ftg.StS ♦ 43.?ahrg. Musgabe A Nr. 264 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Bknnta, monatlich 8,- Reiliiomait voraus»ahlbar. Unter«reusband wr Deutlchlan». Doiutia. Saar» und Memeiocdiet. Cclttccetd). Litauen. Luxem dur, 4,50 Zicichsmarl. für da» Übrige Slusiand 5.50 Reichsmark pro Monat. Der.BorwLrts' mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage.Boll und Zeit' sowie den Beilagen.Unterdaltung lino Willen' ,Au» der iiilmwelt'. .Frauen stimme'.Der«inder- sreund',.Lugend-BorwSrts' und .Blick in die Bstcherwelt' erscheint toochentäglich zweimal. Sonntag» und Rontags einmal. Telogramm.Bdresse: �Sozialderootrai verlin- Morgenausgabe Vevlinev VolKsblstk (10 Pfennig) Anzeigenpreise: Dig«inlvaltia« ZwnvareMe. »eil« 80 Biennig. Reklame, eile ts— Reichsmark,»itlelne Anzeigen' das fettgedruckte Wort 25 Dfenni« (luISfstg ,wri fettgedruckte Worte). jede» weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« da» erst» Wort lli Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch- Haben»Sblen kür»wei Worte. Arbeitsmarkt Feile 80 Pfennkg. kkamilienan, eigen für Abonnenten «eile 40 Pfennig. «n»ei««» kür dl« nächste Rummer müsse» bis 41b Ubr nachmittag« im chauptgeichilft, BerNn TW 68. Linden- strajieZ. abgegeben werden. Geöffnet von 81b Ubr krlld bis« Ubr nachm. Zcntralorgan der Sozialdemokrat» fcbcn parte! Deutfdilands Redoftion und Verlag: Serlin Sw. 69, einSenstraße 3 II o IQ'IA II vorwärts-verlog G.m.b.H., S erlin EW. bS, Lindenstr.Z g--»!»--«--- Mittwoch, de« 3. November l»�« Das rasende Italien. Ein zweifelhaftes Attentat mit grauenhaften Folge». Durch ItaN«n rast der f a s ch i st i s ch e M a s s e n w a h n- 4t nn. Ein fünfzehnjähriger Knabe liegt tot, von vierzehn »olchstoßen durchbohrt: eine zerfetzte Leiche. Di« nicht- faschistische Presie, die längst kaum noch atmen konnte, ist vollends erwürgt. Taufende, von ungefähr als„Verdächtige" zusammengelesen, füllen die Gefängnisse. In der Gren.istation Dentimigia stürmt der Mob das Unterkunftsgebäude f r a n- zöfifcher Eisenbahner, die einer faschistischen Kund- gebung angeblich nicht den schuldigen Respekt erwiesen haben, mißhandelt die Insassen und verletzt einige schwer. Dann geht der Weg nach dem französischen Konsulat, es wird erstürmt, vom Balkon wird eine feindliche Rede gegen Frankreich gehalten. Inzwischen bläst die faschistische Regierungspresse mit vollen Backen ins Feuer: ihre Stimme ist ein einziger Schrei nach Blut, ein einziger Schrei des Hasses gegen Frankreich. So klar diese Ereignisse sind, so dunkel ist ihr Aus- g a n g s p u n k t. Die„Agenzia Stefan!" selbst hat ihre ur- sprüngliche Angabe, der getötete fünfzehnjährige Anteo Z a m- b o n i habe in Bologna einen Revoloerschuß abgefeuert, nicht aufrechterhalten können. Der„Vorwärts" hatte übrigens schon in seiner Dienstag-Morgenausgabe als erster darauf aufmerksam machen können, daß der grausam hingeschlachtete Knabe Mitglied eines faschistenfreundlichen Fußball- tlubs war, dessen Abzeichen man an seinem Rock fand, als man die Leiche nach dem Polizeibureou brachte. Run war immer noch die Annahme möglich, daß der Knabe Zamboni ein Werkzeug der radikalen Opposition im Faschismus war — auf der einen Seite war seine ganze Familie faschistisch. auf der anderen ist es feit dem Konflikt Mussolini-Forinacci kein Geheimnis, daß gewisse radikal-faschistifche Kreise aus verschiedenen Gründen gegen den Duc« eine lebhafte unter- irdische Opposition betreiben. Aber auch diese, von vornherein wenig wahrscheinliche Annahme ist jetzt durch die Meldung der offiziösen„Agenzia Stefani" widerlegt. Nichts steht über die Borgänge von Bologna fest, als daß dort ein Knabe im Tumult getötet wurde und daß der Duce unverletzt blieb. Ist dort wirklich ein Attentat gegen Mussolini versucht worden, dann muß der Täter unerkannt entkommen sein, während sich die rasende Menge damit be- schäfttgte,«in unschuldiges Kind in grauenvoller Weise abzu- schlachten. G i b t es aber einen Täter, gibt es überhaupt ein Attentat von Bologna? Diese Frage muß man setzt ernstlich erheben, denn die ganze Geschichte von dem Revolveranschlag und dem Lynchirrtum klingt überaus rätselhaft und verdächtig. Es ist ja sonderbar genug, daß nach den ersten Meldungen der Knall von der nächsten Umgebung des Täters inmitten der Ovationen gar nicht als Revoloerschuß erkannt worden sein soll. Außerdem Ist bisher in keiner Meldung davon die Rede gewesen, daß man die Attentatswaffe ge- funden hat, und bisher ist über ihre Art, ihr Kaliber usw. keine nähere Angabe gemacht worden. Welche Beweise sind denn dann überhaupt dafür vorhanden, daß ein Revolver- fchuß tatsächlich abgefeuert worden ist? Man hat im allge- meinen Ovationslärm einen Knall vernommen. Es war Uhr abends, also zu dieser Jahreszeit schon dämmerig. Der Knall konnte daher ebensogut von einem Kraftwagenmotor her- rühren, wie man das täglich auf der Straße erlebt, oder von einem geplatzten Reifen. Als einziger„Beweis" dafür, daß ein Revolverattentat wirklich verübt worden sein soll, kommt nun die Geschichte mit dem zerrissenen Band des Großkreuzes vom Manritiusorden Mussolinis imd vom beschädigten Aermel seines Nachbarn, des faschistischen Bürgermeisters von Bologna. Aber wie seltsam! Die ersten Meldungen am .Sonntag über das Attentat besagten lediglich, daß Mussolini unverletzt sei, erwähnten aber mit keiner Silbe das angeblich zerrissene Ordensband und den angeblich beschädigten Rock- ärmel des Bürgermeisters. Erst viele Stunden später tauchte diese an sich recht unwahrscheinliche Version auf. Ucbrigens hieß es zuerst, die Kugel sei an dem Orden s e l b st ab- geprallt, der auf diese Weise Mussolini das Leben rettete. Dann muß doch die Kugelspur an dem Orden selbst sichtbar sein, nicht an dem Band. Angesichts der grenzenlosen Berlogenheit, die das faschistische Regimj: zum Staatsgrundsatz erhoben hat. und die durch die offizielle Unterdrückung einer jeden unab- hängigen Presse und öffentlichen Meinung begünstigt wird, ist es keineswegs undenkbar, daß das„zerrissene Ordensband" nachträglich erfunden wurde, nicht nur um die byzantinische Legende der Unversehrbarkeit des Duc« zu nähren, sondern überhaupt um die ganze Version des angeblichen Revoloer- attentats zu begründen, die fönst durch nichts bewiesen werden kann: denn die von 14 Dolchstichen durchbohrte Leiche des jungen Zamboni ist, wie die Faschistenregierung jetzt selbst zu- geben muß, kein Beweis, zumal der Ermordete und feine ganze Familie faschistisch war. Die Vermutung, daß es überhaupt kein Attentat von Bologna gegeben hat, ist berechtigt angesichts der inzwischen bekanntgewordenen verdächtigen Einzelheiten, angesichts der Atmosphäre der Lüge und des Irrsinns, die seit vier Iahren in Italien herrscht. Die nachträglichen Behauptungen über Drohbriefe, die Mussolini vor seiner Reise nach Bologna er- halten haben soll, über eine weitverzweigte Verschwörung, über das Entkommen des wirklichen Täters usw. machen den Fall nur noch verdächtiger. Eine weitverzweigte Verschwörung? Ist es wahrscheinlich, daß in diesem von Polizeispitzeln über- schwemmten Land, wo keiner seinem besten Freund mehr traut, sich auch nur drei Leute zu einem Attentatsplan ver- einigen! Entkommen des Täters? Ist es denkbar, daß ein Attentäter inmitten eines Spaliers von- hysterisch begeisterten Schwarzhemden einen Schuß abfeuert und sodann ver- schwindet? Und darf man annehmen, daß sich die angeblichen Attentäter für ihren Anschlag geradeBologna ausgesucht paben, die Hochburg des wildesten Faschismus? Was also war es? Wirkliches oder gestelltes Attentat? Oder nur ein Ausbruch des Massenwahnsinns, der an ein Attentat glaubte und den vermeintlichen Urheber tötete? Man steht vor einem Rätsel, das vielleicht nie gelöst werden wird. Rur soviel steht fest: das Haupt des Faschismus ist un- verleßt. Anderen sind blutende, tödliche Wunden geschlagen morden. Der rasende Mob hat einen Knaben erschlagen, er hat die letzten armseligen Reste staatsbürgerlicher Freiheit erschlagen, er bedroht den Frieden zwischen den Völkern. Der Duce aber ist stolz und unversehrt und lächelt.„Gott ist mit ihm", soll nach faschistischem Zeugnis der Papst gesagt haben. Auch dies ist ungewiß. Man steht nur, daß Italien von Gott verlassen ist... Racheakte üer Zaschiften. Gegen Presse. Professoren und sonstige Ginzel- Personen. Rom. 2. November.(EP.) Alle Opposillonsblölter In Rom, „Rtondo",„voce Republicana" und„Risorgimento", sind ver- boten. Die Korrespondenten der„Anita" und des„Avanli" wur- den aufgefordert, zur Vermeidung von Zwischenfällen dem Pressesaal fernzubleiben. Wie der„Popolo d'Ztalia" meldet, sind als vergellungsmaß- regeln für das Atlenlal an der llnlversilät von Padua die anll- faschistischen Professoren, die sich mit dem Schristsieller Vene- deiio E r o c e und dem Historiker S a l v e m i n i solidarisch erklärl hallen, zum Rückirllt gezwungen worden. Zur Vornahme einer SSnberungsakilon In der Siadt wurden die saschisii- schen Aktlonslruppen wieder gebildet, die im Zentrum das Geiverkfchafien und Achistundeutag. Ein Wohnungsbauprogramm der Gewerkschaften. Gestern Übergaben die Spihenverbände der steten Gewerkschasiea der presse Ihre Forderung au den Reichstag, durch ein Rot- geseh zur Wiederherstellung des Achistunden- tages die Arbeitslofigkrii zu bekämpfen. Genosse Splielh be- begründeie diese Forderung, die übrigens auch von den anderen geroerkschaslilchen Spihenorganisationcn gcteili wird, mit durch- schlagendem TNaieriai, das beweist, wie heule Inmilien der allge- meinen Arbeiisloflgkelt ohne jeden wirischasilichen Sinn Hunderllausende von Arbeitskräfien mU Ueberstunden und Ueberfchlchten beschäsiigt werden, zvahrend gleichzeitig die Gefahr besteht, daß anderlhalb Millionen Menschen infolge dieser vcrfehllen wirischasi»- «nd Sozialpolitik zur dauernden Arbeitslosigkeil verurleiil werden. Cr widerlegte dabei die Auffassung der Unternehmer, die die Wieder- Herstellung des Achistundeniage» als schwere wirlschafiliche Gefahr hinstellen, während fle in WIrMchkeit nur die Löhne niederhalten wollen. Außerdem Übergaben die freien Gewerkschafien ein pro- gramm zur Bekämpfung der Wohnungsnot unter eingehender Begründung ihrer Forderungen der Oeffenilichkelt. Wir bringen ausführliche Berichte über dies« gewerkschaftlichen Kundgebungen, die für die künstige Wirtschast»- und Sozialpolitik von größter Bedeutung sind, in unserem Gewerkschasts. und Wirt- ichoftsteU. Kaffeehaus petrocchi besehten, weil in diesem hauptsächlich Freimaurer und Antifaschisten verkehren sollen. Aus v a r e s e werden Zg Verhaftungen gemeldet. In der Industriestadt vusto Arsizlo ereigneten sich einige„Zwischenfälle", wobei S Personen so schwer verletzt wurden, daß sie in» Spital gebracht werden mußten. Aufforderung zur Lynchjustiz. Mailand, 2. November.(TU.) Der„Popolo d'Italia" fordert in einem anscheinend inspirierten Extrablatt zur Lynchjustiz auf. Er schreibt:.Die Volksjustiz ist die heilsamste Form der Rache Sie muß ausgeübt werden. Wir werden erst das Verbrechen bis in alle seine Einzelheiten verfolgen und dann ohne weiteres zuschlagen". Nach der Aussage Marincllis vom faschistischen Zentraloorstand soll Mussolinis erstes Wort nach dem Attentat gewesen sein, daß alle Italiener und die Welt wissen müßten, daß der Atten- täter gelyncht worden sei. Der hiesige Faschistenführer G i- a m p a o l o erklärt in einer Rede, es feien schon viele Dergeltungs- maßregeln vollzogen worden, andere würden folgen, er werde ge- naue Weisungen geben. Nach dem„Eorriere della Sera" sind in Ferrara bereits faschistische Gehcimlisten über die Gegner aus- gestellt worden, deren Leben von demjenigen Mussolinis abhängig gemacht wird. Rom. 2. November.(EP.) Die Blätter melden aus Cagliari, der Hauptstadt Sardiniens: Während einer Kundgebung begaben sich einige Demonstranten vor die Wohnung des Oppositions- abgeordneten Lussu und versuchten den Balkon zu erklettern. Lussu wehrte sie mit erhobenem Revolver ab. Da- bei tötete er einen, der bereits den Batkon erklommen hatte. Lussu wurde verhaftet. Während der Kundgebungen sind die Druckereien des katholischen„Corriere di Sardegna" und des sardinischen Organs„Solco" verwüstet worden. „Der Attentäter Zamboni!" Rom, 2. Ztovember.(EP.) Eine Mitteilung des Präfekten votj� Bologna stellt fest(!), daß„der Attentäter Zamboni" früher der faschistischen Jugendorganisation angehörte, sich aber seit mehr als einem Jahre fernhielt. Die Erhebungen über etwaige weitere Ver- antwortliche sind noch nicht abgeschlossen.(Und„Stefani" hat die Geschichte vom„Attentäter Zamboni" bereits preisgegeben. Redak- tion des„V.".) Aufdeckung einer Verschwörung? Rom, 2. November.(WTB.)„Lavoro d'Italia" berichtet aus Nizza, daß dort eine Verschwörung italienischer Emigranten gegen das Leben Mussolinis aufgedeckt und zwei Emigranten verhaftet worden seien, die bereits Vorkehrungen für die Rückkehr nach Italien getroffen hatten. Die italienisch-französssche Grenze werde dem Blatt zufolge scharf überwacht. Italienisch-französii'cber ZwischenfaU. Fnschistenterror gegen Franzosen. Paris, 2. November.(Eigener Drahtbericht.) Am Dicas- tag verübten Angehörige der faschistischen Miliz in ventimiglia an der itaiienisch-sranzösischeu Grenze einen llebersall auf das französische Konsulat. Die Aktion wurde eingeleitet durch einen An- griff der Faschisten aus französische Eisenbahner, die angcb- lich bei einer Kundgebung für Mussolini die Kopfbedeckung ausbe- halten halten. 50 Faschisten stürmten daraoshio den Bahnhos und drangen in die für die sranzöfischen Elsenbahner reservierten Räume ein. lS französische Eisenbahnbeamte, die sich dort aufhielten, wur- den mit Fu ß l r i t t c n. F a u st s ch l S g e n und peitschen- h i e b e n in den Hof getrieben und in der niederträchtigsten Art und Weise mißhandelt. Vom Bahnhos zog die Bande vor da» französische Konsulat, wo es einem Faschisten trotz der Absperrung durch iialienisches Militär gelang, In das Gebäude einzudringen und vom Balkon herab Haßreden gegen Frankreich zu hatten. Als der Faschist das Gebäude wieder verließ, wurde er von der Polizei ver- hasict. 3n Frankreich ist die Erregung über diesen Vorfall allgemein. Eine diplomatische Aktion der französischen Re- g i e r n n g ist bereits eingeleitet. Ein« Pariser TU.-Meldung gibt folgende weitere Einzelheiten: Aus di« Erklärung, daß unter den IS Eisenbahnern niemand die von den Faschisten behauptet« spöttisch« Handbewegung gemocht hat, ent- riß der faschistische Offizier, der di» Truppen führte, einem der Eisenbahner die Zigarette, indem er ihm erklärte, daß man vor den Faschisten keine Zigaretten rauche.— Die lärmendsn Aus- schreitungen dauerten den ganzen Tag über an. Die bisherige Untersuchung hat ergeben, daß di« Anschuldigungen gegen die fn"- zösischen Eisenbahner nich*t stichhaltig sind. Enttäuschung über tzmöenburg. Vom„Frtdericus" zum„Arminius".— Das Reichsbanner„der Todesstoß für die nationale Bewegung". Die rechtsradikale Zeitschrift„Fridericus" war es, die zuerst die Kandidatur Hiizdenburgs für die Reichspräsident- schaft propagierte. Jetzt aber ist es der gleichfalls rechts- radikale„Ärminius", der schreibt: Der Fall Hindenburg. Das ist nicht der schlimmste, leider aber der hoffnungsloseste aller Fälle. Daß der Reichs- Präsident in der Aufwert ungsfrag« das Volk enttäuschte, ist wohl auf feine mangelnde Information über diesen schwierigen volks- wirtschaftlichen Komplex zurückzuführen. Und dem Alter eines Mannes, der glaubt« sich mit achtzig Jahren aus bloßem Pflichtgefühl noch einmal für den Staat aufopfern zu muffen, ist manches, wenn auch nicht alles zugute zu halten. Allmählich aber wird die CnttSufchungübergroß! Hates wohl jemals«inen Staats f ü h re r gegeben, der derart wenig schöpferisch wirkte wiechindenburg? Dazu sein persön- liches Verhalten gerade in den Füllen, wo Dank und Treue am Platze wäre! Vom schon rein menschlich unbegreiflichen Benehmen gegen Ludendorff, bei dem er sich zuerst als Gast anmeldete, um sich ganz« vierundzwanzig Stunden vorher aus telegraphtfchen Wink hin wieder auszuladen, bis zur Preisgabe des Mannes, der unser heutiges Heer mühselig wieder aufbaut«, führt eine gerade Linie. Hindenburg ist Frontsoldat von 1866 und 1870. Er gilt aus schwerer Zeit als Heros der Nation. Nie wollen wir das vergessen. Aber eines wollen wir vergessen: Daß er der Präsident des Deutschen Reiches ist, zu dessen eisenharter Führung andere Geister gehören. Es ist eine bekannte Erscheinung, daß diejenigen Kreise, die am wenigsten von der Demokratie halten, am schnellsten bereit sind, ihre noch gestern angebeteten Führer zum alten Eisen zu werfen. Das ist bei den Rechtsradikalen genau so wie bei den Kommunisten. Der ganze„Arminius" ist übrigens ein einziger Iam- mer. Kann man doch in einem anderen Artikel mit der viel- sagenden Ueberschrift:„ßiauidierung der nationalen Bewegung" die Worte lesen:„Mußte der Stahlhelm so geführt werden, daß das Reichsbanner gegründet wurde, wo- mit die nationale Bewegung ihren Todes stoß erhielt?" Kann schon sein. Aber ihr großes Maul wird noch extra totgeschlagen werden müssen. Da bekommt das Reichsbanner noch Arbeit genug!