Abendausgabe Nr. 541* 45. Jahrgang Ausgabe B Nr. 24$ StjuasStStngunat« und«njeigcnsMif« sind in dir Morgrnnussabi angigebei» Nevaklion: SA». K», cindenstrahe 3 Fernsprecher; Dönhoff 292— 297 Iel.-«vresse: Sozialdemokrok verN» Volkcslrl�kk Vevlinev Zcntralorgan der Sozialdemokrat! feben parte! Deutrchlands (lO Pffennia) Dienstag 1 b. November 1 virlag und Anzilgeniidtillunsi G-schLftsz-it«i-, dt- S Uhr Verleger: vorwörls-verlag e i st c r des Johanniterordens niedergelegt. Ztm 9. November 1926 hat ein außerordentliches Kapitel getagt: den Entschluß Seiner Königlichen Hoheit ange- n o m m c n und satzungsgemäß für die Zeit der Sedisvacanz Seine Durchlaucht, den Koinnrcndator des Johanniterordens, Fürst zu Hohenlohe- Lonzenburg zum Statthalter gewählt. Das Kapitel beschloß danach folgenden Brief an Seine Königliche Hoheit den Prinzen Eitel Friedrich zu richten: Cure Königliche Hoheit bitten die heute zur außerordentlichen Sitzung versammelten Mit- glicder des Ordenskapitels ihr tiefstes Bedauern darüber zum Ausdruck bringen zu dürfen, daß Euere Königliche Hoheit Sich ver- anlaßt gesehen haben, die Würde als Herrcnmcister niederzulegen. Unter Euerer Königlichen Hoheit fast LOjähriger hingebend:? und tatkräftiger Leitung hat der Orden sich in segensreichster Weise entfalten und die ihm obliegenden Aufgaben auf dem Gebiet christ- licher Nächstenliebe nicht nur erfüllen, sondern ihren Kreis auch er- weitern können. Euere Königliche Hoheit haben Sich in guten und bösen Tagen ohne Rücksicht auf die eigene Person für die Ehre und dos Wohl des Ordens eingesetzt. Dem unauslöschlichen Dank, der alle Ordensritter erfüllt, gibt das Ordenskapitel hiermit ehrfurchts- vollsten Ausdruck. Euere Königliche Hoheit haben den unwiderruflichen Willen kundgegeben, das hohe Amt des Herrenmeisters nieder- zulegen. Wir haben uns diesem Willen beugen müssen, obgleich uns die Trennung außerordentlich schwer wird und eine genaue Kenntnis der Tatsachen uns die feste Ueberzeugung gegeben hat, daß Euere Königliche Hoheit kein Schalten von Schuld an den be- klagenswerken Ereignissen lrisst. die hochdieselben zu diesem letzten Schritt veranlaßt haben. Euerer Königlichen Hoheit E h r e i st u n- berührt. Nur ritterlicher Sinn hat die Entschicßung Euerer Königlichen Hoheit geleitet, wie dies zu unserer Genugtuung aus- drücklich von der anderen beteiligten Seite anerkannt worden ist. Um die unverändert bestehende innige, uns so sehr wertvolle Gemeinschaft auch für die Zukunft festzuhalten, bittet Euere König- liche Hoheit das Kapitel um gnädige Annahme der Ehrenmit- g l i e d s ch a f t des Ordens. In Ehrfurcht verharre ich Euerer Königlichen Hoheit untertänigst:! gez. Fürst»zu 5zohenlohe Ordcnsstatthalter im Namen des Ordenskapitcls." Seine Königliche Hoheit hat in einem Dankschreiben die Ehren- Mitgliedschaft angenommen. Die„beklagenswerten Ereignisse", von denen in diesem Schreiben ehrfurchtsvoll die Rede ist, bestehen darin, daß Eitel Friedrich Hohenzollern in„hochdesselben" Ehescheidungs- p ro z e ß vom Gericht als der allein schuldige Teil erklärt worden ist. Alles nähere weiß das Ordenskapiiel, wie es selbst zugib� Und deshalb wird„Se. Kgl. Hoheit" hoch- selbst zum Ehrenmitglied der feudalen Gesellschaft ernannt. Und Hochselbst haben Er diese Ehrung anzunehmen geruht! Es geht doch nichts über die wahre Sittlichkeit, wie sie sich in den hochfeudalen Kreisen in Reinkultur erhalten hat! lebhafte Gorse. Die heutige Börse eröffnete zunächst matt. Gehalten waren Rheinstahl und einige andere Spezialitäten, wie Hamburg-Süd und Farbwerte. Im weiteren Verlaufe wurde das Geschäft lebhafter und die Stimmung freundlicher, zumal der Geldmarkt außer- ordentlich leicht blieb und große Posten Geld überhaupt nicht unterzubringen waren. Von der Belebung prositierten am meisten Montan-, chemische und Schiffahrtspapiere. «huaörille ä la com*. Von Jodok. Gewiß läßt sich sagen, daß in Deutschland allerhand mit Attribu- ten behafteten Scheingrößen noch viel zu viel Ehrfurcht entgegen- gebracht wird, daß demokratisches Selbstbewußtsein sich noch lange nicht genügend durchgesetzt hat gegenüber allem möglichen Titel- imd liniforinenplunder. Aber wen* man doch feststellen darf,- daß hier und da die Fragwürdigkeit eines Wertes durchschaut worden ist, so ist in erster Linie das Adelsprädikat der Leidtragende gewesen. Kein Mensch trögt die Verantwortung für seinen Namen, und zweifellos gibt es sehr achtbar« Menschen unter Adeligen, die auf diese Eigenschaft dann steilich meistens keinen Wert mehr legen, aber mir wenigstens geht es so, daß ich mich, bei der Nennung«toes mir bis dahin unbekannten Adelsnamens, gegen mein instinktives Vor- urteil wehren muß, es mit einem Hochstapler zu tun zu haben, wiewohl ich wissen müßte, daß die raffinierteren unter ihnen längst der Zeitstinrmung Rechnung getragen haben und sich nicht mehr auf so plumpe Weise oerpuppen... Wenn wir unter diesen Umständen hören, daß es«ine„Deutsche Adelsgenossenschaft" gibt, so hat das etwas Rührendes an sich. Schon das Wort stimmt besinnlich. In Verbindung mit den Begriffen Kredit, Konsum, Erwerb, hat der der Genossenschaft einen vor- trauten Sinn, und es fallen einem die Namen Lassalle und Schulze- Delitzsch dabei ein. Adelsgenossenschaft aber klingt ein wenig noch Schlagsahne mit Hering. Burgruinenromantik vereint sich darin mit Bureauraumsachlichkeit, Raubritterhcrrlichkeit mit Kontokorrent- auszügen. Vor einigen Tagen hat die„Deutsche Adelsgenossenfchaft" einen großen Ball abgehalten. Exzellenz von Berg, dessen Phantasie sich nicht nur bei den Geldforderungen, die er im Namen seines Königs stellt«, sondern auch bei der Erfindung von Bezeichnungen frucht- bringend erweist und der sich demgemäß Adelsmarschall nennen läßt, präsidierte, und die Logen bogen sich unter der Klangfülle der frei- herrlichen, prinzlichen und prinzeßlichcn Titulaturen. Nun ist aber ein Ball schlechthin eine etwas unaristokratische Angelegenheit, und daher galt es, diesem besonderen Ball alle plebejische Hast zu nehmen, die Adeligen nur bei der Beteuerung ihrer Loyalität gegenüber Revolutionären in gefahrvollen Augenblicken