Abendausgabe i..................... Nr. 546<> 43. Fayvgang Ausgabe B Nr. 270 Bczugsbedingung«» und etnjciacnptcife sind in der Morgenauszabe anflcflebcn ncöatfion: Sw. 68, Lludenstrah« 3 Fernsprecher; Dönhoff 292- 297 Tel.-Zldresse, SoziaidemolralSerlin Verliner Volksblnkk Tentralorgan äer 8o2ialckemoKratif�en Partei Veutfcklancts (iv pksnnis) Freitag 1�. November 1�2ö Verlag und Anzcigcnableilungi Sefchöftszeit die S Uhr Verleger: vorwrirls-verlag GmbH. Nerlln SW. 68. Dlndenftrahe 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 volkerbunösaufficht von JaU Zu Zall. Keine rasche Erledigung der Kontrollfrage. Paris, 19. November.(Eigener Drahtbericht.) In einer halb- amtlichen Auslassung legt die französische Regierung ihren Standpunkt in der Kontrollfrage dar. Die einzige Frage, die sich auslverfe, sei gegenwärtig die, ob Deutschland seinen Abrüstungs- Verpflichtungen nachgekommen sei. In diesem Punkt« seien London ebenso wie Paris der Ansicht, daß zwar Stresemann in den letzten Wochen den besten Willen an den Tag gelegt Hab«, daß aber nach den den Regierungen vorliegenden Dokumenten der Kontrollkom- Mission noch gewisse„Verfehlungen" fortbestünden, so daß ein« rasch« Regelung nicht erwartet werden könne. Jedenfalls werde die Botschafterkonferenz einen entscheidenden Beschluß erst nach der Rückkehr des Generals Walch fassen, aus Grund des Be- richtes, den er über den Stand der Abrüstung in Deutschland vorlegen wird. Es ist nicht zweifelhast, heißt es weiter, daß die Sitzung des Bölkerbundsrates vor der Rückkehr des Generals Walch und der Ausarbeitung seines Berichtes stattfinden wird, weil die Frage bis dahin nicht geregelt fein kann. Im übrigen wird der Auffassung entgegengetreten, als ob«in Gegensatz zwischen dem deutschen und französischen Standpunkt, dem einer ständigen oder einer periodischen Kontroll« durch den Völker- bund, bestünde. Im Artikel 213 des Verfailler Vertrages steh« nichts von einer ständigen Kontrolle: es sei also unrichtig zu behaupten, daß Deutschland sich weigere, einer ständigen Kontrolle unterworfen zu werden, da der Text des Vertrages dies« nicht vorsähe. Eine ständige Kontrolle sei nur für die« n t m i l i t a r i- sierte Zone am Rhein vorgesehen. Hier versuch« dos deutsch« Kabinett, einige Abänderungen und Erleichterungen durchzusetzen. Seit einem Jahr« bereits sei General Desticker, der General- stabsches des Marschalls Fach, vom Völkerbund beauftragt, den Vor- sitz der Kontrollkommission des Völkerbundes zu übernehmen, deren Arbeiten a u t o m at i f ch an dem Tage beginrien werden, an dem die Botschasterkonferenz die völlige Entwaffnung Deutschlands erklärt haben wird. Diese halbamtliche französische Auslassung ist wenig er- freulich. Eine rasche Erledigung der Kontrollfrage steht nicht mehr in Aussicht. Dennoch enthält sie insofern einen gewissen Fortschritt, als sie den nichtständigen Charakter der zukünftigen Völkerbundskontrolle zu- gibt. Das ist immerhin ein Fortschritt gegenüber der bis- herigen Haltung, die einen Unterschied zwischen der inter- alliierten dauernden Militärkontrolle und der internatio- nalen Stichprobenaufsicht des Völkerbundes nicht zugeben wollte. Dabei ist bemerkenswert, daß einfach fest- gestellt und nicht dagegen argumentiert wird, daß Deutschland die Abänderung des„Investigationsprotokolls wünsche, so weit es„dauernde Elemente" im Rheinlande vorsieht. Die Haltung üer Volkspartei. „Germania" gegen„Kölnische Zeitung".— Das Arbeits- zcitgesctz. Die„Germania", das Zentrumsblatt, schreibt: Das Gemunkel über die Große Koalition geht hin und her. Was gewisse Zeitungen darüber schreiben, hat mitunter nicht nur zu gelten als«in Bericht dessen, was ist, sondern auch als eine mehr oder minder erkennbare Andeutung dessen, was das betreffende Blair wünscht oder nicht wünscht. Diese Bemerkung trifft im besonderen Maße auf die.Kölnisch« Zeitung" zu. die be- hauptet, die Regierungsparteien seien durch den in der vorigen Woche mit den Sozialdemokraten abgeschlossenen bekannten„inodus vivendi" nicht die geringst« Bindung eingegangen: alle Boraussetzungen zu Verhandlungen in Richtung auf die Große Koalition entfielen: die Verbreiterung der Regierung nach links werde nur vom Zentrum betrieben. Eine derartige tenden- z i ö s e Darstellung übersieht geflissentlich die eklatanten Beweise, die die parlamentarischen Ereignisse der letzten Woche von neuem und in verstärkter Form für die naturgemäßen Mängel einer Minderheits- r< gierung erbracht haben: sie verfchließt einfach die Augen vor der unleugbaren und von keinem ernsthaften Politiker geleugneten Tat- sache, daß«in« Fortdauer des bisherigen Zustandes leicht zu überaus unerwünschten parlamentarischen Krisen mit unabsehbaren Folgen führen kann.„ Auf der anderen Seite erklärt die„Tägliche Rundschau folgendes:. Die Deutsche Volkspartci ist, wie jeder weih, grundsätzlich bereit, mit der Sozialdemokratie zusammenzuarbeiten. Sie legt aber wahrscheinlich entscheidenden Wert daraus, daß zunächst einmal die Voraussetzungen geklärt werden, unter denen«in Zu- sammenarbeiten mit den Sozialdemokraten möglich ist. Diese vorde- rung ist im Hinblick auf die extravaganten Anträge der Sozialdemo- kraten zur Erwerbslosenfürsorg« und aus ihre Haltung in d:r Frag« des Arbeitszeitgesetzes durchaus begreiflich. Damit ist deutlich zum Zlusdruck gebracht, daß sich der stärkste Hort des Widerstandes gegen die notwendigen A r b e i t e r f o r d c r u n g e n, die von der Sozialdemokratie erhoben werden, bei der Volkspartei befindet. Die„grundsätz- liche Vereitschaft", mit der Sozialdemokratie zusammenzu- arbeiten, wird von der„Täglichen Rundschau" an die Be- dingung geknüpft, daß die Sozialdemokratische Partei auf ihre grundsätzlicheen Forderungen verzichtet. Das liefe dann auf die grundsätzliche Entschlossenheit hinaus, dos Zusammen- arbeiten mit der Sozialdemokratie zu vereiteln. Neue putschiftensammlung in öapern. Tos Endziel der Bürgerkrieg. In Bayern wird wieder einmal eine Putschistenbcwegung aufaezooen. Sie geht unter der Firma„An t i- R e i ch s- banner-Liga". Wie dre„Münchener Post" mitteilt, werden in M ü n ch e n jeden Mittwoch„zwanglose Zu- s a m m c n k ü n f t c" zu diesem Zweck vcranstalt. am ersten Mittwoch im Monat im„Kasino der Offiziere des Vcurlaubtrnstandes". an den übrigen im Gasthos „Hartmannshof"(1. Stock). Der kpiritu« reeiov ist Gene- r a l Kaiser. Der frühere Stadt Hauptmann der Einwohnerwehr. Kühner, hat an Sitzungen teil- genommen und erklärt, er billige und fördere die Tendenz dieser Neugründung. Den verschiedenen vaterländischen Orga- nisationen wird beruhigend versichert, man wolle keinen neuen Laden ausmachen, sondern„nur" aus der früheren Einwohnerwehr und den übrigen rechtsgerichteten Organisationen die jüngeren waffengeübten Leute, vor allem Offizieren, zu Sturm- t r u p p s zusammenfassen gegen das Reichsbanner. Auch die Hitler-Leute sollen einbezogen werden. „In den stattgehabten Führertagungen sei man überein- gekommen, das bisher Bestandene umzukrempeln und anders auf- zuziehen. Alles müsse sich gegen das Reichsbanner richten. Kampf gegen das Reichsbanner, das sei die Parole. Auf diese Weise werde auch in das Kleinkaliberschießen ein anderer Schwung gebracht. Das sei absolut notwendig, denn es müsse wieder zur Lalle (Gewehr! D. R.) gegrissen werden. Die Auseinandersetzung mit dem Reichsbanner könne nur mit der Waffe erfolgen. Wer das nicht wolle, der bleibe am besten gleich weg. Mit Halbheiten komme man nicht vorwärts. Das Endziel sei der Bürgerkrieg, ohne den sei die große Sache nicht zu erreichen. Es müsse bis zur äußersten Konsequenz gegangen werden; das fei einfach nicht zu umgehen." Man wird diese neue Putschistenbewegung aufmerksam verfolgen müssen. Die Mörderorganisationen wollen wieder erstehen. was soll vertuscht werden? Zur Nauheimer Ffcme-Affäre. Die Untersuchung des Nauheimer Fememordoersuchs hat einen sehr merkwürdigen Ausgang genommen. Der des Mordversuchs verdächtige frühere Leutnant Heinz ist aus der Haft e n t- lassen worden. Das Opfer, der Oberleutnant Wagner, sitzt in Haft