(lO Pfennis) ScsuasJ&etiiitSiinattt un.!> Anzeksenvrtis« fini in der SJotaencusnabe or.gcfltijcn Heboltioa: SSI. SS, cindenstrahe S Zernsprecher: VSnhoff 292— 292 Iel..«Srefse: Sozlaldeivokral Berlin sw Verlinr« Volkslilskk Setlcg und Snieigenadtetlunsi DtschSftszett St bl» 5 Uhr Verleger: Dormarts-Verlop GmbH. Berlin SSI. VS, Lindenslratze 9 Zernsprecher: Vönhoss 292— 29? �entralorgan der Boziatdcmokrattfchen partd Dcutfchlands Die D�lZ. vor öem Reichstag. Besprechung im Haushaltausschutz.— Stresemann verheimlicht de« Kaufpreis. Dar dem Ausschuh für den Reichshausholt fand heute in An- Wesenheit des Reichsauhenministers Dr. Stresemann die Aus- spräche über den Ankauf der„Deuts 6? en Allgemeinen Zeitung" statt. Mit der Aussprache war die Beratung eines kommunistischen Antrags verbunden, der im Plenum eingebracht und vom Plenum an den Ausschuh verwiesen war, und der verlangt, dah der Ankauf mit sofortiger Wirkung rückgängig zu machen und der dadurch zurückfließende Betrag dem Etat wieder einzufügen ist. Die Aussprache wurde von Dr. Stresemann mit der Ber- lesung der folgenden Erklärung eröffnet: .Von dem gesamten Dcrlagsunternehmen der„DAZ.", das seinerzeit von der preußischen Regierung im August 1925 erworben wurde, ist im April d. I. die Zeitung auf das Reich übergegangen, soweit die Minderheit der Anteile nicht in privatem Besitz ist. Die durch diese Veränderung für das Reich entstehenden Ausgaben wer- den aus dem Dispositionsfonds des Reichskanzlers und des Reichs- auhemninisters gedeckt, die etatsrechtlich zur Verfügung des Reichs- kanzlers und des Reichsauhenministers stehen. Zwischen dem früheren und jetzigen Besitzer sind Verabredungen über die allgemeine Hallung des Blalles getroffen worden, die der allgemeinen Tendenz des Blalles entsprechen." Dr. Stresemann erläuterte die Erklärung noch kurz dahin, dah 25 Proz. der Anteile im privaten Besitz geblieben sind, während 75 Proz. sich in Händen des Reichs befinden. Abg. Slöcker(Komm.) fand, selbst, wenn man sich auf den Loden stelle, dah ein- Regierung«in offiziöses Blall zur Verfügung haben müsse, das ganze Verfahren unerhört. Seit April d. I. sei nach der abgegebenen Erklärung die„D. A. Z." im Besitz der Re- gierung, ohne dah bis vor kurzem ein Mensch davon im ganzen Reichstag Kenntnis gehabt habe. Die Aktion sei eine V e r- schleuderung von Reichsgeldern und eine schlimme Korruption. Abg. hergl(Dnat.) stellte die Frage, wie hoch die 75 Pro;, der Anteile bezahlt worden seien und begründete den folgenden Antrag seiner Parteifreunde:„Die Reichsregierung zu ersuchen: 1. in den lausenden Nachweisungen über die Beteiligung des Reiches an ge- schäftlichen Unternehmungen künftig auch die Beteiligung des Reiches an der„D. A. Z." aufzunehmen; 2. bei Vorlegung des Reichshaüs- Halls für 1927 besiimmie Erklärungen darüber abzugeben, wie künftig die Frag« der Beteiligung des Reiches an der„D. A. Z." gc regell n erden solle." Der Reich sauhenminister lehnte die Beantwortung der vom Abg. Hergt gestellten Frag« ab, da das Reichskabinett auch aus Aalah dieser Angelegenheit kürzlich wieder beschlossen habe, aus grundsätzlichen Erwägungen keine Auskunft über die Verwendung der beiden Geheimfonds zu erleilen. Es sei doch aber klar, dah dem Auswärtigen Amt viel daran gelegen sein müsse, ein Blatt zur Verfügung zu haben, das keine Parteizugehörigkeit und einen großen Abonnentenstand habe, dah besonders auch wie die„D. A. Z." im Ausland weit verbre�t ist. Der kommunistische Antrag und seine Begründung sei eine politische Kroteste. da in Ruhland eine andere Meinung als die offizielle doch überhaupt nicht zum Ausdruck gebracht werden darf. Abg. Guerard(Ztr.) polemisiert gegen die kommunistischen Uebertreibungen, wünschte aber auch für das Zentrum, dah die Reichsregierung sich allmählich von der„V.!L Z." loslöse. Diesen Wunsch unterstrich Genosse Müller für die Sozialdemo- kratie auf das kräftigste. Das Experiment sei nicht geglückt. Jetzt, nach Bekanntwerden des Aukaufs fei die ganze Allion völlig ent- wertet. Gegen den Antrag Hergt sei er schon aus dem Grunde, weil er wünsche, dah die Beziehungen der Regierung zur„D. A. Z." bereits vor dem Etatsjahr 19Z7 vollständig gelöst werden. Noch einer formalen Erklärung des Abg. Leicht(Bayr. Vp.) und dem Abg. Dr. Eremer(D. Vp.)— die Demokraten nahmen nicht das Wort— wurde die Debatte geschlossen. In der Ab- st i m m u n g wurde sowohl der kommunistische Antrag, wie der der Deutschnationalen in beiden Teilen abgelehnt. Nach Erledigung der„DAZ."-Ang«legenheit entspann sich im Ausschuh für den Reichshaushalt noch eine lebhafte Debatte über den gestern von der Genossin Vohm-Schuch gestellten Antrag, im Nachtragsetat des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirt- schaft 5 Millionen für Zwecke der Kinderspeisung einzustellen. Die Vertreter des R e i ch s m i n i st« r i u m s widersprachen den> Antrag. Schließkich aber gelangte ein von allen Parteien mit Aus- nähme der Kommunisten gestellter Antrag zur Annahme, der in den Nachtragsetat für den genannten Zweck zwei Millionen ein- setzt. Es steht zu hoffen, dah diese zwei Millionen bis Ende des Etatsjahrcs den Bedarf decken werden. Konkurs öer chinesischen Regierung. China diplomatisch kampfunfähig.— Streik in Hankau. Am Sonntag ist die chinesische Zentralregierung unter tlrnftünden zurückgetreten, die nicht alltäglich sind. Ihre Kassen sind leer, eine andere Regierung soll versuchen, die Staatsgeschäfte weiterzuführen. Dieser finanzielle Zusammenbruch der chinesischen Zentral- regierung fällt in einen Augenblick, in dem China aus politi- scheu Gründen das Bedürfnis hätte, nach außen stark auftreten zu können. Vor nicht allzu langer Zeit kündigte die jetzt zurück- getretene Regierung die Handelsverträge mit Japan und Belgien, um zu erreichen, daß wenigstens in den Verhand- kungen mit diesen beiden Ländern die Vorrechte der Fremden beseitigt und China Herr seiner eigenen Zollgesetzgebung wer- den könnte. Die japanische Regierung, die auf ihre öffentliche Meinung Rücksicht nehmen muß, hat auf den chinesischen Schritt halb entgegenkommend geantwortet. Belgien hat dagegen den ständigen internationalen Gerichtshof angerufen, um China den Prozeß wegen Vertragsbruches zu machen, nachdem die Verhandlungen ergebnislos oer- lausen sind. Es kommt hinzu, daß gerade jetzt der Bericht der Exterritorialkommission nach monatelangen Verhandlungen zwischen China und den Mächten fertiggestellt wurde. In ihm erklären sich die Mächte bereit, die stufenweise Abschaffung der erterritorialen Vorrechte der Fremden ins Zluge zu fasten. Sie wollen schon jetzt gewisse Mißbräuche dieser Vorrechte beseitigen, aber sie knüpfen daran die Vor- aussetzung, daß die Reform der chinesischen Rechtsprechung weller fortschreitet. Immerhin soll in den Fällen, in denen Fremde Kläger und Chinesen Angeklagte sind, gegen die Chinesen vor modernen chinesischen Gerichtshöfen ohne fremde Beisitzer verhandelt werden. Bis zur völligen Ab- fchaffung der exterritorialen Vorrechte sollen die Fremden d i e Steuern zahlen, die von den zuständigen Behörden bekannt- gemacht und von den Mächten als für sie verbindlich anerkannt worden sind.(!) So läuft der Bericht der Kommission darauf hinaus, die Aufgabe der Vorrechte im jetzigen Zeitpunkt ver- klausuliert abzulehnen. Eine starke Zentrolreaierung hätte trotzdem vieles erreichen können. Statt dessen ist ein innerer Zusammenbruch zu verzeichnen, der China in seiner Offensive geepen die Vorrechte des europäischen Imperialismus bis zur Kampfunfähigkeit schwächt. * Die Nachrichten über den Bericht der Exterritorialitätskommisswn fiillen je noch der Quelle verschieden. London behauptet durch Ateutcr,«s käme den Wünschen der.Chinesen weit entgegen. England hat alles Interesse daran, so zu tun, als ob es Chinas Selbst- ständiekeitswünsche respektiere. Washington berichtet das ge- naue Gegenteil: Amerika möchte weiterhin die einzige Großmacht scheinen, die China entgegenkommt; daher verkleinert es die Zuge- ständnisse der anderen und läßt sich melden und meldet weiter, daß die Kommission keinerlei Konzessionen gemacht habe, sondern von China unmögliches in der Reform der Justiz oerlange. Peking hall sich auf der Mitte: Die chinesische Regierung mächte einerseits glauben machen, daß sie einen Erfolg in den Verhandlungen erzielte, anderer- seits muh sie sich hüten, die Zugeständnisse der Fremden größer er- scheinen zu lassen, als sie sind, sonst würde sie sich vor der nationalen Bewegung lächerlich machen. So stellt dte politische Propaganda ein und dasselbe internationale Dokument grundverschieden dar, je nach dem Interesse des betreffenden Landes. Oopkott und Streik in hankau. London, 29. November.