Nr. 528 43. Jaheg. Ausgabe A nr. 269 Bezugspreis. Böchentlich 70 Bfennig, monatlich 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Bitauen, Suremburg 4,50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts" mit der iuftrier ten Sonntagsbeilage Boll und Beit fowie den Beilagen Unterhaltung und Wiffen", Aus der Filmwelt", Frauenftimme",„ Der Rinder freund", Jugend- Borwärts" und Blid in bie Bücherwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblaff 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille. Beile 80 Pfennig. Reklamezeile 5,- Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgedrudte Wort 25 Bfennig ( aulässig zwei fettgebrudte Borte), febes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche das erite Bort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für awei Worte. 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Zweck ihres Manövers war nur, den Regierungsparteien zu zeigen, daß es ohne sie nicht geht und dazz man sie in die Regierung laffen muß. Im Reichstag begannen gestern nachmittag die Abstim.| grausame Logit, daß man den Arbeitslosen nicht einmal ein| nur aus tattischen Gründen für ihn stimmen. Selbst mungen über die Anträge zur Erwerbslosen für dürftiges Eristenzminimum geben dürfe, weil viele Arforge. Das Hauptaugenmerk richtete sich auf die Erhöhung beitende es auch nicht haben, vermag fie fich nicht zu eigen der Unterstügungssäge. Die Regierung und mit ihr die Par zu machen. teien der Mitte wollen die Säße der Hauptunter= stügungsempfänger nur um 10 Proz., die der Alleinstehenden, die besonders übel daran sind, um 15 Bro3. er höhen. Dagegen schlägt ein sozialdemokratischer Antrag vor, die Säße für Hauptunterstüßungsempfänger um 30 Proz., die Familienzuschläge um 20 Proz. zu erhöhen. Darüber namentliche Abstimmung. Da ergibt es sich, daß die Deutsch nationalen für den sozialdemokra tischen Antrag stimmen, der nun mit starter Mehrheit angenommen wird. Die Deutschnationalen tun das, wie später Graf West arp erklärt, nicht, weil sie für den Antrag find: fie sind vielmehr gegen ihn, stimmen aber für ihn, um die Regierungsparteien in die Minderheit zu bringen. Das gelingt ihnen auch bei den folgenden Abstimmungen. Die Regierungsparteien verlangen Absetzung dieses Gegenstandes von der Tagesordnung. Abgelehnt. Sie verlangen Zurüd verweisung an den Ausschuß. Abgelehnt aber die Regie rungsparteien verlassen den Saal und machen das Haus beschlußunfähig. Sie wollen verhindern, daß der Reichs tag die Borlage heute weiterberät, erleiden aber auch damit eine Niederlage. Der Rampf geht also weiter! Leicht ist er nicht. Denn daß die Sozialdemokratie auf diesem Gebiet nicht mit Hilfe der Deutsch nationalen vorwärts fommen fann, versteht sich von selbst. Die Deutschnationalen haben gestern selbst erflärt, daß fie fachlich gegen den Antrag der Sozialdemokratie sind und Zum 9. November. Die Geburtsstunde der deutschen Republik. Das Raisertum zerbrach durch eigene Schuld. Die Fürsten verschwanden. Das Bolt nahm unter der roten Fahne fein Geschick in die eigenen Hände. Deutschland, die scheinkonstitutionelle Monarchie hörte auf, der Borposten des Absolutismus zu sein. Der 9. November 1918 war der fiegreiche Durchbruch des Willens der Deutschen, als freies Bolt sich an die Seite freier Völker zu stellen. Inzwischen hat der Arbeitsminister Dr. Brauns- zuEr war ein Schrei des Willens nach sozialer Gerechtigkeit. nächst für seine Person erklärt, daß er den Beschluß, die mit dem Kaisertum sollten die Klassenprivilegien fallen. AufUnterſtügungen um 30 und 20 Broz. zu erhöhen, für unstieg der Arbeiterklasse im freien Boltsstaat. Deutschland durchführbar hält. Das Kabinett schließt sich später eine soziale Republik! feiner Auffassung an. Heute vormittag tritt der Reichs. rat zusammen, die Regierung mill ihm ihre Vorlage also mit 10 und 15prozentiger Erhöhung der Säge vor legen und erwartet, daß er sie genehmigen wird. Dann soll sie sofort mit Wirkung ab 8. November in Kraft geſetzt werden. Um drei Uhr tritt der Reichstag zusammen. Die Regierung wird eine Erklärung abgeben, in der sie ihr Verhalten zu rechtfertigen versuchen wird. Anderthalb Stunden zuvor versammelt sich die sozial demokratische Reichstagsfraktion, um über ihr weiteres Borgehen zu beraten. Goviel in aller Stürze über die tatsächlichen Vorgänge. Zunächst erhebt sich die Frage: Darf sich die Regierung über die Beschlüsse des Reichstags hinwegsezen? Indem die Regierung das fut, beruft sie sich auf eine eigentümliche Rechtslage. rung das tut, beruft sie sich auf eine eigentümliche Rechtslage. Die Verordnung über die Erwerbslosenfürsorge vom Februar 1924 beruht auf dem im Jahre zuvor erlassenen Ermä dy tigungsgeseh. Danach tann die Regierung im Einvernehmen mit dem Reichsrat solche Verordnungen erlaffen. Die Vorlage, über die der Reichstag berät, ist feine eigentliche Gesetzesvorlage. Die Regierung glaubt also, im Rahmen ihrer Befugnisse zu handeln, wenn sie im Einver nehmen mit dem Reichsrat die Unterstügungsfäße neu regelt. Sachlich glaubt sie ihre Haltung damit rechtfertigen zu fönnen, daß sie den Erwerbslosen sofort etwas gibt, daß aber die Erhöhung der Säße entsprechend dem angenommenen fozialdemokratischen Antrag Erhöhungen der Löhne und der Gehälter zur Folge haben müsse, die angeblich Soweit also der Standpunkt der Regierung. Um die Stellung der Sozialdemokratischen Partei dar zulegen, ist notwendig, etwas weiter auszuholen. nicht getragen werden könnten. Die Einführung der Erwerbslosenunterstützung ist ein Wert der Sozialdemokratie. Sie hat sie unmittelbar nach dem 9. November bewerkstelligt und war nachdem, auf ihren Ausbau dauernd bedacht. Auch zu der gegenwär tigen Erhöhung der Unterstützungsfäße, um deren Ausmaß jetzt gekämpft wird, wäre es nicht gekommen, wenn nicht die Sozialdemokratie dazu den Anstoß gegeben hätte. = Die Sozialdemokratie fann sich mit den geringen Zugeständnissen der Regierung nicht zufrieden geben. Sie wird den Kampf um eine raiche weitere Er höhung der Unterstüßungsfäße fortführen. Ueber die geeigneten Mittel dazu wird heute die Reichstagsfraktion beraten. Die Gründe, aus denen sich die Regierung weigert, dem Auf den Trümmern des alten Systems wies die Sozialdemokratie den Weg in die Zukunft und die Ziele der Zukunft. Sie legte den Grund des neuen deutschen Staates. neuen Staates hoch auf gegen die Republik und gegen die An jedem 9. November brandet der Haß der Gegner des neuen Staates hoch auf gegen die Republik und gegen die Sozialdemokratie. Dem Haß antwortet unser festes Bekennt nis zur Republik und zu unseren großen sozialen Zielen. Deutschlands innere Freiheit, am 9. November 1918 geboren, wird durch die Feinde der Republik niemals vernichtet werden. Das Wahlrecht ist frei! Männer und Frauen gleichberechtigt! Selbstbestimmung des Volkes durch ein frei gewähltes Parlament! Die Privilegien zerbrochen! Die Republik ist fest! Die republikanische Tradition wird feiern. Die Geschichte wird ihn nennen neben den großen immer den 9. November 1918 als Geburtsstunde der Republik Freiheitstagen der Völker. Ein großer Tag des deutschen Boltes, ein großer Tag der deutschen Arbeiterschaft. Das Gedächtnis an diesen Tag ist Gelöbnis: die Freiheit zu verteidigen, die wir begründeten, und in voller politischer Freiheit für die soziale Befreiung zu wirken. Ohne Sozialismus teine wahre Demokratie, ohne Demokratie fein Sozialismus! Ob solche Manöver, die ja in der nächsten Zeit öfter wiederholt werden sollen, zweckmäßig sind, wird sich noch zeigen müssen. Gestern schien uns die Empörung über die Infamie einer solchen Tattit im Reichstag einmütig zu sein. Die Not der Erwerbslosen ist jenen Herrschaften nur ein Mittel für ein unsauberes taktisches Spiel, deffen Gewinn den Deutschnationalen in Form von Ministerportefeuilles, den besigenden Klaffen in Form einer Machterhöhung zufallen soll. Es ist schamlos, wenn diese Demagogen gegenüber der Sozialdemokratie von Demagogie zu sprechen sprechen wagen. Schamlos, wenn Graf Bestarp die Dinge so darstellt, als ob die Sozialdemokraten die Annahme ihrer Anträge gar nicht ihrer Anträge, fie fämpft für sie, und sie wird für fie weiterwünschen. Ja, die Sozialdemokratie wünscht die Annahme fämpfen. Aber wenn sich die Deutschnationalen über die Not der Massen einen blöden Wig leisten, indem sie einen Antrag, der jenen helfen soll, zum Schein annehmen, gleich zeitig aber erklären, sie wünschten gar nicht seine Berwirt lichung, dann dürfen wir ihnen fagen: Gerade, weil es uns ernst ist, lehnen wir eine solche schmutzige ,, Bundesgenossenschaft" ab. Die Regierung hat im Reichstag eine Niederlage erlitten. Man hat gefragt, ob wir uns nicht infolgedeffen schon in einer Regierungsfrise befinden. Uns scheint das im vorliegenden Fall nicht die entscheidende Frage zu sein. Die Regierung hätte die Situation, in der sie sich befindet, vermeiden fönnen, wenn sie der Sozialdemokratie mehr Entgegen fomme'n gezeigt hätte, wozu übrigens Teile des Bentrums bis zu einem gewissen Grade bereit waren. erinnern an die Vermittlungsvorschläge, die sogar der Deutsche" des Herrn Stegerwald gemacht hat. Daß wir uns auf dem Weg zu einer Regierungstrife befinden, ist wahrscheinlich, dieser Weg ist vielleicht nur nod) sehr kurz. Aber das ist, wie gesagt, nicht das Entschei dende. Von Regierungskrisen fönnen die Arbeitslosen nicht " Wir leben, sondern nur von Brot. Für uns fann eine Regierungsfrise, wenn sie eintritt, auch nur ein Mittel sein, um den anderen Gebieten erheben, stärkeren Nachdruck zu verForderungen, die wir auf sozialpolitischem Gebiet und auf leihen also nur ein Mittel zum Zweck, fein Selbstzweck! Wenn sich jetzt die Regierung über einen Beschluß des Reichstages hinwegsetzt, um die Arbeitslosen mit ein paar Brocken abzuspeisen, so muß ein solches Verfahren er bitternd wirken. Was die Arbeiter an den bürgerlichen Barteien haben und was sie ganz besonders an den Deutschnationalen haben, sehen sie jetzt deutlich. Ihr Platz ist bei der Sozialdemokratie! Wir lieben das Werk des 9. November! Wir denken Im Reichstag hat es die Sozialdemokratie mit falt bezurück an den Tag, da im Dunkel des deutschen Zusammen- rechnenden Gegnern zu tun. Auch sie muß faltblütig überbruchs die rote Fahne auffladerte, das Symbol unserer Hoff- legen, wie sie das Spiel solcher Gegner am besten durchfreuzen fann. die wir durchlebten, der Tage des Bruderkampfes, der Tage 15 Prozent Erhöhung der Unterſtügungssäße, wird sie sich nung und unserer Befreiung. Wir denken der harten Stunden, Mit der Verordnung der Regierung, mit den 10 und der äußeren Bedrückung, der Tage der Bedrohung des neuen nicht zufrieden geben. Sie wird nicht ruhen, solange nicht Staates. Tage der Enttäuschungen, Tage der Niederlagen für die Erwerbslosen, die unschuldigen Opfer der kapitalistider Arbeiterschaft. Wir denken an sie, weil wir voll Zuversicht schen Wirtschaftsweise, alles geschehen ist, was geschehen sind, daß trotz alledem mit dem 9. November 1918 unser tann. Und das ist mehr, als was die Regierung jezt unter Weg vorwärts geht. Mißachtung eines Reichstagsbeschluffes zugesteht! Die Männer, die in der schwersten Zeit seit dem 9. November 1918 die Freiheit und den Bestand der deutschen Republit hochgehalten haben, haben Großes geleistet, voll Mut, voll Hingabe, voll Entsagung. Die Republik hat ihre Tradition. Sie braucht sie nicht in der Vergangenheit des Kaisertums zu suchen, sie braucht nicht für ihre großen Gestalten die Schatten von Heerführern der Bergangenheit heraufzubeschwören. Diese Tradition knüpft an den 9. November 1918 an. Das ist unser Tag! Vormarsch der deutschen Sozial 9. November: Die Sigung wird um 3 Uhr vom Präsidenten Löbe eröffnet. Neu eingetreten ist Landesrat Witte( Soz.) für den gestorbenen Abg. Dißmann. Die Beratung der Berichte und der Anträge zur Erwerbslosenfürsorge wird fortgesetzt. Der Sozialpolitische Ausschuß beantragt durch feinen Berichterstatter Abg. Brey( Goz.) neuerdings, daß die von der Sozialdemokratie geforderte Berlängerung der Bezugsdauer für die Ausgesteuerten und die Einbeziehung ber jugendlichen Erwerbslofen abgelehnt wird. Bon den Regierungsparteien wird beantragt, eine Regelung zu gestern gefaßten Beschluß zu folgen, vermag sie nicht anzu- demokratie in der deutschen Republit. Das ist unser Ruf schaffen, wonach im Wege einer Krisenfürsorge die Ausgesteuerten, erfennen. Die Belastung, die sich aus ihm ergibt, ist nicht so groß, daß sie nicht durch eine Besteuerung des Be fizes ohne weiteres aufgebracht werden könnte. Auch die am Es lebe die Republit! Es lebe die Sozialdematratie! femeit sie noch arbeitsfähig und arbeitswillig find, bis zum 31. März 1927 in der Erwerbslofenfürsorge verbleiben. Die Lasten dieser Krisenfürsorge sollen zu vom Reich, zu 4 von der Gemeinde ge tragen werden. Die berufliche Ausbildung, Fortbildung und Anpaffung der Erwerbslofen, insbesondere der Jugendlichen, soll mit verstärkten Mitteln gefördert werden. In der Einzelaussprache weist Abg. Giebel( S03.) mit Nachdruck darauf hin, daß die Klagen über den Nachweis der Bedürftigkeit in der Erwerbslosenfürsorge immer häufiger werden. Die Regierung und die Regierungsparteien halten aber an dem Grundsatz fest, daß die Bedürftigkeit geprüft werden müßte, weil die Unterstützung aus öffentlichen Mitteln gewährt werde. Wie steht es aber damit? Aus öffentlichen Witteln stammen die Unterstügungen nur zum fleineren Teil, mehr als die Hälfte wird durch die Beiträge der Unternehmer und Arbeiter aufgebracht. Alle Gewerkschaften verlangen die Beseitigung dieses Grundsages, der nur in Deutschland aufgestellt wird. In England beispielsweise wird kein Nachweis der Bedürftigkeit verlangt, trotzdem die Leistungen beträchtlich höher und vor allem viel sozialer find als in Deutschland. Der sozialdemokratische Antrag auf Befeitigung des Bedürftigkeitsnachweises ist leider abgelehnt worden. Der von den bürgerlichen Parteien jetzt gestellte Antrag läßt die bisherigen Mißstände zum größten Teil bestehen. Der Redner zeigt an einer Reihe von Beispielen, zu welchen Zuständen die Handhabung des Bedüftigkeitsnachweises heute führt. Der Redner verlangt weiter die Beseitigung der Pflichtarbeit, die gleichfalls außer ordentlich schädlich für die Arbeiter und ebenso für die Angestellten wirke.( Bravo bei den Soz.) Abg. Räbel( Romm.) feßt sich gleichfalls für die Beseitigung des Bedürftigkeitsnachweises und der Pflichtarbeit ein. Man zwinge beispielsweise Tabatarbeiter zu schweren Arbeiten im Walde, beim Straßenbau usw.; wozu fie gar nicht geeignet seien. In den meisten Fällen könne die Befreiung von solchen Pflichtarbeiten, die für die Betroffenen außerordentlich schädlich seien, nicht erwirkt werden. Der Reichstag müffe jetzt für Abhilfe sorgen. Zu den Ausschußforderungen in bezug auf die Bezugsdauer und die jugendlichen Erwerbslosen spricht Abg. Frau Schröder( Soz.): Der Reichsarbeitsminister hat hier gefagt, daß es etwa 30 000 Jugendliche gäbe, die bereits Erwerbslosenunterstützung bekommen. Um zu wissen, was diese Bahl bedeutet, müssen wir die Gesamtzahl der arbeitslosen Jugendlichen kennen. Aus der Praxis wissen wir, daß diese jungen Menschen zum größten Teile sich nicht selbst erhalten fönnen. In einer Entschließung des Allgemeinen Deutschen Ge Ge werkschaftsbundes in Breslau wird mit Recht ausgeführt, daß das Angebot von Lehrkräften die Zahl der Lehrstellen heute weit übersteigt, für die Unternehmer bietet es heute nicht genug Anreiz, die Jugendlichen in Arbeit zu nehmen. Den Jugendlichen, die eben die Schule verlassen haben, muß geholfen werden, daß fie ihre Sträfte erhalten um später zu tüchtigen Menschen zu werden. Darum müffen fie bei Erwerbslosigkeit unterſtügung erhalten. Zu den vielen wirtschaftlichen und förperlichen Schädigungen, die die Jugendlichen bei Erwerbslosigkeit erleiden, tritt noch die furcht bare moralische Schädigung. Erst heute Morgen ist eine Witwe zu mir gekommen, der ihr 19jähriger Junge erklärt hat, er würde sich aufhängen, wenn er nicht bald wieder Arbeit bekomme. Es ist ein grausames Verlangen, daß Arbeitern, die taum in der Lage sind, fich selbst zu erhalten, noch die Pflicht auferlegt wird, auch die jugend lichen Erwerbslosen vollkommen durchhalten zu müssen. Sie( zur Mehrheit gewandt) wollen den jugendlichen Erwerbslofen die Pflicht zum Besuch der Fortbildungsschule auferlegen. Wir sind vollkommen damit einverstanden, es ist ja unfere alte Forderung, daß die Zeit der Erwerbslosigkeit der jugendlichen Arbeiter zu ihrer Fortbildung benutzt werde. Aber fönnen Sie es von den jungen unterernährten und schlecht befleideten Menschen verlangen, daß sie auch noch zur Fort bildungsschule gehen? Der Reichsarbeitsminister hat behauptet, die die Ziffern über die Ausgesteuerten übertrieben seien. Aber die Mitteilungen über die Zahl der Ausgesteuerten in einer Reihe von Städten wie in Breslau, Altona und Frankfurt a. M. lassen doch schon erkennen, daß die Zahlen weit höher find, als sie der Minister angegeben hat. Dafür spricht auch die Tatsache, daß der Finanzminister die Ausgaben für die Ausgesteuertenfürsorge mit 6 Millionen Mart beziffert hat. Auch wir wollen, wie es der Arbeitsminister bezeichnet hat, die Erwerbslosigkeit durch Arbeit beseitigen. Aber wir wissen doch, daß es heute nicht einmal in unserer Macht liegt, geschweige denn in der Macht der einzelnen Erwerbslosen. Wir müssen daher alles tun, um Geburtstag der Republik. Bon Lucian. Die großen Beränderungen im Leben des einzelnen und der Völker pflegen im Anfang unbemerkt einherzugehen. Jede organische Entwicklung vollzieht sich mit der Ruhe der Selbstverständlichkeit. Wenn der 9. November sich für zahlreiche Deutsche aus der Reihe der Tage nur wenig hervorhebt, so liegt das daran, daß die Republit nicht, wie die Gegner behaupten, durch den berühmten Dolchstoß zustande tam, sondern als letztes Glied einer notwendigen Reihe von Geschehnissen. Ohne Pomp, ohne Aufmärsche, ohne jenes Theater, das die Eintagsschöpfungen tennzeichnet, war sie eines Tages da, weil sie mit elementarer Gewalt kommen mußte. Benn die Berge freißen, wenn die Machthaber in schimmernder Behr mit dem Säbel raffeln, so wird noch nicht einmal eine Maus geboren. Die deutsche Republit zog nicht mit dem Trompetengeschmetter des Siegers durchs Brandenburger Tor ein, sondern als Kind der tiefften Not pochte sie unscheinbar an die Türen, wie ein echtes Proletarierfind. Dennoch ist der 9. November die unverrückbare Grenze zwischen einst und jetzt. Daß im Bewußtsein jedes einzelnen die Gegenwart sich scharf von der Bergangenheit abhebt, ist unleugbar. Es ist unmöglich, sich vorzustellen, daß Willfür eines Machthabers oder das underantwortliche Treiben einer im Dunkeln agierenden Clique jemals wieder das staatsbürgerliche Bewußtsein, das die Republit geschaffen hat, zum Schweigen bringen kann. Jeder einzelne unter uns, auch die, die es sich und andern nicht eingestehen, hat seit jenem denk würdigen Novembertag einen gewaltigen Schritt zur Mündigkeit getan. Unmöglich, daß freche Willkür wieder mit einem reifen Bolt Schindluder treiben darf, unmöglich jener Kastengeist, der das Volk in Herrscher und Untertanen getrennt hat. Es ist überflüssig, die Vorteile aufzuzählen, die die Weimarer Verfassung gebracht hat. Demokratie drückt sich nicht nur in einzelnen Vorrechten aus, sondern fie fennzeichnet das alltägliche Verhalten, den Lebensrhythmus einer Gemeinschaft. Der strammstehende Untertan, der Kriecher nach oben und der Treter nach unten, wie ihn Heinrich Mann geschildert hat, ist ein Symbol der Vergangenheit geworden. Wage es teiner, dieses Bolt herauszufordern. Das Bolt ist empfindlich geworden. Als vor einigen Tagen beim Sechstagerennen auf der Leinwand die Betanntmachung erschien, ein ungenannt sein wollender Gönner aus Dels habe für eine Runde fünfhundert Mart gestiftet, da erhob sich ein Tumult der Feindseligkeit, und Pfiffe und Rufe wie„ Bluthund!" gaben deutliche Kunde von der wahren Boltsstimmung. Die Republik marschiert, und wir haben Grund, stolz auf sie zu sein. Schaudernd erleben wir es, wie ein einftmals freies Volt unter den Willen eines größenwahnsinnigen Machthabers gebeugt worden ist, wie Glaube und Moral dieses Bolkes, das an der Kultur der Welt die größten Leistungen vollbracht hat, mit Füffen getreten dem deutschen Volte seine Arbeitskraft zu erhalten und in erster Linie den jungen Menschen und denen, die Monate und ein ganzes Jahr lang aus der Arbeit geriffen sind, helfen. Wir ersuchen Sie also, die Beschlüffe des Ausschusses so wie sie zuerst aufgestellt sind, anzunehmen.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Nach weiteren furzen Ausführungen der Abg. Frau Arendsee ( Komm.) und Frau Teusch( 3.) wird zur Abstimmung geschritten. Inzwischen ist ein sozialdemokratischer Antrag eingegangen, für die von der Erwerbslosigkeit besonders betroffenen Gemeinden einen Ausgleichfonds von 1½ Millionen Mart bereit zu stellen. dem, was das Reich leisten könne, zu finden. Wir sind dabei zu dem forgfältig überlegten Entschluß gekommen, daß eine Erhöhung von 30 Pro 3. wohl tragbar sei. Es war ja schon tagelang vorher bekannt, daß die Deutschnationalen aus hinterhältigen Gründen im Plenum für unseren Antrag stimmen würden. Gerade das hat uns veranlaßt, die namentliche Abstimmung über unseren Antrag zu verlangen. Abg. Stoeder( Komm.): Wir halten es für selbstverständlich, daß die Deutschnationalen, die jetzt die Unterstützungserhöhungen um 30 Proz. beschlossen haben. nun auch die nötigen Mittel dafür bewilligen werden, denn wenn die Erwerbslosen das fich ihre ganze Entrüstung gegen die Deutschnationalen richten. Annahme des sozialdemokratischen Antrags Opfer diefes parlamentarischen Schachspiels werden sollten, so würde Das deutschnationale Manöver. Die Abstimmung über den sozialdemo fratischen Antrag, die Unterstühungen für Hauptunterstühungsempfänger um 30 Pro3, die Familienzuschlage um 20 Pro3. zu erhöhen, ist auf Antrag der Sozialdemokraten namentlich. Nachträglich beantragen auch die Deutschnationalen namentliche Abstimmung darüber. Das Ergebnis der Abstimmung ist die Annahme des fozialdemokratischen Antrages mit 205 gegen 141 Stimmen bei 8 Enthaltungen. Dafür haben neben den Sozialdemokraten auch die Deutschnationalen, die kommunisten und die Völkischen gestimmt. Erklärung der Reichsregierung. Dr. Brauns und gibt folgende Erklärung ab: Nun erhebt sich unter allgemeiner Spannung Reichsarbeitsminister Die Reichsregierung hat natürlich zu diesem Beschluß des Reichstags noch keine Stellung nehmen können. Sie wird das sobald wie möglich tun. Ich bin aber von den anwesenden Regierungsvertretern zu der Erflärung ermächtigt daß auf Grund der bisher über diesen Gegenstand gepflogenen Verhandlungen wahrscheinlich nicht die Möglichkeit für die Reichsregierung besteht, diesen Beschluß durchzuführen. Abg. Graf Westarp( Dnat.): Ich will erklären, warum wir für den sozialdemokratischen Antrag gestimmt haben. Es ist nicht anzunehmen, daß die Sozialdemokratie ernstlich mit einer Annahme ihrer Anträge gerechnet hat, zumal noch nicht ein flares Bild über die zur Verfügung stehenden Geldmittel geschaffen worden ist. Der fozialdemokratische Abg. Hoch hat im Ausschuß auch gar feine Genugtuung darüber geäußert, daß mit unserer Hilfe feine Anträge angenommen wurden, ja er hat uns dagegen deswegen der Obstruftion bezichtigt. Die Regierung und die Regierungsparteien sind den Sozialdemokraten immer weiter entgegengelommen, sie wollten offen bar mit wechselnden Mehrheiten die Borlage machen. Unter diesen Umständen haben wir durch unsere Abstimmung den Sozialdemokraten die Gelegenheit gegeben, zu zeigen, ob fie die praktischen und parlamentarischen Folgerungen aus der Annahme ihrer Anträge ziehen wollen.( Beifall bei den Dnat.) Wir konnten ihrer Anträge ziehen wollen.( Beifall bei den Dnat.) Wir konnten der Regierung und den Regierungsparteien nicht die Verantwortung dafür ersparen, wie sie sich zu den sozialdemokratischen Forderungen stellen wollen. Wir werden uns bei den übrigen Abstimmungen der Borlage stimmen.( Während diese Ausführungen von den DeutschStimme enthalten und in der Schlußabstimmung gegen die ganze nationalen mit Beifall begleitet werden, erregen sie im übrigen Haufe verständnisvolle Heiterfeit.) Abg. Hoch( Soz.) stellt gegenüber den falschen Behauptungen des Grafen Westarp fest, daß der sozialdemokratische Antrag im Ausschuß mit 11 gegen 10 Stimmen angenommen worden sei. Es bestand die Gefahr, daß die Parteitaktit der Deutschnationalen im Ausschuß nur dahin hätte führen können, daß die Erhöhung der Unterstützung für die ErwerbsTofen noch weiter hinausgezögert worden wäre. Unser Bestreben mußte dahin gehen, das zu verhindern und die Verbesserung der Erwerbslosenfürsorge zu sichern. Die heutigen Ausführungen des Grafen Westarp zeigen erneut, Der welches eigenartige Spiel von den Deutschnationalen mit der großen Not der Erwerbslofen getrieben wird. Der Reichsfinanzminister hat selbst erklärt, daß die Möglichkeit zur Aufbringung der Mittel für die Erhöhung der Erwerbslosenunterstügung gegeben fei. Wir haben uns bemüht, einen Ausgleich zwischen der Forderung auf 50 Proz. Erhöhung und werden, wie einer dem andern mißtrauen muß, weil das Gift des Verrats und des Denunziantentums bis in das Innerste der Familien gedrungen ist. Mord und polizeiliche Willfür rasen, in der allgemeinen Not denkt jeder nur an den eigenen Borteil, und die Furcht vor dem Nächsten erzeugt den Wunsch, ihm an Schlechtigkeit zuvorzukommen. Der 9. November hat freilich nicht das Paradies auf Erden geschaffen. Er hat einen langen und schweren Weg eröffnet, der aus dem Chaos der Vergangenheit in eine lichtere Zukunft führen soll. Das Größte und Erhebenste aber, was er bewirkt hat, ist nicht das Fehlen der alten Fesseln, sondern der Umstand, daß es in meine und deine Macht gelegt ist, das Neue und Vollkommenere zu schaffen. Nicht einem angeblich von Gott gesandten, mit mystischen Zauberfräften begabten Führer oder einem Rat von sonstigen Machthabern vertrauen wir unser Schicksal an, sondern wir selber sind es, die in jeder Stunde und mit jeder verantwortlichen Handlung immer neu die Republik schaffen und ausbauen, die ohne uns eben auch nur ein Phantom, ein Nichts, sein würde, mit uns aber ein unerschütterliches Bollwerk der wahren Freiheit. " Herbstkonzert des Uthmann- Chors. In den„ Prachtsälen des Märchenbrunnen" gab der Uthmann- Chor unter der Leitung von Siegfried Günther sein Herbstkonzert. Es war die augenscheinliche Vorfeier zum 9. November. Das ganze Programm war fast ein ausschließliches Revolutionsprogramm. Allerdings, was man jo bei uns guten Deutschen unter Revolution versteht. Man denkt da nicht an die Guillotine, sondern an ein paar den Heinz Thiessen sehr geschickt mit der Melodie der Marseillaise abgeriffene 3öpfe und Achselklappen. Selbst Freiligtaths Weckruf", ausgeschmückt hat, gibt sich etwas zahm. Und beim Russischen Rotgardistenmarsch", von Scherchen bearbeitet, bringt erft die legte Strophe den richtigen dramatischen Aufschwung. Wir kommen" von Brümers ermutigend optimistisch, aber feineswegs vulkanisch;„ Ins Feld" von Tunk hat wenigstens einen warmen Unterton. Die größte Enttäuschung aber brachte Der Arbeitsmann" Dehmels, vertont von hat. Will denn der Pegasus der Herren gar nicht mehr steigen? Botho Frant, den Richard Strauß einstens ganz genial fomponiert Bedarf es dazu etwa eines näfelnden Leutnants oder der Kehrseite einer Fürstlichkeit? Das wäre schlimm. Da nehme man ein Beispiel an dem„ Klassiker" Uthmanns oder an dem noch moderneren Erwin Lendvai, dessen„ Die Erde lebt" ebenso viel überragendes Können als tiesinnerst brodelnden Geist verrät. Die zahlreiche Zuhörerschaft machte allerdings nicht diese Ansprüche. Sie bereitete dem tüchtigen Chor und seinem hochstrebenden Dirigenten begeisterte Ovationen. Quartett spendete eins der älteren spielfreudigen Werke von Das dem Chor längst bekannte treffliche Schubert Beethoven und Hindemiths Opus 16, deffen aufmerkſamſtes Ber folgen für die Hörer und den Tondichter mit seinem gewaltigen können und großen Ideen gleich ehrenvoll war. 5. M. Meldung besagte kürzlich, daß das japanische Vermessungsschiff Die größte bekannte Meerestiefe. Eine aus London kommende Madschu Maru" zwischen Ipsu und den Bonin- Inseln die tiefste Präsident Löbe: Abg. Graf Weftarp ist im Irrtum, wenn er von einer Schluß abstimmung spricht, in der seine Freunde anders als jetzt stimmen würden. Es gibt feine Schlußabstimmung, denn es handelt sich um fein Gefeß, sondern um ein Ersuchen an die Reichsregierung, dem dieſe ganz oder teilweise entsprechen kann.