ge. sei ♦js.frfrf» Ausgabe A Nr. 286 BejugSprcis. SMftcnUid) 70 Pf-nui«, bumM 8,- Aeichsmari ooraus»ahllxir. Unttc Kreutband für Scutfdilonb, Dantia. Saar, und Memelarbiet. Oesterreich. Litauen. Lurcmbur« «,S0 Reichsmarl, für das übrige Busland b.so Reichsmark»ro Monat. Der.SJoOTSttt* mit der illustrierten Sonntassdeilas«.Boll und geit' iowie den Beilagen.Unterballung UN» Wilsen'..Bus dar ffilmmalt', »Frauenstimme'..Der Kinder- freund"...Iugend-Vorwiirt-' und »Blick in die Bücherwelt' erscheint wochcntiiglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telearamm-Bd raste „Saztoldearakral Berlin- Sonntagsansgabe ZZerlinev Volksblakt �12 Pfennig� Anzeigenpreise: Die einfvaltige Nonrarcille- »eile 80 Pfennig. Ncklamezeile d.- Reichsmark,.«leine Anzeigen' das fettgedruckte Wort 2ö Bkennio � fzulSlsia zwei fettgedruckte Wortes. jedes weitere Wort 12 Pfennig. Etellcngeluchc das erste WoN 18 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbcitsmarlt Keile K> Pfennig. Familien anzeigen lilr Abonnenten Keile«S Pfennia. Anzeigen für die nächste Nummer Müssen bis i'A Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, BirlinSW68,Lindcn» NrasteZ. abgegeben werden. Geöffnet oo» SVj Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zcntralorgan der Bozialdemokratifchen Parte» Deutfchlands Reüaktion und Verlag: Serlin SW. 68, Linöenftraße Z Fernsprecher: Dönhoff ÄSÄ— SS7. Sonntag, den Ä8. November KNÄV vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SiV. 68, Linöenstr.Z «ssischokkouto: Berlin 37 531— Bankkonto: Bank der Arbeiter,«»gestellte» und Beamte». Wallftr.«5: Dlskonto-Seselllchaft. Deposttenknst« Lindenstr. 3. Hrianö bleibt optimistifth. Aber die Pariser Presse erschwert die deutsch-sranzösische Verständigung. V. Seit. Paris, 27. November. Hat die deutsch-französifche Verstänttigungspolitik tatsächlich einen Rückschlag erlitten? Wer in den letzten Tagen die Pariser Presse verfolgte und mit französischen bürgerlichen Politikern und Journalisten dieses Thema zu besprechen Gelegenheit hatte, der mußte leider zu der Ueberzeugung gelangen, daß der dcutsch-fran- zösische Entspannungsprozeß seit Thoiry zu mindest keinen Fortschritt gemacht hat. Einzelne sprechen sogar von einer offenkundigen Verschlechterung der Lage. Zweifellos mußten die Kommentare der Pariser Presie zur Rede Etresemanns eine Atmosphäre erzeugen, die der deutsch-fronzösischon Annäherung alles eher denn förderlich ist. Rur ein Mann unter den führenden bürgerlichen Politikern Frankreichs scheint stch dieser pessimistischen Atmosphäre bisher ent- zogen zuhaben, die die deutsch-französischen Beziehungen— gemessen an den weitgehenden Hoffnungen der Genfer Völkerbundstage—. gegenwärtig umgibt. Und die Auffasiung dieses Mannes ist aller- dings- oon Wichtigkeit, denn es ist der Außenminister Briand. Am Schlnsie einer längeren Unterredung am Freitag ermächtigte er mich, seine Auffassung wie folgt zusammenzufassen: „Ich sehe keinen Grund zu einer ungünstigen Beurteilung der Silualion. Die inzwischen eingetretenen Schwierigkeiten bilden für mich keine llcberraschung, denn sowohl Herr Stresemann wie auch ich haben bereit« in Thoiry erkannt, daß die Politik der deutsch-französischen Annäherung nicht von heule aus morgen und nicht ahne llcberwin- dung mancher Hindernisse verwirklicht werden könnte." So wichtig und beruhigend diese Ausfassung Vriands, der ja der vcrantworUiche Leiter der französischen Außenpolitik ist und bleibt, auch sein mag. man kann nicht umhin, sich die Frage vor- zulegen, ob er seine Politik ungestört wird weiter verfolgen können, wenn er oon dem größten Teil der französischen Presse nicht nur im Stich gelassen, sondern sogar planniäßig gestört wird. Eine be- denkliche Erscheinung ist es nämlich gewesen, daß die Rede Strcse- manns, obwohl sie doch weder im Ton noch im Inhalt eine un- angenehme Ueberraschung für die Franzosen enthielt, fast überall sehr abfällig kritisiert wurde. Zunächst waren es lediglich die Rechtsblsttcr, die etwas daran auszusetzen hatten. Am Donnerstag folgten auch Linksblätter wie„Quotidien" und„Ere Nouvelle", die sich in Vorwürfen gegen Stresemann ergingen. Ausnahmen bilden nur..L'Oeuvre" und die dem früheren Finanzminister Caillaur nahestehende„Volonte". Das Leitmativ aller- dieser Kritiken, die zum Teil einen ausgesprochen gehässigen Charakter tragen, lautet: „Deutschland fordert von uns alles Mögliche— Aufhebung der Militärkontrolle, vorzeitige Räumung des Rheinlandes, Rückgabe des Sanrgebictes—, es erklärt aber selbst, daß es uns nichts dafür als Gegenleistung zu bieten oermag." Einzelne Blätter versteigen sich sogar zu der unwahren Behauptung, daß eine vor- zeitige Räumung der besetzten Gebiete in Thoiry überhaupt nicht besprochen worden sei, während die meisten anderen erklären, daß eine frühere Räumung nur auf Gnind erheblicher Gegenleistungen in Betracht gezogen werden könnte. Man gewinnt den deutlichen Eindruck, als leite ein u n s i ch t- barer Kapellmeister dieses Orchester der Poriser Presse. und zwar nicht vom Ministerium des Aeußeren, sondern von einer anderen Stelle aus. Man erkennt nämlich mühelos in den Leit- artikeln des„Tomps" und anderer Zeitungen die Gedankengänge des Ministerpräsidenten Poincarö wieder. Es wird zwar immer wieder versichert, daß Poincare die Außenpolitik Briands nicht störe, zmnal er sich felbst ausschließlich den Finanzproblemen widme, aber seine bloße Anwesenheit an der Spitz« der Regierung bildet schon für die Gegner der Ber- stöndiglmgspolitik eine Ermunterung und für deren Befür- worter eine Hemmung. Auch innerpolitisch hat sich in Frankreich durch die Schwäch« der Radikalen eine Situation entwickelt, in der die Link« im Interesse des überaus zweifelhaften Erfolges der Finanz- Politik alles schluckt, während die Rechte den„Burgfrieden" ganz ungeniert für ihre Zwecke ausnutzt. Das gleiche Schauspiel scheint sich in der Außenpolitik zu wiederholen, wo die Rechtspresse den Ton angibt und die Linkspress« dagegen kaum zu reagieren wagt. Wird nun Briand auf die Dauer sich gegen diesen künstlich erzeugten Strom der„öffentlichen Meinung" behaupten können? Gewisse Kreise sind schon zu der Auffassung gelangt, daß ein positiver Erfolg der Politik von Thoiry überhaupt nicht zu er- hoffen sein wird, solange Poincarö an der Spitze der Regieruno, steht. Einen Umschwung erwarten sie aber nicht vor den Neu- wählen zum Senat, die Anfang Januar stattfinden, es sei denn, daß die allgemein als ziellos empfundene Finanzpolitik Poincares Jahres 1923 nur in einigen NeSenpunkken ztf ändern. Es erscheint uns insbesondere völlig unzulänglich, wenn man statt eines gesetzgeberischen Eingriffs nur die Schlichter anweisen will, schrittweise auf eine Verkürzung der Arbeitszeit hinzuwirken. Auf diesem Wege kommt man nicht zum Ziel. Die Sozialdemokratie wird deshalb in den Verhandlungen am Dienstag eine klare Stellungnahme von der Reichsregie- rung zu dem Borschlag der Gewerkschaften verlangen. Ergibt sich, daß Reichsregierung und Regierungsparteien nicht gc- neigt find, ausreichende Zugeständnisse bei der Verkürzung der Arbeitszeit und der Bekämpfung des Ueberstundenunwesens zu machen, so wird die sozialdemokratische Reichstagsfraktion vor der Aufgabe stehen, eine Stellungnahme des Reichstages herbeizuführen. Schütz fliegt. Aus der Kommunistischen Partei ausgeschloffen. Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Schütz ist wegen seiner Zugehörigkeit zur Opposition aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen worden. Er wurde gestern aus einer Aus- schußfitzung, an der er noch für die lommunistische Reichstagssraktion teilnahm, wegen dieses Ausschlusses herausgerufen und durch einen derzeit noch zur offiziellen Partei zugehörigen Abgeordneten ersetzt. Münchener Polizeiwilltür. Verbot einer kommunistischen Versammlung. Die Polizcidirektion München hat imeder einmal eine geplant» öffentliche kommunistische Volksversammlung� oer- boten. In der Begründung des Verbots wird u. a. ausgesührt, daß angesichts der bekannten Einstellung„des die Versammlung" einberufenen kommunistischen Leiters zu erwarten sei, daß die Versammlung rein kommunistischen Zwecken diene und damit auf einen gewaltsamen Umsturz der bestehenden Ordnung gerichtet sei.) Es gibt in Deutschland keinen Ausnahmezustand und.keine ver- botenen Parteien. Die Polizei hat infolgedessen kein Recht eine politische Versammlung, die für die Ziele einer Partei werben soll, zu verbieten und noch dazu mit der Begründung, daß ihr die Rich- tung der Einberufer nicht passe. Das ganz« Vorgehen der Münchencr Polizei ist nicht nur verfassungswidrig, sondern auch einer verantwortlichen Behörde unwürdig. Wohin soll es führen, wenn in einem demokratischen Staate die Frage, ob politische Ver- sammlungen abgehalten werden dürfen, von der Parteimeinung einzelner Behörden abhängig gemacht wird? Leider hat der S t a a t s g« r i ch t s h o f durch sein einseitiges Vorgehen gegen kommumstische Schriften den Weg zu Auffassungen geebnet, wie sie jetzt in München den Beschlüssen der Polizei zu- grundegelcgt werden! Aber wo bleibt das Reichsinnenmini- st e r i u m? Will es sich weiter mit Schmutz und Schund und den so hochwichtigen Ordensfragen beschäftigen, dabei aber untätrg zu- sehen, wie in einzelnen Teilen des Reiches das Reichsrecht ge« brachen. wird? Wir stehen gewiß außer jedem Verdacht, den komimmiftischen Radaufimmel als ein Glück für die deutsche Arbeiterschaft zu be- trachten. Die Tätigkeit der Münchener Polizei ist aber eher geeignet, der morschen. P a r t« i noch Arbeiter zuzutreiben, anstatt M Reinigung der politischen Atmosphäre zu fördern. Krupps Kreditgesuch. Die Reichsregierung hat zu dem Kreditgesuch der Firma Friedrich Krupp A.-G, bis jetzt noch keine Stellung genommen. Wie verlautet, ist auch für die nächsten Tage mit erner Entscheidung über das Kreditgesuch noch nicht zu rechnen. Der Bund für europäische Verständigung hat in einer gutbe- suchten Presseversammlung ein Berliner Pressekomitee für euro- päische Verständigung gebildet. h. O. Wells' Weltgeschichte aus dem Scheiterhaufen. Der Ruhm der Londoner Buchhändler, die des englischen Romandichters und Sozialisten H. G. Wells Werke nebst denen anderer Autoren, u. a. auch Bernard Shaws und Anatol Frances, auf den Index setzten, ist zwar mager gegen die Verdienste der deutschen Autoren des Schund- und Schmutzgesetzentwurfes, verblaßt aber gänzlich gegen den Eifer amerikanischer Reverends. Die sind doch die Tüchtigeren, die oerstecken nicht im Keller(zum Verkauf von hinten- herum), was die Religion gefährdet und die Ruhe des Spießbürgers. sondern die bauen Scheiterhaufen davon und zünden sie auch an. - H a r l e y, in Kentucky, USA., ist ein freundliches Städtchen, das Mastochsen züchtet und sich außerdem eines herbstlichen literari- schen Autodafes rühmen darf. Sein Prediger I. K. Black— bei uns hieß er Schwarz!— richtete es ihm mit den bekannten„Grund- linien der Weltgeschichte" von Wells, dem Roman G r e y s„Bis zum letzten Manne", einem Paket Spielkarten und etlichen Nummern des demokratischen„Louisviller Courier" aus. Alle diese Erzeugnisse des literarischen und graphischen Gewerbes waren nach seiner Meinung„vergiftet" und„nicht geeignet, gelesen zu werden". Also: der Mann ist gut und würde bei uns sicherlich die her- vorragende Zierde einer Prüfstelle auf Grund des Gesetzentwurfes gegen Schmutz und Schund werden. Einmal ist er eine Persönlich- keit im Sinne des Artikels 137 der Reichsverfassung, nämlich Bc- amter einer Religionsgemeinschaft, und zum anderen auch sonst gc- sinnungstüchtig. So recht ein Mann nach dem Herzen des Demo- kraten Külz, für den auch sonst der Schmutz, und Schundgcsetz- entwurf nur ein harmloses Stück bedruckten Papieres darstellen soll. Man hat zu Paris auch einmal die Schriften von Rousseau und Voltaire öffentlich verbrannt. Das war vor zweihundert Iahren. Wir können nicht finden, daß sich seitdem viel geändert hätte. In England private Muckerzensur, in Amerika öffentliche Volksbe- lustigungen daraus und bei uns der umfassendere Versuch der Er- dolchung des Geistes von hinten. Unterschiede des Grades, nicht der Art. Die 100. Aufführung von Paul Rahnals, D a S Grabmal de« unbekannten Soldaken" in der Inszenierung von Bertbold Viertel findet am Dienstag im Theater am Schiffbauerdamm mit Eiika Meingast, Ernst Kaichow und Robert Müller statt. Da».Thealer der kleinen- veranstaltet Montag 4 Uhr eine Schüler- auffübrung von„Dornröschen" zu billigen Preisen(von 50 Pf. an). Im Deutschen Theater findet Mittwoch die Erstaufführung des Weib- nachtSmärchenS„Der WeihnachtL stein" von Everre Brandt statt. ES wird Mittwoch und Sonnabend nachmittag und Sonntag vormittag wiederbolt. von Söro« bis kerr. Anschließend an den Vortrag, den Karl Briniher Dienstag, 8 Uhr, im August-Förster-Saal, Keithstr. lt. über deutsche Fcuilletonistcn hält, wird Gad S h- I a s» Feuilletons von Börne, tzemc. Altenberg, Polgar, Hildenbrandt und Kerr lesen. Kund um den Schund! Freilag, den 3. Dezember 1928, abends?>/, Uhr, „Neue Welt", Hasenheide, wird von HanS Reimann, Erich Weincrt und Günther Plaut die. Graste Schundschau" vergnstaltet,— Unter Mitwirkung der Spielgemeinichast Berliner Arbeiterjugend und. Jung- sozialisten. des TrommlcrtorpZ„Wild- West", der Jazzband.Immer feste druff I" und des„LeierkastenmannS vom Kietz" wird das Schmökcrspiel von Franz Osterrotb,„Am Marterpfahl der Siaur oder ein Mädchenraub im Wilden Westen" aufgeführt.— Karlen zu 50 Ps. durch: Buchhandlung Dietz, Lindenstr. 2— VoltSbiilmenbuchbandiunz, Köpenicker Straste 68— Harsch, Engeluser— LandSgemeindehauS, Neue Schönhauser Strohe 8— Buch« baiidtiulg des ADBB., Wallstraste— Fackelstuben, Klosterstrast«— Drei- Ringe-HauS, Fischerstraste— Abendkasse. Kampf um öie Die englischen Zechen leh» Mit dem praktischen Abbruch des englischen Kohlenstreiks muhte die Frage akut werden, ob die Engländer es zu einem Kampf um die vorläufig von anderen Nationen besetzten Kohlenmärkte kommen lassen werden, oder ob sie eine Verständigung über Märkte und Preise anstreben werden. Die deutsche Kohlenindustrie, die an dieser Frage am stärksten interessiert ist, hat offenbar mit einer Verständigung gerechnet, die so oder so zu einem deutsch-englischen Markt- und Produktionskartell hätte führen müssen. Die Verständi- gungswelle, die durch Europa geht, die speziellen Verhandlungen zwischen deutschen und englischen Industriellen in R o m s a y und nachher, die für Anfang Dezember vorausgesehene Zusammenkunft von Vertretern der deutschen und englischen Reichsindustrieverbände und endlich die gegenwärtige zweifelsfrei überlegene Marktposition der deutschen Zechen auf dem Welt- kohlenmarkt muhten diese Rechnung nahelegen. Nun ist deutscherseits noch kein formelles Verständi- gungsan gebot erfolgt. Aber auf die sicher ausgestreckten Fühler ist eine überraschend scharfe Absuhr durch die englischen Zechenherren gefolgt. Wie Londoner Meldungen zu entnehmen ist. lehnen die britischen Grubenbesitzer alle Vorschläge aus Verständigung ab. Sehr wohl begreise man in England, daß die deutschen Kohlen- industriellen mit denjenigen Englands zu einer Verständigung ge- langen wollen. Doch könne keine Rede davon sein, daß die Eng- länder sich auf die Schaffung einer englisch-deutschen Kohlenverkaufs- orgonisation einlassen würden. Im Gegenteil seien die britischen Grubenbesitzer fest entschlossen, die Märkte zurückzu- gewinnen, und zwar ohne Rücksicht auf die Kosten. Die Vertretungen im Ausland seien angewiesen, um die Wieder- eroberung aller britischen Kohlenmärkte zu kämpfen,„wie niemals seit hundert Iahren". Kohlenmärkte? en eine Berständignng ab. Diese Stimmen aus England lassen wirklich an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, und wenn es auch nicht ganz ausgc- schlössen ist, daß gerade hinter dieser Schärfe sich eine V e r- ständigungsbereitschaft verbergen könnte, die nur ihre Chancen verbessern will, so ist doch das Wahrscheinlichere, daß England aus der ganzen Front des Kohlenmarkts den Kamps wirklich aufnehmen will. In der Tat hat insbesondere das deutsche Kohlensyndi- k a t alles darauf angelegt, aus der England-Konjunktur weniger einen Augenblicksvorteil durch hohe Preise, als den Dauervor- teil der Eroberung neuer Märkte und sicherer Ab- n c h m e r zu ziehen. Das stärkt feine Position, die trotz der billiger abbaubaren englischen Vorkommen durch die technische Ueberlegenheit der deutschen Zechen ohnehin der englischen nicht unterwertig ist. Außerdem haben die deutschen Zechen ihre finanzielle Lage durch den Ausfall der englischen Produktion außerordentlich stärken können, und der vollkommene Leervcrkauf der Halden gibt ihnen sicher eine ebenso große Bewegungsfreiheit, wie die Engländer sie auf ihren kohlenhungrigen Binnenmärkten vorfinden werden. Dazu kommt, daß nicht nur auf Monate hinaus die Verträge mit den neugewonnenen Abnehmern laufen, sondern daß das deutsche Kohlensyndikat auch sehr weitsichtig das kaufende Ausland davon zu überzeugen gesucht hat, daß die deutschen Qualitäten vielfach den englischen ebenbürtig sind. Da der Kampf ein Kampf um die billigere Prcisstellung sein wird, wird England auf olle Fälle einen scharfgerüsteten Gegner finden. Bis dahin wird allerdings die Frage, Kampf oder Verständigung, erst noch zu entscheiden sein. Bis die englische Kohlen- Produktion voll läuft und über das Inland auch über See vorstößt, vergehen noch viele Wochen. Ein Parlamentsjubiläum. Ter Zoziale Ausschuh hält die 130. Sitzung. Der soziale Ausschuß des Reichstags hielt am Sonn- abend seine 150. Sitzung ab. Anläßlich dieses Tages hatten die Ausschußmitglieder den Platz des Vorsitzenden, Abgeordneten Esser (Zentrum) mit Blumen geschmückt, und es wohnten sowohl der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns als auch der Reichstags- Präsident Lö b e der Sitzung bei. Bor Eintritt in die Tagesordnung sprach Genosse Hoch dem Vorsitzenden Esser für seine mühevolle und erfolgreiche Tätigkeit den Dank des Ausschusses aus. Er würdigte die besondere Bedeutung, die gerade die Arbeit des neunten Ausschusses in unserer Zeit großer und sozialer Not hat. Der Reichsarbeitsminister und der Reichstagspräsident schloffen sich dieser Dankeserklärung an. Abg. Esier betonte in seiner Erwiderung die hohe Bedeutung der Sozialpolitik für den Aufbau der gesamten Wirtschost. In der folgenden Beratung des Arbeitsgerichtsgesetzes sind mehrere grundsätzliche Entscheidungen im Sinne der sozialdemokratischen Anträge beschlossen worden. Entgegen einem Antrag der Deutschen Volkspartei wurde beschlossen, daß die Er- f i n d e r st r e i t i g k e i t e n in die Zuständigkeit der Arbeitsgerichte einbezogen werden, soweit es sich um Ansprüche auf Entschädigung aus Erfindungen der Arbeitnehmer handelt. Der sozialdemokratische Antrag auf Aufhebung der Innungsschiedsgerichte im Sinne der Gewerbeordnung fand eine Mehrheit. Dafür wurde den Handwerkern die Errichtung besonderer Fachkammcrn bei den Arbeitsgerichten obligatorisch gewährt, die die Bezeichnung Handwerksgerichte führen sollen. Der Begriff des Arbeitnehmers wurde dahin umgrenzt, daß ge- sctzliche Vertreter von juristischen Personen nicht darunter fallen, doch können auch sie die Zuständigkeit der Arbeitsgericht« vereinbaren. Von entscheidender Bedeutung ist die Annahme des sozialdemokratischen Antrages, wonach die Ablösung der Arbeitsgerichte durch Schieds- gerichte nur für Tarifftreitigkeiten zulässig sein soll. Gemäß einem Antrag der Regierungsparteien können auch Angestellte, die nach dem Angestelltenversicherungsgesetz die Grenze der Versicherungspslicht überschritten haben, mit ihren Arbeitgebern Schiedsgerichte für Einzel- streitigkeiten vereinbaren. Die von der Sozialdemokratie zugunsten der Kriegs- und Schwer- beschädigten gestellten Anträge wurden, soweit es sich um das B u ß- verfahren handelt, abgelehnt. Für die Uebernahme von Vor- sitzenden und Beamten und Angestellten der Gewerbe- und Kauf- mannsgerichte wurde die von den Rechtsparteien beantragte Wieder- Herstellung der Regierungsvorlage abgelehnt und nach den Anträgen der Sozialdemokratie und des Zentrums bcschlosien. Schließlich gelang es auch noch, diejenigen Aenderungen im Be- triebsrätegesetz abzulehnen, bei denen nach der Regierungsvorloge die sogenannten Betriebsoereinbarungen den tarifoertraglichen Ab- machungen gleichgestellt werden sollten. Der sozialdemokratische An- trag aus Einbeziehung der Seeleute in das Arbeitsgericht wurde abgelehnt. Das Gesamtergebnis der nunmehr abgeschlossenen Ausschuß- beratung zeigt, daß diesmal die deutfchnational« Taktik versagt hat und die von jener Seite gewollte Zerschlagung der Sondergerichts- barkeit für Arbeitsstreitigkeiten abgewehrt werden tonnte. Das Plenum des Reichstags wird sich voraussichtlich am 9. oder 10. Dezember mit der letzten Entscheidung über das Arbeitsgerichtsgesetz befassen._ (vgl-m» geMgt. Tic Periode der Eroberuugeu ist z« Ende erklärt Baldwin. London. 27. November.(Ep.) Auf dem Abschledsbaukett zu Ehren der Delegierten der Reichskoaferenz erklärte Baldwin: Der Krieg habe gezeigt, daß Großbritannien einen intregierenden Bestandteil Europas bilde. Cr fügte hinzu: Man hak uns in der Vergangenheit oft vor- geworfen, daß wir eine aggressive Rasse seien. Wenn wir früher von Eroberungsleidenschast besessen waren, so ist jetzt diese Periode vorbei. Wir bilden sür uns allein einen Völkerbund, der sich in den Dienst des Friedens gestellt hat. Wir suchen die Methoden der friedlichen Beziehungen zwischen den Ratio- nen zu entwickeln. Wir sind durch die Bande der Freundschaft zusammengehalten und stellen mehr als ein Viertel der Menschheit dar. Diese Talsache ist eine der größten Garantien sür die Erhaltung des Weltfriedens. * Die Rede Baldwins ordnet die soeben abgeschlosiene Reichs- konferenz in die Entwicklungsgeschichte des britischen Reiches ein. Englands Ministerpräsident faßt die bisherige Geschichte des Reiches als die Periode des politisch-expansiven Imperialis- mus zusammen und erklärt, daß die Zeit der gewaltsamen Erobe- rungspolitik abgeschlossen sei. Diese Aeußerung Baldwins er- mnert an die Worte Bismarcks, daß das deutsche Kaiserreich„satu- riert", daß sein Ausdehnungsdrang gesättigt sei. Aber während Bismarck damit den politischen Zweck verfolgte. Europa über die politischen Absichten Deutschlands zu beruhigen, verfolgt Baldwin damit keine bestimmte politische Absicht. Bismarcks Wort wurde durch die Politik seiner Nachfolger und d« weltwirtschaftliche Eni- wicklung nach seinem Ende Lügen gestraft, bei Baldwins Wort ist es nicht unwahrscheinlich, daß es auch für die Zukunft gültig bleibt. Englands Politik ist jedenfalls feit Ende des Weltkrieges i m wesentlichen mehr auf Erhaltung des Bestehenden als auf Eroberung von Neuem gerichtet. der neue Nero. Mussolinis ZLsarcnwahn. Aus Mailand berichtet man uns: 72 Prooinzialkommissionen sind in Italien jetzt dabei, der Regie- rung alle Personen, die im Verdacht stehen, Antifaschisten zu sein, zur Deportation vorzuschlagen. Jeder Faschist, der einen Streit mit irgendjemand hat, empfiehlt ihn sür die Verbannung. Nach zuver- lässigen Meldungen sind mindestens 5000 Personen, ehemalige Minister, Abgeordnete, Rechtsanwälte, Beamte und Arbeiter bereits zu fünf und mehr Iahren Deportation verurteist worden. Zwar ver- suchen die Opser noch rechtzeitig zu entfliehen, doch die Ueberwachung ist überaus streng. Alle, die mit Mussolini in nähere Berührung kommen, ver- sichern, daß er sich in einem Zustand krankhafte st er lieber« reizung befindet, aller Welt mißtraut, nur an Verfolgungsmaß- nahmen denkt und dauernd fürchtet, ermordet zu werden. Persönlichkeiten des Vatikans hoben erst kürzlich ihre schwersten Besorgnisse über den Geisteszustand Mussolinis und über die Wirren, die sich aus den gegenwärtigen Gewalttaten er- geben können, geäußert. Der Duce Ist von haß beseelt, vor allem gegen die Intellektuellen, die anläßlich der letzten Univcrsi- tätstumulte ein Manifest für die Freiheit der Wissenschaft verössent- licht haben. Musiolini hält dieses Manifest für ein Verbrechen und mutet dem Unterrichtsminister zu, alle seine Unterzeichner zu ent- lassen. Der arme Unterrichtsminister Federzoni hat versucht, diese von Mussolini gewünschten Entlassungen hinauszuziehen. Das scheint aber jetzt nicht mehr möglich zu sein und mehr als hundert U n i v e r s i täts p r o f e ss o r en werden verabschiedet und zum Teil zur Deportation verurteilt werden. Der König erscheint in der Oeffentlichkeit überhaupt nicht mehr, die Faschisten haben um ihn herum eine undurchdringliche Jsolations- mauer errichtet. Seine Leibwache besteht fast nur noch aus Milizianten, damit er nicht mit verdächtigen Personen in Verbindung treten kann. In allen von den faschistischen Extremisten besuchten Kabaretts fingt man Lieder, in denen man die P r ö k l a m i e r u n g Mussolinis zum Imperator und den Krieg fordert: Musiolini soll es fein, Aber Kaiser soll er sein, Jeder Preis ist noch zu klein. So heißt in freier Ueberfetzung der Refrain des in allen stalienischen Kabaretts heute meistgesungenen Liedes. Die unmenschliche Rohelt der Faschisten übersteigt die phantasievollste Einbildungskraft. In Perugia, wo die Vsrwüfkungen. Brandstifwngen, Diebstähle, Neberfälle und leider auch die Toten eine schreckliche Ziffer erreichen, haben die Schwarzhemden eine neu« Folterart erfunden: sie zwingen die in ihre Gewalt geratenen Antifaschisten und alle, die sie dafür halten, Jodtinktur zu trinken! Dabei versammeln sich die Henkersknechte um das Opfer und begleiten seine verzweifelten Schmerzensschreie mit L a ch s a l v e n. In P a r m a ist fest etwa vierzehn Tagen eine Anzahl Antifaschisten von den Kreaturen Mussolinis verschleppt worden. Von den Vermißten ist bisher keinerlei Nachricht eingetroffen. Darunter ist auch der sozialistische Rechtsanwalt I f o l a. Trotz der neu aufgezogenen Tfcheka- Maschine mißtraut Mussolini immer noch den Behörden. Deshalb werden die Präfektenstellcn mit den erprobtesten Faschisten neu besetzt. Alle Präfekten des alten Regimes werden ver- abschiedet und die neuen Präfekten, zumeist jetzige Faschisten- bezirkssekretäre wird ein persönlich Beauftragter Musiolinis über- wachen. Von einer großen Anzahl bekannter Persönlichkeiten hat man nicht die geringste Nachricht. Sein Lebenszeichen hat man von 42 der früheren Abgeordnelen. In Mailand sollen neun Abgeordnete im Gefängnis sitzen. Man weiß u. a. nichts über das Schicksal des früheren Abg. P h i l i p p s o n. Derschiedenen Personen, die Ausreisepässe for- derten, wurden sie mit der Erklärung verweigert, sie mühten als Geiseln im Lande bleiben. Die exaltiertesten Faschisten fordern jetzt auch die Beseiti- g u n g d e s K ö n i g s. Es soll so gemacht werden, daß noch vor- geblichen Attentaten auf den König und den Kronprinzen die Gewaltorgien wiederholt und noch gesteigert werden, Mussolini sich aber der beiden fürstlichen Persönlichkeiten entledigen und„im Jnteresie der öffentlichen Ordnung" und„zum Heile des Landes" zum„ersten Konsul" proklamieren lassen wird. Gefährdung der Südschweiz. Vellinzona, 27. November.