(WTB) In einer Aeuherung über die Lage in China im Unterhaus erklärte Chamberlain: Bei der Verwaltung der Seezölle in Hankau habe sich mit Unterstützung des chinesischen Amtsvorstandes ein Verband der unteren chinesischen Beamten gebildet, der es als sein Ziel bezeichnet, sämtliche Aus- l ä n d e r aus der Verwaltung der Seezölle zu oerdrängen und sie gänzlich unter chinesische Kontrolle zu bringen. Der Verwalter der Seezölle hoffe den Dienst im Zollgebäude und die Elektrizlläts- Versorgung aufrechtzuerhalten. Das bei Japanern bedienstete Haus- personal sei bereits in Streik getreten. Die Japaner seien ge- nötigt, Lebensmittel aus anderen Städten zu beschaffen. Die Kom- munisten zeigten eine außerordentlich eifrige Tätigkeit und ei« Generalstreik würde allgemein gefürchtet, da es dann den Agitatoren leicht sei, die Massen zu Ausschreitungen aufzuhetzen. Abrüstungskonferenz verstbobenZ Cecil hat Angst vor dem Mitzerfolg. Genf. Z0. November.(Eigener Drohtbericht.) Lord Robert Eecil teilte am Montag abend Journalisten gegenüber mit, dah seiner Ansicht nach mit der iniernationalen Abrüstungskonferenz nicht mehr für das Zahr 1927 z u rechnen sei. trotz des Beschlusses der letzten Völkerbundsversammlung, der ihren Zu- sammentritt noch vor dem September 1927 vorsah. Der englischen Regierung, so erklärte Lord Eecil weiter, sei es mit dem Willen zur Abrüstung außerordentlich ernst; sie habe allerdings gröhle Besürchttivgen gegenüber einer schlecht vorbereiteten Ab- rüstungskonferenz, weil ein Mißerfolg schlimmer sei als gar keine Sonsereuz. �..............___ Grganisiecte Steuersabotage. Terror des Landbundes in den Grundwertausschnsten. Von P a u l H e r tz. Das Reichsbewertungsgesetz vom 10. August 1S25 will eine gleichmäßige Bewertung des landwirtschaft- lichen Vermögens für die Steuern des Reichs und der Länder herbeiführen. Diese Gleichmäßigkeit sollte vor allem dadurch sichergestellt werden, daß das Bewertungsverfahren in z w e i getrennte Maßnahmen zerlegt wurde, die zwei ver-- fchiedenen Organen übertragen wurden. Die eigentliche. Bewertung erfolgt zentral für das ganze Reichsgebiet durch den beim Reichsfinanzministerium gebildeten B e- w e r t u n g s b e i r a t. Sie wird aber nur für einen� kleinen Teil der Betriebe vorgenommen. Die Bewertung aller übrigen Betriebe erfolgt dann durch einen Vergleich mit' den vom Bewertungsbeirat bewerteten Betrieben, den söge- nannten Vergleichsbetrieben. Diese„Einreihung" liegt den bei den einzelnen Finanzämtern eingesetzten Grundwert-. a u s s ch ü s s e n ob. Das Gesetz glaubte dadurch, daß es den Schwerpunkt der Bewertung in die Arbeit des Bewertungsbeirats verlegte und die Aufgabe der Grundwertausschüsse auf eine mehr oder. weniger mechanische Einrechungsarbeit beschränkte, so starke Sicherungen für die Gleichmäßigkeit und Unparteilichkeit der Bewertung geschaffen zu haben, daß es bei den Grundwert- ausfchüssen in weitem Umfange die Steuerpflichtigen selbst als Mitglieder berief, also Interessenten als Sach- verständige zuließ. Denn neben den drei beamteten Vertretern des Reichs, des Landes und der Gemeinde pnd den vom Landesfinanzamt und der Landesregierung er- nannten Mitgliedern werden für jeden Grundwertausschuß je zur Hälfte von der Gemeinde und der Landwirtschafts- kammer Mitglieder aus den Kreisen der Steuerpflichtigen gewählt. Diese Regelung war von Ansang an bedenklich, da A r- beitervertreter praktisch von der Wählbar- lest a u s g e s ch l o s j e n sind und es nur vereinzelt ge- fingen konnte, einen Nichtlandwirt in den Grundwertausschuß zu wählen. Sie hat sich aber inzwischen zu einem unge- heuren Skandal entwickelt, denn der Reichsland- b u n d hat diese Schwäche des Gesetzes in der schamlosesten Weise ausgebeutet. Der Landbund hat es verstanden, bei allen Wahlen seine Leute durchzubringen und hat nun die meisten Grundwertausschüsse— da die gewählten Mitglieder in der Regel allein die Mehrheit bilden vollkommen in der Hand. In dieser Machtstellung hat der Landbund alles gc- tan, um unter Mißachtung der gesetzlichen Bestimmungen die Ausschußminderheit zu terrorisieren und jede zutreffende Bewertung unmöglich zu machen. Die Sabotage des Landbundes begann schon vor dem Zusammentritt, der Ausschüsse. Die Finanzämter mußten das Vergleichsmaterial für die Einreihung der Betriebe beschaffen. Das suchte der Landbund nach Möglichkeit zu stören. Er wollte Zeit für eigene Wertberecknungen gewinnen, die von den„Steuerstellen" des Landbundes geliefert wurden. Diese wurden den Landbundmitgliedern der Grundwertausschüsse als Unterlage gegeben, und zwar mit der Verpflichtung, da- von unter keinen Umständen abzuweichen. Eine Sitzung eines solchen Ausschusses ver- lief dann etwa folgendermaßen: Die Vertreter der Finanz- Verwaltung legten dem Ausschuß die für den zu bewertenden Betrieb beschafften amtlichen Unterlagen, wie z. B. Wehr- beitragswert, preußischer Grundsteuerreinertrag usw. vor und machten einen entsprechenden Emreihungsoorfchlag. Darauf zogen die gewählten Landbundmitglieder ihre mit Maschinen- schrift angefertigten Berechnungen hervor und erklärten, daß sie sich nur an diese, nicht jedoch an die amtlichen Unterlagen halten würden. Trotz des Protestes der übrigen Ausschußmitglieder setzte die Landbundmehrhcit dann dieses Verfahren in allen Fällen durch. Es wiederholte sich bei jedem Vetrieb dasselbe Schauspiel: Für den Vorschlag der Finanzverwaltung stimmten nur die beamteten Mitglieder und zum Teil auch die ernannten. Die Landbundmehrheit stimmte jedesmal dagegen und setzte ihren Vorschlag durch. Sie schreckte dabei vor offener Gesetzesoerletzung nicht zurück. Ergab sich z. B. aus den amtlichen Unterlagen, daß der einzureihende Betrieb denselben Wehrbeitragswert und Grundsteuerreinertrag wie ein Vergleichsbetrieb hatte, so wurde der Betrieb trotzdem nicht, wie das Gesetz es vor- schreibt, ebenso hoch bewertet, sondern so wie es die Steuer- stelle des Landbundes für gut hielt. Die Bewertung erfolgte also tatsächlich nicht durch den Aus- schuß, sondern durch den Landbund, nicht durch die Behörde, sondern durch Interessenten. Das Ergebnis ist, daß die eingereihten Betriebe im Verhältnis zu den Ver- gleichsbetrieben fast überall unterbewertet worden sind. Gegen diesen Terror des Landbundes sind die F i n a n z- ämter bisher so gut wie machtlos. Es ist für sie sehr schwierig, in allen Fällen Einspruch einzulegen, denn dadurch würde in Zehntausenden von Fällen eine nochmalige Nachprü- fung der ganzen Bewertung notwendig, die die Arbeitsfähigkeit der Finanzverwaltung vollkommen lahmlegen würde. So rechnet z. B. ein Landesfinanzamt für seinen Bezirk mit weit über 50 000 von Amts wegen eingelegten Einsprüchen gegen die vom Landbund festgesetzten Einreihungswerte. Des- halb haben die meisten Finanz- und Landesfinanzämter, um arbeitsfähig zu bleiben, von vornherein den Kampf mit dem Landbund aufgegeben uird sich diesem Terror gefügt. In einzelnen Tellen des Reichs ging die erheblichen Strafen. Und' es ist in der Reichsiagsbebatte wiederholt gesagt worden, daß diese Strafgesetzbcstimmungcn sich bisher als durchaus genügend erwiesen hätten. Möchte nicht die Reichs- oder preußische Justizverwaltung aus ihren unergründlichen Statistiken hervorsuchcn lasten, wie groß die Zahl der Bestrafungen inzwischen geworden ist? Die folgen üer Verhetzung. „Reichsbannerpöbel" und„Rcichsbaunermob". Seit Wochen ist eine besondere Verhetzun g s- o r g a n i s a t i o n gegen das Reichsbanner tälig. Die" alldeutsche Claß-Zeitung. deren Hauptschriftleiter der W i k i n g f ü h r e r Sodenstern ist. läßt