flbenöausgabe Nr. 572 ❖ 43. Jahrgang Ausgabe L Nr. 283 Bs/pigÄiedlngungtn und AllzriS«npr«is, sind in der Morqenou-zobe angenebe» Redaktion: SVt. 68, Linden strotz« 3 Fernsprecher: DSnhosf 292— 292 Tel.'Bdresse: Sozlaldewokra» verlln Derliner VolKsblÄkk (10 Pfennig) Sonnabenö 4. dezember 142b Verlag nnd Tnzeigenabtetinns: «eschSftszett S�, dt, 5 Uhr Verleger: Vorwart»- Verlag Gl»bH. Berlin 910. 6«. Lindenstratze 3 Fernsprecher, Dönhoff 292— 297 2entralorgan der Sozialdcmokratifchcn Partei Deutfcblands Lobe an Heßler. Ein offener Brief an den Neichswehrminister. In der Auseinandersetzung um die Reform der Reichs� wchr-Rekrutierung hat Genosse Löbe dem Reichswehr minister einen Brief gesandt, der auf die Ableugnungen des Ministers gegenüber den Behauptungen unserer Ge nassen eingeht. Der Brief hat folgenden Wortlaut: Sehr geehrter Herr Mini st er! Als Ergebnis der Prüfung des Materials, das ich Ihnen auf Ihren Wunsch brieflich übermittelt hatte, teilen Sie mir in einem, von Ihnen auch der Presse übergebenen Briefe mit: „In keinem einzigen Fall haben sich auch nur An- Haltspunkte für das tatsächliche Bestehen von.„Werbebureaus" ergeben, die den Ersatz aus rechtsstehenden Kreisen vermitteln. Keiner der von Ihnen benannten ehemaligen Offiziere lsat die Annahme auch nur eines einzigen Freiwilligen tatsächlich beein- flutzt. Demi ein solcher Einfluß kann keinesfalls darin erblickt werden, daß die genannten Persönlichkeiten gleich einer großen �ahl anderer Staatsbürger gelegentlich Gesuche ihnen per- sonlich bekannter junger Leute um Einstellung in die Reichswehr dem einen oder anderen Truppenteil mit der Bitte um Berück- sichtigung übersandt haben." Sie nennen dann die Namen der von mir aufgeführten Qfiiziere Wilhelm i, Rembe, Moser und Weiner und kommen zu dchn Schluß, daß„die Bearbeitung des Reichs- wehrerfatzes bei den einzelnen Truppenteilen unter grundfätz- lichcr Ausfchaltucg aller ehemaliger Offiziere ausschließlich in der Hand der verantwortlichen Reichswehrangehörigen� liegt". Wie zuverlässig diese Ihre Angaben sind, erlaube ich mir Ihnen in dem Fall Moser näher darzulegen. Der Hauptmann a. D. Moser. Direktor der Medawerke in Darmstadt, Par- tusstraße 10. der in der Stadt als Bearbeiter der Reichswehr- cngelegenheiten bekannt ist. empfängt die bei ihm sich mel- denden jungen Freiwilligen nach Feststellung ihrer Personalien mit den folgenden Fragen, die schon zeigen, daß er nur „gelegentliche" Gesuche entgegennimmt: Schulbesuch, Lehrzeit, letzte' Beschäftigungsart, Konfession. Vereinszugehörigkeit, Vorstrafen, Dienstzeit und Dienstort und Charge des Vaters, Verwandte im Heer und der Marine. Dan gibt Herr Moser, der nur ganz gelegentlich Gesuche annimmt, dem Bewerber ein hektographisches Formular folgenden Inhalts: „Herrn Dr. Binder, Darmstadt, Frankfurter Straße 16, mit der Bitte, den NN. auf Tauglichkeit der Reichswehr untersuchen zu wollen. Darmstadt, den.... gez. Moser." Wohl gemerkt, nicht der mit der Bearbeitung des Heeres- erfatzes beschäftigte Offizier, fondern Herr Moser, sendet den Bewerber zumArzt, entweder zum Reichswehrarzt Dr. Binder, mit dem Herr Moser doch eigentlich nichts zu tun haben sollte, oder zu einem nationalistischen Arzt Dr. Binder, mit dem die Reichswehr nichts zu tun haben sollte. Sodann sendet Herr Moser, der in den Rechtsverbänden Hessens eine Rolle spielt, den Mann mit einem weiteren hektographierten F o r m u l a r zur Polizei, läßt dieses mit Lichtbild und Unter- schrift des Vaters oersehen und fordert eunmehr die polizeiliche Auskunft nach Vorstrafen, Hilfsschule, Fürsorge, Beleumdung. Zurechnungsfäh.gkeit, Betteln, Landstreicherei usw. ein. Nach- dem die Polizei dieses Formular ausgefüllt hat, prüft Herr Moser ob die Papiere in Ordnung sind. Alles das in einem Bureau, das zur höheren Ehre der Republik mit den Bildern des Exkaisers und des völkischen Abgeordneten Ludendorff, mit schwarzweißroten Fahnen und acht Säbeln geschmückt ist. Damit ist aber die„gelegentliche" Tätigkeit des Herr Moser noch nicht beendigt. Er kontrolliert auch den weiteren Gang seiner Bewerbungen bei der Reichswehr und sendet den pon ihm weitergegebenen Bewerbern noch einiger Zeit die Auf- forderung zu: „Herr hier. Ich bitte um Mitteilung über den Stand Ihres«ingereichten Einftcllungsgesuches. gez.: Moser, Partusstraße." Aus alledem ist zu ersehen, Herr Neichswehrminister, daß es Werbebureaus für die Reichswehr in Deutschland nicht gibt. Im Falle Moser ist es uns gelungen, alle Einzelheiten für den Beweis des Gegenteils zu ermitteln. Fälle, in denen republikfreundliche Kreise von der Reichswehr nach der Quali- fikation für einen Bewerber gefragt wurden, sind mir bisher leider nicht bekannt geworden. Anfragen in den Rechtskreifen sind gang und gäbe und entsprechen auch den gegen- wärtigen Heeresergänzungsvorschriften. Wenn die Herren Kompagnie- oder Batallionsführer Ihre„persönlichen Beziehungen" nach diesen Vorschriften ausnutzen sollen, so ergibt es sich eben, daß monarchisch gesinnte Offiziere nur man- archische Beziehungen haben und deshalb dränge ich auf eine Abänderung dieser Vorschriften. Ich erinnere Sie, Herr Minister daran, daß Sie in«inem Ähnlichen Fall dem Abgeordneten Künstler schriftlich und mündlich die Richtigkeit seiner Beschwerden abgestritten haben und daß kurz darauf Herr Major Schleicher zugeben mußte, daß Sie einer Falschmeldung des betreffenden Offiziers zum Opfer gefallen sind. Ich erinere Sie, Herr Minister, daß der Abgeordnete S t ü ck l e n sich in einer der letzten Sitzungen des Haushalts- ausfchusses über falsche Angaben, die ihm, dem Haushalts- berichterstatter, über den Preis angekaufter Gewehre gemacht worden sind, beschweren mußte. Ich muß nach Obenstehendem anehmen, daß Ihnen auch in der Frage der Heereseinstellungen falsche Angaben gemacht worden sind, die Sie leider ungeprüft der Presse über- geben haben, weshalb ich mir die Freiheit nehme, auch diese meine Antwort an die Oeffentlichkeit zu geben. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener Löbe. * Reichswehrminister Dr. Geßler hat den vorstehenden Brief des Genossen Löbe heule früh erhallen und daraufhin milgekeill. daß er den Fall Moser sofort untersuchen und binnen Z4 Stunden Bescheid geben werde. Reichswehr unü Rußlaoö. Enthüllungen des„Manchester Guardian". Der„Manchester Guardian" bringt Mitteilungen über Der- bindungen zwischen der deutschen Reichswehr mit rufst- schen Militär stellen: die Nachrichten fallen dadurch auf, daß sie ins einzelne gehende Angaben enthalten. Danach sollen die Junkers-Werke in Rußland eine Fabrik zur Herstellung m i l i- tärischer Flugzeuge für Deutschland und Rußland gebaut haben, außerdem sollen deutsche und russische Militärsachverständige eine Giftgasfabrik ebenfalls für beide Heere in Rußland errichtet haben. Diese Bestrebungen seien seit fünf Jahren iin Gange und machen das russische Interesse für General v. Seeckt verständlich. Offiziere der Reichswehr seien mit fa l s ch e n, von der Berliner Russischen Botschast visierten Pässen ständig hin und her gereist, um die Fabrik in Gang zu bringen. Im November dieses Jahres seien sechs Schiffe mit Waffen und Muni- t i o n von Rußland in Stettin eingetroffen. Verantwortlich für diese Machenschaften sei nicht Stresemann, der alles andere als russophil sei, doch sei die Verbindung nicht ohne Wissen hoher Offiziere der Reichswehr und des Reichswehr- Ministeriums möglich gewesen. Deutsches Dementi. Dazu bemerkt WTB. Ein englisches Blatt bringt Meldungen über angeblich« Beziehungen militärischer Art zwischen deutschen und russischen Stellen. Da ähnlichen Behauptungen schon wiederholt entgegengetreten wor- den ist, dürste es sich erübrigen, auf ihre erneute Ver- öffentlichung einzugehen, die offensichtlich nur den Zweck haben kann, st ö r e n d auf die bevorstehenden Verhandlungen in Genf einzuwirken. 4= Es ist übrigens bekannt, daß die sozialdemokratische Reichstagsfrattion mit der Reichsregierung in VerHand- lungen über Abstellung von Mißständen in der Reichswehr steht. Man darf ohne weiteres annehmen, daß die Behauptungen des „Manchester Guardian", der bekanntlich ein großes liberales Blatt und keineswegs dem deutschen Volke feindlich gesinnt sst, bei diesen Verhandlungen eine Rolle spielen werden. Kriegsspiele in Sachsen» Inhalt. NeueS Material für Dr. Gestler. Halle a. d. S„ 4. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Unser Hallesches Parteiblatt, das„Volksblott", ist heute in der Lage, folgendes absolut verbürgtes Material über die Zu- sammenarbeit zwischen Reichswehr und Wehr- verbänden zu veröffentlichen. Im Herbst 1S2Z wurden die Führer der Wehrverbände(Werwolf, Stahlhelm. Treuschaft Lützow, Neue Zunahme üer Arbeitslosigkeit in Serln Um 4000 in der letzten Woche. Die ArbeilslosigkeU hat in Berlin während der letzten Woche wieder recht beträchtlich zugenommen. Die Zahl der Arbeit- suchenden stieg um 4000 auf 242000; in den letzten drei Wochen zusammen hat sich die Zahl der Arbeitsuchenden um nicht weniger als 12 56Z vermehrt. Angesichts dieser neuen Berschärsung am Arbeilsmarkt, die zum Teil durch das Eintreten der winlersaifon bedingt ist. muß mit aller Entschiedenheit verlaogt werden. daß das Arbeits- befchaffungsprogramm schleunigst durchgeführt wird. Sdjlageter-Bund usw.) des f ä ch s i j ch- a n h a l ti n i j ch e n Ge- b i e t s von dem Kommandeur des ersten Bataillons des 12. Reichs- wehrregiments(Stab Halberstadt) zusammen mit über 70 ehemaligen aktiven und Reserveoffizieren zur Teilnahme an den d i e n st l i ch e n Kriegsspielen der ersten und vierten Kompagnie des 12. Reichswehrinfonterieregiments Dessau beteiligt. Die Teilnehmer- liste führte ein Oberleutnant a. D. Krosigk, der offenbar der Ver- bindungsmann zwischen Reichswehr und Wehrverbänden ist. Am ersten Abend dieser Zusammenkunst hielt der erwähnte Reichswehr- bataillonskommandeur eine Ansprache, in der er den Wehrocr- bändlern Anweisungen darüber gab, wie die Z u s a m m e n a r b e i t zwischen den Organisationen und der Reichswehr gehe im ge- halten werden könne. Er empfahl ihnen folgende Ausreden: „Falls irgendwelche Fragen über den Zweck der Zusammenkunft an die Teilnehmer gerichtet werden sollten, so erwidere man, es handele sich nur um eine k a m e r a d s ch a f t l i ch e Z u s a n, m e n- k u n f t aktwer und inaktiver Herren." Diese Zusammenkunft fand in dem Rahmen der Kasinogesellschaft(ehemaliges Offiziers- kasino des 33. Infanterieregiments) statt. Welchen Sinn die„käme- radschaftlichen" Zusammenkünfte aber hatten, geht aus folgendem hervor: Es wurden Kriegsplanspiele veranstaltet. Man bildete zwei Parteien(rot und blau) und auf jeder Seite— das ist bezeichnend für den Zweck der Uebung— wurden aktive und inaktive Offiziere sorgfältig durcheinander ge- mischt. Mit der Abhallung dieser gemeinsamen Krietzsplanspiele zwischen rechtsradikalen Wehrverbändlern und aktiven Reichswehr- offizieren war jedoch der Zweck der Uebung noch keineswegs erfüllt. Im Anschluß daran wurden aktive Hauptleute beauftragt, Referate über die Entwicklung der modernen Kriegstechnik zu holten. Die Werwölfe und Stahlhelmer wurden mit peinlicher Genauigkeit in alle Neuerungen eingeführt, die namentlich die Infanteriewaffen in der letzten Zeit erfahren haben. Mit welcher Gründlichkeit man vorging, beweist die Tatsache, daß man sich besonders mit dem inzwischen erfolgten Fortschritt bzw. den noch zu machenden Fortschritten des sogenannten Infanteriegeschützes beschäftigte. Es handett sich dabei, wie den meisten unbekannt sein. dürfte, um ein Geschütz, das in einem eventuellen zukünftigen Kriege jede Infanterieformation mit sich führt, um es gegen gefährliche Nahziele, z. B. Maschinengewehre zu verwenden. Unser Hallesches Parteiblatt bemerkt zu diesen Mitteilungen:„Dieser Fall beweist eindeutig und klar, daß die Dementis des Herrn Geßler für die Beurteilung der tatsächlichen Lage völlig wertlos sind. Wir werden dem Herrn Reichswehrminister das vorstehend mitgeteilte Material unterbreiten." öleibt üer Rechtsblock? Stimmen znm Schmutz« und Schandgesetz. Es ist kein Wunder, daß in der Rechtspresse über die Annahme des Schmutz- und Schundgesetzes eitel Befriedigung herrscht. So schreibt die.Kreuzzeitung: Nach erbitterten Kämpfen ist gestern das Iugendschutzgesetz im Reichstage zur Annahme gelangt. Die Bedeutung dieser Tatsache liegt nicht so sehr in einer für die praktisch« Auswirkung erheb-. lichen Wichtigkeit— ist«s doch gelegentlich nicht ganz unzutteffend als ein Kleinhandelsgesetz bezeichnet worden— wie einmal in dem Umstände, daß es in gewissem Sinne den Auftakt für die kommenden großen Auseinandersetzungen, wir denken dabei vornehmlich an das Reichesch nlgesetz, bildet, also auf kulturpolitischem Gebiet. Die„Tägliche Rundschan" geht noch einen Schritt weiter, indem sie erklärt: Es ist ganz falsch, wenn die demokratische und die sozialdemo kratisch« Presse erklären, daß der Bürge rblock bei den Der- Handlungen angestrebt worden sei. Es fft von dem Reichskanzler und von der Zentrumsfraktton nicht gerade anzunehmen, daß sie besondere Vorliebe für eine solch« Koalitionsbildung hegen. Die praktische Erfahrung hat aber bewiesen, daß nur diese Mehr- heitsbildung möglich war, um die Regierungsvorlage durch- zusetzen. Sicher wird diese praktische Erfahrung nicht ohne Nach- Wirkung bleiben. Es wird sich voraussichtlich zeigen, daß auch dos Retchsschulgesetz und auch die notgesetzllche Regelung der Arbeitszeik mit der Sozialdemokratie nicht durchzuführen sind. Das sind eben praktische Erfahrungen, die mehr bedeuten als alle theorcti- schen Erörterungen und Kombinattonen. Daß der Wunsch, den Rechtsblock von gestern dauernd aufrechtzuerhalten, beim Zentrum nicht besonders groß ist, bestätigt auch die„Germania", indem sie erklärt: Es ist ein«, gelinde ausgedrückt, Derkennung, von einer kultur- feindlichen Koalition zu sprechen, und sie als Vorläufer der kommenden Regierungspolitik an die Wand zu malen. Was sich indes neu gezeigt hat, sst die Notwendigkeit, eine Regie- rung auf fester Basis zu bilden. Wenn sich die aufgeregten Gemüter auf der Linken beruhigt haben, werden auch sie erkennen, daß die gestrige Abstimmung kein Glied einer sorgsam vorbereiteten Kette gewesen ist. sondern eine Episode. Die parlamentarischen Vorgänge der letzten Tag« werden dann kein Wendepunkt in der inneren Politik Deutschlands fein, wenn die Linke es mit der Mehrheit des deutsche» Volkes möglich«acht, ouif) mit ihr eine vernünftige Kulturpalitik zu treiben. Diese sehr vorsichtig abgefaßte Erklärung läßt keineswegs darauf schließen, daß das Zentrum geneigt ist, eine Politik der republikanischen Konzentration zu treiben und seine kultur- politischen Wünsche hinter diesen allgemeinen Gesichtspunkt zurückzustellen. Vielmehr wird der Versuch gemacht, die Linke zu größeren Zugeständnissen auf dem Gebiet der Schulpolitik zu bewegen, indem unter der Blume darauf hingewiesen wird, daß man sich sonst seine Mehrheit auch von rechts holen könnte. Die Taktik der Rechten, sich dem Zentrum in kulturpoli- tischer Fragen als Helfer anzubieten, hat damit zum mindesten einen Teilerfolg zu verzeichnen. Cverling über üir! Ein Parteitag der Konservativen. „Der konservative Gedanke i st lebendig!" So leitet die „Kreuzzeitung"„mit Gott für König und Vaterland" ihren Bericht über den konservativen Parteitag ein. Konservative— das sind die Kerntruppen der Deutschnatio- nalen Partei, eine Organisation in der Organisation. Und zwar die st ä r k e r e, weil zahlungskräftigere. Sie kündigen an:„Kampf für den monarchistischen Gedanken bis zum Siege!" Dr. Everling, der Fürstenanwalt, erstattete den Bericht über die politische Lage. Dabei versicherte er, immer nach der „Kreuzzeitung": Es gibt in unseren Kreisen Subjekte, die ihre Treue zrnn angestammten Königshause damit beweisen, daß sie heute in die Hetze gegen die Fürsten einstimmen. Das ist hundsgemein! («türmische Pfuirufe.) Wie zahlreich die„Subjekte" bei den Konservativen— tider nur bei den Deutschnationalen?