( Große Heiterkeit und Beifall bei den Regierungsparteien und links Rufe: Reingefallen!") Abg. Effer( 3.): Die Regierungsparteien befanden sich in einer schwierigen Lage, weil diese überaus ernste Frage, an der die ermsten der Armen aufs stärkste interessiert sind, von rechts und linfs parteipolitisch ausgenußt worden ist.( Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien.) Die Deutsch nationalen haben im Ausfchuß tatsächlich eine gelinde Obstruktion getrieben und diese Haltung hat durch ihre heutige Abstimmung eine Krönung gefunden, die tief bedauerlich ist.( Beifall.) Ihre Erwartung, bei der Schlußabstimmung sich forrigieren zu können, erfüllt sich nicht, sonst wären sie wohl nicht diesen Weg gegangen. Abg. Graf Westarp( Dnat.): Wir haben mit unserer Abstimmung den Erfolg gehabt, die verlogene Agitation der Sozialdemokraten zu entlarven.( Stürmische Zurufe von den Soz.) Präsident Löbe: Es entspricht nicht den parlamentarischen Ges pflogenheiten, einer Partei verlogene Agitation vorzuwerfen. Abg. Thiel( D. Bp.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Graf Weftarp. Die Deutschnationalen hätten im Ausschuß eine Bassivität gezeigt, die man in einer so wichtigen Frage nicht hätte erwarten sollen, ihre jetzige Haltung sei tief bedauerlich. Abg. v. Guerard( 3.): Wir bedauern die Art und Form, in der die Deutschnationalen hier vorgegangen sind. Damit sind die Grunddie Deutschnationalen hier vorgegangen sind. Damit sind die Grundlagen unserer Anträge verschoben und ich beantrage die Beratungen abzubrechen. In der Abstimmung über diesen Antrag, für den die Regierungsparteien stimmen, enthalten sich die Deutschnationalen der Abstimmung. Im Hammelsprung wird darauf der Antrag bei 52 Enthaltungen mit 140 gegen 140 Stimmen, aljo mit Stimmengleichheit, unter großer Heiterkeit der Opposition abgelehnt. Heiterfeit der Opposition abgelehnt. Bei den weiteren Abstimmungen gelangen mehrere der im Sozialpolitischen Ausschuß gegen die Regierungsparteien beschlossenen Bestimmungen mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Böltischen bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen zur Annahme. haltung der Deutschnationalen zur Annahme. Ein Antrag Leicht( Bay. Bp.) auf 3urüdweisung der An gelegenheit an den Ausschuß wird mit 149 gegen 138 Stimmen bei 28 Enthaltungen abgelehnt. Beschlußunfähig! Daraufhin verlassen die meisten Mitglieder der Regierungsparteien den Saal und auf Ersuchen des Abg. Schetter( 3.) stellt der Präsident fest, daß mur 230 Abgeordnete im Saal sind, das aus also beschlußunfähig ist. Der Präsident schließt, bevor die weiteren Abstimmungen zur Erwerbslosenfürsorge erledigt werden konnten, die Sigung und beraumt sie auf 10 Minuten später an, auf deren Tagesordnung nicht mehr die Erwerbslosenfürsorgere steht. * Die neue Sigung wird gegen 5% Uhr vom Präsidenten Löbe eröffnet. Die Gefeßentwürfe über die Wirtschaftsabkommen mit Finnland, Lettland, Schweiz und Frankreich werden ohne Aussprache dem Handelspolitischen und dem Auswärtigen Ausschuß überwiesen. Einige Anträge aus dem Hause betr. Stundung der fälligen Steuerbeträge der Landwirtschaft werden werden. Steuerausschuß überwiesen. Gegen 6 Uhr vertagt sich das Haus auf, Dienstag nachmittag Stelle des Stillen Ozeans mit 9480 Metern festgestellt habe. Diese Meldung ist insofern unrichtig, als die tiefste Stelle des Stillen Ozeans bereits im Jahre 1912 von dem deutschen Vermessungsschiff Planet" auf der Reise von der Südsee nach Hongkong 40 Seemeilen östlich Nord- Mindanao( Philippinen) einwandfrei mit 9788 Metern durch Grundprobe und Bodentemperatur festgestellt worden ist. Die Messung dieser Tiefe, die das Planet Tief" genannt wurde, bedeutete eine Höchstleistung, da es sich hierbei überhaupt um die größte bekannte Meerestiefe handelt. Bis dahin galt das füdlich der Mariannen- Insel Guam mit 9636 Metern von dem amerikanischen Vermessungsschiff Nero" im Jahre 1899 festgestellte sogenannte Nero- Tief" als die größte bekannte Tiefe. Das Blanet- Tief" gehört zu den Tieffeegräben, denen durch ihre Beziehungen zu den schweren Erdbeben besondere geologische und geomorphologische Bedeutung innewohnt. Mehr Licht, mehr Arbeit. Wie die Beleuchtung auf die Arbeitsleistung einwirft, ist durch Versuche geflärt worden, über die in der „ Umschau" berichtet wird. Eine amerikanische Fabrik, die Kugellager herstellt, ließ ohne Wissen der Arbeiter an Stelle der alten Lampen größere Beleuchtungsförper etwa 3,50 Meter über dem Boden und in Abständen von etwa 3 Metern anbringen. Durch diese Verbesse rung der Beleuchtung wurde die Arbeitsleistung um 4 Proz. erhöht, wenn man Lampen von gleicher Lichtstärke wie früher einsetzte. Wurde aber die doppelte Lichtstärke verwendet, so betrug die Leistungssteigerung 8 Proz. Dabei vermehrten sich die Ausgaben für den stärkeren Stromverbrauch nur um 2,5 Proz Ein ruffischer Prozeß um den Potemkin- Film. Der Berfaffer des Filmmanuskripts zum Banzerfreuzer Potemtin" Datschento und der Regisseur Eisenstein hatten für ihre Arbeit vom Staatlichen russischen Rinotruft nur eine einmalige Zahlung von je 750 Dollar erhalten. Wie jetzt aus Moskau gemeldet wird, hat das Volksgericht den Anspruch des Verfassers und des Regisseurs auf einen Anteil an dem geschäftlichen Erfolg als berechtigt anerkannt, und jedem eine Beteili gung von 1 Proz. an der Reineinnahme zugebilligt. Berichtigung. In dem Bericht über die Aufführung von„ Seele über Bord" im geftrigen Abendblatt haben sich einige Fehler eins geschlichen, die hier teilweise berichtigt werden sollen. Es handelt sich spinne erklärt sich auch als ein Druckfehler. Es muß heißen:„ Er nicht um Spielsalat, sondern um Stilfalat, und die rätselhafte Zeit erschlägt, damit die Zeit stille steht, einen jungen Schüler." Mädchen an höheren Lehranstalten für die männliche Jugend. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einer llebersicht des Breußischen Unterrichtsministers über die Bahl der Mädchen, die Ditern 1926 in die höheren Lehranstalten für die männliche Jugend aufgenommen worden sind, ents nimmt, betrug die Gesamtzahl der Mädchen in sämtlichen preußischen Provinzen 1631. Dabon wurden aufgenommen: in Gumnaften 200, in Realgymnaften 501, in Oberrealschulen 148, in Deutsche Oberschulen 12, in Progymnasien 8, in Realprogymnasien 80, in Realschulen 291, in Aufbauschulen 391. Einen Rundgang durch die bekanntesten Berliner photographischen Ateliers an aufeinander folgenden Sonntag Nachmittagen veranstaltet die Buch- und Kunsthandlung Reug& Polla d im Laufe dieses Winters. finden vor einem geladenen Bublifum unentgeltlich statt. Die Buch- und Diese Veranstaltungen, die einen gesellschaftlichen Charakter tragen werden, Runsthandlung Reuß& Bollad nimmt Anmeldungen entgegen. inu Durchpeitfthung öes Terrorgefetzes. Annahme noch am heutigen Tage. ? Uhr. Vei der Festsetzung der Tagesordnung beantragt Abg. Skoecker (Komm.) die Erwerbslosenfrage wiederum zu verhandeln. Abg. ZNüller-Franken(Soz.) erklärt dazu, daß die sozialdemo- kratische Fraktion nichts gegen die Beratung der Erwerbslosenfürsorge in. der morgigen Sitzung habe. Es sei aber doch zweckmäßig, nunmehr die Siellungnahme der Regierung abzuwarten. Sie habe in dieser Frage das Derordnungsrecht. Der Reichstag werde nunmehr sehen, wie weit sie die heute gefaßten Beschlüsse ausführen werde. Nachdem festgestellt ist, daß morgen die noch außenstehenden Punkte der Anträge des Sozialpolitischen Ausschusses erledigt werden sollen, wird der Antrag, die Erwerbslosen frag« als ersten Punkt am Dienstag zu verhandeln, gegen die Stimmen der Regierungsparteien an- genommen. Außerdem stehen auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung der Nachtragsetat mit der Denkschrift über die Unterkunft der Reichsbehörden in Berlin, der sozialdemokratische Antrag auf Ber- Weisung der chohenzollern aus dem Reichsgebiet und die kommuni- stijchen Anträge zur Fürstenabfindung. 5ührerkonferenz üer Regierungsparteien. Nach Schluß der Plenarsitzung des Reichstags traten am Man- tag abend die Fraktionen der Regierungsparteien zusammen, um die Borgänge bei Beratung der Erwerbslosenvorlage in der Plenar- sitzung zu erörtern. Es wurde beschlossen, am Dienstag mittag eine Konferenz der Führer der Regierungeparteien abzuhalten, um das weitere Vorgehen bei der Beratung der Erwerbs- losenvorlage in der Dicnstagssitzung des Reichstags festzulegen. Die Regierung verordnet 10 Prozent. Das Reichskabinekl trat nach der Sitzung des Reichstag» zu- sammen und beschloß, die schon vorbereitete Anordnung über die Erhöhung der Unter st ühungssätze der Erwerbe- losenfürsorge entsprechend den Anträgen der Regierungsparteien und dem Beschlüsse des Sozialpolitischen Au»- schusses des Reichstags den morgen zusammentretenden Ausschüssen des R e I ch s r a t s zu unterbreiten. Infolgedessen darf damit gerechnet werden, daß die neuen Sähe mit Wirkung vom S. Ro- vcmber in Kraft treten werden. • Die Anträge der Regierungsparteien sehen eine Er- höhung der Sätze um 10 Proz. resp. 15 Proz. vor gegenüber der vom Reichstag geforderten Erhöhung um 30 Proz. resp. 20 Proz._ ,£i'n frecher Schwinüel/ Und ein Rcinfall der„Roten Fahne". Unter dem Titel„Ein frecher Schwindel des„B o r w ä r t s"" versucht die„Rote Fahne* unsere für sie unangenehme Fest- stellung, daß die Mitglieder der KPD., die dem Rechtsausschuß des Preußischen Landtages angehören, zur Sitzung des Ausschusses vom 4. d. M. erst erschienen sind, als die Aussprache über den Antrag, der sich mit der Behandlung der politischen Gefangenen beschäftigte, bereits beendet war, als einen Schwindel hin- zustellen. Dazu sei festgestellt: Ein Schwindel ist die Notiz d e r„R o t e n F a h n e". E r l o g e n ist, daß der Rechtsausschuh erst am Donnerstag zusammenberufeti worden ist, sondern die Ein- ladung zur Sitzung befand sich schon einige Tage vorher in den chänden der Mitglieder. Erlogen ist, daß Herr Menzel nach Eröffnung der Sitzung das Wort verlangt hat, sondern er ist erst erschienen, als der Berichterstatter über den Antrag und«in zweiter Berichterstatter über zwei Eingaben Bericht erstattet hatte und die Debatte über den Antrag geschlossen war.— Herr O b u ch, das zweite Mitglied der KPD., erschien noch später.— Erlogen ist, daß der Antrag als einziger Gegenstand auf der Tagesordnung stand, sondern außerdem war noch eine Anzahl Eingaben zu er- ledigen. Zu bemerken ist noch, daß sich der Rechtsausschuß in seiner gestrigen Sitzung mit der Angelegenheit beschäftigt hat und die Richtigkeit unserer Feststellung bestätigt wurde. Wie schon so oft, hat auch in diesem Fall die„Rote Fahne* ihre Leser wieder einmal angeschwindelt, um zu vertuschen, daß ihr Kampf um die bessere Behandlung der politischen Gefangenen nichts weiter als Spiegelfechterei ist. der mutige Steuer. Klagt in Kassel, aber nicht in Berlin. Im„Vorwärts* hatte der Genosie Otto Landsberg den deutschnationalen Landtagsabgeordneten Steuer wegen seiner Hetze gegen Philipp Scheidcmann gebührend gekennzeichnet. Der Artikel des Genossen Landsbcrg ist außer im„Vorwärts* auch in anderen sozialdemokratischen Blättern und so auch im„Kasseler V o l k s b l a t t* erschienen. Jetzt hat der tapfere Steuer-Mann gegen den vreantwortlichen Redakteur unseres Kasseler Bruder- organs Verleumdungsklage erhoben. Er hält offenbar den Boden in Kassel für günstiger als in Berlin. Füripahr, e i n mutiger Steuer-Mann, dieser Herr Steuer! Preußens Stäütebaugesetz. Vorlage an den Landtag. Das Preußische Staatsministerium hat dem Landtag setzt den Entwurf eines Städtebaugesctzes übcrsandt, das in neun Abschnitten mit 151 Paragraphen die städtebauliche Entwick- lung der Gemeinden vorausschauend ordnen soll. Der Staat«- rat hat gegen mehrer« Abschnitte und eine Reihe von Bestimmun, gen des Entwurfs Bedenken erhoben, denen das Staatsministerium aber nicht beigetreten ist. In der Begründung der Borlage wird darauf hingewiesen, daß das für den gegenwärtigen Städtebau noch hauptsächlich maßgebende Bausluchtliniengesetz besonders in zweifacher Hinsicht ver- öltet erscheint: 1. muß mehr als bisher betont werden, daß der Städtebau«ine Aufgabe der öffentlichen Hand ist, und daß die Arbeit der Privatunternehmer sich ihrem Plane unter allen Umständen einzugliedern hat, 2. ist es notwendig, bevor man das Bauen gestattet, sich zunächst klar zu werden, welche Flächen un- bebaut zu bleiben haben. Das Durcheinanderwirken von Bergbau, Industrie, Verkehr und den Bchausungssammelpunkten verlang« serner in vielen Teilen des Landes nach einer auf sorgfältigem Studium aufgebouten einheitlichen Planung, insbesondere des Verkehrs. Auch ergab sich in Verbindung mit den Ham- burger Plänen auf Erweiterung des Seehafens und Gebiets- abtrctungen Preußens die Notwendigkeit, dem ziellosen Durchein- anderwachsen der preußischen Unterelbgemeinden und der Stadt Hamburg ein Ende zu bereiten. Den Leitsätzen des Arbeitsaus- schusies des Internationalen Kongresses für Städtebau und Siedlungswesen in Amsterdam im Jahre 1924 hat der Gesetzentwurf im wesentlichen Rechnung getragen. Diese Leitsätz« brachten zum Ausdruck, daß ein unbeschränktes Anwachsen der Großstädte nicht erwünscht ist und daß die Uebcrlondplän« die Rom, S. November.(EP.) Mussolini hat mit dem Kammer- Präsidenten„vereinbart", daß bei der Wiedereröffnung der Kammer morgen keinerlei Reden gehalten werden. Nach der von der Kammermehrheit geplanten Sympathiekundgebung für Mussolini wird der Iustizmlnisler sofort den Gesehentwurs über die Todes- strafe und die Verteidigung des Staate» einbringen. Die Diskussion wird auf das unerläßliche Mindestmaß beschränkt, so daß die grundsätzliche Annahme der Vorlage schon morgen erwartet wird. Proskriptionslisten in Padua.— Terror in ganz Vcneticn.— Galgen stehen schon! Ehiasso, 8. November.(Eigener Drahtbericht.) In Padua ist in den Hauptstraßen folgende Bekanntmachung angeschlagen: „E r st e Verbannung! Die hier bezeichneten Individuen werden aufgefordert, unter Vermeidung der schwer st en Folgerungen Padua und die Provinz, möglichst auch Italien, zu verlassen und binnen vier- »ndzwanzig Stunden nach Erscheinen dieser Verordnung ihre Aemter und Stellungen niederzulegen." Es folgen 3 8 Namen und dann die Bemerkung:„Die Liste wird fortgesetzt werden.* Hinzugefügt ist:„Wird der ge- nannte Termin überschritten, übernehmen die faschistischen Ge- schwader von Padua, der faschistischen Revolution treu ergeben, keine Garantie mehr für die Sicherheit der Obengenannten.* Daraufhin ist ein« ganze Anzahl Bewohner von Padua geflüchtet, auch solche, die n i ch t auf dieser Liste standen, aber sich doch zwischen den Zeilen bedroht fühlten. Weiterhin ist in demselben Padua die bischöfliche Druckerei zerstört und in der Via dellÄrco die i s r a e l i- tische Synagoge verwüstet worden. Die heiligen Gewän- der wurden zerrissen und durch den Straßenkot geschleift in der Nähe des Gebäudes vorgefunden. Zahlreich sind die Verwüstungen und Plünderungen von Häusern, ebenso die Verhaftungen, zahlreich auch ist das Verschwinden ein.zelner Genossen, über deren Verbleib man nichts weiß. Auch ein Deutscher, ein Geschäftsvertreter namens D e n e r, wurde verhaftet und des schweren Verbrechens angeklagt, im— April dieses Jahres während der Intonation des König-marsches nicht aufgestanden zu sein. Als er wieder in Frei« heit gesetzt wurde, empfahl man ihm, Padua zu verlassen. Als dl« in der obigen Liste angeführten Personen die Stadt verlassen hatten, erklärte die faschistische Vereinigung, für diesen Ver- bannungsbefehl nicht verantwortlich zu sein. Das Gebaren der faschistischen Miliz ist selbst in faschistischen Kreisen unangenehm auf- gefallen. Es hat sich daher ein bedrohliches Murren gegen die Führer erhoben. Die faschistische Vereinigung hat daraus mit fol- gender Bekanntmachung im faschistischen Wkalorgon geantwortet: „Es wird allen Faschisten verboten, in der O e s f e n t l i ch k e i t und in irgendwelcher Form die Ereignisse der letzten Tage unter Stras« des Ausschlusseszukommentieren.* In Venedig sind die katholischen Dereinshäuser der Stadt, insgesamt 15, bis auf eins verwüstet'worden. Die Venetier erwarten, daß ihr Kardinal Lafontaine, Patriarch von Venedig, auch weiterhin Gott und dem Helligen Dater seine tiefe Bewunderung für das aufbauende Regime des Faschismus kundtun wird! In der ganzen Provinz V e n e t i e n ist kein Ort von den Un- ruhen verschont geblieben. Es wird gemeldet, daß in den Provinzen Treviso, Vicenza und Venedig, wo die Katholische Volks- partei sehr stark vertreten war, schwere Gewalttaten gegen Pfarrer vorgekommen sind. In verschiedenen Zentren der Provinz Vene- tien sind Galgen errichtet worden. Mussolinis Lynchbefehl. Ferner wird uns noch aus Ehiasso geschrieben: M a r i n e l l i, der frühere Schatzmeister der faschistischen Partei, der angeklagt war, an der Ermordung des Abgeordneten M a t t e o t t i teilgenommen zu haben und der in C h i e t i frei- gesprochen, obwohl er 5000 Lire den Mördern im voraus ausge- zahlt hatte, läßt wieder von sich hören. An dem Tage, als das Attentat geschah, das angeblich der fünfzehnjährige Z a m b o n i beging, befand sich Marinelli in der Nähe Mussolinis. In einer Rede, die er dieser Tage in Mailand vor Faschisten hielt, hat er bei einem Bericht über das Attentat die Bemerkung ge- macht, Mussolini selbst habe den Befehl gerufen:..Lyncht ihn!" In der Tat war Mussolinis gesamte Umgebung mit Dolchen bewaffnet: die fünfzehn Dolchstiche an dem Leichnam des Gelynchten fallen also Mussolini selbst zur Last. Oer Lockspitzel Garibalöi. Teilergebnis des Verhörs. Paris, 8. November.(Eigener Drahtbericht.) Das Verhör de« Polizeispitzels Garibaldi ist am Montag abgebrochen worden, da er und die Polizeibeamten, die ihn verhören, durch die ungeheure Anstrengung der letzten Tag« ermüdet sind und einiger Ruhe be- dürfen. Außerdem müssen die in Perpignan und in der Nizzaer Wohnung Garibaldis beschlagnahmten Dokumente, die meist in italienischer Sprache abgefaßt sind, erst übersetzt werdcn. Garibaldi bleibt wie bisher„Gast* der Polizei' und ist in einem Hotel unter ständiger Bewachung untergebracht. Am Montagmorgen wurde seiner Frau erlaubt, eine kurze Bespre-' chung mit ihm im Polizeibureau zu haben. Die Frau warf sich mit lautem Schluchzen an den Hals Garibaldis, der selbst nur mit Mühe die Tränen zurückhielt. Es wurde ihr aber nicht gestattet, in demselben Hotel wie ihr Gatte abzusteigen. Bisher ist es der Polizei, entgegen dem, was man hoffen konnte, nicht gelungen, einwandfrei die Zusammenhänge zwischen Garibaldi und dem spanischen Separatistenunternehmen zu klären, trotzdem man die feste Ueberzeugung hat, daß solche engen Zu- sammenhänge b e st e h e n. Der Separatistensührer M a c I a wird in Perpignan verhört. Er erklärt, er besitze in Spanien leicht nach- weisbar« Einkünfte von jährlich 150 000 Pesetas und habe nicht nötig, italienisches Geld in Anspruch zu nehmen. Er verlangt, so schnell als möglich mit Garibaldi konfrontiert zu werden. Seinem Wunsche wird wahrscheinlich in den nächsten Togen entsprochen werden. Macia leugnet auch olle Zusammenhänge mit den russi- schen Kommunfften. Cr gibt aber zu, in Rußland gewesen zu sein und dort die Führer des Bolschewismus gesprochen zu haben. Sie hätten ihm.nicht Geld, aber ihre„moralische Hilfe* bei seiner Expedition versprochen. Garibaldi hat sich bei den ihn verhörenden Beamten über den Ehef der Mussolinischen Polizei, Lapolla, der ihm die römischen Gelder nach Nizza brachte,„beschwert* und erklärt, dieser habe oft «inen Teil der für ihn(Garibaldi) bestimmten Gelder für sich behalten. Hiesige reaktionär« Blätter, wie die„Libertä*, ver- suchen bereit», Mussolini von allem Verdacht zu reinigen und die ganz« Angelegenheit auf die Schultern Federzont« abzuwälzen, der, um seine Stellung zu befestigen, die Attentate gegen Musso- lini inszeniert hob«. Ueberdeckung ganzer Bezirk« mit zusammenhängenden Bebauungs- planen verhindern sollen. Das Gesetz soll ohne Einschränkung für das gesamte Staatsgebiet gelten:«s findet feine Wirksamkeit an den Grenzen des preußischen Staates und durch die Zuständigkeiten des Reiches in Eisenbahn- und Wasserstraßenwesen naturgemäß beengt. Es wird weiter darauf hingewiesen, daß Preußen mit seinem Städtebaugesetz nicht bis zum Erlaß eines Reichsgesetzcs warten könne. Für die Gemeinden dürse nicht mehr das Bau- fluchtliniengesetz und für die Reichsbahn das Eisenbahngesetz maß- gebend sein, sondern ein Städtebaugesetz und ein einheitlicher Wille für alle für die Lösung des Problems verantwortlichen Stellen. Träger der städtebaulichen Entwicklung sollen nach wie vor die größeren Gemeinden selbst sein, in einer gewisien Ein- schrönkung auch die Landkreise. Durch die Einführung der Flächenaufteiliingspläne stellt das Gesetz die Ortsplanung auf eine vollkommen neu« gesetzliche Grundlag« und ermöglicht«ine über die Gemeinde hinausgehende Planung, um Schluß wird betont, daß gerade die jetzig« wirtschaftliche Depression die Einbringung des Gesetz- cntwurfes notwendig macht deutsche Neifenüe in dänemark. Aufhebung der Tchikanierungsmöglichkeit. Wir haben seinerzeit über die peinlichen Erlebnisse unbemittelter Deutscher in Dänemark berichtet. Der preußische Innenminister hat jetzt eine Landtagsanfrage darüber beantwortet. Danach sind die vorgekommenen Fälle auf eine mißverständliche Anwendung einer vor dem Weltkriege erlassenen dänischen Verordnung zurück- zuführen, wonach Personen» die nach Dänemark kommen, um Arbeit zu suchen, bei ihrer Einreise tm Besitz genügender Subsistenzmilte! sei» sollen. Nach dem deutsch-dänischcn Abkommen vom 4. Mai 1925 soll die Einreise von Arbeitsuchenden sowohl nach Deutsch- lond als nach Dänemark nur nach vorheriger Zu st im- mung gestattet sein. Die(rein sozialdemokratische) dänische Regie- rung hat»un die erwähnte Verordnung aufgehoben» da ihre Vor- aussetzungcn weggefallen sind. Das schnelle Eingreifen der dänischen Regierung läßt erkennen, daß sie bestrebt ist, Unzuträglichkciten mög- lichst zu vermeiden. Ucbrigens sind Gesuche Deutscher um Erlaubnis zur Ansiedelung und Stellenansiedelung in Dänemark in letzter Zeit von der Staatspolizei wesentlich wohlwollender als früher behandelt worden. Prozeß gegen dänische Faschisten. Kopenhagen. 8. November.(Eigener Bericht.) Der Reichs- anwalt hat gegen die zwei vor einiger Zeit in Tondern unter dem Verdacht des Hochverrats verhafteten Angestellten der Bauern- partei und einen Offiz'cr Anklage erhoben. Den drei Beschuldigten wird zweifellos das Bewußtsein der Strasbarkeit ihrer Handlung gefehlt haben. Der Reichsanwalt lehnt es ab, auch Ausruhranklage gegen Cornelius Petersen und einen weiteren aktiven Offizier zu stellen, da gegen sie genügendes Beweis Material nicht vorliege. Um Demonstrationen zu umgehen, hat der Iuftizminister bean- tragt, die Verhandlung gegen die drei Angeklagten nicht vor dem zuständigen nördschieswigschen Geschworenengericht, sondern aus der Insel Fünen, in O d e n s e, stattfinden zu lassen. Die Tschechoslowakei-Regierung. Auch weiter ohne Sozialdemokraten. Prag. 8. November.(Eigener Drahtbericht.) Die erweitert« Porteivertretung der tschechischen Sozialdemokraten beschloß, an der Taktik der N i ch t b e t e i l i g u n g an der Regierung bis auf wei> teres festzuhalten, weil die Verhältnisse, besonders in der Agrarpartei, nicht genügende Garantien für e», erfolgreiches Zu- fammcnarbeiten gervähren. Die Resolution fordert dann die Partei zur Verteidigung aller sozialen kulturelle» und wirtschaftlichen Er- rungenschasten auf. besonders zur Verteidigung der Sozialversichc- rung, und protestiert gegen die Einschränkung der Gemeinde- autonomle und gegen die Steuerreform, welche die Interessen der Arbeiter, Beamten, Kleinbauern und Gewerbetreibenden schädigt. In Thüringen sind die Verhandlungen aus Bildung einer bürgerlichen E i n h e i t» l i st e zu den bevorstehenden Landtag»- wählen endgültig gescheitert. Die bürgerlichen Parteien werden wie in Sachsen mit getrennten Listen in den Wahl- kämpf ziehen. Republikanischer Wahlsieg in Griechenland. Amtlich wird mit- geteilt, daß der republikanische Block bei den Wahlen 55 Proz. aller Sitze im Parlament erobert hat. In einer vor einer großen Volke- menge gehaltenen Rede erklärte Ministerpräsident Kondylis, es sei offenbar, daß die Republik gesiegt habe. Von einer Aendcrung der Staatsform könne nicht mehr die Rede sein. Fürstendienermob. Zu einer Familienfeier kommen allerhand Allerhöchste»ach Belgien. Großer Klimbim in Antwerpen(statt schlichter Einfahrt) lockte die Vielzuvielc» an.„Publikum" durchbrach das Polizeispalier, trampelte Hosschranzen nieder, die einen Schutz- rinjj bildeten, riß die Schmucksäulen um usw. Militär mußte die Weiterfahrt ermöglichen! PPS. und BUsudskl. Wie es heißt, wird der polnische Sozialist Moraczewsti, Minister für öffentliche Arbeiten, sein Amt dem- nächst zur Verfügung stellen. Dann dürfte die PPS. zur schärfsten Opposition übergehen. Der lilanische Landespräsidcnl für Memel, S i m o n o i t i s, ist infolge des Mißtrauensbeschlusses des Landtags zurückgetreten, führt aber im Austrag des Gouverneurs die Geschäfte weiter, bis ein anderer Präsident ernannt ist, und das neue Direktorium gebildet hat. Abkehr vom Alkoholverbol empfiehlt der soeben durchgefallene Senator Butler der Republikanischen Partei Nordamerikas im dringenden Parteiintercssc. Neuer Sieg der kantonlruppen. Aus Schanghai wird gemeldet, daß die Kantontruppen die große Stadt Kiu K i a n g am Vangtseekiang eingenommen haben. Die Verhandlungen im englischen Streik. Verbani englischen Sehr schwierig aber hoffnungsvoll. Condon, 8. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Berhandlungen zur Beilegung des konflitts im englischen Bergbau sind am Montag weitergegangen. Zunächst trat die Erefutive der Bergarbeiter zusammen, um den vertraulichen Friedensvorschlag, den die Regierung Sonnabendnacht nach Anhörung der beiden Parteien formuliert hatte, zu erörtern. Die Regierungsvorschläge stellen ein kompromiß zwischen den Mindestforderungen der Unternehmer und der Bergarbeiter dar. Beröffentlichungen über ihren Inhalt beruhen einstweilen lediglich auf Kombinationen. Sicher ist jedoch, daß die Bergarbeiteregekutive der Regierung am Montag mitgeteilt hat, die Vorschläge seien für die Bergarbeiter un annehmbar. Die Regierung ist daraufhin abermals mit den Unternehmern in Fühlung getreten und hat dann am Nachmittag zunächst die Bertrefer des Generaltats der Gewerkschaften und am fpäten Abend die der Bergarbeiter empfangen. In bezug auf die Hauptschwierigteit ist infofern eine klärung erfolgt, als die während des Wochenendes vorgenommene Befragung der Mitglieder des Zentralrats des Unternehmerverbandes den Beweis erbracht hat, daß die Gegnerschaft der Bergbauunternehmer gegen jedes den Diftriftsabkommen übergeordnete Abkommen völlig unüberwindlich ist. Die Verhandlungspolitik des Generalrats und der Exekutive geht nunmehr dahin, die Einsehung eines Berufungsschiedsgerichts durchzusehen, das über die Durchführung derjenigen Punkte zu wachen hat, die in fämtlichen Distriktsabkommen einheitlich geregelt werden sollen, sowie eine Garantie dafür zu erhalten, daß die Entscheidungen diefes Gerichtshofes bin den den Charakter erhalten. Dieses Verlangen der Erefufive der Bergarbeiter ist als eine Mindest forderung aufzufaffen, ohne deren Erfüllung ein Friedensschluß unmöglich erscheint. In den den Berhandlungen nahestehenden Kreisen wurde am Montag abend die Auffassung vertreten, daß froß der großen, noch zu überwindenden Schwierigkeiten die gegenwärtigen Berhandlungen zu einer Beilegung des konflittes führen werden. Eine beispiellose Fälschung. Des kommunistischen Branchenleiters Torge. In ihrer Sonnabendausgabe hatte die ,, Rote Fahne" eine Ent. schließung der Funktionäre der Gas- und Wasserwerke vom 3. November veröffentlicht, die mit 76 gegen 23 Stimmen angenom. men worden wäre. Diese Entschließung hatte nach der„ Roten Diese Entschließung hatte nach der Roten Fahne" folgenden Wortlaut: Die Bersammlung verurteilt aufs schärffte das Verhalten der SPD.