Hr. 4$$ ♦ 4Z. �ahry. Ausgabe A Nr. 249 Bezugspreis. SSSAentlich?<> Pfennia, monatlut Zieichsmar! voraus zahlbar. Antrr ilreuzbanb für Deutlidlanb, Dauzia, Saar, und Mimelacdli». Oillirreich. Litauen. Luremdur« 4.30 Reichsmark, für da» übria« Ausland 3,50 Reichsmark pro Monat. Der �Varmärt»' mit der illustrier- ten Sonntazsbeilag«.Boll und Zeit' fowie den Beilagen»Unterhaltung uns Wisten".»Aus der gtlmwelt�, Frauenstimme".»Der Kinder» freund",„Rügend- Vorwärts" und »Slii in dr« Bllcherwelt" erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag« »nd Montags einmal. Selegramm-Rdreffe: �SozialSemokrat verlin» Morgen ausgalre W V Vevlinev VolKsvl�kl �10 pksnnsg) i Anzeigenpreise: Die einspaltig« Nonpareille- »eile 80 Biennig. ReNamezeile t,— Reichsmark..Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 23 Vteuni» (luläfstg zwei fettgedruckte Worte). ledes weitere Wort l2 Dfennig. Stellengesuch« da« erst« Wort 23 Pfennig, iedes weitere Wo,« 20 Pfennig. Wort« über 13 Buch- gaben zählen für»wei Wort«. Arbeitsmarkt Keile 80 Pfennig. ikamilienanzeigen für Abonnenten geil«<0 Pfennig. Anzeigen für die nächst« Rummer wüsten bis«Mi Uhr nachmittags im pauptaefchäft. Berlin EW SS. Linden. ftrake», abgegeben werden. Deöffnet San 8V4 Uhr früh bis 3 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifcbcn parte! Deutfchlands Neöaktion und Verlag: SerUn EW. HS, �tndenstraße Z Fernsprecher: Tönhoff 292—297. Sonnabend, den 16* Oktober 1926 Vorwärts-Verlag G.m.b.H., Serttn EW. öS, Änöenstr.Z Postscheckkont»! Berlin»7 38«— BaaNont«: Baak der Arbeiter. Augesteltea »nd Beamten. Wallstr.«3: DIskaata-Sesellschaft. De»»Iitenkast« Lindcnftr. 8. Werbt für die Partei! Ein W zur Werbewoche von Eduard Bernstein. Viele Arbeiter wollen noch immer nicht begreifen, daß die Sozialdemokratische Partei eine unentbehrliche Notwendigkeit für die Arbeiterklasse ist. Sie lassen sich immer wieder von Leuten betören, die ihnen vorerzählen, daß die Sozialdemokratie, die doch schon feit über sechzig Iahren in Deutschland agitiere, noch nichts Wesentliches für die Verbesserung der Lage der Arbeiter er- zielt habe. Dieses Gerede stimmt aber ganz und gar nicht mit den Tatsachen überein. Gewiß ist die Lage der Arbeiter als Klasse noch recht weit von dem entfernt, was die Sozialdemokratie für sie anstrebt. Indes kann man mit Fug und Recht sagen. daß sich gar nicht absehen läßt, wie elend die Lage der Arbei- terklasse in Deutschland heute wäre, wenn es keine Sozial- demokratie gäbe. Ihrer unermüdlichen politi» schen Agitation in erster Linie ist das Stück Sozialgesetz- gebung zu verdanken, das der Ausbeutung der Widerstands- unfähigen Elemente der Arbeiterklasse wenigstens einige Grenzen zieht, und die von ihrem Geist durchdrun- gene Gewerk schaftshewegung umfaßt die größten, leistungsfähigsten und tatkräftigsten Organisationen des Widerstands der Arbeiter gegen Lohndruck und Herauf- schraubung der Arbeitszeit. Wenn es gelänge, die Sozial- demokratie und die in ihrem Geist geleiteten Gewerkschaften zu unterdrücken, so würde sich das, wie man in den Tagen des Bismarckschen Ausnahmegesetzes gegen die Sozialdemo- tratie gesehen hat, sofort in einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Arbeiter fühlbar machen. Anderseits stünde es heute um die Lage der Arbeiter sehr viel besser, als es leider tatsächlich der Fall ist, wenn nicht noch immer ein so großer Prozentsatz von ihnen abseits der Orga- nisationen der Sozialdemokratie stünden. Ohne Kampf wird kein Fortschritt in der Welt erreicht, und die Sozialdemokratie ist das kämpfende Heer der Arbeiterklasse für den Fort- schritt auf allen Gebieten des sozialen Lebens. Wer diesem kämpfenden Heer seine Kraft vor- enthält, steigert dessen Opfer und verringert seine Möglich- leiten im Kampf. Er handelt, auch wenn er es nicht will, als ein Feind der Arbeiterklasse. Die Sozialdemokratie ist außerdem heute unbestritten die energischste, festeste Stütze der Republik in Deutschland. Der Bestand der Republik aber ist von größter Wichtigkeit für das deutsch« Volk im Allgemeinen und den deusschen Arbeitern im Besonderen. Wohl hören die Anwälte des Kaisertums nicht auf, dem Volk zu erzählen, wie gut es ihm doch in den Zeiten des Kaiserreichs gegangen sei und wie viel Rot dagegen in der Republik herrsche. Aber dies Gerede ist verlogene Flunkerei. Die Rot, an der das republika- Nische Deutschland heute noch leidet, ist die Erbschaft, die ihm das kaiserliche System hinterlassen hat. Sie ist die Folge der über vier Jahre Krieg, die Deutschland unter dem Kaisertum durchzumachen hatte. Dieser Krieg wurde von Wilhelm II. in seiner Eigenschaft als deutscher Kaiser am 1. August 1914 durch Kriegserklärung an Rußland eröffnet, der er am 3. August 1914 die Kriegserklärung an Frankreich und am 4. August 1914 den Einmarsch deutscher Truppen in das völkerrechtlich neutralisierte Belgien folgen ließ, ehe noch der Reichstag, die gewählte Volksvertretung Deutschlands, zusammengetreten war. Das erlaubte die Verfassung des Kaiserreichs, die für die Kriegs- «rklärung lediglich die Zustimmung des Bundesrats, der Ver- trewng der mit Ausnahme der drei Hansestädte d y n a st i» schen Re g I e r u n g e n. zur Bedingung machte. Als der auf den 4. August 1914 einberufene Reichstag zusammentrat, fand er Deutschland schon im Kriegszustand. Wäre das nicht gewesen, so wäre dem deutschen Volk der Krieg wahrscheinlich erspart geblieben. Denn, wenn auch die S o z i a l d e m o- k r a t i e, die am Vorabend der Kriegserklärungen in der Presse und in großen Versammlungen auf das schärfste gegenjcdeKriegspolitik ihre Stimme erhoben hatte, stu Reichstag nur wenig mehr als ein Viertel der Abgeord» neten zählte, würde ihr Protest doch genügt haben, auch den Parteien der bürgerlichen Linken die Abstimmung für den Krieg bedenklich erscheinen zu lassen. Die Verfassung der Re publik nun erlaubt weder der Regierung des Reichs noch dem Reichspräsidenten über den Kopf des Reichstags hinweg einen Krieg zu erklären. Sie sagt im Artikel 4S: ,„K riegserklärung und Frie- densfchluß erfolgen durch Reichsgesetz" und im Artikel 68:„Die Reichsgesetze werden vom Reichstag beschlossen." Darin liegt zum minde- sten eine Bürgschaft dafür, daß das deutsche Volk nicht noch einmal wie 1914 von oben in einen Krieg hineingeführt wird. Diese Bürgschaft wird aber um so st ä r k e r, eine je st ä r- kere Macht die Sozialdemokratie im Reichs- tag wie im Lande selb st darstellt. Sie ist von allen politischen Parteien Deutschlands die entschiedenste Vor- kämpferin einer konsequenten Friedenspolitik der deutschen Nation, und nur im gesicherten Frieden kann Deutschland zu- neuem Wohlstand gelangen. Wer diesen will und zugleich will, daß er vor allem der breiten Masse des werktätigen Voltes zugute kommt, der muß der Sozialdemokratischen Partei beitreten. Schneller vorwärts! Don Hermann Müller-Franken. Der Fortschritt der sozialistischen Bewegung geht sehr vielen Genossinnen und Genossen zu langsam. Das ist kein Fehler. Das war eigentlich immer so. Eine politische Bewegung, die Staat und Gesellschaft völlig umgestalten will, hat den Drang in sich, schnell zum Ziele zu kommen. Der Gründer d«r Sozialdemokratie, Ferdinand L a s s a l l e, zu- gleich ihr feurigster Agitator, ausgerüstet mit der ganzen Wissen- schaft des Jahrhunderts, glaubte binnen kurzem ll)0 000 Mitglieder dem„Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" zuführen zu könne». Bei seinem Tode waren es jedoch mir 4610. Der Grundstock aber war gelegt. Mit dem erzielten Fortschritt waren die eigenen Ge- nassen nicht zufrieden, aber Bismarck war er onsangs der 70er Jahre schon zu groß. Er hetzte deshalb den Staatsanwalt Teisendorf auf die junge Partei, drückte das Soziali st engesetz durch und hoffte die Bewegung, wenn nicht zerschlagen, so doch stark eindäm- wen zu können. Sein Plan mißlang. Nach fast ISjährigem Kampf gegen das Schandgesetz war die sozialistisch« Bewegung stärker denn je, mehr in die Tiefe und Breite gegangen denn je und hatte sich die legale Betätigung erstritten. Die Partei trat nun in einen zähen Kampf auf dem wieder- gewonnenen gesetzlichen Boden. Ein Kampf, der stets auf das Ziel gerichtet war und der doch täglich um die Besserstellung der Arbeiter ging, weil nicht ein verelendetes, sondern nur ein tüch- tiges, kampssrohes Geschlecht letzten Endes den Sieg gewinnen wird. Der Kampf um die volle polittsche Gleichberechtigung schien noch «in langwieriger und zäher werden zu sollen: denn gegen die Sozial- demokratie stand das halbabsolutistische, kaiserliche Regiment, gestützt auf die Bajonette der stärksten Militärmonarchie der Welt. Da erlebte der größenwahnsinnige preußische Militarismus am Ende des Weltkrieges seinen Sturz, weil er einen rechtzeitigen Frie- den verhindert hatte. Der Monarch floh. Die Monarchisten versteck- ten sich. Die Demokratie hatte das Kampfseld frei. Die demokratische Gleichberechtigung sür Mann und Frau wurde von den sozial- demokratischen Bolksbeauftragten durchgeführt. Der Weg zum Sozialismus blieb zum Teil deshalb oersperrt, weil die deutsche Arbeiterklasse in sich u n e i n i g war, weil sie nicht oerstand, alles Trennende zurückzustellen. Ihr« Gegner sammelten sich und besannen sich auf chre ökonomische Macht. Deutschland war nach fünfjährigem Abgeschnittensein vom Weltmarkt aus Unterstützung des Auslandes angewiesen, ohne das nicht einmal Frieden zu haben war. Deutschland lag inmitten einer kapitalistisch orientierten Welt. Die Sieger waren kapitalistische Staaten. Bald sollte sich aber zeigen, daß auch die Siegerstaaten abhängig wurden von dem am meisten kapitalisttschen Reiche der Welt, den Bereinigten Staaten von Amerika. Je mehr Europa sein« Lag« begriff, desto mehr kam au» ihm der Schrei nach Organisation, nach dem Zusammenschluß der europäischen Staaten. Wenn dieser Zusammenschluß erfolgt, muß der Soziali»mu« mit dabei sein. Di» wirtschaftlich« Organisation der Well darf nicht lediglich kapitalistischen Gesichtspunkten erfolgen. Wird dieser Zusammenschluß schnell oder lang- sam vor sich geh�n? Das Tempo wird mitbestimmt werden durch unseren eigenen For.t schritt. Das größte Problem der nächsten Zukunft, die Organisation der europäischen Wirtschaft, darf nur gelöst werden unter tätiger Beihilf« der europäischen So- ziolisten. Das Gewicht, das wir dabei in die Wagschale zu werfen haben, wird um so schwerer sein, je st ä r k e r wir sind. Deshalb hat jeder klassenbewußte Arbeiter die Pflicht, in den Kreisen seiner Kollegen sür die Stärkung der sozialdemokratische» Organi- sation zu werben. In diesem Sinne, Genossinnen und Genossen, werbt! Sofortige Reform öer Crwerbslofenhilfe* Einc Aktion der sozialdemokratischen Reichstags- sraktion. Eine parlamentarische Aktion zur sofort i» gen Reform der Erwerbslosenfürforge ist von der sozialdemokratischen Reich stagsfraktion eingeleitet worden. Der soziale Ausschuß des Reichstags tritt am Montag, den 18. Okioder, wieder zusammen, um das A r b e i t s g e r i ch t s g e s e tz zu beraten. Die sozialdemo- kratische Fraktion erachtet die Erledigung dieses Gesetzes für / sehr dringlich, wird aber gleichzeitig dafür eintreten, daß auch sdie Reform der heutigen unzulänglichen Er- werbslosenfürsorge sofort in Angriff g enommcn wird. Um dem Sozialen Ausschuß Gelegenheit zu geben, bis zum 3. November, dem Tag des Zusammentritts des Ple- nums, ,in beiden Fragen abgeschlossene Ausschußoorlagen zu haben, wird die SPD.-Fraktion am Montag früh zu Be- ginn der Ausschußberatung den folgenden Geschäfts- ordnungsantrag einbringen: „Der Ausschuß wolle beschlichen, einen Unterausschuß einzusehen, der sosorl eine Neuregelung der Erwerblosensürsorge vorbereitet. bei der solyende Fragen berücksichtigt werden: 1. Wesentliche Erhöhung der Unterstützrngrsähe, 2. Aushebung der Bedürstlgkeilepröfung. 3. Verlängerung der Bezugsdauer für die Ausgesteuerten. 4. B-sciligung der P f l i ch l a r b e i t, 5. Schuh der älteren Arbeiter und Angestellten. Es ist ferner zu prüfen, wieweit die vorarbeiten sür die als- baldige Verabschiedung des Arbeitslosenversicherungs- g e s c h e s gediehen sind.— Die Arbeiten des Unterausschusses sollen derartig beschleunigt werden, daß das Plenum bei seinem Zusammentritt an, 3. November bereits eine fertige Vorlage vorfindet." Es sind die brennend st en Verbesserungs- vorschlüge, auf die sich die SVD. in ihrem Antrag be- schränkt, um«ine beschleunigte Erledigung nicht zu erschweren. Die Erhöhung der Unterstützungssätze war vor den Reichstags- ferien mit dem Einwand bekämpft worden, daß ein Ueber- schneiden der Löhne zu befürchten sei. Die inzwischen ver- anstallete Erhebung über das frühere Arbeitseinkommen der Arbeitslosen wird die Haltlosigkeit dieser Behauptung be- stätigcn. Die Lage der A u s g e st e u e r t e n ist unerträg- lich geworden, und es geht auf keinen Fall an, diese im Win- ter wachsende Gruppe der Erwerbslosen, auf den Weg der Armenfürsorge zu verweisen, wie es der Reichsarbeitsminister zu tun versucht. Angesichts der stark verzögerten Verabschie- dring eines Arbeitslosenoerficherungsgesetzes ist es auch nicht angängig, die Bedürftigkeitsprüfung und die unsoziale Pflichtarbeit noch länger zuzulassen. Auch diese mit den Pflichtbeiträgen der Arbeiter und Angestellten zur Er- werbslosenfürsorge unvereinbarenden Bestimmungen sind so- fort zu ersetzen durch die Sicherung eines einwandfreien Rechtsanspruchs jedes Erwerbslosen auf die öffentliche Ar- beitslosenunterstützung. Diese notwendige Zwischenlösung darf indes keinesfalls verhindern, daß der Reichstag auch endlich das Arbeitslosen- Versicherungsgesetz mit Entschiedenheit in Angriff nimmt. Ebenso wird sich das Parlament seinen früheren Ankündi- gungen entsprechend nickt der Pflicht entziehen dürfen, aus reichende Schutzbe st Immungen älteren schließen Arbeiter und zugunsten der Angestellten zu be- Ein Schlußakt. Der Verhandlungsabbruch in Preußen. Ministerpräsident Braun teilte am Freitag gegen 1 Uhr in einer Besprechung mit dem Abg. Dr. W i e m e r das bereits bekannte Ergebnis seiner Besprechung mit den Führern der Regierungsparteien mit. Es habe sich ergeben, daß alle Par- teien grundsätzlich zu Verhandlungen bereit seien, daß aber der gegenwärtige Zeitpunkt für nicht geeignet erachtet werde, sondern erst der 3. November abzuwarten sei. Abg. Dr. Wiemer sprach sein Bedauern aus, daß diese Mitteilung nicht, wie zugesagt worden war, bereits am Donnerstag er- folgt fei. Ministerpräsident Braun erwiderte, daß er in- folge Arbeitsüberlastimg nicht vorher eine Mitteilung hätte machen können._ Die tzohenzollernvorlage angenommen. Tie kommunistischen Mißtraucnsanträge abgelehnt. Der Landtag hat gestem in dritter Lesung die Hohen- zollemvorlage mit 258 gegen 37 Stimmen bei 60 Stimmenthaltungen angenommen. Die Abstimmung über die kommunistischen Mißtrauens- antrüge gegen das Gesamtministerium ergab die Ablehnung durch 202 Neinstimmen gegen 44 Ja bei 118 Enthaltungen gegen die Stimmen der Kommunisten und Völkischen bei Stimmenthaltung von Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei. Auch die Mißtrauensanträge gegen die einzelnen Minister wurden abgelehnt. Bericht über die Landtagssitzung siehe 2. Beilage. Der verüawefte Reichslattübimü. Eine Entdeckung des Grafen Reventlow. Die Völkischen, die auf dem Aussterbeetat stehen, wollen ein Konkurrenzunternehmen gegen den Reichslandbund auf- machen. Sie haben eine völkische Bauerntagung abgehalten, um den Bauern zu erzählen, daß das jüdisch geleitete Welt- kapital sich der durchjubelten Weimarrepublik bediene, um den deutschen Besitz zu liquidieren, und die Bauern zu enteignen. Ja, und der Graf Reventlow hat hinzuentdeckt, daß auch der Reichslandbund in dies verseuchte Unternehmen des jüdischen Weltkapitals verstrickt ist. Er schreibt im„Reichs- wart" über die Organisation der„R e i ch s b a n k, der „Dawes-Bank, die eine Filiale der Morgan-Bank" sei: „Der Zentralrat, der uns hier besonders interessiert, besteht aus einundzwanzig Mitgliedern, die zumeist Bankmänner sind: Wir finden unter ihnen die Träger der folgenden Namen: Stern, Simson, Schwabach, Nathan, Löweneck, Fürsten- berg, Simon, Oppenheim, Salomonsohn. Weiter finden wir Geheimrat B o r s i g, der seinerzeit mit Begeisterung sich für die Dawes-Gesetze einsetzte. Biel interessanter ist es, datz der Graf Eberhard von Kalckreuth, Rittergutsbesitzer und Präsident des Reichslandbundes, zu den Mit- gliedern des Zentralrates der Dawes-Bank gehört, der gleichen Bank, durch deren Aktionen der deutsche Bauer ebenso raffiniert wie brutal enteignet wird... In dieser Gesellschaft also sitzt als Anteileigner der Vorsitzende des Reichslandbundes, Graf Kalckreuth, die Liste führt ihn an erster 'SKkle an. Der Direktor des Reichslandbundes, der Abgeordnete -Hfcpp, gehört der Stresemannpartei an, über ihn braucht mithin nichts weiter gesagt zu werden. Begreift der deutsche Bauer jetzt, warum sein Landbund oder seine demokratischen Bauernvereine ihn nicht ausklären wollen und ihn nicht aufklären können?" Der Reichslandbund ist verdawest— es fehlt nur noch als Punkt über dem i: er ist verjudet. Man erinnert sich der demagogischen Agitation des Reichslandbunds gegen das Zustandekommen des Dawes-Planes. Jetzt richtet sich die völkisch-nationalistische Demagogie gegen ihn selbst. Daniel ehoöowiecki. Zu seinem Heuligen 200. Geburtstag. Das Mihoerhältnis, in dem im 18. Jahrhundert in Deutsch- land die Malerei zur Literatur und erst recht zur Musik steht, wird gewiß schon jedem, der sich mit Kulturgeschichte besaht, aus- gefallen sein. Was haben wir einem Watteau und Chardin, was einem Tiepolo und Goya entgegenzusetzen? Selbst mit den Eng- ländern, die eine höchst achtbare Porträtkunst hervorgebracht haben mit Namen wie Gainsborough, Reynolds, Raeburn, sind unsere Graff und Knoller und Raphael Mengs nicht zu vergleichen. Es scheint, daß Dichtkunst und Musik sich viel leichter über die Klein- lichkeit und Jämmerlichkeit staatlicher Verhältnisse hinwegsetzen können als die bildenden Künste, die denn doch mehr an die materiellen Bedingungen gebunden sind. Die zahllosen deutschen Fürstenhöfe beschäftigten ausländische Künstler und empfanden den Mangel einer deutschen Malerschule überhaupt nicht. Aus einem Volkstum, das man mit Füßen trat, konnte keine beachtenswerte Kultur emporwachsen. Es erweist sich eben immer wieder, daß die Kunst des R o k o k o etwas Aufgeklebtes war, wenigstens in Deutschland, nichts organisch von innen und unten her Gewachsenes. Davon machte selbst der gefeierte Hof Friedrichs II. von Preußen keine Ausnahme. Was feine Soldatcnwirtschaft verschlang, das mußte die geistige Kultur seines Staates entbehren. So wenig wie iür das Schulwesen überhaupt ist in dem Preußen des«Philosophon von Sanssouci" für Kunstschulen geschehen. Die Berliner Akademie der schönen Künste war weiter nichts als eine Attrappe. Als Hof- maler genügte der recht mittelmäßige Franzose Antoine Pesne; alles andere war überflüssig. So lagen die Verhältnisse, als der Danziger Kaufmannssohn Daniel Chodowiecki 17 Jahre alt nach Berlin kam, um hier bei seinem Oheim die Handlung er erlernen. Elf Jahre lang hat er es im Geschäft ausgehalten, dann hat er sich ganz auf die Kunst geworfen. Chodowiecki ist, wie der Name zeigt, polnischer Abstammung. Nach Berlin lockten ihn wohl weniger irgendwelche patriotischen Gelüste als vielmehr die besseren Bedingungen des Fortkommens. Er ist als Kaufmann hier eingezogen und als durchaus bürgerlicher Künstler, von einigen Reisen— nach Danzig, nach Dresden— abgesehen, bis an sein Lebensende geblieben. Geniale Begabung kann ihm niemand nachsagen. Er hat es mit der Oelmalerei probiert, aber seine Versuche fielen nicht er- mutigend aus. Die Akademie war so heruntergekommen, daß er von ihr überhaupt nichts profitierte. Er malte Emailbildchen für Schnupftabaksdosen. Das verkaufte sich wenigstens leichter als große Gemälde. Dann warf er sich auf den Kupferstich. Mit Zeichenstift und Radiernadel ließen sich die Beobachtungen seines scharfen und sicheren Blicks am leichtesten und bequemsten festhalten. Zudem war die Technik billig und bot, weil sie sich vervielfältigen ließ, gute Absatzmöglichkeiten. Das Publikum war lesewütig. Aus Frankreich kamen die Schriften Rousfeaus und Voltaires, aus Eng- land die bürgerlichen Romane der Goldsmith, Smollet, Richardson. Shakespeare erlebte im anbrechenden Zeitalter des Realismus seine Es ist der Fluch aller, die statt sachlicher Politik Demagogie betreiben wollen, daß sich immer jemand findet, der ihre Demagogie durch noch plumpere Demagogie über- trumpft und gegen sie selbst wendet. die Iriüericus-Narke. Ein Schildbürgerstreich der Reichspost. Die Reichsdruckerei wird Mitte Oktober mit der Lieferung neuer Postwertzeichen beginnen, die mit Bildnissen berühmter deutscher Männer geschmückt sind. Eine 3-Pfennig- und 2S-Pfennig-Marke tragen das Bildnis Goethes, die S-Pfennig-Marke das Bildnis Schillers, die vielgebrauchte Iv-Pfennig-Marke das Bildnis Friedrichs des Großen, die lö-Pfennig-Marke zeigt den Kopf Kants, die 20-Pfennig-Marke den Beethovens, die 30-Pfennig-Marke trägt das Bild von Lessing, die 4l)-Pfennig-Marte das von Leibniz, die Sv-Pfennig-Marke zeigt Bachs Kopf und die 80-Pfennig-Marte den Kopf von Dürer. Die Marken zu 20 und 80 Pfennig werden etwas später als die übrigen Marken geliefert werden. Der Verkauf der neuen Marken wird erst beginnen, nach- dem ihre Ausgabe durch Amtsblatt bekannt gemacht worden ist. Die Uebergabe an die Schalterstellen wird daher zunächst noch unter- bleiben. So die offiziöse Meldung.