Nr. 573 ♦ 43.?ahrg. Ausgabe& Nr. 292 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Pfenaiii. monatlich 3.- Reichsmark voraus jaölbor. Unter Kreuzband für Deutschland, Stiuio, 5aat. und äRemelaebiei. Ceiiectcid), Litauen. Lurembur» 4j() Reichsmarl, für das ilbciflt Ausland 5,50 Reichsmarl vro Monat. Der»Lormärts� mit der illustrier. ten Sonntagsbeilag«»Boll und Zeit' iomie den Beilagen„Unterhaltung uns Wissen"„Aus der isilmwelt". „Frauenstimme" �„Der Kinder» freund".„Jugend-BorwSrts" und „Blick in die Bilchermelt" erscheint wochentäqlich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: „Sozialdemotrat Berlin" Sonntagsausgabe (15 Pfennig� Anzeigenpreise: Di««inlvalttg« Nonvareist«. zeile 30 Pfennig. Reklamezeile 5,— Reichsmark,.Kleine Anzeigen" das iettaedruckte Wort 25 Pscnnig szulässta zwei kcttaedrucktc Wartet, jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig, Worte Uder 15 Buch» stabcn zahlen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Keile 00 Pfennig. ssamilienan, eigen für Abonnenten Keile«0 Pfennig. Derlinev Volksblatt Zentralorgan der Sozialdemokrat» fchen Parte» Deutfchlands Anzeigen für die nächste Dummer müssen bis 410 Uhr nachmittags im Sauvtaefchäft. Berlin SW 08, Linden. ftrasseZ, abgegeben werden. Geöffnet von 810 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Neüaktion und Verlag: Serlin SW. 68, Linüenstraße Z Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Sonntag, den 5, Dezember 19£6 vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SW. 68, Linöenstr.Z Postscheckkonto! Berlin 17 50»— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten nnd Beamte». Wallstr. 05: Diskonto-Gesellschast, Deoofitenkaffe Lindcnstr. 3. Sowjetgranaten für Reichswehrgefthütze! Die Enthüllungen des„Manchester Guardian".- Munitionstransporte nach Stettin.- Neichswehroffiziere mit falschen Pässen in Sowjetrustland. Moskau gegen Stresemann, für die Deutschnationalen und für- Geeckt! Die Mitteilungen des„Manchester Guardian", des großen englischen liberalen Blattes, über illegale Beziehungen zwischen der Reichswehr und der russischen Sowjetregierung sind so sensationeller Natur, daß wir uns veranlaßt sehen, sie wörtlich wiederzugeben. Der„Man- chester Guardian" berichtet: Es ist eine Tatsache, daß von den Junkers-Werken in Ru ß- .land eine Flugzeugfabrik erbaut worden ist, um Militär- s lugzeuge sowohl für deutschen wie für russischen Gebrauch herzu- stellen. Maßnahmen wurden auch von deutschen und russischen Militärsachoerständigen ergriffen, um chemische Fabriken in Rußland zur herslellung von Giftgasen für beide Länder zu errichten. Diese Arbeiten begannen mindestens vor fünf Iahren, aber sie sind seitdem stets in Gong gewesen. Um die notwendigen Arbeiten durchzuführen, sind Reichswehr- ossiziere nach und ans Rußland mit falschen Pässen gereist, die von den russischen Behörden mit dem nötigen Visum versehen wurden. General v. Seeck» stand mit den Russen in den denk- bar besten Beziehungen, besonders mit hervor- ragenden Offizieren der Sowjetarmee. Es ist anzu- nehmen, daß ihm die oben genannten Tatsachen nicht unbekannt waren. Wie weit der Reichswehrminister Dr. G e ß l e r von ihnen wußte, ist noch unbekannt. Die Haltung Rußlands gegenüber Gene- ral v. Seeckt erfährt eine interessante Beleuchtung durch einen Bericht des russischen Bolschaflers in Berlin au seine Regierung. als eine deutsche Abordnung von Ostpreußen Moskau besuchte. Die Mitglieder dieser Abordnung wurden einzeln beschrieben.(Es han- delt es sich um die bekannte Ostpreußcndelegation nach Rußland, die von den dcutschnationalen Abgeordneten H o e tz s ch und v. P r e y e r geführt wurde. Red. d.„V.".) Diejenigen, die zu der Deutsch- nationalen Partei gehörten, wurden in freundlichster Weise empfohlen. Die Angehörigen der Deutschen Volkspartei wurden weniger freundlich geschildert, da sie der Linken näher stünden.(!!) In diesem Bericht wurde auch angeregt, daß Moskau den oft- preußischen Besuchern initteilen möge, daß der Rücktritt des Generals v. Seeckt sehr zu bedauern sei. Es wurde auch angeregt, daß durch diese Besucher von Ostpreußen aus die Opposition gegen den deutschen Außenminister in Gang gebracht werden könnte. Eine recht beunruhigende Tatsache ist es auch, daß im November dieses Jahres mehrere Schiffe aus Rußland in Stettin anlangten. Es waren, soviel ich weiß, im ganzen sechs, obschon einige kleinere Segelschisse waren. Eins ging auf der Reise unter. Ihre Ladungen bestanden aus Waffen und Wunilion. offenbar sür die Reichswehr bestimmt. Die Frage ist: Bis zu welchem Grade kann die deutsche Regie- rung dafür verantwortlich gemacht werden? Diese Dinge waren im Gange mit dem Einverständnis von Reichswehrofsizieren und zum mindesten einiger hoher Beamten des Rcichswehrministermms. Sie liegen in der Linie der von de» Deutschen in Rapallo begonnenen Politik, vertrogen sich aber nicht mit der Politik des gegenwärtigen Außenministers Dr. Slrcscmonn, der alles andere als russophil ist. Er und die deutsche Regierung als Ganzes können daher nicht verantworlich ge- macht werden, für Dinge, die jetzt erst ans Tageslicht gekommen sind. Die deutsche Regierung ist durchaus ehrlich über sie betroffen und wird ihnen sofort ein Ende bereiten, so daß sie, so sensationell sie auch scheinen mögen, bald zu den vergangenen Dingen gehören werden. Eine höchst merkwürdige Erscheinung in dem Feldzug gegen Geßler ist die verhältnismäßige Schweigsamkeit der deutschen Kommunisten, die die Reichswehr und die geheimen Militäroerbände bisher immer als ihre schlimmsten Feinde betrachtet haben. Die Komnmmsten haben keine Gelegenheit vorübergehen lassen, die Reichswehr an- Mgrcifen und wirkliche oder vermeintliche Skondalaffären in der Armee, im Reichswehrministerium oder in den Gchcimoerbändcn aus- zudecken. Dr. Geßler selbst ist ganz besonders der Gegenstand ihres Halses und ihrer Satire gewesen. Aber jetzt handeln sie mit einer Pljß igu ng und Zurückhaltung, die man nicht genug loben könnte, p>«n sie aus einer mäßigen Gefmuung entsprungen wären. Wer was ist nun die Erklärung dasür? Es gibt nur eine einzige: Ruß- land ist in die ungesetzliche Betätigung der deutschen Monarchisten und Gegeureoolutionäre oerwickelt. In ihrer Knechtseligkeit gegen- über Moskau haben die Kommunisten Angst davor, daß diese Tat- fache bekannt wird. Soweit der„Manchester Guardian"! Als Herr Stresemann nach Genf fuhr, wußte er bereits, daß er dort wegen der illegalen Beziehungen der Reichswehr zur russischen Sowjetregierung gestellt werden würde. Es ist darum nicht einzusehen, warum in Deutsch- land verschwiegen werden sollte, was in Genf verhandelt werden wird und was ein so ernst zu nehmendes Blatt wie der„Manchester Guardian" aller Welt verkündet. Die von WTB. erlassene' Erklärung ist widerlegt. WTB. hatte, ohne den Namen des englischen Blattes zu nennen, be- hauptet, seine Meldungen hätten„offensichtlich nur den Zweck, störend auf die Verhandlungen in Gens einzuwirken". Wir haben schon im gestrigen Abendblatt festgestellt, daß gerade der„Manchester Guardian" über den Verdacht, solche Zwecke zu verfolgen, erhaben ist. Der oben mitgeteilte Text seines Berichts bestätigt unsere Feststellung. Denn das eng tische Blatt ist offensichtlich bestrebt, die deutsche Regierung zu entlasten. Das konnte es mit gutem Gewissen tun, denn, wie wir zu wissen glauben, war Herr Stresemann geradezu entsetzt, als er von jenen Dingen erfuhr. Daß er über die Störung seiner Politik durch unverantwortliche Militärs auss äußerste erbittert ist, ist in Deutschland weiten Kreisen bekannt. -8- Der Artikel 170 des Friedensvertrags sagt klar und un- zweideutig:„Die Einfuhr von Waffen, Munition und Kriegs- gerät jeder Art nach Deutschland ist ausdrücklich ver- bo t e n." Danach kann kein Zweifel daran bestehen, daß eine solche Einsuhr eine Verletzung des Friedens- Vertrags darstellt, die die Regierung sofort zu unter- binden verpflichtet ist, wenn sie von ihr erfährt. Damit ist aber ihre Verpflichtung nicht erschöpft. Sic muß die Per- sonen, die in so unverantwortlicher Weise Deutschlands Jnter- essen geschädigt haben, zur Verantwortung ziehen. Auch wir sind— mit dem„Manchester Guardian"— der Meinung, daß dieser Zwischenfall, soweit er die Be- Ziehungen Deutschlands zu seinen nächsten Nachbarn betrifft, ohne Nervosität betrachtet werden kann. Rußland ist d.as zweite von den Ländern, die im Kriege gegen Deutschland gestanden hatten, nach dem Kriege aber sich für seine Wieder- bewaffnung interessierten. Das erste war Italien, das durch seinen Mussolini Deutschland Waffen gegen Frank- keine viermächte-konferenz. Bandcrvcldc bei Brmitd.— Abreise nach Genf. Paris, 4. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der belgische Außenminister Dandervelde ist am Sonnabend um 1 Uhr in Paris eingeirofsen und hatte bereits um 3 Uhr eine Besprechung mit Briand, die etwa 1% Stunden dauerte. Journalisten gegenüber erklärte Bandervelde, er habe völlige Ucbereinstimmung zwischen der belgischen und französischen Aufsasiung über alle auf der Tagesordnung der Genfer Sitzung stehenden Fragen fest- stellen können. Diese Uebercinstimmung bestehe auch zwischen Belgien, Frankreich und England. Einzelheiten teilte Vandervelde jedoch nicht mit. Er fügte lediglich hinzu, daß auch die Frage der Kolonialmondate erörtert worden sei. woran Belgien ein besonderes Interesse habe, da es ein Mandat über eine frühere deutsche Kolonie in Afrika besitzt. Schließlich war auck) die Lage in China Gegen- stand der Aussprache. Belgien habe als erste europäische Macht die Wirkungen der chinesischen Wirren verspürt, als China im Jahre 192S seinen Handelsvertrag mit Belgien kündigte. Er und Briand seien übereingekommen, China gegenüber die gleichen Richtlinien zu befolgen. Auf die Frage, wie es mit einer Konferenz zu Vieren stehe, erklärte Bandcroelde kurz, daß davon nicht mehr die Rede sei und daß deshalb jedes Wort darüber überflüssig wäre. Briand, Chamberlain, Landervelde und Zaleski sind am Sonn- abendabend im Sonderzug nach Genf abgereist. reich angeboten hatte. Deutschland war damals so vernünftig abzulehnen. Entwickeln sich die Beziehungen zwischen Frank- reich und Deutschland weiter in günstiger Richtung, so wird es vielleicht bald auch in Frankreich Leute geben, die Deutschland gerne gegen eine dritte Macht bewaffnen möchten. Wir wollen von alledem nichts wissen und rufen mit Briand:„Fort mit den Kanonen!" 4° Ungeheuerlich und aufrüttelnd wirken die Enthüllungen des„Manchester Guardian", soweit sie das Verhalten Sowjetrußlands und seiner deutschen Trabanten be- treffen. Die deutschen Kommunisten lieben es, alles, was in Deutschland Waffen trägt, als„die bewaffnete Gegenrevo- lution" zu bezeichnen. Auf die Reichswehr trifft diese Bezeichnung leider in weitestgehendem Maße zu. Dorum stehen wir jetzt, wenn von den Berichten des englischen Blattes auch nur ein Wort wahr ist, vor einer Tatsache, die auf jeden kommunistischen Arbeiter wie ein Keulenschlag auf den Schädel wirken muß: Rußland bewaffnet die deutsche Gegen- revolütion! Für die russische Regierung kann man nicht die etwas blamable Entschuldigung anführen, die der„Manchester Guardian" für die deutsche mit Recht geltend macht: sie habe von den Dingen nichts gewußt. Die russische Industrie ist staatlich oder staatlich konzessiv- niert und überwacht. Die russische Ausfuhr ist staatlich mono- polisiert. In Rußland kann nichts fabriziert werden, aus Rußland kann nichts exportiert werden, wovon die Behörden nichts erfahren. Und dennoch Waffen und Munition nach Deutschland? Da erhebt sich die Frage: Waren die Gewehre, die in Sachsen, Thü- ringen, Hamburg auf kommunistische Ar- beiterlosgingen, etwamitrussischenjtugeln geladen? 4- Es wäre wahrhaftig das Tollste vom Tollen! Die Mos- kauer Kommunisten predigen die Weltrevolution. Ihre deut- schen Anhänger rufen von der Reichstagstribüne herab— das taten sie vor zwei Iahren, jetzt tun sie es freilich nich-i mehr— das Proletariat zum„bewaffneten A u s � st a n d". Mit einer lächerlich geringen Ausrüstung, unter er- bärmlich schlechter Führung, in einer Situation, in der jeder Mensch mit gesunden fünf Sinnen die Niederlage voraussehen muß, schickt man die verblendeten Anhänger ins Gefecht. Zugleich aber liefert dasselbe Moskau der Reichswehr die Waffen, um die Bewegung niederzuschlagen. Es hetzt deutscheArbeitervorMaschinengewehre, die mit russischer Munition geladen sind! Brudergruß aus Moskau! Wir fordern, daß alle diese Dinge auf das genaueste auf- geklärt werden. Die Sozialdemokratie hat bereits die nötigen Schritte unternommen, um diese Aufklärung herbeizuführen. Sie wird den Kampf gegen die Reichswehrreaktion fortführen, auch wenn sich die deutschen Kommunisten, dem Moskauer Befehl folgend, zum Schutze vor sie stellen sollten. D i e Reichswehr muß ganz anders unter die Kon- trolle der verantwortlichen Regierung und des Reichstags gestellt werden, als das bisher der Fall war! Das System der Heimlichkeiten, der Bertuschun- gen und der wahrheitswidrigen Ableugnungcn muß aufhören. Es darf der Reichswehr nicht erlaubt sein, Verbindungen mit Rechtsverbänden zu unterhalten und aus Rußland Waffen zu holen, mit denen im innerpolitischen„Ernstfall" vielleicht Stahlhelm, Wiking und W e r w o l f bewaffnet wer- den könnten. Es muß auch ein Ende sein mit der scheinheiligen Zweideutigkeit Rußlands, das sich mit Junkern und Reichswehroffizieren verbrüdert, während es den Schwindel mit den sogenannten„Arbeiterdelegationen" auf- führt. Es ist genug und übergenug, diese Zustände sind nicht länger zu ertragen! Wir fordern die Wahrheit, die ganze Wahrheit! Nur sie kann hellen außen wie innen! Nur aus Taktik! Warum bie Dcutschnationalen für das Schundgesctz gestimmt haben. Die„Kreuz-Zeitung" bedauert, daß die deutschnationale Reichstagsfraktion bei der Abstimmung über das Schmutz- und Schundgesetz nicht das Damoklesschwert der Opposition auf die Regierung hat herabsausen lassen. Sie hätte lieber eine Ablehnung des Gesetzes durch die Deutschnationalen ge- sehen— nicht aus Gegnerschaft gegen die Zensur, sondern aus rein parteitaktischen Gründen: „Wir sind aber weit davon entfernt, aus der Abstimmung über, das Jugendschutzgesetz irgendwelche praktische Hoffnungen auf ein« Regierungserweiterung nach rechts zu setzen. Denn wir kennen die alte Neigung des Zentrums, den entstandenen Riß nach links möglichst bald wieder auszuflicken, um sich so als Mittelpartei sans phrasc zu betätigen. Damit tritt aber von selbst die Frage an die Deutschnationalen wiederum heran, ob es richtig war., daß sie der geschwächten M i n de r he i t s re g i e r u n g diesmal hilfreiche Hand bei der Durchführung des Gesetzes geleistet haben. Es war für die Deutfchnotionalen ein« Leichtigkeit, das Gesetz, auf das das Zentrum ganz besonderen Wert legte, zu Fall zu bringen. Wenn sie es nicht getan haben, so haben sie trotzdem auch so den Beweis erbracht, daß die kulturellen Aufgaben init der Sozialdemokratie und auch mit der Demokratie unlösbar find. Aber es wird manchen in unseren Reihen geben, der der Ansicht ist, daß das E x e m p e l, das die Deutschnationalen konstatieren konnten, noch erheblich schärfer ausgefallen wäre, wenn sie, wie bei der Erwerbslosenfürsorge, auch diesmal die grundsätzliche Opposition ausgeführt hätten." Es ist immerhin bemerkenswert, mit welch souveräner Gleichgültigkeit die Frage der Zensur, der Knebelung des Geistes, die Frage des wahren Jugendschutzes hier beiseite- geschoben wird. Vergewaltigung der Geistesfreiheit— interessiert die Äeutschnationalen nicht, die Jugend ebensowenig. Es interessiert sie nur der Bürgerblock. Wie bei der Er- werbslosenfürsorge, so haben sie gegenüber dem Schundgesetz nur die Frage erwogen: wie komme ich über die Ausnutzung dieses Gesetzes in die Regierung? Eine deutschnationale Abgeordnete sprach bei der Be- ratung des Schundgesetzes von der Partei der„anständigen Leute" für das Gesetz. Wenn nun zufällig die„grundsätzliche Opposition" bei den Deutschnationalen beschlossen worden wäre— wo wären dann die„anständigen Leute" geblieben? Die pharisäische Ueberheblichkeit dieser deutschnatwnalen Abgeordneten und die kaltschnäuzige taktische Rechnung der „Kreuz-Zeitung" mit dem Schundgesetz ergänzen einander sehr wi.'ungsvoll..;•' Die Subventionspolitik ües Reiches. Beschlüsse im Unterausschuß des Reichstags. Der vom Haushaltsausschuß eingesetzte Unterausschuß zur Vorberatung aller die R e i ch s s u b v e n t i o- n e n betreffenden Fragen, dem die Genossen Dr. Herz und Heimann angehören, hat in der Sitzung vom Sonnabend nach mehrfachen lang ausgesponnenen Verhandlungen mit der Aufstellung neuer Richtlinien für die Subventions- aktionen des Reichs einen, und zwar den wichtigsten Teil seiner Aufgaben erfüllt. Der Beratung lag ein sozial- d qmp k r a t i sch e r Antrag zugrunde, in dem unsere For- derungen bezüglich solcher Richtlinien formuliert waren. Unter anderem hatten wir grundsätzlich verlangt, daß alle, wie auch immer gearteten Suboentionsmaßnahmen des Reiches voin Plenum des Reichstags beschlossen werden müßten, und daß das Reich, wenn es helfend eingegriffen und dadurch ein Unternehmen saniert hätte, nach der Ge- sundung an dem betreffenden Untermhmen beteiligt werden sollte. Um es vorweg zu sagen, diese beiden Forderungen Unö es gesthah� öoß ein Gebot ausging... Und es geschah, daß der Kaiser Augustus— auf der Höhe seiner Macht stehend— von tiefen Sorgen über den sittlichen Niedergang der römischen Nation erfüllt war. Wohin er blickte, sah er Verfall der altväterlichen strengen Zucht, im Familienleben, hn Gemeinschaftsleben, in Literatur und Kunst. Namentlich in dieser schienen sich Schmutz und Schund in geradezu widerlicher Weise breit zu machen. Lockere Zeisige wie Tibull und Ovid zwitscherten Liebesweisen, anstatt in patriotischer Weise die Waffen- taten der römischen Legionen zu verherrlichen. Der genannte Tibull entblödete sich nicht, zu verkünden, daß seine Abkömmlinge auf keinen Fall Soldaten sein würden, und sogar der national sonst ganz brauchbare Horaz gestand schamlos in einer seiner Oden ein, daß er seinerzeit bei Philipp! gestreckten Laufes geflohen war. Und so geschah es, daß der erhabene Kaiser Augnsws sich ent- schloß, mit eherner Gesctzesstrenge den Kampf gegen Schmutz und Schund aufzunehmen. Er erließ— unterstützt von den ersten Juristen seiner Zeit, von einem Labeo und Capito— geradezu raffiniert ausgearbeitete Gesetze gegen den Sittenverfall. Er erließ Gesetze gegen das Junggesellentum, gegen die Kinder« losigkeit, gegen den Ehebruch, gegen Schund und Schmutz, und als positive Gegenleistung ein Gesetz über den Heiratszwang der Stände. Flattrigen Junggesellen ward fortan der Besuch der öffentlichen Spiele verboten, Kinderlosen schnappte der Fiskus lockende Erb- schaften weg, auf Ehebruch stand Todesstrafe oder Verbannung. Als warnendes Exempel ließ der Kaiser Augustus den er- wähnten Dichter Ovid schlachten. Da dieser Federfuchser eine „Kunst zu lieben" geschrieben hatte und auch sonst sittlich zu wünschen übrig ließ, verbannte ihn Augustus in die fernste Ecke des Reiches— nach Tomi zu den wilden Skythen. Da mochte er jammern. Leider sah sich der hohe Herr genötigt, alsbald ein zweitos Opfer folgen zu lassen: seine eigene und einzige Tochter Julia, die es mit dem Ehebruchsgesetz nicht gar zu genau ge- nommen hatte. So bewies der Imperator einen wahrhaft ehernen und von übermenschlicher Selbstlosigkeit zeugenden Willen in der Bekämpfung von Schund und Schmutz. Das Opfer des eigenen Familienglücks, die Berbannung des berühmtesten Dichters, schienen ihm kein über- großer Preis für die Erreichung des erhabenen Zieles. Die wohltätigen Folgen dieses energischen Vorgehens gegen Schund und Schmutz zeigten sich bereits in der nächsten Generation: in den Orgien eines Caligula, eines Claudius und eines Nero, in s den wüsten Bacchannalien einer Agrippina und Messalina. Das sittlich gereinigte römische Volk ober zeigte seine Be- geisterung für hohe Glaubensziele, indem es bereits unter Kaiser Nero Christen als Pechfackeln anzündete oder stn der Arena von wilden Tieren zerfleischen ließ. Der Kampf des Kaisers Augustus gegen Schund und Schmutz hatte herrliche Früchte gezeitigt. M, o, L, scheiterten an dem geschlossenen Widerstand der bürgerlichen Parteien, die durch keine Argumente umzustimmen waren. Alle übrigen Forderungen von uns aber sind, zum Teil in wörtlicher Anlehnung an den sozial- demokratischen Antrag, in die neuen Richtlinien übernommen worden.-, Der Beschluß des Unterausschusies lautet: „Der Reichstag wolle beschließen, die Retchsregierung zu ersuchen: I. Subventionen einzelner Unternehmungen, sei es im Weg« der Kreditgewährung, sei es im Weg« der Garantieübernahme, mög- lichst zu beschränken. II. Die Ermächtigung zur Gewährung von Subventionen und Krediten, sowie zur Uebernahme von Garantien im Wege des Gesetzes, sei es des Etatsgesetzes, fei es eines Sondergesetzes, nachzusuchen. III. Für diejenigen Ausnahmefälle, in denen für die Uebernahme von Garantien der Weg des Sondergesetzes nicht in Frage kommt, dem Z 2c des Haushaltsgesetzes folgende Fassung zu geben: „Mit Genehmigung des Ausschusses des Reichstages für den Reichshaushalt zur endgültigen Beseitigung eines vorübergehenden Notstandes aus zwingenden Gründen des Staats- wohls Garantien zu übernehmen, sofern durch das Erliegen wichtiger Produktionsanlagen der deutschen Volkswirtschaft schwerer Schaden entstehen würde, der nur durch das Eingreifen des Reiches verhindert werden könnte." IV. In allen Fällen der Kreditgewährung oder Uebernahme von Bürgschaften durch das Reich diesem das Recht einer ausreichen- den Kontrolle über die vom Reich gegebenen oder verbürgten Gelder zu sichern: bei der Sanierung einzelner Unternehmungen außerdem eine maßgebliche Beteiligung bei der Reorgani- sation zu sichern und in geeigneten Fällen für die Dauer der Ge- fährdung der sinanziejlen Interessen des Reiches«in« Beteiligung in der Verwaltung des Unternehmens auszubedingen: bei Kreditgewährungen sind angemessene, dem Zweck der Stützungsaktion entsprechende Zinsen und Provisionen, bei Bürgschaften in geeigneten Fällen angemessene Gegenwerte für die Uebernahme des Risikos auszubedingen." Bei der Dielgestaltigkeit des wirtschaftlichen Lebens wer- den Richtlinien für bestimmte Zwecke immer allgemein ge- halten sein müssen. Auch bei den neu beschlossenen Richt- linien wird daher das meiste auf ihre Handhabung durch Re- gierung und Haushaltsausschuß ankommen. Immerhin sind die neuen Richtlinien, wie auch von den Regierungsver- tretern anerkannt wurde, weit enger gehalten und schärfer umrissen als die früheren. Nach dem Abstimmungsergebnis im Unterausschuß ist an ihrer Genehmigung durch Haushaltsausschuß und Plenum des Reichstags nicht zu z-w e i fein. Es steht daher zu hoffen, daß die Mißstände, die durch die uferlosen Suboentionsmaßnahmen des Reiches besonders in der ersten Hälfte dieses Jahres ein- gerissen waren, in Zukunft, wenn nicht ausgerottet, doch auf das erheblichste eingeschränkt werden. Die Sozialdemokratie hat als erste und einzige Partei gegen die geübte Verzettelung und Verschleuderung von Reichsgeldcrn angekämpft. Ihr Kampf hat, wie die obigen Richtlinien erweisen, wenn auch zu keinem restlosen, doch zu einem erheblichen Erfolg geführt. Gegen üie Reaktion in üer Kirche. Erfolge der religiösen Sozialisten bei Kirchenwahlcn. Wie bereits kurz gemeldet, hat der Bund religiöser Sozialisten bei den Wahlen zu den Landeskirchenparlamenten nicht nur in Baden, sondern auch in Anhalt und Thüringen sich mit Er- folg beteiligt. Es gelang von den 30 Sitzen im Landeskirchenparla- folg beteiligt. Es gelang, von den 30 Sitzen im Landeskirchenparla- Thüringen 8 Sitze mit sozialistischen Vertretern zu besetzen. Ebenso rückt je ein Vertreter der religiösen Sozialisten in die Landeskirchen- regierung ein. Schlechte Zeiten für Königinnen. Die Königin Maria von Rumänien, die im vorigen Monat mit ihrem Gefolge durch die Vereinigten Staaten reiste, und zwar in einer filmstarmäßigen Aufmachung, ist, wie die Zeitungen zu berichten wußten, überall mit größter Begeisterung empfangen worden. Die Presse wurde mit Photos überschwemmt, auf denen die Königin in allen möglichen Stellungen, vom Tillergirl bis zur Jndianerfrau, abgebildet war. Da die Amerikareise der rumänischen Königin nur den einen Zweck hatte, Stimmung für eine Anleihe zu machen, fühlte sich der Kenner amerikanischer Verhältnisse einigermaßen besremdet, daß der nüchtern denkende Uncle Sam mit einem Male so begeisterungssähig gewesen sein soll. Wie sich jetzt herausstellt, waren die Empfänge in Wirklichkeit ziemlich kühl. An verschiedenen Orten wurde die Königin sogar mit Schmährufen empfangen. Die größte gegnerische Demonstration spielte sich in Chi tag o ab. Die jetzt in Deutschland eintreffenden amerikanische» Blätter geben ziemlich ausführliche Berichte über den Vorfall. Nach der Chikagoer„Sonntagspost" spielte sich die Gegenkundgebung fol- gendermaßen ab: Als die Königin den Zug verlosten und das Auto bestiegen hatte, kam ihr ein ungeheurer Zug rumänischer und amerikanischer Arbeiter entgegen, die in Schmähruse ausbrachen. Die Arbeiter- bataillone führten Schilder mit, auf denen folgende Inschriften standen:„Fordert Befreiung der 2500 politischen Gefangenen, die in rumänischen Kerkern zugrundegehen!"—„Königin Maria, denke an Cotzofanesti!" Und dieses„Denke an Cotzofanesti" wurde der eigent- liche Schlachtruf der Gegendemonstranten, die neben dem Auto her- liefen, den Wagenzug anhielten und immer wieder schrien:„Cohzo- fanesti!" Die amerikanischen Polizeibeamten hielten dieses Wort für einen Huldigungsausbruch und ließen den Masten freien Spielraum, so daß die Königin mit reichlicher Verspätung, einer Ohnmacht nahe, im Rathaus eintraf. Cotzofanesti ist aber der Name eines Ortes, wo die Königin während des Weltkrieges wüste Orgien gefeierthaben soll, während in den Lazaretten des Ortes Taufende von rumänischen Verwundeten aus faulendem Stroh lagen, hungern mußten und langsam zugrundegingen. Als die Königin das Rathaus, wo ste übrigens auch nicht strn- derlich zermoniell empfangen worden war, verließ, und die De- monstranten abermals in Protestruie au-vrachen, schritt die Polizei ein. Man hatte die Blauen in der Zwischenzeit über die Bedeutung des Wortes„Cotzofanesti" aufgeklärt. Der Ehrenpflug der Tscheka. Bei dem Versuch, die Grenze der Sowjetukraine zu überschreiten, wurden dieser Tage zwei aus Polen kommende Personen von einem ukrainischen Bauern bemerkt und der Politischen Polizei, der ehemaligen Tscheka, angezeigt, welche beide verhaftete. Der Polizeichef Balitzki macht dies in den Sowjet- blättern der Ukraine bekannt und spricht dem Bauern den Dank der Polizei dafür aus, daß er ihr bei ihrer Arbeit behilflich gewesen sei. Die beiden Borhafteten hätten Waffen bei sich getragen und ohne Zweifel irgendein Attentat geplant. Dem Bauern ist ein Pflug zum Geschenk gemacht worden, welcher die Inschrift trägt:„Von der Po- litischen Polizei der Ukrainischen Sowjetrepublik an Rewutzki für die der Grenzwache bei Ergreifung von zwei bewaffneten Verdächtigen geleistete Hilse." Die Landeskirchentagswahlen für Thüringen ergeben nach den amtlichen Mitteilungen von insgesamt 185 000 abgegebenen gültigen Stimmen etwa 20000 für die Liste der religiösen S v z i a l i st e n. Danach entfallen auf den Bund religiöser Sozia- listen 8 Sitze, und zwar 4 Pfarrer und 4'Laien. An der Spitze der Liste steht der bekannte Pfarrer F u ch s- Eisenach. gegen den die Reaktionäre seit langem Sturm lausen. ' Gs hat furchtbar getagt! Und nun ist Heulen und Zahneklappern. Die Denkschritf über die P ensio näre der Repu- b l i k hat wie ein Donnerwetter bei den Hetzern gegen die Republik eingeschlagen. Sie gedachten, den republikanischen Parteien und vor allem der Sozialdemokratie eins auszuwischen, und nun sind ste selbst die Betroffenen. Elegisch klagt die„Kreuz-Zeitung": „So sind wieder einmal Kosten und Arbeit für nichts anderes verschwendet worden als für das Hetzchedürf- nis der Herren Sozialdemokraten." Wer wollte denn Kosten und Arbeit nicht scheuen, um in dÄr „Korruptionssumps der Republik" hineinzuleuchten? Wer wollte denn die Anprangerung der„Amphibien"? Die Demschnationalen'. Run quittieren sie selbst, daß sie reingefallen sind. Uns scheint, Kosten und Arbeit haben sich im Dienste der Zerstörung deutschnat-onal-r Lügenhetze gelohnt._ Die Internationale Üer Inüuftriellen. Ergebnis der Londoner Konferenz. Die erste offizielle Konferenz der deutschen und. englischen Industrieverbände, ist am Sonnabend in London zu Ende gegangen. Ein von. den beiden Vorsitzenden D u i s b e r g und M u s w a t t ausgegebene Mitteilung wendet sich gegen falsch« Ausdeutungen der Be- sprechungen: insbesondere sei die Frage internationaler Kartelle und Syndikate nicht erörtert, noch weniger ein gemeinschaftliches Vorgehen gegen die Industrien anderer Länder besprochen worden— denn dies würde nicht nur«in„Verstoß gegen die guten Sitten, son- -dsrn auch eine unglaubliche Torheit sein. Der positive Inhalt der Besprechungen wird folgendermaßen zu- sammengefaßt: Zur Frag« der Doppelbesteuerung wollen beide Verbände ein gemeinschaftliches Vorgehen gegen ihre Regierung vereinbaren, um zu erreichen, daß diese ein Abkommen schließen, um die doppelte Besteuerung derselben Unternehmen durch die Steuerbehörden beider Länder zu vermeiden. Der Reichsoerband wird dem englischen Verband Vorschläge machen. Auch in a n de re n Steuersragen werden die beiden Verbände ihre Sachver- ständigen znsanrnienbringen, um ein gemeinschaftliches Vorgehen zii vereinbaren. Ueber die Z ock l to r ifp o l i t i k wurde sich die Kon- ferenz einig, daß«ine ins einzelne gehende Erörterung verfrüht, aber ein« Füll« vorbereitende Arbeit zu leisten sei. Es soll«ine gemeinsame Klassifizierung der Waren für Zollzweck« ausgestellt werden, um später bei den Regierungen«ine Angliederung der Zolltarife zu erreichen.. Die Staatshilsc an die Industrie wurde grundsätzlich als schädlich für die Internationale Wirtschaft ab- gelehnt: die Sachverständigen beider Verbände sollen eine Definilion dessen aufstellen, was.staatliche Wirtschaftsimterstützung sei,' und fest- stellen,, welch« Arien dieser Iluterstützuieg als schädlich zu verurteilen seien. In der Frage der Kreditgewährung an dos Aus- lo nd wurde, festgestellt, daß sie den Vereinbarungen der«inzelneu. Fnchverbände zu überlassen sei. Zusainmensastend wird erklärt, daß die Besprechungen einen fast vollkommen informatorischen Charakter tragen� und die Feststellung zum Ziel« hatten, in welcher Richtung die beiden Verbände und die von ihnen vertretenen Industrien am besten zusammenwirken- können. Es hat sich bereits klar ergeben, daß es«in viel weiteres Feld für «ine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den beiden Verbänden gibt, als früher angenommen wurde. Tanzwul in der Türkei. Die in Angara erscheinende Zeitung „Dschümhuriet"(Die Republik) Rr. 010 berichtet von einem Vor- kommnis, welches beweist, daß die über all: Kulturvölker hereingebrochene Tanzwut sich jetzt auch in der Türkei ausbreitet. In einer Schule in Konftantinopel, Lejli(Internat), tanzten die Schüler zu ihrem Vergnügen nach der Begleitmusik von Grammophon- platten. Der stellvertretende Direktor Ibrahim Bey(der Direktor der Schule war gerade in Angara) befahl, daß die Schüler um 12 Uhr nachts zu Bett gehen müßten. Als die Schüler diesem Befehl nickt nachkamen, zertrümmerte er einige der Grammophon- platten. Daraufhin wurde er von den Schülern angegriffen und verprügelt. Der stellvertretende Direktor holte die Polizei, die aber beiseite stand, da die Schüler behaupteten, der Direktor habe sich einer Sachbeschädigung schuldig gemocht. Die Geschichte endet« damit, daß Ibrahim Bey seinen Posten als stellvertretender Direktor niederlegte und die zerbrochenen Grammophonplatten be- zahlte. Ein Leuchtturm auf dem Aetna. Ein gewaltiger Leuchtturm soll, wie römische Blätter melden, aus dem Gipfel des Aetna, des großen Vulkans in Sizilien, erbaut werden. Dieses weithin sichtbare Licht soll das Hauptwegzeichen für die Führer der Flugzeuge werden, die über dem Mittelländischen Meer kreuzen.