_ Länder und Finanzausgleich. Ist Reinhold««gefallen? Die Konferenz des Reichsftnanzministers mit den Finanzmini st«rn ist am Dlenstag begonnen und beendet worden. Ueber ihr Ergebnis wird, wie üblich,«tn« inhaltlose ostizlös« Meldung verbreitet. Beschlüsse werden aus derartigen Konferenzen nicht gefaßt. Sie dienen lediglich zur Information für die weitere Stellungnahme der Reichsregierung. Das Reichskabinett wird sich in» folgedessen wohl in den nächsten Tagen nochmals mit dem Problem des Finanzausgleichs beschäftigen müssen. Obwohl die Finanzminister der Länder auf der Konserenz die Forderung nach Erhöhung ihrer Beteiligung an der Ein- kommen- und Körperschaftssteuer von 7S auf 90 Proz. vertreten haben, dürste die Reichsregierung diesem Berlangen nicht entsprechen, da es den Ländern nicht sehr ernst mit dieser Forderung ist. Ernster ist ihr Widerstand gegen die Beseitigung der Sonde rgaranti« bei der Umsatzsteuer. Hier dürste die Verständigung zwischen -dem Reich«Nd den Ländern auf dem Wege über die Erhöhung der Gesamtgaranti« bei der Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer zusammen von 2100 Millionen aus 2400 Millionen aussichtsreich. fei«. Es ist ferner anzunehmen, daß die vom Reichsstnanzministerium geplanteAufhebungdesZZSdesFinanzausgleichs, der den finanzschwachen Ländern mindestens 80 Proz. des Reichs- durchfchnitts der Einkommensteuer pro Kops der Bevölkerung vom Weröen öes Tanzöramas. Der Weg zum neuen Tanzdrama ist kein„Richtweg". Er führt auf Seiten-, Neben- und Sackgassen. Aber das Ziel steht fest: Aus- merzung der pantomimischen und akrobatischen und möglichste Be. kchränkung der rein dekorativen Elemente. Je reiner eine Tanz- fchöpfung sich von diesen, dem alten Ballett entstammenden Resten hält, desto zukunftsreicher ist sie. Die Berliner Tanzgruppe der Berthe Trümpy und die Koowositionen der Vera Skoronel haben da» Ziel fast restlos rrretcht. Was sie in ihrer Matinee im Theater am Rollen. d o r f p a tz zeigten, war in der Hauptsache abstrakter Stil. In einer Strenge, die zuweilen schon asketisch anmutete. Verzicht auf alle schauspielerischen Wirkungen— reiner Ausdruck bewegter Färb- formen. Verzicht auf alles schmückend« Schöntun— klarlinig der Gruppenaufmarsch und die Gruppenentwicklung. Verzicht auf all« akrobatischen Elemente— sehr einfache Schritte, Schwünge und Spannungen. Meist langsame Tempi, verhaltene Dynamik. Mathe- inatische-themen, zum Beispiel im.Mysterium der Form": Eni- stebung und Umwandlung der Graden, der Bogenlinie, des Kreises »nd der aus diesen Linien gebildeten Formen. Und doch alles von einem starken mneren Leben durchglüht.(,Lum festlichen Beginn", „In der strahlenden Mitte"), von reicher tänzerischer Phantasie ge- staltet und daher das rhythmische Körpergefühl des Zuschauers zum Mitschwingen beseelend, hinreißend, bannend. Dieser Stil enl- fallet sein Bestes in stimmungszarter Lyrik(.Schwingend sanftes Lied"), in erhabener Feierlichkeit(„Getragen"), in der dumpfen Wucht leise stampfender Rhvthmen(„Gebannt"). Er erreichte seine größte Wirkung in der herrlichen Komposition.Das böse Quadrat". Hier, trotz mehrerer Reminiszenzen an die Russische Suite der Wigman, eine eigenartige, tief und klar empfundene, zielsichere Ge- stallung rein dramatischer Visionen. Das Thema, der Mensch und das Schicksal, in ganz stilreiner abstrakter Formgebung eindnicks- mächtig durchgeführt. Was diesem Stil mangelt, ist der dionysisch« Rausch. Daher kam das„Trilogische Tanzspiel" nicht zu voller Wir- kung. Es blendete, es betäubte, aber es riß nicht mit. In strenger, gcsestigter, linienklarer Monumentalität, nicht im bacchantischen Wirbel liegt die Stärke des rhythmischen Stils, der hier kultiviert wird. Die Tanzgruppe der Trümpy arbeitete sauber, klar, musterhaft exakt. Sie versagte zuwellen in den rasch bewegten Szenen des „Tanzspielo". Vera Skoronel, in der Beintechnik nicht immer sicher, ausdrucksvoll und eigenartig in der Aktion der Arme und des Oberkörpers, und die feine und temperamentvolle Lisa Czabel ragten unter den Einzellänzern hervor. Der körperrhythmische Stil, der nicht durch menschliche Glieder, sondern durch abstrakte Farbformen wirken will, gelangt in seiner konsequenten Wetterführung zu Formgebungen, die den Körper des Tänzers ganz oder zum TeitMn stereometrischc Figuren, in farbige Kegel, Kugeln, Pyramiden, Würfel usw. hüllen. Wir lernten diesen extremsten modernen Tanzstil jetzt in dem„T r i a d i s ch e n Bat- lett" kennen, das von Pros. Oskar Schlemmer in Dessau (früher im Weimarer Bauhaus) geschaffen ist und im Rahmen der Metropol-Theater-Revue.Wieder Metropol" vor» garantiert, den. hestigsten Widerstand der dadurch benachteiligten Länder gefunden hat. Die Führung in diesem Kampf aber Halle Bayern. Obwohl es gegenwärtig noch nicht durch die Aufhebung dieser Bestimmung benachteiligt ist, fühll es sich bedroht, da es im nächsten Jahre in derselben Lage sein wird, wie die kleinen Länder. Deshalb erscheint die Meldung der„Germania" nicht unwahrscheinlich, daß das Reichsflnanzministerium den Plan, den§ 35 zu beseitigen, wieder fallen gelassen hat. Wir würden eine solche Stellungnahme außerordentlich bedauern. Sie offenbart eine derartige Unentschlossenheit in einer grundsätzlich so wichtigen Frage, daß die Zweifel an einer festen und entschlossenen Führung der Reichsfinanz- Politik nur noch bestärkt werden. Wir halten es jedenfalls für er- forderlich, daß die Reichsregierung sich sofort zu der Behauptung äußert, daß das Reich wiederum einmal beim ersten Anstirrm vor Bayern kapituliert hat._ Die Erwerbslosenfiirforge. Die Regierungsvorlage im Unterausschuß.— Kein Ergebnis. Im Unterausschuß des Sozialpolitisches Ausschusses des Reichstags wurde am Dienstag von dem Vertreter des Reichs- arbeitsminifteriums die Stellung der Reichsregierung zur E r w e r b s- losensürsorg« bekanntgegeben. Die Reichsregierung ist unter anderem bereit, in der unterstützenden Crwerbslosenfürsorg« a) für die Dauer des Winters, also bis zum 31. März 1927, die Bezüge sämtlicher HaupbunterstützunjjsempfSnger(Ledige und Familienväter) um zehn Prozent zu erhohen: b) zur Bereinfachung der Verwaltung und zur Vermeidung sozialer Schäden den Unterschied zwischen allein st ehen- den und nicht alleinstehenden Arbeitslosen zu b«- fettigen und die nicht Alleinstehenden auf das Niveau der Alleinstehenden zu heben; c) die obere Grenze für die Erwerbslosenfürsorge so zu ge- stalten, daß auch das vierte Kind(der fünfte Familienange- hörige) den vollen Zuschlag erhält; cl) durch binde n deBorschristen sicher zu stellen, daß die Prüfung der Bedürftigkeit glelchmählg und dort, wo es bisher nicht geschehen war. entgegenkommend gehandhabt wird.(Feststellung von Bedarfssätzen für den Arbeitslosen und seine Angehörigen. Kleinerer Besitz, Spargroschen, Hausrat, kleines Eigenheim, das keine nennenswerten Nettoeinnahmen abwirst usw. darf nicht zur Verneinung der Bedürftigkeit führen): c) zu verhüten, daß Arbeitsstellen mit fortlaufender voller Arbeitstätigkeit im Wege der Pflichtarbeit besetzt werden. Ferner sollen dem Reichsrat und Reichstag Vorlagen für gesetz- liche Regelungen gemacht worden, nach denen das Wochengeld und der Entbindungskostenzuschlag der Ehefrau nicht aus die Er- werbslosenunterstützuna des Ehemannes angerechnet werden und im Wege einer ürisensürforge die Ausgesteuerten, soweit sie noch arbellssahlg und arbeltswllllg sind, für die Dauer des Winters in der Erwerbslofensürsorge verbleiben. Die Lasten der Krisenfürsorg« sollen zu sieben Zehntel vom Reich, zu drei Zehntel von der Gemeinde getragen werden Für die Erhöhungen wird das Reich zur Abgeltung der höheren Kosten den Ländern einen angemessenen Pauschbctrag zur Verfügung stellen. Die Beratungen der Regierungsvorlage im Unter- ausschuß haben zu keinem Ergebnis geführt. Ueber die Anträge der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ist noch nicht ab- gestimmt worden. Was die Regierung vorschlägt, ist u n- zureichend. Di« Entscheidung wird nunmehr der Soziale Ausschuß des Reichstages zu treffen haben, der fein« Beratungen heute morgen um 10 Uhr aufnimmt. Vorher wird die sozialdemokratisch« Reichstag.* sv atito n zu einer Besprechung der Lag« zusammen- treten.'h'J'■'' Zusammentritt öer Parlamente. Der Reichstag tritt heute nachmittag 3 Uhr zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause wieder zusammen. Auf der Tages- ordnung stehen nur kleine Vorlagen. Der Präsident hat von feinem Recht, weitere Gegenständ« auf die Tagesordnung zu setzen, keinen Gebrauch gemacht. geführt wird. Ich glaube, daß in diesem Stil gewisse seelische Aus- drucksmöglichkeiten liegen, die der rhythmischen Bewegung des menschlichen Körpers unerreichbar sind. Einerseits in der Groteske und andererseits in der Pathetik einer alle menschlichen Maße über- steigernden Momimentalität mag er seine Stätte haben. Boraus- setzüng ist aber, daß den äußeren Formelementen eine innere Rhyth- mik entspricht, deren Wucht uns überzeugt und zwingt. Was im Metropol-Theater geboten wurde, waren fade Tänzeleicn banaler Art, die mit der Extravaganz der durchweg originellen und zum Teil sehr schönen Kostüme ein stilloses Gemisch bildeten. Ehe man ein Urteil über diese jüngste Entwicklungsphase des modernen Tanz- stils sich bilden kann, müßte sich eine wirkliche tänzerisch« Schöpfer- kraft des Problems bemächtigt haben. John Schikowski. Staat unö hohenzollernsther Kunstbefltz. Wilhelm v. Vöde tortchtlgt den preußischen Finanzminister. Geheimrat Bode richtet an den preußischen Finanz- minister ein Schreiben, in dem er interessante Aufschlüsse gibt über die seltsame Art, in der man bei der Aussonderung der dem Staate zufallenden Gemälde aus den Schlössern und Gemäldedepots verfahren ist. Er betont, daß— entgegen der Behauptung des Finanzministers— bei dieser Aussonderung die Fachleute der Staatsmuseen nicht hinzugezogen worden sind.„Wäre �dieses geschehen,"— schreibt er—„so müßte ich als Leiter der Staatlichen Gemäldegalerie davon doch wohl etwas gemerkt haben." Bode fährt dann fort:„Sie berufen sich, sehr geehrter Herr Minister, auf„Vereinbarungen, die 1919 bis 1920 von der Museums- Verwaltung, und zwar ausschließlich von dieser, über die Verteilung der wertvollen Kunstwerke aus dem Besitz des vormaligen Königs- Hauses getroffen worden sind". Dazu muß ich bemerken, daß die definitive Aufteilung des Kunstbesitzes zwischen Staat und Krone der Generalverwaltung der Museen überhaupt nicht zustand, und daß letztere damals nur imstande war, eine kurze, vorläufige Liste derjenigen Kunstwerke vorzulegen, die vom musealen Standpunkt aus in allererster Linie für unsere Staatssammlungcn in Frage kamen. Eine auch nur annähernd vollständige Uebersicht über den Kunstbestand der Schlösser und Depots war bei der starken räumlichen Zersplitterung und dem außerordentlichen Umfang des ehemals königlichen Kunstbesitzes zu jener Zeit, ein Ding der Un- Möglichkeit. Seither ist nun aber ein reichliches halbes Jahrzehnt verflossen, ohne daß eine fachkundige Durchsicht das allein über 10 000 Stück zählenden Gemäldebestandes unter Berücksichtigung der musealen Gesichtspunkte erfolgt wäre, wie denn überhaupt bei dem kunsthistorischen Beamten des Finanzministeriums niemals das Verlangen, mit uns Muscumsfachleuten zusammenzuwirken, erkenn- bar geworden ist. Bei dem Ausbau der staatlichen Sammlungen kommt es keines- wegs nur auf vielgenannte Hauptbilder, wie etwa die Watteaus, Chardins usw. an, sondern auch auf solche Stücke, die den entwick- lungsgeschichtlichen Gedanken, dessen klarer Hcrausgestallung gerade die Berliner Museen ihre eigentümliche Bedeutung oerdanken, iordern und betonen. Auch ohne daß es mir vergönnt gewesen ist, die Bestände der Schlösser einer systematischen Durchsicht zu unter- ziehen, kann ich doch aus Grund älterer Erfahrungen mit Bestimmt- Das Plenum des Reichstags wird sich voraussichtlich noch im Verlauf dieser Woche mit der E r w e r b s l o s e n s r a g e befassen. In der kommenden Woche dürfte der Nachtragsetat zur Verhandlung gelangen. Diese Beratung wird verbunden mit einer Aus- spräche über die Innen- und Außenpolitik Die näheren Einzelheiten und das Arbeitsprogramm für die kommenden Wochen werden am Mittwoch von dem Aeltestenrat des Reichstags beschlossen. Auch der Landtag versammelt sich heute nachmittag 1 Uhr. Auf der Tagesordnung seiner Sitzung steht die Besprechung der Typhusepidemie in Hannover. Auswärtiger Ausschuß. Zusammenstoß zwischen Hoetzsch und Strcsemann. Die gestrige Sitzung des Auswärtigen Ausschusses, in der die Fragen von Thoiry und Militärfragen behandelt wurden, dauerte bis gegen 2(4 Uhr nachmittags. In der Debatte sprachen u. a. noch Abg. Wirth vom Zentrum und zwei Deutschnationale, Graf Westarp und B e r n d t. Auch der Reichsaußenminister Dr. Stresemann nahm noch einmal, zum drittenmal, das Wort. „D. A. Z." und„Berliner Tageblatt" sind trotz der Ver- traulichkeit der Verhandlungen indiskret genug, mitzuteilen, daß es zu einem sehr scharfen Zusammen st oß zwischen Stresemann und dem deutschnattonalen Abgeordneten Hoetzsch gekommen ist. Am Schluß wurde ein Antrag der Regierungsparteien und der Sozialdemokraten angenommen, worin beschlossen wurde, die Frage der Militärkontrolle einem Unter- ausschuß zu übertragen und die Reichsregierung aufzufordern, diesem Unterausschuß das gesamte einschlägige Material zu- gänglich zu machett. Die sachliche Stellungnahme soll im Auswärtigen Ausschuß so lange vertagt werden, bis der Be- richt des Unterausschusses erstattet ist. Zugunsten des angenommenen Antrages stellten die Deutschnationalen einen eigenen Antrag zurück, den sie vorher eingebracht hatten und der sich auch auf die sachliche Seite der Militärkontrolle erstreckt hatte. tVenöung im§aU Max 65lz. Hölz an der Tötung des Gutsbesitzers Heß unschuldig. Der wirkliche Täter meldet sich. Der Reichsbcgnadigungsansschuß trat gestern unter dem Bor- sitz des Genossen Dr. Moses im Reichstag zu einer Sitzung zu- summen, um zur Affäre Max Hölz Stellung zu nehmen. Hätz ist vor dem Außerordentlichen Gericht des Reichs am 22. Juni 1921 nach siebentägiger Verhandlung zu lebenslänglichem Zuchthaus ver- urteilt worden. Es sind in der letzten Zeit neue Momente aufge- taucht, die Anlaß zu einem Wiedcraufnähmeverfahren geben könnten. Insbesondere haben einige der Hauptbelastungszeugen in dem Urteil gegen Max Hölz erklärt, daß sie ihre damals in der Aufregung ge- machten Aussagen heute nicht mehr aufrechterhallen können, insbesondere, soweit sie die Tötung des Landwirts Heß be- treffen, weswegen Hölz zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden ist. Hölz', der sich selbst vor Gericht zu allen ihm zur Last gelegten Tassachen bekannt, hat sich von jeher mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, daß er den Landwirt Heß getötet hab-n soll. Wie die Verteidigung des im Zuchthaus zu Groß- Stcetitz sitzenden Max Hölz heute dem Amnestie-Ausschuß mitgeteilt hat/'lft der wirkliche Täter bereit, sich jetzt dem Gericht selbst zu stellen.> r,v••-t n*<-<•■••> Der Ausschuß hat infolgedessen den Beschluß gefaßt, sich«jf'öft- tagen. Es soll zunächst abgewartet werden, welche Erfolge die Der- teidigung im Wiederaufnahmeverfahren beim Reichs- gericht zu zeigen in der Lage ist. Heinrich Hohenzollerns Reise nach Kuba hat erst am 30. Oktober begonnen; bis jetzt kann ihn also der Gesandte der deutschen Re- publik in Havanna noch nicht feierlich begrüßt haben. heit behaupten, daß diese ein reiches für unsere Sammlungen wichtiges Material enthalten. Ich denke dabei nicht— oder jedenfalls nicht in erster Linie— an Werke, die einen so beträchtlichen finanziellen Wert darstellen, wie der kürzlich von uns zurückerworbene Hobbema, wohl aber an Stücke von hoher kunsthistorischer Be- deutung, die unsere Museumsbestönde nach bestimmten Richtungen wertvoll ergänzen würden. Ich kann nur aufs neue betonen, daß eine Berücksichtigung dieser dringenden musealen Interessen des Staates seitens des Finanz- Ministeriums nicht erfolgt ist, gebe aber der Hoffnung Ausdruck, daß das in dieser Richtung Versäumte, ehe es endgültig zu spät ist, nachgeholt werden möge. gez. Bode." von Slurio über den Faschismus. Wie der»Eornere degli Italiani" aus London erfährt, ist ein neues Buch Don Stürzas, des Gründers der italienischen Katholischen Volkspartei, unter dem Titel»Italien und der Faschismus" soeben in England veröffentlicht worden und wird auch im Laufe des Novembers in Deutschland erscheinen. Dem Buch geht eine Vorrede voraus, die der berühmte Hellenist Prof. Gilbert Murray von der Uni. versität Oxford, Präsident der englischen Liga für den Böllerbund, geschrieben hat. In dieser Vorrede erkennt Murray die große Ob- jektioität des Verfassers an und bemerkt unter Zitat einiger kriege- rischer Aeußerungen faschistischer Politikaster über internationale Fragen, daß das Buch bestimmt sein werde, dem Faschismus einen großen Teil der Intelligenz absvensttg zu machen. Das erwäbnte Blall fügt hinzu, die freimütige Diagnose der moralsschen und wirt- schaftlichen Ursachen des Faschismus, die offene Polllik für Frei- bandet und Völkerbund, die Untersuchung über dt« unausbleiblichen Zusammenbrüche des nationalistisch-faschistischen Imperialismus durch den hervorragenden Führer der Katholischen Volkspartei sei geeignet, in vielen die Hoffnung daraus wieder lebendig zu machen, daß da» italienische Volt, das nicht notwendigerweise mit dem ofsi- ziellen Italien identisch zu sein braucht, nicht zögern werde, nach der nationalen auch die liberale Wiederauserstehung zu begehen. Segen die Schund, und Schmichgesehvorlage. Gemewsa« mit dcm »Bund entschiedener Schulresormer- nei austeiltet die.«»utsche Liaa für Menschenrechte� heute im ehemaligen Serrenbau», Leipziger Stlahe. abend? 8 Uhr. unter obigem Titel eine Bersammüing mit Disiulfion BIS Hauptredner«erden auftreten: Drlur Holitscher, Prof. Pnul Oeftreich, -E.». Otfietzky, Gerda Wehl. Die Galerie wittschrk, Biktorlastr. 