flg. SM ♦ 43» �ahrg. Musgabe A flr. 26$ VezugSpreis. Wöchentlich 70 TBftnnic. monatlich JUidunurri ootau«»ahlbar. Uttlet ttreuHdand für Drutfchlauch. a>ciui«, Saar» und Mrmelqebiat. Oelterreich. Sitaaen. Luiemdur« 4,50 Reichimart. für da, übri«« Ausland ö.50 Reichsmark pro Monat. Der.Vorwärts' mit der Muftrier- ten Sauatagsbeilage»Soll und Zeit' fowi« den Beilage».Unterhaltung »no wissen'»Au, der ffilmweU'. »Frauenstimme',.Der«inder» freund'..Lugend-Vorwärts' und »Blick in die BücherweU' erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Sonntagsansgabe Telegramm-Adresse: �Sozialdeeoafra« Berlin" »* Devliner VolKsvlakt Zentralorgan der öozialdemokrati fchen parte! Deutfchlands Neüaktion und Verlag: öerlln Ew. 68, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292 297. Cl5 Pfennig) Anzeigenpreise? K» einspaltig« Ronp.'reisse- Hüe 80 Pfennig, Reflomezeile 6y— Reichsmark,»Zlleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort 25 Pfennig liulässsa zwei fettgedruckte Wortes. iedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erst« Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte übet 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt kieile 80 Pfennig. aomilienunzeiaen für Abonnenten - Keile«0 Psennia. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4Mi Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW8S. Linden. straheZ, abgegeben werden. Geässue! von Sio Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Serlin EW. 68, Linöenstr.Z Postscheckkonto! Berlin 07 5«- Bankkonto! Bank der Arbeiter,«ugeftelten nnd Beamten,«aäftr. 05:»iskonto-Sesellschast.»eoosstenkass,«indenstr. 0. verhanölungen im Sergbaukonflikt. Zugeftänduifse der Arbeiter.— Hartnäckigkeit der Unternehmer. London. 6. Xooember.(eigener Drahtbericht.) Die Berhand- lungen zur Herbeiführung eine» Friedensschlusses im englischen Berg- baukonflikls haben im Laufe des Sonnabends weitere Fortschritte ge. macht. Zunächst fand am Vormittag ein Kabinettsrat statt. An diesen schloß sich eine Besprechung zwischen Vertretern der Bergbau- Unternehmer und der Regierung an. B a l d w i n teilte den Unter- nehmern offiziell mit, daß die Bergarbeiter bereit sind, eine distritts- weise Lohnregelung anzunehmen, falls diese Distrittsabkommen so gestaltet werden, daß gewisse Punkte für den gesamten Bergbau gleichmäßig geregelt werden und eine den Distriksabkommen übergeordnete Körperschaft aus nattonoler Grundlage geschossen wird. Bei diesen gleichmäßig zu regelnden Punkten handelt es sich um den INlndesiprozentsah für die Löhne, den prozentualen Verteilungs- schlüssel zwischen Löhnen und Profiten, die gleiche Lauffrist für die Distrittsabkommen usw. Die Bergbauunternehmer teillen der Regierung mit, daß sie keine Einwände gegen einen einheitlichen Mindestlohn zu machen hätten nnd sie völlig damit einverstanden seien, auch sonst die Distriktsabkommen so einheitlich wie möglich zu gestalten. Sie wandten sich jedoch gegen den Wunsch der Bergarbeiter nach einer einheitlichen Gestaltung des Lohnverteilungs- s ch l ü f f« l s. Die wirkliche Schwierigkeit liegt jedoch vorläufig darin, daß die Unternehmer ihre bisherige Weigerung aufrecht- erhallen, irgendeine den Distrikten übergeordnete Körper- schaft auf nationaler Grundlage anzuerkennen. Es ver- lautet, daß die Regierung angesichts dieser Schwierigkeiten ihren alten Plan der gesehlichen Einsetzung eine« nationalen Berufung»- Schieds- gerichtshofs für die Distrikte, den sie fallen gelassen hatte, wieder ansge- nommen hat. Man kann jedoch annehmen, daß das zunächst nur als ein Druckmittel gedacht ist, um die Unternehmer zu ver- anlassen, freiwillig irgendeiner nationalen, den Distriktsabkommen übergeordneten Regelung zuzustimmen. Die Besprechungen zwischen Regierung und Unternehmern zogen sich solange hin, daß die Bergarbeiter-Exekutive erst am späten Abend zur Fortsetzung der Besprechung mit der Regierung aufgefordert wurde. Die Verhandlungen auf Montag vertagt. London, 6. November.(WTB.) Im Anschluß an die heutigen Besprechungen der Regierung mit den Vertretern der Bergarbeiter und der Bergwerksbefltzer verlautet, daß die letzteren aus ihrem Widerstand gegen ein für das ganze Land geltendes Abkommen be- harren. Die DerhaMungen sind ans Montag vertagt worden. Wahlkampf in Dänemark.' Genosse Btauning kündigt Parlamcntsauslösung an. Kopenhagen. V. November.(HJIB.) Bei der heute im Folkelhing erfolgten zweiten Lesung der Reglerungsoorschlägc, be- treffend Maßnahmen zur Milderung der Wirtschaftskrise, wurde ein großer Teil der Paragraphen abgelehnt. Staalsminister S t a u n i n g erklärte nach der Abstimmung, daß die Regierung die Verantwortung für die Wetterführung der vorige nicht übernehmen könne. Er beabsichtigt daher die Auflösung des Folkethlng und die Ausschreibung von Neuwahlen vorzuschlagen. Die Erklärung veranlaßie die Zuhörer zu Beifallskundgebungen. * Die Neuwahl dürfte bereits Anfang Dezember vorgenom- mcn werden. Unsere Genossen gehen in den Wahlkampf mit dem festen Willen und der sicheren Erwartung, diesmal auch ohne die Radikalen, für sich allein die Mehrheit zu erobern. Der litauisth-rusilscbe Vertrag. In Kowno genehmigt. Sowoo, S. November.(MTB.) In der vergangenen Nacht hat der litauische Sejm das russifch-lttauisch« Nicht-Angrisfs-Abkommen, dos am 28. September in Moskau abgeschlossen wurde, mit 45 gegen 24 Stimmen ratifiziert. Außer den Volkssozialisten und Sozial. demokraten stimmten für die Ratifizierung die Menieldeutscho Frak- tion, die Tautininkai und die Juden. Die Polen enthielten sich der Stimme. Gegen die Ratifizierung stimmt« der ganze Rechtsblock. Mißtranensvotnm in Mcmcl. Memel. K. Rovember.(WTB.) In der heutigen Sitzung des Landtages beantwortete der Landespräsident S t m o n g i t i s mehrere Interpellationen. Nach der Beantwortung erklärten Landwirtschafts- partei und Volkspartei, daß ihnen die Antwort nicht genüge. Bon beiden Parteien wurde jolgender Antrag eingebracht: Der Präsident des Direktorium» hat nicht mehr das Vertrauen des Landtages. Dieser Antrag wurde mit 20 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen (S Sozialdemokraten, 2 Groß-Litauer) angenommen. Der Beschluß des Landtages wird nunmehr dem Gouverneur des Memelgebietes unterbreitet werden, der daraufhin die weitere Entscheidung zu treffen hat._ Ein neues Saarabtommen. Die Anssiehten der dentsch-französischcn Wirtschafts» Verständigung. Amtlich wirb mitgeteill: Am Sonnabend, den K. November, ist im Auswärtigen Amt ein« deutsch-französssch« Vereinbarung über den Austausch von Erzeugnissen einiger deutscher und saarländischer In- dustrien gezeichnet worben. Die Vereinbarung, die nach zwei- wöchigen Berhandlungen zwischen Herrn Bosse und Herrn Serruvs zustande gekommen sst. soll der s a a r l ä n d i s ch e n und der d« u t- fchen Industrie, besonders der«ifenschasienden und«isenver. arbeitenden Industrie die Möglichkeit bieten, ihr« natür- lichen Absatzgebiete zu beliefern. Dies« Vereinbarung ergänzt da, am S. August 1S2S zwischen Deutschland und Frankreich abge- schlosfene«btommea Ober ten Warenaustausch zwischen Deutschland und dem Saargebiet und bietet zusammen mit diesem eine zwar nicht vollständige, aber doch weitgehende Regelung der wirtschaftlichen Be- Ziehungen zwischen Deutschland und dem Saorgebiet. Das Abkommen tritt, wenn es von den gesetzgebenden Körper- schoflen ratifiziert worden ist, mit dem 1. Dezember 1926 in Kraft und läuft bis zum ZI. März 1927. Wenn diesem Abkommen auch nicht die Bedeutung eines deutsch- französischen Handelsabkommens beizumessen ist, so ist sein Zustande- kommen doch ein Zeichen für das gemeinsam« Bestreben der deutschen und französischen Regierung, ihre wirtschaftlichen Beziehungen vertraglich zu regeln. Obwohl sich die deutsch- französischen Berhandlungen der letzten 14 Tage nur aus dieses Ab- kommen beschränkt haben, sind die Unterhändler der Ueberzeugung, daß die voraussichtlich Anfang nächsten Jahres wieder aufzunehmen- den Verhandlungen über eine langfristige Regelung der deutschfranzösischen wirtschaftlichen Beziehungen von diesem Abschluß günstig beeinflußt werden, und daß es dem allgemeinen Be- streben der beiden Delegationen gelingen wird, auch auf diesem Gebiet ein« die Interessen der beiden Länder befriedigende Lösung zu finden. Ehyrzow. Gin Kapitel Schiedsgerichtsbarkeit. Es war«ine Verletzung der für Ostoberschlesien geltenden, vom Bölkerbund garantierten Rechtsbestimmungen, als die polnische Re- gierung das große Werk Chorzow(sprich ungefähr Chorschus, aber nicht„Korzoh") der deutschen Kalistickstosfindustrie enteignete. Die deutsche Regierung klagte vertragsgemäß beim Internationalen Schiedsgerichtshof im Haag und nach Jahr und Tag hat dieser die Enteignung als rechtswidrig und unzulässig erklärt. Polen hat als Partner des Vertrages wie ditrch seine Teilnahme an dem Prozeß dieses Gericht als zuständig, sein Urteil als verpflichtend anerkannt. Die polnischen Außenminister, wie immer ihr Name sei, be- tonen, so oft»nd so gern wie die meisten ihrer Kollegen, ihre un- bedingte Treue zu bestehenden Verträgen, und sie erklären sich stets als unbedingte Anhänger der schiedsgerichtlichen Austragung internationaler Streitsälle. Soweit jene Berträge in Betracht kommen, die Polen auch nichtpolnische Gebiete und einen Korridor durch Deutschland zugeschlagen haben, ist ein Zweifel an der Ber- tragstreue Polens nie aufgetaucht. Aber in welchem Licht erscheint seine Schiedsgerichtsbegeisterung, wenn es in einem so klaren Fall wie dem Haager Chorzow-Urteil gar nichts dazu tut, ja offen ab- lehnt, das Urteil auszuführen?! Ist die Wegnahme als rechtswidrig erklärt, so kann natürlich nur die Rückgabe das Recht wiedcrher- stellen, und nur wenn der Enteignete sich einverstanden erklärt, statt des ihm genommenen Gutes eine andere Entschädigung anzu- nehmen— etwa weil er das Gut nicht verwalten könnte oder weil es z. B. inzwischen so schlecht verwahrt worden wäre, daß er lieber aus seine Rückgabe verzichtet—, dann kann auch diese Entschädi- gung ausreichen. Polen hat aber bisher das Haager Urteil nicht ausgeführt, und darum wird man es nur billigen können, wenn die jüngste deutsche Ehorzow-Note, die eben in Warschau übergeben worden ist, den B o r b e h a l t sür die angeregten und wohl auch zu erwartenden Verhandlungen macht, daß wenn sich dabei aus der polnischen Nichtanerkennung des Haager Urteils Schwierigkeiten er- geben sollten, Deutschland beim Haager Schiedsgerichtshof ein neues Urtett beantrage, das die ohnehin schon bestehende Klarheit der Rechtslage eben noch klarer macht. Zür Sie Freiheit! Grundsätzliches zum--Gesetz gegen Schmutz nni» Schund". Im Reichstag soll in nächster Zeit der Entwurf eines „Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schmutz und Schund" zur zweiten Lesung kommen. Gegen diesen Gesetz- entwurf, der für literarische und künstlerische Erzeugnisse ein höchst anfechtbares Zensurverfahren einführen will- lehnt sich die geistige Welt Deutschlands mit Recht auf. Sie findet dabei die lebhafteste Unterstützung der Arbeiterschaft, die schon einmal auf diesem Kampfplatz'ihren Mann gestellt hat, als es galt, den Anschlag der sogenannten Lex Heinze zurückzuweisen. Das Gesetz gegen den Schmutz und Schund gehört zu jenen Gesetzen, die hinter einem sehr wohlklingenden Namen ganz andere Zwecke verbergen. Wer sieht nicht die sitt- iichen Gefahren, von denen die Jugend bedroht ist und wer wollte sie nicht davor behüten? Aber die Ursachen der Ver- wilderung liegen wahrhaftig nicht auf dem Gebiet der Kunst und der Literawr. Massenquartiere, Massen- arbeitslos igkeit und Massenelend sind ihre Quellen. Die geplante Zensur wird gewiß in zahlreichen Fällen nur solche Erzeugnisse erfassen, deren künstlerischer Wert gleich Rull ist und die nur dadurch reizen, daß sie an bestimmte Instinkte appellieren. Aber werden solche Erzeug- nisse von der öffentlichen Feilbietung ferngehalten, so wird das für sie eine Reklame sein, die ihren stillen Verlauf nur fördern wird. Auf der anderen Seite wird auch die e r n st e geistige Produktion einem Versahren unterworfen, das für sie anz unerträglich ist. Sie wird unter den Mißgriffen der Zensur zu leiden haben, und wir werden aus den Skandalen, die uns in der Welt als ein geistig unfreies Land erscheinen lassen, nicht mehr herauskommen. O Die Sozi äl demokratische Partei folgt nur ihren besten Traditionen, wenn sie jenes Gesetz entschieden bekämpft. Sie ist sich dabei der Unterstützung der Arbeiter gewiß, die durch das große Erziehungswerk, das sie an sich selber vollzogen haben, der Bedeutung geistiger Werte be- bewußt geworden sind. Mit besonderer Freude sieht sie unter den Persönlichkeiten der Kunst und der Literatur, die jetzt für die Freiheit des g e i st i g e n Schaffens in die Schranken treten, auch solche, die sonst mit diktatorischen Neigungen— sei es von links oder von rechts— ein wenig zu kokettieren lieben. Dem Künstler gefällt der Kampf entfesselter Leiden- schaften, ihm gefällt die heroische Geste, denn sie bietet ihm Objekte für sein Schaffen. Da erscheint ihm die sozialdcmo- kratische Bewegung, die nickst gewohnt ist, olles auf eine Karte zu setzen, sondern Opfer und Erfolgaussicht ruhig abwägt, leicht zu lasch, zu nüchtern, zu phantasielos, und er begeistert sich leicht für andere Strömungen, die im Drauflosgehen forscher sind und weniger Respekt vor Menschenleben zeigen. Vielleicht erschließt jetzt der Kampf um das neue Zensurgesctz manchem das Verständnis dafür, daß dort, wo Gewalt gegen Gewalt steht, es der forschende und schaffende G e i st ist, der die härtesten Opfer zu bringen hat, den stärksten Druck erleidet. Ihn vor diesen Opfern und diesem Druck zu be- wahren, ist eine der vornehmsten Aufgaben, die sich die So- zialdemokratische Partei gestellt hat. Ihr Kampf gegen das Schmutz- und Schundgesetz ist nur ein Teil ihres Kampfes gegen alle diktatorische Unterdrückung, für den wahren Ideen- gehalt der demokratischen Republik. * Es liegt uns fern, die Bedeutung dieses Kampfes ver- kleinern zu wollen, indem wir auf die Vorgänge in anderen Ländern hinweisen. Hier geht es um ein Ganzes, das so wichtig ist, daß jeder Teil von ihm wichtig genug er- scheint. Aber darum sst es nicht weniger wahr- daß es bei uns jetzt nur um einen Teil geht, in anderen Ländern aber um das Ganze. Mit Abscheu und Empörung blickt die Kulturwelt heute auf I t a l i e it. Dort begnügt man sich nicht damit, der Kunst und Literatur Zensurftreiche zu spielen, dort hat der Federstrich eines Diktators auch die letzten kümmerlichen Reste geistiger Freiheit vernichtet. Allerdings richtet sich der Gewaltstoß des Faschismus weniger gegen die Freiheit der Kunst als gegen die der olitischen Kritik. Aber welcher Künstler wird die ehauptung wagen, die zweite dieser Freiheiten sei weniger wichtig als die erste? Der Künstler, der hier den engen Zu- sammenhang übersieht, begreift die Welt nicht und beurteilt sie zünftlerisch nur nach den Interessen seines eigenen Be- rufs. Wenn es erlaubt fein soll— und es soll erlaubt sein—, nackte Leiber zu malen und die intimsten Vorgänge des menschlichen Lebens künstlerisch darzustellen, dann auch fort mit den Feigenblättern der Regierungs» systeme und Licht in die dunklen Borgänge der Kabinette! In Italien ist jetzt der letzt« Rest politischer Kritik ver- boten. Uebertreter dieses Diktats sind der Willkür der faschistischen Milizgerichte ausgeliefert. Die faschistische Miliz aber, was ist sie? Ins Deutsche übersetzt, heißt die faschistische Miliz Einwohnerwehr. Orgesch, O. C. oder Schwarze Reichs- wehr. Die italienischen Schiburr und Klapproth, Killinaer und Tillessen werden auf hohe Richterstühle gesetzt, und die Vorkämpfer eines freien Italien werden vor ihnen als An- geklagte erscheinen.> » Die Erregung in den Massen der deutschen Arbeiterschaft über das schamlose Treiben des Faschismus ist echt und tief. Und dieses Gefühl, das den deutschen Arbeitern nur Ehre macht, knüpft unmittelbar nicht an die materielle Lage des italienischen Proletariats an, nicht an die sozialen Untergründe, auf denen sich der ideologische Neubau des faschistischen Systems erhebt. In Italien ist der Unternehmer wieder«Herr im Hause", in Italien sind die Löhne niedriger als in irgendeinem anderen Lande Europas, wir wissen es. Aber nicht das war es, was die Seelen ins tieffte aufwühlte, sondern es war das Attentat des Faschismus auf die geistige Freiheit! Diesem instinktiven Haß gegen jede politische Unter- drückung liegt die sehr richtige Erkenntnis zugrunde, daß dort, wo die Quellen der Ausklärung verstopft sind, die Ströme des sozialen Fortschritts nie zum Fließen kommen. Verkürzt man den Massen das tägliche Brot und läßt man ihnen die staatsbürgerliche Freiheit, dann läßt man ihnen wenigstens noch di e Hoffnung, ihre Lage durch eigene Kraft heben zu können. Wenn man aber die Freiheit tot- schlägt, dann schlägt man auch die Hoffnung tot, und es wird ringsum Nacht. Solche Gedankengänge sind jedem deutschen Arbeiter ge- läufig, der durch die Schule der sozialistischen Bewegung ge- gangen ist. Und darum begreift auch jeder, daß die Sozial- demokratische Partei auf dem Posten ist, wo es um das hohe Gut der geistigen Freiheit geht und wo es gilt, den An- fangen der Finsternis zu wehren. * ; Damit glauben wir, den Künstlern und Dichtern— und hoffentlich auch noch anderen Leuten— klargemacht zu haben, was uns Sozialdemokraten von Bolschermsten, von Kommunisten unterscheidet. Das ist unser Respekt vor der Persönlichkeit, vor der geistigen Freiheit. Gäbe es keine Sozialdemokratie, so gäbe es heute in Europa nur noch zwei Formen staatlicher Gemeinschaft: die bolschewistische und die faschistische. Diesen beiden aber ist die Miß- achtung der Persönlichkeit, die Mißachtung der geistigen Frei- heit gemeinsam. Heute liegt zwischen den Herrschaftsbereichen jener beiden Systeme ein breites Gebiet, auf dem sich der menschliche Geist nach der kritischen wie nach der schöpferischen Seite frei entwickeln kann. Es gibt keine Meinung, die nicht in aller Oeffentlichkeit für sich werben dürfte. Für diese Freiheit hat die deutsche Arbeiterklasse jähr- zehntelang gekämpft. Sie hat sie im wesentlichen errungen, sie auszubauen, zu festigen, zu verteidigen, ist ihre vornehmste Aufgabe. Nur kleine Teile von ihr sind dem Fehler verfallen, das Errungene, da man es besitzt, weniger wert zu halten als damals, als man noch darum kämpfte. Die Not, unter der sie leiden, ist ihre Entschuldigung, darum ist ihr Irrtum nicht weniger verhängnisvoll. Denn es ist ein Wahn zu glauben, daß der soziale Aufstieg der Massen möglich sei ohne die Freiheit der Wissenschaft, der Kunst, der Presse, der politischen Kritik, des staatsbürgerlichen Selbstbestimmungs- rechts. Der„sozialistische Zukunftsstaat", nach dem wir streben, ist kein faschistischer und kein bolschewistischer Staat. Kein Staat satter Sklaven und gehorsamer Soldaten— und wenn es jenen auch gelänge, ihre Sklaven satt zu machen! Uns ist die materielle Wohlfahrt nicht Selbstzweck, und wir er- warten von ihr nicht, daß sie schon für sich allein ein neues Glücksgefühl schafft. Dieses Glllcksgefühl kann nur aus dem Bewußtsein entspringen, aller Fesseln sozialer und Der Unfall. Bon E s f i Horn. Ein plötzlicher Windstoß entführte einen Hut von der offenen Plattform der eilenden Straßenbahn. Das leuchtendrote, goldver- zierte Sammetgebilde rollte quer über den belebten Platz, hüpfte nach rechts, tänzelte nach links, bog gerade noch den schnellen Rädern eines Autos aus, und kletterte dann, nach verschiedenen vergeblichen Ansätzen, einen aus grauem Schmutz zusammengekehrten Berg hinauf, wo es sich noch ein paarmal um sich selbst drehte, bevor es leicht schwankend liegen blieb. Ein junges, schlankes Mädchen im ärmlich blauen Kostüm griff mit einem leisen Auffchrei nach dem unbedeckten, im Winde auf- flatternden Haar, rief:„O, mein Hut!", riß dann schnell das Gitter zurück und sprang von dem sausenden Wagen. Die zarte Gestalt wurde noch vom Schwünge der Fahrt nach vorwärts gerissen und gehorchte nicht dem anders gerichteten Willen, die Füße machten einen kurzen Schritt zur Seite, dann taumelte sie und schlug schwer hintenüber zu Boden. Sie stöhnte auf und lag dann ganz still, während ihr Gesicht totenblaß wurde und kleine Schweißtropfen auf ihre Stirne traten. Menschen eilten hinzu, eine Frau schrie gellend auf, einmal und nochmal, bis ihr jemand rief, sie solle das Maul halten. Autos blieben stehen und in der schwarzen Menschenmenge, die sich im Augenblick angesammelt hatte, blitzten die glänzenden Helmspitzen einiger Schutzleute auf. Die Fernerstehenden stellten Fragen, unmögliche Antworten schwirrten aufgeregt durcheinander, Kutscher schalten über die Ver- kehrsstörung, Neugierige reckten die Hälse. Auch die Straßenbahn, aus der die Verunglückte gesprungen war, hatte gehalten und eine jüngere Frau mit erschrecktem Gesicht und angstvollen Augen war ausgestiegen und zu dem jungen Mädchen geellt. -„Marie," sagte sie und streichelte das Gesicht der Ohnmächtigen. die man aufgerichtet hatte, und die nun wie leblos an den Armen zweier Schutzleute hing.„Es ist meine Schwester," fügte sie er- klärend hinzu, und dann sah sie hilflos und verzweifelt um sich und fragte:, Kommt denn kein Sanitäter?" „Doch, doch," sagte jemand beruhigend,„er muh gleich da sein," und da griff sie wieder nach den schlaffen Händen des Mädchens und fragte:„Marie, hast du dir weh getan?" . Aber da kam keine Antwort, und so sagte sie nur immer wieder wie geistesabwesend:„Meine arme, arme Marie." Da drängte sich ein dicker Mann vor und sagte in überlegenem Ton zu den Umstehenden, er habe alles mit angesehen, und hier habe man wieder einmal den Beweis, was für ein Unfug das Auf- und Abspringen von fahrenden Trambahnen sei, und er ver- stehe gar nicht, wie man um eines so lächerlichen Objektes willen, politische� Unterdrückung ledig geworden zu sein, aus dem Einssein mit einer Welt, in der sich jeder frei recken und strecken kann, frei von den Fesseln drückender Not, aber auch frei im Geiste, von keinem MUizgericht, keiner Tscheka bedroht, von keinem Zensor bewacht. Und darum bekämpfen wir auch den engherzigen, dem literarischen und künstlerischen Schaffen gefährlichen„Ent- wurf eines Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schmutz und Schund". Gefährüung ües �rbeitsgerichtsgesetzes. Unhaltbare Beschlüsse des Sozialpolitischen Ausschusses. Mit einem höchst unerfreulichen, die gesamte Arbeitnehmer- schaft geradezu alarmierenden Resultat ist die erste Lesung des Arbeitsgerichtsentwurfs im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags abgeschlossen worden. Mit Rücksicht auf die zünftlerischen Tendenzen im Handwerk hat sich die Mehrheit des Ausschusses dazu verleiten lassen, gerade die Dinge, die durch die neue Arbeitsgerichtsgesetzgcbung beseitigt werden sollten, im Gesetzentwurf festzulegen und damit die Vereinheitlichung der Arbeitsgerichte in höchstem Grade zu gefährden. Man beschloß nämlich, die Vereinbarung von Schiedsgerichten auch zwischen einzelnen Zlrbeitgebern und Arbeit- nehmern zu gestatten; desgleichen wurden die Bestimmungen der Gewerbeordnung über die Jnnungsschiedsgerichte aufrecht erhalten. Nach diesen Beschlüssen hat es jeder Arbeitgeberverband künftig in der Hand, von seinen Mitgliedern zu verlangen, daß sie mit jedem Arbeitnehmer übereinstimmende Schiedsgerichtsverträge im Arbeitsvertrag vorsehen. Die Aufrechterhaltung der privaten Schiedsgerichtsbarkeit und der Jnnungsfchieds- g e r I ch t e bedeutet für die Praxis u. a. auch die Verewigung der unliebsamen Verzögerungen in der Entscheidung der Streitfälle: denn die unterlegene Partei kann ja durch Klage beim Amtsgericht und Berufung beim Landgericht den Streitfall von neuem aufrollen. Die Arbeitnehmer— und diese sind es ja zumeist, die klagen müssen— können sich die Füße ablaufen, bis sie zu einem Resultat kommen. Wochen und Monate können vergehen, bis sie die paar eingeklagten Pfennige erhalten. Endlose Scherereien werden an der Tages- ordnung sein. Die Haltung der Ausschußmehrheit ist um so unverständlicher, als zum Beispiel In der Frage der Jnnungsschiedsgerichte für die Einrichtung von Fachkammern bei den Arbeitsgerichten und für genügend Parität gesorgt worden war. Trotz des Ent- gegenkommens nun diese Verschandelung des Arbeitsgerichtsgesetzes, durch welche von neuem Millionen von Arbeitern, für die zum größten Teil bereits die Gewerbegsrichte zuständig waren, einem un- möglichen Rechtsverfahren ausgeliefert werden. Die Beschlüsse der Ausschußmehrheit bedeuten eine völlige Aushöhlung und Entwertung der Vorlage, deren Schicksal nunmehr be- denklich in Frage gestellt ist. Will der Reichstag die Vorlage retten, dann muß den Forderungen der Gewerkschaften, die In diesen Fragen einig sind, Rechnung getragen werden. Das Unbehagen im Zentrum. Katholische Arbeiterstimmen. In der„Westdeutschen Arbeiterzeitung", dem Verbands- blatt der katholischen Arbeiter- und Knappschaftsvereine Westdeutschlands(Nr. 45 vom 6. November) finden wir eine gerade im Hinblick auf die Erfurter Zentrumstagung sehr interessante Abhandlung über das Verhältnis der katholischen Arbeiter zur Zentrumspartei. Es wird davon ausgegangen, daß das Zentrum als Partei für die katholischen Arbeiter erhalten bleiben müsse, aber dann wird ihm doch sehr ernst die Meinung gesagt: „Niemandem, der in den unteren Volksschichten sich bewegt, kann es entgangen sein, daß sich dort eine große politische Gleich- g ü l t i g k e i t eingefressen hat.... Wenn die Arbeiter- schaft das Interesse verliert, politisch müde wie es doch schließlich ein aller Hut sei, sein Leben aufs Spiel setzen könne. � Niemand antwortete ihm, nur einige nickten bedächtig mit dem Kopfe. Da setzte er von neuem an, und fand viele Worte über Leichtsinn und Putzsucht der weiblichen Jugend— und da niemand ihm ins Gesicht schlug, redete er immer weiter. Bis auf einmal die Schwester mit ihren erschreckten, braunen Tieraugen erstaunt und vorwurfsvoll aufsah und langsam dunkle Röte ins Gesicht bekam. Sie trat ganz nahe an den salbungsvoll Redenden und sagte mit schwerer, stoßender Stimme:„Ja, ihr, was ihr nachher immer alles wißt. Meint ihr denn, wir könnten uns jeden Tag einen Hut kaufen? Es trfar Maries bester, ganz neuer Hckt, und sie hat ihn sich von ihrem selbswerdienten Geld gekauft. Und das nur, weil der Karl— das ist nämlich ihr Freund— nicht mehr mit ihr ausgehen wollte und immer an ihr auszusetzen hatte, wenn sie ihre alte Mütze aufhatte. Leichtsinnig ist die sicher nicht, die Marie!" Sie konnte nicht weitersprechen, denn würgend stiegen ihr die Tränen in die Kehle, und so schüttelte sie mit rascher Bewegung den Kopf, wie wenn sie alles von sich werfen wollte, und bemühte sich um die Schwester, der man mit feuchtem Tuch die Schläfen rieb und ein kleines schillerndes Riechfläschchen vors Gesicht hielt. Da kam auch auf weichen Rädern das Krankenauto, und Marie, die noch immer ohne Bewußtsein war, wurde hineingebettet. Die Schwester schluchzte mit einmal laut auf, wie in plötzlicher Erkenntnis von etwas Furchtbarem, dann schloß sich die Tür des Krankenautos hinter den beiden Frauen. Die Menschen zerstreuten sich und dachten und sprachen von anderem.-- Niemand kümmerte sich um den Hut, den neuen roten Hut, der alles verschuldet hatte: sogar die Schwester hatte ihn vergessen. Weit unten in den Anlagen fanden ihn Kinder, wo er zer- knittert und durchnäßt an einen Strauch geweht war. Sie mußten lachen, als sie ihn anrührten und ihnen dabei die rote Farbe über die Hände lief und sich die kleinen Goldblumen in graue Leinen- fetzchen verwandelten, und spielten Fußball mit dem roten, be- schmutzten Knäuel, bis ihnen das Kindermädchen oerbot, den „schmutzigen Hut anzurühren". Da ließen sie ihn verächtlich liegen. Am andern Morgen berichtet die Zeitung, daß die neunzehn- jährige Marie B. im Krankenhause ihren schweren Rückenmarks- Verletzungen erlegen sei, ohne noch einmal das Bewußtsein erlangt zu haben. Man sollte nicht glauben, hieß es weiter, daß Menschen um eines Hutes willen Leben und Gesundheit wagen könnten, um eines Hutes willen, wie man ihn für fünf Mark bei jedem Aus- verkauf bekommen konnte.-- „Turandol." Für den Verein Berliner Presse hatte die Städtische Oper die„Turandot"- Premiere freigegeben. Es wurde ein gesellschaftlich großer Abend, an dem sich Mlnister, Abgeordnete, Politiker, Journalisten, Kritiker mit dem Volk der wird— es gibt andere, die agil bleiben und in ihrem Sinne Politik machen. Politik gegen das Volk... Die politische Gleichglllligkeit ist also in jeder Beziehung gefährlich. Aber wir be- gegnen auch noch ganz anderem als nur Gleichgültigkeit, wir sehen. daß katholische Arbeiter ungläubig das Gesicht verziehen, wenn wir ihnen von der Zentrumspartei sprechen, daß nicht nur Zugcnd- bewegte, sondern auch im Dienste der Partei ergraute Kämpen un- behaglich werden und kurzerhand erklären: Wir tun nicht mehr milt Das sind Tatsachen, die wir nicht übersehen können, weil sie uns immer wieder vor Augen treten, Tatsachen, mit denen wir nicht so leicht fertig werden, uns auch nicht so leichtfertig abfinden können, wie mancher Politiker es augenscheinlich tut." Das katholische Arbeiterblatt untersucht nun die Frage, woher das Unbehagen in der katholischen Arbeiter- schaft komme. Daß die als Kriegsfolgen noch immer vor- handenen unerträglichen Lebensverhältnisse viel zu diesem Unbehagen beitragen, wird als felbstoerständ- lich unterstellt. Aber darüber hinaus deutet die„Westdeutsche Arbeiterzeitung" an, daß die Zentrumspartei mit diesen Uebelständen Frieden geschlossen habe, gegen die sie noch 1919 kraftvoll zu Felde gezogen sei. Weiter wird darauf hingewiesen, daß nach dem Gefühl der Arbeiter in der Zentrumspartei zu� viele Führer gegeneimander kämpfen, anstatt sich gegenseitig zu unterstützen. Zluch die P r e s s e des Zentnims versage, weil„sie ihre Meinung nicht mehr aus dem lebendigen Volksgefühl heraus bildet, sondern f e r t i g v o n der Fabrik— genannt Korrespondenzbureau— bezieht". Schließlich aber heißt es: „Wenn wir, wie es unser Beruf so mit sich bringt, von Ort zu Ort, von Versammlung zu Versammlung ziehen, dann bekommen wir sehr vieles zu hören über erleuchtete aber auch uner- leuchtete Parteirepräsentanten, über Parteiführer, die keine Parteiführer sind. Gewiß, es gibt auch andere: Wir kennen welche und sind des Lobes voll, so wir an sie denken. Hier aber muß die Rede sein von jenen, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind oder sie nicht im Sinne der Zentrumsidee zu erfüllen suchen. Sie tragen eine große Schuld daran, daß so mancher kalholische Arbeiter politisch müde wird und der Zentrumspartei schließlich mehr oder weniger verloren geht." Um dem, was die katholischen Arbeiter besonders miß- gestimmt macht, Ausdruck zu geben, verweist die„Westdeutsche Arbeiterzeitung" zum Schluß auf die Z e n t r u m s p r o k l a- m a t i o n e n bei der Wahl zur Nationalversammlung 1919, in denen es hieß: „Ein neues Zentrum muß und wird entstehen im Wandel dieser Tage. Rückhaltloses Bekenntnis zum demokratischen Volks- staat, Bekämpfung jedweder Klassenherrschaft, Ord- nung in der Freihett, offene Absage an den Mammonismus und Materialismus unserer Tage, Pflege der ideellen Werte, die Volk und Staat erst gesund machen: das sind die ehernen Grund- sätze seiner Erneuerung als christliche V o l t s p a r t e i." Diese Erneuerung ist ausgeblieben, deswegen die Enttäuschung der katholischen Arbeiterschaft über ihre Partei. Deshalb auch die tiefe Gärung, die durch die Reihen des Zentrums geht!