— sind, verriet Everling nicht. Wohl aber oerriet er in seinem Eifer den wahren Zweck des Schundgesetzes, dem der d e m o k r a- t i f ch o Jnenminister und ein Teil der demokratischen Fraktion zur Annahme verhalf: „Ein Sesetz gegen Schmutz und Schund ist heute eine ausgesprochene tmlisemiiische Tal!" Das sei als Zeugnis aus berufenem Munde hier aus- drücklich festgehalten. Die Demokraten, die dieser„antisemi- tischen Tat" zustimmten, mögen sich vor ihren Wählern ver- antworten und bei den Herren Külz und Everling bedanken... Auckerfteuer unö Branntweinmonopol. Tic Regierung erfüllt ihre Zusagen nicht. Die Reichsregiorung plant die Ausarbeitung von zwei Vorlagen, von denen die erste eine Erhöhung des Zuckerzolls um 5 Mk. bringen soll, während die andere eine Ermäßigung der Zucker- steuer um 7 M. pro Doppelzentner und gleichzeitig eine Erhöhung der Pranntwcinsteuer um 130 M. pro Hrtioliter vorsieht. Für den Verdi auch würde das bedeute», daß der Zuckerpreis pro Pfund durch den Zoll um 2'A Pf. verteuert wird. Die Ermäßigung der Zuckersteuer beträgt S'A Ps. Selbst wenn man annimmt, daß die Ermäßigung der Zuckersteuer sich voll auswirkt, so würde günstigen- falls eine Ermäßigung des Zuckerpreises um 1 Pf. p r o P f u n d zu erwarten sein. Das steht in schroffstem Widerspruch zu dem Beschluß des Reichstags vom März d. I. und der bisherigen Haltung der Reichsregienmg. Dauernd ist versichert worden, daß anläßlich der Neuordnung des Spiritusmonopols die Zuckersteuer und damit der Zuckerpreis erheblich gesenkt werden sollen. Die Reichsregierung hat ain Freitag die Parteien von diesen Absichten in Kenntnis gesetzt. Die Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion haben keinen Zweifel daran gelassen, daß sie jede Erhöhung des Znckerzolls bekämpfen werden. Sie haben ferner klar zum Aus- druck gebracht, daß sie in den Vorschlägen der Reichsregierung einen Bruch ihrer Versprechen und eine Mißachtung der bisherigen Beschlüsse des Reichstags erblicken. Schließ- lich wurde auch noch auf die schwere Gefährdung hingewiesen, die solche Absichten einer glatten Erledigung des Gesetzentwurfes über das Spiritusmonopol bereiten. Einheitsfront vorn- unü hinten? Ein Meisterstück kommunistischer Einheitspolitik. „Die rote Einheitsfront" lautet eine große, über zwei Zeitungsspalten gehende Ueberschrift, mit der die„Rote F a h n e" ihre lichtvollen Betrachtungen über den Kongreß der Erwerbstätigen beginnt. Der Einheitsfrontrummel wird ausgeführt in einem Kino- palast mit Leuten, die noch immer an die Wahrhaftigkeit kommu- nistischer Parolen glauben. Das übrige Blatt ist— wie immer bei solchen Gelegenheiten— ausgesüllt mit verlogenen Schimpfereien gegen Sozialdemokratie und Gewerkschaften. Denn es gehört nun einmal zu den kommunistischen Vorstellungen von inniger Freund- schaft, daß man seinen Nachbar, mit dem man einig werden will, gehörig ausschimpft und verleumdet. Das Berliner Blatt der russischen kommunistischen Zentrole rechnet aber offenbar nicht damit, daß man ihre Zeitung zu Ende liest. Deshalb veröffentlicht sie auf der letzten Hälfte der letzten Spalte der letzten Seite folgendes Telegramm: „An Maslow, Ruth Fischer. Urbahns, Schalem. Schwan. Präsidium der Erweiterten Crekutive hat Ihr Schreiben vom k6. November, in dem Sie wegen Ihrer Ausschlüsse an die Er- weiterte Exekutive appellieren, erhalten. Dieses Schreiben, das in vollem Einklang niit Ihrer praktischen politischen Haltung in den letzten Monaten steht, enthält die schärfsten, feind- seligen, antikomniunistischen Angriffe gegen Koniiiitern und ihre deutsche Sektion. Unbeachtet dessen hat das Präsidium der Erweiterten Exekutive auf Vorschlag der deutschen Sektion beschlossen, Ihnen die statutenmäßige Gelegenheit zu geben, vor der Vkl. Erweiterten Exekutive zur persönlichen Ver- t e i d i g u n g Ihrer Appellierung zu erscheinen. Die fünf Unterzeichner des Schreibens vom 16. November werden auf Grund dieses Beschlusses hiermit eingeladen, sofort, ohne jeden Verzug und ohne jeden Bor- wand, vor die Erweiterte Exekutive in Moskau zu kommen. Falls Sie auf die Behandlung Ihres Einspruches Wert legen, ist Ihre Abreise binnen 24 Stunden(äußerstenfalls 48) unbedingt erforderlich, da sonst das Plenum gezwungen wird, die Frage in Ihrer Abwesenheit zu behandeln und zu beschließen. 2. Dezember 1326. Präsidium der Erweiterten Exekutive." Die„Rote Fahne" bemerkt selbst dazu, sie erwarte von den Ausgeschlossenen„keine Umkehr von ihrem parteifeindlichen Wege". Vorn Einheitsfront— hinten das offene E i n g e- st ä n d n i s, daß die KPD. nicht einmal mit denjenigen ihrer Freunde„Einheit" halten kann, die noch vor kurzen! zu ihren Führern zählten und mit denen sie sich nur noch einig ist, wenn auf die„Reformisten" geschimpft werden soll. Eine famose Einheitspartei! Haussuchungen bei reaktionären Politikern. Eine Erklärung Grzefinskis im Landtag. Zu Beginn der heutigen Londiagssitzung beantragten die Kam- muniften. daß Preußen seine Reichsvatsoertveter instruieren solle, gegen das Säiund- und Schmutzgesetz zu stimmen. Da das Zentrum Widerspruch erhob, kam der Antrag nicht zur Be- ratung. Außerhalb der Togesorbnung erklärt« Innenminister Grzestnski, daß er sich über den Erfolg der Haussuchungen, die am 11. und 12. Mai 1326 bei Politikern und Wirtschosissührern unter dem Verdacht des Hochoerrats stattgefunden hätten, inzwischen beim Oberreichsanwalt erkundigt hätte. Der Oberreichsanwolt habe mitgeteilt, daß ein Ermittlungsverfahren wegen ver- suchten Hochverrats nur gegen Justizrot Claaß einge- leitet worden sei. Nach der jm Mo! gegebenen Sachloge könne den Behörden und Personen, welche die Durchsuchung angeordnet hallen, und den beteiligten Polizeibeamten keinerlei Vorwurf ge- macht werden. Sie hätten einwandfrei gehandelt und di« nach ihrem pslichtmäßigen Ermessen gebotenen Maßnahmen ohne Ansehen der Person durchgeführt. Andererseits stehe der Minister heut« nicht an, den Personen, die keinerlei staaisgefährliche Pläne verfolgt hätten, das Bedauern darüber auszusprechen, daß sie durch die Haus- suchungen in Rtitleidenschaft gezogen seien. Abg. Pieck(Komm.) beantragt die Besprechung dieser Erklärung. Der Minister sei feige zurückgewichen, um die Vorbedingung für die Große Koalition zu erfüllen. Abg. von Campe(D. Vp.): Di« dankenswert« Erklärung der Regierung hätte layalerroeise schon längst erfolgen inüssen. Die Be- ratung über di« Erklärung kamt mit der ersten Lesung des Etats verbunden werden. Abg. Larlels-Krefeld(Komm.) beschimpft den Minister des Innern und erhält drei Ordnungsrufe. Er versichert wiederholt, die Vertagung der Besprechung solle nur die Verhandlung über die Große Koalition verdecken. Abg. heilmann(Soz.): Derartige Verhandlungen werden nicht geführt. Jedenfalls garantier« ich den Herren Kommunisten dafür, daß sie bis zur Etatderatung mn kommenden Donnerstag keine neue Regierung vorfinden Vierden.(Heiterkeit.) Di« Besprechung der Erklärung des Ministers wird gegen die Stimmen der Kommunisten auf nächsten Donnerstag oerschoben. Für die Besprechung selbst stiimnen mit den Kommunisten die Deutschnationalen. Es folgt die Beratung der volksparteilichen Iillerpellation über den Schul streik in Dortmund-Land. deutsthlanös�ntwortaufpolensöefchweröe Nm die Erklärvng der Regierungsparteien. Die bereits mitgeteilte polnische Protestnote gegen die Erklärung der Regierungsparteien im Reichstag, weil darin auch der Genugtuung über den Wahlausfall in Ostoberschlesien Aus- druck gegeben war, ist nun vom Reichsoußenministerium beantwortet worden. Der polnische Protest wird olsunberechtigtzurück- gewiesen, dies im einzelnen begründet und u. a. gesagt: Nicht parlamentarische Erklärungen gefährden die deutsch-polnischen Be- Ziehungen, sondern das tut die wirkliche Lage Ober- s ch l e s i e n s: die genaue Einhaltung des deutsch-polnischen Ab- kommen? über Ostoberschlesien wäre die beste Garantie gegen eine Störung der deutsch-polnischen Beziehungen. * Der polnische Außenminister Z a l e s k i hat in Paris erklärt, er beglückwünsche sich zu der Wendung, die in den deutsch-polnischen Wirtschastsverhandlungen eingetreten sei. In Berlin weiß man nichts von einer solchen Wendung: der Vorsitzende der polnischen Handelsabordnung ist seit zwei Wochen aus Warschau nicht zurückgekehrt— vielleicht bringt er bessere Instruktionen, die einen günstigen Fortgang dieser Rekorddauerverhandlungen er- möglichen._ In Verona findet gegenwärtig ein Hochoerrotsprozeß gegen südtiroler Mitglieder des Bundes Oberland statt. Es wird den Angeklagten, die aus den eigenen Reihen denunziert wurden, vorgeworfen, daß sie unter Vorspiegelung geselliger und sportlicher Betätigung, die Vereinigung aller Deutschen„vom Meer bis Salurn" propagiert Höllen. Der Staatsanwalt hielt indessen «in relativ gemäß gles Plädoyer. Den Faschisten entronnen ist auch der Redakteur der„Voce Republleana" Padovan i. Er ist mit unserem Genossen Treues bereits in Paris.— In Pioeenza sind wegen Ermordung eines Faschisten im Jahre 1322 sieben Komnmnisten in cootuixiodom zu 20 bis 16 Jahren Kerker oerurteilt worden. Nach einer Mel- dung des„Laooro d'Iwlia" sind in G ö r z drei junge Kommunisten wegen Verbreitung kommunistischer Flugschriften und Aufreizung zum Klosienkamps zu 41- Iahren Kerker verurteilt worden. Rechtsanwalt Dr. värensprung aus Magdeburg, bekannt durch seine Tätigkeit für das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, wurde zum Regierungsrat im preußischen Jnnemninifterium ernannt und zunächst zur kommisjarischen Dienstleistung dem Berliner Polizei- Präsidium zugeteilt. Die neue griechische Regierung, ein Koalitionskabinett, ist bei- sammen, Ministerpräsident ist wieder einmal Z a i m i s. ?eßners„hdmlst' im Staatstheater. Der Regisseur Leopold Ießner experimentiert abenieuerlicher als je zuvor. Nicht daß er dem Hamlet in Frack oder Smoking, der in London und Hamburg gezeigt wurde, nur einen ebenso kühn und überraschend ausstaffierten Dänenprinzon entgegenstellen möchte. Ießner besitzt zuviel Phonkisie, um nur mit dem Schneider zu konkurrieren. Darum streitet er um mehr als um dos Kostüm seiner Figuren. Die Kriegsleute am Dänenhofe gehen zeitweilig einher mie Hofgardisten Ludwig XV. und dann wieder wie wilhelminisch« Herrenreiter in kleiner Paradeuniform. Aber di« Uniform- und Etiquettenfrage wird für Ießner zu einer Stilfroge. Man spürt«s, der Regisseur trachtet insofern zum Ursprünglichsten dieses Trauer. fpieis zurück, als«r es w!