— Im Kaiserreich führte die Reichs- post keine Briefmarken mit Monarchenköpfen. Diesen Fortschritt zu vollziehen, blieb der Republik vorbehaltenl Der Kopf des„Fridericus Rex" ist heute das Aushänge- fchild der rechtsradikalen nationalistischen Pro- p a g a n d a. Ist man bei der Reichspost wirklich so naiv, das nicht zu wissen, oder stellt man sich nur so? Hat man jener Propaganda mit Absicht einen Liebesdienst erwiesen, oder denkt man sich über- Haupt nichts? Würde die Fridericus-Marke zur Tatsache, so würden sehr viete Leute statt mit Iv-Pfennigmarken(einmal Fridericus) mit zwei S-Pfennigmarken(zweimal Schiller) frankieren, was eine erhebliche Mehrbelastung besonders der kleineren Postämter zur Folge hätte. Einstweilen aber ist zu verlangen, daß der V e r w a l t u n g s> rat gehört wird!_ Kommunistischer Wirrwarr. Krach in Württemberg. Aus Stuttgart wird uns geschrieben: Der Richtungsstreit innerhalb der KPD. hat in Württemberg ebenfalls einige niedliche Blüten hervorgebracht. Di« württembergischen Kommunisten, die den Ausschluß des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Hans Stetter aus der Partei durch die Parteileitung noch immer nicht verdaut haben, müssen Zeugen eines täglich größer werdenden Durcheinanders in ihrem Parteiladen werden. Ein ganz beacht- licher Familienkrach spielt sich augenblicklich in Eßlingen, einer Hochburg der KPD., ab. Dort beherrschen die Kommunisten nicht nur die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, sondern auch das Ortskartell der Gewerkschaften. Zwischen dem Kartcllvorsitzenden Schneider und dem Bevollmächtigten Klein des Metallarbeiterverbandes besteht seit längerer Zeit ein g« spann- tes Verhältnis. Schneider ist der Phraseologie der KPD. un- rettbar verfallen, während sein Kollege Klein sich bemüht, das Existenzminimum an Vernunft zu halten. So kam die Explosion. Die vom ADGB. veranstaltete Werbewoch«, die den erschrecken- den Tiefstand der Ehlinger Gewerkschaftsbewegung fo richtig Doku- mentierte, veranlaßte die Ortsverwaltung Eßlingen des DMA., ein Flugblatt herauszugeben, das unter Verzicht auf alle Phrasen an- ständig und nüchtern für die Organisation warb. Tüeses Flugblatt wurde nun von den Unentwegten jämmerlich zusammen- gehauen. Schneider bezeichnete es auf einer improvisierten Stadt» delegiertenkonferenz als reformistische Schweinereien. Die übliche Resolution, die auch im Stuttgarter Kommunisten- blättchen abgedruckt wurde, erhob schärfsten Protest gegen dieses Flugblatt, das„einen durch und durch sozialdemokra- tischen Charakter habe und nicht den Auffassungen der KPD. Auferstehung. Und an den ausländischen Vorbildern rankte sich die deutsche Literatur empor, neben der Musik und der Sprache das einzige, was dieses durch dynastische Eigensucht auseinander- gerissene unglückliche Land zusammenhielt. Die materiellen und geistigen Interessen flössen zusammen: Der Buchhandel brauchte Illustrationen. Es war damals noch ganz selbstverständlich, daß ein Erzeugnis der schönen Literatur mit Bildern geschmückt wurde, und zwar nicht allein mit Einschalt- blättern, sondern auch mit dekorativen Zutaten: Titelkupfem, Vignetten. Dafür war nun unser wackerer Chodowiecki der rechte Mann. Er ist der Typus des geschmackvollen, stilsicheren Illustrators. Der eigene Einfall, der hundert Jahre später bei einem Menzel so hervorsticht, will bei ihm kaum etwas bedeuten. Er hat sich eine gute, tüchtige, zuverlässige Durchschnittstechnik geschaffen, mit der er alles einznfangen wußte, was an ihn herantrat, von Shakespeare, Goethe, Schiller, Bürger und Lessing angefangen bis zu Laoater, Gellert, Hippel, Nicolai und Ifsland herunter und bis zu des Jesuiten Blumauers travestierter Aencis. Daneben fand er noch Zeit zu Abstechern in die Politik:«ine Apotheose des Großen Friedrich empfahl ihn bei Hofe, beim Bürgertum vor allem der «Abschied des C a l a s von seiner Familie", ein Stich, mit dem er, angeregt durch eine französische Arbeit, das Opfer pfäsfischer Unduld- samkeit verherrlichte. Der Meister riskierte nichts dabei: auf Voltaires Betreiben war der Prozeß nach Iahren wieder aufgegriffen und der geräderte Calas nachträglich freigesprochen worden. Ueberhaupt hielt sich Chodowiecki stets in schicklichen und ehr- baren Grenzen. Wenn er eine Tendenz verfocht, etwa die bürgerliche Rückkehr zur Natur, von Rousseau gepredigt, dann sorgte er dafür, daß sie preußisch temperiert wurde.„Natürliche und affektierte Handlungen des Lebens" etwa stellte er einander gegenüber, oder er zeigte„Beschäftigungen der Damen". Er machte sich dabei wohl über die oerrückten französischen Haartrachten lustig, aber in einer Zeit, als man schon von ihnen abrückte. Mit zwei Folgen von Radierungen,„Leben des Lüderiichen" und„Leben des schlecht er- zogenen Frauenzimmers", rückte er in die Nähe des Engländers H o g a r t h. Und doch bleibt er von der Ungeschminktheit, mit der dieser Satiriker die gesellschaftlichen Zustände seines Jahrhunderts geißelt, meilenweit entfernt.„Unser wackerer Chodowiecki hat manche Szene der Unnatur, der Barbarei und des Abgeschmacks trefflich dargestellt, allein was tat er? Er stellte dem Haisenswerten sogleich das Liebenswürdige entgegen, Szenen einer gesunden Natur, die sich ruhig entwickelt, einer zweckmäßigen Bildung, eines treuen Aus- dauerns, eines gefälligen Strebcns nach Wert und Schönheit." Besser als mit diesen Goetheschen Worten läßt sich Chodowieckis Ideal gewiß nicht charakterisieren. Es ist das bürgerliche Ideal auch heute noch, freilich mit einem unoerkennbaren Stich ins Spießige. Das Ideal war durchaus zweckmäßig: der unermüdlich fleißige Chodowiecki ist 1801 als Präsident der Berliner Akademie und als sehr wohlhabender Mann gestorben. Wir sehen seine Bedeutung weniger in einer überragenden künstlerischen Schöpfung, als in einer sauberen, gefälligen und durchaus ehrlichen Wiedergabe der Ideen und Bestrebungen des deutschen Bürgertums im Zeitalter der Aufklärung. Seine Schwächen sind die seiner Klasse überhaupt. Hermann Hieber. entspreche". Aus der umfangreichen Begründung geht nichts weiter hervor, als daß das Flugblatt lediglich deshalb verworfen wird, weil es kein ausgesprochen kommunistisches Flugblatt ist E.ine von sämtlichen kommunistischen Ortsverwaltungsmitgliedern unterzeichnete Erwiderung wurde von der„Süddeutschen Arbeiterzeitung" einfach nicht aufgenommen. In der letzten Kartellsitzung kam es nun zu erbitterten Auseinandersetz ungen zwischen den einstigen Freunden in der KPD. Klein und zwei weitere prominente Mitglieder der Partei erklärten ihren Austritt aus der Partei. Demnach dürften die Kommunisten demnächst endgültig ihre Vorherrschaft im DMV. verloren haben. Die Entlassung des kommunistischen Kartell- Vorsitzenden gelang in dieser Sitzung noch nicht: sie dürfte aber ebenfalls in naher Zukunft erfolgen. Die Eßlinger Arbeiterschaft verfolgt mit äußerster Spannung diese Vorgänge. Das Ende vom Lied dürste sein, daß die Kommunisten auf der ganzen Linie geschlagen werden und einen chrer stärksten Stützpunkte in Württemberg verlieren. Ein Antrag Üer Neichstagsfraktion. Wilhelm soll bleiben wo er ist. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat folgenden Ent- wurf eines„Gesetzes betreffend Aufenthalt der Mitglieder vormals sandesherrlicher Familien im Reichsgebiet" eingebracht: § 1. Mitgliedern solcher Familien, von denen ein Angehöriger bis November 1918 in einem ehemaligen deutschen Bundesstaat regiert hat, ist von der Rcichsregisrung das Betreten des Reichs- gebiet? oder der Aufenthalt darin zu untersagen oder auf bestimmte Teile oder Orte des Reiches zu beschränken, falls die Besorgnis ge- rechtfertigt ist, daß andernfalls das Wohl der Republik gefährdet wird. Im Falle der Zuwiderhandlung sind sie durch Beschluß der Reichsregierung, der mit Gründen zu verschen und dem Betroffenen zuzustellen ist, aus dem Reichsgebist auszuweisen. Dem ehemaligen Kaiser und König von Preußen, Wilhelm II. wird das Betreten des Reichsgebiets und der Aufenthalt darin unter- sagt. Für den Fall, daß Wilhelm II. feindliche Unternehmungen gegen das Rsich oder den Freistaat Preußen richtet, hat der preußische Staat das Recht, das durch den Vertrag vom 12. Okto- bcr 192S— 6. Oktober 1926 den Mitgliedern des vormals regieren- den preußischen Königshauses zuertannt« Vermögen einzuziehen. § 2. Dieses Gesetz tritt mit dem auf die Verkllndung folgenden Tage in Kraft. Reichsbahn und Reichsregierung. Amtlich wird gemeldet: Das Reichskabinett hat sich am Freitag abschließend mit der Angelegenheit der Bestätigung der Wahl des stellvertretenden Ge- ncraldirektors der Reichsbahn Dr. Dorpmüller zum General- direktor der Reichsbahn beschäftigt. Es prüfte den in Vorschlag ge- brachten Entwurf einer Vereinbarung über die Zusammenar- beit zwischen der Reichsregicrung und der Reichsbahn. Die Stellungnahme des Berwaltungsrats der Reichsbahn soll am Sonnabend erfolgen. Je nach dem Ausfall dieser Stellungnahme wird das Reichskabinett seinen Vorschlag dem Reichspräsidenten unterbreiten. Aus ein Preisausschreiben des amerikanischen Großindustriellen Edward Filene über den Wiederausbau Oesterreichs waren mehr als 700 Arbeiten eingegangen. Der erste Preis ist zu gleichen Teilen dem Genossen Dr. B. Kants ky, Sekretär der Arbeiterkammer in Wien, und dem Regierungsrat Dr. V. Krakauer zuerkannt worden. Bethlen bleibt. Horthy hat die Demission nicht angenommen, das Kabinett eines vollständigen Vertrauens versichert und einige vakanten Ministerposten mit Dazupassenden besetzt. Der geschlagene Reaktionsfeldherr macht einen Selbstmordversuch — in China nämlich. Da soll Marschall W u p e i s u, durch den Mißerfolg seines Gegenangriffes auf die K a n t o n t r u p p e n ent- mutigt, einen Selbstmordversuch unternommen haben. Die Kunstsammlungen Im hohenzollern-Dertrag. Der Abschluß des Vergleiches zwischen dem preußischen Staat und dem ehemaligen Königshause hat dem Kaiser-Friedrich-Museum-Ver- ein Anlaß gegeben, beim Kultusminister und Finanzminister vor- stellig zu werden. Der Verein, den Wilhelm von Bode leitet, drückt in seiner Eingabe die Genugtuung darüber aus, daß der Vergleich nunmehr der bisherigen Ilnsicherhett über das Schicksal eines so be- deutenden Kunstbesitzes ein Ende macht. Ehe aber die Auslieferung der bisher nicht ausdrücklich genannten Kunstwerke an das ehemalige Königshaus erfolgt, müßten die berufenen Sachkenner, wie sie in Berlin in den Leitern der staatlichen Kunstsammlungen zur Ver- fügung stehen, die bisher angelegten Magazine in den Schlössern usw. durchsehen. Nur wenn, was bisher nicht geschehen ist, eine derartige Ueberprüfung des Schlohinhaltes erfolgt, wäre es möglich, den deutschen Kunstbesitz und die deutsche Kultur vor einem schweren Schaden zu bewahren. Dieser Schritt des Mufcum-Vereins ist durch eine Reihe von Vorkommnissen der letzten Jahre begründet. Konme es doch z. B. geschehen, daß kürzlich Bade ein Hauptwerk nieder. ländischer Landschaftskunst vorgelegt erhielt, das, wie er feststellen konnte, zu der für Berlin erworbenen Sammlung Solly gehörte: ein Bild des Hobema, das aus Unkenntnis aus einem preußischen Schlosse für noch nicht einmal 3000 M. in den Handel gegeben wurve und einen Wert von über einer halben Million darstellt: zum Glück gelang es, den Tausch gegen eine Ruisdael-Landschaft des Museums zu bewirken. Seit einiger Zeit wird die früher im Neuen Palais befindliche Rubens-Komposition aus seiner Jugend, die Heiligen Gregor und Domitilla, vermißt. Auf den Möbelspeichern des CKar- lotten burger Schlosses fand Dr. Hermann Voß ein bedeutendes Werk de» Caraooggio. Die Magazine in Schönhausen, Schwedt a. d. O. u. a. bedürfen dringend einer Durchsicht. Wenn Männer vom Range Bodes, von Falkes, Frisdländers diese Ueberprüfung vor- nehmen, werden beide Teile vor den empfindlichsten Schädigungen gesichert. Skaatsunlerstühvng für die bildenden Künstler. Der vom Hauptausschuß des Preußischen Landtages eingesetzte Unterausschuß zur Unterstützung der bildenden Künstler und Studierenden beschloß, den bildenden Künstlern zu den im Vorjahre zugefllhrten 30 000 M. weitere 50 000 M. zur Verfügung zu stellen, und zwar in der Weise, daß 25 000 M. die Wcrkhilse bildender Künstler und die anderen 25 000 M. der Wirtschaftsverband für Künstler in Berlin erhäU. ver TNSnnerchor„cerche-Giockenklang" sM. d. A.-S.-B.) veranftaltct am 17., abend» S Ubr, in der Stadthalle(Klosterstrabel cinen Lieder-Abend. Eintritt SO Pf. Zaleraatianale graphische Ausstellung in Floren,. Jim April und Mai nächsten Jahre» wird in Floren, die 2. Internationale AuSstelluna für modern« Graphik staltfinden. Zugelassen werden alle Originalalbeiien gleichviel welcher Technik. AuZgcschlossen bleiben jedoch alle mechanischen Vervielsäitigungen. Sin große» Kohlenvorkommen in Kanada entdeckt. Millionen Tonnen vorzüglicher Kohle, die den Kohlen in den Vereinigten Staaten überlegen ist. sind jcht in dem Gebiet de» Peace-River in der kanadischen Provinz Alberto entdeckt worden. Nach den Mitteilungen eine» Sachverständigen ist diese» neue Kohlenvorkommen da»- größte in Kanada und der Abbau wird sich mit sehr geringen Kosten bewerkstelligen lassen. §ür Geijtl Gegen das Schund-Gesetz!-< Gegen das dem Reichstag vorliegende„Gesetz zur Be- Wahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften", das in seiner Auswirkung geeignet ist. dem freien künstlerischen Schaffen Fesseln anzulegen, hat eine große Reihe von Ver» bändrn und Einzelpersonen sich zusammengetan. Sie haben die nachfolgende Eingabe an die Reichsregierung und den Reichstag gerichtet: Der dem Reichstag zugegangene Entwurf eines Gesetzes zur Be. Währung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften ist geeignet, ernste Bedenken der Künstler, der Schrift st eller, Verleger und Buchhändler, sowie aller Vertreter der geistigen Berufe zu erwecken, um so mehr, als durch die beiden Ausschußlesungen, die der Entwurf inzwischen erfahren hat. ihm keineswegs seine Härten und Zweideutigkeiten genommen worden sind, er vielmehr noch Verschlechterungen erfahren hat. Gegen ein Gesetz, das sich darauf beschränkte, den von ihm ge- nannten Zweck zu erfüllen, würde kein Verständiger etwas einzu- wenden haben. Jedermann möchte dem Unrat den Weg zur Jugend verschließen. Der vorliegende Gesetzentwurf jedoch gestattet, ja sanktioniert jede Willkür, die statt die Jugend zu schützen, aus fturzstchtigkeit oder gar mit Vorbedacht das geistige und künstlerische Schaffen einengen möchte. Bedenklich ist bereits, daß, da eine Definition dessen, was Schund und Schmutz ist, nicht gegeben werden kann, das eigene Ermessen der Beurteilenden maßgebend sein wird, bedenklicher ist die Organisation und die Zusammensetzung der Prüsstellen, durch deren Votum Druckschriften auf«inen ihren Vertrieb unter Strafe stellen- den Index kommen sollen. Es wäre das Gegebene gewesen, eine Reichsprüfungs. stelle einzurichten: statt dessen sollen die Länder dieses Recht erhalten. Da aber jedes Landesverbot für das gesamte Reichsge- biet Geltung haben soll, wird das rückständigste Land zum Maßstab für ganz Deutschland werden. Diese Prüfungsstellen der Länder werden durch wählbare Ver- treter der Kunst und Literatur, des Buch- und Kunsthandels, der Jugendwohlfahrt und der Jugendorganisationen, der Lehrerschaft und Volksbildungsorganisationen besetzt, und zwar unter besonderer Be- rücksichtigung der Vertreter der kirchlichen Behörden in allen Gruppen. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, daß sämtliche unter einem beamteten Vorsitzenden wirkende sechs Sachverständige geist- lichen Standes sind. Es bedarf kaum eines Hinweise», daß solche Einseitigkeit der geistigen Struktur Deutschlands nicht entspricht: nicht grundlos und nicht ohne geschichtliche Erfahrung wird man solcher geistlichen Jndcxpolitik, deren Ansang bescheiden, deren Entwicklung unübersehbar sein kann, mit größtem Bedenken gegenüberstehen. Beunruhigend ist ferner, daß diese Prüfungsstellen nicht ein» stimmig, sondern bereits mit qualifizierter Mehrheit eine Druck- fchrift dem Index überweisen können. Für alle Prüfungsstellen, zum mindesten aber für die Oberprüfstelle, die als Berufungs- instanz gilt, ist Einstimmigkeit des verurteilenden Spruches zu fordern. In richtiger Erkenntnis der durch das Gesetz ermöglichten Will- kür wird bestimmt, daß eine Schrift wegen ihrer politischen, sozialen, religiösen, ethischen oder weltanschaulichen Tendenz„als solcher" nicht auf die Liste gesetzt werden darf. Das«ingeschaltete„als solcher" wirkt kaukschukartig und gestalket jeden Uebergrlff. Eine außerordentliche Gefahr aber bedeutet die Bestimmung, daß periodische Druckschriften, wenn innerhalb Jahresfrist zwei Nummern auf die Liste kommen, für 3 bis 12 Monate auf die Liste gesetzt werden und so von jeglichem Vertrieb ausgeschlossen werden können. Diese Bestimmung kann ssch als eine Abdrosselung ange- sehener Zeitschriften auswirken. ssfrdhdt. 5in Warnruf in letzter Stunde. Die unterzeichneten Verbände sind verpflichtet, nicht nur die Jr teressen des freien geistigen Schaffens, auch die des Wirtschaftsleben ihrer Mitglieder, taufender Künstler und Schriftsteller, wahrzu- nehmen. Das geplante Gesetz kann, zum mindesten bei mißbräuch- licher Anwendung, eine außerordentliche Belästigung. ja eine Vernichtung dieses Schafsens bewirken. Die unter» zeichneten Verbände müssen darum, wenn das Gesetz überhaupt zu» stondekommen sollte, auf eine Beseitigung der untragbaren Be» stimmungen und auf Einführung der erforderlichen Sicherungen dringen. Diese Sicherungen sind: Reichsprüfungssielle an Stelle der candesprüsungsstellen. Ein- stimmigkeit der Entscheidung, Beseitigung des Vorrechte» der ver- treter der Kirchen und Auswahl der Sachverständigen durch die Organisationen, nicht durch die Behörden, Herauslassen der periodischen Druckschriften. Diese Eingabe ist unterzeichnet von folgenden Verbänden: Allgemeiner freier Angestelltenbund(AfA-Bund). Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Arbeiter-Turn» und Sportbund. Ber- liner Secession. Berliner Volksbühne E. V. Börsenverein der deut- schen Buchhändler. Bund deutscher Gebrauchsgraphiker. Bund Eni- schiedener Schulreformer Deutsche Buchhändlergilde. Deutsche Ge- sellschaft für ethische Kultur. Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Deutscher Monistenbund. Deutscher Derlegerverein. Genossenschaft Deut- scher Bühnenangehöriger. Die Novembergruppe Berlin. Die Ab- strakten, Berlin. Freie Vereinigung der Graphiker in Berlin. Goethebund und Verband Berliner Theaterkritiker. Goethebund in Königsberg i. Pr. Kllnstlerbund Düsseldorf. Künstlerbund Karls- ruhe. Künstlerbund Schlesten. Reichswirtschaftsverband bildender Künstler Deutschlands. Lessinghochschule Berlin. Schutzverband deutscher Schriftsteller und Verband der Kunstkritiker. Sozialistischer Kulturbund. Verband der deutschen Volksbühnenvereine E. D. Ber- band der Sozialistischen Arbeiter-Jugend Deutichlands. Verband Deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten. Verband deutscher Erzähler. Derein„Berliner Presse". Derein der Düsseldorfer Künstler z. g. U. u. H. Verein deutscher Bahnhofsbuchhändler. Verein deutscher Zeitschriftenverleger. Verein Düsseldorfer Künstler 190 t. Vereinigung der Kunstverleger E. D. Der Eingabe der Verbände hat sich eine große Reihe bekannter Persönlichkeiten angeschlossen von denen wir folgende nennen: Lou Andreas-Salome, Julius B a b, Hans B a l u s ch c k, Georg Bernhard, Professor Dr. Oskar B i«, Wilhelm B ö l s ch e, Karl B u l ck e, Prof. Heinrich C u n o w, Dr. Max D e r t, Prof. A. Einstein, Dr. Arthur E l o e s s e r, Dr. Hanns Martin Elster, Herbert Eulenberg, Otto F l a k e, Prof. Dr. G. F r i tz (Direktor der Berliner Stadtbibliothek), Prof. Dr. Th. von Gosen, Dr. Olto G r a u t o s f, Walter G r o p i u s- Dessau, Dr. Max Halbe, Gerhart Ha u p t m a n n, Dr. Wilhelm Hausen st ein, Wolsgang Heine, Karl H e n ck e l l, Herrmann-Breslau(M. d. L.), Hermann Hesse, Dr. Kurt H i l l e r, Felix Hollaender, Arno Holz, Ricarda H u ch, Dr. Monty Jacob», Leopold I e ß n e r. Georg Kaiser, Prof. Dr. b.c. Arthur Kampf, Friedrich K a y ß l e r, Bern- hard Kellermann, Pros. Dr. Max Kemmerich, Alfred K e r r, Prof. Dr. Alfred Klaar, Klabund, Käthe Kollwitz, Max K r e tz e r. Ernst L e m m e r(M. d. R.), Prof. Dr. Theodor L e s s i n g, Dr. b. e. Max Liebermann(Präsident der preußi- schen Akademie der Künste), Paul L ö b e(Reichstagspräsident), Heinrich Mann, Thomas Mann, Gustav M e y r i n k, Jul. Meier. Graes e, Agnes Miegel, Pastor Oic. theol. Moering(M. ö. L.), Walter von Molo, Alexander M o s z k o w s k i, Prof. Franz O p p e n h e i m e r, Dr. Max O s b o r n, Alfons P a q u e t. Prof. Dr. Gustav R a d b r u ch (Reichsjustizminister a. D.), Prof. Dr. Julius Schaxel-Jena, Wilhelm S ch m i d t b o n n, Wilhelm von Scholz, Prof. Anna S i e m f e n, Prof. Dr. S i n z h e i m e r, Max S l e v o g t. Prof. Dr. Fritz Strich- München, Prof. Franz von Stuck. Hermann Sudermann, Ernst Toller, Klara D i e b i g, Jakob Wasser- mann, Hermann Wendel, Paul W e st h e i m und viele andere. das Urteil im voltsbunöprozeß. Festungshaft. kalkowih. 15. Oktober.(Mlb.) Spät abends sprach das Gericht nach mehrtägiger Verhandlung gegen die angeklagten Funktionäre des Deutschen Volksburades für Oberschlesien folgende Festungsstrasen aus: Ganster 2 Zahre, Thomas und Frl. Ernst je Wt Iahre. Minkowski 1 Zahr, Russin. Zenger. Smtalek, Stuchllk und D y l a n g je S Monate. Die Angeklagten 11 r b a i n j k i und Kolberg wurden s r e i- gesprochen. allen Verurteilten die erlittene Untersuchungshaft voll angerechnet und Haftbefehle nicht erlassen, so daß alle auf freiem Fuß bleiben. » Tatbestand: Ueber ostoberschlesische Polen, die ihre Ein- bürgerung bei deutschen Polizeibehörden beantragt haben, wird beim deutschen Generalkonsulat in Kattowitz angefragt. Dieses erkundigt sich beim Völkerbund, der völkerrechtlich zu- gelassenen und verbürgten deutschen Minderheitenorganisa- tion. Zwei Angestellte des Generalkonsulats, Töchter ostober- schlesisch deutscher Eltern, lassen sich mit polnischen Spionage- Offizieren ein und verraten ihnen die gar nicht besonders ge- heimgehaltenen Berichte. Darauf Verhaftung der Volksbunds- leute, Untersuchung und Anklage von Schädigung polnischer Staatsinteressen, obwohl höchstens die Einbllrgerungswünsche einzelner Polen nach Deutschland um ihre Erfolgausstchten gebracht oder darin geschmälert sein konnten. Ein paar ähn- lich haltlose Beschuldigungen kommen dazu— aber das auffallend milde Urteil beweist, daß das Gericht die Ueber- zeugung gewonnen hat, von dem behaupteten Landesverrat könne gar keine Rede fein. Und wohl nur, um die Blamage der polnischen Mili- tärpolizei und Staatsanwaltschaft mit dem auf so er- b ä r m l i ch e Weise gewonnenen Anklagematerial nicht gar zu grell anzumalen, diese Verurteilung zu der„ehrenvollen" Festungshaft. Die polnische Regierung hätte nun die beste Gelegen- heit zu einer nützlichen Geste der Verständigung, indem sie die halbe Verurteilung durch eine ganze Begnadigung ersetzt!_ Kampf gegen öen Nieterschutz. Freigabe gewerblicher Räume und großer Wohnungen. Mit der Aufstellung eines neuen Wohnungsbau pro- g r a m m s für die kommenden Jahre wird im Laufe des November im Reichstag wie in den Landtagen auch das Problem der Wohnungswirtschaft ganz allgemein wieder aufgerollt werden. Daß die Rechtsparteien die Gelegenheit benutzen werden, um die Wohnungszwangswirtschast nach Kräften abzubauen, liegt auf der Hand. Schon jetzt sind sie dabei, die entsprechenden Anträge zu formulieren. Im Preußischen Landtag haben sich die Deutsch- nationalen, die Deutsche Voltspartei und auch das Zentrum auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt, der verlangt, daß die gewerblichen Räume und teureren Wohnungen aus der öffentlichen Bewirtschaftung herausgenommen werden. Ge- werbliche Räume, die Teile einer Wohnung bilden, oder nur mit Wohnräumen zusammen vermietet werden können, will man einst- weilen noch in der Zwangsbewirtschaftung lassen. Unter„teurerer Wohnung" versteht man Wohnungen mit einer Friedensmiete von 500 M. an in der Ortsklasse O bis zu 2500 M. und mehr in Berlin. Der Gedanke, die größeren Wohnungen allmählich aus der Zwangswirtschaft herauszunehmen, womit man in verschiedenen Ländern umgeht, spielt auch bei den für die Wohnungswirtfchast in Preußen maßgebenden Stellen bereits eine Rolle. Für die breite Masse der Mieterschaft ist deshalb höchste Vorsicht dringend notwendig. Mit den teueren Wohnungen fängt man an. Wo aber ist die Grenze? An der Sicherung des Wohnraums der breiten Massen der werktätigen Bevölkerung darf nicht gerüttell werden, zumal der Mieterschutz schon mehr als genug durchlöchert ist. Rücktritt Üer österreichischen Regierung. Nach einem Ultimatum der Beamtengewerkschaften. Wien, 15. Oktober.(Eigener Drahlberlcht.) Der österreichische Bundeskanzler erklärte am Freitag mittag Vertretern der Bundesangestellten, daß die Regierung über ihr Angebot von 12)4 Proz. Erhöhung der Bezüge des Jahres 1924 nicht hinausgehen könne. Darauf hat der Fünsundzwanzigerausschuß der Bundesangeftelllen beschlossen, der Regierung ein U l t i m a t u m zu st e l l e n, das am Sonnabend mittag abläuft. Sollte die Regierung die Forderungen nicht bewilligen und keine neuen Vorschläge machen, dann wird am Montag morgen um ö Uhr der allgemeine Beamten st reik beginnen. Am Rachmittag wurden die Vertreter der Po st angestellten vom Bundeskanzler empfangen. Sie erklärten, daß auch sie die Vor- schlüge der Regierung für unannehmbar halten. Von einem Ultimatum sahen sie allerdings ab. Der Bundeskanzler gab zur Antwort, daß für ihn die Angelegenheit erledig« sei. da die Re- g i e r u n g noch im Laufe des Freitags zurücktreten werde. Es scheint in der Tat. daß das kabinet« Ramek die Gelegenheit benutzen will, vor den zahlreichen politischen Schwierigkelten die Flucht zu ergreisen und ihre Lösung dem nachfolgenden Kabinett, an dessen Spitze wieder Dr. S c i p e l stehen soll, überlassen will. Wien. 15. Oktober.�(WTB.) Wie verlautet, ist da» Kabinett Ramek wegen der Unmöglichkeit, die Beamtensorderungen zu er- süllen. und angesichts der Unnachgiebigkeit des Fünfundzwanziger- ausschusse» und der Technischen Union zurückgetreten. Wien. IS. Oktober.(WTB.) Der Beschluß der Bundesange- stellten, der unmittelbar zur Demission der Regierung Anlaß gab, besagt, daß im Falle die Regierung nicht bis Sonnabend mittag 12 Uhr ihren Standpunkt ändern sollte, die Verhandlungen als gescheitert betrachtet werden müssen, und daß die Bundesange- stellten dann die gewerkschaftlichen Konsequenzen ziehen würden. Die Postbeamten haben beschlossen, nicht in den Streit zu treten, sondern mit der neuen Regierung die Verhandlungen wieder aus- zunehmen. Der Nationalrat wurde für Dienstag nachmittag ein- berufen._ Internationaler Zinanztrust. Unter englischer Führung. Wolff-Bureau teilt mit: Wie� wir Höven, wird demnächst die Gründung eines internationalen Finanztrusts erfolgen. Die Ver- Handlungen stehen unter der Führung des Bankhauses I. Henry Schroeder u. Co., London. An ihnen sollen u. a. nach- stehende Bankinstitute bzw. Bankfirmen beteiligt s«in: England. Bankhaus I. Schroeder u. Co., Amerika, Blyth Witter and Co. pich Schroeder banting«rporation, New Jork, Frank reiche Banqu« de l'Union Parisienne, Belgien, Societö Generale de Belgique, Holland, Lippmann, Rosenthal u. Co., Amsterdam, Schweiz, Schweizerische Kreditanstalt, Zürich, T s ch e ch o s l o- w a k e i, Böhmische Unionbank, Prag, Oesterreich. Oester. reichische Bodenkreditanstalt, Wien, Schweden, Stockholms Enskilda Bank. Für Deutschland ist als alleinige Firma die Dresdner Bank beteiligt, die die Alleinvertretung des Trusts in Deutschland übernehmen wird. Zweck des Unternehmens ist die Finanzierung inter- nationaler Geschäste und Gewährung langfristiger Kredite. Die Höhe des Kapitals steht noch Nicht fest. Einjährige dienftzeit in Frankreich. Beschlüsse des Obersten Kriegsrats. Pari», 15. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Der oberste französische Srlegsrat ist am Freilag nachmittag unter dem Vorsitz de» Präsidenten der Republik zusammengetreten, um dem Painleveschcn Gesehentwurs der Heeresresorm. die die V e r k ü r- zung der Militärdien st pslichl aus die Dauer von einem Zahre vorzubereiten bestimmt ist. zu prüfen,(vor Kriegsausbruch bestand die dreijährige Dienstzeit, die nach Friedensschluß zuerst auf zwei Jahre, sodann aus Ii Monate herabgesetzt worden ist. Red. d.„v.") Der Poinlevcschc Gesehentwurf sieht u. a. die Herabsetzung der Effektivstärke des stehenden Heere» aus 20 Divi- sionen(bisher 32 Divisionen) vor. das Schulüenabkommen Nellon-öerenger. Regierung Poincar6 theoretisch dafür— aber praktisch?... Paris, 15. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Am Freitag wurde offiziell bestätigt, daß das Kabinett sich grundsätzlich für die Anerkennung de» Washingtoner Vertrages ausgesprochen, aber noch keinen Beschluß über den Zeitpunkt der Ratifizierung gefaßt hat. Da die Kammer in den nächsten Wochen mir der Beratung des Budgets, der Venvaltungsreform und der Regierungsdekrete mehr als ausreichend beschäftigt sei, würde sie ohnedies kaum Zeit zur Diskussion der Schuldenfrage finden. Aus alledem geht hervor, daß Poincor« im Gegensatz zu seinen noch in den vorigen Wochen abgegebenen Erklärungen heut« n i ch t m e h r daran denkt, das Ratifikationsgesetz noch in diesem Jahre vor das Parlament zu bringen, nachdem er sich endgültig davon llberzeugt hat, daß dort auch nicht die gering st e Aus- s i ch t für sein« Annahme besteht und er demgemäß ganz unnütz die Existenz des Kabinett» auf» Spiet fetzen würde. Der Kongreß von öorüeaux. Um Herriots Nachfolger. Paris, 15. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Die Freitagsmorgen- Sitzung des radikalen und radikalsozialistischen Partei- tags bot keine Ueberraschungen. Es standen lediglich Fragen der inneren Organisation zur Diskussion. Beschlosien wurde u. a., den Beitrag der F r a k t i o n s m i t g l i e d e r zur Parteikasse von 200 aus 500 Franken zu erhöhen und dafür den Mindestbeitrag für g e- wohnliche Mitglieder auf einen Franken herabzusetzen. Am Nach- mittag wurde die am Donnerstag begonnene Auseinandersetzung über die i n n e r e P o l! t i k wieder aufgenommen. Die Frage der Nachfolgeschaft Herriots ist immer noch ungeklärt. Neue Versuche, S a r r a u t zu bestimmen, den Vorsitz der Partei zu über. nehmen, sind ebenso ergebnislos verlaufen wie alle früheren. Der Abgeordnete Malvy, der am Donnerstag noch als aussichts- reichster Kandidat genannt wurde, hat stark an Aussichten verloren. Der linke Flügel der Partei lehnt ihn glatt ab, da er in ihm lediglich einen Strohmann Eaillaux' sieht. der englische Sergarbeiterftreik. Zusammenstöße mit der Polizei.— 12 Personen verletzt. London, 15. Oktober.(WTB.) Mehrer« hundert streikende Bergarbeiter überfielen die Grubenanlagen im Avontal in der Graf- schaft Glamorgan. Di« Polizei griff ein, um die Menge zu zer- streuen. Zwölf Personen, darunter ein Polizeibeamter, wurden ernstlich verletzt. Die Internationale der Standesbeamten. In Bern findet Ende Oktober ein Kongreß zur Gründung einer internationalen Beremi- gung der Zioilstandesbeamten statt. Es ist von den Standesbeamten- oraanisationen und führenden Fachmännern aus dem Gebiet des Ehe- und Kinderrechts in Deutschland, Frankreich, Belgien und Holland einberufen. Der Reichsbund der Standesbeamten Deutschlands. der sämtliche Provinzial- und Landesverbände der Standesbeamten umfaßt, hat sich ebenfalls für das Zustandekommen der Bereindgnng eingesetzt. Die polnische Ehorzow-Antwortnoke wird, so meldet man un, aus Warschau, völlig negativ ausfallen und höchstens Wieder- aufnähme der Verhandlungen vorschlagen. Der Flugplatz Merzbrück im Landkreis Aachen ist von der Be- satzung geräumt worden. Das dort stationierte belgische Maschinen- gewehr-Bataillon ist nach Aachen abgerückt. Der Flugplatz selbst ist jedoch bisher für deutsche Flugzeuge noch nicht freigegeben. Die Unternehmer auf Schleichwegen. Wie die Arbeiter eingefangen werden sollen. In der Plenarversammlung des Ortsausschusses Berlin des ADGB. am Donnerstag im Gewerkschastshaus referierte Genosse Fricke von der Berliner Gewerksckzaftsschule über„Die neuesten Methoden des Unternehmertums im Kampf gegen die Gewerk- lchaften". Fricke behandelte dieses interessante Thema schon im leg' ten Vierteljahresheft der Gewerkschaftsschule unter dem Titel„Sie suchen die Seele*. Es war ihm im Rahmen eines Vortrages natürlich nicht möglich. die neue„psychologische* Arbeiterpolitik der Unternehmer eingehend zu beleuchten. Diese neue Arbeiterpolitik basiert auf dem Gedanken der„W erksgemeinschaft*. Diese Werksgemeinschaften sind sind an sich zwar kein neues Mittel der Unternehmer zur Be- kämpfung der Gewerkschaften, in der Form, wie sie jetzt im großen Maßstabe über das gesamte Reichsgebiet aufgezogen werden sollen, find sie aber bestimmt neu. Neu ist jedenfalls die Methode der Unternehmer, sich einen in die Augen springenden sozialpolitik- freundlichen Anstrich zu geben, trotzdem aber in der So. zialpolitik reaktionärer als bisher zu werden. Die Unternehmer haben längst eingesehen, daß sie mit ihren Werksgemeinschaften bei den organisierten Arbeitern keinen Anklang finden. Sie verlegen sich jetzt darauf, dle Unorganisierten einzufangen. Die Sportvereine, Musikoereine, Kegel, und Schachtlubs u. dgl. allein ziehen nicht mehr, weil ihr Zweck von den Arbettern zu schnell er- kannt wird. Der Sozialsekretär der Preß, und Walzwerks-Aktten-Gesellschaft Reißholz, Joseph Winschuh, schrieb im Jahre 1921 ein Buch „Praktische Werkspolitik*, das leider von den Gewerkschaften viel zu wenig, von den Unternehmern desto mehr beachtet wurde. Die tn diesem Buche vorgeschlagene planmäßige und bewußt» Politik der Wertsleitungen und seelische Einflußnahme auf die Arbeiter wird heute in vielen Betrieben in die Praxis umgesetzt. Die Unter. nehmer haben am 24. Mai 1925 in Düsseldorf ein großes Instttut eingerichtet, das sich„Deutsches Institut für technische Arbeits- schulung*(Dinta) nennt, das Werks- und Arbeitspolitiker ausbildet und diese dann auf die Industrien verteilt. Diesen in die Industrien gesandten„SozialsekretSren*, die sich den Arbeitern und Angestellten gegenüber als die wohlwollendsten Menschen aufspielen, obliegt die planmäßige Propagierung der Werksgemeinschaftsidee und Organisierung der Werksgemeinschasten. Der Redner führte einig« Beispiele an. wie man nicht nur die Lehrlinge in besonderen Lehrlingswerkstätten, Werkschulen und Vereinen an das Werk fesseln und dem Einfluß der Gewerkschaften entziehen will, sondern auch die älteren Arbeiter durch Werkzeitunqen, Alters- und Invalidenheime. Kinderbewahranstalten usw. Daß nebenher noch die Heran. ziehung von Betriebsspitzeln läuft, versteht sich am Rand«. Diese ganzen Bestrebungen laufen auf eine völlig« Umerziehung der Arbeiterschaft besonders der den Gewerkschaften noch fernstehenden hinaus. Jeden- falls darf die Gefahr, die den Gewerkschaften von dieser Seite droht, nicht unterschätzt werden. Konnte doch das Dinta-Inftiwt nach«in- jährigem Bestehen berichten, 26 Ingenieure und 12 Meister ausge- bildet zu hoben und beretts 40 Werkzeitungen mit einer Auflage von 230 000 Exemplaren herauszugeben. ?Der Redner machte dann noch auf die„Deutsche Volks- l v ch s ch u l«* in Treptow aufmerksam, die allerding» weniger ge- ährlich als das Dinta-Inftitut ist, immerhin eher nicht unbeachtet bleiben darf. Er betonte, daß eine wirksame Abwehr gegen diese nicht ungefährlichen und noch verhältnismäßig wenig bekannten Bestrebungen der Unternehmer nur möglich sei, wenn man die Ge- werkschastsfunktionäre in den Betrieben mehr auf diese Gefahren aufmerksam mache und überhaupt mehr Wert auf einen geschulten Funktionärkörper lege. Die Funktionäre müssen die Gefahr im Be- triebe rechtzeittg erkennen können und in der Sage sein, ihr dadurch begegnen können, daß sie imstande sind, die Belegschaften von der Schädlichkeit solcher werksgemeinschastlichen Einrichtungen zu übeiv zeugen. Di« Gewerkschaften werden auch durch diese Maßnahmen der Unternehmer nicht zerschlagen werden, wenn sie»in wachsames Auge behalten. Die Ausführungen des Referenten fanden die vollste Zustim- mung der Versammellen. In der Aussprach« wurden diese Aussah- runqen noch durch Beispiele au, der Praxis erhärtet. Die üblich« kommunistische Resolution, die von einem Funktionär des Schuh- macherverbandes eingebracht würbe, verfiel gegen wenige Stimmen der Ablehnung. Um den Schkeüsft>ruch km Sankgewerbe. Vor einem Eiuigungsoerfuch? Die Entscheidung über den Schiedsspruch im Bankgcwerbe wird erst End« der Woche fallen, da der Reichsarbeits- minister zurzeit in Rümberg weilt. Als Ausweg aus der durch die Hartnäckigkeit der Bankleitungcn komplizierten Situation gibt es drei Möglichkeiten: Berbindlichkeitserklärung, die von den Banken beantragt worden ist. neu« Verhandlung«« oder ein Einigungsversuch. Wahrscheinlich wird man einen Einigungsversuch machen. Eine Verbindlichkeitserklärung ist-in Ding der Unmöglich. k e l i; denn der Schiedsspruch ist für die Arbeitnehmer einfach u n- ertra glich. Auch würde da» Reichsarbeitsministerlum mit einer Berbindlichkeitserklärung. die da» U e b e r st u n d e n w« s« n bei den Banken neu stützen würde, sich selbst ins Gesicht schlagen: denn das Ministerium hat schließlich nicht für die Katze ein Arbeits- beschaffungsproogramm aufgestellt und die Einbringung des Arbeiter- lchutzgefetzes für die„allernächste Zeit* beantragt. Allerdings siehe Hamburg.... vas Internationale Arbeitsamt. Und die Verfolgungen ln Italien. Genf. 15. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Der V e r- waltungsrat des Internationalen Arbeitsamt« beendete am Freitag in zwei Sitzungen feine Beratung des Tätig- keitsbcrichts des Direktors Albert Thomas. Eine längere Diskussion entstand über die Frage der Einberufung der paritätischen Marinekommission auf Anfang des nächsten Jahres, da der englische Regierungsvertreter sich alle Mühe gab, eine Hinaus- j ch i e b u n g des Termins zu erzielen. Der Bericht über die Veröffentlichungen des Amtes und die Vorlagen für die nächste Arbeitskonferenz bot dem Genosien I o u h a u x Anlaß, Albert Thomas aufzufordern, in dem Bericht über die Koalitionsfreiheit auch eine Darstellung der jüngsten Arbeiterdeportationen aus Molinella, dem Zentrum der landwirtschaftlichen Genossenschaften Italiens, zu geben. Jouhaux gab dabei eine eingehende Schilderung der rücksichtslosen Verfolgungen durch das faschistische Regime, denen die sozialistisch organisierte Arbeiterschaft Molinellas ausgesetzt ist. Natürlich ver- suchte der italienische Regierungsvertreter die Darlegungen Jouhaux' als unrichtig darzustellen oder abzuschwächen. Das bewog den greisen italienischen Genossen d'Aragona, das Wort zu ergreisen, um die Darlegungen Jouhaux' als der Wahrheit ent- sprechend zu bestätigen und die Verfolgungen der Arbeiter Molinellas als unmenschlich zu bezeichnen. Aus den weiteren Beratungen sei noch erwähnt, daß die vor einem Jahre begonnene Untersuchung des Arbeitsamtes über den Stand der Kohlenindustrie nach den Wünschen verschiedener Arbeitersührer beschleunigt werden soll. Die Schuld für die Ver- zögerung soll bei einigen Regierungen liegen. Mit größter Genug- tuung wurde davon Kenntnis genommen, daß das Internationale Arbeitsamt während des letzten Sommers von nicht weniger als 6900 Nordamerikanern besucht worden ist. Reichsbahnpolitik. Gegen erhöhte Mietszuschüsse. Neue Mietserhöhungen werden aus Regierungskreisen angekündigt�und zu gleicher Zeit bringen es die maßgebenden Stellen fertig, die Forderungen der Beamtenschaft auf Erhöhung der Wohnungsgeldzuschüsse einfach unter den Tisch fallen zu lasten. Wir haben heute in verschiedenen Ländern bereits eine Steigerung der Mieten über 199 Proz.; stellenweise geht diese Steuerung bis zu 119 und mehr Prozent. Der Reichssinanz. min'stex war nicht abgeneigt, für die Beamtenschaft dieser Steige- rung dürr, Erhöhung der Zuschüsse Rechnung zu tragen. Di« Ermächtigung dazu hat er. Auch der Staatssekretär Dr. Po- pitz ließ gegenüber sozialdemokratischen Beamtenvertretern deullich durchblicken, daß ab 1. Oktober eine Zuschlagerhöhung kommen werde. Aber das Reichsfinanzministerium denkt und die Reichsbahn- gefellschaft lenkt. Sie erlaubte nicht, daß der Reichsfin«nz- minister seinen Zusagen und Versprechungen nachkommt. Die Reichsbahnverwaltung malte den Teufel der Tariferhöhung an die Wand und erklärte, sie könne angesichts ihrer Finanzlage nicht mtttun. Dabei haben sich die Beschäftigungsziffern der Reichsbahnverwaltung in der letzten Zeit beträchtlich gehoben. Die Zubuße an die Beamten in Höhe von 3,59 M.— soviel käme bei der in Aussicht gestellten Erhöhung im Durchschnitt auf die große Mast« der Beamtenschaft— soll nach der Darstellung der Reichs- bahngesellschaft ungünstige Rückwirkungen auf die Entwicklung der Tarife haben. Ist das der neue Kurs, den Herr D o r p m ü l l e r in der Personal- und Besoldungspolittk einzuschlagen gedenkt? Der All- gemeine Deutsche Beamtenbund hat bereits die er- forderlichen Schritte zur Intervention beim Reichstag getan. Von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wird Abg. S t e i n k o p f diesen Versuch, die Beamten in der Wohnungsgeldfrage an der Nase herumzuführen, im Reichstag zur Sprache hingen. verbanSstag See Gastwirtsgehilfen. Dritter Berhandlungstag. In der Nachtsitzung vom Mittwoch wurden die Anträg« der HB., die das Ausschlußverfahren auf eine neue Grundlag« stellen, sowie der Antrag S, der für D o p p e l t b« s ch ä f t i g t« als Mindestbeitrag die zweit« Klaffe festfetzt, ange- nommen. Ebenfalls der Antrag 16 der Berliner, der eine neue Beitragsklasse für einen Wochenlohn von 39 bis 35 Mark schafft. Der nächste Verbondstag soll laut Antrag Berlin in der ersten Hälft« des Jahres 1929 stattfinden, und als Delogiert« sollen nur Mstglieder wählbar sein, die mindestens zwei Jahr« der Organifatton angehören. Bei Punkt Press« wird beschlossen,«in« Iugendbeilag« einzuführen, während«in« besonder« Frouenbeilog« abgelehnt wird, da die Gewerkschasts- beilage für die Frauen auf Wunsch den Zahlstellen zur Verfügung steht. In der Sitzung vom Donnerstag wurden die Anträge ver- handelt, die den vorstand und fein« Organ« betreffen. Unter Zurückziehung zahlreicher Anträge wird«in Kompromiß Berlin- München-Hamburg-Frankfurt a. M. zur Beratung gestellt. Es ge- langt nach lebhafter Debatte zur Annahme und bestimmt im wesentstchen folgendes: Der Hauptvorstand wird nur noch aus be- soldeten Ange st eilten bestehen. Die bisherigen ehren- amtlichen Mitglieder fallen aus. Der Beirat wird zu einer Legislative ausgebildet und seine Mitglieder v o m B e r- bandstag gewählt. Der Ausschuß hat die Aufgab«, die Beschlüsse der Hv. zu überwachen, in bezug auf ihre statuta. rische Zuläffigkeit. Außerdem wird beschlosien,«ine großzügig« Agitation unter den weiblichen Berufskollegen zu veranstalten. In der Nachmittagssitzung spricht Riemann vom Haupwor- stand zu Punkt 4 der Tagesordnung: „Tarif- und Lohnpolitik.* Nach einer sehr lebhasten Aussprache gelangt«in« Entschließung zur Annahme, in der es heißt: „Der Verbandstag stellt fest, daß die gastwirtschaftlichen Unter. nehmer die derzeitige Wirtschaftskrise und die damit zusammen- hängende, zum erheblichen Teil aber auch selbstverschuldete, teilweis« ungünstige Geschäftslage benutzen, um die Lohn- und Arbeitsbedin- gungen ganz allgemein zu verschlechtern. Außerordentlich bedauerlich ist, daß die Schlichtung»- behörden, mit sehr wenigen Ausnahmen, den Arbeitgebern in ihrem Bestreben, die sozial« Lage der Arbeitnehmer zu verschlechtern, behilflich sind. Demgegenüber erklärt der Verbandstag aufs neu«, daß er die Durchführung der festen auskömmlichen Entlohnung für oll« Arbeitnehmer im Gastwirtsgewerb« als eine der Hauptauf- gaben des Verbandes betrachtet, und daß jede Gelegenheit benutzt werden muß, um dieses Ziel zu erreichen. Bis zur Erreichung dies«, gieles ist mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zunächst jeder Der- ilechterung der Lohn- und Arbeitsbedingungen entgegen zu wirken. und sowett das Prozentsystem in Betracht kommt, jedwede Abzüge zu verhindern und für ausreichende Garantielöhn« einzutreten.* Kundgebung See Post» unö Telegraphenbeamten. Im Rahmen seines 16. Verbandstages hielt Dienstag abend der Reichsverband Deutscher Post, und Telegraphenbeamten eine im- posante Kundgebung ab. Nach Eröffnung durch den 1. Vorsitzenden K u g l e r, der auf die Bedeutung der'Reichspost für die deutsch« Wirtschaft hinwies, und die trostlose Lage der unteren Gruppen der Reichspost streifte, sprach Ministerialdirektor Dr. Falk über „Das Berussbeamtentum in Vergangenheit, Gegenwart und Zu- kunft*. Bis in die letzten Tage des Krieges war die Bindung des Beamten zum Obrigkeitsstaat fast unlösbar. Die Kennzeichnung des deutschen Benifsbeamten ist seine treue und aufopferungsvolle Hin- gäbe für den neuen Staat. Eine Reihe wichtiger Fragen wird der Reichstag zu lösen haben. Dazu kommen Interpellationen über die Umgestaltung des Reichsfinanzministeriums. Das Beamtenrecht be- dürfe eine verfassungsändernde Mehrheit. Di« Eingliederung der Dienststrafordnung bedeute eine einheitlich« Handhabung, die«in anerkennungswerter Fortschritt wäre. Vom Standunkt geschulter Verwattungspolitiker behandelt der Redner die verschiedensten, die Oeffentlichkeit und die Beamtenschaft interessierenden Fragen und zeigt, wie im Sinne eines modernen Rechtszustandes die umstrittenen Fragen gelöst werden können. Die Frage, ob ein Beamter weiter Beamter sein darf, muh Sache des Disziplinarrichters, nicht des ordentlichen Richters sein. Uebergehend zur Besoldung bemerkt Dr. Falk, daß eine Besoldung von 96 bis 129 M. in Gruppe IV als zu niedrig bezeichnet werden muß. Mit einem Rück- und Ausblick über Fragen der Fortbildung und des Aufstiegs schließt Redner unter lebhaftem Beifall seinen Vortrag. Sodann sprach das Mitglied des Verwalwngsrates der Reichs- post Dr. G r ü n f e l d über„die Bedeutung der Deutschen Reichs- post für die Wirtschaft*._ Generalversammlung der Sattler. Die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Sattler, Tapezierer und Portefcuiller hatte am Donnerstag im Gewerkschafts- Haus ihre ordentliche Ouartalsgcneralversammlung. Den Geschäfts- und Kasienbericht für das dritte Quartal gab der Gcnosie Heinrich. In der Mitgliederbewegung zeigt sich ein geringer Rückgang von 4399 am Schluß des zweiten Quartals auf 4113 zu Ende des dritten Quartals, also um 196 Mitglieder, der auf die eingetretene Beitragserhöhung zurückzuführen ist. Ein geringer vor- übergehender Mitgliederrückgang ist bei jeder Beitrogserhöhung zu vWzeichnen. Zu Ansang des vierten Quartals sind schon eine An- zahl neue Mitglieder aufgenommen, was nicht zuletzt als ein Erfolg der Werbewache bezeichnet werden kann. Der Marken Umsatz wich nur unerheblich von dem des vorigen Quartals ab. Es wurden pro Mitglied im dritten Quartal 2% Geldmarken gegen 7% im zweiten Quartal entnommen. Trotz- dem im vorigen Quartal viele Arbeitslose ausgesteuert waren, wurden auch in diesem Quartal wieder 6328 M. Arbeitslosen- unter st ützung gezahlt, ein Beweis für die Fluktuation der Arbeitskräfte in den Betrieben. An Notfallunter st ützung wurden an 24 Mitglieder 579 M. gezahlt. Außerdem wurden an die Hauptkasse 13 699 M. abgeführt. Trotzdem auch noch für die Werbewoche 599 M. verausgabt wurden, hatte die Lokalkasie einen Ueberschuß von 3981 M. Nach der einstimmig erteillen Entlastung des Kasiierers hielt Genosse Rüben«inen längeren Vortrag über die„Arbeits- g e r i ch t s b a r k e i t*. Nach einer kurzen Aussprache wurde eine im Sinne des Referats gehaltene Entschließung einstimmig an- genommen, in der der Gesetzentwurf entschieden abgelehnt, und die politischen Parteien und Spitzenorganisationen aufgefordert werden, einen eigenen Entwurf auszuarbeiten und dem Parlament vorzulegen, der dem proletarischen Empfinden mehr Rechnung trägt als der vorliegende. Nachdem sich die Versammlung etwa zur Hälfte geleert hatte, wurde der übliche kommunistische Antrag auf Entsendung von Delegierten zu dem„Kongreß der Werktätigen' eingebracht. Die Versammlung lehnte den Antrag ab, gab aber eine pla- tonische Sympathieerklärung zu ab. Berliner Gewerkschaftsschule. Das Unterrichtsverzeichnis enthält einen irreführenden Druck- fehler. Unter der Rubrik„Die Arbeitsstätten der Berliner Gewerk- Ichaftsschule* steht dort:„Kurs C 12 findet im Hygienischen Institut der Universität, Dorotheenstraße, statt.* Um Irrtümer zu vermeiden, machen wir darauf aufmerksam, daß der Kursus El 2 Arbeits- rcchtfür Anfängerim Sophien-Lyzeum, Weinmeisterstr. 16/17. am Dienstag, den 19. Oktober, weitergeführt wird. Im Hygienischen Institut der Universität, Dorocheenstr. 28, wird lediglich das Sozialpolitische Seminar, Leitung Dr. Marx, ab- gehalten._ der englische Sergarbeiterstreik. Reue Slreikmaßnahmen. London. 15. Oktober.(WTB.) Auf Grund der Abstimmung in den Bezirken zugunsten einer Verschärfung de» Kampfes hat die Exekutive des Bergarbeiteroerbandes die dem Parlament an- gehörenden Bergarbeitervertreter aufgefordert, in Mittelengland. wo die Wiederaufnahme der Arbeit in großem Umfange erfolgt ist, Versammlungen abzuhalten. Die Exekutiv« hat den Generalrat de» Gewerkschaftskongresses aufgefordert, eine besondere Sitzung abzuhalten, in der über eine Einfuhrsperre gegenüber aus- ländischer Kohle und über eine Abgabe zur finanziellen Unterstützung der Streikenden beraten werden soll. Die Exekutive beabsichtigt außerdem Vorstellungen bei der Organisa- tion der Sicherheitsmannschaften der Gruben zu erheben. Wie verlautet, haben mehrere Gewerkschaftsführer die Einfuhrsperre und die Abgabe bereits als unmöglich bezeichnet. Einschränkung der Kohlenausfuhr. Essen, 16. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) Das Kohlensyndikat und das Kohlenkontor haben infolge der zunehmenden Kohlen- knappheit den Kohlenversand nach Rotterdam und Antwerpen ein- geschränkt. Von Mannheim aus werden nur noch Steinkohlen. briketts verladen. Kohlenmangel in Frankreich. Bordeaux, 15. Oktober.(EP.) Aehnlich wie in Lorient, macht sich nun auch in Larochelle der Kohlenmanael bei den Küstenfahr- zeugen bemerkbar. In Lorient sind die Schiffe von 79 Eigentümern infolge de« Kohlenmangel» voraussichtlich in den nächsten Tagen gezwungen, ihr« Fahrt einzustellen. Achtung, Zimmereri Die Baustelle in Zehlendorf-MItte, Straß« 191 bi» 193, an der Eisenbahnstraße, der Firma Industriebau A.�S., Berlin, Schifsbauer- dämm 26,— der Dachoerband wird hergestellt auf dem Werk- platz in T e l t o w— ist gesperrt. Die Firma verlangt von den dort beschäftigten Zimmerern, die Arbeiten in Akkord auszu. führen. DI« Kameraden haben di«s abgelehnt. Kameraden, übt Solidarität mit den Streikenden: meidet die Baustell«. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstell« Berlin und Umgegend. SewerNchokt Dnittch» voltilehi» und-lehnrin»«», NerNn. Sitzun« Mon- ta», is. Oktober, s Uhr. im Berliner Rathaus, R immer 55. Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Bericht« über Pari» und Wien. 3. Bericht von d«v Bundestaguns de» ADB. Verantwortlich kür Politik: Dr. Snrt Geyer: Wirischofl: Art»« Sater»»»: Gewerkschakt-beweaun,: 3. Steiner: Feuilleton:*. t.«Ischer: Lokale» und Sonsligcs: ftrift Sarflädt: An, eigen: Zh. Glocke: sämtlich in Berlin. Bcrlag: Borwärts.Berlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. Berlin SB W Lindcnslrahe 3, Hierin 3 Beilagen und..Unterhalt» na und Wissen*. J H den KiJ Ch e sind MAGGIE Suppen- Würfel geschätzt, weil man daraus auf einfachste Weise schnell und bequem nahrhafte, wohlschmeckende Suppen herstetft Mehr als 20 Sorten.- 1 Würfe! gibt 2 Teller Suppe und kostet nur 13 Pfg.— Verlangen Sie bitte ausdrücklich MAGG!5 Suppen* Würfe! Nr. 4SS ♦ 4Z. Jahrgang 1 ♦ Heilage öes vorwärts Sonnabend, 16. Oktober 1426 An seiner Polizei erkennt man den Staat. Kurt Welcher:.Geschichte der Polizei." Die Polizei steht am Wendepunkt. Sie ist zum erstenmal offi. ziell in die große Oeffentlicfykeit getreten. Ihrer Kraft und Verant- wortlichkeit bewußt, ruft sie ihren Volksgenossen zu:.Kommt und seht, was wir sind und wie wir sind. Wir behaupten nicht, bereits etwas Fertiges zu sein. Wir besinden uns im Ausbau, im Werden. Soviel sind wir aber schon heute: ein Teil des Volksganzen, der Teil des Volksganzen, dem dieses aus seiner Machtvollkommenheit heraus einen Teil dieser Machtvollkommenheit überantwortet hat, damit er zum Wohle des Ganzen wie des einzelnen die ihm an- vertraute Staatsgewalt ausübe." Allerdings; erst wenn diese schönen Worte jedem einzelnen Beamten in Fleisch und Blut übergegangen sein werden: erst wenn der Beamte nicht nur verstandesgemäß sich sagen wird: ich bin für den Bürger da, ich muß ihm gegenüber zuvorkommend, freundlich, gefällig, höflich, menschlich sein, auch dann, oder besonders dann, wenn er irrt oder sich gar verirrt hat; erst wenn er gar nicht anders können wird als s o fühlen und denken, erst dann wird die Theorie zur Wirklichkeit geworden sein. Dann wird die Polizei im Volksstaat zur Polizei des Volkes ge- worden sein, mit der alleinigen Aufgabe, Sicherheit und Ordnung im Interesse des einzelnen und des Ganzen zu schützen. Vorläufig bleibt die Hauptaufgabe: Umwandlung de» Polizei- bewußtseins. Polizeistaat— volksstaat. Will man schlaglichtartig die große Wandlung, die w der Polizei vor sich gegangen ist, beleuchten, so wird man den Begriss Polizeistaat demienigen des Volksstaates gegenüberstellen müssen. Der polizeislaat, der Staat der Bevormundung, der mit beschränkter Einsicht begabren Untertanen, für die Ruhe als erste Bürgerpflicht galt. Die Polizei hier als Ausdruck der Villkür, die Polizeiverord- nung als kleinliche Reglementierung des Privatlebens der Bürger in allen seinen Einzelheiten, Reglementierung soft um ihrer selbst willen unter Berufung auf die Erfordernisse des falsch verstandenen Staatswohles Der volksstaat: In ihm ist die Freiheil des Bürgers nur soweit beschränkt, als da» Gemeinwohl es verlangt..Das Amt der Polizei ist, die nötigen Anstalten zur Erhallung der nötigen Sicherheit und Ordnung und zur Abwendung der dem Publikum oder einzelnen Mitgliedern desselben bevorstehenden Gefahr zu treffen"— so sagte das Landrecht. So sind im Volksstaate der staatlichen Polizeigewalt die staatsbürgerlichen Freiheitsrechte ent- gegengestellt. Es war ein langer Weg bis dahin. Es war der Weg der geschichtlichen Entwicklung. Die Geschichte des Volke» ist auch die Geschichte der Polizei. Außerhalb dieser ist diese nicht zu verstehen. Das Wort Polizei selbst stammt vom griechischen „politeia", das so viel wie städtisch oder staatlich bedeutete. Die Polizei bedeutete, wie Dr. Welcher in-seinem Buche sagt,*) gewistermaßen das weltliche Regime im Gegensatz zum geistlichen: sie umfaßte anfangs nicht allein die gesamte Verwaltung, sondern auch einen Teil der Justiz und die Gesetzgebung. Erst allmählich trat«ine Teilung der Gewalten ein: zuerst sonderte sich die Justiz ab und wurde unabhängig von der Verwaltung, dann schied auch die Gesetzgebung aus, und so standen schließlich Gesetzgebung, Justiz und Verwaltung nebeneinander. Die Polizei wurde zum ausführenden Organ. Damit hatte sie den eigentlichen Sinn ihres Daseins ge» sunden. Es war ober, wie gesagt, ein langer Weg bis dahin. Nus öer Polizeigeschichte. Verständlich wird aber die heutige Organisation und der seelisch« Gehall der Polizei, rwnn man ihre Entwicklung von Anfang an innerhalb eines Volkes verfolgt. Für die deutsche Polizei kommt natürlich die Entwicklung der Polizeigewalt von den alten Germanen her In Betracht. Bei diesen war die Sippe, die staatlich anerkannte Selbstschutzorganisation mit gesetzlich geregelter Befug- nis, dem Fehderecht. Dieses wurde gegen Friedensbrecher in Anwendung gebracht. In der fränkischen Zeit verschob sich der Begriff des Friedens als eines Zustandes der Ruhe, der Sicherheit und Ordnung im Innern. Der Landfrieden war zum Königsfrieden geworden. Der König könnt«, von seinem Bannrechte Gebrauch machen, also auch administrative Strafgebote erlassen. Seine Be- amten waren die Grafen in den Gauen, sie übten auch richterliche Tätigkeit aus. Die Londeskriminalpolizei war den Schultheißen übertragen. Sie hatten für die Straßensicherheit zu sorgen. Ihr Kampf richtete sich gegen Diebe und Räuber. Für das Mittelalter ist dann die unerhörte Grausamkeit der Strafverfolgung charakte- ristisch, die im Begriff der Folter zusammengefaßt werden kann. Diese Grausamkeit mag nicht zuletzt in der Schwäche der Polizei- organisation zu suchen sein. Vorbeugung war unmöglich, die Ver- *) Die geschichtliche Entwicklung der Pollzei ist nach dem Buch« des bereits zitierten Essener Polizeipräsidenten Dr. jur. Kurt Welcher „Die Geschichte der Polizei" geschildert(erschienen bei Gersbach und Sohn, Verlags- G. m. b. H., Berlin W. 3S). folgung der Verbrechen schwierig. So hieß es abschrecken. Der Be- griff der Polizei als besonders gearteter staatlicher Tätigkeit fehlte noch. Es gab wohl Fluß-, Münz- und Baupolizei. Mit der Eni- stehung der Städte kam auch die ständige Sicherheitspolizei auf. Allmählich nahm sie das gesamte Wohl und Wehe der Bürgerschaft in polizeiliche Behandlung. Um so größere Unsicherhett herrscht« auf dem Land«. Dieser Unsicherheit machte der absolutistische Staat ein Ende. Er überspannte den Begriss des Volkswohles, indem er die gleiche Reglementierung, die früher allein für die Stadt galt, nun über das ganze Reich ausdehnte. Er glaubte an die allein seligmachende Wirkung der Verordnungen, und im Interesse ihrer Ueberwachung und Durchführung zog er selbst die Bevölkerung zu Polizeidiensten heran. Die Reglementierung hatte eine gegenseitige Beschnüffelung zur Folge, die in ein Denunziantentum ausartete. Es sollte, koste es, was es wolle, Ordnung geschaffen werden. Die Begriff« Wohlfahrtspsteoe und Sicherheit fielen zusammen. Die Wohlfahrtspflege sollte der Sicherheit dienen. Die Allgewalt der Polizei führte zur Polizeiwillkür. War die Justiz bereits von der Verwallung getrennt, so fielen Verwaltung und Gesetzgebung im großen und ganzen noch zusammen. Die Aufklärungszett— für Deutschland die Zeit Friedrichs II.