_ Zum Darmat-Prozeß. Dauer etwa 6 Monate.' Am Sonnabend trat der Untersuchungsausschuß des Reichstags zusammen, um die Ausgaben zu besprechen, die ihm für die Sache Barmat gestellt wurden. Der Vorsitzende, Mg. Saenoer, teilt« mit, daß der Prozeß voraussichtlich am 11. Januar 1 9 2 7 in Berlin beginne. Es wird mit einer Dauer der Verhand- lung von etwa sechs Monaten gerechnet. Die Anklageschrift umsaßt knapp 699 Druckseiten. Mit Rücksicht auf diese Tatsache schlug der Vorsitzende vor, den Ausschuß erst wieder zusammentreten zu lassen, wenn sich bei der Durchführung des Prozesses ein« Gelegenheit biete, um aufklärende Arbeit zu legten. Auf eine Anregung hin wurde in Aussicht genommen, den Mitgliedern des Ausschusses gelegentlich di« Teilnahme an einer Gerichtsverhandlung zu ermöglichen. Künstler friedlich zusammenfanden. P u c c i n i s Alterswerk zeigt die große theatralische Stärke des Meisters im ersten Akt, wird zu Ende des zweiten Aktes konventionell, bleibt aber immer noch mit dem weisen Melos anderer Puccinifcher Opern gesättigt und ver- ebbt erst zum Schluß in kälteren, lebloseren, unerfühlten Partien. Die Aufführung war orchestral, szenisch und chorisch außerordentlich gelungen. Die Salvatini als Turandot war eine Fehlbesetzung. Erst als sie liebende Tosca wurde und sich nicht mehr zu verstellen brauchte, war sie in Darstellung und Gesang groß und natürlich. Ochmann und Lette Schöne sangen ihre Rollen mit hohem Schwung und glönzendem Stimmeinsatz. Am Schluß endloser Beifall für die Sänger, für Walter, T i e t j e n, P a j e l li, den Maler. K. S. Charevs Weihnachtsmärchen. Gemeinsam mit H a n S Boden- st ä d t hat Eric C h a r e l l ein Weihnachtsmärchen„Funk- Heinzelmanns Märchenreise" geschrieben, das Sonnabend- nachmittag im Großen Schauspielhaus seine Erstauf- führung erlebte. Wie es sich für den Verfasser von Revuen geziemt, hat Charell keine Gelegenheit vorübergehen lassen, dekorativen Pomp zu entfalten. Manches war ausgezeichnet, besonders die Apotheose am Schluß des ersten Teiles, zu der das Orchester das Finale von Offenbachs.T)rpheus"-Ouverture spielte. Dann wurde es aber still. Es ist sehr schwer,«ine Märchendichtung für moderne Kinder zu schreiben. Es geht nicht an, daß Dornröschen oder Schneewittchen jedes Jahr von neuem aufgefahren werden. Die Idee einer Weih- nachtsrevue liegt nahe und noch näher liegt, daß der Rundfunk als zeitgemäße Erscheinung damit verknüpft wird. Bilder, wie die bei den Sioux-Jndianern oder in Merlins Zauberreich, zeigen wirklich viel Witz und begeisterten die jungen und alten Zuschauer, und auch die Idee, die Schöpfungsgeschichte pantomimisch und tänzerisch dar- zustellen, ist durchaus zu loben. Vielleicht ist hier tatsächlich ein Weg gewiesen, wie sich das moderne Weihnachtsmärchen entwickeln soll. Leider entgleiste der zweite Teil durchaus in billigem Kitsch. Die Aufführung gestaltete sich, wie es sich für das Große Schauspiel- Haus geziemt, äußerst prunkvoll. Aber man gab bereits ein Zuviel, vor allem ein Zuviel im Tanz und Ballett. Alfred Braun spielte die Hauptrolle des Zauberers Merlin. Warum gerade Alfred Braun dazu auserfchen war, bleibt unklar, wenn man bedenkt, daß Hunderte erwerbslose Schauspieler in Berlin leben, die glücklich wären, für einen Bruchteil der Braun'schen Gage spielen zu dürfen und die an Können sicherlich mit Alfred Braun gleichstehen. F. S. Die Akademie der Künste zum Opernhausumbau. Vom Präsi- deuten der Akademie erhalten wir folgende Zuschrift:„Wie ver- lautet, soll auch das Innere des Staatlichen Opernhauses Unter den Linden einer teilweisen Umgestaltung unterzogen werdcn. Ins- besondere soll der Zauschauerraum» der mit Recht als einer der künstlerisch wertvollsten Theaterräume in der ganzen Well gilt, davon betroffen werden. Jede, auch die geringste Aenderung würde diesen Raumeindruck empfindlich schädigen. Die Akademie der Künste warnt deshalb dringend davor, diesen Raum zu berühren." Ausslcllulig ftcnzSjischcr Architckien. Die Schriitleitung von.WaSinuibZ MonatShcjtcii für Baukunlt' veranstaltet in ibren Zlnzslellungeiäumen Markgras enitr. gl eine Echan der?lrbeitcn der Pariser Architekiur Je Corbusier und Pierre Jeanneret. Die AuSslellnng ist vom 3. biS 25. November werktäglich von 10 bis>/,? Uhr geöffnet. Der Eintritt sst von 12 bis V.? Uhr frei, morgens IM. Die Lockspitzelpolitik AWolims. Amtliche französische Schritte in Rom. Paris, November.(Eigener Drahtbericht.) Nach den bis- herigen Ergebnissen der polizeilichen Untersuchung gegen Ricciotti Garibaldi kann es schon jetzt keinem Zweifel mehr unterliegen, daß es sich um eine von den zuständigen Stellen in Rom«ingeleitet« politische Machination handelt, hie in der Geschichte ihres- gleichen sucht. Die Machthaber in Rom haben diesen Garibaldi nicht nur dazu benutzt, die ins Ausland geslüchteten Gegner des Faschismus in die Hände der italienischen Polizei zu spielen; seine Aufgabe, für die er mit SM OM Lire bezahlt worden ist, war vielmehr, auf französischem Boden Komplotte gegen Mussolini zu organisieren, um so der italienischen Politik Waffen gegen Frankreich in die Hände zu spielen. Die angeblichen Verschwörungen, die Mussolini bei jeder Gelegenheit als Vorwand dienten, die öffentliche Meinung gegen Frankreich aufzupeitschen, waren von niemand anderem inszeniert als seineneigenenSpitzelnundKomplicen, und ihr Zweck mar offensichtlich der, die fvanzösisch« Regierung vor der ganzen Welt ms Unrecht zu setzen in der Hoffnung, ihr auf diese Weis« die von Italien geforderten kolonialen Zugeständnisse abringen zu können. Auch die katalanische„Verschwörung", die sich übrigens mehr und mehr als das recht harmlose Unternehmen einer Handvoll romantischer Abenteurer«rweist, war das Werk der italienischen Polizei und ihrer Helfershelfer. Sie ist von Garibaldi und dem in der vergangenen Woche von den französischen Behörden aus Nizza ausgewiesenen Direktor der politischen Polizei in Rom in- szeniert worden mit dem offensichtlichen Ziele, die Beziehungen zwischen Paris und Madrid zu trüben und Spanien, wo die Be- geisterung für das mit Italien abgeschlossene Mittelmeerbündnis sehr schnell erkaltet war, nochmals der italienischen Außenpolitik dienstbar zu machen. In Frankreich, wo die verständlich« Erregung über diese, alle bis- herigen Schandtaten des Faschismus in den Schatten stellende Methode außerordentlich scharfe Formen annimmt, scheint man entschlossen, der von Mussolini gewollten Entwicklung der Dinge nicht länger mit verschränkten Armen zuzusehen. Der von dem französischen Botschafter in Rom neuerdings unternommene Schritt, der nach dem offiziellen Kommunique lediglich im Zusammenhang mit den jüngsten Zwischenfällen in Tripolis und Bentimiglia bestanden haben soll, dürft«, wenn wir recht unterrichtet sind, in erster Linie die Affäre Garibaldi und ihr« politischen Konsequenzen zum Gegenstand gehabt haben. Selbst Blätter, die bis zuletzt den Gedanken einer weitgehenden Der- ständigung mit Italien, um den Preis schwerster französischer Opfer. das Wort geredet haben, rücken heute sehr entschieden von Mussolini und seiner Politik ab und erklären uMer den obwaltenden Um- ständen eine italienisch-französische Annäherung für unmöglich. Sozialistische Interpellation in der Kammer. Paris, 6 November.(Eigener Drahtbericht.) Der sozialistische Abg. F r o t kündigt eine Interpellation über die letzten französisch- italienischen Zwischenfälle an. Frot verlangt gleichzeitig von der Regierung Auskunft, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenke, um französische Staatsangehörige gegen die Verletzung des Völkerrechts zu sichern, die die Ausdehnung der neuen italieni- schen Ausnahmegesetze auf Ausländer darstelle. Ricciotti Garibaldis Opfer. Madrid, 6. November.(EP.) Die Polizei hat in Barcelona zahlreiche Haussuchungen bei den katalanischen Separatisten vor- genommen. Zwei Separatisten wurden verhaftet. Außerdem sind eine Reihe von G r e n z w ä ch t e r n, die Saparatisten durch- marschieren ließen, verhaftet worden. » Mussolinier raus! Demonstration in Wien. Wien, S. November.(Eigener Drahtberichi.) Der inzwischen zum Unlerstaatssekretär Mussolinis ernannte italienische Professor B o d r e r o wollte heule abend hier einen Vortrag über die„Auf- bauarbeit" des Faschismus halten. Im Saal erschienen auch etwa Hunderl Sozialdemokraten, die den Redner mit stürmischen an- dauernden Rufen„hoch M o t l e o t t i!" empfingen und dann die Internationale sangen, bis der Faschist daraus verzichtete. seinen Vortrag zu hallen, womit die Versammlung ihr Ende erreichte. Oer Faschismus als Erpresser. Druckmittel gegen Journalisten. Chiasso, 6. November.(Eigener Drahtbericht.) Erpressung durch Drohung mit dem Hunger wendet der Faschismus nunmehr auch gegen die Journalisten an. Die frühere Prefsevereinigung für die Lombardei, die auf einen Federstrich des Präfekten hin faschistisch geworden ist, hat dieser Tag« ihre Mitglieder, die nach dem Gesetz in den Berufslisten eingeschrieben sein müssen, aufgefordert, eine Erklärung zu unterfchrciben, in der sie sich für die sogenannten „nationalen Direktiven" aussprechen. Di« Weigerung dieser Erklärung ist gleichbedeutend mit Nichteintragung in der Berufsliste und dieses bedeutet den Ausschluß vom Beruf, für die meisten also den Hunger. Es ist dieselbe Methode, mit der man seinerzeit die sogenannten faschistischen„Gewerkschaften" ins Leben hat rufen können, die heut«, wie ihr Präsident, der frühere Revolutionär Rossoni, behauptet. bis zu fast drei Millionen Arbeiter und Angestellte zählen. Und mit derselben Methode wird es auch möglich, daß die offiziöse faschistische Press« sich mit der Erklärung in die Brust werfen kann, 2V Millionen Italiener hätten sich aus vollem Herzen und mit begeisterter Zustim- mung hinter die Ruchlosigkeiten des faschistischen Regimes gestellt. 5a1chistenspitzel in Serlin l wie un» zuverlässig bekannt wird, sind in Berlin eine Anzahl verdächtiger Ilaliener eingelrosfen, die mau für Spitzel der Faschlstenpolizei zu hallen allen Grund hat. Die hier lebenden anständigen Ilaliener seien zu größler Vorsicht gegenüber diesen angenehmen Sendlingen aus ihrer geknechteten Heimat ermahnt! Solöatenmißhanölungen. Unhaltbare Zustände in der Reichswehr. Von F r a n z K ü n st l e r, M. d. R. Vor einigen Tagen wurde bekannt, daß in dem vorpommerschen Städtchen Demmin ein Reichswehrsoldat vom 6. Reiterregiment fünf Revolverschüsse auf einen Unterwachtmeister abgab. Der Unter- Wachtmeister wurde schwer verletzt, der Soldat wurde festgenommen. Die Schüsse von Demmin erhellen blitzartig die Verhält- Nisse in der Reichswehr. Die Meldungen von menschenunwürdiger B eh and- l u n g der Soldaten, von Selbstmorden verzweifelter Mann- schaften wollen nicht verstumnien. Trog aller Versprechungen und Zusicherungen des Reichswchrministers bei den Etatsdebatten, nehmen die Soldatenmißhandlungen in der Reichswehr zu. Die Republikaner haben alle Veranlassung, diesen Zuständen in der Reichswehr die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Die deutsche Republik würde das Ansehen eines Kulturstaates einbüßen, wenn sie verabsäumte, offen und rücksichtslos gegen die Auswüchse des Vorkriegsmilitarismus anzukämpfen. In den p o m m e r s ch e n Garnisonen der Reichswehr sind die Soldatenmißhandlubgen häusiger als anderswo. Aus Demmin, N e u st e t t i n und Stargard kommen lebhafte Klagen ver- zweifelter Soldaten. Alle Klagen und Beschwerden klingen dahin aus:„Wenn diese Behandlung anhält, dann mache ich diesem Leben ein Endel Das S o l d a t e n l e b e n ist nicht mehr zu ertragen!" Die fortgesetzte Reihe von Mißhandlungen, denen die Mann- schaften vielfach unterworfen sind, machen den Dienst zur Hölle. Schimpfworte und Schläge stehen als pädagogische Erziehungsmittel bei vielen Vorgesetzten in hohem Kurs. Als„K r u m m st i e b e l", „S ch l i p s t r ä g e r",„B o l l w e r k s l a st e r" usw. werden die Soldaten der deutschen Republik angesprochen. Die in der Reichs- wehr eintretenden jungen Männer verlieren sehr bald die Liebe zum Soldatenberuf. Ein Empfang, wie er neu eintretenden Frei- willigen bei einer Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 4 durch Unteroffiziere bereitet wurde, zeigt, nach welcher Rich- tung hin„Erziehungsarbeit" geleistet wird. Unteroffizier K.:„Sind Stettiner unter euch?" Soldat G r ä h n meldet sich und bejaht, daß er aus Stettin sei. Darauf Unteroffizier K.:„Richtig, wieder so ein Kerl dabei. Früher am Bollwerk gestanden und auf die Reichswehr ge- spuckt, und heute sind sie zufrieden, daß sie bei uns find. Euch Brüder kennt man ja. Na, warten Sie, Sie sollen mein besonderer Freund werden." Im Verein mit anderen Unteroffizieren löste dieser Unter- offizier K. sein Versprechen ein. Der Soldat G r ä h n aus Stettin will dem elenden Dasein freiwillig ein Ende machen. Der S e l b st- mord wird vereitelt. Die schikanöse Behandlung geht weiter. Grähn wird fahnenflüchtig und st r a f b a r. Die aus den königlichen Kasernen der Vorkriegszelt her be- kannten Kommandos ertönen:„Unter die Betten!" Marsch, marsch!" „Auf die Betten—*„Auf die Spinden— Sitzt eine Nase nicht vorschriftsmäßig gerade über der Knopf- reihe, wird sie durch ziehen an Ohren und Nase an die richtige Stelle gebracht. Ein Soldat erhält einen Schlag ins Gesicht, und er hat acht Tage ein blaues Auge. Ein Unteroffizier fragte die Soldaten:„Was kannst du?" Und die Antwort hatte zu lauten:„Verpflegung empfangen, Kommißbrot fressen, Bettwäsche dreckig machen. Speckerbsen verschlucken und Korporäle ärgern!" 'Bestärkt werden die Unteroffiziers in ihrem Borgehen, wenn Offiziere, wie zum Beispiel der Leutnant Scholz beim I n f a n- terieregiment Nr. 4, erklärt:„Ich mache die Unter- offizicre verantwortlich. Schleifen Sie die Leute. Die Verantwortung übernehme ich, ich, der Leutnant Scholz!" Und der Erfolg solcher Anweisungen? Ein Unteroffizier bestellt seine Korporalschaft zum Griffe kloppen auf die Stube. Als Anzug befahl er: Unterjacke, Drillichjacke, Tuch- rock, Mantel, Kopfschützer, Handschuhe und Stahlhelm. Vor dem rotglühenden eisernen Ofen mußten die Soldaten Aufstellung nehmen, und es wurden Griffe gekloppt. Derselbe Unteroffizier wurde, weil er einem Schützen Sali? gedroht:„Ich haue Ihnen eins in die Fresse", und außerdem den Schützen im Hemd mit„Marsch, marsch" auf den Flur jagen wollte, wegen Bedrohung und Ueberschreitung der Dienstgcwall mit fünf Tagen gelindem Arrest bestraft. Die mißhandelten Soldaten waren so eingeschüchtert, daß sie nicht einmal den Mut aufbringen konnten, Meldung zu erstatten. Ein anderer Unteroffizier wurde wegen Untergebenenmißhand- lung mit nur zwei Tagen gelindem Arrest bestraft. Nicht selten wurden Unteroffiziere trotz ihrer Arreststrafen zum Unter- seldwebel befördert. Die Soldaten fliehen der Qual, werden fahnenflüchtig, bestraft. Die Peiniger aber, in den seltensten Fällen zur Verantwortung ge- zogen, haben vielfach ganz geringe Strafen davongetragen. In der republikanischen Reichswehr muß der Grundsatz befolgt werden, daß ein Vorgesetzter, der sich auch nur die kleinste Mißhandlung gegen sein« Untergebenen zuschulden kommen läßt, sofort zu ent- lassen sei. Die Reichswehr und ihre verantworttiche Leitung kann dadurch nur an Ansehen gewinnen. Herr Dr. Gehler mag endlich dafür Sorge trogen, daß durchgreifende Maßnahmen gegen die Leuteschinder getroffen werden. Es ist gerade im Interesse der Reichswehr zu wünschen, daß bei den nächsten Etatdebatten im Reichstag das Kapitel Soldatenmißhandlungen nicht wieder zur Debatte steht. neue Wohnungen? Vorschläge für Preußen. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat zur Förderung des Wohnungsbaues im Jahre 1327 einen Urantr�st eingebracht, der die Bereitstellung höherer Mittel sowie eine besiere Ausnutzung des verfügbaren Kapitals und der Bauzeit verlangt, damit 1927 in Preußen in in bestens 200333 Wohnungen erbaut werden können. Die Fraktion macht zur Erreichung dieses Zweckes folgende Vorschläge: Beträchtliche Er- höhung der aus der Hauszinssteuer dem Wohnungsbau zufließenden Mittel, Bereitstellung von Mitteln zur Gewährung billiger Zusatz- Hypotheken oder zur Zinsermäßigung für erste Hypotheken durch die Kommunaloerbände. Gewährung von Hypothekendarlehen aus öffentlichen Mitteln nur für Wohnungen bis höchstens 133 Quadrat- meter Wohnfläche und bei diesen nur für 75 Quadratmeter Wohn- fläch«, Bevorzugung des gemeinnützigen Wohnungsbaues bei Ver- gebung von Hypotheken aus öffentlichen Mitteln und Begünstigung der planmäßigen Errichtung von Großsiedlungen. Ausgabe der mirristeriellen Richtlinien und Grundsätze für die Vergebung von Hypotheken aus öffentlichen Mitteln noch vor Ablauf des Jahres 1326 und schließlich frühzeitige Verteilung der verfügbaren Mittel durch die Kommunnlverbänd«, damit bei Beginn offenen Wetters die Bautätigkeit josort einsetzen kann. MI« einem 0berh«w, gesegnet wird jetzt Horthy-Ungarn. Da paßt so etwas auch hin. Kevolutions- Gedenkfeiern heule, Sonnkag, den 7. November: Zohanuisihal: 7 Uhr im Kinosaal von Botha, Stubeilrauchstraße. Ansprache: Wilhelm Land«. Kinovorstellung:„Das Licht im Osten" nebst Beiprogramm.— Achtung! Um 5K Uhr Antreten im Bürgergarten zum Fackelzug durch den Ort und die Siedlung. Kino, Tanz und Steuer 75 Pf. Am Montag, den S. November: Baumschulenweg: TA Uhr in der Aula des Lyzeums, Baumschulen- straße. Ansprache: Genosse Schiller-Götttngen, M. d. R. Am Dienstag, den 9. November: Milk«: TA Uhr in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18. Ansprache: Genosse Stelling. Tiergarken: 8 Uhr in den Arminiussälen, Bremer Str. 73. Gesangs- Vorträge und Ansprache: Siegfried Aushäuser, M. d. R.— 8. Abteilung: 8 Uyr im Nationalhof, Bülowstr. 37. Ansprache: Felix Fechenbach.— Die Bezirksführer laden ein. Wedding: TA Uhr in den Pharussälen, Mllllerstr. 142. Ansprache: Kurt Heinig. Prenzlauer Berg: 8 Uhr in den Prachtsälen am Märchenbrunnen, Am Friedrichshain(früher Schweizergarten). Gesangsoorträge des Männergesangvereins„Prenzlauer Berg". Ansprache: Her- mann Lüdemann, M. d. 2. Der Eintritt ist für Mitglieder und deren Angehörige frei. Kreuzberg: 7 Uhr in der Bockbrauerei, Fidicinstr. 2/3. Ansprache: Otto Meier, M. d. L. Eharloltenburg und Wilmersdorf: Gemeinsame Reoolutionsfeier 8 Uhr in den Spichernsälen, Spichernftr. 3. in Wilmersdorf. An- spräche: Artur Crispien, M. d. R.— Musik- und Gesangsvorträge, Rezitationen. Karten a 33 Pf. sind bei den Abteilung»- und Gruppenleitern zu haben. Schöneberg-Friedenau: 8 Uhr in der Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstr. 123. Mitwirkende: Der Junge Thor, Rezitationen: Erich Weinert, Sprechchor der SAI. Groß-Berlin. Ansprache: Erich Kuttner, M. d. L Unkostenbeitrag 25 Pf. Steglitz: 8 Uhr im Lyzeum Steglitz, Rothenburger Straße. Mit- wirkende: Gemischter Chor Groß-Berlin unter Leitung von Jascha Horenstein. Franz Fischer: Rezitationen. Ansprache: Clara Böhm- Schuch, M. d. R. Eintritt 75 Pf. Tempelhof-Rlariendorf-Rlarienselde-cichtenrade: TA Uhr im Festsaal des Gymnasiums Tempelhof, Kaiserin-Augusta-Straße. Mitwirkende: Ansprache: Albin Saenger-Mllnchen, M. d. R., Re- zitationen: Albert Florath vom Staatstheater, Paul Friedrich und Helmuth Methner von der Hochschule für Kirchenmustt, Klavier Violine, Volkschor Tempelhof-Marienfeldc, Sängerchor Tempel- Hof, Arbeitergesangverein Marienselde. Eintrittspreis 83 Pf. Im Vorverkauf 53 Pf. Arbeitslose Genossen haben freien Eintritt. Reukölln: TA Uhr im Städtischen Lichtspielhaus, Bergstr. 147. Ansprache: Paul Hertz. M. d. R., Gesang der Neuköllner Lieder- tasel, Rezitationen: Wolfgang Heinz vom Staatstheater. Kaulsdorf: TA Uhr im Lokal von Esserich. Frankfurter Str. 55. Ansprache: Bezirksverordneter Karl Litke. Lichtenberg: TA Uhr im Cäcilien-Lyzeum, Rathausstraße. Mit- wirkende: das Liebermann-Trio, Rezitationen: Theo Maret. An- jprache: Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. Eintritt 53 Pf. Weißensee: TA Uhr in der Aula des Realgymnasiums, Woelck- Promenade 37. Ansprache: Pfarrer Bleier. Pankow: TA Uhr in der Aula des Lyzeums, Körschstraße. Mitwirkende: Gesangverein Pankow und Niederschönhausen, Jung- sozialisten. Rezitationen. Ansprache: Bernhard Göring. Buch: 8 Uhr im Lokal Göpsert, am Bahnhof. Ansprache: Stadt- verordneter Hermann Lcmpert. Reinickendorf: 8 Uhr in den Hubertus-Fcstsälen, Provinzstraße, am Bahnhof Schönholz. Ansprache: Rudolf Wissell, M. d. R. Justiz und Verwaltung. Was sich deutschnationale Richter leisten. Sleltia, 5. November.(Eigener Drahtbericht.) Vom Eittzeb richter des Stettiner Amtsgerichts wurde am Donnerstag der sozial- demokratische Polizeipräsident Fenner in einer Prioatklagesache zu 53 M. Geldstrafe oder fünf Tagen Gefängnis verurtcitt, weil er in einem von den vorgesetzten Dienstbehörden angeforderten G u A achten über die Qualifikation eines deutschnationalen Hafenpolizeiobersekretärs beleidigende Ausdrücke gebraucht haben soll. Der Sekretär, dem tatsächlich Verfehlungen nachgewiesen worden sind, hat nach Einsichtnahme in feine Personalakten Privatklage angestrengt, die vom Amtsgericht zunächst abgewivsen wurde. Eine mit drei deutsch. nationalen Richtern besetzte B e s chl u ß k a m m e r leitete aber später das Verfahren ein. Die Hauptverhandlung fand am Donnerstag statt und endete mit der Verurteilung des Polizei- Präsidenten. Ein Skandal ersten Ranges! mH die Bestimmung fallen, die den Arbeitgeber, der„freiwillige" Mehrarbeit duldet c-der annimmt, straflos läht. Nur eine gründliche Revision der geltenden Arbeitszeit- Verordnung kann die Gewerkschaften befriedigen. Mit einer blossen Verschärfung der Bestimmung, dotz Arbeit aus dem Arbeits- befchaffungsprogramm nicht in Ueberftunden gemacht werde» darf, kann die Reichsregierung keine Katze hinter dem Ofen heroorlocken. Zur Robert dißmann. Gedächtnisfeier im Bad Dürrenberg. Zu der Stunde, � in der Robert Ditzumnns Leiche in Bremer- Häven eingeholt wurde, versammelten sich die Lehrer und Hörer der W i r t s ch a s t s s ch u l c des Deutschen Metallarbeitcr-Vcrbandcs zu einer kurzen eindrucksvollen Gedächtnisfeier, um des Dorsitzenden des Verbandes, der der eifrigste Förderer der Schule gewesen ist, zu gedenken. Die Feier begann niit dem Vortra einiger ernster musikalischer Darbietungen von Grieg und Beethoven. Alsdann ergriff der Vorsitzende des Hörerrats, Genosse H c l l w i g, Berlin, das Wort. >:m in eindrucksvoller Art die gewerkschaftlich« und p o- l i t i s ch e Bedeutung Robert Ditz manns zu würdigen. Nach ihm fang ein Chor von zehn Jugendgenossen dem toten Führer zum Zlbfchied den russischen Trauermarsch: Unendliches Opfer. Es folgte die Verlesung eines Kapitels aus Nietzsches Zarathustra. Der Leiter der Schule, Genosse Engelbert Graf, zeichnete das Bild der Persönlichkeit des Verstorbenen in ergreifenden Worten auf Grund langjähriger persönlicher Freundschaft. Dem unermüdlichen tapferen Kampfer,„unserem Robert", galten seine Abschieds- warte. Mit ihm sei die markanteste Persönlichkeit der Gewerkschasts- sichrer unserer Zeit dahingegangen, ein Mann mit d e m s e st e n Glauben an den Sozialismus und die Jnter- nationale, fest oerwurzelt im Boden des Proletariats, dem er entstammte, mit offenen Augen für die Bedürfnisse der Gegenwart, insbesondere die Bedeutung der Betriebsräte und ihrer Heran- bildung zu tatk-äftigen Förderern des proletarischen Verlangens. Nach dem weiteren Vortrag einiger Gedichte von Lersch und Whitman schlotz die Feier mit dem gemeinsamen Gesang der Jnter- nationlc._ Die Unfälle im Sergbau. Der Raubbau in der Engiaudkonjunktur. Durch die Höchstförderung im Ruhrbergbau kommt man sehr wahrscheinlich kaum noch dazu, die entstandenen Hohlräume in den Gruben genügend mit Bergeversatz auszufüllen. Das bedeutet für die Bergarbeiter eine grosse Gefahr. Die offenen Räume brechen zusammen, wobei vielfach Bergarbeiter verschüttet bzw. verletzt werden. So hat die England- tonjunktur zu einem Raubbau in krassester Form getrieben. Er wird gekennzeichnet durch die steigende Anzahl von Unfällen im dritten Vierteljahr lg?6. Wir geben darüber folgende Zusammenstellung: Oberbergamtsbezirk Dortmund: t928 Gesamtunfälle davon tödlich t. Quartal........ 15 435 180 2.......... 15115 210 3.......... 21 112 209 Oberbergamtsbezirk Bonn: 1. Quartal........ 2683 19 2......... 2 267 36 3.......... 2 900 28 Zusammen: Dortmund........ 51 662 699 Bonn.......... 7 850 83_ 69 512 682 Die Unternehmerpresse hat vielfach den Bergarbeitern vorgeworfen, daß sie zuviel krank feiern. Wie unrecht diese Angriffe der Unternehmer sind, beweist wohl am besten die Unfall- statistik. Die bergpoli.zeiliche Vorlch.iit verlangt, datz die durch die Kohlen- aewinnung entstandenen Hohlräume mit Bergcversatz auszufüllen find, veit der Englandkonjuuktur wild gerade darin von den Zechenverwaltungen sehr viel gesündigt. Neben der st e i g e n d e n II n s a l l g e s a h r muss darauf verwiesen werden, datz diese nicht ausgefüllten Hohlräume die Ansaninilungcn von Schlag- wettern begünstigen. Es ist also im Interesse der Grubensichcrheit zu fordern, datz auf einen guten Bcrgeversatz gehalten wird. Es geht nicht an, datz die Werk- besitzer die Bergarbeiter zu einer fortwährend steigernden Kohlen- sörderung antretben, ohne datz sie in der Lage sind, genügenden Bergeverfatz in den Gruben zu schassen. Es dürfte allerhöchste Zeit für die Bergbehörden sein, hier einzugreifen. vie öerliner Markthallen arbeiter. Sie stärken ihre Organisalion. Der Verkehrsbund hatte kürzlich eine öffentliche Betriebs- oersairnnlung aller in der Zentralmarkthalle beschäftigten Markthallenarbeiter einberufen. Die Diskussion in der gut besuchten Versammlung über die Organisationssrage war sehr reg« und sörderte Mißstände zutage, mit denen sich das Gewerbe- a u f f i ch t s a m t eingehend beschäftigen mützte. Denn nicht nur die überaus lang« Arbeitszeit, die bis 18 Stund- den täglich ausgedehnt wird, sondern auch dl« Art der V«r< mittlung von Arbeitskräften rief grosse Entrüstung hervor. Es ist ein grosser llebelstand, datz das L a n d e s a r b e i t s- a m t nicht dafür Sorge trägt, dah alle Arbeitskräfte, di« in der Markthalle benötigt werden, durch einen in der Markthalle eingerichteten Nachweis vermittelt werden. Verhandlun- gen hierüber hat die Organisation bereits vor einiger Zeit.int den Instanzen geführt, doch leider war alle Mühe vergebens. Durch eine regelrechte Vermittlung würde es möglich sein, dotz auch die alten Arbeiter mal wieder in Arbeit kämen und nicht ver- heiratete Frauen von ihren dort beschäftigten Männern zur Arbeit mitgenommen werden. Einzelne Helfer behaupten sogar, datz die in fester Arbeit stehenden Arbeiter sich lieber eine Frau zur Aus- Hilfe holen als männliche Arbeiter. Jedenfalls muß b« der Vor- liebe für weibliche Arbeitskräfte ein ganz besonderer Grund vorliegen. Ja, sogar Kinder sind schon beschäftigt worden und die alten arbeitslosen Familienväter muhten bummeln und nnt ihren Familien hungern. Alle Anwesenden waren sich darin einig, datz nur durch eine straffe Organisation der Marktballenarbelter im Deutschen Verkebrsbund diese Missstande beseitigt werden können, lim so mehr, als es nun endlich an derZeit sei, geregelte Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den Markthallenbetneben zu schassen, evtl. durch Ausdehnung des allgemein verbindlich er- klärten Tarifvertrages des Lebensmittelgrosshandels auf die Markt- hallen... Ein erfreuliches Zeichen war es, daß die anwesenden un- organisierten Kollegen sofort bereit waren, der Organisation bei- zutreten._ Der Schiedsspruch für die Rheinschiffahrt. Duisburg, 6. November.(MTB.) Zum Lohnstreit in der Rhein- fchifsahrt erfahren wir, dah das Reichsarbeitsministerium � 9b- gelehnt hat, von s> ch a u s den Schiedsspruch für verbinöfich zu erklären. Daraufhin hoben die Arbeitnehmeroer bände oisiziell den Amrag an das Rcichsarbeitsministerium gerichtet, den Schiedsspruch sür verbindlich zu erklären. Kommunistische Maskerade. Köln, 6. November.(Eigener Drahtberichi.) Im Rheinland veranstaltet seit Wochen ein sogenanntes Rußlandkomitee der Kommunistischen Partei Versammlungen, in denen über die wahren Verhästnisse in Ruhland„objektiv und einwandfrei" Bericht er- stattet werden soll. Als besondere Attraktion wird dabei ein christlicher Gewerkschafter Weigel ins Vordertreffen geschickt, der auf kommunistische Kosten sechs Wochen lang in Ruh- land weilte. Jetzt machte das Bezirkskartell der christ- lichen Gewerkschaften in Köln dem Unfug ein Ende, indem es in der Zentrumspresse eine Erklärung veröffentlicht, in der fest- gestellt wird, datz Weigel nicht Mitglied der christ- lichen Gewerkschaften ist und dah es unberechtigt ist. ihn früher und jetzt als christlichen Gewerkschaftler zu charakterisieren. Die Reife nach Ruhland habe er ohne Wissen der christlichen Gewerkschaften und ohne deren Austrag übernommen. Die Kosten der Reise habe die Kommunistische Partei getragen. Wenn jetzt aus durchsichtigen Motiven von den Kommunisten dieser christliche Gewerkschaftler als begeisterter Russlandreisender durch die Ber- sammlungcn geschleppt wurde, dann sei das ein großer Bluff, der nur eine Irreführung der öffentlichen Meinung bezwecke. verantwortli» fllr Polillk: Dr.«urt»e,er: ZBirtMmft:»rwr Satrrnu»! Seuxrttchaflebeweaun«: Rrafer.«tzk-r»! Feuilleton:». 6. Tischer: Lotole» und Eonlliiie»: isrij,«arstädt: Anzeioen: Td. ffilotfr; lamillch in Berlin. Lerloa: Borwiirts.Perlaa G. m. b. S.. Berlin Druck: Vorwii�ts-Buchdruckeret und Berlaosansioll Beul Sinoer u Co. Berlin 6® M Lindenilralle 3. 8itr»u 4«eilaaen,„Blick in du B Schern« Ii",„UnterhoUun« nnd Wilsen" nnd„«n» der«Um-Welt". Pullover für Damen Kunstseide mit Baumwolle ©aKBQwSUeldiigis ,,, kariert, Finne Uotoff.O 0/"d Jumperbluse B,itTuchereracnO*&\J rrt•- nun«ehr gutem Köper- rt ch Kleid velvet, in vielen Farben Zstt.UU w,- guter Velour« de Uine, OQ Mantel reich mi, Pelz be.elr, Zt/.UU Morgenrock au« TorzugUch.«*7 Cordsamt mit buntem Beaatz.. X»» O w .7.90 KiwcierltBftigiMng r> 1 t/i• 1 reinwoll. lila Foul4 A*7C Baby-Kleid tg. 45 u. 50 cm.. i O Mädchenbleid aus prakt Stoff, m. lang. Ärmeln. Lg. 60 cm*•c/v' Staiirenins 0.50 Mädchenkleid lila oder bleu y q/� Waschsamt Lg. 60-05 cm Lg.60cm»•c/V' Steigerung 0.60 Jungmädchen-Klcid aus reinwoll bleu oder rostfarbig. Ii Q 7 C Popeline.... Lg. 95 100 105 cro O Pullover-Garnituren für Kinder. Reinwolle, gestrickt i CA Pullover, Mütze. Schal Größe45 1 D.Ov' (Steigerung 1.50) Be8|�rä$siie Dechbcttbezug Linon, zum Knöpten» 1 30x200 cm......... Kissenbezug aus Linon, zum Knöpfen» 60x00 cm........... r, Daulss Laken 146x225 en... Werrewkleidung Herren-Ulster Zroih, mod-Fonn. cq_ mit Rückengurt, kraftige Qualität.. O 2/•" Herrcn-UUter 2 reihig. marengo mit Gurt, vorzügliche Qualität.... DOe" Herren-Paletot schwarz, mit ßO Samtkragen..................... Rock-Paletot ÖStC. 69.- Wirk» U.Strickwaren 6.75 5.50 2.10 6.00 1.65 4.90 Herren-Socken graumeliert, Wolle platt, gestrickt........... Damen-Strümpfe meliert, Wolle mit Kunstseide.......... Damen-Unterhemden Halbwolle, gerippt weiß........ Kinder-Hemdhosen wollgeraiscbt Trikot...Größe 63 (Steigerung 0.10) Damen-Reformbeinkleid farbig. Trikot, mitFutter, 3 Größen Prinzeflrock für Damen aus gestreift kunstseid. Trikot(2.Wabl) ScfiMh waren Hausschuhe aus farbigem Samt,-J OO warm gefüttert, Größe 36/42..... XeöL' HaUSSChuhe aus färb, bedruckt. 