-In einer Höhe von mehr als 3000 Meter, mit einer riesigen Lichtstärke von einer Billion Kerzen ausgestattet, würde dieser Leuchtturm von allen Punkten des Mittelländischen Meeres aus für Flieger sichtbar sein, die sich in einer beträchtlichen Höhe befinden. Man beabsichtigt, den Wind, der beständig den Aetna umbmust, als Hilfskraft zu benutzen, die neben anderen Energiequellen die Elektrizität für den Leuchtturm hervor- bringen soll. Die.hamlel-.Searbelluag Gerhart yauptwami,. Mar Reinhardt bat sür das Deutsche Theater Gerbart Hauptmanns.Hamlet-.Bearbeiluna zur alleinigen Ilrausfllfiriing attqenotnmeu. Die Uraustührung wird noch in Meier Saison slotisinden. Für die Regie ist Meyerhold vom Moskauer Dramatischen Theater gewonnen worden. Für die Titelrolle ist Ernst Deulsch vorgesehen. Aestaussührung von Ceo Fall, 0p«rette„Jugend im Mal- Bei der am lt. in der Städtischen Oper zugunsten der WoblsabrtSkassen des R ei. ch.S v e r b an d e s der deutschen Bresse stattfindenden Fest- auslübrung kPremiere) von„Jugend im Mai- find die Hauptrollen mit hervorragenden Kräften der Städtischen Oper beseht. Die mutalische Lei- tung hat Arthur Gnttmann, während Dr. Martin Zickel sür die Regie zeichnet. Die Tänze sind von Lizzi M a u d r i ik einstudiert. In der komischen Oper erlebt die Operette„Adrienne- am S. ihre hundertste Ausführung. Im Museum iür Meeresknud« spricht am 8., abends 8 Uhr, Dr. Rol» E n g e r t, Dresden, über„Der fliegende Holländer, die SeemannSfag- und ihre literarische Bedeutung-. Karlen find täglich und am Vortrags abend im Museum für Meereskunde, Georgenstr. 34/36, zu erhalten. Zum Besten der Yedwlg-Dlangel-Htlf« E. v. veranstaltet Sven Scholander am S. im Meistersaal einen Liederabend zur Saut« mit vollständig neuem Programm. Kinderschuh im französischen Theater recht. Die beiden Kammern deS französischen Parlaments haben eine gesetzliche Bestimmung angenommen, wonach Jugendliche unter l8 Jahren im allgemeinen nicht mehr, aus der Bühne austreten dürsen: AnSnahmcn bedürfen einer besonderm Polizei- lichen Erlaubnis in jedem Einzeisall. Ein wichtiger Termin. sorgt für die Erhaltung der Anwartschaften! Das neue Gesetz zur Aenderung der Verordnung über Erwerbs» loseniürsorgs verpflichtet die Gemeinden, aus Mitteln der Erwcrbslosensürsorge die Beitröge zu entrichten, die zur Er» Haltung der Anwartschaft in der Invaliden-, Angestellten- und knappschastlichen Penfionsversicherung für die Erwerbslosen not- wendig sind. Das gilt sowohl für die allgemeine Erwerbslosenfürsorge wie auch für die Krisen- s ü r s o r g c. Damit ist eine alte Forderung der sozialdemokra- tischen Reichstagsfraktion, wenn auch nicht vollständig, erfüllt. Zur Erhaltung der Anwartschaft in der Jnvalidenoersichening müssen im Verlaufe von zwei Jahren nach dem auf der Quittungskartc verzeichneten Ausstellungstage winde st«ns 20 Wochenbeiträge gezahlt werden. Jeder Erwerbslose, der in der Invalidenversicherung versichert war, muß deshalb sofort an Hand seiner Quittungskarte prüfen, ob der Verlust der Anwart- schalt droht: et muß in diesem Falle unverzüglich von der Gemeinde verlangen, daß die notwendigen Beiträge gezahlt werden. Für die erwerbslosen A n g e st e l l t c n ist der 31. De- z e m b e r dieses Jahres ein kritischer Termin. Nach dem An- gestelltenversicherungsgesetz gilt die Anwartschaft bis zum 31. De- zember 1023 ausrechterhh�len. Wer nach diesem Zeitpunkt keine Bei- träge oder nicht die genügende Anzahl von Beiträgen geleistet hat, verliert seine Anwartschaft. Angesichts der langandauernden Stellen- losigkeit bei den Angestellten wird das sehr häufig der Fall sein. Die zur Erhallung der Anwartschaft in der Angestelllenver- sicherung notwendigen Seiträge für das Iahr 1924 müssen bis spätestens Ende dieses Zahres gezahlt werden. Es sind mindestens zu zahlen in den ersten zehn Kalenderjahren, die dem Kalenderjahr, in dem der erste Bsitragsmonat zurückgelegt worden ist, folgen, acht Monatsbciträge, später vier Monatsbciträge. Auch hier muh von den erwerbslosen Angestellten dafür gesorgt werden, daß die Gemeinden die erforderlichen Beitrüge unverzüglich entrichten. Die Rechte aus der knappschaftlichen Pensions- Versicherung erlöschen, wenn der aus der Versicherung Aus- geschiedene innerhalb Jahresfrist die Anerkennungsgebühr nicht zahlt. Die knappschaftsversichcrten Erwerbslose» müssen deshalb dafür sorgen, daß die Gemeinden die Anerkennungsgebühr rechtzeitig ent- richten. Der Reichsarbcitsminister hat im Reichstag erklärt, sofort An- Weisungen herausgehen zu lassen, damit die öffentlichen Arbeits- nachweise die erforderlichen Maßnahmen treffen, um den drohenden Verlust von Versichcrungsanwartschaften zu oerhindern. Es muß erwartet werden, daß die öffentlichen Arbeitsnachweise schon jetzt die notwendigen Vorkehrungen treffen. von öer Handgranate zur Aktenmappe Ei» Nachwort zuui„Kongretz der Werktätigen". t>e?r v. Kalckreuth hat befohlen! Dr. Böglcrs Kanossagang. Tor wenigen Wochen prangte nicht nur zur Ucberraschung der deutschen Oeffentlichkeit unter dem Freihandels manifest von 16 Staaten zur vorbereitenden Wellwirtschaftskonfercnz auch der Name des Herrn Dr. Vogler. Wie es dazu gekommen ist, ist be- greiflich nach der kurz vorher erfolgten Gründung des europäischen Stahlkartells, nach welcher außer der deutschen verarbeitenden In- dustrie auch der übrigen Welt kundgegeben werden mußte, daß mit der Gründung des Kartells nicht etwa die zusammengeschlossenen Stahlmächte gemeinsame neue Schutzzollmauern errichten würden. Vielleicht-cutch, wer kann es wissen, war es die- Eitelkeit des Herrn. Dx�JV ö gl e x. bei. einer großen internationalen Aktion der bc- deutendsten Industrie- und Finanzkapitäne nicht fehlen zu wollen. Die Arbeiterschaft hat sich über die Standfestigkeit des Herrn Dr. Vogler keine Illusionen gemacht, da ste weiß, daß Herr Dr. Vogler mit Wasser kochen muh, wenn ihm in Deutschland das Schwer- agrariertum mit der Rechnung der von ihm gefährdeten„Belange der Landwirtschaft" gegenübertreten wird. Was zu erwarten war, ist denn auch geschehen. Schon auf der Tagung des Langnam-Dereins meldete Herr o. Kalckreuth seine Ansprüche an, und die Herren von der Schwerindustrie hatten ihre Mühe, Herrn v. Kalckreuth zu beruhigen. Jetzt hat auf der Tagung der Nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und. Stahlindustrieller erst Herr Paul R e u s ch dem Schwer- agrariertum' die Versicherung gegeben, daß kein verständiger Mensch in der Schwerindustrie daran denke, der Landwirtschaft denjenigen Zollschutz zu versagen, den sie zur Auf- rechterhaltung ihrer Existenz benötige. Er persönlich halte das Manifest für einen Fehlschlag, und wenn man auch anerkennen müsse, daß es in ziemlich eindeutiger Weise von den Ungeheuerlichkeiten abrücke, die mit dem Namen Versailles verbunden seien, so„denken wir nicht daran, von unserer bisherigenzollpolitischen Einstellung abzurücken". Herr Dr. Vogler aber ging nach Kanossa, voll und ganz ohne Einschränkung. Nach seiner Ausfasiung handle es sich nicht um ein Freihandels- m a n i s e st. Er benütze aber gern die Gelegenheit zu der Erklä- rung, daß er sich mit den Gedanken des Herrn Reusch in voller Uebereinstimmung befinde und daß er auch gar nicht daran denke, seine bisherige zollpolitische Ueberzeugung bei einem angemessenen Schutz der landwirtschaftlichen Erzeugung in irgendeiner Form zu ändern. So gehen die Herren von der Schwerindustrie mit von ihnen unterzeichneten Weltmanisesten und—. man kann es ruhig sogen— mit einem vor der ganzen Welt verpfändeten Worte um. Die Herren von der Schwerindustrie haben das Knieschlottern bekommen, weil ihnen für ihre reaktionären sozialpolitischen Ab» sichten möglicherweise die politische Bundes» brüderschaft gefährdet werden könnte, die sie von den Schweragrariern durch dick und dünn erfahren. Im übrigen zögert die Arbeiterschaft keinen Augenblick, die Herren von der Schwerindustrie sich vor aller Welt blamieren zu lassen, so viel und so weit sie nur wollen. Konüplis tritt ab. Beginn der republikanische« Regierung in Griechenland. Athen, 4. Dezember.(MTB.) Kondylis richtete eine Botschaft an das Volk, in der er erklärt, daß er heute die Macht der von den Führern der Volksvertretung bezeichneten parlamentarischen Re> gierung übergebe. Er betont, daß er die Wahlen, ohne die Interessen seiner Partei zu berücksichtigen, unparteiisch habe vor» nehmen lassen. Die Ergebnisie hätten seinen Bemühungen und Opfern entsprochen. Die Republik habe zum zweitenmal triumphiert, und die monarchistische Partei habe kaum zwanzig Prozent der Stimmen erhalten. „Irgend ein..." Aus der gestrigen Reichstagssitzung berichtet die„Deutsche Zeitung", daß der„Jude Löwenstein" gegen„irgend ein bayerisches Filmverbot" protestiert habe. Irgend ein... Selbst das gesinnungstüchtige Antisemitenblatt wagt also in einem Rest von SchanMesuhl seinen Lesern- nicht zu verraten, daß*9 sich um das Verbot eines Films nach Lejsings„Nathan der Weise" handelte, l „Draußen", im hohen Norden Berlins. Gegen den grauen Dezemberhimmel recken sich die Essen der Fabrikkasernen. Inmitten eines eintönigen Mietviertels ein Kinopalast. Wie einst der „Jugend"ftil, so beherrscht jetzt der Expressionismus, der Kubismus und was sonst noch Architektur und Ausstattung der Schauhäuser des Volkes. Im Saal eng beieinander, auf schmalen Klappsesseln sich drängend, die Delegierten zum„Kongreß der Werktärigen". Genau nach„Landsmannschaften" sortiert. Es geht sehr ordentlich zu, wer hier eintritt, ist schon mit einer N u m m e r bezeichnet, er braucht nur die richtige Tür zu öffnen, und er wird seinen richtigen Platz finden. Die Führer der Delegationen tragen dicke Aktenmappen mit gewichtigem Material gefüllt. Vielleicht ist noch ein Kragen zum Wechseln darin, vielleicht nur das Frühstück. Aber die Mappe muß fein. Früher zagen die Revolutionäre, sozusagen, mit Gewehren und Handgranaten in die Schlacht, heute genügt schon die Akten- mappe. lind wer keine von Leder hat, dem wird wenigstens ein Aktendeckel von rotem Papier in die Hand gegeben. Darin findest du: sauberes Notizpapier: das Programm für. den Kongreß: dazu die Tagesordnung; dazu die Geschäftsordnung; dazu acht riesige, über viele Folioseiten sich erstreckende Resolutionen. Alles sehr sauber vorbereitet. So sieht die Ordnung eines Tages aus:. 8 bis 11 Uhr: Fortsetzung der Diskussionen über 1., 2. und 3. Refe- rat, Beschlußfassung zu den dazu vorliegenden Reso- lutionen und Anträgen. 11 bis 11,30 Uhr: 4. Referat(Neubauer). 11,30 bis 11,60 Uhr: 5. Referat, lieber das 4. und 5. Referat finden Diskusiioncn nicht statt.. 12 bis 1,30 Uhr: 6. und 7. Referat(Koenen und Durgi). 1,30 bis 3 Uhr: Diskussion über 6. und 7. Referat. 3 Uhr: Schluß der zweiten Tagung. 3 bis 5 Uhr Mittagspause. 6 Uhr: Separat- und Kommissionssitzungen. Die Delegierten hatten also nur zur festgesetzten Minute Beifall zu klatschen oder die Hand zu heben, und schon konnte die„Rote Fahne" von der gewaltigen, eindrucksvollen, aufrüttelnden, be- geisternden Wirkung dieses Kongresses berichten. ->- Droben aber, im ganz Hellen, sitzt das Präsidium. Zuerst verhüllt der Theatervorhang die Geheimnisse der Bühne. Aber bald sieht man die„werktätigen" Drahtzieher hin und her eilen. Herr Heckert, Herr Koenen, Herr Neubauer, also alles, was in der Kommunistischen Partei„derzeitig" mit. Amt-und Würde bekleidet ist, auf der Tagesordnung fehlt nicht der Titel: MdR. Dann klingen die weichen, sanften Tone der Kinöorgel durch den- Saal, und die Bühne össnet sich. Ein ausgezeichneter Männ'erchor fingt: „Empor zum Licht",„Wir warten dein". Der Diriocnt, die Sänger sind mit Hingabe dabei, die Freiheitslieder rütteln die Hörer ge- waltig auf. Aber sind das nicht-„sozialdemokratische" Lieder? Wo bleiben die kommunistischen„Weltrevolutions"klänge? Jetzt erhebt sich Georg Ledebour, den man zu einem der Einberufer des Kongresses gemacht hat. Es klingt ein wenig nach Spicßbürgerei, wenn er von„Machen- schaften" der Kapitalisten redet, durch die der Mittelstand enteignet werde, die selbständigen Gewerbetreibenden ins Proletariat hinab- gestoßen würden. Sind es wirklich nur„Machenschaften", oder haben wir es nicht vielmehr mit der der käpitMstischen' Wirtschaft eigenen Entwicklung zu tun, gegen die sich das Proletariat in ein- heitlichen Organisationen zusammenschließen muß, wenn es nicht zugrunde gehen will? Freilich hat sich auch Georg Lede- bour bei den„Werktätigen" für die Einheitsfront ausgesprochen, aber weil er von jeher ein Vorkämpfer für diese Parole mar, hat er wohl noch im Jahre 1022 seine eigens Partei gegründet, darum mußte er sich bald darauf wieder mit seinen engsten Freunden überwerfen. darum ist er jegt auch, wenn man so sagen darf, der Ehrengreis dieses Zersplitterungskongrestes, darum ruft er den Delegierten zu. sie sollten sich nicht noch einmal, wie 1018, die Macht aus den Händen reißen lassen. Ist schon einmal geschildert worden, welchen Anteil Georg Ledebour daran genommen hat, daß es. 1913 nicht zu einer Einigung des gesamten Proletariats gekonwien ist? Nun aber ein e r n st e s Wort an alle Wecktätigen: Ein ge- lindes Grauen überfällt einen, wenn man die Liste der Vereine und Verbände ansieht, die angeblich ihre Vertreter zu diesem Kongreß entsandt haben. Die Vereinsmeierei war von jeher das Kennzeichen für den deutschen Normalbürger. Wo zwei Deutsche, so sagt man, zusammenkommen, da gründen sie einen Berein. Soll das jetzt auch für die Arbeiter gelten und soll diese proletarische Vereinsmeierei zu nichts anderem gut sein, als von den Kommunisten für ihre elenden Parteizwecke mißbraucht zu werden? Man lese einmal den Vereinskalender der Arbeiterblätter durch. Da haben, wir Verein!» gungen, Vereine und Verbändchen für alle möglichen Dinge. Die Radiohörcr und die Photographen, die Schachspieler und die Espe- rantisten, die Freidenker und die religiösen Sozialisten, die Lieb- Haberschauspieler und die Aufwcrtungshungrigen, die Nuturheil- anhänger, die Biochemiker und den Lebensreformer, die Siedler, die Laubenkolonisten und was noch viel mehr: alle haben sie ihre eigenen Organisationen mit Ortsvorständen, mit Zentralen, mit Zeitungen, mit Kongressen. Dazu die Soortoerbände; das„Reichs- banner" auf der einen und der„Rote Frontkämpferbund" auf der anderen Seite. Ist es ein Wunder, daß der sozialdemokratische, daß der kom- munistische Funktionär, wenn er für die Partei oder für die Arbeiterpresse bei seinen Massengenossen agitiert, so. häufig die Antwort hört: Wir haben keine Zeit für dich, wir müssen uns um wichtigere Dinge kümmern, als daß wir an dem großen Kampf für die politische Befreiung des Proletariats teilnehmen könnten. Aber wenn die„Werktätigen" hundert Kongresse abhalten und wenn dort tausend sorgfältig vorbereitete Resolutionen angenommen werden, mit dem Dichter sagen wir: die Mutter aller Siege ist die Partei! Und nur, weil noch so viele abseits stehen, weil noch so viele ihre kleinlichen persönlichen Jntcresfen über die der Gesamt- heit stellen, weil Sondcrbündclci und Vereinsmeierei auch im Prole- iariat tmichern, gelingt es den besitzenden Klassen noch immer, das schnellere Vordringen der Sozialdemokratie zu hemmen. -» Es hat lange Zeit gedauert, bis auch die Kommunisten ein» gesehen haben, daß man nicht immer mit der Handgranate herum- fuchteln kann, um die„Weltrevolution" vorzutäuschen. Die Akten- mappe ist das Zeichen dafür, daß sie immer schneller„in den Sumpf des Reformismus" hineingleiten. Aber noch immer gehen sie in der Irre, sie glauben jetzt mit einer neuen Z er splitterung der Arbeiierklasie ihr Parteigeschäft beleben zu können. Wenn auch diese Illusion zerronnen ist, dann wird es wieder zum Gemeingut der werktätigen Bevölkerung werden, daß wir zur Befreiung des Prole- tariots aus der Lohnknechtschaft, zur Ueberwindung der kapitalistischen Produktionsweise, zur Ausrichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung nicht durch.Kongreß"theater kommen, sondern nur durch bjo un erm üblich« Arbeit für die S o z ial d c m o k r a ti s chM Partei und für die Gewerkschaften. wann wirü üie Kontrollkommission abziehen? Am 1. April, am 1. März oder früher? Paris, 4. Dezember.(MTB.) Die„A g« n c e H a o a s" schreibt zur gestrigen Unterredung Chamberlain-Briand, die Er- klärungen der beiden Minister hätten ihre gemeinsamen An- sichten kundgegeben, die die wichtigsten. Folgen für das Ergebnis der Beratungen des Völkerbundsrats haben würden. Das Problem der Entwaffnung Deutschlands sei ausmerksam von den beiden Staatsmännern geprüft worden. Gestern habe sich die Bot- schafterkonferenz bemüht, die Punkte festzustellen, die das Reich noch nicht zufrieden st eilend geregelt habe. Sie würde ohne Zweifel gewisse Speziali st en auffordern, einen endgültigen Bericht auszuarbeiten. Wenn Deutschland sich beeile, die Ausführung der militärischen Klauseln fortzusetze», was in seinem Interesse liege, sei es nicht unwahrscheinlich, daß unter diesen Um- ständen die Interalliierte Kontrollkommission in Sorlin zum 1. April ihre Arbeiten vollendet haben könnte. (Nach dem«Echo de Paris" und anderen Blättern ist als Z e i t- punkt der Aufhebung der Interalliierten Kontrollkommission gestern der 1. M ä r z genannt worden, den C h a m b e r l a i n sogar als noch zu weit hinausliegend bezeichnet habe. Man nimmt nach dem„Echo de Paris" deshalb an, daß es nicht über» raschend wäre, wenn ein früherer Zeitpunkt bestimmt würde.) Infolgedessen werde die Frage der Ausübung des In- vestigationsrechtes in Deutschland auf Grund des Artikels 213 des Friedensvertrags gestellt. Man dürfe annehmen, daß der Völkerbundsrat dieses Problem in der kommenden Woche behandeln werde, obwohl es nicht auf der Tagesordnung stehe. Man dürfe sich dazu beglückwünschen, da es für alle Mächte von Interesse sei, vor dem Verschwinden der Interalliierten Kontrollkommission die Rolle und die Machtbefugnisse des internationalen Investigations- organismus zu bestimmen, der berufen sei, der Kontrollkommission zu folgen. Es scheine, daß diese Ansicht auch von den deutschen Ministern geteilt werde. So könne man versichert sein, daß gemäß dem Vertrage kein« Unterbrechung- der Kontinuität des Funktionierens der beiden Kommissionen er- solgen werde. Unabhängig von dem Entwaffnungsproblem würden Briond und Chamberlain in Genf mit Stresemann Unterredungen haben, die einen entscheidenden Charakter trägen würden. Die weiteren Ausführungen der Agentur Havas beschäftigten sich mit dem Ergebnis der Unterredung über die Lage in China. Hierüber wird gesagt, der bolschewistische Ursprung der winen in China scheine nicht zweifelhast zu sein. In englischen polstischen Kreisen scheine sich ein Einfluß geltend zu machen zugunsten der Anerkennung der Kantonregierung, die über mehr als 30 Divisionen verfüge und am ehesten in der Lag« sein dürste, Ruhe und Ordnung iin Lande wiederherzustellen. Die Bedeutung dieser Frage wegen ihrer Rückwirkungen aus das benachbarte Französisch- Indochina ergebe sich von selbst. Deshalb wolle die französische Regierung,. bevor sie.ihre.. Haltung.beschließe.. sich. genau informieren und mit sämtlichen Garantien umgeben.' KoaUtionsberatungen in dänemark. Plan eines Sammlungskabinetts. Kopenhagen, 4. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der dänische König hat die Demission des Ministers Stauning, die am Freitag überreicht wurde, angenommen. Aber er ist nicht dewr Rat Staunings gefolgt, den Führer der Bauern-Benstre, Neergaarh, mit der Kabii�ttsbildung zu beauftragen, fondern will am Dienstag die Führe? aller Parteien empfangen. Es scheint, daß der Hof versucht, ein Sammlungskabinett aus allen Parteien zustandezubringen, ein Gedanke, dem bisher nur die Radikale Partei offiziell anhängt. Das Zustandekommen eines solchen Kabinetts ist allerdings mehr als fraglich, da die Sozialdemokratie für eine Regicrungs- bildung bestimmte Sicherungen in bezug auf die Sozial- gesetzgebung verlangt, die sowohl dem Wahlprogramm der Konservativen wie dem der Benstre völlig entgegenstehen. Aus der anderen Seite zeigt die Venstre, die traditionsgemäß als zweit- größte Partei nach dem Rücktritt der Sozialisten die Regierung bilden müßte, wenig Lust dazu. Die Konservativen wollen wohl, find aber allein trotz ihres Sieges mit 30 von 140 Mandaten noch recht schwach. Die Venstre aber verlangt als Freihänderpartei von der konservativen Regierung, die sie unterftützen soll. Auf- gäbe aller Zollpläne. Es sind Verhandlungen zwischen Konservativen und Venstre an Gang«, ob sie aber zu einet Einigung führen werden, ist zweifelhaft. Ebenso zweifelhaft ist, ob die Radi» kalen, mit denen auch Fühlung gesucht wird, sich zu einer Bürger- blockregierung hergeben werden. Achtung, tzunöe! Oder: Geschäft ist Geschäft. Es wird uns geschrieben: Bor mehreren Wochen widmete das kommunistische Witzblatt„Der Knüppel" dem Reichspräsidenten ein rohes und geschmackloses Gedicht„Achtung. Hunde!" Der Nachdruck dieses Pamphlets führte zur Bestrafung der Redakteure von mehreren kommunistischen Zertungen.„Der Knüppel" wird von einer Firma Lüdtke in Berlin gedruckt, deren gnhabex zwei Brüder namens Lüdtke sind. Beide gehären nicht etwa der KPD., sondern— der Deutschnationalen Volkspartei an. Sie wollen den Druck des„Knüppels" lediglich infolge Mangels an anderen Arbeiten übernommen haben. Mit dieser„Entschuldi- gung" steht aber ihre weitere Angabe in offenem Widerspruch, daß der Umfang ihres Geschäfts es ihnen unmöglich gemacht habe, den Inhalt jeder Nummer des„Knüppels" vor der Drucklegung zu lesenl Die Gebrüder Lüdtke erweisen sich sowohl durch ihr keine Schranken kennendes Streben nach Gewinn wie durch die Kläglichkeit ihrer Ausreden als Männer, die auf eine Führer- stellung in ihrer Partei Anspruch erheben können. Wir werden ihnen wohl auf absehbare Zeit in einem der deutschen Par- lamente begegnen. Wer könnte leugnen, daß sie das Zeug dazu haben. Verbindungsmänner zwischen Deutschuationalen.und Äom- munisten zu seinl Der Protest öer Juristen. Gegen das Arbeiksgerichtsgeselz. „Di« deutschen Richter und Rechtsanwälte find ob des Verlaufs der Beratungen über den Entwurf des Arbeitsgerichtsgesetzes aufs trefft« bestürzt," heißt es in einem Protest des Deutschen Richter- bundes und des Deutschen Anwaltsvereins.„Schon gegenüber dem Regierungsentwurf hatten Richterschaft und Anwaltschaft in vollster Einmütigkeit der cherauslösung der Arbeitsgerichtsbarkeit aus dem bestehenden einheitlichen Organismus der Gerichtsverfassung ent- schieden widersprochen... Es handelt sich nicht mehr nur darum, daß das Gesetz den rechtsgelehrten Richtern und rechts- gelehrten Anwast aus der Arbeitsgerichtsborkest mehr oder minder hinausdrängt; nach der neuen Fassung wird das Recht selbst in diesen„Gerichten" kaum mehr«ine Stätte haben." So protestieren die„rechtsgelehrten" Richter und Anwälle. In Wirklichkeit verdrehen diese Rechtsgelehrten die einfachsten Tatsachen. Nicht die Richter und Anwälte werden aus den Arbeitsgerichten hin- ausgedrängt, sondern die rechtsgelehrten Richter und Anwälte wollen sich in die Arbeitsgerichte hineindrängen. Die Arbeitsgericht« werden aus der ordentlichen Gerichtsverfassung nicht herausgelöst, sondern die rechtsgelehrten Richter und Anwälte versuchen, die Arbeits- gericht« in die Justizverwaltung hineinzuzwängen. Wir sind der Auffassung, daß nicht die Gesichtspunkte und Anschauungen der rechtsgelehrten Richter und Anwälte, sondern die sozialpolitischen Bedürfnisse und Gesichtspunkt« für die Arbeitsgericht« im gleichen Maße wie bisher maßgebend fein sollen. weihnachtsbeihilfe für Sie Eisenbahner. Wie wir erfahren, wird für den Fall, daß die zwischen den Parteien des Reichstags getroffene Vereinbarung über die Gewäh- rung einer einmaligen Notstandsbeihilfe für die Beamten in der kommenden Woche zur Annohme gelangt, auch die Reichsbahn ihren Beamten und Arbeitern eine Weihnachtszu- läge gewähren. Der Gesamtbetrag der Zulage wird auf etwa Ll) Millionen beziffert. Die Entscheidung über die vorgesehene Beihilfe für die B e- « m t e n ist erst gegen Mitte nächster Woche zu erwarten. Die Arbeitszeit in der Kantine des Polizeipräsidiums. Auf ein« Beschwerde des Zentralverbandes der chotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten erklärt« der Gastwirt in der Kantine des Polizeipräsidiums, die Vertreter des genannten Verbandes sollten nur kommen, denen würde er schon Bescheid sagen! Die bei ihm beschäf- tigten Kellner seien nicht organisiert und könnten so- langearbeiten, wiesiewollten. Es erscheint dringend notwendig, daß die Polizei diese eigen- artigen Zustände im Polizeipräsidium unter die Lupe nimmt. Es ist ein Skandal, daß sich dieser Gastwirt herausnimmt, die beiden dort beschäftigten Kellner durchschnittlich 14 Stunden proTag. 84 Stunden pro Woche zu beschäftigen, während die Arbeitslosen auf der Straß« liegen._ Mrtschoflsdemokralie und Sozialismus lautet das Thema für den nächsten Vortrag in der Freien Sozialistischen Hochschule am Sonnabend, den 11. Dezember, abends 7-l/e Uhr, im großen Saale des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3, den Prof. Hermbcrg aus Leipzig halten wird. Der Vortragende hatte auf dem Brcslaucr Gewerkschaftskongreß das Referat über Wirtschaftsdemokratie. Das jetzige Thema dürfte vor allem die Gewerkschafts- funktionäre und Betriebsräte interessieren, die wir auf diesen Vortrag besonders aufmerksoni machen. Eintritts- karten a 50 Pf. sind an folgenden Stellen zu haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusscs, Lindenstr. 3, 2. Hof, II, Zimmer 8; Buchhandlung I. H. W. Dietz, Lindenstr. 2; Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße, Ecke Luisenufer; Tabokvertrieb, Insel- straße 6: Verlag des Verbandes der Deutschen Buchdrucker. Drei- bundstr. 5:„Wcrkfreude"-Biicherstubcn, Potsdamer Str. 104, sowie in allen„Vorwärts"-Spcditionen. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands(Keramischer Bund), Ortsvcrwaltung Groß-Berlin, ersucht all« arbeitslosen Mitglieder des Verbandes, welche mindestens seit dem 1. Oktober 1026(40. Woche) Mitglied, und seit dem 1. Dezember(49. Woche) arbeitslos sind, sich in den Tagen von Montag, den 6. Dezember, bis Sonnabend, den 11. Dezeinber, vormittags von 9 bis 12 Uhr, im Bureau, Engelufer 24/23, Hof links, Aufgang C, 1 Treppe, unter Vorlegung ihres Mitgliedsbuches und des Arbeitslosenausweiscs in Listen eintragen zu lassen zur Er- langung einer Weih nachtsunter st ützung.— Voraussetzung ist, daß die Mitgliedsbeiträge nach den statutarischen Bestimmungen geleistet sind.— Spätere Meldungen können nicht berücksichtigt werden. Gesperrte Gaslwirtsbetriebe. Wie uns der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten mitteill, sind folgende Gastwirtsbetriebe für organisierte Arbeitnehmer gesperrt:„M a j; und M o r i k". Oranienstroße 162, Gustav K a p p e s e r, Möckern- straße 155, Gastwirt Lauritz Barth, Baumschulen weg, Baumschulenstraßc, Restaurant„Groß-Berlin", Inh. Karl Keller, am Alcxanderplatz. Aufgehoben wird die Sperre über das Berliner C l u b h a u s, Inh. Beyer. O h m st r a ß e. Die Verhandlungen führten zur Anerkennung des Tarifvertrages, der Organisation und des städtischen Arbeitsnachweises. Frottiovssttzuna«er gesamten snPD.-Metellavdeit�r des 12, Bezirks. Ecwertichaflamltgsicdsduch und Bcrletduch legitimiert. Achtung. SPD.-Sisend-Hner!?»r anzeige: Am Dvnnerswg, 9. De. zcnrbcr, 7 Uhr. findet im Restaurant zur„«-chl-Mcka» S-imat"(Strom. mel). Neue Friedrichstr.)(Näh- Iannowikhriiitc) rme Sitzung oller im Einheitsverband der Eisenbahner organisierten Paneigenossen statt. Die Tagesordnung ist sehr michtig. Es ist Psticbt iedes dienstfrelen Cenossen, zu crschenren. Partei- und Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Set Lerbeaussch Erwerbslose Mitglieder de« Berkehrebundcs. Dienstag, 7. Dezember, nach» mittags 1 Uhr. im Saal 1 des Gewerlschaflshauses, Engcluser 24/25, Erwerbs. losen Mitgliederversammlung. Zutritt erhält nur, wer arbeitslos ist uns neben dem Vcrbandsausweis die Erwerbsloscntarte vorzeigen kann. Ohne Legitimation kein Einlast. Zstc Bezirks-erwaltung. Lichtcnb Jugendheim-----------—., heim Schule Danziger Str. 2S. Heinrich Seine(Rachow). IZreie Eewerkschastsjugend. Heute, Sonntag, 6Vi Uhr, Iugendfeirr im Jugendheim Tempelhof, Hermaniastr. 4/9.— Morgen. Montag, 7 Uhr, in der Kulturabteilunq des Deutschen Metallarbeitervcrbandes, Berlin. Linienstr. 497, Filmabend. Die Biene Maja. Die Lokomotive«inst und ictzt. cchcrznlm. Deutscher Metallarbeit« ruerband. Morgen, Montag, 7 Uhr, Branchen. Versammlung der Hilfsarbeiter(Lager.. Saal» unk» Hosarbeiter, Packer, Packe- rinnen. Vcrkzcug» und Zeichnunasausgeber, Nrannihrer, Anbinder, Fahrstuhl- sührcr. Elektrokarrcr, Autoniatcnhelfer. Eisengiestcreiarbeiter) im Sitzungssaal des Perbandshauses. Linienstr. 93/85. Portal III. 2 Treppen.„Kündigung des Lohnabimnmcus?" Mitgliedsbuch legitimiert. SPD.-Fraition der Buchdrucker. Die für die Bczirksvcrsaumilungen be- nStigtcn Flugblätter sind bei Henning. AIcxandrinenstr�44,��uhol-n.�� Verband der Semeinde- und Staatsarbciter. Bezirk V Frledrich-hain: Dienst-a. 7/ Dezember, 7 Uhr. in den Fortuno-Eikl-n. Strausberger Etr. 3. allgemeine Bezirksversammlung.—»ezirk in«Beihing: Am Dienstag, 7. De- zember, 7 Uhr, in der Schulaula Pankstr. 17 Bezirlsveisammlung aller Ee- mcindc. und Staatsordeiter des 3. Bezirks.„Di- gew-rkschaftlichcn Fordcrungen zum Arbeitszeitgesetz". Referent Kollege Moldenhaucr.— Branche Sas- und Waffermerke. Moroen, Montag, 6(h Uhr, im Rofcnthaler Hof, Rofentbaler Straste(Parterresaal), ollgeinein- Funktionarversamnrluno.— Bezirk 14: Dl.enz. tag. 7. Dezember, 7Vz Uhr, hei«Solf, Neukölln,«rrchhofstr. 