auf Grund eines älteren Steckbriefs wegen Schiebereien. Gegen den Hauptbelastungszeugen Schmidt, gegen den eine systematische Hetze geführt wird, will angeblich die Staatsanwalt- fchaft ein Verfahren wegen Diebstahl, Unterschlagung, Erpressung, Falscheid einleiten. Der Chauffeur Schwing aber— nach eigenem Geständnis Mittäter— ist kurzerhand in eine Irrenanstalt gesperrt worden. Nun gibt es in Frankfurt, Darmstadt, Gießen und Nauheim genug Leute, die Schwing kennen— siehe„Frankfurter Zeitung" Nr. 860— und wissen, daß er alles andere als geisteskrank ist. In der hessischen Regierung wundert man sid) nickst nur über diese Jnternierung S ch w i n g s, sondern noch viel mehr darüber, daß man von der Hastenlassung des Heinz erst durch den„Stahlhelm", Redakteur Heinz selbst, erfahren hat. Wir wissen, daß in der Rechtspresse und in den Fememördern nahestehenden Kreisen systematisch versucht wird, alle Belastungs- zeugen als geisteskrank hinzustellen oder sie gemeiner Verbrechen zu verdächtigen— um ihre Aussagen zu entkräften. Unter diesen Um- ständen nimmt sich der Auegang der Untersuchung wie ein Erfolg der Hetze der Freunde der Fememörder aus. Was soll vertuscht werden? Sächsische Regierungsfrage. Ergebnislose Verhandlungen der bürgerlichen Parteien mit der ASP. Dresden, 19. November.(TU.) Gestern nachmittag fanden zwischen den Landtagsparteien und zwar von den Altsoziali st en bis zu den D e u t s ch n a t i o n a l« n erneute Verhandlungen über die Regierungsbildung statt. Die Verhandlungen, die sich bis zum späten Abend hinzogen, führten jedoch zu keinem posi- t t v e n Ergebnis. Die Alrsozialiften gaben die Er- k l ä r u n g ab, daß es ihnen nicht möglich sei, in«in« Regierung einzutreten, an der auch die Deutsch- nationalen beteiligt seien. Darauf begannen die Ver- Handlungen über die Wahl des Ministerpräsidenten. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß all« diese Fragen bis zu dem am 23. November erfolgenden Zusammentritt des Landtages ein« Klärung nicht erfahren werden. Genf und öer Vieöeraufbau. Die vorbereitende Wirtschaftskonfcrcnz. Von I. O u d e g e e st. Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes.' Die Periode wirtschaftlicher Flauheit, die nun seit nahezu vier Jahren anhält, wird immer noch vielfach als„Krisis" bezeichnet. Eine Krisis im gewöhnlichen Sinne des Wortes ist dann zu verzeichnen, wenn ein kritischer Punkt erreicht ist und eine Weirdung resp. Veränderung eintritt. Wirtschaftskrisen treten zum Beispiel auf dem Geldmarkt ein: eine große Bank macht bankerott, mehrere von ihr abhängige Kreditinstitutionen können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, die Industrie gerät in Zahlungs- fchwierigkeiten, der Betrieb wird eingeschränkt und es tritt Arbeitslosigkeit und allgemeine Flauheit ein. Solche Krisen machten sich bisher- regelmäßig bemerkbar und gingen nach ein paar Jahren auch wieder vorüber. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts trat insofern eine Veränderung ein,«ls diese Krisen infolge der E n t- Wicklung des internationalen Verkehrs keinen nationalen Charkter mehr hatten, sondern zu einer internationalen Angelegenheit wurden. Das eine Land wurde wirtschaftlich vom anderen abhängig. Die Krisen griffen tiefer ins allgemeine Wirtschaftsleben ein, obwohl auch unter den veränderten Verhältnissen nach einer gewissen Zeit eine Erholung eintrat. Man durfte deshalb annehmen, daß die Schwierigkeiten, die Ende 1921 und Anfang 1922 einsetzten, wieder einen derartigen Verlauf nehmen würden. Die Symptome waren allerdings diesmal ernsterer Natur und traten in den meisten europäischen Ländern in Er- scheinuna. Wie üblich hoffte man jedoch auch diesmal auf baldige Aenderungen. Wir mußten jedoch in den vergangenen fünf Jahren umlernen. Man braucht nur die Arbeitslosen- Ziffern zu prüfen, um festzustellen, wie die Menschheit überall gebückt geht unter der a n a r ch i scheu P r o d u k- t i o n s w e i s e. Es wurden in den größeren Ländern wie England, Deutschland und Frankreich verzweifelte Anstren- gungen gemacht, um wieder in normale Bahnen einzutreten. So ist in letzter Zeit in Frankreich eine Valutahausse ein- getreten, die sich ohne Zweifel nach der Stabilisierung des Franken rächen wird. Vor allem wurde auch auf die A b- schaffung des Achtstundentages hingewirkt, um, wie man sagt, mit dem Ausland konkurrieren zu können. Denn die Unternehmer sehen nun einmal in allen Länder» ohne Unterschied niedrigere Produktionskosten als in ihrem eigenen Lande, obwohl nachgewiesenermaßen längere Arbeits- zeiten ebensowenig wie Schutzzölle Hilfe und Erlösung brin- gen können. Nationale Maßregeln haben wenig oder über- Haupt nicht geholfen. Seit langem hat sich das Prinzip des vollständigen wirt- schaftlichen Geschehenlassens und die Theorie vom sich selbst wieder herstellenden Gleichgewicht als unhaltbar erwiesen. Der Fabrikant besteht jedoch immer noch auf der Nichtigkeit dieser Annahme, wenn auch nicht mehr in so hochtrabenden Behauptungen wie vor dem Kriege. Wenn die hohen Diplomaten in einer Völkerbundsversammlung in Genf an die internationale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet appellieren und zu diesem Zwecke eine große Konferenz einberufen, so darf man die Bedeutung eines solchen Schrittes nicht überschätzen. Wenn auch der Wille bei solchen Besprechungen gut ist, so sehen die gleichen Unternehmer und Diplomaten nach, der Rückkehr in ihr Land plötzlich wieder die nationalen Grenzen und denken nur an ihre eigenen Interessen. Man muß nicht meinen, daß Genf selbst uns Lzilfe bringen kann, sozusagen gegen den Willen chauvinistischer Nationen. Die vorbereitende Kommission für die inter- nationale Wirtschaftskonfercnz ist zum zweiten Male zusammengetreten, um darüber zu beratschlagen, welche Fragen näher geprüft werden müssen. Man darf aber nicht glauben, daß diese Kommission und anschließend die Konferenz selbständig die schlechte Lage verbessern können. Dazu ist der gute Wille der beteiligten Völker nötig. Gerade aus diesem Grunde muß solchen Bestrebungen, ohne sie zu uberschätzen oder zu unterschätzen, Aufmerksamkeit ge- schenkt werden. Es zeigt sich deutlich, daß der internationale Charakter der modernen Produktionsweise internatio- nale Regelungen nötig macht. Wenn wir sehen, daß unsere Ansichten zum Teil oder ganz von unseren Gegnern übernommen werden, müssen wir unsere Erwartungen nicht zu hoch spannen: wir dürfen uns jedoch über die Tatsache freuen, daß unsere Stimme nicht vergebens erschallte. Wir müssen unsere Mithilfe leihen, auch wenn es sich nur darum handeln kann, einen kleinen Teil unseres Ideals zu verwirklichen. Ein solcher Fortschritt ist es schon, wenn international eingegriffen wird und die Erkenntnis reift, daß sich nicht wie früher alles von selbst geben wird. Das Verdienst Genfs liegt darin, daß es die Machthaber zwingt, guten Willen zu zeigen. Die ganze Atmosphäre sorgt dafür, daß man sich davor scheut, als unwillig betrachtet zu werden. Die nationale Willkür wird beschränkt, da Genf die Mächte einer scharfen Kritik bloßstellt. Dieser moralische Zwang ist spürbar auf politisch«» Gebiet und auch jetzt in der vorbereitenden wirtschaftlichen Kommission. Im April machte z. B. ein einflußreicher französischer Unternehmer den Versuch, das Werk der Kom- Mission in sehr enge Grenzen zu bannen. Seine Worte fanden wenig Beifall und das Resultat war, daß nun ein umfassendes Programm vorliegt, auf dem kein Punkt fehlt, der auch nur einigermaßen der Beachtung wert ist. Natürlich haben auch die K a p i t a l i st e n ein gewisses Interesse an solchen Besprechungen. Hätten sie es nicht, so würden sie natürlich noch viel mehr Widerstand bieten. Sie wissen sehr gut, daß die Zeit ihrer Willkür vorbei ist. Die Schwierigkeiten, in denen sie sich befinden, machen sie nachdenklich und bringen sie dazu, andere Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Das Manifest der Banken, das zu einem großen Teil Ansichten wiedergibt, die der JGB. seit dem Jahre 1920 vertritt, ist nicht aus Liebe für den JGB. zustandegekommen, sondern