch die deutsche Vastille wird elne» Tages über- wunden werden...l (also solche Uebungsanpassungen wie bei Lamarck und auch ein Teil der Darwinschen Variationen) sollten sich überhaupt nicht vererben tönnenl Weismonn selbst verlegte darum die ureigentlich« Entwick» lung zum Höheren schon in das Keimplasma. Jeder kennt die Geschichte von der crworlnrnen Verletzung, der«» Narb» sich aus die Nachkommen vererbte. Weismann bestritt alle» derartige vollkommen. Er«ntichwänzt« Tausend« von jKäusen in longer Generationsfolg«, ohne schwanzlos« Jungtier« zu erholten. Er wie» auch darauf hin, daß trotz jahrtausendealten Brauchs die Semiten Immer wieder ihren männlichen Nachwuchs beschneiden müssen, daß, um ein allereinfachstee Beispiel zu bringen, jede» Kind erst Sprechen, Lesen und Schreiben lernen muß. Man trat ihm mit bestimmten künstlichen Aendenmgen an Insekten entgegen. Der „braune Bärenschmetterling" bekommt z. B. durch Kälteeinwirkung im Puppenzustand anders gsMÜlertc Hjnterslllgcl. Das vererbte sich. auch wenn die Jungen nicht«Hfcühlt wurden. Doch konnte Weis- mann sowohl hier, als auch l«..?inem ganz ähnlichen Fall(Versär» bung de» Koloradokäfer») einen theoretischen Gegenbeweis konstru- leren.- Hier setzte Kammerer» Arbeit«in. Und es gelang ihm wirklich, einige unzweifelhaste Fälle von Vererbung erworbener Eigensckas- ten zu erweisen. Zuerst erperimentierto er mit den blinden Höhlen- molchen der Adclsberger Grotte, den Olmen. Solch Olm ist in der Dunkelheit seiner Höhle weißlich fleischfarben, im Licht wird er blau. schwarz. Diese dunkle Farbe vererbte sich auch im Dunkeln. Außer- dem gelang e». dem sonst blinden Tier, dessen Auge» vollkommen verkümmert sind, wieder sehende Augen anzuzüchten, die sich eben- fall« vererbten. Der zweit« Erfolg wurde mit Feuersalamandern erzielt. Die Tiere baben In der Natur die bekannte Schwarz-Gelb- Färbung. Durch Halten auf gelber Lehm- oder schwarzer Garten» erde(dabei spielte die Feuchtigkeit des Bodens eine groß« Rolle) wurde«in allmähliches Ueberwiegen der einen oder anderen Farbe erzielt. Auch das vererbbarl Weitere höchst geistvoll« Experiment« betrasen die Fortpflan- zungssttten der Geburtshelferkröten. Andere machten Naturzüchtun- gen Im Laboratorium nach Auf den dalmatinischen und istrischen Inseln sind vielerlei verschiedene Eidechsenarlen im Entstehen, die Kammerer durch sinnreiche und höchstdurchdacht« Zuchtexperiment« sowohl wieder in die Festlandstammform zurückwandeln al» auch au» Ihr hervorrufen konnte.---- Die Lererbuna erworbener Eigenschaften war also nachgewiesen. Der Streit der Weisen im Darwinismus mag sein« Experimente sinngemäß in die Entwicklungslehre einorbnen. Kammerer selbst ist nun eingegangen in den dunklen Abschluß der Dinge. Auf eine Welse, ebenso geheimnisvoll und letzten Endes ebenio einfach wie sein« Versuch«. Er hotte ein« Berufung als Professor der Verer- bungslehre nach Moskau erhalten, die er annahm, und am 1. Ok» tober hätte antreten müssen. Kurz vor seinem Tod« äußert« er zu Bekannten, daß es nicht leicht fein werde, Wien nicht zu sehen. Und am L4. September erschoß sich der erst äS sährige auf dem Schneeberg,— weil er sein Wien nicht verlassen konnte.