41. Bezirks. Versammlung. Verantwortlich für Politik: Dr. Eurt«ene»! ZSirtschali:»rtur Tatcrnn-: Eewerkschastsbrwegung: I. Steiner; Feuilleton: K. H. Doscher: Lokales und Sonstiges: Frig Korstädt; Anzeioen: Th. lblockc: sämtlich in Berlin. Verlag' Borwärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerel und V-rlaasanst-It Paul Singer u. Co. Berlin SM 63. Linden straste 3. Hierzu 6 Beilagen,„Unlerhaltung und Witzen",„Aus der Filw-Welt" und „Blick in die Bücherwekt". übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. MustkervcrbandeZ. Berlin 027, AndleaSstr. 21(Königst-idt 4310, 4048). KcschäftSzeit 9 bis 5. SonnIagS 10 bis 2 Uhr. Zlui Wunsch Vcrtrelcrbeluch m�/M/rns-vr hkait Seide und Samt s ch u lp i a S«>lllM>tMIllUIIl>!Il!MI«tIIllIMNstllstII!sMI | Damenwäsche | Teghetnd ÄfSÄSSSf 1.45 2.25 1 Taghemd 2.25 3.50 I Nachthemd rir1"":.. 2.45 3.75 V Beinkleid mit Stickerei- Ansatz 1,30 2»90 0 HenidhoSC mit Stickerei-Anaatz 2« 35 3«50 J Garnitur SkÄi�f 4.90 6.50 Tisch» und Hauswasche s Tischtücher halbleinen gebleicht Jacquard 130X IX 4.45 w 5.45 6.90 9.90 I Servietten 60x60 cm, passend...... 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Meilenweit wandert der Fuß auf wohlgepflegten Chausseen, vorüber an Wiesen und Zleckern, in denen sich Jahr um Jahr die Sumpsoegetation weitersrißt, Land, das verdirbt und verschlammt. Dort, wo früher wohlgepflegte Kühe weideten, wo prächtige Bauernhöfe standen, ist Walserwüste, trostlose Einsamkeit geworden. Zwei Städte, Lieben- walde und Zehdenick, und zahlreiche Dörfer sind von diesem sich Jahr um Jahr mehrenden Uebelstand in ihrer Existenz bedroht. wer irgendwie kann, verläßt das sterbende Land. Die Regierung ober, die feit Jahren diese Mißstände kennt, scheint hier alles zu tun, um die Bevölkerung davon überzeugen zu wollen, daß sie von der Republik keine Hilfe und kein Verständnis zu erwarten habe. Die TragöSie üer Hovel. Vor kurzem wurde die Berliner Oesfentlichkeit von der Mit- teilung eines Brückeneinsturzes im Gebiet der Havel bei Lieben- walde überrascht. Wer traut der sanften, gutmütigen Havel auch ein« solche Kraft zu! An sich war die Havel ja immer«in friedlicher Fluß bis zu dem Augenblick, als ihr Bett übermäßig vertrautcte und versandete und ihr aus dem mecklenburgischen Seengebiet Wassermasien in einem Umfang zugesandt wurden, die das immer schmaler werdende Bett nicht mehr zu fasten vermochte. Das Ge- biet der sogenannten schnellen Havel zwischen Zehdenick und Lieben. walde beginnt langsam zu einem ungehenrea See zu werden. Die schnelle Havel ist ein Vorfluter des 278 Quadratkilometer großen Müritzsees und anderer mecklenburgischer Seen, sowie des See- oeländes bei Templin und Lychen. Durch Verträge hatten sich die Mecklenburger verpflichtet, höchstens 0,9 bis 4� Kubikmeter Wasser in der Sekunde nach Süden in die Havel fließen zu lasten. Wasser- sachverständige aber haben festgestellt, daß in der Sekunde 16 di» 22 Kubikmeter Wasser von der Hovel ausgenommen werden, so daß sie automatisch über ihre User tritt, und daß weite wiesenslächen ständig vom Wasser überspült werden. Die Tragödie der Havel- gegendea begann eigenllich mit dem Bau des Malzer Kanals. Sie erreichte ihren Höhepunkt nach der Eröffnung de- Großschifsahrts- weges Berlin— Stettin. Die Abwässer der industriellen Anlagen, die in diesem Gebiet entstanden, sowie Meliorationen trugen zur Erhöhung der Wasternot bei. Die Regierung ist zwar für Instandhaltung der nicht mehr be> nutzten Wasterverkehrswege verpflichtet Sie müßte für die In- standhaltung der schnellen Havel etwa 16 000 Mark jährlich auf- wenden. Sie gibt aber nur Z000 Mark für die nicht mehr benutzte Havel aus, die nun dem freien Spiel der Kräfte unterliegt, der Derkrautung und der Bildung von Triebfandbänken ausgesetzt ist. Das Bett der Havel, das höchstens 9 Kubikmeter Wasser aufzunehmen vennag, wird alles in allem von 26 Kubikmetern in der Sekunde durchflutet. Die Folge davon ist, daß 16 000— 18 000 Morgen Land im Gebiet des Kreises Rlederbarnim und fast ebenso viel im Geriet des Kreises Templin ständiges Ueberfchwemmungsgebiet geworden sind. Der Heuertrag ist um rund 150 000 Zentner im Jahr zurückgegangen: der hier dadurch allein entstehende Schaden beträgt eine halbe Million Goldmark pro Jahr Bauerngehöfte, die früher Hunderte von Zentnern Heu verkaufen konnten, müssen heute ebenso viel Heu einkaufen, wenn sie ihr Vieh erhalten wollen. In der letzten Zeit aber macht sich die Lungenschwindsucht unter dem Vieh dieser Ueberschwemmungsgcbiete immer mehr bemerkbar. In der Stadt Zehdenick. die völlig vom Wasser umgeben ist. stehen an 150 Häuser unter Wasser. Das Wasser steht in den Kellern etwa einen halben bis Omen Meter hoch. So entsteht Schwamm in den Gebäuden, der Gesundheitszustand der Bewohner ist aus das Schlimmste bedroht. Aber auch die Schissahrtsinteresfen werden durch diese katastrophalen Zustände empfindlich geschädigt. Der Ab- transport der Produkte der Zehdenicker Ziegeleien ist höchst un- wirtschaftlich und teuer, da die vorhandenen Wasserwege infolge ihre/ Flachheit nicht den Gebrauch moderner Schiffe gestatten. So sinken die Erwerbsmöglichkeilen der gesamten Bevölkerung. Das findet auch in dem Steueraufkommen dieser Gemeinden beredten Ausdruck. Die finanziellen Schwierigkeiten wachsen in einem Aus- maß, daß die Gemeinden für ihren Bestand fürchten müssen. In der Stadt Liebenwalde sind Handwerksgesellen kaum noch zu finden. Das Städtchen schläft heute und wird so lange schlafen, als es vom Hochwasser bedroht ist. Unü was geschieht! Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand fragt sich, wie ist es möglich, daß sich vor den Toren Berlins, gleichsam unter den Augen der zuständigen Behörden Verhältniste entwickeln konnten, Durch Hochwasser unterspülte Brücke bei Llebenwalde. durch die das Volksvermögen Zahr um Jahr um Millionen geschädigt wird, und durch die die Stimmung der Bevölkerung in keiner Hinsicht verbessert wird. Wie ist es möglich, daß man bei dem großen Stand von Arbeitslosen nicht Arbeitsmöglichkciten in einem Gebiet schafft, die auf Jahre hindurch Tausende von Menschen beschästigen könnten. Wenn man den Gang der Verhandlungen in dieser Angelegenheit verfolgt, wenn man die unzähligen Vorstellun- den der Landratsämter, der Gemeinden und der Geschädigten be- trachtet, dann muß man zu der Ueberzcugung kommen, daß hier von gewissen Behörden absichtlich langsam und widerwillig gearbeitet wird. Man hat der Regierung ganz bestimmte Vorschläge für die Abhilfe dieser Mißstände gemacht. Die Regierung selbst sah auch bereits in den Jahren 1923/24 einen Plan vor, der den Ausbau der schnellen Havel für eine Aufnahmefähigkeit von 18 Kubikmeter pro Sekunde zum Ziel hatte. Nach dem oben Angeführten ist dieser Ausbau völlig ungenügend. Daneben wäre es notwendig, den 50 Kilometer langen Voßkanal zu erweitern, ein Plan, der schon seit 1905 ständig diskutiert wird und dessen Verwirklichung auch die Schisfahrt freudig begrüßen würde. Vor allem aber würde dann statt drei Schleusen alter Art eine einzige moderne vorhanden sein. Allein dieses Projekt könnte auf die Dauer Abhilfe schaffen, um das heute überschwemmte Land der Siedlung wiederzugeben. 1923 hatten sich die Kreise an den Preußischen Landtag gewandt, der auch beschloß, den Voßkanal ausbauen zu lasten. Im Zusammenhang mit diesem Projekt stand dann auch die Regulierung des von Osten her in die Havel mündenden Döllcnfließes, des Rohrgrabcns und einiger anderer kleiner Gewässer. Die Sache schien in Fluß zu kommen, da aber stockte sie plötzlich, weil zunächst die Wasserstraßen- Verwaltung und auch der Obersischmeister ein Gutachten abgeben sollten, ob durch diese Arbeiten nicht etwa andere Interessenten ge- schädigt werden. Die Wasserstraßenverwaltung und die Forst- Verwaltung haben schnell gearbeitet, der preußische Obersischmeister aber, dessen Erträgniste aus den in Frage kommenden Gewässern im preußischen Etat mit etwa 50 Mark angesetzt sind, hat es bis zum heutigen Tage nicht für nötig gehalten, eine Antwort zu er- teilen. Im ganzen ist bisher nichts weiter geschehen, als daß man eine Unmenge von Sitzungen abgehalten und Bereisungen vor- genommen hat, daß man Ausschüsse einsetzte und die Dinge zu den Akten nahm. Die Aktenschränke füllen sich, die Akten überleben die Dezernenten, die die Arbeiten begonnen haben, die neuen Dezer- nenten bei den Behörden wissen von den Dingen in der Regel nicht viel. So ist denn der ganze Erfolg aller Bemühungen gleich Null anzusetzen. »> HQ. II.- Der Aurea ukratismus hat hier Triumphe gefeiert, er hat das Volk um Millipnen geschädigt, er hat Verbitterung in Tausend« von arbeitsamen Menschen hineingetragen, und leider besteht die nicht unbegründete Aussicht, daß, wenn hier nicht mit eisernem Besen dazwischen gefahren wird, diese skandaläsen Zustände verewigt werden. Es ist Zeit, daß die Oesfentlichkeit von diesem Verbrechen, das hier an einem ehemals fruchtbaren Gebiet begangen wird, erfährt, und daß mit dem Versagen der zuständigen Stellen endlich Schluß gemacht wird. Die Mittel, die zur Behebung der Mißstände notwendig sind, können zum Teil aus der produktiven Erwerbslosenfllrsorge gedeckt werden, sie müssen aufgebracht werden, wenn die sich jährlich sum- mierenden Schäden nicht eine geradezu phantastische Höhe er- reichen sollen. Die Munöer öer Klara van Haag. Ms van Johannes Buchholh. Aus dem Dänischen übersetzt von Erwin Magnus. „Sie sind vielleicht in jeder Beziehung vollkommen?" Johan schüttelte mild den Kopf und sagte:„Wer ist das wohl? Der Professor wohl auch nicht. Ich habe die Kirchen- arbeit übernommen, und die dauert wenigstens ein Jahr. Außerdem kann ich wohl etwas von dem. was meine Spe- zial'tat ist: neue Stücke machen und alte verändern. Kom- Position, wie man es nennt. Da war ein Musiker in einem größeren Caf6 in München. Wünsch hieß er; der sagte: Hunderttausende können spielen für einen, der komponieren kann Es ist etwas Wahres an dem Wort. Dagegen will ich gern mit dem Professor reden, ob er meine Stücke in Noten aufschreiben will, damit sie herausgegeben und verkauft wer- den können. Daran habe ich oft gedacht." Ihr Götter! Er war schlimmer als schlimm, dieser kom- panierende Malerklex! „Es wäre doch bester für Sie, wenn Sie selbst die Noten kennen würden, und nicht jedesmal, wenn Sie ein neues S�ück machen, den Professor zur Hilfe haben müßten. Finden Sie nicht?" „Ja, es wäre herrlich, wenn man die Noten kennte," sagte Johan Fors träumerisch. „Aber ich will nicht nach Kopenhagen in die Musikschule — oder wie man sie nennt. Ich habe keine Zeit-- und man lernt dort gewiß nicht das, was meine Spezialität ist." „Ich glaube selber auch, daß wir die Sache auf unbe- stimmte Zeit aufschieben," sagte die Gnädige mit einem hohen Maß von Ernst.„Aber dann schicke ich nach Ihnen, wenn Hans Iuhl kommt. Sind Ihre Stücke gut, so setzt er sie in Noten. Dafür stehe ich ein." „Danke. Ja. die Stücke sind schon gut. Sonst hätte ich sie selbst verworfen. Ich halte nicht die Hand über etwas, weil es von mir ist— zum Beispiel, was die Bilder betrifft. — Weg— kaputt!" „So, Sie malen auch Bilder?" ..Hab' es getan." „Blumen oder Landschaften oder...?" „Alles. Fischer, Vesuv, und König Christian zu Pferde. Aber ich will nicht mehr. Ein. zwei, drei Tgge zu stehen, rin 4— 5— 6 Kronen zu verdienen" „Sie sind viel gereist.— Auf dem Besuo gewesen. Ich auch." „Nein, ich kam nicht weiter als Rom, dann zogen wir nordwärts und fuhren mit dem Livornoer Dampfer... Aber den Besuv kennt doch jeder." „Sie malen vielleicht nach Postkarten. Das macht wohl nicht das geringste, daß Sie nicht gesehen haben, was Sie malen, wie?" Johan war so tief in der Achtung der Gnädigen ge- funken, daß sie ihn nicht einmal mehr amüsant fand. Sie rnchm sich vor, ihn zu beleidigen, ehe sie ging. Er antwortete, ohne sich einen Augenblick zu bedenken: „Doch, man muß sehen, was man malt. Die ganze Zeit sehen. Die Hand muß von selbst arbeiten, bis man fertig ist. Aber für solche Auktionen— und wenn er nicht höher geht als bis sechs Kronen... Uebrigens habe ich ein gutes Bild gemacht von meiner Mutter, die starb, als ich nur sechs Jahre alt war, und an die ich mich gar nicht erinnern kann. Ich Hab es in der Tasche, und wenn..." Johann setzte die Farbentöpfe hin und blätterte in einer dicken Brieftasche. „Hier..." er zog ein« Zeichnung hervor, die an den Rändern verschlissen und schmutzig war. „Haben Sie das wirklich gezeichnet?" sagte Frau van Haag. Ihr Mund war leicht geöffnet und ihre Augen wurden groß, gleichsam saugend.„Das ist großartig!" „Ja, es ist gut, nicht viele machen mir das nach." Ein Runzeln zeigte sich hastig auf der Stirn der Gnädi- gen, und ein Verdacht durchfuhr sie. Dieser selbstgefällige junge Mann war doch wohl nicht ehrlich. Die Zeichnung war natürlich eine Kopie! Sie senkte die Zeichnung und sah ihn forschend an. Aber Johan Fors stand da, das Gesicht voller Beweise, daß die Zeichnung echt war, denn es bestand eine unverkennbare Aehn- lichkeit zwischen dem feinen Frauenkopf auf dem Papier und ihm. Gerade so mußte seine Mutter oder seine Schwester aussehen. Die Zeichnung war mit haarfeinen Federstrichen ausgeführt, sie glich einem Kupferstich. Kühn schwangen sich die Linien und ließen einen feinen Frauentopf von seltener Pracht lächeln Die Gnädige hob noch einmal die Augen von ihr zu ihm. Ja. man konnte es nicht leugnen— entschied sie bei sich— Johan war nun einmal ein außerordentlich schöner Mann. Die sinkende Sonne schien ihm gerade in die Augen. Hin und wieder blinzelte er ruhig, ohne sonst«ine Miene zu ver- ziehen. Er war in irgendeinen Gedanken gefallen, während er auf sein Bild wartete. Welchen Blick er hatte! „Und Sie haben dafür kein Borbild gehabt?"- „Nein, ich habe sie mir nur gedacht. Aber ich glaube, man kann sich eine Mutter besser denken als zum Beispiel den Vesuv." „Sie sind ja wirklich ein Künstler," sagte die Gnädige feurig und begegnete seinem Blick. Aber Johan nahm ruhig seine Zeichnung wieder und legte sie sorgfältig in die Brieftasche, die er wieder an ihren Platz steckte. Hob darauf seine Farbcntöpfe auf— sie hingen jeder an einem Fingerhaken—, drehte den Kopf schnell erst nach der einen, dann nach der anderen Seite, als suchte er einen Ausgangspunkt für feine Antwort: richtete sich dann auf und sagte mit langsamer Selbstverständlichkeit:„Nein, sonst gab es nichts Gutes. Nur auf meiner Geige!" 11. Kapitel. Der alte graue und fadenscheinige Zollassistent Poulsen hat viele Pflichten, aber die erste des Tages ist die schwierigste — vielleicht auch gleichzeitig die ehrenvollste und liebste—: er muß den Zollverwalter wecken und ihn zu seiner Amts- arbeit rufen. Poulsen erfüllt seine Pflicht sorgsam und mit demselben nervösen Beben wie ein junger Pastor, der sein erstes Begräbnis verrichtet. Zwanzig Minuten vor acht öffnet er das Bureau, hängt sein Zeug auf und beginnt, die Hände auf dem Rücken und die linke Schulter hochgezogen, auf dem Linoleum auf- und abzuwandern. Bei jeder Wen- dung sieht er scheu auf die Bureauuhr: er hat ein unauslösch- liches Mißtrauen, daß sie stehenbleiben wird. Mehrere Male vergleicht er sie mit seiner Taschenuhr. Fünf Minuten vor verläßt er das Bureau, nachdem er sich vor dem Spiegel ge- mustert hat, steigt geräuschlos— außer wenn er fällt, was vorgekommen ist— die Treppe hinauf und tritt in Hedwigs Küche. Er klopft nicht an, sondern zeigt sich wie ein Ge- spenst. Kaum, daß er grau und leblos nickt. Die Uhr hält er in der Hand und starrt auf sie wie auf eine Hyvnotisierkugel — deshalb fällt er zuweilen auf der Treppe. Hedwig ist nicht ausschließlich vom Liebesgott besessen, sondern auch ein ganz klein wenig vom Neckteufel. Sie legt alle Art lärmerzeugende Dinge vor die Tür, über die der brave Alte fallen und vor Schreck sterben könnte. Kehrschaufel, Besen und ein Teebrett, das durch die halbe Küche rollt, bis es sich mit einem ver- nichtenden Geräusch niederläßt. Poulsen gewöhnt sich nie an diese Ucberraschungen: er steht steif, schmerzlich und ge- spreizt da, bis der Lärm sich gelegt hat. (Fortsetzung folgt.) Die Weiterführung üer ttorösüübahn. Nach Süden bis Tempelhof. Der Ausbau der Nordfüdknchn wird von der Stadt rüstig ge- fördert. Noch che die Magistrotsoorlage über die nach Südosten bis Britz reichende Verlängerung vembschiedet ist, kommt jetzt die neue Magistratsvorloge über die Verlängerung nach Süden bis Tcinpelhof. Die Zweigstrecke Belle-Alliance-Shratze— Kreuzbcrg sollte nach dein früheren Plan über das Tempelchofer Feld hinweg nur bis zum Südringbahnhof Tenrpelhos weitergeführt werden, sie wird aber nach dem neuen Plan noch über die Ringbahn hin- aus bis zur Borussia ft raste verlängert. Die Weiter. führung vom Bahnhof Kneuzberg aus ist notwendig, um die auf dem westlichen Teil des Temvelhoser Feldes entstandenen Siedlungen, den auf dem östlichen Teil angelegten Flughafen, die Süd- ringstrecke der Reichsbahn und den Ort Tempelbof an das Schnell- bahnnetz anzufchliestew chinter dem Bahnhof Kreuzberg wird die Kordsüdbahn nach dem östlichen Teil des Tempelhofer Feldes ab- biegen und auf diesem noch unbebauten Gelände neben der Chaussee her vis zur Ringbahn laufen. Den Plan, diese Strecke als offene Einschnittbahn zu bauen, hat der Magistrat fallen lassen. Nach dem jetzigen Entwurf soll auch die Strecke über das Tempelhofer Feld als Untergrundbahn gebaut werden. Für die in dem neuen Entwurf vorgesehene Verlängerung durch Tempelhof bis zur Boriissiastraste ist es selbstverständlich, daß sie nur als Untergrundbahn ausgeführt werden kann. Auch soll der Untergrundbahnhus Südring, der nördlich de» Slldringbahnhofes geplant war, etwas in den Ort hinein ver- schoben und südlich des Südringbahnhofes angelegt werden. Notwendig wird auch ein Umbau an der Strastenünter- führung beim Südringbahnhof. Der Magistrat beantragt die Zustimmung der Stadt verordnetenversammlunji zu dem so geänderten Plan, und die Bewilliqung der auf 7 Millionen Mark ver- a n s ch l a g t e n K o st e n. Von diesem Betrag tonnen bei Aus- führung des Baues als Notstandsarbeit rund 430 000 M. durch den verlorenen Zuschuh des Landesarbekt samtes gedeckt werden, während der Hauptteil aus Anleihemit�eln beschafft lverden muh. Durch Darlehen von Reich und Staat sind 2 160 000 M. einstweilen zu decken, so dast noch 4 410 000 M. durch eine städtische Anleihe zu decken wären.__ Tpphusereranklmgsa in potsöam. In den letzten vier Wochen sind in Potsdam fünf Föllevon Typhusertrankungen zu verzeichnen. Es ist nicht ausge- schlössen, daß sich diese Zahl noch erhöhen wird. Man führt die Er- krankungen auf infizierte Milch zurück. Da alle Mahnahmen getroffen sind, um die Krankheit zu lokalisieren, liegt kein Anlah zu Beunruhigungen vor. Schwerer Antozusammenftoß. Em schwerer Autozujammcnstoh ereignete sich gestern nach- mittag gegen 4 Uhr an der Ecke M a r t(u- L.u t h e r- und Neue Winterfeldtstrahe. Gegen 4 Uhr nachmittags näherte sich ein die Martin-Luthec-Strahe heraufkommender mit drei Personen besetzter Privatkrostwagen in schnell/r Fahrt der Neuen Wiiüerseldtstraße. Der Führer des Prilxrtkraftwagens verminderte trotzdem die Geschwindigkeit nicht und überfuhr mit voller Wucht eine die Wartin-Luthep-Ttrahe kreuzende Matorradkraftdroschke, m der sich ei» weiblicher Fahrgast befand. Die kleine Motax wurde total zertrümmert. Der Privatkrostwagen prallte gegen die Bord- schwelle und stürzte uuv Der Führer des Privatwagens, Josef Flu der aus der Leibnitzstrahe 101, zog sich Kopfverletzungen und eine schwere Gehirnerschütterung zu. Seine Begleiter, der Fahrstuhl- führer Arthur Krause aus der Mchnerstrohc 3 und der Tischler Hermann Wenzel erlitten Kopf-, Hand- und Beinverletzungen. Der Fahrgast der Motax, eine Frau Charlotte Thiele aus der Steglltzer Strahe 20, zog sich schwere innere Verletzungen zu. Wenzel wurde in das Augasta-Viktoria-Krankenhaiis zu Schoneberg gebracht, die drei anderen fanden im St.-Norbert-Krankenhaus Auf- nähme. Die Schuld soll den Führer des Privatkraftwagens treffen, der angetrunken gewesen sein soll. FrerFpruch in» Trianonprozeh. L>» dem sogenannten Trianonfilmprozeh wurde gestern nach. mittag.von Landgerichtsdirektor Dr. Tolk das Urteil der Straf- kamnier verkündet. Die von der Etaatsanwaltfchast gegen das frei- sprechende Urteil des Schöffengerichts Mitte eingelegte Berufung wurde auf Kosten der Staatskasse verworfen und somit die Freisprechung sämtlicher Angeklagten auch von der 2. Instanz be- stätigt. Die Vtrafkammer kam zu dem Schluß, daß die Zlngeklanten st ras rechtlich für i>en Verlust der Gelder, die von der Wohn- stätiengesellschask an de» TrianonfUm gegeben worden waren, nicht v« r a n t w o r t ch zu machen seien, sie hätten sich weder des Betruges noch der Untreue schuldig gemacht. Die elektrische Stadtbahn bis Mnhlsdorf. Der von der Bevölkerung Mohlsdorfs in ihrer Protest- Versammlung geäp.herte dringende Wunsch(vgl. Vorwärts Nr. 572), daß die Stadtbahnelektrifierung bis Mohlsdorf ausgedehnt wird und dabei die Derkehrs- ft rohen des Ortes unter demBahnkörper hindurch- geführt werden, könnte schan in der nächsten Stadtverord- n« t e n s i tz u n g zur Erörterung kommen. Bon der sozial- demokratischen Sfadtverordnetensraktion liegt«in diese Forderung unterstützender Antrag vor, der bereits in der vorigen Sitzung auf der Tagesordnung stand, über den aber noch nicht verhandelt wurde. Der Antrag weift darauf hin, daß die Mahlsdorser schon lange vor dem Kriege die notwendigen Strecken- Unterführungen gefordert haben, aber damals von der preuhifchen StaatsbahnverwÄtung auf die kommend« Elektrisierung vertröstet worden sind. Er /ährt dann fort:„Wenn nun die Elektrisierung nur bis Kaulsdorf durchgeführt werden soll, dann hat die Mahls- dorfer Bevölkerung auf Jahre hinaus keine Aussicht, zu einem g e- ordnete« Verkehr im Ort zu kommen und die Gefahr der Unfälle steigt mit der rapiden Zunahm« der Einwohner: auherdem gehen ihr die Dorteil« ein«r Schnellverbindung mit der inneren Stadt verloren. Wir ersuchen deshalb den Magistrat, mit der Reichsbahnverwaltung darüber in Berhandlung zu treten, daß die Elektrisierung der Ostbahn mindestens bis Mohlsdorf hin- ausgeführt wird und die zu einem geordneten Verkehr notwendigen Unterführungen gebaut werden." Naubüberfall auf eine Einsame. Ter Täter unbekannt. In der Kolonie Seefeld bei Zühlsdorf nachmittag die 54 Jahre alte Frau Anna M a u r l s ch a t wurde gestern ..»n ihrer kleinen Villa mit schweren Verletzungen beslnnungs- l o s und blutüberströmt aufgefunden. Die Frau bewohnte seit vielen Iahren das Haus allein dicht an der Wandlitzer Strahe. Am Freitag vonnittag erschien bei Frau Maurischat«in Mann, der angeblich Abonnenten für Bodachs Familienkalender werben wollte. Die Frau lehnte das Abonnement ab. Arn Sonnabend vormittag um 10 Uhr wurde derselbe Mann von Bewohnern der Kolonie ge- sehen, wie er zum zweitenmal den Wog nach der Villa einschlug. Um 2 Uhr wurde die Villenbesitzerin von Nachbarn dann schwer- verletzt aufgefunden. Da in der letzten Zeit in Vrovinzstädten wiederholt ein Schwindler aufgetaucht ist. der anGeblich Agent des Bobachschen Verlages war. so liegt die Vermutung nah«, daß dieser Unbekannte einen Raubüberfnll ausgeführt»nd dabei der Frau die Veiletzuna beigebracht hat. Die Ermittlungen und Nachforschungen sind im Gange. Weiter wird zu dem Raubbersall gemeldet: Nach den Zeugenaus- sagen ist die Tat aegen 1214 Uhr erfolgt. Der Täter ist wahrscheinlich «in Russe. Er hat die Frau mit einer Flasche mehrmals über den Kopf geschlagen und ihr schwere Verletzungen bei- gebracht. Als die Frau zusammengebrochen war. legt« er ihr«in Killen über das Gesicht und deckte sie mit einer Decke?u: dann durch. wühlt« er die ganze Wohnung und stahl aus einer Komm-'d««inen Zehnmarkschein. Von den Zeugen wird der Täter folgendermaßen beschrieben: etwa 30 Jahr« alt, 1,75 Meter groß, hervorstehende Backenknochen und gestutzten Schnurrbart. Betleidet war er mit einem grauen Schlapphut, einem dunklen Ueberzieher. außerdem trug er breit« schwarze Schnürstiefel, an denen der Ballen ausfallend hervor- tritt. Nach der Tat ist der Rauher in der Richtung nach Birkenwerder entkommen. Mitteilungen zu seiner Festnahme nimmt Kriminal- kommisiar Braschwitz entgegen. „Kdtm* und„Soll". Sicherheitsverschulden bei der Reichsbahn. Seit einiger Zeit mehren sich die Fälle, daß Rottenführer der Reichsbahn verurteilt werden, weil sie angeblich auf der Strecke nicht genügend Sicherheitsmaßnahmen gegen Unglücksfälle ge- troffen haben. Aus diesem Grunde wurde erst vor kurzem ein Rononausseher vor dem Waldenburger erweiterten Schöffengericht zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt. Daß fast in allen diesen Fällen nicht der Rottenführer, sondern die Reichsbahn auf die Anklagebank gehört, zeigt der Ausgang einer B e- rufungsverhandlung, die vor einigen Tagen vor der Bielefelder Strafkammer stattfand. Es handelte sich um die Anklag« gegen einen 23 Jahre im Eisenbahndienst stehenden Rottenführer, dem die Schuld aufgebürdet wurde für das U n- glück auf der Bahn st recke Oevnhausen— Minden, wo am 17. Ottober vorigen Jahres ein« Lokomotive in«ine Gruppe von sieben Arbeitern hineinfuhr und fünf Familienväter tötete. Bor dem Schöffengericht in Minden war der Rottenführer zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. In der Berufsungsverhand- lung vor der Bielefelder Strafkammer wurde er jetzt freigesprochen. Bezeichnend Ist die von der Verteidigung hervorgehoben« Tatsache. daß nach dem Unglück die Eisenbahndirektion Hannover die Kann- Vorschriften über die Sicherung durch Außenposten bei viergleisigcn Bahnen in Soll-Vorschriften umgeändert hat. In der Urteil"?- bcgründung wurde zum Zlusdruck gebracht, daß ein Ver- schulden, wenn man im vorliegenden Falle von einem solchen reden könne, nicht bei dem Angeklagten, sondern bei der Reichsbahnverwaltung liege. Ein Kleiderfund an der Oberhavel. An der Oberhavel, unmittelbar beim Ort Frledrichstal, fand man gestern morgen die Kleider zweier junger Leute. Bei der Untersuchung wurden neben anderen Dingen auch Erwerbs- loscnausweise, die auf den Namen Friedrich und Rcinhold Bier aus der Stralauer Allee 17b in Berlin lauteten, gesunden. Tatsächlich wohnt in diesem Haus« ein Eisenbahnbeamter namens Rudolf Bier, so daß es sich wohl um dessen Söhne handeln könnte. Friedrichs Karte war im Juni d. I., Reinholds Anfang November ausgestellt. Die jungen Leute sind 1906 und 1911 geboren. Man fand ferner noch eine Speisekarte des Jugendwohlsahrts- amtes Friedrichshain, die 15 Abschnitt» enthält, von denen aber erst einer fehlt, und«ine Karte�von der Ouäkerspeisung. Die jungen Leute sind in den gefundenen Sachen am Freitagabend i» mehreren Wirtschaften in Friedrichstal, wo sie einige Glas Bier tranken, gesehen worden. Bielleicht liegt Selbstmord vor. Eigen- tümlich erscheint nur, daß die jungen Leute vor dem letzten Schritt ihre Kleider ablegten. Infolge der starten Strömung sind die Nachforschungen in der Havel bisher ergebnislos geblieben. Wie weiter festgestellt wurde, wohnt eine Großmutter der beiden jungen Leute in dem benachbarten Malz. Ein eigenartiger Afahrkartenbetrng. Ein Steinsetzmeister war im Juni mit Frau und Kind von einer Sommerreise in der Nähe von Elberfeld nach Spandau zurück- gekommen. An der Sperre kam er mit den beiden Fahrkarten für die Erwachsenen durch, ohne daß sie ihm abgenommen wurden. Das brachte ihn auf die verhängnisvolle Idee, die beiden Karten nochmalszuoerwcnden. Er schnitt den durchlochten Teil der Karte ab, so daß die oberen Hälften als Kinderfahrkarten durchgehen tonnten. In einem Eilbrief schickte er seiner Schwester diese beiden Kinderfahrkarten� mst der Einladung, ihre beiden Kinder zum Besuch« nach Berlin zu schicken, aber noch am nächsten Tage, da die Karte nur drei Tage gelte. Die Frau wollte jedoch die Kinder nicht allein fahren lassen, ging daher zur Bahnkass« und verlangte die Rückerstattung des Fohrgeldes. Der Be- amtc erinnerte sich, daß er an dem Tage des Datums der Karte nur zwei Kinderfahrkarten verkauft hatte, er fand auch die ab» geschnittenen Teile. Diese paßten aber nicht beim Zusammenlegen zu den vorgelegten Karten. In die Enge getrieben, gab die Frau den Bries ihres Bruders heraus. Der Steinsetzmeister hatte sich jetzt vor dem Schöffengericht Charlottcnburg unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu verant- warten. Der Vorsitzende sprach seine Verwunderung darüber aus, daß ein wohlhabender'Mann sich zu einem derartigen Betrugs- Manöver hergeben konnte. Das Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis, jedoch erhielt der Verurteilte Bewährungs- f r i st gegen Zahlung einer Buße von 400 Mk. Die Schau der Kleinen. „Belgische Riesen."— Cpoffum- und Bibersellersatz. Das Hauptinteresse der Kaninchenzüchter hat sich in den letzten Jahren dem belgischen Riesenkaninchen zugewandt, das über«in außerordentlich schmackhafte» Fleisch und ein sehr� schönes, aur verwendbares Fell verfügt. Der Kaninchenzüchter- Kreisverband Berlin-Süd, dem 28 Züchterverems und drei Frauengruppen angegliedert sind, veranstaltet vom 4. bis 6. De- zsinbir in der Schultheiß-Brauerei, Hasenhaide, ein« Kaninchencwsstellung. die außerordentlich reich beschickt ist. Ueber 1000 Tiere sind hier zu sehen in allen möglichen Variationen an Färbung und Gestalt. Di« belgischen Riesen in graubraunem Gewand«, die deutschen R isjens check« n in schwarzweiß, französische Riesensilber. deutsche Widder(aus Frankreich importiert) mit einer richtiggehsrden widderartigen Kopf- und vor allem Ohrsnsormation. Weiß« Rissen, weiße Angora mit langhaarigem Fell, ähnlich den Angorakatzen, Marburger Feh, deren Fell in Haar und Farbe«in« ausgezeichnet« Imitation des echten Feh darstellt, blaue Wiener— ein ffiiercr Zuchtprodukt graublau gefärbt, braune Havanna, Alaska-Kaninchen in schwarz und viel« ander«. Die sogenannten Hasenkaninchen tragen ihren Namen zu Recht, denn sie haben«ine starke Aehnlichkelt mit dem Hasen. Di« Japaner besitzen«in ganz buntes Fell und je mehr Farben das Tierchen in sich vereint, desto höher steht es im Kurse der Schönheit und des Wertes. Di« Hermelinkaninchen sind zum Unterschied von ihrer übrigen Umgebung ganz klein und zierlich und werden deshalb die Zwerg« unter den Kaninchen genannt. Ein« solche Kaninchenmamo ist mit ihrer kleinen Sprößlingsschar anwesend. da» sind klein« Mehlsäckchen mit rosenfaibenen Röschen. In besonders wohloerfchlossenen Käsigen prangen die zw«! wertvollsten Aus- stellungsobjekte: Ein Eostarrer(Bibcrfellcrlatz) und ein Ovossum- fantnchen. Di« beiden Tier« repräsentieren«inen Wert von 1300 M.. was bei einem Kaninchen schon nmnerhin was heißen will. Durch mühsamsten Züchtungs- und Kreuzungsversuch ist es hier ge- lungen, F« l l« zu erzielen, die an das teuere Cdelmaterlal schon recht nahe heranreichen. Verbunden mit der Tierschau ist«in« Pelzaus st«llung. wo gezeigt wird wie schön die Felle nach richtiger Verarbeitung aus» sehen können. Pelzkragen. Müsse, Jacken. Wandbebänge, P-lzkissen in ganz eigenartiger Musterung Heller und dunkler Felle werden in Heimkursen angefertigt, wo den Frauen Gelegenheit gegeben ist. unter fachmännischer Leitung sich ihr Pelzwerk selbst herzustellen. Erster«»nsverkailfter Weih«a»f>ts'Io»derzug. Der Wsihnachte-Sanderzug am 22. Dezember von Ost. preußen nach Berlin ist— wie uns die Reichsbahndirektion Königsberg mitteclt— ausverkaust. Um auch den Angestell.en nach Beendigung de» Weihnachtsgeschäftes eine billige Reisemögktch- keit nach Berlin zu geben, verkehrt der zweite Weihnachts-Sonderzug mit 50 Proz. Fahrpreisermäßigung am Freitag, den 24. Dezember, von Insterburg nach Berlin in folgendem Fahrplan: Insterburg ob 6.18 nachm., Königsberg(Pr.) ab 8.23 nachm., Berlin, Schlesischer Bahnhos an 8.17 früh. Für diesen Zug und für den Weihnachts-Sonderznp am 22. Dezember nach B r e s l a u— Königs- berg(Pr.) ob 3.40 nachm.. Breslau an 6.00 früh, sind noch Fahr. karten erhältlich. Bon der eigenen Z?ra« deS MordeS bezichtigt. Im Februar 1919 wurde der 56iährig« Steinmetz Hermann L i e tz k o w aus seinem Laubengrundstück Oberschöneweide mit einer Kopfverletzung tot ausgesunden. Man nahm an, daß der Tote infolge Herzschlages von der Leiter gefallen und sich hierbei eine Kopfverletzung zugezogen habe. Die Leiche wurde daraufhin zur Beerdigung ireigegeden. 