dauernd.Kampf- flugblätter" verbreiten, in denen vom„Landesverrat des Reichsbanners" die Rede ist. Ein gewisser Walter K o r o d i reist im Lande umher und hält überall dieselbe Hetzrede gegen das Reichsbanner, in der die blödesten„Landes- oerräter"-BehaupUlngen aufgestellt werden. Um seinen teutschen Mut zu erweisen, läßt er in den Versammlungs- einladungen auch versichern, daß einem Reichsbannerführer Gelegenheit zur Aeußcrung auf die erhobenen Anklagen gegeben werde. Selbstverständlich werden in allen Ver- sammlungen auch gleichlautende Resolutionen angenommen. In Frankfurt(Oder) hat man die freundliche„Ein- ladung" augenscheinlich angenommen, ist in der Versamm- lung erschienen und hat den völkischen Hetzaposteln dadurch das Konzept verdorben. Das hat nun den Wanderredner Kodori aus dem Häuschen gebracht, und die„Deutsche Zeitung" in gleichem Maße. Sic berichtet über die Versamm- lung in Tönen höchster Entrüstung vom„schurkischen Landesverrat", vom„Rcichsbannerpöbel". von „st rolchmäßigem Benehmen" des„Reichsbanner- m o b s" und ähnlichen„politischen Schurkereien" des Reichsbanners. Kann man sich nach solchen Beschimpfungen des Reichs- banners wundern, wenn zwei Tage drauf völkische Helden- jünglinge vom Straßenbahnwagen herab die demonstrierenden Reichsbannerlcute zu reizen suchen? Wenn sie gewaltsam Zusammenstöße gerade hervorrufen, weil das ihren Hinter- Männern so angenehm ist?_ Die sächsische Regierungsfrage. Heute Ministcrprfisidcntcnwahl. Dresden, 30. November.(Eigener Drahtbericht.) Heute um 1 Uhr soll im Sächsischen Landtag die Wahl des M i n i st e r- Präsidenten stattfinden. Wahrscheinlich wird die Wahl nicht Zustandekommen, da keiner. der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten wird. Es ist nichts davon bekannt, ob die bürgerlichen Parteien untereinander eine Vereinbarung ge- troffen haben, so daß sich wahrscheinlich die Stimmen zer- splittern werden. Bor der Ministerpräsidentenwahl wird ein Protest der Wirtschaftspartei gegen die Wahl der beiden Schriftführer verhandelt werden. Daran wird sich dt, W a h l der stellvertretenden Schriftführer. anschließen. was üer Graf nicht„befahlen" hat... Tie Arbeiter werden„geschnitten"! Ein Mitglied der Deutschnationalen„Volks"partei schreibt uns: Am 31. Oktober veranstaltete die Arbcitergruppe Char» l o t t e n b u r g der Deutschnationalen„Polks"partei im Türkischen Zelt einen„nationalen Abend". In der gesamten Rechtspresse war gebührend auf die Bedeutung dieses Abends hingewiesen worden. aber trotzdem war eine unheimliche Leere. Um diese wenigstens einigermaßen zu beheben, wurden aus schnellstem Wege Jugend- aruppen in„Uniform befohl.en", denn die sogenannten „Oberen" hatten durch Nichterscheinen«s abgelehnt, sich mit Arbeitern an einen Tisch zu setzen. Ein Mit- gkicd des Vorstandes sagte mtr wörtlich:„Ich hoffe, baß die ArbeNrr es nicht merken, daß die meisten Parteimitglieder nur deshalb nicht gekommen sind, da sie sich zu„sein" fühlen, ein Arbeitersest mit- zumacheni" So verlies natürlich der Abend in dauernder Spannung. Es erschien dann auch in dem deutschnationalen Parteiorgan, der preußischen Landeszeitung", vom 6. November, ein Artikel, der das Verhalten der Parteimitglieder geißeUe und wörtlich lautete: „Manche Mitglieder glaubten leider das Fest nicht besuchen zu könneu, weil es einen volkstümlichen Charakter trug!" Mit welcher Erbitterung dieser Hinweis gerade in d e n Kreisen aufgenommen! wurde, die sich mit Herz und Seele für die Sache eingesetzt hatten, ist unbeschreiblich. Ich wurde kurze Zeit darauf geradezu mit Fragen überhäuft, bitterste Vorwürfe fielen, und die Folge war, daß mir unzählige Mitglieder sagten, daß es unwürdig sei, weiterhin eincrPartei anzugehören, die ihre Mit- glieder nur bei einer Wahl kenne, sonst aber hoch- mutig über die Achsel ansehe. Als ich eine prominenie Persönlichkeit ans die Erbitterung der Parteimitglieder aufmerksam machte, verließ sie mich in verärgerter Stimmung und„befahl", mich nicht wieder vorzulassen. Ich habe gern auf die Vorlastung verzichtet, will aber nicht mehr auf leere Dersprechungem einer Partei hören, die doch nur dem Junkertum Kefolg- s ch a f t leistet.__ Der Reichswehrskanüal in Schlesien. Schweigen des Reichswehrministcriums. Breslau, 30. November.(Eigener Drahtbericht.) Die demo- kratische ,.B r e s l o u e r Zeitun g", die bis vor wenigen Wochen zu den letztenStützenDr. Keßlers in seiner eigenen Partei gehörte, bestätigt jetzt einen Teil der von sozialdemokratischer Seite aufgedeckten illegalen Beziehungen der Reichswehr in Schlesien. Das bürgerliche Blatt teilt mit. daß auch ihm Aussagen von Teilnehmern der sogenannten ,S p o r t l u r s c" der Reichswehr vorliegen, aus denen sich die Angaben der„Breslauec Volkswacht" teilweise bestätigen. Im übrigen müsse eine Acußerung des Reichswehrministeriums abgewartet werden. Im Gegensatz zu früheren Fällen ist aber bisher keine Reichswehr st elle mit einem der üblichen Dementis hervor- getreten. Bielleicht wird dieses Schweigen mit durch die Erinnerung daran veranlaßt, daß vor mehreren Iahren ausführliche Angaben über die Verwendung von Reichswehrwaffen durch rechtsradikale Organisationen gegen streikende Landarbeiter, die in der„Breslauec Volkswacht" erschienen, von Dr. Geßlerzunächst bestritten wurden, daß damals aber in einem Beleidigungsprozetz unser Parteiblatt den Wahrheitsbeweis anbot, der Prozeß über- Haupt nicht mehr durchgeführt wurde und schließlich noch mehreren Iahren mit Einstellung des Verfahrens durch Amnestie endete. Geschäft unü Politik. Ausgerechnet Entrüstung der Hugenberger. Herr Hugenberg treibt Politik aus seine Art. Und so hat er denn herausgebrocht, welche schnöden Motive Herrn M a h r o u n vcranlaßten, gegen den verbrecherischen Irrsinn der Wchrverbände auszutreten: Der Hochmeister des.Jungdeutschcn Ordens" ward zum«Verräter der nationalen Sache", weil— eine Hugenberg nahestehende Bank ihm vor anderthalb Jahren einen Kredit verweigerte. Und das allein ist der Grund für die Empörung der Oefsenllichkeit über die ungesetzliche Betätigung der Reichswehr! Ein Pacholoqe mag hier gelinden Größenwahn feststellen, im übrigen bleibt doch auch das eine charakteristisch: Herr Hugenberg kennt eben nur gcsch ästliche Motive! Und höchlichst erstaunt liest man dann im Hugenbergschen„T a g" die von sittlicher Entrüstunz« triefenden Worte: „Fürwahr, eine beschämende Verquickung von Geschäft und Politi k." Ja, gerade die Hugenbergpreste hat alle Veranlassung, sich auk- zuregen! Wie sagt doch das schöne Sprichwort?„Man sucht seinen Nächsten nur hinter dem Busch, hinter dem man schon selber gesessen hat!" sich daraus entwickelnde Zusammenarbeit zwischen Finanzver- waltung und Landbund so weit, daß die Finanzämter ihre Vorschläge, bevor sie sie den Grundwertausschüssen vor- legten, den Steuer st ellen des Landbundes zur Begutachtung übersandten, die sie dann ihren Wünschen entsprechend„berichtigten"! Im Landesfinanzamtsbezirk M ü n st e r verstanden sich die Finanzbehörden sogar zur Einsetzung eines Schiedsgerichts, das olle Streitfragen bei der Bewertung zwischen Finanzverwaltung und Landbund zu entscheiden hat. Eine in jeder Beziehung ungesetzliche Maßnahme. Aehnliche Nachrichten aus allen Reichsteilen bestätigen, daß es sich bei dieser Bevormundung der Finanz- Verwaltung und der Terrorisierung der Grundwertausschüsse um eine organisierte Bewertungssabotage durcb den Landbund handelt. Diese Sabotage kann dazu führen, daß im ganzen Reich viel- leicht nur die hundert vom Bewertungsbeirat bewerteten Vergleichsbetriebe zutreffend bewertet, alle übrigen von den Grundwertausschüssen eingereihten Betriebe aber unter- bewertet werden. Das R e i ch s f i n a n z m i n i st e r i u m hat bisher gegenüber diesen ungeheuerlichen Zuständen, die ihm doch kaum verborgen geblieben sein können, geschwiegen. Es scheut anscheinend den Kampf mit dem Landbund, um die Verwaltrmgsmaschinerie nicht völlig in Verwirrung zu bringen. Aber diese Haltung ist falsch. Dem gesetzwidrigen Han- deln des Landbundes und der ihm willfährigen Steueraus- ichußmitglieder muß begegnet werden. Es ist das schärfste Attentat auf die Steuermoral