wohl ansteht. Der modern« und laut« Charleston war deshalb verpönt, und die vornehme Quadrille ä la cour mit ihren Knixen und ihren sich aufbauenden und sich lösenden Ketten beherrscht« das Parkett und schuf Hof- olmosphäre. Unter den Teilnehmern sollen viele Geschäftsreisende und Bureaufräuleins gewesen sein, die, weit davon entfernt, über ihrem nv»:«n, ehrenvollen Beruf« den Zufall ihrer Herkunft von blaubrittern vergessen zu haben, an diesem Abend ihn wohl für ihr Wesentliches hielten und mit Schaudern an das Morgen dachten. Ja, er lebt noch, der deutsch« Adel, und er ist sich seiner Ouali-. täten bewußt. Früher vererbt« er die hohen Aemter unter sich und heute nur noch die Sehnsucht nach ihnen, von der wir hoffen wollen, daß sie aus dem Bereich der Schritt« und Tritt« einer Quadrille nicht hinausgelang«, da wir sonst jene gegen ihn einleiten und dies« ihm verabfolgen müßten. Künftlische Mensthen. Im Theater des Westen s sind„Kleine Leute" eingezogen: wie der Direktor der Truppe, Dr. Vittorio Podrecca, mit- teilte, fünfhundert an der Zahl, und dazu drciundzwanzig große. Aber man hüte sich, so obenhin von sünshundert Holzpuvpen zu sprechen, denen dreiundzwanzig Menschen Leben geben. Diese kleinen Geschöpfe auf der Bühne führen ein höchst intensives Dasein, und es wäre gar nicht weiter verwunderlich, wenn sie sich an dem rächen würden, der sie verächtlich macht. Vorläufig hat man sie allerdings nur von der allercrfreulichsten Seite kennen gelernt: sie ergötzten uns mit Barietökünstcn, mit Gesang und Tanz, und führten sogar eine ganze Oper aus.„Die schlafende Prinzessin", bezeichnender verdeutscht mit„Dornröschen", trotz einiger Abwcichun- gen von dem bekannten Märchen, ist eigens für Podreccas Puppen- bühne gedichtet und komponiert worden. Es ist ein Zeichen dafür. welche Achtung sein Marionettentheater bereits in Italien genießt, das O t t o r i n o R e s p i g h i die Musik zu diesem Werke schrieb. lind selbst der nicht sehr musikalifche Theaterbesucher muß spüre», daß diese Arbeit Respighi außerordentliches Vergnügen bereitete. Die Puppen werden mit ihren Aufgaben so gut fertig wie nur irgendwelche Bühnensterne, und die Koloratursängerinnen benehmen sich genau so selbstbewußt und die Tcnöro so dummeitel, wie manche ihrer Kollegen aus Fleisch und Blut. Wie gesagt, man soll die Fünfhundert nicht lästern. Es sind zu viele und außerdem find sie alle zu lebendig, gefährlich lebendig. Dos empfindet man mit leisem Erschrecken allerdings erst im Varietö- teil. Der kleine Negerakrobat, der da am Seil seine tollen Kunst- stücke macht und sich zwischendurch mit wilde» Schwüngen ins Publikum hereinschaukelt— könMe er nicht plötzlich loslassen und auf den nörgelnden Zuschauer losschnellcn? Niemand kann be- haupten, daß die Schnüre von der Decke her ihn zurückhatten. Die wenigen Fäden stehen in so gar keinem Verhältnis zu der unerhörten Beweglichkeit des Kleinen, daß sie ihn unmöglich hindern könnten, eine Handlung auszuführen, nach der es ihm gelüstet. Duldsam und freundlich unterhielt er uns auf„höheren" Befehl, gewiß. Aber in keiner Bewegung verleugnete er, daß er Charakter habe und daß er eine Persönlichkeit sei, die sich ihres Wertes bewußt ist. Und jeder andere der zierlichen Darsteller ist ebenfalls eine Erscheinung für sich, mit typischen— fast möchte man sagen unnachahmlichen— Gesten und Bewegungen, die den Aufführungen etwas beinahe Spukhaftes geben. Das„Theater der Kleinen" nennt sich die Truppe auf Italienisch. Verdeuscht hat sie ihren Namen in„Theater künst- licher Menschen". Dieser Titel gibt schon weit eher als der italienische eine Ahnung von seiner Bedeutung. Aber man muß schon einen Blick in die heitere und phantastische Spiegelwcll getan haben, um erschreckt zu begreifen, daß Podrecca hier an Stelle von Marionetten wirkliche Lebewesen konstruiert hat, wie sie der Phantasie eines E. T. A. Hoffmann entsprungen sein könnten. Tes. 75 Iohre Augenspiegel. Eine der größten Erfindungen auf dem Gebiet der Erkennung von Krankheiten ist vor dreiviertel Iabr- hundert gemacht worden: im Jahre 1851 konstruierte Helmholtz seinen Augenspiegel. Er ging von der Erkenntnis aus, daß sich das Aug« wie ein dunkles Zimmer verhält, in das man durch ein Schlüsselloch aus einem hellen Raum hineinsieht. Das Licht, das durch die Pupille ins Aug« fällt, gelangt nicht in das Auge des Beob- achters, und wenn man das Innere des Auges erleuchten will, so muß man konzentriertes Licht in das zu beobachtende Auge werfen und dann sein Auge in den Weg der Lichtstrahlen bringen, die aus dem beobachteten Auge zurückkehren. Helmholtz ließ also das Licht einer Lampe auf einen Spiegel fallen, der die Strahlen in das zu untersuchende Auge wirft. Um selbst das aus dem Auge zurück- kchrende Licht wahrzunehmen, durchbohrte er den Spiegel an einer Stelle. Die Lichtstrahlen, die durch die Oeffnung treten, gelangen dann in das Auge des Beobachters, der nun das Innere des zu untersuchenden Auges hell erleuchtet sieht. Mit diesem ebenso ein- faste» wie genialen Apparat hat der große Gelehrte die Augentunde auf eine ganz neue Grundlage gestellt und unzähligen eine Wobltat erwiesen. Das immer noch ,, unzüchtige" Zillebild. In der Berufungsver- Handlung gegen Professor Heinrich Zille sowie gegen Schristleitung, Verlag und Drucker des„Simplizissimus" vor der Große» Stras- kammcr des Stuttgarter Landgerichts wurde das Schösiengerichts- urteil vom 16. Juli ausgehoben und die damals Verurteilten trci- gesprochen. Gegen Professor Zille wird das Verfahren eingestellt. Dagegen bleibt es bei der ausgesprochenen Unbrauchbarmachung der beanstandeten Bilder. Di« Urteilsbegründung sieht zwar in den beiden Bildern, die der Simplizissimus seinerzeit veröffentlicht hatte und die den Anlaß zu dem Strafversahren gegeben hatten, eine objektive Unzüchtigkeit. doch könne den Angeklagten das Bewußtsein dieser Unzüchtigkeit nicht nachgewiesen werden. Motorische Kraft aus dem Meercswasser? In der Montag- litzung der Pariser Akademie der Wissenschaften berichtete der durch feine �orsthungen über flüssige Luft und synthetischen Ammoniak bekannte Gelehrte George