(MTB.) Eine von den Sozialisten im Tessiner Großen Rat eingebrachte Interpellation spricht von einer schwarzen Liste, die reichsitalienische Faschisten gegen Tessiner Bürger aufgestellt haben und fordert Auskunft über einen faschistischen Ueberwachungsdienst im Tefsin. Eventuell soll dem Eidgenössischen Politischen Departement in Bern über die Angelegenheit Bericht erstattet werden. Rumänien vor schweren Kämpfen. Der König liegt im Sterben.— Der Streit«m den Nachfolger. Belgrad. 27. November.(TU.) Aus Bukarest wird gemeldet, daß Minister Angelesen nach Cherbourg abgereist ist, um Königin Marie von Rumänien bei ihrer Ankunft auf fränzösifchem Boden zu veranlassen, nicht nach Paris zu reisen, um dort mit dem Exkron- prinzen C a r o l zusammenzutreffen, sondern sich auf dem kürzesten Wege nach Bukarest zu begeben. Der letzte Bericht vom Krankenlager des Königs lautet: Hoff- n u n g s l o s, Katastrophe jeden Moment zu erwarten. Man glaubt nach diesem Bericht in Bukarest allen Ernstes, daß der König bereits gestorben sei und die Todesnach- richt nur aus dem Grunde verheimlicht werde, weil man einen Putsch der Anhänger Carols befürchte. Dies« haben gestern abend in einer stürmischen Versammlung verlangt, daß die Prinzessin Ileana zur Thronsolgerin ernannt werden soll, pttfuüstis pressezwang. Die Regierung beharrt darauf. Warschau, 27. November.(Eigener Drahtbericht.) Di« Regie- rung hat den Text der berüchtigten Presseverordnung am Sonnabend, dem letzten von der Verfassung vorgesehenen Termin, dem Sejm- Marschall übermittelt, so daß sich das Parlament voraussichtlich am 7. oder 8. Dezember mit dieser Verordnung befasien wird. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sie mit bedeutender Mehrheit, wenn nicht einstimmig, abgelehnt werden wird. Hätte die Regierung die Verordnung dem Sejm nicht vorgelegt, so hätte sie automatisch ihre Gültigkeit verloren, wodurch ein neuer Zusammenstoß zwischen Re- gierung und Parlament vermieden worden wäre. Die Tatsache, daß das nicht geschehen ist, wird als«ine bewußte Heraussorde- rung des Parlaments durch die Regierung betrachtet und hat bei den Abgeordneten große Erregung hervorgerufen. Das norwegische fllkoholverbot. Einschränkungsvorschlag der Ausschußmehrheit. Oslo, 27. November.(Eigener Drahtbericht.) Die„Nüchtern- heits"-Kommission des norwegischen Storthing, nach der Ab- stimmung gegen das Alkohöloerbot emgefetzch'hät ihre Arbesten be- endet und schlägt der Regierung und dem Storthing die Einschränkung des Verbotes vor. Es sollen„K a u f k,a r t e n" ausgegeben werden, ohne die kein Alkohol. verabfolgt werden darf: Alkoholikern sollen die Karten entzogen werden können. Die Minderheit im Ausschuß schlägt vor, das Alter für Berechtigung, Alkohol zu kaufen, auf 18 Jahre herabzusetzen. Der Vertreter der Abstinenzler im Ausschuß fordert, daß der Verkauf von Altohol nur in d e n Städten gestattet wird, wo dies schon 1916 erlaubt war: er verlangt weiter eine Beschränkung der Ausschankzeiten in den Gastwirtschaften. Die Hoffnung der Norweger, einen„Weihnachtsschnaps" zu er- halten, ist endgültig zu Wasser geworden, weil die Regierung erklärt, daß sie ohne Genehmigung des Stcrrthings keine Ausnahme von dem formell noch bestehenden Verbot machen kann und der Storthing erst zum 1. Januar 1927 zusammentritt. Die formelle Aufhebung des Verbots wird wahrscheinlich zum 1. April 1927 erfolgen. Mexiko hält zu Calles. Parlamentskundgebunk für den Präsidenten. Mexiko, 27. November.(Associated Preß.) Die Mitglieder der Abgeordnetenkammer erteilten, sich von den Plätzen erhebend und in begeisterte Beifallsrufe ausbrechend, der Regierung Calles ein Vertrauensvotum für ihre Haltung in der Frage der mexikani- scheu Land- und Oelgesetze. Diese Unterstützungskundgebung erfolgte, nachdem zahlreiche Abgeordnete die Politik der Washingtoner Regierung, gegenüber Mexiko in der Angelegen- heit der Land- und Oelgesetze sowie die Haltung Washingtons gegen- über dem Konflikt zwischen Nicaragua und Mexiko kritisiert hatten. Mehrere Redner tadelten auch den nordamerikanischen Columbus-Ritterorden wegen seiner Bemühungen, die Regierung der Vereinigten Staaten zu veranlassen, in den mexikanischen Rcli- gionsstreit einzugreisen. Das Publikum aus den Tribünen und die Mitglieder der Kammer riefen laut Beifall, als Abg. C e r i j o l a erklärte,„irgendein Interesse der Vereinigten Staaten" werde nie- mals befriedigt werden, bevor nicht das Sternenbanner über Mexiko flattere, dies aber könne niemals geschehen, solange ein einziger Mexikaner noch am Leben sei/ um der Invasion Widerstand zu leisten". Das Pctrolcumgcfets wird respektiert. Washington, 27. November.(WTB.) Der hiesigen amcrikani- schen Botschaft wird gemeldet, daß sämtliche e n gl i s ch c n Petro- leuminteressenten in Mexiko sich den Bestimmungen des mexikani- schen Petroleumgcsetzes unterworfen haben. Wie verlautet, haben Vertreter der„Companio Mexicana de Petrolco", die sämtliche englische Petroleuminteressen umfassen soll, dem Ministerium sür Industrie, Handel und Arbeitssragcn eine Petition unterbreitet, in der sie in Uebereinstimmung mit den mexikanischen Gesetzen die B e- stätig ung ihrer Bohrtonzessionen erbitten. Die Zahl der Fundstellen, für die Konzessionsbcftätigungen nachgesucht worden sind, wird auf 491 veranschlagt. Dies entspricht einem Gebiet von 299 Millionen Acres. Ebenso haben die große holländische Gesellschaft La Corona sowie andere Gesellschaften, darunter auch einige amerikanische, bereits den Bestimmungen der Pe- troleumgesetze entsprochen. Im amerikanischen Ctaatsdepartc- mcnt wurde eine Stellungnahme zu diesen Nachrichten abgelehnt. Der preußische Haushallsvorschlag sür 1927 ist dem Staatsrat zugegangen, dessen Ausschüsse sich in den nächsten Tagen mit dem Etat beschäftigen werden. Spstem Siemens. Zchnstundentag und Scchzehnstundenschicht. Die Reichsbahn hat im Iaimar 1324 unter Berufung auf Z 13 d«„Verordnung über die Arbeitszeit" vom 21. Dezember 1923 die bis dahin allgemein geltende achtstündige Arbeitszeit b e s e i- tigi und den„verstellbaren Arbcitsag"(deutsches Reichspatent!) von d bis 19 stunden eingesührt. Unter der Herrschaft dieser ver- stellbaren Arbeitszeitregelung hat die Reichsbahngesellschast im »vesentlichcn die neun- und zehnstündige Arbeitszeit e i n g c fü h rt. Nach einer von der Hauptverwaltung nach dem Stand vom 1. Juli 1325 aufgestellten Statistik kommen nur 3,6 Praz, des Betriebs- und Bcrkehrspersonals in den Genuß der ■48-sUmden-Woche, während 17,9 Proz. dieses Personals eine wöchentliche Arbeitszeit von 49 bis 53 Stunden haben. Demnach haben 78,5 Proz. des Betriebs- und Bcrkehrsper- f o r. a l s eine wöchentliche Arbeitszeil von 54 bis 69 Stunden. Die Arbeitszeit dieses Personals kann auf Grund der Dienstvor- schristen in der Weise verteilt werden, daß Dienstschichteo von 16 Stunden und in besonderen Fällen auch über diese Grenze hinaus geleistet werden müssen. Ein Teil dieses Personals ist sogar während der zulässigen Schichtzeit dauernd aus die Dienststelle gebannt. Die durch Diktat der Reichsbahnhauptverwoltung ein- geführte„verstellbare Arbeitszeit" wirkt sich in einer für das Per- sonal geradezu unerträglichen Weise aus. Die Eisenbahnergewerkschaftcn haben damals sofort gegen diese diktatorische Regelung der Arbeitszeit energischen Protest erhoben und eine Herabsetzung gefordert. Die Tarifgewerkschaften haben dann, nachdem langwierige und hartnäckige Berhandlungen mit der Hauptverwaltung der Reichsbahn zu keinem Ergebnis führten, bei den Verhandlungen, die vor dem vom Reichsarbeits- minister eingesetzten Schlichter stattfanden, durchgesetzt, daß die Ar- beitszeitverhältnisse bei der Reichsbahn nachgeprüft wurden. Am 26. November fanden endlich die von den Eisenbahnern mit Spannung erwarteten Berhandlungen statt. Die Hauptoerwal- tung hat in dieser Verhandlung ihre Stellungnahme zu den ein- zelnen Forderungen präzisiert mit dem Ergebnis, daß alle wesentlichen Forderungen der Gewerkschaften abgelehnt wurden. Die Ablehnung wurde zum Teil mit faden- fcheinigen Argumenten begründet. Die Hauptverwaltung zeigte keinerlei Entgegenkommen bei den wichtig st en Forderungen der Gewerkschaften, die auf ein« Herab- setzung der gegenwärtig zulässigen Arbeitszeit von 19 auf 3 Stunden und eine Herabsetzung der zulässigen S ch i ch t z e i t hinzielten. Diese beiden Forderungen wurden abgelehnt, obwohl ihre Mehrkosten in keinem Verhältnis zu dem Gesamtetat stehen. Die Herabsetzung der höchstzulässigen Arbeitszeit von 16 auf S Swn- den erfordert nach der Berechnung der Hauptverwaltung 9292 Köpfe— 2,16 Proz. des Betriebs- und Verkehrspersonals, das rund 425 999 Köpfe umfaßt. Die Herabsetzung der Schichtzeit erfordert nach der Berechnung der Verwaltung 2294 Köpfe— 9,52 Proz. Diese beiden Forderungen zusammen würden nach An- ficht der Hauptverwaltung eine Mehrausgabe von rund 29 Milio- nen Mark erfordern. Nach den Berechnungen der Gewerkschaften sind die Mehrkosten bedeutend geringer, zum mindesten können sie durch eine besser« Verteilung des Dienstes und durch Verbesierungen der Betriebs- anlagen und-einrichtungen noch bedeutend herabgesetzt werden. Man muß aber, auch wenn man die Berechnungen der Hauptver- waltung als richtig anerkennt, im Hinblick auf den Gesamtetat und auf das große Heer der Arbeitslosen in Deutschland feststellen, daß die Gcwerkschaftsforderungen ohne weiteres durchführbar sind. Die Hauptverwaltung beruft sich hauptsächlich darauf, daß sie nicht unter die in der Friedenszeit geltenden Arbeits- und Schichtzeiten herabgehen könne! Die Eisenbahner niüssen jedoch unter Hinweis auf die seit mehreren Iahren im Reichsbahnbetrieb geübten Rationalisierungsmethoden einen Vergleich mit der Arbeitszeit vor dem Kriege energisch zurück- weisen. Man kann nicht ohne weiteres Arbeitszeit mit Arbeits- zeit vergleichen, sondern muß Arbeitszeit und Arbeits- l e i st u n g zum Vergleich heranziehen. Die Arbeitsleistungen der Vorkriegszeit lassen sich mit den gegenwärtigen in keiner Weise ver- gleichen, da fest einigen Iahren durch die sogenannte„wisienschast- liche Betricbsführung" und die in ihrem Gefolge vorgenommene Erforschung aller Arbeitsvorgänge unter Anwendung der Psycho- technik und Verwendung von Stoppuhren die Arbeitsleistung des Personals ganz bedeutend über die Vorkriegsleiswngen hinaus g e- steigert wurde. Die Gewerkschaften haben deshalb auch bei den Berhandlungen erklärt, daß die von dem Vertreter der Hauptverwaltung zu den Forderungen der Gewerkschaften abgegebenen Erklärungen nicht geeignet sind, dem Betriebs- und Verkehrspersonal fühlbare Erleichterungen zu bringen und sie deshalb ihre Forde- r u n g en, die in Uebereinstimmung mit dem organisierten Personal aufgestellt wurden, im vollen Umfange aufrecht er- halten. Sie haben ferner erklärt, daß sie erwarten, daß ihre Stellungnahm« unverzüglich dem Generaldirektor unterbreitet wird, mit dem Ersuchen, baldmöglichst eine Verhandlung unter seinem Vorsitz anzuberaumen. Es muß festgestellt werden, daß nicht nur die Eisenbahner, sondern auch die übrige Ardeitnehmerschaft, insbesondere das große Heer der Arbeitslosen und darvber hinaus dos« der Bett*«»«. si ch e r h e i t interessierte reisende Publikum ein Interesse daran haben, daß die Hauptverwaltung endlich die durchaus bescheidenen erträglichen Forderungen der Gewerkschastcn erfüllt. Ein kommunistischer Erfolg. „Umgekehrt wird ein«chuh daraus." In der Nummer vom 23. November schrieb die„Rote Fahne" u. a. zu unserer Kritik über den Beschluß der Essener Ortsvcrwaltung des Deutschen Mctallarbeitervcrbandes, der das Delegicrtcnsystcw. für die Generalversammwng' ablehnte: Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Diese Sätze beweism nur erneut, daß die„Vorwärts�-Kedakteure die Stimmung der Ber- Ii im" Metallarbeiter absolut»ich) kennen, denn sonst wurden sie feststellen können, daß die große Mehrheit der Berliner Kollegen die Entscheidung der Essener KellegQt begrüßen wird. Die Meh� heit der Berliner Metallarbeiter, der„Vorwärts erkundige sich nur einmal bei den SPD.-Funttionären der AEG.-Turbine. stiib mit der Haltung der„Roten Fahne" imd der Kommunistische.i Partei einverstanden und geben gerade in den letzt statt- findenden W a h l k ö r p e r v e r s a m m l v g e n und verschie- denen anderen Kundgebungen den Reformist�tZ die richtige Antwort. Allerdings gaben sie die richtige Antwort. Die„Rote owhne, die durch ihr dummes Geschreibsel die Abwehrbe'wegung der Beleg- schaften der AEG.-Turbine sabotiert hat, ist offenbar über die Stim- mung der Mitglieder des DMB. in Berlin im allgoneinen und der Belegschaft der AEG.-Turbine im besonderen ausgezeichnet unterrichtet. Das ergibt sich schlagend aus dem Ergebnis d e r W a b körperversammlungen, die bei außerordentlich starker Be- teiligung stattgefunden haben. Bon den fünf Delegierten dgr AEG.- Turbine erhielten die Kommunisten nicht e in e n einzigen. Genau so sieht es in den anderen AEG.-Betrieben aus. wie Hen- nigsdort, Kabelwerk Oberspree, Brunnenstraße und Transformatt>ren- fabrik. Diesen kommunistischen„Erfolg" kann die„Rote Fach,« ganz besonders auf ihr eigenes Konto schreiben. Allerdings habe» die„Reformisten" nachgeholfen. Lerankvortlich wr Politit: Dr.«urt Sc»--: Wirtschaft: Arwr s-tcrnuz: Eeaxrlschaftsbeweaunq: Zricdr. Ctttotn; ffeitilletoll: it. S. DZlchrr, Loialcs und Eonstiaes: Fritz Karstadt: Anzriaen: Tb. 6!oÄ«; famtlidi in Berlin. Berla«: Borwarts-Bertaa®. m. 6. ß.. Berlin. Druck: Borwarts.Buchdrnitcrcr und Berlaosanstalt Poul Einacr u. Co. Seiiin£33 38 SindemKene S. ßictjn 5 Beilagen...Unterhaltung und Wissen' arnd„Aus der Filunnclt. übergibt man nur dem Nachweis deck Deutsch. MusilrrverbandcZ, Berlin 027, «nbtcnSflr. 21 Mönigltadt 4310, 4048). GeschüstSzeit Abis 5. EanntagS 10 bi? 2 Udr. Aus Wunsch LZcrtrcterbcsuch 1I9EIIINACI1XS-VERK41LIF gnara 9 C H U LP I• Klelferrtofge Pullover-Stoffe mit Kunstseide....... Mtr. 0»95 Rcmtuollcne Rockstoffe rorzüjiiche-< yr Strapazierqualität, ca. 130 cm breit....... Mtr. X*( O Gabardine s Ä",l»7ÄK!T!iK 3.80 j Rips-Papillon ffiKÄtÄSS.SS Mantel-Velours rein« Wolle mit MouL- O /» C Effekten, 140 cm breit.................. Mir.; Taschentücher Damentücher Rein!ein./> qc echt Madeira, handgestickt X/« 1/ O Herrentücher vreiß Linon m. 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Aber sie glaubten, daß die Not der Arbeitslosen ein ebenso bequemer wie wirkungs- voller Sturmbock wäre, um die sehnlichst erstrebten Regierungssitze zu erobern. Dann, ja dann hätte man den verflixten Proleten natürlich eine ganz andere Melodie gepfiffen. Ihr eigenes Pro- gramm sah ja ganz anders aus: Staffelung der Unterftützungs- sätze nack� dem Einkommen, d. h., wer da früher mehr hatte, dem sollte naturlich nun auch mehr gegeben werden, damit selbst in de>n Unheilsstimpf der Arbeitslosigkeit noch eine Klassifizierung geschaffen werden kann. Und natürlich: Bedürfttgkeitsprüfung für die„Nutz- nicßex der Erwerbslofenunterftützung", die auf Kosten des Besitzes sich gute Tage machen. Man könnte fast glauben, die Arbeitslosen sitzqn alle Tage rein zum Vergnügen auf dem Arbeitsnachweis und singen vergnügt:„So leben wir, so leben wir.. Ach, wie leben sie denn olle Tage? Ei« Lebenskünstler. Er ist Witwer, sechsunddreißig Jahre alt und bezieht jetzt 12,30 M. Arbeitslosenunterstützung. Seine vollwertige Arbeilskrasl «ehr. denn er ist schwer herzleidend, hat ein Jahr im Krankenhaus und in den Kuranstalten der Krankenkasse zugebracht. Dann wurde « gesund geschrieben und ist nun seit einem Jahr arbeitslos. Er ist zufrieden, denn: er kommt mtt seiner Unterstützung aus, er kann sich durchschlagen, ein erwachsener Mann, der bisher 10,70 M. wöchentlich zur Verfügung hatte— wie macht e r dos?—„Ich will nicht sagen, daß es all« so machen können, ich bin nur gewohnt, mich sehr einzurichten. Und dann: Ich habe eine eigene Wohnung, wo ich drin machen kann was ich will, das is viel wert! 12 M.(ohne die Steuer) gebe ich Miete für Stube und Küche, es sind ja man Löcher un die Arme kann ich ntch Hochstrecken: aber ich kann mir doch olleine alles waschen, un ich mache mir allens alleine. Ich koche mir alleine das Essen, da können sie selber aus- rechnen, was das kostet. Ein Pfund Talg auf die Woche, damit koche ich mir Gemüse un Sartosseln, mit eine Preßkohle. Wenn ich uu nach Hause komme, is die Kartoffelsuppe fertig: olle Woche ein große Brot un Schmalz, un Gerstenkaffee und zweimal in die Woche zweimal ein bißchen Wurst. Aber Fleisch kann ich nicht mehr essen, da ekelt mir jetzt vor, weil ich das nich mehr gewohnt bin. So bin ich gerade ausgekommen. mtt meine Unter- stützung: Kleider aber habe ich mir nich kaufen können, aber da is mein Bruder gestorben un ich habe ein« Hose un Jackett, un Weste geerbt, un die Stiefel bessere ich selber aus: Vor'n Jahr habe ich mir ein Pfund Sohlleder für achtzig Pfennige gekauft, damit reiche ich noch. Wenn ich schlafen könnte, würde ich gar nich klagen, denn dann legt man sich ins Bett un schläft, denn hungert ein nich, denn braucht man bloß zweimal am Tage zu essen...!* Siehe, da ist er gefunden, der Musterproletarier noch dem Herzen der mächtigen Herren! Man muß die Bande bloß erziehen: Wenn man sie knapp genug hält, gewöhnt sie sich schließlich nicht nur dos Fleisch, sondern auch das Essen ganz ab. Der Vater. In der kalten Swbe sitzt die Familie um den Tisch: eben hat man Mittagbrot gegessen, ein Feiertagsmittagbrot: Quetschkartoffel: Fleisch gab's auch, für Dater und'Onkel, der heute zu Besuch ist und der das halbe Pfund Fleisch mitgebracht hatte. Aber Vater hat sein Stückchen nicht gegessen— man muß dem Gast doch auch abends was vorsetzen!— Die Familie hat dos fabelhafte Glück, den höchst- sah der Erwerbslosenunterstühung zu beziehen. 21,60 M. wöchenl- lich waren es bisher. Damit mußten sieben Mäuler satt gemacht werden. Der Vater sst schon S3 Jahre alt, seit IS Jahren ist er zum erstenmal— seit Juni nun— arbeitslos. Da muh er doch eigentlich Geld gespart hoben, nicht wahr?— Ach ja... Er ist ja einer von denen, die nach Meinung der wohlweisen Herren„zur Stärkung des Arbeitswillens" noch weniger erhatten sollten, denn sein Stundenlohn betrug nur 66 Pfennig, unt» nur 28,90 M. bekam er alle Woche raus, wenn ihm nicht ein Feiertag einen Strich durch di« Rechnung machte. Und der Dater erzählt:„Det hier is ja bloß der Rest, zwölfe sind et eigentlich. Aber die Jroßen habe ick nu alle uff't Land jeschickt, zu'n Bauern. Schicken können sie ja nischt, ober sie kosten wenigstens nischt mehr. Nu ham se mir entlassen, wejen Arbeitsmangel, ick war der Aettefte mit, da mußte ick raus. Denn se denken ja, se mißten enen sonst schließlich mal Pension zahlen, dann wird man schnell abjebaut!— Wer wird mir denn nu nehmen, wo ick schon so all jeworden bin? Un wat soll aus die Klecnen wer'n?"— Ja, was soll werden? Auf dem Sofa sitzt das kleine Mädel, das jetzt, mtt sechs Iahren, eben laufen gelernt hat, die Mutter häll den 1 �jährigen Jüngsten auf dem Schoß, die beiden Größeren spielen auf dem verwinkelten Hof. Der einzige Verdiener ist der Sechzehnjährig«, der monallich 45 M. Kostgeld abgibt, denn er verdient als Dreiradsahrer den fürstlichen Stundenlohn von 43 Pfennigen. Für die Jüngsten gibt di« Säuglingssürsorge täg- (ich einen Liter Milch und all« Woche für eine Mark Lebensmittel. Die Wohnung, hinter den Kulissen des malerischen„Alt-Berlin", zwei niedrige Stuben und ein Loch von Küche, kostet 2ö M., trotz- dem die Wasserleitung auf dem Flur und das Klosett aus dem Hof ist. Und der Bater zahlt die Miete voll. Er hat noch die alle Tradttion in sich, den Stolz des Arbeiters und das Grauen vor der schnüffelnden„Armenfürsorge". Und so lebt die FamUie wirklich von dem Unterstützungsgcld, und so sah ihr Etat aus.„Ick habe noch nich jebettelt. Aber det sage ick Ihnen, so vill« für'ne Pulle Kognak wirde ick mir doch zusammenfechten— det erstemal in mein Leben! Un denn— jeder ein ordentlicher Schluck un denn den Iashahn uff! Ick kann det nich mehr mit ansehn, det die Kinder hungern!" ... unü ein ,6eamfec!' So hungern sich die Erwerbslosen durch! Ihre Sehnsucht ist auf Arbeit gerichtet, aus festen Lohn iznd selbstverdiente» Brot. Wie sieht's ober heute noch bei denen aus, di« festangestellt,„Beamter" sind? Hier ist die Aufstellung eines Postschaffners, der uns dazu schreibt: Beiligende«Sehalszettel werden Aufschluß geben, wie elend sich unsere Entlohnung mit der daraus folgenden Verschuldung ge- staltet. Nicht dos die Zettel Einzelerscheinungen wären, einen Durch- schnitt stellen sie dar. Gleich einer Lawine schwillt die Verschuldung, denn unser schon immer unzureichendes Geholt konnte gar nicht andere Folgen nach sich ziehen. Der Haushalt, aufgebaut auf die Mitarbeit der Frau(bis zu ihrer totalen gesundheitlichen Er- schöpiung fortgeführt), konnte natürlich nicht mehr im Gleichgewicht qehasten werden, als schwere Krankheit und Arbeitslosigkeit die Frau von der Mitarbeit ausschlössen. Seit acht Iahren verheiratet, aber erst im November 1923 in den Besitz einer Wohnung gekommen, stellte die notwendigste Anschaffung von Möbel eine weitere uner- trögliche Belastung dar. Zur näheren Aufklärung nachstehende Auf- stellung über die Verwendung meines Gehaltes von brutto 157,06 M. Zu den regulären Abzügen von Steuern........... M. 4,90 Kleiderkasie.......... 4,— Krankenkasse(freiwillig)....„ ö,— treten an Raten für Dienstschulden Post-Spar- und Darlehnsverein. Spargeld......... Zinsfreier Vorschuß..... M. 13,60 M. 15.93 . 2.- . 20,— M. 51,83 Die tvunöer öer Klara van Haag. 24] Van Johanne» Vuchholtz. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. Minna trat ans Treppengeländer, daß ihre Beine sichtbar wurden, gute, dicke Beine, sicher doppell so dick, wie die des kleinen Lund. Die Füße steckten in blauen Pantoffeln mit Schwanendaunen am Rande. „Hat sie eine aus Alpaka genommen?" „Nein, weißer Frot6. Fasion Olivia mit gekordellen Knöpfchen, geraden Taschen und Rückengurt, aber ohne Hänge- busen." „Wollte sie Egholms Rechnung bezahlen?" „Augenblicklich und ohne daß ich es vorzuschlagen brauchte. Es muß also etwas dahinter stecken. Aber jetzt hänge ich ein Schild„Vertauft!" an das mit den Spitzen, und dann kannst du es nehmen, wenn du es willst." „Jetzt will ich erst den Olivia sehen." „Du bist doch nicht ganz verrückt, ein unmodernes Ding, flach wie eine Tür vorne!" „Misch dich nicht in mein« Angelegenheiten. Du hast nicht die Spur von Individualität. Wenn ich mir mein Geld selbst verdiene, dann.." Die Pantoffeln verschwanden, eine Tür wurde hart zu- geschlagen, aber kurz darauf ertönte von oben Gesang, der von Minnas ungewöhnlich starker Gesundheit und Energie zeugte. Frau van Haag schämte sich ein wenig vor sich selber, als sie heimwärts ging. Gott weiß, was sie nun getauft hatte! Von Olivia blieb wohl nicht recht viel übrig. Dagegen bekam sie vielleicht etwas einigermaßen ähnliches wie die Brüsseler Jacke. Die hatte sie in Gedanken, als die Spinne sie ins Verhör nahm. Iaja. Aber was erzählte er von der Verlegung des Bahnhofs? Frau Klara blieb mitten auf den Fliesen stehen und nickte bei sich. Wenn die Bahn Egholms Besitz kaufte, würde er wahr- fcheinlich über eine hübsche Summe verfügen können. Eine Summe, die auf kluge Art angewandt, ein Schlüssel zu dem sein konnte, was feine Hoffnung und fein Wunsch war. Frau Klara nickte wieder und ging schnell weiter. Kannte sie etwa nicht den Minister? Wer ihr begegnete, grüßte sie mit Ehrerbietung. Wer aber hst'-er den Scheiben und Gardinen saß, schüttelte den Kopf und sagte:„Sieh nur, wie sich die Zöllnerin auf offener Straße anstellt!" 9. Kapitel. Wieder Frau van Haag. Ihr Name wird von Haus zu Haus geflüstert und gerufen. Was jetzt? Ja, sie hat Kalk- Malereien in der Kirche entdeckt. Das ist wirklich wahr. Sie !>at sich den Kirchenschlüssel vom Kirchendiener geliehen und ie von einem Ende bis zum anderen besehen. Sie ist auf eine Stuhllehne gekrabbelt und— sa, da saßen die Gemälde unter vielen Schichten Tünche. Tadellose Person, die Frau van Haag. Der Pastor wandte sich an die zuständige Behörde, daß dieser naive aber doch eigentlich schöne Geschmack der Ver- gangenheit wieder auserstehen müßte. Die Behörde meinte nein, da es Geld kosten würde. Aber Manufakturwarenhändler Lund, der von dem Plan hörte, streicht sich durchs Haar und bekommt eine Idee, daß feine Augen schimmern: Die Touristen! Er läßt Minna auf den Laden passen und jagt herum zum Konsortium und den anderen großen Leuten:„Die Touristen," flüstert er,„die Touristen müssen die Kirche koloriert haben. Weiß wird nicht mehr gebraucht. Man gebraucht Bilder. Alle Kirchen, zum Beispiel in Viborg, zum Beispiel das Rathaus in Kopenhagen— das ist ja keine Kirche, hat aber doch einen Turm—, sind jetzt koloriert." Und dieses Wort, die Touristen, hat eine so starke Macht. daß es nicht allein die Herzen, sondern selbst die Geldbeutel öffnet. Niemand glaubte in Wirklichkeit an die Geschichte mit den Touristen, ober alle taten, als ob sie daran glaubten. Sie gründeten Bereine und Konsortien zur Ausnutzung dieser Touristen, sie bauten Badeanstalten, ja sogar Villen für sie. Sie ließen Egholms Haus stehen und putzten jetzt die Kirche mit teurer Malerei. Alles mit einem vergnügten Lächeln auf den Lippen und einem tiefen Mißtrauen im Herzen. Wer sollte die Kirche malen? Ja, darüber ivar man nicht lange im Zweifel. Das sollte der Wundermalergeselle Jvhan Fors. Hedwig sah in der Zeitung, daß sein Name im Stadtrot genannt worden war. Sie nahm das Brotmesser, schnitt die Stelle aus und verwahrte sie in ihrer Kommodenschublade. Als die Malerarbeit begann, kam ein« spannende Zeit für sie. Jetzt wußte sie, daß er gleich hinter der dicken, roten Mauer zu finden war. Sie wünschte, daß sie für sie durchsichtig würde Mehrmals am Tage mußte sie an der Kirche vorbei- gehen"nd es konnte geschehen, daß sie etwas von Joban Fors sah. Galt es ihm so war sie ein genügsames kleines Mädchen. Als sie ihn den ersten Morgen vor dem Wappenhause an einem alten, efeubewachsenen Grabe hatte stehen sehen, kam sie heim mit Fieber in den Wangen. Sein Malerkittel hatte überall bunte Flecken, am stärksten auf den Taschen, am wenigsten zwischen den Schulterblättern, wo er ja nicht so gut mit seinen Fingern hinlangen konnte. Der Spannriemen baumelte zu beiden Seiten herunter. Später am Tage hatte Hedwig noch ein Erlebnis, das sogar größer war als das des Morgens. Sie hatte wieder etwas zu besorgen, und auf den Schlag zwölf trat Iohan zur Kirchentür heraus, die er hinter sich schloß, worauf er den großen Schlüssel in die Tasche steckte. Sie trafen sich gerade vor der Pforte. Er hob das Kinn und blickte nach ihr hin, und als sie nickte, kam sein breiter Htit in Schwung, und es wogte ein Lächeln um seinen Mund und seine Augen. Es schien sogar, als ob fein sonnen schimmerndes Haar mitlächelte. Den nächsten Sonntag bat Hedwig sich frei: sie wollte m die Kirche. Die Gnädige sagte ja, aber ihre Augen ruhten mit so großer Berwunderung auf Hedwig, daß sie rot wurde. Hedwig kam zeitig. Sie sah ein Gerüst an der Nordseite hängen, wo ein grüner und roter Fries begonnen war. Zuerst wähite sie sich ihren Platz gerade unter dem Gerüst, aber es dauerte nicht lange, bis sie ihre Dummheit einsah und sich auf einen Stuhl an die Südseite setzte. Sie ging in ihrer stolzesten Haltung, gerade weil sie glaubte, daß jeder einzige in der Kirche durchschauen konnte, daß sie dort hinüber wollte, wo sie Iohan Fors' Gerüst die ganze Zeit vor Augen hatte. Schon als das erste Lied begann, merkte sie, daß ihr der Nacken schmerzte, weil sie den Hals so schief hielt. Nein, das ist peinlich dachte sie, beherrschte sich einen Augenblick und nahm die Kirchgänger in Augenschein. Die waren auf dem Kokoslaüfer vorbeigeschlichen und hatten sich auf die Stühle geklappt, ohne daß sie einen einzigen von ihnen bemerkt hatte. Ganz oben sah sie die Bulldoggenfratze des Kammerherrn und einige steife Damen aus Gammelbauge Gleich dahinter kam Hedwigs eigener Zollverwalter. Sie konnte die Abdrücke der Bartbinde auf seiner Backe und die ungleich gefärbten Flecke in seinem Haar sehen. Nun, dachte sie, dafür trägt er aber doch selbst die Verantwortung. S i e hatte zu verant- warten, daß keine Falte und kein Stäubchen auf seinem Zeug, keine matte Stelle auf seinen Stiefeln war. Sie konnte es von ihrem Platz aus nicht sehen, aber sie wußte, daß seine Augen wie zwei leere Tore in seinem Gesicht standen. Sie hatten n'cht einmal eine Sehrichtung. Dagegen fingen seine raten. Ohren jedes Geräusch nah und fern auf. (Fortsetzung folgt.) so daß ich 107,25 Zlt. ausgezahlt erhalte. Jetzt beginnt nun das Trauerspiel der Verteilung dieses Restes, also: Miete........... M. 18,75 Gas ca. 3-4 M........ 4— Feuerung........... 