— -| Kinöerftrafen bei öen Naturvölkern» Wie man von dem Verbrauch der Seife einen Schluß zu ziehen vermag auf den Kulturgrad eines Volkes, so läßt auch, namentlich bei den Naturvölkern, die Art, wie die Kinder gestraft werden, einen Schluß aus den sittlichen und geistigen Gehast der Ellern zu. Fast bei allen Naturvölkern ist eine zärtliche Hinneigung der Eltern zu ihren Kindern wahrnehmbar. Diese Liebe tritt aber in der Regel so überschwenglich aus, daß von ernsteren Strafen, überhaupt von erziehlichen Einwirkungen kaum die Red: ist. Die natürliche Felge davon ist, daß die allzu nachsichtigen Eitern nicht die mindeste Gewalt über die Jugend haben. � Bei den australischen Naturvölkern wetteifern Vater und Mutter gleichsam in der Betätigung ihrer Liebe zu den Kindern und sehen selbst bei groben Vergehen von einer Bestrafung völlig ab. Für alle llebellaten oder Beschädigungen an fremdem Eigentum, die jugendlicher Uebermut sich zuschulden kommen läßt, hastet der Vater, lind der schuldige Sprößling erhäll kaum eine Zurechtweisung. Ebenso kommt es bei den Kindern der Eskimos kaum jemals zu einer körperlichen Züchtigung. Eines einzigen Strafmiitcls bedienen sich die Ellern. das zuin mindesten originell ist. Di- schreienden Rangen, des Gehens kaum kundig und nackt wie die Frösche, werden von ihren Müttern so lange auf den Schnee gefegt, bis sie das Schreien einstellen. Ein Polarreisender beobachtete dieses drastische Verfahren wiederholt, als die Temperatur 30 Grad unter dem Gs- frlerpuntt stand. Auch die Urbewohner der Aleuteninseln haben ein warmes Herz für ihre Kinder, für die sie eine rührende Aufopferung an den Tag legen und die sie mit ausgesuchter Zärtlichkeit behandeln. Nor- denskiöld berichtet, daß er die freundlichen Eltern niemals«in böses Wort gegen sie ausstoßen hörte. Wahrhaft rührend ist die An- hänglichkeit, die die Rothäute Nordamerikas gegen ihren Nachwuchs betätigen. Nur bei sehr schweren Verfehlungen erhalten die Kinder eine körperliche Züchtigung Für die gewöhnlichen Unarten ist höchstens die Erteilung eines mündlichen Verweises oder das Bc- gießen mit kaltem Wasser bekannt. Harte Schläge gellen bei den meisten Jndianerstämmen als Barbarei und wo sie zur Anwendung gelangen, werden nur d!« gering geschätzten Mädchen damit bedacht, denn die mannigfachen Roheiten und Unarten der Knaben werden als erfreuliche Aeußerungen ihrer Kraft und Unternehmungslust be- grüßt. Die Sprößlinge der Kreeks werden bei groben Vergehen durch Nadelstiche ins Bein bestraft. Im allgemeinen aber wird ihnen nur das Gesicht geschwärzt oder eine kurz« Fastenzeit auferlegt. Auch die Naturvölker in Asrika wenden nur selten die körperliche Züchtigung als Straf- und Zuchtmlltel an. Ausgenommen die Sene- gambier, die ihren ungezogenen Kindern zuweilen fühlbare Schläge verabfolgen und selbst bei den schon erwachsenen Sühnen Prügel zur Anwendung bringen, ohne auf den geringsten Widerstand zu stoßen. Die Eweneger der westafritanischen Küste strafen ihre Kinder da- durch, daß sie ihnen die haarsträubendsten Spukgeschichten erzählen. Zuweilen lasse» sie ihnen auch eine Einreibung der Augen mit beißendem Pfeffer zuteil werden oder sie setzen sie in einen mit roten Ameisen gefüllten Korb. K. E. K. Tiere untereinanöer. Von Erna