Claude über eine Aufsehen erregende Neuentdeckung. Er will in der Lage sein, aus dem Meereswasstr durch Ausnutzuno der Temperaturunterschiede zwischen dem von den Tropen kommenden warmen Oberflächenwasser und den aus den Polarmeeren kommenden kalten Wasserinengen motorische Kraft zu gewinnen. Aus 1000 Kubikmeter warmen'und kalten Wassers pro Sekunde will er 400 000 Kilowait erzielen. Die Ehodowiecki-Vusstetluna in der Akademie der Künste am Pariser Diais wird auch am Bußtag von 10-5 Uhr geöffnet sein. �* �ännet-ÄffoTtgoetrin.Namenlos- gibt am Totensonntag 7 Ubr m�aalda» Friedrichsham ein Konzert nutcr Mitwirkung de? van Laar» Das Rundsuvkmovopol iv Englaad. Tec englische Postministcr ersiall�e im UnlerhauS nochmals Bericht über die britische Nundsuntgesellsibosi vi? im Januar nächsten Jahres alS einziger nationaler Konzern den Rundfunk ouSuben wird. Er führte u. a. au«, daß die neue Rundfunkgeselllchasl niil und�zu�verbrntul. u�� ausgestattet sei. Meldungen zu sammc'n Das glorifizierte Wohnungselenö. Dichtung und Wahrheit über russischen Wohnungsbau. Die Entdeckungsreisen der Auslandsdelegiertcn in Rußland fördern immer neue Ueberraschungen zutage. Neuerdings hat sich die Delegation der englischen Bergarbeiter, die ihre Aus- inerksamkeit in erster Linie dein bergbaulichen Donezgebiet geschenkt hat, ganz besonders sur die Erfolge des Wohnungsbaues in der Sowjetunion begeistert. In de: öffentlich abgegebenen schriftlichen Abschiedserklärung der Delegation heißt es wörtlich: „In allen Jndustriebezirken werden wirksame M a ß- n a h m e n zur Lösung der Wohnungsfrage durchgeführt. Di« Arbeiter werden in der größtmöglichsten Eile aus ihren baufälligen Suiten— der Erbschaft des alten Regimes— in bequeme Wohnhäuser übergeführt. Dort wo sich die Uebersicdlung aus ver- schiedenen Gründen verzögert, werden Versuche gemacht, die Wohnverhältnisse günstiger zu gestalten: die Arbeiterwohnungen erhalten elektrisches Licht, cheizungscinrichtungen usw. Gleichzeitig werden neue Heime für alleinstehende Männer und Frauen cinge- richtet, was wesentlich jzur Linderung der Wohnungsnot beiträgt, die durch den ständigen Lustroin neuer Arbeiter nach'den Industrie- Zentren hervorgerufen wird."(„Trud" vom Oktober.) Demgegenüber muß betont werden, daß der Wohnungsbau in Rußland, trotz seiner wesentlichen Zunahme in den letzten zwei Jahren, immer hinter dem Zuwachs der Bevölkerung zurückbleibt. so daß das Wohnungselcnd sich immer mehr verschärft. So ist nach den Angaben des Ausschusses für staatliche Planwirtschaft(„Gosplan") die durchschnittliche Wohnfläche pro Kops der Bevölkerung in den Städten der Sowjetunion von 12,8 Quadratarschin») im Jahre 1923 auf 11,3 Quadratarschin im Jahre 1926, d. h. rund um 10 Proz., in Moskau entsprechend von 12 auf 10,1 Quadratarschin, d. h. rund um 16 Proz., gefallen. Im Jahre.1927 wird eine weitere Derminde- rung der durchschnittlichen Wohnfläche pro Kopf der Bevölkerung erwartet, und erst 1928 oder 1929 hofft man. diesem Prozeß der Per- schlechterung der Wohnungsverhältnisse Einholt zu gebieten(siehe „Planowoje Chosjaistwo", August 1926, S. 39). Der Zufall wollte es, daß die Veröffentlichung der oben zitierten Erklärung der englischen Bcrgarbeitcrdelegation mit dem Abschluß einer Untersuchung des russischen Bergarbeitervcrbandes über die Wohniingsvcrhältnisse im Donezgebiet zusammenfiel.„Trud" (vom 17. Oktober) veröffentlicht die Ergebnisse dieser Untersuchung in einem der wichtigsten Bezirke des Gebietes, im Bezirk Lugonsk: „Die fünf Bergwerksreviere des Lugonsker Bezirks zahlen insgesamt 61 Heime für Alleinstehende und 13 kleinere Familien- Häuser. Von der Gesamtzahl der Heime befinden sich nur 22 in einem vcrhältnisniähig wohnlichem Zustande, die anderen sind für Wohnzwecke wenig geeignet. Selbst Tische sind nicht überall vor- Händen, und die Arbeiter sind gezwungen, ihre Mahlzeiten a u f dem Fußboden oder auf den. Pritschen sitzend zu ver- zehren. In dem Arbeiterinnenheim der Worowski-Zechen ist das Dach noch seit dem Sommer abgedeckt, die Zimmerdecken befinden sich in einem solchen Zustande, daß sie keinen Schutz gegen Wind und Wetter bieten. Manche Heime sind derart überfüllt, daß die Ar- bciter gezwungen sind, unter den Pritschen zu schlafen. Die Einrichtung der Kasernen ist äußerst dürstig. Waschvorrichtun- gen sind entweder überhaupt nicht vorhanden oder be- finden sich in einem unbrmichdaren Zustande. Es inangelt auch an sauberem Wasser, da die Wasserleitungen nicht funktionieren. Trotz des Herannahens des Winters sind die Türen nicht instand gesetzt und können nur mit Hilfe von drei Persoeu geöffnet wer- den. In den Wänden befinden sich durchgehende Risse, in manchen Heimen ist der Fußboden aus Zement, was zu ständigen Erkäl- tungen führt. Auch die Beleuchtung in den Heimen läßt viel zu wünschen übrig... Man soll nicht etwa glauben, daß wir es hier mit einer Aus- nähme erscheinung zu tun haben. Mit dem Herannahen des Winters kommen ähnliche Klagen aus allen Tellen des Landes.„Die neuen Wohnungen sind schlechter als die alten," schreibt man dem„Trud".(vom 13. Oktober) aus Kineschma(Gouvernement Kostrama, ein Mittelpunkt der Textilindustrie), und es wird hier ein Bild geschildert, welches die oben erwähnten Verhältnisse im Donezgebiet noch weit in den Schatten stellt. Aehnlich wird aus dem Gouvernement Wladimir berichtet(„Trud" vom 19. Okto- der). In Baku werden die den Naphthabctrieben gehörenden Ar- bcitcrhäuscr nicht instand gesetzt, so daß sie„in einen solchen Zu- stand geraten sind, daß viele von ihnen überhaupt nicht mehr instand gesetzt werden können...(„Trud" vom 22. Oktober.) In Simferopel läßt sich folgendes Ergebnis des kommunalen Wohnungebaues ver- zeichnen:„Die Dächer sind nicht wasserdicht, die Türen sind einge- trocknet und lassen sich nicht schließen, die Oesen rauchen, an den Fenstern fehlen sämtliche Riegel zum Schließen"(„Trud" vom 22. Oktober). Bei dem Wohnungsbau in Dniepropetrowst(Iekateri- noslaw) herrschen Mißstände, die einer Beschreibung spotten.