« ein Schau- und Spekiakelstück im Stile der«lifabethänischen Zeit Herrichten will. Allerdings nicht wie die Philologen, die ihre Shakespeare-Bühn« nur rekonstruieren, mn«Ine Antiquität zu zeigen. Noch dem Willen Ießner» soll der Hamlet etwas sehr Lebendiges sein, ein großer Unterhaltungsrummel für . Parkett und Galerie, sogar ein historischer Radau, bei dem die Instinkte der Neugier angebohrt und befriedigt werden. Ießner will l richtiges Theater, bald schaurig, bald rührend, bald tiefsinnig, kurz ein riesiges Kulissen- und Komödiantengetue. Doch wir merken ! sogleich, daß dieses Experiment beim Hamlet mißlingt. Der Re- � gifjeur will den Instinkt der Naivität treffen, und der Hamlet ist doch«in heroisches Bildungsstück, der Hamlet ist tief belastet und - überlastet von Gedanken, wir müsien ihn begrübeln, wir können ihn nicht bloß so mir nichts, dir nichts ansehen und mit oll dem zuärchenhaften Gedanken die Phantasie bloß ankitzeln. Der Re- gisieur, der da» vergibt, ist nur«in sonderbares Original, aber kein sehr origineller Regisseur. Das heißt: sein Experiment bereichert , nicht, es verballhornt nur. Es verniindert den Wert einer außer- ordentlichen Dichtung. Daneben aber gelingen dem Experimentator der Regie außer- ordentliche Dinge. Das Hamketsch« Thealerspi«! auf dem Theater .-md die große Enllarvimgsszene der dänischen Könige, diese Orgie der Leidenschast und der ungezügelten Wut und Grausamkeit wird von dem Regisieur Ießner mächtig entflammt. Hier gelingt thm das groß«, naiv« Theater, von dem«r träumt. Sein Bühnenbildner hat ihm zwischen den Kulissen«in richtiges Hostheater aufgebaut, mit Proszeniumslogen und Kavalierslogen. Das Theater auf der Bühne sieht aus w!« das Theater, in dem d!« Zuschauer sitzen. Die Teilnahm« der Schauspieler strömt zusammen mit der Kinderteil- nahm« der Leute in dem Parkett und auf den Galerien. Dos ur- sprünglichste Gefühl wird berührt und beschwingt. Wenn Hamlet in der Entlarvungsszene seine Mutier über die Bühne schleift, dann gemeßt man das wirkliche, nie zu verbrauchende und ewige Theater, dt« unvergänglich« Kolportage, die immer wieder aufregt imd die Sinp« peitscht. Doch schon die Gespensterei der Hamlettragötue versagt mgtmamn. Der Regigeur klügelt sich sei« Geistererschellmn- gen aus. Dort wo das Unfaßbare, dos nie zu lösende Rätsel zu sehen und zu spüren sein sollte, sieht man nichts als«in« kühl- ergrübelt« Grübelei des Regisieurs. Und nun die Gedanken! Di« Melancholie Hamlets, sein« noch nicht ergründete weltenschmerzliche Lebenslehre, die Frage, ob er an Gell glaubt oder an den Teufel, die Frag«, ob wir Menschen Stief- linder der Vorsehung seien oder deren Liebling«, kurz, das ganze groß« Movalproblem des Hanllet, das di« klein« Theaterei über- dauerte und die besten Köpf« der Welt zum Denken anregte! Von diesem Hamlet blieb allerdings wenig. Es war«in Hamlet zum Schauen, es war kein Hamlet zum Erschauern. Es war auch kein Hamlet, der den Gedanken irgendwie angeregt hätte. Man staunte nur, man erkonnte, daß der klügelnde Regisieur den Urtrieb der Theoternaivität packen wollte. Doch Tiftelei erzeugt selten unmittelbare, d. h. ungesucht«, unbestrittene und un bekrittelte Wirkung. Der Regisieur hatte die Schauspieler vollständig seiner Gewalt unterworfen. Es blieb ein Hamlet übrig, der dem Gedanken des Stückes und der Roll« alles schuldig blieb. Herr K o r t n« r war nur pittoresk. Es blieb«ine Ophelia, die nichts Poetisches besaß, sondern nur eine überpuderte Verdorbenheit. Obwohl man sich Mühe gab, an schauspielerisch« Charakterisierungstalent« der wunder- vollen Kabarettistin Blondine Ebinger zu glauben, glaubte man ihr nicht die ihr vom Regisseur aufgezwungene Roll« der Ophelia. Polonius trägt zu Hause das Schlafgewand irgendeines orientalischen Dordellwirtes. Diese Elownerie, die Herr D i l d t auch sonst als Polonius glitzern ließ, war wohl kurios, aber doch«in« zu stark« Versündigung an dem keineswegs sehr leichten Geistesgehalt« der Dichtung. Und alle übrigen Schauspieler, gehorsam« Diener des Regisseurs, an dem sie verehrend hängen, wurden m diesen Stil eingesangen. Die Verehrer des Regisseurs wollten nicht sehen, daß neben dem Gelungenen sehr viel Uebevspitztes und kaltblütig Aus- geiifteltes den Text, den höheren Geist und die tiefer« Bedeutung geschädigt hatte. Die Jeßiier-Gemeinde manifestierte leidenschaftlich für den Mann, der ihr Schildträger ist. Max Hochdorf. Rund um den Schund. Die„Neue W e l t" in der Hasenheide war bis auf den letzten Stehplatz überfüllt, um der Veranstaltung gegen da» Schundgejetz beizuwohnen. Die Erregung über die An- nähme des Schundgesetzes hatte das ihr« dazu beigetragen. Erich W»inert rezitierte aus dem reichen Schatz seiner satirischen Dichtungen. Mit scharfer Poiniierung sprach er neben seinen Külziaden noch politische und gesellschaftliche Satiren, darunter das Bruchstück eines Schundromans. Er erntete reichen Beifall für seine Dar- bietungen, von denen'manche freilich mehr für das reifere Alter gehörten. Hans Reimann kam mit starker Verspätung und sprach� mit sächsischer„Gemiedsdiese" ein Lied aus die alte Zeit und den Schutzengel. Die Iazzbondtopelle, freilich etwas zu klein für den Riesensaal, setzte wieder ein: und das Schmökerspicl Franz Osterroths„Am Marterpfahl der Eioux oder der Mädchenraub im Wilde« Weste«" ging in Szene, frisch gespickt von der Spiel- oemeinschast der Berliner Arbeiterjugend und Jung- I o z i a l i st e n. Die Pausen füllte der örsginelle Leierkasten- in a n ii aus Kietz mit einer wundervollen Selbstironisierung aus. Das Schmöterspiel selbst ist eine wundervolle Persiflage auf die Haupiheiden der bekanntesten Schundromane. Rinaldino, Schinder- Hannes, Nick Carter, Vuffalo Bill, Sitting Bull usw.. Gestalten, denen ihre Gewalt durch Verspottung mehr genommen wird als durch alle Schuudgesetze. Und Im Grunde lebt ja in der Jugend die Sucht noch dem Abenteuer, dach leider ist die Zahl guter Abenteurer- schriften noch klein. Dos Spiel wurde frisch und lebendig wieder- gegeben, einzelne Darsteller entwickelten sogar ein recht hübsches schauspielerisches Talent. Das Schinäkerspiol und seine Darsteller fanden einen jubelnden und wohlverdienten Beifall. B. Sch. Ein Weihnachlslaiensplel.„Das rote Herz" von Lobo Frank, das be! dem Preisausschreiben des Reichsausschusies für sozialistische Bildungsarbeit den zweiten Preis erhalten hatte, ist soeben im Arbeiterjugend-Verlag zum Preise von 90 Pf. erschienen. Ebenso sind Anregungen, Material und Programmoorschläge für Weiä- nachts- und Sonnenwendfeiern in Heft 2(„Die Weihnachtsfeier") und Heft 12(„Die Somiwendseier") der vom Reichsausjchuß hercus- gegebenen Schriftenreihe„Arbeiterbildung" entbalten. Auch das Dezemberheft der„Bücherwarte" bringt in der Beilage„Arbeiter- bildung eine Vortragsdisposition„Weihnacht" von Robert Breuer. Benzin als Rahrungsmiltel. Professor Neuberg vom Kaiser- Wilhelm-Institut für Biochemie hat festgestellt, daß es Lebewesen gibt, denen Benzin als Nahrungsmittel dieiitz Es sind dies Mi- kroben, die sich neuerdings im Gefolge des Autoverkehrs auf den Landstraßen angesiedelt haben und dort die versvritzten Benzin- tröpschen vertilgen. Die Untersuchungen über diese neuentdeckten Mikororganisrüen sind noch im Gange: insbesondere wäre die Frage zu klären, ob und wovon sie vor dem Aufkommen des Auto- mobilismus gelebt haben._ Erslaufsühimigeii der Doche. AUItw. Tb. in der Lützowstr.;„D i e türkischen Kurten".— Freik. SiaatStheater;.Figaros Hochzeit".— Sannab. Städt. Oper:„Jugend im Mai". Ilrenia-Veranslalwagev. Tägl.„Ncw-Nork", von Moni, bis Freit. „Nordiandsabrt". DIen»l. 19) Dr. Behm„ZZeraangenheit u. Zulunst de» Lebens-, ANilw.„Sumatra", Fieil..>s ü i>- a me ri ta", Sannab. iL u. 7) Dr. L. Peltzcr„Rund um den Sport", (9)„Spaziergänge durch da» Glashaus". vorkäge. Montag. 6.. abend! 7 Ubr. spricht im Seminar für orien- talische Sprachen, Dorotheenstr. 