- Stadtverordneten in der Stadtverordnetenversammlung, die den Bürgerlichen den Kämmereiposten überlassen wollen und damit die Linksmehrheit im Magistrat verhindern. Wegen diesem Berhalten spricht die Versammlung den SPD.- Stadtverordneten die tieffte Berachtung aus. Wir hatten wohl feststellen können, daß die 3 ahl der Abstimmenden unrichtig wiedergegeben worden ist. Es war uns aber nicht möglich, den Tert der Entschließung zu erhalten, da sie von dem kommunistischen Branchenleiter Torge beantragt worden war und da die Ortsverwaltung des Gemeinde- und Staatsarbeiter. verbandes am Sonnabend den Wortlaut der Entschließung selbst noch nicht fannte. So unglaublich uns der Text dieser Entschließung schien, so konnten wir doch nicht annehmen, daß die kommunistische Branchenleitung ihre Berantwortungslosigkeit so weit treiben fönnte, den Funktionären eine Entschließung zu unterbreiten, die jedes weitere Verhandeln zwischen den Vertretern der Arbeiter der Gasund Wasserwerke und der Sozialdemokratischen Stadtverordnetenfrattion quafi unmöglich macht und dann diese Entschließung nochmals fälscht und den gefälschten Tert in der„ Roten Fahne" veröffentlicht. Das Unglaubliche ist Tatsache. Der Text bet Entschließung, den die Rote Fahne" veröffentlichte und den sie nur von dem Antragsteller, dem kommunistischen Branchenleiter Torge haben konnte, dieser Tert ist eine ganz grobe Fälschung. Die Entschließung hatte tatsächlich folgenden Wortlaut: Die heutige Versammlung verurteilt das Vorgehen der Cintsparteien im Ratheus, die es nicht fertiggebracht haben, den Magistrat entsprechend den Mehrheitsverhältnissen der Stadt verordneten, zusammenzusehen. Die Versammelten sprechen den Schuldigen die tiefste Berachtung aus. Nach dem Text, der in der Roten Fahne" veröffentlicht wurde, verurteilten die Funktionäre aufs schärffte das Verhalten der SPD- Stadtverordneten". In der Entschließung, die bei Stimmenthaltung der Hälfte der Funktionäre mit 76 gegen 33 Stimmen( und nicht 23, wie die Rote Fahne" behauptet hatte), angenommen wurde, wird ,, das Borgehen der Linksparteien" verurteilt, also sowohl der Sozialdemokraten als auch der Kommunisten. fonnten sowohl unsere Genossen als auch die kommunistischen Funt.| des 1. Quartals zählte die Organisation in Berlin 4549 Mitglieder, tionäre der Meinung sein, der Vorwurf, der in der Entschließung enthalten ist, richte sich gegen die Fraktion der anderen Partei. Ebenso tonnten unfere Genoffen mit Recht annehmen, daß der Paffus: Die Versammelten sprechen den Schuldigen die tiefste Verachtung aus" sich gegen die kommunistische Fraktion richtet. Die ,, Rote Fahne" hat diesen Baffus umgefälscht. Der von ihr veröffentlichte Tert enthält die unglaubliche Wendung:„ Wegen diesem Verhalten spricht die Versammlung den SPD- Stadtverordneten die tiefste Berachtung aus". Wir nehmen nicht an, daß die„ Rote Fahne" selbst diese Fälschung beging. Denn die Redaktion der„ Roten Fahne" mußte sich sagen, daß eine derartige plumpe und herausfordernde Fälschung ans Tageslicht kommen würde. Wir haben aber auch noch einen anderen Grund, anzunehmen, daß diese Fälschung von dem Branchenleiter Torge selbst begangen wurde. Der von der Roten Fahne" veröffentlichte Tert sagt nämlich: Wegen diesem Verhalten" während ein Redakteur der„ Roten Fahne" immerhin wissen dürfte, daß man auf deutsch fagt:„ Wegen dieses Verhaltens". Man kann darüber streiten, ob es überhaupt taktisch flug war, die Funktionäre der Gas- und Wasserwerke zu veranlassen, ein Werturteil über das Verhalten der Stadtverordnetenfraftionen abgeben zu laffen. Wir sind der Auffassung, daß, wie man die Dinge auch beurteilen mag, es hätte vermieden werden müssen, die Funktionäre der Gas- und Wasserwerke zu einem Tribunal zu machen über die Fraktionen, denen die Vertreter der Gas- und Wasserarbeiter in der Bergangenheit wie in der Zukunft die Interessen ihrer Mandanten unterbreiten. Die Mehrheit der Funktionäre war offenbar dieser Meinung, indem sie entweder gegen die Entschließung stimmte, oder sich an der Abstimmung nicht beteiligte. Der kommunistische Branchenleiter war nun gewiffenlos genug, diesen zweideutigen Tegt um zufälschen. Es ist wahrscheinlich, daß er ursprünglich von der Münzstraße den Auftrag erhalten hatte, eine Entschließung einzubringen, die dem Text entspricht, der in der Roten Fahne" veröffentlicht worden ist. Da Torge sich bewußt war, daß eine derartige Entschließung von den Funktionären niemals an genommen werden würde, versuchte er es mit einer mündlich vorgetragenen Entschließung. Erst auf den Einspruch unseres Genoffen Geßner bequemte er sich, die Entschließung schriftlich zu formulieren. Auf dem Wege von der Versammlung zur Münzstraße bekam es Torge aber offenbar mit der Angst vor Moskau, die jeden. falls größer ist als seine Wahrheitsliebe und sein Verantwortlichkeitsgefühl. In dieser Angst fälschte er die Entschließung im Sinne Mostaus, in der Hoffnung, die Entschließung erpebiert werden. Torge hatte nicht damit gerechnet, daß die Münzwürde mur zum höheren Wohlgefallen der Geldgeber nach Moskau würde nur zum höheren Wohlgefallen der Geldgeber nach Moskau Straße diese Fälschung in Deutschland veröffentlichen würde. Diese umglaubliche Fälschung zeigt, in welcher fflavischen Abhängigkeit von den mostowitischen Befehlshabern sich die kommunistischen Gewerkschaftsstrategen befinden. Diese Abhängigkeit hat den Torge gezwungen, wahrheitswidrig die Intereffen der Gas- und Wasserarbeiter aufs Spiel zu sehen. Das Urte über diesen Torge haben jetzt die Arbeiter der Gas- und Wasserwerke selbst zu fällen. Der Schiedsspruch für die Rheinschiffahrt verbindlich. Der Schiedsspruch in der Rheinschiffahrt ist vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt worden. Danach sind die von den Arbeitnehmerverbänden gefaßten Beschlüsse, bei der Nichtverbindlichkeitserklärung in den Streit zu treten, illusorisch ge werden und der Frieden ist der Rheinschiffahrt erhalten ge= blieben. Die Lebensmittel- und Getränkearbeiter. am Ende des 3. Quartals 4736. Nach dem gedruckt vorliegenden Rassenbericht erhöhte sich das Vermögen der Lokaltasse in der gleichen 3eit von 16 162,23 m. auf 17 639,69 m. Die anschließende Diskussion wurde von den Rednern der Opposition" weidlich ausgenutzt, um gegen die Angestellten der Ortsverwaltung, besonders aber wieder gegen ihre Gehälter Sturm zu laufen. Daß der englische Bergarbeiterstreit, die Fürstenabfindung und ähnliche nicht zum Geschäftsbericht gehörende Dinge eingehend debattiert wurden, versteht sich von selbst. Bedauerlich war nur, daß unsere Genossen dies alles über sich ergehen ließen und die Debatte nur von den Kommunisten bestreiten ließen. Angenommen wurde zum Schluß eine Entschließung, die die Freilassung der in Amerifa zum Tode verurteilten Arbeiter Sacco und Vanzietti fordert, sowie der erste Teil einer Entschließung, die sich für die Unterstützung der englischen Bergarbeiter ausspricht. Ein Antrag der Ortsverwaltung, einen einmaligen Lotalbeitrag von 1 M. für männliche und 50 Pf. für weibliche Arbeiter zu erheben, damit den Erwerbslosen zu Weihnachten eine Extraunterstüßung gezahlt werden könne, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Um die Ratifikationen. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, dessen unermüdlichen Eifer und zähen Vorstellungen bei den Regierungen es nicht am wenigsten zu verdanken ist, daß die Ratifikation der internationalen Arbeitskonvention, wenn auch langsam, so doch vorwärts schreitet, hat die britische Reichs. tonferenz in London benutzt, um mit den Ministerpräsiden ten der Dominions über soziale Fragen und die Ratifikation des Sowohl in Washingtoner Abkommens Rücksprache zu nehmen. Kanada als in Australien bestimmt die föderative Staatsverfassung, daß die meisten sozialpolitischen Aufgaben der Gesezgebung den Einzelstaaten bzw. den Provinzen unterstehen und semit die betreffenden internationalen. Konventionen durch die 3entralparlamente nicht oder erst dann ratifiziert werden können, wenn fie die Provinzialparlamente paffiert haben. So konnten in Kanada von 16 durch das zentrale Parlament bisher geprüften Ronventionen nur deren 4 ratifiziert werden, während 4 weitere noch in der Beratung stehen und 8 unter die Ratifikationsbefugnis der Provinzialparlamente fallen. Aehnlich verhält es sich mit Australien. Inzwischen hat die kanadische und australische Zentralregierung ihren Provinzialregierungen die internationalen Arbeitsfonventionen zur Anwendung empfohlen. Es ist anzunehmen, daß in dieser Beziehung der Aufenthalt von Thomas weitere Fortschritte zur Folge haben wird. Der Telephon- und Telegraphenkonflikt in Oesterreich Wien, 8. November.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag haben den ganzen Tag über Verhandlungen zwischen der Regierung und der Technischen Union( der Organisation der Telegraphen- und Telephonarbeiter und angestellten) stattgefunden. Am Sonnabend waren die Verhandlungen nahezu abgebrochen, so daß die Organisation für Dienstag früh die passive Resistenz ankündigte. Da in den Montagverhandlungen die Regierung fleine Zugeständ nisse machte, wurde der Beginn der passiven Resistenz auf Dienstag mittag hinausgeschoben, um der Regierung noch Zeit zu geben, den Forderungen der Angestellten entgegenzukommen. Für den Fall der passiven Reſiſtenz wird der Telegraphen- und Telephonverkehr nahezu lahmgelegt werden, da die Angestellten dann streng nach den Vorschriften langsam arbeiten würden. Achtung, Zimmerer! Die Sperre af der Baustelle in Zehlendorf- Mitte, Riemeisterstraße, der Firma Aftiengesellschaft für Eisenbeton- und Tiefbau( vorm. Atiengesellschaft für Tiefbauunternehmungen), Berlin W9, Schellingstraße 5, ist aufgehoben. Die Forderung der Belegschaft ist anerkannt die Arbeit wird in Lohn ausgeführt. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und lmgegend. Musikinstrumentenarbeiter! Die Pianofabrit R. Schröther, Chauffeeftr. 88, wird bestreift. Wir ersuchen alle Mitglieder dafür zu sorgen, daß den Streifenden teine Arbeitswilligen in den Rücken fallen. Deutscher Holzarbeiterverband. Die Ortsverwaltung. SBD.- Metallarbeiter! Donnerstag abend 7 Uhr Fraktionsversamm lung in den Musikerfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 31. Die Tagesordnung ist sehr wichtig und ersuchen wir um vollzähliges Erscheinen aller Genossen. Der Frattionsvorstand. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Lebensmittelund Getränkearbeiter hatte am Sonntag im Gewerkschaftshaus ihre ordentliche Generalversammlung. Nach einem Vortrag des Genoffen Fride über„ Die neuesten Methoden der Unternehmer im Kampf gegen die Gewerkschaften" gab Genoffe Hod app den Bericht für Das 2. und 3. Quartal. Er streifte noch einmal furz die in dieser Zeit geführten Lohnbewegungen. Die durch diese Bewegungen erreichten Lohnerhöhungen find an sich nicht allzu erheblich, jedoch angesichts des Lohndruds in der übrigen Industrie ganz ansehnliche Saale 4, unsere Rahlstellenversammlung flatt. Alle Delegierten müssen beErfolge. Die Urabstimmungen haben gezeigt, daß in den Brauereien noch eine nicht geringe Zahl von Arbeitern ist, die für die Organisation noch gewonnen werden müssen. Die Funktionäre müssen alles daran sehen, daß hier wieder das 100prozentige Organisationsverhältnis der Vorfriegszeit erreicht wird. In den Mühlen war es trotz der Bemühungen der Organifation nicht möglich, das überhandnehmende Ueberstundenunwesen einzudämmen. Auch hier müssen die Funktionäre den Arbeitern vorhalten, wie verwerflich gerade angesichts der großen Arbeitslosigkeit das maßlose Leisten von Ueberstunden ist. Er ging dann auf die Urabstimmung über die Verschmelzung ein, die eine Mehrheit für die Verschmelzung ergeben habe. Nach seiner Der Borwärts" hatte eingehend die Berhandlungen, die im Auffassung müsse trotzdem noch ein Verbandstag einberufen werden, Rathaus mit der kommunistischen Fraktion gepflogen wurden, geschließen könne. Er verspricht sich von der Verschmelzung nichts, der die Verschmelzung nur mit vier Fünftel Stimmenmehrheit beschildert. Aus dieser unwidersprochenen Schilderung geht eindeutig fondern nimmt an, daß durch den Fortfall verschiedener Unterhervor, daß die Schuld an dem Scheitern der Verhandlungen ftüßungseinrichtungen ein Mitgliederrüdgang eintreten würde. ausschließlich bei den Kommunisten liegt. Nach dem Die Mitgliederbewegung hat in den beiden Vierteloffenbar absichtlich zweideutig gehaltenen Tegt der Entschließung jahren einen erfreulichen Aufschwung genommen. Am Schluß Achtung, Zimmerer! Heute abend 7 Uhr findet im Gewerkschaftshaus, stimmt und pünktlich erscheinen. Rameraden find als Gäste willkommen. Der Vorstand. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Buzer. Donnerstag nachmittag Uhr Mitgliederversammlung in den Residenz- Festfälen, Landsberger Straße 31. Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der Betriebsrätekonferenz. 2. Fachgruppenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe keinen Eintritt. Branchenver Deutscher Solzarbeiterverband, Musikinstrumentenarbeiter. fammlung Mittwoch nachmittag 5 Uhr in den Andreas- Sälen. Andreasstr. 21. Die Rommissionsmitglieder treffen sich dort eine halbe Stunde vorher. Die Branchenleitung. Freie Gewerkschaftsjugenb. Heute, Dienstag, 7% Uhr, tagen die Gruppen: Werbeveranstaltung: Unser fünfter Geburtstag". Landsberger Blak: Gruppenheim Dieftelmenerstr. 5. Wir werben. Lichtenberg: Gruppenheim Jugendheim Doffeftr. 22. Bortrag: Rentralismus Föderalismus". Treptow: Gruppenheim Schule Wildenbruchstr. 53-54( Hortzimmer). WerbeBerantwortlich für Politit: Dr. Curt Geyer: Wirtschaft: Artur Saternus; Frankfurter Ance: Gruppenheim Städt. Jugendheim, Tilsiter Str. 4-5, 1 Tr. veranstaltung der Gruppe Treptow, Revolutionsgedenkfeier. Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton: R.$. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frik Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerel und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin G 68 Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Neue Mischung 25 OBERST alboristora albori OBERST Astoria A.KUSCHE Ungewöhnliche Milde und doch Charakter" fordert der moderne Raucher von einer guten Cigarette. In unserer neuen OBERST 5s Neue findet dieses Verlangen eine überraschend Packung glückliche Lösung. Waldorf- Astoria Cigarettenfabrik A- G. 10 Nr. 528 ♦ 43. Jahrgang 1. 6�1 löge öes vorwärts Dienstag» 4. November 1924 Man weiß heute genau, wie die Revolution von 1848 aus- gesehen hat. das heißt wie eine Revolution eigentlich aussehen muß� Da. an der Königstraße, hatte die große Barrikade gestanden, von der die Schützengilde schoß, an der Kolonadenbrücke stand das Mi- litär, und auf dem Schloßplatz drängten sich die Menschen. Auf dem Balkon aber stand der König, und er mußte vor den Leichen der Barrikadenkämpfer den Hut ziehen. Das war die Revolution: und olle Romantik der Kinderjahre lebte nur in diesem Begriff. Man hatte die Revolutionsgeschichte Berlins nach Streckfuß genau im Kopf und es war die Sehnsucht: Es sollte doch noch einmal eine Revolution kommen, und dann.... vor öem Gewitter. Die Revolution war auf dem Marsch: wir fühlten es. Fühlten es an den Zeichen der großen Politik, fühlten die dumpfe Span- nung in allen Gemütern, die nach einem gewaltsamen Ausbruch drängte. Und in den ersten Nooembertage» kamen die Gerüchte nach Berlin: die Marine hat Schluß gemacht! Das w a r die Rc- volution! Run war die Reihe an uns, an den Berliner Arbeitern. Aber wir wußten auch eins: die Einschließung Berlins war vor- bereitet, die Menschenmengen sollten„nach der Ringbahn zu- sammengetrieben" werden-- und die Berliner Arbeiter hatte» keine Waffen. Trotzdem, wir wußten, die Revolution würde kommen. Weiter aber wußten wir nichts: nichts, was draußen geschah: unmöglich schien es, daß nicht schon Berlin im Aufstand mar. Da gingen wir, drei Genossen, am Abend des 7. November zusammen nach Berlin. Still lagen die Straßen, doch in all den Ge- sichtern lag unter der Alltagsmiene die gleiche heimlich«, horchende Spannung. Und da, als wir bis zur Königstraße gekommen waren. da sahen wir: Vom Turm des Rathauses wurde gefunkt! Ganz primitiv, mit irgendeinem optischen Telegraphen! Der Draht gehört« ihnen nicht mehr— es war aus— es war aus— und obgleich keiner von uns das Morsealphabet kannte, konnten wir die Botschaft nur zu gut lesen! Der lange Weg. Ein Tag noch voll unerträglicher Spannung. Dann, am Neunten: Eine Genossin ruft mich auf der Straße an.„Die Görz- Betriebe machen Schluß! Sie marschieren nach Berlin! Kommen Sie mit!''— Ach, wie schnell, wie schnell war alles gerichtet— wie gleichgültig war auch olles vor dem einen, großen Erleben: Die Arbeiter sind aus der Straße— die Revolution Ist da! Im Lauf. schritt geht es durch die Friedenauer Straßen. Endlich, da quillt ein Zug, endlos, endlos. Keuchend laufen wir aus der Querstraße. — Run sind wir eingereiht. Wie wenige Frauen waren in diesem ersten Zug: rund um uns die Arbeiter der Görzschcn Betrieb«: viet Y- K. ältere Leute. Keiner bewaffnet, und dock alle voll der Zuoersicht: Wir siegen, wer will sich uns entgegenstellen? Wir sind das Bolk, wir find die Macht. Gute Laune liegt über allen, als gingen sie zur Maifeier. Und wie sich der Zug durch die Straßen des Westens wälzt, wächst er mehr und mehr an. Au» jedem Betriebe, aus jedem Bezirk bekommt er Zuwach». An den Fenstern im Westen steht selten irgendein Neugieriger. Was aber an den Ecken zu- sammenlief, da, reiht sich immer nach kurzer Weile in unseren Zug ein. Längst gehe ich nicht mehr neben der Görzschen Belegschaft. Nun sind Elektrizitätsarbeiter meine Nachbarn im Zuae.„Ick habe schon am Vierten eenen roten Wimpel an meinen Platz jehabt.— —„Machen Sie mal det Ding ab', hat der Meester sesacht.„Det seht jetzt»ich mehr: det läßt sich»ich mehr abmachen,' habe ick ihm jeantwortet...„Ja, das Rot! Wer einen Fetzen rotes Tuch hat, Jfe muß teilen, teilen, teilen: Alle wollen wir die Farbe der Revo- lution tragen. Nun find wir in der Potsdamer Straße. Ja, es muß gesagt werden. Da war ein Balkon in der Potsdamer Straße: ein paar wohlgenährte Herren standen darauf. Leute, die sicher nie die Not des Krieges gefühlt hatten. Und sie lächelten wohlwollend herunter, und einer winkte sogar mit einem roten Taschentuch. Wir zogen vorbei, wir waren ja noch nicht in Berlin, wir hatten ja unser ganzes Werk noch vor uns: aber doch konnte ich lange die feisten Gesichter nicht vergessen, die so wohlwollend auf uns herab- gesehen hatten. Wie verdächtig war mir ihr Wahlwollen..., aber das Lachen sollte ihnen noch einmal vergehen.— Dann waren wir am Potsdamer Platz. Die Züge stauten sich, stockten. Hier for- mierten sich die Gruppen, die die einzelnen Rcgierungsgebäude be- setzten. An der Eck« der Potsdamer Straße stand ein Lastauto: „Wir fahren zum Reichsmarineamt! Kommt mit!'— Bald war das Auto voll, auch einige Bewaffnete waren drauf. Wir anderen liefen im halben Laufschritt hinterher. Das Reichsmarineamt! Da wiirde es Widerstand geben.... Das Neichsmarineamt. Als wir keuchend ankamen, war die große Tür schon weit tze- öffnet. Niemand hatte an aktiven Widerstand gedacht, kein Offizier hatte versucht, ihn irgendwie zu organisieren. Wir konnten es kaum glauben.„Wo habt ihr die Waffen?'— Da zeigten die Ordon- nanzen auf längliche Kisten: Maschinengewehre, noch nicht zu- sammengesetzt, aber genug, um das Haus in eine Festung zu vcr- wandeln. Man hatte uns vielleicht so früh nicht erwartet.... Ein paar Heißsporne wolllen alles. Gewehre und Munition, in den Landwehrkanal werfen.„Laß sein, du! Die sind ja jetzt doch unser: Vielleicht brauchen wir sie bald----'„Wo sind eure Offiziere?'— Die Mannschaften des Reichsmarineämtes waren wahrhaftig nicht von revolutionärem Geiste angesteckt. Sie ließen sich die Revolution gefallen: das war alles...... Vielleicht in den Zimmern—" Und nun mußte Zimmer um Zimmer, der große Bau abgesucht werden. Die meisten Zimmer waren schon leer: einige zeigten, wie schnell der Ausbruch gewesen war. In einem Zimmer retirlerte «in junger Offizier in' Unterhosen hinter das schützende Betthaupt. „Sie müssen hier raus!'—„Ja, ja— ich möchte mir nur Zivil anziehen!'— Wir ließen sie alle laufen und glaubten sie damit endgültig los zu fein: wir haben es später wohl oft bereut. Sie leisteten keinen Widerstand. Sie wußten, sie konnten keinen leisten. Was bedeutete ihre Handvoll Ordonnan.zen. die hier im Reichs- marineamt in guten„Druckposten' handzahm geworden waren, gegen das Volk, gegen die entfesselte Revolution?— Nun ging es zurück zur Haupthalle. Da saß aus einem Marmeladeneimer schon ein alter Korvettenkapitän a.D.: der hatte wohl eine gute Kon- junktur vermutet.... Ja, nun sahen wir im Reichsmarineamt! 'Doch was nun?— Wir waren nur eine Handvoll Leute. Wenige Die Vunöer öer Klara van Haag. Van Johannes Duchholh. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. „Nein. Ich glaube, du bist verrückt. Willst mitten in der Nacht den Leuten vorspielen, wenn sie im Bett liegen?" Hedwig war im Begriff, zu kichern und etwas Drolliges zu sagen: aber da sagte Iohon mit harter Stimme:„Dann bist du«ine andere, als ich gedacht habe." Hedwigs Mundwinkel bebten und sie sagte:„Ein ander- mal. wenn es dir paßt." „Das andere Mal kommt nie..." „Aber kannst du denn gar nicht verstehen...?" JDod)— ich kann gut verstehen!" „Nun, ja...' „Zch kann verstehen, daß ich falsch gegongen bin in der Stadl" „Du bist nicht falsch gegangen in der Stadt, nur zu einer falschen Zeit gekommen. Johan!" „Doch. Die ich suckte, ist nicht hier." Hedwigs Zähne schlugen zusammen vor Kälte und Be- wegung. „Haben Sie mich nicht gesucht?" sagte sie. Sie hörte, daß ihr Mund jetzt von selbst wieder S i e sagte und spürte den kleinen Umschwung wie eine Eiseskälte. Johan wandte sich ab, drehte sich dann wieder um. Hedwig konnte seine Augen nicht sehen, als er aber sprach, war seine Stimme rauh und schreiend, so daß sie inwendig erstarrte. �., „Nein," sagte er.„Ich suchte dich nicht. Ich suchte ein Mädchen, das dazu taugt, es zu lieben, und ihm mit meiner Geige ein wenig aufzuspielen. Ich suchte nicht ein leeres Nachthemd, wie du es bist— auch nicht ein kleines Gänschen. wie du es auch bist!" Hedwig drehte sich um und entfernte sich auf ihren bloßen Füßen. Aber Johans böse Worte verfolgten sie und pufften sie in den'Rücken, daß sie fast stolperte. „Ich mache mir nichts aus dir. Du bist nichts. Doch. du bist etwas. Ich will dir sagen, was du bist: Du bist ganz gewöhnlich. Du bist wie ein Stein im Pflaster. Denk daran, daß es Tausende von deiner Art gibt!" Mehr hörte Hedwig nicht. Sie fand ihre Tür und warf sich auf ihr Bett. 3. Kapitel. Sivert streckt zögernd seine eckigen Beine zum Bett heraus. Er gähnt übermäßig und reckt sich. Die Sonne sprüht in die Bodenkammer zu ihm herein. Kurz darauf weicht der erloschene Ausdruck von ihm. Er sieht sich lauernd um. Schwer ist er aus seiner eigenen guten Welt geplumpst, wo Schlaf und Traum regieren, herab auf die nüchterne feindlich« Erde. Sieh, da liegt sein Zeug in verstreuten zusammengesunkenen Haufen, jetzt muß er hineinkriechen und den Kampf ums Da- sein beginnen. Ach ja. Ob der Dater wohl gegangen ist, so daß er sich Hoffnung auf eine ruhige Tasse Kaffee bei der Mutter machen kann? Ach, wer doch ungestört hundert Jahre schlafen könnte! Heute nacht träumte Sivert festsich. daß er in Kaufmann Lunds Stuben umherging. Er hatte Minna an der Hand, und ihr Noter, der kleine Lund. legte den Kopf auf die Seite vor lächelndem Wohlwollen. Heute nacht trug Sivert auch schöne Kleider. Er hatte sein grünes Zeug an. In der Erinnerung hieran tritt er an den Kleiderschrank und öffnet ihn, um den Anblick in Wirklichkeit zu genießen. Ja, da hängt es. Aber es soll ja leider hängen bleiben. In diesem Augenblick hat Sivert einen Einfall. Mit zitternder Hand nimmt er das Zeug heraus, schleicht sich rück- wälts in die Hosen, stiehlt sich in die Weste und verbirgt sich in der Jacke: jetzt hat er Kragen und Krawatte aus einer Schublade genommen, steht vor seinem kleinen Spiegel und lacht glücklich über den Ausfall und murmelt vor sich hin: „Zum Teufel, ich kann ja t u n, als ob ich um sie freite!" Gerade als Sivert den Fuß der Bodentreppe erreichte, kam der Bater heim. Er bemerkte sofort die Kleiderpracht, stutzte und runzelte die Stirn, dann aber klärte sich sein Ge- sich auf. und er sagte:„Das ist recht. Du erinnerst dich der Abmachung." Damit war Sivert die schiefe Ebene so weit hinunterge- glitten, daß er nicht mehr zu retten war. Borläufig ging alles glänzend. Der Bater winkte mit der Hand, daß Sivert sich an den Tisch setzen und mit ihm zusammen frühstücken könnte. „Was willst du ihr nun sagen?" fragte er. Seine Augen funkelten vor Lust, gerade auf die Aufgabe loszugehen. Sivert langte dreist nach dem Essen aus: er fühlte in diesem Augenblick seine Bedeutung. „Das ordne ich mit der größten Leichtigkeit. Ueberlaß mir das nur." „Sag, wie du anfangen willst." „Ich will gar nicht anfangen." „Wie-?" Sivert nahin einen Bissen aus dem Munde, lächelte scheu und erhob sich halb. „Ich habe ja mein grünes Zeug angezogen," sagte er. „Sollte das nicht genügen?" „Oh, prachtvoll! Das vergaß ich. Du willst dich also auf- stellen und es auf sie wirken lassen?" „Ich will mich aufftellen und es auf sie wirken lassen," be- stätigte Sivert. „Ausgezeichnet. Und dann...?" „Dann— denke ich, daß s i e anfängt." Sivert war ganz vom Effen in Anspruch genommen. Er richtete seine Antworten nach augenblicklichen Einfällen, ohne eine Handbreit vor sich zu sehen, wo es hinführte. „Du bist ja ein großartiger Feldherr!" „Mit Gottes Hilfe," sagt« Sivert feierlich, indem er einen ungeh«uren Mund voll hinunterschlang,„ich denke doch, daß ich dir in der Sache keine Schande machen werde." Die Mutter kam aus der Küche herein. „Ich finde, ihr solltet die Sache etwas aufschieben und euch erst ein wenig bedenken," sagte sie mit Bezug auf die Freierei. „Aufschieb«n? Warum? Morgenstunde hat Gold im Munde." „Morgenstunde soll man mit Beten beginnen, nicht mit Begehren!" „Wenn du nur mit Unsinn kommst, dann geh lieber! Sivert braucht eine Ermunterung, keinen Weiberschnack." „Ja. ja." „Wer ist in der Küche?" Egholm hatte jemand gehen gehört. „Ach, niemand," sagte die Mutter unruhig. Aber im selben Augenblick trat Hedwig ein, bleich und vermacht nach der aufreibenden Nacht. Der Äater richtete sich abweisend auf: aber sie versuchte zu lächeln. ,LLas will das Fräulein eigentlich hier?" „Ich will dich fragen, Vater," sagte Hedwig, während das Lächeln in ihrem Gesicht aufflackerte und verschwand wie die Flamme einer ausgebrannten Lampe.