4 O CT Barchent. Gr. 36/42............. Xec/O Spangenschuhe für Damen, aus schwarzem od. braunem Satin, dl mit geschweiftem Absatz...... Ttel/C' Spangenschuhe f. Damen, aus O'TC Lackleder, m. geschweift Absatz O* s O 1.10 3.50 1.75 1.65 2.90 3.90 Damen-Nate S«*io I: Fihs oder Velvet I.SO mit Band garniert. Serie II: Silkina oder Filz mit Ripsband garniert aa■Pag» und eingefaßt.. 31 Ansteckblumei» Nelke Rose Orchid. 0.30 0.75 0795 Elcktr. Artikel Hok-Tischlampe Künstler-Farben mit Schirm und■■ Zuleitung.. Elcktr. Plätteisen @.25 Zuleitung. Elcktr. Hetzkissen 30x40 cm. warme- Spender/ «ickeit, mit ZalsH. M Str. KOn tfl.tr.fi. Hauswasche Stubenhandtuch 50x 100 em, FUlbleinen. gertreift 46x110 em. Reinleinen. Streifen- 1 0/"\ nnd Rosetten-Muster.......... IsArV/ Küchenhandtuch Reinleinen, rt C C 46x100 cm, weiß Gerstenkorn.. 46x100 cm. Reinleinen, 0 7� grau gestreift..................%/• l Kaffeegedeck weiß, helbleinen Jacquard. mit indanthrenfarbigen Kanten 130X160 cm/T ch C 160X225 cm-J 1 QA 6 Serviettsa.. D.TfO 1 2 Serviette«. 1 1»C/V Künstler-Kaffeedecke"»'Xeigewebe �2.30 l» 3.90 1« 4.75 TascheaitiXhcr Damentücher weiß Linon mit Kordelfitreifen od. bunt. Kante 3 St, Weil! Bätist mit Ripskanten und Hohlsaum.......... Herrentücher welfl Batist mit Hahlsaum................. 3 St. Bätist m. Hohlsaum u. indanthrenfarbiger Kante............. 3 St 0.60 0.70 0.95 1.15 BerufslkgeScOMwa SchlVestcm-Klcidausgestreift.Q IJC Waschfitoff, fiffen oder gcschlssfienn tragen c/* I O Schu)estem-Mantela.reinwoii.rt ch_ Cheviot, marineblau oder schwarz..O** Haus-u.ServierkletdlVptx'��S Herren-Staubmantel a q/� aus Rohnessel.................*«c/vr Herren-Schutzmantcl � nc farbig. Kreton, ve schied. Farben O# l O Atzte• Mantel aus weißem 4 /X prima Codi, einreihig......... Xvr* wV/ Monteur-Anzug«u««t«rk-*7*7 c fädige t), blauem Haustuch..... i• i O Koch- oder Kellner-Jacke r q-a au. weißem Köper............. O.c/V' -3 Posten s- und Mantelstoffe Kammgam-Epingle_ Reinwolle, aparte Karo® u. SB IK Streifen. 105 cm br.. Mtr.|> T uch-Jacquard Rein- welle, f. Composi dazu passen� einfarb� doppehbr., Mtr. Mantelstoffe«it XMt. schwere reinwoll. Flausch- Qualität. 130-140 cm breit, Mtr, 3.75 0.601 I Bedruckt. Velours j vorzügliche Qualität, in \ vielen Mustern...... Mtr. j Pullover-Flanelle : schwere Qualitäten, in ch. i | neuesten Mustern.... Mtr. 1» XV'• Seide und samt Klcidcrtaft Kunstseide, Q /»/% schwarz u. farbig, 65 cm, Mtr. �•DU Crepe de Chine faconnä. in hellen oder dunklen Farben, C OO ca. 100 cm breit....... Mtr. Köper- Velvet schwarz und viele Farben, 70 cm breit Mtr« Wollplüsch für Jacken u. 4'T Mäntel, schwarz, 125 cm, Mtr- 1* ♦Ov' �eigedecken Reisedecke Wolle, eine Seite einfsrbig. eine Seite kariert, f CT 7 ca. 130 X 160 cm......... lc/a I Reiseplaid Wolle m. Fmnse, ch CA «perle Muster, 140x180 cm ID.Ox/ Reisedecke«u« Moh»rpiü«ch. Fell- mufiler, besonders schwere OQ Qualität. 125x160 cm... Autodecke«US Kamelhaef. mit Band- einfassung, eine Seite C kariert, 130x200 cm.... MMSMWM,,!»«"*,», Regenschirm j fertkantig, Halbaek�foinfädig, moderns rofm, 12 tkTtg : Derselbe für Herren QO l mit Futteral............... �•C/\J ••••••••••••••••••••••*•****••*•••••••••••••••••••* Nr. S2H � 4Z. Jahrgang Sonntag, 7. November 7926 �'.W Die in Berlin wie Pilze aus der Erde geschossenen Spielklubs werden von Personen ins Leben gerufen, die rücksichtslos mit allen erdenklichen Mitteln den Besuchern an den Geldbeutel gehen!— Die ganzen derartigen Betriebe sind von den Unternehmern nach jeder Richtung auf schnellen und leichten Gelderwerb unter Ausnutzung jeder erdenklichen Berdienstmöglichkeit aufgezogen. Vor einiger Zeit ging durch die Presse die erfreuliche Mitteilung, daß durch das neue Ausschankvcrbot eine große Zahl Klubs ihre Pforten schließen mühten. Man hat sich aber gewaltig getäuscht. Seit der Berord- nung haben sich die Klubdirektionen entsprechend umgestellt, an Stelle der Getränke verabreichen sie ihren Besuchern.Erfrischungen". Das Spielausschankdezernat des Polizeipräsidiums versucht durch plötzliche Kontrollen sich zu überzeugen, daß die gegebenen polizeilichen Bestimmungen durchgeführt werden. Derartige Revisionen verlaufen zum größten Teil beanstandungslos. Die Herren De- zsrnenten und ihre Mitarbeiter sind sich natürlich vollkommen im klaren, daß sie zum größten Teil ganz gewiegten Unternehmungen gegenüberstehen. Bor allen Dingen versucht die Klubdirektion, nach außen hin durch m den Klubräumen angeschlagene Bestimmungen usw. den Anschein zu erwecken, daß ihr Unternehmen seriös klub- mäßig aufgezogen und durchgeführt wird. Zum Beispiel sah man in einem derartigen Klub an der Tür ein Schild prangen:.Der monatliche Mitgliedsbeitrag ist laut Vorstandssitzung vom... auf 10 M. festgesetzt worden." Wahrscheinlich existiert zur Revision für das Spieldezernat auch ein Buch, worin fein säuberlich der Eingang der Monatsbeiträge von den Mitgliedern gebucht steht. In Wirk- lichteit denkt kein Mitglied daran, auch nur einen Pfennig Mir- gliedsbcitrag zu zahlen. Also, wie erwähnt, nur Täuschung, uin dem Unternehmen nach außen hin einen klubmäßigen Anstrich zu geben. Einführung unö Eintritt. Beim Besuch eines derartigen Untenrehmens wird man vom Empfangschef empfangen, erhält durch Einführung— die sehr leicht ist— eine Gastkarle, wird zur Garderobe geführt, und schon bc- ginnt der Nepp. Der Garderobier verlangt für die Garderobe (l. Juli) den Mindestbetrag von 0,50 M. Der Garderobier eröffnet mir. daß er an die Direktion 1000 M. Pacht gezahlt habe und das Geld wieder herauswirtschaften müsse. Ein anderer Garderobier erhält pro Tag einige Mark, der erhebliche Rest fließt in die Tasche dcr tüchtigen Direktion. Bedenkt man, daß täglich 150 bis 20) Per- sonen das Unternehmen besuchen, so fließt ein schöner Batzen Geld aus dieser Sache in den Dircktlonsbeutel. Die einzelnen Mitarbeiter, z. B. Kassierer, Empfangschef, Spielleiter, sind stille Teilhaber,- sie werden meist durch Inserate gesucht, und leider finden sich immer genug Dumme, die der Direktion noch eine Jnteresseneinlage zur Verfügung stellen: dafür erholten sie ein hohes Gehalt versprochen: wenn das Geschäft floriert, wird das Geld gezahlt, klappt es nicht, belommen sie weder Gehalt noch die Jnteresseneinlage zurück. Das eingezahlte sauerverdientc Geld wandert einen anderen Weg. Erst vor einigen Tagen brachte die Presse einen Artikel„Interessen- einlagen". Ein Schwindler suchte durch Inserate in der Tages- zeitung Klubteilhaber usw. mit 2000 bis 3000 M. zur Gründung eines vornehmen Klubs. Die Einzahler sind ihr Geld los, die Klvbgründer haben sie bis zum heutigen Tage nicht wieder zu Gesicht bekommen. Man begibt sich also in den elegant aus- gestatteten Spiclsaal. Das Spiel ist eifrig im Gang, etwa 80 bis Ivo Frauen und Männer drängen sich, einige nervös, andere wieder äußerlich gleichgültig um den grünen Tisch. Mir gegenüber sitzt der Bankhalter, ein Mann in gesetztem Alter mit Harolo-Loyd- Brille, oertieft in seine Karten, spielt er äußerlich ruhig und hält für heutige Zeiten große Summen. Rechts neben ihm steht ein Chipskasten niit der jchöncn Inschrift:„Bor Abgang des Spiels ist der Coup(Geld) klarzumachen", d. h. es muß in dem Kasten Bar- geld oder Chips in der Höhe fein, wie sie die Gegenspieler angesetzt haben. Weder Geld noch Chips sind in dem Kasten. Ich lasse mir dicserhalb von meinem Nachbar Aufklärung geben und erhalle zur Antwort, heute wie so oft faule Sache, der Bankhalter ist ein in Spielerkreisen bekannter Mann, der zurzeit kein Geld in der Tasche hat und oorläusig auf gut Glück und Kredit spielt! Ich gebe meinem Nachbar zur Antwort, nun, dann muß der Klub, wenn es den Mann auf Kredit spielen läßt, doch auch Klubgelder kreditieren. Ich erhalle zur Antwort, der Klub hat dafür kein Geld bzw. ist Nug genug und will kein Bargeld riskieren. Verliert der Bankhalter, muß er die Chips mit nach Hause nehmen bzw. er erhält einen Klubscheck, per im Ernstfall ein wertloser Fetzen Papier ist. Die Spieler, die ihr Bargeld an der Klubtasse eingezahll haben, sind daher gezwungen, am nächsten Tage sich pünktlich wieder, einzufinden. Das Unter- nehmen hat für diesen Tag genug geschröpft. Gespielt wurde ununterbrochen!4 Stunden. Jedes Spiel warf durchschnittlich 200 M. ob. In der Stunde wurden etwa 10 Spiele gespielt, d. h. gleich 2000 M. Umsatz, davon für den Klub 5 Proz. Kartengeld— 100 M. X 14 Spielstundcn= 1400 M. Kartengeld, davon ab Un- kosten etwa 400 M., bleibt ein Tagesverdienst von 1000 IN. Dazu kommt noch Garderobsgeld usw. Hier wäre dem Finanzamt usw. ein großes ertragreiches Feld geboten, sich rücksichtslos durch Fach- h leute Einblick in den Gesamtgeschäftsbetrieb zu verschaffen und, solange diese Spielhöllen noch bestehen, herauszuholen, was heraus- zuholen ist. Zallchspiel unü Hefthäfispraktiken. Daß es in vielen Klubs oft nicht mit rechten Dingen zugeht. wird in den nächsten Monaten ein großer Spielerprozeh der Oeifent- lichkcit zeigen. Angeblich gezinkte Karten sollen von einem Direk- tionsmitglied dem Lankhalter zur Verfügung gestellt worden sein. Die Gegenspieler(Ponto) verloren auf diese Weise große Summen. Nur ein Zufall entlarvte diese saubere Gesellschaft. Unglaublich klingt es, daß trotz dieses ungeheuerlichen Vorfalls in denselben Räumen derselbe Klub, nur unter einem anderen Namen, weiter- spielte. Welche Gewähr bieten die Unternehmungen, daß nicht auch in ihren Räumen dem Falschspiel direkt Vorschub geleistet wird bzw. daß eine Anzahl Spieler sich durch verabredete Zeichen verständigen? wie kann überhaupt ein Klub sich lebensfähig erhallen? Sache des Herrn Direktors ist es, Sorge dafür zu tragen, daß immer genügend Bankhalter zur Verfügung stehen. Die Bankhalter sind mithin das Rückgrat der Klubs, und sie werden deshalb von der Direktion be- schützt wie rohe Eier— natürlich nur so lange, wie sie genügend Kleingeld in der Tasche haben. Ganz unberechtigte Privilegien werden dem Bankhalter eingeräumt: z. B. bekommt er schlechte Karten, so ist er in vielen Klubs berechtigt, mitten im Spiel andere Karten zu nehmen, die Spieler hingegen müssen bluten, sie dürfen erst am Schluß eines Spiels andere Karten nehmen. Wenn der Bankhalter verliert, ist in einzelnen Klubs mit der Klubleitung nicht gut Kirschen essen, denn die Togesexistenz des Klubs steht auf dem Spiel! Gute und dabei noch glückliche Spieler sind dem Direktor ein Dom im Auge. Es dauert auch nur eine kurze Zeit, und derartig glückliche kleine Spieler erhalten durch die Direktion unter irgendeinem Vorwand die Mitieilung, den Klub zu meiden. * Aus dem hier Geschilderten wird jeder Laie ersehen, daß diese Unternehmungen ein sehr häßlielzes Großstadtgebilde darstellen. Für den Gesetzgeber muß es dringende Forderung sein, unverzüglich Weg« zu finden, um diese Spielhöllen zu schließen. Man verfolg« die Selbstmordchronik usw. dcr letzten Jahre: eine stattliche Zahl ent- fällt auf Spielverluste, ungerechnet die unzähligen Familien, die durch das Spiel des Mannes und vielfach auch dcr Frau zugrunde- gerichtet sind. Man darf durchaus nicht der Ansicht fein, daß diese Klubs nur von gewerbsmäßigen Spielern besucht werden. Ganz im Gegenteil: Kaufleute, Akadeniiker, ehemalige Offiziere, Handwerker und im Norden Arbeiter geben sich hier ein Rendezvous und ver- suchen, bei der jetzt anhaltenden schlechten wirtschaftlichen Lage, zu ihrem geringen Verdienst etwas dazuzugewinnen. Natürlich bleibt es nur beim Versuch, sie verlieren ihr sauer verdientes Geld und füllen nur die Taschen rücksichtsloser, beutegieriger Unternehmer. Billige Fischlage. Von der O st s e e k ü st c werden große Fänge gemeldet und kommen zum Verkauf am Montag, Dienstag, Mittwoch, vom 8. bis 10. November, lebendfrischer Ostseedorsch pro Pfund 20 bis 25 Pf., mit Kopf, jütländischer Angelschellfisch pro Pfund SO Pf. und große Ostseeschollen pro Pfund 40 Pf. Die Ver- kaufsstellen sind wie immer durch Plakate kenntlich gemacht. vie wunöer öer Klara van Haag. 7] von Johannes vuchholtz. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. „Weißt du, wen ich mir ausersehen habe? Minna Lund! Bei Gottes weltberühmtem Namen! Sie und keine andere. Ich bin j« toll!" „Ja, das bist du sicher. Aber jetzt— gute Nacht, Siverl!" „Aber wenn ich auch toll bin, soll sie doch mein werden. Einmal wird man mich nennen: Schwiegersohn des Maun- fakturwarenhändlers!" „Wenn du so hoch hinaus gedenkst, dann ist es am besten, wenn du gleich aufhörst, nachts wie ein Vagabund herum- zustrolchen." „Ich kann nicht schlafen. Ich habe den ganzen Tag nicht geschlafen vor all diesem Reden und Spekulieren, und nach einem schlaflosen Tag kann ich nachts nicht schlafen. Jetzt gehe ich auf die Hafenmole und zünde mir an der Laterne meinen Zigarrenstummel an. Leb wohl, geliebte Schwester! Vielen Dank übrigens, weil du sagtest, man sei ein Vagabund. wenn man nachts spazieren geht. Ich traf eben Iohan Fors. Hi hi. Er war mit der Geige draußen Dann sind wir zwei Vagabunden, die heute Nacht unterwegs sind!" Hedwig zog sich mit einem Ruck zurück. Sie spürte das Blut heiß und süß von ihrem Herzen aufsteigen. Ach ja. Sein Name ließ sie schon verwirrt werden und alles andere auf der Welt vergessen. Sie setzte sich im Bett aus. die Decke ganz bis ans Kinn, mit hochgewgenen Knien. Wenn Iohan Fors heute aus war, Iohan Fors, das war ein so starker Name. Er ist selber so stark. Sein Hals ist so braun und kräftig. Was tut es, daß er keinen Kragen trägt. Nein, es ist gut, daß er keinen Kragen trägt. Es ist auch gut, daß sein Zeug voll von Farbe ist. Wenn ich ihm sage:„O je, wie voll Ihr Zeug doch von Malerklecksen ist!" dann sieht er an seiner klecksigen Weste herunter und sagt erstaunt:„Wo?" Hedwig lacht glücklich in ihre Decke hinein und ist ganz er- füllt von Iohan Fors. Ihre eisigen Füße beginnen wieder lebendig zu werden, was sie merken kann, wenn sie sie ab- wechselnd auseinandersetzt. Malergeselle— denkt sie weiter— ja. aber er ist doch wie ein königlicher Malergeselle(die Worte königlicher Maler- geselle befriedigen sie: sie miederholt sie triumpb'erend). Er ist sowohl in Italien wie in Frankreich gewesen. Die anderen Malergesellen zogen den Hut vor ihm auf der Straße. Die Meister auch. Da nimmt er seinen großen Hut wieder ab. Wenn er ihn auf hat. Denn-Iohan Fors geht viel ohne Hut. Das ist auch nicht merkwürdig, er will gerne sein Haar zeigen. Das liegt wie ein ganzer Helm hinter über seinem Kopf. Hedwig denkt lebhaft an einige Worte, die Iohan Fors ihr über ihre Haltung gesagt hat. Dann denkt sie an sein Geigenspiel, das die Leute herrlich nennen. Hedwig hat es noch nicht gehört: aber er hat ihr versprochen, daß sie es hören soll. Es heißt, daß niemand sein Spiel hören darf. Deshalb geht er abends in den Wald oder an den Strand mit seiner Geige in einem Lederbeutel. Hedwig möchte schon ein Tier des Waldes oder ein Vögelchen in einem Baume sein, das bei seinem Spiel erwachte und die ganze Nacht ungesehen unter einem grünen Blatt säße und ihm zuhörte. Aber gesetzt, daß sie sich unachtsam in ihrer Begeisterung verriete! Er würde sie nicht erkennen? Er würde böse wer- den, nach seiner Büchse greifen--! Sie sieht gerade in einen kohlschwarzen Büchsenlauf hinein, über den hinweg Iohan Fors' eines blaues Auge sie anstarrt. Eine Sekunde, dann kracht der Schuß, und in süßem Schrecken spürt sie, daß sie tot ist. Nein, sie ist nicht tot. Sie ist nur aufgewacht. Sie sitzt im Bett und wundert sich, wie lebendig ihr Traum war. Sie sah das Aufblitzen des Schusses. Sie hörte die Geige. Sie kann sie noch hören. Was ist das doch? Sie springt aus dem Bett und läuft ans Fenster. Das Spiel dauert an. Drüben an der K i r ch h o f s m a u e r sieht sie deutlich Iohan Fors stehen und, das Gesicht ihr zugewandt, spielen. Ini Schlafzimmer des Zollverwalters wird gearbeitet, werden Haken eingeschlagen. Da wird es Hedwig klar, daß er fein Fenster hart zugeschlagen hat, was sie von einem Schuß träumen ließ. Iohan Fors hat sie erblickt. Er schwingt einmal seinen großen Hut und kommt einige Schritte näher. Die Töne be- ginnen aus den Saiten zu sprudeln. Es ist eine seltsame Musik, die Hedwig innerlich sprudeln läßt. Der Mann drüben auf dem Kirchhof spielt die graue schläfrige Nacht in Grund und Boden. Er betzt und fährt über die Saiten mit rasendem Bogen, zuletzt klimpert er etwas Funkelndes und läßt dann alles in einem atemlos langen Bogenstrich ersterben. Dann dreht er sich rasch um und geht. Hedwig zwinkert mit den Augen, um ihm nachzuschauen. Die Augen sind voll Wasser, wie sie schamhast merkt. Kurz darauf, als sie wieder zu Bett gehen will, ertönt Iohan Fors' Stimme gerade unter dem Fenster:„Hedwig, hast du mein Spiel gehört, Hedwig?" „Ja," flüsterte Hedwig. „War es ein schönes Stück, das ich spielte?" „Ja, das war es." „Das habe ich selbst gemacht. Es klingt nach nichts, denn die Saiten sind feucht. Aber deshalb hörte ich nicht auf. Es kam jemand am Nebenfenster zum Vorschein. Deshalb hörte ich auf. Es sind im ganzen drei Stücke, die zusammenge- hören. Jetzt werde ich zu dir binaufkommen und die beiden anderen spielen. Wirf den Schlüssel herunter, dann komme ich." Hedwig wirft sich etwas Zeug über und geht hinunter. „Warum hast du den Schlüssel nicht herunterqeworfen?" fragt Iohan Fors.„Jetzt bekommst du ja kalte Füße." Diese kleine fürsorgliche Freundlichkeit füllt Hedwigs Herz ganz, so daß kein Platz für das geringste Mißtrauen bleibt. Sie läßt wie etwas Selbstverständliches Iohan hinein und läßt sich von ihm küssen. Sein Gesicht ist feucht und kalt. „Jetzt gehst du in dein Bett, während ich spiele. Konntest du hören, das erste handelte vom Zugvogel, der wieder- kommt?" „Ja, aber—" nein, das wagt Hedwig nicht. Nein, hör doch, wie laut seine Schritte im Gang tönen. „Schön, dann bleiben wir hier," sagt er fügsam, und will die Geige aus dem Lederbeutel nehmen. „Nein, nein, du darfst nicht spielen!" „Darf ich nicht spielen?" sagte er tief erstaunt. Nein, das darf er nicht. Es würde durch das ganze Zoll- amt hallen. Sie würden kommen. „Nun, so laß sie kommen. Willst du nicht das nächste Stück hören von den Zugvögeln, die ihre alte Heimat wieder- finden?" „Nicht jetzt. Nicht jetzt!" „Ick, will dir sagen, daß ich die Stücke selbst gemacht habe. Sie sind nicht von anderen. Der Schluß der beiden letzten fiel mir heute abend ein, und ich muß dir sagen, daß sie tadellos sind." „Ja. aber nicht jetzt." „Hast du mich selbst gebeten, zu spielen, und gesagt, es passe dir zu jeder Zeit. Mir paßt es jetzt, denn jetzt sind sie fertig. Und jetzt gehen wir hinauf, um sie zu hören." (Fortsetzung solgt.) I�Atypmh�r Ö*1* kür alle T • MWf OililCfi Republikaner f Tauben-Zauber. Gegen 2000 unserer kleinen fliegenden Hausgenossen präsentieren sich, vertreten durch die Schönsten ihrer Rasse, vom 0. bis 8. No- vember in den Gesamträumen der Bockbrauerei. Schöne, wohlgenährte Strasser, an dcrem schmackhaften Fleisch man sich er- freut, ebenso polnische Luchser und Indianer. Zucht- und Sport- tauben sind vertreten durch„Äropser",„deutsche Möschen" in den verschiedensten wirklich schönen Farben und Schattierungen. Die Berliner„lange Weifte", die langlatschigen Trümler, die an den Beinchen ganze Fächer aus Federn besitzen und infolgedessen sich nur recht unbeholfen fortbewegen können und noch viele andere schöne Exemplare der verschiedensten Farbensorten. Sehr eigen- artig wirken die Stargarder Zitterhälse, die ihren Namen ihrem chronisch zitternden Halse verdanken. Im Moment irgendeiner Be- wegung des Tieres gerät sofort der Hals in ein gleichmäßiges Bor- und Rückwärtsvibrieren, dessen Ursache selbst den Züchtern unbekannt ist. Cs wird einfach als Rassenmerkmal gedeutet und hat eine ge- wisse, entfernte Aehnlichkeit mit unserem beliebten Charlestonschritt. Bielleicht versuchen es diejenigen, deren Beine es nicht kapieren, auch mal mit dem Halse. Sehr hübsch und zierlich sind die söge- nannten orientalischen Mövchen: Blondinette, Satinette und Bluette, wie ihr Name schon sagt, in blonder, schwarzer und blauer Färbung, das Köpfchen mit einer Kappe geziert. Der Ehrgeiz und Traum eines richtigen Taubenzüchters ist. durch richtige Zuchtwahl besonders zarte Farbtöne zu erziehen, ein gewisses Ineinanderschmelzen der verschiedenen Schattierungen, ebenso eine foingliedrige, streng propor- tionierte Körperform und möglichst schwach angedeutete X-Beinchen, die beileibe nicht zu kurz sein dürfen. Also auch bei den Täubchen ist schlank die Modelinie. Die Prämiierung ergab viele„vorzüglich", daneben„gut" und ..befriedigend". Die kleinen Ausstellungsinsassen sitzen— zum Unterschied von dem meisten anderen Getier— mäuschenstill in ihren Kojen, lassen sich bestaunen, prämiieren, oerkaufen, was man will. So sanft kann eben nur ein Täubchen sein. Der Kontakt zwischen Herr und Taube wird durch ein Messingstäbchen hergestellt, das jeder Taubeninteressent in der Hand hält und sich im Bedarfsfalle damit durch Klopfen an das Boudoir bemerkbar macht. Als Der- anstalter der Ausstellung, die vom 6. bis 8. November währt, zeichnet der Verband der Taubenzüchter Groß-Berlin und der Provinz Bran- denburg in Gemeinschaft mit dem Verein Berliner Taubenzüchter. heraus! des Wannsoes ermöglichen. Dem Badebetrieb des n ä ch st e n Jahres werden weitere Verbesserungen zugute kommen. In dem neuen Gelände wird eine große Promenade angelegt, die derartig ausgebaut wird, daß sie einen Rundblick über den gesamten Wannsce und die.Havel, sowie über den Badestrand ermöglicht. Auch wird sie reichlich mit Ruheplätzen und Bänken ausgestattet. Dem Wunsche der Badebesucher entsprechend erhält das Bad Einzel- k a b i n e n. Der Massenandrang nach dem Freibad macht es nötig, daß neben den vorhandenen zwei Fußgänger- und emem Radfahr- wege noch eine besondere Zufahrt st raße für Wirtschasts- fuhrwerke des Freibades, sowie für Privatsuhrwerke geschaffen wird. Auch ist es nicht ausgeschlossen, daß die Aboag eine Omnibus- l i n i e nach dem Freibad Wannsee errichtet, damit die meist über- füllte Stadt- und Wannseebahn entlastet wird. Den bisherigen Zu- stand, daß Hunderte von Wagen aller Art den Weg nach dem Frei- bad durch für Fuhrwerke verbotenes Gelände sich suchen müssen, will der Magistrat unter allen Umständen beseitigen. Dem weit- städtischen Charakter des Bades entsprechend soll eine ordentlich« Zufahrsmöglichkeit zum Freibad Wannsee geschaffen werden. der tzolzmann�prozeß. Zeuge Bartels über russisches Spitzelwesen. In dem Betrugs- und Bestechungsprozeß gegen Michael Holz- mann wurde gestern mit der Beweisaufnahme begonnen. Der Angeklagte hatte jede Schuld in Abrede gestellt. An erster Stelle begann die Zeugenvernehmung mit der Gegenüberstellung des Re- gierungsrats a. D. Bartels als Zeugen, mit Michael Holzmann als Angeklagten. Ursprünglich waren beide zusammen angeklagt gewesen. In- folge der Flucht Holzmanns konnte aber Bartels nur allein vom Schöffengericht zur Verantwortung gezogen werden. Er ist auch in erster Instanz wegen Bestechung zu längerer Gefängnisstraf« oer- urteist worden. Ueber die Beziehungen Bartels zu Holz- mann wurde der Zeuge vorläufig noch nicht von Landgerichts- direktor Dr. Schultz befragt, vielmehr drehte sich feine Aussage zu- nächst nur um den Fall der Ausweisung des russischen Kaufmanns Münzer, die auf Betreiben seines Freundes Holzmann durch Bartels erfolgt sein soll. Dieser Punkt bildete auch die Hauptbelastung von Bartels. Der Zeuge bestritt entschieden, daß er die Ausweistiiig auf Betreiben von Holzmann diesem zum Gefallen vorgenqmmen habe. Er habe vielmehr nach pflichtgemäßem Ermessen gehandelt, weil ihm bekannt war und er auch von dem Staatsrat O r l o f f erfahren hatte, daß in Berlin viele R u sfen der Entente Spitzeldien st e leisteten und gegen die deutschen Interessen konspirieren. Zu dieser Gruppe gehörte auch Münzer. Daß sein Standpunkt richtig sei, werde er beweisen. Er sei im Besitze von dokumentarischen Beweisen, daß Münzer ein Spitzel der bolschewi st Ischen Ts ch e k a gewesen sei. Mit diesem Material werde er aber erst in der Berufungsinstanz seines Prozesses hervortreten. Schließlich er- klärte Bartels, er wolle dein Verteidiger sein Material zur Ver- sügung stellen. Am Montag soll die Aussage Münzers, der sich in Paris aufhält und dort vernommen ist, verlesen werden. Die Vernehmung von Bartels selbst wird erst am Mittwoch sortgesetzt werden. Ausbau ües �reibaAes tvannsee. Das im Jahre 1924 von der Stadt Berlin übernommene und mit einem Kostenaufwand von nur 320 000 M. neu erbaute Freibad hat sich im Laufe des letzten Jahres als viel zu klein erwiesen (an einem Tage hatte es 58 000 Besucher), so daß sich die Leitung des Bodes veranlaßt sah, den Magistrat um Erweiterung des Freibadgeländes zu ersuchen. Der Magistrat hat die von der Forst- Verwaltung als Grundeigentümerin vorbereitete Erweiterung des Freibadgcländes genehmigt, und die gesamte Fläche des Frei- badgeländes beträgt jetzt 158 000 Quadratmeter. Das ist in Berbindung mit einer dein Bade gehörenden Wasserfläche von 200 000 Ouadpatmeter und einer Strandfläche von 30 000 Quadrat- meter ein Gelände, das den stärksten Anforderungen und der größten Besucherzahl vollständig genügen wird. Das neue Gelände ist be- reits eingezäunt und wird jetzt mit Bäumen und Sträuchern be- pflanzt. Die Badesaison ist ja nun vorüber, dafür stehen wir aber vor dem Beginn des Wintersportes, dessen Pflege im Frei- bad Wannse« gleichfalls gefördert wird. Die beiden Rodel- bahnen mit ihren breiten Auslaufen auf den Wannsee, sowie die aus dem Sandstrand angelegte 4000 Quadratmeter große Kunst. eisbahn werden den Berlinern den schönsten, völlig gefahrlosen Schlittschuhsport, selbst bei nur geringem Frostwetter, am Strande Ein Justizirrtum. Durch die Schuld von Staatsanwalt und Richter. Es war kein Zufall, daß der Magdeburger Fall Kölling und Tenhold soviel Staub aufwirbelte. Man vermutete mit Recht, daß die Zustände, die sich hier offenbart hatten, auch anderswo vor- kommen könnten. Nämlich daß man die Beweise, die von dem Ver- dächtigten für seine Unschuld genannt werden, einfach nicht nach- prüft und so direkt aus einen Justizirrtum hinsteuert. Daß so was selbst in Berlin möglich ist, bewies eine Berufungsverhandlung. Der Sachverhalt war kurz folgender: In Berlin beschäftigte sich in den Iahren 1921/22«in Mann, der sich H ä n s ch nannte, damit, Riß er Mitglieder einer Freimaurerloge aufsuchte, das Kennzeichen der Logenbrüder gab und auf diese Weise Geld erschwindelte. So gelang es ihm, mehr als 500 M. zu bekommen. Als sich der Schwindel herausstellte, war er berests verduftet. Einige Zeit darauf las einer der geprellten Logenbrüder, daß sich in Bautzen ein ähnlicher Fall ereignet hätte. Er bat die Landeshauptmannschaft um Zusendung der Photo- graphie des Verhafteten, erhielt sie auch und verschickte dann die Reproduktionen in verschiedene Städte, in denen Logenbrüder in gleicher Weise geprellt worden waren. Er selbst und auch verschiedene andere glaubten auf der Photographie den gesuchten Hänsch zu er- kennen. Die Photographie gehörte aber in Wirklichkeit dem Marinemaschini st en Fischer. Er wurde verhaftet und nach Berlin gebracht. Das Ermittlungsverfahren lautete auf fort« gesetzten Betrug. Fischer erklärte aber, zur fraglichen Zeit in Berlin nicht gewesen zu sein, sondern in Paris im Zentralgefäng- nis eine Strafe abgesessen zu haben. Er verlangte auch, daß man die Quittungen herbeischaffe, die jener Hänsch für das erschwindelte Geld ausgestellt hatte. Die Staatsanwaltschaft hielt es aber für überflüssig, bei dem Pariser Gefäng- nis anzufragen; auch waren die Quittungen unauffindbar. In der ersten Instanz wiederholte sich dasselbe Schauspiel. Trotz der Beteuerungen des Angeklagten, daß er zur fraglichen Zeit im Pariser Gefängnis gesessen habe, trotz seiner Berufung auf die Quittungen verurteilt« ihn das Gericht zu neun Monaten Gefängnis. Fischer beruhigte sich aber nicht. Mit eigenen Mitteln beschafste er sich die Bescheinigung des Pariser Gefängnisses. Sein Alibi war hierauf erwiesen. Nach sechs Monaten völlig unschuldig erlillener Untersuchungshaft wurde er nun auf freien Fuß gesetzt. Jetzt fanden sich im Polizeipräsidium auch die Quittungen ein. die Hänsch aus- gestellt hatte. Es war nicht Fischers Handschrift. In der Gerichts- Verhandlung der ersten Instanz hatte aber einer der Logen- brüder unter seinem Eide mit aller Bestimmtheit be- hauptet. daß niemand anders als Fischer bei ihm gewesen sei. Nun ist gegen diesen Zeugen das Mcineidsoerfahren angestrengt worden. Fischer aber wurde freigesprochen. Das Gericht hat ihm auch eine Entschädigung zuerkannt. Was geschieht aber dem Staatsanwalt und dem Richter, die auf diese unverantwortliche Weile der Straf- Prozeßordnung entgegen und im Widerspruch zu ihrer Pflicht dem Verdächtigten die Möglichkeit genommen haben, den Beweis für seine Unschuld zu erbringen? Zum Ueberfluß sei noch eins bemerkt: Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Loewen- thal erklärte vor Gericht, daß er bei den Akten einen unberechtigter- weise geöffneten Pries gesehen habe, der von dem Angeklagten an ihn adressiert war. Man fragt sich: ist das alles wirklich In Berlin möglich?_ 13 000 Mark Lohnvorschüsfe unterschlagen. Bei der Betriebskasse des S t e t t i n e r Bahnhofs hat das Rechnungsprüfungsamt umfangreiche Unterschlagungen festgestellt. Drei Kassenbeamte haben Lohnvorschüsse in Höhe von 15 000 M. falsch vorbucht und unterschlagen. Die Beamten haben ihre Schuld zugegeben und sind in das Moabiter Untersuchungsgefängnis ein- geliefert worden.' Der Film für den Achtstundentag. Die von der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstages und den Spitzen der Gewerkschaften eingeleitete Aktion zur Sicherung des achtstündigen Höchstarbeitstages hat in der Zlrbeiterschoft Deutsch- lands den stärksten Widerhall gesunden. Es ist deshalb an der Zeit, auf den vom Genossen Martin Berger im Einverständnis mit den Gewerkschaften der Partei hergestellten Film„Schmiede", der für den Achtstundentag und für die Notwendigkeit der gewerkschaft- lichcn Organisation im Rahmen einer sich dramatisch entwickelnden Handlung eintritt, hinzuweisen. Der Film, der eine wertvolle Unter, stützung der parlamentarischen Aktion im Lande darstellt, wird jetzt überall in Deutschland aufgeführt. Er kommt entweder In öffent- lichen Kinos zur Vorführung oder in geschlossenen Versammlungen, in denen vorher ein kurzes einleitendes Referat gehalten wird. In Berlin bringni ab 9. November folgende Kinotheater den Film „Schmiede": Lichtspiele Artushof, Perleberger Straße, Tivoli-Lichtspisle, Kolberger Straße und später Luisentheater, Reichenberger Straße und Vereinigte Lichtspiele Neukölln. Es ist Pflicht der Parteigenossen und der Gewerkschastskollegen. für den Besuch dieser Theater anläßlich der Vorführung des Films Propaganda zu inachen._ Der verraterWe§ingeraböruv h a w S, die, mit Bagatellen beginnend, sich zu immer erstaun- lichercn Leistungen steigert. Sehr gut auch die Mulatten-Charlcston- tänzer G r e e n l e e und D r a y t o n, denen die C l a r i d g e- Jazzband wie besessen mitreißenden Takt hämmert. Das ist in der Tat ein Stück exaltiertes Amerika. Aber das fette Spießertum germanischer Provenienz im Parkett scheint rassischen Anstoß an den farbigen Gentleman zu nehmen und applaudiert sehr lau Ein raffi- nicrtes Weibchen ist E v e l y n e C o v e, die ihre prächtig gebaute blonde Schönheit von einer Schar nicht sehr hübscher mulattischer Girls umHüpfen läßt. Ein allzu offenkundiges Symbol: Triumph der hellen über die dunkle Rasse. Beachtenswert auch die ausgszeich- nete Leistung der Zwei Roulettes: Kraftakt mit Wagenrädern. Der geigende und dabei tanzende und Salto schlagende G o d f r o y — also ein sozusagen Charles-Tonkünstler— ist in seiner wirklich phänomenalen Leistung bekannt. Alles andere ist guter Durchschnitt, selbst dann, wenn man sich, wie die biedere deutsche Bogonnytruppe, amerikanisch frisiert. Kein wirklich humorvoller Akt war diesmal zu belachen. Erkältend wirkten auch die wahren Leichenbittermienen der 4 Piano-Kiddis. Noch leichenbitterer sieht der Chef der 4. Arenas drein. Auch Herr Godfroy bleibt gemessen starr, ernst und unbewegt. Man fröstelt und möchte'hinausgehen. Und warum sieht man im Wintergarten keine Hochturncr mehr? Die Zunft der Humorfften scheint auch ausgestorben zu sein. Freilich, sie dürfen an dieser Stätte nicht wagen, die behaglich paffende und schmatzende Bürgerlichkcit mit scharfer Satire zu picken. Die Zoten schenken wir ihnen sowieso. Also in Summa: Götterdämmerung des deutschen Varietes? Oder nur Dämmerung im Wintergarten? Warten wir abl Lerirksbildnngsauslchvh Groh-Berlltr. 