714 Jahre später, im August 1926, trat die Ehesrau de» Kutschers Rudolf Schwarz mit der Bezichti- gung hervor, daß ihr Mann, der zu jener Zeit erst 20 Jahre alt gewesen war, zusammen mit seinem Freunde, dem Kutscher Franz P o e tz s ch. dem Stiefsohn-: des Toten, auf Veranlassung der Mutter däs Poetzfch. der SOjährigen Frau Anna Lietzkow, einen Mord begangen hätten. Daraufhin wurde die Leiche ausgegraben, und bei der Obduktion stellte Medizinalroi Dr. Dyrensurch fest, daß eine Schußöffnuna im Hinterkopf vorhanden ist. Die Kugel selbst wurde auch im obersten Halswirbel vorgefunden. Nach ihrer Ver- Haftung legten die Beteiligten schließlich ein Geständnis ab, daß Frau Lietzkow insolae ihrer dauernden Mißhandlungen durch ihren Ehemann keinen anderen Ausweg gesunden habe, aw ihren Sohn und dessen Freund zu bitten, die Familie von ihrem Q u ä l g e i st zu befreien� Schwarz gestand auch zu, als Zeuge der häufigen der Alte tot wäre. Der Sohn bestritt eine Anstiftung oder Mit- wisserschast feiner Mutter und behauptete, in Notwehr ge- handelt zu haben. Der alte Lietzkow sei mit einem Beil aus ihn losgegangen, und in der höchsten Not habe er seinem Freunde Schwarz zugerufen, den Wüterich durch einen Schuß unschädlich zu machen. Am 9. Dezember werden sich Schwarz und Poetzlch wegen gemeinschaftlichen Mordes, und Frau Lietzkow wegen Anstiftung In ßübaeßen GescJjenK- Kartons: OberbeU-Inlett«». 2340 los* goatrGiIl, es. 130X300.. WW Dimiti-0berbett-B8ZU9775 laQXJOJ t«m Kn«pfen..... m Oberbettbezug Ogs WUchteteff. c*. 120X300... fß languetten- Kissenbezug|25 n. 80X80.....•4 Reinleinenes Bettlaken Ego S-umftE a.«t LftngM«lt«o. 180X233 V Bettlaken w.-. wuchuioa,-i 75 200 es Un(......... R Ueberlaken gn»«wuch«t»£r. C50 mit Hohlaanm verliert.. UP VergietcOen Sie nlcöi nur Pre 195 Hemdhose fertig,»» uako. e nlt breiter Spille.... R Damen-Nachthemd b» 959 bobacb. Stick.. 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Die wirtschastlichc Notlage Unzähliger, die Ver- schüttung der Erwerbsmöglichkeiten für Hunderttausende zwingen dazu, neue Wege zu suchen, neue Beruse zu finden. Es sind nicht Einzelne. Verstreute, die wurzellos neue Bedingungen ,;uin Leben gesucht haben und sie auf diese Art fanden, sondern es ist ein B e- r ii f s z w e i g, der sich zu einer sozialen Schicht heraus- kristallisiert hat. Am Potsdamer Platz steht einer, der davon zu erzählen weiß. Wenn die 5)erren auf dem Wege zum„Fünf- Uhr- Tee" ihrer äußeren (Fuß-) Fassade den letzten tadellosen Anstrich geben wollen, also In den N a ch m i t t a g v st u n d e n, blüht sein Geschäft. Es ist sicher- lich nichts für empfindliche Seelen, auf offenem Markt fremden Leuten die Schuhe zu putzen, aber das Leben ist hart und die Ge- sellschaft fragt den Teufel danach, wovon ihre mit Glücksglltern nicht gesegneten Mitglieder leben. Den Stand bezahlt dem Schuhputzer die Firma, deren Mittel er benutzt und deren Zeichen er an der Mütze trägt. Retlame recht zugkräftiger Art, Reklame, die billig 'st, und sicher dem Unternehmer ihre Zinsen trägt. 8l) M. kostet ein solcher Stand auf dem Potsdamer Platz in guter Gegend, das Putzen 2S Pfennige und im Winter ist das Geschäst sicherlich recht mühselig. Aber der von uns Gefragte hat guten Mut.„Im Com. nier. da stehen bei mir immer 8— 10 Mann an," sagt er.„da ist Hochbetrieb, ich arbeite in Hemdsärmeln."„Wieviel Betrieb ist denn an diesen Novembertagen?"„Heute habe ich 40 Paar Stiefel ge- putzt," sagt der Mann. Aber dafür steht er bis in die sinkende Nacht in winterlicher Kälte. Die 8 bis 10 M. Ergebnis dieses Tages sind kaum Reingewinn. Wieviel Schuhputzer es gibt? Zirka 40 Schuhputzer stehen in Berlin. Allerdings nur in den „besseren Gegenden", im Westen, in der Friedrichstadt und im Ge- schästsviertel. 10 Mann stehen am Potsdamer Platz. 7 am Bahn- Hof Friedrichstraße, ani Anhalter Bahnhof 4 und Unter den Linden, nahe der Friedrichstraße, ebenfalls 4 Putzer. Am Kurfürstendamm, Ecke Joachimsthaler Stroh«, steht ein Mann, ein anderer Ecke Ranke. strnßc, auch am Nollendorsplatz und Winterfcldtplatz, am Dönhoff- und Hausoogteiplatz sind Schuhputzer tätig. Am Stettiner Bahnhof steht einer, ein anderer am KadeWe. Dieser Beruf, in dem mancher Unterschlupf und Lebensmöglichkeit fand, der früher ganz anderen gesellschaftlichen Schichten angehörte, ist auch ein Zeichen für die so- ziale Umbildung unserer wirtschaftlichen Struktur. Die Sladlverordnelenversammlung hat in dieser Woche ihre Sitzung am Dienstag um 6 Uhr Auf der Tagesordnung steht an der Spitze die Fortsetzung der Debatte über den Erwerbs- losenantrag der sozialdemokratischen Fraktion. Dachswhlbrand in Wilmersdorf. In dem Dochstuhl des Eck- Hauses Bozcner Straß« 8 zu Wilmersdors brach gestern abend kurz vor 8 Uhr Feuer au», das schnell um sich griss. Straßen- Passanten hatten einen Feuerschein wahrgenommen und die Feuer- wel?r alarmiert, die mit dem Wilmersdorser und Schöneberger Löschzug an der Brandstell« erschien. Beim Eintreffen der Wehren schlugen au» den Bodenluken dereit» die Hollen Flammen heraus. Baurat Berg lieh sofort über dl« beiden Treppenhäuser mit mehreren Schlauchleihingen angreifen. E» gelang den Brandherd zu lokalisieren und«in Weitergreisen zu verhindern. Dos Feuer war in einer Bodenkammer entstanden, die mit asten Sachen ganz vollgepfropft war. Den, schnellen Erscheinen der Wehren ist zum größten Teil fu verdanken, daß der Brand schnell gelöscht und größeres Unheil verhütet werden konnte. D!« Aufräumungsarbcitcn dauerten bis kurz vor Mitternacht, eine Brandwache verblieb an der Brandstellei prlvake Slnderheime werden von der Stadt Berlin nur ungern zur Unterbringung ihrer Pfleglinge benutzt. Ein völliger Verzicht ist aber so lange nicht möglich, wie es der Stadt noch an einer ausreichenden Zahl eigener Kinderhelme fehlt. Ein in H e r m s d o r f gelegenes Kinderheim, in dem hauptsächlich Kinder aus den Berliner Berwaltungsbezirken Reinickendorf und Wedding untergebracht waren, hat bei einer vom Bezirksamt Reinickcndors durch den zuständigen Stodtarzt vorgenommenen Kontrolle so große Mängel gezeigt, dah dem Landes- j u g e n d a mt die sofortige Zurückziehung der dort ver- pflegten Kinder ratsam schien Die Ursache der festgestellten Mängel ist anscheinend in wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Heims zu suchen. Mit der Abholung der Kinder und ihrer Zuweisung an die eigenen Anstalten der Stadt(Waisenhaus Berlin, Waisenhaus Rummelsburg, Kinderheim Buch) ist bereit» ani Sonnabend begonnen worden. Die konsiimgenossenschostliche Werbeschau im aus erfreut sich eines von Tag zu Tag steigenden Zuspruches erliner Verbroucherschast: seit der Eröfsnung der Ausstellung wurden mehr als 14 000 Besucher gezählt. WWW-....tc. Da am Montag abend die Werbeschau geschlossen wird, dürfte der heutige Sonntag noch einen starken Andrang bringen. Am gestrigen Sonnabend war in den Nachmittage- und Abendstunden der Besuch so stark, dah zeit- weise der Zutritt gesperrt werden muhte. Es empfiehll sich daher, möglichst frühzeitig zu erscheinen. Die Ausstellung ist geöffnet von 1 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abend»! die Modevorführungen be- ginnen um 3 Uhr nachmittags. Zirkus Hagenbeck, der im Buschgebäude ein längeres Gastspiel gibt, bringt in seinem Dezemberprogramm wieder einige hervor. ragende Neuheiten. Ms Tierkünstler gelten Charles Lebs Wunder- offen, die sich als Hand- und Kopiakrobaten und am schwingenden Trapez produzieren. Eine Gruppe von acht.zehn Liliputanerzwergen und ein Riese geben aus artistischem Gebiete al» Akrobaten, Clowns, Schlangenmenschen Reiter und Tänzer vorzügliches. Auf seinem irischen Wallach„A«l Four" gefiel der ungarische Schul- reiter Adolf Könyot. 7Na»d«Nnenk»n,ert. Am Sonntag, den S. Dezember, veranllaltet der Mandolinenclnb„Stern" lMitgl. d. D.AM.B.) in der Aula de« Friedrich- Werdalchen»chmnafimn?. Dochumcr Str. 8b, ein Mandolinenkonzert ge, meinlam mit der e: st vor tu' zem gegründeten Iugendabteilnng. Eintritt»- prci» 75 Pf. Ansang pünltlich 6 Uhr. 1t Ubr. Papp-lallte 15, neue Bergpredigt". Harmonium: Jtcircligiöic Gemende. Sonntag vormittag ,Di» Poriiag de» Herrn Dr. H. Hasse: Vallslieder. Gäste willkommen. Neue Erdrutsche bei Rosengarten. In dem Bahneinschnitt bei Rosengarten haben sich infolge der andauernden Regengüsse der letzten Tage neu« Erdmassen ge- lockert, mit deren Befestigung sofort begonnen wurde. Die Rutschun- gen nahmen einen solchen Umfang an, daß das Gleis Berlin- Frankfurt/Oder-Breslau auf etwa 10 Meter mit Erd- Massen bedeckt ist. Der ständig an dieser Stesse stehend« Wachtposten veranlahte sofort die Sperrung des Gleises. Der Zug- verkehr wurde für kurze Zeit eingleisig durchgeführt und wird jetzt umgeleitet. Die Arbeiten zur endgüstigen Beseitigung der Rutsch- (5?sahr bei Rosengarten werden, wie die Reichsbahndirektian Osten mitteilt, im nächsten Jahre beendet sein. Ei-, Duell zwischen Briideru? Auf dem Gute Leckow bei Frankfurt(Oder) wurden die beiden Brüder Udo und Aldo v. Leckow mit schweren Schuhverletzun- gen aufgefunden. Während bei Udo v. Leckow nur noch der Tod sestgestelli worden konnte, wurde Mdo noch lebend nach dem Zül- lichauer Krankenhaus gebracht, wo er jedoch doffnungelos danieder- liegt. Zwischen Udo v. Leckow. der mit semer Mutter das Gut Leckow verwallete, uitd Aldo, der ein Vorwerk des Gutes bewirt- schaftete, bestanden sest langem Z w i st i g k e i t e n. Man nimmt daher an, dah die beiden ein Duell ausgetragen haben. die Mensthenfresser" von Trebitsth. Der Fall noch immer ungeklärt. Im Oktober vorigen Jahres fand in dem kleinen mährischen Städtchen Ig lau ein sensationeller Prozeh statt, der in die Ge- schichte der Kriminalistik unter der Bezeichnung des Prozesses der„Menschenfresser von Trebitsch" übergehen wird. Die Geschworenen verurteilten damals die Eheleute Paul und Anna Dworatcsk sowie den Josef Fehta wegen Raubmordes an den Brüdern Polititzki in Trebitsch zu lebenslänglichem Kerker. Das O b c r st e Gericht der Tschechoslowakei hat später ans die Nichtig- kcitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft hin wie auch auf diejenige der Verurteilten dos Urteil der Iglauer Geschworenen ausgehoben und alle drei Angeklagten zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Urteil sollte zuerst an Josef Fehta und dann an den Eheleuten Dworatcek vollzogen werden. Vor einigen Tagen nun hat der Prä- sident der tschechoslvwakiscbsn Republik alle drei zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. Die Eheleute Dworatcek weigerten sich jedoch, den schriftlichen Bescheid darüber durch ihre Unterschrift zur Kenntnis zu nehmen und forderten, daß das Urteil vollstreckt werde. Die Ehefrau Dworatcek erklärte nach wie vor, dah sie unschuldig sei. Der Sachverhalt war kurz folgender: Im Jahre 1918 verbreitete sich das Gerücht, dah auf einer Mühle in der Nähe von Iglau acht bis neun jüdische Flüchllingc aus G a l i z i e n getötet und ihr Fleisch eingepökelt und verkaust worden sei. Es meldeten sich Zeugen, die Gerüche von faulem Menschcnfleisch verspürt haben wollten. Der eine der Verhafteten erzählte mit größter Genauigkeit, er hätte Hände, Füße, Köpfe und sonstige Reste menschlicher Körper- teile gesehen und sprach von Fleischmengen, die in der Vorrats- kammer aufbewahrt worden seien. Die anderen Verhasteten— im ganzen waren es sieben Männer und eine Frau, meistens vorbestrafte Leute— waren teils geständig, acht Morde begangen zu haben. Sie gaben genaue Details an, unter welchen Umständen sie es geian, wieviel Geld sie in jedem Fall erbeutet, wie sie die Leute zerstückelt und, in Säcken verpackt, in die Iglava versenkt hätten. Dann wider- riefen ste, waren aufs neue geständig, um schließlich in der Gerichts- Verhandlung alles zu leugnen. Hier blieb nur ein einziger bei seinem teilweisen Geständnis. Das Gericht befand sich in einer äußerst schwierigen Situation. Es waren nur zwei Menschenschädel gefunden worden, sonst nichts. Sechs Jahre waren seit der Tat ver- strichen Sie war ans Licht gekommen, weil(ich einige Mörder ini Rausche verplaudert hasten. Di« Geständnisse selbst waren vor den Gendarmen gemacht worden. Trotzdem diese Geständnisse ver- blüsfende Einzelheiten enthielten, blieb den Geschworenen jetzt, nach- dem die Selbstbe.zichtigungcn und die Belastungen der anderen An- geklagten zurückgenommen waren, nichts anderes übrig, als nur drei der Angeklagten für s ch u l d i g zu erklären. Wie bereits oben er- wähnt, verurteilt« das Gericht auf Grund des Wohrspruchs der G«> ichworenen diese drei Angeklagten zu lebenslänglichem Kerker. Zu erwähnen wäre noch, daß die ganze Angelegenheit der Trebitscher„Menschenfresser", wie sie allgemein genannt werden, zu einer Zeit bekannt wurde, als sich die gesamte Oessentlichkest Deutschlands mit den Fällen Haarmann und Denke beschäftigte. Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin veranstaltet in ihren Verkaufsräumen Wegelizstrahe 1(am Stadtbahnhof Tier- garten) einen Sondervcrkauf bemaller und weißer Porzellane, die kleiner Fabrikationsfehler wejjen mit Preisnachlaß abgegeben werden. Es befinden sich hierbei Blumenvasen, Figuren, Dossn und Schalen, Kaffee- und Teegeschirre, Einzelteller und komplette Tafel- seroice. Es ist bekannt, wie gewissenhaft die Manufaktur zu sortieren pflegt: man findet daher auch jetzt wieder unter den Porzellanen viele schöne Dinge, die Liebhaber der alten Zeptermarke ersrepert werden. Attestes Schtilitteius größten Ui A WERTHEIM Gesthenk- Artikel m raB W? BälSSBÜ■ BBS BUB B B B �«B�UIIIillll|IUIIIIIIIIIIIIIIIIII{IIIIIIHIIIIIIinill!lllllllliniIllllllllllll!l!ll!!l!lll!llll!;il!IIMII l>IMWIIIM!WW>II>IWWWM Leipziger Platz Xb"» pn*') Konlgstr. Roscnthalcr Str. Moritzplatz Kleiderstoffe Kammgarn-Streif. 1«,-- reine Wolle, farbig, Mir' Sportsamt, BÄ™dr 325 Kinderkleider, 70 cm breit. 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Da die deutschen Produzenten infolge der Avsagbelebung sich früher eingedeckt haben, dürfte der Preissturz die deutsche Baumwolloerarbeitung erheblich getroffen haben. Daß die Preise für Garne und Gewebe dem Sturz der Weltmarktpreise für Roh. baumwolle nicht oder nur wenig folgten, wie unsere Graphik zeigt, ist zum Teil auf diesen Umstand zurückzuführen. Nach englischen Berichten haben sich die deutschen Baumwollspinnereie» aber jetzt für die ganze Saison mit Rohstoffen versorgt, und einem jüngsten Bericht der„Textilwochc" zufolge sind die Spinnereien bereits für das erste Quartal 1b27 fest beschäftigt. Subventionen und Kartelle in Englonö. Der Kaufkraftrückgang innerhalb Englands durch den Kcchlenstreik sowie der ägyptischen und südamerikanischen Beoölkeru�, welche ihre eigenen Erzeugnisse nicht vorteilhast verwerten können, unter- bindet trotz des Ruckgai�s der Baumwollprsise den Ausschwung der englischen Baumwollindustrie. Hinzu kommt noch die Ausdehnung des chinesischen Boykotts der englischen Güter auf Hankau und andere Gebiete, welche von der südchinesischen Regierung jüngst er- obert wurden. Es wurde angeregt, daß die Spinnereien mit R e- gierungshilfe einige Millionen Pfund Baumwolle, zu billigen Preisen aus Vorrat kaufen sollen. Auch ist letzt viel von einer R a- tionalisierung der englischen Baumwollindustrie,, welche seit vielen Iahren die organisierte Kurzorbeii eingeführt und im lausende» Jahr nur 26 Stunden in der Woche gearbeitet hat, die Rede. Dem steht aber in erster Linie die Weigerung der Fabrikbesitzer, entsprechende Abschreibungen an der während der Pfuiü>entwertung zu hohen Preisen. erstandenen Fabriken und Anlagen vorzunehmen, im Wege. Im August haben die Produzenten von Baumwollgarnen sich in ein P r e i s k a r t e l l zusammen geschlossen. Das Kartell ist nicht voll wirksam, weck in. ihm nur etwa 26 Proz. der Spindeln vertreten sind. Trotzdem vermochte es bereits den Preisrückgang für Garne und Gewebe, welcher sich aus dem Preissturz der Baumwolle hätte ergeben sollen, weitgehend aufzuhalten. Naöere europäische Länder. Die Baumwollindustrie befindet sich auch noch in einer Anzahl von anderen Ländern im Krisenzustand. Am bezeichnendsten ist die Die fü» R oKbarnirwoTie ,BaumwoTl�apii u.Bauurwollgewebe Juli-Novem'bej. 1946«a (1,5* <1.5* HoKbaumwoHe �- Bpeir.cn,DoHarcentspJs| B aumv/ollf am »«oo••••••••••••••••• Baum-woH#ewel> e S tuft|art,Creto».68an,P£j>.m 2.« dä-iSf' M9 Q« ft.s* W�.1l (i i8. it. 1 1. 18. as. i. 8. is. aa. aa. b. 18. aa ai. 8. 10. 11. a-a. Juli Au§uat SeptembcT Olitoiei« N oveml>er Krise der italienischen Baumwollindustrie angesichts der Tatsache. daß diese Industrie sich noch kürzlich in der Zeit einer Hochkonjunktur befand. Durch die Inflation, niedrige Löhne und Kinder- arbeit gelang es ihr, die Ausfuhr ungeheuer zu vermehren, im vergangenen Jahr gegenüber 1913 um fast 76 Proz. In den ersten sechs Monaten des laufenden Iah-es ist aber ein Umschwung eingetreten, ein Aussuhrrückgang von 36,» Proz. gegenüber dem Vorjahr, und zwar verteilt sich der Rückgang auf sämtliche Pro- duktionsstusen. Die Betriebe arbeiten nur fünf Tage in der Woche, und es soll bald zu einer weiteren Arbcitscinschränkung geschritten werde». Eine sehr schqrse Textilkrisc herrscht in Däuemark, wo von 23 Baumwollspinnereien in 19 Kurzarbeit eingeführt ist, während zwei Betriebe stillgelegt wurden. Im September wurden in der dänischen Baumwollindustrie nur 31 Proz. der üblichen Arbeiter- zahl beschäftigt. Die seitdem eingetretene Besserung hat einen saison- niäßigen Charakter. Die dänische Regierung hat nun die V c r- s ch m e l z u n g der Baumwollspinnereien in einen Großtrust an- geregt. Eine Kommission wurde mit der Vorbereitung des Fusions- planes betraut. Die Beschäftigung der Baumwollinoustrie i» der Tschechoslowakei sank seit Januar um 28,3 Proz. Die Baumwoll- einfuhr beträgt in diesem Land im laufenden Jahr kaum mehr als die Hälfte der vorjährigen. In Polen ist kürzlich eine erhebliche Besserung der Beschäftigung eingetreten. Die Werterhöhung des französischen Fran- ken wird der französischen Baumwollindustrie, im Gegensatz zur italic» nischen, voraussichtlich zugute kommen, und zwar deshalb, weil die französische Industrie, anders als die italienische, sich auf den inneren Verbrauch stützt. vereinigte Staaten und �apan. In den Bereinigten Staaten und in Japan ist, allerding« aus verschiedenen Gründen, eine lebhafte Konjunktur der Bamn- Wollindustrie zu verzeichnen. In den Vereinigten Staaten gehörte die BaumwollindustriGzu den Gewerbezweigen, welche sich nach der großen Krise von 1921 am spätesten erholt haben, eigentlich erst In den letzten Monaten des laufenden Jahres. Der Aufschwung ist außer der im allgemeinen gesteigerten Kaufkraft der Bevölkerung dem Umstand zu verdanken, daß sich der Preisrückgang der Roh. baumwolle hier sowohl in den Preisen der Garne und Gewebe als auch der Fertigprodukte voll ausgewirkt hat, das heißt zu einer erheblichen Preissenkung führte. Die japanische Baum- w o l l k o n j u n t t u r, die im übrigen in den letzten Monaten etwas nachgelassen hat, ist im Gegensatz zur amerikanischen Kaufkraftsteig«- rungs- eine Ausfuhrkonjunktur. Die Hauptabsatztändcr Japans sind China und Hinterasien. In letzter Zeit vermochte das japanische Baumwollkapiial sogar in Indien Fuß zu fassen, wo es in Bombay große Unternehmungen aufkauft«. In der chine- fischen Baumwollindustrie war es bereits seit langer Zeit mit vielen Großunternehmen oertreten. Im ersten Halbjahr 1926 hat Japan zum ersten Male in der Geschichte eine größere Menge Roh- baumwolle als Großbritannien verbraucht, obwohl die Zahl seiner Spindeln trotz der Vermehrung um 36 Proz. zwischen Z921 und 1925 kaum mehr als 16 Proz. der Spindelzahl in der englischen Baumwollindustrie ausmacht. Während aber die eng- tische Baumwollindustrie im letzten Halbjahr ihre Arbeiter nur 26 Stunden wöchentlich beschäftigte, war die normale Arbeitswoche in Japan 126 Stunden, das heißt zwei Tagesschichten von je zehn Stunden. So hängt die englische Baumwollkrise zum Teil mit dem riesigen Aufschwung der japanischen Textilindustrie zusammen. A. H. summ a umijff. Ol« obigen Angebote stehen ihnen ab Montag aur Verfügung!— Schrlftl. Bostoliungen können nicht berücksichtigt werden! Zechen- oöer Verksgas? Zur Frage der Gasfernversorgung. In den letzten Wochen ist die Frage der Gasfernversorgung durch die Ruhrzechen in ein akutes Stadium getreten. Auf die„Kohlenoerwertungs A.-G.", die Dachgesellschaft für Gasferm Versorgung des Kohlensyndikats, haben die Kapitaleinzahlungen der Zechen begonnen, und durch die Presse gingen bereits Mitteilungen über den beabsichtigten Bau von Gasversorgungssträngen auf weiteste Entfernungen, Preise für die„enorme V e r b i l l i- g u n g" durch das Zechengas werden in die Presse lanciert, und es dürften auch die Vertragsoerhandlungen über den Anschluß von Städten bereits b e g o n ne n haben. Damit wird die Oeffentlich- keit zur Stellungnahme zu den Plänen gezwungen. Die Frage, ob Zechen- oder Werksversorgung, ob und wie eine Kombination mög- list, oder ob, wie schon in Mitteldeutschland begonnen, eine i n t e r- kommunale Lösung auf der Grundlage der Werksversorgung vorgezogen werden muß, diese Fragen müssen entschieden werden. So bestechend der Gedanke einer universalen Ferngasversorgung aus den Ruhrzechen technisch und scheinbar auch finanziell ist, hinter der Gasfernversorgung lauern die allerernstesten Gefahren. Nicht nur für die Städte, denen so oder so Einnahmen aus der Gaswirtschast verloren gehen, nicht nur für das in den Werken und Leitungen i n v e st i e r t e Kapital, das zum großen Teil abgeschrieben werden muß, nicht nur in den vielen zehntausend A r- b e i t s I o s e n, die durch die Stillegung der Gaswerke geschaffen werden, ohne daß auf den Zechen entsprechend neue Arbeitsgelegen- Helten geschaffen werden, nicht nur in den 6 0, 8l), Illllundmehr Millionen, die für die Ueberlandleiwngen neu aufgewandt wer- den müssen, und nicht nur in dem mächtigen Ausfall an K o h l e n f r a ch t e n, die die mit Dawesleistungen belastete Reichs- bahn zu verzeichnen haben wird. Auch volkswirtschaftliche Fragen allerernstester Natur sind zur Diskussion gestellt. Zugestandenermaßen ist die Ferngasversorgung für die Zechen eine Koksabsatzfrage. Fallen die städtischen Werke als Koks- Produzenten aus, so haben die Zechen auf dem inländischen Koks- markt ein Monopol. Fast dasselbe gilt für die Nebenpro- dm'te. Die Städte fallen als preisregulierender Faktor weg. Min- destzens von der Kohle bis zum Koks ist der preisbeherrschende Ring der Dechen geschlossen. Einem Kohlensyndikat gegenüber, aus das dl.e lebenswichtige Gasversorgung des Landes übergegangen ist, ist der Staat f a st machtlos, wenn die„Belange" der Gas- Versorgung Kohlen- oder Gaspreiserhöhungen„erfordern". Das- selbe gilt für i>ie Lieferungsverträge eingehenden Gemeinden, die den Zechen au sgeliefert find, mögen die e r st e n Verträge lauten wie sie wollen. Die Frage, was geschieht, wenn aus sozialen oder Katastrophcnursachen die Z u l e i t u n g versagt, ist von töd- lichem Ernst. Allein für diesen Fall müssen die städtischen Gaswerke wahrscheinlich dauernd in Betriebsbereitschaft bleiben, eine Frage auch von der größten finanziellen Tragweite. Endlich aber steht die Wirtschaftlichkeit der Gasfernoer- sorgung durchaus noch nicht fest. Die Differenzen zwischen den Werks- und den Zechengaspreisen sind keineswegs groß, wenn die gleichbleibenden Verteilungskosten berücksichtigt werden. Die Frage der Gas q u a l i t ä t und ihrer Gleichförmigkeit ist offen. Für die Frage der Wirtschaftlichkeit ist von größter Bedeutung, daß un- mittelbar neben den Zechen gelegene Städte auch jetzt noch eigene Gaswerke bauen und darüber hinaus andere Städte, die an die Zechengasoersorgung bereits angeschlossen waren, wieder zum Bau eigener Werke übergegangen sind und die Zechengas» Versorgung preisgegeben haben. Dieser kurze Umriß zeigt, wie dringend die öffentliche Diskussion der Frage der Gasfernversorgung ist. Einzelne Werke und auch der Gemeinde- und Staatsarbeiterverband haben schon Stellung ge- nommen. Wir hoffen, in den nächsten Tagen auch durch Stellung- nähme von Sachverständigen die Frage eingehend für das öffentliche Urteil spruchreif machen zu können. vie Neichsbank Enüe November. Starke Beanspruchung. Die starken Wirtschafts- und Börsenschwankungen der jüngsten Zeit finden in dem Slusweis der Reichsbant zum Novembcrende deutliche» Ausdruck. Die Anlage von Reichsbankmitteln auf den hauptsächlichen Konten w-uchs um 369,6 auf 1698,7 Mill. Den Hauptanteil hat die Steigerung der Lombarddarlehen um 295,4 auf 321,3 Millionen(dabei allerdings 85 Millionen Einreichungen der Golddiskontbank). Das ist eine Lombardhöhe, wie sie zum Monatsschluß noch nie erreicht wurde. 1926 Ende 2. Quart. 8. Quart. Oktob. Novemb. NotenundSchulden:(in Millionen Mark) Reichsbanknotenumlauf.. 2971 Giroeinlage der Wirtschaft. 527 Kredite an die Wirtschaft: Lombardkredite..... 143 Wechselkredite..... 1288 Notendeckung: durch Gold... �. 1492 durch Devisen..... 325 DeckungSverhältniS: Proz. Gold und Devisen zusammen 61,2 Auffallend gering waren die Wechseleinreichungen. Der Bestand an Wechseln und Schecks wuchs um nur 73,8 aus 1286,3 Mill.(gegen einen Zuwachs von 141,9 Ende Oktober, 144,7 Mill. Ende September und 185,7 Mill. Ende August). Der geringe Zuwachs an Wechseln steht in Ko n t r a st mit der starken Zunahme des Reichsbanknotenumlaufs um 511,8 auf 3374,5 Millionen, ebenfalls ein Rekordstand gegenüber der Der- gangenheit. Ein großer Teil der Geldanforderungen kam allerdings aus der Abziehung von Kundengeldern auf Girokonto, die um 565,5 Mill. auf 528,3 Mill. zurückgingen. Rentenbank» scheine waren 1199,6 Mill. im Umlauf(plus 63,5 Mill.). Die Bestände an solchen Scheinen sind bedeutend zurückgegangen, auf 86,3 Mill., was sich aus der Vernichtung v c n 183,1 Mill. dieser Scheine nach den gesetzlichen Borschriften ergibt, in deren Erfüllung die Rentenbank in der vergangenen Woche 293,5 Mill. an die Reichsbank zurückgezahlt hat.(Das zweite Drittel jener 866 Mill. Landwirtschaftskredite, die Anfang 1924 gewährt wurden.) Die Goldbestände blieben mit 1755.6 Mill. gegen die Bor- woche fast unverändert. Die Deckungsdeoisen wuchsen um 39,9 auf 418,4 Mill. an. Die Gold- und Devisendeckung der Reichs- banknoten sank gegen die Vorwoche von 74,5 auf 64,4 Proz. 4000 neue Arbeitslose in öerlin. 242 666 Arbeitsuchende. Wie wir gestern schon meldeten, fft die Kurv« der Arbeits- losigkeit in Berlin in der letzten Woche weiter gestiegen. B«- merkenswert fft die Deutlichkeit, mit der das Lande sarbeitscrmt BerÖn Ke Ursachen der schwierige» Lage in de? StoZung be« Konsums durch die letzten Derbraucher kennzeichnet. Die mannig- fachen Lohnkämpfe, die in Deutschland geführt werden, er- scheinen damit auf einem volkswirtschafllich höchst bedeutsamen Hintergrund. Wir lasten den Bericht des Landesarbeitsamt hier folgen: Der Arbeitsmarkt bewegt sich weiter in absteigender Linie. Die Arbeitslosigkeit ist in der Berichtswoche wieder u in rund 4666 Personen auf annähernd 242 666 g«.- stiegen. Damit beläuft sich der Zugang Arbeitsuchender seit Beginn der Verschlechterung in den letzten drei Wochen auf 12 563 Personen. Wenn auch mit dieser Entwicklung die Wirtschaftsprognosen be- stimmter Kreis«, die einen Konjunkturausschwung aus gewissen Börsen- anzeichen herleiten, in Widerspruch stehen, ist bisher jedoch der Ar- beitsmarkt immer ein wertvoller Gradmesser gewesen, der Schwankun- gen der Wirtschast zuverlässig wiedergab. Als ein Hauptmoment der rückläufigen Bewegung dürft« die Stockung des Konsums durch den letzten Verbraucher gewertet werden, der infolge mangelnder Kaufkraft, mit hervorgerufen durch die un- günstigen Beschäftigungsverhältniste, den erforderlichen Bedarf auf das äußerste einzuschränken gezwungen ist. Das zeigt sich, vom Stand- punkt des Arbeitsmorktes betrachtet, auch in dem geringen Befchäfti- gungsgrad bestimmter Zweige des Nahrungs- und Genußmittel- gewerbes und solcher Industrie- und Gewerbezweige, die nicht für den unbedingten Bedarf produzieren und erfahrungsgemäß sonst um die Vorweihnochtszeit eine weit bessere Beschäftigung aufweisen. Hinzu kommt allerdings, daß die durch die forffchreitende Jahreszeit bedingte weitere Einstellung von Außen- und Bauarbeiten ein« nicht unwesentliche Einwirkung auf den Arbeitsmarkt ausübt. Bisher losten sich keine Anzeichen für eine Aenderung in der allgemein ungünstigen Entwicklung des Arbeits- Marktes erkennen. Es waren 241 836 Personen bei den Arbeitsnachweffen «ingetragen, gegen 237 768 der Vorwoche. Darunter befanden sich 152 137(156 915) männliche und 89 693(86 853) weibliche Per- sonen. Unter st ützung bezogen 165 552(164 425) männliche und 56 486(54 579) weiblich«, insgesamt 16 2 6 3 8(159 664) Per- sonen. Außerdem wurden noch 38 965(37 369) Persotten durch die Erwerbslosenhilfe der Stadtgemeinde Berlin unterstützt und 8766 (8566) Personen bei Notstandsarbeiten beschäftigt. Die Gewinnbeteiligung bei Zeitz. Für das Rechnungsjahr 1926 oerteill die Firma Karl Zeitz in Jena eine Dividende von 4 Proz. des Arbeitseinkommens jedes Arbeiters und Angestelllen an die Arbeitnehmer der Firma. In den letzten Jahren war keine Dividende oerteilt worden. Der Industrie, und Handelstag über den Kundenkredit. Der Einzelhandelsausschuß des Deuffchen Industrie- und Handelstaaes warnt in einer Resolution den Einzelhandel im Hinblick aus die Besonderheiten unserer Wirtschaftslage aus das nachdrücklichste vor den neuen Kreditverkaufsmethoden und fordert die Geschäftswelt und die Allgemeinheit auf, grundsätzlich am Barzohluugs- system festzuhalten.