Nr. 534 ♦ 43«?ahrg. /lusgabe A Nr. 271 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pknni». monatlich Zieichomart voraus»ahlbar. Unter«reusband kitr Deutschland. Z>an»ia. Saar» und Diemelaebiet. Oesterreich. Litauen, Lurembur« 4,50 Reichsmari, für da«»dri«« Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der»Dorrnirt»' mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage»Boll und Zeit' iowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen'1,»Aus der ffilmmelt*, .Rcauenfttnimt*..Der Rinder- freund",.Lugend- Borwlirts" und Vilich in die Blicherioelt" erscheint wochentöglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adreffe: J5oziol0»molrol Berlin** Morgenausgabe Derlinev VolKsvl�kt (�10 pksnnis) Anzeigenpreise: vi« einspaltig« Ronparelll«- »eile 80 Pfennig. Reklamezeile 6/— Reichsmari..Kleine Anzeigen" da, fettgedruckt« Wort 25 Pfennig szullissia zwei settaedrucktc Worte), jedes weiter« Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das«rite Wort 75 Pfennig, iede» weitere Wort 10 Pfennig. Wort« llber IS Buch- Naben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Neil« 00 Pfennig. ikamilienanzeigen für Abonnenten Zeil«<0 Pfennig. Anzeigen für die nächst« Nummer müssen bis 4)5 Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW 08, Linden- strasseZ. abgegeben werden. Deöffnet von 8)5 Uhr früh bis 6 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokrat» feben parte» Deutfchlands Neüaktion und Verlag: Serlin EW. HS, Linöenstraße 2 Fernsprecher: Dönhoff ÄSÄ— SS7. Freitag, den IT. November vorwärts-verlag G.m.b.H., öerlin EW. HS, Änöenstr.Z Poftscheckksntsr Berlin 87 534— Bankkonto! Bank der Arbeiter. Angestelte» »ad Beamten, vallstr. 45! Diokonto-Sefelllchaft. Depostteakaste Lindenftr. 3. Verständigung im Reichstag. Besprechung der Regierung mit den von Fall Reichskanzler Dr. Marx hatte gestern eine Besprechung mit den Führern der Sozialdemokratie. Die Unterhaltung. an der die Genossen Müller. Wels, Dittmann und B r e i t s ch e i d teilnahmen, trug natürlich zunächst einen mehr unverbindlichen und persönlichen Charakter. Aber es wurden in ihr doch all die Möglichkeiten durchgesprochen, die sich aus der Situation ergeben können, und sie hatte auch in» sofern einen praktischen Erfolg, als der Reichskanzler, der im Namen des Kabinetts redete, schließlich die Anregung gab, daß sich Regierung und Regierungsparteien mit der Sozialdemokratie in regelmäßiger Verbindung halten sollten, um, bevor Entscheidungen fallen, den Versuch einer Verständigung zu unternehmen. Die sozialdemokratischen Vertreter haben sich mit diesem Vorschlag einverstanden erklärt, und zweifellos wirb die Partei ihm zustimmen. Es kommt darauf an, die Regierung vor einem Abgleiten nach rechts zu bewahren. Würden wir uns einer Fühlungnahme versagen, so wäre sie ganz naturnotwendig genötigt, den Anschluß an die Deutfchnatio- nalen zu suchen, was bei der Einstellung dieser Partei nichts anderes bedeuten könnte, als ihre Aufnahme in das Kabinett. Gewiß, theoretisch gäbe es auch noch andere Auswege, wie vor allem dieAuflösungdesReichstags. Wir hätten sie rein parteipolitisch nicht zu fürchten, aber die Frage tut sich aus, ob das neugewählte Parlament ein wesentlich anderes und günstigeres Bild bieten würde, gar nicht zu reden davon, ob der Reichspräsident sich zu einem solchen Schritt ent- schließen könnte. In einem Teil der Presie, der schon im voraus von den Absichten des Kanzlers erfahren hatte, wird von einer. Arbeits- gemeinschaft" und von einer„Stillen Koalition� gesprochen, oder es werden auch noch allere mehr oder weniger schöne Bezeichnungen für den gepmnten Versuch gefunden. Das alles ist falsch. Di« Verpflichtungen der Sozialdemokratie geben nicht weiter als bis zu der Bereitwilligkeit, den Be- mühungen um einen Ausgleich in strittigen Fragen nicht zu widerstreben. Man wird sie unterrichten, man wird ihre Argumente zur Kenntnis nehmen, und es wird sich dann i n jedem einzelnen Falle zeigen, ob und inwieweit eine Einigung zu erzielen ist. Die sozialdemokratische Reichstagsfrak- t i o n beschäftigte sich am Donnerstag in einer mehrstündigen Debatte mit der politischen Lage in ihrer Gesamtheit, Beschlüsie wurden nicht gefaßt. Der Wille der Fraktion ist dahin zu- sammenzufassen, daß sie ihre Taktik so einrichten wird, um der Republik den Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung zu ersparen. Die Aufgabe üer Krisenfürsorge. WaS fie den Ausgesteuerten bringen muß. Der Reichstag wird noch in dieser Woche das Gesetz über«ine Krisenfürsorge für Erwerbslose verabschieden, Di« sozial- demokratische Reichstagsfraktion kann nicht zulassen, daß die Neu- Sozialdemokraten.— Entscheidung zu Fall. regelung einer befriedigenden Fürsorge für die ausgesteuerten Er- werbslosen noch länger verzögert wird. Am Donnerstag haben die Regierungsparteien den ersten Versuch gemacht, mit der Sozialdemokratie über die Krisensürsorge zu einer Der- ständigung zu gelangen. Die Vertreter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktwn benutzten diese Gelegenheit, den im Austrag aller Koalitionsparteien oerhandelnden Zentrumsabgeordneten Esser nochmals auf alle Mängel der Regierungsvorlage hinzu- weisen und eine Verbesserung der Vorlage w nachstehenden Punkten zu fordern. Es ist anzunehmen, daß auf dieser Grundlage eine Verständigung mit den Regierungsparteien erfolgt. Die geplante Krisenfürsorge wird nicht den Rechtscharakter der Armenpflege haben, sondern die Rechtsgrundlagen der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge übernehmen. Das ist ein bedeutsamer Fortschritt gegenüber dem gegenwärtigen Zustand. In Zukunft werden die ausgesteuerten Erwerbslosen nach den gleichen Grundsätzen behandelt wie die übrigen Erwerbslosen. Es ist nicht mehr ffilfsbedürftigkeit im Sinne der Armenfürsorge erforderlich, es gellen in Zukunft auch nicht mehr die Dorschristen, daß der Hilfsbedürftige, bevor er unterstützt wird, fcin gesamtes verwertbares Vermögen einsetzen mutz und ebenso wenig gelten die Bestimmungen über eine etwaige Rückerstattung der Unterstützungen. Dies« bevorstehende grundsätzlich wichtige Aenderung in den Rechts- grundlagen der Fürsorg« für die Ausgesteuerten ist das Verdienst der sozialdemokratischen Fraktion. Die Aufgabe der Krisenfürsorge kann jedoch nicht nur darin bestehen, den Ausgesteuerten die gleiche Rechtsbehandlung wie den übrigen Erwerbslosen zu gewährleisten, die Krisenfürsorge mutz vielmehr zu einer umfassenden Fürsorge aller Aus- gesteuerten ausgebaut werden. Wer auf Grund der Derord- nung über Erwerbslosenfürsorge unterstützungsberechtigt ist, mutz ohne welleres in die Krisensürsorge übernommen werden, sobald er infolge Ablaufs der Untcrstützungsdauer aus der allgemeinen Er- werbslosenfürforge ausscheidet. Da die Unterstützungsdauer gegen- wärtig 39 Wochen beträgt und nur ausnahmsweise zur V«r- meidung unbilliger Hörten auf 52 Wochen ausgedehnt werden darf, mutz der Uebergang in die Krisensürsorge in beiden Fällen zugelassen werden. Es ist weiter dafür zu sorgen, daß alle bereits Ausgesteuerten in die Krisenfürsorge übernommen werden mit Einschlutz der- jenigen, die zwar unterstützungsberechtigt im Sinne der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge waren, jedoch nicht hilfsbedürftig nach der gegenwärtigen Regelung sind. Die Inanspruchnahme der Krisensürsorge mutz ohneZurück- le g u n g einer Wartezeit möglich sein: es ist auch auf be- sondere Bestimmungen über Prüfung der Arbeitswilligkeit und Arbeitsfähigkeit zu verzichten. Die bereits vorhandenen Bestim- mungen sind schon viel zu weitgehend. Die Krisenfürsorge wird auch die Versorgung für den Krank- heitssall sicherstellen. Notwendig ist jedoch, dah recht bald für oll« Erwerbslosen die A u f r e ch t e r h a l t u n g der An» wartschaft in der Invaliden-, Angestellten- oder Knappschaftsversicherung gesetzlich gesichert wird, damit auch endlich auf diesem Gebiet die hier drohenden Gefahren beseitigt werden. Wenüung im englisthen Sergbaukampf, l Freie Hand anch in der Arbeitszeit. London. It. November.(Eigener Drahlberichl.) Die Delegiertenversammlung der Bergarbeiter entschied am Donnerstag nach einer mehrstündigen Aussprache die Frage, ob die Exekutive der Bergarbeiter die für die Wiedereröffnung der Verhandlungen mit der Regierung nötige frei Hand erhalten solle, nicht, wie ursprünglich geplant war, den Distrikten zur Urabstimmung zu überweisen, sondern selbst darüber zu entscheiden. Die Konserenz löste sich zu diesem Zwecke zunächst in Distriktsgruppen auf. um den Delegierten der einzelnen Distrikte Gelegenheil zu geben. valereinander völlige Klarheit über die Stellung zu der zur Entscheidung stehenden Frage zu schaffen. Nachdem die Distrikte sich einzeln beraten halten, wurde die Frage der Gesamtkonserenz vor- gelegt. Sie beschloß, wie verlautet, einstimmig, die Exekutive zu ermächtigen,„die Verhandlungen mit der Regierung fortzufeheu". das heißt sie gab der- Exekusive damit auch in der Frage der Arbeitszeil freie Hand. Mit diesem Beschluß war der weg für die Wiederausnahme der Verhandlungen mit der Regierung frei und die Vertreter der Bergarbeiter begaben sich sofort zum Ministerpräfidenlen. der ebenso roie seine Kollegen vom Kohlenkomlte» für die nächsten Tage alle polittschen Verpflichtungen außerhalb London» abgesagt hat. 3m Miltelpunkt der gegenwärtigen Besprechungen mit der Regierung fleht nun abermal» die Frage der zentralen Sicherung der Distriktsabkommen sowis der Einsetzung eines Be- rnsungsschledsgertchlshos» für de» Bergbau. Sevorstehenüer Waffenstillstand! London, tl. November. swTB.) Der vollzugsrat ist mit Baldwin und Ehurchill im Unterhaus zu einer Besprechung zusammengetroffen. Später hat sich noch der mit der Behandlung der Kohlensrage betraute kabinettsausschuß vollzählig an dieser Besprechung beteiligt. Wie der amkiche brittsche Funkdienst mittellt, hat man Hoffnung, daß noch im Laufe dieser Nacht ein p r o v> s o- risches Abkommen erzielt werden wird. .Deutscher Protest in Warschau. Gegen die Bestehlung des Kattowitzer Konsulats. WTB. meldet: Die in de« sogenannten Satlowitzer.Hoch- verratspro zetz' gegen Mitglieder des Deutschen Volksbundes in öffentlicher Hauptverhandlung gemachten Aussagen von Offizieren des polnischen Spionagedienstes, wonach sie sich mit Hilfe ver- führter Angestellter aus dem Archiv des deuffchen Generalkonsulats monatelang zahlreiche Schriftstücke angeeignet haben, haben der deutschen Regierung Veranlassung gegeben, in einer an die polnische Regierung gerichteten Note schärfsten Protest hier- gegen zu erheben. Die polnischen Behörden haben dieses Verfahren nicht nur geduldet, sonder« offenbar gefördert, was eine gröbliche Verletzung de» lnlernatinoaleu Brauchs darstellt. Der Sieg der griechischen Republik. Nach endgültigem Wahl- ergebllis erhielten die Republikaner 14& Sitz« und die anderen Parteien IIS. S Ein Zehlspruch. Das Urteil von Landsberg.— Methode Kahrjustiz. 3m Landsberger Prozeß gegen Klapproth. Schulz und Hayn wurde am Donnerstag Z Uhr 15 Minuten das Urteil ver- kündet. »Der Angeklagte Klapprolh wird wegen körperver- lehong mittel» einer das Leben gefährdenden Behandlung zu einer Gefängnisstrafe von einem 3ahr verurteilt. Die Angeklagten Schulz und Hayn werden aus Kosten der Staatskasse freigesprochen. Der Haftbefehl gegen Schulz wird aus- gehoben." Der Oberstaatsanwalt und der NebenNSger werden Revision anmelden. Das Landsberger Schwurgericht hat versagt. Es hat weder Klarheit geschaffen über den Komplex der Fememorde, noch hat es die Rolle der Angeklagten in den Einzelfällen überzeugend klargelegt. Es wird nicht erwarten, daß Ber- Handlung und Urteil geeignet sind, das erschütterte Vertrauen in die Justiz zu befestigen. Eine Parallele drängt sich gebieterisch auf. Im Jahre 1921 wurde in München ein Soldat D o b n e r, der im Ver- dacht stand, ein Waffenlager verraten zu wollen, in ein Auto gelockt. Seine Begleiter— die Mörder der Einwohnerfeme — fielen mörderisch über ihn her. Nur durch einen glücklichen Zufall entrann er der würgenden Schlinge. Die Täter kamen vor Gericht. Das Gericht verurteilte sie wegen Körper- Verletzung zu lächerlicher Geldstrafe, indem es zugleich das Opfer diffamierte. Der Feldwebel G ä d i ck e, der Munitionsschiebung schul- dig, wird von K l a p p r o t h, dem Mörder der Schwarzen- Reichswehr-Feme, in das Fort Tschernow gelockt. Mörderisch fällt K l a p p r o t h von hinten über ihn her. Ein Zufall rettet das Opfer. K l a p p r o t h stand vor dem Landsberger Schwurgericht. Es hat ihn wegen Körperverletzung u einem Jahre Gefängnis verurteilt, und hat zugleich das 'pfer beschimpft: ein verächtlicher Menscht Es ist dieselbe Methode. Die Parallele geht weiter. In jenen Iahren häuften sich in Bayern die Fememorde. Die Namen Sandmeyer, Dobner, Härtung und G a r e i s bezeichnen sie. Die Mordmethode war dieselbe. Die Mörder waren dieselben. Die Auftraggeber waren dieselben. Die Behörden haben in Untersuchung und Prozeßführung jede Verbindung ver- hindert. Der bayerische Ministerpräsident hat damals als Landtagsabgeordneter die Existenz einer Feme mit brüsker und die Ankläger beleidigenden und bedrohenden Worten ab- gelehnt. Heute gestehen die bayerischen Behörden die Existenz der Feme, die innere Verknüpfung der Morde und die Schuld der Mörder zu. Aber die Mörder sind geflohen. Der Oberleutnant Schulz, der Chef der Feme in der Schwarzen Reichswehr, ist in mehrere Fememordprozesse ver- wickelt. Die Untersuchung zeigt die Zusammenhänge. Das Gericht aber— das Schwurgericht in Landsberg— das vier dieser Prozesse in einer Session behandelt, lehnt die Ver- bindung ab. Es schlägt jeden Versuch der Rechtsvertretung des Nebenklägers, die Existenz einer organisierten Feme nach- zuweisen, von vornherein nieder. Der Borsitzende dikttert: es gibt keine Feme— aber er läßt keinen Versuch zu, das Gegenteil zu beweisen. Vielleicht wird später auch ein parla- mentarischer Untersuchungsausschuß die Existenz der Feme, die Verbindung der Mordtaten und der Mörder und Anstifter beweisen— wenn die in Landsberg freigesprochenen Mörder geflohen sein werden. Das Schwurgericht in Landsberg hat die Methode der bayerischen Gerichtsbarkeit zur Kahr-Zeit geübt. Die Er- schütterung des Vertrauens zur Rechtsprechung, die von dem Landsberger Urteil ausgeht, wird nicht minder gering sein, wie die, die jene bayerische Gerichtsbarkeit hervorgerufen hat. Das Einschreiten des preußischen Justizministeriums in Landsberg zeigt, daß es die große Gefahr dieser Art von Recht- sprechung erkannt hat. Hier ist ein erfreulicher Unterschied gegenüber den bayerischen Fällen. Es wird sich zeigen, nach- dem die Staatsanwaltschaft Revision einlegen wird, ob Landsberg beim Reichsgericht Schule machen wird oder nicht. Die letzte Verhandlung in Landsberg war kein geord- netes Gerichtsverfahren mehr. Es war eine einzige unerhörte Drohung gegen den Nebenkläger und gegen alle Belastungszeugen, eine Hemmung der Beweisaufnahme und eine Freigabe demagogischer Agitation durch die Verteidiger der Angeklagten, gegen die Presse und gegen alle, die sich um die Aufklärung der Fememorde bemühen. Der Vorsitzende hat seine hohe Stellung vergessen. Cr hat sich zum Polemiker zugunsten der Angeklagten gemacht. Im Laufe der Verhandlung ist seine innere Anteilnahme an den Tätern immer stärker geworden als feine Anteilnahme an den Opfern. Seine flammende moralische Entrüstung gegenüber den Angeklagten in den ersten Prozessen hat sich in verstehende Mlde gegen- über den Angeklagten im letzten Prozeß gewandelt. Man kann die Feststellung nicht übergehen, daß die ersten An- geklagten gemeine Soldaten waren, der letzte der Oberleutnant Schulz. Man muß die Aeußcrungen des Vorsitzenden des Lands- berger Schwurgerichts zusammenstellen. Im Mordprozeß Brauer hält er dem Angeklagten K o w a l e w s k i vor: „Sie haben keine Schuld? Sie trinken mit Ihrem Kameraden Brauer, Sie sind mit ihm vergnügt und lustig, und dann dulden Sie es und sehen zu, wie dieser Mann in Ihrer Gegenwart er- mordet wird. Schämen Sie sich, Sie sind ein ganz er- b ä r m l i ch e r Kerl. Bereuen Sie heute wenigstens, was Sie getan haben?" Ueber K l a p p r o t h, der Gädicke von hinten nieder- schlug, der mit ihm vor dem Gang ins Fort Tschernow Kognak trank, sagt er in der Urteilsbegründung: „thier steht Klapproth. Dieser ehrliche alte Soldat! Hat man denn in Deutschland gar kein Verständnis mehr für auf- rechte Männer?" Er zitiert einen Brief von Kowalewsti, in dem es am Schluß heißt:„Das Vaterland! Herr, mach uns frei!" und setzt hinzu: „Aber nur, indem man die Leute von hinten ermordet!" Und Klapproth? Klapproth, der Gädiche Meuchelmorde- risch von hinten anfiel? Ueber den sagt er in der Urteils- begründung: „Was Wunder, daß in Klapproth, der viel für di« Arbeit». kommondos und für das Vaterland getan hat, die Empörung über diesen Menschen emporstieg, daß er bei der ersten Gelegenheit den Verräter niederschlug, gleichgültig, was daraus wurde." Im Prozeß gegen Kowalewsti verliest er einen Artikel aus der„Deutschen Post" in Guatemala in dem es heißt: „In Frankreich wäre ein solche» vorgehen de» Gericht» un- d-nkbax. Dort würde man Leuten, die Verräter an der heiligen Sache auch mit den schwersten Strafen belegten, den Lorbeerkranz überreichen." Und er fügte hinzu: „Herr Fahlbusch ist leider ausgerissen. Ihm können wir den Lorbeerkranz-nicht überreichen." Aber K la p p r o t h, ja Klapproth ist da. Ihm überreicht er den Lorbeer:„Viel für das Vaterland getan." Die Ab- wesenden haben unrecht.... Und nun gar Sch u lz! Er spricht von ihm als von dem hochverdienten Retter des Vaterlandes. Werturteil auf Wert- urteil für Schulz aus der Perspektive eines kleinen, in den Illusionen der Schwarzen-Reichswehr-Spielerei befangenen Gehirns. Man denkt an Ludendorff im Hitler-Prozeß:„Meine Herren, Sie sehen in mir Tannenberg." Dieselbe Methode, ober Ludendorff und Tannenberg, und Schulz und Küstrin! Jedoch von hier aus erschließt sich das Verständnis für diesen Richter. Sein Geist ist dem Geiste des Schulz, dem Geiste des alten Militarismus nah«. Einem Zeugen sagt er: „Sie haben als Gemeiner eine recht dreiste Sprache geführt. Mich wundert, daß K l a p p r o t h Sie nicht verhauen hat." Ein Richter, der sich zu solchem Ausbruch hinreißen läßt, zu solcher Billigung des Prügelgeistes, der soll objektiv über die viehischen Schandtaten eines Klapproth urteilen? Er, der sagt: auch du Zeuge hättest In die Klauen von Klapproth ge- — er würde gegen seine Ueberzeugung geurteilt haben, wenn er anders geurteilt hätte. Aber gerade deshalb ist dies Urteil ein so unerhörter Fchlsprnch. Der Richter wurde unvermutet Partei. Partei gegen den Nebenkläger und seinen Anwalt, Partei gegen die Belastungszeugen, Partei für Schulz. Die öffentliche Verhandlung in Landsberg hat trotzdem genug erkennen lassen vom Femesystem in der Schwarzen Reichswehr. Darüber hinaus aber ein anderes: sie hat mit erschütternder Deutlichkeit die Anklage de» Volkes bestätigt, daß die Rechtsprechung gegen die Anstifter der Fememord« versagt. Es darf dabei nicht bleiben. Es muß Klarheit geschaffen werden. Fühlen die Richter nicht, welche Anklage gegen sie es in sich schließt, wenn parlamentarische Untersuchungsausschüsse das klären, was sie nicht klären wollten, und die Schuld jener aufdecken, die sie freisprachen? Wollen sie wirklich nichts aus dem Ergebnis der Femeuntersuchung in Bayern lernen? die Atmosphäre von Landsberg. Di« LS.