6,20 Leitung m. Lachen linls u. Frauenwelt, 5.60 Parlei............ 1,20 Reichsbanner.......... 0,50 Gewerkschaft.......... 2.25 Verbrennung.......... 0,60 Lebensversicherung........ 3,03 Möbelrate........... 23,— Kleiderrate......... 12,— M. 84,35 Selbst von dem nun verbleibenden Rest sind noch kleine Ver- pslichtungen abzudecken und die Fortsetzung ist, weiter Schulden machen. Keiner wird behaupten wollen, daß, wenn ich getrost die Möbel und Kleiderrate zu dein verbleibenden Rest von 22,85 M. binzuzähle, daß 57,80 M. etwa eine Existenz bieten. Auch die Dienstschuldenobzüg« von 35 M. ändern daran nichts, um zu bs. weisen, daß auch ein Geld von 02,80 M. kein menschenwürdiges Dasein verbürgt._ das aufgeklärte Zeitalter. Der Mann kann zaubern... Di« feindlichen Parteien treten in den Potsdamer Strafkammer- saai«in. Priuatkiänger Landwirt Paul Lös« au» Bevgholz bei Potsdam und die Vekliagt« Frau des Büdners Markgraf. Frau Markgraf ist seinerzeit vom Amtsgericht Potsdam zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil sie in bezug auf den Prioatklöger behauptet haben soll, daß dieser hexen könne urtd ihr Vieh und chos verhext habe. Gegen dos Urteil hat Frau Markgraf Berufung «Ingelegt. Vor Eintritt in die Verhandlung versucht der Vorsttzende zu ver- mittel».„Wollen Sie sich nicht lieber einigen, Frau Markgraf und die Beleidigung zurücknehmen? Frau Markgraf:„Ick nehme nichts zurück, der Mann kann hexen, und wenn ich det sag«, i» et keen« Beleidigung. Ganz Bergholz wees et, daß er hexen kann. Im Gesetzbuch steht drin, du sollst nich zaubern, aber der Mann, hoher Berichtshof, hat mich mein« vier Kühe im Stall behext. Sie geben keenen Tropfen Milch nich. Der Mann kann zaubern, ick Hab mir vorn Spiegel gestellt, und da stand er als Hexenmeister vor mich." Vorsitzender:„Aber Frau Markgraf, Sie machen sich durch die Verhandlung unnötige Kosten, nehmen Sie doch die Hexerei zurück." Frau Markgraf:„Wat, zahlen soll ick for die Verhandlung, wo doch die Kühe ihre Milch verhext is. Er hat sa selbst gesagt, daß er hexen kann. Den ganzen Nutzen nimmt uns der Mann weg. Er ha: uns so behext, daß wir hinten rau» gehen müssen aus unserem Grund und Boden." Borsitzender:„Frau Markgraf, es gibt doch kein« Hexerei, ersparen Sie sich die 20 Mark und nehmen Sie dl, Beleidigung zurück." Frau Markgraf:„20 Mark zahl ick sowteso nich, wo die Milch von meine Kühe oerzaubert is. In de Bibel, hoher Gertchtshof, steht..." Vorsitzender dazwischen fahrend:„Entweder wir verhandeln oder Sie nehmen die Beleidigung zurück." Frau Markgraf wirst ihren Mantel auf den Stuhl und geht zum Richtertisch.„Ja denken Sie nur, Herr Richter, wenn er Ihnen wollt behexen, denn Hexenmeister is der Mann." Nun greift der Ehemann Märtgrof dazwischen.„Meine Frau nimmt die Be- leidiguna zurück, aber mit das Meh stimmt die Sache nich, Herr Richter. Frau Markgraf üd«rnlmmt sämtlich« Kosten. Aus dem Gerichtstorridor meint sie ganz verstört:„Wenn det Gericht man wüßt«, daß er mich ooch die Ferkels behext hat. dann braucht ich keene Kosten nich zu zahlen." Aufgeklärtes 20. Jahrhundert... Der Gattenmsrö in öer Mulackstraße. Borchcrt stellt steh der Polizei. Am Donnerstag berichteten wir von einem Verbreche» i» der Mulackstraße 35. Dort hatte der Händler B o r ch e r t seine 28ISHrlge Ehefrau Frieda, geb. Rennemann, bei dem ihm bekannten Händler Otto Berndt in klasranti ertappt und niedergeschossen. Der Liebhaber flüchtete. Borchert sucht« nach vollbrachter Tat das Weite. Trotz eifriger und umfangreicher Fahndungen gelang es den Beamten der Kriminalpolizei nicht, den Täter zu ermitteln. Auch einige Razzien, die in Lokalen, in denen Borchert zu verkehren pflegte, unternommen wurden, verliefen ergebnislos. Am Sonnabend aber kurz nach 6 Uhr stellte sich Borchert, wie er durch seinen Rechtsanwalt Dr. Frey hatte ankündigen lassen, der Kriminalpolizei. Er fuhr zu- sammen mit Dr. F. in einer Kraftdroschke vor und wurde von den Kommissaren der Mordkommission Werneburg und E r d m a n n eingehend'vernommen. Das Ergebnis der Vernehmung deckt sich zum größten Teil mit der bereits am Donnerstag von uns wieder- gegebenen Darstellung. Er fand, wie wir schon berichteten, seine Frau bei dem Liebhaber unter dem Bett ver st eckt, zog sie !>ervor und schlug auf sie ein. Er will nicht die Absicht gehabt haben, eine Frau zu töten, sondern er wollte ihr nur einen tüchtigen Denk- zellel erteilen. Dann übermannte ihn aber doch die Wut und er gab aus dem Revolver, den er einem Bekannten fort- genommen hatte, drei Schüsse auf seine Frau ab, die alle tödlich wirkten. Nach der Tat Irrte er in der Gegend umher und hielt sich vorborgen, um sich der Verhaftung zu entziehen. Er begab sich zu seinen, Rechtsanwalt, dem er sich offenbarte und der ihm riet, sich der Kriminalpolizü zu stellen. Wo er sich in der Zeit von Donners- tag bis Mtern aufgehalten hat. und wer ihm Unterschlupf gewährt hat, darüKr verweigert er jede Auskunft. Wenn einer nicht genug kriegen kann. Rur zu oft erscheinen in der letzten Zeit Beamte vor Gericht. Um so übler ist es, wenn sie durch unbegründete Verdächtigungen verletzt werden. Das sollte der Kaufmann D. aus Frankfurt a. d. O. am eigenen Leibe zu spürren bekommen. Er hatte sich eine Steuer- Hinterziehung zuschulden kommen lassen. Das Finanzamt legte ihm eineStrafcvonlO 000 M t. auf. Das erschien dem Kauf- mann zuviel. Er verhandelte mit dem zuständigen Beamten und siehe da: die hohe Geldstrafe schmolz auf 1000 M. zusammen. Auch dies schien dem Kaufmann zu viel. Aus der großen Differenz zwischen der ersten und zweiten Summe glaubte er eine Andeutung heraus- lesen zu dürfen, als wolle der Beamte irgendeinen Nutzen für sich haben. So schrieb er einen Brief an dessen Borgesetzten, in dem er gegen den Beamten Beschuldigungen aussprach. Das Ende vom Liede war«in Verfuhren wegen wissentlich falscher Anschuldigung und Verleumdung. Das Urteil der ersten Instanz lautete auf 9 Monat« Gefängnis. Aller- dings ein hartes Urteil. Die Berufungsinstanz sah die Sache milder an. Sie hielt dem Angeklagten u. ci. den Umstand zugute, daß er nun erklärte, nichts von seiner Anschuldigung aufrechthalten zu können. Das neue Urteil hieß sechs Monat« Gefängnis. Ueber Be- währunqsfrist soll der Richter erster Instanz zu entscheiden haben. Wäre«ine höhere Geldstrafe in diesem Falle nicht eher am Platze gewesen? Und wäre es nicht richtiger gewesen, wenn das Finanz- amt die Geldstraf« für die Steuerhinterziehung von vornherein in angemesseneren Grenzen gehalten hätte? Dam, wäre alles weitere unterblieben. die Reichsbannerwerbung. Eine Rede des Genossen Otto Brau«. Der Kreisoerein Zehlendors des Reichsbanners Schwarz-Rot-Lold feierte am Sonnabend das Fest seiner Bannernaglung, das«ine be- sondere Bedeutung erhielt durch die Festansprach«, die der preußische Ministerpräsident Otto Braun als Zehlendorfer Einwohner übernommen hatte. Der Ministerpräsident führte aus: Das Reichsbanner ist eine der am heißesten umstrittenen Erscheinungen des öffentlichen Lebens. Das beweist nicht nur die hohe Bedeutung dieser Organisation, es beweist auch, daß sie notwendig ist. Allerdings meint der«in« Teil seiner Kritiker, diese Organisation sei überflüssig und dt« anderen er- klären sie für nichts weiter als einen Kriegerverein. Es sollte in einem gesunden Volke zwar ein« Organisation, die sich den Schutz der Nation zum Ziele setzt, gar nicht notwendig sein. Solange aber Verbände und Bünde vorhanden sind, die angeblich nur die neu« Flagge bekämpfen, in Wirtlichkeit aber die neue Staatssorm. solang« wird auch eine Organisation wie das Reichsbanner nicht zu misten sein. Und wenn wir schon«in Kriegerverein sein sollen, d. h. also «in Verein ehemaliger Kriegsteilnehmer, dann ist es doch gewiß besser ein Verein zu sein, der die republikanische Staatsform schützt, als«in Verein mit den Tendenzen der alten Monarchie. Außerdem wird sich diese Organisation immer gegen neu« Krieg« einsetzen. Wir wollen die Verständigung mit anderen Völkern. Es ist deshalb notwendig, daß auch die Jugend mit republikanischem Gel st« erfüllt wird. Das geschieht dm Reichsbanner. Wenn es uns so gelingt, die überwiegend« Meng« der Bevölkerung mit republikanischem Geist« zu erfüllen, dam, brauchen wir auch nicht so nervös fein, wenn sich hier und da monarchistische Bestrebungen bemerkbar machen. Di« Hohenzollern werden niemals zurückkehren, wenn der starke geschlossene Wille der Bevölkerung, wie«r sich auch im Reichsbanner manifestiert, sich dagegen stemmt. Die Ausführungen des Ministerpräsidenten wurden vielfach von Beifall unterbrochen und der Redner war zum Schluß Gegenstand einer begeisterten Huldigung. Alfred Beierl« sprach packend und hinreißend neben anderem auch den Hymnus„S ch wa r z- rotgold" von Ludwig Lessen. Stadtrat Genosse Matern fand anfeuernde Wort« wi Namen unserer Partei. Das Fest nahm einen in jeder Beziehung schönen Verlauf, so daß der Werbezweck vollkommen erreicht war. Der Kreisverein Eharlottenburg veranstaltete am Donnerstag einen Fackelzug durch den Norden und Westen Chor- lottenburgs. Am Gustav-Ädolf-Platz hielt der Kreisflihrer Kam. Holze eine Ansprache und forderte die Versammelten auf, in das Reichsbanner einzutreten. Aus dem Reichsbanner sei der Ersatz der Reichswehr zu nehmen.— Bisher wurden 110 Neuaufnahmen gemeldet. Eine Reih« von Kreisen veranstalteten Kundgebungen in geschlossenen Räumen, zu denen besonders die Anhänger der drei republikanischen Parteien eingeladen waren. Im Bezirk Kreuz- b e r g sprachen im dicht besetzten Saal in Nahes Festsälen Gen. Robert Breuer und Abgeordneter Dr. Grzimek. Der Kreisverein Spandau veranstaltete am Freitag in der Markthalle eine Kundgebung, in der Reichstagsabqeordneter Gen. Künstler und Otto N u s ch k e sprachen. Die Versammlung war sehr gut be- sucht. Am Sonnabend veranstalteten die Kreisvereine Kreuz- b e r g und Neukölln einen Fackelzug. Trotz de» regnerischen Wetters waren die Straßenkundgebungen ausgezeichnet besucht. Der flreisverein W i l m e rs d o r f durchzog vom Sportplatz am Seepark die Straßen seines Bezirks. In einer Schlußkundgebung sprach Landtagsabgeordneter Riedel. Läßt sich auch Im Augen- blick noch nicht feststellen, wieviel Ausnahmen gemacht und wieviel Abonnenten der Reichsbannerzeitung gewonnen worden sind, so ist doch schon feststehend, daß die Anzahl der neugewonnenen Mitkämpfer sehr weit in die Hunderte gehen wird. Einzelne Kreis- vereine haben schon bi» zum Donnerstag und Freitag bis zu 300 Ausnahmen zählen können. heute republikanisches Volksfest. Heute nachmittag um 8 Uhr beginnt da» republikanische Volk»- fest, das das Reichsbanner als Abschluß seiner Werbewoche in der neuen Funkhall« amKalserdamm veranstaltet. Das Programm des Volksfestes umfaßt Rezitationen und Gesangsoor- träge, Konzert, Sportveranstaltungen und Tanz. Dem Bolksfeft voraus geht ein A u s m a r s ch des Reichsbanners im Berliner Westen. Die einzelnen Abteilungen treten dazu um 12sb Uhr am Bahnhof Zoo, Bahnhof Savignyplatz und Bahnhof Wilmersdorf- Friedenau an, von wo aus der Weitermarsch nach dem Fehr- bellinerPlatz erfolgt, auf dem um 1 Uhr eine große öffentlich« Kundgebung stattfindet, wo Reichstagsprästdent L ö b e spricht. Im Anschluß daran findet«in Umzug durch die Hauptstraßen Wilmers- dorfs und Charlottenburgs statt, der aus dem Platz vor der großen Funkhalle endet. Hier weiht Reichstagsabgeordneter Genosse Franz Künstler einige Fahnen westlicher Abteilungen des Reichsbanners. Der Rundfunk sollte nicht Programme zusammenstellen, die in einem Gartenetablissement, in dem Familien Kasse« kochen dürfen, vielleicht am Platze wären. Dies berücksichtigt kann man sagen, daß die halbe Stunde bei Ehrlich am Nachmittag voll- kommen überflüssig war. Die humoristischen Vorträge mögen viel- leicht ganz anspruchslosen Gemütern gefallen haben, doch die Schau- spielerporträts waren in jeder Beziehung verfehlt. Gerade Moisst, Bassermann und Pallenberg sind so leicht zu imitieren, daß die Porträts, die ein Vortragender gibt, ganz außerordentlich treffend fein müssen» wenn sie wirken sollen. Kein Mensch kann die» aber von Ehrlich» Bemühungen behaupten. Das darausfolgende Nach- mittagskonzert mit dem Bassisten Theodor H i« b e r brachte nur Dinge, die einmal modern waren, als der Großvater die Groß- mutier nahm. Auch Gustav Hochstädter könnte einmal längere Zeit in Urlaub gehen. Die Witze und Derschen, die den Titel „Heiteres vom Tags" tragen, sind so harmlos und kindlich ge- worden, daß man darüber in tiefe Melancholie verfällt. Am Abend dann die Operette„Frau L u n a" von Paul Linke, der jetzt 60 Jahre alt geworden ist. Sie war vor längerer Zeit einmal die große Attraktion des Apollo-Theater» und verliert auch heut« nicht ihre zündend« Wirkung. Linke hat viel komponiert, aber niemals wieder hat er die„Frau Luna erreicht. Die modern« Operette hat ja andere Takte, andere Tänze und Schlager. Aber ein Walzer wie der„Schlösser, die im Monde liegen", der auch heute noch viel gespielt wird, erinnert In seiner Erfindung beinahe an Kompo- stttonen von Waldteufel oder Strauß. Die Aufführung unter des Komponisten Leitung gestattete sich zu einem großen Vergnügen für die Zuhörer. An sich ist jede Uebertragung einer Operette, deren Wirkung auf Situationskomik beruht, problematisch. Aber wenn man hiervon absieht, muß man tatsächlich sagen, daß»Frau Luna" eine der besten Uebertragungen der Funkstund« war. ZW dem Einmarsch de» Reichsbanner» in die Funkhalle beginnt da« Volksfest. Eintrittskarten sind an ollen Reichsbannerstellen(zum Preis« von 90 Pf.) und an der Tageskasse(zum Preise von 1,20 M.) erhältlich.______ �Revolte" in Moabit. Ucbcrfall auf Gefangnisbeamte. lieber eine„Gefangenenrevolte" in Moabit erfahren wie folgendes: In dem Prozeß gegen S l i w i n s k i und W e g e n e r, die des Totschlages an dem Nachtwächter in Hoppegarten. B u ch h o l tz, angeklagt waren, wurde auch eine Anzahl von Gefangenen als Zeugen vernommen. In der Hauptsache waren es Leute, die sich in der Abtellung für geistig Minderwertige befinden. Etwa gegen 3 Uhr wurden diese sieben bis acht_ Gefangenen nach ihrer Vernehmung in Begleitung nur eines Gesängnisbeamten zu den Zellen zurückgeführt, die sich im Erdgeschoß des Gerichtsgebäudes direkt an dieses anschließen. Ganz unerwartet fielen nun die Ge- fangenen, unter denen sich auch der im Fememordprozeß Panier zum Tode verurteilte und erst vor wenigen Tagen zur Zuchthaus- strafe begnadigte Unterossizier Stein befand, über den Gefängnis- bcamten her und versuchten, ihm die Schlüssel zu ent- reißen. Wer hierbei den Rädelsführer spielle, ob und wann die ganze Sache verabredet worden war, steht im Augenblick noch nicht fest. Der Beamte setzte sich jedoch energisch zur Wehr, und es gelang ihm, Hilfe herbeizurufen. Die herbeigeeilten Gesängnisbeamten und Justizwachtmeister konnten ohne viel Mühe die Gefangenen in die Zellen hineinbringen. So war die ganze„Revolte" in wenigen Augenblicken erledigt. Der Strasanstalts- direktor, der verständigerweise diese„Meuterei" weder von straf- rechtlicher noch von disziplinarischer Seite besonders tragisch zu nehmen geneigt ist und ste als Widersetzlichkeit bezeichnet, erklärte auf eine Anfrage, daß man sich wohl mit einer Disziplinar- strafe begnügen würde, schon au» dem Grunde, da es sich in der Hauptsache um geistig minderwertige Gefangene handele. — Zur Sache selbst wäre soviel zu sagen: Die Angelegenheit hätte tragisch werden können, wenn die Gefangenen dem Beamten irgendwie eine schwere Körperverletzung zugefügt hätten, oder wenn die herbeigeeilten Beamten nicht umsichtig genug vorgegangen wären. Hoffentlich zieht man aus diesem Vorfall die Lehre, daß eine so große Anzahl von Gefangenen von mehr alseinem Gefängnis- beamten begleitet werden muß. Insbesondere, wenn unter ihnen sich «In zum Tode verurteilter und dazu noch so brutaler Mensch wie der Feme-Unterofsizier Stein befindet, der ja doch nichts zu ver- lieren hat, jedoch bei einem geglückten Ausbruch hoffen komtte, mit Hilfe seiner guten Freunde für längere Zeit aus dem Bereiche der Behörden zu verschwinden. Diesen Wunsch darf allein schon im Interesse der Gesängnisbeamten ausgesprochen werden, deren Dienst ja an und für sich nicht ganz ungefährlich ist. Diebe im Reichswehrministerium. Der Tresor mit den Gcheimakte»! Ein Einbruch, der wohl noch weitere Kreise ziehen dürft«, da d>« Täter e» ohne Zweifel auf ein gewisses Aktenmaterial im Reichs- wehrministsrium abgesehen hatten, beschäftigt augenblicklich die Ber- liner Kriminalpolizei. Gegen 3 Uhr nachts drangen Diebe mtt Hilfe einer Leiter in das sogenannt« Amt der Reichswehr in der Leipziger Straße 5—7 ein. Sie wurden jedoch durch einen Wächter gestört und vermochten zu entkommen. Wir erfahren darüber folgende Einzelheiten: Im Haufe der Reichobebörde in der L e i p z i g e r S t r a ß e be. finden sich auch mehrere Abteilungen des Reichswehrmmisteriunrs/ so das Heeresoerwaltungsamt, Heereswaffenamt, die Sanltäts. und Veterinärinspettion und schließlich das Heeresunterkunftsamt. Gegen 3 Uhr nachts bemerkte nun ein Wächter, der alle Stunden die Kontrolluhren auf den Gängen und in einzelnen Zimmern zu stecken hat, ein verdächtiges Geräusch in dem Zimmer eines Referenten. Er schlug Lärm und benachricbtigte außerdem die Polizei, die sofort ein Uederfallkommando entsanote. Beim Eintreffen der Beamten hatten die Täter— es handelt sich vermutlich uin 2— 3 Mann— jedoch das Weite gesucht. Da sofort klar war, daß man es nicht mit einem gewöhnlichen Einbruch zu tun hatte, bei dem es den Dieben auf Geld oder Wertsachen ankam, wurde die Kriminalpolizei benach- richtigt, die mehrere Vertreter an Ort und Stelle sandte, um nach Möglichkeit Spuren entdecken zu können. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß die Einbrecher mit Hilf« einer Leiter aus dem Garten, der nach der Prinz-Albrecht-Straß« zugeht, in das Gebäude eingedrungen waren. Sie hatten zunächst die Botenmeifterei hsim- gesucht und dort den Schreibtisch eines Sekretärs geöffnet, doch hat es den Anschein, al» ob dieser Einbruch lediglich vorgetäuscht worden ist, um die wirklichen Motiv« zu verbergen. In diesem Schreibtisch befanden sich gewöhnlich nur Marken im Betrag« von noch nicht 100 M. und Geldbeträge von durchschnittlich nicht mehr als 30—10 M. Dann drangen die Diebe weiter vor und öffneten in der Abteilung für Heeresunterkunft das Zimmer eines Referenten, der gewisse Akten zu bearbeiten hat, deren Inhalt auch den Beamten der Behörde nicht ohne weiteres zugänglich ist. Der Referent pflegt jeden Abend das Material in den Tresor zu schließen, um es vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Die Diebe müssen offenbar einen Helfer gehabt haben, der in dieser Abteilung des Reichswehr- ministenums außerordentlich gut Bescheid weiß. Bis zur Stunde ist es noch nicht gelungen, eine sichere Spur der Töter zu erlangen. Ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßen- bahnzug der Linie 7 4E und einem Autobus der Linie 1 ereignete sich gestern nachmittag gegen 6 Uhr an der Ecke Potsdamer Straße, und Königin-Augusta-Allc« in der Röhe der Potsdamer Brücke. Beide Fahrzeuge prallten mit so großer Wucht zusammen, daß sämtliche Fensterscheiben in Trümmer gingen. Der Fahrgäste bemächtigte sich eine begreifliche Erregung. Viele wurden von ihren Sitzen geschleudert und zogen sich Q u e t- schungen und Hautabschürfungen zu. Ueber den richtigen Berliner in allen Lebenslagen und Lebens- alkera sprach Dr. Siegfried Mauerman» in der Urania. Der Vor» tragende ist durch seine Sprachforschungen und Dialettstudien weiten Kreisen bekannt. Die Art, wie er sein nicht ganz leicht zu gestallendes Thema behandelte, war sowohl unterhaltend als lehr- reich. Auf humorvolle Weise, durch eine gute Mimik unterstützt, zeichnete er die verschiedenen Berliner Typen aller Gesellschaft»- schichten. Er ließ den echten Berliner wieder lebendig werden, der tn keiner Lebenslage den Humor verliert. Daß zu diesem äußerst anertennenswerten Bortrag, der durch schöne Lichtbilder illustriert war. so wenige Hörer erschienen waren, ist außerordenllich zu bedauern. Vielleicht entschließt sich Dr. Mauermann, der Sonntag noch einmal sprechen wird, im ernsten Teil seiner Bortrages noch einige» über sein« Dialektstudien, die er diesmal nur oberflächlich streifen tonnte, zu erzählen. Im Interesse der Volkskunde wäre dies sehr zu begrüßen. Der geplonle Ankauf von Düppel-vrellinden ist schon für die nächste Stadtoerodnetensigung, die am Donnerstag um Uhr stattfindet, auf die Tagesordnung gesetzt. Den Stadt- oerordneten Ist die Magistratsvorlage zugegangen. fleb elter-klllturkartek! Sroß-SerNa. Die erste Feierstunde findet cur 2S. Dezenider(2. Weihnachlsfeiertag), vormitiax»� U� Udr,� statt unter dem � C&cfümttitcl_ ,,Gln Freudentng und Weilienacht�. Eine Diedtunn für Epreckchor, mit Müstk, Dcsnn� und Tanz von Smim Retdenfcüder. Eintrittspreis 1 M. Am 27. Diüember(S. Weihnachtsfeiertagf, abends TV4 Udr. findet in der ?dilbaim<>nie, Bcrnburqer Struftc, das 2. Sinfonlc-Aoniiert statt. Durch dos Philliarmoinschc Orchester unter Leitung non Iascha Sorenstein wird zum Dortrog gebracht: 1. ,>?randenburiiifchcs Konzert Nr. Z" von 3. S. Boch; 2.„Sinfonie in C-Dur k Jupiter)" von Mozart: Z.„Vocific 221' von Artur Koncager: 1.„Till Eulcnspiegcls lustige Streiche" ven Richard Strauß. Preis der Einzelkortc Mk. Dos Arbcitcr-Kulturtartell bat befchloffen, die diesmalige Zabreswcnds in einer besonderen, dem proletarischen Wedcnkenfreis entsprechenden ssorm zu begeben. Sie soll stattfinden nicht ln der üblichen Weise in Lokalen, fondern drausten in den Anlagen des Kreuzberges. Im Rahmen eines eigens für diesen Zweck geschriebenen Sprecknhorrorrks wird die Stunde der Jahres» mende finnbolisch gefeiert werden. Es wirken mit: der Spreckzchor für Proleta. risch« ffcierstunden unter Leitung von Albert sslorath und Heinrich Witte, «in Mosoreticster unter Leitung von Iascha Sorenstein. der„Junge Chor", der„Gemischte Chor Sroft.Berlin" und der„Schubert-Chor". Karten für alle Deranstaltungen im Qttsausschnst des ADGB., Engel» nfer 24—35, in den Bureaus der Perbände, im Zentrakverband der An» gestelllen, Dellc-Alllance» Sirahe 7— 10. Tabakvertricb GEG„ Inselstr. S, Iigarrengeschäft Lorsch. Engelufer 24— 25, Porwärtsbuchbandlung. Lindenstr. 2, bei den Bildungsoblcuien der Kreise und Abteilungen, in den Borwärts- Speditionen, ün Bureau des Arbeilcr-Kultur-Kartells, Lindenstr. 3, 2. Hof II, Zimmer 3._ Der märkische Bezirksverein des Vereins deulicher Chemiker in Berlin hat heute zu Ehren seines SSjährigen Bestehens um S Uhr zu einer Feier im Plenarsaal des Herrenhauses eingeladen. Auher den bei solchen Gelegenheiten üblichen Begrüßungsreden und An- sprachen wird Professor Dr. A. Binz über„Chemie, Technik und Weltgeschichte" sprechen. Der Verein Deutscher Chemiker selbst, ein technisch-wissenschaftlicher Verband, der den größten Teil der 12 000 deutschen Chemiker bei sich vereinigt, sieht auf ein Agjähriges Bestehen zuriiß. Seinen Sitz hat er vor einiger Zeit aus Leipzig nach Berlin verlegt. Er hat eine Reihe von Fachgruppen. die ihre wissenschaftlichen Sondergebiete pflegen und teilweise wirt- schaftliche Aufgaben bearbeiten. Augenblicklich erlebt der Verband insofern eine Krise, als 10 Prozent aller deutschen Chemiker stellungslos find. Die Erklärung findet dieser Umstand teilweise auch darin, daß nach dem Kriege der Andrang zum Chemiestudium ein allzu großer war. Ein weiterer Grund mag auch darin liegen, daß die Wirtschaft selbst noch nicht genügend sich des wisienschafllich gebildeten Chemikers bedient. In engster Per- bindung mit dem Verband Deutscher Chemiker stehen die Aus- stellungen für chemisches Apparatewesen. Die nächste Ausstellung, nämlich die fünfte, fall vom 7. bis 19. Juni in Csien zu gleicher Zeit mit der 40. Haüptverfammlung des Vereins n*___| Deutscher Chemiker stattfinden. Clnsondungen für dies« Rubrik sind Berlin SW 68. Llndeuftratzr 3, Partemachrichten j/fSh für Groß-Serlm »et» un da» Bezirt»I«kretariat. 2. Hof, 2 Trep» recht», zu richten. I. ftrei» Witt». Dienst aq. 80. November, 1�8 Uhr. Sifcmg bes erweiterten Kreisvorstonbes bei Dobrohlaw, Ewinemünder Sit. 11, am Arkonavlotz. 2. ftrei» Tier-zarte». Doriucratng. 2. Dezember, findet in den Armininshallen ■ ein» Kreismiigliedorverfammlnna statt. Tagesordnung:.Stslluniinohm« zur Groston Koalition". Die Abteilungen worden einzuladen. 