— Wir verzeichnen diese Meldung, weil sie für die Auffassungen in den Spitzen des Einzelhandels charatte- r i st i s ch ist, nicht weil sich die Arbeiterschaft ausgerechnet vom Industrie- und Handelstag über die Tragweite eines überspannten Verbraucherkredits belehren zu lasten braucht. Berfrner Sparverkehr im Oktober. Nach den vorläufigen Be- rechnungen der Sparkaste der Stadt Berlin, Berliner Stadtbonk. hat sich im abgelaufenen Monat der Bestand im Sparverkehr von 165 580 382 M. auf 116 485 263 M.. d. h. um 3.9 Mill. M.(3.7 Proz.) erhöht. Die Einzahlungen verzeichnen mit 16 926 669 M. gegen- über dem Vormonat einen geringeren Rückgang um 5,2 Proz., während die Rückzahlungen mit 7 621788 M. um 7,1 Proz. höher waren als im Vormonat. vm&hann rch fneuJe nmehenl tvh mifßfiSnseh&ffi? rjOondeshirter feinen- c/. GebHd weberei vy*■ Ou X OU fi Berlin U/s JCeipzigerSfn 2.0-2.2- 250.1 Mcscfted-Teppidbe Marke Halbmond Persermuster aus bestem, reinem Wollgarn � 990o$''2075 M 35-° Ä- 51 50 200. 77_ 230.«O_ 300»«- 315 öO." Pcristan-TepplAe rein« Wolle mit Handfranee, getrcne Perserkopien 120, 238 200, 300 59 75 101.- 5�1195° �159*» 3650 Joo' 79" Vclout-Teppicb« Macke Extta, Perser- und Blumenmuster N- 81 50 2� 42.- U- 63 50 io" 109.- Lla BoucU-TcppiAe moderne Master N 39.- 300' 57.- sso' 1 12�° 400" 154.— soo" 199.- �ox 232.- A" 85-° �114.- flföhan-TeppiAe Marke Halbmond m. 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Kosten zahlen Sie obendrauf I Es sei denn, Sie hielten es frei nach Otto Kalauer: ,MaS Du ererbt von Deinem Onkel hast, ergreif es, um davon zu flitzen." Ist das ein Leben? Hat jeder so ein Glück wie Nachbar Meier, der lein Erbteil in Ruhe ver- zehren kann und einen riesigen Brillanten im Schlips wägt, weil von den restlichen 3000 Mark ein schöner Stein angeschafft werden soll--? Wer wir sind abgeschweift. Auch wir zählen zu den Glücklichen, allein ein Testament nach besten Kräften nutzen zu können: die hinterlassenen Rezepte unseres verstorbenen Gründer» Z u b a n. Sie stammen von seinem Jugendfreunde vr. Mi Nabi, dem Letzten eine? sich schon seit Urzeiten mit derTabakexpertise beschäftigenden Türkengeschlechts. Er besitzt ganz besondere, vom Vater aus den Sohn vererbte Geheimnisse und Erfahrungen. Seinem Können verdanken unsere Erzeugnisse ihren Weltruf. Unser Münchener Kiudl, das Wahrzeichen der allen weltbekannten Zuban« Z i g a r e t t e n f a b r i k, hat jetzt emeut das Testament des alten Z u b an studiert. Erinnerungen an vr. Ali Nabi steigen auf, der Entschluß steht fest: auch das Kindl wird nach dem Beispiel unseres Gründers den Tabakdoltor im Orient einmal besuchen. Auch unser Kindl wird, wie früher unser Gründer, an Erfahrungen reich und mit glückhaftem Gewinn heimkehren. Mit seiner Hilfe werden wir neue Kunstwerke schaffen. Noch heute werden wir ob des Besuchs des Kindls beim Dr. Ali Nabi an« gen.— übermorgen hören Sie mehr! Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Mr flehen mit! Die leichten süffig süßen Mischungen unserer Zigaretten sind Glanz« tücke der heutigen Zigaretten-Herstellungsart. Drum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sondern werden Sie Künstler des Geschmacks l Rauchen Sie: Lucy Doraine, die Zuban-Fünfer! iVä 'Ae/' Jdtoaqpm- fe&ätu*,/||/"«ülv o.« � 4! v itf*«� O ä W 4r¥n' rrAcKt livln**, . bcnutjärt'. durch die wir den Kindern unserer Verbraucher danken wollen för die treue Freunäschaft zu unserem allseitig beliebten Sctiuliputz nURBINu. Die nach Millionen zahlende Zahl der„URBW-Anhanger, macht es uns trotz der Verwendung der größten Festraume unmöglich, alte Berliner Kinder in einer Woche zu bewirten Es beginnt daher, um auch den DaheimgebRebenen eine Freude zu bereiten, gleichzeitig morgen die Verteilung der „ U R B I N• S d i e I e Jeder Kaufer einer Dose nURBINM erhalt ein Spiel gratis, mit der» sich unsere kleinen Freunde recht angenehm und lustig die Zeit der Festtage vertreibea können. SJ* id tr st, -Ifttdien roh emailhen UOdie Lot! dien 42 ff. 80 fl. .. 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Hamburger Str. 21-23 Eckhaus Oranienburger StraSe 8 Minuten vom Hnckeschen Markt Stadtbahnhot Vörie Zirkus Busch Jede Spielwaren-Gruppe im Sonder-Raum, daher leichteste Auswahl trotz umtangreichster Ausstellung Einzig dastehend I Qerod�j is! u. bleibt das besk Rersil.- Wenn Sie es bisher tiiehi mssien, so machen Sie einmal die �o6e. Vur farbige Sachen genug! eine einfb- ehe kalte£auge. D/e wunderbare S&dinigungs kraft dieses Wasch mükls bewirk! aueh so schon die sorgsam- s!e Säuberung. ♦ Öffentliche Erklärung Die Konsumfinanzierung ist eine Erwerbsquelle für Finanzinstitute. Daher verteuert jede Konsumfinanzierung dem Käufer die Ware, sei es fichibar durch Zinsen oder durch Aufschlag auf den Kreditschein, sei es durch andere, nichi klar erkennbare Methoden, z. B. durch Abgabe von Prozenten seitens der Firmen an die Kreditinstitute. Es ist darum nicht empfehlenswert, Ware des täglichen Bedarfs auf Kredit zu nehmen. Wir werden daher im Interesse unserer Kundschaft bei unserm bisherigen Verkaufssystem verbleiben. Zohn Busch Louis Cohn jr. Nadif. Gustav Cords Rud. Glaubitz Nadif. Fr. Hahn Rudolph Hertzog N. Israel Kersfen u.Tufeur Bernw. Leineweber Leiser Lindemann& Co. A.-G. R. M. Maassen Mercedes Sdiuhges. m. b. H. Michels& Cie. Ferdinand Neumann Peek& Cloppenburg Spielwarenhaus B. Keilich Conrad Tack& Cie. A G. Vertrieb sädis. Gardinenfabriken Joh. Pellot& Co, A. Werlheim ünfcrem Standpunkt Haben sich bereits etwa 5000 Firmen angeschkoffe», unter anderen: t. Aden. Herrn'«od Knebenlron- lektion, D!n NenVeilB.Kenninnstr�O C. Adler, Volweren, Berlin OH KSnlgebcrser StrrC« 13 AJa, Krufbiui. ChetloUenbg.Migeila. etriü« 6 J. Ahn-arn, Herren- nnd Knaben- fcooleklien, Berlin NW, B.nBelttr. 53 J. Beer. Herren- u. Knabenkonfektion, Berlin N, BedstreBe 26 Hermann Bcmbnrd, Kaufhain, Berlin S 59, Herwannplate 2/3 Herrn»nn Bordiatdl, Wische, Berlin NW 21, Wilsnacker StraBe« Adolf Dannenbaum, Damenkleider- stofie, Berlin S, OranieoslraBe 150 Dcclrcirer Halreririeb, Kerrenhilte und l elrwaren, Berlin N, Frledrlch- _ strafe 143.149 r Theodor Elaulcln, Manulaktuivarcn, Berlin N, BrunnenstraBe 129/130 A. Enne», Wische, Bln. NW, K«ilatr.27 Stefan Esdera, Kaufirans L Bekleidung, Berlin C 2, Kaiser-Wllhelm-StraBe 65 A Grob, Binsen- nnd Damenwisehe, Barlin N, FriedrlchstraSe IIS Kurt Grob, Herren- nnd Damenbekleidung, Berlin, Frledrlchatr. HS Franz GroSheim, Berlin-Uchterfeld*- West, DrakcstraSe 66 Faul Held Nachf, Kaulhaui, Bln. N, InvalidenstraBe 162/163 S. Jacobowitz, Herren- und Knabenkonfektion, Berlin N, Badstraße 19 S. b L, Kadlseh, Herrenausstattnngen, Berlin NW 21, Wilsnacker StraBe 16 Otto Kneifer, Manufak'urwaren, Berlin NO, Elbinger StraBe 13 Kuhnen b Jdrtnrt, Berufskleidung, Herren- u. Knaben-Konfektion„Kajot", Berlin OST, Alezanderstraße 12 Angoat Kflhler.Trikotagen, Berlin SW, KöniggrStzer StraBe 26 R. b Q. Kahl, WoOwaren, BerUoNWZI, JonasstraOe 4 Leo Losa, Herren- nnd Knabenmoden. Berllu-WeiBensee, Berliner StraBe 234 S. Lllimann, Herren- nnd Knaben- moden, Berlin SO. OranienstraBe 3 Alfred Lnsltg, Juwelier, Berlin O, KoppenstraBe 2 Lnxoswlsche am Zoo(Inhaber Arth. Spiegelglafl), D.'menwBsche. Berlin- Charlottenburg, Joachiraslhaler Str. 39 Hermann Meyer, Manulakturvaren, Berlin N, Schlvelbelner StraBe 26 L. Meyer, Jan., Damen- und Kinder- konfektlon, Berlin CH Rostnthaier StraBe 43 R. b 5, Moses, Kaufhaus, Berlin N. Weddingplatz Hermann MOilcr Nadif-, Herren- ausstattung. Bln. N 4, Invalldenatr. 119 A. Reltzig, Herren- und Knehen- konfekdoo, Berlin O, Frankfurter Alle« 44 Haas Reuter, Strumpf- o. Wallwaren, Berllu-Frledenau, HauptstraSe 83 M. Sch lier, TerUlhaus, Bln.-Nleder- achSuewrfde, Berliner StraBe 30 |. SdsoU, Herrenmoden, Berlin Friedenau. RhelnstraSe 9 Emil Schlemmer, Manufakturwaren, Berlin WM, HoheustaulenstreBe St S. Sdsmuckler. Woiiwaren. Bln. NS8, Schönhauser Allee 126 Max Schulze, Peirkonfektion, Bln. N, HochmeisterstraSe 6 Strlcktarn. b Sirumpfwarenfabrlk Wiih. Buchhol.'a, Woiiwaren, Berlin N54, BrunnenstraBe 194 Ernst Taeger, Damen- und Kinderbekleidung, Berlm-Steglha, SohloB- straSe 26 Weber b Hayaadser. Trikotagen, Berlin NO 18, Or. Pranlriurter Str. 96 Sds. ZImet, Gardinen, Berlin SO 16s Köpenicker StraBe 102 Th. Zimmermann- Gua leafrei. Sohl- Lehenwebarei 4 Wlsohelaorik, Bln. WS, Lcipsigtr StraBe 100 Die Qäschlftswelt des Ostens (Frankfurter AUee): Adens s Gardinen b Tenpldshaas, Berlin 0, Prmkiirter Allee 66 Klara Bartal. Oamen-Pula, Berlin 0, Frankiurter Allee 254 Emil Bre aller, Herren- und Damen- koaiektion, Berlin O, Pnukl arter Allee 4, Rad. Celtserg,(Inh. JuL SievrerO ......... Berlin O, Schi mspezislgesohäft, Frsuklurter Allee 30s SUdmand EUeealaedt, Damcnkonlek- tion, Berlin O, Franklurler Allee Ii M. Olienecke. Hut- und Kleidarputz, Berlin O, Prankturter AUee»4 L.Herzberil, Herrenkonfektion, Bln.0, Fraakiurter AUee 63 $1« B trtad laa« hy. Hmren- oni Knih«»- knntektien, Beriin Ol Ptanknsrtof Allee iWZn H. Joiepit. HatTeakittlekBou, Bbk 0. Frankfurter Allee SVS5 Walter Klela. DansnkaalekfloskBta-O, Frankiarter AUee 84 Hägs Krebs, Damen HonfekUe«. Bln. O, Frank urtor AUea 81 Kort Lsska. Ds-nnkn-ilektloa. Bln.W�> ag> Minister sind matzgebend die Bestimmungen der Reichs- und der preußischen Landesverfassung. E» ist ouziveiselhast. daß die evangelische Bevölkerung ganz unglaublich zum Streik verhehl worden ist. Ich hätte Grund gehabt, mit der ganzen Stärke des Gesetzes gegen die Eltern vorzugehen. Ich habe das aber im Interesse einer Verständigung unterlassen. Der Minister appelliert zum Sc" an die Parteien, dafür zu sorgen, datz das Reichsfchulgesetz im Reichstag möglichst bald verabschiedet wird, damit künftig solchen unliebsamen Auseinandersetzungen der Boden entzogen wird. Abg. König(Soz.): Die Volkspartei desavouiert mit ihrer Anfrage ihren eigenen Parteifreund Voelitz. der als Kultusminister Nischatke 1924 in einen rein evangelischen Kreis nach Oftpreutzen berufen habe. Da» Ar- Sument, daß durch den dijsidentischen Schulrat die evangelischen linder vergewaltigt werden, ist an den Haaren herbeigezogen. Die honen sink'' 1__" an die Kirche Znlerpellat» sind nichts anderes als ein vorstotz gegen die staal- liche Schulhoheil. um die Auslieferung der Schule Arbeilerwohlfohrtslolterie— err Kahl Hai Dusel— wie noch nie: l» Drei» ein Auto er erhält. gebraucht er'» nicht, macht er'» zu Geld. Lsj« zur»Lrdetter» WoHlfoHrtsUtterte� zum Preise vou 0,50 M. sind in allen durch Plakat« gekennzeichneten Läden, Büros der Arbeiterwohl- fafctl und durch alle Volksbuchhandlungen zu haben. hinter Nischalke gestellt. vorzubereiten Die Lehrerschaft hat Wir fordern den Minister auf. unter allen Uinftänden fest zu bleiben. (Beifall links.) Nach kurzen Ausführungen der Abgo. Frau v. Tillag(Dnat.) und Goliwold(Z.) gibt Abg. Dr. VocUtz(D. Bp.) zu. Nischalke nach Ostpreußen geschickt zu haben. Er empfiehlt dem Minister, den Schulrat zu versetzen und durch Verhandlungen mit der Eltern- schaft den Konflikt beizulegen. Kultusminister Dr. Becker: Einen Schulstreik anzuzetteln und auf dem Rücken der Kinder auszutragen, weil ein Schulrat alle Jahre einmal auf eine halbe Stunde m eine Schulklafse kommt, ist ekelhaft!(Große Unruhe rechts!) Das Kompromiß, dos Sie von mir verlangen, ist nichts anderes als ein völliges Nachgeben der Regierung. Daran ist nicht zu denken.(Beifall links.) Abg. Klupsch(Soz.) schildert die Schwierigkeiten, mit denen Nischalke zu kämpfen hatte. als er feinen Dienst antrat und die aus eine völlige Sabotage seiner amtlichen Tätigkeit Hinausliesen. Es muß fest. gestellt werden, daß die Elternschaft sich zuerst überhaupt nicht darum gekümmert hat. Erst bestimmte parleipolillsch auch von Berlin beeinflußte und vor allem eoangellsch-kirchliche kreise hätten nachweislich die Unruhe in die Bevölkerung hineingetragen und ständig geschürt. Der Redner führt Fälle an, in denen oersucht wurde, die Eltern mit den Zwangsmitteln des Terrors zu beeinflusien. Die Rechtskreise werden in diesem Kampfe keine Lor> beeren ernten. Wir sagen jetzt schon voraus, daß sich der Streik gegen die Drahtzieher auswirken wird.(Beifall bei den Soz.) Abp. Meyer-Herford(D. Vp.) kündigt nach telegraphifchen Meldungen weitere Ausdehnung des Streiks in der nächsten Woche an.(Heiterkeit links.) Danach werden die Interpellationen durch die Besprechung für erledigt erklärt. Hierauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag, den g. Dezem- der, nachmittags 1 Uhr. Tagesordnung! Kleinere Borlagen: Haus- suchungen bei reaktionären Politikern, Denkschrift des Innen- Ministers über Auflösung des Bundes„Wiking" und des„Sport- Vereins Olympia".. mril mä l S 5& i &f|| ml Sil RÜ- OßeRRüSCHUKCeN 0�7/77 CfesB! SßMSSJlRX'Sfaaitäenjabrik möchte ihren- freunden$um Ses€ eine besondere Srexide machen. £kshaib sind die SWISSAR���csdicnkpacluuiqea) herausgekommen. Oßnsdeihdndc schufen diese apatfm aromanschen StöflSSARX'Sttqareäe ein mahrhaft fcstUches(yaaand s» s F/ m/ A- � mit UOtca. ftuhcnfirachtiyea snAssmv' Ueqt-unc sdiSnt IDunsAen jurzui.-fvlics fest fra IDaiauf kt für 3ha%unuis*uitcrschnft und•für' jursmlichc fäcnurktuigen. Xtfy(jtmssea. jfüa» lh, derJeU juics luxsihcht llhotraeduuif: Mol jwr'JtaiAi,/ ßMMM M' WMMW M W W WWiWÄ S |>\ Üi kB.- A4 MMÄM W � |i;i W W Verkäufe tuppcn, Babys. Puyscywogcn. Repa- raiur-n prciswcrt, billiyft. Fbrstrcuicr. 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Bolle- Yoghurt schafft einen reinen rosigen Teint! Die Haut wird straffer und frischer t Bolle- Yoghurt ist olso ein SchOnheUsmltiel und zwar eines, das an on/c/i/Oarer Wirkung und Billigkeit alle kosmetischen Schönheitsmittel übertrifft.... so schreibt u. a. Ehe Röhnlsdi, S.SO, Hiddensöer Sir. 2. Also trink' Bolle-Yo6hurt! Schenkt Möbel ,u Weihnachten und kauft Schlaf, immer, Speilutmnur, Her. r-n, immer. Küche». Büfetts. Stand« uhren, Bücherschränke. SchretMiHH«, Schreibselsel. rund« Tisch«. Klnbtilch«. Nähtische, Spiegeischränte. Bettstellen. Wafchkommoden. Nachiti'chc. Zluraarde- loben. Sofa», Ruhebetten hei Möbel- Bödel, Morillplah. Beilaus im ssabrit- gebäud«. Zohlungserleichierung._ TeUifahlnua. Schlaf, immer. Speise- »immer. Küchen sowie sämtlich« Gin,-!- möbel. geringft« Animbluna. brauemste Adlahluno. Röbelhau» Suisenstadl. llöpenickgrsirall« Tk.Tö. Ecke Brücken stra lle. Ostrowski, Möbelhaue, Tnrmstralle 72. . wulv«,__"(jmj uc-a ,rst» Etage. 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Ich kann nicht leugnen, daß mir zuerst wieder ihr rotbronzenes chaar auffiel, wie damals in Berlin, als ich in jenem grauenhaften Kriegssommer ihr gegen- über wohnre. ..«ie leben jal" rief ich impulsiv. Sie war mir, nachdem ich das Berliner Haus mit seiner düstern Atmosphäre vergisteter und verbitterter Menschen für immer oerlassen hatte, cft vor dem Geiste erschienen— stets so, wie ich sie zuletzt gesehen hatte: das jung« Blumengesicht leuchtend vor Blässe, die Goldaugen ruhelos, hart überglänzt von vielen schlaflosen Nächten, die ganze Gestalt an ein gefangenes Eichhörnchen erinnernd, das irr und toll in einer Trom- nrel herumrast. Damals hatten die Menschen, die gern am Unglück schnüffeln(hat es führ sie belebenden Geruch?), in chaus und Straße von ihr geflüstert, daß sie bald sterben, sich Leid antun werde, daß sie vor Angst verrückt sei. „Ja, ich lebe wohl/ rief sie lochend und schleudert« den Kopf triumphierend nach hinten.„Hat Ihnen mein Mann gesagt, daß ich gestorben sei?" Ich mußte ihr erklären, wie mich nichts mehr an jene gern vergessene Zeit und ihre Menschen band. Wir gingen zusammen, es war ein heißer Nachmittag, mit Scirocco; ich bat sie, mit mir in einer Latteria Platz zu nehmen. Dort erzählte sie nach einigem Wehren—.ich vergesse es schon halb, empfinde es gar nicht mehr" sagte sie— ihr junges Frauenschicksal hin. Blätterte erst flüchtig zurück, verfing sich dann, wurde heiß. Und dann-- dann brach das Leid aus ihr, unver- harschter Schmerz, unerlöschter Vulkan, und ich sah wieder, noch einmal, das Gesicht des Krieges seine Teufelsfrage hervorblecken, dieses Krieges, der mehr als Leiber noch Seelen gefressen hat. Er nahm sie. woher sie ihm nur kommen wollten, und junge Mütter, aus Ehefrauen plötzlich in Feindinnen gewandelt, wurden ihm in allen Ländern zum Opfer hingeschleudert. „Ich bin Römerin, mein Mann war Berliner und nahm mich Siebzehnjährige als seine Frau mit sich. Wir waren beide lustig und glücklich. Ich hatte gerade mein Söhnchen geboren, als die schlimme Zeit anging.„Italien wird uns im Süden unterstützen," sagte mein Mann,„es wird schwer werden, aber es wird doch gut gehen." Ich hatte ja den Anblick meines Kindchen», aber wenn ich den Kopf hob, war mir schon in allererster Zeil, als sei eine Falltür zu- geschlagen über mir. Keine Post mehr von meinen Eltern. Und dann kam das Entsetzliche: mein Land gegen uns! Mein Mann wurde toll. Er warf mir die Ereignisse vor, als habe ich sie gefügt. Kam tage- und nächtelang nicht nach chause. Er war Ingenieur, blieb rekommandiert, aber die Arbeit bekam ein anderes Gesicht. Keine Anerkennung mehr für Leistungen; alles wurde Dienst und Befehl. Eines Nachts hörte ich ihn schließen, nachdem ich ihn drei Tage nicht gesehen hatte; ich tat, als schliefe icb. Er. ging leise beim Schein feiner Nachttischlampe im Zinnner umher, stand dann beim Kind« gebeugt an der Wiege und ich hört« ihn etwas murmeln. Da war mir— da war mir, als ginge ein fremder Schatten durch den Raum. Er langte mit dem Kopfe zur Decke empor Und zwei Arm-, zur Zange gekrümmt, streckten sich nach der Wiege. Ich schrie auf, schnellte aus dem Bett, riß niein Kind an mich. Mein Mann stand da und schlug die Arme über- einander und höhnte mich- Beschimpfte mich, wollte mich schlagen, well ich die Leute zufammenschrie. Ich merkte, daß ich gar nicht selber schrie, da war etwas in mir, das schrie heraus. Bis ich ohne Besinnung war und aufs Bett fiel; aber den Kleinen ließ ich nicht los. Von dieser Nacht an haßten wir uns beide. Ich verrichtete meine Arbell, sprach mit Nachbarn, ging aus, fuhr mein Kind spazieren: ich tat so, als wenn ich lebte. Doch ich war halb tot. Ich zitterte vor dem Augenblick, wo mein Mann zur Tür herein- kommen mußte. Immer spät abends, immer voll Zorn; aus allen Taschen leerte er daim Zeitungen, und well ich sie nie las— ich kann die deutschen Lettern nicht begreifen—, darum warf er mir die Stichworts zu:„Zehntausend Italiener am Isonzo gesangen!" „Bomben über die Lombardei abgeworfen!" Ach, Sie erinnern sich vielleicht——— Ich dachte an mein« geliebten Menschen. Vielleicht stand mein Bruder am Isonzo, war vielleicht unter den vielen, vielen Toten, die mein Mann mir immer nannte! Ich schlief kaum noch. Wenn der Mann, den ich fürchtet«, well er mich so soltette, zu unserem Jungen wollte, sperrt« ich den Raum ab. Er sah oft aus, als wollte er uns beide erschlagen. An seiner Arbeitsstelle herrschte ein Geist, der immer mehr hetzte; er selber hatte alle eigene Meinung ver- loren. „Feinde ernähren! Ich hab's satt!" schrie er mich eines Mor- gens an, als ich ihn um Geld bot. Ich fiel in die Knie, beschwor ihn, seine schrecklichen Worte zu lasten oder mich heimzubringen, wober er mich unerfahrenes Ding geholt Halle.„Wenn ich dick; zurückschicken könme, gern. Aber der Jung« gehört mir!" war seine Antwort. Nachdem er fortgegangen war. nahm ich mein Kind ins Wägel- chen— es lief noch nicht— und fuhr mit chm durch die Straßen. Immerzu, immerzu. Ich wollte aus der Stadt! ich Halle gar keine Gedanken mehr, bloß den Trieb, fort, fort. Der Junge wurde hungrig, dann kaufte ich ihm etwas beim Bäcker, und dann fuhr ich wieder, bis ich nicht mehr tonnte. Ich habe an einer Haus- schwelle in Johannisthal gesessen, bis ein Arbeiter mich aufhob. Der hat mich mit dem Kind und dem Klappwägelchen in die Bahn gesetzt und hat mich noch an meine Haustür gebracht. War solch guter Mensch. Vierzehn Stunden war ich an dem Tage fort gewesen. Dann bekam ich mich noch eine Weile in Gewalt und plötzlich war es aus. Ich konnte nirgends mehr still sitzen: ich mußte immer laufen, laufen. Wenn ich am Abend in ein Kino ging, well ich glaubte, daß mein Kopf bester werden würde, in dem immer ein Schmerz tickte — dann saß ich wohl fünf Minuten. Sah ein Bild vom Krieg, da riß es mich hoch und ich lief wieder davon. Meines Mannes Butter fj—' ins Haus, ro«-' ich nicht meh? arbellen konnte. Sie war eine gute Seele, aber schwach gegen ihren Sohn und ganz abhängig von seiner Meinung. Es kam so, daß ich immer durch die Wohnung lief, Tür auf, Tür zu, stundenlang, und mir den Kops hielt. Wenn man mll mir ausging, lief ich bald davon, ließ sie hinter mir rufen, rannte immer schneller, rannte, bis ich keinen Atem mehr hatte. Und dann staird ich und weinte Mein Mann holt« cmen Arzt, noch einen; die sagten allerhand. mos mich beruhigen jollte:»Können Sie mich noch Haus bringen?" Drivgea» volwendig ist,«ah Schiller».Zang- stall voll Orleav»" verbole» wird. Die ver- herrllchllllg einer vewaffueten lt) AranzSsia(!I) bedenlel eine vflcn'ative par. einahme für Cocarno llvd Tholry, die geeievel ist, Ruhe vud Ordllong in empfindlicher weise asw. 3n Shakespeare».Hamlet' kann die lllcndiiuz, daß etwa» faul im Staat« sei. Rohe und Ordnung usw. Auch da» Requisit de» HohlschSdel» Ist ein verstecklei Angriff auf da» erhabene Zoeal de» vürgerblock». schrie ich sie an. Ich kannte keinen Anstand mehr, teme Grenzen. ich dacht« und sagte alles, was mich zerriß. Bei solchem Arztbesuch hörte ich ein Gespräch mit meinem Manne hinter verschlossenen Türen. „Messer. Scheren aus den Augen nehmen, auf Gas achten!" Mein Mann sagte, daß ich aus dem Haufe müßte, hier dürfe es nicht passieren, man würde chn einer Schuld bezichtigen. Ein Sanatorium in der Schweiz wurde genannt. Dahin brachte mich nun meine Schwiegermutter; ich wußte ja es ging ihnen Beiden um den Kleinen, den ich keine Sekunde aus den Augen ließ. Ich habe damals irr« gesprochen. Merkwürdig ist es. daß man dies wissen kann. Ich höre noch Worte wie aus einem Halboer- geffcnen Traum heraus: sie stoßen noch mir, sie blecken mir die Zunge: Da, so hast du das gesagt! Dabei war ich wachsam, daß mir niemand den Jungen nehme: ich blieb nur im Bett, wenn man sein Bettchen dicht daneben stellte. Ich fühlte genau, meines Mannes Muller hatte den Auftrag, sich bei Gelegenhett mit dem Kind auf die Heimfahrt zu begeben und mich meinem Schicksal zu überlassen. Da griff mir eines Morgens eine Hand in den wüsten Kopf und schob darin etwas zurecht. Ich weiß, ich fragte, wo wir seien und wo der Ort liege. Als das Frühstück die Leute beschäftigte, schlüpfte ich mit dem Kleinen auf dem Arm durch einen Neben- eingang hinaus und kam ungehindert in die Stadt, fand einen Wagen zum Bahnhof und wie durch ein Wunder rettete mich ein Schnellzug, der wenige Minuten später abging nach Lugano.— Da sprach man italienisch: ach, wie das war, wie das klang! Ich schnatterte immerzu, lachte und weinte und fühlt« das immer: Ganz nahe— ganz nahe— die Heimat duftet schon herüber: da kann ich wieder allnen, esten, schlafen! Doch das Kind verlangte nach Ordnung und Ruhe— und ich wußte auch, daß ich krank war, daß mit mir etwas nicht richtig war. Am See log ein Sanatorium, da wandte ich mich hin. Der Pro- fcstor sah, was los war. Er behiell niich da, schrieb an meine Eltern nach Rom. Nach drei Tagen kam meine Mutter. Sie nahm mein Kind mll sich, es war geborgen. Sie konnte nur nicht so lange bei mir bleiben, bis ich gesund sein würde. Ich aber durfte nicht heim; es war ja Krieg und ich war Deutsche geworden. Wie es in meinem Zustand lag, tat ich nur, was mir durch den Kopf schoß, ohne Rücksicht aus mein Leben und die Fürsorge der anderen. Ich hätte ganz geborgen heil werden können bei diesem Arzt, der sich wie ein Vater benahm: aber es rief mich immer etwas fort: durch Tage und Nächte rief es. und jagte mich im Kreise. Ich fuhr eines Tages heimlich nach Chiosto: da nahm ich ein Automobil bis zum Grenzschlag. Hüben standen Schweizer, drüben Italiener. Ich wurde natürlich abgewiesen; mein Betteln und Weinen regte die Männer nicht weiter aus, das hatten sie zu oft gehört. Ms ich begriff, es ginge nie und nimmer, ließ ich den Chauffeur ein Stück ins Land zurück und dann immer längs der Grenze weiterfahren, bis es Abend war. Da wollte der Mann nicht mehr. Er warnte mich noch, es etwa zu Fuß zu versuchen, alle Hunden Schritt ständen die Wachen und es würde scharf geschossen. Doch für mich galt keine Warnung: mein Trieb war so ungeheuer, wie er mich bis zur Wahnsinnsgrenze gebracht hatte, so schob er mich weller, mochte es sein— Genesung oder Tod--- Ich halle nie«in klares Bild oder Bewußtsein; aber die innere Führung kettete zu dem einzigen Sehnsuchtsziel hin, wie wenn mir stoft der fehlenden Ueberlegung ein neuer Sinn geboren worden mare. Ich begann zu wandern. Es war der 17. Dezember, die Nacht MZ war kalt, die Berge hallen Reif. Aber es war Bollmond und sehr feierlich und schön. Ich wurde ganz still und ging und ging. Die Richtung wußte ich. Wenn ich die Höhe eines Berges erreicht halle, suchte ich Deckung durch Bäume; sonst lief ich geradewegs. Eimnal hörte ich rufen, llalienisch, dann deutsch— ich legte mich aus die kalte Erde und atmete kaum. Italienisch— und deutsch, das war wie eine Klage um mich her, die klang aus dem Boden und aus der Luft und von den Wäldern und Weingärten. Den Ruf höre ich noch heute manchmal, im Traum, in der Nacht. Es war auch— wie ich so am Boden lag, da nahm ich erst wirklich Abschied von dem Manne, den ich eimnal lieb gehabt hatte. Drei Tage und drei Nächte bin ich ohne Schlaf und Pause ge- laufen: die Tage waren schön, die Nächte hatten Mond. Vor Men- schen hiell ich mich versteckt. Nur einmal wagte ick) es. mich in einein Dorfe satt zu essen und Proviant zu taufen. Da waren die Bauern alle Italiener, nahmen aber Schweizer Geld ohne Widerspruch, und ich wagte nicht zu fragen, ob ich schon in Italien sei. Ich war es. Bald kam eine Bahn. Ich war gerettet. Mll vierzig Grad Fieber kam ich am Weihnachtsabend in Rom an: aber der Kopf war frei, es jagte mich nichts mehr, es war überstanden." So erzählte die junge Frau. Lächette dann. Doch es war das schmerzgeborene Lächeln einer Madonna. SpAOtttitiifthe Kunftgefthichte. Von Dr. Hermann H i c b e r. Sobald der Durchschnittsdeutschc, und zumal der Durchschnitts- preuße, das Wort„Potsdam" hört, benebeln sich ihm die Sinne. Jeder Kunstfreund wird gerne zugeben, daß diese Barockresidenz in ihrer architektonischen Geschlossenheit im Gegensatz zu der ordi- nären Stillosigkeit Berlins, dem die Gründerjahre ihren unvcrlösch- lichen Stempel aufgedrückt haben, von großem Reiz stt. Aber man braucht deswegen nicht gleich den Kopf zu verlieren und in einen Hohenzollertaumel zu geraten. Man braucht, weil man eine schöne Stadt bewundert, nicht ihr« Erbauer zu Halbgöttern zu erheben. Bedeutende städtebauliche Leistungen gibt es im 18. Jahrhundert allenthalben. Bon Dresden, München, Kastel bis herunter in die Duodczresidcnzchen Dessau, Ansbach, Bayreuth, Wolfenbüttel. Und man weiß doch nur zu gut, daß die Bauherren dieser schönen Ott« zu drei Vierteln nichts- mitzige Llldriane und Verschwender waren, denen ihr Volk noch in die" Gruft seine ohnmächtigen Flüche nachgesandt hat. Jinmer wieder muß man es betonen: es ist der Stil, der Geist der Zeit, der baut, nicht die Einzelpersönlichkeit des Fürsten, die oft in ihrem krassen Dilettantismus mehr verdirbt als fördert. Man macht das Stadtbild von Potsdam und seine Paläste dem F r i d e- r i k u s- K u l t dienstbar, vergißt dabei aber ganz, daß die cigent- liche Bürgerstadt, ihre großartigen Kirchtürme und ihre Kanäle, die ihr ein"niederländisches Gepräge verleihen, Schöpfungen seines Vaters sind. Weil es aber selbst dem eingefleischtesten Hakenkreuzler nicht gelingt, aus dem brutalen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm l. einen Freund und Förderer der Künste zu machen, so streift man das älteste Potsdam immer nur mit ein paar Worten, um desto liebevoller beim Friderizianischen zu verweilen und bei dem Künstler. der das sozusagen aus der Erde gestampft hat, del dem Hel.-rt. Friderilus. Joder. der in dem Bauwerk mehr stellt als nur die Fassade, wird sich aber sagen müssen, daß das Potsdam der zwanziger und dreißiger Jahre des 18. Jahrhunderts viel sympathischer ist als das der sechziger, siebziger und achtziger Jahre. Es ist soviel ehrlicher, gediegener, anständiger. Friedrich Wilhelm wollte nicht mehr scheinen als er mar. und so hat denn seine Sommerresidenz den Anstrich ein«' mörtstchen Klehibürgerstadt mit einem Stich ins Straff-Sol- datische.„Nüchtern" sagen die Herren Kunsthistoriker, für die die Architektur immer erst beim Palast und bei der Kathedrale anfängt Zm Soetheschea.Zaust» findet sich leine Zeile. die aus die wikderelusührung der tUel und Orden eiapsehleud Bezug nähme.<£» liegt«lue herabwürdigende Mchlachlung de» Minister» Külz vor, die geeignet ist. Ruh« und Ordnung usw. Zu Magier»„Ring de» Ribelungen steht im Miltelpoakt der yaudiuug eii.e Figur mit dem südischeu Vornamen Siegfried. Die Tatsache ist geeignet, Rohe und Ordnung usw. Wenn Im„Kausmauo von Venedig" de» gleichen versaffer» von einem.Wold voll Affen" gesprochen wir», so kann diese offene verhShnuag der SevSlteruog de» bayerischen Hochwalde» Ruhe und Ordnung usw. Am beilru, man schlöffe dir Theaier über- Haupt. Für Trauerspiele und Vossen wird ja io. wieso von anderer Stelle ia zureichendem Motze gesorg»! jitb nirgends mit dem Erdboden oerhastet ist. Dir sag« Lveck- mäßig, schlicht, materialgerecht und deswegen gut. Gebäude wie oas Kammsrgericht in der Berliner Lindenstraße, oder das ehemalig« Kommandantenhaus, später Stadtgericht, in Potsdam in der Linden- straße, ein Rohziegelbau mit grauem Haustein untermischt, sind geradezu vorbildlich. Dem Sohn war da» nicht prunfooll, nicht großartig genug. Durch seine kriegerischen Erfolge verblendet, wollte er aus Potsdam eine Kulisie für seine Schlösier machen. Die Neinen Bürgersleute, t�e die Kosten für den Kriegsruhm chres Königs aufzubringen hatten, sollten in italienischen Palästen wohnen, und damit wenigstens der Anschein erweckt wurde, als bestünde ganz Potsdam aus solchen Patrizierpalästen, wurden den Fachwerkhäusern aus königlichen Befehl Fassaden vorgeklebt, für die die Bauten der italienischen Spätrenaisianc«, des Palladio und seiner Schul«, al» Vorbild dienten. Das war, auf gut Deutsch gesagt, Kitsch. Der König vergaß, daß weder die klimatisch« Berhältnisi« der Mark sich für hohe Palastfenster und Portale eigneten,— Formen, die für südliche Verhältnisse geschassen waren—, noch da» Material. Was für Marmor gedacht war, konnte nicht, ohne dem Fluch der Lächer- lichkeit zu oerfallen, in Stuck nachgeahmt werden. Und schließlich entsprach die Fassadeneinteilung keineswegs der Geschoßhöhe im Innern de» Hauses. Noch heut« gibt es im alten Potsdam Zimmer. in denen man, wenn man lesen will, aus dem Bauch am Fußbad« liegen muß. Alles den schön« sriderizianischen Fasiaden zulieb«. Der einzige überragende Architekt, d« der König besesi« hat. Knobelsdorfs, der Erbauer des Berliner Opernhauses, wurde. weil er sich weigerte, diesen Schwindel mitzumach«, in die Wüst« gejagt. Friderikus ist von l7Sl) ab sein eigener Architekt gewesen. Mit dem„Neuen Palais� im Park von Sanssouci, das er selber als „Prahlerei"' bezeichnet hat— eine Peahlerei für 12 Million« Taler seiner Untertanen!