-Korrespondenz meldet aus Landsberg: In den letzten Tagen und auch noch im Laufe der gestrigen Verhandlung im Landsberger Gerichtsgebäude sind an die Adresse de» Ver- treters de» Nebenklägers, Rechtsanwalt Dr. Löwen- t h a l, zahlreiche Drohbriefe und auch offen« Karten antiseniitischen Inhalts eingelaufen. Auch der Nebenkläger Gädicke, der zum Erstaunen des Gerichtes bekanntlich zu der gestrigen Ber- Handlung nicht mehr erschienen war, hat nach seinen Bekundungen ein« solche Unzahl von Drohbriefen erhalten, daß er es nicht gewagt Hab«, zur Schlußsitzung dieses Prozesses zu er- scheinen. Gädicke hat die Landsberger Polizei um Schutz für feine Person gebeten, da er noch dem Inhalt der anonymen Schreiben ernstlich besorgt war, angefallen zu werden. Cr hatte übrigens schon vor der Verhandlung in seinem Heimatort ähnliche Briefe erhalten, in denen ihm prophezeit wurde, daß dies« Reise nach Landsbevg sein« letzt« sein werde. Steuers Stäupung. Die Möbel Scheidemanns in Kassel. In einer kleinen Anfrage sozialdemokratischer Landtagsabge- ordneter wurde auf verschiedene Ausführungen des deutsch- nationalen Landtagsobgeordneten Steuer Bezug genommen, in denen dieser dem Oberbürgermeister Scheidemann gegen- über den Vorwurf erhob, im Jahre 1V20 als Kasseler Oberbürgermeister für seine Wohnnug aus staatlichen Schlössern Möbel käuflich erworben oder in Miete unter Bedingungen ge< nommen zu haben, daß der preußische Staat geschädigt worden sei. In der Antwort des preußischen Finanzmini- st e r s wird die erste der an die Anfrag« einzeln geknüpften Fragen, ob Scheidemann vom preußischen Staat Möbel gekaust oder ge- mietet habe, verneint: vielmehr hat der preußisch« Staat Ver- träge über Kauf und Miete von Möbeln mit dem M a g i st r a t der Stadt Kassel abgeschlossen. Die Festsetzung der Preise ist nach Anweisung des Finanzmimsters auf Grund der Schätzung eines ver- eidigten Taxators in Kassel erfolgt. Die Spannung zwischen dem Friedenspreis und dem Handelswert ISA ist halbiert und der sich ergebende Preis in Ansatz gebracht worden. In den Jahren ISIS und ISA sind Verträge, wie sie der preußische Staat mit dem Kasseler Magistrat abgeschlossen hat, in der gleichen oder ähnl''--n Weise auch in anderen Fällen abgeschlossen worden. Gän- stigere Bedingungen sind in den Verträgen mit dem Magistrat bzw. dem Vermieter hinsichtlich der Preise oder beim Mietvertrag be- züglich der Verpflichtung zur Unterhaltung und zum Ersatz der ver- mieteten Gegenstände im Vergleich zu anderen Fällen nicht ein- geräumt worden. SalüigefibberufungüerKontrollkommisfion? Befriedigende Ergebnisse der nenesten Unterredung Briand-Hoefch. Paris, 11. November.(Eigener Drahtbericht.) Wie wir zu der am Mittwoch mitgeteilten Unterredung zwischen dem deutschen Botschafter in Paris und dem französischen Außen- minister in Ergänzung der sehr lakonischen Mitteilung des amt> lichen Kommunique» erfahren, läßt ihr Verlauf tatsächlich die Hofs. nung aus ein baldige» Ende der interalliierten Mllltärtoalrolle be» gründet erscheinen. Die gegenteilige Meldung eines Teil» der Pariser Presse, wonach Briand sich außerordentlich ungehalten darüber gezeigt habe, daß Deutschland mit der Durchführung der von der Botschafterkonferenz gestellten Forderungen noch immer Im Rückstände sei, dürfte völlig au» der Luft gegriffen sein. Gefühl und Mechanik. Konzertumschau von Kurt Singer. Die Mechanisierung und Industrialisierung des deutschen Kon- zertlebens ist oit beklagt, oft geschildert worden. Ioder Tag führt weiter in ber Vernichtung de« allzu Ueberslüssigen, in der Konzen- trierung auf Weniges. Noiwendiges, Dauerhaftes. 100 Jahre Musik der Oesfsntlichkeit— seit Mendelssohn hat sich Kenntnis und Aner- kennung der virtuosen Darstellung durchgesetzt und müde gelaufen. An den gleichen Werken, fast in denselben Typisierungen nur alle 10 Jahre von einem einzelnen durchbrochen. Neue Musik aber ver- langt keine spezifische Interpretation, ersetzt oder übertönt sie min- dcstens durch Sicherheit des Auges und der Hand. Die Mcchani- fierung wirkt sich weiter aus. Beseelung, Gefühl. Romantik. Schlag- morte persönlichen Musikvortrag», werden abgestoßen. Hier greift die Industrie ein und versucht nun umgekehrt das Lebendige de, Konzert« festzuhalten, aus dem Flüchtigen, leicht Vergessenen hinaus- zuführen zu einer leibhaftigen Wirkung. Die Sprechmaschin« hat durch Vollendung der Plattenindustrie«inen großen kulturellen Fortschritt zu verzeichnen: niit Hilfe der Radiotechnik konstruiert die Elektrolagesellschaft Platten, die mit einer außerordentlichen Prä- zision und'Denllichteit auch da» Gefühl des Persönlichen in der Werkwi-dergabe auslösen. Man nimmt nicht, wie früher, musika- tische Vorträge in kleinen, resonanzlosen Räumen auf, sondern in großen Sälen, und überträgt durch das Mikrophon erst den Gesamt» klang aus die Platte. Man hört also sozusagen den gesamten Raum und alles, wo» von den Decken und Wänden her reflektiert wird, mit. Auch die Lokakisterung des Klangs ist dadurch ein« vielseitigere geworden: nicht von einer einzigen Stelle her spricht Musik zu uns, sondern, wie es im Konzertbetrieb wirklich ist. von allen Seiten her. Dabei ist eine Deutlichkeit der Sprache erreicht, wie nie zuvor. Wir konnten das kontrollleren an meisterhaften Platten Giglis und Fietas(eines in Deutschland noch unbekannten Tenor»), an Männer- guartetten unter Rudels Leitung und an Jazzkapellen. Da, Groß. artigste aber zeigen die Chorplatten, die in der Alfred-Hall in London ausgenommen worden sind(Messias). Die Fülle und Plastik des Tons, die Sauberkeit und Differenzierung der Instrumente, da? Pomphafte des chorischen Ausstieg» sind noch niemals derart schön und ohne Nebengeräusch aus Apparaten zu hören gewesen. Eni- wickelt sich diese Industrie w,iter in dem bisherigen Gleis», so wird das Platten konzert langsam nicht nur Ersatz, sondern Steigerung des öffentlichen Konzertes. Vorläufig hängt dos Publikum im Konzert noch ganz am Ge- fühlsion der Musik. Daß dieser zum Wesen jeder Kunst gehört, kann gewiß nicht abgestritten werden. Und wenn man bei Furt- w ä n g l e r in einer den göttlichen Weisen der Es-Dur-Sinsoni« Mozart genial nachtostenden Aussühning erhoben wird, so ist de, Grund ja sicherlich in dem Melodische«, im ftlmgen«od Singe« dieser Musik zu suchen. Daneben ist ein Wert von Philipp Iarnach sehr schlecht postiert. Wie könnte nach dem Frühlingsklangspiel Mozarts das„Morgenklangspiel" von Iarnach noch wirken! Daß es so kühl ausgenommen wurde, ist eine Ungerechtigkeit gegen den sehr begabten Busoni-Schüler, der, ohne tief zu schürfen, doch mit hellstem Gefühl für Orchesterklang und einem noch stärkeren Empfinden für die Philharmonie ein sehr klares, durchsichtiges Gewebe von Stimmen und Stimmungen geschaffen Hot. Eine gewisse Gefühls» askese macht wohl stutzig, doch kann dies« Blässe nicht über die Noblesse des Werk» hinwegtäuschen. Strawinskis Feuerwert, das nicht wärmt, sondern nur lodert, setzte das Programm fort, da» in einer warmblütigen Interpretation des 2. Klavierkonzert? von Prahms(Arthur Schnabel) den Höhepunkt erreichte Hier gingen Dirtuosentum und Gemeinschaftsempfinden bei Dirigent und Spieler so zusammen, daß der Wunsch nach einer letzten Vollendung in Einheit Wirtlichkeit wurde. Ernst Roter» konzertiert vor einem überfüllten Saal. Ob dies« rege Propaganda dem jungen Manne gut tut, muß bezweifelt werden. Der rege Beifall konnte ihn darüber täuschen, daß er in seiner Entwicklung stehengeblieben ist. Das Schönste des Abends waren die sechs Variationen und Fuge über ein Bretonisches Thema, die er klug selbst am Klavier ausdeutete. Großer Geschmack und zarte Phantasie zeichnen das Werk au». Ein Trio von Violine, -Violoncello und Saxophon wollte eine neue Klangkombmatton schaffen, die aber nicht über«in Experiment hinausdrang. Zum Romantiker geboren, vermischt hier Roters den ihm eigenen Stil mit Fremdem, Modischem. Das Resultat ist Verwirrung auf der ganzen Linie und selbst das Ulkartige bekommt den Stempel der Affektiertheit aufgedrückt. Ein romantischer Abend bei Giese. king bedeutete wiederum Freude an der malerischen Ausdeutung?. kunst, an der Tastenverliebtheit dieses größten Sängers unter den Pianisten. Bei Wilhelm Kempff, einem der Vielseitigsten der jüngeren Pianisten, erstand die chromatisch« Phantasie uyd Fuge von Bach zu ganz großem Leben. Das ist ein Baumeister größten Formats, dem das Nachzeichnen der Kontur wesentlich ist, und wesen- hast gelingt. Bei Bruno und Olga Eisner sind wir wieder im Lande des glückseligsten Musizierens, des Schwärmens und Liebens. In Liedern von Schubert ergänzen sich diese beiden großen Künstler: es strahlt Musik aus iedem Ton und jeder ist erfüllt von innerer Begeistening. Ganz gelöst in Technik und Musikalität gibt sich Gregor P i o t i g o r s k y. der auf seinem Cello, etwa» schwerfällig von Franz Osborn begleitet, dankbar« Salon- stücke von Gluck. Schubert, Tschaikowsky spielte. Iascha Hören- st e i n dirigierte am Sonntag nachmittag den Berliner Schu- b e r t- C h o r. Der Saal war gestopft voll, ein Zeichen, wie schnell und stark sich Horenstein bei den Arbeitern in Gunst gesetzt hat. Der Chor singt mit starkem Ausdruck und spricht mustergültig, was bei den russischen Volksgesängen von Lendvai und zwei anderen Volks. chörea besonder» deutlich wurde. Horenstein selbst wächst ständig Tatsache ist vielmehr, daß auf diesem Gebiete nur noch einige technische Einzelheiten von ganz geringfügiger Bedeutung zu regeln sind, nachdem die interalliierten Beschwerden gegen di« Befugnisse des Generals Heye in einem Kompromiß ihre Erledigung gesunden haben. Die einzige Frage, über die eine Einigkeit bisher nicht erzielt werden konnte, ist die der technischen Organisation der Kontrolle nach ihrem Uebergang auf den Völkerbund. De? Friedensvertrag gibt dem Dölterbund lediglich ein„3 n v e st i g a- t i o n s r e ch t", auf Grund dessen dieser sich voa�Uit zu Zeit über die Innehaltung der Abrustungsbestimmungajdurch Deutschland zu vergewissern hat. Frankreich verlangt statt dessen die Aus- Übung einer regelrechten und periodischen Kon- trolle, sowie die Einsetzung einer permanenten Kam- Mission des Bölkerbundes für das linke Rheinufer, die sein« im Friedensvertrag festgelegte Entmilitaristerung in ständiger Weise überwachen soll. Die Verhandlungen darüber dürsten sich keines- wegs auf die Regierungen in Paris und Berlin beschränken, und es ist anzunehmen, daß bei einigem guten Willen auch für diese Frage ein Kompromiß sehr bald gefunden werden kann. Die vorstehenden Feststellungen unseres Pariser Korrespon- deuten werden von den Berliner amttichen Stellen als voll- inhaltlich richtig bestätigt. Man hofft auch, daß die letzten Schwierigkeiten hinsichtlich der technischen Organisation der Kon- trolle bald durch ein Kompromiß überwunden werden und die jetzt noch in Berlin weilend« INilltärkontrollkommission bald endgültig abgebaut wird.__ Der Reichstag im Runüfunk l Die„Berliner Funk st und«" hat bei dem Reichstags- Präsidenten beantragt, im Plenarsitzuugssaal de» Reichstages mehrere Mikrophon« einbauen zu dürfen, um an die Rundfunk- abonnenten täglich den Verlauf der Plenarsitzungen des Reichs- tage» weiterzuleiten. Die Genehmigung dieses Antrage» würde die Möglichkeit schaffen, täglich im ganzen Reiche den Gang der Reichs- tagsfitzungen verfolgen zu können. In anderen Ländern besteht eine derartige Möglichkeit schon lange. Um Sie Vermögenssteuer. Hinausschiebung der Zahlungsfrist für Landwirt«. Der Steuerausschuß des Reichstags beschästigtc sich am Donnerstag mit einem deutschnationalen Antrag, den Zahlungstermin der Vermögenssteuer vom IS. November, soweit die Land- Wirtschaft in Frage kommt, zu verschieben. Der Tatbestand, an den dieser Antrag anknüpft, ist folgender: Im Rechnungsjahr 1926 hat für die Vermögenssteuer bisher nur ein Zahlungstermin, der 15. August, bestanden. Für die Landwirtschaft aber galt auch dieser Termin nicht, da ste ihre Vermögenssteuer nur an zwei Ter- minen, dem IS. November und dem IS. Februar, zu entrichten hat. Diesen wenigen Zahlungsterminen entspricht das bisherige Aui- kommen der Vermögenssteuer von 125 Millionen M. Ursprung- lich hofft« man, den Steuerpflichtigen die Bescheid« zur Vermögens- steuer bis 10. November zustellen zu können. Das ist nicht ganz er- füllt, so daß für diejenigen Steuerpslichtigen, die ihren BesHeid noch nicht haben, die Steuer noch nach den alten Sätzen und Be- Wertungen zu entrichten wäre. Die Reichsregierung erklärt« sich bereit, durch ein« Verordnung zu veranlassen, daß denjenigen landwirtschaftlichen Steuer. Pflichtigen, die bis Ende 1926 ihren Steuerbescheid erhalten, die Vermögenssteuerrate vom IS. November bis End« des Jahres, und zwar ohne Verzugszuschläge und Verzugszinsen, gestundet wird. Die Sozialdemokratie erklärte sich mit dieser Regelung unter der Voraussetzung einverstanden, daß das garantierte Mindest. aufkommen der Vermögenssteuer im Rechnungsjahr 1926 von <00 Millionen M. durch diese Maßnahm« nicht gefährdet werde und daß diese Anordnung nicht zu Berufungen anderer Kreise führe. Die Regierung sagte beide« zu. Der deutschnationale Antrag, wurde dadurch für erledigt erklärt, ebenso ein kommunistischer 51 n- trag, der für kleine und mittlere Landwitt«, di« Hochwasser, oder sonstige Schäden erlitten haben, den Erlaß der Vermögenssteuer forderte, da diese ohnedies kaum vOmögenssteuerpflichtig sind. mehr zu einem höchst suggestiven, in den Bewegungen sparsamen. innerlich konzenttterten, astttisch glühenden Kapellmeister. Ueberall der gleiche innere Kontrast zwischen Gefühl und Form- gebung, schließlich auch ein Hinwegdrängen von klassischen und romantischen Werken des 19. Jahrhunderts zur Musik des 17. Jahr- Hunderts, oder zu der an vorklassischer Kunst orientierten modernen. Ein Ausgleich wird kommen, und das Konzettleben wird sich zu gleicher Zeit zu vetteidtgen haben gegen di« Fottschritte der mecha- Nischen Musikindusttte._ Shaw Nobelpreisträger. Die Schwedische Akademie hat am Donnerstag dem englischen Schttftsteller Georges Bernhard Shaw den vom vorigen Jahr reservierten Nobelpreis für Literatur ver- liehen. Gleichzeitig hat die Akademie beschlossen, über den Literatur- preis von 1926 erst im nächsten Jahr zu verfüge». Shaw ist— zumal In Deutschland— zu bekannt, als haß diese Tat als etwas anderes denn als ein« Selbstoerftändli-Hkeit angesehen werden könnte. Immerhin war es für die konservativen Herren der schwedischen Akademie eine Tot. Denn Shaw ist auch in seinem dramatischen Werk ein leidenschaftlicher Künstler und Kämpfer für Anschauungen und Ideen, die nicht nur den Durchschnitts- engländer sehr befremden. Er ist sogar Sozialist und nicht nur in seinen polittschen Flugschriften. Man kann den Mitbcgi ünder der „Fabian Society" und den Dramatiker Shaw nichl gut voneinander trennen. Denn beide sind nur verschiedene Ausstrahlungen des einen und unteilbaren Menschen Shaw. Und dieser Shaw ist ein Rebell gegen alle Landläufigkeiten und Konventionen, ein Wahrheitssucher und Bekenner. Man muß also die schwedische Akademie loben(und nur hin- zufügen, daß man den Nobelpreis schon viel früher durch Shaw hätte ehren können). Wir wollen nicht hoffen, daß man Shaw nicht mehr für„gefährlich" hält. Der Mut zur Wahrheit— auch in ironischer Form— ist immer gefährlich für alles Faule und Ber- altete und vor allem fiir alle herrschenden Klasseninteressen. Nobel hat der Menschheit ein verbessettcs Dynamit geschenkt, die leider einen sehr schlechten Gebrauch davon gemacht hat. Shaws Geist ist der Nobelschen Erfindung verwandt: auch er hat ein« außer, ordentliche Sprengkraft. 5lb«r er kann nur menschheitsfördernd wirken. Da» Ukrainische Zvstiwi in UerNn. In der verlmer Universität wurde da« Ukrawilche Wiflenschaftliche Institut erSffnel. Sein Direttor, der ukrai- Nische Kultur- und Üiteraibistoriler. Prot. Doroschenko. debandelte in seiner ErösfnunaSrede die bis ins lt. Jahrhundert zurückreichenden Be- ziehungeii zwischen dem deutschen und dem ukrainischen Volt und danlte den deutschen izreunden, die bei der Begründung de» Instituts mitgewirkt vie neue vper von Strauß. Richard Strauß hat die Komposition einer neuen Oper beendet. Das Textbuch stammt wiederum von Hugo von Hos- mannSthal. Das Werk wird oorausstchtiich zwei Akte umfassen und sübtt den Titel»Die ägyptische Helena'. Die Nraussll hrung wird voraus fichtlich erst w der Sailen 10:»*/)» Noltsinden. Die Kunsthandlung Sagerl, Potsdamer Str 123 e, veranstaltet zurzeit «ine Ausstellung von Gemälden Berliner Künstler: di« Aus- ftellung stndet zugunstea der Hilfskassen de« Wirtschaftlichen Verbandes bll- den der Künstler statt Die aufgelöste! Denkschrift des Innenministeriums.