4. Drei» Prc», lauer Berg. Troie Schnlgemcind«: Wontag, 2». R». t vember, große öffentliche Versammlung 7■-) Uhr im Ledigenheim Pappel» g all?« 15. Thema:.Voten NN:'.»schule. Reform stbule und Ardeiterschafi". Al Referent Oherstubiendirektor Dr. Mstller-Potsbam. Alle Freunde des stl 4: Schulfortfchrir:». alle Cllern stnd freundlichst«ingeladen. Die Lehrer»— fj kollegen und-kolleginnen der 15. Cemeindeschul« stnb schriftlich«in- 7/ geladen. Der Borftairb. 5. Krci» Fricdrül-shain. Engerer kreizvorstand und Abieilungsleiier Sitzung am Montag. 29. November. Uhr. bei Witischuß, Petersburger Str. 5. l. Krcis Eharlottenbnra. Rion'.ag, 29. Novcmber, 7iv Uhr, erweiterte Kreis- vorstanbssttzung im Zietmee 1 de» Rathauses. 9. Kreis Wilmcrsdarf. Dienstag. 30. November. 8 Uhr, Sitzung des engeren Krcisvorstandes mit den Abteilungsleitern bei Krvlhs. Holsteinisch« Str. 60. II. Kreis Schönebcrg.Friedcnau. Sonntag, 28. November, begeht der Zug „Rollenvorf" dcs Reichsbanners in der Sfilostbrauerei Sckiöneberg. Haupt. strafte, seine Banncrwoihe nachmittag» um 4 Uhr. Di« Genossinnen und Genosse:, werden gebc'en, stch zahlreich zu beteiliren.— Achtung. MitgNedcr der Äonsumgenosscnschaf! der 56. Pcrlaufsstollcl Montag, 29. November, 7>ch Uhr. Bclsammlung im Restaurant Werner, Ebersstr. 26. Unsere Ge- ,u>sscn werden dringend crsu.stt. die Lerlammlung zu besuchen. 12. Kreis Steglitz, Lankwitz, kichterfeld«. Montag. 29. RvveUiber. 8 Uhr, Krcirvorstandssttzung an bekannter Stelle. 14. Kreis Neukölln. Der 2. Büchcrkreisnbend findet am Donerst-rg, 2. De» zember 8 Uhr, in der Aula irr Rathenauschule, Boddinstr. 3.1/41, statt. Theo Mar et rezitiert aus dem Gedächtnis„Kreatur" vou Wolf. Eintritt 29 Pf. Karte für drei Abend« 60 Pf. Vorverkauf In den.Borwäri»'- reMlionen Ncckarstr. 2 und Sieg frledst raste von 2—6 Uhr nachmittag«. 16. Krci» Köp-uick. Die Areisvonstanbssttzung am Montag, 29. November. findet nicht statt. 17. Kre!» Lichtenberg. Mittwoch. 1.Dezember. Vi Uhr, im Restaurant Albrccht, Borbaaener Ecke Reue Bahnhofstraste, Kreisvorftandssstzung.— Achtung, weltliche Schul« in der Echarnwcbcrstt. IS veranstaltet in der Zeit vom 2 bi» 5. Dezember ein« Weihnachfeauastellung unter dem Namen:»Ein Iohmarkioiaq l« AI!» Verlin". Besuchszeit: täglich von 4—9 Uhr, Sonn» tags 10—8 Uhr. 20. Keei» Reinickendorf. Montag, 29. November. 7 Uhr. im großen Sitzung»- faul des Witienauer Rathaufes Konferenz aller Bezirkoverordne'eu und Bürgerbeputierton. Tagesordnung:»Ist im Eesetz Srost-Berlin vom 27. Avril 1920 eine Aenderung erforderlich?" Referent Genosse Bürger- Meister Leid. DI« Abteilungsleiter und kommunalpolilifch tätigen Genosten stnd cbenfall» eingeladen. Mitoliedsbüch-r i!»d mitzubrngen -r-» r'i1■■'i1 y-e Y' i Bezirksamt Kieuzbeig. Donnerstag, 2. Dezembcr.�7>s Uhr, im Lokal von Bicler, Dieffendachftr. � l gestellten und-Beomien. fahri-amtcs". Referent---------------. W Pflicht. Mitgliedsbuch mitbringen. Der Frattionsvorftand. I. A.: Meyer. Heute, Sonntag, den 28. November: 5. Abt. All« Kinder, welche bei unserer Weihnachtsauffllhrung mithelfen wollen, treffen sich nachmittags 2 Uhr im Rofenthaler Hof, Rofenthalcr Straße 11/12. Morgen, Moakag, den 23. November: 45. Abt. 8 Uhr im Lokal Matfchcnz, Forster Str. 9, wichtige Funktionär- lonfcrenz. Vortrag:„Rationalisterung und Arbeiterfragen vom sozialisti. fchen Standpunkt aus betrachtet". Referent Rudolf Karsten. Sämtliche Funktionäre müssen unbedingt erscheinen. 102. Adt. Oberscköneweibe. 7 Uhr bei Imberg, Dilhelminenhofstr. 84, wichtige Funktionärsttzung. Dienstag, den 30. November: 55. Abt. Eharlattenburg. 8 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. O, Funk- tisnörsttzung. 106. Abt. Johannisthal. 8 Uhr bei Sabin. R-onstr. 2. Sitzung sämtlicher Funktionär». Zuagsozialisteu: .Rund nm den Schund!" Freitag, 8. Dezember, H8 Uhr, in der Reuen Welt. Hasenheid«. Hans Reimann, Erich Weinert und Günther Plaut ver> anstallen„Die große Schundfchau". Das Schmökerspiel von Franz Osterroth »Am Marterpfahl der Siour oder Der Mädchenraub im Wilden Westen",«in Sviel von Trappern. Indianern. Filmhelden, Courths-Mahler-Typcn und an. deren Schundgrößen wird unter Mitwirkung der Spielgemein ickiaft der Arbeiterjugend und Iunofozialisten. de» Trowmlerkorp».Wild-Wcst", der Jazzband »Immer feste druff" und des Leierkastenmannes von Kietz aufgeführt. Karten zum Preise von 50 Pf. sind zu haben: Buchhandluna Dictz. Lindenstr. 2, Jugend- sekretariat Lindenstr. 8, Buchhandlung des ADGB., Wall- Ecke Inselstrafte, Zigarrengeschäft Lorsch. Engelufer, Bolksbühnenbuchhandlung Kövenicker Str. 68 und im Bezirisbildungsausfchuß Lindenstr. 8.— Gruppe Süden: Dienstag, 80. November, 8 Uhr pünktlich. Gruvvenabend in der Juristischen Sprechstund«, Lindenstr. 2. Bortrag und Diskussion:»Die deutsche Wirtschaft nach dem Kriege". Die älteren Genossen der<3 AI. stnd herzlichst eingeladen.— Gruppe Zempelhoi-Marlenboef: Dienstag. 80. November, 7 Uhr, Treffen Temvelhof, Kaiferin-Augusta-Straste, Laltestell«. zur gemeinsamen Beteiligung an der Kund. gvbung gegen das Schmutz- und Lchundgefetz im Lehreroereinshaus. 5 rauenveraustaltungeo: 2. Krel, Tiergarten. Montag. 2». November. 714 Uhr. tm Bezirksamt Klop- ftockftr. 24. Zimmer 4, Bortrag:„Das Heidelberger Programm". Achtung! Um 6 Uhr wichtige ssunilionärinnenkonfevenz bei Trümper, Flensburger Straße 8. Vollzählige» Erscheinen fömilicher Abieilungsleiterinnen ist Pflicht. 4. Krci» Prenzlauer Berg. Arbeiterwohlfahrt: Di« Abieilungsleiterinnen rech- nen«m Dienstag, 30. November, 7 Uhr pünktlich, bei Burg, Prenzlauer Alle« 189. die L-tteriel-fe ab. 7. Krci, Eharlottenburg. Donnerstag, 2. Dezember. 714 Uhr. dritter Abend der Arbii.sgemeinfchaft:»Die Geschichte des Sozialismus". Referentin Margarete Schenkalowsky. Im Eecilienhaus, Berliner Str. 187. 2. Hof, parterre. Die AbteilnngSIetterinnen müssen dazu einladen. Gäste herz. lichst willkommen. 9. Äieie Wilmersdorf. Montag, 29 November, 8 Uhr, zweiter ftürfusatenb: »Die Verfassung". Rcfercntin Clara Bohm-Schuch. Gäst«, auch Männer, willkommen. Lokal Kroihs Holsteinische Sir. 00. 20. Krci» Reinickendori. Dienstag. 30. November, 8 Uhr, in Reinickendorf-Ost, . Hauvtstr. 46, Verwaltungen eböude. Zimmer 60, Sitzung sämtlicher Funktionärinnen.(Agitation, Arbeiterwohlfahrt und Kinderschutz.) Jeder Ort muß vertreten sein. Frouenveransialtungen am Montag, den 29. November: 18. Abt. 714 Uhr bei Müller, Uferstr. 12, Bor trag: �Hygiene tm Haushalt". Refcrent Dr. Drucker. 24. Abt. 714 Uhr bei Rösner. Zmmanuelkkrchstr. 26. KurfuwSenb:»Einführung in den Sozialisnrus". Refcientin Dr. Tiara Senriguic«. 26. Abt. 714 Uhr b-i Helle«, Prenzlauer Mee 289, fünfter«urfusabend: »EinMhruna in den Sozialismus". Rcfercntin Ellen Beidler. 81. Abt. 714 Uhr bei Golbfchmidt. Stolpifch« Str. 86. Vortrag:»Frauenkrani. heilen". Referent Dr. Meyer-Brodnitz. Söst« willkommen. 82. Abt. Pünktlich 7 Uhr in der Schul« Longe Str. 81. Zimmer 21, Vortrag: »Arbeiterin und Mutterschutz". Referentin Gertrud Hanna, M. d. L. Gälte willkommen. 84. Abt. 714 Uhr bei Rostn, Gubener Str. 1», Bartrag: Sippen an» der Türkei". Refrrentin Erna Büstng. 36. Abt. 714 Uhr bei Busch. Tilstter Str. 27, Bortvag:»Das schmutz- und Schundgesetz". Referent Senoss« Lücke. 41. Abt. 714 Uhr bei Bader, Jüterbog«? Str. 7, aogenüber der Kaserne, Bor- trag:„Sozialislische S«stnnung»pflege in der Familie". Referentin Henny Rem gib. Gäste willkommen. 47. Abt. 714 Uhr im Sortzimmer der Schule WaDemarstr. 77 Müttorabend. Bortrag:»Alle und neue Schule". Referentin Hanna Kühn. 56. Abt. Charlottenburg. 714 Uhr bei Ioskowiack. Holtzendorffstr. 20, Vortrag: »Was ist und was will der Sozialismus?" Referent Stadtverordneter Adolph Lofimonn. Gäste willkommen. 74. Adt. Zehlendorf. 8 Uhr Sei: abend bei Schnorre. Potsdamer Str. 8. ZUnkölln. U. Abt. 714 Uhr Heiterer Frauenabend. Vortrag des Genossen Stadtrat Schneider u. a. Gäste herzlich willkommen.— 92. Abt. 714 Uhr bei Linau. Bertelsdorfcr Str. 9, Vortrag:»Frauenivankhciten". Rcfercntin Dr. Wyoodzinski. 99. Abt. Britz-Bncko». 7 Uhr im Jugendheim Thausseeffr. 48 gemütliches Bei- samm-nsein. verbunden mit Rezitationen und Liedern zur Laute. Vor- tragende Hedwig schwor, und Genossin Albrecht,«affeckochcn. Die Frauen der Eroststcdlung Britz stnd ebenfall» herzlichst ernaeladen. Gäste willkommen. 103. Abt. Ob-rfchiueweid«. 8 Uhr bei Imberg. WIlhelminenhofstr. 34, Licht- bilBervortag:„Frauenkrankheiten". Referent Eiabtarzt Dr. Roeder. Gäste herzlichst willkommen. Frauenveranstalkuagen am Diensiag. den 39. November: l. Abt. 714 Uhr hei Held, Artllleriestr. 11, Borirag:„Kommunale Wohlfahrt»- pflege". Refrrentin Erna Kresse. 5. Abt. 714 Uhr im R-f-nthal-r Hof. Rofenthaler Str. 11/12, Bortvag: „Korverkultur". Referentin Genossin Albrecht. 106. Abt. Zobannistbal. 7'4 Uhr bei Bothg. Stubenrauchstraße. Borkvag: „Bevölkerunasvolitik". Referent Stodtarzt Dr. Reeder. 131. Adt. Nirberschönhanie». 714 Uhr tn der Gemeindeschul« Bismarckstraste Vortrag:»Die Gesundheit der Frau". Refcrcntin Hebomme Lenseleit. Sillderfreuude Groh-Rerlin: Mitte: Für die Gruppen Ernst Toller und Karl Liebknecht findet Sonntag. 28. Rovcmbcr nachmittag» 4 Uhr, im Iugindheim Zehdcnicker Ecke Gormann- strostc«in Lichibildcrvorirag:»Sächsssche Schwep)" statt. Montag: Sitzung der Elter nvbleute 8 Uhr Jugendheim Georgenkirchslr. 15. Donnerstag: 4 Uhr Baden Oderberger Straße. Charlottenburg: Wir haben Gruppenänderung vorgenommen. E» kommen zusammen: Die Kinder h!» zu 10 Jahren Dienstag und Sonnabend 4— 6 Uhr im Jugendheim Nostnenstr. 4. Gruppe Bolkshau» Sonnabend 4—6 Uhr Jugend- 11. Dezember, nachmittag» 4 Uhr. Sticktbilderoortraz in der Schulaula Witzleb«,� strafte. Alle Kinder halten stch den Tag f:«i. Gäste herzlich willkommen Pankow: Mittwoch und Sonnabend Spiel und Basteln im Iugcittheim Kilstngen-Ecke Dranitzilraßs. Sonntag, 28. November. Besuch de» Aittikriegs- museums. Kosten 20 Pf. Treffpunkt bei gutem Wetter 149 Uhr Ecke Berliner und«issingenstraste. Bei schlechtem Wetter 1410 Uhr ebenda. Nculöll»: Gruppe Herzbergplatz Montag und Donnerstag Spielen und Basteln 4—7 Uhr Scrtzbergplatz. Gruppe Hermannplatz: Montag und Donners- tag Svlelen und Basteln 4—7 Uhr Kaller-Friodrich-Str. 4. Gruvve Boddin- vlatz(91 Abt.): Montag und Donnerstag 5—7 Uhr Spillen und Basteln Boddin- Eck- Berliner Strafte. Gruppe Elbestraße(92. Abt.): Montag und Donnerstag e» am.. a.mm...m„. M»■», M,, w•"T CUT öpT�Äli tn» WcTtCTR CTcCTutuIC. VNtVvr XJC&jJTvslvZi vCpnvOQ,_ tag und Freitag 145—7 Uhr Jugendheim Bevglrr. 29. Gruppe Birke: Montag und Donnerstag 4—7 Uhr Spielen und Basteln Schule Lessingstraße. Gruppe Quelle: Montag und Donnerstag 4—7 Uhr Spielen und Basteln Schule Marien- dorfer Weg. Gruppe Einigkeit tBritz): Montag und Donnerstag 4— 6 Uhr all« Kinder unter 10 Jahren. Dienstag und Freitag 4—7 Uhr alle Kinder über 10 Jahre. Montag 6—8 Uhr Tanzen und Spielen Turnhalle Chaussoe- ltraße. Sämtlich« Beranstaliunee» im Jugendheim im Rathaus II. Für Kinder aller Gruppen: Sängerkreis Dienstag 5—7 Uhr Rütklifchul«. Spiel und Tanz Mittwoch 6—7 Ahr Turnhalle Kaiser-Friedrich-Realgymnossum. Sprechckior: Freitag» 5—7 Uhr Boddin- Ecke Berliner Straße.— Heute. Sonntag: Gruppe Hermannvlatz: Treffpunkt 143 Uhr Weichsel- Ecke Kaifer-Friedrich-Straße. Besuch der Sternwarte. Gruppe Hcrtzbergplatz: Trefipunkt 143 Uhr Wildenbruch- brücke. Besuch der Sternwarte.— Am Dienstag, 80. November. 714 Uhr. findet «ine Elternoersammlung in der Aula der Gemeindeschul« Rütlifiraße statt. (Uebungssaal unseres Singekreifcs.) Sons Weinberger. Nürnberg, spricht über: ..Kindertreunde und Eltern". Mitglieder. Eltern und Parteigenossen stnd«in- geladen. Sterbetafel üer Groß-öerliner parteieGrganisatlon! 3. Abt. Unfee Genossin Frieda Kirsten, MichaeMrchplatz 21, ist am Dienstag. 23. November, verstorben. Einäscherung am Montag, 29. November, abends 7 Uhr. im Krcmawrium Baumfchulenwcg. Um allseitige Beteilgnng ersucht der Borstand. 23. Abt. Am Donnerstag, 25. November, verstarb unser Genosse Ludwig Taub«. Gastwirt. Müllerstr. 62«. Einäscherung am Montag, 29. November, nachmittags 214 Uhr, im Krematorium Gerichtstroße. Wir bitten um rege Bc- teiluna. 47. Abt. Di« Einäscherung de» am Donnerstag, 26. November, verstorbenen Justizwachtmeisters F i r a r i findet am Dienstag nachmittag 8 Uhr im Krema, torium Baumschulenwea statt. Um zahlreiche Beieiiigung wird gebeten. 58. Abt. Charlottenbnrg. Am Donnerstag. 25. Novcmber, verstarb an den Folgen einer Operation unser treues Mitglied August B a u d a ch. Einäscherung am Montag 29. November, abends 6 Uhr, im Krematsrwm Wilmersdorf. Zahlreiche Beteiligung erwartet der Borstand. Sozialiftische �irbeiterjugenü Groß-Serlin. heule Sonnkag: Achdrag! 1. Abend der Vortragerekh«»Cinsühnrag in die Kunst", Jugendheim Eharlottenburg, Nostnenstr. 6. 1. Abend der Vortragsreihe »Gireifzoge dnrch die Weltliteratur", Jugendheim NO„ Donziger Str. 62 (Baracken). Genossen, besucht diese Beranstaltuuge»! Frieden»»: Theaterbesuch: Theater am Bülowplatz. Treffpunkt 8 Uhr.— Schöneberg III: Jugendheim Hauvtstr. 15, Literarischer Abend:„China" (148 Uhr).— Maeiendori: Besuch einer anderen Gruppe. Treffpunkt 7 Uhr am Rathaus.— Reukölln VI: Bcstchtigung der Siedlung Britz. Treffpunkt 2 Uhr Hertzberavlatz(Zeitungskiosk). Werbcbezirk Osten: Treffpunkt zur Reick«tagsbesschtiguna 149 Uhr vor- mittoa». Ahend» 714 Uhr im Jugendheim Tilstter Str. 4 Literarischer Abend. Werbcbczirk Pcenzleuer Berg: Treffvunkt zur Reichsiagsbestchtigung 9 Uhr vormittags Danzioer Strafte Ecke Schönhauser Allee. Weebebczirk Müggelfee: 714 Uhr tm Jugendheim Köpenick, Grünauer Stt. 5, Bunter Abend mit besonderem Programm. Alle Mitglieder de» Werbedczirks müssen erscheinen. Werdebezirk Neukölln: Im Jugendheim Tanner Straß« um 9 Uhr wichtige Delegiertenkonferenz. Di« Delegierten müssen pünktlich erscheinen. Morgen. Monkag, 7K Uhr: Ingen dchae: lieben pünktlich 714 Uhr Jugendheim Lindenstr. 2. Stralauer Viertel: Zuaendheim Goßlerstr. 61. Zehn-Minuten-Referate.— Fried«»a»r Jugendheim Offenbacher Eir. 5». Vortrag:»Arbeiterjugend und Beruf".— Schineterg I: Jugendheim Houptstr. 15. Funktionärsttzung.— Schöneberg III: Jugendheim Hauvtstr. 15. Zneend-Interngiionale.— Westen: Jugendheim Hauvtstr. 15. Ausfprack«:..Der Streik als politische» und gewerk- schafiliches Kampfmittcki".— Banmschnlenweg: Jugendheim Grnststr. 18. Aus- sprach«,»Unser« Zeitschrift".— Hermsdorf: Jugendheim Roonstraße. Borttog: »Körverkultur".— Weißensee: Jugendheim Parkstr. 86. Funkff enärverfammlung. Werbcbczirk Osten: Treffpunkt zur Reichsiagsbestchtigung vormttwgs 149 Ulir Webenwies«(roter Platz). Westen: Heule abend 7 Uhr Helfersttzung bei Brauer, Steinmetz str. 6. Alle Helfer müssen erscheinen. Lildungskurse: Werbe bezirk Teliowkonal: Steglitz, Ringstraße. Thema:„Ginflchrung in den Sozialismus". Werbebezirk Webding-Reinickendorf: Trster Abend für Jüngere Jugendheim Schönstedtltraß«(Ledigenheim). Thema:„EinMhruna In den Sozialismus". Wertcbezlrk Llchtrukcrg: Iugendhetm Scharnweberstv. 29. Thema:»Siaaf«- und Perfassungslchrc"._ Gefthastliche Mitteilungen. Der Mensch und seine Ernährung: Kochen, Backen und Braten war zu allen Zeiten die Sorge nicht nur der Frauen, sondern auch der Volkswirtschaft jedes geordneten Staates. Der Lichtbildvortrag des Münchener Volkswirtschaftlers Rudolf S ch i e ß o l d, der für alle Kreise unentgeltlich am Dienstag, den 30. November, abends 8 Uhr, im Böhmischen Vrauhans, Landsberger Allee, stattfindet, will den Frauen zeigen, wie man auch mit billigsten Rohstoffen unter mög- lichst restloser richtiger Slusnllfiiing ihres Nährgehaltes schmackhafte, vollwertige„Qualitätsküche" bieten kann. Einen(trotzen Wrihnochieverknui kündet dos bekannte Kaufhaus Sahn am Alerondcrvlatz im heutigen Inserat unserer Zeitung an. In Anbeirackt. daß uns nur eine kurze Zeit nock vom Weihnackstofest tiennt u»b die letzten Wochen stet««Inen großen Androng brinocn. kann nur bringend empfohlen werden« schon letzt mit dem Einkauf der Festgeschenke im Kanihgus Hahn am Alexander- vlatz zu beginnen. Große Auswahl und«tra niedrige P:ti[e in allen Abteilungen erleichtern es. das Richtige zu wählen und große Weihnachisfreuden zu bereiten. Di« Gillette Safetil Ra'vr Co., Boston, konnte vor kurzer Zeit Ihr 25iäbrioe, Sefchästsjubiläum begehen.— Groß sind die Erfolge, die von der Geiellschafi auf den: Gebiete der Kleinindustrie in der Anobcutung eines so winzioen Artikels wie�ber bckonnle Gillette-Sicherheits-Rgstcrapparoi und die Gilletle-Rasserklingen TBielt worden st:cd. Der Rasterapva:at, bequem in der Tasche zu tragen. Ist z» einem unentbebrlicken täglichen Gebrauchsartikel geworden. Allein im letzten Jahre wurden lö Millionen Rasteravparote llnb 420 Millionen Ersgtzktingen abgesetzt. Ein Erlolg, wie er weh! kaum von Irgendeinem anderen Arilkcl des täglichen Bedarf« erreicht worden ist. Man zieht heute die Annehmlichkeit, stch in wenigen Minuten mit dem Apparat glatt zu rasteren, vor. Wetterbericht der öffentlichen wetterdlenffstelle für Berlin und ümgebung. (Nachdruck vcrb.) flühl und meist stärier bewällt. Keine eiheklichrn Nieder» schläae.— Für Veutschland. Im Osten Regen. Sonst trocken und tiihl. tzm Süden Frost. SSir>lLS PCODUKTES WUttDE SALAMANDER die QßÖSSTE DEUTSCHE DUQCH DIE PREISWU RDIGKCIT OES FABRIKATES WURDE SALAMANDER die ERSTE DEUTSCHE A WCDTHFIM Fxtra- Angebote BS Imtsf DsW AK» WIM R Ä s W«»!>>!I!>>!!>I>!>!!!!>!!!>>!!li!I>i>II>!>IWIUM>>>>!!II Kli�» Leipziger Platz Königsir. Roscnthalcr Str. Moritzplatz Montag, Dienstag, Mittwoch, soweit Vorrat Kleider- u. Seiden-Stoffe Pelzwaren Wentelkragen g50 Beel- Elektrlk-Hut 750 Wolfeziegen--jg M Pelz-Schal 9*5? 07 SMl-BIcktrik-Srackcn Z/ M Mantelkragen 3g M ' Marder Pelz-Jacke Skuakskanin. 85 cm i O O lang, gute Verarbeft l£\J M Bisamin-Jacke ca. 85 cm lang, gute C) A r\ Fellverarbeitung. Zl4UM Damcn-Kleidcr ___________. Rips- Pope- aas retnwoü. JCQ_____________ b mM abgetöntem Shawl- Kosak form, mit Cr&pe de , m. retdier Stükerci, Chine- GornUar a. Stickerei . Gr. 42-40 Größe 42-46 Bieg. Rips-Kleid mit Cr&pe Geoxgeite- Wesie, feiner Biesensiepperei and neuartigem Piissee- Rock, Größe 42-43 Damen-Mäntel o. Velours de laine, Kragen, a. Velours de latne, Kragen, vorn herunter u, Mansdheif. Manschetten und unten herum mit Biberette besetzt, halbgefütieri mit Elehirik'Kanin. besetzt, ganz auf Fuiia iöso 25m 39m 44m 55 m Damen-Wäsche Taghemd""ÄST-" 1ss Beinkleid dam pa«»«nd 2io Taghemd 175 Beinkleid dam passend 1 78 Nachthemd 275 Taghemd 265 Beinkleid<>»«> p»»«nd 2 65 Taghemd 2s5 Beinkleid ds»ip-«»d 235 Nachthemd 4 15 DlmM-Bsttgarnltur«w t Dedcbe» und Deckbettbezüge Kissenbezüge 17« guter Linon 9.Z.S guter Linon Z.OO' Taghemd 140 Nachthemden a"»» 245 Prinzeßröcke 1"»; 275 Prinzeßröcke�Än«"»' 2 so Hemdhosen ön�n: 250 Z Kitten 10 75 Daulaslaken r> n Lederwaren Geldtaschen sm"' i 15 mit Zehltasche. ca. 10 cm lang Geldtaschen uS�rt i85 rar Mllnie« n. Schein« 1 Geldtaschen oß5 Seehundled� f. MDnz. n. Schein« Besuchstaschen 17S QInnz-Mouton-Leder, 20 cm Ig. Besuchstaschen Ron braun Boxkalf, mit Molrdtntter � Besuchstaschen 590 Seehundleder, m. Ecken, 17 cm � Besuchstaschen g50 Seehundleder, m Ecken, 19 cm v Beuteltaschen � q75 färb Schlangenbresa., 20 cm lg. Beuteltaschen Lmeid( lOso färb. Schlangenpreas., 22 cm Brieftaschen s den Arbeirsnachweisen eingetragenen Perssonen hat sich um 467? aus 237 766 Per- sone» erhöht, und auch in der Zahl der Erwerbslojenuirter- ftützungzeinpsäuger ist eine verhältnismäßig ebenso große Steigerung von 2638 bei nunmehr ISO 004 Unterstützten zu verzeichnen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß mit einen, Adslauen des Zuganges für die nächsten Woche» kaum zu rechnen sein dürste. Bcmer- kenswert ist, daß nicht nur Gewerbe, die Saison schwan- k u n g e n unterworfen sind, vornehmlich das Betlcidungs- und Bau» gewerbe, Arbeitskräfte zur Entlassung bringe», sondern daß nun- mehr auch die maßgebenden Industrien, wie Metall- und Holzindustrie, ein Nachlassen ihres Kräftebedorfs erkennen lassen. In diesem Zusammenhange soll nicht unerwähnt bleiben, daß auch dos Zurückströmen solcher Kräfte, die für die Saison im zwischenbezirklichen Arbcitsmarkrausgleich hier ihren Ausgougspunkt genommen habe», feine Rückwirkunpen auf dein Arbeltsmarkt er- kennen läßt. Hierzu gehören auch die aus der Landwirtschaft ent- lasseuen Arbeitnehmer. Aber nicht nur allein diese, sandern auch in steigendem Maße solche Kräfte, die infolge mangelnder Veschöfti- gungsmöglichkeiten in ihrem bisherigen Tätigteitsort ihr« Hofs- nung aus«ine Existenz in Berlin gründen, tragen zur 1 Nelasdmg de» hieflge» HrdcUsmorfte» bei. Da» Bestrebe» de» Landesarbeitsamtes Berlin geht deshalb auch dahin, nach Möglich- keit diesem planlosen Zuzug, nicht in letzter Linie im Interesse der Arbeitsuchenden selbst, einzudämmen, da nach Lage der Berhälr- nisse keine Aussichten auf Zuweisung einer Beschäftigung bestehen. Es waren 237 768 Personen bei den Arbeitsnach- weisen eingetragen, gegen 232 8gS der Vorwoche. Darunter befanden sich 15,0 915 f 14�59) männliche und 86 853(84 536) weib- liche Personen. Unterstützung bezogen 104 425(102 763) männliche und 54 579(53 603) weiblichp, insgesamt 159 004(156 366) Personen. Außerdem wurden noch 37 3.69(36 522) Personen durch die Erwerbs- lasenhilse der Stadtgemeinde Berlin unterstützt und 8506(8911) Per- soncn bei viotstandsarbeiten beschäftigt. öeginn eines Aufschwungs! Cine Prognose des ßonjunflurforfchungsinffifufs. Die letzte Untersuchung des deutschen Instituts für Konjunktur. forschung führt« zu dem Ergebnis, daß di« deutsche Wirtschast sich Mitte August dem Ende der Depression nähert«. In dem eben erschienenen dritten Heft kommt das Institut, anders als die Berichts vom Arbeitsmarkt, zu dem Schluß, daß die deutsche Wirtschaft zurzeit im Beginn eines Aufschwungs stehe. Die Begründung für diese Auffassung wird folgendermaßen gegeben: „Nicht nur der Effenktenmarkt ist in voller Hausse begriffen, auch di« Warenpreis« sind deutlich aufwärts gerichtet; zwar ist die Be- wegung hier nicht einheitlich, aber die aufwärts führende Tendenz ist unverkennbar. Ebenso fügt sich die noch anhaltende, aber in der Hauptfache nicht weiter zunehmende Flüssigkeit des Geldmarktes, auch nach früheren Erfahrungen, in das Bild des beginnenden Auffchwungs ein. Der Geldmarkt befindet sich jedoch gleichsam in einem Zustand erhöhter Gefechtsbereitschaft; denn seine Mittel sind über den Kapital- markt hinweg zu einer Verstärkung der Kassenhaltung und der liquiden Reserven der Erwerbswirtschaften vorgerückt. Besonders deutlich wird der llebertritt in die Phase des Aufschwungs, wenn man die Gütererzeugung und die Güterdewegung betrachtet. Auf der ganzen Linie ist hier eine Wendung wahrzunehme». Der Berkehr(Eisen- bahn, Post, Handel) hat zugenommen. Die Produktion wichtiger Grundstoffe ist gestiegen. Die Arbeitslosigkeit hat sich beträglich ver- mindert, und zwar auch noch in den letzten Wochen, obwohl hier saisonmäßig eine Zunahme.zu erwarten gewesen wäre. Die Ein- fuhr ist wesentlich gewachsen; die Aussuhr hat unter Schwankungen eine leicht steigende Tendenz. lieber die Dauer des Joniunkturausschwungs läßt sich nichts Be- stimmtes sagen. Soviel freilich scheint festzustehen, daß er.zwar durch äußere Moment« lenglischer Kohlenstrerk usw.) ausgelöst worden ist, daß er aber auch durch innerwictschastlich« Triebkräfte bedingt ist und daher bei einem Wegfall der äußeren Momente nicht ohne weiteres zum Stehen kommen dürste." Das diesmal sehr umfangreiche Heft bringt außer einer weiteren Ausarbeitung des Schemas des Konjunkturverlaufs wertvoll« Er- Weiterungen der Emkommensstatistrt und besonders der Ein- kommensverwevdung, der Umsatz- und der Lager- haltungs statt st ik; außerdem«ingehende Darstellungen des Konjunkturverlaufs im Ausland. Besonderes Interesse erweckt schon auf den ersten Blick die ausführliche Statistik über den W a r« n- Umschlag des Konsumvereins.LZorwärts" Dresden. Wir kommen auf dies« Dinge noch im besonderen zurück. Bei der Besprechung der Streuung der Rohstoff- und Fertig- marenpreis« gegenüber 1924 kommt das Institut für den Zusammen- hang zwischen Lohnerhöhung und Verringerung der Spannung zwischen Fertigwaren- und Rohstosspreise zu dem bemerkenswerten Schluß,„daß sich die Verarbeitun'gskosten seit 1924 trotz eines erhöhten Lohnniveaus verringert habe n". Reichsbank und Geldmarkt. Der Ausweis für die d r i tt e N o v e m b e r w o ch e der Reichsbank läßt deutlich erkennen, wie stark die Geldflüssigkeit der Banken anhält, wie wenig diese auf die Reichsbank angewiesen sind und daß höchstens das stark schwankende Börsengeschäft die Reichsbank etwas stärker beansprucht. Die gesamte Kapital- anlag« in Wechseln, Schecks, Lombarddarlehen und Wertpapieren ging wieder um 57,7 auf 1329,7 Millionen zurück. Die Wechselbe stände sanken noch stärker, und zwar um 68,4 aus 1212,5 Millionen, so daß nur die Bermehrung der Lombard- darlehen um 10,8 auf 25,9 Millionen einen noch eutpfindlicheren Rückgang der Beanspruchung verhinderte. Ein besonderes Merkmal der großen Flüssigkeit der Reichsbankkundschaft ist das Ansteigen der fremden Gelder auf Girokonto um 204,2 auf 1033,8 Millionen, auf über 1 Milliarde also, ein Stand, der schon lange nicht mehr zu verzeichnen war. Reichsbanknoten und Rentenbank- scheine flössen in ziemlich großem Umfang zurück: der Umlauf an Reichsbanknoten verringerte sich um 147,0 auf 2802,7 Millionen, der an Rentenbankscheinen um t»,2 auf 1135,5 Millionen. Die Goldbestände blieben diesmal mit 1754,9 Millionen fast unverändert(Zuwachs nur 200 000 M.). Der Bestand an deckungsfühigen Devisen erhöhte sich um 28,8 auf 378,5 Millionen. Die reine Golddeckung� der Noten hat(nach 58,3 Pro-, in der Borwoche) den hohen Stand von 61,3 Proz. er- reicht. Die Deckung durch Gold und Devisen zusammen stieg von 69,9 auf 74,5 Proz. Die Reichsbank hebt hervor, daß der Rück- gang der Wcchselbe stände nur zum kleineren Teil auf Inlandswechsel entfällt. Schatzwechsel des Reiches sind noch nicht begeben worden.___ Sächsische Gußstahlwerke Döhlen. Mit dem Eisenwerk Thale ist die Sächsische Gußstahlwerke Döhlen A.-G. das einzige größere Stahlwerk Mitteldeutschlands, das außerhalb des kürzlich er- richteten mitteldeutschen Stahltrust» steht, ver ""....... i Otto Man?« ang der früheren Berliner Eisenhändelsfirma Dtto � e l d u. Eo. an die Döhlener Gesellschaft und der gleichzeitige Er- werb eines Döhlencr Aktienpakets aus der Hand der Firma Man?