„Ich will dich fragen, ob wir nicht lieber den Handel abschließen sollten, den wir gestern abend anfingen?" „Ich weiß nichts von einem Handel." „Daß ich dir«ine große Freude verschafft«, wogegen du den Skandal mit Sivert und Petrea Bisy läßt." „Ist mit deiner Freude Bargeld verbunden?" „Nein— aber,,(Fortsetzung folgt.) darunter, die seit Jahren sozialistisch organisiert, mit den Forde rungen des Sozialismus wirklich vertraut waren. Und schon am nächsten Tage erreichte einen um den anderen die Botschaft: Der eine mußte in seine Fabrik zurück, in der die Belegschaft nach ihm verlangte; ein anderer wurde von seinem Wahlverein in den politischen Arbeiterrat gewählt. So blieb uns nur übrig, das Gebäude der Mannschaft zu überlassen, der wir gesagt hatten, daß sie sich nun auch einen Soldatenrat wählen, die Kontrolle und die Verwaltung des Gebäudes in die Hand nehmen müßten und sich mit den Volksbeauftragten in Berbindung setzen sollten. Aber schon nach faum einer Woche erfuhr ich das Resultat: Die Ordonnanzen hatten ihre Offiziere in den Arbeiterrat gewählt und die rühmten sich lachend, wie sie jeder Kontrolle ein Schnippchen schlagen und soviel Material, als sie wollten, herausschleppen fönnten! Da war das Maß voll: Noch einmal drang ich in das Reichsmarineamt ein. Ein stundenlanger Arrest in der Wachtstube verschaffte mir Gelegenheit, mit der Mannschaft selbst zu sprechen. Denn die Herren Offiziere dachten mich mit der Drohung einer Haft mürbe zu machen. Doch bald hätten sie mich nur zu gerne entlassen..., aber es war schon zu spät; bei einem oder dem anderen hatten die Worte doch gehaftet, und in den nächsten Tagen schon war der 53er- Ausschuß der Marine in Berlin, und sein Hauptuartier war das Reichs. marineamt.... Die Herren Offiziere konnten sich nicht mehr -rühmen. * So war es, ja, so war der 9. November; gar nicht, wie wir uns früher eine Revolution gedacht hatten. Denn in Wahrheit standen die Massen ja auch nicht auf für die soziale Revolution. Sie wollten nur eines: Frieden, Frieden, endlich Frieden. Und die anderen, die genau wußten, daß der Krieg sich nun doch selbst aufgefressen hatte, sie dachten gar nicht an Widerstand, sie so wenig wie ihr oberster Kriegsherr". Sie legten ganz gern jetzt das Schickfal in seine eigenen Hände, denn sie wußten, welch schwere Last dieses Schicksal, das sie gezimmert, für das Volk war. Und dieses gute, friedfertige und friedenssüchtige Volk übte nicht Vergeltung an der Funtverkehr zwischen Erde und Flugzeug bzw. zwischen zwei Flugzeugen selbst reibungslos abwideln, sofern nicht technische oder atmosphärische Störungen den Verkehr beeinträchtigen. Diese Ausgestaltung des Funkwesens für Flugzeuge wird wesentlich dazu beitragen, die Sicherheit des Flugverkehrs zu erhöhen; sie wird insbesondere Nachtflüge einwandfrei ermöglichen und auch die Führung des Flugzeuges im Nebel erleichtern. Unter diesem Gesichtspunkt darf man wohl sagen, daß Flug- und Funkwesen Geschwister sind, die einander ergänzen. fratische Stadtverordnetenfraktion zu beschimpfen, das war bes eigentliche Zweck der Bemühungen, aus Langes Aeußerungen etwas herauszulesen" und ihn danach als„ Reaktionär" hinzustellen. Verkehrsunfälle. Faft immer das Auto als Ursache. Am Sonntag ereigneten sich leider wieder eine große Anzahl von Verkehrsunfällen. Die Unfallchronik verzeichnete außer zwei Toten zahlreiche Schwerverlegte, von denen einige faum Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin mit dem Leben davonkommen dürften. Jungsozialistische Vereinigung Revolutions- Feier Sonntag, den 14. nov., vorm. 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus. Eintrittstarte 50 Pf. Bortragsfolge: 1. Gemeinsames Lied: Wir werben im Sterben. 2. Prolog: Der neue Simon( Mar Barthel). 3. Worte zum Gedenken der Revolution. 4. Menschheitswville, Dramatisches Spiel für BewegungsSprechchor von Herm. Claudius( Erstausführung). 5. Gemeinsames Lied: Wann wir schreiten.. Eine Ehetragödie. Sie fühlte sich vernachlässigt. In der Schönhauser Allee wurde die 57jährige Ehefrau Emma Benz aus der Oberberger Straße 7 von einer Kraftdroschte erfaßt und überfahren. Die Verunglückte erlitt einen Schädelbruch und schwere innere Berlegungen. Durch einen Wagen des städtischen Rettungsamtes wurde sie in das Virchow- Krankenhaus gebracht, In der Nähe des Boots wo sie kurz nach der Einlieferung st arb. hauses Dahme wurde am Vormittag gegen 11 Uhr die dreizehnjährige Schülerin Erna Darlig aus der Glienicker Straße 13 beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Privatauto überfahren. Die Räder des Kraftwagens gingen über den Kopf des unglücklichen Kindes hinweg, das einen schweren Schädelbruch davontrug. Bereits auf dem Transport in das Köpenicker Krankenhaus trat der Tod ein. Auf der Chaussee bei Hundefehle überfuhr ein Privatauto beim Ueberholen eines anderen Autos ein aus entgegengesetzter Richtung fommendes Motorrad. Der Führer des Motorrades, ein 22 Jahre alter Kaufmann Gerherd A. aus der Lohmeyerstraße 11 zu Charlottenburg, und die 21jährige Kontoristin Erna G. aus Neukölln wurden vom Rad auf die Chauffee geschleudert und gerieten unter die Räder des Privatautos. Beide erlitten lebensgefährliche Verlegungen und wurden in das Krankenhaus übergeführt. Ein weiterer Unfall ereignete sich an der Straßenfreuzung Stargarder und Schliemannstraße. Der 15jährige Arbeitsbursche Karl Haase und seine 19jährige Schwester Frieda aus der Stargarder Straße 63, die zusammen auf einem Fahrrad ihnen, es ließ sie laufen und ließ sie leben. Es freute sich seiner das Leben von frühester Jugend an nur von seiner traurigsten fuhren, wurden von einer Autodroschte erfaßt und über. friedlichen und faſt unblutig verlaufenen Revolution und bedachte eine Alltagsweisheit nicht: daß es zu den Künsten aller niederen Tiere und allen Ungeziefers gehört, sich totzustellen, wenn es dem wirklichen Tode nicht anders entrinnen kann. Denn die, die sich damals so gut totſtellen konnten, sie wurden wieder munter. Schluß in der Automobilausstellung. Befriedigendes Ergebnis. Gestern abend wurde die Automobilausstellung am Kaiserdamm mit einer Ansprache des Direktors Dr. Scholz geschlossen. Der Redner wies besonders auf den guten Erfolg hin, den die Ausstellung in jeder Hinsicht gehabt hat. Dem großen Publikum ist gezeigt worden, daß Deutschlands Automobilindustrie durchaus konkurrenzfähig ist. Man ist bestrebt, den Kleinwagen zu annehmbaren Bedingungen zur Geltung zu bringen, wobei allerdings auch die Herstellung von Luruswagen nicht vernachlässigt wird. Gerade hierin wird von unserer heimischen Industrie Außerordentliches geleistet. Die Preise für Luruswagen sind, wenn man deren erstklassige Ausführung in Betracht zieht, nicht hoch zu nennen. Auf jeden Fall zeigen sie, daß Deutschland erstklassige Qualitätsarbeit zu liefern imftande ist. Die Aussteller sind mit dem Geschäft durchaus zufrieden. Selbst kleine Firmen haben Abschlüsse erzielt, die die Erwartungen übertreffen. Die meisten Firmen haben sich dazu verstanden, langfristige Kredite einzuräumen, die teilweise bis zu einem Jahre Zahlungsstundung vorsehen. Diese Bahlungserleichterungen haben auch manchen Kaufabschluß zustande gebracht, der sonst unterblieben wäre. Der Besuch der Ausstellung war anhaltend gut, und er erreichte am gestrigen letzten Sonntag mit faft 60 000 Besuchern seinen Höhepunkt. Insgesamt wurde, die Ausstellung von über 300 000 Personen besucht. B Kindertragödien. Ein folgenschwerer Unfall, dem ein 1% jähriges Kind zum Opfer fiel, ereignete fich gestern abend gegen 6 Uhr in der Jasmunder Straße. In der Baracke 11 b wohnt die Familie des Arbeiters P. Frau B. hatte Schweinefett ausgelaffen und die kochendheiße Flüssigkeit auf den Küchentisch gestellt. Das 1% jährige Töchterchen Irma machte sich an den Tisch, als die Mutter einen Augenblic abmesend war, zu schaffen. Der Topf stürzte plötzlich herab und das Fett ergoß sich über das Kind; das am ganzen Körper schwere Verbrennungen erlitt. Auf das Geschrei eilte die Mutter herbei, die ent eßt jab, was geschehen war. Das schwerverlegte Kind wurde in • das naheliegende Paul- Gerhard- Stift gebracht. Es war aber schon vor der Einlieferung verstorben. Ein weiterer schwerer Un fall, bei dem ein neunjähriger Knabe infolge eigener unvorsichtigkeit den Tod fand, trug sich am Sonntag abend furz hinter der Station See gefeld bei Spandau zu. Der beschleunigte Personen zug 204 der vom Lehrter Bahnhof tam und nach Hamburg fuhr, wurde zwischen den Kilometersteinen 30 und 31, einige hundert Meter hinter der Station Seegefeld, zum Halten gebracht. Ein neunjähriger Knabe war vor den Augen der Mutter aus dem Zuge gestürzt. Er war sofort tot. Der Unfall ist um so tragischer, als sich Mutter und Kind auf der Fahrt nach Hamburg befanden, um sich nach Amerika einzuschiffen, wohin sie dem bereits vor einiger Zeit nach dort ausgewanderten Ehegatten und Bater folgen wollten. Die fliegende Rundfunkstation. Wegen versuchten Totschlags an ihrem Ehemann hatte sich eine Frau Margarete L. vor dem Schwurgericht des Landgerichts I zu verantworten. Die Angeklagte ist eine gut aussehende Frau von 32 Jahren und blickt auf ein höchst unglückliches Leben zurück. Ihre Mutter hat 24 Kinder geboren, von denen 15 am Leben geblieben sind. Die Angeklagte ist das 24. Kind gewesen. Staatsanwaltschaftsrat Zimmermann sagte in seiner Anklage selbst: Die Angeklagte hat Seite fenengelernt. Ihr Bater war ein Trinker und sehr roh. Oft mußte die Mutter, die sehr leidend war, mit ihren 15 Kindern flüchten, um den Mißhandlungen des Mannes zu entgehen. In ihrer Jugend bekam die Angeklagte viel Schläge und wurde im Leben viel herumgestoßen. Dadurch bildete sich bei ihr ein sehr mißtrauischer und zurückhaltender Charakter aus, so daß sie nirgends in ihrer Jugend einen Freund hatte. Dann fand sie einen Mann, den sie liebte und mit dem sie in glücklicher Ehe lebte. Nach 18monatiger Che fiel der Mann jedoch im Felde. Im Jahre 1919 heiratete sie zum zweiten Male ihren jezigen Ehemann, einen Fahrstuhlführer. Die Ehe gestaltete sich aber sehr unglücklich. Die Angeklagte bildete fich ein, daß sie von ihrem Mann vernachlässigt und zurückgesetzt werde und daß ihr Mann ihr untreu sei. Es kam zu häufigen Ehefonflikten. Anfang dieses Jahres versuchte die Angeklagte, sich durch Einatmen von Gas das Leben zu nehmen. Ihr Ehemann fam jedoch rechtzeitig dazu und gab ihr zwei fräftige Ohrfeigen. Die Zwiftigkeiten dauerten weiter an. Am 18. April ergriff Frau L. ein Beil und versette ihrem Ehemann einen wuchtigen Hieb über den Kopf, so daß der Mann bewußtlos niedersant. Die Wunde war nicht sehr groß, und L. ist auch bald wieder hergestellt worden. Nach der Tat lief die Angeklagte, von Schrecken gepackt, ohne Strümpfe zur Polizei; dort konnte sie fein Wort herausbringen und nur durch Beichen andeuten, was sie gemacht hätte. Sie hatte die Sprache_verloren und erlitt einen Nervenschock. Es dauerte noch mehrere Tage, bis sie im Krankenhaus wieder sprechen konnte. Die Angeklagte schilderte dem Gericht in beweglichen Worten, daß ihr Mann es nur auf das Geld abgesehen hätte, da sie eine Wohnungseinrichtung und ein Stück Laubengelände besaß. Er habe sie auch gezwungen, trog ihrer Schwächlichkeit auf Arbeit zu gehen. Obwohl sie keine eretische Natur sei, habe ihr Mann ihr auch nicht das geringste bißchen Liebe gezeigt. Sie fei ihm zu Füßen gefallen und habe um Liebe gebettelt. Er habe ie aber immer weggestoßen und nicht achtend teine Antwort gegeben, sondern zu seinem Hunde gesprochen. An dem verhängnisvollen Lage habe er wiederum zu dem Hunde gefagt: Jetzt fönnen wir sie wenigstens nach Herzberge bringen. Wie das Beil in ihre Hände gekommen und wie sie zu der Tat gelangt sei, wiffe fie nicht, es fehle ihr jede Besinnung hierfür. Der Ehemann, ein 34jähriger stattlicher Mann, stellte die Sache ganz cnders dar. Er sei solide und arbeitsam gewesen und habe allen Verdienst seiner Ehefrau abgegeben. Es sei durchaus nicht zutreffend, daß er seine Ehefrau vernachlässigt habe. Das Schwurgericht ver urteilte die Angeklagte unter Bubilligung mildernder Umstände wegen versuchten Totschlags zu 1½ Jahren Gefängnis. Von dieser Strafe wurden 6 Monate auf die Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Die Strafe des Oberbürgermeisters. Dom Der dritte Straffenat des Reichsgerichts beschäftigte sich am Montag mit der Revision des Oberbürgermeisters Böß und Stadtrat Friz Wege Berlin, die Schöffengericht Groß- Berlin wegen Vergehens gegen das Postgesek freigesprochen, jedoch in der Berufungsverhandlung am 27. April 1926 zu je 3 Mt. Geldstrafe oder einen Tag Gefängnis verurteilt wurden. Die Stadt Berlin, die eine Hauptbriefverteilungsstelle unterhielt und die eingehenden Briefe im Orts und Fernverkehr zwischen den einzelnen oder bestehenden Bezirksämtern regelte, war von der Oberpostdirektion Berlin wegen Bergehens gegen das Postgesez verklagt worden. Die Revision der Angeklagten stützt sich darauf, daß die Bezirksämter, die dem Magistrat der Stadt Berlin unterstehen, feine selbständige Behördeneigenschaft befäßen und somit auch die Briefvermittlung usm. erlaubt sei. Das Gericht fam nach längerer Beratung zur Verwerfung der Revision und bestätigte das Urteil der Berufungskammer. Die Bezirksämter hätten wohl eine DoppelBehörden anzusehen und fämen so auch als selbständige Empfänger und Absender in Frage. Am letzten Sonntag wurde der Deffentlichtkeit zum ersten Male von einer Flugzeugsendestation ein Funfprogramm besonderer Art dargeboten. Bordfunkstationen für Flugzeuge sind seit langem üblich, aber sie bestanden meistens nur aus Empfangsgeräten, die Nachstellung, im postrechtlichen Sinne feien sie jedoch als selbständige richten von der Erde aufnahmen. Nunmehr hat Telefunken" eine Bordfunkstation für Flugzeuge entwickelt, die einen ausgezeichneten Gegenstrichverkehr ermöglicht. Am Sonntag vormittag 10 Uhr stieg auf dem Tempelhofer Feld ein dreimotoriges Junterflugzeug mit einer neuen kompletten Sendestation an Bord zu einem Flug nach Hannover, Münster und Frankfurt a. Main auf. Kurze Zeit nach dem Abflug begann die Bordfunkstation bereits zu arbeiten; es wurde sowohl Sprache als Musik gesandt, die mit hinlänglicher Deutlichkeit zu hören waren. Die Station selbst besitzt einen fremd gesteuerten Röhrensender mit einer Antennenleistung von 70 Watt. Seine Reichweite beträgt für Telegraphie 500 Kilometer, für Telephonie 200 Kilometer im Gegensprechperkehr. Die gesamte Bord station wiegt ohne Antenne 48 Kilo. Da es gelungen ist, auch die Kabinen heute gegen das Motorengeräusch zu sichern, so dürfte sich Den Schwindel über Stadttämmerer Lange gibt jetzt die Rote Fahne" zu. Sie bekennt, daß sie die üblen Dinge, die fie über ihn phantasierte, aus seinen Aeußerungen nur heraus gelesen" hat. Der amtlich verbreitete Wortlaut dieser Aeußerungen enthielt nichts von dem, was das Kommunistenblatt dem neuen Kämmerer als sein Programm andichtete. Herausgelesen" bedeutet hier: hineingelogen. Die Rote Fahne" versteckt ihr Geständnis unter der Ueberschrift:„ Der„ Vorwärts" verteidigt den Reaktionär Lange." Sie handelt wie der Straßenjunge, der auskneifend noch einen Klumpen Dreck aufrafft, um ihn nach dem Berfolger zu schleudern. Den„ Vorwärts" und die sozialdemofahren. Mit erheblichen Verlegungen wurden beide zur nächſten Rettungsstelle geschafft. Gegen 10 Uhr abends ereignete sich vor dem Hause Bülowstraße 21 ein schwerer Berkehrsunfall. Ein Fräulein Charlotte Drele z aus der Nettelbeckstraße 21 und ihre Begleiterin Fräulein Martha Schneider aus Lübeck wurden beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Straßnbahna wagen der Linie 64 umgerissen. Beide Passantinnen zogen fich schwere Kopfverlegungen zu. Sie wurden in das ElisabethkrankenVor dem Hause Siemenss haus in der Lüzowstraße gebracht. straße 14 stießen zwei Autodroschten mit voller Bucht zus fammen. Der Chauffeur des einen Wagens, Karl Klinkmann aus der Schönwalder Straße 17, und ein Fahrgast erlitten schwere Verlegungen durch Glassplitter. Beide Kraftdroschken mußten schwer beschädigt abgeschleppt werden. Außerdem ereignete sich eine größere Bahl von leichteren Straßen- und Verkehrsunfällen. Das städtische Rettungsamt und Wagen der Feuerwehr wurden in noch etwa weiteren 20 Fällen zur Hilfe gerufen und mußten helfend eingreifen. ,, Lappalien." Vor einiger Zeit fonnten wir Mitteilung machen von einem Hausverwalter Bethte in der Kiautschoustraße 16 im Norden Berlins, der dafür, daß er seinen Hauswirt in einer Mietszinsflage vor Gericht vertrat, dem beklagten Wohnungsinhaber eine Unkostenrechnung von 3 Mark zustellte. Als sich der Mieter mit dem Hinweis darauf, daß der Hausverwalter als Gefangenenauffeher in feſter Staatsstellung befinde, also fein Gehalt bei Dienstversäumnis weiter. beziehe, weigerte, die 3 Mark zu bezahlen, bekam es Herr Bethke fertig, daß Sofa des Mieters pfänden zu lassen. Nunmehr teilt uns der Beklagte mit, daß er mit seiner Auffassung recht behalten hat. Das Gericht hat die Unfostenfesehung des Hausverwalters mit derfelben Begründung abgelehnt. Unserer Meinung nach hätte noch hinzugefügt werden können, daß es ja zu den Obliegenheiten des Hausverwalters gehört, den Hauswirt vor Gericht zu vertreten und daß er dafür neben seiner Entschädigung als Verwalter nicht noch helfen. Er definierte den Begriff ,, 3 Mart Untosten" nunmehr so, Ertraeinkünfte beziehen könne. Aber Herr Bethke wußte sich zu bag er 1,20 Mart für Mittagessen und 1,80 Mart für Aufbügeln des Anzuges anfeßte. Das Gericht aber stellte sich auf den Standpunkt, daß es nicht unbedingt notwendig wäre, daß Hausverwalter mit frischgebügelten Anzügen an Gerichtsstelle erscheinen. Auch für die leiblichen Bedürfnisse des Herrn Bethke hatte man kein Verständnis. Man hielt die Anstrengungen in einer Fünfminutenverhandlung vor dem Einzelrichter nicht für so groß, als daß man sich sofort mit einem Mittagbrot wieder stärken müßte. Der Herr Verwalter bekommt also feinen Taler nicht. Aber auch die Zeit, die dem Gericht mit solchen Lappalien gestohlen wurde ist unwiederbringlich verloren! Hättet Ihr mich schlafen lassen." Sehr elegant, mit Pelzstiefeletten und Berlschmud nimmt Frau Else B. aus Berlin vor der Anklagebank des Potsdamer Amtsgerichts Platz. Beamtenbeleidigung und Sachbeschä Digung werden ihr zur Last gelegt. Die Angeklagte wurde am 13. August d. I. auf dem Bahnhof Stahnsdorf- Friedhof schlafend in einem Eisenbahnabteil vorgefunden. Der Bahnmeister hieß die Dame aussteigen, aber da kamen er und der Weichenwärter schlecht an. Mit wildem Geschrei und Geschimpfe torfelte Frau B. aus dem Wagenabteil.. Die Beamten stellten fest, daß sie nur eine Fahrkarte bis Nikolassee gelöst hatte. Als die Nachlösung gefordert wurde, ging das Geschrei und Geschimpfe wieder derart los, daß die Reisende von der Fahrt ausgeschlossen werden mußte. Die Be amten wurden mit nicht wiederzugebenden Worten bedacht, und schließlich nahm Frau Else ihre Schirmkrücke und zerschlug die Scheiben des Dienstraumes. Polizei wurde geholt, die die renitente Dame, die stark nach Alkohol roch, in Sicherheit brachte. In der gestrigen Hauptverhandlung bekam Frau Else fast kein Wort über die Lippen. Auch als der Vorsitzende sie nach ihren Vorstrafen fragte, schüttelte sie nur verschämt ihr Haupt. Der Amtsanwalt: Sie sind doch 92 mal vorbestraft? Angeklagte: Ja, ja. Kaum hat der Vorsitzende sich zur Beratung zurückgezogen, schreit die Angeflagte wie eine Furie, sich zu den als Zeugen geladenen Eisenbahnbeamten hinwendend: Hättet ihr mich schlafen lassen, wäre alles nicht passiert. Das Urteil erging wegen Beamtenbeleidigung und Sachbeschädigung auf einen Monat Gefängnis und Publis fation im zuständigen Amtsblatt. Auf dem Gerichtskorridor zeigte Frau Else ihr rofiges Zünglein in ganzer Länge dem Zuhörerkreis, dessen Blicke sich neugierig hinter der 92mal Borbestraften geheftet hatten. Drei Schönheitsfehler des Mundes 1. Der Zahnstein Ist ein Absatz des Speichels ähnlich wie der Kesselstein des Wassers. Er hat eine graugrüne, braune bis schwarze Färbung und ist zunächst ein Schönheitsfehler, der den Zähnen ein häßliches, ungepflegtes Aussehen gibt und einer üblen, fauligen Geruch aus dem Munde verursacht. Er ist aber auch ein höchst gefährlicher Feind des Gebisses, weil er Zahnfleisch- und Kieferschwund sowie Zahnfleischentzündungen und-eiterungen verursacht. Er ist äußerst festsitzend und hart; oft umkleidet er in harter Kruste den ganzen Zahnhals, entblößt die Wurzel und verursacht ein Lockerwerden der Zähne, 2. Mißfarbener Zahnbelag hervorgerufen durch starkes Rauchen von Zigarren und Zigaretten, ist weniger schädlich, aber ein um so auffallenderer Schönheitsfehler des Gebisses. Wie entfernt man Zahnstein und Zahnbelag? Weder mit Mundwasser noch mit sogenannten Lösungsmitteln; in dieser Beziehung ähnelt der Zahnstein auch dem Kesselstein, gegen den allerlei Lösungsmittel sich als wirkungslos erwiesen haben und die rein mechanische Beseitigung sich am besten bewährt. Millionen, die heute Chlorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schönen weißen Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben es selbst ausprobiert, daß Mundwasser die mechanische Reinigungskraft der mikroskopisch feinen reinen Kreide im Chlorodont nicht ersetzen kann. 3. Ubler Mundgeruch als Folge mangelhafter Zahnpflege macht sich weniger dem davon Betroffenen, als seiner näheren Umgebung bemerkbar. Neutrale Salze im Chlorodont, die eine vermehrte Speichelbildung und dadurch eine natürliche Mundreinigung bewirken, in Verbindung mit dem herrlich erfrischenden Pfefferminzgeschmack beseitigen diesen markanten Schönheitsfehler unmittelbar. Jeder Tube Chlorodont ist eine genaue Gebrauchsanweisung beigefügt. Chlorodont- Zahnpasta und die dafür geeignete Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt sind die besten Hilfsmittel gegen den gefürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den oft damit verbundenem ablen Mundgeruch 290 Sport. Wambst- Lacquehay allein Spihenpaar. Unerhörte Jagden und Platzveränderungen. Ein heißer Abend im Sportpalast. Nachdem schon vor Beginn der 10- Uhr- Abend- Wertung starke Platzveränderungen im Felde vor sich gegangen waren, wurde die Reihenfolge nach Beendigung der Wertung vollkommen umgeworfen. Bei einer von Tonani entfesselten Jagd verloren alle Paare bis auf Marcillac- Junge und WambstLacquehan eine Runde. Beide Mannschaften haben jetzt allein die Führung inne. Die Nachmittagswertung am Montag brachte keine aufregenden Momente. Erwähnt sei, daß die Mannschaften Fricke- Verschueren und Nebe Gottfried nach dem zweiten Spurt bzw. nach Beendigung der ersten Hälfte der Wertung je eine Runde nach„ berühmtem" Muster gewinnen durften". Die Spurts brachten folgende Ergebnisse: 1. Spurt: 1. Tona ni vor Gottfried, Fricke und Lieg: 2. Spurt: 1. Verschueren vor Miethe, Horder und Knappe; 3. Spurt: 1. Tiez vor Tonani, Koch und Gottfried; 4. Spurt: 1. Behrendt vor Miethe, Aerts und Marcillac; 5. Spurt: 1. Huschte vor Rieger, Tiez und Horan; 6. Spurt: 1. Junge vor Huschke, Nebe und Fricke; 7. Spurt: 1. Tona ni vor Tiek, Miethe und van Hevel; 8. Spurt: 1. Rieger vor Junge, Behrendt und Huschke; 9. Spurt: 1. Tie vor Tonani, Marcillac und Knappe; 10. Spurt: 1. Junge vor Rieger, Lacquehan und Aerts. Der Stand des Rennens war nun folgender: Tiez Behrendt 124 Buntte, Koch- Miethe 64 Punkte, Bambit- Lacquehan 60 Punkte, 1 Runde zurück MarcillacJunge 101 Punkte, Aerts- van Hevel 63 Punkte, 2 Runden zurüd Knappe- Rieger 199 Punkte, Huschke Tonani 138 Punkte, 6 Runden zurück Gottfried- Nebe 209 Punkte, 7 Runden zurüd Horder- Horan 88 Punkte, 8 Runden zurüd FrideBerschueren 63 Punkte. Die fünfte Nacht. Vor einem glänzend besuchten Hause liefert das Feld gegen 9 Uhr eine lang anhaltende Jagd. Knappe ist der Draufgänger. Die Mannschaft Tieß- Behrendt seht nach und übernimmt das Kommando mit dem Erfolg der Ueberrundung Koch- Miethe und Fride Verschueren. Gottfried- Nebe erhalten eine Strafrunde wegen schlechter Ablösung. Koch- Miethe sind nach dieser Jagd also wieder aus der Spitzengruppe verschwunden und nehmen nun in der Gruppe der um eine Runde zurückliegenden Mannschaften den zweiten Platz ein, während Nebe- Gottfried wieder sieben Runden zurück liegen. Die Spigengruppe bilden Tieh- Behrendt vor Wamb st= Lacquehay. Dann bearbeitet Verschueren wild die Pedale. Dank der Uneinigkeit des Feldes im Punkte der Führung gelingt es ihm, die Berluftrunde wieder wett zu machen. Das Haus befindet sich in Aufregung, die durch kleine Vorstöße vielfach gesteigert wird. Wer wird fiegen? Diese Frage steht selbstverständlich immer wieder im Mittelpunkt des Interesses, zumal jede Kombination und Voraussage schon in der nächsten Stunde nicht mehr zutreffend sein können. Jede Stunde kann gewaltige Aenderungen mit sich bringen, die ihre letzte Auswirkung in der 145. Stunde, dem härtesten Prüfstein der Sechstageschlacht finden dürften. Die 10- Uhr- Abend- Wertung. Ruhig fährt das Feld. Erst nach dem fünften Spurt geht eine von den Amerikanern entfesselte Jagd los, Junge- Marcillac hinterher. Beide Mannschaften können nach furzem Kampf eine Runde aufholen. Junge Marcillac haben somit die Führung vor Tiez- Behrendt und Wambst Lacquehay inne. Nach Beendigung der Wertung geht Tonani los. Im Moment sind alle Paare auf der Bahn, die wildes Tempo angeschlagen haben. tim marcillac- Junge und Wamb ft Lacque hay sekten mit begeisterter und unerhörter Wucht ihre Borstöße fort und können das gesamte Feld überrunden. Die Fahrweise der beiden nun alleinigen Spizenmannschaften ist prächtig. Besonders Junge weiß seine Maschine zu bearbeiten. Später fann Nebe tampflos eine Runde aufholen. Der Stand des Rennens nach der Wertung und den Jagden ist nun folgender: Nachdem Nebe abermals fampflos eine Runde gewinnen fonnte, ging eine neue von unerhörtem Ausmaß begleitete Jagd los. Sie veränderte das Feld abermals starf, so daß sich jetzt folgender Stand des Rennens ergibt: Erster: Wambst- Lacquehan 62 Punkte. Eine Runde zurück: Marcillac- Junge 119 Bunkie. Zwei Runden zurück: Behrendt- Tieh 137 Punkte. Drei Runden zurüd: Herts- van Haevel 65 Punkte. Vier Runden zurück: Koch- Miethe 68 Punkte. Fünf Runden zurück: Knappe- Rieger 227 Punkte, Huschte Tonani 150 Punkte. Acht Runden zurück: Horder- Horan 96 Punkte, 12 Runden zurück: Gottfried- Nebe 217 Punkte, Fricke- Verschueren 78 Punkte. Meßmer's Tee Sabgemäße Mischungen von hervorragender Qualität, größte Ergiebigkeit- daher Sparsamteit im Verbrauch FUNK VINKEL deutscher Erzähler dieses Jahres, der im Reichstag Heinrich Der Sonntag abendfunk übertrug den zweiten Abend Mann als Sprecher eigener Werte brachte. Heinrich Manns Persönlichkeit umriß Jakob Schaffner als Einführung zu dem Abend. Er schilderte ihn als Sucher im Heutigen, als dichterischen Gestalter unserer Gegenwart knapp und leider nicht immer allzu klar. Heinrich Mann aber fand den Beifall, der ihm lebhaft hörbar im Reichstag zuteil wurde, gewiß auch bei den Funkhörern. Seiner Novelle" Der Jüngling", die die doppelte Problematik der Jünglingsund der Künstlernatur behandelt, fehlt es nicht an Handlung, troßdem das Schwergewicht, wie in allen Werken Heinrich Manns, auf der psychologischen Analyse ruht. Die recht geschicht geführte Handlung ist gleichsam nur das Grundgerüft des literarischen Stoffes. Daß Heinrich Mann aber diese Bedeutung nie verfennt, zeugt für seine schriftstellerische Begabung. Mann erwies sich auch als Vorleser als plastischer, eindringlicher Gestalter. Da die Ber. anstaltung im Reichstag unerwartet zeitig schloß, füllte ein wenig bedeutendes Unterhaltungskonzert die Zeit bis 10 Uhr aus. Am Nachmittag war Georg Schumann, der Direktor der Berliner Singakademie, als Musiker zu Wort gekommen. Dr. Herbert Biehle führte in einem kurzen, verständnisvollen Vortrag, in dem er die Bedeutung Schumanns als Pianist, als Komponist wie als Leiter der Singakademie hervorhob, die Funfhörer zu ihm hin. Das Damen quartett und Prof. Georg Schumann, der den Alavierpart übernahm, brachten dann das F- Dur- Quintett Nr. 2 Op. 49 in einer vollendet schönen Aufführung. Käte Philippbaar sang mit fultiviertem Sopran Lieder von Schumann, und der Chor der Singakademie beschloß mit der sehr stimmungs. voll gestalteten Motette Wie schön leuchtet der Morgenstern" die Darbietungen. Im Rahmen einer Vortragsreihe„ Mensch und Arbeit" sprach gestern abend als erster Lokomotivführer Grübler über„ Ein Tag auf der Lokomotive". In der ihm zugebilligten furzen Zeit verstand es der Vortragende, den Hörern ein anschauliches Bild von den Berufspflichten des Maschinenpersonals zu geben. Bei manchem Pflichtreisenden, aber auch bei den meisten Bergnügungsreisenden, die ohne weitere Ueberlegung ihre Fahrt im Eisenbahnzuge machen, dürfte durch den interessanten Bortrag ein größeres Interesse an den beiden Männern da vorn auf der Lokomotive gewedt worden sein. Wirklich hörenswert waren die Beschwerden des Bortragenden über die Dienstverhältnisse des Lokomotivpersonals; sie sind seit Schaffung der Reichsbahn wirklich nicht besser geworden. Sehr treffend betonte Grübler, daß das Maschinen personal im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Bein im Grabe und mit dem anderen im Gefängnis stehe." Für die Arran gierung dieser Vortragsreihe, bei der Angehörige der verschiedensten Berufe zu Worte fommen werden, ist dem Rundfunk zu danken. Die Kenntnis von dem Leben und Wirken unserer Boltsgenossen im Handwerk und an der Maschine wird so auch Kreisen übermittelt, die bisher feine engere Fühlung mit ihnen hatten. Den Beschluß eines im ganzen recht guten Tagesprogrammes Rennen zu Mariendorf am Montag, den 8. November. 