auf Grund der oben vermerkten Erwägungen. Die Bankmagnaten sind seit langem nicht mehr für die uneingeschränkte Konkurrenz. Die letzten fünf Elendsjahre haben da und dort zur Einsicht geführt: die Wirklichkeit zwingt zu anderen Ausfassungen. Es kann der Arbeiterklasse nur nützen, wenn sie sich an der Konferenz beteiligt und ihre Forderungen geltend macht. Friedrich Cberts Schriften. Das literarische Denkmal des ersten Rcichspräfidcnten- In zwei starken Bänden erscheint demnächst bei Karl R ei ß n c r- Dresden eine Sammlung von Schriften, Auf- zeichnungen und Reden des verstorbenen Genossen Friedrich Ebert. Reben schon bekannten Dokumenten, die der Geschichte angehören, findet sich auch mancherlei bisher Unbekanntes und Persönliches. Für heute seien einige Worte aus dem Nachlaß hervorgehoben, die an die Spitze des ersten Bandes gestellt sind, und die als Eberts Glaubensbekenntnis fest- gehalten zu werden verdienen: Der Kampf ist das Leben der Arbeiterbewegung. In Kämpfen und Stürmen sind wir groß geworden. Das Resultat aller Ver- solgungen und Kämpfe gegen uns war letzten Endes immer der Triumph der Sozialdemokratie. Die kommenden Kämpfe werden zeigen, daß es Stärkeres gibt als die brutale Gewalt: die stählerne Solidarität und äußerste Entschlossenheit der deutschen Arbeiter- klasse. Der Sammlung der Volksfeinde setzen wir die Sammlung des ausgebeuteten und entrechteten Volkes entgegen. Wenn Mann und Frau, wenn alt und jung in Treue und Entschlossenheit zum Sturmbanner ihrer Klasse stehen, dann wird allen Gewalten zum Trotz der Tag kommen, an dem die poshische Macht in die Hände des schaffenden Volkes fällt. Dann wird der Tag, an dem wir siegreich unser Ziel begrüßen: Beseitigung jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung, Verbrüderung aller Menschen und Zusammenwirken zur höchsten Wohlfahrt und zur höchsten Kultur. Mit uns der Sieg! Das Werk, das zu den wichtigsten Beiträgen der neueren deutschen Geschichte gehört, ist mit einer von Paul Kampfs- meyer verfaßten Biographie eingeleitet und reich aus- gestattet und illustriert. Wir kommen darauf noch zurück. volksparteiliche Feitungsgrünüer. Ein volksparteilicher Wahlkreisvorsitzender wird vor Gericht des Betruges überführt. In der westfälischen Stadt Lüdenscheid lebt als Führer der Deutschen Volkspartei der Fabrikant Otto H c m b e ck. Dieser volksparteilichen Größe, der auch Vorsitzender der Partei im Kreise Westfalen-Süd und Mit- glied'des Zentralvorstandes ist, passierte letzthin ein übles Malheur. Ihm wurde von einem Rechtsanwalt Dr. Lüsebrink aus Hagen der Vorwurf des Betruges gemacht. Daraufhin wurde er von einem Club, nicht von der Volkspartei, veranlaßt, sich rein zu waschen und jenen Rechtsanwalt wegen Beleidigung zu verklagen. Das Schöffen- gericht in Hagen hat in zehnstündiger Verhandlung eine umfangreiche Beweisaufnahme vorgenommen und dann schließlich den beklagten Rechtsanwalt Lüsebrink freigesprochen. In der Urteilsbegründung heißt es: Hembeck stand in der Deutschen Volkspartei an führen- der Stelle. Als Politiker erkannte er den großen Wert der Presse. Er interessierte maßgebende Persönlichkeiten für den An- kauf des„Lüdenscheider Generalanzeigers". Der Sinn der Deutschen Volksparkei sollte nach außen hin nicht in die Erscheinung treten, die Zeitung sollte lediglich auf breitere nationale Grundlage gestellt werden. Hembeck gewann auch 19 Personen bzw. Firmen, die bestimmte Beträge zum Ankauf der Zeitung zahlten. Für die ge- zeichneten Beträge wurden Anteilscheine über eine bestimmie Summe ausgefertigt. In einer späteren Versammlung legte Hembeck eine Gold markbilanz des Generalanzeigers vor und bean- tragte, ihm für feine Tätigkeit«in Gehalt von 600 Reichsmark rückwirkend bewilligen zu wollen. Die Ver- samnilung bewilligte ihm ein monatliches Honorar von S00 M. und 6000 M. Nachzahlung... Später kaufte hembeck auch die„Lüdenscheider Zeitung" für 25 000 Reichsmark. Der Der- käuser Sasse stundete den Betrag auf vier Zahrc, verlangte aber nachträglich eine Bürgschaft auf den Generalanzeiger, die auf Ver- anlassung Hembecks auch gegeben wurde, hembeck ließ sich dann im Jahre 1924 aus der Kasse des Generalanzeigers 53 331 IN. auszahlen. Hembeck berief dann eine neue Versammlung ein, in der er die finanzielle Lage des Generalanzeigers als gut bezeichnete. Die Bilanz wies einen Gewinn von 54 000 M. aus. Er teilte dann mit, daß er die„Lüdenscheider Zeitung" für 53 000 IN. gekaust habe. Am folgenden Tage erfuhr ein Gesellschafter zufällig, daß Hembeck die Lüdenscheider Zeitung für 25 000 Mark gekaust habe, dieser Betrag auf vier Jahre gestundet sei und der Generalanzeiger die Bürgschaft übernommen habe. In einer am folgenden Tage nochmals einberufenen Versammlung war man natürlich sehr empört über das Verhalten Hembecks. In Zivilrecht- licher Hinsicht hätte man sich schließlich mit Hembeck geeinigt. Obwohl Hembeck den größeren Teil des«ntncmimenen Betrages für Zwecke der. Deutschen Dolkspartei verwandt hatte, hat er sich wohl denken können, daß die Gesellschafter seine Handlungsweise nicht billigen würden. Aus diesem Grunde hatte er den Gesellschaftern den»Vahren Sachverhalt verschwiegen und damit getäuscht. Einem Anteilhaber hatte Hembeck falsche Angaben über die finanzielle Lage des Generalanzeigers gemacht und ihn veranlaßt, ihm einen Anteil für 2000 M. abzutreten. Die Sache sickerte allmählich durch und wurde, obwohl sich die Beteiligten bemühten, größtes Stillschweigen zu rvahren, zu einem äffen tlichen Skandal. Als gelegentlich am Stmnm- tisch der Gesellschaft„Concordia" über die Angelegenheit gesprochen wurde, verurteilte Dr. Lüsebrink die Handlungsweise des Hembeck mit scharfen Worten und bezeichnete sie als glatten Betrug. Das Gericht kam zu der Ansicht, daß Dr. Lüsebrink den Wahrheitsbeweis in jeder weise einwandfrei geführt habe. Ein« Beleidigung des Nebenklägers Hembeck sei in der gefallenen Aeußerung nicht zu erblicken. Im gewöhnlichen Leben pflege nwn eine solche Handlungsweise als Betrug zu bezeichnen. Eine Bestrafimg des Dr. Lüsebrink tonnte deshalb nicht erfolgen. Der Vorsitzende des Wahlkreisoereins der Deutschen Volkspartei und Mitglied des Aentralvorstandes ist danach vom Gericht als des Betruges schuldig befunden worden. Trotzdem hat der Wahlkreisvorstand eine öffent- liche Erklärung erlassen, in der er sagt, daß er die gegen seinen Vorsitzenden erhobenen„Angriffe und Borwürfe" für nicht begründet und nicht berechtigt halte. Mit anderen Worten, der so vom Gericht gekennzeichnete volkspartei- licheFührersollauchweiterindieserFührer- st e l l u n g verbleiben! Die volksparteiliche Presse in ganz Deutschland hat sich nach Kräften an der Hetze gegen bekannte Sozial- d e in o k r a t e n beteiligt, deren Namen durch deutschnationale Südelküchen in Zusammenhang gebracht wurden mit irgend- welchen wirklichen oder vermeintlichen Korruptionserschei- nungen. Weder in deutschnationalen noch in volkspartei- lichen Blättern finden wir aber über den Fall Hembeck bisher irgendeine Mitteilung. Gilt der moralische Maßstab, den die Sittlichkeitshüter an die Sozialdemokratie legen, nicht auch und in e r st e r Linie für Anhänger der Fabrikantenpartei? anscheinend schwer versagender Geduld oerkündet der Richter ein mildes Urteil. In mir aber sagt eine Stimme,„er" ist nicht daran schuld!... Weh« den armen Proletariern, welche sich vor diesem Richter später verantworten müssen. Wer spricht in solchen, doch nicht ver- einzelt liegenden Fällen gegen die Heranziehling von Laienrichtern in Strafsachen?