31m Sonntag, den 28. November. nachmiitags 3 Ubr. findet im T ki e a t e r am Bülowvlatz die nächste Tbeotci Vorstellung statt. Zur Zlnsliibrung gelangt.Nacklathl', Svenen aus der Tiefe von Maxim Gorki. Preis der Karte einichliehlich Tbea:crzettel und Kleiderablage l.20 M. Karten sind in allen bekannten Verkaufsstellen zu haben. � „Jtele SozIoNstische h»«schule." Am kommenden Sonnabend, den 13. November, abends 7>/,l1br. findet im Fcstfaal des Prcnsiischen Landtags, Prinz» Albrecht- Strohe, ein Festabend statt, zu dem die Hörer der Freien Sozialistischen Hochschule, ebenso auch der Zlrbeiterbildiingsichulc und Gewerkschaftsschule eingeladen sind. Im Mittelpunkt des Abends stebt ein Vortrag des Genossen Prof. Leo Kestenberg, serner finden Lieder- und Kiaoiervorträge statt. Emlahkarten k 30 Pfennig sind in den Kursen der genannten Schulen, sowie in der Bnchbandlung I. H. W. Dietz Nachs., Lindenstr. 2, im Sekretariat deS VczirkSbildungsausschusscS, Lindenstr. 3, 2. Hof, links 8 Treppen, sowie im Tureau der Gewerkschaftsschule, Engel. uf r 15, zu haben. Ztmlenkung von SirahenbahvNnien. Wegen Bauarbeiten verkehren in der Nacht vom 8. zum 9. und vom g. zum 10. November von% Uhr an und in der Nacht vom 11. zum 18. November von 1 Uhr an die Linien 56, 76, 176 und 93 über Potsdamer Str., Bülowstr., Nollendorfplap. Kleiftstr, Ferner werden in der Nacht vom 8. zum 9. November von 18 Uhr an und in der Nacht vom II. zum 12. November von 11 Uhr an die Linien 4, 32 und 95 durch die Eamphausenstr. und Blücherstr. umgeleitet. kleidersammluog im Bezirk Tie« garten. Am Dienstag, 16. November, werden in der Umgebung unten bezeichneter Sammelstellen von 8—4 Uhr Wagen durch die Straheu des Bezirkes Tiergarten fahren und sich durch Schallinstrumente bemerlbar machen. Die Lcvötlcrung wird gebeteiyKlei- dungsstücke an die Wagen oder zu den Sammelstellen zu bringen, die Stiefelpaare zusammenzubinden und gewaschene Wäsche zu geben. Fglls Abholung gewünlcht wird, bitte Postkarte abferden mit Angabc der Adresse. Sammelftellen Südteil: 1. Bauamt, Friedrich. Withelm-Strahe 6, 8— V,4 Uhr. 2, Dennewitzslrahe 24a, Bez. Fug.-Fürs. 8— ll,i Ubr. Nordleil: 1. Gemeinde- schule Leoetzowslrahe 26, 8—'/, 4 Uhr. 2. Wohlfahrli-Amt, Klepstockstrahe 84. Zimmer 12, 8— 1/.4 Uhr. 3. Ministerium des Innern, Platz der Ncpublil 9, L-'/.4 Uhr. vo> krag Im Arbelker-Sängerbund. Prosessor Siegsrled Ochs, einer der künstlerischen Beirät« des Deutschen Ärbeiter�SängerbundeS, hält am Wenn'Jhte T&mi!ie übei* den Morgenkaffee klagt. Über seinen oft harten. bitteren Gefchmack. sein dünnes oder mattes Aussehen, so vergessen Sie nicht, daß die Zutat von ]�bers CarUbader alle Härte und Bitterkeit der Bohne beseitigt und. dem Getränk Fülle und Farbe gibt. Ein Päckdien zu 35 Pfg. reicht für weit über 100 Tassen. Sonntag, den 7. November, abends 7 Uhr tu der flula der Margareten- Schule in der Uflandstrahe einen Vortrag über.Witz und Humor tn der Musik" mit Illustrationen am Klavier für den Berliner Bouschor. Gäste sind willkommen, soweit der Raum reicht. Revision im Leiferde-Prozeß. Hannover, 6. November. Von maßgebender Seite wird mit- geteilt, daß die Verteidiger der beiden wegen des Leiferder Eisen- bahnattentats zum Tode verurteilten Arthur Schlesinger und Willi Weber gegen das Hildesheimer Schwurgerichtsurteil Revision beim Reichsgericht angemeldet haben. Als Begründung dient Verletzung des materiellen Rechtes, die in der Form der Voraussetzung des Mordes erblickt wird. Vor allem glauben die Verteidiger, daß von einer fortgesetztenHand- lung keine Rede sein könne. Gegen das Urteil gegen Walter Weber ist weder von dessen Verteidiger noch von dem Oberstaats- anwalt Revision angemeldet worden. Unwelkerkaiastrophe in Bari. Ein Teil der süditalienischen Küstenstadt Bari ist m der Rocht vom Freitag auf Sonnabend von einem schweren Hochwasser heimgesucht worden und t« i l w e i s« z e r st ö r t worden. Die Wohnungen von etwa 1999 Fa» Milien sind zerstört oder stark beschädigt worden. An einigen Stellen steht das Wasser drei Meter hoch. In Casale bei Bari ist der von Altamuro kommende Zug in das Ueberschwemmungs- gebiet geraten und vom Hochwasser umgestürzt worden. Bisher sind 6 Tote aufgefunden worden. Sport. öehrenö-Tietz unö Wambft-Lacquehap Spitzenpaare. Jagden und Rundenverluste im Sechstagefeld. Di« Besucher der gestrigen Nachmittagswertung kamen voll auf ihre Kosten. Gleich nach Beendigung des ersten Spurts, den F r i ck e vor Gottfried, Tonani und Knappe gewinnen konnte, zog der unver- wüstliche Tonani los. Huschke löst ab. Miethe übernimmt die Führung. Das Feld beruhigt sich, bis dann wieder Wambst- Lacquehay angreifen. Nach heftigem Kamps holen sie «ine Runde auf. Kaum hat die erste Hälfte der Nachmittags- Wertung ihr« Erledigung gefunden, als die Franzosen aufs neu« vor- stoßen. Knappe- Rieger vermögen das Tempo zu halten. Beide Ntannfchaften gewinnen je ein« Rund«, die jedoch vom Renngericht wegen sichtlicher Kombination nicht anerkannt wird! Nach einer abermaligen, allerdings erfolglosen Jagd wird bekannt, daß Blanchonnet das Rennen aufgibt. Sein Partner Marcillac bildet mit Junge ein« neue Mann- s ch a f t. Die Spurts selbst brachten folgende Ergebnisse: 2. Spurt: 1 A e r t s vor Koch, Wambst und Fricke. 3. Spurt: 1. L a c o u e- hay vor Behrendt, Aerts und Miethe. 4. Spurt: 1. Wambst vor Behrendt, Aerts und Marcillac. S. Spurt: 1. H o r a n vor Gottfried, Rieger und Marcillac. Nach dieser Wertung ergibt sich, daß vier Mannschaften in der Spitze liegen und zwar: Knappe-Rieger (129 Punkte), Behrendt-Tietz(S1), K o ch> M i e t h e(24) und Wambst-Lacquehay(15 Punkte).— Den 6. Spurt in der zweiten Hälfte der Nachmittagswertung Holl sich H o r a n vor Huschke, Behrendt und Miethe, während den 7. Spurt H o r d« r gegen Göll- fried, Tonani und Rieger gewinnt. Horan-Horder siegen dann im 8. und g. Spurt einmal gegen Lewanow, Miethe und Knappe und das ander« Mal gegen Tonani, Rieger und Aerts. Den 19. Spurt sichert sich Marcillac vor Gottfried, Härder mid Behrendt. Eine Jagd, entfessell von Marcillac, setzt ein und endet mit je einem Rundengewinn für Neb«-Gottfried und Marcillac-Junge. Ein« von Rieger eingeleitet« Jagd findet durch einen Sturz in der Zielkurve ihr Ende. Das Rennen wird auf 29 Minuten neutralisiert. Nebe und Miethe erhalten je 59 Mark Geldstrafe wegen zu hohen Fahren«! Der Stand des Rennen» nach den Wertungen und Jagden war nunmehr folgender: 1. Knappe-Rieger(123 Punkte), 2. Behrendt-Tietz(54), 3. Koch-Mieche(27), 4. Wombft-Lacquehoy(15 Punkte). Eine Runde zurück: 5. Aerts-van Hevel(3S). 0. Jungo-Marcillac(28 Punkte). Zwei Runden zurück: 7. Horder-Horan(55), 8 Huschke-Tonani(5S Punkte). Drei Runden zurück: 9. Gollfried-Reb«(112), 19. Lewanow-Bufchenhagen(63), 11. Frick«. Berfchueren(28 Punkte). Die lo-Rhr-Zlbendwerkung steht im Zeichen des voll ausverkauften Hauses. Mit Spannung erwartet eine große Sportgemeinde die kommenden Ueberraschungen. Dann und wann stößt das Feld vor, um später wieder langsames Tempo anzuschlagen. Stille vor dem Sturm? Wer kann es wissen, nachdem das Feld schon in einsamen Nach- Mittagsstunden prächtige Kämpfe geliefert hat. Die Glocke zeigt den Wertungsbeginn an: die Spurts bringen folgende Ergebnisse: 1. Spurt: 1. BusclMhagen vor Wambst, Marcillac und Horan. 2. Spurt: Lewanow vor Horder, Tonani und Tietz. 3. Spurt: Buschenhagen vor van Hevel, Knappe und Junge. 4. Spurt: 1. Horan vor Marcillac, Aerts und Tietz. 5. Spurt: 1. Gölls ricd vor Buschenhagen, Knappe und Wambst. Das Renngericht teilt init, daß Fricke- Berfchueren eine Strafrunde erhalten. 6. Spurt: 1. Marcillac vor Rieaer, Lacquehay, Tonani. 7. Spurt: 1. Bufchenhaoen vor Gottfried, Huschke und Berschuere». 8. Spurt: l. Nebe vor Lewanow, Tietz und Rieger. 9. Spurt: l. Gottfried vor Knappe, Koch und Huschke. 19. Spurt: 1. Junge vor Knappe, Miethe und Horan. Kurz nach Wertungsschluß entwickelt sich eine Jagd, die wvhl mit zu den erbittertsten dieser sechs Tage gehört. Marcillac ist der Entfesseler dieser Hotz. Wild umkreist das Feld das Oval. Einzelne Fahrer gehen in Nöten. Lewanow und Berfchueren sind die ersten Opfer. Gottsried ist der nächste, der ein« Runde«inbüßt. Kaum ist diese Jagd beendet, als Jung««in« neue einleitet. Fricke- Verschuerell, Lewanow-Bufchenhagen und Gottfried-Nebe verfteveu abermals ein« Runde. Daneben büßen je eine Runde«in Huschke- Tonani, Koch-Miethe und Marcillac-Junge. Horder-Horan und Lewa- now-Bufchenhagen büßen zwei weitere Runden«in. Der Stand des Rennens nach den Jagden ist folgender: Spitzenpaare: Behrendt-Tietz 58 Punkt«, Wambst-Lacquehay 21 Punkte: 1 Runde zurück: 3 Knappe- Rieger 137 Punkte, 4. Aerts-van Hevel 41 Punkte, Koch-Miethe 31 Punkt«: 2 Runden zurück: 6. Marcillac-Junge 45 Punkte: 3 Runden zurück: 7. Huschke-Tonani 61 Punkte: 4 Runden zurück: 8. Härder- Horan 65 Punkte; 5 Runden zurück: 9. Gottfried-Neb« 139 Punkt«: 6 Runden zurück: 19. Lewanow-Buschenhagen 89 Punkte, 11. Fricke- Verschueren 29 Punkte._ Sechstage-Neltrekoröiauf in Hamburg. Hamburg, 6. November. In dem heute beendeten Sechs- tage-Wellrekordlauf ging Harry Ruhne als Sieger hervor, indem er 892.8 Kilometer zurücklegte, während P. Lerch nur 876.1 Kilometer bewältigen konnte. Der Weltrekord, der von Matull gehalten wurde, lautete über 854,8 Kilometer. Der neue Rekord ist von der Rennleitung dem Professionalverband deutscher Leichtathleten bereits anerkannt worden. Vorträge, vereine unö Versammlungen» £1« Reichsbanner»Schwor, Rot Gold". «ekchäft-stelle: Berlin«14. Sedastiansir. 07/38. Sof 2 Tr. Wintcrsportler: Rodler, Ski- und Schlittschuhläufer treffen sich Mo., b. 8., 8 Uhr, in Schneider» Lotel. NäniH. Eck« Slosterstrako »u einer Besprechung über«ine Zusammenfassung der republikanischen Wmter» sporUer.— Mitte: Mi., d. 9.. 7 Uhr. Eophiensäl« Saalschusi. Jeden Mo. Turnabend Eartenstr. 197-. Beteiligung aller Iugendkameraden Pflicht.— ssriedrlchehal»: Mo., d. 8.. H8 Uhr, Kreiomilgliederverfammlung in den Comeniusfälen. Vortrag de« Kameraden ffechenbach. Di., d. 9., 7 Uhr, Küsttmer Platz.— Kreuzberg: Di., d. 9., 6% Uhr pünktlich. Pflichtan treten zum Saalschutz bei der EPD.-Kunbgebung Bockbrauerei, ssidicinstratzc.— wilme>»d»rf: Di., d. 9.. 7V> Uhr, Antreten mit Musik und ssahnen ssehr» bclliner Platz. Marsch nach den Spichernfälen, Epichernstr. 8. Teilnahme an der Reuolutümsfeier. Niemand darf fehlen. Aug- und Gruppenführer laden ein._ Treidenker.valkshochfchulc. Mittwoch, 10. November, TA Uhr. im Aokantfchen Gymnasium, Berlin SW, Kallesche Etr. 24/26(am Anhalter Bahnhof). Peter Petroff:«Die materialiftifche Geschichtsauffassung". Arheiter-Samariter-Kolounc Berlin e. B. Abteilung LharlottenLurgi Montag, 8. Nooember. findet in der Leibniz-Oberroalfchule, Lchillerftr. 125/127, ein Bortrag statt. Thema:..Vererbung und Eugenik". 7 Uhr.— Ab ellung Tiergarten: Dienstag. 16. November, 8 Uhr. Schul« Schlesmiger Ufer 14. Lichtbildernortrag über„Tuberkulose".— Mitgliedsbuch Nr. 291. auf den Namen Fritz Bierfchcnk lautend, ist verloren gegangen. Dasselbe wird hiermit für ungültig erklärt. Finder werden gebeten, es in der Geschäftsstelle ob- zugeben. Arbeiter-Radio-Klud Deutschland« e. D. Ca tagen folgende Gruppen: GharloUenburgt Jeden Dienstag Wielandstr. 4. Friedrichahaiu: Jeden Mittwoch Strausberger Str. Z. Mittwoch, 17. November, fällt der Dastcl- abend aus.— Kottbusscr Tor: Jeden Donnerstag Adalbertstr. 21. Donners- tag, 11. November, Bortrag über Nctzanfchlusigerät. Referent Funkfreund Glasi.— Lichtenberg: Jeden Dienstag Kronpruizenftt. 47.— Lichterfrlde-Ost: Jeden Freitag Lorenzftr. 56. Freitag. 12. November, ausserordentliche Mit- altederverfammlung(NeuwahJ.— Neukölln: Jeden Freitag Prinz-Sandiern» Strasse 7g. Freitag, 12. November, Vortrag de» ssunkfreundes WWer, Leiter der Technischen Kommission.— Prenzlauer Berg: Jeden Donnerataq Schon» H-Ufcr Lille* 134b. Donnerstag. 11. Roremb-r. im Gruppenlokal Diskussions. abend. Donnerstag, 18. November, grosser öffentlicher Werbeabend.— Schöne. be«g: Jeden Donnerstag Sedanftr. 53. Donnerstag. 11. November, technischer Bortrag über„Schal! fchemen*.— Südost: Jeden Donnerstag Sorauer Eck« Görlitzer Strasse. Donnerstag. 11. November, Portrag und Erläuterungen »um Lauttprech erbau. Referent Below. Am 97. und 28. November ver- anstaltet die Gruppe im. Reichenberger Kof" zwei öffentliche Beitrags, und Ausstellungstage.— Weddeug: Jeden Donnerstag Pafewalker Str. 3.— Wilmersdorf: Jeden Freitag Augustaftr. 18. GSste überall willkommen. Alle LpicNeute der Arbeiter-Tnrnvereine Sross-Betlin» finden stch zu« gemei nfchaf tlichen Uechungsstunde Montag, 16. November, 7A Uhr im Lokal von Prasser, Michaelkirch- Ecke Wusterhaufener Strasse.«In. Keiner darf fchsen. Körner nebst B. und Ts.Bogen sind mitzubringen. Noch nicht den Arbeiter-Turnoereinen onpehörmtde Spielleute oder solche, die es werde« mochten, sind hiermit als Gäste freundlichst eingeladen. Der Stabführor. Reichibund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer»nd Äriegcrhinter» bliebenen. Bezirk Westen: Bezirkaversammlung Dienstag, 9. November, 8 Uhr, im Natioualhof, Bülowstr. 37. Referat:..Bedeutung des 9. November unter besonderer Berücksichtigung der Kriegsopfer" sowie Bericht über den Gautag. wekkerberlchk der öffentlichen wellerdienstflell' für Berlin und Umgebung. (Nachdr.veib.) Wechselnd bewölkt bei zunehmenden Westwinden und wenig veränderten Tagestemperaturen; zeitweife etwa? Neigung zu Nieder» Ichlägen.— Tür Vrntfchland: Im Westen zellwesse Regen, im Osten vor- wiegend trocken, Temperaturen wenig verändert. LÄSER Jena ihren Zweck, Schfehler genau ausgleichen und einwandfrei sitzen. Der Ruf unferer feit 1533 he flehenden optifchen FACHANSTALTEN gibt Ihnen Gewähr für sorgfältigste Bestimmung und Anpassung richtiger Augengläser RODENSTOCK NacfaL Optiker Wold Q, tn. b. IL Ltfpxifer Str, 101-102• Friedrich»tr. 59-60• Coscnthalcr Str. 45 Joachlmsthekr Str. 44• Grunewaldstx. 56• Necnderstr. 23 Moderne Klemmer und BrlUea oboo und mit Band RM. 3.50 5.50 5.50 8.50 10.5 J 15. w Moderne Lorgaetteo und BingUter für Damen von RM» 5.50 an« rcictastc Au i wähl Lieferant»ämtlidicr Krankenkassen Fertige Betten Steppdecke Ca4in Oisappni�n■», Seht MrUioh rat tnl.tt mtt chlncsUaben Uaibdansan Oberbert...... 39.75 Unterbett..... 32.00 Kissen....... 13.75 MonoPÄunen""schlafdeti-e Satin-Oberssita in djT, 0 OB Färben....... 9»Z5 Daunendecke Pa. französischer Daunenperkal ärhSnbunt gerauitert m f f\t\ mit I» Daunen,. DO-WV Obarbatt ecM türkltoh rot Idar lila, Itld. � C QO Irali» Ulatt, iilaiUratarlil«**3 Fertige Inlette rat gr Sarai S.S0 6.S0 6.90 5.50 2.35 1.95 Kamelhaar. Saiaitbei» 4.—- breun, mit Berdflre 14.#5 Elnreln« Kissen-DezUse mit Stickerei ABO/ dU- reich garniert ab W /O Hger Bettbezüge Bemaentucb•iuUädlg 9berbett«. 120x200. 3.95 Kissen ao-eo..... 1.25 gutrein Bettiatts 9berbett 186x200,.. E»D2 Kissen«xbo..... 2.25 Bettlaken WiSChestOff etarkfUIg 1.75 guter Linon ahna Naht 2,92 ßfef WMMiiS Pf et r_ EHE Ecic� Sebastianstr. A. WERTHEIM Leipziger Platz amc""« Königstr. Rosenthalcr Str. Moritzplatz E�tra- Dreis® ��Bnmniiiuiiuuiiiiuiiiiiiiimmnimui V niniiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiin Montag, Dienstag, Mittwoch Soweit Vorrat Damenstrümpfe 120 Damenstrümpfe Kunst- Waschseide, � mit kleinen, rep. 1 � R Fehlern.....| OU Damenstrümpfe reine Wolle � QQ Damenstrümpfe 375 Seidenflor, liuteQua- lität, Hochferse und Doppelsohle, moderne Farben... Kunst-Waschseide (Bemberß) bewährte Qualität, schwarz u. farbig Velours de laine voi zügliche QuatHSt modern gestretfi Eleg. Abendkleid schwarz Crepe de Chilis, mit Flitter u. Perlen vorn u. hinten bestickt, Gr. 42-43 Meier Damen-Ripskleid reine Wolle, Blusenform, feiner Plisseerock, Crepe- Georgetie-Krag., Gr. 42-46 2375 Dämen-Münfel Velours de laine Kragen, Manschetten und unten herum m.imit. Maulwurf- Astrachan besetzt 2850 Gesellsdiöftskleid gut. Crepe de Chine, mod. Abendfarben, mit reicher Perlstickerei, Größe 42-43 54 M Hemdbluse gestreift Baumwoll- Flanell, offen u. geschlossen zu tragen Pullover Kunstseide mit Baumwolle, lange Aermel.... Jumper gestreifter od. karierter Wollstoff, m.langenAermeln Jumper aus Wolltrikot, bunter Garnitur, m. lang. Aermeln Köper-Velvet in modernen Kleider/orben ca. Jo cm breii Meier 39 M 3 80 dw(MHf üß ftffifffV ClidiUtiUii.ytMt' ji+vfi tHe-vffwiU- Damen-Mantel Velours de laine, EJustm- form, Kragen u. unten herum mit Biberette besetzt 3950 Sprech Naschinen ßS I 34 Mk. � *..... 45 c/n—--»» J 68 Mk, Isliiitoü wli � wieder In großen Serien und sind Hierdurch m dereuze. unsere bieder biUiqeuPreise nochmals beben >c»d Hrrabün» segen. Wir bieten ithncn hierdurch«e- tcgenhctt zu diesen i;Un»tix«n An�nnbine- prvisvn Mnsit in Ihr Heim zu brin- en Selbst unsere illigsten Serien sind nach neucsler i>on- slrultion hergestellt. sieiieü!! Srilisger wiederum dersdgesstt» «�nnrl.SS. beleWdeiiWliüi Oi und 1.60. Eleinte bulmmenle hfiduter Toliendonfi fileicMalli preiswrrt. BesidtüStniä obre Eaoiztnml ertetra. Klünzstr.| B(dicht Alexsnderplats) nnd Leipziger Sirafie 108. Sdiulz&Gnndladi muß man kaufen! Kirman>TeppiberI426 Demokratie, Irbeiterklajse unü Staatsmacht. Das neue Parteiprogramm der Sozialdemokratie Deutschösterreichs. Der Linzer Parteitag unserer Bruderpartei in Deutsch- Österreich ist zu Ende. Er hat einstimmig in Heller Begeiste- rung das neue Parteiprogramm beschlossen, das als Linzer Programm in der Geschichte der deutschöster- reichischen Sozialdemokratie fortleben wird. Der Hauptabschnitt des Programms:„Der Kampf um die Staatsmacht" hat folgenden, gegenüber dem Entwurf völlig umgearbeiteten Wortlaut: t. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hat die Wahlrechts- Privilegien der besitzenden Klassen gesprengt, die Monarchie gestürzt, die demokratische Republik begründet. In der Monarchie hat die Dynastie die Generalität, die Bureau- kratie geherrscht: nur die obersten Schichten der Bourgeoisie— der Großgrundbesitz und die Hochsinanz— hatten tatsächlichen Anteil an ihrer Herrschast. In der demokratischen Republik hat sich die Gesamtheit der Bourgeoisie der Staatsgewalt bemächtigt. Andererseits hat die demokratische Republik der Arbeiter- klasse politische Gleichberechtigung und Be- wegungsfreiheit gegeben, ihre geistigen' Kräfte und ihr Selbstbewußtsein gewaltig entwickelt. Die Arbeiterklasse stürmt gegen die Klassenherrschaft der Bourgeoisie in der Republik an. Die Geschichte der demokratischen Republik ist die Geschichte der Klassenkämpfe zwischen der Bourgeoisie und der Arbeiterklasse um die Herrschast in der Republik. In der demokratischen Republik beruht die politische Herrschaft der Bourgeoisie nicht mehr auf politischen Privilegien, sondern darauf, daß sie mittels ihrer wirtschaftlichen Macht, mittels der Macht der Tradition, mittels der Presse, der Schule und der Kirche die Mehrheit des Volkes unter ihrem geistigen Einfluß zu erhalten vermag. Gelingt es der sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei, diesen Einfluß zu überwinden, die manuellen und geistigen Arbeiter in Stadt und Land zu ver- einigen und der Arbeiterklasse die ihr nahestehenden Schichten der Kleinbauernschast, des Kleinbürger- t ii m s. der Intelligenz als Bundesgenossen zu ge- Winnen, so gewinnt die sozialdemokratische Arbeiterpartei d i e Mehrheit des Volkes. Sie erobert durch die Entscheidung des allgemeinen Wahlrechtes die Staatsmacht. So werden in der demokratischen Republik die Klassenkämpfe zwischen der Bourgeoisie und der Arbeiterklasse im Ringen der beiden Klassen um die Secleu der Volksmehrheit entschieden. Im Verlauf dieser Klassenkämpfe kann der Fall eintreten, daß die Bourgeoisie nicht mehr und die Arbeiterklasse noch nicht stark genug ist, allein die Republik zu beherrschen. Aber die Kooperation einander feindlicher Klassen, zu der sie eine solche Situation zwingt, wird nach kurzer Zeil durch die innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft unaushebbaren Klassengegensätze gesprengt. Die Arbeiterklasse wird nach jeder solchen Episode unter die Herr. schaft der Bourgeoisie zurückfallen, wenn es ihr nicht gelingt, selbst die Herrschaft in der Republik zu erobern. Eine solche Koope- ration der Klassen kann also nur eine vorübergehende Entwicklungsphase im Klassenkampf um die Staatsmacht, aber nicht das Ziel dieses Kampfes sein. Hat die sozialdemokratische Arbeiterpartei in der ersten Epoche ihres Kampfes die demokratische Republik erkänipft, so hat sie nun- mehr die Aufgabe, die demokratischen Kampsmittel auszunützen, um die Mehrheit des Volkes unter der Führung der Arbeiterklasse zu sammeln und dadurch die Klassenherrschaft der Bourgeoisie zu stürzen, der Arbeiterklasse die Herrschast in der demokratischen Republik zu erobern. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei erstrebt die Eroberung der Herrschaft in der demokratischen Republik, nicht, um die Demokratie aufzuheben, sondern um sie in den Dienst der Arbeiterklasse zu stellen, den Staatsapparat den Bedürfnissen der Arbeiterklasse anzupassen und ihn als Macht- mittel zu denützen, um dem Großkapital und dem Großgrundbesitz die in ihrem Eigentum konzentrierten Produktians- und Tauschmittel zu entreißen und sie in den Gemeinbesitz des ganzen Volkes zu über- führen. 2. Die Bourgeoisie wird nicht freiwillig ihre Machtstellung räumen. Findet sie sich mit der ihr von der Arbeiterklasse auf- gezwungenen demokratischen Republik ab, solange sie die Republik zu beherrschen vermag, so wird sie versucht sein, die demokratische Republik zu stürzen, eine monarchistischeoderfaschistische Diktatur aufzurichten, sobald das allgemeine Wahlrecht die Staatsmacht der Arbeiterklasse zu überantworten droht oder schon überantwortet haben wird. Rur wenn die Arbeiterklasse wehrhaft genug sein wird, die demokratische Republik gegen jede monarchistische oder faschistische Gegenrevolution zu verteidigen, nur wenn das Bundesheer und die anderen bewaffneten Korps des Staates auch dann die Republik schützen werden, wenn die Macht in der Republik durch die Eni- schcidung des allgemeinen Wahlrechtes in die Hand der Arbeiterklasse fällt, nur dann wird es die Bourgeoisie nicht wagen können, sich gegen die Republik auszulehnen, nur dann wird daher die Arbeiter- klasse die Staatsmacht mit den Mitteln der Demokratte erobern und ausüben können. Die fozialdemokralische Arbeiterpartei muß daher die Arbeiterklasse in ständiger organisierter geistiger und physischer Dereilschast zur Verteidigung der Republik erhalten, die engste Geistesgeinein- schaft zwischen der Arbeiterklasse und den Soldaten des Bundes- Heeres pflegen, sie ebenso wie die anderen bewaffneten Korps des Staates zur Treue zur Republik erziehen und dadurch der Arbeiter- klasse die Möglichkeit erhalten, mit den Mitteln der Demokratie die Klassenherrschaft der Bourgeois!� zu brechen. Wenn es aber trotz aller dieser Anstrengungen der sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei einer Gegenrevolution der Bour- geoisie gelänge, die Demokratie zu sprengen, dann könnte die Arbeiterklasse die Staatsmacht nur noch im Bürgerkrieg erobern. 3. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei wird die Staatsmacht In den Formen der Demokratie und unter allen Bürgschafteu der Demokratie ausüben. Die demokratischen Bürgschaften geben die Gewähr dafür, daß die sozialdemokratische Regierung unter ständiger Kontrolle der unter der Führung der Arbeiterklasse vereinigten Volksmehrheit handeln und dieser Volksmehrheit verantwortlich bleiben wird. Die demokratischen Bürgschaften werden es ermög- lichen, den Aufbau der sozialistischen Geschäftsordnung unter den günstigsten Bedingungen, unter ungehemmter tätigster Teilnahme der Volksmassen zu vollziehen. Wenn sich aber die Bourgeoisie gegen die gesellschaftliche Umwälzung, die die Aufgabe der Staatsmacht der Arbeiterklasse sein wird, durch planmäßige Unterbindung des Wirtschaftslebens, durch gewaltsame Auflehnung, durch Verschwörung mit ausländische, l gegen- revolutionären Mächten widersetzen sollte, dann wäre die Arbeiter- klasse gezwungen, den Widerstand der Bourgeosie mit den M i t t e l n der Diktatur zu brechen. 4. Die Arbeiterklasse erobert die Herrschaft in der demokratischen Republik, nicht um eine neue Klassenherrschaft aufzurichten, sondern um jede Klassenherrschaft aufzuheben. In dem Maße, als die Staats- macht der Arbeiterklasse die Kapitalisten und die Großgrundbesitzer enteignen, die in ihrem Eigentum konzentrierten Produktions- und Tauschmittel in den Gemeinbesitz des ganzen Volkes überführen wird, wird die Scheidung des Volkes in ausbeutende und aus- gebeittete Klassen, werden damit Klassenherrschaft und Klassenkampf überwunden werden: damit erst wird die Demokratie aus der letzten Form der Klassenherrfchast in die Sclbftregierung des nicht mehr in gegensätzliche Klassen gespaltenen Volkes, wird sich der Staat aus einem Werkzeug der Klassenherrschaft in das Gemeinwesen der per- einigten Volksgemeinschaft verwandeln." Genosse Otto Bauer, der den endgültigen Entwurf des Parteiprogramms vortrug, nannte ihn„ein gut de- mokratifches Program m". Er fügte hinzu: „Mit voller Klarheit, mit voller Unzweideutigkeit sagt«r: Soweit es auf uns ankommt, wollen wir den Kampf um die Staatsmacht den Weg der Demokratie gehen, die Staatsmacht mit den Mitteln der Demokratie üben. Noch mehr. Er sagt: Soweit es auf uns ankommt, wollen wir, wenn wir die Staatsmacht mit den Mitteln der Demokratie erobert haben, sie auch üben mit den Mitteln, in der Form und unter allen Bürg- schaftenderDemokratie.das heißt, wir wollen nicht, wenn wir gesiegt haben, soweit es auf uns ankommt, eine Ge- waltherrschaft über die andern aufrichten, sondern wir wollen unter Wahrung aller demokratischen Frei- heit regieren, weil wir uns bewußt sind, daß die Be- wahrung der vollen demokratischen Freiheiten vor allem das Proletariat selber davor schützt, daß eine Herrschaft, die in seinem Namen ausgeübt wird, zu einer Herrschaft über das Proletariat werde." vi« obigen Angebole stehen Ihnen ab Montag sur Verfügung!— Schriftliche Bestelliingeo können nicht berücksichtigt werden! die Ausgesteuerten in üer Wohlfahrtspflege Do sie nichk hingehören. Zur Klärung des Ausgesteuertcnproblems wird gegenwärtig eine Zählung der von der Wohlfahrtspflege er- faßten Ausgesteuerten nach dem Stande vom 30. September vorgenommen. Die Erhebungen sind noch nicht abgeschlossen. Die bereits vorliegenden Zahlen ergeben für Preußen etwa 5 3 0 0 0 bis 60 000 A u s g e ft e u e r t e, die von der Wohl- fahrtspflege laufend unterstützt werden. Auf das Reich bezogen, er- höht sich diese Zahl auf etwa 85 000 bis 90 000. Die Statistik zeigt, daß in vielen Städten und vor allem auf dem Lande vielfach gar keine Sl u s g c st e u c r t e n festgestellt wurden, während in einer Reihe von Großstädten bedenklich hohe Ausgesteu- e r t c n z i f f e r n zu verzeichnen find. So zählte Breslau am 30. September 3130 Ausgesteuerte: dazu kommt ein Zuwachs für Ok- tober von 400, für November 800 bis 850»md für Dezember von 1320 neuen Aussteuerungen— vorausgesetzt, daß diese Ausstcue- ningen nicht rechtzeitig durch Arbeitsvermittlung vermieden werden. Gclsenkirchen zähste am Stichtag 2200 Ausgesteuerte: der zu erwartende Zuwachs beträgt: Oktober 215, November 600, Dezember 670. Köln 2100 Ausgesteuerte: Zuwachs 975» 1450, 2250. Altona: 2250: Zuwachs 350, 450, 500. Essen: 1050, Zuwachs 800, 800, 950. F r a n k f u r t o. M.: 700, Zuwachs 1325, 550, 1100. Das alles find Zahlen, die nur die von der W o h l f a h r t s- pflege betreuten Ausgesteuerten umfassen. Niemand kennt d i e Zahl derer, für die die Wohlfahrtspflege nicht sorgt. Sollten die Ausgefteuertenziffern wirklich hinter den Schätzungen der Ge- werkschaften zurückbleiben, dann muh das für die Rcichsregie- r u n g erst recht ein Ansporn sein, in der Regelung der Unter- ftützung der Ausgesteuerten nicht allzu knauserig vorzugehen. Die Regierung hat zugesagt, den„bedürftigen" Gemeinden die Kosten bis zu 70 Proz. zurückzuerstatten. Bei der Unterscheidung: bedürftig oder nichtbedürftig kommen praktisch nur endlose Streite- r e i e n heraus, wobei die Ausgesteuerten die Leidtragenden sind. Die Gemeinden rechnen damit, daß ihnen 90 Proz. der Kosten zurückerstattet werden. Desgleichen erwarten sie, daß kein Unter- schied zwischen alten und neuen Ausgesteuerten gemacht wird. Warum- jetzt— wie die Reichsregierung versprochen hat— nur den ab 1. Juli ausgesteuerten Erwerbslosen die neue verbesserte Unterstützung geben? Alle Ausgesteuerten aus der Zeit ab 1. Juli müssen in gleicher Weise nach der neuen Regelung unterstützt werden. Rückgang der Reallöhne. Aus der vierteljährlichen Zufqmmenstellung des Internationalen Arbeitsamtes über die Reallöhne 1926 in den Großstädten der vcr- schiedenen Länder, die auf Grund einer eigenartigen Methode ermittelt werden, geht hervor daß die Reallöhne im laufenden Jahre fast überall zurückgegangen sind. Die jüngst vsr- össentlichten Angaben beziehen sich auf den 1. Juli. In diesem Zeitpunkt zeichnen sich allein Amsterdam und Ottawa(Kanada) durch einen etwas erhöhten Reallohn aus, während Berlin, Brüssel, Kopenhagen, Lodz, Mailand, Philadelphia und Rom sinkende Reallöhne aufweisen. Die außerordentlich große Senkung der Reallöhne in Brüssel ist eine Folge der Geldentwertung. Ausfallend ist der ständige Rückgang der Reallöhne in B h i l a d e l- phia, wo sie von 213 Mitte 1924 stufenweise auf 169 am I.Juli 1926 sanken. In dieser Zusammenstellung werden die Reallöhne allein auf die Kosten der Lebensmittel belogen. Bei Berücksichtigung des INielaufwandes ist ein Rückgang der deutschen Reallöhne von 71 am 1. April auf So am I.Juli festzustellen. Cnüiich Lohnerhöhung in Ostpreußen. Die Lohnverhältniste der Landarbeiter in Ostpreußen gehören zu den schlechtesten in ganz Deutschland. Ihre Verbesserung wird dem Deutschen Landarbeiteroerband besonders schwer gemacht, weil der Landwirtschaftsverband Ostpreußen hartnäckig jede Besser- stellung der Landarbeiter ablehnt und die christliche Landarbeiter- organisation, der Zcntralverband der Landarbeiter, die Unternehmer in ihrer Stellungnahme unterstützt. Der Zentraloerband der Land- arbeiter hat sich iin Frühjahr dieses Jahres dem Landwirtschafts- verband gegenüber verpflichtet, keine Lohnerhöhung während der Laufzeit des Tarifvertrages zu fordern. Trotz aller Widerstände ist es dem Deutschen Landarbeiter- verband gelungen, die Schlichtungsinstanzen von der Notwendigkeit zu überzeugen, den Landarbeitern und insbesondere den fugend- l i ch e n Landarbeitern eine Lohnerhöhung zukommen zu lassen. Der Spruch des Schlichtungsausschusses bringt den Frei- arbcitcrn eine Lohnerhöhung, von 1 Pf., den Hofgängern von 1 bis 3 Pf. für die Arbeitsstunde. Dem Deutschen Landarbeiter- verband genügte der Erfolg nicht. Angesichts der ganzen Schwierig- keit stimmte er jedoch zu und beantragte die Berbindlichkeits- c r t l ä r u n g. Die Unternehmer ließen alle Minen springen, um die Verbindlichkeit zu hintertreiben. Durch Schreiben vom 3. November 1926 gibt nunmehr der Reichsarbeitsminister die Verbtndlichkeitscrklärung des Schiedsspruches bekannt. Die Verbindlichkeitserklärung des Schieds- sprnches ist angesichts der großen Widerstände ein Erfolg für die Landarbeiter in Ostpreußen. Gleichzeitig ist die Berbindlichkeits- erklärung aber auch ein starker moralischer Erfolg für die freigewcrkschaftliche Organisation der Land- arbeiter, den Deutschen Landarbeiterverband. Nicht nur in übergibt man nur dem Nachweis d°S Deutsch. MuslkerverbandeS, Berlin Q27. Andlcasstr. 