1. Rennen. 1. Hans Behrens( Buhrmester), 2. Susi Rehburn ( S. Kaupper), 3. Diana Magowan( F. Schulz). Tofo: 37:10. Blag: 13, 15, 30: 10. Ferner liefen: Augenstern B., Potsdam, Charley Worthy, Berber, Liebestraum, Effi. Großmogul, Einsicht, startenspieler, Struwelpeter, Gitelfried, Erzgauner, Fram, Charade, Sereuzritter, Armenier. 4. Renne It. machte am Montag Offenbachs„ Großherzogin von Gerolstein". Offenbach, von dessen sehr zahlreichen Rompofitionen man heute er. staunlicherweise nur noch Die schöne Helena", Orpheus in der Unterwelt" und Hoffmanns Erzählunnen" auf den Bühnen antrifft, ift neben Strauß der flassische Operettentomponist. Seine Werte auch manches der heute nicht mehr gespielten. find bühnenwirt. fam, die Musik auch heute noch nicht veraltet. Wie vielem Operetten fitfch tann die wigige parodistische Großherzogin von Gerolstein" die Wage halten, Sentimentalität, Würde, Heldentum werden von einer geistreichen und eleganten Mufit, oft mit ganz geringen nedischen Spiegel eines Lachkabinetts. Bisweilen steigert Offenbach Uebertreibungen nur, gezeichnet und wir sehen sie wie in dem stischen Möglichkeiten, die ihm die Mufit bietet. Außerordentlich dann aber auch alles ins Groteske und schwelgt in den humori glücklich find die Altschlüsse, die jedesmal einen musikalisch sehr wirkungsvollen Austlang geben. Das Wert tommt zu seiner vollen heiteren Wirkung natürlich erst auf der Bühne. Es ist aber trokdem sicherlich eine der für die Sendebühne geeignetsten Operetten. Georg to Szell dirigierte mit Schwung und Humor und auch die Mitwirken. Wirl, Franz Groth, Robert Koppel und der Funkchor bewährten den, an der Spize Käthe Jöten- König, Violetta Schadow, Eric fich aufs vergnüglichste. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 9. November. Außer dem üblichen Tagesprogramm 12.30 Uhr nachm.: Die Viertelstunde für den Landwirt. 4 Uhr nachm.: Dr. Gustav Manz:„ Klang, Wort, Rhythmus". 4.30 Uhr nachm.: Der Maelstrom" von Edgar Allan Poe. Gelesen von Meinhart Maur. 5-6 Uhr abends: Ständchen. Anschließend: Ratschläge fürs Haus, Theater- und Filmdienst. 6.20 Uhr abends: Stunde mit Büchern. Josef Aug. Lux: Beethovens unsterbliche Geliebte". Eduard von der Hellen: Höhere Kindschaft". Goethe: " Faust". Henry Ford: Das große Heute, das größere Morgen. Grieben: Bücherei für Natur und Kunst". 6.50 Uhr abends: Obering. Walter Schäffer: Vortragsreihe„ Die deutschen Rundfunksender"( Die verschiedenen Systeme der Modulation). 7.15 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Literatur. Dr. Werner Mahrholz: Strömungen der modernen Literatur" ( Der Naturalismus im 19. Jahrhundert). 7.45 Uhr abends: Geh. Reg.- Rat E. Löhr:" Quer durch Finnland". 8.15 Uhr abends: Alfr. Schattmann spricht über Robert Schumann. 8.30 Uhr abends: 200 Jahre Orchestermusik. IX. Robert Schumann. Dirigent: Prof. Dr. Georg Schumann. 1. Ouvertüre zu„ Manfred. 2. Klavierkonzert op. 54 Allegro affettuoso Andante espressivo Allegro molto Intermezzo( Andante grazioso) Allegro vivace ( Prof. Dr. Georg Schumann, Flügel; Dirigent: Bruno Seidlermaestoso Winkler). 3. I. Sinfonie B- Dur op. 38 Andante un poco Larghetto Scherzo( Molto vivace) Allegro animato e grazioso( Berliner Funkorchester). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Dienstag, den 9. November. 3-3.30 Uhr nachm.: C. M. Alfieri, G. v. Eyseren: Spanisch. 3.30-4 Uhr nachm.: Fr. Min.- Rat Weber: Die Lage der Fürsorgerin in Deutschland und freie Liebestätigkeit. 4-4.30 Uhr nachm.: Fr. Min.- Rat Weber: Die Arbeit und Lage der Fürsorger. 4.30-5 Uhr nachm.: Aus der pädagogischen Welt. 5-6 Uhr nachm.: Emanuel Lasker: Die moderne Schachpartio. 6-6.30 Uhr abends: Min.- Rat Mende: Die Reichsverfassung. 6.30-7 Uhr abends: Dr. Neuburger: Lyriker der Romantik. 7-7.30 Uhr abends: Reg.- Rat Dr. Krammer: Deutsche Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. 7.30 bis 8.30 Uhr abends: Dichterstunde: Agnes Miegel, Meta GlaßVillaret, Georg Vollerthun. Ab 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus Hamburg. 36:10. Ferner liefen: Quelle W., Wintermärchen, Arnfried, Cosimo Müraffier, Statharina, Casanona, Mailujt, Bunier, Soblenkönigin, Flöte, Dante, Weinstock, Indianer, Baron Tregantle, Czillag, Venus. Geschäftliches. aus2. Rennen. 1. Karo Bube( B. Finn), 2. Dolmann( H. Schleusener) 3. Campanula( 3. Mills), Toto: 18:10. Blak: 11, 11, 11: 10. Ferner liefen: Ingelinde, Alſterbaron, Beate, Millionär, Sadana. Quintessenz. 3. Rennen. 1. Belvedere( Ch. Mills), 2. Bergschwalbe(. Schmidt) 3. Crispa( 3 Sozal). Toto: 21:10. Plat: 25, 36, 29: 10. Ferner liefen Siegleicht, Gladiator I, Baron Watts jr., Coriolanus, Hersteller, Götterbole Rasgrad, Elfenkönigin, Ocean Girl, Quera, Renz I, Good Boy, Erbgrafitorei Telschow, Leipziger Straße 8. Die Wände Baron Tregantle, Blaumeije, Liebesbote, Ludioig, Malta, Minz, Hettie Simiene, Peralta, Bainsca. 1. Dunajec( Th. Nekli), 2. Petronella A.( W. Hanka), 3. angemann( B. Ahrens). Toto: 104: 10. Plak: 31, 31, 54:10. Ferner liefen: Monostatos, Salome, Edstein, O'Capt. Leerberg, Herostratos, Ingrid brand, Quille B., Leuchtturm, Hippologe, Erbprinz, Erifa, Matkönigin, Halle, Lessing, Holstein, Ludwig R., Radiola, Jdafa, Friedericus Reg, BeinBeinminge, Notula. 5. Rennen. 1. Mary S.( Sauk jr.), 2. Edith Borthy( Großmann), 3. Addie( P. Finn). Toto: 137: 10. Blag: 28, 19, 17:10. Ferner liefen: Erdmann, Clematis blau, Baron Klataway, Fenelon, Marcel, Buchdruder, Sudan. 6. Stennen. 1. Tudora( Roll). Toto: 545: 10. Blak: 109: 10. 1. Corona Mc Kinney( Schröder), 3. Senator( Roll). Toto: 622: 10. Play: 73:10. Ferner liefen: Ballonkönigin, Rubin, Divisionär, Peter Harvester, Mrs. Bosworth, Dompfaff, Seanette, Königsadler. 7. Nennen. 1. Noordwht( Ch. Mills), 2. Michelangelo( Sauß jun.), 3. Ostermagda( Jauß). Toto: 15:10. Blag: 14, 26, 23:10. Ferner liefen: Francisco, Nachtfalter, Altgold, Datofon Batts, Pechfacet. 8. Rennen. 1. Annie Goudster( Suplinger), 2. Natal( Hermann Schleusener), 3. Niederländer( Großmann). Toto: 92: 10. Play: 51, 20, Massary rückt auf! Sieh da: plötzlich steht die MASSARY Zigarette wieder im Dordergrund. Ein neuer Sabak fachmann pon europäischem Ruf widmet ihr seine Liebe, seine Kunst, und der Raucher spurt sofort den neuen Geist: den gewaltigen Qualitätsaufschwung, den jede Preislage klar erkennen läßt. Wie zart, wie wundervoll mild und suẞaromatisch ist jetzt die gute MASSARY!" ruft uns begeistert ein kultivierter Massaryverehrer zu. Wir freuen uns darüber, und wir gehen den Weg des Erfolges weiter Dir geben Ihnen Meisterstücke deutscher Zigarettenherstellung in die Hand, wir werben durch hochste Leistung um aller Raucher Gunst, auch um Thre! Urteilen Sie selbst! MASSARY Wiedereröffnung der Konditorei Telichow. Nach Bergrößerung der Räumlichkeiten und vollständig neuer Inneneinrichtung geführt von den Deutschen Wertstätten A.-G. und der Firma Heinichs öffneten sich wiederum die Pforten der Kon grüßen in zart abgetöntem Gelb- rosa, hübsche Beleuchtungskörper berbreiten ein angenehm- dezentes Licht, bequeme Bolstermöbel laben die Damen nach ihren Einkäufen zu beschaulicher Rast und die bes währten füßen Sachen" zur Uebertretung des Schlankheits- Bara= graphen ein. Die Konditoren flagen sehr, daß der Konsum an Kuchen das Wissen um die in den Süßigkeiten reichlich enthaltenen Kalorien und Schlagsahne ungemein nachgelassen hat. Ob der Geldbeutel oder bran schuld hat, wer tann es sagen. Tatsache: die Damen naschen wenig oder gar nicht, dagegen eisen die Herren jezt mehr Kuchen. Verkehrte Welt. Aber alles Neue lockt. Ihr Husten quält Sie so. Bei Susten, Heiserleit, Schleimverhärtung, rauhem und schmerzendem Hals, starken Auswurf sollten Sie zu Reichel's Hustentropfen, dem alterprobten Huftenrezept greifen, und davon mehrmals täglich 15 Tropfen nehmen. Bu haben in Drogerien und Apotheken. M.75 und 1.40. Echt nur mit der Marte Medico" und der Firma Otto Reichel, Berlin 43, ED, Eisenbahnstr. 4. MASSARY MASSARY Massary- Perle GOLD U. PURPUR MDST. Massary- Delft SOLDU. TURKIS MDST 4-$ 5$ Passary Ritter 69 GOLD U. SEIDEN MDST. AUCH IN ENTZÜCKENDEN WEIHNACHTS GESCHENKPACKUNGEN #L ArbeiterSport Die neue Körperkultur des Arbeiters. Der Sozialismus als Kulturbemegung erstreckt sich über alle Gebiete menschlichen Strebens. Ein Gebiet, deffen Wichtigkeit erst in jüngster Zeit voll erkannt worden ist, bildet die Körper kultur. Sie findet ihre Pflegstätte vornehmlich in den Ar beitersportvereinen, die sie troß vieler Hindernisse zu einer hohen Blüte gebracht haben. Erst vor furzem murde der fozialistischen Kulturkonferenz, der ersten größeren Veranstaltung unferes jungen Kulturbundes, davon eine glänzende Probe ge geben. Bier Klaffen der Arbeiter- Turn- und Sportschule in Leipzig boten der Konferenz ein anschauliches Bild der Entwicklung des neuen Turnens und seiner Pflege in den Arbeitervereinen. Viele wertvolle Anregungen sind dadurch den Teilnehmern mit auf den Beg gegeben und das Verständnis für die förperliche Erziehung ist erfreulich gefördert worden. Spiel und Spielbetrieb. Die moderne Gymnastik findet sich immer mehr zurück zu dem natürlichen Spieltrieb des Menschen, von dem sie ausgegangen ist. Eie spürt den Entwicklungsphasen diefes starten Triebes nach und versucht, den verschiedenen Altersstufen beider Geschlechter gerecht zu werden. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß der Spieltrieb dem Menschen mit zunehmendem Alter verloren gehe. Wohl wandelt er die Formen des Ausdrucks in den einzelnen Altersstufen, um im reiferen Alter sich produktiv schöpferisch zu betätigen. Man hat ver: sucht, den Spieltrieb theoretisch zu erflären, aber weder Schiller und nach ihm Spiencer, die ihn aus der überschüssigen Kraft junger Menschen erflären wollen, noch Steinthal, Gutsmuths und Schaller mit ihren Erholungstheorien geben eine erschöpfende Erklärung. Auch die von Groos aufgestellte Theorie, daß es sich um einübende Tätigkeit für bestimmte Funktionen handle, wirkt wenig überzeugend. Alle diese Deutungsversuche gehen an der seelischen Seite des Problems vorbei. Groos tommt der Wahrheit scheinbar am nächsten, nur müßte er einen Schritt weitergehen und im Spieltrieb die Webung giftiger, seelischer und förperlicher Kräfte sehen, die im Alltagsleben nicht zur Entfaltung fommen fönnen. Gutsmuths hat über die Leibesübungen den schönen Sag geprägt, fie feien Arbeit im Gemande jugendlicher Freude"; das scheint uns schon eine bessere Erklärung des Spieltriebes zu sein. Wie dem auch sei: Darüber kann ja ein Zweifel nicht bestehen, daß der Spieltrieb im Kindes- und Jugendalter sehr start entwickelt ist und seinen Ausbruck vornehmlich in den Leibesübungen sucht. Was aber das reifere Alter betrifft, so darf daran erinnert werden, daß der heutige Arbeitsprozeß mit seiner weit vorgeschrittenen Teilarbeit und feiner ermüdenden Eintönigfeit für die Entfaltung des Spieltriebes jowohl in förperlicher als feelischer Hinsicht feinen Raum mehr bietet. So sucht der Spieltrieb, der früher bei diesen Alters. tlaffen fich fast ganz auf geistigem Gebiete betätigte, nunmehr eben falls einen Ausgleich in förperlicher Tätigkeit. Selbst die geistigen Berufsarbeiter menden fich folcher Ausgleichsbeschäftigung zu, denn ihr Beruf wird auch immer mehr zur reinen Ermerbsarbeit einseitigster Art. Das heutige Berufsleben ist vor allem freub los, bedeutet nur noch Abraderung und läßt teine Erholung mehr auffommen. Damit fällt der Gymnaftit immer mehr die Aufgabe 3u, als Ausgleichsarbeit zu dienen und sie fann diese Aufgabe um fo leichter erfüllen, je mehr sie sich dem natürlichen Spielfrieb des Menschen anpaßt. Das neue Turnen. Im Laufe dieser Entwicklung mußten die alten Methoden des Ichulmäßigen Turnens fallen. An ihre Stelle trat bas rhythmische Zurnen. Die fließende Bewegung, deren Hauptwirtung die Aufloderung des Körpers ist. Man stellt fich vielfach vor, rhythmische Gymnastit jei eine Art getanates Turnen und in den ersten Anfängen haben piele Turnmarte daraus fogar ein tänzelndes Turnen gemacht. Von dieser Verirrung sind wir längst abgekommen. Die fließende Bewegung finden wir heute in der gefamten Gymnaftif, im Geräteturnen sowohl, mie auch im Sport. Wir finden sie in ihrer höchsten Berförperung in der großen Kunst Mary Wigmans und gleichartiger Künstlerinnen, wo sie einen ganz neuen Stil hervorgebracht hat. Die Gymnastik verdankt diesen Instituten der neuen Tanzkunst sehr viel, fie holt sich dort täglich neue Anregungen, wenn sie auch in ihrer Tagesarbeit andere Bege gehen muß. Fließende Bewegung macht nicht nur den Körper geschmeidig und loder, fie erfpart vor allen Dingen viel unnötige Kraftausgabe. Troß fräftiger Durcharbeitung des gesamten Körpers läßt sie ein Gefühl der Ermüdung fast gar nicht aufkommen. Darin liegt ja auch die Ursache der Erfolge, die man in der Produktion mit der Anwendung der fließenden Methode gemacht hat. Die Arbeitersportbewegung ist fast über Nacht zu einem sehr wichtigen Gliede der profetarischen Kulturbewegung gemorden. Rörpertultur ist heute ein nicht mehr meg. zudenkender Fattor der Persönlichkeitstultur des neuen Menschen. Sie ist zugleich Massenkultur, die der Bewegung der Maffe einen ganz neuen Rhythmus gibt. Der Proletarier der nächsten Generation wird nicht mehr der gedrückte Sflave fein, sondern ein springlebendiger Mensch mit hellen Augen und scharfen Sinnen. Zur Bildung diefes neuen Menschentyps wird die Urbeitersportbewegung wesentlich beitragen. Der organisierte Arbeiter gehört darum in die Arbeitersportvereine, mo er Schulter an Schulter mit seinen Klaffengenoffen den Kampf führt für die Be freiung aus geistiger und förperlicher Knechtschaft. Norden teil. Im Schwimmfest Freie Schwimmer Neukölln". Die Freien Schmimmer Neutölln" hielten vergangenen Sonn abend und Sonntag ihr diesjähriges lofales Schwimmfest im Stadt bab Neukölln ab. 21s Gäste hatten sie sich die Brudervereine aus Breslau, Görlig und Vormaris Berlin" verpflichtet. An einigen Konkurrenzen nahmen auch die Freien Schwimmer Den Auftakt zu den Wettkämpfen bildete die 3 mal 100- meter- Freistilstafette für Männer der Klaffe A. Neukölln fonnte diefes Rennen mit sicherem Vorsprung in der Zeit von 3,33 Minuten gegen Borwärts Berlin gewinnen. Görlig gebrauchte 3,53 Minuten. Im Jugendrüdenschwimmen tonnte fich Czesnit. Neukölln als Sieger herausstellen, 3eit 1: 35,4 Minuten. 100- meter- Rückenschwimmen der männlichen Jugend konnte Grant( Borwärts Berlin) mit 1: 30,2 minuten den ersten Blaz belegen. Das Freistilschwimmen für Männer der Klasse B über 100 Meter brachte recht gute Resultate zustande. Erster murde Drigauzki( Borwärts- Berlin) in 1: 15,2 Minuten. Die Männerbruststafette über 3 mal 100 meter sah nur drei Mannschaften am Start. Erste wurde Barwärts- Berlin in 4: 28,3 minuten, zweite Görlig in 4: 44,8 Minuten. Im Freistilschwimmen über 200 meter trafen sich die besten Schwimmer Ostdeutschlands. Gätte.Neuföln fonnte das Schwimmen in der guten Zeit von 2:39 Minuten vor Frohn- Neukölln( 2: 42,2) und Dietschte- Reutölln( 2:45) gewinnen. Frauenbruststafette 4 mal 50 Meter: Erster Borwärts- Berlin( 3: 21.4). Die Jugendlagenſtafette über 4 mal 100 meter entwickelte sich zu einem Speitampf zwischen Vorwärts- Berlin und den Neuköllnern, den Borwärts für sich mit 5: 38,4 Minuten entscheiden konnte. 3 Unter großer Beteiligung der Bevölkerung Neuköllns gingen die Sonntagswettkämpfe vor sich. Mit der Männerlagenftafette über 4 mal 100 Meter nahmen die Wettkämpfe den Anfang. Erster wurde Breslau mit 5: 44,3, zweiter Görlig mit 5: 53,4 Minuten. Neukölln und Vorwärts wurden distanziert. Neben den vielen Wettkämpfen im Schwimmen waren die Leistungen der Springer hervorragend gut. Als Sieger ging Papte- Borwärts hervor. Im Freistilschwimmen über 100 meter für Männer der A- Klaffe flegte Götte Neukölln mit 1: 05,1 Minuten, der damit eine neue Bundeshöchstleistung vollbrachte. $ Die Wafferballspiele brachten folgende Ergebniffe: Männer: Vorwärts- Berlin gegen Görlig 6: 6, Freie SchwimmerSonnabend, Jugend Breslau gegen Borwärts- Berlin 2: 6 Tore. Neukölln gegen Breslau 15: 6. Sonntag: Männer Breslau gegen Vorwärts- Berlin 9: 2, Görlig gegen Freie Schwimmer Neukölln 3: 8. Jugend Breslau gegen Freie Schwimmer- Neukölln 0: 8 Tore. Ein Statutenentwurf des Kartellverbandes. So fann er nicht bleiben! Der Geschäftsführende Ausschuß des Kartellverbandes zukünftige Arbeit im Hauptfartell sowie in den Bezirksfartellen bat zurzeit einen Statutenentwurf in Beratung, der die Groß- Berlins regeln soll. Die beabsichtigte Neuorganisation bringt eine Reihe mesentlicher Verbesserungen gegenüber der bisherigen Berwaltung, die eine erfolgreichere Arbeit in 3ufunft erwarten laffen. Einige nicht unwesentliche Mängel machen jedoch eine Bes sprechung in der Deffentlichkeit um so notwendiger, als nach dem $ 7 der Kartellausschuß selbst herrlich das neue Statut den Arbeitersportlern Groß Berlins auf oftronieren will, anstatt es durch eine Generalversammlung beschließen zu lassen. Eine derartige Diftatur dürfte nicht geeignet sein, das Vertrauen in die Arbeit des Kartellverbandes zu erhöhen. Auch der§ 6, der bei allen Streitfällen in den Bezirkskartellen die endgültige(!) Entscheidung in die Hände des Kartellausschusses legt, ist mit dem bescheidensten demo fratischen Prinzip nicht mehr vereinbar und daher untragbar. Die Kartell- Hauptverfammlung wird dadurch zu einem einflußlojen Rede parlament, dessen Beschlüsse nur dann in Kraft treten tönnen, wenn der Kartellausschuß. d. h. der erweiterte Borstand, sie sant tioniert. Fußballrefultate vom 7. November. Bei schönstem Fußballwetter fanden am Sonntag die Serienfpiele fratt. Benn auch der Ausgang der Spiele programmäßig verlief, so überraschen doch einige fehr hohe Refultate. Das im Often Treptom gegen Richterswalde gewinnen würde, fanb wohl für jeden feft, daß aber in 45 Minuten 15 Tore pon Treptow erzielt werden, hatte mohl niemand erwartet. Auch Lichten berg III errang gegen Schweiffterne einen 15: 0- Gieg. Givalau ficherie fich den Anschluß an die Spike durch einen 5: 0- Sleg über Britannia- Lichtenberg. Britannia ift dadurch vollkommen aus der Spikengruppe verdrängt. Askania gegen Tasmania 8: 0. Sadoma gegen Briegen 10: 0. Berein für Bewegungs fpiele gegen Retfchendorf 2: 2. Sichtenberg II gegen Brandenburg 02 0: 3. Oberfpree gegen Johannisthal 2: 1. Romet gegen Germania 6: 1. Frisch Frei gegen Neuenhagen 5: 2 idie- Gilboft gegen Adlershof 2: 5. Friedrichsbagen gegen Berliner Sportverein 22 0: 2. Luftig Fibel gegen Berliner SportDerein 16 3: 0. Beißenfee gegen Alt- Glienice 2: 0. Jm Norden be feftigte Minerva feine Führerstellung in Abteilung B durch einen 2: 1- Sieg über Borwärts. Spandau 25 mußte an Siemensftabt einen Bunkt abtreten ( 3: 3). Belten gegen Birkenwerder 7: 1. Sertha gegen Pantom 08 1: 4. rminie gegen den Arbeiter- Sportverein 24 1: 5. Memannia gegen blare Weiß 6: 0. Unton- Bankow gegen Bittoria 3: 2. Teutonia gegen Amateure 0: 0. Somjet gegen Boruffia 0: 6. Einigkeit gegen Fichte 24 4: 3. Jüterbog gegen Ludenwalde II 4: 4. Zudenwalde I gegen Bertha 2: 1 Eintracht 23 gegen Berlin XU 1: 2. Wilmersdorf gegen Beelig 12: 1. Schmargendorf gegen fortuna 0: 3. Bittoria gegen Nowawes 2: 0. Neukölln gecen Rüftig. Bormärts 6: 0. Bantwis gegen Charlottenburg 0: 1. Rolzenburg gegen Kreuzberg 0: 6. Fußballring gegen Schöneberg 0: 5. Fichte 21 gegen SternIm GesellschaftsMarienfelde 2: 2. Frankenfelde gegen Woltersdorf 2: 3. fpiel gewann Berolina gegen Selvetia mit 4: 1. Der Neuköllner Ballspiel. Club schlug den Ballspiel- Club Moabit 1: 0. Hoden am 7. November. In der Gruppe A fanden nur zwei Treffen statt. Immerhin eins der michtigten, in welchem fchon eine Vorentscheidung für den fünftigen Rangerften gefallen fein lann. Es gelang den Schönholzern, die Fichte- Best- Mannfchaft mit 4: 3 au fahlagen. Stodtechnisch waren die Fichte- Weft- Leute etwas beffer, aber der unermüdliche Eifer des fungen Schönholzer Sturmes brachte es diesmal zum Inappen Siege. In der Läuferreihe standen sie den FichteBeftlern febr nach. Im anderen Spiel schlua die ASC. Mannschaft die redt Die übrigen Gruppen eigte fi aleidfalls der ingendliche Sturm von Fichte 10 I als der beffere. unbeständige Freie Turnerschaft Charlottenburg 2: 0. In diesem Spiel geigten folgenbe Refultate: Fichte 10 I- Moabit I 3: 0. Roland- Staaten 4: 2. Beide Bereine müffen noch viel lernen. Lichtenbera II 1- Schmargendorf 2: 1. Lichtenberg- Sportler- Fichte XII 7: 1. Die Frauenmannschaften von Freie Turnerfchaft Charlottenburg und Schönholz trennten fich 7: 1. 2. Mannschaften Charlottenburg 2- Schönhola 2 2: 0. AGC. 2- Fichte 13 6: 0. Schönhola 3- Fichte 10 II 4: 0. Freie Turnerfchaft Groß- Berlin- Norden II und Turnverein Pantom waren fpielfrei. Wir ersuchen nochmals, fämtliche Resultate Sonntags bis 5 Uhr durchzugeben: Telephon Wilhelm 9751. Turnspiele am 7. November. Sandban. Durch die Schuld der Mannschaftsführer konnten einige Mannfchaften ihre Spiele nicht austragen. Groß- Berlin- Norben 3 und Rofenthal fonnten nicht spielen, Groß- Berlin- Norden 1 und Wedding- Sportler II traten 2 Stunden später an. Rorben 1 vollständig, Webbing mit brei Mann Erfan! Norden 1 fann bei quter, lebhafter Spielweiße bis Salbzeit vier Tore erringen und bis Schluß bas Resultat auf fieben erhöhen. dem Wedding nur ein Tor entgegenfeken fann. Fichte 12 gegen Groß- Berlin- Silden: Trokdem Süben nure mit neun Mann fpielt, tönnen sie doch neun Tore( Salbzeit fechs Tore) buchen. Nadimittaas ftanben sich auf dem Wassersportplak Plöhensee die Eurnerinnenmannschaften Fichte 4 und Fichte 16 I aegenüber. Fichte konnte das Spiel mit 3: 0( Salbzeit 2: 0) gewinnen. Anichließend betraten die Männermannschaften Fichte 4 I unb Fichte 1 I bas Felb. Fichte tritt unvollständig und mit Crfak an, kann sich aber auffüllen. Wichte 4 fekt fich fofort vor dem gefchloffenes Innenfeldspiel. Durch Schulb der Berteidigung, die richt schnell ceanerischen Seiliatum feft, um es felten zu verfaffen. Es entwidelt sich ein genus am Ball war, fann Fichte 4 noch feds Tore erringen. Fichte 1 fehlt burch das eigensinnige Spielen vieler Spieler bas Stellungsvermögen. Das Resultat war 6: 0( Salbzeit 3: 0) fitr Fichte 4. Fichte 4 II unb Nowawes I: Nowawes war von Anfang an überlegen, der Fichte- Sturm fam faft gar nicht aus ber eigenen Sälfte heraus. Nomames fann nach 5 Minuten das erite Tor einfenden, tann aber zwei gleich nach dem gegebene Strafeden nicht ver14: 1 trennten fich bie Mannschaften. Taufbeiriah in best Arbeiter.Turn- und Sportvereinen anzuregen, find während Mannschafts- Melblauf bes en Moebit. Um einen regelmäßigen WaldIm§ 2 des Arbeiter- Sport und Kulturfartells" wird die Aufgabe des Kartells in eindeutiger Weise dahin formuliert: im Rahmen der Beschlüsse der Zentralkommission für Arbeitersport und Körper pflege die Ziele der Arbeiter- Sport- und Kulturbewegung zu ver wirklichen". Die Berwirklichung dieses Zieles dürfte aber unmöglich sein, wenn die Zentralorganisationen in Groß- Berlin von jeder Mitarbeit ausgeschaltet werden, dafür aber allen mög lichen fleinen Vereinen( für die eine Zugehörigkeit zur Sentral wanbein. Romanes hat bis zur Salbzeit 5 Zore. Mit dem Resultat ven tommission nicht vorgeschrieben ist) sowie den einzelnen Abteilungen größerer Bereine der bestimmende Einfluß gewährt wird. Schon in den Bezirkskartellen ist die praktische Arbeit der großen Sports vereine durch die Ueberzahl fleiner unbedeutender Vereine mit und ohne Sportbetrieb starf gehemmt, so daß die Sigungen oft mit allen möglichen ideologischen" statt sportlichen Fragen ausgefüllt werden. Wenn in den Bezirkskartellen diefer Uebelstand nicht befeitigt werden fann, fo müßte wenigstens im Kartellausschuß somie in der Hauptversammlung den zentralen Bereinen und Organi fationen, die sich über eine große Anzahl Bezirksfartelle erftreden ( Turner, Radfahrer, Wanderer usw.), Siz und Stimme gewährt merden. Bei den großen Startellveranstaltungen ist die Mitarbeit ber zentralen Vereine ohnehin eine Notwendigteit. In einem Ar. beiter Sporttartell muß den großen Sportvereinen ein maßgebender Einfluß eingeräumt werden. Die Bezirkskartelle mit ihrer bunten Zusammensetzung sind hierfür wenig geeignet. " ber Wintermonate Trainingsmeitfämpfe für albläufe geplant, au denen alle Arbeiterfportler eingeladen find. Die erfte Beranstaltung schreibt dez SB, Moabit art 17, Rovember( Bustan) als Mannschafts- Wald und Ge Tände auf buch die Jungfernheibe aus, und war für Danner über 5 Ailpmeter. Sugend über 25 Rilometer und Schüler über 1.5 Rilometer. 3 bis 4 Bäufer bilben eine gefchloffene Mannschaft. Die Bertung erfolgt für Rennmannschaften( Lange und Mittelffredier), für Spielmannschaften( Sandball, Soden ufm.) uns Mannfchaften von Somimm, Ruber- und Zurrupereinen. Start nadm. 24 Uhr Gear, Ede Afrikanische Straße. Starteeth with nicht erhoben. Melbungen find bis Sonntag, 14 November, on with. Schüler, R18. 5. Quisomftr. 105, au richten. Nachmeldungen bis zum Start läffg. Gleichzeitig ift ein Werbelauf in Vereinsgruppen zum Wafferfportolak Blösen. fee rmh aurid( etme 8 Rilometer) geplant, zu bem zahlreiche Beteiligungen unferer Arbeiterfperifer ermettet mizb. Ringen im AADA. Am Dienstag, 9., November, 18 Uhr. Turnhalle Spingitit. 37, Mannschaftskampf in ber A- Rtaffe zwischen der Berliner Sport vereinigung Stordmeft 87 und ber Sportlichen Bereinigung Sichtenberg- Fried.. Berliner Arbeiter- Schachflub, bt. Beftenb. foielt fekt Donnerstags bei bede, Gäfte und Anfänger find freundlichst eingeladen. Obmann: Sch. Charlottenburg 5, Dandelmannftr. 39. Die zufünftige positive und erfolgreiche Arbeit des Kartells fann freilich durch Baragraphen allein nicht gesichert werden. Die Arridsfelde. beitersportler merden ihre Rechte felbft weit mehr wie bisher wahren müssen. Die Beschlüsse der Zentralfommission für Arbeitersport 8 Charlottenburg. Sophie Charlotten- Sir. 88. Cde Botsdamer Straße, und Körperpflege"(§ 2) geben den Kartellen eine gute Grundlage, freilich müffen dann vor allem vom Kartellausschuß alle Barolen ausgeschaltet werben, die sich mit diesen Beschlüffen nicht verein. baren lassen. Bielleicht gelingt es doch noch, aus dem Kartellverband das zu machen, was er fein foll: eine arbeitsfähige Spizenorganisation für die Berliner Turn- und Sport vereine! Ergebnisse des 5. Freien Bundesregelns. Unter stärkster Teilnahme der Berliner und zahlreicher ausmärtiger freier Sporttegler fanden am Montag die heißen Kämpfe um die Meisterschaften ihren Abschluß. Im Sportteglerheim ..Lindengarten", Mahlow, ftanden für die Konkurrenzen alle Bahnarten zur Verfügung. Die Ergebnisse sind folgende: Rampfrichter- Bereinigung ber Turnersparte, 1. Rreis. Freitag, 12. Novem sum nächsten Kreiswetturnen gewertet. Anfchließend wichtige Gigung. best. Surnhalle Brinzenstraße. Nebunasffunde. Go werden die Uebungen Serienkämpfe des NBD., 4. Arels, flehen fich Freitag, 12. November, 8 Uhr, Sportliche Bereinigung Lichtenberg- Friedrichsfelbe 04. Im Rahmen der in der Turnhalle Bürgerheimftroke in Lichtenberg die Mannschaften der Sp. Ban. Lichtenberg- Friedrichsfelde 04 und Sp. Vgg. Nordost zum fälligen Serienlampf ber A- Raffe gegenüber. " Touristenverein Die Naturfreunde. Rentrale Bien. Abt. Friedrichshain: Dienstag, 9. November, fällt aus.