(„Trud" vom 13. Oktober.) Diese Mitteilungen sind nur einigen Nummern einer ein- zigen Zeitung entnommen und könnten nach Belieben vermehrt werden. Ob sie die Rußlandreiscnden veranlassen werden, das Woh- nungsproblem in Rußland mit größerem Ernst zu behandeln? *) Ein Quadratarschin=% Quadratmeter. Die Berliner Neu- wohnungen haben mindestens 60 Quadratmeter, pro Kopf also 13 Quadratmeter. Das ist das 2s4fache des russischen Ideals. Die Dereinigunz üer Entwaffnungsfragen. Vor der Einigung. Paris, 16. November.(Eigener Drahtbericht.) General Walch wird in kurzer Zeit auf seinen Berliner Posten zurückkehren. An den Pariser zuständigen Stellen erklärt man die Nachricht, nach welcher der General mit einer speziellen Mission von der Bot- schafterkonferenz beauftragt sei, für unbegründet. Seine Rück- reise nach Berlin sei mir den schwebenden Verhandlungen über die Ersetzung der interalliierten Militärkontroll« durch die Völkerbunds- konirolle nicht in Zusammenhang zu bringen, um so weniger, als der größte Teil der Fragen, die Deutschlands Abrüstung be- treffen, vor allem die des Oberkommandos, als gelöst angesehen werden können. Di« Regelung mehrerer noch ausstehender Fragen, so die der militärischen Ausbildung der Iugendverbände und der Auslösung der nationalistischen Geheimorganisationen, stehe u n- mittelbar bevor. Außerdem lege die Botschafterkonferenz Wert darauf, vor der Abberufung der Interalliierten Kontrollkommission auf dem Wege diplomatischer Verhandlungen mit der deutschen Re- gierung die Kompetenzen der neuen Völkerbundskommission genau festzulegen._ Amerika hat es besser. HauShaltsüberschüssc und Steuerermäßigung. New Port. 16. November.(WTB.) Der Schatzsekretär teilt mit, daß der Budgetüberschuh im nächsten Jahr voraussichtlich über 300 Millionen Dollar betragen wird. Die Einkommenfteuerzahlun- gen werden um IS Proz. für da, nächste Jahr herabgesetzt. Denunziationen gegen Erwerbslose. Man ist im 51lcinlichcn gros;. Zahlreichen Erwerbslosen, die längere Zeit Erwerbslosenunter- stützung empfingen, ist nach plötzlicher Entziehung der Unterstützung in den letzten Wochen und Monaten von der zuständigen Fürsorge- stelle ein formulannäßiger Beschid folgenden Inhaltes zugegangen: „Sie werden hierdurch aufgefordert, die für die Zeit vom... bis... zu Unrecht bezogen« Erwerbslofenhilfe mit... M. binnen 14 Tagen an die Kasse der Erwerbslosenhilse... bei Vermeidung zwangs- weiser Eintreibung, durah welche Ihnen nur erhebliche Kosten cnt- stehen würden, zurückzuzahlen, andernfalls Strafantrag ge- stellt wird." Der Druck solcher Formulare beweist schon ihre häufige Verwendung. Die Rückzahlung wird zuweilen i n Höhe von mehreren Hundert Mark gefordert und die Strafanzeige angedroht auf der Grundlage unverantwortlicher, ge- hässiger Denunziatwnen, die selten eine Unterschrift tragen. Sie gehen aus von mißgünstigen Personen, die angeben, daß der Unter- stützungsempfänger oder ein Angehöriger seiner Familie irgendwo gearbeitet hat. Es ist doch längst bekannt, daß ein« Familie nur von der Erwerbslosenunterstützung nicht leben kann. Rechnet man für Mann, Frau und ein Kind wöchentlich rund 16 M. Unter- stützung, so bleiben noch Abzug der Miete wöchentlich knapp 10 M. für drei Menschen. Um nicht halb zu verhungern und durch hochgradige Unterernährung krank zu werden, muß also jede Gelegenheit, die ein paar Groschen Verdienst«inbringt, wahrge- nonnnen werden. Es geht nicht an, solche geringfügige Verdienst- Möglichkeit mit Strafanzeige wegen Betruges zu bedrohen. Geradezu grotesk muß es erscheinen, in solchen Fällen die Rückzahlung von mehreren Hundert Mark binnen zwei Wochen zu fordern. Beispiels- weis« denunziert««in« freundlich« Nachbarin einen Erwerbslosen, weil dessen Ehestau für die nähere Bekanntschaft ein paar Hüte garnierie. Ein anderer wurde angezeigt, weil er seiner Ehefrau beim Annähen von Knöpfen half. Einem dritten Erwerbslosen wurde mit dem Staatsanwall gedroht, weil er in seiner kleinen Keller- Werkstatt mangels lohnender Austräg« Muster arbeitete, die nichts einbrachten. Prüfer der Fürsorgestellen untersuchen jeden Einzel- fall, wollen sich aber nicht innner überzeugen lassen, wie traurig es in den denunzierten Familien aussieht. Muß denn überhaupt Wert gelegt werden auf jede anonyme, also feig« Denunziation? Muß nicht, da die Erwerbslosenunterstützung viel zu niedrig ist, ange- messener Spielraum für Gelegenheitsverdienst gelassen werden? Ge- wiß kommen unberechtigt« Ausnutzungen der Fürsorge vor, aber man soll deshalb nicht übermäßig mißtrauisch werden und nicht f ö rm- l i ch Jagd machen ernf Erwerbslose, die, anstatt untätig herumzulungern, froh sind, sich eine gelegentliche kleine Zubuß« zur Unterstützung verdienen zu können. Nachspiel zum Lützow-prozeß. Ein Schöffe wegen Sittlichkeitverbrechens verurteilt. Vor dem Erweiterten Schöffengericht Lichterfelde, hatte sich der 49jährige Gärtner Georg Kohl aus Dabendorf bei Zossen wegen der Anklage zu verantworten, in drei Fällen, in den Iahren 1919, 1924 und 1926 unzüchtige Handlungen mit Mädchen unter 14 Iahren vor- genommen, bzw. versucht zu haben. K. war Schöffe im Lützow- Prozeß. Die letzte seiner Straftaten fällt in die Zeit, in der er als Schöffe im Lützow-Prozeh tätig war. Die Verhandlung, die auf 10-- Uhr angesetzt war, begann wegen der längeren Dauer der vor- hergehenden Strafsachen erst kurz nach 1 Uhr mittags. Bekanntlich hatte die Verteidigung im Lützow-Prozeß den Schöffen Kahl, der jetzt der KPD. angehört, wegen Voreingenommen- hell gegen von Lützow beanstandet, da er geäußert hat, das Gericht niach« viel zu viel Umstände mit Freiherrn von Lützow,«in Arbeiter wäre schon längst zu«in paar Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Da Amtsgerichtsrot F« u ß n e r, der seinerzeit den Lützow-Prozeß als Vorsitzender leitet«, sich für befangen erklärt hatte, wurde die Verhandlung von Amtsgerichtsrat K u m b i e r, der als Beisitzer im Lützow-Prozeß fungiert hatte, geleitet. Den Antrag des Staats- anwalts auf Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlichkeit, dem vom Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Ludwig Meyer, widersprochen wurde, lehnte das Gericht ab. Der erste zur Anklage stehende Fall liegt schon über sieben