Morgenansgabe Be»»gSPrei»." A Anzeigenpreise: DSchrxN-ch 70 fSfensio.-wxaMck.- SHttinfpaltige Nomxrriio«- 8,- Z>«ich-m-r! twrops Ktlbor. V M'«eilt 80 Pfennig. ReName, eile Unter»r-uib-nd f»i Deutschland.... � KF«.- Reichsmark,.«leine Anzeigen» T�nglN. Saar, und Memelacdlet. Ai.«k das fettgedruckte Wort 20 Pfennig �rss■ �M> MvM mW, wb� MMM.««....m,««....... Au-Iand SLO R-ich-mar« vr» Si-nat.>B i VI �Ms M X/ WWW W Ws �."de» weitere Wort 12 Pfennig. _ 1 B 5 MW WVI �B|H f �B H Stellengesuche da, erst« Wort »er... 8« illufhi». L» Hl H � H H H HH HtoSH Ws/!o Jf-nni� W�e?b°r".d Buch! »-!> Sonn.ggsbeil-S«.Boll und iZ-it« ��W If�W W W W W W W W W W � W WI Z 10 Pfennig. Worte aber l» Buch. den»eilagen.Unterhaltung I W H WB W MW W W W ��len für„wei Worte. UNS Wissen-..,u- der Filinwelt-.-rH I Hl W W JB. sJg|LxB|\ Bj BS» W W MWWM> Arbett-mar««eile 60 Pfennig. „lsrauenllimme-..Der Ztiuder» WW I WMi BBv»B ���MB ssamili-nan, eigen für Abonnenten freund-, �Zugend-Porwllrt-- und IW I I Kl 7/ BB Keile«0 Pfennig. .Plick in die Bücher inelt- erscheint' T/ �BL\ yy HB- woch-ntiiglich»«eimal. Sonntag»_Bgg»LJ�''TfW'Y«» An,-ige» für die nächst« Nummer und Montag» einnial.__.__ müssen bi»CVlllTCV X'0XU?&Uljrtl r;VÄ"rr.w"SE Zentralorgan der Sozialdemokrat! fd�en Partei Deutfchlands Neöaktion unü Verlag: öerlin Sw. HS, Linöenstraße 3 A T W**,*.•» U iWJti vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SM. H8, Linüenstr.Z Kerigsvretter- Dötlbokk_ 297 wlllTIVPCUt OCH Kl» vi ÜÜC III UCt I•" Ä O Poftlibeckkonto: Berli» 37 63«— BanNont»! Bonl der Arbeiter, Angesselte» »yrrilfpre�er. �.onqoff �»7. �„d Beamte»,«aüftr.«6: D>»ko»t».irgendwelche Mitteilun- gen über die Absichten ihrer Regierung zu machen und noch viel weniger könnten sie Bindungen oder Verpflichtungen für ihre eigene Politik im Rahmen des zur Diskussion stehenden Fragenkomplexes eingehen. Nur dort, wo die parlamenta- rifche Demokratie herrscht, vermögen die Sozialisten, ob sie nun wie in Belgien dem Kabinett angehören, oder ob sie wie m Deutschland, Frankreich und England außerhalb der Re- gierung stehen, ihr Gewicht in den Angelegenheiten der aus- wärtigen Politik in die Wagschale zu werfen. In den Iahren, die seit 1922 und 1923 verflossen sind, hat sich vieles geändert. London, Locarno, Genf und Thoiry sind die Etappen der europäischen Entspannung. Einer Eni- � spannung, die die Sozialisten gewünscht und der sie vorge- arbeitet haben. Was heute geerntet wird, ist zum guten Teil der Saat ensprossen, die sie in stürmisch rauher Zeit in die Erde legten. Man lese nur jene Beschlüsse nach, die in Frank- furt und Berlin und auf den internationalen Kongressen in Hamburg und Marseille gefaßt worden sind. Man wird fest- stellen, daß hier die Linien aufgezeichnet wurden, in die die Staatsmänner später eingeschwenkt sind. Was damals als Utopie verlacht oder als Verrat an vaterländischen Interessen gebrandmarkt wurde, wird heute in weitem Umfang als Realpolitik anerkannt und als Patriotismus gepriesen. Wir können stolz auf diese Entwicklung sein, auch wenn es meist die Angehörigen anderer Parteien sind, die sich jetzt mit dem Lorbeer schmücken. Aber wir sind nochnichtamZiele. Noch nicht dort, wo von einer Verwirklichung eigentlich sozialistischer Ideale die Rede sein kann, und auch noch nicht da, wo die Basis des Friedens und der Verständigung innerhalb einer kapitalisti- schen Wirtschaftsordnung als gesichert anzusehen wäre. In Thoiry haben Briand und Stresemann-über die Notwendig- keit einer Gesamt! ösung aller zwischen Deutschland und Frankreich schwebenden Streitfragen gesprochen, und jedem ist klar, daß eine solche Gesamtlösung die wichtigste Voraus- setzung einer wirklichen Befriedung Europas wäre. Doch der von schönem Optimismus getragenen Unterredung in dem Iuradorf sind recht dornige und schwierige diplomatische Ver- Handlungen gefolgt, deren Verlauf erkennen läßt, daß das Gewollte nicht so schnell und so leicht zu erreichen ist, wie mancher es gehofft hat. An dem schönen sonnigen Tag von Thoiry war der Ge- danke aufgetaucht, die Räumung der Rheinlande sozusagen mit der deutschen Zustimmung zur Mobilisierung eines Teils der Eisenbahnobligationen zu erkaufen. Die Idee war offen ge- standen von vornherein nicht ganz unbedenklich. Aber in- zwischen hat sich herausgestellt, daß sie zunächst nicht zu ver- wirklichen ist, weil Amerika seinen Markt für diese Werte zum mindesten so lange nicht öffnen will, bis Frankreich das Schuldenabkommen ratifiziert. Wann diese Ratifizierung er- folgt und ob sie erfolgt, steht einstweilen dahin. Die französi- schen Sozialisten widerstreben ihr aus grundsätzlichen Erwä- gungen, die wir begreifen müssen und begreifen. Aber auch die bürgerlichen Parteien zaudern, und die Absichten Poin- car6s sind dunkel. Man sagt, daß er stark unter dem Ein- fluß seines Ministerkollegen Marin stehe, desselben Mannes, der eben jetzt die scharfe Attacke gegen die doch ebenfalls der Regierung angehörenden Radikalen geritten hat. Vielleicht wird es über alle dem irgendwann zu einer Kabinetts- k r i s e kommen, aber niemand weih heute, wie sich dann das Bild gestalten wird. Fürs erste ist es jedenfalls nichts mit den Eisenbahnobligationen, und wenn wir nicht auf eine unge- Italiens Selbsteinkreisung. Paris, 16. November.(Eigener Drahtbericht) Bemerkenswerte Ausführungen über dos faschistisch« Italien macht am Dienstag die „Information". Das Blatt w«ist darauf hin. daß die faschistisch« Press« von einer„E in k r e i s u n g" Italiens spreche, genau wie die alldeutsch« Presse vor 1914. Dabei gebe es kein vernünftiges Volk, das Italien seinen, natürlichen Platz an der Sonn« verweigere. Gerade Frankreich sei. allerdings im Rahmen der bestehenden Ver- träge, zu weitgehendem Entgegenkommen gegenüber Italien bereit. „Gibt sich Mussolini.' fragt da» Blatt.„Rechenschaft davon, welche instinktive» Abwehr ge fühl« er selbst hervorruft, wenn wisse Zukunft harren zollen, so müssen andere Wege gesucht werden. Man hat sich bemüht, die Frage des Saarreviers an die erste Stelle qu rücken. Briand schien zur vorzeitigen Rück- gäbe dieses Territoriums an Deutschland bereit unter der im Versailler Vertrag stipulierten Vorgussetzung. daß Deutschland die Saargruben zurückkaufe. Indessen laufen auch hier die Verhandlungen nicht so einfach. Französische Interessenten erheben Widerspruch. Widerstand taucht auf auch in jenen politischen Kreisen, die sich an die Buchstaben von Versailles klammern und die überhaupt von der Verständigung mit Deutschland-nichts wissen wollen, sei es, weil sie seinem Friedenswillen nicht trauen, fei es, weil ew deutsch-französi- scher Ausgleich ihnen aus anderen Gründen wider den Strich geht. So hat man denn jetzt vor anderen das Problemder Militärkontrolle angepackt, und wir dürfen hoffen, daß es hier sehr bald zu einer positiven Entscheidung kommt, d. h. zu einer Beseitigung des Systems, das für uns unerträg- lich ist. Freilich geben wir zu, daß die Landsberger Prozesse und die Enthüllungen über das Treiben der Vaterländischen Verbände unser Begehren nicht gerade erleichtern. Aber auch die Gegenseite muß einsehen, daß es sich hier um Angelegen- Helten der inneren Politik handelt, in denen die Kontrolle der Alliierten wenig zu hindern und zu bessern vermag, und ge- wisse Anzeichen deuten darauf hin, daß mit dem Ablauf dieses Jahres auch die Uebenvachung ihr Ende nehmen wird. Das ist wenig, aber es ist dock) ein Anfang, und wir gehen nicht nach Luxemburg, um Klagelieder über den Fehl- schlag der Verständigungsbemühungen anzustimmen oder um im kommunistischen Jargon von der Pleite von Thoiry zu reden. Wir gehen nach Luxemburg, um Mit unseren Freunden Meinungen über die Möglichkeiten auszutauschen, die uns weiterbringen können. Wir wollen auf de? dank unserer Vor- arbeit geschaffenen Grundlage weiter zu bauen versuchen und als Wegweiser dienen. Wir berufen uns dabei selbstverständ- lich auf jene früheren Beschlüsse, die die Räumung der be- setzten Gebiete ohne Gegenleistung und die Streichung der internationalen Schulden forderten. Aber wir werden bereit sein, den Verhältnissen Rechnung tragend, Auswege vorzu- schlagen, die auch die kapitalistische Diplomati«, sofern sie ernst- Haft den Frieden will, betreten kann. Was sagt Scholz? Und was tut die Deutsche Volkspartei? Wir haben uns gestern hier mit einer vielzitierten, aber gänzlich unkontrollierbaren Erklärung des Herrn Dr. S ch o l z beschäftigt, in der dieser ein doppelseitiges Verhältnis der Mitte nach links und rechts verlangt haben soll, was auf eine klare Absage an das kürzlich geschlossene Abkommen zur För- derung der parlamentarischen Arbeit hinausläuft. Das„Ber- liner Tageblatt" druckt diese Ausführungen ab, um zu ihnen zu bemerken: Mit dieser Erklärung Scholz' ist es nun eine ganz merkwürdige Sache. Wenn der.Vorwärts" sagt, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion nichts von ihr wisse, so kann da» dahin ergänzt werden, daß andere Leute sich in der gleichen Lage be« finden Und daß man auch in den Herrn Scholz nahestehenden Kreisen Nachforschungen anstellt, wo, wann und wie er gesprochen hoben kännte. Da er ein rechtsstehender Mann ist, so wäre e» an ssch,,m ögltch und wahrscheinlich, daß er gesagt hat, die So- zialdemokratie dürfe auch trotz der neuen Abmachung mit ihr nicht etwa glauben, daß sie von jetzt ab eine Dorzugsbehandlung erfahren werde, denn selbstverständlich würden die Deutschnationalen ebenfalls nicht ausgeschaltet werden. Hat Herr Scholz sich so oder ähnlich ausgedrückt, dynn würden die jüngsten Abmachungen hinsichtlich einer engeren Zusammenarbeit mkt den Sozialdemokratenln der Tat wieder über den Haufen geworfen werden. Aber che man solch« Schlüsse 9 zieht, muß man abwarten, bi» es feststeht, ob und wie Scholz geredet öußtag unö firbeitsvolk. Dreihundertsünfundfechzig Tage, Im Schaltjahr gibt es eiaea mehr. Steht Arbeitsoolk in Buh und Plage And jede Stunde lastet schwer. Die Arbeit hält uns hart beladen. Und die gilt mehr als Bußgebel, Weil für die Armen heil der Gnaden Zumeist nur im Kalender steht. Was hat der Bußtag zu bedeuten, Den ihr zum frohen Fest gesellt? Der sättigt auch das Volk mit Läuten, Sobald des Betchen Tisch bestellt./ Wozu aufs yaar die Asche streuen?' Ein jeder Tag wirst Tonnen Büß. Und das allein muß Volk bereuen: Daß Volk in Demut dienen muß. Ihr meint rocht: einer Stunde Zammern j Versöhnt das Elend mit der Welt. ' Wenn langes Zahr die feuchten Kammern Bichl einen Stundenschlag erhellt? Das Volk braucht Geißeln nicht zu schwingen. Die rasten nicht in fremder Faust. Doch lassen wir Maschinen singen Choral, der bis zum Himmel braust. Und schaute Kreuz, das Völker tragen, von eines Berges wundem Haag. Das müßte über Meere ragen Vom Aufgang bis zum Bledergang. So nennt es Bußtag! Bur den einen? Genügt der für den reichen Mann? Da hört er wohl die Witwen weinen Und hört sogar ihr weinen an. Doch will man in den Himmel kommen. So müht man sich für» Seelenheil. C i n Tag im Zahr genügt den Zronnnen, Dem Volk verbleibt der andre Teil. Man hörte zwar den Heiland sagen. Daß nie das Himmelreich befaß. wer nicht auf Erden Leid getragen.—— Wie kam es nur. daß man's vergaß? Franz Bolheufelder. hat, vabet soll jedoch nicht verschwiegen«echm, daß nicht nur in der Deutschen Volkspartei, aber doch besonders bei ihr, V e- denken bestehen, ob der jetzige Augenblick wirklich so un- zweifelhast günstig sei, die Große Koalition auf die Beine zu stellen. Da» hat nichts mit der prinzipiellen Stellung zur Großen Koalition zu tun, und dt« Partei hat sich auf ihrem letzten Parteitag in Köln ja ausdrücklich alle Möglichketten sowohl nach rechts wie nach link» offen gehalten, und in Preußen oerlangt sie sogar die Große Koalition. Woraus hervorgeht, daß die Wege der Voltspartei nach wie vor sehr dunkel sind und daß wahrscheinlich aus den politischen Unterhaltungen dieser Tage nicht allzuviel heraus- springen wird._ Das Schmutz- und Schunögefetz. Minister Dr. Külz nnd die Konferenz der Parteien. Der Reichsinnenminister Herr Dr. Sülz teilt uns mit, daß von i h m kein« Besprechung der Regierungsparteien über das„Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schmutz und Schund" mit den Deutschnationalen veranlaßt worden sei. Die Einladung sei vielmehr von den Regierungsparteien aus- gegangen, und er sei ihr selbswerständlich gefolgt. Auf dieser Konferenz sei dann auch der deutschnationale Reichstags» abgeordnete Die. Mumm anwesend gewesen. wenn üas am grünen tzolz geschieht! Denis chnationale Busttagsgcdankcn. Der.Reichsbote", das Blatt der reaktionären Landpastoren, ist oft eine erbaulichere Lektüre als die übrige deutschnationale Presse. Die kann man jetzt wochenlang lesen, ohne ein Wort gegen die Republik zu finden. Man bekennt sich nicht gerade zu ihr. aber weil man von ihr Minister- und andere Posten will, zieht man es vor, nicht über sie zu schimpfen. Und so muß sich die echte nationale Gestnung zu den Pastoren flüchten, deren einer zum Bußtag den anderen gründlich die Leviten liest, um dann w folgende Klage auszubrechen: Doch rede ich nicht an den Reichsbotenlesein vorbei? Ist hier nicht nurgrünesholz? O nein, bis tief in die natio- nalen Kreise, ja— leider— bi» in da» alte Offi» zierkorps hinein erlaubt man sich, oft undank- bar und ohne die rechte Ehrerbietung von Sr. Majestät zu reden. Der Bußtagsprediger des.Reichsboten" nennt da» ein«»Un- dankbarkeit gegen Gott". Aber wenn man dem lieben Gott herzlich dafür dankt, daß er Wtlhelm«ach Holland geschickt hat, .ist da« auch wieder nicht recht.... Da soll sich einer noch aus- kennen! Die Verwaltung üer Reichswasserftraßen. Vertrauliche Beratungen mit den Ländern. In einer Besprechung zwischen dem Reichsverkehre- m i n i st« r und den Ressortministern der Länder wurde am IS. November die Durchbildung der Reichswasser st raßen- behörden in der Mittel- und Unterinstanz aus Grund der in den eingehenden Aeußenmgen des Reiches und einiger Länder nieder» t«legten grundsätzlichen Gedanken vertraulich erörtert. Nunmehr wird die Reichsregierung sich über dt« von ihr ausgearbeitete Vorlag« endgültig schlüssig werden. Eine merkwürüige Haftentlassung. Feme-Heinz entlassen.— Auskunft wird nicht gegeben. Die Korrespondenz.Leit-Notizen" teilt mit: Di« von der TU. gemeldete Haftentlassung de» wegen Mordanstistung ver- hefteten Friedrich Wilhelm Heinz erschien aus juristischen Gründen unmöglich, wenn auch andererseits aus politischen Gründen schon fest längerer Zeit die EntHaftung des Heinz wahrscheinlich ge- worden war. Eine von uns deshalb an den Untersuchnngs- Der porträtierte Außenminister. Wieder einmal glaubte man. die Ehre Deutschlands sei bis in die Drundfesten erschüttert, um von der des Außenministers überhaupt nicht mehr zu sprechen. Merkwürdig allerdings nimmt sich der An- laß dazu aus. Also Stresemann ist porträtiert worden, dazu noch in den Wandelhallen des Reichstages und von finster aussehenden Existenzen umgeben. An sich nichts Auffegendes, wenn nicht be- sondere Umstände der Angelegenheit einen pikanten politischen Reiz verleihen würden. Der junge Maler Hans Frohne. der in Berlin allein seiner Kunst und seiner kommunistischen Ueberzeugung lebt, lernt eines Tages bei einem Glase Bier den deutschnationalen Reichstags- abgeordneten und Parteisekretär Lambach kennen. Man unter- hält sich angeregt, und die extreme Rechte schließt mit der extremen Linken Freundschaft. Und diese Freundschaft geht soweit, daß schließ. lich Lambach dem Maler vorschlägt, Dr. Stresemann im Reichstag zu porträtieren. Ein halbes Jahr später ist da» Bild fertig. Law- dach sieht es, läuft sofort zu seinen Parteifreunden und jubiliert, jetzt endlich sei Stresemann unmöglich geworden, denn«in Porträt zeige ihn in einer Haltung, die ihm selbst sein« wütendsten Anhänger niemals vergeben würden. Düstere Wolken ericheinen inzwischen am Horizont. Die Presse erhitzt sich über einen Gegenstand, den noch niemand gesehen hat. Man singt Frrudenarien oder schimpft in allen Tonarten. Der Maler, tschechischer Staatsangehöriger, soll au». gewiesen werden und sieht sich plötzlich über Nacht zu einem be- kannten Künstler herangereist, was sonst größere Müh« bereitet hätte. Wozu nun dieser Lärm? In der Mitte des Bildes steht Stresemann. Jeder Eingeweiht« weiß, daß der deutsche Außenminister kein Adonis ist, doch das Aussehen, das Frohne ihm gibt, hat er bestimmt nicht oerdient Stresemann jongliert eine dicke Zigarre zwischen ausgeschwemmten Fingerchen, das Gesicht ist burgunder-gerötet und lächelt teils mephistophelisch, teils bauernschlau. Merkwürdige Typen umgeben die Hauptfigur, Schieber der Gesinnung, der Politik und des Haken- kreuzes. Galgenphysiognomien schlimmster Art. Di« Deutschnatio. nalen brauchen sich jedoch absolut nicht in die Brust zu werfe». Ihre Leute sind noch schlechter weggekommen als Stresemann. Alles wäre in Ordnung, wenn es sich um das schaurige Gekritzel eines Dilettanten handeln würde. Das ist aber keineswegs der Fall Frohne erweist sich als talentierter Maler, der sich von der Sach- lichkeit eines Otto Dix beeinflussen ließ. Bestimmt wollte Frohne nicht die Person des Außenministers treffen, sondern in dieser Person das Bürgertum und die parla- mentarijche Politik, die er als entschiedener Kommunist ablehnt. Wa» auch seine anderen Bilder zeigen. Warum wird aber diese Affäre, die im Grunde nichts weiter ist als ein Sturm im Wasser- glas, so pomphaft aufgezogen? Man soll nicht übertreiben und sich bei jeder Gelegenheit mit moralischer Entrüstung bewasjnen. Das r i ch t e r dehn Landgericht Gießen, Lankgerlcht-vat Teller, gerichtet« Anfrage wurde dahin beantwortei, daß in dieser Angelegenheit vor Donnerstag«in« Auskunft nicht gegeben werden könne. Die Regelung üer Gewerbefteuer. Verlängerung um ein Jahr.— Neuerungen. Das preußische Staatsministerium hat dem Staats- rat den Entwurf eines Gesetzes über die Regelung der Gewerbe- st e u e r für das Rechnungsjahr 1327 zugehen lassen. Durckz ihn wird die geltende Gewerbesteueroerordnung um ein Jahr ver- l ä n g e r t. Einige Neuerungen sind dazu bestimmt» vorhandene 4 Härten zu befestigen. Einmal wird nicht mehr, wie bisher, der von dem Unternehmer gezahlte Miet- und Pachtzins dem Gewerbeertrag- hinzu- gerechnet, ferner werden die der Grundvermögensteuer unterliegen- den Teil« des Gewerbekapitals nicht mehr zur Bewerbekapitalsteucr herangezogen. Dadurch soll eine Doppelbesteuerung vermieden wer- den. Die Minderung der Einnahmen, die daraus für den Staats- Haushalt orjolgen würde, macht ein« mäßige Erhöhung des Steuergrundbetrages, der bisher% bis% vom Tausend betrug, auf Vi bis% vom Tausend erforderlich. Ein« Neuregelung erfolgt auch nach der Richtung, daß die Gemeinden, in denen die Betriebe liegen, stärker am Ertrag der Steuer beteiligt werden._____ Die Regierungsfrage in Sachsen. Die AJPZi. für die Grosse Koalition. Dresden. 1«. November.(TU.) In einer Sitzung der Landes- leitung und der Landtagsfraktion der ASPS, wurde folgende Eni- schließung gefaßt:»Der erweiterte Landesoorftand und die Land- tagsffattion erblicken in der Herbeiführung der Großen Koalition von den Sozialdemokraten bis zur Deut- schen Voltspartei das erstrebenswerte Ziel der sächsischen- Politik. Sollte diese» Ziel nicht erreicht werden, dann ist die ASPS. bereit, eine Regierung zu unterstützen, die sich zur Republik bekennt und durch sachliche und persönliche Garan- t i e n Gewähr dafür bietet, daß 1. die fortschrittlichen, sozialen, wirt- schastltchen und politischen Einrichtungen, die in Sachsen bestehen, nicht gefährdet werden, 2. daß ihr weiterer Ausbau zum Wohle der schaffenden Bevölkerung Sachsens erfolgen kann." Die Zemeprozefte. Verfahren gegen die Begünstiger Klapproths. B. S. Landsberg, 16. November. Nach den Landsberger Feme- verfahren, die in den Prozessen gegen Klapproth, Schulz und Hayn ihren Abichluß gefunden haben, läuft noch ein Verfahren gegen die Be g ü n st c g e r K l a p p r o t h«. Es handest sich dabei in erster Linie um den Rittergutsbesitzer Wilhelm v. Oppen auf Hau» Tornow bei Buckow und um den früheren Oberleutnant Eisen- deck, die unter der Anklage stehen, im Sommer 132Z Erich Klapproth nach Begünstigung des Mordes an Gröjchke Beistand geleistet zu haben, um ihn der Bestrafung zu entziehen. V. Oppen soll dein Eisenbeck d,e Summe von 6600 M. sowie ein Auto zur Flucht Klapproths zur Verfügung gestellt haben, und tatsächlich hat Lllapproth diese» Auto zur Flucht über Hannover zur holländischen Grenze benutzt, wo er dann unmittelbar vor dem Grenzübertritt bei Wesel verbaffet wurde. Ebenso wie Büsching und sohlbusch wollte auch Klapproth nach Südamerika gehen. Rittergutsbesitzer v. Oppen hat bisher bestritten, bei der Hingab« des Geldes und des Autos gewußt zu haben, daß damit Ktapproch zur Flucht verholfeti werden sollte. Er habe zu Eisenbeck großes Vertrauen gehabt und angenommen, daß es sich um eine»politisch« Sache" handele, für die das Geld benötigt werde. Dieser Prozeh wird nicht da« Schwurgericht, sondern die LandsbergerStraf tammer beschäftigen. Schulz und Klapproth sind mittels Kraftwagen von Landsberg wieder nach dem Moabiter Untersuchung?- ge f ä n g n I s übergeführt worden, um hier der Erledigung der Fälle Sand, Wilm» und Legner entgegenzusehen. Bild kann weder die Ehr« Deutschland» verletzen, noch die Verdienste Stresemann» herabmindern. Di« Deutschnationalen haben jedoch wieder einmal glänzend bewiesen, daß ihnen jeder Sinn für Situa- tionen sehst.