- Die seit einigen Tagen angekündigte Denkschrift des preußischen Innenministers über den „B u n d W i k i n g" und den„SportvereinOlympia" ist gestern dem Preußischen Landtag zugegangen. Die Denk- schrift ist ein dickes Buch; sie umfaßt nicht weniger als 40 Seiten zusammenfasiende Darlegungen und weitere 147 Druckseiten aktenmäßige Anlagen. Aus der Fülle des Materials können hier zunächst nur einige Stich- proben wiedergegeben werden. Nach der Denkschrift ist der Bund Wiking am 2. Mai 1923 in Müpchen gegründet und dort In das Vereinsreglster eingetragen wyrden. Führer des Bundes ist der Putschkapitän Ehrhardt. Solange er sich verborgen hielt, das heißt bis Ende 192S, waren Kapitänleutnant a. D. K a u t t e r und später ein Major Wahl Leiter des Bundes. Dieser»Bund Wiking" ist nichts anderes als die geheime Aortseßung der ZNarlnebrigad« Ehrhardt. die im Frühjahr noch dem Kapp-Putsch aufgelöst war und später als.Organisation Consul(O.E.)" neu gegründet wurde. Nach außen hin sucht der Bund das zwar abzuleugnen, aber in vertraulichen Rundschreiben von Bundesführern und Bezirks- leitern wird daraus gar kein Hehl gemacht. In Mecklenburg führt der Wikingbund noch heute den Namen»Brigade Ehrhardt". Im Februar 1924 beschlagnahmte die Polizei in Hamm umfang- reiches Material, das den Beweis für die militärische G l i e- derung, Schulung und Ausrüstung des Wikingbundes lieferte. Bei der Gelegenheit wurden auch Materialien gesunden, aus denen unzweifelhaft hervorging, daß der Bund als letztes Ziel den gewaltsamen Umsturz der republikanischen Verfassung vorbereitete. Zu diesem Zweck hatte er bewaffnet« Orts- g r u p p e n gegründet und auch Waffenlager systematisch im Reichs- gebiet verteilt. Ein in Hamm gefundenes Rundschreiben der Gruppe II des Bundes faßt die Pläne der Organisation dahin zu. fammen: »Der Bund Wiking ist revolutionär. Unbeschadet der Fehl- schlage des Jahres 1923 muß der unbedingte Tatgedanke und der Wille zur Wacht lebendig erhalten werden. Unser Ziel bleibt das- selbe: Beseitigung der Weimarer Verfassung und des Bersailler Vertrages und Schaffung eines freien völkischen Staatswesens. Wir lachen all derer, die Putsche und Verschwörungen an- stellen, und all derer, die Putsch« und Verschwörungen verfolgen; denn wir sind unserer Stunde, der Stunde der nationalen Revo- lution. gewiß, die kommen wird, weil sie das Natürliche ist." Das in Hamm vorgefundene Belastungsmaterial hat schon den General Geeckt als damaligen Inhaber der vollziehenden Gewalt während des militärischen Ausnahmezustandes veranlaßt, den Bund für das gesamte Reichsgebiet aufzulösen. Auch der Oberreichsanwalt hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das jedoch solange sich hinschleppte, bis auf Grund der Hindenburg-Amneftie der„Staatsgerichtshof zum Schutze der Repu- blik" das Verfahren auch dem Buchstaben nach einstellte. In einer ausdrücklichen als..geheim" und»nicht für die Oeffent- lichkeit bestimmt" erklärten Dienstanweisung, die der Be- zirksleiter des Bundes für Westdeutschland,». Ficht« in Kastel, herausgab, und in der ausdrücklich hervorgehoben wird, daß sie»auf Grund der von der Bundesleiwng herausgegebenen Richtlinien und Befehle" zusammengestellt sei, wird strengste Geheimhaltung allen Führern zur unbedlngken Pflicht gemocht, da»sie Abhandlungen enthält, deren Bekanntwerden den Bund in seinem Bestand gefährden kann". In dem Kapitel »Ziele und Aufgaben des Bundes" heißt es unter anderem: »Wir wollen eine auserlesene Schar sein, eine schlagkräftige Waffe in der Hand des Führers... Wir Wikinger wollen überzeugte Vorkämpfer der völkischen Idee sein, innerlich reif und restlos erfaßt von dem Sinn und InHall des Wikinger- tums. gleichzeitig fähig, dereinst als gute Soldaten unserem Führer die Möglichkeil zur Durchsübrunq seiner Ideen zu geben... Die Zugehörigkeit zu unserem Bunde im Sinne dieser Kampf- und Lebensgemeinschaft ist ein« heilige Verpflichtung, die nur durch den Tod gelöst werden kann." Ganz ähnliche Gedankengänge wie in dieser Dienstanweisung aus Kassel sind auch in Schriftstücken enthalten, die bei Mit- gliedern des Bundes in Breslau gefunden wurden. In einer »Beilage zur praktischen Führerausbildung' vom Herbst 1923 er. teilt der Kasseler Bezirksleiter v. Fichte den ihm nachgeordneten Führern des Bundes folgende Weisung: »Wer aus den alten Krieg, kenntnisten stehen bleibt, wird uns Wikingern nie ein Führer fem, wenn es gilt, die Trupp« im modernen Gefecht wirklich zu führen... Es ist also eine Kameradschaftspslicbt, daß diejenigen Wikinger, die Führer sein sollen, sich auch ernstlich mir den Ausgaben des Führers be- schäftigen. Dazu gehört in erster tlni« die Kenntnis der Waffen und ihrer Verwendung. Was liegt uns Wikingern bei den?luf- gaben, die unserer harren, wohl näher als das Studium de» Nah- kämpfe», die schönste aller Sampsesarten! Wir müflen Männer beranbilden, die das Handgemenge meistern, also insanteristisch« Arbeit leisten können." i putsthbünöe. ■ Antwort an den Staatsgerichtshof. Der Bund betreibt offen die militärische Ausbildung seiner Mtiglieder, verwende« dabei Bezeichnungen aus der früheren Armee(Gefreiter, Unteroffizier, Vizefeldwebel usw.), es wird Ur- laubssperre verhängt, Parole und Losungswort periodisch bestimmt. Bei der militärischen Ausbildung wird die»Ausbildungs- Vorschrift für Infanterie. Teil II" und das Buch»Der Infanterist" von Hauptmann Hub« zugrunde gelegt. Der Bund verwahrt l i ch feierlichst dagegen,»oberflächlichen soldatischen Firnis" zur Schau zu tragen oder nur»militärische Spie- l e r e i" zu treiben. Er bezeichnet sich vielmehr selbst immer wieder als militärischen Verband, der gute Soldaten herausbilden will.»Unbedingker Gehorsam ist erstes Gebot. Treue zum Führer oberstes Gesetz." so heißt es in einer Wiking-Erklärung vom Sep- tember 1923 in der Sonderbeilage des„Stahlhelm". In B r e s l a u ist der Polizei auch die Anweisung für den Zungwiking in die Hände gefallen. Danach wird der Jüngling, der in den Iungwiking aufgenommen wird, mit folgender Formel ver- pflichtet: »Sie sind mit dem heutigen Tag« in den„Iungwiking" aus- genommen. Sie verpflichten sich freiwillig zu w>. bedingtem Gehorsam gegenüber Ihren Führern, zu regelmäßiger Teilnahme an allen Veranstaltungen des Bundes, zu treuer Ko- meradfchaft gegenüber allen Knappen, und Verschwiegenheit über alle Sachen, die den Bund betreffen." Die besondere Bedeutung dieser Verpflichtung soll sich, wie es in den Anweisungen weiter heißt, auch in ihrer äußeren Hand- h a b u n g dem Iungwikingmann(Knappen) einprägen. Sie soll daher»zweckmäßig bei Nacht stattfinden unter Der- Wendung von Fackeln". Diese Verpflichtung zur Ver- schwiegenheit gilt auch weiter, wenn der junge Mann aus dem Wikingbund ausgetreten ist! Die Knappen vom„Iungwiking" werden auch unter- richtet". Worin? Nach Ziffer 193 dieser Iungwitingregel kom- men als wichtigste Unterrichtsstoffe in Frage: „Waffengattungen, ihre Verwendung. Gewehr 98. feine Lei- stung und Behandlung. Handgranaten und ihre Verwendung. Maschinengewehr als Infanteriewafse. Schießlehre in den Grund- begriffen. Das Wesen des modernen Gefechts. Flieger, Tank, Gaskampf und ihre Abwehr." Zweifellos find diese Gegenstände zum Unterricht vor Iüng- lingen besonders geeignet, die Achtung vor der bestehenden repu- blikanischen Verfassung und vor den Gesetzen der Republik zu steigern! Offenherzig sind die Herrschaften aber nur, wenn sie»er- traulich miteinander verkehren. So sagt der Werwolfführer Kloppe in Halle in einem Brief vom 24. September 1923 an den Wikingführer v. S o d« nst e r n- Berlin— im Nebenamt Re- dakteur der»Deutschen Zeitung"— das gemeinsam« Ziel sei die Schaffung einer so starken Herrschaft der Verbände,„daß es uns möglich ist. national feindlichen Regierungsstellen die Faust an die Gurget zu sehen, aber doch nur dann, wenn wir in der Lage siW», auch durchzudrücken.� Ganz ähnlich wie der Bund Wiking betätigt sich der unter Führung von Oberst v. Luck stehend« verein.Olympia". der mit dem Bund Wiking ein« engere Arbeitsgemeinschaft ein- gegangen ist. Auf Grund des Materials, das ihm vorlag, hat der Innenminister beide Vereinigungen verboten und dieses Verbot auf das R e p u b l i k s ch u tz g e s e tz gestützt, weil ganz ohne Zweifel die Verbände sich als G e h e i m- bünde mit staatsfeindlichen Zielen darstellen. Außerdem aber bilden sie m i l i t ä r i s ch e Verbände mit militärischen Uebungen, die das Gesetz zur A u s f ü h- r u n g des Friedensvertrages verbietet. Deshalb sind sie a u f g e l L st im Sinne dieses letzteren Gesetzes. Wegen des ursprünglichen Verbotes haben sie den Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik als Beschwerdeinstanz angerufen, und dieser hat als Dreimännerkollegium das V e r b o t auf- gehoben und in der Begründung sich bemüht, alle b e- lastenden Umstände möglich st harmlos auszu- legen. Da das Dreimännerkollegium aber in e i l i g e n Fällen zu entscheiden hat,«ine Beschwerde aber, die im Mai eingelegt und im Oktober entschieden wird, nicht mehr als ein„eiliger" Fall anzusehen ist, hat der Minister des Innern auch noch die Entscheidung des G e s a m t s e n a t s des Staatsgerichtshofs angerufen. Praktisch bleibt die Entscheidung des Staats- gerichtshofs ohne Einfluß, da die Auflösung der Verbände auf Grund des Friedensvertrages erfolgte und gegen diese Verfügung ein Rechtsmittel nicht zu- lässig ist. Gtto Sraun und öas Serufsbeamtentum. Das Ende einer Verleumdung. Der preußische Ministerpräsident Genosse O t t o B r a u n hat sich in einer Rede auf der Tagung des Bundesausfchusses des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes am 18. Oktober gegen das unverantwortliche Treiben reaktionärer Beamten gewandt und auf die Erbitterung hin- gewiesen, die hierdurch in weiten Kreisen der Bevölkerung ausgelöst worden ist. Er sagte dabei: „Diese Stimmung, die durch einzelne reaktionäre Beamte in weiten Volkskreisen ausgelöst worden ist, kann der Berufsbeamtenschaft zum Verhängnis werden. Es dürfte nicht ausgeschlossen sein, wenn im Verfolg derartiger eklatanter Vorgänge, die die ganze Oeffentlichkeit gegen einzelne Beamte auf- bringen, einmal von einer Stelle der Antrag auf Volksen«- scheid über Aushebung des Berufsbeamtentums gestellt würde. Ich glaube nicht, daß ein solcher Volksentscheid dann für die Beamten günstig ausfallen würde, um so mehr als bedeutende Wirt- schaftskreife glauben, alle wirtschaftliche Not käme daher, daß wir zu viel Beamte haben und der Beamte alles auffrißt, was die Wirtschaft verdient und erarbeitet." Aus dieser wohlgemeinten Warnung haben verschiedene Presseorgane einen Angriff Brauns und der Sozialdemokratie auf das Berufsbeamtentum gemacht. So wagt u. a. die „Deutsche Po st g e we r k s ch a f t". das Organ des Christ- lichen Postbeamtenverbandes, der jetzt auch zum Deutschen Beamtenbund gehört, folgendes: „Wenn der preußische Ministerpräsident sagte, daß er es nicht für ausgeschlossen Halle, daß wegen nicht genügender Verfassung»- treue von„reaktionären Beamten" einmal von einer Stelle der Antrag aus Volksentscheid über Aufhebung de» Berufsbeamtentums gestellt werden würde, und daß ein solcher VolkseMscheid nach seiner Ansicht nicht günstig für die Beamten ausfiele, dann können wir darin nur den Niederschlag einer Grund st immung erblicken, die eine solche Entwicklung nicht ungern sehen würde." Und weiter: „Wer ist imstande, darin etwas anderes als die Ankündigung zu erblicken, daß in.einem von der Sozialdemokratie be- herrschten Staate«in Berufsbeamtentum überflüssig ist?" Zu dieser Verleumdung hat Genosse Braun in einem Brief vom 10. November an den Genossen S t e i n k o p f Stellung genommen. Er sagt darin folgendes: „Der Artikel— der„Deutschen Postgewerkschaft"— enthält eine falsche und irreführende Auslegung meiner Ausführungen über das Berufsbeamtentum. Ich habe ausdrückllch erklärt, daß eine gut ausgebildete, zuverlässige Bernfsbeamtenschaft für den heutigen republikanischen volksstaat noch wichtiger sei, als -für den früheren Obrlgkeilsfwal. und daß sonach ich und meine Partei jederzeit für die Beibehaltung de» Berussbeamtenkums in allen Zweigen der öffentlichen Verwaltung eingetreten sind. Ich habe aber weiter auf die Gefahren hingewiesen, die dem Berufs- beamtentum aus dem Auftreten einzelner reaktionärer Be- a m t e n und ganzer Beamtengruppen, wie durch rücksichtslose Der- tretung einseitiger Beamteninteressen unter Nichtberücksichtigung der allgemeinen Volksnot erwachsen. Wenn die obengenannte Zeitschrift aus dieser Warnung eine Gegnerschaft gegen das Berufsbeamtentum herausliest, dann hat die Redaktion dieses Blattes mich entweder nicht oerstanden, oder will zu durchsichtigen Zwecken mich nicht verstehen. Bräun. Wir glauben, daß damit einer Verleumdung, die gerade jetzt beginnt durch die bürgerliche Presse zu laufen, der Kops zertreten ist._ Die DartbolomSusnacht. Erschütternde Einzelheiten aus Genua und Mailand Aus C h i a s s o wird uns berichtet: Der Polizeichef von Genua, Alfonso de Silva, ist seines Amtes enth o b e n worden. Die Gründe für dies« Absetzung müssen in dem strengen Befehl des Polizeichefs gesucht werden, das Haus des sozialistischen Abgeordneten R o s s i zu bewachen und zu verteidigen. Nach einem heftigen Feuergefecht zwischen den Zoll- wachen und den Faschisten ist der Polizeiches dazu gezwungen worden, der Zerstörung und Einäscherung der Häuser der Abge- ordneten R o s s i und C a n e p a, des Direktors des.Lavoro", feinen passiven Beistand zu verleihen. Der stellvertretende Generalsekretär der faschistischen Partei Gerardo Bonelli, au» Rom in Genua angekommen, um dort die Regierungsrepressalien zu leiten, ebenso wie der frühere Schatzmeister der Partei M a r i n e l l i von dem Generalsekretär T u r a t i zu demselben Zwecke nach Mailand entsandt worden ist, hat trotz der Erklärung des Belagerungszustandes durch den Präfekten und trotz des Widerstandes des Polizeichefs auf der Ausführung feines Programm» b e st a n d e n. Er forderte, daß die durch das Dazwischentreten der Polizei vorübergehend unterbrochene»Skaatslekiion" mit der äußersten Strenge wieder aufge- nommen würde. Zu diesem Zwecke wurden die Polizisten, die Zollwachen und die Aussichtsbeamten zurückgezogen. In der Hauptstraße der Stadt, der Bia Roma, haben faschistische Milizen eine Absperning von mehreren hundert Metern Ausdehnung vor- genommen. Daraufhin stürmten die faschistischen Stoßtruppler zur Vollendung der tags zuvor unterbrochenen Zerstörung des Hauses R o f f i s in dieses hinein und warfen alles, was die Wohnung eyt- hielt: Möbel, Bilder, Kücheneinrichtung usw., auf die Straße. Auf die so entstandenen Trümmerstapel gössen die Faschisten B.e n- z i n, steckten das Ganze in Brand und verließen dann die Stätte ihres traurigen Tuns. Als sie aber kurz hinterher wahrnahmen, daß die Feuerwehr diesen Brand zu löschen begann, stürmten sie wieder zurück, verlrieben die Löschmannschaften und begossen die Möbel aus» neue mit Benzin. Ein dichter Zuschauerkreis war von ferne Zeug« dieses abstoßenden Schauspiels. Danach wurden die Wohnungen des Abgeordneten Canepa, des bekannten Iourna- listen Giovanni Anfaldo und anderer Oppositionsmllglieder zerstört. Viel« der von dem faschistischen Gesindel Gesuchten haben sich zur rechten Zeit in Sicherheit bringen können. Mailand ist heute das Heerlager unzähliger Flüchtlinge aus dem nördlichen Italien. Die beiden Krankenhäuser von Genua sind mit Verwundeten überfüllt, die Gefängnisse sind bis unter da» Dach mit verhafteten friedlichen Bürgern besetzt. In Mailand zählt man gegenwärtig mehr als 890 Verwun- d e t e. Zwei Redakteure, Scolarini vom„Aoanti", der auch als Karikaturist bekannt ist, und L e o n« t t i von der konununisti- scheu„Units", wurden mit Knüppeln derart mißhandell. daß sie sich in bedenklichem Zustande befinden. Vor dec Galerie in Mailand schrie der faschistische Janhagel bis zur völligen Heiser- keit:„N a ch P a r i s! Nach Paris!" In Rom werden täglich die Maffenverdaftungen fortgesetzt. In den hohen faschi- stischen Kreisen hat man Grund zur Furcht und zur Wut; man glaubt nämlich zu der Annahme berechtigt zu sein, daß der plan zum letzten Attentat im Schöße der faschistischen Partei selbst aus- gebrütet nrnctai ißt. Urteilsbegründung in Landsberg. (Urteil siehe 1. Seite.) In der Urteilsbegründung heißt es: Die Ereignisse der Ver. gangenheit find in dieser Schwurgerichtspericde in vier Femepro- zessen an uns vorübergezogen. Für das Gericht bestand die große Schwierigkeit darin, die Ereignisse aus einer Atmosphäre heraus- zunehmen, in die sie durch äußere Beeinflussung hinein- getragen waren. Was von der presse zu halten ist. haben wir in diesen Tagen erlebt.(Der Vorsitzende spricht mit erhobener, nervös zitternder Stimme.) In diesen Tagen, in denen der Vorsitzende an einem Tage über den grünen Klee gelobt wurde, während man am anderen Tag« die Hilfe de» Iusti, minister» in Anspruch nahm. Was ist nun vorgefallen? Ein«hemaliger Feldwebel namens G ä d i ck e hat um schnöden Gewinn willen ihm an- vertraute Munition an die verschoben, die seiner Einstellung nach seine Feinde waren, und er hat die verraten, denen er Treue gelobt hat. Ein verächtlicher Mensch! Was Wunder, daß in Klapproth, der viel für die Arbeitskommando» und für da» Vater- land getan hat. die Empörung über diesen Menschen emporstieg, daß er bei der nächsten Gelegenheit den Verräter niederschlug, gleichgültig, was daraus wurde. Oberleutnant Schulz soll ihn dazu angestiftet haben. Das Gericht hat eine ganze Anzahl von Zeugen hierzu vernommen. Auch diejenigen, die im Bureau des Schulz beschäftigt gewesen sind, haben nach dieser Richtung! hin keine belastenden Aussagen machen könne». Das Gericht hat alle Anträge geprüft, auch die des Herrn Ober- ftaatsanwalls reckivivus Löwenthal. Es hat sich auch durch seine letztgestellten Anträge nicht davon überzeugen können, daß etwas Neues hierzu bekundet werden könnte. Belastend bleibt das Gespräch zwischen Oberleutnant Schulz und Leutnant Hayn, da» dieser bei seiner ersten Vernehmung dem Untersuchungsrichter mitgeteilt hat, in einer Zeit, als er von Sorgen um fein« Frau und fein Geschäft erfüllt war. Es ist sehr wahr- scheinlich, daß sich H a y n damals in einer Erregung befunden hat, in der er für feine Worte nicht voll einstehen konnte. Niemals aber kann man aus diesen Mitteilungen des Angeklagten Hayn folgern, daß Schulz ihn ongestistet hat. hier steht Klapprolh. In einer anderen Sache ist«r zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Er konnte ein Todesurteil erwarten. Dieser ehrlich« alt« Soldat! Ist nicht anzunehmen, daß, wenn die Dinge so gewesen wären, wie immer behauptet wurde, Klapproth sich gesagt hätte:»Wenn ich für meinen Offizier ein- trete, so kann er auch für mich eintreten!" hat man denn in Deutsch- land gar kein Verständnis mehr für aufrechte Männer? Klapproth hat mit keiner Silbe gesagt, daß er von Schulz zu irgendeiner Tat angestiftet worden sei. E» bleibt schließlich also nur übrig dl« Tot de» Angeklagten Klapproth, eines um das Vaterland verdienten Manne», gegen den Gädicke. dessen Charakter ich schon gezeichnet habe. Schul- big ist Klapproth einer das Leben de» anderen gefährdenden Händ- lung, denn das wissen wir aus anderen Sachen, daß Klapproth nicht gerade sauft zupackt." Lohn und Unterstützung. .as Verhältnis in der Erwerbs loseufürsorge. Ueber das Verhältnis der Unterstützungssätze in der Osrnjerbslosenfursorge zum letzten Lohn der Hauptunterstützungs- empfänoer sind vcn der Reichsarbeitsverwallung im Rahmen der statistischen Erhebungen vom Z. Juli eine Reihe von Berechnungen vorgenommen worden, deren Hauptergebnisse jetzt vorliegen und in der nächsten Nummer des„Reichsarbehsblottes" veröffentlicht werden. Faßt man die Einzelergebnisse der größere Gruppen zusammen, dann zeigt sich folgendes Bild: Bei 505 640 oder 31,72 Proz. Haupt- unterftützungsempfängern betrug die Unterstützung biszu30Pro> z e n t des Normalbruttoverdienstes. Bei 981 296 oder 61,55 Proz. betrug sie über 30 bis 70 Proz., bei 62 208 gder 3,90 Proz. über 70 bis 90 Proz. und nur bei 45 156 oder 2,8 3 Proz. ging die Unterstützung ü b e r 90 Proz. des Normalbruttoverdienstes hinaus. Es ist zu berücksichtigen, wie in der amtlichen Feststellung her- vorgehoben wird, daß der Bruttolohn zum Bergleich heran- gezogen ist. Der Nettolohn, der nach Abzug der Lohnsteuer, der Beitröge zur Kranken- und Invaliden- oder Angestelltenversicherung und zur Erwerbslosensürsorge ausgezahlt wird, ist durchschnittlich mit etwa 10 Proz. niedriger anzunehmen. Stach den Berech- nungen würden also 31,72 Prcz. der Hauptuntcrstützungsempsänger sehr tief unter ihren letzten Löhnen liegen. Etwa zwei Drittel der Hauptunsrstützungsempsünger(61,55 Proz.) erholten Bruchteile il?res letzten Lohnes, wie sie ungefähr der Arbeitslosenversicherungs- entwurf