____ H— t. »der größte fingstßase Ües Jahrhunüerts." Die faschistische Polizei ist in der letzten Zeit fieberhaft hinter einer zu Tausenden in Italien heimlich zirkulierenden Karte her, die einen gleichlautenden französischen und italienischen Text trägt und wahrscheinlich über die französische Grenze ins Land hcreinge- schmuggelt worden ist. Diese leidenschaftliche Jagd der Polizei nach einem Stück Papier erhellt, wie sehr der Duce eine Herabsetzung seiner Persönlichkeit durch das Lächerliche fürchtet. Der Text be- sagt nämlich folgendes: „Im Jahre 1858 wirft O r s i n i eine Bombe gegen N a- poleon III.: 156 Tote. Napoleon III. kämpft 1859 mit 100 000 Franzosen bei Solferino für die Einigung Italiens. H u m b e r t I. fällt, nachdem er den Attentätern P a f f a- Nantes und Acciarritos entronnen ist, unter den» Revolver B res eis. Sein Sohn, Victor E manuel III., fordert trotz der Cr- mordung des Vaters und trotz des Attentates Albas keinen außer- gewöhnlichen Schutz. Aber Mussolini verlangt nach dem künstlichen Atteiütat Z a n i b o n i s, der Tot der G i b s o n und der Bombe L u c e t t i s lmer Leichtverletzte) von der italienischen Gesetzgebung die Todes- strafe und will�den Krieg an Frankreich erklären. Für eine Stunde Dauer»ach dem Streifschuß der Gibson ohn- mächtig, nach der Bombe Lucettis fürchterlich erregt, hat sich Muffo- lini von jetzt an das Zeugnis des größten Angsthasen des Jahr- Hunderts ausgestellt." Nach all diesen Fehlschlägen seiner persönlichen Standhaftigkeit aber hat derselbe Mussolini die Stirn, in seiner letzten Rede in Perugia, von Polizisten und Schwarzhemden geradezu ummauert, mit theatralischer Geste zu erklären:„Ich liebe die Gefahr und gehe ihr entgegen!'__ D. E. Herbert Eulenbcrg galt der dritte Dichterabend des V e r b a n- desDeutscherErzähler. Der sinnenfrohe, in mannigfaltigen Verkleidungen sich gefallende Rheinländer gab zahlreiche Proben seines vielseitigen Könnens. Der Roman:„Das Zerplatzen des Herrn Molossor", woraus Eulenberg ein Kapitel las, drückt schon im Titel aus, daß es sich uin eine Verspottung des Helden handelt. Wie der Jnflationsgewinnler Molossor, ein ehemaliger Kohlen- schipper, das Dahinschwinden seines spielend erworbenen Reichtums erlebt, wie er in einem letzten Aufilackern von Größenwahn den Verschwender wertlos gewordener Milliardenscheine spielt, das ist höchst amüsant geschildert. Zahlreich sind auch die lustigen Ein- fälle des Romans, u. a. der, daß der Gerichtsvollzieher als einziges Reichstag unü Reichskreöite. Ter Reichstag als Gcnehmigungsinstanz für Kredit- und Ttützungsmaßnahlncn. Unmittelbar vor der Vertagung des Reichstages im Soinmer wurde einein Unterausschuß des Reichshaushalts- ausschusses die Aufgabe zugewiesen, den ganzen Komplex der Fragen vorzuberaten, der in Verbindung mit den Kredit- und Stützungsmaßnahmen des Reiches steht. Dieser Unter- ausschuß hat am Donnerstag seine Beratungen aufgenommen. Der Beratung lagen drei Anträge zugrunde, die von den sozial- demokratischen Mitgliedern eingebracht waren. Im ersten wird ge- fordert, daß in Abänderung der bisherigen Uebung der Reichs- Haushaltsausschuß als Genchmigungsin stanz für solche Maßnahmen ausgeschaltet und an seine Stelle das Plenum des Reichstags gesetzt werden soll. Es werden weiter Richtlinien aufgestellt, die bei der Gewährung von Krediten oder der lieber- nähme von Garantien maßgebend zu sein haben. So wird u. o. auch verlangt, daß das Reich nach der Gesundung des unterstützten Unternehmens am Gewinn dieses Unternehmens be- t e i l i g t wird. Da bei Annahme dieses Antrages der Aktienbesitz des Reichs sich voraussichtlich stark vermehren wird, wird im zweiten Antrag gefordert, daß jede Veräußerung und Verpfän- d u n g von Aktienbesitz des Reichs der Zustimmung des Reichs- rats und des Reichstags bedarf, soweit nicht aus zwingenden wirtschaftlichen Gründen eine Abweichung hiervon geboten ist. Im dritten Antrag wird die Forderung aufgestellt, daß das Reichs- finanzministerium dem Haushaltsausschuß fortlaufend genaue Nachweisungen mit allen Einzelheiten über die vom Finanz- Ministerium oder anderen Reichsstellen der Wirtschaft gewährten Kredite und übernommenen Bürgschaften zugehen läßt. Die Verhandlung am Donnerstag befaßte sich nur mit dem ersten Antrag und gelangte nicht über die Erörterung der Frag.' hinaus, ob grundsätzlich all« Kredit- und Stützungsmaßnahmen des Reichs durch das Plenum des Reichstages bewilligt werden sollen. Vom Vorsitzenden, Genossen Heimann, wurde eine Auskunft der Regierung erbeten, wie sie diese Frage im Etatsgesetz 1927 ihrerseits zu regeln beabsichtige und ob sie nach der Regelung im Nachtragsetat für 1926 den Haushaltsausschuß als Genehmigungs- Instanz ausschalten oder nach der früheren Uebung ihn auch für 1927 beibehalten wolle. Da die Regierung erklärte, daß sie oe- züglich- des Etatsgesetzes für 1927 noch keine Entscheidung getroffen Hab«, sondern zunächst die Verhandlungsergebnisse des Ausschusses abwarten wolle, wurde unsere grundsätzliche Forderung nach O e f f e n t l i ch t e i t der Genehmigungsverhandlungen noch einm-'.l von den Genossen Dr. Hilferding und Heimann begründet. Ins- besondere wurde darauf hingewiesen, daß die Wirtschaftskreise doch alles, was sie zu wisien wünschen, erfahren und überdies jede Partei geschäftsordnungsmäßige Mittel habe, Beschlüsse des Haushaltsaus- schusses, mit denen sie nicht einverstanden sei, in irgendeiner Form vor das Plenum des Reichstags zu bringen. Gewiß könnten Fälle vorkommen, in denen eine öffentliche Verhandlung unerwünscht wäre. In solchen Fällen aber würde, wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft, von jeder Fraktion die notwendige Dis- kretion gewahrt werden. Demgegenüber wurde von Vertretern de? Wirtschaftsministeriums und von Mitgliedern des Aus- schusses ausgeführt, daß insbesondere für Kreditmaßnahmen für Lieferungen an das Ausland die bisherige Hebung nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden dürfe. Es wurde folgender Antrag Hergt:„die Regierung zu er- sucheu,. ui Fällen der Verwendung von bewilligten Ausgabesonds zu Garantien sich streng im Rahmen der Titelsummcn zu halten, und zwar in der Weise, daß der Gesamtbetrag der übernommenen Bürgschaftshaftung zugrunde gelegt wird", einstimmig angenommen und sodann die weitere Beratung der sozialdemokratischen Anträge auf Freitag oertagt. Der spanische Anarchist Domingo Masacho Torrente, der einen Anschlag auf Primo de Rivers verübt hatte, ist zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Der neue Präsident von Brasilien. Washington L u i z, hat die Aintsgeschäfte übernommen. Möbelstück im Prunksalon des verflossenen Krösus den Thronsessel irgendeines früheren Papstes zurückgelassen, wahrscheinlich, weil er den verschlissenen Seidenbezug für zu dürftig hielt. Dem Geist des Rokoko huldigte der Dichter in seinem Mozart gewidmeten Schalten- bild. In einem tiefempfundenen Sonett feierte er einen gefallenen Freund. Die Sextine„An die Musik" besingt die Tonkunst als das tröstende Symbol des Lebens, das im Moment des Entstehens schon dein Tod verfallen ist. Zwischen Scherz und Ernst flattert die Muse dieses Spätlings aus dem achtzehnten Jahrhundert, einen Spott zeigend, der nicht verwundet, einen Ernst, der nichts Auf- wühlendes hat. Immer liebenswürdig, klar und lebensfroh, dabei demokratisch und allem Muckertum feindlich gesinnt. So entwickelt sich Culenbergs Bild, wozu das Scherzspiel:„Die Polizei", noch eine übermütige Not hinzufügte. Die geistvolle Behaglichkeit, die aus des Dichters rundlichem Antlitz leuchtete, war es, die diesem Abend ihr Gepräge gab.?. G. »Die große Politik". Di« groß« Akten publitatian des Auswärtigen Amtes, die die deutsche auswärtige Politik von 1870 bis 1914 umfaßt, ist fertig geworden. Di« letzten Bände, die das Dokumentrnmaterial von 1912' bis 1914 umfassen, iverden in den nächsten Tagen ausgegeben. Sie enthalten also das Aktenmaterial über die Periode, die unmittelbar zum Aus- bruch des Weltkrieges führt«. Das ganz« Werk mnfaßt 54 Bänd:. Der Beschluß, die Akten des Auswärtigen Amtes herauszugeben, wurde im Sommer 1919 von der Regierung gefaßt, l»m gegenüber der Versailler Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Weltkriege durch die Oftenlegung der Akten ein« Grundlage für ein« wissenschem- Uche Erforschung der Kriegsursachen zu schassen. Gratisrundsunk für Blinde. Ein Mitglied des englischen Unter- Hauses, Kapitän Fräser, hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach Blinde künstig von der Lizenzgebühr für die Teilnahme am Rund- fung befreit sein sollen. Kapitän Fräser