2, eröffnet am 15, eine Ausstellung junger tschechischer Künstler. ver üuaslsalon HIrzel Spanler. Schillstraße 5(am Lüßotnpliitzi, stellt im November LandschaslS- Pastelle und Porträt- Zeichnungen von Leo Prochowntt(Berlin) au». vi« dritte Lammer de» Grabe» lulankhomon»«urde türzltch geöffnet. Obwohl sie nicht so reich ausgestattet war, wie die zwei ersten, so ist doch ihre geschichilich« Bedeutung sehr groß, da sie alle bei den BegräbniZscier- lichkeitcn gebrauchten Gegenstände enthält Ein neuer Wechlctoetd-Ilutomat Während man in Teutschland bi? jetzt im allgemeinen nur Wechselgeld-Auivmalen kennt, die nicht mehr a!» ein einzelnes Geldstück, meist 5 Pfennige, herausgeben, hat die Londoner Untergrundbahn jetzt 25 neue Apparate ausgestellt, die je nach dem ein. giworlenen Geldstück verschiedene Differenzen herausgeben iönne», und zwar entweder 4 Pen« oder 10 Pen«. Reichsmülionen für Sportverbänöe. Aber die Arbeitcrsportler werden ausgeschaltet. Aus Sportlerkreisen wird uns geschrieben: Seit Bestehen der Republik fördert das Reich die Leibesübungen, indem es den Spitzenverbändcn, darunter auch der Zentralkommission für Arbeitersport- und Körperpflege Beihilfen gibt. Die Reichs- regierung läßt fich in sportlichen Dingen durch den Reichsbeirot für körperliche Erziehung beraten und hat auch dessen Rät bei Verteilung der Beihilfen stets gehört. Eine Ausnahme da- non wurde gemächt durch das Kabinett der Rechtskoalition unter Schiele und S ch l i e b e n. Während der ganzen Amtszeit des Herrn Schiele ist der Beirat nicht einberufen worden. Seinen Vor- sigcnden, Staatssekretär Heinrich Schulz, hatte man bekanntlich aus dem Amt hinausgee�lt. Diese Zeit haben die bürgerlichen Sportler unter Leitung des früheren Staatssekretärs Dr. L e w a l d benutzt, um für sich eine Extrawurst zu braten. In aller Stille haben sie mit den beiden deutschnationalen Ministern gekuhhandclt und erreicht, daß ihnen eine Million Reichsmark für die erste Bauperiode des Sportforums im Grunewald ge- währt wurde. Im Reichstage hatte man ebenfalls in aller Stille die bürgerlichen Parteien für den Plan zu gewinnen gewußt, so daß dort eine Mehrheit gesichert war. Ehe noch die Ocffentlichkeit davon Kenntnis erlangt hatte, war die Forderung in der zweiten Lesung des Haushalts bewilligt worden. Das geschah zu einer Zeit, als der Arbeiter-Turn- und S p o r.t b u n d den Bau feiner inzwischen fertig gestellten Vundesschule schon begonnen hatte, ohne eine Reichs- beihilfe erbeten zu haben. Die Bundesleitung hatte von einem Antrag abgesehen, weil bis dahin das Reich g r u n d- s ö tz l i ch Beihilfen zu Bauvorhaben abgelehnt hatte und nach aus- dsürklicher Erklärung des zuständigen Dezernenten auch an diesem Grundsatz festhalten wollte. Die Arbeitersportverbände hätten sich mit dieser Haltung der Regierung abgefunden, wenn die Regierung ihrem Grundsatz selbst treu geblieben wäre. Nachdem sie aber von ihm abgewichen war, forderten auch die Arbeitersportler nicht nur grund- sätzlich die Wiederherstellung des Gleichgewichts, sondern sie he- nötigten auch sehr dringend einer Beihilfe, weil die Inzwischen ein- getretene Wirtschaftskrise die finanzielle Leistungsfähigkeit der Mit- glieder stark herabgedrückt hatte. Zur Fertigstellung des Baues mußten Darlehen aufgenommen werden, denn eine Abstoppung des Vauprogramms hätte zu einer starten Erhöhung der Baukosten geführt. Als die Arbeitersportler von der Bewilligung der Million für das Sportforum hörten, stand nur noch die dritte Lesung des Haus- haltsplanes aus. Sie veranlaßten die sozialdemokratische Fraktion, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Die dritte Lesung fand aber erst kurz vor Beendigung des Etatsjahres statt, was zu einer Drosselung der Beratung führte. Anträge konnten nicht mehr ge- stellt werden. Aber auch im neuen Etat hatte die Regierung keinen Posten eingestellt. So kam es, daß der Reichstag die Regierung in einer Entschließung aufforderte, zu prüfen, inwieweit eine Unterstützung vorbildlicher Bauvorhaben aus dem Gebiete der Leibesübungen sich empfehle. Gegebenenfalls sollte sie im Nachtrags. etat Mittel anfordern. Nunmehr ist der N a ch t r a g s e t a t dem Reichstag zugegangen, aber es befindet sich kein Posten zugunsten der Arbeiter-Turn- imd Sportschule darin. Durch einen Kabinettsbeschluh ist ein entsprechender Antrag des Reichsmi.ni- st?eriumis des Inner«, abgelehnt wnrde.n! m(Sigin diese s chlkei e n d e Ungerechtigkeit erheben nicht nur die Arbeitersportverbände den schärfften Protest, Die gesamte Arbetterschaft ist stolz auf ihre neue Turn- und Sportschule und wird es nicht dulden, daß die Regierung der Republik ihr den Makel der Minderwertigkeit aufdrückt. Sie wird es nicht dulden, daß die alle Praxis des Kaiserreichs auch in der Republik geübt wird, wonach dem Bürgertum fcheffel» weis-e gegeben wird, während man der Arbeiterschaft nur den Rat gibt, sich den bürgerlichen Verbänden anzuschließen. Der Regierung steht nicht das Recht zu, der Arbeiterschaft gute Lehren über ihr Verhalten zu erteilen, sie hat Gerechtigkeit gegenüber allen Schichten der Bevölkerung walten zu lassen. Hoffentlich fühlen auch die bürgerlichen Linksparteien, daß das Vor- gehen der Regierung für die Republik eine zu starke Belastungs- probe darstellt und helfen im Reichstag dabei, daß der Schaden wieder gutgemacht wird. der britische flrbeiterwahlsleg. Vorbote der Parlamcntswahl. London. 2. November.(Eigener Drahlbericht.) Die am Dienstag abend vorliegenden Ziffern über den Ausgang der Stadl- wählen In England und Wales lassen den Erfolg der Arbeilerparlei noch größer erscheinen al» die ersten Wahlergebnisse. Die Arbeiter- Partei hat demnach lS5 Sitze neu gewonnen und 35 verloren; der Gesamtgewinn ist 150 Sitze, wobei besonder» folgende Gewinne bemerkenswert sind: Birmingham S, Manchester 7. Liver- pool 6 Sitze. DI« Labour Party hat in allen Bergarbeiter- sl ä d t e n große Forlschrille zu verzeichnen. Das Arbeiterblalt „Daily herald* schreibt, das Ergebnis sei nicht nur ein Zeichen für die Macht der Arbeiterbewegung, fondern besonders dafür, daß die Flut im Steigen ist. die die konservativen bei der Neuwahl des Anterhauses hinwegschwemmen werde. Das Testament llenws.' Sei« Urteil über Staliu und Trotzti. In dem Kampf zwischen Stalin und Trotzki spielt seit langem das sogenannt«.Testament Lenins* eine große Rolle. Es wird jetzt auf Grund einer Publikation eines amerikanischen frühe- reu Kommunisten auch in der bürgerlichen Presse veröffent- licht. Das Organ der russischen Sozialdemokratie, der„Sozialistische Bote* hat bereits im Juli 1924 darüber ausführliche An- gaben veröffentlicht. Sicher existiert ein solches Testament. Ob der in der„Frankfurter Zeitung* veröffenllichte Worttaut voll- kommen authentisch ist, kann man bezweifeln, mindestens Ist die Uebersetzung ungenau. Tatsache ist aber, daß im Jahre 1324 bei den Verhandlungen des damaligen Parteitages bereits über dieses Dokument gesprochen wurde. Lenins Witwe, die Krup» s k a j a, bestand damals auf der Verlesung vor dem Plenum des Kongresse«: sie konnte aber damit nicht durchdringen. In diesem Testament wird von Stalius Eigensinn und vor der Gefahr, die aus seiner M a ch t f ü l l e als Generalsekretär der Partei erwachsen kann, gewarnt, ihm gegenüber Trotzki als der weitaus Befähigtesten bezeichnet, auch die übrigen Mitglieder des Zentralkomitees, wie S i n o w j e w und B u ch a r i n, von dem Lenin sagt, er sei ein Scholastiker und verstünde nicht dialektisch zu rr Die Strafanträge im BS. Landsberg(Warthe). 2. November 1926. Am Schlüsse ihres zweistündigen Plädoyers stellten die Vertreter der Anklage im Landsberger Fcmemordprozeß solgende Straf- antrage: Oberleutnant Schulz ivegen Anstiftung zum vollendeten Mord Todes st rase. Erich Slapprolh wegen gemeinschaftlichen Mordes Todesstrafe. Oberleutnant Raphael wegen Beihilfe zum vollendeten Mord zu 6 Jahren Zuchthaus, wegen Meineides zu 6 Monaten Gefängnis, umzuwandeln in 4 Monate Zuchthaus, wegen schwerer Körper- Verletzung. Nötigung und Anstiftung hierzu zu 2 Zähren Gefängnis. umzuwandeln in 16 Monate Zuchthaus, diefe Strafen zu einer Gesamtstrafe von 7 Zahren Zuchthaus zusammenzuziehen unter voller Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft. Vogel wegen Beihilfe zum vollendeten Mord zu der Mindest. strafe von 3 Zahren Zuchthaus, ferner wegen Meineides zu 6 Mona- ten Gefängnis, umzuwandeln in 4 Monate Zuchthaus, zusammen- zuziehen in eine Gesamt st rase von 3 Zahren 3 Monaten Zuchthaus, unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft. Willi Klapproth wegen Beihilfe zum vollendeten Mord zur MIndestslrase von 3 Zahren Zuchthaus, unter voller An- rechnung der Untersuchungshaft. Glaser wegen Beihilfe zum vollendeten Mord zur Mindest- strafe von 3 Zahren Zuchthaus, unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft. S ch i b u r r wegen fortgesetzter schwerer Körperverletzung und Nötigung zu 1 Zahr 6 Monaten Gefängnis. Becker wegen Anstiftung zur schweren Körperverletzung und Nötigung zu 9 Monaten Gefängnis. Frlcke wegen fort- gefetzter Körperverletzung und Nöitgung zubMonaten Gefäng- nis. Gr ach wegen fortgesetzter Körperverletzung und Nötigung zu 4 Monaten Gefängnis. Rohm von der Anklage der Körperverletzung und Nötigung freizusprechen. » Im weiteren Verlauf der Vormittagssitzung in Landsberg wurde Oberleutnant S ch r e n k vernommen, der gemeinschaftlich mtt Becker das Protokoll zum Fall Gröfchke dem Oberleutnant Schulz übergeben hatte. Er ist außerordentlich gewissenhaft in seinen Aussagen und bestätigt die Hauptpunkte der Aussagen Beckers, obwohl der Vorsitzende ihn mtt einer ausfallenden Barschheit behandelt. Die Frage des Schulz an Becker:„haben Sie schon einmal einen Menschen getötet* und seine Bemerkung über die Moor- löcher ist Echrenk bereit zu beeiden. Ebenfalls dcch er darauf Becker nnter'dcm Eindruck warnend angesehen hat. daß Schulz etwas Gewallsames plante. Oberleutnant Schrcnk bleibt bei seiner Dar- stellung trotz sehr erregter und immer wieder einsetzender Vorhal- tungen des Versitzenden und verschiedener Interventionen der Ver- teidigung. Der Angeklagte Schulz bezeichnet dagegen den Sach- verhalt als unmöglich. Nachdem allfettig auf den Sachverständigen Oberst Gudovius verzichtet worden war, schließt der Vorsitzende vorläufig die Beweisaufnahme und läßt eine Pause eintreten. ver Ankläger spricht. Nach der Pause verzichtet der Vertreter der Anklage zunächst auf die Vernehmung der Zeugen Schmidt und v. Albert. In seiner Anklagerede erklärt dann Oberstaatsanwalt Rohrlack zunächst, daß der Fall Gcöschke grauMe Bilder aufgerollt habe. Schulz sei kein Durchfchuiltsmcnsch, foiibern ein tapferer Soldat, der sich bei der Bildung der Arbeikskoinmandos erhebliche Verdienste erworben habe, wie auch die Arbeit der Arbeitskommandos zu loben sei, die bei kärglichem Lohn upter Einsetzung ihres Lebens oft eine gefährliche Tätigkeit' auf sich genommen hätten, wobei die Ber- pfltchtung zur Verschwiegenheit es mtt sich gebracht habe, daß die Mannschaft von den Führern in schärffter Weise vor Verrat gewarnt wurden. Der Anklagevertreter geht dann zum Fall Gröschke selbst über. Nach der Beweisaufnahme fei anzunehmen, daß Gröschke kein Kommunist war. Fünf Tage nach dem Eintritt des Gröschke sei Schulz in Küstrin angekommen und habe jene Unterredung mit Becker und Schrcnk gehabt, bei der er die bekannten Andeutungen gemacht, von Moorlöchern und von Gift gesprochen haben soll. Spä- testens am Tage danach sei er selbst im Fort Gorgast gewesen und habe sich in Küstrin dann mit klapprokh und Büschrng über die Beseitigimg des vermeinklichen Spitzels beraken. Für den 22. Juni, der zur Ausführung der Tat bestimmt worden sei, feieir Willi Klapp- roth, Bogel und Glaser nach Fort Gorgast aus Berlin und Frank- fürt a. d. O. abkommandiert worden. Am Abend dieses Tages feien Klapproth. Büsching und Glaser im Auto in Gorgast eingetroffen. Büsching habe die Zelle erbrochen und Anstalten gemacht, Gröschke sofort niederzuschlagen, was Klapproth verhindert habe. Dann habe man Gröschke zum Auto gebracht und sei abgefahren. Auf der Fahrt sei Gröschke dann ermordet und in einer Schonung verscharrt worden. Daran, daß Gröschke von Büsching ermordet worden sei, bestehe kein Zweifel Die Anklage bezeichne Erich Klapproth als Mittäter, Gloser. Ravhael, Willi Klapproth und Bogel als Gehilfen und Schulz als Anstifter. Klapproth habe entgegen feiner Angabe sicher vorher schon gewußt, was mit Gröschke geschehen sollte, zumal nach den ganzen Vorbereitungen ein bloßer Abtrairsport des Gröschke nach einem anderen Fort ganz unwahrscheinlich war. Klapproth und Büsching hatten ja auch vielfach zusammen schwierige Aufträge ausgeführt, sie seien gute Freunde gewesen, auch wenn sie sich gelegentlich mal in die Haare gerieten. Aus Grund der Beweis- aufnahm« sei Klapproth als MItlÄer des gemeinschastlichen Mordes schuldig. Der Aiigeklagte Raphael habe als Fvrtkommandant schon zu einem früheren Zeitpunkt, als die Anklage es angenommen hat, nämlich spätestens nach Eintreffen von Willi Klapproth. Vogel und Glaser, von dem Plan gewußt. Er habe an der vor- b e r e i t u n g des Unternehmens m i t g e w i räkl Als der Anklage- Vertreter den Fall Gä dicke zum vergleich heranziehen will, unterbricht ihn der Vorsitzende mit dem Einwand, daß dieser denken— werden so eindeutig gekennzeichnet, daß man beut- lich aus dieser Charattcristik Lenins Lusdrucksweise wiedererkennt. . Heute hat freilich dieses Dokument keine Bedeutung niehr. Bor Iahren mochte der Kampf zwischen Stalin und Trotzki noch als«In persönlicher Kampf angesehen werden, seitdem sind zu den persönlichen Gegensätzen zwischen Trotzt!— dem ehrgeizigen und eitlen Literaten— und Stalin— dem Unterosfizier-Bolsche- wisten— soviel sachliche Gegensätze hinzugekommen, seitdem hat sich der Kampf aus einem persönlichen so sehr zu einem politischen zugespitzt, daß heute ganz andere Gesichtspunkte in Frage kommen. In den Debatten in der russischen Partei spiell dieses Dokument heute kein« R o iJ e mehr. Sozialdemokrakie und Große koalilion. In einem Teil der bürgerlichen Preise wird eine Rede des Genossen L ö b e für die Große Koalilion verbreite!, die von ihm niemals gehalten worden ist. Angeblich soll diese Stellungnahme aus der Bezirks- konferenz der schlesischen Sozialdemokratie am vergangenen Sonntag Landsberger Prozef;. Fall nicht Gegenstand des Prozesses sei und untersag! den Geschworenen, diese Feststellungen zur Grundlage der llrleilsberalunz zu machen. Schulz öer flnftister. Nachdem der Anklagevertreter sich mtt den anderen Angeklagten beschäftigt hat, wendet er sich dem A n g e k l. S ch u l z zu: Schulz b e sl r e l t e t, daß er Klopproth und Büsching den Befehl zur Bc- settigung Gröschke? gegeben habe. Weder Anstiftung noch Beihilse lägen in seiner Natur, lieber hätte er das selbst getan. Außerdem habe er von dun Fall Gröschke gar nichts gewußt. Die Frage ist nun. ob die Hauptverhandlung den Indizienbeweis erbracht hat. wenn die Angaben von Schrcnk und Becker über ihr Gcfvräch mit Schulz richtig sind, dann besteht kein Zweifel daran, daß Schulz sich mit dem Gedanken getragen hat. Gröschke als kommunisiischen Spion verschwinden zu lafsvi. Zu Unrecht hat die Berteidigung diese beiden als unglaubwürdig hingestellt, denn nach zwei Iahren kann man nicht mehr alle Einzelheiten genau schildern. Becker hat m der Hauptverhandlung einen sehr guten Eindruck gemacht. Wenn seine Angaben von Schrenk nur zum Teil bestätigt worden sind, so beweist das aber, daß auch feine übrigen Angaben richtig find, auch die Begründung, daß Schulz erklärt habe, er als Leiter der Organisation wolle mit der Sache nichts zu tun haben. Dadurck ist erwiesen, daß Schulz tatsächlich die Absicht Halle, Gröschke zu löten. Gröschke ist auch getökkt worden. Ist das aber auf Befehl von Schulz geschehen? Das ist der springende Punkt. Schulz war zwar in Gorgast, aber nicht in der Zelle von Gröschke. Zweifellos Ist er aber von Raphael genau unlerrlchlel worden. Klapproth und Büsching waren seine Vertrauten. Weiter ist eine Reihe von Personen zur Ausführung dieser Tat verwendet worden, die nur von einer Stelle aus in Bewegung gesetzt werden konnten. Büsching oder Klapproth konnten das nicht veranlassen, dazu war eine höhere Stelle erforderlich, wie ja tatsächlich der Befehl an Willi Klapproth und Vogel von der Division in Berlin aus- gegangen ist. Auf Grund der Beweisaufnahme ist mit Bestlnimkhell anzunehmen, daß Schulz die Stelle war, die das veranlaßt hat. Dabei ist unerheblich, ab er es selbst getan hat ader durch seine Untergebenen. Er hatte ja auch«in erheblich« Interesse daran, daß dieser Fall nickst zur Kenntnis der Oeffentlichkeit und damit der Entente kam, denn dann flog nicht nur das Kommando Gorgast, sondern die ganze Abteilung Küstrin auf. Die versteckte Anstiftung lag schon in feinen Aeußerungen zu Schrenf und Decker, die weitere Beihilfe in der Besorgung von Gift. Schnlz Halle nicht nur den Tötungswillen, er hol auch den Befehl zur Tötung von Gröschke an Büsching oder klapproth oder beide zusammen gegeben. Dieser Be- fehl ist auch ausgeführt worden. Durch Ueberredung oder Mißbrauch �seines Ansehens hat Schulz auch beioe veranlaßt, die Tat zu be- gehen. Er ist der Anstistung zum Morde schuldig. Raphael ist serner des Meineids schuldig, weil er elne falsch« Aussage in der Boruniersuchong beschworen hat. «taaisonwaltschaftsrat Dr. Sweemann vertrat darauf die Anklag« wegen Körperverletzung urv Mißhandlung und stellt« die diesbezüglichen Strafanträge. Anschließend daran stellt« Ob«rstaats- anwalt Rohrlack die Anträge in der Mordanklage. Er betont« hierzu, daß bei Schulz die Anstiftung zum vollendeten'Morde erwiesen sei und daß nach dem Gesetz der Anstifter wie der Täter be- straft werden müsse. Auf Mord stehe nur eine Sühn«, die Todes- strafe. Mildernde Umstände feien nicht vorhanden. Das gleiche geli« für K la p p r o t h, der als Mittäter am vollendeten Mord wie der Täter bestraft werden müsse. Glaser habe nur in uner- heblichem Maße Beihilfe zum Mord« geleistet, deshalb komm« bei ihm die Mindeststrafe in Frage, dagegen müsse Raphael viel schärfer bestrast werden, weil ihm als Forttomm anbauten Gröschke anvertraut war. und well Raphael sich über fein« Pflichten hinweg- gefetzt habe. Strafmlldernd komme bei ihm nur in Betracht, daß er unter dem Einfluß von Schulz gestanden Hab«, der ihn in der Hand gehabt habe. Auf die Frage von Rechtsanwalt Dr. Sack, wie sich die Skaals- anwaltschail zur Frage der Aberkennung der bürgerlichen Ehren- rechte stelle, erwiderte Oberstaatsanwalt Rohrlack, wenn er das gewallt häike, dann würde er das auch beanlragl haben. Nach einer halbstündigen Pause begannen dann die Plädoyers der Berteidigung, soweit es sich um das Delikt der Körperverletzung handelt. Um 8'A Uhr wurde die Verhandlung auf Mittwoch, 3 Uhr vormittags(Verteidigung der wegen Mordes' Angeklagten) vertagt. Im Laufe des Nachmittags dürfte, wenn kein Zwifchenfall einttitt, das Urteil gesprochen werden. Anträge zum Zoll Gäüicke. Das Schwurgericht wird am Donnerstag, Frettag und Sonn- abend drei ander« Prozesse verhandeln, und am Montag mit dem F e m e m o r dp r e z e ß gegen Klapproth, Hayn und Schulz wegen Mordversuchs an dem Feldwebel Gädicke beginnen. Rechtsanwalt Dr. Löwenthal-Berlin hat für diesen Prozeß die Ladung weiterer Zeugen beantragt, so eines gewissen Joachim F e l d m a n n, der bekunden fall, daß Klapproth ihm erklärt habe:»hüte dich, daß du nicht unter die Spitzel kommst, denn es ist lelchk, einen Menschen um die Ecke zu bringen. Zwei Schüsse in den HInlerlops genügen, um den Menschen garantiert kok zu kriegen.