vorsieht. Rund 60 000 Hauptunterstützungsempsänger (3,90 Proz.) kommen nahe an ihren Lohn heran und 45 000(2,83 Prozent) überschneiden ihren Lohn. Bei der Erhebung ist der Lohnausfall bei Kurzarbeit außer Betracht ge- blieben. Man müsse also befürchten, daß die tatsächlichen Löhne durch die Unterstützung»och häufiger überschritten werden als die Erhebung ergebe. Nach der Auffassung der Reichsarbeitsoerwaltung zeigt die llebersicht, daß in der u n t e r st e n Lohnklosie(bis 12 M. nach dem Lohnklasienschema) für etwa die H ä l f t e der Unteistützten die Unter- stützung h ö h e r ist als der Lohn. In den folgenden vier Lohnklasien (12 bis 36 M.) erhalten etwa drei Viertel der Unterstützten 30 bis 70 Proz. ihres Lohnes. In der obersten Lohnklasse liegt die Mehr- hcit der Unterstützten über 30 Proz. des Lohnes Die Schwächen der gegenwärtigen Unterstützungsart lägen also in der nie- d r i g st e n und der Höchsten Lohnklasie. Die Lohnüberschneidungen, die, wie man sieht, auch bei der Berücksichtigung der neuen Erhöhung der Sätze an Zahl nicht sonderlich ins Gewicht fallen, sind, was in der Arbeiterpresie schon tausendinal hervorgehoben wurde, nur deshalb möglich, weil menschenunwürdige Löhne gezahlt werden. Wenn die oberen Lohnklasien besier berücksichtigt werden sollen, so darf das unter keinen Umständen eine Schlechterstellung der unteren Lohnklasien zur Folge haben. Die Arbeitslosen der oberen und der unteren Lohnklassen haben ein Recht zu leben. Notgefetz und Ueberschichten. Besprechung zwischen Reichsregierung und Gewerkschasten. Die Besprechung zwischen der Reichsregierung und den Gewerkschaften über die Arbeitszeitfrage findet am Sonnabend, vormittags 11 Uhr, statt. Im Border- grund der Veratungen wird die Frage des Notgesetzes zur Wieder« Herstellung des Achtstundentages zur Beseitigung des Ueberfchichten- Unwesens stehen. Forderungen der Reichs- und Staatsarbeiter. Pensionskasse, Arbeitszeit und Löhne. In einer gutbesuchten Versammlung der Reichs- und Staats- arbeiter am Mittwoch referierte Schmidt vom Deutschen Ver- kehrsbund über den Kampf um die Errichtung der P e n s i o n s- k a s s e und über Lohnsragen der Reichs- und Staatsarbeiter. Eine Entschließung fand Annahme, in der es heißt: Die versammelten Arbeiter der Reichs- und Staatsbetriebe nehmen davon Kenntnis, daß durch die Bemühungen der Gewerk- schasten die Widerstände einiger Länderregierungen gegen die Errichtung einer Rentenzusch ußkasse endlich beseitigt worden sind. Sie erwarten nunmehr, daß die Verhandlungen über eine eventuelle Angliederung an die Versorgungsanstalt der Deutschen Rcichspost oder über die Errichtung einer selbständigen Kasse mit Beschleunigung aufgenommen und zu Ende geführt werden. Für den Fall, daß eine selbständige Kasse errichtet wird, dürfen die Leistungen nicht hinter denen der Versorgungsanstalt der Deutschen Reichspost zurückbleiben. Ferner beaustragen die Versammelten die Organisation, ihre Bemühungen um ErhöhungderLöhne undVerkürzung der Arbeitszeit fortzusetzen Sie erblicken in der gegen- wärtigen Krise eine Jnlandabsatzkrise, die nur behoben werden kann durch Erhöhung der Kaufkraft der arbeitenden Be- völkerung. Ferner erwarten die Versammelten, daß bei dem Erlaß eines N o t g e s e tz e s zur Abänderung der jetzt geltenden Arbeitszeit- bestimnmngen auch für die Reichsarbeiter der Achtstundentag wieder eingeführt wird. Am 10. November verstarb nach einem kurzen, aber schweren Krankenlager, auf das ihn eine doppelseitige Lungenentzündung warf, der Genosse Friedrich Himpel. Besonders hart trifft dieser Verlust den Deutschen Verkehrsbund, dessen Mitbegründer, Vorstandsmitglied und langjähriger Leiter seiner Lohn- bewegungsabtcilun'g der Verstorbene war. Die Umsicht und Klugheit, mit der er dws schwierige Amt verwaltete, und die unbedingte Hingabe seiner ganzen Person an die ihm gestellten Auf- gaben mache» die Lücke, die sein Tod im Vorstande des Deutschen Verkehrsbundes ausreißt, um so schmerzlicher. Als ganz junger Mensch, noch unter dem Sozialistengesetz, kam Himpel zur Arbeiterbewegung und wurde Mitglied der verfolgten Partei. Am 1. Juli 1890 trat er in Hamburg dem Fabrikarbeiter- verbände bei. Am 1. Januar 1892 vollzog er seinen Uebertritt zu dem damaligen Verein der Handelshilfsarbeiter, einem Vorläufer des heutigen Deutschen Verkehrsbundes. 1897 wurde er Geschäfts- führer der Hamburger Mitgliedschaft der genannten Organisation, wobei er nebenher noch die Arbeiten eines Gauleiters für Schleswig- Holstein und Mecklenburg versah. Aber schon im Jahre 1905 wurde er in den Verbandsvqrstand nach Berlin berufen, um dann an dieser Stelle die ganzen Jahre hindurch bis zu seinem Tode die Wirtschafts- kämpfe des Verbandes erfolgreich zu leiten. Fritz Himpel war nicht Nur-Gewerkfchaftler. Sein Leben und eine Arbeit gehörten zu einem großen Teile auch der Genossen- chaftsbeweyung. Eifrig wirkte er in seinen jungen Jahren ür die Ausbreitung der Hamburger.Produktion", deren Mit- begründer er war. Viel haben ihm die Genossenschaftsarbeiter zu danken, deren Interessenvertretung er im Lause der Jahre zu seinem Spezialgebiet machte. Als Sozialdemokrat wirkt« er seit 1910 in der Kauls- dorfer Gemeindevertretung, später als Bezirksverordneter des 17. Verwaltungsbezirks. Mögen sich die Jungen ein Vorbild daran nehmen. Als die reaktionären Umtriebe gegen die Republik die Gründung des Reichsbanners als Gegenwehr notwendig machten, war der damals Sechzigjährige sofort bereit, der Schutzwehr der Republik beizutreten und ihr mit Begeisterung zu dienen. Bei der Kleinarbeit für die Partei und die gesamte Arbeiterbewegung, ebenso wie in großen Dingen konnte man auf Friedrich Himpel immer zählen. Was er in stiller und selbstloser Weise für die Arboiterbewetzung in den Jahrzehnten seines arbeitsreichen Lebens geleistet hat, windet ihm einen unvergänglichen Immortellenkranz. Vertagung des englischen Anti-Gewerkschaftsgesetzes. London, 11. November.(Eigener Drahtbericht.) Der konser- oative Abgeordnete Foxkrost interpellierte am Donnerstag im Unter- haus die Regierung wegen der Verzögerung des geplanten Gesetzes, durch das die rechtliche Stellung der Gewerkschaften ein- geschränkt werden soll. Der Sprecher der Regierung erklärte, daß dieser Gesetzentwurf von der Regierung in der nächsten Session des Unterhauses, die im Februar beginnen wird, eing«- bracht werden soll._ Lohnerhöhung in öer Aachener Textilinüustrie. Am mehr al» zehn Prozent. In der Aachener Textilindustrie ist in einem neuen Schiedsspruch für Weber und Weberinnen ein Stundenlohn von 59 Pf. gegen bisher 52,5 Pf. festgesetzt worden. Arbeitnehmer und Arbeit- gcber haben dem Schiedsspruch zugestimmt. Eine Aussperrung wird damit vermieden. Bergarbeiterzulagen in Frankreich. Paris, 11. November.(WTB.) In einer Sitzung der Vertreter der Bergarbeiter und Bergwerksbesitzer der Departements Nord und Pas de Calais wurde gestern beschlosien, die zeitliche Zulage der Bergarbeiter um 40 Proz. zu erhöhen, so daß hinfort mit der früher vorgenommenen Erhöhung dies« sich aus 70 Prozent beläuft. Die neuen Löhn« treten am 16. November in Kraft. Achtung Zimmerer! Di« Baustelle Rastenburger Straße der Feuerunzs- und Schornsteinbaufi rma Louis Fraas u. Co., Gera, Bureau Berlin, Rodenbergstr. 3, ist gesperrt. Kameraden, übt Solidarität: meidet in Berlin und Umgegend die Firma Fraas u. Co. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Metall i-tmstric. Butab-Mitgliederversammluag heut«, Freitag. TM Uhr. im Nordischen Kos Berlin R.. Invalidenftr. 12k. Erscheinen aller Kollegen drinqend erwünscht. Freie Sewertschastalusend. Keute. Freita«, 714 Uhr, taae« die Gruppen: vberschöneweide: Druppenheim Jugendheim Laufener Str. 2 tRoter Saal). Revolutionscrlebniss«.— Feppelinplah! Gruppenheim Stildt. Jugendheim Luxemburger. Eck« Senter Stroh«. Auf»um Werbeahend de» Rordtretfe».— Wedding I: Gruppenheim Stadtbod Wedding, Gerichtitr. kll— LS. Werbever- anstaltung im Echiler-Ln�eum, BSttcherstrah«.— Rordtrei,: Gewerkschaftlicher Werbeabend de» Nordkreises der FGI. im Echiller-Lnzeum. Pank-, Ecke Böttcher- llrohe. lDcr Arbeit Lied— Münk— Was Arbeit schafft— Ansprache.) Leiter« Randbemerkungen»ur Arbeit. Unkostenbeitrag Z0 Ps.— Lermennplah: Druppenheim Juocndheim, Sanders! r. 11 Eck« Hobrcchtstr. Turnier der Neu- löllner Schachmeister. Zugendgruppe de» FdA. Srui«. Freitag, 714 Uhr. tage» folgende Begirk«: Lsien: Jugendheim Drohe Frankfurter Str. 1k tZimmer 8). Ausspracheabend. — Südwest: Zugendheim Belle-Allinnce-otr. 7—10. Bortrag:.Staat und Arbeiterbewegung"(Aman).— Spandm«: Jugendheim Lindenufer 1. Leseabend. Berantwortlich für Politik: Dr. Eurt Geyer: Wirtschaft: Are»» S«ter»»,: Sewertichasisbeweaung: Friede,«hkirn: Feuilleton: F. L. DIscher: Lokale» und Sonstige»: Frih Karstadt: Anxeioen: rh. Glock«: sämtlich in Berlin. Berla«: Borwärts-Derlag G.m.b.H.. Berlin- Druck: Vorwürts-Buchdruckerel und Berlagsanllalt Paul Singer u. Eo. Berlin SW 88 LindenstraHe 8. Sier,n 3 Beilaaen und„Unterhaltung na»«illen«. A-WLimtLIbl Jjebensmittel Leipziger Platz Königstr. Roscnlhalcr Str. Moritzplatz Wursiwaren Blutwurst""'Ä 72 pt. Jagdwurst... Pfand 1 46 Soweit Vorrat Leberwurst�Ä<72pf. Mettwurst»rei*. Pfd."Us Dampfwurst.. Pfand 1 m Filetwurst.... Pfand 1 eo Sülzwurst...Pfund 1 m Mettwurst SS�PhSdleo Landleberwurst pid.120 Schinkenspeck pfd."loo Rotwurst.... ptund 1 20 Nußschinken.ptuBd2M Roieathaler Strafe, ll6vitz»trahe, Morüzptatsi Polnische____ Pfand 146 Leberwurst'eine. Pfd. 170 Mortadella...Pinnd"Us Zervelatwurst pri. Iso Bierwurst... Pfand I70 Salamiwurst. Pfand Iso Butter Tafelbutter p«. 1 ss 1 ss Dän. Butter.. Pfand 1 ss Margarine..Pfand 55 pt Kokosfett...Pfund 65 pt Schweineschmalz 75pi Limburger'Ä 62 pt 11, Käse Limburger 75 pt Holländern. Edamer 85 Pf. Steinbuscher?». 95 pt Tilsiter..... Pfand 78 pi. Tilsiter'W 98 Pt I10 Schweizer 1 se Konserven Brach" u. Sehn itt-w doo» Erdbeeren,.w dom 14s bohnen 53 pt 1» 80 pf. Leipziger Allerlei 85 pt Jge. Erbsen"Sü1' 92 pf. Rindfleisch 1-5 Oelsardinen � portufleslndi« 4oPt/OPt Pflaumen 1 Frucht. 4 Pfund-Do»«' 65 Vierfruchtmarmelade 10 Pfund-Blmcr 3 SO Pflaumen-Marmelade lO Ptnnd-Blmcr 4 60 Kolonialwaren Weiße Bohnen Pfd. 1 8 pt Pflaumen... ptund 32pt Linsen..... ptnnd19pf. Backobst 46pt Eier-Makkaroni(8™*). Phmd 52 pt Suppenpulver« Dlndflelach, I Phmd- ts Teller>96 Frisches Fleisch Hammel» so« Hammelkeule............ iw 95 m. Kalbskamm, Brust u. Rücken pm. 80 pi Schmorfleisch u. Roastbeef k?«,*. 90 pi. Schweinebauch» RUclten u lo» Schweine-Schinken u. Kamm p>d. 1 io Keßler, Speer u. Kamm.. rw las Gehacktes Fleisch......... p«»d 75 pi Prima Ochsenffleisch***,«. Phad 55 n. Kamm u» Brust Oalrar«»...... Pfand 55 Pt Geflügel Junge Gänse............ pf-d lio„ Suppen-Hühner......... pmd 95 � Fasanen-Hähne.........*»* 465 4ss Fasanen-Hennen...... rmd Z s 34s Tauben....................».0» 72« Gänse ausgeschlachtet'u�YiS�Qn Fische Dorsche...........«-»g 10« Goldbarse ob» Kopf..........«»d 16« KabeljaU ob,« Kop»,»aale n>eitslo» sind, vor Augen halten und sich von diesen: oder jenem Stück trennen, da» für sie. außer einen» gewissen Gefühlswert, wert. los ist. Und wenn sie ein übrige» tun wollen, setzen sie die Sachen die sie weggeben wollen, zuvor noch ordentlich instand. Nur wo Zeit und Gelegenheit davon abhalten, kann davon abgesehen werden. Auf oll« Fälle aber, ibr Frauen, nehmt unverzüglich«In« iveu«' ralrevision eurer Kleiderschränke vor, sortiert au», wa» abgelegt ist, seid nicht gar so engherzig dabei, schafft Platz in euren Schränken, räumt gründlich aus. Da» Ueberflülsig« und Entbehrlich« wird nachgesehen, in ein Bündel gepackt und zur Abholung bereitgehasten. Wer nicht weiß, wohin damit, fragt in seiner Abteilung unaussällig nach oder bei einer Genossin aus der Woblfahrtskommilsion feine» B«. zirkes. Di« Wohlsah rt»ämt«r der Etadlbezirk« haben verschiedent- sich Einrichtuimen getroffen zur Annahm« von Kleidungestücken und zu Ihrer Herrichtung, so daß sie an Bedürftig« abgegeben wer, den können. An Abnehmern fehlt es nicht. « Worauf e» onkcmmt, Ist rasche« Handeln, bevor diese Anregung wieder in Dergesienheit gerät. Unsere Posiiion als Verdienende verpflichtet un» al» Sozialdemokraten zumal, den Nichtsverdienenden zu helfen. Die Not ist groß! Und sollten die Kommunisten unseren Appell zur gegenseitigen Hilfe hämisch glossieren und die radikalere Forderung stellen, allen Familien Arbeitsloser neue Kleidungsstücke zu geben, anstatt ge. tragener, so lasien wir un» dadurch nicht beirren, well schließlich ein verfügbarer getragener Mantel über der Kleidung besser ist. als »in neuer, der gedacht und erwünscht, in einer langen Resolution hängt. kein Zreibaü im Engelbecken! Den Streit um das Freibad iin Enaelbccken will der M a g i st r a t dahin entscheide», daß er den Plan ausgibt. Er ist setzt zu der Ansicht gelaugt, daß der ganze Eniwurs der Kette von Grünanlagen aus dein Gelände de» zugeschütteten Luisenstädtischen Kanal», in die da» Engelbeckenfreibad sich einfügen sollte, n o ch e i n« mal geprüft werden müsse. Beabsichtigt wird, die Freibad« anlag« dem Engelbeckci» fernzuhalten und hierzu eine andere Stelle des Kanolgeländes zu wählen. Dagegen will man au dem Gedanken festhalten, auf dem Engelbeckenaalände wenigstens eine Kinderspielwiese mit Plansch» decken zu schaffen. Vorläufig handelt es sich nur um Anregungen, über die noch keine Beschlüsse gefaßt sind. Bezirk Kreuzberg für da» Freibad. In dieser Woche hielt die Bezirksversammlung zwei Plenarsitzungen ab, in denen sie sich mit dem Etat beschäftigte, der dann am Mittwoch angenommen wurde. Eine vom Ausschuß vorgelegte Eni» schließung sprach sich dafür au», daß Magistrat und Stadtverordnete an dem Plan eines Freibades in dem an der Nordwest«!? des Bezirks gelegenen En gel decken im Interesse der Voltegesundheit sesthalten mögen. Di« ausgiebig« Debatte über dies» Entschließung brachte die Vertreter der Dcutschnationalen und des Zentrums sehr in Harnisch. Der eine betoute, daß keinerlei Notwendigkeit eines Bades sür die dortige Gegend vorliege, da dgs Stadibad Friedrichshain an der Schillingbrücke ausreiche, der anbete sprach von einer Brüskierung der Kathollken, deren Andacht beim Kirchgang in die nahe Mlchaelkirche gestört würde, wenn im Engelbecken«in Freibad erstehe. Genosse Litt« wies daraus hin. daß das Stadibod Friedrichshain feit langem nicht mehr ausreicht, zumal ja vor dem Kriege nedeu dem Hallendade dort«in stark besucht«, Flußbad bestand. Dem Redner des Zentrums er« widert« er, daß ma» in anderen Städten in katholischen Kreisen ander« denke. Zum V�Ifpiel in Dresden l>abe niemand daran Anstoß genommen, daß vor der katholischen Hofkirch« Männer und Frauen In der Elb« srei baden. Auch sei das Karnevalsireiben in der Gegend de» Kölner Dom» am größten. Mit den Stimmen der Svzioldemokmten, Demokralen und Konrmunlsten wurde die Aus« schubentschließung angenommen. Die Versammlung stimmte der vom Bezirksamt gemachten Dringlichkeitsvorlage, den Spielplatz an der Katzbach st raß« auszubauen, zu. Die kommunistische» Wald- und Wiesenonträg« betr. Hohenzollern» obfindung und den sogenannten Kongreß der Werktätigen wurden abgelehnt. Eine blutige Geburtstagsfeier. Peine Frau in der Trunkenheit erschlagen. Unter dem dringenden verdacht, in der Trunkenheit seine Frau mit einer Bicrslalche erschlagen zu haben, wurde gestern mittag der Z? Jahr« alte Max Sch endet au» der Ru ppin er Str. 20 sestgcnommcn. Schendel, der mit seiner Frau im hohen Erdgeschoß des Quergebäudes tu Stube und Küche hauste, gab den anderen Mietern durch lärmende Austritte in leiner Wohnung schon wieder- Holl Veranlassung zu Beschwerden. Dienstag abend feierte er mit seiner Frag allein deren Geburstag. Dabei ging es wohl ziem- lich hoch her. Spät abends trat eine verdächtige Ruhe ein. Gegen Mitternacht aber hörten die Hausgenossen wieder Lärmen und Schreien in der Wohnung, kümmerten sich ober nicht weiter darum. Gestern mittag erschien Schendel nach ziemlich angeheitert auf dem S2. Revier und tollt« mit. daß sqtn« Frau zu Hause entweder tot ?d«r betrunken liege. Er habe sie wietzarhalt geschüttelt, sie Hab» sich ober nicht gerührt. So glaube er wohl, daß sie tot sein werde: er koenm», um da» zu melden. Die Beamten begaben sich sofort nach der Wohnung, um den Totbestand seslzustellen. Sie fanden die Frau in einer Blutlache im Bette biegen. Unter dem Bett lag ein« Bierilosch« mit abgebrochenom Halse. Andere Flaschen und auch Preßkohlen, di» vielleicht auch ol? Hieb, oder Durswaffen benutzt worden sind, lagen in der Stube zerstreut umher. Die Frau hatte zwischen der Nase und einem Zluge«in« Aerlejjung von einem stumpsen Schlag« und blutige Wunden an der«-tirn. Di« Hausgenossen berichtete,, über den Lärm, den sie gegen Mitter, nacht gehört hatten. Schendel selbst will vo» nichts mehr wissen. Er wurde unter dem dringenden Verdacht des Totschlag» varläusig in Hast deHalten, di« Leiche der Frau beschlagnahmt und zur Lbdul- tio»„ach dem Schauhause gebracht. Die Wunder der Klara van Haag. 11] Von Johannes Duchholtz. Au» dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. Der Zolloerwalter von Knarreby hatte sich tn Frau Wang» Pensionat ein Zimmer gemietet, und die Gnadige nahm ihre Mahlzeiten in der Küche ein. Anscheinend befand sie sich wohl hier und fühlte sogar eine besondere Freude, wenn sie Malle Düse» Manieren nachahmte, die Z�hne mit einem Splitter au» der Vrennholzkist« reinigte und den Kasse« in die Untertasse goh. Namentlich letztere» Manöver, da» ermöglicht«, den Kaffee in langen Zügen zu schlucken, paßte der Gnädigen gut. Dann konnte sie sich mit erneuter Wut auf da» Räumen stürzen. Malle Duse zog die ersten beiden Tage ein saures Gesicht über dies« Hetze, die ihr überflüssig erschien. Nachher aber hatte sie gleichsam ihre unverzagte Jugend wiedergewonnen. Auf einmal brach sie in Singen aus. Scl)recksn einflößend in feder Beziehung, aber von großer, entflammender Kraft sowohl für st« wie für die andern. Roh wie Kriegergeschrei durchschnitt es da» Zollamt vom frühen Morgen bis zum späten Abend, unablässig, ob- wohl das Lied nur«inen einzigen Vers hatte, bis jedes schwere Möbelstück schimmerte. Teppiche ausgebreitet. Bilder und Gardinen aufgehängt waren, bis überall gefirnißt, lackiert, gewaschen und geplättet war, und di» schwere Luft des Zoll- amts so leicht und frisch mar wie die. die vom Belt herem- strömte. Erst da schloß sie ihren Gesang mit einem Geheul und dankte umständlich und immer wieder, als ob sie einen Ferienaufenthalt bei Frau van Haag genossen hätte. Da waren auch die Gnädig« und Hedwig so zufrieden wi» Gott am siebenten Tage. Aber zuleich waren sie müde wie Sklaven. Dia Gnädige setzte sich auf den Rand des Küchentisches. Hed- wig auf den Stuhl zu ihren Füßen. Sie tranken noch eine kleine Taste Kaffee, stießen an und lachten sich Mut zu. Da beugte sich die Gnädig« vor. setzte einen ausgestreckten Zeige- finger auf Hedwigs Brust und fragte:..Wer war er?" „Wer? „Er," sagte die Gnädige und machte in der Luft cme wundervoll getreue Nachahmung von Sohan Fol»' Gruß. Hedwig wurde glühend rot und sagte:„Ich weiß wirklich nicht, wa» gnädig« Frau meinen." ..Hast du nicht den kleinen Mann mit dem großen Hut spielen gehört, „Er Ist nicht klein." fuhr es au« Hedwig heraus. Da lachte die Gnädig«. „Jetzt frage ich nicht mehr, mein Kind. Obwohl ich den Mann wohl kennen würde. Solch«in Spiel habe Ich noch nie gehört! Nur eines: Ist er hier in der Stadt?" „Ja." sagt« Hedwig mit gesenktem Kopf. „Merkwürdige Stadt!" sogt« di« Gnädige und schwieg «in« Weile. Ihr« Augen wurden kuntsl. Ihre Gedanken gingen wohl wieder zurück zum Tage ihrer Ankunft: aber gieich darauf war sie weiter geeilt und sagt«:„Aber Hedwig! Was sagte denn dein Vater?" „Ich sollte vielmals grüßen." sagt« Hedwig mechanisch. Die Frage hatte sie erwartet. „Grüßen— solltest du, nichts als grüßen! Was sagte Kasper Egholm? War er nicht sehr erstaunt?" .Doch." „Nun. sonst nichts?" „Ach, Vater hat soviel anderes zu denken." „Aber er erinnert« sich meiner doch?" sagt« die Gnädig« ganz enttäuscht. Hedwig hatte ihre Notlüg« wohl überdacht, e, tonnte nicht anders sein, das mußt« gesagt werden! Aber es peinigte sie. daß die Lüge weiter um sich greifen sollte. Sie begann un- sicher zu erzählen, daß ihr Dater nicht wie andere sel. „Nein, natürlich ist er nicht wie andere," sagte die Gnä- dige mit einem Lächeln.