und führt zur völligen Mißachtung der Gesetze, soweit sie den Interessenten nicht angenehm sind. Daher ist zu verlangen, daß die Reichs- finanzverwaltung in allen Fällen, wo falsche Einreihungen vorgenommen wurden, den Amtseinspruch an- ordnet. Wo sich ein Grundwertausschuß unter dem Ein- sluß der Landbundmehrheit offene Gesetzesverletzung hat zu schulden kommen lassen, muß die Finanzverwaltung das Recht erhalten, den Ausschuß aufzulösen. Ferner muß das Reichsfinanzministerium jede Zusammenarbeit mit dem Landbund in Steuersachen verbieten, solange dieser sich und seine Organe nicht zur Beachtung der Gesetze verpflichtet. Auch muß die Zusammensetzung der Be- wertungsausfchüsse geändert und der Einfluß der Interessenten in ihnen geschwächt werden. Eni- schließt sich das Reichsfinanzministerium nicht von sich aus zu solchen energischen Maßnahmen, so wird die Sozialdemokratie die Initiative dazu im Reichstag ergreifen.' Das Schunügesetz. Noch kein Kabinettsbeschlust nach der Niederlage. Das Reichskabinett hielt am gestrigen Montagabend eine lange Sitzung ob, die mit der Besprechung von Tagesfragen ausgefüllt war, so daß man jzu der Wahlrechtsreform, die auf der Tagesordnung stand, überhaupt nicht kam. Auch ein Beschluß über die weitere Behandlung der Schmutz- und Schundvorlage ist nicht gefaßt worden, obwohl gestern im Reichstag der wesentliche Inholt der Vorlage in der zweiten Lesung abgelehnt worden ist. Uebrigens enthält die Begründung dieser Vorlage die Ankündigung, daß im Fall Ihrer Annahme als erste Verbotsllste wohl die von oer„Hauptstelle zur Be- 'kämpfung von Selzmutz und Schund" aufgestellte und üer Begründung angefügte Liste veröffentlicht werden soll. Danach scheint es, daß das Reichsministerium des Innern ein- fach die von privater Seite aufgestellte Liste über- nehmen will, ohne sich die Mühe der Aufstellung einer eigenen Liste zu machen. Das Reichsstrafgesetzbuch bedroht in mehreren Pora- graphen die Verbreitung von Schmutz- und Schundliteratur und ganz besonders ihr Anbieten an jugendliche Personen mit Es gibt Schunö... Von Robert B re ue r. Hintereinander, sozusagen in einem Ruck, habe ich vor wenigen Tagen folgende erbauliche Geschichten genießen können. Unter der Ueberschrift„Man bringt seinen Vater nicht in die Hölle!" den Bericht über den Mord eines Ehepaares am Vater des Diannes. Der empfind- same Sohn, der sich darüber ärgerte, daß Papa sich am Mehl ver- griff, ging eines Nachts in des Vaters Stube, um ihm mitzuteilen, daß er getötet tverden solle. Zunächst hielt der Sohn die Hände des Vaters fest, die Frau legte ihm«ine Schling« um den Hals und zag zu. Dann löste sie der Sohn bei dem grauenvollen Geschäft ob. Nach zwei Stunden begann das Todesröcheln. Da holten die braven Kinder«in« Kerze und«inen Rosenkranz, drückten beide Mysterien in die Hände des Sterbenden und gingen in ihre Stube zurück. Der Sohn meint«:„Man will am End, daß sein Vater nit in die Höllen kommt." Gleich anschließend, unter der Ueberschrift„Wenn die Würfel fallen", die aufregende Geschichte eines südamerikanischen Arztes, der ehebrecherische Beziehungen zu einer Kreolin unterhält, dem Spiel- klub verfällt, seinen Schwiegervater mit Portwein vergiftet, eines Tages aus der Klinik nach Haufe gerufen wird, seine Frau und die beiden Kinder sterbend vorfindet, vergiftet durch eine Tom von der Kreolin. Der Chirurg beschließt die Angelegenheit durch Selbstschuß. Ohne Lücke unter der Ueberschrift„Dornen und Ameisen" die Mitteilung von einer spanischen Dam«, die ihren Gatten mit Hilf« ihres Liebhabers in einen Dornenstrauch wirft, in einen Atazienbusch, der Dornen von zwei Zoll Länge hat.„Je mehr der Unglückliche sich sträubte, desto mehr wurde er von den Dornen zerrissen: er starb, von den Ameisen gänzlich zerfressen." Dann eine klein« Episode, wie Peter der Große seine Soldatenkatharina mit einem Kammer» Izerrn erwischte, sie meiWich verprügelt«, ihn eigenhändig«insperrte, gut füttert« und schließlich köpfen ließ. Tags daraus fuhr er mit Katharina im offenen Wagen an der Richtstätte vorbei, wo der Kops auf einem Pfahl steckte. Und dann«in« klein« Anekdote aus Eng- land, wo man 1840 feine Frau noch verkaufen durfte. Von solch einem Fall wird berichtet.„Es war aber an dem Weib« nichts Be- londeres, und der Verkäufer entäußert« sich ihrer hauptsächlich, um einen Kindern das Beispiel ihres liederlichen Lebens zu entrücken." Zur Ergänzung, unter der Ueberschrift„Caoalleria Rusticana", ■ui« in Palermo ein verschuldeter Gemüsehändler stch seines Gläubigers entledigt«. Der Gemüsehändler bat ihn in sein Haus und ließ thn in dos Schlafzimmer eintreten.„Bort befand sich die Frau des Gemüsehändlers,«in« rassige Italienerin, im tiefsten Neglige«." Der Gemüsehändler schoß und verkündet«, daß er seine Gatlenehre habe rächen müssen. Zur Steigerung solcher Belanglosigkeit die Geschichte des Grafen de la Tour. der. um ine Miterben eines großen Vermögens zu beseitigen, dies« der Reihe nach mit indischen Pflanzen- giften behandelt«. In London besuchte er eines Abends fein« Cousin«, welche am nächsten Tag« als Leiche aufgefunden wurde. Im Laufe eines Jahres starben vierzehn Angehörig« seiner Familie, jedoch war die Todesursache niemals zu ergründen. Schließlich, als Hauptstück:„Der flüssige Dolch" oder„Die flüssige Reoolverkugel" oder„Dos chemisch« Stilett". Ein wohladdier- ter Bericht über Attentate mit Salzsäure und Vitriol.„Selten herrscht in diesen Fällen die Tötungsabsicht, fast immer ist die Vitriologe sexuell betonter Akt sadistischer Grausamkeit." In Neapel bringen die Zuhälter ihren trügerischen Dirnen einen„in künstlerisch vollendeter Weise angebrachten Rasiermesserschnitt auf der Wange bei". In Paris beworfen Zuhälter ihren„ungetreuen Kochtopf" (Marmite) mit Vitriol.. Naiv« Leute werden annehmen, ich hätte mir von irgend einem Karren eine Kollektion der anrüchigen bunten Groschenheftchen zu- gelegt. Weit gefehlt. Ich habe nur den„Berliner Lokal- a n z e i g e r" gelesen. Und zwar die Montagousgabe vom 22. Novem- der. Da findet sich unter der Ueberschrift.Kriminalistische Rund- schau" der ganze Mist, wie er oben stigmatisiert ist, aus einer einzigen Zeitungsseite. Es gibt also Schund, gibt ihn in einem Druckwerk, das sich zweifellos zur politischen Tagespreis« rechnet und also von dem Zugriff des Schund- und Schmutzgesetzes frei bleibt. Ist«lender« Heuchelei denkbar? Wieviel Jugendliche mögen dies« kriminalistische Rundschau gefressen haben. Der„Lokalon zeiger" aber, wie sich von selbst versteht, schwärmt für das Schundgesetz: im Leitartikel derselben Montagnummer schäum!« Herr Hussong1 schwarzweihrote Moral. Offenkundiger, als durch dieses kriminalistische Gesudel kann die Lächerlichkeit des neuen Gesetzes kaum demonstriert werden. Wozu die Schauerromantik verfolgen, kompliziert« Verfahren konstruieren. Menschen und Geld in Bewegung setzen, wozu die Groschenhefte ver- Nichten, wenn der.Kokalanzeiger" und sein« Konsorten den an» steckenden Dreck in Haus und Familie schaufeln. Die Entwicklung der russischen wlssenschast. Im Rahmen der „Gesellschaft der Freunde des neuen Rußland" sprach gestern abend im Herrenhaus der Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften in Leningrad Prof. Dr. Fersmann über das Thema:„Erfolge der Wissenschaft und Technik in Sewjetrußland". Die Hauptaufgabe, vor die sich die russische Forschung gestellt sieht, ist die. das eigene Land kennenzulernen. Di« Akademie der Wissenschaften rüstet zu diesem Zweck lährlich ungefähr 7S Expeditionen aus, die sich auf die Huupt. forschungsgebiete: Sibirien. Turkestan und Iakutenland verteilen. Diese Expeditionen sind„komplex" zusammengesetzt, d. h. die For- schung beschränkt sich nicht allein aus ein Gebiet, o.clleicht aus Mine- ralogie oder Ethnologie, sondern sie umfaßt olle Forschungsgebiete. Geographische Untersuchungen gehen Händ in Hand mit kulturwiflen- schaftlichen und anthropologischen, so daß ein vollständiges Bild von den Menschen und Sitten und von der Bodenbeschasfenheit der er. forschten Gegend entsteht. Diese Forschungen sind auch von cminen- ter wirtschaftlicher Bedeutung für Rußland. In der Wüste des Karakurum entdeckte