* Weiter soll der im Schweriner Fememordprozeß verwickeUe Ober- leutnant Schüler geladen werden, dem ebenso schon bekannt gewesen sein soll, daß klapproth und Büsching aus Befehl von Schulz vermeinkliche Spitzel und Verräter umgebracht ballen. Klapp- roth soll sogar einmal auf einem Motorrad eine Leiche aus Küstr.n hinaus befordert haben. Schöler>soll auch angeben, daß er zu- sammen mit dem Oberleulnanl Frhr. v. Senden und Oberleutnant von Grolmann sich ösler» bei Major Buchrucker darüber beschwert hätten, daß Schulz sowie klapproth und Büsching planmäßige Aus- träge zur Defemgung von Verrätern ausgeführt hätten. Ferner soll der in Schwerin abgeurteilte Feldwebel Boldt als Zeuge darüber vernommen werden, daß er bei seiner Verpflichtung durch Oberleutnant Schulz daraus hingewiesen worden sei, daß Ungehorsam und Verrat schwer bestraft würden. Ebenso soll Boldt auch wissen, daß Klapproth, Büsching und Fehlbusch allgemein als Mord- k o m m i s s i o n(MK.) bezeichnet wurden, daß derjenige, dessent- wegen sie irgendwo plötzlich erschienen,„reis" war, d. h. durch Selbstjustiz bestraft werden sollte. in Breslau erfolgt sein. Diese Beranstalluna war lediglich den Dcle- gierten und Berichterstattern der sozialdemokratischen Presse zugänglich, so daß die Berichte der bürgerlichen Organe nur aus zweiter Ouelle stammen können. Ihr Wert ergibt sich damit von selbst. Richtig ist. daß sich Lobe in der Debatte gegen einen Redner wandte, der grundsätzlich jede Koalitionspolitik ablehnte. Ein Wort für die Große Koalition ist dabei nicht gefallen. Ein französischer Konsul in China gelölek. Der französische Konsul Robert in Lungtschau ist während einer Automobilfahrt von Räubern getötet worden. Ein anderer Franzose und der anna- mitische Chauffeur konnten sich retten. Die chinesischen BeHorden haben et« Bataillon zur Berfolgung der Räuber entsandt. ver verband für europäische verstindiaung veranstaltete gestern eine Kundgebung im Reichstag. Es sprachen S ch ü ck t n g(Dem)., Wissell(So*.), Koos(Z.) und andere, unter ihnen der Volks- parteilcr Kahl, der zwar nicht an den ewigen Frieden glaubt, aber dennoch erklärte:„Durch Mnchtpelitik ist die Wcltstellung Deutsch- lands nicht mehr zu gewinnen. Bkr daran glaubt, ist entweder ein unheilbarer Idealist oder ein polittscher Hochstapler.* Um öas /lchtftunöentag-Uotgesetz. Zur Begründung der Forderung des ADGB. D« Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschoftsbundes hatte gestern nachmittag zu einer Pressekonferenz eingeladen, in oelcher der Vertreter der sozialpolitischen Abteilung des Bundes, sironz C p I i ed k, die Forderung eines Notgesetzes zur Wiederher. stelluno des Achtstundentages morivierte. Der Redner wies daraus bin, datz da? Arbettszeitgesetz vor Ablauf von etwa Jahren kau in zu erwarten sei. So lange ober könnten die Gewerkschaften angesichts der großen Arbeitslosigkeit nicht warten. Die Forde- rung auf Erlaß eines Nolgesetzes sei um so mehr begründet, als d i e Unternehmer in den letzten Monaten versuchten, eine baldige Verabschiedung des Arbeitszeitgesetzes mit ollen Mitteln zu hintertreiben. Sie sagen, man müsie erst das Ergebnis der Wirtschoftsenquetc und der Weltwirtschaftskonserenz abwarten. Die Gewerkschaften seien mit der Forderung aus Erlaß eines Notgesetzes von vielen Seiten getadelt, und es sei ihnen vorgeworfen worden, sie würden dadurch den Aufstieg der deutschen Wirtschaft sabotieren. Die jüngste Erklärung der Unternehmer spricht geradezu von einem dem deutschen Volke drohenden Unheil. Ln Wirklichkeit wallten die Gewerkschaften mit ihrer Forderung ein dem deutschen Volke drohendes großes Unheil abwenden. Und zwar die Gefahr einer chronischen A r b e i ts l o s i a k ei t. Es Hobe den Anschein— und diele'rrigc Annahme werde noch durch Verösfentlichungen von Behörden bestärkt— als ob in den legten Woche« eine wesentliche Emlastung des Arbeitsmarktes ein. getreten sei. Nach den Zahlen der chauptunterstützungsempfänger scheine das allerdings so. Diese ist zwar von 2 031 000 am 1. Fe« bruar 1026 aus 1339 000 am 13. Oktober gesunken. Allein sie er- höht sich um die Z a h.l d e r Ausgesteuerte n., die sich auf etwa 2 2 3 00 0, bcläust und um die Zahl derjenigeii, die infolge der Dersagung der„Bedürftigkeit" oder aus andern Gründen kein« E r w e r b s l o f c n u n t e rst ü tz u n g beziehen. Nach vorsichtigen Schätzungen dürfre dies« Zahl schon ebenso hoch sein wie die der Ausgesteuerten, so daß zu den 1 3.30 000 Unter- stützungsempsängern noch etwa 130 000 hinzuzuzählen sind, wonach die Gesamtzahl der Erwerbslosen mindestens 1,8 Millionen ketrogen dürfte Das ist eine außerordentlich hohe �sahl, wenn man beachtet, daß während der letzten sieben BarkrieiiSfahre durch- C l* f t s- � 1 iltV 3 Qf t A»*4.4«* SA**4« ♦•rt«4 schr-iU lich nicht mehr als. 800 Ol» Arbeitslose zu verzeichnen waren An ein? weientliche Keizkung der katastrophal hohen Arbeitslosen- ziisern sei bei Beibehaltung der setzt üblichen Arbeitszeit gar nicht zu denken, zumal durch die fortschreitende Rationalisierung noch weitere Arbeitskräste freigesetzt werden. Wenn die Unternehmer von einer volkswirtschaftlichen Schädigung durch dos Verlangen der Gewerkschaften sprächen. müßten sie einmal versuchen, diese Sckzädigung nachzuwetsen. Un-; gesähr ein Zehntel der Arbeiterschaft arbeitet verkürzt. Der! überwiegende Teil arbeitet 18 Stunden und darunter und nur ei» geringer Teil über 18 Stunden hinaus. Selbst Industrien, denen tariflich das Recht zusteht, länger als 8 Stunden zu arbeiten, wie zum Beispiel die Berliner Metallindustrie, mächen von diesem Recht nur in ganz wenigen Fällen Gebrnuch. Wo wirklich länger als 8 Stunden gearbeitet wird, geschehe dies in den seltensten Fällen ans wirtschaftlicher Notwendigkeit, vielmehr deshalb, um „ioziole Belastungen" zu sparen und das Verlangen nach Lohn- erböhungen zu unterdrücken. In vielen Betrieben und Industrien wurden die Ueberslundsn nur nnter dem Druck der Arbeitslosigkeit gcl'ch.et. Wenn die Unternehmer behaupteten, sie müßten lieber- stunden fordern, weil ein Mangel an Facharbeitern >e. so müsse auch dies« Behauptung als falsch z u r ü ck g e- wiesen werden. Nach der Statistik der Gewerkschaften waren Facharbeiter ar- beitslos: Bekleidungsarbeiter 28 Pro.z., Holzarbeiter 25 Proz., Hutarbetter 35,2 Proz.. Lederarbeiter 19 Proz., Sattler, Tapezierer und Portefeuiller 29,3 Proz. und die Zimmerer, die jetzt in der Hochsaison sein müßten. 18 Proz. Der Verband der Kupferschmiede, der nur Fachorbeiter hat, meldet 18 Proz. seiner Mitglieder als arbeitslos. Geradezu unverantwortlich sei das Ueberschicht- Unwesen im Bergbau. Die Bergbauunternehmer behaupten zwar, daß nur 1,7 Ueberschichten im Monat verfahren würden, und zwar nur bei den Untertagarbeitern. Dagegen sei festg daß, um nur einige Beispiele anzuführen, aus der Zeche„Minister Achenbach" in 19 Tagen 17 Schichten verfahren wurden. Auf der Zech«„Lothringen" werden monatlich 10,8,/ auf Zeche.„Zollverein" 11 bis 12, Holland" 10 bis 12,„Graf Bismarck" 11K und „Thyssen" 935 Ueberschichten verfahren. Auch im Bergbau fehlt es nicht an Facharbeitern. Es seien im Ruhrgeb�t zurzeit etwa 21 900 Bergarbeiter erwerbslos Nach dem letzten Wochen- bericht des Landesarbeitsamtes Münster(Westfalen) vom 15. Ok- tober waren 22 018 arbeitsuchende Bergarbeiter vorhanden. Davon waren 8309 Hauer. 2139 Lehrhauer, 1191 Schlepper und der übrige Teil ungelernte Arbeiter. Dasselbe trifft auch für die Tex- tilindustrie zu. Wenn auch schließlich nicht genügend Spinner vor- banden sind, so sei doch auch eine nicht unerhebliche Anzahl der Anhester sähig als Spinner zu arbeiten. Ts sei hier nur eine Frage der Lohnpolitik, man scheue sich die Tariflöhne zu zahlen. Die verkehrte Lohnpolitik. Wohin diese verkehrte Lohnpolitik führe, zeigte der Redner on � einigen Beispielen aus dem sächsischen Gebiet. aus dem in ganz kurzer Zeit bis Ende September 1925 allein 989 Textilarbeiter, darunter über 500 männliche Facharbeiter, nach Nordamerika ausgewandert sind. Bis zum Juli dieses Jahre» waren weiter 125 Personen ausgewandert, so daß die Regierung dazu überging, die Auswanderungsgenehmigungen zu beschränken. Diese Beispiele ollein zeigten schon, daß nicht das Achtstunden- tagproblem keine volkswirtichaitliche Gefahr bedeute. Die Gewerk- schotten seien nicht gegen die Rationalisierung! diese sei für sie ober nur dann erträglich, wenn auch die Unternehmer aus ihr die Konse- quenzen ziehen. Die große Zahl der Erwerbslosen, die doch aus öffentlichen Mitteln unterhalten werden müssen, ist, Volkswirtschaft- lich betrachtet, auch e>ne Belastung der Wirtschaft. Das Bestreben der Gewerkschaften, diese unfretwillig feiernden Hände wieder in den Prodiikiionsprozcß zurückzuführen, wie es durch das Notgefetz beabsichtigt'st, müßte die Unterstützung der gesamten Oeffentlichkeit erfahren. Den gerechten Kampf um die Erfüllung der im I n t e r. esse der Volkswirtschaft ausgestellten Forderungen würden die Gewerkschaften mit aller Kraft sortsühren, weil sie in einer Be- Ichränkuno der Arbeitszeit und der gleichzeitigen Erhöhung der Löhne oder der Senkung der Preise und einer sich daraus er- gebenden Steigerung der Kaufkraft den einzige» Ausweg aus dieser Krise sehen. An die Ausführungen des Genossen S p l i« d t schloß sich ein« kurze Fragestellung. Die auf die Verhältnisse im Bergbau bezüa- lichen Fragen beantwortete Genosse I a n s ch e k, während S p l i e d t zum Schlüsse noch einmal eindringlich alle die zwingen- den Gründe zusamniensaßte, die sowohl im Interesse der Wirtschaft wie im Interesse der bsutschen Arbeiterschaft auf eine bessere Re- gelung der Arbeitszeit durch ein Notgesetz hindrängen. j die Verhandlungen mit der Straßenbahn beendet Die Entscheidung über das Ergebnis steht noch au». Dle Verhandlungen bei der Berliner Slraßeubaha G.«. b. h. sind gestern zo End« geführt worden. Dle Lohaerhöhnnge» betrogen zwei Pfennige für die Stunde, für einzelne Gruppen war- den drei Pfennige zugelegt. Die Dien st älteren erfuhren dorch eine weltergehende Slasfelung der Löhne noch besondere Berücksichtigung. Da ein gänzlich neuer ptau vor- gelegt wurde, ist eine Erklärungssrist von beiden Parteien noch nicht vereinbart worden, weil erst eine eingehende Prüfung vorgenommen werden muh. der Rhelnschlffohrt-Schiedsspruch abgelehnt. Iteue Einigungsverhandluugeu. Duisburg. 2. November.(WTB.) Die Arbeitgeber m der Rheinschiffahrt haben heute vormittag den kürzlich ergangenen Schiedsspruch des Schlichters abgelehnt. Auch bei den Arbeitnehmern zeigen sich starke Widerstände gegen den Schiedsspruch. Wie g«- meldet wird, hat der Reichsarbeitsmini st er nunmehr auf Donnerstag neue Einigungsverhandlungen in Berlin anberaumt, bis zu deren Abschluß sich die Arbeitgeber jeher Kampfmaßnahme enthalten wollen. Auch die Vertreter der Arbeitnehmer haben zugesagt, in gleichem Sinne auf die Arbeiten- den einzuwirken._ vom eaglißhen Sergarbeiterstreik. Um eine Transportsperre. London. 2. November.(Eigener Drahtbericht.) vi« Exekutive des Bergarbeiterverbande» trat am Dienstag mit Dertreteru von 12 Transportgewerkschaften zusammen, um die Frage einer Tran»- portsperre für Kohle zu erörtern. Die Sitzung war vom Generalrat der Gewerkschaften auf Wunsch des Bergarbeiter- Verbandes einberufen worden. Die Sitzung wurde ohne Beschluß vertagt, um den Mitgliedern des Generalrates, die an der Sitzung teilnahmen. Gelegenheit zu geben, mit dem vollen General- rat zu beraten. Wie der Londoner Korrespondent des„2 o z. Pressedienstes" erfährt, sind die Aussichten für eine Trans- portsperre äußer st gering, da die materiellen Verhältnisse der in Frage kommenden Gewerkschaften infolge des Generalstreiks äußerst schwierig sind und die beteiligten Gewerkschaften infolge der Bedingungen, unter denen sie nach dem Generalstreit die Arbeit wieder aufgenommen haben, nicht in der Lage sind, dem Wunsch der Bergarbeiter nachzukommen._ Soptnbetsotic b« MA. Srotf, Mittwoch, 7% Vffit, Haien fota-nbe Sejttfc �VranlteltunfKit; Zienlöla: Zueentcheim Noaatgr. SS. Tnutpenbesprechuns.— Webbing-Sefuntbruniieu! Iuacndhcim Schiiirfledtfir. Z fSedigenheim. 5 Trp.). ©niopenbefprcchuna.— ScMncbctrj: Zuaendhenn Kauptstt. 15 fiZrankenland- 5 immer). BctufsIunMidjrr Arbettsabend(Schümann).— Lichtenberg! Jugend. heim Schul« Soklerstr. 61. Erunnenhcfprechnng.— Eharlottenbnav: Jugendheim Rofinenfir. 4. Bortrog:„Staat und©emetlfchafr(Longe). Freie Semeriffchofteingend. Heut«, Mittwoch. Uhr. tagen die Gruppen: Zienunl» I: Gruppenheim Jugendheim Bergsir. 2», Hof. Heimbrfprechung und DIskuIHonsoortrag:»Der organifatorifche Aufhau der FGI."— SSdweften: Gruppenheim BeilirksingendhelM Städtische Schwimmholle Bärwaldltr. 64. Heim- hefvrechung. Liederabend.— Schüneberg:©ruppenheim Jugendheim Ruhen»» ftrak«(Sportplofc). Heimhefprechung und Aussprache über unsere Fahrten.— THarsoitenbnrg:©nipoenheim Jugendheim Deutscher Nrantenkafsenverbond, Berliner Str. 1»7. Heimhefprechung(Lefrohend).—«ordring:©nippenhenn Jugendheim Sberowalder Str. 1«. Heimhefprechung.— norden;©ruppenheim ©artenpla» 4, Heimhefprechung. Diotusfion:„Die Bedeutung de, S. nopember", Berantwortllck für»ofitik: Dt.«rnt»©eget: Wirtschaft:«rtnr Satern»,! ©ewertfchaftsdewegung: Friedr. Sdlor»! Feuilleton: R. S. Difcher: LoIaT» und Sonftiaeo: Feig Larftadt: An, ei gen: Tb. Sloet«: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärto-Verlag©.m.b.H.. Verlin- Druck: VorwSiis-Bnchdruckrrei und Berlaasaullalt Paul Singer n So. Berlin SW 66 Lindenllrake 5. Hier» 1 Beilog«»nd..llnierdolinng»nd Bisse»-. \ Nr. 51$ ♦»Z.