______ Felix Scherret. Oer Prolest der deutschen Goethe-vünd«. Der Goethe-Bund in Bremen als Vorort der deutschen Goethe-Bünde, die seinerzeit aus der Bewegung gegen die lex Heinz« heroprgegangen sind, erlaß: gegen den Schmutz- und Schundgesetzentwurs einen geharnischten Aufruf:„Der Entwurf fordert für jede» Land des Deutschen Reiches eine amtliche Prllfungsstelle von sechs Mitgliedern. Diese Prüsungs- stellen sollen besetzt werden mit s« einem Vertreter der Kunst und Literattir, des Kunst- und Buchhandels, der Iugendwohljahrt Und der Jugendorganisationen, der Lehrerschaft und Dolksbildungs- verbände unter besonderer Berücksichtigung der Vertreter kirchlicher Behörden innerhalb aller Gruppen. Sine Bindung der Prüsungs- stellen an gesetzliche Richtlinien ist nicht vorgesehen:«ine Desiuition des Begriffes Schund und Schmutz ist nicht gegeben. Dafür wird aber bestimmt, daß ein Verbot, das in einem Lande beschlossen ist, für das ganze Reich verbindlich sein soll. Wohl fordern auch die deutschen Goethe-Bünde die Bewahrung der Jugend vor wirklichem Schund und Schmutz, wohl verwerfen sie auf» entschiedendste aus ethischen und ästhetischen Gründen jene» nur auf Anreiz niedriger Instinkt« berechneten Unterhaltungskitjch moderner Großstadtkultur und suchen ihn durch Vermittlung echter Volkskunst zu verdrängen— dennoch müssen sie die vorliegende Fassung eines Schutzgesetzes bekämpfen, welche die Entscheidung über die Frage, was Schund und Schmutz ist, unverantwortlichen Ausschüssen überträgt, die unter besonderer Berücksichtigung der Vertreter kirchlicher Behörden gewählt werden sollen. Ein solches Gesetz würde, da es nichts anderes, als eine Aus- lieferung der Literatur und Kunst unter die kirchliche Herrschast beider Konfessionen bedeutet, zweifellos«Ine kirchliche Zensur für Literatur und Kunst im Geist« der berüchtigten lex Heinz« darstellen und die frei« Kusturentwickluna des deutschen Volke« vernichten. Ganz unerträglich vergrößert wrrd diele Gesahr durch die Bestimmung, daß die Verbot» irgendeines rückständigen und kunstfeindlichen, von muckerischen Einflüssen beherrschten Landes, für das ganze Deutsche Reich vervindlich seiy sollen. Die Gesahr, daß das Gesetz in dieser Form rasch und über- stürzt durch den Reichstag gepeitscht werden wird, ist groß. Deshalb lassen die deutschen Goethe-Bünde in letzter Stunde noch einmal an alle interessierten Kreise des deutschen Volk»» ihren Bammelrui zum gemeinsamen Kamps gegen den der Verfassung des Deutschen Reiches hohnsprechenden Knebelungsversuch von Kunst und Literatur ergehen." »vom Tango zum Eharleston." Heber diese« Thema sprach zu nächtlicher Stunde vor geladenem Kreis«.in d«r„Komödie" Herr CamilledeRhynal, Präsident des Internationalen Tanz- Verbandes und Porsitzender des Rattonalverbande» der Tanzlehrer und Berusstünzer Frankreichs. Er plauderte amüsant, erzählte historische und aktuelle Anekdoten, erläuterte und illustrierte an Vorführungen de» Tänzerpaare» Pvett« und Robert« den Unterschied zwischen Kunst- und Gesellschaftstanz und die Entwicklung heutiger Modctonze aus urwüchsigen Bolkstanztormen zu wohl- die Reichsfinanzen im Oktober. Hohe Vcrnnlagungscrgebnisse. Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben im Monat Oktober bieten wieder ein außerordentlich günstiges Bild. Mit einem Gesamtauskommen von TAX Millionen weist dieser Monat seit dem Januar 1925 das höchste Ergebnis auf. Allerdings fallen in den Oktober die oiertelsahrlichen Voraus- Zahlungen, aber auch im Vergleich mit anderen Monatsergebnissen mit den gleichen Zahlungsterminen sind die Einnahmen des oe� gangenen Monats besonders hoch. Das zeigt am besten ihre Gegen- Überstellung mit den wichtigsten Auftommensziffern des Monats Oktober in den beiden letzten Jahren. Aufkommen in Millionen Reichsmark Ott. Ott ISA VN. 1921 Gefamkaufkommen...... 741 675, 687 Massenbelaslung....... 418 435 470 davon Lohnsteuer....... 96 121 118 Umsatzsteuer...... 88 166 197 BeförderungSsteuer.... 28 80 29 Zölle und Verbrauchtsteuern 206 128 129 Besitzbelastung........ 325 240 217 davon Einkommensteuer.... 183 139 98 , KörperschaftSsteuer.... 68 88 27 VerinögenSsleuer.... 10 5 22 Dies« Gegenüberstellung ergibt, daß sich die Ertrage der Massen- belastung verringert, die der Besitzbelastung erhöht haben. Das verminderte Aufkommen der M a s s« n b e l a st u n g erklärt sich aus dem Abbau der Lohnsteuer und des Umsatzsteuer und dem Einfluß der Wirtschaftskrise auf die Erträgnisse dieser Steuern. Demgegenüber steht aber ein gewaltiges Anwachsen der Erträge aus den Zöllen und Verbrauchssteuern. Die erhöhten Besitz st«uererträge sind allein auf da» hohe Auf- kommen aus der veranlagten Einkommensteuer und der Körperschafts st euer zurückzuführen. Der Vergleich mit dem Ergebnis der Vorjahre zeigt hier den günstigen Einfluß der zum erstenmal ordnungsgemäß durchgeführten Veranlagung. Besonders der Ertrag der Körperschastssteuer übertrifft die Erwartungen: diese Steuer Hot schon in sieben Monaten den Voranschlag für das ganze Jahr um 16 Millionen überschritten. Die verhältnismäßig geringe Einnahme an Vermögens st euer erklärt sich daraus, daß die Veranlagung noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Größere Einnahmen au« dieser Steuer sind nach dem Stand der Veranlagungearbeiten erst zu Beginn des neuen Jahres zu er- warten. So günstig danach im Augenblick die Reichsfinanzen stehen, die Erwartung einer dauernden Besserung de» Verhältnisses zwischen Massenbelastung und Belitzbelastung kann man daran noch nicht knüpfen. Denn an unserem Steuer- system hat sich nichts geändert, und die verglichenen Ergebnisse de» ruhen zum großen Teil auf außerordentlichen Umständen. Die Der- Minderung der Massenbetastung ist eine Auswirkung der Wirtschaftskrise, und das Anwachsen der Besltzbelastung ist einstweilen nur durch eine Häufung von Zahlungs- t« r m i n e n bei der Einkommen- und Körperschastssteuer ent- standen. Aber selbst wenn diese beiden Steuern nach Abschluß des Rechnungsjahres ihre Voranschläge überschreiten sollten, so wäre dos doch eine viel zu schmale Basis für eine soziale Verteilung der Gesamtsteuerlast. Ohne eine starke Steigerung der Einnahmen aus der Vermögens st euer und vor allem der noch immer lächerlich geringfügig« Erbschaftssteuer kann auf die Dauer«in der Leiftungsfäh.gkeit entsprechendes Verhältnis zwischen Massenbelaftung und Besitzbelastung nicht erreicht werden. wegen versuchter Spionage hatte sich der frühere Polizeibeamt« Daniel Ivos au« Duisburg vor dem 5. Etrafienat des Reichs« gerichts zu verantworten. Ivos fall im Jahr» 1924 für ein b e l« gische» Spionagedureau gearbeitet und mehrer« Reichs- wehrsrldaten zur Belleferung von Material, das im JMereff« de» Staates geheimzuhalten war, veranlaßt haben. In allen Fällen blieb es nur bei dem Versuch. Dennoch verurteilte da» Gericht Ivos nach ß 1 des Spionagegesetze» zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrenrcchtsoerluft. temperierter Salonfähigkeit. Und er tadelte die saloppe Art, In der das Gros der heutigen Jugend, mit Hilfe weniger oberflächlich er- lernter Tanzfchrllte, all« vorkommenden Gesellschaftstänze— Tango, Foxtrot, Shimmy, Charleston— auszuführen sich untersängt. Herr de Rhynal hatte vom Tanzmeisterstandpunkt au- gewiß recht mit seiner Kritik. Aber die Gelcllschaftstänze sind nicht sür die Tanz- meifter und Berusstänzer da. Sie dienen der Unterhaltung und dem Amüsement des tanzenden Publikums. Und es ist gerade ein Borzug der modernen Gesellschajtstänze, daß man sie zur Not auch ohne langes Studium ausüben kann. Wer rhythmisches Kvrpergefühl und tänzertiches Temperament besitzt, der schreitet und dreht sich zum Takte der Jazzband in Improvisierten Pas und Figuren und fragt nicht nach dem Namen des Tanzes und nach der Korrektheit der Schritt». Und es ist«ine Freud« zu sehen, wieviel tänzerischer Geist in der heutigen Jugend lebendig ist und wie jeder Tänzer zum Tanz- schöpfer wird, indem er seine momentanen Stimmungen und Empsindungen direkt in rhythmische Körperbewegung umsetzt. Die Modetänze, die jede Saison bringt, sind im wesentlichen Sache der Tanzlehrer, der Berufstänzer und derer, die Zeit, Gelegenheit und Geld haben, sie zu erlernen. Ihre schulgerechtc Ausübung ist ohne Zweifel von Nutzen als Zielsetzung, Anregung und Dorbilo. Die große Mass« der heutigen Jugend aber tanzt ihre mehr oder weniger selbst erfundenen Tänze, und sie trägt dadurch vielleicht wirksamer zur Förderung einer lebendigen volkstümlichen tänzerischen Kultur bei, als es die ästcre Aeneratlon mit ihren korrekt erlernten Polkas und Walzern vermochte. I. S. „ZNax und INorih" als INärchenfpiel. Im Theater am Nollendorfplatz wird die berühmteste oller Buschhistorten, .Max und Moritz', von Leopold Günther dramatisiert, al« Lustspiel sür Kinder über die Bühne geschickt. Die Märchen- Prinzen scheinen nicht recht zu ziehen, und von so populären Figuren wie diesen beiden erwartet man zumindest die Zugkraft, um das Theater für zwei Nachmittagsstunden mit tlelnen Gasten zu füllen. Ob alles für das kindliche Ausfassung-vermägen recht gckrvffe» war. schien nicht ganz leicht zu entscheiden. Ein« der kleinen Be- sucherinnen schildert« un» den Endeffekt in folgenden Sätzen: Beiin vierten Streich war es gerade Sonntag, und die Buben machten in des Lehrers Pfeise Feuer an. und es gab einen furchtbaren Knall, worüber ich sehr erschrak, und das war nicht fein. Mir war es furchtbar, wie es geknallt hat und der Mann bewußtlos hinfiel. Dann wäre es schöner gewesen, wenn Musik dabei gewesen wäre. Ich freute mich aber, daß die Knaben nachher wieder artig wlirden, denn sie taten zu böse Stretch«. K. Herbert«»levders lieft am 18., e»«nd4 8 Uir w, Hesrenhau». de« S. TIchterabcnd de« Verbandes Deutscher«rzZMer. iL«. au« seinem Roman.Menich und Meteor', und.Mozart', Schattenbild ewc, deutschen KünsilerZ'.— Raiten an der Abendkasse. (Sin Reich, maseum für«rsellschast». und Wirtschaft,»»«»«. Die Stadl Düsieldors bai Einladungen der am 19. im Jnduftrieklud ftaitstndenden (Sründungtsitzung iür rtn ReichSmuleum lflr Wciellichail»- und Kinschattt- lunde an Berlreier der Reichs- und Staalsregirrung. an die rbeintschen Proiunzial. und Kommmialbcbörden, au Vcrlreler»an Industrie und Handel. Banken, Politik nnd Prelle loroie an die Sil beilnehmeroraanisatianen ergehen lassen Die /lusfichten der Reichsbahn. Eine Rede Dorpmüllers. Der Generaldirektor der Reichsbahn-Gesellschaft, Dr. Dorp- Müller, stellte sich am Dienstag abend bei einem Empfang der Presse vor und machte dabei programmatische Aussührungen über die Politik und die wirtschaftlichen Aussichten der Reichsbahn. Di« Neugestaltung des Normalgütertariss, die eine größere Beweglichkeit für die Eingruppierung der einzelnen Güter und eine gewisse EnUastung der Wirtschaft bringen soll, ist soweit fertiggestellt, daß der Entwurf noch in diesem Monat an die ständige Taristommisiion und an den Ausschuß für Derkehrsinter- essenten gelangt. In jedem Falle, erklärte der Reichsbahngeneral- direttor, werde er bemüht sein, den Wünschen der Wirtschaft entgegenzukommen. Sehr eingehend ließ er sich dann über die Finanzlage der Reichsbahn aus. Der englische Kohlenstreik habe der Reichsbahn Mehreinnahmen in Höh« von etwa 100 Millionen Mark gebracht. Dennoch warnte Dorpmüller vor finanziellem Optimismus. Die L a st« n der Reichsbahn, die sich aus Zinszahlungen für die Obligattonen, aus Rückständen für die Aus- gleichsrücklage, au» der Dividende für die dem Reich übergebenen Vorzugsaktien betragen im laufenden Jahre etwa 683 Millionen, im nächsten 710 Millionen und im übernächsten 780 Millionen Mark. Hierzu kommt noch die Verkehr» st euer in Höhe von 250 bis 290 Millionen. Ueberdies sind die Ruhegehälter gegen die Vorkriegszeit': von 114 aus 409 Millionen gestiegen. Auch sonst hat aber die Reichsbahn wesentlich höhere Ausgaben zu tragen, so für Kohle, für die 50 bis 60 Proz. mehr oufzuweirden sind als vor dem Kriege, was bei einem Jahresbetrag von 260 Millionen Mark sich sehr stark auswirkt. 1 Kilometer Gleisneubau tostet heut« 65 Proz., die Unterhaltung und Erneuerung von Fahrzeugen sogar 67 Proz. mehr als in der Vorkriegszelt. Dabei bringe ein Tonnenkilometer an Gütertransporten nur 33 Proz., ein Personenkilometer 22 Proz. mehr als 1913. Im Personenverkehr gleicht sich das fedoch durch die erhöhte Zahl der Reisenden etwas aus. Die weiteren Ausführungen Dorpmüllers über die P e r f o n a l- frage entsprachen im wesentlichen dem, was er vor kurzem bereits vor den Gewerkschaftsvertretern gesagt hatte: ebenso sind di« neuen Pläne sür die Verbesserung der Sicherheit aus der Reichsbahn be- könnt. Aktuelles Interesse beansprucht der Schluß in der Darlegung Dorpmüllers, in denen er auf die K o n a l b a u p l ä n e etwas näher einging. Er lehnte die neuen Kanalbauplän«, wie die des Hansa- k a n a l s und des A a ch e n- R h e i n- K o n a l s ab, da di« Eisen- bahn besser und billiger als diese Kanäle arbeite. Im Zuge des Hansakanols sei auf den vom Ruhrgebiet nach Hamburg lausen- den Strecken der Verkehr so gesteigert, daß er weil über di« für den Hansakanal erwarteten Vcrkehrsmengcn hinausgehe. Aehn- sich siege es im Gebiet zwischen Aachen und Rhein. Der Hansakanal koste bei 200 Kilometer Länge über 300 Millionen Mark. Die Verkehrsinenge des Kanals sei mit 12 Millionen Tonnen angesetzt. Hierfür reiche eine eingleisige Bahn mit 20 bis 30 Zugpaaren. Ein« solche Bahn würde bei gleicher Länge nur etwaäOMillionen Mark tosten. Wenn die Reichsbahn von neuen Kanalbauten nicht« wissen wolle, so sei sie damit nicht gegen die Arbeits- b e s ch a f f u n g überhaupt. Wie sehr die Reichsbahn die Wirtschast befruchte, zeigten ihre jährlichen Aufträge: etwa 35 Millionen für Bettungsstoff«, über 40 Millionen für Holzschwellen, 50 Millionen für Ausstattung«- gegenstände, Druck-, Schreib- und Zeichenwaren. 100 Millionen für Fahrzeuge, 160 Millionen für eiserne Oberbaustosfe, 260 Millionen für Kohle, 250 Millionen für Werkstoffe und Ersatzstücke, also Auf- träge von rund einer Milliarde ohne die Bauten und ohne weitere 150 Millionen, die künftig zur Ergänzung der Wagen und Loko- Motiven notwendig sind. Aus allen diesen Gründen müsse der Reichsbahngeneraldirektor Gewicht darauf legen, daß die Einnahmequellen nichtver- stopft werden. Für das Jahr 1927 hofft er durch weisen Spar- sinn auf einen annehmbaren Abschluß. Darüber hinaus etwas zu sagen sei nicht möglich. Die deutsche Reichsbahn sei eben mit der deutschen Wirtschaft auf Gedeih und Verderb verbunden. Kermes reöivivus. Ist Deutschland ein Agrarierstaat? Gens, 16. November.(Eigener Drahtbericht.) Di« Einschiebung des früheren Finanzministers Hermes durch die deutsche Regierung in den Vorbereitenden Ausschuß der Internationalen Wirtschast»- konferenz nimmt Immer mehr den Charakter einer Illoyalität gegen die deutschen Linksparteien an. Wie der.Soz. Pressedienst' schon meldete, handelte es sich zunächst darum, die beiden bisherigen deutschen landwirtschaftlichen Sachverständigen, den Oelonomierat K e i s e r und den Genossen Georg Schmidt. durch Herrn Hermes zu ersetzen. Wie nun hier verlautet, versucht Herr Trendelenburg auch noch für den Oetonomlerat Kelser das Recht zur Teilnahme als Sachverständiger an den Derhandlungen zu erwirken, während er im Falle de« anderen Sachverständigen, des als Ersatz für den Genossen Georg Schmidt eingetroffenen Ge- nassen B a a d e. anscheinend nicht geneigt ist, solch« Schritte zu unternehmen. Er hat das damit begründet, daß angeblich der laich- wirtschaftliche Sachverständige aus Arbeiterkreifen durch das Jnter- national« Arbeitsamt berufen werde. Da« gerade trifft jedoch nicht zu, denn da» Recht. Sachverständige für Kommisstonen der gntcr- nationalen Wirtschaft-tonferenz zu ernennen, steht allein diesen Kommissionen zu. Wenn die Einschaltung des Oekonomlerats Keif« neben Hermes in hi» vorbereitende Wirtschaft-tonferenz glückt, so wird das Resultat sein, daß an Stelle des bisherigen I n t c r- effenausgleichs der deutschen Agrarsachverständigen eine sehr einseitige Vertretung der g r o ß a g r a r i s ch e n Auf. sassung auf der Wirtschaftskonferenz gesichert ist, während der Standpunkt anderer Jdeengänge überhaupt nicht vertreten werden kann. Antwort an Hilgenberg. Warum Maltzahn recht getan hat, zu flaggen. New Zork. 16. November.(WTB.) Zu der Frag« des Flaggens der Deutschen Botschaft in Washington � i am Wasfenstillstandstage schreibt.New Park Time»'(da» wichtigste Blatt New Parks. Red. d..B.'): Die von den deutschen Nationa- listen in diesem Zusammenhang aufgestellte Frag«, ob die franzö- fische Botschaft in Berlin denn am Tage von Sedan die Flagge zeige, beweist eine ganz falsche Einstellung. Der Waffen- stillstandstag bedeutet heute einen Friedenetag. nicht eine Siegesfeier. Im Laufe der Jahre hob sich Immer deutlicher die Bedeutung des Tages als eines Tages der Dankbarkeit für das Ende des Kriege» und für ein liebevolle« Gedenken an die Kriegsopfer ab. An solchen Empfindungen können wohl auch die Deutschen teilnehmen, für die der Gedenktag außer- dem die Gründung der Republik bedeutet. Der Waffen- stillstandstag bedeutet auch für Deutschland den Beginn des Ein- zugs eines neuen Geistes in die Welt und ein« Rückkehr in die Gesellschaft der Nationen, die zu Internationaler Derständigung und wirtschaftlicher Hilfe bereit sind. Jedenfalls sind solch« Heber- legungen, die den deutschen Botschafter Freiherrn v. Maltzahn �ii der Hissung der deutschen Flagge veranlaßt haben, geeignet zu zeigen, daß Deutschland das Gefühl hat, in dem Kreis d«r Großmächte will- kommen zu sein, sich de« Friedens freut und bereit ist, an einer Sicherung des Frieden» mitzuarbeiten. Die Angriffe auf den Botschafter müssen Amerikanern deplaciert erscheinen. Seit seinem Amtsantritt In Washington ist Freiherr v. Maltzahn durch sein« Offenheit als Vertreter des neuen Deutschland besonders gern gesehen gewesen. Durch seine freundlich« Haltung, ohne daß er den Standpunkt seiner Regierung jemals etwa aufgegeben hat, hat er sich bereits groß« Beliebtheit erworben. Dies« wird sicherlich nicht durch sein« sympathische Handlungsweise gemindert werden, daß er am Wasfenstillstandstage 1926, soweit er konnte, dem omeri« konischen Empfinden Rechnung getragen hat. Der Versuch der Hugenberg-Presf». etuen Flaggenskaudal zu inszenieren, geht auf di« entrüsteten Telegramme ihre» New Parker Korrespondenten H a l f e l d zurück. Wie nun die„B. Z.' mitteilt, hat sich der New Parker Berichterstatter de» �Hamburger Fremdin. blattes' genau im entgegengesetzten Sinne zu dem Vorfall geäußert und die Handlungsweise des deutschen Botschafters gerecht- fertigt. Dieser Korrespondent heißt auch Halfeld und ist der Bruder des Hugenbcrg-Bcrtreters. Beide Brüder arbeiten sogar Tür an Tür. Wahrscheinlich sind sie über den Fall innerlich einer Meinung, aber die Hugenberg. Berichterstatter müssen sich eben den politischen Bedürsuissen ihrer Auftraggeber anpassen. polnische prejseknebelung. Abgeordneter Genosse Kowoll verurteilt. Warschau, 16. November.(Eigener Drahtbericht.) Der deutsch« sozialdemokratische„Voltswille' ist auf Grund des neuen Presse- dekrets wegen eines„Wohin steuern wir?' betitelten Artikels z u in 5 0. Male beschlagnahmt worden. In der heutigen Sitzung der Sesmkommission für Rechtsfragen wurde der von sämtlichen Parteien unterzeichnete Antrag, die Regierung um Aufhebung de» Pressedekrets zu ersuchen, e i n st i m m i g angenommen. Bor längerer Zeit ist der polnische kommunistische Sejmabg. Lancucti(sprich Lanzuzti) wegen einiger Reden und nach Aus- lieferung an die Gerichte zu mehrjährigem Zuchthaus« verurteilt worden, die er jetzt verbüßen muß. Der Prozeß ist da- mals selbst in bürgerlichen Blättern sehr scharf kritisiert worden. Genosse Kowoll- Kattowitz, Mitglied des ostoberschleslschen Sejms, hatte In einem mit Namen gezeichneten Artikel des„Bolkswille" das Nötige über da» Urtell gesagt. Dafür wurde er jetzt, nachdem die Sejmmehrheit die Verfolgung zugelassen hott«, zu t i n e m Monat Gefängnis oerurteilt und der Verantwortlich«� außerdem zu 14 Tagen Haft. In der Verhandlung betont« Genosse Kowoll, daß fein Artikel den Zweck hatte, die Härte des polnischen Staate« und seiner Justiz gegen Kommunisten der Milde gegen Monarchisten gegenüberzustellen. Die Sejmüebotle. Warschau, 16. November.(Eigener Drahtbericht.) Unter offen- sichtlichem Druck der Regierung hat der S c j m am Dienstag auf Antrag«ine» der Regierung nahestehenden Abgeordneten die Be- sprechung des Prossedekrets von der Tagesordnung entfernt. Die Regierung ließ verlautbaren, daß das Dekret in dem von der Verfassung vorgesehenen Termin von 14 Tagen nach der Sesmerössnung im Parlament nicht eingebracht werde, so daß es automatisch seine Rechtskraft verliere. Andererseits hätte ein« Ablehnung des Dekrets, die am Dienstag wohl erfolgt wäre, den Anschein einer politischen Demonstration de» Sejm gegen di« Re- gierung erweckt, was die Mehrzahl der Abgeordneten vermeiden wollte. In der Diskussion de» Haushaltsplans begründet« Genosse Dr. Marek, Vorsitzender der polnischen Sozialistischen Partei, deren oppositionellen Standpunkt damit, daß die Regierung im Begriff sei, das Geschwür, da» im Mai aufgeschnitten wurde, jetzt durch Zujammenarbeit mit den k a p i t a l! st i s ch e n und groß- agrarischen Kreisen wieder herzustellen. Der Führer der rechts- nationalen Monarchisten, Dubanowicz, fand für die gegenwärtig« Regierung und deren Taten Worte der höchsten Anerkennung und verlangte„nur noch' als weitere Konsequenzen des augenblicklichen Regierungsstandpunktes eine Aenderung der Wahlreform sowie der Verfassung! das tschechische Rgrarpanama. Die Heraushebung der Koburgcr aus der Boden- reform. Prag, 16. November.