Büsing. Menschen untereinander, das ist so ein Kapitel für sich. Es fordert zu Hohn und Spott, zu Grimm und Wut, zu Belustiaungen und tiefsinnigen Betrachtungen heraus. Letztere wiederum klingen sehr oft In den Stoßseufzer aus:„Ach.die Tiere sind doch bessere Lebewesen." Man ist dann sogar geneigt, ihnen alle die löblichen Eigenschaften anzudichten, die man bei den Menschen schmerzlich ver- mißt. Das Ist natürlich grundfalsch. Erstens bringt es die Weltord- nung mit sich, daß die Fleischfresser andere Tiere ausfressen, zweiten» bringt die Liebeszell sehr oft unter Artgenossen Kämpfe bis aus den Tod, dritten» läßt noch sonst bei seder passenden und unpassenden Gelegenheit das Verhältnis der Tiere untereinander wiederholt viel zu wüisschen übrig. So schreibt z. B- Professor Heck in seinem Buch„Lebende Tiere" von der Säbelantilope, die sich In der Gefangenschaft gut fortpflanzt, wörtlich:„Der Pfleger hat nur mit der Bösartigkeit des Bockes zu kämpfen, der die Kuh ost derart jagt und dabei so gefährlich mit den langen Hörnern kreuz und quer durch die Lust suchteit, daß dem, der die Verantwortung fühlt für das, was passieren kann, die bi» auf kurze Stumpen abgerieben hat.' Vielen Beobachtern, die dem Landleben nicht ganz entwöhnt sind. Ist die Streitsucht der Gänse belaynt. In den zoologischen Gärten bereiten namentlich Nil» und Hllhnergans den Pflegern viele Unannehmlichkeiten. Diese müssen streiten und wollen herrschen. Ohne Zank Ist ihnen offenbar nicht wohl zumute. Auch Ist der Typhonreiher ein zankwütiger Geselle. In zoologischen Gärten muß man ihn allein hatten. Allein lebt er aber auch in Indien, auf den Eundainseln und in Australien, denn er ist unerträglicher Natur. Dasselbe gilt von dem Maulwurf. Stößt dieses kleine, außer- ordentlich gefräßige Raubtier, das an cinem Tage mehr frißt, als es wiegt, auf einen Artgenossen, setzt im Augenblick ein Kampf auf Leben und Tod ein. Beim Maulwurfmann findet selbst das Weibchen keine Gnade, es kann nur zur Liebeszeit auf Schonung rechnen. Ebenso sind Dachse sehr unerträglich und Hamster desgleichen. Der Dachs heißt ja auch In der deutschen Tiersage der Grimmbart. Elefanten, an und für sich gutmütig« Herdentiere, fügen sich, wenn sie einander nicht leiden können, jedenfalls bewußt Schaden zu. So hat einmal aus einer Gruppe dressierter Elefanten ein Elefant feinen Kollegen derart vom Podium gestoßen, daß das be- troffene Tier Zeit feine» Leben« zum Krüppel wurde. Unbeabsichtigt kann dieser Dorsall kaum vor sich gegangen sein, denn die Elesaitten sind bewundernswert geschickt. In Europa sagt man allerdings von einem lliigeschickttm Menschen, er benimmt sich wie ein Eiesant in einem Porzellanladen, jedoch ist diese Redensart weitab von allen Elefanten entstanden. Zahme, zur Arbeit gebrauchte Elefanten legen fast jede» Tag Proben ungeheurer Geschicklichkeit ab. Anders ist es mit wilden Elefanten, die Reisfelder nicoerstampfsn und müh- sam errichtet» Geniüsekulturcn usw. dem Erdboden gleichmachen können. Eins ist aber gewiß: der Elefant hat ein gutes Gedächtnis, und wenn jemand, ob Tier oder Mensch, ihm etwas Böses zugefügt hat. nimmt er, weil er sehr nachtrageno ist, bei passender Gelegenheit seine Rache. Ferner können Tiere