�ahrgang 1. öeilage öes Vorwärts Mittwoch, Z.November 1926 Nichts Köstlicheres, als im Frühjahr die Obst- besonders aber die Birnenblüts an den Usern der böhmischen Elbe. Und wie Werder für Berlin die Kirschen liesert, so das deutsche Böhmer- land die Birnen, aber auch Aepfel. Die Birne jedoch herrscht vor. Das Obst, Birne, Aepfel und Kirsche spielen dezhalb im Hauehalt des dcutschböhmischen Kleinbauern eins große Rolle, und sobald die Blüte vorbei ist, gibt es in den dörflichen Wirtschaften leidenschaftliche Debatten über die lammende Ernte. Gerät die Birne mähig, dann zahlt der Großhändler wohl gute Preise, aber dann hat der Land- wirt nichts zu verkaufen. Gibts Birnen in Hülle und Fülle, wie in diesem Jahre, dann ist Ware vorhanden. Dann werden aber die Preise unwahrscheinlich niedrig, so niedrig, daß sich das Pflücken kaum noch lohnt. Die köstliche Frucht liegt dann auf dem steinig-sandigen Feldweg, aus dem kargen Stoppelacker. Wie sroh wäre unsere proletarische Großstadtjugend, wenn sie sich an all diesem köstlichen Obst einmal so recht satt essen könnte. Hier aber wird sie den Menschen über und auch das Bieh mag nicht mehr und tritt lässig aus Kostbarkeit und Süße. .Golöene" Herbsteszeit! Wenn dann der Herbst kommt, beginnt das große Obstpflücken im Elbtal, von Bodenbach bis nach Leitmcritz, um den dunstigen Jndustrieschlcier von Aussig herum, oder Usti nad Labem, wie eine famose tschechische Uebersetzun�Zkunst die alte deutsche Stadt Aussig nennt, und in schwarzen Ricsenbuchstoben an Bahn- hosshallen und Schiissbrückcn gemalt hat. Agenten oder Ausrichter sieh! man dann in den lieblichen dcutschböhmischen Dörfern in der Elbschleife, halbwegs zwischen Aussig und Bodcnbach am linken Elbufcr gelegen, oder wo es sonst sei. Dann gewinnen die Debatten im Wirtshaus praktischen Wert. Das große Thema der Birnen- und Pslaumenpreisc steht auf der Tagesordnung und Bäucrlein, Ausrichter und Händler suchen vom Preis einander etwas abzu« zwacken. Ist das Geschäft dann erledigt, hat der Ausrichter soviel zusammengekauft, daß man ein Schiff mit der kösttichen Birnen- srucht füllen kann, dann beginnt an einem bestimmten Tage das Pslücken. Bald stehen die Bäume geplündert da und nur oben ini Gipfel dieses oder jenes Baumes sieht man, als die letzten eines noch vor Stunden sehr zahlreichen Geschlechts, nach altem Brauch, der sicherlich auf uralte Mythologie zurückgeht, zwei oder drei der köstlichen Früchte hängen. Die Ernte aber, unter den Bäumen in großen Haufen geordnet, wird nach sorgfälliger Prüfung in Säcken geborgen. Die Birne ist noch lange nicht baumreif und sie muß gesund sein, denn sie hat eine lange Fahrt vor sich, während der sie wohl reisen, aber nicht faulen|oll. vor dem Transport wird die Qualität der Ware sorgfälttg von den Händlern und chren Gehilfen, den Ausrichtern, durch Sti6)proben geprüft. Auch auf richtiges Gewicht halten Aufkäufer und Händler. Jeder Sack muß 40 Kilogramm fassen. Man nennt dos eine Matze. Ist die Frucht verpackt, dann bringt sie der deulschböhmische Kleinbauer mit der blauen Schürze unter dem Rock auf primitivem Wagen, gewöhnlich von Kühen gezogen, ins T�il an die Elbe. Dort sind bereits die Schiffe, Zille genannt, mobil gemacht. Die Zille selbst ist durch leichte Sihalholzvcrschlöge in einzelne Kammern eingeteilt. Sie nehmen nun die aus den Säcken geschüttete Birnen- frucht nach den einzelnen Arten auf. Da sieht man die länglich- grüne Flaschenbirne, die braune wohlschmeckende Kaiserkrone, die grüne Salanderbirne, die später so schmackhaft und wachsgciblich wird, die rotbackige Köstliche, die grünbauchige Elisybeth, die gelbe Kochbirne. die Zapsenbicne und Klapps Liebling mit rotgelber Schale, ein köstliches Gut und beste Sorte neben der im Fletsch rötlich schimmernden miuderwertigen Blutbirne. Bis an den Rand füllen sich die Kammern. Ist die Zille voll, dann tritt sie die Fahrt an. Es geht hinaus aus dem herrlichen Elbtal, gewöhnlich nach Dccrden, aber auch nach Magdeburg und bis Hamburg. Aber das hauplgut trans- parliert man nach Berlin. Ein großer Teil der Berliner Birnen- belieferung, wenn nicht der größte Teil, kommt aus Deutschböhmen. In Berlin setzt man die Frucht direkt in großen Quantitäten an die Händler in den Markthallen ab, oder man verkauft nach und nach. Sind die Zillen leer, dann trete» sie ihre Fahrt wieder nach Böhmen an. Man legt sie irgendwo wieder fest und meistens machen diese Obstzillen ihre Fahrt nach dem Norden nur einmal im Jahr, da man in ihnen kaum ein anderes Gut als Birnen ladet. Die Elbe bei Aussig mit Schreckenstein. Pfennige für den Sauern. Das Handelsgeschäft von Böhmen nach den deutschen Städten liegt in Händen von Großhändlern. Das find Leute, wie ein Händler in Dobkowitz, der über 20 Zillen verfügt, die heute sehr wahr- scheinlich mit Hilfe der Banken, sofort im großen kaufen. Das Geschäft ist äußerst spekulativ. Man kann Unglück haben, die Birne kann faulen, oder es kann sonstwas eintreten, dann stellen sich äußerst empsindliche Verluste ein. Aber ein einziges gutes Jahr scheint selbst empfindlichste Verluste mehrerer Jahre gutzumachen. Der von dem Großhändler gezahlte Preis erscheint uns äußerst niedrig. Der kleine Bauer hat in diesem Jahr für das Kilogranun Birnen mittlerer Qualität 40 Heller bekommen. Mancher behauptet, für seine Birnen mehr bekommen zu haben; aber man lügt sich auch in Deutschböhmcn gern etwas in die eigene Tasche hinein. Ntau darf schon annehmen, daß sich die Preise dieses Mal ab verludc- platz Elbe für das Kilogramm auf ungefähr 2— 3 Pf. gestellt haben Den Ausrichtern muß für ihre Tätigkeit pro Matze— 40 Kilogramm 30' Heller gezahlt werden. Der Landwirt selbst hat, sofern er nicht über hauseigene Arbeitskräfte verfügt, an den Pflücker neben der Verpflegung, die man insgemein dort mit 8 Kronen(1 Reichs- mark~ 8 Kronen) ansetzt, einen Tageelohn von 20 Tschechenkronen zu zahkeli. Das wären nach dem Wechselgebrauch in der dortigen Gegend ungefähr 2, SO M. Es ist also erklärlich, daß geringer bezahlte minderwertige Qualitätcn nur sehr schwer eine Rente bringen. Um so mehr fällt auf, daß sich schon der Preis für die an Ort und Stelle sehr billige Ware in Prag und in Dresden vervict- focht. Was der Magdeburger,.Hamburger und Berliner zu zahlen hat, weiß er ja am besten. In Berlin zahlt man an den Wagen und auf den Mälkten 40 bis 60 Pf. Auf dem Weg vom Produzenten zuin Konsumenten verteuert sich also die Ware iini 1000 Proz. Die Berladearbeit vom Wagen zu Schiff wird von den dortigen Fabrik- arbeitern so im Rebenberuf gemacht. Der Lohn stellt sich auf 20 Heller pro Matze, also auf ungefähr etwas mehr als 2 Pf. Man kann sich denken, welche Anstrengungen es erfordert, wenn ein solcher Träger einmal auf einen Verdienst von 100 Kronen kommen will. Schön ist das Elbtal, die Binienkammer Berlins. Da liegt M c i s ch l o w i tz im bergigen Grün, ein Obstdörfchen wie ein ver- wunschenes Werk aus köstlichem Kinderinärchen, dort E z c r n o s e k, wo die dicksten Pslaunicn geraten, wo auf den Bergen die Rebe wächst und geschickte Hände unseren spritzigen Mosel imitieren. Und wenn wir Glück haben, wenn wir das Elbtal aufwärts wandern, so treffen wir in der Gegend von Lobositz tschechische Hopsenpflücke' rinnen, die fröhlich und munter aus Böhmens Hopsengcbiet, der Saatzer Gegend, zurückkommen. Da schallt fröhlicher Gesang in unnachahmlichem Rhythmus, und wenn wir es auch nicht verstehen. was icne roten tschechischen Lippen formen, so sind wir doch hin- gerissen von dem. was das Ohr vernimmt: Der Wunsch kommt in uns auf, daß auch in jenen geinischtsprechcnden Bezirke» Böhmen- alte Schranken fallen mögen, die die Stämme der einen Menschen- geschlechtes'trennen. Die Vunöer öer Klara van Haag. 3� Von Johannes vuchholh. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. Aber der Zollverwalter drehte sich auf dem Absatz herum und sagte mit seiner allerlangweiligsten Stimme:„Sie können abtragen." „Ja," sagt« Hedwig verwirrt. S'e wagte weder ihn noch sie anzusehen, sondern begann die nächstliegenden Dinge auf dem Tisch zu verrücken. Die Gnädige erhob sich, warf ihre Serviette klatschend auf deki Boden und ging ins andere Zimmer. Sie schöpfte Lust, als wäre sie soeben viele Treppen hinaufgesprungen. Herr van Haag nahm sich noch ein Glas Wein und sagte: „Die gnädige Frau wünscht, daß ihre Koffer heraufgebracht werden." .-Sa!" Aber jetzt stand die Gnädig« wieder in der Tür und sie sagte so gehjeterisch, daß alle anderen Worte zu Boden ge- schmettert wurden:„Meine Koffer bleiben stehen! Und, Hed- wig, wollen Sie mir sofort einen Wagen bestellen." „Cs geht jetzt kein Zug," sagte der Zolloerwalter. Jetzt klang seine Stimme durchaus nicht, wie wenn er feine Stiefel geputzt haben wollte. Er versucht« sogar ein kleines Lachen zu wiehern. „Sofort!" sagte die Gnädige. Ja!" Da konnte ihr Mann sich nicht länger beherrschen: er wieherte wieder und sagte:„Die Besorgung will ich gern— hörst du— g e r n übernehmen!" , Danke!" Die Tür knallte hinter ihm zu. „Du, kleine Hedwig. Du wirst also wieder„Frau" im Klause hier," sagte die Gnädige kurz darauf und lachte.„Wir haben nicht lange Freude aneinander gehabt; und du. Aermste, hast natürlich extra Arbeit gehabt meinetwegen, mit Rein- machen und Kochen. Aber das sollst du auch nicht umsonst getan haben. Paß auf" Sie öffnete ihr glattes, kleines Täschchen.„Hier hast du einen Zehnkronenschein zum Dank für deine Mühe." „Bielen Dank," sagte Hedwig und errötete. Der Schein war ganz funkelnagelneu, ganz unecht neu. Aber es war wohl undenkbar, daß eine so feine Dame etwas anrührte, das alt und schmutzig war. „Und nun wünsche ich nicht, daß du über dieses.... dieses Festmahl— zu irgend jemand redest." Hedwig wollte gerade den Schein in den Halsausschnitt ihres Kleides gleiten lassen, jetzt fischte sie ihn mit zwei Fingern wieder heraus und reichte ihn mit einem scheuen Lächeln hin: „Es kostet nichts, mich schweigen zu lassen. Aber ich habe auch nichts gesehen." „Liebes Kind, du machst inich ganz verlegen über meine große Ungeschicklichkeit. Siehst du, ich reise jetzt fort. Klatsch kann mich nicht einholen. Aber Herr van Haag— er bleibt ja hier. Und weißt du, was ich glaube, die Leute werden i h m schuld geben, daß ich abreise, wenn sie hören, was hier vorgefallen ist, und das ist ja eigentlich— teilweise— eine sehr verkehrte Auffassung. Die Schuld habe ich. Die Zügel- losigkeit meiner Nerven. Ich bin so lächerlich, daß ich nichts vertrage. Die Schuld habe ich. Aber nun vergiß dies ekelhafte Geld. Ich werde statt dessen eine Kleinigkeit für dich in meinem Koffer finden. Die wirst du doch wohl behalten zur Erinnerung an eine hysterische Frau, der du einmal eine Stunde lang gedient hast. Nicht, Hedwig? Stehen die Koster im Korridor?" „Ich hatte sie schon hineingestellt, als..." „Wo hinein?" „Ins Zjchmer der gnädigen Frau." „So, ich habe ein Zimmer! Gut, so gehen wir dort hinein." Hedwig öffnete die Tür und sagte, daß ja hier nicht geräumt wäre, aber der Herr Zollverwalter hätte Auftrag gegeben... Ein sonnenlichtes Stäbchen mit blauen Wänden lag vor ihnen: es hatte ein Fenster sowohl nach der Kirche wie nach dem Hafen, und zwischen diesen beiden Fenstern stand schräg ein großer schwarzer Flügel. Auf der schimmernden Fläche des Flügels stand eine Kristallschale mit einem einzigen langen, frisch aufgesprungenen Buchenzweig. „Mein lieber, guter Flügel," sagte die Gnädige und lief hin wie zu einer Umarmung,„wie lange sind wir getrennt gewesen, wie lange!" Und sie setzte sich auf den runden Schemel, stützte den Kopf in die Hand und lehnte die Stirn an den Deckel. „Ich bin so lange fort gewesen, daß ich olles vergessen habe. Aber jetzt steht mein guter Freund hier und empfängt dich— und da muß ich gehen und ihn im Stich lassen!" „Aber können gnädige Frau den Flügel denn nicht mit- nehmen?" „Ha, ha, nein. Er gehört ja i h m. Ach, willst du nicht augenblicklich den Buchcnzwcig herausnehmen. Ein etwas 'geschmackloser Einsall!" Hedwig wurde rot und sagte:„Ich war es, die... ich hatte ihn acht Tage lang am Fenster in Wasser gestellt, damit er aufspringen sollte, und jetzt ist er so hübsch: ich dachte... da nun das andere nicht so hübsch war..." „Ach, du warst es, Hedwig? Du hast mir eine Freude machen wollen? Mir, die dir nur eine Fremde war? Danke, kleine Hedwig. Was für eine kleine, feine Hand du hast, Kind. Solch eine lange Hand. Gute Spielfingcr. Bist du nicht ein verkleidetes Prinzeßchen? Wer ist dein Vater, Hedwig?" „Mein Bater ist Photograph Egholm," sagte Hedwig laut und unerschütterlich. „Photograph, ach so," sagte die Gnädige und spielte weiter mit Hedwigs Fingern.„Egholm heißt er, ein merk- würdiger Name." Sie ließ plötzlich Hedwigs Finger los und sah nachdenkliel? zum Fenster hinaus. „Du sagst, daß du Hedwig Egholm heißt? Ist dein Bat ein alter Mann?" „Ja. nein, nicht so alt. Ich weiß nicht recht." „Ach, aber er braucht ja nicht so uralt zu sein. Er ist Photograph, aber sage mir, du hast wohl keine Ahnung, vier je in Helsingör war?" „Doch, dort war er bei einem Konsul. Davon hat er of: gesprochen." Frau van Haag erhob sich bewegt. Einige Föoen in ihrem Dasein, die zuvor in einem gleichgültigen Gewirr gelegen, schieden sich plötzlich und glitten wieder zu einem sonderbaren Muster zusammen. Vor mehr als zwanzig Jahren war dieser Egholm ihre Jugendliebe gewesen. Nicht einen Gedanken hatte sie ihm seither geschenkt. Jetzt hatte sie die Welt durchreist und kam eines schönen Apriltages nach Kttarreby, einem Ort, der fast außerhalb jeder Art von Welt lag, und hier geht also der Iugendgeliebte leibhaftig um als Photograph, Ehemann. Kein Schatten von Zweifel. Hier stand ja Hedwig mit Kaspar Egholms langen Händen. Selt- sam!... Und diese Hände begegneten ihr mit frischen Blumen. / lFortsetzung folgt.) Sie verprügeln sich gegenseitig! Links- und Rechtsradikale. Schlägereien zwischen rechts- und linksradikal eingestellten Jugendlichen scheinen in der Gegend der Lychcner Straße� an der Tagesordnung zu sein. Wie eine Verhandlung vor dem Schöffen. gcricht Mitte ergab, hatte sich wegen gemeingefährlicher Körperver- letzung der achtzehnjährige Arbeiter Karl E. zu verantworten. E. wurde beschuldigt, mit unbekannt gebliebenen Mittätern mehrere gleichaltrige juüge Leute von hinten angefallen und gc- schlagen zu haben. Die Ö p f e r dieses Ueberfalles waren ein acht- zehnjähriger Oberprimaner B. und ein achtzehnjähriger Kauf- m a n n s l e h r l in g Sch. Beide gehören einem rechtsgerichteten Iugendbund an, wahrend der Angeklagte Mitglied des Roten Frontkämpferbundes ist. Im Vorbeilaufen wurde noch ein dritter junger Mann verprügelt, und auch von dessen Vater war Straf- antrag aestellt worden. Diesxr Zeuge war jedoch nicht erschienen. und er hatte auch im Vorverfahren nicht mit Bestimmtheit sagen können. lob es der Angeklagte gewesen war, der im Vorbeilaufen ihm den Schlag gegeben hatte. Die erschienenen zwei Zeugen kannten sich seit langem als politische Gegner, und bezeichnenderweise mußten die Zeugen auf Befragen zugeben, daß auch von ihrer Seite häufig Neberfäll« aus die andere Richtung stattgefunden hätten. Wer gerade in der Mehrheit war. schlug die anderen in die Flucht. Es scheint dort eben so eine Art in? Politische übersetzte„Indianer- und Weiße- Kömvfe" gegeben zu haben. Diese Tatsachen bewogen das Schössen- aericht auch unter straffer Kennzeichnung des Unfuges unter der politischen Jugend dein Angeklagten mm w c i t e st e n Sinne mildernde Umstände zu bewilligen und ihn n u r z u 50 M. Geldstrafe zu verurteilen. Mit dem Urteil war der Angeklagte zufrieden und nahm es sofort an, nachdem das Gericht ihm noch wegen seiner gegenwärtigen Arbeitslosigkeit Ratenzahlung von monatlich 5 M. eingeräumt hatte. Dieses Urteil wird der Psyche jener Jugendlichen gerecht, die aus allzu großem aus gewissen Quellen sich speisenden Tempcrastient sehr leicht zu Raufhändeleien geneigt sind. Um so empörender und unerträglicher wirkt dagegen jenes Schreckens urteil von Spandau, in dem drei Reich sbanncrleute auch nur wegen einer Schlägerei zu sechs, sieben und sogar zehn Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Urteile, die„im Namen des Voltes" zwar gefällt sind, aber dem natürlichen Volksempfinden geradezu ins Gesicht schlagen.___ Nit üer$rmd in üer Hosentasche. Hakenkreuzler-DeutschtUM. Geschmückt mit dem Abzeichen des„Stahlhelm" erscheint der Fabrikant Schuber vor dem Gericht in Brandenburg a. d. H., um sich wegen Betruges zu verantworten. Stolz trat er vor den Richtertisch, schlug seinen modernen Paletot zur Seite, um dem hohen Gerichtshof das Stahlhelm- abzeichen zu präsentieren, und steckte nach berühmtem Muster die eine Hand in die chosentasche, al» wollte er sagen: ..Hier bin ich, Fabrikant Schuber, Mitglied des Stahlhelm. Mir kann keiner!" Der Vorsitzende dachte aber anders und verlangt« von dem Stahlhehnmann, er solle die Hand aus der Tasche nehmen. ..Wie?" fragte er.„Das sagen Sie mir? Ich nehme die Hand nicht aus der Tasche, das habe ich nicht nötig, ich mach« Ihnen, Herr Vorsitzender, ja auch keine Vorschriften, wie sie sitzen sollen!" Sprachs, und behielt stolz feine Hand in der Hofen- t a f ch e. Auch die Androhung einer Ordnungsstrafe nutzte nichts. Der Vorsitzende schritt nun zur Verhandlung. Betrugsanklage zum Ra cht eil der Post, t- Nichtbezahlung von Telephongebuhren.— Mahpverfahren.— Vollstreckungsverfahren.— Pfändung einer Nähmaschine.— Umtausch gegen ein Klavier, da« längst dem Finanzamt verpfändet ist.— Betrugsanzeige. End«: Zwei Wochen Gefängnis. Und so was nennt sich Fabrikant und sitzt im Stahlhelm. Was für ein weicher und milder Richter muß das fein, dessen ornfr®te cf �'Nmal gelingt, den Helden vom Hakenkreuz zum Aufgeben seiner schnoddrigen Haltung zu veranlassen. Ob bei einein einfachen Arbeiter, der wirklich nur aus Verlegenheit die Hand in der Hoserztafche behalten hätte, die Sache ebenso mild abgelaufen wwe. Wahrscheinlich wollte aber der Brandenburger Fabrikant Schuber, ebenso wie seinerzeit der bayerische General Epp, in seiner Haltung echtes wahres Deutschtum zum Ausdruck bringen. ?m vertrauen auf Sen Bürgermeister. Der Fohlschlag eines Iugendpflegeunternehmens des Bezirksamts Tiergarten hat einer alleinstehenden Frau, die mit hineingerissen wurde, schweren Schaden gebracht. Die Affäre liegt schon«ine ziemlich lange Zeit zurück, sie harrt aber noch wimer einer befriedigenden Lösung. Im Reich des deutschnationalen Herrn Das lein, des Bürgermeisters vom Bezirk Tiergarten, über- »ahm ei» Fräulein L. aus Wartcbcrg im Harz die Stelle der Leiterin eines vom Bezirksamt eingerichteten H e i m s i n C a p u t h. Die neue Leiterin bewerkstelligte, entsprechend dem Wunsch des Herrn Doslein, den Umzug v»n Wartcberg nach Caputh mit dem Inventar. das sie aus einem bisher von ihr in Warteberg betriebenen Heim noch hatte. Dazu verwendete sie ihre letzten Mittel. In Caputh angekommen, stieß sie auf die größten Schwierigkeiten. Der Einzug in die Räume des Heims mußte durch Magistratsbeamte er- zwungen werden, da der Besitzer des Hauses sich weigerte, der neuen Heimleiterin den Zutritt und die Benutzung der Räume zu gewähren. Nach einem Vierteljahr war die Herrlichkeit zu Ende, weil der Mietvertrag des Bezirksamts mit dem Eigentümer ablief, und nicht« rncuert wurde, und Fräulein L. wurde mit ihren Möbeln und sonstigem Inventar an die Luft gesetzt. Alle an den Bürger- meister Doflein gerichteten Bitten und Eingaben der nun e x i st e n z- l o s gewordenen Dame blieben erfolglos. Einen Vertrag obzu- schließen, hatte Fräulein L. unterlassen. Sie hatte sich mit der Ler- sicherung der Frau Stadtrat Kirschner-Tiergarten begnügt, daß ein anständiger Mensch auch ohne Vertrag sein Wort halte. Was wird nun aus der in ihren Hoffnungen getäusch- ten Heimleiterin, nachdem sie ihr bißchen Geld lo-. geworden ist? „Was die märkische Scholle bringt." „Preisend mit viel schonen Reden" wurde gestern die Ausstellung „Was die märkisch« Scholle bringt" in den Sälen des Zoologischen Gartens eröffnet. Vertreter der verschiedenen staatlichen und provinziellen Behörden waren erschienen, um den Veranstaltern der Ausstellung, nämlich den.