— brach, wenigstens in der Theorie, mit der Polizeiwillkür und brachte die Gesetzmäßigkeit der Polizeitätigkeit. Die Restauration aber, nach den napoleonischen Kriegen, führte erneut zum Siege de« Polizeistaates, der in Wirk- lichkeit nicht aufgehört hatte zu sein. Run aber diente die Reglementierung des privaten Lebens nicht mehr der lleberwindung der Un- ordnung: sie wurde Selbstzweck, ihr Ziel war, bewußt die Freiheit des Bürgers niederzuhalten. Sie verfolgte nicht so sehr den Zwick der Sicherung der Bevölkerung, sondern diente der politischen Nieder- zwingung des Selbstbewußtseins des erwachenden Bürgertums: sie führte den Kampf gegen Burschenschaften, gegen Voltsaufläufe und dergleichen mehr.— Der Versassungsstaat nach der Revolution 1848, die konstitutionelle Monarchie, gibt die erste Möglichkeit für den Untertan, schüchterne Schritte zum Staatsbürgertum zu tun. Ge- setzgebung und Verwaltung werden endaüllig getrennt. In Wirklich- keit bleibt aber die Mäste des Volkes für die königlich-kaiserliche Regierung noch immer der Untertan, der bevormundet werden muß. Das Proletariat regt sich und beginnt dem Bürgertum und dessen Begierung den Boden strittig zu machen. Die Polizei erscheint als Verbündete der Regierungsgewalt gegen das Volk. Mit der Ro- vemberreoolution 1918 erkämpft dieses sich den Volksstaat. Jetzt erst wird der Arbeiter zum Staatsbürger erster Klast« neben dem Bürger. Gelingt es ihm auch nicht, die Republik zu seiner Republik zu machen, ist sie auch noch lange nicht dem Inhalte nach demokratisch, geschweige denn sozial, so bedeutet sie doch sür ihn ein Instrument auf dem Wege zur wahrhaft demokratischen und in weiter Ferne auch sozialen Republik. Der Arbeiter ist nun an Der Weg des blinden Bruno. 251 Roman von Oskar Daum. Stolz trat er auf die Freitreppe hinaus, sprach noch ein paar Worte zu Alwin, der es gewagt hatte, ihm bis dahin nachzulaufen, um ihm unter Tränen nochmals die Hand zu drücken. Durch den Portier ließ er einen Wagen holen— der dachte, es geschehe im Auftage des Vaters—, von Rudolf, dem Hausknecht, den Koffer auf den Wagen schaffen und ver- teilte dann Trinkgeld, als verließe er ein Hotel. »Was wollen Sie machen?" fragte Kapetan und fuchtelte mit den Händen, da der Professor ihn bat, das doch nicht zu dulden,„er wird mir auf die höflichste Weis« sagen, er sei kein Zögling mehr! Auf die hoflichste Weise, mein Liederl Ich höre den Tonfall, so genau kenne ich ihn." Dem Professor war es aber um mehr als um die Auto- rität zu tun. Er machte noch einen Versuch: Er trat zum Wagenschlag, rief dem Kutscher, als sei es ganz felstverftänd- lich, feine Wohnungsadresse zu und wollte einsteigen. „Pardon, Papa, wir fahren eine ganz andere Strecke," sagt« Bruno kühl, aber ohne jede Unfreundlichkeit,„wenn du nicht die Elektrische benützen willst, mußt du einen anderen Wagen nehmen! Adieu!" Der Vater konnte sich doch nicht zu Bitten herabwürdi- gen: Energie aber hätte den Gegensatz nur verschärft. Bruno stolperte in der Eile über das Trittbrett, nannte dem Kutscher aus Vorsicht vorläufig nur den Stadtteil und fort ging's. „Hätten Sie doch dem Portier verboten, den Wagen zu holen!" rief der Vater." „Wußten Sie voraus, daß er ihm den Auftrag geben würde?" verteidigte sich Kapetan sehr mißgestimmt. Und eine Stunde später bracht« das Fräulein dem Di- rektor Franzis Brief. Was hatte Alex als Grund dafür angenommen, daß Franzi ihn mit ihrem beharrlichen Schweigen schützte? Hatte er wirklich glauben können daß sie es ihm zuliebe tat? Bei ihm war selbst das nicht unmöglich. Aber noch möglicher war es, daß er gar nichts dabei dachte: das tat er bei unangenehmen Dingen am liebsten. Aber er wagte doch wohl nicht vorauszusetzen, daß sie ihr Schweigen bis zuletzt durchhalten würde. Und die Furcht vor den unberechenbaren Ereignisse«, die losbrechen könnten, wenn fein Vater die Wahrheit erfuhr, mochte ihm allerhand Visionen vorgezaubert haben. Als der Direktor Franzis Brief gelesen hatte und nach Alex sandte, war dieser verschwunden, nirgends aufzutreiben und blieb es auch in den nächsten Tagen. Erst einige Zeit nachher, als er glaubte, der erste Zorn sei verraucht, meldete er sich, und man erfuhr, daß er als Berufstänzer in eine Bar eingetreten war. Er dachte, der Vater wüiGe, um ihn diesem Pfuhl der Verderbnis zu ent- ziehen, einlenken. Es hatte ihm auch dieser Beruf nicht das leichte und angenehme Leben in dem Ausmaße gebracht, wie er es erwartet hatte. Aber er erreichte nur, daß ihm der Vater die Ausreise nach Südamerika ermöglichte; wo er sich von der Hilfe eines reichen Verwandten die phatasievollsten Vorstellungen machte. Der Direktor wollte in der ersten Ueberschwänglichkeit der Reue und des Verantwortlichkeitsgefühls Franzi in feine Fa- milie aufnehmen und für immer mit ihrem Kinde bei sich behalten.- Nicht eben schroff, aber mit wenigen, in der Verlegenheit sehr unbeholfenen Worten lehnte Franzi ab. Ihre Eltern, sagte sie, würde das kränken. Aber sie wußte dabei sehr wohl, daß die guten alten Menschen in ihrem Gebirgsdorf droben die Ablehnung eines solchen Antrags nicht begreifen würden. Sie konnte es nicht oerhüten, daß der Direktor sie auf der Heimreise begleitete, um ihren Eltern alles mündlich aus- einanderzufetzen. O, sie hatte Angst, daß sie nun ihr Leben lang das Gnadenbrot in diesem ewig fremden Kreis würde verzehren müssen, dem sie als steter Vorwurf vor Augen! stünde. Sie sann fiebernd auf Gründe, die ihre Eltern über- zeugen könnten; aber alles erwies sich als überflüssig. Der Direktor erwähnte während seines kurzen Aufenthaltes nichts mehr von seinem Plan, und auch in der Unterredung mit den Eltern, bei der sie nicht anwesend war, schien kein Wort dar- über gefallen zu sein. Mit beglückender Selbstverständlichkeit nahm das Leben auf dem kleinen Anwesen der Eltern sie in seine Gewohnheiten, seine Pflichten auf, so daß es ihr bald beinahe schien, als sei ste niemals von hier fort gewesen. Welche Freude, als es sich herausstellte, daß sie mit ihrer Geschicklichkeit und derben Kraft auf dem Feld und im Haus der Mutter ein tüchtiges Teil Arbeit abnehmen konnte und zuletzt mit einer alten Magd zusammen die ganze kleine Wirtschaft versah. 5. An jenem Morgen fuhr Bruno zu Lizzi Geik. Sic hatte den Abend zuvor ein Häuflein Freunde für he»t» zwm le» geladen, und Bruno, der dabeigestanden hatte, mit«tob»- griffen, freilich nur aus Höflichkeit, da es allen klar war, daß er nicht kommen konnte. Sie wohnte in der dritten Etage. Der Kutscher fühtte ihn bis zur Tür und läutet« für ihn an. Dann aber bat ihn Bruno, rasch zu verschwinden. Von Lizzi war noch am ehesten ein hilfreicher Einfall und tätiges Zugreifen zu erhoffen, und sie würde auch die Ori- ginalität der Sachlage am wenigsten abschrecken, dachte er. Sie kam selbst öffnen, verbarg ihre Ueberraschung, Ver- legenheit, ja Bestürzung gar nicht. Schon im Vorzimmer bat er flehentlich immer wieder, keinerlei Zusammenhang zwischen ihrer gestrigen Einladung und seinem Kommen zu sehen. Da wäre er doch nachmittags, wie es sich gehöre, um fünf gekommen und nicht mit einem Koffer in der Hand. Nein, ganz außerordentliche Umstände, von denen er sich abends noch nicht hätte träumen lassen, führten ihn her. Sie geleitete ihn eilig zwischen anscheinend sehr vielen dicht durcheinanderstehendcn Möbelstücken hindurch. Von einer Stuhllehne warf er einen Frauenrock hinab, und als sie ihn in eine Sofaecke senken wollte, schrie sie auf, riß ihn erschrocken zurück: hätte ihn fast auf ihren neuen Hut gesetzt. Er war eingehängt, und sein Arm rührte, indes sie gingen, an loses dünnes Gewand, das bei jeder Wendung sich nachgiebig am weichen Körper zurückschmiegte. Unbestimmbarer wirrer Ge- ruch von Parfüm, Seife und vielleicht welken Blumen vervoll- ständigte das Mädchenzimmer im ersten Morgenzustand. Die Andeutungen über seine seltsame Lage, die in seiner hier wachsenden, kaum mehr beherrschten Erregung noch rätselhafter und geheimnisvoller herauskamen, spannten sie gar nicht. „So!" sagte sie, ging geschäftig leise hin und her, streute unnötig viele nichtssagende Bemerkungen ein. Nun hörte er gar Kleider rascheln, knistern, fallen: sie überkleidetc sich vor* ihm! Peinliche Befangenheit verwirrte ihn; es erschien ihm schamlos, ein Hohn, Dokumentierung seiner Unebenbllrtigkeit. Vor keinem Bettler, der sah, hätte sie es getan!— Er wußte nicht, wie sich wehren. Verlegen redete er weiter, weiter. Nur keine Pause! Konnte er grob abbrechen, wie er es am liebsten getan hätte? Oder andeuten, sie möge sich mit Scheininteresse nicht so anstrengen? Mein Gott, sie hatte eben leider keine Zeit, tat alles, um nicht offen zu beleidigen!— Warum fand nicht auch er, wie alle anderen, die Worte, seine Absichten ganz ungehemmt auszudrücken, ohne geradenwegs grob und hart zu werden! Er kannte von Höflichkeit nur: ergeben sich unterordnen, weil Umgang mit Vorgesetzten bisher der einzige Verkehr war, bei dem es einigermaßen auf Form ankam. (Fortsetzung folgt.) Orbnung und Sicherheit in erhöhtem Maße interessiert. Da» Volks- wohl füllt nun mit seinem Wohl zusammen. Die Polizei als Hüterin der Ordnung und Sicherheit wird zu einem Instrument de» Volkes. Hier ist man an dem Punkte angelangt, wo die Polizeiausstellung zu ihrem Rechte kommen soll. ♦* Die Polizei ist auf dem Wege, Volkspolizei zu werden. Jetzt wie nie zuvor trifft sie in enge Berührung mit dem Publikum. Die Schutzpolizei hat nicht mehr allein für Sicherheit und Schutz des einzelnen gegen Anschläge auf seine körperliche Unver- letzlichkeit und sein Gut zu sorgen; sie steht als Verkehrs- und Aus- kunftspolizci mitten im Strudel des sich abwickelnden Volkslebens. Und da merkt man es ihr nicht selten an, daß sie von der erblichen Belastung des Bevormundenwollens noch nicht frei ist. Auch eine Ueberspannung der Reglementierung macht sich fühlbar. Es kann eigentlich kein Fuhrwerk mehr über die Straße fahren, ohne vorher durch eine entsprechende Handbewegung des Verkehrsschutzmannes die Erlaubnis dazu erhalten zu haben. Das ist selbst in kleinen Städten mit minimalem Verkehr der Fall. Die Kriminal- polizei ist immer wieder ohne Mitarbeit des Publikums bei Aufdeckung von Verbrechen machtlos. So ist sie interessiert, daß die Bevölkerung wenigstens zu einem Teil in ihre geheimnisvolle Tätigkeit Einblick erhält. Die politische Polizei, die die Staatssicherheit zu gewährleisten hat, tritt aus begreiflichen Grün- den am wenigsten in die Ocffentlichkeit. Doch auch sie bedarf nicht selten der Mitarbeit der breiten Masse der Bevölkerung. Dagegen tritt die Schutzpolizei bei politischen Aktionen, bei Demonstrationen, Umzügen und dergleichen mehr in die naheste Berührung mit den Volksmassen. Hier bietet sich immer wieder Gelegenheit, Feststellungen zu machen, wie weit die Entwicklung der Polizei zur wahren Volkspolizei gediehen ist. Polizeistunde 3 Uhr. Ei» Runderlatz des Preußischen Innenministers. Der preußische Minister de» Innern richtete, wie der Amtliche preußische Pressedienst mitteilt, an die Ober- und Regieruugsprä- fideuken und an den Polizeipräsidenten von Verlin unter dem lS. Oktober folgenden Runderlaß: .Zum Zwecke der Reuregeluyg der Polizeistunde in Gast, und Schankwirtschaflen bestimme ich in Abänderung der Verordnung über Schankerlaubnis und Polizeistunde vom 20. lluni 1923 unter Aufhebung meines früheren Runderlasses vom 25. März 1924 folgendes: 1. Der Beginn der Polizeistunde ist sestgeseht: a) in Städten von 100 000 bis 300 000 Einwohnern aus 1 Uhr; b) in Städten von mehr al» 300 OstO Einwohnern aus 2 Ahr; c) in Berlin aus 3 Uhr. 2. Die örtlichen Polizeibehörden werden ermächtigt, bei nachgewiesenem Bedürfnis a) für einzelne Veranstaltungen, d) aus besonderem Anlaß vorübergehend allgemein eine Verlängerung der pollzeistunde zuzulassen. Eine vorübergehende allgemeine Verlängerung der Polizeistunde darf nur nach Anhörung der Zach- organisalionen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber und nach sorgfältiger Prüfung der Bedürfnisfrage erfolgen. 3. Zür Kar. und Badeorte kann wegen der Sommer- und Wlntersaison die pallzelstunde allgemein verlängert werden. 4. Zm übrigen gelten M» Vorschriften der Verordnung vom 20. Zunt 1923. Das»einheitliche Kleiü". DaS„Deutsche Tonkünstlcrorchcster" und sei« .,Q Meister. ]./ Vor der 2. Strafkammer des Landgerichts III stand gestern die . Werufungstlage der Staatsanwaltschaft gegen das i sogenannte„Deutsche Tonkünstlerorchester" der Firma E i ch b a u m- RIockow zur Verhandlimg. Das Tonkünstlerorchester, wie es der Manager nennt, ist eine Vereinigung von Musikern, die sich zur „Ctimmungsaufmunterung", wie einer der Zeugen so nett sagte, d. h. zur Belebung des patriotischen Geschäfts in Uniformen der wilhelminischen Armee kleiden. Deswegen erging Anklage auf un- befugtes Tragen der Uniform des alten Heeres. Die Staatsanwalt- schaft hatte gegen den Freifpruch in erster Instanz Berufung eingelegt. t Während Herr K l o ck o w, der Angeklagte, in der vorigen Verhandlung mit Emphase gegen die Linksbewegung polemisiert und -sich Märtyreranstrich zu geben versucht hatte, schlug er diesmal eine andere Taktik ein. Von der gewinnbringenden Spekulation auf die militärische Mentalität des reaktionären Bürgers, war angeblich auch nicht im mindesten die Rede. Man wählte die Uniform nur, um ein „einheitliches K l e i d" zu haben. Wegen dieses Hernmgehens um den heißen Brei, konnte der Statsanwalt nicht umhin, den wackeren Klockow als Feigling zu apostrophieren. Auch dem vor- sitzenden Landgerichtsdirektor kam die Haltung des Angeklagten und seiner Hintermänner wenig männlich vor. Die Vernehmung des Angeklagten und einer großen Anzahl Zeugen fand so gründlich statt, daß sich die Verhandlung vom frühen Vormittag bis in die späten Nachmittagsstunden ausdehnte. Ein Sachverständiger des Reichswehr- � Ministeriums, Hauptmann Summe wohnte den Verhandlungen bei. Nachdem gerichtsnotorisch festgestellt war. daß die Tonkünstler mit Settengewehren umgeschnallt ihrer„künstlerischen" Betätigung nach- n angin sind, wird als erster Zeuge ein Herr B a s a n vernommen, > in Binz die uniformierte Tontünstlerkapelle auffiel. Das Pu- blikum habe die Musiker allgemein für Reichswehrleute gehalten. Da sie trotz des militärischen Gehabes einen äußerst saloppen Eindruck gemacht hätten, sei ihm diese täuschend nachgeäffte Unisormierung als eine Schädigung der Armee erschienen. Basan war der erste, der Anzeige erstattete. Im weiteren Verlauf oer Zeugenvernehmung kommt es zu mancherlei interessanten Fest- ftellungen. Während der Angeklagte dokumentarisch nachzuweisen versucht, daß ihm vom Reichswehrministerium die wärmste Unterstützung zu teil geworden sei(er will seine Uniform dem Rcichswehrmimsterium zur Begutachtung vorgelegt haben) und einen Brief»ine- Obersten Reinecke, zurzeit in Ortelsburg stationiert, vorliest, in dem dieser in sehr eindeutigen Worten Klockows„Verdienste um die national« Be- wegung" anpreist, bringt Hauptmann Summe einen Brief des Oberst aus Ortelsburg zur Verlesung, In dem er feststellt, daß Klockow ihn fortdauernd mit Einladungen zu seinen Konzerten be- löst igt habe. Niemals hätte er diesen Aufdringlichkeiten Folge geleistet. Quander, ein Musiker Eichbaums, verwickelt sich, sehr zur Verlegenheit de? Angeklagten, in verschiedene Widersprüche. Cr hat sich wie es scheint, auf Programmen Musikmeister genannt, ein Rang, der ihm als Bataillonsiyusiker keineswegs zukam. Dann kommen die anderen Entlastungszeugen. Herr D ö n ck e, Krieger- vereinspräfes sagt, für ihn„als alten Soldaten" sei die Tonkünstler- uniform nicht mit der der alten Armee zu verwechseln, Herr Keil, ,. t.,... richtige Soldatenformat. it dankt dem Angeklagten für seinen„Bekennermut" im„Interesse des Wiederaufbaues" und betont, daß Klockow das d e u t s 6) e Gemüt vor der schauderhaften Jazzband gerettet habe. Herr Molkenthin meint, die Sache hätte wie eine Bombe«in- geschlagen. Der Sachverständige des Reichswehrministeriums stellte mit oller Entschiedenheit fest, daß Klockow Uniformmißbrauch begangen habe. Die alten Uniformen genössen gesetzlichen Schutz. Der Antrag des Staatsanwalts, der übrigens dem Der- tsidiger des Angeklagten ernsthaft Konkurrenz machte, lautete auf zwei Monat«Gefängnis, das Gericht kam nach Inständiger Beratung zu einer Vertagung. Zur neuen Verhandlung sollen die Originalstückc der allen Uniform herbeigeschast werden, um den Schöffen Vergleiche zu ermöglichen. Oeffenil-Werbeversammlvngen heute, Sonnabenü, öen 16. Oktober: Biesdorf-Süd: 7% Uhr im Lokal Dietz, Köpenicker Str. Tages- ordnung: Di« Aufgaben der Sozialdemokratie in der Republik. Redner: Wilhelm Richter. Morgen, Sonntag, öen 17. Oktober: Baumfchulenweg: Werbekundgebung. Antreten zum Unrmarfch vormittags, 9 Uhr, Baumschulenstraße Ecke Hcidekampweg.— Anschließend um 10 Uhr öffentliche Werbeversammlung nn Saal des Kinos, Baumschulenstraße. Referent: Polizeioberst a. D. Dr. Hermann Schützinger. Männer und Frauen, erscheint in Massen! il. kreis. Lichtenberg: Frauenwerb«abend heute, Sonn- abend, den IS. Oktober, abens 7% Uhr, im Lokal Tempel, Gudrun- straße 7, Kleiner Saal. Mitwirkends: Gesangverein„Fichte Georginia", Rezitationen: Genosse Schuhmann, Vortrag der Genossin Gertrud Hanna, M. d. L.— Im Anschluß daran ge- mütliches Beisammensein.— Gäste herzlichst willkommen. Medizin und Polizei. Unser medizinischer Mitarbeiter, Genasse Dr. Norbert Marx schreibt uns über den medizinischen Teil der Polizeiausstellung fol- gcndes: Die deutsche Aerzteschast stellt in ihren Satzungen ,.Den Dienst am Volte" als ihre erste und höchste Aufgabe dar. Aus diesem Grunde wohl hat sie als Ausstellungsobjekt ihr Material gegen die Kurpfuscherei— Kurpfuscher ist in ihren Augen jeder, der nicht die staatliche Approbation zur Behandlung von Kranken hat— gewählt. Durch die besondere Betonung der angeblich materiellen Schädi- gungen des Volksganzen, durch die Kurpsufcher, bekommt aber dieser edle Zweck„Dienst am Volte" einen sehr metallischen Beigeschmack und es erscheint die Ausstellung des Groß-Berliner A�ztebundes, der durch seinen Kampf gegen die Krankenkassen und Ambulatorien weitesten Kreisen bekannt ist, mehr aus Konkurrenzgründen als aus Liebe zur breiten Masse diktiert zu sein. Aber auch sonst müssen von einem sozialistischem Arzt noch mancherlei Fehlgriffe, die der Ausstellungsleitung entgangen sind, bemängelt werden. So stellt das Museum für Völkerkunde in Ham- bürg statistisches Material aus, das schlagend die überragende In- telligenz der Bourgeoisie gegenüber dem Proletariat beweisen soll. Schon die Bezeichnung„Kinder aus Schulen verschiedener Stände" beweist das soziale Verständnis der Ausstellenden. So find in Prozenten in den Schulen der oberen Stände Fortgeschrittene 25 Proz. und Zurückgebliebene 13 Pro;., in den mittleren Ständen 20 Proz. Fortgeschrittene und 30 Proz. Zurückgebliebene und in den unteren Ständen 7,5 Proz. Fortgeschrittene gegen 40 Proz. Zurück- gebliebene. Selbstverständlich sind von den Kindern begüterter Eltern sehr begabt 30, öl Proz., mäßig begabt 53,80 und minierbe- gabt 15,59 Proz. Bei den Kindern armer Eltern dagegen nur 20,50 sehr begabt, 62,26 mäßig und 27,18 minderbegäbt. Daß solche To- bellen, die eine erschreckende Unkenntnis über die ungünstigen Lebensbedingungen der Proletarierkinder beweisen, gerade von Ham- bürg ausgestellt werden, ist tief bedauerlich. Ist denn den verant» wortlichen Herren des Dölksrkundemuseums nicht irgend einmal zu Der Rundfunk müßte endgültig eine Reformierung setner Pro- gramme vornehmen. Zugegeben, daß schwere Orchestermusit oder Opern- und Schauspielüberttagungen nicht jeden Abend gegeben werden können und daß der Rundfunk mit«iner�Hörerschast zu rechnen hat, die sich aus allen Schichten der Bevölterling zusammen. setzt, so müßte doch«ine Ausbaloncierung innerhalb des Tages- Programms stattfinden. Es geht nicht an, daß auf ein Nachmittags. konzert vom Kaffeehausniveau die Sendung einer uralten Posse oder ein durchschnittliches Orchesterkonzert folgt, und daß dann wie zum Ausgleich ein anderer Tag allein hochwertige und für manche Hörer nur schwer verdauliche Darbietungen bringt. Die augenblick- ltche Zusammenstellung der Programme zeigt einen durchaus un- dkonomffchen Geist, an einem Tage verschwendet man, um an den folgenden überhaupt nichts mehr geben zu können. Sicherlich spielt dieser Wirrwarr, der im Rundfunk herrscht, eine bedeutende Rolle bei der wachsenden Unzufriedenheit der Rundfunkhörer. Was biet« denn im Grunde ein Programm wie das gestrige? Ein oder zw« gute Vorträg« und ein liebenswürdiges Abendkonzert, am Nach- mittag dagegen geschieht nichts, die Abendveranstaltung hat jedoch nicht das Niveau, um«inen vollgültigen Ersatz für die Leere de» Tages zu bieten. Seidler-Winkler spielt sehr sachlich Ehabrier und Eesar Fmnck, läßt darauf aber ein belangloses Divertissement über russische Lieder folgen, das Rabaud schlecht und recht für Orchester zusammengestellt hat. Eneseos rumänische Rhapsodie entwickelt Temperament trotz ihrer parfümierten Salonhaltung. Und dann versandet das Konzert vollständig. Dazu leidet die Uebertragung unter Störungen. Eins aber darf der Rundfunk nie veraessen, die Zeit des kritiklosen Rundfunkenthusiasmus ist vorüber. Man steht jetzt den Darbietungen abwägend gegenüber. Noch einmal fei be- tont, das Programm muß reformiert werden. vss �unäfunkproxl'smm. Sonnsdenö, öen 16. Oktober. Außer(lern iibliohen Toffesprogramra; 1?30 Uhr naohm.: Die Viertelstunde für den Landwirt 4.30 Uhr nachm.: Cäsar Flaischlen(Za seinem TodestatrV 1. Einleitende Worte von Dr. Walter Meckauer. 