21(Konigftadt 4310, 4048). GelchäftSzeit 9 bis 5, Sonntag» 10 6i» 2 Uhr. Aut Wunsch Vertreterbefuch Ostpreußen, sondern auch im übrigen Deutschland werden die denkenden Landarbeiter aus dem Ergebnis des Tarifstreites in Ostpreußen die Lehre ziehen, daß ihre Interessen beim Deutschen Landarbeiterverband am besten vertreten werden. Mussolinis„klassenzufammenhalt�. Gegen die Lohnbeständigkeit. Chiaffo, 6. November.(Eigener Bericht.) Seit die Der- tretung der Arbeiterinteressen durch die sogenannten faschistischen „Gewerkschaften" wahrgenommen wird, kann man die zahlreichsten und schwerwiegendsten Verletzungen des Arbeits- gefetzes durch die Arbeitgeber feststellen. Und dies geschieht in dem Augenblick, wo die wirtschaftlichen Bedingungen für das Dasein des italienischen Arbeiters immer schwerer werden durch die steigende Verteuerung der Lebenshaltung. Ein Zusammentreffen von übereinstimmenden Ereignissen erhellt, daß die Arbeitgeber einen festen Plan gegen die Arbeiter- schast eingeleitet haben. Die Haltung der Arbeitgeber ist allgemein und hat"zum Ziel eine generelle Herabsetzung der Löhne. Vor einigen Monaten schon haben die italienischen Industriellen eine Krisis in der heimischen Industrie vorgesehen und in einzelnen Fällen die Mißlage des Marktes und der Produktion zu dem Zwecke übertrieben, die neunte Lohnstunde einzuführen. In Ber- folg dieses„ersten Sieges" haben die Industriellen einen Fcldzug gegen die Arbeiterlöhne versucht. Dieser Feldzug ist aus aus- schließlich polirischen Gründen eingestellt worden. Jetzt versuchen sie auf einem anderen Wege zu ihrem Ziel zu kommen. Doch in der letzten Zeit haben sie in Mailand und insbesondere in den industriellen Zentren Italiens der Arbeiterschaft nachgeben müssen. In der ersten Zeit hat man angenommen, diese Maßnahme entspreche tatsächlich einer Krise des Arbeitsmarktes. Ties hat insbesondere für das Baugewerbe'und die Metall- i n d u st r i e gestimmt, aber auch in diesen Fällen ist die Massen- entlassung von Arbeitern nicht gerechtfertigt. Das trifft insbesondere für die Textilindustrie zu, die fast ebenso viele männliche wie weibliche Arbeiter beschäftigt: in jeder Woche entlassen die Industriellen eine gewisse Anzahl männlicher und weiblicher Ar- b e i t e r, die sie durch Kräfte ersetzen, die um 10 Proz. billiger bezahlt werden, als es das in Kraft befindliche Lohn- abkommen vorschreibt. Verschiedene Tcrtilunternehmen in Mailand und der Oberlombardei stellen insbesondere weibliche Hand- w e r k e r aus der ländlichen Umgebung ein, ebenso aus Emilien und Venetien. Oft stellen die Industriellen diesen Leuten auch Schlafgelegenheiten zur Verfügung und haben für die für sie arbeitenden Bauersfrauen eigene Schlaf fäle bereit- gestellt. Von diesen Fabriken eigens bezahlte Agenten über- strömen das Land, um Arbeiterinnen anzuwerben. Die Frauen, angelockt von den Lohnbedingungen, die ihnen der Agent verspricht, gehen auf den Köder ein: doch haben sie die Arbeit aufgenommen, merken sie erst, daß sie gewiffermaßen wie„Lehr- linge" mit dem halben Lohn bezahlt werden. Nach sechs Monaten ist die Bezahlung auf drei Viertel des Normallohns oder 10 Proz. weniger als der Durchschnittslohn festgesetzt. Hier sei nur ein einziges Beisistel aufgezeigt, aber es wäre leicht, eine ganze Reihe von derartigen Verfehlungen gegen den Arbeitsvertrag aufzuzählen. Einleuchtend ist jedenfalls, daß die Industriellen in Italien jetzt eine allgemeine Offensive gegen die Arbeiterlöhne im Sinne haben. Welche Aktion werden dagegen die sogenannten faschistischen„G e w e r k« s ch a f t e n" unternehmen, die sich die Verteidiger der Interesicn der Arbeiterschaft nennen? Bis heute haben sie diese Willkürlichkeiten der Unten, chmer stets durch ihre Passivität unterstützt. Das ist das Ergebnis der Theorie Mussolinis über die„Z u s a m m e n- arbeit der Klassen" und der„Dazwischenkunft der Regierung, um die Klassenstreitigkeiten zu beseitigen". Jetzt ist erst klar ge» worden, was das Gewerkschaftsgefetz in Italien über- Haupt wert ist._ D. E. Zusammenkunst der Gesellenausschusimstglieder. Die näckst« 8us/z Utir. im Saal 1 de» Gewerkschastohaufe», Engelufer TtiZS, statt. Wir«tnoartrn in Anbetraitit der wichtigen Tagesordnung das vostzichlia« Er» scheinen aller in stzrag« kommenden Kollegen. Berbandsinch und die von der Organisation �gestellte Einladung legitimierrn. Ifreizewerkschastlich« Zrr»end,entrale de« ADGB. Ortsausfchust Berlin. M SVD..ZNekallarbeiker! Donnerstag, II. Rov-mber, 7 Udr. israMonsverfammIuag in den Mnsikersalen, Kaffee. Wichelm, Str. 31. Die Tagesordnung ist lehr wichtig und ersuche» wir u«»ollz�ligc. Erscheinen aller Genossen. Ter!sraktton«,»rsmnt>. Zugendgugp« de, 8 Ml. Morgen, Montag. TIS Uhr. Bezirk Norden: kZugendheun Schule Danziger Str. 28 Au-svracheobend. „.„. Die Branchenkommisfio». isreie Eewerkschaffsnigend. �str die Jugend der Eewerlschafien ist das Metallarbeitcr.Juqendheim. Linistr. 88 85(Portal 2>, ab 7 Uhr geöffi-et— Lichtenberg: Mitlelschule Markiltr. 10/11 Eewerlschastlichcr Werbeabcnd. Motto: „Aus der Eeschichle der Arbei t". Bekleidungsarbeiterverband Am Dienstag, 9. November, 7 Ubr Mit» glicderversammlnng für die L-rrenkonfektion, Knaben, und Burschenkonfektion UntformlieferiingsbraiKhe, Eummikonfektion sowie für die Taubiwmmenscktion in den Rosidenz.�esffälen. Landsberger Str. 81...Amerikanische Produktion und Wirtschaftsverhältnill« unter besonderer Berstckstchtigung der Konfektions» industrie". Referent Kollege Plettl. Rtitteilungen und Verschiedenes In An. betracht der wichtigen Tagesordnung ist da» Erscheinen aller Mitglieder UN» bedinat notwendig. Mitgliedsbuch oder»karte legitimiert. Allgemeiner Preuhischer PolizclSeemtrnvcrband. Am Donnerstag, 11. No» vember. TM: Uhr, in den Kammersälen. Teltower Etr. 1/4(SZllcfck>«s Tor), tiffentlich« Versammlung der Berliner Pclizeibeamlen. Ministeriarvt a. D. ffaikenberg spricht über das Thema:„Der neue Kurs in der Bcamtenbewegung" Weiter werden behandelt die Beklechul�sdcstchtigungen und die neu« Dienst. regelunq bei der Berliner Echustpolizei. Mus See partes. Unsere wisscnschafllichs ZÄkschcist. j Die Arbeiterbewegung hat sich in ihren Bildungsvercmstaltungen, in ihren Bibliotheken, in ihrer Presse mächtige Hebel zur geistigen Befreiung des Proletariats geschaffen. Aber immer neue Probleme tauchen auf, immer neue Fragen gilt es zu klären und immer neuen Wissensstoff zu verarbeiten. Nicht alles kann die politische Tages- zeitung bringen. Deshalb wird von der Sozialdemokratischen Partei durch Genossen Rudolf Hilferding seit 3 Iahren eine wissen- schailliche Zeitschrist„Die Gesellschaft" herausgegeben, die die wichtigsten Probleme des Sozialismus, der Politik und der Wirt- ichaft eingehend behandelt. Wer sich mit diesen Problemen be» schäftigt, der versäume nicht, diese wertvolle Zeitschrift zu abonnieren. Abonnementspreis vierteljährlich 4,50 M.„Die Gesellschaft" ist auch in Halbjahresbänden zu haben. Vom laufenden Jahrgang ist der erste Band(6 Monate) in schönem Ganzleinenbond erschienen. Preis 12 M.„Die Gesellschaft" kann durch jede Buchhandlung und Post- anitalt oder direkt vom Verlag I. H. W. Dietz Rachs., Berlin SW. 63, Lindenstr. 3 bezogen werden. Aus dem neuen Heft 11 für den Monat November führen wir folgende Beiträge an: Gregor Bienenstock: Frankreichs Jndustrioli- fierung und die Krise des Mittelstandes: Dr. Fritz Baade: Brannt» weinpolitik: A. Iugow: Wirtschaftslage und Parletkrife in Rußland; Frederik Vedso-Kopenhagen: Bodenreform in Dänemark: Hermann Wendel: Der Prager Slawenkongreß von 1848. Das Volkshaus in Alienburg ist durch Brandschaden stark beschädigt. Donnerstag in den frühen Morgenstunden wurde im Gebäude unseres Bolkshaüses in Altenburg ein Branlcherd entdeckt, der sich schnell ausbreitete uiid zu dessen Löschung die Feuerwehren den ganzen Tag in Anspruch genommen werden mußten; noch am Abend um 8 Uhr waren Feuerwehrleute mit der Handspritze tätig. Die Saaldecke, ein schweres Glasdach, stürzte in den Mittagstundcn unter gewalligem Krachen zusammen, so daß der große B e r s a ni m- lungssaal vollständig zerstört ist. Die großen Wafler- mengen, die zur Löschung des Feuers nötig waren, haben auch die anderen Räume des Hauses stark beschädigt. Die Fremdenzimmer. sowie das Gewerksch-astssekretariat und andere Bureauräume mußten geräumt werden: das Parteisekretariat blieb vor größerem Schaden bewahrt. Die Schränke verschiedener Arbeitervereine mit Vereins- Utensilien und wertvollem Notenmaterial sind vernichtet, auch das Parteiarchiv hat stark gelitten und manches wertvolle Buch ist zerstört. Die Arbeiterwohlfahrt hat den Verlust vieler Gegenstände zu beklagen(Betten, Bettwäsche, Schlafdecken u. a.), die für die Unter- bringung von erholungsbedürftigen Kindern gebraucht werden. Di« Ursache des Brandes konnte noch nicht festgestellt werden. Das Volks- haus war früher Privatbesitz: es wurde von unseren Genosten erst 1921 käuflich erworben und am 1. Mai dem öffentlichen Verkehr übergeben._ Sozialisiische Arbeiterjugend Grofl-Oerlln. Zur Revolutioasfeiec cm Ssnnla«, 14. November, vormittop» 11 Uhr, im Großen ZJfauWdbcua find Korten zum Preise von 50 Pf. pro Stück im ZnAeudlekretariat zu haben. � Das SpreSehorwerk.Mcaschdeitswille" von Hermann Elaudi», gelangt znr Erst» ansführnng. Heute, Sonnicig, 7. Rovember: Der zweite Rufikabend fällt wegen Abwesenheit des Genossen Kestenberg au». Dtc vortragsrcih«„Einführung in die Kunst- beginnt am Sonntag. 28. Ro- vember, im Jugendheim Cha:lottenburg, Nrstnenstr. 4. Gemeinsame Sprrchcharprobc! All« Genossen finde» sich Sonntng vormiffaz um zyo Uhr im Großen Schaufviclhcuse. Eingang Säffffbauerdamm. ein. Interessierte Genossen werben anfgefordcrt. ilcki zu beteiligen. Siibsst G.-B.! Besuch de» Museum» für Arbeiterwohlfgyrt. Treffpunkt 8 Uhr Schlestsches Tor.— Mariendors: Tahrt Grunewald. Treffpunkt M/9 Uhr Ra.haus. — Steglif, I: Samt,'ah et. Treffpunkt 8 Uhr Rathau/Z St«s!U-.— Strgtiü Ilr Jugendheim Solsteinifche Str. 3. Dunter Abend.— Eharlottcnaurg: Jug-ndhe/m Rostncnstr. 4. Letmabende— Uriedrichshagen: Jugendheim Scharnweberftr. laZa. Dolkstanzabenb.— Johannisthal: Drteilig"ng an der Rcvolvt'ansfeier der Partei.— Lichtenberg. Nord: Jugendheim 84arkaue 10. Ab 4 Uhr Urterhaliungs» abend.— Tensfelder-Diericl: Besuch des Mufemns für Arbciterwoh'fahrt. Treff, Punkt ZelO Uhr Pappelallee(Normaluhr).— Barschaner Viertel: Treffpunkt abrnds M/S Uhr frankfurter Allee Ecke Tilst'er Straße(Eltern mitbringen). Wcrbebczirk Lichtenberg: Jugendheim Scharnweberftr. 29. Iack-London- Abend, 7M Mr. M ädchen» Arbeitsgemei»rchaft„West*. Die Mädche nversapriiffuwz in Schöne» berg findet heut, nicht ftatt. Alorgev, ZUonkag, abends TVi llhr: Ehsrübvng im Jugendheim Lindenstr. 8, pünktlich"H Uhr. Konferenz aller erwerbslofen Mitglieder 7 llhr in der Schule Skallschreiber- kkrahe 54(nahe MorUplast) im Saal de» Schulmiffc/rms. All« erwerbslose» Genossinneu rnrd Genosse» müssen erscheinen. Mitgliedsbuch Ic-.itimiert. Moabit 1: Schule Waldenferftr. 20. Rcpolutivnsfeier. Weihensee: Jugend- Helm Parkstr. 85. Revvlutionsfeicr.— Friedenau: Jugendheim Offenda-Hea Strasse 5a. Bs'.lraz:„Zgas bedeutet uns der 9. November?�— Westen: Jugendheim Äauptftr. 15(Rheinlandzsmmer). Aussprach«:„Die Ursachen und Auswirtungen der Rrvolutionrn(besonders 1918)-.— Baumfchulenweg: Jugend- heim Ernftstr. 18. Revolutionsgetenkabend.— ZoHanuistbal: Rathaus Königs- plah. Bartrag:„Was führt« 1918 zum Zusammenbruch?-— Werbebczirk Schöueberg: Werbebezirksdelegiertenkanferenz Zugenihrim heim Lauptstr. 15(Rheinlandzlmmer). Beginn pünktlich%8 Uhr. Dildungskurfe. Werbebczirk Teltowkanal: Für Jüngere: Stegliss, Ringstrasse(erster Abend), Thema:„Einführung in den Sozialismus- Werbebczirk Lichtenberg: Jugendheim Scharnweberftr. 2». Thema:„Staats- und Berfassungslehi«-.-— hervorrage»» bewährt bei: Sicht, Rheuma, Ischias, Grippe, Nerven- nnö Kopfschmerzes, LS. - 13/ utu. 0.« Chinin 74j Aoii«eLttl. � mZnTl. J ErkAtungstrankheiten. enstrltä Slntenbungcn für diese Slttdrtl find Berlin SW 6». Lindenstra�e 3, partemachrkchten für Groß-Serlw stet» an da» Sezirk»sekretariat. ?. Hos, 2 Trep. recht», zu richten. Z. Ätei» Tiergarten! Achtung! Ab Dienstag, den s. Naoeinber, läuft im Artushof, Pcrlcberocr Str. Ld, der ffilm„Die Schmiede". Wir bitten die Senosfinncn und Genossen lllr diesen Film recht reae Propanganda ,u machen und ibn»tchlrcich zu bcsu6>cn. Z. firei» Wcddina: Achtung! Ad 3. November läuft in den Tivoli-Licht» svielcn, Rolberger Str., der ssilm„Die Schmiede".— Wir bitten die Genossinnen und Genossen nm recht rege Propaganda und um zahl. reichen Besuch. Z. jirei» Friedrichshaia: Montag, den 5. November, abend» pünktlich 7 llbr, ltrcisfunktionärsstiung in Schmidt» Gesellschaftsbau», sfrnchtslr. V>n. Um vllnklliche» und zalilreiche» Erscheinen wird gebeten.— Mitgliedsbuch und sfunktionärkartc ist mitzubringen.— Vortrog über: Werkstarife. Referent Stadtrat Schiichting.— Mittwoch, den 10. November, abends 7 Uhr. Be- zirksverfommlung im Ratbans. Stadtverordnetenfifiungssaal. Einlasskarten ab Uhr beim Genossen Fischer, Eingang Epandauer Strasse. Rege Bc- teiligimg erwünscht. 7. Ärti» Eharlottenburg: Montag, den 8. November, abend» Z Uhr. er. wcitcrte Sihung de» fireisvorstande» im Zimmer 1 de» Rarhausc» Char» lottenburq. i. Ärti» Wilmersdorf: Die Plakate für die Revolutivnsfeier find bei Äroihs, Holstetnische Str. 00, abzuholen. 11. fttei» SchSneberg.Fricdcnau: Montag, den 8. Ziovember. gbends 7th Ubr, bei Will, Mgrtin»Luther»Str. Kg, 5. Vortragsabend: Die Geschichte der Sozialdemokratie. Vortragender: Etudienrat Erwin Marquardt. Zahl- reicher Besuch wird erwartet. 12. Ärei, StegliK: Den Genossen und Funktionären zur Kenntnis, dass die Lose für die Arbeiterwoblsabrtslotterie, für Stealih bei der Genossin German. Eüdends, Brandenburgische Str. ö, für Lichterselbe bei dem Geiutssen Echönwetter, Händelplass Sa. z Treppen, abends nach K Ubr zu baben find. Die Genossen können dort grössere Pesten zum Vertrieb be» kommen. 11. ÄreieNenlölln: Montag. d«n 8. November, abends 7 Uhr, im Rathaus, Neukölln. Fraktionsfiduna. 17. Kreis Lichtenberg: Die für Montag geplante Funktianärfihung fällt an». Montag, K Ubr. Froktionsfissung der Bezirksverordnetcn im Ratbaus, Zimmer ZK. Dürgerdcvutierte müssen erscheinen. Korten zur Bezirksver» sammlung am Mittwoch find beim Fraktionsvorfissenden, Genossen Schubart,»u baben. Auch am Mittwoch vor Beginn der Sissung. 18. Kreie D-issenIee: Montaq, den 8. November, abends 7!z Uhr, Fraktions- lifcuna im Rathaus, Zimmer 21. heule. Sonnkag, 7. November:' Id. Abt. Die Dezirksführer werden gebeten, die Namen derfenigen Kinder, welche an der Weihnachtsfeier teilnehmen, bis zum g. November bei der Abttilungsleiterin. Genossin Mathias, abzugeben. 137. Abt. Reinich'vdsrs-Weft. Vormittags pünktlich 10 Uhr wichtige Funktionär- fissuna im Volkshaus, Scharnwcbcrstr. 111. Morgen, Monkag, 8. November: 14. Abt. 8 Uhr bei Laurissen. Putbufser Str. 11. Funktionärfissung. 13. Abt. V/i Uhr bei Obiglo, Stralsunder Str. 11, Sissung sämtlicher Funk- tionäre mit den Bctriebsvertrauenslcutcn. 1«. Abt. 8'a Ubr bei Döbling, Brunnenstr. 7S. Funkttonärfissung. 17. Abt. 7l» Ubr bei Dole, Nordhafcn s, Funktionärstssung. 18. Abt. V,2 Ubr bei Müller. Uferstr. 2. Sissuna sämtlicher Funktionäre. IS. Abt. 7'b Uhr bei Schrepel. Krünthalerstr. 13. Funktionärstssung. 2«. Abt. V* Ubr bei Pose. Kolonicstr. 15. Funktionärstssung. 21. Abt. 7ih Uhr bei Kroll, Utrechterstr. 21, Funktionärstssung. 22. Abt. 8 Uhr bei Aadzav, Brüsseler Str. 43, Funktionärstssung.— Die Karten zur Rcvolutionsfeier sind ebenfalls abzurechnen. 2Z. Abt. 71» Ubr bei Grunwald, Kameruner Str. Ib. Funktionärstssung. 24. Abt. Ubr bei Winzer, Winsstrasse Ecke Cbrifiburger Strasse Funktio- närüssuna.— Achtung! Z. Gruppe: Die Genossinnen und Genossen be- -eiligen sich an den Äoniumoerfammlungen am Montag, abends 7>ch Uhr, im Hcrmnnnsheim. 27. Abt. 7lz Uhr bei Bogdanowiss, Sonnenburger Str. 1, Funktionärstssung. 3». Abt. 7ih Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. Z, Funktionär- stssung. Berichte. Abrechnuna. 40. Abt. 7>h Ubr Sissung sämtlicher Abteilungsfunktionäre bei A. Keufner, Hagclberi'.er Str. 20». 41. Abt. 7!h Ubr bei Schuster. Cbamissoplass. 4, Sissung fämtl. Funktionäre. 43. Abt. 7?» Uhr bei Mendler, Diefenbachftr. 54, Funktionärstssung. Jeder Bezirk muss unbedingt vertreten sein. 43. Abt. Ubr bei Wolfs, Forster Str. 44. Sissung sämtlicher Funktionäre. D,c Bezirksführcr. welche die Kartothckkartcn noch nicht abgeliefert haben, werde» gebeten, dieselben bestimmt mitzubringen. Die Sruvveniührer bringen Material und Resultate mit. Stellungnahme zur politischen Lage. 48. Abt. TVi Uhr bei Eichholz, Cuvrrstr. 23, Funktianärstssung. Erscheinen m nnbedinat erforderlich. 48. Abt. 8 Uhr bei Keller. Fürstenstr. 1. wichtige Funktionärnssung. 77. Abt. Schönebcrg.?',» Uhr Apostel-Paulus-Str. 7, 4 Treppen, l. Arbeits- *?/• gemeinichaft über: Verfassinrqsrecht. Rrukössn. SS. Abt. 7sh Uhr bei Brose, Sanbersir. 18. Boestands- und Funktio- närstssung. Sämtliche Funktionäre müssen erscheinen.— 01. Abt. 7li Uhr Funttionärstssung. Achtung! Um kl» Uhr abends wichiiac Vorstands- stssung bei Iiischke, München« Str. 23.— 92. Abt. 8 Ubr bei Wolss, Kaiser-Fricdrich-Slr. 173, Sissung de» Vorstandes und der Vczirksfllhrer. Im Vchinderungsfalle find unbedingt Vertreter zu entsenden. Alle Funk ionäre, insbesondere Dezirkokassierer, müssen unbedingt erscheinen. 04. Abt. 71b Ubr bei Schröder. Steinmcsssir. 32, Funktionäre. Erscheinen unbedingt erforderlich. rrTF*;->;-K-r n-t r t.1 1 4u--�g r.r-:i » 103. Abt. OberlchZnewrite. 71b Uhr öffentliche Versammlung zur sä Ki Gründung einer freien Schulgesellschaft im Gesellschaftsbaus Imberg, s-Z S Wilhelminenbofstr. 34. Vortrag der Genossin Dr. Hildegard Wtgscheidcr. ri -V Wir erwarten zahlreichen Besuch. Dienskag, S. Novemb42 Ubr Bülowplvss. Tiergarten! 12 Uhr Denkmol im Kleinen Tiergarten. Debdiugt%2 Uhr C trau oberger Plass. Preuzlapee Berg:?il Uhr Gruppe Rarben Danziger Str. 62, Prvme- nade. VtZ Uhr Gruppe Nordost Arnswalder PI--, Slbiuger Stvasse. Fried- richshalu! ilhr Baltenplass.«reuzberq:>11 Uhr Hollesches Tor.-Iii Uhr Waldemarschule. Eharlottenburg: l'l Uhr Wilhelmplass. Wilmersdorf! Hl Uhr Rathaus. Schäncberg: U1 Uhr Kaifer-Bilhelm-Blab. Friedenau: sszl Uhr Untergrundbahnhof Rlldesheimcr Platt. Tempelhof: ftl Uhr Strassenbohnhof. NeukZlln:!il Uhr Herssbergploss. LI Uhr Hrrmonnplass.>,hl Uhr Herford- plass. LI Uhr Hohenzollcrnplass. LI Riugbahnbof Hcrmannstrassc. Britz: LI Uhr Ralhaus Britz. Treptow: 1 Uhr Schule Wildenbruchstrasse. Weissen- fee:->,1 Uhr Antonplotz. Panlow, Buchholz, Niederfchönhaufen: 1 Uhr Panlow Kirche. Rcinickendorf»Wcst: LI Uhr Eichborn- Ecke Scharnweberstrasse. Ret» nickendors-vst: LI Uhr Seebad. Ritte: Montag 8 Uhr Helferversammlung Blumenstr. 77. Mittwoch Ltz—'hg Uhr Kreissprechächr Elisabethkiechslr. 10/20. Hortztmmer. Weddino. Sinppe S-hilleyart: Montag l.dk— L8 Uhr Rriaenabenb Meine Sprechchuriibuim) Schule Lüttichex Str. 4. Freitag 0—8 Uhr Jugendheim See- Ecke Turiner Strasse.„Warum feiern wir den 0. November?'- Gönnpe Leopoldplatz: Dienstag LB— LS Ubr Bastelabend Schön stebtstrasse: Ledigenbeiin. Mittwoch:l13 Ubr Baden. Treffen vor dcr Badeanstalt. Mittwoch k Ubr Ueben der Musikstücke und der Theaterstücke im Jugendheim Luxemburger Elle Genter Strasse. Donnerstag LK— LS Uhr Zusammenkunft der Kinder Uber 12 Jahre im Ledigenheim. Freitag LS— L8 Uhr Turnen und Tanzen in der Turnhalle Ruheplatz. Kreuzberg.«auppe Taldeuio, schule: Unsere Fahrt nach Sirausberg, die infolge des schlechten Wetters am vorigen Sonntag ausfallen, musstr, findet nun bei trockenen: Wetter am Sonntag, 7. Nsoember, statt. Treffpunl: LOlihe Waidemarfchule. Mittwoch. 10. November, pünktlich 6 Uhr. Elternverfammlung in der Waldemotschule. Eharlottenburg. Dienstag 4— 8 Uhr für die Kleinen. Dienstag S— L8 Uhr für die Grossen. Freirag>.i«—'(-8 Uhr für die Grossen. Sounaheud 4—8 Uhr für alle Kinder. Neukslln. Sängerkms Dienstag 5—7 Uhr Schule Rütlistrasse. Spiel und Tmtz. Mittwoch 8—7 Ubr Turnhalle.stailer-Friedri.h.Realgnmr.astum. Sprech- chor Freitag s— 7 Uhr Boddin. Ecke Berliner Strasse. Gluvp» Birke trifft sich Sonntag, 7. Noventber. vormittags L10 Uhr, am Serforthplatz zur Besichtigung eines Mufdums.'20 Pf. Fahrgeld mitbringen. Gtupp- Britz trifft sich um LI Uhr an: Zahnstocher zun: Spaziergang, anschliessend in die Stcruwarse. SchöntBetg-Fiiebenau. Gruppe Hauptstr. 13: Iugendbeim. Kinde: von 8—10 Iahren im Ostmarkzimmer jeden Dienstag und Freitag von 5—7 Uhr. Dienstags: Lesen, Svieleu und Tanzen. Freitags: Zeichnen und Basteln. Kinder von 10— 1> Jahren Im Freundichatiszimmer teden Dienstag und F-titaq von 5—7 Uhr. Dienstags: Lesen.Diskntioren. Sviclen. Freitaga- Basteln, Tanzen, Sitrgcn, Gruppe Friedenau: Iugendbeim Oisenbacher Sir. 5a. Matt- tags nnd Donnerstaas von>18— L8 Uhr Basteln. Spielen tmd Tanzen. Tcmpelhos: Im Winierholbiabr Dienstags und Donnerstags 3—5 Uh: die kleinen Kinder, 4—8 Uhr die grösseren Kinder. Sterbetafel öer Groß-öerliner Partel-Grganisatkon! 33. Abt. Ncuiöst». Unser Genosse Artur Wolff, Vriniz-Handjorn.Str. 37 (82. Bezirk), ist plötzlich vcrstorbcn. Beerdigung am Diengtaq. g. Rorember, nachmittags 2L Ubr, auf dem Gemeindefriedhof Mariendorfer Weg. Rege Beteiligung wird erwartet. IRasmtf tuätt auf! SWl da: plotdkh stehfdic %igareüz wieder ixrv Vordergrund. Sin neuer'Jabak' fachmarji von emopaischeiii{Ruf tvidmeiP ihr' seine JudbCy sane Otunsty und dcrfRaucher spurt sofort den neuen(ffcaytiderL geeoa&igen(�uaiitotsaufsdwyun� den jede{Preislage klar erkennen-l&frt. /Wie zart voie ttJundccooU mild und sußaroiaatisdi ist jetzt die gute S�flSSiRRY. l�wfi uns begeistccP ein kuäirnerter SVassaryoerchter?u. Wir freuai uns ciarubecy und RÜr gehen den Weg des Srfolges weiter Wir geben Sfhnen$2eistetsiucke deutscher{lugareitenlierstcILung. in- die SKand, wir werben durch höchste J&istungr um aller{Raucher1 (gunst auch um Sfhrc! Otteilen Sie selbst! SMassary-�erfeP zl_ c Ich PURPUR MDST. f � rJ��Xl�flSasseify'S)� Kß l JJS S ich. TÜPKIS HDST J �~�hlßcLSsary-�iiteP � qOLD* u SEIDEN MOST Seid entecheidet* den-Kauf von Wolfe Sam Brokat, Kunstseide mit Metall we iche Wa re, für K leider uCapes, doppelbreif ■Pips PapiKon beste feinfadiqe Kleider Qualität, in vielen mader nen Farben, reine wolle ISObreif O ZT . Velvet beste Köpcrware, In vielen modernen Farben.?0 breit Abschnitte f. Damen- Wintermäntel, tro>rae Farben, gnte Qualität, 2,50 m lang,' Stoff 6 140 cm breit, iör Röcke osw. Meter Stoff 3 140cm breit für Anzöge.». Meter QfnHo törWintar-Damenmänte'. 140 cm breit,' OiUliC gute Qualität, modern« Farben. Meter 1 Gabardine ,» c» w«..! I/o nnre lör Hamen- MSnfeU 140 cm breit, i Vc OlirS vorzügl. Qualität•.••«Meter Manches er-m- omiiut....... Damen-Pullover..' Damen-Strickiacksn ÄÄ' Kinder-Strickmäntel F,-& 1 SpCrtWeSiCn f&r Herm und Diomd.. I Herren- Sweater«-»».uk-r«im« t Herrenhemden �",�.�.'..1 Herren Unter hosen Herren Futterunterhosen»«-«1 Damen-Schlüpfer;;T<Ä 7? 1 PüitiElil. öani.-failßfsdilipfei ÄF«'5 Frauen Futterhosen 5 Fraoea-Fnier-lIntemiMenÄi Damen-Hsrndhosenwou�iscbi.. 1 Frauen Unten öcHe gr». �».nriicot' Männersocken krtms-°7?7.r s.« C Pelzkranen iu-n �uin, t Kunstseid, Schals ÄaÄ' 0.90 Sirickschals............. 0.40 Pudel Ifr DfneB. Hcrrefl und Kinder 0.TO 0.E0 Hflnnsr-FoDSfhnnilscliDliß.ÄO.Bä Gamafchenhöschen TL'�i-.no 1 33 Garnituren Sclul und Mütze lOr Kinder 1 23 Barchent! aken»eis mu?-,sumt2i»x>« 2.70 Barchentlaken 2.70 Barchentlaken mit mur Kute.-.oo ho 2.93 Laken-Nesse! WOcm breit, snteOuilitil 0,83 Lakenstoffe ÄNSÄirS 1.33 BettbezOqe ÄÄ":? �..u. 8.75 Bettbezü QB Dimit?. I Deckbett 2 Kissen. 9,73 Kopfkissen»«3, soso......... 1.— Hand ÜC�er»eiü. nnz«. 100 cm Isng... 0.45 KÜChentliCiier bilhleineR, Ueine Fehler. 0.33 der ren- Joppen anzug i Herren-Wintörjoppsn 12.93 FalrrnolTP■''übez.Scbslp; rluti. Iin_ raiirpetze scjjeiit.v.A-im peizü. ii8rr8n-Hniica.-u. Comamllge mit Breecheä............. Herren hose«trein......... 3.53 Mechanikerkitlei gnu....... 3.93 Knniißn-HiJiciißstEfnazügeÄ'siöo Damen-V/int-rmäntel«r.«-«? 10.50 �e>dgrsus bioss su? Origmzi-�liii'ässrczfssri«„enie.. 6.95 ss�js j«** f�r.»,r die Lind�evü'kerung, v;?.-;icr unu_ 1�1 CS�rv% Mit ahrer............ 4'.—.3»—. 0- ��•'m »r bitten, bei Bebttrl TÜl!lJel&365 78°d.. 85" Reiset 8�!Z�di.iZ5.. lmiKk°* l3® S85""« 95" hu taati?eppf süe ämn- und Jlsduiedten mit Fehlern Leihhaus Schncibct. Aleranberstr. IIa. unweit Ianuowrhbrllcke. Söchilhcleihung von Wasch«. Larrengardewb«, Wart- sachen usw._________* «ctte»»erka»s f Reu! 12,501 17.50! IZLO! PrachlPOlli 27.,-, 30.-! Halö. bannen 3-',.— I ftinbctBcllen 8,75! Bett. wäschel Steppdecken 1©ardinenl Tüll- decken! Allco sppttbMigl Seine Lop,. barbwarel Leihban». Brunnenstrafte 47. Wäsche staunen d billig, unter anderem Bettbezug, starksädiser WLschestPss, 4,75, Sissen 1.50. Bettlaken 2,60. Dowla«. laken 3 30. bunter Bezug 6,—:, Stillen 1,85. Süchenhandtllch. kräftig. 0.55, Stnbenhandtnch 0L5. Kerreneinsahbem. den, wollgemischt. 2�0. Domenhemd l,40. Wischtuch 025. Renforrt 0,50. Wisch, hgub, Dresdenerstrohe 33.' VMMz ItvMliSi» L KM' kmZZ ef&vre <4. m. b. if. BeriinS Seit 1882 nMT �ranicnsir. 158 Wir häSen keine Filialen! [SijrMörtSS- Seisertkauarie», prochtpolle Sänger, billig, SOßner, Landsberger strahe 54. Beachtenswert! Deutsches Teppichhaus Smil Lefdvre seit 1882 nur Oranien llrafie 158. Seinerler Beziehungen zur ffrrma gleiche» Ramens Potsdamer, ftrahe. LekleillunyxMr�,- Spottbillige Pelzware».©elegenhrits» käuse von Sportpelze»,©ehpelzc». hoch, eleganten Pelzmäntel». Pelziocken. Enorm billige Lerrenanzllge. Ulster Paletots,.steine Sombardamre. Leih, hous ZWedrichfiraste 2 lBelle-Allianer, Plot». Dewbister, RSbel-Niederlogen. Schlaf. , immer, echt Siche. grofter dreitUrigcr Ankleidcschrank. komplett mit weihem Marmor, sckjwere Betten. Drellanflagen, ©odelinstllhle. komplett 450.—. des- gleichen 2.00 Sommpbenschronk, Schlaf» zimmer, seltene©elegenheit. komplett 005,—. Preise bedeutend herabgeseht. Dembihers Mäbelniederlagcn. August- ttroste 47/47,. Aphenzollerndamm 106, ©roste Isrankfurterstroß» 55._ Warum ich billig bin? Weil Spe. zialist. 5 besondere Angebote aus meinem Atelier: Mastonzug, reinwolle. ner Jachtklubserge, 85z-. Tanzanzug, schwarz Drapp«. mit Borte. 95.—. Smokinganzug mit Seidenspiegel 105,—; selten schäne Ansssthrung bei 2 Anproben. Eportpclz. Schalopollnm-Sra. gen. 05,—. Sehpelz. schwarz Tuck. 125,—. Auch stahlnngserleichterniig. i» Au- zahlnng. Rest in 6 Monatsraten. Wal- ier Stein. Inpalibenstraste 135. Achtung. man irrt! Laden mit 2 Schaufenstern.- Pelzwaren febril.©rästie Auswahl. beste Verarbeitung, billigste Preise. stablungserlcichiernng bei sofortiger Lie- 'ernnq aestattet. Pelzmänie!. Pelz. .acke», Chousfeurpeize. Pelzioppen. Sportpelze,©ehpelze. Velzgarnituren. Sknnkskragen, ssilchskragen WSlse. Be. sahfelle. Umarbeitungen. Reparatur. annabm«. Tauber,©rünstraste 1. an der©ertraudtenstraße. Rähe Spittel- markt.» ©Sosiige«elegenheit. P-l, waren vom Sllrschnermeister. Pelzmäntel. Pelz. iacken, Scrrenspprtpelze. Sre»,.. Silber., Zobel-. Aloska.ssllchle. Shina-Zieaen, Skunks.. Amerikanisch-, Australisch. Skunksopollum. Mnisen, Pelzhiüe. Pelz. decken sowie»lle Arten von Vel, waren. ©rohe Auswahl. R. Michaelis. Berlin NO. 18,©roste ffrankfurterstraste CO, I©tag«, am Etrausbergerplast. Wenig getragene Lerrenanzstge, Win- terpaletots staunend billig. Boltszieaen 10—. Pel, iacken 40.—. Sämtliche Velzarten spottbillig. Leibhans Rosen. thaler Tor. Linienstraste 203,204, Ecke Rolentbalerll roste, steine Lombardware. Getragene Berrenoarderoden©elell ImaftMnzOoc für korpulente ffiauten staunend billig. Rast, irlldrr Mulack- straste, testt©ormonnitraste 25t26.- Ohne Anzahlung. Bettwäsche,©ar- dlnen. Teppich«. 12 Monatsraten. Madner,©lbingerstrastc 47. Wenig getragene Anzüge von 6.50 an. Paletots von 8,— an nur Rügenao- straste 25.___ Pclzwere»! Wolf-ziegen 9.75! 12— I Prachtoolle 17,50! 10L0! Pel, lacken! Pelzmäntel! Pelzschals, alles spottbillig� Leihhans. Bmiunenitroste 47._ Staunencrregcnd! Prachtteppiche zwan, zigl Cfederbetten. Stand 29—, Di, wanbecken!©ardinenlager! Silber, wäls«! Dreistigl«reuziüchse fstufzehn! Pelziackcn! Monalsgorderobe! sSteine Berlastware.) Teilzahlung. Pfandleihe. Beikaufshaus Echänhanseralle» 115 (Rordring). Dembitzer« Mäbes. Niederlagen. Serren. zimmer, echt Slchr. gediegene Ausiüh. rung, innen Mahagoni, schwerer Diplo- mat. Lerrenzimmertisch, Hoher Armleh». sessel. Rinbleberiillhle, komplett gebeizt. 305—, blSgltichen 2,00 breit, schwer geschnistt, tomptett 575,—. Dcmdistcrs Mäbelnieberlagcn, Auguststroge 47/47,. Sohenzollerubauim 106,©toste Krank- surterftraste 55._ Ausnahme-Angebot! Ankleidefchränke. 2 Meter breit, mit ooalem Spiegel, dreitürrg, Wäscheabteilung, 135—, 150 rrcit 105,—. englische Bettstellen, kom, piett. 55,—, Nachttische mit Marmor- platte 15—, Nustbanm. Apotheken 12.—. Plülchsofas 43—, Diplomaten 35.—. Eäulenbüfetts 75—, Bierzuztische 65—, Standuhren 72—, komplette Äüchen mit Berolaiung. lackiert. 65.—, Estzimmer, echt Eiche, komplett 205.—. Schlaizimmer mit echtem Marmor und ffacettelpiegel 285,—, Serrenzimmer mit Ledermiibeln 285—. Möbelbaus©ottlieb. Rügener. straste dreizehn Bahnhof©esunbbrnn. neu, ssreilisserung.__• «elegenheit! Stlerderschronk 18,—. Berliko 15,—, Daschtoiletle U— Nüst, bäum- Schreibtisch 25.-, stüchen 24.- Psüschsofa 15—. Möbelhaus©ottlieb, Riiaenerstraste dreizehn.____ MctaMetteu mit Auflagen 24.—. SÄlafchailelongucs 24,—. Beticktaiie. le, neues Ehaiselonguesdeckanl—. Wand. behänge 3,—. Palentmatraden 10-, Polsteranflagen. Wochenabzahlung 3—, Pappelallee 12; Pankow, Schmidtstr. 1. Dembistte» Mäbcl.Niederlagen. Preise bedeutend hcrabgrsestt. Speisezimmer. echt Eiche, volle Türen, innen Maha- aoni. Moserauflogen, ganz aparte Stre» deuz. schwerer Auszugtisch. 