„Hausfrauenvereinen Berlins" und dem „Märkischen Verband landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine" Kam- plimente zu machen. Di« Ausstellung bezweckt, die Gegensätze zwischen Stadt und Land zu überbrücken, und zwar durch vertieftes Kennenlernen der gegenseitigen Lebensbedingungen. Sie gliedert sich also in Stadt und Land, dabei ist die Stadt aller- dinge zu kurz gekommen. Außer der notwendigen Modeschau mst den dazu gehörigen Mannequins machen nur noch Firmen für haus- wirtschaftliche Gegenstände Reklame. Das sollen di« Lebens« bedingungen der Stadt sein; anders verhält es sich mm mtt dem Land. Hier zeigt di« Ausstellung tatsächlich Interessantes und ist großzügig aufgebaut. Altes wird Neuem gegenübergestellt, z. B. neuzeitlich ein- gerichtet« Landküchen und di« asten, malerischen aber unpraktischen Küchen oder veraltet« und modern« Speise- und Räucherkammern. Vor allem aber ist der Hauptakzem auf die Erzeugnisse der märkischen Scholl« gelegt. Obst, Gemüse, Kartoffeln und die verschiedenen Getreidearten stehe« an erster Stell«, Modelle und Photographien Die hilfszugstationen. Besichtigung der neuen Rettungseinrichtungen der Reichsbahn. Die Reichsbahndirektion- Berlin wollte der Presse zeigen, daß sie gerüstet ist, jedem Eisenbahnunfall, der sich vor den Toren Berlins ereignet, mit allen Hiljs- und Rettungsmaßnahmen zu begegnen. Es ist auf jeden Fqll eine mißliche«ache. Ein- richtungen zu besichtigen, die dem Zweck dienen, das Kind, das in den Brunnen fiel, wieder herauszufischen. Immerhin wurde auch versichert, daß alle Maßnahmen getrosten seien, um den Sturz in den Brunnen zu verhindern. Eine Kontrolle aber nach dieser Hinsicht war unter den obwaltenden Umständen kaum möglich. Also, die Reichsbahndirektion Berlin unterhält in der Umgebung Berlins fünf Hilfszug st ationen: Lehrter Bahnhof, Stettiner Bahnhof, Schlesischer Bahnhos. Anhalter Bahnhof und Berlin-Potsdam. Sluf diesen Stationen findet sick je ein Hilfszug. bestehend aus Arztwagen. Gcrätewagen und Mannschaftswagen stets abfahrbereit vor. Außerdem gibt es an zehn verschiedenen Stellen Berlins Hufs- gerätewagen» die bei leichteren Unfällen abgesandt werden. Der Arztwagen auf den großen Hilfszugstationen besteht aus dem Krankenraum mit acht bzw. zehn Betten und dem Operations- räum, der ausgerüstet ist mit Operationsschrank und-tisch, Sauer- stoffapparat, Wasferwärnivorrichtung, Sterilisator u. a. Der G e- r ä t e w a g e n enthält alle Geräte und Werkzeuge, die bei einem Eisenbahnunfall zur Befreiung Verunglückter, zur AufgleisunI von Fahrzeugen und Freimachen der Strecke erforderlich sind.(Sauer- stoffschneideapparat, Flafchenzüge. Winden, Ketten. Aufgleisschuhe. Lokomotioheber, Sturmfackeln, Nordlichtlampen, Tragbahren und verschiedene Werkzeuge.) Die Gerätewagenzüge führen nur den Gerätcwagen und den Mannschaftswagen. Außerdem stehen besondere Spezialwagen, wie Hilfsdrehge stellwagen und Kranwagen, zur Verfügung, sie werden erforderlichenfalls den Hilfs- zügen beigegeben. Die Halsszüge werden in der Regel von zehn Mannschaften und einem Werkstättenvorstcher begleitet. Bon den zehn Mannschatten.ist die Hälfte als Samariter ausgebildet. Das Begleitpersonal ist stets dienstbereit bei den Bahnbetriebs- werken, die sich in unmittelbarer Nähe des Hilfszugftandvrtes bc- finden. Die Abfahrt eines alarmierten Hilfszugcs oder Hilfsgeräte- wagcnzugcs soll nach erfolgtem Alarm in 15 Minuten erfolgen Ilm 12.40 Uhr erfolgte die Abfahri des Hilfszuges vom Anhalter Bahn- Hof zur gedachten Unfallstelle in der Nähe des Bahnhofes Zossen. Die Ankunft an der Unfallstelle erfolgte etwa um 1.15 Uhr, und hier hatte sich inzwischen die Freiwillige Ortsfeuerwehr und die Sanitätskolonne eingefunden. Den Gästen wurden praktische Dar- sührungen geboten und gleichzeitig die Einrichtungen der Spezial- wagen gezeigt. Nach etwa«inhalb ständigem� Aufenthalt fuhr der Sonderhilsezug wieder zum Anhalter Bahnhof zurück. Hier wurden die interessanten Einzelheiten des Probealarms bekanntgegeben. Um 12-15 lchr sollte sich der vermeintliche Unfall zugetragen haben, um 12 17 Uhr wurde durch die nächste Blockstation die Strecke gejperrt. um 12.18 Uhr der Hilfszug vom Anhalter Bahnhof angefordert. um 12.2-t Uhr die Freiwillige Feuerwehr alarmiert, die um 12.4-, Uhr erschien, während der Hiljszug genau nach einer Stunde ein- traf. Es wurde versichert, daß solch ein Hilfszug im Ernstfalle in bedeutend kürzerer Frist zur Stelle sein könnte, da dann die Sperrung der großen Fernstrecken schneller und rücksichtsloser er- folgen tönne als im Falle des Probealarms. Bei der Besichtigung funktionierte natürlich alles vortrefflich. Die Bahren wurden auf freier Strecke in kürzester Frist auf den Bahndamm gehoben, Aerzte und Krankenpfleger waren zur Stelle. Die Hsbewerkzeuge traten sofort in Aktion und die Schneidebrenner trennten die dicksten Eisen- schienen im Nu. Wie alles das sich bewähren würde, falls... Es ist nicht gut. diesen furchtbaren Fall ins Auye zu fassen. Aber der Prozeß gegen die Attentäter von Leiferde beginnt heute in Hildesheim und aus diesem Grunde mag auch von diesen Dingen hier die Rede sein. Der Prozeh gegen die Eiseubahnatteukäler. Hildesheim. 2. November. Lor dem Schwurgericht Hildesheim beginnt heute früh um 9-'- Uhr der Prozeß gegen die Eisenbahn- attentäter von Leiferde, deren ruchlose Tat in der Nacht vom 18. zum 19. August d. I. den Berlin-Kölner D-Zug D 8 zwischen Meinersen und Leiferde zum Entgleifen brachte und die 21 Menschen das Leben kostete. Angeklagt sind der Musiker Otto Schlesinger aus Stuttgart und der Elektriker W i l l i W e b e r aus Schötmar i. Wests., die sich wegen' Mordes in Idealkonkurrenz mit Trans- portgefährdung und des weiteren wegen versuchten Mordes und versuchter Transportgefährdung wegen des in der Nacht zuvor aus- geführten, aber mißglückten Anschlages auf den Hollandzug zu oer- antworten haben. Des weiteren ist angellagt der Bruder Willi Webers, der Musiker Walter Weber aus Schötmar i. Wests., dem nach der Ztnklage Begünstigung zu den genannten Derbrechen vorgeworfen wird. Der Prozeß wirst heute schon seine Schatten in dem sonst so stillen Hildesheim voraus, denn es haben sich zahl- reiche Pressevertreter aus dem ganzen Reiche angemeldet, so daß die Gerichtsbehörde schon umfassende Maßnahmen getroffen hat. um die Platzfroge im Gerichtssaal zu lösen Dcu Porsitz der Schwur- gerichtsverhandlung führt Landgerichtsdirektor Dr. Kämmerer. als Vertreter der Anklage fungiert Oberstaatsanwalt Bellina. Verteidiger sind Rechtsanwalt B l e i d o r n für Schlesinger, R.-A. H o f f m a n n für Willi Weber und R.-A. B r u n o t t c für Walter Weber. Es sind mehr als 20 Zeugen geladen, darunter drei Sach- verständige, hohe Reichsbeamte und als psychiatrischer Gutachter Direktor Mönkemüller von der Provinzialheilanstalt in Hildesheim. Für den Prozeß sind von dem Vorsitzenden zwei Tage in Zlussicht genommen worden. zeigen di« märkische Tierzucht,«ingehend wird die-Huhnerpfleg« be- handelt. Aber hier stört«ins: überall hängen Plakate.„Deutsche, kauft deutsch« Eier!" Es sieht beinahe fo aus, als ob die deutschen Produkte absichtlich von den Käufern den ausländischen nachgesetzt würden. Das sst nicht der Fall, aber die Preis« müßten sinken. Sorgfältig werden die Eier gewogen, aussortiert und gestempelt, man hat die Gewähr, wirklich gute Ware gekauft zu haben: ober di« große Masse des Volkes ist doch nicht in der Lag«, die Preis« zu zahlen. Schön« Worte und Redensarten vom Wiederaufbau Deutschlands, den jede Bereinigung zu betreiben vorgibt, helfen hierüber nicht hinweg, sie verschleiern leider meist, was man nicht sehen will. Der Schrecken von Grünau. Räch 80 Laubeneinbrüchcn endlich gefaßt. Der Schrecken der Laubenbefitzer in Grünau war ein Ein- brecher, der auf dem Gelände fest einem Monat fein Unwesen trieb, ohne daß es gelingen wollte, ihn zu fassen Da stieß ein Schupobeamter bei einem Streifgang in einer Waldlichtung auf einen jungen Mann, der auf einigen Bündeln lag und trotz der Kälte «ingeschlafen war. Als er sich plötzlich einem Polizeibeamtcn gegenüber sah, ließ der Mann alles, was er bei sich hatte, im Stich und versuchte zu entkommen Ein Schreckschuß aber brachte ihn zum Stehen. Die Bündel enthielten Diebesbeute. Der Ertappte wurde im Polizeipräsidium als ein 21 Jahre alter „Kaufmann" Helmut Janneck entlarvt, der sich dem Schupobeamten gegenüber eiyen falschen Namen beigelegt hatte. I. wurde vor einiger Zeit bei einem Einbruch in der Äörlitzer Straße abgefaßt. Er war in die Gesellenstube eines Bäckermeisters eingedrungen und hatte sich, als er Entdeckung fürchtete, in dem kalten Backofen oer- steckt. Statt sich durch die Gefängnisstrafe von 8 Tagen, die ihm dieser Einbruch einbrachte, warnen zu lassen, legte er sich noch Ver- büßung der Strafe sofort auf den Laubeneinbruch. Wie er sagt, hatte er„in besseren Zeiten" öfter Ausflüge nach Grünau gemacht. Jetzt erinnerte er sich, daß dort schöne Lauben stehen, und beschloß, sie auszuräumen. Jedesmal, wenn er Beute gemacht hatte, begab er sich auf Umwegen nach dem Bahnhof, um nach Berlin zurück- zufahren. Bei ihm fand man eine ganze Anzahl Pfandscheine und Gepäckscheine vom Wriezener Bahnhof. Seine Beute hatte er zum Teil versetzt, zum größeren Teil aber auf dem Bahnhof in Berwahrung gegeben. So oft er Geld brauchte, holte er Anzüge usw. von der Verwahrungsstelle ab und verkaufte alles in der Münzftraße. Der Verhaftete ist geständig, in einem Monat nicht weniger als 30 Lauben aufgebrochen und ausgeplündert zu haben. Den kleinen Wriezener Bahnhof benutzte er als Depot, weil ihm der große Schlefifche zu gefährlich erschien. Ein Teil des gestohlenen Gutes konnte noch beschlagnahmt werden Heute streiken die Ladenbesiher! Heute nachmittag wird zum Prot« st gegen di« Gewerbe- st e u e r und gegen die Gebarung der Berliner Fi- n a n z ä in t e r ein Streik der Berliner Gewerbetreibenden v o n 2 bis 5 Uhr stattfinden. Das Berliner Kartell de» selbständigen Mittelstandes, in dessen Borstand die Reichspartei des deutschen Mittelstandes, di« Edeka, der Verband der Kolonialwarenhändler Groß-Pcrlins und der Innungsausschuß vertreten find, hat die Parole ausgegeben, daß zu der angegebenen Zeit sämtliche Geschäfte Berlins aller Bronchen ihr« Läden als Zlbwshrkundgebung geschlossen halten. Ausdrücklich wird.feftgestellt, daß sich der Streik nicht gegen das kaufende Publikum richtet. Nebe» der Schließung der Geschäfte wird nachmittags 2 Uhr in den Räumen der Neuen Welt, Hasenheide, eine Protestkundgebung stattfinden, be> der Redner der verschiedenen Parteien und Organisationen da» Wort nehmen worden und zu der auch der preußische Finanzminister, die Borsitzenden der Finanzämter und Steuerdeputationcn geladen sind. Zlutounglück bei Griina«. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich bei Grünau, wobei ein Fahrgast getötet wurde, ein weiterer Insasse und der Führer der Kraftdroschke glücklicherweise nur lsicht« Verletzungen erlitten. Dos Auto war auf der durch das regnerische Wetter schlüpfrig gewordenen Ehaussee ins Schleudern geroten und tuhr mit voller Wucht gcgen einen Ehansscebauin. Durch den heftigen?lnprall' überschlug sich die Droschke,, die Fahrgäste wurden in weitem Bogen aus dein Wagen geschleudert. Der öüjährige Schiffer Karl Möbus aus Langwohl bei Fürstenwalde zog sich einen doppelten Schädelbruch und schwere Schnitt- wunden zu. M. wurde in das Köpenicker Kreiskrankenhaus ge- bracht, wo er kurz nach der Einlieferung starb. Sein Begleiter, ein 2Zjähriger Werkzeugmacher Alfons Z. aus der Stallschreiberstr. 32 und der Chauffeur kamen mit leichteren Kopf- und Hanoverlstzungen davon Beide konnten nach Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen entlassen werden. Trotz der Not verschwenderisch. Auf frifcher Tat wurde ein ungetreuer Postbeamter ertappt Auf der Strecke Berlin— Dresden kamen fest einiger Zeit llnregelmäßigkesten vor. Von hier aus kamen Einschreibe- b r i e f« in den Verkehr, deren Geldinhalt ganz oder zum Teil ver- schwunden war. Die Beobachtungen brachten jetzt die Aufklärung. Ein 27 Jahr« alter Postschaffner Frarvr.S. au» der Goldaper Straße wurde dabei ertrappt, als er einen Einschreibebrief erbrochen, das Geld herausgenommen hatte und im Begriff war, ihn wieder zu- zukleben. Er gab 18 Fälle zu und behauptete, daß die Not ihn zu den Veruntreuungen getrieben habe. Die Ermittlungen be- stätigten auch die Not feiner Famisie, offenbarten aber zugleich, daß sich Ä. für eine Hochzeit einen Frack auf Seide hatte machen lassen und Lackschuhe, seidene Strümpfe und dergleichen mehr für teures Geld gekaust hatte. Weihnachte« vor den Toren. Weihnachten sst nicht mehr allzufern und unsere kleinen Staat»- bürger tr«ff«n schon Reis«orver«itungen zur Fahrt ins Land der Wünsch«, die leider meist nur Wünsche bleiben. Ohne so und soviel ?5., ohne Eisenbahn oder Luftschiff— viel ungefährlicher und billiger — durcheilt der Flug ihrer Gedanken Welten von niegeschauter Pracht, belebt und geschmückt mit all ihren Wunschgebllden Der«in« reist ins Fabelreich. Im Nu stehen ein paar staktliche Riesen vor ihm, mst glühenden Augen, struppigem Haar, langen Armen und Beinen. In ihrer möchtigen Tatze zappest etwas winzig Menfchstches, das im ohnmächtigen Freiheitsdrang di« vossieriichsten Verrenkungen vollführt. Aber solch Riese sst lammfromm. Zu feinen Füßen stehen winzig« Puppenhäuschen und da wimmell es von un- zähligen solch kleiner Lebewesen. Vorsichtig stapft er umher, daß er ja keines zertritt. Der Tierfreund wiederum findet di« voll- zählig« Arche Noäh und was sein« Phantasie Vierfüßlern noch aus eigenem beisteuert. Di« Mädelchen begegnen auf der Fahrt ins Puppenland allerlei lustig kostümierten Männlein und Weiblein. Da ist der dickbäuchig« Wachtmeister, di« Obstfrau, die jammernd ihre ver- schüttet« Ware zusammensucht, der Bäckermeister mit seinen Kumpeln und noch viele andere, die man aus dem Leben und nickt nur aus den Märchen kennt. So macht schon jetzt ein jeder seine Meihnachts- Probewunschfahrt, wählt was ihm dabei am besten gefiel und wacht xMco und dw, StockeinuttA, � twkti tmcht. Cm?' MimdAjw&MUj, OjDOt faiäch,- dMfätvdzii Attirv. [ Sterbetafel Act Groß-öerUner partek»Grga?! fati on daraufhin seine Wünsch« zurecht. Solch kleines Wnntierlaird Hat Si«| Firma Tietz in ihren Warenhäusern zum Schauen aufgestellt. Da stehen sie nun dichtgedrängt, all die vielen, kleinen wunschbeseellen Reiselustigen und staunen im stimmungsvoll oerdunkelten Raum all das Schöne, Herrliche mit verzückten Augen an. In kleinen, lustigen Gruppen, deren Personen sich mechanisch fortbewegen, sind hier aller. Hand verschiedentlich« Szenen, tells aus Märchen, teils aus dem Alltags- leben, dargestellt. Zwischen den«inzelmn Kosen läuft ein Lichtbild- streifen, der die Reis« durch all diese Begebenheiten illustriert. 5ür die Freiheit des Schrifttums und der Kunst gegen das Schmuh. und Schnndgeseh findet am kommenden Donnerstag, den 4. November, abends 7H Uhr, im Plenarsaal des ehe- maligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3, eine große, vom Ausschuß zur Bekämpfung des Gesetzes zur Bewahrung deil Jugend vor Schund- und Schmutzschriften einberufene Kundgebung statt. Es werden sprechen: Prof. Hans Baluschek, Chefredakteur Georg Bern- Harb, Dr Artur Eloesser Dr. Wenzel Goldbaum, Prof. Hildebrandt. Fritz Karsen, Pastor Llc. Moering, Dr. Pactel. Der Eintritt ist frei. Einlaßkarten sind am Eingang zu haben. Sprechchor sllr Proletarische Feierstunden.?Uich in dieser Woche mutz die lledungSswnde verlegt werden. Sie findet am Sonnlagvormittag lO'h Uhr in der Aula der Sophicnschule, Weinmeisterstr. 1K/17, statt. ES wird gesprochen:»Eine Weihenacht und ein Freudentag'. Wrbellerbilduvasschoke. In dieser Woche beginnen folgende Kurse lArbellSgemeinIchalien): Donnerstag, den 4. November, Probleme der Weltwirtichast, Vortragender: V. Bienstock. Gemeindelchnle Wielen- Ecke Pantitrotzc. Ter moderne Kapitalismus, Vor- tragender: Dr. Jack Marschack. Cbarlottenburg. Rosknenstraße 4, Jugendheim. Einführung in den Marxismus, Vortragender: Otto Kautz. Zehiendors. Potsdamer Slratze, Nordschule.— Freitag, den 5. November, Geschichte d e S Sozialismus, Vortragender: Erwin Marquardt. Bibliothek der Arbeiterbildungsschule, Lindenstratze 3. Cinsührung in die Soziologie, Vortragender: Dr. Albert Solomon. Neukölln, Donaustratze ILO, Mädchen- Mittelschule. Ernsübrung in den Marxismus. Vortragender: Otto Kautz. Prenzlauer Berg, Seneseldcr- stratze. Gemeindeschule. Konferenzzimmer.— Anmeldungen erfolgen Bei Beginn des Kursus beim KurfuSteiler. Dt« HSrgebühr beträgt für den ganzen Kursus't Mark. Geschäftliche Mitteilungen. Viel hilft nicht immer viel, das weih die erfahrene Sausfrau. Maggis Witoe fegt sie dishalb den Gveifeu beim Abschmecken nur tropfenweife zu- und erzielt dann— zugleich ivarsam wirtschafiend— ein« geradezu überraschend« ibeschmocksverfeinernng. Ein„Zuviel' würde natnrgeinätz den Geschmack beeinträchtigen. Jedenfalls darf die Würz« selbst aus den Epeisen nicht vorschmecken. Gerade in der hohen Würzetraft liegt«in Borzug von Maggis Würze. Wetterbericht der SffenMchen Wetterdienststelle für LerNn. fNachdr. derb.) Meist bewölkt mit zunehmender Neigung zu Niederschlägen. Temperaturen wenig geändert.— ZSr Deutsch end: Im Westen mild, sonst Temperaturen wellig geändert, überall stärker bewölkt und NiederschlagSneigung. Tivsendunge» für dies« Rubril find Berlin SW SS. Lindenstratze 3, Partemachrichten für Groß-Serlkn stet» an da» Beztrtiselretariat, ?. Hos. 2 Trep. recht».»» richte». 