7, Prof. Mantenfel. über:„Probleme und Ergebnisse der tlopenmedizinischenForfchung." Ein Zapan.Znsti ni wurde heute vormillag im Berliner Scbloh eröffnet. Pros. Haber bielt dir Festrede. DaS neue Jnilitut will die deutsch-japa- nischen Kulturbeziehunge» pflegen und ersreul sich der Unterstützung durch da» Reich und Preujzcn. ES hat einen deutschen und einen japanischen Direktor. IVIe belrachie ich ein Kunstwerk?— lautet daS Thema eines Vortrages, den Dr. Max O s b o r n am 7.. abends 8 Uhr, in den Räumen der „Deutschen K nn st grmcinschast" im Eckloh HZlt. Karten zum Preise von M. I.— jiir Mitglieder und deren Angehörige und 2.1. 2,— jür Richtmitglieder sind in da EejchäjlS stelle da Deutschen SunstLememichast im Schlag zu Hab«. Existenzficherung üer Auch eine Seite! Aus Anlaß der Teilnahme des Exkronprinzensohncs an den diesjährigen Manövern der Reichswehr beschäftigt man sich wieder einmal mit der Frage der cheeresergänzung. also der Frage des Ersatzes der Reichswehr. Es ist daher an der Zeit, diese Frage auch einmal, losgelöst von politischen Erwägungen, unter Gesichtspunkten zu behandeln, die leider allzu häufig mißachtet oder als nebensächlich behandelt werden, obschon sie außerordentlich de- deutungsvoll sind. Dazu wird uns von kundiger Seite geschrieben: Der Staatsbürger, der Neigung und Eignung zum Dienst in der heutigen Wehrmacht besitzt, muß sich zu z w ö l f j ä h r i g e in u n- unterbrochenen Soldatsein verpflichten. Das heutige durch den Friedensvertrag uns aufgezwungene System verlangt von den Freiwilligen Aufgabe persönlicher Freiheiten(Kasernierung, unbc- dingten Gehorsam, Heirat nur mit Erlaubnis usw.) sowie vorüber- gehende Aufgabe staatsbürgerlicher Rechte(politische Betätigung, Wahlrecht, Koalitionsfreiheit). Wenn der junge schulentlassene Mann im Aller von 18 bis 20 Iahren in die Wehrmacht eintritt und nach zwölfjähriger Dienstzeit, also im Aller von A) bis 32 Jahren wieder ins zivile Leben zurücktreten muß, dann werden natürlich von ihm oder seinen Ratgebern vor dem Eintritt bestimmte Ueberlegungen angestellt. Diese Ueberlegungen sind ganz einfach: Was wird aus mir, wenn ich aus der Wehrmacht wieder ausscheiden m u ß? Eine Verlängerung der Dienstzeit ist aus militärpolitischen Gründen nicht möglich. Es mag fein, daß in Zeiten großer Ar- beitslosigkeit sich alle möglichen Elemente zum Dienst in der Wehr- inacht drängen. Diese aber werden, wenn sie sehen, daß draußen die Wirtschast wieder in Blüte steht, mit allen Mitteln oersuchen, aus der Wehrmacht wieder herauszukommen und bilden somit eine sländige Gcsahr für den Bestand einer guten Truppe. Aufrecht, gerade und unbeeinflußt wird nur der Soldat seine Pflicht tun, der weiß, daß am Ende seiner Dienstzeit über seiner weiteren Existenz kein großes Fragezeichen steht. Die Reichsregierung hat mit den militärischen Stellen die Wichtigkeit dieser Existenzsicherung auch seit langem anerkannt und bemüht sich, den Soldaten den weg ins zivile Leben iür die Zeit nach dem Ausscheiden zu erleichtern. Einmal gibt sie den dafür geeigneten und den dies wünschenden Soldaten Gelegen- hcit, sich in ihrem etwaigen früheren Beruf(handwerksmäßigen, landwirtschaftlichen oder kaufmännischen) auch während der Dienst- zeit weiter auszubilden. Vom 3. Dienstjahr ab erhält nämlich der Wehrmachtangehörige einen Unterricht, der für alle Soldaten Dienst, also P f l i ch t u n t c r r i ch t ist. Neben der Vermittlung allgemeinen Wissens erhallen die vorhin genannten Soldaten praktische Ausbildung in den Heereshairdwerkstätten oder in den in Frage kommenden Echulabteilungen. in denen dieses spezielle Wissen vermittelt wird. Nach dem Ausscheiden können diese Sol- daten dann, gestützt auf die während der Militärdienstzell durch- geführte praktische und theoretische Ausbildung und mit Hilfe der ihnen zustehenden Geldabfindung versuchen, im freien Erwerbsleben wellerzukommen. Dl« Erfahrungen mit dieser Art Existenzsicherung sind aller- dings nicht sehr verlockend. Abgesehen davon, daß der nach der Dienstzeit aus den Arbcitsmarkt tretende Wehrmachtangehörige das Heer der Arbeitslosen noch vermehrt, lehren die Ereignisse leider, daß der dem Wirtschaftsleben während zwölf langer Jahre entzogene Staatsbürger die für den Kampf im Wirrschaftsleben nun einmal notwendigen Voraussetzungen nicht in dem Maße besitzt, um erfolgreich, d. h. weltbewerbsfähig ton- kurrieren zu können. Im übrigen scheint es auch wenig zweckmäßig, sich auf dem Umwege über die Wehrmacht für den freien Beruf ans- bilden zu wollen. Wer Techniker, Handwerker, Landwirt oder Kaufmann werden will, verbleibt wohl am besten in diesem Beruf, wenn er vollkommen wettbewerbsfähig bleiben will. Nach dem vorhin Gesagten ist es begreiflich, daß das Bestreben der Mohrzahl der in die Wehrmacht eintretenden jungen Leute ist, nach Ablauf der Dienstzeit an anderer Stelle im Staate Sinü üie fiutoürosthken schuld? Unfallstatistik.— Uniform.— �ahrzonen. Nach der Statistik ereigneten sich in den Monaten Juli, August und September in Berlin 3628 Berkehrsun- fälle. Die meisten entfallen auf die Personenkraftwagen. Dabei ist der Aillcil der Kraftdroschken gleich dem Anteil der Privatwagen, obwohl es neben 36 000 Privatwagen nur etwa 7000 Droschken gibt. Eine Kraftdroschke richtet soviel Unheil an wie sieben Privatwagen. Woraus erklärt sich diese Tatsache? Ein einziger Blick auf die Straßen Berlins zeigt uns, daß trotz der verhältnismäßig kleinen Zahl sich mehr Droschken im Verkehr bewegen als Privatwagen. Eine Droschke ist meist Tag und Nacht auf der Straße und erreicht wahrscheinlich die siebenfache Anzahl der Fahrkilomcter gegenüber dem Privatwagen. Also bei Lichte besehen, verursachen die Kraft- droschken nicht mehr Unfälle als die Privatwagen. • Der§ 16 schreibt den Droschkenführern einen b e st i m m t e n Anzug vor— ganz wie beim Kommiß.„Auch beim Erscheinen vor der Polizeibehörde muß dieser Anzug getragen werden, wenn diese die Anlegung des Dienstanzugs anordnet." Beim Hantieren am Wagen beschmutzt sich der Fahrer naturgemäß: aber„alle Bekleidungsstücke müssen sauber sein", schreibt die Droschkenordnung vor. Keinem Fahrer kann man zumuten, sich zwei Garnituren— eine zum Dienst, die andere beim Erscheinen auf dem Verkehrsamt— zu halten. Man kann auch keinem Menschen zumuten, in einem abgetragenen, von Oel beschmutzten Anzug eine Reise von einem abgelegenen Vorort nach dem Per- kehrsamt in Charlottenburg zu machen. Was soll eine Bestimmung, die kein Mensch einhalten kann. In jedem Verkehrsunternehmcn liefert der Unternehmer die vorgeschriebene Bekleidung. Im Droschkcngewerbe ist das bisher nicht üblich gewesen und dem Fahrer ist es erst recht unmöglich, sich vorschriftsmäßig einzukleiden. • Zur Regelung der Fahrpreise für Droschken ist das Gebiet der Stadl Berlin in drei Fahrzonen eingeteilt, wobei die dritte Zone alle Außenbezirke umfaßt. Bei Fahrten von Zone I nach Zone III wird beim Uebergang in diese Zone auf erhöhte Taxe umgeschaltet: dos spricht die Polizciverordnung vom 27. Novem- der 1023 klar aus Unklar ist aber die Bestlmnmng über Fahrteir. die innerhalb der Zone III begonnen und beendet werden. Der 8 3 sagt:„Diese Taxe(gemeint ist Taxe I) findet Anwendung bei Be- sörderung von ein bis zwei erwachsenen Personen innerhalb des auf dem amtlichen Wegemesier als Zone 1 und Zone II bezeichneten Gebietes und im Gebiet des Polizeiamtes Spandau und Zehlcndorf oder eines anderen Verwaltungsbezirks der Zone III, sofern die Fahrt innerhalb dieser Bezirke begonnen und beendet wird." ß 4 spricht von Taxe II und lautet-„Diese Taxe hat Anwendung zu finden bei Beförderung von ein bis zwei erwachsenen Personen innerhalb der Zone III, ferner bei Beförderung von drei und mehr Personen innerhalb des Giebetes der Zonen I und II und im Ge- biete des Polizeiamtcs Spandau und Zehlendorf oder eines anderen Verwaltungsbezirkes der Zone III, sofern die Fahrt innerhalb dieser Bezirke begonnen und beendet wird." Der Fahrer kann sich den besten Paragravh aussuchen— der Fahrgast ebenfalls. Sic werden dabei aber nie einig werden. ReichswehrsolÜaten. es Heeresersatzes. Verwendung zu finden. Die militärischen Behörden tragen diesem Bestreben dadurch Rechnung, daß sie einmal durch gesetzliche Vor- schriften die Anstellungsbehorden veranlasien, ihre freien Beamten- und neuerdings auch Angestelltenstellen zum Teil mit ausgeschiedenen Soldaten zu besetzen. Nun könnte hier mit Recht, besonders von den für die Personalpolitik verantwortlichen Stellen eingewendet werden, daß die Tatsache der Dienstleistung in der Wehrmacht noch lange keine Eignung für den Beamteyberuf bedeute. Das ist durchaus richtig. Die militärischen Behörden versuchen daher, den Soldaten schon' während seiner Dienstzeit für den von ihm begehrten späte- ren Beamtenberuf vorzubilden. Zu diesem Zwecke erhallen diese Soldaten gleichfalls vom 3. Dienstjahre ab planmäßig Unter- richt in allen Fächern des allgemeinen Wissens. Auch dieser Unter- richt ist obligatorisch, und am Ende des 8. Dienstjahres wird in einer Prüfung der Bildung?