6 Leder- stühl«. komplett 375—, desgleichen ganz schwere Ansillhrung, 2.00 breit. 505,—. Dembisters Mädelniederlagen. August. straste 47/47», Rofenthaler Tor. und Sohenzollerndamm 196. Ecke Uhland- straste,©roste ZCrankfnrter Straste 55. nocki einige Werbewochen zu bedeutend herabgesestten Preisen._ Me allbetle» mit Auslagen 23—. Pappelolle« 12; Pankow, Swmidtftr. 1. ©ebiearne Mähel. merk' den Sao baut©leiser. Aleiandervlad, Alerander- straste 42. 400 preiswerte Zimmereinrich. :nnnen. illustrierten Drachlkataloa 33 fostenlos.__• dhaiselongne». Meiallbetlcn. Auflege. matrasten Paientnialrastcu. Walter. Slaraaiderstraste achtzehn. Spezial- aeschäft.' Zhle. Möbel. ssabriklagcr, ffricdrich. straste 7. Scrrcnzimmcr in seltener llormenschönheit. Schwere eichene Per- arbeitung mit polierten Maservcrdoppe- lnngen und Sandschnistereien. Biblio- thek. dreitllrig gearbeitet. 2.40 Meter breit; Schreiblisch. 1.70 Meter, mit exlra Tresorkasten. 750,—: dito Biblio- thek. 2 Meter. 495—. Sämtliche Preise stnb bedeutend herabgesetzt. Auf Wunsch Zablunoserleichlerung.__ Zhle• Mäbel. ssobrikloger. Friedrich» straste 7 sHallesches Tor). Schlafzimmer in eleganter Ausfübrung, innen Maha. aoni mit cchtem Marmor, Stristollfarelte. lpitgel unb DamaNstiihle. Rcklamenre!» 623,—. Speziolloger in all?»©rösten unb Preislagen von 305— an. Schrift. sich««arantre.__________ Rl«- Möbel. Fabriklager, Friedrich. straste 7. Epeifeziormer. erstklasstge Tisch. lerarbeit. wundervolles Modell. Büfett 22)0 Meier, schwere Slredenz. eckt Eich«, innen Mahagoni, mit Silberkästen. rci» chec Schniherci und Moseroerdoporlun- gen, 505.-; dito Büfelt. 2 Meter. 495—. ©roste Auswahl in allen Bllsettbreitrn zu konkurrenzlosen Preisen. Speisezimmer 350—. Stlubsafas 85.—. Zahlungserleichterung. Stamerling. Sta- stanienallee 56.» Polsterlellcr«rauistraste 2. Mar-Straste 4. Riesenlager bildschöner Ehaiselongue». Aasienruhebelten. Aus. lcgrmatratzen/ Cosas. Keldbetten. Metall, de!:?». Wochenzahlung. Mllbclfobrib Georg Tennigkeit, Oranien. straste 172,173. Sonderangebot: Schlaf. zimmer 475. Speisezimmer 450. See. rcnzrmmer 330. Slüchen Don 95. Bett- stell- mit Malratze 85. Ankleidcschrank mit Spiegel 150. Ruhebett 40. Auch Teilzahlung�_ Möbel. Schräger. Speisezimmer mit groster Glaspürine, innen Mahagoni, aparte S reden,, lchtucrer Anszugtisch und LedepstMile 425. Serrenzimmer, aröstte Auswahl, billigst« Preise. Slän- dig übe: 200 Z mimer am Lager. Trotz äustcrst billiger Preise langsrrstige Zah. lungserlcichtcruirg. Stastanienalle« 45/43, an der Zionsiirche, und Schwedter. straste 252, ssabrikqebände._» Mäbrl. Schräger, Stostanlenallee 43/40, a» der Zions'irche. und Schwedt«: straste 252 fsvabrilarbäude). Schlafzimmer 180 Eiche komplett 675—. Greste Auswahl in polierten eleganten Schlafzimmern. Trost Lusterit billiger Preise langfristige Zahlungserleichterung. Teppich. Schräger verkauft Teppiche. Läuferstoife. Tischdecken. Diwandecken. Steppdecken,©ardinen. Stares. Bett- decken. Bequemst» Zahlungscrlcichte. rung. Iupalidenftr-ste 141. Stettiner Möbel. Teilzahlung,©ärisch. Stra, laueiplast l— 2. Ecklestscher Bahnbos.' Vstrowi?!, Möbelhaus. Turmstr. 73. nur vorn erste Etaec, seit über 30 Iah. r«n bekannt durch Lieferung bester Oualitäismöbcl. AustcrordenUich bil- liaes Angebot in Speisezimmern. Schwer Eiche, reich qrschnistt. 180 breit, echte Rindlederstühse, Ansziehtisch nur 570, desgleichen 2 Meter 650. Schlafzimmer, Herrenzimmer. Einzelmöbel, spottbillig. Sie finden keine gllnstioere©elegenheit. Eventuell Zahlungserleichterung._ Plilschsofas 43—. Ehaisosongue» 24.—. Betistellen mit Matratzen 20,—.«lei- derspinde Wäschelpindc 30.—. Tische 8—, SUlchencinrichsung 45.—. Sellin. ©artensiraste 26. Möbelpetfand auch austerbalb. �_' Teilzahlung. Schlafzimmer. Saeisc- «immer, Slüchen sowie sämtliche Einzelmöbel. aeringste Anzehluna, beauemste Abzahlung. Möbelhaus Luilenstadt. Stäpenickerstraste 77/73. Ecke Brückenstraße. Teilzahlung. Stomplette Zimmer. Ein. zelmöbrl billig. Weua-r, Marstlin». straste 8 tAleranderriatz).©raste Frank- furterstraste iechsundiünizia.______* Teilzahlung zu Äassep reisen. Mit 10 Pro.�nt Anzahlung licsetn wir Stachen. Schlaf-, S-rren., Speisezimmer und Einzeimäbel. Biele©ejegenlwiten. ll. a. bieten wir an: Schlafzimmer 345—.»eirenzimmar 275,—. Wunder- volle Stüchrn von 88— an. Speise* zimmer, ranz schwer, 395,—. Stühle 5.— Spiegel 9,— Vertiko 45—. Sofa 45,—. StlclberschrSnIe 65— Drtt- stellen komplett 56.—. Möbelspeicher Loibriiraerirraste 24, 25. 28. llnterzrund- bahn Echönhauserlpr.___* Nirgend» können Sie varteishaiier Ihre» Bedarf an StleiderWränken. Der- tikoz. Set'cn in Kol» und Metall, Ruhr- betten. Tischen, Stühlen. Trumcnus, Bü. fett», Sredenzen, S:md brachten erst in den letzten Monaten große Mengen auf den Markt. Daß sich di« Getreidepreise trotz der ziemlich großen Vorrät« in den Sommermonaten halten konnten, wurde damals von der Fachpress« allein dem Vorhandensein dieser mächtigen Getreidekartelle zugeschrieben. Trotz des großen Erfolges des kanadischen Weizenmonopols, der im laufenden Jahr bereits 60 Proz. der kanadischen Ernte aus den Markt bringen dürft«, sind desien Leiter der Meinung, daß ein durchschlagender Er- folg erst gesichert sein würde, wenn auch in den übrigen getreide- ausführenden Ländern ähnlich« Kartelle entständen, die zwecks Be- «influsiung der Preis« miteinander in Verbindung treten würden. So wird von Kanada aus eine international« Bewegung in die Wege geleitet zu dem Zweck, die Produzenten der Vereinigten Staaten(die Vereinigten Staaten kommen allerdings für die Getreide- ausfuhr nur noch kurze Zeit in Betracht und werden wahrscheinlich in absehbarer Zeit zu einem Getreideeinsuhrland werden). Australiens, Argentiniens und Indiens zur Gründung von ähnlichen Großkartellen zu bewegen; ja man möchte auch S o w j« t r u ß la n d, wo das nationale Kartell durch das Aussuhrmonopol bereits gegeben ist, in die später zu schaffende international« Organisation hineinbeziehen. Di-s« Pläne müssen angesichts der Tatsache, daß das Riesenkartell in Kanada allein durch propagandistische Mittel in kurzer Zeit zustande- kommen konnte, durchaus ernst genommen werden. Die Wellzuckerkonferenz. Die kubanische Regierung hat unlängst ihre Absicht bekanntgegeben, die Einberufung einer Weltzuckerkonseren, »anzuregen. Den Hauptgeqenstand dieser Konferenz wird jedenfalls die Einschränkung der Produktion bilden. Die Weltzucker- «rzeugung— Rüben- und Rohrzucker zusammen— wird In der Kampagne 1926/27 auf 24277 000 Tonnen geschätzt gegenüber 24 375 000 in der letzten Kampagne. Auf die europäische Rüben- zuckerproduktion entfallen davon 7 340 000 Tonnen, 131 000 weniger als im Lorjahr. Der größte Rückgang entjällt auf die Produktion in der Tstkjechoslowakei und in Schweden, 288 000 Tonnen bzw. 17Z000, während die deutsche Produktion etwa um 200 000 Tonnen höher als im Vorjahr steht. Der Weltverbrauch betrug aber bei den gegenwärtigen Preisen nur etwa 20 Millionen Tonnen, und so ist in diesem Sinne eine Ueberproduktion vorhanden. Dem soll nun durch Einschränkung der Produktion entgegengewirkt werden. Kuba, das ein Drittel der Weltproduktion an Rohzucker erzeugt, er- zielte im Jahre 1925/26 eine Produktion von 5 200 000 Tonnen und die laufende Ernte hätte noch darüber hinausgehen sollen. Nun wurde kürzlich durch eine Verordnung des Präsidenten eine Pro- d u k t i o n s e i n s ch r ä n t u n g, die die Erzeugung um 500 000 Tonnen vermindern soll, angeordnet. Da aber die meisten Fabriken bereits feste Verträge mit den Farmern hatten, mußten für dieses Jahr noch Ausnahmen gemacht werden; die getroffenen Maß- nahmen sind daher in diesem Jahr noch nicht wirksam. Kürzlich hat ein Wirbelsturm 220 000 Tonnen Zucker vernichtet, eine Menge, die nicht groß genug ist, um die Preise nachhallig zu beeinflussen. Wenn der Preisrückgang für Rohzucker den Verbrauchern trotzdem nur in geringem Ausmaß zugute kam, so deshalb, weil in den meisten Ländern die Zuckerraffinerien Kartelle ge- bildet haben, mit deren Hilfe sie die Preise in die Höhe treiben. Erst kürzlich hat der Präsident eines großen englischen Zuckerkonzerns trotz der reichen Ernte eine wesentliche Erhöhung der Zuckerpreise angekündigt. Nun sind aber auch die Produzenten von Zuckerrüben bzw. Zuckerrohr bestrebt, durch Einschränkung der Produktion bessere Preise zu erzielen. Die EinschrSnkung der Pmnmvollproduktlon. Bekanntlich ist die diesjährige Baumwollernte außcrordent- lich gut ausgefallen. Die letzten Schätzungen berichten bereits von einer Ernte von 17)4 Millionen Ballen, eine Ziffer, die über alle bisherigen weit hinausgeht. Demzufolge fielen auch die Preis« unter das Vorkriegsniveau und erreichten einen Stand, wobei der Wert einer Ernte von 17)4 Millionen Pollen 1 Milliarde Dollar beträgt, während vor drei Jahren eine Ernte von nur 10 Millionen Pollen einen Wert von 1,6 Milliarden Dollar vertrat. Zur Erzielung von Preissteigerungen sollen 4 Millionen Ballen aus dem Berk eh r gezogen werden, und außerdem wird für die nächsten Jahre eine organisierte Einschränkung der Produktion vorbereitet. Die Regierung gibt den Farmern Vorschüsse bis zu 80 Proz. des Wertes auf ihre Vorräte, damit sie diese statt sie zu verkaufen in Lagerhäusern unterbringen. Allerdings stößt die Einlagerung infolge Mangels an Lagerräumen auf große Schwierigkeiten. Die Vorschüsse werden aber nur unter der Be- dingung gewährt, daß sich die Farmer zu einer 25prozentigen Ein- schränkung ihrer Produktion verpflichten; in den Südstaaten f o r- d e r n sogar die Banken, bei denen die Farmer verschuldet sind, eine 50prozentige Einschränkung der Produktion. Die bisherigen Regierungsmaßnahmen waren vor den Kongreßwahlen vielfach von politischen Rücksichten geleitet. Der Ausfall der Wahlen zugunsten der Demokraten wird aber die gegenwärtige republikanisch« Regierung dazu veranlassen, ihre Stellung durch weitere Zugeständ- niste an die Farmer zu befestigen. Eine neue EinschrSnkung der Gutmttiproduffion. Di« Weltproduktion an Gummi betrug im abgelaufenen Erntejahr 600 000 Tonnen, im kommenden wird sie höchstens 625 000 ausmachen. Der Weltverbrauch konnte mit dieser Produktion nicht Schritt halten. Im Wirtschaftsjahr 1925/26 be- trug er 525 000 Tonnen. Bekanntlich setzte in diesem Jahr eine gewaltige Preiserhöhung für Gummi ein, die erst in den Sommer- monaten von einem Preisrückgang abgelöst wurde, wobei die Preise aber immer noch auf ansehnlicher Höhe blieben. Allerdings hängt der Gummiverbrauch außer von den Preisen auch von der Ver- breitung der Automobile ab.(Die Zahl der Automobile in der Welt betrug 1925 24)4 Millionen— davon 20 Millionen in den Vereinigten Staaten—, jetzt sogar 27 bzw. 22 Millionen.) Das von England auf den Malaiischen Inseln und auf Ceylon durch- gesetzt« System der Produktionseinschränkung durch Aussuhr- abgaben, das sogenannte Stephensonsystem, führte in der Tat zur beabsichtigten Preissteigerung. Dieses System wurde jetzt am 1. November durch eine andere Methode der Produktionseinschrän- kung abgelöst. War die Absicht der früheren Produktionsein- schränkung, einen Gummipreis von 1 Schilling 6 Pence pro Pfund Gummi zu erreichen, so wird jetzt als Grundpreis 1,9 Schilling an- gesehen. Beim eintretenden Preisrückgang kann die Produktion bis auf 60 Proz. der Ausgangs.(Standard-) Produktion gesenkt werden— bisher war die unter« Grenze nicht festgesetzt— aber unter keinen Umständen darf die Produktion die zur Grundlage genommene Stadardproduktion überschreiten.(Die Standard- Produktion ist aber um ein Viertel niedriger angenommen als die gegenwärtige.) Auf diese Weise soll der Preissenkung ein Riegel vorgeschoben werden. * Die geschilderten Beispiele aus den wichtigsten Produktions- gebieten zeigen die starken kapitalistischen Einflüsse aus den Pflanzen- bau und die Versuche, im Jnteresse des Profits eine private Zwangswirtschaft internationalen Umfangs zu organisieren. Die internationale Wirtschaftspolitik der Arbeiterschaft wird da.stn gerichtet sein müssen, anstatt dieser Profitwirtschaft eine plan- mäßige Produktion und Verteilung der pflanzlichen Lebens- mittel und Rohstoffe für den Bedarf zu erkämpfen. A. H. �Deutscber Normenausschuß/ (sin Wendepunkt in der Geschichte der Normung. Der Normenausschuß der deutschen Industrie hielt am Sonn- abend, den 6. d. M., seine diesjährige Generaloersammlung im Jngenieurhaus in Berlin ab. Diese Tagung bedeutet einen Wendepunkt in der Geschichte der Normungsbestrebungen in Deutsch- land. Die Arbeiten des Normungsausschusses umfassen heute nicht mehr wie in den ersten Jahren seiner Tätigkeit nur die I n d u st r i e, sondern auch Handel und Banken, Handwerk und Land- Wirtschaft und neuerdinge auch die Hauswirtschaft. Auch äußerlich hat der Normenausschuß dieser Erweiterung seines Tätig- keitsgebietes Rechnung getragen, indem er seinen bisherigen Namen „Normenausschuß der Deutschen Industrie" abänderte in„Deutscher Normenausschuß". Immer mehr wird die Gemeinschaftsarbeit zum Besten der Gesellschaft von den Mitgliedern des Normenausschusses betont, und man kann dem Vorsitzenden Dr. Ing. e. h. Neuhaus beipflichten, wenn er erklärte, daß das, was der Normenausschuß schaffe, nicht für ihn, nicht für die Technik usw., sondern für das deutsche Volk und damit für die gesamte Menschheit geschaffen werde. Das ist international im besten Sinne gedacht. Der Redner wandte sich wiederum gegen die Irreführung der öffentlichen Mei- nuna durch die Behauptung, daß die planlose Erzeugung von Wirt- schastsaütern«ine größere Menge persönlicher Werte einschließe. Er richtete an alle Kreise des Volke» die Bitte, den Arbetten des Normenausschüsse» die größte Aufmerksamteft zu schenken. Darauf sprach Professor Gropius, der Direktor des Bau- Hauses in Dessau, über„Normung und Wohnungsnot". Er forderte, daß Wohnhäuser als Vorratserzeugnisse hergestellt werden, die man vom Lager beziehen könne. Er zeigte an Bildern, wie durch solche Arbeitsverfahren die Bauzeit verkürzt, Bau- kosten und Zinsen gespart werden und wie man durch Steigerung der Bauleistung nicht nur die Herabsetzung der Mieten, sondern auch eine erfolgreiche Bekämpfung der Wohnungsnot erreichen könne. Neunzig Prozent des beut- schen Volkes haben in bezug auf die Wohnung das gleiche Bedürfnis. So ist denn die Normung eines der Hilfsmittel, dieses Bedürfnis zu beseitigen, und der Widerstand, der sich hiergegen bemerkbar macht, kann nur aus falsche Vorstellungen oder aber"auch rücksichts- lose Gewinnsucht zurückgeführt werden. Sehr interessant waren die Ausführungen des Vortragenden über die Schaffung von Wohn- h a u s g r u p p e n, die sich auf einen einheitlichen Grundriß aufbauten, bei denen aber die einzelnen Häuser irgendwie gegenein- ander versetzt sind und bei denen durch Baumschmuck und gärtnerische Anlagen eine geradezu verblüffende Vielgestaltigkeit des Straßcnbildes trotz der Normung erreicht worden ist. Sehr unterrichtend waren die Mitteilungen über die Verbilligung der Bauten durch die Verwendung von Normteilen. So kosten zum Beispiel eine nicht genormte Tür 40 M., die genormte Tür aber kann zum Preise von 24,50 M., also um 15,50 M. billiger, d. h. mit einer Ersparnis von 39 Proz. geliefert werden. Genormte Fenster werden um 35 bzw. 23 Proz. billiger abgegeben. Der Vortragende oerlangte, daß man Bauversuchsplätz« einrichte, auf denen die gesamten Fragen der Normung und Typung im Zusammenhang mit dem praktischen Bau sowohl in handwerklicher als auch in industrieller Methode ständig erprobt werden. Frau Dr. Mari« ElilsaKeth Lüders sprach mit Temperament und Wirkung über die geradezu katastrophalen Zustände aus dem Gebiet der Hauswirtschaft. Ei« sagt« den Architekten manch« bitter« Wahrheit über die unzweckmäßige Gestaltung der Wohnhäuser, durch die sozialhygienssche und sittlich« Gefahr heraufbeschworen wird. Sie wies auf die unzweckmäßige Geslaftung der meisten Hauswirtschaft- lichen Geräte hin. Die Rednerin zeigte den Zusammen- hang der Hauswirtschaft mitderVolks-undWeltwirtschast. Sie wies aber auch darauf hin, daß die im vereinfochten Haushalt als Betriebsleiterin arbeitend« Hausfrau unendliche geistige und I i t t- lich« Wert« gewinnen könne. Di« Vereinfachung der Haushalts- führung ermöglich« erst der Hausfrau,«hr« staatsbürgerlichen Pflichten und Recht« einwandfrei auszuüben. Ungezählt« Haus- frauen arbeiten heut« mit einem ungeheuren Kraftaufwand und kleinsten Nutzeffekt. Das muß endlich anders werden, sonst „versinkt unser« Kultur im Scheuereimer und Menschentum verfängt sich im Staubtu ch". Professor Dr. H o f f m a n n behandelt« die Normung und Krankenhaus pflege. Er wies insbesondere auf die Normung der Krantenhausmöbel hin. Es wird in Zukunft nicht mehr hundert verschieden« Krankenbetten, sondern nur«ine» geben. Der hier be- stehend« Fachausschuß hat darüber hinaus Kranken-Bettwäsche.-Leib- wüsche,-Bekleidung, Krankenpflegeartikel, Desinfektionsmittel und Apparat«, sowie ärztlich« Gerät«, Krankenautos und vieles andere in seinen Tätigkeitsbereich einbezogen. Auch hier dürften di« nächsten Jahre wesenllich« Vereinfachungen und damit auch große Ver- bcsserungen, di« sich volkswirtschaftlich auswirken werden, bringen. _ W. M. Geringer Rückgang öer /trbeitsuchenöen. An» dem Jericht de» Landesarbeitsamls Perlin. Auf dem Berliner Arbeitsina rtt haben sich bemerkenswert« Aenderungen in der letzten Woche nicht gezeigt. Es über- wiegen, trotz Verlangsamung des Tempos, wenn auch nur in geringem Umfange, die Besserungserscheinungen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hat angehalten und be- trägt wiederum rund 3000 Personen, so daß sich die Zahl der Ar- beftsuchenden gegenwärtig auf 230 679 Personen beläuft. Auf dem Stelleimiarkt für Angestellte macht sich neuerdings zwar ein erhöhter Abruf von Aushilfskräften für das Weihnachtsgeschäft be- merkbar, was auch bei den Handelshilfsarbeitern in Erscheinung tritt. Trotzdem überwiegen bei den Angestellten die Bewerber- zugänge, zu denen nicht unwesentlich Entlassungen von Behörden- angestellten beigetragen haben, die seinerzeit zu vorübergehenden Arbeitsleistungen eingestellt waren. Auch die noch immer nicht ab- geschlossenen Personaleinschräntungen, vornehmlich bei Groß- danken, beeinflussen diese Entwicklung recht stark. Da die äugen- blickliche Entlastung, soweit zu übersehen ist, nur Saisoncharakter trägt, lassen sich Rückschlüsse auf eine durchgreifende Besserung durch- aus nicht ziehen, zumal auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes im allgemeinen in Verbindung mit der vorgeschrittenen Jahreszeit aus- Ichlaggebende günstige Momente nicht erkennen läßt. Die Not- standsattion der Stadtgemeinde Berlin gewinnt deshalb als ausgleichender Faktor auf dem Arbeitsmarkt und im' Wirtschaftsleben erhöhte Bedeutung. Die Beschäftigung von über 8800 Arbeitsuchenden bei Notstandsmaßnahmen greift ohne weiteres auch auf andere Zweige belebend über; die volle Aus- Wirkung dürfte sich jedoch erst nach Erfüllung des ganzen Notstands- Programms bemerkbar machen. Es waren 230 679 Personen bei den Arbeiksnachweisen eingetragen gegen 233 689 der Vorwoche. Darunter befanden sich 147 964 (150 347) männliche und 82 715(83 342) weibliche Personen. Unter- stützung bezogen 104 712(106 365) männliche und 54 017(55 049) weibliche, insgesamt 158 729(161 414) Personen. Außerdem wurden noch 35 072(35 806) Personen durch die Erwerbslosen Hilfe der Stadtgemeinde Berlin unterstützt und 8824(8504) Personen bei Notstandsarbeiten beschäftigt. Konzentration der Edelflahlerzeugung. Seit einiger Zeit sind die Verhandlungen über einen Zusammenschluß in der Edel- stahlindustrie wieder aufgenommen worden. Für die Kon- zentration kommen folgende Firmen in Frage: Stahlwerk Bischofs- Duisburg(Gruppe Rheinische Stahlwerke), K r e- sie l d e r Stahlwert A.-G. in Krefeld(Thyssen-Klöckner-Gruppe), Stahlwerk Brünninghaus in Werdohl(Konzern Deutsch- Luxemburg). Cdelstahlwerk des Bochumer Vereins in Bochum (Gelsenkirchen) und die Bergische Stahlindustrie in Remscheid,. die vor kurzem in den Konzern der Vereinigten Stahlwerke über- gegangen ist. Stabilisierung der Lira? Die römische„Agenzia Eco- n o m i c a" meldet, daß in amerikanischen finanziellen Kreisen die Meinung besteht, Italien werde in kurzer Zeit dem Beispiel Belgiens folgen und mit Hilfe de» Kredite, die es auf dem internationalen Geldmarkt findet, seine Währung st a b i l i s i e r e n. Dieselbe Quelle berichtet, in Rom erfahren zu haben, daß Besprechungen zur Aufnahme eines Kredits und Schaffung eines Fonds für die Sta- bilisierung der Lira bereits Im Gange sind. Zugleich fügt sie hinzu. daß sie. da es sich um«in Vorgehen handele,' das die peinlichste Verschwiegenheit erforderlich mache, bisher noch keine offi- zielle Bestätigung dafür erhalten habe. Zweifellos muß und wird man sa einmal eine Etabilisation erreichen, um schwere Schädigun- gen der italienischen Wirtschaft zu vermeiden und der Industrie zu gestatten, auf festen Preisen aufzubauen statt auf solchen, die den täglichen Schwankungen der Währung unter- warfen sind. Die Verlobung ihrer Tochter Ruth- Od Judith mit Herrn öberregierungsrat aL Hans Goslar zeigen ergebenst an � Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee � und Frau Therese geb. Stargardt Berlin, den 7. November 1926 NW,£3, Altonaer Str. 7{etä Ruth-Judith Klee � Oberregierungsrat Hans Goslar Verlobte Ära Freitag, den 5. November, morgens 5 Uhr, starb nach kurzer Krankheit unser lieber Mitarbeiter, der Schriftsetzer Albal Wadis im 68. Lebensjahr. Ein liebenswürdiger Mensch, ein unermüdlicher Arbeiter und Kämpfer ist von uns gegangen, der bis vor wenigen Tagen an seinem Arbeitsplatz seine volle Schuldigkeit tat. Als Parteigenosse sowie als Gewerkschaftler war er uns ein gutes Vorbild. Sein Tod trifft uns überraschend und schmerzlich. Sein Andenken wird uns stets teuer sein. Getcfaäftfleltanit und Personal der V orw&rts-BucfadrackereL Einäscherung am Dienstag, den 9. November, nachmittags 6'/» U hr im Krematorium Gerichtstraße. Yerein der Berliner Bncbdnicker und ScbriftpSer Am Freitag, 5. November, morgens 5 Uhr, verschied nach kurzem schweren Leiden plötzlich und unerwartet unser lieber Kollege Albert Wadis im 68. Lebensjahre. In seiner nahezu 48jährigen arbeitsreichen Zugehörigkeit zum Verbände der deutschen Buoh- dmoker hat Kc liege Wachs mit großer Opferwilligkeit und Hingabe alle Ehrenämter der Organisation bekleidet. Bis zum 31. Dezember 1906 hat er 13 Jahre lang den Posten des 2. Vorsitzenden des Berliner Gaues bekleidet, nachdem er vorher den Posten des Bibliothekars inne hatte. Mit Albert Wachs verliert der Verband eines seiner treuesten und aufopferungsvollsten Mitglieder. In treuem Angedenken, sanft ruhe seine Asche.„_, Der Ganvortiand. Die Einäscherung erfolgt am Dienstag. den 9. November, abends 6'/, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. VeAozabiaog Ke». in 8 Monate. Raten lhaw Damen- Herren- u. Kinder- Konfektion Riesen- Auswahl Riesen- Mobel- Auswahl • DIskrelsBedieDDog« ReinickendorferStrlö Größtes Hous om Nettel- beckplotz.om Bahnhof" WeddSng. Ein sanfter Tod beendete am 5. November die irdische Laufbahn meines geliebten Mannes, unseres verehrten Vaters und Großvaters, des Schriftsetzers Albert Wachs im 68, Lebensjahr. Im Namen der Angehörigen Frau Luise Wuchs. Trauerfeier am Dienstag, den 9. November, abends 61'. L'hr, Im Krematorium Gerichtstraße. Uanksagang Für die herzliche Teilnahme, die uns beim Tode meines lieben Mannes und unsere» Paters Lmil Lerstmann erwiesen wurde, danken wir allen Freunden und Bekannten, den Ge- nosfen der SPD., den Kollegen des Meiallarbeikeroetbandes und dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Soid rech! herzlichst. Zohanna(Seenmann und Tüchler m&tasKs* ftfcintaiQSMfegl f�foenlholerpl) bietet in ancrKannter tinter Qualität Speisezimmer Herrenzimmer, Sclilaizimmcr, Einzelmöbel undKflcIien<». Dam bei ntedritister PrclsbercdinunQ die onerreiCbten. dünstiditen Zalilnnes&edfnännfien. Ii. iifkiikM« y Pfd. M. 6,30 frko. Dampf käs efabrik Rendsburg. Inserate im Monats-Raten/ Vorwärts RRADDATZ�C? sichern Erfolg! f! e-nm i-�e�ecztoWizz Möbel � Teilzalilung bis 18 Honale ohne besondere AafsdilSge oder Zinsenberech. nang. Wir unterhalten ein jedem Geschmack Rechnung tragendes Lager in handwerksmäßig hergestellten gewinnen und erhalten Sie in einem schönen, gemütlichen, behaglichen Heim. Ein neues Herrenzimmer ist sein, vielleicht ein Schlaf-, Speisezimmer oder Küche Ihr Wunsch. Ein bekanntes Berliner Möbelhaus verkauft seine gediegenen Möbel zu einer Zahlungsweise, die ganz Ihrem Zahlungskönnen angepaßt ist. Schreiben Sie noch heute unter W. 29 an die Expedition des Vorwärts, Lindenstr. 3, und Sie haben ein schönes Heim ohne Anzahlung! Speisezimmern Herrenzimmern Sehlafzimmern Küchen Ilobgamitaren EinzelmSbela jed. Art MöbeB-Spezialhaus Wamirafte 76-79, i. Eiaöe. Untergrundbahn: Station Inselbrllcke, Straßenb. Stat. SpittelmkL Stadtbahn: Bahnh. Jannowitzbr. Voriitöc Beim MObcictBKant aewährt leistungslähige Firma am Platze jedem kreditwürdigen Beamten. Angestellten od. Arbeiter: I. Ohne Anzahlung 2. Nur monatliche Raten 3. I.Rate am 1. Dezbr. 26 4. 18 Monate Ziel 5. Niedrigste Preise 6. Einwandfreie Qualitäten 7. Sofortige Lieferung. Gen. Zuschriften mit Angabe der Wflnsche von nur ernsten Interessenten erbeten unter(L 3" an die Expedition des„Vorwärts", Lindenstr, 3. ist Radio nur mit Lautsprecher!" ZuSt mit Lautsprech, [rite Fabrikate Nir MkwöM Tetiz Vertreterbes SHERLOCK-OES.m.bH letzt: Hackescher Markt 2-3 ri Norden 4791—93 Neubau-Wohnungen i in Brih, mlimerti Gemnra-Pniircrrcdfl, beste Lage, Z cid Z Ziirmer. Bad.{tolle Ugtli. per J. Januar 1927 zu vermieten. Anskuntt dortselbst!. Baubllto oder 7l-ufS0n 7416. vettkertern ! erster Sand, Pfd arau Pf.«eschi S0 P!. Äuvi I aus< 80 Pf,. 176. Salbdaune 2.75, 4, weiß, Fiaumrup! 4. beste 5, Daune 7, weiß 8—10, Schleißdaune 3 50—5. Dderhett ia dicht. Inlett 8 Pfd. 12. IS, Rissen 3 Pf b 3 50 5 50 ausw, gegen Nachn. Muster-PreisI frei. fein Risiko. Nichlpassend zurück, Böhm. Bettfcdemspezialhaus Sachsel& Stadler, Berlin E 12 Landsbera'r Str. 41 Ohne fede Anzahlung liefert altrenommiertes Möbelhaus Möbel kompl. Zimmer sowie Einzelmöbel, Küchen in allen Farben, Aokleidescbränke, Kleiderschränke, Sofas, Bücherschränke, Bettstellen in Holz und Metall, Teppiche und vieles andere bei denkbar bequemsten Ratenzahlungen! Beste Qualitäten! Cef. Anfragen unter A. 30 Kokspreise. Infolge Erhöhung der Werkspreise für einselne Sorten Koke gelten ab 2. bezw. 3. November 1�28 bis auf weiteres bei Lieferung in Fuhren nicht unter 80 Ztr. von jeder Sorte froi Keller folgende Preise: Je Zentner in Reichsmark Gaskoks, grob u. Brecb 1 60 90 mm, Brech II 40-60 mm und Breob III 20-40 nun.... 2,17 Berliner Schmelzkoks, Stück...... 234 dto. Brech I 60-90 mm u. Brech II 40-60 mm 2,45 Original Westfälischer Zechen schmeJzkoks. Stück. 2,46 dto. Brech 1. 2,78 dto. Brech II 2,89 Eschweiler Schmelzkoks, Stück..... 2.46 dto. Brech I.... 2,78 dto. Brech H.•,. 2,89 Hammonia Schmelzkoks, Stück..... 2.46 dto. Brech I.... 2.78 dto. Brech II...• 2,89 Oberschles. Zecben-Schmelzkoks, Stück.. 2,31 dto. Würfel T. 2,63 dto. Würfel EL 2,74 Niederscbles. Schmolzkoks, Stück.... 2,37 dto. kl ein stückiger Stück.... 2,67 dto. Brech- W ürtel 2.72 Breoh-Nuß I. 2,77 S&chsischer Hüttenkoks. Stück..... 2,37 dto. Broch I.... 2,65 Koks ab Klaranlage Stahnsdorf..... 2,31 Koks-Vereinigung Berlin 1925 G. m. b. H. □ Kufe Wh. s- an an Llndens raße.3 * Billigste Preise! die Expedition des �Vorwärts", ca. 250 Landparzellen, prima Gartenboden. 20 Minuten vom Bahnhof. Vertreter Mittwochs, Sonnabends und Sonntags im Restaurant„Zu den drei Linden" direkt a. Bahnh. Fredersdorf. �al�RledCTjBerlinC�Goi� Herrenklesder- Fabrik gibt bis auf weiteres an Private Anzüge. Ister, Paletots zu Fabrikpreisen ab Bitte überzeugen Sie sich Kalser-Vlilielm-Str. 24. 1 Tr. Küchen letzt beaeuieiul billiger b!i iBjlIllcrt Erib-iedM....... 4011. tericksi-ISch, 1»,. *>rid>h-Kldii Bat,. *iir:±l«-ROdiE Bnnn 70 M. . 70 g. 110 K. 93 I. 145 K 125 IL 175» 38 M llliidmdirioli, nt, 90 1» UMliiiat....... 59 Ii iDsslelluiig feiner Rheinisäiet ROdien. KQdienniObel'Haas lasersleln, Lotkaoer StraBe I Ecke Oranienstr. nahe Moritzplatz Nur däs ßepe- Wenn Sfe iibby's Müch nehmen, fo hAben Sie eine Wri�e, die Sie fun rille Zwecke verwenden können, in denen Sie fonjl fi�ifche Milch, ßrihm odei� Söhne aeßi�riudil h�lien. Zum Kochen, Bricken.Ti'inken krinn kibby's M/Ich je nrich Oefchmrick vefdunni wenden. Fui* KriffeeTee ü.s.w.geb�riuchemän fie unveMunnl Walter Sonnet, Berlin-Grunewald. Plöner Str. 1 SPARKASSE Annahmestellen tBr Spargelder In Oroe.Berlln. Neukölln: Zig.-Gesch-- A. Hein, Thüringer Str. 37 Heinrich, Münchner Str. 19 _ Gärtner, Wisspiannstr. 14 _, Nicolaisen, Hcrfordplatz 3 ,, A Niesewand, Pf lügerstr.74 Cfaarlottenburgi Zig.-Gesch- Erich König, Eosanderstr.4 „ M. Steinhötel, Sybelstr. 25 ,. F.Schmidt, AmVolkshaus4 Schöoebergt Zig.-Gesch., Jakobs, T empelhofer Str.18 Spandau i Volksbiatt Potsdamer Straße 48 Relnick endort-Ost I Buchhandi.M. Bamberg, Residenzstr.Uö Berlin N i Zig.-Gesch.; Tietz, Invalidenstraße 124 A.Woitlre,StargarderStr.7A ,. Paul Zemang, Tegeler Str.7 ,„ M. Ulbrlch, Prinzenallee 54 „. EZerndt, Brüsseler Str. 17 Verband der Lebensmittel- u. Getränkearbeiter, Mutackstraße 10 Berlin NOt Zig.-Gesch. Seidler, Belforter Straße 11 Berlin Os Zcntralverb.d.FIeisch�ZorndorferStrA2 Zig.-Gesch. Gerhardt, Stralaucr Allee 23 Berlin SO: Zig.-acsch.Paul Mörsch, Engelufer 24i25 Berlin SW: Zentralverband der Angestellten, Belle- Alllance-Straße 7-10 Buchdrucker- Haus, Dreibundstrafie 5 Wiwo, Lindenstraße 42 Berlin W: Zig.-Gesch. Wllh. Wolf, Steinmetntr. 14 Bank der Arbeiter, Angestellten n. Beamten A. G. Berlin 814, Wallslrafie 05 Postscheckkonto Berlin 3898 Breslau l, Margarcfenstr. 17/ Hamburg i, Bcsenbinderhol 57/59 Postscheckkonto Breslau 414 Postscheckkonto Hamburg 32530 Sparkasse: Spareinlagen von 1 Mark an zu 4 Vz Proz. mit täglicher Kündigung Spareinlagen von 1 Mark an zu SV- Proz. mit monatlicher Kündigung Spareinlagen v. 500 Mark an zu SV- Proz. mit vierteljährl. Kündigung Kassenstunden: 9—3 und 5—7 Uhr„Schließfächer44 Sonnabends: 9—1 Uhr !tr. 526 ❖ 43. Jahrgang 4. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 7. November 1926 7 Pfennig Stunöenlohn! Deutschnationalcs Geständnis im Reichstag. Im weiteren Verlauf der gestrigen Reichstagssitzung wies Adg. Schncider-Berlin(Dem.) darauf hin, daß durch das Uebermaß von II e b« r st u n d e n, die in vielen Betrieben oerlangt werden, die Erwerbslosigkeit noch«ine Vermehrung erfahr«. Ganz besonders groß seien aus diesem Gebiet die Sünden der Groß- danken. Bis tief in die Nacht müßten dort die Angestellten arbeiten, obwohl die Zahl der stellenlosen Bankangestellten außer- ordentlich groß sei. In sehr trauriger Lage befinden sich die älteren Angestellten. Zwei Drittel aller Erwerbslosen könnten beschäftigt werden, wenn die Löhne so gesteigert würden, daß die Kaufkraft der Massen ihrem Bedarf entspräche. Von einer Bc- vorzugung der Ledigen könne bei den Ausschußanträgen kein« Rede sein. Zn England bekommt der ledige Erwerbslose 40 Pro;, mehr an Unterstützung als in Deutschland. 