- Abt. Friebenau: Dienstag, B. November, fällt aus. Abt. Norben: Dienstag, 9. November, 8 Uhr, im Seim Sonnen burger Str. 20, Renolutionsgebenffeier. Abt, Tiergarten: Dienstag, 9. Mound ihre Lehren für die Arbeiterfchaft". Abt. Treptow: Dienstag, 9. No. Domber, 8 Uhr. im Seim Wiclefftr. 5, Bortrag: Die deutsche Revolution vember,& Uhr, im Heim Elfenste. 3, Gefangsgruppe. Abt. Wedding: Dienstag, 9. November. 8 Uhr, im Beim Suzemburger Str. 7, Gefchäftliches. Mufitgemeinschaft: Mittwoch, 10. November, bei Lehmann, Goudnstr. 21. Webungsfunbe. Abt, Friedrichshagen: Donnerstag, 11. Stoventber, 8 Uhr, bei Fren, Friedrichstr. 73. Abt. Gesundbrunnen: Donnerstag, 11. November, bitbung". 8 Uhr, im Schiller- Enscum. Pant, Cde Böttcherstraße. Bortrag: ArbeiterAbt. Brenzlauer Berg: Donnerstag, 11. November, 8 Uhr, int Seim Danziger Str. 23. Dr. Mar Schütte: Karl Liebknecht". Montag, 13. November, 8 Uhr, im Altersheim Danziger Str. 62, großer Saal, Bolls. tänze. Mitglieder aller Abteilungen, welche Interesse am Bolfstans haben, find sur Mitarbeit eingeladen. Gäste willkommen. Abt. Reinickendorf: Revolutionserinnerung. Abt. Lichtenberg: Donnerstag, 11. November, 8 Uhr, im Seim Dartaue 10. Revolutionsfeier. Abt. Meukölln: Donners tag, 11. November, 8 Uhr, im Seim Sanderstr. 11. Jnfettenfunde. bt. Güboft: Dienstag, 9. November. 8 Uhr, in der Aula ber Schule Reichenberger, Ede Forfer Straße, Lichtbildervortrag( 200 Bilder): Wie es dazu tam," Rarten& 50 Bf. an der Abenbbaffe. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Sonnabend, 13. November, 715 Uhr, wichtige Situng des Rinderturnausschusses in der Geschäftsstelle.+ Waffer. Sportriege FGB. Sikung am Donnerstag, 11. November, 8 Uhr, bei Schönfeb. Grünauer Str. 21. Tagesordnung: Anfchaffung von Mannschaftsbooten, Ruber und Babbeltechnik. Neue Mitglieber Yönnen noch aufgenommen werden. Auskunft erteilt Alfred Rind, Berlin SM. 29, Mittenwalder Str. 30. Bohle. Klubmeister( Gruppe A): 2fter Stamm 1913Berlin I"( Diten) 10 660 Solz bei 5 mal 300 Kugeln verschärfter Gaffe.( Gruppe B): Steh auf- Glatt Holz- Berlin II"( Süden). Einzelmeister: Matthieffen- Kiel: 2200 Holz bei 300 Kugeln verschiedener Gasse. Figurenmeister: Erm. Haase- Berlin I ( Often) 402 Bunfie. fphalt: Klubmeister: Fidele Neun". Halberstadt. Einzelmeister: Herbst, Gut Holz Bamberg. Donnerstag. 11. November, 8 Uhr, im Jugendbeim Reinickendorf- Oft( Seebad), Figurenmeister: Herbst, But Holz"-Bamberg. Schere: Sieger Kiel- Berlin gegen Raffel. Einzelmeister: 3irros Raffel. Städtemetttkampf: Sieger Kiel- Berlin gegen Raffel. Es liefen ferner vier Konkurrenzen. Auf Schere fiegie Wilhelm Krause- Berlin II( Süden), auf Asphaltfiguren Kleemeier Berlin II( Süden), beide vom Klub Mariendorf 1919. Die Gauleiterkonferenz beschloß, den Bundestag im April in Berlin und das 6. Bundesfegeln im August 1927 in Riel abzuhalten. Die internationale Techniferfonferenz. Die zwischen Weihnachten und Neujahr in Leipzig stattfindende Tagung wird sich mit der Fest: legung einheitlicher Regeln, die für alle Verbände der Luzerner Internationale verbindlich sind, befaffen. Es dürften als Wettkämpfe folgende Sparten festgelegt werden: Fußball, Handball, Leichtathletik, Ringen, Gewichtheben, Landhocken, Eishockey, Eislaufen, Rudern, Tennis, Schwimmen, Stilaufen, Betturnen und Wehrsport. Die österreichische Abordnung wird außerdem die Anerkennung von Raffball als internationalen Wettkampf beantragen. Grippefrei EMS Schutzmarke Berliner Arbeiter- Schachlub. Die Abteilungen Friedrichshain und Balti. tum haben sich einer Abt. Friedrichsbain verfchmolzen. Spieltag: Donners tags bei Rofenberg, Langenbedftr. 1. Der im früheren Spiellofal der Abt. Freie Schachperein 26 in ein bürgerlicher Berein und hat sich durch AbFriebrid shain( bredt. Strakmann, Ede Wilhelm- Stolac- Straße) tagende fplitterung vom Berliner Arbeiter- Schachtub gebildet. Athletit- Sport- Club. Aus Anlaß des 15jährigen Bestehens des ASC. haben wir in diefer Boche einige Jubiläumsveranstaltungen angefekt. Donners taa. 11. November, 7 Uhr, Treffpunkt im Lotal Nikichte, Am Treptower Bart 25-26, Jubiläums- Waldlauf der Männerabteilung. Nachdem geselliges Beifammensein, Sonnabend, 18. November, 8 Uhr, Gründungsfeier im Bittoriagarten, Am Treptower Bart 25-26. bleiben Sie durch den rechtzeitigen Gebrauch der natürlichen Vorbeugungsund Heilmittel von Weltruf Emser Wasser( Kränchen)/ Pastillen/ Quellsalz Altbewährt auch gegen Katarrhe, Asthma, Husten, Helserkeit, Verschleimung, Magensäure( Sodbrennen), Zucker und harnsaure Diathese. Ihr Arzt wird Ihnen das bestätigen. Aber achten Sie stets auf die Schutzmarke. Verlangen Sie ausdrücklich die echten Emser Erzeugnisse. Nr. 528 ♦ 45. �fahrgasg 2. Heilage öes Vorwärts Die Aukunst der Waggonindustrie. Umstellung und Konzentration. Von keiner Industrie Deutschlands war nach der Stabilisierung der Währungsverhältniss« die Schwierigkeit ihrer Lage so frühzeitig bekannt wie von der deutschen Waggonindustrie. Bei keiner Industrie ist auf der anderen Seite so lange mit der ersorder- lichen Umstellung gezögert werden. Erst in den letzten Monaten, und zwar im Zusammenhang mit der Sanierung des Linke-chofmann-Lauchhammer-Konzerns, wurde der Plan einer Kon- zentration ernsthaft erörtert und für sieben Waggonfabriken die Borarbeit zur Vertrustung durch Gründung einer Studiengescllschaft beschlossen. An diesem Plan sind neben den Breslauer Werken des ehemaligen Linke-Hofmann-Konzerns be- teiligt Van der Zypen u. Charlie r, die Busch- A.-G. Bautzen, die G o t h a e r Waggonfabrik, Waggonfabrik S t e i n f u r t Königsberg, Gebr. C a st e l l Mainz und die T a l b o t- Werke. Die ursprünglich an diesem Konzentrationsplan beteiligte Eisenbahn- Vcrkehrsmittel-A.-G. hat sich inzwischen zurückgezogen. Zwischen den übrigen Waggonfariken(im ganzen sind etwa 50 in Betrieb) bestehen nur jene losen Verbindungen, di« sich aus der Auftragserteilung der Reichsbahn praktisch ergeben haben und die nur für die sogenannte„Eislig"(Görlitz, Dessau, Düsseldorfer und Siegener Eisenbahnbedarf, Fuchs-Heidelberg, Lindner-Ammendorf, Waggonfabrik Uerdingen und Wegmann-Kassel) sich in einer etwas engeren Interessengemeinschaft ausgewirkt haben. G e- s ch e h e n aber ist in dieser ganzen Industrie, abgesehen von gering- fügigen Ausdehnungen auf den Automobil- und Maschinenbau, bis heute praktisch, f a st nichts. Schwierigkeilen der Umstellung. Die Gründe für dieses Daniederliegen sind natürlich sehr zahl- reich. Di« Zahl der Waggonfabriken hat sich gegen die Vorkriegs- zeit von etwa 40 auf 60 erhöht; ihre Leistungsfähig- kcit ist noch stärker gestiegen, obwohl die Möglichkeit zur Auf- tragserteilung durch Gebietsverkleinerung, Konkurrenzerstarkung im Ausland und durch die massenhafte Vorausproduktion der Kriegs- und Inflationszeit zurückgegangen ist. Der Waggonbau ist eine tiipische Spezialindustrie, die wegen der Größe und Spezialität der Werksanlagen nur schwer auf andere Produttions- zweige umzustellen ist und wo die Umstellung versucht wird, einen sehr großen Kapitalbedarf zur Maschinenbeschaffung er- fordert. Die Ausdehnung auf den Automobil-, Lastwagen- und Omnibusbau, die am nächsten läge, wird dazu durch die scharfe Kon- kurrenz in der Autoindustrie sehr erschwert. Hinzu kommt die Ueberkapitalisierung der meisten Gesellschaften bei der Goldumstellung, die in der Erwartung der alten sicheren Monopol- gewinne aus den Reichsbahnaufträgen vorgenommen wurde und die gerade bei der Waggonindustrie zahlreichen Angliederun- gen werksfremder Betriebe, deren Verluste die Indu- strie heute schwer belasten. Das Kapital, das in den Bilanzen airsgewiesen wird, besteht in den meisten Fällen nur formell: es fthlt ihm mit der unzulänglichen Beschäftigung der Betriebe der Ertrag. Endlich aber sind di« Betriebe über ganz Deutsch- land oerstreut, so daß eine technische Zusammenfasiung der Produktion nur durch größte Stillegungen und Kapitalopfer möglich ist, die wiederum für die zahlreichen in der Hauptsache mittleren Städte die Gefahren großer dauernder Arbeitslosigkeit und so- zialer Umschichtungen mit sich bringt. Die Bedeutung der Reichsbahnaufträge. Entscheidend aber sind die fest der Währungsstabilisierung stark gedrosselten Aufträge der Reichsbahn, die außerdem noch (Elektrifizierung) entweder an andere Industrien fallen oder infolge des typisierenden Sparprogramms in anderer, auch neue Kosten verursachender Weise erfolgt als früher. Die Leistung«- fähigkeit der Waggonfabriken wird auf 400 bis 450 Mill. M. ge> schätzt. Rechnet man bei 690 000 Güter- und 60 000 Personen- und Triebwagen(Stand von 1926) der Reichsbahn bei Rijähriger Lebensdauer eine jährliche Erneuerungsquote von 3)� Proz., so müßte die Reichsbahn jährlich für 150 Millionen Waggonaufträge vergeben. Schon in diesem günstigen Falle käme nur e.n Drittel bis die Hälfte der Leistungsfähigkeit der Waggonfabriken zur Ausnutzung. In Wirklichkeit haben die beiden letzten Jahre infolge der Unmöglichkeit, den Wagenpark auszunutzen und aus finanziellen Gründen nur Waggonbauaufträge von höchstens einem Fünftel dieser Summe gebracht, und auch für 1927 und die folgenden Jahre sind trotz der Elektrifizierung der Berliner Stadt- bahn kaum Aufträge zu erwarten, die 40 Millionen jährlich über- steigen werden. Da so auf Jahre hinaus die Leistungsfähig- keit und die Befchäftigungs Möglichkeit de« In- dustrie in schärfstem Widerspruch verharren wer- den, ist die Sanierung der Waggonindustrie ein außerordentlich dringendes Problem. Schlechte Finanzlage.— Die Fälle Görlitz und Gotha. Unter diesen Umständen kann die finanzielle Lage der Industrie keine g ü n st i g e sein. Von den reinen Waggonfabriken dürste bisher kein« einzige eine Dividend« ver- teilt haben. Wo geringe Gewinne im Vorjahre vorhanden waren, sind oiese in der Regel für 1925 und 1925/26 gesenkt; wo Der- luste vorhanden waren, haben sich diese in aller Regel erhöht (Rathgeber-München Reingewinn von 155 000 auf 2000 M. ver- ringert, Steinfurt A.-G. Königsberg Verlust auf 180 000 M. erhöht. ähnlich Busch- Bautzen, Rastatt, Uerdingen). Bei der Sächsischen Waggonfabrik Werdau A.-G. hat sich der vorjährige G e- w i n n von 79 000 M., obwohl große Anstrengungen zur Kosten- senküng und Betricbsoerbesserung gemacht wurden, zum 30. Juni 1926 in einen Verlust von 92 000 M. verwandelt: die Schulden sind von 2,72 auf 4,18 Millionen auf mehr als das jetzige Aktienkapital gestiegen. Geradezu charakteristisch für die ganze Industrie sind die Sa- nierungen der Görlitzer und der Gothaer Waggon- fabrik, die in den letzten Wochen die Oefsentlichkeit beschäftigten. Bei der ersteren hat sich nach der Bilanz vom 30. Juni 1926 der Vor- jahrsverlust von 1,51 aus 4,34 Millionen genau verdreifacht: der Betriebsüberschuß ist von 3,68 auf 1,80 Millionen, also auf weniger als die Hälfte zurück gegangen. Die Schulden sind von 10,13 auf 13 Millionen erhöht, davon die Bankschulden allein von 4,55 aus 10,71 Millionen mehr als verdoppelt. Jetzt ist für die Dezembergeneralversammlung die Einziehung von 600 000 Mark Vorratsaktien, die Zusammenlegung des Restkapi- tals von 11,4 auf 2,28 Millionen, die von 120 000 M. Vorzugs- aktten in 60 000 M. Stammaktien und die W i e d e r e r h S h u n g von 2,34 auf 6 Millionen vorgeschlagen. Der zu erzielende Buch- gewinn von 9,78 Millionen soll zur Beseitigung des Verlust? und zur Abschreibung wertlos gewordener Bettiebe benutzt werden.— Bei der Gothaer Waggonfabrik, die mit ihrem D i x i- Auto- mobilbau sich Ersatz zu schaffen gesucht hat, trat, durch Fehldisposi- tionen eines inzwischen verstorbenen Generaldirektors verschärft, ebenfalls ein großer Verlust zutage, der zu einer ffopitalzu- sammenlegung von 7,56 Millionen aus ein Viertel und zur Wiedererhöhung auf 7 Millionen zwingt. Kommunale Hilfestellung. Man wird die Fälle Görlitz und Gotha als symptomattsch für di« Voraussetzungen betrachten müsien, unter denen die Waggonindustrie konzentrationsfähig und trustreif ge- macht werden kann. Ohne sehr starke Kapitalabschreibungen wird die Konzentrierung und Rentabilisierung der Jndustri« unmöglich sein. Auf der anderen Seite wird die Schaffung weniger großer Gesellschaften aber auch der einzig« technische und finanzielle Weg dazu sein. Klar ist jedenfalls, daß die vielfach ver- suchte Stützung der Waggonindustri« durch kommunale Finanz- und B ü r g s ch a s t s h i l f e kein Weg zur Ge- s u n d u n g ist. Die Erfahrungen, die in Breslau und Hannover und neuerdings in Görlitz, Gotha und Eifenach gemacht worden sind, warnen vor lokalen kommunalen Hilfsaktionen, die wie alle öffent- lichen Subventionen das Uebel auf Dauer nur verschlimmern, statt es zu heilen. Di« Stadt Görlitz übernimmt jetzt für dos Obligo aus ihrer Viermillionenbürgschaft 1 Million neue Vorzugsaktien der Görlitzer Waggonfabrik, bleibt mit weiteren 2 Millionen in der Bürg. schaft, aus der sie erst nach dem zweifelhaften Verkauf von Betriebs- werten entlasten werden kann. Die Städte Gotha und Eifenach müssen für eine 2-Millionen-Obligationenanleihe der Gothaer Waggonfabrik die Garantie übernehmen, wenn die Sanierung über- Haupt gelingen soll. Den einzigen Vorteil aus solchen gutge- meinten und unter sozialen Gesichtspunkten gewiß naheliegenden Hilfsakttonen haben in der Regel die Banken, die sich durch Sicherungsübereignungen schadenfrei halten, und schließlich die Aktionäre, die eigentlich das volle Risiko zu tragen hätten. Den Be- legfchaften wächst m den seltensten Fällen daraus ein dauernder Nutzen zu. Die Lanüwirtfchast in Ser Volks- unü Weltwirtschast. In der 9. Plenarsitzung des landwirtschaftlichen Ausschusses der Wirtschaftsenquete wurden zunächst Fragen der Arbeitsmethoden erörtert. Schon kurz nach seinem Zu- saminentretcn im Sommer hatte der Ausschuh sein gesamtes Arbeits- gebiet in eine Anzahl von Einzelgebieten aufgegliedert, die von kleinen Arbeitsgruppen unter Führung von Obleuten zunächst selb- ständig vorbearbeitct werden sollten.' Nachdem diese Arbeiten zu einem gewissen Abschluß gekommen sind, erschien es wünschenswert, sich einmal wieder im landwirtschaftlichen Gesamtausschuß über die inneren Zusammenhänge zwischen den Einzelgebieten klar zu werden. Genosse Dr. Baabe berichtete, daß sich insbesondere zwischen den Arbeitsgruppen II(Stand der landwirtschaftlichen Produktion in den verschiedenen Gebieten Deutschlands), Gruppe III(Stand der lechdwirtschaftlichen Technik) und der Gruppe VI(Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität) eine enge Zusammenarbeit als nötig erwiesen habe. Es sollen in der Gruppe VI lediglich die technischen Möglichkeiten der Produktiv ns- steigerung untersucht werden, wobei man sich in erster Linie auf die Gutachten hervorragender Wistenschaftler und Praktiker auf dem Gebiet der Agrikulturchemie, des Pflanzenbaues, der Tier- Haltung usw. stützen will. Die Unterlagen für die praktischen Mög- lichkeiten der Produktionssteigening sollen jedoch die Arbeiten der Gruppen II und III bilden, da man ja zunächst den tatfäch- lichen Stand der Produktton und den Stand der landwirtschast- lichen Technik, vor allem auch den Umfang der technischen Rück- ständigkeit in den verschiedenen Gebieten Deutschlands kennen muß, um über die Möglichkeiten einer umfassenden Rationalisierung und Produktionssteigeruna ein Urteil zu gewinnen. Als 2. Punkt stand auf der Tagesordnung die Stellung der deutsch«» Landwirtschaft in der Volts- und Weltwirtschaft. Gras Keyserlingk berichtete über die bis- herige Arbeit und die weiteren Pläne. Die hier zu untersuchenden Fragen sollen hauptsächlich mit Hilfe der S t a t i st i k, der Evgeb- niste der Berufs- und Betriebszählung und der Auswertung von Buchführungsergebnisten in Angriff genommen werden. Insbesondere soll der Gesamtwert der landwirtschaftlichen Erzeugung, das Ein- kommen und Vermögen der Landwirtschaft, die wechselseitigen Be- Ziehungen zwischen Landwirtschaft und Industriewirtsrhaft, und vor allem die Bedeutung der Landwirtschaft für die Ernährung des deutschen Volkes und für die Schaffung von Arbeitsgelegenheit untersucht werden. An die Darlegungen des Berichterstatters über die Frage der weltwirtschaftlichen Beziehungen entspann sich eine Diskussion, die bedeutsame Ausblicke in die Zukunft derartiger enquetemäßiger Untersuchungen und in die Zusammenhänge zwischen der deutsche» Wirtschaftsenquete und der Weltwirtschaftskonserenz eröffnete. Das Mitglied des Ausschusses, Minister Hermes, teilte mit, daß er im Austrage der deutschen Reichsregierung an der in der nächsten Woche stattfindenden Weltwirtschaftskonserenz in Genf teilnähme, und entwickelte die Gesichtspunkte für die Zu- fammcnarbeit zwischen der Enquete und der Weltwirtschaftskonserenz. Es wird zur Vorbereitung der Weltwirtschaftskonserenz in den ver- schiedenen Ländern der Erde und vor allem auch im Internationalen landwirtschaftlichen Instttut in Rom wertvolles Material zusammen- getragen, das sich die deutsche Enquete zur Beurteilung der weli- wirtschaftlichen Fragen zunutze machen muß. Auf der anderen Seite werden gerade die Arbeite» der deutschen Enquete einen wertvollen Beitrag zu den Untersuchungen der Weltwirtschaftskonferenz liefern. Das neue Saarabkommen. Das neue Saarabkommen, üb«? besten Abschluß wir am Sonn- abend berichteten, ist dazu bestimmt, den Handelsverkehr zwischen Deutschland und dem Saargebiet zu erleichtern. Ver- suche dazu wurden bereits früher unternommen. Der jetzige Ver- trog, der der Zustimmung des Parlaments bedarf, geht zurück auf Anregungen des Reichstags, die ein« Umgestaltung der bisherigen Regelung mit größeren Zugeständnisten für Deutschland forderten. Diese sind— soweit Einzelheiten hierüber bekannt wurden, vornehmlich auf dem Gebiet der Ausfuhr deutscher Maschinen erreicht worden. Das Saargebiet, das zollpolitisch zu Frankreich gehört und infolgedessen sonst die hohen Sätze des französischen Zolltarifs erhebt, ist durch eine Anzahl von Tarifherob- setzungen tellweise noch unter die französischen Mindestzölle dem deutschen Export zugänglicher geworden. Das gilt z. B. für eine ganze Anzahl von Eisen- und Stahlwaren. Als besonders wichttg wird die Regelung des Maschinen- e x p o r t s dargestellt. Hier bestand bisher die sog.„Maschinen� ( l a u s e l*. Diese schrieb vor, daß deutsche Maschinen nur dann in das Saargebiet eingeführt werden dürfen, wenn ein Ersatz durch ftanzösische oder saarländische Maschinen nicht möglich war. Die ftanzösische Verwaltung konnte, wenn das der Fall war, ein Ein- fuhrverbot ergehen lasten. Dieses Einfuhrverbot fällt nun weg. An die Einfuhr von deutschen Maschinen ist jetzt lediglich nur die Bedingung geknüpft, daß die Maschinen im Laufe von zwei Iahren aus dem Saargebiet nicht nach Frankreich eingeführt werden dürfen. Im übrigen wird betont, daß der Abschluß des neuen Vertrages ein Zeichen für die gemeinsamen Bestrebungen der beiden Regierun- gen sei, ihre wirtschaftlichen Beziehungen möglichst schnell vertraglich zu regeln. Die innere Kolonisation als Volkssache. Man sollte es kaum für möglich halten, daß es in Zeiten schlimmster Arbeitslosigkeit, bedrohlichster E n t o ö l k c- rung weiter Gebiete Deutschlands, insbesondere des Ostens, und ihrer allmählichen Ueberflutung durch fremdländische Lohndrücker, sowie auch angesichts beängstigend zunehmender Auswandc- rung und rasch fortschreitender Geburtenabnahme noch nötig ist, sich über die Notwendigkeit der inneren Kolonisation zu unterhalten, scheint sie doch feit mehr als 100 Jahren festzustehen. Aber daß„etwas geschehen m u ß". kann man so oft betonen, daß alle übrigen Zeitgenossen nach einiger Zeit das Gefühl haben, daß inzwischen doch bestimmt auch wirklich etwas geschehen i st: ziehen dann ober ein paar Querpfcifer die Bilanz, so gibt es ein jähes Er- wachen, und man findet, daß man eigentlich noch genau da stehl, wo man bereits vor langem gestanden hatte. Diesen Eindruck gewann man auf einem sehr verdienstvollen Vortragsabend, welchen die„S i e d l u n g s w i f s e n s ch a f t l i ch e Arbeitsgemeinschaft�(Berlin NW. 6, Luisenstr. 27— 28) über das obige Thema mit dem Reichstagsabgeordneten Staats- minister a. D. Rönneburg. Braunschweig, Borsitzendem des Siedlungsausschustes im Reichstage, und mit Rcaierungsrat Maß- mann, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation, als Bortragende» am letzten Freitag nachmittag im Künftlerhaufe in der Bellevueftraße veranstaltet hatte. Eine selten einmütige Versammlung, und zwar einmütig im Positiven wie im Negativen, in der Erkenntnis des Zieles und der Wege dahin, wie in der Kritik des bisher Erreichten. Und ein- selten objektive Versammlung dazu: Redner aller Richtungen und Parteien, und ihre nüchterne Sachlichkeit und teilweise sota- listische Ruhe erhöhte noch den Wert dessen, was in vollster Ein- mütigkeit festgesteltt wurde, und das war nicht mehr und nicht weniger als folgendes: Aus vielen Gründen, die eigentlich nicht mehr sollten wiederholt zu w«:den brauchen, muß endlich in elfter Stunde die innere Kolonisation tatkräftig angepackt werden. Wesentliche Voraussetzungen für sie sind bereits erfüllt: Die gccig- neten Siedler sind da, und verhältnismäßig billiges Land ist auch da: was fehlt, ist das Verständnis der großen Masse, insbefon- derc auch der städtischen, ferner eine erhebliche Anspannung des bisher im Zuckeltrab dahertrottcnden Amtsschimmels, Auf- räumung mit den überbureaukratifchen Methoden der zur Fördc- runa der inneren Kolonisation bestimmten Behörden, insbesondere der Kulturämter und des— Landwirtschaftsministeriums, und endlich reibungslosere Zusammenarbeit zwischen bisher oft in kleinlicher Eifersüchtelei aufgehenden und die wichtigsten Dinge verschleppenden Instanzen, wie Reich und Länder. Ist das nun„unwiderruflich das endgültig letzte Mal" gewesen? Starke Rachsrage nach Benzol wird auch für den Monat Oktober berichtet. Im Hinblick auf die zurzeit günstigen Er- zeugungsverhältnisse konnte der Bedarf stets gedeckt werden, wenn auch zeitweilig von den Zechen Lieferfristen von 8 bis 14 Tagen verlangt wurde». Der Absatz von B. V.-Aral und Monopolin-Extra machte erfreuliche Fortschritte. Preisveränderungen erfolgten im Laufe des Oktobers nicht. Nehmen Sie Biomalz enn Sie Ihre Gesundheit und ein gutes, blühendes Aussehest erhalten ollen. Ihre Nerven erholen sich. Ihre Arbeitskraft hebt sich. Sie leisten ehr in Ihrem Beruf. Biomalz kräftigt und erfrischt den ganzen Körper »gemein. Schlaffe, welke Züge verschwinden, die Gesichtsfarbe wird frischer »d rosiger, der Teint reiner. Bei mageren, in der Ernährung herunter- ikommenen Personen macht sich eine Äebung des Appetits, des Gewichts »d infolgedessen eine mäßige Nundung der Formen bemerkbar, ohne daß derflüssiger und lästiger Fettansatz die Schönheit der Formen beeinträchtigt. Biomalz ist allen durch Aeberärbeitung, Krankheit, Nervosität geschwächten Personen zu empfehlen. Bon Pro- fessoren und Aerzten glänzend begutachtet. Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Preis einer Dose l,9l)Mk., mit Eisen(zur Stärkung fürBlutarme und Bleichsüchtige) 2,20Mk..mit Kalk extra (zur Stärkung für Lungenleidende) 2.50 Mk., mit Lebertran(überraschend ange- nehm im Geschmack) 2.50 Mk., mit Lecithin 5.— Mk. Verlange nur das echte Biomalz,nichts anderechangeblich„Ebensogutes". Achte genau auf das Etikett. Biomalz-Schokolade, je l00-Gramm-Tafel 60 Pf. und Biomalz- Bonbons, bestes Linderungsmittel bei Küsten und Keiserkeit, je Beutel 30 Pf., Dose 50 Pf. Ausführliche Druckschriften und den illustrierten Prospekt„Biomalz-Prämien" kostenfrei von Gebr. Patermann, Teltow b. Berlin l0. Der Landsberger Prozeß.li Die Rolle des Schulz. 3m weiteren Berlauf wird der Angeklagte Schulz vernommen. Er schilderte, daß er vom Hauptmann Lindig erst am 16. Juli 1923 von der Munitionsschiebung erfahren habe. Er jei bann zum Oberst Gudovius gegangen und habe diesem vorgeschlagen, die Leute fest zunehmen und dem Gericht zu übergeben. Er stimmte auch zu. Ich habe danach mit Erlaubnis des Beutnants Knippel im Zeug hof den Leuten eine Anfrpache gehalten, in der ich sagte, solche Laten feien verwerflich, aber sie follten sich hüten, etwa die Täter zu miß handeln. Ich habe dann von der ganzen Sache erst wieder vom Untersuchungsrichter gehört. Dort wurde mir die Aus fage Hanns entgegengehalten. Der Untersuchungsrichter fagte mir: Hann mußte die Wahrheit sagen, sonst hätte er sich selbst ans Meffer geliefert." Ich habe nie eine Besprechung mit Leutnant Hann im Café gehabt. Möglich ist nur, baß er mich im Café traf. Dienstliche Besprechungen aber habe ich bei Kaffee pder Schnaps nie geführt. Oberleutnant Schulz bestritt ferner, ben Leutnant Jante im juriftischen Sinne verhört zu haben. Er habe privat mit ihm gesprochen und ihm erflärt, er habe den Offiziersrod beschmugi und folle sofort 3ivil anziehen. Wenn ich damals nicht mit Oberst Gudovius gesprochen hätte, fönnte ich nicht nachweisen, daß ich unschuldig bin. R.-A. Dr. Löwenthal erklärt bei der Befragung des Angeflagten, er müsse dann auf den Fall Gröschte tommen. R.-A. Dr. Sad betonte, daß er für Schulz die Beantwortung der Frage a ble hit en müffe. Der Borsigende erwiderte, daß für das Gericht der Fall Gröschte erledigt fei. Der Borfißende brach bie Debatte ab und ließ die Mittagspause eintreten. Zu Beginn der Nachmittagssigung teilte ber Borfigende mit, daß dem Antrage des Justizrats Mamroth, am Donnerstag die Verhandlungen auszufeßen, nicht stattgegeben werden könne, da das Gericht durchverhandeln müsse. Es wurde dann der Angeklagte Schulz noch weiter vernommen. R.-A. Dr. Löwenthal bat erneut, daß der Fall Gröschte angeschnitten werden solle, soweit eine Beteiligung des Angeflagten Schulz in Frage tomme. Der Borsitzende ersuchte den Angeflagten, sich noch einmal über die Unterredung zu äußern, die er mit Schrent und Beder gehabt habe. Angefl. Schulz: Ich habe bereits betont, daß ich mit Schrent und Beder teine Unterredung gehabt habe. Ich lehne es ab, barüber zu fprechen. R.-A. Dr. Löwenthal: Dann bitte ich, den Angeklagten zu fragen, ob er über die Beziehungen der Schwarzen Reichswehr zur Legalen Reichswehr und feine Beziehungen zu den höheren Kommandostellen aussagen will. Angell. Schulz( scharf): Nein. R.-A. Dr. Löwenthal: Daraus werden entsprechende Schlüffe gezogen werden müssen. Hierauf wurde der Nebenfläger Gädide als Zeuge über die Munitionsschiebung vernommen. Jeuge: Ich fam erit in die Sache, als Jante fie 6 Tage lang betrieben hatte. Ich gab Jante den Rat, bie Munition nicht an die Kommunisten zu vertaufen, da wir bann Gefahr liefen, mit unferer eigenen Munition totgeschoffen zu werden. Ich rief vielmehr, fie an 3id elbein zu verfaufen. Ich war ber Meinung, daß mir als Feldwebel dasselbe machen fonnten, was Leutnant Knüppel auch gefan hat. Borf.: So bezichtigen Sie ihn der Munitionsschiebung? Jeuge: Er hat Munitionsteile verhandelt. Gädide schilderte dann weiter, er sei mehrmals vernommen worden und habe dann den Eindruck gehabt, bie Sache sei erledigt. Borf.: Mußte Leutnant Dabkomstt, der Ihr birefter Borgelegter war, von der Schiebung? Jeuge: Jawohl, er fagte mir auch, ich hätte Unrecht getan. Borf.: Er hat das bisher bestritten. 