2. Zfrei« rlergarte». Donnerstag. 4. November, Thi Uhr. im Artushof, Perleierger Str. 2S. Wohlfahrtsl-nf-renz. Tagesordnung: Vortrag:.Ar- bciterwohlfabrt und lomniunalr Wohlfahrt". Referent Stadtrat Walter .rriedSänder. Dislusslon. Verschiedene». Bei der Wichtigleit der Tages- ordnunq vollzähliges Erscheinen Pflicht. i. Jtxet» Prenzlauer«erg.«eamienwerdeaussch-tz: Kreilag. ä. November, « Uhr, bei llluq. D-nziger Etr. 71, Sitzung. Tagesordnung:„Der bevor. stehende B-zirlsbeamtentag'. Stellungnahme zu den Verfügungen über die Beamtengefetze. Referent Senofi« Saalfeld. Zed« Abteilung mutz unbedlngt für Vertretung sorgen. 7.«reis EHarlsttenburg. Donnerstag, 4. November, V/, Uhr, im Jugendheim Rosincnstr. t Beginn des Kursus:„Moderner Kapitalismus". 14. K:«i» Sienlölln. Erweiterte Kreisvorftandssttzling findet vor da« Zahl. abend nicht statt. 17. Krei» Lichtenberg. Donner staq. 4. November 7Va Uhr, in der BihNsthel Weichselstr. 28 Beginn de« Kursus:»Einführung in den Sozialismus". Rcfercntin Sedwig Schwarz. l«. Krei»«eitzeofee. Unser« Revolutions-Gedenkfeier findet am Dienstag, ü. Noveinber, TV, Uhr, in der Aula des Realgumnostums statt. Ansprach«: Polizeioderst a. D. Dr. Hermann Schlltzinger. Must! und Gesangsvorträge, Aufführung einer Szene aus Tollers.Wandlung". Eintritt frei. heute. Mittwoch, Z. November: 17. Abt. Di« iZunItionär« hole» sofort Material vom Abteilmigsleiter ab. 2«. Abt. Diejenigen Bezirksführer. welche noch im Besttze von grauen Kart». iheklarten sind, wollen dieselben ausgefüllt llNverzllglich bei ihren Sruvvea- führern abliefern. tt.«bt.«ilmer,d»rs. Achtung! Heute 8 Uhr Kahlabend bei Andrea«, Pfalz. durqer Str. 53. Genosse Lehrer Hahn spricht über:»Di« weltlich« Schul«. Gäste baben Zutritt. 82. Abt. Strglitz. 8 Ubr im Lokal von Thiel wichtig« Funktionärsttzung. Gr- sckeinen unbedrnqt erforderlich. 84.«tt. Lankwitz. Die ssunktianärsttzun« fällt heut« aus. Di« Genossinnen und Genossen werden gebeten, stck on der Revolutionsfeier am Dienstag, V. November. 8 Uhr. in StegNtz.'-Lvzeum Rothenburgstr. 18»n beteilige». Morgen. Donnerstag. 4. Noveinber: 28. Abt. 8 Uhr im Lokal Heile« wichttge ssunktionärsltzung. Sämtliches Agitationsmaterial ist mitzubringen. Achtuirgl Der Abteilungsvorstand er- fchelnt bereit- um 7 Uhr ebenda._.._,.„ 28. Abt. VA Uhr bei Büttner. Schwedt«! Str. 28. Sitzung der Bezirksführer sowie aller Dternbeiväte von den Schulen in der Abteilung. 28. Abt. 8 Ubr bei Burg. Prenzlauer Alle« 188, Kunktionärstdun». 52. Abt. Eharlottenbnrg. Achtun». Genossinnen und Genossen! 8 Uhr beginnt im Jugendheim Rostnenstr. 4 der Kursus über:»Moderner KapiiaUmnus". Karten zur Revolntionsfcier stnd zu haben bei dem Genossen Zanick, Kaiserin. Anausta. Allee«8. und beim Genossen Hilf« oder 62. Verkaufsüelle der Konsumgenossenschaft. Achtung! Am Sonnabend, 6. NovenGcr, 8 Uhr. bei Bade.«aiserrn-Augusta-Allc« 52. wichtige ffunktionärsttzuna. 78. Abt. echäucberg. Sitzung sämtlicher ssunktionär« 8 Ubr bei«duig. Feurig. Eck- PrinvGeorg-E trotze. Auch die Elternbeiräte der Abteilung müssen »«. ttt'sieaisia- TV, Uhr in der Aula der Snabenmiitelschul« Donouftr. 120 Abteilungsvevsammlung. Vortrag de» Genossen Alexander Stein über: »Sozialistisch« Kulturdeweguna". Sämtliche Rttgieder müssen erscheinen. SntntarialHtat. Grnvpe«evaartr»- Heute, Mittmsch. 8. Ziavember, 8 Uhr. Zufammenkunft in der.Borwärt«�'-Sv»dition WUhelmshavener Str. 48. iWü» und Besprechung von Gurt Gener:„Führer und Masse in der Demokratie". ArauenoeranstaUullgen am Donnerstag, 4. November: 7. Krei» Eharlattenbnrg. VA Uhr beginnen im Saal« des EeeUienhaules. Berliner Str. 187, die Kurf« über:»Di« Geschichte des Sozialismus". Refc- rentin Margarete Echenkalowsku. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreuude: Grotz-Berlin: Infolge Renovierung des Jugendheims findet die Svrechchor- probe für sämtliche Berliner Bezirk« Donnerstag, 4. November, nachmittags 5 Uhr, im Sefangsavl de« Friedrich-WIIHelm-Sumnassums. Kochltr. 12, statt.— Gruppe Nenkälln! Der Singeabend findet am Freitag. 5. November, von 4— 5H Uhr. in der Rütlischul« statt. * «chtnva! 3« der«erbewoche ist im Jugendheim bei Abholung von«erb«. Material«in Schirm vertauscht. Meldungen erbeten au den Genossen Walter Nänsch, Berlin.L-nkwitz, Kaiser. Wilhelw-Str. 122». Das Abendkonzert, das durch die dankenswerte ilebertragung der Kundgebung des Verbandes für europäische Derständigung dies. mal sehr kurz ausfiel, brachte populäre Orchefterdarbietungen von immerhin löblicher Liualität. Bruno Seidler-Wintier bot neben der interessanten sinfonischen Dichiung Teramis im Heidel- berger Schloß Rossinis Tell-Ouoertüre, Masienets Szene„Napoli- icrin� und Tschoikowsky» Orchesterwerk„Francesco da Rwnni" in guten einfühlenden Aufführungen, bei der unser ausgezeichnetes Funkorchester sich wieder von der besten Seite zeigte. Leider waren die Leistungen der Sopranistin Agnes o. Bontowska nicht gleich- wertig. Sie hat gewiß eine schmiegsame, ansprechende Stimme, der ganz gut die Arie aus der„Butterfty" lag. Carmens temperament- volle Arie„Draußen am Wald von Sevilla"' gelang ihr dagegen gar nicht. Auch für das schmerzlich verzweifelt« Gebet der Tosca klang ihre Stimme zu matt, abgesehen davon, daß es ihr dafür auch gänzlich an dramatischer Gestaltungskraft fehlle. Nett war die �.Heidestund« am Nachmittag" mit dem rasenden Reporter Egon Erwin K i s ch, der„Spaziergang am Meeresboden" bot eine tunst. volle Unterwasseraufnahme, die man auch bei schwach entwickelter Phantasie mit den geistigen Augen und allem Dazugehörigen erlebt« und daß„Salzburg, die Hauptstadt von Salzburg", w.rd gewiß keiner der Hörer dieser Nachmittagsveranstaltung mehr vergessen. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den Z. November. Außer dem üblichen TaKesprogramm- 1.30—2 Uhr nachm.; Uebertra�ung: des Glockenspiel» von der l?arochialkirche, Berlin. 3.30 Uhr nachm.: Frauenfragen nnd Frauensorgcn(Hedwig Hirsohherg;»Die Garconne— keine Homanfignr, sondern eine soziologische Erscheinung unserer Zeit"). 4 Uhr nachm.: Jngendbübne(Sendespiele):.Prinz Friedrich von Hombnrg", ein Schauspiel in fünf Akten von Heinrich von Kleist. Anschließend: Ratschläge fürs Hans. Theater- und Film dienst. 6.30 Uhr abends: Dr. med. Karl Pototzky:»Das Problem des nervösen Kindes". 7.05 Uhr abends L. Sochaczewer: »Tom dentschen Lehr- und Kulturfilm". 7.30 Uhr abends; Hans- Bredow-Schule iBildungsknree). Abteilung Musikwissenschaft. Dr. Eichard H. Stein: Altgennanische Musik(Die Musik in Deutsch- lond vor der Einführung des Christentums). 8 Uhr abends: Dr. Roland Schacht: Einführung zu dem Sendespiel»Polnische Wirtschaft". 8.30 Uhr abends: Sendespielo:»Polnische Wirtschaft", Posse mit Gesang: in drei Atzten von Kurt Kraatz und Georg Okonkowsky; Dirigent: Bruno Seidler-Winkler. Leitung: Alfred Braun. Adalbert Mangelsdorff, Stadtrat: Max Gülstorfl; Gabriele, seine Frau: Margarete Älbreoht; Erika, beider Tochter; Liaa Weise; Geheimrat von Veltenins: Erwin Kopp; Willi Hegewaldt, Rittergutsbeaitzer: Robert Meyer; Marga Hegewaldt: Edith Karin; Hans Fiedler: Wolfgang Zilzer; Fritz Sperling, Aviatiker: Bruno Fritz; Steinöl. Kunsthändler: Kurt Gral; Graf Kasimir Schofir.sky: Julius Brandt; Ealuschka, seine Nichte: Irma Dierks; Marusebka, seine Nichte: Renee Kürschner; Anuschka, seine Nichte; Dorothee Thieß; Petrusohka. seine Nichte: Lore Braun; Auguste, Dienstmädchen bei Mangelsdorff: Hilde Langen; Minchen(Auk Rittergut Groß-Karschan): Lu Eular: Stempansky (auf Rittergut Groß-Karschan): Alfred Kühne; Knechte. Mädchen auf Groß-Karschan. Die Handlung spielt im ersten Akt in Berlin. im zweiten und dritten auf Groß-Karschan. einem Gute in der Provinz Posen.(Berliner Funkorchester). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnaoh richten. Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30—1280 Ulw abends: Tanzmusik(Kapelle Kennbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbaeh). Königswusterhaiisen, Mittwoch, den Z. November. 12— 12 SO Uhr nachm: Lektor Grander u. Walinski: FranrBsiach. 12.80—12.40 Uhr nachm.: Mitteilungen des Raichsstädtebundes. S— 3.30 Uhr nachm.: Stud.-Rat Friebel. Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 3 30—4 Uhr nachm.: Stud.-Rat Fnebel, Lektor Mann: Englisch für Fortgeschrittene. 4— 4.30 Uhr nachm.: Dr. Ems Haß- laoher-Friedenstahl: Entwicklung und Notwandigkeit eines he- eondeien Jugendstrafrechls. 4.30—5 Uhr nachm.: Aua dem Zentral- Institut. Ankündigungen. 5.20— 5 30 Uhr nachm.: Dr. phil. Wegner: Der Sternenhimmel im November. 5 80—6 Uhr abends; Geh. 0h- Reg.-Rat Cleinow: Das beutige Rußland. 6—6.80 Uhr abend«: Dir, Dr.-lng. Litz: Ans dem Betriebe einer Maschinenfabrik. 6.80 bis 7 Uhr abends; Exz. von Glasenapp: Aus der Geschichte der Reichsbank während des Krieges und nach dem Kriege. 7 bis 7.30 Uhr abends: Dr. Birkenfeld: Das Werk Ins Seidels. Einführung 7.30—8 Uhr abends: Dr. Wenheimer: Auslandsdenteoh- tum und Rundfunk. Ab 8J8 Uhr abends: Cebertraguug aus Berlin. 80. Abt. Neuvill». linier Genosse, her Kohlenhändler Otto Donath, Donau. straft« 18, Ist am 23. Oktober von einem Automohil überfahren worden und infolge diese» Unglücksfalles am 28. Oktober verstvrben. Ehr« feinem An. denken. Beerdigung beute, Mittwoch. 3. Zlovember, nachmittags S'A Uhr, auf dem allen Neuköllner Gemeindefriedhof. Rudower Straft«. Um rege Beteiligung wird gebeten.__ Vorträge, vereine und Versammlungen� ggfl Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". 'WeD»efchlft, stell«: Berlin«14. Sebastianstr. 37,88, Hof 8 Ar. XljVc Wafserfpvrtabteilung: So„ d. 4., 8 Uhr. Bollversammlung Sewerk- sch-ftshaus. Wichtig« Tagesordnung.— Tiergart»»! Kameradschaft Stephan Do., d. 4., 8 Uhr, Kameradschaftsveifammlung. Funlttonäre«in« halb« Stund« früher. Arnitnius Fr., d. 5„ 8 Uhr bei Schmidt, Wirlefftr. 17, Somr- radschaftsverfammlung mit Bortrag.— Prenzlauer«erg(Kreis): Engerer Bar- stand MI., d. 3.,(40 Uhr. erweiterter Vorstand Fr., d. 5„ 8 Uhr. bei Burg. Kameradschaft Balkan Do., d. 4.. Versammlung im Altersheim Danziger Str. 62. - FriSrichshain: 2. Sektiou Do., d. 4.. TA Uhr. Rnftin- Eck« Memeler Straft». — Krenzbcrg: MI., d. 3.. 7)4 Uhr, Abteilung 9 Versammlung bei Vieler. Glessen. bachstr. 78.— Neutöllii,Bri8: So., d. 8., Kameradschaft 1 und 2 erster und zvieiter Aua Pflichtuaranstallun«. L Familienabend mit San». Mitwirkende: Sauslapelle und Dovpelguartett der Ä-ukällner Liedertafel. 7 Uhr einleitende Worte Kreisvorsttzender Stadtverordneter GutschmtM. Lokal Thomählen, Hertz. bergftr. 22.— Lichtenberg nebst llntergrnp»«»: Mi., d, A. 8 Uhr. Ru«. und Ortsgruv penfithrer Sitzung bei<2.«rüget, Türrschmrdtstr. 86. Bollrersammlunq am 5. fällt au». Do., d. 4„ sämtlich« Kameraden Turnhalle Kolleistrafta Fr., d. 5...stugsttzungen in de» bekannten Lokalen. Fug 2 bei Seivk«. Kronprinzen. Eck« Scharnwdberstrafte.— Weiftease«: Do., d. 4., 7 Uhr, Grüner Baum. Fr.. d. 5., Mustkllbungsadend.— Hohenschönhausen i Do., b. 4., Vollversammlung bei MWer, Berliner Str. 97, 8 llbr, Vortrag des Kameraden Wartin Schneider: »Unser« Gegner".— Bernau: Do., d. 4., pünktlich 8 Uhr, Uebumgsabcnd bei Modisch und Ausgab« der UnterstÜtzungsmarken. Berliner Kandwcrkervereir. Mittwoch, 8. November. 8 Uhr. Sophienstr. 18 Vortrag Dr. Franz Lederer:»Di« Berlin Weltstadt wurde". Erläutert durch Lichtbilder. Liebe Berliner! „Haipaus" hat einen besonderen Ehrgeiz.- Wir wollen nicht nur besonders gut, sondern auch besonders preiswert sein. Dies ist uns bis jetzt gelungen, denn es gibt für 4 Pfg. kaum eine bessere Cigarette als unsere„Haipaus Rarität 200". Genau so soll es auch sein in der 5- Pfg.- Preislage, jeder Raucher soll auf Grund eigenen Urteils dahin kommen, daß er anerkennt:„Haipaus Mocca" ist tatsachlich besonders gut und besonders preiswert Wir können dieses Ziel nur erreichen durch die Vorzüge unserer eigenen Tabak-Einkaufsorganisation. „Haipaus Mocca" 5 Pfg. Kam em Vogel geflogen, Ließ sich nieder in Berlin. Das Wohnungsprogramm öer Gewerkfthasten. Richtlinien der Spitzenverbäude für den Wohnungsbau. Die gewerkschaftlichen Spitzenoerbänd«, der Allgemeine Deutsche Gewertschaftsbund, der Allgemeine freie Angestelltenbund und der Allgemeine Deutsche Beomtenbund, treten soeben init einem neuen großzügigen Wohnungsprogramm an die Oeffentlichkeit. Seit Iahren haben sich gerade die gewerkschaftlichen Organisationen darum bemüht, durch eine Befruchtung der Wohnungsbautätigteit sowohl dem Arbeits- markt eine Stütze zu verschaffen, wie endlich den großen Mangel an Wohnungen zu überwinden, der mit jedem Jahre zunimmt, wenn nicht in umfassender Weise die Herstellung von Wohnungen für Minderbemittelte durchgeführt wird. Diese Richtlinien für den Wohnungsbau, die von Genossen Dr. Martin Wagner bei ihrer Uebergabe an die Presse begründet wurden, gehen davon aus, daß heute mindestens in ganz Deutschland 800 000 Wohnungen weniger vorhanden sind, als zar Befriedigung de» dringende« Bedarfs benötigt werden. Jährlich aber entsteht ein neuer Wohnungsbedarf von mindestens lS0 Wohnungen. Um den bisherigen Fehl betrag zu beseitigen und den neuen Anforderungen gerecht zu werden, ist nach den Forderungen der Gewerkschaften von der Reichsregierung ein für die Länder und Gemeinden bindendes Mindestwohnungsbauprogramm aufzustellen. Dieses hat nur die wohnongsfürforge der minderbemittelten Bolksklasien ins Auge zu fassen. Bei Erstellung dieser Wohnungen muß daher von der Tatsache ausgegangen werden, daß den minderbemittelten Boltsschichten, den Arbeitern, Beamten und Angestellten nicht zu- gemutet werden kann, Zuschüsse aus eigenen Mitteln zum Bau oder zur Beschaffung der Wohnungen zu leisten, e» sei denn, daß es sich um Genossenschaftsanteile handelt, die in Raten eingezahlt werden können und einen Höchstbetrag von S00 Reichs- mark nicht übersteigen. Dabei darf jedoch die Zuweisung einer derartigen Genossenschastswohnung nicht davon abhängig gemacht werden, daß diese 500 Reichsmark vor der Zuweisung der Wohnung voll eingezahlt sind. Die gewerkschaftlichen Forderungen b« st r e i t e n die von anderer Seite behauptete Möglichkeit, in der nächsten Zeit M i e t s- steigerungen vorzunehmen. Sie verlangen mit großer Eni- schtedenheit, daß innerhalb kurzer Zeit«in Mindestbaupro- gramm für das ganze Reich auf die Dauer der nächsten fünf Jahre aufgestellt wird mit einer Beschleunigung, die es ermöglicht, schon von 1927 an die Bautätigkeit aufzunehmen. Die aus Grund dieses Mindestwohnungsbauprogramms zu er- richtenden Wohnungen dürfen eine Wohnfläch« von 100 Qua- dratmeter nicht übersteigen. Die durchschnittlich« Wohnfläche aller zur Errichtung kommenden Wohnungen soll je nach den bezirklichen Verhältnissen 60 bis 6 5 Quadratmeter be- tragen. Nach Ablauf von zwei Iahren ist zu prüfen, ob die Durch- schnittswohnfläche nicht auf 65 bis 70 Quadratmeter und nach weiteren zwei Iahren von 70 auf 75 Quadratmeter heraufgesetzt werden kann. Die B a u t o st e n für«ine Neubauwohnung von durchschnitt- lich 60 bis 65 Quadratmeter Wohnfläche müssen im Reichsdurchschnitt mit 10000 Reichsmark je Wohnung angefetzt werden. Die Finanzierung dieser wohnungsbautätigkeit findet wie folgt statt: a) Erste uud zweite Hypothek 40 Proz. de» Ge- famtwerteS............ 4000,— Mark b) HauSzinSsteuerohpothek 66 Proz. deS Gesamtwerte«............ 6600,— c) Eigenkapital 6 Proz. des Gesamtwerte«... 600,—„ Das Reich hat in Gemeinschaft mit den Ländern und Gemein- den dafür zu sorgen, daß die Finanzierung dieser Wohnungsbau- tätigtest so sichergestellt wird, daß die Mieten in diesen Neubauten höchstens 10 Proz. über die örtlich angemessenen Friedensmieten hinausgehen. Die Tilgung der Hauszinssteuerhypothek müßte so lange ausgesetzt werden, bis es did Wirtschaftslage Deutschlands gestattet, die Mieten im allgemeinen auch in den Altwohnungen ent- sprechend zu erhöhen. Der Kapilalsbedarf für ein Blindestwohnungsbauprogramm von 250 000 Wohnungen stellt sich unter Zugrundelegung der obigen Ziffern demnach wie folgt: Erste und zweite Hypotheken 260 000 X 4000— 1 000 000 000 Mark HauSzinssteuerhypotheken. 260 000 V 6500= 1 375 000 000, Sigenkapital...... 