(Eigener Drahtbericht.) Die Affäre de» bulgarischen Thronfolgers K y r i l l, dem das ungeheure, in der Tschechoslowakei gelegene Erbe des Herzogs Philipp von Coburg durch eine eigene gesetzliche Bestiinmung, die sogenannte Lex Kyrill, in die Hände gespielt werden sollte, zieht immer weitere Kreise. Zuerst beschuldigten oppositionelle Blätter den gegenwärtigen Unter- richtsminister H o d z a der Intervention zugunsten des bulgarischen Prinzen. Heute erhebt di« Agrarpartei, und zwar das Organ de» Ministerpräsidenten, gegen den Außenminister B e n e s ch Anklage, er sei der Urheber der Lex Kyrill. Das Gesetz über die Grohgrund- besitz« sei schon sertig gewesen, als Benesch die Aenderung zugunsten des Prinzen Kyrill verlangte. Der Druck des Außenminister» Hab« die Regierungsparteien auch zu der Aenderung bewogen. Da Dr. Benesch seit der Bildung der neuen Regierung, in der er eine scharf umstrittene Stellung inne hat, beurlaubt ist, liegt noch leine Aeuße- rung von ihm vor._ Al» deutsche» Mlglied der Rechtsabteilung des Völkerbund- sckrelarwls wird der deutsche Staatsvettveter beim deutsch-« nglischen Schiedsgericht, Rechtsanwalt Barondon,«intreten. Rumänische tchandwirtschafk. Der rumönische Minister de» Innern hat die sozialdemokratische..Arveiter-Zeitung' von Temes- war für 10 Tage verboten Bor einigen Tagew erst wurde das Bukarester Zentralorgan„Sociolismul' beschlagnahmt. Chinesisch« Seeräuber steckten den chinesischen Dampfer Sunning in Brand, nachdem sie den ersten Ossizier verwundet und zwei Europäer weggebracht hatten. Ein englisches Kriegsschiff löschte da« Feuer und sucht nach den beiden Europäern. Die /lrbeitslosen im Oktober. In den Reihen der freien Gewerkschaften. Die hier tnügeteilten Mitqliederzahlen dienen nur als Grundlage zur Berechnung der Verhältniszahlen, für die Beurteilung der Miigliederilärke der Verbände find sie nicht»eriuendbar 2t ÄlS Stichtag gilt der letzte Arbeitstag der letzten Woche des Monats. Als ErhebiingSwoche gilt die letzte ArbeitZloochc des BlonatS. � Berichtigte Zahlen der Arbeitslosen und Kurzarbeiter. ver englische öergarbeiterstreik vor Sem Enüe. Eine Mehrheii für die Regierungsvorschläge wahrscheinlich. London, lk. November.(Eigener Drahtbericht.) Die weiteren Teilergebnisse der Abstimmung im britischen Bergbau zeigen größtenteils Mehrheiten für die Annahme der Bedingungen der Regierung. So hat sich nunmehr auch Derby- shire init Mehrheit für eine Annahme entschlossen. Die Teilergeb- nisse aus Schottland lassen indessen dort eine starke Oppo- > i t i o n gegen die Annahme der Bedingungen erkennen; einzelne Bezirksgruppen Schottlands haben die Bedingungen abgelehnt. Wie stark die Erbitterung in einzelnen Orten Schottlands ist, zeigt ein Vorgong in Jlsyth, wo die Bergarbeiter ine Bedingungen -ihgr Regierung össen.tlich verbrannt haben. Es kann sedoch fem � Zweifel mehr darüber bestehen, daß für die Annahme der Bedingungen eine Mehrheit vorhanden sein wird. Es verlautet, daß Harald Morris, der Dorsitzende des Lndustriegerichtshofes, zum Vorsitzenden des Berufungsschieds- gcrichtshofes im Bergbau ernannt werden wird. Ver Konflikt der öauaaschläger beigelegt. Nachdem die Bauanschläger in ihrer letzten Branchenversannn- lung den Schiedsspruch, durch den das bisherige Lohn- abkommen bis zum 31. März 1927, jedoch mit einer Verschlechte. rung des wöchentlichen Garantielohnes verlängert werden sollte, ein- stimmig abgelehnt hatten, wurde von den Unternehmern die Verbindlichkeitscrklärung beantragt. In den Verhandlungen vor dem Schlichter am Montag dieser Woche lchmen die Unternehmer zunächst jede Verhandlung über die von der Dcrbandlungskommission gestellten Verbesserungsanträg« ab. Die Veryandllingskommission hielt jedoch ihre bei der Einleitung der Lohnbewegung gestellten Forderungen aus eine zehnprozentige Erhöhung der Löhne und des Preises für das Errichten der Baubude mit ein und zwei Arbeits- kräften von 7 auf g M. und für jeden weiteren Platz von 1,50 auf 2 M. aufrecht. Ebenso wandte sie sich entschieden gegen die im Schiedsspruch ausgesprochen« Verschlechterung des Garantielohnes. Nach längeren Verhandlungen machte der Schlichter den Vergleichs- Vorschlag, das bisherige Lohnabkommen bis zum 31. Ottober 1927 zu verlängern unter Beibehaltung des bisherigen Garantielohnes. Für die Errichtung der Baubuden mit einer Arbeitskraft und zwei Arbeitskräften schlug er eine Erhöhung des bisherigen Preises von 7 auf 9 M. vor. Dieser Vergleichsvorichlog wurde von beiden Parteien angenommen. In freien Verhandlungen wurde für einige Arbeiten, bei deren Bezahlung es öfter zu Unstimmigkeiten kam, vorbehaltlich der Zu- stimmung der gesamten Branche ebenfalls eine generell« Regelung getroffen. Di« zu gestern abend einberufene Versammlung der im Metallarbeiterverband organisierten Bauanschläger stimmte gegen eine starke Minderheit sowohl dem Vergleichsvorschlag des Schlich. ters, wie auch dem Verhandlungsergebnis über die strittigen Ar- beiten zu, so daß damit der Konflikt beigelegt ist. ver Streik öer Golü- und Silberarbeiter. In der Streikoersammlung der Gold- und Silberarbeiter am Dienstag oonnittag im Dresdener Garten berichtete Genosie H e n- s ch e l vom Metallarbeiteroerband Äber den bisherigen Verlauf des Streits. Die Streiklage hat sich insofern verändert, als zwei der größten Firmen der Branche aus der Unter. nehmersront ausgebrochen sind und mit dem Deutschen Metallarbeiterverband Haustarise abgeschlossen haben mit einer Geltungsdauer bis zum 30. September 1927. �n diesen Tarisen ist die Arbeitszeit und der vielumstrittene Urlaub(vier bis acht Tage) festgelegt worden. Ebenso wurde von den Unternehmern eine Lohn- SPD.-Metallarbcitcr! Besucht Eure Wahlkörpcrvcrsammlungen! erhöhung, wenn auch nicht tn dem geforderten Maße, zugestanden. Die Firmen verpflichteten sich weiter, alle bisher Beschäftigten wieder einzustellen und keine Maßregelungen vorzunehmen. Der Metallarbeiteroerband hat sich bereit erklärt, mit den übrigen Firmen entweder Tarife aus zentraler Grund- läge oder Haustarifc abzuschließen, die aber keinesfalls schlechtere Bedingungen enthalten dürfen als die bereits ab- gcschlosienen Tarife. Es liegt völlig an der weiteren Haltung der Unternehmer, ob es in den nächsten Tagen zu einer Beilegung des Streiks kommt oder mcht. Die Versammelten ver- traten einmütig die Auffassung, so lange im Streik auszu- harren, bis die Unternehmer ihren hartnäckigen Standpunkt auf- geben. Sie wollen endlich ihr« Lohn- und Arbeitsverhältnisse tarif- lich geregelt wissen, damit sie einen klaren Rechtsanspruch auf ihren Lohn wie auch auf Urlaub haben. Kommuniflen auf öem vummenfang. Bei den Verllaer Buchdruckern. Aus Vuchdnickerkreisen wird uns geschrieben: Die.Rote Fahne* veröffentlichte am Sonnabend einen längeren Artikel unter der Ueberschrift.Der Kommunistenschreck im Buch- druckerverband*. Darin wird dos Verhalten der Kommunisten in bezug auf die Vorstandswahl bei den Maschinen- s c tz e r n zu rechtfertigen versucht. Man versteigt sich sogar zu der lächerlichen Behauptung, daß man durch Uebernahme der Vorstands- posten ja nur dem indirekt auch vom Gauvorstand geförderten Lohn- abbau entgegenwirken wolle. Ueber diesen Unsinn erübrigt sich jedes Wort. Bei den Maschinensetzern selbst ist inzwischen die Ernüchterung eingekehrt, und sie werden sehr bald ihrer kommu- nistischen Führung die Gefolgschaft versagen. Unsere Behauptung, daß die Kommunisten die ,n Berlin ins Leben gerufene Handsetzerspart« lediglich für ihr« poli- tischen Zwecke mißbrauchen wollen, wird in dem Artikel bestätigt. Es heißt dort wörtlich: .Die Kommunisten haben sowohl m der ersten vorberesten- den Sitzung als auch in der vom.Vorwärts* zitierten Versamm- lung»in vollster Schärfe* sich gegen eine Sparten- bildung auf dem Boden der schon bestehenden Handsetzerspartenvereine gewendet, weil eine solche Vereinsgründung die Wurzeln der Handsetzermisere un- angetastet lasten würde. Di« Kommunisten verlangen vielmehr von einem nimm einer(lies: kommunistischen) Politik zu zwingen, die einen Ausgleich für die fortschreitende technische Entwicklung herbeiführt durch Verkürzung der Slrbeitszeit. damit Platz ge- schassen wird für d i e Handsetzer, die durch die Mechanisierung der Satzherstellung aus den Betrieben verdrängt worden sind.* Vor allem suchen die Kommunisten also ine erwerbslosen Kollegen vor ihren Karren zu spannen unter dem trügerischen Vorgeben, sie wieder.restlos in den Produktionsprozeß einzu- reihen*. Der Luchdruckerverband verdankt seinen Aufstieg in oller- erster Linie der harmonischen Zusammenarbeit oller Berussgruppen. Dagegen wollen che Kommunisten mit politischen Phrasen ankämpfen, um die Organisation zu zerstören. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Wenn es sich um die.Eroberung" des Perbandes handelt, setzen sie sich über alle it,re bisherigen Grundsätze hinweg. Aus Kämpfern gegen Untcrstützungseinrichtungen werden B e- sürworter derselben. Der sonst von ihnen so sehr verfochten« Gedanke des Industrieoerbandes wird schmählich im Stich gelösten, wenn man auf dem Umweg über die Sparten zur Machi einem Handsetzerspartenoerein, daß er den Kampf auf- mt innerhalb des Verbandes, um diesen zu z» gelangen gedenkt. Statt der sonst t» den lauteste» Tönen go- forderten Zentralisation setzt man sich jetzt mit aller Schärfe für eine Dezentralisation im Verbände ein. Diesem Treiben muh ein Ende bereitet werden. Die Berliner Buchdrucker werden einsichtig und Mannes genug sein, um den Eroberern auch in der Handsetzerversammlung am Sonntag, den 28. November, in der.Neuen Welt* gründlich heimzuleuchten._ Kein Kutscher in Serlin zu finden? Es rnuftfe eiaer aus Pommers geholt werden. � Man schreibt uns: In der Tierärztlichen Hochschule Berlin, die dem Landwirtschastsministerium unterstellt ist. war die Stelle eines Kutschers zu besetzen. Anstatt gemäß der taris- vertraglichen Bestimmungen zunächst unter den arbestslosen Reichs- und Staatsarbeitern Umschau zu hallen und, falls sich unter ihnen keine geeignete Kraft fand, den parllättsch geleiteten Arbeits» Nachweis um Vermsttlung eines Kutschers anzugehen, wurde ein Mann'aus Pommern eingestellt, dessen Dater in Lötz in Pommern eine 60 Morgen große Landwirtschaft betreibt, in der er bisher tätig war. Diese Schiebung ist aber nur möglich ge- wesen, weil der Schwager dieses Neueingestellten selbst in der Tier- ärztlichen Hechschule beschäftigt wird. Der Betriebsrat hat sofort darauf aufmerksam gemacht, daß neben dem T a r I f b r u ch, der zweisellos vorliegt, es den Berliner Arbeitslosen gegenüber nicht verantwortet werden kann, Leute, die außerhalb Berlins ihre feste Arbeit haben, durch gute Fürsprach« nach Berlin zu holen, um hier in Arbeit zu treten. Be- merkt sei noch, daß die Absicht dieser Einstellung schon am 28. Okto- der bestand und durch den damaligen Einspruch des Betriebsrates vereitelt wurde. Es wurde damals dem Neueingestellten telegra. phisch mitgeteilt, daß seine Einstellung nicht in Frage käme. Trotz- dem wurde am 10. November 1926 die Einstellung vollzogen. Das wird nur so möglich gemacht worden sein, daß man die Stellen in der Tierärztlichen Hochschule, die an sich Verantwortungsgefühl genug hatten, eine derartige Tat nicht zu begehen, so bearbeitete, daß sie schließlich ihren Widerstand gegen diese Einstellung aus- gaben._ Die Landarbeiterlöhne. .Landarbeiter, helft mit, gesund« Getreide» preise zu schaffen. Pekommen die landwirtschaftlichen Unter. nehmer gesunde Preise für ihr Getreide, werden sie die Letzten sein, die sich gegen eine Erhöhung der Landarbeiterlöhne wenden.* So und cchnlich klangen die Worte, mit denen die landwirtschaft- lichen Unternehmer und ihre Organisationen zur Zeit der niedrigen Getreidepreise und insbesondere bei den Auseinandersetzungen über die Wiedereinführung agiarischer Schutzzölle den Versuch unter- nahmen, die Landarbeiter sür ihre Wünsche und Absichten etnzu- spannen. Jetzt ist der Wunsch der landwirtschaftlichen Unternehmer in Erfüllung gegangen. Die G e t r e i d e p re i s e haben eine ungeahnte Höhe erreicht und sind mehr als gesund. Soweit der Roggen in Frage kommt, lag er am 28. Oktober um zirka 80 M. pro Tonne über dem Preis der Vorkriegszeit. Bei Weizen ein ähnliches Bild. Die Indexzahl iür Agrarerzeugnisse. die am 20. Oktober 1925 noch um 10 Punkt« hinter der für Industnestosse zurückstand, bclief sich am 20. OktolM.1926 aus 135,0, d. h. sie über- flügelt die Indexzahl für Industriestossc um 12 Punkte. Und die landwirtschaftlichen Lohnverhältnisse? Sie rücken und nihren sich nicht. Noch immer geht der Landarbeiter mit denselben Bettelpfennigen nach Hause, die er zur Zeit einer weniger günstigen Wirtschaftslage und zu einer Zeit niedriger Getreldcprcise bekam. Wenn an Schlesien- und Mitteldeutschland gedacht wird, muß gesagt werden, daß die dortigen landwirtschaft- lichen Unternehmer sogar die Forderung erheben, die Vertreter der Landarbeiter mögen in einen ansehnlichen Abbau der Löhne einwilligen. Dieter Zustand ist mehr als beschämend. Durch ihn wird jede und auch die letzte Achtung vor der Ehrlichkeit und dem Wahr- heitssinn der landwirtschaftlichen Unternehmer vernichtet. Er zwingt geradezu dazu, in jedem landwirtschaftlichen Unternehmer den bru» taten und berechenbaren Egoisten zu sehen. Soweit der Deutsche Landarbeiterverband in Frage kommt, wird von ihm das Notwendige unternommen«erden. Seine erste Ausgabe wird sein, die Landarbeiter wach- z u r ü t t e l n und sie auf den großen Betrug aufmerksam zu machen, der wiederum an ihnen verübt wurde. Der Mühlenschiedöspruch verbindlich erklärt. lieber ras chend schnell wurde am Montag der im Lohnstrest der Magdebureer, Ouedlinburger und Burger Mühlen gefällte neue Schied s'spruch, der den Lohn bis Ende Dezember festlegt, vom staatlichen Scklichter auf Antrag der Arbeitgeber für verbindlich erklärt. Die Mühlenarbeiter hatten diesen Schiedsspruch, der ihre Forderung auf Lohnerhöhung glatt abweist, am«onnabend »einstimmig abgelehnt. ?cht»»g,?«,irk»a»t Wcdtin«! Am Dl>i!Nkr»tog.«. SioonnMt, nackmirtoas«Vi Uhr, im Lokal L«mk«. SchönstetNNr. 1, Versammlung aller SPDaArbeiter.-Auqastrlltrn und»Beamten. Tagesordnung: I. Zleserat Uber erwerdslosrnfitrsorge. Referent«enosse Iudr-an. 2. Versckiiedencs. zahlreichen Besuch erwartet Der Fraktione-orstant. Achtung. SVD.-Siseubahner! Am Donnersta«. 18. November, 7 Uhr. findet in Schmidt, Sefellichoftshaus, firuchtftr. 88». ein, Sihun« aller im Einheitsvcrband organisiert«» E7D..D«nosfe» statt. Tagesordnung sehr wichtig. Besonders die Delegierten ,ur Eeneralversammlung werden in Anbetracht der gegenwärtigen Situation gebeten, zu erscheinen. Der«r'veauoschog. Achtnag, Weruer-Marienfelde! Am ssreitag, nachmittag» 4)4 Uhr. Im Lokal Wildgrub«. Morirnfeilbe. wichtige Versammlung sämtlicher SVD.-Senossen. All« Genossen müssen bestimmt anwcsenb sein. Svm» pothisierend« kännen«ingeführt werden. De, graktioasvorfiand. Utrit Sewerkschaftsjugenb. Leute. Mittwoch, IM Uhr, tagen die Truvoen: Südwesten: Mrnppenheim Bezirkssugendheim Stöbtische Schwimmhalle Vär- waldsir. 84. Wanderung Strausberg— Blumental.— Sharlattenburg: Druvoen» heim Jugendheim Deutscher grankenkassenverband. Berliner Str. 137. Wir machen eine Gruppenfahrt.— Nordring: Gruvvenheim Jugendheim Sber»- walder Str. 18. Dichtcrakxnb:„Uptrn Sinclair*.— Kultur adtrilnng de» DMB.: Linienstr. 187. 7 Uhr. Aus Tierfana in Abessinien. Der Slektroofe». Der Esel in der Löwenhaut.— Arbeitskrej, der gewer klchasNichen Jugend- snnMonär«: Leute. ö>4 Uhr. Zusammenkunft der Teilnehmer im BfA-Sidungs» zimmer, Eugelufrr 2428, 4 Tievvrn. Thema:„lllkisterlehr«— Jnbustrielehre*. Zugrndgruppe de« ZdA. Leine, Mittwochabend 7)4 Uhr: Bezirke- llhar. lottrnbarg. I'.iqenbheim Rosiuenstrah« 4, Lmterer Abend.— Lichtenberg, Zugcndlieim. Schule Sohlerftrag« 81, Wanderung.— Renkölla, Wedbing, che- snndbrunnen. Schancberg: Gruvvenabend« fallen aus. Berantwortlich für Bolltik: Dr. Enrt chege«: Wirtschaft: Arwe Sgteen»»! Gewerkschaftsbewegung: Friede,««»tn: TeuiSet«»:«.>. Dilcher: Lokeies und SonNiges: Feig Karstädt: Anzeigen: Id.«loeke: sämtlich In Berlin. Berla«: Borwärts.Berlag G. rn. b. L. Berlin. Druck: Borwäits-Buchdruckertt und Verlaasanstalt P«ul Sinaer u. C». Berlin ED 68 Lindenstrahe S. Lierz» 3 Beilagen und.Unterhaltung und Wiffen*. B MAGGI* FleischbriihwQrfel leben, nur in kochendem Wasser aufgelöst, vorzügliche Fleischbrühe, die als ' ihstücksgetränk, für Fleischbrühsuppen und Soßen Verwendung findet* Nr. 544 ♦ 43. Jahrgang 1. Seilaae ües vorwärts Mtttwoch, 77. November 7926 Ts gibt eigentlich nichts Langwelligeres als einen Regen- s ch i r m: das heißt, so einen richtigen, braven Regenschirm, der immer seinem Besitzer treu bleibt, um schließlich auf dem Boden so lange das.Gnadenbrot" zu kriegen, bis ihn ein Umzug in den Müllkasten befördert. Aber auch ein Regenschirm kann interessant werden, wenn er sich plötzlich emanzipiert und seinem Besitzer verloren geht: denn wie das so ist: Erst wenn man was verloren hat. erkennt man seinen WertI Und nun setzt die Jagd nach dem Regenschirm ein. Wo hat man ihn verloren? Wo mag er wohl sein?— Ob der berühmte ehrliche Finder sich seiner erbarmt«, Ihm mitleidig in den schützenden Hafen eines Fundbureaus half oder ob er sich, gleich dem fliegenden Holländer, in den Wogen des großstädtischen Verkehrs herumtreibt? Ob ihn, den harmlos vertrauenden, ein böser Mensch einfach.ausführte"?— Ob... ob... aber noch ist ja eine Hoffnung: Vielleicht ist er doch im Fundbureau. Also man gehe... aber wohin?— 5unöbureaus über Lunbbureaus. Denn die Sache ist mcht so einfach. Roch immer gibt es in Berlin fünf große Aundbureaus: das der Polizei für ganz Groß'Berlin am Alexanderplatz im Polizeipräsidium, das Bureau der Straßenbahn(Urbanftraße 167), der Untergrund- Straße 12). der A u t o b u s g lKräusenstraße 10) und das der Eisenbahn im Schlesischen bahn sKöthener 12). der Autobusgesellschoft S der Eisenbahn im Schlesischen Bahnhof. Daneben haben oll« großen Warenhäuser, Behörden, Zeitungen usw. noch ihre eigenen Furchbureaus. Auf diesen Inseln treiben, wie von Meeresströmungen zusammengeführt, schließlich oll die verlorenen Dinge an, manchmal allerdings auch nicht. Ziem- lich ausgebreitete Iagdgründ« also für die Jagd nach dem ver- stes drei verschieden« besuchte, kann ganz lorenen Regenschirm! Wer am Tage des Verlustes drei verschieden« Verkehrsmittel benutzte und zwei Warenhäuser besuchte, kann ganz bequem einen vollen Tag für diese Jagd verbrauchen. Roch viel schöner war es früher: denn da hatte jeder Vorort sein eigenes Fundbureau, und wer in Berlin nicht ganz genau Bescheid wußte, sah sein verlorenes Gut. auch wenn der ehrlich« Finder es der Polizei getreulich übergab, wohl nie wieder. Oder der Finder gab leinen Fund erst auf seinem heimatlichen Revier ab: dann konnte der unglückliche Spandauer. der in Steglift eine Aktentasche verloren hatte, gut suchen... die lag brav und treu im Weißenseer Fundbureau! Zeh« Ist wenigsten» das Fundwesen der Polizei zentralisier«, und es ist das Verdienst des Polizeiober. Inspektor» G a u m e r, hier am Alexanderplatz dos vorbildlichste Fundbureau Berlins eingerichtet zu haben. vas polizeifunSbureau. Welche Funde kommen zur Polizei?— Run, alle Funde, die auf öffentlichen Verkehrswegen gemacht werden(Z 965 BGB), bei denen der Finder Anspruch auf Finderlohn und Eigentumsrecht nach einem Jahr hat. Dabei ist es bemerkenswert, daß die Aulodrojchke als »öffentlicher Verkehrsweg", der Autobus und sonstige veförderungs- miltel aber als»Geschäftsräume" gelten. Daher halten dies« Ge> sellschaften eigene Fundbureaus. Sie haben das Recht, nach fünf Wochen die gefundenen Gegenständ« für eigene Rechnung zu ver» äußern: wer in der Elektrischen zum Beispiel etwas findet, hat keinen Anspruch auf Finderlohn und hat seinen Fund einfach dem Schaffner zu übergeben. Ebenso ist es mit dem Finden im Innern eines Hauses. Hier muß der Fund dem Hauseigentümer übergeben werden: der muß ihn bekanntmachen und hat, wenn sich der Verlierer nicht innerhalb der gesetzlichen Frist meldet, das Eigentumsrecht daran. Mag das Haus auch offen, auch noch so von fremden Personen überlaufen sein, unser Gesetz hält an der Fiktion des.umfriedeten Hauses, zu dem nur ein bestimmter Personenkreis Zutritt hat", fest. Natürlich führt das oft zu den gröbsten Ungerechttgkeiten gegen den Finder. All« Fundgegenstände ar 'p' gleichen! Aber weit gefehlt: hier herrscht Ordnungt Jeder Fund- ......■ P.. aus Groß-Berlin kommen am Alexander platz zusammen— man sollte meinen, das Bureau müsse einer Riesenrumoelkammer ist in drei Büchern und einer Zettelkartothek gebucht, lussehen und Fundort sind genau bezeichnet: in höchstens zwei Minuten kann der Fund vom letzten Keller herbeigeschafft werden. Hat der Finder ,n der.Fundverhandlung" auf dem Polizeirevier gleich angegeben, daß er Anspruch auf Finderlohn erhebt, so wird dieser gleich mit den Verwaltungsgebühren abgezogen und dem Finder übermittelt. Dabei wird von der Polizei daraus gesehen, daß möglichst ein den gesetzlichen Satz übersteigender Finderlohn gezahlt wird, denn das stärkt die Ehrlichkeit kolossal! Wird der Gegenstand aber nicht vom Verlierer abgeholt, so wird der Finder nach einem Jahre benachrichtigt, daß er seinen Fund nunmehr als Eigentum beanspruchen kann.— Außer dem Finderlohn sind noch Verwaltungsgebühren zu zahlen, die für geringwertige Gegenstände(von 5 Mark aufwärts) nur wenige Groschen aus- machen, ober von 109 Mark an sind sie mit 3 Proz., also reichlich hoch, angesetzt, so daß der Fall eintreten kann, daß der gesetzliche Finderlohn erheblich niedriger ist, als die von der Polizei berechneten Verwaltungsgebühren. So beträgt zum Beispiel bei einem Gegenstand von 1000 Mark Wert der ssinderlohn nur 22 Mark, aber als Verwaltungsgebühren werden 30 Mark erhoben. Vorbildlich ist im Präsidium die Aufbewahrung der gefundenen Sachen: Alles liegt in verschlossenen Schränken, sauber sortiert. Schirme, Handtaschen, Aktentaschen, Kleidungsstücke, Schmucksachen. Im Gegensatz zu manchen anderen Fundbureaus werden hier die Sachen äußerst pfleglich behandelt, und es ist der Stolz des Leiters, daß hier den Sachen nicht einmal durch Motten Schaden getan werden kann. Alle Pelze und Kleidungsstücke liegen in saubersten Säcken, werden sogar vierteljährlich nachgesehen!— Macht weder der Finder noch der Verlierer während eines Jahres Ansprüche, dann gehen die Dinge an die Gemeinde zurück, die sie zugunsten ihrer Wohlfahrt» pflege verwendet. was wird alles verloren! Die merkwürdigsten Dinge werden auf das Fundbureau gc- bracht. Die Hauptgegenstände sind Damentaschen und Damenregenschirme. denn das sogenannte schöne Geschlecht stellt 75 proz. der verlierert— Nun ist es ja zwar begreiflich, daß man einen Regenschirm verlieren kann; aber es gib? doch auch ganz aus- gefallene Fundobjekte. Man verliert Autoräder und Aluminiumkasserollen, die eine sorgsame Hausfrau eben erst im Warenhaus erstanden hat, Handwerkszeug und Photoappa- rate, wie kann man aber ein Holzbein verlieren oder einen Polster- sesiel? Und in der Elektrischen Hunde, Katzen oder einen Kanarien- vogel? Di« Polizei hebt alles getreu«in Jahr lang auf. Die Ber- kehrsinstitute versteigern die nicht abgeholten Fundsachen in sechs bis acht Wochen zu ihren eigenen Gunsten. Die ergiebigste.Fund- quelle ist der Westen Berlins. Draußen im Norden und Osten wird wenig gefunden— da leben die, die wenig oder nichts zu verlieren haben. Ja, über die Ehrlichkeit?