„Aber wie ist er denn?" „Ja, das ist nicht leicht zu sagen." Hedw'g schob olles andere beiseite und dacht« nur an seinen letzten schändlichen Einfall mit Elvert als Mann der Bllrstenblndertochter: aber die Geschichte konnten andere Menschen nicht verstehen: die würde zu unglaublich, zu unwahrscheinlich aussehen: und des, halb zog sie es vor. von den Erfindungen ihres Dater» zu reden. Die Schamröte stieg ihr in die Wangen, als sie sich erinnert«: wie er vor«inigen Jahren«in« Maschine verfertigt hatte: Turbine nannte er sie. sie stand in einem Boot, das mit alten Lappen und mit Stücken von Dachrinnen und dergleichen geflickt und gestopft war. Und die Leute standen zu Hun> derten am Strand«, denn er hatte ja gesagt, daß si««itz reines Wunder wäre. Aber sie bekamen nur einen Mann mit Ruß und Schmutz im Gesicht zu seden. einen barbeinigen Mann, der im Boote saß. heizt«, sich anstellte und vor der ganzen Welt lächerlich macht«. Hedwig sah stammend auf; aber der Zorn. d«n si« selbst fühlte, hatte keinen Widerschein aus di« Stirn der Gnädigen geworfen. Es war nur lebhaftes Interesse zu spüren. Da ging Hedwig zu der Schilderung über, wie Egholm es gemacht hatte, als er sich ein Haus baute. Er hatte, wie sie mit versagender Stimme erzählt«, das Material vom ab- gerissenen Armenhaus gekauft, lieber dreißig Lasten Balken und Bretter, Fenster und Türen. Dachsteine und Mauersteine und der Schult aller Welt. Verfault und voll Schwamm das ganze. Er, Sivert und Ditiöv Plök hatten darauf diese morschen Balken senkrecht in ein paar Crdlöcher gestellt und Bretter al» Wände dazwischengenagelt. Roch nie hatte man In der Welt eine solche Art zu bauen gesehan. Ja. wenn es noch kür Hühner oder Schwein« gewesen wäre, aber für Menschen! Di« Leute in der Stadt lachten natürlich auch, daß sie beinahe platzt«»!. Es war damals kein Vergnügen, sich auf der Straß« zu zeigen, wenn man Egholms Kind war. S.vert hatte zu seinem Vergnügen eine ganze Mass« Bretter ge- sammelt, auf denen noch di« Tapete saß. Die hatte er gerade nach dem Bahnbofsweg hinaus angenagelt.„Die Leute sagten. unser Hau« sei das einzig« auf Erden, dos auswendig tape- ziert wäre." Hedwig schöpft« tief Atem: die Gnädige sagt« still!»Und ihr wohnt immer noch in diesem amüsanten Haus?" „Vater hatte den Einfall, es mit einer Lage Kalkputz zu bewerfen und hinterher zu weißen. Aber was nützt es. daß die Fäulnis oerborgen ist. wenn jeder Mensch in Knarreby sich bis in ewige Zeiten erinnert, daß sie da ist?" „Mein liebes Kind. Ich verstehe deine Anklage nicht. Wenn dein Vater kein Geld hat— und das hat er wohl nicht dann kann er sich ja nicht die teuren Materialien kaufen." „Wenn man keine ordentlichen Sachen kaufen kann, dann läßt man es überhaupt bleiben- Wir hätten ja weiter zur Miete wohnen können: aber Dater wollte das Gefühl ge- nUchen, Gutsbesitzer zu sein, desien b>n ich sicher, deshalb kaufte er das Stückchen Boden, als es billig zu haben war. Und auf das Armenhaus bekam er ja drei Monate Kredit." Nun machte Hedwig ihren Vater so schlecht, wie sie konnte, und das wirkte gerade entgegengesetzt ouf Fxau von Haag. In ihrer Phantasie bildet« sich eine Gestalt von dem ewig unruhigen, dem stets strebenden. d«n mut g die überwältigende U ebermacht der Armut bekämpfende� Mann. Und es fehlte nicht viel, daß diese Gestalt eine Idcalgestalt war. Wie göttlich verschieden war er doch jedenfalls von ihrem eigenen Mann». Himmel! Welches Unrecht sie doch erlitten hatte, daß si««in so unbrauchbares Votarial zwischen die Hände bekam! Fortsetzung folgt.) Lockerung der Vohnungszwangswirtschast. Ab 1. Dezember. Der Amiliche preußische Pressedienst schreibt:„Vi« preußische Sesehessammlung wird eine Verordnung de» preußischen Minister» für Volkswohlscchrt über die Lockerung der Wohnungszwangswirt- schuft veröfsenklichen. Der Abbau der Zwangsvorschriften, der in den meisten deutschen Ländern bereits etngeseht hat, findet seine zwangsläufige Begrenzung durch die tatsächlichen Verhältnisse aus dem Gebiete de» Wohnungswesens, die einer unvermittelten Rückkehr z u r freien Wirtschast— wenigstens in vollem Umfange— zurzeit noch entgegenstehen. Danach ist zunächst vorgesehen, daß teure Wohnungen vom I. Dezember d. 2. ab nicht mehr den Vorschriften de» Wohnungsmangel. gesehes unterliegen. Als teure Wohnungen gelten solche. deren Zahresfriedeasmiete 3000 M. und mehr in Verlin. 2400 M. und mehr in den übrigen Orten der Sonderklasse, 1800 M. und mehr In der Ortsklasse A, 1300 M. und mehr in der OrtsNasse B, 800 M. und mehr in der Ortsklafle C, 500 M. und mehr in der Ortsklasse V beträgt. Die Verordnung wird an 1. Dezember in straft treten. Gefahren der Arbeit. Arbeiter durch Gas betäubt. Ein folgenschwerer Unfall, bei dem drei Arbeiter durch Einatmen von Leuchtgosen schwer betäubt wurden, und be- wußtlos in das Kronkenhaus«ingeliefert werden mußten, ereignete sich gestern nachmittag an der Ecke Spandauer Straß« und Friedrich. Karl-Plvtz zu Charlottenburg. Wir er- fahren hierzu folgende Einzelheiten: Eine Arbeitskoloime der Städtischen Gaswerte war mit Arbeiten an einem Gaskandelaber beschästigt. Zu diesem Zwecke mußten Aus- schachtungen vorgenommen werden. Drei Arbeiter, die in der Grub« tätig waren, sanken plötzlich zu Boden. Ausströmende Leuchtgas« lzatten sie betäubt. Arbeitskollegen riefen die Feuerwehr herbei, die nach kurzer Zeit an der Unfallstelle erschien, um Wiederbelebungsversuche bei den verunglückten, die inzwischen das Bewußtsein ver- losen hatten, vorzunehinen. Während es den Feuerwehrbeamten bei dem Kvjähngen Arbeiter August Ehlert aus der Augufta- straße 3S zu Wilmersdorf nach Behandlung mit Sauerstoff gelang, ihn ins Leben zurückzurufen, wurde der 4 0jährige Arbeiter Emil Drosin aus der Liebenwalder Straße 40 und der 45 Äahre alte Arbeiter Julius Klos« aus der Müllerstraße 150 bewußtlos in das Westender Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand ist sehr ernst, doch besteht Hoffnung, beide am Leben zu erhalten. Eine genan« Untersuchung, deren Ergebnis aber noch nicht feststeht, ist bereits eingeleitet worden.— Kurze Zeit später wurde die Feuerwehr abermals alarmiert, um bei einem ähnlichen Unglücks- fall Hilf« zu leisten. Bor dem Hause Potsdamer Stroh« 29 waren zwei Arbeiter in einer Baugrub« mit Gasarbeiten beschäftigt. Aus einem schadhaften oder nicht gut abgedichteten Rohr itrömten ebenfalls größer« Mengen Leuchtgas, so daß die Arbeiter betäubt wurden. Di« Feuerwehr und der Arzt der nächsten Rettungsstelle wunden herbeigerufen, die sofort Wiederbelebungs- versuche anstellten, die von Erfolg gekrönt waren. Die Ver» imglückten, der öljährige Atbeiter August Welsk« aus der Detmolder Straß« 57 und der 53jährige Arbeiter Otto Ka rl« tz aus der Goltzstraße zu Schönebeng, wurden in das Elisabeth Kranken- Haus geschafft: die Unfallstelle wurde polizeilich gesperrt. Zum Zoll Stoelzel. Landesschulrat Dr. Stoelzel, der aus Grund juristisch un- haltbarer Unterlagen von Braiinschweiger Richtern zu einem Monat Gefängnis verurteilt wurde, Ist, wie inzwischen allgemein bekannt sein dürft«, zum Oberstudiendirektor eines Berliner Gymnasiums gewählt worden und wartet nunmehr aus die Bestätigung seiner Wahl durch das Ministerium. Die besonderen Erwägungen, die an» läßlich der Bestätigung Dr. Stoelzels im Ministerium angestellt werden, können durch die vor einigen Tagen«ingetretene neue Ent- wicklunq des Falles Stoelzel einen starken Antrieb zugunsten des bekämpften Schulmannes erfahren: Auf Anweisung des braun» fchweigifchen Iustizministers vom 2. November hat das Gericht die gegen Stoelzel ausgesprochene Gefängnisstrafe in eine Geldbuße umgewandelt. Diese Umstellung kommt nicht überraschend. Es hat auch in Braunschweig nicht verborgen bleiben können, daß das ge- sunde Gerechtigkeitsgefühl durch die Verurteilung Stoelzels ver» gewaltigt worden ist. Daß diese Einsicht nicht zu einem völligen Straferlaß führen konnte, liegt daran, daß eine restlose Straf» sreihett gar zu deutlich das vorliegende Fehlurteil kennzeichnen könnte. Dr. Stoelzel wlrd sich auch mit der numnehr vorliegenden Strafmilderung nicht zufrieden geben. Er setzt seinen Kampf um Gerechtigkeit weiter fort. Das beantragte Wieder» ausnahmcverfahren, zu dem die Unterlagen durch bereits anhängig gemachte Meineidsverfahren gegeben sind, muß ihm volle Genug» tuung bringen._ Erziehung zur Höflichkeit bei der Schupo. Der Polizeipräsident hat sich veranlaßt gesehen, die Schutzpolizei- beamten erneut anzuweisen, im Berkehr mit dem Publikum die g«. boten« Höflichkeit zu beachten. Da der Beamte im Dienst laut sprechen muß, um verstanden zu werden, und da hierdurch leicht der Eindruck von Unfreundlichkeit und Grobheit entstehen kann, so sollen di- Polizeibeamten jetzt stets das Wort„bitte* ihren Aufforderun. gen oomnfetzen. Als«in« Selbswerstänidlichkeit bezeichnet es der Polizeipräsident auch, daß der Beamte, wenn«ine Person mit einer Frage an ihn herantritt und wenn ein« Auskunst erteilt worden ist, jedesmal die Hand an den Tschako nimmt. Unterlossen einzelne Personen den üblichen Gruß, so ist dies kein Snmd für den Beamten, seinerseits die gebotene Höflichkeit zu verletzen. Der vaierländifche Jfrmienvereln vorn Hofen kreuz feierte am Donnerstag ein Jubiläum. Sechzig Jahre sind vergangen, seit dieser Verein gegründet wurde. Die Bevölkerungsschichten, in denen der Vaterländische Fraucnvcrein die Hauptmaste seiner Mitglieder hat, sind s ch w a r z w e i ß r o t. In der ersten Zeit nach der Revo- lution mag mancher geglaubt haben, daß die Rotkreuzler mit ihrer Bergangenhest brechen wollte». Heute glaubt das keiner mehr. Die Gattin des ehemaligen Kronprinzen, die an der Juki» läumsseier des Baterländischen Frauenoereins vom Roten Kreuz teilnahm, kennt ihre Leute. Antunst und Abschied dieses Gastes boten Gelegenheit zu ehrfurchtsvollen Verbeugungen und Knixen von Herren und Damen. In den Festreden wurde immer wieder der Gattin des ehemaligen Kaisers gedacht, wobei man sie als„unsere Kaiserin Auguste Viktoria* oder„unsere verewigte Kaiserin* bezeichnete. Von ihr ist in der schwarzweißroten Zeit der Monarchie das schwar.zweißrote Rote Kreuz begönnert worden. Die Vereinsvorsitzende, Gräfin v. Gröben, stellte an die Spitze ihrer Festrede die Bibelworte-„Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am G eb e t!* Aus Anlaß des Bereins- jubiläums ist diese Dame von der Universität Königsberg zum Ehrendoktor ernannt worden, von der medizinischen Fakultät, nicht von der theologischen. Unter den Gratulanten war auch Reichswehr- minister Geßler, der im Namen der Reichsregierung und zu- gleich der Staatsregieruna sprach. Als Vertreter der Stadt Berlin kam Stadtmedizinalrat v. D r i g a l s k i. Er betont«, daß die Gesundheitsfürsorge, die der Vaterländische Frauenvercin treibt, Ausgabe der Gemeinde und des Staates ist. Aber die mitarbeitende Hilfe der freien Liebestätigkeit will auch er dabei nicht missen. Di« Feier endete mit einem gemeinsamen religiösen Gesang. Das paßte zu dem ganzen. Vezirksblldungsavsschuh Groh-verNo. Am Sonntag, den 28. November. nachmittag« 3 Uhr, findet die nächste Theatervorstellung im Theater am Bülowplatz statt. Aufgeführt wird.Nachtasyl', Szenen au« der Tiefe, von Maxim Gorki. Preis der Karte ILO Mark einschließlich Kleiderablage und Theaterzettel. Karlen sind in allen bekannten Verkaussstellcn zu haben. Da» gest d« a»ld«ue» Kochzclt feiert nicht in ein Brillantseuerwert zu verwandeln. Arien sind überflüssig, aber die äußerliche Ruhe und Bändigung muh einen Fanatiker verhüllen. Maria Stuart selbst ist während der langen Gefangenschast hysterisch geworden und zerdehnt auch noch nebenbei die Verse, und nur Agnes S t r a u b s Elisabeth hat Format. Kalt, schneidend und hinterhäktig ist diese Königin von England. Braun hätte aber, wenn die Sendung einen Zweck haben sollte, hier ein vorbildliches Ensemblespiel schassen müssen. Das ist nicht der Fall, und aus Angst, pathetisch zu werden, läßt er das meiste im Kon- versationston sprechen. Notwendig ist aber Tempo und Straffung. Das Rundfunkprograrnm. Prcltatf, den 12. November. Außer dem üblichen Taffesprogramm: « Uhr nachm.: Frauenfragen und Frauensorgen(Margarete Caemmerer:«Ordnung und Pedanterie"). 4.30 Uhr nachm.: Mutter und Kind. 1. O. H. Andersen: Die Geschichte einer Mutter. 2. Unbekannter Verlasser; Mutterliebe. 3. Ferd. v. Freiligrath: Ans dem schlesisehen Gebirge. 4. Friedrich Hebbel: Die Ballade vom Keideknaben. 5. Berta Lask: Vater, warum. 6. Berta Lask: Sonne. 7. Berta Dask: Die Nfihmasohine. 8. Berta Lask: Mutter (Ernst Friedrich: Reritation). 5— 6 Uhr abends: Nachmittagskonzert des Että-Knmmerorchesters. Anschließend: Ratschl&ge fürs Hans, Theater- und Filmdienst. 6.20—7.05 Uhr abends: II ans- Bredow-Schule(Bildungskurse). 6.20 Uhr abends: Abteilung Kulturgeschichte. K. W. Goldschmidt;„Deutsche Kulturgeschichte im Umriß"(Gegenreformation und Barock). 6.45 Uhr abends:(Hoch- schulknrse). Abteilung Geschichte. Geh. Regierungsrat Dr. Rieh. Schmitt:.Die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika". 7.15 Uhr abends: Personenverzeichnis und Inhaltsangabe zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 7.30 Uhr abends: Uebertragung aus der Staatsoper(Am Platz der Republik). Spielzeit 1926/27. 7. Uebertragung.„Tosoa", Musikdrama in drei Akten. Itaialienischer Text(nach V. Sardou) von Illic.a und Qiacosa. Musik von Giacomo Puecini. Floria Tosca, berühmte Sängerin; Mario Cavaradossi, Maler; Baron Scarpia, Ohef der Polizei; Oesare Angelotti: Der Meßner; Spoletta, Agent der Polizei; Sciarrone, Gendarm; Ein Schließer; Ein Hirt. Ort: Rom. Zeit: Juni 1800. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30 bis 12.30 Uhr abends': Tanzmusik(Kapelle Kennbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermboch). Königswusferhausen, Freitag, den 12. November. 12—12.30 Uhr nachm.: B. K. Graof: Sprechtechnik für Schüler. 2.30—3 Uhr nachm.; Dr. Olga Stieglitz: Allgemeine Bildung. Begriff und Bedeutung. 3—3.30 Uhr nachm.: O. M. Alfieri und G. v. Eyseren: Spanisch. 3.30—4.30 Uhr nachm.: Fabrikdirektor Seifer: Berufskunde: Feinmechanik und Optik. 4.30--5 Uhr nachm.: Mitteilungen aus den mit dem Zentralinstitut verbundenen Stellen. 5—5.30 Unr nachm.: Ober-Medizinalrat Dr. Slawyk: Dia physikalische Erforschung des Mikrokosmos. 5 30—8 Uhr abends: Dr. Artur Dix: Die britische Weltmacht und ihre Auflockerung. 6 6.30 Uhr abends: Reg- Präs. Dr. Junghann: Ziel und Leistung des Völkerbundes. 6.30— 7 Uhr abends: Dr. Zeitlin: Mode und Wirtschaft. 7—7.30 Uhr abends: Dr. Ritseber: Lyriker der Romantik im Liede. Ab 7.30 Uhr abends: Uebertragung aus Berlin. Das$*uer in der Drogerie. Ein Jahr Zuchthaus für eine Brandstiftung. In mehrtägiger Verhandlung beschäftigt« sich das Schwurgericht des Landgerichts II mit einem Brande, der in der letzten Silvester» nacht in der Residenzdrogeri« in Niederschön«- weide. Brücken st roß« 10, ausgebrochen war. Die Feuer» wehr wurde 10 Minuten vor Mitternacht alarmiert und fand den Raum völlig verqualmt. Unter einem der Ladentisch« war ein helles Feuer und die Flammen schlugen bereits hoch. Aus dem Tisch selbst, dicht am Rande, stand eine Benzinflasche mit etwa 10 Liter Inhalt. Sie stand auf einem angefeuchteten Watteunter- satz und war nnverfvrft. Di« Feuerwehrleute mußten die Flasche, die bereits glühend heiß war. mit einem Lappen anfassen und hinaustragen. Auf dem Hof« zersprang sie. Zwei ebenso Iis bis oben hinauf gefüllte unverschlossene groß« Flaschen mit Terpentin standen auf dem Nebentisch an der Brandstätte und waren auch bereits sehr stark erhitzt. Wäre die Feuerwehr wenige Minuten später erschienen, so hätte eine Explosion stattgefunden, und es wäre der Laden und wahrscheinlich auch die darüber liegenden Wohnräume in Flammen aufgegangen. Die Augen- scheinaufnahm« sprach für eine vorsätzliche Brand st i f t u n g. Deshalb wurde der Inhaber des Geschäfts, der Drogist Will, Beuthner, und dessen ältester Bruder Rudolf, der als Ver» käufer angestellt war. vor di« Geschworenen gestellt. Di« Anklage n Einlaßkarten zum Preise von SV Pf. pro Stürf im Iuaendsekretariat erhäUIich. Es gelangt u. a. zur Erstaufführung das Sprechchorwcrk..Menschheitswitte" von Herrn. Claudius. flfreie Sozialistisch« Hochschule. Sonnabend. 20. November, Uhr. spricht Prof. Dr.«anl Dorländer-Münfter über„Die echische Idee im Sozialismus" im qrostcn Saal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3. Emlah. karte S0 Pf. Achtung, Abteil» nAokasfierer! Heute von 3—7 Uhr Abrechnung. Achtung, Abteilungsleiter! Rechnet die bisher verkauften Elntrittskarten zur Revolutionsfeier ab. ssahncntuäger, erscheint mit euren Fahnen schon um M.9 Uhr. Heute, Freitag, 7% Uhr: 3RaaBU 1: Schul« Wcldcnsrtstr. 30, Vortrag:„«iirperkuMir'.— Moabit N: Schul« Bochinncr Str. 8b, Bortrag:„Körperkultur*. 2� Tril.—©rifienfe«: Iugent>hrim Parkür. 30. Bortiag:..Krlchicht« der Arbeiteriugend*.—«tral-uer Biet tri: ßiigenMicim©oftlrrftr. 61. Vortrag:„Arbeiterlugend und Sexurlität". — Eharlottenburg und 6harl-ttenburg.Zl«rd: ßugendlieim Rrilnenltr. 4, Vor» trag:„Die fran,ö5sche Revolution".— Salenlee: Schule tloadum-ffr'eWdv Strafe 30, Bortrag:.Laffave".- Steglif II- Zuarnddei« SoMrinischr ötr 3.� Rrvolutionsfeier.—«tt*: Ratbaus. Thaussrrftr. 48, SRopIutioitsfcler.— Rrn. kölln II: Jugendheim Bergstr. 20.„fflir führen einen Prozeß".— Nenköün IV: � Jugendheim Nogatsir. 53. Vortrac:„Begrtarismu- und Körperkultur".— Banmschvlenweq: Zugendheim Sruststr. 16. Bortea«:„Berufsberatung*.— Zob-nnistbal: Zugendbe'm Rotbaus. König splag. Rezitatipn-abend.—«ieder. fchönCTvcidc: Schute Berliner Str. 31. Voekrag:„Zm Saus der freudlosen".