Jahre zurück. Im August 1919 soll Kahl die damals beinahe 14jährige Martha Z., jetzige Frau H., unsittlich berührt haben. Das Verfahren war damals von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden, da der Vater der Z. den Straf- antrag auf Bitten des Angeklagten zurückgenommen hatte. Im zweiten Fall« aus dem Jahre 1924 betreffs der damals 12jährigen Berta Pl. handelt es sich nur um einen Versuch. Der dritte Fall, von dem das ganze Verfahren seinen Ausgang genommen hat, ist der der jetzt lliährigen Elsbeth R. vom 3. Juni d. I. Der Staats- anwalt beantragte nach ö�stllndiger Verhandlung und der Ver- nehmung einer großen Anzahl sich zum Teil widersprechender Zeugen wegen des ersten Falles 6 Monat«, wegen des zweiten 2 Monate und wegen des dritten Falles 1 Jahr Gefängnis, die er auf«ine Gesamtgefängnisstras« von einem Jahr drei Monaten zusammen- zuziehen bot: außerdem beantragt« er drei Jahre Ehrverlust und stellte dem Gericht an he im,«inen angemessenen Teil der seit dem 21. August 1926 bestehenden Untersuchungshaft auf die Strafe an- zurechnen. Nach üstiindigcr Beratung verkündete Amtsgerichtsrat Kimibier das Urteil. Es lautete auf Freispruch bezüglich des ersten Falles, der schon über 7 Jahre zurücklieg« und nicht ausreichend aufgeklärt werden könne. Bezüglich des zweiten und dritten Falles dagegen mußte wegen vollendeten Sittlichkeitsverbrechens nach§ 176 Abs. 3 des Reichsstrafgesetzbuches Verurteilung erfolgen, wobei das Gericht berücksichtigt hat. daß der Angeklagt« sexuell sehr leicht er- regbar ist und ihm deshalb mildernde Umstände zugebilligt hat. Sonst hätte auf Zuchthaus erkannt werden müssen. Der Angeklagte wurd« zu einer Gesamtstrafe von 7 Monaten Gefängnis verurteilt, von denen 10 Wochen durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden dem Angeklagten auf die Dauer von 2 Jahren aberkannt. Dem Angeklagten wurde ein« Bewährungsfrist für den Rest der Strafe in Aussicht gestellt, falls die noch anzustellenden Ermittlungen günstig sein sollten. öeftätigung öer neuen Magistratsmitglieöer. Die neugewählten vier Magistratsmitglieder, Stadtkämmcrer Dr. Lange, Stadtbaurat Wagner, Stadtschulrat N y d a h l und Stadtrat Reuter sind heute vormittag vom Ober- Präsidenten von Berlin bestätigt worden. Sie werden am kommenden Donnerstag in der ordentlichen öffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vor Eintritt in die Tagesordnung durch Oberbürgermeister Böß und Stadtverordnetcnvorsteher Haß in ihre Aemter eingeführt werden. Kutisker tobt. In dem Prozeß gegen Iwan Kutisker und die Geheim- röte Rühe und H e l l w i g ereignete sich heute ein Zwischenfall. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Wartenberger, wollte zunächst in die Beweisaufnahme eintreten und den Sachverständigen Geheimrat Rugge von der Staatsbank über den Umfang der von Kutisker bezogenen Devisen hören. Als der Vorsitzende vorher noch an Kutisker die Frage richtete, woher er die Devisen habe, richtete sich der Angeklagte auf und schrie das Gericht in einem Wutanfall laut an:„Ich habe 7 Jahre Zuchthaus bekommen und werde in der Charitä ermordet." Der Charit«- arzt Dr. Bansin erklärte auf Befragen, daß Kutisker 38,3 Grad Temperatur habe. Erregt riefen die Frau und der Sohn des Ange- klagten dazwischen:„Das ist nicht richtig, er hat 39 bis 40 Grad gehabt." Amisgerichtsrat Wartenberger versucht, den immer noch tobenden Kutishcr zu beruhigen, er möchte doch hier ruhig verhandeln lassen, denn es handele sich doch um eine geringfügige Sache, die endlich erledigt werden müsse. Er möge sich zusammen- nehmen. Kutisker richtete sich von neuem auf der Tragbahre hoch und schrie immer wieder:„Sieben Jahre Zuchthaus, und in der Charit« ermordet man mich. Das ist schlimmer als in Asien. Ich 'habe so viel für Deutschland getan— und 7 Jahrs Zuchthaus." Auf Befragen von Justizrat Dr. Werths u er äußerte der Sach- verständige Dr. Bansin, daß Kutisker im Augenblick nicht vrr- handlungsfähig fei, er riet zu einer halbstündigen Unterbrechung, damit Kutisker sich beruhige. Nach Ablauf der Pause sragten die Verteidiger Kuiiskers, Justizrat Dr. Werthauer und Rechtsanwcilt Dr. Rübell, nochnials den Sachverständigen, ob Kutisker jetzt ver- handlungsfähig sei. Der Sachverständige riet nunmehr, für heute die Verhandlung abzubrechen. Justizrat Dr. Werthauer verwies dann darauf, daß Kutisker ja sich zur Änkloge schon geäußert habe, so daß seine Anwesenheit nicht notwendig sei, und ob man nicht in seiner Abwesenheit weiter verhandeln könnte. Justizrat Dr. Löwenstein hielt das nicht für angängig, da Kutisker trank fei. Auch der Vorsitzende war der Meinung, daß ohne Kutisker nicht verhandelt werden könne, solange er behaupte, krank und verhand- lungsunfähig zu fein und nicht freiwillig fern bleibe. Dagegen will der Vorsitzende mit der 2. Großen Strafkammer, der Beschluß- kammer des Landgerichts l, verhandeln, ob nicht dem Wunsche Kutiskers Rechnung getragen werden könne, ihn wieder in das Unter- fuchungsgefängnis zu überführen. Dann wurde die Verhandlung auf Donnerstag früh 9sh Uhr vertagt. Der Helfer ües Juwelenräubers Spruch. In der Westpriegnitz ergriffen? Zu dem großen Juwelenraub in der Tauentzienstraße, der seinerzeit tagelang die Oeffentlichkeit beschäftigte, scheint es jetzt noch ein Nachspiel geben zu wollen. Damals wurde schon mitgeteilt, daß man von vornherein die Vermutung hegte, Spruch müsse noch einen männlichen Helfershelfer gehabt haben. Cr gab denn endlich auch zu, daß ein junger Mann, den er unter dem Spitz- namen„Schmiedcpaul" kenne, mit ihm zusammen den Raub aus- geführt habe. Er erzählte, daß dieser Mann, der nach den Ermittlungen der Kriminalpolizei G e r l a ch heißt, von ihm 23 M. erhalten habe und damit auf die Walz« gegangen sei.