gleicher Art, ohne daß sie es besonders beabsichtigen, sich großen Schaden zufügen. So spielten einmal dressierte Eisbären in einem Käfigwagen miteinander. Sie beleckten sich, neckten sich, und auf einmal reißt der große Eisbär dem tleinen Kollegen die Zunge beinahme bis zum Schlund heraus. Da sofort sachverständige Hilfe zur Stelle war, wurde der kleine Kerl gleich in Behandlung genommen. Er kam mit dem Lebe» davon, er macht jetzt beim Fressen eigenartige Kau- und Schluckbewegungen, doch ist sein Appetit kein schlechter. Der große Bär ist nach seiner Tat, soweit man Bären, die ihre Maske bekanntlich nie ändern, beurieiien kann, offenbar erstaunt gewesen. Irgendein Zeichen von Bösartig- kell konnte man bei ihm nicht entdecken. Wie unleidlich oft Hunde untereinander sind, ist allgeniein bekannt. Mitunter brauchen sich ja nur zwei Hund« auf der Strafe zu begegnen, und ohne Anlaß ist dl« schönste Beiherci im Gange. Bei Katzen kann man genau die gleichen Beobachtungen machen. Gar zu gern wird der Ärtaenosso al« Ängrisssobjelt mal ordentlich vorgenommen. Selbst die Großkatzen, wie Tiger und Löwen, beißen sich in der Gefangenschaft gern. Es ist bereit» mehr als einmal vorgekommen, daß namentlich auf Reisen, weil dann die Tiere weniger scharf beobachtet werden können, Löwen oder Tiger von ihren Käfiggenossen totgebissen wurden Ja. die Getöteten sind sogar von ihren Blutsverwandten angefressen worden. Und mancher Dompteur darf, selbst wenn seine jüngere» Tiger schon Kunst- stückchen machen können, diese Tiere nicht mit in die Vorstellung nehmen, weil die größeren Tiger den Nachwuchs einfach zuschandc» machen würden. Derartige Aufzählungen könnte man nach Belieben sortsetzen, denn e» fällt nicht schwer, die Beweise zu erbringen, daß Tiere untereinander sich ost nicht so benehmen, wie es sich nach mensch- licher Vorstellung eigentlich gehört. ..herzerfreuend Kathreiners Malz kaffee Theater Lichtfpiele Bismarck 2414, 7516 Durch unsere einzig facherfahrene Verarbeitung auserwählter Frucht wird im ,, echten Kathreiner" die natürliche Urkraft des Malzes voll erschlossen. Fördern Sie Ihr Wohlbefinden. 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Bericht vom Krantentassentag in Düffeldorf. 4. Berschiedenes. Berlin- Wilmersdorf, den 13. Ottober 1926. R. Engelhardt, F. Biemann, Borsigender. Schriftführer. CHARELLREVUE ㄷ Trianon- Theater Täglich 8 Uhr: ,, Dirnentragödie" Trabrennen Mariendorf Mal- u. Zelchen Bedarf Tranerhalber! Gilberwolf 45,-, Pelzjade 90, verkäuflich. Anruf Freitag nachmittag Breitenbach 1471. befte Belzwarenfabrik. Größte Auswahl, Verarbeitung. billigste Breife. Bahlungserleichterung bei sofortiger Lic. ferung gestattet. Belzmäntel, Pelzjaden, Chauffeurpelze, Belajoppen, Sportpelze, Gehpelze, Pelagarnituren, Stuntstragen, Fuchstragen, Wölfe, Befagfelle, Umarbeitungen, Reparaturannahme. Tauber, Grünstraße 1, an der Gertraudtenstraße, Nähe Spittelmartt. Gereinigte Herren- Anzüge wie neu. Gummimäntel von 15- an, Jackett. Anzüge, Gehrod-, Smoking- Anzüge( auch leihweise), Winterpaletots spottbillig zy verkaufen. Berlin, Aleganderstraße 28 vorn 1 Treppe. Fahrgeld wird vergüte 650,-! Bildschönes 180er Eichen. 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