— «enköll» V: Die Aelterengruvpe kommt beute abend S Übe beim Genossen ffrih Decker. Richordstr. 64. zusammen.— K-nl-dors: Schule Adalfsteake. Aus- spräche:.Gmnnastikgeuvve".— 2ichtenberg.R»ed: Zugendbeim Parkaue 10, Bor» trag:„Proletarische Kunst".— Spandan: Zugendhetm Lindenufer L Dortr-g: „Rrbeiteriugend und Zungsozialisten"._.._ Werbebezirk Teltvwkanal: Bildirngskursu» für Jüngere. 2. Wbenb. in Steg- Uh. Zuoendbeim Akbrechtstr. 47. Thema:„Probleme de» Marrismus". Werbe bezirk Osten: Beginn der Arbeitsgemeinschaft„Entmicklunq Ist der Gesellschaft" für die Abt. Baltenvlati. Frankfurter Viertel und Petersburger Viertel im Iugendbeim Rigaer Str. 103. * «enefelder-vlertes: Unsere Zugendoenossen Kilbegard Ott», R. 4 Wer» bellinrr Str. 34. ist am Donnerstag. 11. November, nach kurzer, aber schwerer Krankheit verschieden. Die Bestattung wird noch bekanntgegeben. Sport. Rennen zu Mariendorf am Donnerskaa. den 11. Rovember. I.Rennen. 1. Lebemann(Knöpnadel jr.). 2. Arnkried sPrzyrembel). 3. Niederländer(B. Heckeri). Toio: 19:10. Platz: 15, 27, 19:10. kernet: liefen: ftlöte, Calanova. LinScolt fr), Siruwcipeter, Gosirno, EtaShöserin, Ccffie, Kalhatina, Punier, Indianer, Venus. 2. Renne». 1. Dolman(Herrn. Schlcusener), 2. Vikar(H. Schröder), 3. Millionär(2. Weih). Toto: 14: 10. Platz: 11. 12. 13: 10. Zerner liefen: Jngelinde, Heider. Steinnelke. Camvanula, Sadana. Ouintessenz. 3. R e n n e n. 1. Quelle W.(F. Babr). 2. Ludwig R.(B. Lemzer), 3. Ouera(W. RöSler). Toto: 24: 10. Ploch: 18, 65, 74: 10. leerner Heien: Blaumeise, Good Bot), Ccean Eirl, Baron Watts, Maimö, Hettie, Eypresie U, Allene, Malta, Erbgral. Rahgrad, WainSea. 4. Rennen. 1. Notula)M. Lehmann), 2. Petronella(D. Hanka), 3. Llndowkind(s?. Sirigat). Toto: 535:10. Platz: 72, 27. 31:10. Feiner liefen: Lord Volo. Susi Lehburn. Elfenkönigin. Kinostern, Ilona D., Edel- steinS Sohn. Lesfing. Ciicnto, Hippologe, Eckstein, Langemann. SonriagS. Prinz. Lux, gram. Peter Hall. Kronsbeere, Möglich. Siealeichl, Burrnida. 5. R e n n e n. 1. Sudan(Eh. Mills). 2. Trotteurfen n ig, die in ihi�er- neuen~ccmndei~iHrIi S/Zs Gefch nzacksTiehhing£clh/f den zsenvöhn/f/en (jfa udier bef-iedigen'caird Gn Cieibakfaehnianrv vern europdi/chem'Quf überusaefdr nu-nrnehr-die J�rfFeLlung- der'&IAS&lbJXSi-Z&tfCireUen,. �Side probieren Sie noch heuie die FRJTZI"MÄjSSARy -er/Ta un liciv, xcnis hietfur-S ffg. geboten Toirdf lebe die not erstandene tinvcrgleichüdtc MASSARY A IMERJ&E MASSARY MASSARY 6 Kl in neuev CjcscKmacUss» irichtun# süj3 und. mild, in entzückenden lüeibnacbls- (jesebenkjo ackurug en. ydskzs bn 2tn d«w vorgelegten Haushaltsplan wurde namentlich vom G«- nassen Fendel bemängelt, daß die Ansätie für Jugendvsleg« viel zu niedrig seien. Sie wurden auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion verdoppelt. Desgleichen wurde von unserer Fraktion ge- fordert, die Entschädigung für die Wohlfahrtskommislwns-Vorsteher um 50 Proz. zu erhöhen. Genosse Bürgermeister Leid führte aus. daß die Abänderung der vom Kämmerer aufgestellten Richtlinien erforderlich sei. Es müsse den Verhältnissen rn den Notbezirten, di, durch die große Zahl der Kleinwohnungen, der Volksschüler und der Umerltüßungsenrpfängcr charakterisiert wird. Rechnung getragen werden. Um dem Haushaltsplan zur Annahme zu verhelfen, mußte di, SPD für den kommunistischen Antrag stimmen, IlXXZ M. für die rote Hilf, zu bewilligen. Sodann wurde der Haushaltsplan gegen die Stimmen der � Bürgerlichen Vereinigung angenommen. 5. Bezirk— Fricdrichshain. Die letzte Bezirksversammlung des Bezirks Friedrichshain hatte nach Erledigung einiger nebensächlicher Dinge«in« Anfrag« der Deutschnationalen nach der Kontrolle bei der L a n d v e r s ch i ck u n g der Berliner Kinder zu beantworten. Der deutschnational« Lehrer Trettin holte zur Begründung weit aus und glaubte feststellen zu müssen, daß nicht so sehr Sie Dölkcroerstöndtgung als vielmehr die Verständigung des Volkes notwendig sei, wozu die Ver- schickuug der Grohstadtkinder auf das Land(wo sie oft mit schweren Arbeitsleistungen beschäftigt werden) vorzüglich dienen könne. Zur Kontrolle dieser Stellen aber habe man bisher trotz Versprechens des Bürgermeisters Mitglieder der deutschnationalen Fraktion nicht herzugezogen. Im Austrag« de» Bezirksamts erklärt Genosse Stadt- rat K l o d t, daß vom Bürgermeister ein solches Versprechen nicht abgegeben sei. da die Kontrolle der Landvflegestellen von Ver. trauensleute», die der Zentrale unterstehen, ausgeübt werde und das Bezirksamt trotz verschiedener schon gestellter Anträge keinen Einfluß daraus habe. Im übrigen sei vom Jugendamt immer wieder an die Fraktionen das Ersuchen gerichtet worden, ehrenamtliche Mithilfe zu kelsten. Bisher wäre das nur von den beiden Fraktionen der Linken befolgt. Das Versprechen des Bürgermeisters bezog sich auf die Traneportbegleitung der Kinder, zu der ehrenamtlich tätige Helfer verwandt werden, aber auch hierzu habe sich Herr Trettin nicht bereit gesunden. Es sei sonderbar, daß Herr Trettin nur immer im Plenum mißtrauisch werde. Unser Redner, Ge- nosse T h e e t. wies in der Besprechung darauf hin, daß den Deutschnotionalen es bei der Frage der Land- Verschickung anscheinend nur aus die Billigkeit ankomme und sie diese Frage nicht als Frage derZukunftunfererJugend zu behandeln gewohnt sind. Bei der Darlegung einiger Methoden der Kinderausbeutung erfolgte bezeichnenderweise von rechts mehrfach der Zwischenruf:»Da» ist doch gesund." Zu den Srwerbslosenfragen berichtete Genosse E ch l I e n z von den Beschlüssen des Ausschusses, der nach kurzer Beratung feststellen mußt«, daß die Mehrzahl der An- träge bereit» durch Beschlüsse der Stadtverordnetenversamm- lung erledigt sei. Zur Ueberführnng der Volksbibliothe» ken in den Innenbezirken in die Hände der Bezirke lag ein An- trag auf schleunigste Kontrolle des Inhalts der Bibliotheken vor. Hierzu beantragte Genosse T h e« k, lort- laufend über die Ausgestaltung der Bücherei zu berichten. Die beiden Anträge fanden Annahme. Zum Schluß wurden dann noch einig« Anträge, die frei« Fahrt für die Ausflüge Berliner Schüler und die Aufstellung von Warnungstafeln zur Vermeidung von Berkehrsunföllen wünschen, angenommen. 7. Bezirk— Charlolleuburg. Di« Bezirksversammlung vom Z. November nahm den Hau«- halt» plan an. Im Ausschuß wurde ein Zentrumsantrag auf Unterstützung des ehemaligen Mucheschen Lyzeums, das heute Ordensicbule ist. mit 8 zu 7 Stimmen avgel-hnt. Das Bild änderte sich im Plenum. 17 neu« Anträge von der KPD. lagen vor und auch da« Zentrum brachte seinen im Ausschuh abgelehnten Antrag neu ein Unsere Fraktion war für Sn.dlooAnnahin« de» Haushalts, vorausgesetzt, daß keiner der 18 Antrag« verhandelt werde. Di« Recht« erzwang mit den Stimmen der KPD. die Verhandlung der Anträge, behandelt« dann nur den Zentrumsantrag und schließlich erzwangen die Stimmen sämtlicher bürgerlicher Parteien die En«b!oc. Annahme des Etats unter Unterdrückung der kommu» »Ist Ischen Anträge. Der Zentrumsantrag wurde im Plenum genau so abgelehnt w'« im Ausschuß. We Parteien stimmten darin überein. daß die Schloßbrückenfrage baldigst erledigt werden müsse und daß rechtzeitig mit Berlin über die A u s st e l- lung vcon 1980 Fühlung genommen werden müsse, damit nicht Eharlottenburg vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Zu diesem Zwecke wurde ein ständiger Ausschuß bestellt. S. Bezirk— Wilmersdorf. In diesen Tagen hat unser Bezirksparlament die Bsdarssübcr- ficht für den Bezirkshaushalt 1927 beraten und oerabschiedet. Es war hierbei interessant zu beobachten, wie in den rechtsgerichteten Kreisen der ehemals so laute Ruf nach Dezentralisation angesschts der unleugbaren Aufwärtsentwickelung auf allen Gebieten durch die Schaffung der Einheitsgemeinde immer leiser wird.— Unsere Genossen unterließen nicht, gelegentlich der Beratungen wiederholt auf die Unterlassungssünden der„guten, alten Zeit" hinzuweisen, wo in unserem reichen Wohnbezirk wohl auf den Bau von Wohn- Palästen, nicht aber auf di« Erstellung von Kleinwohnungen für da» Proletariat Wert gelegt wurde. Auch für ein Krankenhaus und»in Hallenschwimmbad waren damals weder Plätze noch Mittel vor- banden. Nun rächt stch da» bitter: die sogenannten„bürgerlichen" Kreise hoben versagt und versckanzen sich jetzt hinter dürftigen Aus- reden, und die Vertreter de» Proletariat», die erst nach der Neu- ordnung der Dinge zu Worte gekommen sind, stehen vor leeren Kossen! Wir mußte» ferner kritisch hineinleuchten in die privat» VereinsIStigteit auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge. Angesschts der bürgerlichen Mehrheit wurde unser Antrng, anstoU der reichen Zuwendungen aus kommunalen Mitteln an die unter dem Patronat des»Roten Kreuz", der»vaterländischen" Frauenverein« und ahn- llcher Institutionen befindlichen Organisationen diese sozialen Ein- richtungen in städtische Verwaltung zu übernehmen, weil nur da eine neutrale Fürsorg« ohne politischen und religiösen Einfluß gewährleistet ist, natürlich abgelehnt.— Ein geradezu klassisches Beispiel kleinlicher Kirchturmspolitik aber gaben die Rechtsparteien, indem sie den Betrog von anderthalb Millionen, der eingesetzt worden war, um den— in dörflichem Zustand, mit weltstädtischem Bertehr befindlichen— Der- bindungsweg zwischen Kurfürstsndamm und Messegelände auszu- bauen, ablehnten. Sieht man etwa in diesen Kreisen jetzt schon scheel aus die kommende Ausstellung 1930 und die damit zu er- wartende Belebung de» Wirtschaftslebens, di« man doch auch auf das Konto der»neuen Zeit" setzen muß. und will man nun vielleicht deshalb bremsen? 13. Bezirk— lempelhof. In der Sitzung der Bezirksversammlung vom Z. November wurde der Haushaltsplan für 1927 verabschiedet. Genosse Bürge- m e i st e r stellte eine Reihe von Anträgen, die bei der Einzel» besprechung größtenteils angenommen wurden. Cr fordert« ein« Vorlag« über dl» Auswirkung der Sparmaßnahmen für unseren Bezirk, ferner beantragte er, oaß alle Abänderungsonträge in den Entwurf der Bedarfsanmeldung direkt»inzutragen feien. Endlich bat er, dahin zu wirken, daß bei künftigen Bedarfsanmeldungen der Bezirksversammlung genügend Zest zur Beratung gewährt werde und daß ltnterstützungssachen schneller als bisher bearbeitet werden. Anträge der KPD., den jeweiligen Ausschuß der Erwerbslosen onzu- erkennen, den Erwerbslosen Versammlungsräume bereitzustellen und bei Umzügen lnnerhalv de» Bezirksamt» statt der städtischen Arbeiter nur Erwerbslos« zu verwenden, verfielen der Ablehnung. Der Magistrat wurde ersucht, die Ausführung de» Entwurf» für den Schulhausneubau auf dem Tempelhoser Feld mst größter Beschleunigung zu betreiben. Desgleichen soll beim Provinzialschulkollemum dahin gewirkt werden, die Pausen der 6. Volksschule und Mittelschule wieder gleich zu legen. Den Rektoren der Volksschulen soll eine Summe zur Venügung gestellt werden. bedürstiaen Kindern auch ohne schristlichen Antrag freie Lernmittel zu gewähren� Für Kinderspeisung wurde die Summ« von 22 990 auf 48 410 M. erhöht. Die Zuschüsse zur Förderung der Jugend- pflege wurden von 270 auf 3000 M. erhöht. Die Position für Iugendwanderungen wird auf 2000 M. erhöht. Di« Säge der Unter- stützungsempfänger sollen um ö0 Pro», erhöht werden. Ferner soll der Magistrat ersucht werden, die städtischen Wohnungsbaugesell- schaftcn zu oeranlassen, kleine Wohnungen zu bauen, die ohne Zuschuß vergeben werden können. Endlich wurde das Bezirks- amt ersucht, den Bau eines Altersheimes zu betreiben und wegen eines modernen Feuermeldesystems beim Magistrat vorstellig zu werden. Für die Nivevaukreuzung Großbeerenstraße— Staatsvahn werden 500 000 M. als erste Rate eingesetzt. Der Antrag, dein Verein der Kinderfreundc 1000 M. zu bewilligen, wird den: Haue- Haltsausschuß überwiesen. Es wurden dann die Bedarisanmeldungen angenommen. Der Antrag der SPD., öffentlich über den Plan einer Umgehungsstraße in Lichtenrade zu dj�kutieren. wird angc- nominen. Lichtenrade bedarf dringend der S t r a h e n b a b n. Dir Anlieger der dazu notwendigen Stroh« fordern nun zum Teil so hohe Preis,, daß ihr Verhalten einer Sa b o t a g e gleichkommt. Zwei Dringlichkeitsonträgen. Tempelbas mit Rohrpost zu versehen und in Martendorf dreimalige Bestellung z» ver- anlassen, wird zugestimmt. Eine dringliche Anfrag« der SPD.- Fraktion über den Stand der Ausweisung von Dauerkleingärtcn konnte nur In ziemlich dürstiger Weise vom Bezirksamt beantwortet werden. Genosse Vinte schilderte d>« Schritte der Zentrale in dieser Angclegnheit und war bemüht, die Siedler an der Rennbahn vor dem Schicksal zu bewahren, einem Lagerplatz weichen zu müssen. 13. Bezirk— Treptow. Genosse Strieder führte in der letzten Sitzung den neu«in- getretenen Bezirtsvervrdneten, Genossen Hermann M i e l t e. in das Amt ein. Die Versammlung stimmte der Abänderung der Pe- zirtsgrenze zwischen den Verwaltungsbezirken Treptow und Köpenick zu. Die Bezirksversammlung beschloß, das Bezirksamt zu ersuchen, dafür zu sorgen, daß der Vahnausgang in Adlershof nach der Rudower Chaussee und der Vahnausgang Niederschöneweide nach der Ivhannisthaler Seite wie der Bahnausgang in Treptow nach der Parkseit« wieder geöffnet werden. Die Bezirksversammlung er- sucht serner um Herstellung einer Strak>enbabnoerblndung zwischen Alt-Gllenlcke. Zldlerehof und Niedertchöneweide. Genosse Becker wies darauf hin, daß in nächster Zeit zwischen Adlershof und Niederschöneweide eine große Eisenbahnwerk statte errichtet werde Die Arbeiter, die hier beschäftiat werden sollen. haben etwa 50 Minuten Weg zurück,»legen, ehe sie von der letzten Verkehrsmöglichkeit zu ihrer Arbeltsstätte gelangen. Es Ist dringend notwendig, daß die beantragte Straßenbahnverbindung schnellstens hergestellt wird. Bürgermeister G r u n o w brachte den Etat für da, Rechnungsjahr 1927«in. Neben anderen Profekten für das Jahr 1927 nannte er folgende dringliche Arbeiten: Neubau einer Turnhalle in Niederschöneweide. Fnedholserweiterung in Daum- lchulenweg. Erweiterung des Krematoriums in Baumschulenweg, Neuvflasterung de: Woldstraße in Ober. schöneweide, desgleichen der Straße Am Treptower Park und der Grätzstroße in Treptow. Für die baulich« Vervollständigung ver- schiedener städtischer Häuser werden neue Mittel beantragt. Die Bürgersteigpslasterung in verschiedenen Ortsteilen ist vorgesehen Der Voranschlag wurde dem Rechnungsauslchuß zur Vorberatung überwiesen. Di« Kommunisten bcon�agten.»in Mitglied de» Bs- zirksamtes zum Erwerbslolenkongreh zu entsenden. Der Antrags wurde gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. importiert direkt alleredelste Sorten. besitzt modernste Röstereien. bietet daher jedem Kunden Gewähr fQr einen Maffiee von wundervollem Aroma. einer steten Gleichmäßigkeit und von nicht zu ubertreffender guter Qualität £ Pfund 2530 Ä10 t70 l30 Mk. Bis Donnerstag, den 25, November auf jedes halbe Pfund zu Ä30 Ä10 l70 Mk. eine Tafel Qualitäte-Schokolade Hände sprechen Das Aus/ehen Ihrer HSnde nach dem Wä/dien beweift Ihnen, wie rein und unjchäd* Uer Reichsbant machen sich besonders bei den G denklich ungeheuer befchri____________________ durch die falsche Kreditpolitik der Reichsbank herbeigeführten Zu- stände verzögern den Aufbau der Wirtschaft. wir müsien zu einer weiteren Lockerung des Kredltweseu» kommen und die Reichsbank ist sehr wohl in der Lage, in die heutige Braxi» der Großbanken und auch der anderen Brivat. danken wirksam einzugreifen. Die Folge des heutigen Kreditwesens ist, daß das Geld nicht in die Produktion, sondern zum großen Teil in die Spekulation ge- leitet wird. Es ist geradezu ungeheuerlich, in welcher Weise in der letzten Zeit die Kurse in die Höhe getrieben worden sind. In kurzer Zeit sind dort jene Vermögen wieder eingesteckt worden, die die Sparer verloren haben.(Lebhaftes hört! hört!) Die Anleihen dbr Kommunen waren gewiß wirtschaftlich nicht immer gerecht- fertigt. Aber deren Ueberwachung führt doch dahin, daß die aus- ländische Konkurrenz ausgeschaltet und den Gemeinden untragbare Forderungen auferlegt werden. Gegenüber der Behauptung des deutschnationalen Redners, daß die Beamten heute in ihrer Freiheit beengt würden, weist der Redner an einem Erlaß aus dem Jahre 1882 nach, wie sehr die Meinungsfreiheit der Beamten in der kaiserlichen Zeit unterdrückt worden ist und wie sie durch Treueid auf den damaligen Staat verpflichtet wurden. Die Republik verlangt nicht» anderes, als daß auch heut« die Beamten dem Staat« gegenüber ihr« Pflicht tun. Und wenn Sie(zu den Deutsch- nationalen) heute als Vertreter der Beamtenschaft auftreten, dann bedauere ich diejenigen Beamten, dl« noch immer glauben, daß unter Ihrer Herrschaft eine größere Freiheit für sie zu erwarten sei.(Sehr wahr bei den Soz.) Auch den Beamten gegenüber oerlangen wir die größte Gerechtigkeit! Auch für sie haben wir unsere Forderun- .......... fifr~........ en aufgestellt, die die Arbeitslosigkeit beseitigen und uns aus den yeutigen unerträglichen Verhältnissen hinaus führen sollen.(Leb- hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Gegen i'A Uhr vertagt das Haus sie weitere Beratung auf Freitag nachmittag Z Uhr. Außerdem steht auf der Tagesordnung: Abkommen mit Finnland und Lettland, erste Lesung des Krisenfürsorgegesetz«», Staütebaugesest für Preußen? Erste Beratung im Landtag.— Reichsgesetzlicher Bauarbeiterschutz einstimmig gefordert. Auf der Tagesordnung der gestrigen Landtagssitzuyg stand die erste Lesung des neuen Städtebaugesetze». Wohlfahrtsminister hirtsiefer begründet die Vorlage mit der Notwendigkeit, zur Gesundung des Wohnungswesens etwa» Durchgreifendes zu tun. Es müsse Vor- sorge getroffen werden, daß rechtzeittg einzelne Flächen für den Verkehr oder die Erholung vorbehalten werden könnten. Es handle sich um keine Sozialisierung, keine grundsätzliche Er» Weiterung des Enteignungsrechtes, sondern nur um das Festhallen an dem alten s chrän ku n prs Res« ußischl se Re> en Grundsatz staatlicher Baube- EeschästSzeit 9 biSS, Sonntag» 10 bis Uhr. Aus Wunsch Bertrkterbeluch habe der Landtag im Jabre 1329 mit großem Erfolg bereits" für ien Ruhrkohlenbezirk geschaffen und müsie sie nun auf ganz Preußen ausdehnen, als eine bedeutsame Grundlage für den Wiederaufstieg des deutschen Volke».(Beifall.) Abg. Leinerk(Soz.): Recht spät hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß es auf dem Gebiet des Städtebaues nicht mehr so weitergeht wie bisher, daß nämlich alle gesundheitlichen und oertehrspolttischen Rücksichten zu- rückstehen hinter den rein privaten Interessen der Bodenspekulation. Aber freilich wäre da» frühere Dreiklassenparlament, völlig be- herrscht von den Interessenten, zur Schaffung eines vernünftigen Städtebaugesetzes gänzlich unfähig gewesen. Erst durch die Eni- wicklung während des Krieges und erst durch diesen Landtag sind die sozialen Interessen soweit In den Vordergrund gerückt, daß dieser Gesetzentwurf überhaupt möglich wurde. Dabei werden wir zu nrüfen haben, ob nicht über diesen Entwurf hinaus eine wesentliche Erweiterung de» Entelguung»- r echtes und eine wesentliche Einschränkung der privaten Boden- ausnützung oolksgefundheillich notwendig ist.