man ausgedehnte Schwefellager. in den Rand- aeblrgen Turtcstans radiumhaltige Erze, am Weißen Meer Feld- spatgrubcn und im Ural und in Mittelsibirien Kohlenbecken. Die neue Karte von Sibirien, vollständig in geographischer, ethnologischer und pflanzengeographischer Beziehung, ist scrtiggcstellt, man arbeitet augenblicklich an der Karte von den Gegenden um das Weiße Meer. Neue Universitäten sind einstanden für Sibirien in Urga und Omsk, für Turkestan in Taschkent und für Iakutenland in Irkutsk. In vielen Städten Sibiriens find Museen völkerkundlichen Charakters errichtet, die zu neuer Forschung Anregung geben. Und das In- teresse dafür ist so groß, daß sich selbst in den kleinsten Städten private Forschungsacsellschasten gebildet haben, die durch eine Zen- tralinstitution in Leningrad untereinander verbunden sind. Eine interessante Aufgabe erblickt die Leningrad« Akademie augenblicklich darin, für diejenigen sibirischen Völker, die weder Schrift noch Alpha- bei kennen, eine neue Schriftsprache zu schassen. Aus die Frage Prof. Einsteins, wie sich die russische Wissen- schast zur Internationale der Wissenschast stelle, erwiderte Prof. Fers- mann, daß die russische Wissenschaft bereits bei der Jahrhundertfeier der Leningrader Akademie ihren Frieden mit den Wissenschaften der Welt geschlossen habe. F. S. Das Ehrhardt-Lied hat eine englische Melodie. Es ist nicht die Entdeckung neidischer Sozialisten, die den Hakenkreuzlern bekanntlich nichts Gutes gönnen, daß der schwarzweißrote Singsang einem englischen, in Matrosenkneipen viel ge tanzten Onc-step„Line Bell" (Blau Aeuglem) sein« Melodie entlehnt. Der„Frkdericus" gesteht es mit bekümmerter Miene ein und fügt zum Trost«(gelecktes Leid ist halbes Leid) hinzu, das unsere Wonne-ganz-Hymne nach einer englischen Melodie geht. Um den Chrhardt-Marsch aber in Zukunft rein deutsch zu genießen, haben die Stahlhelmer«in« neu« Melodie von einem Deutschen machen lassen. Hoffentlich war es kein Judo, sonst wär s wieder nur halbe Arbeit, wie denn auch das schöne Lied von der Flagge Schwarzweißrot jüdischer Herkunft ist. Ein Ehrenabead kür Kols Särwer veranstaltet da! Kabarett Monbijou Iägerstr. 18, am Mittwoch. Beginn abends S Ubr.!Nolf Gärtner I>elt u. a. da« Requiem von Toller und Teile aus Bruno SchönIantS.Trlösung". Zentrvmizenlnr in Köln. Die ZentrumSfrattlon der Kölner Stadtver- ordnetenversanimlung hat bei der städlilchen Verwaltung beantraat. die Vantomine.Der wunderbare Mandarin', von Melchior ckenggcl, Misick vv» Bela Bartol, sosort vom Spielplan obzuletzen Oberbürgermeister Adenauer hat daraus die Absetzung des Stückes verfügt. vi« hamburgisch« verwattnngsakademie wurde Montagabend feierlich eröffnet. Die Wiederherstellung de» Vreden er Zwinger», die seit zwei Jahren durchgclührt wurde, ist jetzt beendet. Fall alle Figuren des Pöppelinann- fchen Baue« wurden genau nach dem Original auS bestem Sandstein neu angefertigt. Eötzendleust mit alten kands«k>risten. Bei einer Versteigerung in New Bork wurden sür ein Originaimanusiript de« SrzädlerS Rodert Lew!» Tteven'on S ZLO Dollar bezahlt. Ein kleineres Manuslript de« gleichen Autors erzielte 2 500 Dollar. Für alte Ebaleipeare- Ausgaben au-Z der ersten Hälite dcZ 17. JabrbundertS wurden Preiie von 2 800 bis 3 700 Dollar und jür die erste Ausgabe von.Gullivers Reisen« von Jonathan Swift 4 200 Dollar bezahlt. Ob die Käufer wohl auch em innere« Verhältnis ,» den Werte« haben, deren Handschriften und älteste Druck« ihn«, eine» ja hohe» Auri» tätenwert darstellen? der Juwelenraub in öer Tauenhienstraße. Spruch vor dem Richter. Die groge„Sensauoil" des ebenso unerhört dreisten wie erfolg- reichen Raubübersalls Johannes Spruchs am hellichten Tage auf den Iuwclicrladen in der Tauentzienstraßc am 25. September d. I. findet,, wie bereits berichtet, heute seinen vorläufigen Zlbschluß vor dem erweiterten Schöffengericht Charlottenburg. Trotzdem es bekanntgegeben war, daß der Zutritt in die Gerichtsverhandlungen nur auf Gnmd besonderer Eintrittskarten erfolgen würde, war der Andrang von Zuhörern und Schaulustigen sehr groß. Umfangreiche Absperrungsmoßregcln trugen dafür Sorge, daß Unbestigte nicht in das Gerichtsgcbäude drangen. Die Anklage gegen Spruch lautet nur auf Raub mit Verwendung von Massen. Die Anklage wegen Mordversuches und wegen Vergehens gegen das Spreng- fioffgefetz hat die Staatsanwaltschaft fallen lassen. Es mußte zu- gegeben werden, daß die Behauptung Spruchs, er habe absichtlich nach der Wand gezielt und nur Schreckschüsse abgegeben, richtig sei. Denn Spruch, der beim Militär zu den besten Schützen gehörte, hätte zweifelsohne jemand von den im Iuwelierladen Anwesenden treffen können, wenn er dies gewollt hätte. Desgleichen konnte auch keine Verletzung des Sprengstoffgesetzes festgestellt werden, denn die von ihm zur Detonation verwendeten Explofionsstoffe haben sich bei der Untersuchung als gewöhnliche Feuerwerks- t ö r p e r herausgestellt. Außer Spruch sitzen auf der- Anklagebank seine Schwester Charlotte Spruch und die Filmstatistin Ringhousen. Sie sind wegen Hehlerei angeklagt. Den Vorsitz führt Landgerichisdircktor Dr. Crohn«. Die Anklage ver- tritt der Staatsanwaltschaftsrat S ch w i e g e r. Die Geschwister Spruch werden vom Rechtsanwalt Dr. Herbert Fuchs und die Film» ftatiftin Ringhausen vom Rechtsanwalt Dr. Ludwig Meyer vertreten. Der Angeklagte Spruch betrat zu Beginn der Sitzung freude- strahlend den Gerichtssaal. Auch während seiner Vernehmung ver- läßt ihn keinen Augenblick die lustige Stimmung. Unter den Zeugen besanden sich auch seine Mutter und Schwester. Die erstere erklärte sich bereit, auszusagen, die zweite verweigerte die Aussage. Vor Eintritt in die Vernehmung des Angeklagten wandte der Vorsitzende sich an die Berichterstatter mit der Bitte', ihre Berichte im Interesse der ohnehin gefährdeten Jugend sachlich zu halten. Gerade der Fall Spruch beweise, welche Bedeutung in seinem Leben die Sensations- lust gespielt habe. Der Vorsitzende rügte ferner den gestrigen Artikel in der.Montagspost", der unter Mißbrauch der Schutzschrist des Verteidigers zustandegekommen sei. Es folgt nun die Vernehmung des Angeklagten. der bereits einmal in Breslau wegen schweren Diebstahls zu 3� Jahren Gefängnis und ein anderes Mal im Jahr« 1924 zu zwei Monaten wegen Zuhälterei verurteilt worden war. Der Angeklagte Spruch ist im Jahre 1897 in Ratibor geboren. Sein Vater war Vertreter und hatte in Tarnowitz ein großes Geschäft. Die Schule besucht« er in Königshütte und in Kattowitz. Lochend, mit sichtlicher Freude an der Knabenerinnerung und mit großer Selbstgefälligkeit erzählt er von seinen Jugendstreichen. Ebenso lächelnd schilderte er den S e l b st m o r d v e r s u ch, den er, ge- reizt durch dt« Zornesausbrüche seines Vaters, im 12. Lebensjahr begehen wollte. Ein besonderer Hang zum Phantastischen zeichnete ihn aus. Nach Abschluß der Schule wechselte er häusig die Stel- lungen. Sein Wunsch, Büchsenmacher zu werden, stieß aus Wider- stand des Vaters. Als dann die Russen kamen, mußte er mit seiner Familie Kattowitz verlassen. Er hielt sich in verschiedenen Orten auf und kam schließlich zu den Grenadieren. Mit größter Aussühr- lichkeit und aus eine lächerlich kindische Art erzählt er von seiner Teilnahme am Kriege. Äann erzählte er die verschiedensten oben- teuerlichcn Ereignisse seines Lebens: Im Jahre 1917 Selbstmord- versuch und Desertion, im Jahre 1929 dringt er in das Amtszimmer des französischen Generals in Kattowitz und hält eine Ansprache an das Volk vor der Theatertreppe. Im Jahre 1921 begeht er wieder einen Selbstmordversuch in Gegenwart seiner Kusine, in die«r verlieb ist. Im Jahr« 1922 trägt er sich mit Plänen, schwerbewassnel einen l)-Zug zu berauben, um seine Kusine entführen zu können. Im Jahre 1923 begeht er einen Einbruch und im Jahre 1925 siedelt er schließlich nach Berlin über, wo er sich anfangs als Straßenhändler betätigt. Damit schließt die vorläufige Vernehmung des Angeklagten. Seine Schwester C h o r l o t t e sollte anfangs Lehrerin werden und hat auch eine Pröparandenschule besucht. Im Jahre 191li wurde sie aber am Reichstelegraphenamt angestellt, hals vom