« feld durch ein von der Deutschen Bant geführtes Konsortium erregte vor einigen Wochen deshalb Auisehen, weil dasselbe Konsor» tium(im Auftrag der Mannesmannröhrenwcrke) ein Angebot auf die Lauchhammcr Eisenwerke mochte, die aber dann doch aus den Mitteldeutschen Stahltrust übergeführt wurden. Jetzt Hot dasselbe Konsortium von dem zweite» Großaktionär der Döhlencr Gußstahlwerke, der Firma I. Adler-Frankfurt(Aquilagruppe) ein Aktienpaket erworben, mit dem das Deutsche Bankkonsortium eine Dreioiertelmajorität erworben hat. Man darf gespannt sein, was das endgültige Schicksal der Gußstahlwerke Döhlen sein wird. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Aal Bescblst der Vereinirenr OröBstldtischer Zeitsnrsverleter E, V. werden die Rendfnnlrprotraanne letzt In einheitlither Form verSflentlicht. Sonntag, 28. November: Vorm. 9: Morzcnfcicr. 11.30—12.20 nachm.: Ptatzmnslk des Lunapaik- Orchestcrs. 1.10: Die Stunde der Lebenden(Dichtungen). 2.30: Die Knnst In der Briefmorlcenknnde(v. Rudolph». 3: Welche Bedeutung hat die Industrie für die Versorganz der deutschen Landwirtschaft nnd Viehhaltung mit Futtermitteln(W. Hamm). 3M: Fonkheinzelmanns Weihnachtsreise. 4: Jugendbuch nnd Jncendnot(Qensch). 4-30— 6.40: Nichmittagskonzert des Ettd-Kammer- orchesters. 6.43: Das rroBe Urbin-Kinderlest(Werbevortrag). 7.03: Die deutschen Rundfunksender(W. Schätfer). 7J0: Humor im Film(V. Janson). 7.55:„Altgermanische Musik"(Die Heistersinger)(D. R. H. Stein). 8J0: Erster Advent(tleder. Märchen). 9.15: Unterhaltangsmnsik der Berliner Fnnkkapelle (r. Szpanowski). 10-30—12.30: Tanzmusik(Kapelle Kermbach). Montag, 29. November: Nachm. 3.30: Anregungen zur Setbstenfertigong von Weihnachtsgeschenken (Ulli Fahlberg). 4: Novellen von Qanghofer(H. Birger). 4.30—7: Blasorchester (Joseph Snaga). 7.03; Vom Sinn des Schachspiels(Dr. E. Lasker). 7.30: Der Sternenhimmel im Monat Dezember(Prof. Dr. A. Maren sei. 7.33: Die Weltanschauung der Volker(Th. Kappstein). 8J0: Vortrag. 9: Bunte Stunde. 10.30—12.30: Tanzmusik(Orchester Ettd). Dienstag, 30. November: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde(Sr den Landwirt d: Stunde mit BOchern. 4J0— 7: Unterhaltungsmusik(Kapelle Gebrüder Steiner). 7.05; Strömungen der modernen Literatur(Dr. W. Mahrholz). 7.23: Zeitgeist und Oper(Dr. O, Er- hardt). 7.35: Wissenschaft nnd Sittlichkeit(Dr. F. Luther). 8-30: 300 Jahre Orchestermusik: Mozart(Oeorg Szdfi. Lotte SchOne). Mittwoch, 1. Dezember: Nachm. 1.30: Qiockenspiel der Parochlalkircfae. 3.30: Ordnung und Pedanterie(Margarete Caemmeror). 4: Sendespiel:„Medea" von Franz Qriilparzer. Anschließend; Nichmittagskonzert der Berliner Faukkapelle(v. Szpanowski). 7.03: Die Briefmarke im Dienst der Wohltätigkeit(Dr. F. Qumpert). 7J0: Rechtsfragen des Tages(Qefa. Justizrat Ed. Heilfron). 8: Einführung In das VolksstOck„Der Flieger". 8J8: Sendesplei:„Der Flieger" von Hans Brennert und Jon Lehmann, Mnsik von Friedrich Bermann. 10-38— 13-30: Tanzmusik (Kapelle Kermbach). Donnerstag, 2. Dezember: Nachm. 12J0: Die Viertelstunde ttr de» Landwirt, dt Auf stürmischer Uebungsfahrt in der Ostsee(Scbnarke). 4-30— 7: Naehmittagskonzert dez Ett<- Kammerorchesters. 7.03; Einführung za dem Seadespiel am 3. Dezember. 7.30: Sprachunterricht; Spanisch. 8: Produktiv oder unproduktiv(Hubert Lenz). 8J0: Leonhard Frank: Die Schicksalsbrücke, Novelle, gelesen vom Dichter. 9.13: Carl Loewe: Lieder nnd Balladen, gesungen von Prof. A. Fischer. 10-30 bis 12.30: Tanzmusik(Orchester Ettd). Freitag. 3. Dezember: Nachm. 3.30: Wie erhält maa xdne Basttältäl(Oft Alzen). 4: Winterbehandlung der Kakteen(Dr. F. Vaapei). 4J0— 7: Unterhaltungsmusik(Kapelle Gebrüder Steiner). 7.03; Was ist end wie erwirbt man ein Patent(Geh. Re- gierungsrat Dr. Damme). 7-30; Die QrOndnng der Vereinigten Staaten von Amerika(Geb. Regierungsrat Dr. Richard Schmitt). 8; Sendespiel:„Der Widerspenstigen Zähmung", Komische Oper Ii vier Teilen nach Shakespeares Lastspiel frei bearbeitet von Joseph Vikter Widmann, Musik von Hermann Goeiz. 10.30—12.30: Tanzmusik(Kapelle Kermbach). Sonnabend, 4. Dezember: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde für des Landwirt. 4; PassagierflOge im Winter(Dr. Orlovius). 4-30— 7: Nachmittagskonzert des Ettd-Kammerorchesters. 7.03: Internationale Technik der Papiergeldherstellung(Oberregierungsrat Dr. G. Nicolans). 7-30; Lebenstüchtigkeit und Lebenserfolg(Ministerialrat Dr. A. Beyer). 7.35: Das Oesetz Ober die Fristen für die Kündigung von Angestellten (Obermagistratsrat Dr. H. Dephne). 8 30— 12-30: Fnnkball: Eine Nacht auf dem Mars(Erika von Tbellraan, Paul Qraetz, Prof. Fritz Wiesenthal, Willi Rosen). Könlgswusterhauseti« Sonntag, 28. November: Uebcrtrainnsen a« Bcrlht. Montag, 29. November: Nachm. 2.3�—3: Vorbereitnnsen mm Weflwachtsfcst. Cinkiufc usw.(Praa E1U Heese). 3— 3.30: Englisch für Aafänger(Stad.-Rat Fricbei, Lektor Mann). 3.30— 4: Englisch für PortgcschrlttCHC(Dieselben). 4—130: Die Kunst des Sprechens(B. K. Graef). 4.30— 5: Erriehaogsberatiing(Dr. Klopfer). 6—5.30: Grandlagen der Wettervorhersage(Dr. pbil. Wegner). 5.30—6: Ursprung und Wanderungen der Germanen(Geh- Regierungsrat Prof. Dr. Schuchhardt). 6—6.30: Kreditfragen der Landwirtschaft(Qcnerallandschaftsdirektor v. Winter- fcldt). 6�30—7: Buchführnngskursus II für Klein-, Miitcl- und Großbetriebe (DipL-Hajidelslehrer Wieg und Katthain). 7— 7.30: Grundfragen der Musikerziehung(Prof. Dr. Schünemann). 7.30— 8: Auf- und Niedergang im deutschen Schicksal(Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Erich Mareks). Ab 8: üebertragung aus Breslau. Dienstag, 30. November: Nachm. 3— 3.30: Spanisch(Q. v. Eyseren, C. M. Alfieri). 3.30— 1.30: Methodik des französischen Unterrichts auf Grund der Richtlinien: Oucrverbin- dungen zu den übrigen Unterrichtsfächern. Arbeitsunterricht(Dr. Hans Stroh- nicycr). 4.30—5: Aus der pädagogischen Welt 5— 6: Die moderne Schachpartie(Dr. Eraanuel Lasker). 6—6.30: Das Recht des Tarifvertrages und der Betriebsvereinbarung(Oberrcgiernngsrat Goldschmidt). 6.30— 7: Lyriker der Romantik im Licde(Dr. Ritscher). 7— 7.30: Deutsche Kultugcschichtc des 19. Jahrhunderts(Regierungsrat Dr. Krammcr). 7.30—8: Bücherstande: Deutsch« Landschaft(Dr. Hanns W. Fischer). Ab 8.30: Üebertragung aus Berlin. Mittwoch, I. Dezember: Nachm. 12—12.30: Französisch für Schüler(Lektor Grander und Walinski), 12.30— 12.40: Mitteilungen des Reichsstädtebundes. 2.30— 3: Weihnachtssittcn und-gcbräuchc(Max Jungnickel). 3— 3.30: Einheitskurzschrift für Anfänger (Prof. Dr. Amsel und Oberschullchrer Westermann). 3.30— 4: Der deutsche Idealismus in der Prima(Oberstudiendircktor Dr. Buchenau). 4— 1.30: Der neuzeitliche Anfangsunterricht(Oberschullchrer Vorwck). 4.30— 5; Aus dem Zcntralinstitut: Ankündigungen. S— 5.30: Grundzüge der ästhetischen Kritik (K. W. Goldschmidt). 5JO-6r Bücherstande: Gottfried Keller(Dr. Paul Fechter). 6—6.30: Die Wärme als wesentliche Grundlage der Technik(Prof, Dr.-Ing. Schöle). 6.30— 7: Rationalisierung der Wirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des Handels(Staatssekretär Prof. Dr. Hirsch). 7—7.30: Englisch für Fortgeschrittene(Studienrat Friebel und Lektor Mann). 7.30— 8; Die deutsche Okkupation von Venezuela im 16. Jahrhundert(Prof. Dr. Tracgcr)% Ab 8: Üebertragung aus Berlin. Donnerstag, 2. Dezember: Nachm. 2.30— 3: Typisierung des Haushaltes(Zentrale der Hausfracenvcrcine Qroß-Berlins). 3— 3.30: Die geschichtliche Entwicklung des Schularztwesens in Deutschland, insbesondere in Preußen(Ministerialrat Dr. Koenig). 3.30—4: Eine Führung durch hauswirtschaftlichc und gewerbliche Fachschulen(Regicrungs* rätin Albrccht). 4.20— 4.30: Der Sternenhimmel im Dezember(Dr. phil. Wegner), 4.30— 5: Aus dem Zcntralinstitut: Berichte. 5—6: Die Wandlung der Tristan- sage(Prof. Dr. Ranke, Königsberg). 6—6.30: Die Bedeutung der Fischerei füt die Landwirtschaft(Prof. Schlemcnz). 6.30—7: Dichterstunde: Gottfried Kellet: (Dr. Michaelis). 7— 7.30: Spanisch für Anfänger(Q. v. Eyseren und C. M, Alfieri). 7.30—5: Beethovens Kammermusik. Trios(Prof. Kurt Schubert), Ab 8.30: Üebertragung aus Leipzig. Freitag, 3. Dezember: Nachm. 3—3.30: Die Berufsausbildung für männliche kaufmännische Beruf« (Direktor Buschmann). 3.30—4: Esperanto(Postrat Behrcnd und Frl. Moclke), 4— 5: Lebendige Zeugen der Vergangenheit(Dr. Hofstactter, Dresden). 5—6: Neue Gedächtnisgesetze(Studienrat Müller, Pirna). 6—6.30: Messen und Meßgeräte in der Maschinenindustrie(Dr. Reindel). 6-30— 7: Dl© ersten Zähnchen- Ein Zwiegespräch zwischen Zahnarzt und Mutter(Dr. H. Schenk). 7—7-30: Englisch für Fortgeschrittene(Studienrat Friebel und Lektor Mann). 7-50— 8: Di« deutsche Einheitsbewegung und ihre Erfüllung(Privatdozent Dr. Wilh. Momra4 scn). Ab SJO: Üebertragung aus Berlin. Sonnabend, 4. Dezember: Nachm. IZ-12.30: Sprechtechnik für Schüler(B. K. Graef). 3-8-30: Einä heits kurzschritt für Fortgeschrittene(Prof. Dr. Amsel und Obcrschullehrcr Westermann). 3-30—4: Leibesübungen au den Hochschulen(Obcrregicnmgsrat Dr. Mallwitz). 4— 4.30: Die Berufsausbildung für männliche kaufmännische BcJ rufe(Direktor Buschmann). 4.30— 5: Mitteilungen ans den mit dem ZentraU Institut verbundenen Stellen. 5— 5.30: Das Grabmal als Kulturausdruck in» Wandel der Völker und Zeiten(Architekt Küsthardt). 5.30— 6: Der Stand der Abstammungslehre(Prof. Dr. Rawitz). 6— 6.30: Der Arbeiter und die nca2 deutsche Boden- und Sicdlungspolitik(Bürgermeister V. Noack). 6-30— 7: RaJ tionalisierung der Wirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des Handels (Oberregierungsrat Dr. Dr. Tiburtius). 7—7.30: Spanisch für Fortgeschritten« (O. v. Eyseren und C. M. Alfieri). 7.30—8: Körperbau und Charakter(Dr. Niesei, Stettin). Ab 8: Üebertragung aus Berlin. P«iHges Oberbett graurot mit grauen Federn� Steppdecke 9.25 Satin-Oberseite i. verseb. Färb. 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Wir werden daher im Interesse unserer Kundschaft bei unserem bisherigen Bar-Berkaufssystem verbleiben. Guzlsv Cords Stefan Esders Rud. Glaubitz Nadif. Fr. Mahn Rudolph Herfzog N. Israel Kersten u.Tufeur Bernw. Leineweber Leiser Lindemann& Co. Ä.-G. R. M. Maassen Michels& Cie. Ferd. Neumann G. m. b. H. Peek& Cloppenburg Carl Stiller Conrad Tack& Cie. A.-G. A. Wertheim Mercedes Sdiuhges. m. b. H. Bezirksgruppe Berlin des Verbandes Deutscher Eisenwarenhändler Reichsverband Deutscher Kolonialwaren-. Feinkost- u. Lebensmittelhändler E.V. Sitz Berlin Kaufhaus iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiininii Sahn Serlla< Loaösberger Straß» 60~63, am �lexanSerplaß GroSee MeihnachtS-VevLauk Kleiöerstoffe Strldstosf rein« Wolle«.«40 mit itanftfribe.. Stete 3.80 Zi Reinwollene Karos 70/ 100 breit, neu Farbstellung,-j 95 Stete 2.95 Ripi «Bolle, S�papilloa reine «od. Farben 130 breit A 40 Stete 7.80 4 Charmeloine Meßende» Oeuebe. bixh«p»ete /-Qn Farben..... Meter 8.90 O ldttomane u. 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Deshalb fei diesem Gesetz gegenüber, dessen Grundgedanken berechtigt seien, Vorsicht geboten. Allerdings seien die Autoritäten,'die gegen das Gesetz aufgetreten seien, nicht immer sehr sachverständig. Eine Jugendfürsorgerin, die in einem Vorort Berlins tätig sei, habe ein besseres Urteil darüber, als die ganze preußische Dichterakademie.(Sehr richtig in der Mitte.) Es gebe nicht nur eine Sozialpolitik des Körpers, sondern auch eine Sozialpolitik der Seele. Unter den vielen, die für das Gesetz ein- getreten seien, befänden sich viele, die in der Jugendfürsorge führend vorangegangen und die könne man doch nicht als reaktionär be- zeichnen. Es sei doch nicht zu bestreiten, daß die Grundgedanke» des Entwurfs von dem früheren Minister Köster und dem Staats- sekretär Schulz stammten, der Minister Külz sei nur sozusagen der Stiefvater.(Heiterkeit). Eine Definition für das Gesetz lasse sich nicht geben. Bei der Schundliteratur handle es sich um einen Zweig kapitalistischer Produktion, die sich nicht nach Landsmann- schaften unterscheiden laste. Deshalb müste die unbedingte Zevkrasisierung des Prüfwesens gefordert werden. An der Verschlechterung der Vorlag« s« die preußische Regierung nicht ganz unbeteiligt. Jetzt erst wolle es dem Reiche Direktiven geben, wie das Gesetz gestaltet werden solle. „Spät kommt ihr, doch ihr kommt!�(Heiterkeit.) Diese ganze lite- rarische Sphäre dürfe nicht zum Eegenstaich von Kompetenzstreitig- keiten gemacht werden. Abg. pehold(Wirtsch vgg.) erklärt, man müste auch auf die vielen Tausende von Personen Rücksicht nehmen, die bei der Her- stellung von Schundliteratur beschäftigt sind, und dafür sorgen, daß ausreichender Ersatz geschaffen werde. Man solle der Literatur mehr Beachtung schenken, die in den Bahnhofsbuchhand-. lungcn feilgeboten werde, denn auch hier finde sich viel Schund. Abg. Frau Lang-Brumann(Bayr. Vp.) teilt mit, daß die Bayerische Volkspartei für das Gesetz stimmen werde, trotzdem es noch manche Mängel habe. Bei der Arbeit im Ausschuß seien alle Einwände eingehend erörtert worden, deshalb müsse die Behauptung des Dichters Wilhelm v. Scholz, der Reichstag habe in dieser Sache unverantwortlich gearbeitet, zurück- gewiesen werden. Bei dem Kampfe gegen das Gesetz habe man den, Schundkapital Waffen in die Hand gegeben. Die Landes- prüfstelle sei die beste Lösung. Verlin sei nicht der richtige Boden, um in(fragen der Sittlichkeit Richtlinien für das ganze Reich aufzustellen.(Gelächter und Widerspruch.) Zur Berliner Oberfilmprüfstelle wollen wir nicht noch eine Berliner Schundprüfstelle haben. Abg. Kube(Bölk.) erklärt, das Gesetz sei weit harmloser als das Republikschutzgesetz. In der Einzelberatung begründet Abg. Löwenftein(Sog.) die Anträge der sozialdemokratischen Fraktion zu 8 1. Danach sollen die beiden ersten Absähe, die das Feilbieten betreffen, aufgehoben und ein neuer Sah eingesügl werden, wonach Reich, Staat und Ge- meinden für gute Zugendbüchereien zu sorgen haben. Weiter soll bestimmt werden, daß neben politischen Tageszeitungen auch politische Zeitschriften nicht auf die Liste gesetzt werden dürfen. Der Redner erklärt, daß man nicht besonders zu betonen brauche, daß die Sozialdemokratische Partei und die Arbeiterjugend in der vordersten Front im Kampfe gegen Schmutz und Schund stehen. Aber weite Kreise unserer Jugend haben gegen dieses Gesetz protestiert, weil es gerade diesen Kampf zu hemmen geeignet ist. Unter dem Vorwande, daß die Jugend vor Schmutz und Schundschriften bewahrt werden solle, gefährde man das ganze deutsche Schrifttum. Es fehle eine genaue Dcfi- nition des Begriffes Schund und Schmutz und es sei zu befürchten, daß die Prüfstellen sich die schlechte Definition zu eigen machen werden, die die Regierung einmal aufgestellt hat. Die Deutsche Volkspartei hat einmal in meinem Wahlkreise ein Flug- b l a t t verbreitet, auf dem nackte junge Mädchen gezeigt wurden, und daneben waren zwei Männer abgebildet. Darunter stand: Löwenstein vor den Toren I Dieses ohne Zweifel verrohend wirkende Flugblatt ist von Kindern verbreitet worden. Freilich wird die Deutsche Volkspartei ein Verbot solcher Flugblätter nicht zu fürchten haben, es wird sich nur gegen Sozialdemokraten und Kommunisten richten. Wir leugnen nicht, daß das Reich auch die Pflicht hat, die Jugend vor Schmutz und Schund zu schützen. Aber man darf dabei nicht von den Vorstellungen ausgehen, die in patriarchalischen Zeiten herrschten. Aus unserer Verantwortung gegenüber der werdenden Kultur lehnen wir dies Gesetz ab, weil es nicht den wirk- lichen Schmutz und Schund trifft. Abg. Dr. Krahne(Z.) tritt für die Ausschußfastung ein. Die Einrichtung von Jugendbüchereien, so notwendig sie auch seien, könnten nicht als ausreichend zum Schutze der Jugend erachtet werden. Auch im Jntereste der proletarischen Jugend müste die Asphalt-Kunst bekämpft werden. Abg. Seydewih(Soz.) begründet einen sozialdemokratischen Antrag, wonach im§ 1 au« der Fastung:„Eine Schrift kann wegen ihrer politisch�», sozialen, reli- giösen, ethischen oder weltanschaulichen Tendenz als solche nicht auf die Liste gesetzt werden' die Worte„als solche' gestrichen werden sollen. In der Ausschußfassung sei zu befürchten, daß das Gesetz zur Ausübung einer politischen Zensur führen könne. In der.Germania' hat der katholische Dichter Leo Weiß- mantel besonders auf diese Gefahr hingewiesen. Wir Sozial- demokraten sind davon überzeugt, daß das, was von völkischen oder nationalen Verbänden an Jugendschriften herausgegeben wird, vom politischen Standpunkt aus schädlich ist, ebenso wie wir die Courths-Mahler-Romane, die in bürgerlichen Zeitungen erscheinen, für Schund halten. Aber wir denken nicht daran, mit Verboten dagegen vorzugehen, sondern wir wollen diesen Schund durch Er» ziehungsmaßnahmen ausrotten und bessere Schristen der Jugend in die Hand geben. Wir haben es schon bei dem Licht- s p i e l g e s e tz gesehen, daß auch hier«ine politische Zensur ausgeübt wird, trotzdem dieses Gesetz noch besser ist als die jetzige Vorlage. Der Film„Panzerkreuzer Potcmkin'ift ebenso aus politischen Gründen verboten worden, wie der neue russische Film„Der schwarze Sonntag" jetzt in Bayern verboten wurde. Auch der Gesamtausschuß der Prüfungsausschüsse für Jugendschriften hat in einer Eingabe an den Reichstag vorgeschlagen, daß gemäß unserem Antrage in 8 1 die Worte„als solcher" ausgemerzt werden sollen. Im Ausschuß hat sich im Januar auch eine Mehrheit für unseren Antrag gefunden, aber da erklärte sofort der V e r t r e t e r der Regierung, mit der Annahme dieses Antrages habe das ganze Gesetz seinen Sinn ver- loren.(Hört, hört!) Daraus ergibt sich, daß'manche kreise das Gesetz dazu benutzen wollen, um politische Schriften zu lresfc». Mr brauchen in der deutschen Republik keine politische Zensur und wenn nicht das ganze Gesetz fällt, so erwarten wir, daß zu mindesten unser Antrag angenommen wird.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. Frau Scheidet(Dnatl.) befürwortet die Ausschußfassung. Abg. höllein(Komm.) beantragt, den ganzen Z 1 zu streichen. Reichsinnenminister Dr. Külz erklärt, daß sowohl Schmutz wie Schund getroffen werden, einen Unterschied gebe es dabei nicht.' Bei§ 3, der die Z u s a m m e n s e tz u n g der P r ü f st e l l e n betrifft, weist Abg. Fleißner(Soz.) darauf hin, daß dieser Paragraph von ausschlaggebender Bedeutung für das ganze Gesetz sei. Es fehle jedes Kriterium für die Tätigkeit der Prüfungsstellen. Man habe gesagt, e» werde sich in der Praxis bald eine bestimmte Begriftsdefinition herausbilden. Ein solches Gesetz ist ein Rovum. Es ist g a n z unmöglich, ohne Definition diese Vorlage zu verabschieden. Wie lange soll denn die Praxi» dauern, bis sich die Definition herausgebildet hat? Bis dahin kann eine Menge Unhell durch Experimente aller Art auf geistigem Gebiet angerichtet werden. Es spricht aus dieser Aus- fastung entweder eine unbegreifliche Sorglosigkeit oder eine tödliche Verlegenheit. Man hat auch gesagt, man solle es ruhig dem Gcfiitzk überlasten, da» werde schon die richtig« Ensscheidung finden. In Gefühlsdingen hoben aber die Künstler doch eine ganz anders Auffassung und diese sind diesem Gesetz gegenüber nicht sorglos geblieben, ebenso wenig, wie die Sachverständigen, die in gcistiaen Berufen stehen, und sich hier ein Urteil bilden können. Der Redner begründet dann einen sozialdemokratischen Antrag, der d«m 8 3 eine andere Fassung geben will, die«ine Einheitlichkeit der Ausführung des Gesetzes verbirgt. Es soll eingefügt werden: »Rur bei Einstimmigkeit der prüfstelle ist eine Schrift in die Liste auszunehmen" und bei Ablehnung dieses Antrages folgender Wortlaut:„Rur bei Uebereinstimmung der sechs Sachverständigen ist eine Schrift in die Liste aufzunehmen.' Der Redner betont, daß die sozialdemokrattsche Fraktion sich bei diesen Anträgen in Ueberein- stimmung mit den Kapazitäten auf geistigem Gebiete befinde. Es gereicht der Sozialdemokratie§ur Genugtuung, daß unsere Haltung damit gerechtfertigt wird. Die Sozialdemokratie wendet sich mit Entschiedenheit dagegn, daß die religiösen Körperschaften besondere Berücksichtigung erfahren sollen. Diese Bestimmung ist von grundsätzlicher Bedeutung für den Geist und die ganze Tendenz des Gesetzes, es bringt dadurch tatsächlich eine Neuauflage der Lex Heinz«. Schon letzt üben kirchliche Stellen wie in Süddeutschland einen Einfluß auf das Kulturprogramm des Rundfunk» aus. Da» wird noch schlimmer werden, wenn diese Bestimmung in das neue Gesetz aufgenommen wird. Wir ersuchen um Annahme unserer Anträge, damit dem Gesetz die schärfften Giftzähne aus- gebrochen werden. Uhr oertagt sich das Haus auf Montag nachmittag 3 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der heutigen Debatte. serner einige Anträge aus dem Hause zum Mieterschutz. nmssm* sehen, 50 Kamelhaar-Schnallen- Stiefel für Kinder, imitiert Kunelhaar mit weisser, stsr- ker Filzsohle, schftner warmer Schah ihr das Hans, extra hiUig............... 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Abtcilun» 5 bei Eocdcke, Krauscnstr. 2: Bortrag des Kameraden Robinson. Abteilung 13 bei Eichholtz, Cuvrystr. 23; Bortrag des Kameraden Ealingre. Abteilung 14 bei Wienc�iers. Reichcnbcrgcr Str. 104; Neuwahl des Leitung.— Weitzensce sKrcis); Sonntag, d. 28.. früh 8 Uhr. Autcfahrt ab „Gtilnec Baum".— Mitte: Di., d. 3»., 7 Uhr, Lehrervereinshaus Saalschutz.— Friedrichshain: Di., d. 30., 87s Uhr. Kllstriner Platz. Die Radfahrer treffen stch Sonntag nicht Kllstriner Platz, sondern Baltenplatz, um%8 Uhr morgens. Der dritte Aeimatabend der Arbeitsgemeinschaft für ssorstschutz und Ratur. kund« E. B. findet Dienstag, 7. Dezember. A8 Uhr, im Deutschen Lause am Bahnhof Karlshorst statt. Dieser Abend ist dem deutschen Volkslied ge» widmet. Eintritt im Vorverkauf 88 Pf., an der Abendkasse l M. Vorverkauf: Geschäftsstelle Berlin-ssriedrichohage». Sä'grnwebcrstr. 51, in den ssriedrichs- Hagener Buchhandlungen, im Zigorrengeschäft Banck am Bahnhof Karlshorst und im Drei-Ringe-Laus. Berlin-Mitte. �ischcrstr. 32. Der Gemischte Chor Grotz-Berliu, Mitgl. des ADGB. kDirigent Iascha Sorenstein), studiert jetzt die neunte Sinfonie von Beethoven ein. Männer, Mädchen und Frauen, die llber gute Stimmen und musikalisches Gehör vcr» filgen, können stch als Mitglied des Chores aufnehmen lassen. Uebungsstunden Die Staatliche Porzcllan-Manufaktur Berlin veranstaltet in ihren Verkaufsräumen Wegelystraße 1(am Stadtbahnhof Tier- garten) einen Sonderverkauf bemalter und weißer Porzellane, die kleiner Fabrikationsfehler wegen mit Preisnachlaß abgegeben werden. Es befinden sich hierbei Blumenvasen, Figuren, Dosen und Schalen. Kafsee- und Teegeschirre, Einzelteller und komplette Tafel- scrvioe. Es. ist bekannt, wie gewissenhaft die Manufaktur zu sortieren pflegt: man findet daher auch jetzt wieder unter den Porzellaben viele schone Dinge, die Liebhaber der alten Zeptermarke erfreuen werden. Freitags von 8—10 Uhr Aula bis Gymnastums Zum grauen Kloster, Kloster- ftratzc 74/75. Rotenkenntnisse nicht erforderlich. Auskunft bei Hans Etenzel, Lichtenberg, Marimilianstr. 4. «rbeitcr-Samariter-Kolonae, Abteilung Weddiug. 2. Dezember. Schul« Schulstr. 99, Vortrag. Thema: fugend und Sef'chlcchlskrankheiten�. Mit- «lieber und Kurststen mllssen erscheinen. Gäste willkommen. An die sozialistisch« Arbeiterschaft Lichtenbergs. Dienstag, 30. November, H>8 Uhr. findet im Jugendheim Parkaue 10 ein Lichtbildervortrag llber„Sexu- ellc Probleme" statt. Referent Genosse Stadtarzt Dr. Löwcnstein. Eintritt frei. Es wird um recht rege Teilnahme aller Lichtcnbergcr»Vorwärts"-Leser gebeten. Insbesondere stnd die Mitglieder der sozialistischen Sport- und Kulturbewegung willkommen. Arbeiter. Radio-Klub Deutschlands e.V. Es tagen folgende Gruppen: Eharlottcnbnrg: Jeden Dienstag Wielandstr. 4.— Friedrichshain: Jeden Mittwoch Strausbcrger Str. 3. Mittwoch. 1. Dezember, Vortrag des Lerrn Ing. Reitz.— Sotlbusscr Tor: Jeden Donnerstag Adalbertstr. 21. Donners- tag, 2. Dezember. Techn. Vortrag; Referent Blocksdorf. Donerstag, 9. Dezember, Vortrag:„Ein Tag Redaktionsdienst". Referent Scgall.— Lichtenberg: Jeden Dienstag Kronvrinizenftr. 47.— Lichterfelde-Oft: Jeden Freitag Lorenzstr. 58. — Neukölln: Jeden Freitag Prinz-Landiery-Str. 70. Freitag. 3. Dezember, 8 Uhr. Vortrag des Funkfreundes Below llber„Neutrodyncempfänger".— Prenzlauer Berg: Jeden Donnerstag Schönhauser Alle« 134b. Donnerstag, 2. Dezember, Vortrag llber„Anodcnbatterie". Referent Funkfrcund Förster. — Schöneberg: Jeden Donnerstag Sedanstr. 53. Donnerstag, 2. Dezember, kultureller Vortrag. Donnerstag. 9. Dezember, technischer Vortrag.— Siid- »st: Jeden Donnerstag Sorauer Ecke Görlitzer Strasse. Donnerstag, 2. De- zembcr, Ausstcllungsbericht und technischer Vortrag. Wir weisen auf die Veranstaltung der Gruppe Slldost hin, die Sonntag. 28. November, im „Rcichcnbergcr Los" das zweite Stiftungsfest begeht, verbunden mit Vorträgen und Tanz.— Weddiug: Jeden Donnerstag Pafcwalker Str. 3. Gäste Überall willkommen. Turn-»nd Sportverein Zahn, Treptow, Mitgl. des B.-T.- u. Sp.-V. Sonntag. 28. November, l'h Uhr. auf der kleinen Spielwiese im Treptower Park mit der 1. Frauen- und 1. Männermannschaft Landballwerbespicl gegen die 1. Mannschaft der Freien Turnerschakt LermSdors. Im Monistenbuud spricht Dienstag, 30. November. 8 Uhr Aula Lohen- itaufenstr. 47/48. Dr. Adolk Seilborn:„La! Darwin stch geirrt?" Freidenker-Volkshochichule Berlin. Mittwoch, 1. Dezember. 7zh Uhr, im Askanischen Gymnasium, Lallcsche Str. 24 sam Anhalter Bahnhof), Dr. P. Krisch«:„Neue Forschungen llber die Entwicklung des Stoffes und des Lebens /Abstammung des Menschen)". Deutsch« Gesundheitsfllrsorqeschul«. Donnerstag. 2. Dezember. 8 Uhr, spricht Scrr Professor Rott im Lön'aal des Hygienischen Institut» der Univcrstlät. Dorotheenstr.?8a, über:„Die Ein- und Umstellung der Fllrsoraemassnahmen fllr den Säugling auf die hauptsächlichen Todesursachen". Einschreibcgcbllhr 1 Mark. Hriestaften der Redaktion. S. M. 1. An bae Amtsgericht. 2. Di« Antraasfrift ist bereits«ibgelanfen. A. R. 25. Eine Erhöhung dürfte der Hauswirt fordern können, da«s stch um eine Verbesserung der Mietssache handelt.— 3. 5. 26. 1. Ja. 2.-er Untermieter oder Pächter.— Orbg. 1 II. 1. Nein. 2. Es kommt nur Ankauf in �ragc. Die Mutter soll stch an das Finanzamt wenden. 3. Der Antrag ist an das Bezirkssteueramt zu richten. Die Steuer wird auf ein Fünftel ermäßigt.— L. 5t. 1. Gegen das Bersämnnisurteil können Sie nichts mehr unternehmen. Sie hätten Ihren Anspruch erweitern müssen. Den Ihnen nicht zugesprochenen BetWg müssen Sie in einer neuen Klage geltend machen. 2. Es handelt sich nicht um ein Eeseß, sondern um den Erlaß des Reichs- Ministers der Finanzen vom 14. September 1926. Der Vorsitzende des Be- tiiebsrates soll sich an das Finanzamt wenden. 3. Richten Sic ein Gesuch um Steuerermäßigung an das Finanzamt.— E. S. 53. Sie haben keinen Anspruch auf Ei laß der Hauszinssteuer. Die Steuern können zwangsweise beigetrieben werden.— M. F. 59. Nur bis 31. März 1926.— Hertmann. 1. Die Adresse ist uns nicht bekannt. Fragen Sie beim Berein der Frei- denker für Feuerbestattung c. V., Berlin. Friedenstr. 