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) von 1875 hat die Wirtschaft- lnliegerbeiträgen befreit und den Einfluß auf die Bauentwicklung gegeben. So ist der Bevölkerung, die im Häusermeer der Großstädte zusammengepfercht ist, nahezu das Bewußtsein verloren gegangen, daß der Grund und Boden auch noch einen anderen Verwendungszweck hat als den Bau von Mietskasernen. Wir werden un» mit aller Kraft dafür einsetzen, daß In dem neuen Siädtebaugesetz«in wirksamer Schutz der Grünflächen erreicht wird. Auch die E I n g e- meindungen müssen in dem neuen Entwurf eine viel rationellere Grundlage erhalten als sie bisher hatten. Bisher find die Bebauungspläne der Großstädte durch die Vororte geradezu ver- baut worden, so z. B. die großen Ausfallstraßen für Berlin, die Da» alte preußische Fluchtliniengesetz lichen Unternehmungen von allen Änli Städten«keinen Einfluß auf die Bauen! bereits bei der Gewerbeausstevung von 1896 als notwendig erkannt worden waren. Bei Ausstellung der künftigen Bebauungspläne siebt der Eni- wurf die Befragung der Handelskammern und Landwirlschafts- kammern vor. warum nicht auch der Gewerkschaften und der Baugenossenschaften? Die überragende Stellung, die der Entwurf dem Bezirksausschuß ibt, beeinträchtigt die Selbstverwaltung. Kein« Rede darf davon ein, daß, wenn ein solcher Bauplan den Wert der Grundstücke mindert, eine Entschädigungspflicht der Oeffentlichkeit konstruiert wird. Nur umgekehrt muß, wo der Bebauungsplan zu einer erheblichen Wertsteigerung führt, ein« durchgreifend wirksame Wertzuwachssteuer eingeführt werden. Ob die staatliche Bau- Polizei in dem bisherigen Umfang aufrecht erhalten werden muß, bedarf durchaus der Nachprüfung. Die Architekten der Städte haben sich in. Tüchtigkeit und Erkenntnis der künftigen Entwicklung gegen- über den Baumeiftem der Bezirtsregierungen nicht als minder» wertig erwiesen. Wir werden an der Fertigstellung des Gesetzes im Geiste der Selbstverwaltung und der Förderung planmäßiger Wohnungswirtschoft gern mitarbeiten.(Beisall bei den Soz.) Abg. Schluckebier(Dnat.): Trotz mancher Fortschritte stehen wir dem Entwurf mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Denn er ist eine Gefahr für das in der Reichsoersasiung garantierte Privateigentum. Abg. Dr. Falck(Dem.): Wir begrüßen den Gesetzentwurf, der neuzeitige Gedanken in zwingender Form bringt. Von E n t- eignungen sollte man nach Möglichkeit Abstand nehmen! wenn es aber nicht anders sein kann, muß volle Entschädigung � Der Entwurf wird einem besonderen Ausschuß von 29 Mit- gliedern überwiesen. Die namentliche Abstimmung über den deutschnationalen An- trag, bei Zusammensetzung der Verwaltungsausschüsse von öffentlichen Arbeitsnachweisen den Landbund als wirtschaftliche Vereinigung im Sinne des Ar- beitsnachweisgesetzes zu behandeln, ergibt die Beschlußunfähigkeit des Hauses. Der Gegenstand wird von der Tagesordnung abgesetzt. In der nun folgenden Beratung des Hauptausschußantrages, betreffend die Bauunfälle auf der Gesolei-Düsfeldorf und aus dem Großkraftwerk Rummelsburg macht zunächst Abg. Paul hossmann (Komm.) die Rationalisierung für die Steigerung der Unfälle ver- antwortlich. Abg. Drügemüller(Soz.): Die Unfälle auf dem Großkraftwerk Rummelsburg sind ohne Zweifel auf ungenügende Bauaufsicht zurückzuführen. Kurze Zeit vor dem großen Unglück ist bei einer Revision die Bauleitung auf die mangelnden Schutzvorrichtungen hingewiesen worden. Die Unternehmungen haben auch nicht die nötige Sorgfalt bei der Auswahl genügend geschulter Arbeitskräfte geübt: ihnen ist ein großer Teil der Verantwortung an den Unfällen zuzuschreiben. Der herabgestürzte Kran hat zwölf Stunden in den Seilen gehängt, die dadurch überansprucht wurden. Dadurch sind drei blühende Menschenleben vernichtet und drei Per» sonen schwer verletzt worden. Die schwebende Kranbrücke ist über- Haupt nicht gestützt tz«wesen. Genügende Bauaufsicht hätte dieses Unglück oerhüten können. was geschieht überhaupt aus dem Gebiete der Bauaufsicht? Aus den Berichten der Berufsgenossenschaft geht hervor, daß die Kontrolle durchaus ungenügend ist. Es ist also ver- mehrte Bauaufsicht notwendig. In den Berichten ist nachgewiesen, daß Betriebe zur Anbringung von Schutzvorrichtungen e r st g e- zwungen werden mußten. Die Baukontrolleure sind in den meisten Fällen gar nicht befugt, auf Grund der geltenden Bestimmungen die Abstellung der Uebelstände zu erzwingen. Wen» ihre Kontrolle wirksam werden soll, müssen sie unbedingt Vollzugsgewalt erhalten. So unterliegen behördliche Bru- ousführungcn überhaupt nicht der Aufsicht der Bauschutzleulc. Sie müsien deshalb künftig ebenfalls unter die sonst geltenden Bestimmungen de» Bauarbeiterschutzes gestellt werden. So hat die Reichsbahn Altona sich in einem Falle der Anweisung energisch widersetzt, dringend erforderliche Schutzvorrichtungen zu schaffen, wir fordern reichsgesehliche Regelung de» Bauarbeiter. schuhe», aus die die Bauarbeiter schon lange warten.(Bravo! links.) Ein Reglerunasvertreter stellt die reichsgesetzliche Rege- l u n g für die nächste Zeit in Aussicht. Im übrigen gibt er zu, daß das Uebel nicht in den Vorschriften selbst, sondern in der<>i mangelnder Durchführung liegt. Der Hauptausschußantrag, der reichsgesetzlich« Rege- l u n g und von den Behörden die Durchführung der geltenden Be- stimmungen fordert, wird darauf ein st immig angenommen. Das Haus vertagt sich auf Freitag, den 12. November, vor- mittags 11 Uhr. Auf der Tagesordnung steht u. a. der sozial- demokratische Antrag über die Förderung des Wohnungsbaues im Jahre 1927. Gejchästliche Mitteilungen. «« teile ich«Oittilftaft«nf Kredit? Da» ist dt« fftofl«, die e«a«nwitrttg in Berlin teilen Ääufec l>esch einen, runden Marmortifch beim Diner. Labarandelli grisf mh oscher Hand zu, nahm das eben aufgetragen« >e!eisch von der Platt, lmd begann gierig zu essen. Seine linke Hand yieli das große spitze Messer. Der Mann der Germaine Brisson hieß Pierre Brisson und hatte sich zuerst gesammelt. Er war Hauptmann im sechsten Linienregi« ment gewesen, hatte bei Derdun und an der Sommc mitgekämpft und kannte keine Furcht. Nun grisf er— e? war derselbe blitzschnelle Griff, mit dem Labarandelli das Fleisch gepackt hatte— den Mann mit dein Messer an die Kehle. Nun hätte der ehemalige Hauptmann wissen müssen, trotzdem er für Tiere keine Liebe aufbringen konnte, daß man selbst den demütigsten Hund beim Fressen nicht stören darf, es fei denn, man wolle einen Biß in die Hand riskieren. Wie kann und soll sich nun ein holboerhungerter Mensch anders und besser wehren können als mit dem Messer, das er In der freien Hand hielt? Labarandelli kannte sich nach scinem Uebcrfall unmöglich vorstellen. In der letzten Zeit sprach er überhaupt sehr wenig, und dann war er ja euch des Französischen nicht mächtig. Also: Labarandelli stellte sich nicht vor. höchstens als der Mann mit dem Messer. Er stach iiach der 5)and. die seine Kehle umklammerte. Pierre Brisson schrie gellend auf, als das Blut aus feiner Wunde spritzte. Germaine Brisson schrie ebenfalls, und da konnten und dursten die anderen Gäste, die in ihrem Mahl gestört wurden. un> möglich still bleiben Jetzt erst war ihnen der flüchtige Schatten, der an ihren Tischen vorübergehuscht war. lebendig geworden, lebendig und tödlich zugleich. Eine schwarze Welle des Schreckens brauste durch den früher so fröhlichen Raum. Auf ihrer weißen Kuppe stand dod Entsetzen. Die Panik begann. Die Herren sprangen mit ihren Damen von den Stühlen. Wein wurde verschüttet. Gläser zerbrachen, Blumen stürzten hin, als habe sie der Sturmwind geknickt, und alles drängte sich schreiend nach dem Ausgang. Wie geschwinde Hunde eilten die Kellner von einem Tisch zum anderen, der Wirt kam vom Büfett her und wälzte sich schwerfällig durch das auf- gewühlte Meer der Angst und ging auf den zerlumpten Menschen zu, der stumm an dem verlassenen Tische stand, das geraubte Fletsch hinunterwürgte und nur sein Messer reden und blitzen ließ. Als er genug gegessen hatte, sah er mit grellen Augen um sich, trank aus der umflochtenen Flasche hastig einige Schlucke roten Weines, wischte sich mit der rechten, freien Hand den Mund ao, nahm einen Fetzen weißes Brot und bahnte sich dann, das Messer in der Linken, den Weg ins Freie. Da stellt« sich ihm der Wirt entgegen. Als er den Flüchtling mit einer bärenhaften Umarmung einsangen wollte, bekam er einen Stich in die Hand. Da schrie er auf. wie früher der Pierre Brisson aufgeschrien hatte. Der Weg war frei. Aber nun tauchten plötzlich in der Tür, die auf die Straße führte, die Käppis dreier Polizisten auf. Der Mann mit dem Messer wich zurück und verbarrikadierte sich hinter dem Büfett. Wenn man mit einem Hunde redet, der eben vom Fraß kommt, kann man sehr oft ein widcrwjlliges Knurre» hören. Wer sich aber einem Löwen in den Weg stellt, um dessen Maul noch das rot» Blut trieft, dem ist ein Tatzenhieb quer über die Brust so gut wie sicher. Wer will nun sagen, daß ein hungernder Mensch, den man vom vollen Tische vertrieben hctt, anders und besser ist als ein Löwe»der ein Hund? Rein. Labarandelli war nicht ander» und nicht besser. Und nun polterte noch die Polizei heran, verjagte ihn vom Büfett und schlug jetzt an die Türe, hinter die er geflüchtet war. Diese Türe war bald eingeschlagen, und wieder bekam Labarandelli traurige Augen, als er sein Messer in die ausgestreckten Hände der Polizist«» tanzen lasse» muhte. Das Fleisch, daß er vom Tisch der Germaine Brisson genom- men hatte, war vorn Schenkel eines jungen Kalbes gewesen, das eininnl kälberfroh über grüne Weiden gehüpft und von der Freude am Dasein erfüllt war. Auch der hungernde, gehetzte Mensch war einmal kinderfroh über die Berge und durch weiße Narzissenfelder gesprungen und hatte niemals daran gedacht, auch damals nicht, als er im römischen Gefängnis saß, daß er an einem Bissen Fleisch sterben>ollte. Als aber die Polizisten die blutenden Hände zurückgezogen und mit lähem Griff nach den Pistolen faßten— Laba- randelli sah trotz der Dunkelheit diesen Tatzengriff—, da sprang«r auf und lief um sein Leben. Sein Herz raste. Die Flucht war das Leben. Der Stillstand hieß Tod. Er lief den schmalen Korridor entlang. Als er die helle, dampferfüllte Küche erreichte und auf den offenen Feuern die vielen Braten bruzzeln sah und mit weiten Nüstern den Rauch der Schlacht- opser einsog und die Türe zum Garten und zum Leben weit offen schien: im gleichen Augenblick seuerte die Polizei. Und ein Schuß traf den Mann, der in der aufregenden Viertelstunde kein einzige? Wort gesprochen hatte, mitten in den Kopf. Labarandelli hatte keine Geheimnisse mehr zu wahren. Jetzt konnte er reden, jetzt durste er schreien. Und als er auf den kühlen Kachelboden der Küche hinstürzte und das Blut bitter im Mund auf- quellen fühlte, da nahm er die letzte Kraft zusammen, brüllte:„Male- dctto!" und verstummte für immer. Wa« aber„vermaledeit sein sollte, das Pantheon, die Germaine Brisson, die Polizei, Italien. Paris oder die ganze Welt, das konnte jeder der nachgeeilten kleinen Bürger für sich selbst enträtseln. Labarandelli, der Mann mit dem Messer, war tot. Wie man Men fangt. Wilhelm Busch hat uns in ietner»nnachohmlichcn Weise er- zählt, wie man nach volkstümlicher Anschauuno. Asse» sängt; der Held seiner Geschichte verläßt sich auf den sprichwörtlichen Nach- ahmungstrieb dieser Tiere, stellt ein Paar mit Leim bestrichene Stiefel unter einen von Affen bevölkerten Bnum, nachdem er sich selbst vorher seine Stiesel an- und ausgezogen hat, und als der flugs vom Baum kletternde Alse diese Tätiqkcit zu miederbolen versucht, bleibt er in den Stieseln kleben und wird nun ohne Müh« gefangen. Tatsächlich aber sieht der moderne Asscnfanq ganz ander? aus, wie Ludwig Zulowsky in der neuen Zeitschrift.Karl Hagen- becks Tier» und Menschen welt" anschaulich erzählt. Die Eingeborenen veranstalten Treibjagden, bei denen die jüngeren und weniger schnellen Affen sowie die tragenden Mutter zurück- bleiben; aber eine solche Hetzjagd ist für den Europäer zu an- strengend und dann bekommt er auch dadurch nur schwache Tiere, die leicht am Lungenschlaa sterben, während es ibm gerade aiss die großen und weht baffen Männchen ankommt. Man geht also den Assen lieber mit List und Tücke zu Leibe, wenn auch nicht in der Busebschen Manier. Für den Fang der riesigen zahnbewehrten Mantelpaviane aus Nordostofrika werden zunächst die Herden, ihr« genauen Wechsel- und Tränkplätze ausgekundschaftet. Sodann wird in der Nähe einer gutbesnchten Wasserstelle eine Asfenfalle gebaut, die aus kleinen kreisförmig oufgestellten, mit Zweigen und Draht eng verbundenen Baumstämmen besteht. An einer Stelle bleibt eine Oeffnung, in der sich eine mit Laub und Gesträuch geschickt verkleidete Falltür befindet; dies« wird mit einem langen, im Sand oder Gras« verbor- genen Tau offengehalten: in der Hütte aber werden die besten Affenleckerbissen in Gestalt van Bananen. Datteln usw. aufgespeichert. Dieses Bauwerk bleibt in den nächsten Tagen unberührt, bis sich schließlich eine größere Pavianherde für die so leicht erreichbaren Speisen zu interessieren beginnt. Mmählich machen es sich die Paviane in der offenen Falle bequem. Da hocken alt« Bäter und dösen vor sich hin, Mütter wiegen ihre Babies in den Schlaf, die Halbwüchsigen, die sich herumbalgen und Unfug anstiften, werden durchaus nicht mit„Affenliebe", sondern sehr streng behandelt; der Pascha oder 5)err der Herde läßt sich von einigen bevorzugten Haremsdamen die Haarschuppen und Ungeziefer ablesen; überall brummt, grunzt, kreischt und schnattert es, bis endlich der Fänger das Idyll mit seinem hinterlistigen Apparat stört. Wenn sich eine Herde von 10 oder 20 Pavianen in der Hütte befindet, saust plötzlich blitzschnell die Falltür auf den Erdboden nieder und die Tiere sind gefangen. Nach verzweifelten Ausbruchsversuchen fügen sie sich allmählich in ihr Schicksal. Am nächsten Morgen stehen die Ein- geborenen mit den Transporttisten vor der Asfenoilla. Die Tür der Kiste wird gezogen, gegen die geöffnete Falltür gestellt und ein Pavian nach dem anderen hineingetrieben, bis alle Insassen der Falle in den Kisten untergebracht sind. Der Transport erfolgt dann mit einem Kraftwagen oder aui Dromedaren in das Sammel- lager des Fängers, in dem die Affen von ihren bereits liWrrre Zeit qefangcnen Kameraden mit wildem Geschrei und GegSnnze begrüßt werden. Eine andere Art des Fanges geschieht mit Hilfe eines engen. Riesenkorbes von 2 bis 3 Meter Durchmesser, der aus einer Seite an einem in die Erde getriebenen Psahl verankert, auf der anderen Seite hochgekloppt wird. Kriechen die grünen, roten und gelben Luindsaffen in diesen Korb hinein, dann wird er plötzlich zugeklappt und das Tier ist gesangen. Auch durch Tellereisen, deren Bügel mit Tuch bekleidet sino, um die Tiere nicht zu verletzen, werden Affen eingefangen, und in vielen Gegenden Indiens und Afrikas dedient man sich einer langen mit zwei Oefsnungen versehenen Holzröhre, in deren Mitte der Köder liegt. Beim Betreten dieser Kastenfallc löst sich durch das eigene Gewicht des Tieres ein Verschluß, der im Nu beide Eingänge durch Holzklappen abriegelt. Aus der Geschichte des Gummis. Sir Henry Wickham, der Vater des Plantagengummis, erzählte dieser Tage in der Londoner Presie die Geschichte der Entstehung der malayischen Gummi- Pflanzungen. Er ist der Mann, der vor öl) Jahren die ersten Gummi- baumsamen ans den Wäldern des Amazoncnstroms nach den malayischeii Staaten brachte. Er mußte etwa 70 000 Samen, die er mit Hilfe von Eingeborenen gesammelt hatte, aus Schmuggel- wegen an Bord bringen, da die Aussuhr streng verboten war. Von diesem Schmuggeltransport stammt die ganze jetzige Gummiindustrie auf den südostindischen Inseln mtt einem Kapital von etwa 100 Mil- lionen Pfund Sterling. tljeateeiaeten - Verkauf für Theater und Varietes Leipziger Str., Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Kurfürstendamm 23 Menge«ab£abe vorbehalten au Frisches FEeisch Pa. Kalbsschnilzcl»• Kn....p/und 2,00 Prima ScHweineschnltsal Pfandl ,40 Prima Kalbsgulasch....... Piind 1 ,26 Prima Schweinekamm....Ptudl, 18 PrhnaSchwelnekotelclt Pfund 1,28 Scbvcine-Schuilerhlatt u.-B»ueh, Pfd. 1,14 Prima Kassler................ Pfund 1,18 Pa> Eisbein ecpökelt, mit Spitzbein, Pfd. 65p t. Prima Ochsensdunorfl. o.K.,ptd.1 ,20 Prima Ochsenrealaden..Pfund 1,30 Prima Suppenfleisch..... Pfund 74Ff. Prima Fehlrippe u. Brust Pfund 84rf. Kalbskamm................... Pfund 78 rt. Keulen klii SPfd.nodver. rnd Siiiftet,Pfd.84Pf. Pa.Kammelverderflelsch Pfd.78Pf. Prima ftammelkeulen... Pfund 84?,. Prima Mammelrilcken...FfnndSSPf. Gefrierfleisch Pa. Ochsensuppenfielsch Pfd. S4Pt. Pa. Ochsenkamm......... Pfund 60Pt. Pa. Ochsenreaatbeef» �n Pfd 78? Pa. Ochsengulasch e. c» Pfund 74Pf. Pa. Ochienschmerfl. KMi,.«.*., Pfund 88Pf. Pa. Gehacktes............... Pfund 74 Pt. Pa. RUckenfett gefroren.... Pf und 88?,. Pa. Schweinsköpfe m.v»»ke,Pfd. 58 Pf. Pa. ausgelassenerTalg Pfund 60pi. Käse und rette Wurstwsren iiiiinniiii�inumnmuiunmunmitugmi Pfund ivpf. Rnouinucnw/urstpfd.!" Berliner Heltw. p�dl00 HcltvnrstÄdPfdr Flelscliwurst...pf-ndi" Teewurst........ Ptundl70 tlüusm. Lelierw...pfd.110 Holst. Salami... pf«.dl80 BocHwarst...... Pf..d l10 Holst. Cervelat. n-A* Jagdwurst......P�dl" ScliinHensDeck...pfd l80 Gemüse und Obst niiniimiiniinniiiiiiuKniuiuininnMüiiiiiiiimii Pfand VcrfcAni nur soweit Vorrat Frisch ge< Schlacht. Suppenhühner� 95� Frisch geschl. Gänse �-1°? GänsestückenfSeisch pfundl10 Rehblätter....................... Pfundl25 Rinderfett i-Pfd.-Fnket 60Pf. Rohschmalz..... Pfund 75pl KoIk.-Butter'/rPfd-St SSPt Teebutter'/j-Pfd.-Staek 95Pf. Dän. Butter'frPM.-stok. 1,00 Romatour....... Stflek 30Pf. Harzer KSse....Pfand 55Pt. Allg. Stangenkäse Pfd.75Pf. Tilsiter»ollfett.. Pfund 98Pf. Edamer Tollfett, Pfund 98Pt. Dän. Schweizer Pfund 1,10 Kolonialwaren lunittimniitiiimiiniminiinniaiiiiiitmin Linsen.......... Pfuna 20Pf. Bohnen......... Pfund IBpc Schnittnudeln..Pfund SOPf. Haferflocken...Pfund 25P(. Hartgriess..... Pfund 28? f. Valencia-Rei*... Pfund 32?,. Auszugmehl... Pfund 23 Pf. Eier-Fadennudeln Pfd.SOPt Obst- Konfitüren._„..__.... niiranmniiiinmmnimiMimmimimmnniinn gMO HNlagePfund ZjPt iPTöttOn....... Pfund 50pf. A"8"3'.....-.........[f ScfiellflscIie�Ä'ZSpt Flundern....... pfundSOpt Aprikosen, Himbeer.. 1,35 gii,m,imiimiiiii>uiwimiimifiiiimiiimiiimiiimm»mimmimiiiiWinifiiimifimiiiMwmmD Johannisbeer........... 1,15 fri»cb««brunut»ns � Pflaumen— Orange..... 1,05 s R.CIIICC»is Eösttrei.Piu.d 5 pt Fische u. Räucherwaren iiiiimiinimimiimiinimiiiiuiiimiimiiniiimiiiiimimimiiimiimiiiimiiuiiiiimmni Dorsch.......... Pfund lOpt Goldbarsch...p�nd 16?! Seelachs.ri.'h.ÄZOpt Kaüllau�rÄdZOpt Schellfische'fpiu�SSpf. SarotthDcHIinge�aBp, Rothars........ pfu-dttpf. FetthQckHnge Pfund 4Zpt nmiiiiinnnmnnimiiiniminiinmiinmmmmiiiiiimmHnimmiiiimiiiiiminmiimmifniHmMniinmiiiimwiimiinnimntiuiiimnminiti Rotkohl, Weltzkohl Wirsingkohl. KohlrQben Zwiebeln........... Möhren gevuehn.. RUbchen........... GrosterSellerie Pfund 13Pr. Koch-n.EssbimenPfd. 