„Schmiedepaul" sollte dann auch bald hier, bald da aufgetaucht sein. Endlich hieß es, er fei über die polnische Grenze entkommen. Die Nachforschungen der Berliner Kriminalpolizei, die alle Landposten und Polizeibehörden in der Provinz und im Reiche mit einer genauen Beschreibung des flüchtigen Gerlach versah, scheinen jetzt Erfolg gehabt zu haben. Wie uns aus Karftedt in der Westpriegnitz telephoniert wird, . trat dort vor einiger Zeit bei dem Landwirt Roehr ein junger � Mann als Knecht in Dienst. Cr wies sich mit einer Quittungskarle auf den Nomen Hoffmann aus. Der neue Knecht wußte seine, polizeiliche Anmeldung immer wieder hinauszuschieben. Endlich aber drängte der Arbettgeber energisch. Jetzt siel dem Landjäger Büthc, der die Papiere nachprüfte, auf, daß die Beschreibung des Knechtes mit der des gesuchten Gerlach übereinstimmte, die Größe sowohl wie die schinächtige Gestalt und das runde bartlose Gesicht. Aber nicht das allein, auch das Geburtsdatum, der 13. Oktober 1903, und der Geburtsort Niederhof bei Breslau, sind auch die des Ger- lach. Der Verdächtige wurde hierauf festgenommen. Der Landjäger setzte telegraphisch die Berliner Kriminalpolizei in Kenntnis. Diese entsandte sofort zwei Beamte nach Karftedt, die den Festgenommenen hierher holen werden. Der junge Mann, der sich als Knecht ganz gut bewährte, aber durch die Hinauszögerung der Anmeldung Per- dacht erregte, bestreitet, Gerlach zu fein, den Juwelenräuber Spruch■, zu kennen und mit dessen Tat irgendetwas.zu ttm gehabt zu haben. Begünstigung von Tasthenüieben. Ein Polizei-Tkandalprozeß in Leipzig. Das Kapitel„Kriminalpolizei und Taschendiebe" ist nicht neu. Und wie schon früher in Moskau und in Warschau, so waren es auch in Leipzig polnische Taschendiebe, die die Kriminalbeamten zu Fall brachten. Anstatt daß sie den Kriminalbeamten ins Garn liefen, liefen ihnen die Kriminalbeamten ins Garn. Neben fünf, internattonalen Taschendieben sind es nun vier Beamte, diä. vor einigen Tagen vor dem Schöffengericht Leipzig wegen passiver, Bestechung, Veamtenunterfchlagung, Beihilfe� zum Bandendiebstahl, Hehlerei, schwerer Urkundenfälschung und J Betrug erscheinen mußten. Ein Beamter hat sich das Lebens genommen. Ein anderer Beamter und ein Taschendieb sind bereits � abgeurteilt, einen weiteren Taschendieb gelang es, zu entfliehen.* Die Hauptfigur auf der Anklagebank bildet der Kriminalhaupiwacht- meifter R u v e l. Er will durch den Kriminalbeamten Grimm, der sich durch Selbstmord dem Gericht entzogen hat, aus die schiefe j Ebene gebracht worden sein; dieser soll ganze sieben Jahre lang den � Begünstiger von Taschendieben gespielt haben. Den Höhepunkt erreichte gewissermaßen das verbrecherische Spiel der fl Beamten während der Herbstmesse 1 924 in Leipzig. Gleich-' zeitig mit den Meldungen der Firmen bei dem Leipziger Messeamt i, liefen bei den Kriminalbeamten von Berliner Taschendieben Mel- düngen über ihre geplante Tätigkeit während der Messe ein. Damit das Geschäft sich reibungslos abwickele, wurde im Cafe Corf»-z zwischen Dieben und Kriminalbeamten eine Konferenz ab-) gehalten und den einzelnen Kolonnen bestimmte Kriminalbeamte � zwecks Beaufsichtigung, d. h. Begünstigung, zugeteilt. Die Dieb«- wurden zwar verhaftet, hinterher aber freigelassen. Die ganze' Beute sollte in einen gemeinsamen Topf geworfen werden. Nach s gelungenen Coups wurde zusammen gekneipt usw. Ruvel be- s hauptet, daß auch der Kriminalrat Fischer mit den Dieben ge- � meinsame Sache gemacht habe. Auf dessen Veranlassung Hab« er, nachdem der frühere Verbindungsmann vom Krimjnalrat Fischer als nicht mehr geeignet betrachtet wurde, einen neuen Verbindungs- mann finden sollen. In der Person des Angeklagten E k r e b n i k hatte Ruvel den erforderlichen Verbindungsmann gesunden. Ruvel soll es auch gewesen sein, der die Kriminalbeamten G r o. n d k e und Schüft er au den Begünstigungen teilzunehmen, veranlaßt hätte. Ruvel hat übrigens auch in Berlin mit Taschendieben konferiert. Interessant waren die Aussagen des Angeklagten Krandke. Als er einen Taschendieb und Brillantennepper für 3 0 0 M. freigelassen hatte, blieb ihm nichts anderes übrig, als in gleicher Weife auch gegenüber einer internationalen Gaunerin Bosnowska � zu verfahren,' als die ihm erklärte: Du hast dem Brillantennepper geholfen, jetzt hilf mir nun auch. Der Prozeß dürste etwa drei Wochen in Anspruch nehmen und wird augenscheinlich ganz uner- wartete Einblicke in die Tätigkeit der Kriminalpolizei und der inter- nationalen Taschendiebe gewähren. Groß-berliner parteinachrichten. DI« Konferenz oller Obleuke und Mitglieder der Kreisbikdungs- ausfchüsse findet im Fraktionssaol der SPD.-Fraktion des Land- tagcs, Prinz-Albrccht-Strahe, heute abend 7s£ Uhr statt. «> Zuugsozi-Ustea Gruppc Ritte. Morgen, Bußtag, Wanderung nach Bernau. Treffpunkt morgens T/t Uhr, Stettiner Borortdahnhof. Sesthästliche Mitteilungen. Aua Anlaß-der einjSbngen Wiederkedr des Enoeiterungsiimbaucs der!Zir«» Wilhelm Joseph, Berlin-Schöneberg, Hauptstraß« tkZ. hat dieselbe sich enlsiiiloffen. aus allen Abteilunge» vorleilhaNe Oualilälewaren*» skrtraprelscn flu oerlauic». Diese großziigige TertaussveranffaUung sieht sllr AuaUtLIjwaren derart dillige Preise vor, daß es sich empfiehlt, sllr da» Weihnachtofest schon jetzt den Bedarf zu decken. Wir ditten um Beachtung de» heutigen Preiainserai». Die berufstätigen in Deutj�lanö. Vorläufiges Ergebnis der Berufszählung. Aus den bis jetzt veröffentlichten Ergebnissen der Berufszählung geht hervor, daß die Zahl der Erwerbslose» seit der letzten Zählung im Jahre 1907 ganz gewaltig g e st i e g c n ist. Ucberall ist eine Zu- nähme der erwerbstätigen Bevölkerung im Verhältnis zur Gc- sonubevölterung zu verzeichnen. Auffallend ist an dem statistischen Material, daß uberall da die Zunahme der Erwerbstätigen sehr groß ist, wo die industrielle Entwicklung erst später einsetzte. Der Prozentsatz der Erwerbstätigen an der Gesamtbeoölkerung betrug: 1907 1925 Bahern........... 51,7 53,7 Württemberg......... 40,4 59,6 Oldenburg.......... 42,0 51,6 Anhalt........... 40,4 46,8 Hamburg.......... 46,2 50,9 Lübeck............ 43,5 47,4 Daraus geht hervor, daß in Württemberg und Oldenburg die Steigerung seit dem Jahre 1907 rund 10 Proz. beträgt, in Anhalt 6 Proz, und in Bayern 2 Proz. Hamburg und Lübeck haben eine Steigerung von 4 Proz. zu verzeichnen. Der Prozentsatz ist durch- schnittlich erheblich höher, als er bei den Zählungen im Jahre 1882, 1895 und- 1907 festgestellt wurde. Er betrug: 1882.......... 