Jahre 1921 an ihrer Mutter im Haushall und zog im Jahre 1925 zusammen mit ihren Eltern nach Berlin. Hier wohnte sie später zusammen mit ihrem Freund. Die dritte Angeklagte, die F i l m st a t i st i n R i n g- hausen, gab zur Person an, im Jahre 1992 geboren zu sein. Ihr Dater ist Gewerkschaftssekretär In Köln. Sie hatte sich als Tänzerin ausgebildet, arbeitete aber später als Filmstatistin. Seit etwa 1% Jahren ist sie verlobt und hat gelegentlich eines Zankes mit Ihrem Verlobten Spruch in einem Cafe kennengelernt. Nach- dem nun alle drei Angeklagten vernommen sind, schreitet der Vor- sitzende zur Vernehmung des Angeklagten über Einzelheiten der Tat. In seiner albernen Weise erzählt der Angeklagte mit westausholen- den Gesten, immer wieder kindisch lachend, wie ihm sein Leben in Berlin mißliebig ist und er sich t>esl>olb mit Plänen trug, zu etwas Großem und zur Berübmrheit zu gelangen. Er dachte daran. Sportler, Künstler oder Politiker zu werden. Zu allem fühlte er aber doch keine Eignung. So glaubte er, daß ihm nur der Weg des Abenteurers blieb. Mitte Juli will er nun zufällig an einer Halte- stelle dfer Straßenbahn das Gespräch zweier Schupobeamten belauscht haben, die über die Große internationale Polizetausstellung und den Internationalen Polizeikongreß, der im September stattfinden sollte, sprachen. Nun kam ihm der Gedanke: Das wäre eine Idee, gerade Im Augenblick der Polizeiausstcllung etwas zu unternehmen. was noch nie dagewesen, was die ganze Welt auf den Kopf stellen würde. Nach langem hin und her kam ihm der Plan, einen Juwelenroub zu begehen. Sollte ihn, das Unter- nehmen nicht gelingen, so halte er vor, sich s e l b st zu er- schießen. Sollte es ihm aber gelingen, so wäre er„der g e- machte Mann". Alle Zeitungen wären voll von seinem Aben- teuer gewesen. Acht Tage lang wollte er dann die Polizei an der Nase herumführen, ihr Winke geben, die auf seine Spur weisen und schließlich noch seiner Verhaftung erst lan�sani mit der Wohl- hell herauskommen. „die gefährliche Rüstungsbeschränkung/ Wilhelms Souveränitätsfimmcl wollte mehts mit ihr zu tun haben. In der Schlußabteilung der großen Aktenpublikation des Aus- wäriigcn Amtes werden soeben Dokumente über Englands letzten Versuch einer Flottenverständigung mit Deurschland veröffentlicht. Am 26. März 1913 wies der damalige erste Lord der Admiralität, der heutige Finanzminister, Winston Churchill bei der Budgctbcraiung auf die ollgemeine Zunahme der Marineausgadcn hin und wiederHolle den Vorschlag eines Flotten- scierjahrcs, ein Appell,„der an alle Länder gerichtet sei, aber an keines in einer aufrichtigeren Weise als an den großen Nachbar jenseits der Nordsee". Vierzehn Tage später winkte Bethmonn Hollweg im Reichstag mit den Schwierigkeiten dieses Vorschlags ab. „Wir können abwarten, ob die englische Regierung mit konkreten Dorschlägen hervortreten wolle." Auch in England war der Wider- hall des Vorschlages nicht sehr lebhast. Churchill kam erst am 13. Ok- tobcr in Manchester ösfentlich daraus zurück, erklärte aber, die eng- lisch« Regierung beabsichtige nicht, in der Frage Schritte zu tun, wenn die deutsche Regierung es nicht für zweckmäßig halte, denn sie müsse den Anschein vermeiden, als ob sie für sich selb st den Lorbeer eines Vorschlages zur Nüstungseinschränkung anstrebe, um damit Deutschland in die Zwangslage einer Ablehnung zu versetzen. Doch wollte der Gedanke eines Flottenfcierjahres nicht ver- stummen. Schließlich ergriff die deutsche Regierung die Initiauoe, ihn zu vernichten. Am 4. Februar 1914 äußerte sich Tirpitz im Rcichshaushallsausschuß darüber, worauf Edward Grcy durch den englischen Botschafter in Berlin um die Uebermittlung seiner Dar- lcgungcn bat. Bethmann Hollweg wollte Grey erklären, daß ,chie kaiserliche Regierung zur Prüfung jedes Vorschlags bereit sei, den ihr die englische Regierung amtlich zwecks Ein- schränkung der Ausgaben für Rüstungszwecke machen werde, daß sie den vom Minister Churchill propagierten Gc- danken eines Rüstnngsfeicrjahres praktisch nicht für durchführbar halte, daß sie ober der englischen Regierung die Entscheidung darüber ganz überlassen müsse, ob sie mit einer cnt- sprechenden Anregung an un» hervortreten wolle". Dies war Wilhelm zu matt. Er war für die praktische Ablehnung des eng- lischen Vorschlages, aber er wollte keine prinzipielle Ver- handlungsbereitschaft. Er erklärte rund heraus: �.Ich will dos ganze, endlose, gefährliche Kapitel der Rüstungsbeschränkung möglichst nicht noch einmal auf- gerollt haben. So oder so kommt es doch schließlich auf einen Einspruch Englands in mein(I) Recht der Bemessung der für Deutschland nötigen Seemacht heraus, sowie am Ende auf einen Versuch zum Brechieren(Beeinträchtigen) des Flotten- gesetzes." So fiel die Antwort der Regierung an Grey negativ aus. Der Plan einer Rüstungspause war erledigt. Englands Wille zur Rüstungsverminderung war nur allzu schwach gewesen. Verdiente es doch als Seerüstungsliese- rant der halben Welt allzu gut an den international steigenden Ausgaben. Selber in dem Wahn des Wettrüstens be- sangen, riskierte es nicht einmal, ernsthafte Vorschläge zu machen, vbschon es damit den deutschen Militarismus in eine üble diplomatisch- politische Position bringen und Triumphe leicht hätte einheimsen können. WilhelmsSouveränitätsfimmel— feine Angst, daß chm das Ausland in seinen Flottenbau hätte hineinreden können— verdarb vollends die ersten Ansätze einer deutsch-eng- lischen Flottcnverständigung. DerdeutscheGegenvorschlog. die Stärke der deutschen und englischen Linicnschisfsgeschwadcr iin Verhältnis von 5 zu 8 sestzusetzcn, war so gut darauf berechnet, daß er nicht ernst genommen werden würde, wie der englische, eine Pause im Flottenbau eintreten zu lassen. Keinerlei Rüstungs- Verständigung kam zustande, und wenige Monate später entlud sich der Rüstungswahnssnn der Großmächte im Weltkrieg. ver Souveränitätsfimmel öer Sowjetunion. Stettin. 39. November.(WTB.) Auf eine radiotelegraphische Anfrage der.Mscezcitung" an den russischen Außenkommissar Tschitscherin über das Thema„Rußland— Völkerbund" funkte Tschitscherin auf der Reise von Leningrad nach Deutschland von Bord des Dampfers„Wartburg": Sowjet-Union läßt ihre Handlungsfreiheit nicht unterbinden. Andere können tun. was sie wollen. Wir bleiben frei. gez. Tschitscherin."(Sich nicht dreinreden lassen, das ist der Grundgedanke der kommunistischen Außenpolstik, die von internationaler Staatenorganisation so wenig begriffen hat wie weiland Wilhelm II. Die Red.) /lußenpolitistbe Debatte in Paris. Tie Ncgiernng schweigt noch. Paris. 39. November.(Eigener Drahtbericht.) Die Kammer hat in einer Nachtsitzung die Beratung des Haushalts des Ministeriums des Auswärtigen begonnen. Im Lause der Aussprache kam es zu einer interessanten Erörterung nahezu sämtlicher Probleme der internationalen Politik. Die Diskussion eröfsnete der Kommunist Ca cht n, der den Völkerbund als. ein Gebilde des neuen Imperialismus bezeichnete; er stelle eher ein« Gefahr für den Frieden als einen Friedensschutz dar. Auch in der deutsch-französischcn Annäherung sieht Cachin s.ur eine neue Kriegsgefahr. Der Sozialist F o n t a n i e r verteidigte demgegenüber das Werk des Bölkerbundes und er- innerte daran, daß die Sozialistisch« Partei von Ansang an sür die Räumung der Rheinlandc, allgemeine Abrüstung und sofortige Reqe- lung des Dawes-Problem« eingetreten sei. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung alle Kräfte anwenden werde, �im im Laufe der nächsten Besprechung zu einer wirklichen Annäherung mit Deutschland zu kommen. Auch der Radikale Verth od unterstrich die Notwendigkeit einer deutsch-französischen Annäherung. Eine Politik des wahren Friedens sei nur möglich bei gegenseitigem Bertrauen. Nachdem noch der Raditale Michaud sich im selben Sinne ausgesprochen und Geßler als.keinen guten Mit» arbeiter" Strejemanns bezeichnet hatte, wurde die Aussprache auf Dienstag vertagt. Mexikanischer Grenzzwischenfall. Zlmerika nennt die Räuber Ayrarkommunisten. prownsville(Texas), 39. November.