66. an. 2. Bis 31. MarH 1927.— Fahrstuhl. 2 Proz. können in Abzug gebracht werden.— Stammtlsch- genossen Schöneberg. 1.: 1881, Berlin-Lichterselde. 2.: 10. September 189o. 3.: Nicht bekannt.— H. Bt. St. Vorsitzender Dr. med. Lander. Berlin- Pankow. Breite Str. 2ka.— N. 18. Städtischer Arbeitsnachweis für Hau z- angestellte in Ihrem Verwaltungsbezirk, sonst Adreßbuch Teil H.— Wörde, Rudolf. Die Feuillcton-Nedaktion bittet um Angabe Ihrer Adresse. 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Dem P r e u ß i s che n Landtage ist vom Staats- Ministerium der Entwurf eines Städtebaugesetzes für den Freistaat Preußen zugegangen. Die erste Lesung hat bereits stattgefunden. Die Vorlage ging an einen Ausschuß. Dieser wird vermutlich nicht allzuschnell arbeiten können, denn die zu behandelnden Materien sind für Wirtschaft, Gesellschaft u'-rd Kultur von tief einschneidender Bedeutung. Sie werden also zu langen Auseinandersetzungen zwischen den Vertretern der verschiedenen Parteien führen, insbesondere darum, weil in dem beabsichtigten Gesetze neues werden- des öffentliches Recht gewissen bisherigen Interessen des Privatrechts entgegentritt, um das letztere zugunsten des ersteren einzuengen. Aber noch ein anderer Umstand kann die Ausschußver- Handlungen in die Länge ziehen. Am S. Mai d. I. hat nämlich der Reichstag einen Antrag angenommen, nach welchem die Reichsregiemng ersucht worden ist, dem Reichstage baldigst ein sogenanntes Bodenreformgesetz vorzu- legen. Es gibt Parlamentarier, die den Standpunkt ein- nehmen, gewisse wichtige Partien der Städtebaugesetzvorlage könnten erst dann mit Nutzen beraten werden, wenn senes begehrte Reichsgesetz im Reichstage verabschiedet ist. Vor- läusig scheint es aber noch nicht einmal bis einem Referenten- entwurf im Reichsarbeitsministerium gediehen zu sein. Wie dem aber auch sei, die Oeffentlichkeit und besonders das werktätige Volk hat Ursache, davon Kenntnis zu nehmen, was der preußische Gesetzentwurf eigentlich beabsich- tigt, und sich zu den Absichten am Ende auch zu äußern. Was ist und was will der Städtebaugesetz- entwurf? Als im Jahre 19Z2 der Minister für Volks- Wohlfahrt eine Umgestaltung des sogenannten Baufluchtlinien- gesetzes in Aussicht gestellt hatte, traf er mit dieser Bekannt- gäbe auf die fast einmütige Gegnerschaft aller namhaften Städtebauer. Diese erklärten, daß die neuzeitigen Bedürfnisie auf eine viel weitergehende Reform verweist, als eine solche im Nahmen des Baufluchtliniengesetzes möglich sei. Und so entstand nun, nachdem vorher eine größere Anzahl von Sach- verständigen sich geäußert hatte, der e r st e Entwurf für ein preußisches Städtebaugcfetz. Dieser erschien, als Refe- rentenentwurf, im Mai 1825 im Verlage von Karl Hleymann, Berlin. Die Veröffentlichung löste eine Fülle von Kritiken und Abänderungsvorschlägen aus, die dann für den e nd- gültigen, jetzigen Entwurf zum Teil berücksichtigt worden find. Bisher gibt es noch keine für den ganzen Freistaat Preußen allgemein gültigen Vorschriften zur Ordnung des Städtebaues und der Landesplanung, nur einige kleinere Gesetze und sonst Gcsetzesteile, die gewisse Einzelfragen, ober auch nicht mehr zeitgemäß, regeln. Alles so Verzettelte war zusammenzuziehen und, soweit noch brauchbar, in das zu schaffe-de allgemeine Städtebaugesetz mit zu übernehmen. Der Entwurf gliedert sich in neun Abschnitte, nämlich 1. Flächen- austeilungspläne(A. gemeindliche, B. zwischengemeindliche), 2. Fluchtlinienpläne, 3. Bauvorschriften(A. für den Anbau an Straßen und d-e bauliche Ausnutzung von Grundstücken, B. für die äußere Gestaltung des Straßen-, Platz-, Orts- und Landlchaftsbildes, O. Baudispense, v. Baulasten und Bau- lastenbücher), 4. Umlegung und Gren.zberichtigung von Grund- stücken, 5. Enteignungen, 6. Entschädigungen, 7. Anlieger- beiträge, 8. Allgemeine Vorschriften, Zuständigkeit und Ver- fahren, 9. Schluß- und Uebergangsbestimmungen. Der erste Abschnitt bringt Vorschriften völlig neuer Art. Danach können, um die städtebauliche Entwicklung der Ge- meinden vorausschauend zu ordnen und eine diese Entwicklung störende Nutzung und Bebauung zu verhindern, durch Orts- fatzunq Flächenaufteilungspläne festgesetzt werden. Der Flächenaufteilungsplan soll vor allem diejenigen Flächen des Eemeindegebiets ausscheiden, die dauernd der Be- b a u u n g zu entziehen sind, nämlich: 1. Grünflächen, 2. Ver- kehrsflächen, 3. Bergbauflächen, 4. Jndustrieslächen. Zu den in Betracht zu ziehenden Grünflächen gehören: s) land- oder fortwirtschaftlich oder berufsgärtnerisch zu nutzende Flächen (Nutzgrünflächen), b) Kleingartenflächen, c) Friedhöfe, d) Park- und Gartenanlagen sowie sonstige für die Volks- gefundheit und die Erholung notwendige Flächen,«) Spiel- und Sportplätze, k) Flächen zur Aufnahme Wasserwirtschaft- licher Anlagen. Der Flächenaufteilungsplan kann sich auch auf nur einzelne dieser Flächen beschränken. Notfalls kann der Regierungspräsident den Erlaß der gemeindlichen Orts- fatzung zur Regelung des Flächenaufteilungsplanes auf Kosten der Gemeinde durch eine Beschlußbehörde erzwingen. Einem besonderen Schutze wird der B a u m b e st a n d einschließlich forstlicher Waldungen unterstellt. Liegen Umstände vor, die erwarten lassen, daß die Ent- wicklung über ein Eemeindegebiet hinausgehen wird, so sind zwischengemeindliche Flächenaufteilung s- GeWSSZSWHOSAOM! Am Dienstag, den 30. Rovember, abends 8 Uhr, im großen Saale des Lehrervercinshaufes, Alexanderplah: Gr. öffentl. Kundgebung! Tagesordnung: Gegen die knllurreakkion in Deutschland! Fort mit dem Schmuh- und Schundgefehl Redner: vr. Kurt Löwenfteiu- Berlin, M.d R., Toni Pfülff-München, TN.d.R., Karl Schreck-Bielefeid, M.d.R. Männer und Frauen, erscheint in Rioflen! Auf zum Protest! Bezirksverband Berlin der SPD. pläne aufzustellen, an welchen die zuständigen Kreise beteiligt werden. In solchen Fällen sind Kreissatzungen zu schaffen. Sollen die Pläne sich über mehrere Regle- rungsbezirke erstrecken, so beruft der Oberpräsident, bei Beteiligung mehrerer Provinzen der Minister für Volkswohlfahrt einen Flächenaukteilungsausfchuß. Unter Nr. 5 der Flächen werden die Wohnflächen genannt. Diese behandelt dann ausgiebig der zweite Abschnitt mit der Ueberschrift„F l u ch t l i n i e n p l S n e". Dieser Ab. schnitt hat die Materie des geltenden Baufluchtliniengesetzes neuzeitlich gestaltet. Die Gemeinde hat die Bebauung und die Aufteilung eines Geländes in Baugrundstücke den städtebau- lichen Bedürfnissen entsprechend vorausschauend durch Flucht- linienplän« zu regeln. Solche für größere Grundflächen heißen Bebauungspläne. Durch Fluchtlinien können begrenzt werden 1. Verkehrsflächen, nämlich a) Straßen, b) Plätze, c) Wege, die besonderen Zwecken dienen(Zugangs-, Ver- bindungs-, Wirtschafts-, Ufer-, Wanderwege u. dergl.); 2. Erholungsflächen als öffentliche Park- und Gartenonlagen, a) Spiel- und Sportplätze, b) Kleingartenflächen. Es sind zu unterscheiden: Baufluchtlinien, Straßenflucht- linien und Freiflächengrenzen. Die zwischen den Bauflucht- linien und den Straßenfluchtlinien oder Freiflächengrenzen liegenden Flächen sind Vorgärten im Sinne des Gesetzes. Im Intcreffe des gesunden Wohnens ist darauf zu sehen, daß in ausgiebiger Zahl und Größe Erholungsflächen vorhanden sind. Die Straßenbreit« ist entsprechend den Verkehrs- und Wvhnungsbedürfnisien verschiedenartig festzusetzen. Es sind demgemäß zu unterscheiden: Hauptverkehrs-, Nebenverkehrs-, Wohnstraßen, Wohnwege. Die Bebauungspläne der Stadt Berlin und der unmittelbar angrenzenden Gemeinden und Gutsbezirke be- dürfen der Genehmigung des Staatsministeriums. Sonstige Fluchtlinienfestsetzungen der Stadtgemeinde Berlin und der unmittelbar angrenzenden Gemeinden und Gutsbezirke be- dürfen der staatsministeriellen Genehmigung in Zukunft nur dann noch, wenn sie„vom Könige oder vom Staats- Ministerium" genehmigte Bebauungspläne so wesentlich zu ändern beabsichtigen, daß eine Neufeststellung des ganzen Planteiles erforderlich wird, oder staatliche Grundstücke durch die Fluchtlinienführung m Mitleidenschaft gezogen werden. Also auch des„Königs" wird hier gedacht! Etwa eines— „künftigen" oder des früheren? Das dürfte noch klarzustellen sein. Die Begründung schweigt sich darüber aus. Die Bauvorschriften des dritten Abschnitts behandeln zu- nächst die Frage des Anbaues an Straßen und die bauliche Ausnutzbarkeit der Grundstücke. Die letztere soll durch Bau- stufenpläne nach Grundfläche, Höhe und Zweckbestimmung vorgeschrieben werden. Wo die Bauordnung Baustufen nicht vorsieht, dürfen nur Gebäude in offener Bauweise mit nicht mehr als zwei Vollgeschossen errichtet werden. Zu unterscheiden ist nach Wohnflächen, Industrieflächen, gemischten Wohn- und Industrieflächen und Äußengebieten. In den Außengebieten der Wohnflächen können durch die Bauordnung Gebiete abgegrenzt werden, in denen nur Gärten mit Einfamilien- Häusern für die Besitzer(Wohngartengebiete) zugelassen sind. Durch die Bauordnung kann auch, um das Innere derBaublöckevonderBebauungfreizuhal ten, das Fe st setzen Hinterer Baulinien und das Schaffen von Gartenflächen vorgeschrieben werden? sie sind auf Erfordern der Baupolizeibehörde in die Fluchtlinienpläne einzutragen. Die Bauvorschriften für die äußere Gestaltung de» Straßen-, Platz-, Orts- und Landschaftsbildes bezwecken, die allgemeinen Gesetze des Schönheits- und Kunstempfindens wirksam zur Geltung zu bringen. Sie sollen die Verschande- lung verhüten, Häßlichkeiten beseitigen, geschichtlich und künst- lerisch wertvolle Baudenkmäler schützen und neues Schönes erstehen lassen. Ganz besondere Aufmerksamkeit beanspruchen schließlich die Abschnitte 4, 5 und 6, denn sie behandeln die hochwichtigen und ttefeinschneidenden Fragen der Grund st ücks- umlegung, derEnteignungundderEntschädi- gung bei Umlegungen und Enteignungen. In diese Kapttel spielen die zeitgemäßen Bestrebungen über eine Aenderung des Bodenrechts nach Artikel 153 und 155 der Reichsverfassung hinein. Es ist jenes sozialwirffchast- liehe Rechtsgebiet, von dem eingangs bereits insofern die Rede war, als bemerkt wurde, daß die preußische Städtebaugesetz- vorläge auch gewisse Beziehungen zu einem vom Reichstage oerlangten Reichsbodenreformgesetz habe. Dieses Thema kann hier nur angedeutet werden. Abschnitt 7 regelt die Frage der Anliegerbei träge. Durch Ortssatzung kann bestimmt werden, daß die der Gemeinde aus der Anlage neuer zum Anbau bestimmter Straßen, Straßenteil« und Plätze erwachsenen Kosten durch Beiträge zu decken sind. Gewerbliche Anlagen können stärker belastet werden als Wohngebäude. Land- und forstwirtschaftliche sowie gärtnerische Betriebe bleiben befreit. Die Beiträge zu den Kosten für Straßen, die ihrer Lage und Ausstattung nach als Wohn- straßen der Minderbemittelten besonders geeig- net erscheinen(Kleinwohnungsstraßen), können bei bestimmten Voraussetzungen teilweise oder ganz erlassen werden. Hiermit sind in einer flüchtigen Skizze die Hauptpunkt« der Hauptgrundlinien des Städtebaugesetzentwurfs angeführt. Auf irgendwelche Erläuterung oder gar Kritik, die an recht vielen Stellen geboten ist, mußte jetzt Raumes halber verzichtet werden. Doch gewinnt man immerhin einigen Anhalt dafür, um welch eine wichttge Materie es sich bei dieser Vorlage handelt. 7JU£tiünett gebrauchen Gebrüder Kroner, Eos-Werke, Berlin, Oenxig, Sofia. In dieser Woche S Ollder- A 11 gcbotC Kunstseidene Stoffe gute Qualitäten f. Tanz- u. Gesellsdiaftskleider, KasaAen, Pullovers und für Futter/wecke, 70/100 cm breit, Sonderpreis M. 4.90, 4.60, 2.50, 1 ,60 EolienneundKrepp-Marocain Seide mit Wolle, in den modernsten Farben, 95/98 cm breit...... 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HP � vi, PtmkttoBira der& Abt& •» eeeeece� Nach kurzem, aber schwerem Lelbeu verschied om 25 Noo mem treuer Leben-gefährt», unser lieber Pater, Bruder, Schwager und Onkel, der Gastwirt Ludwig Taube Ol« trauernde» Hbitcrbllebenca Die Einäscherung findet am 29. Nov., 2'/j Uhr, im Krematorium Bericht- strafe statt IlZüjZlliek kielsIIMelle�kligiill Verwal!unr»sieve LerUa 7odesanrelgea Den Kollegen zur Nachricht, baß unser Kollege, der Feilenschleiler dosepb Liseu R-lnickendors, Iustu» slro.fi« 16, am 24 November gestorben ist Die Becrdianng findet am Mo»- tag. den 29. November, nachmittag» 21.'t Ubr, von der Leichenhalle de» lalholis-ben Kirchhose» IN Reinicken- dors-West, Beniner Sirofie, au» statt Ferner starb unser Kollege, der Mechaniker (Zeorg Fromm am?t Nooemder. Die Einäscherung findet am Dien». tag. den 98. November, nachmiiiag» 2 Uhr. im Krematorinm Baumschulen- weg, Kielholzsttafie, hat iltjrc Ihren,«ndankan l Rege Beleiligung erwartet VI« Orts»»mintknng 23, Abteilung Am Donnerstag, den 2S. November, verstarb nach kurzem Krankenlager unier langjähriger Parteigenosse und Zahlabendwirt Ludwig Taube Mülletftrafi, 62 a. Dir werden ihm ein ehrende« An- denken bewahren und bitten umteg« Beieiligung der Parteigenossen bei 9er Einäscherung am Montag, den 29. Nooemder. nachm.?/, Uhr, im Krematoriam Gerichistrafie. via AbtaUnugaleitnng. ffllr die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme anläfilich des Tode» unserer rocht« Ejjy lagen w'r hiermit ollen Freunden und Bekannten sowie der Firma S.Schnelle al, auch dem Genossen E r l» p i e n unseren hi rzlichsten Dank Bla.-EchSneöerg. im NovemberI926. klaaa Kaitliel und Pmu. -Kttdien-n roh emailliert intne lortcneo 42 n. so n. „ Cbruane 75„ 12s„ mit Anrichte Ricsenaaswahi roher, lackierter, lasierter Küchen, einzelner Kleiderund Küchenschränke. 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Frau Margarete Neßler geb. Guuckcl Di« in derSrtzung vom II. Nooemder 1928 oom Ausschuß beschlossene 23 Abänderung der Kassensatzung ist uomSberversüHerung»- amt genehmigt. Sie Adäuderunae» n den 55 SS, SS und 44 treten mit dem 27. Nrwemder 19S6 in Kraft. Druckstack» der 29. Abänderung find»om i b. M. im Kasseniolal in Smpsang zu nehmen. Im übrigen verweisen wir ans da» an dl« Serren Ardeiiaeder versandt« Rund- schreiben vom 20. November 1926. Der Vorstand bc> vrtalrauke-kass- für da» Pnchdrnck- arwerbe zu Berlin. Richard S-nz Alfred Eksträm Borfitzender. Schrifisührer. Berlin, den 25 November 1926. Küchen roh emailliert liiinklcki 85.— SS.— SiedlnjsiöriH 1CS.- 150.— Vikiklcki 155.-220.— tbvissbl.iitki 42.— 50.— WisckistliinkB 55— 65.— liilirsckrlDks 45.- 55 BEROLINA Küche nmöbelfabrlkation Albert Qerson Hommandanlenstr. 57 sdiet»fet liefert v reiswert Paul Golletz, vorm. llch-n Mirir Marlannenstreße 3. 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In dem kleinen ver� gitterten Käfig verkaufte er dem Publikum Briefmarken und oer- brachte die beste Zeit des Tages vor den Horizontalen der Fächer. vor den Büchern, wo über Postanweisungen und Sparerguthaben quittiert wurde, vor der Vertikale des Kasfenschrankes: in stet- guter Laune waltete er seines Amtes. Der Geist dieses jungen Mannes war der Komik der Dinge zugekehrt: und er verstand es, kleine Besonderheiten an Menschen und Vorkommnissen heraus- zufinden. «Kn fröhliches Lachen verbreitete sich aus diesem kleinen Mittel- punkt der Verwaltung über die Stadt. Alle niochten ihn gern: die alten, die jungen Mädchen und auch die verheirateten Frauen. Er genoß großes Ansehen. Und selbst die Seriösen, die Beamten und Kauflente, sagten:»Das ist ein Bruder Lustig,' und verargten ihm seine Eigenart nicht. Im Gegensatz zu vielen Mißvergnügten und Nörglern, deren häßlichsten Typ Joel, der Lampenhändler, verkörperte, erfreute er sich der allgemeinen Achtung. Wie ich schon sagte, waren die Frauen für seinen Scharm empfänglich: und da er ihnen mit seinen Bemer- kungen Spaß bereitete, lehnten sie sich nicht dagegen auf, wenn er sie an einem schönen Abend mit seinen Zärtlichkeiten erfreute. So standen die Dinge in unserem Ort, der das Prototyp für olle Orte der Welt war, als der Krieg im Juli 1314 erklärt wurde. Sie rückten gemeinsam. Seite an Seite, ins Feld. Martin und Joel gehörten der gleichen Altersklasse und Waffe an. Natür- lich wetterte Joel, der Verdrossene, gegen das Schicksal und sprach von Schlächterei. Martin, froh, dem Bureaukäsig entronnen zu sein, scherzte: und die Leute meinten:»Es sieht aus, als wenn er auf Urlaub ginge.' An der Front blieb das genau so. Im Schmutz und in der Gefahr des Krieges, wo Kanonen und Gewehre heimlich die Men- schen suchen, war Joel der ewige Lästerer der Metzelet, sogar des Patriotismus(sagte er nicht sogar, daß die Großen und die Minister aus keinem besseren Stoffe als andere gemacht seien?) Und Martin blieb unentwegt der Witzbold unter den Witzbolden. Joel galt als schlechtes Subjekt, und die betreßten Herren behielten ihn scharf im Auge: er war ein Mensch, der die G-schchnisse tragisch nahm, die Soldaten bedauerte und sie infolgedessen über Dinge nachdenken ließ, über die sie sich sonst keine Gedanken gemacht hätten. Aber wenn er gesprochen hatte, kam Martin daher, löschte alles durch einige treffende, witzige Worte aus und hinderte die guten Leute, an ihre Haut zu denken. Man spielte sie gegenein- ander aus: der eine wurde zur großen Freude, der andere der Banderillero der Finsteren, Fluchenden. Ein Soldat wie Martin, der das Signal zum Gelächter gab, war wertvoll für di« Haltung der Truppe.»Das ist ein Schatz!' sagt« der Kapitän Maqueron.»Er würde die Schafe noch aus der Schlachtbank lachen machen,' meinte der Kommandant Eckenselder, der im Zivil Fleischer und auch Viehhändler war. Eines Tages erhielt Martin einen Kopfschuß! Pohl Die Hälfte eines Witzes blieb ihm in der Kehle stecken. Aber wenn er infolge des Vorkommnisses zunächst schwieg, so schwieg er doch nicht für immer. Er kam davon. Und auch seine überschäumende Lustigkeit blieb ihm erhalten. Doch sie hatte sich ein wenig verändert. Die Trepanation hinterließ in seinem Denkvermögen Löcher, Lücken und«ine gewisse Zusammenhanglosigkeit. Es geschah zuweilen, daß er seine Scherze mit längeren Bruchstücken aus dem Katechismus und der sranzösi- fchen Geschichte vermengte, die aus seinem Unterbewußtsein auf- stiegen. Im Lazarett entwickelte er eine lebhafte Gebärdensprache, machte Luftsprünge, Grimassen, affenhaftc Bewegungen und be- lustigte so die horizontal in ihren Decken gefesselten Kranken. Manch- mal rief man den Arzt, damit er sich das mit ansähe und darüber lache.»Er ist meschugge!" sagte der Chefarzt und erklärte, wie es komme, daß in den Zellen dieses Gehirns allein der Anreiz zu Scherz und Komik übrig geblieben sei und einen kurzen, intensiven Kreislauf in diesem Gerippe veranlass«. Man muß annehmen, daß zu j«ner Zeil ein großer Bedarf an Kanonenfutter vorhanden war, denn Martin wurde an die Front geschickt. Wie er mit seinem kleinen runden Deckel auf dem Kopf dort ankam— unterwegs hätte er beinahe einen Skandal ver- urfacht, indem er sich auf einem Bahnhof als Akrobat betätigte—, stellten die Kaineraden die Diagnose:»Bei ihm ist eine Schraube los!' und sie meinten, es wäre besser gewesen, ihn nach Bicetre, in die Klapsmühle, zu schicken. Aber sie bedauerten diese Unterlassung nicht, denn Martin er- götzte mit seinen tollen Einfällen nur um so mehr seine Umgebung in den Kantonnements und in d«n Gräben. Er lachte und ent- fesselte Lachen. Trotz der mörderischen Verletzung— und übri- gens gerade ihretwegen— entströmte seinem Körper das ganze Fluidum am Pvssenreißertum. Mehr als je war er das Gegen- mittel wider den»cekarä', und die Vorgesetzten meinten, er bringe Glück, während Joel mehr als jemals fortfuhr, dem Kriege zu grollen und als schmutziger Popanz erschien. Außerdem aber war Martin, dank der wiedergewonnenen Kraft, ein sehr achtbarer Soldat. Da kam«in Angriff. Martin befand sich, durch«Inen Befehl über die Grabenböschung getrieben, eines Nachts neben seinem Ka- meraden, der, mit der Flinte in der Hand, fluchend vorwäne rannte. Wie aber das Bataillon draußen war und der Hampelmann mit dem durchbohrten Gehirn Mauern von Einschlägen um sich entstehen sah und schreckliches Pfeifen vernahm, das ohne Zweifel ihn suchte, da versagte der Rest seines Hirns. Er bekam Furcht und versteckte sich in einem Granatloch, wo man das Schauspiel nicht sah und auch weniger hörte. Der Angriff scheiterte vollständig. Er war kopflos, ohne Vor- bereitung, ohne notwendige Feststellungen unternommen worden: eine schlechte Laune des Brigadechefs hatt« ihn veranlaßt. Schließ- lich flutete da« übriggebliebene Drittel des Bataillons in wirrem Durcheinander in den Auefallgraben zurück. Beim Appell antwortete Martin nicht. Er zählte als vermiß:. Aber in der folgenden Nacht iand ihn eine Streife in einem Granat- loch: er schnitt den Sternen Gesichter. Der Sergeant führte ihn am Ohr zurück Wie er wieder bei seiner Trupps angelangt war. hüpfte er umher und spielte den Dummerjon. Doch die Sache mit dem Angriff nahm eine üble Wendung: tzuglücklichcrweise hatte man höheren Ortes davon Wind bekommen. Des Prinzen.Aufschwung', o Leirüvung, Mißlang durch mangelhasle liebung! Weswegen auch, damit iyr's wlht, Ver.Klimmzug' äußerst nützlich ist: Wenn dana die.Kippe' wirv gemacht. Wie da das Herz im Leibe lach!! Der Außbailiport ist wahrer Spaß, Herr Geßler hat empfunden das! lind uur der sportgewandte Mann Den.Hochsprung' absolvieren kann! Ver Eadeffkli wird hier gezeigt: Wie man dem Volk den Hacken beugt! Der Kommandierende«rteitte dem Brigadegeneral eine Rüg«. Und dieser sühne die Schlappe aus den schlechten Geist tn der Truppe zurück. Die beiden großen Führer waren wegen der Sache in Meinungsverschiedenheiten geraten, und man beschloh, Strafen zu verhängen. Man setzte Marttn fest, weil er gegen sein« Bürgerpflicht gefehlt und sich wie eln Feigling drei Schritt« jenseits de» Grabens ver- krochen hatte: das gleiche tat man mit Joel, der zwar vorgegangen und erst mit den anderen zurückgekommen war, aber ihn traf die Verantwortung für den schlechten Gesst, der unter den Truppen des Geländeabschnittcs herrschte. Alle beide kamen vor das Kriegsgericht. Der trotzige, ver- bitterte, ingrimmige Joel wagte von den.Verantworttichen' zu sprechen: Martin machte des Zusammenhangs entbehrend« Bemer- kungen und trug ein ungehörige» Lächeln zur Schau: diese Haltung nahm die militärischen Richter ungünstig gegen si« ein. Der Jüngste unter ihnen fragte:„Ist dieser Martin zurechnungsfähig?'.Ja!' riefen die anderen wie ein Mann. Um gerecht zu sein: man hört« als Zeugen den Oberstabsarzt mit den fünf Streifen. Der frühstückte alle Tag« mit dem General, und er sagte:»Das tst zweifellos ein Simulant.' Das Kriegsgericht oerurteitte beide zum Tode. Uebrigens oerfuhr es nach genauen Anweisungen, denn das Ober- kommando erachtete es für notwendig, den Brigadeführer wegen des bedauerlichen, allzu wenig überlegten Angriffes gegen die leiseste Kritik zu schützen. Außerdem ist es immer gut, eln Exempel zu statuieren. Und man weiß ja, daß bei den Kriegsgerichten die Dinge stets so oerliefen: man stellte die Fragen des Prinzips denen der Begleitumstand« voran. Martin begriff den ganz«n Fall gar nicht. Er spielt«— so gut es ging— den Hanswurst In dem alten Tanzsaal, wo das Kriegsgericht tagte, und ließ davon auch nicht ab, als man nach dem Wahrspruch die beiden wieder ins Gefängnis führt«. Und doch verwandelte sich in diesem Augenblick zum ersten Male der Gesichtsausdruck Martins. Zum«rsten Male in seinem Leben schien er jenseits der nächsten Dinge etwas zu verstehen und nach der Ursache zu suchen. Ein seltsames Lächeln blitzte in den Augen auf, die immer nur vor Lachen geweint hatten: zum ersten Male prägte sich in ihnen Angst und Niedergeschlagenheit au». Ein einziger Zeuge bemerkte das. Man hatte die zwei Ver- urteilten zusammengelassen. Ihre wechselseitigen Beziehungen waren, wie ich schon sagt«, nicht die besten gewesen. Joel hob sein Aufrührergesicht empor und sah die lachende Verstörtheit Martins sich in jene de» Entsetzens verwandeln. Martin sagte drolllg-klöglich:„Was ist denn? Ich ver- stehe gar nichts.' Im Herzen des Anarchisten zuckte ein genialer Gedanke auf:«r antwortete:»Siehst du nicht, daß alles nur Spaß ist?' Und Martin glaubt« es, sperrte den Mund auf und suchte nach einer scherzhaften Erwiderung— so verwischte sich der Beginn der Tra- gödie. Aber mit dem Eigensinn des Irren begann er gleich daraus von neuem:„Warum sperren sie uns denn ein?' „Wirklich! Das sieht wie ein Gefängnis aus,' witzelte Joel und fand die Kraft, seine Worte durch ein schwaches Lächeln zu unterstreichen.„Aber begreifst du denn nicht, daß alles nur zu unserem Schutze geschieht?' Dies genügte, um das ganz klein« Kind, zu dem der König der Spaßmacher geworden war. für» erste völlig aufzurichten. Von seiner impulsiven Aeußerung an widmete sich Joel roäd- rend der letzten Lebensstunden wie«ine Mutter diesem Stück menschlichen Elends, dein di« irdische Justiz nun neben ihm den Garaus machte. Er entwickelt«, sich beständig überwachend, ollen Eifer seines Herzens, und so wurd« dieser unschuldig Klarsehende zum Retter des unschuldigen Blinden. Ein so armseliger Beurteiler Martin war: er gab sich doch Rechenschaft darüber, daß er nicht- Schlimmes getan hatt«: und das erleichterte sin leichteres Spielen der so winzigen und doch so großartigen Komödie in diesem Winkel des Schlammkrieges. Am anderen Morgen holten sie die beiden unter militärischem Schaugepränae ab. Es ging im Marsche dahin und sie befanden sich in der Mitte. „Warum tragen die Kameraden ihre guten Garnituren?' fragte Martin mißtrauisch: beinahe wäre er wieder seinem„calarä' ver- fallen. „Es ist heute«in Festtag! Sieh doch, bist du denn blind?" Weit riß Marjin die Augen auf. „Das ist eine feine Veranstaltung, mein Alter,' versicherte Jo-l mit ganz natürlicher Stimme: aber er preßte unwillkürlich die Hände zusammen, um den anderen zu überzeugen. In einem Feld stand das ganze Regiment— davor zwei kleine Abteilungen—, der Oberst war da und Eckenselder, der Fleischer- Kommandant, alle sehr geschniegelt, stolz auf ihr schönes Metter. „Was lesen Sie?' „Eine Rede, verdammt!' „Sie sprechen von uns: hörst du's nicht?' „Weil wir Gefahren bestanden haben.' Der Geistliche hatte sich genähert. Er hörte und begrijs, blieb abseits und tat nichts: glücklich, seine Mitwirkung abkürzen zu können, begnügte er sich mit einem ganz leisen„Amen" und blickte in eine andere Richtung. Nachdem man ihnen einige Uniformtnöpse und ein Stück Tuch, woraus die Regimentsnummer stand, abgerissen hatte, sagte Joel: „Sie schicken uns ins Zivil. Für uns hat der Krieg ein Ende; und das ist diesmal keine Verkohlung.' Infolgedessen interessierte sich Martin für die Aufstellung und das Aufmarschieren der Truppen. Endlich trennte man sie. Joel konnte gerade noch sagen:„Sie wollen dir bloß danken, weil du den Leuten soviel Spaß bereitet hast.' Und jener glaubte es, weil ihm das Ganze glaubhaft erschien. „So Ist es! Trotzdem.. meinte er „Bleich!' hatte ihm Joel zugezwinkert.