2. An» Flaischlen». Werken. Theodor Loo». Rer,itation. 5—8 Uhr abend«: Nachmittaps- konaert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Koneertmeister Frsna v. Bzpanowski. Anschließend: RatechlKgre fürs Hans, Theater- nnd Filmdienst. 6.30 Uhr abends: SanitStsrat Dr. Werner:„Dr. Eisenhart". 7 Uhr abends: Prof. 0. Oolson:„Lafontaine et ses fahles".(In franaösiseher Sprach e). 7.30 Uhr abends: Dr. Max Osborn:.Daniel Obodowiocki".(Znm 200. Geburtstag de« Heisters). 8 Uhr abend«: Professor Dr. Frans Ludwig Hörth von der Staatsoper: Einführung zu der tlebertragung aus der Staatsoper am 17. Oktober. 8.30 Uhr abend»: Zum Wochenende. Mitwirkende: Lotte Appel, Heide Sache. Angela Sax. Jul. Brandt, Max Knttnsr, Fritz Taebauer, Karl Wallauer, Berliner Fnnkorchester, Berliner Funkchor. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Spbrtnaehrichten. Theater- und Filmdienst. 10.80— 12 80 Uhr abends: Tanzmusik(Tanzorchester Ett<). Königswusferhausen, Sonnabend, den 16. Oktober. 8—3.30 Uhr nachm.: Prof. Dr. Amsel, Obarsohnllehrer Wester- wann: Einheitskurzschrift. 8 30— 4 Uhr nachm.: Hedwig Stieve: Neue Arbeitsgebiete kür die Wohlfahrtspflegerin. 4- 4 80 Uhr nachm.: Dr.-Ing. Toussaint: Facharbeiter in der Metallindusttrie. 4.30-�5 Uhr nachm.: Das Neueste aus der pädagogischen Zeit- schriftenliteratnr. 8.30— 6 Uhr abends: Professor Dr. Mackowsky: Berlin und Potsdam unter Friedrich dem Großen. 6—6.30 Uhr abends: Professor Dr.-Ing. Laudien: Das elektrische Kochen. 8.30 hie 7 Uhr abends: Dr. med. Ehricke: Die Bedeutung der zahnärztlichen Prothetik in bezug auf den Gesichtsausdruck des Menschen. 7— 7.30 Uhr abends: Dr. Mersmann; Die deutsche Oper von Mozart hie Schreker. Ab 8 Uhr abends: Uebertragung ans Berlin. Ohren gekommen, daß ein sehr großer Teil der Proletarierklnde? morgens nüchtern zur Schule kommt, nachdem er schon vorher stun- denlong Zeitungen ausgetragen hat, während die„Wissenschmtler' sich noch in ihren Betten räkelten? Noch ein umstrittener Punkt soll erwähnt werden, das sind die statistischen Angaben über die Prostitution, die uns die Polizeidirektion Nürnberg beschert. Schon die Klassifizierung der Prostituierten nach ihrer früheren so- zialen Stellung im Kellnerinnen-, Arbeiterinnen-, Hausmädchen- und Modistinnenberuf ist durchaus nicht ausschlaggebend. Verheerend müssen aber die Angaben über die Häufigkeit der venerischen Infek- tionen bei den Prostituierten auf den Nichtmediziner wirken. Eine mehrfache Ansteckung mit Syphilis ist unmöglich, ebenso eine acht- malige Neuerkrankung an Tripper. Bei diesen Prostituierten war eben die Krankheit niemals ausgeheilt, sondern sie trat zu verschie- denen Zeiten in neuen Schüben auf. Aus den angeführten Bei- spielen ergibt sich leider, daß ein großer Teil der verantwortlichen Polizeiärzte zur Zeit noch nicht genügend Verständnis für dos Pro- letariat aufbringen kann. Hier Abhilfe zu schaffen, ist auch eine Pflicht des Innenministers._ Nektorsts-Uebergabe an Ser Unwersitet. Di« Friedrich-Wilhslm-Universität in Berlin beging gestern Mittag mit einer kurzen Feier die Rektoratsübergabe. Der bis- herige Rektor, Professor Dr. Pompeck y, gab den Bericht für das Jahr 1925—26. 768 Vorlesungen und 406 öffentliche Vorträge m:i insgesamt 54 000 Hörern wurden im Sommer und 774 Vorlesungen und 408 öffentliche Vorträge mit insgesamt 58 000 Hörern im Winter abgehalten. 597 Studenten haben die Doktorprüfung be- standen. Insgesamt waren im Winterhalbjahr 9877 Studenten, da- von rund 1 400 weiblick)- eingetragen. Gegenüber dem Sommerhalb- johr mit 934? Studenten, davon 1300 weiblich, war eine Steigerung von 500 Eintragungen zu verzeiäinen. Dr. Pompecky sprach dann über die Zusammenarbeit zwischen Senat und Studentenschast und drückte seine Zufriedenheit darüber aus, das die Berliner Studenten- schast sich im Fall L« s s i n g zurückhaltend benommen habe. An der Berliner Universität ist die Not unter den Studenten besonders groß. Viele glauben in der großen Stadt leichter, neben ihrem Studium noch Beschäftigung' zu finden und kommen nach Berlin. Nur wenigen ist es vergönnt, Werkarbeit zu finden. Im Werkstudententum ist ein großes Heldentum. Unter größten Enffagungen müssen die jungen Leute neben dem austren- genden Studium für ihren Lebensunterhalt sorgen. Nur wenige haben die Kraft, diese Anstrengungen durchzuhalten. Infolge des Anwachsens der Sportbewegung sind die für die Ausübung des Sportes zur Verfügung stehenden Räume zu klein geworden. Auch die Bureanräume mußten durch Mieten von Räumen außerhalb der Universität erweitert worden. Der Senat hat den Plan, auf einem in der Karlstraßs gelegenen Platz, einen Erweiterungsbau zu errichten. Er beschäftigt sich aber auch mit dem Plan, außerhalb Berlins eine Universilätsstadt zu errichten. Natürlich konnte sich Dr. Pompecky nicht versagen, auf das Ehrenmol und seine Inschrift einzugehen. Cr bezeichnete den Vor- beimarsch der Studentenschaft am Denkmal als den„Zug der Sieger", der an den unbesiegten Siegern vorüber führte. Nach der Rede Dr. Pompeckys wurden die Zeichen der Rektoratswürde, der Purpurmantel und die goldene Kette, dem neuen Rektor Prof. Dr. Triepel angelegt. Nach Ablegung des lateinisch gesprochenen Eides hielt Prof. Triepel seinen Vortrag über„Staatsrecht und Politik"._ waffcrrohrbruch in der Relchenberger Sl raste. Vor dem Haufe Reichenberger Straße 133 platzte das in der Erde liegende Hauptwasserrohr und drückte das Erdreich in die Höhe. Ein starker Wasserstrahl quoll an die Oberfläche und setzte einen Teil der Straße unter Wasser. Abgesandte der Wasserwerke erschienen bald an der Unsallstelle und sperrten das Rohr ab. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte nach kurzer Zeit wieder abrücken. Durch den Wasserrohrbruch waren einige Häuser eine Zeitlang ohne Wasser. Am Sonnkag nach Hamburg. Der für Sonntag, den 17. Oktober, angesagte Sonntags-Sonderzug- nach Hamburg wird, wie wir von der Reichsbahndirektion Berlin erfahren, bestimmt oer- kehren: Berlin, Lehrter Bahnhof ab 6.20 vorm., Spandau ab> 6.38, Nauen ab 7.04, Hamburg an 11.30, Rückkehr nach Berlin erfolgt um 12.30 nachts. Die Fahrpreise für die Hin- und Rückfahrt betragen von Berlin, Lehrter Bahnhof 12,80 M., von Spandau 12,30 M., von Nauen 11,30 M. Fahrkarten werden bei den Fahrkartenausgabe- /stellen Lehrter Bahnhof, Spandau und Nauen noch bis kurz vor Abgang des Zuges ausgegeben. Am Sonnabend sind sie auch noch in der Fahrkartenausgabe Schlefifcher Bahnhof, sowie bei den vier Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus: Potsdamer Bahnhof, Bahnhof Friedrichstraße, Kaufhaus des Westens und Reife- bureau Unter den Linden 57/58 erhältlich. Die kommunistischen Skraßendemonstrationen. Die Kommu- niftifche Partei veranstaltete am Freitag abend zwischen 6 und 8 Uhr eine Anzahl Bezirksdemonstrationen„gegen den Raubzug der Hohenzollern", die wohl auch infolge des regnerischen Wetters sämtlich keinen erheblichen Zulauf hatten. Die Trommlerkorps des Roten Frontkämpferbundes gingen den Zügen voran, in denen Transparente und Fahnen mitgeführt wurden. Vom Brunnenplatz, der Weberwiese, Oranienbrücke und vom Knie bewegten sich die Züge durch die Straßen der Bezirke. Die Teil- nehmer brachten an einzelnen Stellen Hoch- und Niederrufe aus. und sangen Lieder. Die Tendenz der Kundgebungen war fast aus- schließlich gegen die Sozialdemokratie gerichtet, der man in billiger Demagogie„VerratderArbeiterschaft" vorwarf. Di« Versammlung in Kliems Festsälen wies einen sehr mäßigen Besuch auf. Hier sprach ein kommunistischer Landtags- DER MANN HAT RECHT, der»einer Frau den Bubikopf nicht gestattet, wenn sie schon ihr langes Haar nicht richtig pflegt Denn ein schlecht gepflegter Bubikopf ist ein Hohn auf die viel gepriesene Jugendlichkeit und Bequemlichkeit der kurzen Haartracht Ein Bubikopf muh vor allem regelmäßig jede Woche mit Pixavon gewaschen werden. Pixavon gibt dem Haar lockere Fülle, schimmernden Glanz und den weichen Fall, aus dem jede Frisur von graziöser Eigenart sich formen läßt Keine der gewöhnlichen flüssigen Teerseifen hat auch nur annähernd die Wirkungen von Pixavon. Bestehen Sie fest auf„Pixavon"(nur in geschlossenen Originalflasehen), sowohl für die häutliche Haarwäsche, wie auch für die im Frisiersalon, Fordern Sie kostenlos von uns Abbildungen neuer Bubenkopf schnitte füi- Winter 1926. UN GN ER- WERKE Dresden H abgeordneter, der sich in maßlosen Angriffen auf die Sozialdemokratie gefieb Die Demonstrationen sind aus. nahmslos ohne Zwischenfälle oerlausen. Eine Gedächtnisfeier für die oor einem Jahre verstorbene be- liebte Konzerl»und Oratoriensängerin Paula Weinbaum findet am Sonntag, den 17. Oktober, nachmittags 4 Uhr, auf dem israelitischen Friedhof in Weißensee statt. Mit der Feier ist die Enthüllung eines Gedenksteines verbunden. Gesougskonzert. Sonntag, 17. Oktober, veranstaltet der Männerchor .O st- y r a n i a 1849" unter Leitung seines Chormeisters Karp ein Konzert in der Stog>Akadcmie. Ter Chor bringt Werte von Sturm. Mohr. Bruch. MendelSjodn.Baitholdh. Ulhmann, Karp und Kirch! zum Vortrag. Mtllvirtende: Dore Busch( Soprans Lieder zur Harle, Begleitung Kapellmeister Karp. Einlag 6'/, Uhr. EintritlSlarten und Programmtext 1 Marl an der Abcndtasse. Vuvdeskanzler a. D. Genosse vr. Karl Renner(Wiens spricht Montag, den 18. Ottober, abends 7.LZ Uhr, in der Funtstunde Berlin über.Oester- reichS historische und politische Sendung". Sozialistische �lrbeiterjugenü Groß-öerlin. W!«il«»g»le!ter, liefert die Monatoprograinm« für November und die Bertchtebogcn vom ll. Quartal ad.... Achtung: Wcrbebezuksleiter,.bildungzobleute und Bildungsau-schußmtt- glieder: Sonntag vorniittag 1» Uhr Zusammenkunft im Jugeudheim Linde». ltrafie 8. Thema:..Die Organisierung unserer Bildung sardeit". � Srnppcn, n'elch« isllhrungcn durch die Betrieb« der ltonsumaenossenschaft, Lichtenderg. Riitergutitr. 18—28. veranstalten wollen, können dieselben om Eonntag, 17. und 2t. Oktober, vonnittags von 9—12 Uhr durchführen. Führer werden von der«onsmngcnolsenschatt au- gestellt. heule, Sonnabend, abends 754 Uhr: Schönhauser Vorstatt: Flugblattverbreilung. Tresfvunkt nachmittags b llhr beim Ecnoffen Goldlchmidt.— Pankow: Jugendheim Kissingen-. Eeke tbranih» strasie, Zimmer 2, Vortrag:.Soziales Wandern".— Werhebezirk Schönederg: Die Madchen beteiligen sich an der Mädchenarbeitsgemeinschaft de- Werbe- bezirk» Westen. Jugendheim Rosinenstr. 4. Werbebeztrk Kreuzberg: 7 Uhr, Werbebeztrk-funktionärsthung im M Jugendheim Lindenflr. 8. Wichtige Tagesordnung. ä Werbebezirk Teltowkau al: Heute, Honnabend, Borsitzendenkon» 5� fercnz im Jugendheim Tcmpclhof, Germaniastr. 4—8, Eingang m Kinderhort. Alle Vorsitzenden inüsien erscheinen.-i- Werbebezirk Reinickendorf. Sämtliche Genossen btleisraen sich an i.Z der Werbcseler der Abt. Herm-dorf. Zugverbindung: 7.82 Uhr Bhs. Schönholz, 7.89 Uhr Bhf. Wittenau(Rordbahn).... Hcmodars: Eltern, und Werbeseier im„Wien Forschau-, Augustc-Biktoria-Strasie. Besonderes Programm. Alle Partei- genossen und Gäste sind herzlichst eingeladen. Eintritt frei. Beginn ?j8 Uhr. . Werbebezirk Müggelsee: Ab heute Sounabend, 18. Oktober, findet regelmäßig tSonuabeichs) im Gemcinschaftshauz der Gartenstadt Z Falkenberg b. Grünau ein Bolkstanzkuriu» statt. Unkostenbeitraz � A Pf. Mitgtieder anderer Abt. können sich noch beteiligen. S-rbebezul Westen: Mädchenaroeilsgemelnschaft abends 8 Uhr im Z Jugendheim Rosinenstr. 4. Portrag:„Sozialtsttsch, Erziehung". Morgen, Sonntag: Helmhaltzvlatz: Konsuuwrüüuigung Treffpunk: HIB Uhr. Selmholtzplatz. Schöuhauler Vorstabt: Konsumbesichtiaung, Tresspmrkt vorm. 149 Uhr. Bhs. Schönhauser Allee, nachmittag- 1 Uhr Demonstration. Schönfl. Brücke, abends 71b Uhr Hrwmbond, Schönflieder Straße. Saleuf«! 2..Gemerndefchule, Zeichensaal, Zugendfeier, Beginn 8 Uhr. F-livlatz: Fahrt durch den Krämer. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Schönh. Allee. Lichlcuberg.WUte.Weft: Vormittags 9 Uhr Treffpunkt zur Hausagitation vor der Post, Erossencr Straße. Äbend» 814 Uhr Funkttonärverfammlung. Werbebezirk Echöuebrrgi Die Parteidemonstration ist abgesagt. Werbebezirk Lichtenberg(Ostbahus: Treffpunkt zum Werbeumzug der Partei 1214 llhr. Schwarzer Adler, Frankfurter Allee. --- i i■ i 1 i—i— I I I- Zohauut-ihal: Jugendheim Rathau- am König-vlatz. Einführona». abend für Schulentlassene. Programm: Musik, hellere Vorträge,„Alt. Berlin. Lieder zur Laute: Szene au, All-Berlin von Glaßbrennrr. Beginn 714 Uhr. Werbebezirk Reuköllu: Jugendheim Eanner Straße, 148 Uhr Heim» abend:„Alt-Scrliner Humor. Da» Heim wird um 7 llhr geöffnet. Erscheint olle. Werbebezirk Müggelsc«! Adler-hof, Jugendheim Roonstr. 18. Bunter Abend. Rezitationen. Aufführungen, Linder zur Laute. Unkosten. bellrag 18 Pf. Arbeitersport. Fußballspiele am 17. Oktober. Bezirk Norden: In Reinickendorf-West. Schornweberstroßc, spielt Fichte- Nord gegen Eachsenhausen. Rathenow gegen Brieselang in Raihenow. Bor- wärt- gegen Birlenwerder in Hennigsdorf. Kqritz gegen Staaten in Zchritz. Willenau gegen Hansa in Wittenau. Nordbahn. Ketzin gegen Siemensstadt in Ketzin. Minerva gegen Rord-Oronienburg in Borsigwalde. Reu- Ernst«. Ecke Konradftraße. Arbeiter-Svortverein 24 gegen Ziordiska in der Ehristiania. sttaßi tTeutonia-Platz). Turnverein Pankow gegen Eisenspalterci In Pankow, Andreas-Loter-Platz. Hertha gegen Adler 12 in Steinfurch. Arminia gegen Pankow 88 in Blankenburg. Römerstraßc. Alemannia gegen Teutonia in der Ehristianiastraß« sAder-12. Platzt. Union gegen Adler 88 in Pankow. Maxim!- Iianstraße. Fichte-Eesunbbrunncn gegen Tegel 24 in Reinickendorf, am Schäfer. s-e. Borussia gegen Ioachiinothal in Reinickendorf. Lindauer Straße. Selnetla gegen Fichte 24 aus dem Exerzierplatz. Schönhauser Allee. Wacker 24 gegen Bernau in Lichterfeld« bei Eberswaldr. Wacker 28 gegen Einigkeit auf dem Exerzierplatz. Schönhauser Allee.— Bezirk O st« n: Brllannia gegen Wriezen IN Lichtenberg, Wagnerstraße. Richterswald« gegen Aslania in Richterswalde. Sadowa gegen Borwärt» 28 in Köpcnick-Rord. Verein für Bewegung-spiel« «cgen Tosmania- Fredersdorf in Köpenick, am Friedhof. Stralau aegen Ketschen. darf In Lichtenberg. Alt�Zlienicke gegen Obersvre« in Alt-Glienicke. am Kie». berg. Lichtenberg Ii gegen Johannisthal im Lichicnbcrger Stadion. Serzdcrg. straßi. Brandenburg 82 gegen Lustig-Fidel in LIchicnbcrg. Eitelstraße,«er. liner Sportverein 18 gegen Hertha 22 in Friedrichofeld«. Tresko wallee. Turn- verein Weißensee gegen Woltersdorf in Weißens«. Renndahn. Lichtenberg III gegen Friedrichshggen in Friedrichsfslde auf dem Kartellplatz, Trcskowalle«. Sparta gegen Adlcrshof in Lichtenberg. Houffstraße. Berliner Sportverein 22 flegen Echweifstern in Hohenschönhausen. Sommerstraße. Zieuenhagen gegen Komet in Reucnhagcn tOsidohn). Fichte-Südost gcgen Adl-r-M-bl-dorf in B-umschul-nwe« Fichte-Turnplatz.- Bezirk Südwest: Bcvolina gegen Neuköllner Ballspielklud auf dem Temvelhofcr Feld. Luckenwald« I gegen Berlin 12 in Luckenwaldr. Hetzheid«. Jüterbog argen Teltow in Jüterbog. Hertha gegen Luckenwald« N in Luckenwalde. Kirchmöser gegen Fortuna 28 in Kirchmöser. Wilmersdorf geaen Seddin« in Wilmersdorf, Zähringer, Eck« Württemdcrgischc Straße. Wannsee aegen Zehlendarfer Ballsviel-Elub In Wonnfre. Brandenburg gegen Biltoria-Tempelhof In Brandenburg a. d. Havel. Potsdam gegen Schmargendorf in Potsdam. Bornstedter Feld. Beelitz gegen Zossen in Beelitz. Neukölln-Britz geaen Lankwitz in Neukölln, Dammweg. Charlottcnburg gegen Schöneberg in Eharlollenburg. Olberstrahe. Rüstig. Bor, wörts gegen Kolzenbur» in Neukölln, Innstraßc. Frisch. Auf gegen Lücken. Wälde M in Luckenwalde. Kreuzberg gegen Fusibaliring auf dem Tempel. hoser Feld. Mariendorfer Svort-Elub gegen Ruhlsdorf in Mariendorf, Albrechtstraße. Luckenwald« v gogcn Stern-Mar ienfold« in Luckenwalde. Ficht« 21 gcgen Trebbin In Lichtenrade. Britannia gegen Franlcnfcldc auf dem Temvelhofer Feld. Beginn der Spiele im Norden und Osten 8 llhr. Südwesten 214 Uhr. Bor- her toller« Mannschaften, vormittag- auf allen Plätzen Zuaend- und Schüler. spiel«._ Haudballsplele am 17. Oktober. Am Sonntag deginnen die Börscnspiele. Zn Adlershof, verlängert« Seibigstraße, spielt Adler-bo? mll der II. Jugend gegen Nord II um 1214 Uhr. I. Jugend— Nord I um tz«2 llhr, die Männermonnschgften II— Fichte 8 II um 8 Uhr. I.— Nowawe« I um Uhr. Schön«berg.Lpor!abtei.'ung und Moabit spielen mit den Männermannschaften auf dem Dominiousplatz. Die 2 Wann- fchaften um 2 Uhr und um 8 Uhr die erste. Auf dem Urbanplatz spielt Groß. Berltn-Lüde» mit der 1. Männermannschaft um 1418 Uhr. Segen Groß-Beili». Norden 1 I und mll der Jugend gegen Moabit um 1411 Uhr. Biesdorf 1. Männer hat Stralau I um 8 llhr al« Segner, während die lZugendmann- fchaften Stralau und Lichtenberg um 2 Uhr auf demselben Platz spielen. Auf dem ssichteplatz in Baumschule» weg spielen die Iitgendmannschaften 18 I gegen 19 I, 18 Uhr: I I— Belten. 148 Uhr: 7 I— Luckenwalde. 8 Uhr: die Männer- Mannschaften 2 1—18 I, 1410 Uhr; 1Z I— Nordost 88. 10 Uhr. Wasl-rfportpl-tz Plötzensee: Ficht« 4 Frauenabt— Moabit II, 2 Uhr: 4. Männevabt. 11-18 II, 8 Uhr: 4 I— Nord I, 4 Uhr. In Tegel, Grof-Röbern-Korso, spielt Eiche-Tegel, 2. Männer— Lichtenberg 8 I, 2 Uhr: 1. Männer-Fichte 8 I. 3 Uhr: Turne. rinnen— Neukölln 2. Abt, 4 Uhr. Schöneberg 1. Jugend fährt nach Branden, bürg. Weitere Spiele finden statt: Frauen: Spandau 88— Moabit I, 18 Uhr Spandau, Falkenhagener Chaussee: Jugend: Weddingturner— Norden 1 I, 9 Uhr Reinickendorf, Schornweberstraße: Männer: 2« B. I— Neukölln 2 I. 8 Uhr in Lichtenrade, 28 B. U— 28 A. I. 10 Uhr und 19 I-Nord II. 11 Uhr Mariendorf. Rennbahn: Ficht» ö ll— Biesdorf v, 8 Uhr Reinickendorf. Schäfersee.— Rafi» ball: Fichte 22 I— Ficht« 18 III, 8 Uhr Hohenschönhausen, Sommerstraßc: Weißens« 1—18 I, 4 Uhr auf dem gleichen Platz: 13 11—22 II, 8 Uhr Fichlcplatz Baumschulenweg. Jugend: Lchwandte— Weißens«. 2 Uhr und 22.-7.. 2 Uhr in Hohenschönhausen._ Schach iveUkämpfe 1923/2« de» Berliner Arbeiter-Schachklub». Sonntag, 17. Oktober, vorm. 18. Uhr. Gruppe B: Nordwest I—Charlottenburg II. Bremer Str. 72/78: Friedrich-feld« I— Weißens« I, Gubrunstr. 1; Nordring I gegen Norden l. Am Falkvlotz l! Neukölln I— Süden I, Boddin-, Ecke Reuter- straße. bei Bcuthin: Sumboldthain I spielfrei.— Gruppe D: Mitte I gegen Charlvttenburg III. Gonnannstr. 14: Baltikum I— Gesundbrunnen III, Petersburger Str. 81; Südwest II— Norden II, Lankwitzstr. 5. bei Wenk«: Süden II gegen Friedrichsfclde II. Muskauer, Ecke Eisenbahnstraße: Webding IV— Neu- kölln N. Maxstr. 12.— Resultat««om»erganqencn Sonntag. G r n v v« A: Sesittldbrunnen I— Roter Stern l 8:2(8 Hänge!: Westend I— Charlotten. bürg I 2:8 sö Hänge!.— Sriivve L: Ostkav II— Schillervark II 314:814: Weißenfee N— Süden M 814: 414: Reinickendorf-Ost I— Humboldthain III 814:814: Friedrichsbain N— Osten in 1: 9.— Meisterturnier 3. Runde Won- tag. 18. Oktober._ Sport. Rennen zu Marlendorf am Freikag, den 15. Ottober. 1. Rennen. 1. Punier sö. Grube!. 2. Arniried sPrhzrenibel). g. Mentor I sP. Finn!. Toto: LS: 10. Platz: IS. 24. 17: 10. Ferner liefen: Langemann, Trauring, König Robert, Winnie, Crlspa, Zladiola, Venu». S. Rennen. 1. PetronellaA.fKIeinoth). 2. D!na Watt» fFrömming!. 3. Kartenfpicler(Klabunde). Toto: 192: 10 Platz: 31. IS. IS: 10. Ferner liefen: Einsicht, Ouantität, Wintermärchen. Lessing. Tilcnto, Jram, Leuchtturm, Erbprinz jr., Effi. Großmogul, Vota FriZco, Hippologe. Armenier. Z.Rennen. 1. Wagner sElia»), 2. Martha Halle sW. Lemzer!, 8. Vikar sLichienfcld!. Toto: SS: 10 Platz: IS. 14. 14: 10 Ferner liefen: Madonna. Millionär, Esparsette. Beate, Regenbogen. 4. Rennen. 1. Nb-rglaubemd meist bewölkt, strichweise Regen.—.Für veutschland: Im Süden zumeüt noch warm, später Abkühlung und Niederschläge, nn übrigen Deutschland Tempcralure» wenig verändert und zumeist unbeständige» Detter. 'ß-otiMonalsmlen ERÄDDÄTZ&C« QeHln leipzigen SJr 122-125 Ortsttan!en!asseder?Nechani!er, Optiker u. verwandten Gewerde zn Berlin. Bekanntmachung betiessend Ausschnßkvahl. Da aus Grund des Wohlausschreiben» vom 24. September 1928 für die Wahlen der Vertreter zum Ausschuß der Kasse sowohl von den Arbeit- gebern al» auch von den Berstchertca nur je ein gültiger Wahlvorschlag in der zulässigen Frist-lng-r-icht worden ist und beide Wahlvorschläge ihrem gesam- ten Inhalt nach den Borschristen der Satzung und Wahlordnung entsprechen, aelten die in den beiden Wahlvor- schieigen bezeichneten Personen gemäß § 18 der Wahlordnung als gewählt. Der Wohlvorfchlag der«lbeitgeber beginnt mit dem Namen Wilhelm Lac Usch und endet mit dem Name» Carl Seppe. Der Wahlvorschlag der B.rsicherten beginnt mit dem Namen Ott- Malze und endet mit dem Name» Alfred Lchngut. Di« für den 7. u n d 8.«»-- m b e r 1 92 6 anberaumten Wahlen finden daher nicht statt. Die Sllltwkeit der Wahl, k-nu tnner- bald eine» Menat» nach der Bekannt. machuna des Wahlergebnisse--ngefoch- werden. ÄnfeÄtunyen sind bei dem Vorstand Oder dem Ver�erumteamt- aus reinwollenem Velour de lalne mit vollem Pelzbesatz— kostet nur*»9 /0 ähnlich ausseführte Mäntel S0.7S 35.75 39__ 59.— 79— usw. Kleider, Blusen und Pullower in wundervoller Schönheit, größte Auswahl zu fabelhaft billigen Preisen. W. Bernhard Nacht. Berlin, Belle-Alliance-Str. 101-105, direkt am Hallesch. Tor ÄbtaUun�i Achten Sie auf die gebotenen Vorfelle Wir Tiefem weiter auf Teilzahlung 1000 10 M Anzahlung Innn Herren-Mäntel ÜUÜ und Ulster 10 M- Anzahlung Innn Gummimäntel UUu für Damen o. Berrrn 8 ml» M Anzahlung InAA Damen-Mäntel UUUund Kostüme 8 ml» M. Anzahlung 100 �>e�zm�nte� 40 Pariser Modeile. Beste VerarhelM. Hadoescherf INßnute uBrthnlrf««—\ Filiale: 6ro08 Frankfurter Straße 66. und decken Sie Ihren Winterbedarf Abzahlung diskret and beqnem den ZettrerbSltnlxen angepaßt Beamte and behördliche Angestellte . sowie alte saldierte Kunden der Firma ohne Anzahlung und-Jacken ml» M. 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Liter 2.50 Montagne, Spanischer Rotwein,'/, Fl. 1.— Weißweine billigst.. 0.80. 1.00. 1.25. 1.4, 1 Preise einschl. stadt Steuer ohne Olasl Jamalca-Rnm-Versch.,-/.fk Z.65 1 Pa. Edeluranntwcin„Richienbergcr" Fl. 2.70 Feinster Welnbrand-Verscfa. BT.. Vi Fl. 2.75 Echter Weinbrand, 3 Stern...."/, Fl. 4.75 Feinster Afrlkaner-Likür, Spezialität Orig. 2.85 Erstklassige diw. Liköre>/, Fi. 3.75 Preise einschl. städt Steuer und GlasI Bei Bestellung; von AI. 10.— an Lieferung frei Haus durch die Zentrale B. Tiedmann Li(i5i• Fabrik Zentrale Berlin Ol 7, Fru/, Uhr: Euryanthe Musikal. Leitung B. Walter Abonn.-TurnusIM licotsdiei Theater Norden 10334—38 8 Uhr; Peripherie v.F. Langer. Regie: Max Reinhardt Kammerspiele Norden 10334—38 70, Uhr; Zum ersten Male von Tristan Bernard Regie: Eug. Robert die Konrädie SismarCK 2414, 7510 8 Uhr: Die Qefangene Von Bourdet Rp«.»» vi Reinhardt neatsr a. Konb. Tor Keltbusrr Str. S. Tagt 8 Uhr u. Tonntag nachm S Uhr(zu ermäßigten Prellen) Eitle- langer i und das 1 Raas. Osmen. Gesangs- —----»» yttaneuropoTT Gr. MianspieiliaQ: Täglich»'/. Uhr Cl/on WÖMTiff CHARELL- REVUE barnnkr-�bm Tliealer HüniiHirarz.«r. 8 Uhr: Mn.[heneys Ende HomOdlentiaus 8: Einbruch Sonnt nachm. 3: Der Garten Eden Preise 50 Pf. b. 4M. . Hollenilor'platz spiel d. Mos- Tb. L Gastspiel kauer kOnstler. Theaters Habima s u.: Der Golem Montag 8: Dybuk Kurfürst 6455 8 Uhr Variete- Neuheiten SaenabeiA». Snilajs 2 Vorstellungen 3" und 8 Uhr, 3» zu ermäßigt. Preisend, ganze Programm! Metropol» Tuest. Täglich S Uhr: Die große Revue Wieder Hetropoi Residenz-Tneai. Täglich St. Uhr: MleWWüer Eintritt Jogendlidien raboten nuuia-Ttteaier uhr: Der Biberpelz Regie: Berth. Viertel Theatu des Westens s: 0 Dentsehes lOnstl.-Ttaealer 8'/a Uhr: Dan jtroße Abenteuer Dontb. Pallraberg Sonnabend 3'/, U.: Das bDse PrimeBdien Sonntag 3Ve Uhr: Oer früblidie Weinberg Lessinn-Theaier 8 Uhr: Henstn md Uebermensdi Tb. a.Kiirtilrstendainn] 8 Uhr: Revue: Musik; R. Nelson Lnslspieltaans SVa Uhr: Die Rerzcginr. Elba Sonntag 3'/, Uhr; Schneewittchen Volks büh ne Fbeatei an Bölowplati 8 Uhr: Lyslslrata Morgen 2V, Uhr: Faust s U- Lysistrata Tb. an Sdiiffbanerdann Täglich 8 Uhr: Das Grabmal des onbekaanteD Soldaten. Neues Tliealer am Zoo 8„Ich hab Dich lieb" Part. I-S h Sessel 6 M. Verrert. aeeotnir. Stpl. S371 »1 »J £ Trianon- Theater Täglich 8V4 Uhr: „DirneotragSdie" □ Jfomzsdie Cper Der poße Operettenerfolg IT Jidvienne v" mit Serak, Wessely, Wirl, Blass Boettcber. Hell.- Sonntag nehm. 3 U.: jDie Fledermaus In erster Besetzung Vonerkauf ununterbrochen v. 10 U. an KleinesTheater Täglich 8 Uhr: MeoitlieofreDDde Hrate d. morgen nathm. 4 Uhr; Gr. Kindervorstellg. WMÜM 0 Tagt 8'/, Uhr fe Theater im Admiralspalast Rleseneiiold Kaller- Reime Ann. aas Preise von 2-16 M. j Vorrerkinf annitertr j TiiUeä von 9 Ohr vorm. bis 10 Ohr abends geStfnet Einlas bis 9 Ohr »ROSSE ILIZEI' BERLIN 1026 fetZtOT M 25. SEPitma bis if. nKTnBtn Riesen-Weltstadt- Programm mit Breiibart Florfan Pelennann U arstkL ittraktiinen linier Fneunipraei 0.75, 1.—, IJU, 2.- ZJSO, M. usw. Anfang 8 Uhr Circus Busch Tgl. 7'/� Stg. auch 3 U. HenteSeanaiiead nudun. 3 unr Letzte Sonder- daebm.-lforslellB. Erwachs, u. Kinder halbe Preise! Stg. 2X3+7»/, Uhr Nachm. halb. Preise In lintlidin Icntdlao.k Circus-Sensation.u. Papa Wranpel saunst st. o:-]U(KGtN$ M exind er nla tr Kose-7heater 4 Uhr: Aschenbrödel 8»/4 Uhr Shrliche Weit ßartenparzellen baue., teil» gepfi Str., 300 Anz, Ratenzahl.. Rest 6 Proz. n o rt Allst Ralho. Ziesbor-S., Straße 15. Ecke Straße 20 l�sl- u. Zeichen- Bedarf L-Juergens Alcxandc�pjatz Innungskrankenkasse der Tischler-Innung zu Berlin. TZetnnnfrnachnng stuf Grund de» S 47 der»affensatzung sind für die lommend« Wahlperiode die Vertreter und Ersaßmänner zum Kassen. ansschnß in getrennter Wahlhandlung zu wählen. An» dem Kreis« der ooll- jährigen heitragspitichiigen Ardeiigeher stnb 30 Bertreter und 80 Ersaßmänner, aus dem Kreis« der volljährigen Zierst-Herten 00 Vertreter und 120 Ersaß» Männer zu wählen. Die Arbeitgebee wählen am Rontag, den 20. Ronember»»20, die Versicherten am Dienstag, den 30. Ronember»920. Beide Wahlhandlungen finden nach- mittag» von 3 bis 8 Ahr im Kasten- lokal Richaelkirchftraße 15 statt. Wablberechtigt sind: a) alle volljährigen Arbeitgeber, die für ihr« verstchcrungspflichtigen Arbeit. nehmer Beiträge zahlen. Arbeit- geber, die selbst oerfichert stnb. zählen zu den Arbeitgebern, sofern st« regelmäßig mehr als zwei verfiche. rungspflichtig« Arbeitnehmer beschäf. ttgen. Im anderen stalle zählen ste fu de» Berstcherten. Das Wahlrecht ist in Person auszuüben, stiir die Wädlbarkeit stehen den Arbeitgebern beoollmächtigte Betriebsleiter und Eeschäfisführer«lelch. Di« Arbeit- geber führen«ine Stimm« bis zn 30 verstchernngspflichlig« Arbeit- nehmer. ein« weitere Stimme bis zn 300 Berstchernngspflichtig« für je 30 und über 300 Versicherungsvflich- tige für je 50 verstchrrungspslichtige Arbeitnehmer. Di« Arbeitgeber län- nen sich von der Kaste ihr- Stimmen. zahl befcheinigen lasten: d) alle volljährigen Arbeitnehmer, die bei der Kaste als Mitglieder ver- sichert sind. Als Vertreter der Ver- sicherten ist nur wählbar, wer bei der Kost« als MUglied versichert ist. Di« Dahl wird vom Kassenvorstand nach den Besttmmuugen der Wahlord- nung geleitet. Di« wahlberechtigten Arbeitgeber und Verstcherten werdrn aufgefordert, für die beteiligten Arbeitgeber und«er- st-berien gesonderte W-bioorschlmw auf. zustellen und diese Vorschläge bi» späte. ften» 31. VAvber 1»28 dem Kassenvor. stand einzureichen. Di« Wahlvorschläge müssen von mindest 30 Wahlberechtig. t'n unterzeichnet fein. Unterzeichnet ein Wahler mehrere Wahlvorschläg«. so wird sein Rom« nur auf dem zuerft eingereichten Wahlvorschlag gezählt. Je. der Wahlvorschlog darf höchstens dreimal so viel Bewerber nennen, als Der- ttttee ,u wählen sind. Di« einzelnen Bewerber sind unter fortlaufender Nummer, mit statnillen. und Vornamen Beruf, Wohnort und Wohnung zu b«.' zeichnen. Bei Berstcherten sind Mit- gliedsnummcr und Nennung des Ar- beitg ders sowie«in« Bereitschafts. -rflärumi über Annahm« der Wahl er. Die Wahlvorschläae kßnnen nach ihrer »ulastung ab 3. November IS2«, vor- mittags von 8 bis 3 Uhr, im Kasten. lokal«ingesehen werden. Die Arbeit- geber- und Milgliederoerzeichmss« liegen obenfall» ans. Als Wählerlisten dienen die Arbettgeber- und Mitoiiederverzeich- niste. Einsprüche gegen die Richtigfeit dieser Verzeichnisse sind bi» spätesten- 2. November 392«, unter Beifügung der Beweismittel, beim Kassenvorstand«in. zureichen. Der Wahlausschuß ist befugt die Wahl» und Sttmmberechtignng jedes Wäbler» bei der Wahlhandlung zu prü- ftn. Es empfiehlt sich deswegen, für die Wahlhandlung einen Wahlansweis mit. zubringen. 3.(für die in Arbeit stehenden Wahl. berechtigten genügt eine Bescheini- «»na des Arbeilaebers, bei dem der SVÄ*' der Walst in Befchäftrauna ist. 2. ssür freiwill:« versicherte Wahlberech. »igt«-der erwerbslos Versicherte wer. den ans Antrag an den dem Wadl- tag« voransgedenden 34 Werftagen Ausweis« im«astenlofal von 8 bis 3 Ilhr vormittag« ausgesielli. Die Mtialiedsfarte legitimiert .Im üdriaen wird ausdrücklich auf die etufchlägigen Besttmmuugen der Wadl- wiesen"'**' Stancn'a*"lnch»hain. Die Mitglieder werden gebeten, zu dem Propagandamnzug am Sonntag, 17. Oktober, pünktlich nachmittag» 2 llbr aus der Webermies» zu erscheinen. Um zahlreiche Beteiligung im Interesse der Roten Woche ersucht der«reisporstand. Abmarsch pünktlich 2 Uhr. 7. Krei» eharlottenburg. Heute. Sonnabend. 1«. Oktober, abend» 7 Uhr, enger« Krrisoorstvndssstznng mit den Abteilungsoorsstzenden im Jugend- heim Rossnenstr. 4. 13. krei. Tempelhos, Mariendorf, Warienfelde. Lichtenrade. Heul«, Sonn- abend, 16. Oktober, 7 Uhr(nicht 6 Uhr), im Jugendheim Berlin, Linden- strotz« 3. Bortrag:»Die Snt stehung einer Tageszeitung vom Nachrichten- burean bi» zur Ablieferung an die Leser*. ZZortrogender Genosse Fänger vom Borwärt», heute, Sonnabend, den 16. Oktober: 1. Abt. Di« Genossen treffen sich zum Werbe urnzug nachmittag« 4 Uhr aus dem Arbinaplatz. 18. Abt. Bon 6 Uhr ab Werbematerial abholen von Trümper. fflenfbetroer Strotze 3. 17. Abt. Wcrbematcrial von Dose. Nordhafen 6, bestimmt ab Halen. 1». Abt. Di« Bezirkzsllhrer müssen heute da» Werbematerial von Müller, Uferstr. 12, abholen. 21. Abt. 4 Uhr nachmittags kann das Werbematerial von Kroll. Utrechter Stratze 21, abgeholt werden. Treffvunkt zum Werbeumzug am Sonntag nachmittag 1)4 Uhr Leopolbplatz. Ecke Prinz.Eugen-Stratze. 23. Abt. 7 Uhr bei Gott und Gruvve Landsberger Allee bei Kramer holen die Genossen Flugblätter nach Anweisung der Dezirksführer ah. Die Bezirksführcr müssen«in« Stund« früher zur Stelle sein. Restlose De» teiltgung ist Pflicht. 2». Abt. 7 Uhr holen die BezirkMbrer Motcriol von Burg, Prenzlauer Allee lig, ab. 31. Abt. Ab 6 Vi Uhr Fluablattverbrcii-gng von den bekannten Lokalen au«. 33. Abt. 6 Uhr ab Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen au». Ebenfalls Sonntag vormitlag». 37. Abt. Die Bezirksfiihrer werden ersucht, von 3—7 Uhr bei Pfeiffer. Hau»- . bnrgstr. X da- Werbematerial in Empfang zu nehmen. tt Abt. 5)4 Uhr treffen sich die Mitglieder in falgenben L-i-len:«imo� Belle-Alliance-Str. 36: Schuster. Ehamissoplatz 4: Lutze, Bergmann- stratze LZ: Wende. Gneisenausir. Ka.__„. 43. Abt. Heute und Sonntag Flugblattverbreitung. All- Genossen müssen sich daran beteiligen. Die Brzirlsführcr holen heute nachmittag 4 Uhr dl, 44. Ächtung" Bczirksführer! Ab nachmittags 3)4 Uhr Werbematerial für die Ziotc Woche bei Echiebold, Admiralstr. 5, abholen. 46. Abt. Ab 6 Uhr und Sonntag ab g Uhr Werbematerial abholen von Elch- 46. Abt.'™�UHt�Ausqah« von Wcrh-broschüren bei K-ll«� Fürstenstr 1. Sämtliche Bezirlssllhm müssen anwesend sein. All« Genossen trefsen sich am Sonntag nachmittag 3)4 Uhr zum Umzug der 4. Abt. ,n der Neuen Friedrichstratze. Ecke Waiscnbrückc...... Eharlottenburg. i>l. Abt. 6 Uhr Trerrpunkt der Genossen l n de Ii Gruppen. lokalen.— 52. Abt. Zur Flugblattverbreitung treffen ssch die Genossen nachmittag» 5 Uhr und Sonntag vormittag S Uhr der 9�.«atfertn. Augusta-Allee 52. Di- B-zirfsführ-r werden gebeten, rhr« H-uslriten dortselbst abzugeben.— 53. Abt. Ab 6 Uhr Material abholen von Lur, Huttenstr. 26. Am Sonntag nachmittag 4 Uhr treffe» und Genossen, die an der Bannerwelhe der 4. Abt. tellnehmen wollen, ebenfalls bei Lur, Huttenstr. 26. Abfahrt nachmittags 4.6« Bhf. Wiebe- stratze.— 55. Abt. Ab 5 Uhr Flugblattverbreitung: 8. Gruppe von Eggert. Wallstr. Z6: S. Gruppe von Reimer, Wllmersdorfer Sir 21; 16. Gruppe von Bohne. Schlotzstr. 45. aus.— 58. Abt. Flugblo.imaterral abholen von Hinrichsen. Rayreuther Eir. 25a.. an,,**. 76. Abt. Wilmersdorf. 6 Uhr von Kroihs, Holsteinische Str. 60, Werde- Neukölln?' Äd. �Abt 5.26 Uhr treffen ssch sämtliche Genofssnnen und Genossen in folgenden Lokalen: 1. bis 4. Bezirk bei Bros-, Sanderstr. 16: 3„ 7. » Bezirk bei Bockinann, Reulersir. 47: 6., �1.,. 12 Bezirk bei Glastr, Pannier-, Ecke Pflllgerstratze: 9.. 16 16.. 19. Vez-rk be. S°b"ch- str. 64. Ausgab« des Werbematerial».— 9t. Abt. Um 6 Uhr Flughlatt Verbreitung«on folgenden Lokalen aus: Stahmann. Münchener Straß- Köster Karlsgartenstr. 4: Lüddccke. karlsgartenstr. 12. Um 6 Uhr wichirgs Besprechung mit den Bezirkssührern bei Lllddecke.«arlsgartensst. 1..— 94. Abt. Alle Mitglieder müssen heut« und Eonntaz in den bekannten Lokalen zur Werbearbeit erscheinen. Die Bezrrksführw: bolen das Materigl Sonnabend nachmiitaq 4 Ubr von Günther ab,—»6. Abt. Die Bezirks- füliter falcn das Werbematerial von ber Spedrtron Siegfriedstraße zwischen 101. Abt" Treptow. Zuv Demonstration trefsen sich die Mitglieder nachmittags 5% Ubr Wildenbruch., Ecke Kräfestrafie.-r. 104. Abt. Riedcrschöncweide. Ab 6 Ubr sslugblattverbreiwng bei Tbrne, Ber- Lithtcn 6« tgf 114. Abt. Ab 4 Uhr nachmittag» Migblatt-erhreltuna hei Schwarzer. Gabriel-Mar-Str. 17.- 1l5. Abt. Abends 6 Uhr find b:e Flugblätter von den bekannten Fablabendlokalen abzubolen. Sonn.ag. 17. Oktober, nachmitiags Uhr, Frankfurter Alice, Ecke Kronprinzen» stratzc. Treffpunkt zum Umzug. Rote Fahnen ssnd mitzubringen.— ll9. Abt. 6 Uhr bei Mene. Möllendorf., Ecke Rittergutstraß-, Verteilung des Materials zur Raten Woche.__ 124. Abt Mahlodorf. Achtung! Abends 8 Uhr Werhenraterial abholen von Breidau und von Anders. Niemand darf fehlen...... 138.«bt. Reinickendorf. Oft. Die FiuadlStter ssnd beut« von 6 bis 6 Uhr und Sonntag von 9 bis 11 Uhr für die Bezirke 1 bis U berm Genassen Bamberg. Rcssdenzftr. 126: Bezirke 12 bis 21 beim Genossen B�le, Pro- vinzstr 56. abzuholen. Die Bezirke 1 und 2 werden ersucht, am Sonn- abend, 16. Oktober, in der Zeit von 6-8 Uhr im Lokol Lehmann. Saupt- strotze 56—57, ssch zur Entgegennahm« des Werbematerials einzufinden. Morgen, Sonntag, den 17. Oktober: 4.«it. 9 Uhr vormittags Treffpunkt bei Lötschert, Reue Fri-brichstr. 16«. 9. Abt. Zur Agitation für die Rote Woche treffen fich sämtlich« Mitglieder vormittags 9 Ubr. die folgenden Tage nachmittags 5 Uhr he, Hübner. Wilsnacker Str. 34. Es darf niemand fehlen.— Der Werbewoche wegen haben die Bezirkssllhrer vormittags 9 Uhr bei Hübner. Wilsnacker Str.»4. an den Kassierer Hcrrichcn unbedingt Akontozahlungen zu leiste". Dort» selbst sind Listen IN Empfang zu nehmen. Kartothekk-Iten find mrtzu. 13.«mT Das Werbematerial ist vormittag»-on der Spedition, Wilhelms. havener Str. 48, abzuholen. �.. 13. Abt. 1% Uhr nachmittags Abmarsch unseres Dcmonstr-tron-zugc- vom Ledigenheim, Brunnenplah. Alle Genossinnen und Genossen treffen sich schon mittags 12U Uhr in ihren Zahlabendlokalcn. Keiner darf fehlen. Sorgt fiir rege Beteiligung....„ i 83. Abt. Die Genossinnen und Genossen treffen ssch zur Demonstration nach» mittags 1)4 Uhr Rudolfplatz.«on dort pünktlich 1)4 Uhr Abmarsch zur Wcbcrwiese._„_,.. 34. Abt. Vormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von Rosin, Gubener Str. 19. Nachmittags Werbeumzug durch den Osten. Trefsp�nfi pünktlich 2 Uhr auf der Weberwiefc. Erscheinen alle Genossen ist Pflicht. 35. Abt. DI- Mitglieder treffen sich zur D-monstratwn nachmittag, 1)4 llhr Rigaer Stratze Ecke Proskauer Straße. Abmarsch pünktlich 1)4 Uhr, 37. Abt. Alle Mitglieder b-t-iliq-n sich am Werbeumzug. Treffpunkt Ih; Uhr bei Ierasch, Ebertiistr. 16. Banner und rate Fahnen sind mitzubringen. Nachzügler treffen sich um 2 Uhr auf der Weberwief«. 44. Abt. Die Mitglieder treffen sich vormittags 9 Uhr in den bekannten Bczirkslvkalen zur Werbearbeit. Keiner darf fehlen. 81. Abt. Friedenau. Der Dcmonstrationsumzug fällt aus.—.., «6. Abt. Mariendorf. Wegen der.Porwärte. Besichtigung ist die Material. ausgab« für die Rote Woche vormittag» 9 Uhr»ei Niendorf, Thaussec. stratze 19.— An dem Umzug des Neichobanilers am Sonntag beteiligen ssch all- Mitglieder. Treffpunkt nachmittags 2% Uhr W-rderstraß- Ecke Piktoriastraße in Tempelhof. Lichtenderg. ll8. Abt. Mittags 12)4 Uhr Abmarsch zum W-rb-ulnzug de, Kreises. Eammclpunkl: Frankfurter Allee Ecke Hub-rtusstraße. Mit dem Erscheinen aller Mitglieder wird bestimmt gerechnet. Flugblattverbreitung am Sonnabend und Sonntag von den Gruppenlofalen au». Niemand darf fehlen.— 1l9.«dt. Treffpunkt zum Propagandauinzua mittags llVs Uhr Gürtelstraße Ecke Frankfurter Allee. Alles muß zur Stell- sein. Fahnen sind mitzubringen.... Arbeitsgemeinschaft der Kindcrfreunde, Gruppe Eharlottenburg. Wir treffen uns heute nachmittag 3)4 Uhr im Jugendheim, Rossnenstr. 4, zum Spielen. S rauenveranstaliung: 101. Abt. Treptow. Alle Eenossinnen treffen sich zur Verbrettung der „Frauenstimme" Sonntag, den 17. Oktober, vormittag« 8 Uhr, in der „Vorwärts".<5p-dUion, Gractzstr. 56. vortrage, vereine unü Versammlungen. Reichsbanner» S chwarz-R ot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin«14. Sebosttanftr. 37«. Haf 2 Tr. Frlebrichshain: Antreten Küstriner Platz am Sonntag fällt aus. Dafür 1., 2. und 7. Sektion st'i Uhr Rudolfplatz.— Renlilln-Brltz: I.«amerodschaft, 1. Zug: Mo., d. 18., 2% Uhr, Zugvers, im Ziest. Bockmann, Lenau-, Ecke Rruterstratze. Erscheinen sämilicher aktiven und passtven Kam«- raden Pflicht.— Ncinickendorf-Oft feiert am So., d. 16., sein 2. Stiftung»- fest im Lokal von Ramlow, Äastanienwäldchen, Echönholz 14. Beginn 8 Uhr. Berliner Kameraden find herzlichst eingeladen.— Wild»,: So., d. 16., Werbe- vers. in Eratz-Beesten. Treffpunkt 6)4 Uhr Bhf. WIbau. Radfahrer 6 Uhr desgl. Erscheinen Pflicht. Pereinigung heimattreuer Tagauer in Srvtz-Ber»». Sonntag, 17. Oktober, 5 Uhr, Bunter Abend in Wernickes F-stsälen, Potsdamer Str. 89.(Ehemalige Saga»er herzlichst willkommen. Arbeiter. Tchützenbuud Dentschland». Sitz«rauuschwei«. Ortsgruppe Berli». Saalsport jeden Dienstag)48 Uhr im Lokal Bäder. Deberftr. 