185 000 ausgesteuert« Erwerbslose, das sei doch eine erschütternde Zahl. Diese Leute müßten i.n einem Jahr mit 8 00 Mark Einkommen hauszuhalten versuchen. Abg. yolzamer(Wirtsch. Vgg.) behauptet, daß viel« Erwerbslose die Unterstützung bezögen, daneben noch„Schwarzarbeit" verrichteten und dadurch das Handwerk schwer schädigten. Dies« «Schwarzarbeit" werde dazu noch von manchen Behörden unterstützt. Abg. Schwarzer(Bayr. Vp.) wünscht einen weiteren Ausbau der Produktiren Erwerbslosensürsorg«. Allerdings sei zu befürchten, daß durch die Rationalisierung vieles von dem unwirksam gemacht werde, was durch die produktive Erwerbslosenfürsorge geschaffen worden fei. In dieseni Zusammenhange werde die Frag« der acht- stündigen Arbeitszeit wieder akut. Die ochtslündige Arbeitszeit mäste überall dort eingeführt werden. wo es nur irgendwie aiigängig sei. Oer Redner lobt die Kommunisten in Bayern, die erst 100 Aro Erhöhung der Unterstützung verlangt hätten, dann aber so verrmnft Kroz. nftig geworden seien, auf SO Proz. herabzugehen. Allerdings fei auch die von den Sozialdemokraten beantragt« Erhöhung von 30 Proz. noch zu hoch. Ueber drei Viertel des bisherigen Lohnes dürfe die Unter- stützung nicht hinausgehen. Abg. Slöhr tVölk.) begründet einige Anträge seiner Fraktion, wonach die Unterstützung für alle verheirateten Erwerbslosen um 20 Prozent, die Familienzuschläg« um 30 Proz. erhöht werden sollen, meiter die Einführung der A r b« i ts d i« n st p f l i ch t für olle Männer zwischen 20 und 31 Jahren verlangt wird. Schließlich soll bis zur endgültigen Regelung durch die Arbeitslosenversicherung«in« Zwischenlösung geschaffen werden, nach der die Unterstützungsbeträg« nicht über 75 Proz. des früheren Nettolohnes hinausgehen sollen. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erklärt, daß die Regierung grundsätzlich gegen„Schwarzarbeit" sei, soweit es sich nicht um vorübergehende Arbeit ungelernter Erwerbs- loser handle. Die kosten für die Erhöhung der Unterstützungssätze wurden nach der Ansicht des Relchsarbeilsministerioms durch erhöhte Zolleingänge gedeckt werden. Von der verbesserten Erwerbslosen- fürsorg« werde auch das Handwerk Vorteile haben. Abg. Tvols(Dnat.) gibt in einer persönlichen Bemerkung zu, daß in dem von ihm unterzeichneten Landorbeitervertrag im kreise kyrih ein Lohn von 1 Ps. sür die Stunde vorgesehen sei. aber außer- dem erhielten die betreffenden Arbeiter noch erhebliche Deputat« und frei« Wohnung. Pommern marschier« an der Spitze der Landarbeiter- löhne.(Lachen links.) Abg. heckert(Komm.) zeigt demgegenüber noch einmal den wirk- lichen Tarifvertrag im Original vor. Das Haus schließt die Sitzung. Bei der Feststellung der Tagesordnung für Montag beantragt Abg. Sioccker(Komm.), die Fürstenvorlage seiner Fraktion am Montag zu verhandeln. Wg. Ulüller-Franken(Soz.) hält es für selbstverständlich, daß dies« Frag« in der nächsten Zeit behandelt werde, aber zunächst müsse doch im Aeltestenausschuß festgestellt werden, in welcher Weise der Reichstag sein« Arbeiten erledigen wolle und an welchem Tage dann die Fürstenabfindungssrage beraten werden könne. Der kommunistisch« Antrag wird abgelehnt. Auf der Tagesordnung der Montagssitzung steht die Fortsetzung der Debatte über die Erwerbslosenfürsorge, ferner die Handels- und Wirtschaftsverträge mit Finnland, Lettland, mit der Schweiz und mit Frankreich, sowie der Nachtragsetat. Gegen 394 Uhr oertagt sich das Haus auf Montag 3 Uhr. Stahlhelmöebatte im Lanötag. Hcimkricgcr Maretzky macht sich lächerlich. Im weiteren Verlauf der gestrigen Landtagssitzung brachten die Deutschnationalen ein Mißtrauensvotum gegen den Innenminister ein. Darauf ergriff das Won Innenminister Grzesinski: Ich finde, daß zwei Mißtrauensvoten für meine kurze Amts- zeit etwas reichlich sind.(Heiterkeit.) Aber ich will nicht dazu sprechen, sondern nochmals auf die Haussuchungen und Beschmg- nahmungen bei Führern der Rechtsverbände zurückkommen. Wir haben diese Haussuchungen vorgenommen, weil der schwere Vor- dacht eines hochverräterischen Unternehmens ge- geben war.(Lebhafter Widerspruch rechts.) Ob ein solcher Ver- dacht ausreichend begründet ist, ist reine Ermessenssache der Staats- regierung und der Kriminalpolizei. Hohe Beamte, die der Rechten polttisch nahe standen, haben ebenso wie der Hochmeister des Jung- deutschen Ordens, Mahraun, den Verdacht damals als gegeben er- achtet. Jetzt sagen die rechtsparteilichen Abgeordneten, danckch sei jeder Bürger in der Republik vogelfrei. Warum haben Sie das nicht im Falle Haas gesagt, wo wirklich ein Unschuldiger gerichtlich verfolgt worden ist? Die vorgenommenen Haussuchungen sind mit größter Rücksicht und größtem Takt durchgeführt worden. In Sachen der Wehr- verbände Wiking und Olympia hat die Staatsregierung B e- r u f u n g eingelegt. Außerdem werde ich dos gesamte Material dem Landtag in einer Denkschrift vorlegen. Durch den Severlngschev Stock-Erlaß sollen die Wehrverbändc wehrlos gemacht worden sein. Ist das der Jaü, so würde ich es freudig begrüßen: denn niemand hat im Rechtsstaat die Erlaubnis. sich aus eigene Faust zu wehren.(Widerspruch rechts.) Das würde den rücksichtslosesten Kampf Aller gegen Alle bedeuten, der mit einem ordnungsmäßigen Staatswesen überhaupt nicht ver- einbar ist. Auch wenn die Polizei nicht überall sein kann, darf nie- mand mit Knüppeln und Totschlägern auf seine polttischen Gegner losgehen. Die Selbstbewaffnung aller Verbände, auch des Reichsbanners, ist und bleibt in Preußen verboten. Die Poli- zcibeamten sind nicht auf den Kampf gegen rechts dressiert; ebenso- wenig einseitig gegen links eingestellt. Sie verrichten ihren außer- ordentlich schwierigen Dienst so, daß alle ordnungstiebenden Ele- mente ihnen danken sollten. Das mir angesonnene Verbot des Roten Fronttämpferbundes bezeichnet Gras Goltz.n der heutigen Nummer der„Börsenzeitung" als verfassungswidrig, recht- lich unmöglich und ehrlos.(Hört, hört!) In der Tat fehlt für den Roten Frontkämpserbund jeder Nachweis der Vorbereitung hoch- verräterischer Handlungen, und dieser Nachweis wird auch dadurvy nicht ersetzt, daß die Äonimunisten manchmal törichtes Zeug reden. Im übrigen halte ich schon diese Forderung für unklug. Die Rechts- Parteien sollten doch nicht vergessen, daß ich nach dem Verlwt des Roten Fromkämpserbundes sofort prüfen müßte, ob der Stahlhelm weiter bestehen darf. Ich werde also meine bisherige Poli- tik fortsetzen und die Polizei mit den gleichen Weisungen versehen, wie bisher.(Beifall links.) Abg. Christange(Soz.) gibt eine ausführliche Schilderung der Ausschreitungen des Stahlhelms im Mansfelder Gebiet unter der Führung des Gutsverwalters S z i l l a- Hadersleben. Wenn die Rechtsparteien gerade im Mansfelder Gebiet über roten Terror klagen, so ist das eine kaum glaubliche Fälschung und Verdrehung der Tatsachen. Die sogenannten„Dorfgemeinschaften" der Agrarier haben bei dem Volksentscheid zahllose Versammlungen gesprengt und auch direkte Wahlfälschungen begangen. Bei einer ein- zigen Leibesvisitation, die die Polizei bei einem Stahlhelm- t r u p p vorgenommen hat, wurden gesunden 5 A r m e e p i st o l e n. 5 Totschläger, 8 Seitengewehre, 10 Schlagringe usw. usw. Die Bewaffnung des Stahlhelms in Mitteldeutschland ist so stark. daß die Stahlhelm-Jünglinge auch äußerlich als Epigonen der Raubritter ausstassierl sind. Leider versagen im Kamps allen gegen dieses politische sind. Rowdytum ständig. die Gerichtsbehörden voll Auf die Dauer gesehen, handeln die Rechtsparteien gewiß nicht klug, wenn sie in dieser Weise an die Gewalt appellieren und die Freiheit der Staatsbürger mißachten.(Bravo! links.) Abg. Maretzky(Dnat.) wird von der Linken mit Zurufen emp- fangen, die an seine Artikel vor dem K a p p- P u t s ch erinnern. Er erwidert, daß ihm seine Ehre verbiete, sich vor Leuten zu ver- leidigen, die im November 1018 den unerhörtesten Landesverrat begangen haben.(Großer Lärm und viele Zwischenruse.— Vizepräsident v. Kries ruft den Abg. Brückner(Soz.) zur Ordnung.) Der Abgeordnete Riedel sei ein Mann, der bei Verdächtigung und Beschimpfung seiner politischen Gegner vor nichts zurückschrecke. Seine Ausschlachtung der Landsberger Prozesse gefährde den inneren Frieden im höchsten Maße. Aber das sei ja choraktc- ristisch sür die Linke: sie sei leidenschaftlich nur�im Kampf gegen die inneren Feinde: gegen den äußeren Feind treibe sie offenkundigen Landesverrat.(Großer Lärm. Auf Zurufe, daß er während des ganzen Krieges in der Heimat geblieben sei, antwortet der Redner, daß der Oberpräsi- dent ihn als unbedingt unabkömnilich bezeichnet habe: er habe aber für seine kriegswirtschaftliche Tätigkeit als erster Berliner Stadtrat das Eiserne Kreuz bekommen.(Stürmisches Gelächter links.) Abg. Schwermg(Z.): Offenkundige Landesverräter waren die Friedensschluß vereitelt ins Ausland geflüchtet haben durch die Ereignilse des nichts hinzugelernt.(Beifall Leute, die den rechtzeitigen haben und bei dem Zusammenbruch sind. Di« Herren von der Rechten Weltkrieges und der Revolution links.) Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Mehenlhien(D. Vp.) und heym(Komm.) werden die gestellten Anträge dem Rechts- ausschuß überwiesen, die Abstimmung über das Mißtrauens- votum wird vertagt. Nächste Sitzung: Montag mittag 12 Uhr: Steuervorlogen. unserer■ ■BiOiegleeM: Sie müssen sehen, was wir hier angeboten haben. Bitte hemmen Sie und überzeugen Sie sich von unserer Riesen" Auswahl unseren hochwertigen Qualitäten und unseren billigen Freisen! Haussch r. Damen u. MftdcD.,a. bunt, gebiamt. Satin- htoff m.warm.Futt. u. 8tar k. Kordelsoh le, d. bill.Scbnh f. das Hans Kamalhaarschuhe mit Umschla«: und Pom- �«c von, imil. Kamelhaar rnil M VS Pü»- und LedersohJe mit ▼erdeckter Naht, besonders billiges Angebot Damen- Spangenschuhe ptima imit. Cbevrcau it. Jp* eA moderner, neuer Form Ott 9" mit«neriksnlEchem Ab satx, gana beaondera billig............ 6 Herren-Schnallenstiefel imit- Kamelhaar m.iester jm Qr> Hinterkappe, extia stark. dB Filzzwiscbensohle und kräftig.Ledersohlem.ver- deckt. Naht, besond. billig WM 1 II utz i- � III Iii ll| '; � :• � Kamelhaar- Schnallenstlefel lür Kinder aus imit. Kamelhaar mit weisser starker Filzsohle, schöner warmer Schuh für das Haus, besond. billig............... 13-22 150 Hausschuhe für Damen primx laroig Leder mit extra grossem Pompon. warmem Futter und starker Lcdersohle, besonders billiges Angebot 2 Damen-Zugschuhe m. 4 Spangen aus schwarz echlChevrcan. 1. neuester Vü Form u. amerikanischem Absatz in besondci schöner Ausführung... .nun 8 Herren- Halbschuhe piiroa Boxcalbin in neuer, moderner Form, echt Qoodje&r gedoppelt m. Gummiabsatz. besond. billig 10 50 Kinder-Schnallen stlefel lmit.KAmoUiu.rm. Leder- .plt«kapp.,extr.stuk.FlIi WM*3 u. krAft.Ledersohle.»pott- bill. An geh. 31-35 8. 45. 27- 30 2.7 5. 25--.'« 2.45. 20-24 Kinder-Schnllr Stiefel aus Boxoalf und Qft CheTrsaulln mit MM biegsamer n. starker Le- dersoole o, Flockabsatz, her vonag. billig..22-24 2 Damen-Spangenschuhe pa. Lacklader m. grau a» MB. rn imit. Bideohsied.-Ein- W MM 50 eati a. amerik.Absati Lackrugsohuti neoit. Modelle 12 50..... 10' Herren-Lackhalbschuhe pr. Lac k iedXn e uer.ele- gantForm, weiss echt gedopp. bes. preiswert mit Wll«lloder«ln- •afcs 16.50.... 12 50 Klnder-S chnallenstlef el aus prima Filzstoff mit jr-Tj Lederriogsbesalz, fester WM Vv Htraseensehnh und un ve rw tts tl 1 ob im Tragen............ 31-35 Klnder-S perl stlefel urima tiportrindieder mit AA DoppelsohJe, in beeon- MM-»»' ders starker Assinh- rnng, berrorrag. billiges AngbbotSl-SS 9.90, 27-30 8 Damen- Spangenschuhe tarbig imit. Kidecbs- ,jm v a leder i. entzückenden � MM dw Ausführ.m.LoulsXV.,« aucn m. Blockabsatz, H der grosse Modefohub Hcrren-Schnilr stlefel ©cht Boxoalf, mit jt ÄX cn besonders starker Wl MM Zwischensobte, echt rahmengeniht. her- rorrag. bill Angebot 12 Gegründet 186? Ältestes Sdiuhhaus größten Umlaoges W&schtag morgen? Nur keine Sorgen aschen wird Spiel- durch Ozonii, QMDCm das selbsttätige Waschmittel bringt nach viertelstündigem Kochen einen verblüffenden Reinigungs- und Bleicherfolg. Ozonil ist besser müheloser schonende! Lebensian&idie Garantie leiste ich als SelbsthersteUe'r auf die bei mir gekauften Trauringe (Fugenlos) jy- zu billigsten Preisen Preisliste jg M WlWlM MMWII gratis Ständig c�. AO'O St. auf Laeer: □«. geschDu. fjg�g� Wjese) ßgflj,, lr l'attnib»rto£< von mir mtaallcn Tmge■nnrihalb ziiv Jihres ua nll» frtli« rarfldigniocTnen.■ Möbei-Cohn über 25 Jahre bestehende, altrenommierte Firma, ist großzügig, leistungsfähig, kulant und stets bemüht konkurrenzlos zu sein. Es werden angeboten: ohne Anzahlung! auf Teilzahlungl bei langfristigster Ratenzahlung und billigsten Preisen! Möbel Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen, weiß iß lasierl, Polstermöbel Ergänzungs-Möbel Riesenauswahii RIescnauswahll Im Otieai 58 Gr. Frankfurter ff raße 53 f Mlnniea vom Aloxanderplatz. Im Ostens fir. Frankfurter Str. 83 4 Min. Tom Alernnderplatz. Im Norden» ßadstraße 47-48 S Min. t. Bahnh Gesundbrunnen. WMWWDWiV Dienstag, den 9. Itooembee. abends 7 Uhr, In unserer finlincaittcilnng, Linien skr. 197(gegenüber Set banti4f)/z„ 15! 9 ffeditEdasir'/>.. 9.55 ab hier Nachnahme Nonnannla, Nor torf(Holst)102 nJrüi-Later Belg laden Iuearbnilet 18Vt Damen- Konfektion[ tipon-Lae i Eine Ireepa � Damen sparen Geld Valour-Hiatal euPrlibsutz 22 24 28 I PUsen-Biberett-Ulatel.. 42 49 52 lueh-Eäkimo-Uäatai.. 16 18 24 27 I Kn r..«/-Drei Mirtb... 40 45 61 Flaauh-Iiia er...... 6 8 12 16 18 Su' Plaeel Mao».... 63 60 72 Saciftisw-Wäniel....5 8 10 12 16| Plüscb Kri mer Jacken. 88 86 41 peilalitlt Extra-Weiten u Langen I grgsee u. starke Damtn Trrri. M.Mosczytz, Ltnaroerser stratec BO am Alexanßerplatx&91 Von der Reise zurück: Dr. Nacht, Angenarzt Nenkdlln, Bergotr. 12« -Mfidien— roh emailliert Hfldie Lontnen 42 m so n. .. Christine 75„ izz„ mit Anrichte Riesenauswahi roher, lackierter, lasierter Küchen, einzelner Kleiderund Küchenschränke. Himmel UitliriDserUßdiöiiiiaDserTor) DnlibeHroUen sind meine niedrigen Preise und meine leiefaie Teilzahlungsart! DafflBD-Mßf wr Haus u. IQ®® Straße, reizende Ausführ, v I3an DalllSD-fJlOfEl Velours de laine in allen Modefarb. v. LUan DamsD-Mantal fn«rhpFArm enoo solide Qu�l; JjjOO gute Verarbeituni BgrrenPaIet0tJlaMarengo,7D00 Rockfasson, ganz gefüttert v. I Jan KerreQ-Olster 2 �1«.»>. 51 Gurt, besonders kleidsam v. J7 00 •an lia!I16fl-M3ni6I fesche Form, mit Pelzkragen, gefflhert v, J3a Großes Stofflager in Herren- and Damenstoffen in Gabardine, Gheviotstoffen Meine Maßabteilung bietet: garantiert guten Sita, erstklassige Verarbciiung Anzahlung 5 00 Wochenrate an von I.SO an Monatsrate von 6.0u an Bciser-Beueldiing N. Lothringer Str. 67 O. Frankfurter-Allee 336 HcilanstaM+ fflt elettromeöijlnlfifie GellmetDoDe, Eiöt- und Höntgtn- tOeroule onö DiitaiDelimtiDe. GomdODflltjle.ßiodieiQie nnü hittüterlnicc. mmt meWMell und BoDlumöööff. DoUitäRdig glftireiB BehanDluoo. Sehr oat« nab schnelle Heilerfolge bei allen Inneren nnb dufteren ßtantheiien. speziell chronischen, bei Ulllnnern, fronen nnb hindern Nachweislich find mit gutem Seilerfolge folgende Krankheiten dehandelt und geheilt worden: Kalo- und Lungen- Tuberkulose und Katarrh, Bronchialkatorrh, Brouchiolafthma! Keuchhusten: Serzerweitezung, Lerzschler und Kerzklappoo, fehler. Kergaslhma: Mageuelweiteruna und-senkung, Magen- und Darm- katorth. ueroöie MagenschwSch«, Magengeschwüre: Cn lilorrltopsuug! Leber. erkraukuug, Sailen steine. Gelbsucht: Leber, nnb Milzauschrcellung! Sicht und Rheuma.!, MUS, rheumatisch« nnb»eruöse Koplschmergeu, Schiafloüqleiti Er- krnnkungea de, Reroenl-stem,, NeroenschmSche. Reurascheui-, Sqfterie, Reur. algie. Ischias, Trigemraus-Reuralai-, Migrdue, Rückenmarkerkrankuugen: Stoffwechseikraukheiten, Zuckerkranlheit, harnsour« Diathese. Fettiucht-, Er. lronluugeu de» Blute», LeulSmie, Ehloros« und Anämie: Nieren, und Blasenleiden: Erkältnaaskrankheit«», Znsluenza, Srtpp«; Schuppen slrchte, chronische Ekzeme, Bartflechte, Hnaraussall. srefiende Saulflecht« sLupus): Beingeschwüre. frisch« und»eralteie Wunden und Fistel», Moftdarmsiltel» und ■fifsuten; Hämorrhoiden: Quetschungen,«lukergufi«: Furunkel»ud«arbunket: Krampfadern, Muttermal«: Refielsucht, Rose; Brandwunden: Drüsenschwel. luagen teder Art; Ohren, und«asenleiden, Stirn- und KieferahShlenoereite. rung! A dernusr kalkung: Folge» oon Schlaganfall, Lähmnagen bei Kindern und Erwachsenen: Kinderkrnn ll.ciieu, Skrophulose: Fraueuleiden jeder Art: »eschlechtskrantheiten und deren Folgen bei Männern»nd Frauen. Bon den Hunderten Seheillen find hier nur einig« wegen Raummangels an- geführt: 1. L. Ränsch. Sattler. Bln.. ffranksurtrr Alle- 15», Rh-umaiis. mus, geheilt. 2. Fr, S. Soddorf, Bln.. Kolbe oger Str, 28:29. Nerven, und Knochenhoutenttündung. vollNändig gelähmt, gehellt. 8. L. Ritter, Bln. Friedenau. Sponholzsir. SS. v. Beinleiden geheilt. 4. S. M. T-Cracr Kauf- mann. Bln. N.. Sottschedstr. 2, v, Lungenleiden. Blasenkatarrh acbeilt Z, Knade W. Mulack, Bln.. sswinglifir, 89, v. Nückcngratverkrümmung mit Lähmungserscheinungen, Magen- u. Darmkalarrh geheilt, S Fr M Wcincck Bln.. Augufistr. 21, v. Muslrlen!,ündung u, S-r, schwäche geheilt 7 Fr' 3. Sauisch, Bln.. Lübecker Str. 13, Blinddarmfisiel, geheilt, 8 Fr Scrmann Bln.�-chön-h-rg. Fenrigstr. IS. Blinddarmfisiel, geheilt 9 Fr A Seide, körn. Bln.. Soßlerfir. 84, Gelenkrheumatismus, Rückenschmerzen U Neur- aslhenie, geheilt. 10. L. O. Bür».., Rentier. Bln. Reichen b�er S'r 141 Drüsenschwellung, geheilt, ll. L.«aal, Mn. Reich-nb-roer Irt 181 Magen- u. N-roenlelden. geheilt. 12. Fr. v.«l h urt Dln.Neukölln Sur, er Str. 87. Krämvse. geheilt. 13. S. O. Unger Kauwann Bln Wicheristr. 41, Magen-, Leber» u. Nierenleiden, geheilt. 14. Fr L, BascliU, Bln., Pflugsir. 6, Magengeschwüre n. Blutarmut, geheilt, 15 Frl Lickom, Blrc. Lplberger Str. 28129, Eelenkrheumatisnins,' ocheilt, 18, Fr. Ww. Frttschler, Bln.. Martenburger Str. 48 Dormgeschwulfi geheilt 17 Fr sedwig Stern BIn,.SchSn-bera. Thorwaldfeufl� �llenblascne�ündung. geheilt. 18. Fr. A. Rohrwosez. Bln.. Breslancr Nervenschwäche, geheilt. 19. Fr. � 2, schwere Blutvergiftung u. Handvereiie- Ö.s'.r ,, Sf1/- S�Ickchtermcifier. Bln., Thaerstr. 40. Serz. u. 2??aoen!etb«ö»-. RiN-routsbefisi-r. ErnNwalde, «e�»»ld RIn a Slcschmllre, gebeilt. 24. S. 5» 5 E MIchI?I>5 55>l"allce 128.»itrige Lnngcnkistel. geheilt. rfe)' BlNs-T�arlottenburq. Waffstr. 87, Seberleiden. §? �.'�lucht geheilt.?s, g. Pol!,riaM'',ent R.»ramm, Bln., Kochhannstr. 20, von Maaengefchwll'en Magenrrwciterung u. Senkung mit 89 Behandlungen geheilt. 2£.,rr.,,�Lnn£!,f.�52!� durch Die Sur In unserer yeilonstn» selbst die dlkesken. horkndckigsken Oelden noch?,ur ttellvna gebracht werden und daß alle, vre ihr höchstes Erdeuglück. d'-e Gesundheit, bereits verloren zu baden glauben, wieder in den Bollbefiß derselben geseßt werden. mW— A�eOich» Originai-Anerkennunaen oon un« geheilter«441 Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt zur Einficht-WaZ «Betrennke Seftanb'nngsrdume kllr Samen nnb Herren t «eine briefliche Behanblung t Professor Dr. med. P. Mislclsity, flnl, nur im Auslände ernannt, promoviert und approbiert. Mitglied der Internationalen Vereinigung von Aerrfen o. NatarSrxten. Berlin S016, Brückenstraße 10b, 2. Qous oon 6et kiungeflrasze, 1 IlNnuke oon vhf. ZannamthbrllSe cangsührlae fachmännische ärztliche Behandlung nnb Oellnng. Sprech- nnb Behnnbknngntelt:»-». Sonnlag nnb Feiertau kO-kZ Ahr.- proxi» seil kbS7." Bon der Reise zurück! Unterhaltung unö AVissen Hurra, sagte der Heneralöirektor. Der pelz unö öas Zlugblatt. Von Hermann Kesser. Di« 7iachfolg«nt« S�n« ist der Z!-«lle.Straßenmailir' von Hermann stesser entnommen, die soeben im R ll t t« n u. Loening-Berlag zu ffranlfurt a. M. erscheint. Di« Novelle schildert da« Berlin der Inflationszeit. An einem Tag. der wie eine Dämpfung auf die Millionenstadt sällt, gelingt es mir endlich, den Kopf Fritz Straßenmanns ins Auge zu falfen. Ueber Nacht sind die Autokutscher in den Streik getreten. Als ich am frühen Morgen um die Ecke biege, sichte ich dreißig Schritt vor mir meinen Nachbar. Er trägt einen Pelzmantel mit Opossum- tragen. Laufend jagt er dahin, in fallenden kleinen Schritten, wie sie schwere Menschen nehmen, die ein großes Gewicht zu schleppen haben. Der Opossumkragen ist heruntergeschlagen. Offen und rot glüht der gewattige Hals zwischen den eckigen Polsterfchuttern. Im Takt des dröhnenden Laufes schwankt ein runder und blonder Schädel. Alle sehen dem auffallenden Läufer nach. Er läuft wie zur Rettung aus Lebensgefahr und dreht treibend und nutzlos, wie um sich in Schwung zu bringen, mit der Rechten einen eigelben Spazierstock. Aussichtslos und unvernünftig, sich ihm in den Weg zu stellenl Dennoch unternimmt dies ein schäbig gekleideter junger Mensch, der an der Straßenecke rote Flugblätter austeilt. Er verläßt seinen Standort, geht quer über den Fahrweg, winkt dem Mann aufhallend mit feinem flatternden Zettel zu und drückt ihm das Flugblatt in die Hand. Ich kenne den Inhalt. Man hat mir das Blättchen schon in der Strahlenburger Straße vor die Türe gelegt. Es ist ein Aufruf der streikenden Autokutscher, kümmerlich über Nacht gedruckt. Es ist eine Herausforderung und für den Mann Im Pelz, der sich an diesem Tage um sein Auto bestohlen sieht, bestimmt ein Hieb vor die Stirne, auf den er unbedingt mit einer Unfreundlichkeit antworten muß. Ich sehe genau, was in seinem Gesicht vorgeht. Sein gefülltes barlloses Antlitz zieht sich schweigend und sparsam zusammen. Er ist kaum erbittert, nur gestört und aufgehallen. Er lehnt das Flugblatt sofort ab. er verachtet derartiges Ge- schwätz und fühll sich gar nicht bemüßigt, seinen festen blonden Kopf anzustrengen, weil er sich den Sachverhalt gar nicht erst klarzumachen braucht. Er trägt ihn automatisch bei sich und kann auf jede Erörte- rung verzichten. Ueber die Sache ist kein Wort zu verlieren. Was da auf ihn zukommen will, überdies in so wenig vertrauenerweckendem Format: fea ist nicht wert, daß man den Mund auftut. Leute, die von Burschen ohne.Mantel an beschäftigte Männer Flugblätter austeilen lassen, Leute, die nur einen Wortschwall von Reden von sich geben, kann er nicht ernst nehmen. Sie kommen aus dem Nichts, sie sind ein Nichts, sie fliegen immer wieder ins Nichts zurück. Und überdies weiß er aus Erfahrung, daß sie untaugliche Ge- schäftsleut« sind und immer nur Mißerfolge haben. Kaum hat er die ersten Zeilen gelesen, ballt er das Blättchen mit »■der Faust zusammen und wirft es dem jungen Menschen stumm vor die Füße. Di« Ablehnung fährt zunächst in sein« Faust.--------- Er handelt ganz überlegen und bewußt, ist nicht ergriffen, gibt keinen Tropfen Blut aus; und es ist sogar«in« gewiss« Würde in seinem Tun. Dann aber fährt noch sein« lautlose Verachtung in den Stock. Lautlos auch will sich der dürftig« Mensch durch einen Sprung nach rückwärts weiteren Zurechtweisungen entziehen. Er springt aber nicht well genug. Der Mann im Pelz erreicht ihn mit dem Stock und schlägt ihm die übrigen Flugblätter aus der Hand, so daß sie weithin die beschneit« Straße bedecken. Es käme vielleicht zu verkehrter Gewaltanwendung, gegen den Flugblattoerteiler, wenn nicht in diesem Augenblick eine leere Pferdedroschk« die Straß« kreuzen würde. Der Pelzmantel läßt von den: jungen Menschen ab, stürzt sich auf die Droschke und bringt sie durch einen Griff nach der Wagentür« mit den Armen zum Stehen. Er ist wie ein riesenhafter energischer Hebel. Mit einem Handwink zeigt er dem Kutscher ds« Richtung an. Dann fällt er in den Wagen. Ein heftiger Peitschenschlag, das Pferd fetzt sich in Galopp. Der Pelzmantel fährt seinen Zeitungen und seinem Arbeitstag entgegen. Der Zettelausträger aber, durch den einfachen Sprung in die Pferde- drofchke widerlegt, sammelt im Gefühl, daß er an einen falschen Gegenstand seiner Sendung geraten ist, die verstreuten Blätter vom Boden auf. Frierend und klein wird er an seiner Ecke zurückgelassen. Er reibt sich einen Finger, den der Pelzmantel mit dem Stock getroffen hat. Manche nehmen das Flugblatt und werfen es gleich wieder fort. Die meisten gehen gleichmütig vorbei. Zeitungsvcrkäuser, die zu Fuß ihre Handkarren in die Außen- quartiere geschoben haben, dringen aus der Hauptstraße vor und machen ein glänzendes Geschäft. Schon gegen Mittag sehe ich wieder Automobile fahren. Nach- mittags wird der Streik abgebrochen. Abends ist der Pelzmantel gerechtfertigt, der Flugblattmensch vergessen. Rasend stürzen sich die Straßen der kommenden Nacht entgegen, erweisen sich als ein unbeirrbares Stromnetz von Geschäft und Bernunft, fließen neu belebt hin zwischen Iustizpalästen und Kirchen, sausen triumphierend die Kaufläden entlang, wo unter Glas bunt« Ware spielend und heiter ausgelegt ist, biegen in schönen Schleifen um bewaffnete Denk- mäler von berittenen Fürsten und toben lüstern in die Nacht der Farbenlitöre, Zigaretten und Frauen hinein. Der Kollege. Bon Erich G r i s a r. Ganz unvermittett stand er gestern morgen vor mir. Er sprach mich an. Irgendein Wunsch lag in seinem Gebaren. Ohne ihn anzu- hören, wollte ich vorübergehen. Da hörte ich. daß er Kollegs sei. So, sagte ich, Sie sind Schriftsteller? Ich war gefangen und bat ihn mitzukommen. Geld hatte ich leins, daß ich ihm hätte geben können. Aber eine Hofe, die besser war, als der Lumpen, den er auf dem Leibe trug, würde ich ihm geben können. Nun, ich hatte auch einen Schluck guten Kaffee und etwas zu essen für ihn. Auch einige Zigaretten konnte ich ihm geben, als ich sah, daß er sich einen irgendwo aufgelefenen Stummel in den Mund steckte. Und wie er die Hose anzog, sah ich, haß er kein Hemd auf dem mageren Körper trug. Ich rief meine Frau und wir fanden auch ein Hemd für ihn. Wa» er mir dann aus seinem Leben erzählte, war nicht so intereisaiu. wie ich wohl erhofft hatte. Er hatte vor irgendweltter Zeit in Berlin und Leipzig studiert und versuchte später, sich ein« Existenz als freier Schriftsteller zu gründen. Das scheint ihm wohl picht gelungen zu sein. Wieder und wieder versuchte er sein Unglück .Aljo," sagte der Generaldirettor zum Syndikus,»nun setzen Sie sich mal hin und ermitteln Sie mir alle die Gründe, die klar beweisen, dah die deutsche Wirtschaft am Achtstuuden- tag zum Deiwel gehtl" Er ermittelte unerhört. Sein Kopf rauchte. der Syndikus,„garvichts ist mir eingefallen."—.Hurra," reiche« nicht einmal aus, einen plausiblen Einfall gegen zu entschuldigen mit den Worten:„Ich bin ja nicht der erste, der verhungert." Also hält er sich für ein Genie, dachte ich bei mir; denn nur die genialen Naturen unter den Dichtern müssen hungern. Für die anderen wächst ja wohl, wenn sie sich nicht rechtzeitig in einen bürgerlichen Beruf retteten, immer noch etwas Brot in den Zeitungen und Zeitschriften, Magazinen und Rcklamebureaus der großen Unternehmen. Doch an das Genie zu glauben, fiel mir nicht so leicht. Ich bat ihn, mir etwas aus seiner Feder zu zeigen. Er suchte den Abzug eines Gedichtes aus seinem Packen hervor. Das war nicht schlecht, aber es konnte ja auch von jemand anders sein. Doch dann zeigte er mir einige Briefe, die ihm bestätigten, daß eine Reihe namhafter Blätter Arbeiten von ihm genommen und honoriert hatten. „Aber wie kommen Sie denn zu diesen Bestätigungen?" fragte ich ihn.„Diese sind doch sonst nicht üblich." „Ich muß doch, wenn die Polizei mich anhält, nachweisen können, wovon ich lebe," gab er zurück. Ich sah, wie er verlegen wurde, und fühlte, wie schwer es ihm wurde, mich Zeuge seiner ganzen Erniedri- gung werden zu lasten, die sich in diesen Ausweisen dokumentierte. Denn niemand kümmert sich um den, der in den Wohnkasernen der großen Städte sein Elend verbirgt. Aber wer die Stadt verläßt, wer der Landstraße sich gibt, muß jedem, der ihn fragt, Rede stehen. Muß sich vor jedem, der sich das Recht anmaßt, ihn auszufragen, erniedrigen. Ich schämte mich in diesem Augenblick vor ihm. Dann packte er ein Manuskript aus.„Roman der Landstraße" las ich. Er aber blühte auf. „Das soll meine Lebensarbeit werden. Das soll mir empor- helfen. Und es soll die Zustände in den Herbergen und Asylen bessern. Es soll ein Dokument sein wie Gorkis Nachtasyl." „Das Manuskript verdirbt Ihnen ja. Da, es ist schon ganz unleserlich." „Das muß vom Regen kommen," sagte er hilflos. „Sie müsten versuchen, Stücke daraus unterzubringen." „Wenn das Ganze fertig ist. Nicht eher. Aber ich werde wohl vorher sterben. Es geht zu Ende." sagte er dann.„Man�kommt ja so herunter auf der Landstrahe." Ihm schössen blanke Tränen in die Augen. Als er dann alles, was ich ihm vorsetzen konnte, verzehrt hatte und sein bescheidenes Bündel in einen neuen, festen Bogen, den ich ihm gab, zu packen versuchte, floß er über von Dankbarkeit. Bor Aufregung konnte er keinen Knoten schlagen. Für mich war es eine unerträgliche Szene. Ich band das Bündel für ihn zu. Um ihn abzulenken, fragte ich nach diesem und jenem. Und während er mir von einer Begegnung mit Hermann Löns, die er irgendwo in einem Heidedorf gehabt, erzählte, während er von Goethe sprach und von Grabbe und Kleist klug zu reden wußte, dreht- sich vor meinem Geiste die Szene um und ich fühlte mich schlecht, bodenlos schlecht, daß ich diesen Menschen in diese Situation gebracht, daß ich ihm miltelte fieberhaft. Nachdem er acht Stunden lang ermittelt halle, erschien der Generaldirektor.— ,No, find Sie fertig?"