„Na, paß auf, du wirst ja sehen.' Die ungeheuerliche Posse spielte sich in der Tat nach seiner Voraussage ab. Doch Joel kam vor ihm dran. Eine Feuerlinie blitzte auf; und ihr Atem warf ihn um wie Papier.. Und da trat vielleicht ein Moment ein, wo Martin etwas wie da» wirkliche Wesen des Krieges und der Welt sah. Aber sicher ist das nicht. Auf keinen Fall währte es lange. Wie ein Stein sank er um, von oben nach unten, als wenn er unter die Erde zurückkehrte, wie wenn ein Sturm aus seinen Kopf gezielt, seine Beine weggemäht hätte. Ich habe, als man an ihm vorüberschritt, seinen verrenkten Hampelmannkörper am Boden gesehen. Der Kops war«ine blutige Masse. Aber er lachte dennoch. Ja, man sah die Splitter seines Lachens. Das Lachen haftete für immer, gewohnheitsmäßig, schick- sachaft an den formlosen, besudelten Resten seine» Gesichts. Es lebte fort als das furchtbare Gespenst des Volkslachens. Sie warfen Ihn mit Joel in eine große Grube, zusammen mit anderen französischen Kadavern, die deutsche und französisch« Kugeln zerfetzt hatten. Und vielleicht haben sie gerade ihn wieder ausgegraben, um aus ihm den unbekannten Soldaten des Triumphbogens zu machen. Er ist es vielleicht, über den so viele Wallfahrer des Ruhmes und Minister schreiten, die von dem kultivierenden Lichte Frankreichs, das die Welt überstrahlt, sprechen, und von der Heiligkeit des Krieges: und seine Grimasse locht ewig in die Hölle das Dunkels, die unterhalb der Zivilisation liegt. tBcrcchtiate ll-bertra-nwo von Jod. Nun»«.) Der höchste Schorusteiu der Erde. Vor kurzem wurde als der höchste Schornstein, der je erbaut worden ist, ein Schornstein in Britisch-Eolumbien bezeichnet. In einer Zuschrift an die„Umschau' weist aber Dr. R. Engeland daraus hin, daß es bei uns in Deutsch- lond einen Schornstein gibt, der den als höchsten bezeichneten um ganze 20 Meter überragt. Es ist dies die„H a l s b r ü ck e r Esse', da» Wahrzeichen der Freibergcr Hüttenindustrie. Dieser 140 Meter hohe Schornstein hat einen unteren Durchmesser von 8,25 Meter und einen oberen von 3 Meter. Das ungefähre Gewicht dieses gewaltigen Bauwerke» beträgt 5 400 000 Kilogramm. Der Prinz auf Bierekanö. Unter diesem Titel ist auf dem Büchermarkt ein Buch von 427(!) weiten aufgetaucht, in welchem ein Pseudonymus— Baron Hermelin, angeblich aus Amsterdam— den fünfjährigen Aufenthalt des deutschen Exkronprinzen auf der holländischen Insel Wieringen M schildern unternimmt. In der Form eines Schlüsselromans. Aber die Schlüssel sind sehr primitiv, die Namen der handelnden Personen sind kaum verändert, schließlich trägt der Umschlag des Buches ein Bild des Prinzen, wie er an der Meeresküste sitzt, das Land der Preußen mit der Seele suchend. Das Buch wird von seinem Der- leger(Hugo Steinitz, Berlin W. 35) als außerordentlich sensationell bezeichnet. Also sehen wir zu, was es bringt: Beginn: 1. Dezember 1918. Der Prinz ist auf niederländisches Gebiet übergetreten. Wir sehen das Umeinanderlaufen und die Auf- rcgung der Beamten des für den Uebergangsort zuständigen beut- ichcn Konsulates, unter welchen eine hübsche, elegante, blonde Sekretärin ist, die vom Verfasser mit großer Sympathie, ja mit Liebe geschildert wird.(Bruno, merkste was?) Der Prinz mit Gefolge wird Gast eines Grafenschlosses mit gleichfalls schöner blonder Schloßherrin. Mehrtägige Verhandlungen mit der niederländischen Regierung. Abreise nach Wiereland lWieringen). Nun werden wir in die primitiven Verhältnisse der Insel ein- geführt, unter denen ein Prinz ja gar nicht leben kann. Wir lernen Land, Leute und prinzlich« Unterkunst kennen und verfolgen mit sichtlichem Interesse, wie auch«in deutscher Legationsrat eintrifft, welcher von der deutschen Gesandtschaft die Verzichtsurkunde mit- bringt, die der Prinz unterschreiben soll. Das übliche Beileid des Ueberbringers. Doch der Prinz wußte, daß die Liebe und das Vertrauen eines Volkes nicht von einem Fetzen Papier abhängig waren, und er unterschreibt leicht und sicher.(Zum Teufel, daß mir hierbei der oll« Roman„Die Saxoborussen" von Gregor Samarow immer wieder einfällt: ein Prinz und ein Korpsstudent unterschreiben immer leicht und sicher.) Man installiert sich langsam auf der Insel und kommt mit den Bewohnern in ein recht erträgliches, ja freundschaftliche» Verhältnis. („Elende" gibt es dort offenbar nicht!) Der Urgroßvater war sogar Bonner Borusse, ihr Großvater Bonner Husar gewesen! Nach einigen kleinen Eskapaden, welche die Aufmerksamkeit des Bürgermeisters und Regierungskommissars auf sich gezogen und zu— übrigens freundschaftlichen— Auseinandersetzungen mit dem Prinzen geführt haben, findet der letztere, daß es doch ein un- möglicher Zustand sei, wenn er, ein Mann in der Vollkraft seiner Jahre, wie ein Mönch leben solle. Der intelligente Adjutant ahnt diesen Wunsch und schlägt vor, für den Prmzen eine ständige Sekretärin zu nehmen.„Aber sie mutz danach sein," sagt der Prinz, „wenn es nicht sehr bald schief gehen soll." Also, Adjutant ab nach dem valutaverdorbenen Deutschland, Inserat im Berliner Tageblatt, Hunderte von Angeboten und (denken Sie, Frau Courths-Mahlerl) Angebot und Bild der schönen blonden deutschen Konsulatssekretärin, die wir schon kennen. Hurra! Hurra! Hurra! Engagiert. Die neue Sekretärin erhäll em schönes Zimmer im Nebenge- bäude der prinzlichen Wohnung und eine elektrische Klingel teill ihr mit, wann sie zum Dienst kommen soll. Die Krankheit seiner Mutter ruft den Prinzen plötzlich nach Amerongen. Wir sehen, wie sich der alte Herr dort eingerichtet hat und von seinen Illusionen immer noch nicht ablassen kann. Das Erwachen(des deutschen Volkes), führt der Exkaiser aus, wird langsam vor sich gehen, aber dann wird das deutsche Volk noch seinen Fürsten rufen. Aus den Prinzen Max von Baden fallen böse Seitenhiebe, aber auch Ludendorff kommt nicht gut weg. Der junge Herr gaudiert sich übe? seinen Papa, als dieser die Aus- grabungen von Babylon wieder einmal, zum Vortragsthema des Abends macht. Es folgt ein fröhliches Eheleben in Wiereland, in dessen Rausch alle früheren Konnexionen(abgesehen von einer einzigen neuen) verschwinden, und ausführlich beschrieben, wie der Prinz in seiner Totenkopfhnsarenunlform dem Begräbnis des allen Bürgermeisters beiwohnt. In seiner Einsamkeit hat der Prinz auch Visionen: er sieht Friedrich den Großen ans seinen Krückstock gelehnt. Der bohrt mit seinem Krückstock eine lange Reihe kleiner Löcher in den losen Sand, und dann sagt er in kühler Haltung:„Es muh von neuem gesät werden, die Ernte aber ist für spätere Geschlechter." In den nun folgenden Seiten wird versucht, den Exkaiser dem menschlichen Verstehen näher zu bringen, auch Emil Ludwig be- kommt sein Lob wegen seiner zutreffenden Ausführungen und Hollstein wird gekennzeichnet als politisches Reptil, das unbeschreibliches Unheil angerichtet habe, lauter Dinge, die wir aus den großen Memoirenwerten kennen. Der Tot seiner Mutter, der den Prinzen nun wieder in das Schloß seines Vaters, dieses Mal nach Doorn, ruft, läßt in feinem Herzen ein ttcfes kindliches Empfinden aufquellen, das auch auf Wieringen noch lange anhält. Dort hat sich auch ein alter deutscher Soldat� in verschlissener Uniform eingefunden, mit dem der Prinz sich anfreundet und vor dem er innerlich salutiert: Er gab ihm die Hand, doch war es wie ein Höndedruck an viele, die weit, weit fort waren und dabei fühlte er, was einer unserer jüngsten Dichter so treffend ausdrückt: „Mein Bruder, komm her, und reich mir deine Hand, Gemeinsam bauen wir das deutsche Vaterland." Run kommt die merkwürdige Episode, in der angeblich der Klerikalismus in Gestalt eines holländischen Aristokraten in Der- bindung mit dem Wierunger Kaplan, einem Iesuitenpater, den Ver- such macht, auf den Prinzen Einfluß zu gewinnen, um ihm dafür die Unterstützung der Kirche für seine Zwecke in Aussicht zu stellen. Das Angebot wird von dem Prinzen mit Witz und Ironie abgc- wiesen.(Referent ist überzeugt, daß die Kirche damals und sonst viel zu klug war, um auf Nieten zu setzen.) Es kommt zur Wiederverheiratung des Exkaisers. Der Prinz ist in außergewöhnlicher Stimmung. Seine Umgebung macht sich auf etwas ganz Sonderbares gefaßt. Er ruft: „Er heiratet wieder,— was sagen Sie dazu?-- er heiratet wieder!" „Er fühll sich wie zwanzig Jahre— diese verrückte Zwiebelll"„Aber wer deim, um Gotteswillen," sagte die Bürgermeisterin und rang die Hände,„doch nicht der Major von Vühler?!" „Wilhelm— Rex— mein Vater," sagte der Prinz mit Pathos. „Mit wem denn, doch nicht mit Frau von Nochow?" „Nein," sagte der Prinz,„mit Herniine Reuß, der verwitweten Prinzessin Schönaich." „Ist sie eine interessante Frau, eine ältere Dame?" „Interessant schon, mit einem Auge sieht sie etwas schräg ins Gelände, aber alt ist sie nicht und dumm erft recht nicht. Mit der kann mein Vater was erleben! Die hört nicht stillschweigend zu, wenn er zum sünfundzwanzigsten Male Vortrag über die babylonischen Ausgrabungen häll." Nach Wieringen kommen immer wieder einzelne Prominente: die früheren Zeiten und die Wiederherstellung der Monarchie sind die Themata, über die man spricht und singt. Auch die Abfindung»- frage taucht schon auf. Und schließlich kommt die Erlaubnis zur Rückkehr nach Deutschland. Abschied von der Sekretärin. Und in wenigen Tagen folgt die Abreise, welche die Entente erst erfährt, als der Prinz schon über die Grenze ist. Der Adjutant bringt schließlich die Sekretärin nach Amsterdam; leider vergißt er in der Aufregung, ihr den letzten Gruß Seiner Königlichen Hoheit aus- zuhändigen. Wir lesen dann von Gasvergiftung— Rettung im letzten Augenblick— schließlich Reise an die Rwiera.(O, Gregor Samarow!) Was soll nun dieses Buch? Ist es ein Sensattonsroman oder ein Memoirenbuch, geschrieben von einem Dritten, der Wahrheit und Dichtung durcheinanderbrachte? Ich glaube, daß es keins von beiden ist. Ein Holländer hat es auch sicher nicht geschrieben: man lese nur das zeitweise schnoddrige Berliner Deutsch und das gelegentliche preußische Französisch! Das Manuskript hat Holland nie gesehen. Es handelt sich vielmehr um ein Propagandabuch der Monar- chisten, herausgegeben von einer exkronprinzlichen Pressestelle. Unter der anlockenden Maske der Liebenswürdigkeit und Offenheit, die man längst kennt, werden die Seitensprünge der„Hohenthurner" preisgegeben, um die Beliebtheit der Hohenzollern zu heben. Waid- mannsheil!—_ Dr. E. M. Schulreformer vor 150 fahren. Don Dr. Willi Blumenthal. Die Lobredner der alten Zeit mit ihrer Ablehnung aller Neuerungen und Fortschritte auf kulturellem Gebiet sollten sich ein wenig mehr bei der großen Lehrmeisterin der Menschheit, der Ge- schichte, umsehew Auch jene Pädagogen, die alle Schulreform- bestrebungen der Gegenwart als republikanisches Teufelswerk ver- schreien möchten und sich so gern hinter vergilbten Büchern ver- schanzen, müßten eigentlich in ihrem ureigensten Gebiet, in der Geschichte der Pädagogik, besser Bescheid wissen. Dann würden sie Johann Bernhard Basedow kennen, der von 1723— 1790 gelebt hat und als pädagogischer Umstürzler an Radikalismus unsere entschiedenen Schulreformer noch übertrifft. Als Sohn eines Perückenmachers geboren, beschäftigte er sich früh mit Erziehungs- fragen und legte schon in jungen Iahren eine Schrift vor:„Von der" ungebräuchlichen, aber besten Methode, die Jugend zu unter- richten." Seine Pläne gingen auf eine völlige Umwälzung des Erziehungs- und Unterrichtswesens hinaus. Durch private Samm- lungen begüterter Leute, die sich für seine Absichten begeisterten, kamen schnell IS 000 Taler zusammen, die es ihm ermöglichten, seine Reformplöne zu oerwirklichen. Er errichtete in Dessau das „Philantropin", ein Erziehungsheim, das bald in der ganzen zivili- sierten Welt von sich reden machte. Hier brachte dieser�geniale Mann zusammen mit bedeutenden Helfern wie Wolke, Salzmann und Campe seine Ideen zur Ausführung. Der„Philamropin" kann in seinem Erziehungsplan mit den heuttgen Landerziehungsheimen verglichen werden. Emcr seiner Leitsätze lautete:„Im Menschen ist zunächst das rein Menschliche zu bilden, so daß er sich als Weltbürger fühlt." Großer Wert wurde auf die körperliche Aus- bildung der Zöglinge gelegt: In einheitlicher, leichter Kleidung, mit abgeschnittenem"Haar und freiem Hals grngen Knaben und Mädchen des Philantropins umher und wurden von allen anderen Kindern wie Wundertiere angestaunt. Der Unterricht wurde leicht und an- genehm, fast wie Spielerei betrieben, fremde Sprachen durch Um- gang und Unterhaltung bald erlernt. Besonders interesiant ist es auch, daß der Religionsunterricht in der Anstalt ohne Rücksicht auf eine bestimmte Konfession erteilt wurde. An Stelle der Dogmen- Überlieferung traten Fragen allgemein sittlicher Nattir. Selbst- verständlich waren körperliche Züchttgungen, aber auch alle sonstigen Bestrafungen streng verpönt. Die„Philantrvpen" waren ausgezeich- nete Psychologen und erreichten alles durch Erweckung des Ehr- gcizes, durch Appell an die Vernunft der Kinder. Selbst die Ab- schlutzprüsung war kein Examen in unserem Sinne, sondern ein großes, öffentliches Fest, bei dem sich die Kenntnisse der Schüler gut bewährten. Basedows Tochter, die bei dieser Prüfung vor- geführt wurde, sprach schon mit fünf Iahren fließend französisch und sogar lateinisch. Selbstverständlich kehlte es diesen Vorkämpfern einer neuen Kulturidee nicht an Gegnern, die besonders unter den kirchlichen Würdenträgern z» suchen waren. Man setzte dem großen Menschenfreund Basedow derart zu, daß er das von ihm gegründete „Philantropin" oerlassen mußte und sich schließlich yerärgert von der Well zurückzog. Vor seinem Tode bestimmte er noch, daß seine Leiche zum Nutzen der' Menschheit seziert werden sollte. Bekanntlich sind auch Goethe und Basedow zusammengetroffen. In„Dichtung und Wahrheit" Hot er uns ein anschauliches Bild von dem seltenen, „prophetischen" Manne gegeben. Leistungsfähigkeit ist unbegrenzt Prüfen Sie selbst! * Unsere Auswahl und Billigkeit ist unübertroffen! Enorme Aaswahl In Damen«Strümpfen., Herren- Socken and Kinder-Strümpfen in allen modernen Farben fabelhaft billig iii.IWIMBWIIMllWMÜ (Dgä ffreßie Schuh- Spszsedhassd mii der gnßieuJLu&tvtMhl&erUtt4! Schieüsspruch im thüringischen LVeberftreit. K Prozent Lohnerhöhung. Am Freitag wurde im Reichsarbeitsministerium unter Vorsitz des TNinisterialrats Dr. H a u s ch i l d, der vom Reichsorbeitsminisler zum Schlichter für den Konflikt In der sächsisch-thüringischen lextil- industrie bestellt war, verhandelt. Die Einigungsverhandlungen führten zu keinem Ergebnis. Die von dem Schlichter gebildet« Schlichterkammer fällte nach achtstündiger Verhandlung eineu Schiedsspruch, der für die Zeit von der Wiederousnohme der Arbelt bis zum 31. August 1927 eine sechsprozentige Lohnerhöhung Vorsicht. Matzregelungen sollen nicht staltsiaden. Streit und Aussperrung sollen nicht als Unterbrechung des Arbeits. verhällnisse, gellen. Die Parteien haben sich bis Montag, den ?g. Rovember 1925, zu diesem Schiedsspruch zu erklären. verstärkter öetriebräteschutz. Gegen Sabotage und versteckte Matzregelung. Schon fest Monaten beschäftigen sich der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund und der AfA-B»nd mit der Sicherung der Durchsührung des Betriebsrätegesetzes. In vielen Betrieben ist weder ein Betriebsrat, noch ein Angestellten» oder Arbeiterrat vorhanden, obwohl er bitter notwendig wäre, und Be» iriebsobleute, die bei einer Belegschaft von weniger als 20 Röpsen in Arag« kommen, gibt es nur verschwindend wenig. Die Ursache dafür liegt weniger in der Gleichgültigkeit der Arbeiter, als in der Haltung der Unternehmer. Wer die Wahl einer Betriebs- Vertretung betreibt, betreibt damit zugleich seine Entlassung, und was oft einem Betriebsrat blüht, der seine Aufgaben ernst nimmt, ist zur Genüge bekannt. Das gewählte Betriebsratsmitglied braucht deshalb nicht nur einen besonderen Schutz während seiner Wahlperiode, sondern auch nachher. Darüber hinaus müssen alle Arbeitnehmer, die den Wahloorstand bestellen und als Kandidaten auftreten, vor Kündigung geschützt werden. Wer aus der Betriebsvertrewng ansscheidet. braucht für eine bestimmte weitere Zeit noch Schutz. Ferner mutz der beliebte Trick, mit Hilfe einer vorgetäuschten Betriebsstillegung unbequeme Betriebsräte.zu ent- fernen, ein für allemal unmöglich gemacht werden. Dasselbe gilt auch von der anderen beliebten Methode, unbequeme Arbeitervertreter durch fristlose Kündigung auf Grund eintretender Krankheit sich vom Halse zu schaffen. Das kommt vor allem für Arbeiterberufe in Frage. In vielen Fällen, wo ein Betriebsrat seiner Verpflichtung nicht nachkommt und der Unternehmer keinen Wahloorstand bestellt, mutz die Belegschaft tünjtig selbst die Möglichkeit der Bestellung eines Wahioorstandes haben. Bis jetzt ist es noch immer fo gewesen, daß nach einem Streik oder einer Aussperrung oder nach irgendwelchen Differenzen gerade die tüchtigsten Funktionäre die Zeche bezahlen müssen. Das kann nicht ewig so bleiben. Verstärkter Schutz für Betriebsräte und Be- iriebsobleute muh in die Bestimmungen Jies Betriebsrätegesetzes hinein. In dieser Forderung sind sich die Spitzenorganisationen der Gewerffchasten einig. Bom Reichstag mutz erwartet werden, datz er schleunigst die dringend notwendigen Ergänzungen de» Betriebsräte» geseges vornimmt._ Russische ftrbeiterpolitik. Zm Urteile der TrotzN-Sinowjewschcn Opposition. Der Sekretär der Moskauer kommunistischen Organisation Uglancw hat auf der letzten Konferenz der KPdSU, mit Em- pärung ein„Flugblatt" der Opposition zitiert, welches den Titel„Die Arbeiterfrage" trägt und in Moskau und Jwanowo-Wosnesenfk weit« Verbreitung gefunden hat. Wir bringen hier die von Uglanow an- geführten Zitate: Lohnpolitik.„Durch die Politik der niedrigen Preise zur Sen- kung des Selbstkostenpreises gezwungen, hat die Industrie den Weg des geringen Widerstandes eingeschlagen und übt einen weitgehenden Druck auf die Arbeiter aus: seit dem Herbst 192-l wird mit arötzter Energie und mit einem Druck aus die Arbeiter- schaft die Kampagne zur Hebung der Produktivität— in Wirklichkeu der Jntensivität— der Arbeit durchgeführt, nicht nur ohne ent- sprechende Erhöhung dcs Arbeitslohnes, scndern verbunden mit einer gewissen Reduzierung des letzteren. Der„Kurs auf die Erhöhung der Arbeitslöhne" hat sich durchweg als reine D e m a- g o g i e erwiesen und wurde nach der Niederlage der Opposition josort preisgegebe u." Gewerk'chasken.„Die Organisation der Gewerkschaften wird immer mehr bureaukratisiert. Die Mitgliedschaft in den ZuNieölaender seit t391. Herren- u Damen• SiOffe. Berfa SpandauerMr 23 Anzugskoffe ÄÄ k/i u t Engl. Stoffe vorzügi. Quaiüft EV von 18 MK.an Verbänden ist zu einer formalen Angelegenheit geworden und be- deutet den Erwerb des Rechts auf Arbeit und gewisse Sicherheilen im Falle einer Entlassung infolge Abbaus. Das Wahlrecht in den Gewerkschaften ist gleichfalls in Anbetracht des Verhältnisses zwischen der Partei und den Gewerkschaften und zwischen den letzteren und der Arbeitermasse eine rein formale Angelegenheit: die Führer aller Berbandszellen werden in Wirklichkeit einfach ernannt." Rationalisierung", genannt„Sparsamkeitsregime".„Das Sparsamkeitsregime hat sich auch in ein Druckmittel gegen die Arbeiter verwandelt: den Arbeitern wird das Recht aus Fahrgeld entzogen, die Ausgaben für Kinderheime und andere kulturelle Bedürfnisse werden eingeschränkt, die Frage der Ein- führung des Achtstundentages vor den Ruhetagen an Stelle des Sechsstundsntoges fft so gut wie entschieden. Der Kampf gegen die Arbeitsversäumung, die als Folge der Einführung des Schnapsoerkaufs zu betrachten ist, verwandelt sich in ein Sqstem der polizeilichen Maßnohmen, wobei dem Ar- beiter bei der geringsten Berspätung Entlassung droht.... Auf dem Gebiete der Betriebsverwaltung macht sich immer mehr die T«nd«rl,z zur Festsetzung der vollkommenen Alleinherrschaft der Administration bemerkbar."(„Prawda" vom 11. No- vember.) Soll man sich nun wundern, daß man in den führenden Kreisen der KP. gegen die Opposition ungemein erbittert ist? Wird doch durch diese Aeutzerungen der Trotzki-Smowjewschen Opposition der arbekterfeindliche Charakter der gegenwärtigen Ar- beiterpolitik der Sowjetunion bloßgelegt. Rrbeitszeitverlängerung in einem Reichsbetrieb. Auf Beschluß des Schlichsungsausschusses Berlin. Wir erholten folgenden Bericht einer Belegschaftsverfammlung der Deutschen Orthopädischen Werke, Berlin, Alexan- drmenstraße 12/13: In der Versammlung am Freitag wurde vom Betriebsrat ein Bericht gegeben über eine Entscheidung des Schlichtungsausschusses G roß- Berti n vom 11. November 1926, auf Antrag der Verwaltung der hiesigen Werke. Der sogenannt« unparteiische Gewecberat Körner hatte in dieser Sitzung dem Antrage der Finbenke'tung auf Verlängerung der Arbeitszeit von 46 auf 48 Stunden pro Woche, Aufhebung der seit Bestehen der DOW. festgesetzten Kündigungsfrist von 14 Tagen für sämtlich« Arbeitnehmer usw. Rechnung getragen. Interessant war ganz besonders, daß festgestellt wurde, daß nun- mehr auch die DOW. Mitglied des Verbandes Berliner Metall- Industrieller,, einer der größten Deutschen Scharfmacherorganisa- tionen, geworden fft. Also ein Betrieb, der aus Reichsmitteln unter- halten wird, schließt sich dieser Organisation an. Die Versammelten nahmen in ziemlich langer und lebhafter Diskussion zu dem vorliegenden Diktat des Gswerberats Körner Stellung und beschlossen einmütig, sich diesem Diktat nicht fügen zu wollen, d. h„ daß sie während der augenblicklichen starken Arbeitslosigkeit nicht einsehen können, daß noch Schiedssprüche ans Verlängerung der Arbeitszeit gestellt werden. Die Berfammelten erklärten fast einmütig, nunmehr kein ernst- Haftes Interesse zum Ausdruck bringen zu können für die Erhaltung dieses aus Staatsmitteln unterstützten Betriebes. Sie erwarten, daß die Kriegsbefchädcgten-Organffationen und auch die Vertreter der Arbeiterparteien im Stadt- und Reichsparlament diesen Dorgänaen gegenüber ein wachsames Auge haben werden. Ferner war die Fest- stellung interessant, daß bei etwa 130 beschäftigten Arbeitern un gefähr 90 Angestellte, 2 Direktoren und 4 Betriebsleiter vorhanden sind. Vielleicht interessiert sich die Stadt Berlin für dieses anscheinend sehr lukrativ« Geschäft, indem man versucht, für die Kriegs- und Unsalloerletzte» in eigenen Betrieben die Ersatzteile herstellen zu lassen. Es wurde dann wester der Beschluß gefaßt, den Hauptvorstand des Deuffchen Metallarbester-Berbandes aufzufordern, in möglichst kurzer Frist eine„Reichskonferenz der DOW.-Werke" nach Berlin einzuberufen, da der Anschlag gegen die seit Gründung der DOW. in Berlin bestehenden Verhältnisse wahrscheinlich auch im Reiche Schule machen wird._ Weihnachtshilfe im Gerneindcarbeite: verband». Der Houptvorstand des Verbandes der Gemeinde- und Staats- arbeitcr hat beschlossen, seinen arbeitslosen Mitgliedern auch in diesem Jahre eine desondere Weihnachtsunter» ft ü tz u n g zuteil werden zu lassen und hat für diesen Zweck einen Betrag von über 100000 M. vorgesehen. Noch den» Beschluß des Verbandsvorstandes erhalten die arbeitslosen Mstglieder: bei einer Zlrbeittlofigkeit bis zu 6 Wochen.. lü,— M. über 6 Wochen bis zu 3 Monaten..... 20,—, über 3 Monate bis zu 6 Monaten..... 2S.—, über 6 Monate........... 30.—„ für die Ehefrau............ 5,—„ für jedes schulpflichrize Kind....... 3,—, Die Auszahlung der Unterstützung geschieht durch die Filiol- lassen in der Zeit vom 20. bis 24. Dezember. Bezugs- berechtigt sind alle arbeitslosen Kollegen, die in der Zest vom 12. bis einschließlich 24. Dezember arbestslos sind. Wir machen die arbeirs- lofen Mitglieder des Verbandes auf diesen Beschlutz ausmerksam. da- mit sie sich rechtzestig melden. Scharfer öeamtenkonfiikt in Jrankreich. Um die Anpassung an die Teuerung. Paris, 27. November.(Eigener Drahtbericht.) Am Montag sollte der Nationalrat der Beamtengewerkschaften in Paris zu- sammentreten, um gegen die andauernde Verschleppung der seit Monaten verlangten Gehaltserhöhung und der Anpassung der Beamtengehälter an die Lebensteuerung Einspruch zu erheben. Außerdem sollte sich die Tagung schlüssig werden über die Möglich- keit eines Generalstreiks, falls die Regierung nicht innerhalb kurzer Zeit den Forderungen der Beamten nachkommt. In letzter Stunde hat Poincare sämtlichen Verwaltungen die Weisung erteilt. den Beanstendelegierten, die an dieser Tagung teilnehmen wollten, den Urlaub zu verweigern. Infolgedessen trat am Sonn» abend vormittag die Exekutive der Beamtengewerkschaften in alle« Eile in Paris ziffammen, um über die Lage zu beraten. Sie be- schloß, telegraphisch sämtliche Delegierten zu einem außer» ordentlichen Kongreß für Sonntag nach Paris zu berufen, um eine endgültige Entscheidung über die Haltung zu tressen, welche die Gewerkschaften diesem unerhörten Eingriff in die ge- werkschaftliche Freiheit gegenüber einnehmen sollen. Gespannt darf man fein, welche Stellung die radikalen Minister zu dem Vor- gehen ihres Ministerpräsidenten einnehmen werden. Drohender Kampf im Bergbau der Tschechoslowakei. Prag. 27. November.(MTB.) Die oereinigten Bergarbeiter- verbände traten heute zu einer Sitzung zusammen, um über die ablehnende Antwort der Bergwerksbesitzer gegenüber der Forde- rung der Bergleute auf eine Aiprozentige Teuerungszulage zu be- raten. In der Sitzung kam zum Ausdruck, daß die Ablehnung der Grubenbesitzer eine Aufforderung zum Kampf sei. Es wurden Be- schlüffe gefaßt, um ein gemeinsames Vorgehen sämtlicher Gewert- schaflsorganisationen der Bergarbester zu sichern. Achtung, Dodealcger! Wegen Lohn- und Arbeitsdisferenzen ist der Neubau Wertheim, Leipziger Platz, und zwar die Boden» legerarbeiten der Firma T e i s i n g in Münster gesperrt. Deutscher 5)olzarbeiter-Verband. WZt-nc!. SP«..Fl-isch«r! Dieitstafl. 8 Uhr. im Lokal EchlMch« Hc!- Z mat. Reue 5?:ici>richZVc. 1, äußerst wuJjtisc Scaftiouäoctfammlimg. Jeder i 1 muß erschein«!». Der Scoltümsomficul). M Achtung, Ziiamcre?! Sienstag. SQi. Noucmber, 7 U�x. int JEuifcnfacI" Havellands fteftfä'rc. Neue ssciedrichstr, 35, Eingang Nocdftraße, groste Funk- ticnü�konforenH» Alle Vcrlvauensleute füv. das Hach-. und JicfCwiii- geaetde müssen unbodingth7rm Reicheudergar Gtr. 66. Vo'traa:„Aus der Geschichte dar deutschen Augestclltenbemcgung" fGchmai'Si.— Rv'bcn: Zuaendbeim Schule Danzige« Strohe 23. Vorlag: Dre Frau«od de? Srvcilisniiis"(Sfätc.�crnK Dcuifi�cr Weichneisseroe Her ht der Varl Ine? SPrtaBiirt'iifrrie cm Dienstag. S». NrwaiBer. 7 Uhr. rn den SPbifircr» Fefffälc». 