- und Wisiensstand ermittelt. Die Befähigten unter diesen Schülern können dann an dem Unterricht der Oberstufe teilnehmen und erhallen weiter im 9. bis 12. Dienst- jähre planmäßig Uillerricht, in welchem neben der Vertiefung des allgemeinen Wissens Unterricht in sogenannten höheren Lehrfächern und in solchen Fächern erteitt wird, die für den späteren Beamten- beruf nutzbringend sein können. An höheren Lehrfächern wird ge- lehrt: Mathematik, eine Fremdsprache, Wirtschafts- und Kultur- geschichte, Wirtschaftsgeographie, Volkswirtschaftslehre, Gesetzes- künde, Staats- und Verwaltungskunde, Physik und Chemie sowie Kurzschrift und Maschineschreiben. Im letzten Dienstjahr müssen dann beide Schülergruppen an einer Abschlußprüfung teilnehmen, in der im Beisein von Behörden- Vertretern nachgeprüft wird, ob sie den für den Beamtenberuf not- wendigen Bildungs- und Wissensstand erreicht haben. Für die Ober- stufe heißt diese Prüfung„Abschlußprüfung II" und für die übrigen Schüler„Abschlußprüfung I". Die Schüler der Unterstufe müssen im letzten Dienstjahr an einem Wiederholungskursus teilnehmen. Nach den Vereinbarungen mit den Reichs-, Länder- und Gemeindebehörden und den Körperschaften der Gemeindebehörden gelten diese Abschluß- Prüfungen als Nachweis der allgemeinen Bildung, und zwar die Abschlußprüfung I für alle Beamtenlaufbahnen bis Gruppe V und die Abschlußprüfung II außerdem für den gehobenen mittleren Dienst. Es ist also nicht so, daß der ausscheidende Soldat mir als solcher kommt und Beamter werden möchte; er ist, wie vorhin dargelegt, in umfassendster Weise für den Beamtendienst vorbereitet und kann während der von den Behörden zu fordernden Probezeit nachweisen, od und wie weil er den an einen Beamtenanwärter.zu stellenden Anforderungen genügt. Man muß ferner bedenken, daß es sich bei den ausscheidenden Soldaten um Menschen handelt, die im reiferen Lebensalter der Ausbildung oblagen. Außerdem dürsten diese Beamtenanwärter mit durchaus gefestigtem Charakter, also mit Eigenschaften zu den Behörden kommen, die für den Beamtendienst unerläßliche Voraussetzung sind. Wenn also die Behörden die gesetzlichen Verpflichtungen zur Uebernahme ausscheidender Soldaten, nach dem Ausscheiden„Ver- sorgungsanwärter" genannt, ausführen helfen, dann schädigen sie keinesfalls die Interessen ihrer Verwaltung, sondern sie helfen an der Erfüllung von Staotsnotwendigkeiten mitarbeiten, die von höchster Bedeutung sind. Es ist klar, daß ohne Existenz- sicherung die Ersatzfrage für die Reichswehr nicht ein- wandfrei werden kann: Es sei denn, daß man aus hochwertige Freiwillige verzichtet. Staatsbürger mit idealer Gesinnung und sonstigen guten Qualitäten sowie ihre verantwortungsbewußte Rat- geber können den Eintritt in die Wehrmacht nicht empfehlen, wenn die Existenzsicherung für die Zeit nach dem Ausscheiden in Frage gestellt ist. So notwendig die Neugestaltung des Werbesystems für die Reichswehr ist, um die Republikanisierung des Heeres zu sichern, so notwendig ist auch die Vorsorge für den weiteren Lebenslauf derer, die zwölf Jahre ihrer besten Ent- Wicklungszeit sich dem Beruf des Soldaten der Republik widmen. Sie Nahlsüorfer protestieren. » Am 13. November erschien in der Presse die Nachricht, daß die Stadtbahn nur bis Kaulsdorf elektrisiert werden würde. Aus diesem Grunde hatte die„Gemeinnützige Sicdlungs- genossenschaft.Lichtenberger G a'r t e n h e i m" eine Protestkundgebung im Restaurant Anders in Mahlsdorf einbe- rufen, in der der Vorsitzende der Siedlungsgenossenschaft, Genosse G i e rs ch ne r, und Stadtverordneter Genosse Käming gegen diese Bestimmung der Deutschen Reichsbahngesellschaft Stellung nahmen. Sie führte» aus: Der Bahnhof Mahlsdorf reicht für den augenblicklich stark gesteigerten Verkehr überhaupt nicht aus. Eine Verkehrszählung ergab, daß durchschnittlich am Tage 4300 Fahr- g ä st e nach Berlin und 4 7 0 0 von Berlin den Bahnhof benutzten. Der Bahnhof ist ober in einer Zeit erbaut worden, als Mahlsdorf nur 800 Einwohner hatte und nicht annähernd 10 000 wie heute und im Sommer sogar 13 000. Schon vor längerer Zeit hat sich Mahls« darf an die Eisenbahn um Behebung dieses Uebels gewandt und wurde natürlich auf die Elektrisierung vertröstet. Mit dem Umbau des Bahnhofs ist ober noch ein anderes wichtiges Moment verknüpft. Es fehlt in Mahlsdorf eine Unterführung. Die Eisenbahn schneidet die drei Hauptstraßen, von denen die Bahnhofstraße außerordent- lich verkehrsreich geworden ist. Bei diesem starken Verkehr sowohl auf der Straße wie auf der Eisenbahn können sich sehr leicht Unglücksfälle ereignen, vor allem aber kann bei dem jetzigen Zustand die Straßenbahnlinie von Köpenick nicht nach den Siedlungen im Norden Mahlsdorfs über den Bahnkörper hinaus verlängert werden. Der Vorschlag, die gesamte Vorortstrecke bis Strausberg-Rüdersdorf zu elektrisieren und viergleisig einzurichten, ist verworfen worden. Proteste haben bis jetzt wenig genützt, man hofft jedoch, daß die Stadtverordnetenversammlung die Wünsche der Mahlsdorser unter- stützen wird. Am Schluß der Versammlung wurde eine Resolution angenommen, in der dringend die Elektrisierung der Bahn, der Umbau des Bahnhofs und der Bau einer Unterführung gefordert wird. Die Reichsbahn muß„die bisherige stiefmütterliche Behand- lung der Verkehrsregelung des Berliner Ostens im Interesse einer der Volksgesundheit dienenden Siedlungspolitik aufgeben. Einbrecher im Bezirksamt Wedding. Auf Schreibmaschinen hotten es Einbrecher abgesehen, die heute früh dem Bezirksamt Wedding in der E x e r z i e r st r. IIa einen unerbetcnen Besuch machten. Ein Wächter der Wachbereit- schast Groß-Berlin sah aus seinem Rundgang in früher Morgen- stunde, daß die Tür des Hauses offen stand. Er schöpfte Verdacht, benachrichtigte den Hauswart sowie das 48. Polizeirevier und suchte mit dem Hauswart das Grundstück ab. Es zeigte sich, daß Ein- brecher die Räume im 1., 2. und 3. Stock durchsucht und aus dem Jugendamt bereits vier Schreibmaschinen herausgeholt und in einem anderen Räume zum Mitnehmen verpackt hatten. Als die Einbrecher sich von den beiden Männern und den hinzugekommenen Prlizeibeamten entdeckt sahen, ließen sie die BeMe im Stich, er- brachen die Bodentür und entflohen über die Dächer. Sic sind noch nicht ermittelt. Reichskanzler Marx wird anläßlich des Empfangs des Ver- «ins Berliner Presse am Sonntag, den 5. Dezember, im Reichstagsgebäude das Wort nehmen. Die Rede des Reichskanzlers, d-e in der Zeit von 7,10 bis 7,40 Uhr nachmittags gehalten wird, wird von der Funkstunde Derlln übertragen. Radio bei der Eisenbahn. An den Signal- und Sicherheitseinrichtungen für den Zugverkehr im Bezirk der Reichsbahndirektion Berlin werden ständig Per- besserungen und Neuerungen durchgeführt. Bon den rund 600 Stellwerken im Bezirk sind im Laufe dieses Jahres 10 er- neuert worden, und im nächsten Jahre soll die Zahl dieser'Neue- rungcn noch heraufgesetzt werden. Selbsttätige Block. s i g n a l e sind auf der elektrischen Vorortstreckc Berlin Potsdamer Ringbahnhos— Lichterfaldc-Ost eingebaut worden, die versuchsweise in diesen Tagen in Betrieb genommen werden. Aus der elektrischen Vorortstrccke nach Bernau sind die Einfahrtsignale mit Fahr- sperren versehen worden, die ein selbsttätiges Halten des Zuges bei Haltstcllung des Signals bewirken. Auf dem R a n g i e r b a h n- Hof Pankow ist neuerdings zur besseren Verständigung zwischen Lokomotivführer und Rangierleiter eine Radioanlage ein- gerichtet worden. 9leue Rundfunksender in Stuttgart und Freiburg. Bor kurzem wurden die neuen Rundfunksender Stutt-- g a r t und F r e i b u r g und zwei Besprechungsräume des„Süd- deutschen Rundfunks Stuttgart" in M a n n h c i m und Karls- ruhe feierlich dem Betrieb übergeben. Der„Süddeutsche Rundfunk" hat in Degerloch bei Stuttgart eine großzügige Anlage mit zwei je 100 Metern hohen Funktürmen gestellt, von denen aus die Wellen sich über das gesamte Gebiet erstrecken. Das Funkwesen hat damit in Südwestdeutschland einen bemerkenswerten Fortschritt gemacht. Ztevolveranschlag auf einen Meister. Reunkirchen(Saar), 4. Dezember.