41,9 Proz. 1895........... 42,7, 1007........... 45,5 3» diesen Zahlen spiegelt sich die Grundtendenz der kapital:- slischen Entwicklung wider. Der Mittelstand geht unaufhaltsam seiner Vernichtung entgegen, das Proletariat schwillt zahlenmäßig immer stärker an, die Bedingungen des Kampfes ums Dasein werden immer mehr oerschärst. Die Familie wird zerrüttet, die Hauswirtschaft wird zerstört, die kleinen Existenzen erliegen der Konkurrenz. Eine eingehende Betrachtung des Bcrufszählungser- gebniises mit abschließendem Urteil ist erst möglich, wenn das ge- samte Material, namentlich aber der großen industriellen Gebiete Preußens und Sachsens vorliegt. Es ist festzustellen, in welchem Maße in den Gewerben, im Handel und Berkehr und in der Landwirtschaft die Zunahme der Erwerbstättgen vor sich ging. An den bisherigen Ergebnissen läßt sich folgendes ermittelri. In Bayern waren von 100 Erwerbs- tätigen in der Landwirtschaft tätig im Jahre 1907 49,7, im Jahr« 1925 43,7, Rückgang 6 Proz.: in de» Gewerben 1907 29,9, 1925, 35,4, Zunahme 5,4 Proz. Im Handel und Ver- kehr beträgt die Zunahme 1,5 Proz., in den häuslichen Be- rufen hat sich die Zahl der Erwerbstätigen um 0,6 Proz. ver- mindert und in den freien Berufen und bei den Personen in öffentlichen Diensten ist eine Verminderung von 2,4 Proz. eingetreten. In Oldenburg hat die Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft von 43,4 Proz. auf 46,2 Proz. z u g e- n o m m e n, während in den Gewerben ein Rückgang von 33,4 auf 29,9 zu verzeichnen ist. In Württemberg hat die landwirtschaftlich erwerbstätige Bevölkerung um 3 Proz. a b g e- nommcn, in Anhalt um 4 Proz. Eine große Zunahme ist bei der E r w e r b s t ä t i g k e i t der Frauen festzustellen. In Württemberg ist der Anteil der er- werbstätigen Frauen an der weiblichen Bevölkerung von 36,1 Proz. im Jahre 1907 aus 50,0 Proz. im Jahre 1925 gestiegen. In Bayern stieg die Zahl der weidlichen Angestellten von 4.3 000 im Jahre' 1907 auf 148 000 im Jahre 19?5, die Zahl der Arbeiterinnen von 343 000 yus 406 009. Prozentual ist die Steigerung gewaltig größer als bei den Männern. Der Krieg und die nachfolgende Inflation hat die 'Frau in dos Erwerbsleben hineingeworfen, die schlechte Bezahlung der männlichen Arbeitskrast hält sie heute darin fest. Wie groß die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland über- Haupt ist, das wird erst feststehen, wenn die gesamten Ergebnisse der Volks-, Berufs- und Gewerbezählung vom Jahre 1925 vor- liegen. Es ist jedenfalls mit einer erheblich größeren Ziffer als im Jahre 1907 zu rechnen. Das Proletariat in Deutschland hat sich gewaltig vermehrt. Gewerkschaften unü SPD. kämpfen. Tie KPT- schimpft. Während die KPD. ihre T h« a t e r ve r a n sta l t u n g des sogenannten Kongresses der Werktätigen vorbereitet, haben die Ge- werkschaften, unterstützt von der Sozialdemokratischen Partei, eine großzügig« Aktion eingeleitet, die das Ziel hat, den Cr- »verbslefen durch Erhöhung und Berlängerung der Unterstützungssätze bzw. der Bezugsdauer der Erwerbslosen- s ü r f o r g e und durch Einreihung in die Produktion tatkräftig zu helfen und gleichzeitig das Ueberftundenwefen zu beseitigen und den Achtstundentag überall wieder herzustellen. Diese Aktion hat schon greisbare Resultate gezeitigt. Es ist den Gcrverlschaften mit Hilf« der sozialdemokratischen Reichstagssrakiion gelungen, die Unterstützungssätze um 10 und 15 Proz. zu erhöhen und di« Bezugodauer zu verlängern. Auch die Aktion zur Wieder- Herstellung des Achtstundentages nimmt«inen erfreulichen Fortgang. Obwohl die Unternehmer sich hartnäckig der Wiederherstellung des reinen Achtstundentages widersetzen, kann man doch sagen, daß deren Argumente heute nicht mehr verfangen. Die Oeffentlichkeit nimmt mit wachsender Sympathie für die Forderung der Gewerk- schaften Stellung. Es ist den freien Gewerkschaften gelungen, in dieser Frag« ein« Einheitsfront der gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen aller Richtungen lierbeizufichren. Die Regierung, di« anfänglich auf das Arbeitsschutzgesetz verwies und eine Vorwegnahm« der Regelung der Arbeitszeit ablehnte, hat nunmehr den Gewerkschaftsvertretern gegenüber erklärt, daß sie zu der Frage eines Notgesetzes zur Wiederherstellung des Achtstundentages jetzt Stellung nehmen werde. Gleichzeitig mit diesem Druck auf die gesetzgebenden Körper- schaften und die Reichsregierung führen die Gewerkschaften eine direkte Kampagne, um den Mißbrauch mit den Ueberstunden zu beseitigen. Sowohl im Ruhrbcrgbau wie im mitteldeutschen Braun- kohlenbergbau, wo sich die Ueberschichten zu einem sozialen Ver- höngnis und zu einem wirtschaftlichen Skandal ausgewachsen haben, hat der Bergarbeiteroerband jetzt eine energische Aktion unter- nonnnen, die, wie wir gestern bereits meldeten, im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau zu dem Beschluß geführt hat, das Mehvarbeits- zeitabkommen, das den Arbeitern durch verbindlichen Schiedsspruch aufgezwungen worden ist, zu kundigen. Wenn es der KPD. wirklich nur im geringsten ernst wäre um die Vertretung der Interessen der Arbeiter, so würde sie diese Aktion der Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei unter- stützen. Statt dessen bemüht sich die„Rote Fahne", die verant- wortlichen Führer der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie auf das unflätigst« zu beschimpfen und zwar gerade weil diese den Kampf für den Achtstundentag führen. Di« KPD. kann nichts anderes tun, als hinter dem Wagen der Gewerkschaften und der SPD. keifend cinherlaufen. Daraus kann aber auch jeder ersehen, we r den Kampf für die Arbeiterschaft führt. Generalversammlung üer Majchiniften unö Heizer. Die Generalversammlung der Geschäftsstelle Berlin des Zentral- Verbandes der Maschinisten und Heizer am Sonntag im Gewerk- schaftshaus war die erste, die aus Delegierten gebildet war. Die Mitglieder haben sich lange gegen die Einführung des Delc- giertensyftems gesträubt, ober schon diese erste Vertreter- Versammlung hat auch die Gegner überzeugt, daß so am besten gedeihliche Gewerkschaftsarbeit geleistet werden kann. Nur die Dauer