ist selbst blind und erklärte in der Begründung, daß der Rundfunk allein ihm das Leben wieder erträglich gemacht habe. Nutznießer des Gesetzes, das Voraussicht- lich ohne Schwierigkeiten verabschiedet werden wird, dürsten in Eng- land etwa 25 000 bis 30 000 Menschen sein, darunter 15 000 frühere Soldaten. Pros. Arthur kayserlwg. der verdienstvolle Führer auf dem Gebiet der Tuberkulosebetämpsung, ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Aoelhe» Nachfolger an der Akademie. Die Akademie der Wissenschaften wählte in ihrer phllosophisch-historilchen Klasse den Nachsolgcr Gustav Roethe» für den Pollen eineZ der vier Sekreläre der Akademie, denen im Wechlel die Leitung der Körpcrschait obliegt. Die Wahl siel aut den Geheimen Juslizral Pros. Dr. Ernst S e y in a n n Ordinarius für deuifchcS Recht, Handelsrecht uild bürgerliches Recht an der Berliner Universität. Arwr Schnabel wird an sieben auscinanderfolgenden Tonnlag-Por, Mittagen im Theater am Bülowplatz sämtliche Klavierfonalen Beethovens zum Vortrag bringen. Für diele Becthovenseier der Volksbühne gelangen auch für Nichtmitgliedcr eine größere Anzahl von Abonnements im freien Kassenvcrkauj zur Ausgabe. Die erste Beranstallung findet am S. Januar, mittags'1,12 Uhr statt. Sturmabevd. Am 24., abends 8'/, Uhr liest in der Kunstausstellung „Der stürm- Kurt SchwitterS neue Grotesken, Raoul Hau!- mann und Irma Blaß tanzen. Richter-Nachwuchs. Als Schöffe beim Jugendgericht lernte ich„ihn" kennen.„Er" ist ein junger Assessor, sehr sorgfältig und staubfrei angezogen. Schon auf weite Entfernungen erkennt man, wie gut seine Kinderstube war. Ein Trauring an der Rechten beweist, daß alles in seinem Leben wohl geordnet ist. „Cr" wohnt den Sitzungen des Jugendgerichtes informations- weise als zukünftiger Richter bei. Wirklich, hier kann„er" sehr viel lernen. Der Amtsgerichtsrat ist ein Muster von Jugendrichter, väter- lich redet er den Jugendlichen zu, selbst in schwerer liegenden Diebstahls- usw.-Fällen bemüht sich dieser menschenfreundliche Richter, das soziale Milieu des jugendlichen Angeklagten bei der Beurteilung � des Falles und der Festsetzung des Strafmaßes mitsprechen zu lassen. Die anerkennenswert milden Anträge des Staatsanwalts(es soll nicht immer so sein!) sind im Beratungszimmer der Gegenstand eingehender Erörterungen und hier zeigt sich erst, was alles unser junger Assessor und zukünftiger Richter lernen könnte.-- Nichts zulernen kann dieser korrekte jung« Mann auf formal- juristischem Gebiet. Hier beherrscht er alle einschlägigen Bestim- münzen. Um seine, erfteulicherweise noch unmaßgeblich« Meinung befragt, weiß er sofort»nit den strengen Bestimmungen des Straf- gesetzbuches aufzuwarten. Sein unumstößlicher Grundsatz ist: „Strafe muß abschrecken!" Der Amtsgerichtsrat,»velcher ihn mit„f)etr Kollege" anredet, versucht dann, ihm von der sozialen Not so manches Jugendlichen einen Begriff zu geben, wobei er sogar in«inen Ton verfällt, der nicht mehr väterlich ist, aber dein Munde dieses grundsatzfesten Menschen«nt- weicht nach erregten Ausfiihrungen nur ein hartnäckiges„ich würde nicht so urteilen!" Auch wir Schöffen reden auf ihn ein, ober unsere Argumenie prallen an dem Panzer der Abschreckungstheori« spurlos ob. Soziale Probleme, materielle Not kennt dieser Jurist nicht, auf seinem Gesicht spielt sich die Ueberzeugung von der Gottgewolltheit dieser Gesell- schaftsordnung wider. Bei den nächsten Beratungen grollt unser Assessor und... schweigt!... Schließlich haben wir unser« Aufgab« als Schöffen erfüllt, es stehen nur noch einig« Fälle von Jugendlichen im Alter von 18 bis 21 Iah:«» zur Verhandlung, welche auf Grund der famosen Emmingerssäien Justiz-„Reform" vom„Einzelrichter" abgeurteilt werden. Als Zuhörer wohne ich der Verhandlung bei. Es steht ein r�cht leichtes Delikt zur Aburteilung. Der Staatsanwalt beantragt e'rt: höhere Geldstraf«, wonach sich der Einzelrichter mit feinem „Lehrling" zur Beratung zurückzieht. Lang«, lang« dauert die Be- ratungr ich hör« wieder„seine" mir bekannte Stimm« aus dem Beratungszimmer heraus zu uns klingen, ivelch« nun nicht mehr auf einfache Vertreter des Volkes, sondern auf den„Herrn Kollegen" einredet. Schließlich nimmt auch diese Beratung«in Ende und mit Die verlängerte Polizeistunde. Der Gastwirt und die„lange Nacht".— Es lohnt nicht! � Wi« bekommt dem kleinen Gastwirt die Polizeistunde? Diese Frage ist äußerst aktuell, nachdem sich zur Ueberraschung sehr vieler Interessenten ergeben hat, daß nur ein verhältnismäßig geringer Teil der Gastwirte und Cafetiers die Verlängerung der Polizeistunde praktisch verwertet. Unablässig hatten die Großrestaurateure, die thoteliers und Cafetiers in Eingaben an Ministerien und Polizei- Präsidium, in Veröffentlichungen in der ihnen nahestehenden Presse die Verlängerung der Polizeistunde gefordert und den I-Uhr-Schluß als„unerträgliche Drosselung" des Gastwirtsgewerbes bezeichnet. Als Minister Severing, der sich dem systematischen Ansturm der Polizeistundenoerlängerer stets erfolgreich widersetzt hatte, gegangen war, setzte sein Nachfolger, Minister Grzesinski, die Polizeistunde auf 3 Uhr fest. Das Warum hat der neu« preußisch« Innenminister kürz- lich im„Vorwärts" begründet. Es ist sozusagen eine Probe aufs Cxempel. Rund drei Wochen find jetzt vergangen, feit die erste „lange Nacht" zu einem F e h l s ch l a g und zu einer schweren Enttäuschung für die hochgespannten Erwartungen der Großrestaurateure wurde. Nur gewisse Luxusbetriebe in den westlichen Stadtteilen, Großcafes, Wein- und Kabarettlokale am Kurfürstendamm, evtl. noch Sammelcafes des mittleren Bürgertums im Zentrum, ist die Verlängerung, die in diesen Lokalen nicht von Fall zu Fall, sondern durchgehend ausgenutzt wird, zum G e- schüft geworden, allerdings nicht ohne beträchtliches Risiko. Auch gewiss« große Bierlokale in den Vororten und Arbeiterbezirken mögen am Wochenende, das heißt- am Sonnabend und Sonntag, einigermaßen auf ihre Kosten kommen. Für die übrigen Wochen- tage bestehen keine geschäftlichen Chancen, auch wenn die Lokale aus Prestigegründen zum Teil bis 3 Uhr offen halten. Wie aber ist es mit den kleinen Schankwirtschaften im Norden, Osten und Süden der Stadt? Den kleinen Kneipen, in denen der Wirt ohne Personal selbst an die Gäste ausschenkt und die vor allem die arbeitende Bevölkerung zur Kundschaft haben? Einige Stichproben, die wir in Neukölln machten, scheinen uns zu beweisen, daß die Mehrzahl der kleinen Gastwirte an der ver- längerten Polizeistunde gar kein Interesse hat. So wies ein Partei- genössischcr Gastwirt auf die Frage, wie ihm die neue Polizeistunde materiell bekomme, mit vielsagenden! Lächeln eine auf dem Tisch liegende Nummer der Gastwirtszcitung hin, in der der„S t u r m gegen die verlängerte Polizei stunde" ausführlich behandelt wurde. In dem Blatt war ein Fragebogen an den Wirt abgedruckt, in dem er sehr detailliert über seine"geschäftlichen Er- sahningen mit der verlängerten Polizeistunde befragt wurde.„Das ist sehr schnell beantwortet," sagte unser Genosse.