—, ist er denn auch in bedenkliche Nähe seine» Nachfolgers Willi gerückt. Warum wird dieser ganz klar« und jedermann, der Aug« im Kopfe hat, überzeugende Tatbestand nicht endlich einmal eingestanden? Aber da werden in einem neuen, hübsch auegestatteten und im allgemeinen nicht ohne Sachkunde geschriebenen Büchlein de» Deutschen Kunstverlag»„Potsdamer Baukunst� von Hans Kania wieder die alt« Phrasen von dem„König als Künstler" neu aufgewärmt: als wäre Friedrich der Architekt, Knobelsdorfs nur der Handlanger gewesen Für den erschreckend« Verfall der Architektur unter Knobelsdorsf» Nachfolgern: unter Gon« tard, Boumann, Unger. Menger, scheint Kania kein« Blick zu haben. Und während die früheren Meister, die unter Friedrich Wilhelm l. gearbeitet baden, ganz flüchtig abgetan werden, macht der Vcrfasier den allerdings stark mißglückt« Versuch, die Hohenzollern de» 19. Jahrhunderts als große Kunstfreund« und Architekten hinzustellen. Von Friedrich Wilhelm III. heißt es:„Das damalige Preußen war arm, die Aufgaben des Tages erforderten all« Kräst«; es ist eigentlich erstaunlich, daß unter so schwierigen Umständen noch soviel für die Kunst getan werden tonnte Die Kunstpslege trotz solcher Hindernisse ist ein Ehrentitel Preußens, ein Ehren- t i t e l des sonst so nüchtern-praktischen König» Friedrich Wilhelm III." Gleich hinterher aber wird ge- schildert, wie der nüchtern-praktische— oder sagen wir ruhig: blöde— König dem großen Schinkel sein geniale» Projekt für die Nikolaikirche in Grund und Boden verpfuscht hat. So was nennt sich dann„Ehrentitel". Noch abgeschmackter aber ist der Versuch, d« verrückten Friedrich Wilhelm IV. als baukünstlerisches Genie hinzustellen. Für den ver- nünftigen Betrachter ist seine wild« Sucht, bald Römisch-Antikes, bald Renaissance, bald Byzanlinische» oder Gotisches zu kopieren, nur da» Symptom eines luhelos krankhaft« Gehirns, genau wie diese Bau- wut sväter noch hemmungsloser bei Ludwig II. von Bayern austritt. Nach dem Tode Schinkel,(1840) war„Friedrich Wilhelm viel- fach mehr auf sich selbst angewiesen, einen ganz ebenbürtigen Freund fand er unter den Architekten nicht". Und weiter:„Es ehrt den Fürsten, daß bei seiner vornehmen Gesinnung es n i e zu einem Zusammen stoß mit den Architekten kam." S»„Art' aber den Her« Kania nicht, die Kunst au» der Lakaien- Perspektive zu betrachten. D«n er muß selber eingesteh«, daß der Romantiker auf dem Königsthron so geschmacklos�wor, Schornsteil« als Burgtürme und klassische Kandelaber, die Borsigsche Dampf- Maschine für die Waflerwerke jn Sanssouci gar als Moschee zu maskieren mit dem Schornstein cjs Miuaret. Und dieser jämmer- liche Dilettant war so„oornehnr", sich erst mit einem Schinkel henimzuschlagenl Man wundert süy denn freilich nicht mehr. wenn der übelste wilhelminische Schund: die Kasernen, die Post, die Kriegsschule aus dem Brauhausberae. das Kaiser-Wilhelm-Denk- mal auf der Langen Brücke wohlwollend begutachtet, ja sogar gelobt werden. Raschdorff» Berliner Dom hat„ausdrucksvolle Hoch- renaisianceformen" und so fort. Wann werden wir von dieser Sorte Kunstschrift- st e l l« r e i endlich e r l ö st? Winterschlaf unö Winterjchläfer. Bon Dr. W. R a m m n e r. Leipzig. Zweifellos«ine der«erkwürdlgft« Anxasiung« an winter- ficht Kälte und Nahrungsmangel stellt die Fähigkeit einer Anzahl von Säugetier« dar, in einen schlafähnlichen Zustand zu verfallen, in welchem sie monatelang ausharr« und alle Nöte de» Winters leicht übersieh« können. Der echte Winterschlaf, d«r sich nur b«i E'si« Säugetieren findet, ist ein« Erscheinung, welche die Forscher lange beschäftigt und«elch» noch viele ungelöst« Rätsel in sich . Denn es ist'keineswegs nur«in einfacher Schlafzustond, in d«" die Tiere zu Beginn der kakt« Jahreszeit verfallen: vielmehr erleiden alle Lebeneprozesie eine vollständige Umstellung, wie sie sich im Schlaf niemals beobachten lassen. E» besteht also höchstens äußerlich ein« Aehnlichkeit zwischen Winterschlaf und normalem Schlaf: ihrem Wesen nach sind die beiden Erfcheinunaen oonein- ander gänzlich oerschieden. Denn im gewöhnlichen Schlaf erhol« sich die Organismen von den Anstrengungen, denen sie ausgesetzt waren, chr erschöpftes Nervensystem wird durch d« Ruhezustand erfriicht und zu n«er Arbeit besähigt: die Ermattung ist es ja auch. welch« vor allem den Eintritt de» Schlafe» herbeiführt. Ganz anders liegen die Dinge beim echten Winterschlaf. Hier läujt das Ein- treten des Ruhezustandes mit einem allmählichen, recket stark« Sinken der Körpertemperatur parallel, durch welches die Tcere lang- som in«inen Starrezustand geraten. Mit der Temperaturabnahme ist eine ungemeine Berlangsawung der Lebensprozesie verbunden, die allein es erst ermöglicht, daß die Tiere monatelang ohnp Nahrungsaufnahme«xistieven können. Starke Abkühlung und Ver- langfamuna de» Stoffwechsels sind also die Merkmale, durch welche «in Wintecschläfer ausgezeichnet ist. Di« Abnahme der Körpertemperatur ist auf ein Versagen der Tcmperaturregulierung zurückzuführen. Bekanntlich sind ja die Säugetiere und Bogel al» sog. Warmblüter in der Lage, eine ton- stante Körpertemperawr einzuhalt«. Zahlreich« Schutzvorrichtung«, die ganz mechanisch zu wirk« beginn«, wenn die Körpertemperawr sehr steigt oder fällt, verhindert ein starke» Schwanken der Innen- temperawr. Dies» Temperaturregulierung funktioniert nun bei den Winterschläfern, zu welch« bei uns vor allem Murmeltier, Igel, Fledermaus. Hamster, Siebenschläfer, Ziesel und Haselmaus gehören. schon im Sommer nicht richtig. Denn man hat beobachtet, daß ihre Eig«temperatur je noch den WItterungsverhältnisien zwischen 34 und 41 Grad Eelsius schwankt, währmd die anderen Warmblüter unter all« Umständen eine mittlere Körpertemperatur einhalten. In der kalten Jahreszeit versagt die Temperaturregulierung voll- kommen, und zwar scheint der Anlaß dazu von einem besonderen Gehirnzentrum auszugehen. Die Tiere, die sich natürlich in möglichst geschützte Verstecke zurückgezogen haben, nehmen jetzt die Temperatur ihrer Umgebung an. Ein Wimerschlafer hat also kein« konstante Körpertemperawr. Darin verhalten sich die Winterschläfer ähnlich wie die sog. wechselarmm Tiere, zu welchen die Fische. Frösche, Ei- dechs«. Schlang« usw. gehören. Diese Aehnlichkeit ist sogar recht weitgehend. Man kann z. B. einem schlafenden Murmeltier da» Herz herausschneiden: es schlägt dann genau wie ein herausge- schncttenes Froschherz noch stundenlang weiter, wa» bei anderen Saugetier« durchaus nicht der Fall ist. Infolge der starken Abkühlung sind alle Leb«serscheinungen auf ein Mindett.-naß herabgesetzt. Di« Verbrennungsvorgänge �sinken auf ein Zwanzigstel des Wachzustandes, die Aufnahme von Sauer- stoss ist auch zwanzigmal geringer, die Kohlensäureabaabe sogar neunzigmal geringer als im Sommer. Manche Forscher vergleichen daher den Winterschlaf mit einer Art Kohlensäurenarkose: in der Tat hat ja der Winterschlaf gewisie Aehnlichkeit« mit einer gering- fügigen Erstickung. Die Atmung ist sehr verlangsamt und setzt zeit- weise überhaupt aus: das Herz macht in der Minute nur drei bis vier Schläge, die genügen, um den Kreislauf gerade noch aufrecht zu erhalten. Diese verminderte Swsswechseltötigkeit macht es ver- ständlich, daß die schlafenden Tiere gegen Gifte fast unempsindlich sind. Man kann sie auch stundenlang im luftleer« Raum halten, ohne daß sie den geringsten Schaden nehmen. Wie sehr der herab- eise. Vögel halten bekanntlich niemals Winterschlaf. Entweder such« sie mildere Gegenden auf, oder st« sind infolge ihrer Ernährungsweise und der höh« Körpertemperawr imstande, jeder Kälte zu trotzen. Bernard gelang es, Vögel in einen Zustand zu versetzen, der als beginnender Winterschlaf zu bezeichnen ist. Er gewöhnte sie nämlich langsam an immer dünnere Luft, so daß sie es schließlich in einer Luft aushielten, in welcher frisch eingebrachte Vögel augenblicklich erstickten. Die Lebenstätigkeit« dieser einge« wöhnlen Vögel war« wie bei beginnendem Winterschlaf herabge- setzt, vor allem war die Temperawr von 41 auf 31 Grad gesunken! Nur deshalb könnt« sie die abnorm« Zustände aushalten. Der Winterschlaf dauert beim Murmeltier fast ein halbes Jahr, bei Igel und Ziesel drei bi» vier Monate, und bei den übrigen Winterfchläfern zwei bis drei Monate Diese Zeil wird aber nicht in einem Zuge durchschlafen. Vielmehr wachen diese Tiere mehrmals auf, vor allein dann, wenn die Temperatur zu stark gesunken ist, damit sie sich durch Bewegung etwas erwärmen. Obwohl sie keine Nahrung aufnehmen, kommt«s doch gelegentlich vor, daß sie eine Gewichtszunahme zeigen. Diese ist durch inner« Prozesse zu erklär«, indem dos reichlich im Sommer angelegte Fett in Glykogen verwandelt wird. Das Erwachen aus dem Winterschlaf ist«w ziemlich stürmischer Vorgang. Die erhöhte Zwtzentcmperawr übt aus da» schlafende Tier einen Rojz au», der zum Erwachen führt. Die Körpertemperatur steigt geradezu rasend m kurzer Zeit um 20 bis 30 Grad Celsius. Bei einer Fledermaus wurde in einer Diertelstund« eine Temperatur- zunähme von 22 Grad Eelsius beobachtet. Dieser Vorgang ist von Fiebererscheinungen, Schüttelfrost usw. begleitet, welche auf die plötzlich einsetzend« stürmisch« Etoffwechselvrozesse zurückzuführ« sind. Zuerst erwacht der Dorderkörper, und allmählich folgt der Hinterkörper nach. So kann e, geschehm. daß ein erwachtes Tier mit noch steif« Hinterbeinen dooonzuhumpeln oersucht. Man kann dieses Erwachen auch künstlich durch«tsprechmd« Temperawr. stelgerung herbeiführen: immer stellen sich dann ober schwere Störungen ein, da den Tieren die Schlafdauer offenbar erblich ein- geprägt ist. Ebenso verfall« sie ja auch in der Gefangenschaft meist in den Winterschlaf, auch wmn sie Temperatur oder Nahrungs- Mängel nicht dazu zwing«. Der Wunschzettel.„Eine neue Puppe brauchst du nicht," erklärt die Mutter ihrem sechsjährigen Töchterch«, das ihr den Weihnacht». Wunschzettel überreicht.„Deine all« Pupp« ist noch sehr instand."— „3a, Mama," antwortet die Klein«,»ich bin ja auch noch sehr gut instand, und doch hat dir Papa«in neue» Mädchen geschenkt." "'T-K>6.3 Wir gewähren kreditwürdigen Personen Stfondes Kredit Unsere KreditSCheine werden von allen uns angeschlossenen Firmen, den Mitgliedern der Kunden-Kredit-Gesellschaft, als Barzahluns angenommen. F/e bleiben(ßatböufer, bauten*u Massepteisen.— Jtufs€bW$e auf die"Waren diktfen Jfbnen ntfbt beredknet wmerden. Sbie Preise bleiben unverändert billig Das Verzeichnis der uns angeschlossenen Finnen, die sich Ober Groß-Berlin verteilen, kann wegen seines großen Umfanges nicht veröffentlicht werden.— Sie erhalten dieses Verzeichnis bei Kreditbeantragung. Unsere Hauptannahmestelle: frflllZ0SiS(IlC Stl*» 14 sowie nachstehende Zweigstellen: loüonn Chrenreldl Papierhandlung, Blücherstr. 8 \ Gdftl Papierhandlung, Chausseestr. 32 G€Dr. Dibndl. Buchhandlung, Belle- Alliancestr. 5 Cd Oredf. Zigarrenhandl., Ostender Str.l lUOII. Schnittmuster, Turmstr. 81 Crost HrelCDhamp Zigarrenhandlung, Gr. Frankfurter Str. 114 Corinasdie Zigarrenhandlung,Badstr.26 0. Bandermaon. Lotterie. Kosenthaler Str. 48 Willi CelgCnlreB Zigarrenhandlung, Paul Singer-Str. 32 A. TIClZ Zigarrenhandlang, Invaliden- Straße 124 Franz Bfrd. Gleditschstr. 53 SdllllCr. Buchhandlung, Charlottenburg, Bismarckstr. 82-83 Dldiard Stolpmann Zigarrenhandlung, Charlottenburg, Spandauer Str. 34 eröffnen den Gcsdififfsbelrlcb am Nfondag, den 6. Dezember 1926 ticscllsdialt für WoroftrcdHc an. I». HL Französlsdie SfcaUe 14 Rt. 573 ♦ 43. Iahcgaag 4. Heilage öes vorwärts Sonntag, 5. Vezember 1926 Sozialöemokratische Gewerkschaftsarbeit. Und kommunistisches Borstadttheater. Die erfolgreichen Lohnbewegungen im süchfisch-thüringischen Webereibezirk und in der Seidenweberei am Niederrhein, die Lohn- bewegungen, die vom Deutschen Textilarbeiteroerband in einer ganzen Anzahl von Industriezentren eingeleitet worden sind, lassen die Kommunisten nicht schlafen. Die„Rote Fahne" erzählt in diesem Zusammenhang, daß„die Kommunistische Partei und die revolu- tionäre Opposition der Gewerkschaften gegen die Passivität der Führer seit Monaten hartnäckig angekämpft" hätten. Dazu möchten wir nur ganz kurz bemerken, daß in einem der H a u p t o r t e des sächsisch-thüringischen Webereibezirks die in ihrer übergroßen Mehrheit kommunistisch zusammengesetzte Beleg- schaft einer großen Fabrik sich geweigert hat. die Arbeit niederzulegen, als sie dazu von der Leitung des Textil- arbeiterverbandes aufgefordert wurde. Für heute wollen wir aus leicht begreiflichen Gründen keine näheren Angaben machen. Dieses eine Beispiel, das beliebig vermehrt werden könnte, besonders was die Leistung von Ueberftunden betrifft, zeigt, wie die von der KPD. geleithammelte„revolutionäre Opposition" zu be- werten ist. Etwas anderes ist es natürlich, wenn es sich um Der- anftaltungen wie den sogenannten„Kongreß der Werktätigen" handelt. Da gilt es ja nur. Reden zu halten oder anzuhören, Reden, die sich gegen„die reformistischen Verräter von Leipart bis Oudegeest" richten. Hier das Maul gegen die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie recht weit aufzureißen, ist mit keinerlei Risiko verbunden. Man weiß auch ganz genau, daß diese kommunistischen Theatervorstellungen ausgehen wie das Dornberger Schießen, und keinerlei unangenehm« Folgen weder für die Beteiligten noch für die kapitalistische Gesell- schast haben können. Di« KPD. bemüht sich verzweifelt, diese kommunistischen Theatervorstellungen dadurch interesiaMer und anziehender zu ge- stalten, daß sie auch unter den sozialdemokratischen Arbeitern Dumme zu fangen versucht und mit diesen dann krebsen geht. Don etwa zweitausend„Delegierten" dieses famosen Kon- gresies sollen nach der„Roten Fahne" etwa hundert Sozialdemo- traten sein, also ganze zehn Prozent. Welche Sorte diese Sozialdemokraten mit kommu- nistischer Genehmigung sind, dafür zeugen ihr« Reden. Einer dieser Redner, desien Name nicht genannt wird, sagte nach der„Roten Fahne":„Wir müssen uns den Parteihaß gegeneinander abgewöhnen." Derselbe Redner aber warf den sozialdemokratischen Führern vor, daß sie sich nicht um das Elend der Arbeitslosen kümmern, fügte aber selbst hinzu, daß sie„Immer noch an der Erwerbslosen- und Sozial- Versicherung herumarbeiten". Womit den Erwerbslosen allerdings mehr gedieM ist als durch blödsinnige Kilometerreden. Ein anderer„Sozialdemokrat", ein ungewisser W edler aus Bremen, gewöhnte sich den Parteihaß dadurch ab, daß er nach der „Roten Fahne" sagte:„Besonders erfreulich sei die Tatsache, daß die gesamte sozialdemokratische Delegation gegen die ver- räterische Haltung der sozialdemokratischen und Gewerkschaftsbureaukratie Stellung genommen hat." Das sind die Zugkräfte dieses„Kongresses". Das sind die Leute, die von der KPD. die Erlaubnis erholten, öffentlich aufzu- treten. Das ist das Niveau dieses Kongresses. Die„Rote Fahne" berichret über die angeblichen Massen- Versammlungen, daß die üblichen Forderungen nach einem Sowjet- deutschland usw.„sehr wirkungsvoll auf roten Fahnen st offen und erleuchteten Transparenten placiert waren", und daß die Schlußfeier zu dem„Kongreß" ein reichhaltiges Programm mit Konzert. Gesang, Rezitationen und Ansprachen der Delegierten aufweise. Transparente, rotes Fahnentuch, Rezitationen, Konzert und Gesang— das ist das richtige kommunistische Theater. Soweit langt es noch. Die Gewerkschaften, die Sozialdemokratie oerrichten die ernste Arbeit. In den Augen der KPD. ist das natürlich Verrat. Ausländische Arbeiter in Berlin. Gegenüber einer Zeitungsmeldung, daß 30 000 Ausländer in Berlin als Arbeiter oder Angestellte beschäftigt seien, teilt die zu- ständige amtliche Stell« mit: In Berlin sind für 1026 nur 35S2 ausländische Arbeiter, davon 3400 in der Industrie und 000 in landwirtschaftlichen Betrieben, be- schäftigt. Ausländisch« Arbeiter müssen vom Landesarbeitsamt zugelassen sein und«ine Legitimationskarte der Arbeiterzentrale haben. Für Angestellte gelten diese Vorschriften nicht, aber bevor«ine polizei- liche Zuzugsgenehmigung erteilt wird, muß beim Landesarbeitsamt angefragt werden. Im letzten Jahr sind nur einige hundert Zuzugs- genehmigungen für ausländische Angestellte erteilt worden Bon den ausländischen Arbeitern sind etwa 70 Proz. Deutschösterreicher, Deutfchböhmen und Danziger. Die Gesamtzahl ist also nicht nur von 30 000 sehr weit entfernt, sie ist auch unverhältnismäßig niedrig im Vergleich zu der Zahl ausländischer Arbeiter, die in anderen Haupt- stadten des Auslandes beschäftigt werden. ver Schiedsspruch im Textilgroßhanüel. Für verbindlich erklärt! Der für die kaufmännischen Angestellten des Textil- großhandels am 5. November gefällte Schiedsspruch ist nach eingehender Beratung mit den Parteien vom Schlichter für verbindlich erklärt worden. Diese Verbindlicherklärung beendet eine Bewegung, die seit Monaten die Gemüter der Angestellten heftig erregte. Die Angestellten des Textilgroßhandels mußten im Frühjahr dieses Jahres unter dem Druck der schlechten Geschäftslage einen Abbau der Gehälter hinnehmen. Sie faßten im August den Beschluß, den bisherigen Tarifvertrag zu kündigen, um eine Er- höhung ihrer Gehälter zu erreichen. Gleichzeitig kündigten die Arbeitgeber das Gehaltsabkommen, um einen läng gehegten Wunsch auf Einführung des„Leistungstarifes" zur Erfüllung zu bringen. Die Schaffung eines Tarifvertrages, der nur die jetzigen Anfangsgehälter, die noch um 10 Proz. werden sollten, enthielt, wurde von den Arbeitgebern gefordert, nicht etwa um Geld zu sparen, wie böswillige Nienschen annehmen werden, sondern um...„eine erzieherische Wirkung aus die An- gestellten auszuüben!"— Die bisherige Fassung der Tarifverträge soll daran schuld sein, daß ein merkliches Abflauen des Geschäfts- Interesses bei den Angestellten eingetreten sei. Die Arbeitgeber über- sehen dabei, daß Höchstleistungen nicht mit Hungergehältern erzielt werden können. Der Schiedsspruch trägt im großen und ganzen d e n F o r. derungen der Arbeitgeber Rechnung durch die Zu- sammenfassung mehrerer Berussjahres st affeln. Er bot für die Angestellten eine Annnhmemöglichkcit lediglich durch die Erhöhung der Endgehältcr. Wir müssen seststellen. daß der schlichter sich außerordentlich bemüht hat, einen Vergleich zwischen den Parteien zustande zu bringen. Die dabei gemachten Borschläge waren jedoch für die Angestellten unannehmbar. Der Antrag auf Verbindlichkeitserklärung mußte aus diesem Grunde aufrecht erhalten werden. Die Verbindlicherklärung er- folgte, weil auch der Schlichter anerkennen mußte, daft die im April vorgenommene Gehaltskürzung, der eine nicht unwesentliche Steige- rung der Lebenshaltungskosten gefolgt ist, zu einem für die An- gestellten unerträglichen Zustand geführt hat. Boykott gegen die Arbeiter-Filmgenossenschaft? Von der Arbejter-Filmgenossenschaft wird uns geschrieben: Wir finden in der„Lichtbild-Bühne", einem sogenannten Fach- organ der Filmindustrie, einen Artikel mit der Spitzmark«:„Hände weg vom Kino". Nachdem eine Ankündigungsnotiz der Arbeiter- Filmgenosscnfchaft abgedruckt wird, läßt das Blatt den folgenden Kommentar los: „Die Theaterbesitzer dürfen sich freuen! An den drei besten Geschäftstogen macht ihnen die Arbeiter-Filmgenossenschaft„zu volkstümlichen Preisen" Konkurrenz! In einem eigenen Theater! Wir hätten es für gesund und begrüßenswert gehatten, wenn die Arbeiterorganisation Hand in Hand mit den Theaterbesitzern arbeiten würde, statt in direkte Konkurrenz zu treten. Von den deutschen Verleihern erwarten wir, daß sie durch e n t- sprechend« Boykottmaßnahmen dem Lichtspielgewerbe zur Seite treten, damit sich derartige Vorgänge nicht auch an anderen Plätzen wiederholen. Sollte die Firma„Prometheus" aus der Reih« tanzen, so ist es an den gesamten Theaterbesitzern, den Neuköllner Kollegen beizuspringen und der„Prometheus" gegenüber die schärfsten Konsequenzen zu ziehen." Wir möchten der„Lichtbild-Bühne" den Rat geben, den Bogen nicht zu überspannen, denn sonst könnte unter Umständen daraus ein« Schädigung der Interesien derjenigen«intreten, die die„Lichtbild- Bühne" vorgibt, zu vertreten. Wenn in fast allen Kinotheatern das hohe Lied der Bourgeoisie verkündigt wird, dann dürste«in Kino in den Händen der Arbeiterschaft sicher eine absolute Notwendigkeit fein. Zum Schluß möchten wir noch bemerken, daß die Firma Prometheus Filmverleih- und Betriebs-G. m. b. H. in keinerlei besonderen geschäst- lichen Beziehungen zu der Volks-Filmbühn« steht und weder auf die Geschäftsführung, noch auf die Programmfestsetzungen irgend welchen Einfluß hat. Di« Arbeit«r»Filmgenossenschaft ist von jeder Berleih- firma abhängig. »Hannemann, geh üu voran.. Das Spiel mit dem Achtstundentag. Paris, 4. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Trotzdem der zu- ständige Ausschuß des Senats vor einigen Tagen das Washingtoner Abkommen übe: den Achtstundentag gutgeheißen und durch den Berichterstatter, die Annahme der Vorlage empfohlen hatte, hat der Senat, getreu feiner bisher verfolgten Sabotagepolitik, die Vorlog« mit einem Vorbehalt an den Ausschuß zurückverwiesen. Cr ver- Kein Aufschlag für Zinsen and sonstige Unkosten auf unsere Kassepreise. Unsere Schaufenster Jeder Qegensland mit Preis aasgeteidmei, übet' sengen von der Billigkeii unserer Waren. Selbstfabrikation der gesudtiesien Artikel in Damen-, Herren-, Kinder- Konfektion, Wdsdie and Sdtahwaren ermOglidü unsere billigen Preise. Zu diesen billigen Preisen kaufen Sie bei ans auf Teilzahlung mü V« Anzahlung und 3 Monatsraten, bei Käufen über 100 Mark Vs Anzahlung und 5 Monatsraten, Ungenierter Kauf wie in Jedem großen Kaufhaus. Damen- Herren- Kinder- Konfektion Pull over Sirkkruesien W&sdie Gardinen Damen- und Herren-Hüte Kleider sioffe Mantelstoffe Uerrenstoffe Teppidie L&uferstoffe Linoleum C Schuhwaren 1 Lederwaren Schirme Uhren Goldwaren Sprediapparaie| Molliges Winterkleid, Bordürenstoff, niedlkhe Form S /ehre bis 13 Jahre rso � 22,23 Fcsdtes RlpskMd, mit Cr£pc• ae- Chin Knabcn'PaJctot, ffatr* Helion, vorn gefüttert " Johr 2 Jahre pis 14 Jahr Qamierung, 2Qso bhSat*5 trldenhat H. XAS BolIIq,'AUianceßn f-10i Am Unier arund bahn hof 1 V Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. langt, bafc das Inkrafttreten des Abkommens von der vor- derigen Ratifizierung, nicht nur durch Deutsch- l a n d, sondern auch durch England, Italien und die Schweiz abhängig gemacht wird. In den Blättern der Linken findet dieses Manöver des Senats eine außerordentlich scharfe Kritik. Der„lemps wirft sich jedoch zum Verteidiger des Senats auf und erklärt, die Ratisizierung des Abkommens eile ganz und gar nicht. Solange große Industriestaaten wie Deutschland und England das Ab- kommen nicht ratifiziert hätten, könne nian nicht einsehen, warum Frankreich das tun soll._ Der englische Gewerkjchostskongreß. In der zweiten Januarwoche. London, 4. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der Generalrat der britischen Gewerkschaften hat beschlossen, den für den 28. Juni geplanten, dann aber wegen der Fortdauer des Kampfes im Bergbau auf unbestimmte Zeit verschobenen außerordentlichen Ge- werkschaftskongreß nunmehr in der zweiten Woche des kommenden Jahres jtattsinden zu lassen. Diesem Kongreß wird u. a. der oertrauliche Bericht des Generlrats über die Fuhrung und Einstellung des General st reiks vorliegen, von dem schon ein Auszug in dem Verbandsblatt der Lokomotivführer veröffentlicht worden ist. Der Bericht des Generalrats wird sich jedoch nicht nur auf die unmittelbar mit dem Generalstreik zu- jammenhängenden Fragen beschränken, sondern er wird durch eine Darstellung der seit Mitte Mai vom Generalrat zur Unterstützung der Bergarbeiter unternommenen Schritte ergänzt werden. Dem Kongreß wird eine erhebliche Bedeutung zur letzten Klärung d e r E r c i g n i s s e der vergangenen Monate zu- kommen. Wenn auch bei den unerfreulichen Auseinandersetzungen zwischen den Führe rnderBergarbeiter und den Führern anderer Gewerkschaften manches über die innere Geschichte des Generalstreiks bekannt geworden ist, so hat doch die Fortdauer des Kampses im Bergbau und die damit de» verantwortlichen Gewerk- schastssührern auferlegte Pflicht, olles zu vermeiden, was den Berg- arbeitern schaden könnte, ein« letzte Klärung verhindert. Der Kamps im Bergbau ist nunmehr beendet und damit derWegzuciner völligen Aufklärung offen. Es tonn kein Zweifel darüber herrschen, daß der„linke Flügel der britischen Gewerkschaftsbewegung die Kelegeichcit benutzen wird, um seine Anklage des Seneralrates„wegen Verrats der Bergarbeiter' in verfchärster Form zu erheben. Trotzdem kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Konserenz mit einem Vertrauensvotum für den Generalrat enden wird. Die britische organisierte Arbeiterbewegung hat trotz der Not und Entbehrungen des letzten halben Jahres keinerlet Tendenz der RadikaNsicrung erkennen lassen. Di« beiden diesjährigen großen Gewerkschasls- und PartelkonscrenAen standen im Gegenteil im Zeichen größter Zurückhaltung und»orstcht; auch die Derbandstage der großen und entscheidenden Gewerksthaftcn haben das gleiche Bild geboten. Dos aufwühlende Ereignis des Genera l st reiks und seines Abbruchs, der monatelang«, aussichtslos« Kampf der Bergarbeiter und nunmehr die Kapitulation der Berg- a r b e i t c r vor den Forderungen der ikvternehmer haben der briti- schen Gewerkschaftsbewegung die Gretue» ihrer Macht deutlicher vor Augen geführt als irgendein anderes Ereignis der letzten zehn Jahre. Die Parole ist heute nicht die Offenstve. sondern die Defensive. und die große Mehrheit der organisierten britischen Arbeiter ist sich darüber klar geworden, daß der Wiederausbau der Ge- werkschaften, die Auffüllung der geleerten Kasten, die Ver- besserung der gewerkschaftlichen Organisation selbst, d. h. eine viel- jährige ruhige, zähe, innere Arbeit erfolgen muß. eh« die Arbeiterbewegung als wirtfchaftlich.industrielle Bewegung wieder zu irgendeinem größeren Angriff übergehen kann. Sauotax. S. veremder: Vorm. 9: Morgenfeier. IIJOc Pla-ttmusik(Musikkorps des 1. Batl. 9.(PrenB.) tnf.-Regls,(Potsdam). 12.20 nachm� Max und Paul. 1.10- Die Stunde der Lebenden(Dichtungen, Konaertrvorträge). 2.30: Die Briefmarke in der Volks- Wirtschaft(Lindenberg). 3: Die wichtigsten Qeilügelsenchen und ihre Bekämpfung(Dr. Weichlein). 3J0: Funkhclnxelmanns Weihnachtsreise. 4: Der Kampf um den Tisch im Nordlichen Eismeer(Dr. Crohmann). 4.30; Konzert der Jugendarbeitskreise„Hilfe". 5.30—7: Ette-Kammer-Orchester. 7.05: Kreuz und quer durch Asien(Figdor). 730: Freude an der Kunst(Dr. Mayer). 7ö5: Die Weltanschauung der Völker(Kappstein). 8.30: Wiener Abend. 10.30—12.30; Tanzmusik(Kapelle Kermbach). Montag. 6. Dezember: Nachm. 3.30: Junggesellinnenheime(Hedwig Hirschbach). 4: Novellen von Roscgger(Elisabeth Neumann). 430—7: Unterhaltungsmusik(Kapelle Gebrüder Steiner) 7.05: Kampf den Mücken(Prof. Seligmann). 735: Mensch und Arbeit (Postschaffner K. Sichert). 7.50: Modernes Slrafrecht(Prof. Kohlrausch). 8.15: Einführung zu dem nachfolgenden Orchester-Konzert(Kastner). 830: 200 Jahre Orchestermusik: Schubert— Spohr(Manrits van den Berg). 1030—1230: Tang- musik(Orchester Ett«). Dienstag, 7. Dezember: Nachm. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 3.30: Technische Wochenplauderei(Ing. Boehmer). 4: Stunde mit Büchern(Kinderbücher). 430—7: Unterhaltungsmusik(Orchester des„Cafö Vaterland"). 7.03: Einführung zun: Sendespiel am 8, Dezember. 730: Strömungen der modernen Literatur(Dr. Mahr- holz). 7.55: Deutsche Kulturgeschichte im UmrIB(Ooldschmidl). 8.30: Will Vesper(Dichtungen gelesen vom Dichter). 9: Unterhaltungsmusik(Kapelle George Boulangcr). Mittwoch, 8. Dezember: Nachm. 1.30—2: Glockenspiel der Parochialkirche. 330: Hausbückcrei für den Weihnachtstisch(Anna Drewitz). 4: Jugendbühne(Unterhaltungsstunde Klara Pick-Qcrnshelm). 430—7: Nachmittagskonzert. 7.05: Die Rückgrats Verkrümmung und ihre Bekämpfung in Schule und Hans(Dr. Blum). 7.25: Wissenschalt und Sittlichkeit(Dr. Luther). 8: Sendespiele: Die Tänzerin aus Liebe. Operette in drei Teilen von Franz Ausfeld; Musik von Clemens Schmalstich. 10.30—1230: Tanzmusik(Kapelle Kermbach). Donnerstag, 9. Dezember: Nachm. 1230; Die Viertelstunde für den Landwirt. 4; Stefan Zweig (Dr. Leppmann). 4.30—7: Unterhaltungsmusik(Konzert-Orchester Kermbach). 735: Sprachunterricht: Spanisch. 735: Beamtenschaft und Volksstaat(Reichsminister a. D. Dr. Scholz). 8.30: Weihnachtliches(Musltyrortiäge). 9.15: Sendespiele:„Das Apostelspiel von Max MdL 10.30— I2.30?«7anzmusik(Orchester Ett«). Freitag. 10. Dezember: Nachm. 330; Die Kunst, zu schenken(Margarete Caemmerer) 4: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde(Direktor Lesser). 430—7: Nachmittagskonzert(Ette-Kammer-Orchester). 7.05: Die geistigen Mitlei des technischen Fortschrittes(Dr. MatschoB). 7.30: Die englische Wirtschaftskrise(Dr. Qra- bowsky). 8: Bank, Börse und Arbeitnehmer(Emonts). 8.30: Lustiges(Musikstücke, Groteske). 1030—1230: Tanzmusik(Kapelle Kermbach). Sonnabend, 11 Dezember: Nachm. 1230: Die Viertelstunde für den Landwirt. 4: Medizinisch-hygienische Plaudert!(San.-Rat Dr. Frank). 430—0.55: Nachmittagskonzert(Berliner Funkkapeile). 7: Einführung zur Uebertragung ans der Staatsoper(Dr. Hörth). 7.30: Uebertragung aus der Staatsoper: Carmen. Oper in 4 Akten(nach Prosper Merlmdes Novelle) von Henry Meilhac und Ludovlc Haldvy; Musik von Georges Bizet; danach Tanzmusik(Orchester EttO. Königswusterhausen. Sonntag, 5. Dezember: Vorm. 9: Morgenfeier. 11�0: Untcrhaltunjssmnslk. Nachm. 12.20; Max ond Paul. 1.10: Stunde der Lebenden. 3.30: fonkheinzelmann. 4.30: Unterbai tungs« musik der Funkkapelle.(Sämtlich Uebertracont aus Berlin.) Ab&30: Ueber- trajuna: ans Berlin. Montag, 6. Dezember: Nachm. 2.30—3: Hauswirtschaftliche Beraluniaatelle« in Stadt und Und, Einkaufsratschläge. Warenkunde usw. Fr. Ei Ii Heese. 3—330; Ländliche und städtische Siedlung als geschichtliche Zeugen. Dr. Hofslaetter. Dresden. 3.30 bis 4: Volksbräuche, Spiele und Volkslieder als kulturgeschichtliche Denkmäler. Dr. Hofslaetter. 4-430; Die Kunst des Sprechens. B. K. Graef. 430—5: Cr- Ziehungsberatung. Dr. Klopier. 5—4: Die Wandlung der Tristansage. Professor Ranke. 4—430: Landwirtschaftliche Versuchsringe. Rittergutsbesitzer Rein. hardL 430—7: Die Kunst des Verkaulens. Dr. ing. Hamburger. 7—730: Englisch lür Anfänger. Stud.-Rat Friebei, Lektor Mann. 730—8: Völkerbund und internationale wissenschaftliche Beziehungen. Vortr. Legationsrat Dr. Soeh* ring. Ab 8: Uebertragang aus Hamburg. Dienstag, 7. Dezember: Nacbm 3—3.30: Spanisch für Fortgeschrittenere(Q. v. Cyseren» C. M- Allleri). 3.30-4: Jetziger Stand der Scbnlgesundhcitspflege in PreuBen(Min..Rat Dr. Koenig). 430—5: Ans der pädagogischen Welt. 8—4: Spanten. Land und Leute(Joh. Mayrholer). 