(WTB.) Auf der S chla ck e n- Halde des Neunkirchener Eisenwerks gab gestern ein Hüttenarbeiter U. mehrere Revolvers chüss« a» f«inen Meister ab, mit dem er auf gespanntem Fuße lebt«. Der Meister konnte von einem anderen Arbeiter recht, zeitig gewarnt werden und davonlmifen. Er stürzte zu Boden, so daß die Schüsse ihn nicht trafen. U. glaubte, daß er den Meister getötet habe, begab sich in den Aufenthaltsramn des Werkes und tötet« sich durch«inen Schuß in den Kopf. Der Meister ist unverletzt geblieben. Di« Arbeiter des Hochofenwerkes legten die Arbeit sofort nieder, nahmen sie aber wieder aus, als ihnen ein« strenge Untersuchung der An- gelegenheit zugesagt wurde. Jetzt 544 000 Srastsahrzeuge in Deutschland. Nach der alljähr- lich am 1. Juli stattfindenden Zählung im Deutschen Reich ist die Zahl der Kraftfahrzeuge von 423 730 in 1025 aus 544 804, also um rund 25 Proz. gestiegen. An erster Stelle stehen die G r o ß k r a f t- räder mit 236 387(1325: 161508), dann folgen Personenkrast- wagen mit 206 456(1025: 174 665), in dieser Zahl sind 20 392 (13 734) Droschken und Omnibusse im öffenllichen Verkehr enthalten. Lastkraftwagen waren am Stichtage 90 019(80 363), Zugmaschinen 10 263(7731) und Feuerlöschwagen und Strabenreinigungsmaschinen 1769(1523) vorhanden. Schnee im Schwarzwald. Bei einer Temperatur von minus 6 Grad ist gestern und im Läufe der vergangenen Nacht über dem südlichen S ch w a r z w a l d bis zu 400 Meter hinab neuer Schneefall niedergegangen. Schneefall auch in Oberschlesien. Im Laufe der heutigen Nacht ist in Oberschlcsien Schneefall cingetteten. Die Schneehöhe bc- trägt etwa 10 Zentimeter bei 0 Grad. Ilnwetler in Mittel- und Südfrankreich. Die gestern in Mtttel- und Südfrankreich wütenden Stürme haben an verschiedenen Mllen großen Schaden angerichtet. In der Nähe von R o q u e- b i ll iä re sind nach Meldungen aus Nizza gestern zwei weitere Erdrutsche erfolgt. Die Eifenbahnstrecke Paris— Tonlose ist bei Pont du Boulon 14 Kilometer von Brioe in einer Länge von 300 Meter durch Erdsenkungen infolge der starken Regengüsse beschädigt worden. Aehnliches wird aus anderen Gegenden gemeldet. 40 Fahre Gewerkschaftsarbeit. Vom Brauer- zum Lebensmittel- und Gctrünkearbeiter- verband. Der Ortsverein Berlin des Verbandes der Lebensmittel- und Eetränkearbeiter feiert heute abend im Saalbau Friedrichs- Hain sein 4 0. S t i f t u n g s f e st. Die Berliner Brauer- gesellen hatten schon im Jahre 1874 einen Verein gegründet, der allerdings nur die gegenseitige Unter- st ü tz u n g der Brauer bei Krankheiten und besonderen Notfällen bezweckte. Wenn auch der Verein keine Kampfziele hatte, so war seine Gründling doch ein Zeichen fiir das erwachende Soli- daritätsgefühl der Arbeiter i» der Brauindustri«. Diese Vereinigung löste sich bald wieder auf. 1884 regten sich die Berliner Brauer wieder und faßten in einer Versammlung am 26. Dezember den Beschluß, einen neuen Verein zu gründen. Am 3. Januar erfolgte in einer von 300 Brauern besuchten Bersainmlung die offizielle Gründung des„Berliner Bierbra u«rgefelle n verein s". Bald entstanden iw anderen Städten Deutschlands ähnliche Vereine, die sich als Glieder eines Verbandes betrachten, als dessen Vorstand sie den Vorstand des Berliner BierbrauergeseUciivereins ansahen. Auf einem Dele- giertentag am 17. August 1885 in den Räumen der Philharmonie wurde der„Allgemeine Brauerverband" gegründet, der seinen Sitz ebenfalls in Berlin hatte. Infolge von Differenzen mit der Redaktion der Verbandszeitung und wegen anderer Meinungsverschiedenheiten, die auch auf dem Delegierteiltage in Dresden, 1886, nicht beigelegt werden konnten, erklärte am 6. September des gleichen Jahres der Berliner Bier- brauergefellenverein seinen Austritt aus dem Allgemeinen Braueroerband. Eine kleine Anzahl von Vcreiiismitgliedern, die mit dieser Stellmignahme ihres Vereinsvorstandes nicht einverstanden waren und an der zentralen Organijationsiorm festhalten pzollten, grün- deten am 4. Dezember 1886 einen Berliner Gauvcrein, der sofort dein Allgemeinen Brauerverbai, d beitrat. Borsitzendcr des Gau- Vereins wurde der Gastwirt Paul Hilpert, dessen Wert eigent- lich die Gründung des Pereins war. Es ist vornehmlich das Per- dienst des Berliner Gauvercins, daß sich der Allgemeine Brauer- verband von der zünstlcrischen Vereinsmeierei ab- und der modernen Arbeiterbewegung zuwandte. Im April 1893 gründete sich in Berlin«in Berein der Brauerei- Hilfsarbeiter, der Ende Oktober 1898 zum Allgemeinen Brauer- oerband übertrat und in ihm eine besondere Sektion bildete, die sich erst am 1. Januar 1300 mit der Sektion I(Brauer) zu einer gemeinsamen Ortsverwaltung verschmolz. Bei der gemelnschafttichen Generalversammluiitt im Januar 1900 wurde der bisherige Schriftführer der Berliner Zentralstelle, Genosse Hodapp, einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt, welches Amt er uocki heute bekleidet. Im Jahre 1010 kam die Verschmelzung mit den M ü h l c n a r be i t« r n. Alle Bewegungen aus- zuzählen, die die Orgaiiisation tm Lause der vier Jahrzehnte zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Brauerei- arbeitcr gesiihrt hat. würde in diesem Zusammenhang zu weit führen. Erwähnt sei nur. daß es der Organisation schon vor dem Kriege gelang, für das Maschmcnpersolial in den Brauereien und die Flasckenkcllerciarbcilsl in der Nachtschicht den A ch t st u n d e n- tag tariflich festzulegen. Heute ist in olle n Tarifverträgen die vom Berliner Orts- verein des Verbandes der Lebensmittel- und Getrönkearbeiter— welchen Namen sich die Organisation auf dein Verbandstag in Dresden im Jahre 1022 gab— abgeschlossen sind, der Acht- stundentag verankert. Der Krieg brachte für die Organisa- tion wie für alle Verbände einen starken Rllckichlag. Zählte der Berliner Orlsvcrein am 30 Juni 1914 schon 5032 Mitglieder, so ging diese Zahl bis zum 1. Oktober 1317 auf 1522 zurück. Nach dem Anschwellen der Mitgliederzohl ans 6007 bis zum Ende de, zweite» Quartals 1922 fftn« Wefe Zahl afcermafs bis End« 1928 auf SWS zurück. Am End« des dritten Quartals 1S2S hatte der Ortsverein bereits wieder 473S Mitglieder, wobei jedes Mitglied mit 13 Wochenb«iträgen im Bierteljahr eingesetzt ist, so daß also. wenn man die Erwerbslosen hinzurechnet, der Mitgliederbestand der Vorkriegszeit wieder erreicht ist. Zusammenfassend kan gesagt werden, daß siä) der ehemalige Brauerverein aus kleinen Anfängen zu einer Organisotian entwickelt hat, deren Stärke von den Ber- lincr Brauereien nicht unterschätzt wird. Kommunalbeamte, Sesolvungsaktion und§inanz- ousgleich. Eine gut besuchte Delegiertenversainmlung der Rcichsgewerk- schaft Deutscher Äommunalbeanrtcn, Verbandsgruppe l, beschäftigte sich am 30. Roveinber im Berliner Stadthause niit dem Stand der Besoldungsncurcgelung für die Beamten. In einer Entschließung wurde zum Ausdruck gebracht, dah die vom Reichsjinaii.zminister in Aussicht gestellte einmalige Besoldungsbeihilf« völlig unzu- reichend ist. Die RDK. I ist der Meinung, daß der Notlage der Beamtenschaft, besonders in den unteren und mittleren Gruppen, nur durch eine allgemeine und dauernde Gehaltsaufbesse- rung gesteuert werden kann. Bei dieser Gelegenheit ist anzustreben, daß die Besoldungsgruppen 1—3, deren Bezüge völlig unzureichend sind, beseitigt werden. Mit Rücksicht auf die eingetretene Erhöhung der Wohnungs- mieten fordert die Delegiertenversammlung die Beseitigung des un- zureichenden und unsozialen Wohnungsgeldsystems, das nur einen Teil des tatsächlichen Wohnungsmieteiiaufwands deckt, und Er- setzung durch einen Zuschlag, der den tatsächlichen Mieten entspricht. Soldes vom Onsgruppenverbond referierte sodann über die die Bedeutung des Finanzausgleichs für die Gemeindebeamtcn. Es wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die sich mit oller Entschiedenheit gegen die in der Denkschrift des Deutschen Städtetags„SläWc— Staat— Wirts chast" ausgesprochene Absicht, das preußische Gesetz vom 8. Juli 1020, betreffend vorläufige Regelung verschiedener Punkte des Gemcindcbeamtenrcchts, zu be- festigen, wendet. Unbeschadet der notwendigen Verbesserungen wird an dem in dein Gesetz festgelegten Grundsatz festgehalten, daß die Ge- mcindeoeamten in keiner Weise hinsichtlich ihrer Besoldung schlechter gestellt werden dürfen als die in vergleichbaren Stellen des Staates tätigen Länderbeamtcn. Der Vcrbandsvorsitzende T h e e k referierte über die„E i n i. gungsocrhandlunoen zwischen dem ADB. und DBB.". Er schälte heraus, daß diese Verhandlungen an dem Widerstand des Deutschen Beamtenbundcs, mit den Arbeitern und Angestellten eine gemeinsame K a m p s f r o» t zu bilden, gescheitert seien. �lcischermeister und Arbeitszeit. In Schönebcrg, Steinstr. 