„Meine geschäft- lichen Erfahrungen mit der verlängerten Polizei- st u n d e sind t r o st l o s. Nicht einmal am Sonnabend und Sonntag lohnt es sich, zwei Stunden mehr Licht zu verbrennen. Ich habe Stammkundschaft, die schon seit Jahren bei mir verkehrt. Kommt einer von diesen Gästen um l'A Uhr vor verschlossene Rolladen, so ist er naturgemäß verärgert und läuft vielleicht für immer zur Konkurrenz, die länger offen hat, auch nicht aus Ver- dienstgründen. Laß' ich den ungeduldig Klovfenden eintreten, so trinkt er vielleicht eins, zwei Glas Bier, bleibt eine halbe Stund« fitzen und geht wieder. Resultat: Licht verbrannt, eine halbe Stunde Nachtruhe geopfert und wenige Pfennige Verdienst am Bier. Dann kommt zu-mir alle vierzehn Tage ein Verein. Immer haben die Leute gewünscht, daß doch endlich der I-Uhr-Schluh aufgehoben werden möge. Vorigen Sonnabend nun waren sie wieder dir. Nur die Hälfte war gekommen, die wenigen, die anwesend waren, lang- weilten sich. Um 2 Uhr war schon alles verschwunden. Manchmal kommen ein paar Gäste, die Skat spielen wollen, das geht dann bis gegen 3 Uhr. Verzehrt wird recht wenig. Aber ich muß dann aufbleiben." So ungefähr sind die Beobachtungen eines kleinen Wirts, die durch Feststellungen in anderen Stadtteilen bestätigt wurden. Nutzen haben wieder nur einmal die Großen. Und in der Angst und der Sorge um ein paar Pfennige Verdienst und um die Konkurrenz müssen auch die Kleinen bis um 3 Uhr aufhalten und sich ihre Gesundheit ruinieren für ein paar Nacht- schwänner. Segen bringt die verlängerte Polizeistunde für diese Kreise des Gastwirtsgewerbes so wenig wie für jene, die als An- gestellte gezwungen werden, die Nacht zum Tage zu machen. Die ürei Noacks. Eine großstädtische Bettlerkomödie. Daß auch die Bettler in Berlin ihre Berufsorgan isa- t i o n e n haben, ist bekannt. Sie überwachen und verteilen die besten Stellen. Außenseitern ist es schwer, eine solche Stelle zu erlangen. Zuweilen aber gelingt es ihnen durch sorgfältige Beobachtungen dennoch. Die Stellen an der Untergrundbahn auf dem Potsdamer und dem Wittenbergplatz gehören zu den gesuchtesten. Jede soll etwa 15 M. Durchschnittsoerdienst pro Tag einbringen. Diese beiden Posten hatte nun ein 43 Jahre alter Berufsbettler Fritz N o a ck eines Tages frei gesunden und rasch„beschlag- nahmt". Weil er sie nicht selbst alle beide ausnutzen konüte, so hatte er sich Hilfe gesucht. Kürzlich wurde nun auf dem Potsdamer Platz der Stelleninhaber wegen Bettelns angehalten und bestraft. Cr wies sich mit Papieren auf den Namen Fritz Noack aus, der in Berlin eine feste Wohnung hat. Bald darauf hielten andere Bc- amten auf dem Wittenbergplatz den dortigen Posten an und brachten ihn ebenfalls nach dem Polizeipräsidium. Auch er hatte Papiere auf Fritz Noack mit dem gleichen Geburtsdatum und der gleichen Wohnung. Als die Beamten vom Potsdamer Platz diesen zweiten Noack sahen, fiel ihnen sofort auf, daß er ganz anders aussah als der erste. Zu gleicher Zeit aber stellten sie fest, daß ein dritter Fritz Noack wieder mit den gleichen Papieren wegen Betteln? 14 Tage Gefängnis verbüßte. Sie holten diesen aus der Straf- anftalt heran, und nun ergab sich, daß er in Wirklichkeit ein Hans Flohr ist, der aus dem Arbeitshaus Rummelsburg, in dem er noch zwei Jahre zuzubringen hat, entwichen war. Der zweite Noack wurde als der richtige festgestellt. Der erste hatte unterdessen seine 8 Tage ver- büßt und ist verschwunden. Er hat wohl von dem Mißgeschick seiner Berufskollegen und Namensgenossen erfahren und es nicht mehr gewagt, einen der beiden Posten wieder zu beziehen. Seine Name steht Hoch nicht fest. Ohne Zweifel aber ist er ein Mann, der ebenso wie Flohr noch etwas auf dem Kerbholz hat, denn nur solche Leute konnte der richtige Noack gebrauchen. Er mußte seine Helfer mit irgendeiner Straftat, die ihm bekannt war, in der Hand haben. damit sie sich nicht selbständig machten. Mit zwei Mann verwaltete dieses Unternehmen der Bettler die beiden Posten in regelrechten Arbeitsschichten. Zwei waren immer im Dienst. während der dritte Ruhe hatte.— Nur der Umstand, daß heute Ungezählte keine Arbeit und kein Brot haben, ermöglicht das Auf- kommen eines Berufsbettlertuins, das fein Unwesen auf Kosten der Aermsten der Armen treibt. Nur die grundsätzliche Aenderung der wirtschaftlichen Verhältnisse wird den Be.tler verschwinden lassen und Komödien verhindern, wie eine hier geschildert wurde. Gegen das Todesurteil für Leiferde. Die Deutsche Liga sür Menschenrechte hat an den preußischen Iustizministcr folgend« Entschließung in der Leiferder Angelegenheit übermittelt: „Die Deutsche Liga für Menschenrechte C. V. fordert die Auf- Hebung des Todesurteils gegen die jugendlichen Attentäter von Leiferde, weil größere Schuld und Verantwortung für die Untat die Gesellschaft trägt, die die jungen Menschen arbeitslos auf die Straße schickte und ihnen die letzten Hemmungen nahm. Die Richter glaubten, die Rechnung lösen zu müssen: Auge um Auge und nahmen zwei Menschen das Leben, weil jeder«iipzelne dieser beiden Schuld trägt für 1<) Opfer und sie wähnten sich selber und die Gesellschaft zu schützen, wenn sie diese beiden jungen Menschen„unschädlich" machten und andere vor gleichem Tun zurückschreckten. Die Deutsche Liga sür Menschenrechte lehnt Rache und Vergeltung an den Schul- digen oder Abschreckung als Straszwcck ab und fordert ein Urteil, das von jugendpsychologischcm und soziologischem Verständnis ge- tragen ist." Um das Freibad Gngclbccken! Der Verband für Voltsgesundheit veranstalteie aestern abend in der Schulaula Isflandstraße eine P r o I e st k u n d- g e b u n g gegen den Beschluß des Magistrats, kein Freibad am Cngelbcckcn zu errichten. Bürgermeister Genosse Schneider hatte durch dienstliche Verhinderung fernbleiben müssen. Das war dem nächsten Redner, Stadtarzt Dr. Ho dann, ein Anlaß, von „Kneifen" zu reden und auch der Rcichstagsabgeordneten Genossin Stegmann dasselbe nachzusagen. Herr Hodann war dann weiter so geschmackvoll, die Sozialdemokratie, insbesondere den Minister- Präsidenten Genossen Braun und den Innenminister Genossen Grze- finski. für da? Scheitern des Projektes verantwortlich zu machen. Im gleichen Atemzuge meinte er, daß diese Versammlung zwar nichts an den Dingen ändern könne: es handelt sich jetzt nicht mehr um das Projekt des Engelbeckens, sondern um die g r u n d s ä tz- lich« Frage der Nacktkultur überhaupt. Nach diesen rl?etorischen Leistungen hatte es die kommunistische Stadtverordnete Frau Hosfmann-Gwinner leicht, in dieselbe Kerbe zu hauen und für Rußland Propaganda zu machen. Nach ihr kann es ruhig Kirchen geben, ober die müssen so ausgebaut sein wie in Rußland. Rom und Moskau bereiten sich.zum Endkampf vor. Es muß an- frkannt werden, daß die Verfammlungsleitung sich gegen den polemischen Ton der Referenten wandte und immer wieder den un- politischen Charakter der Veranstaltung betonte. Zum Schluß wur- den zwei Resolutionen angenommen und«in« Kommission von drei Mitgliedern gewählt, die mit der sozialdemokratischen Frak- tion Rücksprache nehmen soll.____ Der Racheakt in üer �Dewag". Weitere Vernehmung des Täters. Zu der Bluttat in den Bureauräumen der„Bewag" am Schisfbauerdamm wird mitgeteilt, daß der Bureaudiener L e m m, der den Personalchef N e ß l e r erschoß, im Laufe der Nacht von Kriminalkommissar Nebe eingehend verhört wurde. Er ist jetzt sehr niedergeschlagen und bedauert seine Tat. Er bestreitet die Absicht gehabt zu haben, den Personalchef oder sonst jemanden zu täten. Er behauptet vielmehr, daß er die Pistole nur mitgenommen habe, um durch eine Drohung mit ihr die Zurück- nähme der Kündigung und der fristlosen Entlassung zu erzwingen. Für den Fall, daß er das nicht erreichen sollte, habe er auch daran gedacht, sich selbst zu erschießen. Erst in dem Augenblick, als er Kllnzmann und Nehler zu Gesicht bekommen habe, habe ihn d i e Wut gepackt. Lemm wird heute dem Untersuchungsrichter vor- geführt werden. Slraßenbahnunfälle. Zu einem schweren Straßenbahn- zusammenftoß kam es heute morgen gegen',�8 Uhr in der Wilmers- dorfer Straße Ecke Stuttgarter Platz. Infolge falscher Weichen- stcllung fuhr ein Straßenbahnzug der Linie 62 E mit zwei Anhängern auf einen Triebwagen der Linie 3 mit voller Wucht auf. Die Plattformen beider Straßenbahnwagen wurden völlig eingedrückt. Zahlreiche Scheiben gingen in Trümmer. Die F ü h- r e r beider Straßenbahnwagen zogen sich Verletzungen zu. Da die Wagen mit Fahrgästen nicht besetzt waren, kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Zwei Züge der Feuerwehr und ein Gerätewagen der Straßenbahn nahmen die Aufräumungsarbeiten vor. Es entstand eine längere Verkehrs st örung. Die schwerbeschädigten Wagen mußten aus dein Verkehr gezogen und abgeschleppt werden.