4—6.30: Die deutsche Reichsverfassung(Ministerialrat Mende). 6.30— 7: Deutsche Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts(Reg.-Rat Dr Krammer). 7— 730: Spanisch für Anfänger(0. v. Eyseren und C. M. Alflen). 7.30— 8: Entwicklnngsströmungen in der gegenwärtigen Optr(Dr. Mersmann). Ab 8.30: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 8. Dezember: Nachm. 12—12.30: Französisch für Schüler(Lektor Grander und Wtlinski). 1230— 12.40: Mitteilungen des Reichsstädtebundes. 230—3: Welhnachtssiuen und Gebräuche(Max Jungnfckel). 3— 330: Einheitskurzschrift für Anfänger (Prof. Dr. Amsel und Oberschullehrer Westermann). 3.30— 4: Der deutsche Idealismus in der Prima(Oberstudiendirektor Dr. Buchenau). 4—430: Der neuzeitliche Anfangsunterricht(Obcrschullehrer Vorwerk). 430— 8: Aus dem Zen- trallnstltut; Ankündigungen. 5—5.30; Grundzüge der ästhetischen Kritik(K. W. Qoidschmidt). 5.30— 6: Bücherstunde: Stiller(Dr. Paul Fechter). 6—430; Die Wirme als wesentliche Grundlage der Technik(Prof. Dr. ing. Schüie). 430— 7: Schiffahrtsfragen(Exr. v. Jonqulires). 7— 730: Englisch für Fortgeschrittene (Lektor Mann und Studienrat Friebei). 7.30— 8: Auslandsdeutschtum und Binnen» deutschtum(K. C. von Loesch). Ab 6: Uebertragung aus Berlin. Donnerstait. 9. Dezember; Nachm. 2.30—3: Hausbau und Hanshalt(Zentrale der Hausfrauenvereine OroB-Bertin). 4—430: Eine Führung durch hanswlrtschallllche und gewerbliche Fachschulen(Reg.-Rätin Albrecht). 4.30—5: Aus dem Zentralinsittut: Berichte. 5—6: Spanien. Land und Leute(Joh. Mayrholer). 4—4.30: Die Organisation der städtischen Milchversorgung in den U. S. A. von der Kuh bis zu dem Konsumenten(Prof. Lichtenberger). 430— 7: Dichterstande: Stifter. Vorrede zu den bunten Steinen(Dr. Michaelis). 7— 730: Spanisch für Anfänger(Q. v. Eyseren und C. M. Alfierl). 730—8: Beethovens Kammermusik. Trios.(Prof. Kurt Schubert.) Ab 8.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag. 10. Dezember: Nachm. 12—12.30; Sprächtechnik für Schüler(B. K. Graef) 3—330; Eins heitskurzschrift für Fortgeschrittene(Prof. Dr. Amsel und Oberschullehrer Westermann). 330— 4: Leibesübungen an den Hochschnlen(Ober-Reg.-Rat Dr. Mallwitz). 4—430: Berufsaussichten und Ausbildung für den Lehrling im deutschen Einzelhandel(Syndikus O. Kitzinger). 430—5: Mitteilungen aus den mit dem Zentralinstitut verbundenen Stellen. 5—530: Das Grabmal als Kuitnraus- druck im Wandel der Völker und Zelten(Architekt Küsthardt). 5.30—6: Der Stand der Abstammungslehre(Prof. Dr. Rawltz). 4—4,30: Arbeiterschaft und Theater(Dr. Nestrlcpke). 4.30—7: Ernährungsgewohnheiten und Ernährnngs- grundlagen in der Welt(Oekonomierul Kelser). 730—8: Wlssenscbaftiiche Vorträge für Aerzte. Themen und Namen der Dozenten werden in den ärztliche» Fachzeitschriften bekanntgegeben. Ab 8.30: Uebertragung aus Berlin. Soimabend, II Dezember: Nachm. 3—330: Die kaufmännische Berufsausbildung im WarengroBhande! (Bernlsbcrater Friedrich). 330—4: Esperanto(Postrul Behrendt und Frl. Marth* Moetke). 430—8: Das Neueste aus der pädagogischen Zeitschriftenliteratur. 5—6: O. F. Händel(Prof. Dr. Aberl). 4—6.30: Messen im Maschinen hau (Dr. Relndl). 630—7: Die senchenbaften QeflOgelkranVheltcn(Prof. Dr. Eber). 7—730: Englisch für Anfänger(Stud.-Rst Friebei, Lektor Msnn). Ab 730: Uebertragung aus Berlin, Qm"Xcsjus ein- tf izteb, �st steh Sek v.w. v'" Vr' • f. w.♦ DIE FUN K-S TUNDE BIETET IM SPIELJAHR 1926—1927 U. A.: Kun«tlerüche Veranotaltungen Opern Übertragungen. Aus der Berliner Staatsoper und ans der StAdtiachen Oper finden regelmöQig Übertragungen statt und zwar in jedem zweiten Wocbenprogranun eine Übertragung. Opera-Sende-Spiela. In etwa 20 Veranitaltnngen eine Überziebt über die deutsche Oper von Gluck bis Strauß unter besonderer Berücksichtigung v. Riebard Wagners„Ring der Nibelungen." Opsratten-Sende-Spiala. Klassische und moderne Operetten. Sdsanspiel. Ein Zyklus;,, Das deutsche Drama in Gegenüberstellungen"(Grabbe/Wedekind— Kleist/Kaiser— Lcuz/Bronnen— Büchner/ Brecht). Außerdem dramatische Werke klassischer und moderner Autoren(u. a. Shakespeare, Schiller, GriUparzer, Tolstoi, Ibsen, Björnson, Hauptmann, Tb. Mona.) Große Orchestor-Kenzarte. Eine Übersiebt über Orchestermnsik zweier Jahrhunderte von J. S. Bach bis E. W.Kom- gold anter besonderer Berücksichtigung sämtlicher neun Symphonien Beethovens. Karamenausik. In bunter Folge Kammermusik von Haydn bis Blitzner. Ausfahrende: Rosd-, Have- mann-, Dernau-, Gnarneri- Quartett a.a.ni. Populäres. Populäre Musik leichten Charakters(Ouver- türen,T ünze.Schlager, volkstümlich elued er) Oratorien. Ein Überblick über die Entwicklung des Oratoriums von Händel bis Mendelssohn. Literariscfae Stunden. Durch Vortrag und Rezitation literarische Porträts der im Sende-Spiel der Woche an Worte kommenden Dichter n. Schriftsteller. Verschiedenes. Bunte Abende(Instrumental- und Vokal mnsik aller Zeiten, vorwiegend leichteren Charakters),— Die Deutsehe Erzählung(n. a. Werke von Fontane, Hauptmann, Hesse, Mann, Wassermann, Zweig), Vortragszyklus Lyrik unserer Zeit unter Berücksichtigung der namhaftesten Vertreter der jungen SchrifsteUer-Gene- retion,— Übertragungen der Veranstaltungen des Verbandes Deutseher Erzähler,— Lästige Abende omik, Chansons, Exzentnschea nach er Axt de* Brettls),— Acnstiscbe Hör- £ bilder,(aktuelle, funkische und besonders für das Mikrophon bearbeitete Spiele). An Sonntagen: Die Stande der Lebenden(Werke der schalfenden Dichter und Musiker, möglichst in ihrer persönlichen Interpretation),— Unterhaltungsmusik verschiedener Kapellen an den Vormittagen,— Nachmittags- Veranstaltungen an Wochentagen; Unter- haltungsmnsik für kleines Orchester,— Kammermusik,— Vokal- und Instrumental- Sali,— Novellen- Stande, Werke volkstümlicher Autoren, (u. a. Keller, Raahe, Anzengruber, Heyse, Ro-cgger,Lngel,CanghoferB.s.L), Jugend- bflhne,(Werke von Goethe, Schiller, Kleist, Gutzkow a.s. w.),— Märchen- Stunden für die Jugend,— Kinderfeste,— Kasperle- Vorstellungen u.a.m. An fast allen TageuTanz- Mnsik erstklassigerKapeUenlEtt«, Kermbach usw.) **» Als Dirigenten für die musikalischen Veranstaltungen werden erscheinen: Blech, Bredschneid er. G atz, Gflher t, Jesscl, Kleiher, Klemperer, Kollo, Korngold, Kflnneckc, Lehir, Linke. Meyrowitz, Pützner, Sehillings. Schönberg, Schreker," Schumann, Seidler-Winkler, Oscar Straus, Rieh. Strauß, Lzell, Siegfried Wagner, Weingertner. Ausgeführt werden sämtliche Veranstaltungen von Künstlern ersten Ranges, von dem ans 70 ständigen Mitgliedern bestehenden Orchester der Fnnk-Stnnde und dem F unk- Chor anter Leitung von Professor Hugo Rödel. Zu den musikalischen Veranstaltungen werden einleitende Worte von namhaften Musikkritikern and Schrifutellern gesprochen. Vortrag»wc«en Die Hoehschal-Knrie der Hans- Bredow-Schule umfassen jeder im allgemeinen sechs Vorträge Ober ein bestimmtes Gebiet. Für die Bildangs- kurse der Hent-Bredo w- Sehn' e sind insbesondere Vorträge über Spezialgebiete in Ansaicht genommen. Zahlreiche Einzelvorträge aus allen Gebieten, die inibesondere auch aktuelle Tagesfragen behandeln, werden ergänzt darchVorlesnngen, die den Wünschen bestimmter Kreise Rechnung tragen. Für die Hörer des Zwisehensenders Stettin ist außerdem noch eine besondere Vortragsreihe eingerichtet, die in weitem Maße, insbesondere auf die pommerseben Belange, Röcksicht nimmt. Außerdem werden in den Einzel Vorträgen Vertreter der Reichs- und Staatsregienmg sich zu den aktuell eo Tagesfragen äußern. Wetäfet 1Zu4vSfiM4%JCißl£njeA*n&?t/ fuh numxU&cfy&TtlcthJi, Schriftliehe oder möndliefae Anmeldung hei jedem Postamt und bei jedem Briefzusteller Rundfunk-Empfangaappatate für Ortsand Fernempfang in allen I Preislagen in jedem Spezialgeschäft i Ohne Anzahlung liiert illnooiiiBlirtu»ödeltZi» öbel kompl Zimmer sowie Einzelmübel, Küchen in allen Farben. Ankleideschrünke, Sofa*, EOchore chränke, Bettstellen in Holz n. Metall, Koibmibel, Ruhebetten bei denkbar bequemsten Ratenzahlungen Beste Qualitäten« Billigste Preise Getällls* Anfraoen unter „N. 30" Hsuptaxpedlifon des..Vorwärts" M UntnnUdlich bauen große und klein«»Inder hunderterlei Sachen: Möbel, Wagen, Seilbahnen, Auto« und beweg- liche Maschinen aller Art mit Korbaljr's Baakasten Üataiior. Matador, ein urwüchflgr«, lehrreiche? BeschäfiigungSmittel. Aauelemenie sind Urämie, nach allen Richtungen gelochte. hälzeine Klötze. Brettchen und Räder die mit Stäbchen verbunden werden. 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An beiden Sonnlagen vor dem Fest ebenfalls. iKtmze-Mialett: Charlottenburg: Kalser-Frledrlchstr. 97 und Katsertn-Augnsla- Allee 99-60» SchOnebtrg: Darbarossastr. 27 und Tempelhofer Strebe 6« Friedenau! Rheinsir. 34• Wilmersdorf: Kur- fürslendamm 04» Treptow: Graetzsir. 61» Neukölln: Hobrechlslr. 46» SO: Oranlensfr. 177 und Oranlenslr. 207• O: Warschauer Sir. 66. Petersburger Str. 64 and Andreassfr. 96 Dernau: KOnigstr. 246 Mixleüe ielü wliiM! PelZmAnld herrliche Ausführungen Persianer Seal Dlsam Seal Electric Gazelle 850.- 1000.- 875.- 195.- PHUdimHntd aparlc Formen(keine Dutzendwaren) Velour du Nord Sealplüsch WoDpIdsdi 48.- 125.- 90.- 69.- HO-- 85.-58/ OUomanc- and Vclonr-dc-loinc ff Anld KÄS MO.- 79- 54.- 28.- «escBsdulMdcMer 8S.- BZ.- 49.- ZI, la tesl Blecf rie Pela- a n w ■seatcl eui le Crtpe rss-a. de dun.......... AcUV#. WWennlntel 15.' Somm«rra6afel 15. Koetflma 18.* Extra»Trailer» Abtetlunj Wcstmann 1. Geschäft: DerUn I 2. Geschüft: Berlin Mobrenstrab« 97a l Gr. 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Dezember 1424 Sozialistijche flrbeiterjugenü Groß-Serlin. Heule. Sonntag. 5. Dezember: Winde» und Sipielleiterkonscrenz vormitta?» WO Ukir im Zugend» D beim Lindenstr. 3. Eiudienrnt Aemprich-Mersedurg spricht Uber das f! Thema:„Die Bedeutung der Heimspiele" s-pit anschließenden peak» W ■Jt tischen lledungenl. All« Wand«» und Spielleiter sowie Bildungs» sßz � odleute und Werbcbezirksleitcr müssen erscheinen. ;.|4.s-4-4 �4 n Audrcaeplasi: Iugendbeim Grobe ssrankfurtcr Str. 13, Zimmer S. Licht. bildervortrag:„Politische Satire".— Kranlsnrter Piertel: Iugendbeim Rigacr Strafte IM, Lichtbildervortrag:„Polltische Satire".— Tempelhos: sfahrt T-cffpunft H-S Uhr Bahnhof Tompelhof.— Lichtenberg.Mitte: Tresspunkt iinm Muscumobcsuch i>>,o Uhr Bahnhof Stralau-RummeZsburg.— Lichtenberg. Mitte und Weftt Alle ehemaligen Sprechichormitalieder treffen sich un> B'/i Uhr im Iuaendheim Scharnweberstr. l!!>.— T eukal» V: Probe für den 14. Dez. vorui. ZllUlir Zcdh. flanner Slr.- Rcukällp VI: Bcl schiinem Wetter Spaziergang durch „Alt-Derlin". Treffpunkt l-eb Uhr Herhbrrgploft, Zeitunpokiook. Ziachimittags S Uhr beginnt die«rstc Probe zur Weihnachtsfeier. Alle Mitwirkenden müsse» pünktlich erschelneu. Ucbung im Iuaendheim Sanner Strafte.-- Reinickeu. brrf'Oft: Museumsdesuch. Treffpunkt tilO Uhr„Seebad".— Aeschcnberger Diertel: Besuch des Antikrieasmuscunts. Treffpunkt»ormittags ihlü Uhr Äottbusser Tor. MLgaelsee: Gemeinschaftasaal in ssalkenberg. Straft« am ssal. krnbrrg.«vn 4—3 Uhr Bolkatanzkursus. gnschlieftand Filmoortvag:„Wege zu Kraft und Schönheit". Unkasienbeitrag 30 Pf. Werbetezirk Pr«»Uauer Berg: 2. Abend: StrelMz« durch bi« Weltliteratur. Jugendheim Donziger Str 32, H8 Uhr. Werbebezirk Neukölln: 1. Abend der Bemtrqgsreihe:„Soziale und A» beitcrdichtung". Jugendheim Böhmische Eck« Saziimr Straße. Beginn lhb Uhr. Mädilenaideltsgemcinschaft„West": Abend» e Uhr im Jugendheim Rat. hau» Schmargendorf. Berlaer Plaft. Bortrag:„Die Frau in der sozialen Arbeit". Werbedez Irl Srrnzderg Jahr«» Delegier ten-Sonferenz. Ra»mitto« 3 Uhr im Jugendheim Lindenstr. S Es wird pünktlich begonnen. ZNorgeu, Montag. 7Vt Uhr: Dee Zugendchor übt pünktlich T.t Uhr im Jfugendheim Lindenstr. 3. Moabit I: Schule Dalbenserstr. 20. Bortrag: Kultur der Sitltirclosen".— Si'alaucr Biertel: Jugendheim Goftlerstr. 31. Plattdeutscher Abend.— Friedcaan: Jugendheim Ofsenbacher Str. 3». Mi'alieberversammlung.— Schäneberg NI: Jugendheim Houptstr. IS.„Wo stehen wir?" spolittschet Zahresiückblick).— Westen: Jugendheim Houptstr. IS lRheinkandl. Mitglieder- Versammlung.— Baumschnlenwcq: Jugendheim Ernststr. 13. Bortrag:„Bon der Rund« zum Buch".— Johannisthal: Zuacndheim Rathaus. Bortroq: , Arbeiterfugend und Gewerkschaft".— KermsdorZ: Jugendheim Roonstrafte. Vortrag: �törperkultur". Werbebczi'k Srcnzberg: Gemeinsam« Veranslaltung mit de» Sinder. freundeu 7 Uhr im Sortzimmer der Schule Waldcmarstr. 73. Di« Gruppen müssen für stärkste Beteiligung sorge». Werbebczi'k Neukölln: Ern'erbstosenkonferenz Im Jugendheim Kanner Straft« pünktlich VjS Uhr. All« erwerbloscn Genosse» und Geuosstnnen wüsten vertreten sein. s Abt. Weiftcnsec nnd Jungs«,»aliste»: 3 Uhr im Jugendheim Park- � straft« 33 Zack-London-Abend. Parteigenostinnen nnd genossen smd iW herzlichst eingeladen. « erbebe, i'k Teltowkanal: 3 Uhr Mitaliederocrsammlung de« Wcrbebezirkz im Heim Lichteise.'dc, Albrechtstr. 14». Erscheint zahlreich. Mldungskurse: «erbebe, Irk T-ltow»a»al: Für Jünger« Jugendheim Steglift, Ringstraft-. Thema:„Einführung in den Sozialtsmus". Werbebeziri Lichtenberg: Jugendheim Scharrl weberstr. 2S. Thema: Staats- und Berfastungolehr«". vortrage, vereine unö Versammlungen« Zreichsbanner.Sckwar,-Rol-Gold". EeschLktsüelle: Berliu S 14. Scbastraastr. Z7M Lok 2 Tr. .«iatcrsxortadteilnng: Rodclgruppr D!., d. 7., 3 Uhr, wichtige -n a-r Eiftuug in Schneiders Hotel, siönig» Ecke Slosterstraße. Gäste, auch pön�l/.Willtomme'n.— Wafscrspor�abteiluug: Aauvorstand ein. � Mitte: Kauleradschaftsversammlungen. Mo., d. 6., 8 Ulir, 4. Kameradschaft 9kcue_ Friedrichstr. 1 sSchlestsch« Heimat). Di., d. 8 Uhr. J. Kameradschaft Ackers« raßc: Lichtbildervortrag:«Reisebilder aus den Tropen". 5� Aamcradschaft Iostpstr. 4(Logenheim). H.»mneradschaft Garten str. 6 bei Hmocrmann. In allen Versammlungen wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller akttven und passive? Kameraden Pflicht. Nachrichtendienst' ladet ein.— Nreuzberg: DL, d. 7., d Uhr, 4. Ab!ciluna Versammlung im Restaurant zur Llnde, vallcschcs Ufcr 14. 12. Abteilung bei Siedentvpf, Muskauer Str. Lö. Vortrag des Kameraden E. Fraenkcl. Neuwahlen. Iungmannschafl 3 im Jugendheim Wranaclstr. 128. Vortrag des Kameraden Stadtrat Marsbe. Neu» wählen.— Zteurolln-Brij;: Nadfahrerabteilung Sonntaa, d. b., vormittags W/a Uhr. vohen., ollern plaß, ssahrt nach Karlshorst.— Treptow(«reisj: Die Beerdigung unseres Al-tomeraden Otto Tehner findet Di., d. 7., nachmittags � Uhr, auf dem ssirodhof in Daumichulenweg statt. Sammelpunkt 2*6 Uhr Bfif. Saijmfäiulenojeg. Pflichtveranstaltung. Die arbeitsfreien Kameraden der anderen Bcrliner Krejse werden gebeten, sich zahlreich zu beteiligen. »>.'t?.!?• �«»�«»alcslteii, Witwe» vnd Waisen der tschechoslowaNsche» viepnblu i» Den schlank'. 7 Dezember. 8 Uhr. Miigliederversommlung in den Hohenstaufensälcn, Kottbulser Damm 73. Dortraa:„Der Renienraub an den tschechoslowakischen und dsterieichischen Kriegsopfern". Die Differenzen der Der Funkball aus dem Mors war in der offiziellen Wochen. fchrifl der Berliner Rundiunkjendeftelle als Haupt» und Staatsaktion angekündigt worden. Man sollte„Ungewöhnliches" erleben. Un- heimliches. Wunderbares. Cs wäre ocfchickter gewesen, wenn man auf diese bombastische Voranzeige verzichtet hätte; denn begreif- licherweisc waie» die Erwartungen dadurch überspannt und der Hörer wurde kritischer, als er angesichts dieser Veranstaltung hätte sein- dürfen. Immerhin blieb ein Tanzabend übrig mit einigen heiteren Zwischenspielen. Als lustiges Wochenende war die Veran- stoltung gewifj nicht zu beanstanden, und sicher hat sie in manchen Hörerlreisen sogar lebhaftes Vergnügen ausgelöst. Aber wir wollen uns nicht verhehlen, dah man sich aus diesem Mars recht irdisch bewegte, und daß das ganze doch wohl schon— unter anderem Titel— dagewesen war. Das ausierordentlich wichtige Gesetz über die Fristen für die Kündigung von Angestellten wurde seiner Be- deutung nach von Obcrmagistratsrat Dr. jur. Hans D e p ä n e er- örtert. Er wies auf die Auslegungsmöglichkeiten des Gesetzes hin, das in den kaum mehr als vier Monaten, die es existiert, schon oft heiß unistrstten wurde. DepSne betonte mit Recht, daß hier upmiß- verständlichere Formulierungen dringend nötig sind, wenn das Ge- setz seine Aufgabe wirklich erfüllen soll. Immerhin war es dankens. wert, daß er durch seinen Vortrag wenigstens in einigen wesentlichen Vunkicn Klärung zu bringen versuchte.— Ministerialrat Dr. Alfred Beyer beendete mit Ausführungen über„Wesen und Sinn des Lebens' seine Vortragsreihe„Lebenslüchtigkeit und Lebenserfolg", durch die er seine Hörer gewiß nicht ganz erfolglos zur Ausgeglichen- heit im Leben erziehen wollte.— Einen recht interessanten Vortrag über„Die internationale Technik der Papiergeldherstellung" hielt Oberrcgieningsrat Georg Nicolaus. Landesleitung Chemnitz mit dem Konsulat in Chemnitz. Klndcrvcrschickung sErholung). Rcichebund der Krieg» beschädigten, Sricgsteilnehwer und Srieaeihinter- blicbene». Bez. Wedding 3: Mitgliederversammlung Montag, 3. Dezember, 8 Uhr, Chausscestr. 34, Patzenhofcr. Bund Eutschiedencr Tchulresormer. Oefsentliche Aussprache über die Ar- beitspflicht der Jugend Dienstag, 7. Dezember, Uhr. im Wernel-Siemens» Nealgnmnastum, Kolnmstaufenstr. 47/48(am Untergrundbahnhof Diktoria.Luise» Platz). Für die Arbeitsdienstpflicht spricht Rechtsanwalt Dr. Arnim Ostclrieth, dagegen Pof. Paul Oestrcich. Freie Aussprache. Irdermonn eingeladen. Freidenler-Dolkehachschnle Berlin. Mittwoch, 8. Dezember, 7ib Uhr, im Askanischcn Gymnasium, Hallcsche Str. 24(am Anhalter Bahnhos). Dr. P. Krischc:„Die Entwicklung der Menschheit". Sozialdemokratischer Männerchor Friedrichehain. Heute. Sonntag, vor. mittags Mio Uhr. treffen sich die Sangesbrüder zur Dezirks-Morgensprach» int Saalbau Friedrichsliain. Pünktliches Erscheine» ist Pflicht. Die Kontrollkarten sind mltzubiingcn. Im Rahme» der Deutschen Gesuadhcitsfürsorgeschnle spricht Donnerstag. S. Dezember, 8 Uhr. im Hörsaal des Hygienischen Instituts der Unine'sität Berlin, Dorolheenfir. 28», Professor Dr. Biesalski über da« Thema:„Die Nutz- barmachung des Krüppels für die Allgcmcinhcit". Einschrcibegebühr 1 M. Geschäftliches. Ei« Stiefclputzwettbewerb. Nach omerikanischein Muster, vielleicht nicht ganz so geschickt und praktisch inszeniert, brachte sich der„Rotfrosch" einem geehrten Publikum wieder mal in Erinnerung. Di« Sache begann mit einem Preisausschreiben des schwerwiegenden Problems: Wie- viel Schuhe pmist man mit einer Dose? Preise von ötKXZ M. abwärts. Die glücklichen Gewinner und sonstigen Interessenten ver- einte ein Crdalscher Tanztee nachmittags im Sportpalast. Um 3 Uhr sollte es losgehen und zu dieser Zeit waren bereits sämlliche Eingangspforten wegen Ueberfüllung geschlossen. Draußen drückte sich eine unübersehbare Menge Zurückgewiesener an den Gitter- stäben die Rosen platt und bis runter zur nächsten Querstraße stand alles schwarz voll Menschen. Drinnen im Saal reckte sich olles die Hälse aus nach der„goldenen Mitte", wo bei Scheinwerfer- beleuchtung, Radio- und Iazzbandmusik eine Reihe schuhputzender Gestalten saß, die des Rätsels Lösung zu bringen hatten. Nachdem die Schuhputzangelegenheit sich in bezua auf Tempo als„abend- süllende Schaustellung" entpuppte, wirb die Geduld der Glücksjäger auf eine ziemliche Probe gestellt bis schließlich das Ergebnis bekannt- gegeben wird und natürlich mehr Enttäuschte als Beglückte schafft. Massary, Weihnacktegabe. Eine hübsche WeihnachtsÜberraschuna hllnyt die Massary-Zianrettenfabrik in Form uo» sehr geschmackvolle» Weihnachtspackungen diese hübschen Geschenkpackungen nur dem Preis der üblichen Original- Packungen. Aus diesem Grunde kann allerdings nur eine bestimmte Anzahl dieser Ecschenkpackungen zur Bcrsügung gestellt werden. Es wäre daher vorteilhaft, de» Dedarf an Rigaretlen zeitig zu decken, da diese Packungen bald vergriffen sein werden. Ein glücklicher Gedanke war es außerdem, jeder Weihnachtepackung eine Glllckwunschlarl« beizufüaen, dl« man nur noch mit seinem Namen zu versehen hat, um die reizend« Weihnachtsgade zu vervollständigen. In den nächsten Tage» wird den zahllosen Anhänger» des allgemein bevor- zugten Schuhputzes Urbi» eine besonder« Uebcrraschuna zuteil werden. Die Urbinwerle haben zu anregender Kurzweil an den lanoen Winterabenden «in neuartiges, höchst interessan'es und ceschmackvoll ausgeführtes Gesellschaft«- spiel hrrausgebracht, das allen Urbinvorhrauchern als Welhnachtsg'be zugedacht ist. Dieses fesselnde Spiel, das hei jung und alt großen Beifall finden wird. ist In entsprechenden Mengen heroesiellt und gelangt derart zur Verteilung. daß jeder Käufer einer Schachtel Urbin Rr. 9 in der Zeit vom 3. bis 11. De- Das arössie SchuhSpesciaUtaus mit der grössten Auswahl Berlins tä-»»— fr.,.........- y Ml i idT■ in t m ilf im i„ Am ■mmL ncx Tcniens jxnzznjcc rm c�ciripicT: nrnczaun crrrncrnnr» n»» o«* SoittttB Inserat der Firma llrbi» wird über dieses hübsche Wcibnochtsgeschent »och ZLldcres gesagt. Da» ketannte Warenhaus t). Joseph«. S».,«enklll», Berliner Str. Sl/SS. befindet sich bereit» im Feichcn des grofian Weihnachtsveikauf». Zu 40 per. schiede»«« Epezlalableilungcn für jeden Bedarf find große Warenposten bereit» gestellt. Durch die jeden Geschmack befriedigende Auswahl prol tischer, pas. sender W« ih na ch trgesch« n t« und die in Anbetracht der gcldlnappen Wirtschaftslage enorm niedrigen Preise ist die Firma H. Joseph u. To.. Neu- kelln. w der Lage, ihrer Kundschaft für wenig Seid da» Best« zu bieten. Da nur erprobte gute Qualitäten bei der Fülle de» Gebotenen zum Verlauf gelangen, ist auch der weiteste Weg lohnend. Der große Seihnachtsverkaus bei Emil teftpN, dem illiesten Berliner Teppichhous, seit 44 Kahren nur Oranicustr. ISS, nah« Morißpah, hat begonnen. Via allbSannte ffliwa bring! t» alle» Abteilungen ihrer RiesenlSa« rücken, Dinn beginnen, bevor der große Andrang einseht. Der Winteranzn« de» korrekte» Kerr». Wer sich besser, al« ein Modeaufsaß es vermag, über alle Anzugssioffe und Anzugsformen der kommenden Winter- mod« Informieren will, dem empfehlen wir auch in diesem Zahr wieder einen Besuch in dem altbewährten Äonsektionshaus von Bernward Leineweber, fiöU» nischer Fischmarkt 4— 6. Er wird dort jedes Genre finden, nur nicht das minderwertige, und kann, wenn er den Rat bcfoigt, der ihm dort von liebens- würdigen Sachkennern erteilt wird, sicher sein, den Winteranzug des korrekten Herrn so auswählen zu könnon. wie es seinen Mitteln und seinem persönlichen Geschmack entspricht. Sriefkasten üer Redaktion. K. S. 59. Heinrich Roller war der Erfinder der Stenograph rbs von 7— Roller.— A. S. lZ. Jeden Dienstag und Freitag abends von 7—8 Uhr im Freidenker, Friebenstr. W. Unkosten 2 M.— s~ Bureau der Scherl, Iimmcrstraße. ie Svstem B. 5. Berta« westerberlchk der öffenllichev bvelterdienstslelle für Lerlin and Umgebung. sRachdruck oerb.). Wechselnd bewöM, ohne Neigung zu Niederschlägen, Temperatur einige Grade über Null, westliche bis nordwestliche Winde.— Jüt veut chland. Vorwiegend trocken bei wenig geänderten Temperaturen, meist bedeckt. ttZNIP mADE m tlt. V KNOWH THE WORUO OVER „GILLETTE" RASIERKLINGEN leisten nur vollkommene Dienste in dem echten „GILLETTE RASIERAPPARAT" Kaufen Sie noch heute bei Ihrem Händlereinen echten „GILLETTE" RASIERAPPARAT QILLETTE CO. SAFETY RAZOR Q. m. b. H. Hamburg 11, AdmlralitätstraQe 40 KOSTET DAS IDEALE GESCHENK ZUM WEi H NACHTSFEST DAS MUSIK-INSTRUMENT .EUCTROUT IN TRAGBARER KOFFERFORM. VORSPIEL undPREISLISTE FÜR RATENZAHLUNG AUF WUNSCH BEREITWILLIGST� EIECTROIA GES M.B.H.* BERLIN W8.IEIPHGERSTR.23 Allen Bek wandten. Freunden und Be'annten dre tieUraurige MUteckung daß am 2. Deremter mein Ueder Mann, unser Bater, Schwieger» und Großvater ernzs kiirsler nach langen schweren Leiden janst »mschlaien ist. Um stilles Beileid bittend Ww. Maria FSnter, geh. Plibicnpill Kart Förster all Sohl H-rta Förrter ab it»!>�rl»ckw Ingcborjj Förster als Eskslis. Die(Einaf+erung findet am Mitt» mach den 8 Dezember, nartim 4 Uhr. im Sremaiorium Gericht'raße statt Nach langem, mit größter Geduld getragenen schwerem Leiden ist unsere getledie ewzig» Tochter und Schwester Gerda Ernst im Aller von Zl Jahren sanft eiti» schiasen. Die» zeigen tiesbrlrübt an All»lo Ernst nebst Frau u. Söhnen. Sharlottenburg, Ztamminerstr 34 Die Beerdigung findet am Dien». tag, 7. Dezember, nachm 3 Uhr. von der Ztapille des Neuen Lurlen-Kirch. hoies, Fürstendrunner Weg, aus statt öWX DER ARBEITER, ANGESTELLTEN ü.d BEAMTEN, A-G #»ONDERZUG• »O-niiltUst'/aMISiC »tss...».» I tssaöitktaoai'/,« ad hier Nachnahme Normaainia, Nortorfi Holst II"? 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Der heutigen Stadion age liegt ein Pros ekt der dachhandlang 3.». W, Dletz Nachf., Linhcnstr. 3 einem Teil Her Auflage lie t ein Prospekt der Firma SInxer NSimaschlnen, sowie die Preiitiste der Firma Carl Tamuachke, Dresdener Sic. 121 123, und ein Prospert der Firma H. daseph 3- Co.. Neuköda, Berliner£tr. 51 55, betreff. OeiHnachts- Berkauj bei. woraus wir unsere Leser besonder, hinweisen. Dem Bezirk Südosten der vorliegenden Nummer ist eine Preisliste der Lelanntcn Mehl- und Aolouiatwareu.Srozhandlunz oon Larl Damaschke Berlin S., Drc». deaer Str. 121 123, beigefügt, aus die wir insbesondere alle Hauslrauen ht rmri ganz besonder« ao'merksam machcn Ja Anbetracht de» nahenden Weihnacht». feste» bietet diese Preisli'te eine will- kommenc Handhabe zum Stulaus oster rum Knchrndacken njw. erforderlichen Ingredienzien, welche die F.rma Earl Tamaschke, wie bekannt, in nur vorzua- Uchstea Qualitäten jrei Hau» liefert. Sonntag 5. Dezember 1926 Äusöer Die Zilme öer Woche. Der sprechende§ilm. (Tapikol.) Ein neuer Versuch auf dem Gebiet des sprechenden Films. In einer Pressevorführung im Capitol zeigte die Phöbus-Film A-G. einen sprechenden Film, den sie gemeinsam mit der Deut- s ch e n Tonfilm A.- G. Hannover hergestellt hat. Das Prinzip der Erfindung ist nicht neu, es beruht auf der Urmvandlung von Licht- in Tanwellen und umgekehrt. Die mit den photographierten Vor- gangen verknüpften Tono�rgänge werden auf den Filmstreifen mit- aufgenommen, und beim Abrollen des Films verwandeln sich diese Lichtsrhwankimgen in elektrische Energieschwankungen, die sich mit Hfife von Lautverstärkern in Tön« umsetzen. Man hat in Hinblick darauf, daß es sich hier um einen Versuch handelt,«in ganz einfaches Sujet gewählt: nämlich«ine Kabarettaufnahme mit mehr oder minder begabten und bekannten Kabarettisten. Vorausgeht«in« Straßen- aufnahm« am Romanischen Cafe mit allen Geräuschen der Straß« wie Tu::n der Automobile, Läuten der Straßenbahnen und ähnlichen Dingen: allerdings klingt alles stark sordiniert, als ob die Tön« durch ein« Watteschicht dringen müssen. Das Geglückt« an diesem neuen Versuch liegt nun darin, daß«ine genaue Uebereinstimmung in der Wiedugabe von Licht- und Schallwellen erreicht worden ist. Das Wort hinkt nicht der Mundbewegung nach oder läuft ihr voraus. Sonst jedoch entwickelt sich die Angelegenheit wenig genußreich. Bei d-:'. Aufnahmen von der Vorstellung spielen nur die einzelne mensch- r.le Stimm« und das Klavier eine Roll«, also die einfachsten Formen. Störend wirkt nun z. B. bereits, daß das Klavier von der Stimme beinahe zugedeckt wird. Selbstverständlich muß die Stimm« be- herrschend hervortreten, aber die Klavierbegleitung darf deshalb nicht zur absoluten Bedeutungslosigkeit verurteilt werden. Wie würde nun fre Wiedergab« eines großen Ensemblesatzes wirken, etwa das Finale aus dem zweiten Akt der„Meistersinger"? Es ist anzunehmen, daß noch mehr als beim Radio das Orchester in den Hintergrund treten und die Stimmen chr« klaren Umrisie vertieren würden. Ein anderes Moment ist außerdem zu beachten: die Stimm« verändert bei der Wiedergab« ihr« Färbung besonders auffällig bei den hohen Lagen. Alfred Braun und Willi Rosen sind nicht wiederzuerkennen, bei Paul Morgan kann man«in« leise Aehnlichkeit feststellen. Ferner werden die Stimmen zu stark nasal gefärbt und die Dentallaut« erweicht, alle lispeln. Doch dies« Uebelstönde können wohl überwunden werden: ebenfalls müßte«in« Regulierung der Tonstärke«intreten. Es geht nicht an. daß bei einer Großaufnahme, bei der Schauspieler oder Sänger dem Publikum ganz nah« gerückt sind, dieselbe Stimmstärke angewandt wird, als wenn der Künstler aus größerer Entfernung spricht. Hier häufen sich die Probleme, die bereits bei der«infachen bildlosen Radioübertvagung berücksichtigt werden müssen, um die Stimme zur Geltung zu bringen, auch wenn der Schauspieler hinten aus der Bühne steht. Kann man aber beim Radio mit Illusionen arbeiten, so wird beim sprechenden Film die Sache erschwert, da hier Stimme und Bild gleichzeitig aufgenommen werden. Ein« andere Frag« ist es, ob der sprechende Film ein« Bereicherung der Filmkunst vorstellt. In der augenblicklichen Form kaum. Das gut zusammen- gesetzte Kabarettprogramm mit längst bekannten Schlagern hört und sieht man im Original bester. Vielleicht erhält die Erfindung für die Provinz Wert, vielleicht weist sie aber auch bei notwendigen Ver- besserungen einen Weg ins Neuland. F. S. ,vie lachenüe Grille/ (Capitol.) Lang, lang ist's her, daß George Sand im Namen der Natur und des Rechtes auf Liebe das Mädchen vom Lande verherrlichte, das auch in der Stadt mit seinem Mutterwitz und frischer Natur- haftigkeit seinen Weg machte. Die selige Birch-Pfeiffer hat seinerzeit sämtliche deutsche Bühnen und sämtliche junge Mädchen damit glück- lich gemacht. Da war es höchste Zeit, daß nunmehr der Film sich dieses Lieblingskindes mehrerer Generationen annahm. Friedrich Zelnick hat für Lya Maro eine Starrolle daraus gemacht, worin sie nun sowohl das„tausrische*. übermütige und zu allen losen Streichen ausgelegte Dorfmädchen wie auch das zur Haus- genostin des Barons Rothschild und später der George Sand avancierte, immer noch ebenso lustige und kluge Stadtsräulein darstellen kann. In zahlreichen Episoden hat die„lachende Grille" Gelegenheit. Ihre Talente leuchten zu lassen und die Leute zum Lachen zu bringen. So, wenn sie den wilden Mann ans Karussell anbindet oder als Schmugglerin in ungeahnter Dicke auftritt, oder wenn sie mit ihrem ganzen Krimskrams von Reiseausstattung den Baron Rothschild überfällt, um bei ihm ihr Kapital anzulegen. Rothschild führt sie zu George Sand und so kann sie bald als Friedensstisterin mit Chopin, bald als Konzesstonsvermittlerin für eine neue Eisenbahn Klugheit und Geschäitstüchtigkeit beweisen. (also so recht das Vorbild für das bürgerliche Mädchen). Die Bs- lohnung bleibt nicht aus: Rothschild schenkt ihr Kapital und Schloß. Triumphierend kehrt sie in die Heimat mit dem ersten Zuge zurück und bekommt natürlich ihren Landry, dessentwegen sie chr Dorf ver- lassen hat, weil sie damals zu arm für ihn war. Lya Maro entfaltet ihren ganzen Reiz, sie ist In der Tat all das, was der heutige Zuschauer von der Grille erwartet, die er nicht mehr mit den tränengerührten Augen der früheren Generationen an- sieht. Sie ist keck, lustig und bei aller Naivität hat sie immer den rechten Einfall. Aber man sollte sie nicht dauernd in Großaufnahmen sehen, denn sonst wird in der Grille die Mara sichtbar. Obwohl für die Darstellung der übrigen Rollen ausgezeichnete Kräfte aufgeboten sind, wie die Guilbert, Eugen Klöpfer, Harry Liedtke(der den Lieb- haber spielt), Eugen Burg(Rothschild), Dagny Servaes(als inter- estante George Sand), Alfred Abel(als Chopin), stehen sie doch neben der durchaus im Vordergrunde stehenden Lya Mara in zweiter Reihe._ D. ,Dke schönste Iran üer Staaten." (llfa-palasi am Zoo.) Glücklicher Heinrich Heine! Du konntest noch unsere Frau von Milo verehren. Heute müßtest du Fräulein Fay Lanphier ansingen, denn sie ist die schönst« Frau der Staaten und damit natürlich der Welt(was für die Amerikaner ungefähr ein und dasselbe ist). Um dieses festzustellen, wurde eine der dort beliebten Schönheits- konkurrenzen in Szene gesetzt und siehe da, besagtes Fräulein hatte genau dieselben Maße wie die Venus von Milo(was ich für«inen offenbaren Irrtum erklären möche, denn das griechische Frauenideal entsprach keineswegs dem amerikanischen überschlanken Mädchenideal). Um diese Konkurrenz und eine damit zusammenhängende Modenschau herum wurde dieser Film aufgezogen: seine etwas langstielige und gleichgültige Handlung wird bestritten von der Konkurrenz zweier Hautcremefabriken, deren eine über eine zweie Venus von Milo ver- fügt. Dies« kommt aber zu spät infolge der Machinationen des Konkurrenten. Nur der Liebenswürdigkeit der preisgekrönten Schön. heit oerdankt sie den Triumph ihrer Marke— die Schönheit ist nur der Crem« zu danken!