der Versammlung war noch zu lang. Die sieben- stündige Debatte wurde trotzdem sehr sachlich geführt und zeitigte große Einmütigkeit in den Beschlüsse». Den Geschäftsbericht erstattete R c i» c s c l d, der zunächst über die Lohnbewegungen>n den verschiedenen Branchen und Industrien berichtete. Die Bewegungen wurden alle erfolg- reich durchgeführt. Redner ging dann aui di« letzte Tagung der Berbandsinstanzen Ende Oktober in Dresden ein. Dort wurden auch die V e r s ch m e l z u n g s b e st r e b u n q e n behandelt und die Stellungnahme der Konferenz in einer Entschließung zusammen- gefaßt, die besagt, daß die Konserenz grundsätzlich damit ein- verstanden ist, daß die aufgenommenen Verhandlungen mit dem Deutschen Verkehrsbund, dem Einheitsvörband der Eisenbahner und dem Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiler weiter geführt werden sollen, und als Ergebnis der Verhandlungen wird erwartet, „daß die Eigenart unseres Berufes und der Berussinteresien, der bisher gepflegten Tarifpolitik und der Berufsbildungscinrichtungen in allen ihren Teilen im Rahmen der„Vereinigten Verbände" e r- h a l t e n b l e i b c u. Es muß Vorsorge getroffen werden, daß in 1>er Großorganijation die organisatorijchen Einrichtungen unseres Verbandes entsprechend der Bedeutung unseres Berufes zu? Geltung kommen, und die sozialen Einrichtungen der Mitglieder erhalten bleiben. Keine Berufsgruppe unseres Verbandes darf gegen ihren Willen von den Vereinigten Verbänden preisgegeben werden. Die Geschlossenheit der in unserm Verband organisierten Berufskollegen muß erhalten bleiben". Die Verbandsinstanzen haben einstimmig di« Einführung der Alters- und Invaliden Unterstützung beschlossen. Die dazu notwendige Statutenänderung, die durch Urabstimmung sanktioniert werden muß, lag der Generalversammlung gedruckt vor. Invaliden- und Altersunterstützimg soll in Höhe von 6 bis 10 M. pro Woche gewährt werden bei einer Beitragserhöhung von nur 20 Pf. wöchentlich. Die Statutenänderung in diesem Sinne wurde von der Versammlung nach ausgedehnter Debatte einstimmig gut- geheißen. Den Kassenbericht gab R u ck st u h l. Die Houptkasie hat einen Ueberschuß von rund 20 000 M. zu verzeichnen. IDer Kassierer wurde aus einstimmigen Beschluß entlastet. Die erwerbslosen Mitglieder sollen zu Weihnachten eine außerordentliche Unterstützung erhalten, und zwar nach einer Mitgliedsdauer von 10 Wochen 5 M., von 26 Wochen 7 M., von 52 Wochen 10 M., von 104 Wochen 15 M., von 312 Wochen M M. und von 520 Wochen 30 M. Vorstandssitzung des ZGB. (JGL.) Aus der am 4. und 5. November in Amsterdam ab- gehaltenen Vorstandssitzung des Internationalen Gewerkschafts- bundes waren anwsjei.d: der Vorsitzende Purcell, der� Vizevor- sitzende Jouhaux, Mertens und Leipart und die Sekretäre Oude- geest und Sassenbach. Vom Tode des Vorsitzenden des Deutschen Metallarbeiterver- bandes Robert D i ß in a n n, der gleichzeitig als Vertreter der Internationalen Berufssekretariate stellvertretendes Ausschußmitglied war, wurde mit tiefem Bedauern Kenntnis genommen. Den Beschlüssen des Internationalen gcwerkschajtlichcn Arbeits- rinnenkomitees wurde mit geringen Aenderungen zugestimmt. Von der vorgeschlagenen Verteilung der Referate auf dem Intcr- nationalen Gewerkschaftskongreß 1927 wurde Kenntnis eenammen; die endgültige Entscheidung soll erst in der nächsten Vorstanossitzung getroffen werden.— Der izinanzvorschlag für 1927, der der nächsten Ausschußsitzllng zur Genehmigung zu unterbreiten ist, wurde fest- gestellt. Bei dieser Gelegenheit fand eine eingehende Besprechung der finanziellen Loge des JGB. statt. Bezüglich der künftigen Tagungen des Ausschusses soll diesen! eine andere satzungsmäßig festzulegend« Regelung unterbreitet werden. Mit dem Sekretär Smit des Internationalen Bundes der Privatangestellten fand eine längere Aussprache über die Beziehungen zwischen den Berussorganijationen der Arbeiter und der Angestellten statt, serner über eine bessere Vertretung der Angestellten in der internationalen Gewerkschastsbewc- gung und beim Internationalen Arbeitsamt. Diese Frage ist bereits als besonderer Punkt auf die Tagesordnung des nächsten Jnter- nationalen Gewerkschaftskongresses gesetzt. Die bisher vierteljährlich erscheinende„Internationale Gewerkschaftsbewegung" soll ab 1. Januar 1927 in ver- änderter Form monatlich herausgebracht werden. An Stelle getrennter internationaler gewerkschaftlicher Komitees für Jugend- fragen und für Arbeitsrbildung soll ein gemeinsames n- lernationales gewerkschaftliches Komitee für Jugend- und Bi'ldungsfragcn" eingesetzt werden. Mit einem Vertreter der internationalen Gewerkschaftszentrale fand eins eingehende Aussprache über die Lage der Arbeiterschaft in Italien statt. ZterunNoortlilb für Politik: Dr. Cnrt ZSirtfchaft:«rwr S-tcr»«»: Scwcrkllbasisöoweiiuna: Stirtt. fhlottt: iZeuMeton:#. S. DZscher: Lokal«! und Conkliaes: g>i» ikarNädt: Anaciü«»: T>. Stock«: fürntlitfi in Perlin. Bcrloa, PorwLrts.Bcrlaa G. m. b. S.. Perlip- Druck: Vorwäits-Buckdruckerei und Perlaasanstalt Paul Einaer u. Do.. Aertin SW 68. Lindcnstrcii« 3. Bekanntmachung. DIenstaq. 30. Tloobr.. abends 7 Udr iinde! in yarierl-iado Aeflscklen, Jlcue Jtieötlckjfft. 35, lioigana Roldstrage. dir ordentliche Zlusschufisitzung statt, zu welcher hiermit eingeladen wird Tagesordnung: l. Dahl des Ztechnungsausschussrs zur Priifnng der Iah-esiechnung!lir das Seschäklsjahr ISR gemäß% 91 der Ztaffensaßung Borlag« und Beschtußsagung über den dem Persicherungsamt einzureichenden Boranschtag für das Geschäftsjahr ISZ7. OittililiiillnNtZ« für dssliaurergewtibe 16 Berlin. Der Vorstand Hermann KrOger. Vorsitzender. R. Freund, Schriftführer. B eriinerEleHfriKer Genossensdiaff angcscbl. dem Verb. soz. Baubclricbc Berlin kl. 24, ElsässerStr. 86-88 Fernsprecher: Norden 6525, 6S16 Filiale Westen, Wilmersdorf Landbausstr. 4. Tel.: Pfalzburg 6S5I Ausstellungsräume und Lager: AUrxanderstraße 39-40(Alexander Passage), Telephon: Königstadt 540 Herstellung elektr. Licht-, Kraft-undSignalanlagen. Verkauf aller elektr.Bedarfsartikel Ausführg. sämtl. 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