— In Zehlendorf ereignete sich heute morgen gegen 7 Uhr ein schwerer Straßcnunsall init tödlichem Ausgang. An der Ecke der Berliner und Charlottenburger Straße wurde beim Ueberschreiten des Fahrdammes ein bisher noch un- bekannter etwa Zstjähriger junger Mann von einem L a st- k r a f t w a g e n ersaßt und überfahren. Der Verunglückte wurde auf der Stelle getötet. Die Leiche wurde in die dortige Friedhofshalle überführt. Die Polizei ist noch mit der Ermittlung der Personalien des Unbekannten beschäftigt. Tolengedenkselern de» Relchsbanver». Am Toteiisornitag veranslaltet da« ReiKSbanncr eine Reihe von Totengedentsriern, von denen wir folgende bervorhebcn: Der KreiSverein Berlin-Weddtng wird am Grabe des SchövferS der Weimarer Verfassung, Tr. Hugo Preug. eine Feier ver- anstalten und einen Kranz niederlegen. Ter KreiSvcrein Verlin-Rcukölln veranstaltet Feiern aui den Gemeindestiedböfen von Neukölln und Britz. In Zcblendors findet gleichsallS eine Totencbrung statt. Der KveiSverein Berlin-Treptow wird ans dem Friedhof deS Krematoriums Baumichulenweg. nachmittags von 2— 3 Uhr, eine Feier veranstalten. Daneben werden ans anderen Berliner Kreisen sowie aus der Provinz eine größere Anzahl Feiern zur Totenehrung gemeldet. Sport. Beginn der Eislaufsaison im Sportpalast. Der Sportpalast eröffnete gestern seine Eisa.rena mit einer internationalen eissportlichen Veranstaltung. Der groß« Jnnenraum, in dem noch vor kurzer Zeit Radrenner in wildem Tempo die Holz- bahn umjogten, war wieder in eine spiegelblank« weiße Eisfläche ver- wandelt worden. Anläßlich der Eröffnung wartet« der BSC. mit einem ebenso reichhaltigen wie guten Programm auf. Frau Ellen Brockhöst, Frl. Böckel, Herr Rittberger, Herr Haertel u. a. zeigten ihre Meisterkunst auf dem Eise. Ein zu Beginn des Abends aufge- führter-Reigen blieb wirkungslos. Den Höhepunkt des Programms bildete das Eishockeyspiel Paris-Berlin. Di« BSC- Mannschaft hatte keinen geringeren als die ausgezeichnet« Pariser Mannschaft des Sport ck'Iiiver zum Gegner. Die Ueberlegenheit der Pariser zeigte sich von Anfang bis zu End« des Spiels. Eine gute Läuferreihe,«ine vorzüglich« Verteidigung und«inen unüberwind- lichen Torwächter. Mit 1: st fingen die Gäste in Halbzeit. Aber auch im zweiten Teil des Spiels.zeigten die Berliner nichts von ihrem Können. Paris lenkt« die Scheibe noch zweimal in dos Berliner Tor. Di« Berliner Mannschaft, ohne rechte Kombination, wirkte zu schwach und konnte außer Johanson, der recht gute Durchbräche unternahm, aber von seinen Klubkameraden nicht di« notwendige Unterstützung erhielt, den Gegnern kaum gefährlich werden. Mit 3:0 für Paris ertönte der Abpfiff. Im Schnellauf über 15 Runden wurde Grund-BSC. in 5: 21 überlegener Sieger. Als Zweiter ging der französische Schnelläufermeister Häßler durchs Ziel. vortrage, vereine unü Versammlungen. Zlelch.tann«r«chwarz-Not-Gotv. Aatmorftonb. Achtung! Sämtliche« Werbe- wateriat ist vi, Sonnabtnb nachmittag 3 Uhr Im®anbttttsu abzuholen. Heimarbeit und Arbeitslosigkeit. Ein Meer von Elend im Verborgenen. Mit der Arbeitslosigkeit hat auch das Heimarbeiter- elend wieder einen erschreckend großen Umfang angenommen. Tausende und ober Tausende von Fronen und Mädchen drängen sich zur Heimarbeit. Sind die Männer arbeitslos, dann suchen die Frauen noch nebenbei etwas zu verdienen. Teilweise wird von arbeitslosen Männern und Frauen heimlich Heimarbeit ver- richtet, um zu der«lageren Unterstü�ung noch ein paar Grctfchen zu erlangen. Was dieses Ueberangebot von Arbeitskrästen sür die Löhne der organisierten Heimarbeiter bedeutet, liegt auf der Hand. Die ungeheuer große Konkurrenz der in Heimarbeit beschäftigten un- organisierten Arbeitskräste, die sich bei dem Nebenverdienst niii geringem Entgelt begnügen, ruiniert die Löhne der regulären Heimarbeiter in Grund und Boden. Krawatten werden genäht, das Dutzend für 3Z Pf., Krawattenstreisen das Dutzend für 3st Pf., Kleider das Stück 60 Ps.I Weder die unorganisierten und Nock) viel weniger die heimlichen Heimarbeiter wagen es, gegen diese Elends- löhne zu rebellieren. Riskieren sie es, dann gibt es keine Arbeit mehr. Die maßgebenden Stellen sollten sich einmal die Mühe nehmen und etwas tiefer in die Heimarbeiterverhältnisse, die zurzeit durch die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit enorm verschlechtert worden sind, hineinzuleuchten. Ein Meer von Elend und Ausbeutung im Verborgenen! Unter den unorganisierten Heimarbeiterinnen, die Schmutzkonkurrenz betreiben, sind leider auch viele Töchter und Frauen organisierter Arbeiter. Schlimm, daß viele organisierte Ar- beiter, die sür sich selber die Pflicht, zu einer gewerkschaftlichen Or- ganisation zu gehören, anerkennen, nichts für den O r g a n i- sationsgedanken in de r eigenen Familie tun. Aber wie die Dinge nun einmal liegen, wird man sich von einem Appell an den Solidaritätsgedanken gerade dort, wo die Rot zwingt, keine Arbeitsgelegenheit vorübergehen zu lassen, nicht viel versprechen können. Es wäre deshalb an der Zeit, daß sich einmal der Reichs- tag mit der bedenklichen Gestaltung der Lohn- und Arbeilsbedin- gnngen in der Heimarbeit befaßt. Gehupft wie gesprungen. „Dinta"«nd(Hesellschast für Gewerbehygieize. Die„Deutsche Gesellschaft für G c w e r b e h y g i e n hielt vor kurzem eine Konserenz im Kaiferin-Friedrich Haus am Luisenplatz ab. Als Tagungsthema waren„Grundlagen und Aufgaben der Physiologischen Arbeitseignungs- Prüfung" und die„Grundlagen und Zlnfgaben der A n- l e r n u n g" angesetzt. Ueber Arbeitspsychologie und Eignungsprüfung ist in letzter Zeit sehr viel geschrieben und gesprochen worden. Innner mehr gehen die Großbetriebe dazu über, dieses Berfahren für sich nutzbar zii inachen. Auch die Einrichtung von Lehrlingswertstätten und bejon- deren Anlernwerkstätton für die sogenannten ungelernten Arbeiter nehmen von Jahr zn Jahr an Zahl zu. Die Industrie beginnt zu begreifen, daß sie neue Methoden anwenden muß, wenn sie wett- bewerbssähig bleiben will. Grundsätzlich steht die Arbeitcrschafr diesen Bestrebungen sympathisch gegenüber, solange sie lediglich technische, nicht aber wirtschaftspolitische Ziele verfolgt. Bis vor kurzem traten alle diese Bestrebungen nur vereinzelt auf. Seit der Gründung des„Deutschen Instituts f Ü r technische A r b e i t s s ch u l u n g"(Dinta) in Düsfeldors gewinnt man immer mehr den Eindruck der über ganz Deutschland sich er- streckenden Planmäßigkeit, und man erkennt auch, daß die Ziele der Unternehmer weit über das rein Technische hin ausgehen, daß sie bestrebt sind, de» Sainps gegen die Organisationen der Arbeiterschaft von jetzt an mit anderen, weniger auffälligen Mitteln zu führen. Sie bedienen sich hierbei geschulter Wissenschastckl Bewußt stellen sie alle Organisationen in den Dienst dieser Arbeiten. So erscheint es auch weiter nicht verwunderlich, wenn bei der Konferenz der„Dcut- schen Gesellschaft für Gewerbehygiene" zum Teil die gleichen Referenten mit den gleichen Themen zu finden waren wie aus der G r ü n d u n g s o e r s a m n! l u n g der Dinta ain 24. Mai 192ü. Hier wie dort sind die Referate vorsichtig und geschickt abgefaßt. Der besonders wirkungsvolle Schlußreferent, der Oberingenieur Arn hold, der als Oberingenieur der Gclsenkirchener Bergwerks- A.