—„Nein," sagte :e der Generaldirektor,„dann schreiben Sie doch: acht Stunden Achtstundentag zujammenzubringen l" ! zumutete, Wäsche, die ich getragen, weiterzutragen und aus meiner Hand ein Stück Brot zu nehmen, mit dem ich mich loszukaufen versuchte von einem gleichen Schicksal. Und während mir plötzlich der Gedanke kam, daß ich vom Können dieses Menschen, der sich in Danteswonen vor mir erniedrigte, nicht so überzeugt sein würde, wenn er zufällig Glück gehabt hätte, daß ich ihn vielleicht hassen würde, sähe ich an den Wänden seiner Stube all die Bücher aufgebaut, die jetzt sein Begehren weckten, während mir das Papier fehlte, ein Buch zu Ichreiben, wußte ich, daß ich wirklich ein schlechter Mensch bin. Aber wie müßte ich mich erst nennen, wenn ich ihn von der Schwelle gewiesen hätte, wenn ich gesagt hätte: Sieh hin, diese Dach- kammer bewohne ich mit Frau und Kind und seit einer Woche kam kein Geld in dieses Haus. Der Anzug, den ich trage, ist nicht bezahlt und ich weiß nicht, was wir morgen essen werden? Und ich hätte mit all diesen Worten keine Lüge sprechen müssen. Und er, der mir sein Leid klagt, war er nicht heute morgen, zu einer Stund«, da ich noch�nicht Zeit fand, etwas zu essen, schon betrunken von Schnaps? Soll ich darum nun glauben, daß er ein schlechter Mensch ist? Oder was soll ich glauben? Aber ich glaube, daß er nicht schlechter ist als ich und daß diese Gesellschaft schlecht ist, i» der solch häßliche Gedanken gedacht werden müssen von Menschen, deren Beruf es ist, schöne und gute Gedanken zu denken Eine Rundsunkgemeinde von 430 Millionen Hörern. Die eng- lisch« Rundsunkgeselljchaft hat mit Unterstützung des Kolonialamts einen neuen Plan ausgearbeitet, der bezweckt, bildende und unter- haltende Rundsunkprogramme durch die über die Welt verstreuten Sendcstationen einer Hörerschaft von insgesamt 400 Millionen zu vermitteln. Nach den Berechnungen des Majors Murray der Rund- funkgesellschaft würde der Ausbau des Systems einen Kostenauf- wand von 600 000 Pfund Sterling erfordern. Diese wumme soll dadurch aufgebracht werden, daß man in allen zum Empire gehören- den Ländern das Rundfunkabonnement einführt. Der mächtige Sender zu Doventry in England ist zur Ausgangsstation auser- sehen, die die Rundsunkprogramme über eine Entfernung von 2440 Meilen nach Moneton in Neu-Braunschweig, der ersten Ver- mittlungsstation, übertragen soll. Weitere kanadische Stationen werden dann die Programme über Kanada übertragen, und von Bancouver aus werden diese nach Australien und von dort nach Colombo, Ceylon und Kapstadt in Südafrika weitergegeben werden. Di« Station in Colombo soll dann als Sendestation für Bombay, Indien und Malta dienen. Der ganze Plan sieht die Errichtung von acht Kraftstationen und acht besonderen Empfangsstationen, serner sechs Zwischen- und örtliche Rundfunkstellen In den verschiedenen Ländern vor, Toleöo. von Richard huelsenbeck. («onderbericht für den„Vorwärt s".) Man fährt von Madrid im„treno rapido" einige Stunden, mit der Rapidität darf man's nicht so genau nehmen, ober schließlich holpert es sich so hin und man ist erstaunt, daß man schon da ist. Als ich vor vierzehn Jahren hier war, wurden wir in einem großen Kremser abgeholt, der mit sechs Maultieren bespannt war. Heute durchfährt man den langen Weg vom Bahnhof bis zur Stadt mit einem rotlackierten fabelhaft modern aussehenden Automobil. Damals, wenn es den gefährlichen steil abfallenden Weg über die Tajobrücke hinabging, liefen die Kutscher neben den Maultieren her, hielten ste fest am Zaum und schrien ihnen dunkle Flüche in die Dhren, heute tönt die Hupe des Autos wie der Schrei eines wilden Tieres. Auch die Reisegäste find nicht mehr dieselben. Damals, cnt- sinne ich mich genau, waren wir die einzigen Fremden und wir kamen uns gottoerloren unter den für unsere norddeutsch-protcstan- tische Vorstellung etwas zigeunerhaft aussehenden Menschen vor. Heute hört man mehr englisch als spanisch, mir gegenüber sitzen zwei Amerikanerinnen von einer aufdringlichen Eleganz mit dem unvermeidlichen Bädecker. Aber der Tajo ist noch der gleiche, dieser Wildbach zwischen afrikanischen Bergkulissen. Tief, tief unten gleitet sein grüner Strich, er hat sich in die ausgedörrten Felsen eingefresien, neben mir wird er als„very nice indeed" bezeichnet. Wir tuten am Ottrothäuschen vorbei. Diese mittelalterliche Zollgroteske ist durch keinerlei noch so strenge Maßregel zu ent- fernen. Wenn jemand die Stadt mit zwei Würsten betritt, muß er soviel Zoll bezahlen, daß er am besten gleich die eine daläßt. Als wir vorbei sind, wird im Wagen eine Geschichte erzähtt, die mir zeigt, daß die hohe Obrigkeit hier nicht wie bei uns mit der lammfrommen Ergebenheit ihrer„Subjekte" zu rechnen hat. Als eines schönen Tages— es klingt wie eine Geschichte aus den Grimmschen Märchen— ein Mann mit einer Gans des Weges kam, wurde ihn i conto dieses edelen und wohlschmeckenden Vogels ein Wegzoll aufgebrummt, daß er glauben mußte, es nicht mit Zollwächtern, sondern mit Wegelagerern zu tun zu haben. Er zahlte zwar, aber er sann auf Rache, nach einiger Zeit erschien er wieder vor dem Oktroihäuschen, diesmal aber nicht mit einer Gans, sondern mit einem Haufen seiner Freunde. Das Ende einer kurzen Unterredung war ein zerstörtes Haus, die Bude der Zollwächter wurde von den Erbosten dem Erdboden gleich gemacht. Ich sah mir das Häuschen daraufhin noch einmal an, es war neu, blitzblank, sogar mit einem neuen Anstrich, eine unerhörte Tatsache für diesen Himmelsstrich. Daß hier ein neues Haus gebaut worden war. sprach unbedingt für die Richtigkeit der erzählten Geschichte. Jedes blankgeputzte Fenster sagte hier deutlich„Nun gerade", es müssen schon außer- ordentliche Gründe sein, wenn hier irgendetwas renoviert und in Ordnung gebracht wird. Ich konnte es vor Ungeduld kaum erwarten, nach vierzehn- jähriger Abwesenheit die Kathedrale aufzusuchen. Selten bin ich von der Schönheit eines großen Kunstwerkes so erschüttert worden wie diesmal, als ich aus der glühendsten Sonnenhitze in den kühlen Gotteshafen eintrat. Die Kirchen in diesen streng katholischen Län- dern sind wie geistige Gaschäuser, man mag an Gott glauben oder nicht, man mag zur Religion und dem Plunder der tausend Heiligen stehen, wie man will, hier wird man bewirtet, verpflegt und durch Ruhe getröstet. Auch die Sinne des forschesten Alltagsmenschen lassen sich die Verträumtheit dieser Stätten gern gefallen. In der Kathedrale von Toledo gibt es einen leuchtenden Stein, einen großen in die Wand der Kirche gefügten Block, der geheimnis- voll erglänzt, wenn die Sonne von außen darauf fällt. Das ist eins der vielen Mittel, die die menschenerfahrenen Priester ge- brauchten, um die nach Wundern verlangenden Seelen ihrer Schaf- chen zu fangen. Wenn es auch nur ein kleines und leicht einzusehendes Wunder ist, aber es wirkt, man steht ergriffen, so viel Kunst macht nach- denklich. Man wird erdrückt von der geschichtlichen Tradition der Stadt, hier wirkte Torquemada mit der Kohorte seiner Blutgesellen als erster Vorsitzender des Inquisitionstribunals. Nirgendwo wurden die Juden schrecklicher gequält als in Toledo, man kann heute noch eine kleine Synagoge sehen, die an der Decke mit maurischen Fresken verziert ist, bescheiden, verschüch- tert, so wie die Stimmung der Juden gewesen sein mag, wenn sie sich versammelten. Wenn sie den Atem anhielten, konnten sie die Schreie der Brüder hören, die nicht weit von hier im bischöflichen Palais für Gottes höhere Ehre gemartert und mit glühenden Zan- gen zur Religion der Liebe bekehrt wurden. Toledo ist die Stadt des Greco; in einem Häuschen, kaum größer als das Oktroihäus- chen, kann man feine von geistiger Glut entstellten Bilder sehen. Die Menschen, die er darstellte, sind mager, dürr und schweigsam wie das Land, das sie hervorbrachte. Man muß entweder ja oder nein zu ihnen sagen, es gibt keine Kompromisse, genau so wie es in Spanien und im Leben des Spaniers keine Kontpromisse gibt. Das Land ist ernst, dunkel und streng, seine gesellschaftlichen Formen sind eindeutig, klar und unerbittlich, es kann sich ihnen niemand entziehen. Mus hermione von preufchens Erinnerungen. Die Malerin und Dichterin Hermione von Preuschen hat seiner- zeit durch ihre sensationellen Gemälde und ihr« leidenschaftlichen Gedichte ein gewisses Aufsehen erregt, und nodt mehr als ihre Kunst fesselte chre interessante Persönlichkeit. Diese Eigenart ihres Wesens tritt auch in den Erinnerungen hervor, die soeben aus ihrem Nach- laß unter dem Titel„Der Roman meines Lebens" bei K. F. Koehler in Berlin erscheinen. Bon berühmten Künstlern, mit denen sie zu- fammentraf, weiß sie mancherlei zu berichten. So war sie als Mal- schülerin in Karlsruhe oft Gast bei Scheffel:„Er lebte still und zurückgezogen mit seinem heranwachsenden Sohn, einem schlank aufgeschossenen Jüngling. Der Dichter des Ekkehard hatte ein rates, starkes Gesicht, einen graublonden Knebelbart und trug eine bunt- karierte Samtweste. Er war ausgesucht gütig gegen mich. Ich schwamm in eitel Seligkeit. Er erzählte mir die Geschichte der Irene von Spilimberg, der Sd)ülerin Tizians, über die er einen Roman schreiben wollte, wenn er wieder„Herzensruhe" habe. Ob ich ihm diese Herzensruhe nicht schaffen könne, meinte er scherzend. Dies bewegte mich lange... Ich verehrte den Dichter und nahm es sehr übel, wenn mir andere erzählten, Viktor Scheffel liebe allzu sehr den Trunk, und nur deshalb sei er von seiner Frau getrennt." Mit Theodor Storm verband sie eine langjährige Freund- schaft, deren Zeugnis ein reicher Briejwed)sel ist. Sie besuchte ihn in Husum.„Er zeigte mir jedes Haus der„grauen Stadt am Meer", die mir aber mtt ihren roten Dächern gar nicht grau er- schien. Abends las er aus seinen Gedichten oder erzählte mir und seinen vielen Kindern und seiner zweiten Frau'„Do" Geister- geschichten, die er selbst erlebt hatte. Ja. Storm war ein„Späten- kieker". In seinen Augen lag etwas Visionäres, so häuslich, still und schlicht er auch fairst aussah. Von seinen Gedichten hielt er sehr viel.„Wenn alles andere von mir vergesien ist, die werden bleiben. ineinte er zuversichtlich. Nach Jahren hat er mich einmal m J>om- bürg besucht, wo ich mich in meiner Unreife schämte über den umgen roten Schal, den er um den Hals gewürgt hatte. Danach habe ich ihn nicht mehr gesehen. In seiner letzten Krankheit schrieb nod) von seinen Fieberphantasien:„Hier stand einmal ein Schau« spielhaus— nun gehen alle Lichter aus." In Heidelberg war sie bei Anselm Feuerbach.„Er nahm das junge, ungestüme Malweibchen, das so begeistert in sein Atelier gestürzt kam, uberau» gütig auf. 42 Jahre war er damals, klein, schlank und dunkel, mit langem Haar und Künstlerlocken und großen, traurigen, blauen Augen." In München hat sie viel bei I b s e n oerkehrt.„An ledem Silvesterabend tranken wir dort Punsch und aßen von ,;rau Absens „selbstgespritzten" Spritzkud)en. Das war das einzige Mal im Jahr. daß es mir warm wurde in der sonst so kühlen Zimmerflucht der Maximilianstraße mtt den altitalienischen Heiligenbildern.„Meine Frau leidet an fliegender Hitze," erklärte der Dichter, wenn er händereibend, frostgeplagt, rastlos wie eine Fledermaus in dep langen Zimmerreihe auf- und abschwirrte. Aber am Silvesterabend wars warm, und er trank einen sehr gründlichen Neujahrspunsch und wurde dann wundervoll angeregt, sprach von seinen Dramen, leinen Problemen, und wie seine Figuren ihn greifbar plastisd, be- dränaten.„Die Rebekka West hat ein kornblumenblaues Kleid unk» eine weiße Latzschürze." Der Satz ist mir unvergeßlich. Damals machten gerade die„Gespenster" ihren Siegeszug durch die Welt. Maschinen unö örücken im Examen. In unserem Zeitalter, in dem die Maschine eine so große Roll< spielt, ist die Prüfung der verschiedenen technischen Anlagen über- aus notwendig geworden. Jede Brücke, jedes Gebäude, jeder Kraftwagen, jedes Flugzeug usw. wird einem sehr eingehenden Examen unterworfen, um festzustellen, ob sie auch allen Anforde- rungen genügen. Dabei macht man immer wieder die merkwürdige Beobachtung, daß zwei Maschinen, die in ihrer Größe und Bauart ganz gleich sind, sich doch bei der Probe verschieden verhallen, und jeder Autofachmonn weiß, daß zwei in derselben Serie hergestellte Wagen sich doch in ihren Eigenschaften von einander unterscheiden. Besonders eingehend ist das Examen für die großen Autobusie. Sie werden, bevor sie eingestellt werden, mannigfach geprüft. Dg gibt es eine„Gleitprobe": der Omnibus mph mit großer Ge- schwindigkeit auf einem schlüpfrigen Boden fahren urtd wird dann plötzlich angehalten. So bekommt man heraus, ob er zu sehr schleudert. Dann wird er auf einem sehr schlechten Wege aus- probiert, wobei man die„Löcher" aussucht. Daran läßt sich die Federung des Gefährtes erkennen. Andere Prüfungen bestehen in Herabfahren von einem steilen Hügel und in einer Untersuchung seines Gleichgewichtes. Jede neue Brücke wird sorgfältig auf ihre Belastung hin erprobt. Lokomotiven und schwerbeladene Waggons. die eine drei- bis viermal so große Last darstellen als die normale, werden über die Brücke gefahren. Bei der Prüfung der neuen Waterloo-Brückc in London benutzte man zu dieser Belastung»- probe 30 Omnibusse, von denen jeder mit 47 Sandsäcken beladen war, jeder Sandsack 40 Klg. schwer. Jeder Bogen wnrde mtt dieser Last einzeln ausgeprobt und durch Instrumente die Senkung der Konstruktion bis auf ein tausendstel Zoll beobachtet. Ebenso werden Schisssketten einem strengen Examen unterworfen. Die größte Moschine für Prüfungen dieser Art, die es gibt, ist kürzlich in Birmingham eingeweiht worden. Sie kostet eine Viertelmillion Mark, ist 120 Fuß lang und imstande, einen Widerstand bis zu 12S0 Tonnen zu zerbrechen. Gerüste und Plattformen, auf denen große Menschenmengen stehen sollen, müssen natürlich auch aus ihr Gewicht hin genau geprüft werden. Man nahm früher an, daß das Gewicht einer Menschenmasse 80 Pfund aus den Ouadratsuß beträgt, aber in neuester Zeit hat man sestgestellt, daß eine dicht gedrängte Menschenmenge 176 Pfund auf den Ouadratsuß wiegen kann und daß daher die Belastung, die bei der Prüfung verwendet wird, das Mehrfache betragen muh. Sonntag 7. November 1926 Äus öer Die Filme öer Woche. ,Neberflüjsige Menschen." (Capikol.) Ein russisches Kleinstadtbild oder bester Episodisches aus einer Kleinstadt. Nichts Wichtiges geschieht, und doch geschieht wiederum viel, aber es ist so belanglos für die Welt. Wen geht es etwas an, daß der brutale Sargmacher an dem Grabe seines vor Jahren ver- storbenen Kindes plötzlich sein Damaskus erlebt, oder daß dem Schneider die Frau fortläuft und er darüber zum Säufer wird? Wer interessiert sich überhaupt für solche vergestene Kleinstadt? In ihr wohnen nur überflüssige Menschen, die in keiner Beziehung den Lauf der Welt ändern können. Warum leben überhaupt diese menschlichen Mastenartikel? Sie sind kein Material für die große Tragödie, aber ihre kleinen Irrungen und Wirrungen können den Stoff für eine Novelle hergeben, und der Dichter Tschechow bc- trachtet diese zappelnden Marionetten lächelnd und verstehend. Und sind vielleicht die anderen, die der Welt ihren Stempel aufdrücken, nicht ebenso überflüssig wie die kleinen Wesen, die sofort grotesk. wirken, wenn ihnen Irgendetwas passiert, das aus dem Rahmen der' Alltäglichkeit fällt? Ein Novellenstoff, der Film ledoch mit feinem rasenden Tempo, mit seinem Maximum an Spannugsmöglichkeiten verlangt andere Sujets als eine in Episoden zerflatternde Novelle. und trotzdem ist hier ein Werk von seltener Einheitlichkeit entstanden, das nicht ermüdet, und das durchaus filmisch empfunden ist, dank der Regie und der vollendeten Darstellung. Der Regisseur Alexander Rasumny beweist hier ein Geschick in der Verknüpfung der Handlung, in der Ausdeutung und Nüan> cierung der schauspielerischen Leistung und tn dem Zusammenschluß des Ensembles, ein Geschick, das die besten Traditionen russischer Rcgiekunst zeigt. Rasumny gibt Milieuschilderung in der Art. daß er die Menschen in ganz bestimmten, einmaligen Situationen darstellt. Und diese Situationen zeigen das Kleinstädtische der handelnden Personen, ein Weltstädter würde sich anders verhalten. Rasumny begeht nicht den Fehler, daß er diese Anonymitäten der Kleinstadt künstlich erhöht. Der Schneider benimmt sich durchaus albern, als er von der Flucht seiner Frau erfährt, und der Sargmacher spiell keine heorische Tragödie am Grab seines Kindes. Aber alles, was diese Menschen tun, ist so echt empfunden, daß der Gedanke fern liegt, hier vollzieht sich ein filmischer Vorgang. Innerhalb dieses Rahmens jedoch entwickelt jeder Schauspieler feine Individualität. Klopfer als Schneider wird direkt phantastisch, wild flackernd, aber die Phantastik bleibt die eines kleinen, gedrückten Mannes. Auch der unbedeutende Mensch spielt in tausend Lichtern. Dies ist das Ver- dienst des Registeurs: er bleibt nicht im Typischen stecken, innerhalb des durch das Milieu Dedinaten läßt er die Menschen sich als eigene, abgerundete Persönlichkeiten entfalten. Ueberragend« Ge- staltön wie Klöpfer, Stetnrück, George. K r a u ß und Hedwig Mangel ermöglichen dem Registeur dies« Filigranarbeit, aber auch die Darsteller der Nebenrollen fallen nicht aus dem Rahmen. Neu im Film sind Bruno Arno und Elsa Temary. die sich als begabte Darsteller beweisen. Allerdings zeigt dieser Film trotz seiner hohen Kultur keinen Weg ins Neuland. Einmal ist der episodische Film gelungen dank dem Regisseur und den Darstellern, in anderer Besetzung würde er vielleicht kaum zu ertragen sein- _ F. S. ,Sallettmäüels." (Primus-Palast.) Die Marke Wiener Film hat»ine neu« Variation bekommen: das Wiener BalleUmädel. Im übrigen natürlich Wien mit seiner angeblich leichtlebigen Bevölkerung, den unendlich redseligen Obstfrauen vom Naschmarkt, der gemütlichen Kneipe. Statt des alten glauben sollen, ist das Ballett der Wiener Staatsoper immer noch eine Vergnügungsstätte für die österreichischen Grafen und Barone, zugrunde uegen, ist natürlich nur eine Abart des fußen Wiener Mädels überhaupt. Als die moderne Wiener Literatur den Typus entdeckte, nahm sie ihn ernst und gab dem Verhältnis der Tochter aus dem Volke mit dem Aristokraten womöglich einen tragischen Ausgang. In diesem Film denkt man lebemännisch. Der junge Aristokrat, der, getreu der Tradition seines gräslichen Hauses, die Süßigkeit einer Ballettratte ausgekostet hat, besinnt sich gar nicht lange', sich mit der chm zugedachten Komteß zu verloben, als es an der Zeit ist, und die Komtesse ist ebenso schnell bereit, den Seiten- sprung ihres Verlobten zu vergessen. Die Balletteuse, die im ersten schmerz über die Verlobung einen Sturz erlitten hat und zum Krankenlager verurteilt ist, besinnt sich' ihrerseits auf den wackeren Sohn des Hauses, der immer noch Herz und Hand für sie offen hält. und redet in»stiller Resignation" ihrem Verehrer zu, sich ja mit der Komteß auszusöhnen. So ist halt das Leben der Wiener Ballett» mädcls(immer nach Herrn Glaß). Für den Registeur Max Stein- hofs gab der Stoff reichliche Gelegenheiten, uns Hintsr die Ku- listen des Balletts blicken zu lassen, das Budoir der Primaballe- rina(und zugleich ihr Herzchen) zu öisnen und die früher von allen Malern weidlich ausgenutzten Herrlichkeiten der schlanken Beinchcn und Gazeröckchen noch einmal in Szene zu setzen. Er macht das entschieden pikanter als etwa der große französische Maler Degas, dem diese Dinge nur Anlässe zu künstlerischen Sensationen waren. Das süße Mädel, das weder den Grasen bekommt, noch in die Donau geht(wohl aber zum Sacher), ist Anita D o r r i s. Sie hat nicht nur die Reize der Ballettratte, sondern interessiert auch durch ihr„herziges" Wesen. Sie ist ganz so, wie sich die Herren Aristo- kratcn das hingebungsvolle Mädchen denken, voll Eharine und Anmut. Sie macht keine Szene. Das Gegenbild die Gräfin wird von Eolette Brettel mit der ganzen Steifheit einer Hochadligen dargestellt, die zum Schluß erst auftaut und zum Weibe wird. Die Licbhaberwelt ist oertreten durch Arnold K o r f f als Vater und Egon v. Jordan als Sohn der gräflichen Familie. Eine aus- gezeichnete Type vom Naschmarkt bot Marie Griebel. Bor- aus gingen die„Wunder der A l p e n w e l t". Herrlich« Bilder aus den deutschen, italienischen und Schweizer Alpen, Glanzpunkte der Natur wechseln mit den schwiengsten Kletterkunststücken, Auto- fahrten mit hervorragenden Skitouren. � Schaarschmiht, dem wir den Film verdanken, hat darin ebenbürtige Seitenstücke zu seinen früheren geschaffen., D. ,Mes für Sie Firma." (Mozartsaal.) Iackie Coogon ist wieder da. Er hat sich nicht, wie es hieß, ins Privatleben der Schule zurückgezogen, er filmt weiter. Aber es ist nicht mehr das Kind, das mit seinen treuherzigen Augen und klugem Wesen die Herzen für sich gesangen nahm, jetzt ist es der smarte Junge, der schon ein richtiger kleiner Amerikaner ist, sich aui den Dollar und auf die Geschäfte wie ein alter(ja besser) oersteht. Glücklicherweise hat er ein gut Stück seiner Licbcns- Würdigkeit und Menschenfreundlichkeit bewahrt, wenn er auch nicht mehr den vollen Eharme seines Gesichtsausdrucks besitzt. Er ist der frühreife kleine Mann, den die Not des Lebens zum pfiffigen Geschäftsmann gebildet hat, aber er ist dabei doch ein yut Teil Kind geblieben. Seine Manager haben ihn diesmal zu einem wahren Deus ex machina gemacht, der die stanze Handlung an ihren Wende- punkten bestimmen und seine Mitspieler wie Marionetten behandeln muß, die an seinen Fädchcn laufen. Das wirkt einigermaßen gro- tesk, und leider wirken auch manche von Iackies Bewegungen stark dressiert. Iackie ist in dem Film Teilhaber einer pleiten Firma, die aus dem früheren Reichtum wieder ins Lumpensammlerdasein zurückgerulscht ist. Iackie ist natürlich seinem Partner Ginsberg weit überlegen. Er versteht es, sowohl aus seiner Liebenswürdig- keit wie aus seiner Gerissenheit Kapital zu schlagen und ihrem arm- seligen Dasein, das sie gemeinsam mit ihrem Pferde Hannibal im Iudenvicrtel an der Ostseite New Ports führen» aufzuhelfen. Er weiß durch seine Anstelligkeit eine Mieterin zu werben, er versteht es, aus einem Unfall Nutzen zu ziehen und einem Wohltäter die Hausgenostin als Sekretärin zu vermitteln. Im geeigneten Moment ist er immer da, um bald den Liebesgott und bald den Retter in der Not zu machen. Am Schlüsse kann er nicht nur die jungen Leute, sondern auch seinen alten Onkel zur Trauung geleiten. Bei soviel Talent darf die Belohnung nicht fehlen, der alte Reichtum des Hauses wird wieder hergestellt, da d-e bereits als Tapeten verwendeten Kupferaktien wieder hochgekommen sind. Der Film ist in seiner Naivität wie Sentimentalität und Smartneß gleich amerikanisch, aber vor allem ist er Film. Ein ausgezeichneter Tierfilm„Kasimir und Hidigeia* ging voran und führte eine Reihe von Filmschauspielern ins Treffen. die man wohl sonst noch nicht gesehen hat, als da sind: Haus- und Angorakatzen, Hunde, Krähen, Igel uod andere. Diese zum Teil schwer dressierbaren Tiere machten iyr? Sache vorzüglich, und man glaubte wirklich, daß die Tiere von gleichen Leidenschaften und Vor- urteilen wie die Menschen beherrscht sind. Das aristokratische Getue der Angorakatzen, die Neugierde und Redseligkeit des Raben, und vor allem das Liebes- und Familienleben der Hauskotzen ist mit prächtigem Gelingen erfaßt. Den Namen des Registeurs Kurt B l e i n e s wird man sich merken müssen. r. ,Nur eine Tänzerin." (ll. T. kurfürsieudamm.) Man kann natürlich jeden Roman und jedes Drama in einen Film verwandeln, man kann auch Filmmanuskripte schreiben, die ihren Stosf aus zwanzig vorhandenen Romanen oder Dramen kom bin'.eren, aber man wird dann nie einen Film haben, der den be- sonderen Filmgesetzen entspricht und nur durch seine Bildhaftigkeit wirkt. Dr. M e r z b a ch. der für die neue Deutsch-schwedische Film- gemeinschast das Manuskript geliefert hat, glaubte«in« möglichst komplizierte Handlung mit starten Konttasten und lebendigem Zu- sammenprall schaffen zu müssen, aber dieser Roman, der bald an 11» groBe Liclitsplellteler Jes Westens Smelka#-falasi am Kurfiirstendamm 68 Täglich der große Erfolg mit Don Quidiote Der Ritter von der traurigen Gestalt In den Hauptrollen; Rat als Don Qulctiots, Patachon als Sanclio Pansa Pal-Palaflion und der Regisseur Lau laurifecn erscheinen pcrsdnlich zur Premiere III Beilage öes vorwärts die Boheme, bald an die Marlitt anklingt, und überdies stärkste Drücker aus dem Kolporiageftück aufsetzt, bleibt trotzdem dünn, da er zerflattert, geht teilweise bis an den Kitsch und fesselt nur in einigen Partien, in denen die Tänzerin an Mittelpunkt steht. Die Geschichte der beiden bürgerlichen Familien, die hei all ihrer Honcttheit doch auch chren schwarzen Punkt haben, läßt uns kalt. Die Tänzerin, die ihnen als Vertreterin einer anderen Gefellschaftsschicht gegen- übergestellt wird, ist der überlegenere und schließlich auä) der bessere Mensch. Wenn sie auch die Liebe des Sohnes aus gutem Hause nicht zu behaupten vermag, so ist das nicht ihre Schuld, sondern ein Sieg des bürgerlichen Milieus, das wieder auch in diesem sich scheinbor vor. ihm entfernenden Sproß zum Durchbruch kommt. Lil Dago- v« r als Tänzerin ist der wahre Sinn und das Ziel der Handlung. Sie wird von ihrem Registeur Olas Morell- Molander gut im Zügel gehalten. Diese Tänzerin platzt in den Gerichtssaal, wo ihre Schwester wegen Diebstahls verurteilt wird, wirklich als eine Erscheinung aus einer anderen Sphäre hinein. Sie ist geschmeidig und katzenhaft weich und behält ihr Besonderes auch in allen anderen Szenen, nicht nur im Ballett und Ballsaal, sondern auch im Zu- sammensein mit dem bürgerlichen jungen Mann, dem sie alle Zärt- lichkeit widmet. Dieser wird von Walter Janssen mit einer ge- gewissen Vertiefung der Rolle dargestellt, aber leider ist sie farblos und unbestimmt. Für die beiden bürgerlichen Familien sind Jakob Tiedtk e, der etwas reichlich unruhig spielt, und Nils Ähren, Karen Swon ström und Lucie Höflich aufgeboten. Deren Tochter Grete wird von Anna Lisa R y d i n g sympathisch ver- körpert. Hans A l b e r s, Hermann P i ch a. Harry Halm sind in anderen Rollen beschäftigt. Hübsch« Bilder aus dem Ballett und aus dem Zirkus fesseln zwischendurch, und in vielen Einzelheiten zeigt der Regisseur den Blick für das Detail. Aber im ganzen ist er dem Manuskript unterlegen und hat auch nicht immer die nötige Unter- stützung durch die Photographie gesunden. D. ,t)on Huichote." (Smelka-Palast. Surfürsteadamm.) Eine Spitzenerscheinung der Filmkunst, ein Film von feinster skandinavischer Kultur. Längen, die manchmal stören, liegen im Stoff. Der Roman des Cervantes ist im Grunde eine Aneinander- reihung von Abenteuern, die immer denselben Charakter tragen. Und selbst bei der strengsten Auswahl bleibt die Art der Szenen gleich. In der Erkenntnis dieser Tatsache hat der Bearbeiter der Liebe Eardenios zu Lucinda einen großen Platz eingeräumt. Zlber man vergißt diese Längen über die hervorragende Regie L a u L a u- r i tz e n s und über die Darstellung Pat und Patachon s. Wie jeder skandinavische Film, gibt auch dieser zuviel Text. Aber das stört nicht weiter. Wie bei Stiller oder Sjöström kann man auch hier das Feingefühl bewundern, mit dem die Landschaft in den Ab- lauf der Handlung verwoben ist. Ein bildhaftes Empfinden osfen- bart der Registeur wie wenige seiner Art. Herrlich die Weite der Ebene, die Verlassenheit der Sierra Morena, die jedenfalls in Dänemark aufgenommen sein wird. Die Menschen verlieren sich darin, erscheinen beinahe symbolhaft als das, was sie sind, näm- lich kleine, unbedeutende Wesen. Alles ist in diesem Film ab- estimnst, auch kein einziger Mißton stört. Der Regisseur behält dem Men seinen Ge ins Film! chen gegenüber dasselbe ironische Gefühl, das Cervantes chöpfen gegenüber behielt. Wenn ein Roman überhaupt che übersetzt werden kann, so ist es hier gelungen; denn ins Fümi che übersetzt werden kann, so rft es hier gelungen; denn der Film'zeigt denselben Geist wie das epische Kunstwerk. Ueber- räschend Pat und Patachon, die sich hier als' Menschengestalier rauchend größten Stils erweisen. F. S. ,D!e Welt will belogen sein." (Schauburg.) Peter Paul Feiner wußte in seiner Komödie.Tier Splitter" in unterhallsamer Form allerlei über die Verlogenheit der West mit- zuteilen. Und seine Hauptfigur, der Direktor, der nach einer Kopf- Verletzung andauernd die Wahrhest sagt, richtet wirklich viel Unheil an, so daß seine ganze Umgebung von Herzensgrund erleichtert auf- atmet, als der Wayrheitssanatiker nach operativem Eingriff und sreundschasUichen Einwirkungen mannigfacher Art sich endlich wieder zur Lüge bequemt. Dieser köstliche Komödienstosf wurde nun unter Peter Paul Felners Regie versllmt. Das bedeutete eine völlige Be- freiung von der Schablone, ein ernstes Wollen zur Leistung und zu- gleich einen Fehlgriff, denn ein Film, dessen Erfolg der Text und nicht die Bildwirkung bedingt, ja, dessen Bilder ohne Text überhaupt nicht verständlich wären, hat mit der Entwicklung des Films von heute nicht Schritt gehalten. Was soll uns eine verfilmte Komödie bedeuten, wo wir berechtigt sind, die Filmkomödie zu verlangen? Von den Leistungen der Schauspieler Harry Liedtke, Mady Christians, Georg Alexander, Henri de Pries, Walter Rilla, Paul Biensfcld, Jmogene Robertsen, Eugen Rex, Paul Morgan und Karl Geppert muß man sagen, daß sie alle miteinander dem Film zum Vorteil gereichten. Das Publikum unterhiest sich aufs beste.. e. b. »Die moderne Frau." (Richard-Oswald-Lichlspiele.) Der Haupttitel sowohl wie der Untertitel, ein Schauspiel aus dem modernen Industrieleben, sind Irreführend. Um ihnen gerecht zu werden, hätte man den Film anders anlegen und nicht so sehr die Kleiderfrage in den Vordergrund schieben müssen. Einer streu- gen, kalten Frau, die diktatorisch ein großes industrielles Unter- nehmen leitet, wird eine Frau, die selbst ihr Auto steuert, sich schminkt und an Schönheitskonkurrenzen teilnimmt, als moderne Frau gegenübergestellt. Das ist entschieden ein Irrtum, denn dje ängsllich vom Mann behütete und nicht die selbständige Frau ist die Vertreterin der Vergangenheit. So werden auch hier im Film vor allen Dingen nur hoher Stehkragen und Rückenausschnitt gegeneinander ausgespielt. Das wird unter Sven G a d e s Regie sehr unterhaltsam gemacht. Besonders Familienratssitzungen usw. werden genau geschildert, was den Deutschen immer sehr acfällt, da sie sich auf jeden Fall für Familienangelegenheiten interessieren. Und in seiner famosen Typenzeichnung hat der Regisseur tatsächlich Prachtstücke aus Spießbürgers Rumpelkammer entdeckt. Doch ohne Sentimentalität und Sensation geht es in Amerika nun einmal eben nicht. Darum erschießt sich ein angeheirateter Verwandter,«in Stummer, aus Liebe zur jungen Frau, die durch fein Testament zur Hauptaktionärin wird, und sie selbst errettet die alte Frau, die in selbstmörderischer Absicht ihr Schimmelgespann zum Durch- gehen bringt, vom sichere» Tode. So wird der gute Abschluß er- zielt. Virginia V a l l y bleibt in der Hauptrolle trotz aller Halb- Weltgepflogenheiten Dame und treue Ehefrau. e.b. Lei Hieren-, Blasen- und Frauenleiden Harnsäure, Eiweiß.Zucker 1925 1 6 0 0 0 Besucher IfilttduiigD/L 2MmemueMe Schritten und Nachweis billigster Bezugsquellen durch die Kurverwaltung Bad Wildungen:::::: »1,...- Vogel, wTdPfli i- d» mr.Vif(, 1 ß". st: Linoleum, Teppiche» LSuferstoffe, Schlafdetteen. EMJCEH BEW yjoüaltnajchb Tec/e/" üb-er&euge sich von der0 konkufi�enz.lvsen Qualität • Li• I ifliSiii Staats-Tneater Opernhaun a. Platz d.Republ. 7l/2 Uhr. Pld ello Schauspielhaus ZVa Uhr. Doppel' Selbstmord Sch liier- Theater fi Uhr: Peer Gynt Stäilistfi! Ojü '-fiarlottenhur� ?•, Uhr Eiiryaamc Musikal. Leitung: B. Walter Abonn.-Turnus FI Oüflftdi« lüsaigf Nord er. 10334— 3� * Uhr: «ejsvsrat ?. Sneisenao von V/eHgang Goetz Regie: Heinz Hilpert Heute nachm. 3 U.: Gesellschaft Katnmersaiele •.Orden 10134—3® Uhr ÜZlMÜg.Wm von Tristan Bernard Regie: Eug. Robert Die Komödie f3ismar� 2iH. J i- 8 Uhr Nie Qsfaagsne Von Bouraet rfeait M Re nhardt 'arawür-aSto I Th, Könlcräti St. Hasenheide 2110 8 U- Mn, fh-nryt tn/.Uh' b Tneater im Admiralspalasi Biescncrlolä Kaller- 5evue Ana. ans Preise von 2-16 M. B forrnkanf iraoBterbf A �OZ h&KsSikn] SA �a*JtvHjliv>vv«Tb4Hct Wvt- ä. 6'« Uhr: D Herzogin r.Elba Stg. 3>/,. tstrcbridEl Heute Schluss Berliner Konzerthaus/ WochenlAgllch nadimittags Gr. Promenaden-Kaffee-Konzerte bei vollem Ol ehester und irciem Eintritt Täglich abends mitAusnahme von Montag n. Freitag ,CLOU" Gr. Doppclkon« ert—<>ic8ell«chaf tsabond— Tan« Konzulkepelle,.... Janoand Männecke 2 K a p e 1 1 e n_ Possort_ ————— PI— der Internationalen Automobil- Ausstellung im Lunaparh Versäumen Sie nicht I Geöfmet von 10 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends Eintritt 1.25 Mark Konkursausverkauf Die sämtlichen Warenbestände des KllUfll9US$IS M 15 f m 3 11 II Engel kommen ab Montag, den 8. November 1926, in den bisherigen Verkaufsräumen. Landsberger Straße 85/87 zum beschleunigten und endgültigen Ausverkauf Die grossen Bestände in: Tisch-, Bett- und Leibwäsche. Trikotagen und Strümpfen. Teppichen. Gardinen und Möbelstoffen, Mämel und Kleider für Damen und Kinder, Pelzmäntel, Pelzjacken, Edeifüchse, Putz, Damenstoffe In Wolle und Seide, Herrenstoffe, Kurzwaren. Handarbeiten usw. werden ausserordentlich biillg und vorteilhaft verkauft und bieten in ihrer reichhaltigen Auswahl selten günstige Kaufgelegenheiten für Jedermann. Der Konkursverwalter über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft in Firma Hermann Engel E« Noetzel. Verkaufszeit: 9-1 Uhr vormittags 4— 7 Uhr nachmittags