(WTB.) Mexikanische Agrarkommunlsten versuchten sich der auf mexikanischem Gebiet gelegenen amerikanischen Farm Matamoros zu be- mächtigen. Dabei wurden acht Personen getötet und drei verletzt. Alle Angreifer wurden von den zur Hilfeleistung herbeigeeilten Truppen gesangen genommen. ver totgesagte König von Rumänien lebt wieder auf. Er hatte bereits eine Unterredung mit seinem Ministerpräsidenten. Zu den Enttäuschten gehört auch seine Gattin, die aus der Heimreise von Amerika erklärte, sie würde Regeittin von Rumänien werden. Spitzenschau. „Unter der Schirmherrschaft ihrer k. k. Hoheit der Frau Krön- Prinzessin____" Das klingt doch schon noch was! Die hohe Frau ist der„Schutzengel" des Vereins zur Förderung deutscher Spitzen- kunst. In den Räumen der Deutschen Spitzenschule am Wittenbergplatz lud man zur diesjährigen W e ihnachtsaus- stellung. Meisterwerk« weiblicher Handarbeitskunst kann man hier bewundern. Kostbare Tischdecken in Filet und feinstem Klöppel, Deckchen in Tüll- und Nadelstich, Wäsche in einjachem und Wickel- Ajour, Kragen, Täschchen, alles von einer unendlich zarten Schön- heit in Muster und Ausführung. Dafür ober auch die Preise, Mahl- zeit! Eine Tischdeck«— schon verkaust— kostet die Kleinigkeit von 269 Mk., einfache Tischgedecke 59 Mi. und so fort mit Grazie. Also, Hände weg! Alles nur für„bester« Herrschaften". Und wie sieht die Kehrseite aus? Woher bezieht man all die hübschen Dinge, die das behagliche Nestchen so nett schmücken? Klöppelarbeit aus dem Erzgebirge und die ganz seinen, so unendlich mühsamen Stickerei- arbeiten von einer Zartheit, daß man den einzelnen Stich kaum mit freiem Auge erkennen kann, werden in der bayerischen Oberpsalz, in Obersranken und Hannover verfertigt.„Ach, das Elend bei den Leuten ist ja zu groß," meint eine der„Vereinsdamen". Und was bezahlt man ihnen? Ganze 15 bis sogar 39 Ps. pro Stunde! Ja, ja, man tut was man kann!!!> Wenn also so ein armes Menschenkind Stunde um Stunde in gebückter Haltung Stich an Stich reiht und sich zum Schluß die müden, schmerzenden Zlugen reibt, dann hat es ungefähr einen Tagesverdienst von einer ganzen Mark und darüber zu verzeichnen. "Hier prangen, schön gruppiert, all ihre Früchte mühsamster Arbeit und rastlosen Fleißes. Man setzt der erstklassigen Oualttät ent- sprechend.erstklassige" Verkaufspreise fest und— es wird gekauft. Dielleicht kommt dann noch Gräfin Klecks und Frau von Schnurz und wählt mit schnüffelnder Nase ein oder das- andere Stück. Man „beschäftigt" doch die Leute und„bezahlt" sie dafür. Was soll man noch tun. Und dieser Art„Wohltätigkeit" hat noch niemand den Garaus gemacht!_ Paul Michelet gestorben. Der Ehrenbürger der Stadt Berlin Paul Michelet ist am Montag, den 29. November, nachmittags 3 Uhr, gestorben. M. ist am 26. Oktober 1835 in Berlin geboren. Er trat schon in jungen Iahren als Mitglied von Doreinschätzungs- und Wohlsabrtskommis- stonen In den- ehrenamtlichen Dienst Berlins. Im Jahre 1888 wurde er Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung, der er mehr als 39 Jahre angehörte und zu deren Borsteher man ihn im Jahre 1998 wählte. Der Magistrat wird in seiner morgigen Sitzung über die Beteiligung der städtischen Körperschaften an der Trauerfeier be- schließen. Die Beisetzung erfolgt am Donnerstag nachmittag auf dem Kirchhof der Französischen Gemeinde in der Liesenstrahe. Reichskanzler a. v. Dr. wirth In der eesflag-hochschule. In dem von der Lessing-Hvchschule veranstalteten Zyklus„Was wollen die Parteien?", wird am heutigen Dienstag, abends 8� Uhr, Reichskanzler a. D. Dr. Josef Wirch über„Wesen und Ziele der Deutschen Zentrumspartei" sprechen. Der Bortrag findet im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrats, Bellevuestr. 15, statt. Karten find an der Abendkasse erhältlich. GemilllSSWK'MWlIilM! Am Dienetaa. den Z0. November, abends s Uhr. im großen Saale de» Lehrelvereinshause». Alexavderploh: Gr. öffentl. Kundgebung! Tagesordnung: Segen die Sultnrreoktion in Veutschlovdl Aort mit dem Schmutz- und Schundgesetzl Redner: Dr. Kurt LSwenstein- vcriin. M.d R.. Toni Pfülff-München, IN.d.R. Sari Schreck-SIelefe d. M d R. Männer und Irauen, ericheini iu Mosseu! Auf zum proies«! Bezirksverbood verlin der SVV. l Zabrikfeuer in See hoUmannfiraße. Ein großes Fabrikfeuer, das in verhältnismäßig kurzer Zeit einen 25 Meter langen, im Erdgeschoß gelegenen ßabrikraum und die darüberliegende erste Etage, in der eine Korkenfabrik unterge- bracht ist, vernichtete, beschäftigte heute früh gegen Vi5 Uhr vier Löschzüge der Feuerwehr in der H o l l m a n n st r. 32. Wir ersahrcn hierzu sollendes: Im zweite» Ouergebäude des Hauses Hollmanu- straße 32 sind mehrere Geschäfts- und Fabrikräume. Im Erdgeschoß ist der Derpackungs- und Berfondraum der Feinbaumaschinen A.-G, in dem hochwertige Sprechmaschinen lagerten. Heute früh enfftand in diesem Raum aus bisher noch nicht getlärter Urjache Feuer, das sich sehr schnell ausbreitete und an dem leicht brennbaren Material, Holzwolle, Spvechmaschinengehäusen usw. reiche Nahrung fand. Als das Feuer bemerkt wurde, brannte ein Teil des Raumes bereits lichterloh. Die Feuerwehr wurde alarmiert, die nach kurzer Zeit unter Leitung des Baurats Papke an der Brandstelle erschien. Der erste und zweite Hof waren derart verqualmt, daß die Wehrleute zum Teil mit Rauchschutzgeräten vorgehen mußten, lieber eine mechanische Leiter und vom Hof aus wurde das Feuer aus mehreren Schlauchleitungen bekämpft. Es konnte aber nicht mehr verhindert werden, daß auch der'darüberliegende Fabrikrnum in der ersten Etage, in der Korken fabriziert werden, von den Flammen erfaßt wurde. Die Decke in der ganzen Ausdehnung brannte durch. Erst nach mehr als zweistündiger Tätigkeit war die Hauptgesohr be- seitigt. Eine Brandwach« verblieb noch bis 8 Uhr morgens an der Brandstelle. Der Schaden, den ollein die Feinbaumaschinen A.-G. erlitten hat, ist sehr beträchtlich. Zum größten Teil sind hochwertige Sprechmaschinengchäuse, die aus teuren ausländischen Hölzern her- gestellt werden, ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden betragt hier allein etwa 39 999 bis 35 999 M. Auch der Schaden, den die Korkenfabrik durch das Feuer erlitten hat, dürste sich weit über 19 999 M. bezisfer». Bedauerlicherweise ereignete sich heute vormittag um 19 Uhr aus der Brandstelle noch ein schwerer Unfall. Die etwa 18jährige Arbeiterin Loci« Raget aus der Alexandrinensttaße beging die Unvorsichtigkeit, über die verkohlten Bohlen hinwegzulaufen. Sie brach ein und stürzte ans etwa 6 Meter Höhe in die Tiefe, wo sie schwerverletzt bewußtlos liegen blieb. Die Verunglückte wurde durch einen Wagen des städtischen Rettungsamtes in das Urbahnkrankenhaus gebracht, ihr Zustand ist bedenklich. Die Wahlen zum Swdcntenausschuh an der Handelshochschule brachten«inen bemerkenswerten Erfolg des„Republi.ta- Nischen Blocks". Abgegebene Stimmen 911, Gesamtzahl der Eitz« 35. Es erhielten: 1. Großdeutschcr Einheitsblock(bllvgerlich) 354 Stimmen(14). 2. Rationale Lifte 34 Stimmen(1), 3.„Re- publikanischer Block" 151 Stimmen(6). 4. Nationaler Ring (Eorporationen) 296 Stimmen(11), 5. Völkisch-Sozialer Block 76 Stimmen(3). Unter den sechs gewählten Republikanern befinden sich zwei Genossen der„Vereinigung sozialdemokratischer Studenten". Republikanische Wähler, die mit unserer Bewegung sympathisieren. wollen sich an den Genossen Adolf Viertel, Berlin O. 112, Schreiner- straße 38. wenden.__ Sozialististhe /kbeiterjugenö Hr.-öerlin «cht»»«,«»richtig»»«! Sl»er»l»r»b« tun«chmNerlOi«! matntit, M'tt. wach i'nidit beute). TM. Übe. im«toften Saal der.Zteuen Delt", Hasenbeidi-. !Z-ltbabn«n und geMIdcke mitbringen. Geschäftliche Mitteilungen. «ad ilaler Prefoalba»(fit Schub« bringt da« bekannte Srakdetail-Schub- Lokal Bebrndt. Die neu aufgeMlllen RiesenlZjger dieser ffirma klingen über Mo Sorten Damen-, Serien- und«indcrschuhe non elegantesten Modeschlager» II«»u den soliden Strakenschuben au billigen Preisen. Wir weisen noch auf da« beutlae Inserat bin. 2»- girma bat ibr« BerkiiusohSuser nur! Mllm- ltrage 25. Ecke Dragoner Straße, und«oltbusser Damm 13, ecke SchSnleinftrabe. Das altbekannte Epegiakbau» für«segemie Serren. und UnabenbeNeidung, S. Joseph. Schdueberg. Sauptstr. 