8, betreibt der Flcischermeister Philipp Greif eine Rind- und Schmeineschlächterei. BeschäftiM wird ein Geselle, der neben seiner Berufsarbeit noch dos Auto fahren muß, sowie eine Verkäuferin. Die Arbeitszeit des Gesellen ist wachen- täglich von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, ohne nennenswerte Unterbrechung, Sonntags t bis Z Stunden, die der Verkäuferin von morgens"i7 bis V;3 Uhr und von Mi Uhr nachmittags bis?i8 Uhr abends. Der Geselle arbeitet in der Woche 88 bis 90 Stunden, die Verkäuferin im Monat zirka 300 Stunden. Ist es do ein Wunder, wenn die Arbeitslosigkeit steigt? Was sagt die verbrauchende Arbeitnehmerschaft dazu, die bei diekem Fleischermeister ihren Bedarf deckt? Dem Gewerbeaussichtsamt Schöneberg sei dieser Betrieb zur gelegentlichen Kontrolle besonders empfohlen. EchkeSschruch km Rhew- und Makngau. Jüt Skrahenbahner und Gemelndearbeiler. Frankfurt a. 21t, 4. Dezember. Für die Straßenbahner des rhein-mainischen Gebietes wurde am 2. Dezember vor dem tarif- lichen Schiedsgericht(Zentralausfchuß) ein Schiedsspruch gefällt, der eine generelle Lohnerhöhung von 3 Pfennig pro Stund« vorsieht. Tie gleiche Lohnerhöhung wurde gestern auch den Gemeinde; a r b e i t e r n des Rhein-Main-Bezirks durch einen Schiedsspruch bewilligt. Di« Entscheidung der Parteien über beide Schiedsspruch« steht noch aus. Der„Bund schaffender Landwirte". DLV. Zu den Organisationen, die heute im Lande im trüben fischen möchten, ist auch der Bund schaffender Landwirte(«. B.) mit dem Sitz in Berlin, Lützowufer 1, zu zählen. In«inigen Teilen Ostpreußens haben sein« Vertreter sogar den Versuch unternommen, Landarbeiter zu erfassen. Vor dem Bund kann nicht genug gewarnt werden. Nach allem, was bisher von chm festzustellen war, ist er nichts anderes als eine kommunistische Organisation, gegründet und aufgezogen zu dem Zweck, an das Landvolk heranzukommen und es für die Be- ftrebungen der Kommunistischen Partei zu gewinnen. Irgendwelche sachliche Bedeutung ist dem Bund nicht beizumessen. Soweit der Versuch in Frage kommt, Landarbeiter zu erfassen, ficht der Bund sogar nn Gegensatz zu der Auffassung, die die Kom munistisch« Partei heut« der freigewerkschastlichen Landarbeiter beroegung gegenüber vertritt. Diese Auffassung geht dahin, und zwar durchaus richtig, daß alle Landarbeiter und Land- arbeiterinnen, die im Lohnverhältnis stehen oder besser gesagt. deren Einkommen hauptsächlich in einem Arbestslohn besteht, der durch«inen Arbeitgeber gezaljü wird, vom Deutschen Land- arbeiterverband erfaßt werden müssen. Wir gehen sogar noch weiter, indem wir auch solche Personen für den Deutschen Landarbeiterverband reklamieren, die sich«inen kleinen Nebenerwerb durch Bewirtschastung von eigenem oder ge- pachtetem Land verschaffen. Das ist berechtigt, weil es sich hier im Grunde genommen um proletarische Schichten handelt, deren Existenz erst durch den Verkauf der Arbeitskraft restlos gesichert ist. Es ist die Aufgabe aller freigewertschaftlich tätigen Kreis«, das Wirken dis„Bundes schaffender Landwirte" genau zu beobachten und zu verhindern, daß er sich auf einem Gebiete betätigt, auf dem er nicht zuständig ist. Der Iranken steigt. Die Arbeiter werden brotlos. Varls. 4. Dezember.(EP.) Nach Meldungen aus L i m o g e s macht sich in der dortigen Schuhindustrie, die in rund 100 Fabriken 6000 Arbeiter beschäftigt, eine Krise bemerkbar, die sich von Tag zu Tag verschärft. Die bereits erteilten Aufträge sind zum größten Teil annuliert worden. 13 Fabriken schicken sich an, den Be- trieb vollständig einzustellen, während die übrigen Fa- briken zur Einschränkung ihres Personals und der Arbeits- zeit gezwungen sind._ Jetzt wird rationalisiert. London. 4. Dezember.(EP.) In der Kohlenindustri« von Wales ist es zu einer größeren Fusion gekommen. Di« in Frag« kommenden Firmen sind Gueret u. Co., hinter der die Firma Guest Keen steht, und auf der anderen Seite die Firma Llewellyn. Theater der voche. vom 8. Dezember bis 13. Dezember 192«. Z. bis 9. irnb 12., 33. Nachtastl. 10. vper am Platz bei Slcpublit: 5. Oifiiuncrbaum. 8. 7. Sjjsea. 8. Zar unb Ziann ermann. 9. Elektro._.M I._ II. Eormen. 12 Der Strien lovolter. 13, Die Liebe zu be» brei Orangen.— Gchouspjelhars: s., 7.. S., 11., 12. äamlcl. 8. Napoleon. 8. Lulu. 10. Frgaro- Kochzeit. 13. Ingen»— Schiller-Theater: 5. Die Journalisten. 6., 12. Peer Sunt. 1.. 8. Witlieim Teil. 9., 11. Der zerbrochene Neug. Der Spr. 10. Wallensteino Vager. Die Pierolomini. 13.«Soldaten.— Deutsche- Theater: Ncidhordt uon Gv.icifencu.— Mammcrfpielc: Karussell.— Dre Stomabic: Die©eimeene.— Lessiag.Zheater: Mensch und Uebermensch�— Theater IN der Königgrätzer Stratze: Mrs. Ellenens Ende.— Stadt. Oper Chailoitenburg! ch D.e tzauberfliite. 6. slriadne auf N-rxos._ 7. Turaiidot. 8. gideti». 9. Sic toten Stugen. 10. Die Jüdin. 11. Jugend im Mai«Jen. »orstellungl. 12. Jugend im'Mai. 13.'llida.— Srotzeo iredauipielhau,: Poir Mund zu Mund.— Theater des Ärsien»! Pawlowa.— Die Tribüne: Der Ee. danke.— Deutsches«unstler-TH-atcr: Die Königin.— Komödtenhaus: gruchi- chen.— Berliner Theater: Mift Amerika.— Reue, Theater am Iaa: Rrnon am Scheideweae. 11., 11 Uhr abends: Di- Probe. 12.. 12 Uhr nachts: Matinee- Vorstellung.— Residenz-Theater: Das Absteigequartier.— Ientral.Zheatrr:©e- lchlrssen.— Theater in der fiommantonteiifttafce: 5. Onkel Warna. Ab� 8. z-milir Sannemann.— Theater am Schisibauerdammi Das Grabmal ves unbekannten Saldaien.— Kamische Oper: Adrienn«.— Lustspirlhans: Die Herzogin von Elba.- Metrcpal-Theater: Wieder Metronol.— Thalia-Theater: Der grohe und der kleine Klaus.— Theater am Rollendiilplatzi.Das Etel— Theater am Kurfürslendammi Die iZrau an der Helte. fernes Theater: Dirnenteaqödie. 32.. vorm. 33>,s Uhr: Matinee Die Tiere.— Eolloer. Theater: Das Stiitüngsirlt.— Rose-Theater: Bon«Stufe zu«Stufe.— Kosina-Theater: Mister Eornedbeef.- Theater iu der Klost-ritiahe: ö., 8. 380 Frauen, d.«"e- spenster 7. 9. bis 12. Euchen Huvibrecht.—«Schlohpark-Theater S.cglitz. Z. Familie Echimek. 7. Im Hafen.— Theater iu der Lützawftratze: Bis 7. Der fröhliche«reuzderg. Ab 8. Die türkischen Gurken.— Theater im«dmiral,- palast: Soller-Reviie„An und aus".— Wintergarten und Seala: Internatio- nales Parietch— ZIeichÄ>allen.Zheatrr: Elettiner Länger.— Theater am«ott. dufser Zar: EUte-Länger. Schauspielhaus: Barnhelm.— i----.W.■. van Barnhelm.— Theater iu der«auiggratzer etrotzc: Grabe» Schauspielhaus: 8.. 9.. 11. Funkheinzelvlanns Mar-Henrerse.— Theater be« fficsleu»: 5. Pawlowa.— Deutsches Künstler-Theater: 11..„irlefaiiz. oer Pupvendoktor. II. Der fröhliche Weinberg.—«aiitöbienhon«: 12. Der Garten Eden—«erliurr Theater: 12. Die Ehre.— Reue» Theater am Zoa: 8., 12. Fridolins Reise uin bie Welt.— Theater ia ber Kommandanteusiraße: 5., 1-. Familie Sonnemann.— Theater am Echissbauerbamm: 5. Das Grabmal des uilbekannlen«Soldaten. 8. 11. Smnfti.Sumsti. 12. Der Geizige.— KomHfte Oper: 5. Adrienne.— Lustspielha»«: 12. Dornröschen.— Thalia-Theater: 3.. 12. Lattchens Eeburtstaa. Erster Klasse.— Kle:ues Theater 11., 12. «Schneewittchen.— Wallner-Theater- ö.. 12. Das Stifwngsieit.— Refe.Thea er: 10. Puppenspiele: Rumpelslilzchen. ll.. 12. Mar und Moritz und der We-.h. nachtsmann.- Theater tu der ftloste.st ratze: 5, 8., 11., 12. Saniel und Tretet. — Dm «dmiral-palait! 5.. 12.„An und aus". 8.. 11. Kinderrevue.Alle Piivr.n tanzen".— Seala: 5., 11. Internationales Darietd.— Rc>chshallen.»heater- 3., 12.«Stcttiner Länger._ Dl« Sparkasse der Bank der Arbeller. Angestellten«nd Beomken A.-®.. Berlin, wallsir. 65, ist täglich mit Ausnahm« von Sonnabend von S— Z Uhr und 5—7 Uhr. Sonnabends von 9—1 Uhr geöffnet. Berantmortli» für Politik: Dr. Eurt«euer; ZLirtschaft:«rtur Saterun»: Gewerkschaftsbeweaung: Z. Steiuer: Feuilleton: K. S. DSicher: Lokales und Sonstiqes: Friz, Kar�ädt: An�ciecn: Th. Sloac; sämtlich in Berlin. Verla«: Borwärts-Berlaq G. m. b. S.. Berlin- Druck: Borwärts-Buchdruckerel unb Verlaasanstalt Paul Singer u. Co. Berlin SW 68. Lmdenstrake 3. ßemner-EieHlriiier- ecBMStwdiafl Berlin N 24, Elsllsser Str. 86-88 1 Filiale Westen, Wilmersdorf Kerasprecber Norden 83 23«:. 65 26 I Lacdhaus,ira8e4. Tel.; Pfalzbure 9831 Aasstcunnasrsome und l.nfter uexonderstr. 39—40(iuesanjer- Passade) TcL; aoalsitnoi 540. Elektrische Anlagen jeder Art n. jeden Emfanges zu kulanten Zahlungsbedingungen. Beleuchtungskörper und Osram-Lampen zu Fabrikpreisen 3n riesiger jlnswahl! KinjUer-fiarnituron �Vt. 3.6Ö '2ö bunt, in,-, ODPiiel la!lfaj-Falt.-0aü:1ll.?5 WMm s.— zjo 2.50 BeltdedieD alle Prehlageo «T» , doppeT«Uig Satin|�jj iiOjeüD-TiJdiiiediea � ,6... 12.011 Gobelin-Oiwaiiiledieoso.- 24.-, Teppiüie 2 1,131 J 30.00 LiLlerSlOlle pro Meter von 2.00 an WIM...... von 6.00 Alle Waren ohne Aufschlag bei Teilzahlung. 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