-E. in die Leitung des D i n t a- I n st i> u t s eingetreten ist, sprach aus der Konserenz der Deutschen Gesellschaft für Gewerbe- Hygiene als Praktiker über die Grundlagen und Aufgaben der Zl»- lernung. Der Kern seiner Ausführungen, der uns am meisten imer- essiert, ist der, daß man bei der Zugend beginnen müsse, wenn man die Allen beeinflussen wolle. Arnhold hat bei seiner Gelienkirchener Lehrlingswerkstälte be- gönnen. Die Lehrlinge müssen hier neben ihrer cigrnllichen har.d- werksniäßigen Ausbildung Sp o r t treiben, Turnen und W a n- der». Der L e h r l i n g s- T u r n- und S p i e I v e r e i n ist der Deutschen Turnerschast, der bekannten nattonaliftisch eingestellten deutschen Spitzenorganisation, angeschlosfcn. Man will durch die Erziehung in der Werkstatt und Werkfchuls sowie durch Deeinslussung der Zugendlickzei, außerhalb des Dienstes den Einfluß der Arbeiterorganisationen bewußt zurückdrängen. Man errichtet unter anderem auch für dt« Werlsangehörigen Haus- h a l t u n g s f ch u l e n, in denen die Frauen und Mädchen der Arbeiter und Angestellten Belehrung einpfangen durch Angehörige des Vaterländischen F r a>i e n v e r e i n s. Die beiden Organismionen Deutsche Turnersckzaft und Vater- ländifchcr Frauenverein kennzeichnen di« letzten Bestrebungen der Unternehmerschaft, und es ist bedauerlich, daß die an sich begrüßens- werte Einrichtung von Lehrlingswerkstätien usw. durch diese Sonderbcslrebungcn der Unternehmer sür die Arbeiterschaft einen höchst unangenehmen Beigcschniack erhalten. Lohnbewegung der«chuhinachcr. In der vom Zentralverband der Schuhmacher zu Donuerstag- abend nach Boekers Feftfälen einberufenen öffentlichen Derfamm- lung berichtete, nach einem Vortrag über„Weltliche Schule und weit- liche Erziehung", der Bevollmächtigte Hiirtz über die eingeleitete Lohnbewegung. Seit etwa einem Jahr haben die in der deutschen Schuhindustrie Beschäftigten kein« Lohnaufbesserung mehr erhalten. Der Zeistralvorstand hat sich zur Kündigung des Reichstariies zun! 1. Dezember entschlossen, weil einmal seit dem letzten Tarisabschluß ein« unbestreitbar« Verteuerung der Lebenshaltung eingetreten ist, zum anderen aber auch die Löhne in der Schuhindustrie an sich sehr niedrig sind. Nach der Erhebung des ADGB. stehen unter den tariflichen Mindestlöhnen die der Schuhindustrie an d r i t t- letzter Stelle. Gefordert wird eine Erhöhung der Mindest- löhn« von 70 auf 80 Pfennig und der übrigen Löhne im gleichen prozentualen Verhältnis. Ob«s der Organisation gelingen wird, diese Forderung voll durchzusetzen, bleibt abzuwarten. Es bestünde weit mehr Hoffnung auf Durchsetzung der Forderung, wenn das Organisationsverhällnis ein besseres wäre. Genau wi« in Berlin gibt es auch im Reiche eine nicht unerheblich« Zahl von Arbeitern, die gern an den E r- folgen der Organisation teilnehmen, die sogar noch aus die Orga- nisation, der sie nicht angehören, schimpfen, wenn sie nicht genügend herausholen konnte. Die Funktionäre und Mitglieder müssen be- sonders auf die Kleinbetriebe Ihr Augenmerk richten, in denen da» Organisation«»« rhältni, hmrpffächlich im argen liegt Hon, wandte sich zum Schluß noch besonders geqen das lieber- slundenunwesen, das im Interesse der Arbeitslosen aufs schärfste bekämpft werden müsse. In der Diskussion wurde besonders das elende Los der Ju- c> e n d l i ch e n hervorgehoben, die in der Schuhindustrie Aus- beutungsobjcktc wie selten in einer Industrie sind. Hörg betonte in seinem Schlußwort, indem er zunächst einige grobe Entgleisungen eines jugendlichen Diskussionsredners richtigstellt«, daß manche Miß- stände bald abgestellt sein würden, wenn auch die Jugendlichen mehr als bisher den Weg zur Organisation finden würden. Zlrglistige Täuschung des Betriebsrats. In der Maschinenfabrik von Gebr. Arndt, Fennstraße, mußten nach Angabe der Betriebsleitung wegen schlechten Geschäftsganges Arbeiter entlassen werden. Unter den zur Entlassung Bestiinmten befand sich auch ein Dreher P., der Mitglied des Betriebsrats ist. Der Betriebsrat gab seine Einwilligung zur Entlassung seines Mitgliedes P. Dieser selbst war ebensalls mit der Entlassung c i n v c r st a n d e n, um einem anderen Kollegen, der sozial schlechter gestellt ist, das Weiter- arbeiten zu ermöglichen. Das geschah natürlich in der Annahme, daß die Angabe der Betriebsleitung, auch in der Dreherei herrsche Arbcitsmangel, z u- treffe. Es zeigte sich aber, daß dies nicht der Fall war, denn am Tage nach der Entlassung des Drehers P. wurde ein Arbeiter aus einer anderen Abteilung aii die bisher von P. bediente Dreh- bank gestellt und an den folgenden Tagen stellte die Firma sogar noch einige Dreher ein. P. klagte nun im Beistände eines Vertreters des Metallarbeiter- Verbandes beim Gewerbegericht. Er beantragte, sestzustellen, daß die Firma verpflichtet sei, den Kläger weiter zu beschäftigen. Die Klage wurde so begründet:„Wenn der Betriebsrat gewußt hätte, daß an Stelle seines Mitgliedes P. ein anderer Dreher beschäftigt würde, dann hätte er der Entlassung des P. nicht zugestimmt. Die Einstellung anderer Dreher beweise, daß in der Dreherei kein Arbeits Mangel herrsche. Die Firma habe also dem Betriebs- rat eine unwahre Angabe gemacht und ihn dadurch veranlaßt, der Entlassung zuzustimmen. Hier liege also ein Fall der ij 123 BGB. vor, welcher sagt:„Wer zur Abgabe einer Willenserklärung durch arglistige Täuschung... bestimmt worden ist, kann die Erklärung anfechten." Ferner finde Z 826 BGB. Ülßwcndung, der besagt:„Wer in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise einem anderen vorsäßlich Schaden zufügt, ist dem anderen zum Ersaß des Schadens verpflichtet." Das Gericht kam zur Abweisung der Klage. Die vom Obermagistratsrat Schulz verkündeten Urteilsgründe gehen dahin: Der Betriebsrat brauchte nicht den Angaben des Arbeitgebers ohne weiteres Glauben zu schenken, sondern er war befugt, sie von sich aus nachzuprüfen. Der Betriebsrat ist eine Körperschaft auf Grund öffentlichen Rechts. Seine Beschlüsse können deshalb auf Grund des bürgerlichen Rechts nicht angefochten werden, ebenso- wenig wie die Beschlüsse von Behörden oder sonstiger öffentlich- rechtlicher Körperschaften. Hiermit sollen die Ansprüche des Klägers keineswegs verneint werden. Er hat seine Klage nur nicht an der richtigen Stelle angebracht. Wenn es zutrifft, was der Kläger be- hauptet, dann steht ihm das Recht zu. auf Grund des Bürgerlichen Gefeßbuchcs beim ordentlichen Gericht gegen den Arbeitgeber zu klagen. Das wird natürlich geschehen, mit dem voraussichtlichen Erfolg, daß die Firma, die den Betriebsrat hinters Licht führte, zum Schadenersatz verurteilt wird. Die öeilegunz öes englischen Streiks. Die notwendigen Regierungsmahnahmen. London, 19. November.(TU.) Das Kabinett befaßte sich in seiner heutigen Sitzung mir den auf Grund des in Aussicht stehenden Abkommens für den Bergbau erforderlichen gefetz- lichen Maßnahmen sowie der Frage der weiteren Fortdauer der Ausnahmczustandsbestimmungen, soweit sie sich auf die Ratio- nierung von Kohl« erstrecken. Selbst im Fall« der vollen Arbeits- wiederaufnahm« in allen Gruben in den nächsten vierzehn Tagen wird das Rationierungssystem für einige Wochen in Kraft bleiben. Eine strikte Durchführung in den mit Kohlen reichlich versorgten Be- zirken wird allerdings nicht verlangt werden. Nachdem die Ab- ftimmung in den Grubenbezirken über das Angebot der Regierung «ine große Wahrscheinlichkeit für die Annahm« der Bedingungen ergeben hat, kehren die Bergarbeiter in immer größeren Scharen zur Arbeit zurück. Mehrere Gruben eröffneten heute wieder ihr« Betrieb«. Die Nachverhandlungen über den Schiedsspruch im oberschlesischen Steinkohlenbergbau, dessen Berbindlichkeitserklärung von den Arbeit- nehmcrn beantragt worden ist, finden am 26. November statt. Di« Ablehnung des Schiedsspruchs durch die Unternehmer hat überrascht, da bei der Fällung des Schiedsspruchs eigentlich auf beiden Seilen Geneigtheit zur Annahme bestand. Bcrantwortlich für Politik: Dr. Cur» Scqer: SirtkSiaft: Mttnt Satrrnuo; Ecwcrkschoftsbewcauno: Zriedr. Siilorit: Feuilleton: R. S. DZIchcr: Lol.le» und Eoustiocs: griti Rarstadt: Anzeioen: Zl>. Stocke: siimtlilt, in Berlin. Verlan: Vorwärio-Berlon G. I». b. L>., Berlin- Druck: Vorwärls-Buckidruckerci und Lerlaaoanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW 68. Lindenstrake Z. 50�Dro./MKZcvoie •l tfbtjwiffiMt' Skunks-Kanin Marren Seal-Electric Ü95 375 550 Skunks-Kanin Marren Scal-Electric g50£90 Q90 'Ui&Hiyfa Damen-Strümpfe 48?<. Damen-Strümpfe M0irdMa'We95pf. Da men-Strümpfem�hSTtz™ 1 35 Damen-Strümpfe ÄÄ 225 Herren-Socken mu I45 Paletots � Simtkr£WÄ 4500 Rodpaletots Ulster eu,e s,Iip"itr,IÄVoo 3600 Anzüge in gnt"Au,Ä ae.oo 2500 Kleider Cheviotstoff.... Kleider tc F orm, lang. A( Kleider langen Aermcln Kleider mit langen Aermeln, Bluse aus Puliover- btoff, Eock aus nni Cheviotstoff............. 14, 3C, 8,90 iprimaEoIiennc- stoft. 4 4%£f| kurze r ap&i- 1 Aenne1. te Form, lang. Aennel§ 18,50 aus prima Eips- stoffen, neueste Ausführung, mit langen Aermcln..39,50, 29,50 i ans de Acnnel, in vielen Farben u. Ausfuhr., 49,00, 39, 50 z prima Crßpo Chine, lange Hemd-odcrJumperform, aus dunklen, gestreiften pa. 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