1, Site Krooewaldst'aße, veranstaltet in dieser Woche eine« garu besonders günstigen Verkauf in lllstern und Paletolo. Dieselben find der neuesten Zstod« entsorcchend aus nur«Ilten vimNlälen «usgafllbrt»nd besonder»»»iswert. sSieh« Zaf«(at.1 der Textilkampf in Sachsen unü Thüringen? Die Arbeiter beautragen die Verbindlichkeitserklcirung. Gera. 30. November.(Eigener Drahtbcrlchl.) Nachdem die Anlernehmer den bereits mitgeteilten Beschluh gefaßt haben, den Schiedsspruch des Reichsarbcitsministeriums abzulehnen und insgesamt 26 000 Arbeiter und Arbeiterinnen der sächsisch-thüringischen Textilindustrie auszusperren, hat nunmehr die Bezirksleitung des Deutschen Terlilarbeiierverbandes beschlossen, beim Reichsarbeits- »niniskerium die Vcrbindlichteitserklärung des Schiedsspruchs zu beantragen. Die Arbeiterschaft hat den Beschluß der Unternehmer mit größter Ruhe ausgenommen. Sie ist entschlossen, gegebenensalls den Kamps bis zum äußersten durchzukämpfen. Am Reichsarbcitsministcrium wird es seht liegen, ob es zu diesem Kampfe kommt. » Wie immer, wenn eine Gewerkschaft im Kampfe steht, fällt die„Rote Fahne" über den Deutschen Textilarbeitcrverband her. Da der Beschluß, den Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums anzunehmen, von den Funktionären der einzelnen Betriebe selbst gefaßt wurde, fällt die„Rote Fahne" auch über die Funktionäre her, obwohl unter diesen sich auch zahlreiche Kommunisten befinden. Da das Bolschewistenblatt sachlich zu der Angelegenheit nichts zu sagen weiß, erzählt es feinen Lesern Räubergeschichten. Es bc- bauptet, daß eine Lohnerhöhung von 25 bis 30 Proz. verlangt worden sei, gleichzeitig die restlose Durchführung des Achtstunden- tages. Wie unseren Lesern bekannt ist, lautete die Forderung der Arbeiter der beiden Geraer Fabriken nicht auf 23 oder 30 Proz., sondern aus lö Proz. Lohnerhöhung. Die Arbeitszeit konnte schon deshalb nicht in die Forderungen mit ausgenommen werden, weil der Tarifvertrag, der die Arbeitszeit regelt, gegenwärtig nicht zur Kündigung steht und die Kündigungsfrist für diesen Bertrag eine andere als für den Lohnvcrtrag ist. Es kommt der„Roten Fahne" aber gar nicht darauf an, über die Ereignisse in der Arbeiterbewegung wahrheitsgemäß zu be- richten, sondern ini Gegenteil,, die Gewerkschaften zu verleumden, der Arbeitersclzast in' den Rücken zu fallen, besonders, wenn diese in einem schweren Kampf gegen die Unternehmer steht. Die Unter- nehmer sperren die Arbeiier aiisi das ist der richtige Zeitpunkt für dieses elende Blatt, um den ausgesperrten Arbeitern in den Rücken zu fallen. Es hätte all? Ursache, ganz besonders mit seinen eigene» Partei anhänge?» unter arbeitern ins Gericht zu gehen. Kampfe zu sagen sein wird. den sSchstsch-thürin zischen Textkl. Worüber noch einiges nach dem Lohnerhöhullg bei Solle. Durch Schiedsspruch. Nachdem vor einiger Zeit mit der Meierei Bolle zum ersten Male in freier Verhandlung ein neuer M a n t e l t a r i f abgeschlossen war, wurde gestern nach vorausgegangenen ergebnis- losen freien Berhandlunge» über eine Lohnerhöhung vor dem Schlichtungsausschuß verhandelt. Dieser fällte nach etwa fünfstündigen Verhandlungen einen Schiedsspruch, der für Ar- b e i t e r eine Erhöhung der Löhne um 2 Pf. pro Stunde und für die Frauen um 1 Pf. vorsieht. Das neue Lohnabkommen soll mit der laufenden Lohnwoche in Kraft treten und bis 31. März 1927 gelten, von welchem Zeitpunkt an es mit 14tägigcr Frist zum Ende eines jeden Monats gekündigt werden kann. Die Vertreter der Firma Bolle ließen ihre Bereitwilligkeit zur Annahme des Schiedsspruchs erkennen. Die Belegschaft der Meierei wird voraussichtlich dem Schiedsspruch ebenfalls zustimmen. Gründung der Berliner Handsctzer-Bcreiniguug. Die Handsetzer als größter Teil der Buchdrucker glaubten bis vor kurzem auf besondere Deremigung verzichten zu können; aber mehr und mehr hat sich hierin ein« Wandlung vollzogen. Nachdem 32 deutsch« Orte mit der Gründung von Handsetzer-Vereinigungen vor- ausgegangen sind, folgt nunmehr auch Berlin, als größte deutsch« Druckstadt. Eine Versammlung der Berliner Handsetzer am Sonntckg in der„Reuen Welt" hob das Kind aus der Taufe. Nachdem Richter im Auftrage der vorbereitenden Kommission über die Vor- arbeiten berichtet hatte, wurden die gedruckt vorliegenden Satzungen angenommen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Genosse Adalbert P i« t s ch mit-599 gegen 309 Stimmen, die auf Stichowski entfielen, als 2. Vorsitzender Gustav R i ch t e r, als Kassierer Alex E i ch h o l z, als Schriftführer Willi Wuschnakowfki und Wolf S ch i e b l e r, als Beisitzer Max E h l i n g, Joseph Gründet, Wolter H« ck« l, Adolf Z i p p le r gewählt. Als Vertreter im Gauvorstand wurde Gustav Richter vorgeschlagen. Kommunistische Gewerkschaftsarbeit. In der Branchenversammlung der Eisen- und Revolverdreher und-dreherinncn am Sonntag vormittag in den Musikersälcn sprach Genosse Z i s k a über die..lstatioiialisierung in der Metallindustrie und der Kampf um den Achtstundentag". Er gab zunächst einen Rückblick auf die geschichtliche Entwicklung der Warenproduktion, die ein stetiger Rationalisierungsprozeß, allerdings nicht in dem heutigen Tempo und Ausmaß, gewesen ist. Die Arbetterschaft ist davon abge» kommen, sich dieser zwangsläufigen Entwicklung der Technik, wie etwa die Maschinenstürmer, cntgegenzustemmen: sie beschäftigt sich auch weniger mit den Ursachen, als mit den Wirkungen dieser Ratio- nalisiorung, die in der privatkapitalistischen Wirtschaft immer die Arbeiterschaft am tiefsten treffen. Ausgabe der Gewerkschaften ist es. mit der ihnen möglichen Krastentfalmng die schädlichen Wirkungen der Rationalisierung abzuschwächen oder zu beseitigen. Ein solches Mittel ist das von den Spitzengewerkschaften geforderte Notgesetz zur Wiederherstellung des Achtstundentages, das sein« wirksamste Unterstützung dadurch erfahren könnte, daß die Arbeiter in den Betrieben selbst mit dem Ueberstundeuunwesen einhastcn würden und eine einheitliche Aufsossung über die Zweckmäßigkeit der Aktion der Spitzengcwerkschaften Platz greifen würde. In der ausgedehnten, nur von den Kommunisten bestrittenen Diskussion wurde die schon aus der„Roten Fahne" bekannte dcma- gogische Hetze gegen die Forderung der Spitzengewerkschasten fort- gesetzt. Sanderbar mutete nur an, daß der kommunistische Branchen- leiter, als die Versammlung nach der Vorführung säintlicher kommu- nistischer Paradepfcrde vertagt wurde, das Organisationsverhältnis und die IMeresselosigkeit auch in dieser kommunistisch geleiteten Branche beklagte und die Funktionäre zu regerer Zlgitation ermahnte/ Von etwa 4600 organisierten Branchcnangchörigen waren zur Aer- sammlung etwa 230 erschienen, von denen ani Schluß der Versamin- lung noch höchstens 150 anwesend waren. Die Abstimmung über die üblichen„oppositionellen Entschließungen", von denen sich eine gegen die Ortsverwaltung wendet, die einen ihr nicht bekannten Kommu- nisten als Referenten für diese Versammlung nicht genehmigt hatte und sich das Recht der Bestimmung der Referenten selbst vorbehält, werden ebenfalls in der nächsten Versammlung vorgenommen. Wiederaufnahme der Arbeit im englischen Bergbau. London, 30. November.(WTB.) Die Arbeit tn den englischen Kohlengruben ist gestern allgemein wieder ausgenommen worden. Der Kohlenpreis ist um ungefähr 20 Schilling für die Tonne gc- fallen._ Die Berliner Beanikenschast wird am kommenden Donnerstag, abends 7 Uhr, in den Berliner Kammersälen zu dem Angebot des Reichsfinanzministers auf Gewährung einer einmaligen Beihilfe Stellung nehmen. Der Besoldungsreferent des ADV-, Genosse Völter. wird über..Beamtennot und Besoldung" spreche». Lcrantwortlich fttr Politik: Dr. Kurt Scqcr: Wirischaft:«rhu Sateri»,,: ©crotrlldiaftsbractiuiifl; Rtiefcr. Cdtotn: iteuillcton: St. S. Dilchcr! Lolale» und Lznsliecsi Arg, jtarslädt: An,ri«cni Th.»locke: sümlli-l, in Berlin. 5crl«a: Borroärls-Verlaa S. m. b. S.. Berlin- Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlaasanstalt Paul Singer u. Co., Berlin TW 68. LindenllraKe 3. Frische, Junge Feit- Gänse 1.10 10-16 Pfund schwer., Wegner, Berlin SO Manannenstraßedt. 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