12Pt Musäpfel........ Pfund ISPf. Essäpfel rot*.... Pfund 20? f GraueRenetten zptusd 45 Pf. Kranzfeigen..... Pfund 85 Pt Gemüse- und Obstkonserven ituininiiiiiinnniuiüiiiiittuuiuimnutmiitKttin Vi Dow GemOse-Erbsen....... 66Pt Junge Erbten......... 76Pf. Erbsen raitt«ifeia....... 96Pt Leipziger Allerlei....8SPt Pfefferlinge........... 82? f. Breehbohnen.......... 68pl Birnen Frnsht....... 60Pt Birnen>/> FneU....... 70Pf. Apfelmus.............. 7SPf. Preiselbeeren........ 9SPf. Mirabellen............. 1,25 1,95 iTiiiniiiitmininiiiuiiniiiuiiURmunimnMRiminmiii SerS Tafel weine k8C i ! PI- 29 Prell* e imcbliaiall eh Steuer iLPliaehe. 1922er Königebacber MOblweg... 1822er Nackenbeimer Lcböffer... 1922er Winzenhefmer Honigberg. 1922 er Burrweilerer Schlossberg 1920er Forster Strasse 1922 er Oppenh. Krötenbrunnen 1921er Alsterweilerer Riesling 1922er Kreuznacher Gutental. 1922er Nackenh. Fritzenhölle. 1922er Zellerechwarz.Herrgott i»n. 12,00 1, Fl. 60 1 10 r. 15,00 J/r unser er Xonlitörenabtellang Schmelsborku............ Pfund 1,40 Pralinanmlschung....... Pfund 00 p< Schokoladenkeks....... 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P. ftccke, BUB Herren A. Schubert. H. Buchholz, S SeeNa, F. tiortnm, F. Reine I«, S. Breitbarth, T. H. Biecfensen. «. Fauth. Bon den Arbeitnehmern sind»l» Borstandsmitglteder gewählt: dl« Herren F. Meersdoch, H. Ehrt R. Llrbmfe. W. Hirse. E. Dauerzapf, R. Dornquast, als Ersahmänner: die W. Altenburg, R. Grapenthin. W. R»hse.». Schulz,«. Suis. F. Ri- Inleit, S. Rehrlich, S. Hausen, R. Teuer R. Gschenseld, O. Henning. A. Heia, ». Kranz. A. gilm, sz. Fliage. Die lue den 22. Rooember 1020 anberaumt n Wahlen finden daher»ichl stall Ansechtiingen gegen die Glllfiglei« der Wahl sind innerdalb eine* Menafs nach Befgnntmachung de» Wahlergednlfieo bei dein Vorstand oder dem Berstcherungs- amf anzubringen. Berlin, den ll. November 192«. Orr vorstand Fr. Meersbach Herm. Ehrlich ~•-' SchriftMrcr Borsttzendcr Der r | laueuuifHii qcdiittn C. Bttcber, Berlin I Uclitenberger Straße 22, KgsL 3861 gule Kaniläsi- Maulal»aKnÄÄra' J Melaübeflen ll5« ScIllafclialseloiiguesZS. Fabrikpreise Ratenzahlung fiüHl* Berlin, Pappelallee 12 Uvslft Pankow, Schmldtstr.l frei Jeder Xtahnatation. MdieiMEtHeiMiW f/üfsaroeit« �h,n8' M8~ Die Einlaß karten für die Kino- norfsthrung in unserer Kulwrablcilung am Sonnabend, den 18. November, sind bereits vergriffen. Kollegen ohne Einlaßkarten Wimen keinen Zutritt erhallen.' vi« CcfnocctaaUnng. Verkäufe Zeiierwagea, Schubkarren, Einzelräder, Achsen, Federn. Globus. Dresdener. ftraßs 68. M- rihplak 127«.__* Teppiche, Diwandecken. Tischdecken, Betivorlearr. Läuserst-ff«,»rachwoll« Auswahl,«rtra bMlg« Delsaenheiten. cenrad Fischer, feit 1884 Potsdamer. straße .l l:li:>!:uligsziurl4? Uhr. 2. Abt. 1. Männer geaen Velten I Vs8 Uhr und 8. Abt. I gegen Velten II>44 Uhr. Aus dem Fichle-Platz Mariendors spielen Süd 1. Jugend geeen Tegel l 10 UV. 20» 1. Männer gegen Ficht« 10 1 11 Uhr. Süd 1. Männer gegen Fichte-Nord l 1 Uhr. 2. Männer gcaen Berlin 12 l 2 Uhr, Süd Z. ZUänner fegen Wittenau I 3 Uhr. In Köpenick. Marienstraße. spielen 1. Männer gegen Fichte 119 Uhr. 2. Ineend gegen Bahnsdorf l 10 Uhr. 1. Jugend gegen Groß, Verkln-Norden 2 13 Uhr. Pankow spielt auf dem Andreas-Koker-Phatz gegen Alt-Glienicke, die 1. Jugend 2 Uhr und die 1. Männer 3 Uhr. Oberforee spie» geaen Narben 3, die 1. Männer 2 Uhr, dl« 1. Zugend 3 Uhr. Auf dem Platz Schänhauser Aller spirlrn Groß-Berlln Norden 2 Frauen gegen Fichte S u Uhr Fichte 1? l. Männer gsfen Fichte 2 I 10 Uhr. Weitere Spiele sind: Zimendt Schöneberg Soor'ler I gegen Stralau I 2 Uhr auf kern Dominicus- platz. Berlin 12 I geeen Tercl II 1 Uhr In Stegsitz. Männer: Nlederschöne- weih« l ge--en Fichk 4 I 2 Uhr Berliner Straße IGasanstalt). Srrß.Borttn- Rosenihal I fegen Groß-Berlin-Sltten I 1411 Uhr in Rosen thal. Bohnsdorf! gegen Eroß-Berlin-Nordon 1 l 1411 Uhr in Bohnsdorf. Kaulsdorf I gegen Stralau I>43 Uhr in Koiilghorf. Schmargendorf l gasen Fichte 4 v 9 Uhr in Lchmgraenderf. Fichte 20d I regen Zahn-Treotow I 8 Uhr in Mariendors.— Raftball: Fichte 13 m eecen Schwedt o. d. O. 11 Uhr und Fichte 22 1 gegen Schwedt a. d. V 1 Uhr Fichte-Vlgtz Balimschi lenweg Fichte 72 kl gasen Veißenfee 2 Uhr in Hohenschönhausen. Sommerssrrße. Fichte 18 ll fährt nach Schwante und spielt gegen die dortig» 1. und 2. Mannschaft. Hock?y am 14, November. Zn her Gruppe A spielen Fichte-West l— Turnverein Pankow 1 1214—2 ffifreie Turncrschakt Groß-Berlin) und Athletik-Sportklub I— Frrre Turne' schaff Groß- Berlin l 2— S>4 sTurnrerein Pankow) auf dem Platz Schönhansee Allee und Schönhalz I— Freie Turner schast Echarlattenburg infolge Platzmangel auch Schönhauser Allee ab 3 Uhr sSHmaraendorf).— In den übrigen Gruppen spielen in der Schönhauser Allee: Ficht« 1 II— Fichle 1 m 0-1014 sAS0I>: Athletik-Sportklub U— Freie Tuinerschgst Groß-Berlin N 1014—12 sFichte 1 II). Infolge Platzmangel besonder- Nachricht. Freie Turnerschaft Schänholz— Staaken 1014— 12 sNordolt), vorher Schönholz III— Turnverein Pankow U 9—1014. Platz in Westend Freie Turnerschafi Eharlotlenburg U— Moabit 2—814 fLichlenherg. Sportler).— Voraussichtliche Sieger in Gruppe A dürften Turnverein Pankow. im zweiten Spiel Athleiil-Sportklub und Frei- Turnerschaft Schönholz im dritten Lvrel sein.— Sämtliche Resultate müssen di, 5 Uhr telephonlsch an Wilhelm 9751 gegeben werden. Die Freie Turnerschaft Schönholz muß' Umlleidelokal Bsschsid zukomme» lassen, wo sie sich umkleiden. he» Turnpeeeln.Eiche-.xegel sMitgll. d. A.-Tt.- u. Sv.-B.) beabsschtigi am Montag. 15. November, ein- Frouenabtelliin« ssibrr 25 Jahre) ,u gründen. Frauen und Mädchen, die gewillt sind, ihren Körper durch Turnsport gesund All erhalten uub dem Berem bclltelcn wollen, sind uns herzlich willkommen� DI« Aufnahm« erfolgt an den Uebungsabenden jeden Montag und Donners» Mädchen ahi. Montag und Donnerstag pon 514—714 Uhr. Zungmädchen- und Frauenabt. Montag und Donnerstag pan 714—9 llhr. Spiclleute ITrommier und Pfersee) jeden Montag und Mittwoch in der Zeit von 714—0 Uhr. Athlet Ik-Sport-Elud, t. B. Sonnabend, 13. November, 8 Uhr. Grünbunss» fei« de» Vauptvereins Im Viktoriogarten sNitzlche), Am Treptower Park 25—28. ArdeUer-SchStzen-Bund Deutschlands, Sitz Jraunschwelg, San 0. Bezirk 18, Ortsgruppe Berlin. Neuaufnahmen jeder Zeit im Berlag»Pralktariarsport", Wilhelm-Stos, e-Str. 88: Lokal Böb-r. WeVrstr. 42: Arbeiter-Sportkartell«roß. Berlin, EeschSstsführenber Ausschuß, Neukölln, Siegsriebstr. 3—9. Gruppe Friebrichshoin tagt s-den Dienstag und Freitag von 148—10 Uhr im Lolal Böder, D«b«rssr. 42. Gäste ststs willkommen.— All« Neuköllner Genossen, die dem Arbeiter-Schlltzenbund beitreten wollen, werben ersucht, am Sannaoenh um 7 Uhr im Lokal Kerrftirthstr. 27 in Neukölln zu erscheinen. Boxen Im Sportklub»>rke.«l-»a»»Ia sMitgl. d. AABD.). Um einem seit langem fllhldaien Mangel an Ausübung des Borsporte» im Verwaltungsbezirk Mitte abzuhelfen, hat stch der Sportklub Birks-Alemannia 1SS0 entschlossen, seine Borableilung auf neue Grundlage zu stellen. Dem Berein ist es gelungen, einen bewährten Trainer zu verpflichten, so daß best« Ausbildung und Betäti» ung der Interessenten gewährleistet wird. Uebungsstunden Dienstag» und 'reitags von 8—10 Uhr In der ftädt. Turnhalle Elisabethkirch-, Eck« Ackerstroß». nmeldungen werden in den Uebungsstunden entgegengenommen. Arbeiter. Rad faVer-Bunb..eottberität". Touren für Sonntag. 14. Novem» ber. Bnt. 1. 1. 2Ibt.! 1 Uhr Birkenwerder fZapan). Start Bülowstr. kö. 17.: 1 Uhr nach Sakrow.— 2. Abt.- 1 Uhr Hirschgarten sWilhclmshos). Glart Diefsenbochftr. 36. Mittwoch. 17., nachm. 4 Uhr. Sitzung und gemütliche» Beisammensein, Schönleinsir. 6.— 3. Abt.: 1 Uhr Hirschgorten sWilhelmshaf). Start Lausstzer Platz.- 4. Abt.: 1 Uhr Ablershof sZiese). Start Wederwiese. 17.: Früh 10 Uhr Herren» und Damentvur.— 5. 2ldt.! 1 Uhr Röntgental IMarr). 17.: 1 Uhr Zohanniethal sBota). Start Lanhabevaer Platz.— 8. Abt.: 13.: Herbstveranlleen, Echpaedter Str. 28—24. 14.: I Uhr Witienat». Start Schönhauser Allee 164.— 7.«dt.: Früh 6 Uhr ssürstenwalde, 1 Übe Streifzllae durch die Zune sernheide. Start Koloniestr. U1.— 8. Abt.: 1 Uhtz Zehlendors sG« recke). Start Maihcnserstr. 19.— 9. Abt.: 1 Uhr Mechnoweo Schleuse. 17.- 1 Uhr durch den Norden. Start Schulstr. 114.— 10. Abt.« 1 Uhr Kartoffel- und Leringstour Adl«'»hof fZieae). 17.; 1 llhr Baumschulen» weg 61. Start Eomeniusplatz.— 11. Abt.: 18.: Abends 714 Uhr Stiftungsfest, Pharusiaal. 14.: 1 Uhr am Start Bkochplotz. 17.: 3 Uhr Bortrag und Unter- haltungsadend.— Bez. 2.. Vlanrupve Schöneberg: Bezffksschnttzeliand Marien» selbe. Start 1014 Uhr Skubenrauchstr. 5».— Ortsgruppe Eharlpttendnrg: Bezirksschnitzelsogh. Start 10 Uhr Galvanistr. 13. Sammclstart in Marien- fe?be. Berliner Str. 114.— Bez. 21, Ortsgruppe Tegel: 1 Uhr am Start Echlteperstr. 64. Sportliche Vereinigung Llchtenberg.FiIcdrick-sselde 04, e. B. Am Frsitaa, 12. Noveniber, S Uhr, treffen in der Turnhalle Lichtenberg. Büre« heimstraße. zwei gute Mannschaften des Ardeiter-Athleten-Bundes, 4. Kreis Brandenburg, in dar A-Klasse um di« Kreismeifterfchaft zusammen, und zwar di« 1, M'nn- schaff dar Sparlllchen Bereinigung Nord-Ost gagen die 1. Mannschaft pan Lichtandergfffriedrichsfelba vom Miagen. bis zum Schwergewicht. Außerdem wirb dich Ligauiannschaft im Heden versuchen, ihre Bunbezhächsillaistungeu zu pardesseru. Dklterattnrer, Freka Durnerschaft«roft-Berlt*. Sonnabend. 18. Nopember. 8 Uhr, in Wilmarabors. FIchte-Gumnastum. Emsar Str-'ße. Zusammenturnen. Danach Zusammenkunst im Heim unserer Dilmersborker Turngenossen, Eck« b«e Württembervischen und Zähringer Straße. Fahrverbinbung: Un'ergrundbahn V» F-Hrbelliner Platz: Straßenbahn 3. 44. 45 91. 02: Omnibus 0. 10. 12. 20. 25 bis Ecks Bleibtrensiraß« und Kursürstenbamm oder Ludwigkiechpletz: Stadlbahn bis Saoignvplatz. »a ,a.. ssalta,»j Uhr Mädchen. 8— Ii» Uhr Frauen und Männer: ssreitaos von 6— 8 Uhr Knaben. 8—10 Uhr ftmtcn und Männer in der Turnhalle Dorfstr. SZ. Berliner Arbeltcr-Schachtlub. Die Mannschaftswettkiiim-f- Im DcrI. Arbeiter- Sche.chklub am vergangenen Sonntag zeitigten folgende Resultate: B-(5 nippe: Weihcnse« I— Nordring I 4>/h: fl Hänge): Nordwest I— Tharlottcnburg II 7: Z: Isriedrichsfelde I— Wcihensee I 7fh: 2!z. S-Sruppc: Gesundbrunnen ll gegen Schillcrvart 17:3. V-Gruppc: NouUlln II— Mitte I liz: 2th: Basti- tum I— Charlottenbur» III 6: 2(2 Hänge): Norden II— Silben II l!ch: 8)�: Süd- weit II— OZesundbrunnen III kfh:Z!h! Weddin, IV— ssriebrih Uhr, Mttgl.-Bers. bei Boramann. Ref. Reichstaqsabg. Lemmer über„Rrpublikanifche Union".— Oberfchöneweid«, Nicderschönewew«, I-hauuisthal- So., d. 13., 7 Uhr, Vorstands- und Gruppcnführerststung: 8 Ahr Monatsvers. Wegen der wichtigen Tagesordnung Erscheinen Pflicht. Ab 3 Uhr gemittliche« Beifamme» sein mit Damen bei Räthel.— Tegel: Fr., d. 12., 8 Uhr, im..Alten Krug", Vers. Erscheinen ist Pflicht.— Fichtenau: Sonntag, d. 14., nachm. 2 Uhr, Antreten aller alt. u. paff. Kameraden am Sportplast Fichtenau, Gutenberg- strafte, zum Werbeulnzug. Erscheinen Pflicht Gewerkschaft Deutscher Dolkslchrer und-lehrcrinne», Provinzialverband Berlin. Monatsveisammlung am 13. November, 8 Uhr pünktlich, im Raihaus. Zimmer 53 oder 55. Tagesorduung: I. Unser« öleuung zur Lchrer-Intcruatio- nol«. Bericht über Wien-Pariz. 2. Die Schule im Etadiparlament. 3. Ber» schieden«?. Esperantvgrnppe BeNin-Rorden. Ein unentgeltlicher Esperauto-Sprach- kurfus für Anfänger beginnt am heutigen Freitag?!h Ul,r im Asnbziinmer der Konditorei Krüger. Kaftonienallc« 2 fam Hochbahnhof Danziger Strafte). Der Kursus soll auf die Teilnahm« an dein Anfang August 1327 in Danzig statt- findenden„Esperanio-Welttongreft" vorbereiten. Interessenten können der ersten Unterrichtsstunde unverbindlich beiwohnen. verein der Freidenker für Feuerbestattung, e. B., 3. Derwaltungsbczirk lWebding-Scinnstbrunnen). Mittwoch lBufttag), 17. November, vorm. 10 Ubr, Im Zllercedes-Balast, Utrcchtcr Strafte, Echuleutlossungsfeier. Oeffcntlicke Licht- bnberv»! träge:„Das Bestottungswefen im Wandel der Zeiten". Montag. 15. Rvveivber, Tchrader-Haus. Eingang Malplagiietstr. 14: Dienstag. 15. Nv- »ember, Senfels Familienhaus. Pafewalker Str. 3: Donnerstag, 18. Rsoembcr. Schmidts Feftfifle, Prinzenalle« 33: Montag, 22� November, Swinemünder Gefellfchaftshaus, Swinenründer Str. 42: Dienstag. 23. November. Schreibers Festfäle, Triststr. 53: Mittwoch, 24. Ziovember, Sängerheim, Wedding str. 9. Anfang pünktlich 7 Uhr. Filehner Landsmannschaft zu Berlin. Konkordia.Festsäl« lPietfch) in Trep- tow, Treptower Park 53, Herbstpergnügen. Anfang 4 Uhr. Landslcut«, Freund« und Bekannte stnd höflichst«ingeladen. »Der Jung« Chor" fMitgl. d. BTB.). Am Sonntag, 14. Nopeinber. fingen ivir iu der Heilstätte Buch. Treffpunkt%8 Uhr Sielt. Borortbhf. Bitte pünktlich. Der Reichsbnud der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und«riegerbintcr. Hinterbliebenen, Ortsgruppe Neukölln, Geschäftsstelle Donauftr. 128, veranstaltet am Freitag, 12. lltovembcr. pünktlich 744 Uhr, in der Aula der Albrecht-Dürcr- Oberrealschule, Neukölln. Emscr Str. 133—137, ein« Mitgliederpersammlung. Bericht vom Gau tag. Gruppen freier Menschen Im Berband Bolksgcsundheit. Landesverband Berlin-Brandenburg. Der Anatomiekurfus fällt wegen Erkrankung des Ge- nassen Dr. E. Boer auch noch am Freitag, 12. November, aus. Der für Sonnabend. 30. Oltaber. angosestie Märchen- und Musskabend muft auf Sonn- tag. 14. November, Punkt 3 Uhr, verschoben werden. Ort: Häckel-Soal. Strafte in den Zelten. Eck« Bcethovenstraft« tan der Kroll-Oper). Gösse willkommen. n\ Staats-Taeater Opernhaus a. Platz d.Republ. 71/2 Uhr: TOS CA Schauspielbaus 8 Uhr; Arladne auf Naxos Schiller* Theater 8 Uhr; Soldaten »Mi iper Charlottenbur? 7 Uhr: Enryanfhe Alusikal. Leitung: ß. Walter Abonn.-Turnus III. NiM meattr Norden 10334—38 8 Uhr: Neldhaidt v. finelsenaa von Wolfgang Qoeti Regle; Hemzitllpert Sonntag, 14. Novbr. nachm. 3 Uhr: Gesellschaft Katnmsrspiele Norden 10534—38 SV-. Uhr Defoerailig.Tbierni von Tristan Bernard Regie: Eug. Robert Kleines m s U-- Ketäreiiesurädie Sonnabend u.Sonnt 4 U.: Schneewit tchen Die Komodie BIsmarcK 2414, 7516 8 Uhr Die Gefangene Von Bourdet Regie M Reinhardt 'innwilii-Jllue« Tt.Köni" räti St. Hasenheide 21 10 8 L.1.:(in. stsoezn Enil Sonnt nehm. 3U. was inr wollt r KoraCdlenKaus Norden 5301 ?: Einbruch Sonnt, nehm. 3U. Der Qarl n Eden Tb. a. liollendoifplatz Kurfürst 2081 3; Franziska Nollendorf 7360 et üht Variete- Neülieiten Soanabtnds d. ionohgi 2 Vorstellungea I a* und 8 Uhr. 3« zu ermäßigt. Preisend, ganze | Programm Sallinborg-SShnei Dts Künstler-Th. 8:„Die Känigin" Kauarr Paüeoberi Sonnabend 34, U.: Sehneewitt chen Stg.S'/,: Der fröhliche Weinberg Lasslne-Thcater s u.: flensai one lieberuiewcki Slg. 3'/,: Kukull Tb. i.Sürfärstefiäaram 8 Uhr: In der Johannisnac'it Lustspielhaus «V, Uhr; D Herzo«inv.Elha Stg. 3'/,: fcdmiirftlrl Volksbühne rbutn in BDIovplati 8 Uhr: Nadifasyl Morgen 8 Uhr: Naditasyl Tb. in Stbilteertanm Täglich 8 Uhr: Das Grabmal des onbekaDeten Soldaten. (tAsiMh-tHCatEle guh« Grälin Tippmamsell Ab Donnerstag, den>8. November: Mister Cornedbeef Gutschein; Fauteall I Mk. Sessel T.50 Jiomisrfke<7per Der große Operettenerfoig Jidwienne Täglich 8.151 Uhj\ mii Serak, Wessely, Wirl, Blass\ Boeticher, Hell, Schuster. Sonntag nehm. 3 U.: in 1. Besetzung £>ic Fledermaus j Vnrverkaur ununterbrochen p. 10 U on.\ kieiroosl- Tscai. Täglich■ Uhr: D e gto*e Revue MeSöi Mstrspa! BesiGenz- Thcsi. Täglich S1', Uhr: MWeMM üntritl lojcntüta reriata« ThaUa-Theaier Uhr Dergiiierpelz Regle: Berth Viertel Thiil» L Westeis Oer Zog nadid. Westen Hose-Theater 8',. Uhr Was ihr wollt öl. ScMelbans Täglich S'i, Uhr ta'fccurj? CHARELL- REVUE Sonnabend nachm. 4U.die neue Kinderrevue Funkhelnzel- mannsMärch.-Reise mit Allr. Braun f| Tägl S'/4Uhi& Tneater im Admlralspalast Riesenenoist Kaller- fleoue An u. aus Preise von 2-16 M. � Vorverkao cnnnterbr � Reichshailen-Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. ö Uhr Steftiner sanier i.sdiius: Piepers Diele Burleske von Meyscl Nachm halbe Preise l Uönhoff-Breti'i arletö Konzert Tanz Wallner-Titealer«T?jßv Hasemanns Töchter Trianon-Theater Täglich 34, Uhr: Dirnentragodie") Adols hoffmann Episoden und Zwischenrufe au» der Parlament»- und Ministerzeit. Pret, 2 Mark. Porto b Pfennig. Vorrätig in allen vorwärts- Ausgabestellen. (ARI H&mm&zK Circus Busch-Gebäude Sonnabend ZWrliÜg Zweirnal 3 und 8 Unr Das voll« ürcusproar Kinder nachmittags halbe Preise Karten ab 10 Uhn tosso.Tieö■ Circushass«, Sonntag ab 10 Uhn und Werthaim. HrslaUbeslÄtigung Er»achi50PtJ(ilder2Pt 16 Tellzoliluns! 1/ AnzalUnng Iß d. 8 Hona sratenl Gewaltige Läger intEtag.j Das Neueste Iii Herbst DDd Winter! Anzüge Ulster Paletols 1 M.*'8.-, 84.-, 78.- bis 150.-1 [ Anzahlung von 8 M an] Aazt�e für Knaben u JünrIInge| Regenmantel Damen-Hanlel RIeiiir i. Strale D.GsKllsibaftj M. 16.-, 24-, 32-, 46- b. HC I Anzahlung von i M. an 1 Wäsie, BbtriKffldea, HNe| In besonderen Etagen Köbsl-EiiHlühtüogBn vmlll Rosenthaler StraSe 46-47 «Ii» NM« Ccli8>k»s«r Sir. Gösta�oicm >/ o HL Ilec icgprcfelor Regie« A. W. Sandberg Hatsptdantellen GÖSTA EKMAN/ KARINA BELL MAURICE DE FfiRAUDI Der Wanderzirkus zieht mühselig über Frank* reichs Strafen/ Mit ihm der CanzendeTor/ Jäh er Aufstieg mache ihm zum Star der Weltstadt/ Dann schlieft sich der Kreis/ Der tanzende Tor muß zurück— dorthin— woher er kam.— Musikalische Illustration i Werner R. Heymann Dirigent i Otto Stenzeel. URAUFFÜHRUNG! HEUTE w � UFA-THEATER KURFORSTENDAMM Vorverkauf tägl. 13-3 Uhr. Erst« Verstellung ermäßigte Preis« Ab beute beginnen die VorstellnnRen Wochentags und Sonntags i[ä][t]|61Bi Frische /imge Fett- Ganse U;"* allererste Qualität. Wegner, Berlin SO Marlannenstr. 34. KIEIK" IJzFIGEN In der Gesamtauflose des.Vonr&rts* sind besonders wirksa» «od trotzdem fchrbillifll la. Eiderfettföiii 9 Pfd. M. 6,30 frko. DampfkäselabrUi Rendsburt. Jedertrarerts gegen 12 Monatsraten j Um weiten Kreisen des Gro�s Peeliner Publikums Gelegenheit eu geben c£t€€La.n Qisft In Ihrer sdadusten Rolle alsMfanlin cßufZcrfikmQ an sehen, gelangt ab heute der Film in 3 Theatern| rar AnffAhrnng Wochentags i und j 9| Uhr Sonntags»| 5|| 7| und 1 9| Uhr UfasThcatcr Tttrmstraise Friedrichshain Wochentags und Sonntags 0 S 0 Alcxandcrplatz ""Iff r,»« siutu URANIA Taubenstralle 48-49 GelslundNasdiliie Tom NanosKrlpt zum fertigen Rudi Ein Buchfllm der Döring-Film-Werke, Hannover. Vortrag; Fr. W. Pollln, Aschersleben.— Vom Montag, 15. November big Sonntag, 21. November, täglich.— Anfang IS, 17, 19. u. 21. November 7 Uhr abends, 14., 18. und 20. November 9 Uhr abends. Kargenverkauf: Theaterkatse Wertheim. Leipiiger Slrale' Invalidendank, Unter den Linden Buchhandlung Karl Block. Kochgtraße 9(Tel.: Hasenheide 595, 597, 5821) m la vornehmer Aasctalluog. BERLIN W PotidameiStr 122