— Es ist schon noch so: Der Aichstrich der Ehrlichkeit liegt ungefähr bei 199 Mark. Geringwertige Gegenstände werden brav abgeliefert — aber der Prozentsatz der als gefunden gemeldeten verlorenen Dinge höheren Wertes ist ein recht geringer. Dennoch, es sind immer noch harte Zeiten, und mancher tröstet sich wohl damit, daß der Verlierer so wertvoller Dinge sie leichter ersetzen kann, und sieht in der Fügung, die gerade ihn zu dem verlorenen Gegenstand hinführte, die ausgleichend waltende Hand des Schicksals.... Das heißt dann offiziell Fundunterschlagung. Denn wenn der Finder den Gegen- stand auch im eigenen Gewahrsam behalten darf(außer wenn die Polizei ausdrücklich zur Sicherstellung Deponierung verlangt), er muß seinen Fund doch anmelden. » Nicht alle Fundbureaus sind so glänzend organisiert und unter- gebracht wie das im PoNzeipräsidium. In unzureichenden Räumen ist das Fundbureau der Straßenbahn, und wenn hier-dee Fundsachen gleich wie bei der Polizei ein volles Jahr lang auf- bewahrt werden müßten, würde mancher Verlierer fein Gut wohl traurig verändert wiederfinden. Ob es wirklich unmöglich ist, das gesamte Fundwesen zentralisiert unterzubringen und, unbeschadet der Rechte der einzelnen Gesellschaften, gleich gut und zentralisiert durch- zuorganisieren, wie das Fundbureau am Alexanderplatz? Schon jetzt rechnen die Beamten damit, daß ein großer Teil der abgelieferten Fundsachen nur darum nicht wieder abgeholt wird, weil die Jagd nach einem verlorenen Gegenstand selbst dem Verlierer, der Berlin genau kennt, einen vollen Arbeitstag kostet. Der Fremde aber, der von Westen nach Osten auf der Jagd nach dem verlorenen Regen- schirm die fünf Inseln der verlorenen Dinge fluchend und jammernd absuchen soll, gibt sicher schon bei der dritten das Rennen ent- mutigt auf, während sein Schirm sicher wohlbehütet auf der fünften liegt.— vie tvunöer öer Klara van tzaag. 151 Bon Johannes Buchholh. Au» dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. Er trabt um die Ecke, holt eine lange Latte, langt damit aufs Dach hinauf und versucht die Ziegel durch kleine Stöße wieder an ihren Plag zu bringen. Da sieht er, so verwundert, daß er einer Ohnmacht nahe ist, wie der eine Stein sich ganz verschiebt, und das zerzauste Gesicht Siverts sich in der Oeffnung zeigt. „Teufel!" schrie er. „3a," antwortete Sivert mit kläglicher Stimme. „Jetzt komme ich und vertreibe dich! Zerstörst du mein Haus von der Schwell« bis zum Dachfirst?" Und der Dater legte die Latte gegen die Mauer und zertrat sie in zwei Stücke, nahm das kürzere und schoß um die Ecke zur Bodentreppe. Sivert sah ein, daß er in seiner Rattenfalle gefangen war. Der Schrecken ließ ihn alle Energie und Klugheit zusammen- nehmen Als der Dater über den Rand der Bodenluke polterte, brach Sivert durchs Dach, daß die Steine ihn wie in einer Explosion umflogen, und eine Setunde später saß er rittlings auf dem First. Der Bater rief wilde Worte und schlug mit dem Latten- stumpf nach ihm, erreichte ihn aber nicht, weshalb er herunter- stürmte, um die Feuerleiter zu holen. Er stieß indessen auf Anna die von dem Lärm herbeigerufen war. ,Äas tust du. was gibt es? fragte sie mit zitternder Stimme. �. „Betrügerisches Weib, sagt« er und stieß sie zurück. Alz aber die Mutter in den Garten kam und Sivert sitzen sah, wo sonst nur Stare und Spatzen Platz nahmen, schwindelte es sie. Sie lief ihrem Manne nach, gnff ihn am Arm und sagte mit Verzweiflung in der Stimme:„Ich sage dir, Egholm, wenn du Sivert totschlägst,.dann tötest du mich auch." „Du wirst sehen, was ich tue," sagte der Dater verbisien und rültelte die Leiter voll ihren Haken herunter. Aber Sivert. der Verfolgt«, lehnte den Rücken gegen den Schornstein und befand sich außerordentlich wohl. Die Süßigkeit der Befreiung durchrieselte seinen Körp«. Hier draußen schien die Sonne. Seine selbstgewählte finstere, staubig« Höhle war ihm in den letzten Tagen unerträglich gewesen. Er wußte, daß auch die Leiter nicht reichte, so daß die Gefahr eigentlich gar nicht so drohend war. Es war komisch, wie die beiden unten um ihn kämpften, während er hi«r unerreichbar hoch über ihnen saß und sein eigener Herr war. „Ihr solltet beide heraufkommen und die Aussicht ge. nießen," rief er und kicherte durch die Rase. Di« Dachziegel wärmten so herrlich durch seine Hos«. Er setzt« sich bester zurecht, zog«inen kleinen Spiegel heraus und frisierte sein wirres Haar mit den gespreizten Fingern der einen Hand, bürstete sich hier und dort den Kalkstaub und rief wieder:„Geht hinein und holt das Opernglas, und wenn ihr hoch ob«n in der Luft«inen Mann von grünlchem Aus- sehen erblickt, dann bin ich es. Aber macht schnell, sonst steige ich vielleicht noch höher." Kurz darauf sagte er:.Denkt daran, wenn ich bis zum Abend nicht heruntergekommen bin, mir mein Essen heraufzuschicken." Der Dater hob die Hand und rief:„Du sollst nicht lebend herunterkommen!" „Stell dich nicht zu nahe an die Dachrinne, wenn plötzlich Regenwetter kommen sollte," grinste Sivert. Aber jetzt hatte er einen Einfall, der noch amüsanter mar. Er drehte ihnen den Rücken, Er vergaß sie. Was gingen sie ihn an. Statt dessen begann er mit diesem und jenem zu schwatzen, der auf dem Bahnhofswege vorüber kam. „He. Ditlev Ploek, wo ich gerade die Beine in der Luft habe, kannst du nachsehen, ob meine Stiefel besohlt werden müssen. So, nicht? Na. bald müssen sie doch, denn ich soll in der nächsten Zeit mit verschiedenen Manufvtturwaren- töchtern zum Ball." Wen Sivert nicht kannte, grüßte er mit tiefer Ehr- erbietung, nachdem er seine Aufmerksamkeit durch heftiges Räuspern erregt hatte. Sieh, da kam eine feine Dame mit weißem Hut. Hm— hm. Siverts Hut stieg gerade in die Höhe, als würde er an einer Flaggenstange gehißt. Die Dame nickte, ging einige Schritte weiter, blieb dann stehen und nahm das Haus gründlich in Augenschein. Sivert senkte die Augen, er sah, daß es Hedwigs Gnädige war. .�ist Egholm zu Hause?" fragte die Gnädige. „Wie beliebt?" .-Ich möchte gern mit Kasper Egholm sprechen, wenn er nicht beschäftigt ist." „Er befindet sich beim Iohannisbeerbusch. Um die Ecke. Ich habe nicht gleich gehört, auf Grund meiner großen Höhe. Das Geräusch reicht nicht viel weiter, als bis zu den Knien. Um die Ecke. Er ist nicht beschäftigt!" Dieser letzte Satz belustigte Sivert so, daß er fast vom Dach gerollt wäre. Wahrlich, sein Vater war in diesem Augenblick beschäftigt. Er war feuerrot bis zur Glatze. Jedes- mal, wenn er die schwere Leiter fast bis zum Dachrand gehoben hatte, klammerte Anna sich wild daran und zog sie krachend wieder zu Boden. „Wenn du das noch einmal tust, dann..." sagte Egholm atemlos und von Sinnen. Dann sah er sich sehr vorsichtig um. Er suchte etwas, etwas Wichtiges, das er fortgelegt hatte, den Lattenkumpf. Ach dort. „Schlag mich nur, aber Sivert rührst du nicht an," sagte die Mutter und klammerte sich noch fester an die Leiter, als wäre es selbst im Tode noch ihr einziger Gedanke, sie zu Boden zu ziehen. In diesem Augenblick bog«ine schlanke Dam«, nicht ein« Elle von Egholm, um die Ecke des Hauses. Cr wurde außergewöhnlich zerstreut, die Hände zitterten ihm, als ob er den Teufel jäh«. Eigentlich hatte er keinen Eindruck von ihrem Aussehen. Er sah nur, daß sie die Ielängerjelieberranken mit einer elegant behandschuhten Hand beiseiteschob. Da kommt«ine ungewöhnliche Kundin in mein Atelier, dachte er. Er stellte die Latte gegen die Mauer, so vorsichtig, als wäre sie ein kostbares Objektiv. Später kann ich sie mir wieder holen, dachte er mitten in seiner Verwirrung. Zu der Gnädigen sagte er mit einer tiefen Verbeugung und einem Lächeln, aber ohne sie anzusehen:„Bitte, die Tür zu meinem Atelier ist hier. Ich stehe gleich zu Diensten."' Frau van Haag verstand seinen Irrtum, und ließ ihn absichtlich dabei. Sie konnte sich ja photographieren lassen und gehen, wie sie gekommen war. ohne sich zu erkennen zu geben. Ja, das wollte sie. Denn es war ihr vollkommen unmöglich, dem Manne dort Guten Tag und Frohes Wiedersehen zu sagen. Statt desien war sie von Widerwillen gegen ihn erfüllt. Sie schöpfte tief Atem und schritt voran ins Wartezimmer. „Hier ist Kamm und Bürste, wenn Sie sich das Haar etwas in Ordnung zu bringen wünschen," sagte er untertänig und zeigte auf einige Dinge unter dem Spiegel. Er wurde sich gleich seiner Plumpheit bewußt und versuchte, sie fort- zulachen, aber es gelang ihm nur schlecht, und in seiner Ver- wirrung griff er die Dame ohne weiteres am Arm, zog sie ins Atelier, zeigt« auf einen hochlehnigen Stuhl und ver- schwand. Zwei Sekunden darauf war er wieder da. Er zog an den Gardinen, verrückte die Kamera.(Fortsetzung folgt.) Dieser Sußtag. Mitten in die Arbeitswoche hmein fällt ein Feiertag, mit dem wir innerlich wenig oder gar nichts anzufangen wissen: der Bußtag. Die evangelische Kirche fordert auf. im stillen Kämmerlein, oder noch besser beirn Gottesdienst, Buße zu tun für die Sünden, die wir seit dein letzten Bußtage auf uns geladen haben, Reue zu empfinden und zu geloben, daß wir in Zukunft nach den Geboten Gottes bzw. der Kirche leben wollen. Gewiß, wir olle find keine Engel, und jeder von uns hat oft genug im Leben bei Toten oder Unterlassungen horte Gewissens- kämpfe durchgemacht, die man mit gutem Recht als„Buße"' be- zeichnen kann. Und wir wissen ganz genau, daß auch in Zukunft unser Dasein nicht frei von Schuld und Fehle sein wird. Aber wenn heut« wieder einmal die evangelische Kirche zur Buße aus- ruft, dann müssen wir ihr doch dies offen sagen: Mag nun der einzelne von uns noch Mitglied der Kirchengemeinschaft sein oder nicht, das Gefühl ist das gleiche, daß die Kirche es verstanden hat, sich in wachsendem Maße weite Bolkskreise zu entfremden. Jede Sitzung der obersten Kirchenbehördcn beweist von neuem, daß die Kirche heute ein Vorkämpfer reaktionärer, monarchlstischer und volksfeindlicher Bestrebungen und ein Hort aller Rückständigkeit ist. Löbliche Ausnahmen bestätigen die Regel; wenn aber das Gros der evangelischen Pastoren uns heute feierlich mahnend zuruft: Tut Buße!, so sehen wir uns fast gemüßigt, höflich, aber bestimmt zu antworten: Bitte, nach Ihnen! Man mag sich darüber wundern, daß in der deutschen Republik, die noch nicht einmal ihren Berfassungstag zum offiziellen Feiertag erhoben hat, der Bußtag noch immer begangen wird. In einigen Ländern hatten in den ersten Iahren nach der Revolution rein sozialistische Regierungen den Bußtag in der Tat abgeschafft: veränderte Landtagsmehrheiten führten ihn wieder ein. Stete Auf- klärung und Propaganda wird uns im Laufe der Jahre dazu führen, mit Veraltetem und Ueberholtem gründlich aufzuräumen. Mensch sein, heißt uns nicht Büßer, sondern Kämpfer fem. Und wahre„Buße" für Fehler und Verfehlungen ist, unermüdlich zu kämpfen für des Volkes Vervollkommnung und Befreiung! Unü noch einmal üie roten Taufender. Ziur Schacht-Beleidigung zwei Wochen Haft. Vor dem neuen Krimmalgericht Turmfiraße ist«in großer Menschenauflauf. Eine aufgeregte Menge, m der Hauptsache Frauen. Ein Schupomann sorgt für Ordnung. Es sind Reichs- bankgläubiger, Inhaber von rotgestempelten Tausendmarkscheinen, die der Berufungsoerhandlung gegen den Vorsitzenden des Verbandes der Reichsbantgläubiger, Herrn Roll, beiwohnen wollten. Der Gerichtssaal faßt aber nur 20 Zuhörer. So mußte der größte Teil draußen bleiben. Im Vorraum des Gerichts sind ebenfalls Schupoleute postiert: es sollen die turbulenten Szenen bei der ersten Verhandlung, als der Sitzungssaal gestürmt wurde, vermieden werden. Man hätte doch aber einen größeren Saal für diese Verhandlung wählen können. Herr Roll war in der ersten Instanz zu einer Geldstraf« verurteilt worden. Er hatte in einer Volksversammlung gegen den Reichsbankpriksidenten Schacht sehr scharfe Ausdrück« gebraucht. Als nämlich der Zivilprozeß, den er gegen die Reichsbank führte, im Landgencht I gegen ihn entschieden war. soll er in der Volksversammlung erklärt haben, daß„die Reichsbank nur eine Filiale des Großkapstals sei" und„der Reichsbankpräsident dessen Söldner". Ferner, daß der Reichsbankpräsident„der Henker der deutschen Wirtschaft", und daß er„nicht nur ein Betrüger, sondern Schwindler fei*. Kriminalbeamte aus der Abteilung la, die der Versammlung beiwohnten, hatten sich die erforderlichen Notizen gemachi und sie der Behörde mitgeteilt. So erhielt auch der Reichs- Kän?präsident Kenntnis von den gemachten Aussprüchen. Zwar ver- suchte Herr Roll gestern seine Ausdrücke abzuschwächen und be- hauptete sie in Wahrung berechtigter Interessen getan zu hoben. Auch erklärten Versammlungsteilnehmer, die in großer Zahl im Gerichtssaal aufmarschierten, daß sie die ihm zur Last gelegten Worte gar nicht gehört hätten, er sie also nicht gesprochen haben hönne. Es half aber nichts. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Wochen Haft. Dem beleidigten Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht wurde die Befugnis zur Veröffentlichung des Urteils in drei Berliner Tageszeitungen zugesprochen. Die Strafkammer des Landgerichts II nahm an, daß bei dem Angeklagten ein« i n- heitlicher Vorsatz vorgelegen habe, der bei allen drei Versammlungen für ihn bestimmend gewesen sei, und deshalb wurde im Gegensatz zum Vorderrichtcr nur eine fortgesetzte Handlung angenommen. Wenn auch erwogen worden sei, daß der AngeNagte aus einer gewissen idealistischen Einstellung heraus gehandelt habe, für die an sich eine Geldstrafe angemessen wäre, so habe man doch mit Rücksicht auf die Stellung des Angeklagten als Führer der Reichs- bankgläubigerbewegung und im Hinblick auf die Verrohung des politischen und wirtschaftlichen Kampfes im Gegensatz zur ersten Instanz eine Freiheitsstrafe für not- wendig erachtet. Da aber ein Ueberzeugungsvergehen vorliege, wurde nicht auf Gefängnis, sondern nur auf Haft erkannt. Fahrpreisermäßigung für Jugendfahrteu. Auf Grund der Verhandlungen zwischen der Deutschen Reichs- bahngesellschaft und dem Reichsministerium des Innern sowie den Länderregierungen kann nunmehr damit gerechnet werden, daß die Bestimmungen über die Fahrpreisermäßigung zu- gunsten derI�igendpfleg« zum 1. Januar 1927 durch- geführt werden. Sollten hierbei m einigen Fällen bei der Ausferti- gung der Lichtbildausweife für die Begleitpersonen infolge übergroßer Anzahl von Anmeldungen Schwierigkeiten entstehen, kann«in« ange- messen« Uebergangszeit gewährt werden. Das Alter für die Auf- sichtsperfonen— Führer von Ausflügen— muß bekanntlich min- bestens 18 Jahre betragen. Kriminalbeamte und Diebe. Di« dienstlichen Beziehungen zwischen Kriminalbeamten und Verbrechern sind schon manchem Beamten verhängnisvoll geworden. So macht« eines schönen Tages der vielfach vorbestrafte H. dem Kriminalbeamten S. den Vorschlag, sich auf leicht« Weife Geld zu ver- dienen. Er und fein Freund wüßten, daß bei einem Pfandleiher sich gestohlen« Sachen befänden. Di« sollten nun beschlagnahmt und oerkauft und die Beut« verteist werden. So erschienen die beiden Diebe und mit ihnen zusammen auch drei Kriminalbeamten beim Psandleiher, beschlagnahmten die Sachen, oerkauften sie und teilten die Beut« unter sich. Zwei von den Kriminalbeamten sind bereits vor längerer Zeit abgeurteist worden: der dritte durfte den Z 5} für sich in Anspruch nehmen. Die beiden Vorbestraften standen setzt vor GerichL Eine Defvergeschl cht« hatte fi« ans Messer geliefert. Der ein« der Angeklagten erklärte, er fei es nicht gewesen. Zwar sind seitdem fünf Jahre vergangen, doch erkannte der seinerzeit für unzurechnungsfähig erklärte Zeuge den Angeklagten mit Bestimmt- heit als Mittäter wieder. So wurden sie beide zu je 10 Monaten Ge- fängnis verurteilt._ Kein Gelü für Notftanüsarbeiten? I« den Rehbcrgen sind Arbeiterentlasiunge« geplant! Anscheinend noch unter dem Einfluß des bisherigen Stadt- kämmerers Dr. Karding, der jetzt aus seinem Amte scheidet, hat der M a g i st r a t einen die Notstandsfürsorge arg gefähr- denden Beschluß gefaßt. Bei den Notstandsarbeiten in den Rehberg en sollen, entgegen den Absichten und dem Be- schluß der Stadtverordnetenversammlung, die Mittel so be- trächtlich eingeschränkt werden, daß an eine Fortsetzung der Arbeiten einstweilen nicht zu denken wäre. Gegen diesen tollen Plan, der sofort Hunderte von Arbeitern wieder brot- l o s machen würde, wendet sich die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion mst folgendem Dringlich- keitsantrag: „Nach uns zugegangenen Mitteilungen sollen die Notstands- arbeiter der Rehberge am Freitag, den 19. November, zur Ent- l a s s u n g kommen, weil der Magistrat Msttel für die Weiter- führung der Arbeiten nicht bereitgestellt hat. Wir beantragen da- her, die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, den Magistrat zu ersuchen, mit größter Beschleunigung Mittel für die Weiterführung der Arbeiten zur Verfügung zu stellen." Es ist zu hoffen, daß gegen die Dringlichkeit dieses Antrages von keiner Seite Einspruch erhoben wird. Ueber ihn könnte dann schon in der morgigen Stadtoerordnetensitzung oerhandelt und be- schlössen werden._ Zeuergefecht zwischen Polizei unö Einbrechern Ein Unbeteiligter schwer verletzt. In Hohenneuendorf an der Nordbahn kam es gestern zu einem Feuergefecht zwischen Polizeibeamten und zwei Berliner Einbrechern, die schon vielerlei auf dem Kerbholz haben. Es handelt sich um den 34jährigen Adolf Pinke aus der Fliederstraße 7 und den 32 Jahre allen Franz G a l i n s k i aus der Wrangelstraße 12. Die beiden vielfach vor- bestraften Verbrecher machten schon seit längerer Zeit die Gegend von Kremmen unsicher, ohne daß es bisher gelang, ihrer Hab- hast zu werden. Sie stahlen so ziemlich alles, was für sie erreich- bar war, Wäsche, Geflügel. Fahrräder usw. und machten wiederholt reiche Beute. In Hohenneuendorf, dicht bei Stolpe, wurden sie gestern von Polizeibeamten gestellt. Während sich Pinke ohne Gegenwehr sofort in sein Geschick ergab, und die Aussichtslosigkeit einer Flucht einsah, versuchte sein Konplice Galinski zu entkommen. Um seine Verfolger in Schach zu halten, gab er aus seinem Re- oolver mehrere Schüsse ab. Ein Vorübergehender, der Arbeiter Paul Daberkow aus Glienicke, der sich an der Verfolgung be- teiligte, wurde durch einen Schuß in die rechte Hand schwer verletzt. Es gelang Galinski, in ein Laubengeländ« zu flüchten, wo er Deckung nahm und ein wütendes Feuer auf seine Verfolger eröffnete. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Erst als der Verbrecher die Kammern seines Revolvers leergeschossen hatte, er- gab er sich den Beamten. Die Festgenommenen wurden noch im Laufe des Tages nach Oranienburg gebrocht und in das dortige Amtsgerichtsgefängnis«ingeliefert. die Lotterie öer �rbeitenvohlfahrt. Kein« Organisation kann ohne Geldmittel existieren. Am wenigsten ist das bei einer Organisation der Fall, die sich die Er- füllung von bestimmten Wohlfahrt so nfgaben vorgenommen hat. Des- halb mußt« auch die Arbeiterwohlfahrt zu dem Mittel der Lotterie greifen, um damit das zu tun, was sehr viele andere Wohlfahrt?- und die verschiedensten Sportorganisationen bereits gewohnheits- gemäß und regelmäßig tun. Wir haben auf dem Gebiete des Sammelns so manch« Erfahrung gemacht, die UNS mit Vertrauen für unser« Lotterie erfüllt. In vielen Betrieben geben die beschöstigten Arbeiter in jedem Jahre regelmäßig chren Obulus für die örtliche Kindererholungsfürsorg«. In manchen Gegenden Deutschlands sind dauernd und vorübergehend aus der arbeitswilligen Opferbereitschast Jugend- und Kinderheim« entstanden. Für die notleidenden Kinder des Volkes hat der Arbeiter, die Ar-' beiterin trotz eigener Armut immer etwas übrig. Wissen sie doch, was es bedeutet, wenn Kinder in zu enger Wohnung heranwachsen müssen, wenn der nicht genügend ernährt«, unter Licht-, Luft� und Nahrungsmangel leidende Kinderkörper den Anstrengungen der Schule ausgesetzt wird. Di« Rot der Kinder wird zum Erschrecken deutlich. wenn so viel«, die mit 14 Iahren aus der Schul« entlassen werden, überhaupt noch nicht in eine Lehr- oder Arbeiterstelle übergeführt werden können, weil der Körper noch vollkommen unentwickelt ist und ihm Strapazen gar nicht zugemutet werden können Jede Ge- meiirde und jeder industrielle Landkreis bestätigt uns diese Wahr- nehmung durch Feststellungen über den Gesundheitszustand der schul- entlassenen Knaben und Mädchen. Deshalb ist es besonders wertvoll, daß die Arbeiterwohlfahrt sich die örtlicheKindererholungs- f ü r s o r g« als ganz besonderes Arbeitsgebiet ausersehen hat. Es gibt kein« Wohlfahrtsorganisation, die auch nur entfernt imstande wäre, auf diesem Gebiet« neben der Arbeiterwohlfahrt mit ihren vielen selbstlosen Helfern das Gleich« zu bieten. In Luft- und Sonnen- bädern bei stöhlichem Spiel und reichlicher Verpflegung wird jährlich Hunderttausenden von Kindern, deren Eltern nicht mit ihnen an die See oder aufs Land reisen können, Gesundheit und Fröhlichkell gegeben. Dos sst n u r« i n« Aufgab« der Arbeiterwohlfahrt, zu der Geld gehört. Es gibt deren noch viel«. In Taufenden von örtlichen Be- ratungsstellen sitzen Frauen zur Beratung berell, selbstlos, mit Ver- ständnis für die Nöte ihrer Schwestern und der Jugend. Vielseitig sind die Nöte der gehetzten und sorgenbeschwerten Mütter. Für jede Notlage muß besonders Rot geschaffen werden. Die Hilfsarbeit ist riesengroß und umfangreich, in jeder Stunde kommt es uns zum De- wußtsein, wieviel wir mit unseren Krästen leisten könnten, wenn ... wir Mittel hätten. DarumdieLotteriederArbeiter- Wohlfahrt, die denen, die uns durch Lostauf unterstützen, zugleich die Möglichkeit gibt,«inen nützlichen Gewinn davonzutragen. Marie I u ch a c z. Eine japanische Studentin beraubt. Am Dienstag nachmittag gegen 4 Uhr wurde die 23 Jahre alte japanische Studentin Naka Hatan«, die in der Uhlalndstraße 141 wohnt, von einem jungen Menschen angefallen und beraubt. Das jung« Mädchen hatte auf einer Bank«inen Scheck über 500 Mark eingelöst und trug das Geld in ihrer Handtasche bei sich. Sie war im Begriff, den Flur ihres Hauses zu betreten, als«in junger Mann rasch hinter ihr herkam, ihr mehrer« Schläge ins Gesicht verfetzte, ihr! die Handtasche entriß und damll flüchtet«. Ehe die Studentm noch um Hilf« rufen konnte, war der Räuber schon verschwunden. Di« geraubte Tasche hat Beutelsorm, war mit roten und schwarzen Perlen gestickt und enthielt außer den 300 Mark noch 17 Mark Klein- geld, eine goldene Blusennadel mit Perlen sowie andere Kleinigkeiten. Zweifellos hat der Räuber das junge Mädchen schon auf der Bank beobachtet und als Opfer ausersehen. Mllteilungen zu seiner Er- greisung werden im Zimmer 80 des Polizeipräsidiums entgegen- genommen.