31.. goht in de? Hrost-BerU»«? Metall- indullrre v»r?"' Referent Koller? Aussyrach». Di« Dicht' afeit der Tagesorf'nnng rarxslichtet isden Fvnjhiswö? uufe.es Verbandes Zur-Teilnahme an dicker Be?sa»Mtong. Das. Mitgliedsbuch Teaftmiart. HeschLft-sseS« de» Bezirk» 10. ?ius See Ports». Die Konferenz des Parhi-tr.sschuffes der nsiwogffche« Sozial- bemokroieu. zu deren Tagung Friedrich Adler als der Sekretär der InMrnatilmaCe in Oslo einzetrofsen ist, wird sich mit der Frsze des Zusammenschlusses der Norivozifchen Arbeiterpartei und der Sozioldemckratischen Partei beschästigen. berDorragea» d«wrr!'rc bei: Gicht, Rheuma, Zschias, Grippe, Nerven- aaö Rspffchmerzea, CrkäUungstrankheiten. Togal stillt die Schmerzen und scheidet di« Harnsäure au». Keine schädlichen Neben wirituugen.— fragen 6»« Ihren Arzt!— 3a«t!ea Apo. Hessen er. altbch. � ISjdLith. 0.4» Chinin 7-4� Acid. acet.tal.«4 lOÜAnxyl � � Jhnef! Wu w"hopeGinnGr� � r�aeh PPÜfoTXQ LLn Xeipzigep Sfa % Die Wapen- H E k N Alexandeppl. 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Dieser Film hat in der deutschen Bearbeitung, die, wie wir wissen, von einem politi- schen Gegner der Kommunisten besorgt worden war, eine geradezu radikale Beseitigung aller eventuell noch vorhandenen kommunisti- schen Schärfen erfahren. Der letzte Akt des Originals, der Gapon als Bolksverräter hinstellt und in dem er von Revolutionären aufgehängt wird, ist völlig verschwunden, eben weil geschichtlich Gapons Stellung nicht genügend feststeht. Damit ist die Haupttendenz der russischen Arbeit sowieso verschwunden. Die deutsche Form ist, wie auch der Sachverständige des Aus- wärtigen Amtes, Geh. Regierungsrat von Langgrießer vor der Filmprüfstelle begutachtete, eine rein geschichtliche Wiedergabe russischer Ereignisse. Nirgendwo zeigt sich eine Parallele mit deut- scher Politik. Wenn bei der Uraufführung kommunistische Trupps an sich harmlose Stellen durch demonstrativen Beifall oder auch Pfeifen tendenziös heraushoben, so haben sie der künstlerischen Arbeit einen Bärendienst geleistet. Wirklich skandalös aber sind die L ü g e n, die tags darauf in ihren spaltenlangen Kritiken bewußt die Rechtspresse ausstreute. Den Bogel schießt im„Lokal-Anzeiger" vom 19. Rovem- ber Herr H u s s o n g ab. So schreibt er u. a.:„Aber kaum schlug vor dem ersten Kommunistenschuh der erste Polizist seinen Todes-Purzclbaum...",„dann ein Kommunistenschuß... oder ein Bolschewistensäbel, unter frenetischem Beifall umgedreht im Gedärme eines Polizisten, des Polizisten, der Polizei schlechthin." Aehnlich äußern sich fast alle Blätter der übrigen Rechtspresse: so z. B. die„Börsenzeitung", wo Herr Fritz O l i m s k y davon zu de- richten weiß, daß sich die russischen Arbeiter auf die Soldaten warfen und daß Soldaten von der Uebermacht entwaffnet und mißhandelt wurden. Zehntausende haben in den letzten Tagen diesen Film ge- sehen. Es ist weder zu Ruhestörungen gekommen, noch wird irgend ein Beschauer festgestellt haben, wo derartige„Greueltaten" der russischen Arbeiter im Film vorkommen. Rur die Herren Kritiker der Rechtspresse wollten oder mußten sie sehen. Da s a ch li che Gründe gegen die wirkliche historische Darstellung nicht vorzubringen waren, griff man bewußt zu Lügen. Die Absicht wird klar, wenn man das gesetzwidrige Vorgehen der bayerischen Polizei dagegen hält. Man hatte in München den Film noch nicht gesehen, ober man verbot ihn, sicherlich gestützt auf diesen Lügenfeldzug. Man wünscht eben keine proletarischen Filme, mögen sie auch tausendmal die Wahrheit sagen. Die Ziltne öer Woche. ,vee Sohn üer Serge/ (Oswaldlichlspiele.) Wir haben so viel vom Kaukasus, von der Großartigkeit und Wildheit seiner Berge, von der Schönheit und Naturwüchsigkeit seiner Bewohner gehört und gelesen, daß es für Westeuropa ein ausgezeichneter Gedanke des russischen Goskinos war, ein fesselndes Gemälde des Kaukasus im Film zu geben. Ganz natürlich fand M als leitende Idee der Kampf der eingeborenen Bevölkerung gegen die russische Unterjochung, die im vorigen Jahrhundert vor sich ging. Sa-ur ist der Held und Vorkämpfer seines Stammes, der hoch oben im Kaukasus in altgewohnter Einfachheit lebt. Er nimmt den Kampf mit dem russischen Gouverneur, dem reichen Fürsten Kibirow, auf, weil er von ihm persönlich beleidigt ist und weil er den Mut hat, für einen gepeinigten Volksgenossen einzustehen. Run entwickelt sich ein Kleinkrieg zwischen der bewaffneten russischen Macht(Polizei und Kosaken) und dem kühnen Sa-ur, der zum Aus- gestoßenen, zum Räuber wird(Abrek), ober Hilfe und Gefolgschaft unter seinen Genossen findet. Auf der einen Seite wird die Bruta- tität der russischen Unterdrücker gezeigt, die Schuldlose strafen und in Haft führen, aus der anderen die Kühnheit, ja Verwegenheit und die außerordentliche Gewandtheit der Räuber im Reiten und Kämpfen. Rein wie zufällig werden die Sitten und Gebräuche des rnohammedanifchen Bergstammcs uns im Laufe der Handlung vor Augen geführt. Die große erhabene Natur der Landschaft mit den steilen Bergen und reißenden Gewässern bildet den Hintergrund. Das Dorf ist der Schauplatz der Vorgänge. So ist alles echt: die Darsteller scheinen aus den Eingeborenen genommen zu sein, und selbst wenn Bestajew, der den Sa-ur verkörpert, kein Kaukasier ist, so ist er sicher der denkbar beste„Sohn der Berge". Nie hat man- hei ihm den Eindruck des Gemachten und Gespielten. Er ist ein Meister in allen Künsten der Bergbewohner, ein Reiter, der mit seinem Pferde oerwachsen ist, ein Schütze und ein Tänzer nach den Herzen seiner Genossen. Abenteuerliche Zwischenfälle und tolle Szenen belebe» die Handlung. Einmal wird der Gouverneur in seinem Hause überfallen und im Pferdestall angebunden, aber schließlich stellt sich der edle Räuber, der natürlich ein Hort der Armen und Unterdrückten ist, selbst, als sein ganzes Heimatdorf, mit dem Untergang bedroht ist. Er macht zur Bedingung, daß er nicht gehängt, sondern erschossen wird. Aber die Russen halten ihr Wort nicht. Schon schmiert der Henker das Seil, da erbittet sich Sa-ur als letzte Gunst einen Tanz, und wie er immer wirbelnd herumwirbelt, erfährt er von einem treuen Genosien, daß seine Kameraden zur Befreiung zur Stelle sind, und auf ein gegebenes Zcichai werden wirklich die Soldaten überrumpelt, und die Flucht Sa-ur im eigenen Hause im Zweikampf tötet. Das wchluhbild gelingt. Dann erfolgt die Abrechnung mit dem Gouverneur, den zeigt, wie die Schar der Räuber davonzieht in die Weiten des Kaukasus, wo sie Unterschlupf und Rettung finden wird. Ueber- flüssig, zu sagen, daß auch die anderen besonders hervortretenden Personen außerordenllich echt und natürlich wirken, vorzüglich Fatima, die Schwester Sa-urs und der Fürst Kibirow. Prächtig sind die Aufnahn�en, die Land und Leute wunderbar wiedergeben, und nur ein Wunsch bleibt noch zu erfüllen, daß der Ablauf des Films durch einige Kürzungen dramatischer werde. D. ,vie Wallfahrt eines Herzens/ (Mozarksaal.) Hier zeigt sich die Problematik des nordischen Films. Man merkt störende Längen kaum, wenn es sich um die schwedische Erde handelt. Menschen und Milieu verwachsen zu einer untrennbaren Einheit, anders liegt der Fall aber, wenn entfernte Gegenden in den Rahme» der Handlung gezogen werden. In diesem Augenblick emp- findet man plötzlich, daß das Tempo versagt und daß es weder den Darstellern noch der Regie restlos gelingt, den Reichtum und die psychologischen Feinheiten der Dichtung ins Filmische zu über- tragen. Der zweite Teil von Selma Lagerlöfs Jerusalem" spielt haupffächlich im Orient. Gertrud, des Schulmeisters Tochter und Ingmars Geliebte, ist nach Jerusalem gereist, ihr Geist ist zer- rüttet, in einem Derwisch glaubt sie Jesus zu erblicken, und sie wird erst von diesem Wahn erlöst, als Jngmar, der ihr aus Schweden nachgereist ist, beweist, daß es sich hier um einen höchst irdischen Menschen handelt. Der Bearbeiter und Regisseur Gustav M o l a n- der entgeht der Gefahr, bei der Schilderung dieses orientalischen Milieus zu sehr ins uferlos Breite zu geraten, aber in der fremd- artigen Umgebung enthüllt sich, daß diese Lagerlöfschen Menschen nur Getriebene sind ohne Initiativ« und Wollen. Eine andere Frage ist es, ob derartige Gestalten für den Film geeignet sind. Jedoch man übersieht diese Unausgeglichenheiten, wenn die Hand- lung wieder im Norden spielt. Jngmar muh nach Schweden zurück- kehren. Gertrud geheilt, begleitet ihn. Und zu Hause erwartet ihn sein Weib Labro, das er zu lieben gelernt hat. Sie hat in seiner Abwesenheit einem Knaben das Leben gegeben und fürchtet, daß auf ihm der alte Fluch ihres Geschlechts liege, blind und schwach- sinnig zu worden. Darum setzt sie das Kind aus. Wundervoll ist diese Szene, wenn Labro sich den Abhang herabtastet, der See liegt ruhig da, nur in seiner Mitte kräuseln sich die Wellen. Hier unter- streicht die Szenerie die Erregung der Menschen. Und dann findet sich Jngmar in seinem Hause wieder, er steht sein Kind, das der alte Knecht im letzten Augenblick rettete. In dieser Szene wie auch in der, wo sich die beiden Gatten wiedersehen, erreicht die Regie größtes Fonnat, vermeidet jede Rllhrseligleit. Hinzukommt, daß die beiden Hauptdarsteller Jenny Hasselquist und Lars Hansson weit über sich hinauswachsen. Hansson, ehemals ein vollendeter Gösta Berling, vielleicht zu feinglievrig und zu zergrübelt für diesen Bauern, den einst Sjöström erdnäher spielte, verlief jede Spur von Theater, und Jenny H a s s e l q u i st s herb umrissene Labro gibt hier stärksten Ausdruck. Mag manches stören, mögen Längen er- müden, man hört nur auf die süße, schwermütige Melodie, die aus diesem verinnerlichten Geschehen klingt. Zu erwähnen ist noch die zarte Mona Martenson, die der irrsinnigen Gertrud den gläu- bigen, visionären Blick verleiht. Das Ergebnis: ein Film, in dem sich die ganze stille und ausgeglichene Kultur der Skandinaven spiegell. _ F. S. »Schatz, mach' Kasse.' (Marmorhaus.) Siegfried Arno hat eine unglaublich lange Nase, Siegsried Arno hat unmögliche Beine, er versteht, beide Schönheitsfehler für Komik und Groteske auszunutzen und bleibt trotzdem ein seelenvoller Darsteller. Darum ist es wirklich kein Wunder, daß er schnell zum Filmliebling emporstieg. Er unterhäll das Publikum, er unterhält es gut, dennoch reicht diese Unterhallungskunst nicht für einen ganzen Film aus. Und es war ein böser Fehler, Siegfried Arno auch noch eine Doppelrolle spielen zu lassen. Er ist nicht nur der tölpelhafte Ehemann, der rechtzeitig in eine Firma heiratete, um sie vor dem Zusammenbruch zu retten: er ist auch noch der Doppclgänger, der durch sein forsches Auftreten dem Ehepaar endlich zu feinen Flitter- wachen verhilft. Doch ist der Doppelgänger seinem Mädel gegen- über, einer Apachin, ein Waschlappen. Se hat man fast von der ersten bis zur letzten Szene das gleiche Thema, dos dem Haupt- darsteller nicht Spielmöglichkeit genug erschloß. Felix Bäschs Regie gelang es nicht, die Longelr«ile zu bannen, obwohl die tem- peramentvolle Ossi Oswald« die Frau war, die erobert werden mußte. Vorzüglich war Hans Alb ers als ein stets in schöner Pose verharrender Angestellter aus der Konfetnon, der Wert darauf legt, kein Mensch, sondern eine Modepuppe zu sein. Er spielte so ge- schickt, daß die Anhimmelei des dummen Frauchens nicht unver- ständlich blieb. Gute, sichere Darsteller wie Lydia P o t i ch i n a, Rosa V a l e t t i und Paul Morgan bewährten sich in kleinen Rollen, doch selbst die besten Schauspieler können, wenn Manuskript und Regie oersagen, einen Erfolg nicht erzwingen. e. d. »Sraftn plättmdmfell/ (AT. Surfürstendamm.) Die Hauptsach« bei diesem Mm ist Ossi Oswalds, die hierin Gelegenheit hat, von einer Plättmamsell zu einer angeblichen Gräfin zu avancieren und dann, als es mit der gräflichen Herrlichkeit zu Ende ist, doch den vielgeliebten Modezeichner und Poussierstengel (Abrek Sa- ur) Oer erste Oiiginal Kaukasische Film im Prometheus-Verleih Ein erschütterndes Gemälde aus dem Befreiungskampf des kaukasischen Volkes Uraufführung Täglich der große Erfolg:* Richard-Oswald-Lichtspiele, Kantstr.163 Kristall-Palast, Prinzen-Allee 1/6 Turma-Palast, Schöneberg, Hauptstr.144 Städtisches Lichtspielhaus, Neukölln, Bergstraße 147. bekommt, mit dem sie ein prima Modehaus aufzumachen gedenkt. Die Oswalda ist wirklich reizend. Sie ist lustig und ausgelassen und weiß natürlich als Pseudogräfin die prachwollen Kostüme ausge- zeichnet zur Geltung zu bringen. Aber für ein eine ganze Vorstellung füllendes Stück reicht das Manuskript in keiner Weise aus und die Handlung ist zudem von einer Unwahrschcinlichkeit, wie man sie kaum beim Schwank noch erträgt. Filmisch kommen unter der Regie von Constantin David allerdings mancherlei komische Wirkungen heraus, wenn auch hier in den Texten vieles alter Zaster ist. Erster Klasse ist eine Fahrt auf der Rutschbahn im Lunapark. An Milieus werden geboten: die Arbeitsstätte der Plättmamsells und em vor- nehmer Modesalon, in dcni ganz nett allerlei Typen aus dieser Branche vorgeführt werden(auch sieht man natürlich sehr schöne Beine). Eine Szene im Wannseebad darf nicht fehlen. Die Haupt- fache spielt sich aber in Zimmer 221 des Hotel Bristol ab. In diesem Zimmer hat die Plättmainsell ihr Dasein begonnen, als ihre Mutter, die jetzige behäbige Gemufehändlerin(von der Lydia P o t e ch i n a mit drastischem Humor gespielt) Zimmermädchen im besagten Hotel war. Der andere Partner, den sie für einen Grasen Radebeul hielt, ist natürlich nur ein Herr Graf aus Radebcul gewesen. Aber so ist das Leben nun einmal im Film. Jedenfalls ist es sehr lustig anzusehen, wie die Plättmamsell sich als Gräfin ausgibt und ihren ungetteuen Verehrer, den Kurt B o i s als richtiges Konfektions- früchtchcn sehr witzig charakterisiert, so zu dressieren weiß, daß das gute Ende, die Heirat, sicher ist, auch als sich das ganze Märchen in Wohlgefallen auflöst. Gute Typen gaben Garrison(der Besitzer des Modesalons), F o l k e n st e i n(der Trottel aus Radebcul). Aber man hat sie in ähnlichen Rollen schon öfter gesehen.— r. »Der Rhein/ (Sonderausführung in den Kammerlichtspielen.) Man könnte diese unerbauliche Angelegenheit am besten mit Stillschweigen übergehen, handette es sich nicht um einen Propagandafilm, den die Reichszentrale für deutsche Der- kehrswerbung hergestellt und vermutlich aus öffentlichen Mitteln finanziert hat. Diese Behörde stellte sich zuerst durch einen veritablen Generaldirektor vor, um sodann Herrn Direktor Josef Schumacher ein zwar geladenes, aber nachsichtiges Auditorium mehr als eine halbe Stunde lang mit gründlichen Darlegungen über die Langweiligkeit der gewohnten Natur- und Landschaftsfilme öden zu lassen. Nun aber sei der Versuch gemacht worden, einen der- artigen Film gänzlich„von Künstlsrhand" gestalten und aus nicht zufallsmäßigen, sondern„komponierten" Äufnahmen bestehen zu lassen. Die derart mit Vorschußlorbeeren umwundene„Künstler- Hand" des Herrn E. M. Schumacher(seltsame Namensglcichheit!) inanifcstterte sich schließlich in einem allerdings sehr eigenartigen Film, der von Ansang bis zu Ende handgepinselt und nichts weiter ist, wie eine lange Serie von„malerischen" Ansichtspostkarten, von zurechtgestellten und frisierten Stimmungsprospekten im Range etwa der üblichen Bildreklamen für Bäder und Hotels. Ein Film vom Rheinstrom ohne strömende Bewegung, mit lediglich aufgemaltem Wasser,— das ist wahrlich ein Unikum! Zwischendurch einige etwas hübscher gelungene Trick-Jntermezzi: durcheinander pendelnde Schwarzwälderuhren oder gelegentlich des Kölner Doms ein gotisches Arabeskenspiel. Und ein paar Silhoutteneinlagen, die etwa die Sage vom Mäusetunn oder von der Loreley illustrieren,— nicht schlechter, aber auch nicht besser gemacht als die bekannten Pinschewer-Reklamc- filme. Diese verfälschten Lotte Reiniger- und Ruttmann-Effekte können natürlich nichts Wesentliches bejscrn an einem so von Grund aus verfehltem Machwerk._ Wdt. »Der Meineiösbauer/ (Emelkapalasi.) Der Film ist aus dem bekanntesten der Anzengruberjchen Werke nach bewährten Mustern geformt. Der Kreuzhofbauer hat einen Meineid geleistet, um in den Besitz des Hofes zu gelangen. Cr ist ein arger Bösewicht, der seines Bruders Testament, das dessen kindergesegnete Herzliebste vor einer Ungewissen Zukunft bewahren soll, heimlich still und leise— dem Kam ins euer anvertraut. Leider ertappt ihn sein Sprößling bei dieser unchristlichen Handlung. Dem Kreuzhofbauer geht die Geschichte aufs Gemüt und er wird seines Lebens nicht recht froh. Schließlich erlöst ihn ein wohltätiger Blitz aus diesem Jamniertal und seiner Schuld. Solche Bauerntragödien wirken nur durch das erdhaft Urwüchsige von Sprache und Spiel. Davon war aber leider in diesem Film nichts zu spüren. Mao. sein, daß das fehlende Wort die Wirkung beeinträchtigte. Diese Bauern waren jedenfalls keine Bauern. Sic trugen wohl ein Aelplerkostüm, aber es saß nicht. Die Frauen ließen allzu sehr merken, daß sie gewohnt waren, in Schuhen mit hohen Hacken zu trippeln: f'e waren entweder„Salon-Deandln", oder sie spielten sich auf d:e gekränkte Leberwurst aus. Das Ganze ist so zuckersüß aufgemacht. daß jede dramatische Wirkung verloren geht. Es trieft von Gennit. Das Anzengrubcrsche Stück ist ja ohnedies nicht mehr ganz frisch. aber dieser Film wird ihm bestimmt nicht zu neuem Loben vor- helfen._'*• »Oer Herr ües Todes/ (U. 1. Tauonhienpalasi.) Ein« Militärgeschichte von Karl Rosner, die sich mit der sogenannten Osfiziersehr« beschäftigt, wurde, vermischt mit Elzarleston. Filmsentimentalität, Firmenreklamen und einer den Amerikanern nachgeäfften Sensation als Film aufgezogen. Di« Domen, es handelt« sich gleich um drei neu« Stars, taten albern. Fritz S o l m hingegen (auch«in neuer Mann) hat«in« Ahnung von Darstellungskunst, doch wurde ihm nicht die geringste Gelegenheit geboten, sie zu verwerten. Der Regisseur Hans S te i n h o f f sollt« erst einmal Milieustudien machen,' bevor er an«inen Film geht. Als er diesen Film drehte, scheint er tatsächlich der Meinung gewesen zu sein, der„Columbus" fahre von Bremen-Stadt ab, und zwar bei Hillmanns Hotel vor der Tür. Wenn es mit den deutschen Filmen so weiter geht, müsse» wir bald den Amerikanern feierlichste Abbitte tun, weil wir bislang immer meinten, nur st« oerständen sich aus den regelrechten Kitsch. Die Ufa-Wochenschau bewies wieder, daß für sie geschickt« Operateur« in aller Welt viel Sehenswertes«infangeu c. b Kinderkino im Blojcri-SooL Else Simon als Märchens«« be- grüßt die fröhliche Schar und kündigt ihr Herrliches an, wenn sie nur zuerst hübsch singen will. Aus der Leinwand erschienen die Texte und gleich gibt es Chor mit Orchesterbegleitung. Dann der Zauberer F a n t a, der sich einen Gehilsen als Demonstration!» objekt heraufholt: aber warum hat er den Frack an, statt wie«in richtiger Mystifax auszusehen? Ein lustig gezeichneter Trickfilm vom Kater Felix aus der Wohnungssuche. Dann kommt er selbst, der Kater, mit enier Höschcndame als musikalisches Clowspaar. Jetzt aber gaukeln die Himmelsstcrnc durch den Saal, nur etwas zu lange. so daß unsere berlinische» Funkkinder Zeit haben, die optische Wunder- mache zu ergründen. Nun ober das Hauptstück:„Tisch lein deck d: ch" im mehraktigen Großfilm, trefflich dargestellt, mit wunder- schönen Bildern von Wald, Lichtung und Allstadt, von Else Simons Berschen erläutert, so daß die Schriflbänder wegbleiben. Der Kindernachmittag ist recht gelungen, und die zwei Weihnachtsmänner am Tor unten haben nicht zuviel versprochen. n, Staats-Theater Opernhaus a. Platz d.Repnbl. (P/, U. Lohensrla SchaasplelhBU» !>/, Uhr: Doppel» Selbstmord S Uhr: Lnl n Schlller-Thoater 3 Uhr: Minna Ton Barnhelnt 8 Uhr: Peer Orot WIM iptl Charlottenburj T1/, Uhr: Noffmanns KpxählungcR AbonrL-Tnmus I. Dentsdies Theater Norden 10334— 38 8 Uhr Neidhardl v. enelsenaa von Wolfgang Goetz Regie: Heinz Hilpert Heute nehm. 3 Uhr: Minna v. Barnbelm Kamoerspiele Norden 10334—3» 8'lt Uhr: Karussell von Louis Vemeull mit Maria Orska, Die Komödie Bismarck 241 1, 7316 8 Uhr Von Bourdet Regie: M. Reinhardt Rose-Theater 4 Uhr: Max u. Moritz »>,, Uhr: tfon State id Stute Philharmonie j;': Konzert d.Phllharmon.Orch Dirigz Prof. Prüwtr m. SüiaQspieihaiis Täglich»'/« Uhr WcmWum) 3:0.'Tlco nd' CHARELL- REVUE Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend nachmittag d Uhr: die nette Kinder- rerue Funkheinzel- mannsMärch.-Rcise mit oured Braan Berliner Konzerthaus/ Manersfr. 82 Heute Großes Doppel-Konzert Gescllsdiaftsabend— Tanz Das gro$c Kaffee- Nachmittags- Konzert bei vollem O««heiler and fr eleu» Eintritt Abends(au»er Montag nnd Freitag): DODPClltOttXCTt— BeSCll Stil hl UHbODIl— TM» „CLOU" WocbentigHch; .letropoi» meui. Tägßch 8 Uhr; Die groBe Revue Netropol BesMeuz- Ttieat. Tigi.»>/. Uhr: Jlluteigeqiiartisr tizlrttl iiintlidM mbdm 4 Uhr; Rotkäppchen Tholla-Tbcater 3 11: Iztldan Ciiobtag Erster Klasse uhr Dsr Biberpeh Regle: Bert h. Viertel Tb d.Westens SVsU. 8'/«: Qastsp. Theat kanstl. Menschen Nollendorf 7340 8 Uhr: Varlete- Neuheiten Snzibnib> Sanftp 2 Vorstellungen 3" und» Uhr, g» zu ermäBIgt Preisend, ganze Programm Volks büh ne Ttaitv u Bülnrlih TL in SSIfftaiienltnn 3 Uhr und 8 Uhr: Haute 3 und 8 Uhr: NadUasyl Das Grabmal Morgen 8 Uhr; Pk DOiltkafflllail Namlasyl soidatn. Jiomisffkc Oper Der große Operettemerfolg oäi Jidwienne™ mit Serakt Wetaely, tV/rl Blast Boettcher, Hell, Loebell, Schuster. Sonntag nehm. 3 U.; In I. Besetzung 3Mc Fledermaus Voreerknut ununterbrochen r. 10 II. an Wallner Idealer W Das Stiftangsfest �7� Sonnt nehm. 3 U.: Hasemanns Tftchter € Trianon- Theater Täglich»>/, Uhr; Cavailer von Sinö-Slng Amerik,Sens.-Stückin3AKL H CASINO-THEATER s um Neu! Heute SCHI Mister Cornedbeef Gutschein: Pautcuil I MX. Sessel IJO WWW Konzertdlr, Leonard H Theater d. Westens. Ah I. Dez. 8 Uhr h I Pawlowa Pappenlee-Chaplniaaa Divertissement WU Sonntag, d.28Jovember mittaga TT, Uhr S/,Uu Firlefanz Sonntag 3V,: Der IrBhl. Weinberg Lcsslng-Theater s u. Ken«» and Oebermentdi TL i.liufBnttDitaBn su. Die Fron an der Kette Lustspielhaus »'/. Uhr: D.HerzoRlnv.EIha Stg. 3V,: AiAfnhMtl UmMtikT-inaa Th. KAnlgerätz St. Hasenheide 2110 SU.- Mn.attM« Norden UM 8; Einbruch Dienstag, 30. Nov. Zum ersten Male FrOtnttDen TL a. Nollutorfiliti Kurfürst 209t 8; Franziska Berliner Volks-Chor Dirigent: Dr. Ernst Zander, Mitglied des Deutsch. Arh.-SiageivBundea. Montat», den 29. November 1926, pünktlich 8 Uhr abends im großen Saal der.Neuen Welt", Hasenheide 108—114 Kleine Chor-Werke Schubert: Mirjams Siegesgesang(Mottl).— Brahms: Nänie. R. Strauß: Wanderers Sturmlied.— Mendelssohn: Die erste Walpurgisnacht— Mitwirkende: Gertrud Wolf(Sopran), Agnes Leydhecker(Alt), Werner Rosenthal(Tenor), Werner Engel(Bass), Das Berliner Sinfonie-Orchester. ElnlaBkartoi Im Vorverkauf 1,23 Reich smark, elnschlieSUch Garderobe, an der Abendkasse 1�0 Reichsmark. Toxtbuch und Erläuterungen 0,20 Mk. Karten sind zu haben bei Tietz, Alexander- platz, Bote A Bock und allen mit Plakaten versehenen Geschäften. Inlerieren brfnt-t ERFOLG! Zahlungs- Erleichterung ODEONpa'�JL COLUMBIA MUSIK-APPARATE UND PLATTEN VarlangM El« Katalog« mit PreUliste vom ASTORIA-HUSIK-HAUS FRIEDRICHSTRASSE 91 am Bahnhof zw. Mittel- und DorotheenalraB« I Vfinte#» Carico RdÜchen geftättet üEnrntn IJO- ErmkCigie Preise!> Reichshalicn-Theater Abends 8 Uhr, Sonnlag nachm. 3 Uhr Siemner sanier L&iiiii: Piepers Diele _ Burleske von Meysel Ntchm halbe Preiset 'Fönhoff-BrettM Varlefd- Konzert-Tant □ Bnlc MK. S- an ca. 280 Landparzellen, prima Qarten- boden. 20 Min. v.Bahn. Vertreter Mittwochs, Sonnab. u. Sonnt I. Rest.Zu d. drei Linden" dir. a. Bhf. Fredersdorf. ylaLMCBW. Berlin C, Gontardstr.4� Jfie0manri-« Uhr Nachm. die ganze Vorstellung zu halben Preisen! p» Blüthner-Saal— Heute 8 Uhr: KONZERT des Berliner tlnL- Ordiesien Dirigent: tlenens Sdinalstidi SoL: Cur: tiamel (Bariton) '-Eintritt 75 PL— Einladung tut ttnftftozhentUdjen©enetaI»etlo«tm> lung des Bau- und Svoroereiiis Ruelz. deck»mgetr.®enofl>nfd)ait mit deschz Haiwstidit>u Berlin cm 8. Dezember 1020. nachm 5 Udr. in den(Seschälterdumen. Eljenacher Gircfee SO. Sagcäotdnuna; 1. ffrfagnwlil zum Sorflantr. 2, Satjungc' Änderung. 8. Verschiedenes. Der Docffanb. Kurt ßsesier. Prof. Dr. Fitzner. Bettfedern d.DId.arau 1 90 Pf. Rupf aus erster 60 Pf,«es: 1.75. üalb&aune 2.75, 4, weiß. Flcumrupi 4, belle 5, Daune 7, weiß 8-10. Schleißdaune 3 50-5. Oderdell la dicht Inlett 8 Pfb 12. 18, Kissen 3 Pfb. 3 50. 5 50a»lw.gcgenNcchn. Muster-PreisI frei. fein Ristfo. Richlpcssend zurück. Böhm. Bettfedernspezlallirus dachsei& Stadler, Berlin G 12 Landsderger 6tt. 41. 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Kesselschmiede. kupserschmiede. wogen- und Huf- Ichmiede.LauauschlägeT, Walzwerf- arbeiier, Eisenkonslrul(Ioas-.AuIc>-. Maschinen-, Lau-, Schivortdlcch- und Karosserielchlosser mußte wegen nicht genügenden Besuche« u erlaal werden und findet am Moatog. den 29. Zlaoember. nachm. 2 Ahr. Im parferresanl des Verbandshanfe», Claleastr. 83,53, statt. Wir erwarten, daß alle»rwerbslafeu Kollegen an di-i-r Wahltörpersersanns. lang teilnehmen. Tagesordnung: L Beratung der Anträge zur Kenerol- Versammlung am 6. Dezember 1928. 2. Wahl der Delegierten Iufrftt haben nur diejenigen Mitglieder, die im Berdandsduch die Berussdezeichnung haben. litr die dt» Versammlung aus- gerusen ist. Ohne Mifgliedsduch und Ardeilslosen» carte lern gutrM. vlenslag, den Z0.71ooember abend» 7 Ahr, Im Llhnngstnal des Uerbonds- hanles. Lintenslr. 83 SS: Austerordentliche Branchenversam mlung der Zigarelteamaschiueosührer und Lefrfebshandwerfer. Di« Berttauensleute treffen fich schon um S>/, Uhr im Zimmer IL vieasfag. den 30. Aosember, nach« mittag» 4»/, Ahr. bei Ca»(er, Causttzer Straße 23 Lehrlings-Versammlung sSmlllcher Mefalldrücker-Eehrllnge. Tagesordnung:.Betrieds- und Bchuloerhöttnisse". Wir ersuchen alle Lehrlinge, in dieser Versammlung restlos und pünttltch zu erscheinen.— Die Wahl d>r Vcrtrauens- lenie wird edensall« vorgenommen. vlenstag, dem 30.2loaemb»r, abend» T Ahr, in unserer Rnllnrablellnag, Linteafir. 192 lgegenltderBerdandöhau») Branchenversammlnng sämtlicher Kollegen Schmiede aus een Grob-, Mittel-, Karosserie-, vranerei-.Auhtmerfs-u. Znuung». betrieben. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. FilnworsShrnngen eintritt(rel gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Zahlreiches Srschelchen wird erwartet. Mllttnoch, den 2. Dezember, abend» 2 Ahr, in unserer ftiiltnrat»letlnng, Clnlcnflc.t 92(gegenüber Verdandshaus) Branchenversammlung der Autogen- u. Eleftrojchwcihcr sowie-schweiherinnen. auheroem der Sesselschmiede n. verw. Vrrnsc. Tagesordnung: 1 Branchen»»««. legenheilen. 2. Fitmoorsührnng: a) Im Strudel de» Bertehrs d) Bezirr findet erst am Mittwach, den 8. Tezewder, nachm. 5 Uhr, de: Schutz, Stallschretde.str 29, statt. _ Ol» Octsuermaltnoq. veutsme Spüzensdiaie W.62,BayrtiilierStr.35, uWitltiibirgtlih ladet ein tu einer vom 28. November bis 5. Dezember.