— und das glückliche Ende. Di« Modenschau, für die ich nicht zuständig bin, litt unter der Buntfarbigkeit des Technikoloreverfahrens. Die in Masten aufgebotenen schönen Beine kamen um so mehr zur Geltung, litten aber, wie auch in den Revuen, unter dem Massenaufgebot. Das wichtigst« Filmereignis war ein« tolle Autofahrt, die es in der Tat fertig brachte, all« früheren und oft gesehenen noch zu übertrumpfen. Während mit der schönsten Frau im Film sonst nicht viel anzufangen war, gab Esther Ralston die eigentlich« Filmrolle mit der typischen Anmut der Amerikanerin. Unter den übrigen Darstellern bewährten sich L. Gray und Ford Sterling(als Schwerenöter)._ r. �Staatsanwalt Foröan." (Marmorhaus.) Der Roman„Staatsanwalt Jordan" des Hans Land behandelt das Schicksal eines Mannes, der von moralischem Fanatismus beseelt, schließlich durch Selbstmord endet, weil er, der mustergültig« Ehe- mann und Staatsbeamter, von einer Kokotte abgewiesen wird. Diese Kokotte ist die Tochter einer Portierssrau, die Jordan wegen Kuppelei zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilte, trotzdem Kuppelei überhaupt nicht vorlag. Die Mutter hatte nur nichts dagegen einzuwenden, daß ihre Tochter die Geliebt« eines Malers war, dies stt der Grund der Anklag«. Jordan beleidigt das Mädchen in der Verhandlung, um sich, wie er später gesteht, vor ihrer Schönheit zu schützen. Wenn Hans Land auch weniger den Akzent auf die psnchologisch« Ausdeutung Jordans legt, als auf das Milieu, so ist das Thema durchaus psycho- logisch, es zeigt die Verwandlung dieses korrekten Staatsanwaltes in den haltlosen Bettler um Lieb«. Was geschieht nun im Fllm? Man sieht etwa, wie Jordan sein Plädoyer hält und wie dabei sein Gesichts- ausdruck ständig wechselt, wie er verzweifelt gegen den Einfluß des Mädchens ankämpft. Dann zeigen Großaufnahmen seine korrekt ge- falteten Gesichtszüge, die sich nach und nach in einem Lächeln ver- klären. Alles wird in den Umristen vergröbert und in der Zeit verkürzt. Was in Jordan allmählich wächst, was ihm vorläufig selbst noch unbewußt stt, erscheint im Film zu unterstrichen und überbetont. Hinzu kommt, daß der Schauspieler Mierendorff noch seinerseits übertreibt und kein« Uebergänge kennt. Am Anfang als Muster- beispiel konservativer Gesinnung weiß er einen kalten, beherrschten Menschen hinzustell«?, aber den Zerfall dieser Persönlichkeit kann er nicht gestalten, erst am Schluß gewinnt er wieder Format. Und auch die Regie Karl Gerhardts versteht nicht zu dämpfen, sie bleibt manchmal im Kolportogehaften stecken. Gerhardt interessiert sich mehr für die Liebeleien der kleinen Gertrud Hecker als für den Staats- anwalt Jordan. Das Milieu des Ateliers, der Bars, Hinterhäuser und Kokottenwohnungen stt aber zu sehr bekannt, um noch besonderes Jnterest« zu erregen. Mary I o h n f o n als Gertrud Hecker bemüht sich zuerst mit zuckrigem Augenaufschlog und benimmt sich auch später stark konventionell, Alfred G e r a s ch trägt überzeugend Cutaway und Plastron, ist sonst jedoch allein lyrischer Tenor. Nur in den Neben- rollen überzeugen Hedwig Mangel, Hedwig Pauly-Winter- stein und Paul Henckels durch ihre große Gestaltungskraft. _ F. S.' „Die Großfurstw und ihr Kellner." (Gloria-Palast.) Wir wissen, für die Amerikaner gilt manches noch als Problem, was für uns ein schon längst überwundener Standpunkt ist. Darum kann man nicht verwundert sein, wenn die Amerikaner sich noch für die Großfürstin und den Millionär interessieren, der ihr zu Lieb« den Kellner spielt, bis er, nachdem die Schön« weiß, daß er Geld hat, sie als Braut bekommt. Aber verstehen kann man es nicht, daß die Film- tüchtigen aus Dollarika«in Lustspiel zu einem Filmmanuskript um- schreiben ließen, ohne Filmefsekt« hineinzubringen. Ohne Tempo und ohne besondere Feinheit im Einzelbild fließt die Handlung dahin, denn dem Regisseur Malcolm St. C l a i r fällt glücklich gar nichts ein. Sieht man sein« reizlose Arbeit, steigen sofort die Lubistch-Lustspiel«, die man in Erinnerung hat, ganz bedeutend im Kurs. Lubistch hätte Sellage öes vorwärts selbst«in solches Thema zum Kunstwerk gestalten tJnnen. Doch Malcolm St. Clair hat keinen Witz, hat keinen kultivi«,rten Lustspiel- ton, bei ihm reichts höchstens zum Kalauer, und so perrennt er sich in die Unmöglichkeit, den eleganten, weltgewandten Lebemann«inen Tölpel von Kellner spielen zu lassen. Die für die Uraufführung ver- antwortlichen Deustchen sahen offenbar sogleich die Fadheit dieses Filmes, weshalb sie noch allerlei Text schreiben ließen, der andauernd betont, für eine geflüchtete russische Großfürstin, kann ein Kellner doch beim allerbesten Willen kein Mensch sein, für ein« solche Dame ist doch ein Diener kein Mann. Florence V s d o r war gut zurechtgemacht und wurde durch die Photographiertunst der Amerikaner, die nie etwas Herbes im Gesicht des weiblichen Stars dulden, zur Schönheit. Adolphe M e n j o u spielte den Millionär mit seinen bc- kannten Mitteln, sichtbarem Uebersättigtsejn, höhnischem Mundwinkel- ziehen und vielsagenden Blicken. e. d. -Gesuch mich mal bei mir zu Hause/ (Mozarisaal.) Die übliche amerikanische Liebesgeschichte, nur daß diesmal der Umweg der„Wilde Westen" ist. Denn das süße New Dorker Mädchen Mollie hat es sich in den Kopf gesetzt, nur einen„richtigen Mann" aus dem Westen herraten zu wollen. Der Millionärssohn, der für sie entflammt ist, muH also unbedingt sich im wilden Westen auf sie vorbereiten. Leider gibt's aber diese uns durch die Filme sehr vertraute Gegend mit den wilden Cowboys und noch wilderen Mustangs nicht mehr. Die Großviehzucht wird dort ganz rationell mit kleinen Fordwagen betrieben. Bill Dana würde sich damit ab- finden, aber unglücklicherweise überfällt ihn seine Braut(daher der etwas merkwürdige Titel). Um ihr Genüge zu tun, inszeniert er großes Wildwesttheater: mühsam werden die armen Teufel, die noch nie auf einem Pferd gesessen haben, zu Cowboys umkostümiert und auf elenden Kleppern beritten gemacht. Diese Verulkung der Wild» westbravour ist entschieden der bessere Teil in dem sonst langweiligen Film. Natürlich kommt Mollie dahinter, aber die Versöhnung läßt nicht aus sich warten, und das gute Ende ist da. Das einzige Film- ereignis amerikanischen Tempos ist die wirkliche wilde Flucht der Viehherden, die durch die nie gesehenen Pferde toll werden und in Massen dahinrasen. Richard D i x mimt den Bill recht gut, Esther R a l st o n ist eine hundertprozentige Mollie. Voran ging ein Naturbild aus dem Elbetal„Von Pirna. bis Meißen, das in einer Bliemchenstimmung gemacht zu sein schien_ r. „Parkettsessel 47." (Tauenhien-Palast.) Dieser Film stt mit Geschmack gearbeitet, aber er ging an Auf- gaben, die nur das Theater lösen kann. Denn dem Regisseur Gaston Rawel gelang es nicht, Louis Verneuils Bühnenwerk die Grundlagen für einen Film zu entnehmen, weil ein Filmmamvskript eben eine heikle Sache ist und bleibt. Es ist ja«ine ganz vergnügliche An- gelegenheit, wie der glühende Verehrer der Mutter Hals über Kopf mit der Tochter verheiratet wird. Und sie wird beinah« sentimental, als die Ehe der Tochter fast in die Brüche geht und die Mutter dann erfährt, daß chr Schwiegersohn sie geliebt hat und er der Dauer- abonnent des„Parketstitzes 47" war. Die angeschwärmte Mutter ist nämlich eine gefeiert« Schauspielerin, ein Umstand, der Erna Morena zu einer Bombenrolle verhalf. Ihre Tochter spielte Dolly Daris, die «in« ganz vorzügliche Range von guter Erziehung abgibt, die so gerne Dame sein möchte, bei der jedoch in jedem kritischen Augenblick Iugendübermut und jugendliche Unbeherrschtheit durchbrechen. Bei solchen Temperamentsausbrüchen ist sie urwüchsig und reizend.� wirklich drollig zugleich. Gaston Ravel hat als Regisseur SinpJXRf gut« Schauspielkunst und äußerst vornehm« Inneneinrichtungen,>edoch was nützt das, wenn er seinem Werke keine richtige filmische Bedeutung verleiht? Die Ufa-Wochenschau bringt interessante Bilder aus dem Bereiche der Handarbeiter, so die Riederlegung eines Förderturms in einem Kaliwerk und die Ausbesserungsarbeiten am Gleisunterbau der Berliner Stadtbahn ohne Unterbrechung des Zugverkehrs. e. b. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig In den Alleindepots: Zions- Apotheke Berlin N 31, Änklaraer Straße 39. Telephon: Amt Humboldt 1022 Adler-Apoiheke Berlin- Friedenau, Rheinstraße 16. 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Bestellungen zum cheftpreise von 1,50 M. nehmen die Zeitung». boten und alle Parteibuchhandlungen entgegen. jür diese Rubrik siud «erli» S««», Lindeastratze 3, parteinachrichten 0g$i für Sroß-Serllu Net, an da» De,tri,I etret-riat. a. H»f. i Tee», recht», ,» richte». Achtung, Ableilungsleiler! Die Kassierer der 5. und 8. Abteilung(Berlin), 68. Abteilung(chalensee), 74. Abteilung(Zehlen- i>orf), und der 75. Abteilung tWcmns«), die bis zu 580 Mitglieder zählen, haben trotz bereits ossentlich erfolgter Mahnung noch immer ' keine Abschlagszahlung geleistet. Da diese Saumseligkeit nicht immer Schuld der Abteilungs- kassierer ist, werden die zuständigen Borsitzenden und Revisoren dringend ersucht, diesen Dingen nachzugehen. I. Zl.: Alex Pagets. • 2. Ärri» sictettitn. Montag, den 8. Staubet,»brat» 8 Uhr, Erweitert« Kreisvorstandssitzunz bei Sriiger, Putlitzftr. 10. 5. Riet»?riedrich»h»i». Montag, den« De�rnber. abend« 7 Uhr, in Tchrnidt» SeseUslbaltohau», ffruchtstr. 88», Rret»firnktt»nilrn«rsa>nm. b'no. Bortraq: Do« �inanitanogleichegeseh. Referent: Änrt Heinig. Diskuliion. Kreisargeleaenheiien. Wir«rwartini dos Erscheinen fZnrtlicher SuntHanätc. Mitglied»buch und Funitionirkori« sind an 8tud ringen. 6. Rrei» Rrenzterg. Montag, den 8. Dezember, abend, pünktlich 7 lg llhr, bei Rabe, ssichtestr. A, Rreismitgliederversammlung. Tages» ordnung: Vortrag: Die politische Lage, unter besonderer Berücksichtigung unserer Stellungnahme zur Reichswehr. Referent: Franz Rünftler, M. d. 51. Mitgliedsbuch legitimiert. ESnitliche Mitglieder müssen erschein«!. 11. Rrei» SchSneberg.Zricdenau. Montag, den 8. Dezember, abend» 8 Uhr, Frattionsfirung im Siathaus, Zimmer l«4. Di« Bllrgerdeputierten sind freundlichst»ingeladen.— Achtung! Montag, den 8. Dezember, abend» « Uhr, bei Riinig, Feurigstratze, Eck« Prinz-Georg-Stratze. Voriragsaben». Genosse Dr. Baader spricht über: Gegenwart», und Zukunft»ausgal>«n der Sozialdemokratie unter besonderer Berücksichtigung der Agrarfrage. Zahl. reiche» Erscheinen erwartet der Ar«i»vorstand.— Montag, den 6. Dezember, abend» 8 Uhr, Mitgliederrersammlung der freien Echulgemeinde im Ge» langssaal der Hohrnzollernschule, Beiziger Stratz«, Ecke Eisenacher Stratze. Vortrag: Wie gestalten wir unsere zukünftige weltliche Schul« In Schöne. derg? Referent: Lehrer Eduard Hahn au» Wilmersdorf. Giift« haben gutritt.— Dienstag, den 7. Dezember, abend» 8 Uhr, in der Spedliwn. Belziger Str. 27. Sitzung der geitungskommission. Bollzithlige» Erscheinen ist unbedingt ersorderlich.___ kb Musik. Lichtbilder: Streilzüge durch Tirol. Lieder zur Laut«. Rezi. IS tat.ouen. Tänze der„Rinderfreunde". Autzce obigem Veogramm spricht Genossin Todenhagen über da, Thema: Arbeiterwohlfahrt(mit Licht. Zs btldern). Reger Besuch wird erwartet. l?. Rrei» LichteubeeK. Montag, den 6. Dezember, abend, 7 Uhr, wichtige Fuuktionäesitzuug im Arbeltoautt, Schreiberhauer Stratze. Vortrag: Die Rentabilität der städtischen Werke. Referent: Stadtrat Arndt. Bericht über Wiener Partei, und PresseverhIItnisse. Vollzählige, Erscheinen UN. dingt erforderlich.— Elternoersammlung am Donnerstag, den 8. De- zember. abend» 7H Uhr, In der Turnhall» der Schul« Lückstr. 80. Vor. trag: Dl« weltlich« Schule. Referent: Walter Rieck. Sämtlich« Eltern müssen vollzählig erscheinen. IS. Rees» Weitzense«. Montag, den 8. Dezember, abend» T%i Ubr, bei Galla», Fuuklionätvcrsmnmlung. Da iutzerst wichtig« Tagesordnung, ist nollzähisige, Erscheinen unbedingt erforderlich. 2«. Rrei, Reinickendorf. Montag, den 8. Dezember, abend, 7 Uhr. beim Ge- nassen ssarl UHIig, Reinickendors-Vst. Restben, str. 188. Ecke SchSuholzer Weg. Sitzung de» erweiterten Rreisvorstante«. heute. Soaatag. S. Dezember: 115.«tt. Lichtenberg. Bormittag» ll Uhr bei Lohann, wichtig« Funktionär- sitzung. KZ.'tenüdÄve rnacliea. Ner lnAuctrt kerne«eben Sachen: Fafteo�SfzeaDuft tmJ Kraft Cailsia Jcr' iKm ünsSk Morgen. Montag, 6. Dezember: 8. Abt. 7Vj Uhr, Rommunalc Rommifsion bei Rrüger, Engeluser 2S. All« auf kommunalem Gebiete amtlich tätigen Genossinnen und Genossen müssen erscheinen. 8. Atzt. 7zh Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. U, Fnnktionärsitzung. 11- Wt. 71, Uhr bei Lauritzen, Pulibusser Str. U. Funktionärsitzling. 15. Abt. 714 Uhr bei Obiglo, Stralsunder Str. ll. wichtige Funitionarfitzung. 15- Abt. 71, Uhr bei Neumann, Lermsdorser Str. 8, Funltwnärsitzung 17. Abt. 74» Uhr bei Dos«. Nordhofen 8, Funktionärsitzung. 18- Abt. 714 llhr bei Müller, Userstr. 12, Funktionärsttzung. Auch die Gr. werkschaftsiunktlonär« habe» zu erscheinen. 1». Abt. 714 Uhr bei Schrepel, Grünthaler Str. lZ, ssunitionärsitzung. 22. Abt. 714 llhr bei Radzag, Brüsseler Str. 42, Funktionärsttzung. i Nicht wie bereit» mitgeteilt, am Dienstag.) 28. Abt. 714 Ubr bei Grvnwadt, Rameruner Str. l». Funktionärsttzung. 24. tzlbt. 714 Uhr bei Rähler. Ereiltwalder Strotze iSchwei»erh«u»ch«n), Funktionärsttzung. Fragebogen und Sammellisten sint mitzubringen. 2». Abt. 8 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 182. wichtige Funktionärsttzung. Vorbereitung zu den Abteilungswahlen. 3». Abt. Wegen der Rreismitgliederverlanrnckung findet die Funktionärsttzung erst am Mittwoch statt. 42. Abt. Die Funktionärsttzung fällt au». Alle Mitglieder beteiligen stch restlos an der Rreismitgliederversammlung. 48. Abt. Die Bezirkssührer werden ersucht, frübzetttg bei Rabe, Fichtestr. 29. anwesend tu sein, da kurze wichtige Belorrckiung. 48. Sit. Di« Funktionärsttzung fällt in diesem Monat wegen der Rrei»- Mitgliederversammlung au». Die Bezirksführer laden zur Abteilungs» Versammlung am 8. Dezember ein und liefern die Liste» über die Gewerk. schastszugehärigkeit der Mitglieder spätestens am Mittwoch ab. MellemWW-WWWllM SpSlesteu» am Donnerstag. den S.vezember. Abrechnung mit dem Sekretariat.— Restlerende Lose gelten von dem Zeitpunkt ab als verkaust und wüsten bezahlt werden. 88. Abt.«tzealetteebm*. 8 Uhr bei Cur. Hutten str. 28, erweitert« AbteiAtngs- rorstandssitzung mit den Bezirksführer». Stellungnahme zur Deirwohl. Renkill». 99 Abt. TH llhr bei Schittler, Weichfelstr. 5. Funktionärsttzung.— »l.«dt. 7 Uhr bei Ramin, Mainzer Str. 10, wichtige Funktionärsitzuna. Feder Bezirk mutz unbedingt vertreten sein.—«. Abt. 8 Übe bei Wolfs, Raiser-Friedrich-Str. 178. Ecke Roseggerstratze. Abteilungsfunktionärsitzung. Di« Bezirksführer laden«in. kein Funktionär darf fehlen.— 84. Abt. 714 llhr bei Schröder, Eteinmetzstr. 52, Funktionärsttzung. Alle Funk. tionäre müssen erscheinen. Dienstag. 7. Dezember: 4. Abt. 714 Uhr bei Schwarz. Blankenfelder Str. l». wichtige Funktionär- sitzung. 8. Abt. 714 Uhr bei Susenbach. Berleberg er Str. 84. ffmiltionärsitzung. Erscheinen aller Genossen unbedingt erforderlich. 28. Abt. 714 llhr bei Büttner. Schwedter Str. 23, Sitzung sämtlicher Funktionäre. 38. Abt. 7 Uhr bei Bartusch. Friedenstr. 88, Funktionärsttzung. Die noch autzenstchenden Rartotbekkarten sind unbedingt mitzubringen. Spätere Abgab« nur noch Lindenstratze. Ergebnisse für Schulgcmeinschast und weltliche Schule sind mttznbrinaen. 38. Abt. 714 Uhr bei Busch, Tilsiter Str. 27, Funktionärsitzung. Auch die Mitglieder de» Weibnachtskomilees sind vervflichtet. zu erscheinen. 41. Abt. 714 Uhr bei Schuster. Ehamissoplatz 4, Sitzung sämtlicher Funktionäre. 54. Abt. Ebarlottenbneg. 8 Uhr bei Easper. Guerickestr. 1. Funttionärsitzung. 4». Alt. Wilmersdorf. 714 Uhr bei Rulta. Lauenburger Str. 23, Mitglieder- Versammlung. Vortrag:„Mängel des Eherecht»". Referent: Amtsgericht,. rat Dr. Fritz Soldschmidt. Sämtliche Genossinnen und Genossen müssen erscheinen. 85. Abt. Tempelhol 714 Ubr stahlabend«: 2. u. 3. Bezirk bei Bus«. Werder- Eck« Friedrich.Rarl.Stratze. Vortrog:..Dos Schmutz, und Schundgesetz". Referent: Genosse Möckel. 8. Bezirt bei Lange. Ringbalmstr. 4. 188. Abt. Rndow. 3 Ubr hei Rrüger, Bcndastr. 71, stahlabend. 131. Abt. RiederschZnta»se». Die Genossen und Genossinnen beteiligen ssch pünktlich und vollzählig an der am Dienstag, 7. Dezember, abend» 714 Uhr. tz» Lokal von Linder. Pankow. Breite Stratze, stattfindenden 5 k s e n t» lichen Slternversammlung. in der Stadtrat Dr. Löwenstein über da» Thema:„Weltliche Sckiule" spricht. Alittwoch. S. Dezember: 37, Abt. Schi» araeii dort. 8 llhr Mitgliederversammlung im Lehrerzimmer der Gemeindeschrrle« Friedrich-Rarl-Str. 13. Achtung! Borsianh und Funktionäre tagen berelt» ab 714 llhr abend». Di« Bezirksführer laden bestimmt ein. Vortrag de» Genosse» Stadtrat Walter Friedländer. Frauenveranfialtuugen am Montag. S. Dezember: 28. Abt. 714 Uhr bei Heiles. Prenzlsuer Allee 28!», 8. Rurlusadend:„Ein. führung in den Sozialismus". Referentin: Ellen Beidler. 8t. Abt. Di« Genossinnen rechnen bestimmt abend» 8 Ubr bei der Genossin Büngel. Rrautstr. 40a,» 4 Tr.. die Weihnachtslisten ab. Der dann keine Zeit hat. belorgt das früher. Die RinderNsten sind mitzubringen. 8t. Abt. Friedcaau. 8 Uhr bei Rlabe. Sandierrpsir. 80.51. Vortrag:„Heinrich Heine". Referent: Genosse Herrlinger. 84. Abt. Lankwitz. 714 llhr bei Lehmann. Raiser-Wilkilm-Str. 20/8l. Vortrag: „Erwerbslose Fuoend". Refcreniin: Walpurga Sepger. Die Arbeiter» lugend ist berzlläisi eingeladen. 158 Abt. Räpeaick. Die Genossinnen wohnen abends 8 Uhr im Stadttbeater dem grotzen Waschlag mit Vortrag bei. Fraueuveranstaltungeu am Dienstag. 7. Dezember: 21. Abt. 714 Uhr bei Rroll. Utrechter Str. 2l, Bortrag:„Tnren aus der Türkei". Zieterentin: Erna Büsing. 88. Abt. 714 Uhr in der Schule Svhenlohestr. 10. Lön»-Abend. Vortragender: Sein» Bartbel. 83./86. Abt. Reulella. Vorm. pünktlich 11.13 Ubr Treffen am Säuslinzsh-im. Mariendorfer Weg zur Besichtigung desselben. Arbeitsgemeinschaft der Kiuberfreunde. Webing. Gruppe Schillerpark: Heute, Sonntag, vorm. 10 Uhr Tressen Müller. Eck« Seestratze Besichltgung der Arbeiterwohlfahris-Ausstellung mir der SAI. Montag litt llhr, Turnhalle Lüttichcr Str. 4. Turnen und Sprech- chorprobe. Freitag 8—8 Uhr, Jugendheim Seestretze uebcn für Weihnachten.— Grxppe Leopoldplatz: Heute Sonntag im Ledigenheiin 3—8 Uhr„Heitere Er zählungen". Di«n»taa 8—8 Uhr, Basteln. Ledigenheim. Mittwock, 3 Uhr n Berichtftt. 8—8 Uhr Mnsiter übe» Seim Luiemburger Str. Donnerstag Uhr Unterhaltungsspiele Srbtgenhewi. Freitag HS— 148 Uhr Turnen Arrnzberg! Rinherfreund«. Helfer. Elter» und Mitglieder der SAZ. Sitzung am Montag. 8. Dezember, 714 Uhr. Hortzimmer Däidemarftr...77 Bortrag de» Gen. F. Fechenbach. Alle Genossen sind eingeladen. RevAIn. Gruppe Hertzbergplatzi Montag und Donnerstag 4—7 llhr Schul« Hertzbergvlatz Spiel und Basteln.— Gruppe Elbestratze(»2. Abt.): Moutar und Donnerstag 3—7 Uhr Spiel und Basteln G bestratze Sämlc.— Grnppr Hermaanplatzi Montag und Donnerstag 4—7 Uhr Spiel und Basteln Raiscr. Friodrich.Stratz« 4.— Gruppe Boddinplatz(51. Abt.): Montag und Donner». tag 3— 7 Uhr Boddin- Ecke Berliner Str.— Gruppe Birk«: Montag und und Tanz Schul« Ruheplatzstrast« 8. Donneretag 4—7 Uhr Spiel und Basteln Lessingstratz« Schul«.— Gruppe Bergstratzm Montag. Dienstag und Freitag 145—7 Bergftr. 29. Zu«lidhciin.- Gruppe Quelle: Montag und Donnneretag 4— 7 Uhr schule Mariendorfer Weg.— Gruppe(Britz) Einigkeit: Montag und Doune:stav alle Rinder unter 10 Jahren 4—8 llhr. Dienstag und Freitag Rinder über 10 Jahre 4—7 Uhr. Sonnabend alle Rinder über 13 Jahr» 8—10 Uhr. Dicntag 7— S llhr Musil- gruppe. SSmtl-che Beranstoltungen im Zugendheim. Montag 8—8 Uhr Turnen und Spielen Kall« Ehansseestr. 137. Heute Sonntag Treffen 148 Uhr. Zahn- swcher. Eberstabtallee. Besuch des Panorama», 20 Pf. mitbringen. Für alle Rinher: Dienstag 3—7 Uhr Sincekrei» Rllilischule. Mittwoch 6—7 llhr Tan, und Spiel Raislr�7r>edri.Reolsimnnasium. Freitag 5—7 llhr Svrechchor Boddin Eck« Berliner Str. Am Dienstag, 7. Dezember. Helferpersamm- l u n g, 8 llhr, Ganghvferstt. 148 Uhr Vorftandssitzung. Jvngsozialisken. Geuvp« Weitzense«. Montag. 8. Dezember, adend» 714 Uhr. im Fugend. heim. Part str. 38. Fack-London-Abend.— Gruppe Temvethol-Marieudorl. Dienstag. 7. Dezember, abend» pünktlich 8 Uhr. im Fugcndheim. Germania- stratze 4/8. Vortrag:„Jugend und Partei". Referent: Franz Lcpiuski. Arbeiter» ingenh und Parteigenossen sind herzlichst eingeladen. Sterbetafel der Groß-Oerttner partei'Grganisation| 48. Abt. Unser lieber Genosse Adolf Rühle ist im 80. Lebenslahre verftvlben. Di« Einäscherung findet am Dienstag, den 7. Dezember, nachm. 1 Uhr, im Rrematorium Baumlchulenweg statt. Reg« Beteilnrun� erwartet Tlrbeiter-kulturtarteU Hroß-Verlia. Die«rfle Feierstunhe findet am 28. Dezeinder(2. Weihnocht»fsiertagl, pormittags 11 Uhr, statt unter dem Gesamttitel:„Ein Freudentag und Weihe nacht". Ein« Dichtung für Sprech che-r, mit Musik, Gelang und Tanz von Franz Rothenfelder. Eintrittspreis 1 M. Am 27. Dezember(Z. Weihnachtsfeiertagl, abends 714 Uhr. findet in der Philharmonie, Bernburgcr Stratze, das 2. Sinfouie.Ronzrrt statt. Durch das Philharmonische Orchester unter Leitung von Fascha Horenstein wird zum Bortrag gebracht: 1.„Brandenburgisches Konzert Ztr. 3" von F. S. Bach: 2.„Sinfonie in o-Dur(Jupiter)" von Mozort: 3..Pacific 231 von A:tur Honeager: 4.„Till Eulenspiegels lustige Streiche" von Richard Etroutz. Preis der Einzeltarte 1B0 M. Das Arbeit er-RuItur-Rartell hat beschlossen, die diesmalige Zohreswend« in einer bifopdcren. dem proletarische» Gedankcnkrei» entsprechenden Farm zu begehen. Sie soll stattfinden nicht in der üblichen Weise in Lokalen. sondern droutzen in den Anlagen des Rrepzberg«». Am Rohmen eines eigens für dielen Fweck geschriebenen Sprechchorwerls wird die Stund« der Fahre»» wenh« Irnn bolisch gefeiert werden. Es wirken mit: der Sprechchor für Prolrta- rische Folerstnnden unter Leitung von Albert Florath und Heinrich Wiiie, ein Blasorchester unter Leitung von Fascha Horenstein»nb der„Gemischte Ehor„Grvtz-Berlin". Raiten für alle Veranstalfimgen sind zu h-ben im Oitsansschutz des ADGB. Engeluser 24,23, in den Bureaus der Verbände, im Renttalverband der An- gesiellien. Delle-AIlionre-Stt. 7/10, Tahakvertrieb GFG., Fnschstr. 8. Zigarren» geschäst Sorsch, Engeluser 24/23..Porwäris"»Buchhandlung Linbensir. 2, bei den Bildunqsoblcuten der Rrrise und Abteilungen, in den..Vorwärts"-Spc- titionen Berlin...VorwärIs".Sped!IIvn Gretzsiedlrng Dritt. Laiu-e Str. 37, im Bureau des Ardeiter-Kulwr-Kartells, Linder.stt. 3, 2. Hof II, Zimmer 8. .für bl«(Zrsihiohrsjutendweihen 1927 Im' lvrotzcn SchaulpiclbanZ Schiller-Ticaier Charlottenburg iiiib Lhzenm, Pankow, werden Aiim-.Idilngcit unler glelchzeiligcr Zahlung von 5V Bs. in den nachilehenden ilulnabine- stillen enlgegengenommen: Fiugendsekrelartat, S1V 6A, Linden» stratze 3. 2. Hos-2 Treppen. Zimmer 11. geöffnet von 9—3 Ubr, Mittwochs und FreitagS von 9—7 llhr. B. Joseph. N\V2I, WlhclniShgvener Zlr 43 lDortvärtS-Bpcd). P. Kroll, tzk K5, Uirechter Str. LI lNestaurailti, 2l. Hö» nilch, X 65. Müller« Ccke Utrechter Sir. lVorwärlSsIped.l, W. Möllmann, X 58, Lychener Str. 8 lReswurani). H. Obst, �7 54, Ackerstratze 174 lPhi« wäriS-Bpcd.l. P. Tobrohlaw, X 37, Stvitteinünder Slr. ll lZtcstaurant), K. Airdersion, X3l. Slialsunder Sir. 19. C. Gertb. X llZ. Kreifenhagenec Sir. 22(BorwärtS-Sped.),.?>. Fiicher. X 20. Bastianstr. 7(.Vorlllä' IS-Sped.l. P. Dö!z. XO 55, Jinmanuclki'. chste. 24(AorwärtS-Iped.tz W(Sude. XO)L. Landsberger Alle» 45 1. W. Wartwann, 0 34, KönigSbcigcr Str. 57(Pbotq- gclchäsrl, K. Melle. 0 34, Petersburger Platz 4(VorwärtZ-Sped).?. Witt- fchntz, O 34. Petersburger Str. 5(Nestanrani), stf. Arndt, O 27, Markn»- stratzc 36 sBorwärts-Tped.), F. Petke, 80 36.(Siogauer Str. 30 vorn IT. B. Böhm. SO 36. Lanfitzer Platz 14,15(PplwärtS.Bved.), P, Lier. 80' 26, Naimynslv.. 9(Nellanran!', W. wallaS. B a n m l ch n I e n w e g, Schrvde,« stratze 16 vorn III, ß. Weckelburg. St c Hol»,©loctzflr. 50 l?orwä>!S' Svcd.), Iran Klawiilcr. S ch ö n e b e r(1. Äpostcl-PauInZ-Ztr. 7, R. P.iiie, Schöneberg. Ebers slr. 70, Zialbmann, Schöneberg. Belziger Slr. 27 zVvr« Wärls-Spcd.i, K. Schaudt, Friedenau. Bachestr. 9, stfrau Nngerec Wilmersdorf. Hanauer Str. 43 ljviedlwig>, E. Ziege, L l.cb l e r- selde-Oit, Loienzstr. 15. K. Schönwelter, L i ch t e r i e l d c- W e st, Händelplatz 5, F Hamburg, Steglitz. Schlotzilr. 103. 33. Skubig, Sieglitz, Ring str. 7, Jartcnh. III, G. Zelgentreu. Lankwitz. Cbarlollcnstr 34, Charlotlenburg:.VorwärtS-Spedilion". Chavlotteubiirg. Seien« lieimer Sir. 1. pir., Joachim ie. Ckarlvilenburg. Kaiserdamw'402(SorwällS.- Sved.). Schul», Charlottenburg, Dropsen strtz 12, 1.(Aarienh. III. Pusenigf. Cbarloltenbura, AngSburger Slr. 47, vir.. F. Schmidt. Tbarlollenb ng, Rosinenjlr, 4(Laden), Pankow: Äcn'nmverkaulsstciiei! m Pankow. Vollanlslr. 102 und Berliner Slr. 47, koninmvertaufSstellcst 4» Rieder- schöiihausen, Kaiser-Wilhelm- Str. 79 und Karjerweg 60.: AAS!" �öblGtt<2r1 tzeroo: ragend dewährt bei: Gicht, Nheuma, Ischias, Grippe, Nervs!:- und �opffchmerzsn, CrkLltungskrankheiten. Togal stillt die Schmerzen nnd scheidet die Hcrnsäur? auf. S�efnu schädliche:» Nebenwirkungen.— fragen 6lf Ähren Arzt!— Sn allen ApoZhede« erhüUUch. � l'.'.ß Lith. O.ifi Chinin 7iJAoUlmotL$Ml mdJOüAtt� L � Jhnen AnivaQQ aufKrediigewährimg nehmen wir» enlgegren in undepzuLfäüpQ von 9>? Ulm wvwniKicnieii 1..... UjUiSaibf 1 KWIGWWKW� Toile kariert reine Seide m. 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Drüscnschmcl. lange» jeder Art: Ohren» und Rasenleiden, Stiru- und ftiesernhäblcnveieite- rung:«dernneitaltnngi Solgen oo» SchlaganfaN, Lichmunoen bei Kindern nnd erwachsen«»! Kinderlrantb-üe». Ttrophulose; Frauenleiden jeder Art; «eschlechtokrankhelten und deren Folgen bei Männern und Frauen, Bon den bunderlen Sedeilten find hier nur einige wegen Raummangels an- gefübrl: 1. H. Ränsch. Sattler, Bin., Frantfurter Allee 16», Rheumatismus, geheilt.-■ ffr. S. Kuhdorf, Bln.. Kolb erger Str. LS'ZS, Reroen- und Knochenhaulentzllndung. vollständig gelähmt, geheilt. 3. S. Ritter. Bln.. Friedenau, Eponholgsir. de. n. Beinleiden geheilt, 4. S>. M. Serner, Kauf- mann. Bln. R.. Soitschedslr. 2 v, Lungenleiden, Blase ulatarrh geheilt. 5. Knabe D. Mulack, Bln., Zwingnftr. 39. n. Rllckengralvertrllmmung mit Lährnungserscheinungen, Ma,T»n.». Dgrinkotgrrh gaheilt. O. Fr. M. Setneck, Bln., Auguslitr. 2l, n. Mustelentfündung u. iäer�schwäche geheilt. 1. Fr. F. Kouisch, Bln.. Liideeler Sir, 13, Blinddarmsisiel. geheilt. 8. Fr. Kermanu, Bln.-Schäneberg. Feurigste. 13, Blinddormjisiet. geheilt.». Fr, A. Keide. lie», Bln., Gohlerstr. 34. Seientrheumatismus, Rilrkenschmerzen u, Nene- asthenie. geheilt. 10. 6, O. Bürger. Rentier, Bln.. Reichenberger Str. ltl, Drllsenlchwellung, geheilt. 1l. S. Paul, Bln.. Reichenberger Str. 1.31. Magen- u. Nervenleiden, gebeilt. 12, Fr. v. Blihuer, BIn.-Reulölln. Karger Str. 87. Krämpfe, geheilt. 13, S, O. Ilngrr, Kaufmann, Bln., Sichertsir. 41. Magen-, Leber- u, Nierenleiden, gebeiii, 14. Fr.«. Basejin, Bln.. Bslugstr. S. Magengeiäiwllre u. Blutarmut, geheilt, 13. Frl. Liegow, Bln., Kolberger Str. 28123 Gelenkrheumatismus, geheilt. 18. Fr. 25m. Fritfchler, Bln., Marienhurger Str. 48 Darmgeschwulft, geheilt, 17. Fr. Kedwtg Stern, Bln.-Schäneberg. Tborwaldsenilr. 10, Leberanschwellung Gallenblasenent.tllndung. geheilt. 18. Fr.«. Rahrmoier. B'u.. Bre-Iauer Str. 1. Ker,erweiterung. Kertneurose, allg. Rrevenschmäche, geheilt. 13. Fr. Bartsch, Bln.-GSpenick, Rasenstr, 2, schwere Blutvergiftuna u. Kandvereile- rung. geheilt. 20. S. v. Oehme� Echlächternieütcr. Bln.. Thaerstr. 43. Serz- u. Mgaenseiden. Leber- n. Miltionschwellung, geheilt. 21. Fr A. Ki'chner, Bln., Dal, iget Str. 24 Maaen-, Leber- u. Ggllenlteinleiden. Gelbsucht, gc- beilt. 22, Kerl» Fabel. Lubdenau-Epreewald. tubrrknläser Knochenfraß, Knlegelenkscntillndung. gebellt. 23, S Rohr, Ritlergutsbeslher. Genstwalde, Krs. Karvowen. Ostvr,, schwere Blutvergiftung u. Geschwüre, geheilt. 24. S. O. Leovelb. Bln.-Friedenau. Kaiferallee 123. eitrige LungenkiNel, geheilt. 23. S. S. Michaeli». Gastwirt. BIn.-Gharlottenhnrg. Walli'r. 87, Leberleiden. Gallensteinleiden. Gelbsucht gebeilt. 2«. H Palizeigssiltent R. Kramm, Bln., Kochhannitr. 2«. von Magengeschwüren, Mageurrweiierung u. Senkung mit 30 Behandlungen gche-ll. TOit lönnen Ingen, bgs, durch die Rur lo•. nierer hellonslolt selbst die ütteslen. bartnäifigllen Leiden nach zur chetlong gebracht werden und dag alle, die ihr höchiles Erbeogia,», die tBefnnbbelt. hereil» verloren»u haben glauben, wieder in den Bollbesitz derselben gesetzt werden. Briefliche Original-Anerkennungen von UN» geheilter— W»0ü »WW- Patienten stehen im Wartegimmer der Anstalt zur Ginsicht,-HWgi Sekrenoke SebonblnngseSiinte kste Dnmen nnb Herren! Seine brieflltbe Behandlung t ProScsser Br. m«il.?. flisfeäsüsi, Arzf, nur Im Auslande ernannt, promoviert und approbiert. Mitglied der intcraatlöna en Vereinigung von Aerzten n. NattrrSrzien. Berlin S016, Brückenstraße 10b, 2. Hon» oon 6er»nngefkrohe, 1 Tttlrnte oon vhf. Zennowltzbraeke Caagsdhrige'adtmannMdhe Srzlltch« vehonbiung nnb Letknng. Sprech- nnb vehenblungateU! 0-1. 4-7 Sonntag ar.b Feiet loa; 10-12 Ufjr.- praxi,(eil 1«37. von der Reise zurück: