Mr. 193. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret In's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Buchthäusler! Dienstag, den 20. August 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. in betracht gezogen wird, dann wird aller Rechtsprechung Hohn hervor, daß die ganze Grundlage für diese Verdächtigung gesprochen." darin bestand, daß ein Gerichtsdiener dem Münter auf Das Ungeheuerliche ist geschehen. Die den bürgerlichen Die Staatsanwaltschaft und die Mehrheit der Ge- dessen Frage, ob der Rechtsanwalt Niemeyer auf dem Berufskreisen entnommenen Geschworenen in Essen haben schworenen dürften, wie wir fest überzeugt sind, Korridor mit irgend einem Beugen gesprochen habe," Ja" unsere Genoffen Schröder, Meyer, Gräf, Imberg, Bedmann unter dieser der unparteiischen Rechtfindung gefähr geantwortet hatte. Jedenfalls bewies die Denunziation, wie und Wilking des wissentlichen Meineids, Thiel des fahr: lichen politischen Voreingenommenheit gestanden haben, leicht nach Ansicht des Zeugen Münter eine Unterredung lässigen Meineids für schuldig erklärt und der Gerichtshof als sie, nach bestem Wissen und Gewissen zwar, aber mit einem Zeugen zu dessen Beeinflussung ausarten kann. hat dann die ersteren auf 22 bis 3 Jahre ins Buchthaus im Bann ihrer politischen Anschauungen und Klassen- Und aus dem nämlichen Zeugen Münter wurde im geschickt. vorurtheile unsere Genossen des Meineids anklagten und des Laufe der weiteren Verhandlungen durch den GerichtsIns Zuchthaus, und zwar unschuldig ins Zuchthaus Meineids für schuldig befanden. Nur Angehörige der be- vorsitzenden das Eingeständniß hervorgeholt, daß er mit unferer festen Ueberzeugung nach! Und damit glauben wir fizenden Klasse, auf der Richterbank und nur Arbeiter einem Zeugen, den er im Prozeß Schröder zu laden hatte, die Ansicht von Millionen auszusprechen und nicht nur von und darunter solche, welche die Besitzintereffen oft schon in mehrfach über den Prozeß konferirt" hat. Das hat jedoch Sozialdemokraten. der schärfsten Weise angegriffen haben auf der Anklage- der Glaubwürdigkeit des Münter in den Augen der Staatsbank. anwaltschaft und der Geschworenen keinen Abbruch gethan. In den Annalen der preußischen Rechtsgeschichte ist aber dem Zeugen Münter ein dauerndes Ansehen gesichert, wie vor ihm manchem andern berühmten Zeugen jüngst vergangener Zeiten. " Wer nicht von vornherein die Sozialdemokraten oder diese Sorte Sozialdemokratie", wie der Erste Staats- Da müssen Unterschiede in den Klassenanschauungen anwalt wohlüberlegt sich ausdrückte, für fähiger hält ge- zur Bethätigung kommen, wo hier auf der Richterbank, meiner Verbrechen, als andere Menschen, kann aus den dort auf der Bank der Angeklagten die Klassengegensäge so Verhandlungen vor dem Essener Schwurgericht ebenso augenfällig in Erscheinung treten. wenig wie aus den Verhandlungen in dem Prozeß gegen Was wir früher über die Aussagen unserer Genossen Münter's Rolle ist noch nicht ausgespielt; aber auch die Margraf die Ansicht gewinnen, daß Schröder und die in dem Prozeß Margraf einerseits, über die der Münter Geschichte von dem Prozeß Schröder ist nicht zu Ende. anderen Verurtheilten wissentlich falsche Aussagen gemacht und Genossen andererseits, was wir über die Schwierigkeit Getreu der staatsanwaltschaftlichen Praxis, alle Zeugen, haben. Daß sie Sozialdemokraten seien, war für die zuverlässiger Thatsachenbekundung überhaupt gesagt haben, die in dem Prozeß Margraf zu gunsten der Schröder'schen Staatsanwälte das ausschlaggebende Moment, um eine bei wurde nicht nur vollauf bekräftigt durch die neuen Ver- Auffassung ausgesagt hatten, des Meineids zu bezichtigen ihnen entstandene Vermuthung, die Aussagen könnten un- handlungen; alles, was neu vorgebracht wurde, hat, wie und anzuflagen, hat der Erste Staatsanwalt auch in seinem richtig sein, zu der Ueberzeugung zu verstärken, es seien wiffent- aus unseren Prozeßberichten hervorgeht, dazu beigetragen, Schlußplaidoyer wieder schlankweg erklärt: liche Meineide geschworen. Für die Geschworenen, an deren die Schuldlosigkeit Schröder's und unserer anderer Genossen Neue Meineide in unendlicher Zahl sind geschworen politische Gegnerschaft gegen die Sozialdemokratie und an in helleres Licht zu sehen. worden." Das heißt, es haben eine ganze Anzahl deren Klassenbewußtsein durch den Hinweis auf Arbeiterstreiks Wir wollen an dieser Stelle nur auf die Rolle ver- neuer Zeugen anders ausgesagt wie der Beuge Münter. der Staatsanwalt ausdrücklich appellirte, war die politische weisen, die der Gendarm Wünter in dem Prozeß gespielt Sie haben so ausgesagt, trozdem ihnen bewußt war, falls Stellung der Angeklagten das Ausschlag gebende Moment, hat. Es wurde erwiesen, daß diese Ordnungs- sie das sagen würden, was sie für Wahrheit hielten, drohe der sie zu ihrem Wahrspruch führte. Die Gefahren einer ftüge in ihrer Berufsthätigkeit sich leicht zu Ge- ihnen die Anklage auf Meineid. In den Augen vorurtheilssolchen Beeinflussung der Rechtsprechung durch die politischen waltthätigkeiten hinreißen läßt, so daß der Staats- freier Leute hätte diese Thatsache ihre Glaubwürdigkeit vers Leidenschaften werden selbst von Mitgliedern bürgerlicher anwalt glaubte, entschuldigend bemerken zu müssen, stärken müssen. Die Essener Geschworenen sind durch diese Parteien erkannt. Einer der Rechtsanwälte in dem un- wenn Münter mal einen Puff zu viel austheile, so könne Erwägung indeß offenbar nicht beeinflußt worden und der seligen Prozeß hat dieses Erkenntniß im Anschluß an man ihm das nicht zur Last legen. Ob er nun bei einer Essener Erste Staatsanwalt fündigt jetzt wirklich neue frühre Warnungen des Reichsgerichtsraths Mittelstädt Gelegenheit einen solchen Puff zu viel ausgetheilt hat oder Meineidsprozesse an. Denn er ist überzeugt, daß meineide Ausdruck verliehen in Worten, die leider vergeblich ge- nicht, eine solche Bagatelle in den Augen der Vorgesetzten geschworen sind. sprochen warrn für die Essener Geschworenenbank: Münter's, liegt aber dem ganzen Prozeß zu grunde. Wir glauben nicht, daß irgend ein Ereigniß in neuester Doch Bagatelle oder nicht, Münter war in der Sache Zeit auf unsere Genossen in Deutschland einen tieferen Partei und Münter wurde nicht nur als Zeuge zugelassen, Eindruck gemacht hat, auch das verpfuschte Umsturzgesetz Münter wurde auch zum Aufsuchen sonstiger Beugen gegen nicht, bei dessen Bekämpfung doch immerhin der Humor noch zu seinem Rechte fommen konnte, als der Spruch der Schröder von der Staatsanwaltschaft beauftragt. " Allein wenn man, wie es der Herr Erste Staatsanwalt gethan, den Richter zur Bekämpfung der Sozialdemokratie aufruft, hört die Rechtsprechung auf, Rechtsprechung zu sein, dann giebt es nur noch eine Klassenjustiz.... Nicht die politische Parteistellung oder religiöse Zugehörigkeit ist bei der Prüfung der Glaubwürdigkeit eines Beugen in betracht zu ziehen, sondern lediglich die persönliche Ehrenhaftigkeit. Wenn nicht mehr die persönliche Ehrenhaftigkeit, sondern nur noch die politische Parteizugehörigkeit bei Beurtheilung der Glaubwürdigkeit eines Zeugen Skizzen[ Nachdruck verboten. aus dem füdamerikanischen Hinterlande. 19 Da charakterisirt nun der Zwischenfall mit dem Rechts- Bourgeois Geschworenen in Essen. Wer noch an eine Ver anwalt Niemeyer den Münter, die Thätigkeit des söhnung der Klassengegensäge in unserer heutigen Staatss Münter in sehr bezeichnender Weise. Der Beuge Münter und Gesellschaftsordnung glauben konnte, dem müssen die hatte den Zeugen Rechtsanwalt Niemeyer denunzirt, weil er Essener Geschworenen den Staar gestochen haben. Ein ganz angeblich andere Zeugen auf dem Korridor beeinflußt hätte. anderes Denken und Fühlen herrscht hüben, ein ganz Aus den Verhandlungen über diese Denunziation ging anderes drüben. Wer von uns kann jetzt noch von bürgerDie Sachen werden auf dem Karren verladen. Ein Die beiden Frauen speisen zusammen ihr Mittagbrot hoch bis oben aufgestapelter Karren. Don German's ohne viel zu sprechen. Genoveva denkt augenscheinlich an Arbeitsstube ist beinahe leer geworden. Es muß eine wo anders. wichtige Arbeit sein, eine bedeutende Messung, die so viel Instrumente erforderte; er hat sonst nie so viel mitgenommen. Hüh.." schreit der Karretero seine Peitsche schwingend, und die vier Maulthiere vor dem Wagen ziehen feuchend an. Beeilt Euch Patron... Der Dampfer pfeift eben zum zweiten Male.. Wann kommt der Patron zurück..?" sagt die Alte während des Essens. „ In vier Wochen... es kann auch länger sein ich wollte, die Zeit wäre schon vorüber und er wieder hier.." Die vier Wochen verrannen. Ein Tag verschwand nach dem andern. Don German hatte noch nicht geschrieben, oder sonst auf eine andere Weise Nachricht gegeben. Er war sehr beschäftigt, wie es schien. Er wird jetzt auch wohl nicht mehr schreiben. Er wird selber kommen, und sie eines Tages damit überraschen, daß er ins Zimmer tritt und sagt, daß er da sei. Die Indianerin sehnt sich mit jedem Tage mehr danach, daß es geschehe. Nach einiger Zeit schien German Winterfeld einen Entschluß gefaßt zu haben. An Geldgeschäfte war natürlich nicht zu denken. Die Advokatur ginge auch zur Zeit Darum habe er wieder eine nicht besonders, sagte er. Meffung angenommen. Er packte seine Instrumente ein, auch Bücher und Karten in große Kisten. Er that dabei sehr haftig und packte mancherlei verkehrt ein, so daß er es Don German ergreift eilig seine Reisetasche. Er scheint wieder heraustramen mußte, um es in andere Drdnung einen Augenblick mit sich zu kämpfen, einen Augenblick nur, zu legen. Genoveva wollte ihm dabei behilflich sein. Sie dann wird sein Angesicht wieder streng und kalt. hatte das früher schon vielmals gemacht, wenn er Leb wohl, German, und Gott beschütze dich... und mit seinen Meßgeräthen auf den Kamp gezogen war; aber vergiß mich nicht in der Zeit... hörst Du.. und schreib er verbat sich das dieses Mal. Ob sie die Instrumente einmal, wenn Du Gelegenheit haft In der fünften Woche kam zwar nicht er, sondern ein ruiniren wollte. Wann er denn zurück sein wolle; ob die" Gewiß... gewiß... eine Umarmung, einige Küsse Brief von ihm. Sie erkannte seine Handschrift. Senora Dona Messung groß sei. German packte eifrig und antwortete und er schreitet mit feftem Schritt hinaus, ohne sich noch Genoveva Winterfeld las sie stolz und freudigen Gesichts. Er in zerrissenen Worten. Vier Wochen vielleicht; auch noch einmal umzusehen. schrieb an sie wie an seine rechte, eheliche Frau. Nochmals las sie mehr. Er fönne es nicht genau bestimmen. Es könne Genoveva schaut ihm nach, soweit es möglich ist; aber und vor Freude über den Wohlflang dieser schönen Worte etwas dazwischen kommen. Für die Zeit finde sie genügend er biegt sofort um die nächste Ecke. Der Karren schwankt dieses Mal laut. Dabei bemerkte fie gar nicht in ihrer Geld in der Schatulle dort im Schreibtisch, um die ihm nach. Dann verschwindet auch er. Die Indianerin Aufgeregtheit, daß eine argentinische Marke statt einer Ausgaben zu bestreiten für das Leben und die kehrt zurück und bleibt einen Augenblick vor dem geräumten paraguayischen auf dem Umschlag klebte. Sie setzte sich Haushaltung. Er konnte nicht schlafen die schlafen die letzte Zimmer stehen, das seine Arbeitsstube vorstellt. glücklich in einen Stuhl und öffnete den Brief. Nachricht Nacht vor der Abreise, und wälzte sich ohne ein Mir fehlt etwas," sagte sie zu sich selbst, wenn er von ihm! Jawohl! Am Schluß stand sein Name mit Auge zu schließen von einer Seite auf die andere. Geno- nicht da ist..., wie man doch einen Mann so lieb haben veva hörte es. Denn auch sie fand keine Ruhe. Warum kann... und er mich, die ich doch ein armes braunes wußte sie nicht. Sie litt sonst nie an Schlaflosigkeit; nur Ding bin... er tönnte so viele schöne Weiße haben mit diese Nacht. vielem Gelde." Du fährst also heute..." fragte fie am Morgen. " Gewiß, ich muß, um nicht den Kontrakt zu brechen. Ich müßte sonst ein bedeutendes Reugeld zahlen für jeden versäumten Tag, den ich zu spät ankomme. Da kommt der Karren schon für meine Sachen." Ein Karren hielt vor der Thür. Der Karretero faßte an seinen alten Hut und schrie ihm zu durch die Thür, die offen stand: " Beeilt Euch, Patron, der Centauro fährt in einer halben Stunde. " Du fährst also nach unten. Ja, ein Kamp unten in den Misiones.." seinen großen deutlichen Buchstaben. Sie begann zu lesen. Was war es, das sie auf einmal so ergriff. Sie zitterte, dann stieß sie einen gellenden Schrei aus. Der Brief fiel zu Boden, und sie selbst stürzte ohnmächtig zusammen. Reiner hörte sie. Die alte Dienstmagd war auf den Markt gegangen. Dann setzt sie sich wieder an ihre Handarbeit und beginnt fleißig zu arbeiten. Ab und zu setzt sie auf einen Nicht lange darauf, es mochte kaum eine Minute vers kleinen Augenblick ihre Arbeit ab und horcht hinaus. Da pfeift von ferne ein Dampfer. Es ist der Centauro, der gangen sein, trat ein Mann in das Zimmer; es war der sein letztes Signal giebt. Bald darauf hört man das selbe alte Herr, den wir im Kaffeehause gesehen haben, ächzende Buffen der Maschine, daß der Wind stoßweise und der sich damals nach Don Germans Verhältnissen er herüberträgt. Der Dampfer fährt flußab und nimmt German kundigt hatte. Winterfeld mit sich. Margarita," sagte Genoveva zu der Dienerin, machen Sie zu Mittag nichts weiter als eine Suppe und ein einfaches Puchero. Ich habe nie großen Appetit, wenn German auf Reisen ist." Vergeben Sie," sagte er im Eintreten; aber ich habe vergeblich viele Male geklatscht und geklopft." Er hielt seinen Hut in der Hand. Niemand war da, ebenso wenig wie draußen. ( Fortsetzung folgt.) lichen Richtern ein Urtheil erwarten, das unseren Rechts- 1 auschanungen entspricht? Zeuge Münter: G3 war dunkel und herrschte Schnee- Zeugin Frau Wels hat nur den Schluß des Gesprächs treiben, ich hörte lautes Streiten und sah, daß die Fuhrwerte zwischen Münter und Kerkhoff gehört. Die Schlußworte lauteten: Nur eine Gesellschaftsordnung, die keine Klassengegen der elektrischen Bahn zu nahe standen. Ich hielt es zur Aufrecht- Na, da wissen Sie's ja, sagen Sie es so und nichts anders sätze kennt, kann unserem Volk ein einheitliches Rechts- erhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit für unbedingt und gehen Sie gleich zum Amt und geben Sie Ihr Zeugempfinden geben. Dafür womöglich noch eifriger zu wirken Wernicke blieb stehen. Ich glaubte, er machte eine aust erforderlich, daß die Leute weggingen. Alle gingen fort, nur niß ab. als zuvor, das wird der Entschluß sein, den jeder Sozial- in der Tasche und wähnte, er nehme eine drohende Haltung Münter zu Kerkhoff gesagt hat, ob er sagen fönne, daß er den Zeugin Frau Bergmann Woibliv hat nur gehört, wie demokrat mit tiefem Ernst aus dem Essener Urtheilsspruch ein, deshalb zog ich blank und hieb ihm auf den Schröder gestoßen habe. Dann hat er noch gesagt: Also schöpfen wird. Rücken. Landgraf und Wernicke sind wegen groben Unfugs Kerkhoff, machen Sie's gut! und Gefährdung eines Eisenbahntransports auch auf meine Anzeige hin bestraft worden. Aber den sofortigen Protest des Augenblicks mit richtigem Instinkt gefunden zu haben, das Verdienst gebührt unseren Essener Genossen. Sie telegraphiren uns soeben: Ju der heutigen Kreiskonferenz des Wahlkreises Essen wurde Ludwig Schröder- Dortmund einstimmig als Reichstag3- Kandidat aufgestellt. Dies ist unsere Antwort auf den Spruch der Geschworenen. Nicht würdiger kann die Sozialdemokratie Deutschlands deren voller Zustimmung die Essener Genossen sicher find, ihrem Protest Ausdruck verleihen, als daß sie ein Reichstagsmandat, die höchste Ehrenstelle, deren Zuerkennung unfere heutige Staatsordnung dem Volfe ermöglicht, auf das Hauptopfer des Essener Urtheilsspruchs überträgt. Das ist das Urtheil des Volkes! Die Meineids- Aktion gegen Schröder und Genollen. Essen, 15. August 1895. Ten. Bierter Verhandlungstag. Der Vorsitzende Landgerichtsrath 2oerbrots fett um 3/49 Uhr morgens die Beweisaufnahme fort. d Der Bergmann Kaspar Röder, der im Krankenhaus zu Herne kommissarisch vernommen worden ist, bekundet, daß er die Hand Münters auf dem Rücken Schröder's gesehen habe. Von einem Stoß wolle er nicht reben. Den zweimaligen Fall Schröder's habe er gesehen, die Ursache des zweiten Falles tönne er nicht angeben. Bergmann Wilh. Stückermann hat neben dem Vorfizenden Brust in der Versammlung gesessen, hat aber von dem ganzen Vorfall nichts gesehen. Beuge Bergmann Breitenfeld ist erst nach dem Vorfall in die Versammlung gekommen. Es ist davon geredet worden, daß Schröder hinausgeschmissen worden sei. Metzgermeister Landgraf erzählt einen Borsall, der zur Charakterisirung des Gendarmen Münter von Erheblichkeit ist. Beuge ist am 1. März von Bochum nach Herne mit zwei Wagen Kartoffeln gekommen, er unterhandelte in etwas lauter Weise mit dem Verkäufer der Kartoffeln, der für den Sack 3 M. mehr haben wollte, als der Gendarm Münter herankam und sagte: Ich fordere fie auf, den Platz zu verlassen, zum ersten, zweiten, dritten Male. Er habe sich zum Gehen gewandt, Münter habe aber sofort blant gezogen und dem Wernicke über den Rücken gehauen. Bors. Standen Sie mit Ihrem Fuhrwerk nicht auf der elektrischen Bahn? Beuge: Nein. Bors. Haben Sie den Vorfall angezeigt? Beuge: Nein, der Gendarm hat mich angezeigt. taatsanwalt: Es hat in der Herner Zeitung" ein Artikel über die Affäre gestanden; es ist Beleidigungsklage erhoben und es steht in den nächsten Tagen Termin an. " Verth. Wallach: Ich möchte fonstatiren, daß die Herner Beitung" ein nationalliberales Blatt ist. Verth. Grieving: Ich bitte den Zeugen zu fragen, ob es häufiger vorgekommen ist, daß Münter unter den Ausdrücken Bande" ohne Veranlassung an Leuten, die auf der Chaussee ihres Weges tamen, eine Körpervisitation vorgenommen hat. Der Beuge hat davon gehört, kann aber aus eigener Wissenschaft nichts sagen. Bors.: Nun, Gendarm Münter, wie war die Sache. Seien Sie aber vorsichtig. Kunst und Wissenschaft. Bors. Haben Sie die hinzugekommene Schwester des Wernicke auch angeschrieen? Münter: Ja, ich habe sie ins Haus geschickt. Beuge Landgraf giebt an, daß er im ganzen 15 M. Strafe bezahlt habe, er habe die Frist zur Berufung versäumt, Wernicke hat aber Berufung eingelegt, die noch schwebt. und sah, daß Münter ihren Bruder, gerade als dieser sich drehte, Beugin Wernice fam auf das Rufen aus dem Laden um ins Haus zu gehen, mit der Klinge über den Rücken hieb. Sie wollte den Münter beruhigen, dieser aber fuhr sie an, sie solle sich hineinscheeren. Sie ist ihrem Bruder ins Haus gefolgt, ohne ein Wort zu sagen. Troßdem folgte ihnen Münter bis an die Thür. Es wird vereinbart, noch die Zeugen zu vernehmen, welche dem Münter nicht blos Ausschreitungen, sondern auch Ableugnung derselben und Versuch der Verleitung zu falschem Zeugniß vorwerfen. Zeugin Frau Kerkhoff weiß über die Vorgänge nichts zu sagen. Münter sei dreimal bei ihrem Sohne in der Wohnung gewesen. Münter giebt auf Befragen des Vorsitzenden an, daß er am 1. Juli cr. von Baukau nach Weitmar versetzt worden ist, nachdem er 1 Jahr 1 Monat dort stationirt gewesen. Vorher war er in Münster auch nur 1 Jahr stationirt. Die Beweisaufnahme wird hierauf geschlossen und der Vorauf wiffentlichen oder fahrlässigen Meineid. Bei Schröder, sigende legte den Geschworenen die Fragen vor. Diese lauten Meyer und Gräf sind beide Termine des 11. und 27. Juni in betracht gezogen worden, außerdem die Fragen, ob in der zweiten Verhandlung die Aussagen der Wahrheit für die drei Angeklagten eine Strafverfolgung hätte nach sich ziehen tönnen. Erster Staatsanwalt Peterson: Ich bitte die Herren Geschworenen, zu beachten, daß es fich nicht um eine politische Anklage, sondern um einen einfachen Meineid handelt. Troydem kann der politische Parteistandpunkt nicht Beuge Wirthschaftsgehilfe Bredenbröder bestätigt die ganz außer acht bleiben. Parteiinteresse und ParteiDarstellung der anderen Zeugen von dem Vorgange. Von der leidenschaft ist das Motiv der That. Im rheinisch- westfälischen Bahn habe der Wagen sechs Schritte abgestanden. Münter hat Industrierevier ist die Gelsenkirchener Bergarbeiterzeitung der auch kein Wort davon gesagt, daß sie die elektrische Bahn nicht Mund der Sozialdemokratie. Diese Zeitung und auch gefährden sollten. die Führer suchen die Kluft, welche zwischen den Klassen leider liegt, zu erweitern. Die Feindschaft gegen die besitzenden Klassen, die Ordnungsparteien, die staatlichen Beamten, führt zu solchen Verbrechen. Die Sozialdemokratie Dieses Schlages ich sage mit Bedacht nicht: die Sozialdemokratie überhaupt haßt den pflichteifrigsten Beamten am stärksten. Sie, meine Herren Geschworenen, haben man chen Streik hierselbst erlebt und Sie kennen daher die Verhältnisse hier ebenso gut wie ich. Auf der einen Seite stehen die Beugen aus dem christlichen Bergarbeiterverband, auf der andern die, die mehr oder weniger der sozialdemokratischen Partei angehören. Ersteren ist der Eid heilig, denn sie sind religiös, lekteren ist Religion Privatsache und sie lesen Beitungen, in denen oft genug der oder jener verurtheilte Sozialdemokrat mit Christus verglichen wird. Im Prozesse Margraf wurde trotz der sozialdemokratischen Zeugen das Schuldig gesprochen; trotzdem find 49 neue Beugen vorgeschlagen und vernommen worden. dall Bäckermeister Horstkamp erzählt, die Betheiligten feien wohl etwas angetrunken gewefen. Sie feien deshalb laut gewesen und hätten über die Bezahlung eines Sackes Kartoffeln gestritten. Der 15 jährige Zeuge Bär bekundet nichts Neues. Beuge Amitstechniker Schulte kann nichts befunden. Bergmann Hasenkämper beobachtete an einem Abende dieses Winters auf der Straße, wie Münter mehrere Personen auf der Straße körperlich durch Griff in die Tasche visitirte. Einer erwiderte: So'n Lumpenaas will mir revendiren( revidiren)?" Da prügelte Münter ihn mit dem Säbel. Vorf.: Münter, was wiffen Sie davon? Münter: Ich kann nichts wissen, da so etwas zu häufig vorkommt. Der Staatsanwalt meint, es sei an dem Abend vorher auf der Straße geschoffen worden. Zeuge Wannsa at weiß nichts Wesentliches. Beuge Bureaulehrling Rodego, noch nicht 16 Jahre alt, daher nicht vereidigt, kann nach den ersten Sägen abtreten, da schworen worden. Sie, meine Herren Geschworenen, beiderseitig auf ihn verzichtet wird. Beuge Bechenbeamter F. Tarrent beantwortet alle Fragen: Wissen Sie it. f. w." mit nein. Beuge Bechenbeamter Duvigneau: Ich kam an einem Märzabend mit meinem Freunde Larrent aus einem Hotel. Es war draußen Lärm. Münter schimpfte Leute aus mit Ausdrücken, wie verfluchtes Schweinepad." In ähnlichen Ausdrücken schimpfte er 10 Minuten lang. Rosa mad i Vors: Was sagten denn die Leute dazu? 3euge: Sie fagten, fie bätten ja nichts gethan und wollten auch nichts thun. U Neue Meineide in unendlicher 3ahl sind ges haben der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen und ich bitte Sie, das Schuldig des wissentlichen Meineids auszusprechen. Staatsanwalt Mantell geht speziell auf die Beweis aufnahme ein. Zur Beweisführung für die Schuld der Angegeklagten führt er besonders das Zeugniß des Polizeikommissars Brockmeyer an, der an der ganzen Affäre völlig unbetheiligt sei. Die Aussagen des Münter und Brockmeyer seien unterstützt worden namentlich durch die Bergleute Kerkhoff und Keunoff. Er sei in der Verhandlung gegen Margraf zu der Ueberzeugung gekommen, daß Münter den Schröder nicht angefaßt hat und Münter muß vortreten, er behauptet, es habe sich um ein beantragte deshalb die Verurtheilung des Margraf. Das schlechtes Frauenzimmer gehandelt, das sich in jener Nacht auf Gericht habe den Margraf den Margraf ebenfalls für schuldig be= der Straße herumgetrieben habe. Die behaupteten Ausdrücke funden, sei also auch von der Unwahrheit der Beugnisse fönne er gebraucht haben. in sidder Angeklagten überzeugt gewesen. Der Hauptzeuge ist ja Münter. Der Beamte ist von Anfang an fest in seiner Aussage geblieben. Herr Rechtsanwalt Nie meyer hat zwar gesagt, Münter habe zu allererst ein Anfassen zugegeben, aber Herr Rechtsanwalt Niemeyer befand sich hier im Widerspruch mit den Herren Richtern und mag sich wohl, natürlich nach bestem Wissen und Gewissen, geirrt haben. Die Glaubwürdigkeit des Münter ist gar nicht anzu. 3 weifeln, mag er hier angefeindet werden wie er will. Daß Zeuge Bonetamp: Münter war einmal bei mir im Münter Zeugen zu beeinflussen versucht habe, sei selbst durch das Hause. Da hörte man schießen. Münter meinte, es würde wohl Beugniß des Schmielowski widerlegt. Das Zeugniß des Münter auf ihn geschossen. sgalsteht vollständig intatt da, troß der 17 Beugen, die gegen ihn Beuge Stuckateur Schnitta wird über den Vorfall an aufgeboten waren. Die Thatsachen, die heute gegen ihn vorWernicke's Hause gefragt. Er hat aus seiner Entfernung nichts gebracht sind, sprechen doch nicht dafür, daß Münter ein seine gesehen, sondern nur den Münter schreien gehört. Befugnisse überschreitender Mann ist. In Industriebezirken können Zenge Gendarm Hammann wird vorgerufen. Borf.: Sind über Münter mißliebige Aeußerungen gemacht worden? Beuge: Ja, häufig. Bors: Ift auf ihn einmal geschoffen worden? Beuge: Davon weiß ich nichts. Zu dem vorstehend mit getheilten Worfall berichtet Zeuge, daß die Gesellschaft vom Tanz gekommen sei. bande, habt Ihr einen Revolver bei Euch, und habe sie revidirt. Giner habe gesagt: So'n Lumpenaas will mich revidiren. Das hörte Münter, zog den Säbel und hieb ihn damit durch. i Bors.: Hatten Sie einen Revolver bei sich? euge: Nein. Bors.: War geschossen worden? Beuge: Ich habe nichts gehört. Das Schillertheater, das die neue Saison am 15. d. M. so vortheilhaft eingeleitet hatte, zeigte sich am Sonnabend von einer höchst unglücklichen Seite. Dieser Tag brachte brei Einafter: Ehrenschulden, ein Trauerspiel von Paul Heyse, Zeuge Schlosser Päufer erzählt folgenden Vorfall, der die Polizeibeamten nicht mit Salonausdrücken auskommen. Fast Das Schweigen, ein Scherz von einem Russen Viktor Bilibin, einige Tage vor Neujahr paffirt ist. Zeuge ist abends beim jeder Bergmann hat hier einen Dolch oder einen Revolver bei sich. und zum Schluß ein Lustspiel von Marie von Ebner- Eschenbach, Der Gendarm habe ihm„ Salt" zugerufen und ihn angeschrien: oder Knuff zuviel austheilt, so kann man ihm das nicht Gendarmen vorbeigekommen, hat ihm Guten Abend gewünscht. Wenn der Gendarm Münter selbst mal einen Buff Ohne Liebe. Interessant war einzig das von der Volksbühne her manchen Befern bekannte Heyse'sche Stück, das troß seiner Haben Sie einen Revolver bei sich?" und ihn visitirt. Er habe aur Last legen. Er darf ja seine Befugnisse nicht überMängel wirkungsvoll war und auch im Spiel am besten wegtam. Auf eine Waffe gehabt.d 196 mann schreiten. Hat er es mal gethan, so ist dies die Folge davon, einer ebenso harmlofen wie inhaltslosen Idee beruht der Scherz Bors.: War geschossen worden? adale daß er seit Monaten geelendet und gepeinigt, in den Zeitungen Das Schweigen". Die Schwiegermutter spielte in ihm die Zeuge: Nein, ich habe wenigstens keinen Schuß gehört. verdächtigt wird. Bei der Affäre mit dem Rechtsanwalt Nieftereotype Rolle; ferner wird die Kunst, die schmollende junge Winter einmal aus dem Zirkus in Herne gekommen. Beuge Bureaugehilfe Publmann erzählte, er sei im meyer hat Münter gewiß zu schwarz gefehen, aber alles Gattin durch Kopiren ihrer eigenen Unart gefügig zu machen, in Gendarm habe ihm Halt zugerufen, er sei aber mit zwei hat er doch gestern gesagt: Meine Sache steht glänzend, erscheint Der dies ist die Folge der Heßereien gegen ihn. tindlich- naiver Weise geübt. Das Stück wurde recht matt gespielt. Am unangenehmsten war aber das Opus der guten Freunden weiter gegangen. Münter habe gesagt, Ihr Lumpen Münter auch hier als Partei, so beweist das alles nichts gegen Eschenbach. Eine bramatisirte Gartenlauben- Novelle in ihrer seine Glaubwürdigkeit. Sein Zeugniß wird unterstützt durch ganzen Hohlheit und Unnatürlichkeit. Zum Unglück versagten hier Brockmeyer, einen gewiß ruhigen und überlegten Beamten. die schauspielerischen Kräfte auch am meisten; Herr Patry, der Schröder hat Gile gehabt und ist gestolpert, er ist auch wohl sich zwei Tage vorher als Wachtmeister in Lessings Luftpiel so nur einmal gefallen. Der eine sieht das als einen, der andere brav eingeführt hatte, gab einen Grafen, der durch verborgenes als einen zweiten Fall. Der Gendarm Müller, die Zeugen Kolt, Gemüth wirken soll, fast in den Manieren eines SchlächterMunka, Beer 2c. unterstüßen alle die Befundung Münter's, gefellen. Das Publikum, welches am Sonnabend übrigens das namentlich aber bie namentlich aber die Kassirer Kerkhoff und Keunoff, die ja dicht Haus nur gut zur Hälfte füllte, ging sehr lau von dannen. eines Abends spät von seiner Braut gekommen und auf dem zeugen an Zahl bedeutend. Benge Echloffer Prein erzählt folgenden Vorfall. Er sei dabei waren. Die Entlastungszeugen überwiegen ja die BelastungsMöge die Direktion bald mtt etwas Besseren aufwarten." Viele aber wußten tein Wort zu Wege von Münter ohne jeden Grund angefallen fagen, aber sie befinden sich untereinander in vielfachen Leffing- Theater. Sonnabend, den 17. Auguft, zum ersten worden. Münter habe ihn Lump, Spion, Bagabund geschimpft, Widersprüchen. Der Redner geht die Aussagen der EntlastungsMale: Cherchez la femme! Schwant in drei Akten von und mit Ginlochen gedroht. Er habe sich entschuldigen wollen. zeugen durch und sucht jedes einzelne Zeugniß als unglaub A. Hennequin und E. de Najac. Den höchsten Grad von Münter habe aber gebrüllt: Und wenn Sie Kommerzien- würdig hinzustellen. Die Leute bekunden nur die Stöße, nichts Unwahrscheinlichkeit, der auf der Bühne geboten werden darf, rath erreichten die französischen Schwantdichter mit ihrem in der habe den Gendarm wären, fönnte ich so gegen Sie vorgehen." Er aber über die weiteren Vorgänge. Der Staatsanwalt hält es für über seine Persönlichkeit aufklären außer Zweifel, daß das aufklären außer Zweifel, daß das, was Schröder und Genossen bekundet Zusammenfassung blos neuen, in seinen Gestalten, Situationen, wollen. Dieser aber habe geschrien: Wollen Sie ruhig sein haben, unwahr ist. Die Frage bleibt, ob wiffentlicher oder fahrVerwechslungen und Wizen zum theil recht alten Werke. Für Sie verdammter 2ümmel! Erst nach 3/4 Stunden habe lässiger Meineid vorliege. Er habe sich schon am 27. Juni die drei, zwei Stunden füllende Akte reichte die Variation des ihn der Gendarm gehen lassen. Er, Zeuge, habe sich beschwert Frage vorgelegt, ob Schröder nicht etwa einen fahrlässigen Cherchez la femme( Suchet die Frau) nicht aus. In den ersten und in der Beschwerde angegeben, er nehme an, daß Gen- Meineid geschworen habe. Er sei ja der, der zum Saale hinaus. zwei Atten müßte kräftig gekürzt werden, damit man nicht mit arm Münter betrunken gewesen sei, fet aber ab- gebracht worden sei. Er sei wohl zweifellos von Münter mit einer recht langweiligen Stunde eine beitere erfaufen muß. gewiesen worden. Der Zeuge ist seit 21 Jahren in feinem Orte der Brust gestoßen worden. Aber nachher sei er, der Staats. Der Inhalt des Stückes ist schnell skizzirt. Die Verwandten anwesend und dort sehr angesehen. Die drastische Art, wie er anwalt, doch zu der Ueberzeugung gekommen, daß Schröder haben beschlossen, den Maler Raoul Brière( Herr Schönfeld) das Benehmen Münter's schildert, erregt die Heiterkeit selbst des einen wissentlichen Meineid geschworen hat. Denn er mit der Nichte Jaques Rozerol( Herr Merten) zu verheirathen. Gerichtshofes. Raoul weigert sich entschieden, weil er Frau Suzanne Chauvelin ist jedenfalls von seinen Genossen darauf aufmerksam gemacht Bei den ( Fräulein Waldegg) liebt. Die tomische Figur des Stückes, der fage Vorsigender: Münter, was sagen Sie zu diefer Aus- worden, daß Münter ihn nicht gestoßen hat. bornirte und eingebildete Gatte Frau Suzanne's, hat die Theorie, anderen Angeklagten ist Fahrlässigkeit von vornherein ausMünter: Ich verweigere mein 3eugniß. daß überall als geheime Ursache eine Frau wirken müsse. Diese geschloffen. Die Aussagen der letzten vier Angeklagten Berth. Wallach konstatirt, daß der Zeuge nur dann das müssen schon in Rücksicht auf den Widerruf für unwahr erklärt soll gesucht werden. Er opfert Geld, Zeit, Scharfsinn, entdeckt Recht der Zeugnißverweigerung hat, wenn er fürchten müsse, werben. Ein Mann, der die Wahrheit sagt, widerruft nicht, die nach der Reihe drei ganz unbetheiligte Frauen, die Raoul um sich durch sein Zeugniß eine Strafverfolgung zuzu Bernehmung der vier Angeklagten war schon völlig beendet, des garnt haben sollen, die eigentlich Schuldige, seine Frau, kann er ziehen. halb kann sie der Widerruf nicht straflos machen. Der Staatsnicht entdecken. gewiesen sei, daß er gegen den Zeugen Prein wegen des Vor- das Schuldig wegen wissentlichen Meineides münter erklärt noch, daß der Beschwerbeführer ab- anwalt bittet die Geschworenen, gegen alle 21 ngetragten wuris der Trunkenheit aber die Beleidigungsklage er auszusprechen. hoben habe. Nur wer im stande ist, sich über unmögliche Situationen hinweg zusetzen, wer Logik im Theater entbehren kann, und nicht mehr verlangt, als sich zu amüsiren und sich einmal gehörig auslachen zu können, der wird bei Cherchez la femme seine Rechnung finden. Vertheidiger Rechtsanwalt Grieving: Der Erste Herr Die Darstellung war im Großen und Ganzen eine abge: noch nicht an Gerichtsstelle find. Es sind nur noch wenige Zeugen zu vernehmen, die aber Staatsanwalt hat es als eine Thatsache hingestellt, daß die rundete; freilich hätte ein etwas rascheres Spiel der Art des Solidarität unter den Sozialdemokraten schuld an den Meineiden Schwantes mehr entsprochen. Von den Darstellern ist Herr fie verursacht hat und möglicherweise noch verursachen wird, habe eine andere Ansicht darüber, hier haben Sozialdemokraten Bors: Um die Sache, wegen der großen Aufregung, die fei. Das ist eine unerwiesene Ansicht des Staatsanwalts. Jch Guthery( Chauvelin), von den Darstellerinnen Frl. Jaeger bei tage zu Ende zu führen, schlage ich eine möglichst furze nichts zu gunsten ausgefagt, und Nicht Sozialdemokraten zu ( Stubenmädchen) rühmend zu nennen. ―n Pause vor. gunsten der Angeklagten ausgesagt. Meine Herren, lassen Aus dem Zeutral- Theater wird uns berichtet: Die Die betheiligten Faktoren einigen sich auf eine Bertagung Sie sich dadurch dadurch nicht beirren. Ich bin fein SozialNovität von Wilh. Mannstädt und Julius Freund, mit welcher der Sitzung bis nachmittags 1/23 Uhr. das Zentral Theater am 1. September die diesjährige In der Nachmittags- Sigung wird zunächst die halte nach meiner beber ala Sozialdemokrat, aber ich Ueberzeugung die AnBoffen saison eröffnet, wird den Titel„ Eine tolle Nacht" Beweisaufnahme mit der Vernehmung der letzten Zeugen zu geklagten für unschuldig und werde sie mit warmem tragen. Ende geführt. Herzen vertheidigen. Meineide find ohne Zweifel ge in Sachen Margraf zu verlesen. dan Politische Uebersicht. Berlin, 19. Auguft. Seiner( Wilhelm I.) erleuchteten Anregung ist es zu danken, daß Deutschland zuerst den Weg wertthätiger Förderung des Wohles der arbeitenden Klassen betreten hat." Der Kaiser schloß seine Rede mit den Worten: möge das Denkmal stets auf ein glückliches und zufriedenes Bolt berniederschauen." Leider sind die Wege, die die Minister des Kaisers wandeln, nicht geeignet, das deutsche Volk diesem Ziele entgegen zu führen. fchworen worden. Wer aber will fagen, auf welcher nach den Aussagen der Herren Landgerichtsrath Rinteln und, haftet. Im Zuhörerraum brachen die Frauen der AnSeite? Hat da nicht Herr Niemeyer recht, als er sagte, ich Dr. Lütgenau sowie nach den Protokollen nicht mehr ausgeführt geklagten in lautes Wehtlagen aus( Schröder wüßte zum Schluß nicht mehr, wer recht hat und wer unrecht. zu werden. Die anderen Belastungszeugen äußern mehr Schluß- ist Vater von zehn Kindern), hunderte von Men Ich will teine weiten Redensarten machen, sondern zur Sache folgerungen, z. B.:„ Ich hätte es sehen müssen, wenn Schröder fchen hatten sich auf der Straße angesammelt selbst sprechen und da käme ich zunächst zum Gendarm Münter. zum zweiten Mal gefallen wäre; ich hatte es aber nicht gesehen, und hatte die große aufgebotene Polizeimach Münter ist, das wird niemand bestreiten, hier Partei und also ist er nicht gefallen". Er ist aber zum zweiten Mal ge- Mühe, die zum Gefängniß führende Straße frei Durch eine Freisprechung würde er sich fallen. Sollen nun diese Zeugen in anderen Punkten unbedingt zu halten. blamirt fühlen, bei einer Verurtheilung als Sieger. Daher zuverlässig sein? Ich halte aber alle die genannten Zeugen für rührt es, daß er sich nicht nur als Zeuge, sondern als Leiter der ehrlich und gewissenhaft. Keunoff, auf den der Staatsanwalt Verhandlung fühlt, wie der Fall Stiemeyer zur genüge beweift. soviel Gewicht legt, hat am 27. Juli nach dem Protokoll, das Das ganze Auftreten des Münter hat doch zu klarem Ausdruck doch richtig sein wird, gesagt: Schröder ist vom Podium gegebracht, daß Münter auch hier als Zeuge die Worte nicht auf fallen, und ein zweiter Fall ist bestimmt nicht geschehen"-heute Die Grundsteinlegung für das Kaiser WilhelmDie Wagschale legt. Ich erinnere an den Ausbruck, Schröder steht fest, daß er etwas Falsches beschworen Denkmal fand in Abwesenheit der erwarteten deutschen fei total betrunken gewesen. Daß Münter eine aggressive Natur hat. Er gehört doch ohne Zweifel eher auf die Bundesfürsten statt. Blos der Großherzog von Baden, der ist, das beweisen die Vorfälle mit dem Schlächter Landgraf und I agebant als als Schröder, dem nicht nach= Prein; wenn mir ein Gendarm so entgegengetreten wäre wie dem gewiesen ist, daß er etwas Falfches aus einzige Schwiegersohn des ersten deutschen Kaisers, hatte Echlächter Prein, ich wüßte nicht, was ich dem Gendarm gethan hätte, gesagt habe. Aber nach meiner Ansicht gehört sich eingestellt. Wie es bei solchen Gelegenheiten üblich ist, Der Münter ist eine sehr aggressive Natur, er mag sonst gute feiner von ihnen auf die Anklagebant. Von den Ent- wurden die Verdienste des durch das Denkmal zu Feiernden Eigenschaften haben und einen Vorzug vor vielen anderen Gen- lastungszeugen geben wir mehrere preis; mit Erbel, der die vielen in den hellsten Tönen gepriesen. Hier mit keiner Kritik darmen scheint er zu haben. Er ist auf der Straße und nicht Hände beim Hinauswerfen Schröder's thätig gesehen hat, haben einzusetzen, ist kein schwerer Verzicht, umsomehr als man im Wirthshaus.( Große Heiterkeit.) Herr Münter ist wahrhaftig wir nichts zu thun. Aber wenn die Angeklagten da auch denken den menschlichen Zug, daß der Kaiser von seinem Großvater nur fein flassischer Beuge. Der zweite Beuge ist der Kommissar mögen: Gott beſchüße mich vor meinen Freunden", so dürfen rühmenswerthes zu erzählen weiß, wohl begreifen kann. Solche Brockmeyer, gegen den an sich nichts einzuwenden ist. Herr Sie doch die unwahren Aussagen den Angeklagten nicht entgelten rühmenswerthes zu erzählen weiß, wohl begreifen kann. Solche Brockmeyer ist Polizeibeamter. Sieht ein solcher mit seinen lassen. Und wenn Sie nicht fünfzehn andere Neden korrigirt die Geschichte. Wie leicht ihr dies wird, friminalistischen Augen nicht anders als andere Leute? Brock glaubwürdige und unantastbare Zeugen für beweist der folgende Satz der vom Kaiser verlesenen Urmeyer hat auch gesagt, Münter habe gestikulirt, was Münter ja meineidig erflären wollen, dann können Sie den kunde: bestreitet. Der dritte Zeuge, Gendarm Müller, hat ja direkt Sachverhalt nicht im Sinne der Anklage feststellen und können feine ersten Behauptungen eingeschränkt. Auf diese Zeugen ist zu einem Schuldig nicht kommen. Ich beantrage feine Verurtheilung zu bafiren. Redner geht nun die vielen die Freisprechung. Entlastungszeugen der Reihe nach durch. In bezug auf die Berth. Dr. Bell, für Gräf: Alles, was die beiden sozialdemokratische Gesinnung der Zeugen führt er aus: Es tann Kollegen für ihre Klienten vorgebracht haben, nehme ich auch jemand Sozialdemokrat und doch ein anständiger Mensch sein, für meinen Klienten Graf in Anspruch. Graf ist nur wegen ja, es kann jemand den Eid verachten und doch die Wahrheit Uebertretungen vorbestraft, er ist sonst ein ehrenwerther Mann lieben. Wer will entscheiden, ob die Angeklagten nicht subjektiv und nichts begründet den Werdacht, daß er fähig wäre, das schwere in gutem Glauben ausgesagt haben? Bei Schröder z. B. ist Verbrechen des Meineids zu begeben. Widersprüche in den doch der gute Glaube unzweifelhaft. Gin alter kriminalistischer Beugenaussagen kommen in fast allen Zivil- und Strafprozessen Wir konnten von dem Vertreter des Bundesraths und Grundsatz lautet: Im Zweifel muß für den Angeklagten vor, deshalb braucht nicht immer ein Meineid vorzuliegen. Es entschieden werden. Gerade, meil es Sozialdemokraten müssen andere Gründe für die Verfolgung maßgebend gewesen dem Reichstagspräsidenten nicht erwarten, daß sie in ihren sind, müssen Sie ein Urtheil fällen, das niemand anfeinden kann. sein. Heute habe ich den Grund aus der Rede des Ansprachen die Rede des Kaisers ergänzen und an Baden, Und das allein richtige Urtheil können Sie nicht in einer Ver- Herrn Ersten Staatsanwalts ersehen, es ist Rastatt, die Konfliktsperiode und das Sozialistengeset erinnern urtheilung finden. Gerade weil die Angeklagten Sozialdemo- Die Verfolgung der Sozialdemokratie. Der Herr würden; aber wir haben nicht erwartet, daß der Präsident fraten sind, habe ich ihre Wertheidigung noch in letter Stunde Staatsanwalt hat gesagt, die Leute wollten die politischen Ge- des Reichstags in höfischer Unterwürfigkeit den Thatsachen übernommen, ich habe sie so gut vertheidigt wie ich fonnte und noffen herausreißen. Das ist eine ebenso unbegründete als halt so weit Gewalt authun würde, in voller Deffentlichhabe es aus warmem Herzen gethan. lose Behauptung, wie wenn wir sagen wollten, die Polizeiteit die Entstehungsgeschichte des Denkmals falsch darDer Erste Staatsanwalt stellt nun den Antrag, das Urtheil beamten haben falsch geschworen, um ihren Kollegen Münter zustellen. Aus der Initiative des Kaisers machte er die herauszureißen. Redner bittet die Geschworenen eindringlich, Das Urtheil wird verlesen. sämmtliche Schuldfragen zu verneinen. eigenste Initiative des Volkes, von der einstimmigen Rechtsanwalt Grieving weist dem gegenüber darauf hin, R.-A. Dr. Niehus: Für Thiel liegt die Sache so, wie für Harmonie des Reichstages und des Bundesrathes wagte er daß das Urtheil gegen Margraf auf ganz anderen Grundlagen Beckmann und Imberg. Ich kann mich auch den Vor- zu sprechen, wo doch jedes politische Kind weiß, daß selbst beruht. Die Saalbesichtigung habe damals noch nicht statt- rednern anschließen. Sie werden zu der Ueberzeugung die Konservativen, ja selbst Graf Limburg- Stirum entgefunden. Es heißt auch in dem Urtheil, die Sozialdemokraten fommen müssen, daß die Sache daß die Sache nicht aufgeklärt ist schieden gegen die geforderten 8 Millionen proteftirten, wo hätten die Versammlungen zu sprengen versucht. Das ist in und Deshalb zu einem Freispruch kommen. Für die doch aus den Protokollen der Budgetkommission flar hervorDieser Verhandlung durchaus nicht erwiesen worden. Die Staatsanwaltschaft ist jeder, der für Schröder aussagt, Sozialdemokraten haben nur freie Diskussion verlangt und sie Sozialdemokrat. Das ist durchaus nicht der Fall. Gegen Thiel geht, daß das Denkmalprojekt zum lebhaftesten Bedauern waren dazu berechtigt, denn es war eine öffentliche Versamm speziell liegt nicht der geringste Anhalt vor, daß er Sozial- des Herrn v. Bötticher und des Bundesrathes zur Ervon Kosten umgearbeitet werden lung, ohne jede Einschränkung. Die Figur Münters ist auch im demokrat ist. Der Zeuge Thiel wäre heute ein sehr unbequemer sparung mußte. der Wahrheit kam es vorigen Prozeß nicht so in die Erscheinung getreten wie in dieser Beuge. Er hat eine Annonce, in der Zeugen gesucht werden, gelesen Bei diesem Fernbleiben von Berhandlung, deshalb darf Sie das Urtheil gegen Margraf in und hat sich lediglich aus Wahrheitsliebe als Beuge gemeldet. Herrn von Buol nicht darauf an, auch den folgenden feiner Weise von einer Freisprechung abhalten. Bei ihm kann von Partei- Interesse und Parteileidenschaft keine Saz zu sprechen: Berth. Meyer's, Rechtsanwalt Dr. Wallach: Der letzte Rede sein. Thiel ist 20 Jahre alt, noch nie vor Gericht gewesen. So möge das Denkmal denn erstehen hier in der Mitte seines Herr Staatsanwalt hat sich auf ein Resumee der Beweisaufnahme Man fann es ihm wohl glauben, daß er in Verwirrung gewesen Voltes, dessen bewundernde Begeisterung und Liebe ihm von Berg beschränkt, und zwar ein solches, in dem ihm Irrthümer ist. Die Richter bestreiten es zwar, aber in unlösbarem Wider- und Thal, von Meer zu Meer entgegenrauschten, als er seine über Irrthümer unterlaufen sind. Und der Erste Herr spruch steht die Aussage des Dr. Niemeyer und des Dr. Lütgenau, Träume ins Leben rief." Staatsanwalt hat wesentlich gefagt, durch die Justiz sei der über die Verblüffung des Thiel eine ganz bestimmte That Wir rathen Herrn von Buol, zur Vervollständigung die Sozialdemokratie zu betämpfen. Das geht fache angegeben hat. Der Vertheidiger weist schließlich darauf seiner politischen Bildung das Kriegstagebuch des Kronnicht und darf nicht sein. Machten wir es so, dann wird hin, daß die Verhandlung noch nicht zu Ende war, als Thiel prinzen zu lesen. Er wird daraus ersehen, daß dem König die Rechtsprechung zum Ausdruck politischer, feine Aussage modifizirte. sozialer oder religiöser Voreingenommenheit. Rechtsanwalt Back haus für Wilking schließt sich den Aus- von Preußen der Kaifertitel aufgedrängt werden mußte. Man hat über die Landwehruniform des Herrn von Diese Gefahr besteht, selbst nach der Ansicht des Reichsgerichts- führungen seiner Vorredner an. raths Mittelstädt. Der Wertheidiger liest einige Säße Mittel- In der Replik bemerkt der Erfte Staatsanwalt Peterson Levehow gespottet. Wir müssen dem früheren Präsidenten städt's vor. Die Rede des Ersten Staatsanwalts macht die unter anderem: Es mag Sozialdemokraten geben, denen der Eid des Reichstages Abbitte thun. Er verstand troß seiner Bitte nothwendig: Kümmern Sie sich nicht um die politische beilig ist, aber bei den meisten Sozialdemokraten streng konservativen Gesinnung, troß des an die Disziplin Strömung, um die Presse, die Stimmung macht durch frivole ist das religiöse Gefühl nicht lebendig und in der sozialdemo: gemahnenden militärischen Kleides wenigstens zu schweigen, Erfindungen wie diese, die Sache stehe so schlecht, daß Rechts: fratischen Presse ist über den Meineid gespottet worden. wenn es ihm nicht angebracht schien, die Wahrheit zu anwalt Dr. Niemeyer die Vertheidigung niedergelegt habe! In zwei Nummern der Arbeiter- Beitung" vom 23. und 28. Juli Nach objektiver Prüfung müssen Sie urtheilen; welchen Bor- wurde der politische Meineid entschuldigt und gesagt, der Mein- fagen. theil die Sozialdemokratie hätte von der Feststellung, eid ist geleistet aus Anhänglichkeit für den Parteigenossen. Frei Der Kaiser hielt am Montag noch eine zweite Rede. daß der ehrenwerthe Gendarm Münter in seinem Eifer lich ist es richtig, daß bei einem non liquet Freisprechung erfolge. Auf dem Tempelhofer Felde hatten fich 15 000 Veteranen zu weit gegangen wäre, fann ich ebensowenig verstehen, Es ist aber oft eine gewiffe Feigheit, sich hinter ein non liquet versammelt, an die der Kaiser einige Säße richtete, aus wie daß Familienväter um einer solchen Bagatelle willen zu verschanzen und es gehört oft Mannesmuth dazu, die Wahr: denen wir den folgenden hervorheben: fich schwerer Berurtheilung aussehen sollten. heit erkennen zu wollen. Erkennt man aber die Wahrheit, foll " Sie müssen feststellen, wenn sie verurtheilen wollen, nicht, daß die man auch der Gerechtigkeit freien Lauf lassen. Angeklagten ihre Behauptungen nicht bewiesen haben, sondern Staatsanwalt Mantell nimmt sich noch einmal des daß sie die erwiesene unwahrheit gesagt haben. Das erstere ge Beugen Münter an. Hätte dieser starte baumlange Mensch nügte bei Marggraf; heute genügt es nicht. Von der subjektiven den Schröder wirklich hingeworfen, Schröder hätte den Wahrheit vollends ist beim Gerichtshof der Straffammer gar Schädel gebrochen.( Lachen im Zuhörerraum.) feine Rede gewesen, wie Herr Direktor Möser gestern ausgefagt hat. Objektiv ist doch ein zweimaliges Fallen Schröder's nach gewiesen. Ueber Hergang und Umstände im einzelnen, über die Haltung einer Hand u. f. w., sind die Zeugen so inquirirt worden, daß ich froh war, nicht 3euge zu sein. Sind solche Gegenstände der Befragung Bagatellen, so ist auch die Fest ftellung Bagatelle. Wie selbst gebildete Juristen irren können, zeigen die Widersprüche zwischen Herrn Niemeyer und dem Rechtsanwalt Dr. Wallach erklärt namens der fämmtlichen Herrn Direktor des Landgericht 3. Die beiden Anflage Bertheidiger, auf eine Bemerkung des Ersten Staatsanwalts, daß zeugen Scheiding und Paul sagen und zeigen es, wie Schröder auf nach seiner persönlichen Ueberzeugung die Angeklagten schuldig den Rücken gefallen ist. Sie tommen, troßdem sie seien, daß nach innerfier persönlicher Ueberzeugung fämmtlicher offenbar etwas Falsches beschworen haben, Bertheidiger die Angeklagten unschuldig seien. Eine Ver nicht auf die Anklagebant. Warum aber die Sozial: urtheilung würden alle als ein Ereigniß be demokraten? Und letteren tönnen Sie nicht nachweisen, trachten, das in ihrer kriminalistischen Erfa h- bereits wiederholt richtig geftelt haben, so wollten wir daß fie etwas unrichtiges beschworen haben. Bedauerlicherweise rung noch nicht dagewesen ist. " Der Vorsitzende bittet energisch um Ruhe. Rechtsanwalt Grieving erwidert, wenn man zu einem non liquet tommt, so nenne ich das nicht Feigheit, sondern Ges wissenhaftigkeit. Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, daß unzählige Meineide geschworen sind. Die Vertheidigung ist der Ansicht, daß sich beide Parteien in gutem Glauben befunden haben. " ,, Möge der heutige Tag für Euch ein neuer Ausgangspunkt sein zum Respekt vor dem Gesetze, zur Pflege der Religion und zur Pflege der Königstreue. Kameraden, ich weiß, daß ein jeder einzelne seine Schuldigkeit thut, und Ihr werdet sie auch ferner thun, indem Ihr treu zu Euerm König in der Erfüllung Eurer Pflichten alles dasjenige fördert, was den Thron befestigt, und indem Ihr allen Umsturzbestrebungen entgegen. tretet." " Daß die Kriegervereine den Zweck haben, der Sozial demokratie entgegenzuwirken, ist bekannt. Ob dieser Zweck freilich immer gelingt, steht auf einem anderen Blatte. Ju Sachen des Genossen Singer contra Ehren Hammerstein wärmen einige mit dem" fuspendirten"" KreuzBeitungs- Redakteur" gefinnungsverwandte Blätter wieder die Mär auf, daß unser Genosse zwar den Vorwurf Hammerstein's, Singer habe den BerlinerBierboykott zu Börsenspekulationen benußt, entschieden dementirt, die angedrohte Klage aber nicht an hängig gemacht habe. Da wir den Sachverhalt früher auf die neuerdings aufgewärmte Frage nicht noch ist von der Straffammer der Antrag des Kollegen Niemeyer, die Nach 11/ eftündiger Berathung fehren die Geschworenen zurück. einmal eingeben. Leider aber haben wir die Erfahrung machen historische Reihenfolge der Aussagen der Belastungszeugen feft. Der Spruch derselben lautet bei Schröder, Meyer und Gräf müssen, daß sogar ein Parteiblatt, das sich den Kampf mit den zustellen, abgelehnt worden; er ist unzulässigerweise abgelehnt auf schuldig bes wissentlichen Meineides in zwei Fällen, Antisemiten ganz besonders angelegen fein läßt, also gerade worden. Herr Niemeyer sah damals schon, daß die Aussagen bei Imberg, Beckmann und Wilking schuldig des in diefer Sache unterrichtet sein müßte, unsere wiederder Belastungszeugen sich noch entwickelten. Nach Münters erster wissentlichen Meineides in je einem Falle und holten Erklärungen übersehen hat und nun verlangt, Angabe ist Schröder vor Angst gefallen, also ohne Münters bei Thiel auf schuldig des fahrlässigen Meineides in daß der Grund der Grund der Verzögerung des Termins den Buthun, wie ein Kind. Der Gerichthof glaubt das natürlich einem Falle.ro Parteigenossen mitgetheilt wird." Nun, die Gründe sind folgende: nicht, er hält ihm das vor, nun giebt er die Möglichkeit zu, ihn Nachdem den wieder hereingeführten Angeklagten der Spruch Nach Erhebung der Anklage schütte Ehren Hammerstein seine berührt zu haben. Und wie drückt er sich jetzt aus? Ich der Geschworenen mitgetheilt, beantragt der Staatsanwalt Immunität als Abgeordneter vor und jetzt, wo Termin auf einen habe den Mann nicht angefaßt, aber vielleicht gegen Schröder eine Zuchthausstrafe von 22 Jahren, gegen Tag im September angefeßt ist, wird man eben abwarten mit der Brust berührt." Ferner:„ Es ist möglich, aber Meyer und Gräf eine solche von 3/2 Jahren, gegen Jmberg, müssen, ob der Kämpfer für Gott, König und Vaterland zur ich weiß es nicht, daß ich ihm die Hand auf die Schulter gelegt Beckmann und Wilting eine solche von je 3 Jahren, gegen Thiel Vertretung feiner Berleumdung aus seinem Versteck in Tirol habe." Und ein solcher Mann will das eine, daß er seine Hände wegen fahrlässigen Meineids 8 Monate Gefängniß und die so- zurückkehren wird. nicht gebraucht habe, mit denen man doch zuerst hantirt be fortige Verhaftung von Thiel und Wilking, bei allen Angeklagten sonders der Herr Münter, bestimmt wiffen? Auf Gedächtniß außer Thiel auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf und Aussage eines solchen Mannes ist doch nichts zu die Dauer von fünf Jahren. geben. Münter will die Hand gesenkt haben, Brodmeier sagt: Sierauf zieht sich der Gerichtshof zur Berathung zurück. er hat sie hochgehoben, Müller bezeugt: er hat gestikulirt. Dann Nach etwa einstündiger Berathung verkündet der Vorsitzende die Aussage Münter's, daß Schröder in schwerer Trunkenheit nachts 11 Uhr folgenden Urtheilsspruch: getaumelt fei, die er dann zurücknehmen mußte. Die Staats Der Angeklagte Schröder wird wegen wissentlichen Caprivi in Ungnade", das war der Jubelruf anwaltschaft hat einen schweren Mißgriff Meineides in zwei Fällen zu einer Gesammt. 3uchthaus der Agrarier vor noch nicht Jahresfrist. Seitdem haben die begangen. Vors.: Herr Vertheidiger, ich halte dieses Urtheil nicht strafe von 2 Jahren 6 Monaten, die Angeklagten Meyer Rornvertheuerer jede beabsichtigte und nichtbeabsichtigte Ignorirung des früheren Reichskanzlers mit Schadenfrende registrirt. Nun für zulässig gegenüber der Staatsanwaltschaft. Auch steigt das und Gräf mit Rücksicht darauf, daß sie an der Affäre des werden sie etwas ernichtert werden, wenn sie in Erfahrung Gewicht Ihrer Ausführungen nicht durch die Stärke des Aus Schröder mit dem Gendarm Münter nicht betheiligt waren, zu bringen, daß er am 16. Auguft ein Telegramm des Kaisers und Berth.: Jch glaube doch, das sagen zu müssen, was ich einer schärferen Strafe und zwar zu 3 Jahren 6 Monaten in der vorigen Woche eine Adresse seiner früheren Beamten vorhabe, und einen geeigneteren Ausdruck als„ Mißgriff" habe Buchthaus, die Angeklagten Im berg, Bedmann und Wil- erhielt. ich nicht. Daß Münter von der Staatsanwaltting zu je 3 Jahren Zuchthaus und der Angeklagte größer wird der Aerger bei denen sein, die früher Herrn Uns laffen diese Höflichkeitsbezengungen ganz fühl, desto fchaft mit Ermittelungen in feiner eigenen Thiel wegen fahrlässigen Meineides zu se ch 3 Monaten v. Hammerstein folgten. Sache betraut wurde, ist doch sehr bedenklich er fucht Beugen für seine Behauptungen und da macht seine Gefängniß verurtheilt. Bum Prozeß Schröder wird uns von unserem BerichtBeamtenqualität die wenig intelligenten Leute leicht befangen. Bei Schröder, Meyer, Gräf, Imberg, Beckerstatter noch geschrieben: Das Verdikt der Geschworenen wird Er hat ferner sehr häufig mit diesen Personen gesprochen. Der mann und Wilfing wird außerdem auf fünf Jahre Ghrverlust vielen, die die Prozeßberichte gelesen haben, unerwartet gekommen Verdacht, daß er sie beeinflußt hat, daß die Untersuchung dadurch erkannt, auch wird denselben die dauernde Fähigkeit abgesprochen, fein, erklärten doch auch die Vertheidiger, daß eine Verurtheilung getrübt worden ist, bleibt auf ihm lasten. Wie Brockmeier und jemals als Zeuge eidlich vernommen zu werden. Thiel und der Angeklagten ein friminalistisches Ereigniß sein würde, Müller geschwanti und sich widersprochen haben, braucht Willing, welche noch nicht verhaftet waren, wurden sofort ver- das in ihrer Praxis vereinzelt dastünde. Aber der bei den drucks. 1190 Die interparlamentarische Friedenskonferenz hat, nach Annahme des von uns erwähnten Vorschlages eines internationalen Schiedsgerichts, ihre Sigungen beendigt und Budapest als Ort der nächstjährigen Konferenz bestimmt. Deutsches Reich. " Partei- Nachrichten. " = " Effener Anwälten umgehende Spruch: Bei Gott und den Essener Heilbronn, Freiburg, Gera und Frankfurt erschienen, die Geschworenen ist kein Ding unmöglich", hat sich wieder einmal 1635 organisirte Mitglieder vertraten. Zum Vorsitzenden wurde bewahrheitet. Der Erste Staatsanwalt Peterson behauptete, daß Parteiliteratur. Im Verlag der Vorwärts". chhandlung Jö st Offenbach gewählt. Der erfie Punkt der Tagesordnung die Sozialdemokratie des Kohlenreviers von ganz besonderem ist soeben für die Landagitation ein populär gesch... benes Flug- betraf die Situationsberichte der Delegirten. Sie gaben ein Schlage sei. Nach dem Spruche der Anwälte scheinen aber auch blatt zur Massenverbreitung erschienen:" Wie die äußerst trübes Bild von den Lohn, Wohn- und Kostverhältnissen die Geschworenen des Kohlenreviers ganz besonders geartet zu sein. der Bäckergesellen. Die Löhne der süddeutschen Bäckerei- Arbeiter Es liegt uns selbstverständlich fern, die Ueberzeugung des einzelnen Junter den Bauern helfen." Dasselbe geht von dem stellen sich danach fast noch schlechter als die der Weber im Geschworenen bei dem Urtheilsspruch antasten zu wollen, aber die Erlaß der Grundsteuer und von dem Raubzug der Junker an- schlesischen Eulengebirge; 21/2 M. pro Woche sind keine SeltenGegensätze zwischen Kapitalistentlasse und bewußtem Proletariat läßlich des Millionengeschenks der Grundsteuer- Entschädigung aus, heit, dagegen sind 15 M., wie sie in Frankfurt z. B. gezahlt kommen nirgends in solchem Hasse und so großer Erbitterung zum legt klar, wie grundverschieden die Interessen der kleinen Bauern, werden, um so seltener. Die Werk- und Schlafstellen wurden Ausdruck, wie gerade in der dortigen Gegend. Die Vor Pesthöhlen" geschildert, in denen eingenommenheit gegen die Angeklagten ist übrigens festzustellen. die um ihre Lebensnothdurft sich plagen müssen, von denen der die Bäckerkrankheit, die Kräge, graffirt. In Frankfurt kam Fuhr doch Genosse Lütgenau mit einem Geschworenen am Großgrundbesizer sind und aus welchen Beweggründen diese beim es in letzter Zeit vor, daß elf Bäcker auf einmal davon ersten Tage der Verhandlung zusammen im Eisenbahn- Bruder Bauer" die Vorurtheile gegen die Sozialdemokratie befallen wurden. Das Sprechwesen der Meister frankt Zuge und äußerte doch dieser Geschworene, der unsern nähren. Der Preis stellt sich für Einzelbezug auf 10 Pf., bei Jahre den stellenlosen Gesellen 3000 M. an Gebühren ab= vielen Mißständen, an in Dresden wurden in einem Genossen nicht tannte: Die Angeklagten haben alle falsch ge schworen, die Kerls find alle Rabauen!" Ein Rabane ist nach 100 Exemplaren auf je 1 Pf., bei 1000 und mehr auf je 12 Pf. genommen, aber keine Stelle verschafft. Nur wer unter den rheinischer Ausdrucksweise ein roher, gemeingefährlicher Mensch, Die Sozialdemokratie des Kreises Oberbaruim hält Gesellen im Besitz von Geld ist und schmieren" kann, hat eine und so wurden die Angeklagten von einem ihrer Richter schon Sonntag, den 1. September, in Freienwalde a. D. im Lokal Stelle zu erwarten. Der Vertreter der Bäckerhausburschen am ersten Tage der Verhandlung, an dem die des Herrn Fleischmann ihren Parteitag ab. Außer dem Frankfurts bat, diese Bäckerei- Arbeiter nicht über die Achfel, Beweisaufnahme noch gar nicht begonnen hatte, be- Bericht der Vertrauenspersonen steht das Agrarprogramm mit sondern als gleichberechtigte Arbeiter anzusehen. Nach 21stündiger Die Vertheidiger hätten mit Engelszungen reden müssen, um solcher Breslau im Vordergrund der Verhandlungen. Ferner soll über Kongreß gegen die heute im Bäckerberuf bestehenden traurigen den Wahlen der Delegirten zu den Parteitagen in Berlin und Besprechung wurde eine Resolution angenommen, in der der Voreingenommenheit und Befangenheit Herr zu werden. Sie haben folgende drei Anträge Beschluß gefaßt werden: 1. die Lehrlinge Verhältnisse protestirt und verspricht, mit allen zu Gebote fich redliche Mühe gegeben und es war keine leichte Mühe, dem im heutigen Handwerk; wie ist deren Ausbeutung und schlechte stehenden Mitteln dafür einzutreten, daß bessere Zustände Platz Ersten Staatsanwalt Peterson gegenüber, der die Geschworenen Behandlung entgegenzutreten? 2. die Kommunalverwaltungen des greifen. Beim Punkt der Tagesordnung„ Sonntagsruhe und mit dürren Worten zur Verfolgung und Bekämpfung der Kreises anzuhalten, Kindern, deren Eltern weniger als 600 m. zwölfftündiger Maximalarbeitstag" erklärten sich sämmtliche Sozialdemokratie aufgefordert hatte. Der Schachzug dieses Einkommen haben, sämmtliche Lehrmittel unentgeltlich zu liefern. Redner mit der Einführung des zwölfstündigen Arbeitstags Herrn, die Sozialdemokratie überhaupt mit der Sozial- 3. Aufhebung der Gesindevermiethungskontore und unentgeltlicher sowie der schärfſten Kontrolle der Sonntagsruhe durch, die Undemokratie dieses Schlages"( des Ruhrreviers) in in Gegen- Nachweis seitens der Kommunen. beiter einverstanden. Nach zweistündiger Debatte beschloß man, faz zu bringen, war zu flug vorbereitet, um von den Geim Interesse der Einführung des zwölfftündigen Arbeitstags und schworenen als Advokatentniff" erkannt zu werden. Die Geder reellen Handhabung der Sonntagsruhe eine Kommission schworenen werden sicherlich der Meinung sein, sie haben sich mit niederzusehen, die die Aufgabe hat, eine Petition auszuarbeiten der Verurtheilung der Angeklagten einen Gotteslohn verdient. Der und der Regierung zu unterbreiten. politische Haß steckt ihnen zu tief im Blut, als daß sie ihn nur einen Augenblick nicht empfinden könnten. urtheilt. " Todtenliste der Partei. In Duisburg ist der Maurer Hermann Schuhmann gestorben. In Dambury, Connecticut, ist fürzlich der Parteigenosse Wilhelm Groß gestorben. Groß, der am 31. Oktober 1848 geboren wurde, ist am 28. Februar 1882 aus Berlin ausgewiesen worden und darauf nach Amerika ausgewandert.d Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Soziale Uebersicht. Amüfante Sorgen macht sich die ultramontane„ Kölnische arbeiter Kongresse, deren dritter im Laufe dieses Monats in Mailand abgehalten wird. Wenn auch zunächst", sagt sie, nur ein Bruchtheil des großen Bergarbeiter Heeres an der internationalen Bewegung und besonders an den internationalen Kongressen sich betheiligt, so läßt sich doch nicht verfennen, daß hier ein Keim zu möglichen schweren Wirren vor liegt. Man bedenke beispielsweise den Fall, daß Berg und Eisenbahnarbeiter gleichzeitig einen Ausstand beginnen; dann können einfach keine Rohlen befördert werden und das Militär ist bei etwaigen Exzessen auf Fußmärsche augewiesen." In Frankfurt a. M. fand eine Besprechung des Vorstandes der Bäckergenossenschaft mit den Vertretern des Gewerkschaftsfartells und der Bäckergehilfen über das Kost- und Schlaf-, sowie über das Sprechwesen im Bäckergewerbe statt, wobei sich herausstellte, daß die Meister geneigt sind, den Forderungen der Gehilfen nachzugeben, jedenfalls aber es nicht zum äußersten kommen zu lassen. Letzteres wurde auch von den Vertretern des Kartells und der Bäckergehilfen gewünscht. Beschlüsse wurden nicht gefaßt, der Genossenschaftsvorstand sagte aber zu, am nächsten Mittwoch eine Generalversammlung seiner Mitglieder einzuberufen, die über die Frage entscheiden soll. Die beste und größte freie Hilfskaffe Ungarns, die allgemeine Arbeiter Kranten und Unter stübungstasse in Budapest hat seit ihrem 25jährigen Bestande( vom Jahre 1870-1894) für erkrankte Mitglieder folgende Zahlungen geleistet: Krankenunterstützungen transporte, erste ärztliche Hilfe, chirurgische und sonstige thera peutische Behelfe 2c. 659 887,52 fl., Spital- Verpflegsgebühren 230 519,80 fl., Beerdigungsbeiträge 405 691,91 fl., ärztliches Honorar 481 893,07 fl., summen 4 385 032,58 fl. Krankengeld erhielten im Jahre 1894: 12 010 Mitglieder, die in 16 281 Fällen 253 272 Tage frant waren, und zwar: 10 260 männliche und 1750 weibliche Mitglieder. Die Angeklagten hatten augenscheinlich noch auf ihre Freisprechung gerechnet, ihre Hoffnung, ihr gutes oder vermeintliches Recht zu erhalten, zieht sich ja wie ein rother Faden durch die Genosse Pablo Iglesias wurde von der Straf ganze Verhandlung. Meyer rief dem Schreiber dieses, fammer zu Malaga wegen der Rede, die er anläßlich des Streits als er während der Berathung der Geschworenen ab in der großen Fabrik" La Industria Malaguena" gehalten hat, geführt wurde, noch zu: ,, Grüßen Sie mir Auer und Bebel in Berlin". Der Freispruch wurde auch am Bericht- u vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Gerichtshof schenkte was ja übrigens nicht blos in Spanien vorkommt nur erstattertische, wo Zeitungsschreiber der verschiedensten Parteiden polizeilichen Belastungszeugen Glauben, während die vielen stellung saßen, mit Zuversicht erwartet. Als aber die Geschworenen Entlastungszeugen für völlig unglaubwürdig erklärt wurden. über eine Stunde im Berathungszimmer blieben, schlug diese Iglesias hat gegen das Urtheil Berufung eingelegt. zuversichtliche Stimmung um. Todtenstille herrschte während der Berlesung des Urtheils im dichtgefüllten Saale. Als die Angeklagten wieder hereingeführt wurden, hörte man lautes Wehtlagen, es waren die Frauen der Verurtheilten im Zuhörerraum. Die Angeklagten ließen die Anträge des Staatsanwalts mit steinerner Ruhe über sich er- Boltszeitung" über die internationalen Eisenbahn- 2 607 040,28 fl., Arzneien, Bäder, Mineralwässer, Krankengehen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie noch etwas anzuführen hätten, antwortete Schröder mit einem lauten, fräf tigen und bestimmten Nein und ebenso träftig und bestimmt er flang das Nein aus dem Munde der übrigen. Sie baten nicht um Milde. Der Angeklagte Thiel, der nur des fahrlässigen Meineids für schuldig befunden, antwortete: Ich habe nichts weniger Schlimmes begangen als meine Kameraden. Sollen diese Zuchthaus leiden, Das Prozent- Verhältniß der ordentlichen Ausgaben so will ich es auch erleiden." Während der Berathung des Gerichtshofes wechselten die Vertheidiger mit den Angeklagten Hände zu den eingezahlten Wochenbeiträgen ist: Krantenunterstützungen drücke. Auch Rechtsanwalt Niemeyer trat an Schröder heran 56,80 pCt., Honorar der Aerzte und Krantenkontrolleure 9,90 pct., Medikamente 7,69 pCt., Spitalfoften 5,14 pSt., Beerdigungs und sagte ihm:„ Herr Schröder, in meiner Achtung haben Sie nicht verloren, Sie bleiben auch in 21/2 Jahren, wer Sie waren Die Kölnische Volkszeitung" hat für Arbeiterangelegen beiträge 6,29 pCt., sonstige Unterstützungen 1,91 pCt., Ber Der Gerichtshof sprach dann das Urtheil. Ohne zu schwanfen heiten verhältnißmäßig noch das meiste Verständniß unter der waltungskosten 9,69 pt., zusammen 97,42 pet. Somit bleiben und zu wanken, ließen sich die Verurtheilten dann die Sentrumspresse. Wenn nun selbst dieses Blatt als Hauptgrund nach Deckung der ordentlichen Ausgaben 2,58 pCt. als MehrFesseln anlegen und abführen. Auf der Straße harrte gegen die Organisation der Eisenbahnarbeiter anführt, daß eines einnahme. Mitglieder hatte die Kasse Ende 1893: 44 539( darunter eine wohl tausendköpfige Menschenmenge, die das Urtheil schönen Tages das Militär nicht per Dampf gegen die mit sichtlicher Bewegung vernahm. Alles blieb ruhig, Bergleute geführt werden könnte, sondern auf 8709 weibliche), Ende 1894: 46 314( darunter 9592 weibliche). nur als Münter erschien, ertönten aus der Menge lebhafte Pfui- Schusters Rappen werde nach den Bergwerksdistrikten galoppiren Aus Carmaux wird gemeldet: Fünfhundert Gla3. rufe. Natürlich suchten einige Pickelhauben gleich eifrig nach müssen, so können die Bergleute daraus ersehen, was für arbeiter beschlossen, den Ausstand bis zum äußersten fortzus diesen Missethätern. grenzenlos thörichte Leute sie sind, wenn sie dem Zentrum setzen. Heeresfolge leisten. Der Färberstreik in Monza in Italien ist als been Die Regierung Elsaß Lothringens, die im vorigen digt zu betrachten. Die Löhne von Lire 40 Centefimi bis Winter die Errichtung von Gemeinde Arbeitsnach 1,90 per Tag werden um 20 Centesimi, jene von 2 Lire ab um weisen anregte, wirkt jetzt dahin, daß die Staats- und 10 Centesimi erhöht. Reform der Arbeiterversicherung. Blätter Kommunalverwaltungen die Arbeiten, für deren Ausführung der meldungen zufolge hat der Reichskanzler Vorarbeiten angeordnet, Beitpunkt frei gewählt werden kann, auf Zeiten verlegen, wo betreffend die Neu- Ordnung der Arbeiter- Versicherung zum Zweck Mangel an Arbeitsgelegenheit zu erwarten ist, und daß sie bei der Vereinfachung und Verbilligung der Vereintretendem geringerem Arbeitsbedürfniß nicht sofort zur Ein bedeutendes Eisenbahn- Unglück hat sich am Sonntag waltung. Vermuthlich werde in nicht allzu ferner Zeit eine Arbeiterentlassung schreiten, sondern statt dessen durch Ver- in Speyer ereignet. Wie die Frankfurter Zeitung" aus Immediatkommission aus verschiedenen Refforts berufen werden, fürzung der täglichen Arbeitszeit die Bei Ludwigshafen meldet, ist der Straßburger Extrazug infolge um die Ergebnisse der Vorarbeiten in feftere Form zu bringen. behaltung der vollen Arbeiterzahl ermög= falscher Weichenstellung in Speyer auf drei Güterwagen auf Viel erwarten wir bei dem sozialpolitischen Geist, der die lichen. gefahren. Von ungefähr 1000 Passagieren sind 20 verlegt. Der heutige Regierung durchzieht, von einer solchen Reform nicht. Bug langte mit ungefähr zwei Stunden Verspätung an. Aus Paris Deutsche Taktlosigkeiten in Frankreich. wird vom Montag berichtet: Die Gedenkfeierlichkeiten an die Schlachten von 1870 haben an der deutsch- französischen Grenze gefiern zu einem Zwischenfall geführt. Troß des Verbots der Regierung an die deutschen Veteranen, Kränze mit Schleifen in den deutschen Nationalfarben auf die Gräber der Gefallenen niederzulegen, wollten einzelne Veteranen in Amanvillers einen tommiffar daran verhindert. Kranz auf ein Grab legen, wurden jedoch von einem PolizeiDas Urtheil wird seinen Eindruck nicht verfehlen. Die nächste Antwort darauf wird schon bei der demnächst stattfindenden Dortmunder Reichstagswahl gegeben werden. Schweiz. - Das französisch- schweizerische Handelsabkommen, welches dem bisherigen Zollfrieg zwischen den beiden Ländern ein Ziel seßt, ist nun auch von der Schweizer Bundesversammlung in außerordentlicher Sigung angenommen worden und tritt nun sofort in Kraft. Dagegen scheint sich ein Bollkrieg zwischen der Schweiz und Italien vorzubereiten. Frankreich. Für Carmaux! Das Pariser Volkshaus( Maison du peuple) richtet folgenden Appell an die Pariser Bevölkerung: Bürger! Die französische Revolution hat den Grundsah aufgestellt: Wenn ein Theil des Volkes unterdrückt ist, so ist das ganze Bolt unterdrückt." In Carmaux, in Campagnac in Limogues verletzt man gleichfeitig die Meinungsfreiheit, die gewertschaftliche und politische Freiheit, in der Voraussicht auf diese Weise freie Menschen in die Sklaverei herabdrücken zu können. Es ist Sache des ganzen Voltes, die Bertheidigung seiner angeboren Rechte in die Hand zu nehmen! Aus Paris meldet das Bureau Herold": Die sozialistischen Deputirten in Paris und den Departements machen, von Jaurès aufgefordert, die größten Anstrengungen, für heute und morgen in Arbeiterkreisen Demonstrationen zu gunsten der Glasarbeiter von zu erzwingen. England. S B Die Arbeiter Elsaß Lothringens ersehen hieraus, daß die Anstrengungen der Sozialdemokratie, eine Linderung der namentlich im Winter herrschenden Arbeitslosigkeit herbeizuführen, nicht ohne praktischen Nutzen gewesen sind. Gewerkschaftliches. fann Berlin, Blücherstr. 12, haben die 6 dort arbeitenAchtung, Bildhauer! In der Werkstatt von Stöve sandt in den Kollegen die Arbeit niedergelegt. Grund hierzu waren die zu niedrigen Akkordpreise. Die Kollegen verlangten die Bewilligung des Zeitlohnes und die 81/2 stündige Arbeitszeit. Die Werkstatt ist bis auf weiteres gesperrt. Der Vorstand des Zentralvereins der Bildhauer, Verwaltungsstelle Berlin. Achtung, Holzarbeiter! Der Streit der Berliner Ristenmacher dauert unverändert fort. Bis jetzt haben 30 Werkstellen die Forderungen der Arbeiter anerkannt. Es ist Pflicht jedes Holzarbeiters, sich, so lange der Streit dauert, der Kistenfabrikation fernzuhalten. 54 Ristenmacher stehen noch im Ausstand. Alle Anfragen sind zu richten an die Streitkommission in Berlin SO., Dranienstr. 121, bei Grauer. Vermischtes. Wer war der Interessent? Mehrere Wiener Blätter melden aus Fiume, daß auf dem Dampfer Villam" unmittelbar vor der Abfahrt nach Ancona heute früh von dem Heizer in den Kohlen ein größeres Packet mit Dynamitpatronen gefunden Die Abfahrt verzögerte fich bis 10 Uhr, die Polizei leitete Recherchen ein. Bis jetzt ist noch nnaufgeklärt, wie das Dynamit auf das Schiff tam. wurde. Aus Neapel wird über eine entfehliche Ratastrophe das folgende berichtet: Am Sonntag Abend drängte sich eine große Anzahl Wähler auf der Treppe des Gemeindehauses in Mercato zusammen und stürzte, nachdem das eiserne Treppengeländer eine gerissen war, in die Tiefe. Von 60 Personen, die diesen Unfall erlitten, ist eine gestorben, zwei find tödtlich, 14 schwer und Die Tazameterkutscher eines Fuhrunternehmers in ametwa 30 leicht verlegt. Die Berletzten wurden ins Hospital ge dieser die mit den Kutschern abgeschlossenen Kontrakte für null burg haben, 19 an der Bahl, die Arbeit niedergelegt, weil schafft. Hauseinsturz. Aus New York meldet der Telegraph: und nichtig erklärte und Bedingungen stellte, die die Kutscher Nach hier eingegangenen Meldungen ist das Gumry- Hotel in Denver, ein fünfstödiges Gebäude, infolge einer Kesselexplosion nicht annehmen konnten. eingestürzt. 50 Personen wurden verschüttet; die Hoffnung auf = Depelthen und lehte Nachrichten. Carmaux herbeizuführen und die Aufnahme aller Arbeiter dort eingetreten. Die Unternehmer suchen natürlich von auswärts Rettung derselben ist gering. Im Leipziger Steinseher- Streit ist keine Veränderung Streitkräfte heranzuziehen, weshalb um so fleißiger dafür zu forgen ist, daß der Zuzug ferngehalten wird. Weiter bittet das Streikkomitee die auswärtigen Steinsetzer, ihm über jede Arbeitsgelegenheit Mittheilung zu machen, damit die noch vorhandenen jüngeren Kräfte Leipzig verlassen und dadurch die Position der Streifenden stärken fönnen. Die Adresse des Streitkomitees ist Leipzig, Universitäts- Keller, Universitätsstr. 4. -Die erste That des konservativen Ministeriums nach den Wahlen ist die Forderung von 1 400 000 Mart zur Beschaffung Wahlen ist die Forderung von 1 400 000 Mart zur Beschaffung von Handwaffen und Munition. Wenn das Kabinet auf dieser Bahn fortschreitet, wird es bald von seiner großen Majorität absubröckeln beginnen. Italien. Die Nach wahlen bedeuten Niederlagen für Crispi. In Rom ist an stelle Crispi's selbst, der das Mandat nicht angenommen hat, unser De Felice, in Neapel der Sozialist Casilli und auch in Genua ein Gegner Crispi's gewählt worden. Spanien. Die Feilenhauer Erfurts haben die Arbeit eingestellt, weil der von ihnen aufgestellte Lohntarif von den Meistern verworfen worden ist. $ Landarbeiter Streik. In Hartmannsgrün bei Delenit i, V. legten am Freitag die Ernte- Arbeiter des Ritter gutes, mit ihnen drei Schulkinder, die Arbeit nieder. Der Besitzer war gezwungen, nachzugehen. Er legte 20 Pf. am Tagelohn zu, so daß die Arbeiter jetzt 1,50 m. bekommen. Darauf nahmen sie die Arbeit wieder auf. Lemberg, 19. Auguft.( B. H.) In Radyvil bei Brody ist ein choleraverdächtiger Todesfall vorgekommen. Auch aus Dubno( Bez. Brzibram) werden mehrere verdächtige Erkrankungen gemeldet. Paris, 19. August.( W. T. B.) Wie der„ Temps" meldet, sind von den für Kuba einberufenen Reservisten aus den Provinzen Barcelona und Gerona sechshundert nach Frankreich entflohen und suchen in den Fabriken von Perpignan Arbeit. Mailand, 19. Auguft.( B. H.) Zu der von Brüsseler Blättern aus Petersburg gebrachten Meldung, daß in Tula eine Kaserne gesprengt worden sei, wobei 300 Soldaten und mehrere Offiziere ums Leben tamen, berichtet ein hiesiges Blatt aus Petersburg: Die Untersuchung habe ergeben, daß die Kaserne ganz unterminirt gewesen sei. Ferner meldet das Blatt, es Die Ueberreste der Bande von Republifeien bereits zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. London, 19. August.( B. H.) Nach einer Times". tanern", welche sich in der Provinz Caftellon empört hatten, Meldung aus Havanna fordert das gelbe Fieber unter den sollen, wie die spanische Regierung telegraphiren läßt, zerDer Aufstand hat sich spanischen Truppen zahlreiche Opfer. streut worden sein. Wenn sie sich nur nicht, und zum Schaden der spanischen Regierung", in verstärkter Anzahl bald wieder zu- Ein süddeutscher Kongreß der Gehilfen und jezt auch auf die Provinz Santa Clara ausgedehnt. Dort hat sammenfinden. In Spanien gährt die republikanische Bewegung Hausburschen im Bädergewerbe trat in Frank der Jufuraentenführer Roloff eine Truppenmacht von 2000 Mann ganz bedenklich. furt a. M. zusammen. Es waren Delegirte aus Stuttgart, versammelt. In Darmstadt ist eine Filiale des Zentralverbandes der deutschen Dachdecker Gehilfen errichtet worden, der sofort zwei Drittel der dortigen Dachdecker beitraten. = " Verantwortlicher Redakteur: Mar Vfund in Halensee. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 193. Lokales. Die beiden nächsten Sprechstunden finden am Mittwoch, den 21., und Donnerstag, den 22. d. M., abends 7 Uhr, statt. hoben. = Dienstag, den 20. August 1895. 12. Jahrg. in fremden Ländern anstatt aufgestachelt, desgleichen mit den beschäftigen. Raynoff wird vorerst seine Studien in Bern forts paar Chauvinisten ihres Landes thun und die intelligenten feßen. Wie mitgetheilt wird, soll der gefürchtete„ Anarchist" Menschen aller Nationen können friedlich zusammenarbeiten Wassielieff, der im Prozeß genannt wurde, bei der ersten Ver" m Hohne der Barbarei, zum Segen der Bivili bandlung im kleinen Schwurgerichtssaal am 27. v. M. im Zusation und zum Wohle der Menschheit!" hörerraum anwesend gewesen sein. zum " Das war aus bürgerlichem Munde mannhaft und brav geDas Spezialitäten- Theater erobert sich von Jahr zu Jahr Den Parteigenoffen des 1. Berliner Reichstags- Wahlkreises sprochen! Was sagen die Herrschaften dazu, denen daran liegt, mehr Boden in der noch immer sogen. Stadt der Intelligenz. zur Nachricht, daß am Sonntag, den 25. August in der Pferde anläßlich des Erinnerungsschwindels die ekelſten Leidenschaften Die Ursachen dieser Erscheinung sind bekannt; haben doch„ Kunſtbucht" bei Köpenick die diesjährige Lassalle- Feier stattfindet. Die am Menschen auszustacheln? Werden sie dieses Unternehmer institute", wie das Adolph- Ernst- Theater und das Theater Unter Parteigenossen werden ersucht, sich mit ihren Familien recht zahl- demokratie halten? Gleichviel, auch diese Aeußerung ist ein suchten, selber den Boden vorbereitet, auf dem ihnen in un organ in ihrer Verlegenheit etwa für einen Söldner der Sozial- den Linden durch die Art, wie sie das Publikum zu amüsiren reich an der Feier zu betheiligen. Eintrittsgeld wird nicht er- Beleg dafür, daß allen barbarischen Unthaten unseres militaristisch glaublich kurzer Zeit eine so empfindliche Konkurrenz erwachsen Der Vorstand. tapitalistischen Zeitalters zum Trotz die Kultur, zu deren vor sollte. Die Bühnenleitungen, die es sich zur höchsten Aufgabe Die beiden patriotischen Großthaten, welche am Sonn- nehmster Trägerin das klassenbewußte Proletariat geworden, troß machen, ihr Publikum herabzuzerren, statt es zu erheben, haben tag und Montag sich ereignen sollten, haben programmmäßig alledem fiegreich vorwärts schreitet! allen Grund, über die ihnen von den Spezialitätenbühnen her ftattgefunden. Ueber die Reden politischen Inhalts, die bei diesen Gelegenheiten gehalten worden sind, berichten wir an anderer Stelle, Die menschliche Mordlust. Staatserhaltende, von christ- drohende Konkurrenz zu schweigen; ja, will man gerecht jein, so hier kommt es nur auf die Beschreibung der abgehaltenen lichen Phrasen triefende Blätter, so u. a. die Bismarckischen muß man anerkennen, daß das Variété Theater es im allFestivitäten an sich an. Und da ist denn wahrlich wenig zu be- Neuesten Nachrichten", brachten dieser Tage folgende Meldung: gemeinen lange nicht so sehr auf Sinnentigel abgesehen hat, als richten. Die Grundsteinlegung des Viermillionen Denkmals 75 Konkurrenten Graf Voß aus Mecklenburg( 22 Tauben ohne dieser Tage einem solchen Theater, Kaufmann's Variété, Den Grand prix de Spaa" von 10 000 Fr. gewann unter die Possen- und Fenerienbühne von heute. Der Besuch, den wir für den Heldengreis fand unter dem üblichen Ausschluß der Deffentlichkeit statt; außer daß einige Hoflieferanten Fehlschuß), nachdem er schon am Freitag das Challenge Sweep in den Königskolonnaden abstatteten, überzeugten uns wieder pflichtgemäß geflaggt hatten, war nichts von einer Theilnahme von 3000 Fr. gewonnen hatte. Dieser Sieg rief unter den in davon, daß in Instituten dieses Genres Attraktionen" auf des Volkes zu merken. Wie sollte es bei der Rolle, die der Spaa anwesenden Deutschen eine außerordentlich große Freude einem ganz anderen Gebiete, als dem des Sinnentißels gemacht Heldengreis im Andenken des arbeitenden Boltes spielt, auch hatte. Zweiter Sieger war der Italiener Signor Ghido, dritter fälschlich brotlos genannten Künſten am besten zu pflegen ver hervor, da man allgemein einen Sieg der Franzosen erwartet werden. Wer das Exzentrische, das noch nie Dagewesene in anders sein? Etwas lebhafter war es am Montag wenigstens im Süden der Italiener Dr. Madura, vierter der Engländer Mr. Roberts." steht, ist Meister. Da muß denn anerkannt werden, daß die der Stadt, als der sogenannte Veteranenappell auf dem Hierzu schreibt das Stöcker'sche„ Volt": neue Direktion im Vergleich zum Vorjahr ganz bedeutende Forts Wir halten es für eine Schande für einen Deutschen, sich schritte gemacht hat. Unter manchen sonst staunenswerthen Tempelhofer Felde abgehalten wurde. Man fah am Morgen lange Züge mit Fahnen die Belle- Alliancestraße hinunter betheiligen. Es gehört dieser" Sport" zu den raffinirtesten auf scharfgeschliffenen Schwertern einen Spaziergang unterlange Büge mit Fahnen die Belle- Alliancestraße hinunter an der unwürdigen Thierquälerei des Taubenschießens zu Dingen wurde namentlich der Singhalese Rannin bewundert, der marschiren und neben ungeheuer vielen Schuhleuten hatte sich Braujamfeiten, die sich die menschliche Mordlust nimmt, sich in einem dicht mit Nägeln ausgeschlagenen Fasse auf wenigstens im südlichen Theile der Straße sogar einiges Publitum angesammelt, zum großen theil unvernünftige Frauen ausgedacht hat. Ein deutscher Graf hätte wahrhaftig besseres zu der Bühne herumwälzen läßt und ähnliche unbegreifliche Kunststücke aufführt. Drollig waren ferner die Amerikaner Kay und mit plärrenden Kindern und Spätlinge vom Sonntag in Kater- thun, als sich in Spaa solche" Lorbeeren" zu sammeln." ftimmung. Als der Zug, der nach dem Berichte offiziöser Das„ Volt" irrt fich. Ein deutscher Graf hat nichts besseres Brothers Monrou in einer von ihnen aufgeführten Burlesque, Blätter 15 000 sowie die sich auf ähnlichem Gebiet bethätigenden Awo Quavers. hiesige und auswärtige Veteranen zu thun. ge= Vielen Beifall ernteten auch die japanischen Schwertfechter, sowie zählt haben foll, endlich auf dem Plaze war, ver- Das dankbare Vaterland. In der Sonntagsnummer des der Handflötist Rudolph, dessen Kunst allerdings staunenswerth lief fich das Publikum, da man das Tempelhofer Feld Lokalanzeiger findet sich folgende Annonce: Ein armer Krieger, ist. Die Direktion von Kaufmann's Variété hat es verstanden, selbstverständlich abgesperrt hatte; und die Restaurateure der der die Feldzüge 64, 66, 70-71 mitmachte, jetzt Rheumatismus- den von Liebhabern der Spezialitätenkünfte geforderten An Gegend, welche hier und da in Erwartung eines guten Geschäftes frant, Miethe schuldig und Nahrungssorgen, bittet Kameraden sprüchen in vollem Maße zu genügen. Flaggen herausgesteckt hatten, mußten warten, bis der Veteranen- um Unterstüßung. Müller, Hochmeisterstr. 22." Hoffentlich ist Appell vorbei war. Dann füllten sich die Kneipen allmälig der arme Krieger ein guter Patriot und troß seines in den Feldfeldes" gestohlen hat, heißt Sylvester Frey. mit burstigen Kriegern, die vom rückständigen Lande ge- zügen errungenen Rheumatismus am Montag stramm auf dem feldes" gestohlen hat, heißt Sylvester Frey. tommen waren, um sich bei der Gelegenheit Berlin anzusehen. Tempelhofer Felde zum Hurrahrufen zugegen gewesen. Am Nachmittag und Abend bemerkte man denn auch vielfach die Patrioten in etwas Kapitalistische Wohlthätigkeit als Reklamemittel. Gine pendelnder Haltung, ein Malheur, das wir selbstverständlich den Braven am aller- gute That um ihrer selbst willen zu begehen, ist unseren wenigsten übelnehmen. Damit war, soweit die Berliner Be- Kapitalisten ebenso unmöglich, wie sonst eine aus idealistischen völkerung von den Ereignissen merkte, auch dieser große Tag thätigkeit, Arbeiterfürsorge und wie sie sonst heißen, sind nur Motiven hervorgehende Handlung. Namentlich Dinge wie WohlBei dieser Gelegenheit sei übrigens noch erwähnt, daß die dann für unsere Unternehmer von Werth, wenn sie etwas einSiebe, die wir bis jetzt an unsere Rabaupatrioten ausgetheilt bringen und als flotte Reklame dienen können. haben, von ausgezeichneter Wirkung waren. Von dem Vertreter einer großen Nähmaschinen- Firma geht feindliche Gelichter heult, daß es so eine Art hat. Als uns folgende Meldung mit dem Ersuchen um Veröffentfleines Pröbchen sei ein Bruchstück aus einem Artikel wieder: lichung zu: gegeben, den das Organ der himmlischen Gendarmerie evangelisch ist eine sehr humane Handlung getroffen worden, indem sämmt Seitens der Firma Singer vormals G. Neidlinger Berlin orthodoxer Richtung, der Reich 3 bote" zum besten giebt. liche Angestellte der besagten Firma, die den Feldzug 1870/71 Hier ist es: Daß es aber ein Blatt in Deutschland wagen darf, in dieser als Kombattanten mitgemacht haben, ein doppelt wöchentliches Weise, wie es hier im„ Borwärts" geschieht, nicht bloß die Gehalt am 19. d. M. erhalten sollen." In bezug auf den Fall Ziethen tönnen wir authentisch Person des Mannes, den die ganze Nation wie einen Vater Eine Reihe kapitalistischer Blätter, welche diese Mittheilung des Vaterlandes ehrt und liebt und dessen Gedächtniß ebenfalls zugesandt erhielten, haben sie natürlich mit voller mittheilen, daß es endlich gelungen ist, neue Thatsachen" im in ihrem Herzen lebt, in dieser frechen nichtswürdigen Weise zu bedeutenden Fall zweierlei auf seinen wahren Werth schätzen Alle dunklen Punkte sind nun aufgehellt, und die Unschuld des Sinne des Gesetzes zu finden, welche den Widerstand gegen die Namensnennung aufgenommen. Man kann an diesem un- Wiederaufnahme des Verfahrens niederzuwerfen geeignet sind. beschimpfen, sondern der Nation selbst mit diesen Worten ins lernen, nämlich erstens die eigentlichen Beweggründe der meisten Gesicht zu spucken, das ist geradezu unerträglich. Eine solche Fälle von Arbeiterfürsorge und Wohlthätigkeit, und zweitens zu lebenslänglichem Zuchthaus Verurtheilten liegt nun sonnenklar Frechheit sollte sich einmal ein Blatt in Frankreich erlauben die öffentliche Meinung, wie sie von der bürgerlich- kapitalistischen 3 tage. Wir werden bald in der Lage sein, weiteres zu vers Aber diese aller internationale Revolutionsbande erlaubt sich gerade soviel als Presse für Geld und um der Annonce willen fabrizirt wird. sich die Nationen von ihr gefallen lassen! Wie lange sollen wir das noch ertragen?" vorbei. sucht hat. über " " Das arbeiterfoll 21 Der Feuilletonschwindler, der die„ Hyänen des Schlacht Was die Große Berliner Pferdebahn Gesellschaft vermag, hat sich am Montag beim Kriegerappell gezeigt. Vers gebens haben die Inhaber von Wochenabonnements bislang darauf gedrungen, daß der Frühwagen, welcher z. B. auf der Linie Dennewißstraße- Kreuzberg fährt, früher als 6 Uhr 18 Min. früherer Beginn des Betriebes unmöglich sei. Am Montag Morgen abgelassen werde. Die Gesellschaft erklärte stereotyp, daß ein dagegen fuhren schon vor 6 Uhr Wagen von der Dennewißstraße ab Ja nicht allein das! Während sonst strenge darauf geachtet wird, daß fein Wagen überfüllt werde, standen am Montag Morgen auf dem Wagen, der 6 Uhr 8 Minuten abgelassen wurde, auf dem Vorderperron neun, auf dem Hinterperron zehn und im Innern 48 Personen angefüllt, während die höchstzulässige Zahl nur 31 des Wagens neun Personen; mithin war der Wagen im ganzen mit beträgt. Da rede man noch davon, daß die Pferdebahngesellschaft nicht leistungsfähig sei. öffentlichen. Monatslohn von etwa ,, Laffet die Kindlein zu mir kommen." Ein Opfer der Ohne Sabbathschändungen thun es die frommen Bunft Profitwuth ist am Freitag ein elfjähriger Knabe meister anscheinend nun einmal nicht mehr, die bernfen worden geworden. Im Polizeibericht vom Sonntag stand folgendes zu Eine musterhafte Leistung von dem pfäffischen Denunzianten- find, an Kirchen und Kapellen zu Gottes Ehr und Preis zu lesen:" In der Rungestraße fiel ein elfjähriger Knabe von blättchen, das ungleich selbst der Kreuz- Beitung" 8. B. die viel- bauen. Wie sollten sie auch nicht, nachdem ihnen von höchster einem Rollwagen, auf dem er sich als Begleiter des Kutschers fachen Sabbathschändungen, die im Königlichen Schloß und in Stelle, vom Königlichen Schloß, von der Gnadenkirche und der befand, herab, wurde überfahren und auf der Stelle getödtet. evangelischen Kirchen frech und fromni verübt worden find, Aegirkirche aus die ermunterndsten Beispiele gegeben worden Der Knabe war von der Firma„ Berliner Transportverein durch ſyſtematiſches Todtschweigen aus der Welt zu schaffen ge- find? Bur Zeit werden für letzteres Institut, das neue preußische Knopf u. Gericke, Rungestr. 21, gegen einen Monat 3. Gottteshaus in Charlottenburg von der Firma Castner Nach lohn von 7 Mark und 50 Pfennig() für die„ NachmittagsDer modern pfäffische Radaupatriotismus verdient solche folger, Martin und Pillzing in der Chauffeestr. 24 ver- stunden" als„ Rolljunge" beschäftigt. Preßorgane! schiedene große Bronzethüren hergerichtet. Jede Thür Diese Nachmittagsstunden zogen sich regelmäßig bis 91/2, Der Kriegserinnerung8rummel, der von einer gewissen12 000 M. toften, als ob niemals bei Christen und ja oft bis 101/2 Uhr abends hin. Die Arbeitszeit der fofen und kulturfeindlichen Presse unter Hochdruck ins Wert Nichtchristen der Klingelbeutel für dieses Gebäude herumgegangen utscher beginnt, wie noch bemerkt sei, morgens 6 Uhr und für Tag bei einem Monatslohn von gesetzt werden soll, findet, wie wir schon mehrfach konstatirt wäre. Die Arbeit des Feilens 2c. an diesen Thüren ist außer dauert Tag Da die Firma haben, nicht allein, wie dies ja selbstverständlich, in der Arbeiter ordentlich anstrengend, so daß nur wenige Metallarbeiter den 72 bis 78 m. bis abends 10 und 11 Uhr. welt, sondern auch in weiten Kreisen des Bürgerthums die Anforderungen gewachsen sind, die bei dem in jeder Beziehung aus Sparsamkeitsgründen nur einen einzigen entschiedenste Verurtheilung. ungenügenden Wochenlohn von 22 bis 24 M. an sie gestellt Bodenarbeiter außer dem Bodenmeister beschäftigt, fo Wie man speziell in einem Theile der Geschäftswelt, der werden. Trotzdem aber die Arbeit über die Maßen den Körper müssen die Kutscher abends das Gut selber auf den Boden allerdings nicht zum Hoflieferanthum gehören dürfte, über die ermattet, sind seit längerer Zeit fast täglich Ueberstunden angefeßt bringen. Während dies geschieht, liegt die Beaufsichtigung des jezt übliche Auffrischung des Gedankens an die Rohheiten vor worden und neuerdings hat man bei der gottesfürchtigen Firma Fuhrwerks den Schulknaben ob, deren die Firma wiederum aus 25 Jahren urtheilt, das lehrt unter anderem der Artikel Castner Nachfolger sogar mehrere Sonntage hinter- Sparsamteitsgründen gegen den gedachten unerhört 7 Mart 50 Pfennig Sedan und Kriegs.Dekorationen, dem einander durch Arbeit geschändet. Das moderne niedrigen wir im Berliner Manufatturist" Nr. 17 finden. preußische Christenthum können wir Sozialdemokraten uns eigent- a cht beschäftigt. Man stelle sich nun die geradezu ungeheuerDies Fachorgan der Konfektions- und Manufakturwaaren- Branche lich garnicht vorzüglicher wünschen. liche Frivolität vor, in einer dunkeln Straße, das mit zwei, am schreibt: Abend erfahrungsgemäß besonders unruhigen Pferden bespannte Die deutsche Gerechtigkeit wird auch christlichen Blättern, und schwerbeladene Rollfuhrwert unerfahrenen Rindern Wer von uns hat nicht schon beim Anblick künstlerischer soweit sie sich nicht ganz dem Kapitalismus ergeben haben, zu zur Beaufsichtigung zu überlassen, Kindern, die in der Schöpfungen, fomplizirter Maschinen, Eisenbahnen, Telephonanlagen 2c. das Gefühl des Stolzes gehabt auf die Größe weilen zu arg. In Schneidemühl ist bekanntlich vor kurzem ein späten Abendstunde bis auf den Tod ermüdet sind! des menschlichen Geistes, auf den Stand der Zivili: Polizist zu zwei Jahren Zuchthaus verurtheilt worden, weil er wird die Behörde gegen die Transportgesellschaft und ähnliche fation? Wer von uns ist nicht schon einmal von Abscheu er- geduldet hatte, daß in einer Kneipe Kuppelei getrieben wurde. Unternehmungen vorgehen? Oder versagt der Staat der Sozial füllt gewesen vor Thaten der Barbarei, der Unkultur, vor diesen Fall glossirt jemand im„ Bolt" wie folgt: reform auch in diesem Falle wieder und dürfen nach wie vor im Mord und Todtschlag, fittlicher Degeneration und dergleichen, nach" 10 Uhr bis morgens um 4-5 Uhr Herrenabende stattfinden, später Abendstunde dem Kapitalismus zum Opfer, Sollte denn die Polizei nicht wissen, daß bei Puhlmanns Berliner Transportgewerbe schlaftruntene Kinder zu Thaten die leider täglich begangen werden? Solch' Mord und wobei die allerschmutzigsten und unsittlichsten Gedichte und gebracht werden? Todtschlag, der vereinzelt begangen, wird mit aller Schärfe bestraft und erfüllt die zivilisirte Welt mit Abscheu, aber Mord Redensarten vor einem großen Publikum vorgetragen werden? Ein Mord aus Eifersucht ist am Sonntag in der NoftizIch habe es gehört und war empört darüber. Gewissenlose und Lodtschlag, der in Massen begangen wird, dem Männer dürfen ihre Frauen und Kinder verlassen und mit Wissenstraße von einem verlassenen Mädchen verübt worden. Ueber hunderttausende junger Männer in der Blüthe ihrer Jahre der Polizei in der größten Unzucht leben. Wenn aber ein den aufsehenerregenden Fall, dem auch manches in sozialer eschuldlos zum Opfer fallen- jener aus fulturlosen Beiten rubiger Familienvater sich mit seinen zwei kleinen Söhnen am siehung interessante Moment innewohnt, wird berichtet: übergebliebene Rest grausamer Barbarei der Krieg der Kanal niedersetzt und zur Freude der Kinder ein kleines In dem Hause Barutherstraße 1 wohnt seit 5 Jahren der Dieser den Interessen Weniger dienende Sch and Schiffchen schwimmen läßt, der wird vom Schuhmann auf- praktische Arzt Dr. Julius Steinthal, geboren am 29. August 1865 fleck der augenblicklichen Zivilisation wird auch jetzt wieder auf geschrieben und muß dafür mindestens 3 M. zahlen. Wir haben zu Berlin. St. hatte in seinen Studienfahren die Bekanntschaft leider Gesetze, die die fleinen Sünden sehr ahnden, die großen der am 30. September 1870 geborenen Modiftin Else Sante grund der vor 25 Jahren mit dem gentilen Bolte Frankreichsein Liebesverhältniß anknüpfte er bis vor furzem unterhielt. das der Schreiber dieses während seines jahrelangen Aufenthaltes aber mit großer Gelindheit behandeln und oft unbestraft lassen." gemacht, mit welcher er Die Modiftin Das Volt" vergißt, daß wir im fapitalistischen Polizeistaat im Lande schätzen und lieben gelernt hat angerichteten Bluts hatte mit ihrer Mutter eine Parterre- Wohnung in leben, und daß dieser Staat denn doch wirklich nicht anders bäder mehr denn je gefeiert", um chauvinistische Leidenschaften sein fann, als er ist. dem Hause Solmsstraße 52 inne und die Kosten zu erwecken und zu nähren. für dieselbe sollen zum größten Theil von Dr. Steinthal bes Wir würden zu dieser Angelegenheit garnicht das Wort er- Die beiden bulgarischen Studenten, deren Freisprechung ftritten worden sein. Der Arzt war in der Gegend außer greifen, wenn man nicht an die deutschen Kaufleute das An- in polizeilichen Kreisen so arg verschnupft hat, haben den Staub ordentlich beliebt; er hatte eine sehr ausgedehnte Praxis und finnen gestellt hätte, der Feier würdige" Dekorationen zu nun von ihren Füßen geschüttelt, sie sind am Sonnabend Abend wurde viel von der ärmeren Bevölkerung konsultirt, weil er von von Charlottenburg, wo sie zuletzt gewohnt haben, nach ihrer dieser geringe oder gar feine Honorare nahm. Seit dem Nun die denkenden Kaufleute werden sich nicht dazu Heimath abgedampft. Zwei Beamte der Berliner politischen 1. März d. I. war St. auch Theaterarzt des Bellealliancehergeben, aber wenn sie der Feier würdige" Deforationen Polizei waren dazu kommandirt, die beiden staatsgefährlichen Theaters. machen wollen, dann werden sie an jenen Tagen Trauer Menschen bis zur Bahn zu begleiten. Die Herren Polizeibeamten Vor einigen Monaten lernte Dr. St. die Tochter eines in dekorationen herstellen lassen, in die Mitte eine Schale waren sehr zuvorkommend; sie waren sogar behilflich, das Gepäck Südwesten der Stadt wohnenden angesehenen Kaufmanns mit frischem Blut stellen und darüber einen der Ausgewiesenen nach dem Bahnhof zu schaffen. Die bulgarische kennen, mit welcher sich der Arzt vor drei Wochen verlobte. Todtenkopf! Regierung scheint sich vor den revolutionären Umtrieben" des Hiervon hatte der Bräutigam der früheren Geliebten rechts wird verherrlicht! machen. Wenn das denkende deutsche Volk auf diese Weise Iwanoff und des Raynoff weit weniger zu fürchten als die preußische. zeitig Mittheilung gemacht und es tam infolge dessen zu seinen Abscheu vor Thaten der Barbarei den paar Chauvi- Wie man erfährt, hat ein höherer bulgarischer Verwaltungs- öfteren heftigen Szenen, die kurz vor der Verlobung zum endaisten fund zu thun den Muth hat, dann werden unsere Brüder Beamter Auftrag erhalten, den Jwanoff in seinem Reffort zu giltigen Bruch zwischen dem Arzte und der Sanke führten. Damals schon stach die Modiftin den Geliebten mit einer Scheere; Stelle todt. In einem durch die Post vorher abgesandten einer befreundeten Familie. Im Laufe der Unterhaltung wenige Tage später wurde Dr. St. abends auf der Straße von Briefe an die Eltern erklärte die Ida K., daß sie das Glend fam die eine Frau auf ihr Kind zu sprechen, welches mehreren Rowdies an der Ecke der Bellealliance- und Barutherstraße zu Hause nicht mehr ansehen könne und bestellte in dem sich in einer Frrenanstalt befand, und sagte: Wenn überfallen und arg mißhandelt. Gr machte aber der Polizei keine Schreiben viele Grüße an ihren früheren Bräutigam, dessen es doch besser würde oder der liebe Gott das Kind zu sich nähme. Mittheilung, weil er annahm, daß dieser Ueberfall von dem eifer Bildniß sie mit ins Grab nehme. Beide Leichen wurden nach Nebeling äußerte nun sein Erstaunen darüber, daß die Frau an süchtigen Mädchen angestiftet worden sei.(?) dem Schauhause geschafft. Gott glaube und that in diesem Zusammenhange die Aeußerung, Als der Arzt am Donnerstag mit einem Angestellten des Bellealliance Theaters die Solmsstraße passirte, stand die Sanke vor der Thür ihres Hauses; bei dieser GeTegenheit wurde Steinthal von seinem Begleiter vor der Modiftin gewarnt, was jedoch der Arzt leider nicht beachtete. des Dr. St. ein junges Mädchen, die 24 jährige unverehelichte 40 Jahre alt gewordener Mann erschossen. Ein Schuhmann des bei der Sache intereffirternehmen, da Helene Damast, Nostizstr. 62 wohnhaft, und bat den Arzt, dort hin zu kommen und zwar sofort, um einer Schwerkranken Hilfe zu leisten. Der Arzt folgte alsbald dem Rufe, er begab sich nach der bezeichneten Adresse und fand hier seine ehemalige Geliebte, welche zu dieser List Zuflucht genommen und den Arzt durch ihre Freundin, die oben erwähnte Damaft in deren Wohnung gelockt hatte. Die Lettere begab sich, um der Auseinandersehung des Paares nicht beizuwohnen, nach der Küche; jedoch schon nach wenigen Minuten fielen drei Schüsse in dem Bimmer, und die sofort hinein eilende D. fand den Arzt leblos, im Blut schwimmend und auf dem Rücken liegend auf dem Fußboden vor. Der Revolver, mit welchem die That begangen, lag an der Thür an der Erde, während die Sanke entflohen war. Die D. verfolgte die Mörderin, letztere entkam jedoch nach ihrer Wohnung in der Solmsstraße und schloß sich dort ein. Erst als Schußleute willig zur Wache. des 72. Polizeireviers erschienen, öffnete sie die Thür und folgte Hier gestand sie den Mord unumwunden ein und erklärte dem Reviervorstande:„ Wenn mir die That heute nicht gelungen wäre, vier Wochen hätte er doch nicht mehr gelebt". Ferner gab die S. an, daß sie die Absicht hatte, sich gleichfalls zu entleiben, doch hatte der vierte Schuß des Revolvers verfagt, eine Behauptung, die thatsächlich wahr ist. Sowohl bei der Ueberführung nach der Wohnung ihrer Freundin, sowie auch bei dem Anblick der Leiche, die erst Sonntag Abend nach dem Schauhause gebracht wurde, blieb die S. vollkommen ruhig und beantwortete alle an ste gerichtete Fragen klar und präzis. Eine treffende ilustration aus dem Staate der Sozialreform, welche vom Gericht als Majeftätsbeleidigung angesehen worden der für dynastische Kirchen und dynastische Denkmäler Millionen ist. Er hatte zwar behauptet, seine Worte hätten einen ganz fordert, und gegen das selbständige Streben des Proletariers und anderen Sinn gehabt und zum Beweise dafür das Zeugniß vor allem der Proletarierin, sich aus dem menschenunwürdigen seiner Frau angeführt. Das Gericht fah jedoch gegenüber Elend zu befreien, Polizei und Gerichte aufbietet! den Aussagen der anderen Zeugen davon ab, die Ehefrau An der Siegessäule hat sich am Sonntag früh ein etwa des Angeklagten zu dieselbe erheblich fei. hatte Revision dritten Polizeireviers hörte auf dem Königsplatz einen Schuß fallen eingelegt und sich über die Ablehnung seines Antrages auf Ver und fand alsbald einen Mann auf, der sich aus einem Revolver eine tagung der Verhandlung und Ladung seiner Ehefrau beschwert, Kugel in die rechte Schläfe gejagt hatte. Da er noch Lebens. da es unzulässig sei, derselben von vornherein jeden Glauben zu zeichen von sich gab, brachte ihn der Beamte in einer Droschte versagen. Da nun aber aus dem Protokolle nicht hervorging, nach dem nächsten Krankenhause, wo er noch verbunden wurde. daß der Angeklagte in der Hauptverhandlung einen solchen Ans Dort ist der Selbstmörder gegen 9 Uhr der Verletzung erlegen, trag gestellt hatte und da ein Gerichtsbeschluß in dieser Richtung ohne daß er das Bewußtsein zurückerlangt hatte und über seine ebenfalls nicht vorlag, so bot sich für das Reichsgericht keine Person und die Beweggründe zur That Auskunft geben konnte. Handhabe zur Aufhebung des Urtheils. Es wurde beshalb auf Der Unbekannte, der weder Papiere bei sich hatte, noch ein Beichen Berwerfung der Revision erkannt. in der Wäsche trug, war mit einem zu einem Zivilkleid umgeänderten Offiziers- Ueberrock, einer grauen Hose und mit Schaft- Vermischtes. stiefeln bekleidet. distal Deutschlands Einigkeit 1870. Ein Feldpoft- Brief vom und Der Ordnungs, ReligionsSittenprügler Zeremonienmeister v. Kobe ist von Kaifer begnadigt worden, gehörender Landwehrmann ein Stimmungsbild über Polen seinen 16. April 1870, in welchem ein ben gebildeten Ständen an nachdem er auf der Festung Glatz einen kleinen Theil der wegen Verwandten übermittelt, liegt im Originale vor und dürfe alldes Duellvergehens über ihn verhängten Strafe abgeseffen hat. gemeines Interesse erwecken. Der Brief schließt folgendermaßen: dreißig Jahre alte Maurer Ernst Weinkauf aus der Swinemünder- böchsten Grade antipatriotisch. Bei der Nachricht, daß die Arbeiterrifiko. Durch einen Absturz vom Gerüst hat der Die Stimmung der hiesigen polnischen Bevölkerung ist im straße 46 sein Leben eingebüßt. Er war Sonnabend Nachmittag Franzosen Saarbrücken besetzt hätten, haben hiesige Gymnasiasten gegen 6 Uhr auf dem Gründüück Wilhelmshavenerstr. 18 be- Freudenschüsse abgefeuert, während die Bewohner bei unseren schäftigt, wo er von dem Baugerüst in die Tiefe siel. Weinkauf Siegen fich theilnahmslos und ungläubig verhielten. Während starb an den schweren Verlegungen auf dem Wege zum Moabiter die Deutschen illuminirten, war es bei den Polen finster. Aus Krankenhaus. diesen Ursachen scheint auch unsere Anwesenheit von nöthen." Um achtzehn Pfennige! Der Hauswirth Peufert, Frank- Die Heeresverwaltung hatte es für nöthig gehalten, die furter Allee 145, sendet uns eine Berichtigung" folgenden In- ganze Provinz Posen zu besehen. 15 Landwehr- Bataillone waren halts: Durch eingeschriebenen Brief vom 27. Juni 1895 habe ich dazu aus Schlesien fommandirt. Bis zur Schlacht von Sedan meinem Miether Lehmann die Wohnung zum 1. Oktober ge- wurden die Truppen daselbst zur Aufrechterhaltung der Ordnung kündigt und denselben gebeten, die am 1. Juli ds. Js. fällige dislozirt. Am 3. September wurden sie als Referveforps bei Dr. St., dessen alte in der Linienstraße wohnenden Eltern Miethe pünktlich zahlen wollen, δα ich sonst Glogau formirt und erhielten Marschordre zum Kriegsschauüber den Tod ihres Sohnes ganz verzweifelt sind, ist durch drei von dem Ermissionsrecht Gebrauch machen würde. Leh- playze, da nach diesem großen Siege teine Revolte mehr zu beKugeln am Kopf getroffen worden. Der erste Schuß drang durch mann hat jedoch im Monat Juli überhaupt keine Miethe ge- fürchten war. die linke Stirn in das Gehirn und führte den augenblicklichen zahlt. Als Lehmann auch bis zum 6. Auguſt keine Miethe zahlte, Tod herbei. Siebzehn Personen sind am Sonntag auf der Unterbeauftragte ich meinen Anwalt mit der Erhebung der Ermissionsfärbte Bericht. Wir wollen die fittliche Verworfenheit nicht Juli und August. Diese Klage ist am 10. Auguft 1895 zu sich Sonntag Nacht 12 Uhr auf der Unterelbe. Die von Schulau So der offenbar sehr zu gunsten des getödteten Arztes ge- flage und Zahlung der rückständigen Miethe für die Monate Ibe vor Hamburg ertrunken! Es wird über den entsetzlichen Vorgang berichtet: Ein bedeutender Unglücksfall ereignete die darin liegt, ein Mädchen zuerst gestellt worden. Erst am 14. August zahlte Lehmann zurückkehrende Motorbarkasse Alexander Beckmann", mit 25 Perzu verführen und ihm dann, wenn eine gute Partie" die rückständige Miete für und rückständigen Zinsen en bele, wurde in die Liefe gedrückt. 17 Personen erJuli August und wurde fonen besetzt, gerieth an den Radkasten des Stader Dampfers winkt, einen Fußtritt zu geben. Eine derartige deshalb der Klageantrag auf die Handlungsweise gehört ja zum guten Ton" in bürgerlichen und den unerledigten Ermissionsanspruch Concordia" und wurde in die Tiefe gedrückt. 17 Personen erKreisen. Der Arzt ware verachtet und gemieden worden eingeschränkt. Der Termin am 17. August fand deshalb nicht tranten, darunter acht Mitglieder der Familie Lasti, von welcher von seiner Gesellschaft, wenn er ehrenhaft gehandelt und nur wegen der Zinsen, sondern auch wegen des geltend Beckmann, wurde gerettet und landete mit drei Personen in nur Frau Lasti gerettet wurde. Der Inhaber der Motorbarkasse, das Mädchen geheirathet hätte. Bum vollendeten Ehrenmann gemachten Ermissionsanspruches statt, so daß wäre er hingegen gediehen, wenn ihm sein Plan ge- wegen der Binsen allein auch nicht ein Pfennig Mehrkosten ent- Blankenese. glückt wäre, wenn die schnöde verlassene Geliebte sich zufrieden standen ist. Wir wissen nicht recht, was Herr Peutert mit dieser Die Mülheimer Bevölkerung gegen die Polizei. Aus gegeben und ihn mit der passenden Partie laufen gelassen hätte. Berichtigung" eigentlich will. Soweit ie von uns gemeldeten Röln bringt das Depeschen- Büreau Herold" folgende Meldung: Und die Gesellschaft, die so denkt, hat die Kühnheit, von fittlicher Thatsachen in Frage kommen, werden dieselben doch nur durch In Mülheim a. Rh. herrscht seit einigen Wochen große ErHebung der niederen Wolfstreise zu fafeln! seine Zuschrift bestätigt! regung gegen die Köln- Mülheimer Dampfschifffahrts- Gesellschaft, welche, um die Konkurrenz- Gesellschaft zu vernichten, den Fahrpreis von 20 Pf. auf 5 Pf. herabsetzte. Sonntag Abend nun versuchte eine große Menschenmenge das Landen der Schiffe der alten Gesellschaft zu verhindern. Dabei tam es zu einem Krawall, worauf die Menge zu Tausenden anwuchs, den ganzen Werftplatz und die angrenzenden Straßen besetzt hielt. Die Polizei ging mit blanter Waffe vor und die zur Hilfeleistung Weil sie nichts zu essen hatten, haben zwei junge Proletarierinnen am Sonnabend in später Abendstunde einen furchtbaren Tod gesucht und gefunden. Ueber den auffehenerregenden Doppelfelbstmord, der im Hause Wolgasterstraße 1 begangen wurde, wird uns gemeldet: Der Gesperrt ist für Fuhrwerk und Reiter die Charlottenburger Chaussee vom Großen Stern bis zum Kleinen Stern, sowie der nördliche Damm der Straße Alt- Moabit von der Werststraße bis zur Stadtbahn. spnildi. Rod Sustise 910 feit zwei Monaten in dem Hause Wolgasterstraße 1 wohnende Gerichts- Beitung. Schuhmacher& I a u ß beſitzt 5 Kinder, von denen zwei noch Unternehmer, welche angeklagt waren, durch allzugroße herbeigerufene Gendarmerie gab blinde Schüſſe ab. Hierauf erschulpflichtig sind, während die drei älteren sich ihr Brot bereits zärtlichkeit ihre Arbeiterinnen beschimpft zu haben, mußten in öffnete die auf das Höchste erregte Menge ein Steinbombardement, suchen und dadurch zum Lebensunterhalt der Familie beisteuern neuerer Zeit mehrfach vor Gericht erscheinen. Am Freitag häuschen und ein Uhrenpostament. Bahlreiche Fensterscheiben demolirte sämmtliche Laternen, ein prachtvolles Wettermußten. Die älteste Tochter, die 18 jährige Ida Klauß. war voriger Woche hatte sich der Inhaber der Firma I. S. Ha in den umliegenden Häusern wurden zertrümmert. 22 Schuyleute in einer Zigarrenfabrik in der Brenzlauer Allee beschäftigt, mann, die durch den Streit im März dieses Jahres bekannt wurden verwundet und theilweise in das Hoſpital befördert. verdiente infolge dessen auch nicht viel. Die Gorge um das geworden sein dürfte, vor der 128. Abtheilung des Schöffen Aus der Menschenmenge sind viele Personen durch Säbelhiebe der letzten Zeit wenig zu thun und mann, die durch den Streit im März dieses Jahres belaunt in den umliegenden Häusern wurden zertrümmert. 22 Schuyleute tägliche Brot ließ nun in dem durchaus soliden und achtbaren gerichts zu verantworten. Herr P. Hamann war beschuldigt der Polizisten verwundet worden. Bahlreiche Verhaftungen Mädchen in letzter Zeit Selbstmordgedanken reifen und so äußerte antrage beleidigt zu haben. Die Verhandlung, welche unter heute Abend militärische Hilfe. In der Stadt herrscht große Erworden, eine sechszehnjährige Arbeiterin durch unsittliche wurden vorgenommen. Der Landratherbat telegraphisch für fie sich schon am Donnerstag bereits zu ihren Brüdern, die Ausschluß der Deffentlichkeit stattfand, endete mit der Frei- regungo na sonodacibulousid ag gleichfalls beschäftigunglos sind, daß sie den Sonntag nicht mehr erleben werde. 16 jährigen Emma Silſcher, der Tochter eines in der zu entnehmen, daß das Gericht der Hauptbelastungszeugin keinen Orts wird Bericht eingefordert, ob Militärabtheilungen in den Sie vertraute diese Absicht auch der Sprechung des Angeklagten; aus der Urtheilsverkündigung war Am 27. v. M. saß der Inspektor Wollinerstr. 56 wohnenden Bahnaussehers an, und fand die der durch den entsetzlichen Geftant, mit dem sie die ganze Um- nächsten Tagen den Sicherheitsdienst verrichten sollen. Als gestern junge Freundin, welche in einer Wäschefabrik bis vor kurzem gegend verpestet, berüchtigten Spielhagen'schen Licht- Abend die durch Kölner Polizei und Gendarmerie verſtärkte Polizei angestellt und seit Anfang des Monats beschäftigungslos war, angestellt und seit Anfang des Monats beschäftigungslos war, gleichfalls einverstanden, sich das Leben zu nehmen. Dazu kam noch, fabrik in der Arndtstraße auf der Anklagebant, um sich die Werft räumte und die tausendköpfige Menge in Seitenstraßen daß die Eltern dieses jungen Mädchens demselben nicht gestalteten, wegen des gleichen Vergehens zu verantworten. Auch dieser zurücktrieb, wurden aus den Fenstern der Nachbarhäuser Schüffe ababends allein auszugehen, ein Verbot, das die Emma außer Herr, Klein mit Namen, wurde wegen unzureichender Beweis gefeuert, sowie Eisentheile, Flaschen und Steine auf die Schuhmannschaft herabgeschleudert. Die Gendarmerie erwiderte die Schüsse. Eine ordentlich verletzte und ärgerte. Am Sonnabend gegen Abend gründe freigesprochen. große Anzahl Personen wurde durch Säbelhiebe, Steinwürfe und holte Jda K. die Freundin aus der elterlichen Wohnung ab und Geheimbündelei. Vor der II. Straffammer beim Land Revolverschüsse verletzt. Ein dem Krankenhaus übergebener beide begaben sich nach der dritten Etage des Hauses Wolgaster- gericht standen gestern sechs Stuckateure polnischer Nationalität, fünfzehnjähriger Bursche liegt im Sterben, ein Fabrikdirektor straße 2, woselbst sie eine Flasche Ungarwein fast bis auf die angeklagt wegen Geheimbündelet und Uebertretung des trug einen Säbelhieb davon, viele Frauen und Kinder sind Neige leerten, wohl um sich Muth zu trinken zu dem schrecklichen Vereinsgefeßzes. Die Verhandlung endete in später Abendstunde verletzt. Tobe. Die Mädchen müssen aber doch in dem Versuch, sich das mit der Freisprechung sämmtlicher Angeklagten. Wir kommen Belgrad wurde am Sonnabend Abend 10 Uhr 25 Min. Ju Leben zu nehmen, gestört worden sein, sie begaben sich Eurz auf den interessanten Prozeß morgen noch zurück. vor 10 Uhr abends in das Nachbarhaus Wolgasterstraße 1, Wie Verurtheilungen wegen Majestätsbeleidigung zu ine turze, aber heftige Erderschütterung verspürt. Glauben geschenkt hatte. dnijet 9090 verbanden sich mit Taschentüchern die Augen und schnürten stande kommen. Von Landgerichte Stendal ist am 3. April Die Cholera in Nußland. Nach amtlicher Meldung sind sich mit einem starken Bindfaden an den Taillen aneinander. der mehrfach vorbestrafte Tischler August Nebeling aus im Departement Wolhynien an Cholera und choleraartigen So bestiegen sie das Treppenpo dest der dritten Etage und Gardelegen wegen Majestätsbeleidigung zu 6 Monaten Ge- Krankheiten vom 9. bis 15. Juli alten Stils 222 Personen erdann stürzten sie sich aus der beträchtlichen Höhe auf den Hof fängniß verurtheilt worden. Der Angeklagte war eines Tages tranft, 72 gestorben, vom 16. bis 22. Juli alten Stils 466 erhinab. Beide Selbstmörderinnen waren auf der mit seiner Frau und einem anderen Ehepaare bei frankt und 166 gestorben. Tallalle- deln. Für Wiederverkäufer Versandt- Nachnahme Abzeichen- Fabrik H. Guttmann, Brunnenstr 9. Brauerei- Ausschank Pichelsdorf. 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Urania Für den Inhalt der Inserate über Anstalt für volksthümliche nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 20. August. Opernhaus.( Kroll's Theater) Cavalleria rusticana.( BauernEhre.) Das goldene Kreuz. Schauspielhaus. Nathan der Weise. Deutsches Theater. Die Weber. Leffing Theater. femme. Cherchez la Neues Theater. Tata- Toto. Schiller Theater. Ehrenschulden. Das Schweigen. Ohne Liebe. Friedr.- Wilhelmstädtischer Park. Berlin amüsirt sich. Adolph Ernst Theater. Madame Suzette. Alexanderplatz- Theater. Im Jrrenhause. Sie ist wahnsinnig. Berliner im National Theater. Feuer und Wasser. Theater Unter den Linden. Rund un Wien. Die Schwägerin von Saragossa. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag: Ehrenschulden.- Das Schweigen. Ohne Fiebe. Mittwoch: Ehrenschulden.- Das Schweigen. Ohne Liebe. Donnerstag: Minna von Barnhelm. Freitag: Ehrenschulden.- Das Schweigen. Ohne Liebe. 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Kaffeeküche täglich v. 2 Uhr ab geöffnet Volksstück in 5 Akten und 7 Bildern von Friz Schäfer. Musit vom Kapellmeister A. Wiedecke. Regie: Fritz Schäfer. Dirigent: Kapellmeifter A. Wiebede. Wirkliches Wirkliches Feuer, Waffer, Wirtlicher Re Wirkliches Waffer. Wirklicher Regen. Hauptbilder: 3. Bild: La Puce( Henny Schmid sucht den Floh). 30 Für Vereine u. Gesellsch. v. 200 Pers. Spezialitäten- Vorstellung frei.[ 28322 Reichshallen. Jm prachtvollen Garten ( bei ungünftiger Witterung im Saal): Täglich: Humoristische Soiree ser 5. Bild: 80 bildschöne badende Mädchen Norddeutschen Quartettim mit wirklichem Wasser. 7. Bild: Groß- Feuer( Rettung von drei Menschen aus Feuersgefahr durch unsere brave Feuerwehr.) Morgen: Dieselbe Vorstellung. Nationaltheater Garten: 106 u. Couplet- Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf., ab 9 Uhr 30 Pf. Berliner Monumente. Von der Kanalfeier. Gr. Konzert u. Spezialitäten Die Zaubermütze. Vorstellung. Auftreten d. Berliner Original- Romiters Wilhelm Fröbel. Auftreten v. Chansonetten, Soubretten, Luftgymnastikern 2c. Raffeneröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Entree 20 Pf. Reservirter Play 40 f. Passe- partouts, auch die vorjährigen, haben Giltigkeit. ige Morgen: Gr. Kinderfreudenfest. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Doranzeige. Freitag, den 30. August 1895, abends 71/2 Uhr: Erstes Gesammt- Gastspiel der Schauspielgesellschaft Die Liliputaner" Damen: Selma Goerner, Bertha Jaeger, Jda Mahr, Toni Meister, Elise Lau. Herren: Franz Ebert, Adolf Zink, Hermann Ring, Max Walter, Ludwig Merkel. Direktion: Earl u. Theodor Rosenfeld. Erstes Wiederauftreten der Liliputaner in Europa nadh 5jähriger Gastspieltournée in den Vereinigten Staaten von NordAmerika. 8um 1. Male: Die Reise nach dem Mars. Großes amerikanisches Ausstattungsstück mit Gesang und Tanz in 4 Aften und 15 Bildern von Robert Breitenbach. Zahl der Mitwirkenden 200 Personen. Der Vorverkauf der Billets beginnt Montag, den 26. August. Briefliche Vorausbestellungen werden von jetzt ab entgegengenommen. Preise der Pläge: Orchester- und Fremdenloge 5 M., Parketloge 4 M., Nangloge 3,50 M., Orchester- Fauteuil 2,50 M., Fantenit 2 M., L. Parket 1,50., II. Parket 1. W. Noack's Sommer- Theater, Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Jm Saale: Grosser Ball. Die schöne Galathée. Operette von Hennie. Musik von Franz von Suppé. Julius Ernest, Liedersänger. Anna Carle, Kostüm- Soubrette. Ernst Feld, Gesangs- Humorist. 2 Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Vaudeville- Posse in 3 Att. v. Ordonneau. Musik von Edmond Audran. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. JA Morgen: Dieselbe Vorstellung. Volksgarten Gesundbrunnen, Badftr. 56/57. ( ehem. Weimann's Volksgarten) Direktion: Max Samst. Heute, sowie täglich: Grosses Konzert u. Theater- Vorstellung. Spezialitäten I. Ranges. Auftreten des beliebten Tanzkomikers Eugen Milardo. Achtung, Bildhauer! 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Aufklärung über die Wahl der angeblichen Vertrauensperson für Sozialdemokrat. Wahlverein Werkstätten. Der Antrag, den Lokalbeitrag von 3 auf 10 Bf. zu erhöhen. Berlin, Frau Ditilie Gerndt. 2. Wahl von Vertrauenspersonen. für den 6. Berliner Reichstags- Betheitgenes.- Wegen der wichtigen Tagesordnung ersucht um zahlreiche Frau Gerndt ist zu dieser Versammlung schriftlich eingeladen. Um zahl reiches und pünktliches Erscheinen ersucht te Die Einberuferin. Sozialdemokratischer Wahlverein Wahlkreis. Das Mitglied für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Hermann Bernhöft Südost. Bauarbeiter Tienstag, den 20. August, abends 81/2 Uhr, im Lokal ,, Südost", Waldemarstr. 75: 4 1hr, vom Trauerhause, Puttbuserwird morgen, Mittwoch, Nachm. straße 17, aus beerdigt. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Th. Metzner über: Die Schule wie sie ist und wie sie sein soll." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Osten. 242/4 Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 246/9 20/13 Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 21. August, abends 8½ Uhr: Branchen- Versammlung der Metalldrücker im Louisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen G. Wagner über: Volksbildung und 2. Diskussion. Klaffenbewußtsein". 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Kollegen ersucht Der Vorstand. Todes Anzeige. Sonnabend Abend 6 Uhr starb nach 110| 14 Dienstag, den 20. August, abends 81/2 Uhr, bei Herrn L. Keller, Roppenfir. 29: furzem Leiden mein lieber Mann, unser Vater und Bruder, der Metalldreher Grosse Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorland. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 20. Auguft, abends 8/2 Uhr, im Lokale ,, Königshof", Bülow Straße Nr. 37/38: = Dersammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Bernh. Bruns über: Die Vorgänge in der letzten Stadtverordneten- Versammlung. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Fragen. Der Vorstand. [ 238/3] Sozialdemokratischer Wahlverein Carl Engelmann im Alter von 34 Jahren. 27806 Kartonarbeiter und Arbeiterinnen! Mittwoch, den 21. August, abends 8 1hr, Die Beerdigung findet am Mittwoch im Loursenstädtischen Klubhaus, Annen- Straße Nr. 16: 1/26 Uhr von der Charitee aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Todes- Anzeige. Sonnabend früh 62 Uhr, verschied nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Gürtler Heinrich Pohlmann im 55. Lebensjahre. 1768b Dies zeigt im Namen der Hinter bliebenen an die tiefbetrübte Gattin Minna Pohlmann. Die Beerdigung findet am Mittwoch, der Leichenhalle Am Urban aus nach dem neuen Schöneberger Kirchhof statt. für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Den 21. D. M., nachm. 42 Uhr, von Donnerstag, den 22. August, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Buske, Grenadier- Straße Nr. 33: Groke Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen W. Pfannkuch. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten( Wahl der Revisoren 2c). Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 245/2 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 20. August, abends 8½ Uhr: Versammlungen. Rosenthaler Vorstadt: Groke Versammlung. Tages Ordnung: 1. Welche Vortheile gewährt uns der Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Lederwaaren- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinne.? Referent: Kollege Sailer. 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 8. Werkstuben- Angelegenheiten. Der Einberufer. 23/9 Achtung! Brauereiarbeiter. Achtung! Mittwoch, den 21. August, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Gründel, Brunnenstr. 188( am Rosenthaler Thor): Große öffentliche Versammlung aller in den Brauereibetrieben beschäftigten Personen, als wie: Brauer, Böttcher, Maschinisten, Schlosser, Flaschenspüler u. 8. w. Tages Ordnung: Allen Freunden und Bekannten, den Kollegen, dem Verband der Metallarbeiter und dem 6. Berliner Reichstags- Wahlverein für die innige Theil- 2. nahme bei der Beerdigung unseres lieben Vaters, des Schloffers Carl Fein [ 27816 sagen wir unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Meinen Dank 1. Die Vortheile eines Arbeitsnachweises. Referent: Genosse 0. Naether. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist Ehrenpflicht. 41/ 4* Große öffentliche Versammlung sämmtl. Tapezirergehilfen Berlins u. Umgegend am Dienstag, den 20. August 1895, im Neuen Klubhaus( früher Lammers), Kommandantenstraße 72. Tages Ordnung: denen, welche meinem Sohn Otto die lette Ehre erwiesen haben, insbesondere Schmidtstraße, seinen Kollegen, sowie dem deutschen Metallarbeiter- Berband, 2770b nebst Dirigenten und allen, welchen der selbe nahe stand. 1. Vortrag des Kollegen Biester über: Die ökonomischen und recht2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. dem Herrn Chef, Firma Reichel, lichen Grundlagen der zukünftigen Geſellſchaft". im„ Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünderstraße Nr. 35. dem Gesangverein Freiheitsklänge I Wedding: im Wedding- Kasino, Schulstraße. Tagesordnung in beiden Versammlungen: Vortrag. Diskussion. Vereinsangelegenheiten. Fragekasten. Referenten: Schulz und Jahn. 246/7 Der Vorstand. Verein der graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. ( Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen, Tapetendrucker, Formenstecher, Linoleumdrucker, Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen.) Filiale Berlin. Donnerstag, den 22. August, abends 8%, Uhr, im Lohale des Herrn Brüning, Rosenthalerstraße 12: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Genossen Sassenbach über: Die heilige Inquisition. 3. Diskussion. 4. Abrechnung der Matinee Stommiffion. 96/3 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht " Die Verwaltung. Große öffentliche Versammlung der Lohgerber, Lederzurichter, Weissgerber u. Berufsgenossen Berlins am Dienstag, den 20. August 1895, abends 8 Uhr, in Fey's Gesellfchaftshaus, Brunnenstraße 184. Tagesordnung: 1. Situationsbericht über den Streik in der Römer'schen Lederfabrik. 2. Diskussion. 107/4 Der Einberufer. In Anerkennung 27776 C. Schöning, Gastwirth. Von der Reise zurückgekehrt.[ 70,8 Dr. P. Christeller, Auder Stadtbahn 21. Bei meiner Abreise nach Marcq- enBaroeul, Frankreich, sage ich allen Freunden und Genossen ein herzliches Lebewohl. 27786 H. Klok, Spreestraße. Kranzbinderei und Blumenhandlung Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. 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Bäckerei, Große Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 22. August, abends 8½ Uhr, bei Gründel. Brunnenßraße 188. Tages Ordnung: 1. Was tönnen wir durch gewerkschaftliche Drganisation erreichen und wie können wir sie stärken. Referent: Gustav Kessler. 3. Verschiedenes. 129/3 2. Diskussion. Alle Maurer haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. E. Hanisch. Achtung! Achtung! Metallarbeiter! liefert Wrangel Strasse 8. Langestr. 26, Falkensteinstr. 28 Arbeitsmarkt. 3 De Achtung! Parquetbodenleger! Die Kollegen der Firma Rosenfeld& Cie. haben wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist strengstens fernzuhalten. 76/ 17* Die Werkstatt- Kontrollkommission d. Deutschen Holzarbeiter Verbandes. Ein Arbeiter, welcher schon in einer Rohleisten Fabrit Leisten eingebunden hat, wird verlangt. Werkmeister, 2778b Miltwody, den 21. Auguft, abends 8½ Uhr, im Rösliner Hof. Brunnenstr. 194. Röslinerkrahe 8: 118/8 Barock- Vergolderinnen b. dauernUnverbrennbar. Weber 1000 mal in gebrauchen für 10 Pfennig. Reinhold Berth, Berlin NO., Friedenstraße 99. Neu! 10 Pf.!! Zu haben in allen Geschäften. Wo noch nicht vertreten, gegen Einsendung von 50 Pf. 5 Stc. franko. Seifen-, Licht- und Soda- Fabrik M. Reich& Co., Fabrik Gr. Frankfurterstr. 43. 18 Detail- Geschäfte, fast in allen Passagen der Berliner Markthallen, sowie Alte Jacobstrasse. 45, Krautstrasse 48, Badstrasse 12. 1. Spezialität: extra prima Terpentin- Salmiak- Seife, giebt blendend weisse Wässhe, I Pfund 18 Pf., 2 Pfund 35 Pf. extra prima, in vorzüglicher Reinheit 3 Stück 40 Pf. 4 Stück 50 Pf. 2. Familienseifen, und Fettgehalt, 3. Glycerinseifen ff., wohlriechend( in Riegel 18 Pfennig) B. Günzel, Lothringerstraße 53. Spezialität: Porträts sozialistischer Führer, Große öffentliche Versammlung der Beschäftigung verlangt Rottbuser Bildern u. dgl. sowie jede Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Preiskourant. der Beschäftigung verlangt Rottbuser Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenspißen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten aller Metallarbeiter und Arbeiterinnen. = Tages Ordnung: 1. Die Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft und das moderne Ausbeutuugs- System. Ref.: Kollege H. Rohrlack. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Agitationskommission des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Damin 100. 2774b 1 tücht. Korbmacher a. Rohrfiguren verl. G. Schlieter, Georgenfirchstr. 64. H. Bergner Louisenstädt. Clubhaus" Annenstr. 16. Teleph. Amt VII. 3733. Mehrere Vereinszimmer. Französisches Billard. Warme und kalte Speisen zu jeder Tageszeit. Farbigmacher verlangt Goldleisten Saal für 250 Personen. fabrik Liegnigerstr. 15. 27726 Verantwortlicher Redakteur: Max Pfund in Halensee. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.