250 000>< 500= 125 000 000„ Summa 2 500 000 000 Blark Die ersten und zweiten Hypotheken sind in erster Linie dem deutschen Kapitalmarkt zu entnehmen, der nach dem gegenwärtigen Stande unzweifelhaft über sehr große Betröge zu diesen Zwecken verfügt. Laut den Nachweisungen haben sich die Ein- lagen bei den deutschen Sparkassen im Jahre 1926 durchschnittlich je Monat um 120 Millionen Mark erhöht. Unter der Boraus- setzung, daß die Sparkasseneinlagen mit 60 Proz. für den Woh- nungsbau in Anspruch genommen werden, würden hier allein schon über 800 Millionen Mark vorhanden sein. Die Ziffern, die aus der Vorkriegszeit hinsichtlich der Beleihungstästg- keit der Sparkassen für den Wohnungsbau vorhanden sind, zeigen, daß im Westen Deutschlands, namentlich auch in Großstädten, der Prozentsatz, den die Sparkassen in Hypotheken angelegt hatten, zwischen 60 bis 90 Proz. der Gesamtanlagen betrug. Der fehlende Betrag für die ersten und zweiten Hypotheken ist aufzubringen durch die Hypothekenbanken und sonstigen Realtrcdit- institut� Weiter sind die Träger der sozialen Bersiche- rungsan st alten— Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, Landesversicherungsanstalten, Berufsgenossenschaften, Krankenkassen und die privaten Verfichernngsgesollschasten— zu veranlassen, ihre Kapitalanlage in erster Linie dem Wohnungsbau zuzuführen. Di« erststelligen Hypotheken sollen zu einem Zinssatz von 6 Proz. an- gesetzt werden. Hierzu kann eine Tilgung ookk jährlich 1 Pwz. treten. Die erforderlichen Hauszins st euerhypotheken sind aufzubringen auf Grund des Reichsgesetzes über den Geldentwer- tungsausgleich beim bebauten Grundbesitz. DI« hauszinssteuer ist in Ihrer jetzigen Form eine sozial- polltische Unmöglichkeit geworden. da sie als Steuerquelle für allgemeine Finanzzwecke in Anspruch genommen wird. Außerdem ist die Ausschöpsung dieser Steuer bisher in völlig ungenügender Weise durchgeführt. Infolge des Umstandes. daß die Durchführung der Hauszinssteuer auf Grund der Ländergesetzgebung heute in ganz Deutschland verschieden ist. ist der tatsächliche Steuerertrag heute nicht viel mehr als die Hälfte des möglichen Steuerertraaes. Der verniin- derte Steuereingang beruht hauptsächlich daraus, daß insbesondere gewerbliche Anlagen und landwirtschaftliche Ge bäude kaum erfaßt werden und außerdem die Grundlage, nach der die Steuer erhoben wird, wesentlich niedriger ist, als die tatsächliche Friedensmiete. Es ist zu fordern, daß 25 Proz. der Friedensmiete restlos für den Wohnungsbau verwendet werden. Das setzt voraus, daß 25 Proz. der wirklichen Fricdensmiete f ü r diesen Zweck auch von allen bebauten Grundstücken aufgebracht werden. Um hier in Deutschland«ine Einheitlichkeit zu schassen, muß der Reichstag ein Gesetz ertasten, das die Erhebung von 25 Proz. der tatsächlichen Friedensmiete von allen bebauten Grund- stücken für die Finanzierung des Wohnungsbaues sicherstellt. Die Richtlinien bringen dann noch weitere Einzelheiten über die Durchführung dieses Kapitalbeschafsungsprogramms. Die fehlen- den Beträge sind durch Anleihen aufzubringen. Entstehen dabe, Zinsdifferenzen zwischen Anleihezinsen und Hauszinssteuerhypotheken- zinsen, so sind diese aus den Erträgen der Hauszinssteuer zu decken. Aus dem Hauszinssteueraufkommen sind dem Reich drei Zehntel zur Bewirtschaftung als Ausgleichsfonds und zur llnlerstühuag fonsiiger den van von Volkswohnungen fördernden und verbilligenden Blaßnahmen zu überweisen. Die Mittel aus dem Ausgleichsfonds sollen im Ein- Verständnis mit den Ländern verwendet und nach dem vorhandenen Bedarf verteilt werden. Sieben Zehntel des Hauszinssteuerauf- kommens verbleiben den Gemeinden zur eigenen Berwendung mit bindender Berpflichtung der Verwendung nach den Richtlinien des Reiches und der Länder. Bei Großstädten kann durch das Reich oder die Länderregierungen angeordnet werden, daß bis zu einem Biertel des den Gemeinden zur eigenen Berwenduntz über- lastenen Anteils zur Dezentralisierung des Siedlungswesens in Ver- bindung mit vorgelagerten Gemeinden und Kreisen verwendet werden muß. Reich, Länder und Gemeinden müsten dafür sorgen. daß für den Wohnungsbau billiges Baugelände zur Verfügung gestellt wird: notfalls durch Enteignung. Die in dem Bauprogramm vorgesehenen Wohnungen sollen möglichst von Straßenbaukosten, Anliegerbeiträgen, Gebührensteuern und Abgaben freigelasten werden. Mit besonderem Nachdruck verlangen die Gewerkschaften die Förderung des Wohnungsbaues durch Anwendung möglichst wirtschaftlicher Vaumekhoden. Hier heißt es in den Richtlinien wörtlich: Bon ganz besonderer Bedeutung ist die Einsparung von Bali kapital durch eine Rationalisierung der Bauwirtschaft im Sinne des Serienbaues unter weitestgehender Typisierung der Bauten und der Normalisierung der Bauteile. Zu diesem Zwecke haben die Länder und Gemeinden darauf Bedacht zu nehmen, daß das öffentliche Baukapital nicht im Indioiduolbau verzettelt, sondern soweit als möglich zu Großaufträgen konzentriert wird, die unter sachverständiger Leitung erster Bauwirtschaster und Archi- tekten zur Ausführung zu bringen sind. Zum Ausgleich des Saisoncharakters der Bauwirtschaft ist darauf hinzuwirken, daß die einzelnen Bauaufträge nach Mög- lichkeit über das ganze Jahr verteill und daß Reparatur- arbeiten im Innern der Gebäude möglichst in die Winter- monate verlegt werden, um einen produktionsverteuernden Leer- lauf der Baubetrieb« zu vermeiden und den Bau- arbeitern während des ganzen Jahres Beschäftigung zu geben. Ferner haben die geldverteilenden Stellen darauf hinzuwirken, daß die Herstellung von Bau st offen und Bauteilen aller Art soweit als möglich in die Zeit der Tiefpunkte des Baumarktes(Spät- herbst, Winter, Frühling) verlegt wird, und daß im Vorgriff auf das nächstfolgende Baujahr die Mittel hierfür zur Verfügung gestellt werden. Eine Herausbringung von Großbauaufträgen bedingt, daß die Bauherren(Städte, Gemeinden, gemeinnützige Baugesellschaften, Siedlungsgesellschaften und Baugenossenschaften) bei der Heraus- bringung der Bauaufträge unter der Oberleitung der Städte und Gemeinden Fühlung untereinander halten, um das gegenseitige Hochtreiben der Preise nicht nur zu unterbinden. sondern die Preise durch eine bewußte Zusammenfassung der Bauherrenkräfte gegenüber den� Kartellen und Syndikaten zu senken. Zur Ausschaltung von Spekulationen und Preistreibereien dürften zentrale Verhandlungen zwischen den Organisationen der Bauherren und der Produzenten von wesentlichem Borteil sein. Unter der Leitung des Reiches ist eine besondere Forschungsstelle einzurichten, die in Verbindung mit den besteheirden Einrichtungen dieser Art alle Neuerungen der Balltechnik sowie neuere Baumethoden prüft und sie für die Anwendung reif in acht. Die zentral gesammelten Erfahrungen dieser Forschungsstellen sind allen Organisationen"" und des Bauproduzcntenwms des Bauprogramms scheiterte des Bauherrentums zuzuleiten. Die reibungslose Durchführung bis jetzt vielfach an dem bureaukratischen llnstanzenzug, den gerade der Wohnungsbau bei der Einholung von Genehmigungen von den verschiedensten Dienst- und Amtsstellen zu überwinden hatte. Dieser bureautratische Instanzenzug ist bewußt abzubauen und die Genehmigungserteilung in eine Hand zu legen. Werkwohnungcn dürfen mit Unterstützung öffentlicher Mittel weder direkt noch indirekt geschaffen werden. Die Zinsen der aus öffentlichen Mitteln hergegebenen Hypo- theken sind zur weiteren Verstärkung des Wohnungs- b a u e s und zur Sanierung verfallener Wohnungen zu verwenden. * Die Gewerkschaften haben fraglos mit der Formulierung ihrer Forderungen zur Bauwirtschaft, bei der sie auch die Erfahrungen der neuesten Zeit weitgehend berücksichtigt haben, sich ein großes V e r d i e n st erworben. Die für die Durchführung der Dautätig- keit verantwortlichen Organe in Reich, Ländern und Gemeinden wer. den sich nun zu diesem Programm zu äußern haben. An der Art. wie sie es tun. wird man erkennen, ob es ihnen ernst ist mit einer wirklichen Bekämpfung des Wohnungselends und einer Stärkung des Arbeitsmarktes. Interessenten statt Sachverstänöiger. Eine merkwürdige Umgestaltung des Enquete- ausschuffcS. Das Reichswirtschaftsministerium hat es für notwendig be- funden, drei Ersatzleute in den Enqueteausschuß zu entsenden. Einer von diesen Ersatzleuten ist Generaldirektor Köngeter vom Stumm-Konzern. Indem das Reichswirtschaftsministerium aus- gerechnet auf Herrn Köngeter als Ersatzmann verfüllt, bricht es mit einer bestimmten Tradition. Es hat bisher darauf gehalten, daß kein Interessent in den Enqueteausschuß kam, und höchstens auf Angehörige der Spitzenverbäude zurückgegriffen. Der Bruch dieser guten Tradition dürste das A n s e h e n des Enqueteausschustcs in der Oeffentlichkeit nicht gerade steigern. Eine andere Frage ist aber die, weshalb gerade ein Vertreter der Schwerindustrie in den Enqueteausschuß hinein soll. Aller- dings steht die Erörterung der Eisenindustrie demnächst auf der Tagesordnung des Ausschusses. Will man durch die Gegenwart eines Vertreters der Schwerindustrie verhüten, daß die Eisenindustrie schlecht abschneidet?_ wo bleibt Schacht! Der Reichsbankpröstdent Dr. Schacht hat in wiederholten Aeußerungen sich mit außerordentlicher Schärfe gegen die Aufnahme von Anleihen der Gemeinden im Ausland gewandt. Nach dem von Banken und Jndustrieunternehmern vorgezeichnetcn Schema, das wahrheitswidrig die Wirtschafts- und Wohlfohrts- tätigkeit der Gemeinden als Vergeudung hinstellt, hat er die Auf- nahm« von Auslandsanleihen der Kommunen unter die K o n t r o l l e desReiches gebracht und auch innerhalb dieser Kontroll« dahin ge- wirkt, daß die Bewegungsfreiheit der gemeindlichen Finanzorgane möglichst«ingeschränkt wird. Dabei hat Schacht nichts dagegen getan, daß ein« groß« Anzahl von Anleihen zu notorisch unproduktiven Zwecken von anderen Kreisen aufgenommen wurden. Insbesondere ist erinnerlich, daß die katholischenKirchenorganeundBistümer sich mü vielen Willionen an dem Rennen um Auslandsgelder beteiligt hoben. Jetzt wird sogar bekannt, daß der protestantische Zentral- ausschuß für innere Mission in Amerika«ine Anleihe von 214 Millionen Dollar zum Ausbau seiner Krankenhäuser. Altersheime und Erziehungsanstakten aufnimmt. Wenn die Sozial- und Wirtschaftspolitik der Gemeinden vom Reichsdankpräsidium als unproduktiv hingestellt wird, weil es gerade der herrschenden Meinung der Unternehmer entspricht, so wird man den Wohlfahrtssport der Kirchen noch weniger als produktiv an- sehen können. Duldet man kirchlich« Ausländsanleihen für diese Zwecke, so begünstigt man die privat« Wohlfahrtspflege, die gleichzeitig bestimmten, konfessionellen und politischen Beeinflussungen dient. während man gleichzeitig die neutral« Wohlfahrtspflege der Gemeinden zu beschränken sucht. Das ist«in Widerspruch, der die einseitig« Einstellung des Reichsbankpräsidiums auf das krasseste kennzeichnet. Wo bleibt Schacht, wenn ein« Stellungnahm« zu diesen Mißständen erforderlich ist? Wir hoffen, daß er sich auf diese Frage nicht in dos schöne Schweigen hüllt, das er bisher gegenüber allen sachlichen Argumenten gegen seine Stellung zu den Gemeindeanleihen ge- wahrt hat._ Der firbeitsmarkt Anfang November. Nach den Berichten der Landesarbeitsämter hielt auch An- fang November und Ende Oktober die in den letzten Wochen in Mitteldeutschland und im Rhein-Ruhr-Gebiet beobachtete Besses r u n g an, in den übrigen mehr landwirtschaftlichen Landesteilen machte sie einem Stillstand Platz. Dabei ist die Fluktuation unter den Erwerbslosen groß, so daß die Dauer der Erwerbs- losigkeit vielfach geringer ist als aus dem Rückgang der Zahl der Erwerbslosen geschlossen werden könnte. Di« Abnahme der Außenarbeiten läßt dabei innerhalb der Erwerbslosenzahl ins- besondere die ungelernten Arbeiter stärker hervortreten. Wo ver- mehrte Beschäftigung vorhanden, ist oftmals zunächst die Kurzarbeit zu beseitigen, ehe Neueinstellungen erfolgen können. Steigeude Umsätze bei den Berbraucherorganisationen. Nach der Wochenumsatzstatistit des Zentralverbandcs deutscher Konsumvereine zeigte der wöchentliche Durch- s ch n i t t s u m s a tz im Monat September im Verhältnis zum Vor- monat einen kleinen A u f st i e g, und zwar von 5,05 auf 5,19 M. Im Vergleich zum Borjahre ist die Zunahme des Durch- schnittsumfatzes von 4,47 M. auf nunmehr 5,19 M. als durchaus erfreulich anzusehen.— An den Monat September entfallen rech- nerisch vier Wochen, nämlich vom 6. September bis 2. Oktober. Zur Wochenumsatzstatistik berichten nur die großen und größten Konsum- genossenschaflen. Die Zahl der Mitglieder der berichtenden 57 Kon- sumgenossenschaften beträgt 1 585 843. Sie macht jedoch nahezu die Hälfte des Gesamtmitgliederbestandes der Konsumgenossenschaften des Zentralverbandes aus, so daß sich ein gutes Durchschnittsbild ergibt. Die Verlagsgesellschaft deutscher Konsum- o e r e i n e erzielte im dritten Vierteljahr 1926 einen Gesamtumsatz von 2 320 863 M. oder 4 6 6 6 31 M. mehr als in gleicher Zeit des Vorjahrs. Vom letzten Gesamtumsatz entfallen 1 620 103 M. auf Erzeugnisse der Druckerei und Papierwarenfabrik, ferner 085 686 Mark auf das Versicherungswesen und 15 074 M. auf das Elettrizi- tätswerk. In der Zeit von Januar bis einschließlich September 1926 steigerte die Verlagsgesellschaft ihren Gesamtumsatz um 1585 318 M. gegen die gleiche Zeit des Vorjahres auf 7 063 619 Mark._ Die Beschäftigung bei Siemens. Auf Anfrage teilt die Ver- waltung der Siemens u. Halsk« A.-G.(Berlin-Siemensstadt) mit, daß der Bestellungseingang bei der Siemens u. Halske A.-G. und bei der Siemens-Schuckert-Werke G. m. b. H. sich gegenüber der ersten Hälft« des Jahres um einige Prozent gehoben hat. Bei der Siemens u. Halsk« A.rt.S-ut>tm-nnn.Ab«nd Kreuzhergr Svrechchorvrobe im Jugendheim Reichenbergev Strafte 6«. 5iast5-7dLa!sr ttperokn-us Pl«inn.-Turnus II Fialslics lösatei Nortfen IOT14— 36 ? Uhr; Neidtiaraf V. y hLULllllU vonv.'oifganc Gocfc! Reg!« Helnrnüpen K�mmerspieic Norden 10134— 38 Uhr MWilkMn? Von T rlstan Bernavd Regia: Eug. Ro>ert Vo�ks büh ne TJisitar ta eilsvplzfi Vi, Uhr: Hamlet öle llsmarc< Z'A t. ISU 8 Uhn Ile Sefangeue Von Bourdet Regie W. Reinhardt Hose-Thester «■/. Uhr ffos ihr wollt COLIEKTIV- AUSSTELLUNG PER BERÜHMTESTEN SEIPENEABRIKANTEN MbLJmii# 50ui>-" __ S�idmsfliau ENTWORFEN UND AUSGEFÜHRT VON E. PlfiCHXrf, l!Mö!8l!Nk!MM'?LsWlZ Vonnerstag, 4 Xeoewher. nachm. 3«Hr. im Ccfai oan Zordon. »of-nchnler-.««• Clolenfftaft« Versammlung sämtlicher Orkhopädie- Mechaniker und Soudazisten. Tagesordnung:>. Wie verheRern wir unsere Arbeit»hedtngungen? 2. Di«. tusKon. S Sruppenangeiegenheiten. Sa i» Pfli»t aller in d>«ier Srnpoe be- schSiligirn Kolleginnen und Kollegen, zu «richeinen._ «chwna'litMmMsipr«ck»t«na AU55TAITUMG3UITER OED SlAATSTHEATED Morgen 6 Uhr: LLsisirata Tit. StWIPwiiErilsrnn; Täglich»Uhr: Oas Cr�e! iss GnbteiBE Soi�isa. JKojnmisffsc Oper Oer scrolfe Ovenrttenerlotg Jidzienne b" mt Scsak, Waesely, W/rK Blast, Ooettcher, Holl.- Sonntag nehm. 3 U.: „JpJt Fledermaus*' in erster Besetz*. bQrterkaur ununterbrochen v. W Ü an. fTimw— i.....................—ii...... aiWWii'.y-Jhncr Th. Könle räix 5r. Hasonhelde 2110 8Uu Wn Om�rwl» isotnJi'jenliani Norden 6304 i: Ginbruch TD. i. ktllEKitrliliti FranaFsh« «omMiemuiN» Sonn; nachm.« U. Oer Uan n hden Preise 50 Pf. b. 4M. CASINO• 7NEMTKR s Uhr Nur noch wenige Aufführungen Grfifln Tippmamsell rmtfctietn 1-4 Per» Hei Vorreif, der Annonce Fauicil Ig- Mk.. Sessel 1,5 '"■ l'' 1'■ i'»........ Wailaer-inealer /K. iSasemaansTSclifer VlinteF Gerne* Relchshalien-Thealer ASeads S Uhr, Sonniag nachm. 3 Uhr Slelftoer Zövger LSdiim Piepers Diele Burleske von Meyscl -icr'� ��h/n halbe Preise 1 D Dönhoff- Brett'i VarietO Konzert Tanz NF ■gnsuhr CÄRLI beginnt HÄGENBECK KARTEN i WERTHEIM ab 70 Uhr un HEIM-Ttrrz] DUhrunurTtas 1 traben id. OueAiffel I5TELLINOEN reinGaUfpIel I imCircus Bufch Nlttwoch, den 3. IMr. nacbmlttags 12V« Uhr Adolf Hoffmann Knorke Sdialhnmareake mit lIlattralloBea von Villi Steinen PretaSOPf*. i Porto« Ptg. Vorräflg in allen Vor-wirfs-Aargaborf ollen iiitiiicrg-Bihiri vis Kflastler-Th. 31/j U.; Das große Abenteuer Sbd. 3' Das bßse Vrlnzcftcben Stf.3'«: rierfröh- llche Velnhert Lcssiaz-TUeacer 3 UV KCBMhDBd Cebcrraemm Stg. 3",; Kukuli In. e.isrfirstiedzriB 8 Uhr; In der Johsnnisr.ac t LUiispielhaiis SV. Uhr: D fiqrii): inv.Elba Stg. aCT tea�hwis ür. Söiaflspielliaaj Tlgllch g>/4 Uhr 'Vow.Wua�. gufäcurid- Tggl 8'�Uhr» Tnesier Im Admiralspalast Blesenertolp Mer-Zevus An il ans Preise von 3-t6 M. Vtmrte' mitirti| riselBM tET Ke�reDpipTSdü neircpoi- rMeü. Tägltch. Uhr: D c gioSe Revue Wiedgr Nelropg! BMtdesz-T»ear. Täglich S1', Uhr: MlgDalüek üithll lijoflKtui reWtt nuaia-TPeater unr Miraelz Regie; Verth Vierte' Tlisitir dn Wesleas 8: nadilWeslen immmmm D« Sedurt eine» g Buben» kittr Edert i Hartwig 1 nijnikodwliiitn| I- Erich Treumann d* Fn* thrBueftBlrtel;.� Einen gefunden Schlaf nnd damit eine Kräftigung des ganzen Neroensyiiemo erzielen Sie durch den echten.SaldraviiT Paienlamtt geich unter Rr. 342681 idr enthält'ämtliche Sxtrattinftoffe der Baldrianivu?:«! in Iräfttonn Slidwetn gelöst All« Rochahmuegen d!« eis ebensogut angeboten werden. weise man entschieden zurlld.— Ja haben in Apolheten und Drogerieu Herst llen Otto Stumpf 11.-®. Shemnlh. Nesbau-Wohnungen TellMlIlBBttt Bettwäsche. 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Ottober langem, schwerem Leiden Mgnn. nnfcr ieber Bater. Schwieger. und Srosioater und Bruder, der Ardeitsoermtiiler Arthur Scholl Im Namen der Hinlerdliebrnen Anna Scholz, geb. Svlinna Sie Sindschernng findet am Freitag. den 5 Nooember, nachmittag, I Uhr. im Rrematorium Dertchllttaft» statt Am iNontag.' rn 1. November, verschied plögl>ch im 55. LebensfaHre mein lieber Mann, unser quler Kaier. Bruder. Schwager und Onkel, der iSerficherungsag nt Kickard Meyer Berlin, EisenbaHnsfr. 48 In tiefer Abauer Anna Meyer o- Kinder. Die Einäscherung findet am nachmlttaa 2>i, Uhr ,m Rr«m> Banmschutenwea Natt »EöheE Donnrrsfaa. 4 Koocmber. abeni!» t»Hr. Im Slhnngoiaat des Verbands- Hanta», cwtenstrav««S S»..............-——--— Branchenversammlung„.„Ä�e�'Ä�-f-cse Saaeserbnuna: 1. Bericht-an EfatgarbeiltiaM achtzehn. der Berhandlung ml! dem Ardrttgrder- aefckiast._.— 18,—. Ruft. der Berhandlung mit oem nroengeo-i- wi.n._________ Schuhoerdend. i Stellungnahme oniu chelegenhelt!«lelderfchrank 3 Derdand«. u. Branchenangelezenheilcn Vertilo 15.—. Baschtoilette ll.— �u„- Da in dfesee Berfamm'ung wichtig« daum-Schresh tisch 25,—. Rüchen 24.—, Seschliisfe geiaht werden müsien. ist es Bliischldfa 15,—. Möbelhaus Sotillcb. BAicht:ede, Rollegen, in der Versammlung Nilaenerstrafte �dreizehz��������� anwesend zu sein. Achtung! ZRiMüle Heerenzimmer 290.-. Rindlederselsel , 85.—. Rahlungserleichierung. Ramcr- ling, Rastanienallee 53.* viano, preiswert. Riaviermacher Die Beirtedsr äl»» geiischrtst Nr. 22 ist erschienen und kann gegen Dorlegung der L'gtttniaiionslari« des Betriedsrais.„tu.», obmann»» für da» Iadr 1826 in unserem Link Srnnnenstraft« 35 Bureau. Zimmer 5 oder nach 1 Uhr im——- Zimmer 4. entgegengenommen werden VW Ortsoerroallnng. Nach 3 sähe. 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