___ �Staatsaufsicht über Serlkn/ Billiger tut cr's nicht! Die„Deutsche Zeitung" bringt an leitender Stelle einen Artikel von dem„ehemaligen Kol. Landrat" von Hertz- b e r g(den Zusatz ,Kgl." läßt der Herr Landrat a. D. sich nicht nehmen), der die' Frage aufwirft, ob nicht über Berlin die S t a a t s a u s s i ch t zu verhängen sei. Was hat den„ehemaligen Königlichen" so in Harnisch gebracht, daß er glaubt, die Frage bejahen zu sollen und nun gegen Berlin die schleunige Anwendung dieses scharfen Mittels fordert? Er wütet darüber, daß im Staat und in den Gemeinden nicht mehr„gute Ausbildung, be- standene Prüfungen und unanta st barer Charak- t e r" Voraussetzungen für die Uebertrogung von Beamten- p o st e n seien. Man weiß, daß namentlich die dritte dieser Vor- aussetzungen, der„unantastbare Charakter", früher m der Regel nur bei dem angenommen wurde, der auf seine Zugehörigkeit zu einem feudalen Corps hinweisen konnte. Um zu zeigen, wie in Berlin alles drüber und drunter geht, erinnert der„ehemalige Königliche" an den Vertrag der Stadt mit der B e r l i n e r H a f e n- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft, zu dem die Stadtverwaltung, durch die Folgen der Inflation gezwungen, sich entschließen"mußte. Aber noch Schlimmeres weiß der Herr Land- rat a. D. in der„Deutschen Zeitung" zu melden,«inen Skandal, der zum Himmel schreit. Die Stelle des Stadtsyndikus ist, schreibt er. „mit dem völlig rechtsunkundigen Soztaldemo- kraten Lange besetzt", so daß mtt der sachlichen Bearbeitung der Geschäfte des Syndikus der sozialdemokratische Rechtsanwalt Fabian betraut werden muß. Wir glauben, daß unser Genosse Stadtsyndikus Lange herzlich lachen wird, wenn er von diesem Wut- schrei des„Königlichen" a. D. hört. Lange, der schon seit vier Iahren als Syndikus der Einheitsgemeinde Berlin im Amt ist, nachdem er vorher in Neukölln Syndikus gewesen war, hat die erforder- liche juristische Ausbildung erhalten und kann mindestens ebenso wie der Herr Landrat sich auf bestandene Prüfungen be- rufen. Aber eine Boraussetzung fehlt ihm: er war nicht Mitglied eines Corps, das der„Deutschen Zeitung" als„standesgemäß" g e n u g gilt._ Znm Neubau der Charlottenburger Schlohbrucke. Di« sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hatte Ansang dieses Monats im Rathaus den Magistrat wegen des über alle Maßen verzögerten Neubaues der Schloßbrücke in Charlottenburg interpelliert. Nunmehr teilt das Nachrichtenamt der Stadt folgendes mll: Nachdem die langwierigen Verhandlungen zwischen Staat und Stadt zum Abschluß gekommen sind, sind von der Stadt all« Maß- nahmen getroffen worden, um diesen wichtigen Spreeübergang so bald als möglich für den Verkehr wieder freizugeben. Mit dem Abbruch der Eisenkon st ruktion wird in den nächsten Tagen begonnen werden. Hieran anschließend erfolgt der Abbruch und Wiederaufbau der Fundamente und im Anschluß, daran die Montage der Eisenkon- struktion. Di« Arbellen werden von der zentralen Tiefbaudeputation so beschleunigt worden, daß das Bauwerk voraussichtlich Ende nächsten Jahres dem Verkehr wird übergeben werden können. Die neue Schloßbrücke wird sowohl in ihrer Lage als auch in chren Breitenverhällnissen erheblich von dem jetzigen Bauwerk abweichen. Entsprechend ihrer Bedeutung in einem der wichtigsten Verkehrszüge wird die Brücke ein« nutzbare Fahrbohnb reite von IS Meter und zwei Bürgersteige von je 4,ö"Meter Nutzbreit« erholten. Di« Gesamtbreit« beträgt einschließlich Schrammbord und Tragwerk 27 Meter. Auch die Linienführung hält eine erheblich« Verbesserung insofern«in, als der scharfe Knick in Richtung Kaiser-Friedrich-Straß« durch Schräg- stellung der Brücke über den Flußlauf gemildert wir». Durch die Schräglag« der Brück« wird das neue Bauwerk auch«in« größere Spannweit« erhalten als das alte. Die jetzt fast ein Jahr währende Sperrung der Schloß» rück« hat zu einer unhaltbaren Belastung der Parallelbrücken und-straßen ge- führt. Besonders die Cauerstraße muß den gesamten Auw- und Geschäftsfuhrwerksverkehr von und nach Moabit aufnehmen. Di« Straße ist bei ihrer ursprünglichen Anlag« durchaus nicht für einen solchen Massenverkehr berechnet gewesen und so ist es jetzt sowell gekommen, daß dos Passieren der oerhöltnismäßig engen Straß« nur noch mit Lebensgefahr verbunden ist. Di« Autos jeder Art, die ihre Fahrgäste in Moabit abgesetzt haben, benutzen die Helmholtzstraße, die Dove-Brücke und die Cauerstraße als Verbindungsweg nach dem Knie und Zoologischen Garten hin, in der Erwartung, in dieser Gegend wieder Fahraufiräg« zu bekommen. Zu all dem gesellt sich jetzt auch besonders in den Morgen- und Nachstunden ein reger Autobusverkehr nach dem neueröffneten Betriebsbahnhof der Aboag in der Helmholtzstraße. Das Rattern und Knattern der Motoren wird von den engen Häuserreihen wie durch einen Schalltrichter verstärkt weiter. gegeben, so daß die Nachtruh« der Anwohnerschaft empfindlich gestört wird. Nur die schleunigste Wiederherstellung der Schloßbrücke kann hier ein« fühlbar« Entlastung bringen. Der Kronprittz wird nicht bevorzugt. Kürzlich fuhr der frühere Kronprinz, von den Linden kommend, in einem Kraftwagen die Friedrichstraße entlang. Er wurde vom Publikum erkannt, und es entstand an der Eck« Leipziger Straße, wo sich ohnehin der Verkehr zu stauen pflegt, ein Menschenauflauf. Der dort stationierte Verkehrspolizist ließ darauf sofort den Wagen des Kronprinzen in die Leipziger Straße ein- biegen. Hieran hatten einige Blätter Anstoß genommen mit der Behauptung, der Wagen des Kronprinzen sei vor denen der übrigen Wagen, die der Verkehrsordnung gemäß hallen mußten, bevorzugt worden. Der betreffende Schupowachtmeister hat jedoch nach Mit- teilung des Polizeipräsidiums lediglich seine Pflicht ge- tan, da er die Menschenansammlung verhindern und den Verkehr wieder flott machen mußte. Mit dieser durch TU. verbrelleten Er- klärung hätte demnach eine Kleine Anfrage, die die kommunistische Landtagsfraktion eingebracht hat und die sich auf die Auffahrt des Ex-Kronprinzen zum Sechstagerennen und auf die Episode in der Leipziger Straße bezieht, teilweise ihr« Erledigung gefunden. HsalansschlaS. Beinschaden (Krampladern), auch veraltete Wunden. Hautjacken and Flechtea heilt die milde und wohltuende, seit 100 Jahren bewährte San.-Rat D». Strahl'* Haussalbe. Original-Dose ä M. 1.25. 2.SO, 4.30 versendet spesenfrei Eletanten-Apotlieke, Berlin SW. 19. Leipziger StraBe 74, am Ddnhoffplabs Hahn-Maccaroni aus reinem HartgrieS hergestellt, sina deshalb so ausgiebig, weil sie, wenn sie in viel Wasser(man rechnet auf Vg Kilo 4 Liter) nicht allzu lange kochen. stark aufquellen. Dann kommt auch ihr guter Geschmack richtig zur Geltung. Seit Jahrzehnten ein Mittagessen, wie es preiswerter und nahrhafter wohi. kaum opdacht werden kennt Schwarzrotgold, das ist pfui! Am Revolutionstag spielte sich vor einem Parteilokal in Zehlendorf eine kleine S�ene ob, von der wir erst nachträglich Kenntnis bekommen haben. Der Wirt hatte eine schwarzrotgoldene Fahne herausgehängt. Am Abend kam eine Familie, Mann, Frau und drei kleinere Kinder, offenbar den besseren Ständen angehörig, vorbei. Der eine kleine Junge rief aus: Sieh mal Vater, eine schwarzrotgoldene Fahne. Darauf der Vater: Schwarzrotgold, das ist pfui. Und da das Kind nicht wußte, was der kluge ZZater mit dem weisen Ausspruch meinte, verdeutlichte sich dieser vorbildliche Erzieher seiner Kinder, indem er dem arglosen Kind frech ins Gesicht log:„vchwarzrotgold ist die Kommuni st enfahn c." Der Vorgang war aber beobachtet worden,� ein Schupobeamter wurde herbeigeholt, und nun mußte der Schimps- bold zugeben, daß er Marineoffizier z. D. ist und in Zehlen- dors wohnt. Er soll sogar dem Reichswehrministerium nahe stehen, woraus sich ja hoffentlich das weitere ergeben wird. Das Volk ist nämlich der Ansicht, daß man solche z.-D.-Herren schleunigst als a. D. verduften lassen sollte. Im übrigen bekommt man auf diese Weise einen kleinen Einblick in die nationalen häuslichen Er- ziehungsmethoden, die systematisch das verderben, was die Schule etwa auszubauen fich bemüht. Arme nationale Jugend! Als die Eltern heimkehrten... Ein tragischer Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich gestern abend in der Wikinger- st r a ß e 7 8 im Tiergartenviertel Als das Ehepaar B. abends gegen 11 Uhr heimkehrte, nahm es schon beim Ausschließen einen starken Gasgeruch wahr. Zu ihrem Entsetzen fanden sie in der mit Leuchtgas angefüllten Küche ihren elfjährigen Sohn Heinz leblos am Voden liegend vor. Ein sofort hinzu- gerufener Arzt konnte nur noch den bereits vor mehreren Stunden eingetretenen Tod feststellen. Zuerst wurde ein Selbstmord vermutet, dem Heinz B. aus Furcht vor Strafe in der Schule verübt haben sollte. Beamte der Kriminalpolizei nahmen eine genaue Untersuchung vor und stellten einwandfrei fest, daß es sich um einen Unglücksfall hondell. Der Knabe wollte die Gaslampe an- zünden und bediente sich hierzu eines Holzschemels. Er muß hierbei das Gleichgewicht verloren haben und so unglücklich mit dem Kopf auf den Fußboden aufgeschlagen sein, daß er die Besinnung ver- lor. Beim Fallen riß er noch haltsuchend ein Stück der Regu- lierungskette ab. Dem geöffneten Gashahn entströmten große Men- gen Leuchtgas, die den Tod des bewußtlosen Kindes herbeiführten. Kunstausstellung in Schönebcrg. Im Schöneberger Rathaus am Rudolf-Wilde-Platz wurde am Sormtag eine kleine Kunstausstellung eröffnet. Sie ist veranstallet vom Schöneberg-Friedenauer Künstler- bund, dem das Bezirksamt den Ausstellungssaal des Rathauses ein- geräumt hat. Die Pflicht von Gemeinde, Staat und Reich, den Künstler im Kampfe um dos Brot nicht uMergehen zu lassen, wurde bei der Eröffnungsfeier von Prof. Hans Baluschck betont, der im Namen der Kunstdeputation sprach. Aber auch jeder einzelne, dem die Kunst etwas gilt und der d e in Künstler durch Kauf seiner Werkezrr helfen in der Lage ist, soll dieser Pflicht sich bewußt sein. Die Ausstellung bringt Oelgemälde, Aquarelle, Graphit und Plastik. Vertreten sind Künstler wie Baluschek, Sandreck, Krain, Krommer, Hartig, Plontke und andere. Geöffnet ist die Ausstellung bis zu ml 4. Dezember täglich von 10— 5 Uhr, auch Sonntags. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Die nächste Hummer des„Uorwärks" erscheint erst am Donnerstag früh. Kanarienausstellung. Im RosenthalerHof ertönt jetzt ein schier kein End« findendes melodisches Singen, denn der Per- liyer Känarienzüchler- und Vogelschutzvcrein, gegründet 1886, hält dort eine Ausstellung ab. Die große Goldene Medaille bekam Herr �Kirsch-Berlin für eine prächtige Kollektion Gesangskanarien lHohlvögel). Die Verbandsmedaill« wurde Herrn Stresow für Gluckvögel zuerkannt. Herr Lesser stellte schöne Gluckpfeifenvögel aus. In der allgemeinen Klasse siegte Herr Stresow mit 830 Punk- ten und in der Damenklasse Frau Stresow mit 303 Punkten. Frau Lesser bekam mit ihren Hohloögeln, die aus Kommando nicht ganz aus sich herausgingen, den zweiten Preis. Diese Ausstellung, der sich auch eine Erotenschau anschließt, ist noch morgen(Bußtag» ge> ' öffnet.— Gleichzeitig sei daraus hingewiesen, daß der Verein ,L a n a r i a', gegr. 1882, vom 20. bis 22. November im Deutschen Vereinshaus, Landsberger Str. 89, eine große all- gemeine Ausstellung veranstallet. Seinen Zweiten Modeabcnd veranstalletc der Damen- sriseur« und Perückenmachergehilfenverein Berlin 1884 am Sonntag in den Kammersälen. Es war als Thema„Bubikopf und historische Frisur"' gegeben worden. Die jungen Leute, d-.e um den Preis rangen(darunter auch einige Gehilfinnen), entledigten sich der nicht leichten Aufgaben mit großem Eiser und ersichtlichem Können. Aus den Bubikopfperücken entstanden nach und nach die verschieden- artigsten historischen Frisuren, ein Beweis, daß der Bubikopf keines- wegs nur Bubikopf zu bleiben braucht. Man sah zum Beispiel einen recht originellen Versuch, das 17. Sechstagerennen gewissermaßen haarig zu versinnbildlichen. Ein anderer Versuch wirkte durch zarte Beleuchtungskörper im Haar. Man sah sehr viele weiße Perücken. Dann saßen die reizenden Versuchsobjekte mäuschenstill vor dem Spiegel, und die Preisrichter huschten hin und her, notierten Nummer und Punkte, bis nach genauester Auszählung sich folgende Sieger ergaben: 1. Fräulein Amthor, 2. Lesevrc, 3. Giehswein, 4. Rottmaicr, 5. Jakob, 6. Fräulein Wildauer. Alax und Aloritz und der Weihnachtsmann tollen und poltern nach dem Willen des Verfassers Benno Francken jetzt über die Bühne des Rose-Thcatcrs und erregen mit ihren Erlebnissen die Herzen der Jugend aus dem Frankfurter Viertel. Viele Hundert waren da und ließen sich willig in den Bann des Kulisscnzaubers ziehen, selbst bei dem immerhin bescheidenen Mittel, die das Rose-Theater anwenden kann. Die Schandtaten der beiden Buben sind geschehen. Nun sollen die Jungen gebessert werden. Vater und Mutter verzweifeln. Da erscheint der Weihnachtsmann als Pädagoge, verprügelt sie und nimmt sie mit. Nun gehts von Abenteuer zu Abenteuer und im letzten Akt sieht man Max und Moritz airdächtig vor der Pforte des Domes knien: Sic sind ge- bessert. Wilhelm Busch sah die Sache ein bißchen anders, er ließ die beiden Bösewichter zu Hühnersutter verarbeiten. Wilhelm freie Sozialistisdie Hodisdiule. Sonnabend, 20. November, 7'/z Uhr abds., im Sitzungssaal des ehem. Herrenhauses, Leipziger Str. 8, Vortrag des Genossen Prof. Dr. Karl Vorländer-Münster: Die ethische Idee im Sozialismus Eintrittskarten mm Preise von 50 Pf. sind zu haben an der Abendkasse sowie an folgenden Stellen; Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, II, Zimmer 8.— Buchhandlung J. H. W. Dietz, Lindenstr. 2.— Verband der graphischen Hilfsarbeiter. Ritterstraße Ecke Luisenufer.— Zigarren geschäft Horsch, Engelufer 24 25, Gewerkschaftshaus.— Tabakvertrieh, Inselstr. 6.— Verlag des Verbandes der deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5.—„Werk- freude" Bücherstuben, Potsdamer Str. 104, sowie in allen Vorwärts-Speditionen. Busch war allerdings so«in aller niederdeutscher Heide. Man sieht, in der Großen Frankfurter Straße ist man, dank dem Ver- fasser Francken, weit christlicher: Max und Moritz finden heim zur Kirche. Also eine Pädagogik, dje bereits ranzig ist. Man spielt mit den freundlichen künstlerischnc und dekorativen Mitteln da draußen recht wacker. Schade, daß Max und Moritz keine echten Jungen waren. Henny Uehr und L u c i e H ü h n, die die beiden gaben, hatten angesichts eines so sachverständigen Publikums kein leichtes Spiel: aber sie tummelten sich und oersuchten, so aus- gekocht wie möglich zu sein. Dazu eine Menge netter Episoden- figuren, recht hübsche Tänze, allerhand wirksamer Bühnenzauber, volkstümliche Musik und ein gutes Zusammenspiel. Ralkenbekämpsungslage. Der Polizeipräsident weist nochmals darauf hin, daß alle zur Auslegung von Rattengift Verpflichteten die für die Durchführung der vom 20. bis 22. November festgesetzten Rattenbekämpfungstage erlassene Bekanntmachung spätestens bis zum 17. dieses Monats von dem zuständigen Polizeirevier abzuholen haben. Von der Verpflichtung der Abholung lind nur diejenigen befreit, die einen Kammerjäger oder einen anderen auf dem Gebiete der Rattenbekämpfung bewährten Fachmann zur Auslegung des Giftes beauftragt haben und dies an den betreffenden Tagen den kontrollierenden Beamten mit einer entsprechenden Bescheinigung nachweisen können. Die Skelette von Petzow, die auf dem Gelände der Familie von Kähne gesunden wurden, gellen der Staatsanwallschast jetzt als unverdächtig. Sie sieht keinen Anlaß, ihre Ermittelungen fortzusetzen, nachdem Sachverständige erklärt haben, daß die Skelette mindestens schon 40 Jahre dort gelegen haben müsfen. lieber«Fememorde und Justiz" und die Landsberger Prozesse wird in. einer Veranstaltung der Deutschen Liga für Menschenrechte am Freilag, den 19. November, abends 8 Uhr, im ehemaligen Herren- haus gesprochen werden. Als Redner sind vorgesehen: Genosie Dr. Paul Levi, M. d. R., Landtagsabgeordneter Riedel und Rechtsanwalt Dr. Georg Löwenthal. Mitglieder der SPD. zahlen einen ermäßigten Unkostcnbeitrag von nur 30 Pf. statt 50 Pf. Eine öffentliche Frauenkundgebung mit Lichtbildervortrag „Aus dem Leben der weltlichen Schule"(Referent: Lehrer Schröter) findet am Freitag, den 19. November, abends 714 Uhr, in Büttners Festsälen, Schwedter Str. 23, statt. cichlblldervorlraq lm Tourisien-Verein»Die Ttawrfreunde". Am Buhtag. den 17. Nov., Lichtbildervortrag des Genossen Friedrich Wendel über das Tbema:„Der Sozialismus in der K a ri l a t u r und die Karikatur im Dienste des Sozialismus", unter Mitwirkung der Musik- aemeinschast der Nalursreunde und des Rezitators Gen. Schwirkichlieh. Der Vortrag findet statt in der Aula des Schiller-Lyzeum, Pankftr., Ecke Böttger- straße, am Brunnenplatz. Beginn 8 Uhr. Eintritt 0,40 M. Lezirksbildungsausichuß Grofi-lZ erlin. Am Sonntag, den 28. November, nachmlltags 3 Uhr. findet die nächste Theatervorstellung im Theater am Bülowplatz statt,«usgejührt wird.Nachtasyl", Szenen aus der Tiefe, von Mtxim Gorki. Preis der Karte 1.20 Mark einschlichlich Kleiderablage und Theaterzettel. Karten sind in allen bekannten Verkaufistellen zu haben. Sprech-Ehor für vrolelarilche Feierstunden. Am DoimerStag trifft sich der Chor um 7 Uhr in der„Neuen Welt" Hasenheide. Vereinigung sozialdemokratischer Sludenlen. Donnerstag, den 18.. abends 8 Uhr. im Sozialwissenschastlichen Klub, Wllhelmstr. 48, Aussprache- abend. Politische Justiz. Referent Dr. Kurt Rosenberg. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Gäste willkommen. Bier Mensche» verbraunt. Ein« furchtbar« Brandkatastrophe ereignete sich ln bem Straßburger Vorort Rupprechtsau. In einem.Hause, besten Bewohner in tiefem Schlafe lagen, war Feuer ausgebrochen. Der Militärflieger Schlosser, der mit seiner Familie die Mansarden, wohnung inne hatte, erwachte plötzlich, als das Schlafzimmer von Rauch erfüllt war. Er weckte feine Frau und beide sprangen, völlig kopflos geworden, vom zweiten Stock in den Hos, wobei sich die Frau beide Beine schwer oerletzte. Erst jetzt erinnerten sie sich der beiden Kinder im Aller von 0 und 2 Jahren, die in einem Nebenzimmer ge» schlafen hatten. Vergebens versuchte der Vater, noch einmal in die Wohnung zu eilen. Die Flammen hatten bereits das Treppenhaus ergriffen, imd der Rauch mochte jede Rettung unmöglich Außer den beiden Kindern verbrannten noch eine Witwe und ihre Tochter, die in der Mansardenwohnung hausten. Es handelt« sich bei dem Brand um B r a n d st i f t u n g. Im Bafteigcbiet abgestürzt. Beim Ersteigen des Tiedge-Felsens im Basteigebiet stürzte der 16jährige Moschinenschlosserlehrling U l b r i ch aus Dresden, obwohl er angeseilt war, in die Tiefe. Sein Kamerad erlitt bei dem starken Anziehen des Seiles schwer« Schnittwunden an der Hand. Er versuchte vergeblich, den Abgestürzten zu sich heraufzu- ziehen/ Plötzlich löste sich der Körper des Unglücklichen von dem Seil« und stürzt« n och 3 0 bis 40 Meter tief in einen unter- halb des Tiedge-Felsens befindlichen früheren Steinbruch. Ulbrich wurde mit zerschmetterten Gliedern tot aufgefunden. Explosion auf einem russischen Schiff. Im Schwarzen Meer explodierte in der Nähe der rumä- nischen Küste der Motor des Schiffes„Skandinavia", das unter der Sowjetflagge fuhr. Das ganze Schiff stand in kurzer Zeit in Flammen. Die Mehrzahl der Passagiere und der De» satzung stürzte sich ins Meer, wo jedoch die meisten den Tod fanden. Dem italienischen Dampfer„Maria" gelang es, 11 Pastagiere zu retten, während 44 Personen ums Leben kamen. Dezentralisierung New Uorks. New Jork, 16. November.„New Jork World" beschäftigt sich in einem Artikel mit den Auslassungen Edtsons über die De- Zentralisierung der Stadt New Pork. Das Blatt schreibt u. a.: Berells jetzt beginnen die Großunternehmen ihre Fabriken in di« Vorstädte zu verlegen und dort Arbeiterhäuser zu bauen. Di« Großstadt der Zukunft wird ein Konglomerat von Vorstädten darstellen. Großseuer aus dem Eranzer Bahnhos in Königsberg. Auf dem Gelände des Cranzer Bahnhofs in Königsberg war aus noch nicht geklärter Ursache die große Schuppenanlage hinter dem Bahnhofs» gebäude in Brand geraten, die die Lokomotiowerkftatt, den Lokomo- ti.v- und den Wagenschuppen enthielt. Da die Schuppen aus Brettern bestanden, war der ganze Komplex binnen kurzem ein wogendes Flammenmeer. Zwar gelang es, die Lokomo- tioen bis auf eine und eine Anzahl Personenwagen noch in Sicher- heit zu bringen, doch sind 8 bis 10 Wagen dem Feuer zum Opfer gefallen. Die Schuppen brannten binnen einer Stunde vollständig nieder. Schwerer Unfall im Hamburger Kohlenhosen. Am Dienstag» vormittag ereignete sich auf einem im Hamburger Kohlenhafen liegenden Kohlenheber ein« K e f s e l e x p l o s i o n, bei der zwei Arbeiter verletzt wurden. Ein dritter Arbeiter wurde durch den Lust- druck über Bord geschleudert und konnte nur noch als L e i ch« geborgen werden. Die beiden Verletzten wurden ins Hafenkranken- haus geschafft.____ Sport. Sechstagerennen am Kaiserdamm. Seit 8 Tagen wird von etwa 5 Gruppen versucht, die neue Ausstellungshalle am Käifer»� dämm von der Eigentümerin, der HaLen-Grundftücks-Gesellschast Kaiserdamm, zu pachten. Der Zuschlag wurde nicht, wie bereits m Zeitungsberichten erwähnt, der Deutschen Sporthallen-A.-G., sondern den Direktoren Willy Lücke(Besitzer der Olympia-RadrennbahnJ und K a rp o w i tz(früher Sportpalast-Berlin) erteill. Diese beiden Herren werden in der Zeit von Anfang Dezember bis Ende Januar neben mehreren Einzelrennen auch ein Sechstage» rennen veranstalten. Rennen zu Strausberg am Dtenskag, den IS. November. 1. R e n n en. 1. Alerid(Schreier), 2. Teifi(Wulff), 3. VaZku(Bastei). Tuto: 23:10. Platz: 14, 22:10. Kerner liefen: Sankt Thomas, Schirmherr 2. R e n n e n. 1. ChrunuS(Oertel), 2. Circe(v. Metzschi, 3. Burg« (Stangl). Tuto: 20; 10. Platz: 11, 11, 14: 10. Ferner liefen: ThcuS, JrwiSk, La Buuree, angeh., Harzreise, ges. 3. R e n n e n. 1. Mavinq(A. Leue), 2. Engpaß(BiSmark), 3. Pommer (H. L-wicki). Toto: 34:10. Platz: 24, 24, 29: 10. Ferner liefen: Trutzin, Guftel, Rabenfteinerin, Grille, Clothilde, ges., TulliuS, Primadonna II, Argonaut. 4. Rennen. 1. Lichtung(Walter Heuer), 2. BellejuS(K. Thiel), 3. Valuta(v. Metzfch). Toto: 21:10. Platz: 13. 20, 18:10. Ferner liefen Donnerwetter, Spiritist, ges., Dottor, Schwertlilie. S.Rennen. 1. Immer Vorwärts(H. Beer), 2. Irrlehre(Oertel) 3. Fritjof(BiSmark). Toto: 144:10. Platz: 22, 15, 13:10. Ferner liefen; Treuherz, Quilon, Wingolf, Fastnacht. Livonia. Romreise. Lori. 6. Rennen 1. Mundschenk lLt. Biebig), 2. Erdferkel(R. Derschug), 3. Rößiing(v. Metzsch). Toto: 107: 10. Platz: 58, 28. 29:10. Ferner liefen: Daubenton, Lc Challenge, Mumpitz, Fechterin. Atlantic, Fippa, Rosenkönig. Ubej' dem�oit stehe die �~lx)enn tott Shticti/ liebet Seset/ etait cdletschSnenlDortc ui diesem JhiqenbUck die o&qateüc xlarreichcn, kdrutten~ wie einfach märe dann unsere Werbung I Sic würden nur em paar Sage tun und erfreut feststeJka ,£ndlidi eine Sugareitc, voie ich sie nur schon ünmer/ wunschtcr Wir möchten SHmen gern bemeiseri/ xlaß nrntrucht* oui viel versprechen.'Deshalb warten wir im nächsten QZiqareiten*' (jcschafi auf Sic. Jßxssen Sie sich das Vergnügen� uns kennen xu lernen, 4 5 oder 6 fäetmiq kosten... Probieren Se eme&UIS s2ugareäe/ und dann: llffeilen Sie selbst! SKlassary'&rlc M SBassary-DcIfi' SJßassaiy'ßtäetfa GOLD* UHD PUfLPU* MDST. ß GOLD* UND rO*KI9 MOSt GOLD* UNO SEIDEN MDST. W Jiuch üi ciWüldiendm, Wdhnadits s �esdicnk�ackungeru i A. WERTHEIM Leipziger Platz&££££) Königs tr. Rosenthalcr Str. Moritzplatz bn Ctlenisaal Leipziger Platz, vom 19. bis 20. November, 3 Vi bis t Uhri Tischtennis- Wettspiele Ausscheidungs-Kämpfe zur Weltmeisiersdiafi za den WettkSmpfen In London, unier Beteiligung der stirksten deutschen Spieler Extra- Preise Wirtfcii&fis-Jlrjti£äe£ Donnerstag bis Sonnabend Soweit Vorrat Emaille-Geschirr Eaaille-Eimer *1™ 85pt I20«N las Emaille-Wannen nJnd* 801 140 Schmortöpfe ohMiunar 60pt b. 1 oo Kasserollen ohne Ring 45 b. 85pf. Wasserkessel»roas 2 m b. 3 so Toiletteeimer mitRobrbugei. 37s Ginsebratpfannen quv 0o_v eisen, Innen weifl Emaille � O'U WaSChtÖpfOjeralnlrt. mit 2«-� 4» Wannen mzlnkt, oral.. 225 b. Sso Kehrschaufeln weis und faitig 50 k KQchenschQsseln wen 25ptb. 1 so Aluminium icfawere Qualil&i Kasserollen bordiert.. 1 gz bb> 2« Maschinentöpte iiv,ti 0v. mit und ohns Ausguß I 00 dl» Schöpflöffel•••••••••• 50pfe Schaumlötfel......40pt 50pr. 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November 1Y2H Die Kehrseite öer Konsumfinanzierung Der Einzelhandel wird bedenklich. Eine führende Persönlichkeit des Textileinzelhandels schreibt uns: Nachdem mit einem Eifer, der einer besseren Sache würdig ge- Wesen wäre, gewisse Einzelhandelskreise die Werbetrommel für eine erweiterte Konsumfinanzierung gerührt haben, hat infolge der klaren und eindeutigen Stellungnahme der ch a u p t- g e m e i n s ch a f t des deutschen Einzelhandels sowie des Reichs- bundes des Textileinzelhandels die notwendige Er- nüchterung in weiten Kreisen eingesetzt. Diese beiden Körperschaften haben in ihren Sitzungen am 10. bzw. 11. d. M. dm Standpunkt vertreten, daß die in Aussicht genommene Erweiterung der Kundm- kr'cdite als wirtfchaftsschädigend anzusehen seien. Die wesentlichste Begründung dieser Standpunktes bestand in folgenden Sätzen: 1. m ü ß t e bei der wirtschaftlichen Schwäche unserer Konsumentenschaft dem weitaus größten Teil der Kreditsucher der Kredit verweigert werden: 2. würde durch das empfohlene Verfahren die abzugebende Ware mit etwa 16 Proz.(nach anderen Berechnungen mit 20 bis 25 Proz.— Red. des„Sorm.) belastet werden: 3. würden weite Kreise der Bevölkerung durch die Konsum- finanzierung in schwere Verschuldung gedrängt werden. Die in so schöner Beleuchtung vorgeführte Erhöhung des Kon- sums und die daraus hergeleitete Ankurbelung der Industrie ist aber ein Trugbild, da durch Kredite keine neue Kaufkraft geschafft werden kann, weil es sich vielmehr nur um eine zeitliche Ver- s ch i e b u n g des Verbrauches handeln würde, dem eine um se größere Konsum st o ck u n g m den Monaten folgm müßte, in denen die Kredite fällig werden. Zu 1. muß gesagt werden, daß die notwendig werdende Aus- schaltung von mehr al» 80 Proz. der Bevölkerung als Kreditsucher eine nicht zu oerantwortende soziale Ungerech- tigkeit bedeutete. Zu 2. �darf nicht verkannt werden, daß eine Warenbelastung um 16 Proz. den siebenten Teil der Kaufkraft ver- Nichten würde. Daraus ergibt sich, daß die Abwälzung der gesamten 16 Proz. auf den Kreditnehmer undurchführbar wäre und daß diese auf dm gesamtm Konsum verteilt werden müßten. Das aber wäre auch in hohem Maße unmoralisch, weil bei solchem Verfahren der kleine, nicht als kreditwürdig erachtete Mann durch Zahlung erhöhter Preise zusteuern müßte zu der Deckung der Kreditkosten bessersituierter Schichten. Zu 3. darf nicht unerwähnt bleiben, daß eine Erweiterung von �Krediten unser Volt in- immer tiefere Verschuldung führt und über zahllose Familien großes Elend bringt. Es darf hierbei nicht ver- geffen werden, an die vielen Prozesse und Pfändungen zu erinnern, die sowohl vor dem Kriege als auch jetzt von den Ab- zahlungsgeschäften gegm zahlungsunfähige, oft durchaus zahlungs- willige Bürger angestrengt werden. Als ein besonderes Unglück aber muß betrachtet werden, daß die Konsumfinanzierung, die eine eminent volkswirtschaftliche Frage ist, wenn auch unbewußt, als privatwlrlschastliche Einzclhandelsfrage behandelt wurde, bei deren Beurteilung sich allzu viele Kaufleute durch die damit verbundene Kundenwerbung leiten licßm. Es geht nicht an. daß in einem armen Staat wie dem unseligen Maßnahmen propagiert werden, durch die mindestens vier Fünftel unserer Bevol- kerung in ihren Daseinsbedingungen noch schlechter gestellt werden als bisher. Die Konsumfinanzterung ist daher abzulehnen, weil sie verteuernd und dadurch auf die Dauer produktionshemmend wirken muß. Sie ist abzulehnen, weil sie sozial ungerecht und unmoralisch erscheint in einem Lande, in dem die Großzahl der Bürger nicht mehr verdient, als sie bei größter Sparsamkeit zur Befriedigung des allerdringend st en Lebensbedarfs nötig hat, also nicht in der Lage ist, fundierte Kredite aufzunehmen. * Wir haben dieser Zuschrift aus Interesientenkreifcn um so lieber Raum gegeben, als der Widerstand gegen das System des Kundenkredits nach unserer Erfahrung w ä ch st und seine Gefahren auch bei den Interessenten immer deutlicher erkannt werden. Schon von vornherein mußte aufsallen, daß die Firma Hermann Tietz die einzige Warenhausgesellschost ist, die mit einer Kundenkreditges-ll- schaft hervortrat. Tatsächlich verhält sich der Verband der -Waren- und Kaufhäuser stritt ablehnend und be- trachtet das Vorgehen der Tietz-Gesellschast als einen Seitensprung. Das von Herrn Heinrich Grünfeld inspirierte„Citag'-Hnter- nehmen hat bei einer Reih« bedeutender Berliner Spezialgeschäfte keine Unterstützung gefunden. Die Grundstimmung in den Hauptverbändcn des Einzelhandels ist fast grundsätzlich gegen die Projekte, und das meiste, was geschah, geschah aus Konkurrenzgründen und um die Verbandsmitglieder zu beruhigen. Die ablehnenden Beschlüsie der Hauptgemeinschast des deutschen Einzelhandels und des Reichsbnndes des deutschen Textileinzelhandels, die wir kürzlich mitteilten, reden dafür Bände. Eine ganz bedeutende Einschränkung des erst in der Berliner Panikstimmung des Einzelhandels unsinnig übertriebenen Gedankens der Konsumfinanzierung stellt das Vorgehen der Dresdner Bank dar, die bekanntlich bei ihrer Genoffenschofts- abteilung eine zentrale Kreditgemeinschaft für die Mitglieder der mittelständlerischen Kreditgenosienschaften einrichtet. Nicht dem Konsumenten sollen Kredite gewährt, sondern die im gewöhn- lichen Geschäft der Einzelhändler entstehenden B u ch f o r d c- rungen sollen diskontiert werden. Das ist die alte, bei vorsichtiger Handhabung durchaus gesunde Idee der Bevorschussung von Buchforderungen, eine einfache Kreditgewährung an den Händler, die diesem das Verkaufen auf Kredit etwas erleichtert. Da nach unserer Kenntnis auch die Kundenkredttgenossenschaft m. b. H. Berlin mit der Dresdner Bank zusammenarbeitet, wird wohl bald viel Waffer auch in den Wein der Kreditbegeisterten fließen. So ist zu hoffen, daß der Kundenkreditrmnmel bald auf die gebotenen Grenzen beschränkt sein wird. Steigenüer Ainkverbrauch. Aus der internationalen Zinkwirtschaft. Dergleichen wir Zink mit den anderen Metallen, besonders mit Kupfer, Blei und Zinn, so können wir nicht nur in der Preis- bewegung, sondern auch in der Verteilung der Erzeugung und des Verbrauchs einen wesentlichen Unterschied fest- stellen. In Kupfer und Blei haben die Pereinigten Staaten eine Vorzugsstellung gegenüber den anderen Ländern, und vom Zinn wissen wir, daß die Engländer seit Jahren schon ein Monopol ausüben. Ganz anders ist es bei Zink. Hier ist von entscheidendem Einfluß auf die gesamte Lage des Wellmarktes, ob die deutsche W i r t s ch a s t in der Lage ist, ihre eigene und die polnische Pro- duktion aufzunehmen. Nun ist ja allerdings auch der Weltkupfer- markt von der deutschen Wirtschaftsentwicklung sehr abhängig, ob- wohl Deutschland allein einen entscheidenden Einfluß wegen seines geringen Anteils an der Wellerzeugung nicht ausüben kann. An der Wellerzeugung von Zink ist Amerika mit 4 6 Proz. auf Grund der Angaben des vergangenen Jahres beteiligt(stall mit 31 Proz. jm Jahre 1913). Die europäischen Staaten beherrschen 4 9 Proz. der gesamten Zinkerzeugung, stall 68 Proz. im Jahre 1913. Am Verbrauch der Well war Europa 1913 mit 70 Proz. und Amerika mit 28 Proz. beteiligt, während sich das Verhällnis im vergangenen Jahre auf 54 Proz. für Europa und 41 Proz. für Amerika beläuft. Die Vereinigten Staaten können also im Gegensatz zu Kupfer und Blei nicht mit einem so riesigen Inlandsverbrauch bei Zink rechnen und sind daher stark auf die A u s f u h r angewiesen. Das Geschäft in Zink und Zinkwalzprodukten lag bis zum Frühjahr 1926 schwer danieder. Nicht nur die deutschen Hütten und die Walzwerke arbeiteten teilweise mit stark eingeschränkter Leiswngs- fähigkeit, sondern auch in Amerika ging der Verbrauch stark zurück, so daß die Weltbestände am 30. Juni mit 41 000 amerikanischen Tonnen(1 amerikanische Tonne— 907,3 Kilo) eine anormale Höhe aufwiesen. Am 31. Oktober 1926 betrugen sie nur noch ungefähr 30 000 Tonnen. Man muß allerdings berücksichtigen, daß die inter- nationale Zinterzeugung im Laufe der Jahre stark er- w e i t e r t worden ist, zwar nicht in dem Maße wie die Produktion von Kupfer und Blei, doch aber so, daß infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise vorübergehend Absatzstockungen nicht zu vermeiden waren. Der Zinkmarkt selbst zeigt im Gegensatz zu den anderen Metallen nur geringe Schwankungen. Das liegt sowohl daran, daß die spekulativen Einflüffe hier sehr gering sind, als auch daran, daß die zinkproduzierenden Länder sich gegenseitig bemühen, durch ihre Preispolitik den Export zu heben. Die dexnsche Zinkhüttenproduktion betrug im Jahre 1913 ungefähr 28 Proz. der ae- samten Wellerzeugung. Sie ist teils durch den Verlust einiger Ge- biete, vor allem Ostoberschlesiens, teils durch die Kriegswirtschaft bis auf ungefähr 6 Proz. gesunken. Es ist aber zu erwarten, daß durch dieErweiterungderErzeugunginderHütten- und Bergwerksgcsellschast Georg von Giesches Erben der Einfluß der deutschen Produktion stark erhöht wird. Bekanntlich will ja der amerikanische Finanzmann Harriman. der sich kürzlich erst bei Georg von Giesches Erben beteiligt hat. die Er- Zeugung so steigern, daß sie mit annähernd 140 000 Meter-Tonnen zirka 12 Proz. der Welterzeugung erreicht. Dank dem energischen Eingreisen der preußischen Regierung wurde seinerzeit verhindert, daß die für die deutsche Wirtschaft so wichtige Zinkhüllengesellschast nicht ohne weller»» an die Amerikaner vertauft worden ist. Es tonnte jedoch nicht verhindert werden, daß im Innenbetrieb des Unter- nehmens die Ameritanisierung immer weiter fortschreitet: vor kurzem wurde erst berichtet, daß die deutschen Generaldirektoren Schmidt und Besser von ihren Posten, die sie viele Jahrzehnte inne hotten, enthoben worden sind und an ihre Stelle Amerikaner traten. Ueber das Abkommen zwischen der preußischen Regierung, der amerikanischen Finanzgruppe und Georg von Giesches Erben hat man in letzter Zell wenig gehört. Der preußische Pressedienst kün- digte nur vor längerer Zeit an, daß die Forderungen der Regierung wegen Lieferung von Hüttenzink und Zinkerzen für Deutschland von den Amerikanern bewilligt worden seien. Seit Juli d. I. hat nun das gesamte internationale Zinkgeschäft einen A u s s ch w u n g genommen. Die Preisbewegung und die Produktion ergibt sich aus nachstehender Zahlenzusammenstellung. Produttion und verbrauch von Zink. Welterzeugung WelttBrbrauch Erzeug. Deutsch!. Verbr. Deutsch!. i. m-Tonnen i. m-Tonnen i. m-Tonnen i. m-Tonnen 1918: 1001000 1 001000 281000 233 000 1924: 1 006 000 1 033 000 41 500 79 000 1925: 1 129 000 1 179 000 60 000 � 180 000 1. Halbjahr 1926: , ca. 6 150 000 ca. 675 000 Zinkpreise. London in engl. Tonnen mit je 1016,06 Icz 1913: 22»/. Pfund Sterling 1924: 33'/,, 1925: 34'/«. 1. Juli 1926: 33%) Pfund Sterling 1. Okt. 1926: 34'/, 12 Nov.1926: 34 Deutschland für Hüttenzink je 100 lcg 48,- Mark 68,21, 73,66„ 68,-. 69,50. 68,—. Dem Zug der Zeit entsprechend sind natürlich Bestrebungen im Gange, ein internationales Kartell genau so wie bei Kupfer zu bilden. Merkwürdig ist, daß bei allen Verhandlungen über einen Zusammenschluß bisher von einer amerikanischen Be- teiligung nicht die Rede war. Die Anregungen gehen von Belgien aus, das ungefähr 17 Proz. der Welterzeugung beherrscht. Die Differenzen mit England wegen Belieferung mit Zinkerzen aus Australien sind beigelegt worden. Die maßgebende Organisation für Deutschland ist der Deutsche Zinkhütten- und Walz- werksverband, dem auch die polnischen Hüllenbesitzer ange- hören. Der Verband läuft am 31. Dezember 1926 ab. Es wird bereits feit mehreren Wochen darüber verhandelt, ob er um mehrere Jahre verlängert werden soll. Die deutschen Hütten und Walzwerke arbeiten seit August unter voller Ausnutzung ihrer Leistungsfähigkeit. _ R. B. Der Arbcitsmarkt in der zweiten Novcmbcrwochc. Die Arbeitsmarktlage in der zweiten Novemberwochc hatte, nach den Berichten der Landesarbeitsämter, in den landwirtschaftlichen Bezirken verstärkte Neigung zur Verschlechterung, während sich die Zahl der unterstützten Erwerbelosen in den mehr industriellen Bezirken auf dem bisherigen Stande hielt, teilweise, vor allem im Freistaat Sachsen und in Rheinland-Westsalen, noch langsam abnahm. Die Berichte der Landesarbeitsämter stimmen dahin überein, daß der Zugang an Arbeitssuchenden vorzüglich aus der Landwirtschaft und den sonstigen Außenberusen— auch schon aus dem Baugewerbe— kommt, während die anderen Gewerbe, in«- besondere Bergbau, Textilindustrie, Bekleidungs- und Vervielfältigungsgewerbe, mehr oder weniger neuen Bedarf an Arbeit- nehmern zeigen, der allerdings vielfach durch das Weihnachts» g e s ch ä f t bedingt ist. In den industriellen Bezirken und Städten verschlechtert sich die Lage durch den Zustrom von Arbeitskräften, die aus der Landwirtschaft entlaffen werden. vie öörse veröient. Trotz gelegentlicher Rückschläge sind bis in die erste Dekade des November hinein die Börsenkurse, die schon das ganze Jahr über eine starke Auftriebskraft zeigten, weiter gestiegen. Sie sind jetzt weit mehr als doppelt so hoch als am Ansang des Jahres. Nach den Berechnungen der Deutschen Bank stellten sich die Durch- schnitt skurse sämtlicher an der Berliner Börse notierten Papiere, bezögen auf das gesamte Aktienkapital, folgendermaßen dar: Durchschntttstur««.>».»,)„ ZtiduIWe- und sämtlicher Papiere Echiffahrisalt. 4. Januar.... 68.3 89,6 6W 9. November... 155,4 175,6 155�9 Setzt man den Kurs vom 4. Januar gleich 100, so ergibt sich während der letzten drei Monat« folgende Entwicklung: Sämtliche Papier- Banlaltien MUhrtsa't 9. September.. 192,53 165,06 200,15 9. Oktober'... 209,66- 180.80 217,78 9. November.. 227,63 195,87 236,90 Wi« man sieht, sind an der Börse gerade ungeheure Ge- winne in der Zell der größten Arbeitslosigkeit erzielt worden. Hieran erweist silli, wie berechtigt die Forderung der Sozialdemo- kralle ist, durch eine Erhöhung der Börsen um satz st euer einen Teil dieser Gewinne der Allgemeinheit zuzuführen. Gefährliche Wirkungen der Gründung des Slahlkarkells. Au» der b l e ch v e r a r b e ft e n d e n Industrie, die im Laufe des Monats Oktober keine wesentliche Besserung der Konjunktur er'ebt hat, kommt eine außerordentlich eindringliche Klage über Preis- erhöhungen, die im Zusammenhang mit der Gründung des inter- nationalen Stahlkartells eingetreten sind: Durch den Handel wurde der Glaube in die verarbeitende Industrie getragen, daß die Bildung des internationalen Stahlkartells ein Steigen der Preise für Roh- stoffc nach sich ziehen würde. Das führte zu einem verstärkten Blecheinkauf, der den Beschäftigungsgrad der Walzwerke erhöhte, der durch die Blechexportkonjunttur sowieso schon einen hohen Stand hatte. Die Befestigung des Blechmarktes, die in einem Herauf- gehen der Preise und in einer Verlängerung der Lieferfristen bei den Walzwerken ihren Ausdruck findet, beunruhigt die Blechverarbeiter um so mehr, als vor dem Zlbjchluß des europäischen Eisenkartells zwischen den Verarbeitern und den Er- zeuglrn ausdrücklich vereinbart wurde, daß die internationale Kar- tellierung der eisenerzeugenden Industrien nicht dazu führen solle, die deutschen Inlandspreije zu erhöhen. Zwar hat die eisenschaffende Industrie nicht darauf verzichtet, aus einer etwa eintretenden all« gemeinen Konjunktur einen angemessenen Nutzen zu ziehen. In der deutschen Blechverarbcitung ist jedoch eine solche a l l g e» meine Konjunktur bisher nicht gegeben, da ihre Voraus- setzungen in Gestall einer allgemeinen Konjunkturverbesserung bei den blechverarbeitenden Unternehmungen zurzeit durchaus fehlen. Es mutz daher— so schließt der Bericht ervZ artet werden, Mh die deutschen Blechcrzeuger in'ihrer Preis- und LieferungsMillk unter loyaler Durchfuhrung der' genannten Vereinbarung" zwischen der eisenschaffenden und eisenverarbellenden Industrie die derzeitige Lage der deutschen Blechverarbeitung Rechnung tragen. Belebung der Werflindustrle. Tie Lage der Werften hat sich zunehmend mll der Erhöhung der Frachten und � mll der Flottmachung aller nur möglichen Transportgelegenhellen für die Brenn- stofitransvorte gebessert. Die Anforderungen noch Fachkrällen für die Werftbetriebe in Kiel und Hamburg sind zeitweise sogar sehr lebhast geworden. Wie der„Konjunkturkorrespondenz� aus Kiel ge- meldet wird, machte sich dort in den letzten Wochen bereits ein Mangel an Spezialarbeitern bemerkbar. Auch in den Werften an der Uillerweser konnte eine Anzahl Metallsacharbeiier sowie ungelernte Arbeiter für eine größere Schifssbauwerft und Maschinenfabrik vermittell werden. Auch die Werften in Stettin forderten stärker Kräfte an. llngünstig war die Situation bei den Werften in Lübeck und Wilhelmshaven: hier erfolgten Entlassungen von Arbeitskräften. Fusion im Berliner Altmekallhandel. Wie gemeldet wird, haben die beiden bedeutendsten Altmetallfirmen Berlins, die im vorigen Jahre in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Firma N d r b- L e v y A.- G. und die Firma Iul. Stern u. Co., die Fusion beschlossen. Wie der reguläre Eisenhandel, so hat auch der Schrott- Handel bis in die letzte Zeit keine allzu günstige Position gehabt. Die Norbert Levy A.-G. verzeichnete für das Geschäftsjahr 1925 einen Verlust von 278 000 M. bei 2 Mill. M. Kapital sowie 4 Mill. M. Bankschulden und andere Verpflichtungen bei 3,3 Mill. M. laufenden Forderungen. Der aufnehmende Teil der neuen Firma N. Levy— 2. Stern A.-G. dürfte die Firma I. Stern sein. die auch die Million neue rA k t i e n des auf 3 Millionen zu erhöhenden Aktienkapitals übernimmt. Der Z w e.ck der F u I i o n ist die Befeitiguna des gegenseitigen Wettbewerbs und die Ver- ringerung der Geschäfts- und VcrwaUungskosten. Versicherung anstatt kaplkalerneuerung. Die Bestände an Pro- duktionsmitteln, Baulichkeiten, Maschinen usw. müssen in einem In- dustriebettieb von Zeit zu Zeit erneuett werden. Die„Erneuerungs- rate, die dafür aus dem Gefchäftsgewinn zurückgestelll wird, bildet einen wesentlichen Bestandteil der Gestehungskosten bei der Gütererzeugung. In den Bilanzen kommt sie durch die Ab- schreibungen zum Ausdruck. Es ist yun interessant, zu beob- achten, daß die Gesellschaften mehr und mehr dazu übergehen, neben diesen Abschreibungen ihren Verschleiß an Baulichkeiten und Ma- schinen durch Versicherungen zu decken. Für diesen Zweck wurde als erstes deutsches Unternehmen die Hausleben-Ber- s i ch e r u n g s- A.-G. gegründet. Diese nimmt gegen Prämien- Zahlung den versicherten Betrieben das Risiko für die Abnutzung der fraglichen Produktionsmittel ab und erstattet, wenn der Ver- flcherungsfall eiMritt, den Betrag, für den neue gleichartige Pro- duktionsmittel beschafft werden können. Nach dem Abschluß für den 31. Dezember 1925, der der Generalversammlung vorlagt ergab sich bei der Gesellschaft ein kleiner Reingewinn, der auf neue Rechnung vorgetragen wird, nachdem vorher starke Abschreibungen und eine Verstärkung der Reserven vorgenommen wurde. Die Hausleben- Versicheungs-A.-G. konnte eine Steigerung der Prämien- summe der Versicherungen etwa um das.B-ierfache des Vorjahres verzeichnen, was sie daraus zurückführt, daß die Erhaltung der Substanz der Unternehmungen'auf dem Wege einer betriebs- wirtschaftlich ausgebauten Versicherung sich jetzt in der Praxis immer mehr durchsetzt. Je mehr das der Fall ist, wird bei den ver- sicherten Unternehmungen die sogenannte Abschreibung sich in echte stille Reserven umwandeln, da ja dann die Wiederbeschasfung des angelegten Kapllals bereits durch die Versicherung erfolgt. valorlsierung überall! Die japanische Regierung hat beschlossen, zunächst 30 000 Kisten seid« mit einem Betrage von 224Z> Millionen Dsn zu bevorschussen, damit die Ware vom Markte fernge halten und die erschüttert« Preislage wieder etwa» stabilisiert werden bann. Der Mantel der Sie jung und schon macht! Bctradüen Sie die edle Linie dieses herrlichen. molUg-sr armen Vdoors- Mantcls. Lassen Sie die entzückende Faltenpartie auf sich wirken, den reichen. schicken Pelzkragen und den schmucken Pelzknopf am AcnneL Und dieser tatsächlich(abelhafte Mantel(er ist natürlich ganz auf Damassee gefüttert) kann schon morgen der Ihre sein für Aagerdcmi Fantasie-Mantel Flausch-Mftntel Velours-Mäntel mit schAoem Fels Velours- Mäntel mit Fels, auch an Stulpen Ottoman-Mäntel W ollpIüsdi-Mäntel Sealplüsch- Mäntel Vornehra gefüttert Könistftrafte 33 A» akt. ataaanrferpiais CHtusseestr. 113 ■•Im Sla-Hlaar Balinhof Orafiienstr.40 AM O M AG DG»»»»«« UlQSÄSb£8Kiiltnti8 wf VtffUfunt? Schrtfti AettciltfncüR Wnaai*»Icat b«rU/, Uhr: Psal Borgsn u. Friedrich lobe in Utz" ______ Akten. Friedet Harme, Rom Wohlgemnth, Berta Mounard, Max GrOnberg, Rudolt Amendl u. a. „Dr. Stiegl Volksstück in 3/ Vanner- Theater BuStag 8 Uhr: Liebe von Wildgans. CASINO- THEATER» Uhr Heul Morgen Ken I Mister Cornedbeef Gutschein; Fauteull I Mk. Sessel I.SO £ Trianon- Theater Täglich 8'/, Uhr: Cava/, Uhr: Die Nadüen Kleiden...! v. Luigi Pirandello Regie: Hoffmann Harnisch fih[§ Uhr ununterbrochene Vorstellungen UFAPALAST ■m Zoo' 6L0RIAPALAST a. t- Oadiobtulaklnlw KÜBFORSTENDAUM KurfQratandamm 28 H OZARTSAAL am �pllandarfplatz TAUENTZIEN PAUST Tauantxlenstr. 18 UFA-PAVILLON am Mollandorfplatz KAMMERLICHTSPIELE DtoRaas PotadamarPL FRIEDRICHSTRASSE Fii�drlehstraBa ISO Fe____ Eine deutsche Voikssage Jugendliche haben Zutritt Wunder der SehOptnng Der erfolgreiche astm- nomisebe Film der Ufa lagondliche haben Zutritt Segelfahrt Ina Wunderland Jugendliche haben Zutritt Colin Kofi Mit dem Kurbclkatt« um die Erde ugendliche haben Zairttt Falsche Sefaara ▲na dem Tagebuch eines Arztee Jugendliche haben Zutriti DerWelt gewaltigster Film Jugendliche haben Zutritt Eine deutsche Volkssage Jugendliche haben Zutritt Die verlorene Welt Kampf modern. Men- «chen mit vorsintflutlichen Tieren Jugendliche haben Zutritt TURHSTRASSE Ecke StrematraBa KON IGSTADT Sehdcdwiu er Allee 10-11 ALEXANDERPLATZ WEINBERGS WE6 SCHÖNEBERQ Heaptetr. 4S, E-MUblenetr. FRIE0R1CHSHAIN WEISSENSEE Antonptatz REOnCKEIOOBFERSTB. Llllian Gieh In La Bohbme ________*--- £ina deutsche Voltssage Jugendliebe heben Zolrftt Llllian Glsh In La Botabma Der müde Tod Ein deutsche. Volkslied tn 9 Versen Regie; Fritz Lang Die Nibelungen L Teil Slegirled Regie: Fritz Lang Jugendliebe beben Zutritt Llllian Oiah in La Bobbma Der müde Tod Ein deutsches Voike- lied in 6 Versen Regie: Fritz Lang Falaclia Seh Au dem Ti legendliebe heben Zutritt Bimewsky-jBhiur. Th.Känlg�rätz St. Hasenheide 21 10 8 Uhr: r»a und Tente: und D Kammersänrer Ab Donnerst, tgl. 8 U.- Kn. Cbnip lud» Sonnt, nehm. 3 U. Was ihr wollt t HomMlenhaot Norden 6304 8 u.: Totentanz Ab Donnerst tgl. 8: Einbruch Sonnt, nehm. 3U. Der Garten Eden Tb. i. Nollmdorfgliti Kurfürst 2091 ->/. Uhr- D. fremde Frau Ab Donnerst, tgl. 8: Franziska meines meater 8—" Uhr Weihsteufel netroDoi- Ttieat. Geschloss., morgen 8; Die grose Revue WiBdsr Metropol Bestdenz-Tbeat. uhr: JoliaiiPisfeoBr Ab morgen täglich 8: Absteigequartier Tnana-lHeater 8 Uhr:«esttllCSS. VorsteüanB Tneat. d. Westens SVa: Gastsp. Theat kanitl« JB angehen Kose-Theiter 8V. Uhr. Jugend i Theater im E Admlralspalast Heute Bufttaft; Xubaa- KosakenShor Preise nehm. 1- W abends 2—6 M.| Groflan-Sfelntreg-Saal, BeltevuestraSe II Montag, 22. November 1926, 8 Uhr ■fc Jacob Ros *rb»n TlnilH, Bratas. Qua':«, biom. Kid.(.3,2*. Donnerstag,! 18. Novbr. mittags 12 Uhr Reichshaiien-Thealer BuDiag; Heine Vorsteuung. Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Sleülner Sänger zjdiigt; Piepers Diele Burleske von Meytel Nachm halb« Prtl»et Dönhoff-Brett'! Varletd- Konzerl-Tanz Siltuberg-ditiini Dts Künstler-Th. 8: Zaza| RiDorid) Lessing-Theater 8; Scheiterhaufen TL LllIlfSnttllilSDI 8 Uhr: Franletn fülle n. Die«»Niere Sbd, Tl. Premiere Die Frau an der llette mit Käte Dorsch LusKnielhaas 8'/« Uhr: Gespenster B In der OesamlaoflAgt des.Vorwärts' sind besonders wirksew and trotzdem sehrblUiG! jeder Art liefert preiswert Paal GoIIets. potm. Heden Sern. Mariannenstrafle 3, Ecke Ncunynflrabe Am: Morizpl. 10803. Bekanntmachung und Wahlausschreiben der Allgemeinen OrtefrnnfsntnN« Lerlin-wefhensee Auf lbrund unseres Wahlauzschreiben, vom 1». Oft»dir 1926 iinb fnten« der «eistchertrn und der Arbeitgeber nur. schristsmdöig- Vorschlagslfste» emze. reich: worden. Diefowen lauten: 1. bei den Versicherten *) nrden:lich« Perrre:er. beginnend mit Otto Lemke und endend mit Otw Wümke, d) erste cZ-sdhoerttrler. beginnend iint Hans Eieemann und endend mit Wti» heim(sraeve. c)»weite Crfafcptrlteltt, beginnend mit Erich Schumacher und endend mit ftranj SBcptäearTti; 2. bei den Arbeitgebern ») ordentlich« Vertreter, beginnend mit Oskar Ander« und endend mit Max Wolfram, b) erste Erfatzvertreler. beginnend mit Emil Vogufot und endend mit Sans Reiter. e)»weit« Ersahsertreter, beginnend mit Hermann Vehr und endend mit Emil Riehl. Diese VorschlagsNsten sind hnrch den Deschlnh des tdassenporstande» vom 16. Rovember 1926 für gültig erklärt worden und gelten deshalb die In den Vorschlagslisten auleeliihrten Personen als Ausschußmitglieder b»m. als erste d»w. als»weit» Erfahmänner für die Wahlperiode vom 1. Januar 1927 bis »um 31. Dezember 1932 als gewühlt. Sie ans den 12.$e»embet 1926 fcft. gesellte Wahl findet daher nicht statt. ffür den gleichen Zeitraum haben di» ordentlichen Ausschuhmitglieder au» chrer Mitte, und»war die Versicherten Bertreter und 72 Ersahmünner und die Arbeitgeber 3 Bertreter und 6 Sr. sahmänner als Vorstandsmitglieder in getrennter Wahlhandlung»u wählen. Die Verstcheeten sowohl als die Arbeit. gehet Haien da« Wahlrecht in Person anazzLbea. dirsen sich also Nicht vertreten lassen. Die Wahl findet Nattt am Donnerstag, den 30. Dezember 1925 im Rassenlokal Berlin-Weissense«. Piste. riusftrafte 17, und»war wikhlen dl« Persschertrn in der pett von Z— 7 Uhr nachmittags und die Arbeitgeber in der Seit von 714— 8H Uhr nachmiftazs. Jeder Wahlberechtigte«rhSlt vom Rassennorstand»!ne Legitimation und ist dieselbe bei her Dahl vorzulegen. Gewählt wird gemäß den Bestimmun- gen der Wahlordnung nach den Erunb» säten der verbmtnlswahl. Jiir die Wahlen find dem Borfianb So eschlsgsli lien, getrennt für Arbeitgeber und Verfichert«. bis spätesten, den 76. Dezember 1926 einzureichen. Slttt bl» zu diesem Sage Hneereicht« Wahlvdrschläoe können ierüdfichtigt werden. Dir StiiiiiiMbdObe der Wähler ist an dies« Dahlvorschläo« gebunden. Die Wahlvorschsäae mstssen von min» dessen» j« 8 Wahfberechtigten der be. treffenden ffntppe mit iwsanrinen min. dessen« 9 Stimmen unterzeichnet lein. Die einzelnen Pewerber(Inb unter iorilaufender Nummer aufzufahren, welch« die Neihenfolae ihr«? Venennung ausdrpcht. und noch ssamilien. und Bar. (Jhif.y Namen, Beruf, Wohnort zu he- zeichnen. P«! Derstcherten ist auch der Arbeikeber, bei dem fie bes�ästiur find. anzuaeben. Mit den WahlvorschNfen fstr die Versicherten ist von iedem Be. Werber eine Eräi-ärung darüber oti-zu. I«*"- boft er zur Annahme der Wahl z9eLl><.n Wohlvo' schlagen �«TbeitgeHer fft etne solche Erklärung crfotbeTliib, soweit ein octgefbTo. g«n«r Bewerber nach 6 17 der Reich». Wa« bW°ist'""� Ablehnuiog her �Jn jedem«obsvorschlna ist ferner ein M«hlv°rs«lage. und ein Gtellvrrttrter für ihn aus der Mitte 61« i" bezeichnen. Ist Tl>"ilt der erste 5Tä. Vertreter de, Wahl. ��«s.r-nd. fomett.in, Velhrnsglae erkennbar ist. der zweit« als sein Stell. Ber*rrzrT. Der Woblngrschilaesoertrelft und verpfiichiet dem Vor- > and die z>rr VeTeifigiiua rtwaiger An» aeben' iichen Erklärungen ahzu- Die»ugelosseneo Tvahloorschtäge wnnen von den Wählern im Rassen- dureov während der Rassenstunden von s— 7 Uhr eingesehen werden. Berfin-Weifiensee, den 7«. Roovr. 7926. Der Rassenvorstgnd. Brsthmfifler, Bonfihrnder. DUZZTN0 Lroksn 5cksuLpls>ksu3 eyz UNr UrsufsLNrung oy« UNr l�it dem Auto ins Mersenland Blne R«ise«xp«dition Im Film Außerdem: Die Abenteuer des Prinzen Achmed D«r aroSNIm dm Ufa atiee Hagf werden Ichlafea wie ein Kind. Sdion vor mehreren Fahren muhte fle das Kaffeehinken, das Ile leldenldiaftlidi liebte, aufgeben, da ihr Schlaf Immer weniger erquickend, ihre llervolitdt Jrjimcr gröher und ihre Selundhelt immer ldilechter wurde. 3hr Rrzt lagfe ihr, dah das Coffein diele Crfdieinungen hervorrufe. Sie verlachte CrlaHmlttel, eins nach dem anderen, immer hoffend, in ihnen die feine Tüte, den verfflhrerildien Duft Ihres geliebten Kaffees zu finden. Vergebens. Sie fand nicht den Kaffee, den fle liebte. Fetzt Ift fic zum Kaffee zurückgekehrt, und zwar zum wirklichen Kaffee, und obwohl fle Jeden Tag noch Ipdt abends 2 Taffen trinkt, fchldft fle ruhig und feft volle 8 Stunden und fteht am ndchften morgen erfrifcht und geltflrkt auf. Sie coffeinfreien Kaffee ßag Stellen Sie fleh bitte eine Calle des wohlfchmeckendlten Kaffees vor, den Sie je gekoftet haben. So fchmeckt Kaffee&ag. Kaffee ßag Ift wirklicher Bohnenkaffee, der aus auserlesenen ffld« und mlttelame�ikanlfchen Kaffeebohnen gemilcht ift, nur das Coffein ift ihm entzogen. Das Coffein aber Ilt der Bestandteil Im Kaffee, der Amen Ichaden, Sie nervös und (chlaflos machen kann. Kein anderer Cell der Kaffeebohne Ift entfernt, keine andere Subffanz ift hinzugefügt worden. Damit Ift der feine Cefchmack und das würzige Aroma des Kaffees vollkommen erhalten geblieben. Sie werden beftimmt keinen Unterfchled zwischen dem gewöhnlichen eoffeinhaltigen Kaffee und dem coffeinfreien Kaffee Hag finden, weder im Aroma noch Im Cefchmack. Aber welch ein Unferfdiied für die Sefandheilf Wenn Sie vier Wochen lang Kaffee ßag statt gewöhnlichen Bohnenkaffee getrunken haben, fo werden Sie belferen und ruhigeren Schlaf finden als Sie ihn feit Dhrer Kindheit gehabt haben. Feden morgen werden Sie fleh frlfch und geftflrkt erheben, den ganzen Tag" mit neuer Energie und Lebenskraft erfüllt fein. Fft es da ein Wunder, dah üaufende fich zu< Kaffee ßag bekennen 7 Daß Arzte erklären, dah er der gefündefte Kaffee ift, den man trinken kann 7 machen Sie felbft einen Versuch. Sie werden zufrieden fein! W GEEEEEBBEEGGEBEEBGE SM«, bis 25. tlopember>92« EBBBBBBBEEBEBEBBBBG L> An die | KaEfeesßandeIs«Bktiengefel(rcficift S Bremen Einliegend 40 R.-Pfge. in Briefmarken. JZ g Feh bitte um Zufendung einer Probepackung Kaffee ßag. � Name. Ort; Strohe: Igbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb 1 Strümpfe" Trikotagen Dameti-Hemdchen ZS trelafl, fein gewirkt, mit Beedtilgern.......................... WW? Schlupfhöschen»- QC Baam wolle, tarb.'g............................................. �Sr'. Schlupfhöschen«95 für Damen, ens guter Kanetselde, mm Perbee, I» den Orteten I 42 bis.............................................................> Pt Pt Ä?*ne5s*e4ienS Herren-Hemden«.-Hosen l95 StrümpSe makolarbig................................................... 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Die ireuernden Hinterbliebenen. Die iiniücherunu findet am Don- mceluo. den 18. Noeemdec, adende 6'', Uhr, im Stremniorium Baumschulen weg statt. Die Beisetzung meines am 8. Noubr. v erstorbenen unvergeßlichen Mannes. de» Silriiere Gustav Tunsch erfolgt am Sonnabend, 20. tzloceatber, nachm.»>/, Uhr. auf dem Friedhos Lichtenderg, Rafhaudstratze. Freu Else Inns® _ Lichtenberg, Liebigstr. 5. Nach kurzem schweren Leiden verschied am 12. Novenider. nachte 12 Uhr, metar liebe, unoetgefstn« Frau. Mutter, Schwieger- und Orefi» mutier Emilie KiengrOn Leb. AroM im fkitei ven(8 Jahren In tiefet Trauer Friedridi Kientfrfin, Familie Reichel. Berlin. Manieuffeistr. 78. Die EinSschernng findet am Donner»- leg. den 18. fikepember, nachmlttaas 4 Uhr. In Baumfihnienweg stett. MMlMMiis-Ickililil Wahlkörperversammlungea der arbeitslose« Mitglieder. Wahltörper I. Zsreikaa. den 2». Honembee, neei 10 Ahr. Im Sitznngesaal bee Dee- bandehnnse», Linienfte. 63 88: Hobler. Bohrer. Stöger. Fräser. Schnittarbeiter. Vrahlarbeiter und Autogroschweiger. Wahlkörper II. Sonnabend, ben 20. Ilenembee. nnr- mlttane 1 1 Ahr.!«„Hosenlhaler yes», Aesenthalee< trade 11/12: Eisen-, Metall- u. Revolverdreher. Karussell- und Bohrwerksdrrhrr, Rundschlrifrr. Schraubendreher. Wahltörper lll. Montag, da« 22. Aanemdee,»arna, 10 Ahr. 1» Sltznagasaal bee Der- baabahaasea. cinienchr. SZ/OS: Eisensormer. Metallformer. Sern- macher. Tage» Ordnung in alle» B ersamm langen: 1. Bernwng der Antrüge gnr General- Versammlung am 8. Dezember 1936 2«ohl der Delegierten fiutriii haben nur diejenigen Mitglieder die im Berbandebuch dieBerufsdezeichr heben, für die die Bersnmmiung gerufen ist. Ohne MiuNedebnch and Arbe«e>esen. tarte kein gemttt. äüsj iMöHfonntrÄzis Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme det der Einäscherung und Bei- setzung meine» iieden Manne», unsere» treusorgenden Hatero.Echwiegervaier» und Onkel»«ngo>Vci«cdnliiui sagen wir asten Verwandten und Be- kannten, den Mietern de» Hause« Hoher Steinweg 14. de» Kollegen der Porzellanfadr. Teltow, dem Redner de» Keeam. Bunde« sowie dem Bolls- chor„Eintracht--Teltow auf diesem Weche unseren herzlichsten Dank Teltow, 15. November 1928. Im Namen der Hinterbliebenen lerti Vtndinltilü, Beb. Preni. und liadv. Danksagung. gut die so herzliche Teilnahme dehn Hinscheiden meiner sieden und un- vergeßlichou Frau lim Brüske sprechen wir allen Beewantten und Bekannten, den Hausbewohnern, den Parteigenossinnen und Genosten. de- sonders Genossen Heischvid liir seine lieben Worte um Sarg« dee Berllor- denen, unseren herzlichsten Dunt an». Berlin. Waldemarstr. 8ba. Karl Brüske and Sohn. 'naccu*~ UnfeetDnftanrasmanartfralncai findet nicht am Dvnneeatag, ben 18. November, fondern»est am Donner». tag, de» 24. November, statt. äh! Beftfetertie«tei Die Betriedstüte-zeltfchnft Nr. 28 erschienen nnd tan« gegen Bdttegnng der i L'«iiin>aii»n»kari» de» Betriedsrai». odmanne» für de» Jahr 1928 in unserem Bureau, Ummer 5 oder nach 4 Uhr im| Zimmer 4, enlgegengenommen werden. NW! venvaltvvgsmWevkl!> über zum Qleiehefi-oh/reg/eieJf&r Sil gibt schneeweiße Wasche!n einfochsfent Waschen, spar! Seife und schont die Wasche - Ohne(Bhlor- Wlr zeigen in unseren ca. 3000 □m großen Ausstellungsräumen ständig Unnberlrolfen sind meine niedrigen Preise und meine 1 ei chic Tcüzahlungsarl! Berren-Aozaiie � Qua.,«oo naoisQ-iileiiin«r«vu-«. iq=o gute Verarbeitung...7. ilü®n Strafte, reizende Ausführ, v Benen-Palütiit! 5�«°. yqo« Daneo-MlDtel ve>our» de 7»°° Rockfasson, ganz gefüttert v. Idan laine In allen Modefarb. v. 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Den Teilnahmederechi igten geht noch I delondee««enachrichligung zu. De» vorstand. Hugo A 1» r e ch t.«orfitzender. Vouzzsrsiü rneattrsorsssioiit. Ssotl-tlHral LoSea llaallea 200 DmmsrN! {Schlaf-, Speise-, Herrenzimmer, KOchen, weiß und lasiert Klub- und Einzelmöbel) Dahsr kann Jedermann etwas Passendes finden und seilen Bedarf bei uns decken zu unerhört niedrigen Preisen! auch bei kleinsten An- und Abzahlungen Möbelhaus Humboldt An der Jannowitzbriicke 3-4 Straßenbahn; 11, 28, 29, 35, 3«, 41, 44, 45, 49, 82, 128 ZT w»..*3 f.*ste»see: Donnerstaa. 18. November, 7)4 Uhr. im Jugendheim Paikstr. 38 Arbeitsgemeinschaft:.Erziebungsfragen". Arauenveravstalkungev am Donnerstag, 18. November: 24. Abt. 7)4 Uhr bei Räfener, InnnaniKlkirchstr. 26, Surfusaheud:»Eis- fithruuq i» den Sozialismus". Referentiu Dr. Elara Henri guies. 78. Abt. Schöueberg. Di« Genossinnen treffen stch nachmittags 1)4 Uhr an der Haltestelle Tempelhofer Ecke Ederssrrast«. um mit der Etrastenbahu Linie 52, zu einer Besichtigung des stonfum-Warenhaufes In Eharlvttendurg. Rosinen straste, zu fahren. 121. Abt. starlshorst. 7)4 Ubr im„Bvcnistübl", Tresko wallee 83, Heiterer Abend. Vortragender Heinz Barthel. 138. Abt. Reiuickeudo-s-Ost. 7)4 Uhr im Seebad, Restdenzstr. 49. Stellung. nahm« zur Neuwahl. 128./130. Abt. Pankow. 7)4 Uhr bei Meeh», Linbenpromenad« Ecke Berliner Straste, Vortrag:.Sozialistische stindererzichung in der Familie". Refe- rentin Elara Bohm-Schuch, M. d. R. Sterbetafel üer Groß-öerliner Partei-Grganifatlon Werbeausschust der Post, und Tclegrapheabeamtea»nd Anwärter. Unser Genosse Franz Fischer ist nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Die Beerdigung findet am Donnerstag, IS November, nochmittaa, 4 Uhr, auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof. Bergmannstr. 39/41, statt. Wir bitten um recht rege Beteiligung. Dieser Abend brachte eine Uraufführung im Rundfunk. Bret- schneiders Operette.Die Gletscherfee, für eine Spielbühne bestimmt, mußte auf der Sendebühne debütieren. Wenn man also über ihren Wert oder Unwert spricht, so kann es nur vom Stand- Punkt des Funkrezensenten geschehen, der über die Bühnenwirksam- keit weder entscheiden kann noch soll. Der Rundfunk Übermittelle also an diesem Abend hübsch gesetzte und einprägsame Melodien. die zudem dem Ohr bisweilen ziemlich bekannte Anklänge aus der Musikliteratur boten, so zwischen Verdi und— Bretschneider. Das Textbuch von Rudolf Presber und Leo Waller Stein gibt einen übersichtlichen Jnhall, dem man auch im Hörspiel gut folgen konnte, und die Gesangstexte von Günther Bibo rangieren unter die übliche Gegenwartspoesie dieses Genres. Es wurde erfreulich gut gesungen. Maria Hufla-Greve und Lucie Bretschneider in den weiblichen Hauptrollen, Erik Wirl und Arthur Hell in den männlichen, dazu Franz Groß als reicher flotter und ein wenig verrückter Amerikaner war eine funkbewährte Darstellergemeinschaft, die auch diesmal nicht enttäuschte. Wenn man also auch nicht, wie Eornelis Bronsgeest es tat, ob dieier Uraufführung im Rundfunk ein Hosianna an- stimmen kann, so quittiert man doch gern über einen nellen unter- hallenden Abend.— Die Nachmittagsoeranstaltung war von recht hoher Qualität. Beethoven. Quartette von der Havemann- Vereinigung gespielt, bieten stets gleichen Genuß und Wald W h i t m a n konnte keinen stärkeren warmherzigen Interpreten finden, als Gertrud E y f o l d t, die viel häufiger vom Rundfunk herangezogen werden sollte, da sie eine bemerkenswert gute funk- geeignete Sprecherin ist. Professor Heinz Saltenburg plauderte unterhaltsam über»Das Theater", d. h. über den Weg des Theaterstückes vom Manuskript bis zur Uraufführung. vas kunclfunkproxi'smm. ittlttvodi, den 17. November. 9 Uhr Tonn.: Bußtag-Morgenfeier. 12.18—12.45 Uhr nachm.: Uebertragung des Glockenspiels von der Parocbialkirche, Berlin. 2.15—3,45 Uhr nachm.: Fußball-Städtekampf Hamburg-Berlin. Ueber- trajjung vom Viktoria- Sportplatz in Hamburg. Berichterstattung: Julius Wolscbendorf. 4.00 Uhr nachm.: Orgelvortrag. 1. Ch. H. Rinck: Präludium und Fuge über B. A. C. H. 2. Job. Schrenk: Choialvorspiel über:, Ach, was soll ich Sünder machen?". 3. Garcia G. Carvallar: Meditation. 4. Job. Diebold: Interludium. 5. Fr. Wenneis: Impressionen znm Bußtag(Freie Phantasie)..6. Ch. H. Rinck: Postludinm A-Moll(Fritz Wenneis). 5—6 Uhr abends: Nachmittagskonzert der Kapelle Gebrüder Steiner. 7.30 Uhr abends: Paul Friedrich: Der Bußtag im Licht der Poesie. 8.15 Uhr abends: Max Marscbalk: Einführung zu dem nachfolgenden Orchesterkonzert. 8.30 Uhr abends: 2C0 Jahre Oroheatermusik. X. Dirigent: Prof. Dr. Hans Pfltzner. Solistin: Cida Lau. Sopran. 1. H. Pfltzner: Drei Vorspiele aus„Palestrina". 2. H. Pfltzner: Sechs Lieder: a) Ich und du(Hebbel), b) Das verlassene Mägdlein(Mörike), c) Frieden(Grün), d) Hast du von den Fischerkindern(v. Königswinter), e) Venus Mater(Dehmel), f) Mailied (Goethe)(Cida Lau. Am Flüjjol: Der Komponist). 3. 0. M. v. Weber: Sinfonie C-Dur. Berliner Punkkapelle. Königswusterhausen, Mittwoch, den 17. November. 12— 12 30 Uhr nachm.: Lektor Grander u. Walinski: Französisch für Schüler. 12.30—12.40 Uhr nachm.: Mitteilung des Reichs- städtebnndes. 3— 3.30 Uhr nachm.: Studien rat Friebel, Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 3 30—4 Uhr nachm.: Studienrat Friebel, Lektor Mann: Englisch für Foitgoschrittene. 4— 4 30 Uhr nachm.: Dr. Erna Hasslacher-Friedensthal: Das geltende Strafverfahren für Jugendliche. 4.30—5 Uhr nachm.: Berichte aus dem Zentralinstitut. 5—5.30 Uhr nachm.; Geh. Reg.-Rat Dir. Dr. Hintrager: Binnensiedlung oder Auswanderung. 6.30—6 Uhr abends: Geh. Reg-Rat Cleinow: Das heutige Rußland. 6 bis 6.30 Uhr abends: Dir. Dr.-Ing. Litz: Ans dem Betrieb einer Maschinenfabrik. 6.30—7 Uhr abends: Staatssekretär a. D. Prof. Dr. August Müller: Aufbau und Bedeutung der Enquetekommission. 7—7.30 Uhr abends: Emilie Kerschner, Edmund Schröder: Mörike und seine zeitgenössischen Komponisten. 7.30— 8 Uhr abends: Thea von Harbou: Das Nibelungenlied. Ab 8 Uhr abends: Heber- tragung aus Berlin. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlin. «RundumdenSchllud-Veranskalkuag «rv«fammlunq mit besonderem Programm 7 Uhr in Schmidts Gesellschaftsbaus, Fruchtstr. 36». Morgen, Donaerslag, IS. November. 7% Ahr: ___«orlWtt: Schul« Putbuss« Str. 8. Bortrag:.Alkohol und Nikotin".— Kütoesten: Jugendheim Lindenstr. 3. Vortrag:.Wunder der Liebe".— Erkner: Jugendheim an der Rundflrdluns..Arbeiter.Dul>t«r".— Bitte»»»: Glaßbrenner-Abend. «rrbebezirl Wedbmg: Bildung skursus L Abend für Aeltere Jugendheim Luxemburger Ecke Genter Straß«. Thema:„Theorie und Praxi, de, prolrtari- sehen stlassenkampfes"._ Vorträge, vereine und Versammlungen� « Reichsbanner»Schwarz-Rot-Gold'. Geschäft»»«!!«:««rlin 614, Sedastianstr. 87/88 Hof 2 Tr. Sauvorstand! Wir machen auf die Mi., d. 17.. 8 Uhr, in den Prachtfäien am Märchenbrunnen am stönigstor stattfindend« Auf. fllhrung des Ostdeutschen Landestheattrs:„Das Grabmal des uttbekannten Soldaten" aufmerksam. Saalöffnung 7 Uhr. Eintritt 1,10 M.— Wedding: Als Schluß unserer diesjährigen Beranstaltungen findet am So., d. 29.. in den Phaiussälen, Müllerstr. 142, ein Unt«haltung»adend mit Tanz unter Mitwirlung der Eportgruppen statt. Anfang 8 Uhr. Endel? starten zu 89 Pf. stnd in der Geschäftsstelle Uferstraße bei Müller sowie bei allen Blockfllhrern zu haben. Di« üameraden nebst Angehärigen und Gäste» stnd freundlichst eingeladen.— streuzberg: So., d. 29., Antreten oller stameraden zum Fackelzug 7 Uhr an d« WassertorbrÜcke, Luisenufer.— Berliu.Niederfchlnhausei,: Mi., d. 17., 7)4 Uhr. stvmevadschaftsoersommlung l>«i Kubasch, llhtzand- Eck« Tresckowstraße.— Weißens«: Do., d. 18., 8 Uhr, Grüner Baum Lichtbilder- Vortrag:.Im Segelschiff nach Afrika". Die stameraden mit Angehörigen, auch Republikaner als Gäste herzlich willkommen. Arbeiter. Ph-tvgraphe» treffe» stch am Bußurg 10 Uhr Untergripidbohnhof Ivo mit Apparat. Die bekannte Gesang« genminfchaft Rsfebezy trArgnto veranstaltet Sonntag. 21. November(Totensonntag). 7 Uhr in i>«r Neuen Welt, Hasenheid-, eine volkstümliche Abendseier unter Mitwirkung namhafter Solisten. Eintritt 79 Pf, starten an d«i Abendkass«. Verein der Fmdenk« für Feuerbestattung. 5. Der-».. Dez.: Totensonntag, 6 Uhr. Zusammenkunft ehemalig« Funktionäre des Bezirk, bei Sttache. Bog» Hagener' Straße. Deutscher Internationaler Anwaltsverdand E.B. Freitag. 26. Zlovember. 8)4 Uhr, Vortrag Univevsttätsprofessor Dr. Gieseke. Rostock:„Die Berpfändung de» Unternehmen, in den ausländische» Rechtssitstemen". Gäste haben stutritt. Deutscher Esp«a»t,.Bu»d, Ortsgruppe B«lin. Donnerstag, 18. November, 8 Uhr. stonditerti Dvbrin, Lockescher Ziarkt. Uebungsabend. Gäste willkommen. Veceiuiguug ehemaliger striegsgefange»« Sroß-Derlin E. B. Mitglieder- v«sammlung Freitag. 19. Oktober, 8 Uhr. im Sreisswold« Hof, Greifswald« Straß« 43. Portrag Schneider üb« feine Informationsreise im eheinolige» stompsgebiet in Frankreich und Belgien. Verband»olk-gesuudheit, Ortsoerein Berliu, v« 18. Noveoibcr, in der Schulaula Ifflandstr. 9(Iann Kundgebung:„Für das Freibad Engelbecken". Referenten: Bürgeimeist« Schneider. Stadtarzt Dr. Hodann. Stadtverordnete Hoffmann-Gwinner. Be- ginn>48 Uhr. Diskussion. Fortschrittliche Arbeiter, erscheint zahlreich. Bortrag im Arbeiter- Radto-stlub. Ter Arbeiter-Radio-stlub veranstaltet I» sein« Ortegruppe Prenzlauer Berg Donnerstag, 15. November, in der.Fichte- Klause", Schönhans« Allee 134d, einen Werdeabend E» sprechen der Reichsvor» sitzende Hoffmann über„Der Rundfunk dem Arbeiter", Dipl.-s»p Mendelsohn„Wo liegt der Fehler". Borsührungea mit selbstgebautem Send«. Begmn 8 Uhr.' Biochemischer Berri» Berliu-Sstdosten. Dienstag. 28 November, 8 Uhr abend«, Adalderlslr. 21. Lichtbildervortrag üb« Wagen- Mld Darmkraniheiten. Referent: Dr. med. Messing. veranstaltet am Donnerst»», nnowitzbrücke) eine öffentliche Arbeitersport. Fuhball am Buhiag: Wie alljährlich vevanstaltrt d« Bezirk Norden auch in diesem Jahre auf dem Adler.12-Platz in der EhriManiastraß«»in Propagaadaspiel zwei« Aus- wahlmannschaften. Di« Mannschaften spielen in folgend« Aufstellung: Mann. schoft A; Tor: Rolbes(Pankow 98). Verteidigung: Brauner(Union), Saudi« (Pankow 08). Läufer: Bornholz(Pankow 98),«übe(Adler 98), Kuchenbäcker (Adler 12). Stürmer: Lindenau. Wolf, Troilchinski, Mönch(sämtlich Adler 98), Böttcher(Minerva). Mannschaft B: Tor: Lewin(Minerva). Verteidiger: strüg«(Borussia). Marquardt(Minerva). Läufer: Seelinger(Alemannia), Prieb, und Sobzack(Minerva). Stürmer: Heinsch(Fichte-Norb), Boigt(Ale- mannia),«ußner(Minerva), Bergmann und Wenslow(Alemannia). Ein« weitere Mannschaft spielt in Rathenow. Die Bezirksmonnschaft des Ostens spielt am Bahnhof Stralau-Rummels. bürg gegen«ine Bezirksmannschaft von Weißwasser. Dazu, stnd folgend« Spiel« aufgestellt: Hirt(Tasmanio), Erdmann und Wolf(Lichtenberg 3), Wilack(Alt- Gi-enick«), Karo(Sparta), Böhntfch(Ieuthen). Neujahr(Treptow). Baraba, (Stralau). Wenzel(Oberspree). Kaul(Ädler-Hof). Säiwanebeck(Oberspr«) und Stark(Brandenburg 92). Bor diesem Spiel treffen stch zwei Altersinannschas- ten. Beginn der Spiel« nachmittag» 2 Uhr. ilesfmcMers Ang®l»oie? Um unserer Kundschaff schon iefzf gute WcihnachtselnkSufe zu ermöglichea. Herren-Winter-ü!sler:-rd?,�l?5tl?,l?.- Winter• Paletots, �7°".° Rock-Paletots «rhwarz Eskimo. 65.—, 55.- lete Paßionn,... 90.—, 75.—, Herren-Ulster �utjsnäiose m« Absen«, k»,—.90.—, Herren-Winterjoppen, TT. W.-.«'-. Herren-Pelzjoppen,&gstom-:uo�hÄ Herren-Sportpelze, l«bT Himsl". Skunks«sin-rlt«ast aliscbnn f d r izsm». nisehem Opossumkngen je nach Q ulilil und Fellart... .......... 2/5..'50..210-, 17:.-, 145.-, Herrcn-8ehpelze,®ir�R�c�8iÄr.�ä futter" TS—, mit Nufri'st ke luttcr> nd bealeleUtri roll- tcnalkragcn 225.-. 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Die Nerven des Berliners finden Enf Spannung und Kraft zu neuer Leistung durch. seine treue Begleiterin die nervenberuhigende: JOSETTI Juno Berlins meisigeraviclxfe 4L Cigareite Unterhaltung unö ÄAissen der Protest der Dichterakaöemie. Der Witwer. Von Zllberl Leitich. Der Postdirektor Peter Flohr war schon von jeher«in Mann von wenig Worten, aber seitdem seine Frau infolge einer Lungen» entzündung-starb, sprach er nur ganz wenig mehr, denn er grämte sich, daß er keinen Erben hatte und daß sein Name, den so viele Borfahren getragen hatten, verschwinden sollte. Und nun hatte der Mann trotz seiner eisengrauen Haare wieder geheiratet. Angela Sommer, die hübsche Tochter des Rentmeisters, war sein, hoch und schlank und würde mit chrer sorglosen Heiterkeit dem braven Peter Flohr gewiß das irdische Leben zum Paradiese ge- stallen, wie er es verdiente. Als vor einem Jahr seine erste Frau begraben wurde, hatte wohl mancher im Städtchen heimlich dem Postdirektor die Erlösung von horter Tyrannei gegönnt. Natürlich— de mortuis nil nisi bene— man fand damals viele guten Eigenschaften an der Per- storbenen, die beim Kondolenzbesuch gebührend hervorgehoben wur- den, und während man ergriffen die Hand des Witwers drückte, ging ein wehmütiger Blick zu dem großen Oelgemälde, das steif und kalt im goldenen Rahmen über dem Klavier hing. Ach. die arme Frau Agnes! Im schönsten Aller hatte sie sterben müssen!— Man seufzte bekümmert und die ganz weichen Seelen zerdrückten sogar ein« Träne im Auge. Aber draußen auf der Straße dann steckten sie die Köpfe zusammen und wußten nicht genug von der eisigkallen Herrschsucht dieser Frau zu erzählen, die dem guten sanften Mann das Leben zur Hölle gemacht haben mußte. Da er also jetzt wieder heiratete, gab es Beifall und Zustimmung und seme Wahl wurde allgemein gutgeheißen. Glücklich und zu- srieden führte Peter Flohr seine junge Frau über die Schwelle seines auf den Glanz hergerichteten Häuschens, denn so mitten im Winter gab es natürlich keine Zell zu einer Hochzeitsreise. Es mögen wohl selig verträumte Tage gewesen sein, diese ersten Ehetage, denn der Herr Postdirektor ließ seinen Angestellten alles durchgehen und halle für die ärgste Nachlässigkeit nur ein milde« Lächeln, das sein sonst etwas welkes, müdes Gesicht wunderbar ver- jüngtc, und Frau Sommer freute sich bei ihrem ersten Besuche sehr über das gute Los, welches chrer Tochter zugefallen war. Befriedigt ließ sie sich durch alle Räume führen und wunderte sich nur, daß im Salon über dem Klavier noch immer das steife Oelbild der verstorbenen Agnes hing. Aber der jungen Frau schön« Augen bückten nur ein wenig spöttisch zu der ungefügen Gestall mit dem hochgeschnürten mächtigen Busen empor, und dann an chrer eigenen miederlosen Ebenmäßigkeit herabsehend, meinte sie achsel- zuckend und leichchin, dies bißchen Vergnügen, dem neuen Tempo im Hause zusehen zu dürfen, gönne sie der anderen gerne. Zu sagen habe sie ja ohnehin nichts mehr. Ja, nun herrschte Angela hier, herrschte frisch und fröhlich, voll jugendlichem Eifer, ging dem müde heimkehrenden Postdirektor lächelnd entgegen auf flinken Füßen, die in zierlichen Stöckelschuhen staken, und aus dem weiten Aermel des hellen Kleides streckte sich eine weiche Hand, die zärtlich über sein zerzaustes Haar strich. In den altmodischen Basen prangte jetzt statt der dürren Strohblumen, welche Frau Agnes ihrer Hallbarkeit wegen bevorzugt halle, allerlei buntes, lustiges Gartengewächs und von dem griesgrämigen Sofa waren die gehäkelten Schoner entfernt, wohl aber lagen in den Ecken dort weiche, bunte Seidenkissen, auf die der blonde, hübsch frisierte Frauenkopf sich behaglich zum Nachmittogsschläfchen bettete. Peter Flohr wunderte sich ein über das andere Mal. Schlafen— am hellichten Tag schlafen, wenn draußen die strahlende Sonne am Gimmel stand, das begriff er nicht. Das hatte Agnes nie getan!— Gleich nach dem Essen hatte sie immer eine Flickarbeit genommen, während er ihr die Zeitung vorzulesen pflegte. Nun freute er sich, nach so langer Zeit dies wieder tun zu können, aber Angela war noch den ersten Sätzen eingeschlafen und hatte nachher lachend erklärt, das wäye langweilig, und nach dem Esten zu flicken fei gesundheits- schädlich. Alfa damit war es nichts und der Postdirektor las die Zeitung wieder für sich allein. Er war überhaupt in der Folge c'was enttäuscht! Denn Angela war anspruchsvoll, entschieden an- spruchsvoll. Das hatte Peter Flohr aber nicht gewußt. Sie ver- langte Meinungen und Aeußerungen von ihm, sie wollte seinen Rat in hundert Dingen, er sollte vorschlagen, wohin sie Sonntags gehen wollten, er sollt« sagen, welcher Hut ihr besser stünde, der weiße oder der blaue mit dem Reiher— kurz, kam er abgespannt aus dem Amte heim, so stand sie frisch und unverbraucht vor ihm und wollte ihn ganz für sich in Anspruch nehmen. Agnes war um diese Zeit immer in der Küche gewesen, und er hatte sie erst gesehen, wenn sie mit erhitztem Gesichte bei Tisch die Suppe verteilte. Gefragt um seine Meinung hatte sie ihn nie, und er hatte daher auch gar keine gehabt, und das Leben mit ihr war'so einfach gewesen.— Also hatten die Menschen, die den Postdirektor wegen jener Frau be- dauerten, unrecht gehabt?— Er war am Ende gar nicht unglücklich gewesen?— Ihre kalte, gefühllose Herrschsucht, die Selbswerständlich- keit, mit der sie über ihn verfügt hatte, war ihm keine Qual, war ihm längst bequeme Gewohnheit geworden?— Willenlos und zufrieden hatte er sich von ihren festen, derben Händen durchs Leben führen lasten——. Und nun war die andere da, die hatte junge Augen und ein heißes Herz, zwei weiße, schmale Hände legten sich in die seinen, ein roter Mund preßte sich auf seine kühlen Lippen und eine schlanke Gestalt lehnte sich eng an ihn.„Komm/ flüsterte eine bittende Stimme,„führe mich, ich will mit Dir gehen, wohin Du willst/ Da erschrak der arme Peter Flohr im Innersten seines Herzens, denn er sah sich vor eine unbekannte Aufgabe gestellt. Des- halb hatte er doch nicht wieder geheiratet!„Mir ist alles recht!"' gewöhnte er sich in seiner Hilflosigkeit zu sagen und gewährte ihr alles, was in seiner Macht stand, und konnte es doch nicht hindern, daß sie manchmal des Nachts neben ihm bitterlich schluchzte. Unglücklich und ratlos starrte er dann auf den sehlanken Körper, der unter der dünnen Decke im Weinen zitterte und bebte. Auch dos hatte Agnes ni« getan! Ruhig und gleichmäßig hatte sie Nacht für Nacht neben ihm geatmet und immer hatte er, ehe er das Licht löschte, ihre spitze Nase selbstbewußt aus den Kisten in die Lust ragen gesehen. Nach und nach wurde dann Angela anders, ruhiger, kühler, hatte weniger Fragen, weniger Wünsche. Und er— erfreut über ihre wachsende Selbständigkeit.— wäre so gerne bereit gewesen, fein Haupt unter ihr Joch zu beugen, wie es ihn die jahrelange Ge- wohnheit feiner ersten Ehe gelehrt hatte. Aber das verlangte Angela nicht!--- Doch sie war jung und heißen Sinnes und lernte es gar bald, gn dem Mnrm» der pe enttäuscht hatte, vorüber ins lockende Leb« was ist üenn hier für eine hetz!— Ihr seht üas Schmutz- unö Schunügesetz Ja unerwarteter Gefahr, Seüräut von einer vichterjchar. ver Sahr, der halbe, holz unö Mann, ver ganze öeutjche Geistesbann, Nein, öiesmal latscht er nicht auf Zilzl— was sagen Sie öazu, Herr Külz!! zu bücken. Und kam««, daß er in verliebter Regung, durch ihre Schönheit bezwungen, und durch den dunklen Glanz, der jetzt gar oft in ihren Augen flimmerte, sie ab und zu tn die Arme schloß, so huschte kühle Gleichgültigkeit über ihre Züge, und ihr roter Mund suchte nicht mehr wie früher den seinen. Aber Peter Flohr legte sich auch diese Deränderung in seiner Art aus.„Gottlob, daß sie ver- nünftiger wird/ nickte er befriedigt, denn er bevorzugte das ruhigere Temperament. Leidenschaft, himmelstürmendes Verlangen, rückhalt- loses Geben und Nehmen, alles vergestendes Versinken in Glück und Sinnesfreude,— dies alles kannte seine Natur nicht. Die scheue, etwas verleg«« Zärtlichkeit der ersten Ehetage aber, wie er sie zu geben vermocht, hatten wohl dem jungen Ding genügt, das eben erst Frau geworden war, das heiße, starke Weib jedoch, in dem die schlummernden Kräfte erwacht waren, verlangte mehr, viel mehr--- Und so kam das, was kommen mußte!--- Als er einmal spät abends von einer Konferenz heimkehrte, fand er seine Frau nicht daheim, auf dem Schreibtisch aber lag ein Brief von ihrer Hand.—„Ich gehe von Dir/ schrieb sie darin ohne alle Ausflüchte,„well ich muß. Unsere Ehe war nicht die Ehe, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Und gewiß habe ich auch Dich enttäuscht, weil ich keine Agnes werden wollte. Ich scheide in Freundschaft, ohne Groll, und danke Dir für alle Freiheit, die Du mir, mehr aus Bequemlichkeit, denn aus Liebe, gewährtest. Wer der andere ist, kann Dir einerlei sein. Ich liebe ihn, wie Du nicht geliebt sein wolltest, und ich folge ihm, sei es ins Glück oder ins Unglück, weil er es will und ich es muß. Das, siehst Du, brauche ich fürs Leben! Ilm Dich ist mir nicht bange; die im goldenen Rahmen mag Dich nun wieder betreuen, aber für mein Geschick zu sorgen, war ich mir schuldig. Lebewohl. Angela/ Einmal, zweimal, dreimal las der Postdirektor diesen Brief, immer wieder starrte er auf die geraden, einfachen Schriftzüge, die klar und mitleidslos Dinge enthüllten, die ihm weltenfern gelegen hatten. Er wollte diese grausame Offenheit verstehen und konnte es nicht und fühlte doch dunkel, daß Angela recht haben mochte. Ein brennender Neid stieg in ihm auf gegen den Unbekannten, zu dem sie gegangen war. Er, Peter Flohr, hatte es nie kennen gelernt, das Wunderbare, Unergründliche, das Mann und Weib verbindet, so, daß sie nicht voneinander lasten können. Er empfand nur unklar, daß ihni alles dazu fehlte: das Verstehen, der Wille, die Macht. Sonst hätte sie ihn doch nicht verlassen!— Etwas wie Auflehnung. ja Empörung erwachte in ihm. Heißer Zorn wollte ihn übermannen und ein bitterer Schmerz um den Verlust seiner schönen Frau. Warum hatte er sie nicht festzuhalten verstanden?— Warum?--- Aber dann, nach Stunden dumpfen, ohnmächtigen Hinbrütens, als die Flamme der Erregung ob Angelas Handlungsweise wieder im Verlöschen war, siegte doch die alte Gewohnheit. Langsam stand er auf, schlich scheu, wie unter einem Zwange, durch das Zimmer hin- über in den Salon und blieb vor dem großen Bilde im goldenen Rahmen stehen. Und während feine Blicke an der mächtigen Gestalt im Schwarzseidenen sich demütig emporbettelten, um auf den kalten, harten, ihm doch so vertrauten Zügen haften zu bleiben, rang es sich verzweifelt, wie Hilfe heischend, von seinen dünnen Lippen: „Agnes, Agnes!"--- Und wirklich,— in der Stille der Nacht entstieg die Tote dem Rahmen, nahm mit triumphierendem Lächeln wieder Besitz von ihren Rechten. Und als Peter Flohr endlich, verstört und todmüde von all der Aufregung ins Bett gekrochen war, sah er mit einemmal wieder die spitze Nase von Frau Agnes neben sich aus den Kisten selbst- bewußt in die Lust ragen. Der braungelockte Spuk, die blonde Angela, die so viel von ihm verlangt und sein einfaches Leben müh- fam und unruhevoll gestaltet hatte, war verschwunden. Da löschte Peter Flohr bedächtig das Licht, streckte sich mit einem tiefen Atemzuge behaglich längelang, faltete die Hände über der 9n>{t=5 Md war m zufrieden so, Nur zu, Ihr vichter, örauf unö öran! ver triste Paragraphenmann, Er fällt balö, wie er zag schon wankt, wenn Ihr Euch öiesmal nicht verzankt. vas deutsche Volk steht hinter Euch. sluf, schlagt öen krummen winöelweich! Ganz veutschlanü, so es üieses sah, Nüst: Vivat academia! m.ch ciade°h«-ew wichtiges von öer Eisenbahn. Im Auftrage der Deutschen Reichsbahngesellschast hat das Eisenbahnzentralamt einen Leitsaden für den Unterricht in den oberen Klasten der Schulen bearbeitet, der den Titel führt:„Vom Reisen mit der Eisenbahn" und dm Zweck haben soll, die Iugmd mit den wichtigsten Bestimmungen des Eisenbahnverkehrs vertraut zu machen. Denn die Erfahrung hat gelehrt, daß die Reisenden im allgemeinen mit den wesentlichen Vorschriften des Betriebes und Verkehrs der Eisenbahn nur wenig vertraut sind. Vieles, was darin gesagt ist, ist dem reisenden Publikum ja bekannt, trotzdem aber befindet sich darin manches, was einer Auffrischung bedarf. Zum Beispiel werden viele Reisende nicht sagen können, was ein Eilzug sei und ob dieser zuschlagspflichtig ist oder nicht. Unter Schnellzügm versteht man im allgemeinen die v-Züge, welche ihren Namen daher haben, daß sie aus Durchgangswagen(v) mit ge- schlostenen Uebergangsbrücken bestehm, wodurch es den Reisenden ermöglicht wird, von einem Ende des Zuges zum anderen zu gehen. Die Eilzüge dagegen haben diese Durchgänge nicht, führen auch keine Speisewagen wie dies«, sind aber zuschlagfrei. Die Zuschläge für Schnellzüge betragen in 3. Klasse bis zu 75 Kilometer 0,50, bis zu 150 Kilometer 1,— und über 150 Kilometer 1,50 M. Den Preis einer Fahrt kann man leicht selbst berechnen, denn in 3. Klasse kostet der Kilometer 5 Pfennig, in 4. Klasse 3,3 Pfennig. Dabei muß man berücksichtigen, daß immer nach oben ausgerundet wird, und zwar bis 10 M. auf 10 Pf., von 10 bis 40 M. auf 20 Pf. und über 40 M. auf volle Mark. Eine v-Zug-Fohrt 3. Masse, die sich über 177 Kilometer erstreckt, kostet beispielsweise 177 X 5— 8Bö M., aufgerundet 8,90 und 1,50 M. Zuschlag, also 10,40 M. Kinder bis zum vollendeten vierten Lebensjahr werden frei befördert. Für Kinder vom vollendeten vierten bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr ist der halbe Fahrpreis zu bezahlen. Unter den sonstigen Ermäßigungen dürste die am wenigsten bekannt sein, wonach Gesellschaften von dreißig und mehr Personen in fahrplanmäßigen Zügen eine Fahrpreisermäßigung von 25 Proz. genießen. Di« Reise muß jedoch vorher auf dem Bahnhos angemeldet sein und sich mindestens über 50 Kilometer er- strecken.— Der Anspruch auf eine Fahrkarte erlischt fünf Minuten vor Abgang des Zuges.— Die Karten gelten vier Tage, das heißt die Fahrt muß am Abend des vierten Tages(Mitternacht) beendet sein. Eine am 1. Mai 8 Uhr abends gelöste Karte gilt also bis Mitternacht vom 4. bis 5. Mai.— Auch der Unterschied zwischen Handgepäck und Reisegepäck ist nicht immer geläufig. Handgepäck wird von Reisenden selbst getrogen, es darf bis zu 50 Kilogramm wiegen. Reisegepäck dagegen wird bei der Gepäckabfertigung auf- gegeben. Darin dürfen nur so viele Gegenstände enthalten sein, als der Reisende zur Reise braucht, außerdem muß das Gepäck dauer- Haft verpackt sein, also werden die sogenannten japanischen Stroh- kosfer nicht angenommen. Das Verbringen nach dem Gepäckwagen geschieht durch di« Bahnbeamten. Nicht so bei Fahrrädern, deren Ein- und Umladung der Reisende selbst besorgen muß.— Interessant ist schließlich noch die Feststellung, daß von 9 938 554 Reisenden ein Reisender durch eigenes Verschulden getötet wird, während erst auf 193 470 519 Reisende ein unverschuldet Getöteter kommt. Ein Daum, der verschiedene Früchte trägt. Der Baum, der die merkwürdig« Eigenschaft besitzt,-zu gleicher Zeit verschiedenartige Früchte hervorbringen zu können, gehört zu den im südlichen Europa vorkommenden Bäumen der Gattung Citrus, zu der auch die Orangen- und Zitronenbäume zählen, und ist also mit diesen nahe verwandt. Kommt«s nun zur Fruchtreife, so kann man von diesen, Baum, den die Botaniker als sogenannten„Bizarrie" bezeichnen, zum Teil Orangen, zum anderen Teil Zitronen und gleichzeitig auch Limonen ernten. Oder er trägt Früchte, deren Inneres teils als Orangen und teils als Zitronen ausgebildet ist. In selteneren Fällen hat man aber auch an diesen Bäumen Früchte beobachtet, die zu gleicher Zeit die Merkmale von fünf anderen ihnen ver- wandten Fruchtarten aufweisen, jener saueren Orangen und Zitro- nen, die der Italiener Agrumi nennt. Auf welche Weise diese un- gleichartigen Früchte entstehen, hat sich bis jejst noch nicht mtt Sicherheit feststellen lassen, obwohl man annehmen kann, daß die Fruchtbildung in diesem Falle durch Bennischun/. mit anderen Arten erfolgte. Außer den genannten Bizarrien gibt es indes auch andere Bäume, die gleichzeitig Orangen und Zitronen tragen. Auch sie dürften ihre Entstehung einer Kreuzung zwischen Orangen- mrd Zitronenbaum verdanken._ 3ANDORF 6 o ve I/?-VbTTa fl 95 pt 1 Inmpcr- Dntertallle ' mit breiter Hcbse! 95 pt 6Tasclienlfi£hBr J für Herren, dunkelgrün dlg 95 pt Gr. PrasWwler StraSe. BnueuXmle ♦ Eattaerfiam• WsmOiM Mt«*• in fast allen Abteilunsen sensationell billige Angebote! I Kiiiderkleld SZZSSSS**, qk« reizende Muster, Größe 40—60.... 570�* 5lt. Toilette-Seife ��95«. ▼lerKÄurrflertf an Vfcaerv«fKfiu(crl 2 Kasserollen ca. 13 a. 1< cm 95pt i Schmortopf«-»»«uc� ca. 82 etn, vcrKjiltdcnc Farben... N!?" 1 Schmortopf HUnnlnJum, qj» ca. 20 cm, mit lioflerta« OtUte»... 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