3euge: Ich befam den Befehl, nach Fort Tschernom zu fahren, wo ich Quartier machen sollte. Beim Fortmächter warteten Da btomiti, klapp. roth, Hann und ich eine Stunde und tranten Rognat und rauchten Zigaretten. Dann gingen wir in die Kasematten und in der legten bekam ich einen Schlag über den Kopf, nachdem vorher bie Aeußerung gefallen war: hier nicht." Borf.: Wer fagte bas? Jeuge: Das weiß ich nicht. Von dem Schlag fiel ich zu Boben, Klapproth falete auf mir, und als er zum zweiten Male guschlug, fah ich einen Totschläger mit einer Bleifugel in der Hand. Als ich zu mir tam, war ich in einem großen Raum unb jemand, ber einen Revolver in der Hand hatte, sagte mir, ich solle die Wahrheit Jagen. Dann tam Leutnant Knüppel mit einem aftbefehl an. Der Zeuge schilderte dann, daß Klapproth ihm gesagt habe: Du Schwein, mit bir sollte etwas anderes paffieren. Dann habe Leutnant Knüppel einen Militärmantel gebracht und er set nach Rüstrin gefchafft worden. Seine Frau habe ihn befuchen wollen, doch habe Knüppel sie zu Oberleutnant Schulz nach Berlin geschickt. Dieser habe ihr dann erklärt, er werde nachforschen, wo ihr Mann stede, da er von nichts wisse. Der Beuge Gäbide befundefe weiter, er leide noch heute unter den Folgen des Ueberfalles, vor allem an Ropfschmerzen, und feine Augen feien schwächer geworden. Einem Erwrb fönne er nicht nachgehen. Borf.: Klapproth, was fagen Sie dazu? Klapproth: Mit bem habe ich teinen Rognat getrunken, und wenn ich einen Totschläger gehabt hätte, dann stände er nicht hier, R.-A. Dr. Löwenthal bittet, die Chefrau Gäbides über ihren Besuch bei Oberleutnant Schulz zu vernehmen. R... Dr. Faltenfeld: Hat der Angeklagte Alapproth einen Totschläger befeifen? Klapproth: Nein, ich hatte boch mein Seitengewehr. R.-A. Dr. Sad: Herr Gädide, Sie haben sehr widersprechende An gaben über Ihre Mißhandlung gemacht. Was ist denn da richtig? Zeuge: Alles. R.-U. Dr. Sad: Wann war ber Rebatteur ber Frankfurter Boltsstimme" bei Ihnen, um Ihnen eine anständige Summe und freie Behandlung zuzufichern. Zeuge: Ich habe von ihm nichts befommen, wohl aber von der Liga für Menschenrechte. Ich habe von Herrn Mertens 800 mart erhalten. RA. Dr. Sad: Hat Herr Mertens Sie nicht zur Redaktion der elt am Montag gefchidt? Jeuge: Nein. Borf.: Wofür ist Ihnen das Gelb gegeben worden? 3euge: 3ur Unterstügung. Bots.: Haben Sie Herrn Mertens Mitteilungen vor oder nach Erhalt der Geldes gemacht? Sie find in einer unangenehmen Lage, aber ich fann Ihnen nicht helfen. Zeuge: Ich habe erst mitteilungen gemacht und dann das Gelb bekommen. PR Die Sachverständigen geben den Grab der Berlegungen Gäbides als nicht sehr erheblich an. In der dann beginnenden Zeugenvernehmung erscheint als erfter Zeuge Hauptmann seiner vom Wehrtreistommanbo III. Er schildert Schulz als eine flare, starfe Bersönlichkeit. Der Seuge hat niemals irgendetwas vernommen, das auf Ueberschreitung der Funktionen durch Schulz, gefchweige denn auf Tötung oder Be feitigung von Leuten der AKS. hindeutet. Als der Oberstaatsanwalt auf die Schulzelche Dentfchrift zu sprechen tommt, greift der Borsigende ein und betont, daß der Zeuge damit seine Aussage. genehmigung überschreiten würde. & Knorr Zengenvernehmungen. Amtsgerichtsrat Ceihmann- Rüstrin wird von dem Berteidiger des Nebenflägers Gäbide über eine Tätigkeit als Unter fuchungsrichter befragt. Es tommt dabei zwischen dem Rechtsanwalt Dr. Löwenthal und dem Vorsitzenden zu den heftigsten 3ufammenstößen, als Dr. Löwenthal dem Amtsgerichtsrat Beigmann Borwürfe darüber macht, daß er den Mißhandlungen des Gäbide nicht nachgegangen ist. Der Borsigende schließt vorüber. gehend die Berhandlung. Erst nach einer Bermittlung des Justiz rats Mamroth wird die weitere Befragung des Zeugen wieder aufgenommen. Der Beuge hat sich aber als Untersuchungsrichter um diefe Dinge nicht gefümmert". Die Berhandlung wird auf Dienstag früh 9 Uhr vertagt. Revolutions- Gedenkfeiern Heute, Dienstag, den 9. november: Mitte: 7% 1hr in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18. Ansprache: Genoffe Stelling. Tiergarten: 8 Uhr in den Arminiusfälen, Bremer Str. 73. Gesangs vorträge und Ansprache: Siegfried Aufhäufer, M. d. R. 8. Abteilung: 8 Uhr im Nationalhof, Bülowstr. 37. Ansprache: Felig Fechenbach. Die Bezirksführer laben ein. Wedding: 7% Uhr in den Pharusfälen, Müllerstr. 142. Ansprache: Kurt Heinig. Mitwirkende: Meineckescher Männerchor. Resitationen: Theo Maret. Konzertorchester. Prenzlauer Berg: 8 Uhr in den Brachtfälen am Märchenbrunnen, Am Friedrichshain( früher Schweizergarten). Gesangsvorträge des Männergesangvereins Prenzlauer Berg". Ansprache: Her mann Büdemann, M. d. L. Der Eintritt ist für Mitglieder und deren Angehörige frei. " Kreuzberg: 7 Uhr in der Bodbrauerei, Fidicinftr. 2/3. Ansprache: Otto Meier, M. d. L. Charloffenburg und Wilmersdorf: Gemeinsame Revolutionsfeier 8 Uhr in den Spichernfälen, Spichernstr. 3, in Wilmersdorf. AnSprache: Artur Crispien, M. d. R. Mufit und Gesangsvorträge, Rezitationen. Karten a 30 f. sind bei den Abteilungs- und Gruppenleitern zu haben. Schöneberg- Friedenau: 8 Uhr in der Schloßbrauerei Schöneberg. Hauptstr. 123. Mitwirkende: Der Junge Chor, Rezitationen: Erich Weinert, Sprechchor der S23. Groß- Berlin. Ansprache: Erich Kuttner, M. d. L. Unkostenbeitrag 25 Pf. Steglig: 8 Uhr im Lyzeum Steglig. Rothenburger Straße. Mit. wirkende: Gemischter Chor Groß- Berlin unter Leitung von Jascha Horenstein. Franz Fischer: Rezitationen. Ansprache: Clara Bohm Tempelhof- Marlendorf- Martenfelde- Cihtenrade: 7% Uhr im eft. faal des Symmafiums Tempelhof, Railerin Augufta- Straße. Mit wirtende: Ansprache: Abin Saenger- München, M. d. R., Reaitationen: Albert Florath vom Staatstheater, Baul Friedrich und Helmuth Methner von der Hochschule für Kirchenmufit, Klavier Bioline, Bollschor Tempelhof- Marienfelbe, Sängerchor Tempel hof, Arbeitergefangverein Marienfelde. Eintrittspreis 80 Pf. Im Borverkauf 50 Bf. Arbeitslose Genoffen haben freien Eintritt. Neukölln: 7% Uhr im Städtischen Lichtspielhaus, Bergstr. 147. Ansprache: Paul Herz, M. d. R., Gefang der Neuköllner Liedertafel, Rezitationen: Wolfgang Heinz vom Staatstheater. Raulsdorf: 7% Uhr im Lotal von Efferich, Frankfurter Str. 55. Ansprache: Bezirtsverordneter Karl Litte. Lichtenberg: 7% Uhr im Cäcilien- Bygeum, Rathausstraße. Mit. wirkende: bas Liebermann- Trio, Rezitationen: Theo Maret. An Sprache: Dr. Rudolf Breitscheid, M. b. R. Eintritt 50 Bf. Weißenfee: 7% Uhr in der Aula des Realgymnasiums, Boeld. promenade 37. Ansprache: Pfarrer Bleier. Pantow: 7% Uhr in der Aula des Lyzeums, Görschstraße. Mit. wirkende: Gesangverein Bantom und Niederschönhausen, Jung sozialisten. Rezitationen. Sprechchor Niederschönhausen. Eintritt 50 Pf., Arbeitslose frei. Ansprache: Bernhard Göring. Buch: 8 Uhr im Lofal Göpfert, am Bahnhof. Ansprache: Stadtverordneter Hermann Lempert. Reinidendorf: 8 Uhr in den Hubertus Festfälen, Provinzstraße, am Bahnhof Schönholz. Ansprache: Rudolf Wissell, m. b. R. Morgen, Mittwoch, den 10. November: Baumschulenweg: 7% Uhr bei Bormann, Ede ber Baumschulen und Kiefholzftr. Ansprache: Genoffe Schiller- Göttingen, M. d. R. Aus der Partei. Bittor Adler und Engelbert Bernerstorfer, ben beiben Unver. geßlichen, treuen Freunden und Gefährten im Befreiungskampf des österreichischen Proletariats, ist nun auch ein äußerliches Dentmat gelegt. Ihre nebeneinanderliegenden Graber auf dem Biener Ben ralfriedhof find von einer monumentalen Mauer umwölbt, deren Schilder nur diese beiden Namen zeigen; sie sind unzähligen teuer. Vorträge, Vereine und Versammlungen 梁 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin 14. Sebaftanfte. 37/38, Sof 2 r. Berlin- Mitte: Dienstag, 9. Rovember, abends 7 Uhr, Saalfus, Sophien- Säle. die ebungsstunde aus. Dafür Ditwirkung bei der Revolutionsfeier der SAJ. Der Junge Chor Berlin( Mitgl. d. AGB.). Dienstag, 9. Rovember, fällt in der Schloßbrauerei Schöneberg, Sauptfit, 122. Treffpuntt 48 Uhr ebenba. Deffentliche Bersammlung aller Reingartner Donnerstag, 11. November, 8 Uhr, im Restaurant Bürgergarten, Reinidendorf- Oft, Souptstr. 51. Tages ordnung: Der Biberstand ber feaatlichen und städtischen Behörden gegen den Geift ber Aleingartenordnung. Referent Walter Steinhold, 1. Borf. bes Brovinatalverbandes bet kleingartenvereine Groß- Berlin, Cine Bffentlige Bertzegree über Bumanismus als Religion", gehalten pabagsgifche Frauenarbett( November 1926 bis Januar 1927) setanfhaltet. son Frau Minifterialcat Dr. Bäumer, wird von der Atabemie file fosiale und Rarten für die Bortragsreihe sum veife von 12 M.( numeriert) und zum Breise von 6 m,( unnumeriert) find burch bie Geschäftsstelle der Atabemie file ostale und sädagogische Frauenarbeit, Berlin W. 30, Barbaroffaftr. 65, zu besichen. Gruppen freier Menfchen im Berbanb Bollsgefundheit. Dienstag, 9. Sto. pember, 8 Uhr, Schule Gipsstraße 23a, Bortrag über Seguelle Belastung der Frau". Gäfte willformen. Der Anatomieturfus mußte am vergangenen Freitag wegen Erkrankung bes Genoffen Dr. E. Baer ausfallen. Nächster bend Freitag, 13. November, in ber Wohnung des Genoffen De Baer, Röpenider Str. 29. Der für Sonnabend, 30. Oftober, angefegte Märchen- und Def: Sädel- Saal, Straße in ben gelten, Ede Beethovenstraße( an der KrollMustlabenb muß auf Sonntag, 14. November, 8 Uhr, verschoben werben. Oper). Gäfte mitommen. Kleinarbeit im Landtag. Kraftfahrzeugsteuer.- Elektrowirtschaft. In der Montagsigung des Preußischen Landtages verlangten zunächst die Kommunisten Beratung der Denkschrift des Innenministers über Witing und Olympia, weil angeblich Teile aus dieser Denfschrift in einigen Montagsblättern veröffentlicht find. Der Antrag wurde abgelehnt. Auf der Tagesordnung ftand zunächst die Aenderung der Goldabgabenverordnung. Der Gefeßentwurf sieht vor, an Stelle der bisherigen 18 Broz. Berzugszuschlag für nicht gezahlte Steuern Verzugszinsen in Höhe von 9 Broz. einzuführen. Bei Steueraufschub find Stundungszinfen in Höhe Don 5 bis 6 Broz. pro Jahr zu zahlen Finanzminiffer Höpfer- Aschhoff bittet bringend, feine feine Regelung zu treffen, die Don der des Reiches abweicht, ba dann die Reichssteuern gezahlt würden, die Staats: und Gemeindeſteuern aber nicht. Das Reich habe jetzt 12 Broz. Berzugszinsen, er habe sich aber mit dem Reichsfinanzminister geeinigt, daß Preußen und das Reich einheitlich 10 Pro 3. Berzugszinsen nehmen sollten. Mit diesem Zinssaß wird die Borlage in zweiter und dritter Lesung angenommen. Es folgt die zweite und dritte Lesung der Kraftfahrzeugsteuer. Bon den Beträgen, die das Reich an Preußen überweist, sollen drei Biertel die Provinzen, ein Biertel die reife erhalten. Außerdem soll Berlin von der Gesamtsumme eine Borauszahlung von zwei Millionen Mart erhalten. Abg. Leinerf ( Soz.) wendet sich gegen einen deutschnationalen Antrag, zu der Berteilung der Gelder auf die Kreise den Provinzialausschuß hinzuzuziehen. Es handele sich um eine Berteilung reiner Staatsgelder, bie mur der Staat selbst vornehmen fönnte, nicht irgendeine Rommunalbehörde. Im übrigen fei jebe Oberaufsicht der provinziellen Kommunalbehörben über die Streife abzulehnen. Der deutschnationale Antrag wird abgelehnt, ebenso ein Antrag der Kommunisten und Demokraten, Berlin statt zwei Millionen drei Millionen zu geben. Im übrigen wird der Gesezentwurf angenommen. Es folgt ein vom Staatsrat vorgeschlagener Gefeßentwurf auf Aufhebung des§ 4 der Gewerbesteuerordnung, der bestimmt, daß im Jahre 1925 bei der endgültigen Festsetzung der Gewerbesteuer fein Betrieb mehr als das Doppelte ber Borauszahlung zu zahlen braucht. Da es sich bei dieser Bestimmung lediglich um eine Sonderregelung für das Jahr 1925 handelt, wird der Gefeßesvorschlag gegen die Stimmen der Kommunisten ab. gelehnt.-Eine Regierungsvorlage sieht die Zulassung der Frauen zum Schiedsmannsamt vor. Er nur zuzulassen für Rechtsstreitigkeiten unter Frauen Abg. Körner( Bölt.) beantragt die Frauen zum Schiedsamt beantragt ferner, die Bezeichnung Schiedsfrau in das Gesez einzufügen. Die Anträge werden gegen die Stimmen der Bölkischen gesamten Rechten angenommen. abgelehnt, der Gesezentwurf selbst gegen die Stimmen der - Die Borlagen über erztetammern und ärztliche Ehrengerichte werben auf Antrag des Abg. Göbel( 3tr.) an den Rechtsausschuß zurück. Es folgt die Beratung einer Regierungsdentfchrift über die preußischen Elektrizitätsintereffen. Berichterstatter Abg. Dr. Wänfig( Soz.) teilt mit, daß der Hauptausschuß vor allem zwei Richtlinien auf die staatliche Elektrizitäts. wirtschaft aufgezeigt habe: die bisherige Konkurrenz und eindschaft der Elettrounternehmungen des Reiches, der Länder und des Privatkapitals müffe abgelöst werden burch ein zusammenwirten und eine Berständigung. Dr. v. Waldhausen( Dnat.) fordert an Stelle der jetzt bestehenden 3000 Elettrounternehmungen durchgreifende Rationalisierung. Abg. Dr. Hermes( 3tr.) wendet sich gegen die Erwerbung des Staat. Die weitere Debatte wird auf Dienstag 12 Uhr vertagt. Braunkohlenwerts 3ufunft bei Aachen durch den Preußischen -Abg mis Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Achtung, Abteilungsleiter, rechnet die verkauften Rarien zur Revolutions feier ab! Revolutionsfeiern heute, Dienstag, 7% Uhr: Arminius Ballen, Bremer Straße. Moabit II: Beteiligung an der Revolutionsfeier der Partei in ben Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Straße 2. Abt. Schönhauser Borstadt: Revolutionsfeier, Driesenftz. 22. Senefelber- Biertel: Unsere Revolutionsfeier innerhalb der Abteilung fällt heute aus. Bir beteiligen uns an der Feier der Partei am Märchenbrunnen ( Friedrichshain). Treffpunkt 8 Uhr am Jugendheim Danziger Str. 23. Ballan: Webbing- Norb: Beteiligung an der Revolutionsfeier der Bartel. 306, Gemeindeschule, Mandelstraße. Friebenau und Schöneberg I: Nevolu tionsfeier mit ber Partei in der Schloßbraueret. Charlottenburg: Jugendheim Rofinenftr. 4. Charlottenburg- Norb: Jugendheim Rosinenfir. 4. Balenfee: Schule Joachim- Friedrich- Str. 55.- Lantwih: Gemeindeschule Schul Steglik I: Beteiligung an der Revolutionsfeier ber Partei, Rothen. bumalvaße. Wannsee: Gdule Charlottenstraße. Reuföln VI: Jugendheim Canner Straße.( Alle Genoffen, auch die anderer Gruppen, werden gebeten, Bermsbotfs urnhallengebäube, Roonftraße. Buchholz: Lobal von Roffad, Bauptite. 71. Rieberschönhaufen und Bentow: Beteiligung an der Revo Tutionsfeier ber Bartei, Epandan: Beteiligung an der Revolutionsfeier ber Partei. Sidhtenberg- Rorb: Beteiligung an der Revolutionsfeier der Partei, Rorboft I: Jugendheim Neue Rönigftrake, Borirag: Der 9. November". Bajenheide: Jugendheim Bärwaldstraße, Bortrag:„ Gefchichte der Arbeiter. jugend" Sübweft: Uebungsabend zur Revolutionsfeier im Jugendheim Belle- Alliance- Blag. Wilmersdorf: Sugendheim Hildegardstr. 4. Bortrag: Erichiehung Robert Blums 1848". Reukölln I: Jugendheim Sanderstraße, Reukölln II: Walter- Rathenau- Schule, Beddinfraße, Proletarische Dichtung. erite Rufammenkunft der Aelterengruppe. Reutöln III: Schule Weifeftr. 19. Bortrag: Die Revolution von 1918" Reukölln V: Jugendheim Nogatftr. 53, Bortrag: Revolution 1918" Werbebezirk Neukölln: Der Sprechchor trifft sich zur Hauptprobe um 17 Uhr Sermannulas( Apotheke). erscheinen.) Exfnet: Beteiligung an der Revolutionsfeier der Partei. Berbebesirt Müggelfee: Bildungsturfus für jüngere( 1. bend). Jugendbeim Röpenid, Grünauer Str. 5. Thema:„ Einführung in die fos. Gedanken. welt" Berbebezirk Webbing: Treffpunkt zur Hauptprobe 7 Uhr See, Ede Müllerstraße. Geschäftliche Mitteilungen. Es liegt im 3ntereffe ber vielerplagten Sausfrau, fich davon zu ber zeugen, daß fie Reit, Geld und Arbeit spart und dabei den Mittagstisch ver beffern und abwechslungsreich geftalten tann, wenn sie sich der neuen Anort Suppenwurst bebient. Eine Anorr- Guppenwurit 7 Gorten: Blumenkohl, Grünfern, Arebs, Ochsenfchwena. Bila. Spargel, Tomaten ergibt nur mit Baffer aufgefocht 6 Teller fräftige, wolfmedende Suppe, wie man fie beffer im Baushalt nicht herstellen Lann. Reine Hausfrau follie verfäumen, ben Berfuch zu machen, bei dem sie nichts ristiert. Wetterbericht der öffentlichen Welferdienststelle für Berlin und Umgebung. ( Nachbr. verb.) Ant Tage wieber mild, meist betwölft und Regen. Für Deutschland: Ueberall wechselnd bewölkt und zeitweise Neigung zu Niederschlägen. Zemperaturen unverändert. Hahn- Maccaroni aus reinem Hartgries hergestellt, sina deshalb so ausgiebig, weil sie, wenn sle in viel Wasser( man rechnet auf ½ Kilo 4 Liter) nicht allzu lange kochen, stark aufquellen. Dann kommt auch Ihr guter Geschmack richtig zur Geltung. Seit Jahrzehnten ein Mittagessen, wie es preiswerter und nahrhafter wohl. kaum gedacht werden kann! Knorr Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SW 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin sfets un bas Bezirkssekretariat. 2. Sof, 2 Trep rechts, zu richten. Heute, Dienstag, den 9. November: 95. Abt. Neuföln. Zur Beerdigung des verstorbenen Genossen Artur Wolff treffen fich die Genoffinnen und Genossen nachmittags 21 Uhr auf dem Gemeindefriedhof, Mariendorfer Weg. 111. Abt. Bohnsdorf. 8 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Straße, erweiterte Borstandssigung, Achtung! Mittwoch, 10. November, 8 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Straße, 8ahlabend. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen Mittwoch: 1. Abt. 7 Uhr in Cornis Festsälen, Gartenstr. 6, Bortrag: Rommunale Tagesfragen im Verwaltungsbezirk Mitte. Referent: Bürgermeister Schneider. Vorwärtsleser und Gäste, durch Mitglieder eingeführt, herz. lichst willkommen, 2. Abt. 7% Uhr bei Ohngemach, Rommandantenste. 89. Referent und Thema werden am Mittwoch früh bekanntgegeben. 3. Abt. 7 Uhr im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/23, Bor. trag: Die Sozialdemokratie und ihre Gegner. Referent: Hermann Lüdemann, M. d. L. 4. Abt. 7% Uhr bei Schwarz, Blankenfelder Str. 10, Bortrag: Die Konsum. genossenschaft. Referent: Genosse Groppler. 5. Abt. 7½ Uhr im Rosenthaler Hof, osenthaler Str. 10/11, Bortrag: Völkerbund und Sozialdemokratie. Referent: Dr. Abolf Braun. 6. Abt. 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Vortrag des Genossen Mag Thomas. Abteilungsangelegenheiten. 7. Abt. 7 Uhr in Cornis Festfalen Gartenstr. 6, Bortrag: Rommunale Tagesfragen im Verwaltungsbezirk Witte. Referent: Bürgermeister Schneider. Vorwärts- Leser und Gäste, durch Mitglieder eingeführt, herzlichst willkommen. 10. Abt. 72 Uhr in der Schule Alt- Moabit 23 Bortrag: Wie schüße ich mich vor Typhus und anderen ansteckenden Krankheiten. Referentin: Dr. Räte Frankenthal. 11. Abt. 7 Uhr bei Berger, Levegowstr. 21 Ede Jagowstraße, Vortrag: Wirtschaftsprobleme Europas. Referent: Georg Raible. 12. Abt. Die Abteilungsversammlung fällt aus. Dafür beteiligen fich fämt. liche Mitglieder an der Revolutionsfeier am Dienstag, dem 9. November, in den Arminiushallen, Bremer Str. 79. 14. Abt. 7 Uhr Bahlabende bei Bank, Start und Gottschalt. 15. Abt. 7 Uhr Zahlabende bei Goldbach, Binetaplag 7 und Runge, Ader. straße 49. 16. Abt. 7 Uhr Zahlabende bei Baß- Karl, Brunnenstr. 79, und Müller, Scheringstr. 10. 17. Abt. 7 Uhr 8ahlabende bei Schreiber, Triftstr. 63; Bade, Triftstr. 49, und Gerth, Tegeler Str. 50. 18. Abt. 7 Uhr Bahlabende bei Sachse, Lindower Str. 26; Schade, Rösliner Straße 9; Schmidt, Kolberger Str. 24; Müller, Uferftr. 12, und Roeple, Pantstr. 47. Bortrag: Außenpolitik und Sozialdemokratie. Referent: Bernhard Krüger. J. Abt. 72 Uhr Zahlabende in den bekannten Sokalen. 20. Abt. 72 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 21. Abt. 7 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 22. Abt. 7 Uhr Bahlabende bei Hers, Müllerstr. 26; Rabzar, Brüffeler Straße 43; Scholz, Fehmarnstr. 1. 23. Abt. 7% Uhr Bahlabende bei Lewandowski, Geeftr. 104, Vortrag: Rom. munalpolitif. Referent: Genoffe Kreiendrint. Tieße, Barfußftr. 9, Lichtbildervortrag des Genossen Mäde. Taube, Müllerstraße, Bortrag: Rommunalpolitik. Referent: Stadtrat Wilhelm Pfeiffer. Grunewald, Rameruner Str. 19. 24. Abt. 7 Uhr Zahlabende. 1. Gruppe: Rösner, Immanuelfirchstraße. 1a. Gruppe: Schmidt, Marienburger Straße. 2. Gruppe: Schleiff, Wins. straße Ede Christburger Straße. Referent: Erich Fraenkel über: Reichs. wehr, Volksheer und Schuppolizei. 3. Gruppe: Röhler, Greifswalder Straße( Schweizerhäuschen). 25. Abt. 8 Uhr Bahlabende bei Gott, Kästner, Baronski. 26. Abt. 7 Uhr bei Beinlich, Weißenburger Str. 1, Bortrag: Die Reform des Reichstagswahlrechts. Referent: Genosse Gehrke. 27. Abt. 7 Uhr Bahlabende in den bekannten Botalen, 28. Abt. 8 Uhr Zahlabende. 237. Bezirk: Krause, Belforter Str. 19. 258. Dezirk u. 240. Bezirk: Bartelt, Wörther Str. 19. 259. Bezirk: Kemper, Prenzlauer Allee 232. 241. Bezirk bei Lehmann, Wörther Str. 11. 242b. Bezirk: Richter, Hagenauer Str. 6. 243a, und 243b, Bezirk: Ruhl, Choriner Str. 48. 244, Bezirk: Sembel, Rastanienallee 29/30. 245. Bezirk: Mener, Oberberger Str. 89. Die neuen Mitglieder müssen schriftlich eingeladen werden, 29. st. 7% Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62, Bortrag: Die SilverbergRede im Lichte der Boltswirtschaft. Referent: Genosse Schimme. 30. Abt. 7% Uhr im Ledigenheim, Pappelallee 15, Bortrag: Unsere Justiz. Referent: Rechtsanwalt Dr. Theodor Tichauer. Achtung! Die Funktio wäre werden ersucht, bereits um 7 Uhr ebenda pünktlich anwesend zu sein. Wichtige Besprechung. 31. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Schönfließer Str. 7, Vortrag: Die fozialistische Gemeindeverwaltung in Wien. Referent: Mag Kreuziger. 32. Abt. 7 Uhr Bahlabende. Gruppe Haase bei Kromphardt, Paul Ginger. Straße 49, Vortrag des Genossen Haut. Gruppe Kluge: Seinrich, Lange Straße Ede Krautstraße, Bortrag des Genoffen Beibt. Gruppe Meister: Beig, Blumenstr. 68, Bortrag: Erziehungsfragen. Referent: Richard Schröter. Gruppe Wartmann im bekannten Lokal. 33. Abt. 7% Uhr Bahlabende bei Wegner, Stralauer Allee$ 1; Hoffmann, Stralauer Allee 17; Rienis, Simon.Dach- Str. 24. 34. Abt. 7% Uhr Bahlabenbe bei Rofin, Gubener Str. 19; Milde, Marfchauer Str. 17, und Hesse, Memeler Str. 64. Erscheinen fämtlicher Mitglieder ift Pflicht. 35. Ast 71 Uhr Bahlabende. 1. Gruppe: Topper, Rigaer Str. 85. 2. Gruppe: Schule Samariterfte, 20, 8. Gruppe: Bombe, Boigtste. 25. 4. Gruppe: Bortowfli, Schreinerstr. 32. 37. st. 7 Uhr Bahlabenbe. 1. Gruppe: 8epte, Eberinftr. 6. 2., 3. Gruppe: Jerasch, Ebertnite. 10. 4., 5., 6. Gruppe: Röhler, Matternftr. 14. 39. Abt. 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Bortrag: Unser Gesundheits. wefen. Referent: Oberstadtsekretär Hans Schiemann, 41. Abt. 7 Uhr Jahlabende. 1., 2. Gruppe: Schmidt, Teltower Str. 18. 3., 4. Gruppe: Schuster, Chamiffoplas 4. 5., 6. Gruppe: Luße, Bergmann. Straße 93. 7., 8. Gruppe: Mende, Gneisenauftr. 6a, 43. Abt. 7 Uhr Bahlabende in den bekannten Zotalen. Die Billetts file unser Herbstvergnilgen werden dort ausgegeben. Rege Beteiligung wird. erwartet. 45. Abt. 8 Uhr Zahlabende bei Minnig, Laufiger Str. 45; Liebig, Wiener Straße 58; Matfchena, Forster Str. 9; Wienziers, Reichenberger Str. 104. Aussprache: Unsere Weihnachtsbescherung. 46. Abt. 7 Uhr bei Burchardt, Görliger Str. 53, Bortrag: Unfere Stellungnahme zur Fürstenabfindung. Referent: Otto Meier, M. b. 2. Diskussion. Abteilungsangelegenheiten, Zahlreiches Erscheinen ist un bedingt erforderlich. 47. Abt. 7 Uhr bei Nomad, Manteuffelstr. 9, Vortrag: Unsere Stellung. nahme zur Fürftenabfindung. Referent: Crich Ruttner, M. d. 2. 48. Abt. 8 Uhr in Gliefings Festfälen, Baffertorstr. 68, Borttag: Die poli tische Lage. Referent: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Charlottenburg. 51. Abt. 7 Uhr Bahlabende. 1. Gruppe: Schellbach, Königin Elifabeth- Str. 6, Bortrag: Die Arbeit im Berliner Rathaus. Referentin: Stadtverordnete Liesbeth Hübner. 2. Gruppe: Golshauer, Sophie Charlotte.Sir. 24. 3. Gruppe: Dörre, Dandelmannftr. 18. 52. Abt. 8 Uhr bei Büttner, Raiserin Augusta- Allee 81. Bortrag: Aus. landspolitik und Sozialismus. Referent: Redakteur Wolfgang Schwarz. 53. Abt. 7½ Uhr Zahlabende bei: Sur, Buttenfte, 26, Borttag: Groß. Berliner Kommunalpolitit. Referent: Stadtverordneter Schulae. Sowei fert, Erasmusfir, 2, Bortrag: Groß- Berliner Rommunalpolitit. Refe. rent: Stadtverordneter Schmidt. Barteiangelegenheiten, Berschiebenes. 54. Abt. 8 Uhr im Jugendheim Rofinenstr. 4, Bortrag: Unsere Fraktion im Stadtparlament. Referent: Stadtverordneter Siegbert Loewn Dia Winterarbeit in der Abteilung. 55. Abt. 8 Uhr bet Reimer, Wilmers dorfer Str. 21, Bortrag: Leben wir in einem Rechtsstaat? Referent: Landgerichtsrat Ernst Ruben. Gäfte willkommen. 58. 96t. 7% Uhr Bahlabende: 1., 3. Gruppe: Lierfch, Kantfte, 62, Bortrag mit Lichtbildern: Die Bewegung 1918. Referent: Genosse Busch. 2. Gruppe: Jostomiad, Solgendorffftr. 20, Vortrag des Genossen Seigewaffer. 57. 6. 7% Uhr Bahlabende: 1. Gruppe: Arubt, Kantstr. 51. Bortrag: END. und KPD. in der Berliner Kommune. Referentin: Stabtverordnete Kühn. 2. Gruppe: Thunad, Wielandfte. 4. 58. Abt. 7 Uhr im Rantehaus, Nanteftr. 4, vort 4 Tr. Bortrag: Wirtschaft und Politit. Referent: Genone Bloch. 68. Abt. Salenfee. 8 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42, 8ablabend. Bortrag: Kommunalpolitit. Referent: Dr. Alfred Rorach. Bilmersdorf. 71. Abt. 8 Uhr bei Jonas, Durlacher Straße Ede Bruchfaler Straße. Bortrag: Unfere Stellungnahme zur Fürstenabfindung. Referent? Biltor Schiff. 72. Abt. Der Bahlabenb fällt aus und findet am Mitt woch, dem 17. November, statt. Bortrag: Das Arbeitsbeschaffungspro gramm der SD. Referent: Genoffe Timpert. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr im Lehrerzimmer der Gemeindeschule. Der Borstand und die Funktionäre tagen bereits ab 7 Uhr dafelbft. Refe. rent wird noch bestimmt. Die Bezirksführer Taben beftimmt ein. 74. Abt. Behlendorf. 8 Uhr bei Midlen, Botsdamer Str. 25. 1. Der 9. Rovember. Referent: Walter Trojan. 2. Bortrag: Unfere Stellungnahme zur Fürstenabfindung. Referent: Genoffe Rlausner, M. b. 2. 8. Bor ftandswahl. erbeten. 76. Abt. Dahlem. 8 Uhr bei Schilling, Königin Luife- Str. 42, Mitglieder. versammlung und Zahlabend. Pünktliches Erscheinen aller Mitglieber Schöneberg. 77. bt. 7 Uhr Bahlabende. 1. Bezirk: Mirbe, Nollendorf. straße 16, Bortrag: Deutsche Außenpoliti! vor dem Rriege. Referent: Baul Bernstein. 2. Bezirk: Jürgens, Barbaroffaftr. 3a, Bortrag: Gosial. politit, Referentin: Ellen Beibler. 3. Bezirk: Seugner, Grunewalbftr. 76. Bortrag: Pinchoanalnie und sozialistische Weltanschauung. Referent: Sanitätsrat Dr. Juliusburger. 4. Bezirk: Will, Martin- Luther- Str. 69.. 78. Abt. 8 Uhr Bahlabend in allen Bezirken. 1. Bezirk: Referent: Stabt. rat Wendt. 2. Bezirk: Referent: Dr. Jaennecke über: Entstehung bes Faschismus in Stalten. 3. Bezirk: Genoffe Serzberg. 4 Beairt: Refe rent: Stadtmedizinalrat Dr. Nabenow. 79. bt. 7% Uhr zahladende. 1. Bezirk: Arndt, Baugener Str. 10. 2., 3 Bezirk: Grunom, Gozler. ftraße 13. 4. bis 6. Bezirk: Groß, Gedanstr. 17, 7. Beairt: Bobszus, Sachfenbamm Ede Reichardtftraße. 8. Bezirk: Siedelung Lindenhof im Lokal Achtenhagen, Röblingstraße. In sämtlichen Rahlabenben politische Aussprache und Stellungnahme zur Abteilungs- und Kreiswahl. Sämt Itche Genoffinnen und Genoffen beteiligen sich gefchloffen an ber Revo lutionsfeier am Dienstag, dem 9. November, in der Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstraße. E & l. Abt. Friebenau. 8 Uhr Bahlabende. 1. bis 3. Bezirk: Rlabe, Sandjery. traße 60/61. 4. bis 6. Begirt: Baginsti, Taunusstr. 7 Ede Stubenraud. Straße, Bolitische Aussprache. 82. bt. Steglib. 7 Uhr Bahlabenb bei Schmidt, Sachfenwaldstr. 18, Bot. trag des Genoffen Eugen Lewin.Dorsch über: Rulturgeschichtliches. Lichterfelbe. 83. bt. Der Bahlabend für Lichterfelde.Weft findet abends 8 Uhr bei Reinh. Schmidt, Sindenburgdamm Ede Roonstraße statt. Bortrag: Internationale Petroleumpolitit. Referent: Dr. Friedrich Hertned. Auf dem Zahlabend können die Genossen Lose der Arbeiterwohlfahrts. lotterie zum Bertrieb erhalten. 83, Abt. Die Genossen von Ost treffen fich beim Genoffen Paul Kraft, Seinersdorfer Str. 17. Die Ge nossen von Süd treffen sich beim Genossen Karl Soffmann, Berliner Straße 131 Ede Osdorfer Straße. Vortrag: Genossenschaftswesen und Sozialismus. Referent: Emil Kirchmeier. In den 8ahlabenden sind Lofe zur Arbeiterwohlfahrts- Weihnachtslotterie das Stück zu 50 Pf. er. hältlich. 84. Abt. Lankwig, 8 Uhr bei Lehmann, Raiser- Wilhelm- Str. 29/31, Bortrag: Die Genossenschaftsbewegung, ein Schritt zur Berwirklichung des SoziaTismus. Referent: Redakteur Paul Lange. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Sahlabende. 1. und 6. Bezirk: Wendt, Borussia ftraße 71. 2. bis 5. Bezirk: Restaurant Rur Linde, Friedrich- Karl- Straße Ede Werderstraße. 