42. Auskunft erteilt Ernst Eacmerow, Berlin NO. 18, Landsberger Str. 96. Mieterverband, e. P. 4. Verwaltungsbezirk, Treskowftr. 58. Dienstag, 19. Oktober, 7)4 Uhr, im Lnzeum Greifswalder S!r. 25, öffentliche Mieter- Versammlung:„Wie schützen sich die Mieter gegen die bevorstehende weiter« Mietzzinserhöhung?" Arbeiter-Samariter-Kolonne Berlin,«. v. Ait. Eharlottenburg: Mon- tag, 18. Oktober, 8 Uhr, in der Leidniz-Oberrealschul«, Schillerst:. 125—127, Vortrag über„Ehemie und Medikamente". Ccwinn-Auszug t Klaffe 28. Preohtsch-Südde-tsche(254. Preuß.) Klaffenlotterle 1. Ziehungstag 15. Oktober, vormittags «ttf jede geiogen« Sinmmer find zwei gleich hohe Sc» Winne gefalle», nnd zwar je einer an« die»ose gleiche« Nummer t» de» beide»«dteilnngen 1 nnd S Ojyie Gewähr Nachdruck verboten Es wurden Gewinne über 60 Mark gezogen. 2 Gewinne zu je SO 000 Mt. 277717 2 G-wiuue zu je 0000 MI. 163050 2 Gewinne zu je 3000 Mk. 60049 4 Sewiuue zu je 2000 Mk. 162118 193428 6 Gewinn- zu je 1000 Mk. 70481 163401 247802 12 Gewinn- zu je 800 Mk. 35711 60905 83781 114530 173090 830099 24 Gewinne ,u je 600 Mk. 25105 25749 50219 131495 139727 160443 170668 274579 287733 296834 298246 342749 68 Gewinne zu je 200 Mt. 5861 8324 8747 22925 26134 51227 81124 69066 91670 95518 95575 S7935 99322 100003 103705 110657 118959 129547 132852 136261 137320 162361 174691 181865 186611 206631 216918 222577 267264 271829 275131 313204 335893 338127 220 Gewinne zu je 120 Mk. 3820 16605 19288 25220 29608 36013 36368 38062 38778 40816 44219 44975 47067 61127 53416 53432 58102 59975 69827 69710 70978 78944 82006 82243 87791 91613 94119 104847 108302 109654 110539 113769 114552 114339 119003 122262 122291 127410 135564 136732 139308 142758 143739 149010 152065 152736 154388 155638 166391 160135 161450 167558 173547 174046 178510 170274 185572 193237 194178 195413 204290 204806 209354 209387 211778 212119 224544 225569 230621 231534 237037 237106 238979 242881 245289 251686 233119 257279 265911 266560 270580 270743 270877 270904 272418 273229 274684 277196 281247 283667 292047 293112 294913 294982 297484 297500 304310 304766 311272 311806 313442 322348 327834 329380 330507 331750 •44082 348684 348081 348208 „rr:.. Unterhaltung unö AAissen -da nicht anzunehmen ist, üaß Ew. kg!. Hoheit in Segleitung eines»vorwärts�- Redakteurs erjcheinen, feien Ew. Kgl. Hoheit hiermit in Sowjet-Rußland herzlich willkommen r ?n öen englischen kohlenfelöern. Von Heinrich Braune. London, im Oktoöer 1926. SS. Russell Square. In der Verwaltung des Bergarbeiteroerbandes Großbritanniens herrscht heute morgen wieder erhebliche Aufregung. Die Nachtfitzung mit den Parlamentariern war ziemlich ergebnislos verlaufen, ein« der üblichen, nicht all zu viel sagenden Entschließungen war dabei herausgekommen, die eigentlich nur den Wert von Tagesberichten besitzen. Aber von der Morgenberatung des Komitees hofft man um so mehr. Draußen vor der Tür warten seit einigen Stunden die Reporter der Londoner Presse, die all« von Miß Adams, der Sekre- törin A. I. Cooks, mit der stereotypen Antwort:„Tbe committe« is still sitting", wieder hinauskomplimentiert werden. Mit dem Presfephotographen zusammen lehnen sie jetzt an den Geländern der Balustrade und lassen die Augen gelangweilt über das hupende Ge< töfe des Verkehrs im Southampton Road gleiten, nach dem sich der Russell Square im Osten öffnet. Drinnen tippen die Stenotypistinnen unentwegt die letzte Ent- schließung für die Distrittbureaus. A. I. Cook läuft alle Augenblicke in diesen mit Papier und Drucksachen vollgestopften Raum, macht Unterschristen und gibt mit einer von dauerndem Reden heiseren, tonlosen Stimme Anweisungen. Ein Dauerarbeiter ist das, dieser Generalsekretär der englischen Bergarbeiter. In seinem blank- getragenen blauen Anzug« mit den vollgepfropften Taschen, seinem blonden Schopf und dem übernächtigten Gesicht ist er in ganz Eng- lond bekannt geworden, der ehemalig« Baptistenprediger, der im schmutzigen Bergarbeiterkittel und den zerrissenen Händen nach schwerer Arbeit im Schacht seinen Wallisern noch das Wort Gottes auslegte, bis er Sozialist wurde und die Bibel mit dem Kommuni- stischen Manifest vertauschte. Schmächtig und beweglich ist er, das absolute Gegenteil zu Herbert Smith, dem Vorsitzenden der Federa- tion, der groß und schwer ist, mit einem vollen harten Gesicht, das sich wohl nie zu einem oerwunderten Staunen verziehen kann, das jeden überfällt, wenn er diese massige Gestalt zum ersten Mal« steht mit dem dicken Schädel, auf dem«ine viel zu kleine Mütze balanciert. „We don't know, what happen'"(mir wissen nicht, was vor sich geht), zuckt Frank Varley, das Exekutivmitglied von Mansfield die Achseln, als sie aus dem Konferenzsaal Herauskommen. Sowohl Cape wie Davies können ihre in ihren Heimatdistrikten angesetzten Meetings nicht besuchen. Tom Cape hatte mich zur Begleitung in die Midlandkohlenfelder nach Nottingham eingeladen, und Davies wollte mich in seiner Car mit nach South Wales nehmen. Aber jetzt müssen alle Mitglieder der Exekutiv« in der Zentrale bleiben, und so zog ich es vor, allein in die Kohlenfelder zu ziehen. Ich reiste ab nach South Wales. Zunächst nach Cardiff. Das Tor für South Wales ist Cardiff. Das ist eine große Stadt, die wohl über ein« halbe Million Menschen beherbergt. Umfangreich sind die Dockanlagen, schmutzig und stinkend die Araberslums und rocht nett und schön die Paradestraßen, die heut« von Arbeitslosen gefüllt sind. Ueberall stehen sie, vor den Läden, an den Ecken, schlendern langsam den Bürgersteig hertinter. Der Kohleuhafen ist leer. Das ist schon der Kohlenkrieg. Grau und trübselig liegt die Stadt da, grau und trübselig wie die Menschen auf ihren Straßen. Hier hat die Miner's Federation of South Wales ihre Bureaus, draußen am St. Andrew Cresent. Es sind aber nur Sekretärinnen und alte Gewerkschaftsbeamt« da, die nicht mehr mit raus können, olles was noch jung und frisch ist, muß fort zum Sprechen. Der greise Alt« dort rät mir, nach Porth zu gehen,„TKere are our biggest coalfields"(dort sind unsere größten Kohlenrevier«), meint er und telephoniert mit dem Sekretär dort, orientiert mich über Weg und Abfahrt des Zuges und schreibt Adressen und Empfehlungen auf. Bald schwingt der Schaffner die grüne Fahne für die Abfahrt in die „dicksten Kohlenfelder". Bei den streikenden Bergarbeitern von South Wales. South Wales ist«in herrliches Land. Gleich, wenn der Zug Cardiff verlassen hat und schmucke Arbeitersiedlungen den Bahn- dämm säumen, öffnet sich«ine reizvolle Bergwaldszenerie. Dunkel- grüne Waldhänge klettern«in schmales, tiefes Tal hinab, in dem ein Bergstrom übermütig schäumt. Kurz vor Pontyprido überquert das schnittige Spinnengerüst eines Viaduktes kühn die Schlucht. Von oben herunter blicken klein«, weiß« Siedlungen interessiert dem bergan schnaufenden Zug nach, und ein trutziges Kastell mit dickem Rund- türm und spitzen Hütchen schaut neugierig zwischen hohen Tannen hmdurck). Dann weitet sich das Tal, Geleis« fächern auseinander. viele klein« graue Güterwagen der Great Western Railway, hoch ragen schwerze Schornstein«, die kalt und rauchlos in den blauen Himmel stechen. So beginnen die Kohlenfelder. Di« grünen Waldhänge ver- schwinden, mit trübseligen Glatzen stehen die runden Bergkuppen rulldum, oft schwarz verbrannt. Schwarz wird jetzt die herrschende Farbe. Schwarz sind die Schlackenberge, die sich wie alt« Moränen die Häng« hinaufziehen, die den Gxund für die Fabrikgeländ« geben müssen, und auf die man die Siedlungen errichtet hat. Di« Berg« rücken bald wieder dichter aneinander, machen noch einmal Platz für den großen Ort Pontyprido, wo man auf den Zug nach Porth warten muß. Von nun an sind sie immer dicht beiemander. Das Rhondda Valley ist schmal. Die besten Plätze unten in der Talsohl« nehmen schwarze niedrige Fabrikgebäude«in, hinter der«n blinden Fenstern heute schüchtern hier und dort eine kleine elektrisch« Birne gelb blinkt. Di« Wohnsiedlungen aber aus grauem Brick klettern hoch die Hänge hinauf: wo nur eben der Berg ein« Stuf« ließ, drängen sie sich zu schmalen Häuserzeilen. Porth ist«in« Stadt von ungefähr 25 000 Einwohnern, ein Ort mit winkligen Gasten, die hoch, und niederklettern, alles kleine zweistöckige Häuser, grau und schwarz, mit flachen Dächern und eisernen Fenstergerippen. Porth stt das Zentrum des Rhondda-Distriktes, in dem etwa dOOOO bis 50 000 Minenarbeiter beschäftigt sind, in Porth haben sie ihr Ge- werkschastsbureau, dessen Sekretär Lewis, ein gemütlicher dicker Mann, mich vor der Tür«rwattet. schmunzelnd wie«in deustcher Schenkwirt. Mit ihm spreche ich alles durch, was mir wissenswert erscheint, und mit ihm schlendere ich durch die„biegest coalkields'. So also sieht die vorderste Linie in diesem erbitterten Stellungs- kriege zwischen Kapital und Arbeit aus. die vorderste Front des internationalen Kampfes der Arbeiterklasse! Die hier heut an Zäunen und Hecken stehen und an den Barrieren der Eisenbahn zergrämt, mit emgefalleneu Wang»«, d» Ballonmütze im Nacken, den Schal um den Hals geschlungen, im abgerissenen Arbeitskittel oder schäbigen Sonntagshabit, Junge und Alte, in Gruppen zu fünf und sechs, Hunderte, Tausende wohl ins- gesamt, die standen gestern auch wohl schon hier und vorgestern, die ganzen Tage, hundertundscchzig lange Tage hindurch und warten, warten nur immerzu. Jeden Tag. „Arbeitet gar keiner?" „Nobody, Only the safetyrnen."(Kein einziger, nur die Sicher. heitsleute.) Jeden Tag erhalten sie durch die Lokalkomitees ein- mal ein Essen.„Es ist nicht viel mehr als«in Suppe," meint ein alter Bergarbeiter mit den charakteristischen blauen Malen alter Schläge, an denen man jeden, der unten im Schacht arbeitete, wieder erkennt.„Geld? Ja. Geld gibt's," erklärt er etwas bitter weiter,„während des Kampjes Hai es bisher am 9. August, am S. September und am 14. und 21., glaube ich, je zwei Schilling ge- geben."—„Ja, wie sollen wir es auch machen," wirft Lewis ein, „für den 21. erhielten wir über Cardiff von London 3000 Pfd. Sterling, in die sich 40 000 Menschen teilen sollen. Das gibt nicht einmal zwei Schilling. Darum erhält nur der das Geld, der am Esten nicht teilnimmt."—„Und die anderen?"—„Kriegen nichts," zuckt er mit den Achseln.„Ja. und der Staat?"—„Es existiert wohl die poor Larv Relief, die gesetzliche Armenhils«, die kleine Darlehen bewilligt, aber unsere Frauen halten es für unter ihrer Würde, dorthin zu gehen. Das Fraucnkomttee in London hilft, so viel es kann, aber wer will die Tausende von Wünschen befriedigen. Geld und Kleider werden von dort geschickt, für die Kinder vor allen Dingen."—„Ja. die Kinder?"—„Die erhalten," erklärt Lewis weiter,„in der Schule zweimal etwas den Tag durch die Lducation autkorities." „Frauen und Kinder leiden wohl am meisten?" „Aber sie sind unsere besten Kämpfer, tbey determine to carry cm, sie bestimmen durchzuhalten." Keiner in diesem Bezirk wird die Gewerkschaft oerlasten. „Tbe solidarity of the people is wondcrful," sagte Lewis, als wir in die Schulstube eintreten, wo die Nachmittagsspeisung der Kinder stattfindet. Der große Raum ist ausgeräumt. Schulbänke, Pulte und Tafeln in die Ecken verstaut, ein großer Speisesaal hergerichtet. Frauen bringen Teller gehäuft mit Sandwichs, abgearbeitete Berg- arbeiterfrauen, und dann kommen die Kinder. Die Kleinen zu zweien und dreien angefaßt, Blechteller und Lössel unter dem Arm. Mit stummer Neugier betrachten sie so von unten herauf den fremden Besucher, rücken dann an ihr« gewohnten Plätze. Abge- rissen und unterernährt sind sie, dünne Arme und Beinchen schauen aus fadenscheinigen Kleidern heraus. KränNich bleich erscheinen die Gesichter, besonders die der größeren. So achtzig bis hundert sind wohl jetzt in die Stube gerückt, nun betet ein Bergarbeiter, alle stehen auf, plappern eilig nach und dann beginnt das laute Schmatzen und Löffelklappern, die charakteristischen, beruhigenden Geräusche einer großen Speisung. Währenddessen spielte sich im Flur eine kleine, scheinbar belang- los« Szene ab, die aber tief und deutlich den Ernst der Situation ahnen läßt. Eine Frau war gekommen in einem etwas schäbigen aber sauberen Sonntagsstaat, mit einem kleinen blonden Fünf- jährigen, der sich scheu an den Rock der Mutter drängte. Da diese Speisung nur für Schulkinder bestimmt ist, erhalten die Kleinen nichts davon. Bitten mochte die Mutter nicht, sie stand dort im Flur in grenzenloser Verlegenheit und Scham. Der Junge starrte mit großen Augen auf die schmatzenden Kameraden. Ein vorübergehen- der Bergarbeiter vom Ordnungspersonal drückt ihm zwei Schnitten in die Hand, über die der Kleine mit Heißhunger herfällt. Die Frau dankt verlegen,„'t is allright", beendet der Miner das für die Frau offenbar peinliche der Situation. Der Jungs strahlt. Draußen treffen wir jetzt Kinder, die zu den von den Streiten- den eingerichteten Schuhreparaturwerkstätten hinaufziehen. Sie sind recht fidel dort oben und singen unter den rhythmischen Klopfschlägen ihrer Hämmer, die auf die allzu schadhaften Trittchen der Kleinen und Großen niederprasseln, unverständliche Wallisijche Lieder, die sie offenbar äußerst belustigen. Sie sind hier alle sehr stolz darauf, kürzlich für den„Daily Herald" photographiert zu sein. Der Abend sinkt hernieder über dieses geschundene Land. Im Dunkel der Straße sieht man die wartenden Gruppen auseinander- gehen. Mit schweren müden Schritten stampsen die Männer ihrer Behausung zu. Aber nur die wenigsten Häuser zeigen traulichen Lampenschein. Ganze Straßen liegen schwarz und stumpf da: der> Hunger geht um. Von fern bimmelt die Kleinbahn, die hinten im! Tal die Straße überquert, wild fauchend hall sie am Bahnsteig, als � wollte sie dos Leben, das einst rund um sie her pulste und atmete,! dreifach ersetzen. Durckzs schlafende stille Walliser Land keucht sie 3 zurück nach Cardiff, vorbei an toten Fabriken und Sdiädsten, einem f, riesigen trostlosen Friedhof. Sturmfluten. Die ungeheure Sturmflut in der Nordsee, die nicht nur die Insel Helgoland, sondern auch den Dammbau nach Syll ge- fährdet hat, hat gerade in der Nordsee sehr viele Vorgänger, denn nian kann wohl sagen, daß der größte Teil der Nordseeküste Haupt- sächlich durch Sturmfluten gebildet worden ist. Durch die sogenannte „Allerheiligenslut" im Jahre 1170, die vielleicht die größte historisch bekannte Sturmflut in der Nordsee gewesen ist, wurden die JnsM Texel und Dieringen dadurch gebildet, daß sie vom Festland abge- trennt wurden, und der Zuidersee erweitert. 50 Jahre später, äm 17. November 1218 fand wieder«ine furchtbare Sturmflut statt, welche die Ursache zu der Bildung des Jadebusens war. Das Jahr 1277 war besonders durch Sturmfluten ausgezeichnet, denn uns sind g«> mollig« Verheerungen in der Nordsee am 13. Januar und 25. De- zember dieses Jahres überliefert. Besonders der Weihnachtstag 1277 war von furchtbarster Tragik. Genau 100 Jahre später, im Jahre 1377 fand wieder eine furchtbare Sturmflut in der Nordsee statt, die die Ursache zur Bildung des Dollart war. Nun hatte die Nordsee 200 Jahre Ruhe. Aber die überhaupt größte Swrmslut in der Nord- se« fand am 2. November 1570 statt, denn bei dieser Flut fanden nach geschichtlichen Ueberlieferungen nicht weniger als 100 000 Menschen ihren Tod. Zu den größeren Sturmfluten gehören noch die vom Weihnachtstage 1717 und vom 3. und 4. Februar 1825, wo in der Jade die Höhe der Sturmflut sechs Meter über Mittelwasser war. Während in'der Nordsee die Nordweststtirme dadurch gefährlich sind, daß sie dos Wasser ungeheuer aufstauen, sind für die Ostsee die Nordoststürm« die gefährlichsten, denn sie haben für die Ostsee die- selb« Wirkung, wie für die Nordsee die Nordweststürm«. Meist gehen ihnen Westwinde voraus, die das Wasser zu ungeheuren Bergen in die Höhe treiben. Sobald der Wind nach Nordosten umschlägt, stürzen sich diese Wasserberg« über die Küste der Ostsee. Ein« der- artig« Sturmflut war es. die int Jahr« 1308 die sehr bekannte Insel Hiddense« von der Insel Rügen abtrennte. Von größeren Sturm- fluten seien noch die vom 3. Februar 1825 und vor allen Dingen die vom November 1872 erwähnt. Diese letztere Sturmflut schlug die ungeheuren Wassermengen in die Buchten von Travemünde und Kiel und verursachte in Kiel einen Wasserstand von 3,17 Meter über Mittelwasser. Dieselbe Sturmflut vom Jahr« 1872 hatte für die Insel Hiddense« entsetzliche Folgen, denn der südliche Teil der Insel bei Neuendorf wurde stark beschädigt. Auch die Sturmflut vom 31. Dezember 1904 war für die Ostseeküst« von katastrophaler Wir- kung. Die kleineren Inseln wie Hiddense« und Rügen haben um die Winterzeit fast alljährlich stark« Sturmfluten zu bestehen, die aller- dings von geringerer Bedeutung sind. Zum Schluß sei noch diejenige Sturmflut erwähnt, die die größte Katastrophe auf Erden bisher war, und zwar die vom 1. Dezember 1876 im Delta des Brahmaputra. B«! dieser Sturmflut kamen mehr als 200 000 Menschen ums Leben. Toilettensträucher. Während man bei uns die notwendigen Toilettenmittel sehr teuer bezahlen muß. wachsen sie den Afrikanern sozusagen in die Hand. Von solchen Toilettenpflanzen des schwarzen Erdteils plaudert Josef Viera in der Leipziger„Illustrierten Zeitung". Da gibt es in einem großen Teile Afrikas und auch in Ceylon, Vorderindien, Persien und Arabien einen Strauch, der mit dem botanischen Namen.8aIvadora persica Garcin heißt, aber kurzweg Zahnbürsten st rauch genannt wird. Seine Zweige werden an einem Ende oufgesasert und auf Hondspannenlänge abge- schnitten. Mit diesen pinselförmigen Zweigstücken bürstet sich in Afrika jung und alt eifrig die Zähne, bis sie so blank sind wie Elfen- bcin. Der afrikanische Neger hält nämlich sehr viel auf Mund-'_>nd Zahnpflege. Sehr hock) geschätzt sind bei uns lange, aus einem lockeren Fasernetz bestehende Schwämme, die als„Luffa" zum Frottieren angepriesen werden. Dieser vortreffliche Frottierschwamm ist eine Gurke, die Frucht des Luffaftrauches, der in Afrika massenhaft wild wächst. Der Schwamm hängt an einem Ranken- gewächs mit unregelmäßig gezahnten, rauh behaarten Blättern, wird 30 bis 50 Zentimeter lang und enthält, wenn er in reifem Zustand gepflückt wird, eine Menge dunkler Samenkörner. Werden diese ausgeschüttelt, dann ist der Luffasckiwamm gebrauchsfähig. Die meisten Luffaschwämme stammen aber aus Japan, denn der afrikanische Pflanzer ist noch nicht auf den Gedanken gekommen, den Luffastrauch anzubauen und die Schwämme zu sammeln. Auch der Seifenbaum ist in Afrika heimisch: er gehört zur Gattung der Sapindazecn, und seine stachclbeergroßen, bisweilen auch größeren Frückste geben einen schönen Sckzaum und sind cm vorzüg- liches Waschmittel. Wer die Seifensrüchte sich nicht selber pflücken will, der kann sie beim Händler für wenig Geld erstehen. WeftTfeiTe Woche! Per bedeutungsvollste Verkauf I Unbegrenzte Leistungsfähigkeit> AcfiergewdbnHche Belegenheit zwn Einkauf von Winter- Bedarfsartikeln! Kommen S5e und Obeneuflen Sie sich! Vom t«. bis 23. 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Berliner Keicbstagswablkreises, deren Vorsitzender mein lieber Mann mehrere Jahre hindurch war, für ihre herzliche Anteilnahme und Kranzspenden, sowie den Genossen Wilhelm Miethke, Gustav Wiesner und dem Genossen und Kollegen Janke vom Deutschen Metallarbeiterverband für die zu Herzen gehenden trostreichen Worte. Berlin-Niederschönhansen, den 15. Oktober 1926. Anna Matschke IsrMtussd �IIIOO QoiUunüs-.Rabaii- a.Beklimemarken gegen Nachahmung gesetzt, pesch. fertigt seit 45 Jahr. als Spezialität Conrad FlOller Scbkeudltz- Leipzig Ig. EideiWse 9 Pfd. M. 6,30 frko. Dampfkäsefabrik Rendsburg;. Verkäufe Zrofc TeilzaHluo« sofort SUappfport. »Oflcn,«inbetmagen,«inbetbetltn, breimonatlich. Diokrelion zugesichert. Ball. Droste ffrankkurterstraste 47.- luesgem Alexander pfsh «s In der Geeemteuflage de««VorwfirU" sind besondere wirksam und trotzdem sehrbUliai Abessinierpinup-a, Ersastleile, Tprist- pumpen, ollerbilligst. Aus Wunsch auch Aufstellung. 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