7. Bezirk: Happeldt, Gottlieb Dundel- Straße Ede Germaniastraße. Referent: Genoffe Ehrenberg. 86. Abt. Mariendorf. 71 Uhr Bahlabende. 1., 2., 7. Bezirk: Roepke, Bergstraße 7. Referent: Stadtrat Thiele. 3. bis 6. Bezirk: Niendorf, Chaussee. straße 19. Referent: Bezirksverordneter Gerlach. 8. bis 10. Bezirk: Find. eifen. Referentin: Bezirksverordnete Gertrud Alihs. Thema: Der Be. airkshaushaltsplan fihr 1927. 87. Abt. Marienfelde. 7% Uhr Bahlabend bei Schuster, Kirchstr. 68. 88. Abt. Lichtenrade. 8 Uhr Schule Roonstraße. Wichtige Tagesordnung, Erscheinen ist Pflicht. Die Genoffen, die am 9. November nicht nach Tempelhof zur Revolutionsfeier fahren, nehmen an der Feier des Reichs. banners Schwarz- Rot- Golb in Lichtenrabe, 8 Uhr, bei Garnow teil. Neukölln. 89. Abt. 7½ Uhr Sahlabende, 1, bis 4. Bezirk: Brose, Sanderstr. 10. 5., 7., 8. Bezirk: Bodmann, Reuterstr. 48. 6., 11., 12. Bezirk: Gläser, Bannier Ede Pflügerstr. Vortrag: Außenpolitit. Referent: Franz, Waluga. 9., 10., 18., 19. Bezirk: Fischer, Sobrechtstr. 64. Bortrag: Die wirtschafts. politische Lage. Referent: Robert Fendel. 90. Abt. 8 Uhr Mitglieder. Dersammlungen. 18. Bezirk: Rüdiger, Lohmühlenstr. 36. 15., 26, Bezirk: Jahn, Fuldaftr. 45. 16., 25, Bezirk: Janide, Janfastr, 11, 17., 24. Bezirk: Lehmann, Tell. Ede Weferfir. 22., 28., 36. Bezirk: Schittler, Weichselftr. 5. 34., 43. Bezirk: Aleiftner, Münchener Str. 53. 35. Bezirk: Idealkafino, Weichselstr. 8. 92. st. 7 Uhr, 8ahlabende, 14., 29. 30. Bezirk: Gauter, Harzerstr. 88. Vortrag bes Genossen Weigelt. 27., 28., 32., 33. Bezirk: Ewald, Elbeftr. Ecke Weserstr. Bortrag. 31., 44., 45., 55. Be. girl: Wolff, Raiser- Friedrich- Str. 173. Bortreg: Sozialistische Gesundheitspolitik. Referent: Dr. Roeder, 46., 47., 59. Bezirk: Dehne, Richardstr. 108. Bortrag des Genossen Fechner. 72., 73. Bezirk: Schneider, Rosenstr. 8. Bortrag: Wohnungsfragen. Referent: Franz Gutschmidt. Pflicht aller Ge. noffinnen und Genoffen ist es, ihre Rahlabende bestimmt und pünktlich 93. Abt. zu besuchen. Für die Rahlabende herrscht Rauch verbot. 7 Uhr bei Ostar Wolff, Kirchhofstr. 41. Vortrag: Die Fationalisierung der Arbeit. Referent: Clemens Rörpel. Das Erscheinen fämtlicher Mitglieder ist unbedingt erforderlich.-94. Abt. 7% Uhr Bahlabende. 51., 52., 68., 76. Bezirk: Schröder, Steinmenstr. 52. Bortrag: Wirtschaftspolitit. Referent: Direktor Helmuth Lehmann. 64., 65., 66., 67., 77., 78. Bezirk: Günther, Echillerpromenade 11. Referent: Vortrag: Unsere Justiz. Friedrich Seller. 95. Abt. 7 Uhr bei Grieger, Leffingstr. 9. Bortrag: Das kommende Arbeitstofenversicherungsgefes. Referent: Stadtrat Fabiunte. 96. Abt. 7 Uhr Zahlabende. 86. unb 100. Bezirk: Muller, Thüringer Straße 5. Bortrag: Die politische Lage, Referent: Redakteur Gustav Fuhs. 101., 102., 103. Bezirk: Lokal Emfer Str. 119. Bortrag: Die politische Lage. Referent: Willi Großmann. 80., 87., 88. Bezirk: Lübben, Thomasstr. 5. Referent: Genosse Brinkmann. 93., 94. Bezirk: Frenkel, Bodestraße Ecke Schierkestraße. Die Bezirksführer werben gebeten, die Mit. teilungsblätter vom Genoffen Juriiko, Schönweider Str. 6, abzuholen. 97. Abt. 7% Uhr im Lokal Rudolf, Hermannstr. 156, Vortrag: Die wirt. 930 Ich „ Halpaus Mocca" muß scharf aufpassen. Berlin ist groß und ich darf keinen Freund vergessen. Ich kann aber heute mit ruhigem Gewissen sagen: Ich bin überall. Sehr wichtig für den Raucher einer besonders guten und besonders preiswerten Cigarette 122 DI 5 0203 saleop Salpu Mocca fchaftliche Lage und die Volksfürforge. Referent: Genoße Rioß. 93. Abt. 7½ Uhr bei Teid), Knesebecstr. 185. Vortrag: Genossenschaftswefen. Refe. rent: Genosse Michaelis. Die Bezirksführer laden bestimmt ein. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr 8ahlabende. 1., 2. Bezirk: Stephan, Graeßstr. 1. 3. bis 5. Bezirk: Ditinger, Riefholzstr. 33/34. Bortrag: Politische Tagesfragen. Referent: Stadtverordneter Hans Woywod. Parteiangelegenheiten. 102. Abt. Baumschulenweg. 7½ Uhr im Sofal Borgmann, Baumschulenste. Ede Riefholzstr. Revolutions- Gedenkfeier. Festrede: Genosse Schiller- Göttingen. MM. d. R. 103. bt. Oberschöneweibe: 7½ Uhr bei Jmberg, Wilhelminenhofftz. 84. Revo. Tutions- Gedenkfeier. Feftrebner: Stadtrat Emil Dittmer vom Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. 104. Abt. Rieberschöne weide. 7½ Uhr bei Raethel, Brüdenstr. 15. Borttag: Hohenzollernabfindung und Sozialdemokratie. Referent: Robert Breuer. 106. Abt. Johannisihal. 7½ Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6. Bortrag: Deutschlands Stellung im Bölterbund. Referent: Otto Bach. Borwärts. Tefer und Gäste können eingeführt werden. 107. bt. Alt- Glicnide. 7½ Uhr im Lokal Thieme, Fallenberg, Schirnerstr. Am Wasserturm. Bortrag des Genossen Martin Stein über: Der 9. No. vember." 109. Abt. Friedrichshagen. 8 Uhr bei Scholz, Friedrichstr. 81. Bortrag: Feme morde. Referent: Hanns Ramm. 110. Abt. Grünau. 8 Uhr bei Werner, Köpenider Str. 125. Bortrag: BanEuropa. Referent: Bilheim Richter. Sympathisierende und Vorwärtsleser find eingeladen. Lichtenberg. 114, bt. 7½ Uhr bei Wiecek, Rroffener Str. 14. Borirag: Der neue Strafrechtsgefeßentwurf. Referent: Dr. Georg Löwenstein. 115. Abt. 7% Uhr Sahlabende. 1. Gruppe: Gonell, Scharnwederstr. Ede Jungstr. 2. Gruppe: Lohann, Oberstr. Ecke Jungstr. 3. Gruppe: Rable, Müggelstr. Ede Scharnweberstr. 4. Bezirk: Geipte, Aronprinzenste. Ede Scharnweberstr. 116. Abt. 7% Uhr im Gesangsfaal der Knabenmittel Schule, Martstr. 10/11. Bortrag: Ein halbes Jahrhundert Parteiarbeit. Referent: Stadtverordneter Adolph Hoffmann. 117. Abt. 7 Uhr in der Schule Lückstr. 60. Vortrag: Erwerbslosenprobleme. Referent: Genosse Spliedt. 118. bt. 7% Uhr bei Tempel, Gubrunstr. 7. Bortrag: Wirt fchaftsfragen, Referent: Kurt Heinig. 119. Abt. 7% Uhr im CäcillenEnzeum, Rathausstr. 8 III, Beichenfaal. Vortrag: Kommunalpolitit und die legten Vorgänge in der Stadt- und Bezirksverordnetenverfamminug. Referent: Bezirksverordneter Schubarth. Sahlreiches Erscheinen wird er martet. Ferner bitten wir, au der am Dienstag, dem 9. November, flattfindenden Revolutionsfeier im Lyzeum, Rathausstr., restlos zu erscheinen. Die Abrechnung der Karten erfolgt ebenfalls dort. 121. Abt. Karlshorst. 7½ Uhr bei Hausmann, Treskow- Allee. Vortrag des Genoffen Schöpflin, M. d. N. 122. Abt. Biesborf. 7% Uhr bei Porath, Marzahnstr 31. Vortrag des Genoffen Bruno Sasse: Ist die Demokratie überlebt? 124. Abt. Mahlsdorf. 7% Uhr im Lokal Anders, Am Bahnhof. Revolutions Gedenkfeler. 128., 130, bt. Pankow. 7 Uhr Bahlabenbe. 1. Gruppe: Noad, Raiser Friedrich- Str. 58. Vortrag: Tagespolitik, Referent: Dr. Karl Gerth. 2. Gruppe: Schweizerhäuschen, Magimilianftr. 11a, Bortrag: Barteifragen. Referent: Genosse Schmidt. 2a. Gruppe: Mechs, Berliner Str. 97. Bottrag: Parteifragen. Referent: Genosse Flatau. 3. Gruppe: Dreier, Riffinger Straße 4. Vortrag: Laienrechte in der Strafjuftis. Referent: Genoffe Raiser. 4. Gruppe: Türkisches Belt, Breitefte. 14. Bortrag: Wirtschafts politische Tagesfragen. Referent: Genosse Günther. 5. Gruppe: Restaurant Toraftr. 73. Vortrag des Genossen Franz von Butttamer über: Wirt fchaftspolitik. 6. Gruppe: Neumann, Mendelstr. 17. Bortrag: Wirtschafts. politische Tagesfragen. Referent: Genosse Stiegliß. 7., 8 Gruppe: Lotal Forsthaus", Wollankfir. 115. Vortrag: Allgemeine Politit. Referent: Her mann Krüger. 9. Gruppe: Restaurant Tohnke, Wollantstr. 31. Bortrag: Politische Tagesfragen. Referent: Arno Echolz. TAI a in 181. Abt. Rieberschönhausen. Mitgliederversammlung 75 Uhr im Zotal i helmshof, Raiser- Wilhelm- Str. 64. Tagesordnung: Die Berliner Stadtratswahlen. Referent: Stadtv. Genosse Mühlmann. Bericht über die Werbewoche. 133. Abt. Buchhola. 8 Uhr bei Rossad, Hauptstr. 71. Bortrag: Unser Agrar. programm. Referent: Paul Judrian. 135 Abt. Rarow. 7% Uhr bei Klig, Pantgrafenstr. 3. Bortrag: Der 9. NoDember. Referentin: Margarete Schenkalowsty. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 8 Uhr bei Megker, Residenzfte. Ede Pantower Allee. Mitgliederversammlung. 137. Abt. Reinickendorf- West. 72 Uhr Gemeinsamer 8ahlabend für alle Bezirke im Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Vortrag: Die Fürstenabfindung im Landtag und die Stellung unserer Partei. Referent: Hemann Harnisch, M. d. L. Parteiangelegenheiten. Verschiedenes. 138. Abt. Hermsdorf. 8 Uhr im Restaurant Berliner Str. Ede Bahnhofstr. Vortrag des Genossen Professor Wolff über: Spanien. 140. Abt. Borsigwalde. 7% Uhr im Lokal Woitschach, Ernststr. 1. Bortrag: Unsere Stellungnahme zur Fürstenabfindung. Referent: Stadtrat Wilhelm Kühne. Glaswaren jeder Art gegen 6 Monatsraten P.RADDATZ& CO Berlin Leipziger Str. 122-123 140a. bt. Bittenan. 8 Uhr im Restaurant Schulz, Am Norbbahnhof. Berking: Soziale Kommunalpolitik. Referent: Stadtrat Mag Hecht. 143. Abt. Waidmannsluft. 8 Uhr bei Dreißig, Waidmannstr. 4. Bortrag: Außenpolitit. Referent: Gerhard Kramer. Sämtliche Mitglieder müssen unbedingt erscheinen. 36. Abt. Einige Abteilungsfahnen können noch zum Aushängen am 9. November an Abteilungsmitglieder verliehen werben. Sie sind vom Abteilungsleiter, Karl Klein, D. 34, Borndorfer Str 47, abzuholen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. 19. Kreis Pankow. Die Kinderfreunde treffen sich am Sonntag, 14. Novem ber, zur Revolutionsfeier. Gruppe Bankow% 41 Uhr Rirche, Niederschönhausen 21 Uhr Friedensplay, Buchholz 21 Uhr Post. Gemeinsamer Abmarsch Bankow, Kirche. Uhr 128.- 130. Abt. Unsere Rinder beteiligen fich am Sonntag, 14. November, an der Revolutionsfeier der Kinderfreunde. Residenz- Theat. Volksbühne Absteigequartier Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm Eintritt Jugendlichen verboten 8 Uhr: Thalia- Theater Lysistrata Uhr: Der Biberpelz Morgen 7, Uhr: 8 Regie: Berth.Viertel Zum ersten Male Theater des Westens 8: Nachtasyl Der Zug nach d. Westen Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Hasenheide 2110 8 U.: Mrs. Cheneys Ende Komödienhaus Norden 6304 8: Einbruch Th. a. Nollendorfplatz 8: Franziska Komödienhaus Sonnt nachm.3 U. Der Garten Eden Preise 50 Pf. b. 4 M. Philharmonie 8 Theater, Lichtspiele usw. Konzert Täglich 8 Uhr: Das Grabmal des unbekannten Soldaten. Komische Oper Der große Operettenerfolg TägAdrienne 8.15 mit Serak, Wessely, Wirl, Blass Boettcher, Hell, Schuster. Sonntag nchm. 3 U.: in 1. Besetzung Die Fledermaus Vorverkaut ununterbrochen v. 10 U an. 8 Uhr Wallner- Theater T Sehr großer Hasemanns Töchter Erfolg: d. Philharmon.Orch. Gr. Schauspielhaus Dirig: Prof. Prüwer Täglich 84 Uhr Kleines Th. 8 U: unt. gefl. Mitwirkg.v. Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8: Die Königin" Massary Pallenberg Sbd.32: Das böse Prinzeßchen Staats- Theateretären gespräche Klav- Konz G- Dur Von Mund Stg. 3: Der fröhOpernhaus a. Platz d.Republ. Beethov; Ein Sommer72: Der Waffen- Metropol- Theat. nachtstraam Mendelss. schmied Schauspielhaus 8 Uhr: Lulu Schiller Theater Täglich 8 Uhr: Die große Revue Inferieren Wieder Metropol bringt ERFOLG! 8 Uhr: Soldaten CASINO- THEATER 8 Uhr Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: Die Entführung aus dem Serail Musikal. Leitung: B. Walter Abonn.- Turnus III. Deutsches Theater Norden 10334-38 8 Uhr: Neidhardt V. Gneisenau von Wolfgang Goetz Zu Mund CHARELLREVUE Sonnab, nachm. 4 U. Mittw., Donnerstag, die nene Kinderrevue Nur noch wenige Aufführungen Funkheinzelmanns MärchenGräfin Tippmamsell reise mit Alfr. Braun Gutschein 1-4 Pers. Bei Vorzeig. der Annonce Fauteuil 1,00 Mk., Sessel 1,50 8 Trianon- Theater Täglich 8 Uhr: ,, Dirnentragödie" Uhr Winter Variete Garten Regie: Heinz Hilpert Rauchen Sonntag, 14. Novbra nachm. 3 Uhr: Gesellschaft Kammerspiele Norden 10334-38 81 Uhr: Zum 25. Male Der gefällig.Thierry von Tristan Bernard Regie: Eug. Robert Die Komödie Bismarck 2414, 7516 8 Uhr: Die Gefangene Von Bourdet Regie: M. Reinhardt gestattet Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Steffiner Sänger 2.Schluß: Plepers Diele Burleske von Meysel Nachm halbe Preise! Dönhoff- Brett'l Varieté- Konzert- Tanz ICARL HAGENBECK GASTSPIEL CIRCUS BUSCH SCALA Morgen Mittwoch Nollendorf 7360 8 Uhr: VarietéNeuheiten a 2 Vorftellungen 3und 8 Uhr NACHM.BEI VOLLEM PROGRAMM HALBE PREISE FÜR KINDER KARTEN: WERTHEIM TIETZ AB 10 UHR CIRCUS KASSE NORDEN 840 AB 10 UHR: MARSTALLBESICHTIGUNG ERWACHSENE 50Pfg., KINDER 25 Pfg Gegr. 1891. Unter Garantie die schönsten tepp und Daunen- Decken taufen Gie bestens ab Fabrit Bernhard Strohmandel, Berlin, Wallstraße 72( Untergrundbahn Inselbrüde). Filiale: Spittelmartt, Ede Seydelstraße, und W, Nikolsburger Plag 2, Ede Trautenauftraße. Metallbettstellen u. 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Bellack Dies zeigen schmerzerfüllt an mit der Bitte um stille Teilnahme Max Maynz Franz Maynz, Sohn Hedwig Maynz, Schwiegertochter Gertrud Maynz, Tochter Neukölln, Weichselstr. 33 Einäscherung: Donnerstag, 11 RoDember, abbs. 6% Uhr, im Kremat. Baumschulenweg, Riefholzfte. 221. Wir bitten höflichft, von KranzSpenden Abstand zu nehmen. Danksagung. Für die Teilnahme anläßlich bes Hinscheldens meines geliebten Mannes unferes unvergeßlichen Baters, Schwieger- und Großvaters Friedrich Hartmann fagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten unseren verbindlichsten Dant Frau M. Hartmann und Rinder. Berlin GO, Grünauer Str 20. Lustspielhaus Deutscher Metallarbeiter- Verband 8 Uhr: D.Herzogin v.Elba Stg. 3: Aschenbrödel Bettwäsche, Decken, Rose- Theater Gardinen, Teppiche. kleine Raten, keine Kassierer, oder 814 Uhr Matzner, Str. 47 Was ihr wollt Achtung! Achtung! Donnerstag, den 11.November, nach mittags 51/2 Uhr, im Sigungsfaal des Berbandshauses, Linienstraße 83/85 Versammlung ader in der Emaillier- Industrie beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Der gute Kapitän asesorbnung: Bie tonnen wic Kantabak ist in den meisten Zigarr geschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Gegründet 1876 in der Emaillier- Jnduftrie unsere Lohnund Arbeitsbedingungen verbeffern? ЬН Es ift dringende Pflicht eines jeden Be schäftigten für guten Besuch diefer Bersammlung zu sorgen und selbst pünktlich 29 zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Neu eröffnet! Meine seit 50 Jahren bestehende MÖBEL 131. t. Unsere Rinder beteiligen Rd at Sowning, 14, Stovember, an der Revolutionsfeier der Rinderfreunde. 132. bt, Unsere Rinder beteiligen fidh am Sonntag, 14. November, ant der Revolutionsfeier der Kinderfreunde. Abt. Steglig. Heute, Dienstag, 9. November, von 4-6 Uhr Spielen im Seim Albrechtstr. 47. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 14. Abt. Unser langjähriger Genoffe Albert Bachs ist plöglich am Freitag, 5. November, verstorben. Einäscherung heute, Dienstag, 9. November, abends 6% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Alle Genoffinnen und Ge noffen, welche sich an der Einäfcherungsfeier beteiligen, treffen fich 6 Uhr bei Gottschalt, Butbuffer Str. 24. 117. Abt. Lichtenberg. Unser langjähriger Genoffe Guftas Tunich, Liebigstr. 5, ist im Alter von 76 Jahren verstorben. Einäscherung am Mittwoch, 10. November, 3½ Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. Solange Sie rauchen, sind Sie guter Laune und arbeitsfroh. Aber wenn Sie des Abends spät zur Ruhe gehen, dann erst empfinden Sie mit Widerwillen jenen lästigen Nachgeschmack, der bis zum anderen Morgen anhält. Seien Sie klug 1 Mark und beseitigen Sie dieses Übel, ohne auf den Tabak zu verzichten, indem Sie jeweils nach dem Rauchen einige WYBERT- Tabletten in den Mund nehmen. 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Dort sollte ich mit meinem Regiment— es war das aktive äheinische Infanterieregiment Nr. 68— den Schutz der Bahnhöfe unt> Proviantmagazine übernehmen. Für revolutionär angekränkelt koyinte man die Feld- truppe kaum halten, sonst wäre ein solcher Auftrag gar nicht möglich gewesen. Also aus der Front heraus nach rückwärts. Polizeidienst in der Etappe. Da war es schon besser gewesen, letzde Schläge mit den Engländern auszutauschen. Wir waren am Abend in einem Zwischenquartier angekommen. Ein Auto hält vor meinem Hause, ein Offizier steigt aus, ist schon in meinem Zimmer. Ob ich der Kommandeur sei? Ich müsse sofort mitkommen zum Armeeober- kommando. Alles Weitere würde ich später erfahren. Es ging hals über Kopf. Ich ließ meinen Adjutanten kommen, unterrichtete ihn, dann saß ich auch schon im Auto, und die Nacht verschlang uns. Regen peitschte ins Gesicht. Mein Entführer völlig schweig- sam. Ich zerbrach mir den Kopf, was das alle» zu bedeuten Hobe. Das 2luto hielt. In diesem Hause sei mein Quartier. Um vier Uhr würde ich geweckt werden, und fünf Uhr ginge es weiter. Guten Abend. Im Kriege ist ja manches rätselhaft. Dies war der Clou. Aber ich schlief doch ausgezeichnet Im Auto saßen am nächsten Morgen noch einige vermummte Gestalten. Wie sich herausstellte, auch Stabsoffiziere. Auch wie ich von der Front zusammengeholt Gesprochen wurde wenig. Schwarz färbte sich in Grau, Lichter glommen böse auf: das ist Nomur. Das Grau wurde silbrig. Tag. Wir fegen durch Lüttich, biegen in die Berge ab. Also Spa! Also das Große Hauptquartier. Spa, das kannte Ich. freilich aus einer ganz anderen Zeit. In leichten Leutnantsjahren war ich manches Mal vom Truppen- Übungsplatz Elsenborn mit dem Rade hingefahren, weil man glaubte, man sei es sich schuldig, den Sonntag lebemännisch zu verbringen. Was erwartete einen heute dort! Wir hielten in Spa vor einem Hotel. In einer großen Halle viele Generäle und Stabsoffiziere. Nie sah ich soviel?our!e nierites auf einem Fleck. Wir hörten, daß hindenburg bereits dagewesen, aber wieder zum Kaiser berufen sei. Ein Generalstabs- ojsizier spricht. In Deutschland ist die Revolution ausgebrochen. Matrosenrevolte hat sich zum Bolschewismus gesteigert. Alle Truppen in der Heimat sind zu den Aufständischen übergegangen. Was müsse geschehen? Man würde uns im Nebenzimmer Fragen vorlegen. Ernste Entscheidungen stünden bevor. Abdankung des Kaisers wurde erwogen. Es sind Träger altberühmter preußischer Namen im Saal. Aber kein Wort fällt klirrend ans der Scheide des herzen». Bolschewismus— das rührt an die herzen wie, mit. einem Eisfinger. Als er drüben in Rußland ausgebrochen war, hatte man ihn begrüßt. Gewiß, die Monarchie hatte er fortgewischt, war wie mit einem blutigen Schwamm darüberhingefahreN, aber für die Entente war er doch ein Schlag gewesen, für uns ein Mittel, den Krieg zu gewinnen. Und nun war er auch in Deutschland—■ das also das Ende!* Wir wurden gruppenweise in ein Nebenzimmer geführt. Drei Fragen hinter der Tür. Sie sind ja mittlerweile bekannt geworden. Der frühere Kronprinz, der Tennisspieler von Stenay, hat darüber geschrieben. Da saß der Oberst Heye, gewichtig und schnurrbärtig. Neben ihm fungierte ein ganz junger Generalstabsoffizier, wenn ich nicht irre, hieß er von der Gabelentz, der fast wie ein Knabe wirkte. Der verteilte die Papierbogen und Bleistifte, denn wir mußten unsere Antworten zu Protokoll geben, unsere Namen darunter schreiben. Ob diese Protokolle noch existieren?! Oberst Heye, auch in dieser Stunde generalstabsmäßig kühl, fetzte uns auseinander, worum es sich handle. Völlig objektiv, scheinbar unergriffen. Und es war doch ein geschichtlicher Augenblick von größter Bedeutung. Seine Selbstbeherrschung war außer- ordentlich. Nachher, al» es sich um unsere Antworten handelte, über die auch ein wenig hin und her gesprochen wurde, wurde er leb- haster. Eindringlich. Di« Lage müsse völlig nüchtern beurteilt werden. Niemand dürfe sich Illusionen hingeben. Sagen, was ist. Keine Schönfärberei.„Wie denkt der Musketier? Sie müssen es wissen." Wir wußten es und sagten es. Die letzte Gruppe verließ das Zimmer. Zurück blieb ein Stoß Papiere. �Oberst Heye begab sich zum entscheidenden Vortrag. Im Saal« verpflichtete uns ein General über die Befragung zum Schweigen. Ueber die Vorgänge in der Heimat aber sollten wir die Truppe in geeigneter Weise in Kenntnis setzen. Dann wurden wir entlassen. Vorher hatte man uns noch mitgeteilt, der Kaiser habe noch nicht abgedankt. Wieder im Auto. Es war Nacht, als wir in Brüssel ankamen. Dort hörten wir die Zeitungsjungen, wie zu unserer Begrüßung, die Abdankung des Kaisers ausrufen. Gellende Schreie durch die Straßen. Die Ereignisse überstürzten sich wirklich, sie waren schneller als ein paar Pferdekräfte. Am nächsten Morgen erreichte ich dicht vor Brüssel das Regi- ment. Ich braucht« nichts mitzuteilen. Alles las eifrig den„Bel- gischcn Kurier"— es war die erste vom Brüsseler Soldatenrat herausgegebene Nummer. Darin stand alles, was wissenswert war. Deutschland zur Republik erklärt. Kaiser und Kronprinz geflohen. Auf Befehl der Obersten Heeresleitung waren auch im Regiment .Vertrauensmänner" gewählt worden. Leider habe ich bis auf zwei: Hofsmann und Lindenberg, ihre Namen vergessen, denn ich führte kein Tagebuch. Sie haben mich in selbstlosester und auf- opferungsoollster Weise unterstützt. Ruhe gab es Tag und Nacht nicht. Ihnen und einigen Offizieren meines Stabes bin ich zum größten Dank verpflichtet. Kurz vor Lüttich stand das Regiment in Marschkolonne. Ich meldete es dem Divisionskommandeur, Generalleutnant von St., der niich dort erwartet hatte. Wir waren keine Freunde. Ich hatte mich, als wir noch im schweren Kamps mit den Engländer» standen, über ihn beschweren müssen. Eisiger Empfang. Er bat mich beiseite. .Ist es wahr, daß Sie im Regiment einen Soldatenrat haben?" Ich antwortete. Berichtete. Mein Ton besänftigte ihn merklich. Ich wurde nicht zerschmettert, wie es wohl feine Absicht gewesen war. Nur sagte er zum Schluß, und das sollte mich doch zu Boden drücken:.Aber ich habe Leute Ihres Regiments gesehen, die tragen rot« Schleife» im Knopfloch." Der 9. November 1915. Solche prozeüuren jrnü immer mal notwenüig l »Das mag sein, Erzellenz. aber wir haben fast jeden Tag Auto» an uns vorbeifahren sehen, darin saßen Generäle und Generalstabs- offiziere, und sie führen unter dem Schutz einer roten Flagge." Darauf sagte Se. Exzellenz nichts mehr. Wir marschierten in Lüttich ein, wo sich sämtliche höheren Truppenkommandeure bei dem ortsständigen Soldatenrat einzu- finden hatten. Am nächsten Tage stand im Divisionsbefehl zu lesen, daß alle Truppenteile, wo es noch nicht geschehen, zur Wahl von.Vertrauensmännern" zu jchreiten hätten. �toch eine Erinnerung. Von Marie Juchacz. Weib, du mardst frei. Hai! Pflichten»u«füllen! Denn du bist Mutier kommender Geschlechterl Wer Lieb« säen darf und Sehnsucht stillen, Der macht da» Leben schön« und gerechter! L. Lesse». Im Oktober lSl3 schrieben deutsche Frauen aller Kreise an den damaligen Reichskanzler Prinz Max von Baden:„In rascher Ent- Wicklung vollzieht sich im Deutschen Reich hie Umbildung der Regie- rung in eine parlamentarisch-demokratische Mehrheitsregierung... Den Forderungen der Frauen aber, die auch in Deutschland bereits seit Jahrzehnten um politische Gleichberechtigung kämpfen, hat diese Entwicklung bisher noch keinerlei Rechnung gelragen. Es erscheint ihnen deshalb dringend notwendig, vor den Leitern der neuen Rcichsregierung ihre Forderungen nochmals eingehend zu begründen und deren Stellungnahme dazu kennenzulernen." Vom 22. bis 25. Oktober 1918 fanden im Reichstag große poli- tische Debattm statt. Genosse Ebert führte damals, zu der.Oktober- regierung" gewendet, aus: „Unsere Frauen dürfen nicht länger mehr politisch rechtlos seln, eine Erkenntnis, die anderen Ländern längst, am deutlichsten aber während des Krieges gekommen ist. Was wäre die deutsche Heimat- front ohne die unermüdliche Arbeit der Frau in den Werkstätten, in den Bureaus, in den Krankcnsälen und in der weiteren Kriegs- fürsorge! Wer bewundert nicht das stille HeldentukN unserer Frauen und Mütter! Das neue Deutschland ehrt dieses Heldentum der Frauen am schönsten durch die gleichen politischen Rechte." Auch der zweite Redner der Sozialdemokratie, Genosse Rosk«, führte der Regierung und den bürgerlichen Parteien die FortschrUte des Fraucnwahlrechts in der ganzen Welt vor Augen und schloß diesen Abschnitt seiner Rede mit den Worten:.Nirgends war das Martyrium per Frauen größer als in Deutschland. Zu harter Arbeit haben die deutschen Frauen auch noch den Hunger Jahr unö Tag zu erdulden gehabt, deshalb sollten Sie im großen Wurf bei der Neu- ordnung in Deutschland sofort geben, was ja doch nicht mehr ver- sagt werden kann." Bezeichnend ist, daß in diesen bewegten Tagen, wo seder Mensch nicht nur den kommenden Frieden, sondern auch das Wehen der Revolution spüren mußte, keiner der bürgerlichen Redner auf die eindringlichen Worte der sozialdemokratischen Redner einging. Die Forderungen der Frauen, auch aus den eigenen Kreisen, galten ihnen nicht so viel, daß sie auch nur ein Wort daran verschwendet hallen. — Die bürgerlichen Frauen dagegen hatten wohl ein Gefühl dasür, daß die Zeit der Gleichberechtigung heranreifte, das beweist der gemeinsame Brief an den Kanzler, aber auch eine große Beranstal- tung am 4. November 1918, bei der die größten Frauenorganisationen einschließlich der Sozialdemokratie ihre bekanntesten Fühlerinnen zu Wort kommen ließen. In einer Resolution erklärten sie die politische Rechtlosigkeit der Frauen mit einer demokratischen Regierung für unvereinbar. Es lohnt sich, auch daraus einige Sätze festzuhalten: .... An allen Fragen wirtschaftlicher, sozialer und politischer Natur in gleichem Maß beteiligt wie die Männer, in allen Fragen eigenen Geschlechts, des häuslichen und Familienlebens hie in erster Linie Sachverständigen, haben sie(die Frauen) in gleichem Maße wie die männlichen Volksgenossen an den Lasten für die Gesamtheit zu tragen. Es geht daher nicht an, ihnen als dem größeren Teil des Volkes in einem Bolksstaat die entsprechenden Bürgerrechte zur Mitberatung und Mitbestimmung in allen ösfenllichen Angelegen- heilen länger vorzuenthalten...." Es wird dann ausdrücklich das Frauenwahlrecht in Reich, Staat und Genieinden gefordert. Das war am 4. November. Am 8. No- vember abends erhielten wir die Nachricht, daß bei den Verband- lungen der Interparlamentarischen Kommission, die das preußisch« Wahlrecht umacstallen sollte, der Vertreter des Zentrums das Froucnwahlrecht zugestanden hätte. Am Morgen des 9. November aber wollte man dieses Zugeständnis nicht mehr zugeben...Die Reop- lution stand vor der Tür. Eine Stunde später wurde die Republik ausgerufen, die erste Proklamation der Volksbeauftragtcn enthielt das uneingeschränkte Mitbestimmungsrecht der Frauen. Die bürgcr- liehen Parteien, deren Vertreter bis dahin, von ganz verschwinden- den Ausnahmen abgesehen, taub gewesen waren, stellte» sich hierbei. wie in vielen anderen Punkten, auf den Boden der Tatsachen. Die staatsbürgerliche Stellung der Frau war damit grundlegend geändert. Der Aufwand um eine Schlager-Operette. Die Operette„Rose- Marie". die 18 Monate auf dem Spielplan des Londoner Drury Lan« Theaters dominierte, wurde von insgesamt 2 379 066 Personen besucht. Bei diesem Ausstattungsstück wurden 4648 Schuhe, 2666 Paar Strümpfe und 2444 Kostüme verwendet. 51666 Pfund wurden an die Autoren abgeführt, während die Gehälter der Künstler sich auf 126 666 Pfund bellesen. Die Gesomteinnabmen betrugen 666 666 Pfund, der Reingewinn 157 666 Pfund. Der Staat zog 87 666 Psnnd an Bergnügungssteuern ein. Bücher von Nickel. Edsson. der jetzt 79 Iabre all ist. meint. daß er noch immer nicht genug enunden bot. Unter den belang- reichen Veränderungen, die et zukünftig erwartet, rechnet er auch den Ersatz des Papiers durch dünne Lagen von Nickel. Edison glaubt nämlich, daß es möglich sei, ein Blatt aus Nickel, das noch dunner sei wie Seidenpapier, herzustellen, un» daß dieses Blatt billiger, stärker und stabiler sei als ein solches aus Papier. Ein Buch von solchen Nickelblättern könnte 46 666 Blätter fassen und sei dann nur ein Pfund schwer. Für die feine Wäsche 10/11 LUX Für Waschkleider LUX Für Seide Für die grosse Wäsche Ihre große Hilfe im Haushalt sind die seidenzarten LUX- Flocken. 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